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Dieses Thema hat 168 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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schleumel Offline

Mitglied


Beiträge: 2.683

30.04.2010 13:13
#26 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
mal wieder ein großes danke an alle die immer so fleißig kommis schreiben.
ihr wollt das date? darauf müsst ihr leider noch bis sonntag warten (falls ich es morgen nicht schaffen sollte was reinzustellen was leider ziemlich wahrscheinlich ist^^)
ich hoffe es gefällt euch, viel spaß beim lesen


Ob das ein Date werden soll? Oh Gott was zieh ich denn an? Und wo er wohl mit mir hin will? Irgendwie ja total süß, dass er wegen gestern anscheinend ein schlechtes Gewissen hat. Ob er dann vielleicht heute Abend den Mund aufbekommt?
Mir bleibt allerdings keine zeit weiter darüber nachzudenken denn da kommt Marc auch schon ins Schwesternzimmer, schnappt sich eine Akte und fordert mich auf ihm zu folgen.
„Visite steht an Hasenzahn. Kommst du?“
Ich nicke und folge Marc daraufhin wortlos. Irgendwie komisch das Ganze. Zu wissen dass wir uns heute Abend treffen werden und jetzt doch nicht darüber reden können weil wir erst mal die Visite hinter uns bringen müssen. Und Marc ist ja an sich schon nicht der gesprächige Typ. Zumindest nicht, was sowas angeht.
Naja, irgendwann heute muss er mir ja sagen was er vorhat. Oder zumindest wann er mich abholt. Er holt mich doch ab oder? Nicht dass ich noch irgendwo hin kommen muss. Wenn ich dann nämlich das Fahrrad nehme, komme ich ja schon total verschwitzt an. Und das geht ja mal gar nicht wenn wir uns vielleicht näher kommen. Aber was denke ich da schon wieder, ich weiß ja nicht mal ob es ein Date ist oder nicht. Abwarten Gretchen!
Nach der Visite, bei der Marc und ich es übrigens tunlichst vermieden haben uns anzusehen oder mehr als nur das nötigste miteinander zu reden, gehe ich erst mal in die Cafeteria und hole mir einen Kaffee und eine Schüssel Schokopudding. Zweites Frühstück sozusagen.
Kaum habe ich mich hingesetzt und den ersten Löffel von meinem Pudding genommen, da sitzt Mehdi auch schon neben mir und blickt mich gespannt an.
Ich sehe ihn ebenfalls an, ziehe eine Augenbraue hoch und warte darauf, dass er irgendwas sagt.
„Du Gretchen wegen eben…“ er beißt in ein Schokoriegel und spült mit einem Schluck Kaffee nach. „Du und der Meier ihr hattet wirklich…“ Er schluckt nochmal. „Sex?“
Vor Schreck verschlucke ich mich an meinem Schokopudding und muss erst mal laut husten. Die halbe Cafeteria hat sich schon zu mir umgedreht, als ich nach Luft japsend einen Schluck Kaffee nehme und mich langsam wieder beruhige. Ich merke wie ich wieder rot anlaufe. Toll.
„Was? Nein! Was denkst du von mir?!?“
„Also Gretchen ich bitte dich. Was soll ich sonst denken wenn der dir die Klamotten von deinem Bruder in die Hand drückt und dann behauptet du hättest ihm den Morgen gerettet. Da kann man doch nur mutmaßen womit.“ Gibt Mehdi leicht pampig zurück und nachdem er das letzte Stück von seinem Schokoriegel verschlungen hat, macht er sich an seinen Käsekuchen.
„Also Mehdi langsam reicht‘s. Marc und ich hatten wirklich keinen Sex. Er ist betrunken bei mir aufgelaufen, hat sich die Klamotten voll Kaffee geschüttet und ist dann wie ein Stein ins Bett geplumpst.“
Dass Marc mit mir schlafen wollte verschweige ich mal lieber. Geht Mehdi ja auch gar nichts an. Der sieht jetzt übrigens so aus, als hätte er ein verdammt schlechtes Gewissen. Tja, selber schuld.
„Du meinst ihr habt gar nicht…?“
„Nein haben wir nicht. Das versuche ich dir ja schon die ganze Zeit klarzumachen.“
„Was versuchst du ihm zu erklären?“ Na toll. Hat mir ja grade noch gefehlt, dass Marc sich mit zu uns an den Tisch setzt. Er lässt sich auf den Stuhl neben mir fallen und nimmt einen Schluck von seinem Kaffee. Dabei sieht er mich erwartungsvoll an.
„Ach ist nicht so wichtig.“ Versuche ich auszuweichen und schiebe mir einen weiteren Löffel Schokopudding in den Mund.
Habe wieder das mulmige Gefühl in der Magengegend. Ich hoffe dass Marc nicht ausgerechnet jetzt anfängt über heute Abend zu reden. Schließlich ist mir das vor Mehdi, seit ich weiß dass er sich anscheinend doch noch Hoffnungen macht, ein bisschen unangenehm.
Aber Marc tut mir den Gefallen natürlich nicht und spricht mich gleich unverhohlen auf heute Abend und auf den kleinen Zettel an.
„Und Hasenzahn? Haste meinen Liebesbrief bekommen?“ Jetzt grinst der auch schon wieder so dreckig! Und Mehdi guckt so besorgt.
„Seit wann schreibt der dir Liebesbriefe?“
„Gar nicht. Das war doch nur ein blöder Zettel.“ Versuche ich die Situation noch zu retten aber Marc muss ja noch einen drauf setzen.
„Und wann soll ich dich heute Abend abholen?“
Wieder guckt Mehdi so komisch und blickt erst mich und dann Marc an.
„Abholen? Trefft ihr euch etwa schon wieder?“
„Also das gestern war ja kein Treffen, sondern eher sowas wie erste Hilfe.“ Werfe ich ein und bekomme sogar ein Lächeln hin.
„Ach so siehst du das also Hasenzahn.“ Marc grinst schon wieder.
Ich nicke peinlich berührt und sehe Mehdi dabei zu, wie er mit großer Eile seinen Kaffee leert und die Tasse wieder auf den Tisch stellt. Daraufhin erhebt er sich von seinem Stuhl und verabschiedet sich.
„Also ich muss jetzt auch wieder. Wünsch euch dann mal einen schönen… *hust* Abend.“
Mit diesen Worten hat Mehdi sich umgedreht und verlässt die Cafeteria.
„Marc! Musste das sein?“
„Was denn ich wollte doch nur wissen wann ich dich heute abholen soll. Ich weiß doch gar nicht wann du fertig bist wenn du einmal anfängst dich hier… ähh dings… hübsch zu machen.“
Das lässt mich aufhorchen. Muss ich mich also doch schick anziehen?
„Trotzdem. Ich glaube das verletzt ihn immer noch wenn er uns zusammen sieht.“
„Gott Hasenzahn. Ich will nur mit dir essen gehen. Wir sind doch nicht zusammen.“
Schade.
„Achso. Na dann sei einfach um 7 bei mir.“ Und dann stehe ich auch auf, bringe mein Tablett weg und mache mich auf ins Schwesternzimmer.

schleumel Offline

Mitglied


Beiträge: 2.683

02.05.2010 19:42
#27 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

einen schönen sonntagabend:)
wie versprochen gibts jetzt den ersten teil vom date :)
ich wünsche viel spaß und bedanke mich für eure kommis


Am Abend stehe ich um Punkt 19 Uhr an der Straße und warte auf Marc. Ich weiß, dass das so aussieht als würde ich es gar nicht abwarten können ihn wieder zu sehen, aber da meine Eltern eben wiedergekommen sind und ich mir blöde Fragen ihrerseits ersparen will, warte ich lieber hier draußen. Und nur kurz nachdem ich das Gartentor hinter mir geschlossen habe, sehe ich wie ein weißer Volvo um die Ecke gebogen kommt und neben mir stehen bleibt. Für einen Moment zweifle ich daran ob ich mit meinem blauen Jeansrock und der rosa Bluse nicht vielleicht doch ein bisschen underdressed bin aber nachdem ich die Beifahrertür des weißen Volvos geöffnet habe und sehe dass Marc eine Jeans und ein hellblaues Hemd trägt, welches er an den Armen hochgekrempelt hat, bin ich wieder beruhigt und setzte mich mit einem Lächeln auf den Beifahrersitz.
„Hey!“
„Hi Hasenzahn!“
Ich schnalle mich an und Marc fährt los.
„Und wo fahren wir hin?“
„Ich dachte wir gehen was essen. Machst du doch so gerne.“
„Maaarc!“
„Ja was? Etwa nicht?“
„Doch!“ gebe ich ein bisschen schmollend zu und verschränke die Arme vor meinem Körper.
„Komm jetzt sei doch nicht gleich wieder beleidigt, war doch nur ein Scherz.“ Und zur Untermalung seiner Worte legt Marc seine rechte Hand auf mein Bein und mit einem Mal wird mir ziemlich heiß und ich weiß gar nicht wie ich jetzt darauf reagieren soll. Ich meine, war das jetzt nur so ein Reflex, oder baggert er mich tatsächlich an? Ehe ich jedoch zu einer Antwort auf meine Frage komme, nimmt Marc seine Hand wieder weg und schaltet einen Gang hoch. Ich beobachte seine Hand um vorbereitet zu sein, falls er sie gleich wieder irgendwo auf meinem Bein positioniert, aber diesmal bleibt seine Hand ruhig auf dem Schaltknüppel liegen.
„Und wohin wolltest du mich jetzt entführen?“ frage ich vorsichtig noch mal nach. Ich meine, vielleicht bekommen wir ja jetzt mal die Gelegenheit zu reden.
„Ich dachte an diesen neuen Mexikaner, hab vergessen wie der heißt. Der soll ziemlich gut sein. Du magst doch mexikanisch, oder?“
Hmm… Wenn der neu ist und in, dann ist es da sicher voll, dann kommen wir sicher nicht dazu miteinander zu reden.
„Marc ich dachte eigentlich wir…“
„Mojito Caribbean Restaurant! So hieß der Laden. Was sagst du dazu?“
„Ich weiß nicht. Willste dich da wieder abschießen?“
Marc blickt mich für einen Moment ziemlich schräg von der Seite an.
„Ich hab schon ziemlich Hunger Marc. Und bevor ich irgendwas trinke muss ich erst mal was essen.“
„Hasenzahn. Das ist ein Restaurant. Da gibt es nicht nur Mojitos, auch wenn der Name das vielleicht vermuten lässt.“
„Achso.“ Ich muss ihn irgendwie wo anders hin lotsen, wo wir auch alleine sind damit wir reden können. „Ich dachte eigentlich wir könnten irgendwo hin wo wir… ähm… alleine sind?“
Wieder guckt Marc mich schief von der Seite an.
„Hasenzahn, was hast du mit mir vor?“ fragt Marc mich dann gespielt empört und sieht dann wieder auf die Straße.
„Ich dachte ja nur.“ Gebe ich zu und blicke aus dem Fenster zu meiner Rechten.
„Naa guut, wenn es sein muss fahren wir irgendwo anders hin. Aber vorher sorgst du dafür dass ich was zu essen bekomme. Kannste ja eh so gut.“
Strahlend drehe ich mich wieder zu Marc um.
„Ok, dann fahr zum Wannsee.“ Schlage ich vor und Marc sieht erst noch ziemlich skeptisch aus zuckt aber schließlich mit den Schultern und wendet den Wagen.
Unterwegs halten wir noch vor einem Supermarkt. Wie gut dass die jetzt immer alles mindestens bis 21 Uhr geöffnet haben. Wir kaufen eine Tüte Chips, einen fertigen Obstsalat, Bier und Eistee. Dann fahren wir weiter und wenig später parkt Marc den Wagen auf einem Parkplatz. Wir nehmen die Tüte aus dem Supermarkt und zwei Decken aus dem Auto mit und machen uns auf den Weg. Warum Marc Decken im Auto hat, frage ich lieber nicht.
Ein kleines Stück müssen wir noch gehen bevor wir zu der Stelle gelangen zu der ich hin will. Bin früher mit meinen Eltern öfters hier gewesen.
„Ist es noch weit Hasenzahn?“
„Nein wir sind gleich da. Soll ich dir eigentlich was abnehmen?“ Schließlich trägt Marc die Decken und die Supermarkttüte.
„Ich bin ein Mann Hasenzahn. Ich schaffe das.“ Ganz wie er meint.
Nach ein paar Minuten haben wir den kleinen Bootssteg erreicht. Wir gehen bis ganz zum Ende und breiten eine der Decken darauf aus. Dann setzen wir uns hin und Marc öffnet sich mit seinem Feuerzeug erst mal ein Bier.
„Willste auch?“ und hält mir eine Flasche hin.
„Nein, danke. Gib mir mal lieber meinen Eistee.“
Marc reicht mir den Eistee und den Obstsalat und reißt sich gleich die Tüte Chips unter den Nagel. Wortlos schiebt er sich ein paar Chips in den Mund und lässt seinen Blick über den See streifen.
„Ist schön hier.“ Bemerkt er ganz nebenbei und nimmt einen Schluck von seinem Bier.
„Mhm.“ Gebe ich zurück und nehme eine Gabel Obstsalat. „Willst du auch?“ frage ich schließlich und halte Marc die Gabel samt Ananasstückchen hin.
„Ich? Will dir doch nichts wegessen. Nachher wirste ohnmächtig und dann muss ich dich wieder retten.“
Versuche Marc einen Stupser mit dem Ellbogen zu geben, erwische ihn aber leider nicht richtig.
„Ach jetzt komm, probier doch mal, die Ananas ist total süß.“
Ich drücke das Ananasstück gegen Marcs Lippen, die er absichtlich aufeinander presst, wahrscheinlich um mich zu nerven oder so.
„Jetzt mach doch auf!“ rufe ich und muss gleichzeitig anfangen zu lachen, woraufhin auch Marc loslacht und ich ganz hinterhältig den Moment nutze und ihm das Ananasstückchen in den Mund schiebe.
„Hasenzahn!“ schreit er und dann hört er plötzlich auf zu lachen und sieht mich ernst an. Das bringt auch mein Lachen zum Schweigen und für einen Moment sehen wir uns einfach nur an. Vorsichtig hebt er die Hand und streicht sanft über meine linke Wange. Dann kommt sein Gesicht immer näher. Wir sehen uns immer noch an und ich spüre seinen warmen Atem an meiner Nase. Ich sehe wie er die Augen schließt und seine Lippen immer näher kommen…

schleumel Offline

Mitglied


Beiträge: 2.683

03.05.2010 16:26
#28 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

soo... ich dachte mir ich lass euch mal nicht zu lange warten.
hier also die fortsetzung des dates :)
vielen dank für eure kommis und an fran, die mir mal wieder wunderbar geholfen hat
viel spaß


Plötzlich schaltet mein Verstand, der wohl kurzzeitig Urlaub genommen hatte, sich wieder ein und meldet sich lautstark zu Wort „Reden! Du wolltest doch mit ihm reden!“. Ich reiße die Augen auf und drücke meine Hand gegen Marcs Brust, damit er nicht noch näher kommen kann. Marc öffnet daraufhin irritiert die Augen und sieht mich fragend an.
„Hab ich irgendwas…?“
Er richtet sich wieder auf und ich atme erleichtert aus.
„Nein du hast nichts gemacht. Und genau das ist das Problem.“
Das Fragezeichen in Marcs Gesicht wird immer größer. Er nimmt noch einen Schluck von seinem Bier und kann immer noch nicht so recht fassen, dass ich ihn weggestoßen habe. Haben wohl noch nicht viele Frauen vor mir gemacht.
„Muss ich das jetzt verstehen Hasenzahn?“
„Ach ich weiß auch nicht. Ich dachte eigentlich dass wir nochmal reden könnten wenn wir uns schon alleine treffen. Aber wir müssen auch nicht… Ich meine… Ich weiß ja dass du das nicht gerne machst.“
Marc fährt sich mit der Hand durch die Haare und atmet laut aus.
„Ich versteh einfach nicht warum du immer über alles reden musst. Manche Sachen brauchen einfach keine Worte.“
„Aber diese Sache schon Marc. Du hast mich immerhin schon öfters verarscht.“
Marc verdreht die Augen.
„Ich weiß. Aber ich dachte wir wärmen keine alten Geschichten mehr auf.“
„Du kannst doch nicht von mir erwarten, dass ich alles vergesse was gewesen ist.“ Gebe ich zu Bedenken. Ich weiß auch gar nicht warum wir jetzt über sowas reden. Im Grunde genommen will ich doch nur wissen ob ich ihm etwas bedeute oder nicht.
„Hasenzahn! Du weißt ich bin nicht gut in solchen Sachen. Und ich werde es wohl auch nie sein.“
„Ich erwarte doch auch gar nicht dass du dich besserst. Ich will nur, dass du einmal sagst was Sache ist. Mehr nicht!“
Marc stöhnt genervt auf, wendet sich ein wenig von mir ab und lässt seinen Blick über den See schweifen. Eine Weile lang schweigen wir beide. Ich sehe es nämlich nicht ein, jetzt wieder den ersten Schritt zu machen.
Marc greift nach einem weiteren Bier und langt noch einmal in die Chipstüte. Ich beobachte ihn eine Weile und es scheint wirklich so als würde er angestrengt über etwas nachdenken. Er schiebt sich noch ein paar Chips in den Mund ehe er plötzlich etwas sagt.
„Weift du Haschenzahn. If dachte immer du bift diejenige die fühlt waf lof ift.“ Marc kaut daraufhin weiter und schluckt.
„Was meinst du denn jetzt damit?“
Wieder langt Marc in die Chipstüte und blickt immer noch über den See.
„Na, daff du ernfthaft von mir verlangft, daff ich allef auffpreche. Daff kann man doch auch so wiffen.“
Ich muss zugeben, ich bin jetzt ein bisschen verwirrt. Muss nochmal nachhaken. Ich sehe zu Marc hoch, der sich grade mit einem schmatzenden Geräusch den Ringfinger ableckt und noch einen Schluck Bier nimmt.
„Vielleicht gibste mir auch was ab?“ Kann ja nicht angehen, dass der die ganze Tüte alleine auffrisst.
Marc dreht sich mit einem fetten Grinsen zu mir um und streckt mir seinen Zeigefinger entgegen.
„Hier!“
„Och Marc, die Chips. Nicht deinen fettigen Finger.“ Marc zuckt mit den Schultern, leckt den Zeigefinger schließlich selber ab und reicht mir anschließend die Tüte rüber.
Ich nehme ein paar Chips und kaum habe ich sie mir in den Mund geschoben, da greift Marc schon fast panisch nach der Chipstüte und zieht sie wieder an sich.
„Ey, iss doch nicht gleich alles auf Hasenzahn!“ und schiebt sich einen weiteren Stapel Chips in den Mund. Der hat sie doch nicht mehr alle beieinander. Energisch reiße ich die Tüte wieder an mich.
„Ich hatte doch grade mal eine Hand voll, während du hier die halbe Tüte leer gefressen hast!“
„Hasenzahn wenn du mir nicht sofort die Tüte wieder gibst, mag ich dich gleich ein seeehr großes Stück weniger, klar?!“
Was hat der da grade gesagt? Doch nicht etwa…?
„Das heißt du magst mich?“ quietsche ich glücklich während Marc die mittlerweile leere Chipstüte auf den Boden vor sich legt.
„Jaaaa mein Gott, wenn du es unbedingt wissen willst. Ich finde dich… nett.“ Marc grinst mich frech an und ich freue mich grade wie ein Schneekönig. Ich springe auf und will mich Marc um den Hals schmeißen. Ich mache einen großen Satz, strecke meine Arme aus und… Zack! Ich rutsche auf der Chipstüte aus und liege auf einmal im See. Schnaufend ringe ich nach Luft und wedel mit den Armen um mich. Marc ist inzwischen auch aufgestanden und sieht mir vom Rand des Stegs aus zu.
„WAS? Willst du mir vielleicht mal raus helfen?!“
Marc verzieht seine Lippen zu einem Grinsen, einem leicht schadenfrohen Grinsen wie mir scheint, und stemmt die Hände in die Hüften.
„Eigentlich dachte ich, ich schau mir das Schauspiel noch ein bisschen an.“
„MARC!“
„Na gut!“ Marc erbarmt sich schließlich doch noch und streckt mir seine Hand aus und zieht mich aus dem See. Als er mich so ansieht, fängt er erst mal laut an zu lachen. Ich finde das allerdings gar nicht so lustig, denn mir ist jetzt verdammt kalt. Bibbernd presse ich die Arme ganz nah an meinen Körper, so als könnte mich das irgendwie aufwärmen.
Marc holt die zweite Decke die wir dabei hatten und legt sie mir um.
„Willst du vielleicht..ähh.. was Trockenes anziehen?
Ich lächle Marc schief an.
„Wär wohl keine schlechte Idee, was?“
Marc sammelt die Sachen zusammen die wir mitgebracht haben und stopft alles in die Supermarkttüte. Die zweite Decke hängt er mir auch noch über. Dann machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto.
Dort angekommen öffnet Marc mir die Türe und ich steige immer noch frierend ein. Marc startet den Motor und blickt dann zu mir rüber.
„Und ich..äh.. fahr dich jetzt zu dir… oder..?“
„Also wenn es dir nichts ausmacht dachte ich, könnte ich vielleicht…“
„Ok, wie du willst.“

schleumel Offline

Mitglied


Beiträge: 2.683

03.05.2010 19:53
#29 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

oooookaaaayyy..
ihr habt es so gewollt...
wer einen herzschrittmacher hat oder unter 16 ist, ignoriert dieses kapitel jetzt mal galant
wollte den teil auch eigentlich erst trennen damit der schock nicht so groß ist aber ich wüsste einfach nicht wo...
also... joa... lest selbst
@verena: jetzt weiß ich ja was du gemeint hast als du sagtest, du hättest dich mit deinem teil ziemlich schwer getan.
ich hoffe übrigens dass es nicht zu detailliert ist oder so aber ich dachte dass es für die beiden ja besonders ist und das sollte schon irgendwie rüberkommen...
ich hoffe mal es ist nicht zuuuu lang...
ja aber jetzt genug gefaselt


