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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 3.047 mal aufgerufen
 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

31.05.2011 21:40
2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Ja, ich traue mich tatsächlich noch hierher. Ich habe eine Zeitlang an einer zweiten Fanfic geschrieben und würde sie jetzt gerne mit euch teilen. Allerdings schreibe ich nicht weiter wenn keine Rückmeldungen kommen. Dann bleibt's bei dem was ich schon hab. Außerdem kann es sein dass die Updates alles andere als regelmäßig kommen, ich hoffe ihr verzeiht mir längere Wartezeiten, aber momentan hab ich in der Schule noch zu tun und ich will nicht alles auf einmal posten und dann nichts mehr. In den Ferien hoffe ich dass ich auch vermehrt schreiben kann.

Ein dickes fettes Dankeschön gilt meiner tollen Betaleserin Colli, die das Ganze schon vor euch lesen durfte. Trotzdem bin ich gespannt, was sie so zu sagen hat... (:

Ich setzte - Surprise suprise - nach der 2. Staffel an. Der Cliffhanger ist ja fast optimal ne ;)
Ich hoffe, ich kann mich im Entferntesten mit den "Stars" hier messen und wünsche euch einfach mal viel Spaß beim ersten Kapitel.


Still haven't found what I'm looking for...

Kapitel 1


"Margarete, dein Vater ist zusammengebrochen!"

Dieser Ausruf hallte minutenlang in Gretchens Kopf. Sie hörte nichts mehr, weder ihre Mutter, die nach Hilfe rief, noch ihren frisch angetrauten Mann, der die Lippen bewegte. Was um sie los war, merkte sie nicht. Sie bekam den Trubel in der Kirche nicht mit. Sekundenlang schien die Zeit still zu stehen, doch um sie herum war alles schnell wie im Zeitraffer. Sie fühlte eine tief sitzende Angst in sich aufsteigen und ihr Mund öffnete sich, doch kein einziger Ton verließ ihn. Er war geformt zu einem stummen Schrei.
Da zerrissen die Sirenen der Krankenwagen die Stille, die sie umgab, und die Zeit lief wieder normal. Mit einem erleichterten Aufschrei stürmte sie Gordon entgegen und fiel ihm um den Hals.
"Hoppla, nicht so stürmisch!", meinte dieser, aber es war ihm deutlich anzusehen, dass Gretchens Attacke ihm gefallen hatte. Allerdings rechnete er sich schon lange keine Chancen mehr aus.
Gretchen ging mit ihm zu ihrem Vater und er brachte ihn auf einer Trage zum Krankenwagen, wobei dies sich fast als eine "Mission Impossible" herausstellte, da natürlich sämtliche Hochzeitsgäste gafften als wäre Gretchens Vater eine seltene Tierart.
Endlich vor dem Portal der Kirche angelangt, wohin sie nicht mehr ganz so viele Leute verfolgten, schob er den Professor in den Krankenwagen und wartete auf Bärbel, damit sie auch mitfahren konnte. Sobald auch diese endlich im Krankenwagen saß, schloss er die Türen und fuhr mit Blaulicht ins EKH.

Während seine junge, frisch vermählte Assistenzärztin höchstwahrscheinlich gerade eine wilde Party mit viel Alkohol im Garten ihrer Wannsee-Villa feierte, beschloss ein sehr talentierter, aber leider romantisch unterentwickelter Oberarzt nach Hause zu fahren. Er raste durch die Stadt, den Fuß immer bis zum Anschlag am Gaspedal, und mehrere Stinkefinger schickten ihm freundliche Grüße hinterher. Doch Marc war das alles scheißegal. Er wollte einfach nur nach Hause und seinen Kummer mit Alkohol ertränken, um den Schmerz nicht mehr zu spüren.
In seiner Wohnung angekommen, schloss er die Tür, lehnte sich dagegen und glitt langsam an ihr herunter. Den Kopf auf seine Knie gestützt, saß er einfach nur da und starrte apathisch gegen die Wand. Es hatte so weh getan sie zu sehen, wie sie strahlend vor Glück zum Altar ging um Schnapslexis zu heiraten. Es hatte so weh getan, sie lächeln zu sehen, wo sie doch auf den Falschen zuging. Es hatte so wehgetan, dass es ihn innerlich fast zerriss. Zum ersten Mal hatte er alles verloren was ihm wichtig war. Jetzt, wo er sie nicht mehr haben konnte, war die Welt grau und trostlos für ihn. Er hatte keinen Grund mehr morgens aufzustehen, nur um sie zu ärgern, nur um ihr ein empörtes, verletztes oder auch nur ein einfaches "Arsch" zu entlocken, nur um sie wieder einmal mit ihrer Schokolade zu erwischen und sie damit wieder zu verunsichern, nur um über ihre angeblich schwache Fachkompetenz und ihren liebevollen und freundlichen Umgang mit den Patienten zu spötteln oder auch um ihr einfach ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Ich hab sie verloren.

Dieser Gedanke hielt sich hartnäckig in Marc Meiers Kopf, doch er beschloss, nicht mehr an sie zu denken.

Würde ja jetzt ohnehin nichts mehr bringen. Sie ist weg, weg, weg, WEG!


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Senf jeder Art hierhin: Kommentare zur 2. FF von Rapunzel

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

01.06.2011 16:13
#2 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Danke für eure lieben Kommis (: Ich quassel nicht viel herum und wünsch euch viel Spaß (:


Kapitel 2

Marc hielt es nicht mehr länger aus, er musste etwas tun. Also ging er zum Kühlschrank und nahm sich ein Bier. Damit setzte er sich auf die Couch, während er nachdachte, wie er sich jetzt ihr gegenüber verhalten würde. Gleichgültig, verletzt, Arschloch, beleidigt und ich-kämpfe-um-dich waren die Verhaltensmuster, die ihm auf die Schnelle passend erschienen. Ich-kämpfe-um-dich schloss er aus. Er wollte nicht, dass sie merkte, wie sehr sie ihm fehlte, außerdem war es reiner Selbstschutz, schließlich war er kein verliebter Dorfdepp wie Mehdi. Beleidigt war auch nicht so sein Ding, daraus würde sie auf verletzte Männlichkeit schließen, und das war wirklich das letzte was er brauchte, immerhin wollte er sie ja nicht mehr nur flachlegen. Verletzt war schon eher seins, daraus würde sie, wenn sie den feinen Übergang zu beleidigt denn bemerkte, auf das Richtige schließen. Doch wollte er das? Nein, er wollte nicht schon wieder schuld sein, wenn ihre Beziehung den Bach runter ging. Er würde lieber warten, bis Schnapslexis sie fallen ließ, falls das jemals geschah. Arschloch war auch nicht gut, denn aus Normalverhalten – zumindest sah Hasenzahn das so – würde sie schließen, ihm egal zu sein. Also blieb nur mehr gleichgültig. Doch konnte er das wirklich durchziehen?

