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Dieses Thema hat 151 Antworten
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Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

31.05.2011 15:30
#26 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Heey Mädels!
Ich stell euch heute was rein, da ich morgen in den Urlaub fahre und erst am Montag wieder posten kann. Tut mir leid!

Ich hoffe ihr seid nicht zu enttäuscht!!

Viel Spaß bei diesem etwas längerem Teil,
Eure Sophie


Gretchen wollte nicht nach Hause. Sie rief Mary an und erklärte ihr alles. Dann ging sie in den Bereitschaftsraum und legte sich in ein Bett. Dort heulte sie leise vor sich hin.
Ich bedeute ihm nichts. Wenn nicht alle wüssten, dass ich schwanger bin, würde er mich sicher zwingen, abzutreiben. Ich hab gehört bei Gabi hat er das auch schon versucht.
Männer sind solche Schweine. Aber man kommt einfach nicht von ihnen los… ich verfluche die Evolution! Wieso sind immer die Männer stark und die Frauen enden schwanger und in tiefen Depressionen in irgendeinem Wohnheim?! Ja, es gibt Ausnahmen, wie z. b. die Hassmann. Aber ich glaube, sie sehnt sich auch nach Nähe. Jede noch so intrigante Ziege ist tief drinnen eine stinknormale Frau…

Gretchen wurde von einem Klingeln aus ihren Gedanken gerissen. Es war ihre Mutter.
Ne, wieso ruft die GERADE JETZT an??
Gretchen ging ran und versuchte, nicht allzu weinerlich zu klingen.
„Hallo Mama!“
„Hallo, Margarethe! Wie geht es dir denn? Hast du schon gehört, Dr. Meier ist dir nachgereist… ist das nicht romantisch?“
Typisch Mama! Klar denkt die, dass ich verheiratet und mit drei Kindern zurückkomme… ok, zeitlich ginge das nie und nimmer, aber bei meiner Mutter weiß man nie. Ein Kind ist schon mal abgehakt…
„Mama, er ist nicht wegen mir hier. Er ist hier wegen seiner beschissenen Karriere“
Gretchen schniefte.
„Margarethe, was ist denn los?“
„Hört man das nicht? Ich heule“
„Und warum? Du hast doch alles was du willst! Ich sagte doch, dass du in Washington total überfordert sein wirst!“
„Ja, bin ich, aber auf eine andere Art und Weise“
Gretchen atmete tief durch. Ihre Mutter versuchte schon, sich zusammenzureimen, was geschehen war.
Gretchen unterbrach sie: „Mama, ich muss dir etwas sehr wichtiges sagen…“
Die Stimme ihrer Mutter erstarb. Sie wartete.
„Ich…ich bin schwanger…“, sagte Gretchen und hielt das Telefon weg von ihrem Ohr, als ihre Mutter begann zu kreischen.
„Gretchen, jetzt wirst du doch eine richtige Frau! Ich bin so stolz auf dich! Wieso bist du dann so niedergeschlagen, hm? Schwanger zu sein ist das Schönste das es gibt.“
„Ja, aber nur wenn jemand einem beisteht…“
Ihre Mutter hatte die geflüsterten Worte gar nicht gehört, als sie fragte: „Wer ist denn der Vater?“
Ne coole Antwort passt jetzt gut…
„Niemand. Weil er oft ein totaler Blödmann ist.“
Gretchen legte auf. Sie ließ sich in die Kissen sinken. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass es schon dämmerte. Nach wenigen Minuten war sie schon eingeschlafen und merkte gar nicht, dass jemand das Zimmer betreten hatte und sie einfach nur ansah.




Marc suchte Gretchen überall. In der Cafeteria und im Schwesternzimmer, er schielte sogar einmal in den OP, wo Dr. Reiner gerade mir Dr. Thompson operierte.
Wo ist die? Spielen wir hier Verstecken, oder was??
Er lief am Bereitschaftsraum mit den Betten vorbei, als er Gretchens Stimme hörte.
„Ich…ich bin schwanger…“, sagte Gretchen und hielt das Telefon weg von ihrem Ohr, als die Person am anderen Ende der Leitung begann zu kreischen.
Wahrscheinlich ihre Mutter. Sie sieht irgendwie gar nicht gut aus. Aber ich sollte sie nicht unterbrechen bei ihrem Gespräch.
Nun flüsterte sie genervt: „Ja, aber nur wenn jemand einem beisteht…“
Ihre Mutter schien es nicht gehört zu haben, denn sie quasselte weiter.
Marc wollte sie schon von ihrem Leid erlösen, als er hörte: „Niemand. Weil er oft ein totaler Blödmann ist.“
Gretchen legte auf und ließ sich in die Kissen sinken.
Redet die jetzt vom Vater? Ich bin doch kein Blödmann?!
Ja gut, muss ja nicht sein, dass ich es bin… auch wenn diese komische Vater…dings…äh…liebe immer noch da ist…
Manchmal kann ich aber auch ein Blödmann sein. Ich bin einfach abgehauen, als sie mich am meisten gebraucht hat. Aber sie hat es mir nicht gesagt, verdammt noch mal. Ich kann auch nicht immer tolerant sein und alles wegstecken. Nur weil sie denkt, dass ich nichts fühle, heißt das nicht dass es auch so ist… und Gefühle muss man rauslassen…
Ich wollte sie doch nicht verletzen. Ich war halt nicht bereit für diese Neuigkeit.

Er betrat den Bereitschaftsraum und sah, dass Gretchen eingeschlafen war. Er sah sie einfach nur an und setzte sich zu ihr aufs Bett.
Ohne groß zu überlegen, was er machte, legte er eine Hand auf ihren Bauch. Er war überfordert, maßlos überfordert.
Was ist das denn jetzt?!
Marc spürte eine Wärme unter seinen Händen, eine unnatürliche Wärme. Wieso sollte ihm auch warm werden, wenn er mit einer kalten Hand in einem kalten Raum einen kalten Bauch berührt? Da war eindeutig zu viel Kälte im Spiel, als dass es echt gewesen sein kann. Das erste was hörte war…
Die Magie der Liebe…
…oh mein Gott. Hab ICH das grade gedacht? Ne, das war ich nicht. ECHT nicht. Aber wer war es dann?? So einen Scheiß kann eigentlich nur eine Person denken…Gretchen!! Ich höre doch nicht ihre Stimme in meinem Hirn?! Dass ich schon so hirngestört bin, hätte ich nicht gedacht…

Da Marc Gretchens „Gedanken“ gehört hatte, musste sie auch wach sein. Langsam schlug sie bei dem warmen Gefühl die Augen auf.
Mist. Zu spät zum Abhauen…
Zuerst hatte sie gedacht, dass sie träumt. Aber er war es wirklich. Marc saß neben ihr und hielt seine Hand auf ihren Bauch. Die wohlige Wärme war immer noch nicht gewichen. Erst als Marc wie vom Blitz getroffen die Hand wegnahm, erschauerte sie bei der Kälte, die sich wieder ausbreitete.
„Marc?“, murmelte Gretchen ungläubig und blickte ihn aus ihren großen, tiefblauen Augen an.
Oh nein, nicht der Hundeblick! Da kann ich nie wiederstehen…
Als er ihre Locken in seinen Fingern spürte und mit seinen endlos grünen Augen tief in ihre blauen blickte, war er schlagartig nicht mehr beleidigt.
„Ja“, konnte er nur sagen. Er war wie hypnotisiert von ihrem Blick.
Aber Gretchen packte das schlechte Gewissen: „Du, Marc, ich wollte wirklich…“
Marc legte seinen Finger auf ihre Lippen. „Schsch… du musst nicht immer alles erklären. Ich kann dich verstehen“
Zum Glück steht hier nirgendwo ein Lügendetektor. Ehrlich, zeigt mir mal jemanden der diese Frau versteht!
„Ehrlich?“
„Klar. Ich war wirklich ein Blödmann. Ich hab dich einfach so gehen lassen“
Ich bin echt ein guter Lügner. Ich hätte echt einen Preis verdient.
Sie lächelte verträumt. In ihr wuchs die Hoffnung, dass sie nun doch noch eine Familie sein könnten. Gut, das waren sie ja schon körperlich, aber auch seelisch mussten sie bereit sein…und sie wusste es: jetzt oder nie!
„Marc… ich bin in der vierten Woche…du bist der… Vater“, sagte sie mit geschlossenen Augen. Seine Reaktion wollte sie wirklich nicht sehen.
Ich... bin.. der VATER???! Ach du heilige...ähm...oh mein Gott!
Wie soll ich...? was glaubt sie...?
Ganz ruhig und klar denken. Von vorne:
Das erklärt dann wohl auch die Vatergefühle. Mein Kind. Das ist total krass. Aus ein bisschen Sex kann Leben entstehen…
Ähm. Ja, das wusste ich ja, nur ist es komisch es selbst zu erleben… ich glaub, ich muss jetzt was sagen…
Ruhig durchatmen. Ich schaff das. Ich bin anders als mein Vater, ich bin Arzt und RETTE Leben…

Gretchen blinzelte nach kurzer Zeit durch ihre Wimpern. Es war so verdächtig still, hoffentlich war er nicht abgehauen.
Nein, er war da, aber er saß stocksteif in seinem Bett und versuchte, ruhig zu atmen.
Vielleicht ist das auch nur ein Traum oder so… vielleicht ist sie gar nicht schwanger… aber wieso sollte ich das träumen? Ich schaff das nicht… ich schaff es einfach nicht…
Langsam nahm Gretchen seine Hand und legte sie wieder auf ihren Bauch, aber er schien es erst zu bemerken, als sich wieder diese Wärme ausbreitete…
Das ist wirklich die Magie der Liebe… ich kann es nicht bestreiten. Jetzt muss ich was sagen, ich kann sie glücklich machen, und das werde ich jetzt auch…
Zuvor musste Marc aber noch etwas klären: „Gretchen… ich weiß nicht ob ich schon bereit dafür bin… weißt du, ich hab nie richtig gelernt, wie man… liebt. Und ich will nicht so enden wie mein Vater…“
„Wieso, was ist denn mit deinem Vater?“

Da hat sich der Marci wohl selbst verraten!

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

06.06.2011 15:53
#27 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

DA BIN ICH WIEDER!!!

Ich hoffe die lange Wartezeit hat euch nicht zu viel ausgemacht, jetzt gibs dafür wieder was, sogar ein längerer Teil!

Würd mich über Kommis freuen!!!!



Scheiße, kann ich nicht nachdenken bevor ich etwas sage???? Verdammt.
„Ähm…“
„Ja, Marc?“, drängte sie.
Was sag ich denn jetzt??! Okay. Ich muss es runterputzen. Irgendwann wird sie es schon rauskriegen, was ich aber nicht hoffe. Und dann bekomm ich Mitleid von ihr. Super Tausch. Sie kriegt mein Geheimnis und ich ihr Mitleid.
„Ach, ist jetzt nicht so wichtig.“
„Doch! Das ist es. Du kannst es mir erzählen. Immerhin ist es auch dein Kind…“
Gut, das war der endgültige Beweis. Echt mein Kind und kein Traum.
„Jetzt komm erst mal wieder auf die Beine, hm?“
Ich bin ein Meister im runterputzen. Egal ob Person oder Gefühle. Dafür hätte ich auch nen Preis verdient…
Marcs Pieper ging los. Notaufnahme.
Wieso muss der immer zur falschen Zeit losgehen? Wie damals, als ich Gretchen das Leben gerettet habe…
Marc schwelgte kurz in Erinnerungen an den schönen Kuss mit Gretchen, als sie, im gleichen Tonfall wie damals, sagte: „Bitte geh jetzt nicht…“
Déjà-vu – Alarm!
Mach ich mal Gentleman- like. Ich bin nämlich kein Blödmann!
Also nicht immer…

„Ich muss. Wir sehen uns aber noch!“, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen und küsste ihre Hand. Sie lachte. Er konnte sie immer zum Lachen bringen, oder zum Weinen.
„Heute so ein Gentleman?“, fragte sie mit einem Hauch der Ironie, was er ignorierte, bevor er das Zimmer glücklich verließ.
Ich hab ganz vergessen, wie toll es sich anfühlt, das Richtige zu machen…
Er schlenderte bis zur Notaufnahme und wen er dort auf der Patiententrage sah, ließ in ihm Gefühle hochkochen. Er atmete tief ein und aus. Diese Gefühle bestanden nämlich hauptsächlich aus Wut.
Ach du Scheiße!



Gretchen war glücklich. Bedingungslos glücklich. Und das war sie seit langer Zeit nicht mehr gewesen. Marc war so süß gerade, sie hatte ganz vergessen, dass er so etwas überhaupt konnte.
Sie ging hinaus und merkte, wie sehr sie ihren Job vernachlässigt hatte. Deshalb war sie auch froh, dass in zehn Minuten die erste OP anstand.
Dr. Reiner kam vorbei und fragte, ob sie in Ordnung sei. Er hatte ein schlechtes Gewissen, aber Gretchen war so glücklich, dass sie nicht mal sauer auf ihn sein konnte. Sie beruhigte ihn und versicherte, dass sie bei der OP da sein würde. Zuvor musste sie aber noch etwas erledigen.
Mir geht’s so gut. Ich kann‘s immer noch nicht fassen. Marc war so süß… und ich bin ihm nicht egal. Er hat meinen Bauch gestreichelt, wo UNSER Baby großwächst. Ich fühl mich wie an einem schönen Sommermorgen auf Hawaii… nicht, dass ich da je hinfahren werde (wäre schon schön, aber erst mal muss das Kind älter werden, und genug Geld muss da sein, und, und, und…) aber so stelle ich mir das Gefühl vor.
Lalalala… ich könnte singen… Aber dann würden mich alle für verrückt erklären. Im Moment wär mir das zwar egal, aber… tja… I believe i can fly…

Gretchen ging zum OP. Sie wusch sich die Hände. Es war eine komplizierte OP, eine große Arterie war verletzt worden bei einem Bruch, aber sie meisterte sie so leicht, dass Dr. Reiner nur noch staunte. So eine gute Assistenz hatte er selten gehabt, und er würde um sie kämpfen. Sie wollte vermutlich mit Dr. Meier operieren, weil der sich wieder irgendwie eingeschmeichelt hat, aber das wird Dr. Reiner ihm noch gründlich versauen…
Gretchen ahnte nichts von den Racheplänen von Dr. Reiner, sie war immer noch glücklich. Es konnte auch nur mehr regnen und es hätte ihr nichts ausgemacht.
Aber irgendwann machte sich doch der Hunger bemerkbar und sie machte sich auf den Weg in die Cafeteria.
Hm… was nehm ich denn mal… Kuchen! Es gibt Schokokuchen! Dann hol ich mir gleich zwei…
Gretchen lud sich zwei Kuchenstücke auf ihren Teller und setzte sich an einen Tisch am Fenster.
Lecker…
Gretchen hatte gerade einen Kuchen verputzt, als Marc mit grimmiger Miene in die Cafeteria kam.
Was ist dem denn über die Leber gelaufen?
Als er sie sah, setzte er ein gezwungenes Lächeln auf, was Gretchen zwar bemerkte, aber sich nicht weiter Gedanken drüber machte.
Er setzte sich zu ihr.
„Hey“, sagte sie. Ihre Hand glitt in die Tasche ihres Kittels. Dort fühlte sie ein hartes, glattes Papier. Ein Foto. Genauer gesagt, DAS Ultraschallfoto. Aber nachdem er diese Laune hatte, beschloss sie, es ihm ein andermal zu zeigen.
Oder doch jetzt?
Er erwiderte die Begrüßung, indem er ihr den Kuchen wegschnappte.
Hey, das war meiner… na warte!
„Willst du, dass Dr. Star dich umbringt? Ich soll doch genug essen!“, sagte sie vorwurfsvoll. Sie versuchte, den Kuchen zurückzubekommen.
„Wie ich dich kenne ist es schon dein zweiter oder dritter Kuchen heute, richtig?“, konterte er gelassen und schob sich die beladene Gabel in den Mund.
Mist. Er kennt mich wirklich gut.
Als er ihr gequältes Lächeln sah, setzte auch er ein echtes Lächeln auf. Er hatte gerade eine nette Phase. Aber nur bei Gretchen. Und es stimmte, er hatte wirklich ein bisschen Angst vor dem Gynäkologen. Der war schräg und irgendwie verrückt. Aber bei diesem Beruf musste man ja irgendwann krank im Hirn werden, also war es nicht weiter schlimm…
Schweigend saßen sie nebeneinander. Gretchens Blicke wanderten immer wieder zur Theke. Sie hatte immer noch Hunger.
Soll ich es riskieren? Noch ein Kuchen? Oder vielleicht ein Pudding…
Boah Gretchen! Das Ultraschallfoto ist jetzt tausendmal wichtiger, deshalb hör auf an diesen leckeren, süßen, schokoladigen Schokokuchen zu denken und daran, wie er im Mund zerfließt…
Manno!!!

Gretchen kramte wieder in ihrer Tasche herum und Marc merkte, dass sie irgendwie nervös war.
„Is irgendwas?“, fragte er als er mal nicht mit „seinem“ Kuchen beschäftigt war.
„Hm? Nö.“, antwortete sie gespielt unschuldig.
Bitte schöpf keinen Verdacht. Ich glaube, jetzt ist echt kein guter Zeitpunkt. Irgendwas ist doch mit ihm, auch wenn er so lieb lächelt. Da kann ich ihm nicht auch noch sein Kind zeigen.
Das war jetzt ein komischer Gedanke. Natürlich kann ich ihm sein Kind zeigen. Ich MUSS es ihm sogar zeigen…

Gretchen war immer noch in Gedanken versunken, während Marc sie musterte. Ihr schien es gut zu gehen, aber nach dem Patienten eben war seine gute Laune verflogen. Oh ja, er konnte wirklich Ablenkung gebrauchen. Kurz darauf beschloss er die Initiative zu ergreifen und seine Hand auf ihren Oberschenkel zu legen. Auch wenn er kein Frauenarzt war, bei Schwangeren spielten die Hormone verrückt. Man musste sie nur anheizen. Das hatte er bei Gabi schon oft genug gemerkt…
Langsam tasteten sich seine Finger heran und hatten kurz darauf ihr Knie erreicht. Gefühlsexplosionen schienen in Aussicht. Wäre sie sauer? Oder wäre es ihr peinlich? Ach, ihm konnte es ja egal sein, das war ja kein Verbrechen, dass er da veranstaltete…
Oh nein. Schon wieder? Ich bin im Dienst, verdammt nochmal! Und er macht uns hier komplett zum Affen…
Allerdings macht mich das schon irgendwie an… Mist! Die Hormone! Er ist Arzt, wie wir ja alle wissen, und Ärzte kennen sich damit aus. Er will mich verführen…
Wieso eigentlich nicht? Ich krieg ja schon ein Kind mit ihm, also sind wir ja quasi zusammen…
Na super. Ich bilde mir wieder etwas ein. Aber bei Schwangeren kann man ja mal eine Ausnahme machen…
Aber so leicht kriegt er mich nicht! Ha!

Seine Hand tastete sich immer weiter, aber sie ließ sich nichts anmerken. Sonst würde sie schon peinlich berührt umhergucken und versuchen, seine Hand zu entfernen. Zu seinem Erstaunen beugte sie sich zu ihm und flüsterte ihm verführerisch ins Ohr: „Du solltest mich nicht so anfassen. Mit meinen Hormonen ist nicht zu spaßen. Ich könnte mich auf dich stürzen… Aber wir können ja in dein Büro gehen…“
Marc wollte sie schon an die Hand nehmen um den Vorschlag in die Tat umzusetzen, als sie aufstand und im Weggehen sagte: „Nach der OP!“
Dr. Reiner kam gerade hinein, um sie abzuholen. Sie lächelte ihn an und er lächelte zurück. Während sie rausging, warf Dr. Reiner Marc noch einen triumphierenden Blick zu.



Der will Krieg? Kann er haben. Ich hab Gretchen nicht von Mehdi und danach von diesem neureichen Pisser befreit, um sie jetzt an dieses Riesenarschloch zu verlieren. Immerhin ist es MEIN Kind… und sie will mich nur quälen… man, am liebsten würde ich sie jetzt gleich flachlegen. Aber sie hat‘s mir ja versprochen… wie so oft, aber es ist nie passiert!
Und kaum geh ich einen Schritt auf sie zu, geht sie einen in eine andere Richtung, irgendein anderer Typ, so wie der Betrüger, und lässt mich links liegen.
Apropos Betrüger…

Marc hatte einen Flashback…

Flashback gibs das nächste Mal...

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

08.06.2011 17:30
#28 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

So, nun gibs die Auflösung, mal schauen, ob ihr das erwartet habt!! :D

Für den Marc- Teil (also den Flashback ) hab ich sogar Musik für euch!! ^^

Gives you Hell- The All-American Rejects: http://www.youtube.com/watch?v=idcXJsPPcC0

Noch ein Aufruf an alle stillen Leser: Meldet euch doch bitte einmal auf meiner Kommiseite! Ich freu mich über jeden noch so winzigen Kommentar!!

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (7)



Marc folgte seinem Pieper. Er war in der Notfallaufnahme, und was er dort sah, machte ihn sauer. Ziemlich sauer. Aber er hatte seine Gefühle im Griff. So gut es eben ging.
Auf der Patientenliege lag nämlich niemand anderer als Frank Muffke…
Ach du heilige Scheiße! Was will der Arsch hier?! Verdammt nochmal, ich bring ihn um, ich tu‘s hier und jetzt, vor allen Leuten… ich will ihn tot sehen…
Marc, gaaaanz ruhig. Du hast dich nicht mit Gretchen ausgesöhnt, um dann im Knast zu landen. Außerdem bedeutet dir dein Beruf so viel. Also hab dich im Griff!
Was soll ich jetzt tun? Muss ich ihn behandeln?!
Hm. Er wird mich erkennen. Mich vergisst man nicht so schnell. Soll ich ihn outen?
Nein, am besten wiege ich ihn in Sicherheit, damit er nicht abhauen kann.
Ich tu einfach so als würde ich ihn nicht kennen. Aber, sag mal, die Verkleidung nützt gar nichts. Nen falschen Bart und ne fette Brille kann ich auch aufsetzen. Aber wahrscheinlich erkenn ich ihn nur, weil er mir so verhasst ist.
Ich checks nicht. Wieso kriegt die Polizei ihn nie? Wieso?
Ich werde sie heute noch informieren, dass sie den miesen Verbrecher endlich dahin sperren, wo er hingehört…

Marc ignorierte seine kochende Wut so gut es ging und presste, einigermaßen freundlich, was ihn selbst überraschte, hervor: „Good Morning! Can you tell me please what happened to you?“
Wow. Selbstbeherrschung ist nicht gerade meine Stärke, aber davor zieh ich doch den Hut. Aber wenn ich den Wichser mal alleine erwische… der kann was erleben!
Frank hatte Marc sofort erkannt, aber der schien ihn nicht zu erkennen. Wahrscheinlich wegen seiner guten Verkleidung.
Nach kurzer Anspannung ergriff Frank die Erleichterung, und er war froh, dass dieser Typ nicht mehr in Berlin war um „seinem“ Gretchen das Herz zu brechen.
Frank wollte schon etwas auf Englisch erwidern, aber er hatte es in all den Jahren verlernt. Was hatte er sich bloß dabei gedacht, nach Amerika zu gehen? Es gab Gründe, aber es waren doch nur Hoffnungen.
Er wusste, dass Marc Deutsch konnte, deswegen hoffte er, auch Deutsch sprechen zu dürfen. Nach ein paar kläglichen Versuchen, seinen Unfall in der Fremdsprache zu schildern, mischte sich die Schwester ein: „You can speak German. In his Identity- card is written, that he is from Austria“
Österreich? Ziemlich riskant für einen, der in ganz Europa gesucht wird. Aber zum Glück kann ich Deutsch reden. In Englisch fallen mir nicht so gute Sprüche ein, geschweige denn Schimpfwörter…
Marc wiederholte nochmal auf Deutsch. Frank antwortete mit schwacher Stimme: „Mein Name ist Georg Müller, ich bin zuhause wieder einmal einfach umgekippt. Ich hab nur noch Blut…“
„Jaja, ist gut“, unterbrach Marc ihn gereizt.
Georg Müller? Heute mal kein Adelstitel?!
Marc forderte die Schwester auf ein CT zu machen und rauschte wütend davon. Er hatte keine Lust ihn jetzt schon zu behandeln, die Mordgedanken waren immer noch sehr aktuell.
Ich kann’s nicht glauben. Wieso wohnt der jetzt in Washington? Er hätte sich jede verschissene Stadt auf der Welt aussuchen können, aber wahrscheinlich wollte er auch einmal Obama besuchen. ER MACHT MEINE GANZE ZUKUNFT KAPUTT!!!
Was ist eigentlich mit Gretchen? Liebt er sie noch? Wenn sie ihn sieht wird sie wieder einen Stressanfall bekommen…
Wo ist sie eigentlich? Wahrscheinlich was essen.

Marc musste trotz seiner Wut kurz lächeln.
Nach unserem letzten Gespräch ist sie sicher überglücklich. Das wär ich wohl auch, wenn der Vollarsch nicht gekommen wäre…
Glaubt die Polizei mir, dass er ein Verbrecher ist? Sie wissen hier ja nicht, was der in Deutschland so alles getrieben hat. Und sein Pass ist sicher perfekt gefälscht…
Ich sollte mich besser bei der deutschen Polizei melden. Oder ich frag Mehdi, ob er das machen kann.

Marc steuerte auf die Cafeteria zu und konnte gerade noch ein gezwungenes Lächeln aufsetzen, als Gretchen wirklich dort saß.
Was für eine Überraschung. Sie in der Cafeteria. Und sie hat einen Kuchen…Wahrscheinlich schon ihr dritter.
Mit diesem Gedanken setzte sich Marc an ihren Tisch.


Soll ich jetzt schon in mein Büro? Was ist denn das für ne OP?
Marc schaute auf den OP-Plan und sah, dass es nur eine Blinddarm-OP war. Also war sie sicher gleich fertig. Die Vorfreude auf ihr Treffen wuchs mit jeder Minute.
Er setzte sich in sein Büro und merkte, wie die Müdigkeit nach ihm griff. Es war Nacht, und eigentlich hätte er schon zuhause sein können und gemütlich vor dem Fernseher ein Bierchen trinken. Aber er wartete immer noch darauf, dass Gretchen ihr Versprechen einlöste.
Er wartete noch eine geschlagene Stunde, bis er in seinem Sessel einschlief.




Gretchen war nach der OP noch im Waschraum geblieben.
Soll ich oder nicht? Wenn ich zu ihm ins Büro gehe, werde ich wohl guten Sex haben… aber will ich das überhaupt? N Quickie in irgendeinem Sessel oder auf einem Schreibtisch? Nein, das ist doch total unromantisch!
Andererseits habe ich immer Lust ihm die Klamotten vom Leib zu reisen, wenn ich ihn sehe…
Wieso kann ich nie Entscheidungen treffen?
Ich hätte ihm auch eine scheuern können und wütend abziehen, aber nein, ich muss ja unbedingt sexy wegkommen. Zwickmühlenalarm! Wenn ich hingehe, dann weiß er, dass ich schwach bin und das wird er ausnützen. Wenn ich nicht hingehe, wird er sauer.
Ich bin soo müde… ich glaube, ich gehe einfach nach Hause. Er verdient auch mal ein bisschen Strafe, für alle die Jahre die er mich gequält und gedemütigt hat. Auch wenn er es nie so gemeint hat. Das hoffe ich zumindest für ihn.
Er wird das schon verstehen, ich bin wirklich total müde.

Gretchen zog sich um, holte ihre Schlüssel und fuhr mit der Bahn los. Unbewusst wanderte ihre Hand immer wieder zu ihrem Bauch. Sie war tief in Gedanken versunken, bis ihre Station aufgerufen wurde und sie aussteigen musste. Ihre Hand lag immer noch auf ihrem Bauch und sie lächelte still in sich hinein. Zum ersten Mal hegte sie richtige Muttergefühle für ihr noch ungeborenes Kind. Sie liebte es genauso wie sie Marc liebte. Es war sein Kind. Ein Beweis ihrer Liebe.
Gretchen Magen knurrte, und sie beeilte sich, nach Hause zu kommen. Dort aß sie den halben Kühlschrank leer und dann legte sie sich, immer noch glückselig lächelnd, in ihr Bett. Dass Marc sicher wieder sauer werden würde, war ihr im Moment herzlich egal.



Marc wachte auf. Es war dunkel, nur seine Uhr leuchtete. 05:23 Uhr. Er stöhnte auf.
Wieso ist sie nicht gekommen? Wenn sie hier wäre, dann wären meine Bedürfnisse wenigstens fürs Erste befriedigt, aber jetzt hab ich Rückenschmerzen von der Nacht im Sessel.
Wie lange hatte ich keinen Sex mehr? Vier Wochen? Kann das sein? Ein Marc Meier hat doch nicht… ach egal. Ich erkenne mich sowieso nicht wieder.
Zurück zu Gretchen. Sie ist so gemein. Erst macht sie mich heiß und dann haut sie einfach ab. Wahrscheinlich hatte sie noch was mit Dr. Reiner zu besprechen…
Stopp! Keine Eifersucht! Sie liebt MICH, sie trägt MEIN Kind unter ihrem Herzen…

Plötzlich ergriffen Marc Gefühle. Zuerst dominierte das warme, weiche, glücklich machende Gefühl, aber je länger er nachdachte, desto mehr verwandelte es sich in reine Panik.
Ach du heilige Scheiße! MEIN KIND! Wie soll ich damit umgehen? Was soll ich tun? Ich hab das nie gelernt, hallo?
Gott, falls es dich gibt, wieso musste es gerade jetzt sein? WIESO? Willst du mich auf die Probe stellen?
Scheiß Erbgut! Ich hab sicher Eigenschaften meines Va… Erzeugers. Ich wünschte, ich hätte einen anderen…
Hoffentlich erbt es das Kind nicht auch noch. Nur meinen Charme und mein gutes Aussehen. Den Rest von Gretchen. Ihre Warmherzigkeit, Gutmütigkeit, ihre Ausstrahlung, ihre Willenskraft. Anscheinend hat sie diesmal bekommen was sie will…
Zurück zum Thema. Wo war ich? Ach ja… scheiße, scheiße, scheiße…
Ich weiß, dass ich oft ein Arschloch bin, ein Arschloch sein MUSS. Keine Ahnung, wieso.
Scheiß Vater! Was hatte der für Probleme? Er hat mir mein ganzes Leben versaut. Rein statistisch gesehen müsste ich glücklich verheiratet sein und zwei Kinder haben. Eins ist ja auf dem Weg, aber es war nicht wirklich erwünscht. Gretchen und ich sind noch nicht mal zusammen.
Oder sind wir das jetzt? Ich hab schon mal begonnen ein Stück meiner beschissenen Kindheit zu erzählen, was NIEMAND sonst weiß, nur meine Mutter. Gretchen bildet sich alles schon schön ein: ich war nett, hab sie verteidigt und keine blöden Sprüche gerissen. Gut, ich hab sie begrabscht, aber das war nur als Stressabbau gedacht…
Wie soll ich das alles schaffen???

