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Dieses Thema hat 253 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

04.08.2010 14:08
#176 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Daanke Leute... Ich bin erleichtert und froh, dass euch der Teil gefallen hat. Phew! :) Sollte ich euch an dieser Stelle auf eine gräuliche Wolke aufmerksam machen? Hm. Trotzdem geht es auch gleich weiter. Danke an alle, ihr seit super :)

Ja, die holden Königskinder hatten sich endlich gefunden. Und ich konnte mir mein breites Grinsen nicht mehr abgewöhnen.

Sabine blickte kurz auf als Gretchen das Schwesternzimmer betrat, nur um eine Sekunde später nochmals aufzublicken und Gretchen überrascht anzuschauen. „Frau Doktor…Sie strahlen ja so…!“
„Ja Sabine.“, erwiderte sie breit lächelnd und lehnte sich über die Empfangstheke, „ich weiss.“
„Was ist denn passiert…?“, fragte diese und als sie Gretchen für einen weiteren Moment angesehen hatte, wurden ihre Augen noch grösser und sie wurde eine Spur hibbeliger, „sagen Sie nicht…sagen Sie nicht dass der Doktor Meier…?“
Gretchen biss sich auf die Lippen, worauf das Lächeln, wenn überhaupt möglich, noch breiter wurde. „Doch!“
„Nein…!“ Sabine liess ihre Arbeit liegen und stand mit einem glückseligen und träumerischen Lächeln auf, „das glaube ich ja nicht…“
Gretchen nickte unkontrolliert und vor lauter Grinsen bemerkte sie den Schmerz in ihren Backen gar nicht. „Doch Sabine!“
„Frau Doktor.“ Sabine machte einen Schritt vorwärts und umarmte Gretchen kurzerhand. Obwohl Gretchen etwas überrascht von solcher Reaktion war, machte es ihr nichts aus und das Lächeln verschwand erst recht nicht.
„Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben Frau Doktor.“
Gretchen strahlte so sehr, sie hätte eine Solareinheit erhellen können. Sie umarmte Sabine auch und beide torkelten von links nach rechts, bis sie die Umarmung wieder lösten.
„Und…“, begann Sabine und lächelte Gretchen gespannt an, „hat er…ich meine…hat er es wirklich gesagt…?“
Gretchen presste die Lippen zusammen und nickte grinsend. „Mhm.“
„Wer hat was gesagt?“
Sabine und Gretchen machten einen Schritt zur Seite, als Bärbel in das Schwesternzimmer kam. Sie schaute mit einem höflichen Grinsen zu Sabine und Gretchen, wobei sie bei der letzteren die Stirn in Falten legte. „Ja aber Margarethe…geht es dir nicht gut? Hast du vielleicht einen Krampf?“
„Äh…nein?“, erwiderte diese für einen Moment irritiert, hielt das Lächeln aber bei. Sie strich sich eine Strähne nach hinten und schaute für einen Moment auf den Boden, ehe sie wieder aufschaute. „Alles in Ordnung.“
„Ja?“, fragte Bärbel immer noch ungläubig, und schaute sie skeptisch an, „nun ja…dann will ich es mal hoffen.“
„Es ist alles in Ordnung Frau Haase…“, meldete sich Sabine zu Wort und setzte sich langsam auf den Stuhl, „es ist nur…der Doktor Meier hat-“
„Hat…extrem gute Werte.“, unterbrach Gretchen Sabine und warf ihr einen schnellen Blick zu, „also…extrem gute Werte und…ja. So ein guter Oberarzt, sollte auch nicht lange flachliegen.“

Also, beruflich bezogen. Privat dann eher…anders halt.

„Aha…“, meinte Bärbel und nickte langsam, „und das macht dich so glücklich Margarethe, ja?“
„Ja natürlich!“, erwiderte diese und zuckte mit den Schultern. Sie versuchte das Lächeln von ihren Backen zu kriegen, um ihre Mutter überzeugt anzusehen. Was jedoch nicht zu klappen schien. „Ich mein, es ist ja auch gut fürs…Krankenhaus. Und jetzt ja sowieso da Papa in den Urlaub fährt.“
„Ja, stimmt…“, gab Bärbel zu und nickte, ehe sie auf Gretchen zeigte, „ich wollte mich dann eigentlich auch nur schnell verabschieden. Dein Papa und ich haben nämlich was zu feiern.“
„Ach ja?“, fragte Gretchen und hatte das Gefühl, dass ihr Lächeln nun mehr als erlaubt war, „was denn für einen Grund?“
Auf Bärbels Gesicht erschien ein breites Lächeln und sie hob beide Hände zu Fäusten, mit denen sie vor sich winkte. „Wir haben das Geld wieder zurück Margarethe. Ganze 236'000 Euro!“
„Wow, das ist ja toll!“, erwiderte Gretchen und lächelte ihre Mutter ehrlich an, „und…was ist dann mit den anderen…14'000 Euro?“
„Oh die hat Eric in seine Ausstellung investiert, also sozusagen, haben wir etwas gespendet. Für einen guten Zweck, verstehst du?“
„Äh…ja! Natürlich!“

Ja, man kann ja seine Exaffaire nie genügend…unterstützen.

„Nun ja, und jetzt fahren wir für eine Woche nach Südfrankreich, ich hab gehört da soll es sehr schön sein. Weißt du per Zufall ob dein Vater französisch kann?“
„Äh…“ Gretchen hob die Augenbrauen und verschränkte die Arme vor der Brust, „nicht…das ich wüsste.“
„Naja, ist ja auch egal.“ Bärbel winkte ab und schulterte ihre Handtasche neu, „irgendwie schlagen wir uns durch, also, verbal nicht wortwörtlich.“ Sie kicherte, worauf Gretchen sich entschied, besser einzusteigen.
„Also, wir müssen dann auch. Pass auf dich auf, ja?“ Bärbel umarmte Gretchen, welche die Umarmung erwiderte, und dann den wedelnden Finger ihrer Mutter vor ihrem Gesicht hatte, „und pass auf mit dem Doktor Meier, hörst du? Lass dich nicht wieder auf irgendwelche Spielchen ein!“
„Nein Mama, keine Panik.“, erwiderte Gretchen und schon war das breite Lächeln wieder auf ihren Backen erschienen.

Weil das nämlich kein Spiel war. Es war wahre Liebe. Wie bei einem guten Wein, der erst einmal reifen musste, um ihn dann geniessen zu können.
Also, hab ich immerhin gehört. Trinke keinen Wein. Habe ja generell etwas gegen Alkohol. Meistens.


„Tschühüss!“ Bärbel winkte den beiden zu und verliess das Schwesternzimmer.
Daraufhin seufzte Gretchen und Sabine schaute von ihrer Arbeit auf. „Sie wollen nicht, dass Ihre Eltern Bescheid wissen…?“
„Nein noch nicht…“, antwortete Gretchen und legte beide Hände auf die Anrichte, „ich glaube sie müssen erst mal ihre eigene Beziehung wieder verdauen.“
„Ach so…“, meinte Sabine und stapelte ein paar Blätter aufeinander.
„Haben Sie übrigens Mehdi gesehen?“
„Äh ja, der wollte mit Gabi mit der Polizei sprechen glaub ich…“, entgegnete Sabine und schaute wieder auf.


danke an schleumel & Kate :) XD

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

04.08.2010 21:56
#177 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ähm..ich hab euch auch lieb?

„Also…verstehen wir das richtig.“
Gabi schaute kurz zu den zwei Polizisten auf, die gegen Mehdis Bürotisch lehnten. Mehdi selber sass neben Gabi auf einem der zwei Stühle vor seinem Tisch, was Gabi das Gefühl vermittelte, als ob sie in einem Verhör sass.
„Sie haben Frank zur Flucht verholfen, die Hälfte des Erpressungsgeldes behalten und sich mit einem Mörder angebandelt.“
„Das habe ich nicht!“, stellte Gabi klar und schaute wieder auf, „ich habe mich garantiert nicht mit ihm angebandelt!“
„Sondern?“
Gabi schluckte und schaute kurz zur Seite. „Eines Tages rief er bei mir an, gab sich als jemand anderes aus, als er tatsächlich war. Wir hatten miteinander für eine Zeit lang telefoniert, bis er eines Tages mit seiner wahren Absicht rausgerückt hat.“
„Und die wahre Absicht…betrifft Ihrer Schuld gegenüber Frank.“, erläuterte der Polizist und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Ich…gebe ja zu, dass es…falsch von mir war, ihm zu helfen.“, gab Gabi langsam und eher stockend über ihre Lippen und schaute unbequem zur Seite, „ich…wusste halt einfach nicht weiter. Auch aus…privaten Gründen.“
„Sie wissen dass Sie sich strafbar gemacht haben, Frau Kragenow.“
Gabi schluckte. Der Moment von dem es sie fürchtete, war gekommen und sie schloss für einen Moment die Augen.
Die beiden Polizisten schauten sich für einen Moment an, bis sich Mehdi an die Beiden wandte. „Aber sie hat Ihnen mit dieser Information geholfen, oder nicht?“, fragte er sachlich und schaute vom einten zum anderen, „Frau Kragenow hatte über eine beschauliche Zeit Kontakt mit dem Täter und ich kann ebenfalls vorweissen, dass er gewalttätig ist.“ Er hob einen Finger und zeigte auf die Stelle an seiner Stirn.
„Mit Verlaub Doktor Kaan, aber dass der Mann gefährlich ist, wissen wir spätestens seit dem Abend an dem er Frau Kragenow angegriffen hat.“
„Er hat nicht mich angegriffen!“, stellte Gabi wiederum klar und versuchte den aufkommenden Ärger gegenüber des Mannes den Marc angeschossen hatte, zu verdrängen, „dieses Arschloch hat Marc angeschossen, nicht mich!“
„Und nicht nur einmal.“, erwiderte einer der Polizisten, seufzte schwer auf und schüttelte den Kopf, eher er seinen Notizblock zückte, „wie es aussieht, wurde Doktor Meier nochmals angegriffen.“
Die Farbe wich aus Gabis Gesicht und sie schaute mit grossen Augen nach vorne. „Was? Wann?“
„Vor circa eineinhalb Stunden.“, antwortete der andere Polizist, „das ist auch der Grund warum wir hier sind. Und warum wir naher noch dringend zu Doktor Meier müssen.“
„Was soll das bedeuten?“, fragte Mehdi alarmiert, „dass der Typ hier im Krankenhaus war?“
„Allen Anscheins nach ja.“, antwortete der andere Polizist wieder und hob beide Augenbrauen.
„Aber…aber dann müssen wir zu Marc, wir…“, begann Gabi und stand auf, den Blick auf Mehdi gerichtete, „ich meine, geht es ihm überhaupt gut?“
Mehdi schaute den älteren Polizisten der beiden beunruhigt an und dieser nickte. Daraufhin ergriff er Gabis Hand, nickte ihr kurz zu und brachte ein knappes Lächeln zustande.
Gabis Herz raste mittlerweile und so richtete sie ihren Blick wieder den beiden Ordnungsmännern zu. „Was können wir tun, damit er gefasst wird?“
„Wir haben einen Plan, wie wir den Täter möglicherweise fassen können.“, meinte der eine Polizist, „Frau Kragenow, Sie haben den Mann noch nie gesehen? Keine weiteren Informationen betreffend Aussehen, Auffälligkeiten etc.?“
Gabi überlegte für einen kurzen Moment, schüttelte dann aber den Kopf. „Nein ich…ich hatte ihn immer nur am Telefon.“
„Was schlagen Sie vor?“, fragte Mehdi und legte die Stirn in Falten.
„Nun ja, wir haben an eine Art Köder gedacht.“, fuhr der eine Polizist fort und presste die Lippen aufeinander, „wir müssen den Täter dingfest machen, und das so schnell wie möglich.“
„Und wie?“, fragte Gabi angriffslustig und ballte die Hände zu Fäusten, „wollen Sie vielleicht…Marc oder Doktor Kaan auf einem Silbertablett servieren, sodass er sich die ganze Ladung abholen kann?“
„Nein…nein, keine Sorge.“, antwortete der Polizist und machte eine beruhigende Handbewegung, „wir haben nicht an sie gedacht.“
„Sondern?“, fragte Mehdi und schaute zwischen den Polizisten hin und her.


danke an schleumel & Kate :) XD

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

05.08.2010 13:57
#178 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Waaah *sich versteck* Ich getrau mich ja gar nicht weiter zu posten? Ihr müsst mir einfach vertrauen! Ich bins doch, die Fränzi... Und Kate braucht mal gar nichts von Schockimousse (mmh) zu erzählen, diese...diese Wiederholungstäterin! Trotzdem, viel Spass

„Oh Papa!“ Gretchen beschleunigte ihre Schritte, sodass sie ihren Vater vor seinem Büro abfangen konnte. Dieser schüttelte gerade die Hand von Stevenson und schaute überrascht lächelnd auf. „Oh Gretchen, wir haben gerade von dir gesprochen.“
„Ach ja?“, fragte diese nicht minder überrascht zurück und kam vor den Beiden zu stehen, „und…worum ging’s denn?“
„Nun ja, jetzt da unser Florian hier die Leitung übernimmt!“ Franz klopfte Stevenson freundschaftlich und stolz auf die Schulter, worauf dieser gepresst lächelte, „könnte er sicherlich ein bisschen Hilfe vertragen!“
„Äh, und wie jetzt genau?“, fragte Gretchen und blinzelte ein paar Mal, ehe ihr Blick auf Stevenson fiel, „also nicht…persönlich gemeint, eher so…ja, arbeitstechnisch.“
„Der Mann ist natürlich top!“ Franz hob anerkennend einen Finger, „aber eine ganze Klinik zu übernehmen, ist dann kein Zuckerschlecken!“
„Das ist mir bewusst Herr Professor.“, meinte Stevenson und nickte freundlich, „und ich werde natürlich mein Bestes tun, um ein gutes Vorbild zu sein.“
Gretchen studierte das Gesicht von Stevenson eine Weile und setzte dann von einer Sekunde auf die andere ein möglichst überzeugendes Lächeln auf die Lippen.

Frage mich gerade wie Marc sich anhören würde, wenn er so geschwollen reden würde.


„Da bin ich überzeugt!“ Franz klopfte ihm wieder auf die Schulter und schaute dann mit einem stolzen Lächeln zu Gretchen, „und du wirst ihm sicherlich tatkräftig zur Seite stehen, nicht wahr Kälbchen?“

"Ja mein Name ist Marc Meier, ich bin hier der Chefarzt, alles geht über oder besser gesagt unter mir durch, es finden keine Soloauftritte statt, sonst sind sie gefeuert. Noch Fragen?"

Gretchen biss sich auf die Lippe und lächelte verträumt.
„Kälbchen?“

Hach Marc...

„Ja?“, fragte sie prompt und blinzelte verwirrt von ihrem Vater zu Stevenson, ehe sie den fragenden Blick des Professors bemerkte, „äh…ja! Natürlich. Also…immer gerne.“

Und…worum ging‘s jetzt gerade?

„Wusst‘ ich’s doch.“ Franz legte einen Arm um Gretchens Schulter und drückte sie kurzerhand an sich, „wie gesagt. Die beste Assistenzärztin weit und breit!“
Stevenson lächelte und liess seinen Blick einige Sekunden länger auf Gretchen ruhen. „Ich weiss Herr Professor, ich weiss.“
Franz drückte sie stolz an sich und Gretchen bemühte sie um ein peinliches, gedrücktes Lächeln. Stevenson schob seinen Ärmel zurück und schaute auf die Uhr. „Wenn Sie mich dann entschuldigen würden, Herr Professor. Ich habe noch einen wichtigen Termin, den ich nicht versäumen sollte.“
„Aber natürlich! Nur zu, nur zu!“ Franz machte eine speditive Handbewegung und Tochter und Vater schauten beide dabei zu, wie Stevenson ihnen zunickte und den Gang hinunter schritt.
Franz seufzte erleichtert und liess Gretchen los. „Ein wunderbarer Arzt. Kannst dir sicher noch einige Seiten von ihm abgucken, Kälbchen!“
„Äh…ja, sicherlich, aber was ich dich eigentlich fragen wo-“
„Der war ja schon Oberarzt in seiner alten Beschäftigung, weißt du? Aber eine ganze Klinik, das ist dann doch noch etwas anderes.“
Gretchen lächelte gepresst auf und klatschte in die Hände, ehe sie den Blick gegen den Boden richtete. „Ja Papa, das ist ja ganz nett aber-“
„Gott sei Dank habe ich eine Tochter wie dich.“ Franz zuckte lächelnd mit den Schultern und riss Gretchens Blick wieder auf sich, „eines Tages Kälbchen, eines Tages wirst du die Leitung übernehmen! Führung liegt uns Hasen doch im Blut!“ Franz hob triumphierend eine Faust und schaute sie stolz an.
Gretchen lächelte wieder auf und legte dann die Stirn in Falten. „Ist…interessant dass du das eigentlich grad ansprichst, so von wegen Führung und so und…beste Assistenzärztin.“ Gretchen hob die Hände und deutete Gänsefüsschen an, bevor sie den Kopf schieflegte und ihren Vater aus schmalen Augen anschaute, „aber was genau hast du vorhin gemeint mit…was ich immer gerne mache? Also, meine Antwort bezüglich deiner Frage, die ich…irgendwie nämlich gar nicht…“
Franz‘ Blick wurde schaltend und Gretchen winkte daraufhin schnell lachend ab. „Ach ist ja auch nicht so wichtig, mach ja ziemlich alles…ziemlich gern.“
Franz nickte irritiert.
„Ja.“ Gretchen klatschte in die Hände und hielt sie vor die Brust, „dann…geh ich doch am besten gleich mal los und…tue das was ich so am liebsten…tue.“
„Ja…ja tu das.“, meinte Franz etwas unsicher und Gretchen war gerade dabei ihm ein breites Lächeln zu schenken, als sie noch einmal innehielt. „Oh aber was ich dich jetzt eigentlich fragen wollte, wegen der Klinikführung, also, der generellen jetzt.“
Franz hob die Augenbrauen und schaute sie fragend an. „Ja?“
„Also das…wird dann wieder Marc sein, oder?“, fragte Gretchen etwas zögerlich, „es war ja eigentlich auch immer Marc und sollte jetzt nicht…irgendwie abgeschoben werden, nur weil ein anderer hier ist.“
Franz legte ein beruhigendes Lächeln auf und tätschelte Gretchens Schulter. „Der soll jetzt zuerst mal wieder gesund werden, hm? Dann schauen wir weiter. Mal sehen wie sich Stevenson brilliert!“ Er hob einen Finger und grinste wiederum stolz, was Gretchens Lachen dann doch zum erlöschen brachte. Sie nickte ihm dann nur kurz zu, kratzte sich hinter dem rechten Ohr und lief den Gang hinunter.


danke an schleumel & Kate :) XD

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

05.08.2010 20:48
#179 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Also ich muss mich wohl jetzt bei euch entschuldigen. Erstens, der nächste Teil hier ist lang, richtig lang. Und zweitens, ja...hm, lest weiter. Ich versteck mich dann in den Bergen

„Boah Marc du glaubst nicht was ich gerade-Oh.“ Gretchen hielt auf der Türschwelle inne und schaute überrascht auf Mehdi, Gabi und zwei Polizisten, die vor Marcs Bett standen, „Tschuldigung, ich dachte…er wäre alleine.“
„Kein Problem Doktor Haase. Wir haben eigentlich auf Sie gewartet.“, meinte der jüngere Polizist freundlich und schenkte ihr ein knappes Lächeln.
Gretchen erwiderte dies etwas unsicher, schloss die Türe hinter sich und schaute in die Runde. Gabi hatte die Arme vor dem Schoss verschränkt, die Tasche hing ihr lose an den Beinen herab. Den Blick hatte sie fast emotionslos auf den Boden gerichtet.
Mehdi lehnte an der Wand, die Arme vor der Brust verschränkt, und schaute angestrengt in Gretchens Richtung. Der eine Polizist schaute auf seinen Notizblock und der andere schob seine Hände in die Hosentaschen.
Marc sass aufrecht im Bett, die Decke bis an seinen Bauch gezogen und schaute abwartend in die Runde.
„Es geht um die Überfälle auf Sie Doktor Meier.“, begann dann der ältere Polizist, „der eine Überfall der sich vor zwei Tage zugetragen hat, sowie der heutige Überfall auf Sie und Doktor Haase. Sie haben den Täter gesehen?“
Der Polizist mit dem Notizblock in der Hand schaute auf.
„Äh…ja. Ja haben wir.“, antwortete Gretchen und warf einen schnellen Blick zu Marc, der seine Lippen zu einem gekünstelten Lächeln verzog. „Also, mehr seine Faust.“
„Wie sah er aus?“, fragte der Polizist und der jüngere, setzte den Bleistift auf den Block.
„Ähm…“ Gretchen verschränkte langsam die Arme vor der Brust und legte die Stirn in Falten, „er war relativ gross und…breit gebaut. Er hatte schwarze Haare, kurz geschnitten.“
„Trug schwarze Klamotten, hatte einen relativ schweren Schlag.“, fügte Marc hinzu und kratzte sich mit einer Hand an der Stirn.
Gabi schaute auf und presste die Lippen aufeinander, als sie die Wunden von Marc besser erkennen konnte, als dieser die Hand wieder hinunternahm. Sie schluckte und wandte den Blick ab.
Mehdis Augen huschten zu ihr hinüber und ohne seine angestrengte Miene zu verziehen, sank er eine Hand und griff mit dieser nach Gabis. Diese zuckte leicht zusammen, war aber insgeheim über eine solche beruhigende Geste froh.
„Mhm…in Ordnung…“, meinte der jüngere Polizist und schrieb alles auf seinen Block nieder.
In der Zwischenzeit schaute Gretchen zu Marc, der ihren Blick zur selben Zeit erwiderte. Seine Mundwinkel zuckten leicht, ehe er wieder nach vorne schaute.
„Wir haben eine Idee, wie wir ihn aufhalten könnten.“, fuhr der ältere Polizist fort und zeigte dann mit der Hand auf Gabi und Mehdi, „wir haben diesen Plan bereits schon in der Anwesenheit von Doktor Kaan und Frau Kragenow erläutert, möchten diesen aber gerne jetzt mit Ihnen teilen. Nur fehlt uns noch…ah!“
Gretchen zuckte zusammen, als die Türe hinter ihr geöffnet wurde, und Stevenson entschuldigend eine Hand hob.
„Gut, dann wären wir jetzt vollständig.“
„Bitte entschuldigen Sie, ich komme.“
„Ja, zu spät.“, meinte Marc trocken, hob dann die Augenbrauen und wandte den Blick ab, „wahrscheinlich wie immer.“
Gretchen sperrte die Augen auf und schaute alarmierend zu Marc, der sie jedoch nur mit erhobenen Augenbrauen und schwachem Grinsen auf den Lippen anschaute.
Stevenson räusperte sich und zog seine Hosen hoch.
„Wir haben definitiven Grund zur Annahme, dass der Täter im Auftrag von Frank handelt.“
Gretchens Herz setzte für einen Moment aus und sie hatte das Gefühl, dass es ihr schwindelig wurde. Sie hatte mit Frank abgeschlossen – er war aus dem Krankenhaus verschwunden, gefasst worden und hatte somit keinen Stellenwert in ihrem Leben mehr. Sie dachte, er würde nie mehr eine Rolle spielen.
Marc schaute angestrengt zu Gretchen, doch diese schaute schweratmend auf den Boden.
„Gretchen?“
Sie schaute auf und blickte zu Marc, der einen Arm ausgestreckt hatte um ihr zu deuten, dass sie sich zu ihm setzen sollte. Sie nickte apathisch und ihre Beine trugen sie zu seinem Bett hinüber.
Florian betrachtete das Schauspiel mit fragendem Blick, stützte dann die Hände in die Seiten und wandte sich an die Polizisten. „Entschuldigen Sie die Frage, aber wer ist Frank?“
„Frank ist…“, begann einer der Polizisten und schaute kurz zu Gretchen, welche sich auf Marcs Bett gesetzt hatte und mit blassem Gesicht aufschaute, „Frank ist der Exverlobte von Frau Haase. Und gleichzeitig auch ein Betrüger der von Interpol gesucht wurde. Wobei wir schon beim nächsten Schritt sind. Frau Kragenow hier…“ Der Polizist lehnte sich nach vorne und schaute zu Gabi die zusammenzuckend aufschaute, „…hat eindeutige Beweise, dass der dahinter steckt.“
Gretchens spürte, wie Marc einen Arm um ihre Seite legte, diesen aber immer noch auf dem Bett behielt. Sein Daumen, der sie langsam gestreichelt hatte, hielt inne.
„Was?“, fragte Gretchen und schaute irritiert zu Gabi, „ich versteh…nicht ganz?“
Mehdi drückte Gabis Hand, was sie stockend aufschauen liess. „Ich…ich habe ihm damals bei der…Flucht geholfen.“, erwiderte sie leiser und stockend, „und…dass der Typ von ihm kommt…weiss ich weil ich ihn einmal besucht habe und wir…darüber gesprochen haben. Eines Tages hat er bemerkt wie ich…jemandem alles erzählt habe. Daher der Zwischenfall bei der Brücke. Das war als Marc…“ Ihr Blick fiel auf Marc, der sie ausdruckslos jedoch scharf anschaute, was sie wiederum zusammenzucken liess, „als Marc dazwischen kam.“
Gretchen holte Luft um etwas zu erwidern, hielt dann einen Moment inne. Nach wenigen Sekunden schaute sie auf und schüttelte ungläubig den Kopf. „Gabi du…du hast das wirklich…der Typ hat Marc angeschossen!“
„Ich weiss!“, erwiderte sie schon eine Spur lauter und hilflos, „ich weiss, das…er dachte er hätte…er dachte er hätte den Typ erwischt mit dem ich mich unterhalten hatte.“
„Und…und wer war das?“, fragte Gretchen und schaute zu Gabi, wessen Blick kurz zu Mehdi huschte und dann auf den Boden verharrte. „Es war Doktor Kaan.“
Marc schnaubte auf und wandte sein Gesicht ab.
Gabi schaute wieder schluckend auf und blickte zu Marc, der die Augen zusammenkniff, seine Lippen zu einem höhnischen Lächeln verzog und langsam den Kopf schüttelte. „Gabi du…bist…wirklich das allerletzte-“
„Marc.“ Gretchen wandte sich ein Stück zur Seite und legte eine Hand auf seinen Bauch, „nicht.“
Dieser schaute entgeistert zu ihr. „Sag mal…aber du checkst hier schon was sie getan hat, oder?“ Er zeigte nach vorne zu Gabi, welche mit den Tränen zu kämpfen hatte, „diese…dumme Schlampe hat mit diesem Arsch gemeinsame Sache gemacht und dich ebenfalls in Gefahr gebracht!“
„Nein ich…“, begann Gabi und liess hilflos einen Arm fallen, „er hat…er wollte nie das Gretchen etwas passiert.“
„Ja kannst gleich zu ihm zurück rennen und sagen, dass das nicht wirklich geklappt hat!“, erwiderte Marc laut und zeigte mit einem Finger auf Gretchen, „der Typ war hier drin als sie reingekommen ist, ja! Der hat-“
„Er hat…gesagt dass ich eine Sondergenehmigung habe.“
Marc verstummte und schaute Gretchen fragend an, welche etwas unschlüssig und aufgelöst wieder aufschaute. „Mensch Gabi warum…warum lassen Sie sich immer auf solche dummen Spielchen ein? Das war ja nicht mal etwas zwischen…zwischen uns oder vielleicht war das der Grund zu Anfang aber jetzt liegt Marc hier und ich bezweifle sehr, dass das in Ihrem Wunschdenken Teil war.“
Gabi schüttelte den Kopf und schaute auf ihre Hand, welche immer noch in Mehdis lag. „Natürlich wollte ich das nicht…das wollte ich nie und es tut mir leid.“ Sie schluchzte, wischte sich mit der freien Hand die Tränen von der Wange und schaute wieder auf, „ich…wusste einfach nicht was ich tun sollte.“
„Ja das weißt du bekanntlich ja nie.“, erwiderte Marc kalt und vorwurfsvoll, was sie zusammenzucken liess.
Für einen Moment herrschte Stille im Raum, welche nur durch Gabi’s Schluchzen und Schniefen unterbrochen wurde.
Die beiden Polizisten schauten sich kurz an und nickten, worauf sich der ältere der Beiden wieder zu Wort meldete. „Wir…wollen natürlich, dass der Täter so schnell wie möglich gefasst wird. Daher haben wir auch einen Vorschlag, wie wir damit wahrscheinlich Erfolg haben könnten.“
Alle Blicke ausser Gabis richteten sich auf die Polizisten.
„Wir haben an eine Art…Köder gedacht, der den Täter wiederum anlocken würde. Nicht im Krankenhaus, an einem anderen Ort.“
Marc schnaubte wieder auf, schüttelte den Kopf und liess diesen hängen.
Mehdi räusperte sich, presste kurz die Lippen zusammen und schaute dann auf. „Wir…haben-“
„Nein.“ Gretchen schaute angsterschrocken zu Mehdi und schüttelte den Kopf, ehe sie zu den Polizisten schaute, „das können Sie nicht machen, Mehdi ist doch nicht einfach so ein…ein…nicht Mehdi, ganz sicher nicht!“
Mehdi verzog seine Lippen zu einem einseitigen, sehr schwachen Lächeln.
„Wir haben das kurz in engerem Kreis besprochen.“, meldete sich der Polizist und schaute zu Mehdi und Gabi, „und wir haben…entschlossen, dass es nicht Herr Kaan sein wird.“
„Gott sei Dank.“, erwiderte Gretchen und liess die Schultern erleichtert hängen.
„Wir dachten an Sie Frau Haase.“

