Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Willkommen im Doctor´s Diary Fan-Forum!
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 151 Antworten
und wurde 37.080 mal aufgerufen
 Erfindet eure eigene Fortsetzung!
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ... 7
Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

22.04.2011 13:49
Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo DD- Süchtige,
ich finde eure Fortsetzungen wirklich toll und nach ein wenig Vorarbeit hab ich beschlossen meine Geschichte auch mit euch zu teilen.
Sie beginnt damit, dass Gretchen das Fellowship in Washington bekommt. Es ist aus Gretchens und aus Marcs Sicht (das merkt man dann schon...)
Die Gedanken sind kursiv und Tagebucheinträge, Flashbacks und Träume sind fettgedruckt. Am Anfang ist die Geschichte noch ein bisschen langweilig, aber das Spannende kommt schon noch!

An alle: Ich hab hier und da ein paar Ideen geklaut, und das tut mir wirklich leid. Aus diesem Grund wollte ich sie am Anfang gar nicht posten. an die Betroffenen
und die, die sich betroffen fühlen: Bitte seid mir nicht böse! Es tut mir echt leid!

LG und viel Spaß
Sophie

PS: Die nächsten Teile gibt's nur auf Anfrage:
Kommentare zur Story von Sophiee^^


Gretchen war unsicher. Sie wusste ja, dass sie die Jury des Fellowships mit ihrem Vortrag sehr beeindruckt hatte, aber dass sie es wirklich bekommen würde, daran hatte sie nicht gedacht. Immerhin war sie nur eine Assistenzärztin.
Das schlechte Gewissen nagte an ihr.
Naja, dann heißt es ja jetzt weggehen…
Wie sollte sie es bloß Marc sagen? Wie konnte sie ihm klarmachen, dass sie ihn liebte, auch wenn er sie immer nur beschimpfte und Spielchen mit ihr spielte? Sie war sich ganz sicher: Sie würde nach Washington gehen. Sie würde endlich mal ein Jahr lang ohne Männer leben. Wie sollte sie sich auch neu verlieben, wenn ihre große Liebe in Deutschland (hoffentlich) auf sie wartete?
Oh nein, ein Jahr ohne Marc! Wie soll ich das nur überstehen??
Aus ihren Augen quollen dicke Tränen. War ja klar, dass sie es nicht einmal schaffte an ihn und an Washington zu denken ohne zu heulen!
Sie beschloss, jetzt gleich zu ihrem Vater zu gehen, um ihm zu sagen, dass sie wegging. Nach Washington. Sie hatte sich einmal gegen die Liebe entschieden, und das war ein großer Schritt für sie.
Und plötzlich waren sie weg, die Tränen, so schnell wie sie gekommen waren. Sie wusch sich nochmal das Gesicht und machte sich auf dem Weg zum Büro des Chefarztes. Gretchen atmete noch einmal tief durch und klopfte. In ihrer Hand hielt sie die Zusage für das Stipendium.
„Moment noch“, rief ihr Vater und plötzlich öffnete sich die Tür.
Wumms! Mist, tut das weh! Kann der nicht aufpassen?
Gretchen sah auf. Es war Marc, der gerade aus dem Büro ihres Vaters kam.
„Sorry, wusste ja nicht, dass du dich anlehnen musst um nicht umzukippen“, erwiderte er mit einem charmanten Grinsen.
„Man, Marc, kannst du nicht EINMAL ein bisschen aufpassen?“, schrie Gretchen ihn mit Tränen in den Augen an.
Oh nein! Gehirn an Gefühlszentrum, nicht heulen, NICHT HEULEN!!! Ich wusste ja nicht, dass ich bei seinem Anblick schon anfange zu flennen wie n kleines Kind… das kann ja nur mehr besser werden!
„Was isn los?? Tuts denn so weh?“, fragte er, zu Gretchens Erstaunen, beinahe besorgt.
„Nein, geht schon wieder… lässt du mich jetzt bitte rein?“, erwiderte sie gereizt.

Oh mein Gott, was ist denn der über die Leber gelaufen?
Marc machte sich schleunigst auf den Weg zu seinem Büro, um diesem Weib zu entkommen, das ihn zwar wahnsinnig machte, aber das er trotzdem so sehr liebte. Aber wieso konnte er es nicht sagen? Er denkt immer daran, wie lange er sie nicht mehr geküsst hatte, und eine Leere breitete sich in ihm aus. Eine Leere, die niemand füllen konnte, nur sie…
Wenn er an sie dachte, wurde diese Leere von einem warmen Gefühl ersetzt. Das musste Liebe sein. Immer wenn er so etwas dachte, wurde ihm bewusst, wie schwach er war. Eine FRAU konnte ihn doch nicht ernsthaft so verzaubern, dass er für sie alles aufgeben würde? Es war ihm nicht einmal wichtig, mit ihr zu schlafen, er wollte nur sehen, wie glücklich sie war. Die meiste Zeit über war sie das jedoch nicht, wenn er da war und seine Sprüche riss, aber mit einem Lächeln konnte er das meistens wieder hinbiegen.
In seinem Büro angekommen, dachte er darüber nach, warum sie wirklich geheult hatte. So fest hatte er die Tür ja auch nicht geöffnet. Es musste also einen anderen Grund geben. Später bei der Visite würde er sie abfangen um mit ihr zu reden.
Also dass ich mal so weichgeklopft sein würde, hätte ich nicht gedacht…fast schon wie Mehdi.

Gretchen betrat das Büro. Ihr Vater saß in seinem Sessel und guckte sie erwartungsvoll an.
„Na, Kälbchen, was gibt es denn so Wichtiges zu erzählen?“, fragte er neugierig.
„Papa, bitte nenn mich nicht immer Kälbchen! Und ich wollte dir nur sagen, dass ich das Fellowship bekommen habe…“, antwortete Gretchen.
„Dieses Auslandsstipendium, wo man so viel forschen muss? Das ist nicht dein Ernst, oder?“

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

22.04.2011 21:23
#2 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Ich poste dann doch noch was...
ich würd mich echt über kommis freuen!
Gute Nacht noch ;D


Er konnte es nicht fassen. Forschung war doch nie ihr Ding gewesen.
„Papa, bitte, es ist doch nur ein Jahr, und außerdem brauch ich mal ne Auszeit von hier. Berlin erdrückt mich!“, versuchte sie zu erklären.
Dass eine bestimmte Person mich erdrückt, muss ich ja nicht unbedingt erwähnen…
Aber Dr. Haase durchschaute sie. „Es ist wegen Meier, stimmt’s? Kälbchen, du musst uns doch sagen wenn er dich schlecht behandelt!“
„Nein, es ist nicht nur wegen Marc…“
Gut, Gretchen, jetzt deine Gefühle im Griff haben. Es ist natürlich nur wegen ihm, aber auch wegen meiner Karriere… was sag ich denn jetzt? Denk nach, Gretchen, denk nach!!
Ah, ich hab ne Idee!

„Er ist eigentlich so wie immer, daran hab ich mich schon gewöhnt, aber mich erinnert hier so viel an Frank, daran wie er mich belügt hat und einfach alles was in letzter Zeit so passiert ist…“
„Frank, wer ist denn jetzt bitte Frank?“
„Papa, schon vergessen? Mein ehemaliger Ehemann, Alexis.“
Bo ey, ich bin immer noch so wütend auf den Scheißkerl. Ich glaub ich muss kotzen!
„Aber, Käl… Gretchen! Was ist denn mit deiner Mutter? Die wird in Ohnmacht fallen, wenn sie erfährt, dass du ein Jahr lang nicht hier bist!“ Franz griff auf alle Waffen zurück, die er parat hatte. Das war nun wirklich seine Beste gewesen.
Insgeheim war er aber stolz auf sein Gretchen. Endlich würde sie mal an ihre Karriere denken, vielleicht sogar ihren Facharzt machen. Er träumte vor sich hin, bis Gretchen ihn aus seinen Gedanken riss: „Ich sag’s ihr heute. Versprochen“
„Ach mein Kälbchen. Ich weiß, dass du das kannst.“, seufzte er.
Jetzt nennt der mich schon wieder Kälbchen! Ich dreh durch. Gretchen, nicht zeigen, was in dir vorgeht, hart bleiben! Was passiert denn dann, wenn du’s Marc erzählst, stirbst du dann vor schlechtem Gewissen oder wie? Immerhin war das sein Karriereplan für seine Zukunft…
Ach ja, seine Zukunft. Er kann sich ja nicht mal vorstellen, mit mir zusammen zu sein, der Arsch.

Da packte Gretchen dann doch die Wut, und mit einem barschen „Wir sehen uns heute Abend!“ verließ sie das Büro und stürmte auf das Büro von Marc zu. Aber je näher sie dem Büro war, umso mehr packten sie wieder die Zweifel. Machte sie alles richtig? War es nicht unfair, sich einfach so zu verpissen, ohne zu wissen, ob er sie vermissen würde?
Sie drehte um und rannte direkt in die Arme von Mehdi. Die Zusage fiel ihr aus der Hand und bevor sie sie aufheben konnte, hatte Mehdi sie schon in der Hand und überflog schnell die paar Zeilen.
„Ach ja. Washington also. Und wann dürfte ich das erfahren?“, keifte er sie an.
„Mehdi, ich wüsste nicht, was du jetzt für einen Grund hast beleidigt zu sein! Ich wollte gerade zu dir und es dir sagen“, verteidigte sie sich und riss ihm den Zettel aus der Hand.
Wow, gute Notlüge! Scheint die Situation gerettet zu haben.
„Ach so. ´Tschuldigung, wusste ich nicht.“, sagte er verlegen und strich sich durch die Haare, „Wolltest du es Marc auch gerade sagen?“
Ohne dass Gretchen es bemerkt hatte, öffnete sich die Tür von Marcs Büro und er sagte: „Was sagen?“

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

23.04.2011 12:56
#3 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallöchen :D
ich lass am besten das Gequatsche und wünsch euch viel Spaß mit dem nächsten Teil!!


Oh man, Gretchen… wie sollst du es ihm sagen… ok, jetzt oder nie, jetzt oder nie!
Gerade als Gretchen den Mund aufmachen wollte, unterbrach sie Marc: „Seid ihr schon wieder zusammen?“
Marcs Blick war nicht genau zu deuten. Er hatte ausnahmsweise mal kein amüsiertes Lächeln aufgesetzt, er wirkte irgendwie…
…extrem eifersüchtig und leicht verwirrt!
Mehdi ergriff das Wort: „Nein, ich bin ja nur ihr bester Freund! ...“
Wie der das betont hat, wie so einen Vorwurf. Kann ich doch nichts dafür, dass ich mich in die Falschen verliebe. Außerdem hat er sich für seine Frau entschieden, also selbst schuld! So seh ich das…
„… deshalb hat sie mir auch gerade erzählt dass sie in drei Tagen nach Washington fliegt.“
Och nee, ich wollte es Marc doch sagen. Jetzt ist er beleidigt.
„Mehdi!“, rief Gretchen aus, doch Marc war schon beleidigt und wütend davon gerauscht.
Mist, ich muss ihm nach…
„Danke, jetzt hab ich ne Menge Stress am Hals.“

Marc konnte es nicht glauben. Wie konnte sie ihm das antun? Er hätte nie gedacht, dass sie das Fellowship kriegt. Sie hat ja noch nicht mal ihren Facharzt! Wut stieg in ihm auf, und auch leichte Enttäuschung, dass Mehdi es vor ihm erfahren durfte. War er ihr nicht mehr wichtig, oder wie?
Rasend vor Wut rauschte er davon. Er sah auf seine Uhr. Er hatte nur mehr fünf Minuten Schicht, also würde er gleich abhauen. Am besten durch den Hintereingang, damit ihn kein Notfall mehr aufhalten konnte.
„Marc, jetzt warte doch mal!“, rief Gretchen ihm hinterher, während sie ihm nachlief.
Was der für ein Tempo draufhat, man, man, man…
„Hasenzahn, halt einfach die Klappe, ok?“, erwiderte er gereizt. Er musste seine Wut im Griff haben…
„Bitte, Marc, ich wollte es dir sagen. Ich wusste nur noch nicht, wie. Und Mehdi hat auch nur die Zusage gelesen. Er wollte dich nur ärgern, versteh das doch! Bitte!“, bettelte sie weiter.
Bitte, Marc, ich wollte das doch nicht… ich wollte nie alleine nach Washington… aber jetzt werde ich gehen! Komme was da wolle! Ja, Gretchen, du schaffst das!
Marc war inzwischen stehengeblieben, Gretchen wäre fast in ihn hineingerannt, so gedankenversunken wie sie war.
„Ach ja? Und was hätte es mir gebracht, wenn du es mir gesagt hättest? Nach Washington kann ich trotzdem nicht. Das Fellowship hätte mir gehört, hättest du nicht deinen Emanzipationsschub gestartet!“
„Man, Marc, wovon träumst du sonst noch? Du bist nicht immer der Beste! Außerdem: Ich will dahin, und das nicht, um dir was zu beweisen, sondern weil ichs hier in Berlin nicht mehr aushalte. Und du bist da auch mit Schuld.“
Ok, das war ein klitzekleines bisschen geflunkert. Hoffentlich merkt er’s nicht.
„Ja klar. Du bist so…so…blöd, echt!“, giftete er sie, nicht besonders erfolgreich, an. Er war auch Schuld?? Was soll das jetzt heißen? Hätte er nie gedacht…
Blöd? Oh mein Gott, Marc Meier ist sprachlos? Das glaub ich nicht! Jetzt bloß nicht lachen, nicht mal lächeln darf ich jetzt…
„Tja, Marc, ich bin vielleicht blöd, aber ab übermorgen bin ich hier WEG!!“, konterte sie gelassen.
Marc war immer noch sauer, aber dann wurde ihm etwas bewusst. Übermorgen? Hatte Mehdi nicht drei Tage gesagt?
„Übermorgen? Wieso fliegst du nicht gleich?“, fragte er, und da hatte er auch schon den wunden Punkt getroffen.
Nein, nicht heulen.
Er will, dass ich sofort gehe. Unsensibler Mistkerl. Erinnert mich an Alexis, ich mein, Frank. Scheiß Männer, echt! Können einen immer nur verletzen, egal, wie perfekt sie sein mögen. Wenn ich so zurückdenke, haben mich alle Männer nur verarscht.
Zuerst Peter, dann Mehdi, Marc und schließlich Frank. Kein Wunder, dass ich hier raus will…
Und später kamen dann alle angekrochen. Frauen sind eben DOCH das stärkere Geschlecht, auch wenn sie heulen, aber wenn es drauf ankommt, sind sie selbstbestimmt und stark.
Ich könnte doch auch gleich fliegen. Bin ich halt ne Woche früher drüben, kann ich mir schon mal Freunde suchen und die Stadt ein bisschen auskundschaften.



„Was für eine tolle Idee!“, antwortete Hasenzahn nach einer Weile. Wahrscheinlich hatte sie mal wieder über irgendetwas nachgegrübelt, zum Beispiel wie gut das Essen in den USA sein wird.
Marc realisierte erst jetzt was sie gesagt hatte. Sie nahm seine „Idee“ an. Er wollte sie doch nur ärgern.
Plötzlich war seine ganze Wut weg.
Jetzt hab ich sie endgültig verjagt. Super!
Bevor Hasenzahn jedoch flüchten konnte, nahm er sie am Arm und zerrte sie in die Umkleide, wo er die Tür abschloss.

Angefügte Bilder:
Sie haben nicht die nötigen Rechte, um die angehängten Bilder zu sehen
Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

24.04.2011 00:16
#4 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo!
ich wünsche euch allen Frohe Ostern!!!
und weil ich so großzügig bin und euch nicht warten lassen will (gut, ich kann auch nicht länger warten ) kommt hier zum Ostersonntag ein neuer Teil...:D
der wird wahrscheinlich nicht euren vorlieben entsprechen, aber naja... was ich damit sagen will ist: Marc ist Marc!

Kommis wären echt super!


„Was wird das jetzt?“, fragte Gretchen leicht verwirrt.
Toll, jetzt will der mich umbringen, oder besser noch, er will mit mir reden… oh mein Gott, ich lach mich tot!
Gretchen sah, wie Marc mit sich selbst rang. Nun machte sie sich doch Sorgen, wenn sie ihn so sah. „Marc? Alles in Ordnung bei dir?“, fragte sie deshalb und guckte ihn an.
„Ja, alles klar. Wieso?“, gab er, leicht gereizt, zurück.
„Du wirkst nur so aufgelöst. Obwohl. Ich spreche ja von Dr. Meier, muss mich wohl geirrt haben.“
Ha, jetzt hab ich ihn mal an der Angel mit einem blöden Spruch. Wie der guckt. Als ob er mich am liebsten aus dem Fenster schmeißen wollte. Ich schmeiß mich jetzt gleich weg vor Lachen, ähm, natürlich nur innerlich.


Oh nein. Marc spürte regelrecht, wie sie sich über ihn lustig machte.
Gut, jetzt lügen und sie zum heulen bringen. Dann wird sie erkennen, dass sie mich nie vergessen kann und dann bleibt sie da. Sie wär zwar sauer, aber sie wäre da!
Er setze seinen Plan gleich in die Tat um.
„Gretchen, jetzt mal ehrlich, meinst du echt es würde mir was ausmachen, wenn du gehst? Ich meine, ich wollte dich doch nur als Trophäe, weil ich mittlerweile so ziemlich alle interessanten Frauen im Krankenhaus flachgelegt habe, nur dich noch nicht. Aber du funkst mir immer in alles rein. Du hast meine ganze Zukunft versaut. Das Fellowship hätte ICH bekommen, aber du musstest ja unbedingt starke Frau spielen. Und wir wissen doch beide, dass du nie stark sein wirst. Bitte, halt dich doch einmal, nur einmal aus meinem Leben raus!“…
…Am besten auch aus meinem Privatleben, du dumme Nuss.
Dass der Gedanke auch ein bisschen liebevoll war, wollte er sich nicht eingestehen.


Als Gretchen das hörte, war sie erst recht sicher zu gehen, sie war den Tränen sehr nahe, doch sie schluckte sie runter, was Marc fasziniert beobachtete.
Er dachte echt, ich würde immer gleich anfangen zu weinen. Aber ich bin stark. Nur dieses eine Mal bin ich stark.
„Gut zu wissen, dass ich die Einzige bin die nicht auf dich hereingefallen ist“, konterte sie selbstbewusst, aber auch ein bisschen tränenerstickt. „Könntest du mich dann bitte vorbei lassen, ich muss packen!“


Marc war schon wieder sprachlos.
Gretchen ist doch nicht etwa… sie ist doch nicht etwa über mich hinweg?
Ein Jahr lang ohne Hasenzahn. Wen soll ich denn dann ärgern?

Aber Marc musste sich eingestehen, dass er sie nicht nur wegen dem Ärgern vermissen würde. Er würde sie im OP vermissen...
Ach was, ich komm schon klar.
Trotzdem, immer nur mit Knechtlsdorfer operieren, das war nicht sein Ding. Den konnte man nicht verarschen, weil der immer schleimte und mit lachte, nie versuchte verzweifelt seine nicht vorhandene Ehre zu retten. Und er würde sie jede Nacht vermissen, besonders ihren Duft, ihren blumigen Duft… oder ihre Haare! Und ihre Augen, ihre glasklaren blauen Augen…
Oh mein Gott! Ich bin weichgespült. Scheiße… ich träume ja schon von ihr!
Der Macho in seinem Gehirn ärgerte sich. Wie soll das denn weitergehen, das ganze Jahr kein Sex mehr, weil er immer nur an sie dachte und verlegen wurde, wenn er eine andere abschleppt, weil er sich wie ein Betrüger fühlen würde?
Sein Herz meldete sich zu Wort: „Du Idiot! Du kannst sie doch nicht einfach nach einem Streit gehen lassen! Wenn du sie schon gehen lässt, dann versöhn dich zuerst noch mit ihr!“
Ja, Herz und Gehirn waren bei ihm immer schon Rivalen gewesen, aber immer hatte das Gehirn die Oberhand gewinnen können, zumindest bis seine blonde Assistenz gekommen war. Von da an siegte sein Herz immer öfter, und er war schon ein paar Mal schwach geworden und hätte fast die drei bösen Worte gesagt, die seine totale Selbstaufgabe noch unterstreichen würden.
Er hörte eine Stimme, Hasenzahns Stimme, vom Schwesternzimmer her. Er näherte sich langsam und leise und hörte, wie sie Sabine berichtete: „Können Sie bitte Mehdi Bescheid geben, dass heute Abend meine Abschiedsfeier sein wird? Bei mir zu Hause, Sie können natürlich auch kommen. Ich würde es ihm ja gerne selber erzählen, aber ich muss jetzt nach Hause, packen, mein Flug geht morgen früh.“
„Ja, natürlich, Frau Doktor, wir werden sie hier alle vermissen!“, erwiderte die Schwester.
Marc ging in sein Büro und schmiedete einen Plan.
Ich werde mich entschuldigen, sagen, dass ich es nicht so gemeint habe, und schließlich würde sie lächeln, mir verzeihen und da bleiben.
Und sein Herz wäre im Gegensatz zu seinem Gehirn zufrieden.

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

24.04.2011 20:15
#5 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo! Hier ein neuer Teil für euch!
und rieseiges fettes DANKE an alle meine Kommischreiber!!!

Wüsch euch noch einen schönen Abend!!


Gretchen stürmte aus dem Raum. Wie kann man nur so kalt und gefühllos sein wie Marc??
Na toll. Jetzt gehe ich aber wirklich. Sag ich mal schnell Sabine, dass sie Mehdi wegen der Feier informiert, hab jetzt keine Lust mich noch mit ihm rumzuquälen, weil er auch nicht will dass ich gehe.
Upps… hab ich grade „auch“ gedacht?? Marc würde mich sowieso nicht vermissen… hat er mir ja vorhin klargemacht… Scheißkerl, echt!

