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Dieses Thema hat 253 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

23.05.2010 20:55
#76 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Manche würden meinen, die Träume die man hat, wirken sich auf das Leben aus. Meistens sind diese Träume so tiefgründig, dass es eine Weile dauert, bis man diese überhaupt verstanden hat. Meistens ist es dann vielleicht auch schon zu spät. Mein Märchenprinz würde sich jedoch so klar herauskristallisieren, und zwar auf die schönste Art und Weise, die es überhaupt gab.

http://www.youtube.com/watch?v=FN9YLAcT6io

Ein Heuball wurde über die sandige Strasse geweht. Die Luft war trocken und die Sonne stand hoch am Himmel. Das alte Westerndorf schien verlassen.
Ein Pferd, welches an einem Holzbalken angebunden war, scharrte im Sand und schüttelte seinen Kopf um die Fliegen zu verscheuchen. Das Wasserbecken vor ihm war ausgetrocknet.
Der Wind liess einzelne Türen klappernd und knarchzend öffnen und wieder zuschlagen. Vorhänge wurden durch Fenster gewindet.
Das Pferd hatte seine Augen auf die Strasse vor ihm gerichtet. In der Ferne war nur ein Mann zu erkennen – seinen Kopf gesenkt, den braunen, von Sand gezeichneten Cowboyhut ins Gesicht gezogen. Er stand ruhig – seine Hände, die rau und dreckig waren, von seinem Körper abgespreizt, der Strohhalm zwischen seinen Lippen schien sich fast nicht zu bewegen. Die dunklen, fast lockigen Haare klebten an seinem, mit Schweiss bedeckten Nacken.

Auf der anderen Seite, stand ein weiterer Mann. Er kaute langsam und regelmässig auf dem Strohhalm zwischen seinen Zähnen. Der Cowboyhut, ebenfalls von der Natur gezeichnet, war tief in sein Gesicht gezogen.
Seine Finger, die ebenfalls etwas abgespreizt waren, zuckten über seinem Colt.
Langsam schaute er auf. Ein rotes, dreckiges Halstuch war um seinen Hals gebunden. Das Kinn, seine Wangen waren ebenfalls vom Sand gezeichnet. Die grünen Augen wurden zu Schlitzen verengt. Einzelne Strähnen seines braunen Haares klebten an seiner Stirn. Er spreizte und streckte die Finger. Wiederum zuckten Sie über dem Revolver.

Der Mann auf der anderen Seite hob seinen Kopf und schaute mit seinen dunklen Augen auf den Mann, welcher etwa hundert Fuss von ihm entfernt stand. Er wandte kurz seinen Kopf um den Strohhalm auszuspucken. Seine Finger zuckten über seiner Kanone.
Ein weiterer Heuball rollte über die Strasse. Eine Salontüre wurde geöffnet und Gretchen, in einem langen, rötlichen Kleid, lief auf die Veranda. Ihre Haare waren mit einer roten Blume zusammengebunden. Ihr Blick ging von einem Mann zum anderen, hastig rannte sie die wenigen Treppen auf die sandige Strasse.
Das Pferd welches angebunden war, wieherte und zog an dem Seil.
Die Blicke der Männer flogen kurz zu Gretchen, welche von einem zum anderen schaute. Sie schien aufgeregt und besorgt zugleich.
Wiederum schauten sie sich an, duellierten sich mit Blicken auf die Ferne. Der Mann mit den grünen Augen hob langsam eine Hand um den Strohhalm aus seinem Mund zu ziehen. Er leckte sich mit der Zunge kurz über seine Lippen um diese zu befeuchten. Er liess den Strohhalm zu Boden fallen.
Der Mann mit den schwarzen Locken kniff seine Augen zusammen, um den anderen Mann besser sehen zu können.
Ein weiterer Windstoss liess den Sand vom Boden aufwirbeln und blies diesen in sein Gesicht. Das Halstuch, welches um seinen Hals befestigt war, hielt den Sand davon ab, in seine Kleidung zu gelangen. Einzelne Sandkörner flogen in sein Gesicht – er blinzelte, um solche nicht in seine Augen zu bekommen.
Die Kiefer der Männer schienen zu malen und Gretchens Herz raste. Sie machte einen weiteren Schritt nach vorne und zuckte plötzlich zusammen, als die Männer ihre Waffe zogen.
„NEIN!“
Sie hielten inne- vier Augen huschten zu Gretchen. In ihrem Gesicht war die Sorge geschrieben. Die Arme der Männer waren angespannt, die Finger auf dem Abzug, bereit diesen zu ziehen.

„NICHT!“, schrie Gretchen, hob ihr Kleid und lief nach vorne. Ihre Schritte beschleunigten sich, sie rannte so schnell sie konnte in die Mitte der Strasse. Ihre Haare lösten sich und fielen teils auf ihre Schulter. Ihr Unterrock verfing sich beinahe unter ihren Schuhen, doch sie hob diesen nochmals hoch um schneller rennen zu können. Als sie die Mitte erreicht hatte, schaute sie schwer atmend von links nach rechts. Beide Männer hatten immer noch ihre Arme erhoben – die Waffen zeigten somit auf Gretchen.
„BITTE!“, rief sie und schluckte, „BITTE NICHT!“
Die Kiefer schienen wiederum zu malen, die verengten Augenpaare hatten sich auf die Frau in der Mitte der Strasse gerichtet. Es vergingen Sekunden, Sekunden in denen Gretchens Herz raste. Sie schluckte und schaute von einem zum anderen.
Das Pferd hinter dem Mann mit den grünen Augen versuchte sich immer noch loszureissen und bäumte sich wiehernd auf. Wiederum schüttelte es den Kopf.
„STOPT DEN WAHNSINN!“, rief Gretchen schnell atmend. Ihr Blick fiel auf den Mann mit den grünen Augen und sie versuchte ihn eindringlich anzuschauen. Dieser erwiderte ihren Blick und sie bemerkte, wie sein Finger über dem Abzug zuckte. Gretchen schluckte und hielt die Luft an.
Nach weiteren Sekunden schien sich der Arm des Mannes jedoch zu entspannen. Langsam, sehr langsam liess er diesen sinken und Gretchen schloss die Augen, als sie, zutiefst erleichtert, aufseufzte. Der Mann presste die Lippen zusammen, seinen Blick immer noch auf Gretchen gerichtet. Die Waffe zeigte nun auf den sandigen Bogen und seine Augen huschten zu seinem Gegner auf der anderen Seite. Dieser schien etwas unsicher – sein Arm bewegte sich unruhig, er machte einen Schritt nach vorne.
Gretchen wandte den Kopf und hielt wiederum den Atem an. Der Arm des Mannes sank sich langsam. Die Waffe fiel zu Boden, Sand wurde aufgewirbelt. Er schaute zu Gretchen und presste die Zähne zusammen.
Gretchens Lippen verzogen sich zu einem Lächeln und sie schaute, fast erschöpft, zu Boden.

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

24.05.2010 19:41
#77 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Freut mich dass euch der Teil mit dem Traum gefallen hat Jetzt geht es erstmal weiter an der Klassentreffenfront

Gretchen öffnete geschockt die Augen.

Na gut. Es müssen ja auch nicht alle Träume wahr werden. Wäre sowieso abstrus.

Sie schlug die Decke zurück und warf einen Blick auf ihren Wecker auf dem Nachttisch. Die Anzeige zeigte 06.31 Uhr morgens.

Nur schon halbnackt auf einer Wiese töpfern ist blöd. Ganz nebenbei ist es eher unwahrscheinlich, ein Himmelbett auf eine Wiese zu kriegen.

Gretchen band sich die Haare zusammen und lief, in ihrem rosa Schlafanzug die Treppe hinunter. Ihre Eltern waren bereits schon wach – nur Jochen schien noch zu schlafen.
„Morgen.“, meinte sie etwas vorsichtig und setzte sich vor ihren Vater, welcher ihr Lächeln etwas zögerlich erwidert. „Morgen.“
„Na…hast du gut geschlafen?“, fragte Bärbel, ebenfalls mit einem scheuen Lächeln auf den Lippen und hob ihre Kaffeetasse um daraus zu trinken.
„Äh…ja. Ja war eigentlich ganz…gut.“, schloss sie nicht allzu überzeugt und griff nach einem Brot. Sie warf einen Blick auf ihre Eltern, welche sich ruhig dem Essen und Trinken bedienten. Gretchen griff nach der Butter und verzog ihre Lippen. „Und Papa…geht’s dir wieder besser?“
„Natürlich.“, antwortete er und lächelte kurz.
„Das ist…schön.“
Das einzige was zu hören war, war das Klappern des Geschirrs und des Bestecks. Sie tippte mit dem Messer gegen das Brot, bis sie dieses an den Teller anlehnte und seufzte. „Habt ihr euch ausgesprochen oder…schweigt ihr euch seid gestern schon an?“
Franz und Bärbel schauten sich kurz an, bis sich Bärbel räusperte. „Dein Vater und ich haben uns darüber unterhalten was passiert ist und wir…sind zu dem Schluss gekommen dass wir die Sachen die passiert sind akzeptieren und…nach vorne schauen.“
„Ah.“, meinte Gretchen und schaute zu ihrem Vater, „ja das ist…gut.“
„Du hast Frühschicht Kälbchen?“, fragte ihr Vater sie, nachdem er einen Schluck Kaffee genommen hatte.
„Ja ich muss eigentlich auch bald los…muss noch dringend mit Marc ein paar Sachen besprechen.“
„Meier.“, sagte Franz barsch und stellte die Tasche mehr laut als leise auf den Unterteller. Gretchen schaute auf und erkannte, wie rot er wurde.
„Wenn dieser Idiot auch nur ein Wort über…über…“, er wandte den Kopf Bärbel zu, welche die Lippen zusammengepresst hatte und sich ihrem Brötchen widmete, „über das verliert, dann bewahre ihn Gott!“ Er hob das Messer und fuchtelte vor seinem Gesicht damit rum.
„Äh Papa ich glaube dass er…nicht mal freiwillig daran denken würde als es…rum zu erzählen.“, erwiderte Gretchen ruhig und strich langsam Nutella auf ihr Brot, den Blick immer noch auf ihren Vater gerichtet, der die Hand mit dem Messer senken liess. „Gut. Der hat sie doch sowieso nicht mehr alle.“
„Wieso?“, fragte Gretchen unscheinbar und schaute wieder auf.
Franz stellte die Tasse wieder hin und lehnte sich ein bisschen über den Tisch. „Kreuzt hier einfach so am Abend in unserem Haus auf? Ohne Voranmeldung? Schlussendlich ist er wahrscheinlich nur hinter etwas her und wenn, dann kann er also mit Bestimmtheit etwas erleben!“
Gretchen wollte etwas erwidern, doch ihr Vater hob seine Hand und tippte mit dem Messer gegen seine Stirn. „Der hat sie doch nicht mehr alle beisammen hier oben!“
„Franz, jetzt nimm das Messer hinunter…!“, meinte Bärbel tadelnd und ergriff dieses, „wenn du schon etwas nehmen musst, dann nimm die Gabel…“
Gretchen hob die Augenbrauen und schaute ihren Eltern etwas ungläubig zu.
„Ja…entschuldige.“, meinte Franz etwas zerknirscht und legte beide Hände auf den Tisch, bevor er mit dem Finger auf Gretchen zeigte „ich will dir nur gesagt haben Kälbchen, halt dich von ihm fern!“
„Also Papa erstens er ist mein Oberarzt und zweitens…zweitens geht dich das eigentlich gar nichts an, ich bin ja auch alt genug in der Zwischenzeit.“
„Das Kind muss doch auch seine Erfahrung machen Franz.“, meinte Bärbel tadelnd und legte ein Semmelbrötchen mit Aufschnitt auf seinen Teller, „wir können ihr ja auch nicht jede Erfahrung ersparen.“
„Man könnte meinen die Erfahrung mit Peter war genug!“, erwiderte Franz, immer noch ein bisschen hitzig und nahm den Semmel in die Hand.
Gretchen seufzte etwas genervt auf und legte ihr Brot wieder hin. „Ich bin inzwischen über 30 und bin fähig die richtige Entscheidung in Bezug auf…auf gewisse Sachen zu machen.“

Na klar.

„Also bitte.“, fuhr sie fort und schaute in die Gesichter ihrer Eltern, „ihr müsst mir halt schon ein bisschen vertrauen.“
„Dir vertrauen tu ich!“, sagte Franz und nickte mit dem Brot in der Hand, „aber ich traue Meier nicht.“
Gretchen seufzte wiederum und biss einmal in ihr Brot. „Ich geh mal eben duschen.“
Sie legte das Brot auf den Teller und schenkte dem entgeisterten Blick ihrer Mutter keine Beachtung. Gretchen verliess das Wohnzimmer und lief die Treppe hinauf, als ihr Jochen entgegenkam.
„Ist Mama da unten?“, fragte er leise, immer noch im Pyjama und zeigte nach unten.
„Ja…sie sagen sie haben sich vertragen. Oder so was.“, meinte Gretchen etwas ungläubig und schob sich an ihm vorbei, „kannst also ruhig essen gehen.“
Jochen jedoch blieb stehen und legte beide Hände auf das Geländer. „Ich weiss nicht. Ich glaube ich kann Mama nie mehr ansehen.“
Gretchen wandte sich auf der obersten Stufe um und legte die Stirn in Falten. „Hast du es denn…?“
Jochen wandte ihr sein Gesicht zu und nickte langsam. „Vielleicht benötige ich eine Therapie.“
Sie seufzte und lief in ihr Zimmer.

Eine Stunde später rannte Gretchen den Gang entlang, um den Lift zu erwischen, bevor sich dieser schloss. „Oh…hey.“, begrüsste sie Mehdi lächelnd, der gerade die Hand vor seinen Mund gelegt hatte, da er gähnen musste. Er lächelte und nickte ihr zu.
„Das trifft sich eigentlich ganz gut, ich wollte dich etwas fragen.“
Mehdi schaute auf und hob die Augenbrauen. „Ach ja?“
„Ja es…geht um diese Sache…“, begann Gretchen und suchte in ihrer Tasche nach der Einladung, „ich hab mir gedacht dass du vielleicht ein bisschen Abwechslung gebrauchen könntest, so nach all dem was passiert ist.“, erklärte sie und schaute ab und an zu ihm auf, währenddessen sie immer noch am suchen war.
Mehdi schob die Hände in die Kitteltaschen und schaute sie interessiert an.
„Wo ist es denn…“, sagte Gretchen leise und lächelte etwas ertappt auf, „Frauen…müssen auch immer den ganzen Haushalt mitschleifen.“
Der Lift stoppte und Gretchen hörte wie die Türen aufgingen.
„Ah!“
Sie schaute auf und sah zu, wie Marc, in einem blauen Mantel den Lift betrat. „Da bist du ja endlich, wollte noch mit dir reden.“

http://www.youtube.com/watch?v=FN9YLAcT6io

„Äh ja ich…auch mit dir…“, erwiderte Gretchen leise, als sie die Zigarette zwischen seinen Lippen bemerkte.
Marc lehnte sich gegen die Wand und liess die Zigarette auf und ab widmen, als er einen Blick zu Mehdi warf. „Und? Hab gehört deine Frau ist wieder im Land.“
„Marc!“, zischte Gretchen und schaute ihn eindringlich an. Sie schüttelte schnell und fast nicht merklich den Kopf, doch Marc legte nur die Stirn in Falten. „Hast jetzt Schüttelfrost oder was?“
„Boah.“ Sie rollte mit den Augen und schaute dann zu Mehdi, „tut mir leid, ist mir so rausgerutscht…“
„Kein Problem.“, erwiderte dieser und schaute Marc etwas verdriesslich an, „hab auch gehört, du behandelst deine Freundin schlecht?“
„Freundin?“, wiederholte Marc, „welche Freundin?“
Gretchen presste die Lippen aufeinander und stöhnte genervt auf, die Hand immer noch in der Tasche.
„Ah…du meinst Hasenzahn!“, meinte Marc und lehnte sich ein Stück nach vorne, „ja dann weißt du mehr als ich, sag mal Gretchen erzählst du rum wir wären zusammen?“
„Bitte?“, erwiderte diese eine Oktave höher und schaute ihn mit offenem Mund an, „natürlich nicht!“
„Dann seid ihr also nicht zusammen.“, sagte Mehdi und schaute von Marc zu Gretchen, welche durch die Nase ausatmete und dann ein Umschlag aus der Tasche zog. „Was ich dich eigentlich fragen wollte!“ Sie lief einen Schritt nach vorne und stand somit zwischen den beiden, „ob du vielleicht-“
„So jetzt aber!“
Gretchen sah zu, wie ihr eine Hand, welche von hinten erschien, den Umschlag aus der Hand zog. „Äh, und sonst geht’s noch?“, fragte sie und wandte sich wieder um.
„Ich wollte auch noch mit dir reden, jetzt stell dich nicht so an hier!“, erwiderte Marc, währenddessen er die Zigarette zwischen seinen Lippen balancierte.
Gretchen bemerkte dies, bis sie spürte, wie Mehdi einen Schritt nach vorne machte. „Lass sie doch einfach mal ausreden Marc.“
Marc hob beide Augenbrauen, trat einen Schritt nach vorne und hob den Umschlag. „Es gibt nichts auszureden, weil sie mir einfach so die Türe vor den Latz knallt und ich nicht mal ausreden konnte?“
„Ja tut mir ja herzlich Leid!“, sagte Gretchen und merkte, wie sie langsam wütend wurde, „dann starr du auch nicht auf meine nackte Mutter, als ob sie noch…zwanzig wär, oder sonst was!“, rief Gretchen sie aus und nutzte in diesem Moment die Gelegenheit um aus dem Lift auszusteigen.
„Du hast ihre Mutter nackt gesehen?“, fragte Mehdi perplex und ungläubig.
„Ja was, ist es jetzt mein Fehler wenn die da einfach so rum liegt!“, verteidigte sich Marc und machte eine wegwerfliche Handbewegung.
„Ach und übrigens!“
Marc schaute perplex nach links, als Gretchen wieder neben ihm erschien und die Zigarette zwischen seinen Lippen herauszog. „Was-!“
„Wenn ihr zwei jetzt auch noch anfängt hier euch…zu rivalivieren, also zu…ja, dann setzt’s was!“ Sie warf beiden einen scharfen Blick zu, ehe sie sich mit der Zigarette in der Hand umwandte und den Gang mit grossen Schritten hinunterlief.

