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 Erfindet eure eigene Fortsetzung!
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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

08.12.2009 00:54
#201 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

M: Willst du jetzt wieder eine Grundsatzdiskussion anfangen? Da hab ich echt keinen Bock drauf!
G: Ich auch nicht!
M: Ja dann!
Der Sturkopf macht mal wieder alles kaputt! Vielen Dank, Dr. Herzlos!
G: Du hast mir noch nicht geantwortet, Marc.
Mann, die gibt einfach nicht auf! Was will sie denn schon wieder hören? Sie muss doch merken, dass sie viel mehr für mich ist!
M: Ok, was willst du denn hören?
G: Marc es geht nicht darum, was ich will, sondern du.
Hä?
M: Bitte?
G: Marc!!
M: Ja was denn?
Was willst du denn von mir Gretchen?
G: Was willst du von mir Marc?
M: Äh was ich von dir will? Ähm …
G: Ist das so schwer für dich, das zuzugeben?
Ja verdammt! Reicht es dir denn nicht, wenn ich dir das zeige? Warum soll ich das denn immer wieder sagen? Ich will nun mal nicht über Gefühle reden. Das hab ich noch nie getan. Mann, Reden ist doch für Weicheier!! Und das bin ich ganz bestimmt nicht!
M: Gretchen, ich bin nun mal kein Gefühlsmensch. Das weißt du doch. Du kennst mich doch seit zwanzig Jahren. War ich je anders?
Nein!!! Immer ein gefühlskalter Egomane. Leider!! Hab ich mir wahrscheinlich wirklich nur eingebildet, dass er manchmal…
G (traurig): Nein! Obwohl … Naja … in stillen Momenten da hatte ich schon manchmal das Gefühl …
Oh Gott, hat sie etwa meine Blicke gemerkt?
M: Da hast du vielleicht Recht.
Scheiße! Jetzt hast du dich verraten. Wieso hab ich das gesagt?
G: Wie meinst du das Marc?
Heißt das etwa, dass er doch …?

...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

08.12.2009 10:20
#202 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Heute mal ein etwas längerer Teil. Ein wenig Zucker an einem trüben Dezembertag! Image and video hosting by TinyPicImage and video hosting by TinyPic


M: Haasenzahn, ich will nicht ewig mit dir rumdiskutieren, was war, nicht war, jetzt ist oder nicht ist und was weiß ich! Ich weiß, was ich will und das bist du! Und das weiß ich schon eine ganze Weile. Ich will dich mit deiner ganzen neurotischen und träumerischen Art. Ich lieb einfach alles an dir, auch dein ständiges Rumgenerve und die ständige Hinterfragerei, auch wenn du die so langsam mal echt lassen könntest. Ich lieb dich halt! Äh mehr musst du nicht wissen! So jetzt ist es raus! Bist du jetzt zufrieden?

Gratulation Meier, jetzt hast du dich mal wieder bis auf die Knochen erniedrigt! … Doch Weichei!!!

Oh Gott, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das war ja mal so was von süß!! Der hat sich ja für dich komplett ausgezogen … also ähm seelisch halt … nackt ist er ja schon! Er liebt mich, so wie ich bin! Er will mich!! Nur mich!!! Juhu!! Das würde ich am liebsten jeden Tag von ihm hören!

G: Du liebst mich?

Boar, ich fass es nicht! Wieso glaubt sie mir das nicht? Wieso muss sie mich das immer wieder fragen? Denkt sie etwa, ich sag das so daher? Ey, ich hab das noch nie zu einer Frau gesagt, nicht mal zu Nina, auch wenn sie es immer versucht hat, aus mir herauszukitzeln. In dem Sinne hab ich die Frauen nie belogen. Ich hab denen keine Liebe vorgegaukelt, weil da ja auch nie was war. Bei dir ist das doch ganz anders. Mensch Haasenzahn, ich hab das so gemeint, wie ich es gesagt habe. Du musst das nicht immer hinterfragen, das ist eine Tatsache und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Ich will dich verdammt noch mal!!!

M: Ja verdammt! Wieso musst du das denn ständig hinterfragen? Das nervt!!! Du weißt doch ganz genau, was ich für dich empfinde. Und da steckt weit mehr dahinter als nur Sex. Das müsstest du eigentlich gemerkt haben! Sonst würde ich ganz bestimmt nicht so ein Theater hier mitmachen.
G: Du liebst mich!
Hat die was an den Ohren?
M: Ja, hast du mich denn nicht gehört?
G (den Tränen nahe): Doch! Aber ich muss mir das halt immer wieder vor Augen führen, weil ich das einfach nicht glauben kann.
Was? Aber wieso denn nicht? Und wieso flennt die denn schon wieder?
M: Da kann ich dir auch gerne nachhelfen.

Er küsste sie zärtlich und voller Liebe und ließ damit alle Zweifel wieder vergessen...
Hach… er küsst so toll!! Ich bin im Himmel!!!
G: Das war schön!
M: Hmm! Wieder beruhigt?
G: Ja.
Gott sei dank! Noch länger hätte ich ihr Rumgezicke nicht ausgehalten! Wie kann jemand nur so sein? Unglaublich! … Ok, Meier, reg dich ab! Sie hat sich beruhigt und hält endlich die Klappe! … Hach … schon süß, wie verträumt sie gerade kuckt! So mag ich sie am liebsten! So hat sie damals auch gekuckt, als ich sie im Garten geküsst habe.
M: Gut!
G (kuschelte sich an ihn): Alles ist wirklich perfekt! So soll es immer sein!
Ich will, dass das hier nie zu Ende geht. Ich will für immer mit dir zusammen sein. Ich lasse dich nie wieder gehen, Marc Meier! Nie mehr!
M: Ja, es ist perfekt, so wie es gerade ist.
Ich will, dass das hier nie aufhört. Ich kann einfach nicht genug von ihr bekommen. Ist das nicht verrückt? Mann, ich liebe diese Frau. Ist das zu fassen?
G (hielt ihre Hand an seine Wange): Marc, ich liebe dich!
M (lächelte verschmitzt): Ich weiß!
Ich dich doch auch mein Schatz!!! … Tja, Meier, jetzt sind die Eier wirklich ab!! … Ist mir egal! Ich will mit ihr zusammen sein. Für immer! Diese Frau lasse ich nie wieder gehen, egal was noch passiert.

Marc zog sie ganz eng an sich heran und bedeckte ihre Lippen wieder mit einem atemberaubenden Kuss, den sie mit voller Leidenschaft erwiderte, bis ihre Pieper sie erneut unterbrachen. Beide sprangen erschrocken auf...

G: Sch..., wir hätten doch schon lange ... Sabine springt im Dreieck!
M (grinst): Tja, wenn du mir nie widerstehen kannst!
G: Kann ich wohl!
M: Kannst du nicht!
G: Maaarc!
M: Naja, hat wenigstens etwas Gutes.
G: Was denn?
M: Das wird wohl dann nichts mehr mit dem Essen bei deinen Eltern.
G: Tja, wenn wir Glück haben.

Die beiden zogen sich schnell an, küssten sich noch einmal und schlichen sich aus ihrem geheimen Zimmer im stillgelegten Gebäudetrakt des EKH. Händchen haltend und strahlend vor Glück gingen sie über den Parkplatz zum Eingang des Krankenhauses und erreichten nach wenigen Minuten die Notaufnahme, wo sie eine hektische Schwester Sabine bereits seit Ewigkeiten erwartete.


Wenn das Glück und die Liebe gerade am größten erscheinen, alle Sorgen, Probleme und Zweifel vergessen sind und man optimistisch und glücklich in eine gemeinsame Zukunft blickt, kehrt oftmals völlig unerwartet die längst verdrängte Vergangenheit zurück...



Oh, jetzt hab ich euch aber auf dem kalten Fuß erwischt oder? Bin ich wirklich so gemein??? Und das auch noch so kurz vor Weihnachten! Ich hab euch einfach viel zu lange in Sicherheit gewogen oder? Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und viel Spaß beim Grübeln und Spekulieren! Wo die Kommiseite ist, wisst ihr ja hoffentlich? Bleibt mir treu! Eure Lorelei

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

09.12.2009 09:37
#203 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo alle zusammen! Danke erst mal für die Kommis!!! Hab ich euch wirklich so geschockt?! War übrigens sehr interessant zu lesen, was ihr euch so alles gedacht habt! Aber alles falsch!!! Nur eine hatte den richtigen Riecher. Glückwunsch!!! Tja, was soll ich sagen? Es steht nun ein schicksalhafter Wendepunkt im Raum. Es war mal an der Zeit, dass ein wenig Drama in die Geschichte kommt. Es kann ja nicht immer nur Friede-Freude-Eierkuchen geben oder? Sonst wird es auf die Dauer langweilig. Sorry, dass das jetzt so kurz vor Weihnachten passiert. Hab das nicht einkalkuliert. Um ehrlich zu sein, hatte ich diese Wendung schon für viel früher eingeplant. Eigentlich schon nach der legendären Cafeteria-Szene mit Meier, Haase, Hassmann und Vögler, falls ihr euch erinnert (müsste im Oktober gewesen sein). Aber was wären uns dann für schöne Episoden entgangen. Die beiden sollten ja auch mal eine Weile glücklich sein, was jetzt nicht heißen soll, dass sie es in Zukunft nicht wären. Ok, ich will euch jetzt nicht mehr länger auf die Folter spannen. Viel Spaß mit den neuen Teilen. Bin gespannt, was ihr von der Wendung haltet, die in der nächsten Zeit die Handlung dominieren wird. Und so schlimm wird es ja auch nicht, naja äh noch nicht! Liebe Grüße. Eure Lorelei


In der Notaufnahme

Dr. Meier und Dr. Haase betraten schließlich die Notaufnahme. ... Es war schon Abend. Kurz nach 19 Uhr. Eigentlich war der Dienst der beiden bereits seit zehn Minuten zu Ende, aber wie so oft kam meistens zum Schichtwechsel noch ein Notfall rein. So musste das Abendessen im Hause Haase leider verschoben werden, worüber die beiden Verliebten natürlich überhaupt nicht enttäuscht waren. Ganz im Gegenteil, sie waren sogar froh darüber. ... Schwester Sabine sprang den beiden Ärzten schon hektisch entgegen...

S: Wo bleiben Sie denn so lange? Ich hab sie schon zweimal angepiept.
M: Ja, ja, nur kein Stress! Gott und Göttin sind ja jetzt da!

Sabine schaute ihn verwundert an. Gretchen auch... Hat der mich jetzt gerade Göttin genannt? Was ist denn heute mit dem los? So freundlich? Auch wenn andere dabei sind? Hmm... Könnte mich daran gewöhnen.

G: Äh hatten noch etwas zu erledigen, Sabine.
S: Ach?

Sabine blickte fragend zu ihrem Oberarzt. Dr. Meier grinste nur... Ja, etwas erledigt! Und was wir so alles erledigt haben, nicht wahr Haasenzahn?

M: So Smalltalk jetzt endlich beendet? An die Arbeit Ladys! Aber zack zack!
Nö, er ist immer noch der Alte! Den mag ich aber auch!
G: Wir warten nur auf dich Marc!
M: Naja, dafür werdet ihr ja auch alle schlecht bezahlt, ne?
Hahaha!! Sehr witzig, Dr. Meier!!

Dr. Meier wandte sich jetzt Gordon zu, der eine Krankentrage in die Notaufnahme schob...

M: Was haben wir?
Gordon: Mann, Mitte 50, schwer verletzt, Autounfall, innere Blutungen, Verdacht auf Rippenfraktur, eine Rippe hat wahrscheinlich die Lunge durchbohrt, war am Unfallort noch kurz ansprechbar, seitdem bewusstlos, haben ihn aber einigermaßen stabil bekommen.
G: Schön!
Gordon (machte G schöne Augen): Sie aber auch! Wie immer!
M (blickte verwirrt zwischen beiden hin und her): Was???
G (lächelte verschämt): Äh danke!

Alter Charmeur! Der kann es auch nie lassen! ... Oh Marc läuft schon wieder rot an. Hihi!! Er ist eifersüchtig! Wie niedlich! ... Tja, Gordon weiß, wie man(n) Frauen Komplimente macht, auch wenn es manchmal ziemlich schmierig und platt rüberkommt. Aber Frau kann nun mal nie genug Komplimente bekommen, auch wenn sie von einem aufdringlichen Sanitäter kommen. ... Marc, zuhören! Vielleicht kannst du ja noch etwas lernen!

Dr. Meier warf dem jungen Rettungsassistenten einen bitterbösen Lass-deine-dreckigen-Griffel-von-meinem-Haasen-Blick zu, der daraufhin schnell die Beine in die Hand nahm und die Notaufnahme wieder verließ. ... Naja, es lag eigentlich weniger am eifersüchtigen Chirurgen, sondern wohl eher daran, dass er angefunkt wurde, weil ein neuer Notruf eingegangen war, dass er so schnell wieder gegangen war, aber nicht ohne vorher noch der blonden Assistenzärztin sein schönstes Lächeln zu schenken.

Wenn der noch einmal sein dreckiges Maul aufmacht und meinen Haasen anmacht, dann knallt’s!!! ... Ruhig Meier! Konzentrier dich! Du bist hier bei der Arbeit! Dem kannst du auch später noch auflauern und die Fresse polieren!!! ... Ok, dann werden wir mal die notwendigen Rettungsmaßnahmen einleiten...

