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Dieses Thema hat 158 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

19.10.2009 13:28
#51 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

„HINSETZEN!“ befahl der Professor.
Gretchen und Marc setzten sich auf die beiden Stühle vor dem Schreibtisch des Professors und schauten ihn erwartungsvoll aber auch gleichzeitig etwas ängstlich an. Eine Weile lang starrte der Professor die beiden einfach nur fassungslos an. Gretchen wurde das Schweigen aber irgendwie zu peinlich, weswegen sie einen Erklärungsversuch starten wollte.
„Papa… ich… wir…“ weiter kam sie nicht denn Franz Haase unterbrach sie.
„RUHE! Ich will nichts hören!“
„Aber Herr Professor! Wir…“ mischte sich nun auch Marc ein, doch der Professor lies auch ihn nicht zu Wort kommen.
„Was glaubt ihr welchen Eindruck das auf die anderen Ärzte macht? Wenn ihr hier ständig rummacht wie zwei Teenager?“ begann der Professor schließlich.
Gretchen wollte wieder etwas sagen, doch der Professor lies sie auch diesmal nicht zu Wort kommen sondern redete weiter. Böse blickte er Gretchen an und hob drohend seinen Finger.
„Oder glaubt ihr ich bekomme das nicht mit wenn ihr auf einmal in irgendwelchen leeren Zimmern verschwindet oder peinlich berührt voneinander ablasst wenn ich zu euch in den Aufzug steige?! Glaubt ihr, ihr könnt mich verarschen?“
Oh mein Gott. Ich dachte immer er hätte nichts gemerkt. Er hat ja auch nie was gesagt. Ok, dafür lässt er die Bombe anscheinend jetzt platzen.
Professor Haase wandte sich schließlich Marc zu, immer noch den Finger erhoben und auf seiner Stirn war deutlich sichtbar eine Ader hervor getreten.
„Nun zu ihnen Meier. Dass meine Tochter schon ewig in sie verliebt ist nutzen sie so schamlos aus? Sie sollten sich schämen! Von jetzt an lassen sie die Finger von ihr ist das klar? Sie brechen ihr ja doch nur das Herz, und vorher haben sie dann ein.. ein… ein Luder aus ihr gemacht!“
Entsetzt über seine Worte blickte Gretchen zu ihrem Vater.
„Papa!“ raunte sie.
„Nicht jetzt! Ich bin noch nicht fertig mit dem Meier!“
Gretchen wurde das langsam zu bunt. Wenn ihr Vater ihr doch endlich mal zuhören würde. Deswegen stand sie entschlossen auf und schrie ihren Vater an.
„Papa! Jetzt hör mir endlich mal zu!“
Erschrocken über Gretchens Laustärke lies Franz von Marc ab und sah seine Tochter erstaunt an.
„Ok. Die Sache im Auto und auch hier im Krankenhaus war vielleicht nicht ganz in Ordnung!“
Der Professor verschränkte die Arme vor seinem Bauch und murmelte leise:
„Ja das kannst du aber laut sagen!“
Gretchen war sein Kommentar zwar nicht entgangen, aber sie fuhr lieber mit dem fort was sie ihm zu sagen hatte.
„Aber ich liebe Marc. Das habe ich dir schon mal gesagt. Und diesmal ist es auch wirklich anders als beim letzten Mal. Bitte versteh das doch endlich.“
Nun meldete sich auch Marc zu Wort.
„Herr Professor, ich liebe ihre Tochter. Und nichts liegt mir ferner als ihr das Herz zu brechen. Geschweige denn ein *räusper* Luder aus ihr zu machen.“
„Außerdem war die Sache im Auto meine Idee und nicht Marcs.“ Fügte Gretchen noch schnell hinzu.
Sprachlos blickte Franz die beiden an. Zum ersten Mal schien im klar zu werden dass es den beiden wirklich ernst zu sein schien. Zuvor hatte er gedacht, dass sei wieder nur so eine Phase vom Meier gewesen in der er sich an eine Frau hatte binden können. Der Professor war überzeugt davon gewesen dass diese Phase sicher bald wieder zu Ende sein würde und der Meier seiner Tochter am Schluss doch wieder das Herz brechen würde. Nun musste er feststellen dass er sich geirrt hatte.
Verlegen blickte Franz von Gretchen zu Marc und schluckte schwer.
„Ja also wenn das so ist… dürft ihr jetzt gehen.“ Gretchen und Marc standen auf und wollten gerade die Tür öffnen als der Professor noch hinzu fügte: „Aber im Krankenhaus kein Sex mehr verstanden?!“ Gretchen lief gleich wieder rot an und um schlimmeres zu vermeiden verlies sie schnell den Raum und zerrte Marc hinter sich her. Beide waren erleichtert gewesen dass die Sache, gemessen an ihrem Anfang, doch noch so ein gutes Ende genommen hatte. Marc hatte schon um seinen Job, und vor allem aber um Gretchen gebangt und Gretchen war alles einfach nur total peinlich gewesen.
Die beiden fuhren schließlich nach Hause und Gretchen hatte es sich grade auf dem Sofa bequem gemacht, als Marc ihr auf einmal gefährlich nah kam und ihr zuraunte: „Wo wurden wir vorhin nochmal unterbrochen?“
Gretchen sah ihn an und schob ihn ein Stück von sich weg. Wie konnte er jetzt schon wieder DARAN denken?
„Maaarc! Du bist wirklich unmöglich!“

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schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

19.10.2009 18:32
#52 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

ist diesmal ziemlich kurz. kommt aber noch mehr. wünsche viel spaß beim lesen ;)

„Komm stell dich doch nicht so an. Hier kann uns doch nun echt keiner erwischen.“
„Nee Marc. Ich bin jetzt echt nicht in Stimmung. Außerdem hab ich Hunger auf Schokolade.“
Ein bisschen pampig lehnte Marc sich auf dem Sofa zurück.
„Na wenn du noch nicht alles aufgegessen hast, ist im Schrank noch ne Tafel.“
Gretchen sprang auf und ging zum Schrank. Zufrieden nahm sie sich die Schokolade und setzte sich dann wieder aufs Sofa.
Marc legte einen Arm um sie und streichelte ihre Schulter.
„Du sag mal Gretchen, gehst du morgen eigentlich zur Polizei?“
„Glaub schon.“
„Man kann das übrigens auch im Internet machen. Dann musste nicht extra dahin latschen. Dann hätten wir morgen nach dem Dienst noch ein bisschen Zeit um irgendwas zu unternehmen. Was hältst du davon? Du hast doch auch um 16 Uhr Schluss oder?“
„Ja hab ich. Na wenn das im Internet nicht zu kompliziert ist mach ich das vielleicht.“
„Ach was ich dir noch sagen wollte, am Wochenende, also am Samstag hat ein Freund von mir Geburtstag. Der hat uns eingeladen. Ist ein Studienkollege von mir. Hast du Lust?“
„Wenn’s keine Pool-Party ist.“ Grinste Gretchen ihn an.
Marc lachte laut auf.
„Keine Angst Hasenzahn. Ist keine Motto-Party. Aber wenn du wieder so nen Ausschnitt hast wie heute dann kann ich für nichts garantieren.“
Mac wollte grade wieder einen Angriffsversuch starten, als es auf einmal an der Tür klingelte. Murrend stand Marc auf und öffnete die Türe. Als er sah wer da vor ihm stand, staunte er nicht schlecht. Der Professor und seine Frau. Marc musste schlucken. Schließlich bat er Herr und Frau Haase aber doch rein.
Verblüfft über den plötzlichen Besuch ihrer Eltern war Gretchen vom Sofa aufgesprungen und blickte erwartungsvoll Richtung Flur.
Ihre Mutter kam ihr freudestrahlend entgegen.
„Gretchen du kannst dir gar nicht vorstellen was passiert ist!“

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schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

19.10.2009 20:15
#53 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Ziemlich verwundert starrte Gretchen ihre Mutter an, die mit ausgebreiteten Armen auf sie zu kam und sie umarmte. Als Bärbel Haase sie dann endlich losgelassen hatte, wollte Gretchen aber endlich wissen womit sie diesen Besuch ihrer Eltern verdient hatte.
„Mama was ist denn los?“
„Du glaubst gar nicht wie glücklich ich bin.“
„Habe ich dich grade richtig verstanden? Heute Morgen warst du doch noch total deprimiert. Was ist denn los?“
Bärbel zog Gretchen ein Stück weiter weg von Marc und Franz.
„Als ich nach Hause gekommen bin heute, nachdem ich dir das Kleid gebracht hatte, da hab ich das hier im Briefkasten gefunden.“
Bärbel hielt einen Schlüssel hoch und lachte. „Und weil ich wissen wollte was es damit auf sich hatte, bin ich direkt zur Bank gefahren. Und stell dir vor. Bis auf 20.000 ist alles wieder da!“
Bärbel Haase umarmte ihre Tochter erneut. Die Sorgen die sie sich die ganze Zeit über die Rente gemacht hatte waren verflogen. Die restlichen 20.000 würde sie dank ihres lukrativen Nebenjobs schnell wieder drin haben. Aber davon musste Gretchen ja nichts wissen.
Währenddessen hatten Marc und der Professor die ganze Zeit schweigend nebeneinander gestanden und es tunlichst vermieden das Gegenüber anzusehen. Dem Professor war es irgendwie immer noch peinlich dass er an Marcs ehrlichen Absichten gezweifelt hatte, aber sein bester Oberarzt hatte ihm in der Vergangenheit auch immer wieder Anlass zum zweifeln gegeben. Nun musste sich der Professor eingestehen, dass er sich getäuscht hatte. Nach gefühlten drei Stunden Stillschweigens räusperte sich Franz Haase und sah dann seinen Oberarzt an.
„Also Dr. Meier ich…“ er stockte kurz, hob die Hand zum Mund und hustete noch einmal. „Ich wollte mich noch mal entschuldigen. Wegen der Sache in meinem Büro. Ich habe ihnen da wirklich Unrecht getan.“
„Ach Herr Professor. Das ist doch längst Schnee von gestern.“
„Franz!“
Verdattert blickte Marc seinen Vorgesetzten an.
„Bitte was?“
„Nennen sie mich doch einfach Franz. Jetzt wo sie theoretisch schon fast zur Familie gehören.“
Das verschlug Marc nun endgültig die Sprache.
„Herr Proff…. Franz… Wir… also ans Heiraten hatten wir noch nicht…“
„Ach Doktor Meier. Die Zeit ist noch nicht gekommen, ich weiß. Aber das wird sie, ganz sicher.“
Mit offenem Mund starrte Marc den Professor ungläubig an und kratzte sich dabei am Hinterkopf.
„Ist ja auch egal. Meine Frau und ich sind ja eigentlich eh zum Feiern hier!“
Franz hielt Marc 2 Sektflaschen entgegen und lachte unbekümmert.
Marc hingegen war leicht panisch geworden.
„Hasenza… Gretchen? Kommst du mal?“
Gretchen drehte sich zu Marc um und folgte ihm dann in den Flur. Bärbel und Franz sahen sich verdutzt an und setzten sich dann aber doch auf die Couch um die beiden kurz in Ruhe zu lassen.
Im Flur angekommen nahm Marc Gretchens Hand und sah sie ein wenig verzweifelt an.
„Dein Vater hat mir gerade das „Du“ angeboten und dann gesagt dass ich praktisch zur Familie gehöre. Und dann hat er mir 2 Sektflaschen entgegen gehalten und gesagt dass er und deine Mutter ohnehin zum Feiern gekommen seien. Kannst du mir das mal bitte erklären?“
Gretchen musste innerlich lachen. Marc hatte die ganze Sache wohl ein wenig falsch verstanden.
„Keine Sorge. Meine Eltern sind zum Feiern gekommen weil Eric den Schlüssel und das Gold zurück gebracht hat. Mein Plan ist aufgegangen.“
„Puh! Ich dachte schon deine Eltern denken dass wir bald heiraten.“ Marc lachte gequält und machte eine abwegige Bewegung mit seiner Hand. Seine Reaktion gefiel Gretchen ganz und gar nicht. Sie stemmte die Hände in die Hüfte und sah ihn auf einmal todernst an.
„Wär das denn so schlimm wenn die das denken würden?“
Erst jetzt wurde Marc bewusst wie sehr Gretchen das von ihm eben Gesagte falsch verstehen könnte.
„Nein nein! So meine ich das doch gar nicht.“
Er ging auf sie zu und nahm sie in den Arm.
„Aber wenn wir heiraten dann doch richtig. Mit Antrag und allem. Und nicht weil deine Eltern das von uns erwarten.“
Süüüüüß! Etwas besseres hätte er ja gar nicht sagen können.
Marc nahm sein Gretchen noch etwas fester in den Arm und gab ihr schließlich einen ganz sanften, zärtlichen Kuss, der Gretchen fasst aus den Latschen haute. Zufrieden und glücklich gingen sie dann zurück ins Wohnzimmer zu Gretchens Eltern.

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schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

20.10.2009 14:33
#54 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Bärbel Haase hatte inzwischen Sektgläser aus der Küche geholt und goss nun jedem etwas ein. Strahlend gab sie Marc und Gretchen jeweils ein Glas und machte es sich dann wieder auf dem Sofa bequem. Gretchen und Marc setzten sich ebenfalls hin. Bärbel Haase hob ihr Glas an.
„Na dann wollen wir mal anstoßen, oder? Auf deinen Vater und mich. Und natürlich auch auf euch beide.“
Die vier stießen an und dann herrschte erst mal Schweigen. Die ganze Situation war vor allem für Marc noch ziemlich ungewohnt und er wusste auch nicht wirklich worüber er mit Gretchens Eltern reden sollte, außer natürlich über die Arbeit. Aber das Thema hatte er eigentlich vermeiden wollen. Schließlich hatte er sich seinen Feierabend redlich verdient wie er fand. Franz Haase schien das allerdings anders zu sehen.
„Und Meier? Freuen sie sich schon auf die Herz-OP morgen?“
„Ob ich mich…? Ja klar. Herz-OPs sind ja immer super.“
Marc lächelte gequält und wartete darauf dass endlich mal irgendjemand ein interessantes Thema ansprach. Als Bärbel Haase anfing zu reden, hoffte er sie würde ihn endlich erlösen, doch letztendlich wünschte er sich sie hätte lieber nichts gesagt.
„Und? Habt ihr zwei schon über Kinder geredet?“
Gretchen verschluckte sich fast an ihrem Sekt und musste husten. Marc erging es nicht besser.
„Mama!“
Gretchen war die Frage ihrer Mutter richtig peinlich. Und schon war Gretchen auch wieder rot angelaufen und strafte ihrer Mutter mit einem Blick der ihr klar machen sollte dass das nun wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für so eine Frage war.
„Na man wird doch wohl mal fragen dürften.“ Warf Bärbel unschuldig ein.
„Ja Mama, aber das müssen wir ja nicht jetzt bereden. Marc und ich haben da selber noch gar nicht so wirklich drüber geredet.“
Stimmt. Wir haben wirklich noch nicht drüber geredet. Ob er wohl überhaupt Kinder haben will? Sicher nicht. Kann ich mir gar nicht vorstellen. Marc Meier als Vater oder noch schöner, Ehemann. Ok. Vater hätte ja schon sein können bei dem ganzen rumgebumse bevor wir zusammen kamen. Einmal wär es ja bei Gabi auch fast so weit gewesen. Zumindest dachten das am Anfang alle. Gabi ja auch. Aber wenn ich mir überlege wie süß er mit dem kleinen David umgegangen ist, kann ich mir ihn doch schon irgendwie als Vater vorstellen. Aber Moment. Besser nicht schon davon träumen sondern erst mal Marc fragen was er davon hält. Aber nicht jetzt. Wenn wir alleine sind versteht sich.
Bärbel Haase schien verstanden zu haben dass jetzt wirklich nicht der richtige Moment für diese Frage gewesen zu sein schien. Also schüttete sie jedem noch einmal Sekt ins Glas und lehnte sich dann im Sofa zurück.
„Kälbchen wir haben ja ganz vergessen dir zu erzählen dass wir nächste Woche in den Urlaub fliegen.“
Für Gretchen kam das ganz schön überraschend. Fragend sah sie ihre Eltern an.
„Ja, haben wir eben im Internet gebucht. Vier Wochen Südamerika. Eine Rundreise. Toll, nicht?!“ warf Gretchens Mutter ein.
„Jaaa. Wirklich ganz toll Mama. Wann fahrt ihr denn?“
„Am Montag. Jochen bringt uns zum Flugahfen.“
„Ahh ja.“
Plötzlich schaltete sich auch Marc ein.
„Ähh… Herr Proffe…. Franz… Wer übernimmt denn in der Zeit die Klinikleitung?“
„Ich habe mir schon gedacht dass sie das fragen würden, Meier.“ Sagte der Professor mit einem dicken Grinsen. Marc wähnte sich schon in Sicherheit. Endlich würde er bekommen wofür er so hart und ehrgeizig gearbeitet hatte. Doch als der Professor weiter sprach, versetzte er Marcs Euphorie damit einen Dämpfer.
„Ich habe mir gedacht, dass meine DREI besten Oberärzte das zusammen machen. Die Frau Doktor Hassmann, der Doktor Kaan und sie.“
Marc verschlug es die Sprache. Die Position teilen? Und dann auch noch mit der Furie Hassmann und Dr. Kaan, der zwar sein bester Freund aber doch ein Weichei war? Gut, immerhin besser, als die Stelle gar nicht zu haben, dachte Marc sich und fand allmählich seine Sprache wieder.
„Das ist ja wirklich eine ganz tolle Idee, Franz!“ sagte Marc mit übertriebenem Lächeln.
Gretchen hatte Marcs Reaktion genau beobachtet und gesehen wie enttäuscht er war als er erfahren hatte dass er sich die Position würde teilen müssen. Aber das war immerhin besser als nichts und wäre sicher schon mal eine gute Übung für später. Das musste Marc schließlich auch erkennen und so war es nicht mehr gaaaanz so schlimm. Gretchen nahm Marcs Hand und lächelte ihn glücklich an um ihm zu signalisieren dass auch dieser kleine Schritt gut für seine Karriere war. Marc lächelte zurück und bedankte sich dann beim Professor für sein Vertrauen und versprach sich große Mühe zu geben damit der Klinikbetrieb wie gewohnt weiter laufen würde.
Nach einer Weile in der sich die 4 dann doch noch ganz nett unterhielten sah Bärbel dann auf die Uhr.
„Was? Schon Mitternacht? Na dann müssen wir jetzt aber los. Wir müssen morgen noch so viel vorbereiten und erledigen wegen des Urlaubs.“
Schnell stand Bärbel auf und zerrte Franz mit sich.
„Wir sind dann jetzt mal weg. Tschüss ihr Zwei.“
Und schon waren die beiden weg.
Marc, der mittlerweile doch ein klein wenig einen sitzen hatte weil er die zweite Sektflasche so gut wie alleine getrunken hatte, stand auf und ging zu Gretchen in die Küche. Dort räumte sie grade die Gläser in die Spülmaschine als Marc von hinten auf sie zu kam, ihre Hüfte umfasste und ihr ins Ohr flüsterte: „Ich geh jetzt duschen. Kommst du mit?“