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

25.05.2010 12:39
#78 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Danke an all die lieben Kommis, freut mich riesig :) Immerhin hat Marc jetzt die Einladung an sich gerissen. Was er jetzt draus macht...

http://www.youtube.com/watch?v=QzE2o1hCWQo&feature=related

Die Lifttüre schloss sich mit einem „Pling“ und der Lift blieb im Erdgeschoss stehen. Marc, der die Hände in den Hosentaschen versenkt hatte, schaute mit hochgezogenen Augenbrauen auf die Tür vor ihm, während Mehdi ihn etwas entgeistert anschaute. Für einen Moment herrschte Schweigen, bis dieser die Stille durchbrach. „Du hast nicht wirklich-?“
„Halt…die Klappe.“, erwiderte Marc ruhig, jedoch ausdrücklich und wandte ihm den Kopf zu.
Dieser hob ebenfalls die Augenbrauen, schien jedoch fast amüsiert zu sein.
„Was ist das eigentlich für…bescheuerte Musik.“, meinte Marc leise und schaute automatisch nach oben und umher.
Mehdi liess seine Augen ebenfalls über die Decke wandern. „Keine Ahnung. Höhere Macht wahrscheinlich.“
Marc schnaubte auf. „Scheiss auf die höhere Macht.“
„Du kannst nicht alles beeinflussen Marc.“, sagte Mehdi nüchtern und schob die Hände in die Kitteltaschen, „es soll auch tatsächlich Dinge geben, die muss man so akzeptieren wie sie sind.“ Er seufzte und schaute zur Decke.
„Naja also…“ Marc hob den Kopf und war gerade dabei eine Zigarette zwischen seine Lippen zu schieben, „Übergewicht nicht.“
Mehdi hob die Augenbrauen und schaute ihn etwas unsicher an, worauf Marc mit den Schultern zuckte. „Ja und…Bush war ja auch nicht der Hellste.“
Nach einem weiteren Blick auf Mehdi schob er die Zigarette zwischen die Lippen und wandte sich ab.
„Gehst du jetzt mit ihr zum Klassentreffen oder nicht?“
Marc schnaubte grinsend auf. „Nicht wenn ich es beeinflussen kann mein Lieber.“
„Hm…“ Mehdi legte die Stirn in Falten und schaute auf den Boden, „das ist interessant. Ich glaube sie wollte mich einladen.“
„Ach komm.“ Wiederum schnaubte er auf und wandte sich um, worauf er die Zigarette zwischen den Lippen hervorzog, „Panikattacke, sie würde doch glatt ihren eigenen Bruder einladen wenn niemand mitkommt.“
„Hm.“, meinte er wiederum und nickte dann, „stimmt. Sie hat auch ihre Mutter mit zum Ärzteball genommen.“
„Oh Gott.“ Marc seufzte tief auf und hielt eine Hand vor seine Augen, währenddessen er sich an die Wand fallen lies, „das Bild krieg ich wirklich nicht mehr aus dem Schädel.“
„Was ist denn überhaupt passiert?“, fragte Mehdi nun interessiert und schüttelte ungläubig lächelnd den Kopf, „ich getraue dir ja viel zu, aber ihre Mutter?“
Marc hob einen Finger und deutete ihm still zu sein. „Erwähn nicht mehr ihre Mutter.“
Mehdi kam nicht drum rum, als zu Grinsen.
„Gott, ich glaube ich bin so was wie geschädigt fürs Leben.“
„Das warst du doch schon von Anfang an.“
Marc hob langsam den Kopf und schaute ihn gekünstelt lächelnd und mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Danke…Mehdi.“
„Gerne.“, erwiderte dieser freundlich und machte ein paar Schritte, sodass er neben ihm stand, „also, wie machen wir das jetzt?“
„Äh…was genau meinst du?“
„Das Klassentreffen.“
„Nicht du auch noch.“, stöhnte Marc und verdrehte wiederum die Augen.
„Ja Gretchen will da hin, und wenn sie sich nicht entscheiden kann oder du dich quer stellst, dann muss eine Entscheidung her.“, sagte er bestimmt und schaute zu, wie Marc aufseufzte und den Kopf in den Nacken fallen liess. „Bis sie sich entscheidet hat und wir Glück haben, ist die ganze Geschichte schon Vergangenheit.“
„Jetzt stell dich nicht so an.“, sagte Mehdi nüchtern und nickte ihm zu, „wenn sie dich schon dabei haben will, dann tu ihr doch einfach den Gefallen.“
Marc holte tief Luft und legte ein Lächeln auf seine Lippen, währenddessen seine Stirn in Falten gelegt war. „Du hast ja keine Ahnung, was an so einem Klassentreffen alles passieren kann.“
„Äh…doch.“, erwiderte Mehdi und schaute kurz zur Seite, „darum würde es mir ja auch nichts ausmachen sie zu begleiten.“
„90% der Weiber aus unserer Klasse werden aufkreuzen und du hast keinen Schimmer, wie viele sich noch an mich erinnern werden.“
„Glaub mir, ich weiss du bist sehr schwer verdrängbar.“
„Das wird ein Gedränge wie beim Ausverkauf geben.“, fuhr Marc fort, legte die Stirn in Falten und schaute konzentriert auf die Tür vor ihm, worauf Mehdi seine Augenbrauen hob und ihn ungläubig anschaute. „Nur noch viel schlimmer.“
„Diese 90% sollten dich theoretisch nicht interessieren, da du-“
„Oder eher Räumungsausverkauf vielleicht.“, fuhr er fort, schaute nachdenklich auf die Tür vor ihm und wollte die Zigarette wieder in den Mund schieben, als er Mehdis Gesicht bemerkte, „ja was!“
„Wenn du hier schon dazwischenfunkst, dann sei wenigstens der Mann an ihrer Seite!“
Marc schaute gekünstelt lächelnd auf den Boden. „Eher der Mann an ihrer Breite vielleicht.“
Mehdi erwiderte für einen Moment nichts, schaute ihn jedoch mit schmalen Lippen und grossen Augen an. Marc schaute nach ein paar Sekunden wieder hoch, worauf ihm das Lächeln erlosch und er mit den Augen rollte. „Ja guter Gott, entschuldige.“
„Entweder du gehst da hin mit ihr und behandelst sie so wie sie es verdient, oder dann tue ich es!“
„Sie hat dich noch nicht mal gefragt, ich bitte dich.“, erwiderte dieser trocken und schob die Zigarette zwischen die Lippen.
„Sie hätte, wärst du nicht dazwischengeplatzt!“, entgegnete Mehdi etwas forscher und schaute ihn vorwurfsvoll an.
Marc schaute ihn einen Moment ruhig an, bis er die Zigarette wieder zwischen den Lippen herauszog. „Kann es sein dass du eifersüchtig bist?“
„Was? Wieso eifersüchtig?“, fragte Mehdi und schaute kurz nervös zu der Türe, „würde ja unter mein Niveau gehen, wäre ich auf dich eifersüchtig.“
„Ah ja…“, meinte Marc und begann fast amüsiert zu nicken.
„Nicht wegen Gretchen.“, stellte er schnell klar, wandte sich ihm wieder zu und schaute ihn mit grossen Augen an, „aber auf dich garantiert nicht. Nicht auf jemanden der mit 90% seiner Mitschülerinnen geschlafen hat.“ Mehdi hob eine Hand und drückte auf den Knopf um die Türe zu öffnen. Er schob sich zwischen den aufgehenden Türen durch, worauf Marc nach vorne lehnte. „89%!“, schrie er nach vorne und schob die Zigarette wieder in den Mund, „als hätte ich mit Gretchen geschlafen.“

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

25.05.2010 20:12
#79 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hier noch der zweite Teil Danke für alle Kommis und ich bin froh dass der Link funktioniert hat Ich weiss dass dieses Lied bereits schon mal vorkam, aber ich dachte es passt nicht schlecht :)

http://www.youtube.com/watch?v=gom3B0tn1-Y&feature=channel

Gretchen schloss die Türe ihres Spints und hing ihr Stethoskop um ihren Nacken. Als sie das Schwesternzimmer betrat, stand Schwester Sabine zackig auf und hielt ihr eine Tasse hin. „Einen Kaffee und die neuen Werte von Frau Krupp für Sie Frau Doktor.“
„Oh.“, erwiderte Gretchen überrascht und nahm die Tasse lächelnd entgegen, „danke Sabine.“
„Ich habe mir erlaubt einen Blick hinein zu werfen…“, sagte sie und setzte sich an den runden Tisch, worauf sich Gretchen ebenfalls zu ihr setzte, „und es hat mich gefreut zu sehen, dass die Operation gut ausging. Dann können Sie zum Klassentreffen gehen…“
Gretchen schaute über der Tasse auf. „Äh…woher wissen Sie denn vom Klassentreffen?“
„Frau Krupp hat mir davon erzählt. Oder besser…ich habe gehört, wie sie mit jemandem am Telefon darüber gesprochen hat.“ Sie senkte ihren Kopf, verschränkte die Finger und schaute von unten nach oben auf, „sie hat jemandem erzählt, dass Sie mit…Doktor Meier gehen werden.“
„Oh nicht doch.“, seufzte Gretchen, stellte die Tasse ab und liess die Schultern hängen, „jetzt muss ich da ja wirklich aufkreuzen.“
„Frau Doktor…ich finde, das ist eine ganz gute Idee.“, erwiderte Sabine und schaute sie nickend an, „wer weiss wie der Doktor Meier im Anzug aussieht…“ Ihr Blick schweifte auf einen Punkt hinter Gretchen und ihr Gesicht nahm einen träumerischen Ausdruck an.
Gretchen legte die Stirn in Falten, schaute sie einen Moment nachdenklich an, folgte ihrem Blick und wandte den Kopf. Der Schrank war jedoch das einzige was sie sehen konnte. „Hm.“ Sie nahm die Tasse wieder zur Hand und öffnete die Mappe vor ihr.
Nach wenigen Sekunden betrat Gaby das Zimmer, in der Hand ein grosses, dickes Couvert. „Meier?“
„Der ist noch nicht da!“, erwiderte Sabine und drehte sich auf dem Stuhl.
„Doch…ist er.“, meinte Gretchen, den Blick auf die Mappe gerichtet, „steht aber wahrscheinlich noch im Fahrstuhl und schmollt oder so…“
„Was auch immer.“, meinte Gaby abschätzig und liess das schwere Couvert laut auf den Tisch fallen, sodass Gretchen und ihr Kaffee aufschreckten, „ist für ihn gekommen.“
„Äh, sehe ich vielleicht aus wie ein Vollidiot?“, fragte Gretchen, hob schnell die Tasse an und schaute zu Gaby, welche eine Augenbraue hob.

Okaaay…das war vielleicht der falsche Ausdruck.

„Ich glaube ich kann Ihnen die Antwort ersparen.“, antwortete Gaby, warf ihr einen verächtlichen Blick zu und drehte sich wieder um.
„Wieso arbeiten Sie eigentlich noch Schwester Gaby?“, fragte Sabine aufmüpfig und schaute sie immer noch an.
Diese drehte sich auf dem Absatz um. „Obwohl Sie das überhaupt nichts angeht, Sie jedoch die grösste Tratschtante des Krankenhauses sind, liegt der Grund wohl bei meinen ausserordentlichen Talenten.“, sagte sie und setzte ein falsches Lächeln auf.
„Wusste gar nicht dass Lügen und Betrügen bei einem Job berücksichtigt werden.“, bemerkte Gretchen und schaute sie überrascht an, worauf diese sie finster anschaute. „Kümmern Sie sich um Ihren eigenen Kram.“ Sie warf beiden einen letzten Blick zu, ehe sie sich umdrehte und das Zimmer verliess.
Gretchen seufzte auf, nahm einen weiteren Schluck und schaute sich die Ergebnisse an. „Das sieht ja wirklich gut aus.“
„Sag ich doch…und, freuen Sie sich Frau Doktor?“, fragte Sabine mit einem grossen, freudigen Lächeln und lehnte sich ein Stück nach vorne.

Ja. Und wie.

Fran Offline

Krankenschwester:


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26.05.2010 13:53
#80 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ich sehe ihr wollt dass Marc Gretchen begleitet, hm? Seid ihr wirklich sicher?

Als Gretchen die Türe zu Susanne aufstiess, sah sie ihre Mutter auf einem Stuhl neben ihrem Bett sitzen. Susanne sass aufrecht im Bett, die blonde Perücke auf dem Kopf.
„Na Susanne.“, meinte Gretchen lächelnd und hob die Werte hoch, als sie mit der anderen Hand Marc’s schweren Umschlag auf die Ablage legte, „ich habe gute Nachrichten aus der Neurologie.“
„Ja?“, fragte Susanne und richtete sich ein wenig auf.
„Hallo Frau Krupp.“, begrüsste Gretchen Susanne’s Mutter, welche die Begrüssung erwiderte, „die Werte sehen sehr gut aus, die Transplantation war mehr als erfolgreich.“
Susanne seufzte erleichtert auf und schaute zu ihrer Mutter, welche die Hände unter ihrem Kinn ineinander verschränkte. „Oh Kind…“ Sie machte einen Schritt auf Susanne zu, worauf sich die beiden Frauen umarmten.
„Du solltest noch eine Weile im Krankenhaus bleiben, bis Frau Steigerle dir ihr Okay gibt.“, meinte Gretchen und schob die Mappe in die Halterung am Ende des Bettes.
Susanne löste die Umarmung und schaute Gretchen mit einem Lächeln an. „Ich weiss. Aber ich habe mich mit Frau Steigerle unterhalten und es ist mir erlaubt, das Krankenhaus übermorgen Abend zu verlassen.“
Gretchen hob die Augenbrauen. „Ah und…wieso?“
„Gretchen!“, sagte Susanne schaltend und legte den Kopf etwas schief, „das Klassentreffen? Du ich hab schon allen gesagt dass du kommst, du kannst jetzt nicht kneifen!“
„Oh…ja das…Treffen.“, wiederholte Gretchen etwas stockend, presste dann aber die Lippen zusammen und nickte, „du aber…sicher werde ich da sein.“
„Das wird so lustig, du wirst sehen!“, meinte Susanne und langte sich mit einer Hand an die Brust, und schaute sie grinsend an, „ich hab auch schon erwähnt dass du Marc mitbringst.“
„Ach ja?“, fragte Gretchen, lachte nervös auf und erinnerte sich plötzlich an das was Sabine ihr erzählt hatte, „also du…hast es wohl einer…Person gesagt, nehme ich an?“
„Na klar, nur der Julia.“, erwiderte Susanne und nickte heftig, worauf Gretchen etwas erleichtert aufseufzte.
„Aber die hat’s natürlich allen gesagt, die war ja früher auch schon so eine grosse Klatschtante!“, fuhr Susanne amüsiert fort und winkte ab, „ich wollte ja nicht allen Bescheid geben, also habe ich es ihr überlassen.“
„Ah…ja.“, erwiderte Gretchen und lachte gekünstelt weiter, „ja ist ja auch viel…effizienter so, nicht wahr.“
„Aber natürlich.“, meinte Susanne sachlich und schaute sie mit grossen Augen an, „schon allein das Gespräch mit Julia ging über zwanzig Minuten, ich hab nur deinen Namen erwähnt und schwups wollte sie wissen was denn du schon alles geschafft hast!“
„Ah ja…“, wiederholte Gretchen und merkte, wie das Lächeln langsam von ihrem Gesicht verschwand.
Sabine seufzte zufrieden. „Das wird so toll, du wirst es sehen.“
„Ja es wird sicher…-“, begann Gretchen und suchte nach dem passenden Wort, „-…unvergesslich.“
„Ganz sicher.“, bejahte Sabine und legte beide Hände auf die Decke.
Gretchen schenkte ihr ein weiteres Lächeln, wandte sich dann um und liess dieses von ihren Backen verschwinden.

Gut. Kann immer noch einen Notfallplan ausarbeiten. Könnte krank werden. Mir ein Bein brechen. Oder jemand anderem ein Bein brechen und mich im Notfall einteilen lassen. Hm.

„Oh und Gretchen, bevor ich es vergesse!“
Gretchen schluckte, zauberte ihr Lächeln wieder auf ihr Gesicht und wandte sich um. „Ja?“

http://www.youtube.com/watch?v=CS9OO0S5w2k

„Das Motto ist 70’er!“, sagte Susanne mit einem breiten Grinsen, worauf Gretchens Gesicht einfror, „also such dir und Marc schon mal passende Klamotten, ja?“
Gretchen lachte gespielt freudig auf und hob die Schultern. „Ja du aber ganz sicher!“
Mit einem letzten Blick auf Susanne wandte sie sich definitiv um, griff nach Marc’s Umschlag und verliess so schnell sie konnte das Zimmer.

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

26.05.2010 19:39
#81 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Doch, doch Fränzi hat recher...dings, und es ist aus den 70'ern Falls es nicht so ist, die Info kam von meinem Onkel, haha. Ich weiss der nächste Teil ist kurz, aber dafür drehen wir den Spiess einfach um.

http://www.youtube.com/watch?v=CS9OO0S5w2k

Überlege ernsthaft was besser ist. Marc in einem Indianer-, Bauarbeiter-, Cowboy-, Militär-, Polizisten – oder Bikerkostüm, oder ein gebrochenes Bein im Notfall. Hm. Oder Mehdi. Obwohl…nein, Cowboy fällt definitiv weg.

Gretchen lief mit dem schweren Umschlag die Gänge entlang und stiess eine Verbindungstüre mit der freien Hand auf.

Cowboys waschen sich ja nicht mal wirklich.

Gretchen lief zu einem Zimmer, aus dem ein paar Schwestern mit einem kleinen, rollenden Tischchen traten. Sie streckte den Kopf rein und sah Marc, der die Werte unterzeichnete und vor dem Bett mit einem jüngeren, ungefähr 17- jährigen Mädchen stand. „So Sarah…und das nächste Mal mit dem Pferd über das Hindernis springen, ja?“ Er zwinkerte dem braunhaarigen Mädchen zu, welche etwas rot wurde und ihn anlächelte.
Marc schob den Kugelschreiber in die Brusttasche und lief aus dem Zimmer.
„Hier, wurde für dich abgegeben.“, meinte Gretchen und wollte den Umschlag Marc an die Brust klatschen, jedoch war dieser zu schwer und rutschte ihm fast den Bauch runter.
„Äh was…ist das?“, fragte Marc, fasste nach dem Umschlag und hielt ihn fragend hoch.
„Ja was weiss ich, vielleicht Pornos.“, antwortete Gretchen seufzend und schaute in sein Gesicht. Sie ignorierte seinen entgleisten Blick und legte die Stirn in Falten.

Polizist vielleicht? Hm.

„Sag mal…können wir kurz miteinander reden?“, fragte Marc und schaute sie etwas ungläubig an, als ob sie Fieber hätte.
„Warum?“, fragte Gretchen, worauf dieser die Krankenschwestern, die nebenbei standen, anschaute und ihnen zu pfiff und nach vorne winkte. „Gehen Sie schon mal und sehen beschäftigt aus…also nichts Neues. Du komm mal mit.“ Er legte eine Hand auf Gretchens Rücken und stiess sie ein paar Meter abseits.
„Entweder zickst du mich an oder rennst mit schwerwiegenden Rechtschreibefehlern weg, also was genau ist mit dir los?“, fragte er, blieb mit ihr stehen und schaute sie mit gekrauster Stirn an.
„Bitte?“, fragte Gretchen, „du weißt ja wohl was ich will, aber wenn du dich so…so anstellst dann…sei’s halt drum.“
Marc öffnete den Mund und hob einen Finger. „Ah und jetzt-“
„Jetzt…spielt es eigentlich keine Rolle mehr.“, erwiderte Gretchen, schluckte und verschränkte die Arme vor der Brust und, „also ich mein…ist ja sowieso nur ein dummes Treffen, da kann man ja eigentlich auch drauf verzichten.“
Marc schaute sie ungläubig an und zuckte grinsend mit den Schultern, worauf er den Kopf schüttelte. „Es ist doch immer unglaublich wie schnell ihr Frauen eure Meinung ändert.“
„Ach komm das ist jetzt auch nicht wahr.“, sagte Gretchen rollte mit den Augen und schob sich an ihm vorbei.

Obwohl, Polizist sieht ja auch mehr nach Stripper aus. Vielleicht doch eher Indianer?

Marc zog den Kittel zurrecht und holte schnell zu ihr auf. „Na komm, wenn du mal wüsstest was du willst, dann würden wir diese Unterhaltung nicht führen.“
„Natürlich, jetzt bin ich die die sich nicht entscheiden kann!“, erwiderte Gretchen und schaute ihn perplex an.
Marc griff kurzerhand nach ihrem Arm und hielt sie an, sodass er in ihre Augen schauen konnte. Er hob die Augenbrauen und schaute sie leicht grinsend an. „Kommst du mit mir zum Klassentreffen oder nicht?“
Gretchen schluckte und merkte, wie ein wohliger Schauer durch ihren Körper ging. Sie räusperte sich und versuchte sich nicht in seinen Augen zu verlieren. „Äh…“
„Mh, wer ist jetzt diejenige die sich nicht entscheiden kann, hm?“, fragte er grinsend, liess von ihr ab und schloss zu den Krankenschwestern auf.

