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Dieses Thema hat 158 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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schleumel Offline

Butterböhnchen:


Beiträge: 2.683

09.10.2009 23:13
#26 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Kurz darauf betraten sie das erste Patientenzimmer. Als Gretchen die Patientin, die im Bett vor ihr lag, genauer betrachtete, staunte sie nicht schlecht. Vor ihr lag eine bildhübsche Latina. Und Gretchen bemerkte sofort wie sie Marc ansah. Ganz ruhig Gretchen. Du hast nichts zu befürchten. Er liebt nur dich. Und er hat sicher keine Augen für eine andere.
Marc war zwar aufgefallen dass die Frau im Krankenbett sehr hübsch war, doch eigentlich hatte er sich nicht wirklich dafür interessiert. Wozu auch. Er hatte das, was er sich immer gewünscht hatte. Eine andere Frau würde ihm das nicht bieten können. Niemand konnte Gretchen auch nur ansatzweise ersetzen. Wäre nur schön gewesen wenn Gretchen gewusst hätte was Marc gerade dachte. Denn irgendwie stieg in ihr langsam die Wut auf.
Was sitzt diese blöde Kuh denn auch perfekt geschminkt im Bett. Ich mein, hallo? Wir sind hier im Krankenhaus und nicht im Modelcamp. Boah! Wenn sie noch einmal die Wimpern so aufschlägt dann kann sie was erleben. Und wie sie ihn ansieht. Da kann sie ihn ja gleich anspringen.
Eine Stimme riss Gretchen aus ihren Gedanken.
„Gretchen? Was haben wir hier?“
„Äh… Also die Frau hatte einen Fahrradunfall und hat sich das linke Bein gebrochen. Bruch musste operiert werden. Wenn alles stimmt kann sie morgen wieder gehen.“
„Na dann schauen wir uns das Bein doch mal an.“
Mit einem Grinsen schob die Latina die Decke weg. Was Gretchen sah, machte sie noch rasender.
Kann doch nicht wahr sein. Liegt die wirklich in T-Shirt, oder sollte ich eher sagen zweiter Haut so eng wie das ist, und TANGA im Bett und lässt sich von MARC untersuchen? Ich mein ich versteh ja dass man mit Gips vielleicht nicht in seine Jeans oder so passt aber IRGENDWAS kann man ja wohl anziehen. Und jetzt legt sie auch noch ihre Hand auf seine Schulter. Gretchen Haase du musst sofort eingreifen. Aber was soll ich machen? Soll ich so tun als hätte ich mir den Fuß umgeknickt? Nee. Dann seh ich wieder aus wie der Trottel vom Dienst. Aber wenn ich Marc gleich mal so richtig anmache, dann kapiert sie hoffentlich dass sie die Finger von ihm lassen soll. Gut. Das mache ich. Außer Sabine ist ja eh keiner hier und die weiß das mit uns ja sowieso.
Kaum hatte Marc sich von der Latina weggedreht und sich dem Medikamentenschrank zugewandt um ein Schmerzmittel zu holen, kam Gretchen ihm näher und streichelte ihm demonstrativ über den Hintern. Marc sah sie etwas verwundert an und räusperte sich kurz, woraufhin Gretchen ihre Hand wieder wegnahm.
„Ja, Frau Sanchez. Ich gebe ihnen jetzt noch einmal ein Schmerzmittel und dann…“ Auf einmal merkte er wie Gretchen hinter ihm stand und ihm die Schultern knetete und sich ganz nah an ihn schmiegte. Und plötzlich merkte er auch wieder ihre Hand auf seinem Hintern. Erneut räusperte er sich.
„Ja dann können sie morgen auch gehen wenn nichts mehr ist.“
Die Latina, die wohl bemerkt hatte was Gretchen ihr zu verstehen geben wollte, lies sich jedoch nicht beeindrucken und lächelte Marc verführerisch an.
„Kann ich nicht noch einen Tag länger bleiben Herr Doktor? Hier bei ihnen?“
Das brachte Gretchen auf die Palme.
Hallo? Tut die nur so oder ist die wirklich so blöd? Marc gehört MIR!!! Den bekommst du nicht. Kapier es endlich du dumme Nuss.
„Ja wenn sie das unbedingt möchten können wir sie natürlich noch einen Tag länger hier behalten.“ Jetzt reichte es Gretchen. Sie beugte sich ein wenig runter.
„Also Frau Sanchez. Wir müssen dann auch mal weiter. Es geht ihnen ja wieder gut und wir haben noch Patienten die uns wirklich brauchen.“ Mit diesen Worten zerrte Gretchen Marc aus dem Zimmer. Sabine wollte ihnen grade hinterher. Doch als sie sah dass Gretchen immer noch an Marc zerrte, entschied sie sich lieber im Stationszimmer auf die beiden zu warten. Als sie endlich allein waren, blieb Gretchen abrupt stehen. Marc funkelte sie böse an. Drohend hob er einen Finger.
„Hasenzahn. Kannste mir mal sagen was das gerade sollte? Ich bin hier Oberarzt. Wie sieht das denn aus wenn ich mich von einer Assistenzärztin aus dem Krankenzimmer zerren lasse, nur weil die grade ihre Tage bekommen hat?!“
„Boah Marc! Ist ja wohl offensichtlich warum ich dich raus gezerrt habe!“
„Ach ja? Dann klär mich doch bitte mal auf womit ich das verdient habe.“
„Jetzt erzähl mir doch nicht dass du nicht gemerkt hast wie die dich angeglotzt hat. Und dass die da auch noch im Tanga lag. Diese billige Person!“
Auf einmal hatte Marc ein dickes Grinsen aufgelegt.
„Hasenzahn? Bist doch nicht etwa eifersüchtig?“
„Ne. Warum auch. Reg mich nur über diese billige Tussi auf.“
„Ist klar.“
Marc zog sie zu sich ran und flüsterte ihr dann leise ins Ohr.
„Und was war das mit deiner Hand und meinem Hintern? Bist ja ganz schön rangegangen da drin.“
Nun lächelte Gretchen auch wieder.
„Ich musste ja irgendwie mein Revier markieren.“
„Ich wusste gar nicht dass Frauen sowas auch machen.“
„Kannste mal sehen.“
„Und wann machen wir da weiter wo wir eben aufgehört haben. Bzw wo du aufgehört hast?“
Marc begann damit sie am Hals zu küssen.
Hmm… ich liebe es wenn er das macht. Das fühlt sich so unglaublich an. MOMENT! Gretchen Haase. Du bist im Krankenhaus und hast Dienst.
Gretchen schob Marc von sich weg.
„Sorry Marc, aber darauf musst du noch warten bis wir zu Hause sind. Jetzt machen wir erst mal die Visite zu Ende.“ Mit diesen Worten machte Gretchen sich auf um Sabine zu suchen. Mit einem Säufzer folgte Marc ihr.

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schleumel Offline

Butterböhnchen:


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11.10.2009 14:33
#27 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Nach der Visite eilten Gretchen und Sabine sofort ins Stationszimmer.
„Ich kanns gar nicht mehr abwarten Frau Doktor.“
„Ja. In einer viertel Stunde hat Gabi Pause. So lange müssen wir uns noch gedulden.“
„Ich halte das nicht mehr aus Frau Doktor. Ich bin so gespannt was sie heute Abend ausplaudern wird.“
„Naja. Erst mal müssen wir sie ja davon überzeugen dass sie mit uns einen trinken gehen will. Und dass wir keine Hintergedanken haben.“
„Das schaffen wir Frau Doktor. Doktor Rogelt hat für sowas auch immer einen Plan.“
„Ach ja? Und was macht Doktor Rogelt in solchen Situationen?“
„Na, er verführt die Krankenschwester. Und wenn sie ihm verfallen ist, erzählt sie ihm alles was er wissen will.“
„Ähm… Ich glaube kaum dass Gabi sich von uns verführen lassen will. Geschweige denn dass wir Gabi verführen wollen. Wir wollen nur einen mit ihr trinken gehen und ein paar Informationen von ihr haben.“
Komisch auf was für Ideen Schwester Sabine manchmal kommt.
Mit Schwung stand Gretchen vom Stuhl auf und schaute Sabine an.
„Sollen wir dann mal?“
„Ja gerne, Frau Doktor.“
Gesagt, getan. Die beiden machten sich auf den Weg zur Cafeteria. Im Aufzug trafen sie auf Marc und Mehdi, die sich angeregt über die Abendplanung unterhielten.
„Was hältst du von Cocktails Meier?“
„Willst du mich verarschen Kaan? Cocktails? Also sowas schwules. Zwei Männer die Cocktails trinken gehen. Wir gehen Bier trinken. Wie echte Männer.“
Marc gab Mehdi einen Klapps auf die Schulter und grinste ihn an, als Sabine und Gretchen den Aufzug betraten.
„Was macht ihr wie echte Männer?“
„Oh hi Gretchen. Ja, Marc und ich gehen heute Abend Bier trinken. Cocktails findet er zu schwul.“
Mit finsterer Mine wandte Gretchen sich Marc zu.
„Wie Cocktails sind schwul. Aber mit mir gehste welche trinken. Oder diente das nur dazu dass ich betrunken in dein Bett falle?“
Marc sah sich in Erklärungsnot. Beschwichtigend hob er die Hände und ging auf Gretchen zu.
„Man, Gretchen. Bei dir ist das doch was anderes. Du bist ja auch eine Frau und…“ Marc verdrehte die Augen. Mehdi konnte sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen.
„Und was, Marc?“
Marc blickte zu Boden und flüsterte kaum hörbar:
„Und für dich trinke ich halt gerne Cocktails.“
„Gretchen strahlte über beide Ohren und umarmte Marc stürmisch. Dann gab sie ihm einen Kuss. Als Mehdi das sah, verging ihm direkt wieder das Grinsen und er schaute etwas peinlich berührt weg. Als Sabine sich plötzlich räusperte, ließen Gretchen und Marc von einander ab.
„Die Cafeteria Frau Doktor. Wir sind da.“
Gretchen stieg die Röte ins Gesicht.
„Äh… Ja… Dann wollen wir mal.“ Dann drehte sie sich nochmal zu Marc um „Bis heute Abend.“ und gab ihm noch einen schnellen Kuss. „Mehdi.“
„Gretchen.“
Und schon schlossen sich die Aufzugtüren und Sabine und Gretchen betraten die Cafeteria. Nach wenigen Sekunden hatten sie Gabi entdeckt. Sie saß allein an einem Tisch an der Seite und aß ihren Fisch. Gretchen atmete noch einmal tief durch, dann machten Sabine und sie sich auf zu Gabis Tisch. „Mission Gabi“ konnte beginnen.

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Kommis auch weiterhin sehr erwünscht

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schleumel Offline

Butterböhnchen:


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11.10.2009 15:23
#28 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

„Schwester Gaaabii!“ sagte Gretchen übertrieben freundlich als Sabine und sie sich zu Gabi an den Tisch setzten. Sabine blickte überrascht und ein wenig genervt von ihrem Essen auf. Sie ließ ihren Blick von Sabine zu Gretchen wandern.
„Frau Doktor Haase. Sabine.“
„Und? Wie ist der Fisch?“
„Hab schon besseren gegessen.“
Gretchen wusste nicht was sie noch sagen sollte damit es nicht allzu offensichtlich war dass sie und Sabine irgendwas vor hatten. Gabi griff grade nach ihrem Wasserglas als Gretchen sagte:
„Und was trinken sie da? Wasser? Also ich hätte ja jetzt schon Lust auf so einen leckeren fruchtigen Cocktail.“ Gretchen lachte gekünzelt.
Verwirrt starrte Gabi Gretchen an und fragte sich was das ganze hier sollte.
Sabine verstand ausnahmsweise mal was Gretchen vor hatte und griff schnell ein.
„Also ich hätte auch Lust auf einen Cocktail oder auch mehrere, Frau Doktor.“ Dann drehte sie sich zu Gabi. „Du nicht auch?“
Immernoch völlig sprachlos und überrascht antwortete Gabi.
„Ja klar. Wer hat das nicht.“
Plötzlich mischte Gretchen sich dann wieder ein.
„Ja dann lasst uns doch heute Abend einen trinken gehen. Wie findet ihr das.“
Sabines Mund formte sich zu einem Grinsen. „Au ja!“
Gretchen wandte sich wieder an Gabi.
„Und du Gabi? Willste auch mit?“
„Also ich weiß nicht. Ich dachte wir hassen uns. Und die Sache hier erinnert mich doch sehr an meinen „Junggesellinnenabschied“.
„Ach Gabi.“ Gretchen hob die Hand und machte eine winkende Bewegung. „Das ist doch längst vergessen. Und wenn man sich besser versteht ist die Arbeit zusammen doch auch viel leichter.“
Skeptisch blickte Gabi Gretchen und Sabine an. Sie traute dem Braten noch nicht so ganz, ihre Hoffnung, endlich mal eine Freundin auf der Arbeit zu haben, war jedoch größer als die Angst, dass Gretchen und Sabine etwas im Schilde führten. Trotzdem gab Gabi sich erstmal cool. Scheinbar gelangweilt gab sie zurück.
„Und wo wollt ihr zwei hin? Also ich geh sicher nicht in jeden Schuppen mit euch.“
Gretchen lächelte siegessicher und auch Sabine konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Also wir hatten da ans B9 gedacht. Die sollen die besten Cocktails haben.“
„Gut.“ Sagte Gabi trocken „Und wann wollt ihr los?“
„Also ich hab heute Dienst bis 7 und Sabine auch. Dann muss ich noch nach Hause zu M…einen Eltern“ Puh! Grade noch so gerettet.
Gretchen lächelte verklemmt. Sie wollte Gabi gegenüber eigentlich Marc nicht erwähnen, das hatte selbst Gabi nicht verdient. „Dann schnell was essen und dann könnten wir eigentlich los. Treffen wir uns um halb 10 bei mir…“ Scheiße, ich wohne ja bei Marc. Besser nicht. „Oder besser bei Sabine und nehmen dann zusammen ein Taxi?“
„OK.“
„Gut.“
Gretchen stand auf und blinzelte Sabine an. Diese stand ebenfalls auf und sagte dann:
„Wir müssen dann auch mal wieder. Bevor der Herr Doktor Meier sich wieder aufregt wo wir so lange bleiben.“
„Ja Gabi. Wir müssen. Leider. Wir sehen uns um halb 10 bei Sabine.“
„Ok, dann bis später.“
Gretchen und Sabine verließen die Cafeteria. Zurück blieb eine verdutzte Gabi.
Als Gretchen und Sabine im Aufzug standen, hielt Gretchen es nicht mehr aus.
„Wir habens tatsächlich geschafft. Heute Abend erfahren wir die Wahrheit über Alexis… Oder Frank. Je nachdem.“
Zufrieden und in Vorfreude auf den heutigen Abend, machten Sabine und Gretchen sich auf zum Stationszimmer.

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schleumel Offline

Butterböhnchen:


