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Dieses Thema hat 158 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

30.10.2009 13:23
#76 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Ginas Worte hämmerten in Gretchens Kopf wie ein Vorschlaghammer. „Hör auf zu hoffen, er wird dich hier nicht finden!“
Was, wenn Gina Recht hatte und Marc sie wirklich nicht finden würde. Dann würde sie hier elendig verhungern und zusammen mit den Ratten vergammeln.
Die ganze Zeit über hatte Gretchen versucht, sich irgendwie los zu bekommen, doch es half alles nichts und so langsam war sie auch am Ende ihrer Kräfte angelangt. Immer noch fror sie und ihr ganzer Körper zitterte und alles tat ihr weh.
Sie konnte nicht fassen, dass Gigi wirklich einmal ihre Freundin gewesen war. Wie hatte sie sich nur so in ihr täuschen können?
Auf einmal hörte Gretchen Schritte die schnell näher kamen. Die Tür wurde aufgerissen und Gina polterte sehr aufgebracht in den Raum.
„Das ist alles deine Schuld!“ schrie sie Gretchen an, die sich wunderte was jetzt los war. „Wenn du bei Alexis geblieben wärst, hätte ich einen Weg für Marc und mich gefunden. Aber nein. Du musstest Alexis ja verlassen und dir Marc schnappen. Es wäre nie soweit gekommen wenn du einfach bei deinem Mann geblieben wärst!“
„Mann Gigi! Alexis ist ein Betrüger der seine Mutter vögelt. Erzähl mir doch nicht dass du bei dem geblieben wärst!“
Gina schien immer wütender zu werden. Drohend kam sie auf Gretchen zu.
„Es geht aber verdammt nochmal nicht immer nur um dich Gretchen. Andere wollen auch glücklich sein! Und ich hätte mein Glück mit Marc gefunden, wenn du bei Alexis geblieben wärst. Mir doch scheiß egal ob der fremdvögelt oder nicht. Dann hattest du eben auch mal Pech! Ich weiß auch nicht wie du das geschafft hast, aber glaub ja nicht dass Marc ewig bei dir bleiben wird. Ich kennen diesen Typ Mann ganz genau, das kannst du mir glauben. Die sind alle gleich. Alle wollen sie nur das eine. Wenn er eine gefunden hat die er besser findet als dich, dann lässt er dich wie eine heiße Kartoffel fallen. Genau so hat Jerome das damals auch gemacht.“
„Ach ja?! Dann will ich dir jetzt mal was sagen“ brüllte Gretchen zurück. „Marc und ich wir lieben uns. Er wird mich hier finden und mich retten und dann kommst du für den Rest deines Lebens in den Knast. Da kannste dann von mir aus die Staubkörner auf dem Boden zählen oder Striche an die Wände malen aber glücklich wirst du da sicher nicht. Und vor allem wirst du da sein OHNE Marc.“
Gretchen hatte sich richtig in Rage geredet, denn irgendwann platzte auch ihr mal der Kragen.
Gina kam gefährlich nahe, Gretchen konnte ihren Atem an ihrer Stirn fühlen.
„Ich komme auf keinen Fall in den Knast, wirst schon sehen. Mein Plan wird aufgehen und am Ende bist du dann mal diejenige mit der Arschkarte!“
„Das werden wir ja noch sehen Gigi. Glaub ja nicht dass Marc so einfach aufgibt. Der findet mich schon. Und wenn ich dann wieder bei ihm bin, dann schicke ich dir ein Foto von seinem Bett ins Gefängnis. Damit du zumindest erahnen kannst wie es da aussieht.“
Das war eindeutig zu viel für Gina Amsel. Der Gedanken dass Marc je wieder mit einer anderen außer ihr schlafen würde, trieb sie zur Weißglut. Sie konnte sich nicht mehr beherrschen und holte mit der flachen Hand aus. Sie traf Gretchen an der Schläfe und der Wange und Gretchen, die nach dem Streitgespräch und den Entfesselungsversuchen ohnehin schon schwach war, verlor auf der Stelle das Bewusstsein.
Gina Amsel schüttelte ihre Hand und verließ dann den Raum.
„Das kommt davon!“ murmelte sie noch, bevor sie die Tür zu Gretchen wieder verschloss.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

01.11.2009 19:59
#77 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Marc wälzte sich unruhig um Schlaf. Sein Bettzeug hatte er irgendwann im Schlaf aus dem Bett geschmissen und klammerte sich nun verbissen an Gretchens Decke. Er drehte sich gerade ruckartig auf den Rücken, als er mit der Hand nach etwas Unsichtbarem neben sich schlug und dann plötzlich mit einem lauten Schrei hochschreckte.
Unruhig fuhr er sich mit der Hand durch die Haare und sah sich im Raum um. Er konnte zwar noch nicht viel erkennen, denn seine Augen hatten sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt, doch er stellte nach einem kurzen Augenblick erleichtert fest, dass er offensichtlich in seinem Bett lag und dem zur Folge nur geträumt haben konnte.
Er wollte grade aufstehen als jemand hektisch ins Zimmer gelaufen kam.
„Marc! Alles in Ordnung?“ vernahm Marc die Stimme seines besten Freundes.
Marc stand auf und machte das Licht an.
„Ja alles in Ordnung. Hab wohl schlecht geträumt. Habt ihr inzwischen irgendwas rausfinden können was uns weiter hilft?“ fragte Marc neugierig und sah Mehdi dabei hoffnungs- und erwartungsvoll an.
Mehdi schaute seinen leidenden Freund nicht an. Er sah auf den Boden und schüttelte verlegen den Kopf.
„Wir haben schon etwas rausgefunden, aber es ist nichts dabei was uns helfen könnte Gretchen zu finden.“
Gereizt quetschte Marc sich neben dem Gynäkologen durch die Tür und ging in die Küche um sich ein Glas Wasser zu holen. Er nahm einen Schluck aus dem Glas, zumindest so gut es eben ging denn seine Hände zitterten, und sah wie Mehdi von der Schlafzimmertür wieder auf ihn zu kam.
„Marc wir tun doch alles was wir….“ Doch weiter kam Mehdi nicht.
Marc schmiss das Glas Wasser wütend gegen die Küchenwand, wo es in 100 Teile zerbrach.
„SCHEIßE!“ brüllte Marc und trat dann noch einmal gegen den Küchenstuhl um seinem Ärger Luft zu verschaffen.
Dann ließ er sich verzweifelt auf den Stuhl nieder, raufte sich die Haare und sah seinen Freund traurig an.
„Wir werden sie nicht finden!“ sagte er dann tonlos. „Die blöde Amsel hat sie irgendwo hin gebracht wo wir sie nicht finden können und ich werde sie nie wieder sehen! Den Rest meiner Tage werde ich verbittert damit verbringen an sie zu denken. Ich werde irgendwann einsam sterben.“
Mehdi kam auf Marc zu und fasste ihn mit beiden Händen an die Schultern. Er sah seinem Freund direkt in die Augen und sagte dann schließlich sehr energisch, fast schon im Befehlston:
„Du wirst mir jetzt gut zuhören Meier! Wir werden nicht eher aufgeben bis wir Gretchen gefunden haben! Sie wird bald wieder bei dir sein! Und gestorben wird hier auch nicht und schon gar nicht allein und einsam. Ist das klar? Haben wir uns da gut verstanden?“
Überrascht über die Ansprache seines Freundes, aber doch nun mit ein bisschen mehr Hoffnung als zuvor, nickte Marc mit dem Kopf.
Dann wandte Mehdi sich von Marc ab und machte sich daran, die Scherben und das Wasser aufzuwischen.
Marc wurde plötzlich klar, dass er eher eine Belastung als eine Hilfe war, wenn er hier anfing durchzudrehen und keinen klaren Kopf bewahren würde, auch wenn ihm das schwer fiel. Aber nur so würde er eine Chance haben Gretchen zu finden.
Marc stand auf und wollte Mehdi helfen, doch dieser winkte nur ab und meinte:
„Lass nur ich mach das schon. Hilf du lieber mal Sabine beim Suchen.“
Marc zuckte kurz mit den Schultern und ging dann zum PC rüber. War vielleicht auch nicht so verkehrt. So hätte er zumindest etwas zu tun und konnte sich darauf konzentrieren WIE sie Gretchen finden konnten und nicht OB sie sie finden würden.
Eifrig durchsuchten er und Sabine alles was sie finden konnten. Nach einer Zeit wurde das allerdings ziemlich ermüdend, denn Marc hatte, genau wie Mehdi es ihm vorher gesagt hatte, nichts gefunden was sie irgendwie weiter bringen könnte. Er lehnte sich grade im Stuhl zurück und streckte sich, als Sabine plötzlich wie von der Tarantel gestochen aufsprang, den Laptop aufs Sofa schmiss und schrie:
„Ich glaube ich habe was. Schnell kommen sie mal gucken. Ich glaube das ist es.“
Mehdi und Marc ließen augenblicklich alles stehen und liegen und hechteten zu Sabine rüber, die ihnen stolz zeigte, auf was sie gestoßen war.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

02.11.2009 14:42
#78 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Mit großen Fragezeichen im Gesicht starrten Mehdi und Marc abwechselnd auf den Laptopbildschirm und zu Sabine, die nebenbei gar nicht verstehen konnte, warum keiner der beiden vor Freude aufschrie.
„Äh.. Ja… Was denn?“ fragte Marc nach einer Weile.
„Schauen sie mal genau hin!“ sagte Sabine euphorisch und klatschte aufgeregt in die Hände.
„Ja… Da ist nichts. Das ist die Seite von diesem Baumarkt. Hornbach! Ich hatte nicht vor irgendwas zu renovieren oder so.“
„Was soll das Schwester Sabine. Was meinen sie denn nun?“ mischte sich Mehdi schließlich auch ein, denn genau wie Marc hatte auch er nicht die geringste Ahnung was Sabine ihnen zeigen wollte.
„Sagen sie mal. Wie sind sie überhaupt auf die Hornbachseite gekommen?“ fragte Marc vorwurfsvoll.
Sabine sah ein wenig schuldig zu Boden und murmelte:
„Ich brauche neue Blumenkästen für meinen Balkon und ich wollte nur mal eben gucken wie teuer die sind.“
Marc platzte bald der Kragen.
„Wir suchen hier fieberhaft nach Sachen die uns helfen Gretchen zu finden und sie gucken im Internet nach BLUMENKÄSTEN?!?!?!“
„Ich hab ja nur ganz kurz nachgesehen. Nur fünf Minuten.“ Sabine blickte immer noch schuldbewusst zu Boden. Nach einer Weile sah sie Marc dann wieder an und rief:
„Aber jetzt gucken sie doch mal genau hin.“
„Mann Sabine jetzt sagen sie es doch einfach!!“ brüllte Marc schon fast.
„Die Werbung!“ sagte sie dann vorsichtig.
„Holzfabrik Krüger! Und?“ sagte Marc genervt.
„NATÜRLICH!!!“ schrie Mehdi und schlug sich mit der flachen Hand vor den Kopf.
„Die Fabrik hat mal dem Großvater von Frau Doktor Amsel gehört. Dann hat er sie geschlossen und woanders eine neue aufgemacht, die übrigens genau so heißt. Aber das alte Gebäude steht noch. Und es ist leer.“
Sabine hatte ihren Satz noch nicht ganz beendet, da hechtet Marc zum Flur, zog sich Schuhe an und wollte los.
„Ja kommt ihr vielleicht auch mal?“
„Marc!“ rief Mehdi. „Sollten wir nicht vorher mal genau nachgucken wo das Gebäude ist und uns vielleicht irgendwie vorbereiten?! Was wenn Gina eine Waffe oder so hat. Mit Sicherheit brauchen wir auch irgendwas um rein zu kommen. Ein Brecheisen oder sowas. Ich will Gretchen ja auch endlich retten aber wir dürfen nicht unüberlegt handeln, sonst ist die Gefahr dass Gretchen was passiert doch viel größer.“
„Ach, und wo sollen wir jetzt, Sonntags, ein Brecheisen herbekommen?“
Sabine räusperte sich verlegen
„Also ich hätte da eins im Kofferraum. Mein Wagen steht ja hier auf dem Parkplatz.“
„Sie haben bitte was? Warum?“
„Fragen sie lieber nicht Herr Doktor Meier.“ Sabine grinste verlegen und ging dann runter um das Brecheisen aus ihrem Auto zu holen, während Mehdi ein Erstehilfeset aus dem Badezimmer holte.
Außer Atem kam Sabine dann wieder nach oben und hatte neben dem Brecheisen noch etwas anderes mitgebracht.
„Sabine was haben sie denn da?“
„Das?“ sie deutete auf das Ding in ihrer Hand. „Das ist nur ein Klappmesser. Falls wir Fesseln durchschneiden müssen oder uns verteidigen müssen.“
„Ich frage besser nicht woher und warum, oder?“
„Besser nicht, Herr Doktor Kaan.“ Erwiderte Sabine.
Als sie jetzt nun also mehr oder weniger gut vorbereitet waren, konnte Marc er wirklich nicht mehr aushalten.
„Mein Gott, können wir jetzt endlich los, oder wollt ihr vorher noch nen Film gucken.“
„Ganz ruhig Meier. Sabine haben sie alles?“
„Jap.“
„Na dann los.“
Die drei eilten die Treppen hinunter, stürzten sich in Mehdis Auto und fuhren los. Nach 20 Minuten, in denen Marc die ganze Zeit nur davon gesprochen hatte, wie sehr er hoffte Gretchen jetzt zu finden, waren sie angekommen und stiegen aus.
Das Gebäude vor ihnen war dunkel und herunter gekommen. Und vor allem, sehr groß.
„Also gut, wir teilen uns auf, dann finden wir sie schneller!“ sagte Marc
„Ich glaube nicht dass das eine so gute…“ weiter kam Mehdi nicht, denn Marc war bereits losgelaufen Richtung der kleinen Metalltüre, die ein paar Meter weiter war.
Mehdi schaute Marc besorgt hinterher, entschied sich dann aber dazu, mit Sabine in die andere Richtung zu gehen und einen weiteren Eingang zu suchen.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