Fran Offline

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27.05.2010 12:53
#82 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ich weiss, ihr wollt wissen ob jetzt Gretchen will oder nicht und ob Marc es wirklich ernst gemeint hat, aaaaber...Geduld Danke für alle lieben Kommis

Mehdi lief mit einem Ordner in der Hand in die Richtung seines Büros, als er diese Türe aufstiess und ohne aufzuschauen zu seinem Schreibtisch lief. Nach wenigen Schritten stockte er jedoch, als er aus den Augenwinkeln jemandem auf dem Stuhl vor seinem Tisch sitzen sass.
Mehdi zuckte und schaute überrascht auf Anna, welche sich umdrehte und ihn knapp lächelnd anschaute. „Hallo Mehdi.“
Mehdi blieb einen Moment stehen bevor er etwas überrascht antwortete. „Anna.“
„Es…tut mir leid dass ich hier so einfach reinplatze.“, sagte sie, stand auf und hielt ihre Handtasche vor sich, „ich wollte dich eigentlich via Handy erreichen, aber du hast es wohl aus.“
„Äh…ja.“, antwortete er knapp und lief dann an ihr vorbei um sich etwas zögerlich auf den Stuhl zu setzen, „und was willst du hier?“
„Ich…will mit dir reden.“, antwortete sie und setzte sich wieder, „und mich entschuldigen.“
Mehdi schnaubte auf. „Für das was du getan und gesagt hast gibt es keine Entschuldigung Anna.“
„Ich weiss…“, sagte sie leise und neigte für einen Moment den Kopf, bevor sie wieder aufschaute, ihm jedoch nicht in die Augen schaute, „ich war…mit Lilly in München, wollte uns einen festen Platz zum Wohnen suchen. Wollte den ganzen...Stress und die Probleme hinter mir lassen.“
„Du bezeichnest mich also als Problem?“, fragte Mehdi und hob die Augenbrauen, worauf sie ihn anschaute und den Kopf schüttelte. „Du weißt was ich meine Mehdi. Ich wollte dass es aufhört, dass sie mich in Ruhe lassen. Ich wollte ein neues Leben beginnen.“
„Das sind ja gute Absichten Anna, aber was das für Auswirkungen auf mich hatte, hast du nicht bedacht, oder?“
„Was meinst du?“, fragte sie ruhig mit belegter Stirn, worauf Mehdi sich nach vorne beugte und schnaubte. „Dein Arbeitsgeber hat mich für deine Schulden verantwortlich gemacht! Ich hab die Wohnung verkauft, meine Versicherung aufgelöst und Erspartes daran gegeben!“
Anna’s Gesichtszüge entfielen ihr und sie fiel im Stuhl zurück. „Das ist nicht wahr…“
„Doch.“, erwiderte Mehdi knapp, zog seinen Kittel zurrecht und setzte sich wieder aufrecht hin, „die einzige, richtige Entscheidung die du seid langem getroffen hast, ist Lilly wieder zu mir zurück zu schicken.“
„Das wollte ich eigentlich gar nicht…“, sagte sie, schaute auf und zuckte fast nicht merklich mit den Schultern, worauf Mehdis Gesicht noch ernster wurde, „sie hat…andauernd nach dir gefragt, wollte zu dir zurück…“ Sie senkte ihren Blick und wischte sich eilig über die Wange, als ihr eine Träne aus den Augenwinkeln rann.
Mehdi presste die Lippen zusammen und schaute auf die Tischplatte vor ihm.
„Es tut mir so leid…“, schluchzte Anna und schaute wieder auf, „ich wusste nicht wohin ich sollte, was ich tun sollte. Lilly war…in Gefahr und ich konnte sie unbeschützt dalassen.“
„Und was ist mit mir?“, fragte Mehdi etwas lauter, „du hättest mir etwas sagen können, ich hätte Lilly beschützen können!“
„Es tut mir so leid…“, schluchzte sie wiederum, schüttelte den Kopf und wischte sich mit einer Hand über ihre Wangen.
Mehdi seufzte auf, liess sich ebenfalls im Stuhl zurückfallen und strich sich mit beiden Händen über sein Gesicht. Für einen Moment sagte keiner der beiden ein Wort, bis Anna verweint aufschaute. „Hast du einen Vaterschaftstest gemacht?“
Mehdi nahm die Hände hinunter und legte sie auf die Armlehne. „Noch nicht. Aber es ist mir egal. Du weißt das ich besser für sie sorgen kann als du.“
Anna versuchte ihre Lippen zu einem Lächeln zu bewegen, scheiterte jedoch als sie nickte. „Ich weiss.“
Mehdi schaute sie einen Moment an, bis sie ihn wieder anschaute. „Und wo ist sie jetzt?“
„Bei meinen Eltern. Sie übernachtet dort bis ich wieder was Eigenes habe.“
Anna nickte und griff neu nach ihrer Tasche. „Und die…die blonde Ärztin? Bist du…wieder mit ihr zusammen?“
Mehdi öffnete den Mund etwas zu erwidern, doch Anna schniefte und strich sich eine Strähne hinter die Ohren. „Ich weiss ich bin nicht die beste…Mutter, aber ich will dass…dass Lilly ein geregeltes Leben hat Mehdi. Und wenn du jemanden hast…wenn sie hier bei dir bleibt…dann wäre es für sie…auch leichter.“
„Ja das ist…wahr.“, erwiderte Mehdi und seufzte langsam auf. Er erinnerte sich zurück an die Tage wo Gretchen und er zusammen waren – und wie Lilly sich über diese Fügung gefreut hatte.
„Und es wäre auch für mich leichter.“, fuhr Anna fort und schaute ihm in die Augen, „wenn ich weiss dass es ihr gut geht und dass sie…dass sie jemanden hat der mich…der…“ Sie presste die Lippen zusammen und wandte den Kopf kurz zur Seite ab.
Mehdi holte tief Luft und schaute Anna einen Moment an. Gerade als er etwas erwidern wollte, ging die Türe mit einem Ruck auf.

Fran Offline

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27.05.2010 19:19
#83 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

@Verena: Wie gesagt..manchmal habe ich keine Ahnung was das ist..
@Kate: Bitte nicht hauen jetzt.
@schleumel: 3mal darfst du raten
@Alle: Ja also...Gretchen sagt ja.


„Mehdi ich wollte mir dir…oh, entschuldige, hab gar nicht bemerkt, dass du…“, begann Gretchen, brach aber jäh ab, als sie erkannte, dass Anna vor ihm sass. Sie schaute etwas sprachlos auf die Frau, welche sich ihr nun zuwandte und nochmals eilig über die Wangen strich. „Hallo Frau Haase.“
„Äh…Hallo Frau…Frau.“, erwiderte Gretchen stockend und zeigte zögerlich nach hinten auf den Gang raus, „ich kann auch später-?“
„Nein!“, meinte Mehdi und hob eine Hand, worauf er sie eindrücklich anschaute und zu sich nickte, „bitte komm…rein.“
Gretchen schloss die Türe hinter sich und als sich Anna wieder umwandte, rümpfte Gretchen die Nase und zeigte fragend und überrascht auf Anna, die in ihrer Tasche nach einem Taschentuch suchte. Mehdi presste die Lippen zusammen, schüttelte den Kopf und nickte wieder neben sich.
Gretchen schaute ihn unverständlich an, lief aber zu ihm hin, worauf er sich räusperte. „Also…um deine Frage zu beantworten.“, begann Mehdi, stand auf, stellte sich neben sie hin und zog den Kittel zurrecht, „wir sind…also Gretchen und ich sind-“
Gretchen schaute ihn etwas verwirrt an und hob die Augenbrauen. Mehdi schaute zu ihr hinunter und schaute sie fast bittend an. „sind…wir sind…“
„Zu…sammen?“, vervollständigte Gretchen den Satz halb fragend, worauf Mehdi ein erleichterndes Lächeln über das Gesicht huschte und nickte. „Zusammen.“
Anna schaute auf und schaute die beiden an, beschäftigt damit, mit dem Taschentuch über ihre Nase zu fahren.
„Ja…!“, begann Gretchen leicht zu lachen und legte eine Hand auf seine Brust, „total. Also…so richtig, doll zusammen.“
„Genau.“, bejahte Mehdi und legte einen Arm um sie, um sie kurz an sich zu drücken, worauf Gretchen noch mehr grinste und ihm auf die Brust klopfte.
Anna nickte. „Ich bin froh das zu hören…es ist mir vor allem für…Lilly wichtig.“
Mehdi’s Lächeln verschwand langsam und nickte.
„Aber…bitte Mehdi.“, sagte Anna bittend und schaute zu ihm auf, „bitte verbiete mir nicht sie zu sehen. Ich muss mein Leben in den Griff kriegen, ich…werde es regeln.“
Mehdi nickte leicht und liess seinen Arm von Gretchens Rücken hinunter gleiten. „Natürlich.“
Sie nickte schluckend, griff nach ihrer Tasche und stand auf. „Also ich…ich mach mich dann wieder auf den Weg.“
„Wohin?“, fragte Mehdi und legte die Stirn in Falten.
„Zu deinen Eltern um Lilly zu sehen…und dann…mal sehen.“, sagte sie, versuchte wiederum ein Lächeln zustande zu bringen und zuckte mit den Schultern, „Arbeit suchen…eine Unterkunft finden.“
Mehdi nickte, worauf Anna die Handtasche schulterte, einen Schritt neben den Stuhl machte und noch einen Blick zu ihnen warf. „Alles Gute…und Danke dass Sie da sind.“
Gretchen nickte schwach und schaute zu, wie Anna das Büro verliess und die Türe hinter sich schloss. Kaum war diese zu, stöhnte Mehdi auf und liess sich in seinen Stuhl fallen.
Gretchen presste die Lippen zusammen und schob die Hände in die Kitteltaschen. „Also ich glaub...ich nehm das jetzt mal...kommentarlos hin. Alles in…Ordnung mit dir?“
„Mhm.“, meinte Mehdi durch seine Hände, nahm diese dann wieder weg und schaute zu ihr auf, „bitte entschuldige. Aber sie hat…sie hatte Recht mit dem was sie gesagt hat.“
„Wieso was hat sie gesagt?“, fragte sie und schaute ihn interessiert an.
„Dass ich jemanden brauche der sie…ersetzen kann…für Lilly.“, antwortete er etwas monoton und schaute auf einen Punkt vor ihm.
„Ein Mutterersatz meinst du.“, meinte Gretchen, worauf er langsam nickte.
Gretchen seufzte und griff nach seiner Hand, welche er auf der Armlehne hatte. „Du weißt ich bin immer für dich da Mehdi…hm?“
Dieser schaute nach wenigen Sekunden zu ihr auf und lächelte zaghaft. Er erwiderte den Druck mit seiner Hand und nickte. „Ich weiss.“

Marc lief mit dem Umschlag in der Hand ins Krankenzimmer und schnappte sich beim Vorbeigehen vom Tresen einen grünen Apfel. „Türe zu Sabine.“
Sabine warf ihm einen kurzen Blick zu, ehe sie aufstand und die Türe hinter ihm schloss.
Marc, der in den Apfel biss und daher mit beiden Händen den Umschlag öffnen konnte, setzte sich, mit dem Rücken zu Sabine, an den runden Tisch und legte die Füsse übereinandergelegt auf den Stuhl vor ihm.
Er legte die Stirn in Falten, als er ein ca. drei Zentimeter dickes Manuskript hervorzog und den Umschlag unbekümmert auf den Tisch warf. Mit einer Hand griff er nach dem Apfel um ein Stück davon abzubeissen.
Sabine warf einen Seitenblick zu Marc, der kurz eins, zwei Blätter durchblätterte und kam ein paar Schritte näher. „Ist es…das was ich denke…?“, fragte sie ehrfürchtig und reckte den Kopf.
Marc setzte ein falsches Grinsen auf, liess das Bündel an seine Brust fallen, sodass sie es nicht sehen konnte und schaute nach hinten. „Keine Formulare auszufüllen?“
Sie schaute ihn verdrossen an, wandte sich widerwillig ab und setzte sich wieder auf ihren Stuhl, jedoch ab und zu einen flüchtigen Blick zu Marc werfend, welcher die erste Seite überschlug.
Das einzige was sie hören konnte, war das Abbeissen des Apfels, bis Marc seinen Arm auf die Lehne fallen liess. „Du heilige Scheisse...“

Fran Offline

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28.05.2010 19:03
#84 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Guten Tach miteinander Spezifische Antworten zu euren Kommis sind im Kommentarthread, werde das dann auch weiterführen An dieser Stelle jedoch ein Dankeschön an Gretchen88 - Danke dir vielmal!! Das hat mich sehr gefreut zu lesen und ich bin froh, dass dir die Geschichte so gut gefällt! Ich hoffe auch weiterhin, obwohl ein paar Leute langsam ungeduldig werden. Dafür löse ich auf, was Marci schönes zu lesen bekam...


http://www.youtube.com/watch?v=qi9sLkyhhlE

„Sabine können Sie mir mal eben…was ist denn mit Doktor Meier los?“ Gretchen blieb in der Mitte des Raumes stehen und sah zu Marc, der regungslos am Tisch sass, in der einen Hand einen halb angebissenen Apfel, in der anderen ein Stapel Blätter vor ihm.
Gretchen lief ein paar Schritte in seine Richtung und streckte den Kopf nach vorne. Sie schaute ihn mit gekrauster Stirn an.
Marc hatte seinen Mund leicht geöffnet und schaute fast beunruhigend und ohne ein Lebenszeichen auf die Zeilen in seiner Hand.
„Äh…Marc?“
„Der reagiert nicht Frau Doktor.“, meldete sich Sabine, stand auf und lief schnell an ihre Seite, „der sitzt ungefähr schon seid zehn Minuten so da und regt sich nicht.“
„Ja und da…haben Sie nicht das Gefühl Sie sehen nach ob es ihm gut geht?“, fragte Gretchen etwas überrascht, dennoch ruhig und schaute Schwester Sabine an.
„Ich habe gedacht…solange er nicht vom Stuhl fällt, wird es ihm schon gut gehen. Ich habe gehört…“, begann sie, lächelte fast scheu und senkte ihr Gesicht um wenige Zentimeter, „dass er eine gute Standfestigkeit hat…“
„Also Sabine!“, sagte Gretchen lauter und schaute sie mit grossen Augen an, „ich bitte Sie!“
„Entschuldigen Sie…“, erwiderte diese, konnte jedoch ein Kichern nicht unterdrücken.
Gretchen seufzte auf, lief um Marc herum, lehnte sich nach vorne und stützte ihre Hände auf ihre Knie ab. Sie kniff die Augen zusammen und schaute ihn konzentriert an. „Marc?“
Dieser reagierte ihn keiner Form, als seine Augen weiterhin über die Zeilen wandern zu lassen.
Gretchen legte den Kopf einwenig schief und winkte vor seinen Augen. „Gretchen an Marc?“
„Was?“, sagte dieser plötzlich, schoss hoch und schaute sie etwas desorientiert an.
„Alles in Ordnung?“, fragte Gretchen interessiert und schaute kurz auf die Papier zu seiner Hand.
Marc räusperte sich, nahm seine Füsse vom Stuhl und drückte das Manuskript an sich. „Äh…ja. Natürlich.“
Gretchen sah zu wie er mit einem Ruck aufstand, kurz irritiert stehen blieb und sich dann kurzerhand wieder setzte. Mit offenem Mund schaute er auf einen Punkt vor sich, und als Gretchen seinem Blick folgte und ihn wieder anschaute, richtete dieser seinen Blick kurz auf das Geschriebene in seiner Hand. Er schluckte und liess die Schultern hängen.
„Äh Marc…ist ja eher unwahrscheinlich, aber kann es sein dass du gerade Gefühle zeigst?“
„Was?“, fragte er wiederum verwirrt und schaute sie an.
Gretchen hob die Augenbrauen und er räusperte sich. „Nein ist alles…in Ordnung.“, sagte er nicht sonderlich überzeugend und schaute wieder zu seiner Hand.
Gretchen fuhr langsam mit der Hand nach vorne und entnahm ihm den Apfel aus seiner rechten Hand. Hinter Marc konnte sie Sabine erkennen, welche interessiert zu ihnen hinüberschaute.
„Jetzt…gib mir das vielleicht mal?“, bat Gretchen und streckte langsam die Hand nach dem Manuskript aus, welches sie am Rand umfassen konnte.
Marc schaute mit offenem Mund auf und sah sie ängstlich und besorgt an. „Wieso?“
Gretchen setzte ein beruhigendes Lächeln auf und nickte auf das Skript zu, worauf sie vorsichtig dran zog. „Na komm…gib’s der Gretchen, komm.“
Marc schaute wieder auf die Papier und liess nur zögerlich los. Gretchen warf einen kurzen Blick darauf und legte es dann auf den Tisch. Marc rutschte auf seinem Stuhl auf die rechte Seite, sodass er dem Tisch seinen Rücken zeigte. Er verschränkte die Hände zwischen den Beinen und liess die Schultern hängen.
„Geht es ihm gut?“, fragte Sabine vom Tisch hinüber und streckte den Hals.
„Hm, weiss nicht.“, meinte Gretchen und schaute ihn konzentriert an, „vielleicht muss ich ihn untersuchen um sicherzustellen dass er in Ordnung ist.“
„Was?“, fragte Marc plötzlich, stand mit einem Ruck auf und schaute sie mit einer Mischung aus Empörung und Panik an, „hast du sie noch alle, ich bin noch zu jung um zu sterben!“
Gretchen rollte mit den Augen und stand ebenfalls aufrecht hin. „Anders holt man dich ja anscheinend gar nicht mehr ins Hier und Jetzt.“
Sie ging einen Schritt auf ihn zu und wischte mit ihrem kleinen Finger ein kleines Stück Apfel aus seinem Mundwinkel. „Was ist denn los?“
„Nichts…da kam nur Post.“, sagte er und zeigte kurz auf den Tisch hinüber.
„Hast du wieder vergessen die Mahnungen zu öffnen oder wie?“, fragte Gretchen und lief zum Tisch hinüber, worauf sie das Skript in die Hand nahm.
Marc stöhnte auf und strich sich mit beiden Händen über sein Gesicht. „Das sollte kein Sohn zu sehen bekommen.“
„Was?“, fragte Gretchen irritiert und blätterte eine Seite um, „ich bitte dich, das kann doch nicht so…schlimm…sein.“ Gretchens Gesichtzüge entfielen ihr und sie klappte die Vorderseite schnell wieder um. Sie räusperte sich und kratzte sich hinter dem Ohr.
„Ist es so gut?“, fragte Sabine fast freudig und neugierig und kam schlussendlich doch hinüber.
Marc schnaubte und prustete auf, stützte die Hände in die Seiten und lief ein paar Schritte nach vorne.
„Ähm das…sollten wir lieber…verräumen.“, meinte Gretchen und drückte das Manuskript an sich heran.
„Frau Doktor?“, fragte Sabine und machte einen Schritt näher, „nur eine Frage…ist es ein neuer Roman…?“
„Ja ich hoffe nicht!“, sagte Marc eine Oktave höher und wandte sich wieder zu ihnen um, „soweit kommt’s noch!“
„Ich…also wir…behalten das und…“
„Verbrennen es. Auf der Stelle.“ Marc machte einen grossen Schritt auf Gretchen zu und wollte ihr das Manuskript entreissen, doch diese drückte es noch näher an sich heran. „Jetzt warte doch mal!“
„Warten? Auf was?“, fragte Marc und schaute sie mit offenem Mund an, „bis es noch verfilmt wird oder was?“
„Ein Film…“, meldete sich Sabine träumerisch, stützte sich auf die Stuhllehne und seufzte zufrieden in die Luft.
Gretchen und Marc wandten ihr langsam die Köpfe zu und schauten sie fast entsetzt an. Marc war der Erste der sich wieder fasste und mit dem Finger auf die Papiere zeigte. „Wir…“
„Äh…Ja.“, sagte Gretchen, wandte sich zusammen mit Marc um und lief in die Garderobe.
Beide hörten Sabine noch aufseufzen und verdrehten die Augen. Marc lief zu seinem Spint hinüber und schloss diesen eilig auf, hielt die Türe auf und nickte hinein. „Weg damit. Jetzt.“
„Ist ja unglaublich dass es nicht mal ein Rating 18 vorne drauf hat…darf die das überhaupt so verkaufen?“, fragte Gretchen leise und schüttelte fast angewidert den Kopf. Sie legte das Manuskript auf ein paar zusammengefaltete T-Shirts im Spint, worauf Marc diesen schnell wieder abschloss. „Na ich hoffe nicht. Sonst habe ich gleich noch einen Grund mich selber zu enterben.“
Marc seufzte und schaute sie dann immer noch einen Moment desorientiert und verunsichert an.
Gretchen verschränkte die Arme vor der Brust, kratzte sich schnell hinter dem Ohr und schaute auf seine Brust. „Wir werden…einfach nicht darüber-“
„Niemals.“
„Niemals.“
„Gut dann…gehen wir wieder zurück an die Arbeit.“ Er machte einen Schritt nach vorne, sammelte sich noch einmal für ein paar Sekunden und nickte dann.
„Eigentlich…warte schnell, ich wollte noch kurz mit dir was besprechen.“, sagte Gretchen plötzlich und drehte sich auf dem Absatz um.
Marc hielt inne, drehte sich um, strich sich über den Arm und hob die Augenbrauen. „Hm?“
„Es geht um das Klassentreffen…“, meinte sie fast leise, senkte ihren Kopf und lief langsam zu ihm hinüber.
Marc schnaubte grinsend auf und behielt die Augenbrauen hochgezogen. „Sag bloss du hast deine Meinung wieder geändert Hasenzahn.“
„Was erwartest du, ich bin eine Frau.“, sagte sie und blieb vor ihm stehen, „also, willst du oder…nicht?“, fragte sie sachlich und schaute ihn abwartend an.
„Hm.“ Marc legte die Stirn in Falten, bewegte seinen Kopf von links nach rechts und kratzte sich am Kinn.

