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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
Karo Offline

PJler:


Beiträge: 857

24.12.2018 19:45
Weihnachts-Special von Karo Zitat · antworten

Weihnachtsspecial 2018



Gretchen saß auf dem Wannenrand und schielte auf den Schwangerschaftsfrühtest. Ihr war allerdings klar, dass es schon eines sehr großen Zufalls bedurfte, wenn sich ein zweiter Strich zeigen sollte. Um sich die Zeit zu vertreiben schickte die blonde Ärztin ihre Gedanken nach Berlin. Ende November war Professor Doktor med. Franz Haase offiziell verabschiedet worden. Bis zum Jahresende würde die Übergabe an den neuen Chefarzt, Doktor med. Mehdi Kaan erfolgen.



Es war eine stimmungsvolle Feier gewesen. Fast 25 Jahre war Professor Haase der „Vater und das Herz des Elisabeth-Krankenhauses gewesen“. Nun folgte ein verhältnismäßig junger Chefarzt. Sein Konzept hatte letztendlich die StaBe überzeugt und auf Dauer würde sich vieles ändern. Doch der Geist von Franz Haase sollte erhalten bleiben und so hatte die StaBe kurzerhand die Franz-Haase-Stiftung gegründet. Sie verpflichtete sich dem Nachwuchs. Ärzte, Pflegepersonal und von jetzt an auch Hebammen sollten eine gute Förderung bekommen.

War das Elisabeth-Krankenhaus bisher hauptsächlich für seine Chirurgie bekannt gewesen, würde Mehdi dem ganzen nun eine eigene Duftnote verpassen. „Muss er, sonst wird man ihn auf ewig mit Deinem Vater vergleichen!“ Marc freute sich sehr für seinen Freund, dass dieser sich mit seinem Konzept gegen Doktor Maria Hassmann durchgesetzt hatte. Eine neu konzipierte Gynäkologie im EKH.
„Fast schade, dass unsere Kinder hier eher nicht zur Welt kommen werden!“
„Hm.“ Marc schnaubte. „Mit Sicherheit nicht! Mehdis Griffel an deinem Körper? Ausgeschlossen!“
„Marc, das...“
„Ich war noch nicht fertig...“
Plötzlich war er nervös und zappelte ganz untypisch für ihn herum. Schließlich... leise und zögernd: „Allerdings würde ich uns zu Weihnachten gerne ein Kinderzimmer schenken.“

Marc wollte eine Familie mit ihr... gab es für eine Gretchen Haase, Zeit ihres Lebens in den gleichen Mann verliebt, etwas Schöneres?
„Okay – aber eine kleine Veränderung in der Formulierung musst Du zulassen.“
„Was?“
„Wir schenken uns ein Kinderzimmer!“




Gretchen unterdrückte den Impuls, zum zwanzigsten Male auf das Stäbchen zu schauen.

(„Im Grunde bist Du verrückt, Gretchen Haase. So schnell geht das nicht!“)

(„Außerdem hat Marc das ja für die Feiertage eingeplant!“)


Sie schmunzelte und dachte an den Medizinkongress Mitte Dezember.



Das Wochenende des zweiten Advents hatten sie in Düsseldorf verbracht. Der Chirurgenkongress, auf dem sie vor einem Jahr offiziell wieder zum Paar geworden waren. Auf dem sie gestänkert und diskutiert hatten. In diesem Jahr konnte Marc wieder provozieren – als frisch zugelassener Palliativmediziner. Welche Schande für die Chirurgenzunft! Doch ihnen war aufgefallen, dass die Anzahl derer, die ihren Willen nach Veränderung teilten, gestiegen war. Allerdings wuchs auch der Widerstand. Vor allem bei den älteren Kollegen.
Einer dieser Älteren hielt einen leidenschaftlichen Vortrag. Professor Haase, der sich selbst nicht als den zukunftsorientierten Mediziner betrachtete, appellierte jedoch in einer flammenden Rede, dass eine neue Generation Mediziner bereit stünde und dass die Alten allmählich Platz machen sollten. Die Kollegen in seinem Alter wären bereits dem Ruhestand näher als der Doktorarbeit und somit hätte die Zukunft mit ihren notwendigen Veränderungen bereits begonnen.

