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Dieses Thema hat 168 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

05.05.2011 15:27
#126 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen ihr lieben!
na, der letzte teil scheint euch ja wirklich besser gefallen zu haben als der vorletzte
meinen blauen flecken geht es auch schon besser. bleibt ja nur zu hoffen, dass keine neuen dazu kommen, ne?
viel spaß mit dem neuen teil und danke für die tollen kommis


Nachdem Marc Gretchen aus dem Zimmer getragen hatte, war alles relativ schnell gegangen. Die Polizei war gekommen und hatte die Aussagen der Anwesenden aufgenommen. Alle bis auf Gretchens zumindest, denn die war immer noch nicht wieder aufgewacht. Marc hatte sich zum Zwecke der Aussage kurz von seiner Liebsten trennen, müssen, was ihm sehr widerstrebte, aber es hatte sein müssen. Danach hatten sie Herr Kramer zur Vernehmung mit aufs Revier genommen. Auch das Messer nahmen sie mit, als Beweisstück. Nach der Befragung war auch Vater Haase in Gretchens Zimmer gestürmt, als er jedoch sah, wie rührend sein Oberarzt sich um seine Tochter kümmerte, hatte er die beiden schnell wieder alleine gelassen. Die Verletzung, so hatte Marc ihm versichert, war nur oberflächlich und da Gretchen im Moment schlief, würde er ohnehin nichts für sie tun können. Also hatte er sich wieder in sein Büro verzogen, Marc allerdings vorher noch die Anweisung gegeben, dass er unverzüglich zu informieren sei, falls sich an Gretchens Zustand etwas ändern sollte und Marc hatte ihm hoch und heilig versprechen müssen, dass er sich an die Abmachung hielt.
Nachdem sie alles geregelt hatten, hatte Mehdi seine Prinzessin noch zur Onkologie mitgenommen, wo sie eine Biopsie machen ließ. Sie hatten sich darauf geeinigt, dass Mehdi sie anrufen würde, sobald die Ergebnisse da waren, deshalb hatte Jasmin ihm ihre Handynummer gegeben bevor sie gegangen war.
Gedankenverloren ging Mehdi nun zurück auf seine Station. Diese Jasmin ging ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf. Was musste er sich auch immer in die komplizierten Fälle verlieben? Erst seine Frau, von der er erst Jahre später erfahren hatte, dass sie eigentlich eine Nutte gewesen war, dann Gretchen, deren Herz die ganze Zeit über bei Marc gewesen war, und jetzt diese fernöstliche Schönheit, die vielleicht Brustkrebs hatte. Mehdi schüttelte den Kopf. Er konnte es ja nicht ändern, diese Frau hatte es ihm einfach angetan, und das von Anfang an. Er war eben der Typ Mann der sofort wusste, wenn ihm diese eine Frau gegenüber stand. Und Jasmin war definitiv so eine Frau. Er würde sich wohl damit abfinden müssen, dass er sich nicht einfach in unkomplizierte Frauen verlieben konnte.
Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch betrachtete er den Zettel in seiner Hand auf den sie mit einem grünen Filzstift ihre Nummer geschrieben hatte. Was, wenn er sie morgen anrufen musste um ihr mitzuteilen, dass sie Krebs hatte? Würde er das überhaupt mit ihr durchstehen können? Würde er das verkraften? Und was würde sie überhaupt dazu sagen? Er wusste ja nicht einmal ob sie ihn auch mochte oder nicht. Er nahm sich vor es heraus zu finden. Sie war es auf jeden Fall wert zu kämpfen, so viel war sicher.

Mittlerweile dämmerte es draußen und durch das Fenster kamen die letzten Sonnenstrahlen dieses Tages. Seit heute Mittag lag Marc Meier jetzt hier neben seinem Mädchen und wartete darauf, dass sie endlich aufwachte. Vor drei Stunden hatte sein Magen sich gemeldet aber er hatte sich geweigert aufzustehen und etwas essen zu gehen. Er wollte nicht, dass sie allein war wenn sie aufwachte. Also lag er immer noch neben ihr in dem kleinen weißen Bett und hielt sie im Arm, drückte sie an sich so fest er konnte um zu spüren dass sie da war. Während er ihrem gleichmäßigem Atem lauschte, strich er sachte mit zwei Fingern über ihren Oberarm. Wie ein Affe an seine Banane klammerte Marc Meier sich an Gretchen Haase, denn ihm war heute schmerzlich klar gemacht worden, dass sie alles für ihn war. Er würde sie nie wieder gehen lassen, das schwor er sich.
Lächelnd vergrub er sein Gesicht in ihrer wilden Mähne und ein paar Haare kitzelten ihn an der Nase. Sie roch so gut. So süß.
Als sein Magen sich ein weiteres Mal meldete, sah Marc auf die Uhr. Es war bereits halb neun Abends und Gretchen schlief jetzt schon eine ganz schöne Weile. Besorgt richtete er sich auf und holte sein Handy aus seinem Kittel hervor, den er eben über den Stuhl gehängt hatte. Fieberhaft suchte er nach der Nummer von Franz Haase. Als er sie endlich gefunden hatte, drückte er auf den Wahlknopf und quälend lange Sekunden vergingen, bis am anderen Ende der Leitung abgenommen wurde.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

09.05.2011 20:34
#127 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

haaallooooo
erst einmal: es tut mir schrecklich leid, dass am wochenende nichts kam aber ich hatte so viel zu tun und bin einfach zu nichts gekommen
@collimatz: na also eine entwarnung kann ich dir nicht geben, aber fühl dich hiermit vorgewarnt
ich freu mich wie immer auf eure kommentare und hoffe euch gefällt der neue teil :)
lg


Es dauerte nur wenige Minuten nachdem Marc aufgelegt hatte, da stürmte Professor Franz Haase in das Krankenzimmer seiner Tochter. Besorgt schritt er auf ihr Bett zu und sah sie an. Marc hatte sie mittlerweile an die Überwachungsmonitore angeschlossen, die Werte schienen gut zu sein, und doch wollte Gretchen Haase einfach nicht aufwachen.
Sanft strich Vater Haase seiner Tochter durch das Haar. Marcs Vermutungen, die er eben am Telefon geäußert hatte, schienen sich zu bewahrheiten.
„Piepen sie die Hassmann an, sie ist die Expertin.“ befahl der Professor während er seine Tochter immer noch besorgt ansah.
Qualvolle Minuten vergingen bis Maria Hassmann endlich den Raum betrat. Marc, der die ganze Zeit wie starr aus dem Fenster gesehen hatte, drehte sich ruckartig um, damit er auch genau beobachten konnte, dass die Hassmann bei seinem Hasenzahn bloß keinen Fehler machte.
Maria Hassmann warf einen geschulten Blick auf die Werte von Gretchen Haase, dann näherte sie sich ihrem Gesicht und schob vorsichtig ein Augenlid hoch um mit ihrer kleinen Lampe hinein zu leuchten. Als sie sich wieder aufrichtete, atmete sie einmal tief durch, dann ruhte ihr Blick auf Professor Haase und Doktor Meier.
„Ich kann ohne ein CT noch nichts Genaueres sagen, aber es sieht so aus als wäre Doktor Haase durch den Schock ins Koma gefallen. Das ist äußerst selten, kann aber durchaus vorkommen. Ich lasse jetzt ein CT machen, dann sehen wir weiter.“
Franz Haase nickte geistesabwesend, dann verließ er schweigend den Raum. Sein Weg führte ihn in den Park, wo er sich auf einer Bank niederließ. Das Gefühl was ihn nun übermannte konnte er kaum beschreiben. Wie sollte er auch, dieses Gefühl war schließlich neu für ihn. Seine einzige Tochter lag dort in diesem Bett, wahrscheinlich im Koma, und nur Gott wusste wann oder ob sie überhaupt wieder aufwachen würde.
Bei dem Gedanken daran, dass er seine Tochter verlieren könnte, bildete sich im Hals des sonst so taffen Professors ein dicker Kloß und er musste schwer schlucken. Er hatte oft genug miterleben müssen wie Menschen aus dem Koma nicht mehr aufgewacht waren und man irgendwann die Maschinen hatte abstellen müssen. Familien waren daran zerbrochen und auseinander gegangen.
Wie sollte er das alles nur Bärbel erklären? Sie würde das ganz sicher nicht verkraften. Und auch wenn es ihm unfair vorkam sie nicht gleich zu informieren, beschloss Franz Haase in diesem Moment, dass er seiner Frau die schlechte Nachricht erst überbringen würde, wenn die Diagnose auch wirklich feststand.

Zur selben Zeit im Krankenzimmer wurde Gretchen gerade für das CT abgeholt und fertig gemacht. Statt ihrer Klamotten trug sie nun eins dieser Patientenhemden und Marc hatte beim Umkleiden genau darauf geachtet, dass auch bloß niemand länger als nötig hingesehen hatte.
Jetzt war er wieder allein im Zimmer und erneut starrte er aus dem Fenster in den Park, wo er Professor Haase auf einer Bank sitzen sah.
Und die Leere in den Augen seines Chefs, die hatte sich auch in ihm ausgebreitet. Was sollte er nur ohne Hassenzahn tun? Was sollte aus ihm werden? Er wollte nicht wieder zum selbstsüchtigen, egoistischen Arschloch mutieren und er wusste dass es so weit kommen würde wenn Gretchen nicht bald wieder zu ihm zurück kommen würde.
Seufzend richtete Marc seinen Blick auf die Stelle wo Gretchens Bett bis eben noch gestanden hatte bis man sie zum CT gebracht hatte.
Er durfte sie einfach nicht verlieren. Er hatte sich doch nicht geändert für sie damit sie ihn dann einfach so alleine ließ? Das konnte sie ihm doch nicht einfach so antun!
„Komm bloß nicht auf dumme Gedanken Hasenzahn, du wirst mich hier ganz sicher nicht alleine lassen, dafür werde ich sorgen!“ murmelte Marc noch, ehe er die Schultern straffte und das Zimmer mit eiligen Schritten verließ.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

10.05.2011 15:57
#128 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so es geht auch schon weiter.
wenn ihr brav seid kommt heute abend noch ein teil, weil der hier ein bisschen kurz geraten ist.
liebe grüße


Drei Tage lag Gretchen Haase jetzt schon im Koma und Marc war während dieser Zeit kaum von ihrer Seite gewichen. Immer wenn er zwischen seiner Arbeit eine freie Minute gefunden hatte, war er bei ihr gewesen und hatte an ihrem Bett gesessen.
Meistens hatte er nicht mit ihr alleine sein können, denn erst war Bärbel Haase unter Tränen aufgetaucht und es hatte ihn einige Mühe gekostet sie wieder los zu werden. Er hatte ihr versprechen müssen, dass er gut auf Gretchen aufpassen würde während sie weg war. Marc hatte es ihr beteuert und nachdem er Bärbel Haase dazu überredet hatte, dass Gretchen auch nicht damit geholfen war, wenn ihre Mutter sich an ihrem Bett die Augen ausweinte, war sie endlich nach Hause gegangen und hatte noch irgendwas von Gardinen waschen gemurmelt. Marc war es letztendlich egal gewesen, Hauptsache er war sie erst einmal los.
Als er beim nächsten Mal Zeit für Gretchen gefunden hatte, konnte er allerdings auch nicht mit ihr alleine sein, denn jetzt saß Mehdi heulend neben ihrem Bett.
Marc verdrehte die Augen als er seinen Freund so hemmungslos flennen sah, doch er sagte nichts. Er konnte es seinem halbpersischen Freund ja auch nicht verübeln, er selber fühlte sich ja auch wie ein Häufchen Elend, nur zeigte er es nicht so sehr wie der junge Gynäkologe.
Eine Weile hatten die beiden schweigend nebeneinander an Gretchens Bett gesessen bis Mehdis Pause vorbei war und er sich schweren Herzens aus dem Stuhl erhob. Da auch Marc wieder an die Arbeit musste, war er ebenfalls aufgestanden und noch bevor er „Nein“ sagen konnte, hatte Mehdi die Arme um seinen Freund geschlungen. Schniefend klopfte er dem jungen Oberarzt auf die Schulter.
„Ich hoffe so sehr für dich, dass sie wieder aufwacht.“
Dann war Mehdi gegangen und hatte einen nachdenklichen Marc Meier zurück gelassen.
Als Marc das nächste Mal nach Gretchen sah, hatte er einen Entschluss gefasst. Er würde nicht einfach darauf warten, dass sie von allein wieder aufwachte. Wenn sie es nicht aus eigener Kraft schaffte ihre Augen wieder zu öffnen, dann musste er eben ein bisschen nachhelfen. Dafür waren sie doch ein Paar oder etwa nicht? Das machte man doch so in einer Beziehung. Sich gegenseitig helfen, einander beistehen. Und er würde jetzt für Gretchen Haase da sein, das schwor er sich.
Als er ihr Zimmer betrat sah er wie Schwester Sabine an Gretchens Bett saß und ihr aus einem ihrer Doktor Rogelt Romane vorlas. Als sie Marc erblickte schreckte sie zusammen und wollte sofort aufstehen, doch Marc bedeutete ihr mit einer Handbewegung dass sie bleiben konnte, woraufhin Sabine sich wieder entspannte.
Erschöpft zog Marc einen zweiten Stuhl auf die andere Seite des Bettes und ließ sich darin nieder. Seufzend vergrub er sein Gesicht in seinen Händen. Sie fehlte ihm so sehr und sie hier so zu sehen, ihr nahe zu sein ohne dass sie wirklich da war, das machte alles nur noch schlimmer.
Als Sabine nach einer Weile ihre Stimme wieder erhob um Gretchen weiter aus ihrem Doktor Rogelt vor zu lesen musste Marc schmunzeln. Sabine hatte die Hoffnung anscheinend noch lange nicht aufgegeben, dass Gretchen wieder aufwachen würde, und er würde das auch nicht tun.
Gedankenverloren lauschte Marc der monotonen Stimme von Schwester Sabine. Nachdem sie das Kapitel zu Ende vorgetragen hatte, erhob sie sie wortlos von ihrem Stuhl und ließ Marc mit Gretchen alleine.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

10.05.2011 20:17
#129 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

gut ich will mal nicht so sein und geb euch den nächsten teil heute schon
viel spaß damit und danke für eure kommentare, ihr seid die besten


Einen Tag später war Sabine grade dabei ein paar Akten zu sortieren, als Marc mit einer geheimnisvollen Tüte das Schwesterzimmer betrat und auch gleich zu seinem Spint lief um die Tüte dort einzuschließen bevor jemand einen Blick auf ihren Inhalt erhaschen konnte.
Sabine hätte sich über den Inhalt wahrscheinlich wie ein Schneekönig gefreut, vor allem für die Frau Doktor, wenn sie gewusst hätte was sich in der Tüte befand. Doch Marc ließ sich auch nicht nach mehrmaligem Nachfragen dazu bringen den Inhalt der Tüte preis zu geben, sehr zu Sabine Bedauern. Aber sie wusste ja nur allzu gut wie sie sich helfen konnte, das hatte sie ja auch Gretchen bereits bewiesen, als sie zusammen Marcs Wohnungsschlüssel aus seinem Spint geklaut hatten damit Gretchen herausfinden konnte womit Gabi ihn erpresste. Nicht umsonst hatte sie „Doktor Rogelt und ein Spint voller Geheimnisse“ ganze drei Mal durchgelesen. Grinsend wartete sie bis Marc verschwunden war, dann lieh sie sich eine von Gabis Haarnadeln, von denen sie ein paar immer für den Notfall auf ihrem Spint liegen hatte.
Zwei Minuten später hatte Sabine das einfache Schloss geknackt. Neugierig beugte sie sich nach vorne und grade als ihre Fingerspitzen den Rand der Plastiktüte erreicht hatten vernahm sie ein Geräusch, was sie erschreckt zusammenfahren lies.
Vorsichtig drehte sie sich um und hielt für einen Moment den Atem an. Wenn Doktor Meier sie erwischen würde, gab es Ärger, so viel stand fest.
Ein paar Sekunden verharrte sie in dieser Position, als dann immer noch niemand erschien, zuckte sie kurz mit den Schultern. Wahrscheinlich war das Geräusch irgendwo von draußen gekommen.
Schnell griff sie nach der Tüte und noch bevor sie sie richtig geöffnet hatte, kam ihr ein angenehmer Geruch entgegen. Vorsichtig warf sie einen Blick hinein und ein Strahlen bildete sich auf ihrem Gesicht. Er liebte sie also wirklich und hatte sie noch nicht aufgegeben. Und so wie es aussah, würde er das in der nächsten Zeit auch nicht tun.
Zufrieden legte sie die Tüte an ihren Platz zurück und schloss die Türe des Spints. Dann ging sie an ihren Platz zurück und widmete sich wieder ihren Akten. Anschiss würde es nämlich vom lieben Doktor Meier auch geben, wenn die nicht bald auf seinem Schreibtisch lagen.