02.11.2009 17:26
#79 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Als Marc an der Tür angekommen war, fiel ihm ein, dass er die Brechstange gar nicht mitgenommen hatte. Er hatte Mehdi und Sabine noch hinterher rufen wollen, doch die beiden waren bereits um die Ecke verschwunden. Gespannt drückte er vorsichtig die Türklinke runter.
Als er bemerkte, dass die Tür bereits offen war, atmete er erleichtert aus. Er machte einen Schritt nach vorne und die Tür schloss sich hinter ihm wieder. Langsam und vorsichtig setzte Marc einen Fuß vor den Anderen. Er konnte aufgrund der Dunkelheit noch nichts sehen und seine Augen brauchten einen Moment um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Nachdem er einen Moment gewartet hatte, erkannte er, dass er in sowas wie einem langen Gang stand. Für einen kurzen Moment wusste Marc nicht, in welche Richtung er gehen sollte, aber er entschied sich schnell für links. Eilig hastete er durch den Gang und sah sich gespannt um.
„Gretchen?“ rief er aber er bekam keine Antwort.
„Gretchen bist du hier irgendwo?“ rief er immer verzweifelter und seine Stimme überschlug sich. Er rannte weiter durch die Gänge, ohne eigentlich zu wissen wo er lang rannte und ob er vielleicht genau hier schon einmal nach ihr gesehen hatte.
Irgendwann hielt Marc kurz inne um sich den Schweiß aus dem Gesicht zu wischen und kurz durchzuatmen. Als er sich umdrehte merkte er, dass er sich an ein Treppengeländer gelehnt hatte. Er überlegte nicht lange und rannte die Treppe hinauf. Er stand nun in einer großen Halle, in der noch vereinzelt Holz rumlag und eine alte Maschine rum stand. Erneut rief er nach Gretchen doch wieder erhielt er keine Antwort.
„Scheiße! So werde ich sie nie finden!“ murmelte Marc und ging die Treppe grade wieder runter. Was er vorher nicht gesehen hatte war, dass die Treppe noch weiter runter in den Keller führte. Also rannte er die Treppe weiter runter in den Keller. Er ging ein Stück geradeaus und stand plötzlich wieder vor einer Tür. Langsam öffnete er sie und kniff augenblicklich die Augen zusammen. In dem Gang vor ihm brannte Licht, welches ihn im ersten Moment furchtbar geblendet hatte.
Marcs Herz schlug ihm bis zum Hals, er atmete schnell und das Adrenalin rann ihm durch die Adern. Wenn hier Licht brannte, dann bedeutete das, dass hier jemand war. Und wer außer Gigi sollte das schon sein. Und das bedeutete auch, dass Gretchen nicht mehr weit weg sein konnte. Vorsichtig ging Marc weiter. Er wollte Gretchen zwar so schnell wie möglich finden, doch wenn er nun sehen konnte wo er lang ging, bedeutete das auch dass er leicht entdeckt werden konnte. Also versuchte er darauf Acht zu geben ob ihm jemand folgte oder ob er irgendetwas hörte.
Marc fragte sich wo Mehdi und Sabine wohl steckten… So langsam müssten sie mit ihrer Seite des Gebäudes ja auch fertig sein und irgendwann würden die beiden den Keller dann doch auch gefunden haben. Er dachte aber nicht weiter darüber nach und ging weiter. Auf einmal sah er auf der rechten Seite eine Türe. Er atmete noch einmal tief durch und legte seine Hand auf die Klinke. Schließlich drückte er die Klinke runter und sah gespannt in den Raum.
Nichts.
Der Raum war leer.
Enttäuscht schloss er die Tür wieder und ging weiter.
Nur ein paar Schritte weiter sah er auf der linken Seite ebenfalls eine Türe.
Er murmelte ein „Bitte“ vor sich her und öffnete die Tür.
Und tatsächlich.
Vor ihm saß Gretchen bewusstlos und gefesselt auf einem Stuhl.
„Gretchen!“ presste er erleichtert hervor und lief auf sie zu so schnell er konnte.
Er kniete sich vor sie und rüttelte leicht an ihr doch sie wurde nicht wach. Marc wollte Gretchen von hier weg tragen doch er stellte schnell fest dass sie an den Stuhl gefesselt war.
„Boar. Wo bleibt Sabine mit dem Scheiß Messer!?“ fluchte er und versuchte Gretchen irgendwie so loszumachen. Doch das war zecklos.
Und dann hörte Marc plötzlich jemanden hinter sich der „Hallo Marc!“ hauchte.
Er drehte sich um und sah sie vor sich. Gina Amsel. Der Frau der er das alles hier zu verdanken hatte.
„Du machst sie sofort los, sonst passiert was!“
„Das glaube ich kaum.“ Erwiderte Gina mit einem süffisanten Lächeln und holte eine kleine Pistole aus ihrer Jackentasche hervor.
Marc lief der kalte Schweiß den Rücken runter und er schluckte ungläubig.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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02.11.2009 22:31
#80 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Instinktiv wich Marc einen Schritt zurück und hielt sich schützend die Hände vor die Brust.
„Gina! Du willst das doch alles gar nicht tun.“
Gina lud die Waffe.
„Woher willst du schon wissen was ich will. Es interessiert dich doch auch gar nicht was andere wollen. Du denkst immer nur an dich selber. Du wolltest mich damals nur flach legen um Gretchen eifersüchtig zu machen, und dann hattest du nicht mal den Mut es durchzuziehen.“
„Das hat doch mit Mut nichts zu tun. Ich konnte Gretchen das einfach nicht antun.“
„Aber mir oder was?! Hast du eine Ahnung wie es mir bei der Sache gegangen ist?!“
Gina machte einen Schritt auf Marc zu, der gleich wieder zurück wich. Er hatte an sich wirklich keine Lust mit Gina zu diskutieren und hätte sich am liebsten einfach Gretchen geschnappt und wäre abgehauen, aber was sollte er schon machen? Ein falsches Wort und Gina würde vielleicht ihn oder noch schlimmer Gretchen über den Haufen knallen. Er musste sie also irgendwie davon überzeugen die Waffe wegzulegen.
„Hör mal Gina!“ begann er vorsichtig. „Wir können doch in Ruhe darüber reden. Irgendwo anders als hier.“
„Es gibt nichts mehr zu reden Marc!“ entgegnete Gina kalt. „Wenn die Sache hier vorbei ist, wirst du Gretchen ganz schnell vergessen haben. Und dann sind wir beide glücklich zusammen.“
Marc konnte nicht glauben was sie da grade gesagt hatte. Sie war ja tatsächlich völlig verrückt. Wie konnte sie nur glaube dass er, wenn hier auch nur irgendwas passieren würde, sich jemals mit ihr einlassen würde. Doch das sagte er jetzt besser nicht laut, in Anbetracht der Waffe die sie auf ihn gerichtet hatte.
Gina kam weiter auf ihn zu. Marc wollte weiter zurück weichen doch er spürte plötzlich die kalte Wand an seinem Rücken. Gina stand jetzt direkt vor ihm. Marc wandte sein Gesicht von ihr ab und sah zu Gretchen rüber, die immer noch bewusstlos war.
Plötzlich spürte Marc den kalten Lauf der Pistole an seiner Wange, der ihn dazu bewegte, Gina wieder anzusehen.
„Komm schon Marc. Wir wissen doch beide dass du sie ganz schnell wieder vergessen wirst.“ Marc wollte grade heftig widersprechen als er sich dann doch zurück hielt. Wer weiß was Gina sonst mit der Waffe anstellen würde. Also sagte er nichts.
„Du willst das doch auch.“ Fuhr Gina fort. Marc stellte sich dumm.
„Was will ich auch?“
„Ach Marc.“ Ginas Lippen kamen immer näher. Marc drückte seinen Kopf so fest an die Wand wie er konnte, um irgendwie diesen Kuss zu verhindern. Aber er hatte keine Wahl. Gina kam immer näher, und irgendwann spürte er ihre Lippen auf seinen. Verbissen presste Marc die Lippen zusammen und hoffte, dass der Kuss schnell vorbei sein würde. Mit der einen Hand strich Gina Marc über die Brust, die andere hielt noch immer die Waffe fest umklammert.
Als der Kuss endlich vorbei war, was Marc wie eine fiese Ewigkeit vorgekommen war, trat Gina einen Schritt zurück und sah Marc an.
„Siehst du so schwer ist das doch gar nicht.“
„Ähm..“
Marc wusste nicht was er sagen sollte. Er lehnte noch immer total neben sich stehend an der Wand und war schweißgebadet. Wieder schaute er zu Gretchen rüber. Er war krank vor Sorge um sie, wollte wissen ob mit ihr allen in Ordnung war, doch er konnte nicht zu ihr, obwohl sie nur zwei Meter von ihm weg war. Er sah wieder rüber zu Gina die ihn ganz komisch anlächelte. Sie dachte wohl immer noch, sie habe eine Chance. Marc überlegte sich grade wie er die Amsel loswerden konnte um Gretchen endlich zu befreien als es plötzlich laut „klong“ machte, und Gina Amsel zu Boden ging.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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03.11.2009 16:29
#81 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Also erst mal ein dickes Dankeschön an alle meine lieben Kommischeiber. Freue mich auch weiterhin über jeden einzelnen
So und jetzt viel Spaß beim lesen


Erstaunt starrte Marc erst auf die am Boden liegende Gina Amsel, und dann zu Sabine, die mit dem kleinen metallenen Erstehilfeset so fest zugeschlagen hatte, dass sich eine große Beule auf dem Metall gebildet hatte. Und hinter ihr erschien dann auch Mehdi, der fassungslos seinen Blick zwischen Sabine und Gina schweifen ließ.
Sabine ließ das Erstehilfeset auf den Boden fallen und riss Gina Amsel die Waffe aus der Hand. Man konnte ja nie wissen wann sie wieder aufwachen würde.
Dann hatte Marc sich allmählich auch wieder gefasst und er machte einen riesen Satz auf Gretchen zu. Er fühlte ihren Puls. Er war ein wenig schwach, aber nicht so schwach dass er sich hätte große Sorgen machen müssen.
„Sabine, geben sie mir mal ihr Messer.“ Schrie Marc.
Sabine kam sofort mit dem Messer angelaufen und reichte es Marc. Der fummelte nervös am Messer rum.
„Wie geht das denn… Was ist das denn hier?“
„Sie müssen da auf den kleinen Knopf drücken Herr Doktor Meier. Dann klappt es sich von alleine auf.“
Marc gab ein unerkennbares Brummen von sich und schaffte es schließlich doch das Messer aufzuklappen. Hektisch machte er sich daran Gretchen loszubinden.
„Sabine! Sie gehen raus und rufen die Polizei. Mehdi, du passt auf, dass die Amsel nichts anstellt.“
Sabine rannte raus, und Mehdi stellte sich neben die Amsel und beäugte sie argwöhnisch.
Als Marc die Fesseln gelöst hatte, hob er Gretchen, die immer noch bewusstlos war, in seine starken Arme und trug sie den ganzen Flur entlang, die Treppe hoch und aus dem Gebäude raus. Sei Herz machte einen riesen Sprung vor Freude dass sie endlich wieder bei ihm war und dass er sie nun wieder in seine Arme würde schließen können. Er hätte nicht gewusst was er gemacht hätte wenn ihr etwas zugestoßen wäre.
Draußen legte er Gretchen vorsichtig auf die kleine Wiese die sich neben dem Parkplatz befand. Er rüttelte leicht an ihr doch sie bewegte sich nicht. Er strich mit einem Finger über ihre Wange und flüsterte ihr ins Ohr:
„Gretchen bitte. Wach auf.“ Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Was, wenn sie doch schwerer verletzt war als er vermutet hatte.
Er senkte seinen Kopf weiter zu ihr herunter und verschloss ihre Lippen mit einem atemberaubend zärtlichen und sanften Kuss. Dabei nahm er ihre Hand und verschränkte seine Finger mit ihren.
Und tatsächlich. Zögernd öffnete Gretchen ihre Augen.
Hatte Marc es doch gewusst, ein Märchenkuss half bei seinem Dornröschen doch immer.
„Marc? Bist du das?“
Sie konnte die Person nicht richtig erkennen die sich über sie gebeugt hatte. Das Sonnenlicht war noch zu hell für ihre Augen, die sie dann auch gleich wieder zusammen kniff.
„Shhhh. Es ist alles in Ordnung, ich bin bei dir.“ Sagte Marc beruhigend und schloss sie in seine Arme. Marc atmete erleichtert auf, und eine Träne bahnte sich den Weg von seinem Auge über seine Wange runter auf Gretchens Hand.
Gretchen rang sich ein kleines Lächeln ab. Sie war so unendlich froh, dass Marc sie gefunden und gerettet hatte. Sie drückte ihn an sich und ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit machte sich in ihr breit. Sie war zwar immer noch schwach, aber die Tatsache dass Marc hier war ließ es ihr direkt ein bisschen besser gehen.
Nach einer Weile löste Marc sich von Gretchen und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ich fahr dich jetzt ins Krankenhaus, zum durchchecken, ok?“
„Nein kein Krankenhaus!“ erwiderte Gretchen zwar leise aber bestimmt. „Ich will nur bei dir sein.“
Marc nickte mit dem Kopf und hob Gretchen dann wieder hoch und trug sie zu Mehdis Auto, als Sabine plötzlich auf die beiden zugelaufen kam.
„Gott sei dank Gretchen, es geht dir gut. Doktor Meier die Polizei ist jetzt da!“
Marc setzte Gretchen auf den Beifahrersitz und ging auf die Beamten zu, die ein Stück weiter geparkt hatten und grade aus dem Auto ausstiegen.
„Sind sie der Herr Meier?“ fragte einer der Polizisten.
„Dr. Marc Meier.“ Marc hielt dem Polizisten die Hand hin. „Hören sie wenn sie nichts dagegen haben, würde ich meine Freundin jetzt gerne nach Hause bringen und versorgen. Unsere Aussagen können wir ja sicher auch morgen oder so machen. Sie braucht jetzt Ruhe und Dr. Kaan und Schwester Sabine können ihnen ja auch schon mal erzählen was passiert ist.“
„Natürlich Herr Meier. Wir melden uns dann bei ihnen.“
Marc nickte und verabschiedete sich von dem Beamten. Dann ging er zurück zum Auto. Als er sich auf den Fahrersitz gesetzt hatte freute er sich darüber dass Mehdi den Schlüssel hatte stecken lassen. Natürlich auf Sabines Anweisung hin. Für den Notfall.
Marc startete den Wagen. Er warf noch einen Blick rüber zu Gretchen die dösend neben ihm saß. Er musste sich noch einmal davon überzeugen dass er sie wirklich wieder für sich hatte.
Mit einem zufriedenen Lächeln fuhr Marc schließlich nach Hause. Mehdi und Sabine würden sicher mit der Polizei mitfahren können. Darüber machte er sich jetzt die geringsten Sorgen.
Zu Hause angekommen, nahm Marc Gretchen wieder auf den Arm und trug sie hoch zu seiner Wohnung. Er setzte sie kurz auf dem Sofa ab und schloss dann die Tür hinter sich. Dann machte er das Licht im Bad an und lies warmes Wasser und Badeschaum in die Badewanne laufen. Dann holte er Gretchen ins Badezimmer.
Sie war zwar immer noch schwach, konnte aber doch schon alleine stehen, wenn auch nur kurz. Sie stützte sich an Marcs Schulter ab, während er ihr ihre Sachen auszog. Langsam streifte er ihr Hose und Bluse ab. Als sie nur noch ihre Unterwäsche an hatte, merkte er, wie kalt ihre Haut immer noch war und dass sie zitterte.
Marc atmete einmal tief durch und zog ihr schließlich auch die Unterwäsche aus. Dann hievte er sie in die Badewanne, wobei sein Hemd auch nicht wirklich trocken blieb. Er zog es sich schließlich aus und setzte sich auf den Rand der Badewanne.
„So du wärmst dich jetzt erst mal auf.“
Marc schnappte sich einen großen Badeschwamm und tauchte ihn ins Wasser. Dann drückte er ihn wieder aus und lies dabei das warme Wasser über Gretchens Schultern laufen.
„Marc was ist mit Gina?“ fragte Gretchen plötzlich.
„Die wird jetzt von der Polizei mitgenommen. Aber mach dir jetzt keine Gedanken darüber. Du musst erst mal wieder zu Kräften kommen.“
Gretchen nickte fast unmerklich mit dem Kopf und schloss dann wieder die Augen, lehnte sich zurück und genoss Marcs Pflege. Sanft strich er ihr durch die Haare und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Als Gretchen sich wieder aufgewärmt hatte, half Marc ihr aus der Wanne und wickelte sie in ein Handtuch ein. Dann nahm er eine Wundheilsalbe aus dem Schrank und behandelte ihre Handgelenke damit. Als er noch einen Verband darum wickelte damit das ganze länger halten sollte, kam die Wut in ihm hoch. Diese scheiß Amsel. Wenn er die noch einmal in die Finger bekam würde er für nichts garantieren können. Wie hatte sie Gretchen und ihm das nur antun können?! Er ballte die Fäuste doch Gretchen strich mit ihrer Hand über seinen Arm, schüttelte den Kopf und gab ihm so zu verstehen dass Gina es nicht wert war dass er wegen ihr wütend wurde. Marc beruhigte sich dann auch wieder und stand auf und holte Gretchen ihren rosa gestreiften Schlafanzug den sie dann auch überzog.
Dann gingen die beiden ins Schlafzimmer. Gretchen legte sich ins Bett und Marc folgte ihr, legte sich hinter sie und nahm sie fest in den Arm. Dann schlug er die Decke über Gretchen und sich und wartete darauf dass sie einschlief. Mit der einen Hand stützte er seinen Kopf ab, mit der anderen streichelte er Gretchens Bauch. Als er glaubte dass Gretchen eingeschlafen war, fing er leise an zu sprechen:
„Du glaubst gar nicht wie froh ich bin dass du wieder bei mir bist. Ich hatte so eine Angst um dich. Ohne dich bin ich verloren Gretchen. Ich will nie wieder ohne dich sein. Du darfst mich niemals verlassen. Ich liebe dich.“
Gretchen hatte alles gehört was Marc ihr grade gesagt hatte, aber das musste er ja jetzt erst mal nicht wissen. Mit einem Lächeln auf den Lippen schlief sie dann auch ganz schnell ein.
Marc lag noch eine Weile wach und genoss einfach die Nähe zu Gretchen. Er drückte sich noch ein bisschen fester an sich und schlief dann auch irgendwann ein. Glücklich darüber, dass sein Gretchen endlich wieder gesund und munter bei ihm war.


Glückwunsch an alle die bei dem "klong" richtig auf Sabine getippt haben. Aber das Brecheisen wäre vielleicht ein bisschen zu brutal gewesen^^
liebe grüße


schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

04.11.2009 17:13
#82 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Mitten in der Nacht wurde Marc plötzlich wach. Gretchen lag schweißgebadet neben ihm und schlug um sich. Zwischendurch murmelte sie immer wieder
„Nein Nein! Er wird dich niemals lieben. Er liebt doch mich.“
Marc schaltete seine Nachttischlampe an um zu sehen was mit Gretchen los war. Offensichtlich hatte ihr das ganze doch schwerer zugesetzt als er vermutet hatte und nun hatte sie wohl einen fürchterlichen Alptraum.
Er versuchte Gretchen zu wecken indem er sie leicht schüttelte doch sie wurde einfach nicht wach. Im Gegenteil, sie schlug nur wilder um sich und zack, da hatte sie Marc auch schon eine verpasst.
„Aua!“ schrie Marc und hielt sich eine Stelle kurz über dem Auge.
Von Marcs Aufschrei geweckt, fuhr Gretchen aus den Kissen hoch und sah sich nach Atem ringend um. Marc bemerkte direkt, dass sie noch ein wenig verwirrt zu sein schien. Deswegen nahm er sie schnell in den Arm und versuchte sie zu beruhigen.
„Ist alles in Ordnung. Du bist hier bei mir. Du bist in Sicherheit.“
Er drückte sie fest an sich um ihr zu zeigen dass sie sich keine Sorgen machen musste, weil er bei ihr war und sie von nun an beschützen würde.
Gretchen beruhigte sich dann allmählich auch wieder und legte sich schließlich zu Marc auf den Bauch während er einen Arm um sie legte. Er streichelte ihren Rücken und sein ruhiger gleichmäßiger Atem ließen sie auch bald wieder einschlafen.
Marc lag noch eine Weile wach da und sog Gretchens Duft und ihre Nähe, die er so lange hatte missen müssen in sich auf. Ok. So lange war sie ja nicht weg gewesen aber wenn er daran dachte warum sie weg gewesen war, durchfuhr ihn ein kalter Schauer und er bekam eine Gänsehaut.
Die Amsel! Die würde für das was sie angerichtet hatte bezahlen. So viel war sicher. Sollte sie doch im Knast, oder wohl eher in der Anstalt verrotten!
Nur gut, dass der Professor und seine Frau von alledem nichts mitbekommen hatten. Gut, irgendwann würde Gretchen ihren Eltern das schon erzählen aber das konnte ja auch noch bis nach dem Urlaub warten.
Siedend heiß fiel Marc dann plötzlich ein, dass er und Gretchen ja eigentlich morgen würden arbeiten müssen und morgen war auch der erste Tag an dem der Professor weg war, was bedeutete dass er zusammen mit Mehdi und der Hassmann den Laden schmeißen sollte.
Marc warf noch einen prüfenden Blick auf Gretchen und entschloss sich dann, Mehdi schnell eine SMS zu schreiben dass er und Gretchen morgen und übermorgen wohl nicht kommen würden damit Gretchen sich erholen konnte. Außerdem mussten sie ohnehin noch ihre Aussage bei der Polizei machen, damit die Amsel bald ihre gerechte Strafe bekäme.
Mit der freien Hand tastete Marc nach seinem Handy, das auf dem Nachttisch lag und tippte schnell sie SMS an Mehdi. Dann machte er endlich das Licht aus, und schlief irgendwann auch wieder erschöpft ein.
Als Gretchen am nächsten Morgen aufwachte, blinzelte sie kurz in die Sonne, die durch das Fenster schien, und kuschelte sich dann nochmal an Marc, der ganz offensichtlich noch schlief.
Mit einer Hand fuhr sie durch sein Haar, runter zu seiner Wange und streichelte ihn sanft. Irgendwann wurde er dann unter Knurren auch davon wach, richtete sich leicht auf und sah Gretchen verliebt an.
Die bemerkte sofort das Veilchen über seinem Auge und fragte besorgt:
„Hat Gina dir das angetan?“
Marc wusste nicht gleich wovon Gretchen sprach, doch dann fiel ihm ihr Haken den sie diese Nacht geschlagen hatte wieder ein. Vorsichtig tastete er mit einem Finger die Stelle über seinem Auge ab. Als er fühlte, dass die Stelle ziemlich geschwollen war, sprang er mit einem Satz aus dem Bett und rannte ins Bad um sich die Sache genau anzusehen.
„Großer Gott! Ich sehe ja aus wie Frankensteins Monster!!!“ hörte Gretchen ihn nur aus dem Bad schreien.
Zügigen Schrittes kam er dann wieder auf Gretchen zugelaufen und rief:
„Das Veilchen habe ich dir zu verdanken, Hasenzahn!“
Und dann schmiss er sich neben sie ins Bett und fing an sie von oben bis unten durch zu kitzeln. Für Gretchen kam der Angriff ziemlich überraschend und so hatte sie kaum eine Chance sich zu wehren. Als sie dann vor Lachen schon weinte und wirklich nicht mehr konnte, hörte Marc auf und starrte sie einfach nur so an. Nachdem sie sich wieder beruhigt hatte, merkte sie dies, und strich mit einer Hand durch sein Haar.
„Was ist denn?“
Doch anstatt ihr zu antworten, nahm er ihren Kopf in beide Hände und küsste sie ganz sanft und zärtlich.
Nach diesem schier endlosen Kuss sah er sie dann wieder an, diesmal mit einem Grinsen auf der Backe, und meinte:
„Komm lass uns frühstücken.“ Und schon hatte er sie aus dem Bett hinter sich her in die Küche geschleift.