Wir betreten Marcs Wohnung, wo Marc gleich ins Schlafzimmer geht und sich an seinem Kleiderschrank zu schaffen macht. Wenige Augenblicke später kommt er wieder und grinst mich an.
„Ich hab dir was Trockenes raus gelegt.“
Ich nicke und gehe ins Schlafzimmer, wo ich mich erst mal ein bisschen umsehe. Ein großes Bett, war ja klar. Will nicht wissen was und mit wem er es da schon getrieben hat.
Ich schüttle den Gedanken schnell wieder ab und sehe mich weiter um. Marc hat eine Boxershorts, eine Jogginghose, das M-Shirt und einen Pullover raus gelegt. Schnell streife ich die nassen Sachen ab und lasse sie neben mir auf den Boden fallen. Ich ziehe schnell Marcs Sachen über und will grade nach dem Pullover greifen, als ich unter meinen nackten Füßen auf einmal etwas Nasses spüre und kurz darauf mit den Armen durch die Luft rudernd zu Boden gehe, wobei ich einen lauten Schrei ausstoße.
Nur wenig später kommt Marc mit besorgter Miene ins Schlafzimmer gestürzt und beugt sich über mich.
„Alles ok Hasenzahn? Tut dir irgendwas weh?“
„Nein nein, das war nur der Schock.“ winke ich ab und versuche aufzustehen, lasse mich dann aber doch wieder auf den Rücken fallen und warte darauf, dass mein Kreislauf wieder in die Gänge kommt. Aber Marc fackelt gar nicht erst lange. Er schiebt seine Hände unter meinen Körper, hebt mich hoch und ich schlinge meine Arme um seinen Nacken damit er es etwas leichter hat. Dann legt er mich behutsam aufs Bett.
„Du machst Sachen Hasenzahn!“ sagt er kopfschüttelnd während er sich über mich beugt und mich zudeckt. Ich beobachte ihn ganz genau, ich weiß gar nicht wann er das letzte Mal so fürsorglich zu mir war. Ein paar Haare fallen ihm ins Gesicht und er sieht mich ruhig an. Vorsichtig streiche ich mit meinen Fingerspitzen über seinen Nacken und sehe ihn weiter an. Auf einmal fühle ich mich ihm so nah und so vertraut, dass ich nur noch einen Wunsch habe.
„Marc?“
„Hm?“
„Schlaf mit mir…“
Er sieht mich ziemlich überrascht an.
„Gretchen ich…“ Doch ich habe jetzt ausnahmsweise mal keine Lust zu reden, deswegen hebe ich meinen Kopf ein Stück an und verschließe seinen Mund mit meinen Lippen. Zunächst scheint Marc noch ein wenig überrumpelt zu sein doch nach und nach erwidert er meinen Kuss zärtlich. Er lässt sich neben mir aufs Bett fallen und ich drehe mich ebenfalls auf die Seite und sehe ihn an. Er schaut mir direkt in die Augen und legt seine Hand auf meine Hüfte.
„Bist du sicher? Ich meine…“
„Ja, ich bin mir sicher.“ Gebe ich als Antwort zurück und lächle Marc an. Der lächelt zurück und rutscht ein bisschen näher an mich ran. „Jetzt wo ich weiß, dass du mich ganz nett findest.“ Necke ich ihn noch ein wenig und merke wie seine Hand, die grade noch auf meiner Hüfte gelegen hat, ein Stück runter zu meinem Rücken rutscht und Marc mich ein kleines Stückchen näher zu sich ran zieht.
„Na wir wollen mal nicht übertreiben Hasenzahn!“ sagt Marc ziemlich frech und ich will ihm gerade widersprechen aber diesmal ist er es, der mich mit einem Kuss zum Schweigen bringt.
Ein leichtes Kribbeln macht sich in meinem Körper breit und ich lege mein linkes Bein auf Marcs Beine um ihm noch ein bisschen näher zu sein. Anschließend lege ich meinen linken Arm um seinen Körper und drücke ihn an mich. Als Marcs Lippen wieder von mir ablassen, sieht er mir noch einmal in die Augen, dann richtet er sich ein bisschen auf und dreht sich so, dass er nun auf mir liegt. Mit der einen Hand stützt er sich auf der Matratze ab, mit der anderen streichelt er sanft meine Wange. Mit einem Finger streicht er sachte über die Haut an meinem Schlüsselbein und haucht daraufhin auf jede Stelle die er mit seinem Finger berührt hat, kleine sanfte Küsse. Ich lege eine Hand auf den Arm, mit dem er sich auf dem Bett abstützt, mit der anderen streiche ich über seinen Rücken. Langsam lasse ich meine Hand weiter hoch wandern und fahre durch seine Haare. Ich streiche ihm eine Strähne aus dem Gesicht und hebe meinen Kopf an um ihm zu küssen. Zuerst nur ganz zaghaft, doch schon bald fühle ich, wie das Kribbeln in mir drin immer stärker wird. Ich spüre seine weiche Zunge auf meinen Lippen und bald darauf öffne ich meinen Mund um seiner Zunge Einlass zu gewähren. Ganz sanft umspielt seine Zunge die Meine und ich habe bald alles um mich herum vergessen.
Mir stockt für einen Moment der Atem, als Marc von meinen Lippen ablässt und mit seinem Kopf ein Stück nach unten rutscht. Er schiebt mein T-Shirt ein bisschen nach oben und küsst meinen Bauch. Und komischerweise schäme ich mich dieses Mal gar nicht dafür, dass ich das ein oder andere Kilo zu viel habe. Ich lasse mich einfach fallen und genieße Marcs sanften Berührungen.
Während Marcs Hände an der Seite meines Körpers entlang fahren und jede Kurve ertasten, merke ich, wie mein Herz langsam anfängt schneller zu schlagen und mein Atem ebenfalls unruhiger wird. Ich packe Marc daraufhin am Hemd und ziehe ihn zu mir hoch, um ihn leidenschaftlich zu küssen. Dabei schiebe ich meine Beine auseinander, damit er sich dazwischen legen kann und mit einem Mal kann ich spüren, dass Marc ebenfalls ziemlich erregt ist. Ich öffne die Augen und sehe ihn erneut an. Er hat die Augen ebenfalls geöffnet und sein Blick ist ruhig und sanft. Und ich weiß, jetzt ist der richtige Moment dafür und Marc ist der richtige Mann. Nur Marc.
Ich lächle Marc an und er taucht mit seinen Lippen wieder ab und küsst meinen Hals. Seine Küsse sind so sachte, dass seine Lippen meine Haut kaum berühren, und doch bekomme ich eine Gänsehaut und drücke Marc noch ein wenig enger an mich ran. Langsam lasse ich meine Hand unter sein Hemd gleiten und fahre vorsichtig über seinen muskulösen Rücken. Marc richtet sich daraufhin auf und während er quasi auf mir hockt, habe ich noch einmal Gelegenheit ihn in Ruhe anzusehen. Langsam öffnet er jeden einzelnen Knopf seines Hemdes, zieht das Ende aus der Hose und lässt es anschließend über seine Schultern fallen und wirft es achtlos zu Boden. Dann beugt er sich wieder zu mir runter und drückt mir einen wahnsinnigen Kuss auf die Lippen. Langsam streiche ich mit beiden Händen über seine Schultern und lege sie schließlich auf seine Brust. Dort verweilen sie ein paar Sekunden und ich spüre unter meiner rechten Hand deutlich, wie Marcs Herz pocht, wohlwissend, dass meins wahrscheinlich noch viel mehr pocht. Ich will mich grade ein wenig aufrichten, als Marc mich zurück ins Kissen drückt und mit seinem Daumen über meine Wange streicht und sich anschließend zu mir runter beugt. Langsam nähern seine Lippen sich meinen und ich schließe die Augen wieder. Als sich seine Lippen auf meine legen, kommt das Kribbeln wieder zurück und ich merke wie mir immer wärmer wird.
Nach einer Weile richtet Marc sich wieder auf und zieht mich mit sich, so dass wir beide jetzt sitzen, ich auf seinem Schoß. Er schließt die Arme um mich und beginnt erneut damit meinen Hals zu küssen. Dieses Mal sind seine Küsse allerdings schon etwas fordernder und es dauert nicht lange, da haben sich seine Hände unter mein T-Shirt geschoben und fahren meinen Rücken entlang. Langsam lässt er seine Hände wieder nach vorne gleiten und streichelt meinen Bauch. Dann schiebt er sie ganz langsam Stück für Stück immer weiter nach oben und als seine Fingerspitzen meine Brüste berühren beiße ich mir auf die Lippen und mir entfährt ein leises Stöhnen. Ich lege meine Arme um Marcs Hals und lasse meinen Kopf ein wenig nach hinten fallen, während Marc mit einem Daumen über meine Brustwarze streicht und das T-Shirt mit der anderen Hand weiter nach oben zieht. Ich atme einmal tief ein, dann nehme ich den Kopf wieder nach vorne und hebe die Arme hoch, so dass Marc mir das T-Shirt über den Kopf ziehen kann. Langsam gleitet der Stoff über meine Haut und hinterlässt eine leichte Gänsehaut. Marc wirft das T-Shirt hinter sich auf den Boden und sieht mich eine Weile schweigend an.
„Gretchen, du bist so…“
Doch ehe er zu Ende sprechen kann, beuge ich mich nach vorne und küsse ihn, schon ein bisschen leidenschaftlicher als noch zuvor. Er legt daraufhin beide Arme um mich und drückt mich sanft wieder in die Kissen zurück. Dann gehen seine Lippen wieder auf Wanderschaft. Er umschließt meine Brüste mit seinen Händen und küsst die empfindliche Haut dazwischen, ehe er mit seinen Lippen weiter wandert und mit seiner Zunge zärtlich meine Brustwarzen umspielt.
Währenddessen habe ich meine Hände in seinen Haaren vergraben und beuge ihm meinen Oberkörper lustvoll entgegen. Als Marcs Kopf wieder nach oben kommt, drücke ich ihn ganz nah an mich und ein angenehmer Schauer durchzieht meinen Körper als ich seine warme, nackte Haut zum allerersten Mal ganz auf meiner spüre. Sein Mund ist jetzt ganz dicht an meinem Ohr und ich kann seinen erhitzten Atem genau spüren.
Anschließend rutscht Marc wieder von mir runter und ich drehe mich auf die Seite um ihn sehen zu können. Mit einer geschickten Handbewegung hat er die Schnalle seines Gürtels geöffnet. Daraufhin nehme ich den Gürtel an einem Ende und ziehe ihn aus der Hose raus. Anschließend beuge ich mich nach vorne und Marc und ich küssen uns wieder. Ich streiche mit einer Hand über seine Brust hinunter zu seinem Bauch und als ich meine Hand in seine Jeans gleiten lasse, stöhnt er leise auf und atmet daraufhin tief ein. Ich ziehe meine Hand wieder raus und öffne den Knopf von Marcs Jeans. Anschließend auch den Reißverschluss. Dann richte ich mich auf und Marc dreht sich so, dass ich ihm die Hose leicht abstreifen kann. Im Knien drehe ich mich um, werfe die Jeans auf den Boden und will mich grade wieder hinlegen, da merke ich wie sich zwei Hände von hinten um meinen Bauch schlingen und nur Millisekunden später spüre ich Marcs Körper hinter mir. Mit der einen Hand hält er mich an der Hüfte fest, die andere wandert hoch zu meinen Brüsten. Marc beugt sich nach vorne und küsst meinen Hals und meinen Nacken. Seine feuchten Küsse brennen wie Feuer auf meiner Haut und ich merke, wie mein Verlangen nach ihm immer größer wird. Vorsichtig streicht Marc meine Haare zur Seite und küsst meine Schulter während eine seiner Hände nun wieder nach unten gleitet, in meine Hose fährt und sich auf meinen Hintern legt, den er anschließend sanft massiert. Erneut lasse ich meinen Kopf zurück fallen und gebe einen leisen Seufzer von mir.
Ich drehe mich schließlich um und sehe Marc noch einmal in die Augen. Er sieht mich so verlangend an, dass ich nicht anders kann und ihn leicht nach hinten schubse und mich anschließend auf ihn drauf setze. Wieder kann ich seine Lust so deutlich spüren, dass es mich selber fast in den Wahnsinn treibt.
Ich beuge mich nach vorne und küsse Marcs Brust. Langsam wandern meine Lippen immer weiter runter, seinen Bauch entlang zu seinem Bauchnabel, und noch ein Stückchen weiter. Ich schiebe meine Hand in seine Boxershorts und höre, wie Marc laut aufstöhnt als meine Hand ihr Ziel erreicht hat. Langsam nehme ich meine Hand wieder weg und mit einem Ruck richtet Marc sich auf, drückt mich aufs Bett, so dass ich wieder auf dem Rücken liege und anschließend taucht er mit seinen Händen ab und streift mir seine Jogginghose vom Körper. Dann legen seine Hände sich an meine Hüfte und mit einem Ruck hat er mich umgedreht, so dass ich jetzt auf dem Bauch vor ihm liege. Langsam beugt er sich wieder über mich und bedeckt meine Haut mit gierigen Küssen. Immer wieder gleiten seine Hände an der Seite meines Körpers entlang. Ich merke, wie er mit seinen Lippen immer weiter nach unten wandert und seine Hände schließlich den Bund ‚meiner‘ Boxershorts ergreifen und Marc sie mir behutsam abstreift.
Anschließend streichen seine Hände über meinen Hintern und auch auf ihn haucht Marc kleine, sanfte Küsse. Das Prickeln in meinem Körper ist jetzt schier unerträglich und auch mein Herz klopft so laut und schnell, dass ich kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann.
Ich drehe mich wieder auf den Rücken und ziehe Marc wieder zu mir hoch um ihn küssen zu können. Verlangend schiebt er seine Zunge in meinen Mund und streicht mir mit einer Hand ein paar Strähnen aus dem Gesicht, ehe er seinen Kopf wieder wegzieht und seine Lippen erneut über meinen ganzen Körper wandern.
Vorsichtig aber doch bestimmt drückt Marc meine Beine auseinander und benetzt die Innenseite meiner Oberschenkel mit warmen Küssen. Ich vergrabe meine Hände wieder in seinen Haaren und mein Atem geht immer schneller und unregelmäßiger. Marcs Küsse führen ihn wieder zurück zu meinem Bauch, wo er ein paar Küsse neben meinen Bauchnabel haucht und dann noch einmal zu mir aufsieht. Dann taucht er wieder ab und als ich merke wie seine Lippen die wohl empfindlichste Stelle meines ganzen Körper liebkosen, halte ich für einen Moment die Luft an und vergrabe meine Hände anschließend im Bettlaken zu meiner Seite.
Ich spüre deutlich wie mir immer heißer wird und es wird nur noch wenige Sekunden dauern bis ich wie ein Vulkan ausbreche, das fühle ich ganz deutlich.
„Bitte hör nicht auf Marc.“ Höre ich mich schon fast flehen und als Marc eine Hand von meiner Hüfte nimmt, sie auf meine linke Brust legt und mit den Fingerspitzen sanft meine Brustwarze umspielt, ist es um mich geschehen. Eine Hitzewelle durchflutet meinen Körper und ich bäume mich für ein paar Sekunden auf und ein lautes Stöhnen entweicht meinen Lippen, ehe ich mich wieder in die Kissen zurückfallen lasse und ein paar Sekunden erschöpft liegen bleibe und darauf warte, dass Marc wieder hoch kommt.
Er legt sich neben mich, sieht mich an und streicht mit einer Hand über meine Wange. Und ich merke, ich kann von diesem Mann einfach nicht genug bekommen, weswegen ich ihn wieder auf mich ziehe und breitwillig meine Beine öffne. Bevor es jedoch dazu kommt, sehe ich wie Marc nach rechts zum Nachttisch greift, die Schublade öffnet und ein Kondom hervor zieht. Er klemmt es sich zwischen die Zähne und zieht einmal kräftig daran um die silberne Verpackung zu öffnen. Dabei fallen ihm erneut ein paar Strähnen ins Gesicht und ich komme für einen kurzen Moment mal wieder ins Schwärmen. Ich werde allerdings schnell wieder aus meinen Gedanken gerissen als ich kitzelnde Küsse auf der Innenseite meiner Oberschenkel spüren kann. Anschließend schiebt Marc vorsichtig meine Beine noch ein bisschen weiter auseinander und legt sich dann dazwischen. Er sieht mich noch einmal an, so als ob er wissen wolle, ob es auch wirklich ok für mich ist, aber ich sage nichts, ich Blicke zwischen seinen Augen hin und her und nicke kaum merklich mit dem Kopf.
Und nur kurze Zeit später kann ich Marc in mir spüren und wir stöhnen beide leise auf. Es ist wirklich ein wahnsinniges Gefühl ihm so nahe zu sein. Immer wieder stößt er mit seinem Becken nach vorne, erst sehr vorsichtig und langsam, dann immer fordernder und härter. Mit einer Hand stützt er sich auf dem Bett ab, die andere ruht auf meiner Taille.
„Marc!“ entfährt es mir als seine Lippen sich auf meinen Hals senken und meine Haut sanft liebkosen. Von Marc kommt nur ein schwer geatmetes „Hm.“ und ich schlinge meine Beine um seine Hüfte um ihn noch intensiver spüren zu können.
Kurze Zeit später spüre ich zum zweiten Mal eine Hitzewelle in mir aufsteigen und wieder bäume ich mich Marc entgegen, dessen Körper sich mit einem Mal auch verhärtet und der ebenfalls laut aufstöhnt. Wenig später legt er seinen Kopf erschöpft auf meine Brust und ich streiche ihm durch die verschwitzten Haare. Er sieht mich noch einmal an und küsst mich noch mal, ehe er sich von mir runter rollt und schnell das Kondom entsorgt.
Anschließend legt er sich wieder zu mir und ich bette meinen Kopf auf seine Brust, so dass er seinen Arm um mich legen kann, und berühre mit meinen Fingerspitzen sachte seine Brust.
„Marc das war einfach…“
„Ich weiß!“ erwidert er mit einem schelmischen Grinsen, doch bevor ich ihm einen Klaps verpassen kann, drückt er mich noch näher an sich und küsst mich.
Ich glaube ich war noch nie so glücklich und zufrieden wie ich es jetzt grade bin.

schleumel Offline

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04.05.2010 17:42
#30 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

wow, ich bin noch ganz geflasht von euren tollen kommis
ganz groooooßes dankeschön dafür
so und jetzt geht es gleich weiter mit einem liebeshungrigen dr. meier
danke fran


Als ich am nächsten Morgen wach werde, liege ich immer noch in Marcs Arm. Er liegt auf dem Rücken und atmet gleichmäßig ein und aus. Ich beobachte ihn ein bisschen und versuche dabei nicht zu sehr zu grinsen, schließlich kann ich einfach nicht vergessen wie großartig es gestern war. Wie er mich berührt hat, so sanft und zärtlich, ich hätte nie gedacht dass er so sein kann.
Und jetzt liege ich hier in seinem Arm und sehe ihm beim Schlafen zu. Gott, wie gut er aussieht. Sogar Morgens vor dem Aufstehen sieht er schon gut aus. Das ist einfach unfair.
Vorsichtig streiche ich ein paar seiner verwuschelten Haare aus seinem Gesicht. Langsam nehme ich meine Hand wieder runter und fahre mit meinen Fingerspitzen über seinen Bauch. Seine Augen sind immer noch geschlossen und sein Atem immer noch gleichmäßig und ruhig, was mich vermuten lässt, dass er tief am schlummern ist. Genug Zeit also für mich meinen Traummann noch ein wenig eingehend zu studieren… Dachte ich zumindest.
„Hasenzahn!“ Huch, der ist ja doch schon wach.
„Hör auf mich zu beobachten!“
Seine Augen sind immer noch geschlossen woher will er da wissen, dass ich ihn beobachtet habe? Ich meine, kann er doch gar nicht wissen. Schließlich kann er keine Gedanken lesen. Will ich zumindest hoffen, sonst müsste ich schnell hier weg.
„Hab ich doch gar nicht!“ versuche ich mich zu verteidigen, aber es scheint zwecklos zu sein.
„Hasenzahn, wir hatten das doch schon mal… Dass man Gott nicht anlügen kann.“
Also jetzt wird er aber ein bisschen größenwahnsinnig. Ich meine ja, ich hatte schon festgestellt, dass ich ihm nichts vormachen kann, aber Gott ist er deswegen noch lange nicht.
„Marc! Ist dein Ego etwa auch morgens schon größer als dein Gehirn?“
Plötzlich öffnet Marc die Augen und sieht mich anzüglich an.
„Alles an mir ist morgens schon groß Hasenzahn.“
Hat der…? Meint der jetzt etwa…? Ähm…
„Marc! Musst du immer gleich so… ja so versaut werden?“
Marc dreht sich vom Rücken auf die Seite und grinst mich verschmitzt an. Er legt seinen rechten Arm auf meinen linken und streichelt sanft über ihn.
„Also gestern Abend, Hasenzahn, da sah das aber ganz anders…“
„Das… war ja auch… was ganz anderes… gestern. Also ich meine das war…“
Marc hebt vergnügt die Augenbrauen und sieht mir erwartungsvoll in die Augen.
„Jaaaa?“
„Ja das war…“
„Aufregend? Wunderschön? Der beste Sex den du je hattest?“
Ähm… Ja.. also eigentlich hat er es genau auf den Punkt getroffen. Aber das werde ich ihm jetzt nicht auf die Nase binden. Hmmm… Wenn ich nur an gestern denke wird mir ja schon heiß. Ich sollte wirklich ganz schnell gucken, dass ich unter die Dusche komme.
„Es war… nett!“ antworte ich schließlich und grinse ihn an. Er findet mich ja schließlich auch ‚nett‘.
„Ich gehe jetzt duschen.“ Sage ich anschließend, wickle mir die Decke um meinen Körper und will grade aufstehen, als zwei starke Hände mich auf einmal von hinten packen und mich wieder zurück ins Bett ziehen. Mehr als ein hysterisches „Ahhhhhh!“ bekomme ich allerdings nicht raus.
„Komm her, Weib!“ ruft Marc, bevor er mich ziemlich schwungvoll in die Kissen zurück drückt und mir den besten ‚Guten-Morgen-Kuss‘ aufdrückt, den ich je bekommen habe.
Langsam senkt Marc den Kopf und beginnt damit meinen Hals zu küssen. Dann schlägt er die Decke zur Seite und seine Hände gehen auf Wanderschaft. Dabei gleiten seine Lippen immer weiter nach unten zu meinem Dekoltée.
Eigentlich will ich mich auch grade zurück lehnen und Marcs Zärtlichkeiten genießen, als mir plötzlich einfällt, dass wie beide gleich ins Krankenhaus müssen. Bestimmt lege ich eine Hand auf Marcs Brust und drücke ihn ein Stück von mir weg, woraufhin er mich verwundert, aber auch leicht genervt ansieht.
"Maarc...nicht schon wieder, wir müssen irgendwann mal in die Gänge kommen."
Daraufhin grinst Marc mich schon wieder so anzüglich an und beugt seinen Kopf wieder noch vorne um da weiter zu machen, wo ich ihn eben unterbrochen habe.
„Ja das will ich ja die ganze Zeit aber du sträubst dich irgendwie..."
Ich merke wie das mir nur allzu gut bekannte Kribbeln wieder in mir aufsteigt und fast hätte ich mich tatsächlich einfach gehen lassen. Aber Es reicht schon, dass ich meinen Eltern nachher noch erklären muss, warum ich nicht zu Hause geschlafen habe, da will ich mich nicht auch noch für mein Zuspätkommen rechtfertigen. Muss mir eh noch eine gute Ausrede einfallen lassen. Kann ich ja so gut.
Ich winde mich ein bisschen hin und her und schubse Marc schließlich erneut, diesmal aber etwas unsanfter von mir runter.
Ich hebe den linken Fuß aus dem Bett, richte mich auf und will grade aufstehen und den rechten Fuß ebenfalls auf den Boden setzen, doch ich bleibe kunstvoll mit dem Fuß in der Bettdecke hängen und finde mich nur wenige Momente später auf Marcs Schlafzimmerboden wieder.
Schnell stehe ich wieder auf und tue so als wäre nichts gewesen.
„Ich gehe jetzt duschen!“ und dann gehe ich Richtung Schlafzimmertür.
„Und ich soll wirklich nicht mitkommen?“
„NEIN!“ rufe ich noch und schließe anschließend die Badezimmertür hinter mir. Und ich schließe auch ab. Sicher ist sicher.