M: So, Haasenzahn, du kennst ja das Prozedere. Blutbild, CT, Röntgen, dann ab in den OP!
G: Ja, Herr Dr. Meier, wird erledigt.
M: Ok, dann schauen wir mal, wen wir ... hier ... überhaupt ... oooohhh ... scheiße!!!!

Marc brach seinen Satz abrupt ab und starrte den schwer verletzten Mann fassungslos an. Als er erkannte, wer da vor ihm auf der Liege lag, wurde ihm ganz anders. Sein Gesicht war wie versteinert. ... Das kann nicht sein! Das glaube ich nicht! ... Er rief Sabine zu sich...

M: Schwester Sabine, piepen Sie den Rössel an! Der macht das.

... und verließ wortlos die Notaufnahme. Sabine sah erst ihn und dann Dr. Haase verwundert an, die auch nur ratlos mit den Schultern zuckte, und piepte dann wie gewünscht Dr. Rössel an. Gretchen verstand die Welt nicht mehr. Sie lief ihrem geliebten Oberarzt noch auf den Gang hinterher und rief ihm nach: „Maaarc!“ Doch da war er bereits hinter der nächsten Ecke verschwunden. ... Was soll das denn jetzt? Der kann doch nicht einfach gehen! ... Aber sie hatte keine Zeit zum Nachdenken, denn die Apparate schlugen plötzlich Alarm...

G: Schwester Sabine, den Patienten sofort in den OP!
S: Natürlich, Frau Doktor.

In dem Moment betrat auch Dr. Rössel die Notaufnahme. Dr. Haase erklärte ihm die Situation und die beiden folgten der blonden Schwester mit dem Patienten in den OP. Gretchen assistierte schließlich Dr. Rössel...

Lorelei Offline

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09.12.2009 16:22
#204 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Zwei Stunden später

Nach der erfolgreichen Not-OP suchte Gretchen ihren Oberarzt in seinem Büro auf, um ihn zur Rede zu stellen. Sie konnte sich sein Verhalten einfach nicht erklären. Aber dort war er nicht...

Komisch! Er ist nicht da! Wo zum Teufel steckt der denn? Und was sollte das vorhin? Der kann doch nicht einfach einen Patienten stehen lassen! Das geht doch nicht! Ok, da werde ich wohl das ganze Krankenhaus absuchen müssen. Irgendwo muss er ja stecken! Seine Autoschlüssel liegen noch auf dem Schreibtisch. Also ist er auch noch nicht nach Hause gefahren. Außerdem würde er doch niemals ohne mich fahren oder?

Plötzlich klingelte ihr Handy... Oh, das wird er sein! … Sie drückte die grüne Taste … „Marc? Wo bist…? … Was? … Oh Mama! … Mama, reg dich ab! … Nein, das haben wir nicht vergessen! Hatten noch einen Notfall. … Jetzt sei doch nicht gleich wieder so beleidigt! … Mama, nein, wir haben nicht wieder… Außerdem geht dich das nichts an! … Mama, zum Mitschreiben: Wir haben noch einen Notfall rein bekommen, kurz bevor wir los wollten. … Nein, das ist keine blöde Ausrede! … Mama! Das ist die Wahrheit. Wenn du mir nicht glaubst, dann schau morgen auf der IS vorbei, Zimmer… Ja! … Es tut uns wirklich leid! … Ja, Marc auch! … Nein, Mama, es ist schon spät! Ich bin wirklich müde. War eine anstrengende Schicht. … Ein anderes Mal! … Ja, Mama, bei Marc (wenn ich ihn finde!)! … Mama, ich bin erwachsen ja! Ich kann ja wohl übernachten, wo ich will. … Mama! … Gut! Tschüß! … Mama, ich habe tschüß gesagt. Hab dich lieb! Und sag Papa einen lieben Gruß!“ … Boar, endlich hat sie aufgelegt. Die hat mir gerade noch gefehlt! So aber jetzt mache ich mich wirklich auf die Suche! … dachte sie und verließ anschließend das Büro von Dr. Meier.

...

Lorelei Offline

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10.12.2009 10:15
#205 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nachdem die junge Assistenzärztin erfolglos das halbe EKH auf den Kopf gestellt hatte, erreichte sie schließlich außer Atem die Cafeteria im siebten Stock … Ich kann nicht mehr! … *Luft schnapp* … *Hechel* … Ich muss … ganz … dringend … wieder … etwas … für meine … Fitness … tun! … Aber wenn … Marc … nirgendwo … zu finden … ist! … Ich muss mich setzen! … Sonst fall ich gleich um. … Vielleicht hat sie ihn ja gesehen. … Hmm … Was isst die denn da? … Pasta! … Eigentlich hätte ich ja auch Hunger. Hab seit heute Morgen nichts mehr gegessen. … Ist das zu fassen, dass ich sogar vergesse zu essen, wenn ich mit ihm zusammen bin! … Ich hab doch bestimmt schon abgenommen oder? … Marc Meier ist einfach die beste Diät, die es gibt! Und die macht sogar Spaß! … Ich hab Hunger!!! … Nein, erst muss ich ihn finden! … Ich werd schon mal einen Tag ohne Essen auskommen. … Erst die Meier-Mission, dann das Vergnügen! Wobei ich hier Vergnügen mit Essen definiere und nicht mit … ähm … naja … mit dem, was ich sonst so mit ihm mache und so. … Der kann doch nicht vom Erdboden verschluckt sein! So groß ist die Klinik nun auch nicht. … In unserer Liebeshöhle war er auch nicht! Schatz, wo bist du nur??? … Gretchen wollte sich gerade völlig erschöpft auf den Stuhl neben Dr. Hassmann fallen lassen, um sie zu fragen, ob sie Dr. Meier irgendwo gesehen habe, als sie ihn plötzlich auf der Dachterrasse entdeckte, wo er im strömenden Regen eine rauchte. … Was macht er denn da? … Maria blickte überrascht von ihrem Teller hoch in das sorgenvolle Gesicht von Dr. Haase und konnte sich einen bissigen Kommentar nicht verkneifen…

MH: Der steht schon seit Stunden dort. Wenn Sie mich fragen, völlig durchgeknallt! Aber hey, das passt ja zu Ihnen!

Doch Gretchen hörte ihr gar nicht richtig zu, sondern marschierte schon schnurstracks zur Tür, die auf die Dachterrasse führte. Es regnete in Strömen, doch Marc Meier schien das gar nicht zu bemerken. Gretchen konnte sich das einfach nicht erklären. Was war nur los mit ihm? Zögerlich sprach sie ihn an…

G: Marc?

Doch er reagierte nicht. Sie rief seinen Namen etwas lauter…

G: Maaarc!? Hey, du bist ja ganz durchnässt. Was machst du denn hier draußen? Du holst dir ja noch den Tod. Komm, lass uns wieder reingehen!

Doch er rührte sich nicht. Er wirkte völlig apathisch und starrte Gedanken versunken in den Nachthimmel, was Gretchen zunehmend beunruhigte. Sie packte ihn schließlich am Arm. Er zuckte kurz zusammen und drehte sich erschrocken zu ihr herum. Er sagte kein Wort und blickte sie nur an, so als ob er durch sie hindurchschauen könnte. Seine Augen waren völlig leer. Gretchen erschrak richtig bei seinem Anblick. So hatte sie ihn noch nie gesehen … Was ist denn mit ihm? Er macht mir Angst!

G: Komm!

Gretchen griff nach seiner Hand und wollte ihn zur Tür ziehen, doch er bewegte sich keinen Zentimeter. Nachdem das nicht funktioniert hatte, stellte sie sich hinter ihn und schob ihn mit ihren letzten Kräften in die Cafeteria ins Trockene. Er ließ es ohne Murren geschehen. Dann platzierte sie ihn auf einem Stuhl direkt neben der Terrassentür. Seine Kleidung war klitschnass und seine nassen Haare klebten an seiner Stirn. Sie strich sie ihm aus dem Gesicht. Dann winkte sie Schwester Sabine zu sich, die gerade die Cafeteria betreten hatte…

G: Sabine, holen Sie bitte eine Decke und eine Kanne Tee.
S: Aber was ist denn mit ihm?
G: Ich weiß es nicht. Bitte tun Sie, was ich gesagt habe.

Sabine nickte ihr zu und verschwand schnellen Schrittes aus der Cafeteria. Gretchen wandte sich wieder ihrem Freund zu. Marc saß wie ein Häufchen Elend vor ihr und zitterte am ganzen Körper. Sie hockte sich vor ihn und nahm seine Hände in ihre. Sie waren eiskalt...

G: Marc, was ist denn los mit dir?

Er reagierte nicht. Inzwischen kam Sabine mit einer Wolldecke und dem Tee zurück. „Danke, Sabine!“ - „Soll ich noch…?“ - „Nein, nicht nötig, ich schaff das schon alleine.“ - „Gut, wie Sie meinen. Wenn Sie mich noch mal brauchen, ich bin noch eine halbe Stunde im Schwesternzimmer.“ - „Danke“, erwiderte die junge Ärztin. Sabine schaute noch einmal besorgt zu ihrem Oberarzt, dessen Zustand sie sich auch nicht wirklich erklären konnte, nickte der Frau Doktor zu und ging dann zur Theke, nahm sich dort noch einen Salat und verließ anschließend die Cafeteria.

Gretchen zog ihrem Freund den nassen Kittel aus und wickelte die Decke um seinen zitternden Körper. Erst in dem Moment blickte Marc sie plötzlich mit seinen großen grünen Augen an. Erleichtert über eine Reaktion seinerseits strich sie ihm zärtlich über seine Wange. Er zuckte bei ihrer Berührung kurz zusammen…

G: Hey Schatz, was ist denn mit dir? Wieso bist du vorhin einfach weggegangen?

Er antwortete nicht. Sein Blick sank wieder zu Boden. Zögerlich hakte Gretchen weiter nach…

G: Wer ist der Mann in der Notaufnahme? Kennst du ihn etwa?

Marc gab ihr immer noch keine Antwort. Seine leeren Augen schauten durch sie hindurch. Doch Gretchen ließ sich nicht beirren…

G: Marc, du kannst nicht einfach einen Patienten stehen lassen! So kenn ich dich gar nicht.

Plötzlich blickte er auf und schaute ihr direkt in die Augen. Er fragte leise: „Ist er …?“

G (schüttelte mit dem Kopf): Die OP ist gut verlaufen. Er ist stabil. Wir konnten die inneren Blutungen stoppen. Die Rippe steckte noch nicht so tief. Dr. Rössel hat ihn aber vorsorglich in ein künstliches Koma versetzt.

M: Gut.

Marc schaute wieder weg. Gretchen konnte sich sein seltsames Verhalten noch immer nicht erklären und fragte ihn noch einmal ganz direkt…

G: Marc, wer ist der Mann?

...

Lorelei Offline

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11.12.2009 09:15
#206 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc schluckte schwer. Sollte er es ihr wirklich sagen? Früher oder später würde es ja eh rauskommen, dachte er. Er zögerte noch eine Minute und begann dann ganz leise und stockend zu sprechen… „Er ist … er ist …“ und brach wieder ab. Nach einigen Sekunden versuchte er es erneut. Man sah ihm an, dass er nach Worten rang. Es fiel ihm sichtlich schwer, es auszusprechen. Denn wenn er es aussprechen würde, wäre es eine Tatsache. Eine Tatsache, mit der er nur schwer umzugehen wüsste. Er schaute noch einmal tief in die Augen seiner Liebsten, die ihn sorgenvoll und fragend anblickten. Ihr liebevoller Blick machte ihm Mut, der Realität endlich ins Auge zu sehen. Er hätte nie gedacht, dass dieser Moment einmal kommen würde. Er war einfach nicht darauf gefasst gewesen. Warum ausgerechnet jetzt? Jetzt, wo er endlich glücklich war, mit der Vergangenheit abgeschlossen hatte und sich auf ein Leben mit seiner Traumfrau freute. Ausgerechnet jetzt musste ER wieder auf der Bildfläche erscheinen. Der Mann, mit dem er niemals wieder etwas zu tun haben wollte. Der Mann, den er aus seinem Herzen gestrichen hatte und wegen dem er eine riesige innere Mauer errichtet hatte, zu der nur Gretchen Haase einen Zugang hatte. Der Mann, den er für sein ganzes Seelenleid verantwortlich gemacht hatte. Der Mann, den er für immer vergessen wollte, es aber nie ganz geschafft hatte. Doch diesmal konnte er es nicht einfach so verdrängen und ignorieren wie die ganzen letzten Jahre. ER war tatsächlich hier. In Berlin! Hier im EKH auf der Intensivstation. Nach zwanzig Jahren der Funkstille war ER wieder zurückgekehrt. Zögerlich gab Marc Meier seiner Freundin schließlich die Antwort auf ihre Frage...

Lorelei Offline

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11.12.2009 15:57
#207 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

M: Er ist mein ... mein Va ... mein Erzeuger!
Was???
G: Dein Erzeuger? Wie meinst du das?
M (leise): Er ist ... er ist ... mein Vater!