Oh.


danke an schleumel & Kate :) XD

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

06.08.2010 18:41
#180 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Soll ich, soll ich nicht, soll ich...soll ich nicht...hab Angst. Da würd ich ja glatt sagen, bin ich froh haben wir die Alpen! Scherz. Leute, wenn ihr mir nicht vertraut, dann vertraut immerhin Marc. Auch wenn das ab und zu schwierig ist... Viel Spass, ich verzieh mich dann wieder in meine Alphütte

„Was?“ Marcs scharfe Stimme durchschnitt die Luft und Gretchen zuckte nochmals zusammen, „seid ihr geisteskrank?“
Florian, der bisher noch nichts gesagt hatte, schaute angestrengt zu Gretchen, die auf Marcs Bettdecke schaute.
„Sie ist doch kein verdammtes Versuchskaninchen!“, fuhr dieser wütend fort und warf Gabi einen bissigen Blick zu, „wenn ihr schon jemand schickt, dann-“
„Wir haben die Vorlagen abgewogen Doktor Meier und haben uns für Doktor Haase entschieden, da sie eine Verbindung mit Frank hat.“
„Nein ich…ich hatte eine.“, meldete sich Gretchen leiser und schaute auf, „ich habe mit dem Thema abgeschlossen.“
Marc hob die Augenbrauen, zeigte kurz auf Gretchen und wandte seinen Blick wieder an die Polizisten.
„Wir sind uns dessen bewusst Frau Haase.“, sagte der ältere, „und wenn Sie nicht einstimmen, dann ist das natürlich in Ordnung.“
„Wir sollten jedoch erwähnen…“, meldete sich der jüngere, „es wird Ihnen nichts passieren. Wir sind mit einer Einsatzgruppe vor Ort, versteckt natürlich, und würden bei irgendeinem Zwischenfall sofort eingreifen.“
Gretchen schluckte und schaute wieder auf die Decke. Am Rande ihrer Wahrnehmung nahm sie wahr, dass Marc wiederum schnaubte und den Kopf schüttelte.
„Gretchen?“
Sie schaute auf und blickte zu Mehdi, der sie aus schmalen Augen und fürsorglich anschaute. „Du musst das nicht tun, in Ordnung? Ich kann es auch tun.“
Gretchen öffnete den Mund und wollte etwas erwidern, schloss ihn dann jedoch. Sie zog ihre Hand langsam von Marcs Bauch weg und legte sie in ihren Schoss.
Marc lag hier im Bett, angeschossen von diesem Typen. Mehdi schwebte ebenfalls in Gefahr und wenn nichts unternommen wurde, dann wären höchstwahrscheinlich noch mehr Leute in Gefahr.
„Das wäre doch möglich oder nicht?“, fragte Mehdi die Polizisten, „das ich anstelle ihr gehe, oder?“
„Natürlich ist es möglich Doktor Kaan, aber bei Ihnen besteht die Gefahr, dass der Täter nicht zögern würde. Bei Doktor Haase schon.“
Gretchens Gedanken rasten, doch gleichzeitig fühlte sich ihr Gehirn an, als ob es leer wäre. Sie schaute auf und holte Luft. „Nein.“
Marc wandte schnell den Kopf und blickte sie entgeistert an. „Bitte?“
„Nein ich…Doktor Kaan muss nicht gehen.“, antwortete Gretchen und obwohl es sich so anfühlte, als ob jemand anderes reden würde, wusste sie, dass es die einzige Möglichkeit war.
Mehdi schaute angestrengt zu Gretchen und schüttelte den Kopf. „Gretchen du weißt das ich-“
„Ja ich…weiss dass du das tun würdest Mehdi.“, unterbrach sie ihn und versuchte ein wages Lächeln über die Lippen zu bringen, „aber…in dieser Situation trägst du keine Schuld.“
„Ja und du mal gar nicht!“, meldete sich Marc zu Wort, kniff die Augen zusammen, lehnte sich ein Stück nach vorne und wandte sich leiser an sie, „Gretchen du weißt dass der Typ so ziemlich rücksichtslos ist und-“
„Ja ich…ich weiss.“ Sie warf einen schnellen Blick zu den anderen Leuten, welche höflicherweise ihre Blicke abwandten. Sie lehnte ihren Oberkörper ein Stück zur Seite und sah somit in Marc entgeistertes, angespanntes Gesicht. „Ich will nur nicht dass da Mehdi reingezogen wird und-“
„Und ich will nicht dass du da reingezogen wirst!“, gab er vehement flüsternd zurück, was Gabi kurz aufschauen liess.
„Ich wollte auch nicht dass dir etwas passiert und doch liegst du jetzt im Krankenhaus.“, erwiderte Gretchen leise und liess einen Arm auf das Bett fallen.
„Ja und jetzt willst du mir gerne Gesellschaft leisten oder wie.“
Gretchen schluckte und wollte etwas erwidern, als Marc fortfuhr.
„Gretchen der Typ kennt nichts, ja? Ist doch dem scheissegal wer du bist, Hauptsache ist dass er nicht erwischt wird! Und am Schluss liegst du nicht neben mir in diesem Scheisszimmer, sondern auf einer anderen Station und…verdammt!“ Er ballte seine Hand zur Faust und schlug mit dieser wütend und aufgebracht auf die Bettdecke.
Gretchen zuckte zusammen, obwohl sie wusste, dass er Recht hatte.
„Vergesst es.“ Marc schaute verbissen auf und blickte in die Gesichter, die nun alle wieder in seine Richtung schauten.
Gretchen liess die Schultern sinken. „Marc, ich-“
„Gretchen ich lass dich da nicht einfach so rausspazieren, in Ordnung?“, fragte er vehement und wandte so schnell den Kopf, das einige Haare in seine Stirn fielen, „schickt von mir aus Gabi, sie hat diesen ganzen Scheiss angezettelt!“
Gabis Tränen waren versiegelt, doch sie zuckte wiederum zusammen und schaute auf Mehdis Hand.
„Wir verstehen Ihre Bedenken.“, warf ein Polizist ein und schaute dann fragend zu Gretchen, „aber wenn Sie-“
„Es ist…in Ordnung.“
„Was?“
Gretchen haderte für einen Moment mit sich selber, wandte sich dann wieder um und ergriff Marcs Hand mit ihren Händen. „Hör mal ich…ich muss das tun.“
„Du musst überhaupt nichts!“, erwiderte er zischend und schaute sie eindringlich an, „Gretchen dir könnte weiss Gott was-!“
„Wird es aber nicht.“, unterbrach sie ihn und schaute ihn mit einem schwachen Lächeln an, was jedoch in der nächsten Sekunde wieder erlosch, „er wird mir nichts tun, das…würde er nicht zulassen.“
„Das kannst du nicht wissen.“
„Aber ich kann es annehmen…“
„Und das gibt dir…?“, begann er, presste die Lippen zusammen und wandte den Kopf für einen Moment ab.
Gretchen schaute auf und sah zu, wie Marc mit sich zu kämpfen schien. Es tat ihr im Herzen weh, dass er hineingezogen wurde, in etwas, was sich eigentlich um sie drehte. Und dass er jetzt nochmals zu kämpfen hatte, schmerzte sie ebenfalls.
Sie verstand seine Gedanken und wäre sie an seiner Stelle, würde sie genau gleich handeln. Sie würde alles daran setzen, dass er nicht gehen würde. Dass er bei ihr bleiben würde. Dass er niemals fortgehen würde.
Aber das war eine Sache, die erledigt werden musste. Für Marc, für Mehdi, für sie und für alle anderen.
Sie schluckte und schaute auf. „Was…muss ich tun?“
Marc zog seine Hand wütend von ihr weg und blickte stur aus dem Fenster.
Gretchen zuckte zusammen und schaute Marc traurig an, bis sich einer der Polizisten wieder zu Wort meldete. „Wir werden alles organisieren und uns schnellstmöglich wieder bei Ihnen melden.“
Gretchen nickte einmal knapp und richtete ihren Blick auf den Boden.
Die Polizisten nickten den anderen knapp zu. „Frau Kragenow, wir werden uns wieder bei Ihnen melden.“
Sie nickte ebenfalls schwach und spürte dann Mehdis Hand an ihrem Rücken, die sie sanft nach vorne drückte. Mehdi schaute Gretchen an, doch diese blickte immer noch auf den Boden.
Florian richtete sich auf und sah etwas unschlüssig von Mehdi zu Gretchen, bis er sich dann auch entschied, den Raum zu verlassen.
Die Türe fiel leise ins Schloss und es war still.
Marc sagte nichts, blickte immer noch stur aus dem Fenster, die Lippen aufeinander gepresst.
Nach einer Weile schaute Gretchen auf und öffnete den Mund um etwas zu sagen, wusste jedoch nicht wirklich was. Sie sank ihren Kopf und blickte auf ihre Finger. „Ich muss das tun…“, sagte sie leise und hatte das Gefühl, als ob sie mit sich selber redete.
Marcs Unterkiefer schien zu mahlen. „Du musst gar nichts.“
Gretchen schaute auf und wollte etwas erwidern, als sie in sein Gesicht blickte. Er hatte den Kopf immer noch abgewandt, doch sie sah, wie er nicht zufrieden war, wie er die Lippen aufeinanderpresste und wütend geradeaus schaute.
Sie schloss den Mund wieder, sank für einen Moment den Blick und bewegte dann ihren Oberkörper ein Stück nach vorne. Vorsichtig drückte sie ihre Lippen an seine Stirn und schloss für einen Moment die Augen.
Marc tat dies ebenfalls, nur schmerzte dieser Kuss so sehr, wie er es nie erwartet hätte.
„Ich liebe dich…“
Marc presste seine Zähne zusammen und hielt die Augen geschlossen. Er hörte wie sie schniefte, ihren Kopf zurückzog und sich vom Bett entfernte.
Nach ein paar Sekunden wandte er den Kopf. „Gretchen-“
Doch alles was er noch sah, war, wie die Türe leise ins Schloss fiel.


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Fran Offline

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07.08.2010 15:16
#181 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Gretchens Hand zitterte. Das Skalpell in ihrer Hand wollte nicht ruhig liegen und somit schloss sie für einen Moment die Augen und wandte den Kopf ab.
Florians Augen schauten zu ihr auf. „Alles in Ordnung?“
Nach ein paar Sekunden nickte Gretchen und räusperte sich. „Klar, ich…tschuldigung.“
Sie hob die Hand wiederum und setzte am Kopf an, machte aber weiterhin keinen Schnitt.
„Wenn du möchtest kann ich auch-?“
„Nein.“, antwortete Gretchen bestimmt und schaute auf die Wunde von Herr Winkler vor sich, „es ist…wirklich in Ordnung.“
Eine Schwester beträufelte die Wunde mit Flüssigkeit und Gretchen schluckte wiederum und versuchte sich zu konzentrieren.
Jeglicher Gedanke an Marc, an den Mann der draussen frei herumlief, an Mehdi, an Gabi und an Frank gehörte nicht in den Operationssaal. Ihre Aufgabe war es, Herr Winkler von seinen Ohnmachtsanfällen und Schmerzen zu befreien.
Florians Augen wanderten von Gretchen zu Sabine, welche neben ihr stand und ebenfalls die Reaktion von Gretchen abwartete.
„Frau Doktor Haase…“, begann Florian vorsichtig und gab einen kleinen Hacken weiter an die Schwester neben ihm, „würden Sie bitte für einen Moment vor die Tür kommen? Nur schnell.“
Gretchen schaute auf und blickte in die braunen, bittenden Augen von Florian. Nach einem kurzen Moment nickte sie stockend, gab das Skalpell Sabine und verliess den Operationssaal.
Draussen angekommen, riss Florian den Mundschutz von seinem Gesicht, stützte sich mit einer Hand am Becken ab und schaute sie mitfühlend an. „Möchtest du vielleicht reden?“
Gretchen hielt beide Hände oben um diese steril zu behalten. Ihren Mundschutz behielt sie ebenfalls auf, sodass sie gleich wieder weiter machen konnte. Ihr Blick huschte kurz über den Boden und sie zuckte halbwegs mit den Schultern. „Ich weiss wie man diese Operation durchführt, ich hab schon mal zugesehen, es ist wirklich nicht so dass ich-“
„Nein, nein!“, meinte Florian und machte einen Schritt auf sie zu, „ich bin fest davon überzeugt, dass du diese Operation durchführen kannst.“
Gretchen blinzelte ein paar Mal. „Ach…ja?“
„Natürlich.“, antwortete Florian und hob beide Augenbrauen, ehe er schmunzelte, „sonst wärst du ja nicht so weit gekommen, oder?“

Wo er Recht hat…

„Hör mal Gretchen, ich…weiss nicht was da mit diesem Frank war…“, begann Florian und schaute auf seine Finger, sodass er nicht sah, wie sie bei der Erwähnung dieses Namens zusammenzuckte, „aber vielleicht tut es gut darüber zu reden?“ Er schaute wieder auf und blickte sie mitfühlend an, „mit jemandem der einen objektiven Blick beisteuern kann?“
Gretchen öffnete den Mund und schloss ihn dann wieder, worauf sie mit einer Hand dann doch die Schutzmaske hinunter riss. „Du…also mit allem Respekt Doktor Stevenson-“
„Florian.“
„-ich brauche wirklich keinen Therapeuten, ja. Ich mein…ich hab ja wirklich vieles geschafft in meinem Leben, und das meiste davon war schwer verdaulich.“ Sie schaute auf und sah zu, wie er die Mundwinkel zu einem Lächeln erhob. „Und ich mein jetzt nicht Schokolade oder den Auflauf meiner Mutter.“ Sie hob einen Finger um das klarzustellen, „aber ich…ich krieg das auch jetzt wieder hin. Auch ohne…Therapeuten.“

Wär ja noch schöner. Obwohl, wollte schon immer mal wissen, wie bequem die Couch wirklich ist. Ob er auch eine Couch hat?

„Das meinte ich auch nicht, bitte versteh mich nicht falsch!“, meinte er schnell und hob beide Hände, „ich dachte eher an ein Gespräch unter Kollegen?“
„Ach.“ Gretchen legte die Stirn in Falten und schaute kurz zur Seite, „dann willst du mich also gar nicht auf deine Couch bringen.“
„Das…kommt jetzt auf die Couch drauf an, aber…nein, ich denke nicht.“ Florian schaute für einen Moment irritiert und hob dann beide Augenbrauen.
„Gut.“, meinte Gretchen und nickte schwer, „weil ich…wär nämlich nicht an deiner Couch interessiert.“
„Das hätte ich sowieso nicht beabsichtigt.“
„Nein?“
„Ich glaube nicht.“
„Gut…gut.“ Gretchen nickte irritiert und schaute kurz zu Boden, „also...sowieso, ich…danke nein.“
„Sicher?“ Florian hob beide Augenbrauen und sank den Kopf ein Stück, „ich bin ein guter Zuhörer.“
„Das…glaube ich, du bist ja auch Therapeut.“, antwortete Gretchen und fing an, an ihrem Mundschutz rum zu nesteln, „aber…für jetzt wäre ich eigentlich dankbar, wenn wir die Operation hinter uns bringen würden.“
Mit der fertig montierten Gesichtsmaske schaute sie wieder auf und blickte ihn professionell an.
Florian presste die Lippen aufeinander und wandte sich zum Waschbecken um. „In Ordnung.“


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Fran Offline

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07.08.2010 22:38
#182 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hach herrje Ich kreiere ja regelrecht einen Anti-Stevenson-Club hier XD Jetzt soll es erst mal ohne ihn weitergehen (Ich höre schon das Aufatmen ) Eine Frage habe ich jedoch - ich bin gerade am weiterschreiben und hätte eigentlich einen Abschluss gefunden. Jetzt fragt sich nur, ob ich noch weiteres aus meinem T-Shirt schütteln soll oder nicht? Danke fürs Feedback

Es war bereits späterer Nachmittag, als Gretchen die OP-Kleidung in den Container warf und den Waschraum verliess. Florian warf ihr noch einen Blick nach, sagte aber nichts.
Ihre Schritte führten sie zum Schwesternzimmer, wo sie ihren Vater mit einem bulligen Kerl vorfand. Dieser trug einen blauen Anzug, hatte einen Knebel auf der Seite und einen finsteren Gesichtsausdruck. Ihr Vater klopfte ihm gerade auf die Schulter und schüttelte seine Hand, ehe der Kasten knapp nickte und zur Eingangstür des Krankenhauses lief.
„Ah, Kälbchen!“ Ihr Vater hob einen Finger und trat mir professioneller Miene auf seine Tochter zu, „gut erwische ich dich noch, bevor deine Mutter und ich verschwinden.“
Gretchen legte die Stirn in Falten und schaute dem Mann nach. „Wer ist denn das?“
„Das ist Finn, er wird ein Auge auf das Krankenhaus behalten.“
„Finn?“, wiederholte Gretchen erstaunt, „wer heisst denn heutzutage noch Finn.“
„Ja, muss wohl sein Künstlername sein oder so.“, erwiderte Franz und legte dann einen Arm um ihre Schulter um die wenigen Schritte zum Schwesternzimmer gemeinsam zu gehen.

Wusste gar nicht das Securitas Künstlernamen haben.

„Hör mal Kälbchen, ich will dass du Stevenson ein bisschen zur Hand gehst in meiner Abwesenheit, ja? Es ist ja nur eine Woche, da wird nicht viel schiefgehen können. Wir haben hier ja eine grosse Anzahl an professionellen Mitarbeitern.“ Er setzte ein Lächeln auf und schaute stolz zu seiner Tochter, welche jedoch nur wage ihre Lippen zu einem Lächeln verzog, „alles in Ordnung mit dir? Du schaust ein bisschen blass aus um die Nase.“
Gretchen holte tief Luft, zog die Schultern hoch und versuchte ihr Lächeln zu verstärken. „Nein Papa. Alles in Ordnung.“
„Hm.“, meinte dieser nicht sonderlich überzeugt und blieb mit ihr vor dem Schwesternzimmer stehen, „jetzt mach dir mal nicht allzu viele Sorgen um Meier. Der Junge wird schon bald wieder stehen.“

Ja das wahrscheinlich sowieso.

„Aber wenn ein Notfall ist, dann kannst du deinen Vater immer erreichen, das weißt du?“
„Klar Papa.“, erwiderte Gretchen und schob ihre Hände in die Kitteltaschen, „mach dir keinen Kopf, es wird schon nichts schiefgehen.“
„Gut. Das nenne ich eine positive Einstellung!“ Er stiess fröhlich die Faust in die Luft und drückte daraufhin Gretchen einen Kuss auf die Wange, „so, und jetzt iss ein bisschen Schokolade, bringt die Farbe wieder zurück auf die Wangen.“
Gretchen lächelte schwach und nickte, ehe ihr Vater ihr zuzwinkerte und das Schwesternzimmer verliess. Daraufhin lief sie zu dem blauen Stuhl vor dem Computer hin und liess sich schwer seufzend darauf nieder. Gerade als sie die Augen geschlossen und den Kopf nach hinten gelehnt hatte, hörte sie zügige Schritte auf sie zukommen.
„Mein Gott sehen Sie scheisse aus.“ Doktor Hassmann warf Gretchen einen prüfenden Blick zu und schmiss die Bananenschale in den Abfalleimer.
Gretchen seufzte schwer und öffnete die Augen. „Jaa ich weiss…“
Doktor Hassmann blieb vor der Ablage stehen und leckte sich einen Finger ab. „Wasn‘ los? Wieder was weggestorben?“

Hallo? Seh ich eigentlich so aus als ob mir ständig was wegsterben würde?