schleumel Offline

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05.11.2009 14:20
#83 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Inzwischen war es Nachmittag und Gretchen und Marc waren grade wieder von der Polizei nach Hause gekommen wo sie ihre Aussagen gemacht hatten. Diese hatten dazu geführt, dass man schnellstmöglich ein Strafverfahren gegen Gina Amsel einleiten würde und das wegen Freiheitsberaubung, versuchtem Mord und Körperverletzung.
Gretchen und Marc waren sichtlich erleichtert, dass diese Sache jetzt annähernd geklärt war. Zumindest konnte Gina Amsel ihnen nicht mehr gefährlich werden, denn im Moment saß sie noch in Untersuchungshaft und nach dem Prozess würde man sie sicher in eine Anstalt sperren.
Gretchen hatte, bis auf die Aussage bei der Polizei den ganzen Tag noch nicht wirklich viel gesprochen und Marc gab sich wirklich Mühe sich ihr gegenüber so normal zu verhalten wie möglich. Schließlich sollte sie schnell vergessen können was passiert war, und das konnte sie, so war Marc sich sicher, wenn er nicht weiter darauf einging und sie ganz normal behandelte, so dass sie nicht dauernd dazu gezwungen würde, über alles nachzudenken.
Deswegen setzte Marc sich zu Gretchen aufs Sofa, wo sie grade durch die Fernsehzeitung blätterte und grinste sie an.
„Und Hasenzahn? Worauf hast du jetzt Lust?“ fragte er in einem fröhlichen Ton, doch Gretchen hob den Blick nicht von der Fernsehzeitung und sagte nur anteilnahmslos:
„Weiß nicht. Mir egal.“
„Komm schon Hasenzahn. Irgendwas musst du doch machen wollen.“
Gretchen zuckte nur einmal kurz mit den Schultern, immer noch mit dem Blick auf die Fernsehzeitung.
„Oder willst du vielleicht Schokolade?“ Marc sprang auf und wollte sich grade seine Jacke holen als er von der Couch ein monotones: „Nein, keine Schokolade“ vernahm.
Er ging zurück zu Gretchen ins Wohnzimmer, riss ihr die Fernsehzeitung aus der Hand und kniete sich vor sie.
„Hasenzahn was ist denn los mit dir?“
Gretchen antwortet nicht, sie starrte einfach auf irgendeinen Fleck auf dem Fernseher. Marc erschrak regelrecht als er ihren Blick sah. Das Leben war gänzlich aus ihren Augen verschwunden und sie starrte mit leerem Blick einfach nur so vor sich her.
Marc stand wieder auf und fuhr sich besorgt mit einer Hand durch die Haare. Er rannte kreuz und quer durch die Wohnung und überlegte, was er nun tun könnte um Gretchen zu helfen. Im Schlafzimmer fiel sein Blick auf sein Handy, das immer noch auf dem Nachttisch lag.
Eilig klickte er sich durch das Telefonbuch und wählte anschließend Mehdis Nummer. Es klingelte.
„Kaan?“
„Mehdi ich bin‘s, Marc!“
„Ah, Meier. Und wie geht’s Gretchen? Ward ihr schon bei der Polizei?“
„Also eigentlich rufe ich deswegen bei dir an.“
„Warum, was ist denn los?“
„Es ist wegen Hasenzahn. Sie ist irgendwie so… leer… Heute morgen da war sie noch normal, aber seit wir von der Polizei wieder da sind… Reagiert kaum auf irgendwas UND sie will KEINE SCHOKOLADE!“
Mehdi schien nachzudenken denn es dauerte eine Weile bis er antwortete.
„Hm.. Sie steht sicher noch unter Schock. Hat die Polizei euch denn keinen Psychologen angeboten?“
„Doch, aber den wollte sie nicht. Psychologen sind ja auch keine richtigen Ärzte.“
„Hmm… Verstehe.“
„Und was soll ich jetzt verdammtnochmal machen mit ihr?“
„Also sie braucht jetzt viel Ruhe. Wenn du den Eindruck hast, dass sie nicht mehr erschöpft ist, kannst du damit anfangen sie aufzuheitern. Vielleicht mit Ausflügen oder irgendwas Romantisches. Worauf sie eben so steht. Aber ganz wichtig: Du musst ihr zeigen dass du für sie da bist, damit sie sich sicher fühlt und sich schneller erholen kann.“
Marc hatte die ganze Zeit aufmerksam zugehört und mit dem Kopf genickt.
„Ok. Danke Mehdi. Und ihr kommt echt ohne mich klar so lange?“
„Also der Rössel und sein Team beklagen sich zwar über zu viele OP’s, aber das werden die schon aushalten. Kümmer du dich erst mal um Gretchen.“
„Na gut. Dann danke ich dir schonmal für deine Hilfe.“
„Gerne. Ich komm heute Abend mal vorbei und sehe nach euch. Also. Dann bis heute Abend.“
„Jo, bis heute Abend.“
Marc legte auf und ging wieder zurück zu Gretchen. Er setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm und schaltete den Fernseher ein. So saßen sie eine Weile da und Marc überlegte krampfhaft wie er Gretchen nur aufmuntern sollte, da hatte er aber auch schon eine Idee.


schleumel Offline

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05.11.2009 17:30
#84 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Heute würde er Gretchen noch Zeit geben sich körperlich von allem zu erholen. Morgen würde er sich dann um das andere kümmern. Und da Mehdi ja eh heute Abend vorbei kommen wollte, konnte der ihm auch gleich dabei helfen.
Marc stand auf, ging in die Küche und setzte Wasser auf. Mit einem Tee in der Hand ging er dann wieder zurück zu Gretchen, setzte sich neben sie und gab ihr den Tee, den sie dann auch wortlos trank. Marc schnappte sich die Decke die neben ihm lag, deckte sich und Gretchen damit zu und griff dann nach der Fernbedienung.
Er zappte durch die Programme bis er kurz bei RTL hängen blieb und dort „Dirty Dancing“ lief. Marc hatte grade wieder die Hand angehoben um umzuschalten. So einen Weiberkram wollte er sich wirklich nicht reinziehen. Doch plötzlich spürte er Gretchens Hand auf seinem Arm und kurz hatte sie wieder dieses Blitzen in den Augen.
„Nicht umschalten bitte.“
Mit einem tiefen Seufzer legte Marc die Fernbedienung zur Seite und freute sich, dass Gretchen doch kurz eine Reaktion gezeigt hatte. Wenn auch nur für so eine Liebesschnulze. Aber eigentlich war das ja ein gutes Zeichen dafür, dass sein Plan umso besser ankommen würde.
Genüsslich lehnte er sich auf dem Sofa zurück und legte einen Arm um Gretchen, die gebannt auf die Flimmerkiste starrte.
„Hasenzahn, wie oft hast du den Film schon gesehen?“
„Shhht! Nicht jetzt Marc. Jetzt kommt meine Lieblingsstelle!“
Ein bisschen amüsiert darüber, dass Gretchen den Film anscheinend schon mitsprechen konnte, schaute Marc sich dann doch den Film an. Wenn es Gretchen dadurch besser ging, bitte.
Marc hatte schon die Hoffnung, dass der Film Gretchen wieder „heilen“ würde, doch kaum war der Film zu Ende, hatte sie wieder diesen leeren Blick. So einfach war die ganze Sache dann doch nicht.
Um das wieder hinzubiegen musste er wohl doch die Romantikschiene fahren. Eigentlich war das ja nicht soooo sein Ding aber für Gretchen machte er das gerne. Er hoffte nur, dass es ihr danach besser gehen würde. Er wollte unbedingt sein altes Gretchen haben. Die Frau die ihm Tag für Tag ein Lächeln ins Gesicht zauberte und die ihn einfach verrückt machte weil sie so unglaublich war. Er versprach sich hier und jetzt dass er es wieder zum Vorschein bringen würde, das alte Gretchen. Und er war sich sicher dass sein Plan funktionieren würde.
Sie saßen noch eine Weile auf dem Sofa und guckten TV, als es plötzlich an der Tür klingelte. Marc stand auf, öffnete die Tür und vor ihm stand Mehdi mit einer großen Tupperschüssel in der Hand.
„Hey Mehdi.“
„Hi. Ich hab euch was zu essen mitgebracht. So wie ich dich kenne hast du nichts im Haus.“ Mehdi zwinkerte Marc zu und ließ sich dann selber rein und ging in die Küche. Marc schloss die Tür und folgte seinem Freund.
„Was haste denn gekocht?“
„Ach nichts Besonderes. Nur ein Gemüseauflauf.“
„Danke. Das wär doch echt nicht nötig gewesen.“
Mehdi stellte die Tupperdose auf dem Küchentisch ab und warf dann einen Blick in den Kühlschrank.
„Oh doch Meier, es ist nötig, glaub mir.“
„Ich hätte noch irgendwas bestellt.“
„Aber Gretchen muss zu Kräften kommen, sie braucht Vitamine und die findet sie sicher nicht in ner Pizza.“
„Ja ist ja gut. Ich hab doch schon danke gesagt.“
Mehdi nickte kurz und sah sich dann um.
„Wo ist sie denn?“
„Sie sitzt auf dem Sofa und guckt Fernsehen.“
Marc schnappte sich seine Zigaretten und ging auf den Balkon um eine zu rauchen währen Mehdi zu Gretchen ging um nachzusehen wie es ihr ging.
Er setzte sich zu ihr aufs Sofa und sah sie an.
„Na Gretchen?“
Gretchen sah nicht vom Fernseher weg.
„Hallo Mehdi.“
Mehdi merkte schnell dass es keinen Sinn hatte ein Gespräch mit Gretchen anfangen zu wollen. Also strich er ihr kurz über den Arm und ging dann raus zu Marc auf den Balkon.
„Sie steht wirklich ganz schön neben sich, was?“
Marc nickte seinem Freund zustimmend zu.
„Und hast du dir schon überlegt was du dagegen unternehmen willst?“
„Ja, aber ich brauche deine Hilfe.“
Mehdi sah Marc erwartungsvoll an.
„Du musst mir die Sachen hier besorgen.“
Marc reichte Mehdi einen Zettel.
„Und dann musst du für ne Stunde oder so mit ihr spazieren gehen. Damit ich alles vorbereiten kann.“
„Ok. Und was genau hast du vor? Ich meine… Rosen… Champagner… Hört sich romantisch an.“
„Jaa…. Mein Gott Mehdi. Wehe du erzählst das weiter. Außerdem wird das nicht so ein Standard-Rosenblätter-Kerzen-und-Champagner-Ding. Das wird ein Meier-Ding.“
Marc grinste.
Mehdi verdrehte die Augen.
„Meier. Du sollst ihr doch das Gefühl von Sicherheit geben. Und sie nicht gleich wieder fi… mit ihr schlafen.“
„Mann Mehdi, für wie blöd hältst du mich denn?“
„Ja man kann ja nie wissen. Bei dir.“
„Also besorgst du mir jetzt die Sachen und gehst mit ihr spazieren oder so?“
„Jaja.“
„Gut dann sei morgen am besten so gegen 18h mit den Sachen hier, geht das?“
„Hab bis 16h Dienst, das müsste gehen.“
„Gut.“
„Gut, ich bin dann jetzt auch mal wieder weg. Wir sehen uns morgen.“
„Jo bis morgen.“
Marc brachte seinen Freund noch bis zur Tür und setzte sich dann wieder zu Gretchen. Mit einem Grinsen dachte er an morgen Abend. Hoffentlich würde das helfen.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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10.11.2009 12:01
#85 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Sorry, dass so lange nichts kam, aber hatte ganz schön viel zu tun.
Hoffe der neue Teil gefällt euch :)
Wünsche also schon mal viel spaß beim lesen und freu mich wie immer über kommis


Den ganzen Tag schon war Marc nervös durch die Wohnung getigert und hatte sich immer wieder vorgestellt wie der heutige Abend wohl ablaufen würde. Er hoffte inständig dass es klappen würde, denn länger würde er sich Gretchens Elend nicht ansehen wollen. Er konnte es kaum ertragen sie so zu sehen.
Gretchen saß währenddessen wieder auf dem Sofa und starrte apathisch in den Fernseher. Von Marcs Nervosität bekam sie gar nichts mit.
Als es um 18Uhr endlich an der Tür klingelte, atmete Marc erleichtert auf und hastete schnell zur Türe.
„Und? Hast du alles?“
„Ja, ich hab alles. Aber was willst du denn hiermit?“
Mehdi hielt Marc einen großen, schweren Karton entgegen.
„Das wird nicht verraten.“ Marc zwinkerte dem Gynäkologen zu und nahm ihm das Paket dann aus der Hand.
Mehdi und Marc verstauten die Sachen, die Mehdi mitgebracht hatte schnell im Schlafzimmer. Dann ging Mehdi in den Flur und holte Gretchens Jacke und ihre Schuhe, die er ihr dann brachte.
„Hey, Gretchen. Was hältst du davon wenn wir ein bisschen frische Luft schnappen gehen und einen Kakao trinken?“ versuchte Mehdi sie zu begeistern.
Gretchen sah ihn kurz an, zuckte dann mit den Schultern und zog wortlos ihre Sachen an. Dann gingen die beiden Richtung Tür, zu der Marc sie noch begleitete.
Bevor Mehdi die Wohnung verließ, drehte er sich noch einmal zu Marc um und warf ihm einen vielsagenden Blick zu, der wohl Viel Glück bedeuten sollte.
Anschließend gingen Gretchen und er die Treppe runter und fuhren zum Park.
Derweil hatte Marc das Ungetüm aus dem Karton befreit und es auf den Wohnzimmertisch gestellt. Die Rosen stellte er in eine Vase. Die Blütenblätter auf dem Boden zu verteilen wäre dann wohl doch etwas zu viel des Guten gewesen. Zumindest für einen Doktor Meier.
Dann nahm er die zwei Flaschen Champagner aus der Tragetasche und stellte eine davon in den Kühlschrank. Die andere öffnete er direkt und gönnte sich einen sehr großen Schluck davon. Schließlich war er so nervös, da durfte man sich auch schon mal ein bisschen Mut antrinken.
Schließlich machte Marc überall die Rollladen runter und zündete dann doch die ein oder andere Kerze an. Sogar an die Musik hatte er gedacht. Aber er konnte sich irgendwie nicht entscheiden. Schließlich sollte das ganze ja nicht zu kitschig werden aber es sollte Gretchen ja auch gefallen.
Marc entschied sich schließlich für dieses Lied:

http://www.youtube.com/watch?v=1KyaS9Ov5q0

Is everything a baited hook?
And are there locks on all doors?
If you're looking for an open book,
Look no further, I am yours.

We'll behave like animals, swing from tree to tree
We can do anything that turns you up
and sets you free.

You're an exception to the rule
You're a bonafide rarity
You're all I ever wanted.
Southern girl, could you want me?

So come outside and walk with me
We'll try each other on to see if we fit
And with our roots become a tree
To shade what we make under it.

We'll behave like animals, swing from tree to tree.
We can do anything that turns you up
and sets you free.

You're an exception to the rule
You're a bonafide rarity
You're all I ever wanted.
Southern girl, could you want me?

You're an exception to the rule
You're a bonafide rarity
You're all I ever wanted
Southern girl, could you want me?