Oh bitte sag ja. Sag ja.

„Ich weiss nicht.“
„Äh…wieso denn nicht?“, fragte sie leicht irritiert und lachte grinsend auf.
„Ich dachte du wolltest Mehdi fragen.“, erwiderte er und schaute sie abwartend an.
„Ja ich weiss…“, sagte sie und schaute wieder nach unten, „aber ich hab-“
„Und ich weiss nicht so recht Hasenzahn. Nur zweite Wahl zu sein?“ Er seufzte schwer, verschränkte die Hände vor der Brust, verzog seine Lippen und schüttelte den Kopf, „das geht ganz schön ans Fleisch.“
„Äh…“ Gretchen schaute ihn einen Moment baff an, bis sie aufschnaubend lachte, „na komm, das Treffen ist schon morgen Abend und…du wolltest doch hingehen.“ Sie legte den Kopf schief und schaute ihn von unten nach oben an.
Marc seufzte und schaute sie einen Moment mit hoch gezogenen Augenbrauen an.

Fran Offline

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29.05.2010 14:07
#85 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Tagchen Jetzt sollt ihr endlich belohnt werden. Danke fürs ausharren Ich hoffe ihr seid mit der Gesamtsituation zufrieden.

„Liebes Tagebuch

Habe mich nun endgültig entschlossen. Werde definitiv mit Marc Meier zum Ball, äh Abschlusstreffen gehen. (<3 <3 <3)
Habe mit Mehdi gesprochen und mich entschuldigt. Geht aber ziemlich gut damit um und begnügt sich mich als Scheinfreundin zu haben. (Haben Marc über diese unwichtige Tatsache nicht in Kenntnis gesetzt).
Stellt sich nur noch die Frage, ob Marc immer noch will oder nicht.“


„Na gut. Sei’s drum.“ Er kratzte sich am Nacken und streckte seinen Arm durch, bevor er wieder ins Schwesternzimmer gehen wollte.

JAAAAA ER HAT JA GESAGT! Erlebe gerade mentales Hoch und kann Klassentreffen kaum noch erwarten. Werde aber nicht überreagieren. Bin emanzipierte, erwachsene, coole Frau.

„Äh Marc, da ist noch was.“, sagte Gretchen halb grinsend und machte einen Schritt nach vorne, „ich hab mit Susanne gesprochen und es gibt ein Thema.“
Marc wandte seinen Kopf, lief jedoch weiter und schnaubte lachend auf. „Ja wahrscheinlich werden das wir sein.“

Warum gibt es eigentlich kein verständlicheres Wort als ‚emanzipiert’?

„Jaa, aber nicht so ein Thema.“, grinste Gretchen und folgte ihm, „so ein…Partythema halt.“ Sie lief hinüber zum Schrank und griff nach einem Keks. Marc machte seine Briefablage auf und sah sich den Inhalt an. „Na solange es keine idiotische Pyjamaparty ist.“
Gretchen schnaubte auf und schüttelte den Kopf. „Mit Sicherheit nicht!“

Obwohl…Marc würde ja dann nur in Boxers kommen. Oder sogar nackt? Wäre aber nicht allzu vorteilhaft, da womöglich Hälfte der Frauen an ihm hängen würde. Also...nicht wortwörtlich. Was für ein abstruser Gedanke. Sollte vielleicht generell an andere Dinge denken.

„Ey, Hasenzahn!“
Gretchen zuckte erschrocken zusammen, als Marc vor ihrem Gesicht mit seinen Fingern schnipste.
„Noch auf demselben Planeten wie wir oder bist du kurz nach Hause gegangen?“, fragte er leicht amüsiert und schob die Schublade zu.
Gretchen bemerkte Frau Hassmann, welche kicherte und einen Kaffee hinter ihm einschenkte. „Der war gut…“
„Was?“, fragte Gretchen zurück und schaute Marc überfordert an.
„Ich habe gefragt was es für eine Party ist.“, wiederholte er und schaute sich die Blätter zu seiner Hand an.
„Ah…ja…also…“, begann Gretchen und biss etwas gedankenverloren in ihren Keks.
„Was für eine Party?“, fragte Doktor Hassmann interessiert und kam einen Schritt näher.
„Klassentreffen. Sag bloss nicht ich muss irgendein beschissenes Kostüm anziehen.“, meinte Marc, zerknüllte ein Papier in seiner Hand und schaute zu Sabine, „Sabine, Papierkorb!“
Gretchen bekam nur am Rande mit was er wegwarf, denn als sie ihn anschaute, kam ihr nur eine Sache in den Sinn.

http://www.youtube.com/watch?v=CS9OO0S5w2k

Fran Offline

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29.05.2010 17:54
#86 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Andere Dinge denken Gretchen, andere Dinge. Klimaerwärmung. Verschmelzung der Polkappen. Marc’s absolut heisser Hin – nein!
Bleibe standhaft. Werde mich konzentrieren.


„Hasenzahn du… schaust mir etwas zu beunruhigt.“
„Hm?“, fragte Gretchen, schaute auf und blinzelte. Marc stand vor ihr, die Augen zusammengekniffen und seinen Blick prüfend auf ihr.
„Beunruhigt?“, wiederholte Gretchen und winkte auf schnaubend lachend ab, „wieso sollte ich beunruhigt sein, gibt ja kein Grund zu.“ Sie schob sich an Marc vorbei und lief zu Sabine hin, worauf sich Marc umdrehte.
„Du wirst ja ganz nervös…“, meinte Marc, machte einen Schritt auf sie zu und liess seinen Blick amüsiert über ihr Gesicht wandern.
„Quatsch.“, erwiderte Gretchen und schaute ihn an als ob er nicht mehr bei Sinnen war.
„Klar, ich seh’s doch an deinen Ohren.“
„An meinen…?“ Gretchen fasste sich mit einer Hand an ihr Ohr und schaute ihn irritiert an, „was ist denn jetzt mit meinen Ohren?“
„Also entweder du bist verknallt oder dir ist etwas extrem peinlich.“
„Ja also das sollte jetzt nicht schwierig sein.“, bemerkte Doktor Hassmann trocken und lief hinter Marc vorbei.
„Sabine gehen Sie mal eben raus bitte.“, sagte Marc ruhig, hielt seinen Blick jedoch konstant und amüsiert auf Gretchen. Diese räuspert sich, strich sich eine Strähne hinter die Ohren und knabberte weiter an ihrem Keks.
Sabine stand hinter ihr auf, strich ihren Kittel glatt, warf Gretchen einen kurzen Blick zu und lief aus dem Schwesternzimmer. Als sie die Türe hinter sich geschlossen hatte, standen Gretchen und Marc alleine vor dem Gestellt mit den Briefkörben.
„Spuck’s aus, komm.“
Gretchen hielt mit dem Keks inne und schaute ihn irritiert an. „Bitte?“
Marc verdrehte die Augen und stützte die Hände in die Seiten. „Was ist es für ein Thema.“
Gretchen verzog die Lippen und schluckte hinunter. „70’er.“, nuschelte sie, senkte den Kopf und kratzte sich am Nacken.
„Bitte?“, fragte Marc wiederum und schaute sie mit gerümpfter Nase an.
Gretchen seufzte. „70’er.“, wiederholte sie und rollte mit den Augen.
Marc legte die Stirn in Falten und schaute sie ruhig an, bis diese die Hand mit dem Keks und die Schultern fallen liess. „Ja jetzt schau mich nicht so an, ich hab das Thema ja nicht ausgewählt.“
„Nein es ist nicht das…“, meinte er und schaute sie für einen Moment nachdenklich an.
Gretchen hob die Augenbrauen und erwiderte seinen Blick abwartend. „Sondern?“
„Ich finde es nur ganz amüsant wenn man bedenkt, dass es das Jahrzehnt war indem wir uns kennengelernt haben…“, erwiderte er ruhig, mit leichtem Grinsen auf den Lippen und erhobenen Augenbrauen.
„Äh das…waren die 80’er?“
„Ach komm, ich gehe jede Wette ein, dass du mir schon nachgestellt hast als ich noch in den Windeln lag.“, antwortete er amüsiert und griff kurzerhand nach ihrem Keks den er in den Mund schob.
„Ey-!“ Gretchen schaute mit offenem Mund zu und schaute ihn an, als ob er seinen Verstand nicht mehr beieinander hatte.
Marc leckte über seinen Daumen um die Krümel verschwinden zu lassen und griff nach einer Mappe, die er vorhin auf den Tisch gelegt hatte. „Nicht weinen bitte.“
„Boah du bist so ein Idiot.“, erwiderte Gretchen und kehrte ihm den Rücken zu.
„Ach und Gretchen.“
Diese nahm gerade einen neuen Keks, als Marc seinen Kopf nochmals um die Ecke streckte, sie konzentriert anschaute und mit der Mappe auf sie zeigte. „Wenn du das Gefühl hast du müsstest mich als John Travolta verkleiden dann…ja dann müssen wir uns unterhalten.“, endete er mit einem Lächeln worauf Gretchen gekünstelt auflächelte, ihm den Rücken zuwandte und aus dem Schwesternzimmer verschwand.

John Travolta. Der Mann hat ja keine Fantasie.

http://gbs.tv/images/ymca.jpg

Seufz. Und ich leider viel zu viel.

Fran Offline

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30.05.2010 13:12
#87 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Es freut mich zu sehen, dass ihr euch freut, dass die beiden zusammen ans Klassentreffen gehen. Fast nicht erwartet sowas! Ich glaub ihr könnt euch vorstellen, dass die Kleidersache noch einige Diskussionen mit sich bringen wird...
Danke an alle Kommischreiber und Leser, ihr seid der Hammer

Sabine hatte ihre Finger auf die Tastatur gelegt, bewegte diese aber nicht. Sie hatte den Kopf leicht zur Seite gewendet und achtete auf jedes einzelne Geräusch das sie hören konnte.
Nach ein paar Sekunden hörte sie, wie die Türe eines Spints in der Garderobe aufgeschlossen wurde.
„Sabine könnten Sie mir einen Gefallen tun?“
„Was?“, fragte Sabine überrascht, zuckte zusammen und blinzelte. Gretchen stand mit einem Blatt Papier in der Hand vor ihr am Tresen und schaute sie etwas suspekt an. „Alles in Ordnung mit Ihnen?“
„Ja, ja natürlich Frau Doktor…“, sagte Sabine, räusperte sich und schaute auf, „was kann ich für Sie tun?“ Im Hintergrund hörte sie, wie der Spint zugeknallt wurde.
„Wir haben ja Morgen dieses Klassentreffen…und ich müsste da noch Kleider haben.“
„Was?“
Gretchen presste die Lippen und Augen zusammen, bevor sie zu ihrer rechten schaute, und Marc im Türrahmen zu der Garderobe stand. Er hatte einen Schlüssel in der Hand und eine graue Mütze, die er nach hinten geschoben hatte, auf dem Kopf.
Gretchen legte die Stirn in Falten und schaute ihn etwas perplex an. „Seid wann trägst denn du Mützen?“
„Seid wann trage ich bitteschön Kleider?“, erwiderte dieser pikiert und schaute sie verstört an.
Gretchen seufzte und rollte mit den Augen, bevor sie sich wieder an Sabine wandte, die Marc ebenfalls überrascht angeschaut hatte. „Ich hab hier eine Adresse, meinen Sie, Sie könnten da vielleicht anrufen und was reservieren?“
Gretchen hörte wie Marc den Schlüssel in seiner Hand aufwarf und wieder fing, bevor er zügig nach vorne lief und hinter Sabine trat. „Kostümverleih.“, sagte er monoton und schaute zu Gretchen, welche ihn fragend anschaute. „Jetzt hast du sie aber nicht mehr alle, oder.“
„Dass die Party ein Thema hat, war ja nicht meine Idee…“, erwiderte sie verteidigend und kratzte sich an Nacken.
Marc stöhnte gepeinigt auf und rieb sich mit einer Hand die Augen. „Das werde ich nicht überleben.“
„Also du bist ja nicht derjenige, der ein ausgestelltes Kleid tragen muss mein Lieber!“, entgegnete Gretchen vorwurfsvoll, griff sich eine Akte und wandte sich um.
„Ich bin aber derjenige der es ertra- Hasenzahn bleibst du stehen!“, rief Marc vorwurfsvoll und mit warnendem Unterton, bevor er sich sofort in Bewegung setzte um ihr nachzulaufen.
Sabine reckte den Kopf und biss sich auf die Lippe. Eine weitere Schwester lief auf dem Gang, kam aber nicht ins Schwesternzimmer. Sabine stand eilig auf und tippelte zu der Garderobe. Als sie den Kopf reinsteckte, sah sie genau das, was sie erhofft hatte. Einen offenen Spint.
Sie grinste und lief zum offenen Schrank hin um auch gleich das zu sehen, was sie finden wollte. Sie warf einen Blick über die Schulter, ehe sie das Manuskript herauszog.

„Gretchen, wirst du jetzt stehen bleiben!“, zischte Marc und lief mit grossen Schritten Gretchen nach, welche einen Blick über die Schulter warf. „Ist nicht mein Fehler Marc, jetzt bitte!“
„Bitte nein.“ Er griff nach ihrem Arm, überging ihr Aufrufen und drehte sie um, „so jetzt komm mal her.“
Gretchen seufzte auf und lief mit ihm zum Rand des Ganges.
„Und jetzt sei bitte so gut und erzähl mir etwas das ich noch nicht weiss, hm?“ Er hob die Augenbrauen und schaute sie auffordernd an.
„Ja da ist jetzt das Flächengebiet auch zu gross um richtig zu schätzen.“, erwiderte sie seufzend und schaute ob sie jemand beobachtete.
Marc schaute sie ruhig jedoch fast genervt an, was sie nochmals aufseufzen liess. „Okay, das Thema ist 70’er und wir müssen uns dementsprechend anziehen. Hättest aber auch selber drauf kommen können als ich dir das Thema genannt habe.“
„Hab eigentlich immer noch gehofft du wolltest mich verarschen.“, gestand er und seufzte ebenfalls auf. Er rieb sich über die Wange und schaute sie dann an, die Augenbrauen hoch gezogen. „Das wird dich etwas kosten.“
„Ja ich leihe ja die Kleider aus nicht du!“, erwiderte sie und wollte an ihm vorbei, doch dieser hob den Arm und versperrte ihr somit den Weg. „Ich meine dass es dich die Aufmerksamkeit kosten wird Hasenzahn.“
„Ja Marc ich…weiss das.“, erwiderte sie und zauberte ein kurzes Lächeln auf ihr Gesicht.
Marc seufzte und liess dann den Arm fallen. „Du wolltest ja dahin, nicht ich.“ Er hob die Hand und zog sich die graue Mütze vom Kopf um darauf mit der Hand durch seine Haare zu streichen.

Oh Gott sieht der süss aus wenn er verstrubbelt ist…

„Was soll denn eigentlich das mit der Mütze?“, fragte sie und nickte auf diese in seiner Hand. Sie kam nicht drum rum um zu Lächeln.
„Hab sie im Spint gefunden und wollte sie mit nach Hause nehmen.“ Er drehte sie in seiner Hand und Gretchen hob eine Hand, um ihm liebevoll eine Strähne aus der Stirn zu streichen. „Schön.“
Marc schaute von unten nach oben auf und hob überrascht die Augenbrauen. „Ja?“
„Klar…ich mag deine Haare so.“, erklärte sie und lächelte sanft, „sieht aus als ob du grad aus dem Bett gefallen wärst.“
„Mh, wie charmant…“
Gretchen schaute in seine Augen und holte daraufhin tief Luft, als sie seinen Blick bemerkte. Nach ein paar Sekunden hob Marc eine Hand und strich mit dieser sanft über ihre Wange, was Gretchens Herz wiederum einen Hüpfer machen liess. Sein Daumen strich über ihre Haut und auf seinen Lippen lag ein warmes, süsses, typisches Marc-Lächeln, wo jede Frau wohl dahin schmelzen würde.
„Äh…Gretchen?“
Sie zuckte zusammen als sie Mehdi’s Stimme hörte und drehte sich um.

Oh Nein. Was will die denn hier.

Fran Offline

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30.05.2010 19:55
#88 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Viel Spass

Anna stand mit einer Tasche bei Mehdi und schaute auf Gretchen, welche gerade die Hand von Marc’s Haaren hinunter nahm. „Äh…ja?“
„Kommst du mal bitte her…Schatz?“, bat Mehdi mit einem gekünstelten und gepressten Lächeln auf dem Gesicht.

http://www.youtube.com/watch?v=GJ7XoAvwYcw

„Hat der dich gerade Schatz genannt?“, fragte Marc monoton, schaute Gretchen an und zeigte nach vorne zu Mehdi.
„Was? Ach Quatsch!“, lachte Gretchen peinlich auf, winkte ab und griff nach seiner Mütze.
Marc schaute irritiert nach unten, dann wieder auf und sah zu, wie Gretchen einen halben Schritt näher kam. „Frag nicht.“, sagte sie leise bittend mit einem Lächeln auf den Lippen und zog ihm kurzerhand die Mütze so sehr über den Kopf, dass seine Augen auch noch bedeckt waren.
„Komme!“, sagte sie herzlich, drehte sich um und lief hinüber.
Marc hob die Mütze hoch und schaute ihr mit offenem Mund nach.
Mehdi hob einen Arm, währenddessen er die andere Hand in seiner Hosentasche hatte. Er empfing Gretchen und drückte sie an sich. Als er Marc’s Blick bemerkte, gab er ihr einen Kuss auf den Kopf, worauf sie Anna mit einem weiten Lächeln anschaute und über Mehdis Brust strich.
Marc presste die Lippen zusammen und schaute Mehdi fast warnend an.
„Anna wollte mir nur ein paar Sachen von Lilly bringen.“, erklärte Mehdi und strich mit seinem Daumen über ihren Oberarm.
„Und ich wollte Ihnen nochmals danken.“, sagte sie und hob erklärend eine Hand, „ich habe schon etwas auf kurze Zeit gefunden aber…bis ich etwas handfestes habe, bin ich froh dass Sie auch ein Auge auf Lilly werfen.“
„Kein Problem.“, meinte Gretchen und spürte Marc’s Blick auf ihr. Sie liess ihre Augen kurz in seine Richtung huschen, worauf sie ein Grinsen unterdrücken musste.
Marc schaute ohne grossen Wank auf sie, die Mütze in der Hand, die Lippen zusammengepresst, der Blick fragend und schon etwas empört.

Der ist ja schon wieder eifersüchtig! Wie süss?