Mehdi Kaan saß nachdenklich an seinem Schreibtisch. In seiner Hand hielt er eine Labormappe. Ihre Labormappe um genau zu sein. Vor einer halben Stunde hatte Gabi die Mappe aus der Onkologie mitgebracht. Er hatte gespannt einen Blick hinein geworfen und das Ergebnis hatte ihn alles andere als erfreut. Sie hatte also wirklich Krebs.
Und jetzt saß er hier an seinem Schreibtisch und traute sich nicht, ihr das Ergebnis mitzuteilen. Er hatte so sehr gehofft, dass es etwas anderes war oder er einfach nur falsch getastet hatte, aber so war es leider nicht. Jasmin Ibrahim hatte Brustkrebs.
Er atmete noch einmal tief durch, dann wählte er ihre Nummer. Es klingelte ein paar Mal bis er am anderen Ende der Leitung ein Rascheln vernahm und eine gehetzte Frauenstimme ihn begrüßte.
„Hallo?“
„Frau Ibrahim? Hier ist Doktor Kaan.“
Erneutes Rascheln, Mehdi konnte hören wie sie jemandem „Warte mal eben!“ zurief, dann war es wieder still und sie meldete sich wieder.
„Tut mir leid, ich bin grade im Kletterpark. Da haben sie aber Glück, dass wir grade eine Pause machen. Ich nehme an, sie wollen mir sagen, dass ich Brustkrebs habe?“
Mehdi war etwas irritiert von ihrer taffen Art. Er hatte jetzt schon einigen Frauen schlechte Botschaften überbringen müssen aber so hatte noch keine reagiert.
„Ganz richtig, tut mir wirklich leid.“
„Ach was. Ich habe ja Glück, dass es so früh entdeckt wurde, oder?“
Mehdi räusperte sich und er wollte grade nach einer Antwort suchen als sie ihm zuvor kam.
„Wann soll ich vorbei kommen? Zum Beratungsgespräch? Ich nehme an, ich werde an die Onkologie überwiesen?“
„Ähh… Ja genau, das ist der übliche Weg. Morgen um drei?“
„Klingt super! Bis morgen dann!“
Und schon hatte sie aufgelegt. Verdutzt legte Mehdi den Hörer wieder auf den Apparat und schüttelte den Kopf. Diese Frau war ihm ein Rätsel. Das alles konnte sie doch kaum so kalt lassen wie sie vorgab, vor allem wenn ihre Mutter schon dieselbe Krankheit gehabt hatte. Er beschloss sie morgen mal ein wenig unter die Lupe zu nehmen.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

12.05.2011 12:01
#130 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo ihr lieben
ich danke euch für die lieben kommentare ich kann gar nicht oft genug sagen wie sehr ich mich über jeden einzelnen freue, da macht das schreiben gleich doppelt so viel spaß :)
ich hoffe ihr habt genau so viel spaß mit dem neuen teil
lg


Marc Meier lief müde durch die Gänge des Elisabethkrankenhauses. Er hatte seinen Dienst grade beendet und war daraufhin gleich zum Schwesternzimmer gegangen und hatte die geheimnisvolle Tüte aus seinem Spint geholt. Jetzt war er auf dem Weg zu Gretchen.
Als er das Zimmer betrat, fand er sie genauso vor wie er sie das letzte Mal verlassen hatte. Ruhig. Schlafend. „Irgendwie leblos“ ging es ihm durch den Kopf, doch er schüttelte den Gedanken schnell wieder ab und trat schließlich an ihr Bett.
Sanft strich er mit seiner freien Hand über ihre Stirn, dann durch ihre Haare. Vorsichtig beugte er sich nach vorne und hauchte seinem Mädchen einen Kuss auf die Stirn dann ließ er sich seufzend auf dem Stuhl nieder der neben ihrem Bett stand.
Eine Weile saß er einfach nur da, sah sie an. Im Zimmer herrschte bedrückende Stille, nur das Piepen der Überwachungsgeräte war zu hören. Und mit jedem Ton wurde Marc schmerzlich daran erinnert, dass Gretchen eben nicht nur einfach schlief und gleich wieder aufwachen würde, sondern dass sie im Koma lag und niemand wissen konnte wann sie wieder aufwachen würde.
Sein Herz klopfte als er sich endlich traute die Stille zu brechen und seine Stimme zu erheben.
„Hasenzahn? Hasenzahn, ich weiß nicht ob du mich hören kannst, aber ich finde es wird langsam Zeit dass du wieder aufwachst. Du hast jetzt lange genug geschlafen. Hier geht alles drunter und drüber ohne dich. Deine Mutter bringt keinen Satz hervor ohne in Tränen auszubrechen, dein Vater schlurft schlechtgelaunt durch die Gänge und kümmert sich kaum um das, was im Krankenhaus passiert, Schwester Sabine liest jeden Tag zwei Orakel mehr um besser voraus sehen zu können wann du wieder aufwachst und Mehdi hat auch schon flennend an deinem Bett gesessen. Du siehst, man braucht dich hier.“
Wie um sicher zu gehen, dass er mit Gretchen auch wirklich alleine war, drehte er seinen Kopf zur Seite und sah sich im Zimmer um, dann sah er wieder zu Gretchen hinab und legte seine Hand auf ihre.
„Ich brauche dich. Hörst du? Da hast du’s! Jetzt hab ich’s gesagt. Das wolltest du doch. Du kannst jetzt wieder wach werden, ok?“
Seufzend schlug Marc die Hände vor dem Gesicht zusammen. Erst jetzt war ihm aufgefallen wie verzweifelt er sich anhörte. Und so fühlte er sich ja auch. Verzweifelt. Verzweifelt und wütend auf diesen Mistkerl Kramer, der an allem die Schuld trug.
Ändern konnte Marc die Situation ohnehin nicht mehr. Was brachte es ihm schon, den Kramer ausfindig zu machen und ihm eine ordentliche Tracht Prügel zu verpassen? Höchstens eine Anzeige wegen Körperverletzung und nach der kurzen Genugtuung wäre das schlechte Gewissen gekommen weil er genau wusste, dass Gretchen das nicht gewollt hätte.
Es blieb ihm also nichts anderes übrig, als das Beste aus der Situation zu machen, also hatte er sich vorgenommen Madame beim Aufwachen auf die Sprünge zu helfen.
Nachdenklich warf Marc einen Blick in die Tüte die er immer noch in der einen Hand hielt. Welches dieser Dinge sollte er Gretchen nur zuerst geben? Kurz wühlte er mit der Hand durch die Sachen, dann jedoch stand sein Entschluss fest.
Schmunzelnd zog er sein M-Shirt hervor, welches er zu Hause mit seinem Aftershave eingesprüht hatte und legte es zu Gretchen ins Bett. Für einen Moment glaubte er gehört zu haben wie sie einen tiefen Atemzug machte so als würde sie seinen Duft in sich aufsaugen aber er hatte sich vermutlich nur geirrt.
„Hier Hasenzahn.“
Er wusste wie sehr sie dieses Shirt liebte. Er hatte das Shirt extra eine Nacht getragen und anschließend sein Aftershave aufgesprüht damit es nach ihm roch.
Er erinnerte sich daran wie sie sein Shirt einmal getragen hatte. Damals, als er sie in seiner Dusche erwischt hatte. Wie ein begossener Pudel hatte sie da gestanden und ihn angesehen als hätte er ihr einen Dolch durchs Herz gestoßen.
„Weißt du eigentlich wie weh das tut?!“ hatte sie ihn damals gefragt. Ja, jetzt wusste er es.
Er schloss für einen Moment die Augen und erinnerte sich daran wie er sie damals unter der Dusche einfach geküsst hatte. Natürlich hatte sie erst Widerstand geleistet so wie sie es immer tat, aber dann hatte er sie einfach noch mal geküsst und dieses Mal schien es ihr zu gefallen. Er konnte sich nicht erinnern ob er in seinem Leben jemals so erregt gewesen war. Er hatte sie sofort haben wollen, hatte kaum an sich halten können. Ihre Küsse hatten so süß geschmeckt, auch weil es ein Spiel mit dem Feuer war, schließlich war er immer noch mit Gabi verlobt gewesen.
Natürlich hatte Hasenzahn dann doch noch einen Rückzieher gemacht und hatte ihn einfach stehen gelassen. Stur wie sie war hatte sie seine Wohnung noch in ihren nassen Klamotten verlassen und dabei eine triefend nasse Spur auf seinem Boden hinterlassen. Und er hatte erst einmal lange und ausführlich und seeehr kalt duschen müssen.
Mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen erhob Marc sich wieder, gab Gretchen noch einen Kuss auf die Stirn zum Abschied und schnappte sich seine Tüte, die er wieder sicher im Schwesternzimmer verstaute.
Anschließend fuhr er nach Hause um zu duschen und ein paar Stunden Schlaf zu erhaschen.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

13.05.2011 11:04
#131 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen :)
es geht schon wieder weiter hier ob morgen ein teil kommt weiß ich noch nicht genau, wenn nicht gehts sonntag weiter :)
ich freu mich auf eure kommentare
liebe grüße



Als Marc am nächsten Morgen das Elisabethkrankenhaus betrat führte ihn sein erster Weg direkt ins Schwesternzimmer zu seinem Spint. Er war heute Morgen extra eine Stunde früher aufgestanden um noch bei Gretchen vorbei schauen zu können bevor sein Dienst begann.
Verstohlen blickte er sich in der Umkleide um. Niemand da.
Schnell fischte er einen weiteren Gegenstand aus seiner Tüte und steckte ihn sich in die Jackettasche und nachdem er seinen Spint wieder ordentlich verschlossen hatte, machte er sich auf den Weg zu Gretchen.
Als er die Türe zu ihrem Zimmer öffnete kam ihm ein leichter Hauch seines Aftershaves entgegen. Er musste schmunzeln.
Mit ein paar Schritten hatte er das Fenster erreicht. Ruckartig riss er die Vorhänge zur Seite und öffnete das Fenster. Er zog einen tiefen Atemzug frische Luft in seine Lungen, dann setzte er sich zu Gretchen ans Bett.
Wieder saß er einfach nur da und starrte sie an. Er konnte die Leere kaum beschreiben die ihn erfüllte wenn er sie da so liegen sah. Überwacht von Maschinen und Geräten. An diesen Anblick konnte und wollte er sich einfach nicht gewöhnen. Er versuchte sich vorzustellen wie ein Leben ohne sie sein würde aber es gelang ihm einfach nicht. Sie durfte ihn nicht einfach hier alleine lassen. Und er hatte ja auch lange noch nicht vor auf zu geben.
Eine Sekunde überlegte er, ob er es wirklich tun sollte, dann jedoch griff er in seine Jackettasche und holte einen kleinen schwarzen Gegenstand hervor. Einen Moment blätterte Marc noch darin herum, dann jedoch hielt er es Gretchen vors Gesicht, auch wenn ihm bewusst war, dass sie das Buch nicht sehen konnte.
„Hier Hasenzahn, siehst du das? Du weißt ja was das ist.“ Er räusperte sich. Einen Moment lang schämte er sich schon fast dafür, dass er Frauentelefonnummern in einem Buch gesammelt hatte, nur um bei Bedarf jederzeit eine anrufen zu können. Wenn er daran dachte wie sein Leben damals ausgesehen hatte wurde ihm fast schlecht. Er war wirklich ein Arschloch gewesen und hatte Frauen nur als Spielzeuge benutzt. Aber das war jetzt entgültig vorbei. Er brauchte keine andere mehr als Gretchen Haase. Und das würde er ihr hiermit beweisen.
„Ich weiß ja, dass du dich immer tierisch über das Buch hier aufgeregt hast. Du hattest ja auch irgendwie Recht. Aber ich brauche es nicht mehr. Weißt du Hasenzahn, irgendwie bist du der Stopfen für das Loch, was keine dieser Frauen füllen konnte. Ich verstehe das auch nicht wirklich, aber irgendwie scheint es so zu sein.“
Wie automatisch ging ihm durch den Kopf, dass die anderen Frauen das Loch einfach nicht hatten stopfen können weil sie nicht genug Masse hatten, doch er verwarf den Gedanken schmunzelnd wieder und er hütete sich erst recht diesen laut auszusprechen. Wer wusste ob die Frau nicht auch im Koma noch Backpfeifen austeilte. Sicher konnte er sich da jedenfalls nicht sein, deswegen schluckte er den neckischen Kommentar herunter.
„Auf jeden Fall gehört dieses Buch jetzt dir.“ Sagte Marc leise und legte es zu Gretchens Sachen in die Schublade ihres Nachttisches.
„Wenn du wieder wach bist, kannst du damit machen was du willst. Kannst es wegschmeißen, verbrennen, zerreißen, Mehdi geben, ich brauche es nicht mehr.“
Marcs Stimme war ruhig und sanft als er mit Gretchen sprach.
Für einen Moment beobachtete er ihr Gesicht, so als wartete er auf eine Reaktion ihrerseits, doch er konnte in ihrem Gesicht keine Veränderung ausmachen. Seufzend ließ er den Kopf hängen. Wie lange würde er dieses Spiel noch spielen können? Sich vor zu machen dass er stark genug war um zu verkraften wenn sie nicht mehr aufwachte? Diese Ungewissheit machte ihn verrückt wenn er ehrlich war.
Für eine Weile verharrte er zusammengesackt auf dem Stuhl neben Gretchens Bett, bis er hörte, wie die Türe sich öffnete und jemand den Raum betrat. Augenblicklich richtete er sich auf und sah Schwester Sabine in der Türe stehen.
Diese war geschockt beim Anblick ihres Oberarztes. Er sah müde und blass aus. Sicher würde er seine schlechte Laune heute wieder an ihr auslassen. Sie hatte sich schon wieder umdrehen und gehen wollte, bevor er sie mal wieder anfuhr, doch als sie sich grade umgedreht hatte meldete er sich relativ ruhig zu Wort.
„Schon gut Schwester Sabine. Sie können bleiben, ich war ohnehin fertig.“
Mit diesen Worten verließ Marc den Raum während Sabine an Gretchens Bett ging und ein Pendel auspackte.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

15.05.2011 17:38
#132 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo ihr lieben!
heute kommt erst mal nur ein kleiner teil, ich hoffe er gefällt euch trotzdem. vielleicht gibt es später noch mehr wenn ich zeit habe :)
ich wünsche euch viel spaß beim lesen und noch einen schönen sonntag!
liebe grüße


Als Marc am Abend noch einmal nach Gretchen sehen wollte und das Zimmer betrat fand er dort Mehdi an ihrem Bett sitzen. Als dieser Marc erblickte, wollte er gleich aufstehen um Marc mit ihr allein zu lassen, doch Marc winkte nur ab und bedeutete ihm sitzen zu bleiben. Er schnappte sich einen weiteren Stuhl und setzte sich seufzend neben Mehdi.
Für eine Weile schwiegen beide, saßen einfach nur da und hingen ihren Gedanken nach bis Mehdi die Stille durchbrach.
„Glaubst du sie wacht wieder auf?“ Er sah seinen Freund ernst an, doch Marc konnte seinen Blick nicht erwidern. Stattdessen starrte er einfach geradeaus ins Leere.
„Ich hoffe es so sehr, Mehdi.“
Mehdi nickte. Er kannte dieses Gefühl nur zu gut, er hatte ja schließlich bei Anna genau dasselbe durchmachen müssen damals. Und er wusste nur zu gut, dass nichts gegen den Schmerz half. Weder die aufmunternden Worte von Freunden und Familie, noch das Ablenken durch Arbeit oder andere Aktivitäten. Und auch der Alkohol hatte nicht geholfen. Nichts half, das war das allerschlimmste. Tag für Tag verbrachte man mit der Ungewissheit und fragte sich immerzu wie es weiter gehen sollte.
Marc war die ganze Situation dann doch irgendwie unangenehm. Er hatte ohnehin in den letzten Tagen viel zu viel von seinen Gefühlen der Außenwelt preisgegeben. Nicht nur dass jeder sehen konnte wie schlecht es ihm wegen Gretchen ging, nein er kam auch noch in jeder freien Minute hier her um nach ihr zu sehen. „Hättest du deine Gefühle nicht so nach außen getragen wäre das hier alles nicht passiert!“ schoss es ihm auf einmal durch den Kopf und er spürte plötzlich einen Stich in seiner Brust. Es war alles seine Schuld. Wenn er sich nicht wie ein verliebter Trottel benommen hätte und nicht hinter Gretchen her gelaufen wäre, dann wäre das alles niemals passiert. Dann hätte der Kramer sich vielleicht direkt an ihm gerächt und nicht Gretchen dafür benutzt.
„Marc?“ Mehdi holte den grübelnden Oberarzt wieder ins Jetzt und Hier zurück. Marc hob den Kopf und sah Mehdi verwirrt an.
„Kann ich dir was erzählen?“
„Wenn’s sein muss.“ grummelte Marc und zuckte mit den Schultern.
„Du erinnerst dich an die Frau die Herr Kramer am Ende beruhigt hat?“ Marc nickte. „Sie ist eine Patientin von mir. Brustkrebs. Aber die Diagnose lässt sie anscheinend völlig kalt. Obwohl ihre Mutter die Krankheit auch bereits gehabt hat. Ich verstehe das einfach nicht. Heute war sie zu einem Beratungsgespräch da, weil ja geklärt werden musste wie es jetzt weiter gehen soll und da hat sie mich einfach gefragt ob ich mal mit ihr essen gehe.“
Marc schien für einen Moment zu überlegen, dann antwortete er.
„Magst du sie denn?“
Über Mehdis Gesicht huschte ein verliebtes Lächeln, was Marc Antwort genug war. „Dann geh mit ihr Essen und finde heraus warum sie vorgibt so gleichgültig ihrer Krankheit gegenüber zu sein.“
Mehdi nickte. Er hatte ihrer Einladung ohnehin schon zugesagt, aber er hatte sich trotzdem Marcs Meinung anhören wollen. Sich noch bei Marc für das Gespräch bedankend stand Mehdi aus und verließ schließlich das Zimmer. Doch Marc hatte ihm gar nicht mehr richtig zugehört. Immer und immer wieder flog ihm dieser eine Gedanke durch den Kopf. „Es ist alles meine Schuld.“

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

16.05.2011 14:14
#133 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
ich habs gestern abend leider nicht mehr geschafft noch einen teil zu posten, sorry. dafür geht es jetzt weiter. ich danke euch für die lieben kommentare. immer weiter so, sie sind wirklich die beste motivation die man zum schreiben haben kann.
ich wünsche euch viel spaß beim lesen und einen guten start in die woche :)
lg