Nach dieser bitteren Erkenntnis stand Marc Meier plötzlich auf, ließ die Decke fallen und verließ mit schnellen Schritten die Cafeteria, ohne seine Freundin auch noch einmal anzuschauen. Eine verstörte Gretchen Haase blieb zurück. Sie war vollkommen baff und musste sich erst einmal setzen...

Das ist sein VATER!!!! Das gibt’s ja nicht! Aber wieso hilft er ihm dann nicht? Und wieso ist er jetzt so komisch? Er steht ja völlig neben sich. Marc Meier schockt doch sonst nichts! Was ist da bloß damals vorgefallen, dass er jetzt so reagiert?

Gretchen blieb noch eine Weile in der Cafeteria sitzen und dachte nach. Sie versuchte, sich krampfhaft an jenen Nachmittag auf dem Spielplatz vor zwanzig Jahren zu erinnern. Doch einen Hinweis auf des Rätsels Lösung fand sie nicht. Marc hatte ihr damals nur mit tränenerstickter Stimme gesagt, dass sein Vater einfach so gegangen sei. Hieß das jetzt, er war ohne ein Wort des Abschieds einfach so verschwunden? Warum hatte er seine Familie im Stich gelassen? Hatte er seine Frau betrogen? Bei Marcs Genen durchaus vorstellbar! Hatte Elke Fisher ihn rausgeschmissen? Zuzutrauen wäre es ihr ja. Wer hält es schon lange mit dem Drachen aus? Gretchen wusste es nicht. Eigentlich wusste sie gar nichts über die Eltern ihres Freundes, nur dass seine Mutter eine durchgeknallte Furie war, die furchtbar kitschige Arztromane schrieb und einmal eine Affäre mit ihrem Vater hatte. Aber über seinen Vater wusste Gretchen rein gar nichts. Marc hatte nie wieder über ihn gesprochen.

Die junge Assistenzärztin ging schließlich zurück auf die Station, doch Marc war weder in seinem Büro noch im Stationszimmer zu finden. Sabine, die sich gerade verabschieden wollte, konnte ihr auch nicht weiterhelfen... Hmm... Vielleicht ist er ja ...? dachte sie und da fand sie ihn dann auch. Er war auf der Intensivstation und schaute vom Flur aus durch das Zimmerfenster auf den Mann, den er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Er ballte eine Faust. Eine unendliche Wut stieg in ihm auf. … Was macht der hier? Nach all den Jahren! … Gretchen ging langsam auf ihn zu und legte ihre Hand auf seine Schulter. Marc zuckte kurz zusammen, aber sein Blick haftete noch immer an seinem verhassten Vater. Gretchen sprach ihn schließlich vorsichtig an...

G: Marc, du kannst ruhig reingehen!

„NEIN!“ schrie er ihr entgegen. Gretchen zuckte zusammen und wich einen Schritt zurück. Marc drehte sich um und ließ seine Freundin einfach stehen und verschwand im Aufzug. Die junge Ärztin war geschockt über diese Reaktion... Was war das denn eben? So eine verletzte Wut! Das kenn ich gar nicht von ihm! Das macht mir Angst! ... Sie entschloss sich aber, ihm diesmal nicht zu folgen... Er will anscheinend allein sein. Einen inneren Kampf mit sich selbst führen oder so. Dass es ihn so umhaut, dass sein Vater hier ist? Schon komisch! Aber ich lass ihn lieber. Das muss er mit sich selbst ausmachen. Ich schau mal lieber, wie es unserem Patienten geht.

Dr. Haase betrat das Krankenzimmer und schaute sich die Werte von Marcs Vater an... Alles im grünen Bereich. Gut! … Dann nahm sie sich einen Stuhl und setzte sich neben sein Bett. Sie betrachtete ihn genauer... Das ist also Marcs Vater! Ja, kein Zweifel … die grünen Augen, die kleinen Grübchen, sein Mund. … Marc in einer älteren, aber immer noch sehr attraktiven Version, wenn man jetzt von den Schürfwunden im Gesicht absieht. Das ist also Olivier Meier!

Sie nahm sich seine Akte und blätterte darin... Ach nein, er heißt ja Oliver Mayer. Komisch! Hä? Amerikaner? Wie jetzt? Der ist doch Deutscher oder? Hä? Ja! In Berlin geboren! Wieso ist der jetzt Amerikaner? Und sein Name? Muss ihn wohl amerikanisiert haben oder so. Die Amis können ja anscheinend keine deutsch-französischen Namen aussprechen! Will nicht wissen, wie die Gretchen aussprechen würden! … Gräätschen Heesie oder so? Grauenhaft!! … Hmm … Mal sehen, ob ich noch etwas über ihn rausbekomme. Marc wird ja wahrscheinlich nicht die Klappe aufbekommen, so wie der eben reagiert hat. … Oh, das gibt es ja nicht! Er ist auch Arzt! Chirurg wie Marc! Tja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! … dachte Gretchen. Er hat also denselben Weg eingeschlagen wie sein Vater. Aber wieso hasst er ihn dann so?


Marcs Vater ist also zurückgekehrt!!! Wer hätte das gedacht!? Dieses Thema wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Es bleibt also spannend. Was sein Aussehen betrifft, ich hab da irgendwie das Bild von Sky DuMont im Kopf. Ich weiß auch nicht warum. Nur damit ihr euch auch ein Bild machen könnt!!! Großes Dankeschön noch mal an meine fleißigen Kommischreiblinge!! Ich wünsche euch allen ein wunderschönes verschneites drittes Adventswochenende! Eure Lorelei

Lorelei Offline

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12.12.2009 16:01
#208 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dr. Meier hatte mittlerweile die Klinik verlassen und fuhr ziellos durch die Straßen Berlins. … Was macht der hier? … Immer wieder schwirrte diese eine Frage in seinem Kopf herum. Es machte ihn schier wahnsinnig, nicht zu wissen, was er hier wollte. Das war doch kein Zufall! Ausgerechnet über ihn wollte er sich nie wieder Gedanken machen. Er krallte seine Finger ins Lenkrad. Bilder aus seiner Kindheit schossen ihm durch den Kopf. Alles verschwamm vor seinem geistigen Auge.

Ohne es zu merken, war er plötzlich vor der Villa seiner Mutter gelandet. Er ließ den Motor laufen, sprang aus seinem Wagen, ging über die Wiese zur Terrasse und betrat schließlich sein Elternhaus. Elke saß mit ihrem Laptop auf der Couch im Wohnzimmer und dichtete mal wieder über Dr. Rogelt. Sie blickte überrascht hoch, als ihr Sohn so plötzlich und unerwartet das Zimmer betrat. Mit seinem Besuch hätte sie heute nicht mehr gerechnet, vor allem nicht nach der unangenehmen Begegnung mit ihm und seiner neuen Gespielin heute Mittag...

E: Marc Olivier! Bist du endlich zur Vernunft gekommen und hast dir diese Frau aus dem Kopf geschlagen?

Doch Marc sagte kein Wort. Er ging zu ihrem Schreibtisch, machte eine Schublade auf und holte ein Bild heraus. Er drückte es ihr in die Hand und sagte nur... „Er ist in Berlin! Er liegt bei uns auf der Intensivstation!“ ... und verschwand genauso schnell, wie er gekommen war. Elke Fisher war sprachlos und schaute ihrem Sohn fassungslos hinterher. Sie ließ sich auf das Sofa zurückfallen und blickte auf das Foto. ... Das Bild einer glücklichen Familie. Eine trügerische Idylle. Es war ein paar Wochen bevor Olivier Meier für immer aus ihrem Leben verschwand entstanden. Marc war damals gerade 13 Jahre alt. An jenem schicksalhaften Tag im August 1989 hatte Marc Meier beschlossen, seinen Vater für immer aus seinem Herzen zu streichen...

Lorelei Offline

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12.12.2009 22:44
#209 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Weil heute endlich der erhoffte Schnee gefallen ist - naja zumindest eine kleine Puderzuckerschicht, aber zumindest etwas -, hab ich heute Abend noch etwas für euch. Wie ihr euch sicherlich schon denken könnt, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um zurückzublicken. Ich habe mich mal an eine Rückblende in die Vergangenheit der Familie Meier/ Fisher gewagt. Es sind so zum Einstieg zunächst nur einige verschwommene Gesprächs- und Bildfetzen, denn die Erinnerung kehrt bei beiden nur bruchstückhaft, aber dennoch mit voller Wucht zurück. Beide sind ja durch SEINE plötzliche Rückkehr ziemlich aus der Fassung geraten. Der eigentliche Rückblick in das Familienleben der Meiers und in das traumatische Jahr 1989 folgt danach. Bin gespannt, was ihr davon haltet! (>>> Kommiseite!!!) Viel Spaß und einen schönen Adventsvorabend noch! Eure Lorelei


Rückblende Elke /Marc: 3. August 1989

Was war damals passiert? Elke Fisher, die noch immer fassungslos mit einem Glas Rotwein auf ihrer weißen Couch saß, und Marc Meier, der noch immer Gedanken verloren hinter dem Lenkrad seines weißen Volvos saß, erinnerten sich bruchstückhaft...

Der große Streit … Du betrügst mich? … Ich erkenn dich gar nicht wieder! … Ich hasse dich! … Du bist so was von egoistisch! … Du mit deinem blöden Rogelt! Nur weil du einen Roman verkauft hast, denkst du gleich … Es kotzt mich an! … Ich werde die Stelle annehmen. … Ich kann dich nicht mehr ertragen! … Und was ist mit Marc? … Wenn ich könnte, würde ich ihn mitnehmen! … Sag ihm, dass ich ihn liebe! … und dann verschwand Olivier Meier zur Tür hinaus. Elke hat ihren Mann nie wieder gesehen.

Eine Stunde später kam Marc nach Hause. Seine Mutter war völlig betrunken… Wo ist Papa? … Weg! … Wie weg? … Er hat uns verlassen! … Was? Das glaube ich nicht! Was hast du ihm … Schrei mich nicht so an! Ich bin immer noch deine Mutter! … Leider! … Marc Olivier!!! … Aber er kann doch nicht einfach so gehen! Ohne mich! … Doch das kann er! … Er hat sich nicht einmal verabschiedet! … Marc versuchte seine Tränen zurückzuhalten… Wo ist er hin? … Mir doch egal! … Wieso hat er mich nicht mitgenommen? … Wir sind ihm egal! Seine Karriere war ihm schon immer wichtiger als wir! … Elke ging zur Minibar und schenkte sich den nächsten Whiskey ein. Ein verzweifelter dreizehnjähriger Junge rannte zur Tür hinaus. Tränen liefen ihm über das Gesicht… Wieso lässt er mich allein? Mit ihr!!! Er hatte mir doch versprochen, mich niemals allein zu lassen! … Marc rannte ziellos durch die Straßen von Berlin…

Eine dreiviertel Stunde später traf er auf einem Spielplatz in Berlin Mitte auf ein kleines blondes Mädchen, das ihn tröstend in die Arme nahm. Es war Gretchen! Das war das letzte Mal, dass er Gefühle zugelassen hatte. Von diesem Tag an hasste er seinen Vater und wollte nie wieder einen Gedanken an ihn verschwenden. Er baute eine unüberwindbare innere Mauer auf als Schutzschild, denn er wollte nie wieder so verletzt werden. … Die Geburtstunde von Marc Meier, so wie wir ihn kennen.

Lorelei Offline

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13.12.2009 10:39
#210 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen! Jetzt blicken wir aber wirklich zurück in die Vergangenheit der Meiers!!! Einige Familiengeheimnisse werden offenbart. Und wir erfahren ein paar interessante Details über die Eltern von Marc Meier. Was ist damals genau passiert? Warum hat Olivier Meier damals seine Familie verlassen? Es sind mal wieder mehrere Teile. Kennt ihr ja nicht anders von mir. Ich hoffe, euch gefällt meine Interpretation der Meier-Saga! Schreibt mir eure Meinung (>>> Kommiseite! Die war gestern so leer! ). Genießt noch einen schönen 3. Advent! Eure Lorelei



Flashback Die Meiers

Auch Elke Fisher war nach der Trennung von ihrem Mann am Ende gewesen, auch wenn sie es niemals zugegeben hätte. Vor ihrem Sohn spielte sie immer die starke Frau, doch innerlich war sie zerbrochen, als Olivier Meier sie am 3. August 1989 verlassen hatte. Doch es war nicht allein die Tatsache, dass sie von ihrem Mann verlassen worden war, die sie all die Jahre quälte, sondern auch die unendlichen Schuldgefühle, dass sie ebenso einen Beitrag an der Trennung geleistet hatte, wenn sie nicht sogar die Hauptschuld trug. Eine Tatsache, von der ihr Sohn bis heute nicht die geringste Ahnung hat.

Elke Fisher hatte diesen Mann wirklich geliebt. Olivier Meier war ihre große Jugendliebe. Seit der siebten Klasse waren die beiden unzertrennlich gewesen. Sie hatten dann gleich nach dem Abi geheiratet. Die Siebziger halt!!! Alle hatten sie damals für verrückt gehalten, so jung zu heiraten, aber die beiden waren sich sicher, dass es für immer halten würde. Olivier studierte dann Medizin und Elke Germanistik, aber sie musste ihr Studium frühzeitig abbrechen, weil sie mit Marc schwanger wurde. Aber sie hatte es nie bereut, denn sie war glücklich. Die drei waren viele Jahre lang eine glückliche Familie...

