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Karo Offline

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21.11.2019 22:24
#351 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

MARC 21


„Ich habe Dich etwas gefragt, rede!“

(„Halt den Mund, halt ja den Mund. Sauer ist er eh, aber jedes falsche Wort macht es schlimmer.“)

„Gut, wie Du willst. Der Gürtel wird Dich schon zum Reden bringen.“

(„Es ist egal – wenn ich schweige, ist es falsch. Reden sowieso.“)

„Was willst Du hören?“

„Bitte?“

„Wenn ich was sage, ist es falsch. Wenn ich nichts sage – auch. Also sag mir, was Du hören willst.“

„Du hältst Dich wohl für schlau?“

Marc schloss nur die Augen, als der Gürtel ihn traf.

(„Es tut nicht weh, es tut einfach nicht weh.“)

(„Raff es endlich, „Nichtreden“ ist immer die bessere Wahl!“)

Karo Offline

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21.11.2019 22:33
#352 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

Mai 2.2 - Brief an Gretchen


Gretchen,

alles Gute zum Geburtstag! Martin und ich wünschen Dir Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Happy Birthday – Ney zu-noogo

Wie geht es Dir? - Niis kibaare?


In ein paar Tagen werden uns die ersten Kinder verlassen. Wir haben hier schon letzte Woche ein Fest für sie organisiert. Da die Regenzeit bald beginnt, gehen viele Kinder weg, da sie zu Hause auf den Feldern helfen müssen. Auch wir hier sind schon mit den Vorbereitungen beschäftigt.
Das Fest war wirklich schön, Naiya und Solange hatten mit den Kindern Lieder und Tänze eingeübt, Christian und Fritz haben wahrlich ein Rind gekauft, das die Frauen tagelang zerlegt und gekocht haben. Es wurden viele Geschichten erzählt und auch Du wurdest immer wieder erwähnt.

Alle denken mit Freude an Dich zurück und immer wieder fragen uns die Menschen, besonders Frauen.

Yamb / Fo yiinsa? – Wie geht es Deiner Gesundheit?

Sie alle sprechen immer wieder Segnungen für Dich aus. Sie wünschen Dir

Wend na lebga laafi – komm gesund zurück!
Wend na ganagi laafi – Erhole Dich gut!
Ney zinuugo – Viel Glück!


Es ist schön, dass Du uns mit dem letzten Brief Fotos mitgeschickt hast. Du siehst so viel besser aus, als wie wir Dich zuletzt gesehen haben. Glücklich. Das Bild von Dir und Marc ist wundervoll. Ihr seid ein schönes Paar. Die Mädchen und Frauen haben vor allem Dein Kleid bewundert.

Gretchen, ich kann verstehen, dass es Dich schmerzt, dass Dein Bruder ein Baby hat. Aber Du bist so fair und freust Dich für sie über einen gesunden Jungen. Nun bist Du eine

Pugdba – Tante!

Und dass es schwer sein muss, dass Gina ein Kind bekommt, das sie nicht gewünscht hat. Aber Du weißt selbst, dass es der Lauf des Lebens ist. Auch ich bin glücklich, meine Freundin, auch Martin und ich werden ein Kind haben.
Gretchen, ich bin sehr glücklich über die Schwangerschaft, auch wenn es erst die 8. oder 9. Woche ist. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass auch Du eines Tages wieder ein Kind erwarten wirst. Ohne Dich wäre Martins und mein Wunsch nicht (nie) in Erfüllung gegangen. Natürlich wissen wir, dass noch viel passieren kann, aber

Wend na songodoh – Möge Gott uns helfen.

Ich wünsche Dir alles Gute. Richte Marc, Mehdi und Deinen Eltern ganz herzliche Grüße aus.
Und natürlich lässt auch Martin grüßen.

Wend na kiengi pelega – Habe Mut/sei stark

Wend na kond nidaare – Bis zum nächsten Mal


Roula

Karo Offline

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21.11.2019 22:38
#353 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

KÖLN


Mai 2.3 – Jetzt ohne Marc



Eine Träne lief Gretchen über die Wange. Sie freute sich sehr mit Roula, dass sie ein Kind erwartete. Und sie wünschte ihr alles Glück. Man konnte jedoch schwerlich davon ausgehen, dass die Schwangerschaft ohne große Komplikationen verlief. Die Geburt war wohl das kleinste Übel, wenn sie rechtzeitig genug einen Kaiserschnitt einplante.

Trotzdem hatte ihr die Nachricht einen Stich ins Herz gejagt. Jetzt hätte sie ihr Baby schon im Arm gehalten. Mutter. Anscheinend hatte die Natur etwas gegen das Natürlichste der Welt: Das Muttersein.

Natürlich hatte ihre Freundin Recht, das war der Lauf des Lebens und auch andere litten ihre Qualen.