„Können Sie bitte Mehdi Bescheid geben, dass heute Abend meine Abschiedsfeier sein wird? Bei mir zu Hause, Sie können natürlich auch kommen. Ich würde es ihm ja gerne selber erzählen, aber ich muss jetzt nach Hause, packen, mein Flug geht morgen früh.“
„Ja, natürlich, Frau Doktor, wir werden sie hier alle vermissen!“, erwiderte Sabine ein bisschen traurig.
Süß, sie kann zumindest zugeben, dass sie mich vermissen wird. Ich glaube, ich werde sie auch vermissen. Ich weiß ja nicht, wie die Schwestern in Washington sind, aber hoffentlich sind sie genau so liebenswürdig wie Schwester Sabine.

Gretchen fuhr nach Hause. Ihre Mutter wartete schon auf sie. Schweigend kochte sie das Essen für die Abschlussfeier.
Oh nein, sie ist beleidigt. Woher weiß sie es denn?
Gretchen ärgerte sich.
PAPA!!!
Das muss ich geradebiegen bevor ich gehe. Will ja nicht, dass es damit endet, dass sie mich vergiften will.

„Mama, wirklich, es tut mir leid. Aber ich möchte dahin. Und ihr könnt mich doch mal besuchen kommen. Ein bisschen Urlaub würde euch auch ganz gut tun, nicht?“, schleimte Gretchen mit einem unwiderstehlichen Lächeln.
Ihre Mutter lächelte still in sich hinein. Ja, sie würde mal wieder gerne mit ihrem Mann in den Urlaub fahren. Dann hätten sie mal etwas Zeit für sich. Und außerdem, es gibt ja viele reiche, attraktive Männer in Washington… für Gretchen natürlich.
Bärbel entschloss sich zu antworten: „Ja, ist schon gut. Ich werde es überleben. Das mit dem Urlaub ist keine so schlechte Idee…“
Ha! Ich wusste, damit krieg ich sie rum!
„… und außerdem könntest du dann mal in eine Disco gehen und einen Mann finden, der dich nicht enttäuscht. Wie wäre das denn? Einen Amerikaner, das wäre doch toll, oder?“
Mama ist immer noch die Gleiche. Ich will mal ohne Männer leben, hallo??!
„Mama, ich denke nicht, dass ich rüber fliegen werde um mir einen Amerikaner aufzureißen. Ich bin da wegen meiner Karriere!“
„Ach, Margarethe, das meinst du doch nicht so. Ich freu mich auf den Moment, wenn du mich anrufst und mir von deinem neuen Freund erzählst.“
„Ja, da kannst du lange warten…“, flüsterte Margarethe so vor sich hin. Schließlich begann sie zu packen und buchte ihr Ticket um. Sie würde fliegen, und zwar gleich am nächsten Morgen.

Liebes Tagebuch,
ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll… ich bin so durcheinander… die Worte von Marc haben sich tief in meine Gedanken gebrannt. Wie kann man nur so herzlos und kalt sein? Musste er mir das noch gegen den Kopf knallen? Konnte er es nicht für sich behalten?
Ich bin jetzt am Flughafen. Am liebsten würde ich wieder umkehren. Aber gestern Abend ist sehr viel passiert, die mich an diesen Worten zweifeln ließen…
„Gretchen, jetzt mal ehrlich, meinst du echt es würde mir was ausmachen, wenn du gehst? Ich meine, ich wollte dich doch nur als Trophäe, weil ich mittlerweile so ziemlich alle interessanten Frauen im Krankenhaus flachgelegt habe, nur dich noch nicht. Aber du funkst mir immer in alles rein. Du hast meine ganze Zukunft versaut. Das Fellowship hätte ICH bekommen, aber du musstest ja unbedingt starke Frau spielen. Und wir wissen doch beide, dass du nie stark sein wirst. Bitte, halt dich doch einmal, nur einmal aus meinem Leben raus“
Ja, Tagebuch, diese Worte haben mich so sehr verletzt, dass ich sie auswendig kann. Ich weiß, dass er es nicht so meint. Er könnte doch nur einmal die Wahrheit sagen. Ich bin froh, dass ich wegfahre. Eine Auszeit können wir beide gut gebrauchen. Er wird ungefähr ein paar Monate beleidigt sein, dann würde ich ihn anrufen und mich nochmal bei ihm entschuldigen. Wie sagt man doch, der Klügere gibt nach…
Ja, jedenfalls bin ich immer noch ziemlich verwirrt. Ich habe die ganze Fahrt hierher nur geheult und Schokolade gegessen. Der Taxifahrer konnte sich keine Kommentare verkneifen, aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr mich zu verteidigen.
Ich spul nochmal zurück…
Alle meine Gäste amüsierten sich. Davor hatten mich alle ausgefragt, Small Talk halt, was das für ein Stipendium ist, wann ich wieder zurückkomme und so weiter…
Später aber ging ich nach draußen. Ich war den Tränen wieder nahe. Ich dachte, Marc würde kommen, auch wenn ich ihn nicht eingeladen habe. Und überhaupt wusste er gar nichts von der Feier…
Nun konnte ich die Tränen doch nicht zurückhalten. Ich sah nichts mehr, als mich plötzlich jemand von hinten überraschte: „Na? Wieso denn so traurig?“
„Mehdi?“, fragte ich und drehte mich um. Er lachte.
Nein, es war nicht Medhi, es war Marc, es war MARC!!! Verstehst du das? Marc ist gekommen, wie ich es mir so sehnlichst gewünscht habe…
Ich hatte ein großes Déjà-vu- Gefühl, es war wie damals, als er zur „Kostümparty“ meiner Eltern gekommen war.
Er sagte: „Gretchen, du hast doch nicht ernsthaft gedacht, dass ich dich einfach so ziehen lasse?“
Ich lachte. Nun war ich glücklich, und ohne zu wissen wie mir geschah hatte er schon mein Gesicht in seine Hände genommen und küsste mich leidenschaftlich. Meine Knie wurden weich. Ich wäre fast umgekippt, und ich stieg immer schneller in den Kuss mit ein. Er dachte wohl, ich bleibe bei ihm, wenn er mich verführt.
Ja, liebes Tagebuch, an diesem Abend hatte ich mein erstes Mal mit Dr. Marc Meier. Ich kann es immer noch nicht glauben. Es war so wunderschön mit ihm, aber ich konnte einfach nicht hierbleiben. Es würde nicht funktionieren, das wusste er noch besser als ich.
Aber ich fühlte mich trotzdem total hinterhältig als ich am Morgen einfach so gegangen bin und ihm nur einen Brief hinterlassen habe, worauf steht, dass ich in einem Jahr wieder da bin und diese Nacht nie vergessen werde.
Tja, und jetzt sitze ich im Flieger und habe mich schon angeschnallt, dass ich es mir trotzdem nicht mehr anders überlege.
Ich glaube, ich leg mich jetzt hin. Die Nacht hatte ich ja nicht viel Zeit zum Schlafen…



Marc wachte auf. Er lag noch einem Moment in seinem Bett. Er hatte es wirklich getan! Er hatte das getan, wovor er am meisten Angst gehabt hatte.
Ich hab mit ihr geschlafen. Und sie ist echt eine Granate im Bett. Kein Wunder, dass Medhi ihr so hinterher schmachtet…
Und es war ein wunderbares Gefühl, zu wissen, dass sie ihm gehörte. Er wusste, es würde nicht lange halten, aber trotzdem war er so glücklich wie seit langem nicht mehr.
Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und drehte sich zu ihr um. Er erwartete, dass sie noch daliegen würde und er ihre blonden Locken auf dem Kopfkissen verstreut waren, aber er sah nur ein Blatt Papier, das an manchen Stellen nass war. Vermutlich von Gretchens Tränen.
„Lieber Marc!
Ich werde diese Nacht nie vergessen. Du weißt, dass ich dich liebe, aber diese Entscheidung werde ich durchziehen. Bitte lass mich gehen!
Ich komme ja bald wieder, und ich denke, eine Auszeit würde uns sehr gut tun.
Dein Hasenzahn“

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

26.04.2011 18:35
#6 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hey, heute stell ich euch wieder was rein. ein bisschen länger als sonst, da ihr gestern nichts bekommen habt.
ich bin im Stress, unser Theaterstück wird übermorgen aufgeführt und heute hatten wir den ganzen Tag Probe , also seit nicht enttäuscht!
Viel Spaß!


Er war schockiert. Sie konnte doch nicht einfach so abhauen?
Was denkt die wer sie ist? Sie kann mich doch nicht einfach so alleine lassen und sich nur mit einem Brief verabschieden! Soll ich ihr hinterher?
Aber sie hatte doch geschrieben ich soll sie gehen lassen.
Ich glaube, es stimmt, was sie gesagt hat.
Ich brauch eine Auszeit. Ich war mir sicher, dass sie eine Beziehung wollte, aber jetzt geht sie weg. Ich werde sie schon vergessen. Und Mensch, ein Jahr ist doch nicht so lange. Ich werd mich einfach auf meine Karriere konzentrieren.
Moment mal. Hat sie geschrieben, dass sie mich LIEBT? Oh Gott. Wieso konnte ich es ihr nie sagen? So wie ich sie kenne bekomme ich bald eine Einladung zur Hochzeit mit irgendeinem neureichen Amerikaner. Ich bin so blöd! Wieso hab ich nicht… ach, Vorwürfe helfen mir jetzt auch nicht weiter! Sie ist WEG!!!

Er war sauer. Sauer und traurig.


Gretchen hörte die Stimme der Stewardess: „Bitte zum Landen bereit machen, wir werden in Kürze Washington erreichen“
Sie freute sich. Sie war da!
Und Marc ist nicht da…
Gretchen schluckte die Tränen runter. Sie musste ihn gehen lassen, nur für ein Jahr. Oder auch länger.
Das Flugzeug landete. Jetzt hieß es: stark sein!
Sie stieg aus und fand sich auf einem riesigen Flugplatz wieder. Sie sah eine Frau mit einem Schild, worauf stand: Dr. Margarethe Haase.
Da muss ich hin. Die begleitet mich zu meiner WG und zum Krankenhaus!
Zum Glück kann die Deutsch. Mein Englisch ist nicht gerade perfekt, aber das kann ich hier dann auch aufbessern…

Sie fuhren in einem Taxi bis zu einem hübschen Altbau und stiegen die Treppen hoch bis in den letzten Stock.
Gibt’s hier keinen Aufzug? Ich glaube, hier werde ich abnehmen…
Das war nämlich Gretchens zweiter Plan: abnehmen und für Marc attraktiver werden.
Falls er mich in einem Jahr noch will. Soll ich vielleicht doch nur die Hälfte…?
STOP!! Ich bleibe das ganze Jahr hier, und diese Gedanken sind ab sofort VERBANNT!!!

Sie betrat die Wohnung. Sie war beeindruckt. Weiße Wände, eine moderne Küche, ein riesiges Wohnzimmer mit einem roten Sofa und Flachbildfernseher waren das Erste was sie erblickte.
„Gefällt es Ihnen?“, fragte die Frau vorsichtig, „oder wollen Sie vielleicht eine andere Wohnung?“
Gretchen sah die Frau an. Sie war groß, schlank und hatte kurze, rote Haare mit einem Pony. Sie war wunderschön.
Was das schlanksein betrifft, ist sie das komplette Gegenteil von mir…
„Nenene, niemand bringt mich freiwillig hier aus der Wohnung raus! Die ist super!“, antwortete Gretchen begeistert.
Wow, echt, ich bin trotzdem froh dass ich nicht in Berlin geblieben bin!
Sie ließ sich von Mary, der Frau, in ihr Zimmer führen und schmiss sich erst mal aufs Bett.
„Ist das geil hier!“, rief sie aus. Kurz darauf schämte sie sich und ihre Wangen zierte ein sanftes Rosa. Aber sie kannte Mary ja gar nicht, deshalb musste es ihr nicht zu blöd sein.
Ihr Zimmer war riesig, mit einem großen, weißen Bett und einem Schreibtisch, der aussagt: „Hier drauf kann man nicht nur gut arbeiten“
Ach Gott, Hasenzahn, was denkst du denn schon wieder!
Oh mein Gott, habe ich mich gerade selber als Hasenzahn bezeichnet? Obwohl, wenn ich so was gedacht habe könnten es nur Marcs Gedanken sein. Oh-oh, ich habe begonnen wie Marc zu denken! Krass!
Memo an mich: sollte sofort einstellen an ihn zu denken, oder wie er zu denken. Denn er ist nicht meine große Liebe, sonst hätte er mich nicht so oft verletzt, er ist nur mein ehemaliger Oberarsch, ähm, Oberarzt/ sexy Macho von dem ich loskommen muss…ähm…will.


Gretchen öffnete den Schrank, der die gesamte linke Wandfläche in Anspruch nahm.
„Gut. Nun heißt es tief durchatmen und Schrank einräumen!“, sagte sie zu sich.
„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte Mary etwas schüchtern.
„Dir“
„Wie bitte?“
„Ich glaube, ein du wäre angebrachter, wenn wir schon ein Jahr lang hier zusammen wohnen. Ich bin Gretchen“
„Mary“, antwortete sie, ignorierte Gretchens Hand, die ihre schütteln wollte, und umarmte sie sogleich.
Aha, sie ist der Typ „Beste Freundin“. Ok, dann hab ich zumindest eine Vertraute schon mal gewonnen. Gut gemacht!
Gretchen und Mary räumten also den Schrank ein, kauften ein und kochten sich ein phänomenales Abendessen. Naja, es wäre phänomenal gewesen, wenn sie den Braten ein wenig früher aus dem Backrohr gezogen hätten, aber als neue beste Freundinnen hatten sie sich viel zu erzählen.
Deshalb hatten sie sich dann einfach Pizza bestellt, gemütlich auf dem Sofa gesessen und Titanic geguckt, natürlich heulten sie beide dabei.
Scheint so, als ob Mary der gleiche Typ ist wie ich… ich bin froh, dass ich einen Schritt auf sie zugegangen bin.



Marc ging zur Arbeit, wie jeden Morgen. Er fühlte sich irgendwie so anders, seit er Gretchen gehen gelassen hatte. Als hätte sie einem Teil von ihm mitgenommen, und das war wahrscheinlich sein netter Teil gewesen.
Er nahm sich Kaffee und brachte für Mehdi nur ein gereiztes „Morgen“ hervor.
Der begann mal wieder in sich hinein zu grinsen. Marc beobachtete genervt seine Gesichtszüge und nahm einen Schluck von seinem Kaffee.
„SABINE!“, schrie er.
Sie kam herbeigerannt und fragte: „Was ist denn los, Herr Doktor?“
„Der Kaffee ist scheißkalt. Machen Sie mir sofort einen neuen.“, schnauzte er sie an.
Sabine guckte nur verwirrt und war wie gelähmt nach der heftigen Reaktion des Arztes.
„Ja, heut noch, wenn’s geht?“, tobte er weiter und sie beeilte sich, neuen zu kochen.
Mehdi hatte sich ein Lachen nicht verkneifen können, als Marc sich auf einem Stuhl niederließ und lustlos an einem Keks knabberte.
Marc nervte nun sein Grinsen und fragte: „Is was?“
Mehdi konnte sich nicht zurückhalten und prustete drauflos. Schwester Sabine, die die Situation schon länger beobachtet hatte, lächelte, als sie Dr. Kaan sah.
„Man was ist denn? Jetzt nervt mich nicht, meine Schicht fängt erst in fünf Minuten an“, erwiderte Dr. Meier trocken.
Aber er konnte es nicht lassen: „Wir wissen, was los ist, Meier. Brauchst gar nicht so zu tun. Du vermisst sie doch, oder?“
„Mein Gott, Mehdi, jetzt hör auf mit dieser gefühlsduseligen Scheiße! Du bist ein Frauenarzt, kein Therapeut. Musst du nicht irgendwelchen Frauen zusehen wie sie immer fetter werden?“
„Herr Doktor, der Kaffee ist fertig.“, mischte sich Sabine in das Gespräch und warf Mehdi einen vielsagenden Blick zu. Marc, der den Blick nicht übersehen hatte, war verwirrt.
Seit wann weiß Sabine etwas, das ich nicht weiß?

Hmm, was Sabine wohl weiß?? ;D

Angefügte Bilder:
Sie haben nicht die nötigen Rechte, um die angehängten Bilder zu sehen
Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

30.04.2011 17:56
#7 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo!
Heute bekommt ihr wieder was...:D Aber nur nen kleinen Teil!


„Kannst du mir jetzt bitte sagen was los ist??“, fragte Marc nochmal.
„Sie hat angerufen“
„Wer denn?“
„Na, wer wohl? Gretchen. Sie sagt, es geht ihr super und sie freut sich auf ihren ersten Arbeitstag morgen“, erklärte der Frauenarzt mit einem blöden Grinsen im Gesicht.
Marc, hart bleiben. Keine Gefühle zeigen. Gefühle? Wieso Gefühle? Ich habe doch keine Gefühle für Hasenzahn…
Naja, die Nacht mit ihr war natürlich super, aber früher hab ich beim Sex nie etwas gefühlt. Ich dachte immer nur an meine Bedürfnisse. Und jetzt soll das anders sein? Mensch, sie ist doch nur eine Frau, verdammt! Ein paar Tage noch und die Sache ist vergessen.

Marc meinte nur gelassen: „Na und? Was interessiert mich das?“
„Ich dachte nur, du würdest gerne wissen wie es deiner Assistenz geht“, erwiderte Medhi, mit besonderer Betonung auf „deiner Assistenz“.
„Sie ist jetzt ein Jahr lang nicht mehr meine Assistenz, kapiert? Außerdem schafft sie es dort sowieso nicht und in spätestens einem Monat kommt sie heulend und mit Schokolade im Gesicht zurückgekrochen“
Ja, so wird’s sein. Nur…
…wieso hab ich das Gefühl, dass es dieses Mal eben NICHT so sein wird?

„Aha. Und wieso triefen deine Worte nur so vor Sehnsucht?“
Sehnsucht? Scheiße, merkt das gleich jeder? Nein, ich habe keine Sehnsucht nach ihr, wie oft soll ich das noch sagen, ähm, denken, schließlich habe ich doch Knechtlsdorfer…
…der eben hereinspaziert kam.
„Guten Morgen, Dr. Meier! Gut Sehen’s heute wieder aus“, schleimte er drauflos.
Der Schleimbeutel kann mir auch erspart bleiben. Hab ich zuvor gedacht, ich würde es auch ohne Gretchen im OP schaffen? Was ich doch für ein dreister Lügner bin. Tja, Selbstbeschiss halt.
„Jaja, Knechtlsdorfer, bereit für die OP in zehn Minuten?“
„Immerzu, Herr Doktor!“
Mehdi grinste wieder drauflos, bis sein Pieper losging und er schnell davonbrauste.
Marc hatte somit genug Zeit über seine Worte nachzudenken. Nein, er empfand nichts für Gret…. Ähm, Hasenzahn. Sie war nur eine bessere Ärztin als dieser Österreicher, und sie war so gut im Bett…
Marc, diese Gedanken sind Gift für deine Seele.
Hätte Hasenzahn diesen Gedanken gehört, hätte sie wohl gesagt: „Seele? Welche Seele?“

Ungewollt lächelte Marc über diesen Gedanken und war kurz darauf wieder betrübt, weil er ihre freche Art ein Jahr lang nicht miterleben konnte.


Gut, Gretchen, du schaffst das. Wieso bin ich bloß so nervös? Ich bin Ärztin und habe schon jede Menge Leben gerettet, aber dieses High- Tec- Krankenhaus ist wirklich beeindruckend.
Alles neue Geräte und riesige OPs, ich glaube ich träume.

„Dr. Haase? Visite steht an!“, rief Mary. Sie war ja auch eine Assistenzärztin.
Hoffentlich bin ich nicht die Schlechteste hier…
Sie war in der Unfallchirurgie eingeteilt, und gerade als sie sich nach der Visite entspannen wollte, sah sie im Fernsehen eine Massenkarambolage.
Sie rief ihren neuen Oberarzt zu sich. Er war sehr charmant und genau so ein Arschloch wie Marc.
Ach Marc…
Als er angerannt kam, zeigte sie ihm den Autounfall und sie machten sich schleunigst auf den Weg zur Notfallaufnahme. Während sie im Aufzug standen, musterte Gretchen ihren neuen Oberarzt. Er war groß, schlank, aber doch sehr muskulös, und er hatte schwarze Locken, die sie so an diese von Mehdi erinnerten. Seine Augen waren dunkel, sehr dunkel, zwischen braun und schwarz.
Hm… Grüne Augen würden ihm auch ganz gut stehen…
Ähm? Geht’s noch? Ich vergleich ihn doch jetzt nicht mit Marc, oder…??!

Ihr Oberarzt merkte, dass Gretchen ihn musterte, und begann auch gleich, sie abzuchecken.
Gretchen hatte auch bemerkt, dass er sich kein Grinsen verkneifen konnte und in ihren Ausschnitt starrte, deshalb wandte sie sich verlegen um und hoffte, dass ihr Arsch in der Hose nicht so dick aussah, wie er in Wirklichkeit war.
Gretchen, es ist dir egal was er von dir denkt. Du gehörst nur zu einem, und der ist tausende von Kilometern entfernt. Außerdem wolltest du Karriere machen, also wehr männliche Attacken ab!
Der Aufzug war angekommen und sie rannten hinaus.
Da kamen auch schon die ersten Opfer. Gretchen und ihr Oberarzt Dr. Christoph Reiner (er war auch aus Deutschland) übernahmen eine Frau. Sie war überall verbrannt und schrie die ganze Zeit.
Gut, jetzt bloß keine Zeit verlieren. Er soll ja nicht denken, dass ich nichts drauf hab…
Solche und weitere Fälle behandelte sie auch die nächsten Wochen, und sie begann, immer mehr zu lernen und schließlich vereinbarte sie einen Termin für ihre Facharztprüfung.
Ja, ich will endlich mal Karriere machen!
Sie dachte immer weniger an Marc, bis etwas passiert war…

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

02.05.2011 17:34
#8 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hey Leute!!
Ich poste frühestens wieder am Samstag, da wir auf Klassenfahrt gehen ;D
Viel Spaß mit diesem Teil. Und die Kommis nicht vergessen!