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schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

20.10.2009 17:41
#55 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Marc nahm seine Hände von Gretchens Hüfte und fing damit an, sein Hemd aufzuknöpfen. Gretchen haderte immer noch mit sich. Eigentlich wollte sie unbedingt mit Marc unter die Dusche aber andererseits hatte sie die peinliche Sache im Auto auch noch nicht vergessen.
Wir können ja nicht immer und überall… Ich meine… OK… In einer gewissen Fachzeitschrift stand ja drin, dass jede sexuelle Aktivität das Band zwischen Partnern fördert. Das muss ein sehr enges Band sein zwischen Marc und mir^^ Na gut. Hier kann uns ja keiner erwischen. Vielleicht wär duschen jetzt genau das Richtige?
Gretchen drehte sich zu Marc um, der gerade sein Hemd von den Schultern fallen lies und Gretchen so freien Blick auf seinen trainierten Oberkörper gab.
Oh Gott. Selbst wenn ich nicht gewollt hätte, spätestens jetzt hätte er mich eh gehabt.
Marc sah Gretchen tief in die Augen und forderte sie auf mit ihm zu kommen. Auf dem Weg zum Badezimmer ließ er dann auch noch Hose und Boxershorts fallen. Gretchen, die noch kurz gezögert hatte, ihm dann aber doch ins Bad gefolgt war, starrte schon fast sabbernd auf seinen Hintern.
Marc, der inzwischen schon in der Dusche unter dem fließenden Wasser stand, drehte sich nun zu Gretchen um.
„Hasenzahn? Kommst du nun oder nicht?!“
„Äh. Ja ich komm schon.“
Gretchen hatte die Tür der Dusche bereits geöffnet und wollte grade reingehen, als Marc sie ein wenig verwundert ansah. Das machte Gretchen wiederrum stutzig.
„JA WAS? Willste jetzt auf einmal nicht mehr oder was?“
„Äh… Neee… Das mein ich nicht. Du… äh… Hast noch deine Klamotten an?“
UPPS!!! Toll… Hast ihn so lange angestarrt bis dein Gehirn ganz ausgesetzt hat. Was der jetzt wieder denken muss. Dass mir sowas aber auch immer passieren muss. Grrrr…
Schnell streifte Gretchen sich die Klamotten vom Leib und betrat die Dusche.
„Ah.. Hasenzahn. Hast du’s doch noch geschafft?“
„Boar Marc! Noch so ein Spruch und ich geh gleich wieder raus!“
Gretchen schaute Marc böse an.
Marc strich ihr besänftigend mit einer Hand durch ihr nasses Haar und sah sie an.
„Na komm mal her.“
Marc kam mit seinem Gesicht immer näher an Gretchen ran, bis die Lippen der beiden sich ganz sanft berührten. Marc nahm seinen Kopf dann wieder ein keines Stückchen zurück und sah Gretchen an. Sein Blick war so eindringlich, gleichzeitig aber auch so zärtlich, dass Gretchen fühlte was er ihr mit diesem Blick sagen wollte. Nämlich genau dass, was er nicht so gerne aussprach. Aber das musste er auch gar nicht. Gretchen wusste auch so dass er sie liebte. Sie konnte seinen Atem spüren. Er atmete schneller als normal und es sah so aus, als wollte er auf einmal doch etwas sagen.
„Gretchen, ich…“
Weiter kam Marc aber nicht. Denn Gretchen legte ihm einen Finger auf seine Lippen.
„Shhhh…“ Dann verschloss sie seine Lippen mit ihren und ihre Hände vergruben sich in seinen Haaren. Als sie wieder von ihm abließ sah er sie verwundert an.
„Aber ich wollte dir sagen dass ich…“
Wieder unterbrach Gretchen ihn.
„Ich weiß.“ Sagte Gretchen leise und küsste ihn dann wieder.
Marc hatte verstanden. Er musste es ihr nicht sagen. Sie wusste es. So nah wie in diesem Moment hatte er sich einer Frau noch nie gefühlt. Er konnte das Gefühl welches sich grade in ihm ausbreitete zwar nicht richtig beschreiben, aber er freute sich einfach dass er bei der Frau sein konnte die er liebte und die ihn liebte. Er drückte sein Gretchen an sich. Dann drehte er sie vorsichtig um und Gretchen konnte seinen festen, warmen Bauch an ihrem Rücken spüren. So lange bis er damit begann ihren Nacken und ihre Schultern mit sanften Küssen zu bedecken. Das Wasser prasselte auf die beiden runter und Gretchen bekam unter Marcs Küssen eine Gänsehaut. Sie schnurrte wie ein Kätzchen als er auch noch ihren Bauch streichelte und seine Hände sich langsam aber sicher den Weg zu ihren Brüsten bahnten. Gretchen warf den Kopf nach hinten und genoss die Nähe zu Marc. Immer noch stand er hinter ihr und küsste ihren Nacken, bis er auf einmal ihre rechte Hand nahm und seine Finger mit ihren verschränkte. Und dann konnte sie ihn auf einmal in sich spüren. So unglaublich zärtlich war er noch nie gewesen. Gretchen schwebte auf Wolke Sieben. Sie schloss die Augen und genoss die Liebe die Marc ihr schenkte.

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schleumel Offline

Butterböhnchen:


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20.10.2009 18:24
#56 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen war Gretchen schon sehr früh wach. Die Sonne warf grade ihre ersten warmen Strahlen ins Schlafzimmer und kitzelte aus Gretchen ein glückliches Lächeln hervor. Gretchen drehte ihren Kopf leicht nach links und blickte zufrieden auf den Mann der neben ihr lag. Marc schlummerte immer noch seelenruhig. Gretchen hob ihren Oberkörper leicht an und gab Marc einen Kuss auf die Stirn und strich dann mit einer Hand durch sein Haar und über seine Wange. Marc gab ein leises Knurren von sich, wälzte seinen Kopf ein wenig im Kissen hin und her und machte anscheinend keinerlei Anstalten wach zu werden.
Gretchen drehte ihren Kopf nach rechts und warf einen Blick auf den Wecker.
Was? Sieben Uhr erst? Oh Gott. Ich kann ja noch fast zwei Stunden schlafen. Muss ja erst um 10 im Krankenhaus sein. Was mache ich denn jetzt die ganze Zeit. Schlafen geht ja jetzt nicht mehr. Bin ja wach. Ob Marc sehr sauer ist wenn ich ihn jetzt wach mache? Bestimmt. Aber ja sicher nicht ewig. Ich versuchs mal.
Gretchen drehte sich auf die Seite und sah Marc an. Vorsichtig tippte sie ihm mit einem Finger auf die Schulter.
Keine Reaktion.
Gretchen versuchte es nochmal. Sie tippte Marc erneut mit dem Finger an die Schulter und wartete einen Moment.
Wieder nichts.
Gut, muss ich eben energischer werden.
Gretchen rüttelte leicht an Marcs Schulter.
Ein undefinierbares Knurren und ein Griff nach der Decke, die Marc dann noch ein Stück höher zog.
Immerhin etwas. Also nochmal.
Wieder rüttelte Gretchen an Marc. Der knurrte erneut und drehte sich dann einfach um.
Okeeey. Gleich ist er wach!
Vorsichtig rüttelte Gretchen noch einmal an Marc. Diesmal etwas fester.
Völlig entnervt drehte sich Marc dann wieder zu ihr um und sah sie verschlafen an
„Hasenzahn!!! Was ist?!“
Gretchen versuchte ihren besten ich-bin-klein-süß-und-unschuldig-Blick aufzusetzen. Vielleicht brachte das ja was.
„Ich bin wach!“
„Ja, das kann ich sehen. Und?“
„Ich kann nicht mehr schlafen. Und jetzt ist mir langweilig.“
Marc stöhnte laut auf.
„Das ist doch jetzt nicht dein Ernst Hasenzahn?“ Marc warf einen genervten Blick auf den Wecker. „Es ist erst kurz nach sieben!!“
„Ja ich weiß. Aber ich kann halt nicht mehr schlafen.“
„Ja damit hab ich ja Gott sei Dank nichts zu tun.“ Entgegnete Marc und wollte sich grade wieder umdrehen, als Gretchen noch einmal ihren Blick aufsetzte und „Och Mann…“ sagte.
„Ich kann nicht glauben dass ich das jetzt sage.“ murmelte Marc ganz leise.
„Na komm her!“ sagte er dann etwas lauter und hob seine Decke hoch damit sie drunter krabbeln konnte. Sie legte sich in seinen Arm und war zufrieden. So würde sie die Zeit bis zum Aufstehen sicher bestens überstehen. War ja jetzt auch nicht mehr langweilig. Sie kuschelte ja mit Marc.
„Du Marc?“
„Hmmm?“
„Reden wir eigentlich mal über die Sache die meine Mutter gestern Abend angesprochen hat?“
Marc sah sie ein wenig entsetzt an. Er hatte wirklich nicht gedacht dass sie so bald darüber würde reden wollen.
„JETZT?“ platzte es dann aus ihm heraus.

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20.10.2009 23:33
#57 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

„Ja irgendwann müssen wir doch mal darüber reden. Und dass ich meiner Mutter gestehen musste, dass wir noch gar nicht drüber geredet haben fand ich halt schon ziemlich doof.“
Marc stöhnte und verdrehte die Augen. Eigentlich hatte er gehofft Gretchen noch zu einem kleinen Stelldichein überreden zu können bevor sie aufstehen mussten. Aber das konnte er sich ja jetzt abschminken.
„Aber so lange sind wir doch noch gar nicht zusammen. Ich meine… Wir haben doch noch Zeit!“
Er wollte sie küssen weil er hoffte so dem Thema ein schnelles Ende setzen zu können, doch Gretchen stieß ihn weg und sah ihn böse an
„Ja Marc. DU hast Zeit. ICH bin allerdings schon 30. Die Uhr tickt also!“
Sie verschränkte die Arme vor ihrem Bauch und sah wütend geradeaus. Warum wollten Männer einfach nicht verstehen dass Frauen nun mal nicht ewig Zeit hatten eine Familie zu gründen?
„Ach Hasenzahn. Deine Uhr tickt doch nicht. Du bist in den besten Jahren.“ Versuchte er sie zu besänftigen. Doch auch sein charmanter Blick konnte nichts bewirken.
„Jaaa…. NOCH bin ich in den besten Jahren… Aber was reg ich mich eigentlich so auf? Du willst ja wahrscheinlich eh keine Kinder! Hat man ja bei Gabi gesehen. Da hast du ja auch laufend behauptet dass das Kind nicht von dir sei. Obwohl du das da noch gar nicht wissen konntest!“
Marc konnte nicht fassen dass sie ihm das jetzt vorwarf. Das mit Gabi war schließlich etwas ganz anderes gewesen.
„Boar! Jetzt fang doch nicht damit an. Die Sache mit Gabi war etwas völlig anderes. Das hat mit uns beiden GAR NICHTS zu tun. Und du weißt das auch ganz genau. Willst mich nur unter Druck setzen damit ich dir sage was du hören willst. Aber das kannst du vergessen! Ich bleibe bei meiner Meinung!“
Wütend setzte Gretchen sich im Bett auf und sah auf Marc herab.
„Na wenn du mir deine Meinung wenigstens Mal sagen würdest dann wär ich ja schon froh!“
Da bemerkte Marc, dass er ihr wirklich noch nicht gesagt hatte was er überhaupt über das Thema Kinder dachte.
Gretchen wollte grade aufstehen aber Marc konnte sich schnell genug auf ihre Seite des Betts rollen und hielt sie am Arm fest.
„WAS?“
„Jetzt warte doch mal!“
„Ich habe jetzt lange genug auf eine Antwort gewartet!“
Und schon war Gretchen aufgesprungen und verschwand im Bad. Marc starrte genervt an die Decke. Dass Frauen aber auch immer so ein Theater machen mussten. Kur entschlossen schlug er die Bettdecke zur Seite und stand ebenfalls auf. Er schlüpfte in die schwarzen Flip Flops, die neben seinem Bett standen weil er die immer als Hausschuhe benutzte, und ging auf den Balkon um eine zu Rauchen. Er dachte nach. Eigentlich wusste er ja selber nicht so genau was er wollte. Wollte er überhaupt Vater werden? Oder heiraten? Oder war das die totale Selbstaufgabe? War er denn dann überhaupt noch Marc Meier? Oder hatte Gretchen ihn so sehr verändert? Und wenn ja, war das wirklich so schlimm?
Als die Zigarette sich dem Ende zuneigte, drückte er sie aus und beschloss jetzt Klartext mit Gretchen zu reden.
Als er dann die Tür zum Badezimmer öffnete, hätte er beinahe laut losgelacht. Vor ihm saß Gretchen. Allerdings auf der Toilette und Marc vernahm ein dezentes Rauschen. Gretchen hatte gleich bemerkt dass Marc reingekommen war und sie lief sofort rot an. Dann schnappte sie sich eine der Zeitungen die neben der Toilette rumlagen und schmiss eine nach ihm.
„RAUS!“ schrie sie ihm entgegen.
Marc musste zwar schmunzeln, drehte sich dann aber doch um und schloss die Tür wieder. Er setzte sich aufs Sofa und wartete. Als Gretchen aus dem Bad kam, war sie immer noch rot.
„Mein Gott Hasenzahn! Sei doch nicht so verklemmt. Du musstest halt mal pinkeln. Wo ist jetzt das Problem?“
„Ich mag das halt nicht wenn man mir dabei zuguckt….“
Gretchen wollte grade weiter in die Küche gehen als Marc sie zurück rief.
„Bleib doch mal hier!“ Er klopfte mit der flachen Hand auf den Platz auf dem Sofa neben sich. „Und setz dich mal hier hin!“
Skeptisch sah Gretchen ihn an, entschloss sich aber dann doch dazu ihm eine Chance zu geben und setzte sich zu ihm.
Marc wandte sich Gretchen zu und nahm ihre Hände in seine und sah ihr dabei ernst in die Augen.
„Jetzt hör mal. Ich hab doch nie gesagt dass ich keine Kinder will.“
„Ach ja? Deine Reaktion auf Gabis Schwangerschaft ließ mich aber anderes vermuten.“
„Das war doch was ganz anderes. Gabi habe ich ja auch nicht geliebt!“
„Aaabeeer?“
Diesmal wollte Gretchen es hören. Schließlich war das hier ein ernstes Gespräch und er sollte schon noch ein bisschen leiden dafür dass er ihr JETZT ERST offenbarte dass er vielleicht doch Kinder wollte. Hätte sie sich ja die ganze Aufregung sparen können.
„Aber bei dir ist das anders! Dich liebe ich!“ sagte Marc dann schließlich kleinlaut.
Gretchen grinste. Doch Marc war noch nicht fertig.
„Aber ich dachte eben wir genießen erst mal die Zeit die wir zusammen haben und lassen alles andere auf uns zukommen. Ich meine… solange wir uns haben ist doch alles andere egal.“
Gerührt über so viel Ehrlichkeit strich Gretchen Marc über die Wange und sah ihn verliebt an.
„Du hast Recht. Und eigentlich ist meine Uhr ja auch noch gar nicht abgelaufen.“ Sie lächelte ihn versöhnlich an.
„Na dann haben wir ja noch ein bisschen Zeit. Und wenn du irgendwann Kinder haben willst… Also wir bekommen ja wenn NUR Jungs, ist ja klar, dann bin ich dafür bereit. Weil ich dich liebe. Ich will bei dir sein. Egal was kommt.“
Gretchen lief eine Träne die Wange hinunter. Marc bemerkte dies.
„Och nee… Warum weinst du denn jetzt schon wieder?“
Gretchen drückte Marc ganz fest an sich, so fest dass er schon fast keine Luft mehr bekam, und flüsterte ihm dann zu:
„Weil ich glücklich bin, du Spinner!“