(„Gretchen, Du bist ein Schaf. Wie lange hast Du nicht mehr richtig mit Gina gesprochen?“)

Sie schämte sich. Doch sie litt. Immer noch und immer wieder. Ihre Eltern waren so glücklich über den Enkel, es gab kaum ein anderes Thema als den kleinen Miguel. Eine weitere Träne suchte sich ihren Weg durch Gretchens Gesicht und noch eine. Sie schluchzte. Die Ärztin konnte ihre Gefühle noch nie unterdrücken und da sie keine Zeugen wollte, zog sie in ihr Zimmer zurück. Sie schluchzte wieder.

Es klopfte und im nächsten Moment stand ihre Mitbewohnerin Jo in der Tür.
„Gretchen? – Habe ich doch richtig gehört, Du weinst?!“
„Ist schon wieder gut.“ Die blonde Assistenzärztin versuchte zu lächeln.
„Das sehe ich. Was ist passiert?“ Sie sah den Brief. „Von Marc?“
„Nein. Von meiner Freundin aus Afrika. Sie bekommt ein Baby.“
„Und das rührt Dich zu Tränen?“ Keiner in Gretchens Umfeld wusste von ihrer Fehlgeburt.

„Nein, naja... blöd oder?“ Jetzt gelang das Lächeln. „Roula ist eins der schlimmsten Opfer, die ich in Afrika erlebt habe. Nicht nur beschnitten sondern immer wieder vergewaltigt, aufgerissen, schlecht verheilt... außer Narbengewebe war da nichts mehr. Als sie gesehen hat, was Mehdi und ich leisten können, hat sie sich mir anvertraut. Ich musste sie dreimal operieren, dass sie überhaupt wieder an Sex denken konnte. Stell Dir das mal vor – sie ist mit Martin seit über 10 Jahren zusammen, jetzt konnten sie erstmals miteinander schlafen. Dass sie so schnell schwanger geworden ist, grenzt schon an ein kleines Wunder. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen, dass alles gut geht.“

„Also muss ich mir keine Sorgen machen?“
„Nein.“
„Und Marc?“
„Was meinst Du?“
„Er schien sehr sauer, als er abgefahren ist. Hattet ihr Streit? Ich meine, Du hast ihn nicht mal verabschiedet.“
„Nein. Wie es aussieht, sind wir nun getrennt.“
„Wie getrennt?“
„Er hat Schluß gemacht.“
„Warum?“
„So genau weiß ich es nicht. Irgendwie hat er gemerkt, dass ich mich nicht so ganz auf ihn einlassen kann.“
„Bist Du nicht traurig? Das klingt so abgeklärt.“
„Ich beschäftige mich hier gerade mit meiner Vergangenheit. Als ich vor zwei Jahren nach Berlin gegangen bin – zurückgegangen bin, da habe ich mich nicht umgesehen. Und plötzlich war Marc da. Er gehört nicht hierhin.
Nicht jetzt. Aktuell ist meine Gegenwart zu sehr mit meiner Vergangenheit belastet. Das mag total bescheuert klingen, nachdem Marc Schluß gemacht hat. Aber ihm gehört die Zukunft.“
„Gretchen? Er macht Schluß und Du redest von Zukunft?“
„Ja, bescheuert, nicht?“
„Gehst Du später noch mit ins ´Kabuff`?“
„Ne, Du. Heute nicht. Nach Feiern ist mir nicht.“
„Ich kann auch gerne bei Dir bleiben...“
„Nein. Ich kann auch gut mit mir alleine!“

Wenig später hörte sie ihre Mitbewohnerinnen Johanna und Valerie die Wohnung verlassen.

Karo Offline

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21.11.2019 22:44
#354 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

Mai 2.4 - Tagebuch


Liebes Tagebuch,

endlich Ruhe. Nicht, dass mich Jo und Vally nerven, aber hier war gestern so viel los, dass ich nichts und niemanden mehr sehen möchte. Es ist beängstigend, aber ich fühle mich gut. Frei. Das bin ich wohl auch. Marc hat Schluß gemacht. Das tut mir schon Leid, aber so wie ich es eben Jo gesagt habe – es passte irgendwie nicht mehr. Verrückt. Mein Leben lang will ich Liebe und Beziehung und so. Dann habe ich den Mann, den ich schon seit Jahrzehnten will und dann? Missachte ich seine Bitten, seinen Wunsch nach einem gemeinsamen Leben.
Jawohl, Marc möchte keine Fernbeziehung. Er möchte mit mir leben. Ich glaube, er war sehr enttäuscht, dass ich ihm nicht sofort um den Hals gefallen bin.

