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Dieses Thema hat 168 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

10.04.2010 16:20
2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Hey!
Ja, ihr lest richtig. Obwohl die erste Geschichte noch nicht zu ende ist, hab ich doch schon eine zweite angefangen. aber ich hatte auf einmal ne idee und dann war ich so im schreibfluss drin. und ich will euch das ganze ja nicht vorenthalten
ich hoffe euch gefällt die story und ihr schreibt mir genau so fleißig kommentare wie bei der ersten (die ich übrigens auch noch zu ende schreiben will)
achso. zu meiner story muss ich noch sagen, dass ich die virusgeschichte raus gelassen habe. da hatte ich irgendwie keine lust mehr drauf und alexis ist auch kein betrüger. diesmal liegt es nämlich nicht an ihm und seinen lügen, dass gretchen sich von ihm trennt. und ich schreibe diesmal übrigens aus der sicht von gretchen. aber lest selbst
viel spaß damit :)


„Margarethe!“ höre ich meine Mutter mit durchdringender Stimme rufen.
Wie ertappt drehe ich mich zu ihr um. „Ja?“
„Der Pastor hat dich was gefragt, willst du denn nicht antworten?“ So! Das ist jetzt der Punkt an dem ich echt nervös werde. „Doch klar!“ stammle ich verlegen.
Ich drehe mich also wieder um und sehe Alexis kurz in die Augen. Er ist ganz schön verunsichert, das kann ich sehen. Und er sieht mich schon fast flehend an, damit ich die Worte die jeder hier hören will auch endlich sage. Ich lasse meinen Blick noch einmal kurz durch die Kirche schweifen. Alle waren sie gekommen um mit mir den glücklichsten Tag meines Lebens zu verbringen. Meine Verwandten und Freunde, Familie. Gut, die Hälfte der Leute in der Kirche kenne ich gar nicht aber was soll‘s. Jedenfalls sehen mich alle ziemlich erwartungsvoll an und so langsam wird mir immer heißer. Und dann fällt es mir auf einmal auf. ER ist gar nicht hier. Ich kann Marc nirgendwo entdecken. Erneut lasse ich meinen Blick durch das Kirchenschiff streifen. Aber nichts. Er ist wirklich nicht hier. Das macht mich ganz schön sauer. Erst gestern Abend hatte er mich noch geküsst, dann das Theater im Fahrstuhl und jetzt ließ er mich einfach alleine.
„Frau Haase?“ drängelt nun auch der Pastor. „Wollen sie denn nicht auf meine Frage antworten?“ Geschockt sehe ich den Pfarrer an. Mir wird klar, dass ich jetzt eigentlich „ja“ sagen sollte, aber ich kann nicht. Irgendwas hindert mich daran. Bis dass der Tod euch scheidet ist ja auch wirklich verdammt lang, da kann man doch schon mal Muffensausen bekommen oder nicht? Ich werfe einen letzten Blick auf Alexis dem die Panik schon ins Gesicht geschrieben steht. Er scheint wohl schon zu ahnen was jetzt kommt. Mein Herz klopft wie verrückt. Ich weiß ich liebe Alexis. Aber ich fürchte meine Liebe reicht nicht für ein ganzes Leben. Und dann tue ich es einfach. Ich nehme all meinen Mut zusammen raffe mein Kleid und murmele ein leises „Es tut mir leid!“ in Richtung Alexis und dann laufe ich. Gut, dass ich in die falsche Richtung laufe, hätte mir vielleicht vorher mal jemand sagen müssen aber ok. Ich mache das Beste aus der Situation und schließe mich in der Pfarrtoilette ein. Hier bin ich zumindest sicher. Hoffe ich.
Ich lasse mich auf dem kalten Fliesenboden nieder und fange an zu weinen. Weil ich mal wieder alle enttäuscht habe. Weil ich Alexis verletzt habe. Weil meine Mutter nun doch nicht ihre Enkelkinder bekommt. Weil ich schon wieder nicht glücklich werden kann. Weil Marc nicht hier ist. Vor allem weil Marc nicht hier ist.
Im nächsten Moment höre ich, wie jemand die Türe öffnet.
„Gretchen, bist du da drin?“
Gina! Genau die will ich jetzt eigentlich gar nicht sehen. Hat sie mir doch ihre Freundschaft erst gestern noch so schön bewiesen indem sie mit Marc gepoppt hat. Und sowas nennt sich beste Freundin. Auf solche Freunde kann ich in der nächsten Zeit verzichten. Man sieht ja wo das hingeführt hat.
„Lass mich allein!“ schreie ich und wenige Augenblicke später bin ich wieder allein. Hier auf der Damentoilette der Kirche. Ich schniefe noch eine Weile vor mich hin bis ich merke wie die Tür erneut aufgeht. „Schwesterherz?“ Gott sei Dank, es ist nur Jochen! „Hier!“ rufe ich ganz bemitleidenswert und schließe die Tür auf, damit Jochen sich zu mir setzen kann. Er setzt sich neben mich auf den Boden und sieht mich an. Ich will gar nicht wissen wie furchtbar ich aussehen muss. Aber Jochen lässt zum Glück keinen blöden Kommentar ab sondern legt seinen Arm um meine Schulter. Und dann bricht es aus mir raus. „Was habe ich nur getan?!“ schluchze ich und ich merke wie Jochen ein Grinsen über die Lippen huscht. „Du hast ‚nein‘ gesagt!“ erwidert Jochen und drückt mich an sich. Um das klarzustellen. Ich habe ja gar nicht ‚nein‘ gesagt. Ich hab gar nichts gesagt. „Oh Gott Jochen ich…“ Weiter komme ich nicht, denn auf einmal packt es mich wieder und ich heule wieder los. Jochen atmet tief ein und reicht mir ein Stück Toilettenpapier. Ich nehme es dankbar an und schnäuze einmal kräftig rein. Ah! Schon viel besser. Ich merke wie Jochen mich wieder loslässt und mich ernst ansieht.
„Du hast genau das Richtige getan Schwesterlein!“
Ich verstehe nicht ganz. Will Jochen etwa nicht wie alle anderen auch, dass ich den Millionär heirate und glücklich werde? Verwundert sehe ich Jochen an, der sich durch meinen Blick genötigt, tatsächlich zu einer Erklärung hinreißen lässt.
„Na du liebst diesen Meier einfach mehr, da wär es ein Fehler gewesen wenn du jetzt ‚ja‘ gesagt hättest!“ Wow! Und sowas aus dem Mund meines Bruders. Hätte nicht gedacht, dass ich wirklich mal so ernst mit Jochen würde reden können. Hach. Der kleine wird auch langsam erwachsen. Aber zurück zum Thema! Ich liebe Marc natürlich NICHT! Wie auch wenn er meine beste… ok ehemals beste Freundin bumst? Also gehe ich mal lieber nicht darauf ein und wechsle lieber schnell das Thema.
„Sind die Gäste schon weg?“ schniefe ich und Jochen reicht mir noch mehr Klopapier.
„Ja die sind weg.“
„Und was… was ist mit Alexis?“
„Der steht draußen vor der Tür und will mit dir reden!“ Auch das noch. Hatte ich ja schon wieder fast vergessen, dass ich mich jetzt ja auch noch vor ihm rechtfertigen muss. Gut, eigentlich bin ich ihm ja auch wirklich eine Erklärung schuldig aber muss das ausgerechnet jetzt sein? Naja. Hilft ja alles nichts. Mache das doch am besten jetzt, dann hab ich es hinter mir. Vielleicht kann Alexis mir das ganze auch besser verzeihen wenn ich ihm alles erkläre.
„Dann hol ich mal rein.“ Bitte ich Jochen.
„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist.“
„Bitte Jochen.“
Seufzend steht Jochen auf und geht raus. Ich stehe auch schnell auf und werfe einen Blick in den Spiegel. OH MEIN GOTT!!! Gut, dass Marc mich so nicht sehen kann. Ähhh… Habe ich grade Marc gesagt? Muss ein freudscher Versprecher oder so gewesen sein.
So schnell ich kann wische ich mir die verlaufene Schminke aus dem Gesicht und zupfe meine Haare ein wenig zu Recht. Und dann geht auf einmal die Tür auf und Alexis steht vor mir.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

10.04.2010 20:44
#2 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Soooo, weil ich grad so im eifer bin bekommt ihr noch einen teil heute.
und ein ganz großes dankeschön an alle die mir einen kommi dagelassen haben. das freut mich sehr
liebste grüße und viel spaß :)


Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass auch er geheult hat.
„Alexis ich….“ Fange ich vorsichtig an. Schließlich suche ich ja noch nach den richtigen Worten um alles doch irgendwie wieder gut zu machen. Doch er lässt mich gar nicht ausreden, stürmt gleich auf mich zu und nimmt meine Hand.
„Sternchen, was ist denn los? Habe ich irgendwas falsch gemacht dass du mich auf einmal nicht mehr heiraten willst?“ Oh Gott! Ich fühle mich ab jetzt gleich doppelt schuldig weil Alexis so gutmütig ist und die Schuld auch noch bei sich sucht. Ob er etwas falsch gemacht hat? Natürlich nicht. Er kann ja auch nichts dafür dass er nicht Marc Meier ist. Aber das sage ich ihm lieber nicht.
„Was nein, es liegt nicht an dir, ich…“ Ja… was will ich denn eigentlich? Auf Marc kann ich mich doch erst recht nicht verlassen. Der ist ja nicht mal hier. Wo steckt der Idiot eigentlich? Wahrscheinlich wartet er hinter der Kirche auf Gigi damit die beiden es da ganz hemmungslos treiben können. Wäre ja auch nicht das erste mal, dass er irgendein Weib hinter der Kirche flachlegt. Aber genug von Marc, zurück zu Alexis!
„Sternchen wenn du Zeit brauchst, dann gebe ich sie dir. Ich weiß wir sind ja noch gar nicht so lange zusammen und das mit der Hochzeit kam alles ziemlich schnell. Wenn du willst lassen wir uns einfach mehr Zeit, ja?“ Alexis‘ Stimme scheint fast schon zu flehen aber ich lasse mich jetzt nicht weichkochen. Ich kann auf keinen Fall wieder mit zu ihm nach Hause gehen und so tun als wäre nichts gewesen.
„Ich brauche vielleicht wirklich ein bisschen Zeit zum Nachdenken.“ Gebe ich zu. Dass ich auch über Marc nachdenken muss, verschweige ich lieber. Aber Alexis scheint irgendwie zu bemerken dass da mehr ist.
„Du zweifelst doch nicht etwa immer noch wegen diesem blöden Oberarzt oder?“ Oh oh! Sollte ich mich jetzt erwischt fühlen? Wahrscheinlich schon. Aber statt ehrlich zu sein und zuzugeben dass ich immer noch an Marc hänge, versuche ich es lieber mit einer peinlichen und leicht panischen Lüge.
„Oberarzt? Welcher Oberarzt? Ach Marc? Nein nein. Mit Marc hat das nichts zu tun.“ Ich lache nervös. Ob Alexis jetzt bemerkt hat, dass ich gelogen habe? Dass es eigentlich irgendwie ALLES mit Marc zu tun hat? Wahrscheinlich schon. Denn er dreht sich leicht säuerlich um zur Türe und bevor er raus geht dreht er sich nochmal um und blickt in mein verheultes Gesicht. „Ich werde dich ihm nicht so einfach überlassen Gretchen. Ich werde um dich kämpfen. Ich liebe dich einfach zu sehr.“ Und mit diesen Worten verschwindet er aus der Toilette und lässt mich allein. Was soll das denn jetzt bitte bedeuten? Ich breche ihm das Herz und er will mich trotzdem zurück? Eigentlich liebe ich ihn ja auch. Vielleicht kann ich doch lernen ihn mehr zu lieben als Marc?
Das kann ja alles noch heiter werden. Am liebsten hätte ich mich die nächsten 5 Jahre hier auf der Toilette eingesperrt aber der Pfarrer scheint irgendwie was dagegen zu haben und bittet mich freundlich aber bestimmt, die Toilette mal so langsam zu räumen. Leider muss ich zugeben, dass er Recht hat und ich wirklich nicht ewig hier bleiben kann. Also öffne ich vorsichtig die Tür und trete hinaus. Draußen warten meine Eltern, Jochen, Sabine, Gigi und Mehdi auf mich. Leicht beschämt gehe ich auf sie zu. Und plötzlich bemerke ich, dass ich neben einer geplatzten Hochzeit ja auch noch ein anderes großes Problem habe, denn ich bin quasi obdachlos. Meine Mutter, die daran wohl auch schon gedacht hat, kommt auf mich zugelaufen und schließt mich in ihre Arme. Ich warte schon auf ihre Vorwürfe und dass ich mit 30 ja wirklich zu alt für solch ein Theater bin, aber sie sagt nichts außer „Dann wohnst du jetzt erst mal wieder bei uns?“ und dafür danke ich ihr im Stillen. Jetzt kommt auch mein Vater auf mich zu und nimmt mich ebenfalls in den Arm. Auch von ihm keine Vorwürfe, aber ich hatte eh das Gefühl, dass er Alexis nicht so richtig leiden kann. „Du kannst auch bei mir wohnen wenn du möchtest.“ Höre ich auf einmal Mehdi sagen und als meine Eltern mich endlich losgelassen haben, kommt er ebenfalls auf mich zu und drückt mich. Ich kann mich irren, aber ich meine auf seinem Gesicht ein erleichtertes Grinsen zu sehen. Ob das daran liegt dass ich nicht geheiratet habe? Ob Mehdi wohl immer noch in mich verliebt ist? Moment mal. Grade erst habe ich meine eigene Hochzeit abgeblasen und schon kurz danach denke ich darüber nach, ob Mehdi noch in mich verliebt ist? Vielleicht sollte ich wirklich mal ne Therapie machen? „Oder auch bei mir wenn sie möchten Frau Doktor.“ Vernehme ich Sabines Stimme, lehne aber gleich dankend ab und entscheide mich dafür, doch wieder zu meinen Eltern zu ziehen.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

11.04.2010 14:52
#3 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu!
hab jetzt wieder ein bisschen nachschlag für euch
danke an alle kommischreiber
viel spaß beim lesen


Kurz darauf betrete ich mein ehemaliges Kinderzimmer. Erneut. Wieder eine geplatzte Hochzeit, nur dass ich dieses Mal daran Schuld trage. Erschöpft lasse ich mich auf mein Bett fallen und starre nachdenklich auf die Decke. Ohne von der Decke wegzublicken taste ich mit meiner rechten Hand nach meinem Nachttisch, der nebenbei gesagt die Form eines Pferdekopfes hat, und tatsächlich, in der obersten Schublade finde ich eine Tafel Schokolade. Das hab ich jetzt auch wirklich bitter nötig. Hmmm… Was Marc wohl grade macht? Upps. Schon wieder hab ich an Marc gedacht. Sollte doch eigentlich darüber nachdenken ob ich es nochmal mit Alexis versuchen will aber meine Gedanken schweifen irgendwie immer wieder zu Marc ab. Ich schließe die Augen und denke an den Polterabend zurück. Dieser Kuss. Und wie er mich danach angesehen hat. So als habe er mit diesem Kuss etwas sagen wollen… Aber dann muss ich erfahren dass er was mit Gigi hatte. Wie kann ich ihm da jemals irgendetwas glauben was er sagt. Wenn er denn mal was sagt. Eigentlich sagt er ja eher gar nichts. Er küsst lieber wild in der Gegend rum. Ok. So wild nun auch wieder nicht. In letzter Zeit scheint er ja nur mich geküsst zu haben. Ach ja… Gigi hat er auch geküsst. Hätte ich fast schon wieder vergessen.
Auf einmal klopft es an meiner Zimmertüre und wenige Augenblicke später steht Gigi bei mir im Zimmer. Ich drehe mich zur Seite und kehre ihr den Rücken zu. Sie scheint dieses mehr als eindeutige Zeichen allerdings nicht zu verstehen und setzt sich einfach zu mir auf die Bettdecke.
„Wie geht es dir Gretchen?“ Was für eine blöde Frage! Wie soll es mir schon gehen?
„Hm.“ Brumme ich nur und ziehe mir die Bettdecke hoch bis zu den Schultern. Irgendwie ist da auf einmal so eine Distanz zwischen Gigi und mir. Ich fühle mich fast schon Unwohl weil sie jetzt hier bei mir sitzt und nicht mal mit einem Wort erwähnt, dass sie gestern noch mit Marc geschlafen hat.
„Was willst du denn jetzt machen?“ höre ich Gigi fragen. Ich beschließe brav zu antworten, vielleicht werde ich sie so schneller wieder los.
„Ich gehe morgen wieder arbeiten.“ Sage ich schließlich eher unüberlegt als geplant und bin selber verwundert.
„Ich dachte du wolltest erst mal über alles nachdenken?“ fragt Gigi skeptisch und beugt sich leicht über mich so als könnte sie dann besser verstehen warum ich wieder arbeiten will. Daraufhin drehe ich mich zu ihr um und sehe sie an.
„Ich kann aber nicht den ganzen Tag zu Hause rumsitzen und nichts machen, dann werde ich ja verrückt!“ rechtfertige ich mich ein wenig zu laut und ein wenig zu gereizt was mir auch sofort leid tut. Ich denke darüber nach, ob ich wirklich nur nicht verrückt werden will, oder ob ich nur wieder arbeiten gehen will um Marc zu sehen. Wahrscheinlich beides irgendwie. Gigi ist mit meiner Antwort jedenfalls zufrieden und sagt nichts weiter dazu.
„Vielleicht ziehst du dich erst mal um, hm?“ wechselt Gigi schließlich das Thema und erst da merke ich, dass ich immer noch mein Kleid trage. Ich nicke stumm und richte mich auf. Gigi steht ebenfalls auf und verlässt mein Zimmer. „Wenn irgendwas ist, du weißt ja wo ich bin.“ Ach ja. Hatte ja ganz vergessen dass sie sich hier eingenistet hat für die Zeit wo sie hier ist. Wie gut, dass sie bald wieder nach London zurück muss. Ich ertrage ihre Nähe einfach noch nicht. Vielleicht später irgendwann wieder aber im Moment erinnert sie mich einfach immer nur daran was sie und Marc getan haben.
Mit wenig Hoffnung mache ich meinen Kleiderschrank auf und schon der erste Blick da rein verrät mir, dass mein Unmut durchaus begründet ist. Denn natürlich habe ich alle meine Klamotten bei Alexis in der Villa und diese Klamotten hier in meinem Schrank hatte ich wohl zuletzt Anfang der 90er an. Was bedeutet, dass ich da unmöglich noch reinpassen kann. Ich suche noch ein bisschen genauer und ganz ganz hinten im Schrank finde ich eine schwarze Leggings mit bunten Punkten und einen dunkelblauen Wollpulli. Nicht das Schönste was man tragen kann aber besser als frieren. Ich streife mein Kleid ab und lege es vorsichtig auf meinen Schreibtisch. Dann schlüpfe ich in die Leggins(wie gut dass die einen hohen Stretch-Anteil hat) und in den Pulli. Jetzt sehe ich wahrscheinlich ziemlich bescheiden aus, aber das ist jetzt auch egal. Obwohl… So ganz egal ist das vielleicht doch nicht, irgendwas muss ich ja schließlich auch morgen bei der Arbeit anziehen. In Jochens Sachen passe ich ja leider nicht rein, sonst hätte ich mir bei dem ne Jeans geborgt und sonst hat auch niemand meine Größe. Bis auf… Gigi! Zur Wiedergutmachung kann die mir ja ein paar Klamotten leihen. Wenn ich den Bauch einziehe, könnte das sogar klappen. Aber jetzt gehe ich erst mal in meinem ‚Outfit‘ nach unten und mache mir ein Brot mit Nutella. Nicht dass ich noch verhungere oder so. In der Küche treffe ich auf meinen Vater, der mich leicht geschockt ansieht, sich einen Kommentar über meine Figur aber anscheinend lieber verkneift. Besser für ihn!
Ich beiße in mein Brot und teile meinem Vater nebenbei mit, dass ich morgen wieder zur Arbeit gehen werde. Bevor mein Vater irgendetwas erwidern kann und mich nachher doch wieder ‚Kälbchen‘ nennt, verlasse ich die Küche lieber ganz schnell wieder. Ich verziehe mich schnell wieder in mein Zimmer und werfe mich aufs Bett. Während es langsam immer dunkler wird, kann ich die kleinen Leuchtsternchen, die ich irgendwann mal an die Decke geklebt habe, immer besser erkennen. Bei dem Wort ‚Sternchen‘ wird mir allerding ein bisschen unwohl. Alexis will also tatsächlich noch weiter um mich kämpfen. Ich bin irgendwie nicht sicher ob ich das möchte aber andererseits kann ein zweiter Versuch ja auch nicht schaden, oder? Ich beschließe jedenfalls, dass ich mir mit meiner Entscheidung Zeit lassen würde ehe ich erschöpft einschlafe.

schleumel Offline

Mitglied


Beiträge: 2.683

12.04.2010 12:48
#4 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey mädels =)
hier kommt wieder ein neuer teil für euch.
ich hoffe übrigens, dass ihr nicht allzu enttäuscht seid, dass es noch keinen zucker und kein martchen gab, aber ich wollte die geschichte erst mal ein bisschen aufbauen. Und gretchen ist im moment ja eh ziemlich verwirrt was ihre gefühle für die männerwelt angeht
aber der zucker kommt schon noch, versprochen ein bisschen geduld
so jetzt aber genug gequatscht, viel spaß beim lesen