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11.10.2009 23:41
#29 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Der Rest der Schicht verlief relativ unspektakulär. Nach Dienstschluss ging Gretchen ins Stationszimmer um sich umzuziehen und auf Marc zu warten damit sie nach Hause fahren konnten. Dieser kam wenig später auch ins Zimmer rein, streifte seinen Kittel ab und gab Gretchen einen Kuss in den Nacken.
„Na Hasenzahn? Freuste dich schon auf deinen Frauenabend mit Sabine und Gabi?“
„Nicht so sehr wie du dich auf den Abend mit Mehdi freust würde ich sagen.“ gab sie zurück.
Marc schmunzelte.
„Na da bin ich ja mal gespannt. Apropos gespannt. Du schuldest mir noch eine Erklärung wegen dem dunkelhäutigen Mann von heute Morgen dem du die Brieftasche gestohlen hast.“
Gretchen entschloss sich dazu Marc noch ein bisschen zappeln zu lassen.
„Ich hab dir doch gesagt wenn wir zu Hause sind.“
Sie grinste ihn provokant an. Das konnte er natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Also grinste er ebenso provokant zurück, ging noch einen Schritt näher an sie heran und fasste ihr beherzt an den Hintern. „Ich dachte eigentlich wenn wir zu Hause sind haben wir was anderes vor.“ Um ihn noch ein bisschen mehr zu ärgern, erwiderte Gretchen den fordernden Kuss den Marc ihr gab. Doch dann schob sie ihn ein Stückchen von sich weg und schaute ihn an.
„Auch damit, lieber Marc, wirst du warten müssen bis wir zu Hause sind.“
„Komm schon Hasenzahn. Machen wir es hier und jetzt.“
„Maaarc! Was wenn jemand uns erwischt? Stell dir vor mein Vater würde uns so sehen!“
Da Marc sich Schöneres vorstellen konnte als vom Professor erwischt zu werden lies er dann ein wenig bedröppelt von Gretchen ab.
„Na gut. Dann lass uns aber mal losfahren.“
Sie gingen zum Auto und fuhren nach Hause. Zu Hause angekommen setzte Marc sich erwartungsvoll auf sein Sofa und blickte Gretchen an.
„So und jetzt erklär mir doch bitte die Sache mit dem Mann!“
Ein wenig verlegen kam Gretchen auf Marc zu und setzte sich dann ebenfalls aufs Sofa. Nervös legte sie die Hände ineinander und spielte mit ihren Fingern rum. Marc sah dass sie nervös war und er vermutete schon das Schlimmste.
„Hasenzahn!“ sagte er ein wenig erbost. „Du hast doch nicht etwa…“ Er sah sie ungläubig an. „Einen Liebhaber?“
Peinlich berührt lachte Gretchen auf. „Nein Nein. Da kann ich dich beruhigen. Außer dir gibt es Niemanden.“ Beruhigt lehnte Marc sich zurück. „Na dann kann es ja nicht so schlimm sein. Also raus mit der Sprache.“
Gretchen sah ihn noch einen Moment an, dann begann sie zu erzählen.
„Ja also. Du weißt ja noch damals die Sache mit deiner Mutter und meinem Vater und dass meine Mutter danach auf Emanzipationsurlaub in Indien war, oder?“
„Klar, wie könnte ich das vergessen.“
„Naja. Als meine Mutter aus Indien kam, hat sie jemanden mitgebracht.“
„Ja und was hat die Sache mit dem Mann zu tun den wir heute Morgen getroffen haben?“
„Naja dieser Mann war ihr Liebhaber aus Indien.“
Ein wenig belustigt aber auch überrascht blickte Marc Gretchen an.
„WAS?“ Marc konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Kann mir gar nicht vorstellen dass deine Mutter sowas macht. Hatte sie immer für total konservativ gehalten.“
„Ist sie ja eigentlich auch.“
„Ja und was bewegt dich dann dazu diesem armen Mann die Brieftasche zu stehlen?“
„Naja. Als meine Mutter ihn abserviert hat war er wohl ziemlich enttäuscht. Jedenfalls hat er ihr einen Schlüssel gestohlen.“
„Was denn für einen Schlüssel.“
„Zu einem Bankfach. Da war Gold im Wert von 250.000 € drin. Mein Vater hatte es meiner Mutter sozusagen als Altersvorsorge geschenkt.“
Marc lies ein verwundertes Pfeifen verlauten.
„Und warum klaust du dem Mann nun die Brieftasche? Und was hat dein Vater überhaupt gesagt als er es erfahren hat?“
„Naja. Mein Vater weiß davon noch nichts. Das ist übrigens auch der Grund warum meine Mutter angefangen hat im Krankenhaus zu arbeiten.“
„Und die Brieftasche?“
„Die hab ich ihm gestohlen damit er das Geld bzw. das Gold zurück legt. Bis Montag hat er Zeit, sonst zeige ich ihn an. Und dann wird er wahrscheinlich ausgewiesen und kommt in ein indisches Gefängnis. Und ich hoffe dass seine Angst davor größer ist als die Geldgier.“
Gretchen hatte sich ein wenig in Rage geredet und fuchtelte wild mit den Armen herum. Marc rutsche ein wenig näher an sie heran um sie in den Arm zu nehmen und wieder zu beruhigen.
„Du bist ja ein ganz schönes Schlitzohr Hasenzahn.“
„Ja ich weiß ja dass das nicht richtig war aber ich hab halt mal wieder überreagiert und wusste nicht was ich sonst hätte machen sollen.“
Marc streichelte mit einer Hand über ihr Haar.
„Er wird das Geld sicher zurück bringen. Wer will schon gerne ins Gefängnis. Und du gibst ihm so zumindest die Chance ohne Strafe aus der Sache raus zu kommen. Wer sonst wäre schon so nett zu jemandem der einem 250.000€ gestohlen hat?“
„Ach ich weiß auch nicht. Fühle mich trotzdem schlecht weil ich seine Brieftasche geklaut hab.“
„Sowas kannst auch nur du sagen Hasenzahn. Bist einfach zu gut für diese Welt.“
Er lächelte sie an. So langsam besserte sich auch ihre Laune wieder und sie lächelte zurück. Dann drückte Marc sie an sich und begann damit ihren Hals zu küssen.
„Und nun zu dem worauf ich ebenfalls schon den ganzen Tag warte.“ Säuselte er und schon wanderten seine Hände runter zu Gretchens Brüsten.
Wie kann er denn jetzt an Sex denken wo ich ihm grade voll die peinliche Sache über meine Mutter erzählt habe? Ok, wahrscheinlich ist er einiges von seiner eigenen Mutter gewöhnt. Aber trotzdem, ich….. ohhhhh…. Hmmmmm…. Sex ist vielleicht doch keine so schlechte Idee.
Entspannt lies Gretchen sich zurück fallen und überlies sich ganz Marc. Dieser hatte Gretchens Bluse aufgeknöpft und war mit seinem Gesicht in ihrem Dekolleté versunken. Seine Hände fuhren ihr Bein entlang und glitten unter ihren Rock. Gretchen stöhnte zufrieden und wand sich unter Marcs Berührungen. Sie streifte sein T-Shirt ab und fuhr mit ihren Händen seinen muskulösen Rücken entlang. Dann glitten ihre Hände in seine Hose und Strichen über seinen Hintern. Bald hatten sich beide auch dem Rest ihrer Klamotten entledigt und dann spürte Gretchen Marc so sehr wie nie zuvor. Ihr Körper bebte unter seinem und ihre Lenden glühten. Ihre verschwitzen Körper rieben sich aneinander und als sie beide unmittelbar vor dem Höhepunkt standen, drückte Gretchen Marc ganz fest an sich um den Moment noch besser genießen zu können.
Als sie fertig waren, blieben sie noch eine Weile so liegen. Beide hatten ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht. Gretchen streichelte Marc durch die verwuschelten Haare und sagte dann:
„Hättest du damals gedacht dass wir das irgendwann mal hinbekommen würden?“
„Ich hab es zumindest gehofft.“ Erwiderte Marc und atmete laut aus.
Dann schaute er Gretchen in die Augen.
„Ist doch egal was damals war. Hauptsache ist doch dass wir JETZT glücklich sind.“ Gretchen lächelte.
„Du hast Recht.“
Marc gab ihr einen Kuss. Dann machte er Anstalten aufzustehen weswegen Gretchen ihn ein wenig genervt ansah.
„Sorry Hasenzahn aber ich hab noch ein Date mit Mehdi. Und du willst doch auch gleich weg.“
„Jaaa… Aber trotzdem. Es war doch grade so schön.“
„Na und es wird auch wieder schön werden.“ Grinste er sie an.
„Sag mal wenn du eh gleich zu Mehdi fährst, kannst du mich dann bei Sabine absetzen?“
Schon halb im Badezimmer weil er eben noch schnell duschen wollte schrie Marc:
„Klar Hasenzahn.“
„Ok. Dann beeil dich. Ich will auch noch duschen.“ Rief sie zurück.

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schleumel Offline

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12.10.2009 13:16
#30 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Als beide geduscht hatten und angezogen waren, wollte Gretchen sich grade ihre Schuhe anziehen als Marc den Flur betrat und sie ansah.
„Sag mal willst du mich verarschen? SO gehst du ganz sicher nicht ALLEINE ohne mich weg.“
Verstört blickte Gretchen an sich runter und dann zu Marc.
„Was willst du denn jetzt? Was ist bitte an meinem Rock und dem T-Shirt falsch?“
„Ja DAS kann ich dir sagen. Beides zu KURZ. Bei dem Ausschnitt guckt dir JEDER Typ auf die Brüste und der Rock geht ja nichtmal über die Knie.“
„Sag mal spinnst du jetzt? Ich laufe doch sonst auch nicht anders rum.“
„Äh… also im Krankenhaus hab ich dich noch nie in so einem Rock gesehen.“
„Mein Gott, nun mach doch hier nicht so nen Aufstand. Ja ich habe sonst längere Röcke an, aber ich geh heute Abend aus. Da darf ich doch auch mal sowas anziehen oder nicht. Und so kurz ist der Rock doch gar nicht. Der hört direkt über dem Knie auf. Also stell dich nicht so an.“
„ICH soll mich nicht so anstellen? Wer war denn eifersüchtig auf die Frau im Tanga!“
„Och Marc das ist mir jetzt echt zu blöd!“
Gretchen wollte grade zur Tür raus als Marc sie am Arm festhielt und wieder zurück zog. Er sah langsam ein, dass er sich wie ein aufgescheuchtes Huhn benahm.
„Tut mir leid Gretchen. Wenn du so rumläufst hab ich halt Angst dass…“
Auch sie hatte sich wieder ein wenig beruhigt und schaute ihm in die Augen.
„Dass ich einen anderen nehmen könnte? Vertraust du mir denn gar nicht?“
„Doch. Absolut. Ich meine ja auch nicht dass du jemand anders nehmen könntest, sondern dass dir was passiert. Ich meine, so eine schöne Frau in so einem Outfit? Und ich kann dich nichtmal beschützen.“
Gerührt darüber dass er sich solche Sorgen um sie machte, lächelte sie ihn an und streichelte mit ihrer Hand über seine Wange.
„Mir passiert schon nichts. Ich bin ja nicht alleine.“
„Ja. Sabine und Gabi passen sicher gut auf. Ganz toll“ sagte er sarkastisch.
„Ich hab außerdem einen Selbstverteidigungskurs gemacht. Also.“
Immernoch besorgt aber doch der Meinung dass er Gretchen nicht verbieten konnte und wollte was sie anzuziehen hatte, lies er sie schließlich los.
„Na gut dann lass uns mal los. Mehdi wartet sicher schon sehnsüchtig. Ganz zu schweigen von Sabine und Gabi.“
Dann gingen die beiden runter zum Auto und fuhren los.

freu mich immernoch riesig über eure kommentare ;) Image and video hosting by TinyPic

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12.10.2009 15:18
#31 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Als sie vor Sabines Wohnung angekommen waren und Gretchen grade aussteigen wollte, hielt Marc sie noch einmal zurück.
„Mach bloß keinen Unsinn Hasenzahn!“
Besänftigend blickte Gretchen noch einmal zurück zu Marc.
„Keine Sorge, ich stell schon nichts an.“ Sie wollte grade gehen als sie sich erneut umdrehte.
„Und du hoffentlich auch nicht!“ und weg war sie.
Marc sah ihr noch einen Moment nach. Dann startete er den Motor und machte sich auf den Weg zu Mehdi.
Ein wenig angespannt drückte Gretchen auf die Klingel mit der Aufschrift „Sabine Vögler“. Ob Gabi wohl schon da ist? Ich weiß gar nicht über was ich mit ihr reden soll bis sie betrunken genug ist um sie auszufragen. Und von Sabine kann ich ja auch keine rhetorischen Wunder erwarten. Naja. Warten wir’s ab.
Die Tür öffnete sich mit dem typischen Summen. Gretchen drückte kurz dagegen und stieg dann die Treppe hoch. Na toll. Vierter Stock und kein Aufzug. Meiner Meinung nach sollte JEDES Haus mit mehr als 2 Stockwerken einen Aufzug haben. Könnte man ja gesetzlich einführen. Das Aufzuggesetz.
Als Gretchen oben angekommen war, schnaubte sie ein wenig, versuchte das aber so gut wie möglich zu überspielen weile ihre Unsportlichkeit ihr doch ein wenig peinlich war.
Wär ich mal öfter mit Mama ins Fitnessstudio gegangen…. Hätte ich mal ÜBERHAUPT IRGENDEINEN Sport gemacht. Naja, hilft mir jetzt auch nicht weiter.
„Hallo Frau Doktor.“
„Hi Sabine. Ach nennen sie mich doch endlich Gretchen.“
„Ist gut Fra… Gretchen. Komm rein.“
Gretchen betrat die Wohnung. Sie fragte sich erneut ob Gabi bereits da sei, doch als sie grade ihren Mantel aufhängen wollte, erkannte sie Gabis Jacke an der Garderobe.
Sie ist also schon da. Na das kann ja heiter werden.
Mit einem aufgesetzten Lächeln betrat Gretchen das Wohnzimmer, wo Gabi es sich bereits auf dem Sofa gemütlich gemacht hatte und ein Glas Sekt trank. Sabine eilte in die Küche um Gretchen auch ein Glas zu holen.
„Ach, hallo Gabi!“
„Hallo.“
Gretchen setzte sich zu Gabi aufs Sofa, da kam auch schon Sabine mit einem Sektglas für Gretchen ins Wohnzimmer.
„Ich hab mir gedacht wir genehmigen uns vorher noch das ein oder andere Gläschen Sekt Fra… Gretchen.“
Erleichtert, dass überhaupt jemand etwas sagte, nahm Gretchen das Glas und trank einen großen Schluck daraus.
„Ja wirklich eine gute Idee Sabine.“
Plötzlich merkte Gretchen wie unhöflich sie grade gewesen war.
„Oh. Ich trinke hier ja einfach ohne mit euch anzustoßen.“ Gretchen hob ihr Glas. „Also dann auf einen netten Abend.“
„Auf einen netten Abend.“ Erwiderten Sabine und Gabi wie aus einem Mund. Dann nahm jede noch einen Schluck aus ihrem Glas und es herrschte erst mal Stille. Irgendwie wusste niemand was er sagen sollte. Bis Gretchen sich ein Herz fasste und wenigstens ein wenig Small-Talk in Gang bringen wollte.
„Habt ihr heute die Schuhe von Schwester Stefanie gesehen? Frage mich wie das den ganzen Tag auf den Dingern ausgehalten hat. Und vor allem warum sie die anhatte. Sonst trägt sie doch eher Birkenstock.“ Gretchen lachte vorsichtig weil sie nicht genau wusste wie das Thema ankommen würde und ob einer der beiden es als unangebracht ansah über die Kollegen zu lästern. Doch Gabi und Sabine waren sofort dabei. Gabi lachte laut auf.
„Ja. Auf solchen High-Heels kann nicht mal ich den ganzen Tag laufen.“
Jetzt mische sich auch Sabine ein.
„Also die Frau Doktor Hassmann hat mir erzählt dass Schwester Stefanie gestern ein Date hatte. Und sie hat wohl bei dem Mann übernachtet und ist dann direkt zur Arbeit gekommen. Ersatzklamotten hatte sie noch im Spint aber Schuhe wohl nicht mehr. Und da musste sie halt ihre Pumps anziehen.“
Die drei brachen in Gelächter aus. Die Stimmung war nun ein wenig lockerer. Als alle ihre Gläser leer hatten fragte Gretchen in die Runde:
„Sollen wir mal los?“
Gabi und Sabine bejahten dies und so machten sie sich fertig und bestellten ein Taxi, mit dem sie dann in die Innenstadt fuhren. Vor der Cocktailbar angekommen, bezahlten sie den Fahrer und stiegen aus.

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12.10.2009 15:39
#32 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Zur selben Zeit:

Marc parkte seinen Wagen vor Mehdis neuer Wohnung die er vor 2 Wochen bezogen hatte. Er stieg aus dem Auto aus und klingelte. Nach einigen Minuten machte Mehdi gehetzt die Tür auf.
„Hi Meier. Sorry aber ich musste mich noch eben anziehen. War noch schnell duschen.“
„Kein Ding. Hast mir ja jetzt aufgemacht. Wär allerdings noch cooler wenn du mich auch rein lassen würdest.“
Mehdi lachte nervös.
„Ha. Ja dann komm mal rein. Und vorsichtig, ich hab noch nicht alle Kartons weggeräumt.“
Im Flur bahnte Marc sich den Weg über mehrere Kartons, Kisten und diverse Tüten.
„Sag mal Kaan, hast du ÜBERHAUPT EINEN Karton weggeräumt?“
Mehdi druckste verlegen rum.
„Naja, also ich… bin… noch nicht dazu gekommen.“
„Ja das kann ich sehen.“
Marc folge Mehdi ins Wohnzimmer, indem es doch bedeutend besser aussah. Er setzte sich auf die Couch währen Mehdi in die Küche ging und zwei Bier aus dem Kühlschrank holte. Dann kam er ins Wohnzimmer und reichte Marc sein Bier.
„Hier Meier.“
Erstaunt blickte Marc Mehdi an.
„Haste das extra für heute besorgt?“
Kleinlaut gab Mehdi zu: „Naja. Soll ja ein richtiger Männerabend werden, ne? Da darf das Bier ja nicht fehlen. Wolltest du doch so.“
„Schon gut, war ja nur ne Frage. Außerdem find ich gut dass du Bier geholt hast.“
„Und wo gehen wir gleich hin?“
„Ich kenn da ne coole Bar in der Nähe vom Alexanderplatz. Was hältst du davon?“
Mehdi hob die Hände und zuckte mit den Schultern.
„Du bist hier der Kneipengänger. Ich hab keine Ahnung wo wir hin gehen könnten.“
„Na dann gehen wir doch dahin. Aber vorher kannste mir noch ein Bier rüber reichen.“
„Du hast deins schon aus?“
Erstaunt schaute Mehdi sich seine eigene Flasche an, die, wenn man gnädig war, grade mal zu einem Drittel leer war.
„Ja, ich hatte Durst!“
Mehdi stand auf und holte Marc noch ein Bier aus der Küche. Dann setzte er sich zu ihm auf Sofa.
„Und was macht Gretchen heute?“
Überrascht über die Frage schaute Marc kurz zu Mehdi rüber, antwortete dann aber scheinbar gelassen: „Die trifft sich mit Sabine und Gabi“
Mehdi verstand nur Bahnhof.
„Ich dachte sie und Schwester Gabi würden sich hassen?“
„Ach ich blick da auch nicht so ganz durch. Aber anscheinend weiß Gabi irgendwas über diesen neureichen Teeaktien Schnösel und du kennst ja Gretchen. Weißt ja wie neugierig sie ist.“
„Naja, also wenn man mich einfach so stehen gelassen hätte ohne eine Erklärung dann würde ich auch versuchen wollen heraus zu bekommen warum und was an der Sache faul ist.“
Als Mehdi seinen Satz beendet hatte, merkte er dass die Beschreibung auch ganz gut auf ihn und Anna zutraf und er senkte traurig den Kopf. Marc schien dies bemerkt zu haben und haute seinem Kumpel freundschaftlich auf die Schulter.
„Die Frauen. Machen dich fertig. Kannste nichts machen.“
Mehdi rappelte sich wieder auf. Er verdrängte die Gedanken an Anna und Lilli und antwortete:
„Na ich bezweifel das wir Männer besser sind.“
Mit einem frechen Lachen sagte Marc lauthals: „Klar sind wir besser. Hast also immer noch nichts vom Meier gelernt?“
Und dann lachten beide.
„Sollen wir jetzt eigentlich mal los? Mehr Bier hab ich nämlich nicht hier.“
„Ja gut. Lass mal ein Taxi bestellen.“
Gesagt, getan. Sie bestellten ein Taxi und stiegen am Alexanderplatz aus.

