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Dieses Thema hat 101 Antworten
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 Bora Dagtekin
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5
Püppi Offline

Alter Ha(a)ser:


Beiträge: 1.392

23.10.2008 21:04
#51 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

Bora.......der DD-Schöpfer,wie können die sowas machen...Flo nicht da,Bora rausgeschnitten,da lohnt es sich fast nicht mehr zu schauen.
Ich finde das eine Frechheit..

Ann Offline

Moderatorin


Beiträge: 8.697

23.10.2008 21:05
#52 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

Nich nur Bora, die haben alle was gesagt, außer alle Schauspieler, das hat Diana übernommen ;)

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Jumper ( gelöscht )
Beiträge:

23.10.2008 21:06
#53 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

wieso? Flo war doch beim Fernsehpreis auch dabei.

Gretchen&Marc4ever Offline

Assistenzarzt:


Beiträge: 7.584

23.10.2008 21:06
#54 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten
ich guck den comedypreis nur noch, weil ich sehen will wie diana sich wiedr so geil freut (siehe fernsehpreisvideo unten)

Püppi Offline

Alter Ha(a)ser:


Beiträge: 1.392

23.10.2008 21:11
#55 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

@Jumper...oh,dachte es geht um den DCP...hab ich in der Aufregung überlesen.......ja das hab ich auch gesehen,das Bora was gesagt hatte...hätten die mal lieber den Ranicki (kp wie man den schreibt) rausgeschnitten...

Ann Offline

Moderatorin


Beiträge: 8.697

23.10.2008 21:11
#56 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

Ja aber, die haben alle nichts gesagt, Diana hat ja gesagt:,,Stellvertretend für alle Schauspieler sag ich jetzt mal..." oder so

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Püppi Offline

Alter Ha(a)ser:


Beiträge: 1.392

23.10.2008 21:16
#57 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

@Ann....ja ich habe mich da auch schon gewundert....ich hatte auch in einer Sendung gesehen,das einige was gesagt hatten...und mich dann bloß gewundert,warum die das nicht gezeigt hatten....typisch ZDF-- aber hauptsache der Gottschalk kommt zu Wort

milly Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.769

23.10.2008 21:18
#58 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

sag ich doch
lassen sie den Bora nicht sprechen echt
da krieg ich echt nen kollaps -.-

Gretchen&Marc4ever Offline

Assistenzarzt:


Beiträge: 7.584

23.10.2008 21:20
#59 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

was hat der gottschalk, was bora nicht hat?

Ann Offline

Moderatorin


Beiträge: 8.697

23.10.2008 21:21
#60 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

Ja stattdessen muss man sich die immer schlechter werdenenden Sprüche vom Gottschalk anhören

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milly Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.769

23.10.2008 21:21
#61 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

ZDF gcuker sind alt

die stehen eher auf die Hässluige Frisur von dem gottschalk -.-

Gretchen&Marc4ever Offline

Assistenzarzt:


Beiträge: 7.584

23.10.2008 21:24
#62 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

naja, dumm (gottschalk) kommt weiter, schlau (bora) leidet drunter

milly Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.769

23.10.2008 21:34
#63 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

naja
wenn Bora dann auch mal sagt dann wird das ja auch nicht bei so nem Omauschisender wie ZDF
gesendet sondern bei welchen die was zu sagen haben sprich RTL oder Pro7 :D

milly Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.769

26.10.2008 20:12
#64 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten
Morgen hat Bora Geburstag Image and video hosting by TinyPicImage and video hosting by TinyPicImage and video hosting by TinyPic

Ann Offline

Moderatorin


Beiträge: 8.697

26.10.2008 23:43
#65 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

Bora hat in 16 min. Geburtstag ;)

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Flora Offline

Admine & Gründerin des DD-Fanforums


Beiträge: 7.047

29.10.2008 06:54
#66 RE: Infos über Bora Dagtekin Zitat · antworten

Bora Dagtekin, 1978 in Hannover geboren, begann seine Autorenkarriere als Juniortexter bei der Hamburger Werbeagentur Springer & Jacoby. Parallel dazu studierte er an der renommierten Texterschmiede Hamburg. Als Storyliner für Grundy Ufa TV entwickelte er ein Jahr lang Loverstories und Intrigen für die RTL-Daily Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Wie man gute Drehbücher schreibt, lernte er an der Filmakademie Baden-Württemberg. In der Folge arbeitete er für verschiedene Produktionen wie die RTL-Comedy-Serie „Schulmädchen“ (2005). Mit dem Drehbuch zu dem Til-Schweiger-Film „Wo ist Fred?“ (2006) gelang ihm erst kürzlich ein Kinoerfolg




Quelle : http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=443

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"I'd rather be hated for who I am than loved for who I am not."

milly Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.769

23.12.2008 21:28
#67 RE: Infos über Bora Dagtekin Zitat · antworten
Hier mal ein Interview


Serienjunkies traf Autor Bora Dagtekin zur Pressekonferenz der dritten Staffel „Türkisch für Anfänger“ in Hamburg und sprach mit ihm über serielles Erzählen und warum „TfA“ nie einen Emmy bekommen wird.

SJ: „Türkisch für Anfänger“ ist eine der kreativsten und intelligentesten Serien, die es derzeit im deutschen Fernsehen gibt. Wie schafft man es, ein solches Konzept im Vorabendprogramm der ARD unterzubringen?

„Interview Bora Dagtekin: Wir sind die Jugendbeauftragten der ARD“ nachzulesen bei Serienjunkies
BD: Wir sind ja ganz klar die Jugendbeauftragten der ARD. Wir sind dafür da, um nach Serien wie „Die Stein“, die ja den unrealistischen Teil der Jugendbewegung darstellen, die Jugend für den Sender zu begeistern. Die sind auch alle recht glücklich damit, etwas im Programm zu haben, das jung und echt ist. Das wird gewünscht.

SJ: Du musstest Dich inhaltlich nicht zurückhalten?
BD: Ganz im Gegenteil, der Redaktions-Wunsch war durchgehend, so „knackig“ und ungewöhnlich wie möglich zu schreiben. Die ARD stärkt mir absolut den Rücken.

SJ: Statt mit Serien im Stil von "Berlin, Berlin" oder "Türkisch für Anfänger" weiterzumachen, hat die ARD den Programmplatz in den letzten Monaten mit Reality-Produktionen wie "Bruce" oder "Ich weiß, wer gut für Dich ist!" gefüllt. Warum fällt es Deiner Meinung nach deutschen Sendern so schwer, sich auf ungewöhnliche, neue Serienstoffe einzulassen?