„Nein?“, erwiderte Gretchen, mit erhobenen Augenbrauen und Kopf, „seh ich etwa so aus?“
„Um ehrlich zu sein, ja.“, antwortete Doktor Hassmann klar und suchte mit prüfendem Blick etwas in der Ablage vor ihr, „aber eines Tages, werden auch Sie die Kurve kriegen werte Kollegin.“ Doktor Hassmann lächelte sie gespielt freundlich an und zwinkerte ihr zu.
„Ey-!“ Gretchen warf die Arme in die Luft und wollte fortfahren, als Doktor Hassmann sich mit einem Arm an der Ablage abstützte und die andere in die Seite stemmte. „Haben Sie eigentlich schon diesen Berg von Mann beim Eingang gesehen?“
„Finn?“
„Finn heisst er?“, erwiderte Doktor Hassmann amüsiert, „wer heisst denn heutzutage noch Finn.“
„Keine Ahnung, ist sein Künstlername.“, meinte Gretchen leise und desinteressiert, den Blick zur Decke gewendet.
Hassmann schnaubte lachend auf. „Na klar. Und Gretchen, ist dann das sowas wie Ihr Künstlername?“

Nicht provozieren lassen. Nicht provozieren lassen. Habe andere Sorgen.

„Naja, was auch immer.“ Hassmann knallte die Ablagenschublade zu und griff nach einer Akte, die sie gesucht hatte, „ich geh mal los und versuch einen Aufstieg von Finn Everest zu finden.“ Sie warf Gretchen einen schelmischen Gesichtsausdruck zu, worauf diese nur die Augen schloss und den Kopf schüttelte. „Boah…diese Frau hat Sorgen.“


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Fran Offline

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08.08.2010 16:18
#183 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Seufz... :) Ihr wollt Marc, ne? Lustig wie ihr aber Stevenson Namen gebt Mr. Mitfühlig / Dr."Wird in Zukunft auch Keinem interessiren" / "Ich bin zu schön um wahr zu sein" Stevenson / Dr. sowieso / etc. Süss!
Aber ich weiss ihr wollt Marc - da habt ihr ihn Grüsse und vielen Dank für all die Kommis


http://www.youtube.com/watch?v=GSg_iXpPjYo
http://www.youtube.com/watch?v=wrSqek4K_O4
http://www.youtube.com/watch?v=Obu1hVsc8IE

Gretchen öffnete die Türe zu Marcs Zimmer und liess diese leise hinter ihrem Rücken ins Schloss fallen.
Marc schaute mit erhobenen Augenbrauen auf, schaute sie kurz an und richtete seinen Blick dann wieder auf einen Haufen Krankenakten, die er vor sich auf dem Bett verteilt hatte.
Gretchen schaute auf ihre Finger, die miteinander vor ihrem Bauch rumnestelten und biss sich kurz auf die Lippe. Ihre Schritte führten sie langsam nach vorne und bei seinem Bett angekommen liessen ihre Finger voneinander ab und sie schob diese in ihre Kitteltasche. „Was…machst du?“
„Krankenakten.“, antwortete er knapp und schrieb etwas auf eine Unterlage vor ihm, „Sabine hat mir die Akten aus meinem Büro gebracht. Ich kann ja sonst nichts mit meiner Zeit anfangen.“
Der kühle Unterton in seiner Stimme liess sie erschaudern.
Als sie nach ein paar Sekunden nichts erwiderte, hob er den Kopf für einen kurzen Moment und schaute sie sachlich an. „Wolltest du etwas Bestimmtes?“
Wieder zuckte sie zusammen. „Ich…könntest du bitte die Unterlagen für einen Moment zur Seite legen?“
„Wieso, ich arbeite.“, erwiderte er und strich etwas durch.
„Ja aber…“ Sie seufzte, lehnte sich nach vorne und entnahm ihm die Unterlagen aus der Hand. Marc hob die Augenbrauen und schaute emotionslos auf seine Unterlagen, die Gretchen weiter unten auf seinem Bett platzierte. Dann liess er die Hände aufs Bett fallen und schaute auf.



„Ich…“, begann sie und schaute wiederum auf ihre Hände, „ich hab nochmals darüber nachgedacht.“
„Wirklich.“, meinte er, legte ein künstliches, schwaches Lächeln auf und nickte langsam.
„Ja und…“, fuhr sie fort, schaute dann aber auf und blickte in sein Gesicht, woraufhin sie die Arme fallen liess, „Mensch Marc, jetzt schau mich bitte nicht so an.“
„Ja und…wie soll ich dich sonst anschauen?“, fragte er, kniff die Augen ein bisschen zusammen und schaute kurz zur Seite, „weil ich…schaue meistens so?“
„Mag ja sein aber…du weißt genau was…in mir vorgeht.“
Er lachte kurz auf, schüttelte den Kopf und schaute auf den Haufen von Akten vor ihm. „Wenn ich das wüsste, dann wäre ich bereits schon früher aus dir schlau geworden.“ Er strich sich mit seinem Daumen über die Wunde an der Stirn, „aber momentan fehlt mir da ein wenig das Verständnis.“
Gretchen seufzte, liess die Schultern hängen und schaute für einen Moment zur Decke.
Seine Worte schmerzten, jedoch wollte sie ihm das nicht zeigen. Sie wollte stark sein. Andernfalls könnte sie das was sie vorhatte, nicht durchziehen.
Marc liess seinen Blick zu ihr wandern und schaute sie einen Moment unsicher und besorgt an.



„Du weißt genau das ich das machen muss.“, sagte sie dann, schaute wieder auf ihre Finger und obwohl sie sich dafür ohrfeigen könnte, schniefte sie. Mit aller Kraft versuchte sie die aufkommenden Tränen zu verdrängen.
Marc holte tief Luft, warf den Kugelschreiber nach vorne auf die Bettdecke und liess seinen Kopf gegen die Mattratze hinter ihm fallen. „Du musst es nicht machen.“
„Doch!“ Sie nickte bestimmt und zuckte hilflos mit den Schultern, „doch das…das ist etwas das ich tun muss und ich muss das für dich tun und Mehdi und…auch wenn Gabi das ganze angezettelt hat, dann muss ich es auch für sie tun.“
Marc hob die Augenbrauen und schaute sie ruhig an.
„Aber ich…ich kann es nicht tun.“, gab sie zu, schaute auf und zuckte wiederum mit den Schultern, ehe ihr ein Lächeln über die Lippen huschte, wobei ihr Tränen über die Wangen rannten, „ich kann es nicht tun wenn du…wenn du hier sitzt und mich nicht…unterstützt.“
Marc schaute sie eine Weile nur ruhig an.



„Gretchen?“
Sie hob den Kopf und schaute ihn an, wobei sie schnell mit dem Handrücken die Tränen von ihren Wangen wegwischte.
„Wie bitte soll ich das unterstützen können, wenn du dich in Lebensgefahr bringst. Hm?“
Gretchen erwiderte nichts, sondern zuckte nur hilflos mit den Schultern. „Weiss nicht…“ Wieder schaute sie auf ihre Finger. „Ich hab gedacht…du weißt doch sonst alles, da…wirst du sicherlich eine Lösung finden.“
„Hm.“ Marc schloss für eine Sekunde die Augen, ehe er sie wieder öffnete und auf einen Punkt vor ihm blickte, „ich weiss auch nicht alles.“
Wiederum schniefte sie.
„Ansonsten wüsste ich wie ich dich irgendwie davon abhalten könnte.“
Gretchen biss sich auf die Lippen und spürte, wie eine weitere Träne ihre Wange hinabrann. „Tut mir leid…“, sagte sie leise.
Marc legte den Kopf schräg auf das Kissen und schaute sie weiterhin ruhig an.
„Ich würde auch viel lieber hierbleiben…“
Marc holte langsam Luft und streckte dann seine Hand langsam aus, welche er auf die ihre legte.
Gretchen zuckte zusammen und schaute durch einen Tränenschleier auf, wie er sie langsam zu sich hinzog. Sie liess sich auf der Bettkante nieder und wischte sich mit der freien Hand weiterhin die Tränen von den Wangen, woraufhin sie diese sinken liess und weiterhin auf ihre Hände schaute.
Marc legte den Kopf schräg und hob eine Hand, sodass er eine Strähne ihres Haares hinter ihr Ohr streicheln konnte. „Na komm.“
Gretchen hob ihre Hand und legte sie schnell auf die seine, die sie langsam umgriff. Sie schniefte wiederum und schaute ihn nur an.
„Ich versuch dir zu vertrauen Gretchen.“, meinte Marc nach einer Weile und schaute sie immer noch ruhig an.
„Und ich versuch nichts Unüberlegtes zu tun.“, erwiderte sie leise und ihr rechter Mundwinkel zuckte.
Marc lächelte sanft. „Gut das…wird eher schwieriger, bei deiner Erfolgsquote.“
„Hey…!“, lächelte sie und schlug mit der freien Hand sanft gegen seine Seite, „wirklich…ich pass auf mich auf.“
„Ich weiss.“ Sein Daumen strich vorsichtig über ihre Wange und wischte somit die letzten Tränen weg.
Gretchen holte tief Luft und schloss dann für einen Moment die Augen.
„Bist du müde?“
Sie nickte schwach, öffnete die Augen und lächelte. „Ein bisschen.“
„Langer Tag?“
„Ja…die OP war ziemlich lang und Stevenson wollte-“
„Okay, du solltest schlafen, du bist übermüdet.“
Gretchen lachte und entlockte ihm ebenfalls ein Grinsen. „Eifersüchtig?“, fragte sie ihn neckisch, worauf er die Augenbrauen hob und schnaubte. „Wüsste nicht auf was.“
Gretchen lächelte ihn breit an, worauf das Lächeln immer sanfter wurde und sie ihn aus schmalen Augen anschaute. „Lügner.“
„Hm.“ Er nahm seine Hand hinunter und griff nach ihrer Hand, worauf er sie zu sich nickte, „na komm. Du solltest schlafen.“
Gretchen streifte die Schuhe von ihren Füssen, strich sich ein paar Strähnen hinter die Ohren und schmiegte sich an Marc, der ein Stück zur Seite gerutscht war. Sie platzierte ihren Kopf auf seiner Schulter, worauf er sie mit einem Arm umarmen und mit der anderen zudecken konnte.
Es vergingen keine zwei Minuten, da war sie auch schon eingeschlafen.


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Fran Offline

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09.08.2010 15:05
#184 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Es geht weiter ihr Hübschen :) Vielen Dank an alle Kommischreiber (auch besonders an Nora! Schön hast du dich gemeldet, das freut mich :)) - super konnt ich euch wieder etwas beruhigen. Gut zu wissen, eine Prise Marc und schon sind die Gemüter besänftigt. Aber ich kanns ja verstehen Viel Spass


Gretchen verlagerte ihr Gewicht unschlüssig von einem Fuss auf den anderen. Rund um sie herum tummelten sich Leute, Polizisten, sogar Scharfschützen wurden auf einem Dach positioniert. Sie strich sich mit einer Hand über ihren Arm und machte einen Schritt zur Seite, als sich zwei Polizisten mit Walkie Talkie an ihr vorbeischoben.
„Frau Haase?“
Gretchen zuckte zusammen und strich eine Strähne ihres losen Zopfes hinter die Ohren. „Ja?“
„Bereit?“, fragte der stämmige Polizist, stand neben sie und zeigte auf die Stelle vor sich. Der Schauplatz war die Unterführung am Fuss des Krankenhauses, derselbe Ort, an dem Marc angeschossen wurde. „Frau Kragenow hat ein Treffen organisiert, Sie werden wie abgemacht um Punkt halb zehn auf den Täter treffen.“
Gretchen nickte. „In Ordnung.“
„Was wir haben müssen Frau Haase, ist ein Geständnis.“, fuhr der Polizist fort und schaute sie klar an, wobei er mit seinen Händen die Worte noch unterstrich, „sprechen Sie ihn auf Meier an, Kaan, auf Frank. In Ordnung?“
Frank. Sie zuckte wiederum zusammen und ein scheussliches Gefühl überkam sie, als ob sie duschen müsste. Dennoch nickte sie. „Ist gut.“
„Falls etwas schief geht, dann sind wir vor Ort.“ Der Polizist wandte sich um und zeigte mit einem Kugelschreiber oben auf die Dächer, „zwei Scharfschützen auf dieser Position, zwei andere gegenüber. Mein Team wartet in unmittelbarer Nähe und wäre für einen Zwischengriff ebenfalls bereit. Alles klar?“
Gretchen nickte wiederum. Sie trug immer noch ihren Arztkittel und doch fror sie. Es war eine kühle Nacht.
Der Polizist warf einen Blick auf seine Armbanduhr. „In Ordnung, es ist Punkt 9 Uhr, wir ziehen uns nun zurück. Am besten Sie warten bereits schon vor Ort. Falls Sie die Sache abbrechen wollen, dann hören wir das. Wir haben hier…-“ Er machte an ihrem Kittel zu schaffen und zeigte ihr einen kleinen, schwarzen Knopf auf, „ein Mikro installiert. Wir hören also alles was Sie hören. Es kann gar nichts passieren.“
„Danke.“ Gretchen versuchte ein schwaches Lächeln zustande zu kriegen und schaute wieder nach vorne, „dann…gehe ich mal warten.“
Der Polizist nickte knapp und schenkte ihr ebenfalls ein eher strenges Lächeln. „Viel Glück.“
Gretchen schaute kurz um sich und sah zu, dass sich die Polizisten zurückzogen, bis sie alleine in der späten Dämmerung stand. Gerade als sie ungefähr drei Schritte hinter sich gebracht hatte, zögerte sie und blieb stehen. Mit grossen Augen sah sie zu, wie eine Gestalt die Treppe hinunterhüpfte.
Gretchen bewegte sich nicht. Irritiert und zugleich geschockt, sah sie zu, wie Marc auf der untersten Stufe stehen blieb um sich eine Zigarette anzuzünden. Nachdem er dies geschafft hatte, nahm er einen Zug und überwand die letzte Stufe.
„Doktor Meier?“
Marc blieb stehen, zwei Finger um die Zigarette gelegt und schaute mit gekrauster Stirn in die Dunkelheit. „Wer will das wissen?“ Er nahm einen Zug und schnipste die Asche zu Boden.
„Das hatten wir schon einmal.“, erwiderte der Mann.
Marc schnaubte auf und schob eine Hand in die Tasche seiner grauen Hose. „Ah ja.“
„Ich wollte mich eigentlich nur dafür entschuldigen, dass ich Sie getroffen habe.“
Marc schaute einen Moment irritiert zu seinem Gegenüber, den er nicht wirklich erkennen konnte.
„Normalerweise tue ich meine Arbeit stets gründlich.“
Wiederum schnipste er die Asche weg. „Wovon reden Sie Mann?“
Ein Klicken in der Nacht, eine Bewegung in der Dunkelheit, ein Schuss.
Gretchens Herz blieb stehen und geschockt schaute sie zu, wie Marcs Körper zurückfiel und auf dem kalten Boden aufprallte. Die Zigarette fiel aus seinen Fingern und rollte über den Pflasterboden.
Gretchen öffnete den Mund um zu schreien, doch kein Geräusch wich über ihre Lippen. Sie fasste sich an den Hals, doch wiederum geschah nichts.
Der Mann in der Dunkelheit wandte sich ab und rannte weg.
Marcs Körper bewegte sich. Er hustete, röchelte und seine Hand tapste nach seinem blauen Mantel, den er wegzog. Nach einigen Versuchen gelang ihm dies, doch er war zu schwach, um seinen Kopf zu heben.
Gretchen konnte ihre Füsse ebenfalls nicht bewegen – alles schien um sie herum zu passieren und sie konnte nur zusehen. Zusehen und akzeptieren, dass der Mann den sie liebte, vor ihren Augen starb.
Gretchen zerrte kräftig an ihren Beinen, sie versuchte sich zu bewegen, wollte weg, wollte zu Marc, sie-

- schoss mit einem Mal auf und langte sich an die Brust. Ihr Herz hämmerte schmerzhaft dagegen und nachdem sie den weichen Untergrund unter ihr sortieren konnte, schaute sie schnell nach links.
Marc war gerade dabei tief Luft zu holen und legte die Stirn in Falten. Sein Arm lag ausgestreckt neben ihm, auf dem Gretchen die ganze Zeit wohl gelegen hatte.
Sie strich sich ihre wilde Lockenmähne nach hinten und schaute Marc an, der ruhig weiterschlief. Allein schon dieser Anblick lenkte ihr Herz wieder auf ruhigere Bahnen.

Es war nur ein Traum. In Wirklichkeit wird es ganz anders aussehen.

Mit diesem Gedanken legte sie sich langsam zurück und kuschelte sich näher an Marc. Ihre Augen hielt sie auf sein Gesicht fixiert, sodass sie ihn nicht wecken würde. Als sie ihren Kopf wieder auf seinem Arm platziert hatte, schaute sie ihn für eine Weile nur an.
Sein Atem ging ruhig und lose Haare hingen ihm in die Stirn. Er hatte seinen Kopf schräg auf seiner Schulter platziert und seine Brust ging ruhig auf und ab. Gretchen lächelte, hob eine Hand und strich mit einem Finger vorsichtig und langsam über seine Wange. Seine Nase zuckte, worauf sie kurz inne hielt. Er wachte jedoch nicht auf, was sie wieder beruhigte.
Ihr Finger strich langsam über seine Wange, sein Kinn, hinauf über seine weichen Lippen. Dann legte sie die Hand vorsichtig auf seine Schulter und bettete ihren Kopf neben seinem auf seiner Schulter.
Ihr Finger vollführte kreisförmige Bewegungen auf seiner Hand und sie genoss die Wärme die er ausstrahlte, mit allem was sie hatte.
„Gretchen.“
Gretchen zuckte zusammen und biss sich auf die Lippe. Besorgt schaute sie mit den Augen nach oben, konnte jedoch nichts erkennen. „Hab ich dich geweckt?“, fragte sie leise und entschuldigend.
Marc murrte kurz. „Man betatscht keine Patienten während sie schlafen.“
Gretchen verzog ihre Lippen zu einem Lächeln und schaute wieder auf ihre Finger. „Tut mir leid…“
„Mh.“ Marc holte tief Luft durch die Nase, streckte sich kurz und bewegte dann den Kopf so, dass er ihr einen Kuss auf die Stirn geben konnte, „ich verpfeif dich nicht bei deinem Oberarzt.“
„Danke.“, erwiderte sie grinsend, worauf Marc seine Lippen ebenfalls zu einem Lächeln verzog.
„Und jetzt schlaf Hasenzahn…“, flüsterte Marc halb schlafend.
Gretchens Augen fielen langsam zu und sie konzentrierte sich auf Marc, der neben ihr lag und dem es gut ging. So wie es ihr in diesem Moment gut ging.


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Fran Offline

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10.08.2010 13:53
#185 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

T'schuldigung... Vielleicht...ist es ja nur Vorbereitung auf Etwas das noch kommt? Dafür kriegt ihr ja auch Zucker Obwohl ihr mir zum Teil eure ganzen Küchenutensilien um die Ohren hauen wollt, dank ich euch für die Kommentare und das Lesen Es wird auch noch einen zweiten Teil geben heute :)

http://www.youtube.com/watch?v=s0R8XZeIpy4

Marc hob seine Hand und strich Gretchen vorsichtig eine Strähne ihres goldenen Haares aus der Stirn.

Gretchen schmatzte im Schlaf glücklich und kuschelte ihren Kopf wohlig an Marcs Schulter. Sie schob ihre Hand über seine nackte Brust, strich auf und ab und genoss die Wärme die er ausstrahlte. Marc bewegte seinen Kopf ebenfalls und platzierte diesen auf dem ihren.

Er lehnte sich ein Stück nach vorne, legte seine Lippen auf die ihren und küsste sie sanft. Gretchen hob ihre Arme und legte diese um seinen Nacken, strich ihm langsam durch die Haare und geniess seine sanften Berührungen. Das weisse Hemd das er trug, lag locker über seine Schultern und gab einen Blick auf seine makellose, bräunliche Haut frei.
Ihr blumiges Sommerkleid wehte sanft im Wind und plötzlich hob Marc sie auf seine Arme. Gretchen jauchzte überrascht auf und schlang ihre Arme fest um seinen Nacken.
Als er sie auf den Armen trug, schaute er sie sanft lächelnd an. Seine Augen trafen ihren Blick, woraufhin sie zu ihren Lippen wanderten und diese fürsorglich küssten.
Gretchen liess ein Bein fallen und streckte das andere weit, so wie sie es in all den Kitschromanzen von früher gesehen hatte. Die Blumenwiese unter und hinter ihnen untermalte das Schauspiel nur noch mehr und machte es perfekt.
Nach einem Kuss, der niemals wieder enden sollte, lief er langsam mit ihr die weite Blumenwiese hinunter. Es war perfekt…er war perfekt. Und Gretchen schaute ihn an, saugte seine Liebe auf und küsste seine Lippen, die sie niemals wieder loslassen wollte.
Marc lächelte und seine Schritte beschleunigten sich. Gretchen lachte laut auf und liess ihren Kopf nach hinten fallen, sodass ihre wilde Lockenmähne im Wind wehte.
Marc trug sie auf den Armen, wollte sie niemals mehr loslassen und genoss das Gefühl, als ob er mit ihr fliegen konnte. Nach einer Weile stoppte er jedoch und liess Gretchen auf die Blumenbesetzte Wiese nieder. Eine Hand legte er unter ihren Nacken, sodass er sie sanft absetzten konnte und lehnte sich über sie. Einzelne Haarsträhne fielen ihm in die Stirn und bevor er sie wieder küsste, schauten sie sich einen Moment lang ernst in die Augen.
Sie brauchten keine Worte. Alles was sie fühlten war in den Augen des anderen zu lesen und Marc drückte seine Lippen vorsichtig auf die ihren. Gretchen seufzte glücklich und erwiderte den Kuss, schmiegte sich nah an Marc und wünschte, es würde für immer so bleiben…

„Was genau…tut sie da?“
„Ich glaube sie träumt.“
„Ah ja…“
Mehdi schaute kritisch zu Florian, der Gretchen interessiert und mit einem sanften Lächeln auf den Lippen anschaute.
„Mit Verlaub, aber ich bezweifle sie träumt von Ihnen.“, meinte Mehdi dann und schaute zwischen seinen Fingern hervor.
„Wie bitte?“, fragte Florian, hob die Augenbrauen und räusperte sich daraufhin, ehe er lächelnd abwinkte, „ich bitte Sie Doktor Kaan.“
Mehdi beschaute ihn unsicher, doch seine Aufmerksamkeit wurde von dem Polizisten auf seiner rechten unterbrochen. „Schwester, wären Sie vielleicht…so freundlich?“
Sabine hielt ihre Hände vor ihrer Brust und schaute unsicher zwischen Gretchen, Marc, Mehdi, Doktor Stevenson und den beiden Polizisten hin und her.
Mehdi hatte einen Arm um sich gelegt, den anderen Ellbogen darauf abgestützt und die Hand vor sein Gesicht gelegt. Er schaute zwischen den Fingern zu, wie Sabine sich räusperte und dann sanft die Schulter von Gretchen berührte. „Frau Doktor…“
Gretchen murrte etwas, worauf sie sich nur noch enger an Marc schmiegte.
Die beiden Polizisten warfen sich einen fragenden Blick zu und Florian verschränkte die Arme vor der Brust und kratzte sich an der Nase.
„Frau…Frau Doktor Sie sollten aufstehen.“, sagte Sabine nun lauter und bückte sich ein bisschen nach vorne.
Es vergingen ein paar Sekunden, bis Gretchen müde blinzelte. „Mh…Marc…noch nicht...“
Sabine fühlte sich ein bisschen unwohl in ihrer Haut, denn sie schaute wieder zu den Gästen rund herum. „Ja ich…versteh das ja Frau Doktor, aber Sie sollten wirklich aufstehen.“
Gretchen holte verschlafen und tief Luft durch die Nase, ehe sie kurz die Augen öffnete. „Sabine, ich…-“, begann Gretchen, brach aber jäh ab. Mit einem Schlag öffnete sie die Augen wiederum und weitete diese. „Sabine.“
Diese stand wieder gerade hin und legte ein scheues Lächeln auf.
Gretchens Augen huschten hinüber zu den anderen und insbesondere zu Mehdi, der sich gerade am Kopf kratzte. Florian stand ein paar Schritte daneben an der Wand und hatte die Lippen aufeinander gepresst. Der ältere Polizist nahm gerade seinen Hut ab als –

Moment. Der ältere Polizist? Der Polizist? Oh mein Gott. Oh mein Gott, liege im Bett von Marc und bin vom Gesetz umgeben. Bin mir der Tatsache bewusst, dass das Aufhalten in Krankenbetten nicht gestattet ist.


Mit einem Schlag setzte sie sich auf und strich sich eilig die Haare nach hinten. Marc zuckte bei dieser Bewegung ebenfalls zusammen und verzog sein Gesicht ärgerlich, als er mit einer Hand darüber strich.
Gretchens Wangen färbten sich rot und sie schob die Beine eilig über die Bettkante. Sie räusperte sich, zog ihren Kittel, welchen sie immer noch getragen hatte, zurecht und strich sich eine Strähne hinter die Ohren ehe sie das Gesicht hob und in eine Reihe von fragwürdigen Gesichter blickte.