Irgendwie passte das ja auch. Schließlich war sie wirklich etwas ganz Besonderes und auch alles was er immer gewollt hatte, auch wenn er das erst reichlich spät erkannt hatte. Und er hatte sich ja auch vorgenommen alles zu tun damit sie frei sein konnte. Frei von dem Kummer der sie bedrückte. Nicht nötig zu erwähnen, dass er für sie mittlerweile wahrscheinlich wie ein offenes Buch war, weil sie ihn so gut kannte.
Marc freute sich noch über seine gelungene Musikauswahl, als es plötzlich wieder an der Türe klingelte. Er stand auf, strich sich die Haare aus dem Gesicht und öffnete die Tür.
„So da sind wir wieder.“ Sagte Mehdi als die Tür sich öffnete.
Mehdi schob Gretchen durch die Türe und drehte sich dann wieder um.
„Viel Glück!“ rief Mehdi noch, bevor Marc die Tür wieder geschlossen hatte.
Gretchenzog Schuhe und Jacke aus und betrat dann das Wohnzimmer.
„Marc? Warum ist es denn hier so dunkel?“
Marc nahm ihre Hand, sah sie eindringlich an und führte sie dann zum Wohnzimmertisch, wo sie sich dann aufs Sofa setzte und auf das Ding starrte, was unter einer Decke versteckt auf dem Tisch vor ihr stand.


schleumel Offline

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10.11.2009 21:36
#86 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

So, jetzt erfahrt ihr was unter der Decke ist
Ich hoffe es gefällt euch :)
liebe grüße


„Marc, mach das Licht bitte wieder an, ich fühl mich irgendwie unwohl dabei.“
Marc setzte sich zu Gretchen aufs Sofa und nahm sie in den Arm.
„Du brauchst keine Angst mehr haben. Ich bin doch bei dir. Und hier ist wirklich nichts wovor du dich fürchten müsstest.“
„Aber ich..“
„Shhhht… Schon gut. Jetzt warte doch erst mal ab.“
Langsam hob Marc die Decke an und zog sie schließlich weg.
Gretchen starrte auf den Gegenstand, der sich ihr offenbarte, doch sie wusste nicht recht was das sollte und was Marc ihr damit sagen wollte.
„Marc, was soll denn das? Für sowas bin ich nun wirklich zu alt und helfen tut mir das auch nicht.“
Marc verdrehte leicht die Augen. Dass diese Frau ihn aber auch wirklich nie ausreden ließ.
„Willst du denn gar nicht wissen was es damit auf sich hat?“
Gretchen beäugte das Puppenhaus vor ihr noch einmal ganz genau. Erst jetzt fiel ihr auf, wieviel Mühe Marc sich damit gemacht hatte.
Sie konnte eine Küche und ein Wohnzimmer, sowie ein Badezimmer erkennen. Irgendwie glichen die Räume von Stil her ziemlich Marcs Wohnung. Als sie jedoch das Schlafzimmer erblickte, huschte ihr ein kleines Lächeln über das Gesicht. Es war ganz in rosa gehalten und ähnelte sehr ihrem alten Zimmer, in dem sie bei ihren Eltern gewohnt hatte. Es hingen sogar Pferdeposter an der Hand und in dem Regal welches dort stand, sah sie eine Reihe von Tagebüchern sorgfältig aneinander gereiht.
Schließlich fiel Gretchens Blick auf eine kleine blonde Puppe, die zusammen mit einer kleinen dunkelhaarigen männlichen Puppe auf dem rosa Bettchen lag. Erneut musste Gretchen lächeln, denn es war offensichtlich wen die beiden Puppen darstellen sollten.
„Marc, was…“
Weiter kam sie nicht denn Marc drückte sie fest an sich und sie fühlte sich gleich wieder ein wenig geborgen. Dann sah er sie an.
„Gretchen, ich weiß du hast viel durchmachen müssen in der letzten Zeit. Und ich weiß auch, dass du Zeit brauchst um alles zu verarbeiten und so. Aber ich kann nicht länger mit ansehen wie schlecht es dir geht. Das hier soll dich ein wenig aufmuntern.“
Marc nahm die beiden Puppen aus dem rosanen Bettchen und hielt die Puppe die ihn darstellen sollte in der linken, die von Gretchen in der rechten Hand.
„Ich weiß du wolltest immer ein Märchen haben, und du glaubst sicher dass sich alles ganz unmärchenhaft entwickelt hat. Aber da liegst du falsch.“
Er grinste sie an und sprach dann weiter.
„Siehst du der Prinz hier,“ er hielt die Puppe in seiner linken Hand hoch, „der liebt seine Prinzessin, und die Prinzessin ist natürlich auch ganz verrückt nach dem Prinzen.“
Wieder musste Marc grinsen, das hatte er sich einfach nicht verkneifen können.
„Und sie wohnen hier zusammen in dem Schloss.“ Marc räusperte sich kurz. „Gut… Ist nicht wirklich ein Schloss, aber ich konnte kein Puppenschloss auftreiben…“
Gretchen lächelte erneut. Marc stellte das mit Freude fest und sprach dann weiter.
„Aber wie in jedem Märchen, gab es da auch noch die böse Stiefschwester, die eifersüchtig auf das Glück der Prinzessin und des Prinzen ist.“
Marc legte die Gretchen-Puppe auf seinem Bein ab und kramte aus seiner Hosentasche eine weitere kleine Puppe hervor, der er eine überdimensionierte, hässliche Brille aufgemalt hatte, und zeigte sie Gretchen.
„Und weil die böse, nebenbei auch ganz schön hässliche Stiefschwester, eifersüchtig auf das Glück der Prinzessin und des Prinzen ist, wollte sie die Prinzessin beseitigen, was der Prinz aber mit Mut, Charme, Heldentum und Tapferkeit verhindern konnte.“
Marc nahm nun die Marc-Puppe und schlug mit dieser auf die Gina-Puppe ein und warf die Gina-Puppe dann einfach hinter sich.
„Siehst du, der Prinz hat die böse Stiefschwester vertrieben und nun kann er wieder glücklich sein mit der Prinzessin. Die ab jetzt auch nicht mehr in Gefahr ist. Weil der Prinz sie ja immer und überall beschützt weil er sie so liebt.“
Marc nahm die Gretchen- und die Marc-Puppe und legte die beiden wieder zurück in das rosa Bett. Dann sah er Gretchen an, die vor Rührung weinte. Eine Träne nach der anderen kullerten ihre Wangen hinunter.
Marc freute sich. Dass sie wieder Rotz und Wasser heulte, konnte nur bedeuten dass er sein altes Gretchen wieder hatte.
„Marc, ich weiß gar nicht was ich sagen soll… Das ist sooo….“
„Du brauchst auch gar nichts sagen. Ich wollte dir einfach nur zeigen dass du keine Angst mehr haben musst und dass ich für dich da bin und auf dich aufpasse.“
Marc nahm sie in den Arm und in ihr breitete sich eine gelassene und wohlige Wärme aus. Sie fühlte sich wieder geborgen bei ihm und plötzlich wurde ihr klar, dass Gina ihr wirklich nichts mehr anhaben konnte.
Gretchen löste sich aus Marcs Umarmung und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Dann sah sie sich das Puppenhaus nochmal an. Er hatte sich wirklich unheimlich viel Mühe gemacht damit.
Marc beobachtete Gretchen ganz genau. Das Glitzern war in ihre wunderschönen blauen Augen zurückgekehrt und sie lächelte. Marc war zufrieden.
Plötzlich fiel ihm ein dass er was vergessen hatte. Er sprang auf und ging in die Küche, wo er den Champagner und 2 Gläser holte. Dann ging er zurück zu Gretchen ins Wohnzimmer.
„Und? Hast du Lust anzustoßen?“
Gretchen grinste Marc verschmitzt an. Dann nahm sie ihm die Flasche aus der Hand, die er schon geöffnet hatte und nahm einen großen Schluck daraus.
„Hasenzahn? Was wird das?“
Noch mit der Flasche in der Hand, stand Gretchen auf und stellte sich Marc gegenüber. Sie nahm noch einen Schluck aus der Flasche und dann küssten sich die beiden. Endlich küssten sie sich wieder voller Leidenschaft und Liebe. Wie beiden das doch gefehlt hatte. Aber das war jetzt vorbei. Dank Marc.


schleumel Offline

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16.11.2009 20:04
#87 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Ein paar Tage waren inzwischen vergangen und Gretchen ging es mit jedem Tag besser. Also hatte sie beschlossen heute wieder arbeiten zu gehen. Und auch Marc würde endlich wieder arbeiten können. Schließlich hatte er Mehdi und der Hassmann die Leitung der Klinik jetzt schon eine Woche lang überlassen. Jetzt wo er wieder da war, würde der Laden endlich wieder richtig laufen. Schließlich war er ja der Beste.
Als Gretchen und Marc zusammen das Stationszimmer betraten, sprang ihnen Schwester Sabine schon freudig entgegen.
„Gretchen! Herr Doktor Meier. Da sind sie ja endlich wieder. Wie geht es ihnen denn?“
Gretchen lächelte verlegen. Irgendwie war die Aufmerksamkeit die man ihr entgegen brachte ein wenig unangenehm. Schließlich hatten die anderen Schwestern sie auf dem Weg hier her auch schon überfallen und mit Fragen gelöchert. Marc bemerkte schnell ihr Unbehagen und antwortete für sie.
„Uns geht es wieder gut.“ Er strich Gretchen über die Schulter. „Und jetzt ab an die Arbeit Schwester Sabine.“
Gretchen fasste sich nervös an den Hinterkopf, schenkte Sabine noch ein Lächeln und ging dann zu ihrem Spind um sich umzuziehen.
Marc hingegen packte Schwester Sabine am Kragen und zog sie hinter sich her vor die Tür.
„Schwester Sabine! Ich glaube es ist für Gretchen am besten wenn wir sie ganz normal behandeln, damit sie wieder in den Alltag rein findet. Also keine Fragen mehr über den Vorfall und vor allem kein Mitleid oder so. Und ich lege die Verantwortung mit in ihre Hände dass Gretchen auch nicht von anderen ausgelöchert wird mit Fragen, klar?“
„Ja Herr Doktor Meier.“ Erwiderte Sabine ein wenig verwirrt ehe sie wieder ins Stationszimmer ging.
Nach der Visite war Gretchen froh dass sie ein paar Minuten für sich hatte, ehe sie mit Marc die Akten fertig machen wollte, die in der letzten Woche liegen geblieben waren. Also ging sie zum Schokoautomaten und holte sich ein Schokoriegel. Sie wollte sich grade wieder auf den Weg zu Marcs Büro machen, als Frau Doktor Hassmann ihr über den Weg lief.
„Na Frau Haase? Auch wieder da?“
„Ja. Tut auch mal wieder gut zu arbeiten, ne?“
„Und, gibt’s schon was neues über die Übeltäterin?“ Hassmann lacht dreckig. „Hätte ja nicht gedacht dass es Frauen gibt die noch verbitterter sind als ich.“
„Tja also….“
Plötzlich kommt Sabine um die Ecke gestürmt und zerrt Gretchen von Frau Doktor Hassmann weg.
„Sabine was ist denn los?“
„Ja… Ich… Also… Der… Herr Doktor Meier! Der will die Akten JETZT bearbeiten.“
„Ja aber ich war doch eh schon auf dem Weg zu ihm. Die drei Minuten hätten doch auch nicht geschadet.“
„Ich bin nur der Bote!“
Gretchen zuckte mit den Schultern und machte sich dann auf zu Marc. An seinem Büro angekommen riss sie die Tür auf.
„Marc! Kannst du mir mal sagen warum ich SOFORT zu dir kommen soll? Warum die Akten auf einmal keine fünf Minuten mehr warten können?!“
Marc blickte verwundert von seinem Schreibtisch auf und sah Gretchen entgeistert an.
„Gretchen was… ich…“ Plötzlich sah Marc Sabine hinter Gretchen mit den Händen rumfuchteln. „Jaaaa… Ich…äh… wollte das schnell hinter mir haben.“
Sabine nickte zufrieden und ließ die beiden dann allein und schloss die Tür.
Marc stand von seinem Stuhl auf und ging auf Gretchen zu. Dann legte er ihr die Arme und die Hüfte und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Und Hasenzahn? Wie war dein Tag bis jetzt?“
„Och… eigentlich ganz ok. Ich hab nur irgendwie das Gefühl, dass Sabine mich verfolgt.“
Marc musste schmunzeln.
„Ach. Das kommt dir sicher nur so vor.“
Er drückte sie noch ein bisschen fester an sich und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. Nach und nach wurde der Kuss immer wilder und Marc hatte das Gefühl dass sein Blut kochte. Schließlich hatten er und Gretchen seit der Sache mit der Entführung keinen Sex mehr gehabt. Marc wollte sie nicht überfordern und ihr nicht das Gefühl geben dass es ihm nur um das eine ging. Und vor allem wollte er dass sie es erst wieder taten wenn Gretchen dazu bereit war.
Als der Kuss immer und immer leidenschaftlicher wurde, drückte Marc Gretchen auf einmal von sich weg und setzte sich wieder auf seinen Stuhl.
„Ähm…“ Er räusperte sich. „Die Akten… Wir müssen die Akten fertig machen.“
Gretchen konnte nicht fassen was da grade passiert war. Mr. Sexsucht Marc Meier höchstpersönlich hatte sie grade verschmäht.
Denn ganz im Gegenteil zu Marcs Befürchtungen, war Gretchen wieder mehr als bereit „dafür“.
Der stößt mich einfach weg? Was soll das bitte? Ich meine wir haben jetzt anderthalb Wochen nicht mehr. Er benimmt sich die letzten zwei Tage schon so komisch. So als würde er mich auf Abstand halten. Ob er mich zu fett findet? Nein Gretchen, das Thema hast du hinter dir. Er liebt dich so wie du bist. Oder? Vielleicht hat er ne Affäre und deswegen keine Lust auf Sex? Nein, ganz sicher nicht. Denk doch mal nach Gretchen er war ja die ganze Zeit bei dir. Aber was dann? Naja, ich wird‘s rausfinden. Bin mal gespannt ob er mir widerstehen kann wenn ich jetzt mal ein bisschen mit meinen Reizen prahle. Der kann was erleben!
Unauffällig öffnete Gretchen die ersten zwei Knöpfe ihrer Bluse, setze sich Marc gegenüber und beugte sich zu ihm rüber.
„Na dann zeig doch mal her die Akten.“
Marc sah sie an und musste schwer schlucken.


schleumel Offline

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17.11.2009 15:32
#88 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

So... Auch an dieser Stelle bedanke ich mich für die lieben Kommis Freu mich natürlich auch weiterhin drüber :)
In diesem Teil hab ich zum ersten Mal Marcs Gedanken mit eingebunden. Mal gucken ob ich das demnächst weiter so mache. ich hoffe euch gefällts und ihr schreibt fleißig kommis.
glg



Gretchen lehnte sich noch ein Stück nach vorne und strich sich mit der einen Hand über den Hals.
Wollen wir doch mal sehen wie lange er das aushält! Ha!
„Boar Marc, hast du die Heizung aufgedreht? Ist ja so warm hier.“
Provokant ließ Gretchen sich den Kittel über die Schultern gleiten und legte diesen dann über ihren Stuhl.
Was ist denn bitte mit ihr los? Ob sie Fieber hat? Vielleicht sollte ich mal mit meinem Thermometer…. Nein Meier!!!! Du musst SOFORT auf andere Gedanken kommen. Sonst hält sie dich noch für einen Lustmolch oder so!
Marc räusperte sich verlegen und sprang dann vom Stuhl auf. Nervös fuhr er mit einer Hand durch die Haare und hechtete dann zum Fenster.
„Äh.. Ja… Ist wirklich warm hier drin.“
Mit einem Ruck riss Marc das Fenster auf und ließ die kühle Luft rein. Er blieb noch einen Augenblick mit geschlossenen Augen am Fenster stehen und ließ sich die frische Luft ins Gesicht wehen. Dann atmete er noch einmal tief durch und setzte sich dann wieder an seinen Schreibtisch.
„Ok, wollen wir dann mal anfangen?“ fragte er Gretchen.
Was ist denn bitte mit dem los? Seit wann ist er denn so verklemmt?! Na dem wird ich jetzt auf die Sprünge helfen.
„Von mir aus Marc.“
„Ja dann…hier!“ Marc hielt ihr eine Akte hin. Doch Gretchen sprang auf einmal auf und packte ihren Stuhl an der Lehne.
„Also Marc, so geht das aber nicht. Ist ja viel einfach wenn ich neben dir sitze dann muss nicht immer einer von uns die Akte auf dem Kopf herum lesen.“
Und so packte Gretchen sich ihren Stuhl und setzte sich ganz nah neben Marc.
Was wird das denn jetzt? Wenn sie noch näher rutscht könnte man uns glatt für siamesische Zwillinge halten.
Puh.. Hier neben ihm ist es auch direkt ein bisschen wärmer. Jetzt wo das Fenster auf ist, ist es ja echt ziemlich kalt hier.
„Ja, dann können wir ja jetzt ENDLICH anfangen.“
Gretchen nickte und beide senkten ihren Blick auf die vor ihnen liegende Akte.
Als Gretchen merkte, dass Marc grade wirklich vertieft war in die Akte, schnappte sie sich einen Kugelschreiber und ließ ihn geschickt zwischen Marcs Beinen auf den Boden fallen.
„Huch. Wie ungeschickt von mir. Warte ich heb ihn eben auf.“
Gretchen lächelte Marc unschuldig an und beugte sich dann nach unten um den Stift auszuheben.
Hmm… Hasenzahn… Wenn du grade schon mal dabei bist, kannste auch gleich da unten bleiben und… Stop! Gott Meier. Du BIST ein Lustmolch. Kannst an gar nichts anderes denken. Jetzt reiß dich gefälligst mal zusammen. Sonst werden wir hier ja nie fertig!
Also ich merk doch wie nervös er ist. Was soll das ganze denn? Normalerweise hätte er mich doch schon zehn Mal besprungen. Warum macht er denn jetzt nichts? Na gut. Muss ich eben zum Frontalangriff übergehen.
Mit einem Fingerschnipsen katapultierte Gretchen den Stift hinter sich ein Stück weiter weg.
„Upps. Jetzt hab ich den Stift doch glatt aus Versehen da hinten hin geschnipst. Was bin ich heute aber wieder tollpatschig.“
Marc sah sie ungläubig an und musste dann beobachten wie sie ihm den Rücken zukehrte und sich gaaaaanz gaaaanz langsam nach dem Stift bückte.
Jaaaaaa Hasenzahn. Bück dich für deinen Oberarzt. Upps. Das habe ich grade hoffentlich nicht laut gesagt? Nein… scheint nicht so. Sonst wär sie mir schon an die Gurgel gegangen. Dabei streckt sie mir grade immer noch ihren süßen, perfekten, wohlgeformten, runden, knackigen Hintern entgegen.
Ha! Jetzt hab ich ihn! Du wirst mir gleich zu Füßen liegen Doktor Marc Meier!
Gretchen richtete sich wieder auf, legte den Stift auf den Schreibtisch und stellte sich dann hinter Marc.
„Ach Marc, du bist ja heute irgendwie so verspannt.“
Ja… Warum wohl?! Was glaubt sie denn? Dass ich hier ruhig sitzen kann wenn sie mir mit ihren Reizen vor der Nase rumwedelt? Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich ja denken dass sie das extra macht!
Gretchen legte ihre Hände auf Marc Schultern und fing an ihn zu massieren.
Ich gebe ihm noch 5 Minuten. Dann wird er über mich herfallen!
Hmmm… Hasenzaaaaahn…. Ob sie das massieren mal irgendwo professionell gelernt hat? Ahhh… das tut gut…. Oh… Scheiße! Mist! Der kleine große Meier… Gott… MUSS das jetzt sein?!
Marc richtete seinen Blick nach unten auf sein „bestes Stück“.
Na los. Verschwinde schon. Sie darf dich nicht sehen. Sonst hält sie uns für Sexmonster. Ja, du hast Recht wir SIND Sexmonster… Manchmal… Aber nicht JETZT, verstanden? Also zieh ganz schnell wieder Leine! Bevor sie noch was merkt.
Natürlich spürte Gretchen unter ihren Händen wie Marc mit sich rang. Sie beugte sich nach vorne und hauchte ihm mit ihrem warmen Atem in den Nacken, ehe sie ihm an eben diesem küsste.
Gut Meier! Jetzt ist Schluss! Genug gelitten! Sie will es, sie kriegt es!
Mit einem Satz sprang Marc vom Stuhl auf, schob diesen beiseite und umfasste Gretchens Hüfte. Dann zog er sie an sich und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss.
Wusste ich doch dass ich ihn rumkriegen!
Die ganze Leidenschaft die sie und vor allem Marc seit anderthalb Wochen angestaut hatte entlud sich nun mit einem Mal und Marc hob Gretchen stürmisch hoch und setzte sie dann auf die Untersuchungsliege währen sie ihre Beine um ihn schlang.
„Sag mal Marc, warum“ *Kuss* „hat das denn“ *Kuss* „so lange gedauert? Ich dachte schon du“ *Kuss* „stehst nicht mehr auf“ *Kuss* „mich?!“
„Hasenzahn bist du“ *Kuss* „irre? Ich wollte dich nur nicht“ *Kuss* zu irgendwas drängen.“
„Und ich hab schon“ *Kuss* „gedacht du findest mich“ *Kuss* „nicht mehr heiß.“
„Ach!“ *Kuss* „Jetzt halt die Klappe und“ *Kuss* komm her!“
Marc zog Gretchen noch näher zu sich ran. Stürmisch riss er ihr die Klamotten vom Leib und entledigte sich dann auch seiner Klamotten. Sanft strich er mit seinen Händen ihren Körper entlang und sog ihren Duft in sich auf.
Sie riecht so gut. ENDLICH wieder Sex! Juhuuu! Hätte ich vorher gewusst dass sie auch die ganze Zeit wollte hätte ich mir den ganzen Zirkus mit dem kalt Duschen und so die letzte Woche ersparen können. Naja. Besser spät als nie. Und jetzt nehm ich mir endlich meinen sexy Hasenzahn. Muhahahaa
Fordernd strich er mit seinen Händen über ihre Brüste und küsste dann ihren Bauch. Schließlich drückte er ihre Beine auseinander und küsste die Innenseite ihrer Oberschenkel weil er genau wusste wie verrückt sie das machte.
Als Gretchen seinen Kopf nach einer Weile wieder nach oben zerrte konnte er sich ein dickes Grinsen nicht verkneifen.
„Man Marc! Schluss mit Loveboat jetzt, ok?“
Marcs Grinsen wurde noch breiter. Doch dann drückte er sie an sich und schon konnte sie ihn in sich spüren. Höchstens drei Minuten bewegte Marc sich in ihr, als er plötzlich aufhörte und sie ansah.
„Fertig!“
Gretchen sah ihn wie vom Blitz getroffen an.
„WAAAAAS?“
Marc lachte laut auf.
„War nur ein Spaß!“
Gretchen funkelte ihn böse an, doch dann machte Marc mit dem weiter, wo er eben aufgehört hatte und Gretchen hatte ihm ganz schnell wieder verziehen.