Einer, der sich schnell veränderte, war Marc. So gesehen das Meisterstück des scheidenden Professors. Professor Haase hatte intensiv nachgefragt, wie sich die beiden das vorstellen würden, mit einem Kind.
„Das ist ganz einfach. Da Gretchen zurzeit der Geldverdienende Part ist, übernehme die Elternzeit – mindestens zur Hälfte.“ Damit hatte Marc Vater und Tochter sprachlos gemacht.
Es hatte Gretchen glücklich und stolz gemacht. Vor allem stolz. Schließlich war ihr Lebensgefährte niemand Geringeres als Marc Meier. Der sich einerseits beängstigend schnell weiter entwickelte – persönlich. Andererseits war er immer noch Marc Meier.
„Hasenzahn, ich habe die Ausbildung zum Osteopathen und die Studentenbetreuung. Ich habe keine Zeit, arbeiten zu gehen.“
„Und unser Kind wickelt sich von alleine?“
„Nein, aber ich kann flexibel lernen und die Lerngruppen lassen mir auch einen gewissen Spielraum. Zumindest den, dass ich das Kind mitnehme. Ich lege ihr dann die Medizin quasi in die Wiege.“
„Klar, Olivier!“
„Autsch!“
„Warum überhaupt „ihr“?“
„Warum denn nicht?“




Ob Junge oder Mädchen... erstmal musste sich auf dem Stäbchen ein zweiter Strich bilden. Nicht, dass sie mit Gewalt schwanger werden musste. Marc und sie hatten einfach beschlossen, nicht mehr zu verhüten. Den Rest würden sie der Natur überlassen.



Allerdings war da ja Marcs Wunschzettel an den Weihnachtsmann. „Ein Kind mit Gretchen“ hatte darauf gestanden. Im letzten Jahr hatte der alte Brauch aus Marcs Kindertagen funktioniert. Da hatte er sich ein Leben mit Gretchen gewünscht. Mehr Leben ging nicht. Innerhalb weniger Monate waren sie in ihr gemeinsames Haus gezogen. Vielleicht würde ihr erstes Weihnachtsfest unter ihrem Dach auch ihr einziges zu weit sein. Das hatte früh festgestanden und Marc hatten Familie und Freunden schon frühzeitig kundgetan, dass sie am 24.12. ihre Haustüre verriegeln würden. „Von innen selbstverständlich und vor dem 27. wird für nichts und niemanden aufgesperrt. – Ich möchte Gretchen ein Kind machen!“



Gretchen gluckste, als sie an die perplexen Gesichter dachte. Und dann fing sie an zu strahlen. Auf dem Display des Frühtests zeigte sich der erhoffte zweite Strich. Hocherfreut packte sie den Test schnell in die bereit gelegte rote Schachtel, die sie mit einer goldenen Schleife verzierte. Ein Stück Tannengrün und der kleine Holzanhänger mit der „24“ vervollständigten das Geschenk.


Als Marc wenig später mit einem duftenden Kakao für sie die Treppe herauf kam, schlüpfte sie gerade wieder unter die Bettdecke. Sie zeigte auf das Kästchen. „Du bist dran. Die „24“ gehört Dir!“
„Ich weiß...“ Auch wenn er es nicht zugeben wollte und jetzt sehr cool tat, Marc freute sich wie ein kleines Kind über jedes Adventskalender“türchen“.
Im Gegensatz zum letzten Jahr hatten sie nur einen Adventskalender. Jeder war für zwölf Tage verantwortlich.
War er, wie heute, mit Auspacken dran, war der Chirurg gespannt, was sich Gretchen ausgedacht hatte. Umgekehrt liebte er es, seiner Freundin eine Freude zu machen. Ihr ging es nicht anders. „Willst Du es nicht auspacken?“ Sie hatte nicht damit gerechnet, dass es so schnell gehen würde und sie freute sich wie eine Schneekönigin, dass die Sache mit dem Wunschzettel wieder funktionierte. Und sie hörte schon Marcs selbstzufriedenes Ego, sich über die herausragende Qualität seiner Spermien auslassend.
Sie kicherte.
„Was?“ Er sah sie irritiert an.
„Nix. Ich weiß nur, was passiert, wenn Du es aufmachst!“

Sie kannte ihren Marc. Durch und durch. Und lernte immer wieder neue Seiten an ihm kennen. Den Freund, den Lebensgefährten und ab jetzt, den werdenden Vater.

Der starrte gerade ungläubig auf das Stäbchen. „Wirklich?“
„Naja, es ist nur ein Frühtest. Aber ich finde, es sieht gut aus!“
„Du siehst gut aus, Gretchen.“
„Du siehst glücklich aus!“
„Das bin ich, Hasenzahn. Und mir soll niemand mehr erzählen, dass der Storch die Kinder bringt.“
„Stimmt, bei uns ist der Weihnachtsmann dafür verantwortlich!“
„Nennst Du mich gerade Weihnachtsmann?“
„Damit fallen bei uns Ostern und Weihnachten auf einen Tag. Hasenzahn und Weihnachtsmann!“
„Du bist so verrückt!“
„Nach Dir, Marc!“
„Einverstanden.“

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