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Fran Offline

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10.08.2010 20:03
#186 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Die beiden Polizisten schauten sich für einen kurzen Moment an, ehe der jüngere nach vorne schaute. „Alles in Ordnung Frau Haase?“
„Äh…ja! Ja natürlich, alles…Bestens.“, antwortete sie, nestelte an einer Strähne rum und nickte, „alles…quasi im grünen Bereich.“ Sie machte eine schwunghafte Handbewegung und setzte ein möglichst überzeugendes Lächeln auf.
„O…kay.“, meinte dann der ältere und klopfte mit einer Hand gegen die Handfläche, „ich muss uns entschuldigen, meinen Kollegen und mich.“ Er zeigte kurz zu seiner Rechten, als er wieder zu Gretchen blickte, die ihre Hände in die Kitteltaschen schob, oder besser gesagt, diese suchte, „wir wollten eigentlich nicht reinplatzen.“
„Das…das haben Sie auch nicht. Weil ich…war nämlich gerade dabei die…die…“, begann Gretchen hadernd, worauf ihr Blick auf den Monitor neben Marcs Bett fiel, „die Werte zu kontrollieren.“
„Der Monitor ist aber aus.“, bemerkte Florian und legte die Stirn in Falten.
„Jaaa…“, begann Gretchen, wandte sich schräg um und setzte ein nervöses Lächeln auf, „das…ist so weil-“
„Weil er ganz ärgerlich piepst in der Nacht und man so nicht schlafen kann.“, warf Sabine ein und setzte ein stolzes Lächeln auf, als Gretchen sie schlagartig mit grossen Augen anschaute, „das…weiss ich noch vom…“
Gretchen presste die Lippen zusammen und versuchte den Kopf zu schütteln, was leider nichts brachte.
„…letzten Mal.“
Gretchen schloss die Augen und verzog die Lippen.
„Ah ja?“ Florian schaute sie amüsiert an, worauf Gretchen die Augen wieder öffnete und lachend abwinkte. „Quatsch. Garantiert nicht.“ Sie warf Sabine einen warnenden Blick zu, ehe sie wieder zu Florian schaute, der langsam nickte, „also…nicht dass die Dinger leise wären. Kann man wirklich nicht…bei denen schlafen.“
Mehdi presste nun die Hand vor den Mund um nicht breit zu grinsen.
„Hab ich…auf jeden Fall gehört.“, schloss Gretchen leise und schaute unsicher von Mehdi zu Florian.
„Was zum Teufel ist hier los…?“
Alle Blicke wandten sich zu Marc, der sich mit einer Hand aufzurichten versuchte, um daraufhin seine Haare nach hinten zu streichen.
„Oh. Ja. Wach, sehen Sie?“, meinte Gretchen aufmüpfig, lief zu Marc und stand neben sein Bett, worauf er fragend und unsicher zu ihr aufschaute.
„Alles okay.“, fuhr Gretchen mit einem breiten Lächeln fort und klatschte Marc euphorisch auf die Schulter. Dieser krallte seine Finger in die Bettdecke und zog scharf die Luft ein, worauf Gretchen zurückzuckte und mit beiden Händen über die Schulter strich. „Oh nein das…tut mir jetzt aber leid das war ja…die falsche…“
„Schon gut.“, antwortete er gepresst und schloss für eine Sekunde die Augen, „schon gut.“
„Tschuldige…“, flüsterte Gretchen nervös und verzog die Lippen, doch Marc warf ihr nur einen Blick zu.



„Der…Grund warum wir hier sind.“
Gretchen strich Marc mit einer Hand vorsichtig jedoch etwas hektisch über die Schulter und richtete sich wieder zur vollen Grösse auf, sodass sie den Blick wieder an den Polizisten wenden konnte.
„Frau Kragenow hat gestern Kontakt mit dem Mann aufgenommen und ein Treffen vereinbart. Heute Abend um 21.00 Uhr, vor dem Krankenhaus. Präziser gesagt, an der Treppe, die zum Krankenhaus führt. Doktor Meier weiss mit Sicherheit, welchen Treffpunkt wir meinen.“
Marc verzog seine Lippen zu einem trockenen, gekünstelten Lächeln, welches nach nur einer Sekunde wieder erlosch.
Währenddessen glitt Gretchens Hand von Marc Schulter.
„Sind Sie bereit Doktor Haase?“, fragte der Polizist und hob beide Augenbrauen.

09.00 Uhr. Selbe Zeit wie im Traum. Selber Ort wie im Traum! Marc starb im Traum!

„Aber…ich…hab ja noch gar keine Vorbereitung oder Kampftraining und mit Verlaub aber mein Selbstverteidigungskurs ist ja auch schon eine Weile her und ob ich den überhaupt noch kann, weiss ich jetzt auch nicht so genau und-“
„Äh…!“ Mehdi hob einen Finger und lächelte gekünstelt, „ich glaube den hast du immer noch ganz gut im Griff.“
„Mehdi das ist schon über ein Jahr her, in dieser Zeit hat mich keiner so angefasst! Ich mein gut, ausser Marc aber…den kann man ja schlecht übers Kreuz legen.“
„Ah ja.“, meinte dieser und nickte mit erhobenen Augenbrauen.
„Also jetzt…eher bildlich gesprochen.“
„Sehr bildlich gesprochen.“, bestätigte Mehdi und schob lächelnd nickend die Hände in die Hosentaschen.
„Frau Haase, Sie müssen sich absolut keine Sorgen machen.“
„Tu ich aber.“
Die zwei Polizisten schauten in die verdutzten Gesichter von Mehdi, Gretchen und Marc, die alle gleichzeitig dasselbe gesagt haben.
Gretchen biss sich auf die Lippe und kratzte sich hinter dem Ohr.
Marc und Mehdi räusperten sich und wandten beiden den Blick ab.
„Es besteht wirklich kein Grund.“, versuchte der Polizist die Umstehenden zu beruhigen, „wir haben die Situation unter voller Kontrolle und falls etwas passieren würde, schreiten wir sofort ein.“

Oh Gott, wieso träume ich nicht von schöneren Sachen. So wie von Marc auf der Blumenwiese und…obwohl, das war wirklich schön. Habe zwar ein paar Blumen zerdrückt. Dafür war es sehr schön warm und-

„Gretchen?“
„Was?“, erschrocken zuckte Gretchen zusammen und blinzelte ein paar Mal, um Marc zu erkennen, der sie mit erhobenen Augenbrauen fragend anschaute.
„Alles okay?“
„Äh…ja. Ja natürlich.“, sagte sie schnell und räusperte sich, „war nur gerade beim…beim Abend.“
„Es ist wichtig dass Sie den Kopf beisammen haben.“, wandte sich der Polizist an Gretchen und schaute sie ernst an, „das ist einer der wichtigsten Punkte, die Sie zu beachten haben.“
„Selbstverständlich.“, bestätigte Gretchen, „habe ich…sowieso immer.“
„Mhm.“ Marc hob die Augenbrauen, legte ein Lächeln auf und schaute zum Fenster raus.
Gretchen machte, ohne ihren Blick von dem Polizisten abzuwenden, eine schnelle Handbewegung und traf wiederum seine Schulter.
„MH!“ Marc krallte sich wiederum in die Bettwäsche und formte die Worte „Biest“, als er zu Gretchen schaute. Diese jedoch kratzte sich unschuldig hinter dem Ohr und redete weiter. „Und…gibt es jetzt noch etwas das ich tun muss?“
„Nein…“, meinte der ältere Polizist etwas zögerlich und schaute mit gekrauster Stirn zu Marc und ihr, „Sie müssen nur eine halbe Stunde früher vor Ort sein, also um 20.30 Uhr. Wir werden dort auf Sie warten, etwas abseits.“
Gretchen nickte nur und schloss einen Arm um ihren Körper, worauf sie den zweiten darauf abstützen konnte und mit einer Strähne ihres Haares spielen konnte.
„Gut. Dann sehen wir Sie später.“ Der ältere Polizist nickte Gretchen noch einmal knapp zu, ehe er und sein Kollege das Zimmer verliessen.


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11.08.2010 11:00
#187 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

My my my Als ob eure Küchenutensilien noch nicht genügen, kommt jetzt noch eine Killermietze oben drauf Ich lebe gefährlich, i see, i see...Dafür gibts heute viiieelleicht 3 Teile? Besser? Einfach darum weil heute...Mittwoch ist, und bald Freitag XD Danke für alle Kommis. Ich finde es dennoch toll, wenn euch die Sache mitreisst - das bedeutet ich mach was richtig! Das freut mich :)

Für einen Moment herrschte Schweigen im Raum, was Gretchen aufschauen liess.
„Gretchen?“
Ihr Blick fiel zu Mehdi, der die Hände langsam in seine weissen Hosentaschen schob und sie nachdenklich und ernst anschaute. „Willst du das wirklich tun?“
Marc hob die Augenbrauen und schaute von seiner Decke mit den Augen auf. Auch Florian legte die Stirn in Falten und richtete seinen Blick auf sie.
Gretchen holte tief Luft und hob zur gleichen Zeit die Schultern, ehe sie wieder losliess. „Ja ich…denke das muss ich tun. Geht schon.“
„Sicher?“
Sie zuckte überrascht zusammen, als alle drei Männer sich gleichzeitig an sie wandten.
Marc schaute daraufhin nur stier zu Mehdi und Stevenson, Mehdi seufzte schwer und legte argwöhnisch die Stirn in Falten und Florian kratzte sich amüsiert an der Nase.
Gretchen lachte leicht schnaubend auf. „Ist ja…ganz süss dass ihr euch alle irgendwie sorgt, aber da gibt es jetzt wirklich keinen Grund zu.“

Glaubt wer.

„Ich mein…die sind ja alle auch komplett ausgerüstet und darauf spezialisiert…Attentäter festzunageln und…hinter Gittern zu führen.“, fuhr sie fort und versuchte ihrer Stimme einen sicher Unterton zu glauben, obwohl dieser stark wackelte, „und…ich kann ja auch auf mich aufpassen, ne.“
Mehdi holte tief Luft und schaute unsicher zu Gretchen und Marc hob die Augenbrauen, presste die Lippen aufeinander und stierte wiederum auf die Decke. „Jep.“
Gretchen stöhnte auf und liess die Schultern hängen. „Boah also ein bisschen vertrauen müsst ihr mir schon, ja? Ich bin ja auch fähig eine OP durchzuführen.“
„Ja gut da…ist ja auch noch ein Oberarzt an deiner Seite.“, bemerkte Marc und schaute mit einem breiten, selbstgefälligen Grinsen hoch.
„Und…zig Schwestern rundherum.“, fügte Mehdi hinzu und zuckte langsam mit den Schultern.
„Ey!“, begann Gretchen fassungslos und schaute von Mehdi zu Marc, doch als sie weiterreden wollte, meldete sich Florian. „Wenn ich das so anmerken darf-“
„Dürfen Sie nicht.“
„Marc!“
„Was denn?“, fragte er empört und blickte pikiert zu Gretchen, worauf er einen scharfen Blick ihrerseits riskierte.
Stevenson räusperte sich und verschränkte die Arme vor der Brust. „Wenn ich das so anmerken darf, dann ist Gretchen mit Sicherheit fähig eine Operation durchzuführen.“
Marc schnaubte leise beleidigt auf und wandte den Blick zum Fenster.
„Daher bin ich auch fest davon überzeugt, dass sie ihren Einsatz heute Abend sicherlich gut meistern wird.“ Er zwinkerte Gretchen aufmunternd zu, was sie ein bisschen irritierte, ihm aber dann doch ein schwaches Lächeln schenkte.
„Das ist gar nicht das Problem.“, antwortete Mehdi sachlich, verschränkte die Arme wieder vor der Brust und zeigte verständnisvoll mit der Hand nach vorne, „ich glaube wir wissen alle, dass Gretchen das machen könnte.“
Gretchen schaute auf und legte ein schwaches, aber dankbares Lächeln auf die Lippen. Dessen war sie selber unsicher – sie wusste dass sie es tun musste, dass sie im Grunde genommen nicht gross die Wahl hatte – aber wie der Abend ausging, das wusste sie nicht.
„Es geht darum, dass es viel zu gefährlich ist.“, fuhr Mehdi fort und schaute dann Gretchen ruhig aber sachlich an, „und darum dass ihr etwas passieren könnte und-“
„Ihr WIRD nichts passieren.“, stellte Marc dann klar und schaute fokussiert zu Mehdi, hob dann die Augenbrauen und deutete ihm mit einem Blick, dass es gar nicht anders ging, „in Ordnung? Ihr wird nichts passieren, ansonsten marschier ich selber da raus und erledige ihn.“
Gretchens Herz machte einen schwachen Hüpfer und als Marc sie mit demselben Blick anschaute, wusste sie, dass er ihr vertraute. Sie verzog ihren Mundwinkel zu einem Lächeln, was Marc für eine Sekunde erwiderte.
Plötzlich durchbrach ein Pieper die Stille und Florian schaute auf diesen, welcher an seinem Gurt befestigt war. „Winkler…“
„Soll ich mitkommen?“, fragte Gretchen und zeigte nach vorne, doch Florian winkte ab. „Nicht nötig. Ich ruf dich, wenn ich dich ansonsten brauche.“
Gretchen presste die Lippen aufeinander und schaute zu, wie Florian den Raum verliess. Kaum war die Türe ins Schloss gefallen, liess Marc aufstöhnend den Kopf in das Kissen fallen. „Mein Gott, wie kann ich diesen Scheisskerl nicht ausstehen…“
Gretchen klappte der Mund auf und sie schaute ihn ungläubig an. „Wie kannst du jetzt das sagen, du kennst ihn doch nicht wirklich und-?“
„Gretchen, man sieht doch schon auf zehn Meter, dass der dich anglüht.“, meldete sich Mehdi ernst und nickte zur Türe.
„Dass der mich anglüht?“, wiederholte sie, kniff die Augen zusammen und schüttelte kurz den Kopf, „ist bei dir jetzt ne Sicherung durch oder wie?“
Mehdi verschränkte die Arme wieder und schaute demonstrativ aus dem Fenster.
„Also…ihr zwei seid mir echt ein Rätsel.“ Gretchen blickte erstaunt zu Mehdi und zu Marc, welcher den Kopf hob und sie fragend anschaute. „Erstens mal du…dem ich…egal was sagen kann und der immer noch eifersüchtig ist und dann du-“ Gretchen warf den Arm in Richtung Mehdi in die Luft und zuckte mit den Schultern, „der sogar dann noch eifersüchtig ist wenn es gar keinen wirklichen Grund dazu gibt, also ihr habt doch sicher irgendwie ein…Egoproblem.“
„Ich?“, fragte Marc und zeigte auf sich, „ich ein Egoproblem?“
„Genau das mein ich.“, meinte Gretchen, „zweimal „Ich“ in einem Satz. Fällt dir das eigentlich gar nicht auf?“
„Äh…nein, ich…?“
„Also gut.“ Gretchen schloss für einen Moment bedächtig die Augen, ehe sie sie wieder öffnete und sich zuerst an Marc wandte, der etwas irritiert zu Mehdi blickte. „Du brauchst überhaupt nicht auf Florian eifersüchtig zu sein, da er mit Sicherheit keine Absichten hat, mich irgendwie rumzukriegen.“
„Ja der vielleicht nicht, aber der Typ da draussen schon!“, wiedersprach Mehdi und zeigte mit gestrecktem Arm zum Fenster raus.
„Und du mein Lieber, kannst mir ruhig auch ein bisschen vertrauen, ja? Ich…renn doch nicht gleich…jedem hinterher, ich bin doch kein Flittchen!“
„Ja gut, nein, das haben wir auch nicht gesagt, wir-“, begann Marc, doch Gretchen schnitt ihm das Wort ab. „Ich werde das sehr wohl heute Abend hinkriegen. Und wenn die Sache endlich vorbei ist, dann…dann muss sich auch keiner mehr Sorgen machen.“ Sie warf den Beiden einen bestimmten Blick zu, ehe sie sich umdrehte und den Raum verliess.
Kaum fiel die Türe hinter ihr laut ins Schloss, atmete sie tief durch.

Gut. Das wäre gesagt. Brauche jetzt dringend Plan, wie ich den heutigen Abend überleben soll.


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11.08.2010 16:25
#188 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Weeeh weiter gehts. Mir ist noch was eingefallen, warum drei Teile. Weil ihr diesen nicht mögen werdet. Dafür wieder den nächsten...denk ich. Hoffe aber trotzdem, dass das Wetter besser wird

Das Arbeiten fiel Gretchen schwer. Die Zeiger im Operationssaal zeigten auf halb sieben und es standen ihr immer noch zwei Stunden bevor, an denen sie mit ihren Gedanken fertig werden musste.
Herr Winkler’s Naht war tatsächlich aufgegangen und Florian hatte sie, kaum hatte sie das Zimmer von Marc verlassen, angepiept.
Gretchen versuchte sich auf die Naht vor ihr zu konzentrieren. Ihre Gedanken hingen am Abend nach, sie versuchte den Plan irgendwie auf die Reihe zu kriegen und vor allem, Marcs letzte Worte für nur einen kurzen Moment aus dem Gedächtnis zu streichen. Immerhin musste sie eine Naht am Kopf eines Patienten machen.
Sabine beobachtete Gretchen und nahm das Zittern ihrer Hand wahr.
Gretchen schloss für einen Moment die Augen und versuchte ihre Hand mit der Nadel ruhig zu halten.
„Alles in Ordnung?“ Florian schaute zu ihr auf und schmälerte für einen Moment seine Augen.
Gretchen nickte, atmete schwer und öffnete die Augen wieder. „Ja alles in Ordnung.“
„Willst du vielleicht eine Pause machen?“
Gretchen kniff die Augen zusammen und versuchte die Nadel in die Haut des Mannes zu stechen, ohne dabei einen Fehler zu machen. Nur leider geling ihr dies nicht wirklich.
„Na komm.“ Florian legte seine Hand auf die ihre, was sie inne halten hielt, „ich mache das fertig.“
„Aber…ich-?“
„Ist schon gut Gretchen.“ Seine Augen zwinkerten ihr freundlich zu, „ich versteh das schon.“
Gretchen liess die Schultern hängen, tauschte einen kurzen Blick mit Sabine und nickte dann knapp. Sie lief an den vielen Schwestern vorbei und stiess die Türe zum Waschraum auf, wo sie ihre Maske vor dem Spiegel hinunterriss.

Dachte ich müsste Florian unterstützen. Bekomme stattdessen Unterstützung von ihm. Bin keine gute Assistenzärztin. Habe das Gefühl, dass Mitleid mich schwach macht. Brauche Marc im Op.

Gretchen zog sich die Haube von dem Kopf und drehte sie für eine Weile zwischen ihre Fingern, bis neben ihr die OP-Türe wiederum aufging und Florian heraustrat. Er schaute sie kurz freundlich an, ehe er neben ihr stand und die Handschuhe auszog. „Die Naht ist zu, er wird es also überleben.“
Obwohl kleine Ironie in seiner Stimme mitschwang, schaute Gretchen weiterhin auf ihre Finger, ehe sie tief und schwer Luft holte. „Tut mir leid…normalerweise habe ich das wirklich im Griff, es ist nur das diese ganze Sache…die…“
„Ich versteh schon.“, unterbrach sie Florian, riss sich die Maske vom Gesicht und warf sie in einen Container zu seiner rechten, „wirklich. Du musst mir nichts erklären.“
„Naja…“, meinte Gretchen eher unzufrieden und zog sich ebenfalls die Handschuhe aus, sodass sie in seine Richtung lief und ebenfalls in den Container bei ihm warf, „mein Vater hat eigentlich gesagt, dass ich auf dich aufpassen soll und jetzt ist es….irgendwie…anders.“
Florian stützte sich mit einer Hand am Container ab und stützte die andere in die Seite. „Das macht mir nichts aus. Und ich werde deinem Vater, falls er mich fragen sollte, nichts über das sagen, wenn du nicht willst.“
„Ja also das schon mal gar nicht.“, meinte Gretchen bestimmt und schaute auf, „der…der kriegt ja noch einen Herzinfarkt wenn er weiss was da eigentlich alles…vor sich geht.“
Florian zog die Haube vom Kopf und drehte diese ein paar Sekunden zwischen seinen Händen, als er Gretchen beobachtete.
Diese verzog die Lippen und schaute etwas unsicher auf ihre Hände und sonst wo hin. „Ach das ist einfach alles so….so…“
„Kuchen?“
„Hm?“, fragte sie verwirrt und schaute mit hoffnungsvollen Augen auf, jedoch blinzelte sie ein paar Mal, „also…wenn ich das als Kuchen bezeichnen würde, dann würde ich freiwillig und lebenslang auf Diät gehen.“
„Nein ich meinte…magst du ein Stück Kuchen? Auf meine Kosten?“ Florian schaute sie mit einem aufmunternden Lächeln an, bevor er sich durch die braunen Haare strich.
„Äh…also…wenn das jetzt wieder so eine Art von Date wird, dann-“
„Kein Date. Glaub mir. Nur ein Stück Kuchen unter Freunden.“
Gretchen nickte etwas zurückhaltend und zog sich dann die Operationskleidung aus.
„Wenn ich übrigens ein Date wollte.“, fuhr Florian fort und schmiss seine Kleidung in den Container, „dann würde ich es garantiert nicht mit einem Stück Kuchen beginnen.“
Gretchen legte die Stirn in Falten und schaute irritiert Florian nach, der ihr zuzwinkerte und ihr daraufhin die Türe aufhielt.


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11.08.2010 20:35
#189 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Der schönere Teil...glaub ich

Mehdi hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Mit nachdenklichem Blick studierte er die Person im Bett vor ihm. „Alles klar bei dir?“
„Hm?“ Marc hob die Augenbrauen und sortierte sich für eine Sekunde, ehe er nach einem Magazin griff, „klar. Was bitte soll denn nicht klar sein, ist doch alles in Ordnung.“ Er setzte ein kurzes, schwaches Lächeln auf und blätterte mit erhobenen Augenbrauen durch das Magazin.
„Es wird ihr schon nichts passieren Marc.“
„Natürlich wird es das nicht. Sie ist ja immerhin erwachsen. Körperlich wenigstens.“ Marc schaute kurz irritiert zur Seite und schien dann etwas zu überlegen, doch Mehdi schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass du es ihr tatsächlich gesagt hast.“
„Was gesagt?“, fragte Marc und legte nun die Stirn ebenfalls in Falten.
Mehdi hingegen hob seine Augenbrauen und schaute ihn wissend an, worauf Marc die Lippen zusammenpresste und wild eine Seite umblätterte.
„Herrgott jetzt stell dich nicht so an.“ Mehdi machte ein paar Schritte nach vorne, sodass er mit beiden Händen das Geländer des Bettes umfassen konnte, „kannst ja vielleicht immerhin mal stolz auf dich sein!“
„Stolz?“, wiederholte Marc ungläubig, hob beide Augenbrauen und zeigte dann mit einem Finger nach draussen, „du ich wär dann stolz, wenn ich aus diesem beschissenen Krankenzimmer verschwinden könnte und selber auf sie…da…“, er begann zu hadern, fing an seinen Kopf zu bewegen und suchte nach dem richtigen Wort, „auf sie hier…“
„Aufpassen.“
„Was auch immer.“ Er griff nach dem Magazin und blätterte eine weitere Seite wild um, „doch stattdessen lieg ich hier rum und muss mir auch noch mit ansehen, wie dieser verdammte Dreckskerl sich erst meinen Chefarztposten schnappt und dann auch noch meine Fr…“ Er warf Mehdi, der ihn abwartend anschaute einen kurzen Blick zu und räusperte sich daraufhin, „meine…“
„Freundin.“
„Du jetzt hör auf immer diesen neunmalklugen Spiesser zu spielen!“
Mehdi lachte leise auf und schüttelte den Kopf. „Ah Marc du bist so unglaublich verliebt.“
Marc schnaubte auf und presste die Lippen zusammen.
„Wenigstens hast du es endlich mal über deine Lippen gebracht. Wär schon traurig mit anzusehen, wenn du es noch weiter vor dich her geschoben hättest.“
Marc schnaubte durch die Nase aus und blätterte wieder eine Seite mit voller Wucht um.
„Naja.“ Mehdi presste die Lippen zusammen und umfasste das Geländer nochmals, bevor er dann mit beiden Händen drauf klopfte, „dann geh ich mal los und schaue mal wie es meinem Harem geht.“
Marc warf ihm einen kurzen Blick zu, ehe er nochmals aufschaute. „Mehdi? Tust du mir einen Gefallen?“
„Was denn?“
„Wenn du Stevenson’s Hand irgendwo siehst wo sie nichts ver-“
„Oh Marc.“ Mehdi grinste, kratzte sich am Kopf und schüttelte diesen, als er vor der Türe stehen blieb, „wenn du etwas über Frauen lernen musst, dann dass sie genau wissen was sie wollen.“
„Ja gut, wir…reden hier von Gretchen.“
„Ja ich…hoffe wir reden von Gretchen.“, meinte Mehdi und schaute kurz zur Seite, „auf jeden Fall denke ich, solltest du Gretchen vertrauen. Sie macht bestimmt nichts, was du nicht auch tun würdest.“
Marc hob beide Augenbrauen, hob langsam den Kopf und schaute ihn ungläubig an. „Ah ja…“
Mehdi räusperte sich und zuckte halbwegs mit den Schultern. „Gut das…war vielleicht nicht glücklich formuliert.“
„Hm.“
„Vertrau ihr. Sie macht schon nichts Dummes.“

Was tue ich hier eigentlich? Sitze bei einem Stück Kuchen vor einem Mann der mich höchstvermutlich rumkriegen will. Hm…immer noch nicht ganz sicher, was ich von Florian halten soll. Scheint ja grundsätzlich ganz nett zu sein.