schleumel Offline

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05.05.2010 13:45
#31 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

es geht weiter
vorweg muss ich übrigens noch erwähnen, dass ich einen teil eingebaut habe, der nicht aus gretchens sicht geschrieben ist, einfach weil ich ja sonst nichts beschreiben könnte, wovon gretchen nichts weiß.
ich hoffe das stört euch nicht. (also die technik an sich. über den inhalt lässt sich sicher streiten)
und danke für eure tollen kommentare
und nun viel spaß beim lesen. es wird eventuell noch mal ein bisschen warm


Als Marc und ich zusammen das Stationszimmer betreten, wartet dort schon Sabine auf uns. Sie blickt erst zu mir, dann zu Marc und begrüßt uns schließlich mit einem strahlenden Lächeln.
„Guten Morgen!“
„Guten Morgen Sabine!“ begrüße ich sie und hoffe, dass sie jetzt bloß keine blöden Fragen stellt. Ich bleibe an der Theke stehen und greife nach einem Schokocroissant, das dort in einem Körbchen liegt. Marc schiebt sich währenddessen wortlos an mir vorbei und grummelt schließlich ein „Morgen.“ in Sabines Richtung. Kauend folge ich Marc in die Umkleide nebenan und lege meine Tasche und meine Jacke ab. Wenig später verlassen Marc und ich in unseren Kitteln die Umkleide und Sabine schaut schon wieder so neugierig.
Ich will mir grade eine der für die Visite vorbereiteten Akten schnappen, als Marc sie mir aus der Hand reißt und sie wieder zurück auf den Schreibtisch legt. Mit beiden Händen fasst er an seinen Hosenbund, zieht seine Hose ein Stück hoch und sieht Sabine dann streng an.
„Sabine, Visite ist heute ne Stunde später. Doktor Haase und ich haben noch etwas Wichtiges zu besprechen!“
Hä? Was will er denn jetzt schon wieder? Haben wir etwa einen neuen Fall von dem ich noch nichts weiß? Oder gab es wieder einen Massenautounfall der gleich reinkommt? Oder macht mein Vater etwa wieder eine seiner komischen Ankündigungen in der Cafeteria?
„Ja Herr Doktor.“ Erwidert Sabine gehörig, scheint aber trotzdem genau so verwirrt zu sein wie ich.
Marc stöhnt kurz leise auf, packt mich am Handgelenk, murmelt ein „In meinem Büro!“ und zieht mich hinter sich her in sein Büro.
Marc reißt die Türe auf und schiebt mich in den Raum. Die Zeit die Tür zu schließen nimmt er sich erst gar nicht, er presst mich gleich an die Wand neben der Tür und beginnt damit meinen Hals zu küssen.
„Marc, was? Ist es DAS was du unbedingt besprechen musstest?“ frage ich leicht geschockt und hoffe, dass Marc mich von Gegenteil überzeugt.
Ohne die Lippen von meiner Haut zu nehmen gibt er mir nuschelnd eine Antwort.
„Dachtest du ernsthaft ich würde die neuen Dienstpläne besprechen wollen oder was?“
Ich versuche mich noch zu wehren, weiß aber jetzt schon, dass ich damit keinen Erfolg haben werde. Eigentlich will ich mich ja auch gar nicht wehren aber so ein bisschen Widerstand schadet ja nicht.
„Marc, doch nicht hier. Wenn uns jemand sieht.“
Doch noch während die Worte meinen Mund verlassen, habe ich ihre Bedeutung schon wieder vergessen.
Marc lässt für einen Moment von mir ab, knöpft eilig sein Hemd auf und lässt es über seine Schultern zu Boden gleiten. Dann wendet er sich meiner Bluse zu und knöpft dieses ebenfalls ziemlich stürmisch auf. Auch sie liegt bald auf dem Boden.

Gabi Kragenow war grade auf dem Weg ins Schwesternzimmer um sich einen Kaffee zu holen, als sie auf einmal merkwürdige Geräusche aus Marc Meiers Büro vernahm. Hörte sich ja fast so an als würde da jemand… Langsam schlich sie sich zur Türe, die, zum Glück für Gabi, nicht geschlossen war. Vorsichtig streckte sie den Kopf nach vorne um einen Blick in den Raum zu erhaschen, was sie allerdings zu sehen bekam, trieb ihr einen unsichtbaren Dolch ins Herz. Hatte dieses Moppelchen es doch tatsächlich auch noch geschafft Marc rum zu kriegen. Und das nachdem sie sich einen Frauenarzt und einen Millionär geangelt hatte.
Gabi ballte unbewusst die rechte Hand zu einer Faust, so hart, dass ihre Knochen schon weiß hervor traten und sie es erst bemerkte, als sie von einem gehauchten „Maaarc…“, welches ganz offensichtlich von dieser dicken Kuh gekommen war, aus ihren Gedanken gerissen wurde und ihre Hand sich wieder entspannte. Die Wut die sich in ihr ausgebreitet hatte, war allerdings noch lange nicht verflogen. Ihr würde sicher noch etwas einfallen um sich am dicken Haasen zu rächen, dafür, dass sie alles hatte, was Gabi nicht haben konnte.
So leise wie sie gekommen war, trat Gabi nun von der Tür zurück und setzte ihren Weg zum Schwesternzimmer fort.


Mittlerweile ist mein Widerstand auf -100 gesunken und ich vergrabe meine linke Hand in Marcs Haaren, mit der anderen greife ich nach seinem Gürtel, den ich schnell öffne, genauso wie seine schwarze Hose. Stürmisch presst Marc seine Lippen auf meine und als er wieder von mir ablässt und sich seine Lippen etwas weiter nach unten bewegen, werfe ich zufällig einen Blick zur Seite und sehe, dass die Türe noch offen steht.
„Maaarc!“ bringe ich unter größter Anstrengung hervor und drücke Marc ein Stück von mir weg. Er stemmt sich jedoch dagegen und widmet sich mit seinen Händen wieder ganz meinem Hintern.
„Maarc!!“
„Hasenzahn nicht jetzt!“ raunt Marc, während er sein Gesicht in meinem Busen vergräbt.
„MARC!“
Marc hebt für einen Moment den Kopf an und sieht mich mit hochgezogenen Augenbrauen und erröteten Wangen an.
„Was ist?“
„Die Türe!“ sage ich leise und deute mit meinen Blicken neben mich zur Türe, die immer noch einen Spalt offen steht.
Mit einem gekonnten Tritt hat Marc die Türe geschlossen und ein weiterer Griff genügt um sie sicher zu verschließen. Nachdem das erledigt ist, lässt Marc seine Hose zu Boden gleiten und presst seinen Köper ganz eng an meinen. Ich spüre seinen heißen Atem auf meiner Haut als er mir die Hose auszieht und gleichzeitig meine Haut mit Küssen benetzt.
Anschließend richtet er sich wieder auf und öffnet mit einem gekonnten Handgriff meinen BH, der wenige Augenblicke später von meinen Schultern gleitet und ebenfalls zu Boden geht. Während Marcs Hände über meine Brüste gleiten, fahre ich mit meinen Händen über seinen Rücken weiter runter zu seinem Hintern und schiebe sie unter seine Boxershorts. Wenig später ziehe ich ihm den Stoff vom Körper und er steht vor mir wie Gott ihn geschaffen hat. Ein sehnsüchtiger Blick meinerseits in seine grünen Augen genügt, und er schiebt seine Hände unter meinen Hintern, hebt mich mit einem Ruck hoch und trägt mich zum Schreibtisch. Diesen fegt er mit einer galanten Handbewegung leer, ganz so wie ich mir das damals erträumt hatte als ich irrtümlicherweise Gabis Kittel trug und den vermeintlich an mich adressierten Zettel darin fand, und setzt mich darauf ab.
Dann drückt er meinen Oberköper nach unten, so dass ich flach auf dem Rücken liege, umschließt meine Oberschenkel mit seinen Händen und zieht mich noch ein Stück näher an sich ran.
Als ich meine Beine spreize, rollt auf einmal etwas kleines Blaues an mir vorbei vom Schreibtisch runter, was Marc kurz aufblicken lässt. „Mein Auto!“ ruft er etwas überrascht, während er dabei zusieht wie das blaue Ding unter die Behandlungsliege rollt.
„Scheiß auf das Auto!“ murmle ich und ziehe ihn wieder zu mir runter. Er lässt seine Lippen noch einmal über meine Brüste streichen und dann kann ich ihn auch schon in mir spüren.
Ich muss zugeben, ich hätte nie gedacht, dass Speedboat so aufregend sein könnte, denn es dauert nur wenige Minuten bis sich unsere Körper fast zur selben Zeit aufbäumen und dann wieder in sich zusammen sacken.

schleumel Offline

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05.05.2010 21:46
#32 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so, einen teil hab ich heute noch für euch.
so vor dem schlafen gehen... also... schlaft schön *hust*
und daaaaaanke für die kommis


Nach der Visite, bei der Sabine Marc und mich immerzu angesehen hat, als würden wir ein Staatsgeheimnis vor ihr verbergen, verziehe ich mich erst mal in die Cafeteria. Einen Kaffee hab ich mir nach diesem ganzen Sport hier aber auch wirklich verdient. Mit einem kleinen Seufzer lasse ich mich auf einen Stuhl fallen und nehme erst mal einen Schluck von dem schwarzen Gebräu. Ich schließe für einen Moment die Augen und atme einmal tief ein und wieder aus, dann lehne ich mich zurück und schlage die Augen wieder auf.
Ich nehme noch einen Schluck Kaffee und verschlucke mich fast an selbigem, als ich sehe wer da zielstrebig auf meinen Tisch zusteuert.
„Na Frau Doktor? Kleines Päuschen?“
Gabi lässt sich mit einem Orangensaft neben mich auf den Stuhl fallen und lächelt mir zu. Ich bin so verwundert darüber, dass Gabi auf einmal doch wieder mit mir spricht, dass ich zunächst keinen vernünftigen Satz raus bekomme.
„Was? Pause? Ja ich… brauchte einfach… einen Kaffee.“ Gebe ich stammelnd zu und nehme noch einen Schluck.
Was will die bitte von mir? Ich dachte wir würden uns hassen, warum ist die bitte auf einmal so nett zu mir?
„Wissen sie Frau Doktor ich wollte mich entschuldigen für damals.“
Aahja. Deswegen also. Aber ich traue dem Braten noch nicht so recht.
„Und warum auf einmal wenn ich fragen darf?“
Gabi streicht ein paar Haare hinters Ohr und stellt die kleine Flasche mit dem Orangensaft vor sich auf den Tisch, ehe sie mit beiden Händen den Stuhl unter der Sitzfläche fasst und mit ihm ein Stück näher an mich ran rutscht.
„Ach, ich hab ja jetzt eingesehen wie blöd das war. Und da wir ja immer noch alle hier arbeiten müssen, dachte ich wir könnten wie zivilisierte Menschen darüber reden und die Sache vielleicht vergessen.“ Schlägt Gabi vor und lächelt mich schon wieder so verdächtig nett an.
„Tja also…“
„Ich erwarte ja auch gar nicht, dass Marc mich wieder mag oder so. Ich will einfach nur, dass wir alle normal miteinander umgehen können. Ohne die Mordgedanken.“
Ich lache leicht panisch auf und sehe mich zur Sicherheit noch mal im Raum um. Mordgedanken? Hatte sie denn welche was Marc angeht? Viel schlimmer: Was mich angeht?
Gabi scheint zu bemerken worüber ich nachdenke, deswegen hebt sie ihre Hände kurz an, zuckt mit den Schultern und lässt die Hände daraufhin wieder auf ihre Knie sinken.
„Also nicht dass ich irgendwen hätte umbringen wollen.“ Wieder dieses überfreundliche Lachen. Die will doch auf irgendwas hinaus. Kann mir gar nicht vorstellen, dass ausgerechnet Gabi einfach nur mal nett sein will.
Ich bringe wieder ein gekünzeltes Lächeln hervor und nehme schnell noch einen Schluck Kaffee, bevor ich noch irgendetwas Dummes sage.
Gabi spielt eine Weile mit der Orangensaftflasche rum, dann blickt sie wieder zur mir auf.
„Sagen sie mal Frau Doktor, stimmt das eigentlich, dass sie den Herrn von Buren einfach so am Altar stehen gelassen haben?“
Wie bitte? Was geht die das an? Und vor allem, wer hat es ihr bitteschön erzählt?
„Was… Woher wissen sie…?“
Gabi macht mit der linken Hand eine abwinkende Bewegung.
„Ach wissen sie Frau Doktor, das macht hier im Krankenhaus so seine Runde. Sie kennen das ja.“
„Hmm.“ Ich nicke.
„Also haben sie?“ hakt Gabi noch einmal nach und sieht mich gespannt an.
„Nein… Also… Ja, habe ich.“
Jetzt wo ich weiß, dass sowieso das ganze Krankenhaus Bescheid weiß, kann ich es ihr ja auch sagen.
„Also das wundert mich jetzt.“ Erwidert Gabi und blickt prüfend auf ihre Fingernägel.
Das macht mich jetzt aber neugierig.
„Wieso?“
„Na, ich an ihrer Stelle hätte ja den Millionär genommen. Wer will schon Marc Meier wenn man so einen wie Alexis von Buren haben kann. Aber das müssen sie ja selber wissen, ne?!“
„Hmmm.“ Ich nicke erneut und nehme noch einen Schluck Kaffee. Ist mir jetzt irgendwie unangenehm, diese Richtung, die das Gespräch eingeschlagen hat.
„Ist der Meier denn wenigstens nett zu ihnen?“
Also das mit Marc und mir kann sie ja nun wirklich nicht wissen oder? Das kann doch so schnell noch gar nicht die Runde gemacht haben.
„Also Marc und ich sind nicht…“
Gabi verzieht den Mund zu einem Grinsen und verdreht die Augen.
„Frau Doktor ich bitte sie. Das sieht doch ein blinder mit Krückstock wie sie sich gegenseitig anschmachten. Da muss man ja kein Genie sein um 1 und 1 zusammen zu zählen. Außerdem war Doktor Kaan gestern ziemlich schlecht drauf und hat sich bei mir ausgeheult. Und da habe ich eben auch erfahren dass sie und Marc gestern ein Date hatten. Und da sie heute Morgen zusammen gekommen sind…“
Ich schlucke. Junge, Junge. Die sollte sich vielleicht mit Sabine zusammen tun wenn es ums Schnüffeln geht. Ich wette was das angeht könnte den beiden Niemand das Wasser reichen.
„Hat er mit ihnen denn auch schon die schnelle Nummer vor der Visite geschoben? Wahnsinn oder? Aber wahrscheinlich macht er das bei jeder so.“
"Äh..ich weiß jetzt nicht genau was sie..?"
Beenden kann ich meinen Satz allerdings nicht, denn Gabi beugt sich zu mir nach vorne und verdreht grinsend die Augen.
"Na kommen Sie schon. Keiner will‘s getan haben, aber alle haben es geliebt. Marc ist doch fast für seine Nummern berühmt… Oder warum glauben Sie, schauen ihm immer alle weiblichen Wesen dieses Krankenhauses hinterher?"
Ich merke wie ich zunehmend unsicherer werde. Ich schlucke und sehe Gabi hoffentlich nicht zuuu geschockt an.
„Tun sie das? Ich meine ist mir noch gar nicht so…“
„Also wenn es was gibt wofür Marc berühmt ist, dann doch die unglaublichen Momente die er so gut wie jeder halbwegs gutaussehenden Schwester hier schon beschert hat.“
Gabi nimmt einen letzten Schluck von ihrem Saft und sieht mich erwartungsvoll an.
Ich merke wie ein Chaos an verschiedenen Gefühlen, breit im Spektrum von Enttäuschung über Wut bis Traurigkeit gefächert, von ganz tief unten droht auszubrechen. Also springe ich schnell von meinem Stuhl auf und verabschiede mich von Gabi.
„Ich… Muss.. Weg.. Zur Toilette. Man sieht sich!“
Und schon renne ich aus der Cafeteria raus und steuere gradewegs auf die Damentoilette zu.

schleumel Offline

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06.05.2010 17:10
#33 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so hier gehts auch schon weiter :)
tausend dank für die tollen kommis
und jetzt viel spaß beim lesen


Nachdem Gretchen die Cafeteria verlassen hatte, lehnte Gabi sich siegessicher in ihrem Stuhl zurück und grinste gedankenverloren vor sich her. Das war auf jeden Fall schon mal ein guter Anfang gewesen und sicher würde sie ihr kleines Spielchen noch ein bisschen weiter spielen müssen um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Aber das sollte für sie ja kein Problem sein, sie wusste schließlich genau, wie man Spielchen spielte.
Gabi stand auf, und warf die leere Orangensaftflasche in den Mülleimer, ehe sie die Cafeteria verließ und sich auf den Weg ins Schwesternzimmer machte. Als sie dort angekommen war, schloss sie die Glastüre hinter sich und vergewisserte sich noch einmal, dass sie auch wirklich alleine war. Dann betrat sie die Umkleide nebenan und zog eine Haarspange aus ihrer Frisur, die sie dazu nutzte, das Schließfach von Gretchen aufzubrechen.
Gott sei dank hatte dieser Trampel von Krankenschwester namens Sabine ihr erst neulich noch verraten wie man das anzustellen hatte, als sie mal wieder angefangen hatten von ihren Doktor Rogelt Romanen zu schwärmen. Und so war es für Gabi ein Leichtes das Schloss aufzubrechen und in Gretchens Tasche nach ihrem Handy zu suchen.
Nachdem sie es gefunden hatte, schrieb sie sich ein paar Nummern raus und legte es wieder an seinen Platz zurück. Dann schloss sie das Schließfach wieder ab und verließ grinsend das Schwesternzimmer.