... bis ihr Mann dann plötzlich Karriere machte. Er hatte während seines Studiums eine moderne Operationstechnik entwickelt, welche die Unfallchirurgie in Deutschland revolutionierte. Die Krankenhäuser rissen sich regelrecht um den jungen angehenden Arzt. Mit 28 Jahren war er bereits Oberarzt der Chirurgie an der Charité. Er verbrachte Tage und Nächte in der Klinik und forschte ununterbrochen. Er war Arzt mit Leib und Seele und wurde von Patienten und Mitarbeitern sehr geschätzt. Doch seine Frau wurde mit der Zeit immer unglücklicher. Sie fühlte sich von ihm allein gelassen. Anfangs war sie noch stolz darauf gewesen, dass Olivier plötzlich so viel Geld mit nach Hause brachte. Sie konnten endlich aus Neuköln wegziehen in eine schöne Villa am Stadtrand von Berlin, aber dort langweilte sie sich zunehmend. Die hausfraulichen Pflichten befriedigten sie nicht mehr. Sie brauchte dringend eine Aufgabe und so fing sie wieder an zu schreiben. Das hatte sie schon während ihres Studiums mit voller Hingabe getan, dann war ihr aber Marc dazwischengekommen.

Elke Meier sehnte sich nach ihrem Mann und träumte sich in eine Traumwelt hinein … in die Welt eines gewissen Dr. Rogelt, einem attraktiven und charmanten Oberarzt, dem die Frauen vertrauten. … Einfühlsam, zärtlich und romantisch war er. Ein Mann, der den Frauen alle Wünsche von den Augen ablas. … So hätte sie sich ihren Ehemann auch immer gewünscht. Doch der hatte nur noch seine Arbeit im Kopf. Und wenn er doch einmal da war, dann verbrachte er die wenige freie Zeit nicht mit ihr, sondern viel lieber mit seinem Sohn. Elke hasste die albernen Bootstouren auf dem Wannsee oder die Erkundungstouren durch den Grunewald, die die beiden immer unternahmen, und ließ die beiden gewähren. Marc liebte diese Ausflüge mit seinem Vater, auf denen dieser ihm so vieles beibrachte und die Welt erklärte. Olivier nahm seinen Sohn auch öfters mit ins Krankenhaus. Marc war schwer beeindruckt von der Arbeit seines Vaters und fasste den Entschluss, ebenfalls Arzt zu werden. Er war unheimlich stolz auf ihn. Das alles wollte er auch einmal erreichen. Marc träumte davon, einmal an der Seite seines Vaters zu arbeiten. Er wäre niemals auf die Idee gekommen, dass dieser ihn einmal so enttäuschen könnte...

Lorelei Offline

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13.12.2009 16:15
#211 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Die Fassade der Familie Meier begann allmählich zu zerbröckeln. Es gab zunehmend Spannungen zwischen dem Ehepaar. Elke fühlte sich vernachlässigt und suchte Bestätigung, aber Olivier war blind für die Bedürfnisse seiner Frau… „Du bist ja nur noch mit deinem Job verheiratet! Was mit mir wird, ist dir doch völlig egal! Wegen dir hab ich meine Ausbildung abgebrochen. Wahrscheinlich wäre ich schon längst eine bekannte Autorin, die um die Welt jettet.“ … „Du spinnst ja! Das sind alles dumme Hirngespinste. Mit deiner blöden Schreiberei wirst du nie Erfolg haben. Ich mache wenigstens etwas Sinnvolles mit meinem Leben.“ … Elke war rasend vor Wut und warf ihm eine Vase hinterher … „Dann geh doch zu deiner beschissenen Arbeit und werd glücklich damit!“ … was er dann auch tat.

Marc hasste es, wenn sich seine Eltern mal wieder stritten. Er schloss sich dann immer auf dem Dachboden ein, schaltete seinen Walkman ein und ließ sich von AC-DC beschallen. Oder er ging dann meistens mit seinem Vater mit und blieb bei ihm in der Klinik. Hier bei ihm fühlte er sich wohl und geborgen. Seine Mutter konnte er nicht mehr ertragen, vor allem nicht mehr seitdem sie auf diesem Egotrip war. Es war wie ein Rausch, wenn Elke Meier über Dr. Rogelt schrieb … All die unterdrückten Gefühle mussten ja irgendwie raus. … Sie hatte sich bei unzähligen Verlagen beworben, aber es kamen immer nur Absagen zurück, was Olivier beruhigt zur Kenntnis nahm … „Siehst du, das ist alles eine Schnapsidee von dir! Das erkennen sogar die Kritiker!“ … Elke hasste es, dass ihr Mann ihr nichts zutraute … „Verschwinde! Ich will dich nicht mehr sehen!!!“ … schrie sie ihm entgegen und Olivier verschwand wieder in die Klinik zu seiner geliebten Arbeit. Dort blieb er dann auch immer häufiger über Nacht.

Elke war nach diesem Streit immer noch auf 180 und zerstörte voller Wut das Büro ihres Mannes. Als sie sich endlich wieder beruhigt hatte, setzte sie sich in den Garten und gönnte sich einen Martini. Sie genoss die Sonnenstrahlen auf ihrer blassen Haut und beobachtete den neuen Gärtner Jésus. Allmählich fand sie Gefallen am Anblick des jungen Spaniers. Er trug nur eine blaue Latzhose über seinem nackten gestählten Körper. Der Schweiß rann über seine Stirn und seinen muskulösen Oberkörper. Elke konnte nicht wegsehen. Gebannt beobachtete sie jede Bewegung des attraktiven Mannes. Ihr Verlangen wurde immer stärker. Da blickte Jésus sie plötzlich direkt an. Er hatte ihre lustvollen Blicken auf seinem Körper gespürt und wusste genau, was seine Chefin von ihm wollte. Elke ging zurück zum Haus, drehte sich noch einmal um und gab Jésus damit zu verstehen, dass er ihr folgen sollte …

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14.12.2009 09:48
#212 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Die verzweifelte Hausfrau begann eine heiße Affäre mit dem jugendlichen Latinoboy. Da war sie wieder, die Inspiration, die sie so dringend benötigte. In dieser Nacht schrieb sie wie im Wahn einen neuen Band von Dr. Rogelt. ... Doch Dr. Rogelt war nicht mehr der gleiche. Er war jetzt ein arroganter, selbstverliebter Egomane, ein Macho wie er im Buche steht, der jede Frau haben konnte und sich jederzeit und überall nahm, was er wollte. Er war ein Gott im OP wie auch im Bett seiner zahllosen Gespielinnen. ... Elke schickte das neue Manuskript an eine befreundete Dozentin an der HU, die sie noch aus ihrer Studienzeit kannte und die gerade einen neuen Verlag aufbauen wollte. Diese war begeistert von Elkes Roman. Das war genau das, was die Frauen im Moment lesen wollten, bestätigte sie ihr. Ein Arztroman, ein Novum auf dem Büchermarkt. Das würde auf der Buchmesse in Frankfurt einschlagen wie eine Bombe. Gerade jetzt, wo „die Schwarzwaldklinik“ als neue deutsche Fernsehsensation gefeiert wurde. Frustrierte Hausfrauen wünschten sich nichts sehnlicher, als in den Armen von Sascha Hehn zu liegen und in denen von Dr. Rogelt. Der erste Band von Elke Fisher (sie wählte ihren Mädchennamen als Pseudonym. Meier klang ihr schon immer zu bürgerlich!), „Dr. Rogelt. Der Arzt, dem die Frauen vertrauen“, wurde ein riesiger Erfolg. Und Elke konnte es ihrem Mann endlich zeigen...

Olivier erkannte seine Frau kaum wieder. Der plötzliche Erfolg war ihr schnell zu Kopf gestiegen. Sie nahm jeden Event und jede VIP-Party mit, die Berlin zu bieten hatte und auch jeden männlichen Fan, der ihr über den Weg lief. Sie war immer noch eine äußerst attraktive Frau. Die Männer rissen sich förmlich um sie. Genau diese Bestätigung hatte sich Elke immer gewünscht, aber die bekam sie ja nicht mehr von ihrem Mann. … Olivier ahnte nichts von diesem neuen Lebensstil seiner Frau und versteckte sich immer mehr hinter seiner Arbeit. Er vernachlässigte auch zunehmend seinen Sohn, obwohl er das eigentlich nicht wollte, aber er konnte und wollte im Moment nicht bei Elke sein. Sie hatte sich so ins Negative verändert. Doch sein Sohn litt noch mehr unter dieser angespannten Situation. Wenn seine Mutter mal wieder ihren Schreibwahn hatte oder sich mit ihrem Gärtner vergnügte, war Marc allein und auf sich gestellt. Er streunte oft stundenlang durch Berlin, denn auch im Krankenhaus wurde er abgewiesen. Sein Vater arbeitete wie ein Besessener an seinen Forschungen und schickte ihn wieder fort… „Kümmere dich um deine Mutter!“ … Die kümmert sich schon um sich selbst und um Jésus! … dachte er. Marc hatte die beiden einmal inflagranti erwischt. Das Bild bekam er einfach nicht mehr aus seinem Kopf. Die Familie Meier zerbrach immer mehr...

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14.12.2009 21:11
#213 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dann kam das Angebot aus Harvard. Olivier wurde dort eine Professur angeboten. Eine riesige Chance, vielleicht auch eine Chance, um seine zerrüttete Ehe zu retten, dachte Olivier. Elke hatte doch früher immer von Amerika geträumt. Ein Haus in den Hamptons! Warum denn nicht? Olivier wollte seine Familie unbedingt dabei haben. Aber das Abendessen mit seiner Frau und Marc endete im Desaster...

„Bist du jetzt völlig übergeschnappt? Ich bau mir hier gerade etwas auf und du willst auswandern? Dann sitzt du wieder nur im Labor und ich hocke allein zuhause? Nein, mein Lieber, das kannst du dir abschminken. Wir gehen nirgendwohin!“ … „Elke, ich…“ „Ja, ich ich ich! Für dich gibt es ja kein anderes Wort, aber ich mach da nicht mehr mit. Jetzt bin ich auch mal dran.“ … „Was soll das heißen?“ … „Marc, geh auf dein Zimmer! Sofort!“ … brüllte seine Mutter. Marc tat, wie ihm gesagt wurde, blieb aber auf der Treppe sitzen und lauschte den beiden. … „Willst du die Scheidung?“ … fragte Olivier seine Frau direkt ins Gesicht, nachdem sein Sohn gegangen war. Bei diesem Wort liefen Marc die Tränen die Wange hinunter. Er hielt sich die Ohren zu, lief in sein Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu. Sein Vater hatte das gehört und rannte die Treppe hoch. Er klopfte an die Tür… „Marc, mach die Tür auf! Lass uns reden!“ … „Nein!!!“ schrie der Junge ihm verzweifelt entgegen. … „Marc, du hast das falsch verstanden.“… Marc öffnete vorsichtig die Tür und ließ seinen Vater herein. Leise und mit tränenerstickter Stimme fragte er seinen Vater... „Ihr lasst euch nicht scheiden?“ … „Nein, wir haben uns doch nur gestritten. Da rutscht einem manchmal so etwas raus. Mach dir keine Sorgen! Alles ist in Ordnung.“ … „Aber Mama will nicht nach Amerika.“ … „Das ist doch nur erst mal ein Vorschlag. Da steht doch noch gar nichts fest, Marc.“… Olivier strich seinem Sohn über den Kopf. Marc war wieder etwas beruhigt. „Ich würde gerne mitkommen“ … sagte er dann nach einer Weile. … „Das freut mich. Du wirst bestimmt auch einmal ein fantastischer Arzt, Marc!“ … „Ich wollte schon immer so werden wie du, Papa!!!“ … Olivier lachte und schloss ihn in die Arme. … „Aber jetzt wird geschlafen. Ich rede noch einmal mit deiner Mutter.“

Doch die war schon wütend abgerauscht. Termin in München beim Verlag. Die nächsten Abende stürzte Elke im PM ab und schleppte irgendwelche Typen ab. An Olivier verschwendete sie keinen Gedanken mehr.

Olivier quälte sich währenddessen mit seiner Entscheidung. Der Job an der Harvard University war perfekt. Von so einer Chance hatte er schon immer geträumt. Mit 33 Jahren schon Chefarzt und Professor am renommiertesten Institut der Welt. Er konnte nicht absagen. Seine Ehe war gescheitert. Diese bittere Erkenntnis hatte dieser Abend wieder einmal bestätigt. Das war nicht mehr die Frau, in die er sich mit zwölf auf dem Spielplatz verliebt hatte, die Frau, mit der er sein Leben teilen wollte, die ihn bislang immer in allem unterstützt hatte, die ihm einen tollen Sohn geschenkt hatte. Aber was sollte mit Marc werden? Er liebte seinen Sohn. Er konnte ihn doch nicht bei dieser Frau lassen. Er beschloss noch einmal mit Elke zu reden. Er hatte noch zehn Tage Zeit. Bis dahin musste er sich endgültig entschieden haben...