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12.10.2009 17:09
#33 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Gretchen, Sabine und Gabi betraten die Cocktailbar. Sie war wirklich geschmackvoll eingerichtet und ganz in Beige- und Brauntönen gehalten. Sie begaben sich an einen Tisch ganz hinten im Raum wo sie relativ ungestört waren. Sie setzten sich auf die bequemen, gut gepolsterten Sessel und warfen einen Blick auf die Karte. Die Auswahl an Cocktails war wirklich beeindruckend. Sabine war leicht überfordert.
„Jetzt weiß ich doch gar nicht was ich nehmen soll. Das sind ja so viele.“
Gretchen lächelte. Bevor sie einen Cocktail bestellte der ihr nicht schmeckte, nahm sie lieber einen den sie schon kannte.
„Also ich nehme einen Sex on the Beach. Mein absoluter Lieblingscocktail.“
Gabi schien die gleiche Strategie zu haben, denn ohne die Karte lange angesehen zu haben entschied sie sich für einen Mai Thai und empfahl Sabine einen Tequila Sunrise.
Als nach einer Weile der Kellner kam, bestellten alle ihre Cocktails die der Kellner wenige Minuten später auch an ihren Tisch brachte.
„Hmmm… Die schmecken hier ja wirklich gut. Aber da ist ja auch ganz schön viel Alkohol drin.“ Sagte Gretchen nachdem sie ihren Cocktail probiert hatte. Dann sahen sich Sabine und Gretchen verheißungsvoll an, was Gabi jedoch nicht bemerkte, da sie grade ihr Handy aus ihrer Tasche hervor kramte um nachzugucken wie spät es war.
Sie saßen eine Weile rum, ohne dass jemand etwas sagte. So langsam wurde die Stille peinlich. Sie tranken ihre Cocktails und bestellten sich noch einen. Nachdem auch der zweite Cocktail fast leer war, lockerten sich die Zungen der drei Damen doch ein wenig. Sabine ergriff das Wort:
„Ich bin froh dass wir uns auch mal außerhalb des Krankenhauses treffen. Hier muss man ja nicht ständig an die Arbeit denken. Und vor allem wird man nicht vom Herr Doktor Meier angeschnauzt!“
Gretchen räusperte sich. Eigentlich hatte sie das Thema Marc ja vermeiden wollen. Deswegen versuchte sie schnell das Thema zu wechseln.
„Ach ja… Wie ist es denn so mit Doktor Kaan zu arbeiten? Der ist doch sicher ganz entspannt.“
Gabi schien dankbar dafür zu sein dass Gretchen das Thema wechselte.
„Ach der ist immer sehr zuvorkommend. So wie man ihn eben kennt. Aber manchmal lässt der auch seine Sprüche ab. Als ich mir die… Als es mir nicht so gut ging und ich nach Hause wollte hat der mich doch glatt gefragt ob schon Winterschlussverkauf sei und ob ich deswegen gehen wollte.“
Gretchen und Sabine lachten laut auf. Als sie merkten dass Gabi das wohl nicht so witzig zu finden schien, hörten sie ein wenig peinlich berührt auf. Gretchen räusperte sich.
„Jaaa… Wie wärs wenn wir noch ne Runde Cocktails bestellen?“
Erleichtert atmete Sabine auf und sie bestellten noch eine Runde. Als sie ihre Gläser geleert hatten, hatten alle drei schon gut einen sitzen. Gretchen beschloss, sich nun langsam an das Thema Alexis/Frank zu wagen.
„Sach mal Gabi, wie sieht es eijentlich mit dir und den Männern aus?“
„Ach.. Das schprichse was an. Wie es mit dem letzten ausgegangen is weisse ja selber. Un Kalle is auch nich so dat Wahre.“
Gretchen war überrascht dass Gabi anscheinend mit steigendem Promillepegel wirklich kein allzu großes Problem mehr zu haben schien, über Marc zu reden. Sabine schien die Chance zu wittern und mischte sich nun auch ein.
„Die Frau Doktor… Ich meine Gretchen hat ja mit dem letzten Mann auch ins Klo gegriffen.“ Lallte sie.
Gabi lachte laut auf.
„Ja das kann man wohl laut sagen!“
Gretchen tat so als sei sie äußerst verwundert über Gabis Aussage.
„Wie meinstn das jetzt?“
„Isch bitte disch. Einen Betrüger zu heiraten der eine Leiche im Haus hat? Das is ja wohl der absolute *hicks* Griff ins Klo.“
Gretchen und Sabine waren geschockt. Gretchen konnte das auch nicht verbergen.
„Was meinste mit Leische?“
„Na was soll isch schon mit Leische meinen. Nen toten Menschen halt.“
Gretchen klappte die Kinnlade runter. Sie winkte den Kellner herbei und bestellte 3 Long Island Icetea. Nachdem was sie grade erfahren hatte, konnte sie eine Menge Alkohol vertragen.
„Was weißte denn noch Gabi?“ wollte Sabine wissen.
„Also eeiiiigentlisch wollte isch das ja nich erzählen aber jetzt wo wir Freunde sind…. Sein rischtiger Name is Frank. Und seine Mutter is nich blind. Hat sofort erkannt dass er nisch ihr Sohn war. Und die haben dann einen ekelhaften Deal jemacht.“
Gretchen konnte nicht fassen was sie da hörte. In ihr schnürte sich alles zusammen. Sie hatte zwar geahnt, dass das, was sie heute erfahren würde nicht besonders schön werden würde, aber dass es so schlimm war, hatte sie beim besten Willen nicht gedacht. Sie traute sich kaum zu fragen:
„Was denn fürn Deal?“
Gabi lachte laut auf. Sie war schon zu betrunken um zu merken wie nah Gretchen alles ging.
„Na er musses ihr besorgen damit sie nischts sagt.“
Gretchen musste schwer schlucken. In ihr stieg Panik auf. Wie hatte sie sich nur so dermaßen in Alexis bzw. Frank täuschen können. Eigentlich hatte sie immer gedacht eine gute Menschenkenntnis zu haben.
Plötzlich hielt Gretchen es nicht mehr aus. Sie schnappte sich ihre Tasche und lief aus der Bar raus. Gabi reagierte schnell und rannte hinter ihr her. Da Sabine zu langsam war, blieb es an ihr die Cocktails zu bezahlen. Als sie schließlich bezahlt hatte und Gabi und Gretchen hinterher wollte, konnte sie sie nirgends finden. Also rief sie Gabi auf dem Handy an.
„Gabi wo seid ihr denn? Wie geht es Gretchen?“
„Was jlaubste wohl wies ihr jeht? Isch kümmer misch um sie. Fahr du nach Hause. Isch hab eh keine Ahnung wo wir hier grad sind.“
„Und wie wollt ihr dann nach Hause kommen?“
„Ach wir bestellen uns n Taxi.“ Fauchte Gabi und legte auf.
Da Sabine nichts tun konnte, bestellte sie sich ein Taxi und fuhr nach Hause. Sie hatte eigentlich noch Marc informieren wollen, stellte dann aber fest dass sie seine Nummer nicht hatte genau so wenig wie die von Mehdi und Gabi sowie auch Gretchen gingen beide nicht mehr an ihr Handy.

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schleumel Offline

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12.10.2009 17:37
#34 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Zur gleichen Zeit bei Marc und Mehdi:

Marc und Mehdi betraten die Bar. Sie war ein wenig heruntergekommen, aber trotzdem gemütlich und irgendwie hatte sie ein gewisses Flair. Sie setzten sich an einen der Tische und bestellten erst mal jeder ein Bier.
„Und Kaan? Wie war eigentlich deine Zeit im Schwesternwohnheim? Hast den Weibern da hoffentlich mal so ordentlich gezeigt wo der Hammer hängt, hä?“
Marc lachte über seinen eigenen Witz, bekam sich dann aber schnell wieder ein als er merkte dass Mehdi das wohl nicht so witzig fand.
„Ehrlich gesagt hab ich seit Anna und Lilli weg sind gar nicht mehr über andere Frauen nachgedacht.“
Mehdi nahm noch einen Schluck von seinem Bier und murmelte dann leise: „Außer an Gretchen vielleicht.“
Marc hatte das jedoch sehr wohl verstanden und warf seinem Freund einen bösen Blick zu. Mehdi hob beschwichtigend die Hände.
„Keine Sorge Meier. Einen anderen als dich will sie doch eh nicht, das wissen wir doch beide.“
Sich der Richtigkeit der Tatsache bewusst werdend, die Mehdi grade ausgesprochen hatte, lehnte Marc sich zurück und grinste.
„Ist ja gut Meier. Feg dir das scheiß Grinsen aus dem Gesicht.“
Augenblicklich hörte Marc auf zu grinsen. Auch wenn er sich seinem Freund gerade überlegen vorkam weil er Gretchen bekommen hatte und nicht Mehdi, wollte er das seinem Freund doch nicht auf die Nase binden. Schließlich hatte der Gynäkologe in der letzten Zeit viel mitmachen müssen.
„Reden wir nicht mehr über die Frauen. Die machen einen eh nur wahnsinnig.“
Mehdi und Marc lachten.
„Da hast du Recht Meier. Sag mal wie kommt deine Mutter denn mittlerweile mit ihren Wechseljahren klar?“
„Bääähh Kaan. Was fragst du mich jetzt sowas? Außerdem wollten wir doch nicht mehr über Frauen reden.“
„Naja… Hat mich eben interessiert. Weil sie anscheinend aus jeder Mücke einen Elefanten macht und da wollte ich ja nur wissen ob sie dir damit auch auf die Nerven geht. Mich ruft sie sicher 2 Mal die Woche an und fragt mich ob es irgendwelche neuen Wundermittel gibt und ob ich ihr nicht noch mehr Hormone verschreiben könnte.“
Marc musste schmunzeln. Das war typisch für seine Mutter.
„Ach, mach dir um meine Mutter mal keine Sorgen. Sie ist anstrengend aber nach einiger Zeit hat man sich dran gewöhnt.“
„Na dein Wort in Gottes Ohr. Im Moment geht sie mir ehrlich gesagt schon auf die Nerven.“
„Das legt sich wieder.“
Die beiden saßen noch eine Weile da und bestellten noch das ein oder andere Bier. Beide waren schließlich angetrunken, jedoch keineswegs betrunken. Mehdi fiel es allerdings immer schwerer die Augen offen zu halten.
„Och Kaan. Es ist grade mal 12 Uhr und du pennst mir hier fast weg. Komm wir gehen zum Alexanderplatz und nehmen ein Taxi.“
Mehdi schien seinem Freund dankbar über diesen Vorschlag zu sein denn er stand gleich auf und ging nach vorne um zu bezahlen.
„Geht heute auf mich Meier. Nächstes Mal bist du dann dran.“
„Ok.“
Sie verließen die Bar und sahen, dass direkt vor dem Eingang ein Taxi stand. Da sie jedoch in komplett verschiedene Richtungen mussten, lies Marc seinem müden Freund den Vortritt.
„Nimm du mal ruhig das Taxi. Ich nehm dann das nächste.“
„Ok. Ich bring dir dann morgen dein Auto vorbei. Wir sehen uns.“
Und schon hatte Mehdi die Tür des Taxis zugeschlagen und der Wagen setzte sich in Bewegung. Marc schaute sich um, jedoch war weit und breit kein Taxi zu sehen, also machte er sich auf den Weg zurück zum Alexanderplatz. Dort würde er sicher eins bekommen.

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schleumel Offline

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12.10.2009 18:26
#35 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Währenddessen bei Gretchen und Gabi:

Irgendwann hatte Gretchen aufgehört zu laufen. Völlig außer Atem lies sie sich auf den kalten Boden fallen, legte sich auf den Rücken und schaute in den Himmel. Als Gabi Gretchen eingeholt hatte, legte sie sich zu ihr und zusammen blickten sie in den trüben Himmel, der nur vereinzelt Sterne sehen lies. Eine Weile lang sagten beide nichts und lagen einfach nur so da. Als Gabi hörte, dass Gretchen immernoch weinte, nahm sie wortlos Gretchens Hand und dann starrten beide weiter in den Himmel bis Gretchen auf einmal schluchzend anfing zu sprechen.
„Wie konnte isch misch nur so täuschen?“
„Du konntest das doch wirklich nischt ahnen. Isch hab das auch nur mitbekommen weil isch eigentlisch dein Kleid versauen wollte und misch dann versteckt hab als die beiden rein kamen.“
Gretchen schluchzte erneut und ihre Stimme überschlug sich.
„Hättest du das mal gemacht. Wär mir einiges erspart geblieben.“
„Wenn ich ehrlisch bin hatte ich, nachdem isch das mitbekommen hatte vom Kleid abgelassen weil ich dachte dassu damit schon genug gestraft warst. Tut mir escht leid dassich nich schon vorher was gesagt hab.“
„Ach du kannst ja nischts dafür. Ich war ja selber blind genug um nischts zu merken. Dabei hätte isch auch direkt mit Marc glücklich werden können, statt erst zu denken dass isch Alexis oder Frank oder wie auch immer heiraten will.“
Gretchen bemerkte dass Gabi nachdenklich wurde.
„Tut mir leid. Wollte eigentlisch nisch von Marc anfangen.“
„Ach schon gut. Bin mittlerweile über den Dreckskerl, sorry, hinweg. Und isch hab auch eingesehen dass isch wohl nie eine Chance gegen disch hatte. Zumindest was ihn anjeht.“
„Ach Gabi. Isch hätte dir das wirklich gegönnt. Mit einem Anderen zumindest.“
„Ja isch weiß schon.“
„Aber vergessen wir das Gretschen. Wir Frauen müssen doch zusammen halten. Und ab jetzt machen wir das auch.“
Gabi drückte Gretchens Hand, die sie immer noch hielt, ein wenig fester um ihr zu signalisieren dass sie es ernst meinte.
„Weisste Gabi, ich hätte garnisch jedacht dassu so nett sein kannst.“
„Dass kannisch nur zurück geben.“
Und zum ersten Mal seit der Cocktailbar lachte Gretchen kurz.
„Weissu, ich will doch eijentlisch nur glüclisch sein. Das is doch nisch zu viel verlangt oder?“
„Ach Gretchen, welche Frau will das nisch. Ich muss doch jetzt auch von neu anfangen. Du hast jetzt wenigstens Marc. Deinen Traumprinzen. Was kümmert es disch da eijentlisch noch was mit diesem Betrüger is.?“
„Ich weiß auch nisch. Ich war eben neugierig. Ich konnte ja nicht mal ansatzweise erahnen was du mir erzählen würdest.“
„Damit hat wohl keiner gereschnet.“
„Isch bin froh dass wir uns endlisch mal aussprechen. Es heißt ja auch immer Betrunkene würden immer die Wahrheit sagen und wir beide sind eindeutisch mehr als betrunken.“
Beide mussten laut lachen. Zufrieden darüber dass sie endlich einmal reinen Tisch gemacht hatten, lagen sie noch eine Weile ruhig nebeneinander, bis sich plötzlich jemand über sie beugte…

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schleumel Offline

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12.10.2009 19:51
#36 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

„HASENZAHN? GABI?“ fragte eine bekannte Stimme.
Da es recht dunkel war, hatten die beiden Marc nicht gleich erkannt.
„Maaarc? Bist du das?“ fragte Gretchen hoffnungsvoll.
„Ja Hasenzahn, ich bin’s. Kannst du mir mal sagen was ihr beiden MITTEN auf dem Alexanderplatz macht? Und warum um Gottes Willen ihr auf dem Boden liegt und Schäfchen zählt?“
Gabi stand auf und zog Marc ein Stück weg.
„Halt die Klappe und kümmer dich um sie!“ fauchte sie Marc schließlich an als sie außerhalb von Gretchens Hörreichweite waren. Marc, der ja nicht wusste dass Gretchen und Gabi wohl nun so was wie befreundet waren fauchte ordentlich zurück.
„Mein Gott Gabi. Wie ich mit Gretchen umzugehen habe weiß ich selber. Was macht ihr überhaupt hier? Und noch dazu seid ihr sturzbetrunken!!“
„Ich hab ihr alles über diesen Alexis bzw Frank erzählt was ich wusste. Das war einfach zu viel für sie. Also schnauz sie nicht an sondern nimm sie in den Arm wenn du nicht willst dass sie morgen total sauer auf dich ist!“
Ein wenig verwirrt schaute Marc Gabi an.
„Was kann an dem schon besonders gewesen sein.“ Spottete Marc.
Gabi sah ihn mit bösem Blick an.
„Shhht… Reg sie doch nicht noch mehr auf. Und jetzt bestell ein Taxi und bring sie ins Bett. Sie braucht dich jetzt.“
Total verwundert darüber dass Gabi ihm Tipps gab wie er Gretchen am besten trösten konnte, ging Marc einen Schritt auf Gretchen zu und sah sie erneut an. Sie hatte mittlerweile die Augen geschlossen und schien grade dabei zu sein ein zu schlafen.
„Gabi!“ rief Marc wütend. „Gretchen ist ja auch völlig betrunken.“
„Das ist ja jetzt wirklich das kleinste Problem.“
„Was ist denn jetzt bitte am dem Schnösel so schlimm dass ihr hier betrunken rumliegt und Gretchen wohl mal wieder geheult hat?!“ Marc deutete mit einer Hand auf Gretchens Gesicht, dem ganz deutlich anzusehen war, dass sie bitterlich geweint hatte.
„Das wird sie dir sicher morgen in Ruhe erklären. Und jetzt ruf endlich ein Taxi!“
Marc tat wie ihm befohlen und bestellte zwei Taxen zum Alexanderplatz. Während sie auf die Taxen warteten, beugte Marc sich zu Gretchen runter und hob sie sanft an damit sie aufstand.
„Na komm Hasenzahn. Holst dir sonst noch ne Blasenentzündung oder sonst was. Ist viel zu kalt hier.“
Als Gretchen wieder auf ihren Füßen stand, immer noch völlig dicht so dass sie kaum etwas mitbekam, zog Marc seine Jacke aus und legte sie Gretchen um. Wenig später kamen zwei Taxen auf sie zugefahren. Als Gabi gerade in das eine einsteigen wollte, rief Marc ihr noch zu:
„Gabi! Danke dass du dich um Gretchen gekümmert hast.“
Das war ihm zwar schwer gefallen doch er war ihr wirklich dankbar gewesen dass sie Gretchen nicht alleine gelassen hatte.
„Keine Ursache!“ rief Gabi zurück und stieg ins Taxi ein.
Dann verfrachtete Marc Gretchen in das andere Taxi und sie fuhren nach Hause.
Zu Hause angekommen, schleppte Marc Gretchen hoch in die Wohnung und zog ihr ihre Sachen aus, um sie dann ins Bett zu legen. Bevor er ins Bad ging um sich selber fertig zu machen drehte er sich noch einmal um und sah Gretchen an, wie sie schlafend da lag.
„Hasenzahn Hasenzahn. Was machst du nur immer für Sachen.“ Murmelte er leise und ging dann ins Bad.