Gretchen legte einen Arm auf ihr Knie, währenddessen sie mit der anderen Hand mit ihrer Gabel im Kuchen stocherte.

Hat mir immerhin den Kuchen bezahlt. Marc hat mir noch nie Kuchen bezahlt. Ob er wohl ein Fan von Hochzeitstorten wär…nein, sollte aufhören darüber nachzudenken.

Gretchen schaute kurz auf und warf Florian ein flüchtiges, aufgesetztes Lächeln zu, ehe sie ein Stück Kuchen auf die Gabel lud.

Pampamparam…Pampamparam…wie Marc wohl in einem Smoking aussieht. Muss unbedingt Fotos von ihm suchen. Ob „Marc Meier Smoking“ bei Google erscheint?

„Schmeckt er?“
„Was?“ Gretchen schaute hoch und brauchte einige Sekunden um die Situation zu analysieren.
„Der Kuchen, schmeckt er?“ Florian zeigte grinsend mit seiner Gabel auf den kleinen Teller Kuchen vor Gretchen. „Oh! Ja der…Kuchen ist absolut…schmackhaft. So wie fast jeder Kuchen.“ Sie lächelte und schob die Gabel in den Mund.
„Gut.“, meinte Florian zufrieden und lud ein weiteres Stück auf seine Gabel, „Schokolade ist immer noch das beste Hilfsmittel gegen alles. Nervosität, Angst, Liebeskummer…meine Patienten bekommen zum Teil immer ein Stück Schokolade.“
Gretchen schaute auf. „Ach ja?“
Florian schob die Gabel in den Mund und nickte, worauf Gretchen leise auflachte und dann den Kopf einzog. „Sollte mich vielleicht doch mal in Behandlung geben bei diesen Sonderkonjunktionen.“
„Jederzeit.“
Gretchen schaute auf und blickte in das sanfte und gutmütige Lächeln ihres Gegenübers.

Oh Gott. Habe ich mich soeben freiwillig in Therapie gegeben? Halt. Kann nicht sein. Brauche doch keine Therapie.

„Obwohl du eigentlich garantiert keine brauchst.“

Hah! Bin 100%ig gesund. Wurde gerade fachmännisch abgecheckt. Also…beruflich gesehen.

„Schokolade reicht in deinem Fall.“
Gretchen schmunzelte, was aber nach wenigen Sekunden aufhörte. Sie legte die Gabel auf den Teller und schaute blinzelnd auf. „Ja und was…willst du jetzt etwa damit sagen dass ich fett bin?“
„Bitte?“, fragte Florian mit erhobenen Augenbrauen und schaute sie überrascht an. Anhand ihres Gesichtsausdruckes winkte er jedoch schnell ab. „Um Gottes willen, nein! Du bist gut so wie du bist.“
Gretchen war etwas irritiert, versuchte dann aber zu Lächeln und griff wieder nach ihrer Gabel.
„Ich würde Sie niemals als fett bezeichnen. Oder…dich, als fett bezeichnen, entschuldige.“ Er strich sich mit der Serviette über den Mund und machte eine beschwichtigende Handbewegung.

Gut. Gibt ja auch Synonyme.

„Wenn, dann würde ich dich eher als…“, begann Florian, stützte die Arme auf dem Tisch ab und schaute für einen Moment nachdenklich auf die Tischplatte, ehe er aufschaute, „als wunderschön bezeichnen.“

War wunderschön ein Synonym für fett? Denke mag ihn doch nicht.

„Äh…“, begann Gretchen und legte ein nervöses Lächeln auf, „das ist…ja wirklich sehr nett von Ihnen, dir, aber ich…ich bin…“
„Ich weiss. Doktor Meier.“, unterbrach Florian sie und schmunzelte sie schwach an, „kein Grund dir keine Komplimente zu machen.“
„Hm.“ Gretchen schob den Kuchen hin und her, zuckte dann mit den Schultern und schaute freundlich lächelnd auf, „danke.“
„Nichts zu danken.“
„Und…danke auch für den Kuchen.“ Gretchen legte die Gabel hin und schaute für einen Moment nachdenklich auf, „aber…wenn es dich nicht stört, ich mein…es ist auch schon bald Acht…ich würde gerne noch…?“
Florian schloss für einen kurzen Moment die Augen und nickte schmunzelnd. „Sicherlich. Ich versteh das.“
Gretchen presste die Lippen zusammen und schob dann den Stuhl zurück. „Ich glaube wir sehen uns später noch. Und nochmals danke!“
Florian nickte ihr zu und schaute zu, wie sie ihm etwas nervös zuwinkte und sich umwandte.

Brauche dringend Schokolade.


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12.08.2010 20:43
#190 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Okay, okay, okay, es gibt jetzt Schokolade, also, definitiv besser jetzt danke an alle Und weils ihr seid, wieder ein bisschen länger

Gretchen drückte die Türfalle hinunter und öffnete die Türe zu Marc’s Zimmer. „Marc ich-“ Sie schaute auf, blieb stehen und legte die Stirn irritiert in Falten. „Äh…und…was wird das jetzt genau, weil…du eigentlich immer noch im Bett bleiben solltest…?“
Marc zog gerade das eine Ende eines marinefarbenen Sweaters über ein weisses Shirt, dass er darunter trug. Er presste die Lippe zusammen und schaute mit erhobenen Augenbrauen auf. „Ja nach was sieht’s denn aus.“
„Willst du etwa abhauen?“, fragte Gretchen etwas baff, schloss die Türe hinter sich und lief zu Marc nach vorne, „Marc so geht das doch nicht, du kannst doch nicht einfach-“
„Gretchen?“ Marc strich sich mit einer Hand die Haare nach hinten, „erstens kann ich tun und machen was ich will und zweitens lass ich dich nicht einfach so alleine da rausspazieren.“

http://www.youtube.com/watch?v=Ax4Z3o0Hpqg

Gretchen schaute ihn eine kurze Weile an, wie er den Sweater zurrecht zog und lief dann vom Bett nach vorne. Sie stand vor ihm hin, schlang ihre Arme um seine Taille und legte ihren Kopf an seine Schulter.
Marc hielt inne und schaute überrascht und für einen Moment irritiert nach unten bis sich sein Gesichtsausdruck entspannte und er lange durch die Nase ausatmete.
Gretchen schloss die Augen und konzentrierte sich nur auf seinen Körper. Seine Atmung, sein Herzschlag, seine Wärme.
„Alles in Ordnung?“, fragte Marc leise und legte den Arm der nicht schmerzte auf ihren Kopf und liess diese ganz sanft und zögerlich darüberstreichen.
Gretchen öffnete die Augen, welche geradewegs in die Dämmerung nach draussen blickten. „Für jetzt gerade ja.“
Marc hob den Kopf, schloss für einen Moment kurz die Augen und als er sie wieder öffnete, blickte er geradeaus.
Gretchen seufzte leise und etwas schwerfällig, bewegte ihren Kopf sodass sie an seinen Hals atmete. Sie zog den Duft ein, den sie so liebte. Den Duft der nach Marc roch, der ihr so vertraut war.
„Tust du mir einen Gefallen…?“, fragte sie leise und blinzelte etwas müde an seinem Hals vorbei nach draussen.
„Hm?“
Gretchen schwieg für ein paar Sekunden ehe sie genauso leise wie zuvor antwortete. „Bleib einfach hier…ja?“
Marc atmete schwerfällig aus und sie fühlte, wie er seine Muskulatur entspannte. „Gretchen ich kann nicht hier drin-“
„Nein.“, unterbrach ihn Gretchen bestimmt, aber immer noch sanft, als sie ihren Kopf hob, sodass sie ihn anschauen konnte.
Marc hob die Augenbrauen und bewegte seine Finger weiterhin über ihre Haare, seine Augen in den ihren gefangen.
„Bleib…bei mir.“, sagte sie leise und nickte kurz, währenddessen sie zwischen seinen Augen hin und her schaute. Nach einem kurzen Moment schaute sie kurz nach unten auf ihre Finger, die über seinen Pullover strichen. „Ich dachte nur gerade…ich dachte das ich das hier noch einige Male tun möchte.“
Marc legte die Stirn in Falten und kniff die Augen leicht zusammen. „Was meinst du?“
Gretchens Mundwinkel zuckten, doch bildeten daraufhin sogleich wieder eine Linie, und sie schaute kurz auf. „Dich umarmen wenn ich es will…ohne dass ich…ohne dass entweder du oder andere mich schräg von der Seite anschauen.“ Wieder schaute sie auf ihre Finger, die über den feinen Stoff seines Pullovers strichen, „also könntest du dann…vielleicht bleiben?“ Ihre Augen huschten kurz nach oben, worauf Marc nach unten schaute. Sein rechter Mundwinkel zuckte leicht, ehe er seine Hand von ihren Haaren entfernte und unter ihr Kinn legte. Sachte hob er dieses hoch, sodass sie ihn anschauen musste.
Gretchen lächelte peinlich berührt auf und schaute kurz zur Seite, da ihr zwei Tränen über die Wangen liefen.
Marc atmete durch die Nase aus und wischte mit seinem Daumen die Tränen weg, ehe er ihr eine Hand an die Wange hielt und sachte mit dem Daumen darüberstrich.
Gretchen schniefte leise, öffnete den Mund und schaute ihn einfach nur an, erwiderte seinen Blick.
„Ich werde dich niemals mehr alleine lassen, hörst du?“
Gretchen wollte etwas erwidern, wusste jedoch nicht was. Marc schaute sie einfach nur sanft und ruhig an, währenddessen sein Daumen weiterhin über ihre Wange strich.
„Na komm jetzt schau mich nicht so an als ob ich aus Schokolade wäre.“ Marc lächelte sie kurz an, ehe sein Blick wieder ernster wurde, „ich schlepp mich nicht ohne Grund aus dem Bett.“
Gretchen lächelte nun ebenfalls auf und wischte sich mit einem Handrücken ein paar restliche Tränen aus den Augenwinkeln. „Ist doch klar dass du nur eine erstbeste Entschuldigung suchst.“
„Ja ist doch gut, ich muss mich ständig für dich entschuldigen.“, erwiderte Marc nüchtern und hob nun wieder die Augenbrauen.
„Quatsch…“ Gretchen strich mit ihrer Hand lächelnd über seine Brust und schniefte ein leises, letztes Mal.
Marc holte tief Luft, bewegte seinen Arm um ihre Hüfte und drückte sie ein bisschen enger an sich, sodass er seinen Kopf auf dem ihren platzieren konnte.
Für eine Weile standen sie schweigend beieinander, bis die Dunkelheit die Helligkeit noch mehr vertrieben hatte.
Gretchen blinzelte ein paar Mal müde und hielt ihren Kopf vor seiner Schulter. „Können wir nicht einfach hier bleiben…und all das was sonst noch passiert, einfach weglassen?“
„Hm.“ Marc schloss die Augen und lächelte sanft, „das wäre schön.“
„Mhm…“ Gretchen schloss ihre ebenfalls und genoss Marc, der ihr in diesem Moment näher als sonst jemand je sein könnte war. Jedoch wusste sie, dass sie in wenigen Minuten das Zimmer verlassen musste.
Marc öffnete die Augen, woraufhin diese zu der Uhr an der anderen Wand wanderten. Mit einem schweren Seufzen schaute er mit erhobenen Augenbrauen nach unten. „Es ist kurz vor halb Neun.“
Gretchen blinzelte ein paar Mal, hob den Kopf, wandte diesen um und schaute ebenfalls auf die Anzeige. Sie wandte den Kopf wiederum und setzte ein schwaches Lächeln auf. „Na dann.“
„Ich komme mit.“ Marc streckte seinen Arm nach der Jacke auf dem Bett aus, doch Gretchen legte eine Hand auf seinen Arm, worauf er mit erhobenen Augenbrauen und überrascht auf sie blickte.
„Nein…bitte.“
Marc sank den Arm, blickte sie aber ernst an. „Gretchen, das dort draussen ist ein gesuchter Schwerverbrecher. Du kannst nicht von mir erwarten, dass ich hier in diesem Scheisszimmer bleibe, während du versuchst wieder die Welt zu retten!“
Gretchen behielt ihr schwaches Lächeln, hob eine Hand und strich ihm vorsichtig ein paar lose Strähnen nach hinten. Dann nahm sie ihre Hand wieder hinunter und blickte ihn etwas unsicher aber immer noch schwach lächelnd an. „Und ich will nicht dass du da draussen bist…ich…du wurdest schon einmal verletzt…“ Vorsichtig strich sie über die Stelle mit dem Verband, „du kannst nicht von mir verlangen dass ich das riskiere.“
„Gretchen, ich-!“
„Bitte…Marc.“ Sie schaute auf, blickte in seine grüne Augen, welche sie schmal und verbissen anschauten, „willst du das meine Konzentration flöten geht, nur weil du um mich rumturnst?“ Sie grinste und schüttelte sanft den Kopf.
„Normalerweise sind wir die meiste Zeit des Tages zusammen, man könnte meinen du hättest dich langsam an mich gewöhnt.“, erwiderte er, hob die Augenbrauen und blickte sie sanft an.
„Ja…“, sagte sie leise lächelnd, blickte wieder auf seinen Pullover, und strich mit den Fingern darüber, „und das soll nie aufhören.“
Marc holte tief Luft und blickte auf die Wand nach vorne, als die Türe aufgerissen wurde.
Gretchen wandte den Kopf und blickte in das Gesicht von Schwester Sabine, welches einen zarten Rotton annahm. „Frau Doktor, entschuldigen Sie die Störung aber…Sie werden erwartet…?“
„Danke Sabine. Ich komme gleich.“, erwiderte Gretchen, worauf Sabine nickte und das Zimmer verliess, die Türe aber einen Spalt offen liess.
Gretchen blickte auf zu Marc, der anhand seines Gesichtsausdruckes mit der Situation nicht zufrieden war. Sein Unterkiefer schien zu mahlen, womöglich suchte er nach einer anderen Lösung um das Bevorstehende zu vermeiden.
Bevor er etwas sagen konnte, legte Gretchen beide Hände an seine Wangen und zog ihn sachte zu ihr hinab. Sie streckte ihren Kopf seinem entgegen und drückte ihre Lippen sanft auf die seinen. Marc zog ihren Duft durch die Nase ein, schloss seine Augen und drückte sie noch enger an sich.
Gretchen küsste seine Lippen einmal, zweimal und liess dann vorsichtig von ihm ab. Ihre Nasenspitzen berührten sich und sie lächelte sanft. „Vertrau mir…“, flüsterte sie, gab ihm noch einen letzten Kuss und liess von ihm ab.
Sie lief um das Bett herum, öffnete die Türe weiter, warf einen letzten, lächelnden Blick zu Marc und verschwand aus dem Zimmer.
Marc schloss die Augen, atmete schwer aus und strich sich mit einer Hand über das Gesicht. Nach einem Moment blickte er wieder auf und sah auf die Uhr. Es war halb Neun.


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Fran Offline

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13.08.2010 15:23
#191 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ich will euch doch eigentlich nicht zum weinen bringen Obwohl es ein mächtiges Kompliment ist, wenn ich das tatsächlich fertig bringe. Danke euch! Ihr seid super :) Ich erlöse euch jetzt...also...halbwegs. Weil der Teil bereits schon länger ist, gehts voraussichtlich morgen dann weiter

„Das ist doch kompletter Schwachsinn.“ Gabi verschränkte die Arme vor der Brust und schaute auf die Truppe voller Polizisten, die sich in einer guten Entfernung von der Brücke versammelt hatten, „dieser Typ ist viel zu schlau als dass er sich erwischen lassen lässt!“
Mehdi legte die Stirn in Falten und stand, mit den Händen in den Hosentaschen, an einem Auto angelehnt neben Gabi. „Vielleicht merkt er es ja wirklich nicht.“
Gabi schnaubte auf. „Natürlich.“ Sie verzog die Lippen und tappte nervös mit dem Fuss auf den Boden.
Mehdi atmete schwer aus und schaute zu Gabi. „Jetzt machen Sie sich doch nicht unnötig nervös. Es wird schon gut gehen.“
„Natürlich wird es gut gehen…“, erwiderte Gabi leise und schaute kurz zum Krankenhaus hinauf, „bei der geht doch alles immer gut.“

Sobald Gretchen den Fuss über die Krankenhausschwelle gesetzt hatte, überkam sie ein ungutes Gefühl. Es war relativ kühl und instinktiv zog sie den Kittel enger um sich, worauf sie die Arme vor der Brust verschränkte. Sie warf einen Blick nach rechts und lief dann eher zügig in diese Richtung, sodass sie zum Treffpunkt mit Kommissar Wagner gelangen konnte.
Nach einigen Schritten strich sie sich eine lose Strähne hinter ihr Ohr, als sie von links ein Geräusch wahrnahm. Ihr Herz machte einen Hüpfer als sie dieses hörte und sie blieb stehen. Ihre Augen versuchten in der Dunkelheit etwas zu erkennen, jedoch erfolgslos.
„Gretchen Haase?“
Gretchen zuckte beim Klang der Stimme zusammen und lenkte ihren Blick nun auf die Stelle aus der die Stimme kam.
„Wer will das wissen?“ Ihre Stimme klang brüchig, worauf sie sich augenblicklich räusperte.
„Ich würde Ihnen gerne etwas übermitteln.“
Gretchen nahm Schritte wahr und nach einigen Sekunden erkannte sie eine Gestalt vor ihr, die aus der Dunkelheit trat. Sofort schauderte es sie, als sie den Mann erkannte, der Marc angegriffen hatte. Ihr Körper spannte sich augenblicklich an und sie presste ihre Lippen zusammen, als sie an den Mann dachte, der wegen diesem Kerl ans Bett gefesselt war.
„Ach ja.“, antwortete Gretchen möglichst angriffslustig, worauf ihre Augen in die Richtung flogen, in der die Polizei wartete, „und…das wäre?“
„Dass Sie in diese Sache nicht hineingezogen werden sollten.“, erwiderte der Mann mit rauchiger Stimme und rührte sich nicht vom Fleck, „das geht Sie nichts an. Das ist eine Sache zwischen mir und Frau Kragenow.“
Gretchen nickte nervös und schnell. „Und…Frank.“
Schweigen. Gretchen hob die Augenbrauen und versuchte die Züge des Mannes genauer zu erkennen. Sie wusste was sie zu tun hatte.
„Wie gesagt.“, meldete sich dann der ominöse Fremde, „hat das ganze nichts mit Ihnen zu tun. Ihnen soll nichts geschehen. Das ist nicht Ihre Angelegenheit.“
„So? Meinen Sie das?“, fragte Gretchen zurück und merkte, wie ihre Stimme anfing zu zittern, als sie von einem Bein auf das andere tritt, „ich würde meinen schon. Sie können…Sie können Frank ausrichten, dass es mich garantiert betrifft wenn Sie meinen Freund anschiessen!“
Freund. Gretchen überkam ein wohliges Gefühl, das sie mit jeder Zelle auskostete.
„Das war so nicht geplant.“
„Aber trotzdem ist es passiert!“, erwiderte Gretchen und liess die Arme sinken, worauf sie eine Hob und nervös gestikulierte, „ich…ich kann ja verstehen dass das Ihnen vielleicht…leid tut!“

Ob Killer so etwas wie ein Gewissen überhaupt haben?

„Aber…Frank sollte klar sein, dass…das Marc da hineingezogen wurde, hat mich ebenfalls betroffen.“
Bei der Erwähnung seines Namens überkam sie wiederum dieses scheussliche Gefühl.
Der Mann schnaubte. „In der Tat tut mir es leid.“

Ach ja?

„Ach…ja?“
„Das ich nicht wirklich getroffen habe.“, fuhr der Mann kalt vor, „im Nachhinein hätte es mir sicher die eine oder andere Konsequenz erspart.“
Gretchen legte die Stirn in Falten und versuchte ihre Atmung zu beruhigen. „Konsequenz im…Sinn von…?“
„Frank ist im Gefängnis. Die Möglichkeit dort auszubrechen beläuft sich auf circa 5%.“, antwortete der Mann, „was soll passieren.“
Gretchen blinzelte ein paar Mal irritiert und schluckte. „Was passieren…naja Sie…Sie könnten erwischt werden.“
Wiederum schnaubte der Mann auf, dieses Mal schien er amüsiert zu sein. „Ich bitte Sie. Frau Kragenow hatte Ihre Abmachung nicht eingehalten. Anstatt auf ihren Mund zu hocken, erzählt sie es dem nächstbesten. Zwei Rechnungen sind noch zu begleichen, dann habe ich meinen Job getan.“
Gretchen versuchte wiederum ihren Atem zu beruhigen. „Aber…aber Sie könnten doch auch…nichts tun?“ Sie leckte sich über die Lippen und gestikulierte weiter, „ich mein ja nur, Sie…Sie könnten sich doch vielleicht auch stellen? Vielleicht…ein neues Leben anfangen ohne zu…morden und zu schiessen…“
„Zu morden?“, wiederholte der Mann mit überraschtem Unterton, doch Gretchen fuhr rege fort.
„Ich weiss ja, das…das Leben an sich ist ja…sonst nicht allzu sympathisch, ich mein, Sie sollten mich mal sehen. Ich…laufe von einem Fettnäpfchen ins andere und…arbeite mit gewissen Leuten zusammen, wie zum Beispiel…mit Frau Kragenow, die ich manchmal auch umbringen könnte!“
Der Mann erwiderte nichts, also fuhr sie weiter. „Aber ich tue es nicht weil…ich kann ja nicht mal einer Spinne was zuleide tun, obwohl…ich mich nicht mal einen Meter herangetraue, aber…man kann doch schliesslich über alles reden!“
„Mann kann nicht über alles reden.“, erwiderte die kalte Stimme und Gretchen erkannte, wie er etwas aus der Tasche zog, „und obwohl ich den Befehl bekommen habe, Ihnen nichts anzutun, reden Sie mir eine Spur zu viel.“
Gretchen schluckte und liess ihre Augen zum Krankenhaus wandern. Ein Klicken liess ihren Kopf wieder nach vorne schnellen.

„Der kommt nicht.“ Gabi fingerte an ihrer Unterlippe herum und schüttelte den Kopf, „der kommt doch garantiert nicht, er ist nicht bescheuert.“
„Jetzt lass uns nicht so denken.“, meinte Mehdi und stiess sich vom Auto ab, sodass er neben sie stehen konnte, „sie…sie wird es schon schaffen. Ausserdem-“ Mehdi’s Blick nahm eine Bewegung zu seiner rechten vor und schaute überrascht zu Marc, der mit zügigem Schritt auf sie zu kam. „Marc! Müsstest du nicht im Krankenbett liegen?“
Gabi schaute irritiert und etwas ängstlich zu Marc, der neben Mehdi zum Stehen kam und mit seinem gesunden Arm den Kragen seines Sweaters ein Stück zur Seite zog.
„Gretchen hat dich doch sicherlich angewiesen, dass-!“
„Du seit wann hören Männer auf Frauen?“, fragte Marc und liess seine Hand sinken, „dachte immer es sei anders rum.“
„Ist ja schon klar dass du der Mann in der Beziehung bist, aber Gretchen ist diejenige, die sich diesem Typen stellen muss.“, erwiderte Mehdi ruhig und sachlich, und hielt seinen Blick wieder auf die Polizei gerichtet.
Marc hob bei dem Wort „Beziehung“ die Augenbrauen und schaute kurz zur Seite.
„Geht es…dir gut?“, fragte Gabi zögerlich aber schaute ihn ehrlich an.
Marc hob die Augenbrauen und stützte die Hände in die Seiten. „Klar. Geht schon.“
Auf Gabis Gesicht schlich sich ein schwaches Lächeln und sie nickte, als Marc fort fuhr. „Immerhin stehe ich ja jetzt im genügenden Sicherheitsabstand.“
Gabi holte Luft und schaute wieder auf. Als sie an den Moment als Marc angeschossen wurde zurückdachte, kamen ihr Tränen in die Augen. „Marc ich…es tut mir wirklich leid, dass du…dass du-“
„Gabi ist schon gut, lass stecken.“, erwiderte Marc mit einem gelangweilten Unterton, kratzte sich mit der rechten Hand an der linken Backe und zog die Nase kraus, als er nach vorne schaute, „wie sieht’s aus?“
„Sie ist noch nicht gekommen.“
„Was?“ Marc schaute alarmiert zu Mehdi, der tief einatmete und besorgt nickte, „die Polizei hat gesagt sie warten noch ein paar Minuten. Immerhin ist es bereits schon über halb.“
Marc zog seinen Ärmel zurück und warf einen Blick auf seine Armbanduhr, ehe er wieder mit gekrauster Nase hochschaute.