BD: Es fällt ihnen schwer, da es so wenige Macher gibt, die wirklich dazu stehen oder auch bereit sind, die nächsten drei Jahre damit zu verbringen, Ihr Baby großzuziehen. Das ist einfach ein harter Job. Wenn man eine Serie als Autor macht, kann man sich abschminken zu sagen, das mache ich mal so nebenbei. Oder auch als Produzent ist das sehr zeitaufwendig. In den USA gibt es die Showrunner, die machen nichts anderes. Ich war gerade in L.A und habe bei einigen Meetings teilgenommen, das ist einfach das höchste und anspruchsvollste Format in Amerika. Hier ist das immer so „Machst Du auch mal Kino?“ und ich sage immer: „Fernsehen ist doch viel geiler“.
SJ: Bist Du der Showrunner? Hast Du jetzt die absolute Macht?
B: Also, alle kreativen Entscheidungen fälle ich mit. Das ist bestimmt nicht so typisch, dass in Regiebesprechungen oder am Set der Autor sagen kann, was er will. Bei uns ist das wirklich ein gutes Team. Die Regisseure kommen und gehen. Produzent und Headwriter bleiben und wissen, wie es weitergeht. Somit ist es auch sinnvoll, dass es so umgesetzt wird, wie wir es uns auch vorgestellt haben. Im Endeffekt müssen wir etwas erschaffen, was andere wiederum aufnehmen können. Die Kameramänner müssen über den Look der Serie unterrichtet werden und es kann nicht jeder seine eigene Handschrift „draufpacken“. Die Handschrift kommt von mir, den Produzenten und der Redaktion.

SJ: Also könnte man sagen, Du bist der einzige wahre Showrunner in Deutschland?


B: Nein. Ralf Husmann, der Produzent von Stromberg, ist sogar mehr als ich. Dann gibt es noch viele andere. Marc Terjung von Edel & Starck, David Safir war sehr involviert und Christoph Därnstädt von Abschnitt 40, der hat auch das Experiment geschrieben. Dann gibt es bei RTL noch GZSZ, da sind die Producer meist die Chefautoren, wie bei fast allen Soaps. Übrigens, eine der wenigern Serien, die sich durchgehend weiterentwickelt, gut gemacht ist und nichts kosten darf.

SJ: Und sie haben eine gute Quote.
B: Eine „geile“ Quote.

SJ: Bei „TfA“ wurde die zweite Staffel stark serialisiert und mit vielen Cliffhangern erzählt. Ist das mit ein Grund, warum die Serie nicht über ein verhältnismäßig kleines Nischenpublikum hinauskommt? Hat es für die dritte Staffel Überlegungen gegeben, stärker in abgeschlossenen Episoden zu erzählen?
BD: Nein. In abgeschlossenen Episoden zu erzählen, ist eine veraltete Idee, damit Sender nach der Produktion die Freiheit haben, die verschiedenen Folgen in einer beliebigen Reihenfolge senden, oder nur die erfolgreichen wiederholen zu können. Abgeschlossen zu erzählen ist bei Krimis und bei Medical-Serien meist der Fall. Aber die ursprüngliche Idee der Serie, wie bei „Lost“, „Desperate Housewives“, „Mad Men“, „Gossip Girl“ - alles was ich gerne gucke und gucken würde in Deutschland - ist das Serielle. Mit Cliffhangern zu erzählen ist die eigentliche Idee der Serie und wer das nicht macht, macht keine Serie sondern eine Reihe.

SJ: Obwohl Proceduals derzeit quotentechnisch dominieren.
BD: Das stimmt nicht ganz. „Doctor's Diary“ ist deswegen so erfolgreich, weil die ganzen jungen Leute es geil finden zu erfahren, wie es weiter geht. Das wurde gerade in einer Studie untersucht. Das horizontale Erzählen ist etwas, das junge Leute anspricht. Wohingegen das abgeschlossene Erzählen eher für ältere Leute interessant ist.

SJ: Uns ist die Ähnlichkeit des Vorspanns von „TfA“ mit „Arrested Development“ aufgefallen. Absicht?
BD: Ja, man hätte sicherlich im Nachhinein den Vorspann etwas mehr unterscheiden sollen. Das finde ich auch nicht mehr so gut. Das ist wohl auch der Grund, warum wir immer bei den Emmys rausfliegen. „Berlin Berlin“ hat ihn ja schon gewonnen. Es war eigentlich als Hommage geplant. Du hast schon Recht. Aber sonst ist nichts geklaut, oder? (lacht)

SJ: Uns sind noch die Episodentitel aufgefallen, die ganz klar an Friends angelehnt sind.

BD: Ja, das war Absicht, weil die auf Deutsch nicht so übersetzt wurden. Wenn die so doof sind, und es auf Deutsch anders übersetzen, dann nehmen wir halt die Methode für „TfA“.

SJ: Welche Serien der letzten Zeit findest du drehbuchtechnisch am gelungensten?
BD: „Mad Men“. Und extrem sauber „geplottet“ ist „Desperate Housewives“. Da kann man sich streiten, ob man es mag, aber es ist unglaublich sauber aufgebaut. Es ist sehr gut vorbereitet, es ist konzentriert auf die wichtigsten Handlungsstränge und es gibt nichts, was man rausschreiben könnte, Ich fand auch anfangs „Lost“ von der Prämisse her super. Jetzt ist es mir ein bisschen zu wirr. Ich finde auch „Dexter“ ziemlich geil. „Dexter“ ist noch einmal eine neue Art der Serie. Es ist sehr langsam erzählt und nur charakterbasiert. Aber es ist ziemlich gut. Die erste Staffel von „The O.C.“ gefiel mir auch. Wenn die Prämissen noch funktionieren ist es gut, aber wenn sie dann erwachsen werden, dann verläuft sich das ganze. Ryan ist irgendwann nicht mehr der „James Dean-Typ“, sondern wird einer von denen und dann verwässert es.

SJ: Was kannst Du drehbuchinteressierten Personen in Deutschland raten?
BD: Die sollen ihre Lieblingsserien gucken, eine Episode selber schreiben und an die Produzenten schicken.

SJ: Wirklich?
BD: Ja. Spec(ulation)-Scripts schreiben oder in Ludwigsburg bewerben und studieren, denn die Chancen sind eigentlich super, wenn man einigermaßen schreiben kann. Es gibt nicht so viele, die das studieren wollen.

SJ: Vielen Dank für das Gespräch.
BD: Vielen Dank fürs Gucken!