Ein bisschen komme ich mir vor wie Marty McFly alias Michael J. Fox, nur dass ich keine Zeitmaschine benötige, um in die Vergangenheit zu reisen.
Peter blieb nicht die einzige Person meiner Vergangenheit, die mich in Remscheid besucht hat. Besonders freue ich mich, dass ich wieder so guten Kontakt mit Sophie, Jo und Lisa habe. Erinnerst Du Dich? Mit ihnen habe ich in der ersten WG in Ehrenfeld gewohnt. Unsere Freundschaft hat nicht unter meiner Flucht gelitten. Natürlich gab es Redebedarf und auch eine große Portion schlechtes Gewissen. Aber jetzt ist alles geklärt und wir haben ein Fundament für die Zukunft. Nochmal würde ich die beiden nicht vergessen!

Mit Peter habe ich mich auch nochmal getroffen, aber ich finde ihn anstrengend. Ich frage mich wirklich, was ich in ihm gesehen habe. Sophie meinte, das läge einfach daran, dass er mich entjungfert hat. Da würde man sich schon mal einreden, dass der Typ was Besonderes sei. Ich weiß ja nicht... aber in jedem Fall bin ich deutlich erwachsener geworden. Nicht mehr so naiv und gutgläubig.
Vielleicht ist es genau das, was Peter zu der zweifelhaften Äußerung trieb, dass ich mich irgendwie verändert hätte – ich wäre anstrengender als früher.
Ich nenne es reifer. Natürlich sehe ich ihn nicht mehr mit den Augen der verliebten Zwanzigjährigen. Heute sehe ich ihn mit den Augen einer betrogenen Frau – Ärztin. Ich bin keine kleine Studentin mehr, die bewundernd zu einem Arzt – einem welterfahrenen Mann – auf blickt. Nein, Peter und ich begegnen uns auf Augenhöhe. Er kann mir nichts mehr vormachen. Und er könnte mir nichts mehr bieten.

Und was kannst Du Marc bieten? Außer einen dicken Po, blaue Augen und lange blonde Locken.
Ein großes Herz, ein warmes Lächeln und eine liebevolle Umarmung. Außerdem liebt er Deine langen blonden Locken. Vor allem offen. Im Gegensatz zu diesem Kinderarzt.
Man kann aber schon Rücksicht nehmen, wenn jemand nicht ständig Haare zwischen den Zähnen haben möchte.
Gott sei Dank keine Haare auf den Zähnen.
Deine Witze waren schon mal besser.


Die eine Frage ist berechtigt... was kann ich Marc bieten? Begegnen wir uns auf Augenhöhe?

Pfff... Gretchen Haase, dieser Mann ist Dir sowas von überlegen. Da wirst Du niemals die Augenhöhe erreichen – nicht einmal mit Highheels.

Wahrscheinlich würde ich ihm irgendwann langweilig und dann? Würde er eh Schluß machen. Dann lieber jetzt, wo wir quasi nur eine Fernbeziehung hatten. Und guten Sex. Da funktionieren wir.

Wie abgebrüht ist Marc eigentlich?

Liebes Tagebuch,

ich kann es nicht glauben: Marc Meier kommt her, um mit mir Schluss zu machen. Bevor er dieses jedoch tut, schläft er nochmal mit mir – und nochmal und nochmal und nochmal. Ein Abschiedsgeschenk?
Mein 31. Lebensjahr begann mit einem Heiratsantrag von Marc (unter anderem) – mein 32. Lebensjahr beginnt mit Sex mit ihm und doch ohne ihn. Was für ein originelles Geburtstagsgeschenk. Richtig guter Sex und der Laufpass. Super Marc!

Vielleicht war das Jahr doch ein Irrtum. Zum Schluss legen wir Gretchen nochmal so richtig flach, dass sie Marc Meier nie mehr vergisst? Pfff... ist mir die letzten 18 ½ Jahre nicht gelungen. Er wollte mir bestimmt nochmal zeigen, wie gut er im Bett ist. Jetzt zeigen wir ihr nochmal so richtig, was sie nicht mehr haben kann – und niemals mehr haben wird, denn keiner ist besser als Marc Meier.
Pah – ich kann auch mit anderen Männern guten Sex haben. Wenn ich etwas gelernt habe, dann zu wissen, was mein Körper mag.

Ich werde es Dir zeigen, Marc Meier! Ich mag Gretchen Haase sein – mit 31 immer noch keinen Facharzt, kein Geld, keine Karriere. Aber das stört die meisten Männer eh nicht. Hat zumindest beim Tanz in den Mai keiner nachgefragt.
Da bin ich übrigens davon ausgegangen, dass ich an meinem 31. Geburtstag auf der Straße sitze. So schlimm ist es dann nicht gekommen. Ich habe ein Dach über dem Kopf – wie gut, dass bei Jo und Valerie ein Zimmer frei war. Ich habe einen Job, den ich gerne mache und einen freundlichen Chef, der mich unterstützt. Marc hat mich eh immer nur klein gehalten.
Und jetzt gehe ich feiern! Ich habe schließlich noch nicht meinen Geburtstag gefeiert. Er hat mir den 30. versaut, den 31. lasse ich mir von Dir nicht kaputt machen, Marc Meier!