Ich dürfte sie nicht mehr berühren, nur das Notwendigste mit ihr reden, keine Privatgespräche, und was, wenn sie es wieder falsch versteht? Aber egal. Ich muss es versuchen. Für mich. Für sie.

Es würde extrem hart werden, so viel war schon mal sicher. Denn ein Marc Meier war nicht für seine herausragende Geduld bekannt, wenn er das Wort denn überhaupt kannte. Marc Meier bekam, was er wollte und wann er es wollte.

Marc konnte nicht mehr länger grübeln und beschloss zu duschen und seinen Kummer statt mit Alkohol mit Wasser zu bekämpfen. Doch kaum stand er in der Dusche und wollte das Wasser aufdrehen, kam die Erinnerung hoch. Es war wie eine Erinnerung an ein längst vergangenes Leben, so weit schien es entfernt. Ihm wurde jetzt noch heiß und kalt wenn er daran dachte. Das, was damals NICHT passiert war, ließ ihm heute noch Schauer über den Rücken rieseln, und er wagte gar nicht sich auszumalen, wie es gewesen wäre. Bei dem Gedanken daran wurde ihm ganz schwindlig, und er hielt sich kurz an der Armatur fest um nicht auszurutschen. Da es ihm in der Dusche eindeutig zu gefährlich wurde, stieg er auf den kalten Badezimmerboden und trocknete sich ab, um seine Überlegungen auf das Sofa zu verlagern. Dann holte ihn die Erinnerung wieder ein:
Es war ein zu einladender Anblick gewesen: Gretchen in seiner Dusche, in seinem Shirt. Und als er sie geküsst hatte, war er so glücklich gewesen wie schon seit langem nicht mehr. Umso enttäuschter war er gewesen, dass sie die ganze Sache abgebrochen hatte. Sie hatte ja recht gehabt, ein Quicke in der Dusche ist vielleicht wirklich nicht das Romantischste, aber was hätte er denn tun sollen? Schnell mal eben 50 Kerzen kaufen? Er hatte ihr ja auch angeboten, ins Schlafzimmer zu gehen. Auf einmal ging seine Vorstellungskraft mit ihm durch...

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Was unser Marci wohl träumt? Senf könnt ihr hier hinterlassen: Kommentare zur 2. FF von Rapunzel

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

02.06.2011 18:03
#3 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Und weiter geht's

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Kapitel 3


http://www.youtube.com/watch?v=wVyggTKDcOE
(James Blunt – Goodbye My Lover)

Er kam nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause und wollte es sich gerade auf der Couch gemütlich machen, da hörte er ein Poltern aus dem Schlafzimmer. Zuerst dachte er an Einbrecher, als nächstes an seine Mutter, doch als er schließlich die Tür aufstieß, sah er etwas tausend mal Schöneres: Sein Hasenzahn, umgeben von einem einzigen Lichtermeer, aufreizend nur in Spitzenunterwäsche auf dem Bett posierend. Sie war so schön und vollkommen, dass die Mona Lisa vor Neid ihr Lächeln verloren hätte. Marc kam ihr langsam entgegen, sehr vorsichtig, um keine der vielen Kerzen umzustoßen, und kurz vor dem Bett blieb er stehen und ließ diesen unglaublichen Anblick auf sich wirken. Doch er hatte die Rechnung ohne seine Venus gemacht. Leise hauchte sie: "Komm her!", was er sich natürlich nicht zweimal sagen ließ. Er setzte sich auf das Bett, doch er wusste nicht was er jetzt tun sollte. Immerhin war so etwas wie Romantik bis jetzt ein Wort gewesen, bei dem er sich regelmäßig verschluckt hatte. Er war ratlos, und fragte sich ob er ihr die Kleider vorm Leib reißen oder sie küssen sollte. Oder sollte er doch lieber warten bis sie die Initiative ergriff? Darauf musste er nicht lange warten, denn plötzlich machte sie sich an seinen Knöpfen zu schaffen und öffnete sein Hemd, um es dann langsam seine makellosen Schultern herunterzuschieben. Sie krabbelte hinter ihn und begann, seinen extrem verspannten Nacken liebevoll zu massieren, was Marc sehr entspannend fand, und er schloss die Augen. Doch in ihm war das Monster erwacht, und das Monster gierte nach mehr.
Es schien, als hätte sie seine Gedanken gehört, denn nun begann sie seinen ganzen Körper mir Küssen zu bedecken und ihr Kopf sank immer tiefer, in Richtung Meier jr. Dort angekommen, öffnete sie den Knopf und den Reißverschluss seiner Hose und zog ihm dieselbe gleich flott aus. Dann wanderte sie mit ihren Lippen über seine wie aus Marmor gehauene Brust zurück zu seinem Mund. Marc, der beschloss, wie ein Gentleman zu schweigen und zu genießen, schloss die Augen, während er sie näher zu sich zog. Ihre Leidenschaft steigerte sich von Sekunde zu Sekunde, und schließlich öffneten seine Finger wie von selbst ihren BH. Auf einmal klopfte es an der Tür...

http://www.youtube.com/watch?v=N6O2ncUKvlg
(Nelly - Just a dream)

Marc schrak hoch und schüttelte erst mal den Kopf, wie um ein lästiges Insekten loszuwerden, als er eine Stimme vernahm. Das Klopfen schien real gewesen zu sein...

"Marc Olivier, mach sofort die Tür auf, oder ich enterbe dich!", hörte er eine Stimme, die ihm nur zu vertraut war.
Marc war genervt und wollte tun als wäre er nicht zuhause, doch der antrainierte Satz, der schon fast ein Reflex geworden war, machte ihm einen Strich durch die Rechnung: "Boah, Mutter, nenn mich nicht so!"

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Die Senfseite findet ihr selber?

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

03.06.2011 13:36
#4 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Hallihallo, da weitere Kommis ausbleiben, möchte ich hier mal um Kommis betteln :D
Noch einen schönen Tag wünscht euch
Punzelchen
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Kapitel 4

Wieso, zum Teufel, musste sie mich auch nach dem Vollarsch von Erzeuger benennen?