Quelle: http://www.serienjunkies.de/news/print-19991.html

Püppi Offline

Alter Ha(a)ser:


Beiträge: 1.392

26.12.2008 00:47
#68 RE: Infos über Bora Zitat · antworten

Hier mal noch ein etwas älterer Artikel

Völkerverständigung am Vorabend
Die ARD-Serie "Türkisch für Anfänger" bringt den turbulenten Alltag einer deutsch-türkischen Patchwork-Familie in die Wohnzimmer der Nation




Das Team der Vorabendserie


Vom Armdrücken der Kulturen und der Harmonie des Türknallens
Als Sohn einer deutsch-türkischen Familie kennt Bora Dagtekin den "Culture Clash" aus eigener Erfahrung. Den "Kampf der Kulturen" hat er allerdings eher als ein "Armdrücken" wahrgenommen. "Für mich haben sich die kulturellen und moralischen Unterschiede zwischen Deutschen und Türken immer in einem sehr friedlichen und ironischen Familienalltag abgespielt", erinnert er sich. Das Gefühl einer "chaotischen, aber trotzdem harmonischen Familie, die im Ernstfall immer zusammenhält", sei hinter jedem Streit, jedem Türknallen und jeder Beschimpfung immer spürbar gewesen.

Dieses Gefühl will der 27-jährige Autor auch mit der Serie "Türkisch für Anfänger" vermitteln, die für frischen Wind im Vorabendprogramm gesorgt hat. Die Geschichte aus Dagtekins Feder räumt mit festgefahrenen Vorurteilen auf, zieht bekannte Klischees durch den Kakao - und präsentiert so ein buntes Ensemble türkischer und deutscher Stereotype.

Bei der alleinstehenden Psychotherapeutin Doris hat es gefunkt. Sie hat sich in den türkischen Kommissar Metin verliebt und beschließt mit ihm zusammenziehen - ihre sechzehnjährige Tochter Lena fällt aus allen Wolken. Die pubertierende Teenagerin sieht die von ihr so geliebten Freiräume des Drei-Personen-Haushaltes in Gefahr. Nur ihr kleiner Bruder Nils freut sich schon auf das neue Familienglück. Lena steht auf Kriegsfuß mit der Großfamilie und kann weder Sympathie für den "albanischen Terroristen" an Mamas Seite noch für ihre neuen Geschwister aufbringen. Metin hat nämlich auch zwei Kinder im Schlepptau: Tochter Yagmur, 15 Jahre, und Sohn Cem, 17 Jahre.

Dank des abrupten deutsch-türkischen "Culture Clash" sind im Berliner Haushalt Konflikte und Missverständnisse vorprogrammiert: Lena passt es gar nicht, dass sie ihr neues Zimmer mit Yagmur teilen muss. Zumal ihre "Schwester", die streng praktizierende Muslima ist, ständig ein Kopftuch trägt, mit dem sie für Lena aussieht wie eine "Schleiereule". Yagmur zahlt es ihr mit gleicher Münze zurück und unterstellt Lena im Gegenzug nationalsozialistische Tendenzen. Bruder Cem hingegen lässt den türkischen Macho raushängen, der "konkret weiß, was geht" und spielt sich in seinem neuen Zuhause als Pascha auf. Er erklärt der emanzipierten Doris, die voll im Berufsleben steht, erst mal, dass Frauen an den Herd gehören.

Ein Mikrokosmos, in dem alles passieren kann
"Türkisch für Anfänger" erzählt in flotten Dialogen und bisweilen an der Grenze zur Karikatur von den Fallstricken und Fettnäpfchen im Zusammenleben der Schneiders und Öztürks, die sich trotz aller Gegensätze und Konflikte immer irgendwie zusammenraufen. Bora Daktekin projiziert die Unterschiede der beiden Kulturen in den Mikrokosmos der Fernseh-Familie um sie zu konkretisieren. "Die Familie ist eine kleine Parallel-Welt, eine Spiegelung dessen, was in der Gesellschaft passiert", umschreibt er es. "Und unser Credo ist: `Wir sind eine Familie, in der alles passieren kann´."

Und egal wie heftig die Fetzen fliegen: Das familienverträgliche Fazit ist immer, dass alle die sich hassen, sich auch irgendwann wieder lieb haben und spätestens beim Essen wieder gemeinsam an einem Tisch sitzen. Heikle Themen wie der Karikaturenstreit werden bewusst außen vor gelassen. "Unsere Familie ist bei der Integration schon einen Schritt weiter als die Bevölkerung, die empfindlich darauf reagiert", beschreibt der Drehbuchautor seine progressive Patchwork-Familie. Kritiker mögen das bemängeln, doch "Türkisch für Anfänger" hat keinen politischen Bildungsauftrag, stellt Bora Dagtekin klar: "Es ist nicht unsere Aufgabe, den moralischen Zeigefinger auf die Wunden der Gesellschaft zu legen." Wenn überhaupt, dann ist es ein Fingerzeig: Irgendwo, verrät Dagtekin, habe er gerade einen Gag zum Thema Rütli Schule hinein geschrieben.

"Hinter den Fassaden stecken Menschen wie du und ich"
"Türkisch für Anfänger" soll unterhalten. Als typisch erachtete Eigenheiten und Verhaltensmuster von Türken und Deutschen werden in der Vorabendserie gleichermaßen auf die Schippe genommen. Die Vorurteile, die sich in der öffentlichen Wahrnehmung verfestigt haben, werden aufgegriffen und ad absurdum geführt. Yagmur nimmt es beispielsweise sehr genau mit dem Koran. So genau, dass sie ihr Zimmer, dass sie mit Lena teilt, sogar extra mit dem Kompass vermisst und die östliche Hälfte für sich beansprucht. Morgens um fünf scheppert der elektronische Sing-Sang des Mullahs aus ihrem Wecker und ruft zum Gebet gen Mekka. Sie steht dem westliche Leben skeptisch bis ablehnend gegenüber und findet die Abkehr ihres Vaters Metin von der alten Tradition bedenklich - er will ihr sogar das aus seiner Sicht ungesunde Ramadan-Fasten verbieten. Wenn sie niemand beobachtet, sieht sich Yagmur allerdings heimlich Musikvideos auf MTV an.

Die rebellische Lena, die immer einen ironischen Spruch parat hat, muss sich insgeheim eingestehen, dass sie in der Umarmung des "albanischen Terroristen" Metin nichts als Geborgenheit findet. Und dass Cem Hochdeutsch reden kann und heimlich Liebesbriefe schreibt, würde er vor seinen Freunden auch niemals zugeben, stattdessen schiebt er den deutsch-türkischen Slang vor, um in seiner Clique und bei den Mädchen cool rüberzukommen.

Bora Dagtekin, der an der Filmakademie in Baden-Württemberg Drehbuch studiert hat, jongliert mit bekannten Stereotypen und Klischees, zertrümmert sie, fügt sie wieder neu zusammen und wirft einen Blick unter die Oberfläche. Denn "hinter den Fassaden und Vorurteilen stecken Menschen wie du und ich".