Marc grübelte noch lange, bis ihm einfiel, dass er bald Frühschicht hatte und besser nach Hause duschen und essen ging.

Sophiee^^ Offline

Mitglied


Beiträge: 276

11.06.2011 15:14
#29 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

HALLÖCHEN!!!
Die kleine Lernpause hab ich genützt, euch wieder was reinzustellen...

DANKE an alle Kommischreiber und besonders an die stillen Leser, die sich auch mal dorthin getraut haben :D



Oh Gott. Ich hab Marc versetzt.
Noch im Halbschlaf fiel Gretchen auf, was sie für einen Fehler gemacht hatte. Er würde sauer sein. Mächtig sauer. Marc Meier alias God in Person versetzte man nicht einfach so.
Gretchen atmete tief durch. Stress war das Letzte, was sie gebrauchen konnte. Sie war wirklich kaputt gewesen gestern.
Was soll ich ihm bloß sagen? Lügen ist keine gute Idee. Tja. Jetzt sitz ich in der Tinte.
Aber was soll ich schon groß erzählen. Ich sag ihm einfach die Wahrheit. Basta. Soll er doch beleidigt sein, mir doch egal. Er hat mich schließlich schon oft verletzt… und überhaupt, vielleicht hat es ihm ja gar nichts ausgemacht…

Gretchen plagte immer noch ein schlechtes Gewissen, obwohl sie es nicht wollte. Sie sprang unter die Dusche und ließ sich das Wasser über den Körper laufen. Sie versuchte, nicht an Marc zu denken. Aber da sie nicht wusste, über was sie sich sonst Gedanken machen konnte, versuchte sie, gar nicht zu denken. Es klappte besser als sie dachte.
Nach der erfrischenden Dusche, es war ja Sommer, klärte sie Mary über den Stand der Dinge auf. Sie erzählten sich alles: Gefühle, Hoffnungen, Träume, aber auch die Fakten. Gretchen streichelte immer wieder über ihren Bauch. Mary bemerkte es und lachte.
„Aha! Da freut sich aber eine aufs Mutterwerden…“, stichelte sie. Es war nicht wirklich ernst gemeint, aber Gretchen erwiderte: „Klar. Ich wollte immer schon Kinder.“
Was soll ich nur mit dem Vater anstellen? Könnte ein kleines Problem werden. Ich geb's zu. So egal ist es mir auch wieder nicht...
Gretchen verabschiedete sich noch von Mary, sagte, dass sie im Krankenhaus essen würde und brach auf. Während der Fahrt blendete sie wieder bestimmte Gedanken aus.
Sie schmetterte laut einen Song von Robbie Williams mit und kümmerte sich nicht darum, was die anderen Autofahrer wohl dachten.
Ich weiß, dass ich singen kann. Ihr braucht mich nicht so blöd anzuglotzen.
Ach, Robbie. Mit dir hab ich nie Probleme. Ich weiß, du wirst mich immer lieben…

Gretchen prustete los. Sie konnte einfach nicht anders. Ihre Gedankengänge waren einfach zu komisch, seit sie schwanger war. Irgendwie war sie immer noch gut gelaunt. Marc würde ihr schon irgendwann verzeihen. Er hatte ja acht Monate Zeit.
Als sie ankam, ging sie in die Cafeteria und holte sich ein Schokocroissant. Sofort wuchsen ihre Sorgen wieder.
Was mach ich, wenn ich Marc treffe? Er ist sicher stinksauer. Und ob er mir wirklich SO leicht verzeihen wird, weiß ich auch nicht…oh Mist, ich bin so blöd…
Ach mein Baby. Du machst alles komplizierter, als es sowieso schon ist. Aber ich liebe dich trotzdem, über, über alles!


Dr. Reiner betrat die Cafeteria und sah wie Gretchen liebevoll über ihren Bauch strich. Mutterliebe war also schon eingetroffen.
Er wollte sie nicht kampflos Marc überlassen. Nein, er liebte sie nicht, aber sie war so gut beim operieren, dass er praktisch nur zugucken musste. Bei Dr. Thompson musste er alles alleine machen.
Wäre Dr. Meier nicht hier, hätte sie wahrscheinlich schon längst ihren Facharzt gemacht. Damit würde er sie auch ködern.
Er seufzte. Um sie zu halten, musste er einen auf Freund machen. Das konnte er gar nicht. Wenn er es versuchte, kam es immer als Flirtversuch rüber. Tja, er war halt durch und durch Chirurg. Aber er würde sich dieses Mal zusammenreißen und seine liebe Seite zeigen, die er viel zu lange nicht mehr gezeigt hatte.
Entschlossen steuerte er auf sie zu. Er setzte sich und Gretchens Lächeln verwandelte sich von liebend zu freundlich. Sie strahlte von innen heraus. Auch wenn sie sich Sorgen machte, sie war immer noch so glücklich wie lange nicht mehr.
„Na?“, sagte Dr. Reiner mit einem charmanten Lächeln. Sie erwiderte dieses.
„Na?“, erwiderte sie vergnügt.
Marc kam auch in die Cafeteria. Er sah Gretchen neben diesem Schleimer sitzen und zielstrebig ging er auf sie zu.
Allerdings hatte Gretchen ihn noch nicht bemerkt. Sie war viel zu gebannt von den Worten, die Dr. Reiner ihr gerade gesagt hatte: „Hör zu! Ich weiß, dass du weiterkommen willst in deiner Karriere! Ich kann dir helfen, bei deinem Facharzt, mein ich. Ich gebe einen Förder- und Vorbereitungskurs für junge, talentierte Chirurgen. Ich kann dich einschreiben. Ich weiß, dass du das kannst. Glaub an dich!“
Er grinste sie an.
Er will mir helfen? Als Freund oder als Verehrer? Das „Na“ von vorhin war nicht freundlich gemeint, sondern verführerisch. Das weiß ich genau…
Aber ich könnte wirklich Hilfe gebrauchen. Kann ja nicht schaden. Die Flirtversuche kann ich ja ignorieren…

Gretchen merkte, wie jemand sich neben sie setzte, und sie wollte sich gerade umdrehen und sagen, dass man sich auch woanders hin setzen konnte, als…
Oh mein Gott!
… sie Marc direkt in seine grünen Augen blickte.



Was will sie denn jetzt bei dem? Ist die noch ganz dicht? Mich schießt sie ab und ihn…ihn…
Marc kochte fast vor Wut (Ja, es war auch ein wenig Eifersucht, was er sich aber nicht eingestehen wollte) aber er ging ganz cool auf den Tisch zu.
Wir haben DRINGEND was zu bereden…
Er setzte sich und ignorierte den Blick von Dr. Reiner. Gretchen drehte sich um und wollte irgendwas sagen, vermutlich dass er störe, als sie ihm in die Augen sah.
Diese blauen Augen… der Wahnsinn! Hä? Was? Keine Ablenkung, Meier…!!!
„Hi“, sagte sie schlicht.
Hi? Das ist alles?
Sie hat ein schlechtes Gewissen. Das kann sie auch haben. Sie weiß genau wie nachtragend ich manchmal sein kann.

Gretchen hatte schon eine Ausrede parat, als Dr. Reiner die Aufmerksamkeit auf sich zog.
„Was ist denn jetzt? Ja oder Nein?“
Ja oder Nein? Hä?
Hat der sie gefragt ob sie mit ihm ausgehen will? Arschloch. Er weiß genau, dass ich sie…ähm… wir…ein Kind zusammen haben…
Meier, Eifersucht unterdrücken!

Marc biss sich auf die Lippen, um zu verhindern, loszubrüllen. Zu seiner Überraschung schien Gretchen seine Wut zumindest für einen kurzen Moment zu ignorieren, guckte jetzt Dr. Reiner in die Augen und sagte klar und deutlich: „Ja. Endlich.“
Wie, was endlich? Wartet sie schon seit Ewigkeiten auf sein Liebesgeständnis?
Aber vielleicht hat er sie auf irgendwas anderes gefragt, man weiß ja nie…oder es ist ein Trick von ihr um zu sehen ob ich eifersüchtig werde… ohne mich! So läuft das hier nicht, ich mach die Regeln…

Dr. Reiner lächelte. Während er aufstand um sie zwei „alleine zu lassen“ sagte er noch: „Gut, wir sehen uns“
Flirtblicke werden bitte sofort eingestellt, ich bin auch noch da. Hallo? HALLO?? Hasenzaaahn??
Ich glaub, mir kommt gleich wieder das Frühstück hoch…

Er guckte Gretchen an und sah, wie sie tief Luft holte und sich zu ihm umdrehte.
Jetzt braucht sie wirklich ne VERDAMMT GUTE ERKLÄRUNG!!!
Und sie redete auch nicht lange drumherum.
„Du, Marc, ich wollte wirklich kommen, aber nach der OP war ich so k.o. und ich hatte einfach keinen Nerv mehr, zu dir…“
Marc unterbrach sie barsch: „Du hast mich versetzt“

Sophiee^^ Offline

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13.06.2011 17:54
#30 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Ich dachte, heute geb ich euch auch mal wieder was. Zu lange will ich euch auch nicht warten lassen, und der Teil ist eh nicht besonders spannend...
Aber lest selbst, ich wünsch euch trotzdem viel Spaß


Keinen Nerv? Will die mich verarschen? Sex mit mir ist doch total geil. Ich glaub, sie hat vergessen, wie gut ich bin. Immerhin hab ich sie gleich bei unserem ersten Mal geschwängert…
Gretchen rang mit ihrem schlechten Gewissen. Sie war unglaublich müde gewesen, wieso sollte sie dann kommen? Um ihm seine Zeit zu vertreiben? Nein, wenn, dann musste er es sich schon verdienen. Ihr fiel es sicher gleich schwer wie ihm sich zu beherrschen.
Das Ultraschallfoto war immer noch in ihrem Kittel. Vielleicht konnte sie ja die Stimmung kitten. Ok, Operation mit der Tür ins Haus fallen, die erste!
„Ja, tut mir auch leid“, sagte sie und machte ein entschuldigendes Gesicht, „bitte sei nicht sauer. Ich muss dir nämlich was zeigen…“
Mit Entschlossenheit zog sie das Foto heraus und gab es Marc, der vor Verwirrung, da sie ihn gleich abgespeist hatte, seine Wut für kurze Zeit vergaß.
Was isn das? Sicher nicht wichtiger als…
Oh. Doch wichtiger. Ist das meine Spermazelle? In ihrer Gebärmutter? Krass.

Marc konnte alles genau erkennen, nicht so wie in Berlin, wo die Ultraschallgeräte vor Christus gebaut wurden. Bis jetzt sah er auf dem Foto nur ein komisches Gebilde mit Herz, aber sie kamen trotzdem wieder. Die Gefühle. Einerseits das Warme, andererseits die Panik. Er wusste aber wie er letzteres unterdrücken konnte.



Gretchen musterte Marcs Gesicht.
Lächelt der etwa?
Gretchen winkte mit ihrer Hand vor seinem Gesicht, aber es tat sich nichts.Sie lächelte ebenfalls.
Mensch Meier! Da könnte ne Elefantenherde vorbeirauschen und er würde hier sitzen bleiben. Er ist wie in seiner eigenen Welt.
Aber das komischste dabei ist: ER ZEIGT GEFÜHLE! MEIN MARC MEIER ZEIGT GEFÜHLE!!!
Meiner? Ich glaub, irgendwann fang ich noch an zu spinnen…

Am liebsten hätte sie ihn noch länger betrachtet, aber sie sah auf die Uhr und hatte gleich eine OP.
„Marc? Kann ich das Bild wiederhaben?“
Keine Reaktion.
„HALLOOOO??!“, rief sie nochmal und rüttelte ihn an der Schulter.
Marc schien aus seinen Träumereien aufzuwachen.
„Hm? Was?“, sagte er irritiert und blickte umher.
„Ich hab gefragt ob ich das Bild wiederkriege. Bitte. Ich muss jetzt, hab ne OP.“
Er wirkte nicht besonders begeistert. Mit einem letzten Blick und einem nur schwer unterdrückten Seufzer gab er es Gretchen.
Das war jetzt irgendwie blöd von mir. Ist ja sein Kind, er wird es wohl so lange anschauen dürfen wie er will…
„Weißt du was? Behalt es einfach. Ich hab es sowieso schon in meinem Gehirn eingebrannt“, sagte sie entschlossen und gab ihm das Foto wieder zurück. Er lächelte dankend und merkte, dass es zwischen ihnen auch einfach sein konnte. Wenn sie es so wollten.
Gretchen ging in den Waschsaal, wo sie sich die Hände wusch und sich auch sonst OP-fertig machte. Dr. Reiner kam herein, sagte ihr noch, dass sie sich beeilen solle, und erklärte nochmal den Ablauf der OP. Sie war wirklich riskant. Der Patient brauchte eine neue Niere, hatte aber ein sehr schwerwiegendes Herzproblem. Deshalb musste man, oder besser gesagt alle die im OP standen, höchst konzentriert arbeiten.
Und sie schafften es auch. Die Niere war fast eingesetzt, als auf einmal ein schrilles Piepen ertönte. Schnell legte sie die Niere wieder weg, aber sie zögerte.
Nein! Wir waren fast fertig. Kammerflimmern! Wir brauchen den Defi… aber er braucht die Niere, und zwar schnell… wie war das noch? Zuerst Leben und dann Niere, oder zuerst Niere und dann Leben?!
Seit wann bin ich denn so unsicher? Logisch kommt zuerst das Leben! Was soll er mit einer Niere, wenn er tot ist… okay, wir schaffen das!

Dr. Reiner hatte schon begonnen, ihm regelmäßig Stromschläge zu geben, aber er reagierte nicht. Die Spenderniere lag immer noch unbenutzt in der Schale.
Und dann war er auch schon da: der Tod. Er lag kalt im Raum. Sein Todeshauch wollte ihn schon mitnehmen, aber sie versuchten weiter, ihn davon abzuhalten, ins weiße Licht zu gehen.
Als Dr. Reiner müder und müder wurde, übernahm Gretchen. Aber sie reanimierten schon seit vier Minuten. Es war zwecklos. Er war tot.
Der Tod ist unser aller Feind. Wie kann ein Arzt nur solch starke Nerven haben, ihm Tag für Tag gegenüber zu stehen? Gretchen fragte sich das jeden Tag, wahrscheinlich wie der Rest der Ärzte der Welt auch.
Gretchen traten Tränen in die Augen. Der Patient war noch nicht besonders alt. Er war 25 oder 26… sie wusste es nicht genau, jedenfalls hatte er noch sein ganzes Leben vor sich gehabt. Aber sie hatte sich bereit erklärt, ihn in die Pathologie zu bringen, um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Normalerweise würden mich da keine zehn Pferde runterbringen. Heute ist etwas anders. Was, weiß ich auch noch nicht… aber das wird sich schon noch zeigen…
Sie stieg aus dem Aufzug und schob die Leiche in die Patho. Sie war schon fast an der Tür und wollte gerade wieder raus, als sie eine Stimme hörte.
„Was ist mit der Leiche passiert?“, fragte Marc. Gretchen erschrak kurz beim Klang seiner Stimme und stieß aus Versehen die Tür zu.
Was macht der so allein in der Patho? Wartet er darauf, dass die Leichen ihm irgendwas zuflüstern? Ich würde mir echt nen anderen Ort zum Alleinsein suchen…
„Nierentransplantation. Angeborener Herzfehler. Kammerflimmern, Herzstillstand und dann war‘s auch schon vorbei“, erklärte sie müde mit einem Hauch Trauer.
„Hm. Mit mir im OP wär das vielleicht nicht passiert…“
War ja klar. Niemand kann ohne ihn leben, er ist der Beste… blablabla!
„Wenn du meinst“, erwiderte sie zickig. Sie hatte jetzt keine Lust auf seine egoistische Tour. Sie wollte nur, dass er sie in den Arm nahm. Aber daraus wurde wohl nichts.
Sie wollte schon gehen, aber die Tür ließ sich nicht öffnen.
Mist! Wieso geht diese blöde Tür nicht auf? Wenn ich hier feststecke, muss ich seine Launen aushalten. Man! Geh schon auf!
Gretchen trat gegen die Tür. Marc blickte auf.
„Was ist denn?“, fragte er.
„Die Tür geht nicht auf“
Er ging auf sie zu und versuchte auch noch einmal, die Tür zu öffnen.
„Die klemmt“, sagte er sachlich.
Upps. Aber er hat mich erschreckt, ich mein, ich hätte sie ja nicht zufallen lassen. Ist das peinlich. Wieso muss ich immer so in Fettnäpfchen treten? Alleine mit Marc bis jemand runterkommt. Handyempfang ist hier ja nicht. Dann muss ich mich wohl durch Erklärungen quälen…
Gretchen guckte Marc an, der es auch aufgegeben hatte. Als er den Blick bemerkt, näherte er sich ihr und flüsterte: „Und was machen wir jetzt, so ganz allein?“
FLIRTATTACKE!!! Er ist so gemein! Wieso muss er nur so ausnützen, dass ich schwanger bin? Und wieso sieht er nur so göttlich aus? Und wieso, verdammt nochmal, muss ich immer an Sex denken, wenn ich ihn sehe?!
Aber Gretchen blieb cool, natürlich nur nach außen hin, und sagte: „Wir können das Gespräch weiterführen, dass wir im Bereitschaftsraum begonnen haben.“

Okay, mein medizinischen Fachwissen ist (noch) nicht wirklich vorhanden, dann hab ich mir eben das ausgedacht. Hoffe es war ein wenig realistisch :D

Sophiee^^ Offline

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16.06.2011 12:18
#31 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo Leute!!

Heute Zeugnis bekommen, bin ich froh, dass die Schule aus ist. Jetzt nur noch die Prüfungen bestehen und dann hat mans hinter sich, dann hab ich auch mehr Zeit zum Schreiben :D

So, jetzt viel Spaß beim Lesen, den Teil hab ich so erweitert, dass sogar zwei Teile rausspringen...^^ Aber den 2. bekommt ihr ert nächstes Mal!

Viel Spaß!!


Sie schob ihn von sich und setzte sich auf den Tisch.
Ich hätte eigentlich an etwas anderes gedacht, aber naja…eigentlich bin ich ja noch sauer auf sie…also, ich müsste es sein… bin ich aber nicht wirklich. Das macht mich noch verrückt! Auf sie bin ich nie lange sauer…
Was haben wir eigentlich im Bereitschaftsraum geredet?
Fuck!! Wir haben über meinen Vater geredet. Scheiße! Ich will da jetzt nicht durch! Irgendwann später vielleicht. Aber jetzt wo auch wieder der Verbrecher hier ist…

Er meinte: „Ich weiß nicht, was du meinst?!“
Sie verdrehte die Augen.
„Du hast gesagt, dass du ein Blödmann warst, weil du mich gehen gelassen hast. Und irgendwas mit deinem Vater, dass du noch nicht bereit bist.“
Als er das Wort Vater hörte, packte ihn die Wut.
So ein Typ ist kein Vater. Er hat niemanden wie mich als Sohn verdient. Er versaut mir alles, der Arsch! Heute auch immer noch, obwohl das schon Jahre her ist.
Kinder und Frauen schlägt man nicht, das ist doch klar. Deshalb wollte ich Arzt werden, um solchen Arschlöchern zu zeigen, dass man sich auch um jemanden kümmern kann.
Und wieso ist das Gefühl bei meinem eigenen Kind dann anders? Eigentlich sollte mir diese Tatsache egal sein und ich mich auch um es kümmern können.
Aber das ist es nicht, verdammt, weil mir alle anderen Patienten SCHEISSEGAL sind, und das Kind eben nicht.

Gretchen merkte, dass Marc lange schwieg und seinen Gedanken nachhing. Sie wusste nicht, was eigentlich mit ihm los war, aber sie würde es schon aus ihm herausbekommen. Sie ließ ihn in Ruhe nachdenken.
Marc wurde aber so langsam klar, dass er keine Angst zu haben brauchte. Er würde das schaffen. Er war nicht wie sein Vater, und sein Herz, das immer hüpfte, wenn er an sein Kind und an Gretchen dachte, umschlich ein sehr warmes Gefühl. Irgendwann würde er sich Gretchen anvertrauen, da er wusste, dass er sie liebte, und sie ihn auch. Aber nicht heute.
Er flüsterte: „Gretchen, es war alles nicht so einfach mit uns, aber ich werde dir helfen. Weil ich dich, und unser Kind, sehr gerne mag…“ Er legte eine Hand auf ihren Bauch. Voll Erstaunen betrachtete Gretchen seine Hand unter ihrem Shirt. Sie war sprachlos.
Sehr gerne mag ist gut… lieben wär besser…
Wow, ihr Busen… das macht mich an… wir sind doch allein. Und sie scheint es auch wollen. Aber besser fang ich klein an.

Marc wollte schon den Angriff starten, als Gretchen ihm zuvorkam. Aber nicht mit einem Kuss, sondern mit einem Satz. Einer Frage.
„Und wie geht es jetzt weiter?“, fragte sie.
„Denkst du das, was ich denke?“, fragte er verführerisch, doch sie hatte diesen Ton nicht herausgehört. Was sie dachte? Ziemlich leicht herauszufinden, wenn man schwanger und verknallt war.
Würde er mit ihr zusammen sein? Das Kind erziehen? Könnte sie bei ihm wohnen? Würde er sie auf Händen tragen? Sie heiraten? In den Sonnenuntergang reiten?
„Vielleicht“, meinte sie nur geistesabwesend und man merkte, dass sich jetzt gleich ein Missverständnis anbahnen würde, falls das Gespräch in diese Richtung weiterging.
Bevor Marc ihren Lippen auch nur ansatzweise nahe kommen konnte, ging sie wieder ein Stück zurück und begann zu reden: „Weißt du, Marc, das ist alles ganz neu für mich. Ich bin schwanger und ich fühle mich immer hin- und hergerissen zwischen meinen Gefühlen und meinem Verstand. Außerdem kommt dann noch die ganze Fresssucht dazu, die Schwächeanfälle, die komischen Gedankengänge, die meistens von dir handeln, und die Heulkrämpfe. Ich bin irgendwie nicht ich selbst, aber irgendwie doch. Verstehst du?“
Das hätte ich jetzt eher nicht erwartet…naja…ähm...hat sie wirklich das gedacht? Wie kompliziert ist das denn bitte… und ich muss das auch noch verstehen!
Man, dann wird ja wieder nichts aus meinen Plänen… wird das jetzt ein Therapeuten-Gespräch oder so? Bitte nicht. Ich will doch nur endlich mal wieder ficken… irgendwie komisch, der plötzliche Stimmungswandel…
Was sag ich denn jetzt? Nein, ich versteh sie nicht. Aber diese Antwort bringt mir bestimmt keine Pluspunkte…

„Vielleicht??!“, antwortete er und grinste sie unsicher an. Doch sie verstand nicht. Wie konnte man denn jemanden bitteschön „vielleicht“ verstehen?
„Ist das alles, was du dazu zu sagen hast?“, fragte sie vorsichtig.
„Ähm…“
„Ach, dann weiß ich ja, was los ist…“, flüsterte sie, aber Marc hatte sie doch gehört.
„Man, Gretchen, was soll denn das jetzt? Soll ich ehrlich sein? Nein, ich verstehe dich nicht. Ich hab dich noch nie verstanden. So, und jetzt bist du sicher wieder sauer!“
Was war denn das jetzt für eine Ehrlichkeit? Wow. Ich bewundere mich. Aber wahrscheinlich hab ich mir die Aussicht auf eine heiße Nacht erst recht versaut…
Sie hatte wieder einen Anfall von Unsicherheiten. Marc hatte ihr gerade gesagt, dass er sie nicht verstand. Aber sie wollte sich verstanden fühlen. Auf einmal war sie ein bisschen traurig und das war schon der zweite plötzliche Stimmungswechsel.
„Kannst du mich mal in den Arm nehmen?“, fragte sie und streckte die Arme nach ihm aus und machte kleine Schritte auf ihn zu.
„Hä?“, konnte er noch sagen, aber da lag Gretchen schon in seinen Armen. Überfordert von der ganzen Situation erwiderte er die Umarmung erst nach ein paar Sekunden, aber es fühlte sich für die beiden irre gut an. Mit zuckersüßer Stimme fuhr Gretchen fort: „Ich bin nicht sauer. Aber ich hätte es so gerne, dass mich jemand versteht, dass sich jemand in mich hineinversetzen kann…“
„Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber ich bin nicht schwanger“, meinte Marc zynisch. Hätte er es doch nicht getan!
Sie löste sich von ihm, schaute ihn vorwurfsvoll an und stemmte die Hände in die Hüften: „Mein lieber Marc, ich bin mir der Sache sehr wohl bewusst, aber das ist noch lange kein Grund, mir so eine patzige Antwort zu geben!“
„Verstehst du gar keinen Spaß mehr? Warte doch noch ein bisschen mit der Mutterrolle, das brauchst du früh genug. Jetzt brauch ich mal was!“, versuchte er das Gespräch wieder in die andere Richtung zu lenken.
„Denkst du, ich werde eine gute Mutter?“, fragte sie und senkte den Blick. Plötzlich ging Marc ein Licht auf.
Ach, darum geht’s! Sie hat Angst! Dass ich nicht früher draufgekommen bin… vielleicht krieg ich doch noch, was ich will, aber dann muss ich mein ganzes Einfühlungsvermögen da rein stecken…okay, Meier, streng dich an!!
„Da bin ich mir sicher. Bleib einfach so tollpatschig, nervig, zickig und nervenraubend wie du bist. Das alles macht dich nämlich total süß“
Scheiße, du hast ihr gesagt, dass sie süß ist????! Bist du nicht mehr ganz dicht??
Ich glaub, ich war ZU ehrlich…blöder Schwächemoment… aber sie ist echt süß…MEIER! Jetzt reiß dich zusammen!

Gretchen lächelte. Er hatte ihr gerade ein Kompliment gemacht, und sie hatte es sich sicher nicht eingebildet. Wobei…vielleicht doch. Sie sollte ihn fragen, ob…
„Hast du das gerade gesagt?“
Ne, der Kaiser von China! Mein Gott, die ist ja vollkommen durch den Wind…
„Ja, das hab ich gesagt…“, sagte er langsam. Und um diesen anstrengenden Wortwechsel ein für allemal zu beenden, zögerte er nicht mehr lange, schritt schnell auf sie zu und legte seine Hände auf ihre Hüften. Er küsste sie zärtlich. Überrascht stand Gretchen stocksteif da, aber dann konnte sie keinen Widerstand mehr leisten. Es war um sie geschehen. Der Kuss wurde immer leidenschaftlicher. Ihre Hände vergruben sich in seinen Haaren, seine Hand wanderte weiter nach oben. Die durfte aber nicht lange dort verweilen, da Gretchen sie immer wieder wegschob.
Schaaade. Aber der Kuss ist unglaublich. Das hab ich echt vermisst, das geile Feeling.
Am besten sollte ich nichts überstürzen. Immerhin sind wir in der Patho. Sex zwischen Leichen, nicht sehr tolerant denen gegenüber. Wo ist denn eigentlich der Pathologe? Sollte der uns nicht aus der Klemme helfen?

Marc beendete den Kuss und sah sie einfach nur an. Sie tat es ihm gleich.
„Marc…“, begann sie noch einmal.
„Schsch…“ Er legte einen Finger auf ihre warmen, wohlgeformten Lippen und brachte sie somit zum Schweigen.
Das hätte echt den Moment kaputtgemacht. Scheiße. Ich bin ein sülziger Sülzer.
Er küsste sie noch einmal zärtlich. Diesmal beendete sie es.
„Marc, ich muss wirklich was sagen. Ich hab die ganze Zeit nur über mich geredet, aber eigentlich wollten wir doch über dich reden. Ich bin manchmal richtig blond und blöd, aber ich weiß doch, das etwas mit dir ist. Bitte sag es mir. Wir haben Verantwortung“, sagte sie.


Kommentare zur Story von Sophiee^^ (8)

Sophiee^^ Offline

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19.06.2011 14:48
#32 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Es geht weeeeeeeeeeeiter!!

Marc drehte sich um und ging ein paar Schritte von ihr weg.
Mist. Was jetzt? Ich dachte das klappt als Ablenkung…
Er drehte sich wieder zu ihr und sah sie selig lächelnd mit ihrer Hand auf dem Bauch mitten zwischen den Leichen stehen.
Er hätte sie am liebsten noch länger betrachtet, aber sie bemerkte seinen Blick und nahm ihre Hand weg. Er antwortete ihr: „Nicht jetzt.“
Sie sah verwirrt aus. Nicht jetzt? Wann denn dann?
„Aber…“
„Kein Aber!“
„Aber…“
„SCHT!!“
„Kann ich dich was anderes fragen?“
NEIN. Ich will dich küssen!!
Er wollte seufzen, aber dann hielt er den Ton doch zurück. Wer weiß, wie ihre Stimmung sonst gewechselt wäre.
„Meinetwegen…“, antwortete er wenig begeistert und suchte sich schon mal die Zigarettenschachtel. Wenn er den Stress nicht mit Gretchen abbauen konnte, dann musste es so gehen. Aber er fand keine.
Ach stimmt ja. Ich wollte aufhören. Jetzt bräuchte ich aber dringend eine…
„Hast du das vorhin ernst gemeint, dass du mich und unser Kind…magst?“, sie schluckte.
Ach Mensch, wenn ich was sage, werde ichs wohl auch so meinen. Ich bin gerade bei der Überschreitung meiner Grenzen. Zu viel Frauengequatsche für heute…
„Ja, das hab ich ernst gemeint!“, sagte er so, als wäre Gretchen begriffsstutzig. Er hatte einfach keinen Bock mehr auf dieses Gefrage, und deshalb war er auch erleichtert, dass kurz darauf die Tür von außen aufgerissen wurde.
Dr. Reiner suchte seine beste Assistenz und wollte sie schließlich auch in der Pathologie suchen .
„Die hat geklemmt“, gab er Auskunft und sah Gretchen und Marc in der Patho stehen. Zum Glück mit großem Sicherheitsabstand.
Ne, darauf wär ich nie gekommen. Beschränkte Intelligenz, das halt ich jetzt erst recht nicht aus.
Dr. Reiner sagte ihr schnell, dass gleich die nächste OP anstand und verschwand dann schnell wieder.
Gretchen lächelte Marc an, ging auf ihn zu und gab ihm einen kleinen Kuss. Kurz danach schaute sie ihm tief in die Augen und flüsterte: „Es kann auch einfach sein…“
Was soll das heißen, es kann auch einfach sein? Bei uns ist es nie einfach, das weiß sie doch. Und es wird auch nie einfach sein, das ist mir klar, seit ich sie zum ersten Mal wieder gesehen habe.
Dann verließ sie die Patho.
Zum Glück, ich bin wieder allein. Genug Zeit, um alles schön zu planen. Also ich muss in Dr. Reiners Büro einbrechen, persönliche Daten ausfindig machen und herausfinden, ob sie mir was nützen. Dann nach Hause, duschen und beten, dass es klappt.
Vielleicht sollte ich das Gebet schon mal vorbereiten, nicht, dass Gott dann unzufrieden mit mir ist.
Lieber Gott!
Bitte hilf mir, Hasenzahn rumzukriegen. Halt es nämlich nicht mehr aus, in ihrer Nähe zu sein, ohne sie bumsen zu können. Ja was, brauchst mich nicht so vorwurfsvoll anschauen, du hast Sex schließlich erfunden. Ja, ich weiß, dass du mich anschaust. Und du weißt, dass da auch mehr als nur Sex ist, du hast mich schließlich da reingeritten. Wollte mich dafür nochmal bedanken. Bin zwar schwach geworden und mein Leben ist um einiges komplizierter, aber viel schöner und es wird nie langweilig. Wie denn, mit Hasenzahn!
Du weißt, ich liebe sie, und Liebe kann ich eben nur auf die eine Art und Weise zeigen.
Okay, ich weiß, es ist blöd, dir zu drohen, aber es muss sein. Ich werde verrückt, wenn ich noch länger warten muss, also falls es nicht klappt, wende ich mich an den Teufel. Würde meine Seele für Sex mit Hasenzahn verkaufen, da bin ich mir sicher.