Elke Fishers markante Stimme drang durch seine Wohnungstür und Marc hatte den großen Drang, irgendetwas kaputtzuschlagen. Doch anstatt die nahe stehende Vase – ein exklusives Designerstück – zu zertrümmern, öffnete er die Tür, und bevor er auch nur "ficken" hätte sagen können, ging seine Mutter an ihm vorbei und saß auch schon auf dem Sofa.

Ironisch meinte Marc: "Ich wünsche dir auch einen guten Morgen!"
Seine Mutter beachtete das gar nicht, griff sich theatralisch an die Stirn und stöhnte: "Mein Sohn, es ist schrecklich. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll!"
"Wie wäre es, wenn du den Anfang und am besten auch gleich den Schluss weglässt und zum Wesentlichen kommst, damit wir es hinter uns haben?", fragte Marc, und betete zu Gott, dass sie bald wieder verschwinden würde.
"Nun ja, also, die Sache ist die...", stammelte seine Mutter, und langsam wurde er richtig ungeduldig.
"Boah, Mutter, mach hinne, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!", meinte Marc, wobei er genau genommen log, denn er hatte sehr wohl Zeit. Immerhin hatte er sich freigenommen falls Hasenzahn Schnapslexis wider Erwarten doch nicht heiraten würde. Damit hatte er zwar nicht gerechnet, immerhin träumte Hasenzahn von dieser Hochzeit seit sie krabbeln und Schokolade essen konnte, aber auch nicht damit, dass seine Mutter ihm anderenfalls den Tag vermiesen würde.
Wenigstens schien seine Mutter jetzt in die Gänge zu kommen: "Sohn, wenn du mich nicht unterbrochen hättest, wüsstest du jetzt schon worum es geht."
"Jaja, red einfach!", meinte Marc und hoffte inständig, dass seine Mutter ihn nicht zu irgendeiner Lesung von „Dr. Rogelt Band 1086 – Schwester Monique, ihr Ehemann und ich“ mitnehmen wollte.
Doch was jetzt kam übertraf alles: "Ich mache mir Sorgen um dich!"

Äh hä??? Diese Frau hat sich die letzten 25 Jahre keine Sorgen um mich gemacht, wieso jetzt auf einmal?

Er gab sich Mühe nicht zu lachen, doch es gelang ihm nicht so ganz: "Du machst dir Sorgen um mich?"
"Jetzt lach nicht!", sagte Elke beleidigt.
"Ich bemüh mich ja, aber es geht nicht!!!", lachte Marc, dann sah er ihren Gesichtsausdruck, der zwischen beleidigt und zornig wechselte.
Der talentierteste, sexieste und klügste, aber nicht gerade taktvollste Oberarzt Deutschlands beschloss daraufhin, sich am Riemen zu reißen.
"Schon gut, ich halt ja die Klappe. Könntest du mir jetzt bitte liebenswürdigerweise mitteilen, wieso um alles in der Welt du dir Sorgen machst? Es gibt nämlich keinen Grund dazu!", fragte Marc seine Mutter, die nachdenklich beim Fenster hinausschaute und ihn kurze Zeit lang ignorierte, was Marc unruhig werden ließ.

Hat sie jetzt das Sprechen verlernt? Mein Gott, ist das denn so schwer? Buchstaben bilden Wörter, Wörter bilden Sätze, genauer gesagt Subjekt, Prädikat und Objekt…

Marc wurde in seinen komplizierten gedanklichen Ausführungen über die deutsche Grammatik unterbrochen, als seine Mutter beschloss, ihm endlich die heiß ersehnte Antwort zu geben: "Weißt du, Marc, du warst nie einfach. Du warst wütend, du warst fies, du warst beleidigend, du warst kurz gesagt ein kompletter Arsch. Ich habe sämtliche Gemütszustände beobachten können, die genauso schnell wechselten wie die Frauen mit denen du geschlafen hast. Eines aber habe ich nie gesehen: Du warst niemals traurig, und schon gar nicht verliebt, ergo auch kein Liebeskummer. Du warst es immer der die Herzen gebrochen hat. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ich denke, da hat sich etwas sehr gravierend geändert!", sagte seine Mutter, immer noch mit nachdenklichem Gesichtsausdruck.
"Mein Sohn, ich fürchte, du hast Liebeskummer, und zwar einen von der schlimmeren Sorte."

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Senf könnt ihr hier hinterlassen: Kommentare zur 2. FF von Rapunzel

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

04.06.2011 20:30
#5 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Langsam, aber sicher, sollte ich mich wieder mal an einen neuen Teil setzen... Nichtsdestotrotz bekommt ihr hier mal das Mutter-Sohn... Ja was eigentlich?
Ganz liebe Grüße und ein fettes Dankeschön an die Kommischreiber
Punzelchen


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Kapitel 5


LÄCHERLICH! Marc Meier hat keinen Liebeskummer, und selbst wenn, was geht das meine Mutter an?

"Mutter, das ist doch lächerlich!", meinte er und versuchte ein spöttisches Lachen, doch seine Augen sprachen eine andere Sprache. In ihnen lag ein trauriger Ausdruck, den er nicht so recht verbergen konnte, und seine Mutter, die ihn schließlich sein ganzes Leben lang kannte, bemerkte sofort dieses traurige Funkeln, das sie noch nie in dieser – verhaltenen, aber vorhandenen – Intensität wahrgenommen hatte.

Sag mal Meier, bist du jetzt ganz durchgeknallt? Du wirst jetzt deiner Mutter nicht die Ohren vollraunzen wegen einer Frau!

Im selben Moment begann sein Handy zu klingeln, und Marc war noch nie in seinem Leben so dankbar gewesen, den nervtötenden vorinstallierten Klingelton seines Handys zu hören. Im Normalfall hätte er den Anrufer genervt weggedrückt, doch jetzt hob er ab und hoffte inständig auf ein langes Gespräch. Doch, wie sollte es auch anders sein, war am anderen Ende der Leitung Frau Dr. Hassmann, die Person, mit der er – nach Gretchen, Schnapslexis und seiner Mutter – jetzt am Wenigsten reden wollte.

Hassmann: Meier, kommen Sie sofort in die Klinik!
Marc: Gut, ich bin unterwegs.
Hassmann: WAS? Keine Worte des Widerspruchs? Haben wohl Weichspüler gefrühstückt? Oder hat Gretchen Haases Romantik doch einmal Spuren hinterlassen?

Oh Gott, musste das G-Wort unbedingt sein? Dieses Wort wird in meine Liste der Dinge aufgenommen, die ich nie anspreche. U. a.: Heirat, Ehe, Kinder, Familie, Reihenendhaus, Li…Liebe… Tja, und jetzt steht in dieser Liste eben auch G… Hasenzahn.