schleumel Offline

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19.11.2009 23:40
#89 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Danke nochmal an alle kommischreiberinnen:) hab mich wie immer sehr gefreut eure meinungen zu hören
hier gibts jetzt also den nächsten teil. ich hoffe er gefällt euch. viel spaß beim lesen :)
kommis sind natürlich auch weiterhin erwünscht ;)
liebe güße


Nun lagen die beiden dicht aneinander gekuschelt auf der Untersuchungsliege. Gretchen hatte ihren Kopf auf Marcs Brust gelegt. Sie spürte seinen gleichmäßigen Atem bei dem sich ihr Kopf jedesmal leicht hob und wieder senkte. Mit einem Finger fuhr sie Marc über den Bauch.
Marc hatte einen Arm um Gretchen gelegt und die andere Hand wuschelte ihr durch die blonden Haare.
Hmmm… Ich liebe ihre Haare. Auch wenn die meistens im Weg sind oder wild abstehen. Aber sie gehören einfach zu ihr. Mein Hasenzahn. Gott sei Dank ist die Sache mit Madame Geisteskrank Amsel endlich vorbei. Können wir uns wieder den schönen Sachen des Lebens widmen. Wie zum Beispiel eben. Hehe. Meier, du biste einfach der Beste. Wobei Hasenzahn ja auch nicht schlecht ist, muss ich ja zugeben. Wie sie da liegt. Sie sieht wunderschön aus.
Ach ich könnte ewig hier mit ihm liegen. Es fühlt sich immer so gut an wenn ich bei ihm bin. Ich liebe einfach alles an ihm. Seine Haare, die man so gut durchwuscheln kann, seine grünen Augen die einen so frech angrinsen, die kleine Narbe auf seiner Nase, seine Lippen, mit denen er atemberaubende Küsse gibt, und seine Arme die mich halten wenn ich es brauche. Hach, Gretchen, sieht so aus als hättest du mit 30 doch noch deinen Traummann gefunden.
Marc und Gretchen lagen noch eine Weile einfach so nebeneinander da, bis Marc merkte dass Gretchen eine Gänsehaut hatte.
„Ist dir kalt? Hast ja ne Gänsehaut.“
„Tja, weißt du das Fenster ist ja immer noch auf!“ Gretchen grinste Marc frech an, der den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden hatte, seine Boxershorts wieder anzog und dann zum Fenster ging und es schloss. Gretchen hatte sich auch schon wieder halb angezogen als sie bemerkte, dass Marc mal wieder grinsend auf sie zu kam.
„Maaaarc? Du denkst doch nicht dass wir jetzt schon wieder…“
„Was? Hasenzahn, an was du immer denkst!“
„Warum grinst du denn bitte dann schon wieder so dreckig?“
„Weil Mehdi und Hassi unten vor meinem Fenster stehen und sich darüber streiten wer bei der nächsten Versammlung in der Cafeteria die Neuigkeiten vortragen darf.“
„Ach… Gibt’s denn irgendwas Neues?“
„Nö! Die diskutieren das nur schon mal für den Fall der Fälle aus.“
„Und das findet Marc Meier natürlich zum schießen.“
„Klar!“ er grinste sie noch einmal frech an und griff dann nach seinem Hemd, als plötzlich die Tür aufgerissen wurde.
„Herr Doktor, können sie mir eben das Rezept unterschreiben ich… Oh….“
Gretchen schnappte sich so schnell sie konnte ihre Bluse und hielt sie sich vor die Brust. Alles andere hatte sie ja Gott sei Dank schon angezogen. Im Gegensatz zu Marc, der immer noch nur seine Boxershorts trug und Sabine leicht angesäuert ansah.
„Verdammt noch mal Sabine! Wann lernen sie es endlich?! ERST ANKLOPFEN DANN REINKOMMEN!!!“
Mein Gott wie blöd kann man sein? So schwer ist das doch nicht. Das muss doch selbst eine Schwester Sabine hinbekommen. Vielleicht sollte ich meiner Mutter mal sagen dass die das irgendwie in ein Doktor Rogelt Buch mit einbringen soll, vielleicht kapiert Sabine es dann endlich. Was steht die denn jetzt blöd da rum? Die soll das Rezept da hin legen und abzischen. Aber zack zack.
Sabine schaute verlegen zu Boden.
„Ja ich… also ich vergess das immer.“
„Ja jetzt wissen sie es ja wieder fürs nächste Mal.“
Während Marc sich weiter anzog, blickte er Sabine schließlich sauer an.
„Ja… Raus? Sofort?“
„A…Aber das Rezept…“
„…Bringe ich gleich mit. Und jetzt verdammt noch mal raus! Aber schnell!“
Kaum war Sabine zur Tür raus, zogen die beiden sich fertig an.
„Marc, musste das sein?“
„Was?“
„Na dass du sie so anbrüllst. Ich mein sie kann ja nichts dafür dass wir… also…“
„Hasenzahn, ich versuche seit Jahren der Freu beizubringen dass sie anklopfen soll und sie rafft es einfach nicht.“
„Meinst du sie erzählt was weiter.“
„Und wenn. Dein Vater ist doch eh nicht da.“
„Jaaa… aber trotzdem. Beim nächsten Mal erwischt uns noch irgendjemand anders und dann geht schon wieder rum dass wir im Krankenhaus…“
„Ich kann ja auch nichts dafür dass du mir einfach nicht widerstehen kannst Hasenzahn.“
Was? Also das sah eben aber ganz anders aus mein Lieber.
„Also Marc, das sah aber eben eher so aus als würdest DU MIR nicht widerstehen können.“
Pfff…. Was denkt die sich? Ich bin ja wohl unwiderstehlich! Ok, sie auch. Dann passen wir ja auch ganz gut zusammen. Haha.
„Jaja Hasenzahn. Komm jetzt. Die Akten warten.“
„Hmmm…“
Gretchen schlurfte zum Schreibtisch und wollte sich grade setzen als ihr und auch Marcs Pieper gingen.
„Tja, dann werden die Akten wohl doch noch warten müssen, was?“
Marc stürmte zur Tür raus Richtung Notaufnahme, Gretchen folgte ihm.
Unten angekommen, ließen sie sich von Gordon erklären womit sie es zu tun hatten.
„Männlich um die 30, Autounfall. Offene Unterschenkelfraktur und Verdacht auf Gehirnerschütterung.“
Gordon warf Gretchen ein Lächeln zu.
„Und sie haben mal wieder schöne Haare Frau Doktor.“
„Dankeschön“ sagte Gretchen grinsend und warf Marc einen siehste-auch-ande-Männer-finden-mich-heiß-Blick zu.
Irgendwann bring ich diesen blöden Sanitäterfuzzi um. Was erlaubt der sich meinen Hasenzahn anzubaggern. Wenn der nochmal sowas sagt kann der sich auf ein Donnerwetter gefasst machen.
„Jaja, komm jetzt das Bein röntgen. Los!“
Hach wie süß. Er ist direkt wieder eifersüchtig. Mein Marcilein.
Gretchen folgte Marc im Eilschritt zum Röntgen. Als sie einen Blick auf den Mann auf der Liege warf war sie ein wenig verwirrt. Sie musste einen zweiten genaueren Blick riskieren.
Das kann doch nichts sein. Also wenn mich nicht alles täuscht, dann ist das doch…


schleumel Offline

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20.11.2009 15:31
#90 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

„Carsten?“ entfuhr es Gretchen dann auf einmal.
Der Mann auf der Trage öffnete schmerzverzerrt die Augen und sah Gretchen an. Er war zwar verletzt und ein wenig schummrig, aber diese Frau hätte er immer und überall wieder erkannt.
„Gretchen?“ fragte Carsten euphorisch.
Plötzlich drehte Marc, der inzwischen auch gemerkt hatte, dass da irgendwas faul war, sich um und sah Gretchen erstaunt an.
„Ihr kennt euch?“
Oh Gott. Wenn ich dem von Carsten erzähle, kann ich mir wieder Wochen lang blöde Sprüche anhören. Und bestimmt wird er dann wieder eifersüchtig. Schließlich habe ich von Carsten meinen ersten Kuss bekommen. Ok, ich wollte den Kuss nicht haben, damals im Kino aber trotzdem. Am besten sage ich erst mal nichts. Ah, Carsten ist auch grade wieder ins Land der Träume entschwunden. Das trifft sich ja gut.
„Äh… Nein? Warum?“
„Na, weil du weißt wie er heißt? Und er auch deinen Namen kannte?“
„Ach… Da musst du dich verhört haben.“ Gretchen lachte gekünzelt und sie merkte, dass sie schon wieder rot wurde. Die ganze Sache war ihr total peinlich.
Inzwischen waren sie beim Röntgen angekommen. Gretchen brachte Carstens Bein in die richtige Position und ging dann wieder zu Marc, der im Nebenraum auf das Bild wartete.
„Hasenzahn, warum sagst du mir nicht woher du ihn kennst?“
„Ich hab doch gesagt dass ich ihn nicht kenne.“
„Ja, klar. Und ich bin der Kaiser von China.“
Denkt die ich bin blöd? Warum sagt sie nicht einfach woher sie den Typ kennt? Ob die vielleicht mal was hatten? Neee… Der ist doch total das Milchgesicht. Auf sowas steht sie doch gar nicht, oder? Also ich bin jedenfalls kein Milchgesicht. Damit das mal klar ist.
Oh oh. Ich glaube er wird sauer. Ob ich ihm doch was sagen soll? Nee.. Auf seine Sprüche kann ich echt verzichten und außerdem ist die Geschichte total peinlich. Nachher erzählt Carsten Marc noch, wie sehr ich damals immer für ihn geschwärmt habe. Also für Marc versteht sich. Nicht für Carsten. Das wäre ja oberpeinlich. Ganz zu schweigen von dem Kuss im Kino. Ich muss mir irgendwas einfallen lassen. Irgendwann wird Marc doch auch mal locker lassen oder nicht? Aber was sag ich jetzt?
„Ähm, also mein Name steht ja hier auf meinem Schild. Und seiner steht in der Akte.“ Sie wedelte mit der Akte vor Marc rum und lachte verlegen.
Gott, hoffentlich nimmt er mir das ab. Sein Gesichtsausdruck lässt allerdings leider auf anderes schließen. HILFE! Warum muss Carsten auch ausgerechnet hier eingeliefert werden? Warum muss sowas blödes immer mir passieren?
„Hasenzahn? Für wie blöd hältst du mich eigentlich? Sag doch einfach wenn er deine erste große Liebe war oder sowas.“
Gretchen lachte peinlich berührt auf und fasste sich nervös mit einer Hand in den Nacken.
„Also ich weiß gar nicht wie du auf sowas kommst. Ich kenne den Typ nicht! Hab ich doch gesagt!“
Gut. Wie sie will. Aber ich bekomm das schon noch raus Hasenzahn. Da kannste deinen kleinen süßen Hintern drauf verwetten.
„Gut. Dann bereite deinen Unbekannten mal auf die OP vor. Der Bruch ist nämlich zu kompliziert für nen einfachen Gips.“
Er reichte ihr das Röntgenbild, welches sie noch einmal kurz betrachtete und stürmte dann zur Tür raus.
Au weia! Jetzt ist er wirklich sauer. Aber vielleicht legt sich das ja wieder. Morgen hat er das sicher wieder vergessen. Also bestimmt. Hoffe ich. Er muss ja auch nicht immer alles wissen. Oh Gott. Ich darf gar nicht dran denken wie das werden soll nach der OP bei der Visite und so wenn Carsten wieder wach ist. Ahhh… Warum immer ich?! Manno!


schleumel Offline

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20.11.2009 20:11
#91 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

so, hier habt ihr den nächsten teil:) viel spaß damit
kommis sind wie immer gern gesehen
sorry übrigens wegen der komischen formatierung aber ging irgendwie nicht anders


Eine halbe Stunde später standen Gretchen und Marc im OP und richteten Carstens Bein.
Bis jetzt hatten sie kein Wort mehr gewechselt seit Marc eben aus dem Zimmer gestürmt war.
Gretchen wurde jetzt schon von ihrem schlechten Gewissen geplagt, weil sie Marc nicht
einfach die Wahrheit gesagt hatte. Im Nachhinein kam sie sich selber ein bisschen kindisch vor
aber sie hatte sich nun mal geschämt dafür dass sie ihren ersten Kuss von Carsten
bekommen hatte. Und noch dazu hatte sie gar nichts für Carsten empfunden und war
danach eigentlich nur stink sauer auf ihn gewesen. Carsten musste damals ganz schön
verliebt in sie gewesen sein. Schließlich hatte er sich nach der Sache im Kino auch bei
Gretchen entschuldigt und ihr sogar eine Tafel Schokolade und eine Rose geschenkt, vom
eigenen Taschengeld bezahlt wie er ständig betont hatte, aber Gretchen hatte sich danach in
seiner Gegenwart eigentlich immer unwohl gefühlt. Zum einen weil Carsten auch danach noch
diverse Annäherungsversuche gestartet hatte, zum anderen weil sie ihm natürlich auch nicht
weh tun wollte. So war sie nun mal. Immer Rücksicht auf andere nehmen. Irgendwann hatten
die beiden dann immer weniger KOntakt gehabt, bis sie sich schließlich in der Oberstufe kaum
noch gesehen hatten, schon allein weil Carsten ganz andere Kurse belegt hatte, und
schließlich war der Kontakt direkt nach dem Abi ganz abgebrochen. Wenn Gretchen ehrlich
war, hatte sie das auch nicht so besonders gestört. Wenn sie ehrlich war, war sie sogar ein
bisschen froh, dass sie Carsten endlich los war. Denn auch wenn sie kaum noch
miteinander gesprochen hatten, so hatte Gretchen doch immer das Gefühl gehabt, dass
Carsten sie beobachtete oder ihr zumindest mehr Aufmerksamkeit schenkte, als es
normal gewesen wäre.
Und jetzt stand sie hier mit Marc im OP und hatte nicht den Mut ihm die Wahrheit zu sagen.
Vor was hatte sie eigentlich Angst? Seine Sprüche hatte sie sonst ja auch immer
verkraftet. Ob es wirklich die Schmach war, dass ihr erster Kuss so unspektakulär
und so gar nicht nach ihren Märchenvorstellungen gewesen war? Oder war es
einfach nur weil sie sich schon vorstellen konnte wie eifersüchtig Marc wieder sein
würde, auch wenn ja eigentlich nie was zwischen ihr und Carsten gelaufen war und auch
ganz sicher nie laufen würde? Sie wusste es eigentlich selbst nicht so richtig.
Gegen Ende der OP fasste sie sich dann endlich ein Herz und sprach Marc an.
"Du Marc, ich muss..."
"Mal endlich vernünftig absaugen? Ja das kannst du laut sagen Hasenzahn."
"Nein eigentlich wollte ich..."
"Mir sagen dass du noch zum Schokoautomaten musst?"
"Man Marc, ich..."
"Jaja, Hasenzahn. Schon gut. Sind ja fertig. Wenn du hier zu gemacht hast, kannste
dir ja deine Schokolade holen."
Mit diesen Worten hatte er sich auch schon von ihr abgewendet und ging in den Waschraum
um die OP-Klamotten abzulegen.
Grrrrr... Jetzt haut er wieder ab bevor ich ihm die Wahrheit sagen konnte. Dann soll er
doch gucken wo er bleibt. Ich halte mich geschlossen. Wer nicht will der hat schon.
Obwohl... Finde ich das wirklich so gut, wenn er es von Carsten erfährt?
NEEEEEIIIIINNNNN!!! Das wäre ja noch schlimmer. Ich muss hier zu machen
und dann muss ich es ihm ganz schnell sagen. Ob er zuhören will oder nicht.

Gretchen nähte konzentriet das Bein zu während Marc bereits am Kaffeeautomaten
stand und sich dann in sein Büro begab. Dort setzte er sich an seinen Schreibtisch
und starrte auf seinen PC-Bildschirm.
Frauen. Versteh die mal einer. Möchte echt wissen was es mit diesem Carsten
auf sich hat. Bestimmt wollte sie mir eben im OP beichten dass sie mal Sex mit ihm
hatte als beide betrunken waren oder so. Gott sei Dank hab ich schnell abgeblockt.
Sowas muss ich mir ja mal gar nicht geben. Ich will von ihren Sexeskapaden
NICHTS wissen. Ok. Wahrscheinlich hatte sie kaum welche und wenn kann man
das bei ihr bestimmt auch nicht Eskapade nennen. Aber trotzdem. Ich
will nicht wissen wer meinen Hasenzahn vorher schon gehabt hat. Geht mich ja auch
gar nichts an oder? Man Meier. Gib doch endlich zu, dass dich allein der Gedanke
rasend macht und du vor Neugierde fast platzt! Argh! Ich werd sie jetzt fragen. So!


