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Dieses Thema hat 253 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

10.07.2010 17:27
#151 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Da Gretchens Verhandlungsgefühl unter Beweis gestellt wurde, gehen wir weiter mit Gabi und was sie bei Frank zu suchen hat. Danke für all die lieben Kommentare, ihr seid super. Es ist vor allem schön zu sehen, dass ab und an auch stille Leser sich zu Wort melden, es ist immer wieder ein super Boost und Ansporn zum weiterschreiben. Also, vielen Dank an dieser Stelle! :)

Gabi schaute zu, wie Frank sich gerade an einer Eisenstange vor seinem Bett hochzog. Immer noch mit den Füssen über dem Boden schaute er mit seinen Augen kurz zu der Türe, worauf er amüsiert auf schnaubte. „Was für eine Überraschung.“
Gabi verengte ihre Augen zu Schlitzen und blitzte ihn wütend an. Sie schaute zu Frank von der Stange abliess und die Hände aneinander rieb, worauf er zu Gabi schaute. „Mit Ihnen hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet!“
Gabi liess ihren Blick kurz über sein Bild wandern. Er trug schwarze Hosen, ein weisses Trägershirt, welches an einigen Teilen etwas dreckig war. Die Zelle an sich war nicht so schlimm wie sie es sich vorgestellt hatte – ein fast gemütliches, wenn auch etwas schmales Bett, stand an der Wand, knapp einen halben Meter davor ein Tisch mit Fernseher.
„Nun ja.“, meinte Gabi bissig und presste die Lippen aufeinander, „Sie hätten wohl nicht angenommen dass ich immer noch lebe.“
„Oh dass Sie ziemlich anhänglich sind, das war mir schon klar!“, erwiderte Frank leichtfüssig und zuckte mit den Schultern, worauf er die Hände in die Seiten stützte.
„Hören Sie mir genau zu.“, zischte Gabi und trat einen Schritt näher an das Gitter, welches sie voneinander trennte, „lassen Sie mich gefälligst in Ruhe, hören Sie!“
„Na na na na.“, meinte Frank tadelnd, lief auf die Türe zu und zeigte zwischen sich und ihr hin und her, „soweit ich mich jetzt noch erinnern kann, waren Sie es, die die Klappe nicht halten konnte.“
„Und das ist gleich ein Grund einen…“, begann Gabi wütend, schaute aber dann kurz zu der Türe hin, wo der Polizist stand und sie aus schmalen Augen beobachtete. Sie sank ihre Stimme ein wenig und schaute wieder auf Frank, der nun auf der anderen Seite stand. „…Ihren Auftragskiller zu schicken?“
„Auftragskiller?“, wiederholte Frank halb amüsiert und stützte eine Hand neben der Türe ab, „so nennen Sie das?“
„Wenn man auf jemanden schiesst, dann ja!“
„Ach jetzt stellen Sie sich mal nicht so an, ja.“, erwiderte Frank, zuckte mit fast gequältem Gesichtsausdruck mit den Schultern und machte eine flüchtige Handbewegung, „war doch mehr so was wie ein…ja was weiss ich, Warnschuss.“
„Sie sollten aufpassen.“, zischte Gabi wütend, „ich kann jederzeit zu diesem Polizisten dort rüber und ihm erzählen was-“
„Was Sie alles verbrochen haben, dass man Ihnen so übel mitspielt meinen Sie?“, unterbrach sie Frank und hob fragend beide Augenbrauen.
Gabi schloss ihren Mund und wandte kurz den Blick ab. In ihrem Kopf ratterte es, was Frank bemerkte.
„Jetzt hören Sie mir mal zu.“, sagte dann dieser mit leiser, dunkler Stimme und schmalen Augen, „Sie können sich gefälligst glücklich schätzen, dass Ihnen nichts weiteres passiert. Noch sitzen Sie nicht im Gefängnis.“
„Wenn Sie annehmen, dass ich glaube, dass ihr Freund zu der Polizei marschiert und mich verpfeift, dann haben Sie sich geschnitten.“, erwiderte Gabi ebenfalls leise und blitzte ihn wütend an.
„Na, also so dumm sind ja wirklich nicht alle mit denen ich zusammenarbeite.“, gab Frank fast beleidigt zurück und zog die Nase kraus, „kann mir ja fast nicht vorstellen wo mich das hinbringen würde!“
Gabi merkte wie sie wütender und wütender wurde. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und schaute kurz zum Polizisten hinüber, der einen Blick auf seine Uhr warf.
„Halten Sie sich einfach an die Spielregeln, das sollte doch für Sie kein Problem darstellen.“, fuhr Frank fort und nickte ihr kurz zu.
Gabi presste die Lippen wütend aufeinander und presste die Jacke näher an sie heran. „Dieses verdammte Arschloch hat Marc angeschossen! Was glauben Sie eigentlich…“, sagte Gabi harsch und versuchte die aufkommenden Tränen zu unterdrücken, „was glauben Sie eigentlich wer Sie sind…ein beschissener Betrüger!“
Frank legte die Stirn in Falten und stützte sich dann noch mit der anderen Hand an der Mauer neben der Türe ab. „Meier?“
Gabi öffnete den Mund um dies zu bestätigen, doch schloss diesen schnell wieder. Ihr Herz schien einige Etagen zu fallen, als sie realisierte, dass sie gerade etwas Falsches gesagt hatte.
„Ich dachte, Sie hätten mit diesem Gynäkologen gesprochen.“, meinte Frank, presste die Lippen aufeinander, schüttelte dann seufzend den Kopf und kratzte sich mit einer Hand am Nacken, „ja das ist jetzt blöd, da müssen wir ja umorganisieren!“
Gabis Augen weiteten sich noch mehr und sie machte einen Schritt zurück.
„So. 10 Minuten sind um. Frau Kragenow?“
Gabi schaute wie in Trance zu ihrer Linken und schaute auf den rundlichen Polizisten, der zwischenzeitlich neben ihr stand. „Alles in Ordnung mit Ihnen?“
Sie versuchte ein Nicken zustanden zu bringen, schaute aber anstatt dessen nach vorne zu Alexis, der ein Grinsen auf den Lippen hatte und mit einer Hand winkte. „Ja dann sieht man sich ja, hm!“
Gabi wandte sich um und lief so schnell sie konnte zum Ausgang.


danke an schleumel & Kate :) XD

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

11.07.2010 10:34
#152 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Guten Morgen ihr Lieben! Als Hilfe - Gabi hat ja mit Mehdi über alles gesprochen und der Typ hat ihn mit Marc verwechselt. Darum muss von seiner Seite aus (dem Typen), noch etwas bereinigt werden. Da viele von euch jetzt sicher wieder Martchen wollen, lassen wir Gretchen einfach mal alles klarstellen. Hoffe es gefällt euch Einen schönen Sonntag! Grüsse, Fränzi

http://www.youtube.com/watch?v=OE-y5qRZtNY
http://www.youtube.com/watch?v=U4wtmhFpDZY


Gretchen’s Schritte führten Sie zügig den Gang hinunter. Ihre Tasche schlug ihr immer wieder ans Bein, was sie aber ignorierte. Jetzt war nur noch eines wichtig.

Werde die erste Person sein, die ihren Freund (Anmerkung des Verstandes – Fastfreund) aus den Fängen der Polizei befreit, einen Möchtegerntherapeuten aufdeckt und obendrauf noch ihre Beziehung auf ein neues Niveau bringt. Werde stark, emanzipiert und selbstsicher sein.
Ja. Das war der Moment. Mein Moment. Gretchen Haase rettet Marc Meier, Oberarzt, zukünftiger Chefarzt und Vater von vielen Kindern udn Tieren und stellt somit das Überleben des Elisabethkrankenhauses sicher.


Gretchen riss mit einer Wucht die Türe auf und machte einen Schritt in das Zimmer. Ihr Blick fiel augenblicklich auf Stevenson, der von der Akte hoch schaute und womöglich gerade mitten im Satz unterbrochen wurde.
Marc wandte den Kopf und schaute Gretchen überrascht und blinzelnd an. „Hasenzahn.“
„Sagen Sie, geht’s Ihnen eigentlich noch?“
„Äh…?“ Stevenson legte die Stirn in Falten und hob fragend eine Hand, doch Gretchen machte nur noch einen erzürnten Schritt vorwärts und zeigte auf Marc. „Jetzt tun Sie ja nicht so, als ob Sie von nichts gewusst hätten! Marc liegt hier im Bett und wurde angeschossen ja, und mal ganz davon abgesehen dass einer der besten Ärzte nicht operieren kann, fällt Ihnen gar nichts besseres ein, als ihn bei der Polizei anzuschwärzen!“
Stevenson öffnete den Mund um etwas zu erwidern, doch Gretchen schnaubte nur auf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Versuchen Sie erst gar nicht sich rauszureden Sie…Sie Hochstapler.“
Marc presste die Lippen zusammen und an seinem Gesichtsausdruck zu beurteilen war nicht zu leugnen, dass er die Situation doch amüsant fand. Er hob die Augenbrauen und schaute zu, wie Stevenson sich mit dem rechten Daumen an der linken Backe kratzte und wie er mit der anderen Hand die Mappe hob. „Frau Haase, ich wollte-“
„Ja, natürlich wollten Sie ihn nicht anzeigen! Natüüürlich wollten Sie nur das Krankenhaus und die Patienten schützen. Aber ich sage jetzt Ihnen mal was.“ Gretchen machte einen Schritt weiter nach vorne, sodass sie jetzt neben Marcs Bett stand und zeigte mit dem Finger warnend auf Stevenson, „da haben Sie die Rechnung nämlich ohne mich gemacht. Wenn Sie jetzt ernsthaft das Gefühl haben, dass ich zusehe wie Marc hinter Gitter kommt, dann haben Sie sich gewaltig geschnitten. Es ist nämlich nicht das erste Mal dass ich ihn-“
„Äh Hasenzahn könntest du das bitte-“
„Marc, ich rede!“ Gretchen stampfte mit dem Fuss auf und brachte Marc augenblicklich zum Schweigen, „also wo war…ja. Also DAS können Sie vergessen, ja. Ich habe der Polizei alles gesagt.“
„Das habe ich ebenfalls.“, antwortete Stevenson, presste die Lippen zusammen und nickte ihr zu.
Gretchen schnaubte wieder auf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Natürlich haben Sie das, sonst wären wir ja jetzt nicht hier.“ Sie schaute kurz zur Seite bis sie ihn aus schmalen Augen anschaute, „ehrlich, wie konnten Sie das nur tun, Sie haben einfach so-“
„Frau Haase, ich-“
„So jetzt lassen Sie mal meine Freundin ausreden!“
„Marc verdammt noch mal ich hab gesagt…lass mich…was?“

Was? Was? Hat der mich gerade als…?

Marc hob die Augenbrauen und nickte unschuldig zu Stevenson. „Ja der…hat dich unterbrochen.“
Gretchen blinzelte ein paar Mal und schaute irritiert zu Marc. „Äh ja, das hab ich gemerkt, aber du…hast doch soeben…?“
„Was ich eigentlich klarstellen wollte.“, warf Stevenson dazwischen und streckte den Kopf nach vorne, sodass er die Aufmerksamkeit von Gretchen und Marc wieder hatte, „die Blutwerte sind gekommen.“
Gretchen versuchte ihre Gedanken am richtigen Ort zu behalten und schaute ihn eine Weile nur fragend an. „Ja und jetzt?“
Stevenson lächelte kurz auf. „Die Werte weisen keinerlei Spuren von irgendwelchen Medikamenten auf.“
Gretchen schaute immer noch für einen Moment nach vorne und begann dann langsam und schwer zu nicken. „Jaa…das…hat auch seine Gründe.“
„Genau.“, meinte Stevenson nüchtern, aber mit einem amüsierten und schwachen Lächeln auf den Lippen, „und das habe ich Doktor Meier gerade mitgeteilt, bevor sie ins Zimmer…nun ja…reingeplatzt sind.“
Gretchen öffnete den Mund um etwas zu erwidern und schaute dann zu Marc. „Du…hast es gewusst.“
„Äh…jaaa..aber du warst so in Rage, da wollt ich nicht unterbrechen.“, antwortete er und hob unschuldig die Augenbrauen. Gretchen schaute ihn aus schmalen Augen giftig an, worauf Marc dann mit einer Schulter zuckte und entschuldigend auf die Decke vor ihm schaute. „Ja und ich wollte halt nicht von dir umgebracht werden, tut mir herzlich leid!“
„Boah.“ Gretchen schnaubte auf und schaute zur Decke, ehe sie die Arme wieder verschränkte.
„Ich lass sie dann alleine.“, meinte Stevenson nach ein paar Sekunden, als er die beiden angeschaut hatte, „falls etwas ist, können sie mich via Pieper erreichen.“
„Ja wir sind dann also noch nicht fertig.“, sagte Gretchen mit erhobenen Augenbrauen und schaute ihm nach.
Stevenson nickte ihr kurz zu, presste die Lippen zusammen und verliess das Zimmer.
„Und jetzt zu dir mein Lieber.“
Marc schaute wieder unsicher von der Decke auf und zuckte bei Gretchens Gesichtsausdruck etwas zurück. „Jetzt schau mich nicht so an, ich bin schon…verwundet.“ Zur Bestätigung strich er mit einer Hand über seinen Verband und verzog die Lippen.
„Du…“, begann Gretchen, brach aber wieder ab und liess sich auf seinem Bett nieder. Sie schaute ihn nur überrascht und irritiert an.
Marc schaute von der Decke auf und hob die Augenbrauen. „Was?“
„Du…hast mich als deine Freundin bezeichnet.“, sagte Gretchen möglichst nüchtern, worauf Marc die Lippen zusammenpresste und wieder zur Seite schaute. „Jaaa…“
„Also ist ja nicht so dass es mir was…ausmachen würde…“, sagte Gretchen dann leiser und eher nuschelnd, als sie auf ihre Finger schaute, „aber ein bisschen überrascht hat es mich ja schon.“
„Hasenzahn?“ Marc schob seinen Kopf nach vorne, sodass sie wieder zu ihm aufschauen musste. Er hatte die Augenbrauen immer noch am Rande seiner Stirnfransen und schaute sie möglichst ernst und klar an. „Hast du ernsthaft das Gefühl ich check nicht was hier abläuft?“
„Was hier…“, begann Gretchen und liess dann die Schultern sinken, ehe sie ihn wieder anklagend anschaute, „also Marc wirklich, ich bin wieder zur Polizei gefahren ja, hab mir dann wieder mal die Volldeppkannte gegeben, nur um deine Weste reinzuwaschen, und jetzt hängst du mir auch noch an, dass da was mit-“
„Gretchen ich weiss deine Fantasie zum grössten Teil wirklich zu schätzen, vor allem da sie der allgemeinen Erheiterung extrem förderlich ist, aber ich rede von Stevenson und nicht von dir.“
Gretchen verstummte und schüttelte leichte den Kopf. „Ich weiss nicht was du meinst.“
„Der Typ ist in dich verschossen!“, antwortete er eher laut und klar und schaute sie unmissverständlich an, „ja? Der grinst dich an, wartet nur bis du endlich mit ihm Essen gehst und denkt schlussendlich noch, dass sein Therapiegequatsche Eindruck bei dir macht!“
Gretchen blinzelte ein paar Mal, ehe sie schief lächelte und den Kopf schüttelte. „Da brauchst du dir jetzt echt keine Sorgen zu machen mein Lieber. Nicht mal dein Gequatsche macht mir Eindruck, und das ist ja bei weitem viel schlimmer als das eines Therapeuten.“
„Na komm, wir wissen wohl alle dass du gerne alles zuerst besprechen möchtest bevor du Sachen endlich machst.“
„Also…!“ Gretchen machte grosse Augen und schaute ihn erstaunt an, „das kannst du doch so nicht generalisieren!“
„Nein?“, fragte er provokant und verschmälerte dann seine Augen um sie genauer anzusehen, „und wieso flirtest du dann mit ihm?“
Gretchen öffnete den Mund und schaute ihn sprachlos an, worauf sie aufstand und mit der Hand vor ihrem Gesicht wedelte. „Also du hast doch echt einen an der Birne.“
„Was, ich-“, begann Marc sich zu verteidigen und schaute sie klar an, doch Gretchen machte ein paar Schritte vom Bett weg. „Du solltest dich mal hören…“, sagte sie etwas leiser und schüttelte den Kopf, „krieg zuerst mal deine Eifersucht in den Griff mein Lieber, dann können wir wieder reden.“ Sie warf ihm einen fast traurigen Blick zu, wandte sich um und lief zur Türe.
„Gretchen ich-!“
Doch Gretchen zog die Türe auf und verliess das Zimmer.
„Verdammt!“, zischte Marc und schlug mit dem gesunden Arm auf die Decke.


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Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

12.07.2010 15:29
#153 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Tagchen! Lieben Dank für die Kommentare :) Dachte ich stell euch schon den etwas längeren Teil rein, später gibts vielleicht noch Nachschlag. Lieber Gruss, Fränzi (wünsche euch einen Bucket voll Icecubes)

Mehdi setzte gerade seine Unterschrift auf ein Rezept, als es an der Türe klopfte. Seinen Blick immer noch auf die Unterlagen gerichtet, hob er nur kurz den Kopf. „Schwester Gaby, könnten Sie mal bitte-“
Die Türe öffnete sich und Mehdi hielt in seiner Unterschrift inne. „Oh.“
Ein Mann, ziemlich breit gebaut, ein einer schwarzen Jeansjacke und braunen Jeans stand im Türrahmen. Er trug einen gräulichen Bart um seine Wangen sowie Kinn und an seinem schwarzen T-Shirt unter der Jacke, hing eine schwarze Sonnenbrille.
Mehdi legte den Stift beiseite und schaute zu, wie der Mann die Türe hinter sich schloss. „Ja, keine Ahnung wo Schwester Gaby wieder ist. Hallo, guten Tag.“ Mehdi lehnte sich ein Stück weit über den Tisch und streckte die Hand aus.
Der Mann lief einige Schritte nach vorne und ergriff diese. „Tag.“
„Was…kann ich für Sie tun?“, fragte Mehdi, liess sich wieder auf Stuhl nieder und verschränkte die Arme auf dem Tisch.
Der Mann schaute sich kurz im Raum um. „Ich überbringe Ihnen eine Nachricht, das ist alles.“
Mehdis Gesichtszüge entfiehlen ihm. „Ich…habe alle Schulden abbezahlt, Sie können gerne-“
„Keine Schulden.“, antwortete der Mann mit einer etwas rauchigen Stimme, lief langsam an den Tisch und lehnte sich mit beiden Händen daran an, sodass er seinen Oberkörper in Richtung Mehdis bückte. Dieser lehnte ein Stück zurück.
„Lediglich eine Warnung, Doktor…Kaan.“ Er warf einen schnellen Blick aus schmalen Augen auf das Schild an Mehdis Brust.
„Eine Warnung, ich versteh-“, begann Mehdi und legte die Stirn in Falten, doch der Fremde unterbrach ihn wiederum. „Verlieren Sie nur ein Wort über das was Sie wissen, dann sind Sie erledigt. Ein Wort zur Polizei oder jemand anderer wird dran glauben müssen. Und wenn ich jemand anderer sage, dann können Sie sich bestens vorstellen, wen ich meine, nicht wahr? Haben Sie das verstanden?“
Mehdi’s Herz setzte einen Moment aus, als er automatisch an Gretchen dachte. Daraufhin blickte er den Mann an, als es ihm dämmerte. „Hat Schwester-“
Die Hand des Mannes schoss so plötzlich nach vorne, dass Mehdi nicht einmal die Zeit hatte, zusammenzuzucken. Mit voller Wucht wurde sein Kopf auf die Tischkante geknallt und nach einer Sekunde wieder hochgerissen.
Mehdi schrie auf und presste die Augen zusammen. Sein Stirn und seine Nase pochten wie wild und nur am Rande nahm er war, dass der Kugelschreiber sowie der Brieföffner vor ihm einen roten Stich aufwiesen. Langsam spürte er, wie der Aufschlag sein Bewusstsein nahm.
Der Kopf des Mannes kam ein Stück näher, sodass er nicht laut reden musste. „Betrachten Sie es als kleinen Vorgeschmack.“
Mehdi öffnete die Augen und blinzelte schluckend auf die Seite. Daraufhin stiess der Mann Mehdi so sehr zurück, dass dieser Mühe hatte, auf dem Stuhl zu bleiben. Das letzte was er sah, war, wie der Mann sich umwandte, die Lederjacke zurrecht zog und das Büro in grossen Schritten verliess.

Gretchen seufzte genervt auf als sie bereits schon zum zweiten Mal auf den Knopf beim Kaffeeautomaten nahe der Treppe drückte und sich immer noch nichts regte.
„Jetzt komm schon du blödes…Ding.“, murmelte sie genervt und drückte nochmals mit aller Kraft auf den Knopf neben der Aufschrift „Warme Schokolade“. Leider reagierte der Automat immer noch nicht.
„Sie müssen dagegen treten.“
Gretchen hob die Augenbrauen und drehte sich überrascht um, als Doktor Hassmann hinter ihr stand.
„Ich soll…den Automaten schlagen?“
„Ja sonst wird’s nichts.“, erwiderte die Neurologin und nickte auf den Automaten, „los, versuchen Sie es.“
Gretchen legte die Stirn in Falten, schaute kurz nach links und rechts, ehe sie kurz aber kräftig gegen das Metall trat. Nach nur einer Sekunde fiel der Becher klappernd nach unten und die Schokolade strömte hinein.
„Na also, geht doch.“, meinte Doktor Hassmann etwas verstimmt und gelangweilt.
„Ja.“, seufzte Gretchen und schaute auf den Becher, der sich immer noch füllte, „ich wünschte nur, das würde auch bei Männern funktionieren.“ Sie bückte sich ein bisschen und nahm den warmen Becher zur Hand, worauf Doktor Hassmann sich an ihr vorbeischob und ebenfalls einen Euro einwarf.
„Tut es ja auch.“, erwiderte sie konzentriert, drückte den Knopf für „Tee“ und gab dem Automaten einen so harten Stoss, dass Gretchens Schokolade drohte überzuschwappen. „Nur leider sind sie dann ganz ausser Betrieb, wenn man sie an der falschen Stelle trifft.“ Sie warf einen besserwisserischen Blick zu Gretchen, die den Kopf hob und ein Nicken andeutete. „Äh…ja. Also…würd ich jetzt aber nie machen.“
„Sie treten doch auch einen hilflosen Automaten, nur weil sie Ihre Schokolade wollen.“, antwortete die Ärztin und zeigte auf den Becher in Gretchens Hand, „dann treten Sie halt auch die Männer, wenn Sie sie wollen.“
Gretchen lachte schnaubend auf. „Also ich wüsst jetzt nicht-“
Doktor Hassmann nahm ihren Becher aus dem Automaten und verdrehte die Augen. „Dann schlagen Sie halt den Meier, wird ihm nur guttun.“
Gretchen hielt inne mit trinken und strich sich eine Strähne hinter die Ohren, ehe sie kurz auf den Boden schaute. „Frau Doktor Hassmann, zwischen mir und Doktor Meier ist…es eher kompliziert und da er anscheinend nicht weiss was er-“
„Gott Sie sollten sich mal hören.“ Doktor Hassmann schaute sie kopfschüttelnd und mit einem leicht angewiderten Gesichtsausdruck vor ihr, „entweder Sie wollen ihn oder nicht, so schwer kann das wirklich nicht sein.“
„Äh ja, theoretisch aber…da Doktor Meier beziehungs- sowie mental gestört ist, bin ich mir nicht sicher ob-“
„Wollen Sie Chirurgin werden oder nicht?“, unterbrach sie Hassmann und schaute sie abwartend an.
Gretchen schaute auf und legte die Stirn in Falten. „Äh ja, aber-“
„Dann sollten Sie ja bestens wissen, wie man etwas bekommt was in weiter Ferne vor einem liegt.“ Sie setzte ein künstliches, breites Lächeln auf und schob sich dann an Gretchen vorbei. Diese hatte bereits schon wieder den Mund geöffnet, schloss dann diesen resignierend wieder.
Sie seufzte und wollte gerade einen Schluck des Getränkes nehmen, als sie erschrocken zusammenzuckte, als die Türe neben ihr aufgerissen wurde. Beschützend hielt sie ihren Becher mit der Schokolade mit beiden Händen, worauf sie erstaunt zur Seite schaute. „Schwester Gaby, alles in…Ordnung bei Ihnen?“
Diese schaute ziemlich durch den Wind aus. Ihr Zopf hatte sich halbwegs gelöst, ihre Augen tanzten unruhig in ihren Höhlen hin und her. „Haben Sie Doktor Kaan gesehen?“
„Äh…nein aber ich glaub der ist in seinem Büro, was-?“ Doch bevor Gretchen ausreden konnte, rannte Gaby schon an ihr vorbei. Schnell machte sie sicherheitshalber noch einen Schritt zur Seite und stellte zwar etwas irritiert aber glücklich fest, dass ihr keinerlei Schokolade übergeschwappt ist.
„Frau Doktor!“
Gretchen schrie erschrocken auf, worauf die Schokolade nun doch überschwappte und einen Teich auf dem Boden hinterliess. Gretchen seufzte schwer auf.