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21.10.2009 16:33
#58 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Nachdem Gretchen eine Weile so verharrt war, bemerkte sie auf einmal dass Marc schon seit ein paar Sekunden auf die Uhr sah.
„Was ist denn jetzt schon wieder? Dauert dir das zu lange oder was?“
Marc grinste Gretchen unverschämt an.
„Ich hab nur ausgerechnet wann wir losfahren müssen. Und das ist in genau 45 Minuten. Wenn wir uns beeilen können wir noch das machen, was ich ohnehin schon die ganze Zeit mit dir vor habe.“ Sagte er und drückte sie dann runter aufs Sofa, so dass sie flach da lag. Gespielt empört verdrehte Gretchen dann die Augen, zog ihn aber dann doch runter zu sich.
Als sie am Krankenhaus ankamen, waren sie dann doch ein wenig zu spät.
„Hast dich wohl ein bisschen mit der Zeit verrechnet, was?“
Marc spielte den Unschuldigen.
„Also was kann ich dafür wenn du so lange Knutschen willst statt endlich zur Sache zu kommen.“
Zum Dank für seinen Kommentar erhielt Marc einen Hieb in die Seite.
„Aua!“
„Hast du ja auch nicht anders verdient!“ Gretchen strecke Marc die Zunge raus und hechtete dann nach vorne in den Aufzug. Marc konnte grade noch hinterher bevor die Türen sich schlossen. Im Aufzug trafen sie dann auf den Professor und Sabine.
„Morgen Papa! Morgen Sabine!“
„Morgen Kälbchen. Meier!“
„Morgen Franz. Sabine.“
Sabine nickte freundlich und wollte eigentlich auch grade etwas sagen, doch der Professor war schneller.
„Also wegen gestern Abend. Wir treffen uns heute alle um 14h in der Cafeteria. Damit ich allen Bescheid sagen kann dass ich 4 Wochen lang nicht da sein werde und wer so lange die Klinik leitet. Sagt ihr bitte allen bescheid, ja?“
„Machen wir Franz.“
Und dann stieg Franz Haase auf der nächsten Etage aus. Sabine blickte ungläubig von Gretchen zu Marc.
„Sie dürfen den Herr Professor duzen?“ fragte sie erstaunt.
„Ja, haben sie doch gehört oder? Und jetzt ab an die Arbeit. Sie werden hier nicht für dumme Fragen bezahlt.“ und schon huschte Marc aus dem Aufzug in Richtung seines Büros.
Sabine und Gretchen wollten noch kurz zum Stationszimmer.
„Was will ihr Vater denn gleich bekannt geben? Ihre Verlobung?“
Gretchen schnaufte.
Warum denken alle dass wir gleich heiraten wollen? Sabine ist ja wohl echt total neugierig.
„Ja Sabine ich weiß nicht ob das so gut ist wen vorher schon was rumgeht. Deswegen gedulden sie sich am besten noch ein wenig und hören es dann von meinem Vater selbst.“
Wenn ich der das jetzt sage kann ich ja gleich ne Lautsprecherdurchsage machen. Kann ja nichts für sich behalten.
Gretchen hatte sich grade umgezogen als Marc auch schon ungeduldig im Türrahmen stand.
„Ja hopp hopp jetzt. Ihr habt jetzt genug gelästert!“
„Ja wir kommen ja schon. Außerdem haben wir doch gar nicht gelästert.“
„Stimmt, hatte ich vergessen. Frauen lästern ja NIE!“
„Genau mein lieber Marc. Wir stellen wenn überhaupt nur fest!“
Marc konnte sich ein dreckiges Lachen nicht verkneifen.
„Ja klar. Und ich bin der Papst!“
„Maaarc!“
„Ja ja, schon gut.“ Er drehte sich kurz zu Gretchen um. „Also dann mal ran an die Visite. Und nicht vergessen um 12 ist die Herz-OP! Du hast dich gestern hoffentlich vorbereitet?“
Natürlich wusste er ganz genau dass sie das nicht getan hatte. Schließlich war sie ja die ganze Zeit bei ihm gewesen.
Na warte Marc Meier. Das bekommst du zurück!!
Und dann betraten sie das erste Patientenzimmer.

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schleumel Offline

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21.10.2009 20:13
#59 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Marc sah sich die Patientenakte an und blickte dann auf den Mann der im Bett vor ihm lag.
„Und Herr Schüren? Fit für ihre OP gleich?“ sagte Marc dann extra laut da der Patient schon jenseits der 70 war und Marc ohnehin davon ausging dass man in dem Alter schwerhörig sein musste.
Und Marc sollte wie so oft Recht behalten.
„Teich? Nein. Einen Teich hatte ich noch nie.“
Jetzt schon genervt blickte Marc an die Decke und wiederholte sich dann.
„IHRE OP!!! OB SIE FIT SIND???!!!“
„Achso! Ja, ja. Ich bin fit. Hatte mich schon gewundert was sie mit dem Teich gemeint haben.“
Marc wandte sich Gretchen zu und sagte dann in normaler Lautstärke:
„Na der hellste scheint der ja auch nicht mehr zu sein!“
„MAAARC!“ fuhr Gretchen ihn an. „Bitte ein bisschen Respekt vor dem Alter!“
„Vor dem Alter? Also sorry aber alt werden kann ja wohl jeder davor muss man doch keinen Respekt haben!“
„Dann benimm dich wenigstens wie ein professioneller Arzt!“
„Pfff… Der bekommt doch eh nichts mit. Hört das doch eh nicht.“
„Ja das ist doch kein Grund sich über ihn lustig zu machen!“
„Ist ja gut. Reg dich mal wieder ab. Du kennst den Mann doch eh nicht.“
Gretchen drehte sich von Marc weg und wandte sich wieder Herr Schüren zu. Sie sprach ebenfalls etwas lauter als normal.
„Schwester Sabine und ich bereiten sie gleich auf die OP vor. Sie bekommen dann ein Mittel zur Beruhigung und werden dann in den OP gebracht. Und dort bekommen sie dann eine Narkose und wenn sie wieder aufwachen dann sind sie hoffentlich wieder gesund. Also ihr Herz!“
Der alte Mann schaute Gretchen mit offenem Mund an.
„Was sagen sie da über Schmerz!“
Langsam wurde auch Gretchen etwas ungehalten über die Schwerhörigkeit des Mannes.
Wenn er nichts hört, warum kauft er sich dann kein Hörgerät? Müsste ich hier nicht rumbrüllen. Außerdem lacht Marc sich grade auch wieder schrott.
„IHR HEEERZ WIRD WIEDER GESUND!!! GLEICH IST OP!“
„Achso. Na sagen sie das doch gleich!“
Sabine, die das Spektakel nur beobachtet hatte, lachte in sich hinein. Sie freute sich jedesmal wie ein Schneekönig wenn die Patienten Marc Meier nervten. Manchmal hatte er das ja auch verdient. Außerdem je genervter die beiden waren, desto eher würden sie vielleicht verraten was der Professor um 14h zu verkünden hatte weil sie dann keine Lust haben würden auch noch ihre Fragen abzuwehren. Sabine überlegte sich im Geiste schon, wie sie es anstellen konnte mehr zu erfahren, als sie plötzlich von Marc aus ihren Gedanken gerissen wurde.
„Schwester Sabine? Sie bereiten den Mann auf die OP vor. Frau Doktor Haase und ich machen die Visite allein zu Ende. Sind ja spät dran heute.“ Marc zwinkerte Gretchen zu. Diese hatte die Anspielung auf das Schäferstündchen von heute morgen, weswegen sie ja zu spät dran waren, verstanden und sah Marc böse an.
Muss er immer so anzüglich sein? Aber gut, wenn Sabine den Mann vorbereitet muss ich wenigstens nicht weiter rum schreien. Und vor allem kann sie mich nicht mit Fragen wegen heute Nachmittag löchern.
Den Rest der Visite brachten Marc und Gretchen dann relativ zügig hinter sich, so dass noch Zeit für einen Halt am Schokoautomaten, beziehungsweise eine Zigarette auf dem Balkon, blieb. Gretchen holte grade die Schokolade aus der Öffnung des Automaten als ihr jemand von hinten auf die Schulter tippte. Sie drehte sich um und sah die Person an, die vor ihr stand. Vor Schreck fiel Gretchen die Schokolade gleich wieder runter. Sie hob sie wieder auf und blickte ihrem Gegenüber dann skeptisch ins Gesicht.
„Was willst du denn bitte wieder hier?!“

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schleumel Offline

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22.10.2009 13:44
#60 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

In der Zwischenzeit war Marc auf dem Balkon angekommen und zündete sich seine Zigarette an. Er bemerkte erst, dass er nicht allein war, als sich jemand räusperte. Marc schreckte hoch.
„Ach du bist’s Mehdi. Erschreck mich doch nicht so!“
„Sorry. Ich kann ja nicht ahnen, dass du mal wieder am träumen bist.“
„Ahja! Und? Alle Kinder gesund auf die Welt gebracht?“
„Bis jetzt hab ich noch gar kein Kind auf die Welt gebracht. Dafür habe ich grade 2 Lesben beraten die ein Kind wollen.
Bei dem Wort Lesben wurde Marc hellhörig.
„Achjaaaa?“ grinste er seinen Freund an.
„Meier bitte!!! Du bist mit Gretchen zusammen. Vergiss den Gedanken gleich wieder. Du hättest eh keine Chance, denn die beiden sind, wie ich ja schon sagte, Lesbisch!!!“
„Boar Mehdi!!“
Natürlich hatte Marc einen kurzen Gedanken an die Vorstellung von zwei heißen Frauen in seinem Bett verschwendet, doch es war ihm nicht mal im Traum eingefallen dies in die Wirklichkeit umzusetzen. Schließlich hatte er Gretchen. Und die würden auch 10 Frauen auf einmal nicht ersetzen können, das wusste er.
„Dürfen die denn überhaupt ein Kind zusammen haben?“
„Naja… Sie sind ja nicht verheiratet und es muss ja keiner wissen dass sie lesbisch sind. Wenn sie also einen Spender finden, kann ich die Samen einpflanzen. Dagegen spricht ja nichts.“
„Hmm…“ Marc schwieg eine Weile. Dann entschloss er sich, seinen Freund endlich einmal auf Anna und Lilly anzusprechen. Es war zwar kein angenehmes Thema, aber irgendwie fühlte Marc sich ein bisschen verantwortlich für den Gynäkologen. Sie waren jetzt schließlich wieder befreundet und Freunde redeten doch über alles oder nicht?
„Sag mal Mehdi, hast du eigentlich noch mal was von Anna und Lilly gehört?“
Mehdi schaute augenblicklich traurig zu Boden. Seit Anna mit Lilly abgehauen war, war nun schon eine Weile vergangen, doch Dr. Kaan war offensichtlich noch nicht darüber hinweg. Wie sollte er auch. An einem einzigen Tag hatte er Frau und Kind verloren. Bedrückt antwortete er auf die Frage von Marc.
„Nein leider nicht. Ich weiß auch nicht wo ich mit dem Suchen anfangen soll. Ich meine ich habe wirklich keinen Anhaltspunkt. Ihre Eltern sind ja tot, also kann ich auch nicht darauf hoffen dass sie sich bei denen gemeldet hat.“
„Ach quatsch ihre Eltern wohnen doch drüben...“ verblüfft blickte Marc in das geschockte Gesicht seines Gegenübers. „in Mitte.“
„WAS?“
„Ja, also… Hat sie dir gesagt dass sie tot sind?“
Dr. Kaan war inzwischen ein wenig wütend geworden. Eine weitere Lüge die Anna ihm aufgetischt hatte.
„Ja allerdings! Sag mal hast du ne Telefonnummer oder so?“
„Nein leider nicht. Aber die Adresse müsste ich noch irgendwo haben. Ich werd zu Hause nachgucken und dann ruf ich dich an.“
„Gut.“
Marc klopfte seinem Freund auf die Schulter.
„Kopf hoch. Wir finden sie schon!“
„Ich hoffe es.“
Gedankenverloren verließ Mehdi den Balkon und ging in Richtung Cafeteria. Marc starrte ihm noch eine Weile nach, bemerkte dann dass seine Zigarette schon völlig abgebrannt war und warf sie weg. Dann machte er sich auf die Suche nach Gretchen. Schließlich würde die OP gleich anfangen. Marc hielt zielstrebig auf den Schokoautomaten zu. Wo sonst wenn nicht dort sollte sie schon sein? Als er um die Ecke bog verschlug es ihm fast die Sprache und er hätte sich fast an seinem Kaugummi verschluckt. Gretchen stand da wo er sie vermutet hatte. Doch sie war nicht allein.

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22.10.2009 16:41
#61 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Stürmisch lief Marc auf Gretchen zu.
„Was macht die denn hier“? fragte Marc energisch und riss Gretchen die Schokolade aus der Hand um einmal rein zu beißen.
„Das wollte sie mir glaube ich grade erklären!“
„Ach ne!“ Marc stemmte die Hände in die Seite und sah gespannt zwischen den beiden Frauen hin und her.
„Also Gina, was wolltest du grade sagen?“ fragte Gretchen schließlich.
„Deine Mutter hat mich angerufen! Vor ca. ner Woche!“
Meine Mutter hat WAS? Die kann was erleben wenn ich sie sehe. Moment… Meine Mutter weiß das ja gar nicht vom Polterabend. Das mit dem See… und der Kuss… Ahhh… nicht dran denken. Das alles liegt hinter dir und du bist glücklich mit Marc!
„Warum sollte meine Mutter dich anrufen?“
„Sie hat mir erzählt dass du Alexis verlassen hast und jetzt mit Marc zusammen bist. Und auch dass Alexis einfach abgehauen ist. Aber sie hat mich darum gebeten mit dir zu reden. Ob du dir die Sache mit Alexis nicht noch mal überlegen willst.“
Was fällt meiner Mutter ein? Es wird ja immer besser.
Mittlerweile auf 180 schaltete sich nun auch Marc ein.
„Hör mal Brillenschlange. Gretchen ist glücklich mit mir zusammen und sie überlegt sich hier GAR NICHTS verstanden?“
Während er das sagte, war er Ginas Gesicht immer näher gekommen, jedoch nicht um sie in irgendeiner Art und Weise anzubaggern sondern einfach nur um seinen Worten den erforderlichen Nachdruck zu verleihen. Als er seinen Satz beendet hatte, bemerkte er jedoch wie unangenehm Gina seine Nähe zu sein schien und wie schwer sie bereits atmete. Doch er sagte erst mal nichts dazu und wandte sich dann an Gretchen weil er auch von ihr hören wollte dass sie nicht vor hatte sich das nochmal mit Alexis zu überlegen.
„Hör mal Gina“ sagte Gretchen schließlich leicht säuerlich. „Ich habe, genau wie Marc grade gesagt hat, nicht im Geringsten vor mir die Sache mit Alexis nochmal zu überlegen. Ich meine er ist schließlich einfach so abgehauen ohne mir zu sagen warum und…“
Den Rest behielt Gretchen lieber für sich. Gina Amsel war seit der Sache am Polterabend ganz sicher nicht mehr ihre beste Freundin. Da musste sie auch nicht mehr alles wissen.
„…und ich will ihn nicht wieder zurück haben!“ beendete sie dann ihren Satz.
„Verstehe!“ sagte Gina schließlich. „Aber ich hab jetzt erst mal frei also bleib ich trotzdem hier. Wir können ja heute Abend was zusammen machen?“
Marc lachte laut auf.
„Ja du kannst dich ja vom Hochhaus stürzen. Ich schau dir dabei zu.“ Sagte er dann sarkastisch. Gina drehte sich kurz zu ihm um, doch anstatt auf seinen blöden Kommentar zu reagieren lächelte sie ihn einfach kurz an. Marc war sichtlich verwundert, dachte sich aber doch nichts dabei und wandte sich dann Gretchen zu.
„Kommst du? Wir müssen zur OP.“
Gretchen nickte Marc zu und drehte sich dann noch mal zu Gina um.
„Also Gina du kannst hier nicht einfach so auftauchen und denken dass alles wieder in Ordnung ist. Schließlich hast du behauptet mit Marc geschlafen zu haben. Du hast mich einfach angelogen. Hast mein Glück absichtlich zu verhindern versucht. Und jetzt verlangst du von mir dass ich dir einfach so verzeihe? Das kannst du vergessen, da musst du dir schon was besseres einfallen lassen.“
Gretchen wollte grade Marc hinterher der schon zum Aufzug vorgegangen war als Gina sie noch zurück hielt.
„Mein Therapeut hat gesagt ich soll offen mit euch reden. Und ich will es wirklich wieder gut machen.“
Nett wie Gretchen nun mal war bekam sie gleich wieder ein schlechtes Gewissen zu gemein gewesen zu sein.
„Wir können ja später darüber reden. Ich muss jetzt zur OP.“
Als Gretchen um die Ecke verschwunden war, breitete sich ein fieses Lächeln auf Gina Amsels Gesicht aus. Ja, ihr Therapeut hatte ihr wirklich geraten offen mit Problemen umzugehen. Aber sie war ganz sicher nicht hier her gekommen um alles wieder gut zu machen.