Als ich am nächsten Morgen in den Spiegel blicke möchte ich am liebsten im Erdboden versinken. Ich habe einen ockerfarbenen, knielangen Rock und eine langärmlige, graue Seidenbluse an. Dazu schwarze Sandaletten. Das einzige was noch nach mir aussieht sind meine Haare, die ich zu einem Knoten zusammen gebunden habe. Aber leider ist das das einzige aus Gigis Koffer, das mir gepasst hat. Also werde ich wohl warten müssen bis ich mich im Krankenhaus umziehen kann. Hoffentlich laufe ich vorher nicht Marc über den Weg.
Aber wie es das Schicksal will steige ich grade in den Aufzug im EKH ein, als ich von hinten ein unfreundliches „Ey Brillenschlange ich will auch noch mit!“ vernehme und kurz darauf huscht Marc in den Aufzug und die Türen schließen sich hinter ihm. Oh Gott! Was mache ich denn jetzt? Am besten schön mit dem Rücken zu ihm stehen bleiben, dann fällt ihm vielleicht nicht auf, dass ich gar nicht Gigi bin.
„Und? Bist du jetzt Gretchens Ersatz so lange sie in den Flitterwochen ist?“ HILFE!!!! Warum muss er ausgerechnet jetzt den Drang nach Smalltalk haben? Kann er das nicht auf später verschieben? Obwohl ich ihn nicht ansehe, spüre ich seine Blicke auf meinen Rücken die auf eine Antwort warten. Also gut, Augen zu und durch. Ich räuspere mich und versuche meine Stimme ein wenig zu verstellen.
„Ich also… ähhh…“ Na toll. Ganz überzeugend.
„Hasenzahn?“ kommt es ganz verblüfft von Marc und schon fühle ich, wie seine Hand nach meinem Arm greift und mich herumwirbelt. Er sieht mich eine Weile lang an und fängt dann lauthals an zu lachen. Irgendwie habe ich das Gefühl dass er gar nicht mehr aufhört zu lachen. So langsam reicht es echt. SO schlimm kann ich doch gar nicht aussehen.
„Marc!“ sage ich forsch und werfe ihm einen bösen Blick zu.
Marc berappelt sich wieder ein bisschen, das laute Lachen ist einem schelmischen Grinsen gewichen.
„Was hast du denn an Hasenzahn? Ist dein reicher Geldsack etwa so kniepig, dass er dir nicht mal was nettes zum anziehen kauft?!“ wettert Marc aber ich habe keine Lust ihm die ganze Sache jetzt zu erklären.
„Ach!“ werfe ich nur ein und drehe mich um damit Marc nicht sieht wie die Tränen wieder in mir hochkommen. Und er scheint es wirklich nicht zu bemerken, und reißt deswegen lieber noch einen Spruch. „Hätte ja auch eigentlich wissen müssen dass du nicht Gigi bist. Die hat ja gar nicht so einen fetten Arsch wie du!“ SO! Jetzt reicht es aber wirklich! Ist mir egal wenn er denkt, dass ich gestern Alexis geheiratet habe und deswegen schlecht drauf ist aber das ist eindeutig zu viel! Heulend renne ich aus dem Fahrstuhl raus und lasse Marc recht verdutzt zurück.
Ich renne ins Schwesternzimmer zu meinem Spint und hole eine Jeans und ein T-Shirt raus. Dann ziehe ich mich schnell um und werfe meinen Kittel über. Schließlich ist gleich Visite. Wische mir noch schnell die Tränen aus dem Gesicht, da kommt auch schon Schwester Sabine angelaufen.
„Frau Doktor, wie schön dass sie doch arbeiten gekommen sind.“ Sagt sie euphorisch und sieht mich erfreut an. Sie strahlt so sehr dass ich mich fragen muss, ob sie den Grund schon wieder vergessen hat warum ich heute arbeite und nicht auf irgendeiner Insel am Strand liege. Aber ich sage lieber nichts.
„Hmm… Ja, Sabine!“ sage ich nur und hoffe, dass sie mich jetzt in Ruhe lässt, aber natürlich tut sie das nicht.
„Weiß der Herr Doktor denn schon dass sie wegen ihm den Herrn von Buren nicht geheiratet haben?“
Also das muss ich jetzt aber mal richtig stellen.
„Was? Also ich hab die Hochzeit doch nicht wegen Ma… ähh.. Doktor Meier abgeblasen. So ein Unsinn, also wirklich Sabine. Ich war einfach noch nicht so weit. Und ähh… der Doktor Meier muss das auch gar nicht sofort erfahren, ok?“ Stottere ich und hoffe dass sie mir das abkauft. Und dass ich mir das auch selber abkaufe.
„Achso!“ erwidert Sabine nur mit einer hochgezogenen Augenbraue und setzt sich an den Schreibtisch. Anscheinend glaubt sie mir nicht. Aber egal. Ich weiß ja selber nicht mal ob ich mir glauben kann. Ich prüfe noch einmal nach ob man mir noch ansehen kann, dass ich wieder geflennt habe aber ich kann nichts mehr sehen was darauf hindeutet. Ich atme einmal tief ein und wieder aus und bereite mich mental schon mal auf die Visite vor. Kurz darauf höre ich, wie Marc „Visite! Zack Zack!“ ruft und Sabine und ich springen auf und folgen ihm. Vor der ersten Türe bleibt er kurz stehen und deutet mit der Hand auf die Türe um uns zu signalisieren, dass wir vor ihm reingehen sollen. Sabine geht als erste, dann ich und Marc hinterher. Er legt ganz kurz seinen Arm auf meine Schulter. Eigentlich tut er das auch nur um mich ins Zimmer hineinzuschieben aber seine Berührung ruft bei mir ein unerwartetes Kribbeln hervor. Obwohl er die Hand schon lange weggenommen hat, kann ich sie immer noch auf meiner Schulter spüren. Für einen Moment schließe ich die Augen und frage mich wie es wohl wäre wenn Marc mal nett sein könnte. Wenn er nicht einfach so ankommt und mich küsst und dann mit meiner besten Freundin schläft. Wenn er einfach mal sagen könnte wo ich bei ihm dran bin. Apropos Marc! Er ist es auch, der mich wieder aus meiner Gedankenwelt rausholt.
„Haase!!!“
„Was?“
„Die Werte!“
„Ja die Werte.“ Hektisch blättere ich die Patientenakte durch und nenne Marc schließlich die Werte und ärgere mich im selben Moment darüber, dass Marc sich mal wieder wie ein Arsch benimmt. Er könnte doch ein bisschen Rücksicht nehmen jetzt wo meine Hochzeit irgendwie doch ins Wasser gefallen ist. Ach ja. Marc weiß ja noch von nichts. Na gut.
Den Rest der Visite gebe ich mir wirklich Mühe und versuche mich zu konzentrieren was mir eigentlich auch ganz gut gelingt. Jetzt hab ich mir aber wirklich eine Belohnung verdient. Also mache ich schnell einen kleinen Ausflug zum Schokoautomaten, wo ich auf Mehdi treffe.
„Ach, hallo Gretchen!“ irgendwie hat er immer noch dieses Grinsen drauf.
„Hallo Mehdi!“ begrüße ich ihn und ziehe mir gleichzeitig eine Tafel Schokolade. Zartbitter, das brauche ich jetzt ganz dringend.
„Und wie geht es dir jetzt?“ Grr… Dass mich das auch wirklich jeder fragen muss. Woher soll ich bitte wissen wie es mir geht?!
„Ach, geht schon.“ Lüge ich und beiße in die Schokolade.
„War vielleicht auch richtig. Vielleicht liebst du ja doch einen anderen?“ Warum hört sich das jetzt wie eine Frage an? Und warum weiß Mehdi dass ich immer noch an Marc denke? Oder denkt Mehdi etwa…? Oh Gott!
„Hmm… Vielleicht.“ Murmele ich und beiße erneut in die Schokolade.
Plötzlich sehe ich wie Marc um die Ecke kommt und auf den Kaffeeautomaten zusteuert.
„Hasenzahn!“ brüllt er durch den ganzen Gang und kommt näher. „Nur weil du jetzt verheiratet bist, heißt das nicht, dass du dich komplett gehen lassen kannst. Irgendwann platzt du dann nämlich wirklich.“ Wirft Marc mir entgegen und grinst fies. Und wieder kann ich nichts dagegen machen, dass mir die Tränen aufsteigen und sich den Weg über meine Wangen bahnen. Marc stellt das ein wenig verwundert fest, kommt aber nicht auf die Idee sich zu entschuldigen. Warum auch?
„Boar Marc du bist so unglaublich…. doof!“ schreie ich und laufe davon. Ich höre noch wie Mehdi sauer auf Marc einredet. „Ey sag mal spinnst du?!“ Wahrscheinlich erzählt Mehdi Marc jetzt, dass ich gar nicht geheiratet habe. Aber das kriege ich schon nicht mehr mit, ich habe mich nämlich längst in ein leeres Patientenbett geschmissen und heule munter drauf los.
Ich weiß gar nicht wie lange ich geheult habe aber irgendwann merke ich wie die Tür aufgeht. Ich muss gar nicht erst hinsehen, ich weiß auch so schon, dass es Marc ist. Ich höre wie er langsam näher kommt und sich zu mir ans Bett setzt. Ich liege auf dem Bauch und halte meine Augen geschlossen. Außerdem will ich nicht, dass er mein verheultes Gesicht sieht, deswegen vergrabe ich es lieber im Kopfkissen.
„Hasenzahn?“ fragt er vorsichtig und rüttelt dabei leicht an meiner Schulter.
Ich gebe ein Brummen von mir um ihm zu zeigen dass ich wach bin und nicht schlafe.
„Hasenzahn ich wusste doch nicht, dass ihr nicht… also, dass du ihn nicht… dass du ‚nein‘ gesagt hast.“ Versucht Marc sich irgendwie zu rechtfertigen und stammelt ein bisschen vor sich her.
„Und selbst wenn du es gewusst hättest, du kannst doch eh immer nur gemein sein!“ gebe ich trotzig zurück und vergrabe mein Gesicht noch ein bisschen tiefer im Kissen weil mir wieder die Tränen hochkommen.
„Ich weiß Hasenzahn und das tut… ähh also… ich hab das auch nicht so gemeint.“
Argh! Warum kann er nicht einfach sagen dass es ihm leid tut?! Warum immer dieses Rumgestammel? Und warum kann er nicht einfach zugeben dass er nur gemein war, weil er nicht wollte, dass ich Alexis heirate? Aber nein! Marc stammelt lieber rum.
„Schön!“ erwidere ich noch trotziger als eben.
„Warum bist du weggelaufen?“ fragt Marc mich auf einmal. Haha! Das würde ich selber auch gerne wissen. Beziehungsweise eigentlich weiß ich es ja, aber ich will es einfach nicht zugeben. Und schon gar nicht vor Marc. Das würde seinem Ego doch den ultimativen Kick geben wenn ich ihm sage, dass ich weggelaufen bin weil ich immer noch an ihn denken muss.
„Weiß nicht!“ lüge ich deswegen und bin mir im selben Moment bewusst darüber, dass Marc mir das nicht abkaufen wird. Und er tut es auch nicht. Ich spüre förmlich wie er vor sich her grinst. Ganz zu meiner Überraschung sagt Marc aber tatsächlich einmal nichts. Er schweigt. Und auf einmal merke ich wie er mir über den Arm streichelt. Mein Herz fängt komischerweise an schneller zu schlagen und mir wird ein bisschen warm. Außerdem merke ich wie sich meine Mundwinkel zu einem kleinen Lächeln verziehen. Aber das unterdrücke ich ganz schnell wieder. Ich bin nämlich überhaupt nicht mehr verliebt in Marc!
„Ich bin froh, dass du den Geldsack nicht geheiratet hast.“ Flüstert Marc mir noch ins Ohr und gibt mir einen ganz sanften Kuss auf den Nacken. Und dann ist er auch schon wieder verschwunden. Und ich bin noch viel verwirrter als vorher.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

13.04.2010 12:56
#5 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu!
erst mal danke für die lieben kommentare.
ihr wollt also mehr zucker? sollt ihr haben aber nur ein klitze kleines bisschen
muss die dosis ja langsam steigern, nicht dass hier jemand einen zuckerschock bekommt
wünsche euch wie immer viel spaß beim lesen
allerliebste grüße


Als ich mich irgendwann wieder traue aus dem Zimmer raus zu kommen, ist meine Schicht schon fast vorbei. Komischerweise hat Marc mich in Ruhe gelassen und nicht einmal nach mir gerufen. Vielleicht versteckt sich tief in ihm ja doch ein mitfühlendes Wesen? Auf dem Weg zum Schwesternzimmer begegne ich der Hassmann. Na toll. Die hat mir grade noch gefehlt.
„Ah Frau Haase!“ Ob die das ‚Doktor‘ extra weggelassen hat?
„Hallo!“
„Wie ich gehört habe, haben sie den gutaussehenden Millionär sitzen gelassen?“
Also das geht ein bisschen zu weit. Was geht die das bitte an? Ich wette die wartet nur darauf dass Alexis wieder frei ist damit sie sich ihm an den Hals schmeißen kann. Dabei weiß ich nicht mal ob Alexis wieder frei wird. Habe mich ja noch nicht entschieden. Aber das muss die Hassmann ja nicht wissen.
„Ich habe ihn nicht sitzen lassen. Wir machen nur eine kleine Pause. Ein bisschen Abstand weil alles so schnell ging.“ Versuche ich mich rauszureden und die Hassmann gibt sich mit der Antwort anscheinend auch zufrieden.
„Aber wenn sie ihn dann für den Meier verlassen haben, dann kann ich ihn haben, oder?“ Grrrr…. Die hat Nerven! Und woher will die wissen für wen ich mich entscheide. Tun ja alle so als hätte ich mich schon lange entschieden. Habe ich doch nicht, oder?
„Jaja!“ gebe ich genervt aber doch zu meiner eigenen Überraschung von mir und mache eine winkende Bewegung mit der Hand, ehe ich mich von der Hassmann verabschiede und weiter ins Schwesternzimmer gehe. Dort angekommen lasse ich mich erst mal auf die Bank vor meinem Spint fallen und atme laut aus. Gut, ich hatte heute nicht besonders viel geleistet aber das ganze Heulen ist auch anstrengend. Zum Trost hole ich eine Tafel Schokolade aus meiner Tasche, sehe sie an und sage traurig „Warum muss alles immer so kompliziert sein?“ und beiße in die Tafel rein.
Ich bin so in Gedanken versunken und auf die Schoki konzentriert, dass ich gar nicht bemerke, dass Marc oben ohne im Raum steht und mich verwundert ansieht.
„Äh Hasenzahn?“
Upps… Vielleicht sollte ich das nächste Mal nachgucken ob ich auch wirklich alleine bin wenn ich mal wieder irgendwas Peinliches von mir gebe.
„Marc?“ Oh! Wie er da steht. Er sieht wirklich aus wie ein junger Gott. Und er geniert sich auch überhaupt nicht und macht auch keine Anstalten seinen makellosen Oberkörper wieder mit Kleidung zu bedecken. Ich wette das macht er absichtlich!
„Soll ich dich nach Hause fahren?“
Ich überlege kurz. Eigentlich wollte ich ja ein bisschen Abstand von Marc. Ok, eigentlich wollte ich keinen, deswegen bin ich ja auch wieder arbeiten gegangen aber uneigentlich will ich doch irgendwie welchen. Aber ich habe auch keine Lust zu Fuß zu gehen geschweige denn auf den Bus zu warten. Und da meine Mutter mich heute Morgen mitgenommen hat, aber leider schon weg ist, bleibt mir wohl nichts anderes übrig als bei Marc mit zu fahren.
Also nicke ich ihm zu. „Aber nur wenn du dir was anziehst.“ Versuche ich zu scherzen und merke schon während des Sprechens, dass ich mal wieder ziemlich unlustig bin. Und jetzt bin ich auch noch nervös denn Marc kommt auf mich zu und steht plötzlich ganz nah vor mir. Und er ist immer noch oben ohne, das will ich kurz festhalten! Jedenfalls kommt er so nah an mich ran, dass ich seinen Atem schon an meiner Wange spüren kann. Mein Herz klopft schneller und für einen Moment sehe ich Marc einfach nur in die Augen und vergesse alles um mich herum. Doch auf einmal kommt Marc noch ein Stück näher(hätte ja nicht gedacht, dass noch näher möglich ist, aber es geht!) und berührt mit seiner Hand sanft meine Fingerspitzen. „Mache ich dich etwa nervös Hasenzahn?“ haucht er mir grinsend zu und noch bevor er weitere Charme-Attacken gegen mich einsetzt, mache ich einen Schritt zur Seite und tue so als würde ich irgendwas hier im Raum suchen.
„Quatsch!“ Neeein! Natürlich macht er mich NICHT nervös, deswegen renne ich wie wild hier im Raum rum und suche nach einem Ding das es nicht gibt, nur um ihm nicht in seine Augen sehen zu müssen. In seine wunderschönen grünen…. Moment! Ich darf nicht wieder anfangen zu schwärmen!
Marc hat sich Gott sei dank wieder abgewandt und zieht sich endlich wieder was an. Dann nimmt er seinen Schlüssel und seine Jacke aus seinem Schrank und geht raus. „Ich warte unten auf dich Hasenzahn.“

schleumel Offline

Mitglied


Beiträge: 2.683

13.04.2010 22:29
#6 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen
ich dachte ich geb euch noch nen kleinen teil vor dem einschlafen
viel spaß damit


Nachdem ich meine Sachen auch endlich zusammengesucht habe, so viel ist es ja eigentlich auch nicht aber ich stelle mich mal wieder ziemlich ungeschickt an, folge ich Marc nach unten. Als ich auf den Parkplatz trete, kann ich direkt sehen wie Marc lässig an seinem weißen Volvo lehnt und raucht. Während ich mich ihm nähere, wirft er die Zigarette weg und öffnet mir sogar die Tür! Vielleicht sollte ich diesen Tag im Kalender rot anmalen. Oft passiert das sicher nicht!
Ich steige jedenfalls ein und wenig später startet Marc das Auto und wir fahren los.
Eine Zeit lang sagt keiner von uns etwas. Aber ich spüre schon wieder diese Spannung die in der Luft liegt. Das ist auch nur bei mir und Marc so. Bei Alexis habe ich sowas nie gefühlt. Ob das ein Zeichen ist? Ich verwerfe den Gedanken schnell wieder denn ich wollte mir bei meiner Entscheidung ja Zeit lassen.
Also starre ich einfach aus dem Fenster und versuche zu vergessen dass Marc neben mir sitzt. Das klappt eigentlich auch ganz gut, bis er auf einmal anfängt zu reden.
„Und was wirst du jetzt machen?“ Was ist denn auf einmal los mit dem? Das ist ja schon das zweite Mal heute, dass er reden will. Kennt man sonst von dem gar nicht.
Irgendwie weiß ich allerdings so gar nicht, was ich Marc darauf antworten soll. Dasselbe was ich der Hassmann gesagt habe vielleicht? Neee… Marc merkt doch immer sofort wenn ich lüge. Auch das musste ich mir heute ja schon eingestehen.
„Ich weiß nicht!“ gebe ich ehrlich zu. „Abwarten, Nachdenken und dann eine Entscheidung treffen.“ Was ich sonst noch machen will weiß ich ja selber nicht. Marc ist der erste dem ich die Wahrheit gesagt habe. Warum weiß ich auch nicht.
Ich sehe Marc an und warte darauf, dass er irgendeine Reaktion zeigt. Und das tut er dann auch. Ein leichtes Lächeln huscht über seine Lippen und er hält vor meiner Haustüre an. Dann sieht er mich mit seinen grünen Augen an. So als würde er versuchen meine Gedanken zu lesen. Beinahe so wie er mich damals angesehen hat, als er mich nach meinem erste Treffen mit Alexis nach Hause gefahren hat und mich fragte wie mein Date gewesen ist.
Und plötzlich scheint er für sich irgendwas beschlossen zu haben denn er richtet sich ein wenig auf und strafft die Schultern. Dann verbreitert sich sein Grinsen noch ein wenig mehr. „Das heißt ich bin wieder im Rennen?“ Hat der das jetzt wirklich gefragt? Ist das das einzige was dem jetzt dazu einfällt? Aber irgendwie muss ich zugeben dass sein Blick, der meiner Meinung nach ein bisschen hoffnungsvoll ist, und sein Lächeln mir nach diesem beschissenen Tag das Herz wärmen. Und zum ersten Mal seit gestern lächle ich auch. Lächle Marc an und überlege was ich auf seine Frage hin, die offen gesagt doch ziemlich dreist ist, antworten soll. Und ich entscheide mich schließlich für die Wahrheit. „Ja!“ sage ich und steige aus. Ich mache die Autotür zu und gehe zum Haus meiner Eltern ohne mich noch einmal umzudrehen. Denn wenn ich ihn jetzt noch einmal ansehe weiß ich, wäre meine Entscheidung bereits gefallen. Und das will ich nicht. Ich will Alexis auch noch eine Chance geben und fair sein. Das hat er verdient. Ein wenig besser gelaunt als noch heute Morgen schließe ich die Haustüre auf und trete in den Flur. Ich lege meine Sachen ab und habe kaum meine Jacke aufgehängt als Alexis auf einmal vor mir steht und mich begrüßt.
„Hallo Sternchen.“ Ganz so als wäre nichts geschehen nimmt er mich in den Arm und drückt mich an sich. Doch ich kann das noch nicht. Ich stoße ihn von mir und sehe ihn entschuldigend an.
„Alexis ich hab doch gesagt ich brauche Zeit.“
„Ich weiß, ich bin auch nur hier um dir ein paar deiner Sachen zu bringen, damit du was zum Anziehen hast. Und ich wollte dich fragen ob du vielleicht morgen mit mir was unternehmen willst, dann können wir reden.“
Also dass er meine Sachen mitgebracht hat finde ich wirklich süß. So ist Alexis nun mal. Sehr zuvorkommend. Ganz zu schweigen von Marc. Aber an den wollte ich ja jetzt gar nicht denken. Warum ich Alexis für Morgen Abend zusage, weiß ich selber nicht so genau, aber ich fühle mich immer noch so schuldig, dass ich das Gefühl habe, dass ich ja sagen muss. Also verabreden wir uns für morgen zum Essen.