Hallo? Gott? Was ist so falsch daran Schokolade zu trinken? Was?


danke an schleumel & Kate :) XD

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

13.07.2010 23:37
#154 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Guten Abend ihr Lieben. Die Verspätung tut mir leid, bin gerade von Eclipse wieder daheim eingetrudelt. Hier der neue Teil und danke vielmals für die lieben Kommentare

„Oh das…tut mir jetzt aber leid, das…wollte ich nicht.“, sagte Sabine halbwegs erstaunt und überrascht, als sie mit einer Mappe neben Gretchen zum Stehen kam.
Diese liess schwer seufzend die Schultern hängen und schaute zur Decke. „Was ist denn Schwester Sabine.“
„Der Pneumothorax, Sie haben gesagt, ich soll nachsehen wie es der Frau Hofmann geht.“, sagte Sabine eilig und schaute sie mit grossen Augen an.
„Und?“, fragte Gretchen und richtete ihren Blick auf Sabine, die nickte. „Ja der geht es nicht gut.“
Gretchen schaute unbeholfen auf den Boden und stellte daraufhin notgedrungen den Becher auf den Rand eines Topfes. „Okay dann bitte organisieren Sie jemanden der diese…Sauerei hier wegmacht, sonst rutscht noch jemand aus. Ich gehe schon zu Frau Hofmann, kommen Sie gleich nach!“
„Alles klar Frau Doktor.“, erwiderte Sabine pflichtbewusst, schaute zu wie Gretchen den Gang hinunter rannte und machte ein paar Schritte vorwärts, worauf sie die Schokolade direkt vor ihr auf dem Boden übersah. Ihr Fuss rutschte nach vorne und als sie bereits die Augen für den Aufprall schloss, schossen zwei Arme unter die ihren und hielten sie somit auf den Füssen.
„Wouw!“
Sabine öffnete blinzelnd die Augen und stand wieder gerade hin, worauf sie sich umdrehte. Vor ihr stand ein Arzt, den sie zum ersten Mal sah.

http://www.youtube.com/watch?v=cIPU61HHNPk



„Alles klar bei Ihnen?“
Sabine kümmerte sich für einen Moment nicht um die Schokolade auf dem Boden, sondern verlor sich für einen Moment in den schönen, braunen Augen des Arztes vor ihr.
„So klar wie der Mond wenn er voll am Himmelszelt steht…“, sagte sie leise und mit einem dahin schmelzenden Lächeln auf den Lippen, „Doktor…?“
„Gummersbach. Günni Gummersbach.“ Seine Hände, die nun auf ihren Hüften lagen, entfernten sich worauf er freundlich eine Hand ausstreckte, „und Sie sind?“
Sabine gluckste, zuckte mit den Schultern und ergriff seine Hand. „Gerade einem…bösen Unglück entkommen, besten Dank…“, lächelte sie und schüttelte seine Hand fast aphatisch.
„Kein Problem!“, erwiderte dieser, worauf er mit seinem Kopf ein Stück nach vorne lehnte, um ihr Namensschild zu erkennen, „Schwester Sabine.“
„Oh…ja!“, grinste diese und schaute hinunter, worauf sie mit roten Wangen wieder aufschaute, „das ist mein Name.“
„Dann wären Sie also die holde Frau, welche ich vor einem Unglück bewahrt habe.“
„Wie bitte?“, fragte Sabine, immer noch das breite Lächeln auf den Lippen.
„Das stand in meinem Horoskop, heute Morgen.“, antwortete Gummersbach und zwinkerte ihr zu, „worauf es sich wieder mal bewahrheitet hätte.“
Sabine machte grosse Augen. „Sie lesen das Horoskop?“, fragte sie, worauf er nickte, „ich auch…meines und das meiner Frau Doktor, die…oh!“ Sabine nahm ihre Hand, welche sich immer noch in der seinen befand zurück, und schlug nun beide vor den Mund, „Frau Doktor!“
„Alles in Ordnung?“, fragte der Arzt mit gerunzelter Stirn, worauf Sabine zuerst wie wild mit dem Kopf nickte und dann den Kopf schüttelte. „Nein, also doch, der Frau Doktor geht es gut, aber der Frau Hofmann nicht!“
„Äh-?“
„Organisieren Sie mir bitte schnell jemanden für die Sauerei?“, fragte Sabine mit grossen Augen, und als Doktor Gummersbach grinsend mit dem Kopf nickte, packte Sabine ihn bei den Oberarmen und setzte von einer Sekunde auf die andere wieder ein Lächeln auf und gluckste. „Das ist so total nett von Ihnen Doktor Gummersbach…“
„Keine Ursache.“, antwortete dieser etwas überrascht, aber immer noch freundlich lächelnd. Sabine schaute ihn immer noch an, seufzte und schien wieder ganz vergessen zu haben, was sie eigentlich wollte.
„Also…Frau Hofmann hat dann-?“
„Oh, ja richtig!“ Sabine liess schnell los und huschte den Gang hinunter.
Doktor Gummersbach schaute ihr kopfschüttelnd hinterher, ehe er begann, das Missgeschick auf dem Boden wegzuwischen.

Gretchen wusste, dass sie schnell reagieren musste. Sie schob das Bett von Frau Hofmann so schnell wie möglich durch die Gänge und hoffte im Stillen, dass sie das beheben konnte.
Kurz bevor sie den OP 3 erreicht hatte, kam Knechtelsdorfer in schnellen Schritten auf sie zu. „Sie haben mi angepiepst?“
„Frau Hofmann leidet an einem grösseren Pneumothorax, eine Drainage wurde eingeführt, hat aber vor wenigen Minuten das Bewusstsein verloren. Wahrscheinlich wurde kein optimaler Unterdruck erzeugt, wir müssen das sofort operieren.“
„Ja und der Doktor Meier, wo-?“, begann Knechtelsdorfer überrascht und schaute nur zu, wie Gretchen Frau Hofmann in den OP fuhr und angespannt den Kopf schüttelte. „Der ist ausser Gefecht, wir müssen das alleine versuchen, und zwar schnell!“
Knechtelsdorfer kam sofort in die Sätze und öffnete die Türe zum Vorbereitungsraum.


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Fran Offline

Krankenschwester:


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14.07.2010 19:40
#155 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo Leute :) Heute gibts wieder mal einen längeren Teil, ich hoffe er ist euch nicht zu lang Freut mich sehr, dass euch das letzte Kapitel gefallen hat, immerhin hat ja Sabine auch mal jemand verdient, ne? Und Hassmann ist sowieso classic, mit der kann man super was anfangen Besonders freut es mich immer wieder, wenn stille Leser sich zu Wort melden - bin eigentlich ziemlich überrascht, wieviele Leser da dahinter stecken Also, es geht weiter - viel Spass

Zum gleichen Zeitpunkt rannte Gabi auf die geschlossene Türe von Doktor Kaan zu. Sie bremste ab und öffnete in einem Schwung die Türe. „Doktor Kaan?“
Doch der Schreibtisch war leer. Sein Stuhl war ungefähr ein Meter vom Schreibtisch entfernt und wenige Unterlagen lagen zerstreut auf dem Schreibtisch. Gabi biss die Zähne zusammen. „Verdammt.“, zischte sie, gab der Türe einen Stoss und lief einige Schritte nach vorne.
Je näher sie kam, desto eher erkannte sie das wenige Blut, das auf dem Schreibtisch zu finden war. Ihre Augen weiteten sich und sie machte langsam einen weiteren Schritt nach vorne, bis sie Mehdis Beine erkenne konnte.
„Doktor Kaan!“ Gabis Herz schlug ihr bis zum Hals, als sie ihren Chef seitwärts auf dem Boden liegen sah, höchstwahrscheinlich bewusstlos. Sie gab dem Stuhl einen Stoss, sodass der noch weiter wegrollte. Daraufhin ging sie neben ihm in die Knie und drehte ihn vorsichtig auf den Rücken, was ihn schon beinahe wieder ins hier und jetzt holte.
Mehdi kniff die Augen zusammen und tastete langsam mit seiner Hand nach seinem Kopf.
„Bleiben Sie einen Moment ruhig liegen, das wird schon…wieder.“, versuchte Gabi ihre Stimme ruhig zu halten und schaute kurz auf den Schreibtisch. Sie hielt Mehdis Kopf und versuchte diesen so gut wie möglich zu stützen.
„Was zum Teufel…Schwester Gabi…!“, murmelte Mehdi und machte Anstalten, sich auf einer Hand abzustützen, sodass er aufsitzen kann.
Gabi schaute einen Moment zu und half ihm daraufhin, bis er an seinem Schreibtisch anlehnen konnte. Eine Hand tastete nach seiner Stirn, worauf seine Finger von dem Blut feucht wurden. Mehdi begutachtete dies und seufzte auf, als er mit verzogenem Gesicht zu Gabi schaute. Diese schluckte und schaute ihn aus grossen Augen an.
Mehdi blinzelte und schaute für einen Moment auf den Fussboden, ehe seine Gesichtszüge sich in Luft auflösten. „Gretchen! Ich muss zu Gretchen, sie-“
„Ist beschäftigt.“, unterbrach ihn Gabi und legte beide Hände auf seine Schultern, um ihn am Boden zu behalten.
Mehdi schaute sie mit offenem Mund an. „Schwester Gabi…in wiefern hat sich das alles ausgeartet?“
Gabi schluckte wiederum und öffnete den Mund um etwas zu erwidern. Sie schloss diesen jedoch nach wenigen Sekunden wieder und senkte den Blick.

http://www.youtube.com/watch?v=OrIhQMr1Q10&feature=related

„Verdammt ich sehe hier nichts…“ Gretchen war schon seid einigen Minuten dabei, eine unerwartete Blutung zu stillen. Sabine reichte ihr ein Tuch nach dem anderen, welches sie nach nur wenigen Sekunden blutdurchtränkt wieder zurückgab.
„Des mit der Drainage hat ned wirklich funktioniert so wie es aussieht.“, meinte Knechtelsdorfer und bückte sich ein Stück nach vorne, sodass er mehr erkennen konnte.
„Nein, nicht wirklich.“, gab Gretchen verkrampft zurück und gab ein weiteres Tuch in die Hand von Schwester Sabine, „die ganze Luft ist noch im Lungenfellspalt, da wurde überhaupt nichts…abgesogen, verdammt.“
„Frau Doktor, müssten wir nicht…einen Oberarzt hinzuholen?“, fragte Sabine etwas zögerlich, worauf Gretchen kurz aufschaute. „Theoretisch schon aber Doktor Meier liegt ja rum und-.“
Knechtelsdorfer schaute auf als Gretchen kurz innehielt und sie ihn daraufhin anschaute. „Knechtelsdorfer, holen Sie sofort Doktor Meier ans Telefon.“
„I soll…?“, fragte dieser irritiert, wurde jedoch von Gretchen sofort wieder unterbrochen. „Ja jetzt fragen sie nicht blöd, machen Sie einfach!“
„Oke, oke…“, gab dieser geschlagen zurück, gab die Haken an einer Schwester weiter und lief zu der Wand hin, an der ein Telefon hing, „welche Zimmernummer?“
„503.“, gab Gretchen knapp zurück und versuchte die Blutung irgendwie zu stillen.
„Ja des is der Maurice Knechtelsdorfer, dürfti mal bitte mit Zimmer 503 verbunden werden.“
Sabine schaute kurz auf und sah zu, wie Knechtelsdorfer den Lautsprecher einstellte. „Gut, der sollte jeden Moment in der Leitung sein.“
Es klingelte zweimal bis es in der Leitung knackte. „Meier?“
„Ja Marc hier ist Gretchen, ich hab ein Problem!“, rief Gretchen durch den Saal und nickte der Schwester zu, dass sie die Haken besser halten sollte.
„Ja gut, das ist mir irgendwie klar.“
Gretchen schnaubte genervt auf und verdrehte die Augen. „Ernsthaft, ich hab hier Frau Hofmann mit dem Pneumothorax auf dem Tisch Marc, das mit der Drainage hat nicht geklappt und hinzu kommt eine Blutung irgendwo hinter der Lunge!“
„Du hast…wieso genau hast du den Pneumothorax auf dem Tisch?“, fragte Marc mit einem vorwurfsvollen Unterton, worauf Gretchen, den Blick immer noch auf den offenen Brustkorb unter ihr gewandt hatte, im selben Ton antwortete. „Ja sollte ich zusehen wie sie stirbt oder wie?“
„Und auf einen Oberarzt warten ist nicht drin oder was?“
„Marc, ich habe keine Zeit, die Frau verblutet und ich weiss nicht was ich machen soll, sodass die Luft aus dem Lungenfellspalt verschwindet!“, antwortete Gretchen gestresst und angespannt, „ich weiss das eine Rezidivprophylaxe möglich ist, aber das habe ich noch nie gemacht!“
Die Schwestern hinter ihr schauten sich kurz an.
„Also gut.“ Marc setzte sich aufrechter im Bett hin und verzog bei dem ärgerlichen Schmerz in seiner Schulter kurz das Gesicht, „du musst die beiden Lungenfelle zum Verwachsen bringen.“
„Ja das weiss ich.“, antwortete Gretchen angespannt und hob eine kleine Zange in ihrer Hand hoch. Ihr Blick war immer noch auf das innere Organ der Frau gerichtet und sie hörte aufmerksam Marc zu.
„Gut. Entweder du bringst Talk ein, der die Lungenfälle zusammentreibt oder die kratzt die Lungen an.“
Gretchen versuchte so schnell wie möglich zu überlegen. Sie blinzelte ein paar Mal und schaute auf die sich bewegende Lunge vor ihr.
„Hasenzahn?“, fragte Marc konzentriert, worauf diese die Hand ausstreckte. „Skalpell.“
Schwester Sabine nahm das Skalpell und legte es in Gretchens Hand, worauf diese sich wieder nach vorne bückte und den Spitz über die Lungenfelle führte. Sie merkte wie ihre Hand zitterte und bemerkte, dass der grösste Teil ihres Selbstbewusstseins an der anderen Leitung hing. Sie atmete tief ein und aus, wobei es unter der Schutzmaske noch heisser wurde.
„Gretchen?“ Wiederum fragte Marc nach, doch dieses Mal klang es mehr nach einem Ausruf – als Fragezeichen.
„Ja ich…ich bin noch da.“, erwiderte Gretchen laut und leckte sich kurz über die Lippen, „aber ich…was wenn ich etwas falsch mache Marc, dann hat die Frau-“
„Überhaupt keine Chance.“, vollendete Marc den Satz, „setz das Skalpell seitlich auf dem Lungenfell an und ritze es vorsichtig auf, beidseitig. Das führt wiederum zu einer Entzündung, was schon ganz richtig so ist.“
„Okay…okay.“ Gretchen schluckte und setzte das Skalpell an. Sie begann vorsichtig die Oberfläche aufzuritzen, was zu noch mehr Blut führte, „was…Marc was mach ich mit der Blutung, ich habe keine Ahnung woher-“
„Die meisten Blutungen tauchen im Rippenfellraum auf.“, sagte Marc klar und ruhig, „such die Blutung und stoppe sie.“
„Okay…“, murmelte Gretchen und schaute kurz hoch, „Knechtelsdorfer, ich brauche Sie zum absaugen.“
Dieser legte den Hörer auf den Boden, trat neben die Schwester mit den Hacken und nahm den Sauger entgegen.
„Hier…ansetzen…“, sagte Gretchen langsam und konzentriert, worauf Knechtelsdorfer tat wie ihm gehiessen und das meiste Blut verschwand, „gut…“ Gretchen schaute kurz hoch auf den Monitor, doch sofern blieb alles in Ordnung.
„Wenn du Lungenbläschen siehst-“, begann Marc, doch Gretchen nickte und unterbrach ihn. „Dann saugen wir die ebenfalls mit ab, verstanden.“
An der anderen Leitung kam Marc nicht drum rum, als seine Mundwinkel zu einem schwachen Lächeln zu verziehen. Für eine weitere Weile blieb es still, bis er hören konnte, wie Gretchen aufseufzte. „Blutung gefunden und gestoppt.“
„Gut, dann…machst du sie wieder zu und stellst sie unter Beobachtung. Alles klar?“
Gretchen seufzte erleichtert und nickte. „Ja…alles klar. Danke Marc.“
Marc lächelte, räusperte sich dann jedoch. „Ja kannst mir ja einen Blumenstrauss schicken.“
Gretchen nickte einer Schwester zu um das Telefon wieder aufzuhängen, schüttelte jedoch sanft den Kopf wenn sie an ihn dachte. Sie liess ihren Kopf kurz von der rechten zur linken Seite fallen, ehe sie die Hand zu Sabine ausstreckte. „Nadel und Faden bitte.“
Sabine lächelte unter dem Mundschutz und gab diese weiter. „Gerne, Frau Doktor.“


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Fran Offline

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15.07.2010 20:06
#156 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

PHEW! Ich bin erleichtert, hat die Operation Anklang gefunden. Besonders bei MarciMarc, sie ist ja die Dame die mehr mit Medizin zu tun hat, und Fränzi hat Google kontaktiert
Im nächsten Teil geht es wieder länger weiter. Und ich hoffe, ich kann euch mit ein bisschen Zucker dienen :) Viel Spass


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http://www.youtube.com/watch?v=SQO7ARnGumo
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Es war schwierig, die Tränen zurückzuhalten. Es war schwierig, die Mauer aufrecht zu halten, die einem davon abhielt, Schwäche zu zeigen. Doch auch in Momenten wo wir stark sein wollen um andere zu schützen, versuchen wir uns zusammen zu reissen. Doch diese Mauer konnte nicht für ewig halten.

Gabi brach in Tränen aus. Sie schrumpfte zusammen und bildete ein Häufchen Elend, das sich mit beiden Händen auf dem Fussboden abstützen musste.
Mehdi schaute geschockt auf die junge Frau vor ihm, dessen Gefühlsausbruch neu für ihn war. Gabi schluchzte heftig und wischte sich mit einer Hand über das Gesicht. Ihr Körper bebte unter den vielen Tränen und Schluchzern, ehe sie den Kopf schüttelte und die Augen zusammen presste. „Ich…ich wollte das…das niemals, wirklich…niemals…“ Sie hielt sich eine Hand vor den Mund und neigte den Kopf, worauf einzelne Tränen auf den Boden fielen.
Mehdi rutschte ein Stück an sie heran und legte vorsichtig einen Arm um ihre Schulter. Gabi ging auf die Berührung ein und liess sich gegen die seine fallen.
„Sssht…“ Mehdi hob eine Hand und strich ihr beruhigend über den Kopf. Gabi weinte immer noch bitterlich, es schien, als wäre jeder einzelne Damm der Zurückhaltigkeit gebrochen.

Gretchen öffnete die Türe zu Marcs Zimmer leise und liess sich an den Türrahmen lehnen. Marc schaute von einer Zeitschrift hoch und schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.
Gretchen legte den Kopf an den Türrahmen und schaute ihn seufzend und schwach lächelnd an.

Und obwohl wir zu stolz sind, die Mauer freiwillig einbrechen zu lassen, geben wir uns von Zeit zu Zeit einen Ruck.

„Gut gemacht.“, meinte Marc eher leise, verzog seine Lippen jedoch zu einem schwachen Lächeln.
Gretchen lächelte und lief nach einer Weile, immer noch im grünen Gewand, langsam zu ihm hin. „Hätte ich ohne deine Hilfe nicht geschafft.“
„Ach was.“ Marc legte die Zeitschrift neben ihm aufs Bett und schaute zu, wie sie neben seinem Bett zum stehen kam, „du wusstest was zu tun war.“
Gretchen schaute auf ihre Finger, die sich mit dem Bund ihres Shirts beschäftigen. „Glaub…manchmal geht’s nur zu…zweit.“, sagte sie leise und eher stockend, schaute dann aber kurz auf.
Marc schaute sie sanft aus schmalen Augen an. Seine Augen zuckten und er senkte für einen Moment den Blick.
„Ich mein…“, begann Gretchen etwas hadernd und schaute dann wieder auf zu ihm, „ich hab dort gestanden und…ich hab gewusst was ich machen musste und ich hab gewusst, das ich es schaffen kann…irgendwo.“
Marc schaute wieder auf zu ihr und schaute sie immer noch ruhig an.
„Aber…“, fuhr Gretchen fort und senkte ihren Blick wieder auf ihre Finger, „als du dann da warst…am Telefon, da ging es mir schon besser, weißt du.“
Marc schaute zu, wie sie lächelte, aber gleichzeitig den Kopf schüttelte.
„Und das obwohl du manchmal eine Gemeinheit nach der anderen loslässt.“
Marc hob beide Augenbrauen und verzog den rechten Mundwinkel zu einem einseitigen Lächeln.
„Aber ich hatte das Gefühl als ob…als ob ich erst dann richtig…“, fuhr Gretchen fort und schluckte ein paar Mal, ehe sie aufsah.
Marc sah zu, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten, aber sie immer noch lächelte und mit den Schultern zuckte. „Richtig…komplett bin. Verstehst du?“ Eine Träne löste sich aus ihrem linken Auge und sie strich sich eilig über die Wange.
Marc erwiderte für einen Moment nichts, worauf Gretchen den Kopf schüttelte und mit der Hand weiterhin über ihre Wangen strich. „Tut mir leid, das ist…blöd, ich weiss…“
„Nein…“
Gretchen schniefte und schaute zu Marc, der die Stirn sanft in Falten gelegt hatte und sie aus schmalen Augen sanft anschaute. „Es ist nicht blöd.“
Gretchen presste die Lippen aufeinander und schniefte. Wiederum schaute sie auf den Saum ihres Shirts, ehe sie nach ein paar Minuten weiter sprach. „Wie machst du das Marc…“ Langsam schaute sie wieder hoch und schniefte, ehe sie seufzend auflächelte, „so…ruhig zu bleiben und alles immer unter Kontrolle zu haben…“ Sie zuckte plötzlich leicht zusammen, als seine Finger langsam die ihren berührten. Sie schluckte und holte tief und langsam Luft, als sich ein wohliger Schauer in ihrem ganzen Körper ausbreitete.
„Wahrscheinlich weil es manchmal nur zu zweit geht.“, antwortete Marc leise und nüchtern, als er aufschaute und immer noch dieses, fast zweifelnde, Lächeln auf den Lippen hatte.
Seine Finger umspielten sanft und sorgfältig die ihren, worauf Gretchen zu ihm aufschaute. Gretchens Herz schlug unregelmässig und ihre Knie begannen zu zittern. Nach ein paar Sekunden senkte sie ihren Kopf und lächelte auf. „Kannst du dir eigentlich vorstellen wie Angst ich…um dich hatte…“ Sie schniefte und schüttelte sanft den Kopf, als Marc’s Finger aufhörten, die ihren zu streicheln.
Stattdessen griff er, nach einigen Sekunden, langsam nach ihrer Hand und zog sie langsam hinunter. Gretchen schaute überrascht auf, liess sich jedoch auf der Bettkante nieder.
Marc stützte sich mit dem gesunden Arm ab und setzte sich aufrecht neben sie hin, worauf er kurz die Augen zusammenpresste.
„Marc du…solltest nicht…-“, begann Gretchen, doch Marc öffnete schon wieder die Augen und hob schwach lächelnd die Augenbrauen. „Mh…du weißt doch das mich nichts so schnell umhaut, hm?“
Gretchens Mundwinkel zuckte kurz und sie schaute auf die Bettdecke vor ihr. Ihre Hand ruhte immer noch ruhig in Marcs.
Gretchen biss sich auf die Unterlippe und spürte, wie weitere Tränen den Weg über ihre Wangen bahnten.
Marc schob seinen Kopf ein Stück nach vorne und strich mit einem Finger vorsichtig über ihre Wangen um die Tränen wegzuwischen. „Na komm…mir ist ja nichts passiert…“
Gretchen schaute schniefend auf. „Und was…wenn etwas passiert wäre…“, erwiderte sie und zuckte mit den Schultern, ehe sie an ihm vorbei schaute, „was wenn du…wenn er dich schwerer erwischt hätte, wenn du…“ Bei diesem Gedanken brachen noch mehr Tränen heraus und sie holte tief Luft.
„Hey…“ Marc legte einen Finger unter ihr Kinn um ihr Gesicht wieder in seine Richtung zu führen. Er schaute sie sanft an und strich weiterhin über ihre Wangen. „Ist ja nicht so…hm?“
Gretchen schniefte und nickte eher unkontrolliert. „Ja…Gott sei Dank…“
Marc nahm seine Hand hinunter und legte sie auf die Bettdecke, währenddessen seine andere Hand immer noch ihre langsam streichelte. „So schnell wirst du mich jetzt auch nicht los.“
Gretchen lächelte kurz auf und wischte die letzten Tränen selber noch weg. Sie spürte, dass sie Marc immer noch anschaute, was ihr eine sanfte Röte ins Gesicht trieb. Somit hielt sie ihren Blick permanent auf ihre Hand, die immer noch in seiner ruhte.
Sie schwiegen beide für eine Weile, bis Gretchens Hand zusammenzuckte. „Ist es nicht komisch…“
Marc schaute sie immer noch sanft aus schmalen Augen an. „Was?“
Gretchen schluckte und schaute hoch, worauf ihre Wangen, wie erwartet, noch heisser wurden. „Das es ohne dich irgendwie nicht geht?“
Marcs Augen schauten zwischen ihren hin und her. Gretchen schluckte wiederum und schaute zu, wie sein Blick von ihren Augen zu ihren Lippen hin und her wechselte.
Ihr Herz beschleunigte sich von Schlag zu Schlag, als sich Marc noch ein Stück nach vorne beugte und die freie Hand hob und langsam zu ihrer Wange führte.
Gretchen hatte den Mund leicht geöffnet und schaute schweratmend in seine Augen, die im Moment die ihren erfasst hatten.
Marc lehnte sich noch ein Stück weit nach vorne, sodass sein Gesicht nur noch wenige Zentimeter von ihrem entfernt war. Gretchen fühlte wie ihr ganzer Körper schlapp wurde, so sehr nahm sein Blick sie ein. Sie spürte Marcs Atem auf ihren Lippen und Gretchen blinzelte eins, zweimal um seinen Blick zu erwidern. Daraufhin schob Marc sein Kinn ein Stück nach vorne und Gretchen zuckte leicht zusammen, als seine weichen Lippen sanft die ihren berührten.
Sie atmete lang aus und schloss die Augen, als Marc ihre Lippen mit den seinen streichelte. Seine Hand ruhte ruhig auf ihrer Wange und Gretchen erwiderte die Geste zögerlich.
Nach ein paar Sekunden küsste Marc sie vorsichtig. An seinem Atem zufolge war auch er eher aufgeregt und Gretchen schob ihr Kinn zögerlich nach vorne um den Kuss zu erwidern.
Marcs Hand, welche noch auf ihrer geruht hatte, löste sich nun langsam. Er hob diese ebenfalls zu ihrer Wange und hielt somit ihr Gesicht sanft in seinen Händen.
Wiederum küsste er sie fürsorglich und strich ab und zu mit seinen Lippen über ihre. Seine Lippen versiegelten die ihren vollkommen, als er zu einem längeren, jedoch immer noch sanften Kuss ansetzte. Gretchen hob ebenfalls eine Hand und legte diese auf seinen Arm.
Nach einer kurzen Weile spürte Gretchen, wie sein Gesicht kurz zuckte. Da er aufrecht sass und ihr Gesicht mit beiden Händen umfasst hatte, war es für ihn womöglich schmerzhaft, diese Position für länger zu halten.
Langsam lehnte sie sich ein Stück nach vorne, behielt jedoch die Augen geschlossen. Marc löste den Kuss für eine knappe Sekunde, als er sich langsam wieder nach hinten gegen die Mattratze lehnte. Gretchen strich mit ihrer Hand langsam an seinem Arm entlang, worauf er kurz zusammenzuckte, als er nun wieder, eher senkrecht, auf dem Bett lag.
Gretchen unterbrach den Kuss, behielt ihr Gesicht jedoch nahe bei seinem. „Entschuldige…“
Marc öffnete die Augen und schaute sie fürsorglich und überrascht zugleich an. Seine Finger strichen sorgfältig über ihre Wangen und er schaute von ihrem Mund zu ihren Augen. „Für was?“
„Für…“, begann sie, doch sobald sie wieder in seine Augen blickte und seinen Blick wirken liess, vergass sie bereits wieder das, was sie sagen wollte.
„Mh…“, raunte er nur leise und gab ihr einen weiteren Kuss.