Die ganze Nacht hatte Marc Meier wach gelegen und sich gefragt was nur werden sollte wenn Gretchen nicht mehr aufwachte. Immer wieder hatten ihn Zweifel geplagt und immer wieder hatte er sich Vorwürfe gemacht. Sein gesunder Menschenverstand versuchte zwar immer wieder ihn davon zu überzeugen, dass es nicht seine Schuld gewesen war, dass Gretchen jetzt im Koma lag, tief in seinem Innersten wurde er aber trotzdem immer wieder von Schuldgefühlen geplagt.
Seufzend hatte Marc seinen linken Arm von sich gestreckt auf das Laken gelegt und seine Hand fuhr langsam über den weichen Stoff. Normalerweise lag sie hier. Hier bei ihm. Neben ihm. Jetzt lag sie in einem Bett im Krankenhaus. Ein Schauer fuhr ihm über den Rücken bei dem Gedanken an all die Maschinen von denen sie überwacht wurde. Er hatte ja immer schon gewusst wie sensibel und verletzlich sie war, aber sie so da liegen zu sehen, dass hatte diesen Eindruck ins Unermessliche gesteigert.
Als Marc am Morgen hatte aufstehen müssen fühlte er sich wie gerädert. Der Kopf tat ihm weh und auch sein Rücken schmerzte. Seufzend fuhr er sich mit der Hand durch die Haare als er im Badezimmer in sein verlottertes Ebenbild sah, welches ihm aus dem Spiegel entgegen blickte. „Du hast auch schon mal besser ausgesehen.“ murmelte Marc und stellte das Wasser an. Eine Weile ließ er das eiskalte Wasser über seine Hand laufen. Er schloss dabei seine Augen und für einen Moment schien es als sei sein Kopf völlig frei von allem. Doch die Gedanken kehrten schnell wieder zurück und Marc öffnete die Augen wieder. Fast schon automatisch und ohne nachzudenken ließ er die schwarze Boxershorts zu Boden gleiten und betrat die Dusche. Immer wieder musste er sich dazu zwingen nicht daran zu denken wie er Gretchen unter eben dieser damals erwischt hatte. Es tat einfach zu weh, auch wenn er das nur ungern zugab.
Nachdem er sich fertig gemacht hatte fuhr er wie fast jeden Morgen zum Elisabethkrankenhaus. Dort angekommen führte ihn sein erster Weg mal wieder ins Schwesternzimmer, wo er nur schnell in die Tüte in seinem Spint griff und sich dann auf den Weg zu Gretchen machte. Dort angekommen setzte er sich wie immer auf den Stuhl neben ihrem Bett. Langsam griff seine Hand nach ihrer und es schien ihm, als würde ein Blitz durch seine Glieder fahren. Sie sehen, anfassen zu können ohne dass sie überhaupt reagierte war wie eine Qual für den jungen Oberarzt, denn zum ersten Mal in seinem Leben kam er sich so unglaublich hilflos vor.
Gedankenverloren betrachtete er den Golfball in seiner anderen Hand. Schmunzelnd dachte er daran, wie sie ihn damit damals am Kopf getroffen hatte und sich dann vor ihm hatte verstecken wollen. Was ihr natürlich nicht gelungen war. Als er sie dann schließlich zusammen mit diesem Hampelmann entdeckt hatte, konnte er ihr gleich ansehen wie peinlich ihr die ganze Sache war. Und dieser, wie hieß er noch gleich? Günnie? Das war der allergrößte Idiot gewesen. Wie der sein Mädchen befummelt hatte! Sichtlich peinlich war Gretchen das gewesen, aber er hatte sich damals einen Spaß daraus gemacht sie ein wenig zu foppen. Sie war einfach zu süß gewesen wie sie unruhig auf ihrem Stuhl hin und her gerutscht war bis er sie endlich erlöst hatte und ihr gesagt hatte dass er mit ihr auf dieses Fest ihrer Eltern gehen würde. Damals hatte er selber nicht gewusst warum er das gesagt hatte und auch heute konnte er nicht genau sagen ob er es getan hatte weil er wirklich mit ihr auf das Fest gehen wollte, schließlich hatte er sie damals schon irgendwie gern gehabt, oder ob er sie einfach nur vor diesem Grabscher hatte retten wollen. Wahrscheinlich stimmte beides irgendwie.
Seufzend legte er den Golfball in Gretchens Hand und schloss ihre Finger darum.
„Du hast mir immer noch nicht gesagt ob das Absicht war damals. Ich wette ja du hast genau gezielt und den Schlag voll durchgezogen.“ Marc schmunzelte. „Wenn du wieder wach bist gehen wir beide golfen Hasenzahn. Keine Widerrede. Und dann will ich, dass du mir diesen Schlag zeigst. Wer weiß wozu das noch nützlich sein kann.“
Marc war grade aufgestanden und hatte sich über Gretchen gebeugt und ihr einen sanften Kuss aufgehaucht, als Sabine auf einmal polternd das Zimmer betrat. Mit zerzausten Haaren und völlig außer Atem stand sie nun vor ihm und sah ihn mit großen Augen an.
„Herr Doktor!“ rief sie aufgeregt und bewegte sich noch einen Schritt weiter auf Marc zu. „Herr Doktor! Die Frau Doktor wird wieder aufwachen. Ganz bestimmt! Ich habe die ganze Nacht das Pendel befragt und konnte einfach kein eindeutiges Ergebnis finden aber dann hatte ich es ganz klar vor Augen. Sie wacht wieder auf!“
Marc reagierte wohl nicht ganz so wie Sabine sich das vorgestellt hatte denn sie sah nun ein wenig verwundert dabei zu wie er sich mit der Hand über den Nacken strich und sie müde ansah. „Ich hoffe es.“ murmelte er noch, ehe er das Zimmer verließ.

schleumel Offline

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17.05.2011 11:25
#134 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
also der nächste teil ist ein bisschen anders. ich hoffe er gefällt euch trotzdem
ich freu mich auf eure kommentare
ganz liebe grüße



Liebes Tagebuch.
Du kennst mich noch nicht… Obwohl, wahrscheinlich kennst du mich schon. So wie ich Hasenzahn kenne, vermute ich mal dass sie Seite um Seite mit meinem Namen gefüllt hat. Und das wahrscheinlich nicht mal, weil ich besonders nett zu ihr gewesen wäre.
Aber ich habe mir geschworen hier nichts zu lesen. Natürlich würde es mich schon ganz schön interessieren was sie so über mich denkt. Aber das geht mich ja nun wirklich nichts an hier, ich will schließlich nicht rumschnüffeln wie ein altes Waschweib. Soweit kommt’s noch! Das ist Hasenzahns Aufgabe.
Und nicht dass wir uns falsch verstehen, ich schreibe nur hier rein damit Hasenzahn sich freut wenn sie wieder wach wird. Damit rechnet sie nämlich bestimmt nicht, dass ich hier in dieses rosa Glitzerding schreibe das sich Tagebuch nennt. Wenn das einer rausfindet bin ich erledigt. Mein Ruf als gefeierter Chirurg und Oberarzt wird für immer dahin sein. Stattdessen werde ich bekannt sein als der verliebte Idiot der in pinke Tagebücher schreibt. Oh Gott! Wenn die Hassmann… Besser nicht dran denken.
Aber besser ich fange mal von vorne an.
Sowas wie mit Hasenzahn ist mir noch nie passiert. Ich meine klar, ich hatte viele Frauen und ich hatte auch schon mal ne feste Freundin aber das mit Hasenzahn ist irgendwie anders. Sie macht mich einfach wahnsinnig und trotzdem kann ich nicht genug von ihr bekommen. Und ich kann immer noch nicht glauben, dass das mit uns wirklich klappen soll. Ich meine, wir beide wissen doch, dass ich ein Arschloch bin, es zumindest bis vor kurzen noch war. Ich weiß auch nicht wie Hasenzahn das gemacht hat, aber irgendwie hat sie einen Schalter bei mir umgelegt.
Jetzt, wo sie im Koma liegt, merke ich erst wie sehr ich sie brauche. Nicht nur weil der Sex mit ihr unbeschreiblich geil ist, sondern weil ich mich ohne sie nicht mehr komplett fühle. Ich wusste immer, dass irgendwas gefehlt hat, aber ich konnte nie so genau sagen was es ist. Jetzt weiß ich es, und musste es auf so schmerzhafte Weise herausfinden.
Ich weiß wirklich nicht was ich tun soll wenn sie nicht wieder aufwacht. Das klingt sicher ziemlich egoistisch jetzt, aber was soll ohne sie aus mir werden? Ich werde wieder zum Arschloch mutieren und für den Rest meines Lebens wird etwas fehlen. Und ich werde immer wissen was es ist und werde es mir nie zurückholen können.
Hasenzahn schläft jetzt schon eine Woche lang. Eine Woche in der mir so einiges klar geworden ist. Immer wieder muss ich daran denken, dass die letzten Worte die wir gewechselt haben, Worte des Streits gewesen sind. Wegen dieser blöden Julia die wir zufällig in Hamburg getroffen haben. Ich war aber auch so ein Idiot.
Hasenzahn wollte mir ja nicht zuhören deswegen schreibe ich es jetzt auf. Wenn sie wieder wach wird, wird sie es so oder so irgendwann lesen:
Hasenzahn! Es tut mir leid! Ich habe mich wie ein kompletter Schwachkopf benommen. Aber nicht, weil du mich nicht interessiert hast oder ich Julia toller finde als dich (ich weiß ja, dass du dir das in deinem hübschen Köpfchen wahrscheinlich wieder irgendwie so in der Art zusammen gereimt hast), sondern einfach nur weil ich ein Idiot bin. Ich hab doch keine Ahnung von Beziehungen, wie kannst du da von mir erwarten, dass ich alles perfekt hinbekomme?!
Ich habe dir von Anfang an gesagt dass es mit mir nie so sein wird wie du dir das in deinen rosa Träumen vorgestellt hast. Und du siehst ich habe Recht behalten. Ich bin nicht perfekt. (Und sowas aus meinem Mund! Ähhh… oder besser gesagt meiner Feder!)
Ich hoffe wirklich, dass du mich nicht eines Tages ansiehst, und dir all meine Fehler mit einem Mal bewusst werden. Ich habe nämlich wirklich eine ganze Menge davon. Durch deine rosa Brille ist dir das wahrscheinlich nicht aufgefallen, aber ich bin ziemlich verkorkst. Du weißt ja selber wie ungern ich über Gefühle rede, und das hier wird mit Sicherheit einer der wenigen Momente bleiben in denen ich es doch tue. Ich bin eben einfach nicht gut darin.
Du kannst dir nicht vorstellen wie es mich fertig macht, dass du da in diesem Bett liegst und niemand weiß wann du wieder aufwachst. All diese Schläuche und Geräte. Dabei habe ich immer noch das Bild vor Augen wie du lächelst wenn du siehst, dass Schwester Sabine mal wieder Schokocroissants mitgebracht hat. Oder wenn es in der Cafeteria wieder Schokokuchen gibt.
Es ist so unglaublich schwer für mich damit zu leben dass du vielleicht nie wieder wach wirst. Du fehlst mir so sehr Hasenzahn. Es zerreißt mir das Herz dich dort liegen zu sehen, dich berühren zu können, mit dir reden zu können und doch reagierst du auf nichts von dem was ich tue und ich weiß nicht mal ob du mich hören kannst.
Ich weiß nicht wie lange ich diese Scheiße noch durchstehen kann Hasenzahn. Ich weiß du würdest das nicht wollen, aber ich kann nicht anders als mir auch einen Teil der Schuld daran zu geben dass du jetzt hier liegst. Ist das der Preis dafür wenn man liebt? Dass man so verletzlich ist? Dass einem mit einem Mal alles genommen werden kann? (Jaaaa Hasenzahn, du hast richtig gelesen, ich habe wirklich „liebt“ geschrieben. Wenn du wach gewesen wärst, hättest du auch hören können, dass ich es dir gesagt habe. Aber du ziehst deinen Dornröschenschlaf ja vor)
Ich hab richtig Schiss, habe eine scheiß Angst, dass du mich einfach alleine lässt. Das kannst du doch nicht einfach machen! Ich mache nachts kein Auge zu weil ich immer nur an dich denken kann. Was für eine Ironie! Du kannst nicht aufwachen und ich kann nicht einschlafen.
So, bevor ich gleich wieder an die Arbeit muss will ich dich noch um eines bitten Hasenzahn. Gut um zwei Dinge.
Tu mir bitte den Gefallen und wache wieder auf. Mein Leben, das Leben aller hier ist nicht dasselbe ohne dich. Alle hier vermissen dich. Schwester Sabine hat sogar schon sämtliche Orakel und Horoskope und Pendel befragt um heraus zu finden ob du wieder aufwachst. Wenn man ihr Glauben schenken darf dann tust du es. Ich hoffe wirklich nichts mehr auf dieser Welt.
Und zweitens: Solltest du jemals irgendeiner Menschenseele zeigen oder erzählen was ich geschrieben habe, dann kann ich für nichts mehr garantieren. Dann muss ich dich auf Meier-Weise bestrafen, das ist dir doch hoffentlich klar. (Solltest du jetzt im Moment schmutzige Gedanken haben lass dir gesagt sein dass ich genau das damit gemeint habe)
So und jetzt muss ich mal wieder an die Arbeit gehen bevor Schwester Sabine mich aufspürt und Beweisfotos schießt oder so.
Ich liebe dich!
Marc

schleumel Offline

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18.05.2011 14:57
#135 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo ihr lieben!
es freut mich, dass euch der letzte teil so gut gefallen hat und ich möchte euch für die lieben worte danken, die ihr mir hinterlassen habt
und jetzt geht es auch schon weiter im text. :)


Gretchen Haase lag nun schon seit über einer Woche im Koma. Und mit jedem Tag den sie da lag und schlief verzweifelte Marc ein bisschen mehr. Es war Samstagabend und er hatte heute ausnahmsweise einmal frei. Doch genießen konnte er seine Freizeit natürlich nicht. Gestern hatte er sich noch überlegt den Professor zu bieten ihn doch zum Dienst ein zu teilen, damit er nicht so viel Zeit zum Grübeln hatte. Doch er hatte es schließlich doch gelassen und jetzt saß er hier am Bett seines Mädchens und starrte sie wieder einmal an.
Erst vor 15 Minuten hatte er den tragbaren CD-Spieler wieder ausgestellt den er mitgebracht hatte. Eine Dauerberieselung des Liedes zu dem sie damals auf dem Fest ihrer Eltern miteinander getanzt hatten, half also auch nicht. Er hatte die Melodie noch genau im Ohr. Baby love, my baby love… Erst vor kurzem war ihm aufgefallen wie gut das Lied damals zu ihnen beiden gepasst hatte.
Er zuckte mit den Schultern. Ein Versuch war es immerhin wert gewesen, wer konnte schon wissen was ihr dabei half auf zu wachen. Er wollte jedenfalls keine Möglichkeit unversucht lassen und deswegen war Marc Meier heute Mittag mit schwerem Geschütz hier aufgetaucht und hatte nicht nur einen tragbaren CD-Spieler mitgebracht, sondern er hatte ebenfalls den DVD-Player aus seinem Wohnzimmer abgebaut und an den Fernseher in Gretchens Zimmer angeschlossen. Danach war er noch kurz in die Stadt gefahren um die passende DVD zu kaufen und schließlich hatte er auch noch eine Tafel ihrer Lieblingsschokolade gekauft.
Dann war er zurück ins Krankenhaus gefahren und hatte die Nummer mit dem Lied ausprobiert. Leider hatte das ja nichts geholfen und er war aus Frust aufgesprungen, hatte wütend gegen den Mülleimer getreten und hatte laut scheiße gerufen. Dafür hatte er sich allerdings gleich wieder entschuldigt, schließlich war er sich ja immer noch nicht sicher, ob Gretchen nicht vielleicht doch etwas von dem mitbekam, was um sie herum passierte. Danach war er schnell eine rauchen gegangen auch wenn er wusste wie sehr Gretchen das hasste. Es beruhigte ihn jedenfalls, das reichte ihm erst einmal.
Nachdem er zurück in Gretchens Zimmer gekommen war hatte er sich wieder auf den Stuhl neben ihrem Bett gesetzt.
Mit einem Seufzen warf er einen Blick auf die Hülle der DVD auf Gretchens Nachttisch. Stöhnend nahm er sie in die Hand und stand auf, schob die DVD in den Player und erwartete in mehr oder minder gespannt den Film. Er hatte sich bis jetzt immer geweigert mit Gretchen Titanic zu schauen. Das war der allergrößte Frauen und Weichei-Film und ein Marc Meier schaute sich doch nicht freiwillig einen Film an bei dem jede, aber auch wirklich jede Frau mindestens einmal geheult hatte. Zumindest hatte er bis vor kurzen noch so gedacht. Jetzt sah die Sache schon ganz anders aus.
Als der Film begann griff Marc nach Gretchens Hand und lehnte sich so gut es ging in seinem Stuhl nach hinten um es ein bisschen bequemer zu haben. Doch bereits nach den ersten zwanzig Minuten überkam Marc die Müdigkeit und es fiel ihm immer schwerer die Augen auf zu halten. Immer wieder musste er sich dazu zwingen dem Film weiter aufmerksam zu folgen.
Plötzlich fiel ihm die Schokolade ein die er gekauft hatte. Ein gekonnter Griff hinter sich auf den Nachttisch und schon hielt Marc die Tafel in seinen Händen. Nachdem er die Schokolade geöffnet hatte hielt er sie Gretchen grinsend unter die Nase.
„Hör mal Hasenzahn. Ich ziehe mir Titanic rein und habe hier diese wunderbar leckere Tafel Schokolade die ich ganz alleine essen muss wenn du nicht wach wirst.“
Einen Moment wartete Marc auf eine Reaktion, doch als nichts geschah biss er gefrustet selber in die Tafel. Kauend starrte Marc wieder auf den Bildschirm. Er wusste einfach nicht was die Frauen an diesem Film so begeisterte. Eine Szene schnulziger als die andere und am Ende würde das blöde Schiff doch eh untergehen, da konnte man den Film noch so oft gucken, das Ende blieb doch immer gleich.
Zumindest gab es in dem Film ein bisschen nackte Haut zu sehen, was Marc immerhin für einen kurzen Moment aufmerksam zusehen ließ. Doch noch kurz bevor die Titanic den Eisberg rammte, war Marc Meier eingeschlafen. Seelenruhig wie ein Baby schlummerte er vor sich hin. Er schmatzte einmal kurz und hatte anscheinend vergessen, dass er immer noch in seinem Stuhl saß, denn als er sich auf die Seite drehte, ging er mit einem lauten poltern und einem ebenso lauten Schrei zu Boden.