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15.12.2009 16:23
#214 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Am Morgen des 3. August 1989 saß Olivier Meier am Bett seines Sohnes. Er strich ihm über die Stirn. Marc wachte auf... „Ist es schon Zeit? Sind doch Ferien!“ … „Ja schon, aber ich muss gleich weg, arbeiten.“ … „Schade, ich dachte, wir können heute mal an den Wannsee, den Segelausflug machen, den du mir schon seit Monaten versprichst.“ … „Machen wir ein anderes Mal. Versprochen!“ … „Ok! Dann wünsch ich dir einen schönen Tag und rette ganz viele Leben!“ … Olivier lachte… „Mach ich, mein Sohn. Und ich will, dass du eines weißt, ich bin immer bei dir! Du wirst nie allein sein!“ … Marc verstand in dem Moment noch nicht, was diese Worte zu bedeuten hatten. Es waren Worte des Abschieds. Olivier umarmte seinen Sohn. Zum letzten Mal! Und verließ anschließend mit Tränen in den Augen sein Zimmer.

Wenig später - Marc war zum Spielen bei Freunden - versuchte Olivier noch ein letztes Mal mit seiner Frau zu sprechen, doch Elke hörte ihm gar nicht richtig zu … „Elke, ich möchte, dass ihr mitkommt. Ich liebe euch. Der Neuanfang wäre doch auch eine Chance für uns. Ich liebe dich, auch wenn du gerade so … so …“ … „So was, Olivier?“ … „So bist!“ … „Wie bin ich denn?“ … „Naja, ähm so anders halt. Der Erfolg und so …“ … „Willst du mir damit sagen, der Erfolg sei mir zu Kopf gestiegen? Spinnst du? Ich bin immer noch dieselbe!“ … „Nein, das bist du schon lange nicht mehr!“ … „Bitte? Was bildest du dir eigentlich ein? Lässt mich hier jahrelang verschimmeln und dann, wenn ich mal etwas erreicht habe, wirfst du mir Neurosen vor? Nein, mein Lieber, nicht mit mir! Ich will auch endlich etwas erleben. Ich habe dieses Leben so satt. Ich will keine verschrumpelte, alte Hausfrau in so einen Kackhaus am Arsch der Welt sein. Ich will leben und zwar hier in Berlin und ich will machen, was ich will und mit wem ich will!“ … Olivier schaute sie schockiert an … „Was soll das heißen? Dass du mit … ähm anderen Männern?“ … „Du gibst mir ja seit Jahren nicht mehr das, was ich brauche!“ … In dem Moment lief der Gärtner am Fenster vorbei. Elke schaute ihn an. Olivier verstand ihre lüsternen Blicke sofort… „Du betrügst mich mit diesem ähm …?“ … „… spanischen Stier!!! Ja!!!“

Das war zuviel für Olivier. Er war tief verletzt. Er erkannte seine Frau gar nicht wieder. Wo war das charmante, temperamentvolle kleine Mädchen vom Spielplatz geblieben, in das er sich vor zwanzig Jahren unsterblich verliebt hatte? … „Ich weiß gar nicht, wer du bist? Ich erkenn dich gar nicht wieder! Wo ist die Frau, die …“ … „Die ist an ihrer Einsamkeit gestorben und das ist einzig und allein deine Schuld!!!“ … Diese Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag ins Gesicht … „Äh ich hätte … ähm weniger … also …“ … „Och, jetzt fang nicht an, unsere gescheiterte Ehe zu analysieren! Dafür ist es echt zu spät. Du bist ein Weichei, Olivier! Und ich brauche einen richtigen Mann an meiner Seite. Dein Job war dir doch immer wichtiger als ich, wichtiger als Marc.“ … „Das ist doch nicht wahr. Ich habe dich immer geliebt. Das weißt du. Und ich liebe Marc. Er bedeutet mir alles und ich werde ihn mitnehmen. Ich lass ihn nicht hier bei dir! Nicht solange du so drauf bist wie jetzt.“

...

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15.12.2009 17:35
#215 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Elke blickte ihren Mann schockiert an... „Du willst was? Das werde ich nicht zulassen. Niemals! Er gehört zu mir, seiner Mutter.“ … „Ach? Tut er das? Wann hast du das festgestellt? Als du mal wieder auf irgend so einer VIP-Party abgestürzt bist, als du Dr. Rogelt mal wieder eine Affäre angedichtet hast oder nachdem du mit dem Gärtner gevögelt hast? Du warst doch nie eine richtige Mutter für ihn, Elke.“ … „Was? Was fällt dir ein, du ignoranter Mistkerl?“ … „Du weißt doch gar nicht, was für ein Mensch unser Junge ist, was für Träume und Hoffnungen er hat. Das werde ich nicht von dir kaputt machen lassen! Ich werde das Sorgerecht beantragen und ihn mit nach Amerika nehmen.“

Elke drohte ihrem Mann... „Das wirst du nicht!!! Niemand wird mir meinen Jungen wegnehmen. Hast du verstanden? Oder ich werde dem Jugendamt eine schöne Geschichte erzählen, dass du nie zuhause warst, dich nicht um Marc gekümmert hast, ihn immer wieder weggeschickt hast, weil du im Krankenhaus irgendwelche Krankenschwestern gevögelt hast. Du warst doch immer nächtelang weg! Ich habe das nicht mehr ausgehalten und musste mir das alles von der Seele schreiben: Dr. Rogelt!!!“ … „Bist du jetzt völlig übergeschnappt? Wie kannst du so etwas überhaupt nur denken?“ … „Du wirst Marc niemals bekommen. Also verschwinde endlich! Hau doch ab zu deiner blöden Arbeit und werd glücklich damit!“ … „Aber …“ … „Hau ab!!! Ich will dich hier nicht mehr sehen! Und wenn du auch nur einmal wieder in Marcs Nähe kommst, dann ruf ich die Polizei!“

Olivier war entsetzt über Elkes Kaltherzigkeit. Wie konnte er nur jemals diese Frau geliebt haben? Den Hass in ihren Augen zu lesen, war für ihn unerträglich. Wann ist das nur passiert? Wann ist sie so geworden? Er fand keine Antworten darauf. … „Ich hasse dich!“ schrie sie ihm noch entgegen. Diese Worte trafen ihn wie ein Stich ins Herz. Er würde sie nie wieder vergessen. … „Denkst du überhaupt einmal an Marc, wie er sich fühlen wird, wenn ich plötzlich nicht mehr da bin?“ … „Der wird schon darüber hinweg kommen! Er ist zäh!“ … „Du bist so was von egoistisch. Ich fass es nicht! Wie konnte ich mich nur so in dir täuschen. Dir ist dein blöder Rogelt wichtiger als die Gefühle deines eigenen Sohnes! Wie kann man nur so sein? Nur weil du einen Roman verkauft hast, denkst du gleich, du bist die Größte und die Welt gehört dir oder was weiß ich. Und trittst 14 Jahre Ehe einfach so in die Tonne. Es kotzt mich an! Ich kann nicht mehr! Nicht mit dir! Ich werde die Stelle annehmen. Ich kann dich nicht mehr ertragen. Es geht einfach nicht.“ …

Erst jetzt fiel Elke die Entschlossenheit ihres Mannes auf. Er meinte es wirklich ernst. Seit Monaten redete er kaum ein Wort mit ihr und jetzt das? … „Und was ist mit Marc?“ … fragte sie ihn schließlich zögerlich. ... „Ach, auf einmal interessiert er dich doch? Wolltest du mich nicht gerade beim Jugendamt anschwärzen? Wenn ich könnte, würde ich ihn mitnehmen! Das mach ich vielleicht später auch. Wenn er alt genug ist, soll er selbst entscheiden, bei wem er leben möchte. Sag ihm, dass ich ihn liebe!“

Olivier konnte nicht mehr. Sein ganzes bisheriges Leben zog an seinem inneren Auge vorbei. Es gab kein Zurück. Er konnte hier nicht mehr bleiben. Es ging einfach nicht. Es tat einfach zu weh. Tränen liefen ihm die Wange hinunter. Er schnappte sich seine Reisetasche und verließ sein Haus, ohne Elke auch noch einmal anzusehen. Vielleicht hätte er noch einmal gezögert, wenn er ihren traurigen Blick gesehen hätte, aber er ging einfach. Es sollte ein Abschied für immer sein. Zumindest von ihr. Er schwor sich, irgendwann würde er zurückkehren, seinem Sohn alles erklären und ihn mitnehmen, aber in dem Moment war das einfach nicht möglich. Ihm brach das Herz. Ein Stück von ihm blieb in Berlin zurück, als er in den Flieger stieg. Der Schmerz würde niemals heilen...



Hallo ihr Lieben! Bin in Weihnachtsstimmung, deshalb hab ich gedacht, stell ich euch gleich noch den Rest des Flashbacks rein. Ich hoffe, der Rückblick hat euch gefallen und einige Fragen bezüglich der Familie Meier wurden beantwortet. Alles konnte ich da noch nicht reinpacken. Um ehrlich zu sein, hab ich das auch noch nicht ganz weiter gedacht. Aber da wird in nächster Zeit noch so Einiges zur Sprache kommen, auch was Marcs Gefühlslage betrifft, denn er hat eine etwas andere Version der Trennung in Erinnerung. Aber für den Moment sollte das erst mal genügen. Morgen geht’s zurück in die Gegenwart. Liebe Grüße und Dankeschön an meine Kommischreiblinen. (Ist in den letzten Tagen irgendwie weniger geworden. Na ich schieb das mal auf den Weihnachtsstress! ) Eure Lorelei

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16.12.2009 10:24
#216 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Zurück in der Gegenwart. Mittlerweile war es schon später Abend.

Man sieht den verletzten Olivier Meier auf der Intensivstation liegen. Dr. Gretchen Haase kontrollierte gerade seine Vitalzeichen... Alles in Ordnung. ... Dann schaute sie auf ihr Handy. Noch immer keine Nachricht von Marc. Sie wählte seine Nummer, aber er ging nicht ran. Sie machte sich zunehmend Sorgen. Wo bist du nur?

Man sieht Marc Meier in seinem Wagen. Er fuhr immer noch ziellos durch Berlin. Seine Gedanken kreisten um seinen Vater, so bemerkte er auch gar nicht, dass sein Handy immer wieder klingelte. Er kämpfte mit sich selbst. Die Bilder von damals und die unterdrückten Gefühle kehrten mit voller Wucht zurück und quälten ihn. Er konnte sie nicht mehr länger ignorieren. Ich hasse dich! Was zum Teufel willst du hier?

Man sieht Elke Fisher auf ihrer weißen Couch in ihrer Villa sitzen. Sie war immer noch tief in Gedanken an den Tag des Abschieds. Die Worte Oliviers hatten sie tief verletzt, aber sie wollte sich keine Blöße geben. Sie hatte keine Schuld an der Trennung. Das redete sie Marc immer wieder ein und auch sich selbst. Aus verletztem Stolz und Eitelkeit war sie zu der Elke geworden, die wir kennen. Ein eiskalter Panzer ohne jegliche Gefühlsregung. Doch innerlich war sie eine gebrochene Frau. Ihr einziger Halt war ihr Sohn, den sie wie eine Glucke beschützte vor der Welt, seinem Vater, der Liebe und den Frauen, die ihn ihr wegzunehmen versuchten. Elke pflegte lieber ihre vielen Liebschaften, um keinen Gedanken an ihre eigene Schuld zu verschwenden und um über Trennung hinwegzukommen. Das war ihr aber in den letzten zwanzig Jahren nie wirklich gelungen. An jenem Sommertag im August war auch ein Teil ihres Herzens gestorben, was sie sich aber niemals eingestehen wollte. Doch mit einem Satz von Marc war alles wieder da, auch ihre verletzten Gefühle und die Tatsache, dass sie den Mann fortgejagt hatte, den sie eigentlich immer über alles geliebt hatte. Denn als er, ihr Olivier, die Tür für immer hinter sich geschlossen hatte, war ihr mit einem Schlag bewusst geworden, dass sie einen riesigen Fehler begannen hatte. Doch es war zu spät. Er war für immer fort. Sie schnappte sich eine neue Flasche Rotwein und betrank sich hemmungslos. Sie beschloss, sich am nächsten Tag den Mann anzusehen, den sie einmal geliebt und den sie aus Stolz einfach hat gehen lassen. Sie wusste nicht warum. Sie hasste sich selbst dafür. Sie hatte nie wieder für einen Mann solche Gefühle empfunden wie für ihren Olivier. Was will er nur hier? Nach all den Jahren!



To be continued... (... falls überhaupt noch Interesse besteht. bin ein kleinwenig enttäuscht, dass in den letzten Tagen so wenige Kommis kamen. )

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16.12.2009 13:09
#217 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Inzwischen im Elisabeth-Krankenhaus (immer noch der gleiche Abend)


Gretchen klopfte bei Medhi an die Bürotür, doch niemand reagierte. … Komisch! Auf dem Plan stand doch, dass er Spätschicht hat. … Sie wollte gerade wieder gehen, als plötzlich die Tür aufsprang und Maria mit einem fetten Grinsen an ihr vorbeihuschte...

G (verwundert): Hassi?
MH: Frau Dr. Hassmann, wenn ich bitten darf.