Ja, das müsste gehen. Muss noch ein bisschen rumfeilen, aber wenn ich ne Kerze anzünde, wird er mir schon helfen.
Oh mein Gott. Der lange Sexentzug macht mich echt verrückt. Bereite ein Gespräch mit Gott vor, wie krank ist das denn? Ich weiß wirklich nicht…

Marcs Pieper ging los.
Neurologie? Wollen die mich verarschen?
Marc fuhr hinauf in die Neurologie und sah sich das CT von Frank an, das die Schwester ihm hinhielt.
Er unterdrückte ein lautes, schadenfrohes Lachen.
Sein Tumor ist wieder da…


Gretchen wusste nicht, was das war. „Mochte“ Marc sie wirklich? Und ihr Kind? Oder war das nur reine Show gewesen?
Der wollte doch das Eine… so wie der mir unters Shirt gefasst hat. Aber er war auch süß. Er küsst so waaahnsinnig gut. Seine Lippen spüre ich immer noch auf meinen.
Vielleicht können wir jetzt sowas wie Freunde sein. Naja, Freunde, die sich zoffen und sich zwischendurch küssen und die Klamotten vom Leib reißen, aber immerhin. Irgendwann, spätestens wenn das Kind hier ist, wird er mich schon lieben und mit mir zusammen sein wollen…
Ach, diese Träume. Sind so schön und doch so weit entfernt.
Ich verstehe nicht, wieso er mir nicht sagen will, was los ist…

Gretchen brachte die letzte OP an diesem Tag hinter sich und fuhr nach Hause. Sie ließ sich die Badewanne ein, drehte ihr Lieblingsalbum von Celine Dion voll auf und entspannte sich. Sie hatte Kerzen aufgestellt. Duftkerzen. Sie verwöhnte sich mit verschiedenen Badeölen und wusch sich die Haare sorgfältig. Einmal wollte sie einfach nur abschalten. Nicht an ihre Probleme oder an gewisse Personen denken.
Sie lag schon über eine Stunde in der Badewanne, als es plötzlich klingelte. Gretchen stöhnte auf.
Hat Mary ihren Schlüssel nicht, oder was? Kann ich nicht einmal ein paar Stunden lang nur ich selbst sein?!
Nachdem es nochmal geklingelt hatte, stieg sie aus der Wanne und wickelte sich schnell ein Handtuch um. Kurz musterte sie sich im Spiegel. Ihr Gesicht war vollkommen entspannt. Sowas kannte sie gar nicht mehr von sich…
Sie lief auf die Tür zu und rief: „Mary, was haste mit deinem Schlüssel angestellt? Ich könnte echt…“
Weiter kam sie nicht. Denn als sie die Tür öffnete stand nicht Mary vor ihr, sondern Marc Meier.

Oh-oh. Was der Marci wohl vorhat?

PS: Ich hab Marc zum Nichtraucher mutieren lassen, und das einfach nur, weil mir aufgefallen ist, dass er in der dritten und Ende der zweiten Staffel eigentlich nie geraucht hat. Oder täusch ich mich da? Jedenfalls raucht er bei mir nicht mehr!! :D

Sophiee^^ Offline

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23.06.2011 12:59
#33 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Bin nicht wirklich zufrieden mit dem Teil, aber irgendwie schaff ich ihn nicht besser... Hoffe er gefällt euch trotzdem!!

Gretchen sah ihn an, sein Blick wanderte von ihrem Gesicht und den nassen Haaren runter bis zu ihrem Ausschnitt, wo er dann hängenblieb.
Oh mein Gott! Ist das peinlich! Tja, also ihm scheint es ja zu gefallen…
Was mach ich denn jetzt? Und was will er überhaupt? Sicher nicht mit mir reden…
Ich glaube, cool kommt jetzt ganz gut rüber. Aber wann bin ich schon cool??

Gretchen zog das Handtuch ein bisschen enger um ihre Brust, aber Marc starrte immer noch ungeniert darauf. Sie räusperte sich, aber er reagierte immer noch nicht. Irgendwann reichte es ihr und sie sagte: „Ähm…ich bin hier oben!“
Wow, war ja schon mal ein guter Anfang! Bravo Gretchen!
Aus den Träumen geholt schaute Marc ihr wieder ins Gesicht und schien nicht einmal verlegen zu sein. Er hatte ihr- das war offensichtlich- auf ihre Brüste gestarrt. Und das laaaaaaaaaange.
Ich weiß ja, dass sie größer sind, aber so unverschämt muss man nicht sein. Ja gut, davon brauch ich mal gar nicht reden, ich steh hier nur mit einem Handtuch rum.
Scheiße, und was jetzt? Er scheint auf irgendetwas zu warten. Soll ich ihn reinbitten? Vielleicht zieh ich mir lieber was an…

Marc wollte schon anfangen, etwas zu sagen, als Gretchen ihn unterbrach.
„Kannst du vielleicht später nochmal kommen? Wie du siehst ist es gerade etwas unpassend.“
Marc blickte nochmal auf ihren Ausschnitt, während er sagte: „Gut, dann komm ich halt nachher wieder.“
Er fand den Moment überhaupt nicht unpassend, aber er wusste, dass sie sauer sein würde, wenn er einen blöden Spruch loslassen würde.
„Gut“
„Gut“
Gretchen schloss die Tür und lehnte sich dagegen.
Ich hasse diese Fettnäpfchen! Wahrscheinlich wurde dieses Wort nur für mich erfunden. Gretchen Haase, die, die immer ins Fettnäpfchen tritt. Ich kann ja nicht mal einen Tag hinter mich bringen, ohne dass mir irgendetwas peinlich ist! Aber jetzt ein anderes Thema…
Er will tatsächlich wiederkommen. Oder doch nicht? Oh nein. Jetzt hab ich ihn verjagt. Super Gretchen! Ganz toll gemacht. Ich muss wieder runterkommen. Er hat gesagt, dass er kommt, also wird es auch so sein. Hoffentlich.
Noch ne wichtigere Frage: Ist das ein Date?
Oh mein Gott, was ist mit Mary? Zum Glück hat sie heute Nachtschicht… Was soll ich anziehen, und soll ich was bestellen?
Gretchen, gaaanz ruhig. Nicht hyperventilieren. Du schaffst das, du bist stark und wunderschön und noch vieles mehr. Er ist doch nur ein Mann.

Gretchen seufzte.
Aber eben ein ganz bestimmter Mann…


Marc hätte vorher anrufen sollen. Seine Überraschungsaktion kam irgendwie nicht so gut an. Sonst liebte sie ja Überraschungen. Vielleicht hätte er doch noch ein bisschen warten sollen…
Woah. Das war mal ne Situation. Ich glaub echt, ich spinne. Ihre Brüste würden ja einen schwulen Papst auf falsche Gedanken bringen!
Sie hätte nicht gedacht, dass ich kommen würde. Hat ich ja eigentlich auch nicht vor, es war so spät nach dem Notfall, aber es hat mich irgendwie hierhergezogen. Und da ich ihre neue Adresse in ihrer Personalakte gesehen hab, kann ich mein Wissen ja auch benutzen…
Aber was meinte sie mit „komm doch später wieder“? Ist das jetzt ein…ähm…Date?!?

Falls es eines war, war es Marcs erstes. Er wusste nicht, wie sowas funktionierte. Normalerweise setzte er sich in eine Bar und seine magnetische Anziehungskraft ließ viele Frauen herkommen. Er suchte sich eine aus und- bumm!- war es passiert.
Bei Gretchen ist das allerdings nicht so leicht.
Hm. Später. Wann denn? In einer Stunde, vielleicht zwei. Oder erst morgen? Mitten in der Nacht kann ich ja schlecht wiederkommen.
Aber wieso eigentlich nicht? Sie hat ja gesagt, ich soll später kommen.

Dr. Meier setzte sich auf eine Bank in einem abgelegenen Park. Frauen konnte er jetzt gar nicht gebrauchen.
„Männertime“, flüsterte er ironisch und zog sein Handy heraus. Ohne zu wissen, was er eigentlich tat, rief er seine Mutter an. Er bereute es sofort. Anstatt zu fragen, wie es ihm ging oder wie es so lief, quasselte sie ihn nämlich über ihren neuen Roman voll. Dr. Rogelt wollte Monique zurückerobern, obwohl er ein Vampir war. Wie langweilig! Das schrie nach einem neuen Groschenroman, den er umschreiben musste…
Unter den Worten seiner Mutter wurde er schläfrig...

http://www.youtube.com/watch?v=dGR65RWwzg8 (Avril Lavigne- I'm with you)

Es war Nacht. Dr. Rogelt hatte sich gerade wieder einmal eine Jungfrau gegönnt. Er warf den blutleeren Körper in die Spree.
Angeekelt wischte er das Blut von seinem Mund. Immer nachdem der Blutdurst Überhand gewonnen hatte, hätte er sich am liebsten geschlagen. Auch wenn es ihm nicht wehtat.
Er war Arzt geworden, um Menschen zu retten, nicht, um sie zu töten. Aber das Blut war einfach zu köstlich…er erkannte sich nicht wieder. Und für die Morde hasste er sich. Er hasst sich so sehr…
Sie wie er sich selbst verabscheute, verabscheute ihn auch Monique.
Er seufzte. Er hätte gedacht, als Vampir würde er nicht mehr so fühlen, aber es war das Gegenteil eingetroffen. Er liebte sie noch mehr.
Wenn er an sie dachte, vergaß er, was er war. Wer er war. Er sah nur sie vor seinem inneren Auge. Ihre langen, blonden Haare, ihre perfekte unperfekte Figur, ihre blauen Augen…
Aber vor allem ihre Hände. Im OP, aber auch bei anderen Tätigkeiten…
Es folgte noch ein Seufzer.
Mit Renées unendlichem Leben ging es den Bach runter. Nun gehörte sie ganz diesem Millionär. Und er hatte gekündigt. Er kann keine Menschen behandeln wie dieser Arzt in „Twilight“. Blut, überall war Blut. Und er verlor die Kontrolle, bevor er sie überhaupt erlangt hatte…
Renée wurde wütend. Er hatte sie verloren. Für immer. Er wollte sie doch so sehr. Aber er konnte nicht. Sie hasste ihn. Er war ein Tier, sie hatte recht. Dr. Rogelt traute sich nicht mehr in ihre Nähe, er hatte einfach zu viel Angst davor, sie zu verletzen. Und das würde er sich nie verzeihen.
Gerade wollte er in Lichtgeschwindigkeit wieder in den Wald zurück, bevor ihn jemand so blutverschmiert sah, als er weit entfernt auf der Brücke ein Geräusch vernahm. Er sprang schnell auf einen Baum und beobachtete Monique, wie sie heulend über die Brüstung kletterte.
Nein, sie durfte sich nicht umbringen. Er konnte nicht ohne sie leben. Mit ihr zwar auch nicht, aber das war jetzt Nebensache. Jeden Morgen wusste er: sie war da. Irgendwo in der großen, weiten Welt lebte sie glücklich und zufrieden bis ans Ende aller Tage. Wie in einem Märchen. Und das war für ihn genug.
Bevor sie starb, würde er sie noch eigenhändig zum Vampir machen. Dann wäre sie seine Art, seine Braut…
Monique wollte schon springen, als sich plötzlich starke Arme um ihre Hüfte legten und sie zurückzogen.
„Geh weg!“, schrie sie unter Tränen, „Ich will dich nicht mehr sehen. Ich hasse dich!!!“
Sie drehte sich um. Durch ihren Dunst ihrer Tränen erblickte sie allerdings nicht ihren Noch- Ehemann, sondern…
„Renée?“
„Ja“, sagte er zärtlich.
Wie konnte er hier sein? Er war ein Vampir, und er hatte ihr versprochen, Berlin zu verlassen. Er war gefährlich. Und das sah sie nicht nur an den Blutspuren auf seinem Hemd, sondern auch in seinen Augen. Sie sah seinen Durst, den er zu unterdrücken versuchte. Er wollte sie. Und ihr Blut.
Aber in seinen Augen lag nicht nur Blutdurst, sondern auch Liebe. Sie wusste, was er empfand, aber die Intensität haute sie trotzdem um. Aber sie hatte sich unter Kontrolle.
„Was tust du hier?“, keifte sie ihn an, „Weißt du, was das bedeutet? Meine Familie, meine Freunde sind in Gefahr! Du könntest jeden töten, wenn du deinem Durst verfällst. Da macht es für dich keinen Unterschied, wen.“
„Ich weiß.“, sagte er leise. „Dich könnte ich aber nie töten. Auch keinen den du liebst. Also ist Selbstmord sowieso schon mal ausgeschlossen…“
Er war tot und sein Ego hatte er immer noch nicht verloren. Sie wollte protestieren, aber er fuhr ungerührt fort: „…aber deinen Mann hätte ich gerne umgebracht.“
Ihren Mann. Sie schluckte. Und fing wieder an zu weinen.
Das hatte Renée nicht erwartet. Schreie, Ohrfeigen, Tritte, vielleicht auch Angst. Er hätte alles erwartet. Nur das nicht. Sie war die Einzige, die ihn verblüffen konnte. Und die ihn dazu brachte, sich selbst zu verblüffen. Er unterdrückte das Verlangen, sie zu beißen und nahm sie in seine starken Arme.
Sie heulte immer lauter und immer mehr. Sie flüsterte so leise, dass es ein normal Sterblicher wohl nicht gehört hätte: „Er hat mich betrogen…“ Sie schluchzte auf.
Dr. Rogelt hätte ihm auf der Stelle den Kopf abgerissen, wenn er hier wäre. Aber er konnte nicht weg, wo Monique nun seit langer Zeit endlich wieder in seinen Armen lag…
Sie hatte Renée auch nie vergessen können. Das war ihr jetzt klar. Egal, was er war, sie liebte ihn und würde ihn wahrscheinlich auch immer lieben, was auch passierte. Es tat so gut, seine Arme um ihren Körper zu spüren.
Aber um bis in alle Ewigkeit glücklich zu sein, musste man auch bis in alle Ewigkeit leben. Sie wurde immer älter und er blieb jung. Früher oder später müsste er sie verwandeln. Dann wäre sie ein blutrünstiger Vampir dem ein Menschenleben egal ist. Konnte man als Monster wirklich glücklich sein?
,Nein´, gab sie sich selbst die Antwort, löste sich von dem – wieder einmal- verblüfften Dr. Rogelt, kletterte über die Brüstung und sprang. Ohne zu zögern folgte er ihr und holte sie auf, bevor sie auf dem Wasser aufschlug. Er hatte ihr Leben gerettet, um es ein paar Minuten später wieder zu beenden…

Sophiee^^ Offline

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25.06.2011 11:47
#34 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Okay, ich muss mich irgendwie beschäftigen, sonst zerfrisst mich die Aufregung... die Zeit vergeht so langsam und qualvoll und ich muss mir ständig sagen: Sophie, heute Abend ist alles vorbei und du kannst hier gemütlich im Forum chillen ;D
Hoffen wir alle mal, dass alles gut klappt, hier der neue Teil für euch

I Kommentare


Marc schreckte auf. Seine Mutter quakte immer noch am Telefon. Er verabschiedete sich und legte auf.
Schräger Traum. Und wieso bin ich immer Dr. Rogelt und Hasenzahn Monique? So dramatisch ist unsere Geschichte nun auch nicht…
Er sah auf die Uhr. 21:30 Uhr. Er hatte eine ganze Stunde lang mit seiner Mutter telefoniert, ohne dass sie bemerkt hatte, dass er eingeschlafen war.
Scheiße, wie teuer war das?!?
Es war finster. Wie in seinem Traum.
Ich glaub, jetzt kann ich Hasenzahn nochmal einen Besuch abstatten…
Entschlossen steuerte er wieder auf ihre Wohnung zu und klingelte.



Gretchen hatte ein wenig aufgeräumt, das Celine Dion Album aus der Stereo genommen und sich fertiggemacht. Ihre blonden Locken flossen über ihren Rücken und ihr weit ausgeschnittenes, schulterfreies Shirt, das auf der Seite von einem Reißverschluss zusammengehalten wurde, würde Marc von ihrem Bauch ablenken. Er war nämlich schon ein bisschen größer als sonst…kein Wunder, bei dem Essen, dass sie jeden Tag verputzte.
Seh ich fett aus? Ist ja auch egal. Ist ja kein Date oder so. Oder doch?? Mein Gott, ich weiß es nicht, der Mann macht mich einfach verrückt!
Mein Busen sieht aber echt toll aus…

Es klingelte. Gretchen musterte sich nochmal im Spiegel. Sie war nur sehr dezent geschminkt, er soll ja nicht denken, dass sie billig ist.
Nach ein paar Sekunden öffnete sie und es war tatsächlich Marc.
Er ist wirklich hier. Ich hatte schon befürchtet, dass er nicht kommt.
Sie bat ihn herein und er setzte sich aufs Sofa. Die Wohnung gefiel ihm. Sie war schön groß und hatte, was das Beste war… zwei Schlafzimmer?!
„Wer wohnt denn noch hier?“, fragte er interessiert. Wer auch immer es war, der- oder diejenige würde ihm nicht seine Pläne kaputtmachen.
„Mary, deine neue Assistenz.“ Gretchen setzte sich neben ihn. Gefährlich nahe.

http://www.youtube.com/watch?v=2J2dwFVZHsY (Ne-Yo- Beautiful Monster)

Upps. Soll ich wegrutschen? Aber dann merkt er, dass ich weggerutscht bin, und hat dann wieder Stoff für neue Sprüche.
Marcs Gedanken schwirrten. Sie war ihm so nahe. Er hatte wirklich zu lange keinen Sex mehr gehabt.
„Wieso fragst du?“, fügte sie dann auch noch hinzu.
Würde mich echt interessieren. Will er etwa mit mir alleine sein?
Oh Gott. Jetzt versteh ich.
Wieso kommt ein Mann quasi mitten in der Nacht mit perfekt gestylten Haaren und einem toll riechenden Aftershave zu einer Frau?
Er will mich verführen!
Wie gemein... er will meine Schwäche ausnützen… Aber vielleicht kann ich ihm ja zuvorkommen…

Marc sagte einfach nichts.
„Schade, dass sie heute Nachtschicht hat, sonst könnte sie auch ein bisschen mit uns plaudern…“, sagte Gretchen unschuldig wie ein Engel. Man sah direkt die Erleichterung in Marcs Augen.
Ich werde einfach mitspielen. Ich war lange genug moralisch. Mein Herz und meine Hormone schreien schon lange danach und außerdem ist er der Vater, also ist es nicht verboten.
Gretchen, wie doof bist du? Das wäre es doch sowieso nicht.
Irgendwann wird er auch bei dem restlichen Familienkram mitspielen, aber zuerst muss ich ihn zufriedenstellen. Zappeln kann er aber. Wie ein Fisch an Land…
Ha! Und ich, Margarethe Haase, hab den Fisch schon quasi am Haken!

„Tja, wirklich schade“, erwiderte er leicht grinsend.
Gretchen fragte, ob er was trinken wolle.
„Hast du Bier da?“, hörte er sich fragen. Im Nachhinein hätte er sich ohrfeigen können. Hallo? Sie war schwanger!
„Ich guck mal“, sagte sie nur und ging auf den Kühlschrank zu.
Oh ja, jetzt krieg ich ihn. Ich bin so böööse.
Sie schenkte das Bier in ein Glas und holte für sich Wasser. Sie kam zurück, stolperte gekonnt und saute sich absichtlich mit dem Bier ein. Es rann in ihren Ausschnitt- und auch noch weiter.
„Mist!“, fluchte sie. Marc schaute auf.
Ihr Shirt klebte an ihrem Oberkörper und das Bier glänzte in ihrem Dekolleté. Ihre Kurven waren noch besser zu sehen und er sah ihren schwarzen BH durch das Shirt.
Er schluckte. Sein Instinkt wollte Überhand gewinnen. Aber noch war es zu früh. Es war offensichtlich, dass sie ihn noch quälen wollte. Aber er blieb hart. So gut wie es halt ging.
„Tschuldige, ich muss mich kurz umziehen“
Sie betrat das Schlafzimmer und grinste breit. Die Tür ließ sie absichtlich offen stehen. Marc verrenkte sich, aber sie hatte sich extra dort hingestellt, wo er sie nicht sehen konnte. Seufzend lehnte er sich zurück und wartete darauf, dass sie wieder zurückkam.
Er ist ein richtig waschechter Mann. Medhi hätte nicht auf meinen Busen geglotzt und fast hineingesabbert. Wahrscheinlich hätte er mich höflich gefragt, ob er die Reinigungskosten übernehmen kann, da er ja das Bier wollte.
Mist, der blöde Reißverschluss...

Gretchen kam ein böser Einfall. Sie wollte ja den Spieß umdrehen…
„Marc?“, rief sie zuckersüß.
„Ja?“
„Kommst du mal bitte und hilfst mir mit dem Reißverschluss? Er klemmt.“
An mir ist doch echt eine Schauspielerin verloren gegangen…

Zucker?? Hm...vielleicht...

Sophiee^^ Offline

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28.06.2011 15:37
#35 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallöchen!!
Jetzt geht's hier auch mal wieder weiter. Meine Mutter kam grade an mit Spontanurlaub, ich hab nur gedacht: Hä?, aber dann hab ich mich trotzdem gefreut. Morgen geht's schon los und ich bleib bis zum Sonntag weg, also werde ich nichts posten können.
Tut mir leid!!

Ich hoffe der Teil entschädigt das ein bisschen!!


http://www.youtube.com/watch?v=bu1Dip1MbwQ (Für dich- Cascada feat. 3 Soul)

Oh scheiße. ICH wollte sie doch verführen! Und was macht sie? Sie saut sich mit dem Bier ein. Am liebsten würde ich es ihr vom Dekolleté lecken…
Marc kam Gretchen nach ins Schlafzimmer, das, nur so nebenbei, ein riesiges Bett besaß, und sah Gretchen vor dem Spiegel stehen. Sie kämpfte mit ihrem Reißverschluss.
Männliche Fantasien unterdrücken und ein hilfsbereiter Helfer sein!
Seine Gedanken schwirrten umher. Er konnte sich einfach nur auf das Eine konzentrieren, während er von hinten auf sie zuging. Mit männlicher Kraft öffnete er ihren Reißverschluss. Und sie hatte keine Skrupel und zog das Shirt vor seinen Augen aus, nachdem sie sich bedankt hatte. Nun stand sie nur noch in schwarzem Spitzen- BH da.
Woooooooooooooow. Sie ist scharf. Total scharf.
Ich muss sie haben. JETZT!!!

Er genoss den Anblick in vollen Zügen. Moral gab es in diesem endlos langen Moment keine. Sein Verstand schien langsam aber sicher in den Urlaub zu fahren.
Auf einmal legte Marc seine Hände an Gretchens Taille und küsste ihren Hals. Sie ließ es zu.
Endlich. Ich hatte schon Halluzinationen.
Seine Hände wanderten weiter nach oben, seine Lippen suchten ihre. Schließlich drehte sich Gretchen auch ganz um und ihre Lippen schossen auf ihn zu. Seine Zunge verlangte Eintritt. Sie spielten miteinander, Gretchen verstrubbelte seine perfekt gestylten Haare und er strich ihr über den bloßen Rücken. Es wurde an den restlichen Kleidern gezogen und gezerrt. Aber nicht alle wollten kapitulieren und sich herunterreißen lassen.
Jetzt reichts. Scheiß Hemd!
Der Oberarzt ließ kurz von ihren Lippen ab, zog sich das Hemd aus und begann wieder, sie zu küssen.
So ging es noch lange weiter. Leidenschaftliche Küsse, Berührungen und Atemlosigkeit waren bloß der Anfang. Die Gedanken wurden teilweise einfach abgeschaltet und sie konzentrierten sich nur mehr auf ihre Lust.
Er hob Gretchen hoch, immer noch knutschend schlang sie die Beine um seine Hüften, was ihm ein Stöhnen entlockte. Er hielt sie so, als wäre sie federleicht und dann… ja, dann kam der lang ersehnte Wurf aufs Bett. Gut, es war nicht wirklich ein Wurf, schließlich war sie ja schwanger. Und er hatte keine Lust sich von ihr genauso anmotzen zu lassen wie Dr. Reiner es erfahren hatte.
Langsam ließ Marc sie aufs Bett gleiten. Er legte sich auf sie. Ihre Haut war heiß. Genauso wie seine.
Er küsste ihr Dekolleté, das immer noch ein wenig nach Bier schmeckte, aber das gefiel ihm noch mehr. Sie schlang ihre Arme um ihn. Er küsste sie immer heftiger, während sie sich an ihn rieb. Stöhnend rollte sie mit den Augen.
Es ist soweit. Wir werden Sex haben. Hier und jetzt.
Eines schwöre ich mir: es wird der Geilste den sie- und vor allem ich- je hatte.

Sie entfernte sich ein wenig von ihm und machte sich an seinem Hosenknopf zu schaffen. Marc hatte anderes zu tun.
Irgendwann hatte sie es geschafft, er streifte sich seine Hose ab und befreite sie von ihrem BH.
Fassungslos hielt er inne und schaute mit bloßen Augen auf ihre entblößten Brüste.
Ich hab ja schon gewusst, dass sie größer sind, aber das… wow. Das ist echt…wow. Wow. Wow. Hoffentlich sabber ich nicht…
Als hätte Gretchen seine Gedanken erhört, fragte sie unschuldig: „Brauchst du nen Schlabberlatz?“ Sie schob die Unterlippe vor.
Verwirrt von diesen Worten fing er sich wieder, sagte einfach nur lächelnd: „Halt die Klappe“ und machte weiter. Sein Blick wanderte aber immer wieder zu ihrer Oberweite.
Jetzt reiß dich zusammen. Du bist doch kein Teenager mehr! Das sind doch nur zwei riesige, pralle, voll geile… Brüste.
Nach diesem Moment schalteten die Beiden ihre Gedanken komplett aus. Nach mehreren Stunden, in denen es immer wieder heiß herging, schliefen sie erschöpft und befriedigt nebeneinander ein.


Es klingelte. Gretchen stöhnte.
Mary, ich hab frei, vergiss doch nicht immer den scheiß Schlüssel, verdammt!
Sie schlug die Augen auf und realisierte, dass sie sich nicht ohne fremde Hilfe aus Marcs Armen befreien konnte.
Träum ich? Marc Meier, der lieber auf dem Speed- Boat als auf dem Love- Boat unterwegs war, liegt hier tatsächlich und kuschelt mit mir.
Es klingelte wieder, diesmal länger. Fast ein Sturmklingeln.
„Jaja… ich komm ja schon… wenn er mich loslässt…“, flüsterte sie zu sich selbst.
Ich würd ja gern noch liegen bleiben. Immer kommen die besten Freunde zum falschen Zeitpunkt auf ein Schwätzchen. Ja, Mary hat eine 14- Stunden- Schicht hinter sich, ich weiß es ja… manno!
„Marc“, sagte sie und küsste ihn. Er brummte nur und verstärkte seinen Griff, als er merkte, dass sie entkommen wollte.
Gut, dann verwende ich halt spezielle Frauentricks um ihn aufzuwecken.
Ihre Hand wanderte nach unten und streichelte seine Haut. Von diesen Berührungen wurde Marc quasi wieder von den Toten auferweckt. Er schlug die Augen auf und grinste. Er wollte eine neue Runde einlegen und lockerte seinen Griff, um sie zu küssen. Sie nutzte die Gelegenheit, ignorierte seinen Guten-Morgen-Kuss und befreite sich aus seinen Armen. Sie ging ins Bad, um ihren Bademantel zu holen, als er enttäuscht stöhnend wieder in die Kissen zurücksank.
Kann ich es Mary jetzt sagen? Aber sie wird einen Anfall von hysterischen Gekicher kriegen. Er ist ihr Chef, und es wäre ihr sicher peinlich, wenn sie Marc anschaut und weiß: er hat mit meiner besten Freundin geschlafen!
Sie könnte sich nie ein Lachen verkneifen.
Ich glaube, es ist besser, wenn ich ihr es erst sage, wenn Marc weg ist.

Sie schlüpfte in den Bademantel und öffnete die Tür. Vor ihr stand eine müde, ausgelaugte Mary.
„Kaffee?!“, fragte Gretchen und sie brummte zustimmend: „Kaffee!“
Arme. Ich muss ja keine so langen Schichten mehr machen. Lang leben die vielen Vorteile der Schwangerschaft!
Der Kaffee war schnell gemacht, und Mary schenkte sich ein. Sie war nicht besonders gesprächig. Dr. Reiner hatte schlecht Laune, außerdem noch rasende Eifersucht und wusste diese nur an einer Person auszulassen: an Mary! Kurz war er enttäuscht gewesen, als sie ihm zugezischt hatte, er könnte den Sex in den nächsten Tagen vergessen, und seine Enttäuschung zeigte er auch. Und sie war wieder einmal schwach geworden…
Sie hatte aber auch bemerkt, dass er viel gefühlvoller gewesen war als sonst. So, als würde ihm etwas fehlen. Vielleicht konnten sie doch noch ein Paar werden, irgendwann. Jetzt war sie jedenfalls zu müde für solche Grübeleien.
Gretchen beschloss, Marc lieber nicht zu lange allein zu lassen, und sagte müde: „Ich geh dann mal wieder schlafen. Danke fürs Wecken!“
Mary hatte dafür nur ein kurzes Lächeln übrig. Als Gretchen weg war, starrte sie betrübt in den Kaffee. Eigentlich müsste sie ja glücklich sein, es war gerade so gut zwischen ihr und Dr. Reiner gelaufen. Aber dann kam ihr neuer Oberarzt daherstolziert und zerstörte alles. Dr. Reiner war nämlich obwohl es nur „eine unverbindliche Sex- Freundschaft“ war, total eifersüchtig geworden, weil Dr. Meier angeblich "in seinen Gebieten wildern will". Oder war er etwa eifersüchtig wegen Gretchen? Sie schüttelte den Kopf. Das konnte sie sich nicht vorstellen.
Bevor sie miteinander geschlafen hatten, hatte er sie angeschrien, was sie von ihm wolle und sie hatte sich nicht zu helfen gewusst. Ihr war auf die Schnelle nur Sex- Entzug eingefallen, aber das hielt sie ja selbst nicht einmal aus. Die Wahrheit war, dass sie Dr. Reiner gerne hatte, sehr gerne sogar. Und sie wünschte sich mehr als nur eine Sex- Freundschaft…sie wollte ihm nahe sein. Immer.
Gretchen hatte sich zurück ins Bett gelegt. Marc tat noch kurz so, als ob er schlafen würde, um sie dann zu überraschen. Er packte sie an der Hüfte und sie musste einen kurzen Aufschrei zurückhalten.
„Bist du bescheuert?“, flüsterte sie ihm leise lachend zu.
„Wieso denn?“, flüsterte er unschuldig zurück.
„Mary ist da. Ich will nicht, dass…“ Gretchen hielt inne.
Mist. Hoffentlich ist er nicht beleidigt, wenn er weiß, dass ich nicht will, dass es alle sofort wissen. Im Krankenhaus tratschen sowieso alle über mich und über uns.
Bitte lieber Gott, ich will nicht immer alles versauen!