schleumel Offline

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19.05.2011 16:37
#136 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

soooo es geht auch schon weiter :)
@lorelei: mit dem dornröschenkuss kann ich leider nicht dienen dafür gehen 100 gummipunkte aaaaaaaan:
azadeh
viel spaß mit dem neuen teil


Stöhnend rieb Marc Meier sich den ohnehin schon schmerzenden Rücken. Ein Blick auf den Fernseher verriet ihm, dass die Titanic grade erst unter gegangen war, er konnte also nicht allzu lange geschlafen haben.
Seufzend stand er auf, klopfte seine Hosenbeine ab und wollte sich grade wieder hinsetzen um zumindest das Ende des Films noch mit zu bekommen, als ihn auf einmal die Ahnung beschlich, dass hier irgendwas anders war als sonst.
Als er zu Gretchen rüber sah fühlte er sich auf einmal als hätte man ihm eine Tonne Schmetterlinge in den Bauch geschüttet die nun munter drauf los flatterten. Augenblicklich stieg sein Blutdruck, ihm wurde heiß und er konnte spüren wie sein Gesicht warm wurde.
„Hasenzahn? Bist du… bist du wach?“
Mit einem Satz stand Marc ganz nah an Gretchens Bett. Ganz genau schaute er sich die vor ihm liegende Frau an um auch sicher zu gehen, dass seine Phantasie ihm keinen Streich spielte. Doch er hatte sich nicht geirrt, sie blinzelte tatsächlich und auch ihre Hände hatte sie bewegt.
Vorsichtig legte er eine Hand auf ihre und strich ihr mit der anderen über die zerzausten Haare. Gretchen hustete leicht, dann öffnete sie tatsächlich ihre Augen. Einen Moment sah sie sich im Zimmer um, dann blickte sie Marc direkt in die Augen. Sie war sichtlich verwirrt, doch noch bevor sie fragen konnte was geschehen war, wurde sie von zwei starken Armen leicht aufgerichtet und fest umschlungen.
Der junge Oberarzt konnte sein Glück noch gar nicht fassen. Er hatte das Gefühl, dass sein Herz jeden Moment vor Glück zerspringen müsste. Er drückte die konfuse Frau noch fester an sich und wollte sie gar nicht mehr los lassen. Als er sie endlich losließ sah er sie mit funkelnden Augen an und er konnte nicht anders als seine Hände um ihren Kopf zu schließen und ihr einen stürmischen Kuss aufzudrücken.
Er spürte wie das Herz in seiner Brust schlug, spürte wie die Endorphine durch seinen Körper jagten. Als er sein Mädchen endlich wieder frei gab, war sie immer noch genauso verwirrt wie zuvor.
„Marc? Was…?“ fragte sie leise und schon wieder wurde ihr keine Antwort gegeben denn erneut legten sich zwei heiße Lippen auf ihre und wollten sie gar nicht mehr loslassen.
Nach einer Weile ließ Marc dann schließlich doch noch von ihr ab und nahm ihre Hand in seine während er sich mit der anderen aufgewühlt durch die Haare fuhr.
„Ich kann’s immer noch nicht fassen! Du… bist wirklich wach. Ich hatte schon Schiss du würdest mich hier einfach allein sitzen lassen.“
Gretchen war immer noch verwirrt.
„Wach? Was ist denn…?“
Gretchen spürte wie Marc ihre Hand fester drückte und sein Blick wurde plötzlich Ernst.
„Du hast über eine Woche im Koma gelegen. Du hattest einen Schock. Du erinnerst dich doch noch? Der Kramer?“
Gretchen nickte stumm. Dann wurde ihr plötzlich bewusst was Marc da grade gesagt hatte.
„Koma? Über eine Woche?“
Marc nickte ernst.
„Lass uns später über alles reden. Ich muss jetzt erst mal die Hassmann anpiepen damit die dich einmal gründlich durchcheckt, ok? Und deinen Eltern muss ich auch Bescheid sagen. Und Mehdi.“
Aufgeregt fischte Marc sein Handy und seinen Pieper aus seiner Jackentasche um erst Maria Hassmann anzupiepen von der er wusste, dass sie heute Dienst hatte, und anschließend seinen besten Freund und Gretchens Eltern anzurufen. Selbst Sabine bekam an diesem Abend eine sms von ihrem sonst so strengen Oberarzt und der Inhalt ließ die Krankenschwester vor Freude sogar das Doktor Rogelt Buch welches sie grade gelesen hatte in die Luft werfen.
Gretchen Haase war also endlich aufgewacht.

schleumel Offline

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20.05.2011 17:33
#137 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Es hatte keine fünf Minuten gedauert, da war Maria Hassmann mit einem Team von Ärzten aufgetaucht um Gretchen gründlich durchzuchecken. Und nach nicht einmal drei Minuten hatte die Neurochirurgin Marc Meier aus dem Zimmer geworfen weil er ihr permanent auf die Finger geschaut und sich ständig eingemischt hatte. Nur widerwillig hatte er sich dazu bewegen lassen den Raum zu verlassen, zeternd hatte die junge Frau ihn förmlich rausschieben müssen. Und auch jetzt noch lief Marc aufgewühlt vor Gretchens Zimmertür auf und ab und wartete auf das Untersuchungsergebnis.
Noch nie in seinem Leben waren ihm zwanzig Minuten so derartig lange vorgekommen. Zuerst hatte er noch versucht wieder in das Zimmer zu kommen, hatte jedoch schnell feststellen müssen, dass die Tür von innen verschlossen war. Also hatte er sich daran angelehnt und hatte versucht etwas aus dem Inneren des Zimmers hören zu können. Leider hatte das auch nicht wirklich funktioniert, dafür herrschte auf dem Gang ein zu reges Treiben. Also blieb ihm nichts anderes übrig als zu warten bis Maria Hassmann entschied, dass er jetzt genug gelitten hatte.
Und so hatte er zwanzig Minuten vor Gretchens Zimmer ausharren müssen bis die Tür sich endlich wieder öffnete und er fast wie von der Tarantel gestochen in den Raum stürmte.
„Und? Was ist jetzt?“
Lässig warf Maria Hassmann sich ihr Stethoskop über die Schulter, blätterte noch einmal Gretchens Krankenakte durch um die Werte zu überfliegen und sah Marc dann an.
„Also wir haben bis jetzt nichts entdecken können was auf Folgeschäden hinweist. Sie ist allerdings noch ziemlich erschöpft und braucht jetzt viel Ruhe.“
Marc hatte genau zugehört und nickte.
„Aber sie muss nicht hier im Krankenhaus bleiben oder?“
„Nein das muss sie nicht. Aber jemand muss sich um sie kümmern, zumindest die ersten zwei, drei Tage und wenn sie nicht im Krankenhaus bleiben möchte wäre es wohl am ratsamsten wenn sie zu ihren Eltern geht.“
Marc nickte erneut, dann, ohne Vorwarnung, stürmte er genau so eilig aus dem Zimmer wie er rein gekommen war und ließ Gretchen, Maria und das Ärtzeteam verwirrt zurück. Die Neurochirurgin zuckte nur kurz mit den Schultern ehe sie und ihr Team das Zimmer ebenfalls verließen. Zurück blieb Gretchen, die sich fragte, was mit Marc auf einmal los war. Eben noch hatte er an ihr geklebt wie ein Kaugummi und jetzt konnte er gar nicht schnell genug hier raus kommen? Na aus dem sollte mal einer schlau werden.

Dr. Mehdi Kaan saß gerade an seinem Schreibtisch als Marc ihn angerufen hatte. Er hatte sich natürlich sehr gefreut und hatte zunächst überlegt gleich zu Gretchen zu gehen aber dann war ihm eingefallen wie es Anna gegangen war nachdem sie aufgewacht war. Sie war noch ziemlich schwach gewesen und musste ohnehin erst einmal durchgecheckt werden. Also hatte er beschlossen Gretchen zu besuchen wenn es ihr wieder besser ging, er wollte sich schließlich auch nicht aufdrängen, sicher hatte sie mit Marc schon genug zu tun und ihre Eltern würden sicher auch jeden Moment auftauchen.
Statt also zu Gretchen zu gehen saß er nun hier und hielt erneut den kleinen Zettel mit Jasmins Handynummer in der Hand. Der Abend gestern war einfach wundervoll gewesen. Er hatte sich seit langem mal wieder wie ein Mann gefühlt, nicht nur wie ein Arzt oder Vater. Selbst die ganzen Gedanken an Gretchen konnte er seit neustem abstellen. Zwar hatte er sich immer noch Sorgen um sie gemacht, sie waren schließlich Freunde. Aber das war es eben auch. Er wollte gar nicht mehr von Gretchen. Er hatte jetzt Jasmin.
Wie sich herausstellte, war Jasmin 29. Nach einer Ausbildung zur Übersetzerin war sie nach Berlin gekommen um hier an der Uni Französisch zu studieren. Ihre Eltern lebten irgendwo im Norden Deutschlands in einem kleinen Kaff dessen Namen er schon wieder vergessen hatte. Zwar war er immer noch nicht dahinter gekommen was es mit ihrer Reaktion auf ihre Krankheit auf sich hatte, aber er würde sie jetzt anrufen und sie um ein zweites Date bitten. Wozu sollte er warten und Zeit verlieren?
Er hatte schon viel zu viel Zeit damit vergeudet Frauen nachzulaufen deren Herz einem anderen gehörte, damit sollte nun endgültig Schluss sein.

schleumel Offline

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24.05.2011 11:31
#138 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo
sorry dass es ein bisschen länger gedauert hat aber ich bin am we mal wieder zu nichts gekommen
ich hoffe dass der neue teil euch trotzdem gefällt. freue mich sehr auf eure kommentare
gaaaanz liebe grüße


„Vier ganze Tage und Nächte?! Wir sind völlig unterbesetzt, wie stellen sie sich das überhaupt vor?!“
Professor Haase war von seinem Stuhl aufgestanden und sah seinen jüngeren Kollegen nun ernst an.
„Andererseits ist sie wahrscheinlich sowieso lieber bei ihnen als bei Bärbel und mir… Dass sie sich aber ja gut um sie kümmern, haben sie verstanden?“
Marc nickte eifrig während er dabei zusah wie Professor Haase seinen Urlaubsschein unterschrieb. Gleich darauf sah der Professor Marc noch einmal an, dann schob er ihn bestimmt aus seinem Büro raus und folgte ihm gleich dabei.
„Und jetzt entschuldigen sie mich, ich will sehen wie es meiner Tochter geht!“
Marc wartete noch einen Moment, dann machte er sich auf ins Schwesternzimmer wo er ein paar Sachen für Gretchen aus ihrem Spint holte. Kritisch beäugt wurde er dabei nicht nur von Schwester Sabine, sondern auch von Schwester Gabi, die gerade gekommen war um Mittag zu machen.
Marc kümmerte sich aber nicht um die beiden Tratschmäuler, Klatsch würde es so oder so geben. Nachdem er alles was er von Gretchen finden konnte in eine Tüte gepackt hatte, warf er Gabi und Sabine noch einen genervten Blick zu und dann war er auch schon in Richtung von Gretchens Zimmer verschwunden.
In Gretchens Zimmer angekommen konnte Marc beobachten, wie Bärbel, die inzwischen wohl auch eingetroffen war, und Franz Haase neben Gretchens Bett saßen und sie mit Fragen löcherten. Vor allem Bärbel Haase konnte mal wieder nicht an sich halten und stellte ihrer Tochter so viele Fragen, dass Gretchen sichtlich überfordert war mit der Situation.
Marc zögerte nicht lange. Er stellte die Tüte am Fußende des Bettes ab, dann schob er sich zwischen Gretchen und ihre Mutter und hob beschwichtigend die Hände.
„Frau Haase ich glaube ihre Tochter braucht jetzt erst einmal Ruhe. Zu diesem Zwecke werde ich sie jetzt auch mitnehmen. Sie können sie ja dann später immer noch mit Fragen löchern.“
Bärbel Haase war so verdutzt, dass sie im ersten Moment gar nicht wusste was sie sagen sollte. Diesen Moment nutzte Marc um die Sachen, die er Gretchen im Laufe der Woche mitgebracht hatte aus der Schublade ihres Nachttisches zu nehmen und schnell mit in die Tüte zu stopfen.
Dann sah er sich einen Moment im Raum um und tatsächlich, in der Ecke stand genau was er suchte. Schnell schnappte Marc sich den Rollstuhl und schob ihn an Gretchens Bett. Dann entfernte er alle Schläuche und Kabel die zur Überwachung gedacht waren und beugte sich über Gretchen. Die junge Frau spürte wie Marcs Arme sich fest um sie schlangen und sie sanft und vorsichtig anhoben und anschließend in den Rollstuhl verfrachteten. Bereits im Gehen schnappte Marc sich die Tüte die vom Fußende des Bettes und setzte sie Gretchen auf den Schoß. Dann schob er sie mit einem dicken Grinsen in Richtung ihrer Eltern aus dem Zimmer.
Bärbel Haase blickte so verdattert drein, dass Franz Haase sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen konnte. Als seine Frau sich nach kurzer Zeit wieder gefangen hatte und aufspringen wollte um ihre Tochter zurück zu holen, musste der Professor sie aufhalten.
„Lass nur Butterböhnchen, ich denke sie ist beim Meier ausnahmsweise mal in besten Händen.“
Bärbel Haase war immer noch skeptisch, ließ sich aber von ihrem Mann ein wenig beruhigen. Was sie nicht ahnen konnte war, dass ihre Tochter mindestens genauso skeptisch war wie sie selbst. Denn noch während Marc sie über den Flur schob, brannten ihr tausend Fragen auf den Lippen.
„Marc was soll denn das? Wo bringst du mich denn hin?!“
Seelenruhig schob Marc die Kranke weiter über die Flure des Elisabethkrankenhauses, bis sie den Aufzug erreicht hatten der glücklicherweise offen stand.
„Reg dich nicht auf Hasenzahn, das ist noch nicht gut für dich.“
Am liebsten wäre Gretchen aufgestanden und hätte diesem dreisten Kerl mal ordentlich die Meinung gegeigt, aber sie war eindeutig noch zu schwach.
„Gib es zu, du nutzt nur aus dass ich zu schwach bin und willst mich entführen!“
Marc riss amüsiert die Augen auf.
„Was? Also wenn ich dich entführen wollen würde müsste ich nicht erst warten bis du zu schwach bist um dich zu wehren, ich komme auch so mit dir klar Hasenzahn.“
Den Rest des Weges zum Auto schwiegen die beiden und auch als Marc Gretchen unter Stöhnen ins Auto verfrachtet hatte, sagte keiner ein Wort.
Erst als Gretchen bemerkte, dass sie ganz und gar nicht auf dem Weg in Marcs Wohnung waren, brach sie die Stille.
„Verrätst du mir jetzt endlich wo es hingeht? Wir werden ja wohl kaum über die Autobahn zu deiner Wohnung fahren.“
Marc grinste schelmisch.
„Da fahren wir auch nicht hin, und jetzt halt die Klappe Hasenzahn!“