Und sofern die Mauer überwunden wurde, von der wir dachten sie sei unzerstörbar, merken wir, dass es nicht schlimm ist, über sich selber zu springen.


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Fran Offline

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16.07.2010 20:38
#157 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Leute, Leute Bin ganz overwhelmed von euren Kommentaren. Vielen lieben Dank! Es freut mich, dass ich euch mit ein bisschen Zucker dienen konnte In diesem Sinne gehts dann gleich auch glücklich weiter...

http://www.youtube.com/watch?v=NzwuRm7Swho&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=HeLBUjjxjOU
http://www.youtube.com/watch?v=iRZrN11XexA&feature=related

Gretchen strich eine Strähne aus ihrem Gesicht, als sie mit einem Lächeln das Zimmer von Marc verliess. Sie biss sich auf die Lippe und blieb einen Moment stehen um sich mit dem Finger über ihre Lippen zu fahren. Nach ein paar Sekunden presste sie die Lippen aufeinander und schlug den Gang zu ihrer rechten ein.

Das Leben ist wie ein Walzer mit dem Licht. Schwelgen die einen auf der Sonnenseite, tauchen dunkle Wolken an anderen Horizonten auf.

Stevenson legte die Stirn in Falten und beobachtete Gretchen, die sich gerade breit lächelnd über die Lippen gestrichen hatte. Er presste ebenfalls seine zusammen und atmete tief durch die Nase aus, ehe er seinen Blink senkte und sich umwandte um den Gang durch eine Glastüre zu verlassen.

Gabi schniefte ein weiteres Mal. Mehdi hatte seine Hand auf ihren Kopf gelegt, der an seiner Schulter lehnte. Dass sein Shirt von ihren Tränen nass war, störte ihn wenig.
Er hatte die Stirn leicht gerunzelt und liess sich das durch den Kopf gehen, was er bereits schon von ihr wusste. Ein weiteres Aufschniefen liess seinen Blick nach unten wandern.
Gabi hob langsam den Kopf und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, ehe sie einen Blick auf sein Gesicht wagte. „Entschuldigen Sie…ich…“
„Schon gut.“ Mehdi nickte ernst, versuchte aber seine Lippen zu einem aufmunternden Lächeln zu verziehen.

Und obwohl wir gewisse Mauern aus Schutz um uns erbauen, ist es möglich zu erkennen, dass diese nicht immer gebraucht wird.

Gabi presste die Lippen zusammen und nickte etwas zurückhaltend, versuchte aber ein knappes Lächeln zu erwidern.

Marc hatte seinen Blick nachdenklich auf die Decke vor ihm gerichtet.
Seine Arme lagen ruhig auf dem Bett, wenige Stirnfransen fielen in seine Stirn.

Gretchens Atem auf seinen Lippen. Gretchens Duft, der noch immer an ihm zu haften schien. Gretchens Nähe, die er genoss. Gretchens Herz, das mehrmals auszusetzen schien. Gretchens Lippen…die seine Küsse erwiderten.

Marc seufzte schwer auf und strich sich mit beiden Händen über das Gesicht. Den Schmerz ignorierte er. Jedoch strich er sich darauf mit einer Hand über den Verband und schaute kurz darauf, ehe er seinen Kopf zurück auf das Kissen legte und nachdenklich an die Decke starrte.

Frank lehnte gegen die kühle Steinmauer in seiner Zelle und schaute mit gekrauster Stirn durch die Zentimeterdicken Gitterstäbe, die sein Fenster umschlossen.
Nach ein paar Minuten sank er seinen Kopf und schaute auf ein Bild zu seiner Hand. Das Foto zeigte ihn und Gretchen in der grossen Limousine, welche sie in Las Vegas gemietet hatte. Gretchen trug einen riesigen Cowboyhut und hatte einen Arm eng um Frank gelegt. Ein breites Lachen schmückte ihr Gesicht.
Frank schaute das Bild einen weiteren Moment an, ehe er es langsam in der Hand zerknüllte und auf den Boden fallen liess.

Bärbel war gerade dabei einen Schluck Tee zu nehmen, als sie innehielt. Aus der Zeitung, welche sie gerade geöffnet hatte, fiel ein kleiner, weisser Brief.
„Nanu.“ Sie stellte die Tasse auf den weissen Unterteller, legte die Zeitung hin und griff nach dem kleinen, weissen Umschlag. Da dieser etwas an Gewicht vorwies, staunte sie nicht schlecht, als ein kleiner, goldener Schlüssel auf den Tisch fiel.
Bärbel machte grosse Augen und hob erstaunt und überrascht zugleich den kleinen Schlüssel hoch. „Ja das…das gibt es ja nicht…!“ Sie blinzelte ein paar Mal bis sie den dazugelegten Brief anschaute.

Principessa,

Was dich glücklich macht.

Der grösste Betrag ist auf das Konto einbezahlt. Ich hoffe du wirst mir das entschuldigen können, irgendwann.

Ti Amo,
Eric


Bärbels Lippen verzogen sich zu einem breiten Lächeln, als sie den Brief wieder senkte und den kleinen, goldenen Schlüssel hochhob. „Ja…!“ Sie wedelte glücklich mit ihren Armen und stand auf um das Speisezimmer zu verlassen.

Sabine hatte ihren Kopf vor dem Computer abgestützt und schaute verträumt auf die Bilder des letzten Krankenhausausfluges.
Bisher war ihr Günni nie aufgefallen. Im Gegenteil – sie hatte den jungen Arzt aus der Pädiatrie nie bemerkt.
Ihr Finger klickte wiederum auf die Maustaste. Ein neues Bild erschien, das Frau Hassman mit erhobener Augenbraue und kritischen Blick in die Kamera schauen liess. Hinter ihr stand jedoch Günni, der sich mit Schwester Ingebold über etwas zu unterhalten schien.
Sabine dachte an die Begegnung auf den Gang. An die Begegnung mit ihrem Retter. Sie kicherte leise vor sich hin und druckte, als niemand hinschaute, das Bild kurzerhand aus.

Gretchen war nicht fähig, das Lächeln aus ihrem Gesicht zu wischen. Als sie das Schwesternzimmer betrat und sich sogar einen Apfel schnappte, schaute Doktor Hassmann von ihrem Kaffee auf.
Gretchen blieb beim Empfangstresen stehen und lehnte sich nach vorne. „Was schauen Sie sich denn da an Schwester Sabine?“
Diese zuckte erschrocken zusammen und wischte eilig ein paar Blätter über das Foto. „Äh das…ist nichts Frau Doktor, nur ein Ausdruck eines…Fotos.“ Sie verzog ihre Lippen zu einem, wie sie dachte, unschuldigen Lächeln, doch Gretchens Blick huschte zum Bildschirm des Computers. Auf dessen Bildschirm war immer noch das Foto geöffnet.
„Kann es sein, dass Sie den Arzt aus der Pädiatrie anschauen?“, fragte Gretchen grinsend, hob beide Augenbrauen und biss in den Apfel.
Schwester Sabines Lächeln verschwand augenblicklich und anstelle dessen, breitete sich eine Röte auf ihren Wangen aus. Nichtsdestotrotz klickte sie schnell das Bild weg und lehnet sich nach vorne. „Sie kennen ihn Frau Doktor?“
„Nicht gerade kennen, aber ich habe ihn schon ein paar Mal gesehen. Er arbeitet neuerdings bei Doktor Wigler, erst seid kurzem.“, antwortete Gretchen und schaute auf den Apfel vor ihr.
Sabine seufzte glücklich und zog langsam wieder das Bild hervor. „Ist er nicht ein…wunderschöner Mann?“
„Und wie.“, flüsterte Gretchen und schaute auf den Apfel in ihrer Hand.
Sabine schaute überrascht auf. „Frau Doktor, Sie…strahlen ja eine Frucht an.“
Gretchen schaute über den Apfel hinaus und räusperte sich. „Was?“
„Sie hat endlich ihre Schokolade.“, antwortete Doktor Hassmann anstelle trocken, stellte die leere Tasse ab und griff neben Gretchen nach ein paar Akten.
Sabine schaute irritiert hoch, worauf Gretchen etwas rot um die Nase wurde.
„Wurde auch endlich mal Zeit.“, fuhr Doktor Hassmann fort und schaute mit gekrauster Lippe zu Gretchen und Sabine, „scheiss Liebe, echt.“
Sie schob sich an Gretchen vorbei, welche die Lippen zusammenpresste und die Augenbrauen hob.
Nach ein paar Sekunden fing Sabine an zu kichern.


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Fran Offline

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18.07.2010 13:58
#158 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Sorry meine Lieben, dass es jetzt eine Weile gedauert hat. War mehr schlecht als recht online. Jetzt gehts aber weiter! Vielen lieben Dank für eure Kommentare, freut mich jedes Mal riesig :)

http://www.youtube.com/watch?v=r-SBZBE9C04
http://www.youtube.com/watch?v=UN0A6h9Wc5c

Die ersten Sonnenstrahlen lachten Gretchen entgegen, als diese am nächsten Morgen die Augen öffnete. Nach nur einer Sekunde merkte sie, dass ihre Wangen extrem schmerzten. Mit der Hand strich sie darüber und es wurde ihr augenblicklich bewusst, dass sie wohl die ganze Nacht gelächelt und gegrinst hatte.
Wieder verzogen sich ihre Lippen zu einem glücklichen Lächeln und sie liess ihre Arme auf die Decke fallen. Sie seufzte schwer und glücklich, ehe sie die Decke zurückschlug, ihre Haare kurz schüttelte und dann im Pyjama die Treppe hinunter lief.
Als sie das Wohnzimmer betrat, entdeckte sie schon ihre Eltern am Frühstückstisch. Sie staunte nicht schlecht, als sie erkannte, dass Bärbel ihre Hände in Franz’s hatte und sie eng beieinander sassen. Sie hatten die Köpfe zusammengesteckt und schauten sich verliebt und glücklich an.
„Morgen!“
„Oh Margarethe!“, begrüsste ihre Mutter sie überrascht und schaute zu, wie sich diese im grau-pinken Pyjama gegenüber von ihr setzte, „na, hast du gut geschlafen?“
Gretchen brachte es nicht fertig, ihr Grinsen von den Backen zu wischen. „Naja…“
„Du siehst ja aus wie ein Hamster Kälbchen.“, meinte Franz und grinste über beide Ohren, ehe er nach einem Brötchen griff, „und das obwohl du noch gar nichts im Mund hast.“
Gretchen seufzte und legte ebenfalls ein Brötchen auf den Teller. „Weißt du was Papa? Das macht mich jetzt nicht mal traurig.“ Mit einem breiten Lächeln packte sie die Butter und schmierte sich eine ordentliche Portion auf das Brot.
„Hast endlich deine Kleidergrösse akzeptiert?“
„Nein?“ Obwohl das Gretchen früher aufgeregt hatte, musste sie jetzt lachen.
Dass ihre Eltern einen etwas beunruhigten Blick austauschten, bekam sie nicht mit.
„Seid wann lachst du wenn es um deine Kleidergrösse geht?“ Jochen hatte mitlerweile das Esszimmer betreten, lediglich in Boxershorts und einem schwarzen T-Shirt. Er lehnte sich über seinen Stuhl und griff nach einer Semmel. „Sonst ist es doch eher ein Grund zum heulen oder nicht?“
„Nur weil du die Durchschnittsgrösse von 1.70 nicht erreicht hast, heisst das noch lange nicht, dass wir anderen nicht glücklich sein dürfen, Bruderherz.“, antwortete sie mit einem trockenen und künstlichen Lächeln, ehe sie nach dem Nutellaglas griff.
„Also was ist denn los, hm?“, fragte Franz bevor er einen kräftigen Bissen von seinem Schinkenbrötchen nahm.

Hmm nein. Werde mich wie eine erwachsene Person verhalten und nicht alles gleich ausplaudern. Freue mich im Stillen.

„Sag bloss du hast endlich Meier rum bekommen?“
Gretchen öffnete den Mund und wollte etwas erwidern, entschied sich jedoch Jochen einen Stoss mit ihrem Ellbogen zu verpassen. Dieser grinste und wich diesem geschickt aus. „Hast also doch das unmögliche möglich gemacht, hm?“
„Meier?“, fragte Franz etwas argwöhnisch und schaute Gretchen aus schmalen Augen an.

Na toll. Da geht er hin der stille Moment.

„Äh…“
„Ach Franz, jetzt lass sie doch. Im Grunde genommen ist er doch gar nicht so übel, oder?“ Bärbel schaute von ihrem Teller auf und zwinkerte Gretchen zu, welche das mit einem Lächeln erwiderte.
„Nicht so übel?“, wiederholte Franz und schaute kopfschüttelnd seine Frau an, „der ist doch sogar so blöd und lässt sich anschiessen!“
„Papa…!“, bemerkte Gretchen langsam schmollend und schaute ihn mit schmalen Lippen und hochgezogenen Augenbrauen an, „das war jetzt wirklich nicht sein Fehler.“
„Hmpf.“
„Franz…jetzt iss dein Brot auf, hm?“ Bärbel strich ihm beruhigend über den Arm, ehe ihr Blick kurz zu Gretchen huschte, „ich glaube, wir müssen unserer Tochter einfach vertrauen.“
„Genau.“, antwortete diese und wollte gerade abbeissen, als sie ihre Mutter überrascht anschaute, „äh also…seid wann sagst denn du jetzt solche Sachen, ich hab gedacht ich sei irgendwie noch…zu jung um in die Welt entlassen zu werden?“
Bärbel schaute verliebt zu Franz, der dann ihr Lächeln doch erwidern konnte. „Meistens…braucht man nur ein bisschen Vertrauen.“, seufzte Bärbel, spitzte die Lippen und liess sich von Franz küssen.

O…kay. Das wäre dann der beste Moment um entweder zu fragen oder –

Plötzlich nahm sie ein fernes Piepen war, dass aus der Garderobe kam. Franz löste den Kuss und schaute ebenfalls überrascht nach vorne, worauf Gretchen, die das Brötchen zwischen ihre Zähne schob, kurzerhand nach vorne rannte.
„Was ist denn los?“, fragte Franz und wartete auf seine Tochter, die gerade dabei war, ihren Pieper aus der Tasche zu ziehen.
Gretchen nahm das Brötchen zwischen ihren Zähnen hervor und schaute auf die Anzeige. „Notfall, ich muss los!“
„Wer denn?“, fragte Franz wiederum lauter und konnte hören, wie Gretchen die Treppe hochrannte, aber ihm dennoch eine Antwort zuschrie. „Der Tandemunfall und Marc!“
Franz schaute verbissen auf sein Brötchen und schmiss dann die Serviette auf den Tisch, um ebenfalls aufzustehen.
„Ja aber Franz….was-?“, begann Bärbel aufgelöst und schaute ihren Mann verwundert an.
Franz zuckte notgedrungen mit den Schultern. „Ja ist immerhin mein bester Oberarzt!“
Jochen, der gerade sein zweites Brot nahm, schaute kurz kauend seinem Vater nach und dann auf seine Mutter, welche seufzend eine Strähne nach hinten strich. „Ja…na gut. Jochen?“
Dieser hob die Augenbrauen, hielt inne mit kauen und schaute fragend auf.
„Willst du vielleicht wissen warum dein Vater und ich uns wieder so vertragen?“, fragte Bärbel mit einem spitzbübischen Grinsen und lehnte ein Stück nach vorne.
Jochen schluckte hinunter, bewegte sich aber nicht weiter. „Will ich…das?“
Bärbel kicherte und füllte ihre Tasse mit noch mehr Tee. „Ich hätte ja nie gedacht, das materielle Dinge in unserer Beziehung eine allzu grosse Rolle spielen würde. Aber letzte Nacht…ooh du, nachdem ich ihm gezeigt habe, was ich neuerdings habe, da war er gleich wie vor 20 Jahren. So richtig glücklich und…ja.“, meinte Bärbel, setzte den Krug ab und schaute in die Luft, „so voller Drang und Leidenschaft und-“
Das Messer in Jochens Hand fiel auf den Teller, worauf dieser das Brötchen packte und sich schleunigst vom Tisch verzog.
„Äh…was ist denn…?“, fragte Bärbel verwundert, doch Jochen winkte ihr nur zu, dass sie still sein sollte.
„Hm.“ Bärbel legte die Stirn in Falten, zuckte dann aber mit den Schultern und strich daraufhin über eine kleine schwarze Box, die neben ihr auf dem Tisch lag.


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Fran Offline

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19.07.2010 15:10
#159 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Danke für eure Kommentare Ich hab einen Notfall - kennt jemand was gegen Schluckauf? Ich bring ihn nicht weg Oh obwohl...nein. Doch nicht. Oh jetzt ist er weg =D Danke trotzdem!

Gerade als Gretchen in das Krankenhaus rannte, huschte Sabine mit grossen Augen aus dem Schwesternzimmer. „Frau Doktor! Da sind Sie ja endlich!“
Gretchen wickelte ihren dünnen Schal im Gehen vom Hals, als sie mit Sabine wieder zurück ins Zimmer lief. „Was ist denn los?“
„Der Herr Fuchs vom Tandemunfall liegt zwecks Rückfall im Bett und Doktor Meier hat…“ Sabine schaute mit grossen Augen und schmalen Lippen auf, was Gretchen dazu veranlassen lies, sich von ihrem Spint umzudrehen. „Ja? Was?“, fragte sie hektisch und nickte ihr zu.
Sabine senkte ihren Kopf ein bisschen. „Der Verband vom Doktor war heute Morgen Blutdurchtränkt und sein Blutdruck war für ein paar Minuten im Keller…“, antwortete Sabine schnell, da Gretchen sie mit grossen Augen anschaute, „wir konnten die Wunde jedoch wieder versorgen und es…geht ihm den Umständen entsprechend gut.“
Gretchen blinzelte ein paar Mal und atmete tief aus. Für einen Moment hatte sie den Herzschlag eines Marathonläufers. Sie strich sich eine Strähne hinter die Ohren und schnappte sich ihren Kittel. „Wer ist bei Fuchs?“
„Doktor Stevenson hat sich sofort um ihn gekümmert, er ist jetzt noch vor Ort…“, antwortete Sabine und machte einen Schritt beiseite, als Gretchen sich an ihr vorbei schob. „Ich schaue nach Marc, sollte Stevenson Probleme bekommen, dann mich bitte sofort anpiepen!“
Sabine holte Luft um zu Antworten, doch Gretchen hatte bereits schon den Weg zu Marc eingeschlagen.

Gretchen legte ihr Stethoskop so um ihren Hals dass es nicht runterrutschte und stiess die Türe zu Marcs Zimmer auf. „Marc?“
Sie blieb abrupt und überrascht stehen, als sie diesen mit dem Rücken gegen sie gewendet, am Fenster stehen sah. Er trug schwarze, lockere Trainerhosen und ein weisses Feinripphemd ohne Ärmel.
Gretchen machte ein paar Schritte in das Zimmer. „Marc?“, fragte sie wiederum und legte die Stirn in Falten, als dieser nicht reagierte. Den Kopf gesenkt, richtete er seinen Blick auf seine Hand.
Gretchen warf einen Seitenblick auf sein Bett, wessen Decke rücksichtslos zurückgeschlagen war. Das Frühstück lag unberührt auf dem kleinen, verschiebbaren Tisch schräg über dem Bett.
Langsam machte sie ein paar weitere Schritte auf ihn zu und streckte den Kopf ein Stück nach vorne, sodass sie sein Gesicht erkennen konnte.
Er hatte die Lippen aufeinandergepresst und schien leicht zu zittern.
„Marc, was…?“, fragte Gretchen, worauf ihr Blick dann auf das Messer in seiner Hand fiel, auf das er seinen Blick gewendet hatte, „äh was…genau soll das?“
Erst jetzt schien er sie zu bemerken. Seine Augen huschten kurz zu ihr hinüber, dann schüttelte er verbissen den Kopf. „Ich geniess die Aussicht.“
„Äh…ja gut, ist ja auch wirklich…neu, aber ich meint jetzt das…“, entgegnete Gretchen und schaute wieder auf das Messer, „Marc das…das ist doch noch lange kein Grund-“
„Ich bring diesen verdammten…Drecksack um.“, zischte Marc und schaute wütend aus dem Fenster.
„Ja das…können wir ja später noch besprechen, aber-“, begann Gretchen und streckte langsam die Hand nach dem Messer aus, „vorerst sollten wir das vielleicht…hinlegen?“
„Was?“ Marc wandte ihr unverständlich den Kopf zu und zog die Nase kraus.
„Das…Messer?“, fragte Gretchen und legte vorsichtig eine Hand auf die seine, „ich mein…am Schluss schneidest du dich noch, wissen doch alle was für ein…Verletzungsrisiko das mit sich- sag mal…wieso zitterst du denn so?“ Gretchen wandte ihren Blick von seinen Augen ab auf die Hand. Diese schien unter ihrer zu beben.
„Ich kann dieses beschissene Messer nicht ruhig halten, darum!“, entgegnete er laut und wütend, worauf er seine Hand wegzog und das Messer mit aller Kraft auf den Boden schmiss. Kurz darauf schrie er auf und hielt sich die Stelle an der Schulter, die mit einem festen Verband umwickelt war.
„Marc!“ Gretchen reagierte streng und fast ein bisschen genervt zugleich, wusste er mehr als genau von der Verletzung, die er mit sich trug. Sie legte beide Hände auf seinen Rücken, fuhr dann mit einer auf seine gesunde Schulter und legte die andere an seine Seite. „Jetzt setz dich erst mal hin…“
Zusammen liefen sie zum Bett, worauf sich Marc nieder liess. Er hob die Beine auf die Mattratze und setzte sich so hin, dass sie ihn sehen konnte.
Gretchen setzte sich auf die Bettkante und schüttelte genervt den Kopf, als sie ihm dabei half, aus dem Hemd zu kommen. „Wieso stehst du überhaupt beim Fenster, hättest auch im Bett…zittern können.“
„Hast du ernsthaft das Gefühl ich bleib die längste Zeit untätig im Bett liegen oder was?“, fragte er sie mit ungläubigem und dennoch fast wütendem Gesicht, „als ob ich wegen diesem Scheiss nicht laufen könnte!“
„Marc, du weißt genau so gut wie ich, dass du den Heilungsprozess nur noch mehr verlangsamst wenn du nicht ruhig liegen bleibst!“, antwortete Gretchen, warf ihm einen klaren Blick zu und schaute sich den Verband genauer an.
„Und du weißt genau so gut wie ich, dass ich hier der Oberarzt und wohl selber fähig bin, mir ein Urteil zu binden!“
„Bitte!“, sagte Gretchen vehement, nahm ihre Hände weg und stand vom Bett auf, was er mit überraschten, hochgezogenen Augenbrauen begutachtete, „dann kontrollieren Sie ihren Verband selber Herr Doktor!“
Gretchen machte sich bereits schon auf den Weg um das Bett herum, als Marc genervt aufseufzend den Kopf gegen die Mattratze fallen liess. „Gretchen jetzt bleib stehen.“
„Warum?“, erwiderte sie und schaute ihn fragend an, „dass du mir vielleicht noch die Schuld an dem ganzen gibst?“
„Die…was zum Teufel, natürlich nicht!“
„Gut. Aber dann…behandle mich nicht so als ob es so wäre.“, antwortete sie etwas ruhiger und fasste mit einer Hand nach dem Bettgestell vor ihr.
Marc presste die Lippen aufeinander und hob seine Hand ein Stück. Gretchen beobachtete, wie diese leicht anfing zu zittern, was Marc dazu bewegte laut aufzuschnauben und den Kopf wieder gegen das Kissen sinken zu lassen.
Gretchen verzog die Lippen und lief wieder um das Bett herum. „Jetzt wart ab bis die Wunde wieder verheilt ist…hm?“, fragte sie ihn und setzte sich wieder.
Wiederum schnaubte er auf und schaute in die andere Richtung. „Wenn es nicht reibungslos verheilt, dann kann ich meine Karriere vergessen.“
Gretchen senkte den Blick und schaute auf seine Hand, welche neben die ihrer ruhte. Sie bewegte langsam die ihre und ihre Finger berührten sanft die seinen. Bei der Berührung zuckte er leicht zusammen und wandte ihr mit erhobenen Augenbrauen den Kopf zu.
Gretchen verzog ihre Lippen zu einem sanften Lächeln.
Marc seufzte leise und durch die Nase aus, ehe er die Augen sanft zusammenkniff.
Plötzlich zuckte seine Hand unwillkürlich zurück, als die Türe aufgerissen wurde.


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Fran Offline

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19.07.2010 21:52
#160 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

„Frau Doktor!“
Gretchen stand schnell vom Bett auf und schaute fragend zu Sabine, welche die Türe aufgerissen hatte und mit grossen Augen im Türrahmen stand. „Sabine?“
„Der Tandemunfall ist gegen die Wand gelaufen!“
„Äh…was?“
„Kommen Sie schnell, los!“ Sabine wandte sich bereits schon wieder um und rannte den Gang entlang. Gretchen warf Marc einen fragwürdigen Blick zu, den er ebenso erwiderte, bevor sie hastig das Zimmer verliess.