schleumel Offline

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14.04.2010 15:59
#7 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen :)
ich hab mal wieder einen neuen teil für euch
viel freude beim lesen(obwohl... wahrscheinlich eher nicht)
aber ich freu mich trotzdem über kommis
lg


Am nächsten Tag stehe ich pünktlich um kurz vor sieben bei uns zu Hause im Flur und warte darauf, dass Alexis mich abholt. Marc habe ich heute den ganzen Tag noch nicht gesehen, der hat nämlich heute Nachtschicht. Schade eigentlich. Aber was sage ich da. Ich treffe mich ja jetzt mit Alexis. Als es klingelt nehme ich meinen Mantel von der Garderobe und ziehe ihn mir über mein Kleid. Ich habe extra ein Kleid ohne großen Ausschnitt gewählt, damit Alexis bloß nicht auf falsche Ideen kommt. Denn so weit bin ich noch lange nicht.
Ich öffne die Tür und Alexis steht vor mir. Er sieht gut aus. Wirklich! Der Anzug den er trägt steht ihm wirklich gut und er hat sich auch Mühe mit seinen Haaren gemacht. Zur Begrüßung nimmt er meine Hand und haucht einen sanften Kuss darauf. Ich kriege eine leichte Gänsehaut und lächle ihn an.
Und da erinnere ich mich auch wieder daran warum ich mich in ihn verliebt habe. Weil er nämlich ganz anders ist als Marc. Weil er über Gefühle spricht und sie zeigt. Weil er sanft und zärtlich ist und weil er für mich das Trinken aufgegeben hat. Marc würde nie aufhören zu rauchen für mich. Ganz sicher nicht.
Grrrr.. Jetzt denke ich schon wieder an Marc! Wenn ich das doch nur abschalten könnte!
Ich folge Alexis zum Auto und wir fahren los. Vor irgendeinem Restaurant hält er an und wir steigen wieder aus und gehen ins Restaurant rein. Je länger ich hier sitze mit Alexis und wir uns anschweigen, desto unwohler wird mir. Weil ich genau weiß, gleich kommt der Moment wo er mich fragt wie es mit uns weiter gehen soll. Und ich werde keine Antwort darauf geben können. Die Frage die ich mir allerdings stelle ist, ob ich keine Antwort geben kann oder will. Aber nicht mal das kann ich beantworten. Oder will ich nicht?
Jedenfalls kommt da grade der Kellner. Meine Rettung. Ich bestelle einen Weißwein und Nudeln. Alexis trinkt Cola und bestellt sich dazu ein Steak mit Pommes. Wer bestellt sowas bitte beim Italiener? Sowas isst man doch im Steakhaus. Aber ich will lieber nichts sagen. Als wir das letzte Mal beim Griechen essen waren und er sich dort ein Wiener Schnitzel bestellte und ich ihn darauf hinwies, dass man für sowas nicht zum Griechen gehen muss, gab es auch nur Streit.
Wenige Augenblicke später bringt der Kellner die Getränke und ich nehme erst mal einen kräftigen Schluck von meinem Wein. Bis jetzt haben Alexis und ich immer noch nicht miteinander geredet. Um das Schweigen zu brechen sage ich schließlich doch etwas.
„Und wie geht es dir?“ Blöde Frage wenn man bedenkt, dass ich für sein Leid verantwortlich bin. Aber mir ist nun mal nichts anderes eingefallen.
Alexis scheint aber nicht böse zu sein. Er hat die Floskel die ich gerade benutzt habe wohl als ehrliche Frage missverstanden denn er lächelt mich an und nimmt meine Hand.
„Jetzt schon viel besser.“ Ich fühle dass er es ernst meint und entziehe ihm meine Hand nicht. Warum kann ich auch nicht so genau sagen aber irgendwie spüre ich, dass da immer noch etwas zwischen uns ist. Ich weiß nur nicht was es ist. Ob es nur die Erinnerungen an glückliche Momente sind? Oder fühle ich doch noch so viel für Alexis, dass ich wieder zu ihm zurück gehen könnte? Wobei, das ist ja eigentlich die falsche Frage. Sicher kann ich Alexis so sehr lieben, dass ich wieder zu ihm zurück gehen würde. Die viel wichtigere Frage lautet: Liebe ich Alexis mehr als Marc? Alexis zuliebe würde ich gerne ‚ja‘ sagen, aber ich kann es nicht. Genau wie vorgestern in der Kirche.
Nach einer Weile bringt der Kellner endlich unser Essen und ich schlinge es so schnell runter, damit ich bloß nicht weiter reden muss.
Alexis hingegen scheint die Situation gar nicht unangenehm zu finden denn er kaut genüsslich auf seinem Steak rum und grinst mich zufrieden an.
Als Alexis auch endlich aufgegessen hat, warte ich noch ein paar Minuten bis ich ihm sage, dass ich jetzt lieber wieder nach Hause will. Alexis nickt daraufhin verständnisvoll mit dem Kopf, ruft den Kellner her um zu bezahlen und nur 10 Minuten später sitzen wir im Auto zurück zum Haus meiner Eltern. Als wir angekommen sind verabschiede ich mich höflich von Alexis, lasse es aber nicht zu, dass er mir zu nahe kommt und öffne die Türe vom Auto.
Zu meinem eigenen Unglück hat Alexis genau auf einem Gullideckel geparkt und als ich aussteigen will, bleibe ich mit einem Absatz hängen und lege mich der Länge nach auf die Schnauze. Elegant hat das sicher nicht ausgesehen. Alexis springt sofort aus dem Auto und hilft mir auf.
„Oh Gott, Sternchen hast du dir was getan?“
„Ich glaube mein Fuß ist gebrochen.“ Presse ich unter großen Schmerzen hervor und stütze mich bei Alexis ab.
„Dann fahre ich dich jetzt ins Krankenhaus.“ Krankenhaus? Oh nein, bitte nicht! Marc hat doch Nachtschicht.

schleumel Offline

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15.04.2010 15:59
#8 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu mädels :)
gibt jetzt wieder ein bisschen nachschlag für euch. danke für eure lieben kommentare
viel spaß damit


Aber sich zu wehren würde ohnehin nichts bringen also lasse ich mich von Alexis wieder ins Auto verfrachten und wir fahren los zum Krankenhaus
Nur wenige Minuten später finde ich mich in der Notaufnahme wieder. Während der Fahrt habe ich noch versucht Alexis zu überzeugen, dass ich einen gebrochenen Fuß auch gut selber behandeln kann. Bin ja schließlich auch Ärztin. Aber irgendwie ließ Alexis sich komischerweise nicht so richtig überzeugen.
Und jetzt sitze ich hier im Rollstuhl und Alexis schiebt mich durch die Gänge. Kommt mir bekannt vor die Situation. Fehlt nur noch, dass Marc um die Ecke geschneit kommt und die beiden sich wieder angiften. Tja und was sag ich? Genau so kommt es auch. Und auch wenn ich diese Begegnung lieber vermieden hätte, passiert es jetzt doch. Marc kommt mit einem Stapel Akten um die Ecke. Er hat mich noch nicht entdeckt, das ist vielleicht meine Chance. Ich gucke also erst mal unauffällig zur Seite und tue so, als hätte ich Marc nicht bemerkt.
„Hasenzahn?“ Scheint wohl nicht geklappt zu haben. Aber ich hatte auch schon bessere Pläne. Naja. Jetzt kann ich mich sicher auf was gefasst machen.
Mit schnellen Schritten kommt Marc auf uns zu und beugt sich zu mir runter.
„Hasenzahn was machst du bitte hier?“ fragt Marc schon leicht gereizt und dann blickt er auf Alexis und zeigt mit dem Finger auf ihn „Mit dem?“
Hatte ja schon festgestellt, dass Lügen bei Marc nichts bringt also sage ich einfach die Wahrheit.
„Wir waren Essen und als ich aus dem Auto aussteigen wollte hab ich mir den Fuß umgeknickt.“ Gucke Marc jetzt besser nicht ins Gesicht sondern begutachte lieber meine Oberschenkel. Scheint mir irgendwie sicherer zu sein. Denn ich kann schon spüren wie Marc innerlich kocht, ohne dass er überhaupt was gesagt hat. Zu meiner Überraschung hält Marc sich für seine Verhältnisse auch echt zurück. Guuut, die Ader auf seiner Stirn pulsiert, aber vielleicht kommt das auch einfach weil sie grade so gut durchblutet wird. Zum Beispiel weil Marc sich so freut mich zu sehen. Ja, das wird’s sein.
Als ich langsam wieder aufblicke sehe ich grade noch wie Marc hinter mich geht und Alexis den Rollstuhl aus den Händen reißt.
„Ey was soll das sie aufgeblasener Oberarztfuzzi?! Sie können hier doch nicht einfach…“
Doch Marc duldet keinen Widerspruch.
„Ich kann hier alles, ich bin hier Oberarzt!“ brüllt Marc und schon schiebt er mich Richtung Röntgen. Alexis sieht irgendwie ein bisschen eingeschüchtert aus, versucht aber doch, Marc noch aufzuhalten.
„Wo bringen sie sie denn hin?“
Marc stöhnt. So als würde er sich grade denken „Gott, ist der blöd.“ Und wahrscheinlich denkt Marc das auch.
„Na zum Röntgen!“ und schon verschwindet Marc mit mir im Aufzug.
Die Aufzugfahrt ist ganz schön komisch. Sitze ja immer noch im Rollstuhl und Marc steht einfach hinter mir ohne irgendwas zu sagen. Dabei kann ich hören wie er immer wieder laut ein- und ausatmet, so als müsste er sich beruhigen oder wäre ziemlich sauer. Beides ist eher schlecht für mich. Schließlich wissen wir ja alle an wem er seine schlechte Laune gleich auslassen wird.
Als die Aufzugtüren sich öffnen schiebt er mich wortlos in den Röntgenraum und bereitet anschließend das Gerät vor, während ich versuche, irgendwie aus dem Rollstuhl rauszukommen. Ist allerdings schwieriger als ich gedacht hatte und mein Fuß tut jetzt auch wirklich ganz doll weh. Auuuaaaa! Aber irgendwie muss ich meinen Fuß ja auf das blöde Gerät bekommen.
Auf einmal merke ich wie zwei Hände mich packen, mich hochheben und mich so auf dem Röntgengerät positionieren, dass mein Fuß durchleuchtet werden kann.
„Mein Gott Hasenzahn. Schon wieder zugenommen?“ Pah! Der ist doch eh nur sauer dass ich mit Alexis hier aufgetaucht bin. Lasse mich also nicht von ihm runtermachen! Ganz sicher nicht! Ok… Gut… Vielleicht ein bisschen. Oh Nein! Habe schon wieder einen Kloß im Hals. Mein schmerzender Fuß und Marcs blöder Kommentar scheinen zusammen einfach zu viel sein. Eine Träne kullert meine Wange runter. Ich wische sie ganz schnell weg, damit Marc nichts bemerkt aber ich bin mal wieder zu langsam.
„Och Hasenzahn, warum heulst du denn jetzt schon wieder.“
„Weil du schon wieder gemein bist!“ gebe ich trotzig wie ein Kind zurück und schniefe laut.
Marc kommt auf mich zu und hängt mir diese schwere Strahlenschutzmatte über.
„ICH bin gemein?“ schreit Marc mich auf einmal an. Huch. Wäre ja vor Schreck fast hier runter gefallen. Aber wer soll denn sonst gemein sein?! Ich mache zumindest keine Witze über Marcs Figur. Guut, es gibt auch nichts worüber man sich bei ihm lustig machen könnte aber ok.
„Weißt du, aus dir wird man einfach nicht schlau Hasenzahn. Vor zwei Tagen lässt du den Geldsack vorm Altar stehen, gestern sagst du mir dass ich eine Chance habe, und dann tauchst du heute hier so mir nichts dir nichts mit dem Schleimscheißer auf und erwartest von mir, dass ich das einfach so hinnehme?“
Hilfe! Kann ja nicht wissen dass ihn das soooo stört. An meiner Hochzeit hat er mich doch auch nicht gehindert. Da hat er sich doch auch lieber einen Tag vorher mit Gigi vergnügt, was macht der also jetzt hier so eine Welle? Beschließe ganz tough zu sein und ihm das auch so zu sagen.
„Erwartest du von mir dass ich einfach vergesse was zwischen dir und Gigi passiert ist?“
„Fängst du jetzt wieder damit an?!“ schreit Marc mich wütend an und verlässt anschließend das Zimmer um das Bild von meinem Fuß zu machen.
Als er wieder rein kommt will ich ihm eigentlich noch sagen, dass ich auch gerne mal gewusst hätte, wo er während meiner Nicht-Hochzeit war, aber ich komme gar nicht erst zu Wort. Marc ist nämlich immer noch auf 180 und stürmt gleich mit erhobenem Zeigefinger auf mich los.
„Ich sage dir das jetzt zum letzten Mal Hasenzahn! Ich hatte NICHTS mit deiner hässlichen Freundin! Kapier es endlich!“
Huch. Irgendwie sagt er das mit soviel Nachdruck, dass ich schon fast versucht bin ihm zu glauben.
„Und warum sollte Gigi mich bitte anlügen?“
„Na weil die dumme Eule eifersüchtig ist.“
„Ja sicher Marc! Weil JEDE Frau auf dich steht!“ werfe ich ihm höchst ironisch entgegen. Eigentlich hätte ich ja jetzt einen blöden Spruch erwartet aber Marc ist ganz ernst und auch auf einmal wieder ganz ruhig. Er sieht mir in die Augen und während er mich wieder in meinen Rollstuhl verfrachtet sagt er noch: „Nicht jede Hasenzahn. Aber sie schon.“ Und das macht mich irgendwie nachdenklich. Vielleicht sollte ich da mal nachforschen.

schleumel Offline

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16.04.2010 12:17
#9 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

soooo....
hier ist auch schon wieder nachschub für euch
ich hoffe es gefällt euch
ganz liebe grüße


Als ich wieder im Rollstuhl sitze und Marc mich zurück schiebt, fällt mir auf einmal auf, dass Marc mir noch gar nicht gesagt hat was mit meinem Fuß ist. Er scheint das im selben Moment gemerkt zu haben denn er räuspert sich kurz und beugt sich ein Stück nach vorne.
„Dein Fuß ist übrigens nur verstaucht, kannst dir morgen frei nehmen.“
Marc schiebt mich wieder zurück zu Alexis und je näher wir kommen desto unruhiger werde ich. Ich meine ich kenne doch Marc. Der reißt jetzt wieder einen Spruch nach dem anderen bis ich die beiden wieder davon abhalten muss dass sie sich prügeln.
„Und fährt der Geldsack dich nach Hause oder soll ich dich wieder fahren.“ Das ‚wieder‘ betont Marc extra, damit Alexis auch bloß merkt, dass ich mit Marc in einem Auto gesessen habe.
„Wann hat der dich bitte nach Hause gefahren?“ Habe ja gesagt, dass die Situation eskalieren würde. Und ich hatte mal wieder Recht. Jetzt bin ich auch noch in Erklärungsnot.
„Gestern Abend weil ich sonst zu Fuß hätte gehen müssen.“ Antworte ich so unschuldig wie möglich und hoffe, dass Alexis jetzt Ruhe gibt… Macht er natürlich nicht.
„Und warum hast du nicht angerufen, ich hätte dich doch auch abgeholt Sternchen.“ Oh Nein. Ich hasse das wenn er mich Sternchen nennt wenn Marc dabei ist.
„Na weil sie wollte dass ich sie fahre!“ mischt sich nun auch Marc ein und der Abstand zwischen den beiden verringert sich auf ein gefährliches Maß.
„Du hältst dich mal schön raus!“ wettert Alexis und so schnell ich kann rolle ich auf die beiden zu bevor noch ein Unglück passiert. Die beiden benehmen sich doch wirklich wie kleine Kinder. Was ist schon dabei wenn Marc mich nach Hause fährt?
„Komm Sternchen wir fahren jetzt!“ Hallo? Fragt hier auch mal einer was ich will? Äh… Wenn ich das mal selber wüsste. Aber dass ich es nicht weiß muss ja keiner wissen.
Alexis hat sich schon mit meinem Rollstuhl umgedreht und schiebt mich auf die Eingangstür zu, als Marc auf einmal angestürmt kommt und mich ihm wieder entreißt. Sind wir hier im Zirkus oder was? Ich bin doch kein Ball den man einfach so hin und her werfen kann!
„Wenn ich mir das recht überlege solltest du die Nacht zur Beobachtung lieber hier bleiben!“ sagt Marc und schiebt mich wieder Richtung Station.
„Das kommt überhaupt nicht in Frage!“ erwidert Alexis empört, reißt mich wieder an sich und will mich wieder Richtung Türe schieben. Doch erneut ist Marc schneller und zieht mich wieder zurück.
„Wenn ich sage, dass Dr. Haase zur Beobachtung hier bleibt, dann bleibt sie. Und jetzt raus hier oder ich hole das Sicherheitspersonal!“ zischt Marc und Alexis gibt sich zu meiner Überraschung wirklich geschlagen. Er wirft Marc noch einen verachtenden Blick zu, gibt mir einen Kuss auf die Stirn, was mir ehrlich gesagt grade seeeehr unangenehm ist, und verschwindet schließlich.
Wortlos schiebt Marc mich den Gang entlang und bringt mich in ein leeres Patientenzimmer. So langsam bin ich richtig wütend. Was bildet der sich ein für mich zu entscheiden?
„Marc! Was soll denn das ganze Theater schon wieder. Ich bleibe ganz sicher nicht hier!“
„Halt die Klappe Hasenzahn und legt dich gefälligst da in das Bett!“
Das ist mal wieder typisch Marc. Kocht vor Eifersucht, aber bloß nicht zugeben!
Aber was soll ich machen, er lässt mich ja eh nicht gehen.
„So und jetzt gib mal deinen Fuß her ich mach dir nen Verband drum.“
Widerwillig lege ich meinen Fuß frei und strecke ihn Marc entgegen, der sich mittlerweile das Verbandszeug geholt hat, und jetzt auf einem Stuhl mir gegenüber sitzt.
Eigentlich bin ich ja immer noch sauer auf Marc, dass er hier so einen Aufstand macht, nur weil ich mit Alexis essen war, aber als er auf einmal meinen Fuß nimmt und ein bisschen Salbe drauf macht, durchzuckt es mich mal wieder wie ein Blitz. Und Marc scheint das nur allzu amüsiert festzustellen denn auf einmal verteilt er die Creme noch viel sorgfältiger als es sein müsste. Ich spüre, wie er mit seinem Daumen über die empfindliche Haut an meinem Knöchel streicht und ich merke wie ich doch tatsächlich meine Augen schließe, und seine sanften Berührungen zulasse. Noch viel schlimmer: ich genieße sie sogar. Als ich die Augen wieder öffne, grinst Marc mich frech an.
„Also, ich glaube die Creme ist jetzt wirklich gut genug verteilt.“ Bringe ich stotternd über die Lippen.
„Ganz wie du meinst!“
Gut, dass ich keinen Spiegel dabei habe. Sonst würde ich jetzt wohl in mein hochrotes Gesicht blicken. Marc jedenfalls wickelt meinen Fuß sorgsam in den Verband ein und deckt mich anschließend zu.
„Brauchst du was gegen die Schmerzen?“
„So schlimm ist es vielleicht doch nicht!“ gebe ich zu und schaue auf meine Bettdecke. Und seit Marc bei mir ist, sind die Schmerzen auch ehrlich nicht mehr so schlimm. Ob die Schmerzen am Anfang nur so groß waren weil ich unbedingt ins Krankenhaus wollte? Weil Marc hier ist? Ich weiß es nicht. Und ich habe auch keine Lust jetzt darüber nachzudenken.
„Ich sehe später nochmal nach dir.“ Höre ich Marc sagen und dann hat er das Zimmer auch schon verlassen. Ob er sich wirklich Sorgen um mich macht? Schließlich habe ich nur den Fuß verstaucht und er tut ja fast so als würde ich wirklich in Gefahr schweben. Gut, dass ich hier liege hat sicher auch damit zu tun dass Marc nicht wollte, dass Alexis mich nach Hause fährt aber gut. Schlafe ich eben hier, kann ja nicht schaden.

schleumel Offline

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17.04.2010 17:56
#10 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen mädels
hab hier noch schnell den nächsten teil für euch.
ganz dickes danke für eure lieben kommentare. fühlt euch gedrückt
viel spaß beim lesen :)
glg