Marc: Ihnen auch noch einen schönen Tag. Ich nehme an, warum sie mich von meinem Urlaubstag in die Klinik zitieren, erfahre ich dann vor Ort?

Aus dem Tuten am anderen Ende schloss er, dass die Hassmann die Bedingungen gehört und akzeptiert hatte, und er somit alles Weitere im EKH erfahren würde.
Er beschloss, seine Mutter allgemein loszuwerden, da er nicht wollte, dass sie ihm auch noch ins Krankenhaus folgte, und sagte: „Mutter, ich muss noch mal weg, könnte spät werden, werde mich danach wahrscheinlich nicht mehr melden. Wir reden dann…“

NIE!

„… später irgendwann!“
„Sohn, du wirst mich jetzt nicht sitzen lassen! Ich bin deine Mutter!“, sagte Elke so theatralisch, dass man meinen könnte sie würde ihre Romane nicht nur schreiben, sondern auch noch direkt aus ihnen stammen.

Oh Gott, sie klingt schon wieder wie diese Monique… Ach nee, wie hat ihre Mutter noch gleich geheißen? Desiree, genau.

Marc, der keinen Grund sah noch eine Sekunde länger bei einem potenziellen Herzschmerz-Gespräch mit seiner Mutter auszuharren, meinte nur: „Du findest alleine hinaus, ja?“, und schon fiel die Tür ins Schloss. In diesem Moment war es Marc Meier auch herzlich egal, ob sich seine Mutter alleine in seiner Wohnung aufhielt. Er wäre auch an den Nordpol gegangen um dem drohenden Mutter-Sohn-Gespräch entkommen. Der Oberarzt hatte die seltenen Momente ihrer mütterlichen Fürsorglichkeit ja schon immer verabscheut.
Doch dann stellte er stöhnend fest, dass er den Autoschlüssel vergessen hatte.

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Unser Marci hat aber auch immer Pech.
Wohin mit eurem Senf wisst ihr?

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

06.06.2011 20:12
#6 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Ich müsste zwar dringend mal weiterschreiben, aber morgen hab ich Schularbeit - die LETZTE in diesem Jahr - und daher komm ich heute garantiert nicht mehr dazu. Ab morgen hoffe ich aber, dass ich mal schreiben kann auch.

Das Kapitel ist mal länger und leider musste ich eher ungünstig abteilen - naja, es ist ein netter Cliffhanger, aber Colli wird mir sicher drohen. Und das blödeste ist, sie kennt meine Adresse *angsthab*

Ganz liebe Grüße und noch einen schönen Abend
Punzelchen


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Kapitel 6


NEIN! Ich geh jetzt ganz sicher nicht wieder zurück in meine Wohnung. Oh Gott, das klingt armselig, du gehst nur deswegen nicht zurück und holst einen lächerlichen Schlüssel, weil deine Mutter auf dem Sofa sitzt?

Also begab sich Marc, todesmutig wie er war, in die Höhle des Löwen, oder besser gesagt Fischs. Auf Zehenspitzen schlich er durch den Vorraum, schnappte sich den Schlüssel von der Kommode und schlich zurück.
Leider hatte er am Vortag seine Schuhe einfach so von seinen Füßen gestreift und das wurde ihm jetzt zum Verhängnis: Marc stolperte über einen seiner Lacoste-Treter und verfluchte dabei seine Faulheit.
Natürlich, wie könnte es auch anders sein, hatte seine Mutter den Wirbel im Vorzimmer mitbekommen und rief jetzt durch die halbe Wohnung nach ihrem Sohn: „Marc Olivier, bist du das?“

Geh nicht drauf ein, geh nicht drauf ein. Ob es wohl als Mord gilt, wenn man seine Mutter erdrosselt? Ich würde ja eher auf Mord aus Notwehr plädieren. Oder wie wäre es mit seelischer Gewalt? Obwohl, wenn ich gestehen würde, wäre die Zeit im Knast kürzer…

Bevor Marc sich in weiteren Überlegungen über den für ihn günstigsten Mord an seiner Mutter verrennen konnte, beschloss er schlicht und einfach zu flüchten und saß schon im Auto, als seine Mutter aus der Wohnungstür schaute.

Als Marc gekonnt in seine Parklücke manövrierte, ahnte er noch nichts von der Katastrophe, die hinter den Toren des Krankenhauses ihren Lauf nahm.

http://www.youtube.com/watch?v=K4KsMUbSp3k&feature=related
(Glashaus – Haltet die Welt an)

Gordon stieß die Türen des Krankenwagens auf, während Gretchen wie paralysiert gegen die Wand starrte und unfähig war sich zu bewegen. Ihr Leben war ja bei weitem nie einfach gewesen, zuerst war sie der unbeliebte, übergewichtige, unglücklich verliebte Teenager gewesen, dann die verlassene Verlobte und schließlich immer die zweite Wahl. Sie hatte es so satt unglücklich zu sein. Und jetzt, wo sie endlich einmal ihr Glück gefunden gehabt hätte und schon von Lena, Marie, Luisa, Nora und Anna geträumt hatte, ihren 5 bezaubernden Kindern, die alle Marcs… - häh, wieso Marcs? – Alexis‘ braune Haare geerbt hatten, kam wieder so etwas. Sie machte sich schreckliche Sorgen um ihren Vater, da sie keine Ahnung hatte wie sie nur ohne ihn klarkommen sollte. Er hatte ihr einen Job als Assistenz besorgt und hatte ihr immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Schon von klein auf hatte er ihre chirurgischen Ambitionen gefördert. Sie rechnete schon mit dem Schlimmsten.

Ohne ihn würde sie sich fühlen wie ein halber Mensch.
So, als hätte sie jemand auseinandergerissen und falsch wieder zusammengesetzt.

Zu alldem kam noch ein Schulgefühl.
Sie sagte sich, es hätte ihr auffallen müssen, dass es ihm schlecht ging.
Sie sagte sich, dass es ihre Schuld wäre wenn er sterben würde.
Sie meinte zu wissen, die Anzeichen gesehen zu haben.
Sie gab sich die Schuld an etwas, an dem sie die Schuld nicht trug.