Maria rückte sich ihren Kittel zurecht, grinste Gretchen triumphierend an und ließ sie einfach stehen. Gretchen blickte ihr verwundert nach... Was war das denn? ... Oh!! Die haben doch nicht etwa gerade? Nee oder? ... Sie verdrängte den Gedanken schnell wieder und betrat ohne Anzuklopfen Medhis Büro...

G: Duuu Meeedhi, ich wollte dich mal etwas fragen.

Der Gynäkologe war mehr als überrascht, dass seine Ex-Freundin so unerwartet in sein Büro hereingeplatzt war. Er fühlte sich ertappt und blickte sie verlegen an.

Hoffentlich hat sie nichts gemerkt! Das muss sie nun wirklich nicht wissen. Will ja auch nicht wissen, wie oft sie mit dem Meier ... Medhi, du wolltest doch nicht mehr daran denken! Bleib cool! Sie ist nur EINE Freundin! Mehr nicht! Und sie hat bestimmt nur eine ganz harmlose Frage an dich! Hoffe ich! Also reg dich ab!

MK (immer noch leicht errötet): Äh Gretchen. Hi!

Die haben doch!!! Ich fass es nicht!! Will die mir das jetzt heimzahlen, was ich ihr heute Morgen alles im OP gesagt habe? Bloß nicht weiter darüber nachdenken, Gretchen! Er ist dein Ex-Freund. Mehr nicht! Der kann ja wohl machen, was er will. Also egal! … Oh Gott, Medhi hat einen ganz roten Kopf. Ich glaube, das ist ihm hier gerade megapeinlich. Selber Schuld! Was macht der hier auch im Büro rum, so wie … äh wie ich vorhin mit Marc. Uuh, ganz blöder Vergleich! … Gretchen, nicht so viel nachdenken! Komm auf den Punkt! Es ist schließlich ernst! … Aber Medhi hat…

G: Du hast dein T-Shirt verkehrt herum an!
MK: Was?
Scheeeeeeeiiiiiißßßßßße!!!! Fettnäpfchenalarm hoch drei!!! So eine Scheiße passiert mir ja ständig, wenn sie in der Nähe ist!! Verdammt!! … Oh Gott, jetzt weiß sie, dass ich gerade mit Maria… Ich will hier weg!!!
MK (tomatenrot): Oh, gar nicht gemerkt!

Medhi war die Situation ziemlich peinlich. Aber er wollte sie ja vergessen … seine Traumfrau, die ihm immer noch ständig im Kopf herumschwirrte und die sich immer wieder die ungünstigsten Momente heraussuchte, um hier aufzuschlagen … Das kleine Tête-à-Tête mit Maria schien ja auch ein guter Weg zu sein. Es machte ja auch viel Spaß. Maria war so anders, so unkompliziert, aber dass dann immer Gretchen reinplatzte, musste nun wirklich nicht sein.

Er zog sich schnell um. Gretchen beobachtete ihn dabei. Sie konnte einfach nicht wegsehen. … Kucken ist ja nicht verboten! Ich schau ihm ja nichts weg! Kenn ich ja alles schon! Er sieht immer noch… Sag mal, geht’s noch Gretchen? Dein Freund ist verschollen und du stierst hier deinen Ex-Freund an!!! … Upps, gar nicht gemerkt! Schnell wegkucken!

Medhi waren ihre Blicke mehr als unangenehm. … Muss sie mich so anschauen? Den Blick hatte sie auch heute Mittag drauf! … Ey Medhi, das war ein Traum!! … Ja doch!!! Leider!! Aber er war so real und so was von heiß!!! … Oh Gott, wird der Traum jetzt etwa Wirklichkeit und sie will tatsächlich??? Hilfe!! Das überleb ich nicht!!! … Ach quatsch! Hör auf mit deinen Sexfantasien von Gretchen! Der Meier hat bestimmt mal wieder irgendwas versaut und nun muss sie sich mal wieder bei ihrem Dorftrottel-Freund ausheulen! … Wie ich es hasse!!! … Mann Medhi, heul jetzt nicht rum und reiß dich endlich zusammen! Bist du ein Mann oder eine Memme?

Der junge Gynäkologe setzte sich schließlich an seinen Schreibtisch und bat sie, sich auch zu setzen...

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17.12.2009 12:03
#218 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

MK (wieder einigermaßen beruhigt): Und was wolltest du mich fragen Gretchen?
G: Sag mal, weißt du vielleicht etwas über Marcs Vater?
Hä?? Was wird das denn jetzt?
MK (überrascht): Über seinen Vater? Wie kommst du denn jetzt auf den? … Äh nee, also ich wusste gar nicht, dass er noch einen hat. Ich dachte, der sei tot.
WAS??? Das kann doch nicht sein? Wieso…?
G (entsetzt): Tot? Hat er das etwa behauptet?
MK: Nein, nicht direkt, aber er reagiert ja immer so negativ, wenn man ihn darauf anspricht. Also ich hab mal nach seinen Eltern gefragt. Das ist schon Ewigkeiten her. Das war, glaube ich, noch während des Studiums oder so. Naja, seine verrückte Mutter kennst du ja. Aber zu seinem Vater hat er jetzt nix weiter gesagt. Deshalb hab ich gedacht, er sei tot. Warum fragst du?

Gretchen erzählte ihm nun die ganze Geschichte, dass Marcs Vater hier auf der IS liegt, von seiner Reaktion in der Notaufnahme, seinem seltsamen Verhalten in der Cafeteria, seinem Ausraster und dass er seit Stunden wie vom Erdboden verschluckt sei...

MK: Oh!
Das ist wirklich komisch! So ist er doch sonst nicht drauf! Den erschüttert doch sonst nix! Immer Mr. Cool in Person. Scheiße, sie macht sich wirklich Sorgen! Und ich mir langsam auch!

G: Medhi, ich mach mir wirklich Sorgen. So hab ich ihn noch nie gesehen! Die leeren Augen, das macht mir Angst! Er ist schon seit Stunden weg.

Gretchen wurde zunehmend unruhiger. Sie dachte wieder an ihre erste Begegnung mit Marc auf dem Spielplatz. An dem Tag hatte sein Vater einfach so seine Familie verlassen. Warum nur? Und wieso wirft ihn das jetzt so aus der Bahn, dass er wieder aufgetaucht ist? Medhi versuchte, sie so gut es ging zu beruhigen...

MK: Gretchen, da wird schon nichts passiert sein. Vielleicht fährt er nur rum, um auf andere Gedanken zu kommen. Er wird sich schon noch melden.
Und wenn nicht? Er braucht mich doch!
G: Meinst du?
MK: Ich denke schon. Du, ich fahr gleich nach Hause. Ich gebe dir Bescheid, falls er da ist. Ok?
G: Danke, das ist lieb von dir! Obwohl … warte! Ich komm mit.
MK: Ok! Wenn du willst?

Die beiden standen auf. Medhi schnappte sich seine Jacke und seinen Autoschlüssel und sie verließen schließlich zusammen sein Büro. Schwester Gaby kam ihnen auf dem Flur entgegen und schaute die beiden schon von weitem verwundert an... Was macht denn die fette Kuh schon wieder hier? Kann die ihn nicht endlich mal in Ruhe lassen? Wie ich die hasse!!! … Plötzlich bemerkte sie, wie sich Medhi den Reißverschluss an seiner Hose hochzog, und dachte sich ihren Teil... Das glaube ich jetzt nicht!!! Die poppt noch mit dem, obwohl sie den Meier hat!!! Schlampe!!! Wieso macht der denn jetzt mit jeder rum? Außer mit mir! Ich wollte ihn doch morgen… Gaby war verletzt und konnte ihrem Oberarzt kaum in die Augen sehen. Sie war den Tränen nahe und wollte schnell im Stationszimmer verschwinden, damit niemand etwas mitbekam. Aber Dr. Kaan musste sie natürlich noch zusätzlich quälen, indem er sie ansprach...

MK (lächelte): Schwester Gaby, ich mach Schluss für heute. Falls noch etwas ist, piepen Sie mich an. Tschüss!
Bleib ruhig, Gaby! Ganz professionell bleiben! Nicht daran denken, dass er gerade mit seiner Ex… und wahrscheinlich die ganze Nacht noch mit ihr …!! GGGGRRRR!!!
GK (mit falschem Lächeln): Ja… äh schönen Feierabend dann, Dr. Kaan!
G: Wiedersehen!
Ganz bestimmt nicht, du blöde fette Kuh!! Das wirst du mir büßen!!!

Die beiden ließen Gaby stehen und gingen zum Fahrstuhl. Diese warf ihnen noch einen hasserfüllten Blick hinterher…

Du blöde Kuh, noch einmal lass ich mir die Tour von dir nicht vermasseln!!! Der gehört mir! Morgen krall ich ihn mir!!! Darauf kannst du dich verlassen, so wahr ich Gaby Kragenow heiße!!!

...


Behaltet die Szene mit Gaby mal im Hinterkopf! Da wird noch etwas nachkommen, also nachdem die Sache mit dem verschollenen Marc Meier geklärt ist (falls sie geklärt wird! ). Nur Geduld!!! Nur so viel: es wird dann scharf geschossen (verbal!!! ), ihr werdet einem Gockel begegnen und Dr. Kaan wird verwirrt werden. Aber bis dahin dauert es noch ein Weilchen. Erst mal ein Thema abschließen, dann das nächste Fettnäpfchen öffnen! Bleibt mir treu! Und Kommis nicht vergessen!!! Eure Lorelei

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17.12.2009 18:16
#219 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Medhi fuhr zusammen mit Gretchen in seine und Dr. Meiers Wohnung, aber dort war Marc auch nicht. Die junge Ärztin kam fast um vor Sorge…

G: Medhi, wo steckt er nur?
M: Jetzt setz dich erst mal hin und beruhige dich! Er wird schon wieder auftauchen. Kennst ihn doch. Der kann doch nicht lange ohne dich sein. Soll ich dir eine heiße Schokolade machen?
G (lächelte kurz): Danke, das ist lieb.

Sie ließ sich erschöpft auf die Couch im Wohnzimmer fallen, schloss ihre Augen und grübelte vor sich hin, während Medhi in der Küche hantierte. Nach etwa zehn Minuten kam er zurück und setzte sich neben sie. Er gab ihr eine Tasse in die Hand…

M: Hier, nimm! Aber Vorsicht, ist noch ganz heiß!
G: Danke!

Mit Tränen in den Augen blickte sie ihren guten Freund an. Die Verzweifelung in ihren Augen zu lesen, machte auch ihn fertig. Er konnte es noch nie ertragen, wenn sie traurig war und vor allem nicht, dass es mal wieder Marc Meier war, der für ihr Seelenleid verantwortlich war. Wie schon so oft in der Vergangenheit. Aber Medhi machte seinem besten Freund diesmal keine Vorwürfe, denn auch er machte sich so seine Gedanken. Auch ihn ließ die Geschichte um dessen Vater nicht los. Er konnte sich sein Verhalten einfach nicht erklären. Gut, bei Problemen igelte er sich immer ein. Und anstatt offensiv damit umzugehen, schob er sie von sich weg und ignoriere sie, so als ob sie dann von ganz allein verschwinden würden. Er musste immer alles mit sich selbst ausmachen und ließ niemanden an sich heran. Das kannte Medhi ja nicht anders von ihm. Das hatte Marc auch gemacht, als Gretchen damals mit dem angeblichen Millionär zusammen war. Er hatte nie auf seine Ratschläge gehört, hatte ja nicht einmal den Mumm, Gretchen endlich seine Liebe zu gestehen, auch nicht auf dem Polterabend, wo er dann seine letzte Chance gründlich vergeigt hatte. Aber Marc Meier zeigte nun mal niemandem sein Innenleben. Dabei hatte Medhi doch gedacht, dass Gretchen endlich seine harte Schale geknackt hätte. Aber jetzt machte er mal wieder komplett dicht, stieß sie von sich weg und ließ sie allein mit ihrer Sorge, weil er mal wieder alles mit sich alleine aushandeln musste. … Der und seine Selbstbeschiss-Theorie! … dachte Medhi. Das hat doch noch nie geklappt. Und wie es Gretchen dabei ging, war ihm mal wieder völlig egal. … Blöder Idiot! Der hat es gar nicht verdient, dass sie sich solche Sorgen um ihn macht! Wie soll ich sie denn wieder auf Spur kriegen? Sie ist doch jetzt schon total fertig. Mann Meier, melde dich endlich!!!

Medhi legte zögerlich seine Hand auf ihre Schulter, um sie zu beruhigen und ihr zu zeigen, dass sie nicht allein war. Sie zuckte kurz zusammen und wachte aus ihren Gedanken auf. Gretchen hatte sich den ganzen Abend noch einmal durch den Kopf gehen lassen … sein Verhalten in der Notaufnahme, die OP, sein leerer Blick auf der Dachterrasse, seine traurigen Worte in der Cafeteria und seine heftige Reaktion vor dem Zimmer seines Vaters, aber sie hatte noch immer keine Idee, wie sie ihrem Liebsten helfen könnte und vor allem, wo er stecken könnte. Sie wischte sich eine Träne weg, die sich in ihrer Wimper verfangen hatte, und wandte sich wieder Medhi zu, der ihr wieder einmal tröstend zur Seite stand, wie schon so oft in der Vergangenheit. Auf ihn konnte sie sich immer verlassen. Auch wenn sie ihn damals tief verletzt hatte, als sie ihn endgültig abgewiesen hatte, er war immer für sie da. Und das schätzte sie so an ihm. Wie ein Fels in der Brandung wusste er immer Rat…

G: Wo kann er nur sein?
M: Ich weiß es nicht. … Hmm… Was ist mit seiner Mutter?