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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24.11.2009 14:51
#92 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Marc sprang von seinem Stuhl auf und begab sich zügig zum Fahrstuhl.
Mit zunähen ist sie sicher schon fertig. Also ist sie jetzt bestimmt in der Cafeteria. Und wehe wenn sie mir jetzt wieder ausweicht. Dann gibt’s Sexentzug. MOMENT MEIER! Das ist ja gleichzeitig auch schlecht für dich. Guuut, also keinen Sexentzug. Muss ich mir was anderes überlegen. Ah. Endlich der Aufzug.
Die Türen des Aufzugs öffneten sich.
„Na Meier!“
Och nöö. Was will der denn jetzt?!“
„Hallo Mehdi!“
„Kommst du mit in die Cafeteria was essen?“
Na toll… Jetzt will der auch in die Cafeteria. Ich wette er frisst dann wieder einen Berg von allem in sich rein und dann kann ich mir wieder anhören dass er seinen Anker immer noch nicht gefunden hat.
„Ja da wollte ich grade hin.“
„Bist aber nicht sehr gesprächig heute. Ist irgendwas?“
Boar! Manchmal hab ich echt das Gefühl dass der tief in sich drinnen doch ne Frau ist. Ständig will der über alles quatschen. Ist doch nicht normal.
„Nene, ist nichts.“
„Bist du sicher? Ist es nicht wegen eurem neuen Patienten?“
Woher weiß der das denn bitte schon wieder?
„Äh… Woher weißt du von dem Patienten?“
„Na Sabine hat mir eben erzählt dass Gretchen ihn wohl kennt, aber so tut als würde sie ihn nicht kennen. Und du kennst ja Sabine. Die will das jetzt unbedingt rausfinden. Und du ja sicher auch.“ Mehdi grinste Marc süffisant an. Dann fügte er noch ein wenig leiser hinzu „Joa. Und ich muss zugeben mich interessiert das eigentlich auch schon irgendwie.“
War ja klar dass er es von Sabine hat. Dass die aber auch wirklich NICHTS für sich behalten kann. Tz tz tz. Typisch. Dafür brumm ich ihr gleich meinen Rest Akten auf. Hehe
„Was interessiert dich das denn warum sie mir nicht sagt woher sie ihn kennt?“
„Ich arbeite täglich mit Frauen zusammen Marc. Da wird man nun mal zur Tratschtante. Da kann ich auch nichts für.“
„Aha.
„Also finden wir nun zusammen raus was es mit dem Typ auf sich hat oder nicht?“
Hmmm… Vielleicht kann ich seine „weiblichen Fähigkeiten“ ja noch gebrauchen. Kann also nicht schaden ihn dabei zu haben. Außerdem sind wir Männer dann in der Überzahl. Zumindest ein bisschen.
„Ja gut von mir aus.“
Und schon öffneten sich die Fahrstuhltüren und die beiden gingen in die Cafeteria. Marc ließ seinen Blick durch den Raum schweifen und sah Gretchen wenige Momente später alleine an einem Tisch sitzen. Sie machte sich grade daran ein Stück Schokokuchen zu essen.
Plötzlich stupste Mehdi Marc mit dem Ellbogen in die Rippen.
„Komm, lass erst mal was zu essen holen.“ Und weg war der Gynakologe.
Mit einem leichten Stöhnen folgte Marc seinem Freund. An der Essensausgabe angekommen, schnappten sich beide ein Tablett und Mehdi schaufelte alles was er kriegen konnte darauf. Marc begnügte sich mit einem Salat und einem Orangensaft.
Als sie bei den Desserts angekommen waren warf Mehdi einen skeptischen Blick auf sein Tablett.
„Du Marc, kann ich den Vanillepudding und den Apfelkuchen noch bei dir drauf stellen? Hab ja gar keinen Platz mehr hier drauf.“
„Wenn du noch fetter werden willst, bitte“
„Haha. Witzig“
Mehdi stellte die Sachen bei Marc ab, dann gingen sie bezahlen und gingen dann schnurstracks auf den Tisch zu, an dem Gretchen saß.
Marc setzte sich links neben Gretchen und Mehdi setzte sich rechts neben sie.
„Naaaa. Alles klar?“ fragte Mehdi grinsend, nachdem er sich gesetzt hatte.
„Äh…jaaa?“ sagte Gretchen irritiert. Sie blickte einmal von Mehdi zu Marc. Beide sahen sie grinsend an.
Die haben doch sicher wieder irgendwas vor. Und wahrscheinlich werde ich gleich auch rausfinden was es ist. Ob ich will oder nicht. Muss Mehdi ausgerechnet jetzt hier sitzen? Ich wollte Marc doch eigentlich die Sache mit Carsten beichten. Naja dann muss das eben bis gleich warten.
„Und? Heute schon was Besonderes passiert? Irgendwelche interessanten Patienten?“ fragte Mehdi dann ganz freundlich während Marc seelenruhig seinen Salat in sich rein schaufelte.
Das glaub ich ja jetzt nicht. Wenn mich nicht alles täuscht wollen die mich jetzt tatsächlich zusammen über Carsten ausfragen. Das ist ja wohl die Höhe. Na denen werde ich eine Geschichte auftischen die sich gewaschen hat. Sollen die beiden mal ruhig das Falsche denken wenn sie schon so feige sind und zu zweit kommen müssen.
„Ach, du meinst Carsten?“
Marc sah von seinem Salat auf und blickte zu Gretchen rüber.
„Du hast doch gesagt du kennst ihn nicht!“
Gretchen lächelte Marc zuckersüß an.
„Ach weißt du ich wollte ja nur nicht, dass du wieder eifersüchtig bist.“
Ich und eifersüchtig? Pah! Niemals. Habe ich ja auch gar keinen Grund zu. Mir kann eh keiner das Wasser reichen. Aber jetzt bin ich mal gespannt was sie zu erzählen hat. Und WEHE wenn sie was mit dem hatte. Dann kann der sich aber auf eine viel zu geringe Dosis Schmerzmittel einstellen wenn er wieder aufwacht. Dafür garantier ich!
„Warum sollte ich denn eifersüchtig sein auf so einen Wicht?“ Marc lachte gekünzelte und spielte den Coolen. Innerlich jedoch brodelte er bereits.
„Das interessiert mich jetzt aber auch brennend“ nuschelte Mehdi mit vollem Mund.
Gretchen zuckte belanglos mit den Schultern und betrachtete gespielt lässig ihre Fingernägel.
„Na was soll schon großartig gewesen sein. Wir hatten mal was. Zwar nicht besonders lange, aber dafür war die Zeit sehr intensiv, wenn ihr versteht was ich meine.“
Gretchen ließ ihren Blick noch einmal von Marc zu Mehdi gleiten. Beide blickten geschockt drein und schauten sie entgeistert an.
Haha. Die glauben mir das echt. Ob Marc jetzt sehr sauer ist? Mal eben einen kleinen Blick riskieren? Oh…. Die Ader an seinem Hals pulsiert ja schon… Er ist ganz schön sauer glaube ich. Oder viel mehr total eifersüchtig? Oder beides? Ob ich zu gemein war? Gott, wie er die Gabel in seiner Hand umklammert. Die Knochen kommen ja schon weiß hervor. Gretchen Haase du bist so dämlich. Jetzt gibt das sicher ein riesen Theater. Und gleich ist auch noch die Nachkontrolle bei Carsten. Und wie ich mein Glück kenne ist er sicher wach und redebereit. Das gibt ein riesen Unglück. Vielleicht sollte ich das schnell klar stellen? Oh was macht er denn jetzt? Warum springt er denn jetzt plötzlich auf? Moment ich wollte doch noch…
„Ich gehe jetzt eine rauchen. In 20 Minuten ist Nachkontrolle.“ Und schon war Marc verschwunden.
Gretchen blickte auf ihren Teller und schob sich schließlich das letzte Stück Schokokuchen in den Mund. Dann stand sie ebenfalls auf.
„Tja, ich muss dann auch mal. Man sieht sich.“
Mehdi nickte ihr nur zu und wendete sich dann wieder ganz seinem Tablett zu. Als Gretchen weg war sagte Mehdi leise zu sich selbst:
„Tz… Nie und nimmer hatte die was mit dem. Und Meier ist mal wieder zu blöd und rafft es nicht.“


schleumel Offline

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24.11.2009 19:20
#93 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Marc stand derweil wütend auf dem Parkplatz vor dem Krankenhaus und rauchte.
Ich kann’s immer noch nicht fassen. Mein Hasenzahn und dieser Fuzzi? Und dann faselt sie mir da damals in der Dusche was davon vor dass sie es so nicht machen kann. Das wär ja nicht sie. Pah! Jetzt sieht man ja wer sie ist. Mit dem Flachwichser da oben kann sie eine heiße Affäre haben und mir macht sie schon die Hölle heiß wenn ich nur nen blöden Spruch ablasse. Bin hier wohl irgendwie im falschen Film hab ich das Gefühl. Scheiße! Zigarette ist auch schon wieder aufgeraucht. Na dann mal ab an die Arbeit. Muss ja jetzt eine Schmerzmitteldosis niedriger setzen. Das hat er nun davon. Wahrscheinlich war der Idiot auch noch ihr erster. Ahhh. Nicht weiter denken Meier. Du willst das alles gar nicht so genau wissen. Und jetzt denkst du schön an was anderes und machst deine verdammte Arbeit. Also los!
Marc warf die Zigarette in den Aschenbecher und machte sich auf den Weg nach oben. Diesmal nahm er allerdings die Treppe. Auf ein weiteres Fahrstuhlgespräch mit Mehdi konnte er jetzt wirklich verzichten.
Oben angekommen schnappte Marc sich die Akte von Carsten und machte sich dann auf den Weg zu seinem Zimmer. Vor der Türe wartete Gretchen schon auf ihn.
„Marc können wir eben kurz reden?“
Marc blätterte in der Akte rum.
„Ich wüsste nicht worüber. Geht mich ja auch nichts an mit wem du schon alles was hattest.“
„Marc bitte. Es ist nicht so…“
„Hasenzahn ich hab jetzt echt keine Zeit für sowas. Ich arbeite nämlich hier wie du weißt.“
Mit diesen Worten wendete er sich einfach von ihr ab und öffnete die Zimmertür. Gretchen sah noch einmal flehend nach oben und folgte Marc schließlich.
Als sie das Zimmer betrat, sah Carsten sie bereits erwartungsvoll an.
Na toll. Er ist bereits wach. War ja klar. Warum immer ich? Das ist doch echt nicht fair. OK Gretchen. Einfach ruhig bleiben und nichts sagen. Ist am besten. Nur reden wenn du gefragt wirst.
Marc durchblätterte noch einmal kurz die Akte und sah dann auf zu Carsten.
„Und? Wie fühlen sie sich? Haben sie noch Schmerzen?“
„Nein eigentlich nicht Herr Doktor.“
„Gut, dann können wir die Schmerzmitteldosis ja erst mal senken. Ist auch besser für sie.“ Marc grinste fies in sich rein und ging dann zum Tropf und die Dosis zu reduzieren.
Gretchen konnte nicht fassen was sie da sah, deswegen zerrte sie Marc am Kittel vor die Tür.
„Sag mal bist du jetzt völlig übergeschnappt? Du weißt doch ganz genau dass die Schmerzen sofort wieder kommen wenn du die Dosis jetzt herabsetzt. Er wurde doch grade erst operiert.“
Marc sah sie sauer an.
„Pfff… Mir doch egal ob der Schmerzen hat.“
Allmählich begriff Gretchen worum es hier ging.
„Marc! Jetzt hör doch mal endlich auf dich wie ein kleines Kind zu benehmen. Das ist total unprofessionell was du hier machst!“
Marc wurde immer wütender. Drohend hob er einen Finger.
„Mir doch scheiß egal ob das professionell ist oder nicht. Ich bin hier eh Oberarzt und deswegen hab ich hier auch das Sagen kapiert?!“
Mit diesen Worten rauschte Marc einfach ab in sein Büro.
Das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich muss die Dosis auf jeden Fall wieder hoch setzen. Sonst hat Carsten heute Nacht bestimmt tierische Schmerzen. Und Marc bekommt davon sicher eh nichts mit. Aber der kann gleich was erleben. Dass sein Hirn bei sowas immer direkt aussetzt. Typisch Marc!
Gretchen betrat Carstens Zimmer erneut. Sie lächelte ihn kurz verlegen an und machte sich dann gleich wieder daran die Schmerzmitteldosis wieder zu erhöhen.
„Der Doktor Meier hat sich mit den Schmerzmitteln ein bisschen vertan. Ich bring das nur eben wieder in Ordnung. Aber erwähn es ihm gegenüber bloß nicht. Er macht nicht gerne Fehler.“
Gretchen wollte grade wieder gehen, als Carsten sie plötzlich bei der Hand nahm.
„Geh doch nicht gleich wieder. Ein bisschen Zeit hast du doch sicher für einen alten Freund?“
Gretchen lächelte Carsten unsicher an und nahm dann auf dem Stuhl neben seinem Bett platz.
Ok, Gretchen. Aber nur ganz kurz. Kann ja nicht schaden wenn du ein bisschen nett bist. Schließlich haben wir uns ewig nicht mehr gesehen.
„Margarethe Haase.“ Begann Carsten dann zu sprechen. „Wie lange ist das jetzt her? 17 Jahre?“
Gretchen nickte.
„Und mir scheint du bist an jedem Tag dieser 17 Jahre noch schöner geworden als du damals ohnehin schon warst.“
Carsten lächelte sie ein wenig verträumt an.
Spinnt der jetzt total? Ich sah als Kind ja wohl total scheiße aus. Das muss doch sogar ihm aufgefallen sein. Irgendwie ist mit seine Gegenwart immer noch total unangenehm. Genau wie damals nach der Sache im Kino. Ich muss schnell hier raus und die Sache mit Marc klären.
Erst jetzt bemerkte Gretchen dass Carsten immer noch ihre Hand hielt. Sie zog sie schnell weg und erhob sich dann wieder vom Stuhl.
„Tja… ich muss dann mal wieder an die Arbeit Carsten. Wir sehen uns ja morgen früh bei der Visite.“
Gretchen schenkte Carsten noch ein gequältes Lächeln und verschwand dann aus dem Zimmer.


schleumel Offline

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25.11.2009 22:10
#94 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Schnellen Schrittes machte Gretchen sich auf den Weg zu Marcs Büro. Vor der Türe blieb sie kurz stehen.
Ist wohl besser wenn ich klopfe. Bei der Laune die er grade hat. Guuut, so gesehen ist seine schlechte Laune ja meine Schuld. Gleich, wenn er die Wahrheit kennt, ist er sicher wieder besser drauf. Na dann mal ab in die Höhle des Löwen
Gretchen klopfte an der Tür.
Nichts.
Sie klopfte noch einmal.
Wieder nichts.
Ich weiß doch ganz genau dass er da drin ist. Wo sollte er auch sonst sein. Rauchen war er ja eben schon und gegessen hat er auch schon. Also!
Sie klopfte noch einmal, diesmal etwas energischer. Sie schreckte kurz zusammen als sie ein genervtes und gereiztes „Ja was ist denn verdammt noch mal!“ vernahm.
Gretchen atmete noch einmal tief ein und öffnete dann die Türe. Sie trat ein und schloss die Türe gleich wieder hinter sich. Als Marc Gretchen erblickte, klickte er schnell hektisch etwas auf seinem PC-Bildschirm weg.
Sie muss ja nicht gleich mitbekommen dass ich eigentlich nur Solitär spiele. Wär ja noch schöner. Ist auch so schon peinlich genug dass ich hier hektisch irgendwas wegklicken muss. Bin mal gespannt was sie jetzt überhaupt noch will. Ich hab jedenfalls keine Lust noch weiter über diesen Carsten zu diskutieren.
Wie er mich jetzt schon wieder anguckt. Als würde er mir am liebsten an die Gurgel springen. Hilfe. Was mach ich eigentlich hier? Vielleicht sollte ich ganz schnell wieder raus rennen und flüchten so lange ich noch kann? Ne Gretchen echt. Du stehst jetzt mal dazu dass du Mist gebaut hast.
„Was willst du?“ fragte Marc sie genervt.
Gretchen setzte sich auf den Stuhl gegenüber von Marc und sah peinlich berührt zu Boden.
„Ich bin gekommen um dir die Wahrheit zu sagen Marc.“
„Die Wahrheit? Was für eine Wahrheit?“
„Über Carsten.“ Erwiderte Gretchen leise.
Marc wurde plötzlich hellhörig.
„Ja dann leg mal los.“ Sagte er gespielt desinteressiert.
Da bin ich jetzt aber mal gespannt.
Gretchen blickte immer noch auf ihre Schuhe.
„Also… Das ganze war nicht so wie ich eben in der Cafeteria gesagt habe. Im Gegenteil.“
Marc lehnte sich lässig in seinem Stuhl zurück und konnte sich bereits jetzt schon ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.
„Ach…“
„Es war viel mehr so, dass Carsten und ich damals in der 7. Klasse beste Freunde waren. Zumindest dachte ich das. Und dann waren wir irgendwann zusammen im Kino in Harry und Sally.“
Gretchen kratzte sich an der Schläfe und sah zu Marc rüber. Der begann allmählich die Situation zu genießen und sah sie unverschämt an.
„Und weiter Hasenzahn?“ Er sah sie erwartungsvoll an und verschränkte die Arme hinterm Kopf.
„Ja… Mitten im Film hat er mich dann auf einmal geküsst. Daraufhin hab ich ihm eine gescheuert und bin abgehauen. Und seit dem haben wir uns auch nicht mehr verstanden.“
„Und was ist jetzt so schlimm daran dass du mir das nicht gleich sagen konntest?“
Gretchens Kopf wurde rot. Genau diese Frage hatte sie schon befürchtet.
„War mir halt peinlich.“
Marc lachte süffisant auf.
„Was? Dass du deinen ersten Kuss von diesem Vollidioten bekommen hast oder dass du den Kuss im Grunde genommen gar nicht wolltest?“
„Beides irgendwie.“ Gab Gretchen peinlich berührt zu.
Marc stand auf und sah sie an.
„Na komm mal her.“
Gretchen stand ebenfalls auf und ging dann näher an Marc heran der sie in den Arm nahm und fest drückte.
„Tut mir leid dass ich gelogen hab.“ Fügte Gretchen noch hinzu.
Marc streichelte ihr über den Kopf und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Schon gut. Aber nächstes Mal sagst du mir direkt die Wahrheit.“
Gretchen nickte bestimmt. „Ich wollte halt verhindern dass du blöde Sprüche reißt.“
Marc lachte. „Also die werde ich mir trotzdem nicht verkneifen. Und jetzt ab an die Arbeit.“ Er lächelte sie noch einmal an, gab ihr einen Klaps auf den Hintern und schob sie dann vor sich her aus dem Büro raus zum Schwesternzimmer.
Gott sei dank habe ich das geklärt. Jetzt hat Marc zwar wieder was zum Lachen aber zumindest ist er nicht mehr sauer. Hoffentlich wird Carsten bald wieder entlassen. Auf die Visite morgen früh habe ich jetzt schon keine Lust. Vor allem jetzt wo Marc alles weiß.