Eine türkische Heldin in Deutschland
Die Serie zeige den Alltag der heutigen Jugendlichen, bestätigt Dagtekin "und die positiven Resonanzen zeigen uns, dass sie sich realistisch wiedergegeben fühlen". Denn obgleich sie in der Serie überzeichneter und wortgewandter sind, als sie es im echten Leben wären, haftet Dagtekins Charakteren eine gewisse Realitätsnähe an. Als Inspiration lässt der Autor Beobachtungen aus dem Alltag jenseits der Mattscheibe in seine Geschichten einfließen und bewegt sich damit am Puls der Zeit. Durch das Einflechten von ernsteren Themen will er am Konstrukt der heilen Serien-Scheinwelt rütteln. "Wenn ich bei Günther Jauch einen Türken sehe, der erklärt, wie schwierig es ist, mit einem Hauptschulabschluss einen Job zu kriegen, überlege ich sofort: `Was kann ich da mit Cem und seinem Kumpel Costa machen?´"

Auf der anderen Seite möchte er auch Vorbilder wie Yagmur schaffen, mit denen sich die Zuschauer identifizieren können. Für ihn ist die junge Türkin eine wichtige Schlüsselfigur, "Unser Ziel war von Anfang an, eine Heldin für ausländische Mädchen zu schreiben und das Thema Religion mit Schlagfertigkeit, aber auch einer Spur Einsamkeit zu verbinden. Mit Yagmur haben wir eine gläubige Türkin, die nicht dazu gezwungen wird, ihr Leben nach dem Koran auszurichten, sondern es freiwillig tut. Sie ist ein positives Beispiel für den Islam und zeigt, wie der Großteil der Moslems ist: friedlich."

"Dort hinsehen, wo es gut läuft"
Dass Zapping durch Deutschlands Fernsehkanäle zeigt jedoch ein anderes Bild. Friedliebende Moslems finden sich hier selten, statt dessen werden Migranten vor allem im Zusammenhang mit Terror und Kriminalität gezeigt. Die Studien von Prof. Dr. Georg Ruhrmann von der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena belegen, dass dies in zwei Drittel aller Nachrichtenbeiträge der Fall ist - die Zuwanderung wird zum Vergleich nur in fünf Prozent aller Beiträge behandelt. Der Wissenschaftler hat im Rahmen seiner Studien zur "Nachrichtenauswahl und -wirkung der Berichterstattung über Migranten" vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2005 mehr als 280 Beiträge über Migranten aus den vier Hauptnachrichtensendungen von ARD, ZDF, RTL und SAT 1 analysiert. Das friedliche Zusammenleben von Deutschen und Migranten lässt sich schlecht mit der Medien-Maxime "only bad news are good news" vereinbaren.

Dabei spielen Massenmedien wie das Fernsehen eine wichtige Rolle für den Erfolg der Integration, denn sie prägen maßgeblich das Erscheinungsbild der Migranten in der Öffentlichkeit und forcieren eine entsprechende Meinungsbildung. "Besonders die Integration der zweiten und dritten Generation kann nur gelingen, wenn sie sich als Teil der Gesellschaft in den Medien wiederfinden", erklärt Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun in seinem Beitrag "Migranten in Deutschland: Gefangen im Medienghetto?". Der Leiter der Fachredaktion "SWR International" bemängelt, dass die Medien in den letzten Jahren zu einem Negativsymbol für Migration geworden sind.

Vor diesem Hintergrund fordert auch Dr. Michael Griesbeck, der Leiter der Abteilung Integration beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge(BAMF), mehr Beispiele für die positive Integration in den Medien. Der Fokus solle nicht nur dort hingelenkt werden, wo es schief läuft, fordert Griesbeck. Man solle auch dort hinsehen, wo es gut läuft.

Kommt "Türkisch für Fortgeschrittene?"
Wie ist es bei "Türkisch für Anfänger" gelaufen? Nachdem der Karikaturen-Streit schon vor Beginn der Serie für hohe Aufmerksamkeit seitens der Medien gesorgt hat, erfolgte nach dem Ende der ersten Staffel die Ernüchterung. Aufgrund des ungeliebten Sendeplatzes um 18.50 Uhr und der unbekannten Schauspieler war das Format nur wenig beworben worden. Die Folge: durchwachsene Einschaltquoten. "Wir haben uns eine höhere Akzeptanz gewünscht", gibt die ausführende Produzentin Bettina Reitz zu. Zur Zeit berät die ARD über eine Fortsetzung der deutsch-türkischen Sitcom

Genug Ideen für eine Fortsetzung hat das kreative Team um Bora Dagtekin bereits in der Schublade liegen. Sobald die ARD grünes Licht gibt, soll das bewährte Redaktionsteam die Mixtur aus Komik und Tragik, aus Ironie und Romantik weiterführen und das deutsch-türkische Zusammenleben wieder in die Wohnzimmer der Nation bringen. Dass im Umgang mit dem Thema Migration etwas mehr Humor und Gelassenheit nicht schaden, findet auch Prof. Meier-Braun vom SWR. Mit seiner Comedy-Show "Was guckst du?!" hat sich der in Frankfurt geborene Türke Kaya Janar längst bei SAT1 etabliert und auch RTL startet mit "Alle lieben Jimmy" eine Comedy-Serie, in der Migranten die Hauptrollen spielen. Eingebettet in das Format der modernen Ethno-Comedy "Türkisch für Anfänger", hofft auch der Idealist Bora Dagtekin zeigen zu können, "dass die Mehrheit der Migranten, die bei uns leben ebenso zu Deutschland gehören wie die Deutschen auch".



Quelle: http://www.bildungsserver.de/innovations....html?artid=520

Püppi Offline

Alter Ha(a)ser:


Beiträge: 1.392

26.12.2008 00:52
#69 RE: Infos über Bora Zitat · antworten
Mach was Richtiges, bloß keine Serien!
Von Peer Schader

Bora Daktekin...

Wundert sich oft über den Mist, der gesendet wird
03. August 2006 Wenn junge Menschen nach dem Abitur zum Fernsehen wollen, machen sie ein Praktikum bei „logo“. Besonders Mutige verpflichten sich für ein halbes Jahr bei „taff“ oder lassen sich auf die Warteliste setzen, um im ARD-Hauptstadtstudio mal Thomas Roth den Kaffee zu bringen. Aber man muß das nicht so machen. Bora Dagtekin zum Beispiel ist erst mal in die Werbung gegangen.