„Wieder gut?“ Mehdi schaute auf das braune Büschel Haare an seiner Brust und sah zu, wie sich dieses bewegte.
Gabi schluckte und strich eine Strähne von ihren nassen Wangen, als sie sich langsam erhob und seitwärts neben ihn setzte. Sie nickte kurz, ehe sie dann jedoch den Kopf schüttelte. „Nichts wird wieder gut…“
Mehdi legte die Stirn in Falten und schaute auf die junge Frau, welche mit schmalen, durchweinten Augen auf den Boden schaute. „Was ist zwischenzeitlich passiert…hm?“ Er legte den Kopf ein Stück nach vorne und schaute sie aus schmalen Augen an.
Gabi schluckte wiederum und liess ihren Blick kurz zu dem Gynäkologen wandern. „Das…das kann ich Ihnen nicht erzählen. Sie wissen bereits schon zu viel.“
„Wie es aussieht bin ich aber schon in der Sache mit drin.“, antwortete Mehdi und nickte auf ihre Tasche zu, „so wie Sie weggerannt sind, muss es fast so sein.“
Gabi presste die Augen zusammen und Mehdi beobachtete, wie eine weitere Träne über ihre Wange rann. „Ich hätte Ihnen niemals etwas erzählen sollen.“, schluchzte sie und schüttelte den Kopf, wobei sich die Strähne hinter ihren Ohren wieder löste, „Marc wurde schon…wurde schon hineingezogen…das wollte ich alles nicht.“
„Das ist nicht Ihre Schuld.“
„Doch…“, antwortete Gabi leise und versuchte ein weiteres Aufschluchzen zu unterdrücken, „ich habe…ich habe Frank geholfen…zu verschwinden.“ Sie schaute auf und Mehdi blickte in ihre leeren, traurigen Augen, „er hat mir damals Geld gegeben, dass ich die Klappe halte. Aber ich hab…ich hab ihn trotzdem der Polizei gemeldet. Ich wollte nicht ins Gefängnis und hab gedacht ich könnte…könnte das somit vermeiden.“ Sie senkte den Blick und schaute auf ihre Hände.
Mehdi erwiderte nichts, sondern schaute sie nur nachdenklich und ruhig an.
„Eines Tages hat mich dieser…Typ angerufen. Ich hab gedacht er wäre nett, bis er Frank erwähnt hat…und das er wusste, was ich getan hatte.“
„Der…Typ der sie angerufen hatte, als ich im Flur stand?“, fragte Mehdi und schaute zu wie Gabi nickend auf ihre Finger schaute. „Er wusste dass ich mit Ihnen geredet hatte. Das Sie vieles wusste und hat daher…“ Sie schaute auf und sah ihn an, „er hat Sie daher angeschossen.“
Mehdi legte die Stirn in Falten und wollte fragen was sie meinte, bis seine Haltung ein Stück in sich zusammen fiel und er sie fragend anschaute. „Er hat…Marc?“
Gabi nickte stockend, ehe sie auf einen Punkt hinter Mehdi schaute. „Er hat gedacht er wäre Sie. Hat mir…gesagt dass noch jemand als der Gynäkologe dran glauben werde.“
Mehdi liess sich gegen seinen Schreibtisch fallen und schaute auf den Boden, die Augenbrauen erhoben. „Und ich habe gedacht ich hätte die Schlägertypen hinter mir.“
Gabi richtete ihren Blick auf ihn und liess ihre Augen zu seiner, bereits schon getrockneten Wunde, wandern. „Er war hier…dann hat Frank ihm schon gesagt was…Sache ist.“
„Mhm.“, raunte Mehdi und nickte schwer, den Blick immer noch auf den Boden gerichtet.
Gabi erwiderte für einen Moment nichts, sondern schaute mit grossen, angsterfüllten Augen ebenfalls auf den Boden.
„Sie sollten die Polizei einschalten Gabi.“
Gabi schnaubte auf. „Das hilft doch nichts. Ich habe Ihnen das meiste Geld zurückgegeben und ich bezweifle dass sie mir das glauben werden.“
„Ich kann auch aussagen.“, erwiderte Mehdi bestimmt und schaute sie ernst an, „ich habe gesehen wie er Ihnen am Telefon gedroht hat. Und einen Beweis habe ich ebenfalls.“ Er zeigte mit seinem Finger auf seine Stirn.
Gabi schluchzte und erwiderte seinen Blick.

„Heeeerr Winkler, was soll denn das!“ Gretchen rannte den Flur hinunter und schüttelte schon beim laufen den Kopf, als sie Herr Winkler auf dem Boden liegen sah.
„Er kann Sie nicht hören, er ist…ohnmächtig.“, erklärte Sabine schnell und kniete neben ihm auf den Boden.
„Was macht er überhaupt auf dem Gang, ich dachte Stevenson wäre bei ihm?“, fragte Gretchen irritiert und ging ebenfalls in die Knie. Sie zog ihre Handschuhe über und rollte Herr Winkler langsam auf die Seite, sodass sie sehen konnte, dass seine Wunde am Hinterkopf erneut aufgegangen war.
„Herr Fuchs’ Wunde hat nicht mehr aufgehört zu bluten.“, antwortete Sabine, wessen Gesicht etwas an Farbe verlor, als sie die Wunde von Herr Winkler anschaute, „da ist er…einfach aufgestanden und davon, ich wollte ihn stoppen aber da…ist es dann auch schon passiert.“
„Das muss wieder neu genäht werden…“, meinte Gretchen leise und etwas genervt. Sie seufzte auf und nickte Sabine zu, „holen Sie doch bitte schnell eine Trage, ja?“
„Natürlich.“, antwortete diese, stand auf und rannte den Flur hinunter.
Gretchen hingegen presste den weissen Verband an die Wunde, bevor dessen Blut noch den Boden voll tropfte.

Marc schaute mit gekrauster Stirn auf seine Finger, währenddessen er versuchte, diese kontrolliert zu bewegen. Diese zitterten immer noch leicht, was ihn auffluchen liess. Er legte seinen Kopf auf das Kissen und strich mit der gesunden Hand über sein Gesicht. Als er für einen Moment die Augen schloss, hörte er, wie die Türe neben ihm aufging. Er machte die Augen auf und blinzelte ein paar Mal um zu erkennen, wer im Türrahmen steht. Nur kurz liess er seinen Blick über die Erscheinung des Mannes warten. „Sie sind hier falsch, gehen Sie weiter.“, sagte er gelangweilt, winkte ab und schaute wieder auf seine Finger.
„Marc Meier?“
Marc schaute wieder auf und sah den Mann aus schmalen Augen an. „Wer will das wissen?“
„Sind Sie es oder nicht?“
Dieser haderte einen Moment. „Vielleicht?“
„Dann bin ich richtig.“


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20.07.2010 20:59
#161 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Zugegeben, es ist nicht der Zimmerservice...aber lest selbst! Danke für die lieben Kommentare

„Margarethe!“ Bärbel hielt mit einer Hand ihre Handtasche, welche sie über der Schulter trug und lief mit eiligen Schritten durch die Gänge des Krankenhauses. Sie seufzte auf, strich mit einer Hand die Haare zurecht und lief zum Schwesternzimmer. „Hallo, Schwester!“
Die Schwester, die mit dem Rücken zum Empfang sass, hob langsam den Kopf und drehte sich dann auf dem blauen Drehstuhl um.
Schwester Stefanie hob abschätzig die Augenbrauen und verschränkte die Arme vor der Brust. „So, so. Wenn das nicht Schwester Bärbel ist.“
„Oh! Schwester Stefanie, das ist ja eine…Überraschung, Sie hier zu sehen!“, antwortete Bärbel etwas nervös, bemühte sich jedoch um ein breites Lächeln.
„Mit Ihnen hätte ich ja beinahe nicht mehr gerechnet.“, erwiderte Schwester Stefanie und zog, wenn überhaupt möglich, eine Augenbraue noch höher.
„Och, ich war doch gar nicht so lange weg!“, sagte Bärbel und winkte ab, „ich hatte ja auch so viel zu tun, es bleibt ja auch so viel liegen wenn man nicht den ganzen Tag zuhause ist!“
„Eine Notiz vom Chef habe ich bekommen! Auf einem Notizpapier!“ Schwester Stefanie stand auf und lief mit erhobenem Zeigefinger auf Bärbel zu, „Sie halten sich wohl für etwas viel besseres als wir nicht diplomierten, nicht angeheirateten Durchschnittsmenschen, nicht wahr?“
„Äh, was…ich verstehe nicht ganz-?“
„Nur weil Sie die Frau vom Chef sind, heisst das noch lange nicht, dass man mit meiner Station machen kann, was man will!“, fuhr Stefanie in einer erhöhten Lautstärke fort, „nur weil Sie ihre ganze Familie hier unterbringen, gelten immer noch meine Regeln!“
„Äh…ja das…verstehe ich Schwester Stefanie, aber-!“, antwortete Bärbel etwas zögerlich und strich sich wiederum eine Strähne hinter die Ohren, „dass mein Mann jetzt…hier der Chef ist, da kann ich ja wirklich nichts für! Ganz davon abgesehen, bin ich nur hier her gekommen um uns für eine Weile abzumelden.“
Stefanie legte die Stirn in Falten und schaute sie skeptisch an. „Wie bitte? Abmelden, wohin?“
„Mein Mann und ich gönnen uns einen einwöchigen Urlaub.“, antwortete Bärbel, reckte ihr Kinn und schulterte die Tasche neu.
„Ah ja.“, entgegnete Stefanie, verschränkte wiederum die Arme vor der Brust und nickte schwer, „und wer bitteschön, soll jetzt die Leitung übernehmen? Ein Oberarzt liegt ja schon flach! So viel zum Thema Diplome bringen einem weiter im Leben!“
„Darum wollte ich ja mit meiner Tochter reden. Ist sie da?“, fragte Bärbel zurück und hob abwartend die Augenbrauen.
„Höchstwahrscheinlich.“, antwortete Schwester Stefanie knapp und schaute sie scharf an, „sagen Sie jetzt aber bloss nicht, dass sie die Leitung übernehmen wird.“
„Guter Gott nein!“ Bärbel winkte wiederum schwer ab und schüttelte den Kopf, „das Kind hat ja schon genug dran zu beissen, dass dieser Meier angeschossen wurde. Würden wir ihr jetzt auch noch die Leitung geben, ich glaub sie würde ja komplett die Übersicht verlieren. Sie hätten sie früher erleben sollen, es gibt gute Gründe, warum sie mit dem Hintern im Abwasserrohr stecken geblieben ist!“ Bärbel erzählte munter und zuckte hoffnungslos mit den Schultern, „Immerhin reisst sie so leicht nichts von den Füssen.“
„Ja, sehr bedauerlich.“, bemerkte Stefanie trocken.
„Hach was auch immer.“, seufzte Bärbel und stellte die Handtasche auf die Anrichte vor ihr, „eigentlich such ich ja diesen Amerikaner. Dieser neue Arzt, soll sehr gebildet sein.“
„Ja.“ Stefanie schnalzte mit der Zunge, „sehr bedauerlich.“
„Haben Sie den vielleicht gesehen, ja?“, fragte Bärbel mit leuchtenden Augen und lehnte sich ein Stück nach vorne.
„Lassen Sie mich einen Moment überlegen.“ Schwester Stefanie lehnte sich ein Stück nach vorne, liess ihr höfliches Lächeln verschwinden und schaute sie aus grossen Augen an, „habe ich nicht! Weil ich diesen aufgeblasenen Typen freiwillig aus dem Weg gehe!“
Bärbel zuckte zusammen als Stefanie sich an ihr vorbei schob und mit grossen Schritten das Zimmer verliess.
„Ja äh…danke dann!“

„Sabine eine Dosis Supra und holen Sie mir sofort Verbandsmaterial, Desinfektionsspray und Nadel und Faden!“, wies Gretchen Sabine streng und klar an und wandte sich dann wieder dem Patienten zu, „Herr Winkler! Können Sie mich verstehen?“
Dieser öffnete den Mund und flackerte mit den Augen. „Was…was ist…“
„Der ist total weg.“, murmelte Gretchen leise und schüttelte den Kopf, ehe sie aufsah, „Stevenson, können Sie mal eben rüberkommen?“
Doktor Stevenson schweifte mit dem Blick zu Gretchen hinüber und richtete sich auf, als er vom Bett von Herr Fuchs hinüber lief. „Was ist?“
„Das ist doch keine normale Gehirnerschütterung, oder?“, fragte Gretchen leiser und schaute zusammen mit ihm die Wunde, „sieht insgesamt eher nach einer Quetschung aus mit diesen Symptomen.“
Stevenson lief um das Bett herum und leuchtete daraufhin in die Augen von Herr Winkler. „Können Sie mich hören?“
Dieser gab jedoch nur ein Stöhnen von sich und hielt die Augen geschlossen.
„Wir machen eine Computertomografie.“, meinte Stevenson sachlich und schob die kleine Taschenlampe in die Kitteltasche, „sollten Sie irgendetwas-“ Stevenson hielt inne, als der Pieper von Gretchen anging.
Diese schaute überrascht nach unten, hob das kleine Gerät hoch und seufzte. „Ist nichts Wichtiges.“
„Sicher?“, fragte Stevenson sicherheitshalber und hob beide Augenbrauen, worauf Gretchen nickte und wieder auf den Patienten schaute. „Ganz sicher…Sabine, machen Sie bitte eine Computertomografie bereit, ja?“
„Selbstverständlich.“, antwortete diese und wollte gerade wieder den Raum verlassen, als Gretchens Pieper von neuem anging. Sabine drehte sich um und schaute zu, wie diese das Gerät seufzend wieder hochhob und den Kopf schüttelte. Sie stellte den Pieper ab und schnallte ihn wieder an die Hose.
„Frau Doktor, sind Sie sicher dass es nicht wichtig ist?“, fragte Sabine und machte einen Schritt weiter in den Raum, „vielleicht ist es ja-“
„Es ist nur Marc, Sabine.“, antwortete Gretchen und löste die Bremse am Bett, „und so wie ich ihn kenne, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung.“

Marc wurde mit voller Wucht gegen die Wand gepresst. Aus seiner Nase tropfte Blut und eine Platzwunde an seiner Stirn verstärkte den Blutschwall noch mehr. Der Druck um seinen Hals verstärkte sich aufs Zweifache, als der Mann mit seinem Gesicht näher kam. „Das mit der Schusswunde tut mir wirklich leid.“
„Bullshit.“, presste Marc hervor und presste die Augen schmerzhaft zusammen, als der Mann den Druck um seinen Hals noch verstärkte.
„Dumm nur dass du da irgendwie dazwischen geraten bist.“
Marc hatte keine Zeit neu Luft zu holen, als das Knie des Mannes in seine Magengegend gerammt wurde. Er entliess die Luft durch seine Zähne, presste die Augen zusammen und krümmte sich stöhnend.
Der Mann packte ihn am Hemdkragen und schmiss ihn mit voller Wucht auf den Boden. Marc schlitterte über diesen, das Blut hinterliess eine Schleifspur. „Verdammte…scheisse.“, brach er zwischen seinen Lippen hervor und spuckte ein paar Tropfen Blut auf den Boden. Als er die Augen öffnete, erkannte er die kleine Bedienung, welche eine Schwester holte, vom Bett hängen. Als Marc die Hand ausstreckte, wurde diese jedoch gleich mit dem Fuss des Mannes auf den Boden gedrückt. „Na na…ich bezweifle sehr, dass Sie jemand gehört hat.“, sagte der Mann tadelnd und setzte seinen zweiten Fuss auf die Schulterpartie von Marc.
Als dieser den Druck spürte schrie er für einen Moment schmerzhaft auf, drückte dann aber die Zähne aufeinander. „Was…zum Teufel wollen Sie!“
Der Mann legte den Kopf schräg und verengte seine Augen. „Ich führe höchstens einen Befehl aus, das ist alles.“
Marc stöhnte wiederum auf als er spürte, wie die Wunde sich wieder neu öffnete. Der Druck auf seiner Schulter verstärkte sich wiederum, als der Mann ein Stück weit nach unten lehnte. „Oder wie ich es auch gerne nenne…den Abfall beseitigen.“
Der Mann nahm den Fuss weg und drehte Marc auf die andere Seite. Dieser schrie wiederum auf und hielt die Augen kurz geschlossen, als er heftig durch den Mund atmete. Sein Angreifer lies seinen Blick kurz zu der Türe schweifen, was er ausnutzte – obwohl er unter grossen Schmerzen litt und einen weiteren Aufschrei unterdrücken musste, lehnte er sich ein Stück nach links und bekam die Bedienung zu greifen. Diese wurde ihm nach nur wenigen Sekunden aus der Hand getreten.
Marc spuckte frisches Blut zur Seite, als er nach oben schaute und somit die Unterseite eines Schuhes über sich sah.


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21.07.2010 13:20
#162 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Wenigstens bin ich noch am Leben... Danke für die Kommis Den nächsten Teil widme ich Verena, ich hoffe du hast jetzt ein bisschen Erleichterung hinsichtlich eine kleine Prise Zucker vielleicht...XD Heute Abend gibts leider nix mehr, ich komm nämlich bald nicht mehr hinterher Viel Spass Lieber Gruss, Fränzi

Jeder Mensch hat gewisse Vorstellungen vom Leben. Und jeder Mensch hat eine gewisse Fantasie, wenn es um Alltagssituationen, tiefe Wünsche und Vorstellungen geht. Als Kind hatte ich eine Vorstellung, die mir die Nächte sowie die Tage versüssen sollte.

Die Regenwolken über Berlin entliessen ihren ganzen Inhalt schon seid Stunden. Gretchen, welche nur ein feines, weisses Kleid mit zarten Blumen trug, kam dummerweise in den Regenschauer. Leute, die den Regenschirm tief vor ihr Gesicht gezogen hatten, rannten an ihr vorbei und suchten Unterschlupf in deren Wohnungen oder Restaurants.
Gretchen fröstelte es und sie rieb sich mit beiden Händen über die Arme. Regentropfen rannen von ihrer Stirn über und in ihre Augen und sie blinzelte ständig, um diese zu vertreiben. Ihre Schritte führten sie schnell in eine bewohnte Gegend und obwohl sie wusste wer hier wohnte, hoffte sie auf ein Dach über dem Kopf.
Schnell klingelte sie ein paar Mal an der Türe und rieb sich wiederum die Arme um ihr wenigstens ein bisschen warm zu geben. Nach nur wenigen Sekunden hörte sie Schritte hinter der Türe, welche nach einem Moment aufgerissen wurde.
„Gretchen!“ Marc schaute sie überrascht an und liess seinen Blick über ihren Körper wandern.
„Oh Marc, es tut mir so leid dass ich klingle aber ich wusste nicht wohin und ich hab meinen Schlüssel im Gulli verloren als mich so eine Kindergruppe angerempelt hat und jetzt kann ich nicht mehr nach Hause!“
„Was?“, fragte Marc perplex zurück und schaute sie mit offenem Mund an.
„Ja ich weiss auch nicht warum die eine…eine Stadtrundfahrt machen, immerhin regnet es ja und…Wettervorhersage war ja auch nicht allzu gut.“ Sie versuchte ihr Zittern unter Kontrolle zu halten, doch scheiterte kläglich.
Marc streckte einen Arm aus und legte vorsichtig seine Hand auf ihren Arm um sie in seine Wohnung zu ziehen. „Komm erst mal rein.“
„Das ist so lieb von dir Marc, danke.“, sagte sie mit zitternder Stimme und trat von einem Fuss auf den andern, „ich glaube ich hätte mir ansonsten noch eine Lungenentzündung geholt und wir beide wissen ja wie gross das…Risiko ist.“
„Was machst du überhaupt in dieser Gegend?“, fragte Marc etwas irritiert und lief mit grossen Schritten durch den Wohnungsbereich um ein Tuch zu holen.
„Ich war einkaufen…“, erwiderte Gretchen leiser und nahm dann das Tuch entgegen, „ich wollte eigentlich noch Schokocroissants kaufen, und dann kam dieser Regen und ich hab eigentlich gehofft ich würde dich noch treffen aber dann kam dieser Regen und ich hab gedacht ich müsste ertrinken und-“
„Äh…einen Moment schnell du…was?“, fragte Marc und legte die Stirn in Falten.
„Ja ich…wir wissen doch alle dass…es hier zu wenige Gullis gibt…“, antwortete Gretchen ruhig und schaute kurz zur Seite.
„Die generelle Abwasserkanalisation interessiert momentan keinen Mensch Hasenzahn.“, antwortete Marc ruhig und monoton ehe er zwischen ihre Augen hin und her blickte, „und überhaupt, hör bitte auf Schokocroissants zu essen.“
„Wieso…?“, fragte Gretchen ruhig und schniefend, „denkst du ich bin…zu dick?“
„Quatsch…Aber weißt du nicht wie viele Kalorien in so einem Teil versteckt sind?“
„Äh…nein ich…“
„Das Zeug geht dir schneller auf die Hüften als dass du Gelatine sagen kannst.“
Gretchen schaute ihn an und seufzte. „Oh Marc…was würde ich ohne dich tun, ich würde…den ganzen lieben langen Tag nur…essen und…dann könnte mir warscheinlich kein Diätprogramm mehr helfen!“
„Ich weiss etwas anderes was dir helfen würde…“, antwortete Marc und trat einen Schritt näher an sie heran, „und glaub mir, den körperlichen Teil wirst du garantiert mögen.“
„Ich weiss nicht, ich war noch nie wirklich…für Sport zu haben.“
„Diesen wirst du mögen…“, raunte er, sank seinen Kopf und begann vorsichtig die Regentropfen von Gretchens Lippen zu küssen.
Deren Beine schienen nachzulassen und ehe sie sich versah, lag sie schon in Marcs Armen, da diese, wie besagt, nachgelassen hatten.
„Hey hey…“, sagte Marc leise und hielt sie fest, „kipp mir hier nicht weg.“
„Auch wenn…“, flüsterte Gretchen schwer atmend und etwas wirr im Kopf, „du wirst mich immer auffangen…nicht wahr?“
Marc schaute sie ernst an und nickte. „Auch wenn du weiterhin Schokocroissants isst…“

Den Alltag hatte es mir erst richtig versüsst. Nachdem mir Marc Meier zahlreich das Herz gebrochen hatte, fand ich meinen Trost in den besagten Schokocroissants die auf längere Distanz, auch nicht glücklicher machten.
Was jedoch viel wichtiger als Schokocroissants war, war die Hoffnung, dass Marc Meier eines Tages mich auffangen würde. Einfach mal da sein und mich retten würde…einfach mal…ja. Und ein simples Schokocrossaint um Längen schlagen würde.


„Ah Margarethe, da bist du ja endlich!“ Bärbel winkte auf und huschte zu Gretchen, welche aus ihrem Traum aufschreckte und zusammen mit einem anderen Arzt und Sabine eine Trage mit einem Patienten den Gang hinunter schob, „ich hab dich schon überall gesucht…oh was hat denn der Herr? Margarethe, der blutet ja am Hinterkopf!“
„Ja das...ist auch der Grund warum er hier liegt!“, antwortete Gretchen etwas vehement und schaute schnell zu ihrer Mutter, die mit gekrauster Nase auf den Hinterkopf von Herr Winkler schaute. „Naja…sieht wirklich nicht sehr angenehm aus…“
„Ist es auch nicht!“, meinte Stevenson, wandte kurz den Kopf und nickte Bärbel kurz freundlich zu.
„Oh…hallo!“ Bärbel strich eine Strähne hinter die Ohren und erwiderte das Lächeln, „Sie habe ich ja noch gar nie hier gesehen!“
„Stevenson, freut mich Frau Haase!“, antwortete dieser und zwinkerte ihr kurz zu.
Gretchen beobachtete dies etwas irritiert.

Hat der meiner Mutter grad zugezwinkert?

„Ooh, der neue Arzt!“, erwiderte Bärbel und das Leuchten in ihren Augen wurde noch heller, „Gretchen, das ist der neue Arzt!“
„Ja sag bloss.“, antwortete diese sarkastisch und stellte das Bett in der Mitte des Raumes ab, ehe sie sich am Geländer abstützte und ihre Mutter mit einem gekünstelten Lächeln anschaute, „wolltest du etwas Bestimmtes?“
„Gretchen, hast du gewusst dass der ein ziemliches hohes Tier war in England?“, fragte Bärbel anstelle leise zurück und hielt ihren Blick auf Stevenson gerichtet, der den Computer bereit machte.
„Amerika Mama, Amerika.“
„Och, die reden alle englisch, gibt’s gar nicht so einen grossen Unterschied!“, winkte Bärbel ab und nickte wieder breit lächelnd nach vorne, „stell dir nur mal wie eure Kinder aussehen würden! So entzückend und so multikulturell Margarethe, findest du nicht auch?“

Diese Frau ist unglaublich.