wie immer freu ich mich auch heute über kommis
liebe grüße :)


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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26.11.2009 15:13
#95 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Hey Mädels. Hier habt ihr den nächsten Teil meiner Story. Hoffe ihr habt Spaß beim Lesen :)
Würd mich wirklich über Kommis freuen
Ganz liebe Grüße


Am nächsten Morgen hatte Marc bereits im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus sein typisches Meier-Grinsen aufgesetzt. Gretchen beäugte ihn argwöhnisch von der Seite und konnte sich jetzt schon denken warum er so gut drauf war. Wahrscheinlich hatte er die halbe Nacht wach gelegen und sich schon mal Sprüche ausgedacht, die er während der Visite würde reißen können. Gretchen versuchte sich allerdings nicht anmerken zu lassen wie unwohl ihr bei dem Gedanken an die bevorstehende Visite war und deswegen schaute sie einfach zur Seite aus dem Fenster raus.
So Hasenzahn. Gleich bei der Visite kannst du mal ein bisschen leiden. Als Strafe dafür, dass du Gott angelogen hast sozusagen. Obwohl… Müsste ich das als Gott nicht schon vorher geahnt haben? So von wegen allwissend und so? Egal. Gott kann sich ja nicht auf ALLES konzentrieren. Vielleicht darf ich meinen Hasenzahn ja nach der Visite ein bisschen trösten. Hihi.
Am Krankenhaus angekommen parkte Marc seinen Wagen und die beiden stiegen aus. Gretchen warf noch einen Blick auf Marc, der immer noch wie ein Honigkuchenpferd grinste.
„Marc! Kannst du dir dein blödes Grinsen nicht mal aus dem Gesicht wischen? Das hält ja keiner aus!“
„Hasenzahn! Du kannst mir doch nicht meine gute Laune verbieten.“
„Ich verbiete dir doch nicht deine gute Laune. Ich mache mir nur Sorgen.“
„Sorgen? Ich nehm diese Pillen von Mehdi schon nicht.“
„Das meinte ich damit ja auch gar nicht. Außerdem nimmt Mehdi die auch nicht mehr!“
„Und ich auch nicht. Ich bin auch so gut drauf.“
Gretchen warf ihm einen bösen Blick zu.
„Ja, aber nur weil du dich im Unglück anderer baden kannst.“
„Ach komm schon Hasenzahn. Du musst zugeben dass die Sache schon verdammt lustig ist.“
„Ja, für dich vielleicht!“
„Japp!“
Marc knallte die Autotüre zu und die beiden gingen zum Eingang und dann zum Aufzug.
Im Aufzug trafen sie dann, wie sollte es auch anders sein, auf Mehdi.
„Na ihr zwei?“
„Na du!“ erwiderte Gretchen schon leicht angenervt.
Marc begrüßte den Gynäkologen mit seinem Dauergrinsen und drückte dann auf den Aufzugknopf. Kaum hatten sich die Aufzugtüren geschlossen grinste auch Mehdi auf einmal vor sich hin.
„Ich sehe ihr habt die Sache mit Carsten doch noch geklärt?“ Fragte er direkt ohne Umschweife.
Augenblicklich nahm Gretchens Gesicht die Farbe einer Tomate an.
Also DER muss auch wirklich immer alles wissen. Was wird das denn hier schon wieder. Haben die zwei sich eigentlich gegen mich zusammen geschlossen? Wenn ich Mehdi die Sache jetzt auch noch erzähle verquatscht er sich bei Sabine und dann weiß es bald wieder das ganze Krankenhaus und darauf kann ich echt gut verzichten.
Plötzlich mischte Marc sich dann auch ein.
„Ja. Hasenzahn hat mir gestern nochmal alles ganz genau erklärt.“ Marc zwinkerte Gretchen kurz zu und sah dann wieder zu Mehdi rüber. Mehdi hatte die Anspielung offenbar direkt verstanden. Er hatte ohnehin nicht geglaubt dass Carsten und Gretchen was gehabt hatten.
Mehdi kramte ein Bonbon aus seiner Kitteltasche und steckte es sich in den Mund.
„Tja, Meier. Wenn du gestern nicht so schnell abgerauscht wärst, hätte ich dir auch gleich sagen können, dass zwischen den beiden nichts war. Zumindest nicht das was Gretchen gestern behauptet hat.“
„Mehdi!“ Gretchen wurde die ganze Situation immer peinlicher.
Mehdi setzte ein überlegenes Grinsen auf.
„Aha. Hatte ich also wirklich Recht.“
„Und woher wusstest du das?“ wollte Marc dann wissen.
„Meier bitte. Gretchen ist doch gar nicht der Typ für ne Affäre. Das solltest du langsam mal wissen.“
Das stimmt. Das sollte er langsam echt begriffen haben. Tz… Ok, aber ich wollte ja dass er mir die Sache abnimmt. Also beschwer ich mich jetzt darüber oder nicht? Neee… Vielleicht beim nächsten Mal. Dann hab ich noch was gut.
Marc fühlte sich irgendwie ertappt und starrte nun auf die ihm gegenüberliegende Aufzugwand.
„Äh….“
Plötzlich öffneten sich die Aufzugtüren und Mehdi stieg aus.
„So Leute, ich muss dann auch. Die Kinder warten. Wir sehen uns.“
Mehdi verabschiedete sich mit einem Winken und weg war er.
Marc drehte sich abrupt zu Gretchen um und kam auf sie zu.
„Na Hasenzahn? Lust auf einen atemberaubenden Kuss?“
„Marc! Doch nicht jetzt.“
Marc kam noch ein Stück näher an sie ran und umfasste ihre Hüften. Dann begann er damit ihren Hals zu küssen und wanderte schließlich mit seinen Lippen ein Stück höher zu ihren Ohrläppchen.
„Sorry Hasenzahn. Hatte ja ganz vergessen dass du nur im Kino knutschst.“
Also das ist ja wohl….
Gretchen warf Marc einen wütenden Blick zu und versetzte ihm dann einen Tritt gegens Schienbein. Daraufhin stieß Marc einen lauten Schrei aus, fasste sich mit der Hand ans Bein und hüpfte auf dem anderen Bein durch den Aufzug.
„Bist du irre?!“
„Nein! Nur treffsicher!“ Just in diesem Moment öffneten sich die Fahrstuhltüren und Gretchen stapfte mit einem zufriedenen Grinsen in Richtung Stationszimmer.
„In 15 Minuten ist Visite! Also nicht wieder am Schokoautomaten hängen bleiben Hasenzahn!“ rief Marc ihr noch hinterher der hinter ihr humpelnd aus dem Aufzug geschlurft kam und dann noch mal eben in sein Büro ging.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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26.11.2009 19:24
#96 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Im Stationszimmer angekommen knallte Gretchen ihre Tasche auf den Schreibtisch und gab ein brummiges „Morgen!“ von sich. Schwester Sabine, die bereits in einen ihrer heiß geliebten Doktor Rogelt Romane vertieft war, blickte von ihrem Buch auf und begrüßte Gretchen freudig.
„Ach Hallo, Guten Morgen.“
Sabine brauchte nicht lange um festzustellen dass Gretchen irgendwie ganz und gar nicht gut drauf war.
„Was ist denn los?“
Ob ich ihr jetzt erzählen soll dass ich tierisch Schiss vor der Visite hab? Marc hat doch schon den ganzen Tag sein blödes Dauergrinsen aufgesetzt und ich weiß auch ganz genau warum. Den Tritt eben hat er sich wirklich verdient. Muss mich ja schließlich auch wehren. Und wer auch immer behauptet hat Gewalt sei keine Lösung hatte wohl noch nie mit Marc Meier zu tun. Naja. Sabine wird in 10 Minuten eh erfahren warum ich schlecht drauf bin, da kann ich es ihr auch gleich sagen. Vielleicht steht sie mir dann mal bei. Obwohl sie ja was Marc angeht den Mund meistens nicht aufbekommt. Zumindest nicht dann wenn es sein muss. Hilft ja alles nichts. Wem außer Sabine sollte ich es sonst erzählen?
„Ach. Die Sache mit Carsten.“
Sabine riss neugierig die Augen auf.
„Sie meinen den hässl… *räusper* durchschnittlich aussehenden Mann aus der 4?“
„Ja genau der.“ Gab Gretchen wehleidig zu.
„Mit dem hatten sie mal was? Ich dachte immer solche Männer wären nicht so ihr… naja… Typ.“
„Ach Sabine.“ Gretchen schnappte sich ein Croissant vom Teller auf dem Schreibtisch und biss einmal beherzt rein. „Ich hatte ja gar nichts mit Carsten. Das hab ich nur gesagt weil ich mich für die Wahrheit geschämt hab.“
Jetzt wurde Sabine hellhörig. Sie richtete sich in ihrem Stuhl auf und schaute Gretchen erwartungsvoll an.
„Und was genau ist die Wahrheit?“
„Na ich hab meinen ersten Kuss von Carsten bekommen. Damals im Kino. Danach hab ich ihm eine gescheuert und bin abgehauen. Dabei hatte ich was meinem ersten Kuss angeht immer von Marc geträumt und Carsten hat alles versaut. Außerdem stand ich ja auch kein bisschen auf Carsten.“
Gretchen nahm noch einen Bissen von ihrem Croissant und wartete auf eine Reaktion von Sabine. Die wusste allerdings erst mal gar nicht was sie sagen sollte. Sie wollte grade etwas erwidern, als Marc auf einmal mit einem lässigen Grinsen im Türrahmen erschien.
„Seid ihr zwei Tratschtanten dann soweit oder soll ich nochmal in vier Stunden wieder kommen?“
Gretchen stöhnte genervt auf.
„Ist ja gut wir kommen ja. Du kannst uns ja wohl auch einmal nett zur Visite rufen.“
Marc lachte kurz auf.
„Wie hätten es die Damen denn gern? Vielleicht: Darf ich zur Visite bitten meine Damen? Oder: Ich würde dann jetzt gerne die Visite beginnen, wenn sie mir bitte folgen würde. Das kannste gleich wieder vergessen Hasenzahn. So ruft Mehdi vielleicht seine Mitarbeiter aber ich doch nicht. SABINE! Die Akte von diesem Milchbubbi. Aber sofort.“
„Marc! Der ‚Milchbubbi‘ hat auch einen Namen!“
„Ach jaaaaa. Mister-Kino-Grabscher, oder?“
„Maaarc!“ Gretchen versetzte Marc einen Klaps auf die Schulter. Marc hingegen konnte sich vor Lachen kaum noch halten.
Na das kann ja was werden. Hilfe lieber Gott. Das übersteh ich wirklich nicht! Kann jetzt nicht irgendwas passieren was mir das ganze hier erspart? Nein? Dachte ich mir.
Gretchen kniff noch einmal die Augen zusammen und dann betraten die drei das Zimmer von Carsten.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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26.11.2009 20:01
#97 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Klopfenden Herzens betrat Gretchen das Zimmer. Argwöhnisch beobachtete sie Marc, der sich auf das leere Patientenbett gegenüber von Carsten gesetzt hatte und die Akte durchblätterte.
„Und? Wie fühlen sie sich heute?“ fragte Marc dann scheinbar desinteressiert und sah von der Akte auf zu Carsten.
„Joa. Soweit eigentlich ganz gut Herr Doktor.“
Auf einmal verwandelte sich Marcs Gesichtsausdruck in ein äußerst fieses Grinsen.
„Haben sie Schmerzen?“
„Nein, aber Danke der Nachfrage.“
Ein kurzer Blick von Marc auf die Infusion und die Geräte daneben verriet ihm, dass Gretchen die Dosis doch wieder erhöht hatte. Er warf Gretchen einen vielsagenden Blick zu, seine Aufmerksamkeit wurde aber nur wenige Augenblicke später wieder auf Carsten gelenkt, der anfing zu sprechen.
„Und Gretchen? Hast du Lust noch mal was mit mir zu machen wenn ich hier wieder raus bin? Kino vielleicht?“
Hat der das jetzt wirklich gesagt? Ich befürchte ja. Und hallo? Nein? Ich will nicht mit dir ins Kino gehen. Und überleg mal warum nicht? Der spinnt doch. Aber was sag ich denn jetzt? Ich kann ja schlecht sagen ‚Nein Carsten, ganz bestimmt nicht. Ich will dich eigentlich auch nie wieder sehen.“‘
„Ähh… ja… gucken wir mal wenn es soweit ist, ne?“
„Also mit ihnen geht sie ganz sicher nicht ins Kino.“
Carsten schaute Marc überrascht an und verstand gar nicht warum der junge Oberarzt schon von Anfang an so unfreundlich zu ihm gewesen war.
„Warum sind sie eigentlich so unfreundlich zu mir?“
Marc setzte wieder sein überlegenes Grinsen auf.
„Ich bin nur einmal am Tag zu jemandem nett, und bis jetzt war eben einfach noch nicht ihr Tag.“
„Also sagen sie mal! Also wenn ich hier raus bin dann..“
„Hmm… Von mir aus gehen sie auch jetzt schon. In 10 Minuten kommt ein Bus, dann können sie sich überfahren lassen. Da hätten wir dann alle was von.“
Gretchen starrte Marc entsetzt an.
Was ist denn bloß in den gefahren? Warum ist er denn jetzt so verdammt unfreundlich. Ah, wahrscheinlich lässt er jetzt die ganze Sprüche hab die er sich die Nacht über ausgedacht hat. Ich muss das hier beenden bevor noch ein Unglück passiert. Nicht dass Carsten Marc noch verklagt oder so. Obwohl, verdient hätte er es ja eigentlich, so wie er sich grade mal wieder benimmt.
„Maaaarc! Reiß dich zusammen!“
„Was denn? Wahrscheinlich war er früher auch eins von den Kindern die von seinen Eltern angebettelt wurden endlich von zu Hause abzuhauen. Das erklärt dann auch warum er sich so an dich geklammert hat.“
Gretchen sah Marc böse an. Ihre Gesichtsfarbe hatte mittlerweile wieder von zart rosa auf ein peinliches rot gewechselt. Nervös blickte sie schließlich zu Sabine rüber, in der Hoffnung dass diese ihr irgendwie helfen würde, doch Sabine zuckte nur ratlos mit den Schultern und sah Gretchen unbeholfen an.
Carsten hatte sich in der Zwischenzeit wieder Gretchen zugewandt.
„Und Gretchen? Was ist jetzt mit Kino?“
Erschrocken über so viel Dummheit starrte Marc Carsten fassungslos an.
„Kapieren sie das nicht? Sie will nicht mit ihnen ins Kino. Finden sie sich damit ab. Das eine Mal hat ihr gereicht.“
Marc stand vom Bett auf und klappte die Akte wieder zu.
„Mein Gott. Sie haben wohl grade auf dem Klo gesessen als der liebe Gott die Intelligenz verteilt hat.“ Nuschelte Marc schließlich leise, aber doch laut genug dass jeder im Raum verstanden hatte was er gesagt hatte.
Also das reicht jetzt wirklich! Du musst diesem Theater jetzt ein Ende bereiten bevor es noch ernsthafte Opfer gibt.
„Also Herr Doktor sie kennen mich doch gar nicht!“ erwiderte Carsten nun leicht empört.
„Ich kenne sie besser als sie denken, sie Kino-Grabscher!“
Gretchen lachte schnell laut und künstlich auf um die Situation zu überspielen, schnappte sich dann Marc am Kragen seines Kittels und zerrte ihn vor die Tür. Draußen ließ sie ihn kurz los und steckte ihren Kopf noch einmal zur Tür herein.
„Tourette! Er kann nicht anders!“ dann grinste sie noch einmal und schloss die Türe wieder. Schließlich drehte sie sich zu Marc um.
„Sag mal spinnst du? Kannst du mir mal sagen was das grade sollte?“
„Ich dachte ich ärger dich ein bisschen. Wegen gestern. Hab wohl ein wenig übertrieben.“ Gab Marc kleinlaut zu.
„Ein bisschen? Ein bisschen sehr viel wolltest du wohl eher sagen! Das war grade echt sowas von daneben und wirklich das letzte Marc!“
Mit diesen Worten rauschte Gretchen wütend ab in Richtung Schokoautomat. Zurück blieb ein verdatterter Marc, dem allmählich klar wurde, was er da grade mal wieder angerichtet hatte.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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27.11.2009 12:00
#98 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

So, erst mal danke an alle die kommis geschrieben haben :)
hier habt ihr also den nächsten teil meiner story.
ist wahrscheinlich bis sonntag auch erst mal der letzte teil, bin am wochenende nämlich voll ausgebucht^^
ich hoffe euch gefällt der neue teil und ihr schreibt weiter fleißig kommis :)
liebe grüße