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Fran Offline

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13.08.2010 19:28
#192 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Also gut, weils ihr seid... Aber ob das euch besser gefallen wird? Hmm...Muss jetzt los, off off to cinema it goes. Lieber Gruss, Fränzi

„Wouw!“ Gretchen streckte beide Arme aus um zu signalisieren, dass ihr Gegenüber sich beruhigen sollte, „das…das ist doch noch lange kein Grund hier die…die…“ Ihre Augen schauten auf die Pistole in der Hand des Mannes, und sie schluckte, „die…Pistole auszupacken!“
„Hören Sie zu.“, erwiderte der Mann kalt und lud die Pistole nach, „um ehrlich zu sein ist es mir scheissegal was Frank angewiesen hat. Ich habe einen Auftrag, den ich am Ausführen bin. Und wenn Sie denken, sie können mich mit Ihrem Gefasel daran hindern, dann haben sie sich geschnitten. Also halten Sie besser die Klappe.“
„Aber…aber…“, stotterte Gretchen und versuchte ihr Herz, welches ihr bis zum Hals schlug, zu ignorieren, „das…das kann doch nicht die Lösung sein! Ich mein…ich könnte auch zum Teil Leute umbringen aber deswegen lauf ich doch nicht mit einer Knarre rum!“
„Ich bezweifle, dass wir dieselben Ziele haben.“
Gretchen schluckte und versucht an den menschlichen Verstand zu appellieren. „Hören Sie, es gibt…heutzutage wirklich gute Einrichtungen, und wenn Sie nur-!“
„Ich habe gesagt, Sie sollen die Klappe halten!“, erwiderte der Mann lauter und seine schmalen Augen blitzten zu ihr hinüber, als er den Arm ausstreckte und mit der Pistole auf sie zeigte.
Gretchen machte automatisch einen Hüpfer, kniff die Augen zusammen und kreischte kurz und hell auf.

„Was war das?“ Marc legte die Stirn in Falten und schaute angestrengt zu seiner rechten.
Mehdi kniff die Lippen ebenfalls zusammen und trat neben Marc. „Das…hörte sich an wie ein Schrei.“
„Ist er hier?“ Gabi trat nach vorne neben Marc und schaute ängstlich nach vorne. Sie zog ihre Lederjacke enger um sich und schaute mit grossen Augen durch die Dunkelheit.
Nach nur wenigen Sekunden kreuzten sich Marcs und Mehdis Blicke und Marc preschte nach vorne.
„MARC!“, schrie Mehdi und machte ein paar Schritte, doch Marc rannte in Richtung Unterführung.
„Was zum…Hey! HEY!“ Wagner lief ein paar Schritte und schrie Marc mit einem Funkgerät in der Hand nach, doch dieser hörte nicht zu. Sein blauer Mantel windete hinter ihm her und er ignorierte das Ziehen in seiner Schulter.
„HOLT MIR DIESEN TYPEN WEG!“, schrie Wagner und zeigte nach vorne, worauf ein paar Polizisten mit Gewehren und Schutzanzügen nach vorne rannten.
„Scheisse.“, zischte Gabi und schaute ängstlich zu Mehdi, der ihren Blick erwiderte.

„Ist…ist ja schon gut! Schon gut!“, versuchte Gretchen ihn zu beruhigen und merkte, wie ihr ganzer Körper zitterte, „ich…ich sag ja nichts.“
Die Atmung des Mannes hatte sich ebenfalls beschleunigt und er kniff die Augen noch schmäler zusammen. „Das werden Sie garantiert nicht mehr.“
Gretchen öffnete die Augen und schaute ängstlich nach vorne, schaute zu wie sich der Daumen des Mannes bewegte und den kleinen Hebel an der Pistole zu betätigen.

http://www.youtube.com/watch?v=Ax4Z3o0Hpqg

Gretchen schloss die Augen.

Ihre Gedanken schweiften zu Marc. Ihr Herz raste. Das einzige was sie hören konnte, war ihr Herzschlag und die Luft, welche ihre Lunge füllte. Ihre Gedanken schweiften zu seinem Lächeln, seinem Duft, seiner unwiderstehlichen Art sie zu ärgern. Seinen Berührungen. Seinen Worten.

Marc schaute sie ernst an und kniff die Augen ein bisschen zusammen.
„Gretchen?“
„J…ja?“
Marc holte Luft und schaute zwischen ihren Augen hin und her. „Ich…liebe dich.“


Ein Kribbeln durch Gretchens Körper.

„Mhm.“, meinte Marc und nickte gekünstelt, worauf er seinen Arm um Gretchens Hüfte etwas enger an sie legte und sie somit anzog, „und weißt du was das Beste daran ist?“
Die Frau kicherte und schüttelte den Kopf. „Nein, was denn?“
„Das ich lieber Gretchen nehme als jede andere in diesem Raum.“


Marc packte das Treppengeländer und übersprang die Stufen gleichzeitig.

Bestätigung, Glück, Liebe...

Nach einem Moment hob Marc seinen Kopf und schaute in ihre Augen. Gretchen lächelte, strich mit einer Hand über seine Wange und reckte ihren Kopf, um seine Lippen zu küssen. Marc erwiderte den Kuss und atmete daraufhin tief ein und aus.
„Das war wunderschön…“, flüsterte Gretchen lächelnd.
„Mh…“, meinte er, verzog seine Lippen ebenfalls zu einem Lächeln und gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze, währenddessen er immer noch über ihre Haare strich.
Gretchen schloss die Augen und lehnte ihren Kopf an seinen Arm.


Geborgenheit. Ein weiterer Atemzug, die letzten Sekunden erschienen ihr wie Stunden.

„WARTEN SIE!“
Marc ignorierte das Geschrei hinter ihm, die Tritte die ihm zu folgen schienen. Als er das Ende der Treppe erreicht hatte, führten ihn ein paar Schritte zu seiner linken, dann zu seiner rechten. Es war nichts zu erkennen.

Ein wohliges Gefühl, dass sich trotz der Situation in ihrem Körper ausgebreitet hatte, liess Gretchen die letzten Sekunden als wertvoll bezeichnen. Sie hatte Marc. Sie liebte ihn und er liebte sie. Das war das Kostbarste das sie je hatte erfahren dürfen.
Ein weiterer Atemzug. Ein Augenaufschlag.

Marc rannte nach rechts, den steinernen Weg neben dem Krankenhaus hinunter.

Plötzlich nahm Gretchen aus ihren Augenwinkeln eine Bewegung zu ihrer rechten war.
Ein Knall.

Ihr Herz setzte aus.


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Fran Offline

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14.08.2010 12:07
#193 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Guten Morgen Ihr Lieben! Bin auch wieder unter den Lebenden Ich verzieh mich aber relativ schnell wieder, man weiss ja nie bei solch einer schiesswütigen Gesellschaft... Dafür kriegt ihr jetzt auch den ganzen, langen Teil


Ein Herzschlag.

„GRETCHEN!“
Gretchen sperrte die Augen auf und sah mit offenem Mund zu, wie der Mann vor ihr taumelte. Nur eine Sekunde später rannte Marc auf sie zu und als sie gerade noch dabei war die Geschehnisse zu ordnen, blickte sie in Marcs besorgtes Gesicht.
„Gretchen? Alles in Ordnung?“, fragte er, legte die Stirn besorgt in Falten, legte eine Hand auf ihre Schulter und die andere an ihre Wange, „alles in Ordnung?“
Gretchens Herz schlug, nachdem es für einen Moment ausgesetzt hatte, wieder schnell. Unfähig zu antworten griff sie somit nach Marcs Mantel und schaute daraufhin nach vorne.
Schnell machte sie einen kleinen Schritt rückwärts, worauf Marc seine Hand von ihrer Wange nahm und sie zu sich zog.
Der Mann, der eben noch mit der Waffe auf sie gezeigt hatte, hatte die Augen verdreht und war nach vorne zusammengeklappt.
Marc schloss den Mund, hob ungläubig die Augenbrauen und schaute auf Sabine, welche mit einem grossen, rundlichen Gegenstand hinter dem Mann stand. Als dieser am Boden aufschlug, zuckte sie zusammen, legte einen entschuldigenden Blick auf und lächelte daraufhin etwas nervös. „Ich…dachte Sie könnten vielleicht ein bisschen Hilfe gebrauchen Frau Doktor?“
Gretchen und Marc schauten beide überrascht und ungläubig zugleich zu Sabine.
„Ist das…Sabine ist das eine...?“, begann Marc etwas stockend und zeigte mit einer Hand auf den Gegenstand in ihrer Hand.
„Oh…ja.“, antwortete diese und schaute auf die Schüssel in ihrer Hand, „ich…war eigentlich gerade dabei die Bettpfannen zu leeren und als ich dann so aus dem Fenster schaute und eigentlich die Sternenkonstellation für das morgige…-“, begann sie, wurde aber immer leiser als sie in die ungläubigen Gesichter vor ihr blickte, „also…ich meine, ich habe gesehen dass Sie irgendwie…bedroht werden und da habe ich…habe ich…“ Plötzlich wurden ihre Augen grösser und ihr Blick fiel auf die Waffe, welche aus der Hand des Mannes gefallen war. „Ist das…ist das eine…?“
Gretchen nickte mehr schlecht als recht, worauf Sabine ihre Finger noch mehr um die Schüssel schloss. „Ich glaube ich werde ohnmächtig.“
„Oh bitte nicht.“
„Sabine, werden Sie nicht-!“, begann Gretchen, doch stürzte dann bereits schon nach vorne, entriss die Bettpfanne aus ihren Händen, warf diese nach hinten und fing Sabine im letzten Moment auf. Sie prustete schwer aus als die Schwester in ihrem Armen lag und von Sekunde zu Sekunde sank sie immer tiefer in die Knie.
„Ja gut…vielen Dank.“, bemerkte Marc trocken und schaute mit schmalen Lippen auf die Bettschüssel, ehe er daraufhin schnell den Kopf erhob und diesen demonstrativ in die andere Richtung streckte, „ist das jetzt hier irgendwie der Dank das ich dich gerettet habe oder wie.“
„Marc?“
„Wär ja nicht so dass ich extra aus dem Bett gestiegen wäre.“
„Marc!“
Marc schaute mit erhobenen Augenbrauen nach vorne und schaute zu, wie Gretchen bereits schon mit knallrotem Kopf in den Knien war. „Oh.“
„Ja könntest…du mal bitte…eben…?“, fragte Gretchen keuchend und nahm am Rand wahr, wie Marc sich schnell umwandte und dann einem Polizisten zunickte, der auf sie zugerannt war. Er pfiff ihm zu und warf zeitgleich die Schüssel. „Halten Sie mal.“
Dieser liess vor lauter Schreck die Kanone fallen und fing die Schüssel auf, worauf Marc einen Schritt über den Mann am Boden machte, und Sabine Gretchen aus den Armen zog. Nun hing diese mit dem Kopf auf Marcs Schulter, die Arme hingen träge hinab.
Gretchen strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, stöhnte auf und atmete tief durch. „Mein Gott.“
„Ja den…bräuchte ich jetzt vielleicht auch.“, bemerkte Marc und schaute mit gekrauster Stirn und ängstlichem Blick zu Sabine hinunter.
„Frau Haase!“
Gretchen schaute auf und stemmte die Hände in die Hüften, als Kommissar Wagner mit überraschtem Gesicht auf sie zukam. „Geht es Ihnen gut?“
„Ja…ja alles in Ordnung.“ Gretchen nickte, schaute auf den Mann am Boden und kickte dann mit dem Fuss die Pistole weg, welche dummerweise im Gebüsch landete.
Gretchen räusperte sich, kratzte sich hinter dem Ohr und versuchte ein unschuldiges Lächeln aufzusetzen. „Ja und…bei Ihnen dann auch?“
„Kann man so sagen, Sie haben den Typen geschnappt!“
„Ja gut, eigentlich war es ja Schwester Sabine.“
„Wer?“
Gretchen hob die Augenbrauen, verschränkte die Hände vor ihrem Schoss und nickte zu Marc hinüber, der mit angesäuertem Blick immer noch Sabine in den Armen liegen hatte.
„Und wie genau…?“, fragte Wagner etwas irritiert, als er von Sabine zu dem ohnmächtigen Mann zeigte.
„Äh…“ Gretchen öffnete den Mund um etwas zu erwidern, worauf ihr Blick auf den Polizisten fiel, der mit gekrauster Stirn langsam anfing an der Schüssel zu schnuppern, „das ist…eine interessante-“
„HEY!“
Gretchen zuckte zusammen, als plötzlich ein Polizist nach vorne preschte und mit dem Knie auf den Rücken des Mannes drückte, der überraschenderweise aufschrie. Er versuchte den Polizisten abzuschütteln, doch zwei weitere eilten herbei.
Gretchen machte schnell einen Schritt retour und nach wenigen Augenblicken, nahm sie Mehdi war, der ebenfalls angerannt kam. „Gretchen!“
Marc fing an sich laut zu räuspern und warf noch einen etwas ängstlichen und angewiderten Blick Sabine zu, welche wohl anfing zu sabbern, da er relativ genervt aufstöhnte und zum Himmel hinaufschaute.
„Geht es dir gut?“ Mehdi nahm Gretchen sogleich in die Arme und strich ihr behutsam über den Rücken.
Gretchen erwiderte diese Umarmung überrascht und lächelte milde. „Ja keine Sorge, mir geht’s gut. Sabine hat in der letzten Sekunde dazwischen gegriffen.“
„Sabine?“, wiederholte Mehdi überrascht und löste die Umarmung, sodass er sie fragend anschauen konnte.
Gretchen nickte und schaute hinüber zu Marc, worauf Mehdi noch irritierter war. „Und…warum genau hat jetzt Marc-?“
„Das falsche Timing?“, vollendete dieser den Satz und schaute ihn mit erhobenen Augenbrauen an ehe er mit den Schultern zuckte und nach unten nickte, „du das frag ich mich momentan auch grad.“
Mehdi warf Gretchen einen vielsagenden Blick zu, ehe er zu Marc hinüberschritt und diesem Sabine aus den Armen half.
Gretchen machte noch einen Schritt nach hinten, als der Typ halb benommen auf die Beine gezogen wurde und die Hände hinter dem Rücken gefesselt wurden.
„Alles in Ordnung?“
Gretchen wandte sich überrascht um und erkannte Gabi neben ihr, welche sie aufrichtig und mit grossen Augen anschaute. Sie blickte sie einen Moment an, ehe sie langsam nickte. „Keine Sorge…alles in Ordnung.“
Gabi brachte ein schwaches Lächeln zustande und verschränkte die Arme vor der Brust. Gretchen erwiderte das Lächeln, als sich Kommissar Wagner vor ihr bemerkbar machte. „Frau Haase…wir möchten Sie gerne morgen früh auf dem Revier sehen, für ein paar Fragen. Ist das für Sie möglich?“
„Äh…ja, ja kein Problem.“, antwortete sie und strich sich eine Strähne hinter die Ohren.
„Gut.“, erwiderte Wagner, reichte ihr die Hand und setzte mit zusammengepressten Lippen ein Lächeln auf, „und nochmals Gratulation, gut gemacht.“
Gretchen erwiderte das Lächeln schwach und schaute zu, wie der Mann abgeführt wurde.
„Gabi?“
Diese schaute nach vorne zu Mehdi, der nun Sabine in den Armen trug und ihr zunickte. „Kommen Sie. Wir gehen rein und geben Stevenson Bescheid.“
Gabi nickte, warf Gretchen ein letztes, schwaches Lächeln zu und lief dann zu Mehdi, um zusammen ins Krankenhaus zu laufen.
Marc atmete schwer auf, streckte kurz die eine, schmerzensfreie Schulter und strich sich kurz durch die Haare, als Gretchen auf ihn zugeschritten kam. „Und…alles in Ordnung?“
„Das sollte ich dich eigentlich fragen.“, erwiderte er, hob beide Augenbrauen und strich ihr kurz eine Strähne hinter die Ohren, „hat dir niemand beigebracht, dass man nicht auf Nebenwegen in der Nacht spazieren geht?“
„Hm.“ Gretchen verzog ihre Lippen zu einem schwachen Lächeln, schob die Hände in die hinteren Hosentaschen und zuckte leicht mit den Schultern, „normalerweise tue ich das ja nicht.“
„Ah ja…“
„Also…wenigstens nicht alleine.“
Marc lächelte schwach, schaute dann auf ihre Taille und führte eine Hand an diese, sodass er sie zu sich hinziehen konnte.
Gretchen liess das nur gerne zu und schloss ihre Arme augenblicklich um seinen Körper, woraufhin sie die Augen schloss und einen tiefen Atemzug nahm.
„Geht’s dir gut?“, fragte er leise und neigte den Kopf ein Stück, sodass er ihr dies ins Ohr sagen konnte.
„Jetzt gerade ja.“, erwiderte sie und lächelte.
„Gut.“ Er führte seine Lippen zu ihrer Stirn und drückte ihr einen Kuss darauf.
„Und dir?“ Gretchen öffnete die Augen und löste die Umarmung ein Stück, sodass sie ihn anschauen konnte, „ich mein, du bist einfach so aus dem Krankenhausbett abgehauen, vorbildlich ist das ja wohl nicht.“
„Ah ja.“, erwiderte Marc mit erhobenen Augenbrauen und amüsiertem Lächeln.
Gretchen seufzte schwer und schüttelte den Kopf. „Also wie ich das jetzt meinem Oberarzt erklären soll, ist mir ja mal ganz fraglich. Kann ja nicht sein, dass hier jeder einfach so rumspazieren kann.“
„Mhm.“, meinte er wiederum und nickte ihr sanft zu, „Hasenzahn?“
„Ja?“
Er neigte den Kopf noch ein bisschen nach unten, holte Luft, kniff die Augen leicht zusammen und schaute zur Seite. „Eigentlich geht es mir so ziemlich am Arsch vorbei, was dein Oberarzt dazu meint.“
Gretchen versuchte ein Grinsen zu verkneifen. „Ah ja?“
„Sind doch sowieso nur Vollidioten, komm.“ Kurzerhand griff er nach ihrer Hand und zog sie in Richtung Krankenhaus.
Gretchen schnaubte grinsend auf und schaute ihn verdutzt an. „Also das ist doch jetzt garantiert nicht aus deinem Mund-?“
„Lass gut sein.“
„Marc Meier beleidigt sich selber, das ich das noch-“
„Gretchen.“
„T‘schuldige.“


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Fran Offline

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15.08.2010 11:36
#194 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ich lebe noch! Heurrocha! Freut mich, dass das so akzeptiert wurde Geht ja nicht, dass Marc oder Gretchen was passiert! Nein, nein. Danke für die Kommis, es freut mich immer insgeheim die zu lesen! Es geht mit dem nächsten, ersten Teil weiter

http://www.youtube.com/watch?v=hCvofr11Mqo


„Also nur damit ich das richtig verstanden habe.“ Klaus stützte einen Arm auf dem Tisch ab und schaute Gretchen aus schmalen Augen an, „die gesuchte Person wurde mithilfe einer Bettschüssel niedergestreckt.“
„Ja.“, erwiderte Gretchen knapp und schaute dann kurz zur Seite, „äh ja gut, eigentlich war es eher eine…Bettpfanne.“
„Eine Bettpfanne.“

Wagner schaute von seinem Block auf. „Und Sie…haben das Geschehene beobachtet, richtig?“
„Absolut.“, antwortete Sabine, rutschte auf dem Stuhl ein Stück nach vorne und verschränkte die Hände auf dem Schoss, worauf sie eifrig nickte, „natürlich habe ich gewusst, dass Frau Doktor irgendetwas vor hat. Daraufhin habe mich kurz um die Bettpfannen gekümmert, Sie können sich ja gar nicht vorstellen, wie rege diese noch genutzt werden…“
Klaus wechselte einen kurzen Blick mit Wagner. „Ah ja.“

„Ja und von weitem habe ich gesehen wie Sabine da diese Dings, Schüssel über den Kopf des Typen gehämmert hat.“, erklärte Marc, lehnte sich noch ein Stück im Stuhl nach hinten und zuckte mit den Schultern, „um ehrlich zu sein war mir der Typ in diesem Moment scheissegal, Hauptsache er war hinüber.“
„Warum das?“

„Na…weil doch ältere Leute nicht immer rechtzeitig auf die Toilette kommen.“, fuhr Sabine fort und nickte mit grossen Augen, „das…mag ich ja auch so an dem Beruf, er ist so…“ Sie schaute mit einem seufzendem Lächeln in die Luft, „Menschenbezogen…“

„Ich mein, ich wusste ja in diesem Moment selber nicht genau was ich da tat.“, meinte Gretchen und gestikulierte etwas aufgelöst mit ihren Händen, „die Abmachung war ja eigentlich klar, tut mir ja auch so leid, dass ich eine Abkürzung genommen habe, ging irgendwie…nach hinten los.“ Sie schaute mit grossen Augen und blickte unruhig und entschuldigend zwischen Wagner und Klaus hin und her, „sowieso war es ja pures Glück dass Sabine da war.“

„Also…wenn Sie mich fragen.“ Sabine nickte mit schwachen Lächeln, „dann war es so vorherbestimmt.“
„Vorherbestimmt.“
„In der Tat ja.“ Wiederum nickte sie eifrig, „normalerweise hätte ich ja eigentlich gar keinen…naja…Schüsseldienst gehabt.“ Sie zog den Kopf zwischen die Schultern und kicherte verlegen, „aber es war…es war wohl pure-“

„-Blödheit, sie einfach so da rausspazieren zu lassen!“, fuhr Marc fort und blickte mit grossen Augen angriffslustig zwischen Wagner und Klaus hin und her, „ihr hätte weiss Gott was noch passieren können da draussen, wäre nicht jemand mit einem verdammten Nachttopf unterwegs gewesen!“
„Doktor Meier, ich kann Ihnen versichern, dass-!“
„Ah lecken Sie mich am Arsch, nichts können Sie versichern!“ Marc stand auf und schob mit dem Fuss den Stuhl nach hinten ehe er mit dem Finger nach vorne zeigte und den Kommissar wütend anschaute, „sie waren nicht da, sie haben sie nicht beschützt. Seien Sie verdammt nochmal froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist!“

„- dass Herr Zimmermann aus der Vier wegen gebrochenen Beinen noch nicht gehen kann.“, erklärte Sabine eifrig, „weil ansonsten…ansonsten wäre ich nie auf dem Gang gewesen und der Frau Doktor…wäre sonst was passiert.“ Sie schluckte und schaute auf den Boden.
„Nun, Gott sei Dank ist nichts passiert! Und das haben wir ehrlich gesagt, nur Ihnen zu Verdanken.“
Sabine hob nun wieder den Kopf und lächelte seelig. „Ich bin Mitglied im Samariterverein.“
Wagner öffnete den Mund um etwas zu erwidern, schaute anstatt kurz zu Klaus, der irritiert die Stirn in Falten legte. „Äh…das ist gut! Gut! Immerhin brauchen wir…genau solche Leute wie Sie.“, meinte dann Wagner, zeigte mit der Hand auf sie, presste die Lippen zusammen und legte dann beide Arme auf den Tisch.
„Also…ich…weiss das Angebot sehr zu schätzen, aber meine wahre Berufung liegt dann doch im Krankenhaus.“, erwiderte Sabine und blickte die beiden entschuldigend an, ehe sie aufstand und die kleine Handtasche vor sich hielt, „ich betrachte das jedoch als sehr…aufmerksam und…fühle mich geschmeichelt.“ Sie schenkte den beiden ein warmherziges Lächeln und wandte sich dann um.
„Äh…“

„Ja dann…war es das auch schon?“, fragte Gretchen und blickte hoffnungsvoll von einem Gesicht zum anderen, „also, will ja nicht heissen dass ich mich jetzt irgendwie davonstehlen will, obwohl…naja, also ich bin froh ist das Ganze zu Ende.“
„Wir auch Frau Haase.“ Kommissar Wagner bündelte einen Haufen Papier und klopfte mit diesem ein paar Mal auf den Tisch, „falls wir weitere Fragen haben sollten, werden wir uns ansonsten bei Ihnen melden.“
„Gut.“, erwiderte Gretchen mit einem knappen Lächeln und stand dann auf, ehe sie die Hände der beiden Herren schüttelte, „dann…ja. Danke dass ich noch am Leben bin und…so.“
„Das haben Sie Frau Vögler zu bedanken.“, erwiderte Klaus und stemmte die Hände in die Seiten, „wir haben Ihre Mitarbeit jedoch sehr geschätzt.“
Gretchen lächelte und nickte den beiden Herren noch kurz zu, ehe sie sich umwandte und das Polizeigebäude verliess.