Auf dem Weg zur Toilette laufe ich natürlich Marc über den Weg. Beziehungsweise eigentlich laufe ich viel mehr in ihn rein, denn ich bin so in Gedanken versunken, dass ich ihn gar nicht bemerkt habe.
„Hasenzahn, kommst du mit nen Kaffee trinken?“
Verwirrt blicke ich zu ihm auf und versuche die aufkommenden Tränen zurück zu halten.
„Ich… Nein ich hatte grade schon einen.“ Stottere ich und blicke schnell wieder zu Boden bevor Marc noch irgendwas merkt.
„Ist irgendwas mit dir?“ fragt Marc leicht besorgt und fasst mich mit beiden Händen an meinen Oberarmen.
„Nein nein…“ Lüge ich. „Ich muss nur ganz dringend zur Toilette.“
Gott sei dank lässt Marc mich daraufhin wieder los und ich gehe einfach weiter und lasse ihn da stehen. Ich bin einfach zu verwirrt um jetzt mit ihm zu reden. Ich gehe weiter den Gang entlang und stoße die Tür der Damentoilette auf. Dort eile ich in eine der Kabinen und schließe die Tür hinter mir ab. Ich setze mich auf den Toilettendeckel und atme erst mal tief durch.
Und eigentlich wollte ich es ja verhindern aber ich kann nicht anders und lasse den Tränen nun doch freien Lauf.
Bin ich etwa schon wieder auf einen Mann reingefallen? Hat Marc das alles gestern Abend nur gemacht um mich ins Bett zu bekommen? Was er ja auch ganz offensichtlich geschafft hat.
Ich wische mir die Tränen von der Wange und schluchze laut auf. Gut, dass ich alleine bin. Das würde sonst auch nur wieder wie ein Feuer die Runde machen.
Und dabei dachte ich eigentlich das mit Marc und mir wäre was Besonderes. Es kann doch nicht sein dass er so viel Aufwand betreibt nur um mich flachlegen zu können. Aber warum zieht er dann mit mir dieselbe Nummer wie mit Gabi ab? Wie viel sie ihm bedeutet hat, hat man ja nachher allzu gut gesehen.
Ich weiß auch gar nicht, warum ich jetzt so geschockt und verletzt bin. Immerhin wusste ich ja, dass die beiden miteinander geschlafen haben. Aber die Vorstellung dass er bei ihr dasselbe Süßholz geraspelt hat wie bei mir tut so weh, dass ein erneuter Tränenschwall sich den Weg über meine Wangen bahnt.
Allerdings sollte ich wohl auch bedenken, dass Gabi mir möglicherweise auch nur Mist erzählt hat um genau das zu erreichen was sie jetzt erreicht hat. Immerhin ist sie Gabi.
Ich richte mich also wieder auf, streiche meinen Kittel glatt, wische die Tränen weg und trete wieder aus der Kabine raus. Ich werfe noch einen Blick in den Spiegel. Gut, man kann nicht mehr sehen, dass ich geheult habe. Immerhin etwas. Die Zweifel die ich jetzt trotz allem in mir trage, kann ich allerdings nicht so einfach wegwischen.
Vielleicht beobachte ich die Sache mit Marc auch erst mal, bevor ich voreilige Schlüsse ziehe.
Als ich die Toilette wieder verlasse, sehe ich nach links und rechts um sicher zu gehen, dass Marc nicht zufällig in der Nähe ist. Dann trete ich auf den Gang und gehe Richtung Aufzug.
Grade als die Aufzugtüren sich öffnen, sehe ich, dass Marc im Lift steht. Doch ich bin nicht fähig einen Schritt in den Aufzug zu machen. Stattdessen stehe ich wie angewurzelt da und bringe keinen Ton raus. Als die Aufzugtüren sich wieder schließen, stellt Marc einen Fuß dazwischen und sieht mich musternd an.
„Was ist, willst du nicht einsteigen?“
Aufgeschreckt sehe ich Marc an.
„Was? Nein, ich… ich nehme lieber die Treppe.“
Und schwupps bin ich auch schon Richtung Treppe verschwunden.

schleumel Offline

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07.05.2010 13:49
#34 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

soooo es geht auch schon wieder weiter :)
ich danke euch für all eure tollen kommentare fühlt euch gedrückt
den nächsten teil von mir wird fran wahrscheinlich einstellen, weil ich das ganze wochenende auf achse bin. also nicht wundern
kommis zu euren geschichten kann ich dann auch erst später machen...
aber jetzt mal genug gequatscht, ne
viel spaß beim lesen


Als ich am Ende meiner Schicht auf den Parkplatz vor dem Krankenhaus trete, hoffe ich inständig, dass Marc entweder schon weg ist, oder noch im Krankenhaus ist. Da ich mit solchen Wünschen allerdings nie viel Glück hatte, steht Marc auch dieses Mal mit einer Zigarette an seinem Auto und winkt zu mir rüber. Und ich kann ja jetzt wirklich schlecht so tun als ob ich ihn nicht gesehen hätte. Unsicher gehe ich auf ihn zu und setze mich auf den Beifahrersitz des weißen Volvos. Marc schnippt die Zigarette weg und setzt sich ebenfalls ins Auto. Dann startet er den Wagen und wir fahren vom Parkplatz runter auf die Straße. Mir wird zunehmend unbehaglicher und ich rutsche nervös auf meinem Sitz hin und her. Ich versuche aus dem Fenster zu schauen und meine Gedanken zu ordnen, was sich allerdings als ziemlich schwer herausstellt, da ich ja nicht einfach ausblenden kann, dass Marc direkt neben mir sitzt.
Bis jetzt haben Marc und ich auch noch nicht miteinander gesprochen, die ganze Autofahrt über noch nicht. Bis Marc das unangenehme Schweigen schließlich doch bricht.
„Kommst du noch mit zu mir?“
Ok, Schweigen wäre mir doch lieber gewesen.
„Ich? Nein, nein. Ich muss mich auch noch mal zu Hause blicken lassen. Kennst ja meine Mutter.“
Marc schaut mich skeptisch von der Seite an und zieht eine Augenbraue hoch.
„Und du… kannst sie nicht anrufen und ihr sagen dass du nicht kommst?“ Dabei legt er seine Hand auf mein Bein und streichelt sanft darüber.
Was soll das denn jetzt? Kann der nicht einfach akzeptieren, dass ich nach Hause will? Muss ich mich jetzt schon rechtfertigen wenn ich nicht mit zu ihm komme? Wir sind doch nicht mal zusammen. Ja, gut, wir hatten Sex. Unglaublich guten Sex sogar. Aber das scheint er ja bei allen seinen Flittchen abzuziehen. Da muss ich mir gar nicht einbilden, dass ich was Besonderes wäre.
„Nein kann ich nicht! Und jetzt bring mich nach Hause!“ motze ich, schlage Marcs Hand weg und blicke dann schnell wieder aus dem Fenster zu meiner Rechten.
Zu meiner Überraschung stöhnt Marc einmal laut auf, fährt den Wagen an die Seite und stellt den Motor aus.
„Ok, schieß los!“ sagt Marc, während er sich so weit es geht zu mir umdreht. Doch ich verstehe nicht so ganz was er jetzt eigentlich von mir will.
„Was? Was willst du von mir? Warum hast du angehalten?“ erwidere ich ziemlich genervt und drehe mich nun auch wieder Marc zu.
„Boar Hasenzahn jetzt sag schon was du hast.“
Trotzig verschränke ich die Arme vor der Brust und verziehe meine Lippen zu einem Schmollmund.
„Ich hab nichts!“ erwidere ich und kann Marc dabei nicht in die Augen sehen.
„Hasenzahn willst du mich verarschen?“ bricht es schließlich wütend aus Marc heraus und ich spüre, dass Marc mich eindringlich ansieht, aber ich kann seinen Blick einfach nicht erwidern. „Du gehst mir seit der Visite aus dem Weg, meinst du ich merke das nicht? Und denk bloß nicht ich hätte nicht gesehen dass du schon wieder fast geheult hast, als du so unbedingt auf die Toilette musstest. Und die Treppe hast du auch nur genommen weil du nicht mit mir im Aufzug sein wolltest. Also verkauf mich nicht für dumm und sag mir endlich was los ist.“
„Man Marc ich hab dir doch gesagt, dass ich nichts habe. Ich musste wirklich zur Toilette, ok? Und den Fahrstuhl hab ich nur nicht genommen weil du immer sagst dass ich zu dick bin.“
Marcs Augen weiten sich für einen Moment, nur um sich dann zu winzigen Schlitzen zu verkleinern und mich eisern anzusehen.
„Ich dachte ich hätte dir gestern Nacht gezeigt, dass ich dich nicht zu dick finde. Und jetzt sag mir verdammt noch mal warum du mir schon den ganzen Tag aus dem Weg gehst und warum du mich jetzt hier so anzickst.“
Will er es einfach nicht kapieren? Ich werde jetzt ganz sicher nicht mit ihm darüber reden, dass er mit Gabi anscheinend genau dieselben Nummern geschoben hat wie mit mir. Dass ich mir dadurch vorkomme wie eine von vielen, und dass ich undendlich enttäuscht darüber bin.
„Es ist nichts! Kapier es endlich!“ gebe ich gereizt von mir und fummel dabei am Sicherheitsgurt rum, nur um Marc auch jetzt nicht in die Augen sehen zu müssen.
„Sicher?“ fragt Marc ziemlich aggressiv und sieht mich ein letztes Mal an.
„Ja und jetzt bring mich endlich nach Hause!“ schreie ich schon fast und lasse wieder vom Sicherheitsgurt ab um den Haustürschlüssel in meiner Handtasche zu suchen.
„Wie du willst.“ Brüllt Marc zurück und startet den Wagen wieder. Nur wenig später befinden wir uns wieder auf der Straße und Marc fährt mich nach Hause. Vor dem Haus meiner Eltern angekommen steige ich aus dem weißen Volvo und schlage die Tür hinter mir zu ohne mich von Marc zu verabschieden oder ihn noch einmal anzusehen. Kurz nachdem ich die Tür geschlossen habe, höre ich, wie Marc mit quietschenden Reifen davon fährt und jetzt endlich kann ich meine Tränen fließen lassen. Die ganze Sache mit Marc hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Fran Offline

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09.05.2010 10:40
#35 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Hallo zusammen :)
Im Auftrag von Schleumel hier nun der nächste Teil. Gruss, Fränzi


Ich schließe unsere Haustür auf und trete so leise es geht in den Flur und hänge meine Jacke auf. Meine Stiefel ziehe ich ebenfalls aus, dann fasse ich meine Tasche ein bisschen fester, damit sie auch bloß nicht mit einem lauten Knall zu Boden geht, und dann schleiche ich mich vorsichtig zur Treppe.
Ich will jetzt niemanden sehen. Und ein Kreuzverhör von meiner Mutter kann ich jetzt am allerwenigsten gebrauchen. Ich habe die erste Etage schon fast erreicht, als ich auf einmal eine durchdringende Stimme höre.
„Margarethe bist du das?“
Oh nein. Warum ausgerechnet jetzt?
Ich will schnell nach oben in mein Zimmer huschen, doch meine Mutter lässt sich nicht abschütteln und sprintet mir förmlich hinterher.
„Margarethe jetzt warte doch mal.“
Sie folgt mir in mein Zimmer und sieht zu, wie ich mich auf mein Bett schmeiße und das Gesicht im Kopfkissen vergrabe. Daraufhin setzt sie sich zu mir aufs Bett und streicht mir über die Haare.
„Margarethe, willst du deiner alten Mutter nicht sagen was dich bedrückt?“
Ich denke einen Moment darüber nach, ob ich wirklich mit meiner Mutter über all das reden sollte. Aber andererseits, mit wem sollte ich sonst darüber reden. Und wenn ich es ihr nicht erzähle, schnüffelt sie nachher doch nur wieder in meinem Tagebuch rum, also kann ich es ihr auch gleich erzählen.
„Ich habe mit Marc geschlafen.“
Meine Mutter atmet einmal ziemlich laut und tief ein und mir scheint sie ist ziemlich geschockt.
„Du hast… Aber Margarethe. Ich dachte du wolltest dich von dem Meier erst mal nicht mehr ablenken lassen. Und außerdem, sowas macht man doch nicht, bevor man sich nicht ein paar Mal getroffen hat. Und ich wüsste nicht, wann der Meier dich schon mal ausgeführt hätte.“
„Gestern.“ Gebe ich grummelnd zu und vergrabe meinen Kopf noch ein bisschen mehr im Kopfkissen.
„Das heißt du hast gleich nach dem ersten Date mit diesem Meier…“ Meiner Mutter bleibt ganz offensichtlich die Spucke weg als sie realisiert was ich ihr gerade gestanden habe.
„Aber Margarethe…“ gibt sie immer noch geschockt von sich und sieht mich entsetzt an. Ich nicke leicht beschämt setze mich im Schneidersitz auf mein Bett, das Kopfkissen presse ich an meine Brust.
Als meine Mutter sich wieder ein bisschen beruhigt hat, kommt sie dann auch endlich zum entscheidenden Punkt.
„Und warum sitzt du jetzt hier wie ein Häufchen Elend?“ will sie wissen und streicht mir behutsam über meine Hand.
Weil ich meiner Mutter die ganzen Details ersparen will, erzähle ich ihr nur die abgespeckte Version.
„Naja, es hat sich herausgestellt, dass Marc die selben Nummern wohl mit allen seinen Frauen abzieht und ich dachte eigentlich das mit uns wär was Besonderes. War es aber wohl anscheinend nicht.“
„Hast du denn mal mit ihm geredet?“
„Nein, das würde ohnehin nichts bringen. Er ist nicht besonders gut in sowas, weißt du.“ Meine Mutter nickt verständnisvoll und streicht mir erneut über die Hand.
„Ich weiß sowieso nicht warum du für diesen Meier dein Glück mit Alexander aufegeben hast.“
„Alexis, Mama!“ werfe ich genervt ein, lasse sie aber doch weiter reden.
„Wie auch immer. Du könntest schon längst schwanger sein. Und dieser Alexander hatte doch auch viel mehr Vorzüge als dein machohafter Oberarzt.“
Ich zucke mit den Schultern. Irgendwie hat sie ja schon Recht. Ich könnte längst glücklich sein. Aber woher hätte ich auch vorher wissen sollen wie alles kommen würde.
„Was ist denn hier los?“ höre ich meinen Vater sagen und wenig später steht er ebenfalls in meinem Zimmer und blickt neugierig auf meine Mutter und mich herab.
Bevor ich antworten kann, hat meine Mutter das Wort allerdings schon übernommen.
„Sie hat mit dem Meier geschlafen.“
Mein Vater läuft rot an.
„Kälbchen! Sag dass das nicht wahr ist.“
„MAMAAA!“
Meine Mutter zuckt nur mit den Schultern als wäre es das Natürlichste der Welt, dass sie meinem Vater das gleich auf die Nase gebunden hat.
So langsam reicht mir das Ganze hier auch.
„Könnt ihr jetzt bitte raus gehen? Ich wär gern ein bisschen alleine.“ Sage ich schließlich ziemlich bestimmt, was meine Mutter dazu veranlasst vom Bett aufzustehen und zu meinem Vater zu gehen, der noch in der Türe steht.
„Komm Franz, Margarethe möchte alleine sein, hast du doch gehört.“
Doch mein Vater scheint nicht ganz bei der Sache zu sein.
„Wenn ich den Meier erwische, der kann was erleben.“ Zischt mein Vater stinksauer und dreht sich schon um, um das Zimer zu verlassen.
„Papa nein!“ rufe ich, und springe vom Bett auf. „Ich möchte das bitte alleine klären, ok?!“
„Na gut, aber das nächste Mal wenn ich irgendwas von dem höre, dass der dir wieder weh getan hat, dann breche ich ihm alle knochen, das schwöre ich.“
Ich nicke nur und schiebe dann meine Eltern aus meinem Zimmer und schließe die Tür hinter ihnen. Endlich allein.

schleumel Offline

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10.05.2010 15:21
#36 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

ihr lieben, es geht weiter :)
danke für eure tollen kommentare
ich hoffe ihr mögt meine story noch, trotz momentanem zuckerengpass...
aber jetzt wünsch ich euch erst mal viel spaß beim lesen


Zur selben Zeit saß Schwester Gabi gerade auf ihrem Bett im Schwesternwohnheim und zog einen kleinen Zettel aus ihrer Hosentasche. Sie faltete ihn auseinander und schnappte sich dann ihr Handy, welches auf dem kleinen Nachttisch neben ihr lag. Hastig tippte sie eine der Nummern die sie dort aufgeschrieben hatte in ihr Handy und hielt es sich erwartungsvoll ans Ohr. Es klingelte. Grade als Gabi wieder auflegen wollte, weil sie dachte dass niemand mehr ran gehen würde, ertönte eine Stimme am anderen Ende der Leitung.
„Von Buren?“
„Ja, Herr von Buren. Schwester Gabi Kragenow hier. Ich bin eine Kollegin von Frau Haase.“
Der Mann am anderen Ende der Leitung schien über diesen Anruf ziemlich überrascht, denn er räusperte sich mehrere Male eher er antwortete.
„Ich weiß wer sie sind. Wie kann ich ihnnen denn weiter helfen?“
„Die Frage ist wohl eher, ob ich ihnen helfen kann Herr von Buren.“ Erwiderte Gabi geheimnisvoll und ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.
„Wie darf ich das verstehen Frau Kragenow?“
„Lieben sie sie noch?“ fragte Gabi schließlich ganz unverhohlen. Wenn das hier klappen sollte, mussten die beiden zusammen arbeiten und da war es nötig, dass sie ohne Umschweife zum Punkt kam.
„Was? Wen?“ Alexis von Buren schien zunehmends verwirrter.
„Na die Frau Doktor Haase. Lieben sie sie noch?“
Wieder räusperte dich der Mann am anderen Ende, zwang sich dann jedoch zu einer Antwort.
„Natürlich liebe ich sie noch aber ich wüsste beim besten Willen nicht, was sie das anginge.“
Gabi bemerkte wie ein Gefühl von Überlegenheit in ihr aufstieg und ihr Lächeln verstärkte sich noch ein wenig.
„Ich habe beste Vorraussetzungen für sie geschaffen um sie wieder für sich zu gewinnen. Aber ich verrate ihnen nur was zu tun ist, wenn sie mir ein bisschen entgegen kommen.“
„Entgegen kommen? Inwiefern?“
Gabi ließ sich mit dem Rücken aufs Bett fallen und atmete einmal tief ein und wieder aus.
„Ich will Geld.“
„Geld? Ich bitte sie Frau Kragenow, ich weiß ja nicht mal ob es sich lohnen würde, ihnen Geld zu geben. Sie müssen mit ihren Andeutungen schon ein bisschen genauer werden.“
Das ließ Gabi sich natürlich nicht zwei Mal sagen.
„Sagen wir einfach so, ich habe ihr klar gemacht, dass sie für Doktor Meier auch nur eine von vielen ist. Und sie hat es mir geglaubt. Wenn sie also jetzt bereit stünden um sie zu trösten, wäre das für sie sicher nur zum Vorteil. Und für mich übrigens auch. Denn ich bekomme mein Geld und kann dann endlich aus diesem Loch hier ausziehen, und wenn ich ganz viel Glück habe, bekomme ich auch gleich den passenden Mann zu meiner neuen Wohnung.“
Alexis von Buren schien noch skeptisch zu sein, doch Gabis Plan, das musste er zugeben, war durchaus verlockend.
„Gut, wieviel Geld wollen sie?“
„Ich dachte da so an… 50.000€.“
Alexis von Buren wäre beinahe der Hörer aus der Hand gefallen als er vernahm, welche Summe die Schwester da von ihm verlangte.
„Sind sie verrückt?“
„Ich bitte sie Herr von Buren. Wir beide wissen doch, dass ihnen die 50.000€ nicht weh tun würden und ich könnte sie grade wirklich gut gebrauchen. Außerdem überlegen sie sich doch einmal, was sie dafür bekommen würden.“
In dem Hirn des jungen Mannes ratterte es. Er wusste, dass die Krankenschwester ein ziemlich durchtriebenes Biest war, doch er musste zugeben, dass sie recht hatte. Was waren schon 50.000€ wenn er dafür sein Sternchen wieder haben konnte.
„Wer garantiert mir denn, dass ihr Plan funktioniert?“
„Eine Garantie gibt es natürlich nicht.“ räumte Gabi ohne Umschweife ein. „Ich habe ihnen allerdings eine sehr gute Vorlage geliefert. Ob sie das Tor nun verwandeln, liegt allein an ihnen.“
Alexis schwieg für einen Moment und dachte über das Angebot der Schwester nach. Schließlich fasste er einen Entschluss.
„Gut, was muss ich tun?“
„Wir treffen uns morgen früh vor dem Schwesternwohnheim an der Bushaltestelle. Dort werden sie mir mein Geld geben. Dann verrate ich ihnen mehr.“
Mit diesen Worten beendete Gabi das Gespräch und setzte sich wieder hin.
„Bald ist das endlich vorbei mit ihm und der dicken Kuh.“ Murmelte sie noch, ehe sie das Handy beiseite legte und aufstand um sich umzuziehen.

schleumel Offline

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11.05.2010 19:35
#37 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Endlich allein, denke ich darüber nach, was in den letzten 48 Stunden passiert ist. Ich hatte wirklich geglaubt, dass aus Marc und mir etwas hätte werden können. Aber statt in seinen Armen zu liegen und mich in eine andere Welt zu träumen, liege ich verheult auf meinem Bett in meinem Kinderzimmer rum und versuche mir meine Eltern vom Leib zu halten.
Apropos vom Leib halten. Werde Papa wohl darum bitten müssen mir zumindest für die nächsten Tage frei zu geben. Ich muss mir schließlich erst mal darüber klar werden was jetzt mit Marc ist. Ich meine, wenn ich nicht nur eine von vielen gewesen wäre, dann wäre Marc doch längst hier und würde mich vom Gegenteil überzeugen.
Ja gut, er ist rechts rangefahren um mit mir zu reden. Aber bestimmt wollte er eh nur, dass ich nochmal mit zu ihm komme, damit er mich wieder flachlegen kann. Scheint ja seine Spezialität zu sein. Naja, immerhin hat er ein Talent. Ganz zu schweigen von mir. Wobei… Wenn ich mir das recht überlege, habe ich ja doch ein Talent. Nämlich dass, mich immer in die falschen Männer verlieben zu müssen. Und das kann ich doch eigentlich ziemlich gut, oder?
Naja, ich geh jetzt erst mal zu Papa und bitte ihn mir frei zu geben. Will Marc nämlich erst mal NICHT sehen.
Als ich das Wohnzimmer betrete, sehe ich wie meine Eltern zusammen auf dem Sofa sitzen und zusammen den Jauch gucken. Irgendwie süß die beiden, dass sie sich in ihrem Alter immer noch lieben. Aber das kann mir ja nicht passieren. Seufzend setze ich mich auf das andere Sofa und blicke zu den beiden rüber.
„Papa?“
Mein Vater scheint irgendwie immer noch leicht angesäuert zu sein, denn seine Miene verfinstert sich augenblicklich. Er beäugt mich skeptisch.
„Noch mehr Gemeinheiten vom Meier die du uns beichten willst?“
„Was nein ich…“
Ich atme noch einmal tief ein und aus.
„Ich wollte fragen ob ich ein paar Tage frei haben kann, damit ich… über alles nachdenken kann und… Ich will Marc jetzt einfach nicht sehen.“
Mein Vater nickt still, springt dann allerdings mit einem Satz vom Sofa auf und baut sich vor mir auf.
„Kälbchen, der Meier kann was erleben wenn ich ihn sehe. Dem drücke ich die Akten und die Blinddärme auf, soviel ist sicher!“
„Papa, du sollst dich doch raushalten.“ Versuche ich meinen Vater zu besänftigen und stehe jetzt ebenfalls auf.
Mein Vater schnaubt immer noch.
„Ich habe mir das jetzt lange genug angesehen Kälbchen. Die Frauengeschichten vom Meier und wie er dich immer wieder unglücklich macht. Langsam reicht’s!“
Und so langsam reicht es mir auch. Warum glauben immer alle, für mich entscheiden zu müssen. Das kann ich doch mit 30 nun wirklich selber. Ich lasse mir nichts mehr vorschreiben. Und vor allem lasse ich nicht andere für mich entscheiden und ich will auch nicht, dass sich noch jemand in mein Leben einmischt.
„Wag es bloß nicht Papa! Ich kläre das alleine!“
Verdutzt über meine Ansage sieht mein Vater mich überrascht an und es scheint so, als wüsste er nicht so recht was er erwidern soll.
„Ja, also Kälbchen ich wollte doch nur…“
„Brauchst du nicht! Bekomme ich nun frei oder nicht.“
Mein Vater setzt sich wieder aufs Sofa neben meine Mutter, die das Spektakel interessiert verfolgt hat, und sieht zu mir auf.
„Ja natürlich kannst du frei haben.“ Gibt er kleinlaut zu und ist wohl immer noch verwirrt darüber, dass ich eine so klare Ansage gemacht habe.
„Gut!“
Und schon stapfe ich wieder rauf auf mein Zimmer, schmeiße meine Lieblingsherzschmerz-CD ein und drehe die Anlage auf volle Lautstärke.