schleumel Offline

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25.05.2011 15:13
#139 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Gretchen konnte grade noch erkennen, dass sie anscheinend aus der Stadt heraus fuhren, als ihr auf einmal die Augen zufielen. Sie war immer noch ganz schön geschwächt und hatte deswegen nicht so lange wach bleiben können wie sie sich das vielleicht gewünscht hätte, schließlich war sie doch ziemlich neugierig darauf wo Marc sie wohl hinbrachte. Aber es half alles nichts denn nach wenigen Minuten waren ihr die Augen zugefallen.
Marc hatte davon zunächst nichts bemerkt, doch nach wenigen Momenten war ihm aufgefallen dass es im Auto verdächtig ruhig war. Ein Blick zur Seite verriet ihm, dass Gretchen friedlich schlummerte. Für einen kurzen Moment versetzte dieser Anblick seinem Herzen einen Stich, erinnerte es ihn doch zu sehr an den Moment als ihm vor knapp einer Woche klar geworden war, dass Gretchen vielleicht nie wieder aufwachen würde. Schnell schob er diesen trüben Gedanken zur Seite. Sie war jetzt wach!
Schmunzelnd legte er seine rechte Hand auf ihren Oberschenkel und streichelte ihn sanft mit seinem Daumen. Als er sah, wie sich auf ihren Lippen ebenfalls ein zufriedenes Lächeln abbildete, war er voll und ganz beruhigt und konnte sich weiter auf die Straße konzentrieren.
Als sie endlich angekommen waren weckte er Gretchen vorsichtig und holte anschließend die Tüte aus dem Kofferraum. Gretchen sah sich verwirrt um während sie ausstieg. Hier war sie noch nie gewesen aber es sah so aus, als seien sie irgendwo am Stadtrand von Berlin gelandet. Gretchen zog die frische Luft in ihre Lunge und beobachtete Marc dabei, wie er auf ein großes weißes, modernes Haus mit Glasfront zuging.
„Marc? Was machen wir denn hier? Und wo sind wir überhaupt.“
Nachdem Marc die Türe aufgeschlossen und die Tüte im Flur abgestellt hatte, drehte er sich zu Gretchen um.
„Das ist das…ähh… Ferienhaus meiner Mutter. Also, sie kommt zum Schreiben her wenn es ihr in ihrem Haus in der Stadt zu laut ist oder so. Frag mich nicht, sie hat es auf jeden Fall.“
Schulterzuckend folgte Gretchen Marc in das weiße Haus, das eindeutig viel zu groß war für nur eine Person und sah sich erstaunt um. Alles war in weiß, silber und grau gehalten, ab und zu gab es ein paar wenige schwarze Akzente. Fast schon automatisch streifte Gretchen sich ihre Schuhe von den Füßen bevor sie den Flur verließ. Irgendwie hatte sie nämlich das Gefühl, dass Dreck oder Staub, egal wie klein er war, hier drin auf jeden Fall auffallen würde.
Sie wurde erst wieder von Marc aus ihren Gedanken gerissen.
„Sag mal hast du Hunger? Ich irgendwie schon. Ich könnte was bestellen?“
Gretchen nickte nur worauf Marc in die Küche ging und die Schubladen nach einer Karte vom Lieferdienst absuchte. Dabei hätte er ja eigentlich wissen müssen, dass seine Mutter solche „bösen“ Sachen ganz sicher nicht im Haus hatte. Nach fast zehn Minuten in denen er scheinbar die komplette Küche durchforstet hatte und auch in ihrem Schreibtisch nichts gefunden hatte gab er resigniert auf. Er zückte schließlich sein Handy und ließ sich von der Auskunft die Nummer eines Pizzataxis in der Nähe geben.
Gretchen hatte es sich derweil auf dem Sofa bequem gemacht und erfreut stellte sie fest, dass gleich rechts von ihr ein richtiger Kamin vorhanden war. Sie schloss kurz die Augen und stellte sich vor wie es wohl war mit Marc nackt davor zu liegen und sich zu lieben. Bei dem Gedanken daran wurde ihr gleich viel wärmer und verblüfft musste sie feststellen, dass das Koma auf ihre Libido wohl keinen Einfluss genommen hatte. Aber ihr war ja strikte Ruhe verordnet worden und so wie sie ihn kannte würde Marc das sicher ernster nehmen als der Papst die Bibel. Wenn er nämlich doch mal fürsorglich war, dann war er meistens mehr als überfürsorglich.
Als Gretchen die Augen aufschlug legte sie ihren Handrücken an ihre Wange. Ihr war mit einem Mal ziemlich warm geworden und sie wusste genau, dass sie in diesem Moment vermutlich mal wieder den Charme einer Tomate hatte. Und als Marc aus der Küche kam und sie ansah, bestätigte sich ihre Vermutung.
„Ist irgendwas mit dir? Bist auf einmal ganz rot im Gesicht.“
Gretchen schüttelte vehement den Kopf.
„Es ist wirklich nichts. Das… kommt sicher vom Hunger.“ log sie und hoffte, dass Marc sich mit der Antwort zufrieden geben würde, was er auch tatsächlich tat.
„Gut, ich hab ne Schinkenpizza für dich bestellt. Ich hoffe das war ok. Wenn nicht, ist es jetzt auch zu spät.“ feixte Marc und setzte sich anschließend zu Gretchen aufs Sofa. Vorsichtig drückte er ihr einen Kuss auf die Stirn und strich ihr anschließend über die Wange. Dann sah er sie an, mit seinen klaren grünen Augen und Gretchen verspürte erneut dieses Kribbeln in der Magengegend. Als sie sich nach vorne beugte und Marc auf die Lippen küssen wollte, wich er ihr aus und sprang wie von der Tarantel gestochen auf.
„Ähh willst du auch was trinken? Ich hol uns mal was!“ und schwupps, war er wieder in der Küche verschwunden.
Was hatte er denn auf einmal? Gegen Küssen war doch wirklich nichts einzuwenden, oder?

schleumel Offline

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26.05.2011 18:14
#140 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo ihr lieben
es geht weiiiter :) ich hab mich ganz doll über eure kommentare gefreut und hoffe ihr schreibt auch weiterhin brav welche
und jetzt viel spaß mit dem neuen teil


Andreas saß an diesem Abend einsam in der Cafeteria und stocherte lustlos in seinem Nachtisch herum. Dass er mit den Männern aber auch immer so ein Pech haben musste. Entweder waren sie vergeben oder hetero. Und Marc Meier war anscheinend beides. Diese Sahneschnitte würde er sich wohl aus dem Kopf schlagen müssen. Mit einem Seufzen schloss Andreas die Augen und dachte an Marc. Seine Augen, die Lippen… Und die Hände! Schnell schüttelte Andreas die Gedanken beiseite. Das würde ihm ja doch nur nichts als Kummer bringen.
Im Kopf ging er alle Ärzte des Elisabethkrankenhauses durch. Dieser Gynäkologe war ja eigentlich auch ganz süß aber der schien sich im Moment mit einer Frau zu treffen, also fiel der auch schon mal flach.
Während er sich einen Löffel Nachtisch in den Mund schob, dachte Andreas darüber nach, ob es vielleicht an seinem Äußeren lag, dass sich kein Mann für ihn interessieren wollte. Er hatte bis jetzt immer auf seine Aussehen geachtet, aber mit den Jahren hatten sich vier oder fünf Kilo dazu gemogelt, das war nicht abzustreiten.
Verärgert schob Andreas den Rest des Puddings zur Seite und verschränkte die Arme vor der Brust. Wenn die Männer nicht zu ihm kamen, dann musste er eben zu den Männern kommen. Er beschloss, gleich morgen früh etwas gegen seinen Speck zu tun und danach würde er verdammt nochmal der heißeste schwule Mann nördlich des Äquators sein!

Dr. Mehdi Kaan stand angespannt vor dem Spiegel und wusste nicht so recht was er anziehen sollte. Sie hatten sich darauf geeinigt, die Dates nicht allzu förmlich zu gestalten und Jasmin hatte deswegen eine Tappas-Bar statt eines teuren, edlen Restaurants ausgesucht.
Nachdem Mehdi bereits drei verschiedene Hemden anprobiert hatte schmiss er alle drei resigniert auf sein Bett. Dann also kein Hemd dachte er sich und zog im selben Moment sein liebstes T-Shirt aus dem Schrank. Es war nichts Besonderes, aber er fühlte sich wohl darin. Dazu wählte er eine einfache Jeans und weiße Sneaker. Zugegebenermaßen war das nicht sein übliches Outfit für Dates, aber ein Gefühl sagte ihm, dass es Jasmin nicht stören würde.
„Was sie wohl viel eher stören wird ist, dass du vorhast sie auszufragen Kaan.“ Murmelte Mehdi während er noch einen Blick in den Spiegel warf und sich dann auf den Weg machte um Jasmin abzuholen.

Nachdem sie die Pizza gegessen hatten, Marc hatte zu Gretchens Verwunderung die ganze Zeit auf dem Sessel ihr gegenüber gesessen, war Gretchen auch schon ganz schön geschafft. Neugierig sah die junge Frau sich um. Das Schlafzimmer war mit Sicherheit oben. Marcs Antwort auf ebendiese Frage bestätigte dies. Erst als Gretchen sich jedoch erhob, schien Marc zu bemerken wie erschöpft sie war.
„Willst du ins Bett?“
Gretchen nickte nur und sie wäre beinahe über eins der Sofatischbeine gestolpert, wenn zwei starke Arme sie nicht aufgefangen hätten. Diese Arme ließen sie allerdings gleich wieder los, was Gretchen schon ein bisschen wunderte aber sie war zu müde um sich wirklich Gedanken darüber zu machen.
„Alles ok? Ich bring dich wirklich mal besser ins Bett, was?!“
Mit einem Grinsen schob Marc Gretchen die Treppe hoch, führte sie ins Bad wo er ihr eine verpackte Zahnbürste und ein Handtuch aus dem Schrank gab und setzte sich anschließend auf den Wannenrand. Er tat so als würde er sie beim Haare kämmen beobachten, aber eigentlich brannte ihm eine ganz bestimmte Frage auf der Zunge. Er entschloss sich aber dann dazu, dass es mit dieser Frage noch Zeit hatte bis Gretchen sich ein wenig erholt hatte, also stand er vom Wannenrand auf und sah noch einmal in Gretchens Richtung.
„Das Schlafzimmer ist gleich nebenan. Ich bin noch ein bisschen unten Fernsehen gucken.“
Und noch bevor Gretchen etwas erwidern konnte, hörte sie schon Marcs Schritte auf der Holztreppe die nach unten führte.
„Was bloß in den gefahren ist? Ich wäre so gern in seinem Arm eingeschlafen.“ murmelte Gretchen noch, ehe sie sich bis auf die Unterwäsche auszog, sie glaubte nicht daran, dass Marc einen Schlafanzug für sie hatte, und sich anschließend ins Bett legte.
Bald darauf war sie eingeschlafen. Ganz im Gegensatz zu ihrem Oberarzt, der die Nacht grübelnd mit einem Bier auf dem Sofa verbrachte.

schleumel Offline

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27.05.2011 11:15
#141 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo :)
danke für eure kommentare ich freu mich immer sehr darüber
und jetzt gehts auch schon weiter... warum marc so grübelt? soviel sei gesagt: es liegt nicht nur daran, dass er gretchen noch zu schwach für gewisse aktivitäten hält und er zieht sich auch nicht nur deswegen zurück... aber ihr werdet schon bald erfahren was ihn dazu treibt... ich wünsche euch viel spaß beim rätseln und beim lesen des neuen teils
ps: ob ich es morgen schaffe was reinzustellen weiß ich noch nicht so genau. also nicht wundern wenns sonntag wird mit dem nächsten teil :)


Als Gretchen am nächsten Morgen aufwachte griff sie wie automatisch neben sich, doch zu ihrer eigenen Enttäuschung musste sie feststellen, dass das Bett neben ihr leer war. Und es sah auch nicht danach aus, als hätte diese Nacht überhaupt jemand darin geschlafen. Verschlafen reckte sie ihre Glieder von sich und sah sich nach etwas um, dass sie schnell überwerfen konnte. Und tatsächlich, auf dem Stuhl gegenüber vom Bett hing ein flauschiger blauer Bademantel. Zwar war Gretchen sich nicht sicher, ober er nur zufällig dort lag oder ob Marc ihn hier zu Recht gelegt hatte, aber sie warf ihn sich trotzdem über und verließ anschließend leise das Schlafzimmer. Im ganzen Haus war kein Mucks zu hören und sie vernahm weder den Duft von Brötchen noch von frischen Kaffee. Wäre ja auch zu schön gewesen.
Leise schlich sie sich ins Wohnzimmer und tatsächlich. Vor sich auf dem Sofa sah sie Marc Meier ausgestreckt liegen. Er lag auf dem Rücken, die eine Hand baumelte vom Sofa herunter, in der anderen hielt er noch immer die leere Bierflasche. Gretchen musste schmunzeln, wunderte sich aber trotzdem darüber, dass er nicht zu ihr in Bett gekommen war. Es konnte doch nicht allein daran liegen dass er sie noch zu schwach für gewisse körperliche Aktivitäten hielt?! Nein, irgendetwas anderes musste dem Chirurgen über die Leber gelaufen sein, so viel stand fest. Was, wenn er die Sache mit ihnen schon wieder in Frage stellte? Was, wenn er gar keine Lust mehr auf sie hatte und einfach nur darauf wartete dass es ihr wieder besser ging um endgültig Schluss zu machen? Nein das konnte nicht sein. Warum hätte er sich dann frei nehmen und sie hier her bringen sollen? Das passte einfach nicht zusammen. Aber in den folgenden vier Tagen würde sie sicher noch Gelegenheit haben herauszufinden wo ihn der Schuh drückte. Jetzt beließ sie es dabei ihm die Bierflasche aus der Hand zu nehmen und ihm eine Decke überzulegen. Er schmatzte ein paar Mal drehte sich dann zur Seite und zog die Decke bis zum Kinn hoch.
Gretchen viel es schwer den Blick von diesem unglaublich süßen Anblick den Marc ihr bot abzuwenden, doch wenn sie etwas essen wollte blieb ihr wohl nichts übrig.
Vorsichtig betrat sie die Küche und verschaffte sich erst einmal einen groben Überblick. Gleich links neben ihr stand eine silberne Senseo, die passenden Kaffeepads fand sie in einer Dose im Schrank darüber. Direkt daneben fand sie ebenfalls eine Packung mit Müsli, zwar kein Schokomüsli sondern eins mit getrockneten Früchten aber immerhin, und zwei Pakete H-Milch. Das Frühstück war also schon mal gerettet. Auf der Suche nach einer Schüssel und zwei Tassen fand Gretchen allerdings auch noch etwas anderes was ihr zusehends Magenschmerzen bereitete. Nachdenklich strich sie mit dem Finger über das Papier. Dann entschied sie, das Bündel erst einmal in der Tasche ihres Bademantels verschwinden zu lassen um sich die Sache später in Ruhe ansehen zu können.
Nachdem sie ihr Müsli verspeist hatte, machte sie eine weitere Tasse Kaffee, diesen ließ sie allerdings anders als ihren eigenen schwarz, und begab sich mit beiden Tassen zurück ins Wohnzimmer. Kaum hatte sie sich mit dem Kaffee in den Sessel gesetzt und die eine Tasse vor sich abgestellt, da rührte sich mit einem Mal etwas auf dem Sofa ihr gegenüber. Es dauerte ein paar Sekunden bis Marc die Augen aufschlug und sie ansah. Lächelnd reichte sie ihm den Kaffee und sah ihn weiter an. Da sie wusste, dass Marc der absolute Morgenmuffel war, verzichtete sie zunächst darauf ein Gespräch mit ihm anzufangen wofür Marc ihr auch sehr dankbar war.
Nachdem Marc seinen Kaffee gelehrt hatte stand er auf und wollte grade die Treppe rauf zum Bad gehen als Gretchen ebenfalls aufstand und ihn am Arm zurück hielt.
„Du Marc, warum hast du eigentlich auf dem Sofa geschlafen?“
Schon fast verlegen fuhr Marc sich mit der einen Hand durch die ohnehin schon zerzausten Haare und sah sie fahrig an.
„Ähm… ich… du hast schon geschlafen und ich wollte dich nicht wecken.“ log er.
Gretchen konnte sehen, dass das nicht der wahre Grund für sein abweisendes Verhalten war aber sie musste schnell einsehen, dass sie im Moment wohl nichts aus ihm heraus bekommen würde. Dennoch folgte sie ihm leise die Treppe nach oben und sah ihm durch den Türspalt dabei zu wie er sich auszog und dann unter die Dusche stieg. Am liebsten wäre sie ihm gleich hinterher gehüpft, aber sie konnte sich schon bunt ausmalen was dann passieren würde. Entweder er schmiss sie achtkantig raus oder er sprang selbst wie von der Tarantel gestochen aus der Dusche. Beides keine allzu angenehmen Möglichkeiten.
Mit einem Mal erinnerte sich Gretchen an die Tüte die Marc im Flur stehen gelassen hatte. Wenn sie sich nicht irrte, hatte sie ihre Blümchenbluse daraus hervorblitzen sehen. Sie würde gleich einmal nachsehen und dann auch erst einmal duschen gehen. Alleine.

schleumel Offline

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28.05.2011 18:20
#142 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo
habe doch noch zeit gefunden euch den nächsten teil rein zu setzen. ich hoffe ihr habt spaß damit :)
ich wünsche euch noch ein schönes wochenende


Nachdem Gretchen sich geduscht und angezogen hatte, in der Tüte hatte sie tatsächlich frische Klamotten gefunden, war sie wieder nach unten gegangen wo Marc bereits auf sie wartete. Er war gerade dabei die Küchenschränke nach essbaren Sachen zu durchsuchen, musste aber schnell feststellen, dass nicht wirklich viel vorhanden war.
Als er Gretchen kommen hörte, drehte er sich zu ihr um und schloss die Küchentür vor sich wieder. Für einen Moment setzte Gretchens Herz aus. Das war doch genau der Schrank, in dem sie vor nicht mal einer Stunde das besagte Bündel gefunden hatte. Sie konnte ihre Aufregung darum aber schnell verbergen und war wenige Sekunden später auch wieder ganz beruhigt, denn sie hatte die Papiere ja mit nach oben genommen und sie in ihrer Tasche verstaut. Ganz sicher in der kleinen Innentasche, die sogar durch einen Reißverschluss geschützt war. Erleichtert atmete sie auf, hoffentlich hatte Marc ihre kurze Unruhe nicht bemerkt. Aber das hatte er nicht, er war offenbar viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt und es wurmte Gretchen, dass sie immer noch nicht wusste, worüber er die ganze Zeit nachdachte.
„Brauchst du irgendwas?“ wurde sie schließlich aus ihren Gedanken gerissen.
„Was?“
„Äh ich wollte schnell zum Supermarkt fahren. Ist ja nichts hier und ich wollte heute Abend eigentlich nicht schon wieder Pizza essen. Also brauchst du irgendwas? Also, außer Schokolade?“
Grinsend streckte Marc ihr die Zunge raus. Wie sollte sie aus dem jemals schlau werden? Im einen Moment noch abwesend und grübelnd, im nächsten frech wie immer. Aber sie überspielte ihre Unsicherheit gekonnt und lächelte ihn an.
„Eine Klatschzeitung wäre schön. Gala oder so.“
Marc sah sie wie ein Auto an.
„Bist du bescheuert? Ich kauf doch keine Frauenzeitung. Was soll die Dame an der Kasse denn bitteschön von mir denken?!“
Gretchen zog eine Schnute doch Marcs Tonfall ließ keine Widerrede zu. Schnell schnappte er sich seine Geldbörse und den Autoschlüssel, hauchte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stirn und dann war er auch schon verschwunden.
„Hättest mich wenigstens mal vernünftig küssen können!“ beschwerte Gretchen sich noch, doch da war die Haustür bereits zugefallen.