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15.08.2010 19:40
#195 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Marc nahm noch einen letzten Zug der kleinen Zigarette und schnipste diese dann auf den Boden, wo er sie mit dem Fuss ausdrückte. Er entliess den Rauch zwischen seinen Lippen, als er Gretchen sah, welche das Gebäude verliess.
Er stiess sich vom Auto ab, kratzte sich mit dem linken Daumen an der rechten Backe und lief einige Schritte auf sie zu.
Gretchen seufzte schwer, schleppte ihre rosarote Handtasche neben sich her und schaute mit gequältem Blick zu Marc.
„Warum schaust du so?“, fragte Marc mit gekrauster Nase und Stirn, „wollten Sie dich da behalten oder wie?“
Gretchen schnaubte lachend auf und kam vor ihm zu stehen. „Quatsch, sicher nicht…“
Marc schob die Hände in seine grauen Hosen und lehnte den Kopf ein Stück nach vorne, sodass er ihr Gesicht sehen konnte. „Und was ist dann los?“
Gretchen atmete kurz aus ehe sie den Kopf hob und ihn einen Moment ruhig anschaute. „Ist dir bewusst, dass ich von einem Nachttopf gerettet wurde?“
„Jaa…“, antwortete Marc und fing langsam an zu nicken, „was…hinsichtlich der Tatsache, dass du immer noch am Leben bist ein…guter Punkt ist.“
Gretchen seufzte und schaute dann auf seine Schulter, ehe sie wieder in sein Gesicht blickte und die Augenbrauen hochzog. „Wer hat dir eigentlich erlaubt das Bett zu verlassen?“
„Die Polizei?“
„Marc.“
„Ja was, das kann ich ja wohl noch selber entscheiden.“ Er verdrehte die Augen, lief um das Auto herum und winkte sie auf, einzusteigen, „komm jetzt.“
Gretchen seufzte wiederum, öffnete die Türe und setzte sich in den weissen Volvo.
„Wo willst du hin?“
„Ja wohin wohl, ins Krankenhaus.“, erwiderte sie und blickte ihn unmissverständlich an, „irgendjemand muss sich ja mal die Wunde ansehen.“ Sie hob einen Arm und wollte über die Wunde fahren, als Marc nach ihrer Hand griff. „Hasenzahn, ich finde fummeln im Auto auch sehr ansprechend, aber wir sollten fahren.“
„Boah.“ Sie verdrehte die Augen, setzte sich gerade hin und gurtete sich an, „du machst dir wohl auch keine Sorgen, was.“ Sie atmete tief aus und blickte aus dem Fenster.
Marc, der gerade den Zündschlüssel drehen wollte, hielt inne und wollte etwas erwidern, schloss jedoch den Mund wieder. Anstelle dessen blickte er mit erhobenen Augenbrauen zu Gretchen, welche stur aus dem Fenster blickte.
Marc seufzte auf, liess vom Zündschlüssel ab und lehnte sich gegen den Sitz, ehe er aufschnaubte. „Wenn du das denkst, dann hast du keine Ahnung.“
Gretchen wandte den Kopf und blickte ihn an. Er hatte den Mund leicht geöffnet und blickte ernst durch das Fenster. „Wie bitte?“
„Hast du ernsthaft das Gefühl, ich hätte mir keine Sorgen gemacht?“ Er wandte den Kopf und schaute sie unmissverständlich an, „verdammte Scheisse Gretchen, denkst du ich wüsste nicht, dass wenn Sabine nicht gewesen wäre, du vielleicht tot sein könntest?“
Gretchen zuckte leicht zusammen, öffnete den Mund und schloss ihn wieder.
„Dieser verdammet Wixer wird dafür büssen, das schwöre ich.“
„Was?“ Gretchen legte die Stirn in Falten, rutschte mit dem Oberkörper ein Stück nach vorne und blickte ihn ernst an, „was hast du gerade gesagt? Marc, ich will nicht, dass du auch nur in die Nähe von-!“
„Du das ist mir scheissegal, er steckt hinter diesem ganzen Mist und wegen diesem Arsch wäre dir beinahe etwas passiert!“, antwortete er vehement und blickte sie ebenfalls an, „solange er in seiner Zelle hockt kann er froh sein, komme ich nicht an ihn ran.“
„Marc, du-!“, begann Gretchen, klemmte jedoch ab. Sie schloss die Augen, presste die Lippen kurz aufeinander und wandte den Kopf ab. Sie atmete einmal tief durch, schaute ihn wieder an und griff nach seiner Hand, was er überrascht wahrnahm und sie nun mit hochgezogenen Augenbrauen anschaute. „Mir ist nichts passiert, in Ordnung?“
„Ja aber nur-!“
„Mir ist nichts passiert.“, wiederholte sie mit Nachdruck und setzte ein zaghaftes Lächeln auf, „gut, ich gebe zu, ich hätte mich da nicht reinziehen lassen sollen.“
„Nein.“
„Und ja, ich hätte nicht den anderen Weg nehmen sollen…“
„Wäre vielleicht eine Möglichkeit gewesen.“
„Und vor allem hätte ich…besser bei dir bleiben sollen.“, sagte sie leise und blickte zu ihm auf.
Marc hob die Augenbrauen und schaute sie ruhig an und etwas überrascht auf, ehe er anfing langsam zu nicken und zur Seite schaute. „Hätte dich nicht umgebracht.“
„Dann weißt du jetzt…“, begann sie wieder und schaute auf ihre Hand, die seine hielt, „wie ich mich damals gefühlt habe.“ Sie verzog die Lippen zu einem aufschnaubenden Lächeln und schüttelte sanft den Kopf, „und ich dachte das kann man sich gar nicht vorstellen…“
Marc liess seinen Blick wieder zu ihr wandern und er begutachtete sie für eine kurze Weile. Er legte die Stirn in Falten, schaute sie ernst an und hob dann die freie Hand, welche er an ihre Wange hielt. Somit brachte er sie zum aufsehen und in ihrem Blick lag Besorgnis.
Marc hob die Augenbrauen, schob seinen Kopf ein Stück nach vorne und strich mit dem Daumen einmal kurz über ihre Wange. „Das wird niemals wieder passieren.“
Gretchen lächelte wiederum schnaubend auf und nickte. „Kommt drauf an ob du ihm wirklich nach-“
„Es wird nicht passieren, wenn du es nicht willst.“
Gretchen hielt inne, öffnete den Mund um etwas zu erwidern, stockte jedoch bei seinem Blick.



„Nein?“, brachte sie dann nach ein paar Sekunden über die Lippen, was ihn wieder aufsehen liess. Seine Lippen aufeinandergepresst, die Augenbrauen erhoben schüttelte er ein paar Mal den Kopf.
Gretchen holte tief Luft und liess diese langsam durch ihren Mund entgleiten. Ihre Lippen verzogen sich zu einem erleichternden Lächeln. „Kannst du das Versprechen…dass du…dich da raus hältst?“



„Solange es du tust?“
Gretchen blickte einen Moment lang in seine Augen, ehe sie langsam begann zu nicken. „Versprochen.“
„Gut.“, antwortete er knapp, sank seinen Kopf und schaute dann auf, bevor er kurz seine Lippen zu einem schwachen, kurzen Lächeln verzog, „dann kann ich mich ja wieder gerade hinsetzen, ich spür nämlich meinen Arm nicht mehr.“
„Oh, sicher!“ Gretchen rutschte erschrocken zurück und verzog entschuldigend das Gesicht, als sie beobachtete, wie er den Arm zurückzog und sich dann über die Schulter strich. Er verzog seine Gesichtszüge ärgerlich, ehe er den Motor startete und den Volvo auf die Strasse lenkte.
„Vielleicht würde ihm eine Briefbombe weiterhelfen.“
„Marc!“
„Ja was!“


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16.08.2010 12:17
#196 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Mittag ihr Lieben. Danke für die tollen Kommis! :) Ich weiss ihr wollt Stevenson weghaben (Danke Aza, konnte es tatsächlich lesen ), aber ihr müsst euch noch eine kleine Weile gedulden
Jetzt möchte ich gerne jemand Neues einführen. Ich hoffe, ihr habt genauso Freude dran wie Gretchen es hat


http://www.youtube.com/watch?v=evZbeUAMoYg&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=3DxlDankKsw

Am nächsten Tag erwachte ich endlich wieder in meinem bequemen Bett zuhause. Marc hatte so lange darauf bestanden dass er wieder operieren durfte, bis ich dem nachgegeben hatte. Natürlich nur bis er nur einen Schwächepunkt anzeigte, dann wanderte er schleunigst zurück ins Bett. Sein Bett. Nicht unseres. Haben ja nicht mal eines.

Gretchen streckte ihren Körper langsam und bemerkte wie jedes ihrer Körperteile wach wurde. Sie strampelte die Decke zurück, öffnete die Augen und blinzelte für ein paar Sekunden gegen die Morgensonne an.

Im Krankenhaus waren sie alle ganz begeistert von der Tatsache, dass ich wieder Leben gerettet hatte. Und von Schwester Sabine – ihr Status war ins unermessliche gewachsen. Wollen sogar eine kleine Feier geben, das alle überlebt hatten und so. Wie niedlich! Werde Marc fragen, ob er mich begleiten wird. Marc…

Gretchen seufzte glücklich und drehte eine Locke zwischen ihren Fingern, bis sie sich dazu entschied aufzustehen. Sie schüttelte die Haare von einer Seite zur anderen und lief zu ihrer Schlafzimmertüre hin.

Nichts kann meine Stimmung trüben. Fühle mich, als ob ich die Welt erobern könnte. Oder, nun ja, vielleicht Berlin? Bürgermeisterin vielleicht? Hm.

„Huhuu, Margarethe!“
Gretchen hielt mit ihrer Hand an der Türfalle inne.

Meine Eltern. Die hatte ich ja komplett vergessen.

Gretchen öffnete langsam die Türe und streckte den Kopf nach unten.
„Wir sind wieder da!“, rief ihre Mutter freudig, gefolgt von einem, „oh Franz, die Koffer nicht auf das Parkett stellen, es hat ja geregnet.“
Gretchen strich sich eine Strähne nach hinten und hüpfte dann die einzelnen Treppenstufen nach unten. Mit jedem Schritt merkte sie, wie sie ihre Eltern eigentlich vermisst hatte. Unten angekommen, sah sie ihre Mutter, die freudig aufschaute und die Arme ausstreckte. „Oh Margarethe, ich habe dich vermisst, komm her, komm!“
Gretchen lächelte breit und machte ein paar Schritte auf sie zu. „Hi Mama, Hi Papa.“
Ihre Mutter kam ihr ebenfalls freudig entgegen, bis Gretchen das kleine Etwas in ihrer Handtasche bemerkte, und sofort stehenblieb. „Äh Mama. Was…ist das?“
„Hm?“, fragte Bärbel lächelnd und folgte dann ihrem Blick, worauf sie die Hände vor dem Mund zusammenschlug und dann freudig mit diesen in der Luft winkte, „dein Vater und ich haben etwas vom Urlaub mitgenommen, Margarethe!“
„Ah…ja.“, entgegnete diese etwas unsicher und schaute zu ihrem Vater, „sagt mir jetzt bitte aber nicht, ihr habt ein Kind adoptiert.“
„Nein, nein, viel besser!“, entgegnete Bärbel und stellte ihre geräumige Handtasche auf den Boden, worauf Gretchen die Schultern hängen liess und aufseufzte. „Mama ihr habt doch nicht etwa die ganze Familie mitgenommen, oder? Ich mein, wir haben hier doch nicht mal Platz für ein-“ Gretchens Stimme verlor an Kraft und Lautstärke, als ihre Mutter das Tuch über der Handtasche wegzog und daraus ein kleiner Hundekopf schaute.
„…-Meerschwein.“
„Och Margarethe, das ist doch kein Meerschwein!“, erwiderte Bärbel tadelnd, worauf sie aber schnell wieder freudig lächelte und den kleinen Chihuahua aus der Tasche hob, „das ist Anastacia!“
Gretchen machte schnell einen Schritt zurück auf die unterste Treppenstufe und schaute mit grossen Augen geschockt auf den kleinen Hund. Dieser wedelte mit dem Schwanz und leckte ihrer Mutter kurzerhand über die Wange, sodass diese kicherte.
Gretchen schaute zweifelnd zu ihrem Vater, der etwas grimmig mit den Schultern zuckte und sich an Bärbel, im angemessenen Sicherheitsabstand vorbei schob. „Du kennst ja deine Mutter.“, sagte er leiser zu Gretchen und schaute argwöhnisch auf das kleine Tier, „sie hat ihn gesehen und wollte ihn haben, da konnte ich wieder gar nichts tun.“
„Aber…Papa du bist doch der Mann im Haus…!“, antwortete Gretchen etwas verstört und schaute weiterhin auf den kleinen Hund, der eine angeregte Unterhaltung mit ihrer Mutter zu führen schien, „ich mein…du leitest eine ganze Klinik, bekämpfst…jegliche Krankheiten aber…kommst nicht gegen deine eigene Frau an?“
Franz hob die Augenbrauen und zuckte hilflos mit den Schultern.

Ja. Soviel zu Gleichberechtigung und Hosen in der Familie.

Gretchen seufzte schwer auf, ehe sie sich dann zu einem Lächeln zwang und ihren Vater umarmte. „Ich bin froh seid ihr aber wieder da.“
„Wir auch Kälbchen, wir auch.“, entgegnete Franz und streichelte ihr ein paar Mal über den Rücken, „irgendwelche Vorkommnisse während wir weg waren?“
„Vorkommnisse…“, begann Gretchen, schob die Hände in ihre hinteren Hosentaschen, hob die Schultern und schüttelte langsam den Kopf.

Ausser dass es beinahe Tote gegeben hätte, das Krankenhaus von einem Irren terrorisiert wurde und das Marc wieder operierte obwohl er noch immer einen Verband trug?

„Du…nein…alles in Ordnung eigentlich.“
„Sehr gut.“ Franz lächelte stolz und strich ihr kurz über die Wange, „hab ichs doch gewusst, das mein Kälbchen die Situation unter Kontrolle hält. Stevenson hat sich auch brilliert, nehme ich an?“
„Äh…ja! Ja der hat…“

Was hat der eigentlich gemacht?

„…brilliert.“
„Tja. Dein Vater stellt eben nur gute Leute ein!“ Franz hob stolz einen Finger, zwinkerte ihr dann zu und ging zurück zu den Koffern.
Gretchens Lächeln verflüchtete sich in den nächsten Sekunden als Bärbel freudig aufschaute. „Willst du sie auch mal halten, ja?“
„Du ich halte hier gar nichts.“, erwiderte sie, hielt sich am Treppengeländer fest und schob sich so eng wie möglich an diesem an Bärbel vorbei in die Küche, „Mama du weißt doch das ich Hunde nicht wirklich mag!“
„Och das ist doch nicht mal ein richtiger!“, beschwichtigte Bärbel und setzte Anastacia kurzerhand auf dem Boden ab, wo sie sich kurz schüttelte. Dabei läutete ein kleines Glöckchen, welches sie um den Hals trug.
„Ach wie allerliebst!“ Bärbel schlug wieder die Hände vor dem Mund zusammen und hob dann beide, als sie an Anastacia vorbei zur Küche lief, „als ob der Weihnachtsmann jeden Tag kommen würde!“
Gretchen rang sich um ein Lächeln.

Unter diesen Umständen kann mir der Weihnachtsmann gestohlen bleiben.


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16.08.2010 19:30
#197 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Als das Glöckchen immer näher kam, verzog Gretchen sich schnell ins Esszimmer.
Bärbel öffnete summend den Kühlschrank und holte ein paar Utensilien für ein gutes Frühstück raus, währenddessen sich Gretchen auf einen Stuhl setzte und die Beine anzog, den Blick auf den kleinen Hund gerichtet, der mit wedelndem Schwanz vor ihr hockte.
„Oh schau mal…“ Bärbel drückte die Butter eng an sich, den Blick rührseelig auf den kleinen Hund gerichtet, „sie mag dich!“
„Ja, leider.“, bemerkte Gretchen und verzog dabei das Gesicht.
Von weitem hörte sie Schritte und erkannte nur wenige Sekunden später, das Jochen das Wohnzimmer sowie Esszimmer betrat. „Hallo Mutter!“
„Jochen?“ Bärbel kam mit einer Schürze aus der Küche und strahlte, als sie ihren Sohn sah. Sie kam auf ihn zu und umarmte ihn kurzerhand, „na, alles klar bei dir? Och wir haben euch so vermisst.“ Sie tätschelte seine Wangen, lief zurück in die Küche und hinterliess einen perplexen Sohn. Dieser schaute zweifelnd und geschockt auf Gretchen, die ebenso aufschaute. „Was genau ist passiert?“
„Sie ist glücklich.“
„Das sehe ich, aber…wieso?“ Jochen zog einen Stuhl zurück, worauf etwas wacker läutete und sich zu seinen Füssen bewegte. Wie der Blitz machte er einen Sprung retour. „Du heilige Scheisse, was zum-!“
„Oh Jochen, hast du Anastacia auch schon kennengelernt?“, rief Bärbel aus der Küche, worauf Jochen mit noch mehr Zweifel zu Gretchen schaute und dann mit dem Finger gegen die Stirn tippte.
Diese zuckte jedoch nur mit den Schultern und rutschte mit dem Stuhl ein paar Zentimeter weg.

Man kann ja nie sicher genug sein.

Jochen jedoch, lehnte sich nach vorne, packte den kleinen Hund und hob ihn hoch. „Mein Gott, der ist doch sicher irgendwo in der Evolution stecken geblieben, oder?“
Anastacia wedelte wie verrückt mit dem Schwanz und bellte einmal.
„Ist doch ganz süss, oder nicht?“ Jochen streckte Gretchen den Hund entgegen, worauf diese sich so sehr zurücklehnte, dass sie fast vom Stuhl kippte und sich am Tisch festhalten musste. „Jochen, streck mir dieses Meerschwein nicht entgegen!“, sagte sie klipp und klar, ehe sie dann ganz aufstand, den Pyjama zurrecht zog und zielstrebig auf die andere Seite des Tisches lief um sich dort zu setzen, „keine Ahnung, der könnte Tollwut haben.“
„Tollwut?“, fragte Jochen, setzte eine Schnulze auf und hob den kleinen Hund neben sein Gesicht, „sieht so eine Killermaschine aus?“
Gretchen liess die Schultern fallen und setzte ein unechtes Lächeln auf. „Chuckie sieht auch ganz niedlich aus, bis er dich im Schlaf ersticht.“
„Du hast Kindheitskomplexe Schwesterherz.“ Jochen stellte den kleinen Hund wieder auf den Boden, worauf das Glöckchen mehrmals ertönte und Gretchen wieder die Beine hochzog. „Hab ich nicht!“
„Hast du.“
„Hab ich sicherlich nicht!“

„Doch, hast du.“
„Marc, bitte halt dich da raus.“
„Mein Gott, jetzt reiss dich zusammen, es geht hier nur um Kaffee.“ Marc senkte seine Kaffeetasse um ein paar Zentimeter um Gretchen einen ungläubigen Blick zuzuwerfen.
Diese stand, mit einer Hand in der Seite neben der Maschine und sah zu, wie Sabine den Krug mit neuem Wasser füllte.
„Den ich nicht getrunken habe!“, stellte sie klar und legte dann die Stirn in Falten, „du weißt doch ganz genau dass ich nicht so viel Kaffee trinke.“
„Nun ja…“ Marc verzog seine Lippen zu einem einseitigen Grinsen, als Hassmann schwer seufzend das Schwesternzimmer betrat. „Kaffee! Kaffee, Kaffee, Kaffee!“
„Der ist grad alle…“, bemerkte Sabine und war immer noch dabei, den Krug zu füllen.
„Alle?“, wiederholte Hassmann und schaute ungläubig und suspekt auf Sabine, „und seid wann?“
„Seit Hasenzahn ihn getrunken hat.“
„Ey-! Hab ich nicht, in Ordnung?“
„Ach kommen Sie.“ Hassmann setzte sich auf einen Stuhl, überschlug die Beine und streckte sich, „wir wissen doch alle, dass Sie gerne Kaffee trinken weil die Cafeteria mit der Schokolade im siebten Stock ist.“
Gretchen stöhnte schwer genervt aus und verdrehte die Augen.
„Was ist denn eigentlich los mit dir heute?“, fragte Marc suspekt, stellte die Tasse ab und blickte von dem Magazin auf seinem Knie auf, „du bist so hypochondrisch.“
„Ich bin nicht…hypochondrisch“, antwortete Gretchen, setzte ein nicht allzu überzeugendes Lächeln auf und blinzelte ihn an, „ich bin lediglich etwas…hysterisch.“
„Was das gleiche bedeutet wie hypochondrisch.“
„Jaa…das weiss ich natürlich, danke…Doktor Hassmann.“, bemerkte Gretchen, nickte langsam und schaute dann wieder mit dem kecken Lächeln auf, „ich verfüge ebenfalls über einen studierten Wortschatz wie Sie.“
„Ja gut das sehen wir ja jeden Tag, ist der Kaffee schon fertig?“
„Gleich Doktor Hassmann.“ Sabine huschte an Gretchen vorbei und drehte die Kanne in die Halterung.
Gretchen verdrehte genervt die Augen, stiess sich dann von der Anrichte ab und lief aus dem Schwesternzimmer.
Marc begutachtete das mit erhobenen Augenbrauen, schmiss dann die Zeitung auf den Tisch, erhob sich ächzend und folgte ihr. „Hasenzahn, warten!“


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17.08.2010 14:17
#198 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ich dachte doch, dass ihr Anastacia mögen werdet Ein Bild wird folgen Ich mag diese Hunde auch nicht, aber ich fand, zu Bärbel passen die doch ganz gut Danke für die Kommis ihr Lieben Der ganze Teil kommt schon jetzt, da ich in einer Stunde los muss und erst spät zuhause bin :) Hoffe er gefällt euch...