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12.10.2009 20:28
#37 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen wachte Gretchen mit dem dicksten Schädel aller Zeiten auf. Sie fasste sich an den Kopf uns stöhnte.
Oh mein Gott. Was hab ich gestern nur gemacht. Hab eindeutig einen über den Durst getrunken. Man was ist das hier so hell. Und wo bin ich eigentlich? Ah. Bei Marc. Moment. Wie bin ich denn hier hin gekommen? Ich erinnere mich an ein Taxi. Und an Marc? Moment. Der war doch mit Mehdi unterwegs. Oh Gott Gretchen. Nie wieder Alkohol.
Gretchen blinzelte durch den Raum und dann warf sie einen Blick neben sich.
Marc hat also auch zu Hause geschlafen. Na das ist ja auch schon mal was!
Gretchen versuchte aufzustehen, doch ihr tat alles weh und ein wenig übel war ihr auch, also lies sie sich zurück ins Kissen fallen.
Mittlerweile war auch Marc wach geworden.
„Na Hasenzahn? Wieder unter den Lebenden?“
„Haha. Sehr witzig.“
„Äh… erinnerst du dich noch daran was du gestern gemacht hast?“
Gretchen wurde rot. Ihre gestrige Aktion war ihr doch irgendwie peinlich.
„Ja ich war mit Gabi und Sabine weg. Und dann hat Gabi mir alles über Frank erzählt und dann lag ich auf einmal sternhagelvoll auf dem Alexanderplatz.“ Beschämt senkte sie ihren Kopf.
„Jaaaaa… Und wer hat dich gerettet und ins Bett gebracht bevor du auf der Straße erfroren wärst?!“ Marc grinste schadenfroh.
„Ja ist ja gut. Danke!“ murmelte Gretchen.
Dann wurde Marc auf einmal ernst.
„Du Gretchen was war denn nun mit Al… Fra… dem Teeaktienschnösel?“
Gretchen erzählte Marc, was sie gestern von Gabi erfahren hatte. Ihr lief eine Träne über die Wange. Doch das hatte Marc schon gar nicht mehr wahrgenommen. Wie von der Tarantel gestochen war er aus dem Bett gesprungen, hob drohend den Zeigefinger und brüllte durch das ganze Zimmer.
„Dieser scheiß Penner! Den zeigen wir an Gretchen. Dem werd ich helfen dich so zu verarschen. Wenn ich dem nochmal begegne. Der kann was erleben.“
Gretchen wollte grade etwas entgegnen doch Marc war noch nicht fertig. „Den kannste gleich mit anzeigen wenn du diesen Inder anzeigst!“ Marc war außer sich. Er ging zu seiner Hose, die auf dem Boden lag, holte seine Zigaretten raus und zündete sich eine an. Eigentlich hatte er Gretchen ja versprochen nicht mehr drinnen zu rauchen doch er konnte einfach nicht anders. Er nahm einen langen Zug, dann hatte er sich wieder einigermaßen unter Kontrolle. Er sah Gretchen an, dass sie nicht weiter über das Thema reden wollte, also beließ er es erstmal dabei. Eine Weile schwiegen beide, dann fragte Marc:
„Und seit wann sind Gabi und du Freunde?“
„Irgendwie seit gestern. Haben uns als wir da rum lagen *hust* ausgesprochen und Gabi kann wirklich nett sein.“
„Jaa… Nett im Bett vielleicht.“
Sauer blickte Gretchen Marc an, der sich grade über seinen unangebrachten Kommentar bewusst wurde.
„Äh… Sorry Hasenzahn. Ist mir so rausgerutscht.“
„Willste mir damit irgendwas sagen? Vielleicht dass sie besser im Bett ist als ich?“
„Nein ganz sicher nicht!“ versicherte Marc, der auf Gretchen zuging und sie in den Arm nehmen wollte um sie zu besänftigen. „Der Sex mit dir ist besser als jeder den ich jemals hatte. Und ich hatte ne Menge davon.“ Gleich nachdem er das ausgesprochen hatte, ärgerte Marc sich über sein vorlautes Mundwerk.
„Tschuldigung ich halt jetzt meine Klappe.“
„Na das will ich schwer hoffen.“
Marc gab Gretchen einen Kuss. Sie wollte sich erst wehren, lies es aber dann doch zu. Sie konnte einfach nicht lange sauer sein. Zumindest nicht jetzt. Ihr war wirklich nicht nach Streit zumute.
„Was hältst du davon wenn wir jetzt aufstehen und dann schön frühstücken? Mehdi bringt sicher gleich mein Auto vorbei, dann könnten wir ne Runde shoppen gehen. Ich brauch neue Schuhe.“
Gretchen war von der Idee sehr angetan. Schließlich erinnerte sie sich noch allzu lebhaft an das letzte Mal als sie und Marc shoppen gegangen waren.
„Können wir machen. Kannst du denn gleich schon wieder Auto fahren?“
„Entschuldige mal Hasenzahn. Ich war nicht derjenige der besoffen mitten auf dem Alexanderplatz lag.“
„Ja jetzt hack noch weiter drauf rum.“
Marc grinste sie an.
„Du bist so süß wenn du dich aufregst.“ Er streckte ihr die Zunge raus und stand auf und ging in die Küche um Frühstück zu machen.
Puh… Gott sei Dank hat er mir keine Predigt gehalten wie unvorsichtig ich war und dass er mich nie wieder allein weg gehen lässt. Bin mal gespannt wie das morgen wird wenn ich Sabine und vor allem Gabi wieder begegne. Ist sicher trotzdem irgendwie komisch. Aber Frank werd ich auf jeden Fall anzeigen. Der kann was erleben!

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schleumel Offline

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13.10.2009 00:21
#38 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Marc und Gretchen saßen grade am Küchentisch und aßen ihr Frühstück als es an der Tür klingelte. Murrend stand Gretchen auf und öffnete die Tür. Als sie einen Blick die Treppe runter warf, konnte sie sehen wie Doktor Mehdi Kaan die Treppe hochgerannt kam.
„Morgen Gretchen!“
„Hi Mehdi.“
Mehdi wollte Gretchen grade zur Begrüßung umarmen als er plötzlich eine Alkoholfahne roch. Und zwar nicht zu knapp. Und der Geruch wurde intensiver je näher er Gretchen kam. Er betrachtete sie von oben bis unten und jetzt fiel ihm auch auf, dass sie wirklich schon besser ausgesehen hatte. Ihre Haare sahen aus, als hätten sie Nachts ohne Gretchen ihre eigene Party gefeiert und ihre Augenringe waren auch nicht von schlechten Eltern. Ihre Augen waren aufgequollen und winzig im Vergleich zu sonst.
„Mensch Gretchen, muss ja ein wilder Abend gewesen sein gestern.“
„Erinner mich bloß nicht daran!“
„Was? War‘s so schlimm?“ Mehdi bemerkte dass Gretchen wirklich nicht über gestern Abend sprechen wollte, also kam er auf den Grund zu sprechen weswegen er eigentlich hier war. Er wedelte mit einem Autoschlüssel vor Gretchens Gesicht hin und her.
„Ich wollte auch nur Marcs Auto vorbei bringen. Hier sind die Schlüssel.“
„Oh, danke. Komm doch rein. Willst du nen Kaffee?“
Mehdi wollte die beiden eigentlich nicht stören, aber der Gedanke an frischen Kaffee ließ ihn schwach werden, denn seine eigene Kaffeemaschine hatte gestern Mittag den Geist aufgegeben und ohne Kaffe funktionierte er einfach nicht richtig. Also entschloss er sich das Angebot anzunehmen und betrat die Wohnung. Er folgte Gretchen in die Küche, wo Marc immernoch am Tisch saß und die Zeitung las.
„Morgen Meier! Bringe dir dein Auto.“
Marc blickte ein wenig besorgt von der Zeitung auf und begrüßte seinen Freund.
„Morgen Kaan. Ich hoffe mein Auto lebt noch? Und befindet sich in genau dem Zustand indem ich es bei dir gelassen habe?“
„Natürlich. Was denkst du von mir.“
„Na ich weiß ja nicht. Manchmal bist du ja schon wie ne Frau. Hätt ja sein können dass du auch wie eine fährst.“
„Na hör mal. So schlecht fahre ich doch gar nicht.“
Empört stellte Gretchen die Hände in die Hüfte.
„Hör mal Marc. Nicht jede Frau fährt scheiße Auto!“
Neckisch grinsend blickte Marc zu Gretchen auf.
„Nein, jede nicht. Aber du schon.“
Das hat er doch jetzt nicht wirklich gesagt? Also manchmal könnte ich ihn echt umbringen. Immer dieses Machogehabe wenn es um sein blödes Auto geht. Dabei fährt er seit dem Unfall mit dem einem Typen da und Gabi ja nur diesen schrottigen Volvo. Vielleicht ist es mal an der Zeit für ein neues Auto? Frage mich eh warum er sich nicht mal eins kauft. Geld genug hat er ja. Naja. Ich geh jetzt erst mal duschen. Dann kann er weiter blöde Witze über Frauen und Autos machen ohne dass ich mich aufregen muss.
Gretchen drehte sich um, denn sie wollte Marc keinerlei Reaktion auf seinen blöden Spruch zeigen.
„Also ich geh jetzt duschen. Ihr könnt mich ja rufen wenn ihr genug Testosteron verteilt habt.“
Als Gretchen im Bad verschwunden war lehnte Mehdi sich über den Tisch und flüsterte Marc zu:
„Sag mal, haben die Weiber gestern etwas übertrieben oder warum ist Gretchen so fertig?“
„Ach, lange Geschichte. Erzählt sie dir am besten selber. Aber hackenstramm waren die allemal. So viel dazu.“
Mehdi lachte laut auf.
„Ich kann mir Gretchen gar nicht besoffen vorstellen.“
„Na glaub mir, was gestern passiert ist hab ich mir auch nicht träumen lassen.“
„Jetzt mach es doch nicht so spannend.“
„Also alles was ich dir sagen kann ist, dass ich Gretchen und Gabi später am Alexanderplatz getroffen habe. Sie lagen auf dem Boden in der Mitte des Platzes und haben Sterne angeguckt oder was Weiber sonst so machen wenn sie betrunken auf dem Boden liegen.“
Dr. Kaan brach in schallendes Gelächter aus. Die Vorstellung von Gretchen und Gabi war einfach zu komisch.
„Ich nehme an, mehr erzählst du mir nicht?“ fragte Mehdi verschmitzt.
„Nein Kaan, den Rest soll Gretchen dir selber erzählen.“
Mehdi wollte grade noch einen Überredungsversuch starten als irgendwo ein Handy klingelte. Als Marc das Geräusch lokalisiert hatte, hechtete er zu Gretchens Tasche und kramte ihr Handy aus ihrer Tasche. Er schaute auf das Display.
„Na ganz toll. Sabine. Was will die denn jetzt?“ murmelte Marc.
Dann nahm er aber doch ab.
„Meier?“
„Oh… Guten Morgen Herr Doktor. Ich wollte ja eigentlich die Frau Doktor sprechen.“
„Die ist grade duschen. Was gibt’s denn?“
„Na ich wollte nachfragen wie es ihr geht und ob sie gut nach Hause gekommen ist. Hab sie ja nachher nicht mehr finden können und an ihr Handy ist sie ja auch nicht gegangen.“
„Jaaaa… Der Frau Doktor geht es gut und sie ist mit mir nach Hause gekommen. Sie können also jetzt wieder auflegen.“ Erwiderte Marc genervt.
Dann hörte er ein Klicken in der Leitung. Sabine hatte tatsächlich aufgelegt. Marc schmunzelte, amüsiert darüber wie leicht Sabine sich von ihm einschüchtern lies. Dann legte er das Handy auf den Wohnzimmertisch und setzte sich wieder in die Küche. Er redete noch eine Weile mit seinem Freund dem Gynäkologen als er auf einmal Geräusche aus dem Badezimmer vernahm. Gretchen war wohl fertig mit duschen. Dann hörte er wie Gretchen ihm aus dem Bad zurief:
„Maaarc. Was hältst du davon wenn wir das Shoppen auf eine Stunde verschieben und…“ sie betrat die Küche und lies das Handtuch fallen, unter dem sie nackt war. „Und du es mir vorher nochmal so richtig besorgst!?“ War das jetzt zu schlampig? Ich hoffe nicht. Naja. Solange er kapiert dass ich jetzt so richtig Lust auf Speedboat habe, hat es ja die Wirkung erzielt die ich erreichen wollte
Marc blieb der Kaffee im Hals stecken, weswegen er laut husten musste, und Gretchen deswegen auch nicht sagen konnte, dass Mehdi, den Gretchen offenbar nicht entdeckt hatte, neben ihr am geöffneten Kühlschrank stand und die Milch in der Hand hielt, die er dann auch plötzlich fallen lies.
Erschrocken drehte Gretchen sich um und entdeckte nun Mehdi, der sie sprachlos anstarrte.
Oh mein Gott. Ist das peinlich. Schnell raus hier.
Mit einem lauten Schrei schnappte Gretchen sich ihr Handtuch und verließ panisch die Küche.
Sowas kann auch nur dir passieren Gretchen Haase! Na hoffentlich geht er jetzt.
Mehdi stand immer noch verdutzt in der Küche und sein Blick fiel abwechselnd auf die Milch auf dem Boden und dem etwas angesäuerten Marc. Schließlich schnappte Mehdi sich ein Tuch und wischte die Milch von Boden auf. Dann stammelte er irgendwas von zu Fuß nach Hause gehen und schon war er weg. Ein wenig erbost darüber wie Mehdi Gretchen angestarrt hatte, stand Marc vom Tisch auf und machte sich auf die Suche nach Gretchen. Er fand sie mit hochrotem Kopf in seinem Bett, die Decke bis zum Kinn hochgezogen. Er lehnte sich an den Türrahmen und sagte schließlich grinsend.
„Na Hasenzahn? Astreine Vorstellung von dir“ Marc lachte sich schrott während Gretchen ihn böse anfunkelte.
„Da will ich einmal sexy sein und dann SOWAS!“ sagte Gretchen wütend.
Marc sah sie an, legte sich dann neben sie ins Bett und streichelte ihren Bauch.
„Was heißt hier EINMAL?“
Die Anspielung hatte Gretchen verstanden. Sie drehte sich zu ihm um und dann verschwanden beide unter der Bettdecke. ;)