Mehdi und Jasmin saßen jetzt schon seit drei Stunden in der Tapas-Bar und hatten sich bis jetzt wirklich wunderbar unterhalten. Beide waren vollgestopft bis oben hin und hatten einheitlich beschlossen, dass noch ein Absacker her musste. Daraus waren dann schnell mehrere geworden, was auch zur lockeren Stimmung beigetragen hatte.
Bis jetzt hatte Mehdi schon eine ganze Menge über Jasmin erfahren aber eine Frage brannte ihm immer noch auf der Zunge. Doch irgendwie fand Mehdi dass dies hier nicht der richtige Ort für so ein Gespräch war. Verliebt sah er seine Prinzessin an die ihn ebenso anstrahlte.
„Hast du Lust noch ein bisschen spazieren zu gehen? Ein bisschen frische Luft?“
Jasmin nickte nur und wenige Minuten später hatte Mehdi die Rechnung bezahlt, er hatte nebenbei nie geglaubt, dass diese kleinen Schüsselchen mit den Leckereien wirklich so teuer waren, und die Bar verlassen.
Anschließend hatten sie ein Taxi zum Tiergarten genommen und jetzt gingen sie langsam nebeneinander her.
„Ich weiß, das ist eigentlich nichts für ein Date aber ich muss dich unbedingt was fragen.“
Jasmin musterte Mehdi skeptisch von der Seite. Sie ahnte wahrscheinlich schon was jetzt kommen würde.
„Aha?“
„Weißt du, ich will einfach die Wahrheit wissen. Die letzte die mir etwas verschwiegen hat, war meine Exfrau und ich habe dir ja schon erzählt wohin das alles geführt hat.“ Mehdi nahm seinen ganzen Mut zusammen. Was er jetzt sagen würde, entschied über den Rest ihrer Beziehung, falls es danach überhaupt noch eine geben würde. „Wenn du nicht ehrlich zu mir sein kannst, sehe ich in dem allen hier keinen Sinn. Dazu habe ich einfach zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Ich will wissen warum deine Erkrankung dich so kalt lässt. Ich meine, es ist immerhin Krebs. Das ist nicht wie eine Erkältung, das ist was sehr ernstes und grade du müsstest das doch wissen.“
Jasmin nickte nachdenklich. Für einen Moment gingen sie einfach nur schweigend nebeneinander her. Dann gab Jasmin sich jedoch einen Ruck.
„Ich will es einfach nicht so nah an mich ran kommen lassen. Ich will nicht, dass der Krebs mein Leben beherrscht. Ich habe bei meiner Mutter gesehen wie sich alles nur noch um ihre Krankheit gedreht hat und unsere Familie ist daran zugrunde gegangen weil es kein anderes Thema mehr gegeben hat. Ich will das einfach nicht. Mein Leben soll weiter gehen auch wenn ich krank bin. Verstehst du? Ich hab noch so viel vor, sollte ich bald sterben, will ich einfach nicht, dass es vorher schon zu Ende ist. Ich lasse den Krebs nicht mein Leben regieren!“
Jasmins Stimme hatte sich überschlagen und sie atmete schwer. Es musste sie einige Überwindung gekostet haben Mehdi die Wahrheit zu sagen, umso erleichterter war er, dass sie es auch wirklich getan hatte. Ernst sah er sie an und nickte ihr dabei aufmunternd zu.
„Versprich mir aber bitte, dass du das ganze nicht auf die leichte Schulter nimmst.“
„Werde ich nicht. Versprochen.“
Auf Jasmins Lippen zeichnete sich ein zaghaftes Lächeln ab, was Mehdi sofort erwiderte. Dann legte er schließlich seinen Arm um ihre Schultern und sie setzten ihren Spaziergang durch die Nacht fort.

schleumel Offline

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29.05.2011 16:31
#143 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

weiter geht's


Nachdem Marc das Haus verlassen hatte, war Gretchen Haase leicht frustriert ins Wohnzimmer gestapft und hatte sich auf das Sofa geschmissen um sich ein wenig vom Fernseher berieseln zu lassen. Irgendwie wollte sie sich schließlich von ihren trüben Gedanken ablenken, die seit gestern in ihr herum spukten. Was hatte dieser Kerl denn bloß auf einmal, dass er sich so dermaßen zurück zog und sie so offensichtlich von sich stieß? Er sollte sich lieber mal anständig darüber freuen dass sie wieder wach war. Sowas konnte man doch ruhig mal feiern. Aber was machte der blöde Idiot? Ließ keine Gelegenheit aus um ihr irgendwie zu zeigen, dass er ihr im Moment nicht nah sein wollte. Und das ärgerte Gretchen ungemein. Normalerweise war Marc ja der von ihnen beiden, der ständig und überall an Sex dachte und daraus auch keinen Hehl machte, aber jetzt war es Gretchen die sich so sehr nach ihrem Freund sehnte, dass es schon fast weh tat. Sie sehnte sich so sehr nach seiner Nähe, danach in seinen Armen zu liegen und die Wärme zu genießen. Danach von seinen Haaren an der Nase gekitzelt zu werden wenn sie bei ihm lag. Danach wie gut er roch wenn er sie in seine Arme schloss. Nach seinen sanften Berührungen aber auch nach den fordernden, die ihr immer wieder gezeigt hatten wie sehr er auch sie begehrte.
Natürlich, sie hatte ihn rund um die Uhr um sich aber nah war sie ihm trotzdem nicht weil er sie immer wieder von sich weg stieß. Wenn sie doch nur wüsste warum, dann hätte sie ja vielleicht etwas ändern können, aber er redete ja auch nicht mit ihr darüber. Glaubte er tatsächlich ihr wäre nicht aufgefallen, dass etwas nicht stimmte?! Für so dumm konnte er sie doch gar nicht halten.
Verärgert schaltete Gretchen den Fernseher wieder aus. Das schlechte Programm war wirklich nicht die beste Ablenkung und deswegen beschloss Gretchen, dass es jetzt mal wieder Zeit für einen neuen Tagebucheintrag war. Schließlich war der letzte schon eine gefühlte Ewigkeit her gewesen und im Moment hatte sie ja auch wirklich allen Grund ihrem Tagebuch etwas zu erzählen. Nicht nur dass sie im Koma gelegen hatte, sie musste sich nebenbei noch bei dieser Frau bedanken die sie gerettet hatte, sondern ihr seltsames Verhältnis zu Marc war ja auch eine Erwähnung wert. Und wenn sie sich richtig erinnerte, dann hatte Marc ihr das Tagebuch sogar mit in die Tüte gepackt. Als sie heute Morgen ihre Bluse aus der Tüte gefischt hatte, hatte sie auch noch ein paar andere Gegenstände gesehen von denen sie sich nicht erklären konnte warum Marc sie mitgebracht hatte. So zum Beispiel sein M-Shirt was sie so liebte. Gut, vielleicht was zum wechseln? ABer was in Gottes Namen wollte er bitte mit einem Golfball? Und warum zum Teufel schleppte er immer noch dieses verdammte kleine schwarze Buch mit den ganzen Telefonnummern mit sich rum?! Jetzt wo er sie hatte sollte man doch meinen, dass er es nicht mehr brauchen würde. Sie verlangte ja nicht einmal dass er es wegwarf, aber musste er es wirklich überall mit hin nehmen? Darauf würde sie ihn auf jeden Fall noch ansprechen! Schlecht gelaunt verzog Gretchen sich schließlich mit ihrem Tagebuch und einem Stift ins Schlafzimmer.

Zur selben Zeit stand Marc Meier mit einem prall gefüllten Einkaufswagen an der Supermarktkasse und schämte sich bis in die letzte Haarspitze. Eigentlich hatte er nur schnell ein paar Teile besorgen wollen, hatte sich dann aber immer wieder die Frage gestellt ob Gretchen nicht lieber etwas anderes haben wollte. Also hatte er den halben Einkaufswagen mit Mädchenkram gefüllt. Sogar Süßkram und diese bescheuerte Klatschzeitung hatte er in den Wagen gelegt. Ob das mit dem schlechten Gewissen zusammenhing was ihn schon die Hinfahrt hier her geplagt hatte? Er wusste ja, dass er Gretchen endlich sagen musste, was ihn so bedrückte, aber es fiel ihm immer noch so schwer über Gefühle zu reden. Und er kannte ja Hasenzahn, die würde jedes noch so kleine Detail aus ihm heraus kitzeln.
Nachdem Marc alles bezahlt und in sein Auto eingeladen hatte, machte er sich wieder auf den Weg zum Haus seiner Mutter.
Und dann traf ihn auf einmal der Schlag! Er hatte ja ganz vergessen seine Sachen aus Gretchens Tüte zu nehmen und ihr Tagebuch lag ja auch noch darin. Das Tagebuch, welches seinen peinlichen Gefühlsausbruch enthielt. Hitze breitete sich in Marc aus. Eigentlich hatte er ja kurz darüber nachgedacht, das Tagebuch zu verbrennen und Gretchen zu sagen, es sei wohl irgendwie verloren gegangen doch dafür war es jetzt eindeutig zu spät.
Als wäre er vom Teufel höchstpersönlich besessen drückte Marc aufs Gaspedal und war innerhalb von wenigen Minuten wieder zu Hause. Mühsam hob er die beiden prall gefüllten Tüten aus dem Auto und ging zur Haustür die er leise aufschloss und sich erst einmal in die Küche verzog, um alles zu verstauen. Kaum hatte er den Kühlschrank wieder geschlossen, konnte er Schritte auf der Treppe hören die eindeutig immer näher kamen. Und keine fünf Sekunden später stand Gretchen vor ihm, in der linken Hand ein rosa Buch, in der rechten ein schwarzes.
"Marc Meier!" fauchte sie ihn an. "Du wirst jetzt den Mund aufmachen und mit mir reden, sonst schwöre ich dir, setzt es was!"

schleumel Offline

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30.05.2011 20:03
#144 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo
ich danke euch auch an dieser stelle nochmal für die tollen kommetare. das ist wirklich das schönste lob und auch die größte motivation für uns autoren
ganz dickes dankeschön
und jetzt wünsche ich euch viel spaß mit dem neuen teil und noch einen schönen abend


Nachdem Andreas festgestellt hatte, dass Marc Meier für ihn wohl ein unerreichbarer Traum bleiben würde, hatte er sich gleich am nächsten dienstfreien Morgen auf den Weg ins Fitnessstudio gemacht. Wenn er schon auf Männerfang ging, dann wollte er dabei auch eine glänzende Figur machen. Als er das Studi betrat, kamen ihm allerdings doch die ersten Zweifel. Er hatte sich hier eins der angesagtesten Studios in ganz Berlin ausgesucht und nachdem er sich einen kurzen Überblick verschafft hatte, hatte er noch mehr als zuvor den Eindruck, dass alle diese Leute das Fitnessstudio überhaupt nicht nötig hatten. Auf den Laufbändern zu seiner rechten konnte er nur schlanke, durchtrainierte Körper ausmachen und ebenso schien es auch auf den Rädern und bei den Gewichten zu sein.
Seufzend stellte Andreas seine Tasche auf einer Bank ab und nahm schon mal einen Schluck seines isotonischen Sportgetränks. Immerhin hatte er hier die beste Aussicht auf ein paar gestählte Männerkörper, und wenn nicht mindestens einer von denen schwul war, dann wusste er es auch nicht.
Grade als Andreas sich auf eins der Laufbänder schwingen wollte, wurde er durch eine Hand auf seiner Schulter zurück gehalten. Als er sich umdrehte, schaute er in die wohl wunderschönsten blauen Augen die er jemals gesehen hatte. Für einen Moment war er sprachlos, doch er hatte sich schnell wieder gefangen und hielt dem jungen Mann nun die Hand zur Begrüßung hin.
„Hi, ich bin Andreas. Und sie sind?“
„Hi, my name is Brad. Brad Hollister. Ick bin hier die gute Seele, so to say... Was kann ick fur dick tun?“

Mehdi Kaan saß während dessen verträumt auf seinem Bürostuhl und war völlig geistesabwesend, weil er eine gewisse Dame einfach nicht aus seinem Kopf bekam. Nach ihrem Gespräch hatte er noch lange überlegt, ob er überhaupt mit der ganzen Situation umgehen konnte. Konnte er so stark sein und Jasmin durch ihre Krankheit begleiten? Noch war die Sachen noch nicht zu ernst um sie zu beenden.
„Das glaubst du doch wohl selber nicht, hast dich doch eh längst in sie verliebt!“ sprach der Gynäkologe schließlich die Wahrheit laut aus und schüttelte verdrießlich den Kopf. Übermorgen würde sie ihre erste Chemo bekommen. Ihm graute davor wahrscheinlich mehr als ihr. Er wusste schließlich nicht, wie man sich bei sowas zu verhalten hatte. Er musste ihr nämlich versprechen sie zu begleiten damit sie sich nicht so langweilte.
„Wenn du die Wahrheit willst, dann auch diesen Teil davon.“ Hatte sie gesagt und ihm somit keine andere Wahl gelassen. Und irgendwie hatte sie ja auch Recht, er konnte sich schließlich nicht nur die Rosinen rauspicken und sie mit dem Rest alleine lassen.

Erschrocken starrte Marc in Gretchens Richtung. Er konnte sich schon genau vorstellen, was jetzt in ihrem Kopf abging. Wahrscheinlich hatte sie sich schon die haarsträubendsten Geschichten ausgedacht und würde ihn erst einmal eh nicht zu Wort kommen lassen. Noch bevor Marc etwas erwidern konnte, war Gretchen noch näher an ihn heran getreten und hatte ihm das schwarze Buch auf die Brust geknallt.
„Kannst du mir mal bitte sagen warum du mir sowas wundervolles schreibst,“ dabei hielt sie ihm ihr Tagebuch vor die Nase, „und dann trotzdem noch dieses bescheuerte Telefonbuch mit dir rumschleppst?! Ich meine ich könnte ja sogar irgendwie noch Verständnis dafür haben, wenn du es zu Hause irgendwo liegen hättest und es nicht wegwerfen willst. Das mit uns ist immerhin noch relativ frisch und man kann ja nie wissen, obwohl ich mir ja eigentlich schon ziemlich sicher bin. Aber dass du es hierhin mitbringen musstest, ich meine hier hin, wo wir beide alleine sind, ist wirklich das allerletzte! Hast du gedacht wenn ich schlafe oder anfange dich zu langweilen, dann kannst du mal eben irgendeine von deinen alten Eroberungen anrufen und sie bitten her zu kommen damit du mit ihr… du weißt schon was machen kannst?! Ich meine, mich willst du ja ganz offensichtlich nicht mehr küssen, geschweige denn anfassen. Nicht einen einzigen ordentlichen Kuss habe ich von dir bekommen seit wir beide hier sind. Nicht einen! Du kannst es nicht mal ertragen neben mir in einem Bett zu schlafen wie es scheint, fährst aber trotzdem zum Supermarkt damit ich was zu essen habe. Ich versteh das nicht Marc. Wie kannst du mir so wundervolle, herzzerreißende Worte schreiben, Worte die für dich ja schon ein wahrer Gefühlsvulkan sind, und mich dann doch so abweisend behandeln. Was hab ich denn bitte dieses Mal falsch gemacht?!“
Völlig außer Atem holte Gretchen tief Luft und sah Marc erwartungsvoll an. In den letzten Minuten hatte sie sich so dermaßen in Rage geredet, dass ihr Gesicht ein ziemlich durchdringendes rot angenommen hatte.
In Marcs Kopf ratterte es gewaltig. Geplättet von ihrer Ansage starrte er Gretchen nur fragend an und kratzte sich nervös am Hinterkopf.
„Ähhhhh…“

schleumel Offline

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31.05.2011 15:25
#145 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

