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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
Karo Offline

Krankenschwester


Beiträge: 598

30.05.2018 17:21
Praxisalltag - mit Marc nicht ganz alltäglich Zitat · antworten

„Guten Morgen Doktor Haase, Doktor Meier.“
Die Sprechstundenhilfe, als einzige länger in der Praxis Carstensen angestellt als Gretchen, begrüßte die Interimschefin mit einem großen Blumenstrauß.
„Es ist lange her, dass unser Doktor mal länger als zwei Wochen Urlaub gemacht hat.“

„Naja, Urlaub kann man das wohl nicht nennen.“ Ihr Chef folgte einer Einladung von Martin Bedougou nach Sanssouci, ausgesprochen und angenommen während Gretchens Geburtstagsfeier. Die Allgemeinmedizinerin lachte und roch an den dicken pinken Blüten einer Pfingstrose. „Hm, herrlich!“

Marc schnaubte. „Davon bekommt man ja Augenkrebs!“

„Mein lieber Marc, ein bisschen pink im Leben schadet nicht.“

„Mir reicht das pink in Deinem Leben!“ Er grinste. „Aber wenn ich aus Hamburg zurückkomme, ist es eh verwelkt!“ Er streckte Gretchen die Zunge raus.

„Das nächste Mal schenke ich Ihnen eine Topfblume, Frau Doktor. Versprochen! Und das ist für Sie.“ Energisch drückte sie Marc eine dicke Akte in die Hand. „Soll ich Ihnen von Doktor Carstensen geben. Ist ja jetzt Ihre Patientin.“

„Frau Ludwig?“ Gretchen schielte auf den Namen und nickte.


Nachdem die medizinische Fakultät Marc eine Absage erteilt hatte – zurzeit waren nur Juniorprofessuren in der philosophischen Fakultät zu vergeben – hatte Marc sich ganz seinen Zusatzqualifikationen zugewandt. Das war neben der nun beginnenden Ausbildung zum Palliativmediziner auch die in Hamburg begonnene Weiterbildung zum Osteopathen. Im Herbst konnte er von berufsbegleitend auf Vollstudium umstellen, was ihm glatt zwei Jahre einsparte.


„Und beides gleichzeitig bekommen Sie hin?“ Doktor Carstensen war sich nicht sicher, ob er als angehender Ausbilder das gutheißen sollte. „Ich meine, Sie laufen ja auch ganz normal hier noch mit.“


Er musste schnell erkennen, dass Marc medizinisch „nicht ganz normal“ mitlief. Frau Ludwig war Marcs erster Kontakt mit einer Krebspatientin, die sich für eine palliative Betreuung entschieden hatte. Nach Durchsicht der Akte, hatte Marc vorsichtig bei Gretchen nachgefragt, warum sie sich gegen eine OP entschieden hätte.

„Nicht operabel, Marc. Hast Du den Brief vom Krankenhaus nicht gelesen?“

„Doch habe ich und ich sage Dir, das sind Idioten. Hast Du Dir die Befunde angesehen? Was ist denn da nicht operabel? Zugegeben, das ist eine Herausforderung aber unter nicht operabel verstehe ich etwas anderes.“

„Jetzt mach ihr keine falschen Hoffnungen!“

„Ach so, aber falsche Einschätzungen sind okay?“


Sie hatten sich mit Doktor Carstensen beraten. „Sie würden sowas operieren?“ Nicht umsonst hatte er die Patientin geschickt, eine Zweitmeinung einzuholen.

„Natürlich. Ich beherrsche mein Fachgebiet! Allerdings sollte man nicht allzu lange nachdenken, sonst ist sie palliativ doch richtig.“

Gretchen zögerte. „Dass Du sie operieren würdest heißt nicht, dass es auch jemand anderes tut. Ich meine, sie war in einem Tumorzentrum und in der Uniklinik. Da sollten eigentlich Ärzte sein, die das einschätzen können.“

„Diese Akte zeigt, dass sie es nicht können!“

„Die Frage ist, ob man die Patientin nochmal verunsichern sollte, nachdem die Zweitmeinung das gleiche sagt, wie die erste. Im Grunde müssen wir ihre Entscheidung akzeptieren. Als Palliativmediziner...“

„In erster Linie bin ich Chirurg. Und als solcher sage ich, der Tumor ist operabel!“

„Vielleicht sollten wir vorsichtig nochmal mit der Patientin sprechen...?“


Am Ende hatte sich Frau Ludwig dann doch für eine OP entschieden. Bedingung – Marc sollte sie operieren. Doch wer würde einem Chirurgen einen OP und ein Team so einfach zur Verfügung stellen?


Die Lösung hatte der neue Chefarzt des Hamburger Klinikums Alsterpark. „Das heißt, Du hast eine Patientin und einen Tumor aber keinen OP?“
„Geschweige denn, ein OP-Team.“
„Dann komm halt mit ihr her.“
„Das ist perfekt, Cedric. Quasi mein altes Team, gewohnte Technik!“

(„Und ein weiterer neuer Weg, den die Medizin gehen muss – Flexibilität!“)

„Und ein Gästezimmer bei Deinem alten Kumpel...!“
„Perfekt – sag ich doch!“


„Am liebsten würde ich Dich ja mitnehmen, Lieblingsassistentin!“
„Lieblingsausbilderin, Marc.“ Natürlich hatte sie ihre eigene Weiterbildung mit Auszeichnung abgeschlossen und war nun neben Doktor Carstensen für die neuen „Azubis“, wie sie Marc gerne aufzog, verantwortlich.

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