Im Internet hat er sich die Tests der Agenturen heruntergeladen und brav die Aufgaben erfüllt: „Schreiben Sie einen lustigen Dreißigsekünder für ein Spülmittel.“ Und: „Sie haben vier Zeilen Platz, sich darzustellen. Seien Sie kreativ!“Das muß mindestens so gruselig gewesen sein wie ein Praktikum beim Fernsehen, aber einer Agentur hat das Ergebnis gefallen. Sie hat Dagtekin eingeladen, dabehalten und ihm die Ausbildung an der Werbetexterschule bezahlt.

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„Dann bin ich lieber schlecht“

Eigentlich könnte er jetzt zufrieden in einem Hamburger Büro mit Spreeblick sitzen, gegen gutes Geld ab und an mal eine Kampagne für nörgelnde Großkunden entwickeln und abends auf hippe Alsterpartys gehen. Macht er aber nicht. Statt dessen sitzt Dagtekin mit schwarzem Shirt und Jeans an einem schäbigen Schreibtisch in der Märchenvilla der Produktionsfirma Hofmann & Voges am Stadtrand von München, wo man mittags beim Feinkostitaliener um die Ecke Nudeln mit Rucolapesto holt, wenn man nicht verhungern will, und schreibt. Seit Ende Juni laufen in Berlin die Dreharbeiten für die zweite Staffel seiner Vorabendserie „Türkisch für Anfänger“. Im Mai hat die ARD vierundzwanzig neue Folgen bestellt, obwohl die Quoten nicht ganz so toll waren. Macht nichts, Dagtekin hat trotzdem gleich weitergeschrieben, als die erste Staffel eingetütet war. Was soll man sonst auch tun, wenn es noch so viele lustige Ideen gibt?

Zum Thema

TV-Vorschau: „Türkisch für Anfänger“
Der siebenundzwanzig Jahre alte Dagtekin will kein Klischee-Drehbuchautor sein, nicht schwermütig und erst recht nicht antikommerziell. „Dann bin ich lieber schlecht“, sagt er. Aber darüber muß er sich eigentlich keine Sorgen machen. Nicht nach „Türkisch für Anfänger“, in dem sich die deutsche Psychologin Doris in den türkischen Polizisten Metin verliebt und die Kinder der beiden mit einer Haushaltszusammenführung überrumpelt. Mittendrin steht die sechzehn Jahre alte Lena, die mit der neuen Situation nicht zurechtkommt, weil sie schon genug damit zu tun hat, ihr eigenes Emotionschaos unter Kontrolle zu halten.

Eine sehr spezielle Motivation

„Türkisch für Anfänger“ ist keine plumpe Sitcom, wie es sie bei uns zuhauf gibt, und auch kein Abklatsch von irgend etwas, das schon hundertmal dagewesen ist. Die Serie nimmt ihr Publikum genauso ernst wie ihre Charaktere und überrascht immer dann, wenn man als Zuschauer damit rechnet, gleich eines der üblichen Klischees über Türken und Deutsche um die Ohren gehauen zu bekommen. Vor kurzem ist sie beim Festival de Television in Monte Carlo in der Kategorie „Outstanding European Producer/Comedy TV Series“ ausgezeichnet worden.

Dagtekin sagt: „Ich kann nichts abgeben, wenn ich weiß, daß ich nur halbe Kraft gegeben habe.“ Das klingt rührend idealistisch in einer Branche, in der auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern immer häufiger zuerst auf die Marktanteile geschielt wird. Aber es scheint zu funktionieren. Seinen Werbejob hat Dagtekin vor ein paar Jahren aufgegeben, weil er nicht mehr zusehen wollte, wie Zigarre rauchende Chefs im Anzug Entwürfe vom Tisch fegen und brüllen: Das ist alles Mist, der Kunde springt uns ab! Er ging nach Berlin, schrieb dort bei Grundy-Ufa für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und merkte, daß es eine sehr spezielle Motivation braucht, sich Geschichten auszudenken, in die man möglichst gut den neuen Song von Jeanette Biedermann einbauen kann. Schließlich wurde er im Drehbuchkurs der Filmakademie Ludwigsburg angenommen. Über die Abschlußarbeit - eine Action-Umsetzung von Schillers „Räuber“ - wunderten sich die Prüfer ein wenig, aber daran ist Dagtekin gewöhnt. Jetzt macht er das, was von vornherein der Plan war: ungewöhnliche Geschichten für das Fernsehen schreiben.

„Ich mag Kino. Aber Fernsehen ist faszinierender“

Vor „Türkisch für Anfänger“ arbeitete Dagtekin an der RTL-Serie „Schulmädchen“ mit und an „Wilde Jungs“, das bei Pro Sieben im Giftschrank liegt, weil es damals dem neuen Geschäftsführer nicht gefiel. Klingt nicht gerade nach einem idealen Karrierestart. Aber so lernte Dagtekin immerhin den Produzenten Philip Voges kennen, der ihm die Zusammenarbeit für „Türkisch für Anfänger“ anbot, weil Dagtekin die sensationelle Qualifikation besaß, selbst Halbtürke zu sein. Mit der Produktionsfirma Polyphon sitzt er nun an einer Romantic Comedy für RTL, und man hat den Eindruck, daß da gerade einer dabei ist, sich in der Branche unentbehrlich zu machen: Er gehört zu einer Generation von Drehbuchautoren, für die das Fernsehen mehr ist als ein blöder Kommerzkasten.

„Die meisten Autoren, die aus der Ausbildung kommen, stecken ihre Energie immer noch in Kinofilme, kaum einer interessiert sich für Serien“, sagt Dagtekin. An der Uni riet man ihm: Mach was Richtiges, bloß keine Serien! Aber das war vergebens. „Ich mag Kino. Aber Fernsehen ist viel faszinierender, schneller, näher dran am Menschen.“ Das bedeutet freilich nicht, daß Dagtekin ablehnt, wenn ihn jemand fragt, ob er Lust hat, an einem Film für Til Schweiger und Alexandra Maria Lara mitzuschreiben. „Special“ kommt im Herbst in die Kinos.

Warum senden die diesen Mist?

Vielleicht kompensiert der ehemalige „GZSZ“-Autor mit seinem Job die Fernseh-Unterversorgung in seiner Jugend. „Meine Mutter ist Lehrerin, ich bin weniger mit Fernsehen, sondern vor allem mit Büchern aufgewachsen, den ganzen Problemromanen: ,Die Wolke', ,Die grüne Wolke' und ,Wolke 3 - Jetzt wird's richtig grün'“, scherzt er. Wenn man sich mit Dagtekin über das Fernsehen unterhält, merkt man, daß er das alles längst aufgeholt hat. Und sich ziemlich wohl fühlt mit dem, was ihn plötzlich alle machen lassen. Man müsse ja nicht immer nachvollziehen können, wie in Deutschland Programm gemacht werde. Manchmal sitzte man im Meeting und irgendwer vom Sender sagt zu einer neuen Idee: Mein Sohn fand's super. Schon hat man gewonnen. Und gut zu wissen, daß manchmal Minderjährige entscheiden, was Millionen von Zuschauern im Fernsehen interessieren soll.