Am nächsten Morgen wartete ein junger Mann an einer Bushaltestelle schon aufgeregt auf die Krankenschwester mit der er sich verabredet hatte. In seiner Mantelinnentasche trug er einen dicken Umschlag mit einer Menge Geld. Nervös lief er auf und ab und sah sich immer wieder um. Nach einer für ihn gefühlten Ewigkeit kam Gabi Kragenow endlich um die Ecke und lief geradewegs auf ihn zu. Bei ihm angekommen fackelte sie nicht lange und sprach den jungen Mann direkt an.
„Und? Haben sie das Geld?“
„Ja, aber erst will ich ihren Plan hören, dann bekommen sie ihr Geld.“
Gabi sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an. Dann machte sie einen Schritt auf Alexis zu.
„Schön. Ich werde Gretchens Mutter dazu bringen, dass sie ein Treffen für sie und Gretchen arrangiert. Und sie werden sie dann trösten und ihr zeigen, dass sie sie glücklicher machen können als Marc Meier. Ein bisschen Süßholzgeraspel und noch ein paar Komplimente ihrerseits und sie wird Marc bald vergessen haben.“
Gabi lächelte Alexis siegessicher an, doch dieser schien noch nicht ganz überzeugt zu sein.
„Woher soll ich wissen ob es funktioniert? Was wenn sie Frau Haase gar nicht dazu bekommen mich einzuladen?“
„Das lassen sie mal schön meine Sorge sein. Außerdem habe ich ihnen ja schon gesagt dass es letztlich nicht an mir liegt ob sie die Chance nutzen oder nicht. Ich habe ihnen nur beste Voraussetzungen geschaffen, aber das sagte ich ja bereits.“
Alexis nickte stumm und dachte einen Moment lang nach. Dann griff er in die Innentasche seines Mantels und holte dem Umschlag hervor und überreichte ihn Gabi. Die öffnete ihn kurz, warf einen Blick hinein und lächelte zufrieden.
„Danke. Ich melde mich dann wenn ich mit Frau Haase gesprochen habe.“ Sagte Gabi noch, ehe sie sich wieder umdrehte und zum Schwesternwohnheim zurück ging und Alexis von Buren einfach alleine stehen ließ.

schleumel Offline

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12.05.2010 13:03
#38 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey mädels :)
es geht auch schon weiter im text
danke für eure lieben kommentare trotz zuckermangel ein bisschen geduld müsst ihr noch mit mir haben, aber ich verspreche euch, die zeit für kühlakkus kommt auch wieder
und jetzt viel spaß beim lesen


Zur selben Zeit lief ein ziemlich neben sich stehender Marc Meier durch die Gänge des Krankenhauses und suchte nach seiner blonden Assistenzärztin. Eigentlich hätte sie schon vor einer viertel Stunde da sein müssen aber immer noch fehlte von ihr jede Spur. Nur um sicher zu gehen, ging Marc am Schokoautomaten vorbei, doch hier war sie auch nicht. Auch in der Cafeteria konnte er sie nicht finden, genauso wenig wie im Schwesternzimmer.
Aufgebracht tigerte Marc jetzt durch die Gänge und hielt Ausschau. Nicht mal Sabine hatte gewusst wo Hasenzahn sich aufhielt, das gab ihm schon zu denken.
Marc wollte die Suche grade wieder aufgeben, als er dem Professor über den Weg lief.
„Morgen Herr Professor.“ Grüßte Marc freundlich, doch erwidert wurde von dem Professor nur ein eiskalter und wütender Blick in seine Richtung. Marc wusste nicht recht wie er reagieren sollte. Nervös zog er den Kragen seines Hemdes hoch und sah den Professor leicht verwirrt an.
„Stimmt irgendwas nicht? Ich meine…“
Hoffentlich hatte Gretchen ihren Eltern noch nichts von dem Streit erzählt. Er wusste ja selber nicht einmal warum Gretchen plötzlich sauer auf ihn war. Warum sie nicht mit ihm reden und ihn auch nicht sehen wollte. Gott allein wusste, was sie ihren Eltern erzählt hatte. Aber eins war sicher, er war dabei bestimmt nicht gut weggekommen.
„MEEEIIIEEEEERRR!“ presste Professor Franz Haase zischend hervor und deutete seinem jüngsten Oberarzt mit einer Handbewegung ihm zu folgen. Marc schaute noch einmal verwundert zur Seite um sicher zu gehen, dass der Professor nicht vielleicht doch irgendeinem anderen Meier, der zufällig grade in der Nähe war, die Hölle heiß machen wollte, doch zu seinem Bedauern konnte er im ganzen Gang keine weitere Person ausmachen. Also folgte er Franz Haase in sein Büro.
Kaum hatte Franz Haase die Tür zu seinem Büro hinter Marc wieder geschlossen und sich auf seinen Stuhl fallen lassen, da polterte er auch schon los.
„Meier!“ brüllte er so laut, dass Marc zusammen zuckte. „Ich habe mir ihre Frauengeschichten jetzt lange genug angesehen. Habe zugeschaut wie sie mit Schwester Gabi in der Wäschekammer verschwunden sind, wie sie danach mit Schwester Julia in einem anderen Zimmer verschwunden sind und wie sie eigentlich jeder Krankenschwester in diesem Krankenhaus schöne Augen gemacht haben. Und als ob das noch nicht reichen würde, mussten sie ihre dreckigen Griffel auch noch an meine Tochter legen, dabei hatte ich ihnen unmissverständlich klar gemacht, dass sie gefälligst die Finger von ihr zu lassen haben!“
Je mehr der Professor sprach und sich dabei immer mehr ereiferte, desto undwohler fühlte Marc sich. Immerzu hatte er das Gefühl auf einer Anklagebank zu sitzen und sich verteidigen zu müssen, doch der Professor ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen.
„Sie hat in der Vergangenheit doch genug wegen ihnen durchmachen müssen. Warum sie sich ausgerechnet in sie verlieben musste, das kann ich auch nicht so genau sagen.“
Franz Haase schüttelte kurz den Kopf und schwieg für einen Moment. Diesen Moment wollte Marc nutzen um sich auch einmal zu Wort zu melden, doch kaum hatte er seine Stimme erhoben, da redete der Professor auch schon weiter auf ihn ein.
„Herr Professor, darf ich fragen was…“
„Nein, sie dürfen nicht. Dieses Mal haben sie es eindeutig zu weit getrieben. Ich mag eigentlich gar nicht aussprechen, was sie meinem Kälbchen dieses Mal angetan haben. Aber mit ihr zu schlafen und sie dann eiskalt fallen zu lassen wie einen heißen Stein, das ist selbst für ihre Verhältnisse das Letzte, Meier.“
Marc verstand die Welt nicht mehr. Dachte Gretchen etwa wirklich, dass er sie nur hatte ins Bett kriegen wollen? Dass sie nur eine von vielen war? Wie kam sie nur auf so einen Unsinn. Immerhin hatte er ihr doch gesagt dass er sie mochte. Gut, er hatte ihr nicht wirklich gesagt wie viel sie ihm bedeutete, so weit war er einfach noch nicht, aber hatte gedacht sie hätte es auch so verstanden.
„Herr Professor, ich verstehe nicht, ich habe…“
Der Professor war immer noch auf 180 und ließ Marc auch dieses Mal nicht aussprechen.
„Jetzt lügen sie mich bloß nicht an. Ich weiß genau dass sie mein Kälbchen… dass sie beide… Sie wissen verdammt gut was ich meine! Also spielen sie hier nicht das Unschuldslamm und stehen sie endlich dazu.“
Franz Haase schien nun endlich auf eine Antwort zu warten, was Marc gleich nutzte um ein wenig Klarheit in diese verworrene Situation zu bringen.
„Herr Professor ich will ja gar nicht leugnen dass ihre Tochter und ich Se… dass wir miteinander geschlafen haben. Aber ich habe sie nicht fallen gelassen wie einen heißen Stein, ganz sicher nicht.“
Der Professor hatte sich wieder ein wenig beruhigt, war aber immer noch skeptisch.
„Haben sie nicht?“
Marc schüttelte vehement den Kopf und sah den Professor mit ernstem Blick an.
„Nein habe ich nicht. Ich wollte sie eigentlich mit zu mir nehmen an dem Abend aber sie… wollte nicht, ist mir den ganzen Tag aus dem Weg gegangen und war die ganze Zeit ziemlich abweisend. Glauben sie mir, ich hätte sie ganz sicher nicht freiwillig gehen lassen.“
Marc wurde sich erst jetzt über seinen letzten Satz bewusst und peinlich berührt räusperte er sich einmal kurz und rutschte in seinem Stuhl ein Stück weiter nach oben.
„Hätten sie nicht?“ fragte der Professor überrascht. „Das heißt also sie..“
Marc war die ganze Sache jetzt doch ziemlich unangenehm, schließlich hatte er nie vorgehabt seinem Chef seine Gefühle zu offenbaren. Aber viel mehr noch beschäftigte ihn die Frage, warum Gretchen auf einmal glaubte nur eine von Vielen zu sein, hatte er doch gedacht sie hätte verstanden, dass dem nicht so war.
„Sie hat sich eine Auszeit genommen, ich denke nicht, dass sie diese Woche zur Arbeit kommen wird.“ Warf Franz Haase noch ein weil er sah, dass seinen besten Oberarzt wohl die Frage beschäftigte, wo Gretchen zurzeit war. „Wenn sie wirklich nichts gemacht haben, sehen sie doch heute Abend einmal nach ihr. Ich mag es einfach nicht wenn sie traurig ist und sie scheinen der Einzige zu sein, der das wieder ändern kann.“
Und Marc nahm sich vor genau das heute Abend zu machen.

schleumel Offline

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13.05.2010 19:43
#39 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so es geht weiter
ich danke euch für die kommis
viel spaß mit dem neuen teil


Mittlerweile war auch Gabi im Krankenhaus angekommen. Bevor sie allerdings auf sie Gynäkologie ging, verschwand sie noch einmal schnell in der Damentoilette und holte erneut den kleinen Zettel und ihr Handy hervor. Bevor sie die Nummer wählte, vergewisserte sie sich noch einmal, dass sie auch wirklich alleine war. Dann tippte sie die Nummer in ihr Handy ein und hörte zu wie es klingelte. Wenig später hörte sie eine Stimme am anderen Ende der Leitung.
„Bärbel Haase?“
„Hallo Frau Haase. Hier ist die Gabi aus dem Krankenhaus. Von der Gyn.“
Bärbel Haase schien für einen Moment nachzudenken, dann fiel ihr wieder ein, wer die junge Frau am anderen Ende der Leitung war.
„Ahhh Schwester Gabi. Natürlich, ich erinnere mich. Darf ich fragen warum sie anrufen?“
Gabi dämpfte ihre Stimme zur Sicherheit ein wenig.
„Ich rufe wegen ihrer Tochter an.“
Bärbel Haase war merklich verwundert.
„Wegen meiner Tochter? Ich dachte sie könnten sie nicht leiden weil der Meier sie wegen Gretchen verlassen hat. So geht zumindest der Tratsch im Krankenhaus.“
Gabi musste schlucken. Dass Bärbel Haase darüber Bescheid wusste und es dann auch noch so ohne Umschweife zu Wort brachte, das wunderte sie doch ziemlich. Sie ballte die Hände zu einer Faust, denn mit einem Mal stieg die gesammelte Wut auf Gretchen wieder in ihr auf. Seit sie ins Krankenhaus gekommen war, hatte Marc nur noch Augen für sie gehabt, auch wenn er es natürlich nicht hatte zugeben wollen. Wegen ihr hatte sie Marc nicht heiraten können. Womöglich würde sie jetzt mit Marc auf dem Sofa liegen und gemeinsam würden sie Fernsehen gucken und Marc würde sie im Arm halten, wenn diese dicke Kuh nicht gewesen wäre. Und selbst wenn Marc nicht mit ihr zusammen sein wollte, so hatte er sogar die gelegentlichen Schäferstündchen abgelehnt und schenkte ihr von nun an noch weniger Aufmerksamkeit.
Und das alles machte sie unheimlich wütend und neidisch. Aber sie musste ihre Wut jetzt hinunter schlucken, schließlich musste sie Bärbel Haase von ihrem Wohlwollen Gretchen gegenüber überzeugen.
„Ach sie wissen doch selber wie das mit dem Tratsch ist.“ Versuchte Gabi die Sache zu beschönigen. „Gretchen und ich hatten vielleicht keinen guten Start, aber mittlerweile verstehen wir uns eigentlich ganz gut.“ Log Gabi eiskalt und betrachtete dabei ihre perfekt manikürten Fingernägel.
„Ach ja?“
„Ja. Aber warum ich eigentlich anrufe.“ Setzte Gabi das Gespräch fort. „Ich habe gehört wie Dr. Meier ihre Tochter einfach hat… naja… mit ihr geschlafen hat und sie dann links hat liegen lassen.“
„Ach, geht das also auch schon im Krankenhaus rum?“ wollte Bärbel wissen und stemmte eine Hand in die Hüfte.
„Nun ja, sie kennen das ja sicher selber. Aber ich will gleich zum Punkt kommen. Dr. Meier ist nichts für ihre Tochter. Sie sollte sich lieber wieder mit ihrem Millionär treffen.“
„Pfff… Wem sagen sie das. Ich versuche doch immer ihr diesen Meier auszureden, aber sie will ja nicht hören.“
Auf Gabis Gesicht breitete sich nun ein Lächeln aus.
„Wissen sie Frau Haase, manchmal da helfen Worte einfach nicht, da muss man Taten sprechen lassen.“
Bärbel Haase schien verdutzt.
„Was wollen sie damit sagen?“
„Sie sollten Alexis von Buren vielleicht noch einmal einladen, damit die beiden sich aussprechen und wieder zueinander finden können. Sie wissen doch sicher selber wie gerne wir Frauen uns trösten lassen wenn ein Mann uns betrogen hat.“
Bärbel Haase schluckte. Wusste diese Schwester etwa von ihrer Affäre mit Eric? Das konnte eigentlich gar nicht sein. Sicher sprach sie nur über Gretchen und diesen Meier. Bärbel dachte über Gabis Vorschlag nach. Vielleicht war es gar keine so schlechte Idee, wenn Gretchen und Alexis sich noch einmal wieder sehen würden, so würde Gretchen vielleicht erkennen, dass dieser Meier nun wirklich nicht der Richtige war.
„Gut, was schlagen sie vor?“
„Ich habe zufälligerweise die Nummer von Herrn von Buren. Ich werde ihn anrufen und ihm sagen dass er nach ihrer Tochter sehen soll heute Abend. Wie wäre es mit 19 Uhr?“
„Klingt gut.“
„Ok. Dann um sieben also.“
Daraufhin legte Gabi zufrieden auf und begab sich auf ihre Station.
Und auch Bärbel legte mit einem Lächeln auf, wollte sie doch so sehr, dass Gretchen wieder mit Alexis zusammen kam. Allein schon wegen der Enkelkinder die sie sich so sehr wünschte. Und mit diesem Meier würde sie die sicher nicht bekommen. Warum Gabi Kragenow allerdings so erpicht darauf war, Marc und Gretchen auseinander zu bringen, das fragte sie sich in ihrem Eifer nicht.

schleumel Offline

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14.05.2010 09:13
#40 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so weil ich heute den ganzen tag keine zeit haben werde, gibts den neuen teil jetzt schon.
ich danke euch wie immer für eure kommis
ganz ganz liebe grüße und viel spaß beim lesen


Mittlerweile ist es schon viertel vor Sieben Abends. Ich habe den ganzen Tag damit verbracht auf dem Sofa zu sitzen und mich selbst zu bemitleiden. Weil ich immer wieder auf die falschen Männer reinfalle… Ich meine, erst mal Peter der mich mit so einer billigen Schlam… Arzthelferin betrügen musste, Mehdi, der sich irgendwie doch lieber um seine Exfrau kümmern wollte obwohl sie ihn verlassen wollte und dann Marc. Jaaa, Marc. Was hat mich nur geritten gleich mit ihm ins Bett zu steigen. Ok. Ich habe ja auch nur knapp 20 Jahre darauf warten müssen, da wird man schon mal ein bisschen ungeduldig und unvernünftig.
Während ich so durch die Programme zappe fällt mir auf, dass meine Mutter schon den ganzen Tag freudig durchs Haus wandert und es riecht auch so, als würde sie ein Festmahl zaubern. Ob sie mich mit ihrem Pudding aufheitern will. Also ich hätte ja nichts dagegen.
Aber Moment Mal. Das letzte Mal hat sie diesen Pudding doch gemacht als Peter….
„Maaamaaaa?“
Meine Mutter kommt aus der Küche und sieht mich fragend an.
„Was ist denn?“
„Sag mal, bekommen wir noch Besuch?“
Meine Mutter schaut leicht nervös in der Gegend herum und stemmt die Hände in die Hüften. Sie sucht wohl nach einer Antwort.
„Ja Margarethe weißt du ich dachte du könntest ein bisschen Aufmunterung vielleicht gut gebrauchen.“
„Was? Aber wer…?“
„Reg dich jetzt bitte nicht auf Margarethe. Ich meine es doch wirklich nur gut mit dir. Und ich verlange ja auch nichts von dir, außer dass du dich ein bisschen aufmuntern lässt, hm?“
So langsam wird mir die ganze Sache suspekt. Sie hat doch nicht etwa Alexis eingeladen?
„Mama? Sag jetzt bitte nicht, dass du Alexis eingeladen hast.“
Meine Mutter schaut zur Seite und dreht sich wieder zur Küche um.
„Ach, ich will doch nur dass es dir wieder besser geht. Vielleicht ziehst du dir auch was anderes an, dein rosa Jogginganzug ist ja wirklich nicht sehr vorteilhaft.“
Das glaub ich jetzt einfach nicht. Konnte sie mir das nicht ein bisschen früher sagen? Wahrscheinlich hätte sie gar nichts gesagt wenn ich nicht gefragt hätte.
Aber jetzt wo Alexis eh kommt, kann ich das wohl auch nicht mehr ändern. Vielleicht ist das wirklich nicht so schlimm wenn ich mich noch mal mit ihm treffe. Bringt mich zumindest sicher auf andere Gedanken.
„Dein Vater und ich sind heute Abend auch nicht da, dann habt ihr das Haus für euch.“ Höre ich meine Mutter noch aus der Küche rufen.
Und dann klingelt es auch schon an der Türe. Oh Gott! Ich hätte vielleicht wirklich was anderes anziehen sollen.
Als ich die Türe öffne, steht Alexis mit einem riesigen Strauß roter Rosen vor mir und lächelt mich an.
„Hi, wirklich schön dich zu sehen.“ Sagt er sanft und drückt mir die Blumen in die Hand. Dann nimmt er mich in den Arm. Ich bin so überrumpelt, dass ich kaum reagiere und ihn einfach machen lasse. Als er mich wieder loslässt werfe ich einen Blick auf die Rosen, die nebenbei bemerkt wirklich wunderschön sind.
„Danke für die Blumen.“ Sage ich schließlich ein bisschen schüchtern und Alexis betritt den Flur und zieht seinen Mantel aus.
„Ja, habe ich extra für dich gepflückt.“ Er grinst mich an.
„Was? Wirklich? So richtig… auf dem Feld, oder…?“
Wahrscheinlich gucke ich grade ziemlich bescheuert denn Alexis grinst schon wieder.
„Nein, beim Floristen.“
„Achso.“
Ich nicke und Alexis und ich gehen ins Wohnzimmer. Er setzt sich aufs Sofa, während ich die Blumen in die Küche bringe und sie ins Wasser stelle. Dann gehe ich wieder zu Alexis. Meine Mutter hat Kaffee und Pudding bereits im Wohnzimmer auf den kleinen Tisch gestellt. Ich höre noch wie sie „Ich hole jetzt deinen Vater im Krankenhaus ab und dann sind wir weeeg!“ ruft und danach die Türe zuknallt.
Jetzt sind Alexis und ich also alleine und ich weiß gar nicht so recht was ich sagen soll.
„Und? Was hast du so gemacht?“
Blöde Frage aber ich weiß nun mal nicht, was ich sonst fragen sollte.
Alexis lehnt sich lässig zurück und legt seinen Arm auf die Lehne des Sofas.
„Ach dies und das. Geschäfte eben. Und du?“
„Den größten Fehler meines Lebens.“ Rutscht es mir auf einmal raus und als mir bewusst wird was ich grade gesagt habe, muss ich doch arg mit den Tränen kämpfen. So war das aber nicht gedacht, dass ich jetzt schon wieder an Marc denke. Außerdem wollte ich mit Alexis wirklich nicht über Marc reden. Das hat er nicht verdient. Aber ich kann mal wieder nicht anders. Was spukt dieser Mann denn auch immer in meinem Kopf rum?
Alexis sieht mich besorgt an und legt seinen Arm um mich.
„Sternchen, was hast du denn?“ Ach, und Alexis ist schon wieder so fürsorglich und ich heule ihm hier was vor. Unmöglicher geht es ja kaum noch.
Ich wische mir die eine Träne weg, die sich bereits den Weg über meine Wange gesucht hat und versuche mich wieder zu fangen.
„Ach nichts. Es ist nur mal wieder alles schief gelaufen, aber reden wir nicht darüber.“
Und ich will wirklich nicht darüber reden. Ich will Marc schließlich vergessen.
Alexis nickt.
„Na komm mal her.“ Sagt er schließlich, schlingt seine Arme um mich und drückt mich fest an sich.