„Mama, nicht gleich jeder männliche Arzt in diesem Krankenhaus ist ein potenzieller Heiratskandidat?“, bemerkte Gretchen etwas leiser und strich sich peinlich berührt eine Strähne aus dem Gesicht, da Stevenson einen amüsierten Blick über die Schulter geworfen hatte.
„Wieso, du bändelst dich ja mit fast jedem an.“, erwiderte Bärbel trocken und zog die Augenbrauen hoch, „und so wie er aussieht, ist er doch ein ganz charmanter junger Mann!“
„Mama, ich-“
„Frau Doktor!“
Gretchen und Bärbel wandten den Kopf, als Sabine ebenfalls in das Zimmer trat und Gretchens Pieper hochhielt, welche sie ihr vorher gegeben hatte. „Ihr Pieper schon wieder…es scheint…dringend?“
Gretchen verdrehte genervt die Augen und stöhnte auf, ehe sie nach vorne lief und den Pieper entgegen nahm. Sie warf einen Blick auf die Anzeige und schüttelte genervt den Kopf. „Männer.“
„Ist es wieder der Meier?“, fragte Sabine, worauf Bärbel und Stevenson sie beide anschauten.
„Ja, keine Ahnung was der wieder hat…können Sie kurz Doktor Stevenson behilflich sein, ich schau kurz nach ihm.“
„Selbstverständlich.“, antwortete diese pflichtbewusst und stellte sich neben Bärbel, „hallo Frau Haase…“
„Ja äh…hallo.“, antwortete diese etwas irritiert, schaute jedoch Gretchen hinterher, „aber…Margarethe, ich wollte doch noch etwas mit dir besprechen!“
Doch diese hatte bereits das Zimmer verlassen und hatte bei dem Klang der Stimme ihrer Mutter nur noch die Augen verdreht.
Bärbel hindessen seufzte schwer auf und liess die Schultern hängen, ehe ihr Blick zu Stevenson schweifte. Sofort erschien ein breites Lächeln auf ihren Lippen und sie ging ein paar Schritte zu ihm hinüber. „Sagen Sie mal…wollen Sie Kinder, ja?“


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22.07.2010 22:01
#163 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

„Marc, ich sehe dich ja wirklich auch gerne, aber…-“ Gretchen hielt mit der Türfalle in der Hand inne und blickte auf ein leeres Bett vor ihr. Stattdessen wurde ihre Aufmerksamkeit auf einen grossen, ziemlich kräftig gebauten Mann gerissen, der sich über etwas oder jemanden zu beugen schien.
„Was zum Teufel tun Sie hier?“, fragte Gretchen und lief in das Zimmer herein, „und wo bitteschön ist-?“
Sie hielt inne, als Marc schmerzhaft aufstöhnte.
Der Mann hatte ihr ruckartig den Kopf zugewandt, und Gretchen zuckte für einen Moment zusammen. Er schaute sie wütend an, seine Augen blitzten und sofort setzte er sich in Bewegung.
Gretchen warf nur einen Blick auf Marc um zu erkennen, dass dieser übel zugerichtet wurde.
„Hey Hey Hey, Sie bleiben gefälligst hier!“, rief Gretchen und stellte sich ihm in den Weg, doch dieser schnaubte nur auf und stiess sie heftig mit einer Hand gegen die Wand. Gretchen entliess ein aufstossendes „Uff“ und ein Versuch dem Mann hinterher zu rennen, fiel auch fehl.
„Was soll das, Sie-!“, begann Gretchen, doch der Mann wandte sich ihr wieder zu und drückte sie mit einer Hand an der Schulter wieder gegen die Wand. Er hob einen Zeigefinger und schaute sie aus wütenden Augen an. „Mischen Sie sich nicht ein, in Ordnung?“
„Lass…Sie in Ruhe du…Arsch!“, ächzte Marc und versuchte sich mit dem gesunden Arm am Bett hochzuziehen.
Gretchen warf Marc nun einen längeren Blick zu und ihr Herz schien stehen zu bleiben. Aus seiner Wunde rann Blut, welches das halbe Hemd bereits schon durchnässt hatte. Seine Wange wies halb getrocknetes Blut auf, welches von der Wunde an seiner Stirn stammte. Seine Lippen schienen leicht geschwollen zu sein und waren ebenfalls von dunkelroter Farbe.
„Halt die Klappe!“, zischte der Mann und blitzte Marc an, der verbissen die Lippen zusammengepresst hatte und ihn ebenfalls wütend anschaute.
„Sie kommen hier sowieso nicht raus!“, sagte Gretchen und versuchte ihre Stimme so ruhig und so überzeugend wie möglich zu halten, „wir haben hier eine…Menge Sicherheitspersonal und-“
„Ich scheiss auf das Sicherheitspersonal!“, fluchte der Mann und zog sie am Kragen näher zu sich hin, sodass sie überrascht und etwas ängstlich aufstöhnte.
„HEY!“, schrie Marc, doch der Mann schien sich darum nicht zu kümmern.
„Und hätten Sie nicht eine kleine Sondergenehmigung, dann würden Sie jetzt bei Ihrem Freund liegen, verstanden?“
Gretchen hatte keine Zeit zu überlegen, bis der Mann sie wieder mit einem heftigen Stoss gegen die Wand stiess. Gretchen presste die Augen zusammen, als ihr Kopf dumpf dagegen gehämmert wurde und augenblicklich dröhnte ihr Kopf. Nur am Rande nahm sie wahr, wie der Mann das Zimmer verliess. Sie hob eine Hand und hielt ihren dröhnenden Kopf und als sie in paar mal blinzelte, erkannte sie Marc, der sich verbissen bemühte, an sie heran zu kommen.
Gretchen glitt mit dem Rücken an der Wand hinunter und kam nur wenige Sekunden später auf dem Boden an. „Marc…du blutest.“
„Ja sag bloss!“, liess dieser zwischen zusammengepressten Lippen heraus und hob den Kopf um sie anzusehen. Er hatte die Nase kraus gezogen und schaute durch ein paar lose Strähnen, welche ihm nun ins Gesicht hingen, zu Gretchen. „Gretchen?“
Diese jedoch hatte die Augen geschlossen und den Kopf auf die Schulter gelegt.
„Hasenzahn!“ Marc schrie lauter und nur wenige Sekunden später, bewegte sich Gretchen wiederum zuckend. Ihre Hand schoss wieder zu ihrem Kopf und sie blinzelte ein paar Mal, bis sich ihre Augen mit einem Schlag öffneten und ihr Blick auf Marc fiel.
Halb getrocknetes Blut klebte an seinen Wangen und seine Lippen waren geschwollen und dunkelrot gefärbt. Seine Hand, welche ebenfalls schon voller Blut war, ruhte auf seiner Wunde, welche schon wieder aufgegangen war.
Gretchens Puls raste, doch sie reagierte schnell. Sie stiess sich von der Wand ab und krabbelte die wenigen Zentimeter nach vorne und kniete neben ihm.
„Gott Marc wieso hast du mich nicht angepiept!“
„Hab ich doch!“, antwortete dieser gepresst und schaute kurz nach unten was Gretchen machte.
„Du hättest es wenigstens mehrmals versuchen können, geht ja mal gar nicht hier…Mensch.“ Gretchen strich sich eilig eine Strähne nach hinten, ehe sie aufsah und eilig den Knopf drückte.
„Hasenzahn, ich habe-“
„Marc das ist jetzt wirklich der falsche Zeitpunkt um sich zu streiten.“ Sie nahm Marcs Hand, der genervt aufstöhnte und hob sachte sein Hemd an, „das ist alles wieder aufgegangen…du verlierst mir hier zu viel Blut, das…“ Sie schaute eilig auf und griff nach Marcs Kissen. Schnell machte sie den Reissverschluss auf, warf den Inhalt aufs Bett, wickelte den Bezug kurz zusammen und drückte dann diesen auf die Wunde.
Marc stöhnte zwischen zusammengepressten Zähnen auf und schnaubte dann aus.
Gerade als Gretchen sich seine Wunden im Gesicht näher anschauen konnte, wurde die Türe aufgerissen.
„Frau Doktor, was…um Himmels willen…“ Sabine blieb mit dem Schrecken ins Gesicht geschrieben im Raum stehen und legte eine Hand auf ihre Brust.
„Sabine holen Sie mir sofort viel Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel und kontaktieren Sie bitte umgehend die Polizei, sie sollen jemanden vorbei schicken!“
Sabine nickte eifrig, rannte in das kleine Zimmer nebenan und packte einen kleinen Koffer der am Rande eines Tisches stand. Diesen brachte sie schnell Gretchen um kurz daraufhin wieder das Zimmer zu verlassen.
Bärbel machte währenddessen einen grossen Schritt beiseite als Sabine an ihr vorbeischoss. Schnell tupfte sie ihre Haare zurecht und streckte dann den Kopf in das Zimmer von Marc. „Margarethe, bist du hier drin?“
Gretchen verdrehte genervt aufstöhnend die Augen und hob leicht den Kopf, sodass sie ihre Mutter sehen konnte.
„Ah da bist du ja…du warst ja so schnell verschwunden, ich konnt’ grad noch ein Schwätzchen mit dem Engländer halten.“, redete Bärbel munter drauflos und lief mit kleinen Schritten in das Zimmer und ums Bett herum, „hast du gewusst, dass der mal Kinder will? Mindestens drei Stück, genau wie du…ja aber…„Margarethe, der blutet ja!“
„Jaa Mama ich weiss und darum muss er auch dringenst versorgt werden.“, antwortete Gretchen schnell und suchte nach ein paar Gasen im Kasten.
„Muss ich…überhaupt nicht Hasenzahn.“, presste Marc hervor und machte Anstalten sich aufzurichten.
Bärbel jedoch legte ihre Hand konsequent auf seine Schulter, drückte ihn kurzerhand zu Boden und ignorierte sein Aufstöhnen. „Jetzt hören Sie auf meine Tochter! Oberärzte…ihr seid keine Götter, obwohl ihr das immer gerne denkt!“ Bärbel winkte mit ihrem Zeigefinger über Marcs Gesicht, worauf dieser die Lippen verzog und zu Gretchen schaute.
„Mama…bitte…!“, bemerkte Gretchen leise bittend, worauf diese sie unmissverständlich anschaute. „Ja ist doch wahr. Und überhaupt wollten dein Vater und ich ja sowieso noch über dich und…naja…über dich und Meier reden.“ Sie warf einen Seitenblick auf Marc, der die Nase noch krauser zog. „Bitte?“
Gretchen nahm neue Schritte vom Eingang wahr. „Kälbchen! Ich habe gehört dass wir die Polizei…was zum Teufel geht denn hier vor?“

Guter Gott, was habe ich verbrochen? Was? WAS?


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Fran Offline

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24.07.2010 08:36
#164 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

äääh okay, ich hab den nächsten teil gestern gepostet, und jetzt ist er weg? O.o Hm. Also jetzt gehts mal für sicher weiter, hoffe ich! danke an alle Leser und Kommentatoren


Franz stand mit grossen Augen im Raum und schaute auf Marc der immer noch blutend am Boden lag und Gretchen, welche dabei war die Blutungen zu stoppen.
„Ah, Franz, da bist du ja!“, meinte Bärbel erleichtert und rappelte sich dann auf, „ich hab dich ja auch schon überall gesucht.“
„Äh…ja…Margarethe, was ist hier passiert?“, fragte Franz zunächst etwas irritiert, wandte sich dann aber fachmännisch zu Gretchen, welche gerade dabei war, Marcs Stirn mit einem Wattebausch abzutupfen.
„Ja ich weiss auch nicht so genau, Marc hat mich einmal angepiept-“
„Bitte? Das war mehrmals, ich hab-!“
„-und als ich dann da war, war dieser Typ hier und hat…einfach so auf ihn eingeprügelt. Schwester Sabine kontaktiert die Polizei und momentan ist es äusserst wichtig, dass ich hier die Wunde zubekomme!“ Ihre Stimme wurde gegen ende immer lauter und vehementer, was Bärbel zusammen zucken liess.
Franz schluckte und nickte dann etwas irritiert. „Gut dann…Meier versorgen, stabilisieren und…Meier!“
Dieser schaute etwas irritiert und perplex nach oben. „Herr Professor?“
Franz räusperte sich, warf Gretchen einen kurzen Blick zu und ging schnell in die Knie, sodass er leise zu Marc sprechen konnte. „Falls Sie mir hier…Sie wissen schon. Noch länger im Bett bleiben, dann können Sie Ihre Beförderung vergessen! Das nur mal so unter uns zwei.“
Marc legte die Stirn in Falten und versuchte langsam zu nicken, was aber mehrheitlich missfiel. „Ah ja…“
Wiederum räusperte sich Franz und wollte Marc auf die Schulter schlagen, hielt jedoch kurz bevor inne und tätschelte ihm dann diese nur. „Sind ja immerhin ein richtiger Kerl, da werden Sie diese …Kratzer schon nicht umbringen, ne?“
Marc verzog seine Lippen zu einem, wie es ging, breiten Grinsen, das jedoch seine Augen nicht sonderlich erreichte. „Natürlich Herr Professor.“
„Gut.“, sagte dieser, richtete sich wieder auf und zog an seiner Krawatte, „Bärbel, wir gehen, du wolltest mich ja sowieso noch sprechen.“
Gretchen schaute ihren Vater etwas misstrauisch an und begann weiterhin Marcs Stirn zu tupfen, als dieser zusammen zuckte. „Spinnst du?“
Gretchen schaute verwundert nach unten und liess die Schultern hängen. „Jetzt stell dich nicht so an hier, bist ja immerhin ein richtiger Kerl. Oder nicht?“
„Mhh…“ Marc verzog seine Lippen zu einem künstlichen Lächeln und schaute dann stier zur Decke.
„Äh…ja…ah und Margarethe?“ Bärbel hielt noch einmal inne als sie bei der Türe stand und schaute lächelnd zu Gretchen, „wir reden dann auch nochmals, ja? Über den Engländer und die drei Kinder?“
„Ja.“, antwortete Gretchen gepresst und schaute mit einem noch gepressteren Lächeln auf, „alles klar.“
„Das soll ja wohl ein Witz sein.“
Gretchen wandte sich wiederum Marc zu, der mit einer Hand den Stoff auf seine Wunde drückte und kurz zu Gretchen schaute.
„Jaa du kennst ja meine Mutter…“, seufzte sie und tupfte weiterhin seine Stirn ab, „wir wissen ja alle dass er Amerikaner ist. Eigentlich ein Wunder dass sie dich irgendwie behalten kann…“
„Wir wissen ja alle dass ich schwer verdrängbar bin.“
„Ja frag mal meine 27 Tagebücher.“
„Bitte?“
„Was? Nichts.“, antwortete Gretchen schnell, räusperte sich und tupfte weiter ab.
Marc hob seinen Kopf leicht an und schaute sie skeptisch an. „Sag jetzt bitte nicht dass du 27-“
„Blödsinn, du hast dich verhört.“, unterbrach ihn Gretchen mit trockenem Unterton und legte die blutige Watte weg, „ganz davon abgesehen hast du viel Blut verloren, du bist also überhaupt nicht…zurechnungsfähig.“ Sie nahm ein Wattestäbchen und begann vorsichtig seine Lippe abzutupfen.
Marc öffnete seinen Mund um etwas zu antworten, doch Gretchen hob beide Augenbrauen. „Ah! Jetzt red mir nicht immer dazwischen, sonst werden wir hier ja nie fertig.“
Marc hob beide Augenbrauen, lehnte dann seinen Kopf zurück, schloss den Mund und verzog dann diesem zu einem einseitigen Lächeln.
Gretchen kam nicht drum rum als dieses zu erwidern.

„Marc Olivier, bitte unterlass das!“ Elke warf ein paar kühle Blicke umher und schüttelte ihre Hand frei.
Der Mann neben ihr seufzte auf und rollte mit den Augen. „Jetzt stell dich doch nicht so kompliziert an Elke!“
„Ich bin überhaupt nicht kompliziert!“, stellte diese klar, als ihre Schritte sie weiterhin zügig zum Krankenhaus führten, „ich weiss schon gar nicht was wir hier tun!“
„Wir haben es doch jetzt schon mindestens fünf mal besprochen.“, antwortete Marc Olivier geduldig, „Marc hat ein Recht es zu erfahren.“
Elke seufzte und schüttelte den Kopf. „Ich weiss nicht mal, ob es ihn interessieren wird!“
Marc Olivier streckte seinen Arm aus um Elkes zu ergreifen. Etwas widerwillig blieb diese stehen und schaute ihn dann aus grossen Augen fragend an. „Was?“
„Hör mal zu.“ Marc Olivier legte beide Hände auf ihre Oberarme, worauf diese seufzte und ihre Haltung etwas entspannte, „Marc liebt dich, und das ist kein Geheimnis. Du bist seine Mutter und wenn er einer Frau treu ist, dann sicher dir. Natürlich interessiert es ihn!“
Elke schaute ihn etwas skeptisch an, seufzte dann jedoch. „Meinst du?“
„Natürlich.“, erwiderte Marc Olivier wiederum und zwinkerte ihr aufmunternd zu, „er wird sich bestimmt freuen, du wirst schon sehen.“
Elke hielt ihre Antwort einen Moment zurück, ehe sie sich geschlagen gab. „Nun gut. Sollte er jedoch anders reagieren als erwartet, dann-“
„Dann schleife ich dich nie mehr so mit. Versprochen.“
Elke warf ihm einen weiteren Blick zu und verzog ihre Lippen dann zu einem Lächeln. Gerade als Elke weiterlaufen wollte, spürte sie, wie jemand in sie rein rannte. Sie schrie auf und fiel zur Seite, worauf sie Marc Olivier in die Arme fiel.
Elke hob ihre kleine schwarze Clutch und schaute wütend dem Mann in den schwarzen Klamotten hinter her. „Bleiben Sie stehen, Sie Raufbold! Was fällt Ihnen eigentlich ein?“
Der Mann jedoch wandte sich nicht wieder um, sondern zog seine Jacke zurecht und lief mit eiligen Schritten davon.
Elke schnaubte auf und drückte ihre Haare zurecht, als sie Olivier wieder auf die Beine gestellt hatte.
„Alles klar?“
„Selbstverständlich.“, antwortete diese etwas aus dem Konzept gebracht und zog daraufhin ihr Kostüm zurecht, „unglaublich diese heutige, öffentliche Gewalt!“
Olivier warf dem Fremden einen Blick nach und legte daraufhin seine Hand auf Elkes Rücken, um diese zum Eingang zu geleiten.
Aus diesem rann eine Schwester, die er auch schon einmal gesehen hatte. Sie blieb vor dem Eingang schwer atmend stehen und schüttelte den Kopf. „Oh nein jetzt ist er entkommen…“
Elke hob eine Augenbraue und schaute ebenfalls auf Sabine, wessen Miene sich augenblicklich schon wieder erhellte. „Frau Fischer…so eine Freude Sie hier zu sehen.“
„Nun ja.“, meinte diese trocken und lief mit Olivier zu ihr hin.
„Auch wenn die Stunde…zugegebenermassen nicht gerade…die fröhlichste ist.“, fuhr Sabine fort und schaute kurz auf den Boden, ehe sie wieder aufschaute.
„Warum?“, fragte Elke und verschmälerte ihre Augen, „kennen Sie diesen Mann oder wie?“
„Leider nein.“, antwortete Sabine mit einem verschwörerischen Unterton, „die Polizei sucht auch schon nach ihm. Haben Sie…denn nicht erfahren was passiert ist?“
Elke und Marc Olivier tauschten einen etwas irritierten Blick, ehe er sich dann an Sabine wandte. „Wieso, was ist passiert?“


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Fran Offline

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25.07.2010 14:08
#165 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo zusammen Tut mir leid, dass es etwas dauert, ich bin am nachproduzieren Ich hoffe, ich kann euch jedoch mit einer schönen Ladung Zucker dienen :) ich habe euch den Link 4mal reinkopiert und hoffe hoffe einer funktioniert für euch. Lieber Gruss, Fränzi

„So…das sollte so halten.“ Gretchen schnitt den Faden der Naht an seiner Stirn ab und klebte daraufhin vorsichtig ein Pflaster auf die Stelle.
Marc atmete schwer durch die Nase aus und schaute zu, wie Gretchen den Abfall des Pflasters weglegte und mit gekrauster Stirn seinen Bauch anschaute. „Hast du da irgendwelche Schmerzen vielleicht?“
„Wenn dann höchstens weil mir dieses verdammte Arschloch zweimal in die Rippenpartie geschlagen hat.“, antwortete Marc etwas gepresst, woraufhin Gretchen den Saum seines Hemdes ergriff und langsam nach oben zog. Mit jedem Zentimeter Haut das sie entblösste, wurde der rötliche, bläuliche Fleck grösser.
Gretchen holte tief Luft, öffnete den Mund, schloss ihn wieder und zog die Augenbrauen hoch. „Ja…das…ergibt doch ein schönes Muster.“
Marc lehnte seinen Kopf noch vorne und liess diesen augenblicklich wieder wütend in das Kissen fallen. „Wixer.“
„Sind aber nur Quetschungen…“, meinte Gretchen leise und tastete vorsichtig seinen Bauch und seine Rippen ab, „scheint nichts gebrochen zu sein.“
„Gut.“, antwortete er knapp und zog das Hemd wieder hinuner, „dann kann ich ja sicher aufstehen und-“
„Du stehst hier mal gar nicht auf mein Lieber.“, antwortete Gretchen schnell und legte eine Hand auf seine gesunde Schulter, „wär ja noch schöner würdest du hier jetzt Räuber und Schandarm spielen.“
„Hasenzahn.“, begann Marc und schaute Gretchen ruhig aber wütend an, „der Typ ist hier reingekommen und hat mich für ohne einen verdammten Grund zu nennen, zusammengeschlagen, ja! Und wie ich den jetzt-!“
Gretchen seufzte und griff nach seiner Hand, was ihn überrascht verstummen liess. Er hob die Augenbrauen und schaute sie an.
„Wenn schon einer nachrennt, dann wäre das ja ich.“
Marcs Mundwinkel zuckten, sein Gesichtsausdruck entspannte sich ein bisschen und er neigte seinen Kopf ein bisschen zur Seite. „Nun gut, wir wissen ja alle dass-“
„Aber ich kann nicht, weil du hier blutend rum liegst.“, fuhr Gretchen fort und verdrehte für einen Moment die Augen, „ganz davon abgesehen…würde ich glaub ich durchdrehen wenn ich dich nicht…naja…du weißt schon.“
Marc hob die Augenbrauen und schaute sie fragend an, als Gretchen etwas rumdruckte.
„Selber untersuchen könnte…jetzt weiss ich immerhin dass du wieder…halbwegs normal bist.“
„Halbwegs.“
„Jaa wir wissen ja alle dass bei dir teilweise die Hoffnung schon verloren ist.“
Marc, der immer noch die Augenbrauen erhoben hatte, begann langsam zu nicken. „Ah ja…“
„Ja also bitte, Kapitel 4? Eine Nacht zur besten Gesundheit?“, fragte Gretchen halbwegs amüsiert, „da krieg ich ja bei Freddy Krueger mehr Herzklopfen.“
Marc nickte langsam und erwiderte nichts.
Gretchen verzog die Lippen und schaute auf ihre Hand, welche immer noch Marcs hielt. „Ja nun gut…also…ich muss dann auch wieder, hab ja irgendwo noch einen offenen…Kopf rum liegen.“ Sie nahm ihre Hand weg und stand auf.
„Gretchen?“ Marc griff nun nach ihrer Hand und hielt sie kurz zurück. Diese blieb stehen, schaute kurz auf ihre Hand und dann zu Marc. „Ja?“
Marcs Mundwinkel zuckten leicht, ehe er den Kopf einwenig neigte. „Danke.“
Gretchen lächelte schwach und sank den Kopf um auf den Boden zu schauen. „Naja also…wenn ich jetzt das nicht gekonnt hätte, wäre ich irgendwie im falschen Beruf gelandet, hm.“
„Nein nicht…unbedingt das.“, antwortete Marc und legte die Stirn in Falten, „obwohl mich Sabine höchstwahrscheinlich umgebracht hätte.“
„Na komm das ist auch nicht wahr.“, grinste Gretchen und Marc zog sie langsam näher, sodass sie, obwohl etwas überrascht, sich wieder setzte.
„Eins muss man dir lassen Hasenzahn.“, fuhr Marc nachdenklich und eher leiser fort, „du verliest nicht den Überblick.“
Gretchen legte die Stirn in Falten und hörte aufmerksam zu.
„Wenn du so weiter machst, machst du mir noch den Oberarztposten streitig.“, meinte Marc halb amüsiert, hob die Augenbrauen und verzog seine Lippen zu einem einseitigen Lächeln.
Gretchen erwiderte dies und schaute auf ihre Hand. „Ach Quatsch…“
„Ja gut das vielleicht wirklich weniger.“
„Hey!“ Sie schaute lachend auf und schlug spielerisch auf seinen gesunden Arm, „eines Tages wird ich sicher mal Oberärztin. Wirst schon sehen.“
„Wenn dein Vater seine Idee mich zum Chefarzt zu befördern immer noch so gut findet, dann wäre ich immer noch dein Chef.“
„Wusst ichs doch das du gerne Leute rumscheuchst…“, antwortete Gretchen halb lächelnd und nickte wissend.
„Nun ja unter anderem ja.“, entgegnete Marc und schaute sie mit erhobenen Augenbrauen an, „aber dann kann ich meine Ärzte zuteilen wie ich will.“

http://www.youtube.com/watch?v=0gVxRvNfF...laynext_from=ML
http://www.youtube.com/watch?v=kzZhtrsbJzs
http://www.youtube.com/watch?v=78KHK6oE3h8
http://www.youtube.com/watch?v=8wV2AII4t8U

Marc kniff die Augen leicht zusammen und studierte Gretchens Gesicht, was ihr eine Spur von Gänsehaut über den Körper jagte.
Sie lächelte etwas scheu auf und obwohl sie seinen Blick erwidern wollte, wandte sie den ihren ab, da sie spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht schoss.
Nach einer Weile räusperte sich Marc, hob eine Hand und tippte sich gegen den Mundwinkel. „Äh Gretchen…kannst du hier vielleicht rasch schauen?“
Gretchen schaute auf und verzog, beim Anblick seines Gesichtes, die Mundwinkel nach oben. Sie hob die freie Hand und strich sachte über die Stelle. „Hier?“
„Mhm…“, meinte er und schaute sie weiterhin ruhig an, „aber du musst es dir genauer ansehen.“
Gretchen grinste sanft und schüttelte den Kopf, ehe sie ein Stück nach vorne lehnte.
Je näher sie Marc kam, desto schneller schlug ihr Herz – wieder und wieder, bei jeder Berührung, bei jeder Annäherung, jedes mal wenn sie seinen Duft einzog.
Gretchen lehnte sich so weit nach vorne, bis er ihren Atem auf seiner Haut spüren konnte. Sie schluckte und schaute auf die Stelle. „Hier…?“ Peinlich berührt merkte sie wie ihre Stimme brüchig wurde, doch sie hatte keine Zeit darüber nachzudenken.
Marc schob seinen Kopf ein Stück nach vorne, woraufhin seine Lippen sachte die ihren berührten. Gretchen hielt die Luft an und liess ihren Körper entspannen. Marcs gesunde Hand hob sich zu ihrem Gesicht und legte sich an ihre Wange.
Er küsste sie nicht mit ganzen Lippen – da der linke Teil immer noch verletzt war, küsste er sie nur mit der rechten und das so sanft und vorsichtig, dass Gretchen einen Schauer nach dem anderen durchlief.
Sein Daumen strich über ihre Wange und wiederum küsste er sie vorsichtig. Gretchen spitzte ihre Lippen und erwiderte den Kuss zögerlich.
Nach ein paar Sekunden löste er diesen, hob die Augenbrauen und schaute sie sanft an.
Gretchen öffnete die Augen und verzog ihre Lippen wiederum zu einem einseitigen Lächeln. „Du bist unglaublich, weißt du das…?“
„Mhm…“ Marc grinste mit zusammengepressten Lippen und strich weiterhin über ihre Wange.
„Idiot.“, grinste sie und stupste mit ihrer Nase die seine an.
Marcs Gesicht entspannte sich und er schaute sie ernst an. „Kein Idiot.“, antwortete er leise und schaute weiterhin in ihre Augen, „nur idiotisch ver-“
„Unerhört, unerhört ist das! Mein eigener Sohn, nicht mal eine Nachricht!“
Marc wandte mit genervtem Gesichtsausdruck das Gesicht ab und zog seine Hand zurück. Gretchen zuckte ebenfalls erschrocken zurück, als die Türe mit einem Ruck aufgerissen wurde und Elke im Türrahmen stand.