Plötzlich fand sie sich im Krankenhaus wieder. Sie hatte keine Ahnung, wie ihre Füße sie bis hierher getragen hatten, sie hatte auch keinerlei Erinnerung den Weg jemals zurückgelegt zu haben. Das einzige, das sie wusste, war, dass sie verhindern musste dass ihr Vater starb. Ansonsten würde sie ewig darunter leiden, die Schuld zu tragen.
Also ging sie auf den OP zu wie ferngesteuert.

http://www.youtube.com/watch?v=Zcps2fJKuAI
(Thirty seconds to mars – this is war)

Links, rechts. Atemzug. Links, rechts, Atemzug.
Alles fühlte sich an wie in Zeitlupe.
Sie nahm die Menschen um sich herum kaum wahr. Weder ihre Mutter, die entgegen ihrer Art still auf einem der Plastiksessel saß, noch ihren Bruder, der seiner Mutter übers Haar strich während seine sonst so sorglose Miene von Sorgenfalten überzogen war.
Sie starrte wie hypnotisiert auf die metallene OP-Tür, der sie mit jedem Schritt näher kam.

Bis sie plötzlich am Arm zurückgerissen wurde.

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Senf, Ketchup oder was auch immer ihr so zu euren Würsterl dazuesst, kommt hierher: Kommentare zur 2. FF von Rapunzel (2)

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

09.06.2011 22:05
#7 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Sooo, hab jetzt GOTT SEI DANK endlich das meiste Schulzeugs hinter mir und kann mich daher vermehrt ums schreiben kümmern. Hoffe ich zumindest. Heute bin ich jedenfalls einfach nur müde und hinterlasse euch schlicht und einfach schnell mal ein Kapitel. Tut mir echt leid dass die letzten Tage nix kam

Sorry dass ich nicht auf eure Kommis antworten konnte, danke euch dafür und hoffe, ihr seid nicht traurig.

Punzelchen


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Kapitel 7

Gretchen drehte sich um und blickte in zwei schokobraune Augen, die sie besorgt musterten.

„Ist alles okay bei dir?“, fragte Mehdi besorgt und schaute ihr mit einer solchen Intensität in die Augen, dass jede andere Frau auf der Stelle weiche Knie bekommen hätte. Doch Gretchen hatte mit Mehdi so ihre Erfahrungen gemacht und daher war sie immun gegen seine Augen, die ja sogar ihre Mutter so toll fand.

„Sieht es denn so aus?“, fragte sie mit Tränen in den Augen, die sie nur mit Mühe noch einmal hinunterschlucken konnte. „Mein Vater liegt da drin und ich will und werde ihm jetzt helfen!“ Kaum hatte sie diese Worte gesprochen riss sie sich los und ging wieder auf den OP zu, bis Mehdi sie wieder festhielt.

„Gretchen, du KANNST da nicht reingehen. Da liegt dein Vater! Außerdem hast du immer noch dein Kleid an!“, sagte er während er weiter ihre Handgelenke umfasste.

Gretchen versuchte sich zu befreien, gab aber irgendwann auf da sie nicht gegen seinen stählernen Griff ankam.

„Lass mich jetzt los! Ich werde ihm helfen und du kannst nichts dagegen tun!“, rief sie, während ihre Stimmlage bedrohlich auf hysterisch schwenkte. „Du kannst nicht verhindern dass ich ihm helfen will. Ich bin doch schuld an dem ganzen Schlamassel! Ich hätte mitkriegen müssen, dass es ihm so schlecht geht und hätte gleich eingreifen müssen! Stattdessen feiere ich schön meine Hochzeit. Das war das egoistischste was ich jemals getan hab! Und dann auch noch mein Vater, der mir immer geholfen hat. Ich kann nicht einfach so herumstehen und warten bis Dr. Rössel ihn rettet. Ich kann nicht nur warten. Ich muss ihm einfach helfen, verstehst du das nicht?“

Mittlerweile liefen ihr die Tränen so heftig über die Wangen, dass die Niagarafälle vor Neid blass geworden wären. Mehdi nahm sie in den Arm und strich ihr beruhigend über das Haar, während sie seinen Kittel durchnässte. Ihr ganzer Körper bebte unter den Schluchzern.

Wieder schien die Zeit stehenzubleiben, als sie sich an seiner Schulter ausweinte. Bis sie erneut abrupt schnell weiterlief, als eine Hand an ihrer Schulter sie plötzlich zurückriss und Mehdi erschrocken zusammenzuckte, der scheinbar gedankenverloren dagestanden hatte.

Während Gretchen zurückstolperte und beinahe auf die Nase gefallen wäre, hätte man sie nicht aufgefangen, schaute Mehdi nur verdutzt die Person hinter ihr an.

http://www.youtube.com/watch?v=ijbeE6uY6DY
(Coldplay – Green eyes)

„Hör zu Gretchen, du musst hier weg. Du kannst nicht operieren in diesem Zustand!“, sagte Marc mit sanfter, aber doch eindringlicher Stimme. „Ich werde alles geben, das schwöre ich dir. Ich könnte es mir nie verzeihen wenn ich weniger als 100 % geben würde, das musst du mir glauben. Aber bitte geh. Du kannst das hier nicht mitansehen! Ich weiß, du glaubst du kannst es, aber es wäre zu viel für dich. Es ist mir klar, dass das viel verlangt ist, aber du musst mir jetzt einfach vertrauen und warten!“

Gretchen nickte nur stumm, sie war ganz gefesselt von seinem intensiven Blick, der sie so ganz anders, ja sogar auf eine bessere Weise als Mehdis in seinen Bann zog. Doch der Moment war viel zu schnell vorbei, denn Marc nickte kurz, räusperte sich und ging in den OP.


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Colli, weil ich dich ganz doll lieb habe hab ich dir den Cliffie erspart Senf würde mich freuen, die dafür vorgesehene Seite findet ihr hoffentlich ;)

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

12.06.2011 13:18
#8 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Soo, hier bekommt ihr wieder ein neues Kapitel :)



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Kapitel 8

Geschlaucht trat Marc aus dem OP und wusch sich die Hände. Als er in den Spiegel blickte, erschrak er. Denn was er sah, war ein Mensch, der er nicht sein konnte. Man hätte durchaus das Adjektiv abgefuckt nehmen können, um den Zustand insbesondere seines Gesichts zu beschreiben. Seine Haare hingen strähnig in die Stirn und unter seinen Augen lagen tiefe Schatten. Seufzend lehnte er sich gegen die gegenüberliegende Wand und dachte an die OP zurück. Das hatte gar nicht gut ausgesehen. So viel Blut im Bauchraum hatte er noch selten gesehen. Sollte ihr Vater überleben, grenzte das an ein Wunder. Das Ganze nahm ihn mehr mit als er geglaubt hatte, immerhin war das ja Gretchens Vater und nicht seiner…