Er guckte sie erwartungsvoll an.
„Ja?“, half er ihr auf die Sprünge.
„Ähm…ja. Ich will einfach nicht, dass alle es gleich wissen. Es ist doch heiß, wenn es verboten ist, findest du nicht?“, versuchte sie sich rauszureden.
Na super. Das wird er mich auch sicher glauben.
Das fand er allerdings. Aber es überraschte ihn, dass Gretchen sowas sagte. Sie wollte doch immer eine feste Beziehung, oder nicht?
„Ja. Irgendwie schon. Und wieso tun wir dann nicht das „Verbotene“, wie du es nennst? Jetzt?“
Sie lachte und versiegelte seinen geschwätzigen Mund mit einem Kuss. Kurz darauf brach sie ihn ab und ihre Augen weiteten sich ein bisschen.
Oh nein. Nicht jetzt. Wieso ausgerechnet jetzt?
„Oh Gott“, sagte sie nur kurz und stürzte ins Bad. Sie übergab sich ausgiebig. Marc folgte ihr. Das hätte er besser gelassen, denn Mary kam schon mit den Worten: „Gretchen, was ist los?“ ins Bad und sah ihn in Boxershorts neben der Toilette stehen.
Tja, soviel zur geheimen, verbotenen Affäre.

Kommentare zur Story von Sophiee^^ (9)

Sophiee^^ Offline

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03.07.2011 19:15
#36 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Leute, seid ihr wahnsinnig?? So viele Kommentare hab ich noch nie gekriegt!! Ihr seid alle so lieb zu mir!!!!!!!!!!

Viel Spaß, hoffe es gefällt euch weiterhin so gut!!!



Man. Wir wollten doch, dass es geheim bleibt…auch wenn ich es Hasenzahn nicht so ganz abkaufe…
Mary klappte die Kinnlade herunter.
Gretchen hatte Marc auch nicht bemerkt. Sie richtete sich auf und sagte: „Ach, nur meine 24- Stunden- Übelkeit. Geht schon wi…“
Jetzt hat sie mich gesehen. 24- Stunden- Übelkeit? Find ich cool. Mal was anderes als die Morgenübelkeit.
Gretchen starrte von Marc zu Mary und wieder zurück. Sprachlos zu sein war nicht gerade ihre Stärke, deshalb sagte sie ernst zu Mary: „Wir müssen reden.“
„Allerdings“, erwiderte sie und zog Gretchen mit nach draußen. Mit einem entschuldigenden Blick guckte sie Marc noch kurz in die Augen und ließ sich dann mitziehen.
Wetten, heute Nachmittag wissen es schon alle? Die olle Labertasche da…
Jedenfalls wird es der Reiner auch erfahren. Ha, der kann sich Gretchen abschminken!
Die reden doch jetzt über mich, oder? Muss alles wissen!

Marc schlich zur Tür und presste ein Ohr dagegen. Da Frauen wahrscheinlich immer nur über das Eine- also Männer- redeten, war es für ihn höchstinteressant. Es hörte die Erklärungen von Gretchen, worauf Mary entgeistert antwortete: „Das kann nicht dein Ernst sein! Du hattest nie eine Affäre und du wolltest nie eine haben. Schließlich geht es bei dir immer nur auf eines hinaus. Liebe.“
„Ach Quatsch. Außerdem geht dich das gar nichts an. Bevor der auf heile Familie macht, muss man ihm geben, was er will. Ich habe es schon immer auf die eine Art versucht, nämlich versuchen ihm klarzumachen, was Liebe ist, ihm helfen. Aber so geht das bei ihm nicht. Er ist Chirurg.“
Oh-oh. Die Spannung steigt. Thompsons Schuss aufs Tor wurde knapp vor Haase abgewehrt und… Moooooooment mal! Heile Familie? Hab ich was verpasst? Ach ja. Sie ist ja schwanger. Aber von Familie war bei unseren Abkommen keine Rede, oder? Geheime Frauenpläne. Sollte ja nicht für meine Ohren bestimmt sein. Aber ne Familie ist jetzt doch nicht mehr so schlimm…immerhin…ja…ähm…fühle ich was…für sie...oder so.
Gut, nach kurzzeitiger Verwirrung weiter im Text. Haase stürmte zum gegnerischen Tor- was für ne lustige Vorstellung, Hasenzahn auf dem Fußballfeld- und trifft das Runde ins Eckige. Toooooooor!

Gretchen blühte richtig auf in ihrer Gegenwehr. Sie war so lange schwach gewesen, sie hatte Lust auf einen richtigen Streit. In letzter Zeit waren Gefühlausbrüche ja nicht gerade selten gewesen…Mary würde ihr schon verzeihen.
Gretchen fügte noch hinzu: „Und du brauchst gar nicht von wahrer Liebe zu reden. Ich hab ja gesehen, wie du dem Herrn Oberarzt hinterherschmachtest!“
Wow. Gretchen kann ja richtig giftig sein. Aber welcher Oberarzt? Doch nicht etwa…ich?! Okay, dann wäre Hasenzahn total eifersüchtig, also eher unwahrscheinlich. Welcher Oberarzt denn dann??
Mary war geschockt.
„Woher…?“, setzte sie an.
„Ach Gott, bitte! Meinst du, ich merk das nicht? Wieso denn bitteschön, verschwindest du denn immer so plötzlich in Reiners Büro? Du willst mir doch nicht erzählen, dass er dich ruft, um die Abläufe der OPs zu klären!“
Gut, sie meint echt nicht mich. Sie nimmt den Reiner? Ernsthaft? Ist ja auch egal.
Sie kicherten drauflos. Das ging jetzt wirklich über Marcs Verstand hinaus.
Wieso…?
Streit wurde von einem Moment auf den anderen zum Frauengespräch. Hab ich nicht wirklich mitgekriegt. Kompliziert, die Weiber.

Aber plötzlich meinte Mary ernst: „Gretchen, lass uns später darüber reden. Bitte“
Ich kann direkt ihren Blick sehen, der auf der Schlafzimmertür liegt, wogegen ich mich gepresst habe. Schade. Gespräch und somit Spionageaktion beendet…
„Ach, du meinst wegen Marc?“, fragte Gretchen noch und ging auf die Tür zu, während er zurück zum Bett huschte und sich in die Decke wickelte. Und das eine Sekunde bevor Gretchen öffnete.
„Ok“, meinte Mary mit einem Blick aufs Bett, „ich geh trotzdem lieber woanders frühstücken. Schönen freien Tag noch!“
Ja. Gleich sind wir wieder alleine.
Gretchen legte sich auch aufs Bett und küsste ihn „wach“. Marc wurde immer fordernder, da er nichts gegen eine „Speed-Boat“- Einlage hatte, aber sie brach ab.
„Ich steig dann mal in die Badewanne. Gestern wurde ich ja unterbrochen. Keine Angst, ich komm gleich…“
Mit einem letzten Kuss verabschiedete sie sich von ihm und schwang ihren Hintern in das Bad.
Jetzt lässt die mich einfach so stehen, ähm, liegen. Was soll ich denn hier so ganz alleine in diesem großen Bett? Mannomann.
Ob sie wohl überrascht wäre, wenn ich…?

Marc stand auf. Er ging Richtung Bad und blieb kurz vor der Tür doch für ein paar lange Minuten stehen.
Soll ich wirklich?
Es spricht eigentlich nichts dagegen. Ich bin total durchgeschwitzt, also müsste ich auch duschen. Wenn ich zu ihr hinein steige, sparen wir Wasser. Also schonen wir die Umwelt. Und wir hätten ne tolle Abwechslung zum Bett…

Marc betrat das Badezimmer. Gretchen lag schon in der mit Wasser und Schaum gefüllten Wanne und schaute ihn erstaunt an.
Tja, ich bin halt immer für ne Überraschung gut.
„Ich muss auch duschen“, erklärte Marc und sie lachte.
„Und das willst du, während ich hier liege und zugucke, oder wie?“
Hach wie süß. Sie hat noch keinen Schimmer was ich vorhab.
„Nein, ich dachte eher daran, wie lange ich nicht mehr in einer Badewanne gelegen bin und habe eine gewisse Sehnsucht entwickelt“
„Nach der Badewanne?“, fragte sie ungläubig.
„Jepp“
„Aha. Und jetzt? Ich liege nämlich schon drin, für dich ist kein Platz mehr!“ Marc ging auf sie zu.
Gretchen hatte so langsam begriffen, worauf er hinaus wollte. Hatte er in der Nacht nicht schon genug gehabt?
So, nun schön die Verführer-Karte ausspielen…
„Und was ist, wenn wir ganz eng zusammenrücken…?“, flüsterte er verführerisch an ihrem Ohr.
„Wenn du meinst…“, sagte sie noch leise. Marc zog sich die Boxershorts aus und gesellte sich zu Gretchen.
Sie taten so, als wäre es alltäglich, zusammen in einer Badewanne zu sitzen. Sie redeten über dies und das, lachten zwischendurch und fühlten sich wirklich glücklich. Bis der Schaum immer weniger wurde und Marc einfach nicht mehr wegsehen konnte. Er hatte sein Verlangen nicht mehr unter Kontrolle und lehnte sich zu ihr rüber.
Ich schaffs nicht mehr. Es ist so heiß mit ihr in der Badewanne. Jetzt ist der perfekte Moment, sie zu bumsen.
Er flüsterte: „Schon mal Sex in der Badewanne gehabt?“
Gretchen zögerte ein wenig, aber schließlich sagte sie doch die Wahrheit: „Ja!“

Auflösung gibts nächstes Mal, eure Kommentare kann ich erst morgen beantworten, bin so müüde von der langen Heimfahrt... aber ich wollte euch eine kleine Freude machen mit dem Teil!!

Sophiee^^ Offline

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06.07.2011 17:03
#37 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Heey!!

Sorry, eigentlich wollte ich schon heute Vormittag posten, aber mein Bruder hat den Laptop wegen seinem abitur beschlagnahmt...aber jetzt kriegt ihr wieder was.

Danke für alle Kommentare!!



Das hatte ich nicht erwartet. Ich hätte eher auf irgendein Herumgestottere getippt, hätte gesagt: „Dann kannst du‘s jetzt nachholen“ und hätte sie geküsst. Was nun? Am besten sag ich einfach gar nichts…
Marc wirkte verblüfft. Sehr verblüfft. Er ließ sich wieder zurücksinken. Die Lust war ihm eindeutig vergangen. Aber Gretchen erinnerte sich gerne zurück an die Zeit, in der sie einfach nur Spaß hatte…

http://www.youtube.com/watch?v=tQmEd_UeeIk (Avril Lavigne- What the Hell)

Es war während ihrem Medizinstudium. Sie hatte zum ersten Mal einen Brustkorb geöffnet und die Organe untersucht, und dabei ihren neuen Schwarm Peter kennengelernt.
Gretchen war sehr gut von ihren Eltern erzogen: sie trank fast nie Alkohol, versuchte, so wenig wie möglich zuzunehmen und unverbindliche One-Night-Stands gab es für sie nicht. Entweder richtig oder gar nicht, das war ihre Meinung gewesen.
Als sie aber irgendwie kapiert hatte, dass sie nur unglücklich war, wenn sie so lebte, und sie sah, wie Peter, das genaue Gegenteil von ihr, nur so vor Lebensfreude protzte, wusste sie: sie musste sich ändern. Zumindest für einen kurzen Zeitraum. Gretchen hatte beschlossen, einfach einmal auf die Pauke zu hauen. Auch wenn ihre Gefühle das nicht immer zuließen.
Sie ging auf die Party, auf die Peter sie eingeladen hatte, und trank sich erstmal um den Verstand. Sie tanzte so, als gäbe es keinen Morgen und schmiss sich gleich an ihn ran, als er die Tanzfläche betrat. Ohne Furcht, dass er sie vielleicht zurückweisen konnte, begann sie, ihn abzuknutschen.
Wenige Minuten später befanden die Beiden sich wild knutschend vor Peters Wohnungstür. In dieser Nacht hatte Gretchen mehrere One-Night-Stands.
Am nächsten Morgen wachte sie mit dickem Schädel in irgendeiner Wohnung, die sie nicht kannte, auf und fragte sich, was zur Hölle passiert war. Erst als sie Peter neben sich atmen hörte, konnte sie sich erinnern. Und sie lachte. Es war ein richtiges, fröhliches Lachen. Denn das war es was sie war: Fröhlich.
Ohne ihn zu wecken, ging sie ins Bad und stellte mit Entzücken fest, dass er eine Badewanne besaß. Das alte Gretchen hätte gegrübelt, ob es sich wirklich trauen sollte, aber das neue Gretchen ließ einfach das Wasser ein, um sich später genüsslich darin zu recken.
Peter, der inzwischen auch aufgewacht war, realisierte, dass die Frau, mit der er letzte Nacht Sex gehabt hatte, nicht mehr neben ihm lag. Kurzzeitig war er verwirrt. Er war sich nicht sicher, ob sie jetzt eine Beziehung hatten, wahrscheinlich nicht, sonst hätte sie sich ja nicht aus dem Staub gemacht. Die Wahrheit war, dass er sie schon länger in sie verliebt war und nur auf diesen Moment gewartet hatte.
Das unsichere Gefühl dauerte aber nicht lange an. Besser gesagt, nur so lange, bis er Gretchen Stimme laut und deutlich im Badezimmer singen hörte.
Er betrat das Bad und sah sie mit geschlossenen Augen und MP3-Player-Stöpseln in den Ohren in der Wanne liegen. Er lachte. Sie hörte das, öffnete die Augen und sagte: „Morgen“
„Morgen“, sagte auch Peter. Und ohne sie zu fragen, stieg er auch zu ihr in die Badewanne.
„Das ist keine gute Idee“, warnte Gretchen ihn nur.
„Wieso?“
„Weil ich auch Zeit für mich brauch“
„Wer hat denn gesagt, dass ich viel Zeit beanspruchen will?“
Darauf wusste sie nichts zu sagen, bis Peter, genau wie Marc neun Jahre später, fragte: „Schon mal Sex in der Badewanne gehabt?“
Nur, dass Gretchens Antwort da „Nein“ gewesen war. Zumindest bis zu diesem Moment.


Gretchen schwelgt in Erinnerungen. Mit wem sie es wohl…?
Alle die, ich kenne, sind dieser Typ, der sie vor der Hochzeit betrogen hat, Mehdi- was für eine Vorstellung, sie und er in der Badewanne, brr- und „Georg Müller“. Um den muss ich mich auch noch kümmern. Blöder Hippokratischer Eid! Ich würde ihn gerne krepieren lassen. Ganz langsam und qualvoll… aber ich musste ja Arzt werden. Wenn ich irgendein Unternehmer geworden wäre könnte ich ihm beim Sterben zusehen.
Boah, ich bin echt herzlos. Ich will doch nicht, dass er stirbt. Jeder Mensch hat es verdient zu leben, und nur weil ich ihn hasse…Knast reicht… naja… genug Philosophie für heute!
Aber was soll ich jetzt sagen? Sie ist immer noch in Gedanken. Halloo????

Marc räusperte sich, um auf sich aufmerksam zu machen und riss die junge Ärztin aus ihrer Sehnsucht nach der „guten, alten Zeit“. Aber es konnte doch wieder so werden. Mit Marc bei sich war es sowieso nie langweilig.
Marc beschloss, die Sache einfach ruhen zu lassen und nicht zu zerreden. Er beugte sich zu ihr und küsste sie. Das ging eine Weile lang so, aber als Marc weitergehen wollte, ließ ihn Gretchen nicht. Irgendwann wurde es ihr zu bunt. Die ganze Zeit musste sie seine Hände von irgendwo wegbringen. Und er konnte fest zupacken, wenn er wollte.
Was hat die denn jetzt? Wir haben in der Nacht doch nur fünf Mal… hoffentlich ist sie keine Spielverderberin…
Seine Befürchtungen wurden wahr. Sie ließ von ihm ab, stieg aus der Wanne und wickelte sich in ein Handtuch.
„Ich möchte dich nur daran erinnern, dass es fast 11 Uhr ist und du in knapp einer Stunde Dienst hast.“
Ach du Scheiße! Ich muss noch nach Hause, die Akten und so holen… na super!
Hastig stieg auch er jetzt raus und holte sich ein Handtuch. Gretchen musste ein Lachen unterdrücken.
„Wieso denn auf einmal so ein Stress, Dr. Meier?“, fragte sie, lief auf ihn zu und küsste ihn sanft.
Ich muss diesen miesen Betrüger an seinem Gehirn- falls er eines hat- zusammen mit der Neurochirurgin operieren. Und das möglichst ohne Komplikationen, sodass er schön im Knast schmoren kann!
„Ich hab da einen sehr wichtige OP...“
Und da kam auch schon die Chirurgin in ihr durch: „Was denn für eine?“
„Tumor im Gehirn. Spannender Fall…“
Wieso hab ich das jetzt gesagt? Sie will mir jetzt bestimmt assistieren, auch wenn sie frei hat. Und dann muss ich lügen. Scheiße!
„Toll. Kann ich dir assistieren? Hatte lange keinen Gehirn-OP mehr…“
Mist, mist, mist! Aber ich liebe ihre karrieregeile Seite… sie war so sexy damals bei ihrem Vortrag, ist es auch immer noch, wie ich zugeben muss, obwohl sie mir das Fellowship wegkrallen wollte…aber ich hab es ja trotzdem noch gekriegt.
Ähm. Schluss jetzt. Ich brauch ne gute Ausrede…

„Ne, tut mir leid, das geht nicht…ähm… der Patient will nur von Männern operiert werden. So ein sexistischer Penner!“
Sie unterdrückte ihre Enttäuschung, war aber insgeheim sehr wütend auf den Patienten. Frauenverachter hatte sie schon immer gehasst. Die Frauen können genauso viel leisten wie die Männer, wenn nicht mehr! Immerhin mussten sie einen Job finden, Diäten machen, ihre große, wahre Liebe suchen und eine Familie gründen, und noch sehr viel mehr…
„Okay, dann halt nicht…“, meinte die Ärztin noch eine Spur enttäuscht und begleitete ihn zur Tür. Bevor er abhaute, musste sie ihm allerdings noch einen leidenschaftlichen Kuss, der unter anderen Umständen mehr hätte werden können, geben. Er lächelte zufrieden und machte sich auf den Weg zu seinem Auto.



Blöder sexistischer Penner. Wir Frauen haben doch nicht so lange gekämpft für ein bisschen Respekt und Anerkennung, um dann von dem nächsten dahergelaufenen Hirnkranken beleidigt zu werden!
Ja schön, er hat mich nicht wirklich beleidigt, aber trotzdem. Wie damals bei dem wo wir die Hüftschraube setzen mussten. Der hätte nie geglaubt dass Frauen auch in Krankenhäusern arbeiten, hätte er es nicht selbst gesehen…
Eigentlich ist es ja kein Grund sauer zu sein. Aber ich bin sauer. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich durch die Schwangerschaft so schnell aufrege…
Aber ich hab noch gar nicht darüber nachgedacht, was gestern passiert ist… Tagebuch! Wo ist mein Tagebuch?!

Ungeduldig durchwühlte sie alle Schubladen und suchte überall, aber erst nach zehn Minuten fand sie ihr Tagebuch. Komischerweise hatte sie es auf der Suche nach Nutella in der Vorratskammer vergessen…
Was mach ich denn mit dem Tagebuch in der Vorratskammer? Sachen gib‘s, Junge, Junge…
Gretchen war sehr erleichtert, dass sie es gefunden hatte. Sie musste unbedingt ihre Gedanken und Gefühle aufschreiben, irgendwo rauslassen und sich darüber klarwerden, dass das was gestern passiert war kein Traum gewesen ist.

Sophiee^^ Offline

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08.07.2011 18:07
#38 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

http://www.youtube.com/watch?v=tEdK9s2dteQ (Die Ärzte-Perfekt)

Liebes Tagebuch,
in letzter Zeit habe ich dich ein wenig vernachlässigt. Tut mir wirklich leid! Aber es ist so viel passiert, dass ich nie Zeit hatte, oder nur wenig, um zu schreiben.
Aber jetzt hab ich Neuigkeiten. Gute. Ich kann‘s immer noch nicht fassen. Ich hab mit Marc geschlafen!!!!!!!!!!!!!
Wir sind jetzt irgendwie…also quasi… zusammen. Glaub ich. Hoffe ich. Och Mensch, das ist alles so kompliziert, auch wenn es auf den ersten Blick so einfach aussieht!
Die Nacht war jedenfalls sooo wunderschön. Unglaublich. Der beste Sex meines Lebens. Ich kann es einfach nicht beschreiben. Diese Nacht werde ich nie nie nie nie nie nie vergessen!
Aber es wirft auch so viele Fragen auf: haben wir jetzt eine Affäre, oder sind wir zusammen? Ist er überhaupt fähig, eine Beziehung zu führen? Warum ist er eigentlich nicht fähig, eine richtige Beziehung zu führen? Liebt er mich? Kann er ehrlich und aufrichtig lieben? Was denkt er über unser Kind? Liebt er es? Knapp acht Monate sind viel zu kurz. Er wird überfordert sein, da bin ich mir sicher. Deshalb hoffe ich, dass er sich mir anvertraut.
Es geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Diese ganzen Fragen… auf manche habe ich schon eine Antwort, keine zuverlässige, aber immerhin. Eine Frage jedoch, geht mir schon die ganze Zeit durch den Kopf.
Was ist verdammt nochmal zwischen ihm und seinem Vater vorgefallen?????!
Er hat gesagt, er weiß nicht, ob er das kann, wegen der „Sache“ mit seinem Vater. Zwei Sekunden danach hat er so ausgesehen, als hätte er sich am liebsten die letzten Worte wieder zurück in den Mund gestopft. Er hat es bereut, dass er es mir erzählt hat.
Ich will es unbedingt wissen. Ich will, ich will, ich will!! Was soll ich sonst tun? Man kann nicht immer alles unter den Teppich kehren, irgendwann kommt es wieder an die Oberfläche. Erlebnisse kann man nicht begraben. Aber ich glaube, das weiß Marc noch nicht.
Ich hoffe, dass es ihm diesmal ernster ist als sonst. Ich weiß, ich darf nicht viel erwarten, aber jetzt wird alles anders. Das spüre ich. Keine Lügen und keine Geheimnisse, einfach nur Liebe.
Ruf jetzt lieber meine Mutter an. Sonst dreht die noch durch vor Sehnsucht.


Sie schloss ihr rosa Büchlein und holte ihr Handy aus dem Schlafzimmer. Hier lagen überall noch ihre Klamotten herum, und sie räumte auf, während es in der Leitung tutete.
Schließlich meldete sich die Stimme ihrer Mutter: „Haase.“
„Hallo Mama“
„Margarethe, was fällt dir denn ein? Du hast doch gesagt, du willst jeden Tag anrufen! Ich hab mir Sorgen gemacht! Wie geht es dir? Was ist denn so los in Washington?“
„Ja, Entschuldigung, hatte einfach Stress und so. Mir geht’s super, danke. Und dir?“
„Jaja, wir vermissen dich nur alle. Weißt du, der Türke aus dem Krankenhaus, der hat sich auch schon nach dir erkundigt. Er ist so charmant. Ich versteh immer noch nicht, warum du Schluss gemacht hast!“
Oh Gott. Kommt jetzt wieder die Mehdi-Geschichte?!
„Mama, er ist Perser. Ist ja auch egal. Wir haben einfach nicht zusammen gepasst. Und ich will dich daran erinnern, dass ich Marcs Kind in mir trage und du bald Oma wirst.“
Gretchen konnte ihre Mutter vor sich sehen, mit einer Schürze im Garten, in einer Hand ihr Handy und in der anderen Hand eine Gartenschere. Und sie konnte sehen, wie sehr sich ihre Mutter freute. Endlich wurde sie Großmutter!
Sie lässt sich so leicht ablenken…
„Ich freu mich so! Wir müssen bei der Geburt unbedingt dabei sein! Ist es denn ein Mädchen? Bitte sag mir, dass es ein Mädchen ist!“
Hoffen wir’s mal. Ich will nämlich unbedingt ein Mädchen. Dann bekommt sie ein ganz rosarotes Zimmer, so wie ich…
Wenn es ein Junge wär, dann würde ich wahrscheinlich einen kleinen Macho zur Welt bringen. Ich sehe jetzt schon, wie er Mädchenherzen bricht… ne, dann doch lieber ein Mädchen!

„Wir wissen noch nichts, also, Marc und ich.“
„Weiß er es jetzt? Seid ihr ein Paar?“
„Ja, er weiß es. Ein Paar? Äh…ja…ähm…keine Ahnung“
Ihre Mutter seufzte.
„Du weißt, was du zu tun hast, oder?“
Hä?
„Ähm…“
„Du musst ihn für dich gewinnen. Er ist wie ein wilder Hengst. Du musst ihn einfangen, zähmen, und dann erziehen. Aber wie ich ihn kenne, wird das ein hartes Stück Arbeit. Ich kann dir mit Tipps und Tricks zur Seite stehen. Franz war auch so. Aber innerhalb von vier Monaten hatte ich ihn schon in der Hand!“
Also wirklich, Mama! Obwohl…gar keine so schlechte Idee… aber dann wär ich ja ein Miststück, wenn ich es so machen würde…
War meine Mutter ein Miststück?!

„Ich bitte dich, was redest du denn schon wieder? Ich kann Marc doch zu nichts zwingen!“
„Ach Margarethe, so meinte…“
„Ist schon gut. Muss jetzt auch. War schön, dich wieder mal zu hören. Grüß Papa und die Leute im Krankenhaus von mir. Ich melde mich. Hab dich lieb“, unterbrach Gretchen sie.
„Ja…“, erwiderte ihre Mutter ein wenig enttäuscht, „Ich hab dich auch lieb!“
Dr. Haase legte auf. Sie konnte nur den Kopf schütteln.
Meine Mutter ist doch wirklich ein Fall für sich! Sie will, dass ich, wie jede „richtige“ Frau einen Mann habe, der mich über alles liebt und am besten noch fünf Kinder dazu. Ich will das ja auch. Aber so einfach ist das nicht. Die Zeiten, in denen jeder Mann eine Ehefrau wollte, sind vorbei. Jetzt wollen alle nur mehr Geld, Ruhm und Sex.
Und ich will auch etwas von meiner Karriere haben, ich racker mich doch nicht umsonst ab…
Mhm… ich hab Hunger!

Gretchen lief zum Kühlschrank. Darin herrschte allerdings gähnende Leere. Sie beschloss, einkaufen zu gehen. Eine Stunde später kam sie auch schon mit zwei vollbepackten Tüten wieder zurück und versuchte verzweifelt die Wohnung aufzuschließen.
Scheiße…wie soll ich nur ein Kind erziehen, wenn ich nicht einmal in der Lage bin, ein Schloss aufzubekommen… Manno…
Mary, die von drinnen die Flüche vor der Tür gehört hatte, stand auf und öffnete. Da fiel auch schon Gretchen, mit bepackten Tüten, in die Wohnung.
„Gott sei Dank!“, presste sie hervor, stellte die Tüten ab und umarmte Mary. „Ich wäre fast unter all den Tüten erstickt!“
Mary lachte. Seit langem hatte sie nicht mehr gelacht. Aber Gretchen konnte ihr immer ein Lachen entlocken, immer. Es sei denn, es ging ihr auch nicht besser.
Sie begannen, über alles Mögliche zu quatschen, außer über Marc und Christoph. Aber irgendwann schwiegen sie sich nur noch an.
Wir müssen darüber reden. ICH muss darüber reden. Ich kann doch nicht mit ansehen, wie Dr. Reiner sie wie das letzte Stück Dreck behandelt. Wieso müssen Männer eigentlich immer so herzlos sein? Zumindest bis zu dem Moment, wo ihr wahres Inneres herauskommt…
Lange suchte Gretchen nach den richtigen Worten. Aber sie fand keine. Wahrscheinlich gab es die richtigen Worte gar nicht. Also versuchte sie einfach, das Thema anzuschneiden.
„Mary, wir müssen darüber reden. Ich seh doch, dass es dir nicht gut geht. Bitte, rede mit mir! Ich versteh dich besser, als du denkst. Marc war auch mal so und ist zwischendurch immer noch so. Komm schon.“
„Er hat mich Maria genannt…“, sagte sie grübelnd. Was, wenn er eine andere hatte?
Gretchen setzte sich näher an sie ran und umarmte sie, als sie Tränen glitzern sah. Und dann kam auch schon der Wasserfall.
„Schsch… ist ja gut…“, tröstete Gretchen sie und wiegte sie wie ein Kind hin und her.
Vielleicht werde ich doch eine gute Mutter, wie Marc gemeint hat. Aber nur, wenn es ein Mädchen wird, was ich wohl schwer hoffe.

Sophiee^^ Offline

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10.07.2011 14:02
#39 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Viel Spaß!!