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13.10.2009 11:24
#39 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Als Gretchen und Marc endlich aus dem Bett kamen war es schon weit nach Mittag.
Plötzlich klingelte das Telefon. Genervt sprang Marc vom Bett auf und hechtete dem Telefon entgegen.
„Meier?“
„Bärbel Haase hier.“
„Ah, hallo Frau Haase.“ Marc rollte ungeduldig mit den Augen.
„Ja also ich wollte nur mal eben fragen ob sie jetzt zu Hause sind. Dann würde ich eben vorbei kommen und ihnen einen Obstkorb vorbei bringen. Ich wär nämlich eben auf dem Markt, wissen sie, und da gab es die so günstig. Und meine Margarethe braucht ja Vitamine.“
„Ja ein paar Vitamine können nach dem ganzen ‚Sport‘ wirklich nicht schaden.“ Murmelte Marc kaum hörbar.
„Was meinten sie grade?“
Erschrocken darüber dass er seine Gedanken tatsächlich laut ausgesprochen hatte fasste Marc sich an den Kopf und sagte dann schnell:
„Ich glaube wir brauchen kein Obst, aber danke Frau Haase.“
Marc wollte sich grade verabschieden und auflegen als er feststellen musste, dass Bärbel Haase sich nicht so einfach abwimmeln lies.
„Na aber Herr Meier. Wenn sie eh nichts vor haben heute, und von meinem Mann weiß ich dass Gretchen und sie heute beide frei haben, dann kann ich doch eben vorbei kommen. Dauert ja auch nicht lange.“
Marc versuchte noch, die Sache irgendwie zu verhindern, aber Bärbel Haase lies ihn gar nicht erst zu Wort kommen.
„Äh Frau Haase… Ich … Wir….“
„Also ich bin dann in 15 Minuten bei ihnen. Ich bring dann auch noch einen Kuchen mit.“ Und schwupps, hatte Bärbel Haase aufgelegt.
Verwirrt starrte Marc auf den Hörer in seiner Hand. Auf Bärbel Haase hatte er jetzt wirklich GAR KEINE Lust. Mittlerweile war auch Gretchen aufgestanden. Sie hatte bis auf ein T-Shirt und ihre Unterhose nichts an. Marc sah sie schmunzelnd an, als sie versuchte aus dem oberen Teil des Küchenschranks eine Tasse zu angeln. Unverhohlen starrte er ihr auf den Hintern, bis er von ihr aus seinen Gedanken gerissen wurde.
„Wer war denn das am Telefon?“
Das holte Marc gleich wieder in die grausame Realität zurück. Mit finsterer Miene schaute er Gretchen an.
„Deine Mutter. Und sie kommt gleich, um genau zu sein in 10 Minuten her und bringt uns, ACHTUNG, einen OBSTKORB. Für die Vitamine. Und wenn sie schon mal dabei ist, wollte sie auch gleich Kuchen mitbringen.“
Gretchen lachte schadenfroh.
„Kuchen hört sich doch gut an.“
„Hasenzahn? Bring mich bloß nicht auf die Palme. Ich wollte eigentlich mit dir in die Stadt und jetzt kann ich mir mindestens 3 Stunden lang anhören welche Wäsche man wie bei wieviel Grad waschen muss, dass man Socken ja nicht verkehrt herum in die Waschmaschine tut. Wenn ich ‚Glück‘ habe, erklärt sie mir vielleicht noch wie ich die beste Lasagne meines Lebens zaubere. Aber nur wenn ich Glück habe!“ entgegnete Marc sarkastisch.
„Man Marc sei doch nicht so gemein. Vielleicht ist sie auch hier um dich besser kennen zu lernen oder so. Ich meine, wirklich gut war sie ja nicht auf dich zu sprechen als sie das mit uns erfahren hat.“
Mit einem undefinierbaren Knurren ging Marc zur Kaffeemaschine. Er wollte sich grade seinen Kaffee eingießen als er merkte dass Gretchen ihn schon eine Weile lang anstarrte.
„Äh… Ist was?“
„Maarc? Hast du nicht vor 5 Minuten gesagt dass meine Mutter in 10 Minuten kommt? Was bedeuten würde dass sie in 5 Minuten hier ist?“
„Jahaaa…. Genau das hab ich gesagt.“
„Ja… wie wärs wenn du dir dann mal was anziehst?“
Marc schaute an sich herunter. Er trug nur seine schwarze Boxershorts.
„Vielleicht mag deine Mutter mich ja eher wenn ich mich nicht umziehe.“ Er grinste sie verlegen an.
„Marc. Das ist jetzt nicht der Zeitpunkt für schlechte Witze. Zieh dir wenigstens eine Hose an.“
Marc ging ins Schlafzimmer und zog sich eine Jeans und sein M-Shirt über.
Ohh süüüß. Ich liebe dieses Shirt. Erinnert mich immer an das Fest meiner Eltern… Naja… und an den Vorfall in der Dusche.
„Hasenzahn? Willst du nicht auch mal ne Hose anziehen.“
Erschrocken stellte Gretchen fest, dass sie wirklich immernoch in Unterhose hier rum stand.
„Äh ja hast Recht. Meine Mutter soll ja nicht denken dass wir rumvögeln wie zwei Teenager.“
Marc grinste sie an als sie an ihm vorbei ging.
„Ach wie zwei Teenager also.“
Als Gretchen grade ihre Jogginghose übergezogen hatte, klingelte es auch schon an der Tür.
„Juhuuu!“ rief Marc unmotiviert und ging zur Türe.

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14.10.2009 14:21
#40 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Kaum hatte Marc die Türe geöffnet, da stürmte Bärbel Haase auch schon gut gelaunt, und mit tausend Sachen bepackt, in den Flur.
„Hallo Herr Meier.“
„Hallo Frau Haase.“
Bärbel stellte den Obstkorb und den Kuchen in der Küche ab und sah sich in der Wohnung um.
„Wo ist denn meine Margarethe?“
Genau in diesem Augenblick kam Gretchen aus dem Schlafzimmer auf ihre Mutter zu und umarmte sie.
„Hallo Mama.“
„Halle Margarethe.“
Als Frau Haase sich von der Umarmung gelöst hatte, musterte sie Gretchen skeptisch.
„Sag mal Gretchen, hast du abgenommen?“
Verwundert schaute Gretchen an sich runter.
„Ähm… Eigentlich nicht. Wie kommst du da drauf?“
„Siehst so dünn aus. Hast du Sport gemacht?“
Diese Frage trieb Marc ein dickes Grinsen ins Gesicht, und plötzlich mischte er sich auch in das Gespräch ein.
„Ihre Tochter und ich machen immer zusammen Sport Frau Haase.“
Erstaunt sah Bärbel ihre Tochter an, die Marc grade einen Bösen Blick zuwarf.
„Also Margarethe. Mit deiner alten Mutter nicht ins Fitnessstudio gehen aber dann mit dem Doktor Meier Sport machen?“
Gretchen räusperte sich. Sie merkte, dass ihr Gesicht schon wieder rot anlief. Marcs Grinsen war noch breiter geworden.
„Ja, Mama… Wir… äh… haben…. öh…. Yoga gemacht.“ Sagte Gretchen ein wenig verlegen. Ihre Mutter schien ihr das allerdings abzukaufen, denn sie zuckte kurz mit den Schultern und drehte sich dann um und ging zum Küchentisch.
„Hast du gesehen was ich euch mitgebracht habe?“
„Ja Mama. Ein Obstkorb.“ Gretchen lächelte leicht gequält. „Wirklich nett von dir.“
„Wenn du jetzt so sportlich bist, kannst du die Vitamine ja noch besser gebrauchen.“
„Ähh… ja… genau Mama.“
„Aber nun kommt doch und setzt euch. Ich hab doch auch Kuchen mitgebracht.“
Marc warf Gretchen einen genervten Blick zu. Sie erwiderte seinen Blick mit funkelnden Augen um ihm zu signalisieren dass er sich ja benehmen sollte.
Als alle am Tisch saßen, gab Bärbel jedem ein Stück Kuchen. Eine ganze Weile sagte keiner etwas bis Marc sich ein Herz fasste und alle aus der peinlichen Situation erlösen wollte.
„Wirklich lecker der Kuchen, Frau Haase. Der Professor kann sich glücklich schätzen dass er eine Frau hat die so gut Kochen und Backen kann. Kann ja nicht jeder.“
Erfreut über das nette Kompliment, lächelte Bärbel. Den Seitenhieb auf Gretchen hatte sie nicht mitbekommen.
„Oh danke Doktor Meier. Wirklich sehr nett von ihnen.“
Mooooment! Hat Marc damit gerade andeuten wollen dass ich nicht kochen kann? Hallo? Will der Ärger haben? Der kann ja selber nicht kochen. Ist er auch noch viel zu faul zu. Bestellt sich doch andauernd was beim Lieferservice. Und was fällt ihm ein sich bei meiner Mutter über meine Kochkünste zu beschweren?!
Marc warf Gretchen ein hämisches Grinsen zu. Gretchen stieg erneut die Röte ins Gesicht. Diesmal jedoch nicht weil sie peinlich berührt war, sondern weil sie sauer über Marcs Kommentar war.
„Und was gibt es sonst so neues?“ wollte Bärbel Haase wissen.
Marc hatte seinen Kuchen aufgegessen und schob den Teller ein kleines Stück von sich weg.
„Oh, wollen sie noch ein Stück Herr Meier?“
„Nein nein, danke Frau Haase. Trotz des ganzen Sports kann man ja nicht endlos in sich hinein stopfen. Sonst nimmt man ja endlos zu.“ Wieder warf Marc Gretchen einen Blick zu.
Hat er jetzt auch noch indirekt gesagt dass ich zu dick bin? Ob er mich wirklich fett findet? Oder will er mich einfach nur auf die Palme bringen um sich dafür zu rächen dass er mit meiner Mutter Kuchen essen muss? Selbst wenn. Er kann sich ja wohl wenigstens ein Mal benehmen oder nicht. Meine Mutter scheint ja gar nichts zu merken von seinen Kommentaren. Na der kann was erleben wenn sie weg ist.
Auf einmal blickte Bärbel auf ihre Armbanduhr und sprang entsetzt vom Stuhl auf.
„Oh Nein, das hatte ich ja ganz vergessen. Ich habe in 20 Minuten einen Termin beim Frisör und ich muss auch noch die Mäntel aus der Reinigung holen und zu Kaisers muss ich auch noch. Tut mir leid Kinder, aber ich muss los.“
Schnell nahm sie ihre Jacke und ging Richtung Flur. Marc begleitete sie noch bis zur Türe.
„Wirklich seeeeehr Schade dass sie schon gehen müssen Frau Haase.“
„Ja tut mir leid. Vielleicht komme ich nächste Woche noch mal vorbei. Aber jetzt muss ich los.“
Und weg war sie. Marc schloss die Tür und ging ins Wohnzimmer wo er sich eigentlich aufs Sofa fallen lassen wollte. Doch vor ihm stand eine angesäuerte Gretchen. Sie hatte die Arme verschränkt und wippte mit einem Fuß auf und ab.
„Kannst du mir bitte mal sagen was das grade sollte?!“ schrie sie schon fast.

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14.10.2009 15:14
#41 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

„Ähh… jetzt beruhig dich doch mal.“
„Nein Marc, ich beruhige mich ganz sicher NICHT!“
„Was machst du denn jetzt hier ein Theater. Ich hab doch nur gestichelt.“
„Klar. Aber du wusstest genau wo du mich treffen kannst.“
„Sonst würde es ja auch keinen Spaß machen.“ Antwortete Marc trocken.
Das reichte Gretchen. Sie nahm ein Kissen von der Couch und schmiss es so hart sie konnte in Marcs Richtung. Dieser konnte jedoch rechtzeitig ausweichen und das Kissen suchte sich seinen Weg direkt gegen Marcs Modellautos. Mit einem lauten Getöse fiel der Porsche zu Boden.
„Sag mal spinnst du??!!“ brüllte Marc und rannte zu seinem geliebten Auto. Als er sah, dass ein Außenspiegel abgebrochen war, brannten bei ihm die Sicherungen durch.
„Haste ganz toll gemacht!!!“ Drohend erhob er seinen Zeigefinger gen Gretchen und schrie sie an.
„Da kannste aber gucken wo du mir einen neuen herholst. Der wird nämlich nicht mehr hergestellt!!“
Gretchen wurde das langsam zu bunt.
„Ich glaub es einfach nicht! Du sagst mir dass ich nicht Kochen und Backen kann und dass ich fett bin, und dann bist DU auf MICH sauer weil ich aus Versehen dein scheiß Auto kaputt mache?!“
„Das ist nicht irgendein SCHEISS-AUTO, verstanden?“
„Willst du mir jetzt etwa sagen dass das blöde Auto wichtiger ist als ich oder was?!“
„Boar Gretchen was soll das denn jetzt! Das hab ich doch gar nicht gesagt! Verdreh mir doch nicht immer die Worte im Mund!“
„Ich verdeh hier überhaupt nichts. DU hast doch gesagt dass ich fett bin.“
„Man seit wann verstehst du denn keinen Spaß mehr. Du weißt ganz genau dass ich das nicht böse meine wenn ich das zu dir sage. Oder soll ich lieber so ein Weichspüler sein wie der Kaan? Wär dir das lieber?“
„Jetzt halt Mehdi doch hier raus. Der hat mit der Sache gar nichts zu tun. Aber wenn wir schon mal dabei sind, in manchen Dingen kannst du dir von ihm ruhig ne Scheibe abschneiden!“
„Pah! Was soll ich den von dem schon großartig lernen?!“
„Na wie man richtig mit Frauen umgeht zum Beispiel.“
Eigentlich hatte Gretchen das nicht sagen wollen, denn im Grunde liebte sie Marc so wie er war. MIT seinen Fehlern und Macken und wahrscheinlich gerade deswegen. Doch im Moment war sie so wütend, dass nicht darüber nachdachte.
„Also das reicht mir jetzt echt Gretchen. Wenn der Kaan so toll ist, dann geh doch zu dem. Ich halte dich ganz sicher nicht auf!“
Genau wie Gretchen, war Marc zu sehr in Rage um darüber nachzudenken was seine Worte anrichten würden. Und natürlich liebte er Gretchen aber auch er war im Moment zu sauer um sich zu zügeln.
„Na wenn du es schon selber vorschlägst, vielleicht mache ich das dann auch!“ brüllte sie zurück.
„Gut!“
„Schön!“
Marc setzte sich nun aufs Sofa und nahm die Fernbedienung. Er würdigte Gretchen mit keinem einzigen Blick. Die drehte sich dann auch um und ging Richtung Schlafzimmer.
„Heute Nacht kannst du übrigens auf der Couch schlafen!“ schrie sie ihm noch zu und knallte dann die Schlafzimmertür hinter sich zu. Dann lies sie sich aufs Bett fallen und fing an zu weinen.

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14.10.2009 16:43
#42 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Gretchen weinte bitterlich. Sie hatte ihr Gesicht im Kissen vergraben und ihre Tränen liefen ihr die Wange herunter und tropften auf das Kissen. In ihr zog sich alles zusammen. So hatte sie sich noch nie gefühlt. Dieser Streit tat mehr weh als jeder andere Streit den sie bis jetzt geführt hatte. Und noch nie war sie so sauer auf Marc gewesen. Wenn sie darüber nachdachte wie alles angefangen hatte, ärgerte sie sich noch mehr. Eigentlich kam sie ja sonst mit Marcs Sticheleien auch mehr oder weniger gut zurecht. Denn so ausgeartet war ein Streit zwischen ihnen noch nie. Sie wusste selbst nicht warum seine Worte sie ausgerechnet heute so auf die Palme gebracht hatten.
Aber er war ja auch nicht besser gewesen. Hatte so einen Aufstand um sein blödes Auto gemacht. Dabei gab es ja wohl weitaus wichtigere Dinge als das blöde Modellauto.
Immer noch stink sauer stand Gretchen auf und holte ihr Tagebuch aus ihrer Tasche die am Kleiderschrank stand. Nach langer, langer Zeit beschloss sie, dass es Zeit war für einen neuen Eintrag.

Liebes Tagebuch,
Marc und ich hatten grade den heftigsten Streit ever. So schlimm war es noch nie. Und irgendwie ging es am Anfang wirklich ja nur um eher unwichtige Sachen. Also, ist ja nicht so als würde ich seine Sprüche sonst nicht auch verkraften. Aber heute hat er mich damit wirklich auf die Palme gebracht. Bin auch immer noch stink sauer auf ihn. Denn er hat sich natürlich NICHT entschuldigt für seine Sprüche sondern ist jetzt sauer auf mich weil ich sein blödes Auto kaputt gemacht habe. Und dann hat er auch noch angefangen von Mehdi. Der kann ja mal gar nichts dafür. Hat mit der Sache ohnehin ja gar nichts zu tun. Ok, vielleicht war ich auch ziemlich unfair als ich ihm gesagt hab dass er sich von Mehdi mal ne Scheibe abschneiden solle was das Verhalten Frauen gegenüber angeht. Aber ich war auf 180 und hab echt nicht wirklich drüber nachgedacht was ich da sage. Aber gut. Schien ihn ja nicht sonderlich zu stören, schließlich hat er dann, cool wie er wohl sein wollte, vorgeschlagen dass ich ja zu Mehdi gehen könnte wenn ich den so toll finden würde. Hab ihm dann gesagt dass ich das vielleicht auch mache. Mache ich natürlich nicht. Braucht Marc ja aber nicht wissen. Der kann übrigens heute Nacht auf der Couch schlafen. Will ihn heute nicht mehr sehen. Deswegen bleib ich auch hier im Schlafzimmer und komm nur raus wenn ein Notfall auftritt. Wenn ich Hunger hab zum Beispiel. Oder auf Toilette muss. Gott sei Dank hab ich Schoki in meiner Tasche. Die kann ich jetzt auch wirklich gut gebrauchen. Und zum Glück hat Marc auf den zweiten Fernseher im Schlafzimmer bestanden. So kann ichs hier heute ganz gut aushalten. Muss ich Marc nicht sehen. Und vor allem nicht mit ihm reden. Soll er doch auch mal ankommen und sich entschuldigen. Obwohl ich darauf sicher ewig hoffen kann. Naja, warten wirs ab.
Gretchen

Währenddessen saß Marc auf dem Sofa und zappte durch die Programme. Immer und immer wieder dachte er an den Streit mit Gretchen. Auch er war immer noch stink sauer. Trotzdem fragte er sich, wie der Streit so hatte eskalieren können. Er machte sich schon ein bisschen Sorgen um Gretchen. Schließlich hatte sie sich seit einer Stunde im Schlafzimmer verschanzt und es gab auch keine Anzeichen dafür dass sie das Zimmer in der nächsten Zeit verlassen würde. Aber nachgeben wollte er auf keinen Fall. Vor allem nicht, nachdem Gretchen ihn mit Mehdi verglichen hatte. Und Marc wollte auf keinen Fall so werden wie sein bester Freund. Das war er einfach nicht. Sollte sie doch ankommen und sich entschuldigen. Schließlich hatte sie auch damit angefangen ihn an zu schreien. Er schüttelte kurz seinen Kopf so als wolle er die Gedanken aus seinem Kopf vertreiben. Dann blickte er wieder gelangweilt zum Fernseher und lies sich berieseln um nicht nachdenken zu müssen.