Den Rest des Tages über versuchte Gretchen Marc so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Wenn sie ihm doch begegnete ignorierte sie ihn so gut es ging. So zum Beispiel gegen Nachmittags in der Cafeteria. Gretchen gönnte sich grade einen Schokomuffin, als Marc plötzlich vor ihr stand.
„Äh… Gretchen? Hast du mal ne Sekunde?“
Gretchen blickte nicht von ihrem Muffin auf. Sie biss lieber noch einmal rein und stand dann auf. Dann schaute sie auf ihre Uhr und lächelte Marc zuckersüß an.
„Tut mir leid Marc, aber ich muss jetzt los. Ich muss noch eine Akte fertig machen und dann hab ich Schluss.“ Und schon war Gretchen weg.
Marc schaute ihr verdutzt hinterher.
Au Mann Meier! Du hast es mal wieder geschafft. Sie ist stinksauer auf dich. Und dass alles nur weil dein scheiß Gehirn immer im falschen Moment aussetzt. Guuuut. Ein BISSCHEN hab ich ja wirklich übertrieben heute morgen. Aber doch nur ein KLEINES bisschen oder? Neee Meier! Sieh es ein! Du hast Mist gebaut.
Gretchen hatte indes die Akte fertig und holte ihre Sachen aus dem Spint. Marc hatte sich wieder in sein Büro verzogen und ärgerte sich über sich selber.
Gretchen war schon lange nach Hause gefahren als Marc immer noch im Selbstmitleid badend in seinem Büro saß.
Du kannst doch jetzt nicht wie ein Depp hier rum sitzen und auf den Sankt Nimmerleinstag warten. Irgendwann musst du schon zu ihr nach Hause fahren. Hier pennen will ich auf gar keinen Fall. Und eigentlich will ich mich ja schon entschuldigen bei ihr. War ja wirklich ein bisschen blöd von mir.
Entschlossen stand Marc schließlich auf, schnappte sich seine Jacke und suchte in seiner Jackentasche nach seinem Autoschlüssel. Dann machte er sich auf den Weg zu seinem Auto und fuhr nach Hause.
Als er die Tür öffnete, hörte er bereits, dass der Fernseher an war. Als er näher kam, sah er Gretchen auf dem Sofa sitzen. Stumm setzte er sich zu ihr und sah sie eine Weile lang einfach nur an, weil er hoffte dass sie zuerst etwas sagen würde. Doch den Gefallen tat Gretchen ihm nicht. Sie schwieg vor sich hin und starrte in den Fernseher.
„Man Gretchen! Willst du mich jetzt weiter ignorieren?“ fuhr Marc Gretchen dann auf einmal an.
Energisch stand Marc vom Sofa auf und wollte grade ins Bad gehen als Gretchen ihm plötzlich doch antwortete.
„Man Marc! Kannst du mir bitte einfach sagen was das heute sollte? Ich meine ich hab ja nicht von dir verlangt, dass du Carsten mögen sollst aber du hättest dir wenigstens deine Sprüche sparen können. Und wenn schon nicht wegen Carsten dann doch wenigstens mir zu Liebe. Ich meine, denkst du für mich war die Situation angenehm oder was?“
Marc hatte sich inzwischen zu ihr umgedreht und hatte ihr angespannt zugehört.
Mann Meier jetzt sag ihr doch endlich dass es dir Leid tut. Das hat jetzt auch nichts mit totaler Selbstaufgabe zu tun. Also press die Arschbacken zusammen und sag es endlich!
„Ich äh…“
Marc wollte grade zu einer Entschuldigung ansetzen als Gretchen ihm wütend ins Wort fiel und ihn anbrüllte.
„War ja klar dass du nichts anderes dazu zu sagen hast. Weißt du Marc, das kotzt mich sowas von an. Dass du immer deine blöde Mauer um dich rum ziehen musst und dir deine ich-bin-der-coole-Typ-dem-keiner-was-kann-Maske aufsetzt sobald sich Gefühle irgendeiner Art in dir regen. Du hättest mir auch einfach sagen können dass du eifersüchtig oder was auch immer bist wegen Carsten. Aber nein! Der feine Herr Meier muss lieber coole Sprüche ablassen um allen zu zeigen wie überlegen er ist damit bloß keiner merkt dass auch du Gefühle hast!“
War das jetzt zu hart? Eigentlich liebe ich ihn so wie er ist aber manchmal nervt er eben auch. Wahrscheinlich hat sich das grade auch viel schlimmer angehört als ich es meinte. Aber irgendwer muss ihm doch mal die Meinung sagen. Obwohl, so wie er mich anguckt weiß er sicher selber schon dass er Mist gebaut hat. Mal gucken was er jetzt sagt. Und Gnade ihm Gott wenn es ein weiterer blöder Spruch ist!

http://www.myvideo.de/watch/3651366/BRUC...GSTEEN_SAD_EYES

Ev'ry day here, you come walking
I hold my tongue, I don't do much talking
You say you're happy and you're doin' fine
Well, go ahead, baby; I got plenty of time
Because sad eyes never lie
Because sad eyes never lie

Well, for a while, I've been watching you steady
Ain't gonna move 'til you're good and ready
You show up and then you shy away
But I know pretty soon you'll be walkin' this way
Because sad eyes never lie
'Cause sad eyes never lie

Baby, don't you know I don't care?
Don't you know that I've been there?
Well, if something in the air feels a little unkind
Don't worry, darling; it'll slip your mind

I know you think you'd never be mine
Well, that's okay, baby; I don't mind
That shy smile's sweet--that's a fact
Go ahead; I don't mind the act

Here you come, all dressed up for a date
Well, one more step and it'll be too late
Blue, blue ribbon in your hair
Like you're so sure I'll be standing here
I guess sad eyes never lie
I guess sad eyes never lie

I guess sad eyes never lie
Sad eyes never lie

Marc starrte Gretchen eine Weile an, ohne dass einer von beiden noch etwas sagte. Dann machte er plötzlich einen Schritt auf sie zu und schrie dann zurück.
„Ich weiß dass ich heute Morgen Mist gebaut habe, ok?“
Marc öffnete sich den Gürtel und streifte ihn von seiner Hose ab.
„Ich will mich ja auch schon den ganzen verdammten Tag bei dir entschuldigen.“
Er öffnete die Hose und ließ sie von seinen Beinen gleiten.
„Aber du wolltest mir einfach nicht zuhören.“
Er knöpfte sein Hemd auf und ließ es ebenfalls zu Boden fallen.
„Und ich weiß selber dass ich diese scheiß Mauer aufgebaut habe.“
Marc bückte sich und zog sich auch die Socken aus.
„Aber die Mauer und die Maske sind einfach meine Art mit Dingen fertig zu werden.“
Schließlich ließ Marc auch die Boxershorts zu Boden sinken und sah Gretchen tief in die Augen bevor er noch einen Schritt auf sie zu machte.
„Und du bist die einzige Person die mich wirklich kennt. Ohne Mauer und Maske. So wie ich jetzt vor dir stehe. Es tut mir wirklich Leid was ich getan habe. Ich weiß du hast es nicht leicht mit mir. Aber ich liebe dich. Bitte verzeih mir.“
Gretchen schaute Marc, der nackt vor ihr stand gerührt an. So verletzlich hatte sie ihn noch nie gesehen. Er stand hier nackt vor ihr und entschuldigte sich quasi für alle seine Fehler. Er hatte für sie sein Innerstes nach außen gekehrt und sich ganz auf sie eingelassen. Er vertraute ihr so sehr dass er sie in seine Seele blicken ließ. Er hatte seine Mauer und seine Maske so zu sagen vor ihren Augen für sie abgelegt.
Überwältigt von dieser Geste, wusste Gretchen zunächst gar nicht was sie sagen sollte. Deswegen stürmte sie auf Marc zu und schloss ihn fest in ihre Arme.
„Ich liebe dich auch.“ Brachte sie schließlich unter Tränen hervor.
Sie konnte einfach nicht mehr böse auf ihn sein. Nicht nachdem er sich ihr so geöffnet hatte. Und seine traurigen Augen konnten einfach nicht Lügen.
Gretchen nahm ihn bei der Hand und schleifte ihn dann hinter sich her ins Schlafzimmer wo sie sich ebenfalls langsam auszog und ihn dann ansah.
„Komm!“ sagte sie dann und legte sich ins Bett. Marc legte sich zu ihr und sie kuschelten sich ganz nah aneinander. Sie legte ihren Kopf auf seine Brust und konnte sein Herz schlagen hören. Dabei strich sie sanft über seine warme Haut. Marc genoss diese Nähe. Er spürte dass dies ein ganz besonderer Moment war. Also drückte er Gretchen noch ein wenig fester an sich. Auf seinem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. Doch diesmal war es kein gemeines oder überlegenes, sondern eins das ausdrückte wie glücklich und zufrieden er war. Er fühlte sich geborgen. Er atmete ruhig und strich Gretchen mit einer Hand zärtlich über den Rücken. So lagen sie eine Weile nackt und eng aneinander gekuschelt einfach nur so da, bis beide schließlich eingeschlafen waren.


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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30.11.2009 20:52
#99 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Als die Sonne sich am nächsten Morgen ihren Weg ins Schlafzimmer der zwei Verliebten suchte, lag Marc bereits eine ganze Weile wach und dachte nach. Er lag auf der Seite und hatte seinen Kopf mit einer Hand abgestützt. Vorsichtig, um sie nicht aufzuwecken, strich er Gretchen mit den Fingern durch ihre langen blonden Haare.
„Was hast du nur aus mir gemacht Gretchen Haase?“ flüsterte Marc leise und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Wenn er ehrlich war, gefiel ihm ganz gut was sie aus ihm gemacht hatte. Seit sie sich in sein Leben geschlichen hatte, fühlte er sich nicht mehr einsam. Sie bereicherte sein Leben auf so unterschiedliche und vielfältige Art. Alleine zu wissen dass jemand auf ihn wartete wenn er nach Hause kam, das hatte er früher nicht gekannt. Gut, seine Mutter war immer da gewesen, zumindest hatte sie es versucht, aber das hier mit Gretchen war etwas ganz anderes. Hauptsächlich waren es die kleinen Dinge, die Marc verdeutlichten, dass Gretchen einfach zu ihm gehörte. Sie war die erste Frau in seinem Leben auf die er sich auch noch am nächsten Morgen freute. Er erlaubte ihr sogar seine sündhaft teuren Designerhemden im Bett zu tragen. Es machte ihm auch nichts aus, dass er fast jeden Morgen ihre langen blonden Haare aus dem Ausfluss in der Dusche angeln musste. Und was am wichtigsten war, sie war die allererste der er sich so richtig geöffnet hatte. Wenn er an gestern Abend zurück dachte wurde ihm heiß und kalt. Gretchen hatte so ruhig darauf reagiert, so als habe sie gewusst dass er nicht weiter darüber hatte reden wollen. Und als sie sich dann auch ausgezogen hatte um ihm zu zeigen dass sie ebenfalls ehrlich zu ihm sein würde, das hatte ihm fast den Atem geraubt. Und zum ersten Mal in seinem Leben hatte er eine Frau die nackt vor ihm stand nicht anspringen wollen. Nein. Er dachte daran wie sie sich ins Bett gelegt hatten und wie gut es sich angefühlt hatte sie so nah bei sich zu haben. Ihre warme weiche Haut auf seiner zu spüren und zu wissen, dass er sie nie wieder gehen lassen würde. Ja, zum ersten Mal in seinem Leben war Marc Meier sich sicher: Gretchen Haase war die eine Richtige und es würde nie eine andere geben.
Gedankenverloren starrte Marc immer noch Gretchen an, die langsam ebenfalls wach wurde. Verschlafen blinzelte sie Marc an und sah dass er lächelte.
„Na?“ hauchte sie leise.
Marc entzog sich seinen Gedanken und sah Gretchen an.
„Guten Morgen Prinzessin.“
Gretchen lächelte zufrieden und rutschte ein Stück näher an Marc ran. Dann schlang sie ihre Arme um ihn und drückte ihn ganz fest. Sie spürte seinen Atem in ihren Haaren und seine warme Haut an ihrer.
Plötzlich drückte Marc sie ein Stückchen von sich weg und sah sie ernst an.
„Gretchen wegen gestern, ich…“
„Du brauchst mir nichts erklären Marc.“
„Aber du erzählst das doch keinem oder?“
„Natürlich erzähle ich das jemandem. Ich muss mir das doch von der Seele reden dass Marc Meier sich für mich ausgezogen hat.“ Gretchen grinste ihn schelmisch an.
Marc hob warnend einen Finger.
„Hasenzahn ich warne dich! Wehe!“
Gretchen lachte.
„Beruhig dich. Wenn ich es jemandem erzähle, dann nur meinem Tagebuch.“ Sie zwinkerte ihm zu und Marc lehnte sich erleichtert zurück.
Musste ja nun wirklich niemand von seinem gestrigen Gefühlsausbruch erfahren.
Plötzlich klingelte Marcs Handy.
„Verflucht, wer ruft mich denn bitte um diese Uhrzeit an?“ rief Marc genervt während er sich umdrehte und das Handy vom Nachttisch nahm.
„Meier!“
„Marc! Mehdi hier. Du musst sofort ins Krankenhaus kommen!“
„Mehdi? Ich…“
Doch der Gynäkologe hatte bereits aufgelegt.
„Der spinnt doch!“
„Wer war das denn?“
„Der Kaan. Klang hektisch und meinte ich solle sofort ins Krankenhaus kommen.“
Gretchen schaute Marc verständnislos an.
„Und was machst du dann bitte noch hier?“
Marc kam ein Stück näher zu Gretchen.
„Ich dachte eigentlich wir könnten noch ein bisschen Boot fahren.“
„Maaarc!“
Gretchen war bereits aufgesprungen und zog sich hastig an.
„Wenn Mehdi dich um diese Uhrzeit anruft und dich bittet ins Krankenhaus zu kommen dann ist auch irgendwas los. Also beweg deinen Hintern und steh auf.“
„Ist ja gut.“
Langsam quälte Marc sich aus dem Bett und zog sich an. Zehn Minuten später waren die beiden auch schon auf dem Weg ins Krankenhaus.

sooo... hoffe der teil gefällt euch freu mich wie immer über kommis :)


schleumel Offline

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01.12.2009 19:27
#100 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Am Krankenhaus angekommen eilte Gretchen bereits zum Eingang und rannte die Treppen hoch. Sie befürchtete schon das Schlimmste. Vielleicht wieder ein Virus? Oder ein Drogenkurier, ein Maultier, wie Gretchen Mutter damals gemeint hatte? Oder eine Geiselnahme?
„Mensch Marc jetzt beeil dich doch mal!“ rief Gretchen Marc zu, der Mühe hatte mit ihr mit zu halten. Gretchen hechtete um die Ecke und riss die Tür zu Mehdis Büro auf. Sie blieb ruckartig stehen als sie den Gynäkologen sah, der etwas in der Hand hielt auf dass er mit Tränen in den Augen starrte.
Endlich hatte auch Marc das Zimmer erreicht. Er machte einen Schritt nach vorne und schloss dann die Tür hinter sich.
„Mehdi, was ist denn los?“ Gretchen konnte ihre Besorgnis aber auch ihre Neugierde nicht länger verbergen.
Mehdi starrte immer noch auf das Ding in seiner Hand und erst jetzt erkannte Gretchen was es war. Ein gerahmtes Bild von Lilly, Anna und ihm.
Gretchen ging auf Mehdi zu und legte ihm einen Arm um die Schulter. Dann sah sie Marc an und warf ihm einen jetzt-sag-doch-auch-mal-was-Blick zu.
Marc war die ganze Situation irgendwie unangenehm. Für diese Woche hatte er doch wirklich genug Gefühle zugelassen und gezeigt. Aber was tat man nicht alles für seinen besten Freund.
„Mehdi nun erzähl schon. Was ist denn los?“
Erst jetzt sah Mehdi von dem Bild auf. Seine Augen waren rot und er sah erschöpft aus.
„Ich weiß wo sie ist.“ Sagte Mehdi dann schließlich.
„Wo wer ist?“ Marc verstand mal wieder nicht sofort.
„Lilly! Und Anna auch.“
Marc fiel die Kinnlade runter und auch Gretchen war sichtlich geschockt.
„Aber das sind doch tolle Neuigkeiten.“ Versuchte Gretchen den dunkelhaarigen Arzt aufzumuntern.
Aber Mehdi starrte nur weiter ins Leere und antwortete mit einem abwesenden „Hmmm..“
„Und was hast du jetzt vor?“ erkundigte sich Marc, der einen Schritt auf seinen Freund zu machte und sich ihm gegenüber auf dem Stuhl nieder ließ.
„Deswegen habe ich dich ja gebeten her zu kommen. Ich weiß es einfach nicht.“
„Woher weißt du denn wo sie ist?“ mischte sich jetzt auch Gretchen wieder ein.
„Marc hat mir doch damals die Telefonnummer ihrer Eltern gegeben. Kurz bevor Gigi dich…“ Mehdi räusperte sich. Das Thema wollte er lieber nicht wieder zur Sprache bringen also fuhr er lieber mit dem fort was er eigentlich hatte sagen wollen.
„Jedenfalls habe ich heute Morgen endlich da angerufen. Hab mich vorher nicht getraut.“
Nervös spielte Mehdi mit dem Kugelschreiber rum den er in die Hand genommen hatte. Er holte noch einmal tief Luft, bevor er seinen beiden Freunden erzählte was passiert war.
„Anna hat sich mit Lilly zunächst auf nach Hamburg gemacht. Sie ist dort bei einer Freundin untergekommen und hat sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten.“
Weil der Moment nun wirklich ungünstig war, verkniff Marc sich sein Grinsen, er konnte nur vermuten was bei einer Frau mit Annas Vergangenheit mit ‚Gelegenheitsjob‘ gemeint war.
„Irgendwie muss Anna dann erfahren haben, dass ich ihre Schulden bei ihrem Zuhälter, oder wie man das nennen soll, beglichen habe indem ich unsere Eigentumswohnung an ihn verkaufte. Und jetzt ist sie mit Lilly bei ihren Eltern, hier in einem Vorort von Berlin.“
Gretchen war sprachlos und auch Marc traute sich zunächst nicht, etwas zu sagen.
Gretchen konnte nur erahnen wie es Mehdi grade ging. Sicher, er wollte seine Tochter bestimmt unbedingt wieder sehen aber wahrscheinlich wollte er seine Frau nie wieder sehen. Zu tief musste der Schmerz sitzen den die ganzen Lügen und Enttäuschungen verursacht hatten.
„Und was hast du jetzt vor?“ rutschte es Gretchen eher zufällig raus.
Mehdi zuckte verzweifelt mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Es ist so viel passiert.“
Mit einem Ruck stand Marc auf einmal auf.
„Na wir fahren hin Mehdi! Und dann holst du dir deine Tochter zurück!“
Gretchen sah Marc verwundert an. So hatte sie ihn ja erst selten erlebt. So fürsorglich und hilfsbereit. Aber sie freute sich dass Marc beschlossen hatte seinem besten Freund zu helfen.
Mehdi sah Marc dankbar an und die Spur eines Lächelns zeigte sich auf seinen Lippen. Schließlich zerrte Marc Mehdi aus seinem Stuhl und zog ihn Richtung Tür.
„Na komm jetzt! Wir holen dir deine Lilly zurück.“
Gretchen blieb im Büro des Gynäkologen zurück. Sie war der Auffassung dass die beiden das auch ohne sie schaffen würden. Außerdem tat das ihrer Freundschaft gut wenn sie das zusammen durchstanden. Sie stand noch eine Weile da, bis sie von quietschenden Autoreifen aus ihren Gedanken gerissen wurde. Sie warf einen schnellen Blick aus dem Fenster und sah noch, wie die beiden in Marcs Auto davon fuhren.


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