Mary löste sich von ihr und rief mit tränenerstickter Stimme: „Nein, gar nichts ist gut, überhaupt nichts! Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich liebe ihn, aber für ihn bin ich nur ein Spielzeug. Er spielt mit mir, und es scheint so, als würde es ihm gefallen und dass er auch etwas fühlt, aber kaum ist eine andere Person in der Nähe, lässt er mich links liegen und schnauzt mich an. Er schämt sich für mich! Ich fühle mich mies, betrogen und ausgenutzt. Und das alles nur wegen diesem blöden Scheißkerl.“
Sie schluchzte wieder. Gretchen war sprachlos. Dass Dr. Reiner seine Gefühle öffentlich nicht zeigen konnte, wusste sie nicht…
Mary fuhr fort. Sie redete sich alles von der Seele. Sie sprach davon, wie schlecht er sie unter Menschen behandelte, aber dass sie trotzdem nur zu ihm wollte, und wie schön es war, seine Nähe zu spüren. Sie verstand ihn einfach nicht. Oft wollte er einfach nur kuscheln, was sie überraschte. Immerhin ließ er gerne den Macho raushängen, aber in letzter Zeit ließ er das viel öfter bleiben. Er war sogar verständnisvoll! An anderen Tagen wollte er einfach nur zur Sache kommen. Nie ließ er sich voll und ganz auf sie ein, er vertraute ihr nicht. Er vertraute niemandem, außer sich selbst. Sie fragte sich nur, wieso.
„Ich weiß auch nicht, was mit ihm los ist. Ich möchte doch einfach nur glücklich sein, am besten mit ihm. Ich könnte so viele Männer haben. Aber immer, wenn ein anderer mich anlächelt, sehe ich sein Gesicht vor mir und glaube daran, dass er sich irgendwann doch ändern wird. Er ist immer so zärtlich und er küsst so sanft… für ihn muss es auch mehr sein. Das spüre ich.“
„Das ist ein hartes Stück Arbeit. Glaub mir, wenn er dich liebt, wird er dir in Zeiten der Not beistehen. Männern ist oft einfach nicht klar, was sie wollen. Aber wenn es dann weg ist, versuchen sie immer, es zurückzubekommen.“
„Wie meinst du das?“
„Damals, als ich Alexis betrunken in Las Vegas geheiratet habe, das war ne Zeit, sag ich dir! An meinem Geburtstag war eine Feier. Marc wollte mich zurückgewinnen, genauso wie Mehdi. Sie haben mir beide einen Heiratsantrag gemacht, weil sie nicht wollten, dass ich ihn heirate. Sie dachten wirklich, es wäre mir mit Alexis nicht ernst gewesen.
Jedenfalls, Marc und Mehdi haben gekämpft, weil sie mich liebten, aber ich hab das irgendwie nicht mitbekommen. Als Marc realisierte, dass er verloren hatte, hat er wieder seine Schutzmauer hochgezogen. Verstehst du jetzt, was ich meine?“
„Das heißt, wenn ich mich anderen Männern zuwende, wäre das für ihn ein Problem?“
„Wahrscheinlich, ja.“
„Aber es ist doch unfair, wenn ich ihn eifersüchtig mache.“
„Frauen müssen oft zu drastischen Mitteln greifen, wenn sie haben wollen, was sie wollen. Und außerdem, nachdem was er dir angetan hat, hat er es wirklich verdient. Glaub mir, das hilft. Aber ich überlasse dir die Entscheidung.“
Mary zögerte immer noch. War das wirklich richtig? Vielleicht war es ihm ja scheißegal, was sie tat, und würde auf die Nächste umspringen, wenn sie nicht mehr wollte. Gretchen hatte ihre Zweifel gesehen, stand auf, um ihre Kochkünste zu verbessern, und sagte: „Denk drüber nach. Die Männer müssen nicht immer das stärkere Geschlecht sein.“
Ich glaube, ich hab ihr wirklich geholfen. Ich fühl mich toll. Mein Helfersyndrom ist fürs erste befriedigt.
Glücklich lächelnd begann Gretchen, das Abendessen vorzubereiten. Aber nicht für sie und Mary, sie hatte Spätschicht, sondern für sie und Marc…



Im Krankenhaus angekommen musste Marc sofort zu Frank. Er empfand immer noch Wut. Zum Glück war er ein guter Schauspieler!
Gut, er heißt Georg Müller und ich darf ich nicht Penner, Vollarsch oder Wichser nennen. Schaff ich das? Klar… hoffentlich… ach was weiß ich…
Ich beruhig mich erstmal. Nach der OP -zuerst muss ich sein Leben retten, um es dann zu versauen- ruf ich Mehdi an und schildere die Lage. Wird schon schiefgehen. Immerhin suchen die von der KRIPO immer noch nach Frank Muffke.

Er machte sich OP-fertig, sah den Verbrecher auf dem Tisch liegen und hätte ihm anstatt einer künstlichen Narkose lieber eine natürliche verpasst. Sprich: Marcs Faust auf seinem Gesicht. Aber das schickte sich nicht. Leider.
Frank fielen die Augen zu und sie begannen den Schädel zu öffnen.
Ist da wirklich ein Gehirn drin? Wahnsinn. Ich dachte, er hätte keins. Das ist aber echt ein Fall für die Forschung…
Die OP verlief gut. Der Neurochirurg machte die meiste Arbeit, ließ ihn fast nie zum Zug kommen, was ihn ein wenig ärgerte. Da er nicht in seinem eigenen OP war, musste er sich aber die blöden Sprüche sparen, um nicht hinausgeworfen zu werden. Er wollte einfach nur dabei sein, um sich zu vergewissern, dass da wirklich ein Gehirn in seinem Schädel platziert war.
Das ist echt krass. Irgendwie abnormal. Aber ich muss mich noch daran gewöhnen, dass jeder ein Gehirn hat, auch wenn sie es nicht benutzen.
Nach der OP betrat er auch gleich sein Büro und schloss ab. Er suchte Mehdis Nummer in seinem Handy und wartete, während es in der Leitung piepte.
„Kaan“, meldete sich Mehdi zu Wort.
„Meier“, antwortete Marc.
„Mensch, gib‘s dich noch? Ah ja, danke nochmal wegen der abgebrochenen Zähne!“
Mist. Das hab ich ganz vergessen. Ist er noch sauer auf mich? Und wennschon…ich hab ja nicht angefangen.
„Hab ich doch gerne getan… aber warum ich anrufe: du musst mir einen Gefallen tun“
„Vergiss es!“
„Es ist echt wichtig! Es geht um Gretchen!“
Am anderen Ende der Leitung herrschte Stille. Diese Worte hatten Mehdis Wut genommen.
„Was ist denn mit ihr?“, fragte er leise.
Der liebt sie ja IMMER noch. Kapiert er nicht, dass er schon lange verloren hat?
„Sie ist schwanger“, sagte Marc ohne zu zögern und genoss das peinliche Schweigen seines Freundes.
„Aber..aber… ich hab ihr doch vor der Feier ihre Pillen gegeben, ich bin ja ihr Frauenarzt. Oh Gott“, stammelte Mehdi.
Er hat ihr die Pille immer gegeben? Wie krass. Ein Freund, der dich untersucht…
Aber was meint er mit „Oh Gott“? Der glaubt doch nicht ernsthaft, dass er… ne, oder? Gretchen lässt sich doch nicht von so nem schwachen Gynäkologen schwängern, so blöd ist sie doch nicht.

Mehdi hörte, dass Marc nichts zu sagen hatte, und ihm brannte eine Frage auf der Zunge: „Wie lange…?“
„Bald Fünfte Woche“
In Mehdis Gehirn ratterte es. Fünfte Woche? Das passte doch gar nicht zusammen. Sie hatten vor zwei Monaten Sex gehabt. Hatte sie danach noch mit anderen Männern geschlafen?
Er konnte nicht der Vater sein. Es wäre so schön gewesen. Sie wären in die Toskana gezogen und hätten einen Bauernhof und fünf Kinder gehabt, wie in seinen Träumen… aber wer ist es denn jetzt?
„Und wer ist der Vater?“, fragte er interessiert.
„Ich“, antwortete Marc schlicht.
Das konnte er jetzt erst recht nicht glauben. Sie hatte mit Marc Sex gehabt? Vor fünf Wochen? Aber er war doch so sauer auf sie gewesen… und sie auch auf ihn. Wieso haben sie dann trotzdem…?
Mehdi war sich sicher. Marc wollte ihn verarschen.
„Komm schon, Meier, verarsch mich nicht. Gretchen ist doch nicht ernsthaft schwanger? Von dir…“
Bei den letzten Worten musste er schlucken.
„Doch, Mehdi, du musst mir glauben. Aber das ist nicht die Neuigkeit. Ich habe gerade Frank Muffke alias Alexis von Vollarsch einen Tumor herausoperiert“, platzte er heraus.
Jetzt war Mehdi wirklich sprachlos. Er wusste nicht mehr, was Worte waren und wie man sie benutzte. Marc wurde es nach ein paar Minuten zu blöd.
Man, ist der jetzt stumm geworden oder was? Ich konnte auch damit umgehen, verdammt. So ein Weichei sieht man auch nicht alle Tage…
„Meeeeeeeehdi! Halloooo?? Du musst mir zuhören! Jetzt!“
Er schien aus einer Trance zu erwachen.
„Ja? Was soll ich dir für einen Gefallen tun?“
Na endlich fragt er mal was Sinnvolles.

Sophiee^^ Offline

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12.07.2011 14:20
#40 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Marc flüsterte: „Du musst die deutsche KRIPO informieren. Hier in Washington glaubt mir sicher niemand, dass ich Frank Muffke gefunden habe. Sag zu der Tusse mit dem Kind einfach, dass Marc Meier, der, den sie angeschossen hat, in Washington Frank Muffke ausfindig machen konnte. Er heißt jetzt offiziell Georg Müller.“
„Das kann nicht wahr sein…“
„Ja, ich weiß, der Name ist ein wenig unoriginell, ist mir auch schon aufgefallen. Ich mein, Georg Müller…?!“
„Man, jetzt halt doch die Schnauze. Ist mir doch egal, wie der Betrüger heißt. Ich werde die KRIPO informieren. Aber weiß es Gretchen?“
„Nein, sie weiß nicht, dass er hier ist, sie muss es auch nicht unbedingt wissen. Und ich muss jetzt auch gehen. Tschüss und ähm… Danke!“
Hab ich grad wirklich „Danke“ gesagt? Ich werde immer weicher…
Plötzlich piepte Marcs Handy. Eine SMS.

Hey Marc!
Heute Abend bei mir? Ich versuche zu kochen. Ich freu mich!
Gretchen.


Er musste lächeln. Über diese SMS hatte sie sicher lange nachgegrübelt, ob sie ja das Richtige schrieb. Und ja, es war das Richtige. Er schickte ihr eine Zusage und verließ lächelnd sein Büro um zur Visite zu erscheinen.



Hilfe! Hab ich diese SMS gerade wirklich geschickt?!
Gretchen las nochmal die kurzen Zeilen durch:

Hey Marc!
Heute Abend bei mir? Ich versuche zu kochen. Ich freu mich!
Gretchen.


Das klingt ja total bescheuert. Wahrscheinlich hat er sich totgelacht, als er das gelesen hat. Oh Gott, ich hab mein Gehirn in Berlin gelassen! Ich kann ja nicht mal kochen. Das Geschnipple von vorhin hab ich nicht mal richtig hingekriegt. Wenn er wirklich kommt, was ich ein wenig bezweifle, mach ich mich doch total zum Arsch.
Vielleicht kann ich ja was… bestellen?!
Nein, ich probier es erstmal. Ich bin eine Frau. Jede Frau kann kochen.
Ja, gut, jede NORMALE Frau kann kochen. Ich bin in einer anderen Sichtweise eine normale Frau, sprich Gewichts- und Männerprobleme.
Wieso eigentlich Probleme? Läuft ja alles super. Nur, dass er mir nicht sagen will, was passiert ist… ich will es wissen…vielleicht sollte ich auf eigene Faust…STOPP!!!!!
Ich mische mich nicht ein, ich mische mich NICHT ein! Jetzt ist mein größeres Problem dieser verdammte Herd. Ob ich den je ankriege?

Nach kläglich misslungenen Versuchen gab sie es auf und beschloss, sich einfach sonst Mühe zu geben. Sie hatte DVDs ausgeliehen (wobei Marc sicher nicht nur auf dem Sofa LIEGEN wollte), für ihn noch ein paar Flaschen Bier geholt und Mary gefragt, ob sie im Krankenhaus schlafen konnte. Sie hatte nur gemurrt und später doch zugestimmt. Es tat Gretchen wirklich leid, sie alleine zu lassen, aber zuerst musste sie sich selbst helfen bevor sie ihr weiterhelfen konnte. Dann hatte sie sich um ihr Aussehen gekümmert. Sie hatte ihre beste Unterwäsche angezogen, darüber ein einfaches, weit ausgeschnittenes T-Shirt und ihren Lieblingsjeansrock. Geschminkt war sie nur sehr dezent, ihre Locken waren schlicht offen.
Gretchen legte noch ein paar Decken auf das Sofa und legte sich darauf. Ihr Magen begann laut knurrend nach Essen zu verlangen.
Na super! Ich wollte doch erst was bestellen, wenn er da ist. Wieso muss ich ausgerechnet jetzt Hunger kriegen?
Hoffentlich kommt er bald.

Gretchens Stoßgebete waren erhört worden. Es klingelte nämlich.
Ist er das jetzt?!
Nein, es ist Obama, der mal kurz auf ein Schwätzchen zu seiner neuen Freundin Margarethe kommt. Ich bin so blöd. Logisch ist es Marc, wer denn sonst?!

Sie richtete sich nochmal ihren Busen, fuhr sich durch die Haare und öffnete die Tür. Draußen stand tatsächlich Marc.
Tatsächlich. Mhm.
„Hey“, sagte sie und lächelte.
„Hey“, gab er zurück und trat schnüffelnd ein.
„Wow. Hier riecht gar nichts verbrannt. Hab ich was verpasst?“, sagte er. Er sah sich um. Und sah nichts Essbares in Reichweite. Fragend guckte er sie an.
„Entschuldige. Bin schon am Herd gescheitert. Aber wir können was bestellen“, meinte sie entschuldigend. Der Oberarzt lächelte. Alles an ihr war wie jede stinknormale Frau es hatte. Nur kochen, das konnte sie nicht.
„Wieso nicht?!“, meinte er nur und setzte sich aufs Sofa.
Hm. Was könnten wir bestellen? Pizza? Ne… ah ich weiß! Burger! Dann kann er mal sehen wie viel ich in mich hineinstopfen kann!
„Lust auf Burger? Welchen hättest du gerne?“
„Hm...Burger? Okay, für mich einen Chickenburger. Bier hast du ja da?!“, fragte er verschmitzt lächelnd. Gretchen ignorierte diesen Ausspruch, wählte die Nummer und bestellte:
„Ok, two chickenburgers, a big mac, a double cheeseburger and potato chips…“
Marc staunte nur noch, als Gretchen noch weitere Beilagen aufzählte und dann noch die Adresse durchgab. Er dachte sie würde ihn veralbern, als sie auflegte und lächelnd ihr Handy auf den Küchentisch legte.
Wie der guckt. Köstlich.
„Ähm. Willst du mich verarschen?“
„Wieso denn?“
„Soll das jetzt so ne Art Doppel- Date werden? Gib‘s zu, du hast den Reiner und Thompson auch eingeladen!“
Ein Doppel- Date?! Ist der blöd? Nie im Leben, ich mach mich schon bei normalen Dates zum Affen. So wie damals in der „nungischen Küche“. Man, man, das war vielleicht…
STOPP! Hat der grade gesagt das ist ein Date? Süüüüüüüüüüüüß!



„Nö. Mary schläft im Krankenhaus. Zufällig bin ich schwanger, deshalb verdreifache ich alles Essen, ok? Und übrigens, wolltest du sicher auch mehr bestellen, du hast dich bloß nicht getraut, dich bei unserem DATE vollzustopfen!“ Das Wort „Date“ hatte sie besonders betont.
Was? Ich hab überhaupt keine Angst. Frisst sie wirklich so viel? Na, wundern tuts mich ehrlich gesagt wenig…
Moooooment mal! Hab ich davor gesagt, dass das ein Date ist? Oh nein. Shit. Jetzt hat sie mich. Verdammt, verdammt, verdammt…

„Ne, also ich bestell immer nur eine Sache. Aber dass du so viel isst, hätte ich auch nicht gedacht!“, giftete er. Und ihre Augen begannen zu glänzen.
Ne. Nicht jetzt. Heult die jetzt? Wegen mir? Scheiße, hab ichs so verbockt?
„Du bist oft so ein Arsch! Was kann ich dafür, wenn ich solchen Hunger hab und dich immer…“
Die ersten Worte waren Schreie gewesen. Sie war so impulsiv! Aber zum Ende des Satzes wurde sie immer leiser. Peinlich berührt schaute sie zu Boden.
Mich immer? Will sie mich immer ficken, oder wie? Wahrscheinlich schon. Ich bin ja auch so geil, nicht?!
Ich lach mich gleich tot. Aber ich muss es zurückhalten, sonst schmeißt sie mich raus und ich brauche wieder ne Ewigkeit, bis ich sie zurückhab. Es wär echt riskant, wenn ich anfange zu lachen.

Lächelnd stand er auf und schlenderte auf sie zu.
„Mich immer, was?“, fragte er leise, obwohl er die Antwort schon wusste. Sie sahen sich an. Der Blick wurde immer intensiver, immer leidenschaftlicher. Es vergingen Sekunden, die sich anfühlten wie Stunden. Und Marc wusste, es war ein guter Augenblick, um etwas zu sagen. Aber er dachte es nur, weil er wieder einmal zu feige war, die Frau vor ihm glücklich zu machen.

Unser geliebter Feigling...

Sophiee^^ Offline

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15.07.2011 11:10
#41 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo Mädels!
Also, ich glaub, ich muss mal was loswerden:
Ich hab in letzter Zeit wenig Kommentare bekommen, ich bin schon ein bisschen enttäuscht, aber es ist nicht so schlimm. Ich möchte nur wissen, ob ihr überhaupt noch Interesse an meiner Story habt??! Ich werde sie weiterhin hineinstellen, aber wenn ihr mir schreiben würdet, was euch nicht so gefällt, zB beim Stil oder so, dann könnte ich es verbessern. Bitte tut mir den Gefallen!
Ich weiß, oft hat man einfach keine Lust, einen Kommi zu schreiben, ich bin ja auch nicht besser... also dürfte ich das eigentlich gar nicht schreiben... aber egal.

Diesen Teil widme ich Chiara, die mich immer, also wirklich IMMER motiviert. . Dann widme ich ihn noch Miriam, die mir auch immer einen Kommentar dalässt, das ist echt lieb von dir.
Nicki662 schreibt auch immer ein Sätzchen dazu, danke dafür.
Außerdem ist der Teil noch für alle Kommischreiber, die aufgehört haben, und für alle, die neu angefangen haben.
Ich weiß das echt zu schätzen, nicht, dass ihr denkt, ich bin undankbar oder so...

Also, kurz gesagt, ich widme diesen Teil, auch wenn ich ihn total versaut habe, an alle, die meine Story anklicken. Ihr seid die Besten.


Ich liebe dich… so sehr, dass ich es mit Worten nicht ausdrücken kann. Ich kann es einfach nicht. Und das tut mir leid. Wie können dich nur drei Worte so glücklich machen, wenn ich für dich alles aufgeben würde? Ohne dich bin ich nichts, und ohne dich will ich auch nichts sein… nicht mehr…
Alles, was er dachte, hätte er sagen müssen. Er wusste es. Aber er hatte Angst. Angst, dass er doch nicht der war, der er glaubte zu sein, sondern dass er trotzdem so ein Prügler war wie es in seinen Genen lag.
Sie schauten sich immer noch in ihre Augen. Gretchen wünschte sich so sehr, dass er ihr endlich die drei magischen Worte zuflüsterte, aber es blieb bei dem Blick. Ihre Enttäuschung verbarg sie geschickt, und sie verlor sich in den grünen Augen, und träumte, von einer besseren Welt, von einer heilen Familie, und von vielen anderen, glücklich machenden Dingen. Und sie war in diesem Moment glücklich, so glücklich, dass es ihr auch nichts mehr ausmachte, dass er einfach nichts sagte.
Er nahm sie in seine Arme. Lange standen sie so in der Küche, bis Marc Gretchen leise aus ihren Gedanken riss.
„Es hat geklingelt“, flüsterte er und löste sich sachte von ihr, obwohl er es eigentlich gar nicht wollte, „schon dreimal.“
Gretchen schien immer noch in ihrer Traumwelt gefangen zu sein, aber so langsam erwachte sie, als sie seine Wärme nicht mehr spürte.
„Upps. Nicht gehört“
Er musste lächeln.
Sie ist soooo mega süß.
Schließlich öffnete sie die Tür und nahm viele, also wirklich sehr viele, Tüten entgegen. Sie setzten sich beide aufs Sofa und Gretchen breitete alles aus.
Ich hab wirklich Hunger. Wieso hab ich nochmal nur einen Burger bestellt?
Aber mir fällt auch was anderes als Essen ein… ich könnte doch sie vernaschen. Ich WILL sie vernaschen…
Gut, später. Ich hab immer noch Hunger.

Nach diesem Burger knurrte sein Magen immer noch, was Gretchen mit einem Kichern bemerkt.
„Kannst noch was von mir abhaben.“, meinte sie nur lächelnd und er nahm sich sogleich ihren Cheeseburger.
„Hey!“, warf sie laut ein, „doch nicht den Cheeseburger!“
„Was dagegen?“
„JA!“
„Hol ihn dir doch!“, rief Marc während er zusammen mit dem Burger aufsprang und weglief.
Ha. Jetzt wollen wir mal sehen, was für einen eisernen Willen sie hat.



„Maaaarc!“, rief sie vorwurfsvoll, erhob sich ebenfalls und stemmte die Hände in die Hüften.
Was soll das?! Das ist MEIN Burger, verdammt!
Marc war inzwischen schon fast an der Schlafzimmertür angelangt. Gretchen lief auf ihn zu.
Was tun wir hier eigentlich? Hallo? Wir streiten uns um einen Burger. Meinen Burger. Wieso hat er denn nicht den Big Mac genommen?? Man, man, man…
Da wird einer mal schlau aus den Männern. Spielen Fangen und der Preis ist ein Cheeseburger.

„Gib ihn her, verdammt!“ Sie war schon bei ihm angelangt und kämpfte mit seinen Händen.
So ging das eine Weile, irgendwann fing Marc an zu lachen und konnte nicht mehr aufhören. Er setzte sich aufs Sofa und legte den Burger wieder hin. Er war gar nicht mehr hungrig, der köstliche Anblick, wie sie immer wieder mit Sprüngen versuchte hatte, ihm den Burger zu entreißen, hatte ihm genügt. Dabei hatten ihre Brüste sehr auffällig gewackelt, was ihn wiederum auf andere Gedanken brachte…
Gott sei Dank. Er gibt auf.
Triumphierend nahm sie sich den Burger, biss hinein und trank einen Schluck Wasser dazu. Sie setzte sich neben ihn und stopfte das restliche Essen nur so in sich hinein, während Marc sie amüsiert musterte. Was Gretchen irgendwann bemerkte.
„Is was?“, meinte sie ein wenig verlegen.
IST DAS PEEEIIIIINLICH! Hier neben mir sitzt mein Traumtyp, der übrigens heute wieder einmal scharf aussieht, und ich hab nichts Besseres zu tun, als ihm eine Show zu bieten? „Wie werde ich fetter in acht Monaten?“ Klingt doch schon mal ganz gut. Wieso hab ich eigentlich so viel bestellt? Ich bin so blöd…
Marc, für seinen Teil, hatte Spaß, bei ihrer „Show“ zuzugucken.
„Nö“, antwortete er nur gespielt unschuldig. Irgendwann hatte sich auch die letzte Fritte verabschiedet und Gretchen wollte gerade wieder aufstehen, um sich die Hände zu waschen, als sie von zwei Armen eingekesselt wurde und eine raue Stimme verführerisch flüsterte: „Du bist so scharf wenn du dich vollstopfst“ Gretchen konnte nur schwer ein Kichern unterdrücken.
Ich seh scharf aus wenn ich was esse? Notiz an mich: ich sehe den ganzen Tag scharf aus.
Seine Hände hielten sie nicht lange in Gefangenschaft, dafür wanderten sie sanft unter ihr Shirt nach oben. Seine Finger hinterließen eine brennende Spur auf ihrer Haut, sie schloss die Augen und genoss die Berührungen. Zärtlich strich er ihr ihre Haare zurück, dass seine Lippen freies Feld auf ihren Nacken hatten. Sie liebkosten ihn, und Gretchen konnte sich nicht mehr beherrschen. Sie musste sich umdrehen. Gedacht, getan, zog sie seinen Kopf nach unten, um seine Lippen auf den ihren zu spüren. Das Gefühl, das beide überkam, war leidenschaftlich, wild, aber doch zärtlich und sanft, schlichtweg einfach unbeschreiblich.
Sie schlang die Arme um ihn, er zog sie auf seinen Schoß und nie unterbrachen sie diesen Wahnsinnskuss. Nach einer gefühlten Ewigkeit war es ihnen aber doch noch nicht genug.
Voller Begierde presste er nun seinen Lippen auf die ihren, und wieder war es da: dieses unbeschreibliche Gefühl.

http://www.youtube.com/watch?v=aTcFOO2YwaQ (Miley Cyrus- Breathe on me)



Oh Gott. Sie macht mich einfach WAHNSINNIG!
Marc zog ihr das Shirt aus, während sie sich an seinem Gürtel zu schaffen machte. Sie saß immer noch auf seinem Schoß, was diese Tätigkeit erschwerte. Aber seine pulsierende Leidenschaft war in jedem seiner Küsse und Berührungen zu spüren. Oh Gott. Er war so wild, aber doch so zärtlich.
Er musste sie einfach spüren. Er wollte sie mehr als alles andere. Und das jetzt. Sofort.
Er hob sie hoch und lief torkelnd und sie immer noch küssend auf das Schlafzimmer zu. Aber sie scheiterten schon an der Tür. Sie war geschlossen, und keiner hatte jetzt den Nerv, sie zu öffnen. Marc ließ Gretchen nun eigenständig stehen, was er überhaupt nicht bereute. Denn sie stieß ihn hart gegen die nächste Wand und steckte ihre Zunge tief in seinen Mund. Er stöhnte auf.
Was macht sie bloß mit mir? Ich bin doch sonst auch kein Schwächling…
So ging das eine Weile weiter, irgendwann waren sie beide nackt und immer noch an die Wand gedrückt. Marc drehte den Spieß um und drückte sie gegen die Wand. Irgendwann hielt Gretchen es nicht mehr aus, sie wollte MEHR. Aber dieser Wunsch blieb unerfüllt.
„Marc, jetzt mach endlich!“, rief sie leise und das ließ ihn erstmal zusammenzucken.
Was geht ab? Sonst will sie doch immer, dass es zärtlich ist.
Upps, hab ja vergessen, dass sie schwanger ist. Und wenn ich ehrlich bin, wäre ich schon lange zur Sache gekommen, aber versauen wollt ichs mir auch nicht.
Man kann auch beides. Zärtlich und schnell. Zwar schwierig, aber das bekomm ich schon hin.

„Ja!“, meinte er noch schnaubend, packte sie um die Hüfte und schmiss sie über seine Schulter. Sie quietschte auf, aber dann lachte sie, als Marc sagte: „Höhlenmensch nun seine Angebetete entführen, Uga- Uga!“
Und ein paar Sekunden später lag sie schon auf dem Bett. Und er stand noch und genoss den Anblick ihres nackten, weiblichen Körpers. Das Blut schoss in seine Leiste, und er hielt es nicht mehr aus. Er bemühte sich, langsam auf sie zuzugehen, während sie ihm verführerisch in die Augen blickte. Und da war es wieder: dieses Lächeln, das ihn so verrückt machte.
Marc fackelte nicht lange, legte sich auf sie, vergrub seinen Kopf zwischen ihren Brüsten und umfasste sie mit seinen Händen, was beiden ein Stöhnen entlockte. Stromstöße liefen durch seinen Körper in seine Leiste, und er merkte, dass er bereit war. Der kleine…
Naja, so klein ist er ja nicht…
…Marc war bereit. Doch gerade als Marc in sie eindringen wollte, drehte Gretchen sie beide herum. Sie hatte sich den Platz oben erkämpft, und ihr Unterleib war gefährlich nahe an seiner Erektion, was ihm Scheißausbrüche und ein Stöhnen bereitete. Vorhin wollte sie es gleich, und jetzt nicht mehr?!
Sie saß aufrecht auf ihm und guckte ihn noch einmal kurz an, bevor sie sich wieder runtersinken ließ und seine durchtrainierte Brust mit kleinen, heißen Küssen übersäte. Was wiederum ein Stöhnen hervorbrachte.
„Hasenzahn, was machst du bloß mit mir?!“
Sie lachte nur, drehte sich wieder so, dass er oben war, und meinte leise: „Gut, ich erlöse dich.“

Und es passierte wieder: Sie hatten Sex. Noch schöner, noch unbeschreiblicher als das letzte Mal. Mit jedem Mal wuchsen ihre Gefühle und mit jedem Mal waren sie glücklicher, dass sie sich nun endlich gefunden hatten. Und auch Marc wusste, dass er dieses Mal keine Affäre haben wollte. Es war ihm ernst, todernst. Er wollte Gretchen glücklich machen, und er wusste, dass er es konnte. Für diese Frau würde er alles aufgeben, auch seine Freiheit.
Schüchtern kuschelte sich Gretchen an ihn und legte ihren Kopf auf seine Brust. Er legte einen Arm um sie und das leichte, warme Gefühl blieb noch lange bis in den Schlaf erhalten.

PS: Oh mein Gott, war die Ansprache oben vielleicht schnulzig... aber das musste einmal sein!
Eure Sophie

Sophiee^^ Offline

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17.07.2011 10:40
#42 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Danke für die lieben Kommentare

Am nächsten Morgen wurde Marc von den kitzelnden Sonnenstrahlen geweckt. Er brummte.
Wie spät ist es? Wahrscheinlich viel zu früh zum Aufstehen...
Langsam öffnete er seine Augen und schloss sie schnell wieder. Es war viel zu hell!
Verdammt... Wer hat die Rollläden geöffnet?
Er wartete bis sich seine Augen an das Licht gewöhnt hatten und wagte es wieder sie zu öffnen. Er erwartete Gretchens entspanntes Gesicht vor sich zu sehen, aber Fehlanzeige!
Muss die immer früher als ich aufstehen? ICH will sie auch einmal wecken...
Halt! Ähm... Wo ist sie?!

Suchend schaute er sich um. Ein Kleiderschrank, ein Schreibtisch, aber nirgendwo eine blond gelockte Frau.
Er setzte sich auf und hörte leise Flüche aus dem Wohnzimmer.
Flucht sie da etwa so?!
Seine Neugier war zwar geweckt, aber er dachte gar nicht daran, aufzustehen. Er war viel zu müde.
Ein paar Minuten später rannte sie ins Schlafzimmer und riss eine Schublade auf, durchwühlte sie und stieß sie wütend wieder zu.
„Was tust du da?”, fragte Marc ehrlich interessiert.
Sie merkte erst jetzt, dass er schon wach war und erklärte, während sie weiter Schubladen durchsuchte: „Ich suche meine Bestätigungspapiere für den Kurs...”
„Was denn für ein Kurs?”
„Dr. Reiner gibt einen Förderkurs für Chirurgen die den Facharzt machen wollen, und er hat mich gefragt...”
Hä? Der Typ ist ein Arschloch, ein arroganter Penner und er hat es auf Hasenzahn abgesehen. Schade nur, dass sie mir gehört. Wieso gibt sie sich mit ihm ab, wenn ich doch da bin?
Weiter kam Gretchen nicht, denn sie wurde von Marc unterbrochen: „Du machst ein Kurs bei dem? Der kann dir doch nichts mehr lernen, was ich dir nicht schon beigebracht habe.”
Gretchen hielt inne und stemmte die Hände in die Hüften.
„Bist du eifersüchtig?” Kurz verharrte sie noch so, aber dann suchte sie weiter.
„Bin ich gar nicht!”, bestritt Marc.
„Bist du wohl!”
„Bin ich NICHT! Aber ich könnte dir doch auch helfen...”
„Marc, wenn du mir hilfst kannst du dich nicht konzentrieren und ich mich erst recht nicht. Außerdem hab ich schon zugestimmt, und wenn ich den Kurs schmeiße, denkt er, ich mein es nicht ernst”
„Es kann dir doch egal sein, was er von dir denkt”
„Ist es aber nicht. Ha! Das sind sie ja. Ich muss los”
Sie beugte sich mit den Papieren in der Hand zu ihm hinunter, sagte noch, er solle sich wie zu Hause fühlen und gab ihm einen kleinen Kuss. Er hätte lieber etwas anderes getan, aber da war sie auch schon weg.
Aha... Ich soll mich wie zu Hause fühlen... Aber wieso soll ich bleiben, wenn sie nicht hier ist? Langweilen kann ich mich auch bei mir. Hm. Ich könnte doch auch schon mal ins Krankenhaus und Akten bearbeiten...
Hab ich das grade wirklich gedacht? Bin ich blöd? Also echt, es gibt weiß Gott besseres...