„Also ich muss dann auch wieder.“, sagte Anna und gab Mehdi die Tasche, „hab noch einen Termin.“
Mehdi nickte. „Tschüss dann.“
„Wiedersehen.“, sagte Gretchen und sah zu, wie Anna ihnen beiden einen letzten Blick zuwarf, bevor sie sich umwandte und den Gang verliess.
„Was in Herrgotts Namen war das?“
Gretchen liess von Mehdi ab, als Marc mit grossen Schritten auf sie zukam. Mehdi schob die Hände in die Hosentaschen und zuckte unschuldig mit den Schultern. „Ein Gefallen unter Freunden?“
„Ah…“, meinte Marc und nickte langsam, bevor sein Blick auf Gretchen fiel, die sich räusperte, die Arme vor der Brust verschränkte und ihn fragend anschaute. „Ja äh…genau. Das war nur ein Gefallen.“
Marc schaute wieder zu Mehdi, wessen Blick etwas trübsinniger wurde und griff kurzerhand nach Gretchens Oberarm um sie zu sich zu ziehen.
„Ey was-?“
„Sie geht mit mir zu der Party, vergiss das nicht mein Lieber.“, sagte Marc mit einem Lächeln auf den Lippen und schaute zu Mehdi, der ihn anschaute und dann seinen Blick zu Gretchen schweifen liess.
„Ist mir egal, sie ist…meine…Teil…zeitfreundin.“ Mehdi griff mit beiden Händen nach ihren Schultern und zog sie schon ein Stück sanfter zu ihm hin.
Gretchen stöhnte auf und rollte mit den Augen, als Marc einen Finger hob. „Teilzeit, nicht Vollzeit, also…darf ich dann?“ Wiederum griff er nach ihrem Oberarm und zog sie mit einem Ruck zu sich hinüber.
„Seid ihr eigentlich übergeschnappt, ich bin doch kein-!“
„Kann schon sein, aber-“
„Mehdi? Tut mir leid, ich habe noch was vergessen.“
Marc, Mehdi und Gretchen schauten den Gang hinab und sahen auf Anna, welche mit einem kleinen Rucksack zu ihnen hin lief.
„Anna!“, begrüsste Marc sie, stiess Gretchen kurzerhand so von sich weg, das diese stolpernd in Mehdis Armen landete, „nah, wieder unter zivilisierten Menschen?“
„Keine Ahnung, du bist ja da.“, erwiderte sie trocken und lief zu Mehdi hin, der wiederum seinen Arm um Gretchen legte, welche auflachte und auf Marc zeigte. „Der war ja gut!“
Marc warf ihr einen warnenden Blick zu, was sie auf der Stelle verstummen liess. Sie räusperte sich und schaute sie fragend an. „Was…vergessen also?“
„Lilly’s Rucksack. Lag noch bei mir im Auto.“, erklärte sie und reichte ihn Mehdi, der ihn dankend entgegennahm, „also dann.“ Sie warf einen letzten Blick auf Marc, der ihr amüsiert nachschaute.
Sobald sie um die Ecke verschwunden war, liess Mehdi seinen Arm von Gretchens Rücken hinunter gleiten.
„Also Hasenzahn, würdest du dann bitte-!“, begann Marc und streckte seine Hand aus, doch Gretchen hob die ihren. „Nein. Jetzt…also ihr solltet euch mal sehen, wirklich.“, sagte sie etwas genervt und schaute von einem Gesicht ins andere, „ich bin hier doch kein…kein Ding das ihr so rum schieben könnt!“
„Entschuldige.“, meinte Mehdi und presste die Lippen zusammen.
„Du Weichei…!“, sagte Marc langsam und erhobenen Augenbrauen, bis Gretchen ihm einen warnenden Blick zuwarf, „ich mein…also…er hat dich mir weggenommen, also hat er angefangen!“ Er hob einen Finger und zeigte auf Mehdi, was Gretchen jedoch nur aufstöhnen liess. „Ihr zwei seid doch echt irgendwo stecken geblieben.“ Sie schob sich an Marc vorbei und lief, immer noch mit der Akte in der Hand, den Gang hinunter.

Fran Offline

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31.05.2010 13:31
#89 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo zusammen :) Hier der erste Teil Ich hoffe das gibt euch eine Idee, was es sich nun mit dem Manuskript auf sich hat @Haase: Ich werde eine solche Zusammenfassung verfassen, einfach erst heute Abend. Voraussichtlich :) Aber danke nochmals

„Sanft strich Doktor Rogelt über meinen Bauch und brachte mir jegliche Frühlingsgefühle in mein Leben zurück. Er schien wie ausgewechselt – sein Besuch in Amerika brachte nur positive Seiten zum Vorschein und als er begann meinen Nacken zu küssen, verabschiedeten sich alle meine Gedanken und Sinne…“ Sabine hob den Kopf und schaute auf einen Punkt vor ihr, „es ist…göttlich.“
„Hier, lesen Sie mal da weiter.“, sagte Doktor Hassmann, biss in ihren Apfel und zeigte kauend auf eine Stelle weiter unten.
Sabine setzte sich nochmals richtig auf den Stuhl, ehe sie das Manuskript höher hielt und anfing vorzulesen.
„Die alte Liebe blühte wieder auf und seine Lust war mit meiner fast nicht zu vergleichen. Unsere Körper wälzten sich in den Laken, welche von unserem Liebesspiel schon sehr mitgenommen waren…Sanft küsste er mich an Stellen von denen ich dachte, sie würden nie mehr berührt werden und als wir zusammen dem Höhepunkt entgegen kamen, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Mauern unser gebändigten Lust brachen…“
Schwester Ingebold schluckte und schüttelte ehrfürchtig den Kopf. „Das ist noch besser geschrieben als Band 11.“
„In Band 11 hatte Monique auch nicht Doktor Rogelt.“, erklärte Sabine korrekt, „da hatte er sich für eine andere entschieden.“
„Unglaublich dass man so etwas schreiben kann…“, meinte Doktor Hassmann leise und schüttelte den Kopf, ehe sie wieder in den Apfel biss.
„Das ist literarische Kunst.“, sagte Sabine ehrfürchtig und klappte eine weitere Seite um.
„Habt ihr den Arsch offen?“
Die drei Frauen schauten über den Rand des Papiers und sahen Doktor Meier in der Türe stehen. Seinen Blick hatte er auf das Manuskript gerichtet, ehe er zügig nach vorne schritt und dieses Sabine aus den Händen riss. Diese schaute etwas beschämt auf den Boden, während Doktor Hassmann aufstand, ihren Daumen ableckte und Marc kritisch aber interessiert beäugte. „Ich wette ganz Deutschland ist Ihrer Mutter näher als Sie es sind.“
„Mh.“ Marc setzte ein Grinsen auf, welches nur eine Sekunde später verschwand, „verschwinden Sie.“
Doktor Hassmann zuckte mit den Augenbrauen, warf den Rest des Apfels in den nächsten Papierkorb und verliess das Zimmer.
„Was machen Sie eigentlich hier?“, fragte Marc Schwester Ingebold ruhig aber drohend.
Diese schaute auf, zeigte zögernd mit dem Finger auf das Skript und wollte etwas erwidern, als Marc ihr jedoch laut dazwischenfuhr und mit dem Finger nach hinten zeigte. „Ja bewegen Sie sich endlich!“
Diese stand erschrocken schnell auf und hastete aus dem Schwesternzimmer, wo sie fast mit Gretchen zusammenstiess.
„Und was Sie angeht!“, fuhr Marc fort und hob das Manuskript hoch, „woher haben Sie das?“
„Das…das war in ihrem Spint der nicht zu war und es ist rausgefallen, ich wollte…wollte es nur versorgen sodass es niemand findet.“, antwortete Sabine schnell und ging schon ein Stück weit in Deckung, als Marc Luft holte.
„Das ist verdammt noch mal PRIVAT!“, schrie er, worauf er plötzlich eine Hand auf seinem Arm bemerkte. „Marc! Jetzt schrei hier nicht so rum, du versetzt ja die Patienten in Aufruhr!“, zischte Gretchen und schaute schnell nach hinten auf den Gang.
Marc wandte sich ihr zu und schaute sie mit entgleistem Gesicht an. „Du das ist mir jetzt grad so scheissegal?“
„Na komm das…ich wette sie haben auch nicht viel gelesen. Oder…Schwester Sabine?“
Diese schaute auf und schüttelte eifrig den Kopf, als sie Gretchens eindringlichen Blick sah. „Nein wir…wir haben wirklich nur…die ersten zehn Seiten ungefähr und-“
„Die ersten zehn Seiten.“, wiederholte Marc und lachte gespielt auf, ehe er den Kopf schüttelte, „die ersten zehn Seiten sind ZEHN ZUVIEL!“ Seine Stimme wurde wieder lauter und Gretchen hatte fast Mühe, ihn nach hinten zu stossen. „So jetzt…also wirklich, reiss dich hier mal zusammen!“
„Es tut mir leid.“, sagte Schwester Sabine leise, stand auf und schaute beschämt zu Boden, ehe sie zu Marc aufschaute, „ich wollte…Sie nicht dermassen in Aufruhr bringen.“ Sie lief in den anderen Teil des Schwesternzimmers, als Marc sich an Gretchen vorbei lehnte. „Das will ich auch hoffen!“
Gretchen seufzte und legte ihre Hände auf seine Brust, um ihn zurückzuhalten. „Beruhig dich erst mal hier.“
Marc schnaubte auf und schmiss die Blätter achtungslos auf den Tisch vor ihm.
Gretchen schaute auf das Manuskript und legte die Stirn in Falten. „Glaubst du wirklich dass das…deine Mutter und dein-“
„Ich will-“, begann er laut und hob warnend einen Finger, „-das nicht hören Gretchen, verstanden?“
„Ist ja schon gut…“, erwiderte sie seufzend und nahm das Bündel an Papier an sich, „wir werden es jetzt einfach in deinem Spint verstauen und dann gehst du nach Hause. In Ordnung?“
Marc’s Blick schweifte hinüber in das andere Abteil des Zimmers. „Als ob die nicht nochmals versuchen würden meinen Spint zu knacken.“
Gretchen seufzte, legte das Manuskript wieder auf den Tisch, trat einen Schritt näher an ihn heran und nahm ihm die Mütze aus der Hand.
Marc schaute zu was sie tat, erwiderte aber nichts, als sie diese über seinen Kopf zog und die Stirnfransen nach hinten strich. „So. Ich kümmere mich um den Rest und du verschwindest.“
„Ach und das Skript nimmst du jetzt nach Hause und machst dir eine schöne Zeit oder wie?“, fragte er monoton und zeigte nach hinten.
„Ich pass drauf auf. Versprochen.“, sagte sie, zog seinen blauen Mantel zurecht und nickte nach hinten, „also komm, verschwinde. Und schaue nicht so grimmig, die Patienten werden noch tot umfallen bevor du sie überhaupt behandelt hast.“
„Mh.“ Er legte ein falsches Grinsen auf die Lippen und warf einen letzten Blick auf das Bündel, bevor er sich etwas widerwillig umdrehte und das Büro verliess.

Fran Offline

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31.05.2010 19:29
#90 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Da euch das Manuskript so interessiert, habe ich gedacht, ich lass das mal noch ein bisschen drinne...

Gretchen seufzte und griff wiederum nach dem Stapel.
„Frau Doktor…glauben Sie der Doktor Meier…hasst mich jetzt?“, fragte Sabine und trat leise neben sie heran.
Gretchen seufzte. „Nicht mehr als vorher Sabine. Wird sich schon wieder legen, keine Panik.“
„Wenn ich das jedoch anmerken darf…“, fuhr sie etwas beschämt fort, hob jedoch den Kopf und lächelte, „wenn es sich hierbei um Doktor Meiers…Vater handelt, dann ist da keine Spur von Herzinfarkt mehr.“
„Ist da…nicht?“, fragte Gretchen zögerlich und schaute sie von der Seite an, worauf diese entschlossen den Kopf schüttelte. „Nein, denn, bei gewissen Positionen und-“
„Boah Sabine ich will das nicht hören, bitte!“, erwiderte Gretchen und hob ablehnend eine Hand, bevor sie sich in die Garderobe aufmachte, „ich geh dann jetzt auch nach Hause ja?“
„Natürlich.“, sagte Sabine und nickte.
„Falls es einen Notfall gibt, bin ich erreichbar.“, rief Gretchen von der Garderobe und machte ihren Spint auf, „ist es immer noch möglich für Sie den Kostümverleih anzurufen? Sonst kann ich das jetzt noch machen.“
„Schon erledigt Frau Doktor.“, erwiderte Sabine pflichtbewusst und trat an die Tür zur Garderobe, „ich habe Ihnen zwei Kleider reserviert…“
„Oh…danke. Das war ja schnell.“, sagte Gretchen und zog sich die Jacke an, ehe sie die Spinttüre schloss.
„Soll schon mal vorkommen…“, entgegnete Sabine und lächelte fast scheu, „ich kann die Kleider morgen abholen.“
„Danke, das ist wirklich nett von Ihnen.“, sagte Gretchen erleichtert und lächelte, „ich glaube ich hätte mich ja sowieso nicht wirklich entscheiden können.“
„Es war eigentlich…ganz einfach, da gab es eine Homepage und ich denke Sie können sich…freuen.“, sagte Sabine, schaute auf und lächelte verträumt.
„Äh…gut. Dann…freue ich mich.“, lachte Gretchen etwas verstimmt auf und lief an ihr vorbei, „dann bis Morgen ja?“
„Bis Morgen Frau Doktor!“

„Ich bin Zuhause!“, rief Gretchen und liess die Türe hinter sich ins Schloss fallen, als sie hören konnte, wie ihre Mutter in den Gang lief. „Margharethe?“
„Jaha!“, rief Gretchen seufzend zurück und schmiss die Tasche sowie das Manuskript auf den Tisch in der Garderobe, um ihre Jacke auszuziehen.
„Ist dein Vater auch dabei vielleicht?“, fragte Bärbel lächelnd, hob beide Hände und reckte ihren Kopf.
„Äh nein…der ist vermutlich noch in der Klinik, wieso?“
Bärbel liess die Schultern hängen und schien etwas mussmutig. „Ich hab uns was Schönes gekocht und hab gehofft, er würde sich mal früher zuhause blicken lassen. Bist du dir sicher dass er noch in der Klinik ist?“
Gretchen hielt einen Moment inne mit Schuhe abziehen und schaute auf. „Ja äh…wo sollte er sonst sein Mama?“
Bärbel verzog die Lippen und verlagerte ihr Gewicht von einem Fuss auf den anderen.
Gretchen seufzte und warf die Schuhe zu den anderen hin. „Na komm, das ist doch schon lange vorbei. Mach dich hier nicht wahnsinnig.“
„Ich weiss Margharethe, aber…ich will doch nur das alles so bleibt wie es jetzt ist.“, erwiderte Bärbel etwas nervös und seufzte, „jetzt da er vor allem endlich an den Ruhestand denkt, verstehst du?“
„Ich weiss.“, lächelte Gretchen und griff nach ihrer Tasche, „aber keine Sorge, hm?“ Sie strich Bärbel über den Oberarm und nickte ihr zu, „er wird schon bald nach Hause kommen.“
„Ja…“, erwiderte sie aufgelöst und drehte sich nach einen Moment um, „das Essen ist dann auch für dich fertig.“
„Ja danke!“, rief Gretchen von oben und rannte die Treppe hinauf.
Bärbel seufzte wiederum, drückte sich die Haare zurrecht und wollte sich gerade ins Wohnzimmer aufmachen, als ihr Blick auf einen Stapel Blätter fiel. „Ja was ist denn…das?“ Sie trat näher heran und nahm das Manuskript in die Hand.
„Band 60, Wiederbelebung einer alten…Flamme.“ Bärbel sah mit offenem Mund auf und liess die Schultern hängen, „ Oh Franz…“

Fran Offline

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01.06.2010 14:00
#91 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo zusammen :)
Auf einen Tip von Haase hin, habe ich eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse geschrieben. Da ihr euch aber alle so sehr auf das Klassentreffen freut, machen wir vorwärts :) Von daher, gleich "2" Teile Lieber Gruss


Bisher:

Nachdem mein Vater sich endlich meiner Mutter geschlagen gegeben und sich auf einen kurzen Erholungsurlaub eingelassen hatte, übergab er niemand geringerem als Marc die Leitung…

„Also wie…lange wirst du weg sein?“
„Nur ein paar Tage.“, erwiderte ihr Vater, schaute sich kurz suchend nach seiner Jacke und fand diese über dem Bettgestell, „und in der Zwischenzeit…“, er zog seine Jacke an, „wäre ich dankbar, wenn Sie die Leitung übernehmen würden.“
„Äh…ich?“, fragte Marc und zeigte verwundert mit dem Finger auf sich.
„Natürlich. Sie sind der Oberarzt, einer der begnadetsten! Meine persönliche Abneigung gegen Sie, spielt hier keine Rolle. Aber eines will ich Ihnen gesagt haben Meier.“ Er hob einen Finger und zeigte warnend auf ihn. Marc schaute vom Finger auf den Professor und hob beide Augenbrauen,
„wenn hier auch nur etwas schief geht, dann stelle ich Ihre Position ganz sicher in Frage. Nur weil ich nicht hier bin, heisst das nicht, dass Sie freie Hand haben. Ich sehe alles, höre alles und weiss alles! Haben Sie das verstanden?“
Marc nickte und schluckte. „Natürlich…Professor.“
„Gut.“ Franz nickte, warf ihm einen letzten Blick zu und griff nach der Tasche, „und Hände weg von meiner Tochter!“


…der diese schlussendlich nicht nur wieder verlor, sondern auch noch kurzfristig freigestellt wurde.

„Der Fall von Buren ist immer noch offen. Sofern Sie beide mir nicht erklären können, was in dieser Nacht passiert ist, sind Sie beide dienstlich freigestellt!“
Marc entfielen die Gesichtszüge, worauf er leise auflachte. „Äh, Herr Professor, ich verstehe nicht so ganz wieso ich-“
„Weil Sie die Verantwortung hatten, Meier!“, erwiderte der Professor wütend, erhob sich und stützte sich auf der Tischplatte ab, worauf Marc zurückzuckte, „Ihre Station, Ihr Krankenhaus, Ihre Verantwortung!“


Da aber überraschenderweise sein Vater mit einem Herzinfarkt im Gepäck im Krankenhaus stand und mein Vater dann doch einsehen musste, dass Marc keine Schuld an Alexis‘ Verschwinden trägt, war dieser dann auch relativ schnell wieder eingestellt. Was mich auf ganz neue Gedanken brach…

„Ich wäre ein grossartiger Vater Hasenzahn!“, rief er durch den Gang, worauf zwei entgegenkommende Schwestern ihn grinsend anschauten und sich etwas zuflüsterten. Marc räusperte sich, schaute sich um und richtete seinen Kragen. „Hatte immerhin mal einen Goldfisch.“

…und eine angehende Beziehung mit Marc, lag nun auch nicht mehr fern. Meine Versuche diese jedoch zu vertiefen, wurden von einem Ereigniss nach dem anderen unterbrochen.
Zum ersten tauchte Lilly und Anna wieder auf, die entschloss, sich in der näheren Umgebung eine Wohnung zu suchen.

„Lillyschatz, wie bist du hier her gekommen? Und wie ist die Mama?“
„Sie hat…Lilly hier abgegeben.“, meinte Gretchen leise und trat näher, worauf Mehdi erstaunt und ernst den Kopf hob, „ich hab…also eigentlich, Marc und ich haben auf sie aufgepasst bis jetzt.“


Zwischenzeitlich schien Gaby sich insgeheim mit der Polizei anzulegen.