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Fran Offline

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26.07.2010 10:41
#166 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ich weiss, ihr seid kurz bevor dem durchdrehen wegen Elke, daher kommt der restliche Teil jetzt noch Danke für alle Kommis Meine Antworten sind bei den Kommentaren zu finden :) Grüsse, Fränzi

Schockiert schaute sie auf die beiden und presste die Lippen so sehr zusammen, dass sie nur noch eine gestrichelte Linie bildeten. „Marc Olivier, sag mir bitte dass das ein übler Scherz ist.“
Marc hob die Augenbrauen, kratzte sich an der Stirn und warf seiner Mutter einen angespannten Blick zu. „Nein Mutter, wie du siehst, nicht.“
„Wo soll denn das nur enden!“, rief sie aus und machte ein paar Schritte ins Zimmer.
Gretchen strich sich peinlich berührt eine Strähne hinter die Ohren und zog sich etwas zurück, als Marc an sich herab schaute. „Ja gut, nicht gerade im Sarg wie man-“
„Muss ich dich jedes Mal im Bett mit dieser…Schwester erwischen!“
„Danke…danke Ihnen!“ Olivier schien Sabine zu danken, welche sie zum Zimmer geführt hatte, und schloss daraufhin die Türe hinter sich, „Elke, ein bisschen leiser, du scheuchst ja alle auf!“
„Ja Gott sei Dank!“, antwortete diese immer noch schockiert und erschrocken, ehe sie mit ihrer kleinen Handtasche nach vorne zeigte, „es wäre weiss Gott was passiert wenn ich hier…oh je…ein Stuhl Olivier, bitte.“
Dieser warf Marc einen Augen verdrehenden Blick zu und zog einen Stuhl herbei, auf dem sich Elke, mit der kleinen Handtasche Luft zuwedelnd, setzte.
„Sohn, wie geht es dir?“, fragte Olivier und stützte sich an der Lehne hinter Elke mit beiden Händen ab.
Marc warf Gretchen einen schnellen Blick zu, ehe er sich räusperte. „Ich…gut. Wird schon wieder.“
„Die Wunde ist erneut aufgegangen…“, schaltete sich Gretchen etwas zögerlich ein, sprach dann aber, als sie die Aufmerksamkeit seiner Eltern hatte, weiter, „wir konnten die Blutungen stillen und bereits schon nähen. Er braucht jetzt vor allem Ruhe und Erholung, dann wird er schon bald wieder der…Alte sein.“
Marc hob die Augenbrauen und schaute sie für einen Moment sanft und ruhig an, eher er seinen Blick auf die Decke richtete.
„Was ist denn eigentlich passiert?“, fragte Elke vehement und zeigte mit ihrer Clutch auf Marc, „bitte erzähl mir nicht dass du dir Feinde gemacht hast Olivier.“
„Mutter, nenn mich nicht Olivier und nein habe ich nicht.“, antwortete Marc klar und warf seiner Mutter einen angespannten und genervten Blick zu, „keine Ahnung wer das war.“
„Unglaublich.“ Elke liess sich im Stuhl zurückfallen und wedelte sich weiterhin Luft zu, „die heutige Brutalität ist ins ungeheuerliche gewachsen. Gerade als wir zum Krankenhaus liefen, hat mich jemand angerempelt! Ich wäre fast hingefallen, hätte dein Vater mich nicht gerettet!“
„Ja gut Mutter, du…hättest es höchstwahrscheinlich auch sonst überlebt.“
„Höchstwahrscheinlich hatte er auch noch ein Messer dabei!“, fuhr Elke aufgelöst fort und warf eine Hand in die Luft, „oder eine Pistole, die Kriminalität ist heute ja schlimmer als es noch vor Jahren war!“
Marc öffnete den Mund um etwas zu erwidern, schloss ihn dann aber wieder. Er legte die Stirn in Falten und schaute zu Gretchen, die seinen Blick erwiderte. Diese schaute ihn kurz nachdenklich an, ehe sie ebenfalls ihren Mund öffnete um etwas zu sagen, diesen dann aber wieder schloss.
„Nun beruhige dich.“, meinte Olivier ruhig und legte beschwichtigend eine Hand auf ihre Schulter, „es ist ja nichts weiteres passiert.“
„Ja, mir nicht!“, entgegnete diese und zeigte wiederum nach vorne, „aber schau dir den Jungen an! Das letzte Mal hatte er in den Ferien 92 so demoliert ausgesehen, da fielen ihm alle Frauen aus Mitleid um den Hals, mit all ihren Lippen-“
„Äh Mutter?“, mischte sich Marc ein und kratzte sich mit dem Daumen an der Stirn, „wolltet ihr eigentlich etwas…bestimmtes?“
„Nun ja.“, meinte Elke dann bereits schon etwas ruhiger und nickte, „wir…also dein Vater eigentlich, wollte etwas mit dir besprechen.“
Gretchen räusperte sich leise und lächelte dann. „Ich gehe mal eben raus, dann können Sie sich…ungestört mit Ihrem Sohn unterhalten.“
Marc warf ihr einen vielsagenden Blick zu, worauf Gretchen nickte und das Zimmer verliess.

Gretchen rannte so schnell sie konnte durch die Gänge. Sie wich mehreren Rollstuhlfahrern und Patienten aus, bis sie Stevenson am Ende des Ganges erkennen konnte. „Stevenson!“
Dieser wandte sich etwas überrascht um und verzog seine Lippen augenblicklich zu einem Lächeln. „Florian.“
Gretchen rannte zu ihm und verdrehte die Augen. „Also…Sie müssen jetzt ernsthaft anfangen sich meinen Namen zu merken.“, antwortete sie etwas aus der Puste und stützte sich mit einer Hand an der Wand ab.
Stevensons Grinsen wurde noch breiter, er schaute sie aber nur an ohne etwas zu erwidern.
„Wie geht es Herr Winkler? Tut mir leid das ich so schnell wegmusste, aber es gab einen Zwischenfall bei Doktor Meier.“
Das Lächeln erlosch ein bisschen, doch er nickte. „Keine Panik. Ich hab das schon alleine hinbekommen.“
„Oh gut.“, antwortete Gretchen erleichtert und nickte, „und was hat die Tomografie ergeben?“
„Quetschung, wie Sie es gemeint haben.“, entgegnete Stevenson, „ich hoffe Sie sind bei der Operation dabei?“
„Äh, wie jetzt.“, meinte Gretchen etwas irritiert und zeigte auf ihn, „ich dachte Sie sind Therapeut, wieso wissen Sie-?“
„Diverse Weiter – und Fortbildungen auf dem Gebiet der Neurochirurgie.“, durchbrach er Gretchen lächelnd und zuckte daraufhin mit den Schultern, „das Gehirn interessiert mich eben.“
„Ja…wen nicht.“, lächelte Gretchen und kratzte sich hinter dem Ohr, „wissen Sie per Zufall auch ob die…Grössenverteilung des Gehirnes bei Frauen und Männern nachweisbar ist?“
„Wie bitte?“
„Nichts, nichts, ich…ja. Wollte nur fachmedizinisches Zeug plaudern.“, antwortete Gretchen schnell und winkte lachend ab.

Oh wie bescheuert.

„Naja. Also, dann…ja, ich wäre gerne dabei Doktor Stevenson.“
„Bitte, Gretchen.“, meinte Stevenson und hob eine Hand, „nennen Sie mich einfach Florian.“

Oh. Der kennt ja doch meinen Namen.

„Florian.“, wiederholte Gretchen und ergriff dann seine Hand, „freut mich…Gretchen.“
Florian hob die Augenbrauen und nickte grinsend, ehe sich Gretchen wiederum räusperte, den Kopf schüttelte und zwischen ihnen hin und her zeigte, „also, ich bin Gretchen, Sie sind…ja. Sicher beschäftigt, ich…muss dann auch wieder.“
„Nur zu.“ Florian nickte ihr zu, worauf sie sich eine Strähne hinter die Ohren strich und wieder den Gang zurücklief.

Gretchen Haase, du Idiot.


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Fran Offline

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27.07.2010 14:02
#167 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Weiter gehts ihr Lieben. Es freut mich unsgeheim, dass euch die letzten Teile so gut gefallen haben! Manchmal ganz schön schwer, sich durch Marc durchzubeissen, aber wenn man sich in die Person hineinfühlt...hehe. Ich hoffe es gefällt euch weiterhin! Und vielen Dank an alle Kommischreiber und Leser :)

Sabine war gerade dabei einige Akten zu sortieren, als jemand das Schwesternzimmer betrat. „Und wie geht es der holden Frau heute?“
Sofort zuckte sie bei der Stimme von Günni zusammen und ein breites Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Sie drehte sich um, eine Akte vor sich haltend und zuckte kurz mit den Schultern. „Ganz gut danke.“
„Das ist schön zu hören.“, antwortete dieser und stützte sich mit beiden Armen auf der Theke ab. „Ich habe mir erlaubt einfach so eine Akte zu stehlen, als gerade niemand da war.“ Er legte einen ertappten Gesichtsausdruck auf und verzog die Lippen, „ich hoffe ich komme jetzt nicht in Teufels Küche deswegen? Oder suchen Sie sie schon bereits?“
„Oh guter Gott nein!“, sagte Sabine schnell und lief zum Tisch, „ich habe nur gerade die Polizei gerufen und habe gedacht…ich schaffe hier für ein bisschen Ordnung.“
„Aber hoffentlich nicht wegen der Akte?“, fragte Gummersbach mit grossen Augen, was Sabine tatsächlich zum Kichern brachte. „Bei allem Respekt Herr Doktor…aber wegen Ihnen müsste man doch nicht die Polizei rufen.“
„Da bin ich froh.“, antwortete dieser, legte dann die Stirn in Falten und nickte schwer, „obwohl…ich habe eigentlich mit dem Gedanken gespielt, Sie zu entführen.“
Sabine machte grossen Augen und sie schaute ihn mit offenem Mund an. „Entführen?“
„Nun ja, ich dachte-“
„In der Tat…“, meinte Sabine dann leise zu sich selber, nickte schnell und suchte mit ihren Augen den Tisch ab, „Sie werden mir nicht glauben, aber heute…da stand in meinem Horoskop, ich soll gut auf mich Acht geben. Man weiss ja nie, wie schnell das man in…Kriminalitäten verwickelt wird.“
„Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass ich Sie nicht im kriminellen Sinne entführen möchte.“, bemerkte Gummersbach und schaute sie grinsend an, „ich dachte mehr an ein Mittagessen.“
„Ein Mittagessen…“, wiederholte Sabine fast sprachlos und verzog dann ihre Lippen zu einem träumerischen Grinsen.
„Vielleicht heute?“, fragte Gummersbach unverblümt und lehnte sich noch ein Stück weiter nach vorne, „unter uns gesagt, ich hatte gerade einen Zehnjährigen, der nicht mehr aufgehört hatte, auf seinem Kaugummi zu kauen.“
Sabine fing an zu glucksen, was Gummersbach nicht zu stören schien. Dieser verdrehte nur die Augen. „Sie haben ja keine Ahnung, wie so etwas hungrig machen kann. Ich esse die längste Zeit zwischendurch und gesund ist ja das nicht wirklich.“
„Nicht wirklich…“, wiederholte Sabine wieder und zuckte dann grinsend mit den Schultern, „also…also wenn das so ist…dann würde ich die Entführung gerne annehmen.“
„Schön.“, meinte Gummersbach, richtete sich auf und legte kurz beide Hände auf die Theke, „dann sehe ich Sie um Zwölf in der Kantine?“
„Ich werde freiwillig ihr Opfer sein, versprochen.“, antwortete Sabine träumerisch grinsend, worauf Gummersbach ihr zuzwinkerte und Platz für Hassmann machte, die sich an ihm vorbei schob. Sie warf ihm einen forschen Blick zu, ehe sie dann an Sabine vorbei lief. „Ich werde freiwillig ihr Opfer sein?“, wiederholte sie etwas spöttisch und schenket sich einen Kaffee ein, „so etwas habe ich das letzte Mal in einem schlechten Sadomaso Film gehört.“
Sabine blinzelte ein paar Mal und wandte sich dann, immer noch mit der Akte an sich gepresst, Doktor Hassmann zu. „Sadomaso Frau Hassmann…?“
Diese setzte sich, hielt inne und schaute auf. „Nicht so wichtig.“
Sabine schien dies nichts auszumachen. Sie seufzte glücklich und verliebt ehe sie sich auf dem Stuhl neben dem Computer niederliess.
„Sabine, haben Sie schon-?“, begann Gretchen, brach aber jäh ab als sie Sabines Gesichtsausdruck bemerkte, „alles in Ordnung, Sie…strahlen so?“
Gretchen hielt sich mit beiden Händen an der Theke, als Sabine seufzend aufschaute. „Sie glauben mir gar nicht was passiert ist Frau Doktor.“, sagte sie kichernd, „der Doktor Gummersbach hat mich…zum Essen eingeladen, heute Mittag.“
„Oh das ist ja schön Sabine, das freut mich für Sie!“, erwiderte Gretchen und lächelte sie ehrlich an, „und? Sind Sie schon nervös?“
Sabine wurde rot, nickte jedoch eifrig. „Ich glaube ich habe mich…nun ja…Sie wissen schon.“ Sie fing an zu glucksen und zuckte mit den Schultern, „wahrscheinlich ein bisschen in ihn…verguckt?“
Gretchen wollte etwas erwidern, zuckte jedoch jäh zusammen, als eine Tasse heftig auf den Tisch gestellt wurde. „Nicht schon wieder dieses scheiss Liebesgesülze, echt.“ Doktor Hassmann griff sich ihre Zeitung, klemmte sie unter den Arm, stand auf und griff nach ihrer Tasse, ehe sie an den beiden vorbeilief. „Total abartig.“
Gretchen hob beide Augenbrauen und presste die Lippen zusammen, ehe sie wieder Sabine anschaute, die plötzlich wieder anfing zu kichern. Gretchen stimmte dann ebenfalls ein und lehnte sich vorne über. „Ich bin wirklich glücklich für Sie, Schwester Sabine. Scheint doch ein ganz anständiger Typ zu sein.“
„Ich denke auch…“, erwiderte sie und legte nun die Akte auf den Tisch, „er hat gesagt, er wolle mich entführen…so wie in den alten Filmen, wissen Sie Frau Doktor? Wo der Entführer eigentlich der Dieb des Herzens der holden Jungfrau ist, die er nur bei sich haben wollte…“ Sabine seufzte schwer und glücklich, als sie auf einen Punkt in der Luft starrte.

O…kay. Wusste nicht wirklich was ich weniger wissen wollte. Der jungfräuliche oder der diebische Aspekt.


„Ja äh…genau. Also, Sie werden dann ja auch…sehen.“, gab Gretchen etwas zögerlich zur Antwort, zauberte dann aber ein, wenn auch irritiertes, Lächeln auf ihre Lippen.
„Mhm.“, meinte Sabine träumerisch und fing an, die Akten zur Seite zu räumen.
„Was ich Sie allerdings fragen wollte.“, begann Gretchen neu, „haben Sie die Polizei schon verständigt?“
„Oh ja, natürlich Frau Doktor.“, antwortete sie schnell und nickte, „sie werden so schnell sie können hier sein. Ich wollte den Angreifer eigentlich noch erwischen, aber er war dann doch zu schnell…Eigentlich war er auf dem Weg in die Gyn aber hat es sich dann anscheinend doch anders überlegt.“
Gretchen legte die Stirn in Falten. „In die Gyn…hm, in Ordnung.“
„Wie geht es dem Doktor Meier?“, fragte Sabine und schaute mit grossen Augen auf.
„Oh. Ja dem geht es wieder gut…also, unter den Umständen entsprechend. Seine Eltern sind jetzt bei ihm, danke dass Sie ihnen den Weg gezeigt haben.“
„Keine Ursache, Frau Doktor.“, entgegnete Sabine und fand nun endlich ihre Tastatur wieder.
„Gut.“ Gretchen wollte sich gerade wieder zum gehen widmen, als sie inne hielt. Sie klopfte mit ihrer Hand einmal auf die Theke, bevor sie sich wieder umwandte. „Ach und Sabine…“

..der nächste Teil der folgt, widme ich Verena 1991... ich glaube sie wird dann wissen wieso


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28.07.2010 19:27
#168 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ihr seid echt originell, Sabünni Genial! Und äh, Kate, nein, ich versteh den Witz nicht aber das wundert jetzt auch niemanden wirklich glaub ich... Also, lieben Dank an alle Kommischreiber, es freut mich jedes Mal riesig Den nächsten Teil, wie erwähnt, widme ich Verena 1991. Wenn wir uns zurückerinnern, haben Elke und Olivier Marc und Gretchen im Bett erwischt und Elke hat daraufhin ein gewisses Buch erwähnt...und Verena hat sich mal so gefragt, was denn da so geschrieben stand
Übrigens - ich weiss ihr wollt Zucker :) Ihr kriegt ihn auch, versprochen ;)


„Ja Frau Doktor?“, fragte diese und schaute wieder auf.
„Sagen Sie mal…kennen Sie vielleicht Dr. Rogelt, Band Vier, ‚Eine-?“
„Eine Nacht zur besten Gesundheit?“, vervollständigte Sabine schnell den Satz und machte daraufhin grosse Augen, „natürlich kenne ich das Frau Doktor…ist eines meiner Lieblingsbücher.“
„Ach ja.“
Sabines Augen fingen an zu leuchten. „Es geht dabei um die erste Begegnung zwischen-“
„Die erste Begegnung?“, wiederholte Gretchen erschrocken und machte grosse Augen, woraufhin Sabine eifrig nickte und den ganzen Stapel an Papieren wieder weglegte und sich nach vorne lehnte. „Um die erste Begegnung zwischen Doktor Rogelt und Monique. Die beiden haben sich bei einem seiner Vorträge kennengelernt. Eigentlich war er zu dieser Zeit noch verheiratet mit-“
„Nein, er war verheiratet?“, fragte Gretchen erstaunt, liess ihren Unterarm auf die Anrichte fallen und schüttelte den Kopf, „das ist ja unglaublich.“
Sabine nickte wiederum. „Mit Frauke.“
„Aber nicht Ludowig, oder?“
Sabine hielt inne, tippte kurz mit dem Finger gegen ihr Kinn und merkte nicht, wie Gretchens Augen noch grösser wurden. „Nein ich glaube es wurde kein Nachname erwähnt.“

Gut. Hätte mich zwar nicht verwundert.

„Auf jeden Fall haben sich die beiden kennengelernt, und es war Liebe auf den ersten Blick.“, fuhr Sabine angeregt fort und sofort nahm ihr Blick einen träumerischen Ausdruck an, „eigentlich ging es relativ schnell und sie verbrachten die erste Nacht zusammen auf Schloss Neuschwanstein.“
Gretchen schnaubte auf. „Natürlich. So viel Kitsch ist ja nicht vertragbar.“
„Ja und dann haben sie sich eine Weile lang getroffen. Aber wie Sie ja wissen war das ein Schwerenöter.“, fuhr Sabine fort und griff nun zu einem Hefter mit dem sie ein paar Akten zusammenheftete, „und da er verheiratet war, mussten sie sich eine Weile trennen. Aber natürlich haben sie sich geschrieben und bald daraufhin wieder getroffen.“
„Mit einem Revolver?“
„Was?“ Sabine schaute mit grossen Augen erschrocken auf, „wie kommen Sie denn jetzt auf einen Revolver…?“
„Als sie herausgefunden hat, dass er verheiratet war.“, erwiderte Gretchen und zuckte mit den Schultern, ehe sie kurz zur Seite schaute, „da hat sie sicherlich…also…?“
„Nein, nein!“, sagte Sabine klar und haute auf den Tacker, „sie haben ihre Romanze weiterhin durchgezogen, natürlich.“ Sabine erzählte das, als sei es die natürlichste Sache der Welt und stapelte die Blätter auf einem Haufen.
„Und dann?“, fragte Gretchen nach, „ich meine…gab es irgendwie ein Anzeichen auf…eine Schwangerschaft?“
„Wieso eine Schwangerschaft?“, fragte Sabine und schien für einen Moment amüsiert zu sein, „wie kommen Sie denn auf eine…Schwangerschaft…nein…!“ Plötzlich schien es ihr zu dämmern und sie schaute mit grossen Augen sowie offenem Mund auf. In ihrem Kopf zählte Sie Monique (Elke), Dr. Rogelt (Olivier) und eine angebliche Schwangerschaft zusammen.
„Wer ist schwanger?“
Gretchen schaute zur Seite und sah das Mehdi neben ihr erschienen war. Er hatte eine Wunde an der Stirn, worauf Gretchen die ihre in Falten legte. „Mehdi was ist denn mit deiner Stirn passiert?“
„Äh…Unfall.“, sagte er und räusperte sich, ehe er an seine Stirn zeigte, „bin per Zufall gegen…gegen die Halterung beim Stuhl gekommen. Schwer, also…richtig hart. Also, wer ist schwanger?“ Mehdi strich sich einige Strähnen über die Stirn und wandte sich wieder an Sabine, die zwischenzeitlich aufgestanden war, jedoch immer noch ungerührt und mit grossen Augen Gretchen anstarrte. „Nein!“
„Ja oder nein?“, fragte Mehdi irritiert und Gretchen nickte. „Doch.“
„Das glaub ich jetzt nicht…dann heisst das ja…“, begann Sabine und setzte sich augenblicklich wieder hin.
„Muss ich etwas tun?“, fragte Mehdi irritiert und schaute zwischen Gretchen und Sabine hin und her. Erstere schüttelte den Kopf und schaute ihn an. „Zu spät, aber danke. Wie geht es dir eigentlich?“, fragte Gretchen und studierte sein Gesicht, „wir haben uns schon ewig nicht mehr unterhalten.“
„Ja geht…gut, danke. Und bei dir?“, fragte Mehdi zurück und versuchte ein möglichst überzeugendes Lächeln zustande zu bringen.
„Gut…gut, viel los…also extrem viel los die ganze Zeit. Vor allem da Marc jetzt ausser Gefecht ist.“, erwiderte Gretchen nickend, ehe ihr Blick auf Gabi fiel, welche etwas ungeduldig auf dem Gang zu warten schien.
„Ja…“, meinte Mehdi etwas betrübt und senkte den Blick, „ich habe es gehört, werde ihn naher noch besuchen.“
„Wo geht ihr denn hin?“, fragte Gretchen interessiert, und schaute zu wie Mehdi wieder aufschaute. „Oh wir wollten…raus. Spazieren.“ Mehdi nickte heftig und warf einen Blick auf die Uhr, „und das sollten wir auch, ansonsten ist die Zeit wieder um! Wenn dann doch noch jemand schwanger ist, einfach anpiepen.“ Er nickte Gretchen und Sabine gepresst lächelnd zu, ging dann zu Gabi und lief zum Ausgang.
Gretchen legte die Stirn in Falten und schaute den beiden nachdenklich an. „Merkwürdig.“
„In der Tat.“, meinte Sabine und nickte immer noch apathisch, „das mir das nie aufgefallen ist…? Ich habe die Bücher eigentlich hier, wenn wir schnell-?“
„Äh Sabine, ist schon gut!“, sagte Gretchen schnell und hob abwehrend eine Hand, „ich glaub das…lassen wir mal lieber.“
„Ja vielleicht…“, erwiderte Sabine und sank wieder auf dem Stuhl zusammen, „höchstwahrscheinlich würde das an der Autorität des Herrn Doktor rütteln.“
„Und das sollten wir vermeiden.“, antwortete Gretchen und schaute Sabine mit hochgezogenen Augenbrauen und ernst an, „also bitte behalten Sie das für sich, ja?“
„Aber natürlich Frau Doktor…!“, sagte Sabine beschwichtigend, „Sie können mir ganz vertrauen.“
„Ach und übrigens.“, fügte Gretchen hinzu, „wenn die Polizei da ist, dann soll sie sich bitte bei mir melden, ja? Es ist dringend.“
Sabine nickte. „Natürlich.“
„Gut.“ Gretchen nickte und schaute über ihre Schulter und dann auf die Uhr, „dann schaue ich noch kurz nach Herr Winkler und Fuchs und mach dann Mittag, ja?“
„In Ordnung.“, antwortete Sabine und machte sich weiter daran, nötige Papiere zu stapeln oder zu heften.


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Fran Offline

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29.07.2010 12:44
#169 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo @Kate Gretchen und Sabine haben sich ganz auf diese bahnbrechended News konzentriert, Mehdi haben sie nur am Rand wahrgenommen (Aber den Witz versteh ich übrigens immer noch nicht, auch wenn ich drüber geschlafen hab. Wahrscheinlich lach ich irgendwann wie aus dem Nichts komplett bescheuert auf) @Verena 1991 - erleichtert Gratulation an MarcieMarc, die hat rausgefunden, was Mehdi und Gabi vorhaben
Für alle die Zucker, respektive Marc und Gretchen haben wollen...es kommt. Bis dahin verzieh ich mich am besten in die Berge...


„Und was soll ich denen jetzt bitteschön sagen?“, fragte Gabi nervös und etwas unsicher, „ich kann denen ja schlecht erzählen, dass ich seid Wochen erpresst werde!“
„Natürlich können Sie das.“, antwortete Mehdi und lief mit Gabi in die Richtung seines Auto, „das ist der einzige Weg den Sie haben.“
Als sie das Auto erreicht hatten, sperrte Mehdi die Fahrertür auf und stützte daraufhin einen Arm auf deren Tür ab und das andere am Dach. „Hören Sie Gabi.“
Gabi, welche gerade die Beifahrertür aufgemacht hatte, hielt inne und schaute auf.
„Es ist wirklich wichtig, dass Sie der Polizei genau das sagen, was passiert ist. Ansonsten können Sie den Täter nicht finden und Sie kommen wahrscheinlich noch in grössere Schwierigkeiten!“
„Sie werden mich höchstens in den Knast sperren.“, erwiderte Gabi trocken und in ihren Augen war zu erkennen, dass sie fast keine Hoffnung mehr hatte, „wie grösser könnten die Schwierigkeiten dann noch werden.“
„Gabi, der Typ will Sie anscheinend umbringen!“, erwiderte Mehdi vehement und lehnte sich ein Stück nach vorne, „ich an Ihrer Stelle, würde denen die Wahrheit sagen.“
Gabi schluckte und erwiderte nichts. Sie schaute auf ihre Hand und innerlich wusste sie, dass es wohl das Beste war, Mehdi’s Rat zu befolgen.
„Also?“
Sie schaute wieder auf und blickte in das ernste und fragende Gesicht ihres Chefs. Nach einigen Sekunden nickte sie hadernd und wollte gerade einsteigen, als sie innehielt.
Mehdi wandte sich ebenfalls um und sah zu, wie ein Polizeiauto auf dem Parkplatz des Elisabethkrankenhauses Halt machte.
„Sie haben doch nicht die Polizei gerufen bevor Sie ohnmächtig wurden, oder?“, fragte Gabi etwas erschrocken und schaute zu, wie Mehdi mit gekrauster Stirn den Kopf schüttelte. „Nein habe ich nicht…die müssen wegen etwas anderem hier sein.“
Die zwei Polizisten stiegen aus, wobei der eine der am Steuer gesessen hatte, Gabi zunickte. Sie erwiderte dies zögerlich. Mehdi schlug die Autotüre zu und schaute nach vorne. „Auch gut. Dann müssen wir gar nicht mehr erst los.“
„Sie…Sie wollen das denen ernsthaft erzählen?“, fragte Gabi alarmiert und machte einen Schritt vom Auto weg, „ich meine…hier?“
„Wir können sie auch in meinem Büro sprechen.“, antwortete Mehdi ruhig und schlug die Autotüre zu. Er sah auf und bemerkte wie Gabi zögerte. „Wirklich. Keine Sorge, hm?“
Gabi sah auf und blickte in das zuversichtliche Gesicht ihres Chefes. Nach ein paar Sekunden nickte sie zögerlich, schlug die Autotüre zu und begab sich mit Mehdi an ihrer Seite zurück in das Krankenhaus.