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (2)


Es waren schon ein paar Wochen vergangen. Gelangweilt saß Marc in der Cafeteria und biss in einen Apfel, als jemand den Fernseher einschaltete. Er glaubte nicht, was er sah. Eine Reportage über die Massenkarambolage in Washington, die vor ein paar Wochen passiert war, lief gerade im Fernsehen. Aber das beeindruckte in eher weniger gegenüber der Tatsache, dass er Gretchen, neben einem unverschämt gutaussehenden Oberarzt stehend, sah und sie sofort die Initiave ergriff und die Patientin behandelte.
Sonst war sie immer unsicher gewesen, aber wahrscheinlich wollte sie ihren neuen Oberarzt nicht enttäuschen…
„Meier, das ist nicht dein Ernst: Du bist doch nicht etwa EIFERSÜCHTIG auf den Arzt?“, fragte Mehdi als er ihm die Sache mit Bitterkeit in der Stimme erzählte.
„Nein, natürlich nicht. Aber ich, ich weiß auch nicht. Sie sah so gelassen aus. Meinst du, sie ist nur so unsicher, weil ich hier bin?“
So viel wollte ich ihm jetzt auch nicht offenbaren…
„Ja natürlich. Wenn sie den kleinsten Fehler macht, kriegt sie von dir eine aufs Dach. Hast du nie bemerkt wie unausstehlich du bist?“
Marc wollte nicht streiten. Er hatte keine Kraft einen seiner Sprüche zu reisen. Er war schwach. So schwach. Seit sie weg war…
„Echt?“, sagte er stattdessen nur und verzog sich schnell in sein Büro, um Aktenkram zu erledigen, als es plötzlich klopfte.
Mein Gott, hat man nie seine Ruhe hier?
Er rief barsch: „Herein!“
Der Anblick der sich ihm bot ließ ihn überrascht zurückschrecken…
„Hey Marc!“, rief eine von ihm verhasste Stimme.
Was will die blöde Drecksschlampe jetzt von mir??
„Gabi, was willst du?“
„Ich dachte nur, weil du die ganze Zeit so traurig bist, willst du vielleicht etwas Trost?“
Gabi näherte sich ihm und begann, sich ihren Kittel aufzuknöpfen.
Marc lachte laut auf.
„Nerv mich nicht. Ich bin nicht traurig. Und außerdem kannst du dich verziehen, du dumme Schlampe!“
Gabi hatte echt geglaubt, dass er noch der Alte war, aber er hatte sich echt verändert. Gut, er hasste sie, aber immerhin hatte er auch mit ihr geschlafen als sie ihn erpresst hatte. Solange er Aussicht auf guten Sex hatte, machte er es mit jeder, die zur Verfügung stand.
„Wow, Marc, ich dachte echt nicht dass Dr. Kaan recht hat…“
„Geh jetzt“
„… du bist so weichgespült, nur weil der dicke Haase weg ist.“
Marc platzte gleich vor Wut. Er hatte Angst, dass er ihr eine scheuern würde, und deshalb schubste er sie nicht gerade zärtlich aus seinem Büro und schrie: „RAUS!!!“
Was hat die blöde Kuh gerade gesagt? Dr. Kaan hatte recht? Mehdi hat mit der doch nicht über mich gesprochen, oder?
Marc wartete noch, bis der Weg schlampenfrei war und brauste dann wütend zu ihm ins Büro.
Der konnte nur rufen: „Sag mal, hast du sie nicht mehr alle? Ich klopf auch immer brav an deine Tür!“
„Du hast doch nicht mit der…der… billigen Obertussi über mich geredet? Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Ich vertraue dir Sachen an und du hängst sie dann gleich ans Schwarze Brett? Blöder Arsch, echt!“
„Welche billige Obertussi?“
„Ja welche gibt’s wohl?“
„Weiß nicht. Ich glaube, wenn du dich so aufregst kann es nur Gretchen sein?“
Marc packte ihn am Shirt. „Jetzt hör mir mal zu du blöder Wichser! Ich hab dir vertraut, aber du wirst immer unausstehlicher. Ich meine Gabi. Gretchen ist keine Tussi,… ähm… sie ist nervt einfach nur“, rief Marc zögerlich. Natürlich meinte er es nicht so, er vermisste sie, auch wenn sie nervte aber schließlich ging es ja um seinen Ruf, nicht? Und wenn jetzt alle dachten, dass er ein schwacher Romantiker war, passte ihm das überhaupt nicht.
„Meier, lass mich sofort los. Nur weil du vor Liebesgeilheit verrückt wirst heißt das nicht dass du Gretchen beleidigen darfst“
Der hat doch echt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Wer sie hier wohl beleidigt hat?
„Du hast mir überhaupt gar nichts zu befehlen. Oder muss ich dich an dein Gequatsche erinnern?
,Sie war alles für mich, ich kann nicht wieder aufstehen´“, äffte Marc Medhi nach.
Mehdi platzte der Kragen. Und ehe er wusste, wie ihm geschah, hatte er Marc die Nase gebrochen.
Marc fiel zurück und sagte drohend: „Spinnst du? Du…Du… Das wirst du noch bereuen!“
Mit diesen Worten rauschte Marc wütend in die Notaufnahme. Er würde sich die Nase ja gerne selbst richten, damit er sich nicht die dummen Kommentare von den anderen Kollegen anhören musste, aber das ging ja nicht. Am liebsten hätte er es natürlich gehabt, wenn Gretchen ihm die Nase gerichtet hätte, aber die war ja nicht da…
Boah, wenn ich den Arsch sehe polier ich dem so die Fresse…
Tobend schnauzte er alle Schwestern an, die dumme Fragen stellten, und Sabine fing wieder mal an zu heulen.
Ey, ihr Frauen seit doch echt alle gleich oder?? Keine kann eine Woche aushalten ohne zu heulen oder sich mit Schokolade vollzustopfen…


Gretchen ging zum Kühlschrank und rief Richtung Badezimmer: „Mary, haben wir noch Schokopudding da?“
„Ne, den hast du gestern allen aufgefuttert…“
„Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Vielleicht ist es der Stress… ich meine, Fressattacken hab‘ ich oft, aber doch nicht SO oft wie in letzter Zeit…“
Mary kam kichernd aus dem Bad: „Vielleicht bist du ja schwanger“
„Jetzt hör endlich auf mit der Scheiße! Ich hab nichts mit meinem neuen Oberarzt!“
„Ach so, DEIN Oberarzt… Verarsch mich nicht. Du hast es doch auf den abgesehen, gib´s zu!“, meinte sie ein wenig traurig, was Gretchen aber nicht bemerkte.
„Du weißt doch genau: KEINE MÄNNER! Und überhaupt kann ich mich gar nicht verlieben… was ist denn mit Marc…?“
„Nicht schon wieder die Nummer! Marc, Marc, Marc… ich kann’s echt nicht mehr hören! Und überhaupt: Wer hat denn was von verlieben gesagt, hm? Kannst ja auch einfach mal nur ein bisschen Spaß haben“
Spaß haben… kein so schlechter Gedanke. Er ist zwar auch so egomanisch, aber vielleicht lenkt mich das auch n bisschen ab…
Gretchen wurde endlich fündig.
„Na was haben wir denn da? Wolltest du die Schokolade etwa vor mir verstecken?“
„Ja du frisst ja die ganze Schokolade im Umkreis von 10 Kilometern…“
„Nicht so frech mein Fräulein! Muss ich dich dran erinnern wer jeden Abend ne ganze Tafel in sich rein stopft?“
„Ich stopf mir wenigstens nicht 5 Tafeln pro Tag rein“, konterte sie.
So, jetzt reicht’s… Kitzelstrafe!
„Ach ja?“, rief Gretchen, rannte auf Mary zu und begann sie durchzukitzeln.
Nach fünf Minuten kitzeln artete alles in einer Kissenschlacht aus…
Das mag ich so an ihr. Immer ne totale Spaßmacherin…
… bis Gretchen übel wurde und sie ins Bad rannte um zu kotzen.

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

03.05.2011 16:06
#9 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

So, hier wie versprochen noch ein teil, aber nur ein kleiner. Danke für die vielen Kommis!

Mary war verwirrt. Wieso rannte die jetzt auf einmal aufs Klo?
„Gretchen? Alles ok bei dir?“, rief Mary und hörte nur Würggeräusche.
Scheiße… was ist bloß los mit mir?
Schwanger? Nein, das kann nicht sein… ich hab doch seit Wochen nicht mehr… Oh mein Gott! Mit Marc?!?

„Süße, jetzt reicht’s mir aber. Ich hol dir morgen nen Schwangerschaftstest. Das ist nicht mehr normal.“
„Ach was. Wahrscheinlich muss ich nur die Pille wechseln… Das hatte ich schon mal, da dachte ich auch, ich wär schwanger…“, bestritt Gretchen und dachte zurück…
Ach, war das schön da. Mehdi war so charmant und zuvorkommend… bis er sich für seine Frau entschieden hat…
„Jetzt bestreite doch nicht immer alles. Du pinkelst einfach mal drauf und dann sehen wir es ja“
Gretchen fing bei diesem Worten an zu kichern, bis es in einem Lachkrampf endete. Mary stimmte mit ein und beide kugelten sich vor Lachen, bis Gretchen wieder kotzen musste…


Marc dachte wieder mal daran, wie scheiße jeder Tag seit IHRER Abreise gewesen war. Er musste einfach immer wieder an die Nacht mit ihr denken.
Es war so voller Leidenschaft… und Liebe.
Ja, er gestand es sich endlich ein: er liebte sie. Denken konnte er es ja, aber kaum wollte er es sagen, da ruft der Macho in ihm: „Nein! Das ist doch totale Selbstaufgabe! Wie du selbst einmal gesagt hast:
,Männer haben doch nicht jahrelang Büffel geschlachtet und Völker niedergemetzelt um sich jetzt mit einem Satz die Eier abzuschneiden!´ Also halt dich auch dran, verdammt!“
Er vermisste alles an ihr. Ihre Haare, die sich so toll in seinen Händen angefühlt hatten. Seit er sie kannte liebte er blonde Haare. Vorher stand er eher so auf den dunklen Typ, wie Gabi…
Bloß keine Gedanken an diese Mistkuh verschwenden!
Meier versank wieder in die Gedanken an Hasenzahn…
Ihr ganzer Körper war perfekt. Sie war irgendwie nicht dazu geschaffen, schlank zu sein, aber das war ihm egal. Er wollte sie einfach nur noch einmal sehen, nur EINMAL. Ihre Stimme, wie klang sie noch gleich?...
Marc wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als das Telefon klingelte. Ein wenig wütend darüber raunzte er ins Telefon: „Meier“
Es antwortete ihm eine sehr bekannte, fast schon vergessene Stimme.
„Ja hallo, hier sprich Frau Stiegelmayer. Ich sollte einen Termin mit Ihnen vereinbaren“
Hä? Ich hatte mich doch nur für das Fellowship beworben??
Er stammelte: „Ähm…Ja... Warum, wenn ich fragen darf?“
„Das würde ich Ihnen gerne persönlich sagen. Morgen um 17 Uhr in meinem Büro?“
„Ja, gerne…“
Sie legte auf.
Woaah. Das war vielleicht krass…
Er freute sich, dass endlich wieder ein wenig Abwechslung in seinen langweiligen Alltag kommt.


Mary und Gretchen wussten nicht, was sie sagen sollten. Mary stand der Mund offen. Sie sagte: „Ach du heilige Scheiße…“

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

07.05.2011 15:31
#10 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo!

Ich bin wieder daa!! xD So, und jetzt bekommt ihr Aufklärung, was denn so mit den beiden los ist. :D

Kommis?! Immer wieder gerne.

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (2)


Oh man. Das hatte ich echt nicht erwartet…
Vor Gretchen lag der Schwangerschaftstest. Sie glotzten darauf und sahen…
„Positiv…“, stammelte Gretchen und war kurz davor, in Ohnmacht zu fallen.
Mary fragte tonlos: „Wer kommt denn in Frage?“
Gretchen antwortete schwach: „Je nachdem wie alt das Baby ist…“ Gretchen musste bei dem Wort schlucken. Nun konnte sie es nicht mehr zurückhalten: Ihr wurde schwarz vor Augen und das letzte was sie mitbekam, war, dass Mary versuchte, sie aufzufangen…

Dr. Haase wachte in einem Patientenzimmer wieder auf.
Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott… das kann doch nicht stimmen, oder? War das ein Traum?!
Ich will ja ein Kind… aber wieso gerade jetzt? Wo es doch so gut mit meiner Karriere läuft…
Und ich hatte Marc schon fast vergessen… oder ist es Mehdis Kind?
Hallo, Gott? Kann ich nicht EIN Jahr ohne Konflikte überstehen? Jetzt fehlt nur noch, dass Marc kommt…

Die Tür wurde geöffnet und „Gretchens“ unverschämt gutaussehender Oberarzt, der sie immer so an Marc erinnerte, trat ein.
„Na?“, flirtete er.
Der kann’s auch nie lassen… wieso müssen Männergeschichten immer so kompliziert sein? Wenn es Marc nicht gäbe, würde ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich zurückflirte. Aber ich kann es sowieso gut ignorieren.
„Na?“, flirtete Gretchen zurück.
„Du hast ein wenig Eisenmangel und du bist…du bist…ähm…“, stotterte er.
Ja, Herz, wir duzen uns. Na und? Hast du was dagegen?
Gretchens Herz hatte Einwände: „MARC!!!!!!!!!!!MARC!!!!!!!!!!!!!“
Jaja, schon gut… beruhig dich…
Gretchen unterbrach sein Gestotter: „Ja, ich weiß, ich bin…“ Sie hatte einen Kloß im Hals. „schwanger.“
„Von wem denn?“
„Ich wüsste zwar nicht, was dich das angeht, aber vielleicht würde ich es dir sagen, wenn ich es wüsste…“, plauderte sie vergnügt.
Oh Gott. Jetzt denkt der bestimmt, dass ich die Krankenhausschlampe war. Gretchen, gesteh`s dir endlich ein: DU WARST DIE KRANKENHAUSSCHLAMPE! Gabi konnte ich überholen, schließlich hatte ich mit vielen Ärzten was…Medhi…und Marc…!
Er lachte. Er fand es ganz süß wie peinlich berührt sie jetzt dreinschaute. So als hätte sie ihm zu viel verraten.
„Ähm… kann ich nach Hause?“, fragte sie jetzt schüchtern und schenkte ihm ein kleines Lächeln.
„Ja, und am besten bleibst du zu Hause. Das Letzte was du gebrauchen kannst ist Stress. Also entspann dich einfach mal. Ich werde dich ein paar Tage krankschreiben.“
„Danke, das ist echt nett von dir.“
Nicht flirten, nicht flirten. Sonst fängt der noch was mit mir an. Hmm… Ich glaube, ich überschätz mich grade ein bisschen. Der steht sicher nur auf magersüchtige Topmodels, so wie er aussieht.
Gretchen lächelte ihm noch einmal kurz zu und wandte sich dann zur Tür, um sich einen schönen DVD- Nachmittag zu machen.


Marc fuhr nach Hause und sprang erst einmal unter die Dusche. In einer Stunde hatte er den Termin mit Frau Stiegelmayer. Er fragte sich immer noch, was sie von ihm wollte. Also, jobtechnisch jetzt.
Es war wie Zauberei: Unter der Dusche vergaß er immer alles, seine Sorgen, seinen Stress und seine Sehnsucht... Das Wasser schien ihm immer auch auf eine andere Art zu waschen. Das tat ihm immer gut…
Er seufzte. Nachdem er eine viertel Stunde nur unter dem Wasserstrahl stand, musste er auch mal wieder raus. Er schnappte sich ein Handtuch und rieb sich trocken. Später zog er sich an und fuhr, eine halbe Stunde zu früh, zu ihrem Büro.
Er wartete vor ihrer Tür. Immerhin waren es noch zwanzig Minuten bis zu ihrem Treffen. Er hörte, wie sie telefonierte, und plötzlich öffnete sich die Tür und er bekam ihren Redeschwall mit: „…ja, er wird kommen. Sicher wird er zugreifen, das ist eine einmalige Chance! Glauben Sie…“
Sie schloss die Tür und hatte ihn hier sitzen sehen. Sie murmelte noch schnell einen Abschiedsgruß ins Telefon und legte auf.
Marc stand auf, um ihr die Hand zu schütteln. Er konnte einfach nicht anders, er musste sie mit einem charmanten Lächeln um den Finger wickeln. Jahrelange Gewohnheit. So eine Frau hätte er gleich aufgerissen, wenn sie nicht so karrierefixiert wäre… und wenn es eine gewissen gewissen blonden Lockenkopf nicht gäbe…
Sie ignorierte seine Flirtversuche und begrüßte ihn: „Herr Dr. Meier! Schön, Sie wieder zu sehen. Bitte treten Sie doch ein“
Frau Stiegelmayer wollte sich noch einen Kaffee holen, aber da er jetzt überpünktlich war, entschied sie sich, es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Sie war gestresst und wollte eigentlich nur noch ins Bett. Das war nämlich ihr letzter Termin für heute. Unter normalen Umständen hätte sie sogar mitgeflirtet.
Marc setzte sich auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch und musterte sie, bis sie anfing zu reden: „Sie fragen sich sicher, warum ich Sie kontaktiert habe…“
„Allerdings“, erwiderte er und setzte ein unwiderstehliches Lächeln auf.
„Ich möchte nicht lange Drumherum reden. Sie hatten sich ja auch für das Fellowship beworben, für den Posten als Oberarzt. Wären Sie noch interessiert?“
Marc verstand nicht. „Ja, wäre ich schon, aber es ist doch nichts mehr frei…“
Marc, du blöder Stotterer, mach dich mal locker! Du bist doch immer noch karrieregeil, daran kann niemand was ändern…
Frau Stiegelmayer ergriff wieder das Wort: „Einer der deutschen Oberärzte ist ausgefallen, da er sich mit einer höchst ansteckenden Krankheit infiziert hat und jetzt mehrere Monate in Quarantäne verbringen muss. Und Sie wären der nächste auf der Liste. Am besten wäre es, wenn es für Sie in Ordnung geht, wenn Sie in den nächsten Tagen schon nach Washington fliegen würden.“
Hoffentlich ist es der Oberarzt, der sich an mein Gretchen rangemacht hat. Ähm? Mein Gretchen? Meier, jetzt hast du aber echt nen Schuss!
Er ignorierte seine Gedanken und sagte: „Ja, gerne, unglaublich gerne.“
„Ja, ich rufe Sie dann später nochmal an, um das mit dem Flug zu klären. Sie müssen ihrem Chef noch erklären, wieso Sie jetzt doch wegfliegen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Glück!“
Marc bedankte sich noch einmal und wäre am liebsten in die Luft gesprungen. Jetzt konnte er das erleben, was Hasenzahn ihm wegnehmen wollte. Und er würde sie in ein paar Tagen wiedersehen.
Wieder dachte er daran, wie sie ihren neuen Oberarzt angeschmachtet hatte. Ihm wurde kotzübel.
Wär doch gelacht, wenn ich ihm das nicht versauen könnte. Der hat doch ein Auge auf Gretchen geworfen. Tja, falls er in Quarantäne ist, hab ich sowieso leichtes Spiel. Ansonsten werde ich Gretchen einfach um den Finger wickeln. So sehr wie die auf mich steht wird sie mir sowieso gleich um den Hals fallen, wenn sie mich sieht. Und Gott wird sie endlich wieder in seiner Nähe haben…
Total glücklich schlenderte er zu seinem Auto. Er träumte schon von den riesigen OPs und all den geilen Nächten mit Gretchen, als er plötzlich merkte, dass er anstatt zu sich nach Hause zum EKH gefahren war. ]Naja, vermutlich reine Routine.
Am besten ich spreche gleich mit dem Professor. Hoffentlich verrät er Hasenzahn nichts, ich will sie doch überraschen…
Er stieg aus seinem Wagen mit einem bösen Grinsen auf dem Gesicht, das seine Kollegen fassungslos betrachteten, da er in letzter Zeit immer schlecht gelaunt war. Er lächelte nur, wenn er an Dr. Haase dachte, und dann war das nicht böse, sondern voller Sehnsucht und total verträumt.
Marc umging die Fragen der Schwestern, wieso er wieder hier sei, da er doch noch gar keinen Dienst habe, geschickt- das heißt, er antwortete einfach nicht und ging schnurstracks in Richtung des Büros vom Chefarzt.
Er atmete noch einmal tief durch, setzte seinen Schleimer- Blick auf und klopfte.


Tja, ab jetzt kommt wieder mehr Drama, bei seinen bösen Plänen.:D

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

08.05.2011 17:51
#11 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo!!!
Jetzt kommt zuerst noch ein Gretchen- Teil vor dem Gespräch zwischen Chirurg und Chirurg. Hoffe, er gefällt euch!!

Diesen Teil widme ich allen Kommischreibern, die sich immer wieder die Mühe machen, mich zu ermutigen! Aber auch ein Dank an meine stillen Leser...;D

Tja, was soll ich sonst noch sagen? Ich wünsch euch viel Spaß.



