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Lorelei Offline

Gynäkologe:


Beiträge: 9.133

09.08.2019 09:08
#1651 RE: Story von Lorelei Zitat · Antworten

„Doktor! Dr. Moeller. Angenehm!“, half die schöne Unbekannte Dr. Meier begleitet von einem umwerfenden Lächeln auf die Sprünge. - „Aber Sie können mich gerne Sandy nennen, wenn Sie mögen, Dr. Meier. Schließlich haben wir bald häufiger miteinander zu tun. Auf jeden Fall einer der verheißungsvolleren Vorzüge dieses altehrwürdigen Berliner Klinikums“, säuselte sie mit sexy Stimme und verteilte weiter fleißig Pluspunkte an das EKH, wobei sie ihr äußerst attraktives Gegenüber erneut mit deutlich spürbarem Interesse musterte, welches bei Marc jedoch die entsprechende Wirkung verfehlte. Kannte er doch Karrierefrauen ihres Kalibers nur zur Genüge, die neben ihrem eventuell durchaus vorhandenem Intellekt und ihrem anstrengenden Ehrgeizstreben den stets von ihnen verfochtenen Emanzipationsgedanken auch durchaus hinten anstellen konnten und nicht davor zurückschreckten, die simpelste aller Methoden für ihren Vorteil zu nutzen, um zu bekommen, was sie wollten, was bei der einen mehr, bei der anderen weniger funktionierte. All die Amseln, Hassmänninnen und Co. glichen sich doch ein Ei dem anderen. Das war so vorhersehbar und gähnend langweilig, notierte der selbsternannte Chirurgengott nur beiläufig in Gedanken und konnte sich dabei ein kleines Schmunzeln nicht verdrücken. Für ihn war daher der dampfende Kaffee in der Tasse, die er sich gerade wieder von der Anmeldung geschnappt hatte, bei weitem interessanter. Spürte er doch das belebende Koffein, welches direkt in sein Blut übergegangen war und das aufkommendes Gähnen, das sein übliches Mittagstief begleitete, verdrängte.

Einen kleinen spöttischen Kommentar konnte sich Marc aber dennoch nicht verkneifen. Ihr übertriebener, wenn auch verspielter und durchaus ansehnlicher Businesslook sprach schließlich Bände und war so weit von dem hippen Berlin seiner Zeit entfernt wie Dr. Gummersbach von seinem Heimatplaneten drei Galaxien hinter der Milchstraße. Und dann noch dieser Name. Verspielt und sexy, ja, aber nicht unbedingt Garant für akademischen Erfolg. Seine Neugier war fraglos geweckt. Es konnte sicherlich nicht schaden, ein bisschen nachzuhaken, was eine Ärztin wie sie, die augenscheinlich viel von sich hielt und am liebsten für sich den roten Teppich ausgerollt bekommen hätte, ausgerechnet im bescheidenen Berliner Elisabethkrankenhaus zu suchen hatte, das zwar für seine Herzlichkeit und sein familiäres Miteinander bekannt und geschätzt war, aber nicht unbedingt als hoch gelobtes Karrieresprungbrett galt, was es sicherlich in baldiger Zukunft noch werden würde, sobald der hochmoderne Anbau im Ostflügel endlich fertig war, wo er sich endlich so richtig austoben konnte, und Franz ihm das heilige Zepter überlassen hatte. Das roch doch schon danach, dass irgendetwas faul war im Staate Chirurgenhausen.

Marc: Candy Sandy. Mhm... Das passt.

...murmelte der gutaussehende Oberarzt deshalb ungeniert in seinen nicht mehr vorhandenen Dreitagebart und präsentierte dabei sein wirkungsvollstes Werkzeug neben seinen begnadeten Chirurgenhänden, seine Grübchen, bevor er anschließend, ohne den Meierschen Scanner-Blick von der attraktiven Blondine abzuwenden, seine Kaffeetasse in einem Zug leerte und dann auf einem der aufgeschlagenen Bücher auf Sabines Schreibtisch zwischenparkte, welches zufällig den Namen seiner Mutter trug. Er applaudierte sich insgeheim für den gelungenen Spruch, den die flirtbereite Ärztin mit einem verheißungsvollen Augenzwinkern kommentierte, ohne den leichten Spott hinter seiner markanten Stimme überhaupt wahrgenommen zu haben. Auch wenn sie sich taff und selbstsicher gaben und sich für unerschütterlich hielten, weil sie, oh Wunder, das Physikum geschafft und als Beste ihres Jahrgangs den Facharzt abgeschlossen hatten, reagierten sie doch in der Regel in seiner Gegenwart überwiegend gleich, analysierte Marc die Situation gelangweilt und wandte sich um, um ein paar Unterlagen aus seinem Fach zu holen und anschließend in Wichtig-Wichtig-Pose interessiert durchzugehen, was bei seinem Gegenüber vor dem Empfangstresen zu leichten Irritationen führte. Nichtbeachtung war die junge Doktorin offensichtlich nicht gewohnt, die eigentlich ihrem Status entsprechend mit einem würdigeren Empfang gerechnet hatte. Schließlich hatte sie einen weiten Weg auf sich genommen.

Dr. Cedric Stier hatte derweil nebenan in der Umkleide genug gehört. Ihm war schlecht. So richtig schlecht. Nicht nur wegen des seltsamen Flirtverhaltens seines Freundes und Kollegen Meier, der ihm damit unbewusst in den Rücken gefallen war. Er stand immer noch unter Schock und erst das Geräusch einer sich öffnenden Tür hinter ihm holte ihn zurück in die Gegenwart zu seiner jüngsten Tochter, die in seinen Armen noch immer zufrieden vor sich hin schlummerte, während sie sein graues T-Shirt voll speichelte. Es kam ihm sehr entgegen, dass genau in dem Moment, als er seine durcheinander geratenen Sinne wieder mit seinem unerschütterlichen Verstand in Einklang gebracht hatte, die Oberschwester die Umkleideräumlichkeiten gestürmt hatte. Ohne es anzukündigen und sie und ihren Protest überhaupt zu Wort kommen zu lassen, drückte er der perplexen Pflegeleiterin sein Kind in die Arme, erinnerte sie an einen dringenden Termin bei den Kollegen in der Pädiatrie und marschierte dann, ohne noch einmal darüber nachzudenken oder sich eine passende Strategie ausgedacht zu haben, im Sturmschritt rüber ins Schwesternzimmer, dessen Tür er wohlweislich hinter sich zumachte. Er konnte nicht anders. Er brauchte jetzt dringend Antworten, sonst würde er noch vollends durchdrehen.

Dort sorgte das plötzliche Auftauchen von Dr. Stier für den einen oder anderen Überraschungsmoment. - „Du?“, staunte nicht nur Dr. Meier schlecht, dessen freches Grinsen wieder deutlich Oberwasser bekam, weil ihm Cedrics wiederholt absonderliches Verhalten an diesem Tag irgendwie spanisch vorkam. Aber als Hahn im Hühnerstall musste man ja irgendwann wunderlich werden, schlussfolgerte er ohne einen spürbaren Hauch von Mitleid, während Dr. Moellers anziehendes Lächeln eine ganz neue verführerische Note bekam, der man sich kaum entziehen konnte, ob man wollte oder nicht. Als hätte die schöne Chirurgin nur darauf gewartet, ihm zu begegnen, sprach sie ihn direkt an. - „Du, hier? Also stimmen die Gerüchte. Dabei habe ich es für einen schlechten Scherz gehalten, als man mir davon berichtet hat. Aber Glückwunsch zum neuen Job! Niemand muss sich dafür grämen, wenn er wieder von unten neu anfangen muss. Kleine Schritte haben auch große Wirkung und dieses unscheinbare Haus im hintersten Winkel von Berlin kann gute Ärzte definitiv gebrauchen, wenn mich mein erster Eindruck nicht täuscht.“ Dass sie ihre Worte nicht sonderlich ernst gemeint hatte, wie es vielleicht für unbeteiligte Ohren geklungen haben könnte, diese sonderbaren Schwingungen kamen auch bei Marc Meier ungefiltert an, der eigentlich nur zwei Personen, einschließlich sich selbst, und eine halbe, aber deutlich vorlautere Person, kannte, die die Chuzpe besaßen, diesem Vollidioten von Möchtegernchirurgen verbal ordentlich etwas vor den Latz zu knallen. Abrupt horchte er demzufolge auf, legte seine Unterlagen, die sich als nicht so wichtig herausgestellt hatten, zurück in sein Fach und lehnte sich dann lässig gegen die Kommode unter den Postfächern. Sein Interesse, das kurzzeitig abgeflaut war, war jetzt definitiv wieder geweckt.

In Ping-Pong-Spiel-Beobachtungsmanier wanderte Marcs Kopf von einer Richtung zur anderen, auch wenn sein Wie-auch-immer-Kumpel sich anfänglich noch in Schweigen hüllte und die attraktive Blondine, die bei dessen Anblick ungefragt das Stationszimmer geentert hatte und nun in sexy Pose am Schreibtisch von Schwester Sabine lehnte, von wo aus sie Dr. Stier mit unergründlichem Blick über den Rand ihrer Designerbrille hinweg daueranlächelte, aus ausdruckslosen Augen einfach nur anstarrte, als stünde er vor einem Geist, durch den er hindurchblickte. Die Anspannung war nahezu mit den Händen greifbar. Also tat Dr. Meier das, was jeder vernünftige Mensch in dieser Situation gemacht hätte. Er griff beherzt zu. Schließlich hatte ein bisschen Ablenkung vom harten Chirurgenalltag noch nie geschadet. Dr. Stier wäre dahingehend sicherlich anderer Meinung als sein Spaß und Unterhaltung suchender Kollege und nicht nur er, aber die Befindlichkeiten von gerade mal halbwegs geduldeten Mitarbeitern, die noch dazu weniger erfolgreich waren als er, waren dem Oberarzt der Chirurgie schon immer herzlich egal gewesen.