un es geht auch schon weiter :) viel spaß damit

„Ja, sagst du vielleicht mal was dazu, Marc?!“
Einen Moment lang sah Marc Gretchen noch irritiert an, und er konnte sehen, dass sie bereits wieder Luft holte um weiter zu schimpfen. Doch dieses Mal kam er ihr zuvor.
„Hasenzahn, könntest du jetzt vielleicht mal für eine Minute die Klappe halten?! Wie soll ich dir denn antworten wenn du mich gar nicht zu Wort kommen lässt, verflucht?!“
Aufgewühlt raufte Marc sich die Haare. Für ihn gab es jetzt kein Zurück mehr. Wenn er Hasenzahn nicht verlieren wollte, dann musste er jetzt mit der Wahrheit rausrücken. Und zwar mit der ganzen gefühlsduseligen Wahrheit. Beschwichtigend griff er zunächst nach Gretchens Hand und streichelte sie sanft, doch Gretchen blickte ihn weiterhin skeptisch an weswegen er sich kurz räusperte und ihre Hand anschließend wieder losließ.
„Also als erstes, das kleine schwarze Telefonbuch ist nur in der Tüte weil ich es dir geschenkt habe als du nicht… als du im Koma lagst. Genau wie der Golfball und das T-Shirt was du so gerne magst.“
Entgeistert sah Gretchen Marc an. Hatte sie grade richtig verstanden? Er hatte es ihr geschenkt während sie im Koma lag?
„Und was soll ich bitte mit dem Buch? Jede Frau einzeln anrufen und mal nachfragen ob sie vielleicht noch sauer auf dich ist oder was?!“
Stöhnend verdrehte Marc die Augen. Das konnte doch nicht wahr sein, dass diese Frau immer zu blöd war zwischen den Zeilen zu lesen, musste er denn immer alles aussprechen?
„Man, ich hab halt gedacht weil ich es nicht mehr brauche geb‘ ich es dir damit du es wegwirfst oder verbrennst oder was weiß ich!“
„Du brauchst es nicht mehr?“ fragte Gretchen sicherheitshalber noch einmal nach woraufhin Marc ihr kaum merklich zunickte.
Mit einem Mal konnte Gretchen spüren wie ein riesiges Glücksgefühl sich in ihr breit machte und am liebsten wäre sie diesem blöden Idioten um den Hals gesprungen, aber es gab da immer noch ein paar Dinge zu klären und sie würde dieses Mal hart bleiben, bis sie in allen Dingen Gewissheit hatte!
„Und was du hier in mein Tagebuch geschrieben hast, das hast du ernst gemeint?“ fragte Gretchen vorsichtig und sah Marc weiter in die Augen.
Das war der Teil vor dem sich Marc am meisten gefürchtet hatte. Er wusste gar nicht mehr so richtig wie er auf die Idee gekommen war in dieses blöde Buch zu schreiben, und er hatte ja auch gewusst, dass sie seinen Eintrag auf jeden Fall irgendwann lesen würde und er ihr anschließend Rede und Antwort würde stehen müssen, aber jetzt wünschte er sich, er hätte sich bei seinem schriftlichen Gefühlsausbruch ein bisschen zurück gehalten. Jetzt blieb ihm wohl nichts anderes mehr übrig als ihr alles zu gestehen.
„Ja sonst hätte ich’s ja wohl kaum geschrieben.“ gab Marc kleinlaut zu und senkte seinen Blick dabei weil er Gretchen einfach nicht weiter ansehen konnte. Jetzt war sie es, die einen Schritt auf ihn zu machte und nach seiner Hand griff.
„Wirklich alles? Auch das am Ende? Und dass du mich brauchst? Und durch mich nicht mehr so ein Arsch bist? Und dass ich dir fehle und dass du dich ohne mich nicht richtig komplett fühlst und dass die Sache mit Julia dir leid tut und du ein Idiot warst und…“
Marc fuhr ihr barsch ins Wort.
„Ja Hasenzahn! Alles, ok!? Können wir das Thema jetzt beenden?“ Marc war das ganze sichtlich unangenehm, er was es überhaupt nicht gewohnt so über seine Gefühle zu reden und er kam sich auch ziemlich unbeholfen vor.
Gretchen hingegen wäre vor Glück am liebsten geplatzt. In ihr breitete sich eine wohlige Wärme aus und für einen kurzen Moment schwebte sie verträumt in anderen Sphären. Sie kam allerdings schnell wieder zur sich und sah Marc noch einmal an. Wie er da stand, sie mit einem großen Fragezeichen im Gesicht ansah, den Mund leicht geöffnet und ein paar Strähnen die ihm in die Stirn gefallen waren, einfach zu süß. Ihr Herz machte einen Hüpfer nach dem anderen und erneut wäre sie am liebsten über Marc hergefallen. Sie sehnte sich ja ohnehin schon seit einer Weile nach seiner Nähe aber er hatte sie ja auf gut Deutsch nicht rangelassen. Und genau deswegen unterdrückte sie das starke Verlangen ihn stürmisch zu küssen und stemmte stattdessen die Arme in die Hüften.
„Und verrätst du mir vielleicht auch noch warum du mich noch nicht einmal geküsst hast seit wir hier sind? Warum du nicht mit mir in einem Bett schlafen kannst und warum du die ganze Zeit vor mir flüchtest und mich nicht anfassen willst? Findest du mich doch zu dick oder…?“
„Ach Quatsch! Ich liebe deinen Körper, ich dachte das hättest du inzwischen begriffen. Und glaub mir, ich will dich ja bums… dir nah sein. Aber…“
„Aber was?!“

schleumel Offline

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01.06.2011 13:21
#146 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo ihr lieben :)
der nächste teil verrät euch endlich, warum marc gretchen gegenüber so auf abstand gegangen ist, einige von euch lagen ja auch schon ganz richtig mit ihrer vermutung
was gretchen in der küche gefunden hat, verrate ich euch aber noch nicht
jetzt aber erst mal viel spaß mit dem neuen teil.
lg



„Ach das ist eben nicht so einfach. Und ich hab jetzt auch keine Lust mehr das Thema breit zu quatschen.“
Marc hatte sich bereits umgedreht als Gretchen ihn bestimmt an der Schulter packte um ihn so am Gehen zu hindern.
„Nichts da! Du bleibst hier bis das geklärt ist. Oder glaubst du ich will einen Freund haben, der mich nicht mal anfassen oder küssen will?!“
Marc atmete laut aus. Wie sollte er ihr das nur erklären? Sie würde es vermutlich nicht verstehen, ihn für verrückt erklären. Aber was hatte er schon für eine Wahl?! Sie würde ja doch nicht locker lassen ehe er ihr nicht die Wahrheit gesagt hatte.
Seufzend drehte er sich wieder zu ihr um und sah sie direkt an.
„Man ich hatte einfach eine scheiß Angst als ich dich da liegen gesehen hab. Ohne zu wissen ob du jemals wieder aufwachen wirst, das war ein so verdammt beschissenes Gefühl. Und ich war so verflucht machtlos dagegen!“
Gretchen verstand nicht gleich was er ihr damit sagen wollte. Was hatte das eine denn mit dem anderen zu tun? Doch zum Glück sprach Marc weiter bevor sie nachfragen musste.
„Ich hab mich so verdammt schwach gefühlt Gretchen, das hatte ich noch nie. Noch nie, hörst du? Und ich will nicht dass das nochmal passiert.“
Gretchen verstand zwar immer noch nicht so ganz warum das jetzt der Grund dafür sein sollte warum er sie nicht mehr anfassen wollte, dennoch konnte sie sehen und spüren wie aufgewühlt er deswegen war.
Vorsichtig machte sie einen Schritt nach vorne und strich ihm sanft über die Wange.
Als sie ihre Hand auf seine Brust legte um ihn irgendwie ein bisschen zu beruhigen, konnte sie spüren dass sein Herz wie wild pochte.
„Marc? Was…?“
„Scheiße Gretchen raffst du das nicht? Das alles ist meine Schuld?!“
Seine Schuld? Gretchen glaubte nicht, was sie da hörte. Das konnte er doch unmöglich ernst meinen.
„Marc, du hast in der OP alles getan, dass die Frau gestorben ist, war doch nicht deine Schuld.“ Versuchte Gretchen ihn zu beruhigen, was aber entschieden nach hinten losging.
„Ach ich rede doch nicht von der OP Gretchen! Der Kramer hätte dich fast umgebracht, ist dir das klar? Und das alles nur weil er genau wusste wie viel du mir bedeutest! Hätte ich meine Gefühle für dich nicht wie der letzte Dorfdepp so offen zur Schau getragen wäre es überhaupt nie so weit gekommen!“
Es schien fast so, als hätten seine eigenen Worte ihm noch einmal bestätigt, dass er Schuld war denn mit einem Mal war Marc so wütend, dass er dem Edelstahlmülleimer neben sich einen heftigen tritt verpasste und der Mülleimer mit einem lauten Poltern zu Boden ging.
Gretchen hatte sich gleich gebückt um das verbeulte Ding wieder aufzuheben doch Marc hielt sie zurück.
„Lass nur.“ Sagte er müde, ehe er sich mit beiden Händen durch sein Gesicht fuhr. Gretchen richtete sich langsam wieder auf und sah Marc eine Weile an. Dann machte sie einen Schritt nach vorne und stellte sich so nah vor ihn, dass er nicht anders konnte als sie an zu sehen.
„Das ist der Grund warum du mich nicht küssen kannst? Schuldgefühle?“
Marc nickte kaum merkbar.
„Das, und dein Pflaster am Hals, das mich die ganze Zeit daran erinnert was passiert ist.“ gab Marc resigniert zu.
Gretchen überlegte einen Moment, dann brach sie die entstandene Stille.
„Du wirst mir jetzt gut zuhören Marc Meier, denn ich sage das nur einmal! Es ist nicht deine Schuld gewesen sondern ganz allein die von Herr Kramer. Er allein ist für alles verantwortlich, nicht du, hast du verstanden? Er ist es gewesen der das Messer gehalten hat und er war es auch, der mich bedroht hat. Hätte er nichts von mir gewusst, dann hätte es jemand anderen getroffen, das hätte die Sache auch nicht besser gemacht. Und mir wäre vielleicht irgendwas anderes zugestoßen. Vielleicht auch nicht, wer weiß das schon. Alles was ich weiß ist, dass dich keinerlei Schuld trifft. Ich liebe dich. Und das wird sich niemals ändern. Und jetzt will ich, dass du aufhörst darüber nachzudenken was passiert wäre wenn… Du kannst die Vergangenheit nun mal nicht ändern. Genieß lieber, dass wir hier zusammen sein können und noch drei ganze Tage und Nächte nur für uns haben.“
Gespannt darauf ob ihre Ansage etwas bewirkt hatte sah Gretchen Marc an. Und es sah tatsächlich so aus als hätte bei ihm etwas Klick gemacht. Was passiert war, war nicht wegen ihm oder seiner Liebe zu Gretchen geschehen und er würde es auch nicht mehr ändern können. Alles was er tun konnte, war sich an dem Moment zu erfreuen.

schleumel Offline

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02.06.2011 13:04
#147 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu :)
freut mich, dass euch meine sigi so gut gefällt ihr seid herzlich eingeladen zum public staring
jetzt aber erst mal weiter im text....
danke für die kommentare


Zur selben Zeit in einem anderen Teil Berlins, genauer gesagt in einem Fitnessstudio, war Andreas grade dabei sich auf dem Laufband jedes überschüssige Gramm Fett abzuschwitzen. Er hatte eigentlich schon vor zehn Minuten vom Laufband herunter gehen wollen, doch Brad hatte ihn immer weiter motiviert, beziehungsweise er hatte es versucht, und jetzt wünschte Andreas nichts mehr als ein Sauerstoffzelt ganz für sich alleine. Der Schweiß brannte schon in den Augen und sein Herz pumpte wie wild, aber er wollte sich auf gar keinen Fall vor Brad die Blöße geben und wie ein untrainierter Stubenhocker wirken. Also rannte er was das Zeug hielt, als würde es um sein Leben gehen.
Erst als Brad ein paar Schritte von ihm wegging um sich um einen anderen Gast zu kümmern, gönnte er sich eine Pause. Schnaufend verlangsamte er sein Tempo bis er endgültig zum Stehen kam, und schnappte sich die Flasche mit seinem isotonischen Sportgetränk, die zu seinem Bedauern schon fast leer war. Mit einem Ruck leerte er den Rest und hängte sich sein Handtuch über die Schultern.
Neugierig sah er sich noch einmal um. Brad schaute grade nicht, das war seine Chance vom Laufband wieder runter zu kommen. Schnell machte er einen Schritt zur Seite und ging anschließend zu seiner Tasche, wo er die Wasserflasche heraus holte, die er eigentlich für seinen Dienst im Krankenhaus mitgenommen hatte. Er leerte sie in einem Zug und atmete anschließend erleichtert auf.
Wenn er sich beeilte, konnte er es zu den Duschen schaffen, ohne dass Brad ihn bemerken würde. Schnell schnappte Andreas sich seine Tasche und machte sich so schnell er konnte auf den Weg, kurz vor dem Ziel spürte er zu seinem Bedauern allerdings eine Hand auf seiner Schulter und eine wohlbekannte Stimme flötete ihm entgegen als er sich umgedreht hatte.
„Love, ick hab mir Sorgen gemacht, you were so schnell weg.“
Andreas zwang sich zu einem Lächeln und überlegte kurz, bis ihm schließlich doch noch eine Ausrede einfiel, die ihn nicht wie den unfittesten Menschen auf diesem Planeten aussehen ließ.
„Tut mir wirklich leid, aber ich habe gleich noch Dienst, sonst hätte ich gerne weiter trainiert.“
Es schien als würde Brad ihm die Ausrede abkaufen, denn er nickte nur und war anschließend gleich wieder gut gelaunt wie immer.
„Okay, da kann man nicks macken. When sehen wir uns again?“
Andreas brauchte einen Moment um zu begreifen, dass Brad keineswegs von einem Date gesprochen hatte, sondern dass er lediglich hatte wissen wollen, wann Andreas das nächste Mal zum Trainieren kam. Er räusperte sich kurz um sich seine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen.
„Übermorgen? Da hab ich auch erst Mittags Dienst.“
„Okay, then we’ll see us ubermorgen.”
Noch bevor Andreas Brad zu einem Kaffee oder etwas Ähnlichem hätte einladen können, hatte er sich schon wieder umgedreht und erfreute nun den nächsten Trainierenden mit seiner Anwesenheit. Andreas schwebte allerdings trotzdem im siebten Himmel. Dieser Mann war einfach Wahnsinn. Er sprühte ja geradezu vor Energie, war gut aussehend und auch noch Amerikaner. Vielleicht würden sie da ja mal zusammen hinfliegen, Andreas war schließlich noch nie da gewesen und wünschte sich nichts mehr zu sehen als New York. „Erst mal solltest du vielleicht mit ihm ausgehen, bevor du dir eure gemeinsame Zukunft ausmalst!“ murmelte Andreas während er die Dusche wieder verließ. Marc Meier war längst vergessen.

Franz Haase saß nachdenklich in seinem Büro und versuchte sich darüber klar zu werden, was er eigentlich wollte. Elke hatte ihm bei ihrem letzten Treffen mehr als deutlich zu verstehen gegeben, dass sie nicht abgeneigt war, ihre kleine Affäre auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Ein schlechtes Gewissen hatte er dabei schon, aber mit Elke fühlte er sich einfach wieder jung und frei. Wollte er seine Ehe für so ein Gefühl aufgeben, dass wahrscheinlich nicht von Dauer war? Die Sicherheit die Bärbel ihm bot, würde er vermutlich nicht wieder finden. Und wenn Gretchen rausbekam, dass er die Sache mit Elke immer noch nicht wirklich beendet hatte würde sie ganz bestimmt ausflippen und Bärbel alles brühwarm auftischen. Einmal hatte sie bereits dicht gehalten, aber das würde sie sicher nicht noch einmal tun.
Dass Gretchen jetzt mit dem Meier zusammen war, machte die ganze Geschichte noch komplizierter. Er würde sein Techtelmechtel mit Elke wohl beenden müssen. Wenn nicht für Bärbel, dann doch wenigstens für seine Tochter, die es schließlich beinah mehr als jeder andere in diesem Krankenhaus verdient hatte endlich glücklich zu werden.

schleumel Offline

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03.06.2011 12:11
#148 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

weiter geht's
ich danke euch für die kommentare


Langsam trat Marc an Gretchen heran und sah eindringlich zwischen ihren Augen hin und her. Dabei umfasste er ihr Gesicht sanft mit seinen Händen.
„Bist du sicher? Ich könnte es noch viel weniger ertragen wenn du mir eines Tages doch die Schuld daran geben würdest.“
Gretchen atmete tief durch. Dieser Idiot wollte es wohl einfach nicht verstehen.
„Marc ich hab dir doch gesagt, dass es nicht deine Schuld ist. Warum sollte ich meine Meinung irgendwann einfach so ändern?“
Marc zuckte mit den Schultern.
„Na wenn ich es wieder versaue dann…“
Liebevoll sah Gretchen ihn an und schloss ihre Arme um seine Hüften.
„Das wirst du nicht. Und jetzt küss mich endlich, ich warte seit einer Ewigkeit darauf.“
Erwartungsvoll schloss die Blondine die Augen und rechnete fest damit, dass sich jeden Moment zwei feurige Lippen auf ihre legen würden. Sie spürte bereits dieses angenehme Kribbeln in der Magengegend und die Wärme, die sie dabei immer durchströmte. Doch nichts. Was war das denn jetzt? Hatte er etwas immer noch nicht begriffen? Neugierig öffnete sie ihr rechtes Auge und sah Marc argwöhnisch an und weil der sich schon denken konnte was sie jetzt schon wieder zu meckern hatte, verteidigte er sich auch sofort.
„Bist du… darfst du denn überhaupt schon wieder…?“
Erstaunt riss Gretchen nun auch das andere Auge auf. Machte er sich etwa wirklich Sorgen darum ob sie schon kräftig genug war um ihn zu küssen?
„Das ist doch wohl jetzt nicht dein Ernst oder?“ fragte sie leicht verärgert und nahm die Hände wieder von seinen Hüften weg um sie vor ihrem Körper zu verschränken.
Leicht nervös fuhr Marc sich durch die Haare, wobei ihm ein paar Strähnen in die Stirn fielen, und machte einen Schritt nach hinten. Kurze Zeit später konnte Gretchen beobachten wie der sonst so coole Chirurg wie ein aufgeschrecktes Huhn durch die Küche tigerte und ganz offenbar nach einer Antwort suchte.
„Marc? Ist sonst noch irgendwas? Du kannst mir alles sagen, das weißt du doch. Aber du musst mir schon sagen was los ist wenn ich dir irgendwie helfen soll.“
Marcs Lippen verzogen sich zu einem spöttischen Lächeln.
„Glaub mir Hasenzahn, dabei kannst du mir nicht helfen.“
„Sag mir doch einfach was es ist!“
Gretchen wurde das langsam alles zu blöd. Es konnte doch nicht sein, das man diesem Gefühlsamateur jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen musste.
„Also? Was ist jetzt?“ hakte die junge Frau noch einmal nach.
Und tatsächlich, Marc antwortete ihr. Doch leider konnte die junge Frau sein leises Gemurmel nicht verstehen weswegen sie erneut leicht angesäuert nachfragen musste. Erst dann gab er ihr eine akustisch verständliche Antwort.
„Ich… Wir… Also… ich glaube einfach nicht, dass ich mich beherrschen könnte.“
Gretchen sah ihn an wie ein Auto. „Wo wir wieder dabei wären, dass die Frau einfach nicht zwischen den Zeilen lesen kann.“ dachte Marc leicht genervt, und versuchte anschließend seiner begriffsstutzigen Assistenz zu erklären was er gemeint hatte.
„Ich meine wir haben jetzt so lange nicht und… ich meine es ging ja auch nicht du warst ja… quasi nicht da und ich… ich meine ich hab nicht mal alleine Hand angelegt weil… naja ich… wegen dir eben. Weil ich den Kopf voller Sorgen hatte und wenn ich dich jetzt küsse dann…“
Gretchens Augen hatten sich immer mehr geweitet. Wie unglaublich süß konnte dieser Kerl bitte sein?
„Verdammt Gretchen!“ wurde sie schließlich schnell wieder aus ihren Gedanken geholt. „Ich hatte jetzt seit fast zwei Wochen keinen Sex mehr. Was glaubst du passiert wohl wenn wir uns küssen, hm? Ich will dich einfach nicht überfordern, du bist grade mal einen Tag wach und-“
Weiter kam Marc Meier nicht denn Gretchen hatte ihn förmlich angesprungen und sich an ihn geklammert und seine Lippen sanft mit ihren verschlossen. Für einen Moment dachte Marc noch daran die junge Blondine wieder von sich weg zu schieben doch nur wenige Sekunden später hatte sein Hirn bereits ausgesetzt und er schlang seine Arme um ihre Taille.