Würd mich echt über Kommis freuen Das motiviert immer so schön

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15.10.2009 13:20
#43 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

So hier der nächste Teil. Viel Spaß damit :) Wer noch nicht 16 ist überliest den vorletzten Absatz einfach

Inzwischen war es fast Mitternacht. Gretchen hatte das Schlafzimmer nur einmal verlassen um auf Toilette zu gehen und sich eine Banane zu holen. Mehr Appetit hatte sie ohnehin nicht gehabt. Auch Marc hatte bis jetzt keine Anstalten gemacht ins Schlafzimmer zu gehen. Er lag immer noch auf der Couch und schaltete gelangweilt durch die Fernsehprogramme. Er fragte sich immer noch warum er so dermaßen überreagiert hatte und mittlerweile tat ihm auch wirklich leid was er Gretchen alles an den Kopf geworfen hatte. OK, dass Gretchen sein Modellauto zerstört hatte, ärgerte ihn auch weiterhin aber zu ihrer Verteidigung musste er sich eingestehen, dass es ja nicht ihre Absicht gewesen war und er sie ja auch wirklich provoziert hatte. Warum hatte er sich seine Kommentare auch nicht verkneifen können? Andererseits war sie wegen der Kommentare noch nie so derartig an die Decke gegangen wie heute. Er fragte sich was heute anders gewesen war als sonst, doch ihm wollte wirklich nichts einfallen.
Zwei weitere Stunden vergingen, in denen beide sich nicht von der Stelle rührten.
Gretchen lag immer noch im Bett. Allein. Sie starrte an die Decke und ging in Gedanken den Streit noch einmal durch.
Hast echt scheiße gebaut. Hast ganz schön überreagiert. Und ihm auch echt gemeine Sachen an den Kopf geworfen. Aber er hat auch ganz schön trotzig reagiert. Ich meine dieses blöde Auto. War ja nicht mal Absicht. Und man bekommt bei ebay oder so doch sicher nochmal so eins. Ist ja nicht so als wär es das einzige der Welt gewesen.
Gut, was ich über ihn und Mehdi gesagt habe war echt gemein. Will ja gar nicht dass er so wird wie Dr. Kaan. Er ist doch mein Marc. Ob ich mal zu ihm gehen soll? Aber was soll ich dann sagen? Er ist ja sicher auch noch total sauer auf mich.

Gretchen beschloss zumindest einmal nachzusehen ob Marc schon schlief. Also stand sie auf und ging zur Schlafzimmertür. Als sie schließlich vor der Tür stand, verließ sie allerdings der Mut. So stand sie ein paar Minuten regungslos vor der Tür und umfasste mit ihrer Hand die kalte Metallklinke. Doch dann fasste sie sich schließlich ein Herz und öffnete die Türe ganz vorsichtig. Nur einen kleinen Spalt. Sie konnte erkennen dass der Fernseher noch lief, doch das bedeutete ja nicht dass er noch wach war. Sie konnte ihn zumindest nicht sehen. Als Gretchen dann fest entschlossen die Tür ganz öffnete, stand Marc auf einmal direkt vor ihr.
„Marc! Ich… Warum stehst du denn hier rum?“
Eigentlich war Marc grade auf dem Weg ins Schlafzimmer gewesen weil sein schlechtes Gewissen ihn zu sehr geplagt hatte und er sich wieder mit Gretchen vertragen wollte.
„Ich ähhh…. hole mir nur einen Apfel aus der Küche.“ Sagte er kalt und drehte sich auf dem Absatz um, und griff in den Obstkorb den Bärbel heute Mittag hier gelassen hatte.
Ich glaube ihm kein Wort! Der war 100% auf dem Weg zu mir. Nur zugeben kann ers mal wieder nicht.
Dann setzte er sich wieder aufs Sofa und starrte den Fernseher an damit er Gretchen ja nicht anblicken musste. Er wollte sie noch ein bisschen schmoren lassen. Hätte er sie angesehen wäre er direkt wieder weich geworden.
Gretchen hatte von dem Theater allerdings genug, deswegen setzte sie sich neben ihn und sah ihn an.
„Denkst du nicht wir sollten vielleicht mal über heute Mittag reden?“
„Hasenzahn. Es ist 10 nach 2 mitten in der Nacht. Du glaubst doch nicht dass ich JETZT Lust habe über sowas zu reden. Ich bin, wie du schließlich richtig festgestellt hast, nicht der Kaan.“
Oh Man. Er gibt immer noch den Coolen. Warum kann er nicht einfach sagen dass es ihm leid tut. Ich kann es ihm doch ansehen.
Gretchen wurde langsam wieder ein bisschen sauer darüber dass Marc sich so stur verhielt. Sie stand auf und stellte sich direkt zwischen ihn und den Fernseher, so dass er gezwungen war sie an zu sehen.
„Es ist unglaublich wie stur du sein kannst!“ schrie sie. „Ja ok, ich habe etwas überreagiert wegen deinen Sprüchen, und was ich über dich und Mehdi gesagt habe tut mir auch leid. Und du weißt auch ganz genau dass ich das eigentlich gar nicht so gemein habe. Und dass mit dem scheiß Auto, wegen dem du hier so einen Aufstand machst, das war KEINE Absicht. Kapier es endlich. Ist doch nur ein blödes Auto. Ich kauf dir ein neues wenn es sein muss!“ Ein wenig außer Atem hatte sie ihren Satz beendet und starrte nun Marc an der sich wutentbrannt vom Sofa erhob, ganz nah an sie ran trat und dann zurück schrie:
„Das Auto hat mein Vater mir geschenkt! Das kannst du nicht ersetzen. OK!? Und jetzt lass mich in Ruhe! Wir haben morgen Dienst. Du solltest auch besser schlafen!“
Sein Vater hat es ihm geschenkt?? Oh Gott Gretchen du bist so ein Trampel. Aber wissen konnte ich das ja echt nicht.
Marc hatte sich gerade wieder umgedreht um im Bad zu verschwinden als Gretchen ihn grade noch so am T-Shirt erwischte und ihn festhielt.
„Man Marc das wusste ich doch nicht. Dass es deinem Vater gehört hat.“

Marc drehte sich noch einmal um und sah sie an. Ihre Haare standen wild vom Kopf ab, ihr Gesicht war rot angelaufen und sie war ein wenig außer Atem vom ganzen rumschreien. Irgendwie machte ihn das total an wenn sie sich so ereiferte. Fast schon ein bisschen zu stürmisch zog er sie zu sich und küsste sie leidenschaftlich. Dann schaute er sie erwartungsvoll an. Sie konnte in seinen Augen sehen wie erhitzt er immer noch war, doch irgendwie gefiel ihr der Gedanke es jetzt mit ihm zu tun. Aber er sollte doch noch etwas leiden. Also erhob sie ihre Hand und knallte ihm eine. Das schien Marc allerdings von nichts abzuhalten. Ganz im Gegenteil. Er packte sie am Handgelenk und zog sie zu sich. Fordernd küsste er ihren Hals und riss ihr dabei buchstäblich das T-Shirt und den BH vom Körper. Liebestrunken torkelten sie vom Sofa, wo sie eben noch gestanden hatten, durch die Wohnung, bis Gretchen mit dem Rücken an der Badezimmertür lehnte. Sie machte sich grade an Marcs Gürtelschnalle zu schaffen als sie spürte, wie er mit seinen Händen ihre Brüste ‚bearbeitete‘. Schließlich wanderte er auch mit seinem Kopf eine Etage tiefer zu ihren Brüsten, wobei Gretchen sich in seinen Haaren festkrallte. Dann kam er wieder zu ihr hoch und küsste weiter ihren Hals. Schließlich unterbrach er sein Treiben kurz und sah sie an. „Ich verzeihe dir!“ hauchte er, und schon machte er da weiter wo er eben aufgehört hatte. Dann riss er Gretchen die Hose runter und zog sich selber das T-Shirt aus. Als beide nackt waren, presste Marc sich ganz nah an sie. Ihre weiche Haut und ihre Wärme machten ihn wahnsinnig. Eine Schweißperle lief ihm an der Schläfe hinunter, doch das bemerkte weder er noch Gretchen. Plötzlich merkte er dass Gretchen ihre Beine öffnete. Genau wie er, konnte auch sie es nicht länger aushalten. Er umfasste mit einer Hand ihren Oberschenkel und hob ihr Bein ein wenig an. Und dann wurden sie eins. Sie vergaßen alles um sich herum und genossen nur den Moment.

Als beide fertig waren schauten sie sich eine Weile einfach nur so an. Marc befürchtete schon dass er sich gleich wieder eine fangen würde, weil er Gretchen quasi dazu ‚überredet‘ hatte mit ihm zu schlafen anstatt über den Streit zu reden. Noch dazu waren die beiden ziemlich wild und leidenschaftlich gewesen und Gretchen stand ja doch eher auf Romantik. Doch auf einmal hörte er wie Gretchen ihm lächelnd sagte:
„Ich verzeihe dir auch. Und ich liebe dich!“
Er grinste verschmitzt, froh darüber dass sie nicht mehr sauer auf ihn war.
„Ich liebe dich auch.“
„Vielleicht darfst du heute doch im Bett schlafen!“
„Hasenzahn?!“
„Ist ja gut!“ grinste sie und zog ihn dann hinter sich her ins Schlafzimmer wo sie aneinander gekuschelt einschliefen.

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15.10.2009 15:44
#44 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Am nächsten morgen wachte Gretchen neben Marc auf. Sie strich sich die Haare aus dem Gesicht und kuschelte sich dann an ihn. Mit einem Finger streichelte sie sanft über seinen nackten Oberkörper. Unter ihren Berührungen wurde auch er langsam wach. Er öffnete die Augen und gähnte.
„Morgen Hasenzahn.“ Sagte er zärtlich und legte seinen Arm um sie.
„Morgen!“ sagte sie ein wenig verhalten.
„Was ist denn los Hasenzahn?“
„Ach, ich wollte mich noch mal entschuldigen bei dir. Wegen des Autos. Ich wusste ja nicht, dass…“
Marc legte ihr seinen Finger auf die Lippen.
„Shhhhht. Wir wollen nicht mehr darüber reden. Ich sagte bereits dass ich dir verziehen habe.“ Er streichelte ihre Wange und sah sie an.
„Ja aber Marc ich…“
„Kein Wort mehr darüber Hasenzahn.“
Gretchen wollte grade noch etwas erwidern aber Marc hatte ihre Lippen bereits mit seinen verschlossen und küsste sie sanft. Dann standen beide auf und gingen ins Bad um sich fertig zu machen. Schließlich hatten beide gleich Dienst. Als sie im Auto saßen und ins Krankenhaus fuhren, dachte Gretchen nochmal über alles nach.
Hmmm… Komisch, wie einfach Marc mir letztendlich doch verziehen hat. Aber reden wollte er auch nicht mehr. Vielleicht hat er befürchtet dass ich ihn wegen seines Vaters ausfragen würde? Ok, neugierig bin ich schon. Aber wenn er darüber reden will dann muss er selber ankommen. Will ihn nicht drängen. War ja auch eigentlich ganz nett den Streit mal auf Marcs Art und Weise zu schlichten. So hemmungslosen wilden Sex hatte ich vorher noch nie. Ob wir das wohl wiederholen können?
GRETCHEN!! Du bist auf dem Weg zur Arbeit. Da gibt’s keinen Sex. Wär ja noch schöner wenn dein Vater dich dabei erwischt.
Apropos Arbeit. Gleich treffe ich ja auch Gabi und Sabine wieder. Bin mal gespannt wie das zwischen uns so wird. Also, die Sache mit Gabi war ja schon irgendwie komisch. Wusste auch gar nicht wie nett die sein kann.
Ich muss auch noch mit Mama reden. Sie weiß ja noch gar nicht dass ich ihren Eric getroffen habe. Also 2 Tage hat er ja noch, ansonsten zeige ich ihn an. Und dann kann Alexis… ähh… Frank sich auch gleich warm anziehen.

Marc riss sie aus ihren Gedanken.
„Hasenzahn?“
„Hmmm?“
„Was hältst du davon wenn wir nach der Schicht zusammen essen gehen? Dann ruf ich gleich an und reservier nen Tisch.“
Gretchen strahlte bis über beide Ohren.
„Au ja!“
Marc fuhr auf den Krankenhausparkplatz und parkte sein Auto. Sie stiegen beide aus und gingen ins Krankenhaus.
Auf dem Weg ins Stationszimmer kam Bärbel Haase ihnen entgegen. Marc machte sofort kehrt und ging in sein Büro. Gretchen ging weiter zu ihrer Mutter.
„Mama! Ich wusste gar nicht dass du heute auch Dienst hast.“
„Ich muss dir was ganz wichtiges erzählen Margarethe!“

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15.10.2009 18:29
#45 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Bärbel Haase zerrte ihre Tochter in ein leeres Zimmer. Nervös kratzte Gretchen sich am Hinterkopf und sah ihre Mutter ungeduldig an.
„Ja Mama… Ich ähhh… muss dir da auch noch was erzählen.“
„Du wirkst so ernst Margarethe. Ist irgendwas Schlimmes passiert?“
„Naja… Wie man’s nimmt, ne?!“ sagte Gretchen und lachte dabei unruhig.
„Ach Margarethe nun rück schon raus mit der Sprache! Ist irgendwas mit dir und diesem Meier?“
„Nein Mama. Bei Marc und mir ist alles in Ordnung.“
Zumindest nach dem super Sex gestern GRETCHEN. Konzentrieren. Du führst hier ein ernstes Gespräch mit deiner Mutter!!!
„Jetzt sag du doch erst mal was du mir erzählen wolltest, Mama!“
„Ja also als ich gestern nach dem Frisör und dem Einkaufen nach Hause gekommen bin, da…“
Schroff wurden die beiden unterbrochen von einem leicht säuerlichen Marc, der seinen Kopf zur Zimmertür reinsteckte.
„HASENZAHN! Visite! Na los!“
Entsetzt sah Bärbel ihre Tochter an.
„Ist der immer so zu dir?“
„Och Mama… Das… Also das ist irgendwie… unser Ding… halt! Ich mecker ja auch zurück!“
„HAAASENZAAAAHN! Ich warte hier nicht ewig!“
„Ja ich komme ja schon!“
Gretchen drehte sich noch einmal zu ihrer Mutter um.
„Treffen wir uns in der Pause in der Cafeteria? Dann können wir in Ruhe reden.“
„Gut Margarethe. Dann bis später.“
Als Gretchen den Raum verlassen hatte zerrte Marc sie mit in sein Büro. Dort angekommen knallte er die Tür zu und sah Gretchen an.
„Sag mal Marc was sollte denn das schon wieder? Visite ist doch erst in einer viertel Stunde!“
Marc kam auf sie zu und umschloss sie fest mit seinen Armen.
Was hat er denn nur?
Marc lies kurz von ihr ab und sah ihr tief in die Augen.
„Ich musste dich sehen!“ sagte er schließlich und küsste sie sanft.
Was ist denn auf einmal mit dem los?
„Marc, Wir haben uns doch vor höchstens ner Stunde gesehen. Was ist denn los?“
„Ich habe grade auf dem Flur ein Pärchen gesehen. Sie hat ihn in einer Tour runter gemacht. Hat ihn sogar angemotzt weil er die Beine falsch übereinander gelegt hat. Und weil seine Schuhe nicht geputzt waren. Da musste ich an unseren Streit denken. Bitte lass uns nie so werden wie das Pärchen auf dem Flur.“
Süüüüüüüüüß!
Gretchen lächelte Marc an und strich ihm über die Wange.
„Ich versprech dir ich werde nie über deine Schuhe meckern!“
„Gretchen!?!?“
„War doch nur Spaß. Ich liebe dich doch.“
Erleichtert atmete Marc auf.
Dass er sich über sowas Gedanken geschweige denn Sorgen macht hätte ich gar nicht gedacht.
Marc küsste Gretchen noch einmal sanft. Dann schob er sie Richtung Tür.
„Na komm, die Patienten warten.“
Gretchen rollte mit den Augen und folgte ihm dann.