Marc (blickt forschend zwischen den beiden hin u. her): Ach, ihr kennt euch?
Cedric (lässt die attraktive Lady mit seinen Blicken nicht mehr los u. spricht durch zusammengepresste Lippen): Wieso?
Marc (glaubt zu wissen, wo der Frosch die Locken hat u. nickt Cedric bestätigend zu): Hm... vielleicht... weil ihr euch so angeregt miteinander unterhaltet?
Sandy (fixiert Dr. Stier mit verführerischem Blick, nachdem sie kurz zu Dr. Meier rübergeblickt u. wohlwollend den eigenwilligen Spott in dessen Stimme mitbekommen hat): Tja, wenn man die schönste Zeit seines Lebens miteinander verbracht hat, braucht es nicht viele Worte.
Marc (fühlt sich in seiner Vermutung bestätigt u. folgt grinsend ihrem Blick zu Cedric, der keine Miene verzieht): Ach?
Cedric (strotzt nur so vor Zynismus, nachdem es endlich aus ihm herausgeplatzt ist, was sich die ganze Zeit schon angestaut hat): Pff, die schönste Zeit? Ja, klar, in deinen giftgrünen Augen muss es ja auch so ausgesehen haben. Hast ja auch genug profitiert. Dreieinhalb Jahre lang.

Okay? Bis eben dachte ich noch, der Tag kann nur noch beschissener werden. Aber das hier hebt die Stimmung doch wieder gewaltig. Der Fuchs lässt das Jagen nicht, trotz vollem Hühnerstall vor der Haustür. Das macht ihn mir fast schon wieder sympathisch. Fast! Aber wie kann man auch so eine Granate stehen lassen und ausgerechnet zu einer Giftspritze wie Dr. Hassi zurückgekrochen kommen? Die Gleichung geht nicht auf.

Marc (beobachtet die beiden ganz genau, wie sie sich gegenseitig belauern): Ah, daher weht der Wind? Das erklärt, wieso es auf einmal mindestens fünfzehn Grad kälter geworden ist. Damit wirkt die neue Klimaanlage irgendwie obsolet.
Cedric (funkelt den Sprücheklopfer mit finsterem Blick an): Halt die Fresse, Meier! Hier weht überhaupt kein Wind. Außer die Böen, die dich in Kyrillstärke gleich aus dem Stationszimmer fegen werden. Hast du nichts zu tun, jetzt, wo du endlich wieder auf Station sein darfst und ungeniert deine von dir eingeschüchterten Mitarbeiter herumkommandieren darfst?
Marc (verschränkt lässig seine Arme vor seiner Brust u. lehnt sich entspannt gegen die Fächerwand): Negativ. Mir scheint, hier wird mir gerade das bessere Unterhaltungsprogramm geboten. Man muss seine Schützlinge auch mal alleine walten lassen. Quasi aus dem Nest schupsen. Sonst lernen die’s ja nie. Ne ruhige Kugel schieben ist nicht. Die halbe Innenstadt ist gerade ohne Strom. Demo, Streik und Kinderkarussell auf den Straßen. Mit entsprechenden Folgen. Damit sollen die sich mal schön alleine rumschlagen. Ich bin eher Befürworter der praxisorientierten Ausbildung.
Sandy (nickt anerkennend mit ihrem hübschen Köpfchen): Sounds nice. Der Typ gefällt mir.
Cedric (schüttelt den Kopf u. hofft immer noch auf einen Albtraum, aus dem er gleich aufwachen wird): Der Schein trügt.
Sandy (lächelt unentwegt u. lässt sich nicht so leicht hinter die perfekte Fassade blicken): Immer die perfekte Antwort auf Lager, der Herr Doktor. Das hat mir damals schon imponiert.

Dieses Biest! Ich könnte sie... GRRR!!! Bleib ruhig, Mann! Das will sie doch nur. Sie wird sich nie ändern und das ist mir, im Grunde genommen, auch schnurzpiepegal. Mich interessiert vielmehr, was sie hier überhaupt will. Taucht aus heiterem Himmel wieder auf und gibt sich ganz besonders scheinheilig. Genauso wie sie sich damals mit meiner geklauten Unterschrift und meiner letzten Kohle mir nichts dir nichts in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf Nimmerwiedersehen davongestohlen hat. Ohne doppelten Boden im hinterlistigen Plan, den sie vor Typen wie Marc in ihrer Fake-Designertasche versteckt hält, und manikürte Krallen, die sie einem hinterrücks ins Fleisch rammen kann, geht sie doch nie aus dem Haus.

Cedric (rollt theatralisch mit den Augen u. kommt ein paar Schritte auf die falsche Schlange zu): Lass es, Sandy! Deine falsche Freundlichkeit ist doch nur Fassade. Genauso gefaked wie deine Designerklamotte.
Sandy (streicht sich demonstrativ ihr figurbetontes Kostüm zurecht u. mustert dann abfällig seinen ungewohnt legeren und, den Flecken auf seinem eng anliegenden T-Shirt nach zu urteilen, fast schon ungepflegten Aufzug): Gefällt sie dir? Sie ist nicht gefaked. Ich kann es mir leisten.
Cedric (hat dafür nur ein müdes Lächeln übrig): Dann hast du wohl wieder einen Dummen gefunden, was?
Marc (hat sichtlich Spaß daran, die dahin geworfenen Einzelteile Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammenzuschustern): Wieder?
Cedric (ignoriert den kleinlauten Kollegen, der direkt neben ihm steht u. ihn hämisch von der Seite fragend angrient): Was zum Teufel hast du hier zu suchen? Dir konnte es doch damals nicht schnell genug gehen, aus Berlin zu verschwinden.
Sandy (hält seinem eisigen Blick stand): Ich bin eingeladen worden.
Cedric (glaubt ihr kein Wort): Sicher. Von wem? Pinocchio oder Münchhausen?
Sandy (lächelt u. kostet den kleinen Triumph genüsslich aus): Prof. Haase.
Marc (wundert sich jetzt genauso sehr wie Cedric, denn dieses Puzzleteil passt überhaupt nicht in das Bild, das er von ihr gezeichnet hat): Der alte Haase?
Cedric (klappt ungläubig die Kinnlade herunter): Bitte? Wieso in drei Gottes Namen sollte er das?
Sandy (genießt seine Verunsicherung sehr u. kostet sie genüsslich aus): Dass ihr Chirurgen euch immer so hochstilisieren müsst. Faszinierend. Das gibt’s in den Staaten nicht. Dort ist man schon bedeutend weiter. Nicht nur was die medizinische Forschung betrifft. Vermutlich holt man sich deshalb von dort Rat.
Cedric (seine Stimme überschlägt sich fast u. rutscht eine Oktave in die Höhe): Bei dir? Das kann nur ein schlechter Scherz sein. Wenn sich einer bedient, dann ja wohl du.

Fick die Henne! Das könnte lustig werden, wenn die hier wirklich ihre Show abziehen sollte. Ich sollte mir besser Popcorn besorgen. Diese Vorstellung hat definitiv Überlänge.

Marc (jetzt klingelt es endlich): Ach? Das heißt... dann sind Sie also...?
Sandy (legt ihr überzeugendstes Flirtlächeln auf, mit dem sie den gutaussehenden Chirurgen umschmeichelt): Wir waren doch schon beim „Du“, Dr. Meier. Ja, die bin ich. Aus Fleisch und Blut.
Marc (zischt kleinlaut): Nicht nur das.
Sandy (lässt den charmanten Chirurgen nicht aus den Augen, während sie auch immer wieder kurz zu Cedric rüber schielt, der kaum noch die Fassung wahren kann): Das Grey Sloan Memorial Seattle schickt mich als Dozentin, um euch Hinterwäldlermedizinern hinter der Mauer mehr Durchblick zu verschaffen. Scheint mir auch dringend nötig, so wie es hier auf der Baustelle aussieht.
Cedric (starrt sie mit offenem Mund an u. kann es nicht fassen): Du verarschst mich?
Sandy (kommt lässig auf ihn zu u. tätschelt ihn leicht am Arm): Cedric, mein Lieber, über das Stadium sind wir doch schon längst hinaus. Aber es freut mich wirklich sehr, dich zu sehen. Siehst gut aus.
Marc (jetzt, wo er die Zusammenhänge so langsam versteht, bleibt er skeptisch): Naja!?! Sie sind die Vortragsrednerin für den Neurologennachwuchs Ende der Woche? Komisch. Ihr Name stand gar nicht auf dem Zettel. Ich hätte eher mit Grey oder einem der Shepards gerechnet.
Sandy (ein bisschen Wehmut kommt auf): Sind leider verhindert. Es hat ein großes Unglück mitten in der City gegeben. Alle sind stark eingespannt.
Marc (runzelt misstrauisch die Stirn, weil die Frau ihm nicht ganz geheuer ist): Nicht alle offenbar. Aber als wir vor ein paar Monaten zum Erfahrungsaustausch drüben im Grey Sloan waren, sind wir uns, glaube ich, nicht begegnet. Dabei haben wir doch alle Abteilungen durchlaufen. Zumindest die, auf die es ankommt. Was er die ganze Zeit gemacht hat, keine Ahnung.
Cedric (stimmt ihm zu u. gewinnt wieder etwas an Fassung): Das wüsste ich aber.
Sandy (sieht kess darüber hinweg u. nimmt am runden Tisch vorm Fenster Platz, wo sie beobachtet von zwei männlichen Augenpaaren sexy ihre schlanken, langen Beine übereinander schlägt): Ja, man hat mir von den beiden Berliner Chirurgen berichtet, die bei unseren Assistenzärzten und vor allem den Assistenzärztinnen einen ziemlichen Eindruck hinterlassen haben, aber mir war nicht klar, dass du einer von ihnen gewesen bist, Darling. Wir haben uns wohl nur um ein paar wenige Tage verpasst. Schade eigentlich. Das hätte ein sehr fruchtbarer Austausch werden können. Ich hab vor zweieinhalb Monaten im Grey Sloan angefangen.
Cedric (kommt einen Schritt auf sie zu u. funkelt sie von oben herab an): Es hat sich ausgedarlingt, Sandy! Heb dir deine Spitzfindigkeiten für deinen Boss auf! Mit wem musstest du schlafen, um an den Job zu gelangen, hm?