„Dieser Mann…ich wusste in der Tat, dass er abhauen würde.“
Sie vernahm ein Geraschel am anderen Ende und vermutete, dass Herr Wagner seinen Notizblock gezückt hatte. „Ja?“
Gaby nickte und schniefte. „Er hat gesagt, wenn ich nicht…wenn ich nicht den Mund halte, dann…werde ich es bereuen.“ Sie fügte einen theatralischen Schluchzer bei und stützte ihren Kopf auf dem Tisch ab, „er hat mir…Schweigegeld gegeben, sodass ich ja nichts sage.“


„Frau Kragenow?“
Gaby zuckte zusammen und schaute nach vorne. Sie schaute den Polizisten etwas irritierend an. „Kommissar Wagner…was tun Sie denn hier?“, fragte sie etwas unsicher und nervös, als ihr Blick kurz zu Gretchen huschte.
„Ich war auf dem Weg zu Ihnen, als ich in eine Schiesserei kam.“, antwortete diese und zeigte mit der Hand auf seinen Oberschenkel.
„Ach so ist das…“, meinte Marc weise und schaute zu Gaby, „der wollte dich mitnehmen!“
„Was?“
„Da hätte ich auch früher draufkommen sollen.“, fuhr er fort, schüttelte den Kopf und schaute sich die Werte an.
„Das einzige was ich mitnehmen will ist das Geld.“, sagte Kommissar Wagner und nickte Gaby zu.
Gretchen seufzte leise und schüttelte mit tragischem Gesichtsausdruck den Kopf. „Also das du jetzt sogar noch die Polizei bestechen musst Gaby.“


Mich hindessen, beschäftigten ganz andere Themen. Ein Klassentreffen das bereits schon am nächsten Tag stattfinden sollte, hielt mich und meinen potenziellen Freund auf Trab…

Fran Offline

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01.06.2010 14:05
#92 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hier der zweite Teil

http://www.youtube.com/watch?v=I0PamtXZO70

Gretchen wippte zum Takt der Musik, summte mit und schenkte sich zwei Gläser Boole ein. Sie warf sich die Haare nach hinten und wandte sich mit den Gläsern um, um sich durch die vielen Leute zu kämpfen, die eng umschlungen, in ihren weiten und farbenfrohen Kleidern tanzten.
Gretchen versuchte nicht zu stolpern und schob sich an einem Paar vorbei, dass sie mit einem suspekten Blick begutachteten. Sie lächelte etwas übertrieben zurück und lief ans andere Ende des Raumes um zu Marc zu gelangen. Als sie nach einer geschlagenen Weile, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten, auf der anderen Seite ankam, streckte sie ihren Kopf um Marc zu erkennen.
Ihr Blick schweifte über eine Gruppe Frauen die etwas abseits standen und ihre Blicke auf jemanden weiter vorne gerichtet hatten. Sie tuschelten, bissen sich auf die Lippen und nickten nach vorne.
Gretchen seufzte und folgte ihrem Blick, machte einen Schritt, blieb jedoch stehen. Ihre Gesichtszüge entfielen ihr, als sie erkannte, wohin die Frauen schauten.
Marc Meier tanzte eng umschlungen mit Julia Schmidt. Gretchen öffnete den Mund und schaute zu, wie er auf die Lippe biss, seine Hand langsam von ihrem Rücken auf ihren Hintern führte und danach griff. Julia schien das ganze so zu geniessen, als ob sie ihm in die Lippen beissen wollte. Marc grinste jedoch nur und bewegte sich weiter zum Takt der Musik.
Gretchen presste ihre Lippen aufeinander und reckte den Kopf. Sie versuchte die Stiche in ihrem Herzen zu ignorieren und lief zielstrebig auf das tanzende Paar zu.
„Ja sag mal…wenn das nicht die Julia Schmidt ist!“, sagte Gretchen übertrieben freundlich und überrascht, als sie die beiden erreicht hatte.
Marc liess instinktiv von ihr ab und schaute zur Seite.
„Und wenn das nicht Gretchen Haase ist.“, erwiderte Julia, hob jedoch eine Augenbraue und verzog ihre Lippen zu einem einseitigen, verächtlichen Grinsen, „Marc hat mir ja erzählt dass du immer noch Ähnlichkeit zu deinem früheren Ich hast, aber die ist ja fast verblüffend.“
Gretchen lachte gespielt auf und lächelte Marc an. „So, hat er das gesagt.“
Julia liess ihren Blick über Gretchens Kleid gleiten, währenddessen sich Marc räusperte und an der Nase kratzte.
„Hat er dir dann auch erzählt, dass wir zusammen hier sind?“, fragte Gretchen und schaute Julia lächelnd an. Diese warf einen Blick auf Marc und wollte gerade etwas sagen, doch Gretchen winkte, so gut es ging mit den Gläsern, ab. „Du aber macht ja auch nichts. Ist ja ein freies Land.“
„Gretchen-“
„Ja du musst ja eigentlich ganz durstig sein, entschuldige.“, meinte Gretchen, seufzte und schüttelte den Kopf bevor sie einen Schwenker mit der Hand machte und den Inhalt des Glases in sein Gesicht schüttete.
Marc, der einen Finger erhoben hatte, presste die Augen und Lippen zusammen.
Gretchen konnte hören, wie die Frauengruppe hinter ihm erschrocken aufschrie, doch sie seufzte nur, hob das andere Glas Richtung Julia und schaute sie fragend an. „Auch durstig?“
Julia presste die Lippen zusammen, atmete wild durch ihre Nase, wandte sich um und lief eiligen Schrittes davon.
Gretchen wandte sich zu Marc, die ihn prüfend, ruhig und kopfschüttelnd anschaute„Ich hätte es doch wissen müssen…“
„Jetzt stell dich nicht so an, verdammt!“, erwiderte dieser harsch und wischte sich mit beiden Händen über das Gesicht, „wir haben nur getanzt!“
„Getanzt.“, wiederholte Gretchen, schnaubte lächelnd auf und schüttelte den Kopf, „alles klar…“
„Und jetzt schauen mich auch alle noch so bescheuert an.“, fuhr er fort, strich sich über das T-Shirt und schaute sich um.
„Sei doch froh. Du liebst es ja im Mittelpunkt zu stehen, ne?“, fragte Gretchen, bevor sie einen Blick auf ihn zumachte und an ihm roch, „und jetzt riechst du auch noch nach…Erdbeere.“
„Jetzt mach hier nicht so ein Drama…“, zischte er und schaute sie eindringlich an.
Gretchen schüttelte den Kopf, drank den Inhalt des Glases in einem Schluck und drückte ihm dann dieses in die Hand. „Es ist niemand da der ein Drama macht, Marc.“
Sie warf ihm einen letzten, verletzten Blick zu, wandte sich um und schob sich durch die Menge, welche sie jetzt anstarrte und hinter Händen tuschelte.
Marc stöhnte auf und liess die Schultern hängen. Es vergingen keine zehn Sekunden, bis er eine Hand auf seiner Schulter spürte, welche hinunter zu seiner Brust strich.
„Ich mag Erdbeere…“

Fran Offline

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01.06.2010 19:23
#93 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Gut, ich...habe Angst Ihr schwingt ja hier die Töpfe und Pfannen wie beim Schwingfest! Ganz davon abgesehen, dass ich jetzt einen Sockenschuss habe (?), kann ich mir aber gut vorstellen, dass ihr dieses Bild nicht so wirklich mögt. Gretchen übrigens auch nicht wirklich.

Gretchen schoss mit einem Ruck auf und merkte wie ihr Herz raste. Nach wenigen Sekunden merkte sie, dass es nur ein Traum war. Sie schloss die Augen, strich sich ein paar Locken aus dem Gesicht und liess sich aufstöhnend auf das Kissen zurück fallen.
Nachdem sie für einen Moment ruhig dagelegen hatte, wandte sie den Kopf um die Zeit zu sehen.
09.30 Uhr.

09.30 Uhr? Oh verdammt.

Gretchen schmiss die Decke zurück und hüpfte mit einem Schuss vom Bett, wovor sie, nur eine Sekunde später, zusammenklappte. Ihre Beine liessen nach und sie merkte, dass ihr Blut es wohl noch nicht geschafft hatte, sich im ganzen Körper zu verteilen. Sie hob den Kopf und warf einen weiteren Blick auf den Wecker. 09.31 Uhr.
„Das…gibt es jetzt ja nicht.“, stöhnte Gretchen und versuchte sich wieder auf die Beine zu ziehen. Aus Erfahrung jedoch, wusste sie, dass bei niedriger Durchblutung solche Versuche fehlschlugen.
Sie liess ihren Kopf auf den Teppich fallen und versuchte ihre Beine zu bewegen, als es auf ihrem Nachttisch anfing zu klingeln. Sie stützte sich auf ihren Unterarm und tastete nach ihrem Handy, welches sie nach ein paar Sekunden zu fassen kriegte.
Gretchen drückte auf den Kopf und liess sich wieder auf den Boden fallen. „Jaa, Haase hier?“
„Du es ist fast Mittag und ich sehe keine Spur von dir, wo genau bist du?“
„Marc ich…hab verschlafen tut mir leid.“, gab sie zur Antwort, versuchte sich aufzurichten und konnte ein Aufstöhnen nicht unterdrücken.
„Du…hast du gerade Sex oder was?“
„Marc!“
„Ja dann stöhn nicht so rum!“
Gretchen rollte mit den Augen und presste ihre Lippen zusammen, bis sie zugab was passiert war. „Ich bin zu schnell aufgestanden und dann umgefallen…“, sagte sie leise und klopfte mit ihrem Fuss auf den Boden.
Für einen Moment hörte sie nichts, bis sie merkte, dass er versuchte, ein Lachen zu unterdrücken.
„Jetzt lach nicht!“
„Mach ich nicht, und du bewegt dich gefällig mal! Wir haben hier einen Notfall und du als lernende Person solltest eigentlich ein bisschen mehr Interesse daran zeigen.“
„Hey…!“, erwiderte Gretchen baff und versuchte zeitgleich aufzustehen, „schieb es auf meine Anatomie, da kann ich jetzt wirklich nichts für!“
„Mh, man kann nicht alles immer auf die Anatomie schieben Hasenzahn.“, erwiderte Marc amüsiert, „also komm, schau dass du auf die Füsse kommst und ich triff dich dann im dritten.“
„Ja ist ja gut…“, antwortete sie leise genervt und drückte auf den roten Knopf. Sie warf ihr Handy kurzerhand auf ihr Bett und zog sich dann daran hoch. Nach ein paar Minuten war das Gefühl sowohl das Blut am richtigen Ort und sie machte sich schleunigst parat.
Nur 15 Minuten später rannte Gretchen die Treppe hinunter zu der Garderobe. „Mama?“
Es vergingen ein paar Sekunden, bis sich ihre Mutter aus dem Esssalon meldete. „Hier…!“
Gretchen legte die Stirn in Falten, nahm ihre Jacke mit und lief nach hinten. Sie blieb vor den Sofas stehen und schaute auf ihre Mutter, welche, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, den Blick auf den Tisch gesenkt hatte. „Alles klar bei dir?“
„Hm?“ Bärbel schaute fragend hoch und versuchte dann ein Lächeln auf ihr Gesicht zu bringen, „natürlich…aber…was machst du denn noch hier Margharethe, müsstest du noch nicht im Krankenhaus sein?“
„Ja ich hab total verpennt.“, erwiderte sie ein bisschen unwirsch und schob ihre Arme in die Jacke, „hab auch schlecht geträumt.“
„Wie tragisch…“, seufzte Bärbel und schaute wieder nach unten.
Gretchen sah sie einen Moment prüfend an. „Ich bin dann heute Abend nicht hier…ja? Wir haben ja dieses Klassentreffen.“
„Natürlich, kein Problem.“, erwiderte sie und schaute wieder auf, „mach dir nur einen schönen Abend.“
„Mhm…“ Gretchen nickte und zog den Zopf aus der Jacke, „und du bist sicher dass alles in Ordnung ist bei dir?“
„Selbstverständlich. Es ist…alles so wie immer.“, antwortete Bärbel und stellte die Tasse etwas zu laut auf den Porzellanunterteller, „los geh Kind, rette Leben, husch!“ Sie machte eine Handbewegung und deutete ihr lächelnd zu gehen.
Gretchen presste die Lippen zusammen und hob eine Hand. „Na gut…Tschüss!“ Sie warf einen letzten Blick auf ihre Mutter, wessen Lächeln sich bereits schon wieder davongestohlen hatte. Wiederum blickte sie auf den Tisch und seufzte schwer.

Verzeiht ihr mir?

Fran Offline

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02.06.2010 09:50
#94 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Guten Morgen zusammen :) Da ich noch lebe und es meinen Socken gut geht () muss ich mich glaub ich bei euch entschuldigen, aber...es war einfach zu verlockend... Ich machs auch wieder gut, versprochen Aber ob das nochmal vorkommt...hmm :)
Da ich in 10 Minuten eine Sitzung habe und am Nachmittag nicht am PC bin, hier schon mal ein weiterer Teil


Gretchen richtete ihren Kragen, als sie eine Tür zu einem Zimmer aufstiess, indem vier Betten waren. Nur eines war von einer jungen Frau besetzt, welche mit verzerrtem Gesichtsausdruck im Bett lag. Gretchen nickte ihr freundlich zu und lief zu Marc, der gegenüber auf der Kommode sass und ein paar Notizen auf ihren Werten machte.
„Was hat sie denn?“, fragte Gretchen leise und nickte nach vorne.
„Hat sich beim Schluckauf eine Rippe gebrochen.“, antwortete Marc, machte einen Punkt auf dem Papier und schaute mit erhobenen Augenbrauen hoch.
Gretchen legte die Stirn in Falten. „Wie ist das denn möglich?“
„Das frage ich mich auch immer wenn du deinen Patienten noch lebend aus dem OP schiebst.“
„Mh…sind wir wieder lustig heute?“, fragte Gretchen, setzte ein künstliches Lächeln auf und zog ihm die Werte aus der Hand, „und das ist der Notfall den du mir zeigen wolltest?“
„Nicht nur!“, erwiderte er und tippte mit dem Finger auf die Resultate, „schau dir mal ihre Werte hier an. Das weist eindeutig auf eine Pneumothorax hin.“
Gretchen studierte die Werte für einen Moment, bis sie einen Blick auf die Patientin hinüber warf. „Und das nur wegen Schluckauf?“
„Soll vorkommen.“, erwiderte Marc und richtete seinen Blick ebenfalls auf die junge Frau, „ich hab auch gehört es soll tatsächlich Leute geben, die beim Aufstehen den Boden küssen.“
„Ha ha…“ Gretchen blätterte durch die Werte und versuchte sich darauf zu konzentrieren, obwohl sie seinen Blick spüren konnte. Nach nur wenigen Sekunden merkte sie, wie Marc ein Stück näher zu ihr rutschte. „Gib’s doch zu, du hast an mich gedacht und wolltest es einfach nicht sagen.“
„Hey…! Es dreht sich nicht alles immer nur um dich!“, flüsterte Gretchen zurück, räusperte sich und sah kurz hinüber um sicherzustellen, dass die Patientin nicht zuhörte.
„Also hast du an jemand anderen gedacht oder wie?“
Gretchen liess ihre Augen zu ihm hinüberwandern und bemerkte, wie er sie entgleist anschaute. Sie hob die Augenbrauen, verzog ihre Lippen und zuckte mit den Schultern. „Vielleicht.“

Hah. Soll er sehen was er davon hat. Strafe muss sein.

„Mmh…den Gedanken an einen Dreier finde ich eigentlich ganz heiss.“, sagte er vergnügt, zuckte mit den Augenbrauen und schob sich einen Kaugummi in den Mund.
Gretchen liess die Mappe senken und holte tief Luft durch die Nase.
Marc kaute auf dem Kaugummi und schaute sie fast anstössig an, worauf sie die Augen verdrehte und nach vorne zum Bett lief. „Frau…Hofmann. Sie zeigen einen Verdacht auf Pneumothorax hin, was-“
„Sie weisen nicht daraufhin, Sie leiden schon darunter!“, stellte Marc klar und erschien neben Gretchen, „aber keine Panik, wir verfügen über genügend Methoden um die Sache wieder zu beheben.“
„Und was…was bedeutet das?“, fragte Frau Hoffmann und schaute die beiden irritiert an, „ich hab davon noch nie gehört…?“
„Es handelt sich hierbei um einen Spalt der zwischen den Lungenfellen gebildet und mit Luft gefüllt wird. Das behindert sie beim Atmen. Wahrscheinlich merken Sie das schon?“, fragte Gretchen und schaute zu, wie sie nickte und ihr Blick beunruhigter wurde.
„Jep und bevor Ihre Lunge kollabiert machen wir lieber etwas dagegen.“, fuhr Marc fort und zog Gretchen kurzerhand die Werte wieder aus den Händen.
Sie seufzte auf und fuhr fort. „Auf jeden Fall werden wir sofort mit der Behandlung beginnen.“
Die Frau nickte und versuchte ein Lächeln zustande zu bringen, als Marc wieder zum kleinen Tisch zurücklief um nochmals einen Blick in die Akte zu werfen. „Du Hasenzahn…?“, fragte er etwas abweisend, worauf Gretchen neben ihn trat. „Was denn?“
„Wann müssen wir eigentlich los?“
„So ungefähr in…zwei Stunden. Wieso?“, fragte Gretchen zurück und schaute zu, wie er das Formular unterschrieb.
„Mh nur so…muss mich noch psychisch auf das Desaster vorbereiten.“, antwortete er, schaute auf und schaute sie grinsend an.
Gretchen erwiderte das Lächeln gespielt und wandte sich ab.

Ihre Vorstellung wie der Abend ablaufen würde, war ihr schon mehr als klar…

Fran Offline

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02.06.2010 23:39
#95 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Danke für eure Kommentare Da ich dringendst in die Falle muss, ihr aber doch das Treffen wollt, hier also Gretchens Vorstellung. Ich hoffe das gibt euch eine Idee, ne? Gut Nacht allerseiiiiits

Ihre Vorstellung wie der Abend ablaufen würde, war ihr schon mehr als klar…

http://www.youtube.com/watch?v=FVj9IYBNEvM&feature=related

Die Gespräche verstummten augenblicklich und die Leute begannen ihre Köpfe zu wenden. Eine Frau hielt inne als sie die Olive von dem Zahnstocher mit ihren Zähnen ziehen wollte.
Die Blicke waren alle auf zwei Personen gerichtet, die alle Aufmerksamkeit auf sich gerissen hatte.
Marc kaute auf dem Zahnstocher und verzog seine Lippen zu einem selbstgefälligen Grinsen.
Er machte einen Schritt nach vorne, an der Hand Gretchen, welche sich eng an ihn gedrückt hatte.
Als Marc seine Sonnenbrille in Slowmotion abzog, fiel die Olive der Frau zu Boden. Ein Stöhnen und Seufzen ging durch die Reihen als sie erkannten, dass Marc Meier den Raum betreten hatte.
Dieser schob seine Sonnenbrille in die Brusttasche seiner schwarzen Lederjacke und strich sich mit der Hand die Haare nach hinten.
Gretchen verzog ihre Lippen zu einem Lächeln als sie die ganze Aufmerksamkeit spüren konnte.
Marc wandte den Kopf zu ihr, zog den Zahnstocher heraus und bewegte seinen Kopf nach vorne, sodass er ihr einen Kuss geben konnte. Gretchen streckte ihm ihren Kopf entgegen und drückte ihre Lippen auf die seinen. Am Rande ihrer Aufnahmefähigkeit konnte sie hören, wie jemand aufstöhnend zu Boden ging.
Als sie den Kuss nach ein paar Sekunden lösten, bewegte Marc seinen Arm nach oben, legte ihr diesen über die Schultern und drückte sie nah an sich.
Ihr Kleid, welches ihrer Figur perfekt zugeschnitten war, bewegte sich schwungvoll, als sie nach vorne liefen.
Die Menge teilte sich automatisch und ihre ehemaligen Klassenkameradinnen schauten sie mit offenen Mündern an. Gretchen lächelte, zuckte halbwegs mit den Schultern und fuhr mit ihrer rechten Hand in die hintere Hosentasche von Marc’s schwarzen Jeans.
Nach ein paar Metern zwinkerte Marc einer Frau zu, die Gretchen als ihre ehemalige Klassenlehrerin ausmachen konnte. Diese schluckte und biss sich auf die Lippen.
Nach einer Weile trat Susanne Krupp aus der Menge, ein enges, anliegendes, rosa Kleid mit einer Schleife im Haar tragend. „Gretchen…Marc…seid ihr wirklich…?“
„Oh ja das sind wir.“, erwiderte Gretchen und schaute hoch zu Marc, der seinen Zahnstocher kurzerhand zur Seite spukte, eine Hand in ihren Nacken legte und ihr einen Kuss gab, der sie vergessen lies, wo sie war.