Als ich am nächsten Morgen wach werde, vernehme ich seltsame Geräusche neben meinem Bett. Verschlafen öffne ich die Augen und sehe…. Marc! HA! Wusste ich doch, dass er sich Sorgen macht. Werde ihm das jetzt auch gleich mal auf die Nase binden.
„Marc. Seit wann sitzt du denn schon hier?“ frage ich ihn verschmitzt. Und tatsächlich. Er scheint sich wirklich ertappt zu fühlen denn er blickt nervös im Zimmer umher und sieht mich dann schließlich doch an.
„Ich…ähh… bin grade erst gekommen. Meine Schicht ist jetzt zu Ende.“ Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass er lügt. Nachtschicht geht bis 6 Uhr und jetzt ist es bereits kurz nach 9. Tja Marc Meier. Ich wette du hast hier an meinem Bett gesessen.
„Ach so ist das.“ Erwidere ich grinsend und sehe ihn an.
„Genau Hasenzahn. So ist das. Und jetzt komm ich fahr dich nach Hause.“ Und da fällt mir auf einmal auch wieder ein, dass ich ja eigentlich noch sauer auf Marc sein wollte weil ich die ganze Nacht hier verbringen musste.
„Da könnte ich ja schon lange sein, wenn du mich nicht hier gefangen gehalten hättest.“ Das scheint Marc unheimlich zu amüsieren denn er grinst mich schon wieder so blöd an.
„Gefangen?!“ Ist der taub? Hab ich doch grade gesagt!
„Ja du hast schon richtig verstanden. Gefangen! Schließlich hältst du mich gegen meinen Willen hier fest du… duuu… Entführer!“ Ähh… Tut er doch, oder?
Marc bricht in lautes Gelächter aus. Na toll. So ernst nimmt er mich also.
„Komm jetzt Hasenzahn, ich will nach Hause.“
Er sieht müde aus. Aber ich will mal festhalten, dass ich auch nicht viel geschlafen habe. Ging ja auch schlecht, weil ich die ganze Zeit an Marc denken musste und wie eifersüchtig er war. Fand das ja schon irgendwie süß. Aber das muss er nicht wissen. Sein Ego ist auch so schon groß genug.
Ich latsche Marc schließlich hinterher zum Auto(meinem Fuß geht es auch schon wieder viel besser seit Marc mich so nett versorgt hat). Dabei fällt mein Blick einmal…. Ok gut…. Zweimal. Guuut vielleicht auch drei Mal auf seinen knackigen Hintern. Aber was kann ich schon dafür wenn er sich auch so gut sitzende Hosen anzieht. Da wird man ja schon fast genötigt hinzusehen! Hmmm…. Ich könnte wirklich dahin schmelzen.
„Hasenzahn willst du nicht einsteigen?!“
„Was? Wo einsteigen?“
„Ins Auto?“
„Auto? Auto! Ja klar.“ Oh Gott. Der denkt doch jetzt sicher wieder dass ich von irgendeinem komischen Planeten komme. Am besten ich tu so als wär nichts gewesen.
Ich steige also ins Auto und Marc fährt los. Während der Fahrt reden wir mal wieder kein Wort. Schließlich bin ich ja immer noch sauer. Ähh… Also zumindest soll er das denken! Geschieht ihm doch auch mal ganz Recht wenn er mal ein schlechtes Gewissen hat. Wenn sowas bei Marc Meier überhaupt existiert. Kann man ja nicht wissen.
Vor dem Haus meiner Eltern lässt er mich aussteigen. Ich gehe durch den Garten auf die Haustüre zu und suche in meiner kleinen Tasche schon mal nach meinem Schlüssel den ich…. nicht dabei habe. Na toll. Schnell linse ich rüber zur Straße. Zum Glück steht Marc noch da und fummelt an seinem Feuerzeug rum, das offenbar nicht so funktioniert wie er will. Als er endlich wieder aufsieht, winke ich ihm zu damit er nicht wegfährt. Anscheinend rafft er das auch, denn er bleibt tatsächlich stehen, schaltet den Motor aus und kommt auf mich zu.
„Was ist denn jetzt schon wieder, Hasenzahn?“
„Ich… Ich hab keinen Schlüssel.“ Gebe ich bedauernd zu und sehe Marc schräg von der Seite an. Dass ich meinen Schlüssel vergessen habe ärgert mich echt. Schließlich bin ich immer noch hundemüde und will eigentlich nur in mein Bett.
„Wie wär’s denn dann mit Klingeln?“ Schlaumeier!
„Ich hab schon Sturmgeklingelt, es macht keiner auf. Meine Eltern sind anscheinend beide arbeiten und wo Jochen und Gigi sich rumtreiben weiß ich nicht.“
Marc verdreht genervt die Augen.
„Boar Hasenzahn, ich hab echt keinen Bock jetzt wieder zurück zum Krankenhaus zu fahren. Ich komme grade aus der Nachtschicht wie du ja weißt.“
„Und wo, hattest du gedacht, soll ich jetzt hin, hm?“ gebe ich bissig zurück. Ist immerhin seine Schuld, dass ich jetzt hier stehe. Wäre ich gestern Abend nach Hause gekommen, wäre noch jemand da gewesen um mir die Türe aufzumachen.
„Na dann kommste jetzt mit zu mir. Hast doch eh frei heute.“
Ähhh….. Gefääährliiiich! Marc und ich in seiner Wohnung… Alleine!
„Aber Marc ich kann doch nicht…“
„Doch Hasenzahn. Und jetzt komm endlich, ich will ins Bett!“
Und was mache ich jetzt? Ich kann unmöglich mit zu Marc. Außerdem habe ich auch gar keine Klamotten dabei. Schließlich stehe ich hier immer noch in meinem Kleid von gestern Abend. Während ich noch so darüber nachdenke ob es eine gute oder schlechte Idee ist, mit zu Marc zu kommen, bemerke ich gar nicht, dass Marc bereits wieder zurück zum Auto gegangen ist.
„Kommst du?!“ ruft er mir entgegen. Naja. Ich habe wohl eh keine andere Wahl. Zu Alexis will ich noch viel weniger und jemand anderes fällt mir nicht ein den ich fragen könnte.
„Ja doch, komme ja schon!“
Und schon sitze ich wieder mit Marc im Auto und wir fahren los. Zu seiner Wohnung. Alleine!

hab heute leider keine zeit, kommentare zu euren storys abzugeben, werde das aber morgen nachholen
ganz liebe grüße und noch ein schönes wochenende :)

schleumel Offline

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18.04.2010 17:43
#11 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu!
danke für all die lieben kommentare, weiß ja gar nicht was ich sagen soll
aber ich hab mich wirklich wahnsinnig gefreut
und jetzt viel spaß mit dem neuen teil. ihr wolltet ja zucker, oder?


Wenige Momente später betrete ich den Flur von Marcs Wohnung. Ein bisschen nervös bin ich ja schon, muss ich zugeben. Marc scheint das ganze eher gelassen zu nehmen. Er ist längst in seinem Schlafzimmer verschwunden. Ober der mich jetzt einfach so hier stehen lässt ohne mir vielleicht ne Decke oder so zu geben? Zumindest hat er eins von diesen großen Designersofas. Dann sollte mein Rücken die ganze Nummer hier relativ gut überstehen.
Seufzend lasse ich mich also auf dem Sofa nieder und gucke mich ein bisschen um. Stil hat er ja, das muss man ihm lassen. Aber so ein bisschen weiblicher Einfluss was die Deko angeht könnte schon nicht schaden. Als ich mich umgesehen habe, beschließe ich, noch ein bisschen Fernsehen zu gucken. Aber was kann man vom Fernsehprogramm morgens um kurz vor 10 schon erwarten? Richtig! Nichts. Also zappe ich eher gelangweilt durch die Programme.
Plötzlich geht die Tür zum Schlafzimmer wieder auf und Marc steht vor mir. Offenbar hat er sich umgezogen, beziehungsweise er hat sich ausgezogen. Denn er steht nur in einer schwarzen Boxershorts vor mir und hat eine Decke in der Hand. Besser nicht hingucken sonst fange ich gleich wieder an zu sabbern. Tragen Männer wie Marc eigentlich keine Schlafanzüge? Ist doch viel zu kalt ohne. Also Peter hatte immer einen an.
„Du kannst jetzt wenn du willst. Bin fertig.“
Ist das seine subtile Art und Weise mir zu sagen, dass ich das Bett haben kann? Anscheinend schon, denn ohne mich weiter zu beachten setzt er sich neben mich aufs Sofa und hantiert mit der Decke rum. Ich denke besser nicht weiter darüber nach, dass Marc halbnackt neben mir sitzt. Sonst fange ich nur wieder an zu schwitzen. Also stehe ich schnell auf und hole mir noch ein Glas Wasser aus der Küche. Anschließend gehe ich in Marcs Schlafzimmer.
„Ja dann… schlaf gut!“ rufe ich Marc noch zu, bekomme als Antwort aber nur ein Brummen. Anscheinend ist er wirklich richtig müde.
Ich schließe also die Schlafzimmertür hinter mir und ziehe mein Kleid aus. Ich trage zwar nur schwarze Unterwäsche drunter, aber Marc kann mich ja zum Glück nicht sehen.
Anschließend lege mich in Marcs Bett. Hmmm… wie gut das riecht. Das riecht so sehr nach Marc, dass ich schon fast das Gefühl habe, dass Marc neben mir liegt. Aber leider liegt er ja auf dem Sofa. Upps. Habe ich grade leider gesagt? Ich meine natürlich Gott sei Dank.
Wie auch immer. Hätte nie gedacht, dass ich mal in Marcs Bett liegen würde. Aber jetzt bin ich hier. Zufrieden ziehe ich die Decke über meinen Körper und fange an mich zu entspannen. Ich schließe die Augen und fahre mit meinen Händen über das Laken. Zum ersten Mal seit der Nicht-Hochzeit fühle ich mich wieder richtig geborgen und wohl. Und auf einmal bricht irgendwie alles aus mir raus. Die Enttäuschung darüber, dass meine Hochzeit schon wieder geplatzt ist, auch wenn es dieses Mal meine Schuld war. Der ganze Stress den ich danach hatte weil ich mich einfach nicht entscheiden kann. Die Wut darüber, dass Marc und Gigi miteinander geschlafen haben, oder es auch nicht getan haben, wer weiß das schon? Die Enttäuschung, die ich meiner Mutter bereitet habe, weil sie sich schon so über Enkelkinder gefreut hat. Einfach die Tatsache, dass alles mal wieder so kompliziert ist und ich einfach nicht glücklich zu werden scheine.
Und dann heule ich einfach drauf los. Ist mir auch egal wenn ich Marcs Designerbettwäsche nass mache aber ich muss irgendwie einfach mal alles raus lassen. Ich versuche zwar leise zu sein, damit Marc nichts merkt, aber das scheint mir wohl nicht gelungen zu sein denn wenige Augenblicke später geht die Türe einen Spalt auf und Marc steckt seinen Kopf rein.
„Hasenzahn? Alles ok?“
Ob alles ok ist? Nichts ist ok. Aber ich bringe vor Schluchzen kaum einen Ton raus.
„Maaarc… ich…. werde… nieeeee…. glüüüückliiiich!“
Nur Sekunden später spüre ich wie Marc die Decke anhebt und sich hinter mich legt. Behutsam schlingt er seine Arme um mich und drückt mich an sich.
„Shhhhhhhht…. Ist ok Hasenzahn!“
Ich spüre seine warme Haut auf meiner, und dass wir beide fast nackt sind interessiert mich im Moment nicht. In seinen Armen fühle ich mich irgendwie wohl. Es ist dieselbe Geborgenheit, die ich eben schon gefühlt habe, als ich mich in sein Bett gelegt habe. Aber jetzt scheint sie mich zu beruhigen. Weil Marc hier ist. Weil vielleicht doch alles wieder gut werden kann.
Wir liegen eine ganze Weile so im Bett, ganz nah aneinander und Marc streichelt sanft meinen Oberarm. Ich spüre seinen warmen Atem an meinem Ohr und ein leichtes Kribbeln durchzieht meinen Körper. Hin und wieder schluchze ich noch mal lauter auf als ich eigentlich will und Marc haucht dann jedes Mal einen kleinen Kuss auf meine Schulter und drückt mich einmal kurz, so als ob er mir zeigen wollen würde, dass er da ist.
Irgendwann habe ich mich auch endlich wieder soweit beruhigt, dass ich einschlafe. In Marcs Armen.

kommentare zu euren storys kommen dann gleich, habs nicht vergessen, keine sorge. bin nur grade ein bisschen in eile

schleumel Offline

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19.04.2010 14:42
#12 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Hey!
erst mal ein ganz großes danke an alle die mir einen kommi dagelassen haben. und natürlich auch an meine stillen leser
Ihr wollt also wissen, wie es am nächsten morgen mit den beiden weiter geht? könnt ihr haben
viel spaß damit


Als ich am späten Nachmittag völlig gerädert wach werde, scheint Marc bereits aufgestanden zu sein, denn ich bin allein im Bett. Ich schlage die Bettdecke zurück und will grade aufstehen, als mir einfällt, dass ich ja nur Unterwäsche an habe. Und plötzlich schießen mir die Bilder von heute morgen in den Kopf und meinen Körper durchzieht eine wohlige Wärme. Ich glaube ich habe mich Marc noch nie so nah gefühlt wie heute morgen. Und außerdem hätte ich nicht gedacht, dass Marc so einfühlsam sein kann, musste ich ihm nicht einmal erklären was ich hatte. Er war einfach nur da für mich.
Aber jetzt muss ich erst mal ins Bad bevor ich Marc begegne. Ich kann förmlich spüren, wie meine Haare in alle Himmelsrichtungen abstehen. Ich öffne also vorsichtig die Schlafzimmertür und sehe mich um. Aus dem Wohnzimmer höre ich den Fernseher, also sitzt Marc vermutlich davor. Ich schleiche mich also so unauffällig wie es geht, schließlich trage ich immer noch nur meine Unterwäsche, ins Bad und schließe schnell die Tür hinter mir.
Als ich in den Spiegel über dem Waschbecken blicke, trifft mich fast der Schlag. Meine Haare stehen wirklich in alle Richtungen ab und noch dazu sind meine Augen rot und geschwollen und meine Schminke ist verlaufen. Wann lerne ich endlich, mir wasserfesten Mascara zu kaufen?
Ich lasse das kalte Wasser über meine Hand laufen und schließe die Augen. Dann beuge ich mich zum Waschbecken runter und spritze mir das kühle Nass ein paar Mal ins Gesicht. Ich atme tief durch.
Dann trockne ich mich wieder ab, bändige meine Haare und benutze schnell Marcs Deo. Dann öffne ich die Tür vom Badezimmer und will mich grade wieder ins Schlafzimmer schleichen um mich anzuziehen. Doch kaum habe ich zwei Schritte vor die Badezimmertür gemacht, da steht Marc auf einmal mit einer Tasse Kaffee vor mir und sieht mich an.
„Maaaarc!“ schreie ich entsetzt und versuche meinen Bauch mit meinen Händen zu bedecken. Muss er ja nicht gleich sehen wo die Schoki die ich esse immer ansetzt.
„Ich…. Du… Alsooo…. Ähm…“ stottert Marc vor sich her und starrt mich dabei weiter an.
Hilfe! Ich merke schon wieder, wie mein Kopf sich in eine Tomate verwandelt. Aber was ist denn bitte mit Marc los? Der ist doch sonst auch nicht auf den Mund gefallen. Aber jetzt soll er erst mal aufhören mich anzuglotzen.
„Guck gefälligst weg wenn du mit mir redest!“
Marc scheint ein wenig verwirrt zu sein, dreht seinen Kopf dann aber doch zur Seite und streckt mir die Tasse, die er in der Hand hat, entgegen.
„Kaffee?“
„Au ja gerne.“
Ich nehme ihm die Tasse ab und will grade wieder ins Schlafzimmer gehen als Marc mir doch noch was zuruft.
„Ich hab dir nen Jogginganzug aufs Bett gelegt Hasenzahn!“
„Danke!“
Als ich ins Schlafzimmer gehe, drehe ich mich nochmal kurz um und gucke nach, ob Marc immer noch wie angewurzelt da steht und er tut es tatsächlich. Und ich hätte schwören können, dass er mir auf den Hintern geglotzt hat. Tzzz… Am besten ich ziehe mich erst mal ganz schnell an.
Wenige Augenblicke später sitze ich angezogen neben Marc auf dem Sofa und schlürfe meinen Kaffee. Wieder denke ich darüber nach, was Marc gestern für mich getan hat. Ich lege meine Hand auf seine, woraufhin er sich wieder zu mir umdreht, und wir sehen uns kurz an.
„Danke, Marc.“ Bringe ich schließlich ganz leise heraus während ich seine Hand ein bisschen fester drücke. Er lächelt mich an und streicht mit der freien Hand sanft über meine Wange. Mit seinen grünen Augen sieht er mich so freundlich und doch so ernst an, dass mir auf einmal heiß und kalt wird.
„Gerne Hasenzahn.“ Erwidert Marc.
Ich merke wie es auf einmal wieder zwischen uns knistert. Mein Herz schlägt so schnell und so laut, dass ich fast befürchten muss gleich umzukippen. Ob Marc hören kann wie mein Herz schlägt? Und dann sehe ich ihn an und weiß auf einmal was gleich passieren wird. Die eine Hand hat er immer noch an meiner Wange und er sieht mich immer noch mit seinen wundervollen grünen Augen an. Und dann kommt sein Gesicht immer näher und bald sind es nur noch Zentimeter die unsere Lippen voneinander trennen, bald nur noch Millimeter. Ich kann seinen warmen Atem schon an meinem Gesicht spüren doch auf einmal zucke ich zurück und sehe Marc entsetzt an.
Was mache ich hier eigentlich? Ich sitze hier rum und halte Händchen mit Marc Meier, dabei sollte ich eigentlich schon lange zu Hause sein. Meine Mutter macht sich sicher auch schon Sorgen.
Außerdem will ich Marc gar nicht küssen, die letzte Frau die er geküsst hat, war immer hin meine beste Freundin. Das steht irgendwie immer noch zwischen uns, das spüre ich genau. Sobald ich nach Hause komme, werde ich Gigi darauf ansprechen, das ist sicher. Immerhin insistiert Marc wie ein Verrückter darauf, dass nichts gelaufen ist zwischen den beiden.
Ich springe jedenfalls panisch vom Sofa auf und suche hektisch meine Sachen zusammen.
„Ich… muss… Tut mir leid ich… muss nach Hause.“ Rufe ich und dann habe ich Marcs Wohnungstür auch schon geschlossen und renne zur Bushaltestelle.
Ich glaube so verwirrt wie jetzt war ich schon lange nicht mehr. Heißt das jetzt, dass ich Marc doch noch liebe? Und was ist dann mit Alexis?

schleumel Offline

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20.04.2010 13:54
#13 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu :)
ich hätte da wieder einen neuen teil für euch ich hoffe er gefällt euch...ähhh... wahrscheinlich eher nicht, aber ich freu mich trotzdem über kommis

Verwirrt und völlig verheult stehe ich jetzt an der Bushaltestelle und denke darüber nach, was ich grade fast getan hätte. Fast hätten Marc und ich uns geküsst und es kam mir wirklich so vor, als hätte er das auch so sehr gewollt. Aber ich kann einfach nicht vergessen was er mit Gigi gemacht hat. Und außerdem bin ich grade erst vor ein paar Tagen von meiner eigenen Hochzeit weggelaufen. Was habe ich mir nur dabei gedacht mit zu Marc zu gehen? Ich hätte doch wissen müssen, dass so etwas passieren würde.
Und jetzt stehe ich hier, warte auf den Bus, und die alte Frau neben mir guckt schon so komisch rüber, als würde sie denken dass ich gleich rüber springe und ihr etwas antue. Mein Gott, nur weil ich in Marcs Jogginganzug und der verlaufenen Schminke vielleicht ein bisschen komisch aussehe.
Himmel, ich muss wirklich furchtbar aussehen. Und wenn meine Mutter mich so sieht, wird sie wieder tausende Fragen stellen, ich kenne sie doch ganz genau. Schnell hole ich mein Handy aus meiner Tasche und rufe Gigi an.
„Amsel?“
„Hallo Gigi, ich bin’s!“
„Gretchen, mein Gott wo warst du denn die ganze Zeit? Als deine Mutter eben von der Arbeit kam, musste ich sie sicher eine halbe Stunde lang beruhigen und ihr sagen, dass es dir sicher gut geht.“
„Hmm… Danke. Würdest du ihr ausrichten, dass ich erst heute Abend nach Hause komme?“
„Kann ich machen. Aber wo bist du denn jetzt?“
„Ich… ich fahre zu Mehdi. Ich brauch jemanden zum Reden.“ Gestehe ich ehrlich und höre wie Gina am anderen Ende der Leitung nach Luft ringt.
„Aber Gretchen ich bin doch auch für dich da, das weißt du doch.“
Hat sie die Sache mit Marc etwa schon wieder vergessen?
„Tut mir leid Gigi, aber mit dir will ich wirklich nicht über… also ich will jetzt einfach lieber mit Mehdi reden, ok?“
„Hmmm…“
„Aber wenn ich heute Abend nach Hause komme, muss ich dich noch was fragen.“
Gigi scheint zu ahnen um was es geht, denn auf einmal hört sie sich ziemlich verunsichert und nervös an als sie mir antwortet.
„Klar, du kannst mich alles fragen. Also ich äh sag deiner Mutter dann bescheid.“
„Danke. Bis heute Abend dann.“
Noch bevor Gigi noch etwas sagen kann, habe ich wieder aufgelegt und entscheide mich dazu, nun doch lieber zu Fuß zu gehen. Hoffentlich ist Mehdi auch zu Hause, sonst bin ich den ganzen Weg nachher umsonst gegangen.
Eine halbe Stunde später stehe ich vor Mehdis Wohnung, Gott sei Dank hat er seit ein paar Wochen wieder was eigenes, und drücke gespannt auf die Klingel. Nur wenige Augenblicke später wird die Tür geöffnet und Mehdi steht vor mir. Er sieht mich zugegebenermaßen ziemlich fragend an, bittet mich dann aber doch reinzukommen.
Ich folge ihm ins Wohnzimmer und setze mich auf sein Sofa.
Eine Weile sieht Mehdi mich prüfend an, so als könnte er irgendwo an mir ablesen was passiert ist. Doch er scheint wohl doch aufgegeben zu haben als er mich endlich fragt was denn los ist.
„Mensch Gretchen jetzt sag mir doch endlich was dich bedrückt. Oder warum kommst du sonst völlig verheult zu mir, hm?“
Ich versuche noch ein Lächeln rauszubringen aber das klappt auch nicht wirklich. Und ich wollte ja auch jemanden zum Reden haben. Also werde ich jetzt auch mit der Sprache rausrücken.
„Ich habe eben fast Marc geküsst.“ Beichte ich Mehdi, der vor Schreck fast aus allen Wolken fällt.
„Du hast was? Du hast Alexis doch grade erst verlassen?“
„Ach ich weiß. Aber Marc und ich waren uns irgendwie so nah und er hat sich so süß um mich gekümmert als ich bei ihm im Bett lag und…“
„Ihr ward zusammen im Bett?!?“
„Was? Nein, also ja… Aber nicht was du jetzt denkst.“
„Ach nein?“
„Nein.“
So langsam frage ich mich, ob Mehdi wirklich der Richtige ist um mit ihm über Marc zu reden. Denn dass ich bei Marc im Bett gelegen habe, scheint ihn irgendwie zu verletzen. Also erkläre ich ihm lieber die ganze Geschichte, bevor er irgendwas noch falsch versteht.
„Also ich hab nur bei Marc geschlafen weil bei mir keiner war und ich meinen Schlüssel nicht mithatte. Und als ich in Marcs Bett lag musste ich heulen weil auf einmal alles über mich kam und dann hat Marc… Naja er ist halt zu mir gekommen und hat mich getröstet. Und ich hab mich so unendlich besser gefühlt als er dann bei mir war. Aber es ist wirklich nichts passiert. Zumindest nicht bis ich aufgestanden bin.“
„Wieso was war denn dann?“
„Na wir saßen eben auf dem Sofa und ich hab mich bei Marc bedankt dafür dass er für mich da war und dann kamen wir uns immer näher und dann hätten wir uns fast geküsst und…“
„Jaaa?“
„Dann bin ich weggelaufen.“
Mehdi guckt mich irgendwie grade so an, als würde er sich darüber ärgern, dass er nicht bei mir sein konnte um mich zu trösten, aber ich versuche nicht weiter darüber nachzudenken. Schließlich bin ich doch hergekommen um mein Problem zu lösen.
„Und jetzt weiß ich einfach nicht was ich machen soll. Ich meine, als wir beide da im Bett lagen und ich irgendwann schließlich eingeschlafen bin, das hat sich so schön, so echt angefühlt. Das war ganz anders als das Gefühl was ich mit Alexis hatte.“
Mehdi scheint sich jetzt auch wieder gefangen zu haben, denn sein Blick ist wieder normal und er kommt auf mich zu und nimmt mich in den Arm. Sanft drückt er mich an sich und streicht mir mit einer Hand über meinen Arm.
„Und was willst du jetzt machen?“
„Ich weiß es auch nicht. Ich meine, ich hätte Marc so gerne geküsst, aber die Sache mit Gigi steht immer noch zwischen uns. Er sagt zwar er hat nichts gemacht, aber das muss ich erst von Gigi selbst hören verstehst du?“
Ich sehe wie es in Mehdis Hirn arbeitet, so als würde er mit sich ringen etwas Wichtiges zu sagen. Oder irre ich mich vielleicht? Interpretiere ich in seinen Gesichtsausdruck einfach zu viel rein?
„Na dann frag sie doch einfach.“ Rät Mehdi mir. Toll. So weit war ich selber ja auch schon gekommen. Aber ich habe einfach Angst. Angst davor, dass Marc mich angelogen hat, und die beiden doch miteinander geschlafen haben.