Klingelingeling! Startschuss zu Runde eins. Hornochse vs. Giftnatter! Und mir fehlt immer noch das Popcorn und ne Pulle Pils. Mhm... Ich glaube, ich krieg Hunger. Ich hätte doch mit Haasenzahn essen gehen sollen. Sie verpasst hier was und damit wird sie mir tagelang in den Ohren liegen. Garantiert!

Marc (weicht sicherheitshalber einen Schritt zurück): Hoho! Jetzt wird es aber interessant. Ich hab doch gesagt, hier läuft ein weitaus besseres Programm als bei den Pflasterklebern in der Notaufnahme.
Sandy (wirkt dann doch zusehends genervt von den unangebrachten hämischen Kommentaren ihres Berliner Kollegen): Dr. Meier, es hat mich sehr gefreut, Sie kennenzulernen, aber ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns jetzt bitte für ein paar...
Marc (hebt beide Hände in Unschuldspose hoch u. bewegt sich nicht vom Fleck, während er ihr pappfrech ins Wort fällt): Och? Alles klar! Kleines heimliches Stelldichein, hm? Waren wir nicht beim „Du“? Sorry, aber ich bin dem Hippokratischen Eid verpflichtet, falls Sie wissen, worum es sich dabei handelt, und es sieht so aus, als wären meine Dienste hier gleich von Nöten, was nicht heißt, dass es ihm helfen würde. Er war schon immer lediglich der nachnominierte Ersatzspieler, der den Platz für die richtig wichtigen Leute auf der Bank warm hält.
Sandy (guckt kurz irritiert zu Cedric hoch u. lächelt dann wieder, als sie sein genervtes Augenrollen registriert): Wow! Sein Ruf eilt ihm wirklich voraus. Er kommt ziemlich schnell zur Sache.
Cedric (verschränkt abweisend seine Arme vor seinem Körper u. lehnt sich mit dem Rücken gegen die Fächerwand, was dazu führt, dass einige Briefe zu Boden purzeln): Ist aber bei weitem nicht deine Kragenweite.
Marc (grinst verschmitzt): Das lassen wir aber mal schön den Experten beurteilen.
Cedric (zickt direkt zurück): Schade, dabei sehe ich gerade gar keinen.
Marc (nickt anerkennend u. schaut zu der Ärztin rüber, die das alles schmunzelnd von ihrem bequemen Sitzplatz aus beobachtet): Wow! Da muss einer aber wirklich noch sehr an Ihnen hängen, wenn er gleich die Verbalkeule schwingt. Ist aber eher nur ein Schaumschläger. Von dem her überwiegend ungefährlich.
Cedric (fällt ihm grimmig ins Wort): Marc, ich warne dich.

Cedric funkelte Marc mit bitterbösem Blick unmissverständlich an und drängte ihn mit ausgestrecktem Zeigefinger in Richtung Kaffeeküche zurück. In der Hoffnung, er würde dann durch die Zwischentür verschwinden. Aber sein Wie-auch-immer-Kumpel ließ den deutlichen Wink mit dem Zaunspfahl an sich abprallen. Er dachte nicht im Traum daran, sich so schnell verdünnisieren zu wollen, jetzt, wo es gerade spannend geworden war. Aber leider war das Schicksal an diesem Tag Marc Meier überhaupt nicht gewogen. Es hatte nicht nur auf äußerst mysteriöse Weise die Kaffeekanne geleert, die er gerade mit sehnsüchtigem Blick anvisiert hatte, sondern ließ im entscheidenden Moment auch noch plötzlich sein Handy losdudeln, welches er daraufhin missmutig aus seiner Kitteltasche zog. Auch wenn sich seine Miene jedes Mal erhellte, wenn er den Namen mit dem dazu passenden, in einer albernen Situation aufgenommenen Foto auf dem Display seines Smartphones aufploppen sah, kam Dr. Meier diese Störung diesmal ziemlich ungelegen und das verhehlte er seinem Gesprächspartner auch nicht, der, ohne eine positive Antwort abzuwarten, direkt mit seinem nervtötenden Monolog losgelegt hatte, was zu einer entsprechenden Reaktion führte, die man an Marcs leidendem Mienenspiel deutlich ablesen konnte, welches er den beiden ihn irritiert beobachtenden und sich gegenseitig weiterhin belauernden Kollegen im Stationszimmer nun präsentierte, während er den verbalen Dünnschiss des sehr beharrlichen Anrufers schließlich auf seine ganz eigene Weise ein Ende setzte...

Marc: Boah, Kaan, ehrlich, ey, du hast vielleicht Nerven, hier anzurufen. Hast du keine eigenen Probleme? Ach ja, die schleppst du ja ständig freiwillig mit dir rum. Muss an den kurzen Röcken liegen, unter die du so gerne guckst. ... Ja, toll, dass du denkst, ich könnte ein bisschen Aufmunterung an meinem ersten Arbeitstag gebrauchen. Gegen Worttourette hilft aber nur ein probates Mittel und ich hätte nicht gedacht, das ich das jemals sagen würde, aber nerv Gabi damit. Die deutet vielleicht sogar noch einen peinlichen Liebesschwur da rein und klebt dir dann auf ewig an der Backe. ... Bestens. Hört man, oder? ... Ey, ich bin der Chef hier. Ich komm schon klar. Die Chirurgie ist wie Moped fahren oder ne entspannte Nummer schieben. ... Witzig! Das mediterrane Klima tut deinem Humordefizit verdammt gut. ... Mittagspause? Darauf geschissen. Der überflüssigste Zeitpunkt des Tages. Also, wenn man nicht Haase heißt. ... Dass du das sagen würdest, wundert mich nicht, jetzt, wo du in deinem persönlichen Schlaraffenland weilst und dich wahrscheinlich schon komplett einmal durch die Toskana gefressen hast. Ich nehme dir immer noch übel, dass du dich Hals über Kopf verkrümelt hast, mein Lieber. Du, nein, sie schuldet mir immer noch einen halben Abend gestohlener Lebenszeit. ... Ich weiß. Lass du dir nur weiter fröhlich die Sonne auf deine dicke Plauze scheinen. Du hast es dir verdient. Sie weniger, aber du wolltest sie ja unbedingt dabei haben. Warum auch immer? ... Es regnet die ganze Zeit? Och, ne Tüte Mitleid. Was musstet ihr auch ausgerechnet mitten im Herbst in den Urlaub fahren? Selber schuld, wenn du mich fragst. Trostlose Gegenden hättet ihr auch ohne viel Aufwand außerhalb der Stadtgrenzen von Berlin angucken können. Ein Wunder, dass ihr es mit dem alten Schrottcamper deines Vaters überhaupt über die Alpen geschafft habt. Aber das hat Hannibal mit ein paar Elefanten ja auch geschafft, ne. Ist mit dem Bulli ja fast das Gleiche. Hähä! ... Jetzt bleib mal bitte auf dem Teppich, mein Freund! Wieso sollte ich dich vermissen? Seid ihr weg? Hab ich gar nicht mitbekommen. Es ist nämlich mehr oder weniger echt busy hier. ... Haha! Ich bin froh, dass du mich mal ausnahmsweise nicht ständig mit deinem talkshowverdächtigen Beziehungsgeheule nervst. Apropos, wie ist der Stand? Ist sie dir wieder davongelaufen? Dann sage ich nur, herzlichen Glückwunsch! ... Boah, Alter, du musst aufhören, mir ständig von eurem Liebesgesäusel erzählen zu wollen. Das ist abartig. Kannst froh sein, dass ich heute noch nichts gegessen habe, sonst müsste ich Stier und seiner Ex jetzt vor die Füße reihern. ... Nope, ne andere, keine Ahnung, frag besser nicht! Reine Zeitverschwendung. Das EKH ist mal wieder das reinste Irrenhaus. Kennste. Verpasst also nichts. Aber noch ne Woche Abstinenz gönn ich dir nicht. Haben wir uns verstanden? Wir müssen hier wieder Ordnung und Verstand reinbringen, sonst tanzen die Mäuse noch länger auf den OP-Tischen. ... Blendend. Die Drei hüpfen hier auch irgendwo rum. Also, die eine hüpft mehr als die anderen. ... Du weißt doch, wie sie ist. Sie kann nicht ohne mich. ... Hey! Versuch dich mal nicht in einen Intellekt hineindenken zu wollen! Das kann nur schiefgehen. Bei deiner Vita. ... Ja, ist nicht zu überhören. Da fällt mal eine Woche die Gitarrenstunde bei ihrem Lieblingsonkel aus und das kommt dabei heraus. Ein Wunder, dass sie euch noch nicht aus dem Land geworfen haben bei dem höllischen Geklampfe. Ich sollte das Ding zurückordern. ... Wenn’s hilft. Es wundert mich eh, was für eine Ruhe der Steppke weghat. Er ist eindeutig von dir. ... Och du, es gab da mal eine Zeit, in der nicht immer sicher war, was sie... egal. Ich muss Schluss machen. Ich hab hier nämlich noch einen Ringkampf zu betreuen. ... Nö! Sie ist auf jeden Fall die richtige Adresse. Sie interessiert sich wenigstens dafür, was ihr die ganze Zeit in italienischen Betten treibt. ... Hab ich Betten gesagt? Ich meinte, Berge. Ups! Äh... Das geht, glaube ich, gerade in die ganz falsche Richtung. Herrje, wie werde ich die Bilder bloß wieder los? Aber so langsam verstehe ich, warum du so sehr auf sie abfährst. ... Das wundert mich jetzt aber. Das hättest du mir auch eher sagen können. Dann hätte ich meine Zeit nicht mit diesem sinnlosen Telefonat verplempert, während dem sicherlich einige Patienten meine Hilfe gebraucht hätten. ... Ja, du mich auch. Arri...wie auch immer. Genießt die Zeit, bis der Alltag euch wieder auffrisst. Das passiert schneller, als du denkst. ... Jahaaa! Hör auf zu nerven, verdammt! Und neiiin, du holst sie jetzt nicht an den Hörer! Ey, ich warne dich! Ich hab einen dringenden Notfall. ... Doch, äh... irgendwo ist bestimmt einer. Das ist schließlich Berlin. ... Ja, mach ich. Jetzt leg endlich das blöde Handy weg, bevor sie es doch noch in ihre kleinen Fingerchen kriegt! ... Boah, dem scheint echt die Sonne aus seinem fetten Hintern. Unfassbar. Mehdi.