Auf geht´s!

Karo Offline

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09.02.2020 21:03
#355 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

Mai 4.1 - Tagebuch


Liebes Tagebuch,

ich habe ganz spontan und ganz alleine eine kleine Wohnung gefunden. Mini trifft es eher, aber die 34 Quadratmeter sind ganz allein mir. Ab 1. Juni habe ich also meine erste eigene Wohnung. Ich könnte die Welt umarmen. Natürlich geht es nicht ganz alleine – Papa leiht mir das Geld für die Kaution und Peter fährt dann mit mir zu Ikea, wenigstens ein Bett und einen Schrank kaufen. Mit dem habe ich mich letzte Woche tatsächlich auf ein Feierabendbier getroffen. Also er das Bier, ich eine Rhabarberschorle. Er wollte natürlich wissen, wie es mir in der Zwischenzeit ergangen ist und was mich ausgerechnet nach Remscheid in die Reha gebracht hat. Ich glaube, er war geschockt. Und beeindruckt. Gretchen behauptet sich bei den Wilden in Afrika.

Er hat mir ja eh selten was zugetraut. Allerdings hat er auch nie zugelassen, dass ich etwas ausprobiere. Wie war es, als Müllers uns zum Segeln eingeladen haben? „Gretchen, Du fällst doch eh bloß ins Wasser und wir müssen Dich retten.“ Verrückt – gerade im Wasser macht mir so schnell niemand etwas vor. Neben der Praxis und dem Lernpensum – ich will den Facharzt jetzt wirklich durchziehen! – versuche ich mindestens zweimal pro Woche ins Schwimmbad zu gehen. Es tut mir einfach gut. Samstags fahre ich jetzt immer zu Röslein und hinterher gehe ich dort immer noch zur Aquafitness. Nicht, weil es mir viel bringt, sondern weil Christian diesen Kurs leitet. Wenn er hinterher Zeit hat, bekomme ich immer eine Gratismassage. Hmmm... ich glaube, er richtet das so ein :-)

Er hat mich sogar gefragt, ob er mir beim Umzug helfen soll. Viel umzuziehen habe ich nicht, aber natürlich tut auch bei wenig Schlepperei eine entspannende Massage gut. Er hat sich gleich das erste Wochenende im Juni freigehalten...

Karo Offline

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09.02.2020 21:16
#356 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

HAMBURG


Mai 4.2 – Montagmittag



„Doktor Meier, wie war Ihr Wochenende auf Rügen?
„Überraschenderweise ohne Störung.“
„Ja – eine gute Klinikorganisation ist das A und O, man muss sich ja auch mal was vornehmen können!“
„Da haben Sie Recht, Herr Professor.“

(„Was soll ich mir denn jetzt groß vornehmen? Es wäre cool gewesen, Gretchen wenigstens alle zwei Wochen zu sehen.“)

Vielleicht hättest Du ihr das sagen sollen – anstatt Schluss zu machen?
Du hast es doch gesehen – Du gurkst an einem Freitagabend die A1 runter und Du störst nur.
Im Bett hast Du sie nicht gestört.
Das war grandios: Eine neue Ära des Marc Meier. Du bescherst einer Frau mehrere Orgasmen und machst quasi noch währenddessen mit ihr Schluß! Marc Meier ist back – besser als je zuvor.
Nun ist es eh zu spät. Sie wird Dich nicht zurücknehmen.
Erstens: Wird sie doch – jederzeit. Das tut sie 20 Jahren. Zweitens: Wollen wir ja gar nicht. Die Eier hängen wieder – jagen wir uns lieber wieder unkomplizierte Betthäschen.
Drittens: Bescheiß Dich nur selbst. Hast Du bei Nina ja auch gut hingekriegt.


Marc wusste, dass diese Stimmen ihn nun ewig verfolgen würden. Sie würden kämpfen und ihm den Verstand rauben. Und er hatte es verdient. Er verstand es nicht, er hatte mit Gretchen Schluss gemacht. Die Frau die er als einzige liebte. Schon immer geliebt hatte und immer lieben würde. Nun saß er in Hamburg. Gretchen hatte Recht, er hatte sie mit seinen Plänen überfahren. Ein gemeinsames Leben, wo sie gerade erst wieder langsam ins Leben fand.

Und Du stehst mitten im Leben! Koste es endlich wieder aus!

Doch er wusste... ohne sie war sein Leben leer und wertlos.