„Wir sind…was?“
„Was?“, schreckte Gretchen hoch und schaute blinzelnd zu Marc, der die Augenbrauen hochgezogen hatte und sie irritiert anschaute. Er schaute von den Werten zu seiner Hand auf, währenddessen er immer noch auf der Anrichte vor dem Bett sass.
„Wir äh…wir sind…fertig. Hier meine ich.“, erwiderte Gretchen schnell und zeigte auf Frau Hofmann, die ihren Blick nur auf Marc gewendet hatte.
Marc öffnete seinen Mund um etwas zu erwidern, wartete jedoch einen Moment bis er dies tat und zeigte mit dem Kugelschreiber auf sie. „Kann es sein dass du gerade wieder-?“
„Hab ich nicht!“, stellte sie klar, kratzte sich am Ohr und lief am Bett vorbei.
„Hast du doch du kleines Luder…“, erwiderte Marc leise und amüsiert, worauf Gretchen stehenblieb und ihn mit grossen Augen anschaute. „Marc!“ Sie nickte nach hinten zu der Frau, doch Marc grinste nur selbstgefällig. „Gib es doch einfach zu wenn du es mit mir treiben willst.“
„Jetzt-!“ Gretchen presste die Lippen zusammen und war kurz davor mit dem Fuss aufzustampfen.
„Mh, wann immer du willst.“, antwortete er und grinste sie weiterhin an.
Gretchen atmete durch die Nase aus, strich eine Strähne nach hinten und lief schnurstracks aus dem Zimmer.

Fran Offline

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03.06.2010 20:13
#96 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo ihr Lieben Hab ich mir ja fast gedacht, dass euch so eine Vorstellung besser gefällt, als dass Marc sich mit einer anderen vergnügt Und da euch die Kostüme interessiere, hier der nächste Teil, ein bisschen länger :)

Gretchen lief zum Schwesternzimmer und schmiss die Akte auf die Anrichte, was Sabine zusammenzucken liess.
„Entschuldigung.“, sagte sie leise verstimmt, lehnte sich vorne über und griff nach einem Keks.
„Alles in Ordnung mit Ihnen Frau Doktor?“, fragte Sabine und büschelte ein paar Dokumente, während Gretchen die Augen verdrehte. „Warum glauben Männer eigentlich immer, das wir ständig daran denken es mit ihnen…zu…Sie wissen schon.“
„Keine Ahnung…“, erwiderte Sabine und lächelte, „wahrscheinlich um…ihr Ego zu puschen?“
„Das könnte doch gar nicht mehr grösser werden…“, sagte Gretchen leise und biss in den Keks.
„Oh ich habe übrigens Ihre Kleider abgeholt Frau Doktor.“, sagte Sabine plötzlich und sprang auf, „Sie müssten sich dann auch bald umziehen, es ist ja schon nach Fünf…“
Gretchen nahm einen weiteren Bissen von ihrem Keks und lief am Tresen vorbei um Schwester Sabine zu folgen. Diese verschwand in der Garderobe und sie konnte hören, wie sie einen Spint aufmache und etwas herauszog, das raschelte.
Gretchen verlangsamte ihre Bisse und lehnte sich an der Kommode hinter ihr an. Nach wenigen Sekunden kam Sabine, mit einem grossen Lächeln auf den Lippen und zwei Plastiksäcken aus der Garderobe. „Et voilà!“
Gretchen hielt inne und schaute auf das Kleid in Sabines Hand. Ihr Kauen stellte sich ein, als sie den farbenfrohen Stoff vor ihr begutachtete.
Das Kleid hatte verschiedene Grundtone und reichte ihr bis knapp an die Knie. Die Ärmel waren lang und an den Enden weit ausgestellt. Gretchen stellte mit Schrecken fest, dass Sabine mit der freien Hand ein paar weisse, hohe Go-Go Stiefel hochhielt. Sie selber strahlte über alle Backen und zuckte freudig mit den Schultern. „Und? Gefällt es Ihnen Frau Doktor?“



Gretchen öffnete den Mund um etwas zu erwidern, rang allerdings mit den Worten. Bevor sie jedoch etwas sagen konnte, betrat Marc, den Blick auf eine Akte zu seiner Hand gerichtet, das Schwesternzimmer. Als er an ihnen vorbeilief, warf er einen kurzen Seitenblick auf das Kleid und schnaubte grinsend auf. „Was zum Teufel ist denn das? Neue Vorhänge?“
„Das Kleid der Frau Doktor!“, erwiderte Sabine stolz und hob es noch höher, um es noch besser ersichtlich zu machen.
Marc lehnte sich an die Kommode neben Gretchen und schaute lachend auf. „Das ist ja wohl ein Scherz.“ Sein Blick fiel auf Gretchen, welche sich hinter dem Ohr kratzte und peinlich berührt auf den Boden schaute. Er verstummte, bewegte seinen Kopf ein Stück nach vorne, zeigte auf das Kleid und schaute sie fast geschockt an. „Du…das ziehst du doch nicht etwa an, oder?“
„Ich-“
„Natürlich zieht sie das an. Ich habe sogar noch die passende Handtasche gefunden…“ Sabine schüttelte das Kleid, bis eine kleine, pinke Tasche zum Vorschein kam, die sie schräg hängend tragen konnte.
Gretchen seufzte auf und biss sich auf die Lippen. „Sabine da seh ich ja aus als ob ich grad von Austin Powers entsprungen wäre!“
„Na und, siehst ja sowieso schon jeden Tag aus als ob du Bridget Jones entsprungen wärst.“, sagte Marc monoton und kreuzte etwas auf dem Formular an.
„Ey-!“ Gretchen wollte ihm eine schlagen, doch Marc bückte sich amüsiert weg.
Sie seufzte und stützte sich mit beiden Händen hinter ihr ab. „Ich hab halt gedacht ich würde halt mehr so etwas…rosafarbenes und süsses mit einer Schlaufe in den Haaren anziehen.“
„Dann kannst du ja gleich als Torte gehen.“, bemerkte Marc und griff nach einem Keks. Bevor Gretchen etwas erwidern konnte, machte Sabine einen kleinen Hüpfer. „Für Sie habe ich auch etwas passendes gefunden Herr Doktor.“, meinte Sabine freudenstrahlend und lief wieder in die Garderobe.
„Bitte?“ Marc schaute mit einem Schlag hoch und zog die Nase kraus.
Gretchen legte den Kopf schief und wartete auf Sabine, die wieder im Türrahmen erschien. Als sie sich ein Bild des Kostümes in ihrer Hand machen konnte, konnte sie ein Auflachen nicht unterdrücken.



Sie zeigte lachend nach vorne. „Das ist ja…das…“ Sie wandte den Kopf und schaute zu Marc, der sie einfach nur ernst und mit grossen Augen anschaute, worauf Gretchen versuchte ihr Lachen als Husten zu tarnen. Sie räusperte sich und verstummte gänzlich.
„Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?“, fragte Marc monoton geschockt und schaute zu Sabine, welche ihn etwas beunruhigt aber doch nickend anschaute. „Ich finde…es würde Ihnen sehr schmeicheln.“
Marc schnaubte gespielt lachend auf. „Der einzige dem das Teil schmeicheln würde wäre dem Abfall.“
Sabine schien ein wenig verstimmt zu sein und wandte sich zu Gretchen. „Aber Ihnen gefällt es Frau Doktor, oder?“
„Äh…“ Gretchen hob einen Arm und zeigte darauf, rang nach Worten und schaute kurz zu Marc, der sie drohend anschaute.

Nicht vorstellen Gretchen, nicht vorstellen, nicht-

Sie hob eine Hand um ihr Kichern unter Verschluss zu halten, jedoch wollte es nicht gelingen.
„Ey…!“ Marc warf den angebissenen Keks hin und machte sich daran zu verschwinden, „wenn ich das anziehen soll ja, dann kannst du aber alleine dort hin gehen!“

Alleine? Zum Klassentreffen?


„Was? Nein, warte! Jetzt…“ Sie machte einen Schritt nach vorne und griff ihn am Arm um ihn zum Stillstehen zu bewegen, „-renn nicht gleich weg, komm.“
Marc blieb etwas widerspenstig stehen, legte dann seufzend den Kopf schräg und schaute sie fragend an.
„Wir gehen da jetzt hin, in Ordnung?“, fragte Gretchen leise und zog seinen Kittel zurrecht.
„Nicht in diesem beschissenen-“
„Maharc, jetzt reiss dich mal zusammen…“, flüsterte sie und zog noch mehr, sodass er ein Stück nach unten lehnen musste, „es wäre höchst unfreundlich gegenüber Sabine…hm?“ Sie schaute ihn eindringlich an und nickte schwach nach hinten.
Marc jedoch schaute sie gleichgültig an und zeigte auf Sabine. „Seid wann interessiert es mich ob ich-?“
„Also!“ Gretchen klatschte seine Hand weg, worauf er überrascht zurückzuckte und sie mit grossen Augen anschaute, „mich kümmert es, okay? Also reiss dich bitte ein bisschen zusammen.“
Marc stöhnte auf und liess seinen Kopf in den Nacken fallen.
Gretchen schaute ihn bittend an, worauf er schluckte und ergebend aufseufzte. „Sabine.“ Er streckte die Hand aus und zuckte ungeduldig mit den Fingern, den Blick auf Gretchen gerichtet, welche ihn dankbar anschaute.
Sabine lief mit einem breiten Grinsen nach vorne und drückte ihm das Kostüm in die Hand. „Sie werden richtig flott aussehen Herr Doktor!“, sagte sie, klatschte in die Hände und wandte sich um, um das andere Kostüm zu holen.
„Das kriegst du alles zurück Hasenzahn, das schwöre ich dir!“, drohte er leise, presste die Lippen zusammen und schaute dann über ihren Kopf hinweg, um sicherzustellen, sodass ihn niemand sehen konnte.
„Und hier…haben wir das Kleid für Frau Doktor.“, meinte Sabine freudenstrahlend und drückte Gretchen das Kleid und die Schuhe in die Hand.
„Oder…nein ich nehme es zurück.“, korrigierte sich Marc und schaute das Kostüm in ihrer Hand skeptisch an, „ich glaube du hast es gerade in aller Form zurückbekommen.“
„Danke!“, sagte Gretchen schnell an Sabine gerichtet und drückte das Kleid an sich, „fürs abholen.“
„Jeder Zeit.“, lächelte sie, schob sich an den beiden vorbei und setzte sich wieder an den Empfang.
„’Niemals wieder’ trifft es besser.“, meinte Marc leise und warf einen Blick auf die Armbanduhr, „gut, dann würd ich sage wir…machen uns mal fertig.“
Gretchen nickte etwas verdriesslich und wollte gerade in Richtung Garderobe laufen, als Marc nochmals Luft holte. „Obwohl…mir fällt da gerade ein das ich was Zuhause vergessen habe. Ich fahr noch schnell zurück…ist das in Ordnung wenn wir uns dort treffen?“
Gretchen hob die Augenbrauen, zuckte mit den Schultern und lächelte. „Solange du mich nicht sitzen lässt.“
„Mh wie könnte ich…“, antwortete er gepresst und hob das Kostüm hoch, „bis in einer Stunde.“

Fran Offline

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04.06.2010 13:10
#97 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo zusammen Daaaaaanke für alle Kommis Wie ich sehe gefällt euch die Kleiderwahl von Sabine für Marc nicht wirklich...hm. Aber immer im Kopf behalten - wir reden hier von Marc Meier, ne Ich will ja auch nicht dass ihr Alpträume kriegt o.o Aber von Alptraum zu einer anderen Situation...

„Ja gut.“, erwiderte Gretchen und hängte das Kleid an den Haken. Gerade als sie den Reissverschluss nach unten ziehen wollte, hörte sie, wie jemand ihren Namen rief.
„Margharethe? Margharethe bist du da?“
Sie seufzte Augenrollend auf und machte einen Schritt Richtung Türrahmen. „Ja hier Mama!“
„Ah, da bist du ja!“, meinte Bärbel etwas neben der Spur und kam mit der Sonnenbrille auf dem Kopf in die Garderobe, „ich such deinen Vater weil der…ja was ist denn das?“, fragte sie, nahm die Brille ab und zog an dem Kleid, sodass sie es besser sehen konnte.
„Äh das ist mein-“
„Ist das die neue Sommermode?“, fragte sie verblüfft und Gretchen schaute etwas zweifelnd zu, wie sich ein träumerisches Lächeln auf ihr Gesicht stahl, „oh das war eine schöne Zeit Margharethe…Musik und Hanf und freie Liebe…dein Vater und ich, wir haben das ganz oft prakti-“
„Ja äh…Mama was genau…willst du?“, unterbrach Gretchen ihre Mutter, die sich einen Moment irritiert sammelte und dann die Brille auf den Kopf schob. „Ich wollte fragen ob du deinen Vater gesehen hast.“
„Eigentlich nicht…ich weiss gar nicht wo der ist.“, meinte sie und legte die Stirn in Falten.
„Der hat…eine Sitzung.“
Gretchen und Bärbel schauten zum Türrahmen wo Sabine stand und die Hände im Schoss kreuzte. „Bitte um Entschuldigung Frau Haase…aber ich habe gehört, wie Sie über das Kleid geredet haben.“
„Oh es ist ja wirklich wunderschön!“, erwiderte Bärbel und sogleich strahlte sie wieder, „endlich wieder mal ein bisschen mehr Farbe und…Schwung, hier!“ Sie zeigte auf Gretchen, die sogleich fragend an sich hinunterschaute.

Mehr Farbe? Mehr Schwung? Noch mehr Farbe und ich könnte als Malkasten gehen.


„Also…der Herr Professor, der hat eine Sitzung, schon über den ganzen Mittag.“, fuhr Sabine pflichtbewusst fort und nickte.
„Über den ganzen Mittag…?“, fragte Bärbel und legte die Stirn in Falten, „komisch…“
„Wieso was wolltest du denn von ihm?“, fragte Gretchen und zog den Reissverschluss des Kleides auf.
„Ich äh…wollte mit ihm reden…“, sagte sie etwas zögerlich und strich sich eine Strähne hinter die Ohren, „ich meine…wir sehen uns ja in letzter Zeit nicht wirklich viel.“
„Mama ihr lebt unter demselben Dach.“, erwiderte Gretchen amüsiert und rollte mit den Augen. Sie schaute auf und warf die Haare zurück, als ihr Blick auf ihre Tasche fiel und den Inhalt, der zum Vorschein kam, „äh…Mama was ist denn…das?“
„Was?“, fragte Bärbel und schaute in ihre Tasche, worauf sie diese schnell hinter ihren Arm schob, „ach das, das ist nur…nur ein Rezept, das ich ausgedruckt habe.“, erwiderte sie, lächelte ertappt auf und winkte ab.
„Also für mich sah das ganz nach…oh Himmel.“ Gretchen sperrte die Augen auf und sah Sabine an, welche etwas irritiert auf den weissen Ecken in der Handtasche von Bärbel schaute, und dann ebenfalls begriff. „Grundgütiger…haben Sie?“
„Äh…habe ich…was?“, fragte Bärbel und wandte sich ihnen mit dem Gesicht zu, sodass sie das Papier nicht mehr sehen konnte.
„Mama hast du etwa-!“, begann Gretchen und wollte gerade einen Arm ausstrecken, als ihre Aufmerksamkeit an die Tür gelenkt wurde.
„Butterböhnchen! Was machst du denn hier?“, fragte Franz überrascht und trat auf sie zu.
Bärbel jedoch reckte ihr Kinn und schulterte ihre Tasche neu. „Wo warst du Franz?“
„Ja in einer Sitzung…“, antwortete er und zeigte nach hinten, „Vorstandssitzung. Die hat so lange gedauert.“
„Und gestern?“, fragte sie weiter und hob abwertend die Augenbrauen.
„Da war ich mit Sieber noch weg, aber das hab ich dir doch gesagt…!“, erwiderte er etwas irritiert und schaute sie fragend an.
„So und was, was ist denn das hier, hm?“, fragte Bärbel, auf einmal aufgebracht und zog das Manuskript aus der Tasche.
„Oh je…“, meinte Sabine und schaute mit offenem Mund auf das Papier, „das wird den Doktor aber gar nicht freuen…“
„Höchstwahrscheinlich nicht!“, bestätigte Bärbel und fing an, mit dem Manuskript vor Franz’ Gesicht rumzuwedeln, „kannst du mir das erklären?“
„Mama das…das ist nicht…-“, begann Gretchen und versuchte das Bündel zu fassen zu kriegen, „- was du denkst! Jetzt gib schon her!“ Sie schnappte sich das Geschriebene und irritierte ihren verwirrten Vater, der von Tochter zu Frau schaute.
„Das-“, erklärte Gretchen ihrer Mutter und hob es hoch, „-ist nicht das was du dir vorstellst, ja?“
„Was soll denn…ich hab das Zuhause gefunden, Margharethe, wahrscheinlich hat er…hat er das da rumliegen lassen!“, meinte Bärbel etwas zerstreut und machte eine flüchtige Handbewegung in Franz’ Richtung.
„Was habe ich?“, fragte Franz und trat näher um Gretchen das Manuskript aus den Händen zu reissen, „was ist denn das überhaupt hier…?“
Gretchen liess die Schultern hängen, schloss die Augen und presste die Lippen zusammen. Nachdem keine Reaktion von ihrem Vater kam, öffnete sie ein Auge und sah zu, wie er mit erstarrtem Gesicht auf die erste Seite starrte.
Sabine hob zögerlich einen Finger. „Das…gehört eigentlich…-“
„MEIER!“

Fran Offline

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04.06.2010 19:52
#98 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ja ist ja guuuuuut Okay. Ich will euch nicht mehr lange auf die Folter spannen, wir kommen dem wanted-Kapitel sehr nahe. Sehr, sehr nahe und ihr werdet es lesen, nachdem ihr euch ein bisschen Hintergrundwissen angeeignet habt (Mensch bin ich froh, weiss keiner meine Adresse ) Hab euch trotzdem lieb

„Der ist nicht hier, der ist schon gegangen.“, antwortete Gretchen verstimmt und riss ihrem Vater das Manuskript wieder aus den Händen, „und ich muss jetzt sowieso auch gehen, bin schon fast zu spät dran.“
„Ja aber…was ist denn jetzt mit dem…?“, begann Bärbel und schaute zu wie Gretchen sich wieder umwandte.
„Das gehört…dem Doktor Meier und wir glauben dass-“
„Es überhaupt nichts mit…euch zu tun hat, okay?“, vervollständigte Gretchen Sabine’s Satz und warf ihren Eltern einen Blick zu, „und bevor ihr jetzt noch anfängt zu diskutieren, hab ich sowieso keine Zeit.“
„Aber Margharethe…!“
„Mama…wirklich.“, sagte sie noch einmal und griff kurzerhand nach deren Schultern und drehte sie zu ihrem Vater um, „rede mit Papa und klär das, aber ich muss mich jetzt wirklich beeilen.“
Bärbel seufzte und zuckte mit den Schultern. „Na gut…“
„Wo gehst du denn hin Kälbchen?“, fragte Franz und schaute auf seinen Arm, welcher zielstrebig von Bärbel ergriffen wurde.
„Klassentreffen.“, erwiderte sie etwas leiser und zog das Kleid aus der Verpackung.
„Oh, so wie früher?“, entgegnete Franz mit einem grossen Lachen und hob den freien Arm, „dann viel Spass und richte doch deinen Freundinnen einen lieben Gruss aus, ja?“
Gretchen setzte ein falsches Lächeln auf und nickte.