Gretchen hatte ihren ersten Termin beim Frauenarzt. Für sie war nie in Frage gekommen, abzutreiben, schließlich war sie Ärztin geworden, um Leben zu retten, nicht, um jemanden zu töten. Sie war irgendwie nervös, da sich jetzt herausstellen würde, wer der Vater war.
Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott… ich glaube ich hyperventiliere gleich. Ich fühle mich so wie als ich herausgefunden habe dass mein Ex- Ehemann ein Betrüger ist… gaaaaaanz ruhig, ich schaffe das, ich bin gaanz ruhig… ich bin eine starke Frau, eine starke Frau…
Gretchen sog die Luft tief ein, als der Gynäkologe Dr. Star hereinkam mit dem Ergebnis. Am liebsten hätte sie ihm alles aus der Hand gerissen, aber sie wollte ja nicht unhöflich wirken.
„Good Morning.“, begrüßte er sie und lächelte sie höflich an. Nervös erwiderte sie seine Begrüßung und der Frauenarzt beobachtete leicht verwirrt wie sie ihre Hände knetete und tief ein- und ausatmete. Diese Verrenkungen waren irgendwie sehr abnormal, denn es sah so aus, als wollte sie ihre Hände verknoten. Auch sonst machte sie nicht gerade einen lässigen Eindruck, sie sah eher so auch, als wäre gerade eben ein Gespenst vorbeimarschiert.
SEI JETZT VERDAMMT NOCHMAL STARK, DU BLÖDE … ähm…FRAU!!!!!!!!
„Is something wrong?”, fragte er. Sie verneinte und fügte noch hinzu: „I’m ok. Can you tell me please the result of the test?“
Oh nein. Jetzt kommt’s. Ich glaub, ich halt das nicht mehr aus!
„Yes, of course. You are in the fourth week pregnant. Congratulation!”, erwiderte der Arzt und lächelte sie charmant an.
In Gretchens Gehirn ratterte es. Vierte Woche…
Vierte Woche, vierte Woche… ich bin seit vier Wochen hier…
Marc ist der Vater. MARC IST DER VATER!!!!!!!!!!! Oh Gott. Wird er ein guter Vater sein?? Wie wird er es aufnehmen? Was wird er machen? Wird er kreischend davon rennen und sich irgendwo in den Schweizer Bergen absetzen? Oder wird er mich überglücklich anstrahlen? Naja, das wohl eher nicht... Scheiße! Wie soll ich es ihm sagen?!?
ich bin komplett überfordert. Ich brauch Schokolade…
Aber Gott sei Dank ist Mehdi nicht der Vater. Er hat ja schon Erfahrung mit Kindererziehung, aber schließlich liebe ich ihn ja nicht, was mir aber echt leid tut. Ich glaube, ich erspar ihm diese Information lieber, das wird er nicht verkraften… Hilfe! Marc wird Vater, ob er es will oder nicht… Schon wieder. Gut, Gabis Kind war nicht von ihm, aber es ist trotzdem irgendwie ein Trauma… Ach, ich versteh das alles nicht. Hab ich vergessen die Pille zu neh…

Gretchen wurde abrupt aus ihren Gedanken gerissen, als jemand die Tür öffnete. Es war eine Frau um die 25, schon hochschwanger, und der Gynäkologe sprach sie an: „One moment, please!“
Sie ging wieder nach draußen um zu warten.
Hach, so werde ich in ein paar Monaten auch aussehen. Ich dachte nie, dass ich mich darüber freuen würde, wenn ich immer fetter werde…
MARC WIRD VATER UND ICH WERDE MUTTER!!!!!!!!! Das ist irgendwie so…unvorstellbar!!

Der Mann wandte sich ihr zu und fragte: „If you have some more questions, ask me. I‘ll be all ears!“
Gretchen musste lächeln und verschwand nach draußen.
Wow. Es ist doch ein tolles Gefühl, Mutter zu werden. Irgendwie hatte ich mir alles anders vorgestellt, aber naja. Meine Vorstellungen werden nicht immer erfüllt, schließlich hat Marc Meier mir noch nie ein Liebesgeständnis gemacht, weder in der Jugendzeit, noch zur heutigen Zeit…
Ich frage mich immer noch, wie ich es ihm sagen soll. Per Telefon? SMS? Oder fahre ich zurück…? Nein, das steht nicht zur Auswahl. Berlin halte ich jetzt einfach nicht aus.
Marc will es sicher nicht. Er ist ein Macho, ein Aufreißer, kein Vater. Verdammt. Ich werde es bekommen, egal, was er dazu sagt. Ansonsten hat das Kind halt keinen Vater, ist auch egal…

Plötzlich steckte ihr ein Kloß im Hals. Sie versuchte, ihn runterzuschlucken, aber es ging nicht. Sie fing immer heftiger an zu weinen. Schnell, damit sie niemand sah, flüchtete sie sich auf die Damentoilette. Dort saß sie eine halbe Stunde lang und heulte, zwischendurch ergab sie sich.
Ich weiß echt nicht, wieso es Morgenübelkeit heißt, wenn man sich den ganzen Tag damit rumquält…
Ich muss mich zusammenreißen. Es wird sicher besser werden. Jetzt hol ich mir erst mal nen Kuchen…

Gretchen verließ die Klokabine und musterte sich im Spiegel…
Wenn ich mich wieder in Ordnung gebracht habe…
Sie entfernte die Reste ihrer Schminke und trug sich schnell neue auf.
Ja, damit kann ich mich sehen lassen.
Sie steuerte auf die Cafeteria zu. Es kamen ihr Ärzte entgegen, die sie ansehen, als wären ihr zwei neue Köpfe gewachsen.
Wahrscheinlich seh ich doch nicht so gut aus, wie ich denke…
Sie ignorierte die Blicke einfach und versuchte, so fröhlich wie möglich auszusehen. Sie lächelte alle an, auch die, die sich nicht besonders gerne mochte, und versuchte nicht an das Kind und dessen Vater zu denken. Es bildete sich wieder ein Kloß…
Gretchen, jetzt hör auf daran zu denken! HÖR AUF! Sonst halten dich noch alle für verrückt und die Schwestern stempeln dich gleich als Heulsuse ab.
In der Cafeteria aß sie zwei Stück Kuchen, aber sie hatte immer noch Hunger. Immerhin musste sie ja für zwei essen, und wenn ihr Kind genauso gerne aß wie sie, konnte sie sich nur noch in der Cafeteria aufhalten.
Gretchen überlegte gerade, ob sie sich noch einen Nachtisch holen sollte, als Mary vorbeigestöckelt kam und sich zu ihr hinsetzte.
„Na?“, fragte sie und stocherte in ihrem Kuchen herum.
Gretchen antwortete nicht. Es kam ihr so vor, als wäre Mary genauso nervös wie sie…
Wieso denn bloß?

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

09.05.2011 16:49
#12 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Heey Mädels!

Okay, ich glaub, heut quatsch ich weniger, nur noch ein Dank an alle Leser und Kommischreiber(so wie immer :)) und hinterlasst schön neue Kommentare!! ;D

LG

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (3)


Mary warf ihr einen Blick zu und bohrte: „Jetzt sag schon? Wie war dein Termin?“
Ok, sie ist doch nicht nervös. Oder sie kann es super verbergen. Jetzt ist sie jedenfalls neugierig. Aber das schaff ich jetzt nicht.
„Wie soll er schon gewesen sein?“, antwortete Gretchen abweisend.
Bitte, lass mich jetzt einfach in Ruhe… ich hab dich ganz doll lieb, aber bitte hau jetzt ab. Bitte!!
Gretchen hoffte, dass sie ihre Gedanken hörte, aber natürlich war das nicht der Fall, denn Mary wirkte jetzt leicht angesäuert. Sie wurde immer so schnell sauer…
Nach kurzer Stille hielt sie es aber doch nicht aus. Sie wurde zwar schnell sauer, aber ihre Wut verschwand genauso schnell, wie sie gekommen war.
„Gretchen. Du musst mit jemanden drüber reden. Ich weiß, wie man sich fühlt, wenn einem gerade eine SEHR WICHTIGE Neuigkeit mitgeteilt wurde.“
Mary stieß ihr mit dem Ellbogen in die Seite und guckte sie erwartungsvoll grinsend an.
„Mir ist nicht zum Spaßen zumute. Bitte lass uns später drüber reden, ok? Der Vater ist sowieso nicht hier, dann wird es auf ein paar Stunden nicht drauf ankommen.“
Mary wurde verlegen. Sie sah aus, als wollte sie Gretchen etwas sagen, aber sie entschloss sich dagegen, um ihr nicht noch mehr Kummer zu bereiten. Stattdessen setzte sie ein Lächeln auf und sagte: „Na dann… bis heute Abend!“
Sie stand auf und verschwand aus der Cafeteria.
Gretchen war jetzt leicht verwirrt.
Seit wann lässt sie sich einfach so abwürgen? Sonst kann sie es auch nie erwarten, den neuesten Klatsch und Tratsch zu erfahren. Mir kommt irgendwie vor, sie verheimlicht mir etwas. Naja, werde ich sie heute halt genauso ausquetschen wie sie mich.
Gretchen entfuhr ein Seufzer. Es ging ihr schon wesentlich besser, aber sie freute sich trotzdem auf das Ende ihrer Schicht. Plötzlich ging ihr Pieper los, und mit einem erneuten Seufzer erhob sie sich und folgte ihrem Job weiter.
Naja, dann keinen Kuchen mehr.


Es ertönte ein barsches „Herein“.
Seit sein „Kälbchen“ weg ist, ist dem auch nicht mehr zu helfen. Und jetzt geht auch noch sein bester Oberarzt. Hoffentlich versinkt er nicht noch mehr in Depressionen…
Marc öffnete langsam die Tür. Er hatte beschlossen, Türen nicht mehr stürmisch zu öffnen, schließlich hatte er beim letzten Mal jemanden zum Heulen gebracht. Auch wenn die Tür- und somit auch nicht wirklich er-nicht schuld gewesen war…
Marc betrat das Büro. Der Professor war überrascht, ihn zu sehen, noch dazu so glücklich.
Naja, vielleicht hat er gedacht, dass ich auch in Depressionen versinken werde…
Marc musste sich ein Schmunzeln verkneifen.
„Herr Dr. Meier! Was führt Sie denn zu mir?“, fragte Dr. Haase und verschränkte seine Finger ineinander, „Bitte setzen Sie sich doch!“
Marc setze sich und begann, sich die Worte zurechtzulegen.
Mist, ich hätte mir das vorher überlegen sollen…
Schließlich begann er dann doch zu reden, obwohl er keinen Plan hatte, wie er seinem Chef erklären konnte, dass er nun DOCH nach Washington gehen würde.
„Herr Professor, ich muss Ihnen etwas mitteilen. Ich hatte mich ja auch für das Stipendium beworben, das..“ Marc musste schlucken, was dem Professor nicht entging. „… Ihre Tochter gewonnen hat. Ich wurde kontaktiert und mir wurde gesagt, dass ich nun doch hingehen könnte, da ein deutsche Oberarzt- tragischerweise- mit einem Virus infiziert wurde. Deshalb wollte ich Sie bitten, ob Sie mich für zehn Monate entbehren könnten.“
Marc, das hast du wieder mal super gemacht! Im perfekten Schleimerton, Wahnsinn! Wenn er darauf nicht anspringt, dann weiß ich auch nicht…
Dr. Haase musste erst einmal realisieren was sein Oberarzt ihm gerade erzählt hatte. Er wollte nach Washington! Da wo seine Tochter arbeitete. Was sollte er bloß antworten? Margarethe hatte doch gesagt, dass sie Abstand brauchte. Und er wusste genau, von wem. Nicht von Berlin, sondern vor Dr. Meier. Dr. Marc Meier, der vor ihm saß und wieder in ihr Leben schneien wollte, dass sie gerade erst selbst in die Hand genommen hatte.
Franz rang mit sich selbst.
Was hat der denn jetzt?? Was gibt’s denn da noch nachzudenken? Er kann es mir ja schlecht verbieten, und sonst muss ich eben…ähm…dingens…kündigen… was weder er noch ich wirklich wollen.
Nach kurzer Zeit räusperte sich Marc und schaute seinen Vorgesetzten erwartungsvoll an. Franz wusste, dass er jetzt etwas sagen musste.
„Von mir aus dürfen Sie nach Washington.“, setzte der Professor an.
Geht doch!
Marc wollte sich schon bedanken, als sein Chef fortfuhr.
Hä? Was will er denn jetzt noch?
„Unter einer Bedingung: Sie lassen meine Tochter in Ruhe. Ich will nicht, dass sie mich anruft und mir erzählt, dass Sie schon wieder ihr Herz gebrochen haben und sie nicht weiß, wo sie hin soll. Dann werde ich nämlich persönlich rüberfliegen und Sie wieder an den Ohren nach Berlin zerren. Haben Sie mich verstanden?“

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

10.05.2011 19:00
#13 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Ich sag nur: Viiel Spaß!!

Ähm? Hat der sie noch alle? Wie soll ich mich von ihr fernhalten, wenn wir im GLEICHEN KRANKENHAUS arbeiten? Außerdem will ich mich nicht von ihr fernhalten… Aber das erwähne ich lieber nicht, sonst lässt er mich nicht weg. Gut, jetzt heißt es lügen bis der Arzt kommt!
Also, ähm, ich!

Marc war für einen Moment sprachlos, aber er fing an zu stammeln: „Ähm… ja. Herr Professor. Ich fliege dorthin um ein besserer Chirurg zu werden…“
Wenn das überhaupt noch geht…
„…und nicht, um ihre Tochter zu foppen. Ich möchte nur meine Vita ein bisschen aufbessern.“
„Das klingt vernünftig. Ich werde sie nicht anrufen, um es ihr zu sagen, denn sonst kommt sie vielleicht zurück. Wissen Sie, ich wusste schon immer, dass sie in Sie verliebt war…“
Jetzt wird’s peinlich. Aber Moment mal. WAR?? Ist die nicht mehr in mich verknallt? Das glaub ich nicht. Der lügt doch wie gedruckt!
„…und sie ist auch in erster Linie gegangen, weil sie Sie für eine Weile nicht mehr sehen wollte. Und ich möchte nicht, dass mein Gretchen ihre Karriere hinschmeißt nur weil Sie wieder in ihrer Nähe sind.“
Jap, er lügt. Spinner… bin ich froh, dass ich den los bin…
„Nein, ich werde sie in keiner Weise beeinflussen, Herr Professor. Ich müsste dann auch nach Hause. Ich fliege morgen früh.“, erwiderte Marc brav.
„Gut, dann wär das geklärt. Schönen Flug. Und wehe, wenn ich nur einen Piep von Gretchen höre!“
Wow, wie originell. Eine Drohung als Abschied. Tu ich mal so als hätte ich Angst.
Marc setzte ein teils verzweifeltes, teils ängstliches Gesicht auf, nuschelte „Ja, Herr Professor“ und verschwand aus dessen Büro.
Franz war stolz auf sich, dass er so viel Autorität besaß, und wünschte sich, dass er sich auch wirklich zu Herzen genommen hatte, was er ihm vorhin gesagt hatte. Falls er überhaupt ein Herz besaß…
Wow, den hab ich ja mal verarscht!


Gretchen hatte nach ein paar Blinddärmen, einem Herzstillstand und drei Schokoriegeln endlich Schichtende.
Na, dann geht’s jetzt mal nach Hause. Hoffentlich ist Mary noch nicht da…
Gretchens Hoffnungen erfüllten sich nicht. Als sie auf dem Nachhauseweg war, saß Mary gerade in der Küche und rührte lustlos in ihrem Tee herum. Sie hatte Abendessen bestellt, da sie beide nicht besonders gute Köchinnen waren, und versuchte, Gretchen das zu sagen, was Frau Stiegelmayer aus Deutschland ihr am Nachmittag telefonisch übermittelt hatte. Sie ließ das Gespräch nochmal in Gedanken ablaufen…

Mary war im Büro von Gretchens Oberarzt, der jetzt auch ihrer war, um auf ihn zu warten. Sie hatte Gretchen verschwiegen, dass sie eine Affäre mit ihm hatte. Mary war sauer auf ihn, weil er immer mit Gretchen flirtete, und das wollte sie mit ihm besprechen. Naja, vermutlich würden sie nach einem Streit (in dem es hauptsächlich darum gehen wird, dass sie nicht zusammen sind und er frei ist, während sie anfängt zu heulen) rumknutschen und wieder zusammen im Bett landen, aber das war jetzt Nebensache.
Ihr ehemaliger Oberarzt hatte sich mit Malaria angesteckt- selbst schuld, wenn man einen infizierten Patienten ohne Schutzanzug behandelt. Jedenfalls klingelte das Telefon. Sie wusste nicht, wann Dr. Reiner wieder da wäre, deshalb nahm sie den Anruf einfach entgegen:
„Dr. Mary Thompson, Büro von Dr. Reiner“
„Hier spricht Frau Stiegelmayer. Wo ist Dr. Reiner?“
„Der hat jetzt gerade eine OP“
Während Frau Stiegelmayer sichtlich gestresst war und diese Informationen so schnell wie möglich in Washington abliefern wollte, wunderte sich Mary über ihre leisen Flüche. Sie verstand nicht, wie man so schlecht gelaunt sein konnte, man lebte doch nur ein Leben. Frau Stiegelmayer fuhr fort:
„Naja, egal. Können Sie ihm ausrichten, dass wir einen Ersatz für Dr. Mittersberger gefunden haben? Er ist aus Berlin, Elisabethkrankenhaus…“
Als Mary Elisabethkrankenhaus hörte, war sie überrascht. War das nicht Gretchens Klinik?
„… er heißt Dr. Meier und war der Oberarzt von Dr. Haase, die auch das Stipendium erhalten hat. Ich habe wenig Zeit. Kann ich mich darauf verlassen, dass Sie Dr. Reiner das ausrichten?“, fragte Frau Stiegelmayer ein wenig misstrauisch.
„Na..Natürlich!“, antwortete Mary und hörte nur noch ein Tuten in der Telefonleitung.


Dr. Meier. Dr. Marc Meier. Der, der ihrer besten Freundin das Herz- mehrmals- gebrochen hat, kann Gretchen jetzt nicht ein Jahr in Ruhe lassen?
Mary, impulsiv wie sie war, wurde sogleich wütend und warf die leere Tasse auf den Boden.
Musste sie es Gretchen sagen? Vermutlich würde Gretchen dann gehen, zurück nach Berlin, aber Mary wollte sie nicht verlieren. Sie fasste einen Entschluss. Sie würde es ihr nicht sagen, aber sie würde, wenn Dr. Meier dann hier wäre, auch nicht sagen, dass sie es gewusst hatte. Das muss schließlich erst einmal jemand beweisen. Frau Stiegelmayer wird es ihr nicht auf die Nase binden, vermutlich hatte sie eh schon vergessen, wer Mary war. Dr. Reiner würde sie schon mit ein paar heißen Nächten dazu überreden, es ihrer Freundin nicht zu sagen. Mary wusste, wie sehr er Zickenkämpfe zwischen Frauen liebte, und deshalb würde dieses Unterfangen sicher schwierig werden.
Mary wurde jäh aus ihren Gedanken gerissen, als jemand den Schlüssel in die Haustür steckte und aufschloss. Schnell holte sie einen Besen aus der Kammer und fegte die Scherben zusammen, als Gretchen mit einem deprimierten „Hey“ hereinkam und sofort fragte: „ Was ist denn hier passiert?“
„Ach, mir ist nur die Tasse runtergefallen. Halb so schlimm. Und jetzt zu dir…“

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

11.05.2011 18:41
#14 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

So, hier nun das "Gespräch" zwischen Gretchen und Mary, und noch das "Gespräch" zwischen Marc und....*trommelwirbel*...

Okay, lest doch einfach!! xDD


Och nee, will die mich jetzt ausquetschen?? Neee… ich will nicht.
Und überhaupt, was duftet hier so gut?? Gute Gelegenheit das Thema zu wechseln…

„Hey, Mary, was riecht denn hier so gut? Hast du gekocht?“, meinte Gretchen mit einem Hauch Ironie in der Stimme, der seine Wirkung nicht verfehlt hatte. Unerwartet prusteten beide los. Dass sie die schlechtesten Köchinnen der Welt und somit die komischsten Frauen aller Zeiten waren, ließ sie einfach immer wieder lachen. Nach einem Lachkrampf, der so an die fünf Minuten dauerte und ihnen beiden die Luft genommen hatte, fragte Gretchen, diesmal ernsthaft: „Gut. Jetzt sag mir. Wie hast du das angestellt? Bist du über Nacht zur Hausfrau mutiert oder hast du was bestellt?“
„Letzteres“, antwortete sie eben so ernst.
Mhm… lecker! Muss ich zumindest nichts Verbranntes essen…
Gretchen war froh, jemanden zu haben, mit dem sie auch in schlechten Zeiten lachen konnte. Und es waren nicht gerade rosige Zeiten. Sie hatte ihre Familie seit einem Monat nicht mehr gesehen, ebenso Marc Meier, den sie noch mehr vermisste als ihre Familie, und zudem war sie auch noch schwanger.
Ja, eigentlich müsste ich glücklich sein. Ich wollte immer Kinder. Aber nicht unter diesen Umständen. Ich weiß nicht mal, ob er mich liebt oder wirklich nur als Trophäe haben wollte…
Gretchen schossen die Tränen in die Augen. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass Mary ihr schon eine Tüte voll mit chinesischem Essen gegeben hatte, als sie – wie so oft in letzter Zeit- ein Weinkrampf schüttelte.
Das sind nur die Hormone, nur die Hormone. Es ist gar nicht meine Schuld.
Chinesisch. Ich bräuchte jetzt eher Pommes. Egal, Hauptsache irgendwas.

Mary nahm sie in den Arm und tröstete sie, während sie sich das Essen nur so in sich hineinstopfte.
Ach, das tut gut… zumindest kann ich jetzt viel essen, ohne mir blöde Kommentare anzuhören. Obwohl, die letzten, die ich bekommen habe, waren von Marc…
Ein großer Schluchzer verließ ihre Kehle. Mary wusste, warum es so war. Schließlich war sie auch einmal kurz auf der Gynäkologie gewesen. Deshalb konnte sie sich denken, Gretchen jetzt brauchte: Titanic, was zu futtern und viiiiiiiiiiiiel Schokolade. Mary seufzte. Sie stand auf…
Wieso nimmt sie mich nicht mehr in den Arm! Komm doch her!
… und holte ihren geheimen, super gut versteckten Schokoladenvorrat aus der Speisekammer.
„Gretchen, was hältst du davon, wenn wir jetzt Titanic gucken und Schokolade futtern, hm? Das würde dich ein bisschen ablenken“
„Mary, ich liebe dich so sehr“, rief Gretchen etwas glücklicher und fiel ihr um den Hals.