„MEEEEIER?!“, schrie Fr. Dr. Hassmann und fuchtelte mit der Hand vor seinen Augen herum. „Jemand zuhause im Oberstübchen? Ach, was frag ich eigentlich, wo Ihr Gehirn doch weiter unten liegt. Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass Sie – sowie alle anderen Besucher der Hochzeit – ab sofort unter strenger Quarantäne stehen, da bereits drei Fälle von Ebola ausgebrochen sind!“

Ebola? Das darf nicht wahr sein. Ich wollte doch gar nicht, dass sich mein Verdacht bestätigt!! Wie gerne würde ich jetzt wieder Blinddärme machen!
Schon alleine die Symptome klingen grausam: hämorrhagisches Fieber, Leber- und Nierenfunktionsstörungen mit Ödemen, innere Blutungen, Blutungen ins Gewebe, blutiger Stuhl und Urin, Schockzustände und Kreislaufzusammenbrüche, Krämpfe und Lähmungserscheinungen und Übelkeit mit Erbrechen, Durchfall, Haut- und Schleimhautblutungen. Und am Schlimmsten ist, dass diese Krankheit in 50-90 % der Fälle tödlich endet! Wie soll ich das nur Hasenzahn beibringen? Wie sagt man jemandem, dass ihr Vater vermutlich sterben wird?

Bei anderen Leuten war es Marc immer leicht gefallen und er hatte einem Patienten immer – mehr oder weniger feinfühlig – ohne Probleme sagen können, dass ihm nur mehr Tage oder Wochen blieben. Doch jetzt, wo er Hasenzahn sagen musste, dass ihr Vater vermutlich sterben würde, wurde ihm ganz anders.
Es war anders als die vielen Male, die er einem Krebspatienten mitgeteilt hatte, dass die Chemotherapie nicht anschlug und ihm kaum mehr Zeit blieb.

Verzweiflung machte sich in ihm breit. Ein Gefühl, das Marc nicht allzu gut kannte.
Der Professor hatte die OP zwar gut überstanden, aber sollte es tatsächlich Ebola sein, würden sie ihm beim Verrecken zusehen müssen, es sei denn, sie könnten ein Rekonvaleszentenserum beschaffen, und das würde reichlich schwierig werden.
Ganz abgesehen davon, schwebte der Professor in Gefahr. Marc hatte es nie zugegeben, aber der Professor war der Einzige, vor dem er annähernd Respekt hatte. Normalerweise machte er sich ja sogar über Gott lustig.
Und wenn Dr. Haase dieses Virus tatsächlich nicht überstehen sollte, wäre Gretchen erneut am Boden zerstört. Dann wäre es nur mehr eine Frage der Zeit, bis sie das Handtuch werfen würde.
Ihr erster Verlobter hatte sie betrogen, sie hatte zusehen müssen wie er Gabi einen Antrag machte und jetzt hatte sie auch noch eine versaute Hochzeit hinter ihr. Wahrscheinlich wurde sie jetzt auch noch um ihre Hochzeitsnacht gebracht. Marc wusste, dass dies selbst eine unendlich starke Frau wie Hasenzahn umwerfen würde.

„Meier! Egal auf welchem Planeten Sie gerade sind, kommen Sie wieder zurück in die Realität! Wollen Sie es ihr sagen oder soll ich es tun?“, fragte die Hassmann, während sie einen Schluck von ihrem Kaffee nahm und von ihrem Müsliriegel abbiss.
„Wenn Sie nichts dagegen haben würde ich das gerne machen!“, antwortete Marc und schielte zu Gretchen, die zusammengesunken auf dem Boden saß und emotionslos gegen die gegenüberliegende Wand starrte.
Dr. Hassmann sah kurz ehrlich besorgt aus, dann wechselte sie wieder in den „emanzipierte Karrierefrau“-Modus und sagte noch leise: „Aber bitte wirklich schonend!“, bevor sie sich umdrehte und wegging.

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Kommis wären lieeeb

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

13.06.2011 16:47
#9 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

So, da die Kommis irgendwie verhalten waren hoffe ich diesmal auf mehr
Ich freue mich aber über jedes einzelne wie ein Schneekönig
Dieses Kapitel ist ein Paradebeispiel für ungünstiges Ende :D

Glg Rapunzel


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Kapitel 9

Während er sich langsam zu Gretchen umdrehte, bereitete er seine Rede vor.

Hey Hasenzahn,

dein Vater hat die OP zwar gut überstanden, wird aber vermutlich sterben. Lust auf einen Kaffee?

Nee, ging gar nicht.

Ähm, Hasenzahn, vielleicht solltest du dich setzen…

Klischeehafter ging es nicht mehr. Außerdem sitzt sie schon.

Gretchen, wir sollten reden.

Das klingt nach Beziehungsgespräch.

Hasenzahn, willst du zuerst die gute oder die schlechte Nachricht?

Schon besser, aber das klang immer noch zu fröhlich.

Gretchen, ich muss dir was sagen. Vielleicht sollten wir woanders hingehen?

Das klingt nach Liebesgeständnis.

Hasenzahn, wir wissen jetzt was es ist. Wir sind jetzt sicher, dass bereits drei Personen Ebola-infiziert sind. Einer davon ist dein Vater.

Zu herzlos.

Mutlos warf er den Kopf in den Nacken. Vielleicht sollte er einfach warten bis sie es von selbst herausbekam. Dann könnte er sich den Mist hier ersparen.


Gretchen hatte gerade eine Banane in Form von Dreckspritzern an der Wand entdeckt, als sie eine warme Hand auf ihrer Schulter spürte.
In ihre Nase drang ein ihr allzu bekanntes Aftershave, sie bekam eine Gänsehaut und ihre Nerven arbeiteten auf Hochtouren.
Die zarten Härchen auf ihren Armen richteten sich sekündlich auf, und wohlige Schauer liefen durch ihren Körper.
Und obwohl es nur eine Hand war, fühlte sie sich schlagartig besser und geborgen. Ein Gefühl, das ihr weder ihre Mutter noch Alexis gegeben hatte als ihr Vater im OP lang und um sein Leben rang.
Gretchen wusste genau, zu wem diese Hand gehörte. Sie hatte von der ersten Sekunde an gespürt, wer da neben ihr kniete.

Plötzlich schienen alle Fragen beantwortet, die Sonne schien aufzugehen, die Leere wurde ausgefüllt. Von ihm ging eine Präsenz aus, die sie von der ersten Millisekunde gespürt hatte.