Marc wurde von einem Klingeln aus seinen Gedanken gerissen. Kurz war er verwirrt und wusste nicht, was geschah, aber dann erkannte er seinen Handy- Klingelton wieder.
Er guckte aufs Display. Mehdi ruft an.
„Meier”
„Kaan”
„Und? Hast du die Polizei schon informiert?”, fragte Marc.
„Ja. Aber sie haben gesagt, dass er...ähm...ja...tot ist”
„WAS????!”
„Sie haben eine vollkommen verbrannte Leiche in einem Autowrack gefunden, die mehrere Tausend Euro, Franken, Dollar usw. bei sich hatte und alle Ausweise, die Frank Muffke je benutzt hatte.”
„Scheiße...”
„Bist du dir sicher, dass es Frank ist? Es könnte doch auch nur ein normaler Mann sein, der ihm einfach sehr ähnlich sieht...”
„Ja klar, ich hab seinen guten Zwilling kennengelernt. Glaubst du, ich bin bescheuert? Er hat den Tumor an derselben Stelle und er war ganz nervös, als er mich gesehen hat. Ich bin mir GANZ sicher.”
„Die Polizei ist sich aber GANZ sicher, dass er tot ist. Sie meinten, du müsstest es schon beweisen, dass er es ist“
„Ja und wie soll ich das anstellen? Scheiße… wenn Gretchen ihn sieht… sie bekommt einen Nervenzusammenbruch…“, sagte er mehr zu sich selbst als zu Mehdi.
„Wie geht’s ihr denn so?“, wechselte Mehdi das Thema.
Der verknallte Depp kann mir gestohlen bleiben. Aber ich hab ja was, was ich ihm richtig unter die Nase reiben kann!
„Ganz gut. Sie war bis grade eben noch hier…“
„Sie war bei dir?!“, rief der Frauenarzt fassungslos. War sie etwa schon wieder auf Marc hineingefallen? Wie blöd konnte man denn eigentlich sein?
„Ne, ich bin bei ihr, sie musste nur zu diesem Kurs“, antwortete er leicht angesäuert.
Wieso muss sie auch zu diesem Arschloch gehen? Hallo? ICH bin doch hier. Mit mir wäre dieser Zeitraum weniger langweilig. Sie muss nur die ganzen Sachen wiederholen, die ich ihr gelernt hab.
Mehdi hatte keine Lust mehr, sich seine Angebereien anzuhören und deshalb verabschiedete er sich noch knapp und legte auf. Er konnte es wirklich nicht fassen. Zuerst traf Marc angeblich auf diesen Betrüger, und dann war Gretchen wieder auf ihn hineingefallen. Das war zu viel für ihn.
Währenddessen grübelte Marc immer noch weiter. Wie konnte er der Polizei beweisen, dass Frank wirklich hier in dem Krankenhaus lag?
Ich hab ja gewusst, dass die von der KRIPO Berlin nicht die Hellsten sind, aber dass sie so blöd sind und auf diese Masche hineinfallen… er hat seinen Tod vorgetäuscht und nicht mal davor Halt gemacht, einen Menschen zu killen. Der Typ ist krank. Total krank.
Wieso liegt er eigentlich auf der Neurologie? Der sollte besser in die Klapse wechseln.

Ein kurzer Blick auf die Uhr ließ Marc hochfahren, denn er hatte bald Dienst und musste noch nach Hause. Immer noch grübelnd zog er sich an, stieg in sein Auto und kehrte in seine neue Wohnung zurück. Dort angekommen ging er duschen und frühstückte noch schnell, bevor er sich aufmachte und nachsah, wie es Georg Müller denn so geht.

Sophiee^^ Offline

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19.07.2011 11:29
#43 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Okay, jetzt kommt DER Teil...naja...^^
Lasst euch überraschen!

Danke für alle Kommis!

PS: Sorry, ich kann erst wieder in drei Wochen posten, weil ich ein schönes Kaff in den Bergen gehe. Meine Freundin aus Deutschland kommt da hin, ich seh sie nur ein mal im Jahr, und da hängen wir immer den ganzen Tag zusammen.
Ich hoffe, ihr habt Verständnis!

Ganz, gaaaaaaaaaaaanz vielleicht noch am Samstag ein Teil, wenn ich Zeit finde!


„So, heute wiederholen wir das Verhalten in Notfallsituationen. Das heißt, wir werden den Ablauf eines Unfalls und der Erstversorgung rekonstruieren. Zuerst werden wir mündlich alles klären, dann werden meine Kollegin…“ Dr. Reiner zeigte auf Dr. Thompson, die er überredet hatte, mitzumachen.
„…und ich die Opfer spielen. Alles klar?“
Ist das langweilig. Das konnte ich schon, als ich dreizehn war. Hoffentlich ruft er nicht mich auf. Bitte, Gott, sei doch einmal gnädig mit mir!
Christoph ließ seinen Blick über die Menge schweifen, die sich mehr oder weniger freiwillig eingefunden hatte. Sein Blick blieb an Dr. Haase hängen. Gretchen musste den Impuls unterdrücken, die Hand gegen die Stirn zu schlagen.
Ich bin echt blöd… was ist denn das für ein Kurs? Das haben wir im EKH doch auch schon alles gemacht… ich dachte, da lernt man irgendwas dazu oder so…
„Dr. Haase! Wann tritt der Hirntod nach dem Herztod ein?“, sprach er sie nun direkt an.
„Ca. nach zwei Minuten“, antwortete sie und versuchte, nicht allzu gelangweilt auszusehen.
„Das ist korrekt“ Er lächelte sie einschmeichelnd an, was Mary zur Weißglut brachte.
Jetzt flirtet der schon wieder mit mir! Arme Mary! Wieso tut er ihr das an?
Dr. Haase schenkte ihm nur ein kühles Lächeln und beachtete seine Flirtversuche nicht weiter. Er wirkte ein wenig sauer.
Das sollte man mal erforschen: Das Verhalten eines egomanischen Chirurgen auf eine Frau, die ihn abweist. Hihi, guck dir mal sein Gesicht an. Der sieht aus, als hätte er erfahren, dass 7 Tage Regenwetter ist!
Er stellte an andere Assistenten noch weitere Fragen, aber sie hörte nur mit halbem Ohr hin. Sie hatte sich den Kurs irgendwie anders vorgestellt, nicht so wie an der Uni, sondern eher wie…wie… ach, sie wusste es selbst nicht so genau. Jedenfalls das hatte sie nicht erwartet.
Sie träumte ein wenig vor sich hin, als sich die Stimme von Christoph wieder erhob: „Gut, dann werden wir jetzt den Unfall rekonstruieren. Autounfall. Sie ist leicht verletzt, ich bin schwerverletzt. Verstanden?!“
„Freiwillige vor?!“, mischte sich jetzt Mary ein. Sie wollte professionell rüberkommen, damit sie interessanter wurde. Auch für die anderen Männer in diesem Saal. Tatsächlich: Ein gutaussehender Mann in ihrem Alter hob die Hand und zwinkerte ihr zu. Sie winkte ihn nach vorne und lächelte ihn an. Aus den Augenwinkeln beobachtete sie die Reaktion des Oberarztes, der vor Eifersucht- was er selbst nicht verstand, er liebte sie ja nicht- die Luft einzog. Zufrieden flirtete sie weiter mit dem charmanten Mann, aber sie konnte nur an Dr. Reiner denken. Gretchen beobachtete das ganze Schauspiel aus sicherer Entfernung und freute sich, dass sie Mary einen hilfreichen Tipp gegeben hatte.
Ja, erst schert er sich einen Dreck um sie und jetzt ist er eifersüchtig. Hat er verdient! Wieso müssen eigentlich alle Chirurgen Arschlöcher sein? Also, nach außen hin, mein ich…
Da Dr. Reiner etwas gegen das Geflirte unternehmen wollte, bat er Gretchen, aufzustehen, und, um es mit seinen Worten zu sagen: „Dem abgelenkten Gockel da drüben zeigen, wie man den Unfallopfern hilft“. Sie musste also zusammen mit dem Assi, der bei Mary die Erstversorgung machte, „ein Leben retten“.
„Wir beginnen dann mal!“, rief er Richtung Mary und sie spielten die Opfer. Während Mary liebevoll versorgt wurde, schmiedete Dr. Reiner einen Racheplan und tat so, als würde er keine Luft mehr bekommen, damit Gretchen ihn wiederbeleben und beatmen muss.
Junge, Junge, ich fühl mich wie im Kindergarten! War das mit Marc auch so eine Tortur? Falls ja, dann hab ich es erfolgreich verdrängt!
Mary kochte vor Eifersucht. Dieser blöde Depp wollte, dass Gretchen ihn beatmete. Irrte sie sich oder lagen Gretchens Lippen immer ein bisschen länger auf den seinen als nötig?
„Steiger dich nicht hinein, es ist nur ein Kurs, sie muss ihn wiederbeleben!“, rief die kleine Stimme der Vernunft, die immer leiser wurde. Sie wusste nicht, ob es ihr nur so vorkam, oder ob Dr. Reiner Gretchen wirklich gerade die Zunge in den Hals gesteckt hatte. Sofort brach Gretchen ab und starrte ihn fassungslos an. Am liebsten hätte sie ihm eine gescheuert, aber er war dann doch ihr Chef, und so lange wie Marc kannte sie ihn noch nicht. Gretchen drehte sich und merkte, wie alle Augenpaare auf ihnen ruhten. Manche waren amüsiert, andere genauso irritiert wie sie selbst. Sie suchte den Raum nach einer Person ab, aber diese war schon heulend aus dem Saal gestürmt. Christophs Handy klingelte und er schaute leicht panisch auf die Nummer, um dann genau so schnell wie Mary den Raum zu verlassen, aber Gretchen dachte sich nichts dabei.
„Super gemacht, Herr Doktor! Wie kann man nur so blöd sein?“, nuschelte sie vor sich hin und ärgerte sich über seine Feigheit. Irgendwie erinnerte er sie aber doch an Marc, auch wenn sie das nicht wollte. Marc war zärtlich und wild und er liebte sie. Das hatte er zwar noch nie gesagt, aber seine Taten sprachen Bände.
Wenn ich nur so an unser erstes Mal zurückdenke, an dem er mir das größte Geschenk meines Lebens gemacht hat…
Gretchen erinnerte sich…

Nachdem er sie geküsst hatte, nahm er sie bei der Hand. Ihr Verstand war wahrscheinlich in den Urlaub geflogen, denn sie verdrängte, dass er so gemein gewesen war, und ließ sich in sein Auto verfrachten. Während der Fahrt zerriss es ihn schon fast vor Vorfreude und Lust. Er konnte sie endlich haben.
Gretchen wusste, dass sie keinen Fehler machte. Es war ihre letzte Nacht in Berlin, und das für ein Jahr, und das sollte eine besondere werden. Sie hatte keine Angst, sie wollte nur wissen, wie es war, mit dem Mann zu schlafen, den man wirklich über alles und unwiderruflich liebte.
Beide hielten es nicht mehr aus. Die Fahrt war einfach zu lang. Die Ungeduld nagte an ihnen und Marc musterte sie noch einmal, als sie an einer Ampel standen. Diese Haare… sie waren einfach der Wahnsinn! Lang und glänzend fielen sie ihr über die Schulter. Sie hatte ein enges, kurvenbetontes, blaues Abendkleid mit weitem Ausschnitt an, was immer wieder seine Fantasie mit sich durchgehen ließ. Bald war es keine Fantasie mehr. Denn sie standen wild knutschend und eng umschlungen in seinem Wohnzimmer.
Seine Lippen ließen von ihren ab, um ihren Hals zu küssen. Es machte sie wahnsinnig. Sie krallte ihre Hände in seinen Rücken und genoss seine Berührungen und Küsse.
Ein wenig schüchtern öffnete er den Reißverschluss und das Kleid glitt zu Boden. Nun stand sie da, nur in einem roten BH und einem knappen Höschen bekleidet, und er schnappte nach Luft. Nie hatte er eine schönere Frau gesehen…
Er konnte jedoch nicht lange den Anblick genießen, denn sie schoss auf ihn zu, küsste ihn und riss ihm das Hemd vom Leib. Sie hatte nicht die Geduld, die Knöpfe zu öffnen. Ihre Hand legte sich auf seine erhitzte Brust, während ihre Zungen miteinander spielten.
So ging das weiter. Bei jeder anderen Frau hätte er gesagt, sie solle sich langsam beeilen, aber nicht bei Gretchen. Es war einfach viel zu schön, um es zu beenden.
Irgendwann stand auch er nur mehr in Boxershorts da, und bevor er noch verrückt wurde, unterbrach er das Zungenspiel, nahm sie bei der Hand und führte sie ins Schlafzimmer. Da sie hinter ihm stand, sah er nicht, was sie vorhatte, und er schrie auf, als sie sich- diesmal wirklich- auf ihn stürzte. Er fiel aufs Bett, lachte, und sie lag auf ihm und verwöhnte seinen Rücken mit ihren heißen Küssen.
Er drehte sich so gut es ging um, sie lag immer noch auf ihm, mit diesem lästigen Kleidungsstück, das ihren Busen gefangen hielt. Er richtete sich auf, sodass sie auf seinem Schoß saß und seine pulsierende Leidenschaft noch besser spürte. Immer wieder fummelte er am Verschluss ihres BHs herum, aber er ließ sich einfach nicht öffnen.
Zwischen Küssen und Blicken auf ihre Oberweite, die Gretchen mit einem amüsiertem Lächeln zur Kenntnis nahm, flüsterte er: „Hasenzahn… er geht nicht auf…“
„Und was soll ich da machen? Du bist schließlich der Mann…“, antwortete sie ebenso leise. Irgendwann wurde Marc richtig ungeduldig und er drehte sich so, dass sie nun unter ihm lag. Sie musterte ihn mit diesen großen, blauen Augen, die so voller Leidenschaft waren, dass es ihm kurz den Atem nahm.
„Wie machst du das nur?“, fragte er nach.
„Was meinst du?“, meinte sie ein wenig abwesend, da sie sich an seinen Boxershorts zu schaffen machte. Er schaute sie aber immer noch an. Direkt in die Augen. Es kam länger keine Antwort. Gretchen schaute auf und dieser Blick war so sehnsüchtig, dass sie es erst gar nicht glauben konnte. Sie vergaß seine Frage und beschloss, ihm zu geben, was er wollte. Sie drehte sich auf den Rücken, kurz war er enttäuscht, da er ihr Gesicht nicht mehr sah, aber dann sagte sie lächelnd: „Mach auf!“
Sie spürte seine starken Hände und kurz darauf lag der BH auf dem Boden. Sie war allerdings immer noch umgedreht. Ein bisschen Qual musste doch sein…!
Es ertönte ein ungeduldiges Schnauben. Sie lachte. Und beschloss, ihn zu erlösen.

Sophiee^^ Offline

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23.07.2011 21:29
#44 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Leute...

Ihr seid so megamäßig lieb!!! Und ich hab zu wenig Zeit um eure Kommis zu beantworten...ich blöde Kuh

@Sandra: Wow...oh mein Gott...ähm...ich bin sprachlos. So einen Riesenkommi????!!! Ich hab das nicht verdient.
Dieser Teil ist für dich

Fühlt euch alle ganz fest gedrückt, ich mach dann in zwei Wochen wieder weiter.


Sie drehte sich um. Es brachte ihn um den Verstand. Ihre Brüste waren groß, prall, aber doch weich, sie waren einfach perfekt. Erleichtert umschloss er mit seinen Händen dieses Kunstwerk Gottes und vergrub seinen Kopf dazwischen. Ihre Hände erkundeten seinem Oberkörper, seine muskulösen Arme und blieben schließlich in seinen Haaren.
Er küsste ihren Busen, ihren Bauch, er wanderte immer weiter nach unten, bis sie leise aufstöhnte und ihre Hände fester in seine Haare krallte.
„Autsch…“, rief Marc lächelnd. Sie ignorierte diesen Ausruf einfach und ließ seine Haare los. Ihre Hände mussten sich eine andere Beschäftigung suchen. Sie zogen langsam seine Boxershorts aus und er stöhnte laut. Sie war einfach der Wahnsinn! Seine Leiste wurde immer mehr durchblutet und er konnte einfach nicht mehr. Er keuchte und entspannte sich kurz. Er hatte noch nie in seinem ganzen Leben eine Pause gebraucht, noch nie. Er kam sich vor wie ein Teenager.
„Wie machst du das nur…?“, wiederholte er leise nochmal seine Worte. Diesmal hörte sie ihn nicht. Als sie bemerkt hatte, dass er einfach nur mehr auf ihr lag und sie nicht mehr verwöhnte, setzte sie sich auf und suchte seine Lippen. Er war plötzlich wieder hellwach. So einen schwachen Moment würde er sich nicht mehr leisten, das war klar.
Er entledigte sie ihres Höschens und kurz darauf spürte sie ihn schon in sich. Dass sie das Kondom vergessen hatten, schien den beiden gar nicht aufzufallen, so versunken waren sie.
Ihr erstes Mal: es war nicht so, wie Gretchen es sich vorgestellt hatte. Es war besser. So voller Leidenschaft und Gefühl… sie konnten es beide noch nicht glauben, dass sie nun endlich zueinander gefunden hatten. Auch wenn Gretchen nichts mehr genoss, als zu wissen, dass sie ihm doch nicht egal war, war sie sich sicher, am nächsten Tag doch weg zu fliegen.
Mit dieser Erkenntnis schlief Gretchen nach ein paar Minuten ein, Marc rollte von ihr runter und betrachtete sie noch lange. Kurz bevor er selbst einschlief, gab er ihr noch einen Kuss auf die Stirn und flüsterte: „Du musst bleiben… ich brauche dich so sehr…“


Nachdem Gretchen in Erinnerungen geschwelgt hatte, lief sie Mary nach, die sich in der Damentoilette eingeschlossen hatte.
Dieses blöde Arschloch! Wieso ist er bloß so gemein? Mary wäre doch ein guter Fang. Sie ist jung, attraktiv und DÜNN! Wie kann man nur so blind und blöd sein? Ich verstehe Männer einfach nicht…
„Mary, willst du darüber reden?“, fragte Gretchen nachdem sie gegen die Klotür geklopft hatte. Mary schluchzte immer lauter.
„Ich hasse es! Ich kann immer nur an ihn denken, obwohl er so ein Arsch ist… verdammt!“
„Das kenn ich“, versuchte Gretchen sie zu trösten.
„Ach was, Marc ist da ganz anders. Er hat einen Grund, gemein zu sein, Christoph nicht! Er tut das nur, um mich und alle anderen hier im Krankenhaus zu demütigen!“
Hä? Was weiß sie, was ich nicht weiß? Marc hat einen Grund?
„Ähm… wie meinst du das, Marc hat einen Grund?“, fragte sie neugierig nach.
Mary schloss auf. Ihr Gesicht war verschmiert von Wimperntusche und sie wirkte müde und ausgelaugt. In ihren Augen, jedoch, lag die Wut. Bevor Gretchen darüber ihre Thesen aufstellen konnte, kam auch schon das Donnerwetter.
„Kannst du nicht einmal NICHT an dich denken? Mir geht’s scheiße, und das einzige was dich interessiert ist Dr. Meier. Marc hier, Arschloch da… aber jetzt bin ICH einmal das Sorgenkind, verstanden? Wie kann man nur… ach, verdammt, hau einfach ab und lass mich alleine“, zeterte sie drauflos.
Nach einem kurzen Schock nahm Dr. Haase sie in den Arm, um sie zu trösten, entschuldigte sich und verzog sich in die Umkleide.
Es ist wirklich doof von mir. Ich denk echt nur an mich, da hat sie recht. Zumindest in letzter Zeit. Wie lange hab ich Mama, Papa, Gina oder Mehdi nicht mehr angerufen? Kommt mir vor wie ne Ewigkeit…
Das werd ich jetzt gleich nachholen…


Mary wollte eigentlich gar nicht so gemein sein, und es tat ihr sofort wieder leid. Aber es war wahr: Gretchen kümmerte sich nur um sich oder um Marc. Wieso dachte sie nicht einmal an ihre Freunde, ihre Familie?
Naja, es stimmt nicht so ganz, immerhin telefoniert sie oft mit ihnen und Mary hatte sie wirklich geholfen mit ihren Tipps. Aber bei ihr lief gerade alles so gut, und Mary konnte sich einfach nicht für sie freuen. Dr. Reiner spukte ihr immer noch im Kopf herum. Unwillkürlich musste sie an diese blöden Flirttipps aus Zeitschriften denken. „Hey, tat‘s weh, als du vom Himmel gefallen bist?“ oder „Hast du nicht Muskelkater? Du gehst mir schon die ganze Zeit durch den Kopf“. Wie bescheuert war das denn?
Sie versuchte, diese Gedanken abzustellen, und ging nochmal das Gespräch durch.
Da fiel ihr auf, wie blöd sie sich wirklich benommen hatte. Gretchen wollte nur wissen, was sie über Marc wusste, dass sie nicht wusste. Aber anstatt ihr oder Marc weiterzuhelfen, hatte sie sie angeschrien.
Mary erinnerte sich an den Tag, wo sie zum ersten Mal den Verdacht gehegt hatte, dass Marc Meier im tiefen Inneren nur ein verletzter kleiner Junge war…

Es war der Tag von Dr. Meiers Ankunft gewesen. Dr. Thompson musste ihn im Krankenhaus herumführen.
Als sie auf die Intensivstation kamen, blieb er plötzlich abrupt vor einem Krankenzimmer stehen. Darin lag ein kleiner Junge. Er war an viele Schläuche angeschlossen und musste künstlich ernährt werden. Sein Körper war übersät von blauen Flecken und Narben, sein Arm war gebrochen.
„Was ist mit ihm passiert?“, fragte Marc mit abwesender Stimme.
Dr. Thompson nahm die Krankenakte des Jungen und informierte ihn: „Er heißt Niklas, 8 Jahre, und sein Vater hat ihn anscheinend ins Koma geprügelt…“
Bei dem Wort „Vater“ versteinerte sich ruckartig Marcs Gesicht. In seinen Augen sah man die blanke Wut lodern. Er ballte seine Fäuste, bis seine Finger ganz weiß waren. Wahrscheinlich hätte er am liebsten jemanden zusammengeschlagen.
„Ist Ihnen nicht gut, Dr. Meier?“, holte sie ihn aus seinen Gedanken.
„Mir geht’s gut“, sagte er laut, und fügte leise hinzu: „Es fühlt sich scheiße an, von dem eigenen Vater ins Koma geschlagen zu werden…“
Mary hatte die leisen Worte, die eigentlich nicht für ihre Ohren gedacht waren, verstanden. Aber sie tat so, als hätte sie es nicht gehört. Sie wusste auch, was er meinte.
„Wie bitte?“, fragte sie gespielt interessiert.
Marc löste seinen Blick vom Jungen und streifte kurz Mary. Er ignorierte ihre Frage und ging einfach davon.


Mary seufzte. War Dr. Meier wirklich von seinem Vater verprügelt worden? Wieder und wieder? Das geht an keinem spurlos vorbei. Sie hatte einmal einen Psychologiekurs an der Uni belegt, und sie war sich sicher, dass Marc einen Therapeuten brauchte. Genau so, wie sie einen gebraucht hatte…
Ihr war klar geworden, dass Marc alles, seine Beleidigungen oder blöden Kommentare, was Gretchen ihr erzählt hatte, nicht wirklich so gemeint hatte.
Sie verließ die Toilette und schlich leise in Marcs Büro. Er war nicht hier. Sie legte ihm einen Zettel hin, worauf stand:

Sie müssen die Vergangenheit ruhen lassen. Tun Sie das, was Ihnen ihr Herz sagt!

Wahrscheinlich würde denken, es sei eine Verarsche, aber vielleicht verstand er, was sie meinte. Sie hoffte es zumindest, denn sie wollte, dass Gretchen glücklich wurde. Auch wenn sie oft eine beschissene Freundin war.


Hoffe, die Geschichte von Mary & Marc kommt nicht allzu überraschend?!?

Sophiee^^ Offline

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04.08.2011 12:23
#45 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallöchen ihr Lieben!

So, ich bin wieder da, und ketzt gibts den nächsten Teil!

Viel Spaß!

Die Kommentare beantworte ich heute Abend, hab nicht so viel Zeit...


Marc betrat das Patientenzimmer von Georg Müller. Kurz zuvor war dieser aufgewacht. Mit brummendem Schädel verlangte er nach einer Schmerztablette, die eine Schwester ihm auch sofort brachte. Und nun stand dieser Oberarsch hier und bemühte sich um ein Lächeln. Frank hatte allerdings die Lunte gerochen. Dieser Dr. Meier erinnerte sich sicher an ihn, und er hatte Angst, den Rest seines Lebens im Knast zu verrotten. Deshalb hatte er sich auch einen phänomenalen Plan ausgedacht.
Okay, er ist von seinem Tumor befreit. Bahn frei für mich. Aber ich brauch immer noch einen Beweis. Scheiße!
„Guten Morgen, Herr Müller! Wie fühlen Sie sich denn?“, fragte er betont fröhlich.
„Ich hab riesige Kopfschmerzen und…“ Frank hielt inne.
Ja? Und? Hat der jetzt das Sprechen verlernt, oder wie?
Also, da gibt es Buchstaben, und die bilden Wörter, und die Wörter werden aneinandergereiht zu Sätzen. Die Sätze bilden dann ein Gespräch, oder einen Monolog. Was man halt so vorzieht.
Wow. Das war filmreif! Ich versteh es echt, warum ich in Deutsch immer super Noten hatte. Ich bin doch so sprachgewandt. Wahrscheinlich das Einzige was ich von meiner geliebten Mutter habe.

„Wie haben Sie mich gerade genannt?“, fragte Frank nach.
„Georg Müller. Das ist doch ihr Name“, erwiderte er ein wenig genervt.
Wie soll ich ihn sonst nennen? Alexis von Buren? Oder doch seinen wahren Namen: Frank Muffke? Was spielt er für ein Spiel?
„Entschuldigung, wie war nochmal Ihr Name? Und wo bin ich hier?“ Er schaute sich um.
Ne oder? Der hat jetzt keine Amnesie? Scheiße, das bringt meinen Plan durcheinander… gut, ich hab noch keinen konkreten, aber ich weiß schon das Ende dieses Plans: er hinter schwedischen Gardinen!
„Ich bin Dr. Meier und sie sind hier in Washington. Sie hatten einen Tumor in ihrem Gehirn…“
Marc musste sich ein Schmunzeln verkneifen. Die Tatsache, dass dieser Mann ein Gehirn hatte, beeindruckte ihn immer noch.
„…und wir haben Sie gestern operiert. Wie fühlen Sie sich?“
„Ehrlich gesagt, ziemlich scheiße!“, antwortete er und freute sich insgeheim, dass dieses Arschloch ihm die Nummer abkaufte.
Verarscht der mich jetzt oder hat er wirklich Amnesie? Ich spiel einfach mal mit. Irgendwann werde ich nämlich die Regeln festlegen!
Er sagte noch zur Schwester, dass sie Herrn Müller noch ein Schmerzmittel geben sollte und verschwand kurzerhand in seinem Büro, um nachzudenken.
Scheiße, scheiße, scheiße… was soll ich nur tun? Ich lass ihn nicht so einfach entwischen, wie Hasenzahn es gemacht hat. Wegen diesem Scheißkerl wurde ich schließlich angeschossen UND wenn er nicht gewesen wäre, dann wär zwischen Gretchen und mir alles geklärt. Ein für allemal. Ganz sicher. Blöder Ar…
Hey! Was ist denn das?

Marc sah einen Zettel auf dem Schreibtisch liegen, nahm ihn in die Hand und hoffte, dass er von Gretchen war, die ihn treffen wollte. Nachdem sie ja diesen Kurs hatte…
Er überflog schnell die Zeilen…
Was soll das denn? Vergangenheit ruhen lassen? Tun, was mein Herz mir sagt? Ist ein Psychologe hier eingebrochen, oder was?
Moment. Vergangenheit ruhen lassen???!! Wer zum Teufel weiß von meiner Vergangenheit? Von meinem scheiß Vater und von meiner Mutter, die sich in ihren Romanen verkrochen hat? Scheiße! Wer weiß es?
Ich hab es niemandem erzählt. War zufällig dieser Vampirfreak aus Twilight da gewesen und hatte meine Gedanken durchstöbert?