Genau in diesem Moment öffnete ein junger Oberarzt das Gartentor zum Haus der Familie Haase und schritt auf die Haustüre zu. Bevor er klingelte, schaute er noch einmal nervös auf die kleine Schachtel in seiner Hand.
Er konnte selber kaum glauben, dass er jetzt tatsächlich vor Hasenzahns Tür stand um mit ihr zu reden. Schließlich hatte er nichts getan wofür er sich hätte schämen müssen. Er hatte sie weder einfach so abgeschoben, noch war er unehrlich zu ihr gewesen. Und doch war irgendetwas mit ihr und er konnte sich einfach keinen Reim darauf machen was sie hatte.
Aber sie war nun mal nicht aus seinem Kopf rauszukriegen. Während der Schicht hatte er die ganze Zeit an sie denken müssen und deswegen stand er jetzt hier.
Die Worte des Professors hatten ihn ebenfalls nachdenklich gestimmt. Hasenzahn konnte doch nicht wirklich glauben, dass sie für ihn nur eine von vielen war. Aber er war ja jetzt hier um das richtig zu stellen.
Er straffte noch einmal die Schultern und ließ seinen Kopf im Nacken kreisen bevor er die Hand erhob und den Finger in Richtung Klingel bewegte. Eher zufällig warf er dabei einen Blick zur Seite zum Wohnzimmerfenster hin. Was er dort allerdings zu sehen bekam, trieb ihm augenblicklich Wut in den Bauch. Auf dem Absatz machte er kehrt und setzte sich wieder in sein Auto.
Was sollte das denn jetzt? Kaum hatten sie mal einen Tag Streit, traf Hasenzahn sich gleich wieder mit diesem Schleimer von Millionär? Das war eindeutig zu viel. Gekränkt in seinem Stolz und zutiefst eifersüchtig und verletzt startete Marc den Wagen und hielt erst wieder an, als er eine halbwegs einladend aussehende Bar zu seiner rechten erkannte.

schleumel Offline

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15.05.2010 18:15
#41 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu :)
es geht weiter im text
und tausend dank für eure kommis, auch wenns grade nicht so rosig ist... und...ähh... es wird noch ein bisschen unrosiger würde ich sagen... ich geh schon mal in deckung
freu mich aber trotzdem auf eure kommentare
allerliebste grüüüße


Nach einiger Zeit lässt Alexis mich wieder los und ich habe mich auch wirklich wieder ein wenig beruhigt. Ich lächle Alexis verlegen an. Er hatte sich den Abend sicher auch anders vorgestellt. Und jetzt muss er hier mit mir sitzen und mich trösten weil ich mal wieder einen Heulkrampf nach dem anderen habe. Ok, das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, schließlich habe ich ja nur ein paar kleine Tränen vergossen aber trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen. Immerhin gibt Alexis sich so viel Mühe, da sollte man doch meinen dass ich es zumindest für ein paar Stunden schaffen könnte, nicht an Marc zu denken.
Als ich mich schließlich aus Alexis Armen gelöst habe, werfe ich einen Blick auf den Pudding auf dem Tisch. Eine wirklich gelungene und leckere Ablenkung wie ich finde.
„Meine Mutter hat extra Pudding gemacht. Sie hat sich wohl ziemlich gefreut als sie hörte dass du kommen würdest.
„Naja, sie hat mich ja auch eingeladen.“ Gibt Alexis zu und greift nach seiner Schüssel.
„Ja stimmt. Für sie war das wohl keine so große Überraschung wie für mich. Sorry wegen meinem Outfit.“
Alexis lächelt mich wohlwollend an und streicht mir ein paar Strähnen aus dem Gesicht.
„Ich finde du siehst wunderschön aus, so wie immer.“
Ich merke wie ich leicht rot anlaufe. Ein wenig beschämt schaue ich zur Seite. Mit Komplimenten konnte ich irgendwie noch nie gut umgehen.
„Danke.“
„Und was machen wir jetzt?“ fragt Alexis und schiebt sich einen Löffel mit Pudding in den Mund.
Ich zucke mit den Schultern. So auf die Schnelle fällt mir eigentlich nichts ein außer vielleicht einen Film zu schauen.
„Was hältst du davon wenn wir uns ne DVD angucken?“
„Klingt gut. Was hast du denn da?“
Ich stehe von der Couch auf und gehe zum Schrank in dem meine Eltern die ganzen DVDs aufbewahren. Auch Jochens und meine. Ich öffne ihn und werfe einen Blick rein.
„Also meine DVDs willst du sicher nicht sehen. Alles Mädchenfilme.“ Versuche ich zu scherzen und Alexis bekommt wirklich ein kleines Lächeln zustande. „Aber Jochen hat ja auch noch was. Moment.“ Ich durchstöbere die Filme nach einem, der uns beiden gefallen könnte und nach einer gefühlten Ewigkeit werde ich tatsächlich fündig.
„Sean oft he Dead?“
„Kenn ich gar nicht.“ gibt Alexis zu. Waaas? Den kennt er nicht? Gibt’s doch gar nicht.
„Na das ändern wir jetzt. Der ist wirklich großartig.“
Ich lege die DVD in den Player und schmeiße mich dann neben Alexis aufs Sofa. Ich breite eine Decke über unseren Beinen aus und mache es mir anschließend bequem. Alexis legt seinen Arm um mich und ich lasse es zu ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. Was ist schon dabei. Schließlich ist mir auch ein bisschen kalt und Alexis wärmt mich doch nur ein bisschen.
Während wir den Film sehen habe ich Marc schon fast vergessen. Zumindest denke ich nicht mehr alle zehn Sekunden an ihn.
Ich merke wie Alexis mich noch ein bisschen näher an sich ran drückt und plötzlich dreht er seinen Kopf zu mir und sieht mich mit seinen sanften braunen Augen so an, dass ich für einen Moment alles um mich herum vergesse. Langsam kommt sein Gesicht immer näher und ich kann seinen warmen Atem bereits an meiner Nase spüren. Kurz danach verschließen seine Lippen die meinen und um meinen Verstand ist es erst mal geschehen. Ob das irgendwie eine Schwäche ist, wenn gut küssende Männer einem so mit nichts dir nichts das Hirn ausschalten können?
Alexis und ich küssen uns eine Weile und zuerst fühle ich mich auch ganz gut dabei. So kann ich Marc beweisen, dass er auf keinen Fall der einzige Mann für mich ist. Marc! Wer ist schon Marc?
Als Alexis von mir ablässt sieht er mich an. Er lächelt mir zu und streicht mit seiner Hand über meine Wange. Er erhebt sich vom Sofa und gibt mir noch einen Kuss auf die Stirn.
„Ich glaube ich gehe jetzt nach Hause, ich muss morgen früh raus.“
Und dann ist er auch schon zur Tür raus verschwunden und lässt mich ziemlich verwirrt zurück. Irgendwie sah Alexis so zufrieden aus, nachdem er mich geküsst hat. Fast so, als hätte er irgendwas gewonnen. Aber das ist ja absurd.
Oh Gott. Was habe ich getan? Ich habe Alexis geküsst. Und das auch noch mit Zunge! Ich muss verrückt sein. Dass er immer noch so nett zu mir ist, nach allem was ich ihm angetan habe. Tja, zumindest weiß ich jetzt, dass er anscheinend nicht nachtragend ist. Ganz im Gegensatz zu Marc.
Scheiße! Marc! Oh Nein. Was mache ich denn jetzt? Ich weiß doch eigentlich ganz genau, dass es nur einen für mich gibt, was versuche ich mir also hier zu beweisen? Wenn ich darüber nachdenke, habe ich mich wirklich ziemlich bescheuert benommen. Ich meine, ich weiß ja nicht mal ob ich für Marc wirklich nur eine von Vielen bin. Ich habe das einfach geglaubt als Gabi mir das erzählt hat. Und wer weiß schon ob Gabi wirklich nur nett sein wollte, oder ob sie wieder irgendwas vor hat. Und ich habe jetzt alles noch viel komplizierter gemacht, indem ich mich mit Alexis getroffen und ihn auch noch geküsst habe. Gott, wie konnte ich nur. Ich muss sofort zu Marc und mit ihm reden. Hoffentlich verzeiht er mir mein kindisches Verhalten.

schleumel Offline

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16.05.2010 16:11
#42 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

sooooo weiter geht's :)
die meisten hatten es ja schon geahnt.
ich hoffe mal, ihr habt trotzdem spaß beim lesen
glg


Verbittert parkte Marc den weißen Volvo auf einem Parkplatz in der Nähe der Bar und steckte sich auf dem Weg dorthin eine Zigarette an.
„Man sollte wirklich nicht jeden Kummer oder jede Abfuhr oder was auch immer in Bier ertränken. Hilft ja sowieso nichts. Und am Ende werden die Frauen durch das Bier ja auch nicht besser.“ dachte Marc als er die Tür zur Bar aufstieß und zielstrebig an die Theke lief. „Hasenzahn ist Geschichte, kapier es Meier!“ murmelte er noch, ehe er sich auf einen der freien Barhocker fallen ließ und die Hand laut auf den Tresen klatschen ließ.
„Tequila!“ schrie Marc und steckte sich gleich die nächste Zigarette an.
Kaum hatte er den Tequila vor sich stehen, vollführte er so schnell er konnte das allseits bekannte Tequila-Trink-Ritual mit dem Salz und der Zitrone und spülte den Schnaps in einem Ruck den Rachen runter. Daraufhin biss er in die Zitrone, verzog sein Gesicht kurz zu einer seltsamen Grimasse und bestellte sich gleich den nächsten Tequila.
Nach den ersten fünf Tequilas fühlte Marc sich bereits angenehm beschwingt.
Anscheinend war es ja doch gar nicht so schwer, Hasenzahn zu vergessen. Hasenzahn? Wer brauchte sie schon? Sie war tollpatschig, übergewichtig, vorlaut, zickig, süß, hübsch, klug, wunderschön, schlagfertig, ach ja… hatte er schon wunderschön gesagt?
Marc schüttelte den Kopf um die Gedanken wieder loswerden zu können. Wäre doch gelacht wenn er Hasenzahn nicht würde vergessen können. Sie war nur eine von Vielen. So hatte sie sich das doch selbst ausgesucht.
Außerdem hatte sie sich ja anscheinend auch wieder anders entschieden, sonst hätte sie sich ja wohl kaum gleich wieder mit diesem blöden Geldsack getroffen.
Bei dem Gedanken daran, dass sein Hasenzahn womöglich immer noch mit diesem Fiesling auf dem gelben Sofa saß und die beiden jetzt vielleicht sogar mehr miteinander anstellten als sich nur zu umarmen, schnürte es dem jungen Chirurgen die Kehle zu.
Er spülte dieses Gefühl gleich mit dem nächsten Tequila runter und sogleich hatte er den Eindruck, dass es ihm schon ein bisschen besser ginge.
Er sah sich in der Bar um und entdeckte direkt die süße Brünette die neben ihm an der Theke stand und auf ihren Drink wartete. Er betrachtete sie eine Weile genauer. Sie hatte lange dunkle Haare, war ziemlich dünn und hatte irre lange Beine, die sie auch noch durch einen Minirock und Highheels zur Geltung brachte. An ihrem Hintern war wirklich kein Gramm zu viel und ihre Brüste hatten mindestens Größe D. Dass die Brüste ganz offenbar nicht echt waren störte Marc nicht weiter. Kurzum, die brünette Frau neben ihm, hatte wirklich nichts an sich, dass ihn irgendwie hätte an Gretchen erinnern können, und das war genau das, was er jetzt brauchte.
Als sie ihren Wodka-Martini schließlich in den Händen hielt, drehte sie sich zu Marc um und lächelte ihn an. Dabei zog sie grade die Olive mit ihren Zähnen von ihrem Zahnstocher und schaute Marc anzüglich an.
„Na Süßer? Darf ich mich zu dir setzen?“
Marc seufzte innerlich, deutete der brünetten Schönheit aber doch sich neben ihn zu setzen, was sie auch gleich tat. „Ich wusste ja, dass Tequila helfen würde.“ Dachte Marc noch bei sich, ehe er von der Frau neben ihm wieder aus seinen Gedanken gerissen wurde.
„Ich heiße übrigens Mandy, und du?“
Marc betrachtete Mandy noch einmal genauer. Wenn man ehrlich war, machte sie doch einen ziemlich billigen Eindruck. Sie schien es ja grade darauf angelegt zu haben, heute Abend flach gelegt zu werden. Aber wen störte das schon. Das war doch genau das, was Marc jetzt brauchte.
„Marc!“
Mandy schaute auf die kleine Schachtel die neben seinem Tequila-Glas auf der Theke stand und deutete mit einem Nicken darauf.
„Was isn da drin?“Marc verzog die Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen, nahm das Päckchen in die Hand und sah es eine Weile an.
„Ziemlich teure Schokolade. Willste?“
Das ließ Mandy sich nicht zwei Mal sagen, sie griff nach der hübschen kleinen Schachtel und probierte das ein oder andere Stück von dieser Köstlichkeit.
Danach unterhielten die beiden sich eine Weile und Marc bestellte immer mehr Tequilas. Mittlerweile war er so betrunken, dass er eine nach der anderen qualmte und kaum noch grade sitzen konnte. Auch Mandy hatte gehörig einen sitzen und immer wieder kicherte sie und strich Marc dabei über den Oberschenkel.
Marc hat Gretchen über den ganzen Alkohol nach einiger Zeit wirklich vergessen, zumindest für den Moment. Und so genoss er die Aufmerksamkeit die Mandy ihm schenkte, und spendierte ihr den ein oder anderen Drink, wohlwissend, dass sie sich später auf ihre Weise bei ihm dafür bedanken würde. So lief das bei solchen Frauen schließlich immer.
Irgendwann knallte Marc schließlich einen 50€-Schein auf den Tisch.
„Hier. Den Rescht kannsu behalten.“ Lallte Marc dem Kellner entgegen und erhob sich wankend von dem Barhocker.
„Komm, lassuns zzzu mir gehen.“ Und daraufhin packte Marc Mandy am Handgelenk und zog sie mit sich aus der Bar.
Draußen angekommen stiegen die beiden in ein Taxi, welches sie zu Marcs Wohnung bringen sollte, und bereits im Taxi fingen sie schon wild an zu knutschen. Immer wieder glitten Mandys Hände über Marcs Brust und Marc war, trotz des erheblichen Alkoholpegels, ziemlich erregt.
Als sie vor Marcs Wohnung angekommen waren, hielt Marc dem Taxifahrer einen Zwanziger entgegen und die beiden stiegen aus.
Küssend torkelten beide die Treppe hinauf und ein paar Mal wäre Marc beinahe runter gefallen wenn er sich nicht am Geländer festgehalten hätte. Oben angekommen fischte er den Schlüssel aus seiner Hosentasche und öffnete die Haustüre. Weil er so betrunken war, bemerkte er nicht, dass der Schlüssel immer noch steckte, als er und Mandy die Wohnung betraten.

schleumel Offline

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17.05.2010 10:32
#43 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
erst mal wieder tausend dank für eure kommentare, ich freu mich immer sehr drüber
dachte ich geb euch den nächsten teil jetzt schon, bin gleich nämlich erst mal unterwegs.
vielleicht beantrage ich dann auch gleich, dass sie mich ins zeugenschutzprogramm aufnehmen damit ihr mich nicht findet
aber lest selbst
glg


So schnell ich kann ziehe ich mir eine Jacke über und schlüpfe in meine Turnschuhe. Dann schnappe ich mir Papas Autoschlüssel und hechte aus der Tür heraus Richtung Einfahrt, wo ich die Fahrertür des Audis öffne und mich hineinwerfe.
So, wie ging das jetzt noch mal? Bremse treten und dann P? Oder war es doch N? Oder wie war das jetzt gleich?
Irgendwie scheine ich es ja doch noch geschafft zu haben denn der Wagen bewegt sich samt filmreifem Reifenquietschen nach vorne.
Es dauert keine viertel Stunde, da habe ich Papas Wagen vor Marcs Wohnung geparkt und renne eilig die Stufen hoch zu seiner Wohnung. Ziemlich außer Atem komme ich oben an und will grade den Finger zur Klingel erheben, als ich sehe, dass die Türe einen Spalt aufsteht und der Schlüssel sogar noch von außen steckt.
Noch während ich die Tür ganz langsam weiter aufdrücke, überlege ich schon mal, was ich Marc alles sagen will. Dass es mir leid tut, dass ich daran gezweifelt habe ob er mich wirklich liebt. Ich weiß ja selber nicht mal, wie ich mich davon hatte überzeugen lassen können, dass ich für ihn nur eine von Vielen war. Ich meine, ich habe doch die ganze Zeit gespürt, dass zwischen uns etwas Besonderes ist, wie konnte ich auch nur eine Minute daran zweifeln? Hoffentlich kann er mir das nochmal verzeihen, immerhin bin ich ja diejenige gewesen die vorher immer schön was von Vertrauen gefaselt hat, und dann mit dem schlechtesten Beispiel voran gegangen ist. Aber ich werde das jetzt wieder in Ordnung bringen, deswegen bin ich schließlich hergekommen.
Mittlerweile stehe ich in dem kleinen dunklen Flur in Marcs Wohnung und versuche mich ein wenig zu orientieren.

http://www.youtube.com/watch?v=zSuOrA7q6kw

„Marc?“ keine Antwort.
„Marc, bist du da?“ Wieder nichts… Aber… Hey, Moment Mal, wo kommen denn die Geräusche her? Vorsichtig taste ich mich bis ins Wohnzimmer vor, wo ich das Licht anmache. Die Geräusche werden immer lauter und langsam beschleicht mich eine dunkle Vorahnung, wo diese Geräusche her kommen könnten. Und obwohl ich eigentlich schon weiß, was sich drinnen abspielt, öffne ich doch die Tür zum Schlafzimmer.
Was ich dort zu sehen bekomme ist… Ich kann es gar nicht beschreiben. Mit einem Mal krampft mein Herz sich zusammen und ich schluchze auf, habe Mühe mich auf den Beinen zu halten weil es mich so hart wie ein Blitz trifft.
Marc liegt zwischen den Schenkeln irgendeiner fremden Frau, beide sind nackt und dieses billige Flittchen macht ihrer Lautstärke nach zu urteilen auch keinen Hehl daraus, dass sie Marcs harte, ja fast schon rücksichtslose Stöße genießt.
Ich höre wie Marc aufstöhnt. Für einen Moment habe ich das Gefühl dass mein Herz zerreißt und ich bekomme keine Luft mehr. Unfähig mich zu bewegen, bin ich gezwungen diesem grausamen Spiel zuzusehen. Ich spüre wie warme Tränen meine Wange hinunter kullern und ich schluchze erneut auf.
Dieses Mal bleibt mein Schluchzen allerdings nicht unbemerkt denn nur wenig später höre ich ein verwirrtes und gelalltes „Gretschen?“ aus Marcs Richtung.
So schnell wie sie verschwunden war, erlange ich die Kontrolle über meinen Körper wieder und flüchte aus dem Schlafzimmer.
Ich bin grade am Sofa angekommen, als ich es aus dem Schlafzimmer poltern höre und dann steht Marc plötzlich in Boxershorts vor mir und hält mich an der Schulter zurück.
Er wankt ganz schön und stinkt wie ein Schnappsfass.
„Gretschen.. Isch…“
Ich streife seine Hand von meiner Schulter und sehe ihn durch meine völlig verheulten Augen verletzt aber auch wütend und verachtend an.
„Lass es. Du brauchst nichts erklären. Ich hab es ja mit eigenen Augen gesehen, Marc.“
Marc torkelt einen Schritt auf mich zu, aber ich weiche zurück. Ich kann seine Nähe jetzt einfach nicht ertragen.
„Aber isch…“
„Süßer wer ist denn das?“ höre ich die dürre Brünette aus dem Schlafzimmer rufen. „Komm lieber wieder her und besorg‘s mir.“ Haucht sie noch hinterher.
Marc sieht mich mit glasigem Blick an und dreht seinen Kopf dann Richtung Schlafzimmer.
„Eyyyy… Maaandy… Haaalt die Klappe und verschwinde ausss meiner Wohnung.“ Brüllt Marc ihr zu und dreht sich dann wieder zu mir um.
Wenig später huscht Mandy an uns vorbei und brüllt noch ein lautes „Arschloch!“ ehe sie die Wohnungstür zuknallt.
So langsam lässt der Schock nach und ich bin einfach nur noch verletzt. Verletzt und vor allem wütend.
„Was aber Marc? Weißt du eigentlich wie armselig du bist? Du bist so betrunken, dass du dich kaum noch auf den Beinen halten kannst, und dann liegst du da im Bett und… und vögelst diese… diese… billige Schlampe, die ganz bestimmt nicht mal ihren eigenen Namen buchstabieren kann!!!“
Das auszusprechen tut gleich nochmal doppelt so weh und wieder rollen Tränen meine Wangen runter. Marc hebt seinen Arm und will mir offenbar die Tränen wegwischen, aber er ist so betrunken, dass seine Hand neben mein Gesicht greift und ich automatisch noch ein bisschen weiter zurück weiche.
Auf einmal sieht Marc irgendwie verzweifelt aus. Er kommt einen weiteren Schritt auf mich zu, aber wegen des Sofas hinter mir, kann ich nicht weiter ausweichen. Marc legt seinen Arm auf meinen und sieht mich leicht schielend aber trotzdem ernst an.
„Weischu eigentlisch wie weh dasch tut, Hasenzahn?“
Marc wankt noch einen Schritt auf mich zu und packt mich nun an beiden Oberarmen. Erst drehe ich meinen Kopf angeekelt von seinem nach Alkohol riechenden Atem und seinem Vertrauensbruch weg, doch er schüttelt mich bis ich ihn endlich ansehe.
„Isch ertrage das nischt disch mit einem Andren zu sehen Hasenzahn!“
Ich winde mich los und laufe zur Haustüre, Marc torkelt so schnell er eben kann hinter mir her. „Gretschen bleib hier, ich brauch dich!“
Ich habe die Wohnungstür schon geöffnet, da drehe ich mich noch einmal zu Marc um, der jetzt wie ein Häufchen Elend vor mir steht.
„Dann beweis mir verdammt noch mal endlich, dass ich dir was bedeute Marc. Und ich will dir eins sagen, DAS ist ganz sicher der falsche Weg!!“
Ich denke einen Moment lang nach, dann sehe ich Marc erneut in die Augen.
„Weißt du was? Vergiss es einfach. Du brauchst mir nichts mehr zu beweisen. Ich habe dein blödes Hin und her satt. Ich hab’s satt dass du mir vorgaukelst dass ich dir was bedeute und dann komm ich hier her und dann… dann das hier! Ich hab auch deine ewigen Spielchen satt. Ich hab’s satt dass du mit mir umgehst als wäre ich Wachs in deinen Händen. Und ich hab’s satt dass du nicht einmal zu dem stehen kannst was du tust. Du bist wirklich das Allerletzte und wenn du nur das kleinste Bisschen Anstand besitzt, dann lässt du mich von nun an in Ruhe!!“
Und dann schlage ich die Türe hinter mir zu und laufe zum Auto zurück.