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schleumel Offline

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22.10.2009 17:39
#62 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Gretchen und Marc standen nun beide im OP-Saal. Auf dem Weg hier her hatten sie kein Wort gesprochen, denn beide hingen ihren Gedanken nach. Marc war einfach nur wütend und total genervt dass die Amsel nach allem noch den Mut besaß sich hier blicken zu lassen. Und Gretchen fragte sich was Gina hier wollte. Nur um nochmal über alles zu reden? Das konnte doch nicht alles sein. Noch dazu hatte sie so komisch reagiert nachdem Marc sie angeschrien hatte. Viel Zeit darüber weiter nachzudenken hatte Gretchen aber nicht, denn Marc riss sie aus ihren Gedanken.
„Hasenzahn kannst du bitte mal absaugen? Ich seh hier überhaupt nichts.“
„Ja, sorry. Ich hab grade an Gina gedacht. Was die wohl hier will.“
„Das würde mich auch interessieren.“
Dann mischte sich auch Sabine erstaunt ein:
„Was? Die Frau Doktor Amsel ist hier? Warum denn?“
„Ja das wüssten wir auch gerne.“ Sagte Marc ironisch.“
„Sie hat gesagt sie will mit uns reden und alles wieder gut machen.“ Warf Gretchen schließlich ein.
„Pah! Die kann mir bleiben wo der Pfeffer wächst.“ Marc sah Gretchen eindringlich an. „Und ich will auch nicht dass du dich wieder mit der anfreundest. Haben ja gesehen was die blöde Kuh das letzte Mal abgezogen hat als ihr ‚befreundet‘ ward… Kannste hier bitte nochmal absaugen?“
„Jaaa ich weiß. Aber irgendwie tut sie mir auch leid. Ich mein die Sache mit Jerome.“
„Die hat doch gar kein Mitleid verdient. Ich erinnere dich daran dass sie einfach behauptet hat dass ich sie gebumst hätte.“
„Ja Marc ich weiß. Aber immerhin waren wir mal beste Freundinnen und vielleicht braucht sie ja Hilfe.“
„Ja dann soll sie weiter zu ihrem Therapeuten gehen. Ich hab wirklich keine Lust mich mit der noch weiter abzugeben. Und du solltest das auch nicht. Du kannst doch nicht jedem alles verzeihen.“
„Ach ich weiß. Aber ich würde trotzdem gerne wissen warum sie hier ist.“
Neugierig schaltete sich jetzt auch Sabine wieder ein.
„Ich kann das ja für sie herausfinden. Vielleicht verraten sie mir im Gegenzug ja was der Professor gleich verkünden will.“
„Och Sabine. Sie werden es doch gleich erfahren. Und das mit der Frau Doktor Amsel schaffe ich sicher auch allein. Aber wenn sie mir helfen können dann melde ich mich.“ Beschwichtigte Gretchen die neugierige Krankenschwester.
„Also ich sage dir, die Amsel hat irgendwas vor. Wie die mich angeglotzt hat eben.“ Fügte Marc noch hinzu.
„Na wir werden das ja noch sehen.“ Sagte Gretchen schließlich.
„Ja. Warten wir mal ab. Machst du die Naht?“
„Gerne!“
Nachdem Gretchen den Patienten zugenäht hatte, schob Sabine ihn in den Aufwachraum und Gretchen und Marc wuschen sich und zogen die OP-Kleidung aus. Marc ließ seinen Blick einmal durch den Waschraum gleiten, um sicher zu gehen dass sie alleine waren. Dann ging er auf Gretchen zu und nahm sie in den Arm. Mit beiden Händen umfasste er schließlich ihren Kopf und küsste sie so sanft und zärtlich, dass es sie sofort auf Wolke 7 versetzte. Als er nach einer Weile von ihr abließ, blickte sie ihn fragend an.
„Womit hab ich das denn verdient?“
„Weil du die Herz-OP so gut bewältigt hast… Und damit du nicht vergisst was die Amsel dir wegnehmen wollte.“ Sagte er verschmitzt.
Dann gingen die beiden zusammen Richtung Aufzug um in die Cafeteria zu fahren. Es war bereits viertel vor 2 und gleich würde der Professor seine Neuigkeiten verkünden. Außerdem hatte Gretchen sich nach dem ganzen Stress ein Stück Schokokuchen wirklich verdient. Als die beiden den Aufzug verließen, nahm Marc Gretchens Hand und gab ihr noch einen Kuss. „Ich liebe dich Hasenzahn!“
Dann betraten sie die Cafeteria. Gretchen war glücklich.
Gina Amsel jedoch, die den Kuss und Marcs Liebesbekenntnis von etwas weiter weg beobachtet hatte, ballte ihre Hände zu Fäusten und beschloss dass sie möglichst bald etwas unternehmen musste.

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schleumel Offline

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22.10.2009 21:54
#63 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

In der Cafeteria angekommen setzte Marc sich schon mal an einen Tisch, während Gretchen zwei Kaffee und ein Stück Schokokuchen holte. Sie hatte sich gerade an den Tisch zu Marc gesetzt, als ihr Vater auch schon den Raum betrat und sich vorne vor die Essensausgabe stellte damit jeder ihn sehen konnte. Er sah in die erwartungsvollen Augenpaare seiner Kollegen. Als endlich Ruhe eingekehrt war und jeder gespannt darauf wartete, was der Professor zu sagen hatte, begann Franz mit seiner kleinen Ansprache.
„Liebe Kolleginnen und Kollegen. Wie sie sicher wissen, waren die letzten Wochen für alle von uns sehr anstrengend. Wir haben einen Virus bekämpft und eine Hochzeit erlebt, die Gott sei Dank nicht für die Ewigkeit war.“ Er blickte liebevoll seine Tochter an um ihr zu zeigen dass er sich mit ihr freute dass sie endlich ihr Glück gefunden hatte. „Wir haben neue Freundschaften geschlossen und dabei immer versucht, unseren Patienten die bestmögliche Behandlung zu garantieren. Wie sie sich sicher denken können, ist dieser ganze Stress auch an mir nicht spurlos vorüber gegangen. Und deswegen werde ich mir, seit langem mal wieder, Urlaub nehmen. Und zwar für vier Wochen. Meine Frau und ich werden eine Rundreise durch Südamerika machen.“ Der Professor lächelte stolz, sprach dann aber gleich weiter. „Damit im Krankenhaus aber auch weiterhin alles glatt laufen kann, brauche ich eine geeignete Vertretung für den Zeitraum meiner Abwesenheit. Und da ich selber weiß wie gut es ist jemanden zu haben mit dem Mann sich in neuen Situationen beraten kann, habe ich beschlossen, dass es nicht nur eine Vertretung für mich geben wird, sondern gleich drei.“
Ein Raunen ging durch den Raum. Die Entscheidung des Professors kam für alle unerwartet.
„Und deswegen habe ich beschlossen, dass Frau Doktor Hassmann aus der Neurologie, Herr Doktor Kaan aus der Gynäkologie und der Herr Doktor Meier aus der Chirurgie mich vertreten werden, als Team. Und ich bitte sie alle den dreien den gleichen Respekt entgegen zu bringen den sie mir auch entgegen bringen.“
Franz schaute in die Runde. Es schienen alle die Nachricht gut verkraftet zu haben. Dr. Kaan schien zwar ein bisschen panisch zu sein, aber er würde seine Aufgabe sicher gut machen. Und Frau Doktor Hassmann hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Um sie musste er sich also keine Sorgen machen. Und der Meier hatte ja eh schon Bescheid gewusst.
„Ja. Wenn sonst niemand mehr etwas loswerden will ist die Versammlung dann auch schon wieder vorbei. Ich möchte die drei ‚Auserwählten‘ noch eben in mein Büro zur Besprechung bitten. Alle anderen können wieder an die Arbeit!“
Gretchen hörte Sabine am Nebentisch aufstöhnen. „Das war’s? Ich dachte er verkündet wieder eine Verlobung oder so.“
Franz verließ schnellen Schrittes die Cafeteria, seine drei Vertreter in Spe folgten ihm in sein Büro. Im Büro angekommen schloss Mehdi die Tür hinter sich, er war als letzter ins Zimmer gekommen, und dann warteten die drei darauf, was der Professor ihnen noch zu sagen hatte. Der Professor setzte sich in seinen Stuhl, sah die drei an und kam dann gleich zur Sache.
„Also, ich habe sie drei ausgewählt weil sie die besten sind. Und ich möchte, dass sie als Team zusammen arbeiten. Jeder ist ein gleichwertiges Mitglied des Teams und Entscheidungen werden nur zusammen getroffen, klar?
„Ja Herr Professor“ antworteten die drei wie aus einem Mund.
Na das kann ja heiter werden dachte sich Mehdi, denn er war sich darüber bewusst dass die drei unterschiedlicher nicht hätten sein können. Wahrscheinlich würden sie über Entscheidungen so lange diskutieren müssen bis einer von ihnen genervt nachgab. Aber das würde sich dann zeigen.
Der Professor besprach dann noch ein paar allgemeine Dinge mit den dreien und entließ sie dann auch wieder aus seinem Büro, allerdings mit den Worten:
„Ich lege vollstes Vertrauen in sie alle. Also enttäuschen sie mich nicht.“
Die drei verließen das Büro des Professors und machten sich wieder auf den Weg zu ihren Stationen. Marc genehmigte sich allerdings noch eine Zigarette auf dem Parkplatz. Und auf wen musste er da treffen?
„Ah… Die ungefickte Brillenschlange!“
„Du könntest ruhig ein bisschen netter sein!“
Marc nahm einen kräftigen Zug an seiner Zigarette und blies Gigi anschließend den ganzen Qualm ins Gesicht. Er sah sie zornig an.
„Wozu, du wolltest doch Krieg. Und den sollst du bekommen.“
„Warte ab Meier! Du wirst schon noch bereuen nicht mit mir geschlafen zu haben!“
„Gott!! Geh mal zum Psychiater. Du bist ja völlig irre. Verrückte Schlampe!“
„Ich mach dich fertig Marc!“
„Jaja… Und jetzt verzieh dich!“
Gigi sah ihn noch einmal intensiv an um ihm klar zu machen wie ernst sie es meinte, doch Marc ließ sich nicht beeindrucken und drehte sich von ihr weg um seine Zigarette in Ruhe zu Ende zu rauchen. Gigi stieg in ihr Auto und fuhr in ihr Hotel. Doch etwas sagte Marc, dass er sie sicher nicht zum letzten Mal gesehen hatte.

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schleumel Offline

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23.10.2009 01:35
#64 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Als Marc fertig geraucht hatte, machte er sich wieder auf den Weg in sein Büro. Er dachte die ganze Zeit darüber nach, ob er Gretchen von der Sache eben mit Gigi erzählen sollte. Schließlich wollte er auf keinen Fall, dass sie sich nachher wieder mit dieser armen Irren anfreundete. Andererseits wollte er Gretchen auch nicht unnötig Sorgen bereiten und er nahm die dumme Amsel ja eh nicht ernst. Als er die Tür zu seinem Büro öffnete hatte er sich entschieden. Er würde erst mal nichts sagen. Schließlich würde er ja auch allein mit dieser Schnäpfe fertig werden. Er war schließlich Marc Meier. Was konnte ihm so ein Mauerblümchen schon anhaben? Er war schon mit ganz anderen Frauen fertig geworden. Schließlich hatte er von der Besten gelernt – seiner Mutter.
Marc setzte sich auf seinen Schreibtischstuhl und wollte grade noch ein paar Akten durcharbeiten, denn die hatte er in der letzten Zeit wirklich mehr als vernachlässigt, als auf einmal seine Mutter reingeplatzt kam.
„Marc Olivier!“
„Boar Mutter nenn mich nicht so! Und nächstes Mal kannst du bitte anklopfen!“
„Marc Olivier! Ich habe eine ganz neue Idee für ein Buch gehabt! Du MUSST meinen Entwurf lesen!“
„Mutter ich habe wichtigeres zu tun als deine Romane zu lesen. Dieser Dr. Rogelt geht mir langsam echt auf die Nerven!“
„Hüte deine Zunge Olivier! Deine Mutter ist eine Erfolgsautorin!“
„Ja Mutter.“ Marc gab schließlich nach, seine Mutter würde ihm doch keine Ruhe geben. „Ich lese deinen Entwurf ja. Worum geht’s denn?“
„Doktor Rogelt verliebt sich in eine Außerirdische. Und sie überwinden die Grenzen ihrer Kulturen um zusammen zu sein!“
Marc verdrehte die Augen. Was seine Mutter sich dabei wieder gedacht hatte. Der Vampirroman, oder Epos wie sie es nannte, war ja schon schlimm gewesen aber das hier schien noch alles zu toppen.
Elke Fisher drückte ihrem Sohn das Manuskript in die Hand.
„Und jetzt muss ich auch wieder. Ich habe noch einen Termin beim Frisör und dann werden neue Fotos für meine Buchumschläge gemacht!“
„Wirklich? Ganz toll, Mutter!“ sagte Marc sarkastisch.
Und schon rauschte Elke Fisher davon.
Marc nahm das Manuskript in die Hand und blätterte es durch. Heute blieb ihm wohl nichts erspart. Nicht genug dass er sich mit der Amsel rumschlagen musste, nein, ausgerechnet heute musste seine Mutter ihm auch noch eins von ihren furchtbar kitschigen Büchern zum Lesen geben.
Als sich seine Tür erneut öffnete, hatte er schon befürchtet dass seine Mutter noch einmal zurück gekommen war. Als er jedoch Gretchen in der Tür stehen sah, atmete er erleichtert auf.
„Hey! Was ist denn mit dir los?“
„Ach nichts. Bisschen Stress. Meine Mutter war grade hier. Will dass ich einen ihrer neuen Entwürfe lese.“
„Achso.“
Gretchen merkte wie angespannt Marc war, weswegen sie sich hinter ihn stellte und seine Schultern ein wenig massierte.
„Du bist ja ganz verspannt. Ist das wirklich nur wegen deiner Mutter.“
„Ja. Mach dir keine Sorgen, mir geht’s gut.“
Gretchen versuchte in seinen Augen zu lesen ob er die Wahrheit sagte. Sie konnte zwar sehen dass ihn etwas bedrückte, aber sie hätte nicht sagen können dass das nicht an seiner Mutter lag. Also beließ sie es erstmal dabei und massierte ihn weiter.
„So lange dauert unsere Schicht ja auch nicht mehr.“
„Ja, Gott sei Dank.“
„Darf ich mal an deinen PC?“
„Was willst du denn? Kannst doch eh nicht damit umgehen.“ Witzelte Marc.
„Maaarc!“
„Ja schon gut." Marc stand vom Stuhl auf und ließ Gretchen sitzen.
„Was willst du denn machen?“
„Ich zeige jetzt Alexis an. Habe lange genug gewartet.“
Marc schmunzelte. Zumindest diese Sache wäre also bald geklärt. Jetzt musste er sich nur noch überlegen wie er die Amsel wieder los werden konnte.