Marc war nach Hause gefahren, aber etwas ließ ihn immer noch keine Ruhe.
Ich muss mich doch noch von einem GUTEN FREUND verabschieden…
Er war wütend. So etwas kann man doch nicht mit einem Marc Meier veranstalten!
Gut, der wird jetzt was erleben…
Am Abend fuhr er nochmal ins Krankenhaus, um seinen ganzen Kram zu holen. Außerdem hatte Mehdi Nachtschicht, und er musste sich ja noch verabschieden. Marc war noch SO sauer.
Das werde ich ihm jetzt so unter die Nase reiben. Er hat auch Sehnsucht nach Gretchen, und ICH werde bei ihr sein, während er immer wieder fremden Frauen durch ihre Depressionen hilft…
Mit einer Kiste von den wichtigsten Sachen aus seinem Büro kam er ins Schwesternzimmer. Schwester Sabine saß da und starrte wie hypnotisiert auf einen Roman, den seine Mutter geschrieben hatte…
Och ne, meine Mutter… der muss ich es auch noch irgendwie beibringen, dass ich weg bin. Und das für zehn Monate! Hält die das aus ohne mich? Immerhin bin ich bei ihrem Jahrestag nicht da. Ich werde einfach jemanden Bescheid geben, der wird sich schon um sie kümmern. Muss mich ja nicht immer rechtfertigen, bin schließlich erwachsen…
Wow, ich bin wieder total egoistisch und selbstverliebt! Ich glaube, diese Auszeit hat mir auf längerem Wege gut getan. Aber die Auszeit ist ein bisschen kürzer, als ich gedacht hatte…

Und da kam Mehdi auch schon in die Umkleide, zog sich um, holte sich Schokolade und Kekse…
Wieso wird der eigentlich nicht fett, wie früher? Der frisst doch mehr als Hasenzahn…
… und sah einem saueren, aber wirklich stinksaueren Marc unbeabsichtigt ins Gesicht, der grade eine Kiste auf der Bank abgestellt hatte.
„Na, Meier, alles paletti?“, fragte er fröhlich und wollte schon gehen, als der ihn plötzlich fragte, auf einmal nicht mehr sauer: „Du, Mehdi, kommst du mal schnell mit? Ich muss dir was sagen…“ Dabei grinste er ihn an, was Mehdi kurz erschauern ließ. Er hatte kein gutes Gefühl bei der Sache-wann wollte jemand wie Marc schon reden?- , aber schließlich stimmte er doch zu.
Ha, den werd ich windelweich schlagen… oder doch nicht? Ich will ja nicht enden wie mein Vater… ach, einmal tuts auch…aber vielleicht können wir es ja auch…friedlich lösen…
Ein paar Minuten später saßen sie beide in Marcs (ehemaligem) Büro. Marc fing an:
„Also, ich wollte dir sagen: ich bin immer noch stinksauer auf dich, aber das ist mir egal, da ich jetzt sowieso weggehen werde. Für ungefähr zehn Monate. Deshalb hast du hier und jetzt die Gelegenheit, dich noch einmal bei mir zu entschuldigen.“
Bei den letzten Worten klappte Mehdi die Kinnlade hinunter.
„Ähm, ja, und was machst du zehn Monate lang? Job verloren, oder was?“ Mehdi starrte auf die Kiste.
War ja klar. Er kann sich nicht entschuldigen, nein, er muss unbedingt einen Spruch loswerden, der nicht mal besonders gut, besser gesagt, ziemlich scheiße, ist. Okay, dann halt Krieg. War ja für die friedliche Variante, aber wenn’s anders nicht geht…
„Nein, besser. Ich werde morgen Abend schon in Washington sein. Bei denen ist ein Oberarzt ausgefallen. Tja, schade, dass er kein Gynäkologe war, dann könntest du zu Gretchen!“, sagte er zynisch.
Nach kurzer Sprachlosigkeit meinte Mehdi ironisch: „Aha. Na da wird sich Gretchen aber freuen. Schon mal drüber nachgedacht, wieso sie dich nicht auf die Feier eingeladen hat?“
Weil sie nicht von mir loskommt…
Marc sprach seine Gedanken aus: „Weil sie nicht von mir loskommt.“
„Ne. Weil sie dich hasst. Du hast ihr immer wieder das Herz gebrochen. Kaum hatte sie es geklebt, hast du es wieder zum Hochschlagen gebracht, nur um es dann wieder zu brechen.“
„Mehdi, verzapf keinen Scheiß. Du weißt genauso gut wie ich, dass sie mich nie hassen könnte. DU willst nur, dass sie mich hasst. Aber leider wird sie dich nie mehr lieben, weil du einfach ein Warmduscher ist. Kapier’s endlich, sie ist zu stark für dich, auch wenn Hasenzahn in anderen Fällen überhaupt nicht stark ist“
„Ja klar, deswegen hatten wir ja auch Sex“
Okay, jetzt reicht’s. Lassen wir Taten sprechen.
Ausholen und dann…

…hatte Marc Mehdi die Fresse eingehauen.

Tja, das erste "Gespräch" war nicht besonders erfolgreich, das zweite ist ausgeartet...
Hoffe es hat euch gefallen!

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

12.05.2011 20:29
#15 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Heey Mädels!!!
Hier ein neuer Teil für euch. Ist ein wenig kurz geraten, sorry!

Würd mich echt über Kommis freuen, also: Haut in die Tasten!!


„Hast du sie nicht mehr alle?“, schrie Mehdi und versuchte, nicht sein eigenes Blut zu schlucken.
„Doch. Oder muss ich dich daran erinnern, dass du mir die Nase gebrochen hast?
Tja, dann, schönen Tag noch, besser gesagt: Schönes Leben. Hoffentlich findest du endlich mal ne Frau, ist ja nicht mehr normal, wie du immer austickst. Kommt wahrscheinlich davon, dass du nur mit ihnen redest und sie nicht bumst…“ Mit diesen Worten, die er eher sich selbst gewidmet hatte, verließ Marc sein Büro, ließ einen verdutzten Halb- Perser zurück und packte zuhause seinen Koffer.
Dieses Jahr wird richtig geil. Endlich mal keine Vollpfosten mehr an der Backe. Obwohl, das weiß ich ja noch nicht. Zumindest neue Vollpfosten, muss ich mir keine neuen Sprüche ausdenken… bei Gretchen ist das ja was anderes…
Solche und weitere, oft auch nicht jugendfreie Gedanken schwirrten in seinem Kopf umher, während er duschte, sich seine Wohnung in Washington in der Broschüre ansah und schließlich schlafen ging. Seit langer Zeit war er wieder mal echt gut drauf.



Am nächsten Morgen wachte Gretchen auf, und zwar von ihrer Übelkeit.
Wie lange soll das noch so laufen….? Irgendwann kotz ich mir noch die Seele aus dem Leib.
Nachdem sie sich ausgiebig übergeben hatte, ging sie duschen und putzte sich die Zähne. Danach zog sie sich an und ging in die Küche um das verlorene wieder raufzubringen. Schließlich hatte sie jetzt doppelt so viel Hunger…
Mal sehen… Hmm… das gibt’s doch nicht! Die Nutella ist alle!
„MARY!!!!“, schrie sie in Richtung Marys Schlafzimmer. „Wo ist die Nutella abgeblieben? Haben wir noch welche auf Vorrat aus Deutschland? Hier in Washington gibt’s keine Nutella, nur fettarme Schokoaufstriche, bäh…“
Mary kam schlaftrunken in die Küche.
„Morgen“, brachte sie wenig begeistert von Gretchens Geschrei hervor und sagte: „Ich glaub wir haben noch zwei Gläser. Schau doch mal in der Vorratskammer, bevor du hier so rumschreist. Daran auch schon mal gedacht?“
„Tschuldigung. Es ist frühmorgens, mein Gehirn arbeitet erst mit Nutellazufuhr, das weißt du doch“, erwiderte Gretchen und schlurfte in die Vorratskammer, während Mary Kaffee kochte.
Wo ist die Nutella? Ach, hier… Aber wenn ich jetzt rausgehe, quetscht sie mich aus.
Gut. Irgendwann muss ich es ihr sagen. Ich werde einfach so wenig sentimental erzählen, dass ER der Vater ist… und sie wird sich für mich freuen, aber auch traurig sein, da ich ihr schon oft genug erklärt hatte, wie selten er Gefühle zulässt. Zumindest liebe ich ihn. Auch wenn er so ein Arsch ist. Tja, gegen die Liebe kommt man eben nicht an…
Ich hoffe, Marc wird das auch bald erfahren. Aber das passiert wahrscheinlich erst, wenn ich in zehn Monaten vor ihm stehe, mit dem Kind im Arm. Wenn überhaupt. Wahrscheinlich freut er sich gar nicht und wird sauer, weil ich es ihm nie gesagt habe…
…weg mit den negativen Gedanken! Weg damit!!!

Gretchen holte tief Luft und trat wieder in die Küche. Mary hatte währenddessen Tee gekocht und aufgedeckt.
„Danke Süße! Dafür hab ich die Nutella“, bedankte Gretchen sich und lächelte.
Mary sah sie unsicher an.
„Gretchen, du weißt, irgendwann musst du es mir sagen. Bitte, ich sterbe gleich vor Neugier! Ist es das charmante Arschloch oder der liebevolle Verführer, hm?“
Ha, die werde ich reinlegen…. Muhahaha!
Wie lacht man eigentlich so…??

„Keiner von beiden“, sagte sie trocken und nahm einen Schluck vom Tee.
Mary war vor Überraschung wie gelähmt. „A-a-aber du hast gesagt, d-d-dass es nur einer von den beiden sein kann! Oder ist es Frank?! Ne, das ist nicht dein Ernst, oder?“
Gretchen, du darfst sie nicht verarschen. Schau mal wie die guckt. Lass Gnade walten!
Gretchen lächelte bei ihrem Anblick. Sie war total verwirrt.
„Sorry, Mary, das musste einfach sein. Kleiner Scherz, tut mir echt leid.“
Frage elegant umschifft…
Mary fing sich wieder. Und lächelte. Natürlich war das nur ein kleiner Scherz gewesen, aber ihre Frage hatte Dr. Gretchen Haase, diese Schlaumeierin, immer noch nicht beantwortet.
„Wer ist es dann jetzt?!“, wiederholte sie nochmal leicht genervt.
Mist, sie hat mich durchschaut…
„Ja… ähm… sein Vorname fängt mit M an…“
„Gretchen, mach jetzt. Marc, Mehdi?!“
Ok. Ich schaffe das. Ich bin stark. Stark und selbstbewusst.
„Ja, gut, ok. Es ist Marc, zufrieden jetzt??“, rief sie aus.

Oh-Oh, wie Mary wohl reagiert??!

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

13.05.2011 18:29
#16 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Huhu!! ;D
Bevor ich jetzt lernen gehe , kriegt ihr noch nen Teil.

Das Wiedersehen rückt näher...und näher... und näher...
Es dauert nicht mehr lange und dann können unsere Lieblingsärzte sich wiedersehen,... und dann heißt es wieder:

Okay, hoffe, der Teil gefällt euch, er ist vor allem für meine Kommischreiber!! Ich kann gar nicht genug Kommentare bekommen, und ich bin froh, dass ich überhaupt so viele bekomme. Danke!!
Kommentare zur Story von Sophiee^^ (4)


Das war ja leicht…
Mary befand sich im Schockzustand. Aber nur kurz. So, wie lange ihre Gefühle immer andauerten, war das ja keine Neuigkeit. Kurz überlegte sie noch, wie sie darauf reagieren sollte, aber dann entschloss sie sich für die nervige Variante.
Mary grinste und lachte.
„Uhhhhhhhh, Dr. Meier! Na der wird sich ja freuen…“
Gretchen verpasste Mary einen Seitenhieb, der sie so richtig aufatmen ließ. Sie fühlte sich, als hätte ihr jemand die Rippen gebrochen.
Upps. So fest wollt ich gar nicht…
„Sorry. Geht’s wieder?!“, fragte sie zerknirscht. Die Verwundete nickte nur kurz und meinte, dass es nicht schlimm sei. Sie hatte ihn ja auch wirklich verdient. Hätte sie doch die verständnisvolle Reaktion gewählt…
Gretchen guckte sie noch immer mit schlechtem Gewissen auf Mary und schaute zufällig auf ihre Uhr.
Mist, ich muss los.
„Mary. Tut mir leid, ich muss. Ich hoffe, es geht gleich wieder. Tschuldige nochmal“
„Gretchen, ich hab doch schon gesagt, es tut nicht so weh. Du brauchst dich nicht immer zehn Mal entschuldigen“
„Tschuldigung“
„Jetzt tust du’s schon wieder!“, ärgerte sich Mary.
„Tschul…Okay, okay. Gehen wir heute Abend was zusammen essen?“, fragte sie noch, während sie sich ihre Schuhe anzog.
„Mausi, du hast später noch Nachtschicht, schon vergessen? Wir sehen uns spätestens morgen. Und bis dahin werde ich dir schon verziehen haben“, sagte Mary und gab Gretchen schnell ein Küsschen auf die Wange.
„Na dann, bis morgen!“, rief Gretchen noch, schnappte sich ihre Schlüssel und brauste davon.



Marc wachte von dem nervigsten Wecker der Welt auf.
Scheiß Ding! Wo hab ich dich denn hingestellt…??
Er erblickte den Wecker und stellte ihn mit einem saftigen Schlag ab.
Geht doch. Wie spät? Gut, ich hab noch genug Zeit.
Sein Flieger ging in drei Stunden.
Gut, duschen, rasieren, umziehen. Hab ich mein M-Shirt eigentlich eingepackt??
Er war irgendwie ganz hibbelig, obwohl er nicht wusste, wieso. Früher hatte er Hasenzahn doch jeden Tag gesehen, meistens hatte sie sowieso nur genervt, und jetzt vermisste er sie? Das ging ja gar nicht…
Er nahm sich sein Handy und rief sich ein Taxi.
Lieber zu früh wie zu spät, ne?
In wenigen Stunden bin ich schon in Washington. Ich weiß zwar, WER mich dort erwarten wird- ich glaub nicht, dass es der alte Haase vor ihr geheim halten konnte- aber was mich erwarten wird, das ist mir ein Rätsel. Vielleicht fällt sie mir in die Arme und heult Freudentränen? Ne, doch lieber nicht. Das wär ja total peinlich.
Wenn es ganz anders kommt, erwische ich sie wild knutschend mit diesem Oberarsch, der sich Dr. Reiner nennt. Immerhin duzt sie ihn ja schon. Boa, wenn ich daran denk, wird mir echt übel. Aber vielleicht hab ich ja Glück und er ist „ausgeschaltet“. Ansonsten übernehm ich das gern. Der dachte, der kann mir meine beste Assistenz wegnehmen. Nene, so nicht. Ich werd kämpfen.
Ähm, nicht um Hasenzahn als FRAU, sondern als ASSISTENZÄRZTIN, mein ich. Ja.
Ob sie viel Neues gelernt hat?
Tja, unter seiner Leitung bestimmt nicht. Außerdem hab ich ihr eigentlich schon alles beigebracht.
Ich werde sie wiedersehen. Ihre blonden Locken, ihre tiefblauen Augen in denen man versinkt. Hach.
Meier, seit wann bist du so ein Träumer?! Nimm dich mal zusammen, echt. Schließlich gehört sie schon di…

Ein Klingeln unterbrach Marcs Gedankengänge.
Wer will denn jetzt was von mir? Kann man nicht einmal in Ruhe nachdenken?!
Genervt schaute er auf die Uhr und erschrak. Hatte er wirklich so lange gegrübelt?
Upps. Schon so spät? Das ist das Taxi…
Marc trug die Koffer runter, verstaute sie im Kofferraum, stieg ein und sagte dem Fahrer, wo‘s hingehen sollte.
Während der Fahrt dachte er wieder über diese gewissen Themen nach.
Und ehe er sich’s versah, war er schon am Flughafen.
Er drückte dem Taxifahrer Geld in die Hand, holte sich seine Koffer und betrachtete das Ticket in seiner Hand.
Washington… ganz schön weit weg von hier. Deutschland, ich werde dich vermissen! Deine Frauen, deine Fußballer und vor allem dein Bier…
Gut, sentimentaler Moment vorbei, muss ich wirklich noch eine Stunde warten? Da hätte ich ja noch pennen können...

Er setzte sich in den Wartesaal und las in einem Buch seiner Mutter (irgendwer musste sie ja lesen, obwohl er bei diesem gefühlvollem Mist fast einschlief), und eine Stunde später wurde sein Flug angesagt. Er marschierte auf das Gate zu und stieg in das Flugzeug. Kaum angekommen, versank er in einen tiefen, festen Schlaf…

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

15.05.2011 18:39
#17 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Okay, ich hoffe, ich mach mich nicht komplettt zum Affen mit diesem Teil.

Aber er gehört nun mal dazu, und das stelle ich mir halt so unter Marcs Träumen vor. Wenns euch nicht gefällt, tretet mir ordentlich in den Hintern!

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (4)

Mal ausnahmsweise ein reiner Marc- Teil :DD


Marc war in einer Bar. Sie sah ganz nach Washington aus. Und neben ihm saß niemand anderes als Gretchen. Er war verwirrt. Was wollte er in einer Bar mit Gretchen? Aber er war gar nicht in sich selbst, sondern er sah sich zu. Ab jetzt gab es zwei Marcs. Den alten Marc, alias God in Macho- Arschloch- Person, und den neuen Marc, der unter Gretchens Liebe entstanden war.
Der Marc, der sie vermisste, wenn sie weg war. Der Marc, der es hasste, wenn sie sauer auf ihn war. Der Marc, der ihr immer wieder sagen wollte, dass er sie liebte, aber immer von dem anderen Marc, dem karrierebewussten Marc, aufgehalten wurde.
Aber Marc sah diesen Marc in ihm so deutlich vor sich, dass er vor Angst die Luft anhielt. Was hatte Gretchen mit ihm angestellt? Sowas wie Gefühle gab es für ihn doch gar nicht. Nur Pflichtgefühl, Rettungsgefühle und solche Sachen… aber nie- er musste schlucken- Gefühle wie die Liebe.
Marc und Gretchen lachten. Sie sahen sich verliebt in die Augen. Was vorher ein Lächeln war, war jetzt ein sehr intensiver Blick, der die Gefühle nochmal- diesmal viel deutlicher- zeigte. Seine grünen Augen funkelten, ihre blauen strahlten. Sie waren glücklich, weil sie sich liebten und endlich zusammengefunden hatten.
Unter den Gefühlen versteckte sich aber etwas, dass den Macho- Marc wieder aufatmen ließ. Loderndes Verlangen. Lust. Er wusste, auch der liebevolle Marc würde Gretchen jetzt am liebsten flachlegen. Und Marc sah diesen Blick auch bei Gretchen.
„Wollen wir bezahlen?“, fragte sie leise ohne den Blick von ihm zu wenden.
„Ja. Fahren wir danach zu mir?“, erwiderte Marc. Gretchen nickte. Wiederwillig riss Marc den Blick von ihr los und rief den Kellner, der ihnen die Rechnung brachte.
Später waren die beiden wild knutschend vor Marcs Haustür zu finden. Er war erregt und wenn er könnte, würde er sie am liebsten schon vor der Tür bumsen. Aber nicht, dass die Nachbarn was Falsches von ihnen denken…
Gretchen ließ ihre Lippen von den seinen ab, fuhr ihm in die Hosentasche, was ihm ein Stöhnen entlockte, da ein gewisser Teil von ihm jetzt sehr aktiv war, und holte die Schlüssel heraus. Sie schloss auf und stieß die Tür auf, nur um ihn dann schnell hineinzuziehen, die Tür wieder zuzuschlagen und ihn wieder wie ein Raubtier zu küssen.
Marc war wieder da. Er war stolz auf sich, da er den ,schwachen‘ Marc nicht mehr sehen musste.
Er stieß sie hart gegen den Küchentisch. Sie keuchte. Es war ihm egal wo, nur er wollte sie. Und am besten sofort. Ihr schien es genauso zu gehen, aber Schlafzimmer wäre dann doch eine bessere Wahl.
Allerdings beschloss sie, ihn noch ein bisschen zu quälen.
Sie streifte ihm das Hemd ab. Er wollte sich gerade den Gürtel öffnen und währenddessen ungeschickt Gretchen von ihrer Bluse befreien, als sie sich von ihm losriss.
Sie schaute ihm tief in die Augen und setzte ihren Hundeblick auf.
„Was ist denn? Was is los?“, fragte er sichtlich verwirrt.
„Marc. Ich glaub, ich geh jetzt besser. Ich hab morgen ganz früh die OP, und du weißt, wie wichtig mir meine Karriere ist.“ Unschuldig wie ein Lamm blickte sie ihn an. „Vielleicht sehen wir uns morgen im Krankenhaus…“
Sofort war der sentimentale Marc wieder zurück. Er stotterte: „Gretchen, bitte, bleib doch noch. Wir müssen auch nicht… meinetwegen können wir auch nur…reden“
Flehend blickte er sie an. Sie musste grinsen. Um das zu verbergen, guckte sie nach unten.
„Marc. Ich glaub, ich bleib doch noch. Wenn du das unbedingt willst…“
Marc wollte sie wieder küssen, aber sie schob ihn von sich.
„Du wolltest doch reden. Also: reden wir!“
Sie ließ sich aufs Sofa plumpsen und wartete darauf, dass er irgendwas sagte. Sie hatte ihn voll in der Hand, und das musste sie ausnutzen, bevor er wieder das Ruder übernahm. Aber er WOLLTE sie. Am besten sofort. Sie war so sexy. Aber um es sich nicht zu verscherzen, durchwühlte er sein Hirn nach einem Gesprächsthema. Was sollte er sagen?
Die wichtigere Frage in diesem Moment war jedoch: Seit wann war Gretchen sexy? Ihm kam es vor, als wäre sie gerade die geilste Frau auf Erden. Zum Glück blieb sie jetzt doch, und nachdem er immer noch nichts gesagt hatte, merkte sie, dass alles sinnlos war. Irgendwann würde er auch mit ihr reden, aber zuerst musste sie ihn zufriedenstellen.
Sie stand auf und ging auf ihn zu. Er beobachtete jeden ihrer Schritte, bis sie nur noch wenige Millimeter voneinander entfernt standen und sich tief in die Augen blickten. Diese Intensität war einfach unglaublich. Ihre Liebe war in diesem Moment so offensichtlich, dass es ihnen irgendwie ein wenig Angst machte. Gretchen durchbrach das Schweigen, das jetzt irgendwie schon unangenehm geworden war.
„Willst du jetzt vielleicht etwas sagen?“
Marc lächelte und bevor sie wusste, wie ihr geschah, hatte er seine Lippen auch schon stürmisch auf die ihren gelegt. Nach einem kurzen Schockmoment machte sie mit, da sie ihm einfach nicht mehr widerstehen konnte und Marc hob sie hoch, als wäre sie federleicht.
Er trug sie ins Schlafzimmer und warf sie so heftig aufs Bett, dass er Angst hatte, sie würde auf der anderen Seite wieder runterfallen.
Er legte sich auf sie. Ihre Nähe ließ ihn noch einmal aufstöhnen, und sie schien ebenso erregt zu sein wie er.
Er spürte überall Stoff. So ging das nicht. Er wollte sie NACKT. Nicht mal in Unterwäsche, sondern nackt…
Er riss ihr die Bluse von Leib, Knöpfe sprangen wild durcheinander, und sie küsste nun seinen freien Oberkörper. Wieder schwang ihm eine Welle der Lust entgegen. Das Blut schoss ihm in die Leistengegend. Es musste schneller gehen, viel schneller. Gerade als er sie von ihrem BH befreien wollte, wurde auf einmal alles heller und das Bild verschwamm vor seinem inneren Auge…



„Liebe Passagiere! Wir werden jetzt landen. Bitte bleiben Sie noch auf ihren Plätzen. Danke!“, verkündete die Lautsprecherdurchsage.
Marc stöhnte auf. Gerade wo es am besten geworden wäre, musste dieses blöde Flugzeug landen…
Hä? Das bedeutet ja, dass ich da bin. Vielleicht wird mein Traum gleich Wirklichkeit. Immerhin werde ich sie sehen… gut, der erste Teil mit dem sentimentalen muss nicht sein, aber ab dem Wurf aufs Bett würde es mir schon gefallen.
Ich spüre es. Es wird passieren. Junge, Junge, ich habe übernatürliche Kräfte. Ich hätte auch Wahrsager werden können…

Das Flugzeug landete. Er stieg aus und sah sich erst einmal um. Da stand so ein Fuzzi mit seinem Namensschild.
Seh ich so aus als bräuchte ich Hilfe? Naja, geh ich trotzdem mal rüber. Immerhin zeigt der mir meine Wohnung, die ich spendiert bekomme.
Er guckte den Typen an.
Ob Gretchen auch von so nem Spacko abgeholt wurde?
Marc beschloss, etwas zu sagen, bevor er hier noch anwuchs.
„Ich bin Dr. Meier. Bringen Sie mich jetzt zu meine Wohnung?“, fragte er etwas genervt. In seinem Traum war es ja seine alte Wohnung gewesen…
„Ähm, ja, klar…!“, sagte der Typ und bestellte ein Taxi. Sie stiegen ein. Der jüngere Typ- wahrscheinlich ein Praktikant- versuchte immer wieder, ein Gespräch zu beginnen, aber Marc schwieg hartnäckig.
Noch so ein nerviger Mensch. Hoffentlich bin ich nicht sein Chef. Ansonsten werde ich ihn quälen, bis er von alleine geht. Komisch. Das war auch mein Plan bei Gretchen. Bei ihr hatte er funktioniert… aber nicht ohne Nebenwirkungen. Ich komm ja wieder, immer wieder…
Hey, war das grade Obama??