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16.10.2009 12:56
#46 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Nach der Visite ging Marc noch einmal in sein Büro, denn er hatte doch noch so einige Akten zu sortieren und fertig zu machen. Gretchen allerdings machte sich auf der Stelle auf den Weg zur Cafeteria. Ihre Mutter hatte jetzt ihre Pause und Gretchen war wirklich gespannt darauf was ihre Mutter ihr zu sagen hatte. Und außerdem musste sie ihrer Mutter ja auch noch beichten dass sie Eric getroffen hatte und ihm seine Brieftasche gestohlen hatte damit er den Schlüssel und das Gold zurück gab.
Als Gretchen den Aufzug betrat traf sie niemand anderen als Schwester Gabi darin.
„Oh. Hallo Gabi!“
„Hi Gretchen! Und geht’s wieder einigermaßen?“
„Ja, danke. Ich werd Alexis… ähh… Frank wohl anzeigen!“
„Das würde ich an deiner Stelle auch machen!“
„Und wie geht’s dir so Gabi?“
„Ach wie immer. Obwohl… gestern war ich ein bisschen Shoppen, und da hab ich jemanden kennen gelernt. Er heißt Michael und ist Ingenieur. Und wir haben morgen Abend ein Date.“
Gretchen freute sich ehrlich für Gabi. Sie hoffte dass Gabi diesmal mehr Glück hatte als beim letzten Mal. Außerdem musste Gretchen sich so auch keine Sorgen mehr machen dass Gabi doch noch eifersüchtig auf sie und Marc war.
„Na das ist doch wunderbar. Vielleicht ist er ja der Richtige.“
Gabi lächelte verlegen.
„Naja, ich kenne ihn ja noch gar nicht richtig. Aber er hat wirklich einen netten Eindruck gemacht. Ich bin wirklich gespannt auf morgen Abend.“
„Dann drücke ich ihnen mal die Daumen. Aber ich muss jetzt auch los. Meine Mutter wartet in der Cafeteria auf mich. Und sie wissen ja wie ungeduldig Mütter sein können. Naja, meine zumindest.“
Beide lachten und dann verabschiedeten Gretchen und Gabi sich voneinander und Gretchen ging in die Cafeteria. Als sie in der Tür stand, konnte Gretchen ihre Mutter schon an einem Tisch sitzen sehen. Sie atmete noch einmal tief durch, und ging dann zu ihrer Mutter an den Tisch.
„Ach, hallo Margarethe. Ich habe schon auf dich gewartet!“
„Hallo Mama.“
Gretchen setzte sich hin und wartete gespannt darauf, was ihre Mutter ihr zu berichten hatte.
„Na dann erzähl doch mal Mama. Was wolltest du mir denn so dringendes erzählen?“
Erst jetzt bemerkte Gretchen wie schlecht ihre Mutter aussah. Sie war blass und die Augen ließen vermuten, dass sie geweint hatte. Gretchen nahm ihre Hand und schaute sie erwartungsvoll an.
„Dein Vater hat gestern Abend gemerkt dass das Gold weg ist. Ich weiß auch nicht warum er zur Bank gegangen ist und das Fach geöffnet hat. Aber als er gestern nach Hause kam, war er stinksauer und wir hatten einen riesigen Krach.“
„Also ich kann Papa auch wirklich nicht verübeln dass er sauer ist. Für das Geld hat er hart gearbeitet und dann hast du einen Liebhaber und alles ist weg.“
„Margarethe das weiß ich ja selber. Deswegen schäme ich mich ja auch so. Und ich weiß wirklich nicht wie das jetzt mit dem Papa und mir weiter gehen soll. So sauer hab ich ihn noch nie erlebt. Er hat sogar gesagt dass ich von ihm aus für den Rest meines Lebens arbeiten kann um das Geld wieder zu beschaffen.“
„Der Papa hat da sicher auch überreagiert. Wenn du ihm erst mal ein paar Tage Zeit gibst, das ganze zu verdauen, dann könnt ihr sicher noch mal in Ruhe über alles reden. Papa wird zwar nicht begeistert sein, aber rausschmeißen oder so wird er dich sicher nicht.“
„Na wenn du dich da mal nicht irrst. So sauer wie der gestern war.“
Bärbel Haase stocherte bekümmert in ihrem Essen rum und sah traurig auf ihren Teller.
„Ach Gretchen, es tut mir ja alles so leid.“
Dann schaute Bärbel Haase von ihrem Essen auf zu Gretchen.
„Du wolltest mir doch auch noch was erzählen!“
Was mache ich denn jetzt? Wenn ich ihr jetzt sage dass ich Eric getroffen habe, macht sie sich nachher noch falsche Hoffnungen dass sie das Gold wieder bekommt. Oder noch schlimmer sie geht ihn suchen. Und vor allem weiß Papa dann, dass ich die Sache vor ihm geheim gehalten habe und ebenfalls Bescheid wusste. Vielleicht sollte ich doch erst mal abwarten was Eric macht? Anderthalb Tage hat er ja noch. Ja das mache ich. Danach kann ich ihr immer noch von der Sache erzählen. Ich hoffe nämlich noch, dass Eric das Geld wirklich zurück bringt.
Gretchen schluckte nervös und fasste sich mit der einen Hand in den Nacken. Dann sah sie ihre Mutter an.
Was sage ich denn jetzt bloß? Wenn ich hier raus bin brauche ich UNBEDINGT meine tägliche Dosis Schoki.
„Ja… also… Mama… ich… ähh…. wollte… fragen ob du weißt wo mein beiges Kleid ist. Das mit der Schleife.“
Verwundert schaute Bärbel ihre Tochter an.
„Ich glaube das hängt im großen Kleiderschrank im Keller. Warum? Wozu brauchst du das denn?“
„Ähm…“ Gretchen ließ rot an. „Marc und ich gehen heute Abend essen.“
„Na dann hat ja wenigstens einer von uns Glück in der Liebe. Ich bring dir das Kleid heute nach meinem Dienst vorbei. Aber ich muss jetzt auch wieder. Meine Pause ist gleich vorbei.“
Bärbel und Gretchen standen auf. Gretchen nahm ihre Mutter kurz in den Arm und verabschiedete sich dann von ihr. Dann machte sie sich auf den Weg in Marcs Büro.

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schleumel Offline

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18.10.2009 18:16
#47 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Auf dem Weg in Marcs Büro machte Gretchen noch am Schokoautomaten halt.
Hmmm… Genau das was ich jetzt brauche. Zartbitter
Dann setzte sie ihren Weg fort. Vor Marcs Büro klopfte sie zwar an, wartete jedoch nicht auf ein „Herein!“ sondern öffnete direkt die Tür und trat ein. Marc, der immer noch über seinen Akten saß, schaute auf und sah sie an.
„Hasenzahn. Ich hatte ja gehofft dass du mich besuchen kommst, aber dass du so schnell kommen würdest…“ warf er ihr grinsend entgegen.
Gretchen stemmte die Hände in die Hüften und sah ihn gespielt genervt an.
„DESWEGEN bin ich nicht hier Marc!“
Ein wenig enttäuscht stand Marc auf und ging auf sie zu. Er umfasste mit seinen Händen ihre Hüfte und seine Hände wanderten langsam runter zu ihrem Hintern.
„Na das können wir ja ändern.“ Raunte er ihr zu und schon begann er damit ihren Hals zu küssen.
Bestimmt schob sie ihn von sich weg und sah ihn ein wenig schuldig an.
„Was haste wieder angestellt Hasenzahn?“
Gretchen errötete ein wenig, sie senkte den Kopf, nur um ihn von unten möglichst unschuldig anzusehen.
„Ich war ja eben mit meiner Mutter in der Cafeteria.“
„Jaaa… Und?“
„Also ich konnte ihr das mit Eric, also ihrem Liebhaber irgendwie nicht sagen. Und da musste ich mir halt schnell was ausdenken und du weißt ja wie unglaublich unkreativ ich sein kann.“
„Jaaa? Bis jetzt war ja noch nichts Schlimmes dabei. Aber wie ich dich kenne kommt das jetzt.“
Marc verschränkte die Arme vor seinem Bauch und sah Gretchen erwartungsvoll an.
„Also ich hab meiner Mutter dann gesagt dass wir essen gehen und deswegen bringt sie mir gleich ein Abendkleid.“
„Was bedeuten soll deine Mutter wird uns hinterher spionieren bis wir aus dem Krankenhaus raus sind und auf dem Weg zum Restaurant sind. Was wiederrum bedeutet ich muss gucken wo ich einen Anzug her bekomme und ich muss in irgendnem Luxus-Laden reservieren denn wenn deine Mutter sieht dass du das Kleid nicht gebraucht hast, weiß sie dass du sie angelogen hast.“
Schuldbewusst nickte Gretchen. Sie wartete darauf dass Marc an die Decke ging weil er wegen ihr nun ziemlich viel Geld für den Abend würde ausgeben müssen. Doch Marc zuckte nur mit den Schultern und gab ihr anschließend einen Kuss.
„Gut Hasenzahn dann guck ich mal ob es irgendwo noch einen freien Tisch gibt. Der Typ der im Belaggio die Anrufe entgegen nimmt schuldet mir noch was. Hat bei ner Wette gegen mich verloren.“
Bellagio? Ich dachte da bekommt man nur nen Tisch wenn man 10 Jahre vorher anruft? Da bin ich aber mal gespannt. Und nicht dass Marc nachher will dass jeder sein eigenes Essen bezahlt, oder schlimmer noch dass ICH bezahle. Ok, wegen mir müssen wir jetzt in ein teures Restaurant aber ich bin nur ein kleiner Assi und verdiene 5€ die Stunde. Da kann ich mir das ja mal gar nicht leisten. Das muss ich jetzt aber irgendwie unauffällig rausfinden
„Äh Marc? Das wird doch sicher ganz schön teuer.“
Marc grinste sie an.
„Keine Angst Hasenzahn. Ich lade dich ein.“
Dann lachte Marc kurz ganz dreckig auf und sagte: „Von deinem Gehalt kannste dir das ja eh nicht leisten.“ Und dann war er auch schon zur Tür raus geeilt und Richtung Kaffeeautomat verschwunden.
Kann der Gedanken lesen? Aber gut. Muss ich wenigstens nicht bezahlen. Jetzt muss ich nur noch irgendwo Schminke her bekommen. Kann ja schlecht so ins Bellagio gehen. Gabi! Die hat sicher was dabei.
Und so machte Gretchen sich auf die Suche nach Schwester Gabi.

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18.10.2009 20:34
#48 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Gretchen eilte in die Gyn. Dort traf sie aber erst mal nicht auf Gabi, sondern, na klar, auf Mehdi. Der begrüßte sie mit einem strahlenden Lächeln.
„Schön, dass du dich auch noch mal hier blicken lässt. Über so charmanten Besuch freu ich mich ja immer.“
Gretchen lächelte gequält.
„Hi Mehdi. Ja… du… so viel Zeit habe ich leider gar nicht. Und ehrlich gesagt bin ich auch eigentlich auf der Suche nach Gabi.“
Ein wenig enttäuscht, dass Gretchen nicht wegen ihm gekommen war, drehte Mehdi sich um und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch und tat so als habe er auf einmal wichtigen Aktenkram zu erledigen.
„Ach, ich glaube die wollte sich nur eben einen Kaffee am Automaten holen. Die müsste also gleich wieder da sein. Kannst ja draußen auf sie warten.“
„Warum denn draußen?!“ fragte Gretchen verdutzt.
„Na, da du ja ohnehin gar nicht wegen mir hier bist, brauchst du deine Zeit dann auch nicht weiter mit mir zu verplempern.“
„Was soll das denn jetzt?“
„Du zeigst ja kein Interesse an mir. Also bist du mir ab jetzt auch egal.“
Langsam wurde es Gretchen zu bunt. Sie verstand nicht, warum der Gynäkologe auf einmal so einen Aufstand machte.
„Man Mehdi. Was zickst du mich denn jetzt so an? Ich wollte doch nur wissen wo Schwester Gabi ist. Und nur weil ich nicht gleich nach deiner Lebensgeschichte gefragt habe, bist du jetzt sauer auf mich oder was? Ok, ich hätte mich in letzter Zeit vielleicht öfter melden können, aber das ist ja bei Weitem kein Grund mir jetzt hier so eine Szene zu machen. Ich dachte wir sind Freunde? Und da hättest du ja zum Beispiel auch erst mal fragen können was ich von Gabi will. Außerdem komm ich dich gern besuchen um mit dir zu quatschen aber ich hatte in letzter Zeit einfach viel zu tun.“
„Viel zu tun? Mit dem Meier oder was?“ fragte Mehdi spöttisch.
Das reicht jetzt! Was glaubt der wer er ist. Ich bin einfach nur her gekommen um nach Gabi zu suchen und ich wollte echt nichts Böses und dann muss ich mir hier sonne Scheiße anhören, nur weil der liebe Herr Gynäkologe immer noch eifersüchtig ist. Aber anstatt das einfach zu zugeben macht der hier so ne Welle
„Weißt du was? Ich bin hier her gekommen ohne irgendeinen bösen Hintergedanken und dann komm ich hier rein und du machst mich in einer Tour runter. Das ist einfach nur zum kotzen!“
Das hatte gesessen. So langsam sah der Gynäkologe ein, dass er wirklich ziemlich zickig reagiert hatte. Bedrückt schaute er auf die Akte vor sich und zeichnete mit dem Finger kleine Kreise darauf. Schließlich hatte er sich wieder einigermaßen gefasst.
„Ja, du hast ja Recht. Ich war grade wirklich nicht sehr nett. Aber ich habe dich einfach noch nicht vergessen und wenn ich dann sehe, dass ich für dich wirklich nicht mehr als ein Freund bin, und du glücklich mit dem Meier bist, dann überkommt mich eben manchmal einfach die Eifersucht.“
Oh Gott. Der schüttet doch jetzt bitte nicht seine Seele vor mir aus? Bitte nicht. Ich wollte doch eigentlich nur zu Gabi. Jetzt muss ich hier ein ernstes Gespräch führen. Und dabei hab ich gar nicht so viel Zeit. Ich muss mich noch schminken und gleich kommt meine Mutter auch schon mit dem Kleid. Ich muss den jetzt irgendwie abwimmeln. Aber wie? Wenn ich jetzt zu ihm sage, dass ich mal gucken gehe wo Gabi bleibt dann rastet er völlig aus.
Doch Gretchen kam gar nicht mehr dazu sich eine Ausrede einfallen zu lassen. Denn genau in diesem Moment kam Gabi mit einem Becher Kaffee ins Zimmer.
„Oh, hi Gretchen. Was machst du denn hier?“
Gretchen schob Gabi gleich wieder nach draußen, verabschiedete sich noch schnell von Mehdi und schloss dann die Tür hinter sich. Denn Mehdi sollte eigentlich nicht hören, was sie mit Gabi zu besprechen hatte. Als die beiden allein auf dem Flur standen, fing Gretchen an zu sprechen.
„Du sag mal Gabi, hast du Schminke dabei?“
„Klar, hab alles dabei was du dir an Schminke vorstellen kannst. Man kann ja nie wissen.“ Sie zwinkerte Gretchen zu.
„Was hast du dir denn vorgestellt?“
„Ich weiß auch nicht. Gehe gleich mit Marc in ein Restaurant essen. Und irgendwie dachte ich, dass ich da nicht so wie ich jetzt aussehe auftauchen kann. Und es muss unbedingt sexy sein. Ich hab da was gut zu machen.“
„Was hast du denn gemacht?“
„Na wir MÜSSEN quasi essen gehen, weil ich meiner Mutter ne Notlüge erzählt habe. Und weil Marc heute schon so viel Geld ausgeben muss, wegen mir, dachte ich, mach ich mich wenigstens hübsch für ihn.“
Gabi grinste sie an.
„Aaaahaa… Klar… Du machst dich hübsch… Als Wiedergutmachung. NICHT weil du eventuell Hintergedanken hast.“
Beide mussten nun lachen und Gretchen wurde auch gleich wieder rot.
„Wann wollt ihr denn los? Und wann hast du Dienstschluss?“
„Um 6. Meine Mutter bringt mir auch gleich mein Kleid.“
„Ok, dann komm mit, wir holen mein Make-up und wenn du das Kleid an hast dann schminken wir dich. Soll ja zum Kleid passen.“
Die beiden eilten ins Stationszimmer als Gretchens Mutter auch schon mit einem Kleid in der Hand ankam.
„Äh Mama. Das ist aber nicht das beige Kleid das ich meinte.“
„Ja das war leider ganz von den Motten zerfressen, deswegen habe ich dir das hier mitgebracht.“
Gretchens Mutter hielt ein knielanges, schwarzes Neckholderkleid in der Hand.
„Na dann muss ich eben mit diesem Vorlieb nehmen.“
Gesagt getan. Gretchen zog schnell das Kleid an und die passenden schwarzen Schuhe, die Bärbel Haase natürlich auch mitgebracht hatte. Und dann machte sich Gabi an Schminken.