Sein guter alter Freund, der gerade zur ausgedehnten Quality-Time mit seiner Familie auf der anderen Seite der Alpen weilte, um nach der emotionsgeladenen Zeit der vergangenen Tage den Akku wiederaufzuladen, hatte es dann doch tatsächlich noch geschafft, Marc ein rundum zufriedenes Lächeln abzuringen, das er nicht einmal kaschierte, als er wieder zu Dr. Stier und Dr. Moeller rüberblickte, die nicht umhingekommen waren, dem Telefonat des Oberarztes zu lauschen, anstatt die aufgeladene Stimmung im Stationszimmer noch weiter hochzutreiben. Marc wollte gerade ringrichtermäßig noch etwas dazu anmerken, als sein Handy erneut laute Metallica-Klänge schmetterte, die den kleinen Aufenthaltsraum der chirurgischen Station vibrieren ließen. Ebenso wie sein arg strapaziertes Nervenkostüm, das mit jedem weiteren unnötigen Störgeräusch jeden Moment hochzugehen drohte.

Marc: Boah Kaan! Ich weiß nicht, ob du es schon wusstest, aber es stand vermutlich schon in deiner Geburtsurkunde, du NERVST. Du rufst jetzt nicht ernsthaft noch mal zurück, weil ich Lillyfee nicht hab ausreden lassen? Mann, dann mach eben an meiner Stelle ne Kissenschlacht mit ihr oder vertrete mich an der Gitarre, solange du die Saiten heile lässt. Ich hab jetzt wirklich keine Zeit mehr für eure Holiday Animation. Im Gegensatz zu dir, bei dem Hopfen und Malz dahingehend komplett verloren ist, arbeite ich an meiner Karriere. ... Jetzt nicht! Ich bin gerade Zeuge eines bevorstehenden Mord... Was? ... Wer? ... Ach so! ... Moment! Was haben Sie gerade gesagt? ... Wiederholen Sie! ... Das ist jetzt echt nicht wahr, oder? ... Das hab ich schon verstanden. ... Ey! Wollen Sie mich verarschen? Das war nur eine verdammte Floskel, Sie Blitzmerker! ... Okay, okay, keine Panik! Sie sollen sich wieder einkriegen, hab ich gesagt! Keiner rührt sich, bis ich unten bin! ... Nein, ICH mach das. ... Ja, das auch. ... Fürs Denken werden Sie nicht bezahlt, VERDAMMT. Also, ab an die Vorbereitungen! Schockraum eins! VIP-Behandlung! Halten Sie das mobile Röntgen bereit! Und halten Sie bloß die Klappe! Zu niemandem ein Wort, der nicht unbedingt involviert sein sollte! Das soll nicht die Runde machen. Sonst ist hier gleich die Hölle los. ... So eine Riesenscheiße, verdammt noch mal. Das hat uns heute gerade noch gefehlt. Der Tag wird echt immer besser. Aber ich hab’s ja herausgefordert. Super gemacht, Meier, ehrlich.

...schimpfte Dr. Meier, dessen Halsschlagader merklich pulsierte, ungehalten vor sich hin und wünschte sich gleichzeitig in die ruhigeren Phasen des nicht so arbeitsintensiven Vormittages zurück, die er bis vorhin noch heftig verflucht hatte. Er fasste sich noch mit dem Handy in der Hand an den Kopf, um sich zu sortieren, und war, ohne noch einmal auf die anderen beiden Anwesenden zu reagieren, die ihn neugierig beobachteten und ihre eigenen Schlüsse gezogen hatten, im nächsten Moment auch schon mit wehendem Kittel zur Tür hinausgestürzt, was Sandy und Cedric die Gelegenheit gab, einmal ordentlich durchzuschnaufen. Ihre Blicke sprachen Bände und zum ersten Mal seit ihrem überraschenden Wiedersehen waren sie sich einig, was aber nur wenige Sekunden anhielt. Dann wurde nämlich, diesmal ohne Ringrichter als Zeugen, auch schon Runde zwei eingeläutet und die sollte es in sich haben.

Lorelei Offline

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Beiträge: 9.133

09.08.2019 09:08
#1652 RE: Story von Lorelei Zitat · Antworten

Sandy (guckt der sich schließenden Tür hinterher, durch die Dr. Meier soeben verschwunden ist): Charmant.
Cedric (rollt theatralisch mit den Augen): Und vor allem eines, arrogant.
Sandy (konzentriert sich wieder ganz auf ihr grimmig dreinblickendes Gegenüber): Wundern dich die typischen Eigenschaften eines aufstrebenden Chirurgen etwa immer noch? Dann guck mal in den Spiegel!
Cedric (schnauft verächtlich auf, als er ihren Blick erwidert): Selber. Aber eins kann man ihm wenigstens nicht nachsagen. Er ist nicht intrigant. Im Gegensatz zu dir.
Sandy (steht in einer eleganten Bewegung von ihrem Sitzplatz auf u. kommt in scheinheiliger Friedensabsicht auf ihn zu): Ach, komm schon, Ceddie! Du wirst mir doch nicht etwa immer noch die alten Geschichten nachtragen? Das ist so lange her.
Cedric (weicht ihr kopfschüttelnd aus u. fährt sie schließlich unvermittelt an, weil er es nicht mehr länger in ihrer unmittelbaren Gegenwart aushält): Boah, du bist so... so... Ich fasse es echt nicht, dass du hier bist.
Sandy (lehnt sich lässig an einen der Schreibtische vorm Fenster u. sieht ihn direkt an): Glaub mir, auch wenn es nicht so aussieht, ich hab mich nicht um diese Reise gerissen. Aber da drüben an der Westküste hat man einen ganz besonderen Sinn für Humor. Sie hielten es wohl für besonders witzig, ausgerechnet mich als ehemalige Berlinerin hierher zu schicken. Spart zum einen die Übersetzungskosten, zum anderen wichtige Ressourcen. Aber das ist allein deren Ansicht. Als Neue muss ich da wohl durch. Da muss man sich erst behaupten. Aber das ist dir hier sicherlich auch nicht unbekannt.
Cedric (hört ihr dann doch interessiert zu u. forscht forsch nach): Wie bist du bloß an den Job gekommen? Ich kenne das Auswahlverfahren. Neunundneunzig Prozent fallen durch das Raster. Selbst die Besten der Besten. Die nehmen nicht jede X-Beliebige.
Sandy (seufzt affektiert auf u. fährt sich mit einer Hand showwirksam durch ihre lange blonde Mähne, die in seidig weichen Wellen bis zu ihrem knackigen Hinterteil reicht, das am Tisch lehnt): Ich korrigiere. Derjenige mit dem Charme war nicht Dr. Meier, das bist eindeutig du. Ist er eigentlich Single? Er hat wirklich etwas Charismatisches an sich. Ich glaube, es hat gefunkt.

Das war so klar, dass sich die Gottesanbeterin sofort ein neues williges Opfer aussucht, sobald sie eines erspäht, das ihrer Karriere förderlich sein könnte. Zum Glück ist sie dabei beim Meier an die falsche Adresse geraten. Er hat weder was zu sagen noch würde er es wagen, so fixiert wie er auf die Tochter vom Chef und ihre beiden Kleinen ist. Vielleicht ist Sandy doch nicht mehr so ambitioniert wie früher. Ihr fehlt eindeutig der richtige Riecher. Sonst wäre sie gar nicht erst hier aufgekreuzt. Da ist definitiv etwas faul dran.