Gretchen, die Herr Winkler und Fuchs nur einen kurzen Besuch abgestattet hatte, schob ihr Tablett langsam vor. Ihr Blick schweifte über die Salatabteilung, bis hin zu den Spaghetti Carbonara, die frisch verteilt wurden. Gretchen kratzte sich hinter dem Ohr und beachtete die verschiedenen Salate nicht, sondern entschied sich, sich heute Spaghetti zu gönnen.
Kaum hatte sie den Teller bei sich und bezahlt, wandte sie sich um und wäre beinahe mit einem Arzt zusammengestossen.
„Oh, pass auf!“, meinte dieser und griff augenblicklich nach ihrem wankenden Tablett.
Gretchens Herz, welches für einen Moment ausgesetzt hatte, beruhigte sich wieder. Sie griff einhändig nach ihrem Glas, welches überzuschwappen drohte. „Tut mir leid, ich hab Sie gar nicht gesehen, ist…?“
„Keine Ursache, ist ja nichts passiert.“, erwiderte Stevenson und lächelte sie dabei an. Sein Blick huschte zu den Spaghetti auf ihrem Tablett, währenddessen Gretchens Blick auf Sabine fiel, welche alleine an einem Tisch sass. Gerade als sie darüber nachdenken wollte, wurde ihre Aufmerksamkeit wiederum auf Stevenson gerichtet.
„Und, sind sie zu empfehlen?“
„Was?“, fragte sie irritiert und legte die Stirn in Falten, „warum, brauchen Sie einen Arzt?“
„Einen…?“, wiederholte Stevenson, lachte dann aber und kratzte sich am Kinn, „die Spaghetti meine ich. Ob sie zu empfehlen sind.“
„Oh.“ Gretchen schaute nach unten, wobei ihr die Röte ins Gesicht schoss, „äh…natürlich. Sie sind…ganz gut.“ Wiederum fiel ihr Blick auf Sabine, die immer noch mit dem Rücken zu ihr, beim Fenster sass.
„Würde es dich stören wenn ich dir Gesellschaft leisten würde?“
„Was?“ Wiederum durchbrach er ihre Gedanken, was ihr dank halber Aufnahmefähigkeit bewusst wurde, „nein nein.“
„Schön.“ Stevenson lächelte und machte sich daran, auch eine Portion zu holen.
Gretchens Schritte führten sie zielstrebig Richtung Sabine, die plötzlich aufschaute, als ein Arzt neben ihr erschien. Er war gross, hatte blonde, wenn auch wenige, Haare und ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Augenblicklich zuckte Sabine zusammen und streckte ihren Rücken durch.
Gretchen grinste und schlug den Weg zu einem anderen Tisch ein, an den sie sich seufzend setzte. Nach einem Moment liess sich Florian gegenüber nieder und nahm einen kräftigen Schluck von seiner Cola.
Gretchen, welche gerade eine Spaghetti auf die Gabel drehen wollte, hielt inne und schaute kurz von links nach rechts, ehe sie bei Florian hängen blieb. „Äh und…was wird das jetzt genau?“
„Hm?“ Dieser hob die Augenbrauen und stellte das Glas wieder ab, ehe er sie wieder anlächelte, „was genau meinst du?“

Wieso lächelt der immer?

„Ich…“, begann Gretchen und zeigte mit der Gabel auf ihren Teller und dann zu Florian, der sie immer noch anlächelte.

Ob dem wohl kleine, farbige Schmetterlinge aus dem Hintern – nein Gretchen, nein.

„Nichts.“, sagte sie dann lächelnd und zuckte mit den Schultern, „war nur gerade für eine Sekunde irritiert, tschuldige.“
„Kein Problem.“, antwortete Florian grinsend und machte sich ebenfalls daran, die Spaghetti auf seine Gabel zu drehen, „eigentlich ein schöner Zufall, ich wollte dich sowieso mal gerne nach einem Essen fragen.“
Gretchen schaute alarmiert hoch. „Äh und wieso jetzt?“
„Weiss nicht.“, meinte Florian lächelnd, bevor er die Gabel in den Mund schob, „ich dachte es wäre nett.“
„Ah ja.“, erwiderte Gretchen und lächelte peinlich berührt, ehe sie die Spaghetti in den Mund schob. Sie schluckte hinunter und zeigte mit der Gabel nach vorne. „Und ich dachte schon das soll eine Anspielung auf mein Essensverhalten sein.“
„Wieso, du isst ja ganz anständig.“
Gretchen lachte kurz auf. „Ja nein das…meinte ich jetzt eher nicht.“ Sie begann eine paar neue Spaghetti auf die Gabel zu drehen, „eigentlich eher das ich-“
Plötzlich wurde Gretchen von einem lauten Kichern unterbrochen. Die halbe Cafeteria wandte den Kopf und schaute etwas überrascht zu Sabine, welche gerade dabei war, beide Hände vor ihren Mund zu halten. Günni hin dessen, lächelte eher ruhig vor sich hin, war dennoch amüsiert.
„Eine Freundin von dir?“
Gretchen hielt ihren Blick weiterhin auf Sabine und grinste automatisch. „Könnte man schon fast meinen.“
Sabine kicherte immer noch und Gretchens Lächeln wich ganz langsam von ihren Lippen. Ihre Gedanken gingen über zu Marc, der mit seinen Eltern in einem Zimmer gefangen war.
Sie beobachtete Günni, wie er einen Löffel mit Schokoladenmousse hochhielt und darauf zeigte. Sabine schüttelte es wiederum vor Lachen und als Günni Anstalten machte, den Löffel in ihren Mund zu schieben, lachte auch er auf.

Oh Gott. Die sind ja noch kitschiger als bei Romeo und Julia. Obwohl…wenn ich so an Marc denke...


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Fran Offline

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29.07.2010 22:43
#170 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Gretchen denkt an Marc...nur an was genau? Dank Verena kriegt ihr jetzt Gretchens Vorstellung von einem richtigen Essen Den nächsten Teil gibt es dann Samstags. Schleumel wird den dann reinstellen :) Danke an alle Kommischreiber und Leser ich hoffe ihr habt genügend Geduld bis dann und dass euch dieser Teil etwas...err..beruhigen wird

http://www.youtube.com/watch?v=y4aIUXifo3I
http://www.youtube.com/watch?v=3ZayGR8OWvI
http://www.youtube.com/watch?v=Vw_bBbwMxC4&feature=related

Gretchen lief langsam zum Tisch in der Cafeteria an dem nur Marc sass. Dieser stocherte etwas lustlos in seinem Schokomousse, hob dann aber langsam den Kopf und sah Gretchen. Diese schritt, mit Wind im Haar und einem engelsgleichen Lächeln auf den Lippen, auf ihn zu.
Der Löffel rutschte ihm aus der Hand, genauso sehr wie seine Gesichtszüge, welche ihm entfielen. Sein Mund klappte auf und er schaute sie an, als ob sie das schönste Geschöpf auf Erden war.
Gretchen, die ein luftiges Sommerkleid trug, biss sich auf die Lippe und schaute zu Marc, und dann auf den Dessert vor ihm.
Marc folgte ihrem Blick und schaute dann, mit einem einseitigen Lächeln hoch. Wenige Fransen hingen ihm in die Stirn und er nickte in seine Richtung.
Gretchen verstand sofort und liess sich langsam auf seinem Schoss nieder.
Marc zog seinen Kopf ein Stück zurück, obwohl ihr Gesicht immer noch nahe an seinem war. Er hatte den Mund leicht geöffnet und Gretchen schob ihre Hände vorsichtig und langsam über seine Schultern und schloss ihre Hände hinter seinem Nacken zusammen.
Marc hielt ihrem Blick stand, und währenddessen er sie mit einer Hand hielt, hob er mit der anderen die kleine Schale Mousse hoch.
Sofort biss sie sich wieder auf die Lippe und schaute auf das Dessert zu seiner Hand. Gretchen war so frech und strich mit ihrem Finger über die Oberfläche des sündigen Mousses. Daraufhin schob sie diesen Finger langsam in ihren Mund und leckte die Köstlichkeit ab.
Marc beobachtete dies mit einem ruhigen Lächeln auf den Lippen, diese immer noch ein Stück geöffnet. Gretchen biss sich wiederum auf die Lippen, tat dasselbe nochmal und hielt dann ihren Finger vor Marcs Mund. Dieser zögerte keinen Moment und umschloss ihren Finger mit seinen sanften Lippen. Seine Zunge strich über ihren Finger und leckte somit das Mousse gänzlich weg.
Gretchen atmete etwas unruhig aus, als er ihren Blick immer noch aufrecht hielt. Langsam zog sie ihren Finger zurück, strich mit diesem aber über seine Unterlippe.
Marc schnappte sanft nach diesem, was ihr Lächeln noch grösser erschienen liess.
Wiederum strich sie über die Oberfläche des Mousses, hob den Finger hoch und führte ihn zu ihren Lippen. Dieses Mal verteilte sie jedoch die Schokolade über ihre Lippen.
Marc biss sich für einen Moment auf die seinen und liess seine Hand, welche bisher auf ihrer Hüfte geruht hatte, ihren Rücken empor streichen.
Gretchens Atmung wurde sofort nervöser und sie genoss jede kleine einzelne Berührung seinerseits. Seine Hand fand seinen Platz in ihrem Nacken, zwischen ihren goldenen Locken, woraufhin er sie sanft gegen sich drückte. Er schob seinen Kopf nach vorne und fing an die Schokolade langsam und genüsslich von ihren Lippen zu lecken.
Gretchen schloss die Augen und es vergingen nur wenige Sekunden, bis ihre Lippen seine Zunge umschlossen.
Marc lächelte und verschloss ihren Mund nun mit seinen Lippen. Vorsichtig, fast scheu und langsam leckte er die Schokolade weg und strich mit seinem Mund über ihren.
Gretchen liess ihre Hände über seinen Nacken wandern, und sie drückte sich noch enger an ihn. Sein Kuss beraubte sie jeglicher Sinne und schon bald musste sie feststellen, dass er die Kontrolle über ihren Körper hatte.
Marc tastete mit seiner freien Hand nach dem Mousse, liess dieses zu Boden fallen und drückte Gretchen ein Stück nach vorne. Mit einer schwungvollen Bewegung seines Armes fegte er den Tisch leer und drückte Gretchen soweit nach vorne, bis diese mit dem Rücken auf dem kleinen, weissen Tisch lag.
Marc unterbrach den Kuss und schaute sie verliebt und ernst zugleich an.
Gretchen zog ihre Hände ein Stück weit zurück und strich mit ihren Fingern über seine Wangen, seinen Hals und umschloss sein Gesicht daraufhin mit ihren Händen.
Nach nur wenigen Sekunden senkte er seine Lippen wiederum auf die ihren und Gretchen seufzte auf, als sie die seinen endlich wieder spürte. Marcs Hände lagen neben ihrem Gesicht, woraufhin eine jedoch langsam ihre Wange berührte.
Gretchen begann sich seinem Körper entgegen zu strecken, wollte ihm so nahe sein wie möglich.
Marc schien dies ebenfalls zu fühlen – seine Hand, welche noch an ihrer Wange geruht hatte, strich ihrem Körper entlang nach unten, über ihre Brust bis hin zu ihrem Bauch.
Wiederum unterbrach er den Kuss, liess seine Lippen jedoch an ihren Hals hinuntergleiten. Gretchen schätzte dies, da sie so Zeit hatte um genügend Luft zu holen. Seine Lippen strichen nur über ihr Ohr und als sie seine raue Stimme hörte, schauderte es sie am ganzen Körper. „Du schmeckst besser als jede Mousse…“

„…Gretchen?“
Diese seufzte. „Und du erst…“
Florian lehnte sich ein Stück nach vorne und schaute sie aus schmalen Augen an. „Alles in Ordnung bei dir?“

Was? Oh das…oh.

Gretchen blinzelte ein paar Mal und schaute ihn das besorgte Gesicht von Florian. „Was ist los?“
„Ich habe gesagt dass die Spaghetti wirklich gut sind…“, meinte dieser und schaute mit erhobenen Augenbrauen auf, „und du hast dann…“
„Die Spaghetti.“, wiederholte Gretchen und nickte dann schwer, ehe sie den Blick auf den Teller richtete, „ja die…sind…italienisch.“
Florian hielt einen Moment inne, legte dann aber die Gabel beiseite. „Wirklich alles in Ordnung? Ich hatte das Gefühl du…naja…wirkst nicht wirklich glücklich, aber dann…“
„Was? Ich bin glücklich.“, antwortete Gretchen automatisch und machte sich wieder an ihre Spaghetti, „ich bin sogar so glücklich, dass ich nicht mal…Dessert brauchte.“

Wortwörtlich.

Florian verzog seine Lippen zu einem einseitigen Lächeln und nickte.

Gut. Werde zukünftig nicht mehr am Tag träumen. Und…die Hände von Mousse lassen..

„Bist du dir bewusst, dass solches Verhalten speziell dann auftaucht, wenn das eigentliche Gewollte sich nicht mit den gedanklichen Gängen oder Wünschen vereinbart?“
Gretchen machte sich gerade dabei etwas unschlüssig die Spaghetti im Teller hin und her zu schieben, als sie wieder aufschaute. „Wie bitte?“
„Der impulsive-“
„Nein, nein.“, antwortete Gretchen schnell und schüttelte leicht den Kopf, „ich verstehe ihr…dein, Therapiegerede nicht. Ich war noch nie bei einem, also kenn ich die Sprache auch nicht.“ Sie kräuselte die Nase lächelnd und wandte sich wieder ihren Spaghetti zu, „wüsste auch ehrlich gesagt nicht, was ich da zu…erzählen hätte.“
Florian legte das Besteck an den Rand seines Tellers und verschränkte die Hände ineinander. „Das bedeutet soviel dass du theoretisch gesehen so glücklich bist, dass du den längsten Tag singend auf einem Bein hüpfend könntest.“
Gretchen lachte leise auf. „Was praktisch gesehen komplett überbewertet wird.“
„Und das du theoretisch gesehen, das könntest aber nicht kannst, weil dir das passende Lied fehlt.“
„Auch das ist praktisch gesehen überbewertet.“, antwortete Gretchen und presste die Lippen zu einem möglichst überzeugenden Lächeln zusammen, „ich habe so viel Musik im Leben das glaubst du nicht. Ich glaube ich besitze sogar einen eigenen Soundtrack.“
„Ah ja?“, fragte Florian amüsiert und nahm sein Besteck wieder zur Hand, „da bin ich ja gespannt.“
Gretchen schaute ihn einen kurzen Moment an, ehe er aufschaute und sie fragend, aber immer noch lächelnd aufschaute.
„Ja äh…also ich seh ja nicht aus wie eine Jukebox, ich kann da jetzt nicht einfach…singen.“
Florian rollte eine neue Rolle Spaghetti auf. „Wie ich sagte. Das eigentliche Gewollte vereinbart sich nicht mit den gedanklichen Wünschen.“

Was sollte denn das jetzt wieder heissen? Dass ich zu wenig Taktgefühl besitze? Dass ich überhaupt kein Taktgefühl besitze? Hatte gerade einen Tagtraum in dem Elvis Presley sang!
Pha. Ich bin glücklich. Jetzt erst recht.


http://www.youtube.com/watch?v=y4aIUXifo3I

Blöde Therapeuten.


danke an schleumel & Kate :) XD

schleumel Offline

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31.07.2010 18:03
#171 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

soooo hier ist für euch alleeeeeeee: frans neuer teil
habt spaß damit


„Also Bärbel, du weißt doch ganz genau dass das nicht möglich ist.“, erwiderte Franz vehement und lief hinter seinem Schreibtisch hervor, währenddessen er wild mit seinem Arm gestikulierte, „ich kann doch momentan nicht weg, Meier liegt flach und Gretchen ist meines Erachtens noch nicht so weit.“
„Franz, jetzt geh doch nicht so streng mit ihr ins Gericht.“, antwortete Bärbel und wandte sich mit der Tasche auf den Knien zu Franz um, „ich persönlich glaube, dass sie eine Woche die Klinik ganz gut im Griff hätte.“
„Bärbel du weißt genauso gut wie ich, dass sie nicht mal ihr eigenes Gefühlsleben im Griff hat.“, entgegnete Franz etwas weniger vehement, lief hin und her und verzog die Lippen, „vor allem da Meier noch verwundet ist.“
„Ja aber…“, begann Bärbel und legte die Stirn in Falten, „hat sie uns denn nicht gesagt, dass sie gar nicht mehr-?“
„Na ja.“ Franz presste die Lippen aufeinander und schaute seine Frau vielsagend an, „ich sehe ja nicht alles in dieser Klinik, aber was ich zu sehen kriege, ist mehr als eindeutig.“
Bärbel liess die Schultern hängen, seufzte tief und schüttelte den Kopf. „Ach herrje. Das arme Kind.“
„Hm.“ Franz blieb stehen und zuckte mit den Schultern, „vielleicht wird er’s diesmal auf die Reihe kriegen. Zeit wird’s langsam.“
Bärbel schaute mit grossen Augen auf. „Meinst du wirklich?“
Wiederum zuckte Franz mit den Schultern und lief zurück zu seinem Schreibtisch, worauf Bärbel langsam anfing zu nicken und wieder nach vorne schaute. „Vielleicht…vielleicht hat ihn die Sache mit dem Schuss die Augen geöffnet.“
„Den Schuss hat er doch sowieso.“, erwiderte Franz brummelnd und liess sich auf dem Sessel nieder.
„Vielleicht sollten wir ihm wirklich noch eine Chance geben.“ Bärbel legte einen Finger vor die Lippen und schaute für einen Moment auf einen Punkt hinter Franz, bis sie ihn wieder anschaute, „ja. Das machen wir. Und wenn der unserer Margarethe wieder das Herz bricht, dann kannst du ihn immer noch feuern.“
„Aber das ist mein bester Oberarzt.“, entgegnete Franz schnell, mit grossen Augen und verwundertem Gesicht.
„Franz.“ Bärbel lehnte sich nach vorne, hob beide Augenbrauen und schaute ihn fragend an, „was ist dir wichtiger. Die Klinik, oder unsere Raupe.“
„Ja also…“, begann Franz, worauf Bärbel ihn jedoch unterbrach und munter weiterredete. „Genau. Und wenn du willst, dass unsere Tochter und deine Familie glücklich ist, dann bist du auch bereit, ein Opfer zu bringen. In diesem Fall, dass du die Leitung für eine Woche jemand anderem gibst.“
Franz lehnte sich im Sessel zurück und wog unschlüssig und mit gekrauster Stirn seinen Kopf hin und her. „Ach Bärbel, ich weiss nicht.“
„Eine Woche Franz, ich bitte dich. Was soll denn da schon bitte passieren, hm?“

„Was soll denn das heissen, ‚es kann nicht viel passieren!’“, wiederholte Gabi zischend und zeigte auf das Büro neben sich, als sie zu Mehdi schaute, der vor ihr stand, „wenn ich denen alles erzähle, dann-“
„Dann sind Sie besser dran, als gar nie.“, unterbrach Mehdi sie und hob beide Augenbrauen.
Gabi schien immer noch unschlüssig, worauf er seufzte, ihren Arm umfasste und sie ein paar Schritte abseits seines Büros führte. „Jetzt überlegen Sie doch mal. Wenn Sie nichts machen, dann hat Frank noch einen Trumpf in der Hand. Und zwar dass die Polizei seine Geschichte zuerst hört und es dann Aussage gegen Aussage steht.“
„Aber das wird es doch sowieso.“, erwiderte Gabi und schaute mir gekrauster Stirn auf.
„Ja, aber so wären Sie klar im Vorteil.“, antwortete Mehdi und gestikulierte mit seiner freien Hand vor sich hin, „Sie zeigen Kooperation, ein schlechtes Gewissen und vor allem, dass Sie wollen, dass der Typ hinter Gittern kommt.“
Gabi presste die Lippen zusammen, verschränkte die Arme vor der Brust und schaute auf einen Punkt vor ihr. „Ich weiss gar nicht wie der Kerl aussieht.“
„Aber Sie wissen mehr als alle anderen.“
Sie holte tief Luft durch die Nase und schaute hoch in das Gesicht ihres Chefes, dass sie fragend anschaute. Nach ein paar Sekunden wanderte ihr Blick zu der geschlossenen Tür seines Büros, hinter dem die Polizisten warteten.
„Also?“
Gabi seufzte wiederum und nickte dann knapp. „Na gut.“

Als Gretchen nach dem Mittagessen das Schwesternzimmer betrat, hörte sie schon von weitem, wie Sabine in ihren Erzählungen versunken war.
„…haben wirklich Humor, das liegt wahrscheinlich an den Patienten. Und wenn er lacht, dann hat er so kleine…kleine Grübchen, die bilden sich genau hier, sehen Sie?“
Gretchen legte die Stirn in Falten und schaute nicht minder überrascht, als sie Doktor Hassmann mit einer Tasse Kaffee am kleinen, runden Tisch sitzen sah. Als diese Gretchen bemerkte, stand sie auf und rollte mit den Augen. „Na endlich. Ich hab grad gedacht mein Kaffee kommt mir gleich wieder hoch.“
„Äh…?“ Gretchen zeigte fragend auf Sabine, aus deren Augen Herzchen ins Nichts schossen und die glücklich auf dem Stuhl sass.
„Scheissärzte.“, erwiderte Hassmann mit verzogener Nase und zeigte mit der Tasse auf Sabine, „und mich vergisst man wieder oder wie?“
Gretchen presste die Lippen aufeinander und deutete ein Schulterzucken an, das Doktor Hassmann jedoch nicht mehr beachtete. Sie schob sich an Gretchen mit einem genervten Stöhnen vorbei und verliess das Zimmer.
Gretchen klatschte daraufhin die Hände zusammen und drehte sich zu Sabine um. „Und?“
„Oh Frau Doktor, er ist so charmant.“, erwiderte Sabine sogleich und schüttelte seufzend den Kopf, „und so lustig, er hat mich…ständig zum lachen gebracht.“ Sie zog den Kopf zwischen die Schultern und fing wieder an zu kichern.
„Ja das…hat man gemerkt.“
„Oh wirklich?“, fragte Sabine und auf einmal wurden ihre Augen gross, „aber wir waren doch nicht zu laut, oder?“

Das ich meinen Gesprächspartner nur zur Hälfte verstanden hatte, erwähne ich jetzt lieber nicht.

Gretchen schnaubte grinsend auf und winkte ab. „Ach was, Quatsch.“

Obwohl, eigentlich war es ja eher Marcs Schuld…

„Wie war denn ihr Mittagessen Frau Doktor?“, fragte Sabine nun mit einem weiten Grinsen, „ich hab gesehen wie Sie den Doktor Stevenson mal ganz…verliebt angeguckt haben, mögen Sie den Doktor jetzt auch noch?“
„Was?“, fragte Gretchen halb erschrocken, halb geschockt und mit grossen Augen, „Schwester Sabine, ich darf doch bitten!“
„Entschuldigen Sie…“, erwiderte sie und fing wieder an zu kichern, „ich hab nur einmal gesehen, wie Sie ganz…verliebt geguckt haben.“
„Jaa.“, antwortete Gretchen, hob die Augenbrauen und nickte möglichst überzeugend, „aber das war…garantiert nicht wegen Stevenson.“
Währenddessen wanderte Sabines Blick zum Türrahmen und sie öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch Gretchen ignorierte sie gekonnt.
„Und überhaupt Sabine, ich verlieb mich doch nicht gleich in jeden Arzt, also bitte! Wo würde denn das hinführen. Stevenson ist…wirklich sehr nett und aufmerksam, aber sollte doch jedem klar sein, dass ich nur…also das ich nur…einen will.“ Sie schloss eher schmollend und legte den Kopf schief.
„Und das wäre?“
„Natürlich-“, begann sie, wandte sich um und schaute erschrocken auf die Person im Türrahmen, „Florian!“
Dieser kratzte sich grinsend hinter dem Ohr und zuckte dann mit den Schultern. „Da fühl ich mich jetzt glatt geehrt.“
Sabine presste die Lippen zusammen und schaute von Gretchen zu Doktor Stevenson.
Erstere fing an peinlich berührt zu lachen und strich sich eine Strähne hinter die Ohren. „Nein so…hab ich das dann eigentlich auch nicht gemeint, ich meinte ja eher dass ich dich…also dass ich…“ Sie verzog die Lippen und schaute auf die Uhr, deren Zeiger kurz nach eins zeigten, „dass wir jetzt gehen sollten.“
Gretchen klopfte auf die Anrichte und zeigte dann auf die Uhr. Sie zuckte mit den Schultern und wollte sich gerade an Stevenson vorbeischieben, als Sabine hinter ihnen aufstand. „Ah Frau Doktor, warten Sie. Der Professor hat angerufen und gesagt, wir sollen uns alle bei Doktor Meier im Zimmer einfinden.“
Gretchen legte die Stirn in Falten und schaute sie fragend an, worauf Sabine aber nur die Schultern zuckte. „Er hat gesagt es…wäre wichtig?“


I don't want any blöde smiles!

Fran Offline

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01.08.2010 23:43
#172 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo ihr Lieben! Die Schweiz hat mich wieder :) Danke an alle Kommischreiber und Leser, jetzt schnell das neue Kapitel für euch :) Ich werde alle anderen Stories morgen kommentieren Schlaft schön!

Als Gretchen die Türe zu Marcs Zimmer öffnete, hatte sie vermutet, nur den Patienten an sich im Zimmer zu finden. Das Gegenteil bewies jedoch Elke, die beim Fenster stand, die Augen geschlossen hatte um sich mit der kleinen Handtasche Luft zuzuwinden.
Oliver hatte eine Hand auf ihre Schulter gelegt und tätschelte diese tröstend.
„Oh Ent…schulding, wir wollte nicht stören.“, sagte Gretchen und schaute abwechselungsweise von Elke zu Marc, der die Lippen zusammen presste und die Augenbrauen erhoben hatte. „Tust du nicht. Komm rein.“
Gretchen schaute kurz zu Sabine, die hinter ihr den Raum betrat und mit den Schultern zuckte. Gretchen schob ihre Hände in die Kitteltaschen und lief langsam zu Marc hinüber, der sich mit dem Daumen an der Stirn kratzte.
„Was ist denn passiert?“, fragte sie leise und lehnte sich ein Stück hinunter.
„Sie hat mir erzählt dass mein Vater wieder bei ihr wohnt.“
„Ach.“, erwiderte Gretchen etwas irritiert, fuhr aber leise weiter, „und das…hat sie dann so sehr selber überrascht, dass sie frische Luft braucht.“
„Ich glaube sie hat es selber gerade realisiert, dass er tatsächlich wieder bei ihr wohnt.“, erwiderte Marc und hielt seinen Blick kurz auf seine Mutter gerichtet, ehe er ihr sein Gesicht zuwandte, „warst du schon bei der Polizei?“
„Noch nicht…“, erwiderte Gretchen leise, biss sich auf die Lippe und liess sich langsam auf der Kante des Bettes nieder, „ich hab sie noch gar nicht gesehen, bin erst gerade vom Mittagessen gekommen.“
„Ich hoffe was Besseres als den Frass den ich vorgesetzt bekomme.“, erwiderte er mürrisch und nickte auf das Tablett auf dem kleinen, beweglichen Tisch neben seinem Bett.