Marc dachte angestrengt darüber nach, wer es denn wissen könnte. Hasenzahn fiel aus, die war zu sehr mit der Gegenwart beschäftigt. Dr. Reiner? Nein, der interessierte sich einen Dreck für ihn. Zumindest eine Sache, die beide gemeinsam hatten. Aber wer…???!
Das bringt nichts, hier im Büro zu sitzen und darüber nachzudenken. Ich muss diesen Depp finden, sofort! Ähm… nach der nächsten OP…
Mit diesem Gedanken stürmte er aus seinem Büro und fand sich ein paar Minuten später im OP wieder. Als er seine Assistenz sah, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.
SIE? Scheiße, der Junge… Niklas… Ich hätte nicht gedacht, dass sie so intelligent ist und etwas rausfindet. Vielleicht ist sie sich auch nicht sicher und wollte mich mit dem Zettel locken? Nein, ich bleib hart. Ich tu so, als wäre der Zettel für mich nur eine Verarsche gewesen.
Mitten in der OP erkundigte sich Marc: „Sagen Sie mal, wer hat denn Zutritt zu meinem Büro? Ich wurde heute von irgendjemandem für dumm verkauft…“
„Inwiefern?“, fragte sie nach ein paar Sekunden Schweigen sichtlich nervös.
Jepp. Jetzt bin ich mir ganz sicher. Sie war’s.
„Jemand hat einen Zettel liegengelassen, worauf irgendein Scheiß geschrieben stand“
„Ach so… und was soll das für ein…ähm…Scheiß gewesen sein?“
„So ein psychologisches Gequatsche halt. Ich soll meine Vergangenheit vergessen- vielleicht ist es ein Stalker, der alles von mir weiß. Irgendwie ist das ein bisschen unheimlich“
Mary hielt die Klappe. Er fand es unheimlich. Am besten ließ sie das mit dem „psychologischem Gequatsche“ einfach wieder und ließ ihn alles alleine regeln. Auch wenn sie wusste, dass er das nicht konnte.
Andererseits würde er immer ein Trauma haben und sich nie voll und ganz einer Frau hingeben. Und das war noch schlimmer. Der Freund der besten Freundin kann ihr nicht das geben, was sie will: die ewige Liebe. Da war es schon erlaubt es sich mit seinem Chef zu verscherzen.
Bitte halt die Klappe, bitte, bitte, bitte!!
Zu seiner großen Überraschung tat sie das auch. Er würde sich ihr nie öffnen, wenn der Rest des OP- Teams dabeisaß und mithörte. Sie beschloss, ihn nach der OP abzufangen.
Kaum war der Patient wieder zugenäht, flüchtete sich Marc in sein Büro.
Scheiße, sie weiß es! Zumindest hat sie einen Verdacht…verdammt,… ob sie mir das vorher geglaubt hat, das mit der Verarsche?
Was ist, wenn sie es Gretchen erzählt? Was sie sicher tun wird? Die zwei haben ja gar keine Geheimnisse voreinander, soviel ich weiß.
1. Ich will kein Mitleid. Und das ist es, was ich bekommen werde.
2. Gretchen spielt Psychologin, sie wird sagen, ich soll mit ihr reden, um alles zu verarbeiten. „Ich weiß, wie du dich fühlst“ -Nein, verdammt nochmal, das weißt du nicht! Und darauf hab ich echt keinen Bock.
3. Dann lässt sie mich nicht mehr ran. „Wir können über alles reden!“ Danach sieht sie mich mit ihren großen, blauen, tiefen, geheimnisvollen, glitzernden,…STOP! Keine Zeit zum Schwärmen.
Fuck. Wenn mir jemand vor zwei Jahren erzählt hätte, dass ich mal so was denken würde, hätte ich ihn zuerst ausgelacht, dann alles abgestritten und zu guter Letzt einen blöden Spruch reingewürgt. Aber jetzt. Ne, ich bin DEFINITIV nicht mehr der Marc von früher. Ich muss echt mal anfangen…
Oh Mann, ich komm ja schon wieder vom Thema ab. Konzentration jetzt. Würde nur noch fehlen, wenn ich im OP träumen würde.
Voll Verzweiflung fegte seine Hand über den Schreibtisch. Akten, sein Blackberry und sein geliebtes Ferrari- Modellauto fielen zu Boden. Im Moment interessierte ihn das aber herzlich wenig.
4. Vielleicht verdonnert sie mich auch dazu, meine GEFÜHLE aufzuschreiben. Alles nur zu meinem Besten.
„Liebes Tagebuch!
Heute fühl ich mich ganz gut. Ich musste ganz kurz über meine beschissene Kindheit nachdenken, aber danach ging’s mir wieder blendend, weil ich an Hasenzahn gedacht habe. So, Gretchen, bist du jetzt zufrieden? Das waren meine Gefühle, und jetzt halt die Klappe, damit ich dir es so richtig besorgen kann. Bis dann, Marc.“
Bei dem Gedanken wird mir aber wirklich kotzübel.
Bitte lieber Gott, erfüll mir nur einen Wunsch und schaff dieses Problem aus der Welt! Immerhin ist es nicht mein einziges- und auch nicht mein größtes. Das mit „Georg Müller“ ist viel schwerwiegender.
Was soll ich bloß tun, damit die Polizei mir glaubt? Hasenzahn würden sie ja sicher glauben, immerhin war sie ja seine…

Marc musste unwillkürlich schlucken. Der Gedanke, dass dieser Betrüger ihr ein „Ja“ entlocken konnte, gefiel ihm immer noch nicht.
...Frau…Aber SIE könnte doch…
Er verwarf den Gedanken gleich wieder, Gretchen einzuweihen und sein Gedankenfluss wurde von einem Klopfen an der Tür unterbrochen.
Auf sein gemurmeltes und grüblerisches „Herein“ trat auch schon Dr. Thompson ein und schloss die Tür hinter sich.
„Doktor Meier, Sie müssen wirklich darüber reden“

Ich hoffe, das mit der Amnesie ist nicht zu dick aufgetragen?

Sophiee^^ Offline

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07.08.2011 18:13
#46 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

SOOOO, da bin ich wieder.

Gretchen hatte nach einer Stunde alle angerufen, jede Fragen beantwortet und bei ihrer Mutter nach zehn Minuten Klatsch und Tratsch aus Berlin einfach entnervt aufgelegt. Aber ihr ging es immer noch schlecht.
Ob sie noch sauer auf mich ist? Hoffentlich nicht! Ich bin oft so blöd…Wie konnte ich nur…es ging ihr nicht gut, und was mach ich? Ich trampel auf ihr rum. Ich bin ein Trampeltier. Ja, genau! Ein riesiges, egoistisches, schwangeres Trampeltier.
Gretchen machte sich deprimiert auf den Weg zum Schokoautomaten, der seit ihrer Ankunft oft sehr leer war, als ihr Pieper losging.
Nanu? Neurologie? Was soll ich denn da?


Eine hübsche junge Schwester betrat Franks/Georgs Zimmer. Sie war eine richtige Tratschtante, wie er bereits herausgefunden hatte. Deshalb sprudelte sie auch gleich los, als er sie nach Dr. Meier fragte: „Dr. Meier ist der beste Chirurg aller Zeiten! Gut, er ist gemein und beleidigend, aber dann ist er auch wieder so charmant. Bei diesem Lächeln kann man einfach nicht sauer sein… er ist wie ein junger Gott… Oh mein Gott! Hab ich das laut gesagt?”
Frank bemühte sich um ein amüsiertes Lächeln. In Wirklichkeit ging es ihm aber heftig an die eine Niere, dass sogar hier alle schon von ihm schwärmten, obwohl er so ein Arsch ist. Die Frauen verfielen ihm sicher reihenweise.
Die Schwester schien nach diesem peinlichen Moment Vertrauen gefasst zu haben. Jetzt hatte sie eh schon begonnen, also würde es auf ein paar Sätze mehr oder weniger auch nicht mehr ankommen. Und anscheinend fand sie, dass Georg sich gut als Therapeut machte. Sie schüttete ihm ihr ganzes Herz aus. Nach dem Geschwärme fuhr sie ein wenig angesäuert fort: „Aber da ist diese Frau, in die er total verknallt ist. Wenn ich versuche mit ihm zu reden, blockt er ab… er liebt diese Person, aber ich liebe ihn doch auch! Wieso versteht er das nicht? Er scheint es nicht einmal zu merken. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Können Sie mir vielleicht helfen?“
Frank horchte auf, während die Schwester ihn abwartend musterte. Marc Meier und verliebt? In einem Zusammenhang? Das war wirklich ein sehr schlechter Film…träumte er? Er zwickte sich kurz in den Arm. Der stechende Schmerz bewies ihm, dass er sich in keiner Traumwelt befand.
Die einzige, die Marc Meier je geliebt hat (oder immer noch liebt), war Gretchen… und die hockte in Berlin und…Scheiße! Was ist, wenn sie gar nicht…?
Plötzlich ging ihm ein Licht auf. Einmal, als er noch in Berlin war und ihr nachspioniert hatte, hatte sie einen Vortrag fürs Washington Medical Hospital vorbereitet. Washington! Das war auch der Grund, wieso er hier war. Im Unterbewusstsein hoffte er immer noch, dass sie ihm verzeihen würde und sie zusammen irgendwo in der Pampa ein neues Leben beginnen konnten. Sie würden sich nur von Luft, Liebe und seinen geheimen Konten ernähren…
Die Schwester plapperte immer noch, aber er unterbrach sie barsch, auf einmal flüssig Englisch sprechend: „Sie sagten, er ist verliebt. Wie sieht diese Frau aus?“
Ein wenig überrascht über die Frage hielt sie inne und schien zu überlegen. Dann räusperte sie sich und lieferte eine Personenbeschreibung.
„Sie ist ein bisschen größer als ich, mit blonden, langen, beneidenswerten Locken und blauen Augen. Sie ist ein bisschen pummelig, aber sie ist echt schön. Tja, Pech!
Die meiste Zeit verbringt sie in der Cafeteria und isst, und es gibt das Gerücht, dass sie schwanger von Dr. Meier ist. Ehrlich gesagt, ich bin mir sicher, dass sie schwanger ist. Sie ergibt sich die ganze Zeit und…”
Frank hörte gar nicht mehr zu. Das saß. Sie war es. Definitiv.
Sie war schwanger? Von diesem überheblichen, arroganten, schleimigen Weiberheld?
Er wurde so wütend, am liebsten hätte er den ganzen Laden hier zu Kleinholz verarbeitet. Insgeheim freute er sich aber auch, dass er sie endlich gefunden hatte, und zwar in einem Land, wo nicht an jeder Straßenecke die KRIPO auf ihn wartete. Die Idee, seinen Tod vorzutäuschen, war sogar besser, als die, eine andere Identität anzunehmen. Na gut, nun hatte er auch eine andere, aber Georg war jetzt ja auch tot. Was den Meier anging- den würde er schon irgendwie loswerden. Falls er es nicht selbst versaut, würde er es einfach für ihn versauen.
Zuallererst musste er sie aber sehen. Er fragte, ob die Schwester sie anpiepen könne, damit er wirklich alles glauben konnte.
Sie konnte ihm den Wunsch nicht abschlagen. Die Nebenwirkungen, also ihre bohrenden Fragen, ignorierte Herr Müller einfach.
Da die Schwester dachte, er wolle über die Operation sprechen (Frau Doktor Haase war in letzter Zeit oft anwesend bei Dr. Meiers OPs, da wird sie wohl bei dieser auch gewesen sein, obwohl sie nicht im selben Team arbeiten…) piepte sie auch den Doktor Meier an.



Hm…Neurologie, Zimmer 504, Georg Müller & Jack Miller. Müller und Miller? Kenn ich nicht. Den Miller hat doch die Neurochirurgin operiert, aber Müller… Müller, Müller, Müller…ein deutscher Name…komisch… ne, sagt mir immer noch nichts… hab ich den operiert, ohne es zu merken? Aber ich hatte doch keine Gehirn- OPs in letzter Zeit, nur eine vor zwei Wochen, aber das war doch eine Frau!
Sie überprüfte nochmal auf ihrem Pieper, ob es wirklich das richtige Zimmer ist, als plötzlich jemand rief: „Hasenzahn, was machst du denn hier?!“
Jemand namens Marc Olivier Meier, der auch durch die Gänge dieses Krankenhauses diesen peinlichen Spitznamen schreit.
Langsam drehte sie sich zu ihm um, während er auf sie zugehastet kam. Er sah gestresst aus, aber er war auch erleichtert, da er sich endlich alles von der Seele geredet hatte. Die Erleichterung sah man ihm aber nicht an, da jetzt die Nervosität in den Vordergrund rückte. Er kannte dieses Zimmer. Immer wieder schaute er zur Tür und fuhr sich durch die Haare, als ob ihn etwas bedrücken würde.
Was hat der denn?
„Ich wurde angepiept. Überrascht mich übrigens auch, ich hab doch in letzter Zeit…“
„Jaja“, unterbrach er sie mit einem unfreundlichen Ton in der Stimme und stellte sich vor die Tür.
Hey, so blöd lass ich mich nicht anmachen. Der kriegt Berührungsverbot, das mag doch mal gesagt sein. Also, wenn ichs durchhalte…
Was ist denn bloß mit ihm los? Heute Morgen war doch noch alles…
Oh nein. Ist der immer noch beleidigt wegen dem Kurs? Ne, oder?

Er stellte sich näher vor sie, aber sie wich ein Stück zurück. Verblüfft musterte er ihre Gesichtszüge.
„Marc, tut mir wirklich leid wegen heute Morgen. Das können wir doch immer nachholen. Bist du noch sauer?“
Er schaute ihr kurz in die Augen. Dann begriff er erst.
„Ja, ähm, ist nicht so schlimm. Die Karriere ist dir doch so wichtig!“
Er lachte ein falsches Lachen. Gretchens Blick war kurz misstrauisch, dann beschloss sie, ihm einfach zu vertrauen. Gerade als sie die Tür öffnen wollte, hielt er sie zurück.
„Du solltest da besser nicht reingehen“, flüsterte er ihr zu und stellte sich vor sie.
Was soll das? Ich bin doch kein kleines Kind mehr. Die Schwester braucht mich da drinnen!
„Wieso nicht? Die Schwester hat mich angepiept“, erwiderte sie trotzig und verschränkte schützend die Arme vor der Brust.
„Ja, ähm, da hat sie sicher…einen Fehler gemacht. Ja, das ist der sexistische Patient, von dem ich dir erzählt habe, und ähm… er will dich da sicher nicht sehen“, stammelte er eine Erklärung. Er hatte Angst, dass alles aufflog. Sie wäre sauer, aber wirklich megamäßig sauer…und ob er das geradebiegen konnte?
Hä? Da hätte die Schwester aber…Moment mal. Will der mich verarschen?
„Ach, so ist das. Wieso lässt er sich dann von einer SCHWESTER behandeln? Meines Wissens ist sie auch ne Frau“
Und, was sagt er jetzt? Ich ramme ihn mit meinen Argumenten in Grund und Boden.
Hilfe! Kann ich nie mit dem alten Machtspiel aufhören? Hab ich wieder angefangen? Bin ich doof, oder was?
Aber wieso will er mich nicht reinlassen? Da soll einer mal das männliche Geschlecht verstehen…So schlimm wird der Arsch auch nicht sein.

Marc durchwühlte jede Ecke seines Gehirns nach einer weiteren Erklärung, die passen könnte. Aber sein Gehirn war wie leergefegt, außer ein Gedanke: Die Schwester ist eine Transe, aber das wollte sie Gretchen nicht zumuten, wer weiß, in welches Fettnäpfchen sie wohl sonst treten würde. Er fuhr sich nochmal durch die Haare, und ihm fielen ein paar Strähnen in die Stirn. Der ach so schlagfertige Dr. Meier schaffte es wirklich nicht, die Frau vor ihm noch weiter anzulügen. Er wollte sie nicht verlieren. Sein Wunsch, sie vor Frank zu beschützen, war allerdings größer, deswegen dachte er noch mehr nach.
Boah, wie lange dauert das denn noch? Am liebsten hätte ich die Erklärung heute noch…
Frank beobachtete die ganze Szene. Er schickte Stoßgebete gen Himmel, die in etwa so klangen: „Bitte Lieber Gott, sie soll sich umdrehen oder reinkommen, oder dem Blödmann eine reinhauen! Aber sie soll verdammt nochmal, upps, Verzeihung, etwas TUN!!!“
Inzwischen hatte Marc ganz zu Franks Ärgernis eine weitere Lüge herausgekramt. Eine sehr gute sogar. Selbstbewusst schilderte er die Lage.
„Gegen Schwestern hat er nichts, weil sie Wäsche waschen, Kaffee kochen usw…also, Frauenarbeit! Wie Sklavinnen behandelt er sie, aber sie beschweren sich zum Glück nicht. Ich hab schon versucht, einzugreifen, aber er hört nicht auf mich. Für ihn sind sie nur wie normale Hausfrauen und nicht so wie du emanzipierte Karrierebiester“
WIE hat er mich gerade genannt? Karrierebiest? Okay, dann muss ich wohl…
Gretchen war ein bisschen eingeschnappt.
„Ich bin ein Karrierebiest?“, fragte sie mit kühler Stimme und verschränkte die Arme vor der Brust.

Hey Leute!
Ich wollte noch wissen, ob ich die längeren englischen Passagen einfach auf Deutsch lassen soll??
Hier hatte ich es zuerst auf Englisch, aber dann hab ichs wieder zurück übersetzt...

Ich denke, ich lass es auf Deutsch, aber ich wüsste gerne eure Meinung. :D
Stellt euch einfach vor, sie reden Englisch. xD

Freu mich über Kommis

Sophiee^^ Offline

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10.08.2011 20:31
#47 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hätts fast vergessen... sorry Leute!

Vielen Dank für die Kommis


Marc merkte, wie sie ihm wieder die Worte im Mund umdrehte und er fand seine Lüge jetzt doch nicht mehr so toll. Er setzte auch sofort zu einer Ausrede an.
„Nein… ähm… ich meine, dir ist doch deine Karriere so wichtig… und du willst eben nicht nur Hausfrau…werden“, stammelte er.
„Aha?!“, meinte Gretchen wenig überzeugt, aber sie hatte keine Lust auf einen Streit. Dann hatte sie aber eine Idee, wie sie ihm noch eins reinwürgen konnte.
Pah! Ich lass mich doch nicht einfach so ein Biest nennen…so Meier, jetzt kriegst du mein schauspielerisches Talent auch mal zu sehen! Früher war das ja noch nicht so… ähm… ausgeprägt! Genau!
Sie verschloss seine Lippen mit einem Kuss (was die Schwester und Frank neidisch betrachteten) und sagte gespielt vergnügt: „Dann werde ich mich wohl wie ein Karrierebiest verhalten müssen…“
Mit diesen Worten ließ sie einen überraschten und auch ein wenig überrumpelten Marc zurück. Kurz blieb er noch dort stehen, dann informierte er sich bei der Schwester, was Frank wollte.
Wie lange ich das mit der Biest- Nummer wohl durchhalten werde? Eine Stunde, zwei?
Ach, schon fast sechs Uhr? Ich hab gleich Feierabend.

Als Gretchen sich umgezogen hatte, stieg sie in den Aufzug und traf auf…
Mary.



Nachdem Frank, dem die Enttäuschung im Gesicht stand, Marc versichert hatte, dass es ihm gut ging, war er nach Hause gefahren. Zuhause angekommen wollte er noch Akten bearbeiten, aber es half nichts. Seine Gedanken funkten ihm immer dazwischen, deshalb gab er es nach ein paar Minuten wieder auf und ließ die Gedanken zu. Er lehnte sich im Sessel zurück und starrte aus dem Fenster, ohne die Großstadtlichter draußen wirklich wahrzunehmen.
Wieso komm ich bei ihr immer in so blöde Situationen? Noch bessere Frage: was will der Arschkriecher von ihr? Liebt der sie immer noch? Wieso sind immer alle Weicheier so naiv? Ich will gar nicht darüber nachdenken, wie scheiße es Mehdi wohl geht. Er macht sich auch Sorgen um Gretchen…
Die Schwester hat gesagt, Frank hat sich mit ihr unterhalten. Was wohl bedeutet, dass sie getratscht hat und er jedes Wort wie ein Parasit aufgesaugt hat.
Und er sagt, er hat Amnesie. Ich wusste, man kann ihm nicht trauen, Amnesie hin oder her. Genauso wenig wie man Dr. Thompson trauen kann…


Scheiße, was will die von mir? Sie hat mich durchschaut.
Wieso können das manche Frauen so gut? Manche sind dumm wie Brot und schaffen es nicht einmal, einen Kaffeeautomaten zu bedienen (wieso erinnert mich das bloß so sehr an Gabi?!), andere FÜHLEN, wenn man ein Problem hat.

Er beschloss, einfach den Ahnungslosen zu spielen, obwohl er eine Scheißangst hatte.
„Ich weiß nicht, was Sie meinen“
Ich bin so ein guter Schauspieler. Ich hab richtig Respekt vor mir!
Mary wollte ihm helfen. Komme, was wolle. Psychologin wäre ihr Traumberuf gewesen, aber der Wunsch ihrer Mutter sollte nicht unerfüllt bleiben.
„Der Zettel, der war von mir. Ich habe da einen Verdacht…und Sie müssen darüber reden, sonst staut sich alles auf und irgendwann platzt es raus“
Ich glaube, es platzt JETZT gleich raus!!! Ruhig. Gaaaaaanz ruhig. Vielleicht kann ich sie ja doch täuschen.
Er zog es vor, einfach zu schweigen. Nach mehreren Minuten brach sie wieder die für ihn so angenehme Stille.
„Dr. Meier, bitte! Lassen Sie sich helfen. Von mir! Wirklich, es ist nicht gut, wenn man alles für sich behält, Sie müssen…“
Ich muss gar nichts. Ihr gegenüber sowieso nicht.
Marc hörte nicht zu und nahm sich gelangweilt eine Akte und blätterte darin. Aber das Schicksal schien es nicht gut mit ihm zu meinen, denn die Akte war die von Niklas. Dem Jungen. Wut sammelte sich wieder an, Wut und Verletzlichkeit, die Mary auch in seinen Augen lesen konnte. Sie versuchte ihn wieder zu überzeugen, eine Therapie zu machen. Irgendwann wurde es ihm zu bunt.
Ich lass mich doch nicht von so einer Möchtegern- Ärztin vollquatschen. Die soll gehen. Jetzt. Sofort. Subito, oder wie man sonst noch so sagt. Sonst muss ich ihr zeigen, wo der Hammer hängt.
„Haben Sie nicht eigene Probleme?“, schrie er drauflos, „mit dem Reiner?“
Ha, ich hab den wunden Punkt getroffen. Hoffentlich geht sie jetzt. Wäre ihr sicher peinlich, vor mir zu heulen.
Hm, sie scheint nicht gehen zu wollen. Soll ich sie rausschmeißen?

Mary war kurz still gewesen. Dieser Mann benutzte wirklich alle Mittel, um sie aus seinem Büro zu schaffen. Aber als er versuchte, sie grob hinauszuschieben, schlug sie seine Hand weg, was aber eher wenig Wirkung zeigte.
„Sie brauchen jetzt nicht beleidigend werden, nur weil SIE nicht mit der Situation klarkommen. Glauben Sie mir, ich kann Ihnen helfen!“, rief sie nun und entwand sich seinem Griff.
„Ich brauch Ihre Hilfe aber nicht!“, erwiderte er trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust.
Kann die mich nicht einfach in Ruhe lassen? Ich bin keine gute Gesellschaft für einen Kaffeeklatsch. Wieso sollte ausgerechnet sie mir helfen können? Das wär ne gute Frage. Soll ich vielleicht nochmal versuchen, sie rauszukriegen? Aber dann tratscht sie und dann klebt mir Hasenzahn an der Backe. Ne. Das wäre definitiv schlimmer.
Seufzend ließ Marc sich wieder in den Sessel sinken. Etwas überrascht darüber, dass er keinen Widerstand mehr leistete, blieb sie wie angewachsen neben der Tür stehen und betrachtete seine Gesichtszüge. Wut, Angst, Sorge. Kurz blitzte ein verliebter Blick auf, was sie darauf schließen ließ, dass er an Gretchen dachte. Jedoch wich dieser Blick schnell einer Verletzlichkeit, die ihr den Atem raubte. Sie wusste noch genau, wie man sich fühlte.
Marc sah aus wie ein Kaninchen vor der Schlange, sein Körper versteifte sich, er wimmerte wie ein kleiner Junge. Er hielt sich bei seinem Schreibtisch fest, seine Knöchel traten weiß hervor. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, was sein Vater- oder wer auch immer- ihm angetan hatte. Sie beschloss, ihn aus seinen schlimmen Erinnerungen zu holen.
„Dr. Meier?“, flüsterte sie angespannt und trat ein paar Schritte vor. So langsam schien er aus seiner Trance aufzuwachen. Verwirrt blinzelte und sah sich um.
Dieser Tagtraum war einfach zu real. Vor einigen Sekunden war er noch 14 gewesen. Seine Wange schien immer noch von der Backpfeife zu glühen, die sein Vater ihm verpasst hatte. Er vergrub das Gesicht in seinen Händen und seufzte.
„Dr. Meier?“, fragte sie noch einmal lauter, da er sie nicht bemerkt hatte.
Er fuhr hoch. Es war jemand hier? Wer?
Dr. Thompson wagte sich ein paar Schritte vor. Sofort setzte er wieder ein Pokerface auf und griff auf den Gefühlszustand „charmantes Arschloch das gerade ziemlich wütend ist“ zurück.
„Was machen Sie immer noch hier? Sollten Sie nicht schon lange zu Hause sein?“, schnauzte er sie an.
Sie ignorierte seine Frage einfach und meinte vertrauensvoll: „Reden Sie mit mir!“
Soll das jetzt eine billige Anmache sein?
„Wieso sollte ich ausgerechnet mit Ihnen reden? Da gibt’s weiß Gott bessere Gesprächspartner!“
„Aber ich kann sie verstehen…“
Ihre Stimme, zuerst noch so kraftvoll und entschlossen, wurde durch den Schleier der Erinnerung gedämpft. Verdutzt schaute Marc in ihr Gesicht. Und sah Tränen glitzern.
Was hat die denn jetzt? Kann jede Frau nur heulen? Unmöglich…
Aber WIESO genau heult sie jetzt? Sie hat gesagt, sie kann mich verstehen und…oh mein Gott. Wurde sie etwa auch…

Bevor Marc diesen Gedanken zu Ende führen konnte, schaute sie auch schon wieder auf. Er sollte ihr vertrauen, und deshalb musste sie ihm Vertrauen entgegenbringen. Also öffnete sie sich und offenbarte ihr kleines trauriges Geheimnis.


Das war dann mal der Flashback von dem Gespräch von Marc & Mary... nächstes mal kriegt ihr ihre Geschichte... ich will euch schon mal vorwarnen, sie ist ein bisschen schlimm (also, nicht so, wie ich sie geschrieben habe, aber die Story an sich). Wollte mich da einfach mal in etwas reinsteigern.

Sophiee^^ Offline

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13.08.2011 20:59
#48 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Danke für die Kommis!

http://www.youtube.com/watch?v=6Aq3SXzrpt8 (Miley Cyrus feat. BrokenSoul- My Victory)

„Es fing alles an, als ich zehn Jahre alt war. Wir lebten in Köln. Mein Vater hatte seinen Job verloren und fing an zu trinken. Er konnte und wollte einfach keinen Job finden, er sagte immer, wir hätten es nicht nötig, uns den Arsch aufzureißen. Meine Mutter wollte das jedoch nicht mehr mit ansehen. Da sie einen gut bezahlten Job hatte, war sie unabhängig. Eines Nachts weckte sie mich und packte meinen Koffer. Sie sagte, wir würden in den Urlaub fahren- alleine.
Ich stellte keine Fragen. Nur eine: „Kommt Papa nicht mit?“ Sie schwieg einfach nur. Und obwohl ich gerne eine Antwort gehabt hätte, gab ich mich zufrieden. Meine Mutter war nie sehr gesprächig gewesen.
Ich freute mich darauf, wegzukommen, denn wir waren lange nicht mehr verreist. Deshalb half ich ihr auch beim Packen, damit alles ein wenig schneller ging.
Wenige Minuten später, wir waren gerade aus der Tür raus, blieb meine Mutter abrupt stehen. Ich drängte sie weiter, denn wir wollten den Flug nicht verpassen. Aber da hatte mein Vater uns schon gesehen. Er war sturzbetrunken. Grölend, mit einer kaputten Bierflasche in der Hand, drängte er uns zurück und sperrte uns in den Keller.
Und dann begann es richtig: die Schläge, das nächtelange Weinen meiner Mutter, die Alkoholfahnen, die man überall roch.
Niemand half uns, da uns keiner vermisste. Das war das schlimme daran. Mein Vater hatte allen irgendetwas erzählt, das weiß ich bis heute nicht, und meine und Mamas Freundinnen informierten sich gar nicht. Es war ihnen egal. Und das tat uns noch mehr weh als die Schläge.
Irgendwann hatten wir keine Kraft mehr, uns zu wehren. Wir hausten mehrere Jahre in diesem Drecksloch, wir wussten nicht, wann Sommer, wann Winter war, die Zeit war wie festgefroren und zog sich in die Länge wie Kaugummi.
Als ich älter war- keine Ahnung, wie alt- hatte meine Mutter ein Taschenmesser im Keller gefunden, das mein Vater am Tag zuvor liegen gelassen hatte. Bevor ich herausfand, was sie vorhatte und sie davon abbringen konnte, war es auch schon geschehen. Das Messer steckte ihr im Bauch, überall floss Blut hervor, alles war voll Blut, alles war rot. Heulend schmiss ich mich vor sie hin, versuchte die Blutung zu stoppen, aber es war zu spät. Ihre letzten, leisen Worte waren: „Werde Arzt und helfe Menschen wie deinem Vater!“
Dann schloss sie die Augen und hauchte ihr Leben aus. Ich schrie und heulte und tobte. Ich hörte erst damit auf, als ich vor Müdigkeit fast zusammenklappte und heiser war. Als ich so am Boden lag, im Blut meiner Mutter, war mir auch der Gedanke gekommen, ob ich mich… umbringen sollte. Aber ich wollte ihr unbedingt ihren letzten Wunsch erfüllen.
Ich nahm mir das Messer und hantierte am Schloss der Tür herum. Irgendwann hatte ich es offen. Draußen irrte ich heulend umher. Ich wollte nur noch weg. Weg von meiner toten Mutter, weg von meinem scheiß Vater, einfach nur weg. Ich schummelte mich in einen Zug und fuhr so weit ich konnte. Irgendwann, mitten in der Nacht, stieg ich in einer Stadt aus. Als ich zwischen den Lichtern dieser Großstadt, die sich später als Mailand entpuppte, stand, wusste ich, dass ich alles nur noch vergessen will. Und ich dachte: „Wenn ich Amnesie habe, kann ich mich an nichts erinnern, an gar nichts!“
Deshalb kam das volle Programm: Drogen halfen nichts, ins Koma saufen oder prügeln auch nicht, Partys halfen nur für kurze Zeit. Vollkommen verwahrlost fand mich ein italienischer Sozialarbeiter, der zufällig auch deutsch konnte, bewusstlos in irgendeiner Ecke in den schlimmsten Vierteln Mailands- falls ich überhaupt noch in Mailand war, ich wusste es nicht. Er holte mich aus meinen Depressionen- mithilfe einer Therapie…“
Kurz schaute sie Marc vorwurfsvoll an, dann fuhr sie fort: „Ich hatte echt Glück, zum ersten Mal in meinem Leben. Ich weiß nicht, wo ich heute wäre, wenn er mich nicht gefunden hätte und mir einen Therapeuten besorgt hätte. Ich erzählte dem Therapeuten alles. Er verständigte die Polizei, die meinen Vater tot neben meiner Mutter liegend fand. In all der Zeit hatte auch niemand versucht, meinen Vater ausfindig zu machen. Niemand von uns hatte richtige Freunde oder Menschen, die sich um uns sorgten. Wir hatten nur uns drei, und das ging auch noch kaputt.
Während meiner Therapie erinnerte ich mich langsam wieder an das Thema, das ich am Meisten verdrängt hatte: Mutters Tod und ihr letzter Wunsch. Ihr zuliebe war ich entschlossen, ihn zu erfüllen. Ich zog zurück nach Deutschland, aber in eine andere Stadt, und besuchte die Schule. Ich holte alle Jahre, die ich versäumt hatte, in Lichtgeschwindigkeit auf. Ich hatte ganz vergessen, was ich für eine gute Schülerin war! Ich suchte mir einen Job, um mich alleine über die Runden zu bringen, ich wollte das Sozialgeld nicht mehr. Und ich machte mein Abi. Damals war MEIN größter Wunsch gewesen, Deutschland wieder zu verlassen und nie wieder einen Schritt hinein zu machen. Deshalb entschied ich mich, in Washington zu studieren. Und jetzt bin ich Ärztin. Meine Mutter wäre sicher stolz auf mich.“
Mary holte tief Luft. Ihr Gesicht war von dem vielen Heulen während der Erinnerung aufgequollen. Marc war sprachlos.
Oh mein Gott. Das ist echt…schlimm, scheiße, unvorstellbar, unmöglich, krass,…??? Dafür gibt’s keine Worte. Und es wird sie auch nie geben. Dagegen ist meine Geschichte wie ein Kindergeburtstag…und sie sagt, ICH brauche Hilfe?!
„Ich glaube, Sie brauchen die Hilfe dringender als ich…“
„Sie weichen mir aus. Und ich bin so gut es geht darüber hinweg, wegen der Therapie…“
Wie sie dieses Wort in die Länge zieht. Ich glaub, ich muss gleich…würg!!
„Ich gehe bestimmt nicht zu so einem Gehirnklempner und setz mich auf seine Couch! Die horchen einen nur aus, um es danach nur noch schlimmer zu machen. Diese Leute nennen sich Ärzte, echt… da schaff ich es lieber alleine“
„Sie müssen es ja keinem Therapeuten erzählen. Ich verstehe Sie, und ich bin eine richtige Ärztin. Ich habe Ihnen vertraut, jetzt sind Sie dran“
Er seufzte. Es half alles nichts. Keine Ausreden, keine Beleidigungen, nicht mal Flehen und Betteln würde bei diesem harten Brocken von Frau helfen. Deshalb versorgte er seine Lungen nochmal mit ausreichend Sauerstoff und redete sich alles von der Seele, das er so lange aufgestaut hatte. Und sie hatte recht gehabt: es musste raus.
Nur ignorierte Marc dabei die Tatsache, dass er mit der falschen Frau darüber redete.