Dem deutschen Fernsehen würde ein bißchen amerikanische Lockerheit guttun, findet Dagtekin: „In den Vereinigten Staaten machen sie auch Trash und Unterhaltung. Aber sie lieben ihre Produkte. In Deutschland ist das oft anders. Bei manchen Serien habe ich das Gefühl, die Firmen wollen bloß Geld verdienen. Was übrigbleibt, wird in Prestigeprojekte investiert.“ Und nachher argumentieren die Sender, wie günstig doch die Massenware von der Konkurrenz war, wenn mal ein Budget für eine Serie nicht an der untersten Kante entlangschrammt.

Wenn er sich ein Projekt aussuchen könnte, würde er ein Katastrophenstück drehen, in dem man nichts vom eigentlichen Unglück sähe, sondern bloß dessen Auswirkungen auf den Alltag in einer verrückten Familie. Klingt nicht gerade so, als warteten sie bei Sat.1 oder der ARD auf so etwas. Aber das findet Dagtekin nicht weiter schlimm. Als Autor sitzt man nachher immer vor dem Fernseher und wundert sich: Warum senden sie diesen Mist und nicht das, was ich angeboten habe? Vielleicht will man die Antwort darauf gar nicht wissen. Sie könnte mit minderjährigen Experten zu tun haben. „Das Schöne ist ja, daß eigentlich niemand in der Branche so genau weiß, was das Geheimnis erfolgreicher Programme ist“, sagt Dagtekin. „Bis auf die Zuschauer. Aber die verraten's meistens nicht.“



Text: F.A.Z., 03.08.2006, Nr. 178 / Seite 36

Quelle: http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868...n~Scontent.html

Püppi Offline

Alter Ha(a)ser:


Beiträge: 1.392

26.12.2008 00:57
#70 RE: Infos über Bora Zitat · antworten

"Ganz falsch sind Klischees nicht"
Türkisch für Anfänger: Guter Start für die Multikulti-Familie. Autor Bora Dagtekin über seine ARD-Serie und das Spiel mit den verschiedenen Mentalitäten.
Von STEFANIE RÜGGEBERG


HAMBURG -
Das letzte Mal ist lange her. Jedenfalls, wenn es um Humor und das Vorabendprogramm des deutschen Fernsehens geht. Denn da schien es nach dem Abschied von Schmollmund Lolle und "Berlin, Berlin" zuletzt wenig Hoffnung zu geben. Doch seit Dienstag fällt das Lachen wieder leicht. Die ARD-Serie "Türkisch für Anfänger", die gekonnt und humorvoll mit den Multikulti-Gegensätzen einer deutsch-türkischen Familie spielt, ist nicht nur gut gemacht. Sie hatte auch einen guten Start mit 2,54 Millionen Zuschauern.

Ein Erfolg, den die Serie dem unverkrampften Blickwinkel von Chefautor Bora Dagtekin (27) verdankt. Als Sohn eines türkischen Arztes und einer deutschen Lehrerin, geboren in Hannover, einst Juniortexter der Hamburger Werbeagentur Springer & Jacoby, kennt er die Schwächen und Stärken beider Kulturen.

ABENDBLATT: Die Serie zeigt, wie deutsche und türkische Kultur aufeinanderprallen. Haben Sie das auch zu Hause so erlebt?

BORA DAGTEKIN: Die Geschichten sind nicht autobiographisch. Aber meine Eltern sind schon sehr gegensätzlich. So wollte meine Mutter früher unbedingt, daß ich Altgriechisch lerne. Mein Vater war dagegen heilfroh, als das ein Ende hatte. Er ist auch wie viele Türken stürmisch und sehr großzügig - meine Mutter dagegen eher besonnen. Ganz falsch sind die Klischees nicht.

ABENDBLATT: Wie fühlt sich das an, mit zwei so verschiedenen Mentalitäten aufzuwachsen?

DAGTEKIN: Für mich war das toll. Ich picke mir aus beiden Kulturen das Beste heraus und komme in beiden Ländern prima zurecht. Beim Schreiben der Drehbücher habe ich allerdings auch gemerkt, daß mir viele Bereiche des türkischen Lebens fehlen. Daß ich gar nicht wirklich weiß, wie Türken leben, die in die Moschee gehen oder sehr tradtionell sind. Es war schön, jetzt auch diese Perspektiven kennenzulernen.

ABENDBLATT: In "Türkisch für Anfänger" spielen Sie ganz bewußt mit Vorurteilen wie dem türkischen Macho oder der superliberalen deutschen Mutter. Warum?

DAGTEKIN: In der Serie werden diese Vorurteile immer wieder gebrochen, und somit wird dem Zuschauer gezeigt, was hinter diesem vordergründigen Klischee steht.

ABENDBLATT: Glauben Sie, daß die Serie im Dialog der Kulturen etwas bewirken kann?

DAGTEKIN: Wir haben keinen moralischen Anspruch. Es geht vielmehr darum, Erklärungen für das zu liefern, was uns an der anderen Kultur so schnell befremdet. Denn eigentlich haben Türken und Deutsche mehr gemeinsam, als sie denken.


Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2006/03/16/543710.html

Püppi Offline

Alter Ha(a)ser:


Beiträge: 1.392

26.12.2008 01:29
#71 RE: Infos über Bora Zitat · antworten
Drehbuch-Star Dagtekin: Ich bin fertig mit Teenie-Storys
Um die Zukunft der TV-Ferien sorgt sich das Grimme-Institut. "Fortsetzung folgt - Die Serie: ein laufendes Versprechen" heißt das Motto der "Marler Tage der Medienkultur" Donnerstag und Freitag. Jürgen Overkott sprach mit Drehbuch-Autor Bora Dagtekin ("Türkisch für Anfänger", "Doctor's Diary").

Ich habe gesehen, dass Sie schon alle wichtigen Medienpreise gewonnen haben. Wollen Sie Ihre Arbeit einstellen?

Bora Dagtekin: Ach nee. Ich mach’s ja eher für die Quote.


Zur Person:
Star unter den Autoren
Bora Dagtekin (30) hat sich in kurzer Zeit zu den Stars unter den Drehbuch-Autoren emporgeschrieben.