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26.10.2009 13:49
#65 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Gretchen hatte grade auf Absenden geklickt als sie sich zu Marc umdrehte und gleich bemerkte, dass er irgendwelchen Gedanken nachhing.
„So fertig, ich hab‘s abgeschickt… Was ist denn los mit dir?“
„Ähh… Nichts… Ich habe nur grade an die Party morgen gedacht. Weiß noch nicht was ich anziehen soll.“
„Party?“
„Ja Hasenzahn. Hab ich dir doch gesagt. Ein alter Freund von mir feiert seinen Geburtstag.“
Allmählich erinnerte Gretchen sich schwach daran dass Marc sowas gesagt hatte.
Upps… Das hab ich jetzt irgendwie… völlig…. vergessen. Scheiiiiße!
„Jaaa…. Geburtstag. Klar. Weiß ich ja noch. Ehm… Haben wir denn ein Geschenk?“
Marc Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. Er kratzte sich nervös am Kopf.
„Ähm? Nein?“
„Und jetzt?“
„Scheiße!“
„Ja das kannst du laut sagen. Aber wir haben ja nach der Arbeit noch Zeit schnell in die Stadt zu gehen. Dann holen wir schnell was.“
„Ok. Gott sei Dank hast du mich dran erinnert. Sonst hätte ich wahrscheinlich morgen Abend erst gemerkt dass ich gar kein Geschenk hab.“
„Was würdest du nur ohne mich machen?!“ fragte Gretchen neckisch.
Marc schenkte ihr ein unverschämtes Grinsen und antwortete schließlich: „Na ich wäre ohne Geschenk zum Geburtstag gegangen und würde immer noch jeden Tag eine andere besteigen!“ Marc lachte sich schrott. Gretchen holte jedoch zum Gegenschlag aus.
„Marc Meier!“ Dann nahm sie alles vom Schreibtisch was nicht allzu hart war und schmiss es nach ihm.
„Hasenzahn!?“ Marc kam auf sie zu und riss sie aus dem Stuhl. „Jetzt kannst du was erleben!“
Sie versuchte sich aus seinem Griff zu lösen, aber er war stärker als sie, und so hatte er auch keine große Mühe sie vom Schreibtisch zur Liege zu ziehen und sie darauf zu werfen. Vorsichtig aber bestimmt drückte er ihre Handgelenke gegen die Liege, so dass sie sich nicht mehr wehren konnte.
„Na Hasenzahn? Was machst du jetzt?“
Gretchen konnte vor Lachen kaum antworten.
„Maaaarc!“
Marc hatte seine sichtliche Freude daran Gretchen zu ärgern also setzte er noch einen drauf und knabberte sanft ihr Ohrläppchen an, weil er genau wusste wie kitzelig sie dort war.
Gretchen war vor Lachen völlig außer Atem. Immer und immer wieder rief sie Marcs Namen und versuchte sich aus seinem Griff zu lösen, doch nichts half. Marc kitzelte sie weiter. Bis er sich schließlich eines besseren besann, und seine Lippen ein Stück runter zu Gretchens Hals wanderten. Nach einem kurzen Moment, hatte Gretchen dann auch aufgehört zu lachen. Sie schloss die Augen und genoss Marcs zärtliche Berührungen. Sie liebte es wenn er so nah bei ihr war. Sie atmete tief ein und zog seinen Duft in sich auf.
Hmmm… Er riecht immer so gut.
Nach einer Weile bemerkte Gretchen, dass Marc ihre Handgelenke kaum noch festhielt, also befreite sie ihre rechte Hand und strich ihm damit über den Rücken. Wenige Augenblicke später waren sein Kittel und sein Hemd, sowie auch ihre Bluse auf dem Boden gelandet. Gretchen hatte mittlerweile beide Hände befreit und strich nun mit beiden erneut über seinen muskulösen Rücken, hoch zu seinen Schulterblättern und weiter hoch zu seinem Kopf. Sie zog ihn zu sich hoch und die beiden küssten sich stürmisch.
Auf einmal öffnete sich die Tür und Sabine betrat den Raum. Sie schaute erst zum Schreibtisch und begann zu reden. „Herr Doktor, der Patient in der 4 hat Schmerzen. Soll ich…“ weiter kam sie nicht denn dann bemerkte sie dass am Schreibtisch niemand saß und sie schaute rüber zur Liege, wo Marc und Gretchen wie zwei Hühner aufgeschreckt waren und hektisch ihre Sachen zusammen suchten.
„RAUS!“ fuhr Marc sie an während er sein Hemd wieder zuknöpfte.
„Wir kommen gleich nach!“ rief Gretchen Sabine noch nach, während sie sich bückte um unter der Liege ihre Schuhe hervor zu holen.
Zusammen mit ihren Schuhen, zog Gretchen allerdings noch etwas anderes unter der Liege hervor. Ihre Mine verfinsterte sich augenblicklich. Wütend hielt sie einen pinkfarbenen Tanga hoch.
„Kannst du mir sagen was der hier zu suchen hat?“
Marc schien genau so überrascht über den Tanga zu sein wie Gretchen.
„Ich habe keine Ahnung. Wirklich!“
„Ja klar. Der liegt also nur rein zufällig hier rum!“
Gretchen stürmte wütend zu Türe. Sie hatte die Türe bereits geöffnet da hielt Marc sie noch einmal zurück.
„Hasenzahn! Warte doch mal!“
Er hielt sie fest und drehte sie zu sich um. Sie sah ihn nicht an aber er konnte sehen dass eine Träne aus ihrem Gesicht auf den Boden tropfte. Er legte einen Finger unter ihr Kinn und hob ihren Kopf leicht an, damit sie ihm in die Augen sah.
„Ich weiß wirklich nicht was das Ding hier zu suchen hat. Vielleicht ist der noch von Gabi. Oder was weiß ich. Ich habe damit wirklich nichts zu tun. Ehrlich!“
Gretchen sah im direkt in die Augen. Sie erinnerte sich daran was sie einst gesagt hatte. Vertrauen ist das Wichtigste. Und da wusste sie auf einmal dass er die Wahrheit sagte. Wenn er log sah er sie nie so direkt an.
„Schön. Und wie kommt das Ding nun hier her?“
„Ich weiß es wirklich nicht.“ Er nahm ihre Hände in seine. „Du musst mir vertrauen!“
Gretchen lächelte, bereits wieder etwas besänftigt.
„Das tue ich.“ Sagte sie schließlich und wollte sich grade auf den Weg ins Stationszimmer machen um zu fragen was Sabine eben gewollt hatte. Marc folgte ihr. Auf halbem Weg fiel ihm allerdings ein, dass er im Eifer des Gefechts wohl seinen Pieper irgendwo im Büro hatte liegen lassen. Also rannte er zurück ins Büro und fand den Pieper auf dem Schreibtisch. Bei der Gelegenheit schnappte er sich auch gleich die Zigaretten von der Fensterbank und warf einen kurzen Blick aus dem Fenster.
Er stockte als ihm klar wurde wen er da sah.
„Was? Die ist doch eben weggefahren… Was macht die denn wieder….?“ Murmelte er und dann dämmerte es ihm. „Diese blöde Kuh!“
Wutentbrannt rannte Marc zur Treppe, in seiner Kitteltasche der pinkfarbene Tanga. Hoffentlich erwischte er die blöde Amsel noch bevor sie wieder weg war.

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schleumel Offline

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26.10.2009 19:31
#66 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Er rannte die Treppe hinunter und wäre fast gestolpert als er unten ankam weil er so viel Schwung hatte. Er konnte sich aber schnell genug fangen und rannte dann weiter Richtung Türe. Als er die Türe öffnete und raus rannte, konnte er sehen wie die Amsel grade ihr Auto gestartet hatte. Sie hatte eben ausgeparkt, als Marc ihr regelrecht vors Auto sprang, was sie zum stehen bleiben zwang. Da sie ahnte was nun folgen würde, kurbelte sie schon mal das Fenster runter und blickte dann erwartungsvoll in Marcs wütendes Gesicht. Marc polterte auch gleich drauf los.
„Kannst du mir mal erklären was das soll?“
Er hielt ihr den pinken Tanga entgegen. Sie hingegen setzte eine Unschuldsmine auf und sah ihn zuckersüß an.
„Ich weiß wirklich nicht wovon du redest.“
„Das weißt du also nicht, ja?!“
„Ich bitte dich. Gretchen wird noch früh genug merken dass du dich nicht geändert hast.“
Wutentbrannt schmiss Marc der Amsel den Tanga ins Gesicht und schrie sie an.
„Jetzt hör mal gut zu. Du wirst mehr brauchen um Gretchen und mich auseinander zu bringen. Wir lieben uns nämlich. Da kann so eine dahergelaufene Schnäpfe wie du auch nichts dran ändern.“
Gina Amsel lachte kalt.
„Marc bitte. Das war doch erst der Anfang. Oder hast du wirklich geglaubt ich hätte nicht mehr drauf als einen blöden Tanga unter deiner Liege zu verstecken. Das sollte sie nur misstrauisch machen. Dass sie dich deswegen nicht gleich verlässt war mir schon klar. Das kommt später.“
„Duuu!“ Marc fehlten die Worte um auf das eben gehörte zu reagieren. Für so eiskalt hatte er die Amsel nicht gehalten aber wenn sie unbedingt wollte, er würde jedenfalls weder aufgeben noch verlieren. So viel war sicher.
„Du wirst dir noch wünschen du hättest nie damit angefangen!“ sagte Marc schließlich.
„Komisch. Dasselbe wollte ich grade zu dir sagen!“
Marc kochte vor Wut.
„Du kannst mich mal!“ warf er ihr schließlich entgegen und ging wieder zurück ins Krankenhaus. Sie sah ihm noch eine Weile nach.
„Wenn du wüsstest wie gerne…“ murmelte sie, und startete dann den Wagen um diesmal wirklich zurück zum Hotel zu fahren.
Marc stürmte die Treppe hoch und dann ins Stationszimmer. Ein wenig außer Atem kam er dort an. Gretchen und Sabine sahen auf als er den Raum betrat. Marc versuchte schnell abzulenken.
„Was wollten sie eben Sabine als sie mal wieder ohne anzuklopfen einfach reingeplatzt sind?“ fragte Marc leicht gereizt.
„Er hatte Schmerzen. Ich hab ihm was gegeben.“ Warf Gretchen ein.
„Gut.“ Marc schaute die beiden noch einmal an um darauf zu warten ob es sonst noch etwas gab. „Ich bin dann mal in meinem Büro. Wenn irgendwas ist. Und bitte ANKLOPFEN!“
Den Rest der Schicht verbrachte Marc dann auch in seinem Büro. Er dachte darüber nach was er gegen die Amsel tun konnte. Hatte er sie anfangs nicht ernst genommen, so merkte er nun doch wie ernst sie es meinte und dass sie ihm, ob er wollte oder nicht, gefährlich werden konnte. Er konnte ja nicht ahnen was sie als nächstes planen würde. So verrückt wie die Alte war, traute er ihr alles zu. Irgendwie musste er der Sache ein Ende setzen. Irgendwie ihren wunden Punkt finden. Er saß eine ganze Weile einfach nur so da und dachte nach, bis er von einem Klopfen aus seinen Gedanken aufgeschreckt wurde. Er blickte rüber zu Tür und sah Gretchen.
„Ich warte schon auf dich. Unsere Schicht ist seit 15 Minuten zu Ende und wir müssen doch noch in die Stadt. Wegen des Geschenks.“
Marc sah auf seine Armbanduhr. Er hatte gar nicht gemerkt wie schnell die Zeit vergangen war. Schließlich stand er auf und folgte Gretchen ins Stationszimmer, wo er sich noch schnell umzog. Dann machten sie sich auf den Weg in die Stadt. Sie mussten ja schließlich noch dieses blöde Geschenk besorgen. Da hatte Marc gar keine Lust zu, dafür ging ihm einfach zu viel durch den Kopf. Aber was sollte er machen. Sie brauchten das Geschenk ja, und er wollte Gretchen auch nicht die Laune verderben. Sie freute sich ja immer so aufs Shoppen, auch wenn es nicht für sie selbst war. Marc versuchte also sich nichts anmerken zu lassen, schließlich wollte er Gretchen nicht auch noch damit belasten. Und so parkte er den Wagen, holte ein Parkticket und die beiden machten sich auf.

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schleumel Offline

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26.10.2009 21:33
#67 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Als Gretchen und Marc wieder zu Hause waren, hatten sie für den Geburtstag eine Flasche südafrikanischen Rotwein und ein Buch ausgesucht. Nicht sehr einfallsreich, aber die beiden hatten sich irgendwie nicht einigen können und hatten dann auch keine Lust mehr gehabt, noch großartig weiter zu suchen.
Marc zog schnell seine Schuhe aus und warf seine Jacke übers Sofa.
„Ich geh mal duschen!“ rief er Gretchen zu, die sich grade in der Küche einen Kakao machte.
Was ist denn mit dem los heute? Weicht mir schon den ganzen Tag aus. Ob ihn irgendwas bedrückt? Ich hoffe ja er sagt es mir wenn es so sein sollte. Gut war er in sowas ja noch nie. Vielleicht ist es auch nichts weiter. Er ist sicher einfach nur müde. Ob ich ihn unter der Dusche mal ein bisschen aufmuntern soll?
Gretchen stellte ihren Kakao auf den Tisch und streifte sich alle Klamotten ab. Dann betrat sie das Badezimmer und huschte zu Marc unter die Dusche. Der bemerkte Gretchen erst nicht, und erschrak deswegen umso mehr, als er sich sein Shampoo nehmen wollte und sich zu ihr umdrehte. Erschrocken ließ er das Shampoo fallen.
„Man Marc! Ich bin’s nur. Musst ja nicht gleich in Ohnmacht fallen.“ Sie lachte, bemerkte aber schnell dass er das nicht so lustig zu finden schien.
„Ich kann ja nicht ahnen dass du dich heimlich zu mir unter die Dusche schleichst und mich beobachtest.“
Na der hat sich aber schnell gefangen. Und immer bereit für den nächsten Spruch!
„Also ich hab dich überhaupt nicht beobachtet. Ich wollte nur… bei dir sein!“
Natürlich hatte sie ihn auch ein bisschen beobachtet. Er sah schließlich zum anbeißen aus. Aber das musste er ja nicht wissen.
„Na komm her!“ Marc streckte ihr seine Arme entgegen, worauf sie einen Schritt auf ihn zu machte und seine Arme sich um sie schlossen. So standen sie eine Weile unter der Dusche, das warme Wasser prasselte auf sie herab und Gretchen spürte Marcs warme Haut auf ihrer. Sie drückte sich noch ein bisschen mehr an ihn und genoss seine Nähe. Sie fühlte seinen heißen Atem an ihrem Ohr und sie durchfuhr ein leichter Schauer vor Glück. Marc ließ Gretchen kurz los und drehte sie um, so dass sie mit dem Rücken vor ihm stand. Dann kam er wieder näher, und drückte sie an sich. Sie konnte seine Erregung genau spüren und wollte sich grade schon wieder umdrehen um ihn zu küssen, doch er hielt entschieden dagegen und ließ es nicht zu dass sie sich umdrehte. Stattdessen nahm er ihr Duschgel und rieb sich ein wenig davon zwischen die Hände, um dann ihren Rücken damit einzuseifen. Langsam fuhren seine Hände über ihren Rücken und kneteten dabei ihre Schulterblätter. Immer wieder hauchte er ihr zärtliche Küsse auf den Nacken und sie bekam dabei fast jedes Mal eine Gänsehaut. Seine Hände wanderten weiter runter zu ihrem Hintern, den er ebenfalls sanft streichelte. Grade als seine Hände sich ihren Weg wieder nach oben zu ihren Brüsten gebahnt hatten, und sie sich ihm endlich ganz hingeben wollte, ging auf einmal das Licht im Badezimmer aus und das Wasser wurde kalt.
„Scheiße!“ rief Marc, stellte das Wasser aus und zog sich einen Bademantel an.“
„Was ist denn los? Was war das?“ fragte Gretchen verwundert.
„Bestimmt die blöde Sicherung. Ich geh eben in den Keller und mach sie wieder rein.“ Fröstelnd kam Gretchen aus der Dusche.
„Ok.“
Während Marc runter in den Keller rannte, wunderte er sich noch warum die Sicherung rausgeflogen war. Bis jetzt war das eigentlich noch nie passiert. Und allein das Licht und der Durchlauferhitzer für das Wasser konnten ja keine Belastung für das Stromnetz in seiner Wohnung darstellen. Doch als er im Keller ankam und den Sicherungskasten öffnete, sah er schon was es mit der Sache auf sich hatte. Wütend nahm er einen kleinen Klebezettel vom Sicherungskasten und legte den Schalter wieder um.
Dann las er was auf dem Zettel geschrieben stand:
„Ich habe dich gewarnt Meier! Du wolltest es nicht anders. Das ist der Anfang vom Ende!“
Wütend zerknüllte Marc den Zettel in seiner Hand. Dann ging er wieder hoch zu Gretchen.
„Sicherung ist wieder drinnen. Weiß auch nicht warum die rausgeflogen ist.“
„Vielleicht musst du mal mit dem Hausmeister reden?“
„Ja.. Mal gucken.“ Marc warf den zerknüllten Zettel in den Mülleimer in der Küche und setzte sich zu Gretchen aufs Sofa.