Karo Offline

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09.02.2020 21:23
#357 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

Juni 2.1 - Tagebuch

Liebes Tagebuch,


bitte entschuldige. Ich hatte einfach zu viel zu tun. Ich und meine neue Wohnung. Meine erste, wenn man es so will. 34 Quadratmeter, ein kleines Bad, eine noch kleinere Küche und einen Minibalkon mit Abstellkammer. Jetzt, wo meine wenigen Sachen eingeräumt sind, finde ich es sogar sehr gelungen. Ikea mit Peter hatte mir schon fast die ganze Vorfreude genommen. Gekauft habe ich natürlich nichts. Ich bin dann einfach mal in ein kleines Einrichtungsstudio in der Nähe der WG gegangen und das war ein Volltreffer. Ein motivierter Kundenberater hat sich meiner Ratlosigkeit erbarmt und mir zu einer wirklich sinnvollen Einrichtung verholfen. Natürlich auch zu einem anderen Preis als bei Ikea, aber ich glaube, dass er Recht hat – stückchenweise kaufen macht nur Sinn, wenn man Platz hat. Auf engem Raum muss alles passen.

Und mir passt es sehr gut. Ich habe die Möbel sogar finanzieren können, also eigentlich wäre es ohne das nicht gegangen. Da die Möbel alle fachgerecht geliefert und montiert worden sind, haben die Mädels mir nur geholfen, meine Sachen herzubringen. Allerdings hat Peter im Streit angekündigt, mir in der nächsten Zeit alle Überreste vorbeizubringen. Das müssten vor allem Klamotten sein...

Christian war enttäuscht, dass er mir nicht helfen brauchte. Als ich ihn angerufen habe, hat er gefragt, ob er trotzdem kommen darf. Ich konnte nicht nein sagen...
Hat sich aber in jedem Fall gelohnt, die versprochene Massage hat er mir trotzdem angedeihen lassen. Mehr sogar...
„Was hältst Du von einer Ganzkörpermassage?“

Ich dachte erst, ich hätte mich verhört. Verschluckt habe ich mich sowieso. Dann habe ich mich einfach für den Gedanken entschieden, der schneller war.

Sag ja – wer weiß, was seine Hände noch alles können?
Bist Du sicher? Du weißt, wo das hinführen kann.
Soll – wird! Sag ja!


Verrückt... ich bin noch keine Woche in meiner neuen Wohnung und schon habe ich mein neues Bett eingeweiht. Wie gut war es, nicht einfach ein 1-Meter-Ikea-Bett zu kaufen, sondern eine funktionale und vor allem bequeme Schlafcouch. Es war gut, weil es so spontan und unverhofft war. Vor allem unverbindlich. Wirklich – ich habe mit einem Mann geschlafen, in den ich weder verliebt bin noch mich im Moment der Vereinigung verliebt habe.

Vermutlich ist es genau das, was bisher in meinem Leben fehlt. Was ich vor zehn Jahren hätte tun sollen. Aber was macht schon das Alter wenn es Spaß macht.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass es nicht so war, wie mit Marc. An den ich übrigens kaum gedacht habe, einfach weil ich so viel um die Ohren hatte. Weil es unverbindlich war. Ich glaube, damit kann ich mich anfreunden.

In diesem Sinne mach´s gut.

Karo Offline

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09.02.2020 21:28
#358 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

KÖLN


Juni 3.1 - Elternbesuch



„Also Gretchen, Kind – Du wohnst in einer Konservendose.“
„Ja, Mama, aber in einer sehr schönen.“
„Hier kann man sich ja gar nicht umdrehen.“
„Bärbel, hast Du schon mal gehört, dass sich die Heringe in der Dose umdrehen?“
„Das hier ist allenfalls für Sardinen.“
„Ich finde es sehr schön, Gretchen.“

„Danke Papa.“ Gretchen schmiegte sich an ihren Vater. „Du bist einfach der Beste!“
„Lass das mal nicht den Meier hören!“
„Siehst Du ihn hier irgendwo?“
„Wo willst Du den denn noch hin packen? Vielleicht auf den Balkon?“
„Wir sind nicht mehr zusammen.“

Diese Neuigkeit ließ selbst Bärbel verstummen. Sie sank auf Gretchens schöne Couch. „Aber Gretchen, er hat Dir doch das Leben gerettet. Warum hast Du das gemacht?“
„Warum denn immer ich?“
„Er fliegt wegen Dir um die halbe Welt, setzt seinen Job aufs Spiel, sein Geld sowieso... und dann macht der Schluß? Niemals. Das ist keine Kosten-Nutzen-Rechnung eines Marc Meiers.“
„Na Du scheinst ihn ja plötzlich sehr gut zu kennen?“
„Er ist Chirurg.“