Hmm… Könnte schon sein! Er hat sie vielleicht informiert und ist jetzt bei ihr. Sie will vielleicht auch wissen, dass ihr Ex-Mann wieder in der Stadt ist. Obwohl … die kriegt doch immer ein Magengeschwür an ihrem Jahrestag. Vielleicht muss er sie trösten oder vor sich selbst beschützen, damit sie nicht gleich von der nächsten Brücke springt oder so? … Ach keine Ahnung. Woher soll ich das denn auch wissen? Marc hat ja nie etwas erzählt.

G: Ja, kann schon sein, aber da fahr ich jetzt bestimmt nicht hin. Die reißt mir nur den Kopf ab. Den Drachen muss ich jetzt nicht noch mal haben.
Das hatte ich heute schon zur Genüge.
M: Tja, dann können wir nur abwarten.

Warten. Wie ich es hasse! Immer muss ich auf ihn warten! Wieso kann er nicht zu mir kommen, wenn er Probleme hat? Ich bin doch seine Freundin. Hat er denn kein Vertrauen in mich? … Es ist zum Verrücktwerden! Nicht zu wissen, was mit ihm ist, macht mich noch wahnsinnig.

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Lorelei Offline

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18.12.2009 16:03
#220 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Beide saßen immer noch Gedanken versunken auf der Couch im Meierschen Wohnzimmer und nippten an ihrer mittlerweile nicht mehr heißen Schokolade. Auch Medhi machte sich zunehmend Sorgen um seinen Freund. Es war schon weit nach Mitternacht und es gab noch immer kein Lebenszeichen von Deutschlands jüngsten und besten Chirurgen. Gretchen rutschte nervös auf dem Sofa hin und her und dachte nach…

Warum hab ich nur damals nicht weiter nachgehakt, dann wüsste ich vielleicht, was genau vorgefallen ist? Muss schon schlimm für ihn gewesen sein. Ich habe seine traurigen Augen nie vergessen. Wenn ein kleiner Junge so plötzlich seinen Vater verliert, ich kann mir das gar nicht vorstellen. Als damals bei der Virussache mein Vater fast… Ich will gar nicht daran denken. Gut, das ist jetzt nicht wirklich vergleichbar, seiner ist ja einfach so gegangen. Aber irgendetwas ist damals in ihm zerbrochen und das kommt jetzt alles hoch, so wie er auf ihn reagiert. Lässt ihn einfach liegen! Er muss schon sehr verletzt und verzweifelt sein. … Oh Gott, wo ist er nur? Nicht auszudenken, wenn er sich… Ich halte diese Warterei einfach nicht mehr aus! Ich muss etwas tun! … Wo würde ich denn hingehen? Gretchen denk nach! Versetz dich in seine Lage! Versetz dich in Marc Meier! … Upps, was für ein komischer Gedanke! … Gretchen, ernst bleiben!! …Ja doch! … Also wo könnte er sein? Hmm… Hmm… Hmm… Ja, das ist es! … Wieso bin ich da nicht gleich darauf gekommen? Könnte einen Versuch wert sein!

Wie von der Tarantel gestochen sprang Gretchen plötzlich von der Couch auf. Medhi ließ fast vor Schreck seine Tasse fallen. Er konnte sie gerade noch so abfangen - Marc hätte ihn sicherlich umgebracht, wenn er seine weiße Luxus-Couch mit Schokoladentupfern verschönert hätte - und schaute nun gespannt die junge Frau an, die vor ihm stand und wild mit ihren Händen gestikulierte. Er konnte in ihrem Gesicht lesen, dass sie eine Idee hatte…

G: Ich glaube, ich weiß, wo er ist. Kann ich dein Auto haben?
M: Wirklich? … Wo? ... Warte! Ich komm mit.
G: Das ist wirklich lieb Medhi, aber ich muss das alleine machen.
M (enttäuscht): Aber …
G: Medhi, das ist eine Sache zwischen mir und Marc. Ich werde dir das irgendwann mal erklären. Kann ich jetzt dein Auto haben oder muss ich die U-Bahn nehmen?
M: Gut, wie du meinst! Aber wenn was ist, rufst du an. Ich bleibe auf.

Leicht enttäuscht gab er ihr schließlich seinen Autoschlüssel und schon stürmte Gretchen Haase aus seiner Wohnung hinaus. Zurück blieb ein nachdenklicher Medhi Kaan…

Da sind wir jetzt schon so lange befreundet und ich weiß eigentlich gar nichts über ihn.

Medhi nahm sich seinen Laptop und setzte sich damit an den Küchentisch. Er gab „Oliver Mayer“ bei Google ein… 999000 Einträge!!! Wow!! Muss wohl ganz bekannt sein? Schauen wir mal! … Er klickte sich durch mehrere Seite und blieb dann an seinem Lebenslauf hängen … Das gibt es ja nicht! Der ist ja auch Chirurg wie Marc! Einer der besten Unfallchirurgen der Welt sogar. Wahnsinn! … Berliner Charité, Harvard, Princeton, Yale, Chicago Hope, jetzt Seattle Grace… Das nenn ich mal Karriere! Wieso hat er nie etwas erzählt? Der Mann scheint ja genauso ehrgeizig zu sein wie er. Dass er das verschwiegen hat? Schon komisch! Meier, was hat das alles nur zu bedeuten?

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18.12.2009 22:44
#221 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So meine Lieben, hat Gretchen wirklich den richtigen Riecher? Wir werden sehen. Auf jeden Fall Taschentücher bereithalten!! GLG Lorelei


Gretchen fuhr währenddessen bereits durch das nächtliche Berlin. … Gut, dass Medhi ein Navi hat. Eins, das sogar ich bedienen kann! Im Dunkeln hätte ich das sonst nie gefunden. … Sie landete schließlich nach etwa dreißigminütiger Fahrt zielsicher in der Ferdinand-Scholz-Allee, stellte den Wagen am Straßenrand ab und ging über die Straße. … Hier hat sich ja überhaupt nichts verändert. Wie damals, nur die Hecke ist höher. Bitte lieber Gott, mach, dass er hier ist!!!

Und da war er tatsächlich! Gretchen hatte ihn schließlich auf „ihrem“ Spielplatz gefunden. Marc saß genau wie damals wie ein Häufchen Elend auf der linken Schaukel. Sie setzte sich neben ihn auf die zweite Schaukel. Er reagierte nicht auf sie und blickte weiterhin starr geradeaus. Eine Weile saßen sie nur stumm nebeneinander. Dann kramte die blonde Ärztin in ihrer Handtasche, holte einen Schokoriegel heraus und sprach ihn schließlich an…

„Willst du mal beißen?“

Marc schaute überrascht zu ihr rüber, aber diesmal schüttelte er nur den Kopf. Dann blickte er wieder traurig zu Boden. Hmm … Das mit dem Déjà-Vu funktioniert doch nicht so richtig! Was mach ich denn jetzt? Er wirkt so tieftraurig. Ich könnte heulen, wenn ich ihn so sehe. … Gretchen stand von der Schaukel auf und hockte sich direkt vor ihren Freund. Sie nahm seinen Hände in ihre, streichelte mit dem Daumen über seinen Handrücken und versuchte, einen Blick von ihm zu erhaschen…

„Schatz, du musst nicht reden, wenn du nicht willst.“

Jetzt blickte er sie mit seinen großen traurigen Augen an. Sie verstand sofort, was er ihr damit sagen wollte. Sie stand auf und nahm ihn in ihre Arme. Er schluchzte leise. Er konnte seine Tränen einfach nicht mehr zurückhalten. Die so lange unterdrückten Gefühle brachen aus ihm heraus. Seine harte Fassade bröckelte. Gretchen drückte ihn ganz fest an sich und strich ihm beruhigend über den Rücken. Auch sie hatte Tränen in den Augen. Minutenlang hielten sie sich einfach nur fest. Er konnte es sich selbst nicht erklären, warum er sich gerade ihr so öffnen konnte. Er hatte sich noch nie jemandem so verletzlich gezeigt. Ein Marc Meier weinte doch nicht. Ein Marc Meier zeigte keine Gefühle in der Öffentlichkeit. Aber bei ihr fühlte er sich sicher und geborgen. Nur ihr konnte er sich so zeigen. Nur ihr vertraute er ganz. Sie gab ihm die Liebe und die Kraft, die er brauchte, um sich wieder zu beruhigen. Das war auch damals schon so gewesen. Wahrscheinlich hatte er sie deshalb nie vergessen. Wahrscheinlich hatte er deshalb immer unbewusst ihre Nähe gesucht. Denn nur wenn er an sie dachte, tat ihm der Verlust seines Vaters nicht mehr ganz so weh. Dann war auch sein Hass auf ihn nicht mehr ganz so groß. Damals konnte er sich das noch nicht eingestehen. Er war noch zu sehr Kind, um zu verstehen, was das alles zu bedeuten hatte. Dass ausgerechnet ein kleines blondes Mädchen tief in sein Innerstes geblickt hatte, konnte er damals noch nicht begreifen, geschweige denn zugeben. Damals wollte er nicht, dass ihm jemand so nah kam und entschied sich lieber für den Gegenangriff und wählte die Gemeinheitenschiene, damit er sich nie wieder vor ihr so gehen ließ. Seine Gehässigkeit und seine Coolness ihr gegenüber waren nur sein Schutzschild. Heute war er schlauer. Heute wusste er, dass sie sich damals schon still und heimlich in sein Herz geschlichen hatte. Gretchen war sein Ruhepol. Immer schon. Nur bei ihr konnte er so sein, wie er wirklich war. Nur ihr konnte er zeigen, wie er sich wirklich fühlte. Sie verstand ihn blind. Auch wenn es ihm manchmal Angst machte, dass sie so tief in seine Seele blicken konnte, doch gerade das liebte er so sehr an ihr.

Gretchen schaute ihm die ganze Zeit, als sie sich in den Armen hielten, nicht in die Augen, worüber er ihr sehr dankbar war, denn damit hatte er sich noch ein Stückchen Würde behalten. Er blieb immer noch Marc Meier. In keinem Moment vorher waren sich die beiden so nah gewesen wie in dieser Nacht. Nach einer gefühlten Ewigkeit war es schließlich Gretchen, die zuerst ihre Sprache wieder fand…

„Komm! Lass uns nach Hause fahren! Es ist schon spät.“

Marc ließ sie daraufhin los und nickte ihr zu. Er hatte sich wieder einigermaßen beruhigt. Die Meier-Tränen, die nur selten bzw. eigentlich nie das Tageslicht erblickten, waren versiegt. Gretchen nahm seine Hand und sie liefen zusammen zu Medhis Wagen. Marc schaute sie deshalb verwundert an und Gretchen nickte ihm nur stumm zu. Widerwillig setzte er sich auf den Beifahrersitz und sie sich ans Steuer. Sie kramte noch schnell in ihrer Handtasche und holte ihr Handy heraus. Sie wählte Medhis Nummer, der auch sofort ranging… „Ich hab ihn gefunden. Mach dir keine Sorgen! ... Ja, gute Nacht.“ Und schon legte sie wieder auf. Sie startete den Wagen und fuhr los. Marc hatte während der ganzen Fahrt die Augen geschlossen. Er wollte einfach nur aus diesem Alptraum aufwachen oder ihn zumindest für eine kurze Zeit vergessen. Das gelang ihm auch, denn Gretchen saß neben ihm. Wie damals hatte sie es geschafft, ihn aus seiner Trance zu holen.

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19.12.2009 10:14
#222 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach wenigen Minuten Fahrt erreichten die beiden schließlich Gretchens Elternhaus. Marc Meier war zu müde und niedergeschlagen, um ihr deswegen zu widersprechen. Und so betraten die beiden um halb drei Uhr nachts die Villa Haase. Das wollten sie zumindest! Denn kaum hatte Gretchen den Schlüssel ins Schloss gesteckt, öffnete sich plötzlich die Haustür und ihr wütender Vater stand vor ihnen...

Na toll!!! Was ist der denn um die Zeit noch wach??? Mist! Ich seh es schon an seinem Gesicht. Jetzt gibt es eine Standpauke. Das ertrag ich jetzt nicht. Und Marc sowieso nicht. Der ist schon fertig genug!

F (sauer): Margarethe! Wieso kommt ihr erst jetzt? Habt ihr mal auf die Uhr geschaut?
G: Papa! Äh … lange Geschichte. Du, wir wollen eigentlich nur noch ins Bett. War ein langer Tag.
F: Deine Mutter hat stundenlang in der Küche gestanden und ihr kommt nicht! Kind, das geht so nicht! Sie hat mir die ganze Zeit vorgeschwärmt, was für ein schönes Paar ihr doch seid und …
G (verwundert): Echt?
Häää??? Was ist denn auf einmal mit der los? Sie hasst ihn doch! Was hat die denn genommen?
F (wütend): Wo zum Teufel kommt ihr jetzt erst her?
Verdammt! Der lässt nicht locker!
G: Papa, können wir das nicht morgen klären. Es ist schon spät. Ich … äh wir sind müde.
F: Meier, sagen Sie vielleicht auch mal was zu Ihrer Verteidigung?