Wie in Zeitlupe hob sie ihren Kopf und drehte ihn zur Seite.
Blitze schossen durch ihren Körper und legten ihren Verstand lahm, als sie in grüne Augen blickte, die sie besorgt musterten.
Die Zeit schien stillzustehen, bis er schließlich seine Hand hob und ihr Tränen von der Wange strich, von denen sie nicht mal wusste, dass sie sie geweint hatte.
Stunden schienen vergangen zu sein, doch in Wahrheit waren es nicht einmal Sekunden gewesen.

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

20.06.2011 23:34
#10 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Ich bin ein furchtbarer Fanfic-Autor. Das weiß ich. Nichtsdestotrotz hoffe ich, ihr könnt mir noch mal verzeihen.

Noch einen schönen Abend wünscht
Rapunzel


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Kapitel 10


Sein Gesicht war ihrem so nahe. Es wäre so einfach. Wie ein natürlicher Vorgang.
Wie Nordpol zu Südpol fand.
Wie das Anion das Kation suchte.
Wenige Zentimeter waren zu überwinden, doch für sie schien es länger als ein Marathon.
Und da Gretchen nicht die beste Läuferin war, versuchte sie es gar nicht.

„Hasenzahn?“, fragte er jetzt.

Für sie war es wie eine Offenbarung.
Wie etwas nach dem sie lange gesucht hatte.
Wie das fehlende Teil in einem Puzzle.
Etwas, das gefehlt hatte, bis zu dem Moment, wo er diesen ihr so verhassten Spitznamen aussprach.
Und doch hatte dieses eine simple Wort etwas Tröstliches.
Es war wie eine Tasse heißer Schokolade, wie eine Mutter, die einen in den Arm nahm.

Gretchen schüttelte verwirrt den Kopf, um diese seltsame Wärme loszuwerden, die sich in ihrem ganzen Körper breit gemacht hatte in dem Moment, wo er ihren Namen ausgesprochen hatte.

„Gretchen?“, fragte er besorgt nach, weil er keine Antwort bekam.
Durcheinander schüttelte sie erneut den Kopf, weil er es schon wieder geschafft hatte, sie so zu verwirren.
Sie fröstelte und rieb sich über die Unterarme, während sie sich zwang, auf eine Stelle zwischen seinen Augen zu schauen.
Nach gefühlten Stunden antwortete sie ihm. Sie versuchte ihre Verzweiflung zu verbergen, doch ihre Stimme war nicht mehr als ein Hauch.

„Wie geht’s Papa?“
„Wie geht’s Papa?“, fragte sie, und schaute ihn aus verweinten Augen an.

Man sagt Augen sind die Fenster zur Seele.
Das Blau ihrer Augen war wie das Meer.
Eine unergründliche Tiefe, in die er manchmal hineinschauen durfte.
So oft hatte er gelesen, was sie wirklich fühlte.
Und jetzt gerade hatte er einen Einblick in die unergründlichen Meerestiefen.
Doch was er sah, gab ihm den Rest.

Verzweiflung.
Trauer.
Ratlosigkeit.
Mutlosigkeit.

Marc fragte sich, ob er ihr wirklich sagen sollte, was mit ihrem Vater los war. Wie würde sie reagieren?

Wissend nicken, als hätte sie geahnt, dass es nicht gut ausgehen würde?
Weinend zusammenbrechen, weil der Tag, der ein Traum werden sollte, zum Alptraum wurde?

Marc wusste es schlicht und einfach nicht.
Und er fühlte sich so hilflos.
Fand nicht die richtigen Worte.
Fand nicht die Kraft, einzuatmen.
Wusste nicht was er sagen sollte.

Wie sagte man jemand, dass eine der wichtigsten Personen in dessen Leben vielleicht sterben wird?
Nicht zwischen Tür und Angel.
Nicht zu relaxt.
Nicht zu entmutigend.

Marc war bewusst, dass er jedes einzelne seiner Worte sorgfältig abwägen musste, wenn er ihr nicht den letzten Mut nehmen oder als Arsch dastehen wollte. Er durfte nicht wirken als würde es ihn kaltlassen. Er musste Mitgefühl zeigen.
Etwas, das Marc Meier sehr schwer fiel.

Für sie versuchte er es.
Versuchte die Worte zu finden, die nicht gefunden werden wollten. Sie schienen Verstecken mit ihm zu spielen. Doch Marc Meier war nicht umsonst der King des Versteckspiels gewesen – damals, im Kindergarten.

„Gretchen, bitte mach dir keine Sorgen. Deinem Vater geht es den Umständen entsprechend gut“, begann er, und sah ihr abwartend in die Augen.
Sie sah ihn einigermaßen gefasst an.
Wirkte ruhig, obwohl ihr immer noch stumme Tränen über die Wangen liefen.
Also beschloss Marc, es zu Ende zu bringen. Irgendwann würde er es sowieso machen müssen.

Kurz und schmerzlos, als würde er ein Pflaster abreißen, brachte er es zu Ende.

„Wir befürchten, dass wir einige Fälle von Ebola haben, und dass dein Vater einer davon sein könnte.“

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

22.06.2011 19:08
#11 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Danke nochmal für eure Kommentare.
Hier habt ihr wieder was, aber es ist nicht recht lang.

GLG Punzelchen

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Kapitel 11

Ebola? Das kann nicht sein, das darf nicht sein. Das darf einfach nicht sein. Alles andere, aber bitte nicht Ebola, nur nicht Ebola.

Gretchen sagte nichts, ihre Lippen waren leicht geöffnet, doch sie starrte gegen die Wand wie Marc einige Stunden zuvor.

Atmen, Gretchen, atmen! Ein, aus, ein, aus, ein…

„Seid ihr ganz sicher?“, fragte sie. Was in ihren Gedanken gefasst und deutlich geklungen hatte, kam als zarter, zittriger, unsicherer Hauch über ihre Lippen. Sie war starr und fühlte eine tiefe Angst. Die Angst vor dem Alleinsein.

Was für ein Blödsinn! Du bist verheiratet, Alexis steht dir bei! In guten wie in schlechten Tagen, schon vergessen?