schleumel Offline

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04.06.2011 00:24
#149 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo ihr lieben :)
da ich morgen den ganzen tag unterwegs sein werde, habe ich mir gedacht ich lass euch auf den nächsten teil nicht bis sonntag warten sondern stell ihn jetzt schon rein (nicht dass ihr mir noch unterzuckert umkippt, ne?
was das "hand anlegen" aus dem letzten teil angeht, ich hatte grade noch mal die erste folge der dritten staffel geguckt. die szene wo alexis mit einem gewissen magazin auf toilette sitzt und gretchen ihn auf frischer tat ertappt... hat mich irgendwie zu diesem satz inspiriert wenn man das so sagen kann
aber wenn euch das schon zu heiß ist, dann solltet ihr vom nächsten teil besser die finger lassen das ist dann nämlich nichts für euch (für junges gemüse übrigens eh nicht )
wie auch immer, ich danke euch ganz dolle für die tollen kommentare und wünsche euch viel spaß mit dem neuen teil :)
ich hoffe ihr habt eis parat
lg

ps: den nächsten teil gibts dann wahrscheinlich erst sonntag abend oder montag irgendwann, eher komm ich leider nicht dazu



am besten dieses lied hier dazu hören. wunderschöner song


Gretchen spürte wie Marcs Hände sich um ihre Hüfte legten und sie sanft an sich drückten. Seine Zunge bat zärtlich um Einlass und sie ließ ihn nur allzu gerne gewähren. Beide hatten sich nach diesem Moment gesehnt und nun war er endlich gekommen.
Noch während sie sich küssten, schlang Gretchen ihre Arme um Marcs Hals und drückte ihn so nah an sich wie sie nur konnte. Wie sehr hatte sie es vermisst ihm nah zu sein. Seinen Körper an ihrem zu spüren, seine Wärme fühlen zu können, seinen Atem der sanft auf ihrer Haut kitzelte und sein ganz spezieller Geruch den sie überall wiedererkannt hätte. Diese ganz spezielle Mischung aus Aftershave, Kaugummi und naja… Marc eben. Sie liebte diesen Duft und wie um ihn noch tiefer in sich aufnehmen zu können zog sie tief Luft ein. Dieser Duft raubte ihr den Verstand. Wie benebelt spürte sie wie Marcs Hände sich auf ihren Hintern legten und sie leicht anhoben. Fast automatisch verschränkte sie daraufhin die Beine hinter seinem Rücken und ließ sich nur allzu gerne ins Schlafzimmer tragen wo Marc sie sehr vorsichtig wieder auf dem Bett ablegte und sich über sie beugte. Für einen kurzen Moment berührten sich ihre Lippen, dann hob Marc seinen Kopf wieder an um Gretchen anzusehen. Was sich in ihm abspielte konnte er kaum beschreiben und verstanden hatte er es wohl auch noch nicht so ganz. Alles was er wusste war, dass er Gretchen Haase liebte und brauchte.
Liebevoll strich er mit einem Finger ihr Schlüsselbein entlang und beobachtete, wie sich dabei eine Gänsehaut genau dort bildete, wo sein Finger sie berührt hatte. Schmunzelnd fuhr er diese Stelle jetzt mit seinen Lippen nach.
Spätestens jetzt hatte sich auch der Verstand von Gretchen Haase aus dem Staub gemacht. Ihr Körper fühlte sich an, als müsse sie jeden Moment vor Sehnsucht zerbersten, so sehr liebte sie diesen Mann. Und während seine Lippen sich an ihrem Dekolleté zu schaffen machten, fuhr sie ihm mit einer Hand zärtlich durch die Haare. Kurz darauf stemmte Marc seinen Oberkörper wieder ein Stückchen höher und seine Lippen suchten die von Gretchen und fanden sie schließlich auch. Ihre Zungen tanzten eine Weile miteinander und sie intensivierten dieses Spiel bis die Küsse so leidenschaftlich geworden waren, dass Gretchen für einen Moment nach Luft schnappte.
Als sie Marcs Fingerspitzen auf ihrer Haut spürte, durchfuhr es Gretchen wie ein Blitz. Sanft fuhr seine Hand ihren Bauch entlang und hinterließ eine heiße Spur darauf. Entspannt schloss Gretchen die Augen und ließ Marc erst einmal machen. Langsam knöpfte dieser die Knöpfe ihrer Bluse auf und hob ihren Oberkörper leicht an, so dass er ihr die Bluse von den Schultern streifen konnte. Voller Begierde starrte er auf das volle Paar Brüste, dass direkt vor seinen Augen, nur noch verhüllt durch einen schwarzen BH, zum Vorschein kam.
Mit seinem Knie schob er Gretchens Beine auseinander um sich dazwischen zu legen. Anschließend widmete er sich erst einmal ausgiebig ihren wundervollen Brüsten. Sanft massierte er sie, strich vorsichtig über die zarte Haut und hauchte immer wieder kleine Küsse darauf. Bereits jetzt konnte er spüren wie Gretchen sich unter seinen Berührungen hin und her wandte und sie ihre Hüfte immer mehr gegen seine presste.
Gretchens Hände waren inzwischen verlangend unter sein Hemd gewandert und fuhren immer wieder seinen Bauch und die Brust entlang. Sie liebte es einfach wie Marc sich anfühlte.
Als Gretchen die Augen wieder öffnete, sah Marc ihr direkt in die Augen.
„Alles ok?“
Gretchen nickte nur und bearbeitete lieber die Knöpfe seines Hemdes, welches sich nur Sekunden später zu ihrer auf dem Boden liegenden Bluse gesellte.
Sanft aber doch bestimmt drückte sie Marc von sich runter und wartete bis er sich hingelegt hatte, dann setzte sie sich auf ihn. Die Haare fielen weich über ihre Schultern als sie sich nach vorne beugte und Marcs Hals mit kleinen Küssen benetzte. Marc schloss die Augen und legte die rechte Hand unter seinen Kopf.
Erst als Gretchen sich wieder aufrichtete, öffnete er die Augen wieder. Sie sah ihn direkt an. Er beobachtete sie dabei wie sie mit beiden Händen hinter ihren Rücken griff und im Handumdrehen den Verschluss ihren BH’s geöffnet hatte. Während sie ihn immer noch ansah, ließ sie das gute Stück über ihre Schultern hinabgleiten.
Marc spürte wie ihm immer heißer wurde. Diese Frau war einfach der Wahnsinn. Eilig richtete Marc seinen Oberkörper ebenfalls auf und nahm diese wundervolle Frau fest in seine Arme um sie intensiv zu küssen. Ihre nackte Haut auf seiner zu spüren erregte ihn nur umso mehr.
Bald hatte er die Blondine wieder von sich runter gehievt und sich über sie gebeugt. Während seine Lippen ihren Bauch liebkosten, machten sich seine Hände an ihrem Hosenbund zu schaffen. Es dauerte nicht lange, da hatte er ihr die Hose herunter gerissen, was er dann allerdings sah, erstaunte ihn merklich.
Aufgewühlt blickte er in Gretchens Gesicht. Die konnte sich allerdings bereits denken was den armen Doktor Meier so aus dem Konzept gebracht hatte, weswegen sie schon schmunzelte.
„Hasenzahn du… trägst ja gar keine Unterhose!?“
„Weil du mir keine eingepackt hast!“ gab Gretchen schwer atmend zu und deutete dem Mann, da weiter zu machen wo er aufgehört hatte.
Marc ließ seinen Kopf wieder sinken und benetzte Gretchens Bauch weiter mit feuchten Küssen. Seine Lippen wanderten langsam die Innenseite ihrer Oberschenkel entlang und mit jedem Millimeter mit dem er Gretchens intimster Stelle näher kam, verstärkten sich die Bewegungen die sie mit ihrer Hüfte machte. Als sie seine Zunge schließlich spüren konnte, entwich Gretchen ein lautes Seufzen.
„Maaarc.“ winselte sie und stemmte ihm ihr Becken noch ein wenig entgegen. Als Marc schließlich von ihr abließ damit seine Lippen sich wieder ihren Brüsten widmen konnten war Gretchen bis aufs Äußerste erregt. Vorsichtig schubste sie Marc erneut von sich runter und öffnete voller Verlangen seine Jeans, nur um sie ihm vom Körper zu reißen und Sekunden später ihre Hand in seiner schwarzen Boxershorts verschwinden zu lassen. Sie konnte deutlich spüren wie erregt er ebenfalls war, und das machte sie nur umso mehr an. Seiner Jeans folgte schnell auch die Boxershorts und Marc entließ ein lautes Stöhnen als Gretchens Lippen sich um seinen kleinen Freund schlossen. Ihre Zunge machte ihn schier verrückt und nach einer Weile musste er Gretchen wieder zu sich hochziehen, wenn es nicht gleich schon vorbei sein sollte.
Marc hauchte Gretchen noch einen sanften Kuss auf die Lippen ehe er sie in die Kissen drückte und sich zwischen ihre Beine legte.
Einen Moment lang sahen sie sich an doch als Marc in Gretchen eindrang, schlossen sie beide die Augen und seufzten auf. Gretchens Herz klopfte wie wild als Marc begann sich in ihr zu bewegen. Sie liebte es ihm so nah zu sein, denn sie wusste dass es zwischen ihnen mehr als nur eine körperliche Verbindung gab.
Langsam strichen Gretchens Hände über Marcs verschwitzten Rücken bis sie ihn schließlich fest an sich drückte um ihm so nah zu sein wie möglich. Waren seine Bewegungen zunächst noch langsam und sanft gewesen so wurden sie jetzt immer schneller und forscher und es dauerte nicht lange, bis beide nahezu gleichzeitig ihren Höhepunkt erreichten.
Erschöpft ließ Marc sich auf Gretchens Brust sinken und Gretchen genoss es, ihn noch ein bisschen spüren zu können und strich ihm verträumt durch die Haare. Als er sich schließlich von ihr herunter drehte, legte er sich auf den Rücken, hob einen Arm und deutete ihr sich zu ihm zu legen was sie auch sofort tat. Wie ein Kätzchen kuschelte sie sich an seine Schulter und zog die große Bettdecke über ihre nackten Körper. Kurz darauf waren beide eingeschlafen.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

06.06.2011 20:05
#150 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

haaalloooo
es geht endlich weiter im text. ich danke euch für all eure kommentare zu meiner storyihr seid einfach die besten
ich wünsche euch viel spaß mit dem neuen teil :)
lg und einen schönen abend noch


Noch im Halbschlaf zog Marc die Decke fester um seinen Körper denn es fröstelte ihn leicht. Für einen kurzen Moment fragte er sich, wie das um diese Jahreszeit eigentlich sein konnte, doch dann fiel es ihm wieder ein. Er war ja immer noch nackt. Und das, weil er die letzte Nacht mit Gretchen Haase verbracht hatte. Was für eine Nacht! Im Magen des jungen Chirurgen kribbelte es schon wieder und mit einem Mal war er hellwach. Schnell drehte er seinen Kopf nach links und tatsächlich, da lag sie, ebenfalls nackt, neben ihm und schlief seelenruhig den Schlaf der Gerechten. Vorsichtig strich er ihr eine Locke aus dem Gesicht und sah sie an. Bis heute konnte er sich nicht erklären was es war, dass ihn so unglaublich an dieser Frau anzog, dass es ihn schier um den Verstand zu bringen schien. Sie war ausgesprochen ungeschickt, manchmal sogar ein richtiger Trampel, sie war zickig und besserwisserisch, sie klettete schlimmer als ein Klammeräffchen, sie musste sich ständig überall einmischen um zu helfen und sie redete viel zu viel. Von den paar Kilos extra die sie auf den Hüften trug ganz zu schweigen. Aber Marc hatte schon mehrere Male feststellen müssen, dass es genau das war, was er an Hasenzahn so sehr liebte. Dass sie anders war. Anders als alle Frauen die er bisher gehabt hatte.
Schmunzelnd zwang Marc sich seinen Blick wieder von Gretchen abzuwenden und aufzustehen. Mit einem leichten Seufzer erhob er sich und trottete ins Bad. Er brauchte jetzt erst mal eine Dusche um richtig wach zu werden.

Kurz nachdem Marc das Zimmer verlassen hatte, schlug auch Gretchen Haase ihre Augen auf. Mit leichtem Bedauern musste sie feststellen, das Marc schon aufgestanden war und das Geräusch der laufenden Dusche ließ ihr nicht viel Spielraum für Spekulationen. Schade eigentlich, denn am liebsten hätte die Blondine eine zweite Runde mit Marc Meier eingelegt. Immerhin hatte sie einiges nachzuholen, so viel stand fest.
Gähnend reckte sie Arme und Beine von sich ehe sie sich hinsetzte. Als sie die Decke zurück schlug war sie für einen Moment erschrocken. Sie war ja immer noch nackt. Der Gedanke an die letzte Nacht trieb ihr die Röte ins Gesicht und umso mehr wünsche sie sich nun, Marc wäre noch nicht aufgestanden.
Plötzlich erinnerte sie sich allerdings an das Bündel Papiere in ihrer Handtasche, das ja eigentlich nur darauf wartete, von ihr genauer unter die Lupe genommen zu werden. Und die Gelegenheit war doch wirklich mehr als günstig. Sie wusste nämlich, dass Marc morgens manchmal gerne länger duschte um richtig wach zu werden. Denn der gute war wohl der aller größte Morgenmuffel den sie kannte.
Vorsichtig schlich sie zu ihrer Tasche und öffnete den kleinen Reisverschluss an der Seite. Gespannt holte sie das Bündel hervor und verschaffte sich erst einmal einen kleinen Überblick über die ganzen Blätter. Den Urheber dieser Papiere hatte sie schnell ausgemacht, ihre Vermutung hatte sich also bestätigt.
Leise setzte Gretchen sich aufs Bett und überflog die Zeilen. Sie war so vertieft, dass sie nicht bemerkte, dass Marc das Wasser in der Dusche bereits ausgestellt hatte. Sie hörte grade noch, wie er die Badezimmertür schloss. So schnell sie konnte schmiss sie die Papiere in das große Fach ihrer Tasche, achtete aber darauf, dass man sie nicht direkt sehen konnte, dann setzte sie sich wieder aufs Bett und das grade noch rechtzeitig bevor Marc das Schlafzimmer mit einem Handtuch bekleidet betrat.
Ein wenig skeptisch ruhte sein Blick auf Gretchen, die sich die Decke umgebunden hatte und deren Wangen leicht gerötet waren.
„Ist irgendwas?“
Gretchen schüttelte energisch den Kopf.
„Nein ich ähh… hab nur ein Handtuch gesucht. Weil ich wollte duschen und nach dem Duschen ist das ja ganz praktisch wenn man ein Handtuch hat, ne?“
Marc zog eine Augenbraue hoch, dachte sich aber nichts weiter. Aus der Vergangenheit wusste er, dass Gretchen ja schon mal öfter ihre fünf Minuten hatte.
„Die sind im Bad? In dem großen Regal?!“
Nervös strich Gretchen sich die Haare aus dem Gesicht. Hoffentlich hatte Marc nichts bemerkt.
„Ja gut. Dann geh ich mal“
Bevor Gretchen den Raum verließ warf sie noch einen Blick auf Marc, wie um sicher zu gehen, dass er sich ihrer Handtasche auch ja nicht näherte, aber er stand lediglich vor dem Bett und zog sich an. Gott sei Dank.

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