schleumel Offline

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20.04.2010 20:19
#14 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen!
weil ich grade so in schreibelaune bin, gibt's noch einen teil für euch heute.
und tausend dank für eure tollen kommis
ich wünsch euch viel spaß mit dem neuen teil(ähhh... naja, ne^^)
und bitte nicht hauen *schonmalindeckunggeh*
es kommen auch wieder schönere zeiten, versprochen :)


Zwar hat Mehdi mir nicht wirklich viel Neues erzählt, aber doch fühle ich mich irgendwie schon besser. Liegt vielleicht daran, dass ich endlich mal jemandem sagen konnte was mir seit der Hochzeit durch den Kopf geht.
„Du hast Recht, ich fahre jetzt nach Hause und rede mit Gigi.“
„Mach das.“ Sag Mehdi liebevoll und drückt mich noch einmal, bevor ich aufstehe und zur Tür gehe.
„Und danke nochmal fürs Reden!“ Bevor ich die Haustüre öffne, drücke ich Mehdi noch einen kleinen Kuss auf die Wange und schon bin ich auf dem Weg nach Hause.
Endlich zu Hause angekommen klingle ich an der Tür und nur wenige Augenblicke später macht Gigi mir die Türe auf.
„Sind meine Eltern da?“ frage ich, ohne sie zu begrüßen.
„Nein die sind Essen gegangen.
„Und Jochen?“
„Ist bei nem Freund, wieso fragst du?“
„Weil ich dringend mit dir reden muss ohne dass wir dabei gestört werden.“
„Oookeeeeyyy.“
Gigi lacht nervös. Kann mir schon vorstellen, dass sie angespannt ist. Sie scheint ja schon eine Ahnung zu haben worum es geht. Ohne ein weiteres Wort setze ich mich im Wohnzimmer auf das gelbe Sofa und warte darauf, dass sie sich zu mir setzt, was sie auch tatsächlich tut.
„Worüber wolltest du jetzt mit mir reden?“
Jetzt ist der Moment der Wahrheit also gekommen. Gleich werde ich erfahren ob Marc gelogen hat, oder ob Gigi gelogen hat. Ich nehme all meinen Mut zusammen und stelle Gigi die Frage, die mir schon seit der Sache im Aufzug auf dem Herzen liegt.
„Hast du wirklich mit Marc geschlafen Gigi?“
Gigi sieht ziemlich verwundert aus. Dass ich so direkt danach fragen würde, damit hatte sie wohl nicht gerechnet.
„Gretchen ich… Wie kommst du denn jetzt wieder darauf? Ich dachte wir hätten das geklärt und wären wieder Freundinnen?“
Wie kommt die jetzt bitte auf sowas? Nur weil sie trotzdem meine Trauzeugin war? Wen hätte ich denn bitte sonst fragen sollen?
Aber ich will jetzt endlich die Wahrheit wissen. Schluss mit den ganzen Lügen und den Intrigen. Nur wenn ich endlich die Wahrheit kenne, kann ich mich endlich entscheiden.
„Weil Marc sagt, dass zwischen euch nichts gelaufen ist. Und ich will jetzt endlich die Wahrheit hören.“
Für einen Moment sieht Gigi zu Boden, so als würde sie darüber nachdenken was sie sagen soll. Dann hebt sie ihren Kopf wieder und sieht mich ernst an.
„Marc lügt.“ Sagt Gigi leise und sieht dabei wieder auf den Boden.
Das ist zu viel für mich. Zum dritten Mal heute, kann ich die Tränen nicht zurück halten. Ich spüre wie sie sich den Weg über meine Wangen suchen. Ich fühle mich, als hätte man mir grade von hinten ein Messer ins Herz gestochen. Ich bekomme kaum Luft und mir wird schwindelig.
Ich will hier weg. Ich halte das keine Sekunde länger mit ihr in diesem Haus aus. Ich greife nach meiner Jacke und meiner Tasche, stecke meinen Schlüssel ein und reiße die Haustür auf. Und da steht er auf einmal vor mir, eine Tafel Schokolade in der Hand.
„Gretchen, ich wollte mich entschuldigen wegen heute Mittag weil wir uns fast… Gretchen? Was ist denn mit dir los?“
Heulend renne ich an ihm vorbei.
„Elender Lügner!“ schreie ich ihm aus der Tiefe meines schmerzenden Herzens entgegen und laufe zum Auto meiner Mutter. Ich starte den Motor und fahre die Einfahrt raus. Marc versucht noch mir hinterher zu laufen und ich sehe auch noch im Rückspiegel, dass er Gigi ziemlich wütend anschreit, doch ich kann das alles nicht länger ertragen. Irgendwann gebe ich einfach Gas und fahre den beiden davon.
Als ich nach einer Weile endlich aufgehört habe zu heulen, fällt mir auf, dass es schon ziemlich dunkel ist, und es langsam echt kalt wird. Also fahre ich zu dem einzigen Mann, den ich jetzt ertragen kann. Der immer ehrlich und verständnisvoll zu mir gewesen ist. Ich parke vor dem Gartentor und steige aus. Gott sei Dank habe ich immer noch seinen Schlüssel. Ich schließe Gartentor und später auch Haustür auf und stehe nun im dunklen Flur.
„Alexis? Bist du zu Hause?“
Wenige Momente später geht das Licht an und Alexis steht vor mir.
„Sternchen, was ist denn los?“
Und wieder fange ich an zu flennen.
„Es ist Marc… er hat…“
„Shhhh schon gut Sternchen.“ Er nimmt mich in den Arm.
„Komm ich mach dir nen Kakao.“
Wir gehen zusammen ins Wohnzimmer und ich setze mich aufs Sofa. Alexis legt mir eine Decke über und gibt mir einen Kuss auf die Stirn.
„Ich bin gleich wieder da.“ Und schon ist er Richtung Küche verschwunden.
Als er wieder kommt, hat er eine Tasse dampfenden Kakao mitgebracht, die er mir in die Hand drückt und sich dann zu mir setzt. Ich nehme einen kleinen Schluck. Hmmm… Genau das, was ich jetzt brauche.
„Du Alexis?“
„Hm?“
„Kann ich heute Nacht vielleicht hier bleiben?“
„Klar, ich mach dir gleich das Gästebett fertig.“

schleumel Offline

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21.04.2010 13:59
#15 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so, jetzt hab ich noch ein bisschen was neues für euch.
ist auch nur ein kleiner teil, heute abend gibts dann mehr.
und ganz großes danke an fran weil sie mir so lieb bei der ideenfindung geholfen hat


Als ich nur kurze Zeit später allein im Gästebett liege und in die Dunkelheit starre, komme ich mir unendlich einsam vor. Ich hätte nie gedacht, dass Marc mich so eiskalt anlügen würde. Gut, ich wusste ja, dass er früher alles bestiegen hat, was nicht bei drei auf dem Baum war, aber ich hatte wirklich geglaubt, dass er sich geändert hätte. Ganz besonders nach der Sache heute morgen. Aber ich habe mich mal wieder geirrt, und Marc hat mir mal wieder das Herz gebrochen.
Und jetzt liege ich hier im Gästebett des Mannes, den ich vor dem Altar stehen gelassen habe, und der mich eigentlich hassen sollte.
Und Gigi? Die kann mir ab jetzt für immer gestohlen bleiben. Sowas macht man doch nicht, mit der Jugendliebe der besten Freundin schlafen nur weil man eifersüchtig ist oder was auch immer.
Ich atme laut aus. Ich fühle mich leer und ausgelaugt. Aber ich kann nicht mehr weinen. Es sind einfach keine Tränen mehr übrig.
Gott, was würde ich jetzt für eine schöne Tafel Schokolade geben. Alexis hat doch sicher welche da.
Ich stehe also auf und trete auf den Flur hinaus. Meine nackten Füße berühren die kalten Bodenfliesen und ein Schauer durchzieht mich.
Ich gehe weiter in Richtung der großen Treppe die nach unten führt. Auf der Hälfte des Weges bleibe ich vor einer Tür stehen, die einen Spalt offen steht. Aus dem Spalt kommt Licht und ich kann hören, dass jemand in dem Zimmer Fernsehen guckt. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen, schließlich weiß ich ganz genau, welches Zimmer sich hinter dieser Türe verbirgt.
Das Schlafzimmer. Unser Schlafzimmer. Zumindest bis vor ein paar Tagen noch.
Bevor ich darüber nachdenken kann ob ich da jetzt reingehen sollte, fällt mir wieder ein, dass ich ja eigentlich unterwegs war um Schokolade zu suchen.
Ich gehe also weiter, die Treppe runter, den Flur entlang bis ich in der Küche bin. Vorsichtig mache ich das Licht an und sehe mich um. Wo würde ich mich verstecken, wenn ich eine Tafel Schokolade wäre? Im Kühlschrank? Mal nachgucken.
Schade, im Kühlschrank ist nichts. Ich sehe mich weiter um. Hilft ja alles nichts, muss ich eben jeden Schrank einzeln durchsuchen. Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen, Gläser, Konserven, Schokolade, Nudeln… SCHOKOLADE?
Tatsächlich, in dem Schrank unter dem Kühlschrank liegt ganz hinten eine Tafel Vollmilchschokolade. Eifrig knie ich mich auf den Boden und habe grade nach der Schokolade gepackt, als plötzlich jemand hinter mir steht.
„Gretchen?“
Ich schnelle nach oben und… AUUAA! Mein Kopf!
Ein wenig benommen, aber immerhin jetzt um eine Tafel Schokolade reicher, richte ich mich wieder auf und sehe Alexis an. Er trägt nichts weiter außer seiner grauen Jogginghose und da fällt mir auch glatt wieder auf, wie gut er eigentlich aussieht.
Er kommt auf mich zu und beäugt meinen Kopf. „Hast du dir weh getan Sternchen?“
„Was? Nein nein, es geht schon?“ Mann. Tut doch ganz schön weh.
„Was wolltest du denn hier unten in der Küche?“
Ich verziehe meinen Mund zu einem schiefen Grinsen und halt ihm die Schokolade vor die Nase.
„Brauchte ein bisschen Nervennahrung. Außerdem kann ich nicht schlafen.“ Gebe ich zerknirscht zu.
„Ich kann auch nicht schlafen. Sollen wir uns oben noch nen Film angucken?“
Ob das ne gute Idee ist mit Alexis hoch zu gehen? Aber andererseits was ist schon dabei wenn wir zusammen einen Film gucken? Immerhin haben wir vorher auch schon zusammen in diesem Bett gelegen. Muss ja nicht gleich heißen, dass wir wie die wilden Tiere übereinander herfallen. Und Alexis ist doch auch kein Mann der die Situation ausnutzen würde.
„Gerne.“
Ich folge Alexis wieder nach oben, die Schokolade nehme ich natürlich mit.
„Was willst du denn gucken?“
„Ich weiß nicht, was Lustiges vielleicht?“
„Ok.“ Alexis hält mir die Türe auf und bedeutet mir, das Schlafzimmer zu betreten. Ich setze mich aufs Bett und mache es mir dort gemütlich, lehne mich mit dem Rücken an das Kopfteil an, damit ich auch den Fernseher sehen kann. Alexis schaltet den Fernseher und den Dvd-Player an, legt irgendeine Komödie ein und kommt dann zu mir.

schleumel Offline

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21.04.2010 19:52
#16 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
so jetzt gibt's wieder was :)
ihr wollt also nicht, dass gretchen und alexis zusammen in einem bett liegen?
dann begebe ich mich jetzt vielleicht lieber mal zum polizisten meines vertrauens und beantrage zeugenschutzprogramm oder so
trotzdem viel spaß beim lesen und danke für die kommis
übrigens auch dieses mal ein dickes danke an fran


Er setzt sich zu mir und legt seinen Arm um mich. Eine Schulter zum Anlehnen kann ich jetzt auch wirklich gut gebrauchen. Ich rutsche ein Stück näher an Alexis ran und bette meinen Kopf auf seine Brust. Was soll ich auch falsche Scheu haben? Immerhin ist Alexis mein Ex-Verlobter und auf Marc zu warten ist jetzt auch keine Option mehr!
Schweigend sitzen wir da und gucken den Film. Männerherzen glaube ich. Jedenfalls ist mir die eine Szene mit dem Typen vor dem Altar der auf einmal Schiss bekommt ein BISSCHEN unangenehm. Aber gut sieht er aus, der Typ.
„Ach, den würde ich aber auch nicht von der Bettkante stoßen!“ rutscht es mir einfach so raus und als mir bewusst wird was ich gesagt habe, presse ich meine Hand auf meine Lippen.
„Wie bitte?“ Alexis ist glaube ich ein bisschen geschockt.
„Äh... Was hab ich gesagt?“ Ob rausreden was bringt?
Leicht säuerlich dreht Alexis sich zu mir um und sieht mich an.
„Dass du mit dem schlafen willst?!“ Jaaaa, mein Gott. Ich gebe ja zu, dass es ziemlich taktlos ist sowas in Alexis‘ Gegenwart zu sagen in Anbetracht der Tatsache, dass ich ihn vor dem Altar hab stehen lassen. Aber der Typ ist doch wirklich verdammt Süß.
„Ach so meinte ich das ja nicht. Nur dass er gut aussieht. Aber keine Sorge. Solchen Männern begegnet man im wahren Leben ja gar nicht.“
Das scheint Alexis beruhigt zu haben. Während wir den Film gucken, fällt mir immer wieder auf, dass der Typ mich irgendwie an Marc erinnert. Aber ich schüttle den Gedanken ganz schnell wieder ab. Ich bin schließlich hier um Marc zu vergessen.
Ich fühle, wie Alexis zaghaft meinen Arm streichelt und seinen Kopf auf meinen lehnt.
„Tut dein Kopf noch weh?“ fragt er mich schließlich ehrlich besorgt und sieht mich dabei an.
„Nein, es geht schon. Das war eben glaube ich nur der Schreck.“
Ich versuche ein Lächeln auf meine Lippen zu zaubern aber irgendwie ist da immer noch das schlechte Gewissen weil ich Alexis am Altar hab stehen lassen. Und plötzlich habe ich das Gefühl, dass ich mich erklären muss.
„Alexis ich glaube ich bin dir eine Erklärung schuldig ich meine ich…“
„Shhhht.“ Alexis streicht mir übers Haar.
„Du brauchst mir nichts erklären, du bist jetzt hier, das reicht.“
Er haucht mir einen Kuss auf die Stirn und sieht mich mit sanften Augen an. Und auf einmal wird mir klar, dass ich Marc vergessen muss. So schnell wie möglich. Alexis ist der Richtige!
Ich Ziehe Alexis zu mir runter und küsse ihn zärtlich. Er scheint erst erstaunt zu sein, doch dann erwidert er den Kuss und zwar fordernder, als ich zunächst vermutet hätte.
Ich höre wie sein Atem immer schneller geht. Langsam tasten seine Hände sich unter mein Shirt. Aber ich habe jetzt kein schlechtes Gewissen. Ich werde Marc einfach vergessen. So wie er mich vergessen hat, als er mit Gigi geschlafen hat.
Alexis beugt sich über mich und küsst meinen Hals. „Ich hab dich so sehr vermisst Sternchen.“ Haucht er mir zu, während er meine Ohrläppchen anknabbert. Langsam streift er mir mein Shirt über den Kopf und küsst meine erhitzte Haut. Wenig später liegt auch meine Hose irgendwo in einer Ecke und Alexis legt sich wieder auf mich. Seine Hände gleiten über meinen Körper und ich spüre sein Gewicht auf mir.
Doch auf einmal scheint er mich zu erdrücken. Plötzlich versteife ich völlig und nehme meine Hände runter, die eben noch auf Alexis‘ Rücken gelegen haben. Als Alexis mich erneut Küssen will, drehe ich meinen Kopf zu Seite. Zuerst weiß ich nicht genau, woher mein plötzlicher Sinneswandel kommt, immerhin wollte ich bis grade noch mit Alexis schlafen, doch dann kommt mir ein Wort in den Sinn und ich habe auf einmal das dringende Bedürfnis wegzulaufen: MARC!
Und auf einmal ist diese Situation für mich unerträglich. Ich kann einfach nicht bleiben. Ich muss ja doch an Marc denken, obwohl ich fast mit Alexis geschlafen hätte. Und was mache ich hier eigentlich? Was habe ich mir überhaupt dabei gedacht hier her zu kommen?
Natürlich, ich war verletzt. Wegen Marc! Und jetzt muss ich Alexis weh tun weil ich es einfach nicht länger hier aushalte.
Alexis scheint schon bemerkt zu haben, dass irgendetwas nicht stimmt. Er rollt von mir runter, macht das Licht an und sieht mich an.
„Gretchen was hast du denn auf einmal?“
Hektisch stehe ich vom Bett auf, sammle meine Sachen ein und laufe zur Türe.
„Es tut mir leid, ich hätte nicht kommen dürfen.“ Schluchze ich, ehe ich die Tür hinter mir schließe und Alexis ziemlich verwirrt zurück lasse.
Auf dem halben Weg aus dem Haus raus fällt mir auf, dass ich etwas vergessen habe. Ich eile zurück und platze noch einmal ins Schlafzimmer rein, hechte neben das Bett, und greife nach der Schokolade. Alexis scheint immer noch ziemlich geschockt zu sein, immerhin hockt er immer noch starr auf dem Bett. Ich sehe ihn noch einmal an und verschwinde dann endgültig.
Und als mir auf einmal bewusst wird was ich getan habe, habe ich auch wieder Tränen. Ich heule drauf los als gäbe es kein morgen. Gut, ich gebe ja zu, dass ich es Marc auch heimzahlen wollte aber ich konnte einfach nicht. Und noch dazu hab ich Alexis mal wieder das Herz gebrochen.
Ich krame mein Handy raus und rufe mir ein Taxi. Während ich warte, beiße ich ein paar Mal in die Schokolade. Darauf kann man sich zumindest verlassen, dass die Schokolade einem nicht das Herz bricht so wie Marc es andauernd mit meinem Herzen macht. Oder wie ich das mit Alexis mache.
Toll. Ich bin jetzt also wütend auf Marc und Gigi und fühle mich schuldig wegen Alexis. Wenn ich Marc sehe, der kann was erleben. Schließlich ist es seine Schuld, dass ich immerzu an ihn denken muss.
Als das Taxi endlich da ist, steige ich ein und lasse mich zum Krankenhaus fahren. Ich habe eh gleich Schicht und zu Hause würde ich ohnehin nur Gigi begegnen.
Der Taxifahrer schaut schon die ganze Zeit so komisch. Muss daran liegen, dass ich völlig verheult neben ihm sitze. Aber er hat sich wohl dazu entschieden zu schweigen. Besser für ihn.
Am Krankenhaus angekommen, gebe ich dem Taxifahrer sein Geld und renne dann ins Schwesternzimmer um mich umzuziehen. Anschließend suche ich mir ein leeres Patientenzimmer und versuche, noch ein Stündchen zu schlafen.

schleumel Offline

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21.04.2010 22:50
#17 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

ihr seid ja ganz schön geschockt
extra für fran kommt jetzt hier der nächste teil
aber obs euch danach besser geht