Cedric (übergeht ihre provozierenden Anspielungen wohlwissendlich): Was ist denn aus deinem heißgeliebten Harvard geworden? Du wolltest doch dort um jeden Preis hin? Hast dafür sogar meine Unterschrift auf dem Empfehlungsschreiben für das Stipendium der Medical School gefälscht. Gab es da nicht diesen jungen Professor, der dir verfallen war? Ja, da staunst du, was, ich weiß mehr, als du glaubst. Dein Anwalt hat sich während der Annullierungsverhandlungen bei meinem Anwalt verplappert. Wie hieß der noch gleich? Moeller, Miller, schieß mich tot? Was ist aus dem geworden? Oder hat man dich dort endlich durchschaut und entsprechende Konsequenzen gezogen?
Sandy (bleibt völlig ungerührt von seinen zielgenau gesetzten Spitzen u. fixiert ihn mit funkelnden Augen): Das hat man wohl. Ceddie, ich dachte, du wüsstest am ehesten, dass man mich nicht unterschätzen sollte. Ich hab die Fortbildungen wie erwartet mit summa cum laude bestanden und mich regulär in Seattle beworben. Ich bin die verschiedenen Auswahlverfahren durchlaufen und schließlich mit Kusshand genommen worden. Weil sie wussten, was sie kriegen würden.
Cedric (ist alles andere als beeindruckt u. das zeigt er ihr auch ungeschönt): Die Wölfin im Schafspelz?
Sandy (korrigiert ihn hochmütig): Nein, Klasse und Verstand.
Cedric (lacht hämisch auf): Also hast du doch mit jemandem geschlafen? In deinen Methoden hast du dich nicht sonderlich weiterentwickelt. Schade, dass du deine Fähigkeiten so weit unter Wert verkaufst, dabei hast du doch so viel mehr drauf.
Sandy (gibt sich völlig unbeeindruckt u. stützt sich mit beiden Händen lasziv am Schreibtisch ab): Ich verbinde eben immer das Förderliche mit dem Nützlichen und ich denke, du weißt, dass ich sehr gut darin bin.
Cedric (verzieht angeekelt das Gesicht, dreht sich um u. sucht die heruntergefallenen Papiere zusammen u. sortiert sie in das entsprechende Fach der Kollegen): Überzeugendes Plädoyer. Ich könnte kotzen.
Sandy: Ceddie, also, diese Wortwahl! Berlin wandelt sich immer mehr zu einer echten Gosse. Ein Glück, dass ich das nicht mehr miterleben muss.
Cedric (fährt pfeilschnell wieder zu ihr herum u. fixiert die eitle Natter mit eisigem Blick): Tja, tut mir leid, dir das sagen zu müssen, aber momentan bist du sehr präsent hier.
Sandy (schenkt ihm ihr schönstes Zahnpastawerbungslächeln als Flirtanreiz, während sie ihn noch einmal genau in Augenschein nimmt): Danke. Aber du siehst auch gut aus, ein bisschen übermüdet vielleicht und du lässt dich gehen. Das ist dir gar nicht ähnlich. Aber vermutlich langweilt man sich hier in diesem drittklassigen Krankenhaus zu Tode. Ich könnte vielleicht ein gutes Wort für dich einlegen. In Seattle werden immer noch die Besten der besten Chirurgen gesucht. Und da man dich dort bereits kennt, was angesichts deines Leistungsabfalls wahrlich erstaunlich ist, sehe ich kein Problem darin. Woran forschst du eigentlich gerade? Ich hoffe, der Vorfall in der Charité hat dich nicht entmutigt?
Cedric (funkelt betont gleichgültig zurück u. versucht angestrengt, seinen aufsteigenden Zorn in Schach zu halten): Witzig! Ich erarbeitete mir meinen Nimbus immer noch selber. Auf meine Weise. Auf professionellem Wege.
Sandy (schmunzelt): Wie auch sonst? Ich habe nichts Gegenteiliges von dir erwartet.

Okay, es reicht! Genug Honig um den Mund geschmiert. Ich hab echt die Schnauze voll. Maria könnte jeden Moment hier reinschneien und bei Gott, ich will nicht miterleben, wenn die beiden aufeinandertreffen. Dann steht hier kein Stein mehr auf dem anderen und der Bautrupp vom Ostflügel kann hier gleich noch mal von vorne anfangen.

Cedric (kommt einen Schritt auf sie zu u. schließlich zu dem Punkt, der ihm die ganze Zeit schon unangenehm auf den Magen drückt): Und ich erwarte von dir, dass du das absagst.
Sandy (gibt sich völlig ahnungslos): Was denn?
Cedric (hat sie längst durchschaut u. zeigt das auch unverhohlen, bis ihm plötzlich im Augenwinkel etwas Unscheinbares auffällt): Tue nicht so unschuldig, Sandy! Das liegt dir nicht. Du kannst vielleicht andere um den kleinen Finger wickeln. Marc, den Professor, deine neuen Kollegen in den USA, deinen... Ist das da etwa ein Ehering an deiner Hand? ... Aber hier wird das nicht funktionieren. Im Elisabethkrankenhaus weht ein ganz anderer Wind.
Sandy (reagiert für eine Millisekunde ertappt u. versteckt ihre Hand blitzschnell hinter ihrer großen ziegelroten Handtasche, fühlt sich aber nach seiner Ansage erst recht herausgefordert): Das wird sich noch zeigen.
Cedric (hat ihre seltsame Reaktion zwar mit einem Auge mitbekommen, aber ist so außer Rage, dass er sie nun aufgebracht von der Seite anblafft): Als ob dir das nicht bewusst wäre. Du weißt ganz genau, wer hier im Haus die neurochirurgische Abteilung leitet. Denkst du wirklich, du könntest hier so einfach mir nichts dir nichts auf deinen hohen Hacken hereinstolziert kommen und auf eine Zusammenarbeit mit ihr pochen? Das ist illusorisch, selbst für deine Verhältnisse.
Sandy (genießt es sehr, ihren aufgebrachten Exmann leiden zu sehen): Umso mehr wundert mich, dass du hier überhaupt genommen worden bist. Aber ihr hat schon immer dieser gewisse Biss gefehlt. Sie hat ja auch nicht um dich gekämpft. Deshalb ist sie immer noch hier und dümpelt auf einer mittleren Karriereposition vor sich hin, wartet auf den entscheidenden Durchbruch, der niemals eintreten wird, anstelle eines der ganz großen Krankenhäuser auf der Welt zu leiten.
Cedric (Sticheleien gegen seine geliebte Frau lässt er nicht auf sich sitzen u. blitzt den größten Fehler seines Lebens deshalb mit bitterbösem Blick unmissverständlich an): Wag es nicht, ihren Namen in den Dreck ziehen zu wollen! Sie hat weit mehr auf dem Kasten, als du je mit deinen Tricks und Spielereien leisten wirst. Du sagst das ab! Sofort! Haben wir uns verstanden?
Sandy (ist überrascht, mit welcher Vehemenz er seine erste Exfrau verteidigt u. spielt seelenruhig weiter die Unschuldige): Aber das geht nicht. Man erwartet mich hier schon sehnsüchtig. Das hat mir der Professor erst heute Morgen ausdrücklich in einer Mail bestätigt. Die Seminartermine stehen. Es gibt sogar eine Warteliste für jeden einzelnen Vortrag. Dieses Austauschprogramm zwischen unseren Krankenhäusern ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, auch wenn ich nicht ganz verstehe, wie ein Ausbildungszentrum von Weltniveau wie das Grey Sloan Memorial seinen Blick ausgerechnet auf eure mittelmäßige Provinzklitsche werfen konnte. Ihr braucht mich. Das kannst du nicht unter den Teppich kehren. Prof. Haase ist freundschaftlich mit meinem neuen Chef verbandelt. Die verlassen sich in Seattle alle auf mich. Auch wenn ich mir, weiß Gott, eine anspruchsvollere Aufgabe hätte vorstellen können.
Cedric (ihm platzt gleich endgültig der Kragen): Das ist mir scheißegal. Du weißt ganz genau, dass das mit euch beiden nicht funktionieren wird.
Sandy (ist so langsam genervt von seiner Beharrlichkeit): Mein Gott, Ceddie, es geht um ein paar Tage intensiven Forschungsaustausch und nicht um die Lösung der größten Probleme auf dieser Welt. Die kriegt niemand mehr gebacken. Aber wir sind doch alle alt genug, um professionell zu bleiben. Das war sie immer. Auch als wir beide unseren Spaß hatten.
Cedric (fällt der Natter wild gestikulierend ins Wort u. kann sich kaum im Zaun halten, ihr nicht doch an die Gurgel zu springen): Vorsicht! Du sollst Maria da raushalten, hab ich gesagt! Das ist eine Sache nur zwischen uns. Und ich sage dir, du nimmst jetzt deine Viertausend-Dollar-Handtasche und verschwindest damit aus dem Elisabethkrankenhaus. Ich zahl dir auch das Taxi zum Flughafen, wenn es sein muss. Und ich kläre das auch mit dem alten Haasen. Selbst wenn er mich dafür rausschmeißen sollte. Das Risiko gehe ich ein.
Sandy (lächelt unbeeindruckt u. rührt sich nicht vom Fleck): Immer noch der Kavalier und Gentleman. Das ehrt dich wirklich sehr, Ceddie. Ich hoffe, sie würdigt das entsprechend. So wie du sie verteidigst, könnte man fast meinen, dass ihr wieder...

Okay, es reicht! Ich bring sie um. Mary darf ihr um keinen Preis begegnen. Vor allem nicht mit einem benutzten Skalpell in der Hand.