Ja…so ungefähr wie früher.

http://www.youtube.com/watch?v=TTMlH6vaehQ

1986 war das Jahr als Gretchen im roten Kleid mit weissen Punkten und neu auftupierten Haaren vor der Turnhalle auf Marc wartete. Ihre Mitschüler liefen mit ihrer Begleitung an ihr vorbei und gerade als sie anfing auf ihren Füssen zu wippen, sah sie ihn endlich von Weitem.
Marc kam mit seinem besten Freund Thorsten, die schwarze Lederjacke über die Schulter geworfen, und in ein Gespräch vertieft.
Gretchen grinste, biss sich auf die Lippe und bauschte sich die Haare zurrecht. „Hey Marc!“, begrüsste sie ihn lachend und machte einen Schritt nach vorne.
Dieser lachte gerade über einen Scherz von Thorstens Seite und warf ihr einen flüchtigen Blick zu. „Hasenzahn.“, begrüsste er sie und wandte sich dann gleich wieder ab, um die Halle zu betreten.
„Äh…ich…bin dann auch drinnen!“, rief Gretchen hinter her und stellte sich auf die Zehenspitzen, „schpäter...!“
Als Gretchen wieder wegschaute und sich dann doch entschloss die Halle alleine zu betreten, hielt sie eine Hand zurück. Gretchen wandte sich um und schaute strahlend in Carstens Gesicht. „Carsten, du bist alscho doch hier!“
„Klar.“, erwiderte dieser, schob die Hände in seine weiten Jeans und zuckte mit den Schultern, „ich kann dich doch nicht alleine gehen lassen.“
„Dasch isch so lieb von dir!“, erwiderte sie, wollte mit ihm hineinlaufen als der kurzerhand ihren Arm packte und sie dazu bewegte, sich bei ihm unterzuhacken.
Gretchen missfiel dies auf den ersten Moment, gab sich dann jedoch zwangslächelnd geschlagen und schob sich mit der freien Hand die Brille hoch. Sie bewegte sich an seiner Seite zu der Musik, lief mit grossem Lachen durch die Menge und ignorierte die komisch zweifelnden Blicke ihrer Mitschüler.
„Willst du etwas trinken Gretchen?“, fragte Carsten, worauf diese mit grossem Lachen nickte. „Ja bitte, ein Glas Bole Carschten, das wäre scho lieb!“
Als dieser sich umwandte und zum Tisch mit der Bole hinüber lief, begann Gretchen sich zu der Musik zu bewegen, schwang ihre Hüften und schlug mit den Armen aus. Die Leute in ihrem kleinen Umkreis bewegten sich nicht wirklich zögerlich von ihr weg, doch Gretchen interessierte dies nicht – sie bewegte ihren Körper und liess sich von der Musik leiten.
Nach einer Minute stiess Carsten zu ihr, in den Händen zwei Gläser mit roter Bole. „Oh danke!“, sagte Gretchen und bewegte sich immer noch so sehr, dass das Getränk überzuschwappen drohte.
Carsten verlagerte sein Gewicht von einem Fuss auf den anderen und schaute in der Halle umher, als er plötzlich angerempelt wurde und er nach vorne stolperte.
Gretchen schrie auf und wich schnell einen Schritt zurück, als der rote Inhalt seines Glases über den Rand nach vorne schwappte.
„Oh sorry, hab dich gar nicht gesehen!“, lachte der Junge, der Gretchen als Thorsten ausmachen konnte.
Kurzerhand lief sie um die Pfütze herum und stand neben Thorsten. Sie stützte eine Hand in ihre Seite und stellte ihren Fuss schräg, sowie sie es immer im Fernsehen gesehen hatte. „Thorschten, dasch war überhaupt nischt nett!“
Dieser schien amüsiert zu sein und wandte ihr sein Gesicht zu. „Was? Hast du was gesagt Hasenzahn?“, lachte er und nickte jemanden zu und zeigte mit dem Finger auf Gretchen.
„Dasch wäre mir beinahe über mein Kleid du Idiot!“, fuhr sie fort und hob ihr Glas hoch, „und esch…hi Marc…“, sagte sie plötzlich und fing an träumerisch zu grinsen, als Marc neben Thorsten erschien. Er schaute sie zweifelnd an und lachte dann. „Was ist denn das?“
Gretchen schaute auf ihr Glas und hob es strahlend hoch, währenddessen sie mit der anderen Hand ihre Brille hochschob. „Dasch isch Bole, willscht du mal?“
„Ich meinte eigentlich dein Kleid Hasenzahn.“, erwiderte er grinsend und schüttelte seinen Kopf.
„Ja, gefällt esch dir?“, fragte sie freudenstrahlend und zog es mit einer Hand von ihrer Seite weg, sodass er das Muster besser sehen konnte.
„Nicht so sehr wie deine Haare.“, antwortete Thorsten und lachte auf, „hast du in die Steckdose gefasst oder wie?“
Sie fuhr mit einer Hand über ihre Haare und verlor ihr Lächeln ein wenig. „Wiescho?“
„Weil du aussiehst wie ein gebrauchter Besen!“, fuhr Thorsten lachend fort und winkte ab, „sei doch so gut und wisch mal eben den Boden Hasenzahn!“
Gretchens Lächeln erlosch nun vollkommen und sie liess ihre Haare los. Sie schaute auf den Boden, stellte das Glas neben ihr auf den Tisch und schob sich an Thorsten vorbei, der sich lachend verbog und Marc einen Klaps gab, sodass er einstieg. Dieser jedoch grinste nur schnaubend auf und folgte Gretchen mit seinem Blick.
„Gretchen! Gretchen warte!“, rief Carsten, wollte ihr nachrennen und lief über die Pfütze.
Die Köpfe der Mitschüler rissen sich herum als Carsten aufschreiend ausrutschte und in der Pfütze landete.
Die Menge lachte laut auf und ein paar zeigten mit dem Finger auf Carsten, der die Hände in der Luft schüttelte, um die klebrige Flüssigkeit abzuschütteln.
„Hey, Hasenzahn!“, schrie Thorsten durch die Menge, worauf Gretchen ein paar Meter weiter einen Schritt nach vorne machte und überrascht auf Carsten schaute, bevor sie ihren Blick Thorsten zuwandte. Dieser zeigte lachend auf Carsten. „Kannst ja grad hier anfangen mit wischen!“
Wiederum lachte die Menge auf und Gretchen schrumpfte in sich zusammen. Bevor sie sich umdrehte, warf sie einen Blick auf Marc, der halbgrinsend neben Thorsten stand und ihren Blick erwiderte. Sie schaute sich um, sah in die lachenden Gesichter um sie und schob sich zwischen den Leuten vorbei. Gretchen beschleunigte ihre Schritte und lief aus der Turnhalle, das Lachen ihrer Mitschüler immer noch in den Ohren.

Fran Offline

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05.06.2010 11:27
#99 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

So, schnallt euch an, jetzt gehts endlich los Besten Dank fürs Ausharren und die tollen Kommentare Obs aber Rache wird oder nicht...lest selber

Ein paar Jahre später, zupfte Gretchen unsicher ihre Haare zurrecht und lehnte an der Wand beim Eingang zur Turnhalle an. Die Musik aus der Halle, welche schon halb gefüllt war, war genau die gleiche wie vor zwanzig Jahren. Als ein paar ehemalige Klassenkameraden an ihr vorbeiliefen, zog sie peinlich berührt an ihrem Kleid um es an die richtigen Stellen zu befördern.
Sie warf einen Blick auf die Uhr über dem Eingang und stellte fest, dass Marc schon zehn Minuten Verspätung hatte.
Gerade als sie aufseufzte, die Lippen darauf zusammenpresste und einen Blick in die Halle wagte, hörte sie jemanden ihren Namen rufen. „Gretchen! Gretchen!“
Gretchen holte tief Luft, setzte ihr schönstes Lächeln auf und wandte sich um.
Susanne Krupp, eine grosse, runde Sonnenbrille auf der Nase sitzend und ihre drei besten Freundinnen kamen auf sie zugestöckelt.

Na Toll. Sehe aus wie im falschen Film.

„Heeey!“, begrüsste Gretchen sie und hob überrascht ihre Arme, „fast nicht erkannt so wie ihr…aussieht.“ Sie liess ihren Blick über die Kleider der Frauen wandern, als Susanne ihr oranges Kleid glattstrich.



„Gefällt es dir?“, fragte Susanne und schaute zwinkernd auf, „hab es im Kleiderschrank meiner Mutter gefunden und es passt perfekt. Da sieht mein Hintern auch so knackig drin aus!“
Ihre zwei Freundinnen fingen seltsamerweise an zu kichern, worauf Gretchen auch noch mit einstieg.

Wenigstens sieht man den bei ihr fast nicht.

„Ja und du gehst dann wohl als…England.“, stellte Gretchen fest und lächelte gespielt auf, als sie das Kleid von Susannes Freundin begutachtete.



Diese kaute Kaugummi und hob eine Augenbraue. „Das ist die Fahne von Grossbritannien.“
„Oh…ja.“, erwiderte Gretchen und zuckte falsch lächelnd mit den Schultern, „ist ja fast das gleiche, ne.“
„Du aber du siehst ja auch…richtig toll aus du!“, sagte Susanne ehrfürchtig und zeigte an Gretchen herunter, welche wieder mit den Schultern zuckte und nach oben schaute. „Naja…nichts Besonderes.“
„Also jetzt musst du es uns aber sagen!“, forderte Susanne mit grossen Augen, worauf Gretchen sie fragend und immer noch um ihr Lächeln bemüht, anschaute. „Äh ja…was denn?“
„Ja wo Marc ist!“, sagte sie laut und strahlte über das ganze Gesicht, worauf sie abwinkte und ihr einen kleinen Stoss gab, „es wissen doch alle dass ihr zusammen her kommt!“
„Aah ja…!“, erwiderte Gretchen lachend und gab Susanne auch noch einen spielerischen Stoss, „du das hab ich ja total vergessen dass da alle irgendwie…drauf warten!“
„Klaus! Oh Klaus!“
Gretchen zuckte zusammen als die britische Flagge plötzlich eine Hand hob und wie verrückt in Richtung Turnhalle winkte.
Sie schaute etwas überfordert zu, wie diese ein Stück in die Knie ging und mit beiden Fingern auf sich selber zeigte. „Ines? Ines Berger?“
Plötzlich ertönte im Inneren der Halle ein euphorischer Aufschrei und ein Mann, gekleidet als Austin Powers, stürmte heraus und umarmte Ines. Sie lachten und torkelten zusammen in die Halle, worauf Gretchen aufschnaubend auflachte und eine Strähne hinter ihr Ohr strich. „Da hat England wohl ihren Geheimagenten gefunden.“
Susanne lachte auf und stupste sie wieder an, worauf Gretchen ebenfalls etwas unsicher auflachte, aber die Miene bewahrte.

War das jetzt so lustig?

http://www.youtube.com/watch?v=E8bn6KwoPv4

„Oh mein…Gott…“
Gretchen hob die Augenbrauen und reckte den Kopf, um die blonde Frau hinter Susanne zu erkennen, die ihre Hand auf die Schulter ihrer Freundin gelegt hatte und mit offenem Mund ehrfürchtig nach vorne schaute, „da kommt er.“
Susanne wandte sich ebenfalls um und zog die Sonnenbrille von der Nase.
Gretchen schaute zu, wie Susannes Freundin, die einen blauen, ziemlich knapp geschnittenen Einteiler trug, auf ihre Lippen biss. Ihre Kollegin schien ebenfalls angetan zu sein, denn sie legte eine Hand auf ihre Brust und holte tief Lust.
„Äh…da kommt…wer?“, fragte Gretchen und stellte sich an Susannes Seite um besser sehen zu können.
„Na er…“

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

06.06.2010 00:53
#100 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Da heute ein Feiertag ist (habe endlich nun auch Vincent will Meer gesehen ) gibt's hinsichtlich Klassentreffen Nachschlag auf der vollen Breitseite Gut Nacht allerseits und danke für die Kommentare BTW - Ich hoffe der Musiklink funktioniert bei allen :S Ansonsten - Alannah Myles Black Velvet

http://www.youtube.com/watch?v=uEZxtdesraU&feature=related

Gretchens Mund klappte auf als sie sah, auf wen die drei Frauen, fast aufstöhnend, starrten.
Marc balancierte einen Zahnstocher zwischen seinen Lippen, die schwarze Lederjacke trug er über dem weissen T-Shirt und die schwarzen Jeans lagen eng an seinen Beinen. Seine schwarze Ray-Ban Brille lag locker auf der Nase und als er näher kam, zog er diese mit Schwung ab.
Gretchen presste die Lippen aufeinander und holte tief Luft durch die Nase. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und schaute kurz zu Boden, bis ihre Aufmerksamkeit von der Freundin von Susanne auf sich gerissen wurde. Als sie aufschaute konnte sie tatsächlich sehen, wie diese ihren Zeigefinger zwischen ihre Zähne schob und Marc anschaute, als ob sie ihn gleich essen würde. „Marc Meier…du hast dich aber ganz schön gemacht mein Lieber.“
„Britta!“, sagte er, schaute auf ihren Finger und hob die Augenbrauen, „und das ist dann wohl…“ Er kniff die Augen zusammen und liess seinen Blick über den Körper von der anderen Freundin schweifen.
Gretchen schaute ungläubig zu, wie die Frau sich lustvoll gegen den Hals tippte und mit dem Finger Richtung Brüste strich.
„Kathrin.“, sagte Marc und zuckte mit den Augenbrauen.
Gretchen lachte gespielt auf, zeigte von Kopf bis Fuss auf sich und machte einen Schritt nach vorne. „Gretchen!“ Sie stand vor ihm und warf ihm einen wütenden Blick zu, worauf er sie fragend anschaute und die Augenbrauen hob.
Mit den hohen Schuhen war sie beinahe so gross wie er und als sie sich neben ihm umwandte, kam sie sich noch dümmer vor als zuvor.

Grossartig. Habe Potenzial zum Knallbonbon des Abends.

„Gott ihr seid so ein…ungleiches Paar eigentlich!“, lachte Susanne auf und winkte ab, „aber Gegensätze ziehen sich ja total an, ne…“
Gretchen lachte auf und tätschelte Marc’s Brust, worauf dieser etwas irritiert auf ihre Hand schaute.
„Susanne! Britta! Kommt mal her!“, rief jemand aus der Halle und winkte sie hinein.
Susanne wandte den Kopf und winkte zurück, bevor sie sich zu ihnen umwandte. „Dann wollen wir die Party mal nicht warten lassen!“, sagte sie, zwinkerte und setzte sich wieder die Sonnenbrille auf.
Die zwei Frauen warfen einen letzten lasziven Blick auf Marc, bevor sie sich umwandten und immer wieder Blicke über die Schultern warfen.
Marc zwinkerte zurück, worauf Gretchen sich ihm zuwandte und die Stirn in Falten legte. „Du äh…was hast du da genau an?“
„Ja du hattest nicht ernsthaft das Gefühl das ich diesen Mist anziehe den Sabine da geliefert hat, oder?“, antwortete er, zog seine Jeans hoch und nickte jemandem in der Halle zu.
„Na toll.“, sagte sie und verschränkte die Arme vor der Brust, „und jetzt bin ich die Einzige die wie der Depp vom Dienst aussieht.“
Marc hob die Augenbrauen und schaute kurz an ihr herunter. „Höchstwahrscheinlich nicht die Einzige, nein.“
Gretchen seufzte und schaute kurz in sein Gesicht, ehe sie wieder wegschaute. „Ich hab mir das…ich hab halt gehofft ich könnte…cooler rüberkommen.“, endete sie leise und seufzte wiederum auf.
„Ich bitte dich, du bist mit mir hier, cooler geht’s ja sicher nicht mehr.“, antwortete er trocken und verzog die Lippen zu einem trockenen Grinsen.
„Echt unglaublich wie gross Selbstüberzeugung sein kann.“, erwiderte Gretchen und schaute kopfschüttelnd auf.
„Das muss ich auch haben, du hast ja keine Idee…“, begann er und zog seine Jeans wieder zurrecht, „wie eng diese beschissenen Hosen sind. Kein Wunder waren die dazumal alle so verklemmt.“
Gretchen fasste nach ihrem farbenfrohen Band, mit welchem sie die Haare nach hinten gebunden hatte und zog ein Stück daran. „Komm ich seh total bescheuert aus…“
Marc zog den Zahnstocher aus dem Mund und hielt ihn ihr hin. „Peppt jedes Outfit auf.“
„Marc…“ Gretchen verdrehte die Augen, seufzte und zog weiter an ihrem Haarband, bis er seine Hand auf die ihre legte. „Na komm, hör jetzt auf damit.“
„Du hättest mir aber auch sagen können, dass du das nicht anziehst!“, sagte sie und schaute verstimmt in sein Gesicht, worauf er den Kopf schief legte. „Also das hättest du dir auch selber denken können, so gut wirst du mich jetzt also kennen.“
„Ja schon aber-“
„Gretchen! Marc!“
Gretchen seufzte, als Susanne in der Türe stand und sie zu sich winkte. „Ja kommt doch endlich!“
Sie erkannte alle die interessierten und neugierigen Gesichter die hinter Susanne hervorlugten, und schaute etwas unschlüssig hinter Marc.
Dieser beobachtete sie für wenige Sekunden, stand dann gerade vor sie hin und zog ihr vorsichtig das Haarband zurrecht. „Du siehst nicht bescheuert aus Hasenzahn.“
Sie schaute zögerlich auf und hob die Augenbrauen. „Nein?“
„Nein.“, antwortete er nüchtern und schaute kurz an ihr hinab, „ganz davon abgesehen würde ich dich flach legen wollen in diesem Outfit.“
„Marc!“
„Ja was! Ist so!“
Sie rollte mit den Augen, atmete dann aus und erwiderte seinen Blick. „Ja?“
„Ja und jetzt frag nicht hundertmal.“, gab er genervt zurück, legte eine Hand auf ihren Rücken und buxierte sie Richtung Turnhalle.
Gretchen wurde nervös, versuchte aber so lässig wie möglich zu wirken.
„Ganz davon abgesehen.“, fuhr Marc fort und lehnte sich ein bisschen in ihre Richtung, sodass nur sie es hören konnte, „bist du mit Abstand die heisseste und schönste Frau heute Abend.“
Gretchens Herz machte einen Hüpfer und sie schaute zu Marc, der jedoch bereits schon wieder jemanden zunickte.

Oh Gott. Oh Gott, habe soeben wunderbar motivierendes Kompliment von Marc Meier bekommen. Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Kann eindeutig fühlen, dass das unser Abend ist, ein Start in-

„Wouw!“ Gretchen knickte plötzlich zur Seite und ruderte mit den Armen. Marc reagierte schnell und kriegte sie noch zu fassen, doch die Schwerkraft siegte und Gretchen ging in die Knie. Sie presste die Augen zusammen, als der Schmerz in ihrem Fuss sich langsam aber sehr kräftig bemerkbar machte.

- ein Desaster, ausgelöst von zehn Zentimeter Go-Go-Boots.

Das Kichern ihrer ehemaligen Mitschüler drang an ihre Ohren und sie merkte, wie sie rot wurde. Die Hitze stieg in ihrem Körper auf und für jetzt war sie dankbar, dass die meisten Locken ihr doch ins Gesicht fielen.
„Hasenzahn?“

Oh nein. Diese Stimme kenne ich. Bitte, bitte lasse es nicht-

„Wieder mal am Fussboden wischen?“

Doch…er ist es.

Die Menge lachte und Gretchen presste die Lippen zusammen.

Das muss mich überhaupt nicht interessieren. Ich bin eine Andere. Ich habe Stolz und…Rückrat und…so was wie Probleme beim Aufstehen.

Marc hatte dies wohl ebenfalls gemerkt, denn er fasste ihr unter den Arm und zog sie vorsichtig hoch. „Geht’s?“
Gretchen hatte die Lippen aufeinander gepresst und stützte sich mit einer Hand auf seiner Schulter ab um ihren Fuss nicht zu belasten. „Klar.“
„Ich dachte das passiert dir nur bei Pfützen!“
Marc und Gretchen schauten auf und ein Mann mit schwarzem Haar und einem Glas in der Hand trat aus der Menge hervor und lief zu ihnen hinüber.



„Marc! Alter Schlawiner!“, begrüsste Thorsten ihn und schüttelte Marc’s Hand, „sag bloss du bist mit Hasenzahn hier?“
Gretchen warf ihm einen kurzen Blick zu und machte sich innerlich schon auf eine weitere Blamage gefasst.
Marc lachte auf, schüttelte den Kopf, schob seinen Arm jedoch hinter Gretchens Rücken durch und drückte sie so an sich. „Was dagegen oder warum lachst du so bescheuert?“, fragte er, währenddessen er ein trockenes Lachen auf den Lippen behielt.
Das Lachen auf Thorstens Gesicht jedoch, erlosch für einen Moment, bis er von Gretchen zu Marc schaute und ihm mit der Faust einen lachenden Stoss auf seinen Oberarm gab. „Immer noch der Gleiche wie früher!“
Marc lachte auf und nickte. „Ja genau…und wenn du noch einmal so einen Kommentar fahren lässt, dann kannst du gleich mal selber den Boden wischen, hm?“ Er hob die Augenbrauen, schaute ihn unmissverständlich an und klopfte ihm dann auf die Schulter.
Thorsten schaute ihn ungläubig an und sah zu, wie Marc Gretchen stützte und zu einem Stuhl an der Seite führte.

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