Oh, was viel besseres. Was ungeheuerlich besseres, das Beste was es überhaupt gibt, die ultimative Steigerung von be-

„Hast du schon wieder Hunger oder warum sabberst du jetzt?“
„Was?“ Gretchen schlug sich eine Hand vor den Mund und schaute mit geschockten Augen zu, wie Marc grinsend aufschnaubte. Er hob die Augenbrauen, behielt das sanfte Grinsen auf den Lippen und schaute kurz auf die Bettdecke. „Ist schön verständlich in meiner Nähe, keine Panik.“
„Mann Marc, es geht nicht immer nur um dich.“

Lüge.

„Nein?“
Gretchen reckte ihr Kinn und hob die Augenbrauen. „Nein.“

Doppelte Lüge. Ich komme in die Hölle.

„Hm, wenn du meinst.“ Marc wandte seinen Blick ab und schaute wieder zu seinen Eltern.
Gretchen liess die Schultern hängen und schaute ihn mit offenem Mund an.

Boah. „Wenn du meinst“? Was soll denn das jetzt wieder bedeuten? Dass es ihn gar nicht interessiert? Bin ich nicht interessant? Bin ich vielleicht langweilig?

Gretchen biss sich auf die Lippe, schaute auf den kleinen Nachtisch und griff kurzerhand nach Marc’s Wasserglas.

Bin nicht langweilig. Bin sogar sehr interessant. Ich wette ich bin sogar so interessant, dass er nur so tut als ob ich es nicht sei, nur um nicht zuzugeben zu müssen, wie unglaublich er mich eigentlich findet.

Gretchen nippte an dem Wasserglas und platzierte es daraufhin zwischen ihren Händen auf ihren Knien. Sie strich sich mit einer Hand eine Strähne nach hinten und schaute dann kurz zu Sabine, welche an der Wand stand und in den Raum hinein schaute. „Sabine, seien Sie bitte so nett und schauen mal wo mein Vater steckt?“
„Natürlich Frau Doktor.“, antwortete Sabine, schenkte ihr ein Lächeln und verliess den Raum.
Gretchen verzog die Lippen und schaute dann wieder zu Marc. Sein Oberkörper lag immer noch frei, seine Haare waren etwas zerzaust und einzelne Strähnen lagen in seiner Stirn.
„Wie fühlst du dich?“
Marc strich sich mit einer Hand über den Verband, holte tief Luft und wandte ihr wieder seinen Blick zu. „Keine Ahnung, die sollen machen was sie wollen. Sind alt genug.“
„Ich…meinte eigentlich deine Verletzungen.“, erwiderte Gretchen und verzog ihre Lippen zu einem schwachen Lächeln.
„Die körperlichen oder mentalen?“
„Die…“, begann Gretchen, liess dann die Schultern hängen und schaute ihn missverstanden an, „was, gibst du jetzt plötzlich du dass du was am Kopf hast oder wie?“
„Ja was würdest du bitte an meiner Stelle machen?“, fragte er klar, hob die Augenbrauen und zeigte vehement auf seine Eltern, „ich kann ja nicht mal wegrennen weil ich ans Bett gefesselt bin!“
„Marc.“, sagte Gretchen leise und mit tadelndem Unterton.
„Was?“, fragte dieser zurück und schaute sie mit erhobenen Augenbrauen an.
Gretchen seufzte, warf Marcs Eltern einen kurzen Blick zu, rutschte dann ein Stück nach vorne und nahm seine Hand zwischen ihre.
Er schaute nur kurz überrascht nach unten, ehe seine Augen schnell zu seiner Mutter huschten und wieder zurück.
„Ist doch…eigentlich ganz schön wenn sie wieder zusammen sind, oder nicht. Vielleicht…gibst du ihnen noch ne Chance.“
„Ja klar.“ Marc schaute ungläubig zur Seite, doch Gretchen schob ihren Kopf ebenfalls in diese Richtung. „Ich glaube dein Vater ist doch…ein ganz anständiger Kerl oder nicht.“
„So anständig wie ich es bin ja.“, erwiderte Marc ironisch, verzog seine Lippen zu einem gekünstelten Lächeln, was jedoch nach einer Sekunde wieder erlosch.
„Also ich finde dich…anständig, nicht immer aber…also eigentlich…fast nie, aber wenn du mal deine 5 Minuten hast, bist du doch…relativ anständig.“
„Hasenzahn.“
„Ja?“
Marc blinzelte ein paar Mal, ehe er sie klar und ernst anschaute. „Wenn du mich noch einmal als anständig bezeichnest, dann-“
„So!“
Die Türe wurde mit einem Ruck aufgerissen und bei dieser plötzlichen Bewegung, liess Gretchen Marcs Hand wieder los.
Dieser presste kurz die Lippen zusammen und schaute mit fast wehleidigem Blick auf seine und die ihre Hand, welche nun getrennt lagen.


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Fran Offline

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02.08.2010 16:48
#173 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Leeute, es freut mich riesig, gefällt euch die Story :) Und das ich die Charaktere anscheinend gut tüpfe, freut mich auch Da es das Wochenende eher ruhiger war, kommt jetzt bereits auch schon wieder der nächste Teil :) Hierbei vielleicht eine Anmerkung, da ihr Zuckerholisiert seit, oder so...soviel sei gesagt: bald müsst ihr euch anschnallen Lieben Dank an alle und viel Spass!

„Bitte entschuldigen Sie alle die Verspätung, es gab noch etwas anzuschauen.“, meinte Franz, hielt den Türgriff in der Hand und machte mit der freien Hand eine einladende Bewegung, „Butterböhnchen, bitte…Florian…Schwester Sabine. Sehr gut.“
Als alle im Raum waren, schloss er die Türe und richtete seinen Kittel. „Ich bin froh dass wir alle kurz die Zeit gefunden haben, um etwas zu besprechen.“
Bärbel presste die Lippen zusammen und hob keck die Augenbrauen, als sie Elke am Fenster erkannte. Dessen Blick verfinsterte sich ebenfalls und sie hörte auf, mit ihrer Handtaschen neben ihrem Gesicht zu wedeln.
Florian verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich an die Wand neben Franz und zwinkerte Gretchen freundlich zu. Diese erwiderte das Lächeln, senkte ihren Blick aber relativ rasch.
Marc hatte die Augenbrauen erhoben und schaute ungläubig und unsicher zwischen Gretchen und Florian hin und her.
„Der Grund warum wir uns hier eingefunden haben, liegt bei mir und…meiner Frau, da wir uns für eine kurze Zeit abmelden möchten. Dies aus…ja, verschiedenen Gründen, wie-“
Marc lehnte sich ein Stück zu Gretchen nach vorne, den Blick kühl auf sie gerichtet. „Hat der dir gerade zugezwinkert.“
Gretchens Herz machte einen Hüpfer. „Hat er nicht, halt die Klappe, mein Vater redet.“
Marc schaute sie an, als ob er vor den Kopf gestossen wurde, lehnte sich wieder im Bett zurück, hielt seinen Blick jedoch unscheinbar auf ihr gerichtet.
Gretchen fühlte wie es ihr wärmer und wärmer wurde, vor allem, da Florian sie stets anlächelte und Marc sie regungslos anstarrte.
„…somit würde ich gerne eine, sagen wir, spontane Auszeit nehmen. Ich kann Sie jedoch beruhigen, es handelt sich nur um eine Woche.“, fuhr Franz fort und schaute in die Gesichter von Gretchen, Marc, Florian und Schwester Sabine, „ich habe Sie alle hinzugezogen da es mir erscheint, dass Sie vier einen…recht grossen Einfluss auf den Tagesablauf des Krankenhauses haben.“
Auf Sabines Gesicht erschien ein stolzes Lächeln und sie streckte automatisch den Rücken durch.
„Nun geht es darum, wer in meiner Abwesenheit, meinen Posten vertreten wird.“
Marc’s Blick liess von Gretchen ab und er schaute immer noch mit hochgezogenen Augenbrauen zum Professor.
„Das wird ja wohl keine Frage sein.“
Alle Augenpaare wanderten zu Elke, die keck in die Runde und zu Franz schaute, bevor sie eine simple Handbewegung vollführte. „Natürlich wird derjenige Marc sein. Kein anderer ist so qualifiziert wie er.“
„Ja, ja das…habe ich mir eigentlich auch gedacht.“ Franz verschränkte die Hände ineinander, wackelte etwas unsicher auf seinen Beinen und schaute mit einem nervösen Lächeln zu Marc, ehe er einen Finger hob, „eigentlich.“
„Eigentlich.“, wiederholte Marc und schaute ihn ruhig und fragend zugleich an.
„Nun, ich glaube wir sind uns der momentanen Lage alle bewusst, und ich muss auch nicht viele Worte darüber verlieren.“, sagte Franz und zeigte mit der Hand zu Marc, „mein bester Oberarzt ist ans Bett gefesselt und hat somit nur…wie soll ich sagen, eher wenig Einfluss auf das Tagesgeschehen.“

Wenn der wüsste. Marc könnte auf der anderen Seite der Welt sein und würde meinen ganzen Tagesablauf beeinflussen.

„Sag jetzt bloss nicht, dass das ein Hindernis sein sollte.“ Elke hob eine Augenbraue und schaute Franz kühl an, „nur weil er körperlich geschädigt ist, heisst das noch lange nicht, dass er das Nötige nicht im Kopf hat.“
„Nun ja.“ Bärbel schaute mit erhobenen Augenbrauen in die Luft, was Gretchen dazu veranliess, ihrer Mutter einen bösen, vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen.
„Ja?“ Elke schaute Bärbel fragend an und setzte ein gekünsteltes Lächeln auf die Lippen, „wollten Sie vielleicht etwas sagen, Frau…Haase?“
Bärbel schnaubte auf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Dazu muss man gar nicht viel sagen, Frau Fischer. Ist doch klar, dass die Kinder immer nach den Eltern kommen, oder?“
„Bärbel…!“ Franz schaute seine Frau warnend an, doch diese hatte den Blick immer noch Elke zugewandt. „Und es ist wohl allen klar, dass Doktor Meier sein Handwerk wohl beherrscht, aber wenn es um andere Dinge geht, ist es wohl auch klar, woher die stammen.“
Gretchens Blick huschte zu Marc, doch der schaute ihre Mutter immer noch ungerührt an.



„Oder besser gesagt, nicht stammen!“ Bärbel hob einen Zeigefinger und nickte eifrig.
„Frau Haase.“ Elke schnaubte gekünstelt lachend auf und stiess sich vom Fensterbrett ab, worauf Olivier etwas unsicher seine Exfrau beobachtete, „ich denke mein Sohn kann sich glücklich schätzen, dass er von mir grossgezogen wurde und nicht von gewissen anderen…nun ja…“ Sie schaute an Bärbel hinunter und hob dann abwertend eine Augenbraue, „Personen in diesem Raum.“
Nun meldete sich Marc mit einem gepressten Lachen und unkontrolliertem Kopfnicken zu Wort. „Also Mutter, das-“
„Wagen Sie es nicht Frau Fischer, wagen Sie es nicht, meine Tochter zu beleidigen!“, erwiderte Bärbel forsch und machte ebenfalls einen Schritt nach vorne.
„Bärbel…!“ Franz schloss seine Hand um deren Oberarm und zog sie ein Stück zurück, „jetzt bitte mach hier keinen Aufstand!“
Gretchen kratzte sich mit einer Hand an der Schläfe und senkte beschämend den Blick.
„Also Franz bitte!“ Bärbel stampfte mit dem Fuss auf und ballte ihre Hände zu Fäusten, „denkst du ich schaue einfach so zu, wie diese…diese ungehobelte Person unsere Tochter angreift?“
„Äh also ich…fühl mich eigentlich nicht-?“
„Margarethe bitte, wir unterhalten uns!“
Gretchen liess die Schultern hängen und seufzte gepeinigt aus. Ihr Blick huschte hinüber zu Florian, der die Szenerie relativ ruhig beobachtete.
Marc lehnte sich wieder ein Stück nach vorne, sodass er ganz nah an ihrem Ohr war. Sie hörte wie er Luft holte. „Verstehst du jetzt, dass es ziemlich beschissen ist, hier nicht abhauen zu können?“
Gretchens Lippen verzogen sich zu einem schwachen Lächeln und sie schaute zu Marc, der immer noch relativ ruhig und mit gelassenem Gesichtsausdruck dasass.
Gretchen schluckte als ihre Gesichter so nah beieinander waren und ihre Augen taten genau das gleiche, wie die seinen – sie verloren sich in den anderen. Gretchens Herz schlug automatisch schneller und sie sah zu, wie Marc seinen Kopf ein Stück nach vorne schob und ihn wieder zurückzog. Er schluckte ebenfalls, verzog seine Lippen zu einem einseitigen Lächeln und lehnte sich wieder gänzlich zurück.
Zwischenzeitlich schob sich Sabine langsam an der Wand hinter Franz entlang und trat neben Florian. „Lesen Sie eigentlich auch das Horoskop?“


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Fran Offline

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03.08.2010 13:07
#174 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ich muss zugeben, dem schweizer Krümel amüsiert es ziemlich, was ihr alle gegen Stevenson habt Seid nicht gemein, der Mann will vielleicht auch nur ein bisschen Geborgenheit und Liebe und überhaupt...ob das Gretchen sein wird...naaaja. Verraten tu ich nur so viel: Der Zucker wird kommen. Bald. Sehr bald. (Dachdeckergeschirr Kate... ) Wir wissen doch alle, es gibt nur den Einen... Vielen Dank auf jeden Fall an alle

„Also das…jetzt reisst euch bitte zusammen.“ Franz machte einen bestimmten Schritt nach vorne und zupfte etwas unschlüssig an seiner Krawatte rum, „wir wollen ja schliesslich auch nicht ausfallend werden.“
„Sind wir ja nicht!“, antworteten beide Frauen zur gleichen Zeit, worauf sie sich beide scharf anschauten, „ganz abgesehen von Ihnen!“
Beim unisono Klang der Stimmen der Mütter, legte Marc den Kopf kapitulierend aufseufzend in sein Kopfkissen.
„Aaah, das wird so nichts.“, meinte Franz nervös und schaute zwischen den beiden hin und her, ehe er sie zu den beiden Männern wandte, „also bezüglich des Chafarztpostens habe ich mich dazu entschieden, und das…obwohl ich eigentlich Ihnen Meier, sicherlich den Vortritt gelassen hätte-“
Marc hob den Kopf wiederum und schaute den Professor ungläubig an.
„-musste ich mich daher entscheiden, den Posten an Stevenson zu geben.“
„Bitte?“
„Äh…“ Franz schaute sich um und sah wie Elke, Marc und Gretchen ihn mit demselben Gesichtsausdruck anschauten.
„Äh…“, begann Florian und legte die Stirn in Falten, ehe er nach vorne zeigte und ein Lächeln sich über seine Lippen schlich, „Herr Professor ich…fühle mich geehrt, aber ist es nicht besser wenn Doktor Meier…?“
„Ja, was ist mit Doktor Meier?“
Gretchen schaute zu Marc, der Franz wehleidig anschaute und die Stirn unruhig in Falten gelegt hatte.
„Meier ich weiss ja, dass Sie einen hervorragenden Job machen würden.“, stellte Franz klar und warf Elke einen kurzen Blick zu, die ihn zustimmend anschaute, „aber…ich muss jemand haben, den ich auf die Gänge schicken kann.“
„Dann schicken Sie mich doch auf die Gänge!“
Franz schien mit sich selbst ein bisschen zu hadern. „Tut mir leid Meier aber…werden Sie zuerst mal richtig gesund.“
Marc presste die Lippen aufeinander und wandte den Blick ab. Gretchens Hand nahm langsam und sodass es niemand sonderlich merkte, die seine in die Hand. Marc zog die seine nicht weg, aber erwiderte die Berührung nicht wirklich.
„Hmpf.“ Elke verschränkte die Arme vor der Brust und schaute unzufrieden zur Seite.
Florian hatte die Lippen zusammengepresst und schaute etwas unsicher zu Marc und zu Gretchen, die seinen Blick erwiderte. Sie zuckte hilflos mit den Schultern und sah zu, wie ihr Vater zu Stevenson schritt. „Geht das für Sie in Ordnung?“
Florian holte tief Luft und stand aufrecht hin, ehe er nickte. „Natürlich Herr Professor. Ich werde mein Bestes tun.“
„Gut.“ Franz klopfte Florian auf die Schultern und schaute dann zu Marc, „und wenn Sie irgendwelche Hilfe oder…fachmännische Unterstützung benötigen, dann glaube ich, können Sie Meier jederzeit fragen.“
„Solange er noch hier ist und sich nicht aus dem Fenster gestürzt hat.“, brummte Marc leise, worauf Gretchen ihren Druck um seine Hand verstärkte. Er warf ihr einen genervten Blick zu und verdrehte die Augen.
„Also gut…Butterböhnchen, wollen wir dann vielleicht?“
„Ja Franz. Lass uns bitte gehen.“ Sie reckte ihr Kinn, schulterte ihre Tasche neu, warf Elke einen abschätzigen Blick zu und verliess das Zimmer als erste.
Sabine folgte nachdem sie Gretchen und Marc einen letzten Blick zugeworfen hatte.
„Dann gebe ich Ihnen noch die letzten Einzelheiten durch, ja?“ Franz legte eine Hand auf Stevensons Rücken und führte ihn ebenfalls aus dem Zimmer.
„Es ist eine Katastrophe.“ Elke stützte eine Hand in ihre Seite und holte tief Luft, „ich kann nicht verstehen, warum…warum sind Sie eigentlich noch hier?“ Ihr Blick fiel auf Gretchen, die ertappt zurückzuckte und ihre Hand wiederum entfernte. „Oh ich…tschuldigung, ich sollte…dann auch-“
„Nein.“
Gretchen schaute etwas überrascht zu Marc, der wieder nach ihrer Hand griff.
Irritiert schaute sie nach unten und dann wieder hoch. Die Röte schoss ihr ins Gesicht und obwohl ihr diese Berührung einige wohlige Schauer durch den Körper jagte, fühlte sie sich eher unbehaglich.
Die Grösse von Elkes Augen wuchs ins unermessliche und sie presste die Lippen so sehr zusammen, sodass sie nur einen schmalen Strich bildeten. „Marc Olivier….was-?“
„Mutter ich wäre dir sehr verbunden, wenn du jetzt gehen würdest.“
„Was?“ Seine Mutter blinzelte ein paar Mal und schaute von Gretchen zu Marc.
„Elke..“, begann Olivier ruhig und legte beide Hände auf ihre Schultern, „ich glaube der Junge braucht ein bisschen Privatsphäre.“
„Privatsphäre?“, wiederholte Elke einen Ton höher, „das…kann doch nicht dein Ernst sein Marc, ich bitte dich!“
„Doch ist es und jetzt bitte, da ist die Tür.“ Er nickte mit dem Kopf nach links und deutete ihr zu gehen.
„Aber-“
„Elke, die Kinder brauchen jetzt ein bisschen Zeit, komm.“
Gretchens Röte schien sich nur noch zu verstärken, als Olivier und Elke an ihr vorbeiliefen.
„Marc, du wirst von mir hören!“
„Ja hoffentlich.“, erwiderte Marc trocken und schaute zu, wie Olivier die Türe hinter ihnen schloss.

Okayyy…bin jetzt alleine mit Marc. Sollte etwas Schlaues sagen, ihn beruhigen, ihn trösten oder…oder fragen was er im Kopf hat. Also, nicht generell, eher so…spezifisch.


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Fran Offline

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03.08.2010 20:29
#175 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ihr wollt Zucker? Hier habt ihr ihn Ich hoffe es gefällt

http://www.youtube.com/watch?v=8OEJhgonx4Q
http://www.youtube.com/watch?v=tCTP7Qs0UcU
http://www.youtube.com/watch?v=HmHZHcdp6Ko
http://www.youtube.com/watch?v=oJ9-kTrCAuE&feature=related

Gretchen verzog die Lippen und war sich immer noch nicht sicher, was und ob sie etwas sagen konnte. Marc hatte die Stirn in Falten gelegt und schaute angestrengt auf die Bettdecke.
Ihre Hand lag immer noch in seiner, nur rührte sich diese nicht.
Gretchen biss sich auf die Lippen, ehe sie sich dann doch leise zu Wort meldete. „Tut mir leid mit der Stelle…“
Nach ein paar Sekunden reagierte Marc, hob die Augenbrauen und schaute hoch. „Ja kannst ja nichts dafür, ne.“
„Ich weiss…“, erwiderte sie immer noch leise und schaute auf ihre Hände, „es ist trotzdem blöd, du bist vor allem…der kompetentere.“
„Hm.“ Er verzog seinen rechten Mundwinkel zu einem schwachen Lächeln, „danke.“
Gretchen seufzte schwer und liess die Schultern hängen, als sie auf ihre Hand schaute, die sich immer noch in Marc’s befand. „Ich glaub ich hätte es nicht geschafft…Chefarztposten und das alles.“
„Na komm.“, meinte Marc und schaute sie unscheinbar an, „bist ja immerhin die Prinzessin des Krankenhauses, irgendwann wirst du schon noch den Thron besteigen.“
Gretchen schaute auf und ihre Mundwinkel zuckten. „Meinst du?“
„Na klar.“ Er zuckte mit den Schultern und hob die Augenbrauen, „in einer fernen Galaxie bestimmt.“
„Ach komm…“ Gretchen liess den Kopf wieder hängen und schüttelte den Kopf.
Marc legte den Kopf schief, schob diesen ein Stück nach vorne und legte seinen Zeigefinger unter Gretchens Kinn. Somit bewegte er sie zum aufsehen und wenn auch etwas widerwillig, schaute sie ihn schmollend an.
„Du bist nicht nutzlos und nicht unfähig Hasenzahn.“, meinte Marc und schaute sie verständlich an, „gut, du bist…etwas neurotisch, chaotisch und…manchmal besserwisserisch, aber das macht dich aus.“
Gretchen schluckte und schaute ihn an. Er lächelte sanft und legte seine Hand auf ihre Wange, worauf sein Daumen über diese strich. „Und genau das liebe ich an dir.“
Gretchens Mund öffnete sich und sie merkte wie das Blut kribbelnd durch ihren Körper rauschte. Sie blinzelte ein paar Mal um den potenziellen Traum zu vertreiben, doch auch nach wenigen Sekunden, schaute Marc sie immer noch mit der gleichen Sanftheit in seinen Augen an.
„Was?“ Ihre Stimme war leise und brüchig und ohne es zu wollen, merkte sie, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten.
Marc legte die Stirn in Falten und schaute sie ernst und ruhig an. Sein Daumen strich weiterhin sanft und vorsichtig über ihre Wange. „Ich hätte dir das eigentlich schon viel früher sagen müssen.“ Er schaute kurz zur Seite und schaute zweifelnd auf die Bettdecke, „vor allem bevor du den Idioten geheiratet hast.“
Gretchen schaute ihn weiterhin an und erwiderte nichts. Sie merkte wie sich jegliches Gefühl für ihren Körper verabschiedete, nur das feine Rauschen ihres Blutes war spürbar.
„Und ich…war für eine ziemlich…lange Zeit zu blöd um dir…das zu sagen.“, fuhr er stockend fort und schaute dann wieder in ihre Augen, „nur…habe ich das Gefühl dass…man dort sein sollte wo man…eigentlich sein will.“
Gretchen holte tief Luft und sie blinzelte ein paar Mal um die Tränen aus ihren Augen zu vertreiben. Still rannen sie über ihre Wangen.
Marc bewegte seine Hand ein Stück, sodass er die einzelnen Tränen auf ihrer Wange mit seinem Daumen wegwischen konnte. Gretchen schloss für einen Moment die Augen, um sie nur wenige Sekunden später wieder zu öffnen.
Marc schaute sie ernst an und kniff die Augen ein bisschen zusammen.
„Gretchen?“
„J…ja?“
Marc holte Luft und schaute zwischen ihren Augen hin und her. „Ich…liebe dich.“
Gretchens Herz machte einen so schweren Hüpfer, dass sie das Gefühl hatte, es wäre erst einige Etagen tiefer wieder stehen geblieben. Sie verzog ihre Lippen zu einem breiten Lächeln, schüttelte den Kopf und verstärkte somit den leisen Tränenfluss, der nun unaufhörlich zu rinnen schien.
Marc schaute zwischen ihren Augen hin und her, den Mund leicht geöffnet. Er strich mit dem Handrücken über ihre Wangen um die Tränen zu vertreiben, ehe er die zweite Hand hob, ihr Gesicht zwischen seine Hände nahm und sie ein Stück zu sich zog.
Er lehnte seinen Kopf nach vorne und presste seine Lippen vorsichtig auf die ihren. Gretchen hob ihre Hand und legte sie auf seinen Arm, die andere legte sie an seine Wange.
Marcs weiche Lippen küssten die ihren, vorsichtig, etwas zurückhaltend, bis sie nach nur wenigen Sekunden diesen erwiderte. Nach einer Weile, die viel zu kurz war, lösten sie den Kuss langsam und Gretchen schniefte, als sie lächelnd blinzelte. „Ich liebe dich auch du Idiot.“
Marc verzog seine Lippen zu einem einseitigen Lächeln, eher er seine Lippen wieder nach vorne schob und ihre Lippen mit einem Kuss versiegelte.
Nach ein paar Sekunden lösten sie den Kuss und Gretchen strich mit ihrer Hand über seinen Arm. Marc behielt ihr Gesicht in seinen Händen und er lehnte seine Stirn an die ihre.
Gretchen schniefte wiederum und blinzelte noch ein paar Mal um die letzten Tränen zu vertreiben. Marc hatte die Augenbrauen erhoben und schaute sie sanft lächelnd an, ehe sein Blick etwas nachdenklich wurde. Er schluckte und holte Luft ehe er wieder in ihre Augen sah. „Tut mir leid dass es so lange gedauert hat.“
„Nein…“, erwiderte Gretchen leise und lächelte ihn verliebt an, „du hast es jetzt gesagt…“
„Hm…“ Er erwiderte ihr Lächeln und strich mit beiden Daumen über ihre Wangen, „sieht so aus.“
Gretchen holte etwas stockend Luft und sie schluckte wiederum. Das Glücksgefühl in ihrem Körper verteilte sich überall und sein Blick den er auf ihre Augen gerichtet hatte, verstärkte das Gefühl noch mehr.
Marc schob seinen Kopf noch einmal langsam nach vorne und legte seine Lippen vorsichtig auf die ihren. Gretchen schloss die Augen und erwiderte den Kuss vorsichtig.

Ja…das war er. Der Kuss, von dem ich geglaubt hatte, ich hätte ihn schon mehrmals bekommen. Aber jetzt wurde mir bewusst, dass es nur einen gab. Und den würde ich auch nicht mehr hergeben.


danke an schleumel & Kate :) XD

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