Ich liege eine Weile in dem Bett rum und döse ein bisschen vor mir her, als auf einmal jemand energisch die Tür aufreißt und ins Zimmer gestürmt kommt.
„Sag mal Hasenzahn! Kannste mir mal sagen was das gestern Abend sollte?!“
Scheint so als würde ich Marc jetzt beichten müssen, dass ich bei Alexis war. Ihn anzulügen klappt ja nicht, das hatten wir ja schon. Aber es ist ja eh seine Schuld!
„Was das gestern Abend sollte? Ich kann dir sagen was das sollte!“ Mit einem Ruck stehe ich vom Bett auf und sehe Marc wütend an.
„Ich habe gestern mit Gigi geredet! Und die hat mir gesagt dass zwischen euch doch was gelaufen ist. Das ist los!“
„Willst du mich verarschen? Ich hab doch schon gesagt dass da nichts…“
„Boar Marc jetzt hör doch mal auf! Von mir aus kannst du ja wild in der Gegend rumbumsen, aber dann tu doch bitte nicht so als würde ich dir was bedeuten!“ schreie ich ihn an und schon wieder steigen Tränen in mir auf.
Marc sieht mich entgeistert an. Er kommt auf mich zu und ich weiche ein Stück zurück. Es tut einfach unendlich weh, dass er mich sogar jetzt noch anlügt.
„Aber…“ will Marc einwerfen aber ich lasse ihn nicht zu Wort kommen. Ich habe seine Erklärungen satt.
„Du hast vielleicht Nerven hier einfach aufzutauchen und mich anzubrüllen! Dabei ist es allein DEINE Schuld, dass ich nicht mit Alexis schlafen konnte.“
„Du wolltest bitte was?“
„Du hast mich schon richtig verstanden Marc Meier! Und du allein bis Schuld weil ich dich einfach nicht vergessen kann obwohl du mir ständig das Herz brichst!“
Ich will zur Türe raus laufen doch Marc packt mich am Arm und hält mich fest. Er sieht ganz schön wütend aus.
„Soll das etwa heißen, dass du gestern Abend bei deinem Geldsack gewesen bist? Und ihn poppen wolltest?!“
„Hüte deine Zunge Marc! Aber ja es stimmt. Ich war dort. Aber es ist nichts passiert, ok? Also fast nichts.“
Auf einmal sieht Marc gar nicht mehr so wütend aus. Er blickt mich verbittert an und lässt meine Hand los.
„Wenn du eh lieber zu deinem Geldsack willst, kann ich ja jetzt auch endlich wieder Gigi flachlegen!“
Er gibt es also endlich zu! Ich wusste doch, dass er mir nur wieder das Herz brechen würde.
Heulend renne ich aus dem Zimmer raus und weiß gar nicht wo ich hin soll. Auf jeden Fall brauche ich erst mal einen Kaffee. Schluchzend komme ich am Kaffeeautomaten an, wo ich auf Mehdi treffe,
Na toll. Der hat mir grade noch gefehlt.
„Gretchen? Was ist denn los? Warum weinst du?“
„Ach es ist nichts.“ Lüge ich und werfe einen Euro in den Automaten.
„Hast du gestern mit Gigi geredet?“ fragt Mehdi mich und legt mir seine Hand auf die Schulter um mich zu beruhigen.
Während ich meinen Kaffeebecher aus dem Automaten nehme, nicke ich traurig und schluchze noch einmal laut auf.
„Na komm mal mit, ein bisschen Ruhe kann dir wohl jetzt nicht schaden.“
Und schon schiebt Mehdi mich den Gang entlang in sein Büro, wo ich mich auf einen Stuhl fallen lasse, den Kaffee auf dem Schreibtisch abstelle und einfach laut drauf los heule.
Nachdem ich mich wieder ein bisschen beruhigt habe, kommt Mehdi auf seinem Stuhl angerollt und sieht mich besorgt an.
„Was ist denn los?“
„Ach, alles läuft mal wieder schief.“ Gebe ich erschöpft zu und lehne mich ein bisschen zurück.
„Wieso denn? Hast du nicht mit Gigi geredet?“
„Doch, das habe ich und genau das ist es ja.“
„Wieso?“
Das fragt er auch noch? Ich würde ja wohl kaum heulend hier sitzen wenn sie mir gestanden hätte, dass mit Marc nichts gelaufen ist.
Ich zucke mit den Schultern, ich will einfach nicht schon wieder das aussprechen, was mir eben noch das Herz gebrochen hat. Und Mehdi scheint es langsam zu dämmern.
„Du meinst, Gigi hat behauptet sie und Marc hätten tatsächlich...?“
Ich nicke eifrig und schon wieder muss ich schluchzen.
„Und ich bin danach zu Alexis gefahren und wollte mit ihm schlafen.“
Das scheint Mehdi wirklich zu schocken.
„Du hast was?“
„Ja ich weiß ja jetzt auch, dass das dumm war, aber ich war so verletzt und wollte mich an Marc rächen und ihn endlich vergessen aber ich konnte nicht. Ich bin weggelaufen bevor es ernst wurde. Mal wieder.“
Mehdi schluckt schwer und sieht mich leicht panisch an.
„Und…ähh.. weiß Marc schon davon?“
„Ich habe es ihm grade gesagt. Und dann hat er endlich auch selber zugegeben, dass er Sex mit Gigi hatte.“
Mehdi sieht irgendwie geschockt aus. Mit einer Hand nestelt er an seinem Hemdkragen rum, mit der anderen trommelt er auf den Schreibtisch.
„Er hat was? Aber die beiden haben doch gar nicht…“ Das scheint Mehdi wohl so rausgerutscht zu sein denn er sieht mich daraufhin ziemlich nervös an und wartet wohl auf eine Reaktion von mir. Ich bin allerdings grade ziemlich verwirrt.
„Was meinst du mit ‚die beiden haben gar nicht‘?“
„Naja so wie ich’s gesagt habe. Die beiden hatten nichts.“
„Und warum sagt Marc dann sowas?“
„Na warum wohl? Weil es ihn verletzt, dass du bei dem Gelds… bei Alexis warst und er das nicht zugeben will. Du kennst doch Marc.“
„Und woher weißt du bitteschön, dass die beiden nichts hatten?“
„Naja, also ich war quasi… ähh… dabei…?“
„WAS?“ Will der mir jetzt sagen dass er auch…?
„Also nicht DABEI. Aber danach hat Marc mir gesagt dass er nicht mit ihr schlafen konnte weil… ja weil er eben an dich denken musste und es nicht übers Herz gebracht hat.“
Oookeeeyyy….
„Und warum konntest du mir das nicht schon gestern sagen? BEVOR ich Gigi ihre Lügen geglaubt habe und zu Alexis gerannt bin?“ Jetzt bin ich echt wütend!!!
„Naja, ich hätte halt nicht gedacht dass sie dich wirklich so eiskalt anlügt. Außerdem hab ich vielleicht noch die Hoffnung gehabt, dass wir beiden vielleicht wieder…“
„Bitte? Wir beide sind nur Freunde, ich dachte das wäre längst geklärt?!“ schreie ich Mehdi an und bin echt sauer.
„Ja ich weiß aber ich konnte irgendwie nicht anders ich...“
Ich springe ganz plötzlich auf und hechte zur Tür.
„Ich muss sofort zu Marc!“ rufe ich noch, ehe ich die Tür hinter mir zuschlage und auf den Gang renne.

schleumel Offline

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22.04.2010 16:26
#18 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallihallo
danke für die ganzen lieben kommentare
ich will euch jetzt auch nicht weiter auf die folter spannen und stell jetzt den nächsten teil rein.
dieses mal muss auch nicht ich, sondern jemand anderes in deckung gehen. zumindest hätte sie es besser tun sollen
viel spaß damit :)


Kurz bevor ich um die Ecke renne, höre ich einen dumpfen Aufschlag und kurz darauf höre ich Marc brüllen.
„Verpiss dich bloß du neureiches Arschloch!“
Ein Aufschrei und ein lautes Stöhnen. Dann bin ich endlich an der Ecke angekommen und wen sehe ich? Klaro, Marc und Alexis die sich prügeln.
„Seid ihr zwei total bescheuert?“
Ich will die beiden Streithähne auseinander bringen, doch kurz bevor ich sie erreicht habe, kommt Alexis‘ Faust so nah an meinem Gesicht vorbei, dass ich beschließe doch lieber nur dazwischen zu schreien.
Alexis geht einen Schritt zurück und für einen kurzen Moment, den er nutzt um mit mir zu reden, sehen die beiden sich einfach nur zornig an.
„Sternchen warum bist du denn weggelaufen? Hab ich irgendwas falsch gemacht?“
„Das ist wohl kaum…“ der richtige Moment um das zu besprechen wollte ich eigentlich grade sagen, werde aber barsch von Marc unterbrochen.
„Na sie hat mich vermisst. Deswegen ist sie hergekommen!“
„Marc!“
„Halt die Klappe Hasenzahn!“
„Du arroganter Mistkerl!“ flucht Alexis und geht wieder auf Marc los. Er verpasst ihm einen heftigen Schlag in die Magengegend, woraufhin Marc taumelnd zu Boden geht.
„Das reicht jetzt!“ schreie ich erbost, aber irgendwie werde ich galant ignoriert. Denn Marc hat sich wieder aufgerappelt und wankt auf Alexis zu. Drohend hebt Marc seinen Finger.
„Du lässt deine verdammten Drecksgriffel von Gretchen, klar?! Sonst kannst du dein blaues Wunder erleben!“
„Mal ganz langsam du Oberarsch. SIE ist gestern Abend zu MIR gekommen, klar? Weil DU mal wieder Mist gebaut hast!“
Anscheinend sind bei Marc grade alle Sicherungen durchgebrannt denn mit einem Mal stürmt er auf Alexis zu und verpasst ihm mit der rechten Faust direkt eins an der Schläfe. Alexis schreit auf und hält sich die schmerzende Stelle.
„Ach ja? Und warum ist sie dann schon zum zweiten Mal vor dir weggelaufen, hm?! Sie war nur bei dir, weil sie mich nicht vergessen kann. Checks endlich du Trottel.“
Ähhh… woher weiß Marc das? Kann der mal wieder Gedanken lesen?
„Ey, von so einem wie dir lasse ich mir gar nichts sagen!“ Jetzt scheint es Alexis auch zu reichen und wild entschlossen macht er einen Schritt nach vorne.
Doch kurz bevor er Marc erreicht hat, stelle ich mich doch todesmutig zwischen die beiden. Alexis hat mit der Faust schon ausgeholt, als ich „Aufhören!“ schreie. Und zwar so laut ich kann.
Alexis scheint allerdings irgendwie zu langsam reagiert zu haben denn ich spüre einen dumpfen Aufprall an meinem Kopf und merke wie ich zu Boden gehe.
„Hasenzahn?“ höre ich Marc besorgt rufen und kann grade noch sehen, wie er Alexis am Kragen seines Hemdes fasst, ihn an die Wand drückt und ihn heiser anfaucht.
„Siehst du jetzt was du angerichtet hast? Verschwinde jetzt endlich. Oder muss ich dir wieder mit dem Sicherheitsdienst drohen, hm?“
Alexis reißt sich aus Marcs Griff frei und schubst ihn wütend ein Stück von sich weg.
„Ach leck mich!“ ruft Alexis noch, ehe er zur Tür raus geht.
Marc kommt wieder auf mich zu und fühlt meinen Puls. Er streicht ein paar Haare zur Seite, murmelt ein leises „Scheiße.“ und stöhnt laut auf.
Dann merke ich, wie seine Hände sich unter meinen Körper schieben und ich hochgehoben werde.
Und mehr bekomme ich auch gar nicht mehr mit denn auf einmal wird alles schwarz.

schleumel Offline

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23.04.2010 15:47
#19 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

soo... ihr wollt also dass marc sich um gretchen kümmert, hm?
macht er auch, aber er verzieht sich wieder bevor sie wach wird
immerhin ist er ja noch sauer
aber was jetzt kommt mögt ihr sicher auch
und gretchen und marc reden auch bald miteinander, versprochen
jetzt aber genug geredet. viel spaß beim lesen


Scheint so, als würde ich langsam wieder wach werden. Auf jeden Fall hämmert es ganz schön in meinem Kopf, so als hätte mir jemand eine verpasst. Ach ja, Moment! Alexis hat mir ja wirklich eine verpasst. Guuut, nicht absichtlich, aber es tut trotzdem weh.
Langsam öffne ich die Augen und blinzle durch das Zimmer. Ist aber auch ganz schön hell hier. Konnten die die Vorhänge nicht zuziehen?
Weil ich nichts sehen kann, taste ich mich schon mal mit meinen Händen durch die Gegend. Huch? Was ist denn das? Neben meiner rechten Hand liegt irgendwas Wuscheliges. Und jetzt bewegt sich das zerzauste etwas auch noch nach oben.
Nachdem ich es dann doch geschafft habe, meine Augen zu öffnen, erkenne ich Gigi, die wohl an meinem Bett geschlafen hat. Ich hatte ja eher auf Marc gehofft, aber gut. Gigi kann jetzt erst mal was erleben. Diese blöde Kuh! Was bildet die sich überhaupt ein wer sie ist, dass sie hier einfach so neben meinem Bett sitzt und tut als wär nichts gewesen. Ich meine, zum Glück ist ja auch nichts gewesen, zumindest nicht zwischen Marc und ihr. Aber dass sie gelogen hat kann und will ich ihr einfach nicht verzeihen.
„Gretchen? Mehdi hat mich angerufen und mir gesagt was passiert ist. Er meinte auch, dass du vielleicht noch mal mit mir reden wolltest?“
„Hmm…“ Pah! Reden? Anschreien… ja. Aber doch nicht reden.
„Wie geht es dir denn jetzt? Hast du noch Schmerzen?“
„Geht schon.“
Ich starre demonstrativ aus dem Fenster. Ich kann sie jetzt einfach nicht ansehen. Diese ganze Sache jetzt ist irgendwie noch viel schlimmer. Ich meine, die Sache mit Marc hätte ich ihr vielleicht irgendwann verzeihen können, aber jetzt? Wo ich weiß, dass sie mir mein Glück missgönnt und mich feige und hinterhältig angelogen hat?
„Du Gretchen was hast du denn? Du bist doch nicht immer noch sauer wegen der Sache mit Marc, oder?“
Waaaaaas? Lügt sie jetzt schon wieder? Weiß sie also noch gar nichts davon, dass Mehdi mir die Wahrheit gesagt hat?
„Ach weißt du Gina, du kannst jetzt damit aufhören. Ich weiß nämlich, dass ihr beide nichts hattet. Weil Marc MICH nicht vergessen konnte. Du bist doch jetzt nur sauer, dass er dich hat abblitzen lassen. Habe mich eh schon die ganze Zeit gefragt, was er wohl an dir gefunden hat, dass er dich überhaupt flachlegen wollte. Aber wir wissen ja jetzt beide, dass er es nicht getan hat, hm?!“
Ha! Das nenn ich mal ne ordentliche Ansage. Hat sie jetzt davon.
Oder war das vielleicht zu gemein? Immerhin guckt sie jetzt ganz schön traurig. Aber du lässt dich nicht weichkochen Gretchen Haase. Weiter aus dem Fenster starren! Das hilft sicher.
„Seit wann weißt du…?“
„Seit heute morgen. Weil Mehdi zufällig rausgerutscht ist, dass ihr nichts hattet. Gott Gina wie konntest du mich nur so schamlos belügen? Ich hab immer gedacht wir wären Freundinnen.“
Auf einmal kippt Ginas Stimmung von traurig auf wütend und energisch erhebt sie sich von ihrem Stuhl und macht ein paar Schritte durchs Zimmer, ehe sie sich wieder zu mir umdreht und mich verärgert ansieht.
„Ach komm schon Gretchen! Du hast doch immer alles bekommen was du haben wolltest. Du hattest während des Studiums viel mehr Freunde als ich, hast deinen Peter kennen gelernt, du siehst besser aus obwohl du ständig Schokolade in dich reinstopfst und dann auch noch der Job hier im EKH. Und dann auch noch Marc. Da ist der Faden bei mir einfach gerissen. Ich will nämlich auch mal dran sein, klar? Und wenn ich Marc schon nicht haben konnte, solltest du ihn auch nicht bekommen.“
Wow! Das ist auch keine schlechte Ansage. Ich bin sogar richtig geschockt darüber, wie sie all die Jahre über unsere Freundschaft gedacht hat. Wie man sich doch in einem Menschen täuschen kann.
„Wowowow! Moment Mal. Das alles ist mir nicht einfach so in den Schoß gefallen. Für jeden meiner Siege habe ich hart gekämpft, das solltest du doch am besten wissen.“
„Gekämpft oder nicht. Ich bin es einfach leid!“ schreit Gigi mich an und auf einmal wird mir bewusst, dass ich grade eine Freundin verloren habe. Ruhig und bestimmt sehe ich Gigi schließlich an.
„Gigi, wenn ich nachher hier raus komme, will ich, dass du verschwunden bist wenn ich nach Hause komme. Und wenn du wieder in London bist, will ich nichts mehr von dir hören, ok? Ich will weder Briefe noch Anrufe bekommen. Jetzt nicht und auch nicht in ein paar Jahren, kapiert?! Und jetzt raus hier!“
Gigi sieht mich noch einmal verbittert an und begibt sich wortlos zur Tür.
Man, ich war richtig stark und selbstbestimmend grade. Fühle mich auch schon ein bisschen besser. Jetzt muss ich nur noch die Sache mit Marc regeln.
Gott steh mir bei!

ich hab ja gesagt, dass gigi bald weg ist
ähh... ich weiß übrigens nicht ob ichs morgen schaffe was rein zu stellen aber sonntag kommt auf jeden fall wieder was
in diesem sinne ein schönes wochenende euch allen

schleumel Offline

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25.04.2010 10:59
#20 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

ihr lieben! danke für die tollen kommis
zur belohnung gibts jetzt auch den nächsten teil
viel spaß damit


Nachdem Gigi das Zimmer verlassen hat, lehne ich mich erst mal in meinem Bett zurück und versuche mich ein bisschen auszuruhen. Ist ja doch so einiges passiert in den letzten 24 Stunden.
Ich drehe mich auf die Seite und habe die Decke grade bis zum Kinn hochgezogen und es mir so richtig gemütlich gemacht, als die Tür schon wieder aufgeht.
„Oh mein Gott Margarethe, geht es dir gut?“
„Kälbchen, bist du wach?“
Och nööööö. Muss das sein? Ausgerechnet jetzt?
Drehe mich also wieder um und setze mich auf.
„Margarethe jetzt erzähl doch mal, was ist denn passiert?“
Hm, wie werde ich die beiden möglichst schnell wieder los? Ich kann ihnen ja wohl kaum erzählen, dass Marc und Alexis sich hier im Krankenhaus wegen mir geprügelt haben. Mein Vater würde ausrasten. Aber was erzähle ich denen denn jetzt?
„Ich… ähhh… also… ich kam grade so den Gang entlang und Alexis und Ma… Dr. Meier haben sich… ähhh…. unterhalten und dann… ja und dann hat Alexis so mit de Händen rumgefuchtelt während er erzählt hat und ich bin dann irgendwie in seine Hand reingelaufen.“
Schiebe noch ein künstliches Lächeln hinter meine Erklärung, und hoffe, dass die beiden mir das abkaufen.
„Du bist dem ihn die Hand gelaufen Kälbchen?“
„Du meinst Alexander hat dich geschlagen?“
„Alexis Mama! Und nein er hat mich nicht geschlagen. Also… nicht… direkt. War ja keine Absicht.“
Meine Mutter scheint die Sache endlich zu glauben, mein Vater sieht allerdings sehr skeptisch aus.
„Was wollte der denn überhaupt hier Kälbchen? Haste dich mit dem verabredet? So kurz nach der geplatzten Hochzeit?“
Das ‚geplatzt‘ zieht mein Vater übrigens unnötig auseinander, so als hätte ich das schon wieder vergessen oder so. Tzzz…
„Also ähm, Alexis war hier weil…“ Oh Gott was sage ich denn jetzt? Kann denen ja schlecht sagen, dass er hier war um nach mir zu sehen weil ich nur kurz zuvor davon gelaufen bin als wir miteinander schlafen wollten.
„Weil Marc Aktien kaufen will.“
Meine Eltern blicken mich ungläubig an.
„Der Meier und Aktien?“ Mein Vater lacht leicht spöttisch in sich rein. „Der Meier ist viel zu impulsiv für das Aktiengeschäft.“ Erklärt mein Vater mir schließlich noch, aber danach scheint das Thema für ihn gegessen zu sein, denn er schnappt sich kurzerhand die Werte die an meinem Bett hängen und wirft einen Blick darauf.
„Ist ja nichts Schlimmes. Hast ja nicht mal ne Gehirnerschütterung. Dann kannste ja auch übermorgen wieder arbeiten.“
Na toll. Das bedeutet also, wenn er heute nicht mehr nach mir sieht, was ich leider stark befürchte, dann bekomme ich Marc erst übermorgen wieder zu sehen. Dabei muss ich doch ganz dringend mit ihm reden.
„Ach Papa, ich kann eigentlich auch morgen wieder…“
„Kommt nicht in Frage Margarethe. Du hast deinen Vater gehört, morgen bleibst du zu Hause. Dann kannst du dir noch einen schönen Tag mit Gigi machen bevor sie wieder nach London fliegt.“
Gigi? Ach ja, meine Eltern haben ja nicht den blassesten Schimmer davon, wie sie mich angelogen hat.
„Also was Gigi angeht, ich glaube die reist heute schon ab. Notfall oder so.“ sage ich ganz beiläufig und starre wieder zum Fenster raus.
Hoffentlich fragen die jetzt nicht weiter nach.
„Naja, wir müssen jetzt auch wieder zurück an die Arbeit. Pause ist vorbei.“
Ahhhh. Gott sei Dank sie tun es nicht.
„Hmm, ok.“
„Wir sehen uns dann zu Hause Margarethe.“
„Ja Mama, tschüss Papa.“
Gott! ENDLICH Ruhe!
Am späten Nachmittag darf ich endlich meine Sachen packen und nach Hause gehen. Aber Marc hat sich immer noch nicht blicken. Die Entlassungspapiere hat Sabine mir vorbei gebracht. Bevor sie dann wieder gegangen ist, hat sie mich noch mal ernst angesehen, und gemeint, ich solle das ja wieder schnell hinbiegen, Marc würde seine schlechte Laune schon wieder an ihr auslassen.
Ich würde das ganze ja auch wirklich sehr gerne schnell wieder hinbiegen, aber dazu muss Marc mir ja auch erst mal zuhören. Schon blöd gelaufen, das Ganze. Muss ich ja zugeben. Aber vielleicht muss das bei Marc und mir einfach so sein. Einfach wär ja auch viel zu… einfach.
Ein bisschen geknickt packe ich meine Sachen zusammen und mache mich auf den Weg nach Hause. Da ich echt keine Lust habe auf den Bus zu warten und ich ganz sicher nicht Marc fragen werde ob er mich fährt, nehme ich mir ein Taxi.
Zu Hause angekommen, eröffnet meine Mutter mir dann auch erst mal dass sie und mein Vater gleich wegfahren. Die nächsten zwei Tage habe ich das Haus also für mich allein. Jochen ist nämlich bei seiner neuen Freundin.
Zumindest mal eine gute Nachricht heute. So hab ich wenigstens meine Ruhe.
Nachdem meine Eltern gefahren sind, schnappe ich mir ein Buch und lege mich mit Tee und Schokolade bepackt aufs Sofa. Ich lege mir die Decke über die Beine und mach es mir so richtig gemütlich. So ein bisschen Entspannung kann ja wirklich nicht schaden. Die Sache mit Marc kann ich ja auch morgen klären.
Ich muss wohl wieder eingeschlafen sein, denn als ich mich das nächste Mal umblicke ist es dunkel im Wohnzimmer und mein Buch liegt aufgeschlagen auf dem Boden. Ich strecke mich einmal ausgiebig, mache das Licht an und schaue auf die große weiße Uhr an der Wand.
Was? Schon halb 12 Nachts?
Ich quäle mich also vom Sofa runter und will grade in die Küche gehen um mir ein Glas Wasser zu holen und dann ins Bett zu gehen, als es auf einmal an der Tür klingelt.
Wer ist das denn bitte um diese Uhrzeit?! Hoffentlich nicht Jochen der doch zu Hause schläft weil er sich mit seiner neuen Freundin schon verkracht hat.
Ich habe die Türe noch nicht ganz aufgemacht, da schlägt mir auch schon ein widerlicher Gestank von Bier und Zigaretten in die Nase, und als ich Tür ganz geöffnet habe, sehe ich auch, wer diesen überaus durchdringenden Geruch verursacht.
„Haaasenzahn!“
Noch bevor ich ihn rein bitten kann, und ich war mir zunächst wirklich nicht so sicher ob ich das auch wirklich tun sollte, torkelt Marc an mir vorbei. An der Treppe nach oben bleibt er stehen und sieht mich an. Aber wohl nur, um sich am Geländer festzuhalten denn er schwankt ganz gewaltig hin und her. Ich sehe wie er versucht, seine Jackeninnentasche zu erreichen. Nach gefühlten 100 Versuchen hat er es dann auch endlich geschafft und zieht seine Kippenschachtel und ein Feuerzeug aus der Tasche.
„Wag es nicht!“ sage ich barsch und reiße ihm die Zigarette aus der Hand bevor er sie sich anzünden kann. „Hier drin wird nicht geraucht!“
Marc guckt mich an wie ein kleiner Junge dem man gerade sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat.
„Na komm, wir gehen jetzt ins Wohnzimmer, du setzt dich aufs Sofa und ich mach dir nen Kaffee, ok?“