Nachdem Gretchen die Tür zugeknallt hatte, fasste Marc sich an seinen dröhnenden Schädel. Und obwohl er immer noch ziemlich voll war, wurde ihm doch so langsam bewusst was er getan hatte. Er hatte Gretchen mal wieder gezeigt, dass auf ihn kein Verlass war. Dass er beim kleinsten Anzeichen von Ärger lieber mit der nächstbesten Frau in die Kiste stieg. Er hatte es ordentlich versaut, das musste er jetzt schmerzlich feststellen.
Langsam fuhr er sich mit beiden Händen durch die Haare und atmete dabei laut aus.
Wie hatte er Gretchen das nur antun können?
Verzweifelt lehnte er sich gegen die Haustüre und glitt daran langsam zu Boden, wo er sich zusammenkauerte. Er verharrte einige Minuten in dieser Position, bis er sich die Bodenvase zu seiner rechten schnappte und sie mit einem lauten „Scheiße!!“ durch den Flur schleuderte, worauf diese in tausend Stücke zerbrach. Nachdenklich betrachtete Marc die Scherben auf dem Boden und fragte sich, ob er das jemals wieder würde kitten können.

schleumel Offline

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18.05.2010 13:34
#44 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
also, weiter gehts mit dem drama (hab schon überall blaue flecken ihr bösen ihr)
naja, mal gucken was gretchen so denkt jetzt, ne
und danke für eure kommentare (auch wenn ich kurzzeitig ein bisschen angst hatte)



Ich stürme die Treppen von Marcs Wohnung hinunter und laufe zum Auto. Ich kann vor lauter Tränen kaum noch etwas sehen, trotzdem schaffe ich es den Wagen anzukriegen und dann fahre ich einfach. Ich weiß selber nicht wohin. Ich fahre einfach in die dunkle Nacht hinein. Immer wieder kommt mir dieses Bild vor die Augen wie Marc auf dieser Frau liegt und beide dabei laut aufstöhnen. Wie konnte er mir das nur antun?
Gut, ich weiß ich hätte gleich mit ihm reden sollen, und der Kuss mit Alexis war auch keine Glanzleistung von mir, aber das ist doch noch lange kein Grund gleich mit der Nächstbesten ins Bett zu springen.
Ich weiß ja nicht mal wo ich jetzt hin soll. Wenn ich nach Hause fahre, werde ich nur wieder von meinen Eltern ausgequetscht und da kann ich grade wirklich sehr gut drauf verzichten. Und Mehdi will ich damit auch wirklich nicht belasten. Ich glaube, dass war letztes Mal schon keine gute Idee als ich mit ihm über Marc geredet habe.
Mittlerweile bin ich am Stadtrand von Berlin angekommen. Zu meiner rechten entdecke ich ein kleines Hotel, das eigentlich ganz gemütlich aussieht. Kurz entschlossen parke ich auf dem hoteleigenen Parkplatz und nehme mir dort ein Zimmer.
Im Zimmer angekommen rufe ich als erstes meinen Bruder an um ihm zu sagen, dass ich für ein paar Tage nicht da sein werde, dass meine Eltern sich aber keine Sorgen machen müssten, es ginge mir gut. Ich wundere mich selber darüber, dass ich Jochen so leicht davon überzeugen kann, dass es mir gut geht. Aber er ist grade eh bei seiner Freundin und hört wohl auch nur mit halbem Ohr zu. Ich erzähle ihm irgendwas von einem Wellnesshotel in der Nähe von Berlin. Das scheint ihm zu reichen denn er fragt nicht weiter nach und kauft mir die ganze Sache ab. Gott sei Dank. So muss ich zumindest nicht mit meinen Eltern darüber reden was eben passiert ist. Zumindest noch nicht.
Mit einem großen Seufzer lasse ich mich mit dem Rücken aufs Bett fallen und atme ein paar Mal tief ein und aus.
In was bin ich da nur wieder rein geraten? Dabei hätte mit Marc alles so schön werden können. Wir waren doch eigentlich ganz glücklich. Zumindest hätten wir es werden können wenn man uns gelassen hätte.
Gabi! Der werde ich auch noch was erzählen wenn ich sie das nächste Mal sehe. Also jetzt habe ich erst mal frei, aber wenn ich wieder im Krankenhaus bin, kann die was erleben! Ich meine was fällt ihr eigentlich ein? Wenn sie mir nicht so einen Müll erzählt hätte, wär doch alles gar nicht so weit gekommen. Gut, ich war so blöd und hab ihr alles geglaubt. Hätte ja auch nicht sein müssen.
Ich weiß auch irgendwie gar nicht, auf wen ich wütender bin. Auf Marc, dass er uns einfach so schnell aufgegeben hat, oder auf mich, weil ich mir wieder mal in mein Leben hab reinreden lassen und weil ich dumm genug war mich von Alexis trösten zu lassen.
Gott sei dank weiß Marc nichts davon dass Alexis bei mir war. Das hätte ja alles noch viel schlimmer gemacht. Ich meine, er weiß davon doch nichts, oder?
Naja, werde es wohl nie erfahren, kann mir nämlich nicht vorstellen, dass ich in nächster Zeit mit Marc reden werde, und wenn doch, dann ja wohl sicher nicht über Alexis.
Aber Moment mal… Marc hat doch irgendwas gelallt eben von wegen er kann es nicht ertragen mich mit einem anderen zu sehen. Bedeutet das jetzt, dass er Alexis und mich gesehen hat und deswegen… Selbst wenn, das ist wirklich kein Grund.
Aber irgendwie muss ich ja auch zugeben, dass ich auch ganz schön Mist gebaut habe. Ich hätte Marc von Anfang an vertrauen sollen, dann wäre das alles nicht passiert. Und es schien Marc ja auch wirklich dreckig zu gehen. Ja, seine Art damit umzugehen ist die allerletzte, aber trotzdem kann ich mich nicht von jeglicher Schuld freu sprechen. Das ist alles wirklich richtig scheiße gelaufen.
Ich seufze und starre weiter an die Decke. Irgendwie komm ich mir so allein und verloren vor. Ich verstehe einfach nicht, warum ich nicht auch einfach mal glücklich sein kann.
Während ich noch darüber nachdenke ob ich Marc und auch mir selber jemals wieder verzeihen kann, klingelt auf einmal mein Handy und ich schrecke aus meinen Gedanken auf. Ich sehe auf das Display.
Alexis.
Ob ich rangehen soll? Ich meine er kann ja eigentlich nichts dafür, dass ich mal wieder unglücklich bin.
„Hallo?“
„Sternchen, ich bin’s.“
„Hi!“
„Was ist denn los? Du hörst dich so komisch an.“
Merkt man das sofort? Ob Jochen wirklich nichts gemerkt hat?
„Ach es ist nichts.“
Doch Alexis will wohl nicht locker lassen.
„Komm schon, sag mir doch was los ist, hm?“
Naja, kann ja nicht schaden, oder?
„Marc hat mit einer anderen Frau geschlafen.“
Alexis scheint irgendwie nicht besonders überrascht, aber das liegt wohl daran, dass er Marc noch nie wirklich leiden konnte.
„Ach wirklich?“
„Mhm.“
„Willst du zu mir kommen?“
„Nein nein. Ich will lieber alleine sein. Ich muss ein bisschen nachdenken über alles.“
„Ok, und wo bist du jetzt?“
„In einem Hotel am Stadtrand von Berlin. Hotel Riviera heißt das glaub ich. Aber bitte sag keinen wo ich bin. Und bitte besuch mich auch nicht, ich brauche wirklich ein bisschen Zeit für mich allein.“
Alexis scheint das zu akzeptieren. Er räuspert sich kurz.
„Ist in Ordnung. Aber du meldest dich mal, damit ich weiß dass es dir gut geht, ok?“
„Mach ich.“
Nachdem ich aufgelegt habe, sehe ich, dass Marc wohl auch grade angerufen hat. Aber ich will jetzt nicht mit ihm reden. Also schalte ich das Handy aus und lege es neben dem Bett auf den Nachttisch. Dann ziehe ich mich aus und lege mich ins Bett. Und nach kurzer Zeit bin ich auch schon eingeschlafen.

schleumel Offline

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19.05.2010 14:55
#45 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen ihr lieben
es geht weiter
haltet ihr es noch ein kleines bisschen ohne zucker aus? sooo lange dauert es auch nicht mehr, bis ihr wieder welchen bekommt, versprochen
so, jetzt wünsch ich euch viel spaß beim lesen :)
glg


Am nächsten Morgen wurde Marc unsanft vom Klingeln seines Handys geweckt. Von unheimlichen Kopfschmerzen geplagt, ließ er sich vom Sofa, auf dem er wohl irgendwann eingeschlafen war, hinunter gleiten und griff nach dem Telefon auf dem Couchtisch.
„Ja?“ krächzte er bereits jetzt schon genervt in sein Handy und wartete auf eine Antwort.
„Marc? Hier ist Gabi.“
Marc verdrehte die Augen und setzte sich wieder aufs Sofa.
„Was willst du?“
In der Leitung raschelte es und er hörte wie Gabi sich räusperte.
„Eigentlich wollte ich dir nur gratulieren und dich fragen ob du Lust hast nachher mal vorbei zu kommen?“
Marc realisierte nur langsam, was Gabi von ihm wollte, schließlich hatte der Tequila vom Vortag ordentliche Spuren hinterlassen. Stöhnend fasste er sich an den Kopf und schaute sich, während er über Gabis Worte nachdachte, nach einer Flasche Wasser um.
„Was? Gratulieren? Wozu?“
Noch immer ziemlich verwirrt erhob Marc sich vom Sofa und schlurfte in die Küche, wo er ein Glas aus dem Schrank nahm und es mit Leitungswasser füllte.
„Na du bist doch jetzt Gott sei Dank wieder Single, hab ich gehört.“
Mit einem großen Zug hatte Marc das Wasserglas geleert und füllte es nun erneut auf.
„Single? Woher weißt du bitteschön…?“
Marc hatte das Gefühl als würde Gabi am anderen Ende der Leitung auf einmal grinsen.
„Ach Marc bitte. Du glaubst doch nicht, dass das Zufall war, dass Alexis ausgerechnet gestern nach eurem Streit bei ihr zu Hause war, oder? Aber da das jetzt eh egal ist, kannst du dich ja auch wieder mit mir treffen. Ich meine, die Nummern die wir geschoben haben waren doch wirklich sensationell und es gibt für dich ja auch keinen Grund mehr darauf zu verzichten.“
Marc konnte kaum glauben was er da hörte. Alles sollte also Gabis Schuld sein? Hatte sie etwa für all die Missverständnisse gesorgt und sich dann auch noch Alexis mit ins Boot geholt?
Marc spürte wie sein Herz auf einmal begann schneller zu schlagen und wie ihm die Wut fast die Kehle zuschnürte.
„Jetzt hör mir mal zu du hinterhältiges Miststück. Ich werde gleich nicht zu dir kommen, klar? Und auch nicht später irgendwann, weil ich nämlich nie wieder auch nur ein Wort mit dir reden will ok? Und jetzt wirst du mir schön sagen, woher du weißt, was gestern Abend passiert ist.“
Gabi schien wenig beeindruckt. Selbst wenn sie Marc mit ihrer Aktion nicht wiederbekommen würde, so war sie doch froh darüber dass diese dicke Kuh ihn nicht mehr hatte. Und noch dazu hatte sie jetzt eine Menge Geld von Alexis von Buren bekommen, damit konnte sie auch ein neues Leben beginnen, auch ohne Marc. Deswegen wusste sie auch nicht, warum sie Marc jetzt noch etwas verheimlichen sollte.
„Na, ich habe natürlich eben erst mit Alexis telefoniert. Gretchen hat gestern Abend nämlich noch mit ihm telefoniert und ihm gesagt wo sie ist.“
Marc schluckte.
„Sie… ist… nicht… zu Hause?“
Gabi lachte am anderen Ende der Leitung laut auf.
„Was? Nein! Sie ist abgehauen.“
Wütend ballte Marc seine freie Hand zu einer Faust und er war wirklich kurz davor zu explodieren. Bevor er weiter sprach, schlug er mit der Faust auf den Küchentisch und der Aufprall war so laut, dass Gabi kurz zusammenzuckte.
„Du wirst mir jetzt schön sagen wo sie ist, oder ich vergesse mich. Verstanden?“ brüllte Marc gereizt in sein Handy und seine Atemzüge wurden immer schneller.
„Reg dich ab.“ Versuchte Gabi ihn abzuwimmeln. „Ich weiß selber nicht wo sie ist, das weiß nur der Millionär.“
Ohne Gabi weiter zuzuhören, legte Marc auf und wählte noch einmal Gretchens Nummer. Doch anstatt Gretchens Stimme, schallte ihm nur die einer fremden Frau entgegen die ihn informierte, dass der gewünschte Teilnehmer grade nicht erreichbar sei.
„Scheiße!“ entfuhr es Marc ziemlich laut und heftig, ehe er sich seinen Autoschlüssel, seine Schuhe und eine Jacke schnappte und sich ein Taxi rief, dass ihn zu der Bar brachte, wo er gestern sein Auto hatte stehen lassen. Dort angekommen setzte er sich in den weißen Volvo und verließ den Parkplatz mit quietschenden Reifen und klopfendem Herzen.

schleumel Offline

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19.05.2010 21:12
#46 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

soooo... ich dachte ich verwöhn euch heute mal mit einem zweiten teil, weil ihr so brav kommis schreibt obwohl es grade keinen zucker gibt. danke
ihr werdet nach diesem teil auch wissen, warum gretchen alexis sagen musste wo sie ist. ich hoffe das stellt euch zufrieden, aber wenn es euch nicht gefällt... also ich könnte es ja auch noch umschreiben, ne


Genervt davon, dass man ihn beim Durchstöbern des Wirtschaftsteils seiner Zeitung gestört hatte, schlurfte Alexis von Buren zur Haustüre, vor der es wohl jemand ziemlich eilig hatte. Zumindest musste man das denken, wenn man das Sturmklingeln vernahm.
„Jaja, ich komme ja schon!“ rief Alexis leicht verärgert und legte die Hand auf die Türklinke. Ohne gleich aufzusehen öffnete er die Türe und spürte sogleich einen dumpfen, heftigen Schlag gegen seine Wange.
„Auuuaaa!“ Alexis hielt die Hand an die schmerzende Stelle und rieb leicht darüber eher er aufsah.
„Wo ist sie!?“
Marc rieb sich grade noch die Hand, mit der er eben zugeschlagen hatte, doch als er sah, wie sich ein überlegenes Grinsen auf Alexis‘ Gesicht ausbreitete, packte er diesen beim Kragen und drückte ihn unsanft in den Hausflur.
„Sag mir sofort wo sie ist! Ich weiß, dass du es weißt!“
Alexis versuchte sich aus Marcs Griff zu befreien, doch es war sinnlos. Der junge Oberarzt war wild entschlossen.
„Ich werde dir ganz sicher nicht sagen wo sie ist. Sie hat mir ausdrücklich verboten es jemandem zu sagen und ich will ihr Vertrauen wirklich nicht brechen, so wie du gestern Abend, ne?!“
Provozierend blickte Alexis zu Marc auf und das Grinsen auf seinem Gesicht erschien wieder.
„Du verdammtes Arschloch!“ rief Marc wütend und schubste Alexis gegen die Wand hinter ihm. „Wenn du mir nicht freiwillig sagen willst wo sie ist, dann werde ich es eben aus dir rausprügeln!“
Und schon machte Marc einen Satz nach vorne und Alexis fing sich die nächste ein. Weil Marcs Schlag dieses Mal aber nicht so überraschend gekommen war wie der erste, hatte Alexis sich schnell wieder gefangen und setzte jetzt ebenfalls zum Schlag an. Er traf Marc in der Magengegend, woraufhin dieser strauchelnd einen Schritt zurück trat und sich gebückt über seinen Bauch rieb.
Wütend blickte Marc auf und kurz entschlossen nutzte er seine gebückte Position, um mit voller Wucht auf Alexis zuzulaufen, so dass es beide umhaute.
Marc hatte sich schnell wieder aufgerappelt und um Alexis bewegungsunfähig zu machen, setze Marc sich einfach auf seinen Bauch und hielt seine Arme fest.
„Ich frage dich jetzt zum letzten Mal wo sie ist! Und wenn du mir nichts verrätst, dann schwöre ich dir, werde ich dich windelweich prügeln du Aktienfuzzi!“
Alexis schnaubte verächtlich auf und wollte grade etwas erwidern, doch Marc ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen. Stattdessen legte Marc jetzt eine Hand an Alexis‘ Hals und drückte langsam aber doch fest zu.
„Wenn du nicht willst, dass ich Gretchen von deiner Zusammenarbeit mit Schwester Gabi erzähle, dann packst du jetzt besser aus. Denn irgendwann wird Gretchen auch wieder zur Arbeit kommen müssen und dann weiß ich nicht ob ich das kleine Geheimnis für mich würde bewahren können.“
Um die Wirkung seiner Worte zu verdeutlichen, verstärkte Marc den Drück den seine Hand ausübte noch ein wenig woraufhin er sah wie Alexis mit sich kämpfte.
Sicher wollte Alexis nicht, dass dieser Meier sich jetzt auf den Weg zu seinem Sternchen machte, andererseits konnte er auch nicht riskieren, dass Gretchen von seinem Deal mit Gabi erfuhr. Dass Marc nicht mal daran dachte das kleine dreckige Geheimnis für sich zu bewahren, konnte der junge Mann, dem langsam die Luft ausging ja nicht ahnen.
„Hotel Riviera!“ presste Alexis schließlich gezwungenermaßen hervor, Marc hatte ihn jedoch nicht richtig verstehen können. Deshalb entfernte Marc seine Hand und sah Alexis erst mal dabei zu, wie er sich mit einem Finger über den Hals strich und ein paar tiefe Atemzüge nahm.
„Was?“
„Hotel Riviera. Am Stadtrand. Da ist sie.“
„Geht doch.“ Murmelte Marc und erhob sich anschließend wieder. Ohne ein weiteres Wort lief Marc zurück zu seinem Auto und machte sich auf den Weg zum Hotel.


Gelangweilt liege ich auf meinem Zimmer und sehe Fern. Habe mir grade beim Zimmerservice eine riesen Portion Schoko-Eis bestellt, das habe ich jetzt auch bitter nötig.
Frage mich immer noch ob ich Marc jemals wieder in die Augen blicken kann. Ich meine, ja ich bin nicht unschuldig an dem ganzen Schlamassel, aber trotzdem ist es doch nochmal was anderes ob man sich küsst, oder ob man gleich mit jemandem in die Kiste springt.
Und was soll das bitte heißen, dass Marc mich braucht? Dass er mich liebt? Oder was?
Warum kann das alles nicht einmal einfach sein. Ich meine, egal was Marc getan hat oder noch tun wird, ich werde ihn immer lieben. Das muss ich mir wohl mal so langsam eingestehen. Was natürlich nicht heißen soll, dass ich ihm gleich alles verzeihe. Ob wir jemals wieder zusammen sein werden, das weiß ich ja auch nicht, aber das ändert ja nichts daran dass ich diesen Idioten liebe. Schon mein ganzes Leben lang. Muss mich wohl einfach damit abfinden, dass ich nicht glücklich werde. Zumindest nicht mit Marc.
Ahh, es klopft an der Tür. Das ist sicher der Zimmerservice mit meinem Eis. Mjammi.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