Vater Haase mischte sich wieder ein: „Was soll das denn heißen, Bärbel?“

Gretchen ging zwischen ihre Eltern. „Es ist aber so. Er hat das beendet.“
Bärbel fiel spontan nichts Charmanteres ein: „Hast Du wieder zugenommen, oder wie?“
„Bärbel!“
„Mama!“
„Macht der einfach so Schluss...“
„Einfach so... ich glaube nicht, dass es einfach so passiert ist.“
„Er hat eine andere?“
„Im Gegenteil. Er wollte nicht länger eine Fernbeziehung.“
„Und deswegen macht man Schluss?“
„Er hatte einfach andere Erwartungen als ich. Wir haben nie wirklich darüber gesprochen, wie wir uns das vorstellen. Für mich war Hamburg nie eine Option. Stell mal vor, Marc würde noch einen Job wegen mir verlieren... naja, er hatte aber schon damit gerechnet, dass ich nach der Reha zu ihm komme.“
„Verletzte Eitelkeit. Weil eine Frau nicht so springt, wie er das meint... vermutlich fühlt er sich auch noch betrogen, weil Du jetzt doch Allgemeinmedizin machst.“
„Nein, Mama, nicht mal. Das fand er sogar besser als die ganze Zeit wegzuwerfen. Es ist auch egal. Ich komme damit klar, weil er mir nicht im Alltag fehlt. Weißt Du, Papa, als Du mir geraten hast, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen, da war ich plötzlich mit meiner Vergangenheit konfrontiert. Peter stand plötzlich in Remscheid, dann Sophie und Lisa. Ich bringe das hier jetzt zu Ende, dann sehe ich weiter.“

„Was fehlte Dir damals eigentlich zu Deinem Facharzt?“
„Es waren nur ein paar Monate. Ich habe jetzt ganz vorne angefangen zu wiederholen und zu lernen. Ich hoffe, dass ich mich im Herbst zur Prüfung anmelden kann.“
„Das ist doch ein Plan, Kälbchen. Und Du kommst ohne den Meier wirklich klar? Ich meine, sonst fahre ich auf dem Rückweg in Hamburg vorbei.“

Gretchen lachte. „Lass gut sein, Papa. Es ist alles gut.“
„Ja – hast Du von Gina gehört? Sie hat ein Mädchen, eine kleine Nele. Oh Gretchen, das ist so ein süßes Baby. Schade, dass das mit dem Doktor Laan und Dir nicht geklappt hat, damals. Ihr hättet bestimmt auch so süße Babys gehabt.“
„Äh, Mama...“ Ein fragender Blick zum Vater, der ganz leicht den Kopf schüttelte. Bärbel sah es glücklicherweise nicht!

Karo Offline

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09.02.2020 21:37
#359 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

Juni 3.2 – Tagebuch 30


Liebes Tagebuch,


ich habe mich überwunden und Gina angerufen. Ihr gratuliert.
„Gretchen, es bedeutet mir viel, dass Du anrufst. Ich weiß, dass es für Dich sehr schmerzhaft sein muss...“
„Gina, dass ich gerne mein Baby gehabt hätte hat nichts damit zu tun, dass ich Dir und Nele nicht von Herzen alles Gute wünsche. Ihr könnt nichts dafür, weder Du und schon gar nicht Deine Kleine.“
„Ich musste immerzu an Dich denken. Es ist so ungerecht. Du warst die mit dem Babywunsch. Du warst glücklich, unabhängig von allem Theater drumherum. So unvoreingenommen. Auch stark, dieses Kind zu wollen, gegen jede Widrigkeit.“
„Du meinst in erster Linie Marc?“
„Ja.“
„Ich konnte nicht damit rechnen, dass er sich so darauf einlässt.“
„Du hast Glück gehabt. Also irgendwie.“
„Ich weiß was Du meinst. Daraus ergibt sich aber ein anderes Problem.“
„Was meinst Du?“
„Er hat sich von mir getrennt.“
„Was hat er? Nicht im Ernst!“
„Doch. Weil er keine Fernbeziehung möchte.“
„Marc Meier will mit Dir leben und Du lehnst ab?“
„Ja. Ich konnte mich ja nicht mal mit Kind darauf einlassen. Es war genug Zeit, nach Hause zu gehen. Ich habe die Zeit einfach verstreichen lassen. Die Mücke kam sogar noch vor dem Flugverbot.“
„Wie geht es Dir denn jetzt, Mausi?“
„Gut. Ich komme klar. Ich gehe mittlerweile 30 Stunden pro Woche arbeiten – Doktor Carstensen hat mich wieder eingestellt. Ich habe eine kleine Wohnung in der Nähe vom Zoo und als Ausgleich zum Schwimmen sitze ich viel am Rhein und lerne.“
„Das klingt nach einem Plan.“
„Ich möchte noch dieses Jahr den Facharzt abschließen.“
„Wird ja auch mal Zeit, nicht?“
„Braucht Nele nicht eine frische Windel?“
„Im Moment schläft sie friedlich neben mir.“
„Schickst Du mir auch mal Bilder?“
Diese Frage kostete mich Überwindung und das wusste auch Gina.
„Gerne Mausi. Ich muss Dir was gestehen. Nele hat einen zweiten Namen. Dabei habe ich an den nettesten und großherzigsten Menschen in meinem Leben gedacht.“

„Hä?“
„Sie heißt Nele Margarete.“
„Danke... Danke, Gigi.“ Mein Herz brennt, wenn ich an das Baby denke, doch ich freue mich für Gina.