naaaa... ob marc ihr jetzt sagt warum er gekommen ist? ob die beiden sich aussprechen? ob sie sich womöglich vertragen? das erfahrt ihr in der nächsten maus

schleumel Offline

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26.04.2010 16:39
#21 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so hier gehts auch schon weiter :)
ihr habt aber ganz schön schweinische gedanken ihr..
mal gucken ob ich euch in der hinsicht zumindest ein bisschen befriedigen kann
wünsche viel spaß beim lesen


Eine wirkliche Antwort auf meinen Vorschlag bekomme ich von Marc nicht. Er schlingt einfach einen Arm um mich und stützt sich auf mir ab und ich habe wirklich ganz schön Mühe uns beide auf den Beinen zu halten, so betrunken wie Marc ist.
Zusammen torkeln wir Richtung Wohnzimmer, wo ich Marc eigentlich auf dem Sofa abladen will, aber er protestiert lautstark.
„Haaaaasenzaahhn, isch kannisch hier bleiben… Alleine.“ Gut, ganz wie er will.
Nehme Marc also mit in die Küche und verfrachte ihn auf einen der Stühle, die um den Esstisch rumstehen. Als ich mich umdrehe um Kaffee zu machen, hat Marc seinen Kopf bereits auf die Tischplatte fallen lassen. Irgendwie gibt er ganz komische Gluckslaute von sich. Also wenn er sich übergibt. Das kann er dann schön selber machen! Was lässt der sich auch so volllaufen. Und zu allem Überfluss muss er dann auch noch hier auflaufen. Hat er aber Glück gehabt, dass meine Eltern nicht da sind, die hätten das sicher nicht so lustig gefunden.
Während der Kaffee durchläuft sehe ich Marc nachdenklich an. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mir ja schon denken, warum er sich so dermaßen die Kante gegeben hat. Die Sache mit Alexis. Gut, Marc hätte auch einfach mit mir reden können, aber so ist er nun mal.
Plötzlich hebt Marc den Kopf an und sieht mich mit glasigem Blick an.
„Haaasenzaaahn, isch brauch ganz dringend wasssu Essen!“
Na toll, hat er jetzt also auch noch ne Fressatacke.
„Was willste denn haben?“ Will ja mal nicht so sein.
„Piiiiizza… NEIN! Zwei mal Piiiizzaaa!“
Auweia!
„Also, wir haben leider grade zufällig keine Pizza da, Marc. Aber wenn du willst mach ich dir n Brot?!“
„Okeeeey!“
Marc lässt seinen Kopf wieder auf die Tischplatte sinken und ich drehe mich tatsächlich zum Kühlschrank um und schmiere ihm sein Brot. Als ich es vor seinem Kopf auf dem Tisch stelle, schielt er das Brot kurz an, greift blitzschnell danach und schlingt es gierig runter.
Mit vollem Mund blickt er schließlich zu mir auf und grinst mich ziemlich schief an.
„So schlecht issas Brot doch nich Haaaasenzaaaahn… Sonne schlechte Hausfrau bissu ja nich.“
„Hmmm danke!“ Schlimm genug, dass er überhaupt denkt dass ich ne schlechte Hausfrau bin. Gut, bin ich ja auch. Aber vielleicht lenke ich das Thema jetzt besser erst mal auf wichtigere Sachen.
„Sag mal Marc, warum bist du denn eigentlich hier?“
Mit dem Handrücken wischt er über seinen Mund und schluckt die letzten Krümel seines Brots runter.
„Wasser!“ japst Marc.
„Du bist hergekommen weil du Durst hattest? Hast doch genug getrunken!“ gebe ich zu bedenken aber Marc scheint das wohl irgendwie anders gemeint zu haben.
„Neee Haaaasenzaaahn. Ob du jetscht Wasser hast.“
Upps.
„Ähh… ja klar.“
Ich gieße ihm ein Glas ein und reiche es ihm rüber. In einem Rutsch trinkt er es aus, stellt das Glas auf den Tisch und…….. rülpst so unglaublich laut und lange, dass ich mich tierisch erschrecke und mich frage wie das rein physisch überhaupt möglich ist. Aber so lange er nicht kotzt, kanns mir ja egal sein.
Nachdem er anscheinend genug Dampf abgelassen hat, sieht er mich eine Weile lang an und wird dann irgendwie wehmütig.
„Duuu und der Geldsack, dassss geeeht nischt Haaasenzaaahn. Duuu gehörscht zuu miiiir, klar?!“ Mein Herz macht einen kleinen Hüpfer. Ok, Marc ist bestimmt so besoffen, dass er eh nicht mehr weiß was er sagt, aber ich bin gewillt das kurz zu ignorieren.
Ich gehe ein Stück auf Marc zu und streiche ihm über die zerzausten Haare.
„Das mit Alexis und mir ist eh vorbei. Ich liebe ihn einfach nicht so sehr…“ wie dich, hätte ich fast noch dazu gesagt, lasse es aber lieber.
Auf einmal steht Marc mit so viel Schwung auf, dass der Stuhl auf dem er grade noch gesessen hat, mit einem lauten Krachen zu Boden fällt.
„Mein Kaffee!“ schreit er laut auf und begibt sich torkelnd auf den ‚langen‘ Weg zur Kaffeemaschine.
Vorsichtig aber doch bestimmt drücke ich ihn gegen den Kühlschrank, damit er sich dort anlehnen kann, und schiebe mich an ihm vorbei.
„Lass mal ich mach schon.“
Schnaubend steht Marc an unserem Kühlschrank und wartet auf seinen Kaffee. Wenig später drehe ich mich mit der vollen Tasse zu ihm um und will sie ihm grade in die Hand drücken, als er auf einmal Schluckauf bekommt und sich den Kaffe im hohen Bogen über Hemd und Hose schüttet. Na toll.
„Och Marc, jetzt guck mal was du gemacht hast!“ gebe ich genervt von mir.
„Tut mir leid *hicks* Haaasenzaaahn. Isch mach sooo oooft Mischt *hicks*.“
Was hat der grade gesagt?
Marc stößt sich vom Kühlschrank ab und kommt auf mich zu. „Haaasenzaaahn, ich…“ doch weiter spricht er nicht, Statt dessen lässt er seinen Kopf auf meine Schultern fallen und steht wankend vor mir. Also nach Hause schafft er es sicher nicht mehr. Also beschließe ich ihn ins Bett meiner Eltern zu verfrachten.
Obwohl Marc sich teilweise ganz schön heftig wehrt, schaffe ich es doch ihn irgendwie die Treppe hochzuschieben.
Im Zimmer meiner Eltern angekommen, mache ich das Licht an und schiebe Marc weiter zum Bett. Marc wehrt sich immer noch ein bisschen aber sein Widerstand ist deutlich gesunken.
„Haaasenzaaahn, isch schlaf nisch bei deinem Vater im Bett.“ Auf einmal grinst Marc dreckig und legt seine Hand ziemlich provokant auf meinen Po. „Isch kann doch auch bei dir im Bett schlaaaafen Haasenzaaahn.“
Schon ziemlich dreist, ich weiß, aber Marc ist wirklich ziemlich betrunken, da will ich mal nachsichtig sein. Also verpasse ich ihm nur einen leichten Klapps, woraufhin er seine Hand beleidigt wieder weg nimmt.
„Dann nicht.“ murmelt er noch und zieht sich seine Hose aus, eher er sich aufs Bett setzt. Das mit dem Hemd scheint allerdings schon schwieriger zu sein, denn Marc hat seine liebe Mühe mit den vielen Knöpfen. Nach einer gefühlten Stunde habe ich dann doch Erbarmen und beuge mich nach vorne um Marc zu helfen. Ich bin mir sicher, dass er mir grade in den Ausschnitt starrt aber morgen hat er das sicher eh schon wieder vergessen also was soll’s.
Vorsichtig öffne ich die Knöpfe von Marcs Hemd und streife es ihm von den Schultern. Dabei berühren meine Fingerspitzen seine warme Haut und ich merke wie es mir immer schwerer fällt normal zu atmen. Nachdem ich das Hemd zur Seite gelegt habe sehe ich Marc noch einmal kurz an. Dabei treffen sich unsere Blicke und für einen kurzen Moment verliere ich mich in seinen wundervollen, wenn auch grade eher abwesend wirkenden, grünen Augen. Irgendwie ist die Situation mir doch ziemlich peinlich weswegen ich mich kurz räuspere und wegsehe. Als ich wieder hinsehe hat Marc sich bereits ins Bett gelegt. Ich will nicht, dass er nachher friert, schließlich trägt er nur seine Boxershorts, also beuge ich mich noch mal zu ihm runter und will ihn zudecken, als er auf einmal nach meiner Hand greift.
„Du bedeutest mir wasch, Haaaasenzahn. Ich hab nisch nur so getaaan.“
Ein Lächeln stiehlt sich in mein Gesicht. Allerdings verschwindet es genau so schnell wieder wie es gekommen ist, denn es muss einem überraschten Aufschrei weichen, weil Marc mich mit einem Schwung zu sich runter zieht und sich schließlich auf mich drauf rollt.
Als er damit beginnt meinen Hals zu küssen, setzt mein Hirn für einen Moment aus. Ich spüre wie seine Hände sanft aber auch fordernd über meinen Körper fahren. Zärtlich streift er mit der rechten Hand über meine Brüste, mit der linken stützt er sich ab. Seine Lippen gleiten über die empfindliche Haut an meinem Hals und ich höre wie auch sein Atem schneller wird und auch seine Hände werden immer fordernder.
„Ich will dich so sehr.“ Flüstert er mir zu, ehe er meine Beine mit seinen auseinander drückt und sich dazwischen schiebt. Deutlich spüre ich, wie erregt er ist und auch ich bin kurz davor den Verstand zu verlieren. Ich genieße Marcs Berührungen sehr, aber ich weiß auch, dass es falsch wäre, es jetzt mit ihm zu tun. Er ist verletzt und betrunken, so soll unser erstes Mal ganz sicher nicht aussehen. Also schiebe ich Marc von mir runter bevor es zu spät ist, hauche ihm noch einen Kuss auf die Stirn und springe aus dem Bett.
„Du solltest jetzt lieber schlafen.“ Sage ich noch, bevor ich das Zimmer verlasse und in mein Bett im Zimmer nebenan gehe. Ich denke noch kurz darüber nach, was das grade wieder zwischen uns war, aber ich habe mal wieder keine Antwort darauf.
Als ich wenig später ein lautes Schnarchen aus dem Zimmer nebenan vernehme, schlafe ich schließlich auch ein.

schleumel Offline

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27.04.2010 15:54
#22 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

ihr wollt also den morgen danach, hm?
könnt ihr haben
danke für die lieben kommis und viel spaß beim lesen


Am nächsten Morgen werde ich durch ein lautes und durchaus nerviges Klopfen geweckt.
„HASENZAHN!“
„Jaa jaa… Komme ja schon!“ murmel ich und schäle mich müde aus dem Bett. Ich reiße meine Zimmertüre auf und Marc steht auf einmal dicht vor mir und scheint irgendwie in Panik zu sein.
„Wo sind meine Sachen? Hasenzahn ich laufe halbnackt durch euer Haus, was wenn deine Eltern mich so sehen? Und warum bin ich überhaupt hier?!“
Man der ist für meinen Geschmack ein bisschen zu gesprächig am Morgen.
„Meine Eltern kommen erst morgen wieder. Keine Sorge. Deine Sachen müssten irgendwo neben dem Bett liegen. Aber die dürften wohl mit Kaffee voll sein also hol ich dir mal nen Jogginganzug von Jochen.“
„Also Hasenzahn ich zieh doch nicht die Klamotten von deinem Bruder an!“ will Marc widersprechen.
Ach… Der feine Herr will also keine fremden Klamotten anziehen oder was? Aber die eigenen mit Kaffee voll schütten, das ist in Ordnung?
„Du kannst auch gerne was von meinem Vater haben.“ Gebe ich leicht genervt zurück und steuere auf Jochens Zimmer zu. Marc weicht mir nicht von der Seite.
Akribisch durchsuche ich Jochens Schrank nach einem Jogginganzug, aber ich muss enttäuscht – ok wohl eher schadenfroh – feststellen, dass Jochens Jogginganzug nicht da ist. Deswegen ziehe ich eine ausgefranste Jeans und ein Star Wars T-Shirt aus dem Schrank und drücke Marc beides samt Socken und Boxershorts in die Hand.
„Hier. Was anderes gibt’s nicht. Und vielleicht gehst du mal duschen du riechst ein bisschen.“ Entgeistert blickt Marc mich an und hebt seinen linken Arm um an seinen Achseln zu schnüffeln. Kaum merklich verzieht er das Gesicht und nickt dann.
Während er ins Bad geht, gehe ich schon mal in die Küche und mache Kaffee und backe ein paar Brötchen auf. Wie gut, dass Mama immer alles da hat was man braucht.
Als ich fertig bin kommt Marc auch in die Küche. Ein bisschen seltsam sieht er in Jochens Sachen ja schon aus, trotzdem kann ich nicht verhindern, dass ich einen Blick auf Marcs Hintern werfe. Der kommt nämlich in der etwas zu engen Jeans ziemlich gut zur Geltung. Aber ich wende den Blick schnell wieder ab bevor Marc noch was merkt.
„Wow, das nenn ich mal ein Frühstück Hasenzahn. Ich sage ja, so eine schlechte Hausfrau biste gar nicht.“
Er kann sich also doch an irgendwas erinnern. Ich muss unbedingt rausfinden was er noch behalten hat.
„Du warst ja gestern ganz schön… ähm…“
„Ja ich war wohl ziemlich voll. Tschuldigung.“ Gibt Marc kleinlaut zu und fasst sich dabei kurz an seinen wohl ziemlich schmerzenden Kopf.
Ich stichel am besten mal ein bisschen.
„Was wolltest du denn eigentlich von mir? Wolltest du mir irgendwas sagen?“ frage ich süffisant und grinse Marc schief an. Der sieht aber jetzt eher leicht geschockt aus.
„Ähhh… was sagen? Ich? Nein… Warum? Hab ich denn irgendwas…?“
„Ob du was gesagt hast? Also ich weiß nicht mehr so genau. Du hast ja ziemlich viel Müll erzählt gestern.“
„Äh… und was genau… habe ich gesagt?“ Marc sieht mich skeptisch an während er sich Kaffee eingießt und sich ein Brötchen nimmt.
„Och… so dies und das…“ Vergnügt beiße ich in mein Nutellabrötchen und beobachte wie es in Marcs Hirn anfängt zu rattern.
„Boar Hasenzahn jetzt sag doch endlich!“ blafft Marc mich schließlich an doch ich habe Lust das ganze noch ein bisschen auf die Spitze zu treiben.
„Ach es ist ja auch eher das was du gemacht hast, Marc.“
Mit einem Finger fährt Marc sich über die Lippen und ich habe den Eindruck, dass er sich zumindest Bruchstückhaft an gestern Nacht erinnern.
„Du meinst wir haben… also ich habe dich… Haben wir?“
„Du meinst ob wir Sex hatten? Weißt du das etwa nicht mehr?“ frage ich gespielt enttäuscht und lache mir insgeheim eins ins Fäustchen.
„Äh.. doch klar.“ Marc räuspert sich hektisch und nimmt einen großen Schluck Kaffee.
Eigentlich wollte ich das Spiel ja noch ein bisschen weiter treiben aber ich kann mich einfach nicht mehr zurück halten und lache laut und herzhaft los.
„Was? Was ist denn jetzt so witzig Hasenzahn?“
Als ich mich wieder soweit beruhigt habe, dass ich wieder sprechen kann, sehe ich Marc vergnügt an, erlöse ihn dann aber doch von seinen Qualen.
„Nein wir haben nicht miteinander geschlafen.“ Marc atmet erleichtert aus und nimmt noch einen Schluck Kaffee und beißt ins Käsebrötchen.
„Aber du wolltest es!“ sage ich und kann kurz darauf beobachten wie Marc sich an seinem Käsebrötchen verschluckt und laut hustet.
„Das musst du falsch verstanden haben Hasenzahn!“
„Also entschuldige mal. Du hast mich aufs Bett gezogen, dich auf mich geschmissen und mich am Hals geküsst. Was sollte ich daran falsch verstehen?“
Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich, wie Marcs Gesicht von einer leichten Röte überzogen ist. Er beißt noch mal in sein Brötchen und schüttelt anschließend entschlossen den Kopf.
„Ach, das denkst du dir doch nur aus um mich zu ärgern. So blöd bin ich auch nicht Hasenzahn.“
„Ganz wie du meinst.“ Ich schiebe mir den Rest von meinem Nutellabrötchen in den Mund und grinse zufrieden.
„Hab ich denn sonst noch irgendwas…. peinliches gemacht?“ will Marc jetzt wissen und schaut mich erwartungsvoll an.
„Also wenn du mit peinlich sowas meinst wie mir zu sagen dass ich dir was bedeute… dann…. Ja.“ Und wieder guckt Marc völlig entgeistert und ich würde gerne wieder laut loslachen. Aber insgeheim freue ich mich auch darüber dass er das gesagt hat. Immerhin sollen Betrunkene ja angeblich immer die Wahrheit sagen.
Ich warte darauf, dass Marc jetzt abstreitet dass ich ihm was bedeute aber er sagt nichts. Er nickt einfach nur und widmet sich wieder seinem Brötchen.
Nach dem Frühstück räume ich den Tisch ab und, oh Wunder, Marc hilft mir dabei. Als es plötzlich an der Tür klingelt drücke ich Marc die 2 dreckigen Teller in die Hand und eile zur Tür.
Aber leider kommt jetzt das, was ich grade gaaar nicht gebrauchen kann. Nämlich Alexis.
„Hallo Sternchen! Ich wollte nur mal gucken wie es dir geht.“
„Ähhh… Alexis? Das… ist jetzt eher ein schlechter Zeitpunkt. Mir geht es ja auch eh wieder gut.“
Ich versuche Alexis grade wieder zur Tür raus zu schieben als aus der Küche auf einmal ein lautes Scheppern kommt, dicht gefolgt von einem „Ist nichts passiert!“
Bei Alexis läuten die Alarmglocken.
„Wer ist das da in deiner Küche?“
Oh Oh…. Ganz blöde Situation grade.
„Ähhh… Niemand?“
Alexis sieht ein bisschen sauer aus.
„Ist das dieser Meier?“ Er schiebt sich an mir vorbei und stürmt in die Küche.
Ich renne hinter Alexis her und sehe wie er stockt als er Marc in der Küche stehen sieht. Anschließend dreht Alexis sich wieder zu mir um und sieht mich enttäuscht an.
„Deswegen also ein schlechter Zeitpunkt, hm? Ich hätte es wissen müssen. War der also die Nacht über hier, ja?“
Ich will noch etwas erwidern aber Alexis dreht sich bereits wieder um und geht zur Haustüre. Ich renne ihm wieder hinterher, will das ja schließlich noch klar stellen.
„Alexis das ist jetzt nicht so wie du denkst. Also wir…“
Er dreht sich noch mal zu mir um und sieht mich verächtlich an.
„Ist schon gut, ich habe verstanden.“ Und mit diesen Worten wendet er sich wieder von mir ab und knallt die Türe hinter sich zu.
Noch ehe ich irgendwie reagieren kann, steht Marc auf einmal hinter mir und hat seine dreckigen Klamotten in der Hand.
„Ich muss jetzt auch los Hasenzahn. Danke für die Klamotten und das Bett, wir sehen uns morgen im Krankenhaus.“
„Ok.“
Ich will grade die Tür öffnen als Marc mich an die Wand daneben drückt und mir ganz nah kommt. Seine freie Hand legt er um meine Hüfte und zieht mich noch näher an mich ran. Langsam beugt er sich nach vorne, fährt mit seinen Lippen ganz sanft über meinen Hals und zieht ganz viel Luft durch die Nase ein, so als würde er meinen Duft einsaugen wollen. Dann hebt er seinen Kopf ein bisschen an und seine Lippen sind jetzt genau neben meinem Ohr.
„Ich meinte alles genau so wie ich es gesagt habe gestern.“ Flüstert er mir leise zu und dann schenkt er mir noch ein Grinsen und verschwindet ebenfalls aus der Haustür.