Cedric (ihm platzt jetzt endgültig die Hutschnur): Hör endlich mit dem verdammten ‚Ceddie‘ auf! Das hab ich schon immer gehasst.
Sandy (hebt ihre beiden Hände in Unschuldspose hoch u. lächelt gespielt entschuldigend, während sie seine Nähe weiter provoziert): Okay, okay, ich vergaß, man sollte den Stier nie über Gebühr reizen. Das lernen die jungen Stierkämpfer schon in der Grundschule. Wobei das natürlich nicht fürs Schlafzimmer gilt.
Cedric (funkelt sie bitterböse an): Du hältst dich wohl für ganz besonders originell, was?
Sandy (streicht sich lasziv das Haar über eine ihrer Schultern): Och, so manch einer würde nichts Gegenteiliges behaupten.
Cedric (ihm ist es leid, ihr überhaupt zuhören zu müssen): Die kennen dich auch nicht so gut wie ich dich.
Sandy (lächelt geschmeichelt u. tätschelt leicht seinen Arm): Ach ja, deine klaren Diagnosen hab ich schon immer sehr an dir geschätzt.
Cedric (weicht ihr kopfschüttelnd aus u. lehnt sich erschöpft an die Fächerwand zurück): Deine Schmeicheleien funktionieren vielleicht bei deinen unwissenden Kollegen oder dem Professor, aber ein Wort von mir und sie hätten ein ganz anderes Bild von dir. Dann schauen wir mal, ob du deinen Vortrag noch halten darfst oder deine erschlichene Green Card hinfällig wird.
Sandy (würde ihm das durchaus zutrauen u. reagiert dementsprechend alarmiert u. zum ersten Mal wirkt ihre demonstrativ zur Schau gestellte Selbstsicherheit angeknackst): Das wagst du nicht?
Cedric (blickt ihr herausfordernd in die Augen): Kommt auf den Versuch an. Dann solltest du mich nicht länger provozieren.
Sandy (versucht, die Fassung zu wahren, während ihre aufblitzenden Augen sie verraten): Willst du mich erpressen?
Cedric (kommt nicht umhin, kurz zu lächeln u. hebt vieldeutig seine Augenbrauen): Das sind ja wohl eher deine Methoden.
Sandy (verliert so langsam die Lust an der lästigen Unterhaltung u. will dem Ganzen ein Ende setzen): Jetzt mal im Ernst, Cedric, mir ist vollkommen egal, was du, Dr. Meier oder Dr. Hassmann von mir halten. Das hier ist nur ein Job, ein verdammter Job von nicht mal zehn Tagen, um genau zu sein, und mein Job ist mir wichtig. Wichtiger als alles andere auf der Welt. Den werde ich mir nicht wegnehmen lassen, nur weil du nicht damit klarkommst, mich wiederzusehen. Ich hab mir das alles hart erarbeitet.
Cedric (schnauft spöttisch auf): Ja, sicher! Und wie hart! Immer den leichtesten aller Wege gewählt.
Sandy (ihr ist schon immer egal gewesen, was er von ihr hält u. das zeigt sie ihm auch mehr als deutlich): Na und? Ich bin nicht die Erste und sicherlich nicht die Letzte, die vielleicht ein bisschen trickst, um voranzukommen. Die richtig guten Jobs sind schließlich heiß begehrt und Frauenquoten sind den meisten Kliniken egal. Dort kommt es auf Leistung an. Das heißt aber nicht, dass ich es nicht auch draufhabe.
Cedric: Das hab ich auch nie in Abrede gestellt. Wir haben dich schließlich ausgebildet. Es geht mir auch nicht um die Wahl der Mittel, sondern hauptsächlich um den Ort und den Zeitpunkt. Hier ist definitiv kein Platz für dich, nicht mal für zehn Tage. Begreif das endlich und geh, bevor es noch peinlich wird!
Sandy (hat ihn längst durchschaut u. zeigt belustigt mit dem Finger darauf): Ist es das nicht schon bereits? Es geht dir um sie. Aber ich glaube nicht, dass ausgerechnet Dr. Hassmann einen Beschützer braucht. Ich hab nichts gegen sie. Im Gegenteil. Ich schätze ihre Arbeit sehr und ich glaube, wir könnten uns gegenseitig wunderbar befruchten. Im Sinne eures Ausbildungsprogramms, versteht sich, und nicht wie in deinen schmutzigen Midlifecrisis-Fantasien. Ihr wollt doch hier vorankommen, oder etwa nicht? Ich meine, die Baustelle vorm Haus zeigt doch, dass ihr hoch hinaus wollt. Das ist die richtige Richtung.
Cedric (hat ihr fassungslos zugehört u. es platzt nun empört aus ihm heraus): Das ist nicht dein Ernst?
Sandy (zuckt locker mit den Schultern u. schaut sich zum ersten Mal etwas genauer in dem popeligen Stationszimmer um): Gut, ja, okay, der Ärztenachwuchs hier in Berlin und in den Staaten ist mir im Grunde genommen egal. Noch mehr Konkurrenz um die heißesten Posten. Aber die Forschung muss nun mal auch weiterkommen. Oder nicht? Die größten Probleme sind immer noch nicht gelöst. Alzheimer, Parkinson, Langzeitkoma, wir wissen noch nicht einmal annähernd, was in diesem faszinierenden Organ, dem Gehirn, wirklich passiert und warum und wie wir das alles steuern können, wenn wir die letzten Geheimnisse entschlüsselt haben. Wir können da ansetzen. Gemeinsam oder jeder für sich. Wer die Lorbeeren am Ende herauspickt, wird sich dann schon zeigen. Ich werde auf jeden Fall an vorderster Front dabei sein. Wir sehen uns in Stockholm.

Dr. Stier starrte seine unliebsame Exfrau die ganze Zeit mit ausdruckslosem Blick an und konnte es immer noch nicht fassen. Diese schonungslose Selbstsicherheit, mit der sie auftrat und einen komplett in ihren Bann ziehen konnte. Diese fast schon manipulative Art, mit der sie alles, was sie sagte, sehr überzeugend zu ihrem Vorteil drehen konnte. Dieses grenzenlose Ehrgeizstreben, das sie an den Tag legte. Das war immer noch äußerst faszinierend. Es wirkte ansteckend. Stimulierend. Und trotzdem konnte er nicht zulassen, dass Maria und Sandy sich begegneten. Denn dann würde definitiv Blut fließen und im Elisabethkrankenhaus kein Stein mehr auf dem anderen stehen bleiben, was echt schade wäre, denn es war ein sehr schöner und geschichtsträchtiger Gebäudekomplex.

Und er hatte immer noch diese ganz bestimmte Angst im Hinterkopf, die immer stärker gegen seinen Schädel hämmerte, solange er ihr direkt gegenüberstand. Sandy trat zu perfekt auf. Nicht nur in ihrem Äußeren, das immer noch wahnsinnig anziehend wirkte. Auch auf ihn. Sie taktierte zu überlegt. Als hielte sie noch irgendetwas zurück. Und das ließ ihn misstrauisch bleiben. Denn sie hatte noch mit keiner einzigen Silbe ihre gemeinsame Tochter erwähnt, die sie vor über einem Jahr bei ihm zurückgelassen hatte, weil ihr ihre verdammte Karriere wichtiger gewesen war als alles andere, was sie sich gerade hatten aufbauen wollen, bevor sein kometenhafter Aufstieg als Chirurg der Stunde in der Charité einen herben Rückschlag erlitten hatte. Mit dieser Niederlage war sie am allerwenigsten klargekommen, obwohl der Fehler, der jedem hätte passieren können und der am Ende auf tragische Weise ein Menschenleben gekostet hatte, eigentlich nur ihn betroffen hatte. Sie hätte zu ihm stehen können. Aber nein, sie hatte auf ihre Weise die Konsequenzen gezogen und dabei ihren wahren Charakter gezeigt, der mit ihrer äußeren Schönheit nichts, aber auch gar nichts gemein hatte. Welcher Mensch ließ sein eigenes Kind zurück? Wer tat so was?

Cedric wähnte sein kleines Mädchen bei Gretchen und Schwester Sabine in guten Händen, das stand außer Frage, aber am liebsten wäre er sofort zurück in die Cafeteria geeilt, um sie und ihre Schwestern sofort nach Hause zu bringen, wo die Mädchen, vor allem Sissi, fern von Sandys Tentakeln in Sicherheit wären. Die Gefahr, dass sie sich hier im Haus begegnen würden, war einfach zu groß und er mochte sich die möglichen Folgen auch gar nicht erst vorstellen. Sein Fluchtinstinkt war irrational, ja, aber er wurde einfach das Gefühl nicht los, dass hier etwas gewaltig nicht stimmte. Und dazu reichte schon allein Sandys Omnipräsenz, der man nicht entkommen konnte. Sie hatte ihm schon einmal alles kaputtgemacht. Das würde er nicht noch einmal zulassen. Er verfluchte den Tag, an dem sie sich begegnet waren. Maria und er hatten sich, ohne es zu ahnen, den Feind direkt ins Haus geholt. Nicht nur als hochbegabte Studentin, die sie fördern wollten, sondern auch als Sarahs Babysitterin, die es gezielt darauf abgesehen hatte, ihn zu verführen, um das zu bekommen, was ihre Mentorin, die bis dato große Stücke auf sie gehalten hatte, schon hatte. Er würde es auf ewig bereuen, dass er sich darauf eingelassen hatte. Damals war er noch ein anderer gewesen. Genauso karrieregeil und süchtig von der Überholspur. Er hatte seiner kleinen Familie damit sehr viel Schmerz zugefügt. Das wusste er jetzt. Er konnte die Zeit, die er durch seine Dummheit verspielt hatte, nicht zurückspulen. Es gab nur einen Punkt, den er in diesem ganzen Irrsinn, der sein komplettes Leben auf den Kopf gestellt hatte, nicht bereute und das war Sissi. Sein Augenstern. Er würde für sie und ihre beiden Geschwister immer da sein und sie beschützen. Vor jeder dunklen Wolke, die sich bedrohlich über ihnen zusammenzog.