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schleumel Offline

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27.10.2009 16:18
#68 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen als Gretchen aufwachte wollte sie sich grade zu Mac drehen und sich noch einmal an ihn kuscheln, als sie bemerkte dass er nicht da war. Müde quälte sie sich aus dem Bett und stellte schließlich fest, dass Marc schon wach war und rauchend auf dem Balkon stand. Also ging sie schon mal in die Küche und schaltete die Kaffeemaschine an und warf einen Blick in den Kühlschrank.
Mal wieder nichts da. Ok. Eigentlich ist ja schon was da. Nur keine Schoko. Muss Marc noch beibringen dass er die auch einkauft. Brauche die ja schließlich.
In diesem Moment merkte sie, wie zwei Arme ihre Hüfte umschlungen und ihr ein Lippenpaar einen Kuss auf den Nacken hauchte.
„Na, Prinzessin. Auch schon wach?“ sie drehte sich um und sah in Marcs grinsendes Gesicht.
Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass sie wirklich ganz schön lange geschlafen hatte. Entsetzt knallte sie den Kühlschrank zu und wollte grade ins Bad rennen um sich fertig zu machen.
„Wie kannst du nur so ruhig hier rum sitzen. Es ist fast 11 und unser Dienst hat um 10 angefangen. Warum hast du mich nicht wach gemacht?“ schrie sie panisch während sie versuchte sich aus seinem Griff zu lösen.
„Hasenzahn. Heute ist Samstag. Wir haben heute und morgen noch frei. Weißt du noch?!“
Erleichtert atmete Gretchen aus.
„Ach ja…“
„Dein Vater hat doch gesagt bevor er weg ist sollen wir uns nochmal ausruhen. Und da deine Eltern Montag weg sind…“
„Ja hab ich völlig vergessen.“
„Macht ja nichts Hasenzahn.“ Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und machte sich dann auf nach unten um die Zeitung aus dem Briefkasten zu holen. Wieder oben angekommen, knallte er die Zeitung auf den Tisch, wobei ein kleiner Zettel rausflog. Gretchen hob den Zettel auf und las laut vor.
„Genieße es, solange du noch kannst!“ Geschockt hechtete Marc zu ihr und riss ihr den Zettel aus der Hand.
„Ist so ne blöde Versicherungswerbung. Die hab ich letztens schon mal irgendwo gesehen.“ Sagte er und warf den Zettel anschließend direkt in den Müll.
„Mein Gott. Mach doch nicht gleich so einen Aufstand wenn‘s nur ne blöde Werbung ist.“
Marc merkte wie seltsam sein Verhalten grade auf Gretchen wirken musste.
„Ja tschuldigung. Aber ich… mag eben einfach keine Werbung.“
„Aaaahh jaaaa…“
Gretchen nahm sich eine Tasse aus dem Schrank und füllte Kaffee hinein. Sie nahm einen Schluck.
„Sag mal Marc, wann fängt das heute Abend eigentlich an? Und was soll ich überhaupt anziehen?“
„Es beginnt um neun. Wie wär‘s wenn du das schwarze Kleid anziehst was du bei dem Essen mit meiner Mutter an hattest?“
„Ist schwarz nicht ein bisschen zu trist für einen Geburtstag?“
Marc grinste frech.
„Nein glaub mir, schwarz ist heiß!“
Er kam auf sie zu und gab ihr einen Kuss. Gretchen erwiderte diesen, wollte sich dann aber wegdrehen und ins Bad gehen um sich nun doch in Ruhe fertig zu machen. Marc hielt sie jedoch fest.
„Hiergeblieben Hasenzahn!“
Wieder küsste er sie, diesmal ein bisschen fordernder als zuvor. Dann nahm er ihr die Tasse aus der Hand und stellte sie auf dem Küchentisch ab, und zog sie Richtung Sofa.
„Wir wurden jetzt zwei Mal dabei unterbrochen. Irgendwann müssen wir das hier ja mal zu Ende bringen.“ Hauchte er ihr ins Ohr und ließ sich mit Gretchen aufs Sofa fallen.


schleumel Offline

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28.10.2009 23:15
#69 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Gretchen trat nervös von einem Fuß auf den anderen. Marc sah sie noch einmal aufmunternd an und drückte dann auf die Klingel. Wenige Augenblicke später öffnete ihnen ein gut aussehender Mann in Jeans und Hemd die Türe. Als besagter Mann Gretchen und vor allem Marc sah, breitete sich ein Lächeln aus seinem Gesicht aus und er begrüßte seinen alten Studienfreund stürmisch.
„Meier!! Schön dich zu sehen. Kommt doch rein!“
Er umarmte Marc und gab Gretchen die Hand und bat dann beide rein. Marc drückte seinem Freund das Geschenk in die Hand und stellte dann seine Begleitung vor.
„Thomas, das ist Gretchen! Gretchen, das ist mein Studienkollege Thomas.“
Ein wenig verlegen reichte Gretchen Thomas nochmal die Hand.
„Hi!“
„Hallo schöne Frau.“ Er zwinkerte ihr zu. „Nenn mich einfach Tom!“
Dann drehte Tom sich zu Marc um.
„Wo findest du nur immer diese bezaubernden Frauen?“
Plötzlich stockte Tom.
„Oder hast du etwa…. dafür bezahlt?“ fragte er ein wenig leiser.
Marc lachte laut auf.
„Nein nein! Gretchen ist meine Freundin. Sie arbeitet mit mir im Krankenhaus.“
Gretchen war inzwischen ein wenig rot angelaufen und Tom war seine Frage nun auch sichtlich peinlich.
„Tut mir leid ich… wusste ja nicht… ich meine… wir reden über Marc Meier!“
Weil Gretchen es sich nicht gleich mit Tom verscherzen wollte, machte sie keinen großen Aufstand und nahm die Entschuldigung gleich an, auch wenn sie schon ein wenig beleidigt war dass Tom sie für eine Prostituierte gehalten hatte.
Plötzlich klingelte es an der Tür.
„Oh, ich muss eben aufmachen. Geht doch schon mal in den Garten und macht es euch bequem. Getränke sind auch draußen!“ und schon hatte Tom sich weggedreht und widmete sich den nächsten ankommenden Gästen.
Marc und Gretchen gingen durchs Wohnzimmer in den Garten. Draußen setzten sie sich auf eine Bank.
„Nette Freunde hast du da.“
„Ach komm schon Hasenzahn. Das war doch nicht böse gemeint.“
„Hallo? Der hat mich grade für eine Nutte gehalten. Was kann man daran schon falsch verstehen? Ich hätte nicht das schwarze Kleid anziehen sollen.“
„Ich glaube dass er dich dafür gehalten hat liegt weniger an dir als an mir.“
„Warum? Willst du mir sagen du bist früher mit Nutten ausgegangen?“
„Das ist jetzt echt schon ewig her!“
„Ich fass es nicht! Hattest du solchen Notstand oder was?“
Gretchen konnte nicht fassen was sie da gehört hatte. Dass er kein Unschuldsengel war, das wusste sie, aber das war dann doch ein bisschen viel.
„Boar ich hatte halt keinen Bock erst eine aufzureißen also hab ich mir eine bestellt. Außerdem war das nur Escortservice und kein Sex. Das ist was ganz anderes. Oder wo denkst du hab ich Anna kennen gelernt?“
Gretchen hatte sich schmollend von ihm abgewendet. Sie hatte die Arme verschränkt und blickte durch den Garten.
„Man Gretchen. Das ist doch jetzt schon ewig her. Ich würde sowas doch nie mehr machen.“
Irgendwie hatte Gretchen keine Lust zu streiten und außerdem wusste sie ja selber dass die Sache mit Anna schon ewig her war. Hauptsache war ja wirklich dass er sowas jetzt nicht mehr machte.
Marc nahm ihre Hand.
„Komm schon Hasenzahn. Du weißt doch dass ich dich… also… äh… hier… liebe.“ Druckste er rum.
Gretchen drehte sich zu ihm und sah in seine schönen grünen Augen, die sie treu ansahen. Warum konnte sie nie lange sauer auf ihn sein?! Schließlich erlöste Gretchen Marc mit einem Kuss der sich gewaschen hatte. Der Kuss schien ewig zu dauern und beide vergaßen alles um sich herum. Marc drückte Gretchen ein wenig an sich und hielt sie in seinem Arm. Als sie sich schließlich nach einer Weile voneinander lösten, schaute Gretchen Marc grinsend an.
„Was ist? Hab ich was im Gesicht?“ Marc wischte sich mit dem Handrücken über den Mund.
„Nein. Im Gesicht nicht.“ Sie schaute an ihm herunter und als er ihrem Blick folgte da bemerkte er dann auch was sie meinte.
„HASENZAHN!“ rief er fauchend und bedeckte die betreffende Stelle dann mit seiner Hand in der er noch sein Bier hielt.
„Du kleines Luder!“
Gretchen lachte triumphierend.
„Na warte Hasenzahn!“ presste Marc hervor und zog sie mit seiner freien Hand zu sich und begann damit ihren Hals zu küssen und ihr sanft über den Rücken zu streichen.
Hmm…. Warum weiß er denn dass der Hals meine Schwachstelle ist? Wie soll ich jetzt widerstehen? Ich kann doch jetzt nicht hier… Ich bleibe standhaft! Werde jetzt an was anderes denken. Zum Beispiel an einen Haufen Hundescheiße. Oder ein Blinddarm. Oder ein Pavianhintern. Oder ein… Hmmm…. Maaaaarc!
Als Marc dann aufhörte Gretchen zu küssen, sah sie ihn schwer atmend an. Diesmal lachte er sie triumphierend an.
Auf einmal stand Gretchen mit Schwung auf, und riss ihn dabei mit sich hoch.
„Kommst du bitte mal mit hinters Haus? Wir müssen REDEN!!!“ und schon hatte sie sich umgedreht und schleifte Marc hinter sich her, der jetzt noch umso mehr grinsen musste, hatte er es doch mal wieder geschafft.
Und schwupps, waren die beiden um die Ecke verschwunden.


schleumel Offline

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29.10.2009 14:26
#70 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Gretchen lehnte sich an die Wand und zog Marc zu sich. Dann begann sie damit ihn stürmisch zu küssen. Marc wollte ihr die ganze Zeit etwas sagen doch sie ließ ihn wegen ihrer Küsse nicht richtig zu Wort kommen. Schließlich nahm er seinen Kopf ein wenig nach hinten und hielt sie an den Schultern fest damit sie seinem Gesicht nicht mit ihrem folgen konnte.
„Hasenzahn! Was ist wenn uns hier jemand erwischt?“
Gretchen sah ihn verliebt an und schaffte es irgendwie doch an ihn ran zu kommen. Sie küsste ihn leidenschaftlich.
„Uns erwischt sicher keiner!“
Wieder zog sie ihn ein Stück an sich ran um ihn besser küssen zu können.
„Und wenn doch?“
Sie sah ihn etwas bestürzt an.
„Willst du etwa nicht? Findest du mich nicht mehr sexy?!“
Marc stöhnte auf. Dass Frauen aber auch immer über 10 Ecken denken mussten.
„Natürlich finde ich dich sexy.“ Er strich ihr sanft mit der Hand durch die Haare und über die Wange und küsste sie dann zärtlich. „Aber ich will einfach nicht hier erwischt werden.“
Ein wenig enttäuscht brummte Gretchen etwas vor sich her und sah zu Boden. Marc holte sein Handy raus und tippte darauf herum.
Na toll! Da bin ich einmal spontan und will heißen Sex mit ihm und dann sowas. Der feine Herr Oberarzt will nicht erwischt werden. Und jetzt tippt er da auf seinem blöden Handy rum als wäre nichts gewesen! Super!
Auf einmal merkte Gretchen wie Marc ihre Hand nahm.
„Na komm wir hauen ab!“
„Aber Marc… Wir können doch nicht einfach…. Willst du nicht wenigstens schnell Tschüss sagen?“
„Habe ihm grade eine SMS geschrieben dass wir einen Notfall hatten und weg mussten.“ Er grinste sie an und zog sie dann hinter sich her Richtung Auto. Sie setzten sich rein und Marc fuhr mit quietschenden Reifen los.
„Wo fahren wir denn hin? Nach Hause geht’s doch da links lang.“
„Wir fahren ja auch nicht nach Hause.“
Marc grinste verschmitzt und gab dann noch ein bisschen mehr Gas um schneller ans Ziel zu kommen.
„Marc du fährst ja aus Berlin raus. Was soll denn das?“
„Lass dich überraschen Hasenzahn!“
Hat wohl wirklich keinen Zweck ihn weiter auszufragen. Er sagt mir ja doch nichts. Bin ja mal gespannt wo ich gleich lande.
Als sie ein ganzes Stück außerhalb von Berlin waren, bog Marc links in eine Straße ab, die direkt an einem kleinen Bach entlang führte. Nach ein paar hundert Metern parkte Marc das Auto und öffnete Gretchen die Türe.
„Mach jetzt mal die Augen zu Hasenzahn.“
Gretchen wusste zwar nicht wozu, tat dann aber doch worum Marc sie gebeten hatte. Sie hörte noch wie Marc irgendwas aus dem Kofferraum holte und bemerkte dann wie er ihre Hand nahm und sie irgendwo hin führte. Als sie ein kleines Stück gegangen waren ließ er ihre Hand los und meinte „Warte mal kurz.“
Dann kam er wieder zu ihr.
„Kannst die Augen jetzt auf machen.“
Gretchen sah erst ihn und dann die Decke auf dem grünen Gras liegen die er ausgebreitet hatte. Erfreut ließ sie sich auf die Decke fallen, legte sich auf den Rücken und blickte in den klaren Himmel, an dem tatsächlich ein paar Sterne zu sehen waren. Marc legte sich schließlich neben sie und nahm wortlos ihre Hand. Eine Weile lagen die beiden so nebeneinander ohne sich anzusehen oder miteinander zu reden. Doch dann drehte Marc sich plötzlich zu Gretchen um und streichelte über ihren Bauch. Gretchen lächelte Marc zufrieden an.
„Es ist wirklich schön hier Marc.“
„Ich weiß. Viel besser als eine Ecke hinter irgendeinem Haus.“ Er zwinkerte ihr zu. Lachend stimmte sie ihm zu.
Dann richtete Marc sich ein wenig auf und schob ihr Kleid ein Stück hoch. Langsam strich er mit seiner Hand über ihren Oberschenkel. Er hörte wie Gretchen laut ausatmete und bemerkte wie sie ihre Hand in seinen Haaren vergrub. Er schmunzelte zufrieden und kniete sich schließlich zwischen ihre Beine. Immer wieder küsste er die Innenseite ihrer Oberschenkel und umfasste dabei mit beiden Händen ihre Hüfte. Er wanderte mit seinem Mund ein Stück höher zu ihrem Bauch, den er ebenfalls mit Küssen bedeckte, während seine Hände auch eine Etage höher zu ihren Brüsten gewandert waren. Gretchen stöhnte unter seinen Berührungen leicht auf und zog schließlich seinen Kopf hoch um ihn zu küssen. Nach einem langen leidenschaftlichen Kuss, löste Marc sich leicht von Gretchen und seine Lippen fuhren ihren Hals entlang hinunter zu ihren Brüsten die er nun zärtlich küsste. Dann sah er kurz auf und schmiss sein Jackett und sein Hemd neben sich auf die Wiese. Gretchens Hände wanderten seinen Rücken entlang, hinunter zu seinem Hintern und schließlich hatte Gretchen geschickt seine Hose geöffnet und sie ihm abgestreift. Marc wusste genau wie sehr Gretchen ihn wollte doch er beschloss, sie noch ein wenig zu ärgern und wanderte mit seinen Lippen noch einmal ihren Körper entlang hinunter zu ihrer kleinen schwarzen Unterhose. Diese zog er ihr schließlich unter Küssen und mit der Hilfe seiner Hände und Lippen aus und schmiss sie ebenfalls auf den Klamottenhaufen neben sich. Seine Boxershorts gesellte sich schließlich auch zu Gretchens Unterhose und er küsste sie noch einmal sanft. Er sah sie mit seinen sanften grünen Augen an und strich ihr mit einem Finger über die Wange, ihren Hals entlang bis zu ihrem Dekolleté.
„Ich liebe dich, Gretchen.“ Hauchte er ihr noch ins Ohr bevor sie ihn in sich spüren konnte. Sie schlang ihre Arme um ihn.
„Und ich liebe dich Marc Meier“ sagte sie leise, aber doch so dass er es hatte hören können.
Zwanzig Minuten später lagen beide erschöpft nebeneinander und schauten in den Sternenhimmel. Auf einmal deutete Marc mit der Hand in dem Himmel.
„Eine Sternschnuppe! Hast du sie gesehen?“ Gretchen nickte. „Dann wünsch dir schnell was. Aber nicht verraten was, sonst geht es nicht in Erfüllung Hasenzahn.“
Gretchen schloss die Augen und atmete tief ein.
Ich wünsche mir dass alles so wunderbar bleibt wie es ist. Und Marc und ich zusammen alt werden.
Gretchen rutschte ein Stück näher an Marc ran und kuschelte sich an ihn, während er einen Arm um sie legte. Sie lagen noch eine Weile da und schauten glücklich in den Himmel, nichtsahnend der schweren Prüfung, die ihre Liebe bald würde bestehen müssen, und die eine gewisse Person für die beiden bereit hielt.