Der gebürtige Hannoveraner studierte im Fach Drehbuch an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Der Wahl-Berliner schloss 2006 mit einer Action-Umsetzung von Schillers „Die Räuber“ ab.

International bekannt wurde er als Hauptautor der ARD-Vorabendserie "Türkisch für Anfänger (2006), die mehrere internationale Fernsehpreise und Nominierungen, darunter Rose d’Or, erhielt. Davor war Daðtekin bereits wesentlich an den Büchern der zweiten Staffel der erfolgreichen RTL-Serie "Schulmädchen" beteiligt. Zudem hatte er zeitweise in dem Autorenteam der RTL-Vorabendserie "Gute Zeiten – Schlechte Zeiten" mitgearbeitet.

2006 erschien seine erste Kinokomödie "Wo ist Fred!?", in der Til Schweiger und Jürgen Vogel die Hauptrollen spielten.

2007 schrieb Bora Dagtekin den Piloten für "Doctor’s Diary", eine RTL-Serie, die 2008 den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen Comedypreis erhielt. 2008 steuerte er auch eine Filmparodie zu der Fernsehfilmreihe "ProSieben Funny Movie" bei.

Auszeichnungen:

2006: Deutscher Fernsehpreis ("Türkisch für Anfänger" als beste Serie)
2007: Adolf-Grimme-Preis (für Headwriting und Idee von "Türkisch für Anfänger")
2007: Civis-Medienpreis der ARD (für Bora Dagtekin, Autor, Alban Rehnitz, Produzent, und Edzard Onneken, Regie von "Türkisch für Anfänger")
2008: BANFF World Television Award ("Türkisch für Anfänger" als Best Serial Program)
2008: Deutscher Fernsehpreis ("Doctor's Diary" als beste Serie)
2008: Deutscher Comedypreis ("Doctor's Diary" als beste Comedy-Serie)
Da müssten Sie unter dem eher schwachen Ergebnis der ARD-Vorabendserie „Türkisch für Anfänger“ leiden.

Bora Dagtekin: Wir hatten schon 9,7 Prozent Marktanteil in der jungen Zielgruppe. Das bedeutet fast eine Verdoppelung der Sendeplatz-Marktanteile. Der Sender ist sehr glücklich.

Die ARD ist leicht zufriedenzustellen.

Bora Dagtekin: Nein, realistisch. Senderschnitt muss leicht überschritten werden. Alles andere ist Luxus. Man kann mit einem Programm nicht das Profil eines Senders verändern. Bei der ARD über zehn Prozent zu erwarten, wäre wie bei RTL auf 25 zu hoffen.

Da haben Sie gesagt, das schaffe ich nicht, dann gehe ich besser zum Ersten.

Bora Dagtekin: Nö, nö, bei RTL haben wir mit „Doctor’s Dairy“ locker über Senderschnitt gelegen. Allerdings pushen Privatsender ihre Serien mehr. Den ganzen Tag Trailer, Einblendungen etc.

Oder ist „Türkisch für Anfänger“ zu intelligent für das Vorabend-Publikum?

Bora Dagtekin: Hm, die Serie ist ziemlich ironisch. Wir sind sehr erfolgreich bei Entscheidern und Besserverdienern. Das sind vermutlich so was wie die Fernseh-Snobs. Aber gleichzeitig lieben uns junge Frauen. "Doctor`s Diary" ist allerdings noch weitaus breiter aufgestellt und beliebter.

Hat „Türkisch für Anfänger“ eine Vorbild-Funktion für das, was im Fernsehen noch kommt?

Bora Dagtekin: Ich weiß gar nicht, ob es für derartige Themen oder Tonalitäten genügend Autoren in Deutschland gibt.

War das ein verstecktes Eigenlob?

Bora Dagtekin: Nö, überhaupt nicht. Wir durften „Türkisch für Anfänger“ nur machen, weil uns der Weg durch „Berlin, Berlin“ geebnet wurde. Auch das war eine Autoren-Serie. Das bleibt aber die Ausnahme. Richtig gute Autoren sind im Fernsehen sowieso selten. Und Serien machen sie oft gar nicht. Oder nur einmal.

„Türkisch für Anfänger“ ist die erste Serie, in der Ausländer in ganz normalen Alltagssituationen gezeigt werden. Kommt da noch mehr?

Bora Dagtekin: Nö, glaube ich nicht. Inzwischen gibt es ja in jeder Serie einen Ausländer. Im Gegenteil: Wenn heutzutage Leute gecastet werden, heißt es oft, der sieht aus wie ein Ausländer, den könnten wir Paco nennen.


Die Schneider-Öztürks in der ARD-Serie "Türkisch für Anfänger". © ARD/Richard Hübner ... wobei Peter Paco spielen kann – und Paco Peter.

Bora Dagtekin: Das glaube ich nicht.

Warum?

Bora Dagtekin: Wir sind nicht die USA, in denen sich Schwarze auch als Amerikaner begreifen. Bei uns stört es viele Leute, wenn ein Schauspieler, der offensichtlich ein Südländer ist, Peter heißt. Mich würd’s auch stören – es sei denn, es gehört zur Rolle, weil er beispielsweise adoptiert wurde.

Drehen wir’s mal um: Wie viel Zeit braucht ein Sender, um sein Publikum an eine Serie zu gewöhnen?

Bora Dagtekin: Früher hat ein Sender gesagt: Eine Serie braucht Zeit. Wenn ich sehe, wie RTL mit „Alles was zählt“ umging, dann funktioniert das teilweise immer noch. In einer kurzen Prime-Time-Staffel kann man dagegen fast sagen: Wie erfolgreich eine Serie wird, entscheidet sich meistens nach der zweiten Folge.


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Bora Dagtekin: Ich bin erst mal fertig mit Teenie-Storys. Oder pausiere zumindest.

Raus mit der Sprache – wir sind unter uns.

Bora Dagtekin: Ich mache jetzt erst mal Kino. Nächstes Jahr drehen wir Schillers „Räuber“ als Action-Abenteuer.

Aus Ihrer Diplom-Arbeit wird ein Film.

Bora Dagtekin: Das war mein Traum. Zwischenzeitlich hatte ich keine Lust mehr drauf. Aber ich habe mich mit Regisseur Christian Ditter und der UFA Cinema zusammengesetzt, und wir haben die perfekte Geschichte fürs Kino draus gemacht.


RTL-Erfolgsserie "Doctor's Diary" mit (l-r) Florian David Fitz, Laura Osswald, Diana Amft, Peter Prager und Kai Schumann. (c) dpa Wie modern wird die Geschichte?

Bora Dagtekin: Die spielt im Mittelalter, sogar ein Tick mittelalterlicher als bei Schiller. Ich wollte keine Schusswaffen. Die finde ich unpoetisch. Ich wollte Schwerter.