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

17.05.2011 19:06
#18 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Halli, Hallo!
Es geht weiteer. :D Aber nur ein kleiner Teil, sorry!! Aber ich fand es einfach schön, genau an diesem Punkt aufzuhören.

Viel Spaß!

PS: Ich hab hier ein Lied, das finde ich total toll, und ich glaube, das passt gerade (!!teilweise!!) zu Gretchen und ihrem neuen Selbstbewusstsein... Also, hört doch mal rein:
http://www.youtube.com/watch?v=Hj_Y0T3ojNY


Gretchen fuhr mit ihrem gemeinsamen Auto zu Arbeit.
Sie guckte in den Rückspiegel.
Wow, mein Busen sieht ja toll aus. So richtig fest und NOCH größer. Da werden die beiden ja ein paar männliche Augenpaare auf sich ziehen. Bin ich aber auch selbst schuld. Wenn ich ein Mann wäre, würde ich auch in meinen tiefen Ausschnitt starren…
Gretchen, konzentrier dich auf den Verkehr. Es ist gefährlich, wenn du einen Autounfall hast, auch wenn er nur klein ist…
Wie würde ich mich eigentlich fühlen, wenn ich das Kind verlieren würde? Schwere Frage. Aber nie gleich an das Schlimmste denken. Am besten an gar nichts mehr denken, außer an den Verkehr. Und an mich. Nur an mich.

Gretchen erreichte das Krankenhaus.
„Auf geht’s, Karriere machen.“, flüsterte sie, wie sie es gewohnt war, und stieg aus.
Sie machte Visite und eine Gallenstein-OP, aber danach war nicht mehr viel los. Sie beschloss, ein bisschen auszuspannen, aber das wurde ihr auch gleich wieder zunichte gemacht, da ihr wieder übel wurde. Kaum hatte sie die Übelkeit unterdrückt, machte sich ein Hunger breit. Sie schlich in die Cafeteria und setzte sich unauffällig an einen der hintersten Tische.
Sollen ja nicht alle denken, dass ich nur wegen dem Essen in Washington bin. Schießlich war ich heute schon dreimal in der Cafeteria…
Es war schon später Nachmittag. Sie beschloss, einfach im Krankenhaus zu bleiben, da ihre Nachtschicht erst in zwei Stunden anfing und sie keine Lust hatte, nach Hause zu fahren. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass ihre Schicht schon lange zu Ende war und deshalb legte sie sich ein bisschen hin.



Marc gefiel seine neue Wohnung. Sie war gar nicht so verschieden, wie seine alte und deshalb dachte er immer noch sehnsüchtig an seinen Traum zurück. Es war später Nachmittag.
Geh ich mal duschen und dann ins Krankenhaus, ne? Macht keinen schlechten Eindruck, alle Kollegen erst mal kennenzulernen.
Seit wann ist mir ein guter Eindruck wichtig? Gut, ich gebe es zu. Ich gehe wegen ihr hin. Ich will sehen, ob sie wirklich so sexy ist wie in meinem Traum, oder ob ich sie mir nur schöngeträumt habe.

Er verscheuchte den Jüngling und ließ alle Koffer stehen. Er schleppte sich in die Dusche und ließ das Wasser über seinen Körper laufen. Danach zog er sich an und machte sich auf, seinen neuen Wagen auszuprobieren.
Wow, ein BMW. Erinnert mich an mein anderes Auto, das ich hatte, als Hasenzahn gerade erst neu angefangen hatte. Mein Baby wurde damals von einem aggressiven Halbperser kaputt gemacht. So ein blöder Arsch. Bin ich froh, dass wir im Moment nicht mehr befreundet sind. Obwohl- er war mein einziger Freund im Krankenhaus…ach, das wird sich schon irgendwann wieder einrenken… und wenn nicht…
Ist doch egal jetzt. Wo ist das Krankenhaus?
Navi- Gott sei Dank. Will mich nämlich nicht verfahren und von Polizisten aufgehalten werden, weil ich minutenlang vor einer Ampel stehe und eine verdammte Straßenkarte studiere.

Marc gab die Adresse ein und wenig später fand er sich vor einem riesigen Gebäude wieder. Wenn das Krankenhaus so riesig war, würden die OPs auch so riesig sein. Er freute sich richtig auf den nächsten Arbeitstag.
Vielleicht kann ich vorher Hasenzahn noch abfangen.
Marc betrat das Krankenhaus. Er stieg in den Aufzug und drückte den Knopf, wo daneben „Chirurgie“ stand. Der Aufzug fuhr los, und als es plingte, verließ er ihn und sah den verdammt gutaussehenden Oberarzt….
Mist, also doch nicht der Richtige in Quarantäne!
…Und daneben….
„Gretchen?“, rief Marc in seinem typischen Tonfall.

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

18.05.2011 14:30
#19 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallooo....^^

So, jetzt geht's weiter. Und sie sehen sich wieder. Endlich
Ich will euch nur noch sagen, dass sich alles überschneidet, jetzt war Marc , dann kommt Gretchen und dann wieder Marc. Nicht dass es euch irgendwie verwirrt

Danke für alle Kommentare!


Gretchen wurde von ihrem Wecker unsanft aus dem Schlaf gezogen. Ihre Schicht begann in 15 Minuten. Sie ging noch schnell in die Damentoilette, um sich frischzumachen. Als sie hinausging, spürte sie schon ein leichtes Schwindelgefühl.
Wow. Sollte mir wohl erst was zu essen holen…
Bevor sie den Aufzug auch nur ansteuern konnte, hatte Dr. Reiner sie auch schon abgefangen.
„Dr. Haase!“, rief er und hetzte auf sie zu.
Was will der denn jetzt? Kann der sich nicht jemanden anderen aussuchen, um zu flirten?
Sie drehte sich elegant, wie sie hoffte, um.
„Dr. Reiner!“, erwiderte sie in neutralem Ton.
„Ich wollte dich nur fragen, ob du jetzt mehr weißt, über deine Schwangerschaft und so…“, versuchte er ein Gespräch zu beginnen.
Aha. Also noch so ein neugieriger Freak. Hätte es wissen müssen. Sag ich ihm mal lieber schnell die Wahrheit, dass er abzischt und ich etwas essen kann…blödes Schwindelgefühl…
„Ja. Ich weiß, wer der Vater ist. Dr. Marc Meier. Mein ehemaliger Oberarzt. Und nein, ich schlafe nicht mir jedem, wie du vielleicht denkst. Denn ich liebe ihn wirklich. Ich brauche nur Abstand…“
Dr. Reiner wollte sie unterbrechen, um ihr zu sagen, dass Dr. Meier kommen würde, aber sie ließ ihn nicht zu Wort kommen: „Du brauchst mich jetzt nicht so vorwurfsvoll anzugucken. Ich wollte es ihm sagen, aber immer, wenn ich ihn anrufen will, kommen mir seine Gemeinheiten in den Sinn. Dann beschließe ich, doch noch zu warten. Wenn ich grad so dran denke: es wäre erleichternd, wenn er es schon wüsste. Oder ne. Doch nicht. Ich möchte es ihm schon selber sagen, aber ich hab einfach solche Angst vor seiner Reaktion…“
Wild gestikulierend plapperte Gretchen immer weiter, bis Dr. Reiner der Kragen platzte.
„GRETCHEN! JETZT LASS MICH AUCH MAL WAS SAGEN!“, schrie er sie an. Erschrocken hielt sie in ihrem Monolog inne und guckte ihn verwirrt an.
Seit wann ist der so aggressiv?
Gretchen nahm das „Pling“ des Aufzugs nur nebenbei war, aber später hätte sie sich gewünscht, mehr darauf geachtet zu haben. Natürlich um sich heimlich aus dem Staub machen zu können.
Mit ruhiger Stimme fuhr Dr. Reiner fort: „Wir haben einen Ersatz für den anderen Oberarzt…“
„Schön! Wer ist es denn?“, unterbrach sie ihn mal wieder fröhlich und blickte ihn mit ihrem Röntgenblick an.
Aber da hörte sie schon eine bekannte Stimme am anderen Ende des Flurs.
„Gretchen?“, rief Marc und sie drehte sich langsam um.
Ist das Marc? Das ist ein Traum. Ich träume. Vielleicht bin ich in Ohnmacht gefallen, Marc kann doch unmöglich hier sein!
Mist, doch kein Traum. Im Traum würde er auf mich zulaufen, während ich ihm ebenfalls laufend entgegenkomme. Nein, das kann nicht sein. Was will er hier? Wie kommt er her?
Kann ich noch weglaufen? Ne, er hat mich schon gesehen…OH MEIN GOTT!!! Was soll ich tun??!

Um Gretchen herum verschwamm alles, während Marc auf sie zukam. Ihr Schwindel und die Übelkeit machten sich bemerkbar. Sie musste sich an der Wand abstützen.
Nicht jetzt!! Wieso gerade jetzt?!?! Hätte ich doch was gegessen…
Sie wandte sich an Dr. Reiner, der ihre Schwäche schon bemerkt hatte und sie sachte festhielt.
„Dr. Reiner, ich fühl mich nicht so gut…“, presste sie hervor. Dann sah sie nur noch Schwärze und sie merkte, wie sie zu Boden glitt. Das Letzte, was sie hörte, war Marcs Stimme, die verzweifelt und besorgt rief: „Gretchen?!?“



Langsam drehte sich Gretchen zu ihm um.
Wow. Wunderschön. Hoffentlich fang ich nicht an zu sabbern… so sexy war sie doch früher nicht, oder? Vielleicht ist es auch, weil ich sie so lange nicht mehr gesehen habe…
Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich ihre Haare liebe?!

Marc ging auf sie zu. Am liebsten würde er laufen.
Jetzt zügel dich mal. Soll ja nicht aussehen wie in einem schlechtverfilmten Rosamunde- Pilcher- Roman…oder wie in Gretchens Träumen…
Gretchen wurde schlagartig blass, als sie begriff, wer da auf sie zukam. Sie stützte sich an der Wand ab und sagte etwas zu dem Typ.
Was will die denn jetzt von dem? Ich bin doch hier, ihr Retter in der Not.
Okay. Sie sieht wirklich aus, als könnte sie Hilfe gebrauchen. Wieso ist sie jetzt auf einmal so blass? Als würde sie gleich umkippen…

Als ob Gott seine Gedanken erhört hatte, fiel Gretchen schon ohnmächtig in die Arme von diesem Möchtegern- Macho.
„Gretchen?!“, rief Marc besorgt und rannte nun doch auf sie zu.
Okay, so hatte ich mir das Wiedersehen nicht vorgestellt. Gut, ich wusste dass sie umfallen würde, aber doch in meine Arme, nicht in seine…
Dr. Reiner ließ sie sanft zu Boden gleiten und fühlte ihren Puls.
Wieso tatscht der sie jetzt an, hallo? Blödes Schwein, echt.
Marc, er fühlt nur ihren Puls. Das ist ja nicht mehr normal, wirklich. Aber er ist trotzdem ein Arsch.

„War wohl etwas viel, die Überraschung“, versuchte Dr. Reiner ein Gespräch zu beginnen.
„Ja so viel nun auch wieder nicht. Sie ist zäh, die kippt nicht wegen jedem Scheiß um“, erwiderte Marc kühl. Die Eifersucht nagte an ihm, aber er versuchte es zu unterdrücken.
„Sie hat Eisenmangel. Sie isst zu wenig“, sagte der Arzt jetzt. Das ließ Marc nun richtig an seiner Kompetenz zweifeln…
WIE BITTE???! Gretchen isst zu wenig?
Marc musste lachen. „Ja klar. Sie isst zu wenig.“
„Ja, in ihrem Zu…“
Zustand, wollte Dr. Reiner jetzt sagen, aber er biss sich noch rechtzeitig auf die Lippen. Dann hätte er Marc alles verraten, und das war genau das, was Gretchen überhaupt nicht wollte. Er wusste, dass Dr. Meier nicht dumm war.
„Zu… was?“, fragte Marc gereizt.
Zu…Zu…Zu… was könnte er denn meinen?
Dr. Reiner schwieg.
Hallo?? Ich bin noch hier!! Egal. Ist mir sowieso gleichgültig, was er denkt, ganz helle kann er ja nicht sein. Gretchen isst zu wenig, pff… ich werde schon rausfinden, wieso sie wirklich umgekippt ist. Am besten jetzt sofort. Den blöden Oberarsch werde ich schon loswerden.
„Dr. Reiner, wir sollten ihr etwas für den Kreislauf geben“, meinte Marc.
Dr. Reiner verstand erst nach kurzer Zeit, was er gesagt hatte. Wenn Dr. Meier sie untersuchte, dann würde er erfahren, dass sie schwanger ist. Von ihm selbst. Oder er würde meinen, dass sie von irgendjemand anderem schwanger war. So eifersüchtig wie der wirkte…
Damit Marc das nicht erfuhr, musste Dr. Reiner den unsensiblen Chirurgen rauslassen, was er in letzter Zeit nicht so oft getan hatte. Gretchen war einfach die einzige, die ihm ab und zu mal Kontra gab. Da sie schwanger war, und immer gleich anfing zu heulen oder rumzuschreien, machte es keinen Spaß, unsensibel zu sein. Jetzt konnte er es nachholen…
„Nicht wir, sondern ich, ne?“, sagte er trotzig und nahm Gretchen auf die Arme.

Gefällt euch das Ende besser??

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

19.05.2011 19:03
#20 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Viiel Spaß!!

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (5)



WAS???????????!!! Ist der nicht mehr ganz dicht???!
Marc musste lachen, aber es klang eher nach einem humorlosen Geier.
Glaubt der etwa, ich bin geisteskrank? Der kann doch nicht ernsthaft glauben, dass ich Gretchen mit ihm alleine lasse? Wenn ich doch schon mal hier bin…
Marc versuchte, ihm Gretchen abzunehmen, was ihm aber nicht sehr gut gelang- Dr. Reiner war erstaunlich kräftig- während er widersprach: „Ach ja. Und Sie glauben ehrlich, dass ich meine beste Assistenz bei Ihnen lasse, oder?“
Wow, die ist schwerer geworden. Liegt wahrscheinlich an den Titten. Waren die immer schon so groß??
Nachdem Dr. Reiner Marc einen kurzen ungenierten Blick auf ihre Brüste gewährt hatte, schlug er Marcs Hände unsanft weg. Marc war verblüfft.
„Erstens“, setzte Dr. Reiner kühl an, „ist sie jetzt MEINE Assistenzärztin. Und zweitens, sie würde wollen, dass ich sie untersuche.“
Einerseits, weil Dr. Meier ein Arschloch war, von dem sie Abstand brauchte, und andererseits, weil… naja, ihren Zustand kannte er ja noch nicht.
Marc kam seinem Gesicht bedrohlich näher: „Und warum, wenn ich fragen darf?!“
„Weil sie ein unsensibles Arschloch sind. So viel haben hier alle schon mitbekommen. Der klassische egomanische Chirurg. Wie konnte es Gretchen nur so lange mit Ihnen aushalten?“, klagte der Oberarzt ihn an und verschwieg, dass er eigentlich genauso war. Im Normalfall hätte er sicher ein paar Bierchen mit ihm gekippt, aber die Freundschaft zwischen ihnen würde wohl eh nicht sehr lange halten.
Scheiße, mein Ruf ist also schon mal im Arsch. Vielen Dank auch, Hasenzahn.
„Und jetzt lassen Sie mich vorbei. Wenn sie sich nützlich machen wollen, holen Sie mir das Ultraschallgerät. Ich glaube, ihr Fuß ist verletzt“, log Dr. Reiner noch abschließend und trug Gretchen in ein leeres Patientenzimmer.
Marc achtete in seiner Wut gar nicht auf den Fuß. Die Wahrheit war, dass mit dem Fuß alles in Ordnung war, nur musste Dr. Reiner alles für den Gynäkologen vorbereiten, damit alles schneller ging. Dieser musste dann feststellen, ob das Kind genug Nahrung bekommen hatte.
Marc schob das Ultraschallgerät hinter ihm her, um noch ein bisschen länger bei Gretchen sein zu können. Da wurde ihm aber etwas klar.
„Wieso eigentlich mit dem Ultraschallgerät, wir können doch röntgen“
Dr. Reiner verdrehte die Augen, was Marc wiederum zur Weißglut brachte. Dann presste er unter einem Ächzen hervor: „Geht schneller. Und jetzt hauen Sie schon ab!“
Gretchen kam langsam wieder zu sich und war komplett neben der Spur. Sie flüsterte: „Das Kind, hol Dr. Star…. Hilf mir…“
Hmm…. Kind. Dr. Star?!?
„Wer ist Dr. Star?“, fragte Marc misstrauisch. Dr. Reiner konnte ihm nicht sagen, dass das der Gynäkologe war. Wieso sollte ein Gynäkologe auch bei einer Fußverletzung helfen, wenn noch ein zweiter Chirurg da war?
„Sie sind ja immer noch hier!“, rief er aufgebracht und piepte Dr. Star an.
Das wird mir jetzt zu bunt. Ich hau ab.
Marc warf Gretchen noch einen letzten Blick zu und rauschte wütend aus dem Patientenzimmer. Er sah noch einen Arzt schnellen Schrittes herkommen, vermutlich Dr. Star. Auf seinem Namensschild stand Gynäkologe, aber Marc dachte sich nichts dabei.
So ein blödes Arschloch hab ich selten gesehen. Glaubt, dass Gretchen ihm gehört, nur weil er sie bumst. Ich hätt‘s wissen müssen. Sie ist so eine Schlampe. Ich hab doch tatsächlich geglaubt, dass sie TRAURIG ist, wenn ich nicht da bin. Und dann schmeißt sie sich schon an den nächsten ran.
Mit mir soll immer alles langsam gehen. Dr. Reiner ist doch auch nur eine Affäre für sie, aber mit mir würde sie sowas nie anfangen. Und sie spielt immer die unschuldige Jungfrau.
Tja, ich hatte gehofft, dass sie sich umbesetzen lässt und wieder mit mir operiert, aber das wird wohl nicht so einfach, wenn Dr. Reiner „ihr“ Oberarzt ist...

Marc war außer sich vor Wut. Er trat gegen eine Mülltonne und fuhr so halsbrecheirisch in seine neue Wohnung, dass es ein Wunder war, dass er nicht irgendwo in einem Straßengraben lag. Dort holte er sich erst einmal ein Bier. Hätte er besser auf die Zeichen geachtet, wüsste er wohl schon längst, was mit Gretchen los war. Aber die Wut legte seinen Verstand lahm und am liebsten wäre er noch einmal zurückgefahren, um diesem Schwein von Arzt windelweich zu prügeln.
Er war ja nicht so für Gewalt, außer wenn es unbedingt sein musste, lieber schlug er verbal zu, aber so etwas ließ er sich nicht gefallen.
Haben sich eigentlich alle gegen mich verschworen?