Liebes Tagebuch,

Mama hatte Recht. Gina hat ein wirklich süßes Baby. Ich glaube, dass Gigi trotz aller Anpassungsschwierigkeiten stolz auf ihre Tochter ist. Sonst würde sie mir nicht so viele Bilder schicken.
Ich bin dann nochmal über meinen Schatten gesprungen und habe Marc eine Nachricht geschickt. Er hat nichts dagegen, dass Gina sich das Kinderzimmer aus seinem Keller holt.

Alles ist also gut.

Karo Offline

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16.02.2020 18:59
#360 RE: Story von Karo Zitat · Antworten

Nein, keine Ironie. ZEITSPRUNG!!! Im Mai, ein knappes Jahr später.

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Mai 2.1 - Tagebuch 31


Liebes Tagebuch,

habe ich Dich wirklich fast ein Jahr vernachlässigt? Ich kann es kaum glauben. Muss ich aber, denn der letzte Eintrag stammt vom 20. Juni des vergangenen Jahres. Heute ist der 13. Mai – mein 32. Geburtstag.
Bist Du der Verbündete von Marc Meier? Seit 12 Monaten sind wir getrennt – ha! Auf den Tag genau kann ich das sagen – und seit 11 Monaten habe ich Dich in Ruhe gelassen. Heute kommt völlig überraschend eine Glückwunschkarte von ihm und ich greife sofort zu Dir und Stift.

Hallo Gretchen,

ich habe es zweimal geschafft, Dir ausgerechnet an Deinem Geburtstag zu zeigen, was für ein Arsch ich sein kann. Der Heiratsantrag zum 30. und die Trennung zum 31. – Es tut mir sehr leid. Entschuldige bitte.

Zu Deinem 32. Geburtstag wünsche ich Dir von Herzen alles Gute, Glück und das Wichtigste: Gesundheit. Vielleicht sprengt dieses Jahr nicht so ein Idiot wie ich Deine Party.

Marc



Nein, die Party hat niemand gesprengt. Ich habe im Kabuff gefeiert, natürlich waren Sophie, Lisa, Jo und Vally dabei. Rainer. Und sogar Peter hat kurz vorbeigeschaut. Aber auch Doktor Carstensen und unsere Arzthelferinnen sowie die neue Assistenzärztin sind vorbeigekommen.

Ja, das weißt Du ja nicht – seit September darf ich mich Fachärztin für Allgemeinmedizin nennen. Ich bin immer noch in Köln, immer noch in der Praxis, aber jetzt als Fachärztin angestellt. Und ich wohne immer noch in meinem Schuhkarton, wie Papa meine 34 qm liebevoll nennt.

Zur bestandenen Facharztprüfung hatte Doktor Carstensen ein besonderes Geschenk für mich – eine 10-tägige Weiterbildung für Professionelle Ärztliche Kommunikation. Erst dachte ich, was das soll, aber dann hat es mich gepackt und ich habe mich für zwei weitere Weiterbildungen angemeldet. Homöopathie und Naturheilverfahren mit Prüfung vor der Ärztekammer. Schon allein deswegen ist meine kleine Wohnung gut, wir sind lernerprobt und sie ist günstig – bezahlbar trotz meiner Teilzeitstelle. Aber lieber so und im Urlaub nicht Geißel der Unterrichtsblocks. Urlaub... wie einfach wäre es, denn Papa hat tatsächlich ein Haus auf Mallorca gekauft. Doch ich muss mich fragen: Urlaub – was ist das? Im Juni ist schon die Prüfung für Naturheilverfahren, die Homöopathie geht noch bis September.

Aber nicht, dass Du glaubst, mein Leben bestünde nur aus Arbeit und Lernen. Ich habe einen Freund, Rainer. Ja – genau der. Peters alter Studienkollege. Peter fand das gar nicht witzig, aber es hat eh niemand nach seiner Meinung gefragt. Ich glaube, Peter ist immer noch sauer, dass ich mit ihm geschlafen habe – nur um herauszufinden, ob er immer noch so sch...schlecht im Bett ist. (Ist er!) :-)

Mit Christian war ich nur den Sommer über zusammen. Danach wurde mir die Fahrerei nach Remscheid lästig und er langweilig. Wir hatten keine gemeinsamen Themen. Ich habe das erste Mal mit einem Mann Schluss gemacht. Schön war das nicht, weil er enttäuscht war. Aber es war das Richtige. Auch mit Röslein „habe ich dann Schluss“ gemacht.

Röslein war großartig, als ich ihr sagte, dass ich mehr auf mich achten muss und die Zugfahrten zu ihr einfach zu viel Zeit in Anspruch nehmen für das, was sie mir letzten Endes geben. Sie hat mich zum Abschied angelacht. „Wie andere Sie wahrnehmen entscheiden alleine Sie. Doktor Margarete Haase – wenn Sie einen großen Spiegel haben, dann sprechen Sie sich öfter selbst so an. Zur Not tut es aber auch ein Schminkspiegel.“
Spiegel habe ich weiß Gott genug.