schleumel Offline

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29.10.2009 16:58
#71 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Nach ihrem kleinen Ausflug waren die beiden wieder nach Hause gefahren und waren müde ins Bett gefallen.
Als Marc am nächsten morgen aufwachte, hatte er einen total trockenen Hals. Müde und von Kopfschmerzen geplagt quälte er sich aus dem Bett. Gretchens Bettseite war leer. Sie war wohl schon aufgestanden. Marc schleifte sich in die Küche und stellte die Kaffeemaschine an. Dann schnappte er sich eine Zigarette aus der Packung, nahm das Feuerzeug vom Wohnzimmertisch und ging raus auf den Balkon. Er nahm einen ersten Zug von seiner Zigarette und atmete tief ein. Er genoss die kühle Luft weil sie ihm dabei half wach zu werden. Woher hatte er eigentlich diese Kopfschmerzen und dieses Pappmaul? Er kratzte sich mit der linken Hand am Kopf und versuchte sich an gestern zu erinnern. Er war mit ihr nach Hause gefahren und sie waren wie zwei Steine ins Bett gefallen. Sie hatte sich an ihn gekuschelt und kurz darauf war er eingeschlafen.
Er drückte die Zigarette aus und ging wieder rein in die Küche und nahm sich eine Tasse aus dem Schrank. Dann goss er sich Kaffee ein.
„Gretchen willst du auch Kaffee?“ rief er durch die Wohnung, doch er bekam keine Antwort.
„Gretchen?“ rief er ein wenig lauter, doch wieder nichts. „GREEEEETCHEEEN!!!“
Doch Marc bekam wieder keine Antwort, was ihm so langsam doch ein wenig komisch vorkam. Gut, es war auch schon nach 1 Uhr Mittags. Er verstand selber nicht wie er so lange hatte schlafen können. Vielleicht war sie ja einkaufen oder so. Aber Moment Mal. Heute war ja Sonntag, wo also sollte sie schon sein?
„Gretchen wo steckst du?“
Er schaute im Bad nach, vielleicht lag sie ja in der Badewanne und war vertieft in ein Buch oder so. Aber im Badezimmer war es dunkel. Zur Sicherheit schaltete er das Licht doch an aber hier war Gretchen nicht. Er rannte ins Schlafzimmer um zu gucken ob er sie vielleicht blöderweise im Bett übersehen hatte oder so. War zwar unwahrscheinlich aber gucken konnte man ja. Doch hier war sie auch nicht.
Da sah er sein Handy auf dem Nachttisch liegen. Als er grade danach greifen wollte, sah er auf dem Boden etwas liegen. Vorsichtig hob er das Tuch auf. Es war ein einfaches weißes Tuch, doch es war mit irgendwas getränkt worden, es roch irgendwie seltsam. Nach Lösungsmittel oder so. Direkt neben dem Tuch fand Marc dann noch einen kleinen Zettel. Als er den Zettel aufhob, zitterte seine Hand. Er befürchtete schon Schlimmes. „Ich hatte dich gewarnt. Jetzt ist es zu spät!“ las er laut vor. Dann drehte er den Zettel um und las weiter. „Und wehe du informierst die Polizei, dann siehst du sie nie wieder!“
Geschockt ließ Marc sich auf die Bettkante fallen wobei ihm der Zettel aus der Hand glitt. Jetzt wusste er auch warum er so lange geschlafen hatte und woher die Kopfschmerzen und das Pappmaul kamen. Chloroform!
Plötzlich riss er sich von seinen Gedanken los und schnappte sich sein Handy und rief Mehdi an. Vielleicht war das ein blöder Zufall und Gretchen war aus Langeweile zu ihm gefahren? Er hoffte es zumindest, auch wenn er eigentlich schon wusste, dass dies nicht der Fall war.
„Mehdi. Hier ist Marc!“ sagte Marc hektisch.
„Meier! Was gibt’s denn?“
„Ist Gretchen bei dir?“
„Nein warum sollte sie auch. Ist sie etwa vor dir geflüchtete?“ witzelte der nichtsahnende Gynäkologe.
„Das ist verdammt nochmal nicht lustig.“ Brüllte Marc wütend ins Handy. „Ich glaube die Amsel hat sie entführt!“
„WAAAS?“ entfuhr es Mehdi. Und dann erzählte Marc seinem Freund von der Sache mit Gina Amsel. Von ihren Drohungen und den Zetteln, die er gefunden hatte. Mehdi hatte die ganze Zeit geduldig zugehört.
„Ich komme sofort zu dir!“ beschloss Mehdi dann und legte auf.
Während Marc auf Mehdi wartete, lief er aufgeregt im Wohnzimmer auf und ab und raufte sich die Haare. Er musste Gretchen unbedingt finden bevor etwas Schreckliches passierte. Der Amsel war ja anscheinend wirklich alles zu zutrauen.
Zehn Minuten später klingelte es an Marcs Haustür. So schnell er konnte öffnete er die Tür und ließ seinen Freund rein, der mittleiweile genau so aufgebracht und sorgenvoll war, wie er selber.
„Hast du eine Ahnung was die Amsel mit Gretchen vorhat?“ fragte Mehdi sofort nachdem er die Wohnung betreten hatte.
Marc schüttelte den Kopf.
„Hast du irgendwelche Anhaltspunkte wo Gretchen sein könnte?“
Wieder musste Marc mit dem Kopf schütteln.
„Mehdi wir müssen sie unbedingt finden!“
„Wir sollten die Polizei anrufen!“
Mehdi wollte grade sein Handy aus der Hosentasche holen, als Marc ihn zurück hielt und ihn ernst ansah. Dann ging Marc ins Schlafzimmer und holte den Zettel den er gefunden hatte und zeigte ihn seinem Freund.
„Keine Polizei!“ sagte er schließlich und ließ sich bekümmert aufs Sofa fallen.
„Und wo sollen wir dann bitteschön anfangen zu suchen Marc?!“
„Mann ich weiß es nicht!“
„Du bist dir sicher dass es die Amsel ist?“
„Wer sollte es sonst sein Mehdi?“
Mehdi dachte einen kurzen Moment nach.
„Wir sollten so viel über die Amsel rausfinden wie möglich. Vielleicht gibt uns das Anhaltspunkte. Und wir sollten vielleicht Schwester Sabine um Hilfe bitten. Wenn jemand irgendwas weiß, dann doch sie. Die hat doch immer den neuesten Tratsch, vielleicht kann sie auch hier etwas rausfinden.“
Marc nickte stumm, krank vor Sorge um Gretchen.
„Hast du ihren Eltern schon Bescheid gesagt?“
„Nein.“
„Dann lassen wir das auch erst mal oder? Die würden nur die Polizei rufen und das ist ja nicht in unserem Sinne nicht wahr?“
„Jo.“
„Gut dann rufe ich jetzt Sabine an und bitte sie her zu kommen. Du kannst dir in der Zwischenzeit ja mal was anziehen.“
Marc sah an sich herunter und stand dann wortlos auf und schleifte sich ins Schlafzimmer. Er machte sich große Sorgen um Gretchen. Sie war alles was er hatte, alles was er brauchte. Er würde es nicht ertragen können wenn man sie ihm wegnahm. Er würde alles geben um sie zu finden. Er wusste wenn er Gretchen nicht bald finden würde, würde die Amsel Rache nehmen für das was er ihr angetan hatte. Dass er sie nicht liebte und mit Gretchen zusammen war musste sie rasend gemacht haben.
Mit einem Ohr hörte Marc wie Mehdi mit Sabine telefonierte. Er kramte eine Jeans und einen Pulli aus dem Schrank und zog sich an. Plötzlich packte ihn die blanke Wut.
Er rannte aus dem Schlafzimmer Richtung Wohnungstür und wollte diese grade aufreißen als er merkte, dass Mehdi aufgelegt hatte und nun hinter ihm stand.
„Ich gehe sie jetzt suchen!“ schrie Marc. „Ich kann hier nicht sitzen und darauf warten dass ihr was passiert.“ Marc wollte grade die Türe aufreißen als Mehdi ihn zurück hielt und geduldig auf Marc einredete.
„Marc! Das bringt doch nichts. Berlin ist riesig. Und du weißt nicht mal ob sie überhaupt noch in Berlin ist. Alleine findest du sie nie.“
Auf einmal lehnte Marc sich gegen die Wohnungstür und rutschte völlig fertig und aufgelöst an ihr herunter bis er wie ein Häufchen Elend auf dem Boden saß und seinen Freund mit leerem Blick anstarrte. Eine Träne lief seine Wange hinunter.
„Aber ich brauche sie doch! Ich… liebe sie!“
Mehdi half seinem Freund hoch und schleppte ihn rüber zum Sofa.
„Ich weiß dass du sie liebst. Und sie wird sicher bald wieder bei dir sein!“
Erschöpft sank Marc aufs Sofa. Mehdi reichte ihm ein kleines Glas mit Whiskey. „Hier, trink das. Beruhig dich ein wenig. Wenn wir sie finden wollen müssen wir einen klaren Kopf haben.“
Dankbar nahm Marc das Glas und leerte den Inhalt mit einem Schluck. Er hatte das Glas grade auf dem Tisch abgestellt als es erneut an der Tür klingelte.
Mehdi machte die Türe auf und Sabine stürzte herein.
„Herr Doktor Meier!“ rief Sabine und stürzte sich auf ihren Oberarzt. „Ich kann vielleicht helfen!“ sagte sie schließlich und setzt sich dann aufs Sofa neben Marc, der sich gespannt zu ihr umgedreht hatte.

Zur selben Zeit wachte Gretchen auf. Sie konnte nichts sehen und offenbar war sie an einen Stuhl gefesselt.Sie versuchte zu schreien doch auch das klappte nicht, denn sie war offenbar auch noch geknebelt. Plötzlich hörte sie hinter sich jemanden atmen. Sie bekam panische Angst und versuchte sich irgendwie zu befreien doch nichts half. Leise begann sie zu weinen. Ihr Herz pochte wie wild. Sie atmetet tief ein um sich ein wenig zu berhigen. Es roch irgendwie nach altem Holz hier drin, und nach Feuchtigkeit. Wo sie wohl war?

Sorry Leute, ich hoffe ihr seid nicht zu enttäuscht dass die Amsel jetzt mal eingegriffen hat, auch wenns zwischen Gretchen und Marc grade so schön war. Ich hoffe ihr lest trotzdem gerne weiter. liebe grüße


schleumel Offline

Butterböhnchen:


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29.10.2009 17:55
#72 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Gretchen spürte wie eine Hand ihr auf die Schulter tippte und ihr dann den Knebel wegnahm. Sie konnte allerdings immer noch nichts sehen. In dem Raum war es stock dunkel. Gretchen traute sich nicht etwas zu sagen, aber sie hörte, wie die Person hinter ihrem Rücken hervor kam und sich direkt vor sie stellte.
„Ich habe dich gewarnt Gretchen.“
Die Stimme kannte Gretchen doch. Oh ja! Sehr gut sogar. Sie konnte es nicht fassen.
„Gigi, bist du das?“
„Du hättest bei deinem Millionär bleiben sollen. Marc wäre für mich besser gewesen als für dich!“
„Gigi was soll das. Warum bin ich hier?!“
„Er wird dich hier nicht finden Gretchen. Und wenn er dich endlich vergessen hat, dann werde ich mit ihm glücklich.“
„Du bist doch verrückt. Wie kannst du nur glauben dass er sich jemals auf dich einlassen würde.“
„Das ist mal wieder typisch für dich Gretchen.“ Schrie Gigi wütend. „Du hast nie geglaubt dass ich bei irgendwem eine Chance habe. So ist es doch! Und so war es auch bei Jerome, hab ich Recht?!“
„Gigi, ich…“
„Du brauchst mir nichts zu erklären. Immer wenn du einen Freund hattest hieß es doch ‚die arme Gina, fällt immer auf die falschen rein‘. Aber diesmal nehme ich dir dein Glück weg Gretchen. Diesmal werde ICH glücklich sein. Und zwar mit Marc!“
„Du bist ja völlig irre! Mach mich sofort los!“ Gretchen versuchte erneut sich aus ihren Fesseln zu befreien doch sie saßen bombenfest. „Wo bin ich hier überhaupt?!“
Gina lachte eiskalt, so dass Gretchen davon eine Gänsehaut bekam.
„Du kennst diesen Ort bestens Gretchen. Wir waren als Kinder oft hier, weißt du noch?“
Langsam dämmerte Gretchen wo sie war.
Natürlich. Die stillgelegte Holzfabrik ihres Großvaters. Wusste ja gar nicht dass die immer noch steht. Ich bin also immer noch in Berlin. Das ist ja schon mal gut.
„Gigi warum machst du mich nicht los und wir reden über alles. Wir waren doch mal Freunde!“
Wieder lachte Dr. Gina Amsel laut auf.
„Genau Gretchen wir WAREN Freunde. Bis du dir den Mann geschnappt hast der MIR gehört. Und du glaubst doch nicht im Ernst dass ich so blöd bin und dich losbinde?! Es gibt ohnehin nichts worüber wir reden müssen!“
„Aber Gigi! Du machst doch alles nur noch schlimmer!“
„Das denkst du jetzt Gretchen. Aber wenn Marc später um dich trauert, dann werde ich da sein und ihn trösten. Und wenn er dich vergessen hat dann werden er und ich ein Paar sein. So wie es von Anfang an hätte sein sollen!“
„Gigi du musst dir mal zuhören. Du kannst doch selber nicht glauben dass du irgendwann einmal mit Marc zusammen kommen könntest, nach allem was du hier anrichtest!“
„Ach was weißt du schon Gretchen. ICH hingegen habe Erfahrung mit solchen Männern, dank Jerome!“
„Und wie soll es jetzt weiter gehen? Willst du mich jetzt für immer hier festhalten?“
„Ich werde noch ein paar Tage hier bleiben um sicher zu stellen dass du nicht gefunden wirst. Und wenn du dann endlich verreckt bist, dann helfe ich Marc über die Trauer hinweg!“ Wieder lachte Gina Amsel eiskalt.
Sie ist ja völlig übergeschnappt. Hoffentlich findet Marc mich hier. Wenn ich ihm doch nur irgendwie ein Zeichen geben könnte. Irgendwas dass ihn zumindest darauf hinweist dass Gigis Großvater eine Fabrik hatte. Das müsste ihm doch einen Anstoß geben. Aber der einzige der das noch wissen kann ist Jerome. Und dessen Nummer hat nur mein Vater. Schließlich ist Jerome ja auch Chirurg. Oh mein Gott, wie soll ich hier nur wieder rauskommen?!
Verzweifelt fing Gretchen an zu weinen. Wenn Marc sie nicht ganz schnell fand, würde das hier alles ein böses Ende nehmen.
„Och bitte Gretchen. Hör doch auf mit dem Geflenne!“ warf Gina ihr entgegen, bevor Gina den Raum verließ.
Irgendwann hatte Gretchen aufgehört zu weinen. Sie war müde, und hatte inzwischen jegliches Gefühl für Zeit verloren. Erschöpft schlief sie ein.