Und mit dieser unheilvollen Vorahnung schien Cedric Stier auch bald recht zu behalten. Als er seiner Exfrau nämlich nicht gleich auf ihre leidenschaftliche Rede über die Vorzüge ihres Chirurgenberufes antwortete, lenkte die ehrgeizige Neurochirurgin das Thema unvermittelt in genau diese Richtung, die sein Herz in akuten Aufruhr versetzte und seine Fluchtinstinkte erst so richtig in Gang brachte. Jetzt war er gezwungen, zu handeln.

Sandy: Cedric, hörst du mir überhaupt noch zu? Einen Dollar für jeden deiner Gedanken! Dann würde sich mein Aufenthalt in Berlin vielleicht doch noch auszahlen.
Cedric (blickt sie ausdruckslos an u. entscheidet sich, das Richtige zu tun u. zu gehen): Was? Egal! Mach doch, was du willst! Das tust du sowieso. Ich bin raus. Es gibt Wichtigeres im Leben.
Sandy (sieht ihm misstrauisch hinterher, wie er um die Ecke geht u. aus dem Zimmer verschwindet): Wie? Das war’s jetzt? Du gibst auf! Meine Güte, du hast wirklich deinen Biss verloren. Wo ist dein Ehrgeiz geblieben? Steckt der etwa schon in der Midlifecrisis? Jetzt warte doch mal!
Cedric (bleibt vor der Anmeldung noch einmal kurz stehen u. macht ihr kühl eine letzte Ansage): Lass mich! Mach dein Ding, aber lass uns damit in Ruhe!
Sandy (horcht verwundert auf u. liest zwischen den Zeilen): Verstehe. Wie geht es ihr?
Cedric (hat sich schon umgedreht, um schleunigst die Fahrstühle anzusteuern, verharrt nun aber für einen kurzen Moment in absoluter Schockstarre, denn mit dieser Frage hat er nicht mehr gerechnet): Was?
Sandy (schiebt sich aufdringlich in sein Blickfeld): Geht es ihr gut? Bestimmt geht es ihr gut, du kümmerst dich schließlich. Sie ist jetzt...
Cedric (fängt sich wieder, beißt sich auf die Lippen, um seinen Zorn zu regulieren, u. schenkt ihr den eisigsten Blick, den er aufzuwarten weiß): Eineinhalb. Aber war ja klar, dass du diese Nebensächlichkeit nicht mehr auf dem Schirm hast. Bei all den Projekten, die du verwirklichst. Glückwunsch zum Erfolg!
Sandy (widerspricht seinen unterschwelligen Vorwürfen vehement): Hab ich wohl. Cheyenne ist immer präsent, wenn ich...
Cedric (fällt der falschen Schlange zynisch ins Wort): Wenn du mal nicht im OP und darüber hinaus alles gibst, was? Und sie heißt Sissi, merk dir das! Sissi!
Sandy (schnauft verächtlich auf, weil sie sich übergangen fühlt): Du hast ihren Namen geändert? Dazu hattest du kein Recht.
Cedric (verschränkt abweisend seine Arme vor seinem Körper u. sieht sie kühl von der Seite an): Und ob ich das habe. Alle Rechte liegen bei mir, aber das kannst du ja nicht wissen. Du hast ja lediglich deinen Anwalt vorgeschickt, als es um die Annullierung unserer Ehe und das Sorgerecht für Sissi ging. Schieb mir jetzt nicht den schwarzen Peter zu, du wolltest das so. Außerdem hab ich nur den Zweit- mit dem Erstnamen getauscht. Sissi war schon immer ihr Rufname.
Sandy (schüttelt missbilligend den Kopf): Für dich und deine Schwester vielleicht. Ihr habt Cheyenne immer gehasst.
Cedric (kann sich ein zynisches Grinsen nicht verkneifen, bevor er wieder ernst wird): Wer würde das nicht? Er war ein Kompromiss, weil du unbedingt darauf bestanden hast. Gepasst hat er nie. Hättest du deine Tochter einmal genau angesehen, sie beobachtet, wie sie wirklich ist, dann hättest du das gemerkt. Er wäre spätestens, wenn sie in die Schule kommt, zum Problem geworden. Kinder können gemein sein zu anderen Kindern, vor allem wenn sie außergewöhnliche Namen tragen. Aber du musstest ja unbedingt mit deinem Kopf durch die Wand. Für eine exzentrische Person wie dich konnte es ja nicht exzentrisch genug sein.
Sandy (zickt beleidigt zurück): Jetzt wirst du ungerecht, Ceddie.
Cedric (ihm brennt jedes Mal die Hutschnur durch, wenn er den scheußlichen Spitznamen hört): Ich warne dich.
Sandy (hebt beide Hände in Unschuldspose): Jetzt krieg dich wieder ein! Seid wann bist du denn so empfindlich? Kann ich sie sehen?
Cedric (ein eiskaltes Händchen greift nach seinem Herzen): Wie bitte?
Sandy: Ich will sie sehen. Ich habe ein Recht dazu, Cedric.
Cedric (lacht höhnisch auf): Dem Anwalt nach zu urteilen, den du vorgeschickt hast, um uns beide so schnell wie möglich loszuwerden, nachdem du mit meiner gefälschten Unterschrift für das Stipendium und unseren letzten Ersparnissen bei Nacht und Nebel aus Berlin abgehauen bist, hast du alle Rechte dahingehend verwirkt.
Sandy (schaut ihn energisch an): Aber ich bin ihre Mutter.
Cedric (fühlt nichts außer Verachtung für diese Frau, was er nicht verhehlt): Ach, jetzt auf einmal fällt dir das ein? War das auch schon so, als sie ihre ersten Zähnchen bekommen hat und wochenlang nur geweint hat, bis sie all ihre Kräfte aufgeboten und aus Erschöpfung schließlich aufgegeben hat? Wo warst du, als sie sich plötzlich an meinem Schreibtisch hochgezogen hat und alleine losmarschiert ist wie eine Große, um die Welt um sie herum zu erkunden? Hundert Mal ist sie auf ihre Kniechen gefallen und hat sich ohne Hilfe wieder hochgerappelt. Oder als sie länger als jedes andere Kind in ihrer Kitagruppe gebraucht hat, bis sie zum ersten Mal ‚Papa‘ und Sarahs Namen gesprochen hat? Nein, das bist du nicht. Das bist du nie gewesen. Du warst ihr nie eine Mutter, auch nicht, als wir noch zusammengelebt haben und du es zumindest die ersten Wochen versucht hast und ziemlich schnell gemerkt hast, dass das alles nicht dein Ding ist. Du warst schneller wieder im OP, als manch einer für die Zeugung braucht. Du warst schon immer allein auf deine Karriere fixiert.
Sandy (fühlt sich angegriffen u. verteidigt sich): Menschen können sich ändern.
Cedric (schaut sie intensiv an, kann aber nichts entdecken, was ihn von seiner Meinung abbringen könnte): Das mag sein. Aber wenn man die vergangenen Minuten dieses sehr interessanten Gesprächs betrachtet, dann lässt das nur einen Schluss zu. Auf dich trifft das eher weniger zu.
Sandy (reagiert emotional aufgebracht): Das kannst du nicht beurteilen. Wir haben uns lange nicht gesehen. Ich möchte sie doch nur wiedersehen. Ein kleiner Besuch. Eine Annäherung. Das kannst du mir nicht verwehren.
Cedric (weicht immer weiter von ihr zurück, weil ihm das alles nicht behagt): Das geht nicht.
Sandy (versucht ihn mit eindringlichen Blicken zu erweichen): Cedric, bitte! Ich bin in Berlin. Das sollte doch kein Problem sein.
Cedric (schüttelt unentwegt mit dem Kopf u. geht weiter rückwärts): Ich kann nicht. Du weißt nicht, wie es war. Sie hat so lange gebraucht, um zu verkraften, dass von einem Moment auf den anderen plötzlich alles anders war, was sie bislang gekannt hatte. Du hast ihr Urvertrauen erschüttert, Sandy. In einer Weise, die unverzeihlich und unumkehrbar ist. Ich hab gedacht, sie kommt nie darüber hinweg. Aber sie hat sich endlich gefangen. Dank ihrer großen Schwester und weil wir alles gegeben haben. Sie ist glücklich. Ein glückliches Kind. Nimm ihr das nicht weg! Sie ist noch so klein. Sie fremdelt bei Menschen, die sie nicht kennt. Und dazu gehörst du mittlerweile auch.
Sandy (ist dann doch entgegen ihres Charakters merklich erschüttert): Cedric, ich will doch nur...
Cedric (bleibt stehen u. nickt verständnisvoll in ihre Richtung): Ich weiß. Aber mein Job ist es, sie zu beschützen und das werde ich. Um jeden Preis. Ich kann nicht zulassen, dass sie wieder durcheinandergebracht wird. Ihr sensibler Charakter würde das nicht verkraften und das würde ich wiederum nicht verkraften. Tut mir leid.