Gretchen wachte auf. Auf einer Wiese. Alles lag in einem wunderbaren, warmen Licht. Neben ihr lag Marc und lächelte sie an. Es war alles so wunderschön. Sie lagen einfach nur da und lächelten sich an.
„Hab ich dir schon gesagt, wie wunderschön du bist?“, sagte Marc und blickte ihr tief in die Augen. Ein grünes Meer der Freude schlug ihr entgegen, und sie wurde verlegen.
Marc beugte sich immer näher zu ihr, und schließlich trafen sich ihre Lippen.
Da wusste Gretchen: auch wenn er oft ein riesiges Schwein war, liebte er sie. Er konnte es nur nicht sagen. Irgendetwas war in ihm zerbrochen, aber Gretchen klebte es Stück für Stück wieder zusammen. Er war glücklich. Bedingungslos glücklich, genau wie sie. Und irgendwann konnten sie zusammen sein, ohne Komplikationen. Sie würden sich lieben und eine kleine, glückliche Familie werden… sie, Marc, und ihr noch ungeborenes Kind…
Es passierte ein Wandel, den Gretchen, im Gegensatz zu Marc, sofort bemerkte. Das Licht war nicht mehr warm und weich, sondern hart und in die blanke Realität versetzt geworden.
Sie hatten diese Zeit nicht, die sie brauchten, denn sie brauchten mehr als acht Monate, um alle Krisen zu überwinden.
Gretchen war überfordert. Wenn Marc herausfand, dass sie schwanger war, würde er ausrasten. So gut kannte sie ihn. Auch wenn er sie liebte, er würde es nicht verkraften, dass er nun fest, ob er wollte oder nicht, an sie gebunden war.
Marc sah den ängstlichen Blick in Gretchens Augen.
„Was ist denn los?“, fragte er sie und setzte sich auf.
Sie saß auf der Wiese, hatte gar nicht bemerkt, dass er sie etwas gefragt hatte, und atmete schwer.
„Gretchen?!“, rief er und schüttelte sie, „was ist denn?“
Sie sprang auf. „Marc, das geht nicht. Es geht einfach nicht!“
„Was geht nicht? Ich versteh dich nicht! Musst du immer alles kaputtmachen?!“
Nun war er wieder ganz der Alte. Unsensibel, zynisch und trotzdem total sexy.
Gretchen hatte Schmerzen. Unterleibsschmerzen. Langsam wachte sie aus ihrer Trance auf…

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

22.05.2011 18:35
#21 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hoffe ich hab euch nicht zu lange warten lassen, aber ich hatte nie Zeit. Sorry

Und Danke für alle Kommentare!!!


„Das Kind, hol Dr. Star…. Hilf mir…“, flüsterte sie verzweifelt. Sie packte Dr. Reiner fest am Arm.
Sie bekam nicht mit, mit wem er sprach. Sie bekam gar nichts mit. Immer noch klebten ihre Gedanken an diesem Traum.
Da kam auch schon Dr. Star, schnappte sich das Ultraschallgerät und verscheuchte Dr. Reiner in die Ecke, nachdem dieser ihm Auskunft gegeben hatte, was passiert war. Er suchte das Kind, aber mit ihm war alles in Ordnung.
Gretchen war langsam wieder bei Verstand.
„Ich habe Hunger…“, war das Erste, was sie über die Lippen brachte.
Dr. Star beruhigte sie und erklärte ihr, dass alles in Ordnung war. Sie musste nur etwas essen.
Dr. Reiner holte Mary, die Gretchen etwas zum Essen mitbrachte, und als sie wieder bei Kräften war, fragte Mary: „Was ist denn passiert?“
Warum bin ich nochmal umgekippt? Ach ja, weil Marc hier ist.
Oh mein Gott! Marc ist hier?!?

„Marc ist hier“, flüsterte Gretchen fassungslos und sah Mary an, „aber wieso?“
Mary antwortete: „Ich schätze mal, dass er der Ersatz für Dr. Mittersberger ist…“
Mary hatte ein schlechtes Gewissen, das aber nicht lange anhielt, wie die meisten ihrer Gefühlszustände. Und Gretchen war so überrascht, dass sie sowieso nichts mitbekam und nur vor sich hinstarrte.
„Dann… dann ist er jetzt hier? Noch zehn Monate? Ich muss es ihm sagen. Es geht nicht anders.“
„Gretchen, jetzt beruhige dich mal. Geh nach Hause, ruh dich aus, und morgen kannst du dann überlegen, was du machst…“, meldete sich Dr. Reiner nun zu Wort.
„Aber… hast du es ihm nicht gesagt? Er hat doch bestimmt gefragt, was mit mir los ist.“
Dr. Reiner beschloss zu lügen, um Dr. Meier ein wenig schlechtzumachen. Er verstand nicht, wie er eine so wundervolle Frau wie Gretchen so schlecht behandeln konnte.
„Nein, er weiß nichts. Er hat nicht mal nachgefragt. Nachdem er sich vergewissert hat, dass ich dich untersuche, ist er einfach abgehauen. Ich glaube, er hatte kein Bock jetzt schon zu arbeiten, wenn seine Schicht erst morgen anfängt.“, brachte er ohne Zweifel hervor.
Marc interessiert sich nicht für mich? Aber…aber dann stimmt das ja, was er damals zu mir gesagt hat… ich bin eine Trophäe, die er jetzt besitzt, deshalb muss er mich nicht mehr gut behandeln. Ok, er hat mich sowieso nie gut behandelt. Und ich bin auf ihn hereingefallen. Ich bin so blöd. Und er ist nur hier, um ein besserer Chirurg zu werden und um mich zu quälen, dass ich schwach bin und es nicht ohne ihn schaffe.
Ich hätte es wissen müssen. Schließlich wäre er mir ja nach, bis zum Flughafen, und hätte um mich gekämpft, wenn ich ihm etwas bedeutet hätte.
Was ist jetzt mit meinem Kind…seinem Kind…unserem Kind??!

Gretchen stiegen die Tränen in die Augen, aber sie sagte hart: „Mary, wir fahren.“



Marc wachte am nächsten Morgen auf.
Mein erster Arbeitstag. Ein Traum wird wahr. Und dann kann ich das mit Hasenzahn mal klären. Ich versteh nicht, wieso sie mit allen unverbindlichen Sex hat, nur nicht mit mir. Das ist doch total krank. Bei mir artet immer alles in Liebesgeständnissen aus, die ich machen müsste.
Er ging duschen und zog sich an. Dann aß er noch schnell was und fuhr dann wieder ins Krankenhaus.
Da seine Schicht erst in einer halben Stunde anfing, ging er nach draußen und guckte auf den OP-Plan.
Aha. Hasenzahn und Dr. Reiner. Und mit wem operier ich?
„Hallo“, hörte er eine weibliche Stimme.
Ertappt fuhr er herum. Er hatte die ganze Zeit auf Hasenzahns Namen gestarrt, aber jetzt musterte er interessiert die Frau, die ihn angesprochen hat.
Die ist hübsch. Kann ich Gretchen ein bisschen eifersüchtig machen, hihi.
„Ja?“, fragte er mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen.
Die Frau stellte sich vor: „Ich bin Mary Thompson, Ihre Assistenz. Sie sind doch Dr. Meier, oder?“
„Ja, aber nennen Sie mich doch Marc.“, flirtete er bestimmt.
Mary verdrehte innerlich die Augen, sagte: „Lieber nicht“ und haute schnell ab. Gretchen hatte total richtig gelegen. Sie bedeutete ihm nichts, wenn er schon mit Mary hier herumflirtete.
Marc starrte ihr verblüfft hinterher.
Was hat die denn? Ich bin doch unwiderstehlich. Komisch…
Wenig später ließ er sich von Mary herumführen, die dann doch wiedergekommen war. Schließlich wollte sie nicht wegen ihm ihren Job verlieren.
Mary schaute ihn in Momenten, wo er sie nur aus den Augenwinkeln anblickte, immer leicht sauer an. Er beobachtete es fasziniert.
Wieso ist die sauer auf mich? Weil ich mit ihr flirte? Sicher nicht. Es muss einen anderen Grund geben.
Wo ist eigentlich Gretchen? Und wie geht’s ihr? Vielleicht sollte ich mal fragen…
Nein, Marc. Du bist kein Schwächling, also mach jetzt deinen neuen Job, für den du so gekämpft hast. Hasenzahn ist doch nur eine Frau, die heult und Fressattacken bekommt. Die ist bestimmt zuhause geblieben. Und außerdem bin ich sauer auf sie, falls ich das vergessen habe.

Nachdem sie ihn herumgeführt hatte, rauschte sie auch schnell davon und Marc suchte die Cafeteria. Nach langem Suchen hatte er sie ausfindig gemacht und betrat sie. Abrupt blieb er stehen, denn er erblickte Gretchen, am selben Tisch wie Mary. Sie unterhielten sich und lachten.
Dann wär ja mal geklärt, wieso sie mich so anstarrt. Hasenzahn hat mich schlechtgemacht. Ha, jetzt setz ich mich erst recht zu ihnen.
Zielstrebig steuerte er auf ihren Tisch zu und setzte sich.



Gretchen war in der Cafeteria und Mary hatte ihr gerade erzählt, wie Marc mit ihr geflirtet hatte.
Boah, der Typ ist so widerlich, echt! Der kann mir echt gestohlen bleiben.
Sie schaute auf und bemerkt einen Mann, der zielstrebig auf ihrem Tisch zusteuerte.
Äh? Ist er das? Ne, der kommt jetzt doch nicht an unseren Tisch, oder?
Er setzte sich hin und sagte: „Hi! So sieht man sich wieder“ Er lächelte Mary schleimig an, was Gretchen angewidert beobachtete.
Sie sagte selbstbewusst: „Ich glaube, niemand hat dir erlaubt dich hierhin zu setzen.“
Das klingt stark. Ich bin immer noch sooo sauer. Dass er nicht mal fragen konnte, wie es mir geht.
„Tja, Pech. Ich finde den Tisch nämlich wirklich sehr schön“
Er hatte beschlossen, Mission „Hasenzahn eifersüchtig machen“ schon ein wenig früher zu beginnen. Charmant lächelte er Mary an, welches diese ein wenig kühl erwiderte. Er versuchte noch viele andere Blicke aus, aber sie blieb hart. Irgendwie erinnerte sie ihn ein wenig an die Hassmann, die war auch immer immun gegen seine Flirtversuche geblieben- nicht, dass es ihm besonders viel ausmachte- aber ein gaaaaanz klein bisschen kratze das schon an seinem Ego.
Wie…wie KANN er nur??! Er flirtet hier vor meinen Augen mit meiner besten Freundin rum. Wiederholt sich das jetzt…ne, mit Gigi war ja nichts. Trotzdem, ich bin froh, dass Mary so stark ist. Ich wäre schon lange weggeschmolzen. Es ist einfach unmöglich, nicht in diesen Augen zu versinken…dieses Grün…
„Hasenzahn?“, fragte er nach einer Weile und wedelte mit der Hand vor ihrem Gesicht. Amüsiert beobachtete er sie noch ein wenig beim Träumen, und versank schließlich auch ein bisschen in Tagträumen. Mary, die ihn bei seinen verträumten Blicken aus dem Augenwinkel beobachtete, lächelte leicht. Und dann stieß sie Gretchen unter der Tischplatte an. Leider hatte der Stoß nicht sie getroffen, sondern Marc.
Dieser blinzelte kurz verwirrt und erblickte Marys amüsiertes Gesicht. So ging das nicht weiter. Jeder sah, wie er träumte wie so ein Dorfdepp.
Hach, wie schön wäre es, wenn er mich zurückerobern würde und aus den Fängen des anderen flirtenden Chirurgen befreien würde….
„Hasenzahn?!“
…und mit mir in den Sonnenuntergang reiten würde…
„Hasenzahn!!!!!“
…wo er mich dann leidenschaftlich und voller Liebe küsst…
„VERDAMMT NOCHMAL, HASENZAHN!!!!!!!!!“


: Kommentare zur Story von Sophiee^^ (5)

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

23.05.2011 15:08
#22 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Ein bisschen mehr Martchen heute
Hoffe es gefällt euch!


Waaaaaas ist los??!
Als ihr Verstand wieder auf Trab war, wurde sie leicht rot. Peinlich berührt stellte sie fest, dass sie eigentlich auf ihn sauer sein müsste. Deswegen setzte sie auch einen kühlen Ausdruck auf.
Zufrieden, dass sie wieder wach war, meinte er selbstverliebt: „Und, wie ist es wieder ein Stück Heimat hierzuhaben, wo ich doch jetzt da bin? Ich bin doch immer noch der Beste.“
„Ja klar, weil du mich überraschen wolltest, oder was? Das war ganz nett!“, gab Gretchen ironisch zurück.
„Tz, tz, tz. Ich wollte dich so gerne überraschen. Und ich glaube das ist mir auch gelungen. Nur hätte ich gedacht, dass du in Gottes Arme fällst und Freudentränen heulst, anstatt in die von diesem Oberartzfuzzi da…“, rief Marc nun richtig sauer. Er hatte auch keine Lust mehr, länger Spielchen zu spielen, wie er es sonst so tat.
Gretchen sagte nun ebenso wütend: „Entschuldigung, willst du mir irgendetwas sagen?!“
Mary meldete sich auch einmal zu Wort: „Ich glaub, ich geh jetzt besser…“
Dann warf sie Marc einen wissenden Blick zu, der ihn irgendwie verwirrte, aber er war sofort wieder der Alte.
„Ja, wieso nicht früher?“, sagte Marc nun an Mary gewandt und Gretchen kochte über. Sie scheuerte ihm eine, dass es nur so klatschte.
„Nicht in diesem Ton, du Vollarsch!“, schrie sie ihn an und rannte hinaus. Verblüfft hielt er sich die schmerzende Wange und schaute ihr nach. Was zum Teufel war denn mit der los?
Er hat alles kaputtgemacht. Er ist so ein gemeines Arschloch, wieder ganz der Alte, ich wollte ihn doch so in Erinnerung haben, wenn er liebevoll und zärtlich ist.
Die Blicke der Schwestern und Ärzte ignorierend lief er ihr nach und zog sie in den nächstbesten Raum, der sich als enge Besenkammer entpuppte.
„Marc, jetzt hör endlich auf damit. Was willst du jetzt machen, hm? Mich anschreien, mich beleidigen? Wieso kannst du mich nicht einmal in Ruhe lassen?“
Gretchen schluckte den Kloß in ihrem Hals. Er stand so dicht vor ihr, dass sie sein Aftershave riechen konnte.
Nein, jetzt nicht heulen. Hormonausschüttung kann ich jetzt nicht vertragen. Vor allem, wenn er da ist. Er sieht so sexy aus…
Oh nein. Kommt jetzt die Phase, wo ich auf jeden scharf werde? Das halt ich jetzt nicht aus. Ich hasse mich, ich hasse ihn… scheiß Leben!!

Marc hatte sich währenddessen Worte zurechtgelegt.
„Du sagst zu mir dass ich aufhören soll? Hast du sie nicht mehr alle? Jetzt reden wir mal Klartext, Fräulein!
Du hast doch ne Affäre mit diesem Oberarzt, das brauchst du gar nicht abstreiten. Immer wenn ich nur Sex will heißt das, dass ich ein Arschloch bin, der nichts fühlt, und bei den anderen ist das nicht der Fall, oder wie? Die brauchen doch nur mit dem Finger zu schnippen und du springst schon in die Kiste.“
Wild fuchtelte er mit seinen Händen herum und funkelte sie böse an.
„Du denkst, dass ich mit ihm ne Affäre hab?“
Gretchen fing an zu lachen, obwohl sie noch sauer war. Das war einfach viel zu absurd, sie und Dr. Reiner, eine Affäre? Sie war Marc doch komplett verfallen, obwohl sie es nicht zugeben wollte. Und Marc wusste das doch, oder nicht?
„Wieso lachst du jetzt? Ist das so witzig, oder wie?“
Schlagartig hörte sie auf zu lachen.
„Deine Eifersucht ist einfach zum Totlachen. Du bildest dir Dinge ein, echt. Und überhaupt, hat es dich nicht zu interessieren, mit wem ich was hab. Du hast mich ja schon als Trophäe. Willst du mich jetzt bis in alle Ewigkeit quälen? Marc, wir sind nicht mehr auf dem Schulhof.“
Gretchen schaute ihm verletzt in die Augen, in diese wunderschönen, grünen Augen.
Ich muss stark sein. Stark und selbstbewusst…
Oooh mein Gott. Diese Augen und…
…Scheiß Hormone.

„Ach ja? Und warum führst du dich dann auf wie ein Teenager? Du spielst die taffe Karrierefrau, und kaum ist ein Mann da, klimperst du schon mit deinen Wimpern. Du bist so…so kompliziert… und du machst alle wahnsinnig.“
Seine klaren Augen starrten sie immer noch böse an. Aber genau in diesem Moment war der Umsturz. Gretchen wusste, dass sie nun ehrlich sein musste. Sonst würde sie an all den Gefühlen kaputtgehen.
„Du kannst mich im Moment nicht verstehen. Und ich hab nichts mit dem Oberarzt. Ich wollte doch einfach nur mal in Ruhe nachdenken, aber wenn du da bist, ist mein Verstand wie lahmgelegt, auch, wenn ich weiß, dass du dich nicht für mich interessierst. Du hättest ja mal fragen können, wie es mir geht“, erklärte Gretchen in normaler Lautstärke.
Auch Marc war ruhiger geworden.
„Ich hab doch gefragt, ich wollte dich sogar untersuchen. Aber das Schwein hat mich nicht gelassen. Er meinte, es wäre das Beste für dich“
Ach so. Wegen dem Kind.
Marc hat sich Sorgen um mich gemacht? Okaay, zu viel für meine Gehirnzellen auf Schokoentzug.

Auf einmal war Gretchens Wut wie weggeblasen.
Nach ein paar Minuten, in denen sie sich einfach nur angesehen hatten, fragte Marc dann etwas, das Gretchen nicht erwartete.
„Wie geht’s eigentlich deinem Fuß?“, fragte er ehrlich besorgt und schaute nach unten.
Hä? Was soll denn mit meinem Fuß sein?
„Wieso mein Fuß?“, stammelte sie verwirrt.
„Sie haben das Ultraschallgerät gebraucht, um deinen Fuß zu untersuchen.“
Oh nein. Notlüge oder Wahrheit??
„Ähm… ja… ist nicht schlimm, nur eine leichte Prellung. Tut eigentlich gar nicht mehr weh“, redete sich Gretchen heraus und musterte zum ersten Mal den Ort, wo sie sich befand. Und sofort wollte sie gehen.
Igitt, hier ist es total staubig…
Marc hielt sie zurück.
„Aha.“ Er glaubte ihr kein Wort.
„Gretchen? Was ist eigentlich los mit dir?“
Scheiße, war nicht sehr glaubwürdig.
„Es ist einfach sehr viel passiert…“
Er sieht in seinem neuen Kittel so scharf aus…
Gretchen,was denkst du denn??!
Wieso kommen die Anzeichen auf eine Schwangerschaft eigentlich immer im falschen Moment?

Gretchen und Marc spürten es. Die Leidenschaft, die sie beide umgab. Am liebsten hätte er sie geküsst, und sie sah auch so aus, aber dann würde er sie vielleicht wieder verletzen. Bei ihr wusste man nie. Und er war auch immer noch beleidigt, sein Verstand sagte ihm, dass er es sein musste.
Die Vernunft war jedoch einfach abgeschaltet.
„Was denn zum Beispiel?“, fragte er leise und näherte sich ihr.
Nein, ich kann nicht. Doch nicht in einer Besenkammer? Und überhaupt sind wir beide im Dienst.
Gretchen wich ein Stück zurück. „Marc. Ich muss dir was sehr Ernstes sagen…“
Ja. Jetzt sag ich es ihm. Ich bin stark, selbstbewusst, wunderschön…
„Was denn?“, flüsterte er und seine Lippen waren gefährlich nahe an ihren.
Gretchen wusste: wenn sie ihn jetzt küsste, bekam sie einen kleinen Aufschub. Deshalb schloss sie die Augen und ließ sich von ihm küssen.
…und total feige.

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

25.05.2011 14:17
#23 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Heeyy liebe Leute (:

Sorry dass gestren nichts kam, aber ich stehe einfach unter Zeitdruck. Schule, Hausaufgaben, Prüfungsvorbereitungen... ich suche wirklich Zeit zu schreiben (mein Vorrat ist zwar immer noch groß, aber wenn ich alles aufbrauche wird es nur noch schlimmer) aber ich hab meistens nur wenig Zeit dafür. Okay, jetzt hab ich mich irgendwie wiederholt, aber egal (:

Also, um zum Punkt zu kommen: ich werde nur mehr alle drei bis vier Tage was posten, vielleicht auch alle zwei Tage, je nachdem wie schnell ich mit dem anderen Zeugs fertig werde. Hoffe ihr versteht das...

So, und jetzt geht's weiter. Viiiel Spaß!

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (6) ---> freu mich :DD



Der Kuss war überhaupt nicht fordernd. Es war romantisch und sehr kurz, was Gretchen ebenso wie Marc verwunderte. Es lag so viel Gefühl in ihm, dass sie einfach aufhören mussten. Manchmal hatte Marc wirklich Angst- vor sich selbst und vor seinen Gefühlen. Nach fünf langen Wochen konnte er diese Lippen endlich wieder auf den seinen spüren, und er genoss es in vollen Zügen.
Aber trotzdem ließ ihn etwas keine Ruhe. Sonst wäre es ihm ja in so einem Moment egal, aber sie wollte ihm irgendwas erzählen. So wie sie sich aufführte, konnte es nur wichtig sein. Denn nach dem Kuss schaute sie betreten zu Boden, seinem Anschein nach schien sie ein schlechtes Gewissen zu haben.
Komisch. Sie wollte mir doch etwas „sehr Ernstes“ sagen, oder?? Ich muss aber auch noch was loswerden…
„Hallo“, sagte Marc und strich ihr liebevoll über das Haar. Gretchen blickte auf und ihn ihren Augen lag die pure Verständnislosigkeit. Seit wann war er denn bitteschön so rätselhaft?
„Ähm…Marc…ja…äh…Hallo!!?“, erwiderte sie verwirrt, und Marc musste lächeln.
„So ungefähr hatte ich mir unser Wiedersehen vorgestellt…“, meinte er.
„In einer Besenkammer?!“
Sie ist so süß, wenn sie nichts checkt.
„Nein. Ich sag „Hallo“ und du stammelst rum“
Gretchen wurde rot, tomatenrot. Sie brabbelte unverständliches Zeug und versteckte sich hinter ihren Strähnen, die aus dem Knoten heraushingen. Marc fand sie noch süßer als davor, er liebte es, wenn ihr etwas peinlich war, aber als er wieder versuchte, sie noch einmal zu küssen, wandte sich ab.
„Marc, ich muss dir wirklich etwas sagen!“
Gut, jetzt kommts…
Er sah in ihren Augen leichte Verzweiflung.
Aber wieso ist sie verzweifelt? Wir hätten doch weitermachen können.
Tränen glitzerten und ließen das Blau leuchten, aber sie bahnten sich noch keinen Weg über ihre Wangen.
Er strich ihr über die Wange, ganz sanft. Diese Berührung hinterließ eine heiße Spur auf Gretchens Haut.
Sie konnte sich nicht zurückhalten. Sie musste diese Tränen einfach loswerden- und deshalb heulte sie los.
Marc beobachtete sie. Wie sie auf den Boden glitt, schluchzte und ihr Gesicht in den Händen vergrub. Ohne groß darüber nachzudenken, was er tat, ließ er sich ebenfalls neben ihr zu Boden gleiten und streichelte ihr Haar. Sie lehnte den Kopf an seine Schulter und er hielt sie fest. So fest, als würde sie einen Abgrund hinunterstürzen. Er beruhigte sie mit leisen, liebevollen Worten, die sie aber gar nicht mitbekam.
Wow. Was für ein tolles Gefühl, für jemanden da zu sein. Wieso sie eigentlich heult, kann man ja ein andermal herausfinden. Es geht ihr scheiße, egal, wie viel sie lacht. Und es ist sicher nicht, weil ich da bin. Irgendetwas belastet sie…
Wieso komm ich nicht drauf? Verdammt, sonst kann ich in ihr doch lesen wie in einem Buch.