schleumel Offline

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27.04.2010 23:52
#23 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

sooo nen kleinen teil hab ich noch für euch bevor es ab in die heia geht
danke übrigens nochmal für die lieben kommis.
und danke an fran für die hilfe wenn manchmal die ideen fehlen
ähh und jetzt genug geplappert. viel spaß beim lesen


Was war das denn bitte? Erinnert der sich doch an mehr als ich vermutet hatte? Oder hat er das jetzt nur gesagt weil er mir doch glaubt was ich ihm erzählt habe? Tz… Da werde mal einer aus dem schlau. Und dann haut er auch gleich wieder ab ohne dass ich ihn fragen kann wie er das jetzt genau gemeint hat. Würde vielleicht eh mal nützlich sein, so ein klärendes Gespräch zwischen uns. Immerhin gab es so viele Missverständnisse und Probleme zwischen uns.
Werde jetzt ins Krankenhaus fahren und Marc zur Rede stellen. Dann soll er mir endlich sagen was Sache ist. Schließlich scheint er ja auch irgendwie nicht mehr sauer zu sein wegen der Sache mit Alexis. Aber der ist nach dem Vorfall eben ja sicher eh abgehakt.
Ich ziehe mich also schnell an und schwinge mich auf mein Fahrrad.
Am Krankenhaus angekommen stelle ich mein Fahrrad ab und gehe zum Eingang.
Als erstes will ich im Stationszimmer nachgucken, Marc dürfte schließlich auch erst seit ein paar Minuten hier sein. Aber hier ist er nicht. Drehe mich also wieder um und will mich grade auf den Weg in sein Büro machen, als ich auf einmal mit Mehdi zusammen stoße.
„Gretchen. Was machst du denn schon hier? Hast du nicht frei?“
„Jaa… Ich ähh… bin auch eigentlich nur hier weil…“
„Musst du nochmal zur Untersuchung? Ich dachte es wär nichts weiter.“
Puh! Normalerweise finde ich es ja unhöflich wenn man mich nicht ausreden lässt, aber jetzt finde ich das ausnahmsweise mal nützlich.
„Es ist auch nichts weiter, mir geht’s gut. Ich… ähh.. wollte nur eben den OP-Plan checken. Damit ich weiß wann ich morgen wieder arbeiten muss.“
Mehdi guckt leicht skeptisch.
„Aber da hättest du doch auch einfach Sabine anrufen können.“
Ok, jetzt nervt es mich doch ein bisschen, dass er so genau nachfragt.
„Ja aber Sabine ist immer so verwirrt. Ist ja auch egal jetzt.“
Mehdi zuckt nur mit den Schultern und scheint sich mit meiner Erklärung zufrieden zu geben.
„Du sag mal Gretchen was hältst du davon wenn wir mal wieder was zusammen machen? Eis essen oder…“
„Hasenzahn!“ Oh…. Marc ist grade zur Tür rein gekommen, in der Hand hat er die Klamotten von Jochen.
„Was machst du denn schon hier du hast doch frei.“
„Ich wollte mir dir…“
„Schon wieder Hasenzahn?“ fragt Marc mich frech und drückt mir Jochens Klamotten in die Hände.
„Danke fürs Ausleihen. Hat mich gerettet heute Morgen.“
Bevor Marc geht, beugt er sich noch kurz zu mir runter und flüstert mir sehr leise, aber grade noch so dass ich alles verstehen kann, etwas ins Ohr.
„Und beim nächsten Mal entwischst du mir nicht Hasenzahn.“
Dann ist Marc auch schon wieder verschwunden und ich merke wie eine leichte Röte in mein Gesicht steigt. Aber Mehdi scheint das nicht wirklich zu bemerken. Er starrt mit offenem Mund auf die Türe, durch die Marc den Raum verlassen hat, und wirft dann einen Blick auf die Klamotten in meiner Hand.
Er deutet mit dem Finger auf die Klamotten und dann auf die Tür.
„Der war heute Nacht *schluck* bei dir?“
Grade erst wird mir klar wie das für Mehdi aussehen muss.
„Ja also Marc war betrunken und ist zu mir gekommen und dann…“
„Hattet ihr so wilden Sex, dass du seine Klamotten zerrissen hast und er welche von deinem Bruder leihen musste?“ fragt Mehdi geschockt und blickt mich mit weit aufgerissenen Augen an.
„Was? Nein, Marc und ich haben nur…“
Bevor ich die Sache richtig stellen kann, platzt auf einmal Gabi ziemlich außer Atem ins Schwesternzimmer.
„Dr. Kaan, die Frau Schiller, bei der ist es jetzt so weit. Da kommen die Wehen in regelmäßigen Abständen von 2 Minuten.“
Mehdi schreckt auf und sieht Gabi an, die ganz offensichtlich darauf wartet, dass er mitkommt.
„Ich komme sofort.“ Sagt Mehdi, wirft mir allerding bevor er geht noch einen strafenden Blick zu.
Oh mein Gott, was hat der denn jetzt schon wieder? Ich dachte er hätte endlich verstanden, dass wir nur Freunde sind. Der hat sich doch hoffentlich nicht schon wieder Hoffnungen gemacht? Aber bevor ich das mit Mehdi kläre, muss ich erst mal mit Marc reden.
Als ich vor Marcs Bürotür stehe, traue ich mich allerdings irgendwie nicht, die Klinke auch tatsächlich runter zu drücken. Ich meine, was soll ich denn überhaupt sagen? Ich geh doch nicht einfach da rein und frage ihn ob er mich liebt. Dass ich ihn liebe scheint er ja ohnehin schon zu wissen. Der wusste doch ganz genau dass mir heiß wird wenn der mir sowas wie eben ins Ohr flüstert.
Soll ich jetzt wirklich rein gehen? Ich will doch schließlich auch endlich Klarheit haben. Das geht doch nur wenn wir jetzt miteinander reden. Ich meine, er hat doch gestern gesagt dass ich ihm was bedeute. Und dass er mich will. Ok, ob körperlich oder nicht das lassen wir mal weg, und halten nur fest dass er mich will. Hört sich besser an.
Ich atme noch einmal tief ein und sammle all meinen Mut und drücke die Klinke langsam runter. Als ich ins Büro trete sehe ich, wie Marc am Schreibtisch über ein paar Akten sitzt und überrascht und erwartungsvoll zu mir aufsieht.

schleumel Offline

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28.04.2010 17:43
#24 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

ach... ihr wollt wissen was bei dem gespräch rumkommt?
na mal gucken ob marc seinen mund aufbekommt
viel spaß


Ich schließe die Tür hinter mir und gehe auf Marc zu, der mich immer noch gespannt ansieht. Ich setze mich auf den Stuhl gegenüber von ihm und sehe ihn erst mal schweigend an. Hmmm… Diese Augen. Ähhh… Moment. Ich bin ja nicht zum Schwärmen gekommen.
„Hasenzahn? Willst du auch was sagen oder wolltest du nur so da rum sitzen und mich anglotzen?“
Charmant wie eh und je.
„Ich wollte eigentlich mit dir reden, Marc. Und zwar ernsthaft.“
„Bitte? Was gibt’s denn schon wieder zu reden?“
Das fragt der doch jetzt nicht ernsthaft? Unglaublich!
„Was es zu reden gibt? Also Marc da wäre so Einiges was mir einfällt.“
Marc legt den Aktenstapel zur Seite und sieht mich jetzt direkt an. Er wartet wohl darauf, dass ich weiter rede denn er hat die Augenbrauen hochgezogen und schiebt sich ein Kaugummi in den Mund.
„Ja, was ist denn jetzt?“
„Wie was ist jetzt?“
„Ja du wolltest doch reden. Rede!“
Lässig lehnt Marc sich in seinem Sessel zurück und verschränkt grinsend die Arme hinter dem Kopf. Sein blaues Poloshirt rutscht dabei ein Stückchen hoch und ich kann einfach nicht anders, als das Stück freie Haut seines Bauches anzustarren, was Marc wohl bereits zur Kenntnis genommen hat, denn er grinst noch ein bisschen mehr und lehnt sich extra noch ein Stück weiter nach hinten.
Bevor meine Gedanken weiter abgleiten, wende ich meinen Blick schnell wieder ab und schaue stattdessen auf die weiße Wand hinter Marc.
„Tja also eigentlich bin ich hergekommen um zu fragen… also was du gestern Nacht gesagt hast… über deine Gefühle und so und ähm… also ich… ehhh… du… warst ja betrunken und so aber… also ich wollte halt wissen was du davon genau jetzt… ernst… gemeint hast.“
Ich schaue wieder Marc an und muss zu meinem Bedauern feststellen, dass er immer noch mit verschränkten Armen und vergnügtem Grinsen vor mir sitzt und mich weiter anstarrt. Irgendwie macht mich das noch viel nervöser und ich rutsche in bisschen unruhig auf meinen Stuhl hin und her und zupfe an meinem linken Ohrläppchen. Ich werfe einen erneuten Blick auf Marcs Bauch und muss leider feststellen, dass man jetzt sogar noch ein bisschen mehr sehen kann als eben.
„Was genau…?“ will Marc wissen aber mein Gehirn hat schon wieder ausgesetzt und ich beschließe meinen Blick schnell wieder der Wand zuzuwenden.
„Also ich meinte weil ich eben so verwirrt…ähh… nein du warst ja verwirrt nicht ich. Du hast ja auch getrunken. Um nicht zu sagen du warst betrunken. Ich ja nicht. Vertrage ja auch eh nicht so viel.“
„Hm“
Ich gucke wieder zu Marc rüber und sehe wie er mich amüsiert mustert und mir zunickt. Grrr… Kann der denn nicht auch mal irgendwas dazu sagen? Ich meine ich stotter hier munter drauf los und er? Er bringt nichts weiter raus als sein blödes Grinsen und ein „hm“?
„Was ist denn jetzt Marc? War es so, oder war es nicht so?“
Marc nimmt endlich die Arme wieder runter und augenblicklich fällt es mir ein bisschen leichter mich zu konzentrieren.
Dann beugt er sich nach vorne, verzeiht seinen Mund zu einem schiefen Lächeln und blickt mir direkt in die Augen.
„Ja. Ich gebe es ja zu, ich war ziemlich voll.“
Argh! Der weiß doch genau, dass ich was ganz anderes hören wollte. Sooo undeutlich hab ich mich doch gar nicht ausgedrückt oder? Ich meine dass er voll war habe ich doch selber gesehen. Ich will wissen ob er das ernst gemeint hat was er gesagt hat!
„Marc, du weißt genau dass ich nicht das meine!“
Marc scheint das ganze immer noch ziemlich witzig zu finden denn er grinst schon wieder so blöde und kaut genüsslich auf seinem Kaugummi rum.
„Was meinst du dann?“ fragt er ganz dreist, wohlwissend dass ich genau weiß, dass er weiß, was ich wissen will. Gott, jetzt hat Marc wohl auch noch das Zentrum meines Hirns infiltriert, das für meine Grammatik zuständig ist. Ok, das war wahrscheinlich vorher schon infiltriert. Ähhh… aber zurück zum Thema.
Energisch stehe ich vom Stuhl auf, gehe um den Schreibtisch rum und stelle mich ans Fenster. Ich werfe einen Blick raus und sehe anschließend auf Marc hinab, der immer noch in seinem Sessel sitzt.
„Verdammt Marc. Ich will jetzt endlich wissen ob du das ernst gemeint hast was du gesagt hast gestern Abend. Und jetzt komm mir nicht damit dass du dich nicht erinnern kannst. Ich weiß ganz genau dass du dich noch an das Wichtigste erinnern kannst! Also?“
Das Grinsen ist aus Marcs Gesicht gewichen und auf einmal dreht er sich von mir weg und schnappt sich das kleine Modellauto auf dem Schreibtisch.
Er schiebt es ein paar Mal nachdenklich hin und her ehe er leicht gereizt antwortet.
„Man, Hasenzahn! Musst du eigentlich immer über alles reden? Kannst du nicht einfach mal…“ Marc lässt das Auto wieder los, springt vom Stuhl auf und kommt auf mich zu. „still sein und genießen?“
Bevor mein Hirn wieder aussetzt, schaue ich lieber wieder aus dem Fenster in den Krankenhauspark. Langsam kommt Marc näher und auf einmal steht er ganz dicht hinter mir. Schneller als ich reagieren kann hat Marc seine Hände um mich geschlungen. Während er kleine feuchte Küsse auf meinen Nacken haucht schließe ich die Augen und vergesse für einen Moment, dass ich eigentlich zum Reden gekommen bin. Seine Fingerspitzen streichen über die weiche Haut auf meinem Handrücken und ich bekomme eine Gänsehaut.
„Reicht dir das hier nicht?“
Mit einem Mal kommt mein Verstand zurück gekrochen und ich öffne schnell die Augen und stoße Marc von mir weg.
„Nein, Marc das reicht nicht! Ich verlange doch nichts weiter von dir als eine ehrliche und offene Antwort. Das wirst du doch wohl hinbekommen. Ein einfaches Ja oder Nein. Ich verlange ja nicht mal, dass du die drei Worte sagst. Gott, ich habe Alexis für dich verlassen und habe die ganze Familie geschockt und du denkst es ist damit getan wenn du besoffen bei mir aufkreuzt und irgendwas vor dich her faselst? Ich bin keine von deinen billigen Flittchen die du einfach mit deinem Charme überrollen kannst um sie dann irgendwo zwischen Tür und Angel flach zu legen, klar?! Für sowas bin ich einfach nicht gemacht, ok?“
Wütend und enttäuscht darüber, dass Marc mal wieder kein Wort rausgebracht hat verlasse ich schließlich sein Büro und knalle die Tür hinter mir zu. Ist doch wirklich nicht zu fassen. Er kann doch nicht glauben, dass alles wieder gut ist wenn er sich einfach über mich her macht.
Ich glaube ich fahre jetzt lieber nach Hause und ruhe mich ein bisschen aus. Morgen muss ich ja eh wieder arbeiten.

schleumel Offline

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29.04.2010 14:35
#25 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
wunderschönen tag allerseits. sorry, dass marc seinen mund mal wieder nicht aufbekommen hat, aber vllt macht er es ja bald wieder gut?
danke für eure lieben kommis
und jetzt geht's weiter :)


Als ich am nächsten morgen das Krankenhaus betrete, habe ich irgendwie ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Immerhin habe ich einen ganzen Tag mit Marc vor mir und wenn ich an die Sache von gestern denke, beruhigt mich das nicht grade eben. Während ich aus dem Aufzug aussteige, spähe ich erst mal vorsichtig den Gang entlang und gucke ob jemand zu sehen ist. Außer einem Krankenpfleger und einer Frau mit Gipsbein und Krücken kann ich allerdings niemanden ausmachen. Also husche ich schnell ins Schwesternzimmer wo ich auf Sabine treffe.
„Ah, da sind sie ja wieder Frau Doktor.“
„Ach, Guten Morgen Sabine.“
Sabine legt ihr Dr. Rogelt Buch zur Seite und wendet sich, auf ihrem Stuhl sitzend, mit dem Oberkörper zu mir.
„Wie geht es denn ihrem Kopf Frau Doktor?“
Ich lege meine Tasche auf die Bank vor meinem Spint und ziehe die Arme aus der Jacke.
„Ach mir geht es wieder gut. War ja auch nicht so wild.“ Winke ich ab und ziehe meine Stiefel aus um sie gegen die überaus unmodischen aber doch ziemlich bequemen weißen Latschen auszutauschen.
„Und was lief da gestern Nacht mit dem Dr. Meier?“
Hat die mich grade gefragt was mit Marc gelaufen ist? Woher weiß die das schon wieder? Das kann ja nur bedeuten, dass Mehdi getratscht hat. Oder hat uns sonst noch jemand zugehört? Verwundert blicke ich Sabine an, während ich in meinen Kittel schlüpfe.
„Ähm, woher wissen sie…?“
Plötzlich ist Sabine Feuer und Flamme. Tratschen scheint wohl einfach ihr Metier zu sein. Sie rutscht mit ihrem Stuhl ein kleines Stückchen nach vorne und strafft merklich die Schultern.
„Also wissen sie die Schwester Claudia, die hat gesagt dass Schwester Ingeborg ihr erzählt hat, dass Schwester Melanie aus erster Hand erfahren hat, dass der Dr. Meier gestern Nacht bei ihnen gewesen ist.“
Jetzt bin ich aber doch ein bisschen verwundert. Aus erster Hand würde ja bedeuten, dass wirklich einer von uns geplaudert hat.
„Ähm, Sabine muss ich das jetzt verstehen? Woher will die Schwester Melanie auch sowas wissen. Ich weiß ja nicht mal wer das ist.“
„Das ist die kleine brünette Schwester aus der Radiologie die immer diese blauen Schuhe anhat und diese goldene Haarspange. Außerdem glaube ich, dass sie eine Schwester hat die hier in der Nähe einen Schuhladen hat und…“
„Schwester Sabine sie schweifen ab.“
Sabine räuspert sich kurz und blickt mich dann grinsend an.
„Sie haben Recht. Jedenfalls diese Schwester Melanie ist eine Freundin von ihrem Bruder. Und sie musste ja nur eins und eins zusammen zählen als der Doktor Meier mit den Klamotten ihres Bruders im Krankenhaus aufgetaucht ist gestern Mittag.“
Ich sehe Sabine skeptisch an während ich mir die Haare zu einem Zopf zusammen binde.
„Ach ich bitte sie Sabine. Kein T-Shirt gibt es nur einmal auf der Welt.“
„Das weiß ich natürlich Frau Doktor. Aber die Schwester Melanie hat auch gesagt, dass Jochens T-Shirt an der Seite ein Loch hatte, und der Doktor Meier hatte in seinem Shirt ebenfalls ein Loch.“
Großer Gott. Mit dieser Kombinationsgabe sollte Sabine vielleicht an eine Karriere als Privatschnüfflerin nachdenken. Was das angeht kann man der ja wirklich nichts vormachen. Wie rede ich mich denn jetzt am besten raus? Wenn ich jetzt zugebe, dass Marc die Nacht bei mir war und das auch noch betrunken, dann provoziere ich doch geradezu dass über Marc und mich wieder im ganzen Krankenhaus getratscht wird. Probieren wir es mal mit einer abgespeckten Version der Wahrheit. Dass er bei mir war kann ich ja anscheinend wirklich nicht mehr leugnen.
„Sie haben ja Recht, der Dr. Meier war wirklich Nachts bei mir.“ Ich gebe ein übertrieben freundliches Lächeln von mir und tätschel Sabine am Arm. „Aber es ist wirklich gar nichts passiert. Überhauptnichts, Schwester Sabine.“
Sabine scheint mir jedoch nicht so richtig zu glauben. Ich glaube mir ja selber kaum.
„Und warum musste der Doktor Meier dann die Klamotten von ihrem Bruder anziehen, Frau Doktor?“
Hallo? Bin ich hier bei der Kripo im Kreuzverhör oder was?
„Na ist doch ganz einfach. Er war Abends joggen und hat sich übernommen und hat es dann nicht mehr zurück geschafft. Also ist er zu mir gekommen und… und weil er so ähm… durchgeschwitzt war... da hab ich ihm… ja da hab ich ihm Jochens Klamotten gegeben. Die alten haben ja auch fürchterlich gestunken.“
War doch eigentlich ganz glaubhaft oder? Ich für meinen Teil hätte mir geglaubt. Ob Sabine mir glaubt weiß ich leider nicht, aber immerhin stellt sie jetzt keine nervigen Fragen mehr.
„Ganz wie sie meinen Frau Doktor. Ich lass sie dann jetzt mal alleine. Ist ja eh gleich Visite.“ Und mit diesen Worten steht Sabine auf und verlässt das Schwesternzimmer.
Ich seufze einmal laut auf und will grade mein Stethoskop aus der Kitteltasche ziehen und es mir um den Hals hängen als… Hä? Da ist doch irgendwas Komisches. Ich ziehe etwas aus meiner Kitteltasche und werfe einen genaueren Blick darauf….
Jaaaaa!!! Eine Tafel Schokolade. Tag gerettet! Aber Moment da klebt ja was dran. Plötzlich habe ich einen kleinen weißen Zettel in der Hand. Ich falte ihn neugierig auseinander uuund…

Hasenzahn!
Sorry wegen gestern. Lust, heute Abend was zu machen?
Marc

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