Doch es half nichts. Sie hatte Angst. Seit sie denken konnte, waren ihre Eltern für sie da gewesen. Sie hatten sie unterstützt, getröstet, ihr geholfen. Sie hatten ihr mit unnötigen Kommentaren den Tag versaut und hatten sie in den Wahnsinn getrieben, sie hatten ihr die Mittagspause verdorben, sie hatten ihr dämliche Spitznamen gegeben oder ihr hinterherspioniert, doch ohne Eltern konnte und wollte Margarete von Buren, geborene Haase, nicht leben. Immer, wenn sie Unterkunft gebraucht hatte, hatten sie sie mit offenen Armen aufgenommen wie den verlorenen Sohn – äh, Tochter. Und hatte sie etwas gebraucht, waren sie immer für sie da gewesen. So peinlich sie sich oft benommen hatten, sie hatten immer hinter ihr gestanden. Und Gretchen wollte nur ungern ohne diese Stütze auskommen.

Margarete Haase ohne Eltern das war wie ein Haus ohne Einrichtung.
Einfach unvollkommen.
Sie BRAUCHTE ihre Eltern, sie war gewöhnt, dass sie immer dagewesen waren. Und das, so lange sie denken konnte.

Endlich traute sie sich wieder in seine Augen zu sehen.
Sie sagten, es tut mir leid.
Doch sie hatte nichts von seinem Mitleid. Das war immerhin ihr Vater der infiziert war.

Marc nickte langsam und sah ihr wieder in die Augen. Fast schon schüchtern sah er in diesem Moment aus. Und zum ersten Mal, seit Margarete Haase denken konnte, sah sie in seinen Augen aufrichtiges Mitleid.

Die Hoffnung, dass es ein Irrtum gewesen sein könnte, starb in diesem Moment in Gretchen. Denn wenn Marc schon Mitleid hatte, musste die Situation nahe der Eskalation sein.

„Marc, das kann doch gar nicht sein. Das darf einfach nicht sein!“, sagte sie, immer wieder unterbrochen von Schluchzern, die sich langsam aber sicher zu einem Schluckauf auswuchsen. Zusammengesunken, wie ein von einem Erdbeben zerstörtes Haus, saß sie an der Wand und starrte schockiert an die gegenüberliegende Wand, während sie immer wieder leise „Nein, das kann nicht sein, das darf nicht sein…“ sagte.

Sie hörte, wie sein Gewand raschelte und seine Knochen knacksten, als er sich aus der unbequemen Hocke neben sie setze. Ein warmer Arm legte sich um ihre Schultern, und sie ließ sich einfach gegen ihn sinken und schloss die Augen. Sie genoss dieses Gefühl der Geborgenheit, das sich langsam von ihrem Herzen bis zu ihren Zehenspitzen ausbreitete. Es war wie eine Schmerztablette. Ihre Verzweiflung begann ein wenig nachzulassen und die erste Hoffnung schaffte es durch den Sturm aus Angst zu ihr. Sie war allgemein ruhiger geworden. Ihr Schluckauf war weg, ihre Atmung hatte sich wieder beruhigt und die Tränen begannen langsam zu trocknen. Nichts hätte dieses Bild stören können.

Naja, nichts bis auf Alexis von Buren.

Rapunzel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.927

26.06.2011 23:23
#12 RE: 2. FF von Rapunzel Zitat · Antworten

Kapitel 12

„Ähm, was genau machen Sie da mit meiner FRAU???“, fragte der schleimige Arschkriecher Marc.
„Alexis, lass doch!“, versuchte Gretchen die Situation noch vor der Eskalation wieder unter Kontrolle zu bekommen, aber es gelang ihr nicht wirklich. Alexis stand schon vor Marc und hatte ihn am Kragen hochgezogen.
Nach Luft schnappend, versuchte er ihm einen blöden Spruch reinzuwürgen, der allerdings eher schwach war.
Was aufgrund seiner momentanen Situation auch kein Wunder war.

„Frau? Ich würde eher sagen… Walfisch! Wusste gar nicht, dass Sie so ein Tierfreund sind…“, meinte Marc, mit einem erstickten Lachen. Erstickt im wahrsten Sinne des Wortes, denn er bekam kaum Luft.
Alexis wurde jetzt richtig sauer, und schüttelte Gretchen ab, die versuchte ihn an der Schulter zurückzuziehen.
„Ich hab’s dir schon mal gesagt und ich tu’s auch gern noch mal: Gretchen ist die schönste Frau der Welt!“
„Wenn man auf Lebertran steht…“, meinte Marc und zog eine Augenbraue hoch. Gretchen nahm das alles natürlich wieder viel zu ernst und bevor er noch „Walfisch“ hätte sagen können, rannen ihr schon wieder die Tränen über die Wangen.
„Ganz toll gemacht. Mit deiner Feinfühligkeit wärst du glaub ich in der Patho besser aufgehoben als in der Chirurgie!“, meinte Alexis kopfschüttelnd und zog ein Taschentuch aus der Hosentasche. Er wandte sich ab, um es Gretchen zu bringen, doch er sollte nie ankommen.

Marc war mit einem Hechtsprung direkt auf Alexis‘ Rücken gesprungen, der mit einem eindrucksvollen Urschrei zu Boden ging. Gretchen fühlte sich unweigerlich an ihren Traum mit Marc und Mehdi erinnert. Sie musste sich wirklich sehr zusammennehmen, um nicht wieder Marc anzufeuern. Also stand sie zunächst nur hilflos da, bis sie schließlich mit laut gellender Stimme, von deren Sicherheit und Volumen sie selbst überrascht war „AUFHÖREN!!! SOFORT!“ rief. Die beiden Gockel starrten erschrocken zu ihr auf und alle, die sich auf der Station befanden, schienen mit ihren Augen an ihr zu kleben wie der allerbeste Superkleber.

Sie spürte, wie ihre Wangen zunächst warm und dann richtig glühend heiß wurden. Mann, das war wieder einmal so was von peinlich. Aber dann nahm sie sich zusammen und holte aus.
Bevor sie jedoch zuschlug, sah sie Marc kurz in die Augen. Hätte sie etwas wie Erstaunen oder Entsetzen gesehen, hätte sie vielleicht nicht zugeschlagen. Doch aus seinen Augen winkte ihr der Spott in Person zu. Also holte sie nochmal aus. Mit einem kräftigen Platschen landete ihre Hand auf seiner Wange und hinterließ ihren Handabdruck als Mahnmal für alle, die sich mit ihr anlegen wollten.
Marc stöhnte kurz auf und hielt sich die Wange, während Gretchen seine Augen verdächtig glitzern sah. Doch sie war schnell abgelenkt, denn ihr ach so feiner Ehemann kringelte sich vor Lachen und wollte gar nicht mehr aufhören.

ZACK. Schon eine Sekunde später saßen beide da und hielten sich ihre Wange. Gretchens Handfläche brannte zwar, aber das war es ihr wert gewesen.

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