Doch dieser reagierte gar nicht auf die Frage seines Chefs. Er wollte einfach nur noch ins Bett und diesen ganzen Tag vergessen. Seine Freundin stellte sich schützend vor ihn...

G: Papa, bitte, lass ihn!
F: Was ist los? Was war das für ein Notfall? Und wieso haut der einfach aus der Klinik ab? Rössel hat angerufen. Können Sie auch mal ein Wort dazu sagen Meier?
Na toll, Rössel hat gequatscht! Arschloch! Der ist doch auch nur scharf auf Papas Sessel!

Marc wirkte immer noch völlig apathisch und bekam von dem Gespräch gar nicht viel mit.

G: Papa, lass ihn! Er hat Probleme.
F: Das ist ja mal was ganz Neues! Die Probleme möchte ich haben.
G: Solche Probleme wünscht man keinem!
F (erstaunt): Was?

Franz machte sich dann doch Gedanken, was mit seinem besten Oberarzt los war. Erst jetzt fiel auch ihm sein leerer Blick auf.

F: Kälbchen, was ist denn passiert? Was ist mit ihm?
G: Er braucht jetzt eine richtige Familie!
F: Was? Was soll das heißen?

Doch Gretchen wollte nicht mehr länger mit ihrem Vater diskutieren und ließ ihn ohne Antwort stehen. Franz schaute den beiden fragend hinterher, als sie die Treppe hinaufstiegen. Marc ließ sich in ihrem Zimmer sofort auf ihr Bett fallen. Er hatte keine Kräfte mehr, um sich auszuziehen. Gretchen zog ihm die Schuhe aus, deckte ihn liebevoll zu und strich ihm über die Wange. „Alles wird gut, Schatz! Ganz bestimmt!“, sagte sie leise und gab ihm noch einen Gute-Nacht-Kuss. Er schlief sofort ein, wälzte sich aber in der Nacht immer wieder hin und her. Albträume quälten ihn. Längst verdrängte Erinnerungen schlichen sich in sein Unterbewusstsein.

Gretchen beobachtete ihn noch eine Weile… Er ist nicht mehr derselbe! Das nimmt ihn alles viel zu sehr mit. Wie kann ich ihm nur helfen? … Irgendwann schlief auch sie vor Müdigkeit ein.

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19.12.2009 19:49
#223 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ist Marc Meier wirklich nicht mehr derselbe? Eher unwahrscheinlich oder? Viel Spaß (oder auch nicht!!!) mit dem neuen Teil! Ich wünsche euch jedenfalls noch einen angenehmen frostigen Abend und morgen einen schönen verschneiten vierten Advent. GLG Lorelei


Am nächsten Morgen in der Villa Haase

Die Familie Haase saß am Frühstückstisch. Gretchen bekam aber kaum einen Bissen herunter, was ihre Mutter besorgt zur Kenntnis nahm. „Kind, du musst doch etwas essen. Du bist schon ganz mager geworden. Könntest ja sogar auf das Plakat von Unicef passen, wenn wir dich schwarz anmalen würden.“ Doch die junge Blonde reagierte nicht auf die seltsamen Feststellungen ihrer Mutter. Immer wieder musste sie an Marc denken, der immer noch in ihrem Bett lag. Sie hatte ihn schlafen lassen. Das würde ihm gut tun, dachte sie. Als Bärbel schließlich zu ihrem Dienst aufgebrochen war, erklärte Gretchen ihrem Vater die Situation mit Marc. Er zeigte Verständnis…

G: Kannst du ihm bitte frei geben, Papa? Ich glaube, er ist heute nicht in der Lage zu operieren.
F: Selbstverständlich! Ich übernehme eure OPs.
G: Unsere?
F: Bleib ruhig auch zuhause Kälbchen und kümmere dich um ihn! Wir kommen auch mal ohne euch zurecht.
G: Danke Papa, du bist der Beste!

In dem Moment kam Marc Meier die Treppe herunter. Franz begrüßte ihn freundlich und ließ die beiden dann allein. Der junge Mann betrat das Esszimmer, wo ihn Gretchen strahlend anlächelte…

M: Haasenzahn, wir müssen los!
G: Was? Aber wieso?
M (sauer): Hast du mal auf die Uhr geschaut? Wieso hast du mich nicht geweckt? Wir haben schon seit einer Stunde Dienst!
G: Aber wir haben doch frei. Ich habe meinem Vater …
M (schrie sie an): DU HAST WAS? Hast du sie noch alle? Was hast du deinem Vater erzählt?
Was ist der denn jetzt so cholerisch? Ich hab mir doch nur Sorgen gemacht.
G: Nichts weiter. Nur, dass es dir nicht so gut geht und es vielleicht besser wäre, wenn du heute zuhause bleibst.
Spinnt die jetzt völlig? Was soll das?
M: Ey, geht’s noch? Was mischst du dich da ein? Ich kann das wohl selber entscheiden oder nicht? Mir geht’s gut. Wüsste auch nicht, warum nicht. Und ich geh jetzt arbeiten. Was ist mit dir?
Aber er kann doch jetzt nicht arbeiten gehen, nachdem er letzte Nacht so zusammengebrochen ist. Das geht doch nicht!
G: Aber … wegen gestern?
M: Nix aber. Alles ist ok. Also kommst du jetzt oder nicht?

Er ist wieder der Alte! Wie schafft er es nur immer wieder, das alles auszublenden. Der kann doch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen! Ich werde wohl auf ihn aufpassen müssen.

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20.12.2009 11:05
#224 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc Meier spielte wieder einmal den harten Kerl, doch innerlich sah es bei ihm ganz anders aus. Die Gedanken an seinen Vater und sein Gefühlsausbruch gestern schwirrten in seinem Kopf herum. Er versuchte, das auszublenden, aber es fiel ihm schwer. Schwerer als je zuvor! Er hatte das Gefühl, dass er jederzeit explodieren könnte. Es brodelte in ihm. Und da er damit nicht umgehen konnte, fiel er in alte Muster zurück. Er wollte seine Freundin eigentlich nicht so anschnauzen, er wusste ja, dass sie es nur gut mit ihm meinte, aber er konnte nicht anders. So hatte er es immer getan. Außerdem wollte er sich nicht noch einmal vor ihr so gehen lassen. Er schämte sich ein wenig, dass er gestern so vor ihr zusammengebrochen war. Er wollte einfach nicht, dass sie ihn so schwach sah. Er wollte doch für sie der starke Partner sein, der sie beschützt und nicht anders herum. Er konnte einfach nicht damit umgehen, dass sie immer so stark war und er nicht, und motzte in gewohnter Manier wieder rum...

M: Haasenzahn, kommt da heute noch eine Antwort oder muss ich erst meinen Telefonjoker anrufen? Dann gib mir wenigstens die Schlüssel zu Medhis Karre? Dein Fahrrad nehm ich ganz bestimmt nicht! Und wieso hattest du überhaupt sein Auto?
G: Er hat mir geholfen.
M: Geholfen? Will gar nicht wissen wobei!
Der hat ihr wohl mal wieder ihr süßes Händchen gehalten. Blödes Arschloch! Er kann es einfach nicht lassen, die Finger von ihr zu lassen. Aber der wird noch mal was von mir zu hören kriegen!
G (immer noch besorgt): Marc, denkst du nicht, du solltest heute lieber zuhause bleiben?
M: Willst du jetzt auch noch das Denken für mich übernehmen oder was? Nee, bei deinem IQ lieber nicht!
Der kann es einfach nicht lassen! Gefühle komplett ausblenden und zum Sarkasmus umschalten! Wie ich es hasse! Aber nicht mit mir, mein Lieber!
G: Maaarc!!
M: Boar Haasenzahn, hör auf, dir dein süßes Köpfchen zu zerbrechen, wie es in einem genialen Genie aussieht! Das schaffst du eh nicht. Und hör auf mich so anzuglotzen! Die Mutter-Theresa-Nummer steht dir nämlich gar nicht! Das ist nämlich überhaupt nicht sexy!

GGGGRRRR!!!! Wie kann er nur? Er ist wieder der alte gefühlskalte Oberarsch!! Denkst du etwa, ich seh nicht, wie es in dir wirklich aussieht! Schatz, du kannst das doch nicht alles in dich reinfressen! Das macht dich irgendwann kaputt! … Gretchen, nicht heulen! Stark bleiben! Das ist nur seine Art, mit seinen Problemen umzugehen. Er trampelt auf mir rum! Wie immer. Aber im tiefsten Herzen liebt er mich. Das muss ich mir immer wieder sagen. … Aber will ich wirklich immer nur sein Fußabtreter sein wie in den letzten zwanzig Jahren auch? Dass er jedes Mal auf mir rumhackt, wenn es ihm nicht gut geht? … Nein! Ich kann das einfach nicht mehr. Kann er nicht, wie jeder vernünftige Mensch auch, mit mir darüber reden? Ist das so schwer für ihn? Gestern hat er sich doch auch geöffnet. Ich hab mich ihm noch nie so nah gefühlt.

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20.12.2009 15:06
#225 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen wollte und konnte nicht mehr länger darüber nachdenken, denn ihr Vater kam wieder die Treppe herunter…

F: So ich mach mich dann mal auf den Weg in die Klinik. Meier, steht heute noch irgendetwas an, was ich wissen müsste? Ich übernehme ihren Dienst.
Hä?? Wieso das denn jetzt? … Ach so! Haasenzahn hat gequatscht! Aber nicht mit mir!
M: Das ist wirklich nett von Ihnen, Herr Professor, aber …
F: Franz.
M: Bitte?
F: Sie können mich privat ruhig Franz nennen.
Huch, was ist denn mit dem los? So scheißfreundlich! Gestern wollte er mich noch kastrieren, weil ich seine Tochter im Büro vernascht habe.
M: Äh ich weiß nicht, was ich sagen soll. Äh gern Herr… äh Franz.

Gretchen schaute ihren Vater überrascht an…

Ach Papa ist einfach ein Schatz! Ich glaube, das ist gerade genau die richtige Geste, die Marc jetzt gebrauchen kann. Papa hat ihn lieb! Wie süß ist das denn!!! Hihi!! Marc kuckt ganz verwirrt aus der Wäsche. Damit hätte er wohl nicht gerechnet. Naja, ich ja auch nicht!

M: Äh Franz, das ist sehr nett von Ihnen, dass Sie meinen Dienst übernehmen wollen, aber das ist wirklich nicht nötig. Mir geht es gut und ich werde heute arbeiten gehen. Ich weiß nicht, wie es bei dir aussieht, Gretchen?
Tja, dann werden wir wohl doch arbeiten gehen müssen, aber ich behalte dich im Auge, Schatz.
G: Ja, ich komme schon.
F: Gut, wie ihr meint.

Prof. Haase schaute noch einmal besorgt zu seiner Tochter, die ihm nur einen „Es ist alles in Ordnung“-Blick zuwarf. Er nickte verständnisvoll…

F: Kinder, wollen wir gleich alle zusammen fahren?
M: Äh danke für das Angebot, aber wir müssen Dr. Kaan noch sein Auto zurückbringen, das Ihre Tochter gestern Abend geklaut hat. (er zwinkerte ihr zu)
Was? Das habe ich nicht!
G: Marc!
F: Gut, wie ihr meint. Ich bin dann mal weg.
M: Danke noch mal, Franz, ähm also dass ich hier übernachten durfte.
F: Kein Problem! Sie gehören ja jetzt quasi zur Familie!

Äh … Oh … Wie soll ich das denn jetzt verstehen? Was ist denn heute hier los? Die schrecklich nette Familie oder was? Hilfe!!! Ich muss hier schleunigst weg! Das ist ja nicht auszuhalten.

Ach Papa, er hat so ein großes Herz! Hab dich auch lieb!

Marc und Gretchen schauten ihrem Vater erstaunt hinterher, als er die Tür hinter sich schloss. Marc blickte dann zu seiner Freundin, sie nickte ihm zu und lächelte. Er war schon sehr überrascht, dass der Professor plötzlich so nett zu ihm war, nachdem er ihm gestern noch fast den Hals umdrehen wollte, weil er ihn mit seiner Tochter inflagranti erwischt hatte. Gretchen klärte ihn schließlich auf…

G: Ich hab es ihm gesagt.
M: Bitte?
G: Na das mit deinem Vater.
Was? Das glaube ich jetzt nicht! Muss sie sich denn immer in alles einmischen! Das nervt!
M (laut): Was? Das geht niemand etwas an! Verstanden!
G: Aber…
M: Nix aber. Ich will kein Wort mehr dazu hören.
Aber? Wieso ist er denn jetzt wieder so?

Der junge Oberarzt riss ihr wütend Medhis Autoschlüssel aus der Hand und verschwand zur Tür hinaus. Gretchen folgte ihm. Schweigend fuhren die beiden zur Klinik...


Sorry, dass es gerade so wenig harmonisch zwischen den beiden ist. Der Meier eben! Aber ich verspreche Besserung. Also irgendwann dann mal. Bleibt mir treu! Und denkt an die Kommis! Ich wünsche euch allen noch einen schönen vierten Advent! Eure Lorelei

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