Nur wenig Menschen hier nennen mich Gretchen. Eigentlich nur Doktor Carstensen und die Mädels. Ansonsten bin ich Frau Doktor Haase oder privat Margarete. Ich möchte nicht mehr das pummelige Gretchen sein, das Kälbchen. Auch nicht Doktor Gretchen Haase.

Ich bin Doktor Margarete Haase.

Man muss meine Meinung nicht gut finden, aber ich möchte, dass sie respektiert wird. Meine Entscheidungen ebenso. Mir ist erst viel später aufgefallen, dass meine Möbel durch diesen Wunsch zu mir kamen. Mit der Wohnung habe ich angefangen, zu entscheiden. (Nein, eigentlich schon mit Köln, aber ich liebe meine Wohnung und so darf sie diese Ehre haben.)

Du erinnerst Dich – Peter war damals mit mir bei Ikea. Ich hatte einen festen Vorsatz – einen günstigen Schrank und ein günstiges Bett. Als Peter ungefragt wieder anfing, mich zu belehren war ich mir plötzlich sicher. „Bring mich nach Hause.“
„Wieso kaufst Du jetzt nichts?“
„Die Atmosphäre stimmt nicht.“
„Das heißt, ich habe die Zeit jetzt umsonst vergeudet?“

Genau das. Er hatte einfach keine Lust und wollte nur schnell wieder weg. „Nimm einfach irgendwas. Das hier ist doch gut. Was willst Du denn damit?“

Ich habe mich nicht beirren lassen und bin glücklicherweise in diesem Möbelstudio gelandet. (Die Möbel gehören nächsten Monat übrigens ganz mir!)
Nicht wie früher: Ich bin das arme, verzweifelte Gretchen, bitte helfen Sie mir. Sondern: Ich bin Doktor Margarete Haase, das ist meine Wohnung, ich habe diese Vorstellung, was können Sie anbieten.

Gespräche auf Augenhöhe.
Ich glaube, das ist es, was mir besonders an der Weiterbildung gefällt.

Ach, Andrea hat mich schon zweimal hier besucht. Sie wohnt mit Elda bei Oma und kann sich immer mal ein paar Tage ausklinken. Erst vor zwei Wochen hatte sie selbst eine Weiterbildung hier in Köln. Deswegen komme ich drauf.

Apropos Hamburg: Larissa wird im August heiraten. Sie hat sich durchgesetzt, keinen Arzt zu ehelichen. Reich ist er natürlich. Korrekt und langweilig sagt Andrea. Sie vermutet, dass Ljudmila und Onkel Hans nur einverstanden waren, in der Hoffnung, dass Marc plötzlich doch will. Pfff... wenn die wüssten. Marc hat selbst mich heiraten lassen.

Papa hatte ja schon im letzten Jahr gesagt, dass Hans ihn unbedingt mit einer seiner fünf Töchter zusammenbringen will. Äh, Natalie wohl weniger, aber das wäre die einzige, die Marc noch interessant finden könnte. Die anderen sind alle viel zu langweilig. Von daher passt dieser Industriellensohn vermutlich perfekt zu Larissa.
Seit Papa im Frühjahr das Häuschen in San Telmo gekauft hat, ist Mama nur noch auf Mallorca. Sie hilft dort in der Familien-Bar, Luisa ist wieder schwanger und Jochen macht gerade irgendeine Schule. Vermutlich lernt er Spanisch. Er kommt auch um diese Hochzeit herum, Luisa darf dann nicht mehr fliegen. Ich hingegen muss mich tatsächlich auch mit 32 noch zum Klops machen. Korrigiere: Clown. Klops bin ich lange nicht mehr. Ich schaffe es zwar nicht mehr zwei- bis dreimal pro Woche schwimmen zu gehen aber mindestens einmal. Mit Rainer laufe ich. Kann man sich das vorstellen? Rainer läuft für sein Leben gerne, hat schon mehrere Stadtmarathon gewonnen und hat mich mitgezogen. Anfangs mehr, mittlerweile weniger. Krass, wie schnell sich Kondition bildet.

Gut, dass die Brautjungfernkleider maßgeschneidert werden, ich gehe jede Wette ein, dass ich sonst in einem Sack da stehen würde. Immerhin kollidiert der Termin nicht mit meiner Weiterbildung.

Diese wird auch jetzt Anlass sein, Dich wieder zur Seite zu legen. Ich möchte noch ein bisschen lernen.

Liebes Tagebuch, vielen Dank für Deine Geduld. Es wird bestimmt nicht wieder so lange dauern. Aber ich kann halt auch mit Rainer sehr gut reden und muss nicht alles mit mir selbst ausmachen.

Mach´s gut!

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