Cedric hatte sich mehr von der Seele geredet, als er eigentlich vorgehabt hatte, aber anders hätte es seine Ex, die ihn mit großen Augen fast schon flehend angeblickt hatte, vermutlich nicht verstanden. Er konnte nicht anders. Zum Schutze aller. Er nickte ihr noch kurz zu und wollte dann so schnell wie möglich wieder zurück zu seinen Kindern und zu seiner Freundin, die er unbedingt noch vorwarnen musste, bevor sie sich schlimmstenfalls noch zufällig begegneten. Aber als er sich umdrehte, geschah das so abrupt, dass er der Person, die ihm gerade eilig entgegengekommen war, ohne Vorwarnung direkt in die Arme stolperte. Und diese Person war mächtig geladen, als sie dem überrumpelten Dreifachpapa unvermittelt sein Kind wieder in die Arme drückte und anschließend zum verbalen Rundumschlag überging...

Stefanie (fuchtelt wild mit ihren Händen vor seiner Nase herum, nachdem sie das weinende Kind wieder abgegeben hat): Dr. Stier, Sie... SIE! Wagen Sie es NIE wieder! Ich bin nicht Ihr Kindermädchen. Ich bin weder befugt, noch habe ich irgendein Interesse daran, in Ihr seltsames Familienkonstrukt mit hineingezogen zu werden. Schon schlimm genug, dass mir die Pflegekräfte abhanden kommen, weil die Enkel vom Chef in der Cafeteria ein tränenreiches Konzert von sich geben. Das lasse ich mir vielleicht noch gefallen, aber hier ist definitiv eine Grenze erreicht. Wenn Sie mit der Betreuung der Frucht Ihrer Lenden überfordert sind und nicht damit klarkommen, dass Ihre Frau hier ihren Mann stemmt, dann müssen Sie sich eine andere Lösung einfallen lassen. Dieses Krankenhaus ist nicht die Babysitternotrufhotline. Besorgen Sie sich anderweitig Hilfe oder verlassen Sie gleich ganz das Krankenhaus, Sie... Sie überhebliche Person, Sie! Schlimmer noch als der Meier. Unfassbar so was! Schwängern jeden, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, diese verfluchten Akademiker. Und im Übrigen ist alles in Ordnung mit Ihrem Minihippo. Der Termin wäre erst in zwei Wochen gewesen, Sie Planungsgenie. Und jetzt raus hier! Kleinkinder haben hier auf Station und überhaupt nichts zu suchen, Herr Doktor. Auch Sie halten sich, verdammt noch mal, an die Besuchszeiten!

Oberschwester Stefanie klatschte dem verdutzten Chirurgen das ausgefüllte U-Heft seines Kindes gegen die Brust, funkelte ihn noch einmal aus stark geweiteten Pupillen bedrohlich an und wollte gerade das Stationszimmer stürmen, um sich endlich die ihr zustehende Pause zu gönnen, die ihr heute anscheinend jeder verwehren wollte, als ihr die fremde Frau hinter dem Empfangstresen auffiel, die dort definitiv nicht hingehörte. Und noch so einige andere Ungereimtheiten fielen der aufmerksamen Stationsleiterin sofort ins wachsame Auge.

Stefanie: Unfassbar, womit ich mich hier alles herumschlagen muss. Nur weil die ach so Studierten ihr Leben außerhalb des OPs nicht geregelt bekommen. Was mit mir ist, da fragt keiner nach. Und warum ist die Anmeldung schon wieder unbesetzt? Wieso ist hier keiner? Macht denn hier jeder nur noch das, was ihm gefällt? Das wird ein Nachspiel haben. Kaum ist der Meier wieder da, spielen die Hasen verrückt. Aber nicht mit mir! Und Sie? Wer sind Sie? Unbefugte haben im Stationszimmer nicht zu suchen. Verschwinden Sie!
Sandy (auch wenn sie sonst nicht viel erschüttern kann, die hiesige Oberschwester schon): Äh... Ich bin Doktor...
Stefanie (schmeißt ernüchtert die Hände in die Luft): Noch eine Ärztin, na wunderbar, hier muss irgendwo ein Nest von denen sein. Ich werde hier noch wahnsinnig.
Sandy (fühlt sich dann doch beleidigt u. wehrt sich): Entschuldigung, ich bin extra aus den Staaten angereist, um hier eine Vortragsreihe zu halten, Schwester...
Stefanie (lässt sich schwerfällig auf Sabines Schreibtischstuhl fallen u. guckt in die leere Kaffeetasse auf deren Platz, bevor sie doch wieder aufsieht u. den unverschämt gutaussehenden Gast genauer in Augenschein nimmt): Oberschwester! Brinkmann. Ach, Sie sind das? Sollten Sie nicht erst übermorgen eintreffen?
Sandy (schaut sich suchend nach Cedric um): Äh...ja, ich habe einen früheren Flug genommen. Das ist mit dem Professor abgesprochen.
Stefanie (springt missmutig von ihrem Platz wieder auf u. verlässt die Anmeldung auf flinkem Fuße): Egal! Der ist nicht da. Mitkommen! Ich soll Sie herumführen, sobald Sie eintreffen. Warum das keiner dieser Möchtegernakademiker machen kann, ist mir zwar ein Rätsel, aber mit mir kann man es ja machen. Das war das letzte Mal. Darauf können Sie sich was einbilden, Frau...?
Sandy (merklich überfordert): Moeller. Dr. Sandy Moeller.

Sandy wollte noch Cedric um Hilfe bitten, sie aus den Klauen dieser herrischen Schwester zu befreien, aber der hatte sich bereits umgedreht und war mit dem Kind auf dem Arm im Fahrstuhl verschwunden. Ihr Blick blieb noch an ihm und dem weinenden Baby haften, bis sich die Aufzugstüren geschlossen hatten. Der Anblick hatte sie durcheinandergebracht. Das hatte sie nicht erwartet. Und Oberschwester Stefanie hatte nicht erwartet, für jeden dahergelaufenen Gast den Hampelmann spielen zu müssen.

Stefanie (tippt ungeduldig mit dem linken Fuß auf dem Laminat herum): Was ist? Kommen Sie endlich! Ich hab nicht ewig Zeit. In einer Stunde fluten die Besucher unserer Patienten die Gänge und das Chaos bekommt neue Dimensionen, was natürlich mal wieder mir aufgebürdet wird, wie sollte es auch anders sein.
Sandy (starrt immer noch zum Aufzug): Das ist ein Kind?
Stefanie (ist dann doch irritiert von der Blitzmerkerin): Sehr treffsicher analysiert, Frau Doktor. Sie haben nicht in Deutschland studiert, oder?
Sandy (ist mit ihren Gedanken ganz woanders, als sie der grummeligen Schwester langsam den Flur hinunter folgt): Aber müsste es nicht schon viel größer sein?
Stefanie (bleibt abrupt am Ende des Ganges stehen u. guckt die Besucherin an, als hätte sie nicht mehr alle Latten am Zaun): Äh... nein, für ein Frühchen hat es sogar schon reichlich zugelegt. Es entwickelt sich prächtig. Seinem Alter entsprechend. Ich komme gerade mit ihm vom Kinderarzt. Aber was geht Sie das an, wenn ich fragen darf?
Sandy (jetzt fällt es ihr wie Schuppen von den Augen): Er hat noch ein Kind!
Stefanie (rollt theatralisch mit den Augen u. will schleunigst weitergehen): Tut mir leid, aber für den Klatsch und Tratsch in diesem Haus bin ich nicht zuständig. Wenn ich nicht eingreifen würde, würde sich hier nämlich niemand mehr auf seinen Job konzentrieren, sondern nur noch schwanger durch die Gegend stolzieren. Das letzte Jahr war katastrophal. Ich kam gar nicht mehr hinterher, die Lücken im Personalplan zu stopfen. Die Ärzte verteilen hier ihre Gene, wie es ihnen beliebt. Meier, Kaan, Ebersbusch, Stier, selbst der Gummersbach hat jetzt ein Kind und lenkt meine Schwestern ab. Bald arbeitet hier niemand mehr. Also können Sie sich glücklich schätzen, dass ich mich um Sie kümmere. Was ist jetzt, soll ich Sie nun herumführen, oder nicht?
Sandy: Vielen Dank, Oberschwester! Ich habe mir bereits ein Bild gemacht, als ich vorhin angekommen bin, und das schien mir sehr viel versprechend zu sein.

...murmelte die junge Chirurgin eine dahin geworfene Entschuldigung und ließ die verdutzte Oberschwester mitten auf dem Flur, am Abzweig zur gynäkologischen Abteilung, einfach stehen. Sie zückte ihr Handy aus ihrer Luxushandtasche und hielt es sich ans Ohr, während sie langsam den Gang der Chirurgie vor stolzierte, bis sie vor den Aufzügen zum Stehen kam, die sich alsbald wieder öffnen sollten. – „Hey! It’s me! … Yes! Better than we thought. I think I know how we can handle it. … There’s no problem, darling. … Definitely. He would wish he had never made this mistake. … Yes! I call you later. Bye!” Als sie mit einem zufriedenen Grinsen auf ihren stark geschminkten Lippen wiederauflegte und die geöffneten Fahrstuhltüren passierte, während sie in ihrer Handtasche kramte, bemerkte sie nicht, dass kurz zuvor jemand ausgestiegen war, sie kurz verwundert angesehen und dann auf direktem Wege eines der Büros auf dieser Etage angesteuert hatte.

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