Es war keine gute Idee, ihr alles zu erzählen. Was ist, wenn sie nicht dichthält, wenn ihr irgendetwas rausrutscht? Ich wäre am Arsch. Nein. Ich BIN am Arsch.
Ach, Scheiße! Vielleicht sollte ich doch nochmal ne Nacht drüber pennen…

Marc fühlte sich nicht gut. Er war müde und hatte Kopfschmerzen. Er überlegte noch, ob er sich noch ein Aspirin einwerfen sollte, aber er entschied sich für die natürliche Heilung: Schlaf.
Gerade als er im Schlafzimmer verschwand, klingelte es an der Wohnungstür. Es war 23: 57 Uhr.

Sophiee^^ Offline

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16.08.2011 12:35
#49 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Hallo Mädels!

Hab eigentlich nicht viel zu sagen, außer: DANKE für die Kommentare! Freu mich immer ganz ganz dolle.

So, viel Spaß mit dem neuen Teil!


Bitte, sei nicht mehr sauer, bitte, biiiiiiiiiiiiiiiitteeeeeeeee!!!
Gretchen konnte nun keinen Rückzieher machen. Und sie wollte es auch nicht. Sie fand, dass es nicht ihre Schuld war, deshalb konnte sie sich auch ihre Schuldgefühle nicht erklären. Aber Mary war nun mal impulsiv und hatte statt Dr. Reiner Gretchen als Sündenbock ausgesucht.
„Hallo“, sagte Gretchen schüchtern und stellte sich neben sie. Verunsichert warf sie Mary einen Blick zu, aber diese hatte nur einen abwertenden Blick für sie übrig.
Eigentlich wollte Dr. Thompson gar nicht mehr sauer sein, aber sie hatte keine Kontrolle mehr über ihre Gefühle. Früher war sie immer nach ein paar Minuten wieder ruhig gewesen und hatte keinen Grund mehr zum Streiten gehabt. Wahrscheinlich waren ihre hochgekochten Gefühle bei dem Gespräch vorhin zwischen Dr. Meier und ihr daran schuld. Sie war wütend. Es war schlimm zu erfahren, dass es anderen genauso beschissen wie ihr selbst ging.
Sie musste ihre Wutausbrüche im Griff haben. Ihr Psychologe meinte, dass sie ein Objekt finden musste, an dem sie ihre Wut auslassen konnte. Daraufhin hatte er ihr eine Vase in die Hand gedrückt und sie dazu aufgefordert, ihre aufgestaute Wut hineinzuschreien. Das Ergebnis war zufriedenstellend gewesen. Leider war keine Vase oder ähnliches in Sichtweite. Nur Gretchen.
Sie ist immer noch sauer. Man, was kann ich dafür, wenn Dr. Reiner immer noch in der Pubertät steckt? Er wollte sie doch nur eifersüchtig machen, genauso wie sie ihn… außerdem hab ich den Kuss nicht erwidert, ich liebe doch Marc…Der sich grade wirklich merkwürdig aufgeführt hat. Aber das ist jetzt nicht Thema…
Bitte, sag etwas. Irgendwas. Aber lass mich nicht in dieser bedrückenden Stille schmoren.

Die Stille hielt an. Gretchen hatte das Gefühl, dass nicht nur sie oder Dr. Reiner an ihrer Wut schuld waren.
Wieso fährt der Aufzug bloß so langsam??!
Plötzlich ruckelte es und das Licht ging aus. Daraufhin gab es einen Krach und der Aufzug stand still. Die beiden Ärztinnen schrien.
Oh nein. Wir sind hier eingesperrt!! Wir werden sterben!!!! Mein Baby!!
Nein, gaaaaanz ruhig Margarethe, ist sicher nur ein Stromausfall und die Notfallkräfte kommen sicher gleich. Und es ist eine Gelegenheit, über alles zu reden. Ich kann nicht länger damit leben, dass sie sauer auf mich ist. Das konnte ich noch nie, außer, wenn ich die Person selbst nicht mochte. Aber vielleicht sollte ich…langsam anfangen.

„Und, wie geht’s dir so?“
Keine Reaktion.
Boah, wie blöd bin ich??! Es geht ihr beschissen, weil ihre große Liebe mit ihrer besten Freundin geknutscht hat. Kein Wunder, dass sie nicht reagiert. Vielleicht sollte ich es doch direkt ansprechen.
Nach kurzem Schweigen nahm Gretchen all ihren Mut zusammen und sah Mary in die Augen. Sie versuchte ihrem Blick auszuweichen, aber Gretchen blieb standhaft. Irgendwann sagte sie dann: „Mary, es tut mir leid. Es stimmt, ich denke oft nur an mich, aber bitte, es war nur ein winziger Fehler. Ich glaube, du weißt, dass ich nichts dafür kann. Bitte, ich will nicht, dass wir streiten. Ich werde mich bessern, versprochen. Ab jetzt bin ich immer für dich da.“
Mary wusste nicht, wie sie auf diese plötzliche Entschuldigung reagieren sollte. Sie hatte es nicht erwartet, da Gretchen meistens um den heißen Brei herumredete. Ein Teil von ihr wollte ihr gerne in die Arme fallen, aber ein anderer Teil wollte sie nur anschreien. Und dieser Teil war größer als der erstere.
„Ja, das denkst du vielleicht jetzt, aber in ein paar Tagen hast du alles vergessen und es dreht sich wieder alles nur um dich und den Meier! Komm schon, hast du wirklich gedacht, ich glaube dir, dass du für mich da sein wirst? Du konntest das noch nie gut…“
„Moment! Wer hat dir denn den Tipp gegeben, dass du Dr. Reiner eifersüchtig machen sollst??“
„Und was hat das gebracht? Er war nicht eifersüchtig, nicht mal ein kleines bisschen. Stattdessen hat er sich eine Andere gesucht und mich einfach links liegen gelassen“
„Sag mal, wie blind bist du eigentlich? Es hat funktioniert, er war total eifersüchtig!! Er hat mich doch nur geküsst, um dir damit eine reinzuwürgen“
„Ja, und danach hat er sich eine Tussi abgeschleppt, weil er mich ja sooo sehr liebt!“, schrie Mary mit Ironie in der Stimme. Sie konnte es immer noch nicht glauben. Nachdem sie Dr. Meier den Zettel hingelegt hatte, war sie ins Schwesternzimmer gegangen und da sah sie ihn- mit einer gutaussehenden Latina, lange braune Haare und super Figur. Kurz hatte sie noch die Hoffnung, dass sie Freunde waren oder irgendwie verwandt, aber diese starb bald, denn die Frau hatte ihn so innig geküsst, dass Mary sofort ein Schwindelgefühl überkam. Sie musste weg, deshalb merkte sie auch gar nicht, dass der Mann den Kuss überhaupt nicht zu genießen schien. Seine Augen waren geöffnet und sein Blick war schuldbewusst, da er darüber nachdachte, was für eine Scheiße gerade passiert war.
Ihre Stimmen waren immer lauter geworden, Mary hatte sogar Tränen in den Augen, aber jetzt war Gretchen sprachlos.
Er hat eine abgeschleppt? Um sie zu verletzen oder um sich zu trösten?
Sie schwiegen beide. Mary versuchte, die Tränen zurückzuhalten, während Gretchen wieder die Angst überkam. Es war verdammt eng hier drinnen. Und es war auch schon eine Weile vergangen. Eigentlich müsste die Feuerwehr bald kommen, aber sie hatte das Gefühl, dass es nicht soweit kommen würde. Sie waren eingesperrt. Wer weiß, wie lange.
HILFEEEEE!!! Ich will hier raus!!!!! Sollen wir hier die ganze Nacht drin sitzen, oder wie?? Wie spät ist es eigentlich??
Täusche ich mich, oder wird es mit jeder Minute enger hier drinnen?? Der Raum was doch mal größer…
Oh nein!!! Meine Klaustrophobie kann ich jetzt gar nicht gebrauchen. Scheiße, ich will raus!!!

Gretchen ließ sich zu Boden sinken. Sie hatte Angst. Was, wenn niemand kommen würde? Sie würden verhungern, verdursten, vor Angst durchdrehen. Vielleicht kamen die Wände ja wirklich näher…
Nein, ich lenk mich jetzt ab. Ich werde sie fragen, was sonst noch so passiert ist, und es wird wieder ins Lot kommen. Sie kann doch nicht ewig sauer sein, das weiß ich. So ist sie nicht.
„Was hat er denn angestellt?“, fragte sie und versuchte, einigermaßen interessiert zu klingen.
„Interessiert dich doch gar nicht“, sagte sie trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust.
Mist. Ich interessier mich ja dafür, aber diese scheiß Wände…
Mary musterte Gretchen. Sie sah irgendwie ängstlich aus. Und bald dämmerte es ihr, aber: Seit wann war Gretchen klaustrophobisch?
„Was ist los?“, fragte sie wenig besorgt. Sie war immer noch so sauer.
„Das, wiederum, interessiert dich nicht“, antwortete sie mit zitternder Stimme.
„Stimmt“, sagte Mary ohne Skrupel.
Stimmt??! Sag mal, tickt die noch ganz sauber??! Sie schleudert mir das einfach so ins Gesicht?? Blöde Kuh! Ich hasse es, wenn sie sauer ist!! Na warte!
Langsam stand Gretchen wieder auf. Mit vor Wut funkelnden Augen starrte sie Mary mit einem Blick an, der jedem das Blut in den Adern gefrieren ließ. Mary wich ein Stück zurück. War sie doch zu weit gegangen? So hatte sie Gretchen noch nie erlebt. Sie war doch immer so liebenswürdig…
„Kannst du nicht einmal daran denken, dass ich schwanger bin, und dass es mir auch nicht immer gut geht? Ich werde mit jedem Tag fetter, ich esse wie ein Scheunendrescher, ich schwanke zwischen Freudentränen und normalen Tränen hin und her, was mich dann wiederum zum Essen bringt. Und dadurch werde ich wieder fetter. Ich bin eine hormongesteuerte Schlampe geworden, der in manchen Momenten scheißegal ist, ob der Mann, den sie liebt, sie auch liebt, solange er mich nur sexuell zufriedenstellt. Ich weiß, dass er ein Geheimnis hat, und es nagt an mir, nicht zu wissen, was ihn belastet. Immer wieder will ich ihn zum Reden bringen, aber er macht sofort dicht oder vertröstet mich. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich hab versucht, das alles alleine durchzustehen, ich wollte dich nicht mit all meinen Problemen belasten, weil du doch auch eines hast, und das Einzige, was du tust, ist, auch immer nur an dich zu denken!! Du glaubst ja, mir geht’s immer gut, aber da irrst du dich, meine Liebe! Denn manchmal geht’s mir ziemlich schlecht. Ich hab ja versucht, eine gute Freundin zu sein, aber manchmal gelingt es mir einfach nicht. Nicht jeder ist perfekt und jeder macht Fehler, aber dieser, den ich gemacht habe, war nicht meine Schuld! Zufällig wollte der ach so tolle Dr. Reiner dich eifersüchtig machen, wie du ihn auch, und ich war halt gerade so in Reichweite! Ich hasse es, die Fehler anderer auszubaden, und was kann ich dafür, wenn dieser blöde Idiot mir die Zunge in den Hals steckt und mich somit als Mittel zum Zweck benutzt hat??!“
Während dieser Worte hatte Gretchen nicht einmal Luft geholt. So schien es zumindest. Ihre beste Freundin war sprachlos. Es stimmt, sie hatte nie einen Gedanken daran verschwendet, dass es Gretchen vielleicht auch nicht immer gut ging. Sie hatte ja schon einen Mann, der sie liebt (das sah ja jeder, der Augen im Kopf hatte, außer Gretchen) und sie bekam ein Kind von ihm. Jede normale Frau wäre überglücklich, aber Gretchen schien es nur manchmal so zu gehen. Und sein Geheimnis…Stopp! Hatte Gretchen gesagt, sie WEISS, dass er ein Geheimnis hat??! Log er sie vielleicht an? Dieser…dieser…Armes Gretchen.
Plötzlich war Marys Wut verraucht.
„Gretchen, vielleicht sollte ich…“
„Nein, du solltest nichts, weil ich jetzt nämlich sauer auf dich bin. Ich weiß, dass es kindisch ist, aber du hast dich nur gleich angestellt. Wenn ich dir verzeihen soll, dann lass dir was einfallen!“
Auf einmal ging das Licht wieder an und der Aufzug fuhr weiter. Kurz darauf verließ Gretchen den Aufzug mit hoch erhobenem Kopf und ließ eine traurige und verwirrte Mary zurück.
Stolz auf sich selbst spazierte sie zu einer U-Bahn Station. Aber der Schein trügt. Gretchen war verzweifelter als sie sonst irgendwann war.
Ich hasse es, ein Miststück zu sein. Aber diesmal ist sie wirklich zu weit gegangen. Wie kann man nur so herzlos sein? Wie kann SIE nur so herzlos sein?
Aber ich war auch nicht viel besser. Vielleicht sollte ich mich doch entschuldigen…
Nein, Gretchen, es war ihre Schuld. Soll sie doch schauen, wie weit sie ohne mich kommt. Ich wollte ihr nur helfen, und ich darf kindisch sein. Sie war es ja auch.

Sie stieg in die U-Bahn. Automatisch wollte sie bei ihrer Station aussteigen, aber sie konnte doch nicht in ihre Wohnung. Was, wenn Mary da war? Das hielte sie nicht aus.
Was jetzt? Wohin soll ich denn?
Gretchen beschloss, einfach weiterzufahren. Zwei Stationen weiter hatte sie das Gefühl, aussteigen zu müssen. Und sie stieg auch aus. Es war 22:34 Uhr.
WOHIN SOLL ICH JETZT GEHEN??? Verdammt, lande ich jetzt doch schwanger in so einem Heim? Ich hasse mich!
Verzweifelt tigerte sie eine gefühlte Stunde in der Stadt umher. Irgendwann kam sie in einem Park an. Sie ließ sich auf eine Bank sinken und ließ ihren Tränen freien Lauf. So saß sie da, heulend und hungrig, und hoffte, dass ihr irgendwann ein Geistesblitz kommen würde. Sie fühlte sich hundeelend. Da spürte sie, dass sich jemand neben sie setzte.

Sophiee^^ Offline

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Beiträge: 276

19.08.2011 15:12
#50 RE: Story von Sophiee^^ Zitat · antworten

Feedback hat wieder etwas nachgelassen, aber ist nicht so schlimm. Ich seh ja an den Klicks, wie viele Leser ich hab!
Aber ich würd mich trotzdem freuen!

@ Miriam, Chiara & Nicki662: Ihr sied solche treuen Seelen Ist für euch!

So, und das ist jetzt der Beginn einer seeeeeeeeeeeeeeeeehr langen Nacht... keine Ahnung, wie viele Teile das jetzt sind...^^
Viel Spaß!!


Verwirrt blickte sie auf. Durch ihren Tränenschleier konnte sie nur einen Schatten wahrnehmen. Den Schatten eines jungen Mannes. Sie wischte sich die Tränen weg. Kurz hatte er Ähnlichkeit mit Marc, aber das war wohl bloß ein Wunschdenken. Schleimig grinste er und sprach sie auf Englisch an.
„Na, schöne Frau, so spät noch so alleine hier?“
Gehirn an Beine: RENNT SOFORT LOS, EGAL WOHIN!!! Der ist mir nicht geheuer…
„Nicht mehr lange…“, murmelte sie und wollte aufstehen. Aber der Mann ließ sie nicht weg. Er packte sie bei der Hüfte und sie war kurz gelähmt. Als er sie näher an sich zog, schrie sie um Hilfe, so laut sie konnte.
Gretchen, HAU JETZT SOFORT AB!!!
„Lassen Sie mich los!!“, schrie sie nun auf Deutsch und kurz fragte er sich, welche Sprache sie wohl sprach. Aber das ließ ihn nicht aufhören, sie zu betatschen.
Los, Gretchen, tu etwas! Du bist doch sonst nicht so hilflos… wie war das noch mit der Selbstverteidigung??!
Sie begann wieder zu weinen. Sie erinnerte sich nicht daran. Und der Mann kam ihr immer näher. Sie schrie und zeterte, sie wollte sich losreißen, aber er war einfach zu stark. Als er ihr an den Hintern fasste, war ihre Erinnerung schlagartig wieder zurück. Auf einmal packte sie ihn und legte ihn im wahrsten Sinne des Wortes übers Kreuz. Als sie sich vergewissert hatte, dass er nicht schwer verletzt war- oft verfluchte sie den hippokratischen Eid- rannte sie los. Und blieb erst stehen, als sie ein silbernes Auto vor einer Wohnung parken sah.
Ist das nicht… Marcs Auto??! Ich könnte doch zu ihm hoch. Wieso ist mir das nicht schon früher eingefallen?
Aber es muss doch nicht seines sein… diese Autos gibt es ja massenweise. Mein Gefühl sagt mir jedoch, dass es seines ist. Ich kann’s doch mal versuchen, der Abend ist sowieso gelaufen. Nie wieder gehe ich nachts alleine irgendwohin!

Außer Atem und hoffnungsvoll rannte sie auf die Wohnung zu. Es war kurz vor Mitternacht, aber Marc würde sowieso noch nicht schlafen. So gut kannte sie ihn schon. Deshalb klingelte sie einfach- und er öffnete, worauf sie schlagartig anfing zu heulen und ihn stürmisch umarmte.



Was macht Hasenzahn denn hier??
Lange hatte Marc nicht Zeit, sich über ihr plötzliches Auftauchen Gedanken zu machen, denn sie fiel ihm schon heulend in die Arme. Kurzzeitig wusste er nicht, wie ihm geschah, aber dann beschloss er, sie einfach in den Arm zu nehmen.
Okay, ich bin ein bisschen überfordert. Sie taucht mitten in der Nacht hier auf- woher weiß sie eigentlich, dass ich hier wohne?- und fällt mir heulend um den Hals. Was tut sie hier? Was ist los? Wieso heult sie so? Und wieso ist sie nicht bei sich zu Hause?
Beruhigend streichelte Marc über ihren Rücken. Er wusste, dass er sie jetzt nichts fragen konnte- sie war zu aufgewühlt, warum auch immer. Aber nach ein paar Minuten war sein Hemd nass und er beschloss, sich von ihr loszueisen, auch wenn es ihm schwerfiel. Sachte drückte er sie von sich und sah sie an. Sie sah furchtbar aus. Ihre Mascara war verlaufen, komplett verlaufen, was ihn darauf schließen ließ, dass sie heute oft geheult hatte. Ihre Haare waren wirr und zerzaust, sie atmete schwer, so als wäre sie den ganzen Abend herumgerannt, und in ihren Augen lag die Angst.
Was ist passiert, verdammt nochmal??!
„Gretchen, was ist passiert? Und woher weißt du, wo ich wohne?“, fragte er, während er die Tür schloss.
„Hab dein Auto gesehen und…“, den Rest des Satzes sagte sie so leise, dass er es nicht verstand. Aber er konnte sich keinen Spruch verkneifen, auch wenn er ihn liebevoll aussprach.
„Seit wann kannst du Autos voneinander unterscheiden?“, fragte er gespielt überrascht. Sie antwortete nicht. Sofort war er wieder ernst.
„Was ist los?“, fragte er nochmal eindringlicher. Sie schluchzte.
Als sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, sagte sie leise: „Kann ich heute hier schlafen?“
Sie will hier schlafen? Warum? Sie ist doch glücklich mit ihrer Mitbewohnerin… ja gut, mir soll‘s recht sein…
Er nickte nur und Gretchen setzte sich auf sein Sofa. Sie sah aus wie ein Häufchen Elend. Und sie schwieg. Er stand immer noch vor der Tür und musterte sie. Irgendwas belastete sie, auch wenn sie sich bemühte, ihm keinen Einblick in ihre Gedankenwelt zu lassen. Er konnte sie lesen, wie ein offenes Buch, und mit jeder stillen Minute mehrte sich seine Neugier- und seine Wut.
Sie kommt hier angekrochen, will hier pennen und sieht aus, als wäre sie durch die ganze Stadt gehetzt. Und sie erzählt mir nichts. Was soll ich davon halten??
„Hasenzahn, was ist los?“, fragte er erneut.
„Lass mich in Ruhe“, sagte sie barsch. Sie hatte immer noch keinen Blick für ihn übrig.
Geht’s noch??! Die sollte dankbar sein, dass ich sie nicht rausschmeiße, was ich tun werde, wenn sie weiter so frech ist.
Okay, rausschmeißen werde ich sie nicht. Wer weiß, ob das je wieder ins Lot kommen würde. Und ich würde es wahrscheinlich nicht übers Herz bringen, mein Mädchen aus meiner Wohnung zu verbannen. Oh Gott. Ich bin schwach. Soo schwach.

Er beschloss, sie wirklich in Ruhe zu lassen, holte sich eine Decke und ein Kissen aus dem Schlafzimmer und stellte sich vor sie. Verwundert blickte sie ihn aus den heute so traurigen blauen Augen an.
„Was wird das jetzt?“, fragte sie.
„Ich würde jetzt gerne schlafen gehen. Da drüben ist das Schlafzimmer, da kannst du schlafen“
„Du lässt mich in deinem Schlafzimmer schlafen? Alleine?!“
„Ich glaube, du willst alleine sein“
Genau das wollte Gretchen sein. Glaubte sie. Aber sie war verblüfft. Seit wann wusste Marc, was sie wollte? Sonst verstand er sie nie…äußerst merkwürdig. Auch Marc schien sich über seinen verständnisvollen Umgang zu ihr zu wundern.
„Ja, danke. Das ist lieb von dir“, sagte sie leise. Ihre Stimme erstarb und sie begann wieder zu weinen.
Oh nee, nicht schon wieder? Was hab ich jetzt falsch gemacht? Ich fand meinen Vorschlag sehr gut, auch wenn ich lieber mit ihr in meinem Bett schlafen würde. Aber heute ist das wohl nicht drin. Ich muss wohl wieder Tröster sein.
Er nahm sie nochmal in den Arm, dieses Mal fester. Es erwartete ihn wieder eine Gefühlsexplosion von Gretchens Seite.
„Wieso bist du so lieb zu mir??! Eigentlich bist du doch ein Arsch, wie alle Männer!“, schrie sie fast panisch und trommelte mit den Fäusten auf seine Brust ein. Ruckartig löste er sich von ihr.
Sie glaubt immer noch, dass ich ein Arsch bin? Der Arsch hat sich schon lange verabschiedet. Was ist mit der los??!
„Wenn du willst, kann ich auch wieder ein Arsch sein…“, meinte er ein wenig beleidigt und sofort schluchzte sie wieder. Er verdrehte die Augen, was sie zum Glück nicht sah.
Ich glaube, wenn sie in dem Zustand ist, kann ich mir nicht erlauben, ein Arsch zu sein. Oder beleidigt zu sein. Oder wütend. Ich muss jetzt wohl weiterhin lieb sein…
Sie standen lange so da. Jeder war mit den eigenen Gedanken beschäftigt. Irgendwann knurrte Gretchens Magen so laut, dass Marc zuerst dachte, ein Bär hätte sich Zutritt zu seiner Wohnung beschafft. Als Gretchen jedoch noch einmal in Worten beteuerte, dass sie Hunger hatte, ging er zum Kühlschrank. Wie er es erwartet hatte, gab es darin nur Bier- und Schokolade.
Ist doch gut, dass ich mich auf ihre Besuche vorbereitet habe. Aber Schokolade wird ihren Magen nicht zufriedenstellen…hmm… was tu ich jetzt?
„Ich hab nur Schokolade da…“, sagte er abwesend. Das erste Mal an diesem Abend musste Gretchen lächeln. Was Marc nur zu gerne sah. Er grinste sie daraufhin an und sie sagte: „Das wird schon fürs Erste reichen…“
Gretchen war immer noch geschockt, traurig und wütend. Sie hatte sich zuvor total hilflos gefühlt. So wollte sie sich nicht noch einmal fühlen. Und sie hatte Schuldgefühle gegenüber Mary. War es wirklich richtig gewesen, sie so anzuschreien? Und ihr klarzumachen, dass sie verdammt sauer war? Grübelnd biss Gretchen in die Schokoladentafel und legte sich schon eine Entschuldigung zurecht- für den Fall, dass Mary sich auch entschuldigte.
Marc musterte sie wieder. Er bekam nie genug von ihrem Anblick. Auch wenn sie verheult und müde war, aber irgendwann war die Stille einfach nur mehr bedrückend. Er beschloss, sie zu beenden.
„Und, deine Karriere- Phase schon vorbei?“, sagte er mit einem verschmitztem Lächeln auf den Lippen. Sie funkelte ihn an. Ihr Blick war so wütend, feurig und…
…verletzt??! Wieso das denn?!
„Nein, ich hab nur eine Pause eingelegt… Kann ich jetzt schlafen gehen?“, fragte sie sichtlich angefressen, woraufhin Marc ihr mit einer Armbewegung das Schlafzimmer zeigte. Mit Stolz erhobenem Kopf verschwand sie im Schlafzimmer, und nur zu gerne wäre er ihr gefolgt.
Sie ist so süß, wenn sie sich aufregt… aber heute wird wohl nichts…
Seufzend ließ er sich auf das Sofa sinken und stellte sich schon einmal gedanklich auf Rückenschmerzen ein, bevor er das Licht löschte. Aber Ruhe finden konnte er noch lange nicht, obwohl er hundemüde war.
Ich versteh immer noch nicht, was sie hat. Vielleicht ein Nervenzusammenbruch? Aber warum? Heute war sie doch noch so fröhlich… danach ist irgendetwas passiert, da bin ich mir sicher. Nur was?? Ich will es wissen… zuerst heult sie, dann schreit sie mich an und nennt mich Arsch, wie alle anderen Männer… Stopp, zurückspulen… wie alle anderen Männer??! Welche Männer denn? Hat sie Frank gesehen? Nein, dann wäre es schlimmer, glaub ich. Und wenn Dr. Reiner ihr etwas getan hat? Will er ihr den Kopf verdrehen? Okay, das ist unwahrscheinlich, so sehr, wie sie in mich verknallt ist… aber wenn er ihr etwas getan hat, verdreh ich ihm nicht den Kopf, nein, ich drehe ihn um 360 Grad herum!!
Vielleicht war es ein wildfremder Mann… sie war sicher in der Stadt unterwegs, sie war ganz außer Atem. Und wieso kann sie nicht zu Hause schlafen? Hat es etwas mit Dr. Thompson zu tun? Hat sie ihr etwa von mir erzählt…??
Nein, dann hätte Gretchen anders auf mich reagiert. Und dann wäre sie wohl auch bei ihr daheim. WAS IST LOS, VERDAMMT NOCHMAL???!!! Wieso ist sie so aufgewühlt??
Man, irgendwann zerbricht mir noch der Kopf… vielleicht sollte ich wirklich schlafen gehen, wie ich schon VOR Gretchens Ankunft wollte…

Während Marc krampfhaft versuchte, einzuschlafen, lag Gretchen in dem Zimmer nebenan auch wach. Sie fühlte sich einsam. Das Bett und das Zimmer war so groß, und die Schatten an den Wänden waren angsteinflößend… sie wusste, dass sie sich etwas einbildete, aber sie sehnte sich nach Marcs starken Armen, in die sie flüchten konnte. Sie wollte sich in ihnen vergraben und so lange drinnen bleiben, bis sie sich besser fühlte.
Eigentlich war das mit dem jungen Mann nicht sehr schlimm gewesen, unter anderen Umständen hätte sie ihm sicher ein paar saftige Ohrfeigen zu den Rückenschmerzen spendiert, aber es hatte das ganze Fass zum überlaufen gebracht. Gretchen sah sich vor sich, immer dicker werdend, Mary mit einem höhnischen Grinsen auf dem Gesicht und Marc, der sich von ihr abwandte, weil er sie einfach nicht mehr attraktiv fand. Sie hatte Angst vor dem, was in den nächsten Monaten passieren würde. Zuerst hatte sie die Angst noch gut im Griff gehabt, aber dann sah sie, wie gemein Mary abgeschoben wurde und wie sauer sie auf sie war. Außerdem war Marc auch ganz merkwürdig. Und in diesem großen Raum fühlte sie sich noch kleiner. Und sie wollte dieses Gefühl nicht mehr haben, deshalb stand sie auf und tapste auf die Tür zu.
Leise öffnete sie sie und fragte ebenso leise: „Marc? Schläfst du schon?“
„Ja“, sagte er müde. Sie schaltete das Licht ein, und es blendete ihn ganz stark. Unwillkürlich öffnete er die Augen. Und sah Gretchen hilflos mitten im Raum stehen. Halbnackt. Seine Augen weiteten sich.
„Ich…ich will doch nicht allein sein…“, sagte sie noch leiser, sodass Marc sie fast nicht verstand. Mit viel Mühe hatte er sie dann doch verstanden, deshalb stand er seufzend auf und ging nach ihr in sein Schlafzimmer.

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