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19.10.2009 02:25
#49 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Als Gretchen fertig angezogen und geschminkt war, blickte sie in den Spiegel. Das mit dem Make-Up hatte Gabi wirklich gut hinbekommen. Nur das Kleid machte Gretchen etwas stutzig.
„Mein ihr nicht, dass der Ausschnitt ein wenig zu groß ist?“
„Ach, der kann doch gar nicht groß genug sein, Margarethe. Kannst doch ruhig zeigen was du hast.“
Ein wenig pikiert über die Antwort ihrer Mutter zupfte Gretchen das Kleid noch einmal zu Recht und drehte sich dann zu Bärbel Haase um.
„Maaamaaa! Manchmal bist du wirklich unmöglich.“
Bärbel Haase zuckte nur mit den Schultern. „Ja ist doch so!“
Gretchen bedankte sich noch bei Gabi und verabschiedete sich dann noch von ihrer Mutter. Dann eilte sie zum Aufzug. Sie war schon ein wenig zu spät dran und Marc würde sicher schon auf dem Parkplatz auf sie warten. Und da er ihr das alles hier zu verdanken hatte, wollte sie ihn nicht noch länger warten lassen.
Als Gretchen auf die Glastür zulief, konnte sie Marc bereits sehen. Er stand vor seinem Auto, an die Motorhaube angelehnt, rauchte und wartete auf Gretchen.
Wow. Er sieht ja echt totaaal heiß aus in dem Anzug. Ich hoffe ich kann mich zurück halten bis wir zu Hause sind. Nicht dass ich ihn im Restaurant anspringe oder so. Ohhh und wie knackig sein Arsch aussieht in dieser Hose… Hmm…. Gretchen!!! Denk jetzt nicht an sowas. Erst mal gehst du mit ihm essen. Was danach wird siehst du dann!
Als Marc sein Gretchen erblickte, verschlug es ihm völlig die Sprache. Der Wind wehte ihre Haare nach hinten und wirbelte das Kleid ein wenig auf. Er starrte sie so lange an, bis sie unmittelbar vor ihm stand. Natürlich war ihm auch ihr Wahnsinns-Ausschnitt nicht entgangen und sein Blick blieb deswegen für einen Moment an ihren Brüsten haften.
Plötzlich merkte er, dass Gretchen wohl schon mehrere Male versucht hatte ihn anzusprechen.
„MAAAARC?!“
„Ähh… ja…was?“ sagte er aufgeschreckt.
„Hast du noch einen Tisch bekommen? Nicht dass ich mich nachher umsonst in das Kleid und die Schuhe gequält habe.“
Mittlerweile hatte Marc sich wieder einigermaßen gefangen. „Ich habe einen Tisch bekommen.“ Dann ging er einen Schritt auf Gretchen zu, umfasste ihre Hüfte und gab ihr einen Kuss. „Aber umsonst wär das hier auch ohne Tisch nicht gewesen.“ Er grinste sie an.
„Steht dir wirklich gut der Anzug.“ Sagte Gretchen schließlich.
„Du…. Du…. Siehst…. wirklich… ähh… umwerfend aus!“
Gretchen errötete leicht. Kam ja schließlich nicht so oft vor, dass Marc sowas zu ihr sagte.
„Wirklich? Danke!“
„Wollen wir denn dann mal los?“
„Gerne.“
Marc ging zur Beifahrertür und öffnete sie.
Wusste gar nicht, dass er SO höflich sein kann. Vielleicht wird ja doch noch ein Gentleman aus ihm. Zumindest ein kleines bisschen.
Als sie am Restaurant angekommen waren und Marc geparkt hatte, sprang er so schnell er konnte aus dem Auto um Gretchen die Türe aufzuhalten. Verwundert darüber blickte sie ihn fragend an.
„Was ist denn heute mit dir los?“
„Nichts, ich will einfach nur dass es ein schöner Abend wird, Hasenzahn.“
„Also wenn es schön werden soll, dann löschst du für mindestens drei Stunden das Wort „Hasenzahn“ aus deinem Vokabular.“
Marc konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, aber erstaunlicherweise tat er ihr den Gefallen und nahm sich vor sie zumindest heute Abend nicht mehr so zu nennen.
Im Restaurant wurden sie von einem Kellner an einen Tisch für zwei Personen geführt. Sie setzten sich gegenüber von einander hin und nahmen beide die Karte in die Hand.
Gott sei Dank ist hier nichts in irgendeiner anderen Sprache. Und wenn doch, dann mit Erklärung. Sonst würde der Abend in einem Fiasko enden. Genau wie damals mit Alexis. Obwohl, es kann ja nichts schief gehen. Bin ja mit Marc hier.
Gretchen lächelte glücklich in sich hinein und entschied sich dann schließlich für ein Lachsfilet mit Wildreis und Salat. Marc bestellte sich ein Steak mit Pommes. Dann brachte der Kellner auch schon die Getränke die sie eben bereits bestellt hatten. Ein Bier für Marc und Weißwein für Gretchen. Als der Kellner ihre Essensbestellung aufgenommen hatte und wieder verschwunden war, nahm Marc Gretchens Hand und sah sie eindringlich an.
„Weißt du eigentlich dass du mich zum glücklichsten Mann auf der Welt machst?!“
Geschmeichelt lächelte Gretchen Marc an. Sie spürte wie er mit seiner starken Hand die ihre festhielt und fühlte, dass sie im Moment nirgendwo anders lieber wäre als hier mit ihm. Mit Marc. Den Mann, den sie über alles liebte und geliebt hatte. Und viel wichtiger: den sie auch ewig über alles lieben würde.
Die beiden warfen sich verliebte Blicke zu und waren so ineinander vertieft, dass sie alles um sich herum vergaßen. Die Zeit schien still zu stehen und für Gretchen und Marc waren die anderen Leute einfach nicht präsent. Beide genossen nur den Moment und die Gegenwart des anderen.
„Marc, ich liebe dich.“ Sagte Gretchen dann, ohne groß darüber nachgedacht zu haben. Aber genau diese Spontanität zeigte Marc, dass sie es ernst meinte. Sanft lächelte er ihr zu und nahm dann wieder ihre Hand ehe er „Ich liebe dich auch.“ sagte. Sie saßen noch eine Weile da, und Gretchen erzählte Marc dass sie beim zurecht machen Hilfe von ihrer Mutter und Gabi bekommen hatte, und dass sie eigentlich ein anderes Kleid hatte anziehen wollen, welches aber leider von Motten zerfressen worden war.
Marc konnte sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. Er warf einen Blick auf ihren Ausschnitt und sagte schließlich: „Also ich finde es gut, dass du dich für das Schwarze hier entschieden hast.“
Gretchen war sein Blick natürlich nicht entgangen.
„War klar dass du das gut findest.“
„Ja sorry, ich bin auch nur ein Mann.“
Gretchen sah ihn an. Wenn sich ehrlich war, musste sie zugeben dass auch sie den ein oder anderen unkeuschen Gedanken hatte, wenn sie sich Marc so im Anzug ansah. Aber das wollte sie ihm natürlich nicht sagen. Zumindest jetzt noch nicht. Damit würde sie bis zu Hause warten.
Der Kellner brachte schließlich das Essen. Es schmeckte hervorragend und Gretchen freute sich insgeheim darüber, dass sie ihrer Mutter eine Notlüge hatte erzählen müssen und deswegen jetzt hier saß. Schließlich hatte Marc ja auch wirklich gelassen reagiert und Gretchen hatte schon fast den Eindruck dass er sich darüber gefreut hatte Gretchen einzuladen. Gut, er hätte sie heute ohnehin eingeladen, nur eben nicht HIER hin. Morgen würde sie im Krankenhaus ganz schön damit angeben können. Darauf freute sie sich jetzt schon wenn sie an das Gesicht von Schwester Sabine dachte.
Als beide aufgegessen hatten, kam auch gleich der Kellner und räumte die Teller ab.
„Hat es ihnen geschmeckt?“ fragte er dabei höflich.
„Ja, danke sehr gut.“
„Es war wirklich ausgezeichnet. Mein Lob an den Koch!“
„Ich werde es ausrichten.“
Und schon war der Kellner verschwunden.
„Möchtest du noch einen Nachtisch, Gretchen?“
Da sie in den letzten paar Minuten eh an nichts anderes gedacht hatte, gab Gretchen ihre ‚Tarnung‘ schließlich auf und flüsterte Marc leise zu:
„Ja, aber nicht hier.“
Marc schien allerdings auf dem Schlauch zu stehen.
„Ach, du willst lieber noch irgendwo ein Eis essen?“
„Ähm… ich… rede nicht von so einer Art Nachtisch.“
„Hä? Was für nen Nachtisch willst du denn? Die haben hier doch alles was man sich wünschen könnte. Versteh ohnehin nicht warum du deinen Nachtisch nicht hier essen willst.“
Tut der jetzt so oder kapiert er es echt nicht?! So blöd kann man doch gar nicht sein. Der hat ja echt ne lange Leitung heute. Wie soll ich ihm denn noch deutlicher sagen was ich will. Ich mein, ich werde jetzt sicher nicht sowas geschmackloses sagen wie ‚ich will Sex‘ oder so. Das würde ja die ganze Stimmung kaputt machen.
Nervös rutschte Gretchen auf ihrem Stuhl hin und her.
„Mann Marc! Ich rede nicht von essbarem Nachtisch.“
So langsam schien es dem Oberarzt dann auch zu dämmern, denn er schaute Gretchen erstaunt an und schämte sich ein bisschen, dass er die wirklich offensichtliche Anspielung nicht direkt verstanden hatte. Er räusperte sich kurz und rief dann den Kellner um zu bezahlen.
Als er die Rechnung sah musste er kurz schlucken. Von dem Geld hätte er sich auch gleich drei Paare Lacoste-Schuhe kaufen können. Aber gut. Was tat er nicht alles für die Frau die er liebte. Gretchen sagte er mal lieber nichts von der Zahl auf der Rechnung. Die würde eh nur ein schlechtes Gewissen bekommen und er wollte wirklich nicht die Stimmung verderben. Außerdem hatten beide einen schönen Abend gehabt, also war es das wert gewesen.
Als Marc schließlich bezahlt hatte, gingen beide zum Parkplatz und stiegen ins Auto.
„Das war wirklich lecker oder?“
Marc drehte den Schlüssel um und startete den Motor.
„Ja, wirklich lecker.“
Er schaute Gretchen kurz an, die glücklich auf dem Beifahrersitz saß und jetzt aus dem Fenster blickte. Marc fuhr vom Parkplatz runter auf die Straße. Als er an der ersten roten Ampel zum Stehen kam, spürte er plötzlich eine Hand an seinem Oberschenkel. Ein wenig verwundert blickte er zu Gretchen rüber die ihn verschmitzt angrinste. „Lass mich nur machen und fahr du weiter.“ Raunte sie ihm zu und schon wanderte ihre Hand ein Stück höher. Marc hatte auf einmal wirklich Probleme sich zu konzentrieren und er bemerkte erst, dass schon lange grün war, als hinter ihm ein lautes Hupkonzert ertönte. Mit quietschenden Reifen fuhr er dann aber doch los und versuchte krampfhaft sich auf die Straße zu konzentrieren. Als er allerdings merkte, dass Gretchen seine Hose geöffnet hatte und ihr Kopf immer näher kam, hatte er doch einige Mühe sich zu konzentrieren. Irgendwann hielt er es dann nicht mehr aus und er fuhr kurzerhand rechts ran in eine Parklücke. Kaum hatte er das Auto geparkt da schnallte er sich ab und stürzte sich auf Gretchen.
„Du kleines Luder.“ Sagte er noch, bevor sein Kopf zwischen ihren Brüsten verschwand. Langsam schob er Gretchens Kleid hoch. Als er feststellte dass sie GAR KEINE Unterwäsche trug(das lag allerdings nicht daran dass sie versucht hatte sexy zu sein sondern weil sie heute weißte Unterwäsche an gehabt hatte, noch dazu eine ihrer Bauch-weg-Unterhosen, und das irgendwie durchs Kleid durchgeschimmert hatte) machte ihn das nur noch heißer. Plötzlich drückte Gretchen ihn zurück auf den Fahrersessel und stellte dann den Sitz nach ganz hinten um sich dann auf seinen Schoß zu setzen. Die Die Seitenfenster des Autos waren inzwischen komplett beschlagen nur die Frontscheibe bot noch einen Einblick ins Auto. Doch das kümmerte beide wenig.
Als sie jedoch grade so richtig dabei waren, klopfte es auf einmal am Fenster an der Beifahrerseite. Erschrocken ließen beide schnell von einander ab und zupften ihre Klamotten zu Recht, ehe Marc ausstieg und peinlich berührt die Person ansah, die ans Fenster geklopft hatte.

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19.10.2009 12:31
#50 RE: °Fortsetzung von Schleumel° :) Zitat · Antworten

Vor ihm stand eine augenscheinlich etwas verwirrte ältere Dame.
Inzwischen hatte auch Gretchen ihr Kleid wieder zu Recht gezupft und stieg nun auch aus dem Auto aus. Sie sah die alte Dame kurz an und zog Marc dann am Hemdärmel.
„Sag mal Marc, ist das nicht die Frau aus der 307? Die Frau Ludwig mit der Gehirnerschütterung und dem Bruch am Handgelenk?“ Gretchen deutete auf die linke Hand der Frau, die ein dicker Gips zierte.
Nun erkannte auch Marc die Frau die vor ihm stand.
„Frau Ludwig was machen sie denn hier? Sie sollten doch eigentlich im Krankenhaus im Bett liegen.“
Verstört kratzte die Dame sich am Kopf.
„Ja also ich weiß auch nicht. Ich.. Ich wollte nur im Park spazieren gehen. Bin ich wohl etwas zu weit gegangen!“
„Ja das können sie laut sagen Frau Ludwig.“ Marc lachte kurz laut auf, stellte dann aber fest, dass Frau Ludwig ihn irgendwie seltsam anstarrte. Er folgte ihrem Blick und sah schließlich an sich herunter. Mit einem kurzen Knurren drehte er sich schließlich um und machte seinen Hosenstall erst mal zu.
Gretchen, die das ganze still beobachtet hatte, wurde gleich wieder rot. Sie berappelte sich dann jedoch relativ schnell wieder.
„Na dann fahren wir sie mal zurück ins Krankenhaus Frau Ludwig. Bevor sich noch einer Sorgen um sie macht und sich fragt wo sie sind.“
„Ja, das ist wirklich nett mein Kind.“
Gretchen half der alten Dame beim Einsteigen und setzte sich dann selbst hinter Marc auf die Rückbank. Dann startete Marc den Wagen und sie fuhren zurück zum Elisabethkrankenhaus. Dort angekommen öffnete Marc die Beifahrertür und half Frau Ludwig auszusteigen. Gretchen kam von der Rückbank hervor und zusammen gingen sie ins Krankenhaus und dann in den Aufzug. Im Aufzug trafen sie auf den Professor und Mehdi, die sich angeregt unterhielten. Ihr Gespräch stockte als Gretchen, Marc und Frau Ludwig den Aufzug betraten.
Völlig überrascht sah Franz Haase die drei an.
„Kälbchen was macht ihr denn mit der Frau Ludwig? Und wie siehst du überhaupt aus?“
„Ähh… Papa! Marc und ich waren essen und auf dem Rückweg haben wir zufällig Frau Ludwig getroffen und dann haben wir gedacht wir bringen sie mal lieber wieder ins Krankenhaus.“
Gretchen lachte gekünzelt. Sie hoffte inständig, dass weder sie noch Marc noch Frau Ludwig irgendwas sagen würde, was Marcs und ihre ‚Aktivität‘ im Auto irgendwie aufdecken konnte. Sie hatte den Gedanken allerdings noch nicht ganz zu Ende geführt, da war es auch schon zu spät.
„Ach Herr Doktor“ wandte sich Frau Ludwig an Professor Haase. „Eigentlich hatte ich nur im Park spazieren gehen wollen, und dann wusste ich auf einmal nicht mehr wo ich war. Und dann sah ich das beschlagene Auto da stehen indem die beiden da“ sie zeigte auf Gretchen und Marc, „gerade Sex hatten. Meinem Mann und mir wäre sowas ja nie eingefallen. Ist ja auch viel zu eng in so einem Auto. Und von der Windschutzscheibe her konnte man ja alles sehen. Deswegen hab ich überhaupt erst angeklopft, weil ich wusste das auch jemand im Auto drin ist. War ja sonst kein Mensch unterwegs.“
Marc lies vor Schreck seine Autoschlüssel fallen, mit denen er bis gerade die ganze Zeit rumgespielt hatte. Gretchen hingegen lief erneut puterrot an und wartete auf das Donnerwetter ihres Vaters. Seine Mine hatte sich versteinert und er blickte immer wieder zwischen Gretchen und Marc hin und her. Mit einem schadenfrohen Grinsen stieg Mehdi schließlich aus und verabschiedete sich noch ganz freundlich von allen. Sobald die Aufzugtüren sich wieder geschlossen hatten presste Franz Haase ein „Ihr bringt jetzt die Frau auf ihr Zimmer und dann ab in mein Büro! SOFORT!“ heraus und stieg auf der nächsten Etage ebenfalls aus.
Auf der nächsten Etage verließen dann auch Gretchen und Marc den Aufzug und brachten die alte Frau zurück auf ihr Zimmer. Auf dem Weg zum Büro des Professors wurden beide immer nervöser.
„Meinst du er ist sehr sauer?“
„Mann Marc. Er hat grader erfahren dass seine Tochter ein billiges Luder ist und es mit ihrem Freund in seinem Auto treibt. Wie würdest du als Vater wohl reagieren?!“
Gretchen war die ganze Sache sichtlich unangenehm und auch Marc wurde immer nervöser, je näher sie dem Büro des Professors kamen. Vor der Tür angekommen blieben sie noch einen Moment davor stehen und sahen sich an. Marc gab Gretchen noch schnell einen Kuss und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
„Egal was jetzt passiert, ich liebe dich.“ Flüsterte er ihr zu.
Das nahm ihr ein wenig die Angst. Sie lächelte ihn an und gab ihm zur Antwort ebenfalls einen Kuss. Dann drückte sie die Schultern nach hinten, holte noch einmal tief Luft und klopfte an.
Als sie ein eisernes „Herein!“ hörte, öffnete sie die Tür und die beiden betraten die Höhle des Löwen. Marc hörte noch, wie die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, als der Professor sich zu den beiden umdrehte und sie eindringlich ansah.

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