20.05.2010 14:33
#47 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

soooo weiter geht's
mal gucken ob gretchen ihr eis bekommt
viel spaß damit


In erwartungsvoller Vorfreude auf mein Schoko-Eis öffne ich meine Zimmertüre. Doch als ich sehe wer da vor mir steht, entfallen mir die Gesichtszüge. Es ist nämlich NICHT der nette ältere Mann vom Zimmerservice sondern: Marc. Ja, genau DER Marc den ich gestern noch mit einem billigen Flittchen im Bett erwischt habe. Der hat Nerven hier aufzutauchen.
Ich sehe ihn kurz an und brauche einen Moment um mich wieder zu fangen. Aber dann knalle ich die Tür wieder zu, bleibe aber dennoch vor der Türe stehen, weil ich weiß, dass ich Marc nicht so einfach abwimmeln kann.
In dem kurzen Moment in dem ich ihn angesehen habe, kamen all die Gefühle wieder hoch. Den Betrug den er mir angetan hat, aber auch, dass ich ihn immer noch liebe fühle ich ganz deutlich. Und das macht die ganze Sache noch viel schlimmer als sie eigentlich eh schon ist. Wenn ich ihn nicht mehr lieben würde, könnte ich ihn einfach zum Teufel jagen. Aber ich kann nicht.
„Gretchen ich muss mit dir reden!“ ruft Marc durch die verschlossene Tür und hämmert wie verrückt dagegen.
Ich sage nichts. Ich bin unfähig zu antworten.
„Gretchen bitte!“
Wieder antworte ich nicht, aber ich spüre wie ich mir immer mehr eine Erklärung von ihm wünsche.
Marc hämmert erneut gegen die Türe.
„Gretchen bitte, du musst ja auch nichts sagen, hör mir nur zu.“
Ob ich es wagen kann ihn hier rein zu lassen? Ich meine, ja, ich würde schon gerne wissen was er mir zu sagen hat, aber auf der anderen Seite tut es auch immer noch so schrecklich weh wenn ich daran denke was er getan hat.
„Verdammt Gretchen, jetzt…“
Mit einem Ruck ziehe ich dir Türe wieder auf und verschränke die Arme vor der Brust.
„Du hast drei Minuten!“ sage ich betont kalt und sehe Marc erwartungsvoll an.
Unsicher tritt Marc ins Hotelzimmer und schließt die Tür hinter sich.
Er sieht wirklich schlecht aus. Ob das am Alkohol liegt? Oder tut es ihm wirklich leid was er getan hat? Ich bin gespannt was er mir jetzt zu sagen hat.
Er macht noch einen Schritt nach vorne und sieht mich an. Dann fährt er sich mit einer Hand durch sein Haare und sein blickt senkt sich zum Boden hin.
Plötzlich taucht hinter Marc ein älterer Mann auf mit einer kleinen Schüssel in der Hand. Vorsichtig wagt er einen Blick ins Zimmer.
„Hat… hier jemand Eis bestellt?“
„Jetzt nicht!“ brüllt Marc den armen Mann zusammen, der kurz erschrocken mit den Schultern zuckt und anschließend das Weite sucht.
Ungeduldig trommle ich mit dem Fuß auf den Boden und werfe einen Blick auf die Uhr. Drei Minuten sind gleich vorbei mein lieber, dann schiebe ich deinen süßen Hintern hochkantig aus meinem Zimmer! Äh… hab ich grade süßer Hintern gedacht?
„Gretchen… ich….“
Marc sieht wieder auf und sieht mir direkt in die Augen. Er sieht wirklich ganz schön verzweifelt aus.
„Hör mal ich weiß ich hab…“
Wieder fährt er sich mit einer Hand durch die Haare während ich noch einen Blick auf die Uhr werfe. Die Zeit läuft mein Lieber.
„Also was gestern passiert ist, war wirklich scheiße…“
Ach, da sagt er was.
„Ich hab nicht nachgedacht und…“
Na das tut er ja wohl eh ziemlich selten was sowas angeht.
„Ich war betrunken und…“
Gott, wenn ich das nur höre. Ich war betrunken. Das ist doch keine Entschuldigung. Es hat ihn ja auch niemand gezwungen sich dermaßen volllaufen zu lassen.
„Gretchen, ich weiß ich hab’s wirklich vermasselt aber du musst mir glauben dass ich…“
Jetzt bin ich aber mal gespannt was jetzt kommt. Ich hoffe wirklich für ihn, dass er das Richtige sagt. Marc wirft einen kurzen Blick an die Decke, dann fixieren seine Augen mich wieder und er macht einen weiteren Schritt auf mich zu.
„Ich weiß ich hätte dir sagen müssen dass ich dich… Also dass wir beide… Dass ich…“
Plötzlich beendet Marc sein Gestammel und er kommt noch einen Schritt auf mich zu und steht jetzt direkt vor mir. Wie damals auf dem Polterabend sieht er mich an und hebt langsam seine Hände.
Blitzschnell hat er mit seinen Händen mein Gesicht umfasst und auf einmal spüre ich, wie er seine Lippen auf meine presst.
Für einen Moment weiß ich gar nicht so recht wie mir geschieht und ich spüre dieses wohlige vertraute Gefühl in mir aufsteigen. Dann jedoch meldet mein Verstand sich wieder zurück und ich hole so weit aus wie ich kann und verpasse Marc eine heftige Ohrfeige.
Erschrocken reibt er sich mit einer Hand über die Wange und sieht mich an.
Jetzt reicht’s mir aber.
„Kannst du mir mal verraten was das soll? Glaubst du, du kannst einfach hier her kommen und mich küssen und dann ist alles wieder in Ordnung?! Selbst 1000 Küsse von dir könnten mich nicht vergessen lassen was du mir gestern Abend angetan hast!“
Ich merke wie Tränen sich den Weg über meine Wangen bahnen und die ersten tropfen bereits auf den Teppichboden zu meinen Füßen.
„Ich hab‘s satt ständig von dir verarscht zu werden. Weißt du, erst muss ich dich mit dieser Frau im Bett erwischen und dann erzählst du mir, dass du mich brauchst?! Da kann ich doch gar nicht anders als zu denken, dass das nur wieder einer deiner gemeinen Späße ist! Nicht mal jetzt hast du den Mumm mir zu sagen was Sache ist. So schwer kann das doch nicht sein. Entweder du liebst mich, oder du tust es nicht. Und wenn du es nicht tust, dann lass mich doch einfach in Ruhe und trample nicht dauernd auf meinen Gefühlen rum wie ein Elefant!!“
Puh! Das musste jetzt aber auch mal raus. Marc sieht mich immer noch an. Scheint so als wäre er ein bisschen geschockt, aber da muss er jetzt durch.
Mit einer Hand wische ich mir ein paar Tränen aus dem Gesicht und schluchze leise auf. Schlimm genug, dass ich schon wieder wegen Marc heule.
Wir schweigen uns einen Moment an, bis Marc auf einmal wieder auf mich zukommt und meine Hand nimmt. Aber ich will nicht, dass er meine Hand hält, deswegen schlage ich sie wieder weg und sehe ihn ernst an.
„Geh jetzt und lass mich allein!“
Doch Marc weigert sich.
„Nein, ich werde nicht ohne dich hier weg gehen, verstanden? Ich… ich kann ja auch im Krankenhaus schlecht ohne meine beste Assistenzärztin auskommen.“
Soll das jetzt ein schlechter Witz sein? Fängt er jetzt wirklich damit an?
Ich schnaube nur verächtlich auf und will mich grade von Marc abwenden als er mich kurz an der Schulter berührt und mich wieder herumdreht.
„Bitte.“ Sagt er leise und sieht mich schon wieder so an.
„Marc, selbst wenn ich dir noch eine Chance geben würde, kann mir doch niemand garantieren, dass du mich nicht wieder verletzt und mir das Herz brichst. Und so langsam sind keine Teile mehr von meinem Herzen übrig die brechen könnten, verstehst du?“
Marc schaut mich traurig an. Ich kann ihm ja ansehen, dass es ihm leid tut, aber ich kann einfach nicht mehr darauf warten, dass er sich irgendwann ändert. Ich will jetzt glücklich sein und nicht in fünf Jahren oder so.
„Marc, du weißt ich liebe dich. Und das werde ich vermutlich auch immer tun, aber du kannst diese Liebe eben nicht so erwidern wie ich es brauche und damit muss ich mich wohl langsam abfinden.“
Doch Marc sieht die ganze Sache wohl ein bisschen anders.
„Gretchen ich weiß, dass ich großen Mist gebaut habe, aber ich… ich kann mich ändern. Ich will mir wirklich Mühe geben, verstehst du?“
„Selbst wenn, Marc. Ich kann nicht von jetzt auf gleich so tun als wäre alles wieder in Ordnung und als wäre das alles niemals passiert.“
Erneut greift Marc nach meiner Hand, dieses Mal entziehe ich sie ihm nicht.
„Das brauchst du auch nicht. Ich… geb dir Zeit. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit die du brauchst. Alles was ich jetzt von dir will, ist, dass du wieder mit mir zurück kommst.“
Ob ich das wirklich wagen soll? Ich meine, jeder Mensch hat doch eine zweite Chance verdient, oder? Gut, Marc hatte wahrscheinlich schon 100 Chancen, aber vielleicht hat er dieses letzte ja wirklich verdient? Irgendwann muss ich ja eh wieder zurück. Dann kann ich auch jetzt gehen. Und Marc und ich sind erst mal einfach nur Kollegen.
Ich nicke Marc zu.
„Lass mich nur meine Sachen packen.“
Marc nickt erleichtert.
„Aber glaub ja nicht, dass die Sache zwischen uns jetzt geklärt ist Marc Meier.“ Rufe ich ihm aus dem Bad zu und lasse noch schnell die gut riechende Seife in meine Handtasche gleiten. „Ich warte draußen!“ entgegnet Marc mir und ich höre wie er die Türe hinter sich schließt.
Ich atme einmal tief durch. Dann straffe ich die Schultern und trete zu Marc vor das Zimmer. Wortlos gehen wir beide zum Parkplatz, wo Marc in seinen weißen Volvo steigt, und ich in das Auto meines Vaters. Und dann fahren wir beide wieder zurück.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

21.05.2010 12:46
#48 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

ahoi meine lieben
es geht weiter :)
ich danke euch für eure kommentare, ich freu mich wirklich über jeden einzelnen
so, mal gucken ob gretchen marc nicht doch noch ein bisschen leiden lässt, hm?
werds morgen wahrscheinlich nicht schaffen nen neuen teil reinzusetzen, deswegen kommt der nächste erst am sonntag
glg


Als ich zu Hause ankomme und die Tür aufschließe, kommt meine Mutter direkt neugierig in den Flur gelaufen und stürmt auf mich zu.
„Margareeethe was machst du denn schon hier? Gestern Abend da hat Jochen uns doch gesagt du machst für ein paar Tage Wellness?“
Oh… wie erklär ich ihr denn jetzt dass ich doch schon wieder früher da bin?
„Ja also… Weißt du das Hotel renoviert grade den Pool und die Masseure haben alle Urlaub… da… bin ich einfach schon was eher nach Hause gekommen.“
Ich schenke meiner Mutter ein gespieltes Lächeln und habe schon den ersten Fuß auf die Treppe gesetzt um mich in mein Zimmer verziehen zu können, doch ich habe die Rechnung mal wieder ohne meine Mutter gemacht.
„Dann kannst du ja mit uns mitessen, das Essen ist grade fertig.“
Ich drehe mich zu meiner Mutter um und drücke meine Handtasche noch ein bisschen fester an mich.
„Weißt du Mama, eigentlich wollte ich lieber…“
Meiner Mutter hat sich bereits umgedreht und ruft mir noch im Gehen zu.
„Papperlapapp Margarethe, wenn du schon mal hier bist, dann kannst du auch mit uns essen. Schließlich kommt das so selten vor, dass wir zusammen essen, da muss man jede Gelegenheit nutzen.“
Ich verstehe ihr Anliegen ja wirklich, aber jetzt hätte ich eigentlich einfach nur gerne meine Ruhe.
Meine Mutter ist grade im Wohnzimmer verschwunden, da unternehme ich einen weiteren Fluchtversuch und setze erneut einen Fuß auf die Treppe. So leise es geht, setze ich einen Fuß vor den anderen und nehme Stufe für Stufe.
Jaaaaaa… Ich habe es fast geschafft. Ich kann meine Zimmertüre schon sehen. Freiheit ich kooommmmeeeee!
„Margarethe kommst du endlich? Was machst du denn jetzt da oben?“
Na Toll.
Ich drehe mich um, und auf einmal steht meine Mutter wieder am Treppenabsatz und sieht zu mir hoch. Und dabei hat sie diesen Blick aufgesetzt. Und ich kann mal wieder einfach nicht nein sagen.
„Ja doch, ich komme jetzt. Ich wolle nur schnell…. Meine Tasche wegbringen.“
Meine Mutter nickt skeptisch, dann geht sie wieder zurück ins Wohnzimmer.
Ich hingegen rolle einmal mit den Augen, blicke an die Decke und zucke mit den Schultern. Dann gehe ich in mein Zimmer, stelle meine Tasche neben mein Bett und gehe anschließend wieder runter. Was tut man nicht alles um seine Eltern glücklich zu machen?
Ich setze mich also zu meinen Eltern an den Tisch. Meine Mutter hat ihr Dauergrinsen aufgesetzt und auch mein Vater ist sichtlich erfreut darüber mich zu sehen.
„Kälbchen, schön dass du mal wieder mit uns isst. Der ganze Stress im Krankenhaus, da kommt man ja so selten dazu.“
„Hmm…“ Ich nicke und lächle meinen Vater an.
Hoffentlich ist das hier schnell vorbei, ich will wirklich wirklich wirklich gerne alleine sein.
Während mein Vater sich Kartoffeln auf den Teller legt, räuspert er sich kurz und sieht mich dann an.
„Sag mal Kälbchen, ist die Sache mit dem Meier eigentlich geklärt?“
Waaaaaaas? Verschlucke mich erst Mal an meinem Broccoli den ich anschließend in hohem Bogen wieder zurück auf meinen Teller spucke. Schnell greife ich nach meinem Glas und spüle mit Rotwein nach.
Muss mein Vater jetzt danach fragen?
Ich sehe ihn gequält an, versuche ein Lächeln zustande zu bringen und nicke eifrig mit dem Kopf. Vielleicht ein bisschen zu eifrig.
„Jaaaa“ Ich mache eine winkende Bewegung mit der Hand um zu verdeutlichen, dass die Sache mit Marc längst gegessen ist.
„Also das mit Marc ist… ja… Marc eben. Aber… also…“
Tja was sage ich denn jetzt? Gott sei Dank kommt mein Vater mir zuvor.
„Also mein Angebot steht noch Kälbchen. Wenn du willst, drück ich dem Meier erst mal nur die Blinddärme und die Akten aufs Auge.“
Ich will grade den Kopf schütteln und dankend ablehnen, als mir auf einmal eine Idee kommt. Ich muss ja sowieso erst nächste Woche wieder arbeiten und bis dahin hat Marc sich doch wirklich ein paar Blinddärme verdient, oder nicht?
„Weißt du Papa, das ist vielleicht gar keine so schlechte Idee. Bis ich wieder da bin nächste Woche kann Marc ruhig auch mal Akten wälzen und Blinddärme rausnehmen.“
Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Abendessen mit meinen Eltern ist wohl doch zu was gut.
Und nachdem ich mich satt gegessen habe, kann ich auch endlich in mein Zimmer gehen.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

23.05.2010 12:32
#49 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
wie versprochen geht es jetzt weiter mit unserem traumpaar
vielen lieben dank für eure kommentare
und jetzt viel spaß beim lesen und euch noch einen schönen sonntag (ich werde gleich das geile wetter effektiv nutzen und zum see fahren )
glg



Als ich drei Tage später endlich wieder arbeiten darf, trete ich mit gemischten Gefühlen in den Aufzug des Elisabethkrankenhauses. Schließlich ist das heute der erste Tag an dem ich Marc wieder begegne. Ich weiß gar nicht so richtig wie ich mich ihm gegenüber jetzt verhalten soll. Natürlich bin ich immer noch enttäuscht von ihm, dass er mit einer anderen Frau ins Bett gestiegen ist, aber viel besser bin ich ja auch nicht. Ich habe mich schließlich auch von Alexis trösten lassen. Gut, wir hatten keinen Sex, so weit wie Marc bin ich nicht gegangen, aber das Schlimme ist doch irgendwie, dass Marc gar nichts von dem Kuss zwischen Alexis und mir weiß.
Ob ich es Marc schulde ihm die Wahrheit zu sagen? Ich meine, wenn wir uns wieder vertrauen wollen, dann müssen wir beide ehrlich sein, oder nicht? Wäre es da richtig wenn ich ihm die Sache mit Alexis einfach verschweige? Andererseits weiß ich ja auch, dass Marc immer wie ein eifersüchtiger Machogockel reagiert, also würde ich die Sache mit der Wahrheit ja wahrscheinlich nur schlimmer machen.
Ach ich weiß es doch auch nicht. Vielleicht sollte ich erst mal abwarten und gucken wie sich die Sache entwickelt. Ich meine, ich wollte doch eh erst Mal ein bisschen Abstand und Zeit.
Als die Fahrstuhltüren sich endlich öffnen und ich auf den Flur der Chirurgie trete, kann ich schon von hier hören, wie Marc Schwester Sabine anschnauzt.
„Sabine sie sollen hier nicht blöd rumstehen und wie ein Lama in der Gegend rumglotzen. Sie sind zum arbeiten hier, schon vergessen? Und jetzt rauschen sie erst mal ab und machen mir nen Kaffee, ich bin jetzt in meinem Büro und will nicht gestört werden, klar?!“
Upps. Marc hat wohl wirklich nicht die beste Laune. Liegt sicher an den Akten und Blinddärmen. Hihi.
Wenige Sekunden später sehe ich wie Marc um die Ecke biegt und jetzt genau auf mich zukommt. Er stürmt ja grade zu in Richtung seines Büros. Als er mich sieht, verlangsamt er seine Schritte für einen Moment, doch dann kommt er umso schwungvoller auf mich zu und packt mich mit der freien Hand am Handgelenk.
„Hasenzahn, da bist du ja!“ ruft er wenig begeistert und zieht mich hinter sich her in sein Büro.
„Marc, lass das! Bist du verrückt geworden?! Lass mich auf der Stelle los!“
Marc denkt jedoch nicht daran mich loszulassen. Mit einem Ruck stehe ich in seinem Büro und er hat die Tür hinter mir mit einem leicht aggressiven Tritt geschlossen.
Schnaufend schmeißt er die Akten die er in der Hand hatte auf seinen Schreibtisch und dreht sich anschließend zu mir um und sieht mich ein bisschen böse an.
„Marc, kannst du mir jetzt mal sagen was das soll?“
Marc stemmt die Hände in die Hüften und funkelt mich wütend an.
„Kannst DU mir vielleicht mal sagen was das soll?“
Ich bin ein bisschen verwirrt.
„Was meinst du?“
Marc macht einen Schritt nach vorne und seine Augen verengen sich zu kleinen Schlitzen.
„Was hast du deinen Vater erzählt?“
Ich tue mal lieber so, als wüsste ich von nichts.
„Meinem Vater? Aber was soll ich dem denn....?“
Drohend hebt Marc seinen Zeigefinger.
„Jetzt komm schon Hasenzahn! Hast du dich bei ihm ausgeheult? Oder haben deine Eltern etwa wieder dein Tagebuch in die Hände bekommen, hm?“
Ohhh... Der ist ja wirklich ganz schön sauer. Spiele also mal lieber die Unschuld vom Lande.
„Ich... weiß.... nicht... was du... meinst?“
Ok, das konnte ich auch schon mal besser. Marc glaubt mir nämlich offenbar kein Wort.
„Hasenzahn, die letzten drei Tage habe ich nichts anderes gemacht als Akten zu bearbeiten und Blinddärme raus zu nehmen. Und das kommt doch ganz sicher nicht von ungefähr, oder? Für wie blöd hältst du mich?“
Ok, das ist ein Argument. Hmmm....
„Hasenzahn?“
„Was?“
„Ich... warte immer noch auf eine Erklärung?“
„Mein Gott, Marc! Was hast du denn gedacht? Meinst du wirklich meine Eltern würden nicht bemerken wie scheiße es mir geht? Und dann hab ich halt mit meiner Mutter darüber gerdet und... ja... ich konnte doch auch nicht ahnen dass sie es meinem Vater sagen würde. Und selbst wenn, hast du ganz sicher keinen Grund sauer auf mich zu sein. Du musst schon zugeben, dass du ein paar Akten und Blinddärme schon ziemlich verdient hast!“
So dem hab ich's aber gegeben.
Ich drehe mich um, öffne die Türe und verlasse Marcs Büro ohne ihn noch ein weiteres Mal anzusehen.
Als ich mich bereits auf dem Gang befinde, höre ich, wie die Türe hinter mir wieder aufgerissen wird.
„Hasenzahn jetzt warte!“

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

24.05.2010 13:05
#50 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so ihr lieben, es geht weiter :)
vielen dank für die kommentare
ob ich morgen einen teil rein stellen kann weiß ich übrigens noch nicht.
lg


Marc packt mich an der Schulter und wirbelt mich herum. Er sieht mich so eindringlich an, dass ich merke wie es in mir drin anfängt zu kribbeln, dabei hat er gerade noch rumgemeckert wie ein alter Esel.
„Du hast Recht.“ höre ich Marc tonlos sagen während er mich immer noch so ansieht.
Ich spiele mit einer Haarsträhne rum, die mir ins Gesicht gefallen ist und blicke Marc ein bisschen verwundert und erwartungsvoll an. Vielleicht kommt da ja jetzt noch mehr, kann man ja nie wissen.
Ich ziehe eine Augenbraue nach oben, und meine erwartenden Haltung noch zu verstärken und sehe Marc an.
„Hm?“
Marc schaut jetzt zu Boden und streicht mit seinem Schuh über das Linoleum.
„Na das mit den Blinddärmen und den Akten.“ gibt Marc kleinlaut zu und sieht immer noch nicht zu mir hoch. „Ich hab sie wirklich verdient.“
Dann sieht er mich wieder an und es scheint so als würde er irgendwie auf eine Antwort oder Ähnliches von mir warten.
Ob das jetzt der richtige Moment ist um ihm von dem Kuss mit Alexis zu erzählen? Immerhin hat Marc grade fast sowas wie eine Entschuldigung über die Lippen gebracht, das kommt ja auch nicht jeden Tag vor. Vielleicht ist grade auch einer dieser Momente, wo man sich einfach alles sagen kann. Ich nehme also all meinen Mut zusammen und will Marc gerade beichten, dass Alexis und ich uns geküsst haben als ich auf einmal unsere beiden Pieper los gehen. Geschockt sehe ich Marc an, ehe wir beide die Beine in die Hand nehmen und in Richtung Notaufnahme laufen.
Tja, dann muss die Wahrheit wohl noch ein bisschen warten.
Als Marc und ich in der Notaufnahmen ankommen, schiebt Gordon uns schon die Liege mit dem Patienten entgegen. Ich werfe einen Blick auf ihn und mir stockt fast der Atem. Auf der Liege befindet sich ein kleines Mädchen, nicht älter als 8, mit schlimmen Schnittwunden, Hämatomen und mit Sicherheit hat sie auch so einiges gebrochen. Während ich noch mit dem Schock kämpfe, ist Marc völlig professionell.
„Was haben wir?“ fragt er forsch, während er sich von Gordon einen Zettel in die Hand drücken lässt.
„Weiblich, Autounfall. Linker Arm und linkes Bein gebrochen, Verdacht auf Gehirnerschütterung und wahrscheinlich auch mehrere Rippen gebrochen. Kreislauf bis jetzt stabil. Wir versuchen noch die Eltern ausfindig zu machen weil das Mädchen nichts dabei hatte, mit dem wir sie hätten identifizieren können.“
Marc nickt einmal kaum merklich dann sieht er die Schwester an, die neben der Liege herläuft und die Infusion hochhält.
„Ab in den Röntgen mit ihr und die OP schon mal vorbereiten!“
Wenige Minuten später halten Marc und ich die Röntgenbilder in den Händen. Der Bruch am Arm und am Bein sind Gott sei Dank nicht allzu kompliziert, weswegen ein einfacher Gips reichen wird. Aber die beiden Rippenbrüche müssen wir auf alle Fälle operieren.
Marc legt die Röntgenbilder beiseite und wirft mir noch einen flüchtigen Blick zu mir rüber ehe er sich umdreht und zur Tür geht.
„Gut, dann mal ran an den Speck.“
Ich folge Marc zum OP. Als erstes setzen wir beide unsere Hauben auf, dann ziehen wir die OP-Kleidung über und nur wenig später stehen wir beide am Waschbecken und waschen uns steril.
Dabei sehe ich Marc so ein bisschen schräg von der Seite an.
Plötzlich dreh er seinen Kopf zu mir um und blickt mir fragend in die Augen.
„Ist irgendwas?“
War das jetzt wieder so auffällig? Manno.
„Ich... Wie machst du das nur?“ höre ich mich schließlich selber fragen und weiß gar nicht so recht warum ich das überhaupt tue.
„Ähh... Wie mache ich was?“
„Na da liegt ein sieben- oder achtjähriges Mädchen auf dem OP-Tisch und ist schwer verletzt, weil irgendjemand sie angefahren hat. Wir wissen nicht wer ihre Eltern sind, und ihr Kreislauf könnte jeden Moment zusammen brechen. Außerdem ist sie eben noch... ja ein Kind eben. Wie kannst du da nur so ruhig sein und nicht mal das leiseste Anzeichen einer Emotion zeigen!?“
Marc sieht mich jetzt ernst an und beugt seinen Oberkörper ein Stück weiter zu mir rüber.
„Hasenzahn, dem Mädchen hilft es nicht wenn ich jetzt anfange zu flennen oder ihr das Händchen tätschle. Sie ist für mich ein Patient wie jeder andere und ich mache einfach nur meinen Job. Außerdem hab ich eh nichts für Kinder übrig, das solltest du doch langsam wissen.“
Marc wendet sich wieder von mir ab und öffnet mit seinem Fuß die Tür zum OP. Ich folge ihm und werfe noch einen letzten Blick auf das kleine Mädchen auf dem Operationstisch. „Hoffentlich finden wir ihre Eltern schnell, damit sie nicht alleine ist wenn sie aufwacht.“ geht es mir noch durch den Kopf ehe ich von Marcs Stimme aus meinen Gedanken gerissen werde.
„Hasenzahn kommst du?“

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