schleumel Offline

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29.10.2009 19:37
#73 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Inzwischen hatte Marc versucht so viele Hotels wie möglich anzurufen um heraus zu finden, in welchem davon Gina Amsel wohnte. Schließlich hatte er das betreffende Hotel auch gefunden, jedoch hatte Gina bereits gestern Abend ausgecheckt und niemand im Hotel wusste, wohin sie gegangen war. Das war also eine Sackgasse. Wütend knallte er den Hörer zurück aufs Telefon und fuhr sich nervös mit der Hand durch die Haare. Er drehte sich um und blickte in die erwartungsvollen Augen von Mehdi und Sabine.
„Die wissen nicht wo sie hin ist.“ Sagte Marc schließlich.
„Scheiße!“ murmelte Mehdi.
„Herr Doktor Meier!“ begann Sabine schließlich.
„Ja Sabine was ist denn? Sie meinten doch sie könnten helfen?! Also was ist jetzt?“
„Ja also ich…“
„Ja was jetzt?!“
„Jetzt lass sie doch mal ausreden Marc!“ sagte Mehdi und sah dann Sabine an.
„Also die Frau Doktor Amsel hat doch einen Exfreund. Vielleicht kann der uns ja was sagen.“
Marc klatschte aufgeregt in die Hände.
„Ja dann rufen sie ihn an! Na los machen sie schon!“ schrie er hoffnungsvoll.
„Aber Herr Doktor Meier, ich habe die Nummer doch gar nicht!“
In seiner Euphorie gebremst, ließ Marc sich auf einen Stuhl fallen.
„War ja klar.“
„Reden sie von diesem Jerome?“ fragte Mehdi schließlich.
Sabine nickte.
„Ich nehme an sie wissen seinen Nachnamen nicht?“ warf Marc ein.
„Nein aber der Herr Professor hat glaube ich seine Nummer. Denn der Jerome ist ja auch Chirurg und als die Frau Doktor Amsel mal mit ihm hier war, hat der Professor ihm das Krankenhaus gezeigt.“
„Warum sagen sie das denn nicht gleich!“ Marc schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn und sprang auf.
„Na los wir müssen sofort ins Krankenhaus und die Nummer suchen!“
Eilig rannten die drei runter zu Mehdis Auto und fuhren so schnell sie konnten zum Krankenhaus.
Mehdi hatte den Wagen noch nicht ganz geparkt, da rannte Marc auch schon los, die Treppe hoch zum Büro des Professors. Er war schon oft genug im Büro des Professors gewesen, meistens wegen Standpauken, um genau zu wissen, dass der Professor immer ein kleines Adressbuch neben seinem Telefon liegen hatte. Vor der Tür des Professors blieb er stehen und klopfte vorsichtig an. Keine Antwort. Als er erneut anklopfte, diesmal etwas lauter, kamen auch schon Sabine und Mehdi angerannt. Wieder bekam Marc aus dem Büro des Professors keine Antwort. Er zuckte mit den Schulter. Umso besser wenn der Professor grade nicht da war. Er drückte vorsichtig die Klinke runter und… abgeschlossen! Das konnte doch nicht wahr sein! Marc versetzte der Tür einen wütenden Tritt.
„Toll, und jetzt? Der Professor ist sicher schon zu Hause. Schließlich fliegt er morgen früh nach Südamerika!“
Grinsend meldete sich Sabine zu Wort. Sie sog sich eine Haarnadel aus den Haaren und sah von Mehdi zu Marc.
„Lassen sie mich nur. Ich kann die Türe aufmachen!“
Ungläubig blickten Marc und Mehdi Sabine an, die sich anschließend an der Tür zu schaffen machte, während Mehdi und Marc Wache hielten. Auf einmal kam Dr. Hassmann um die Ecke. Marc räusperte sich kurz um Mehdi zu verstehen zu geben dass er die Hassmann um jeden Preis ablenken musste. Mehdi tat sein bestes und setzte seinen ganzen Charme ein.
„Frau Doktor Hassmann. Wohin des Weges?“
„Ich muss noch kurz zum Professor. Was mit ihm klären bevor er weg ist.“ Entgegnete sie trocken und wollte ihren Weg grade fortsetzen, als Mehdi seinen Arm um sie legte und sie somit dazu bewegen wollte wieder in die andere Richtung zu gehen.
„Der Professor ist leider schon weg Maria.“ Sagte Mehdi freundlich und setzte sein schönstes Lächeln auf. Hassi sah ihn verwundert an.
„Nanu? Warum so freundlich heute? Sind sie endlich über die Blonde weg?“
Mehdi lächelte gekünzelt auf.
„Was halten sie davon, wenn wir morgen zusammen einen Kaffee trinken gehen?“
„Gerne Dr. Kaan.“ Erwiderte Frau Dr. Hassmann und lächelte zurück.
„Dann sehen wir uns morgen in der Cafeteria?“
„Abgemacht! Dann bis morgen!“ Mehdi verabschiedete sich freundlich von Maria Hassmann und ging dann zurück zu Sabine und Marc.
„Also jetzt schuldest du mir was. Ich bin jetzt mit der Hassmann zum Kaffee verabredet. Anders konnte ich sie nicht abwimmeln.“
„Gut gemacht Mehdi.“
„Ich hab’s!“ rief Sabine plötzlich und öffnete dann die Tür zum Büro des Professors.
„Ja rein da!“ rief Marc leise und schon waren die drei im Büro verschwunden und hatten die Tür wieder hinter sich geschlossen.
Marc sah sich im Büro um und entdeckte fast sofort das kleine schwarze Buch neben dem Telefon. Er hechtete zum Schreibtisch, schnappte sich das Buch und durchblätterte es hektisch.
„Wenn ich nur wüsste wie der mit Nachnamen heißt!“ fluchte Marc, doch da hatte er anscheinend grade gefunden wonach er suchte.
„HA! Jerome Stevens!“ rief Marc euphorisch. „Na mal gucken ob der gute Jerome zu Hause ist!“
Sichtlich nervös wählte Marc die Nummer die Neben dem Namen Jerome Stevens geschrieben stand. Es klingelte…


schleumel Offline

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29.10.2009 21:15
#74 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Am anderen Ende der Leitung kratzte es kurz und dann meldete sich eine Männerstimme.
„Stevens?“
„Hi. My Name is Dr. Marc Meier from Berlin. You probably don’t know me but…” weiter kam Marc nicht denn der Mann am anderen Ende der Leitung unterbrach ihn.
„Sie arbeiten im Elisabethkrankenhaus, oder?“ Marc war sichtlich verwundert darüber, dass sein Gegenüber ein fast akzentfreies Deutsch sprach.
„Ja richtig. Woher wissen sie das?“
„Ich war mal dort. Vor zwei Jahren ca. Da sind wir uns begegnet. Sie erinnern sich vielleicht?“
So langsam dämmerte es Marc wieder.
„Ja stimmt. Ich erinnere mich. Sie waren mit Gina hier, richtig?“
Jerome Stevens stöhnte auf.
„Erinnern sie mich bloß nicht an sie. Sie hat mir das letzte Jahr zur Hölle gemacht“
„Ich wünschte ich könnte ihnen was anderes sagen aber leider rufe ich sie wegen Gina an.“
„Was gibt es denn?“
Marc fummelte nervös mit einem Stift rum, den er vom Schreibtisch aufgehoben hatte.
„Also es ist wirklich wichtig, dass sie mir alles sagen was sie über Gina wissen. Gibt es irgendeinen Ort hier in Berlin von dem sie mal irgendwas gesagt hat? Irgendwas wo sie sich verstecken könnte?“
„Warum sollte sie sich denn verstecken? Hat sie wieder irgendwas angestellt?“
„Äh… hat sie denn schon mal irgendwas angestellt?“ hakte Marc nach.
„Sie meinen außer dass sie versucht hat meine Bude abzufackeln?“
Marc stockte. Jetzt war es also amtlich. Die Amsel hatte wirklich einen gewaltigen Knall!
„Und wurde sie denn nicht verhaftet?“
„Man konnte ihr nichts nachweisen. Aber ich weiß dass sie es war! Aber reden wir nicht von mir. Sie wollten mir grade sagen was Gina wieder angestellt hat.“
Marc räusperte sich noch einmal. Er fühlte sich schrecklich. Jedes Mal wenn er es aussprechen musste, machte das die ganze Sache irgendwie realer.
„Sie hat meine Freundin entführt. Sie kennen sie ja sicher. Gretchen Haase!“
„SIE HAT WAS?“ WARUM?“ Jerome schien ebenfalls geschockt zu sein.
„Ich nehme mal an weil ich sie nicht… naja… sie wissen schon. Ich hab sie zurück gewiesen.“
„Ach dann sind sie DER Marc Meier? Und sie sind jetzt mit Gretchen zusammen?“
Langsam nervte Marc der Mann an der anderen Leitung. Er wollte Gretchen finden und nicht hier rum stehen und Small-Talk mit einem Mann führen den er so gut wie gar nicht kannte.
„Genau der bin ich. Würden sie mir nun verraten ob ihnen irgendwas einfällt was uns helfen könnte?“
„Ach ja richtig.“
Jerome erzählte Marc ein paar Sachen, aber eigentlich half nichts davon ihm weiter. Marc hatte sich bereits bei Jerome bedankt für seine Hilfe und wollte sich grade enttäuscht verabschieden, als ihm plötzlich noch etwas einfiel.
„Einen Moment noch Jerome.“ Rief Marc aufgeregt.
„Ja bitte?“
„Ihr Eltern!“ rief Marc. „Wohnen die noch in Berlin?!“
„Soweit ich weiß ja! Ich hab auch irgendwo die Adresse. Moment ich sehe mal nach.“
Marc hörte wie Jerome den Hörer weglegte und irgendwas durchkramte. Marc wartete gespannt.
Dann meldete sich Jerome wieder.
„Marc, sind sie noch dran?“
„Ja bin hier.“
„Hören sie, eine Telefonnummer habe ich leider nicht. Aber die Adresse ihrer Eltern habe ich noch.“
Er gab Marc die Adresse durch, die Marc hastig aufschrieb.
„Danke! Vielen Dank Jerome.“ Rief Marc, wieder mit ein bisschen mehr Hoffnung Gretchen bald zu finden als vor dem Telefonat.
„Ich wünsche ihnen alles Gute und ich hoffe sie finden sie.“
„Danke!“ sagte Marc und legte auf. Er gab Mehdi und Sabine eine Kurzfassung seines Gesprächs mit Jerome und dann liefen die drei auch schon wieder Richtung Parkplatz zu Mehdis Auto und machten sich auf den Weg zu Ginas Eltern.

Währenddessen war Gretchen wieder aufgewacht. Es war immer noch dunkel und sie fröstelte. Langsam musste es Abend werden. Ob Gina wohl noch hier war? Gretchen rief einmal in die Dunkelheit hinein.
„Gina?“
Keine Antwort. Sie war also schon mal zumindest nicht in einem Raum mit Gretchen. Gretchen wusste nicht recht ob das gut oder schlecht war.
So langsam schmerzten Gretchens Handgelenke. Die Fesseln waren wirklich eng und die Haut darunter schon ganz wund gescheuert.
Plötzlich öffnete sich eine Tür und Gretchen war kurz geblendet von dem herein kommenden Licht. Sie kniff die Augen zusammen und versuchte die Person auszumachen die in der Tür stand. Nach einer Weile erkannte sie Gigi. Enttäuscht sackte Gretchen auf dem Stuhl zusammen und schaute wieder zum Boden. Gina, die anscheinend gemerkt hatte dass Gretchen jemand anderen erhofft hatte, lachte auf.
„Er wird dich hier nicht finden. Hör auf zu hoffen!“


schleumel Offline

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29.10.2009 23:18
#75 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Mehdi startete den Wagen und sie fuhren los. Marc rutschte unruhig auf seinem Sitz hin und her und hielt Mehdi ständig an, schneller zu fahren. Mehdi war schon sichtlich genervt darüber, verbiss sich aber jeglichen Kommentar. Schließlich konnte er verstehen dass Marc sich Sorgen machte und Gretchen endlich finden wollte. Und das so schnell wie möglich bevor ihr noch etwas zustieß. Oder besser gesagt bevor Gina ihr etwas antat.
Nach ca. einer halben Stunde Fahrt, während der Marc die ganze Zeit nervös hin und her gezappelt hatte, kamen sie endlich an. Mehdi hielt an und die drei standen jetzt vor der Haustür eines kleinen Reihenhäuschens in einem Vorort von Berlin. Marc starrte auf das Klingelschild mit dem Namen drauf.
„Äh Sabine. Welche Hausnummer steht nochmal auf dem Zettel?“
„Die 31 Herr Doktor.“
„Aber die heißen ja gar nicht Amsel. Hier steht Krüger auf dem Schild.“
„Ja, aber nur weil Ginas Mutter nochmal geheiratet hat, nachdem Ginas Vater die Familie verlassen hatte.“ Erwiderte die Krankenschwester.
Ungläubig starrte Marc sie an.
„Und woher wissen sie das bitte?“
„Na das geht doch im Krankenhaus schon ewig rum Herr Doktor.“
Genervt rollte Marc mit den Augen.
„Und sie hielten es nicht für nötig das vielleicht schon früher mal zu erwähnen?“ schrie Marc sie an.
„Bis jetzt nicht.“ Gab Sabine zu.
Schließlich schritt Mehdi dazwischen.
„Nun regt euch mal wieder ab! Wir sollten uns jetzt drauf konzentrieren Gretchen zu finden. Also kriegt euch mal wieder ein! Ich klingel jetzt!“
Sabine und Marc sahen schuldbewusst zu Mehdi, der sich schließlich umdrehte. Je näher Mehdis Finger der Klingel kam, desto nervöser wurde vor allem Marc, und die Zeit bis jemand endlich die Tür öffnete kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Er atmete erleichtert auf als eine kleine Frau Anfang 60 die Tür öffnete und die drei etwas verwundert ansah.
„Was kann ich denn für sie tun?“ fragte die Dame freundlich.
Mehdi hielt ihr die Hand hin und begrüßte sie freundlich.
„Frau Krüger? Dürfen wir vielleicht kurz reinkommen? Es geht um ihre Tochter Gina.“
„Äh… Ja… also… dann kommen sie mal rein.“
Die drei folgten Frau Krüger ins Haus und gingen durch ins Wohnzimmer wo sie sich umsahen und sich schließlich auf dem Sofa nieder ließen. Schließlich setzte Frau Krüger sich zu ihnen und sah die drei erwartungsvoll an. Mehdi sah zu Marc rüber. Der sah jedoch so fertig aus, dass Mehdi sich entschloss lieber selber zu reden.
„Frau Krüger.“ Begann Mehdi. „Wir haben Gründe zu der Annahme, dass ihre Tochter jemanden entführt hat.“
Frau Krüger schluckte ungläubig.
„Und wir würden gerne wissen ob sie eine Idee haben, wohin ihre Tochter unsere Freundin gebracht hat.“
„Von wem reden sie denn?“ fragte Ginas Mutter verwirrt.
„Von Gretchen Haase. Sie kennen sie ja sicher noch. Sie und ihre Tochter waren ja mal beste Freundinnen.“
Frau Krüger sagte eine Weile lang nichts. Sie schien angestrengt nachzudenken. Dann stand sie bestimmt auf und zog ihren Rock glatt.
„Ich möchte dass sie jetzt gehen. Meine Tochter kann unmöglich so etwas getan haben. Und wenn sie ihr weiter so übel nachreden dann werde ich eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Und jetzt verlassen sie bitte mein Haus.“
Marc, Mehdi und Sabine trauten ihren Ohren kaum.
„Sagen sie mal sind sie genau so bescheuert wie ihre verrückte Tochter oder was?!“ polterte Marc auf einmal los. „Ihre verrückte Tochter hat meine Freundin entführt weil sie eifersüchtig ist. Und sie sitzen hier rum in ihrem Reihenhäuschen und erdreisten sich uns zu sagen dass wir gehen sollen ohne auch nur darüber nachgedacht zu haben dass sie uns vielleicht helfen könnten?!“ Marc war vor Wut rot angelaufen und war Frau Krüger gefährlich nahe gekommen. Mehdi hielt ihn zurück und schob ihn dann zusammen mit Sabine zur Türe.
„Komm Marc, wir gehen jetzt. Bevor sie die Polizei ruft. Das wollen wir ja nicht, oder? Wir finden Gretchen auch so, ok?“
Marc ließ sich von Sabine und Mehdi rausschieben. Frau Krüger schloss die Tür hinter den dreien. Sie hielt die drei für irgendwelche Verrückte. Ihre Tochter könnte doch niemals so etwas tun.
Draußen vor der Tür hatte Marc Mühe nicht völlig auszurasten. Wütend trat er gegen eine Laterne und kramte schließlich seine Zigaretten aus der Tasche und steckte sich eine an. Die drei stiegen ins Auto und fuhren wieder zurück nach Berlin rein.
„Und nun?“ fragte Marc verzweifelt in die Runde.
„Jetzt fahren wir erst mal zu dir und überlegen wie wir weiter vorgehen.“
Während der ganzen Fahrt sagte keiner ein Wort. Mehdi schaltete das Radio an um die Stille erträglicher zu machen.
Marc schaute entgeistert aus dem Fenster. Es zerriss ihn innerlich, nicht zu wissen was mit Gretchen war. Ob er sie je wieder sehen würde, und wenn ja, ob es ihr gut gehen würde. Er konnte nicht mehr ohne sie, das war ihm spätestens heute Morgen klar geworden. Sollte die Amsel Gretchen irgendetwas angetan haben, er würde sie bis ans Ende seiner Tage jagen und er würde dann für nichts mehr garantieren können. Er hatte einen riesen Klos im Hals und langsam rann eine Träne seine Wange herunter, die er allerdings ganz schnell wieder wegwischte. Als sie vor Marcs Wohnung ankamen, parkte Mehdi das Auto und die drei gingen nach oben.
Mehdi startete den PC mit der Absicht im Internet nach Informationen über Gina zu suchen. Sabine schnappte sich den Laptop der auf dem Couchtisch lag und tat es Mehdi gleich.
„Ich glaube du legst dich mal ne Stunde hin, Meier. Wir wecken dich sobald wir irgendwas finden. Versprochen.“
Marc wollte erst widersprechen, doch Mehdi hätte eh keinen Widerspruch zugelassen. Also ging Marc ins Schlafzimmer, schloss die Tür hinter sich und lies sich aufs Bett fallen. Doch er konnte nicht schlafen. Er lag da und dachte immerzu an Gretchen. Er hoffte so sehr sie bald wieder bei sich zu haben. Er versprach sich sie nie wieder gehen zu lassen, sollte er sie denn je wieder sehen.
Langsam drehte er sich zur Seite und atmete tief ein. Das Bettzeug auf ihrer Seite roch noch nach ihr. Marc umklammerte ihre Bettdecke und nahm noch einen tiefen Zug von ihrem Duft in sich auf, ehe er dann doch völlig erschöpft in einen unruhigen Schlaf fiel.


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