„Die Räuber“ als Mantel- und Degen-Film.

Bora Dagtekin: Hm, das geht von der Sprache her eher in Richtung von „Stolz und Vorurteil“, altertümlich zwar, aber trotzdem sehr pointiert. Außerdem hat die Geschichte einen Hauch von „Fluch der Karibik“ im Wald. Und: Das Ganze ist sehr deutsch: Räuber, Grafschaften und der deutsche Wald.

Haben Sie keine Angst, aus Schiller ProSiebens „Märchenstunde“ zu machen?

Bora Dagtekin: Nein. Dafür habe ich eigenhändig gesorgt.



Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/w...833/detail.html

LadyausNRW Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.022

11.03.2009 18:22
#72 RE: Infos über Bora Zitat · antworten

Rose d'Or: Fünf deutsche Formate sind nominiert


(10.03.2009) In London wurden die Nominierungen für den internationalen Fernsehpreis der Rose d'Or bekannt gegeben. Einige deutsche Produktionen können sich Hoffnungen auf eine Goldene Rose machen, so wie wieder einmal "Türkisch für Anfänger". Manch andere Nominierung wirft hingegen Fragen auf...



© RTL/KirchhofNach einiger Verspätung klappte es in London dann doch noch: Am Dienstagabend wurden in den Räumlichkeiten der British Academy of Film and Television Arts die diesjährigen Nominierungen für den internationalen Fernsehpreis der Rose d‘Or bekannt gegeben, der im Mai im Rahmen des gleichnamigen Festivals im Schweizerischen Luzern verliehen wird. Und auch in diesem Jahr sind mehrere deutsche Produktionen im Rennen, wobei jedoch so manche Nominierung Fragen aufwirft.

Im Rennen um eine Auszeichnung in der Kategorie Entertainment ist etwa die RTL-Show „Das Supertalent“, produziert von Grundy Light Entertainment. Das Format wurde ursprünglich für das britische Fernsehen konzipiert, hatte seine Premiere dann allerdings 2006 in den USA und ist jetzt in seiner deutschen Adaption als deutsche Produktion für die Rose d‘Or nominiert.






Ebenfalls auf der Nominierten-Liste: Die ausgezeichnete Doku-Reihe „Die Deutschen“ des ZDF. Warum die Produktion allerdings in der neuen Kategorie „Multi Platform“ nominiert worden ist, bleibt zunächst unklar. In der Kategorie „Arts Documentary“ ist eine deutsche („Moments - The Photographer Robert Lebeck“) sowie eine deutsch-österreichische Produktion („Herbert von Karajan: Maestro for the Screen“) im Rennen. Und der Kurzfilm "Rhyemgold" kann sich Hoffnungen auf eine Auszeichnung in der neuen Kategorie "Pilot Pitch" machen.

© ARD/Richard Hübner
Eine späte Ehrung könnte es in diesem Jahr für die ARD-Sitcom „Türkisch für Anfänger“ aus dem Hause Hofmann & Voges geben. Die von Headautor Bora Dagtekin konzipierte Serie war schon in den Jahren 2006 und 2007 nominiert, ging aber beide Male leer aus. Vielleicht klappt es im dritten Anlauf und nach der finalen dritten Staffel mit einer Goldenen Rose für die Serie.

Bemerkenswert ist die Nominierung für eine gemeinschaftlich produzierte Folge der britischen Serie „The Bill“ und der ZDF-Serie „Soko Leipzig“. Sender- und länderübergreifend haben hier die Ermittler beider Reihen gemeinsam einen Fall gelöst. Produziert wurde die in Deutschland noch nicht ausgestrahlte Folge von der UFA gemeinsam mit den Kollegen der britischen Fremantle-Tochter Talkback Thames. Die Nominierung geht offiziell auf das Konto der Briten.


© Und wer ist sonst noch nominiert? In der Rubrik Comedy finden sich unter zehn Nominierten gleich acht britische Kandidaten auf eine Goldene Rose. Ohnehin führen die Briten auch in diesem Jahr wieder das Nominiertenfeld an. Als Konkurrent für „Das Supertalent“ geht in der Kategorie Entertainment auch die Action-Gameshow „Wipeout“ in ihrer US-Variante ins Rennen um eine Auszeichnung.

Nominiert sind insgesamt 79 Programme von 53 Sendeanstalten aus 18 Ländern. Eingereicht wurden in diesem Jahr 424 Wettbewerbsbeiträge - ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Diese beträchtliche Zunahme der Wettbewerbsbeiträge belegt die internationale Bedeutung der Auszeichnung mit einer goldenen Rose," glaubt Festivalleiter Urban Frye. "Der mit dem Erhalt dieser Auszeichnung verbundene Prestigegewinn stellt insbesondere angesichts der schwierigen Wirtschaftslage einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil für ein Programm dar."


Verliehen wird der internationale Fernsehpreis im Rahmen des 49. Rose d‘Or Festivals for Television Programming am 5. Mai diesen Jahres in Luzern. In den vergangenen beiden Jahren gingen die deutschen Produktionsfirmen und Sender bei der Preisverleihung in Luzern leer aus. Und das trotz z.B. zehn Nominierungen im vergangenen Jahr. Ob es in diesem Jahr mit einer Goldenen Rose für Deutschland klappt?



http://www.dwdl.de/article/story_20082,00.html

Filomela ( gelöscht )
Beiträge:

11.03.2009 20:39
#73 RE: Infos über Bora Zitat · antworten
WOW, dann heißt es ja wieder Daumen drücken...
wem, wenn nicht Bora, wäre es so sehr zu wünschen, wenn er diesmal gewinnt!!!!

@Gretchen81: Und , Angy gehst Du hin? Kann man da als Normalsterblicher überhaupt Karten kaufen?
Gretchen81 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 3.117

11.03.2009 21:30
#74 RE: Infos über Bora Zitat · antworten

gute frage.
hab ich mir auch gestellt.
keine ahnung wie man da an karten kommt.könnte aber mal schauen ob man einfach mal an den roten teppich kommt.

also ich hoffe doch bora geniesst den aufenthalt in unseren schönen leuchtenstadt.
für mich ist sie die schönste stadt der welt. der see und das bergpanorama sind unvergleichlich
und all das sieht man vom kkl aus.

green:eyed ( gelöscht )
Beiträge:

31.08.2009 23:38
#75 RE: Bora Dagtekin Zitat · antworten

Bora greift irgendwie immer Erlebnisse und Charaktereigenschaften aus meinem Leben auf. Das ist so krass und schön sich in anderen Rollen wieder zu finden

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