„Marc ich hab Patienten.“
„Ja ich auch, also komm.“ Marc griff kurzerhand nach ihrem Oberarm und zog sie in ein freies Behandlungszimmer.
„Ey…!“ Gretchen stolperte ihm nach und rieb sich die betroffene Stelle, als er die Türe mit seinem Fuss zumachte.
„Also, was ist mir dir los.“
„Nichts.“ Gretchen verschränkte die Arme, verzog ihren Mund zu einer Schnute und schaute auf den Boden.
Marc seufzte, trat einen Schritt näher, stemmte die Hände in die Seiten und nickte ihr zu. „Na jetzt sag schon.“
Gretchen seufzte ebenfalls auf und liess die Arme sinken. „Meine Eltern sind zurück aus dem Urlaub und haben Anastacia zurückgebracht.“ Gretchen hob bei dem Namen die Hände und deutete Gänsefüsschen an, was Marc mit erhobenen Augenbrauen ruhig kommentierte, „zweitens fühle ich mich, als ob es wieder mal absolut jeder auf mich abgesehen hätte.“
„Äh ja gut aber…in meinem Fall wünscht du dir das schon seit Jahren, also weiss ich jetzt nicht genau was…?“
„Du weißt doch ganz genau, dass ich das mit dem Kaffee nicht war. Und es ist nur ein kleines Beispiel Marc, nur ein Beispiel das zeigen soll, dass ich nicht immer die Dumme bin.“ Gretchen verschränkte wieder die Arme vor der Brust, wobei sie jedoch mit einer Hand vor sich gestikulierte, „ich mein, ja, ich will mich nicht selber hochpreisen, aber wenigstens hab ich versucht dich zu retten.“
„Hasenzahn du hast mich gerettet.“ Marc nickte ihr kurz mit erhobenen Augenbrauen zu.
„Ja ich weiss, das macht es ja nur noch schlimmer.“ Gretchen verzog die Lippen unglücklich und schaute auf den Boden, „ich bin keine…Praktikantin, ich bin Ärztin.“
Marc öffnete den Mund um etwas zu erwidern, doch Gretchen unterbrach ihn stöhnend und verdrehte die Augen. „Ja, Assistenzärztin, ich weiss.“
„Äh, das wollte ich gar nicht sagen?“, antwortete dann Marc, kniff die Augen leicht zusammen und zeigte dann mit einem Finger auf sie, ehe er kurz auf die Seite schaute, „eigentlich wollte ich sagen dass ich dem grundsätzlich zustimme und ja du hast…mein Leben gerettet? In vielerlei Hinsicht?“
Gretchen hob zweifelnd den Kopf und verzog die Lippen. „Wirklich…?“
Marc stöhnte, streckte dann die Arme aus und zog sie zu sich hin. Er senkte den Kopf und legte diesen an ihre Wange. „Ja hast du. In Ordnung?“
Gretchen schloss ihre Arme um seine Taille und bewegte ihren Kopf so, dass sie ihn auf seine Schulter legen konnte. Marc schloss für einen Moment kurz die Augen als er ihren Atem, der ihn an seinem Nacken kitzelte, realisierte.
„Kannst du es dann nicht einfach zugeben?“, fragte Gretchen leise.
„Was meinst du?“
„Na das mit uns…“, fuhr sie etwas zögerlich fort, worauf er seufzte und den Kopf hob. „Gretchen du weißt wie viel ich von dem halte.“
„Ja aber…“ Gretchen liess sachte von ihm ab, sodass sie voreinander standen. Ihren Blick hatte sie jedoch auf seinen Kittel gerichtet, da er sie bereits schon anschaute. „Ich weiss doch ganz genau was alle hier von mir denken…“
„Ja und mir ist das herzlich egal um ehrlich zu sein.“
„Dir ist es egal was alle von mir denken?“ Gretchen hob den Kopf und blickte zwischen seinen Augen hin und her, wobei er seufzte und den Blick abwandte. „Natürlich nicht.“, erwiderte er mit Nachdruck, „aber es geht mir ehrlich gesagt am Arsch vorbei, ob die halbe Mannschaft denkt wir sind zusammen, nicht zusammen, du bist schwanger, nicht schwanger, wer interessierts!“
Gretchen legte für einen Moment die Stirn in Falten und wollte den Mund öffnen, doch Marc schloss für einen kurzen Augenblick die Augen. „Nein, ich denke nicht dass du zu dick bist.“
Gretchen schloss den Mund wieder und seufzte kurz.
„Wichtig ist schlussendlich dass wir wissen was los ist.“
„Ja…“, stimmte Gretchen zu und nickte dann eher widerwillig, „stimmt.“
„Gut.“ Marc gab ihr einen Kuss auf die Stirn, nahm ihr Gesicht in beide Hände und bewegte sie somit ihn anzusehen. Er hob die Augenbrauen und schaute sie fragend an. „Alles in Ordnung dann?“
Gretchen bemühte sich um ein überzeugendes Lächeln und nickte. „Klar.“
Marc bewegte seinen Kopf ein Stück nach vorne und gab ihr einen kurzen, sanften Kuss, ehe er von ihr abliess und die Türe hinter sich öffnete. Er zog die Hosen ein Stück höher und schaute sie dann an. „Kommst du?“
Gretchen lächelte kurz und folgte Marc, der sich mit einer Hand kurz über die Schulter strich, ansonsten zügig den Gang hinunterschritt.
Kurz nachdem er den Knopf für den Lift betätigt hatte, wandten beide den Kopf.
„Ah, Doktor Meier! Wie erfrischend, Sie auch wieder im Dienst zu sehen.“ Franz kam mit einem glücklichen Gesichtsausdruck und grossen Schritten auf die beiden zu, „und, schon einen Überblick geschaffen?“
„Gerade dabei Herr Professor.“, antwortete Marc und zog den Kragen mit einer Hand zurrecht.
„Gut, gut, gut. Ich wäre froh, würden wir uns alle in meinem Büro einfinden, sagen wir in 10 Minuten? Nur damit wir alle wieder auf dem gleichen Stand sind. Ausserdem habe ich etwas zu verkündigen.“
Gretchen hob beide Augenbrauen und nickte ihrem Vater kurz zu, als dieser freudig einen Arm ausstreckte und Marc kurzerhand auf die Schulter klopfte.
Dieser gab ein Geräusch von sich, das sich ganz nach „Hmpf“ anhörte und die Zähne zusammenbiss.
„Geht’s?“, fragte Gretchen mit verzogenen Lippen und trat mit Marc in den Lift. Marc räusperte sich und stützte sich mit einem Arm am Geländer ab. „Bis jetzt. Kommt drauf an wer bei diesem Meeting alles dabei ist.“
„Ach, sicher nur wir drei…“, meinte Gretchen, legte einen Arm um ihren Körper und drückte einen Knopf.
„Ah und Kälbchen?“ Plötzlich tauchte Franz wieder vor dem Lift auf und schaute sie freundlich an, „sei bitte so nett und gib Stevenson auch Bescheid, ja?“ Er lächelte beiden zu, was Marc und Gretchen erstarrt erwiderten, bis sich die Lifttüre schloss.
Marcs Lächeln erlosch als erstes, worauf er die Augenbrauen hob und ruhig auf die geschlossene Türe schaute. „Ah ja…“
„Naja man…kann ja auch nicht alles haben, ne.“ Gretchen griff nach einer Strähne und drehte diese um ihre Finger, als Marc seinen Blick ihr zuwarf. „Sag mal, das mit Stevenson.“ Er legte die Stirn in Falten und stützte die freie Hand in die Seiten, „steht der jetzt noch auf dich oder wie sieht das aus?“
„Was?“ Gretchen liess den Arm fallen und schaute Marc schaltend an, „der steht doch nicht auf mich, bitte.“
Marc grinste künstlich und wandte den Blick ab. „Das sieht man doch schon gegen den Wind.“
„Sicher nicht.“, erwiderte sie mit Nachdruck, „ausserdem ist dieses Thema schon durch.“
„Ach komm schon!“ Marc hob den Kopf und lehnte sich nun mit dem Rücken gegen die Wand, „zu 100 Prozent steht der auf dich, bist nur wieder zu blind um es zu sehen.“
Gretchens Mund klappte auf. „Wie bitte?“, entgegnete sie ungläubig, „wieder zu blind? Ich weiss nicht von was du redest.“
„Ja komm also wir wissen doch alle, dass du knapp zwei Jahre gebraucht hast, bist du endlich gesehen hast dass ich auf dich stehe.“
Gretchens Mund blieb offen und sie schüttelte mit einem amüsierten Lächeln den Kopf. „Also du hast doch wirklich bleibende Schäden davongezogen, oder?“
„Wie jetzt, wegen…dir oder wegen dem Unfall?“ Marc legte die Stirn in Falten und zeigte nachdenklich auf sie, worauf Gretchen den Blick abwandte. „Kannst froh sein hab ich dich gerettet mein Lieber. Hätte dich auch verbluten lassen können.“
„Ach was.“
„Nicht ‚ach was‘ du, ich hätte das…ganz sicher gekonnt!“ Gretchen wandte wieder den Kopf und nickte mit diesem überzeugt, wobei sie sein amüsiertes Gesicht nicht bemerkte, „ich weiss gar nicht warum alle denken, dass ich immer…zu gut bin oder was auch immer. Ich kann auch mal…hart und…durchgreifend sein.“

Hah. Wurde auch mal Zeit dass das gesagt wurde.

„Mhm.“ Marc verzog seine Lippen zu einem Grinsen, worauf sie wieder den Kopf hob und die Augen zusammenkniff. „Brauchst jetzt gar nicht so doof vor dich hinzugrinsen mein Lieber, eines Tages werde ich dir schon beweisen, was für eine…was für ein Kerl in mir steckt!“
Marc hatte die Augenbrauen erhoben und schaute zu, wie sich die Lifttüren mit einem „Pling“ öffneten und Gretchen den Lift verlassen wollte, als sie aufschrie. „OH mein Gott, ein Hund ein Hund, Marc mach es weg!“ Sie lief nach hinten, griff an seine Schulter, worauf er etwas zwischen den Lippen hervor presste und zur Decke schaute.
„Ah Margarethe, da bist du ja!“
Marc schaute zweifelnd nach vorne und sah wie Bärbel, mit einem kleinen Hund an der Leine, der einen gelben Kaschmirpullover trug und mit dem Schwanz wedelte, vor dem Lift stand.
„MARC!“
„Ja was!“ Marc zeigte nach vorne und blickte zu Gretchen, „Hasenzahn das Ding hat die Grösse eines Meerschweinchens!“
„Genau das hab ich auch gesagt, aber es bellt und bimmelt, also würdest du jetzt BITTE aufhören zu quatschen und mich in Sicherheit bringen!“ Gretchen stampfte mit einem Fuss auf, worauf Marc zusammen zuckte und sie ungläubig anschaute. „Herrgott nochmal jetzt hör doch endlich auf so hypochondrisch zu reagieren…!“
„Ich bin NICHT hypochondrisch, ich bin hysterisch und Mutter, ich habe dir schon einmal gesagt, dass ich Hunde nicht-!“
„Ach Margarethe, jetzt stell dich nicht so an!“ Bärbel bückte sich und nahm den kleinen Hund auf die Arme, „sie tut ja gar nichts!“
„Jaa…!“ Gretchen zeigte mit einem Finger nach vorne und schluckte, „das denkt man bei vielen…Hunden und dann hat man plötzlich nur noch vier Finger!“
Marc verdrehte stöhnend die Augen und wollte nach vorne laufen, doch Gretchen hielt ihn an den Schultern fest. „Was…genau machst du jetzt?“
„Ja ich…verlasse den Lift?“
„Und was ist mit dem Meerschwein?“
„Ja soll ich draufstehen oder wie?“
„Das ist mir so was von egal Marc, nur mach es weg!“, flüsterte Gretchen und drückte sich noch enger an ihn.
„Himmel.“ Wiederum verdrehte er genervt die Augen, wandte sich dann um, schob einen Arm unter Gretchens Kniekehlen und hob sie mit einem Ruck hoch.
Diese schlang ihre Arme um seinen Hals und hielt ihren Blick auf den kleinen, schwanzwedelnden Hund vor ihr. Ihre Mutter schaute ihr perplex zu und ihre Augen wurden noch grösser, als sie plötzlich einen Arm ausstreckte. „Margarethe! Pass auf, die Türen schliessen si-oh…!“


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18.08.2010 14:21
#199 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Oje, ich sehe, ihr mögt Anastacia auch nicht wirklich, hm? Wenn es euch hilft, keiner mag sie ausser Bärbel, so.. Ich hoffe ihr werdet es trotzdem überleben :S Danke trotzdem für die lieben Kommentare und Drohungen - ich nehm sie mir zu Herzen

„Geht es ihr denn gut?“
„Ja sie hat nur mal wieder eins gegen die Birne gekriegt.“
„Wie schlimm? Keine offenen Kopfverletzungen, keine bleibenden Schäden die ich mir vielleicht-?“
„Äh, garantiert nicht, die Frau ist von Geburt an daran gewöhnt?“
„Also Doktor Meier! Jetzt reissen Sie sich zusammen, das arme Kind…War so auf die kleine Anastacia konzentriert, da hat sie den Kopf im Lift eingeklemmt.“
„Ach herrje. Da müssen wir wohl froh sein, waren Sie zur Stelle Doktor Meier.“
„Aber immer Herr Professor.“
„Wieder mal ein Beweis, dass es sich lohnt, den besten Mann wieder an Bord zu haben!“
„Hmpf…!“
„Oh, wartet, ich glaube sie wacht auf! Margarethe? Hörst du uns?“

Gretchen stöhnte leise vor sich hin. In ihrem Kopf hämmerte es und plötzlich spürte sie etwas kaltes an ihrer Stirn. Sie hörte die Stimmen um sie herum und war fähig diese den richtigen Personen zuzuteilen, nur hatte sie das Gefühl, als sässe sie auf einem Karussell.
„Margarethe?“
Gretchen versuchte es mit blinzeln, wobei sie bei jedem Augenaufschlag, mehr erkennen konnte. Bärbel sass neben ihr. Marc auf der anderen Seite, Stevenson lehnte sich über ihn, Franz stand hinter Bärbel und hatte eine Hand auf ihrer Schulter platziert, die andere in die Seite gestemmt.
Plötzlich nahm sie etwas anderes war. Etwas, das ihre Augen weiten liess. „Marc?“
Marc stöhnte auf, lehnte sich über Gretchen hinüber-

Oh mein Gott riecht der gut…

‚- und griff nach Anastacia, worauf er diese so hoch wie möglich hielt und die Augenbrauen hob. „Alles klar?“
Gretchen nickte schnell und hielt ihren Blick auf den Hund gerichtet, der wimmernd nach unten schaute. Schnell rutschte sie von der Trage weg und stand schon wieder auf ihren Füssen, worauf ihr der Schmerz in ihrem Kopf wieder bewusst wurde.
„Oh!“ Bärbel schob ihre Hände vor und half Gretchen dabei, gerade stehen zu bleiben, „alles klar bei dir, ja? Du hast die ganze Türbreite gegen deinen Kopf gekriegt.“ Bärbel strich Gretchen ein paar Strähnen aus dem Gesicht, worauf diese nochmals blinzelte und mit dem Finger nach vorne zeigte. „Ja, weil dieser Hund mich beinahe ermordet hätte!“
Alle Augenpaare wanderten zu dem kleinen Hund hin, der immer noch in Marcs Hand lag und bei all den Blicken zaghaft mit dem Schwanz wedelte.



Marc seufzte schwer, warf den Eisbeutel weg und hielt den kleinen Hund vor sich hin, sodass Gretchen ihn gut sehen konnte. „Hasenzahn?“



„Der bringt dich auf keinen Fall um.“
Gretchen presste die Lippen zusammen. „Das…kannst du gar nicht wissen.“
Marc seufzte wiederum, stellte dann den Hund auf den Boden, rieb sich kurz die Hände und stand dann auf. „Kann ich mit Sicherheit und ich würde vorschlagen wir fangen mit der Sitzung an, ich hab noch Patienten zu besuchen.“ Er warf Gretchen einen Seitenblick zu, den sie mit schmalen Augen quittierte, bis sie merkte, dass das Glöckchen wieder bimmelte.
„Äh ja, ja nun gut.“ Franz lief um den Schreibtisch herum und setzte sich, worauf das Glöckchen ebenfalls verschwand und ungefähr bei Franz aufhörte zu bimmeln. Dieser schaute etwas zerstreut nach unten und richtete sich mit einer Hand die Krawatte. „Äh…Bärbel, sei bitte so gut und bring…Anastacia weg, ja?“
Bärbel seufzte und verdrehte die Augen. „Männer. Da versuchen die immer den Starken zu markieren…-„, begann sie, bückte sich um den kleinen Hund hochzuheben, und schaute dann mit erhoben Augenbrauen in die Runde, „…aber so ein kleines, unschuldiges Tierchen macht euch dann Angst.“
„Wir haben keine Angst Bärbel, wir möchten das Gespräch lediglich ohne…nun ja, Gebimmel führen.“, antwortete Franz und schenkte seiner Frau ein knappes Lächeln.
„Schon gut, schon gut!“ Bärbel hob die freie Hand und winkte ab, ehe sie sich dann auf einen freien Stuhl an der Wand setzte, „wir warten dann so lange hier, bis ihr fertig seid, ja?“
Franz räusperte sich und nickte. „Natürlich.“
Marc hob die Augenbrauen, zog seine Hosen hoch und stand dann mit verschränkten Armen neben Gretchen, die ihren Blick immer noch auf Anastacia gerichtet hatte. Diese blickte Gretchen ebenfalls an, wedelte augenblicklich mit dem Schwanz und bellte, worauf Gretchen einen kleinen Satz machte und noch näher an Marc geriet.
„Jetzt reiss dich mal zusammen…!“, sagte Marc leise und schaute sie ungläubig an.
Gretchen reckte ihr Kinn, strich sich eine Strähne hinter die Ohren und räusperte sich kurz. „Mach ich ja, ich…wollte nur bei dir stehen.“
„Mhm.“
„Also, ich würde gerne erfahren, was in der letzten Zeit so alles passiert ist.“, sagte Franz, legte beide Arme auf den Tisch und schaute dann mit einem Lächeln zu Stevenson, „Stevenson, irgendwelche spezielle Vorkommnisse oder ging alles glatt und wie am Schnürchen, so wie immer?“

So wie immer? Wann geht denn bitteschön alles glatt wie immer?

Marc hob die Augenbrauen und blickte zu Stevenson.
„Nun ja, wir hatten ein paar interessante Fälle.“ Stevenson hielt eine Mappe, die er mit gebracht hatte, vor sich hin und zog ein Papier heraus, „ich habe Ihnen alles protokolliert und aufgelistet. Somit haben Sie einen schnellen und kurzen Überblick über das tägliche Geschehen während Ihrer Abwesenheit.“
„Oh! Na das nenn ich mal einen Service!“ Franz nahm das Papier strahlend entgegen und zwinkerte daraufhin Marc zu, „na Meier, da können sogar Sie noch etwas lernen!“
Marc setzte ein unechtes Lächeln auf, was nach nur zwei Sekunden wieder erlosch und er einen giftigen Blick zu Stevenson warf.
„Mh, Mh, Mh.“ Franz liess seine Augen geschwind über die Zeilen wandern und hob dann erstaunt die Augenbrauen, „ein Tandemunfall?“
„Gegen den Baum.“, erklärte Gretchen und reckte selbstbewusst ihr Kinn.

Jetzt kann er mal schauen wie gut ich eigentlich Auskunft geben kann.


„Ouh.“ Franz verzog das Gesicht und schaute über den Rand des Papieres hinweg, „und, wo ist er genau verletzt?“
„Am Kopf.“
Marc seufzte und schloss für einen Moment die Augen.
„Äh…am…“ Gretchen schluckte und schaute hilfesuchend zu Stevenson, der ihr lächelnd und amüsiert zunickte, „am…also wir mussten eine Operation am…offenen Gehirn durchführen, wenn ich jetzt richtig…ja. Und…also es geht den Herren wieder besser.“
„Zwei Patienten.“, schlussfolgerte Franz und nickte mit gekrauster Stirn.
„Ja, wollen ja beide…Sport machen. Gleichzeitig.“
Wiederum seufzte Marc und rieb sich mit zwei Fingern den Nasenrücken.


danke an schleumel & Kate :) XD

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

18.08.2010 19:42
#200 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Fusshupe...Leute mich hauts jedesmal fast vom Stuhl wenn ich dieses Wort lese So genial Ich kann euch beruhigen, was Dr. Freud angeht, geht es jetzt schon mal in die erste Richtung. Ich glaube ich kann somit ein paar Gemüter beruhigen. Na?

„Nun ja. Sind wir froh, war Stevenson zur Stelle!“ Franz legte das Papier hin und grinste, „ansonsten, alles in Ordnung?“
Stevenson’s Blick ging zu Gretchen, die ihn mit grossen Augen und eindrücklich anschaute. „Natürlich.“, sagte er dann und blickte mit einem knappen Lächeln zu Franz, „alles in bester Ordnung.“
„Jetzt wo Sie wieder da sind, und ein richtiger Oberarzt die Stelle wieder besetzt.“, fügte Marc hinzu und setzte ein unechtes Lächeln auf.
„Ah, Meier, sagen Sie so etwas nicht!“ Franz winkte ab und zeigte dann mit wedelndem Finger zu Stevenson, während er mit hocherhobenen Augenbrauen zu Marc schaute, „Stevenson hat sicherlich einen hervorragenden Job gemacht!“
„Nun ja…“ Marc lächelte schwach und wandte den Blick ab.
„Wobei wir eigentlich schon beim nächsten Thema…wären.“ Franz reckte kurz den Kopf und sah zu, wie das Gebimmel gerade dabei war, Bärbels Nase abzulecken, was diese mit einem Kichern quittierte.
„Äh…ja…“ Franz richtete sich kurz die Krawatte, räusperte sich und schaute wieder nach vorne, „das Thema dass ich gerne mit Ihnen besprechen wollte, war mein…nun ja, nennen wir es…langsamen…Rücktritt.“
„Franz.“
„Bärbel, bitte, lass mich aussprechen.“
Bärbel seufzte schwer, doch als Anastacia über die Wange leckte, kam das freudige Lächeln wieder auf ihr Gesicht.
„Langsamen Rücktritt aus dem Grund, dass ich das ganze Schritt für Schritt durchführen möchte. Wie ich jetzt gesehen habe, geht das Krankenhaus nicht unter, nur weil ich mal eine Woche nicht hier bin. Niemand ist gestorben oder zusätzlich verletzt worden.“ Obwohl Franz das mit einem Lächeln begleitete, tauschten Stevenson, Marc und Gretchen einen eindeutigen Blick.
„Ich will mich nicht von einem Tag auf den anderen aus dem Geschäft zurückziehen.“, fuhr Franz fort, „und somit stellt sich die Frage, wen ich von Ihnen als Chefarzt ins genaue Augen fassen möchte.“
Marc horchte auf und warf einen schnellen Blick zu Stevenson, der jedoch nur konzentriert auf den Chef schaute.
Gretchen drückte sich noch enger an ihn und drückte kurz seinen Arm.
„Meier, Sie haben eindeutig die Qualifikation und die Zielstrebigkeit, die es für diesen Posten braucht. Stevenson, allen Anscheins nach, besitzen Sie ebenfalls genügend Qualitäten, die einen guten Chefarzt ausmachen.“
„Besten Dank Herr Professor.“ Stevenson neigte den Kopf und lächelte freundlich.
Franz lächelte etwas zerstreut und nickte ebenfalls. „Jedoch, habe ich mich darüber nachgedacht und mich nun ja, selbstverständlich auch hinsichtlich der Zukunft des Elisabethkrankenhauses Gedanken gemacht. Doktor Stevenson, Sie haben gegenüber von mir erwähnt, dass Sie nicht abgeneigt wären, sich auch in weiteren Orten weiterzubilden?“
„Das habe ich so erwähnt ja.“
Marc hob die Augenbrauen und hörte interessiert zu, währenddessen Gretchen an ihm vorbei lugte.
Bärbel hindessen schäkerte mit Anastacia und flötete unaufhörlich, dass sie die süsseste und der beste Hund auf der ganzen Welt sei. Das Glöckchen bimmelte schon eine ganze Weile im Hintergrund.
„Nun ja, nun ja…“ Franz platzierte einen Ellbogen auf den Tisch und schaute kurz einen Moment nachdenklich auf die Tischplatte, ehe er wieder aufschaute, „hinsichtlich dessen, würden Sie meine…Entscheiden verstehen, entschiede ich mich für Doktor Meier?“
Marc spitzte die Ohren und ein Lächeln schlich sich auf Gretchens Gesicht.
Stevenson neigte den Kopf, überlegte ein paar Sekunden und sah wieder auf. „Das würde ich, obwohl ich zugeben muss, dass es schade ist. Ich fühle mich in Ihrem Team sehr wohl, und bin auch gut aufgenommen worden.“

Ja weil Marc zu 90% ausser Gefecht war. Hach Marc. Ist und bleibt der Beste. Also, neben mir. Bin ja auch ganz clever.

„Nun, das hoffe ich, hoffe ich!“ Franz nickte überzeugend und machte dann eine ausführliche Handbewegung zu Gretchen und Marc, „immerhin ein super Team!“

Hach ja!

Gerade als Gretchen sich noch enger an Marc schmiegte, schaute er sie langsam an.



„Nun denn, nun denn.“ Franz klopfte mit beiden Händen auf den Tisch, worauf Anastacia bellte.
„Also Franz, jetzt scheuch doch die Kleine nicht so auf!“
Franz verdrehte die Augen und stiess sich dann vom Tisch ab. „Ich bin froh konnten wir das wie Erwachsene regeln.“
Marc lachte auf, was für Kenner jedoch getürkter nicht sein konnte. „Aber Herr Professor, natürlich können wir das!“
„Sehr gut.“ Franz grinste zufrieden in die Runde, und Stevenson, Marc und Gretchen hatten sich bereits schon in Bewegung gesetzte, als Franz noch einen Finger hob, „ach, bevor ich es vergesse. Ich habe gehört, es wird ein Fest gefeiert?“
Gretchen hob die Augenbrauen. „Äh…“
„Zu welchem Anlass denn?“
Marc presste die Lippen aufeinander und nestelte an seinem Gurt, während Gretchen den Mund öffnete um etwas zu sagen und Stevenson die Augen zusammenkniff so als ob er denken würde.
„Ja weil Sie…wieder zurück sind und-“
„- Sabine hat sich verliebt, in diesen Typen,-“
„-immerhin sind wir alle noch am Leben.“
„Ah ja…“ Franz nickte langsam und blickte von einem überraschten und fragenden Gesicht ins andere der Drei, „ja wenn das so ist…dann haben wir ja ordentliche Gründe beisammen!“
„Ja…scheint so.“, erwiderte Gretchen etwas perplex und schaute zu, wie ihr Vater dann mit einer freundlichen Handbewegung auf die Tür wies.


danke an schleumel & Kate :) XD

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