Marc wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Gretchen plötzlich aufsprang und heulend hinausstürmte.
Ähm…, wieso ist sie jetzt weggerannt?
Marc beschloss, nach dem ersten Schock, ihr nachzugehen. Das war doch nicht normal, ihr Verhalten.
Er schlich unauffällig aus der Besenkammer und sah noch einen langen, blonden Zopf ins Herrenklo verschwinden.
Was will die denn auf dem Herrenklo?
Er ging langsam rüber und öffnete die Tür. Das einzige, was er hörte, waren Würgegeräusche.



Scheiße! Wieso gerade jetzt?!? Immer im falschen Moment, ich hasse es…
Gretchen wurde übel, sie rannte aus der Besenkammer und ließ einen ziemlich verdutzten Marc zurück.
Die erste Toilette, die sie sah, war die Herrentoilette.
Egal jetzt. Hauptsache es ist vorbei.
Sie rannte hinein und erbrach sich ausgiebig.
Ich hoffe, die Übelkeit lässt bald nach…
Sie hatte die Schritte gar nicht gehört, aber als sie total verheult und verzweifelt die Klokabine verließ, sah sie Marc. Er blickte sie fragend an.
Sie ignorierte ihn einfach und wusch sich das Gesicht.
„Was ist los mit dir?“, fragte er eindringlich.
Die beste Verteidigung gegen Angriff ist: Angriff!
„Du checkst wohl überhaupt nichts! Schalt doch mal dein Hirn ein! Ich esse die ganze Zeit, nur um es dann wieder auszukotzen. Ich bin total emotional und heule immer gleich. Du bist doch Arzt. Was sind das für Anzeichen??!“, schrie sie ihn unerwartet an. Er zuckte zusammen. Sie rannte hinaus. Sie hielt es einfach nicht mehr aus. Er stellte sich so blöd an…
Zufällig wanderte ihr Blick auf die Uhr. Sie erstarrte. Ihre Schicht war vorbei und sie hatte gar nicht gearbeitet.
Sie zog sich um und rannte in den Park, um erneut vor Verzweiflung zu heulen.
Wieso muss er gerade jetzt kommen? Wieso?? Ich bin gut klargekommen mit der Schwangerschaft, und kaum ist er da, geht wieder alles schief. Ich freu mich irgendwie schon, dass er da ist, ich hab ihn ja vermisst, aber er hätte mir ja sagen können, dass er kommt…
Wie blöd kann man denn eigentlich sein? Die Symptome sind doch wohl eindeutig…
Ich bin so müde… und es ist auch schon so spät…

Gretchen schlief auf der Parkbank ein, auf der sie sich vorhin niedergelassen hatte. Es war ihr egal, dass Mary sich sicher Sorgen machen würde, oder dass Dr. Reiner megamäßig sauer sein würde, weil sie alle OPs verpasst hatte, es war ihr alles egal. Solange sie nur schlafen und für ein paar Stunden alles vergessen konnte.

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

27.05.2011 14:38
#24 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Was für ein blööööööööööööööödes Wetter heute Gestern war es noch so heiß und jetzt sitz ich hier im dicken Pulli...

Und da so ein schlechtes Wetter ist, poste ich doch noch heute (eigentlich wollte ich erst morgen), damit ihr auch was zu tun habt!

Viel Spaß und Kommentare nicht vergessen!


Marc hatte noch eine OP. Er musste die ganze Zeit darüber nachdenken, was sie wohl meinte mit „Du bist doch Arzt“ oder „Was sind das für Anzeichen“. Er hatte keinen blassen Schimmer was sie meinte.
Ja, er war Arzt, der Beste, den er kannte, aber er kam einfach nicht auf Schwangerschaft, da er es für absolut unmöglich hielt.

Es war eine Blinddarm- OP. Er kannte die Schritte alle auswendig und deshalb konnte er mit gerunzelter Stirn seinen Gedanken nachhängen.
Hätte ich jetzt nicht die OP gehabt, wär ich ihr nochmal nach. Aber ich muss ja alles alleine machen. Echt, die Thompson ist wirklich unfähig! Ich würde gerne mit Hasenzahn operieren…
Wo sie wohl ist? Bestimmt ist sie nach Hause, vielleicht fahr ich später noch vorbei… wo wohnt sie eigentlich? Ich kann ja mal ihre „beste Freundin“ fragen. Obwohl, wenn die so ist wie diese dumme Sau von Gina, dann sagt sie mir sicher die falsche Adresse.
Wär Gina nicht gewesen, hätte ich Gretchen alles schon gesagt, ich hätte alles hinter mir. Aber ne, die muss ja alles versauen.
Aber fragen kann ja nicht schaden. Sonst fahr ich halt zur falschen Adresse, ist doch auch egal… aber zuerst noch was für meine Nerven.

„Dr. Thompson! Könnten sie sich vielleicht ein bisschen mehr konzentrieren?“
„Tut mir leid. Aber ich mach mir Sorgen.“, rutschte es Mary heraus und sie bereute es sogleich.
„Um wen denn?! Sie sollten sich einzig und allein um den offenen Mann vor ihnen Sorgen machen und nicht an ihr unbedeutendes Leben denken…“
Hm. Naja, nicht grade besonders guter Spruch, aber ist doch egal.

Man sah Mary direkt an, dass sie sauer wurde. Was bildete der sich ein? Er war ja auch nicht ganz bei der Sache, immerhin hatte er den Schnitt fast zu lang gemacht. Gut, dass sie ihn noch davon abhalten konnte. Und was war sein Dank? Sie bekam einen blöden Spruch reingewürgt. Dieses Jahr würde wohl noch Spaß machen.
Oh-oh. Ich sollte höflicher sein, sonst verrät sie mir nichts. Gut, entschuldigen und- lächeln!
„Entschuldigung, dass ich Sie so angefahren habe. Hab noch ein bisschen Jetlag“
Er lächelte sie an. Und sie war tatsächlich mit einem Schlag nicht mehr sauer. Auch wenn sie stark war: lange konnte man diesem Charme einfach nicht widerstehen.
Ich hab sie an der Angel…
„Ach, was ich Sie noch fragen wollte: wissen Sie wie es Dr. Haase geht?“
Und schon war sie wieder kühl, fast schon unterkühlt.
„Ich wüsste nicht, was Sie das angeht“, fuhr sie ihn an und widmete sich wieder dem Sauger.
Mist, war das zu schnell? Dann halt die gute alte du-kannst-mir-vertrauen-ich-tu-dir-nichts- Nummer…
„Ich habe immer ein offenes Ohr. Um wen machen Sie sich jetzt Sorgen?“
Offenes Ohr, guter Witz. Hoffentlich lach ich nicht gleich...

Mary rang mit sich selbst. Wenn sie es sagte, wäre Gretchen sauer. Aber irgendwann muss sie es ihm sagen, Gretchen macht das ja nicht.
„Ich wollte Ihnen noch etwas sagen, bezüglich Dr. Haase…“
Bingo!
Sie zögerte kurz, aber dann atmete sie entschlossen durch und sprach ihren Gedanken aus: „Ich finde, Sie sollten rücksichtsvoller mit ihr umgehen. Sie wird Ihnen schon irgendwann sagen, was mit ihr los ist. Haben Sie Geduld“
Ok, das hatte ich nicht erwartet, aber naja… immerhin etwas… und jetzt ist bohren angesagt!
„Ach, also ist doch etwas mit ihr!“
„Ja, und ich würde jetzt gerne operieren…“
Operieren…jaja… also so würde ich das nicht nennen, was sie da veranstaltet. Ich will Hasenzahn wieder zurück! Blöder Dr. Reiner…
Dr. Thompson ist hart wie ein Eisblock… aber irgendwann knack ich sie schon…
Und die Adresse hol ich mir einfach aus den Akten von Dr. Reiner… schließlich muss ich auch mal meine kriminelle Ader entdecken.





Gretchen wachte auf. Mit höllischen Kopfschmerzen.
Seit wann kriegt man vom Heulen Kopfschmerzen? Man, man, man…
Wo bin ich eigentlich? Ist das ein Traum?
Ne, ich bin echt so blöd und schlaf auf ner Parkbank ein. Wie so ein Obdachloser…

Zu ihren Füßen klimperte etwas. In einer kleinen Schale lagen Münzen und Geldscheine, sehr viele sogar.
Seh ich aus wie ein Bettler? Aber die Amerikaner haben ein Herz für die Sozialschwachen. Das ist ziemlich viel Geld.
Gretchen sah sich um, nahm sich einfach unauffällig das Geld und fuhr nach Hause. Sie hatte eigentlich frei, aber sie wollte das verpasste am Nachmittag nachholen, bis dahin wird sie schon wieder auf den Beinen sein.

Zuhause angekommen, sah sie Mary mit einem Glas Kakao auf dem Sofa sitzen. Als sie Gretchen bemerkte, rannte sie auf sie zu und umarmte sie stürmisch.
„Gretchen! Ich hab mir solche Sorgen gemacht. Wo warst du? Du kannst doch nicht einfach so verschwinden… zum Glück bist du wieder da…ich wollte dir noch…“
„Ja, ich weiß auch nicht, wo mir der Kopf steht. Ich hab gerade meine Gedanken geordnet, dann kommt Marc und wieder ein neues Chaos ist angerichtet…“, unterbrach Gretchen ihren Redeschwall.
„Du musst es ihm sagen. Irgendwann findet er es von alleine heraus und dann rastet er erst recht aus… du kennst doch die Männer, die sind immer so schnell beleidigt. Und er wird glauben, dass du seinen Stolz verletzt hast, weil du es ihm nicht sagen konntest…“
„Ja, das mach ich auch. Ich bin fest entschlossen, es ihm heute zu sagen. Ich bin zwar immer noch sauer, aber was soll‘s. Gleich nach meinem Termin bei Dr. Star besuch ich ihn und zeig ihm das Ultraschallbild.“
„Ich würde es eher langsamer angehen lassen…“
„Jaja, ich schaff das schon…“, winkte Gretchen ab.
Ich schaff es. Und er wird sich freuen. Hach, wenn Träume doch wahr werden könnten… dann wär‘s fast wie im Märchen… er streichelt meinen Bauch und küsst mich…
Gretchen ging noch schnell duschen und machte sich besonders hübsch.
Sie nahm die Schlüssel und dann ging’s ab in die Höhle des Löwen!

Als sie ankam, wartete Dr. Reiner auch schon im Schwesternzimmer. Und er redete auch nicht lange drumherum.
„Ach, heute, wo du frei hast, bist du hier? Was hast du dir eigentlich dabei gedacht, hm?“
„Tut mir leid, ich hatte ein Problem…“, wollte Gretchen sagen, aber sie wurde gleich wieder unterbrochen.
„Probleme werden außerhalb des Dienstes geklärt, ist das klar?! Du kannst es dir nicht leisten, Fehler zu machen. Das ist ein Stipendium, und man kann es so schnell verlieren wie man es bekommen hat!“, schrie er nun. Er hatte schlechte Laune, und die war ihm deutlich anzusehen.
Mit schlechtgelaunten Chirurgen ist nicht zu spaßen, mit verliebten aber auch nicht.

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (6) !!!

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

30.05.2011 18:17
#25 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten



Viiel Spaß!!


Was Gretchen nämlich nicht bemerkt hatte, während sie diese Standpauke auf sich ergehen ließ, war, dass Marc auch im Schwesternzimmer saß, in einem versteckten Winkel.
Und er war wütend. Niemand schrie sein Gretchen an, schon gar nicht in dieser Lautstärke, außer es war er selbst.
Nun offenbarte er sich und Gretchens Augen wurden kurz größer, bevor sie sich wieder Dr. Reiner zuwandte.
Dr. Reiner fuhr fort: „Ist das klar? Du darfst so etwas NIE WIEDER machen!“
Gretchen antwortete kleinlaut: „Ja.“
„Ich verstehe echt nicht, wieso sie bei mir immer wiederspricht“, meldete Marc sich zu Wort.
„Dr. Meier, ich weiß nicht, was Sie jetzt zu sagen haben. Wir klären das ohne ihre Hilfe“, sagte Dr. Reiner nun ruhiger. Aber das war eben die Ruhe vor dem Sturm.
„Ja, das glauben Sie, aber das schaffen Sie sicher nicht. Diese Frau ist zu kompliziert. Und am besten lassen Sie ihre Launen an jemandem aus, der Ihrer Größe gewachsen ist.“
„Ach ja? Und wer wäre das?“ Dr. Reiner stellte sich bedrohlich nahe vor Dr. Meier.
„Ein anderer Oberarzt, vielleicht?!“, sagte Marc provozierend.
Zeig‘s ihm Marc! Wie süß, er setzt sich für mich ein…
Dr. Reiner ballte schon die Fäuste, für alles bereit, als Gretchen dazwischen ging.
Das wird jetzt zu viel…
„Jetzt hört schon auf, wir sind nicht im Kindergarten“
Aber es artete schon alles aus. Gretchen wollte Dr. Reiner wegzerren, aber der stieß sie nur weg. Er hatte nur Augen für Marc, deshalb merkte er auch nicht, dass sie unsanft auf dem Boden landete und sich den Bauch hielt.
Spinnt der jetzt komplett?!? Unser Kind!!!!
Gretchen schrie völlig außer sich: „Hast du sie nicht mehr alle???! Du Blödmann!!“
Dr. Reiner zuckte zeitgleich mit Marc zusammen. Wen meinte sie denn jetzt genau? Dr. Reiner drehte sich um und sah sie auf dem Boden liegen.
„Scheiße!“, schrie er.
Er lief zu Gretchen und wollte ihr aufhelfen.
Marc hatte alles nur verblüfft mit angesehen und war noch verwirrter, als Gretchen seine Hand wegstieß, mühevoll auf die Beine kam und Dr. Reiner eine klatschte. Sie hielt sich immer noch den Bauch und stützte sich ab. Dr. Reiner guckte wie ein Hundewelpe.
„Was guckst du so?! Mach dich nützlich und hol Dr. Star!“, brüllte sie mit Tränen in den Augen. Sie atmete tief ein und aus, sie versuchte, sich wieder abzuregen, die Aufregung würde dem Kind nur noch mehr schaden.
Marc hatte seine Stimme wiedergefunden, und als Dr. Reiner weg war und Gretchen sich einigermaßen beruhigt hatte, fragte er: „Gretchen, was ist los?“
Hoffentlich ist mit unserem Baby alles in Ordnung…unser Baby… wie schön das klingt…
„Etwas Wunderschönes“, konnte sie noch lächelnd sagen bevor sie schon wieder umkippte.




Ja klar, etwas Wunderschönes. Deshalb geht es ihr auch so scheiße. Was soll ich denn jetzt machen?
Dr. Reiner kam hereingerannt mit einem Arzt im Schlepptau, der ihm gerade eine Standpauke auf Englisch hielt.
Als er Marc neben Gretchen sitzen sah hielt er verwirrt in seinem Geschimpfe inne und fragte: „Who’s that?“
„I’m Dr. Meier“, antwortete Marc. Der Arzt schaute Dr. Reiner vielsagend an. Dieser nickte nur leicht.
Was guckt der denn so?! Ich fühle mich leicht aus der Konversation ausgeschlossen…
„Ok, than you can come with me”, sagte er und Marc hob Gretchen hoch. Er trug sie hinter Dr. Star her, der in seinem Büro verschwand. Marc schlüpfte noch schnell hinein und schlug die Tür vor Dr. Reiners Nase zu.
Arsch. Der hat sie auch nicht mehr alle. Auch wenn ich noch nicht weiß, was in Gretchen gefahren ist. So ausgetickt ist sie noch nie, noch nicht einmal bei mir.
Er legte Gretchen behutsam auf die Liege und wollte schon gehen, aber sie krallte die Hand in seinen Arm. Er drehte sich wieder zu ihr um. Sie schaute ihn mit Tränen in den Augen an.
„Bitte bleib“, flüsterte sie leise und schwach. Er musste sie einfach liebevoll anlächeln.
„Ok“, sagte er und setzte sich neben sie.
Süß. Sie braucht mich.
Gretchen wollte ihm sagen, was mit ihr los war. Sie flüsterte leise die drei Worte „ich bin schwanger“, aber Marc verstand sie nicht. Sie war dann doch zu schwach, um es noch einmal lauter zu versuchen. Sie drehte den Kopf weg und hoffte, dass Marc nicht allzu sauer sein würde, wenn er es jetzt erfahren würde.
Dr. Star hatte währenddessen das Ultraschallgerät geholt und fragte: „Can you let me sit here, please?“
Marc stand auf und beobachtete, wie Dr. Star den Pullover von Gretchen hochschob. Ihr Bauch war jetzt frei. Er verteilte Gel auf ihrem Bauch, schaltete das Gerät ein und legte den Schaller auf den Ort, den Marc als Gebärmutter kannte. Er hatte sich ja nie für Gynäkologie interessiert, aber jetzt weiteten sich seine Augen.
Ist das…? Ne, oder?
Marc starrte auf den Bildschirm und er sah ein kleines Ding, das noch keinerlei Ähnlichkeit mit einem Kind hatte, aber trotzdem eines war.
Dr. Star sah seinen Gesichtsausdruck und sagte: „There is the heart. Can you see it beat?“
Marc nickte verwirrt.
Ein Herz… das schlägt… In Gretchen drinnen. Ähm…
Sein Verstand war wie weggeblasen. Er sah und hörte es schlagen und fühlte so was wie…
…Vaterliebe.
Marc, jetzt stell dich nicht so an. Es muss ja nicht dein Kind sein. Und überhaupt bin ich gar nicht bereit für ein Kind.
Marc wurde wütend.
Was ist, wenn es Mehdis ist? Oder das von diesem scheiß Betrüger?!?
Er konnte seine Wut nicht mehr kontrollieren. Bevor er hier etwas kaputthaute, rannte er in sein Büro. Dort schmiss er erst einmal alles durch die Gegend, bis er alles raus gelassen hatte.
Ein Baby. Ein Leben. Aber es ist irgendwie anders als bei Gabi… damals konnte ich mir noch kein Leben mit Kindern vorstellen… aber mit Hasenzahn…
WAS???????? Ne, ich will keine Kinder. Meine Karriere, hallo?!?! Und überhaupt ist es sicher nicht meins. Sie hat die Pille genommen, da sie ja nicht mehr „verheiratet“ war. Es ist sicher ein kriminelles Kind von diesem Penner… blöder Arsch. Er hat sie mir weggenommen, geschwängert, verletzt und liegengelassen. Und jetzt soll ich die Scheiße ausbaden? Nene, so nicht!! Ich bring ihn um. Wirklich.
Wenn ich nur wüsste, wo er ist… Gut, da gäb’s nur ein Problem: ich bin nicht kriminell, hab mich ja nicht einmal getraut, in Dr. Reiners Aktenschrank rumzustöbern…
Scheiße, scheiße, scheiße… das kann alles nicht sein. Ich glaub es nicht…

Verzweifelt vergrub er seinen Kopf in seinen Händen und seufzte laut. Wie sollte er bloß damit umgehen?




Gretchen blinzelte und erwartete, Marcs perfekt geformtes Gesicht zu erblicken. Stattdessen sah sie nur Dr. Stars Antlitz.
„Where is Dr. Meier?“, fragte Gretchen mit schwacher Stimme.
„He was very… ohm... surprised…“, versuchte er zu erklären.
Oh Scheiße. Er ist also ausgerastet.
Gretchen schimmerten schon wieder die Augen. Dr. Star sagte ihr noch, dass alles in Ordnung sei, er betonte aber ausdrücklich, dass sie mehr essen müsse. Sie nickte und bedankte sich noch einmal. Dann ging sie mit gesenktem Kopf in die Cafeteria um etwas zu essen.
Marc ist ausgeflippt. Ich bin so blöd. Ich hätte es ihm sagen müssen, aber ne, ich musste ja unbedingt -wieder einmal-starke Frau spielen. Ich hätte ihm im Bad auch einfach sagen können, dass ich schwanger bin. Von ihm…
Wie könnte ich mich rausreden? Hmm… wieso muss ich eigentlich immer alles erklären? Er sagt doch immer ich soll nicht immer alles zerreden.

Gretchen legte die Hand auf ihren Bauch. Es war niemand in der Cafeteria. Also fing sie leise an zu wimmern. Sie begann, das Essen in sich hinein zu stopfen.
Hysterische Anfälle hab ich sonst schon genug, auch wenn er nicht da ist. Ich glaub ich leg mich jetzt hin…

Hoffen wir mal dass Gretchen sich entspannen kann.
Kommis?! Immer wieder gerne.

Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ... 7
 Sprung  
Unsere offiziellen Partner
Türkisch für Anfänger
Weitere Links
Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen