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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

07.05.2012 17:31
#1276 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach einigen quälendlangen Minuten, in denen der Rettungsassistent sein ganzes in drei Jahren Ausbildung errungenes und in acht Jahren Berufserfahrung verinnerlichtes Programm routiniert durchgezogen hatte, bemerkte er erleichtert, wie die Lider seiner hübschen Patientin zu flackern begannen und wie ihre rechte Hand in Zeitlupe zu ihrer leichenblassen und schweißbenetzten Stirn wanderte und zitternd darüber strich. Sie kam langsam wieder zu sich, dachte Gordon wesentlich ruhiger als noch zuvor und fuhr sich mit einer Hand über seinen Mund. Sein Herz klopfte ihm immer noch bis zum Hals. Er war vollkommen fertig. Die Angst, die Sorge, die Erschöpfung und die Müdigkeit nach einer langen Schicht, alles kam mit einem Mal zusammen. Aber ihr schien es zum Glück besser zu gehen. Das war doch die Hauptsache, die alles vergessen ließ.

Gabi: Was... was... ist passiert?

...fragte die Brünette mit schwacher brüchiger Stimme, als sie irritiert registrierte, dass sie auf dem kalten Fliesenboden lag. Sie war verwirrt und versuchte, sich aufzurichten, um zu sehen, was los war. Gordon half ihr dabei. Er stützte ihren Rücken, ließ sie aber noch am Boden sitzen und blickte sie nun ernst von der Seite an...

Gordon: Ich dachte, du kannst mir das beantworten, Gabi.

Große dunkelgrüne Augen starrten ihr Gegenüber nun fragend an. Gabi wusste überhaupt nicht, was das alles zu bedeuten hatte und wo sie sich überhaupt befand. Vorsichtig schaute sie sich in dem Raum um und als sie die blauen Säcke und die Schaufel entdeckte, kamen die Erinnerungen mit einem Schlag zurück. Sie war noch immer in der Plantage. Aber wieso lag sie am Boden?

Gabi: Ich weiß nicht. Ich... ich hab angefangen, das Zeug zu entsorgen und dann...
Gordon (bemerkt es erst jetzt u. schaut sich nun hektisch in seinem „Reich“ um): Mann Gabi, da war aber das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Gabi (wieder ganz klar und ernst): Du kennst meinen Standpunkt, Gordon.
Gordon (eingeschnappt): Dann hättest du gar nicht erst hier anfangen sollen.
Gabi (fasst sich an ihren Kopf, der ihr weh tut): Ja, das hätte ich wohl. Ich bin die Diskussion echt leid. Mann, mir brummt der Schädel. Mir ist schlecht und ich sitze hier im Dreck auf dem Boden.
Gordon (vergisst seine idiotischen Pflanzen u. beugt sich wieder besorgt über seine Patientin): Was ist nur passiert?
Gabi (versucht sich krampfhaft zu erinnern, was das Brummen ihres Schädels nur noch mehr verstärkt, aber zumindest ist sie noch zu Zynismus fähig): Ich hab bestimmt schon über eine Stunde hier gehockt und hab die Pflanzen rausgerissen. Keine Sorge, die Wurzeln sind noch dran, falls du noch was mit ihnen anfangen willst. Ich will mir ja auch nicht nachsagen lassen, dass ich Kohle zum Fenster rausschmeißen würde.
Gordon (ist überhaupt nicht zum Lachen zumute): Gabi, das ist doch jetzt scheißegal. Hauptsache dir geht’s gut.
Gabi (kann auch nicht darüber lachen): Die Entsorgung übernimmst aber du. Ich wollte das Ganze nur endlich in Schwung bringen, bevor hier noch die Bagger anrollen. Ich hatte gerade einen Sack vollgemacht und rüber zu den anderen beiden geschleppt, als mir dann plötzlich schwarz vor Augen geworden ist. Danach weiß ich nichts mehr. Und jetzt... wache ich... hier... neben dir auf. Das ist wirklich kein Spaß, kann ich dir sagen. Ich fühl mich hundeelend.
Gordon (sieht sie ernst an): Komm, ich bring dich rüber. Du solltest dich besser durchchecken lassen.

Gordon wollte seiner Kumpeline aufhelfen, doch diese stieß seine helfende Hand unsanft von sich weg und wollte selber vom Boden hochkommen, merkte aber dabei, wie sich schon wieder alles drehte, ihre Knie einbrachen und sie nicht mehr anders konnte, als nachzugeben und in Gordons stützende Arme zu fallen, der sicherheitshalber hinter ihr stehen geblieben war, um im Notfall rechtzeitig eingreifen zu können, was nun auch der Fall war.

Gabi: Lass das! Ich...
Verdammt! Was ist mit mir los?
Gordon: ... helfe dir doch gerne, Gabilein. Hier! Setz dich!

Gordon zog grinsend einen Hocker herbei, auf dem sich Gabi seufzend nieder ließ. Ihr war ganz komisch zumute. Sie konnte sich das überhaupt nicht erklären. Heute Morgen zum Schichtantritt war es ihr doch noch gut gegangen. Eigentlich war sie ganz euphorisch und beschwingt gewesen, weil Mehdi seit gestern Abend wieder da war. Noch nicht mal der Gedanke daran, dass ihre Schwiegereltern in spe heute Nachmittag vorbeikommen würden, um die neue Wohnung zusammen mit Lilly zu inspizieren, hatte ihrer Hochstimmung und ihrem Glücksgefühl Abbruch tun können. Bis jetzt. Sie war völlig durcheinander und suchte nach Erklärungen für ihren seltsamen Zustand...

Gabi: Danke! Ist wohl der Kreislauf?
Gordon (hockt sich kopfnickend vor sie hin u. hält ihre beiden Hände fest, während er ihr eindringlich in ihr blasses Gesicht schaut): Lass das lieber mal die Fachleute überprüfen. Ich hatte echt Schiss, dich hier so zu sehen.
Gabi (schüttelt seine Hände ab u. will sich nicht helfen lassen): Ich hab das schon öfter mal gehabt. In der Pubertät bin ich regelmäßig umgekippt. Und als ich...

OH!!! ... Nee, ne? Das ist jetzt nicht wahr? ... Du hast dich nur übernommen. ... Genau!

Und plötzlich riss die brünette Krankenschwester ihre Augen weit auf, fasste sich mit ihrer rechten Hand an den Mund und starrte Gordon ungläubig an, der sie eindringlich musterte, nachdem er ihre plötzliche Veränderung im Gesicht bemerkt hatte, und absolut keinen Schimmer hatte, was gerade in ihrem süßen Köpfchen vor sich ging.

Gordon: Ja?

Noch etwas benommen von der Ohnmacht kam Gabi ein unglaublicher Verdacht und in ihren Gehirnwindungen begann es plötzlich unaufhörlich zu arbeiten und Zusammenhänge zusammenzusuchen. Ohne ihm zu antworten, kam sie langsam aus ihrem Sitz hoch. Jegliches Ohnmächtigkeitsgefühl war mit einem Mal vergessen und wurde nun von einem ganz anderen Gefühl ersetzt. Festen Schrittes setzte sich die schöne Krankenschwester in Bewegung, als würde sie von unsichtbaren Schnüren gezogen. Sie fuhr sich mit einer Hand über ihren Bauch, ließ sie darauf ruhen und schwebte regelrecht zur Schiebetür, die sie langsam aufschob. Gordon ging ihr beunruhigt hinterher und hielt sie an der Schulter fest, woraufhin sie sich auf der Schwelle noch einmal zu dem Sanitäter umdrehte. Sie hatte ganz vergessen, dass er noch da war.

Gordon: Denkst du nicht, dass es besser wäre, wenn du noch etwas sitzen bleibst. Wer weiß, wie lange du schon hier gelegen hast. Eh ich hab kein gutes Gefühl dabei. Ich bring dich dann auch gleich rüber. Oder soll ich dem Kaan Bescheid geben?

Ohne Angst vor den Konsequenzen seines Handelns und der leichten Eifersucht, die er noch immer verspürte, wenn der südländische Arzt ins Spiel kam, schlug Gordon dies vor. Doch Gabi wiegelte mit einer abweisenden Handbewegung ab. Trotzdem dankbar schaute sie ihn nun aus sanftmütig schimmernden Augen an. Er bemerkte die Veränderung in ihrem Blick, konnte sich aber keinen Reim darauf machen.

Gabi: Nicht nötig. Danke Gordon. Mir geht’s schon wesentlich besser. Kümmere du dich hier lieber um den Rest. Die alte Häsin weiß auch Bescheid. Ich muss jetzt... Tschüß und danke noch mal.

Und ohne er es versah, war Gabi auch schon aus der Tür hinaus und ließ einen betröppelten jungen Mann zurück, der sich nun irritiert in seiner „kleinen“ Gartenanlage umschaute und schließlich aufstöhnte, als er das ganze Durcheinander erkannte...

Gordon: Na prima!

Inzwischen schwebte Gabi Kragenow bereits gedankenverloren den langen dunklen Flur des Ostflügels vor. Ihre verdächtig schimmernden Augen immer geradeaus gerichtet. Immer dem zunehmend aus dem Takt geratenen Herzen nach. Ihre zierlichen Füße trugen sie fast von alleine zum Ausgang des Gebäudes. Sie machte nichts, außer mit ihrer zitternden Hand immer wieder über ihren halb geöffneten Mund zu streichen, der die Unglaublichkeit einfach nicht in Worte fassen konnte, und dann über ihren Nacken, der vom Sturz auf den Boden noch leicht schmerzte. Die Symptome, dachte Gabi bewegt, das kam ihr alles so vertraut vor. Sie hatte sich schon einmal so gefühlt. So völlig außer Takt. Ein Jahr war das jetzt her.

Und plötzlich fiel ihr auch wieder ein, dass ihr schon einige Zeit, bevor ihr schwarz vor Augen wurde, der Geruch der Pflanzen vermischt mit den Biodüngemitteln unangenehm geworden war. Dann das künstliche subtropische Klima in dem kleinen ehemaligen OP-Saal, womit - laut grünem Daumen von Frau Haase - angeblich beste Wachstumsbedingungen geschaffen wurden, aber das ihr schon vom ersten Tag an nicht wirklich bekommen war. Ihr war vorhin richtig übel geworden und sie hatte das vergitterte Fenster kurz geöffnet, um Luft schnappen zu können, weil sie es nicht mehr länger ausgehalten hatte. Die kühle Brise hatte wohl nicht geholfen. Fünf Minuten später war sie umgefallen. Das konnte doch alles gar nicht sein? Mehdi und sie hatten doch immer...

Gabi Kragenow war so sehr in ihrer ganz eigenen Gedankenwelt vertieft und mit ihrem vagen Verdacht beschäftigt, dass ihr gar nicht auffiel, wie ihr die Außentür vor der Nase aufgerissen wurde und sie plötzlich mit einer in einem weißen Kittel gekleideten Frau zusammenstieß, die sie auch gleich unvermittelt ansprach, weil sie ebenso überrascht von der unerwarteten Begegnung war...

Gretchen: Gabi?

Jetzt bemerkte auch die verdutzte Krankenschwester die blonde Assistenzärztin, die ihr verwundert direkt in die Augen schaute. Doch Gabis Reaktionsvermögen war immer noch leicht eingeschränkt angesichts der Möglichkeiten, sie sich so plötzlich aufgetan hatten.

Gabi: Gretchen?

Gretchens fragende Blicke gingen tiefer und blieben an den braunen Erdflecken auf Gabis Kittel hängen, um anschließend direkt zurück zu ihrem Gesicht zu wandern. Mehdis Freundin sah ziemlich blass um die Nase aus. Und überhaupt, was machte sie hier? Besorgt sprach Marcs Lebensgefährtin Gabi sofort darauf an...

Gretchen: Oh Gott, Gabi, ist irgendwas passiert? Was machst du hier?
Gabi (ertappt und überfordert zugleich windet sie sich schnell heraus): Was...? Wie? ... Nein! Alles gut. Wenn du mich ... bitte ... entschuldigen würdest, ich habe noch... etwas zu erledigen.

Und weg war sie, ohne dass Gretchen noch weiter nachhaken konnte. Seltsam! Sie schaute der flüchtenden Krankenschwester betröppelt hinterher, die vor der Tür erst die eine Richtung einschlug, nämlich zum Haupteingang des EKH, es sich aber dann urplötzlich wieder anders überlegte, um schnellen Schrittes in die andere Richtung, über den Parkplatz zum Krankenhauspark zu laufen, hörte aber dann auf einmal eine laute Stimme hinter sich, was sie sofort von Gabis Rückenansicht ablenkte...

Gordon: GABI, warte mal! Ich... Oh! ... (leise) Shit!

Gretchen drehte sich abrupt um die eigene Achse und erkannte, als sie die Augen fest zusammenkniff, am anderen Ende des dunklen Flurs verwundert den blonden Sanitäter, der gerade schnaufend einen blauen Müllsack durch eine hölzerne Schiebetür schob, die immer wieder zuklappen wollte, und der plötzlich noch in der zuklappenden Tür innehielt, nachdem er bemerkt hatte, dass er unangenehme Gesellschaft bekommen hatte. Die überraschte Ärztin hob schon ihre Hand, um ihm zuzuwinken und ihn anschließend zur Rede zu stellen, was er denn hier in dem ungenutzten Gebäudeteil zu suchen hatte, wo doch eigentlich keiner sein durfte - außer sie und Marc natürlich -, als ihr klingelndes Handy sie kurz von dem ertappten Mann ablenkte, dem der Angstschweiß, aufgeflogen zu sein, direkt ins Gesicht geschrieben stand.

Sie wandte Gordon kurz den Rücken zu und fischte ihr rosa Telefon aus ihrer Kitteltasche. Sie ging schnell ran, nachdem sie die Nummer erkannt hatte, und drehte sich dabei noch einmal um, aber da war ihr sympathischer Kollege, der ihr sonst immer mit einem Lächeln und einem charmanten Kompliment begegnete, auch schon wieder verschwunden. Verwirrt drehte sich Gretchen nach allen Richtungen um und scannte den Flur mit ihren suchenden Augen ab. Nichts. Sie hörte noch nicht einmal die Stimme am anderen Ende der Leitung ihres Handys, das sie gedankenverloren gegen ihr rechtes Ohr hielt. Erst als diese immer lauter und genervter klang - „HAAAASENZAAAAHN, verdammt!!!“ -, war ihre ganze Aufmerksamkeit geweckt...

Gretchen: Marc? Wo bist du? Ich bin gleich... (stutzt verwirrt) ... Wie? Was soll das heißen, ihr seid schon gefahren? Aber ihr könnt doch nicht... Ich dachte, wir... wir treffen uns noch mal. Ich bin doch schon... Ja, aber, hast du denn meine Sms gar nicht bekommen? ... (enttäuscht) ... Ach so. Okay, schade, dann... ähm... Was flüsterst du denn so? Ich hör dich gar nicht richtig. ... (verzückt lächelnd) ... Du bist ja süß! Hihi! Dann bis später zuhause. Ich mache hier die Berichte noch schnell fertig und komme dann gleich nach. Ich liebe dich. ... Ich hab dich nicht verstanden. ... (grinst vergnügt) ... Lauter! Schämst du dich etwa vor Mehdi? Hihi! ... (hält lachend ihr laut meckerndes Handy etwas von sich weg) ... Ich dich auch, du Grummelkönig. Bis dann. ... (lächelt verliebt, als ihr noch ein Geistesblitz kommt) ... Ach, habt ihr auch die Getränkeliste dabei? ... Aufgelegt! Hmm? Naja, er hat ja Mehdi dabei.

Gretchen drückte seufzend auf die rote Hörertaste und steckte ihr Handy wieder in ihre Kitteltasche, in der sie nun tief ihre Hände vergrub. Im ersten Moment war sie schon etwas enttäuscht gewesen, dass Marc ihren Babytermin ungefragt verschoben hatte. Andererseits hatte sie das heute auch schon einmal getan und sie kannte ihren Pappenheimer ja, wenn der mal nicht das bekam, was er wollte. Aber sie war auch mächtig stolz auf ihren grummligen Schatz, weil er offenbar Eigeninitiative zeigte und freiwillig und mitdenkend schon einmal eher an die Partyvorbereitungen für heute Abend herangegangen war. Er war halt doch ein ganz, ganz Lieber! Das war ihrer guten Erziehung geschuldet!

Glücklich vor sich hin schmachtend verließ Gretchen also daraufhin den Ostflügel des Elisabethkrankenhauses. Die seltsamen Begegnungen mit Schwester Gabi und mit Gordon gerade eben, die ihr vielleicht im Nachhinein zum Nachdenken hätten geben müssen, hatte die verliebte Assistenzärztin schon längst wieder vergessen und so lief sie schnell zurück zum Hauptgebäude. Sie wollte so schnell wie möglich mit ihrer Arbeit fertig werden, um ihrem Schatz rasch in die Arme fallen zu können, um sich bei ihm ordentlich für seinen uneigennützigen Einsatz zu bedanken. Und da war ja auch noch ein Polterabend vorzubereiten. Sie freute sich schon diebisch darauf, vor allem auf die Gesichter von Günni und Sabine. Dabei ahnte die entschlossene Partyplanerin noch nicht einmal, dass er auch für sie so einige Überraschungen aufbieten würde.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

09.05.2012 14:42
#1277 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Am späten Nachmittag herrschte rege Betriebsamkeit in der Casa Meier-Haase. Gretchen war kaum zur Tür hereingekommen, da wuselte sie auch schon wie ein aufgescheuchtes Huhn hektisch durch den gesamten Wohnbereich, dekorierte und schmückte hier und da, stellte dort etwas um, änderte es wieder zurück, um an anderer Stelle eine neue Veränderung vorzunehmen. Dem Stil der hellen und lichtdurchfluteten Dachgeschosswohnung folgend hatte sich die hübsche Trauzeugin für eine eher schlichte Dekoration für den Polterabend von Schwester Sabine und Dr. Gummersbach entschieden. Kein großes Bohei mit bunten kitschigen Girlanden und Bändchen, sondern lediglich romantische Schlichtheit. Denn genauso schätzte sie auch die Brautleute ein. Bescheidenheit und Herzensgüte zeichneten die beiden Liebenden aus. Und hatte nicht auch in dem Klatschblatt, das sie vorhin beim Friseur gelesen hatte, bei dem sie sich noch schnell für die morgige Hochzeit hatte stylen und verwöhnen lassen, gestanden, dass man selbst in Hollywood bei den großen Filmgalas wie den Oscars oder den Golden Globes auf eine neue Natürlichkeit vertraute. Und das passte doch perfekt zum Filmmotto ihrer Kostümparty heute Abend. Weniger war eben doch mehr. Was fehlte, konnten schließlich immer noch die Kostüme berühmter Film- und Fernsehfiguren wettmachen.

Und so hatte Gretchen ihr Konzept noch einmal komplett über den Haufen geworfen und hatte auf ein unter der Decke hängendes Netz verzichtet, das eigentlich mit roten und weißen Herzchenluftballons hätte gefüllt werden sollen. Es hätte eh die Zeit gefehlt, diese alle noch aufzublasen, wo sie doch vergessen hatte, eine entsprechende Apparatur zu besorgen und Marc sich meckernd geweigert hatte, selbst seine kostbaren Lungen anzustrengen. Und irgendwie war seit ihrem Einzug vor ein paar Wochen auch die Leiter verschwunden, die sie zur Befestigung des Netzes und der Diskokugel an der Decke gebraucht hätten. Auch wenn von Anfang an der Wurm drin gewesen war, so ließ sich daraus doch auch immer noch etwas Neues und Besseres schaffen. Gretchen Haase war ganz in ihrem Element. Ihre Kreativität und ihre gute Laune waren schließlich grenzenlos. Und so hatte sie stattdessen überall in der Wohnung weiße Kerzen und frische Frühlingsblumen - gelbe Narzissen und Tulpen - in weißen geschwungenen Vasen aufgestellt, die den noch so fernen Frühling ins Penthouse brachten und so eine romantische Atmosphäre schufen, wie sie die verspielte Romantikerin liebte. Und war der Frühling nicht auch die Jahreszeit der Verliebten. Ein Aufbruch für etwas Neues. Ja, das war es. Und gelb war schließlich Sabines Lieblingsfarbe. Gretchen konnte damit also gar nicht falsch liegen.

Sabines Trauzeugin und beste Freundin befestigte noch schnell ein selbstgemaltes Willkommensplakat für das glückliche Brautpaar, das sie gestern zusammen mit Lilly mit goldenen Sternen, Monden und Sonnen verziert und gestaltet hatte, von der Wohnungstür die Balustrade entlang, unter der sich die Dielennische befand, bis zur Holztreppe, die hoch ins Schlafzimmer führte, und war schließlich sichtlich zufrieden mit dem Resultat ihres anstrengenden Nachmittagseinsatzes, als sie sich dort erschöpft in der Diele in einen der gemütlichen Sessel fläzte, die Beine ausstreckte und sich im Raum umschaute. Die junge Frau ließ sich von nichts und niemand von ihren übersprudelnden Ideen und ihrer guten Laune abbringen, auch nicht von den beiden spöttelnden Jungs, die kurz nach ihr nach Hause gekommen waren, ihr Tun sprachlos mit offenen Mündern verfolgt hatten und sich, nachdem sie die Getränke hinter die als Bar umgestaltete Kücheninsel deponiert hatten und sich nach getaner Arbeit zufrieden eins der Biere aufgemacht und zusammen an die Theke gelehnt miteinander angestoßen hatten, den einen oder anderen Machospruch nicht hatten verkneifen können.

Zum Glück hatte es dann an der Tür geklingelt und Gretchens Mutter war früher als erwartet aufgetaucht, die Marc und Mehdi erfolgreich vertreiben konnte. Während der Halbperser sich vorerst auf den Heimweg gemacht hatte und der charmante Chirurg sich vor seiner bestens aufgelegten Schwiegermutter in spe lieber sicherheitshalber in sein Büro- und Spielezimmer verkrochen hatte, die, ob man es hören wollte oder nicht, aufgeregt davon berichtete, wie sie vorhin Jochen und dessen neue Freundin verhört und zum gemeinsamen Mittagessen am kommenden Sonntag eingeladen hatte, bereiteten Gretchen und ihre unentwegt plappernde Mutter in der offenen Küche die kulinarischen Köstlichkeiten für die Feier dekorativ her. Bärbel, die bisher eine eher klischeehafte und konservative Meinung über alleinerziehende Teenymütter hatte, war richtig begeistert von der charmanten Achtzehnjährigen und ihrem offenen und freundlichen Wesen gewesen, das auch auf ihren kleinen Jungen ausgestrahlt hatte, dem aber, so vermutete Gretchen richtig, die Begegnung mit seiner hysterischen Mutter sicherlich mehr als unangenehm gewesen war. Sie würde Jochen später mal anrufen und fragen, wie es ihm jetzt ginge und ob er jetzt nicht alles mit Chantal wieder hinschmeißen wolle, was sie ihm natürlich sofort wieder ausreden würde.

Die stolze Haasen-Mutter und Neu-Oma hatte es sich übrigens angesichts des feierlichen Anlasses auch nicht nehmen lassen wollen und hatte sich ebenfalls für den Polterabend in zauberhafte Schale geworfen - als „Mary Poppins“ nämlich stilecht mit Regenschirm bewaffnet -, obwohl sie bei der eigentlichen Feier gar nicht mehr dabei sein würde. Sie hatte sich einfach von der Euphorie der anderen Helfershelferlein anstecken lassen, sich auch dem Anlass entsprechend zu verkleiden und sie sah wirklich toll aus in ihrem Kostüm, wie ihr ihre Tochter immer wieder lächelnd Honig um den Mund schmierte. Nachdem sich Bärbel und Gretchen Haase zufrieden ihr kulinarisches Werk angeschaut hatten, das aus verschiedenen Fingerfoodkreationen, Canapés, Dips und Salaten bestand und das sie auf der Küchenanrichte drapiert hatten, und sich anschließend spontan in den Arm genommen und kurz miteinander geknuddelt hatten, verabschiedete sich Gretchens Mutter auch schon wieder. Sie wollte ihren Mann mit ihrem zauberhaften Outfit in der Klinik überraschen und anschließend mit ihm - für ihn hatte sie natürlich auch das passende Kostüm besorgt - Olivier Meier einen Spontanbesuch abstatten.




Mary "Bärbel" Poppins und ihr Franz äh... Bert

Quelle: Google Pics



Nachdem Bärbel die Wohnung ihrer Tochter verlassen hatte, hieß es auch für Gretchen sich zu sputen. Die Zeit drängte und erst zwei Drittel der Vorbereitungen waren geschafft. In zweieinhalb Stunden würden schon die ersten Gäste eintreffen. Und wie es nun mal ihre Art war, verfiel die junge Frau schnell in aufgeregte Hektik. Unvermittelt riss sie die Tür zu Marcs Büro auf, der darin gerade lustlos an seiner Habilitation gefeilt hatte und der seine hektische Freundin wegen ihrer unangekündigten Störung dementsprechend grimmig anschaute, als sie sich vor seinem mit Medizinbüchern und ausgedruckten Zettelbergen von Fachartikeln übersäten Schreibtisch aufbaute und ihn im Feldwebelton beauftragte, dass er doch bitte noch die Dachterrasse vorbereiten solle, für die sie extra Feuerkörbe und Heizpilze besorgt hatten und die neu angeschafften Gartenmöbel müssten auch noch zusammengebaut und aufgestellt werden, falls sich die Gäste während der Party gerne nach draußen zurückziehen wollten. Für ausreichend wärmende Decken für die gemütliche überdachte Loungeecke war ebenfalls gesorgt worden. Frau dachte schließlich mit. Es war immer noch tiefster Winter in Berlin. Auch wenn es am heutigen Tag mal nicht schneite, hatte man doch eine recht kühle Nacht vorausgesagt. Und bevor Marc etwas meckernd dagegen erwidern konnte, hatte Gretchen die Tür auch schon wieder hinter sich zugeschmissen und war blitzschnell im Bad gegenüber verschwunden, um sich für den Abend aufzuhübschen.

Nach langem Zögern und einem letzten tiefen beruhigenden Schluck aus seiner halbleeren Bierflasche, die er neben seinem Computer abgestellt hatte, folgte der Chirurg brav Gretchens harschen Ansagen, um zumindest guten Willen zu zeigen, obwohl er eigentlich null Bock auf den „Event des Jahres“ hatte, wie Haasenzahn immer so schön theatralisch das heutige Abendprogramm beschrieb. Er machte eine Sicherungskopie und schloss das Dokument auf seinem PC, auf das er sich nach den aufwühlenden Erlebnissen des Tages eh nicht wirklich hatte konzentrieren können, und fuhr anschließend seinen Laptop herunter. Schweren Schrittes schlurfte er dann zur Tür, die ihn unwiderruflich in den Partybereich bringen würde, auf dessen Besuch er gerne verzichtet hätte, öffnete diese ganz vorsichtig, so als ob sich dahinter irgendetwas gefährliches Todbringendes befinden würde, und hielt plötzlich inne, als seine gespannten Lauscher gegenüber die schrägen Gesangskünste seiner Freundin vernahmen, die offenbar gerade beim Duschen für „Sing Star“ trainierte. Eine recht verführerische Vorstellung, gestand sich der schmunzelnde Oberarzt ein und grinste verheißungsvoll, als er die paar trennenden Schritte über den Flur überwand. Marc war gewollt, seiner engelsgleichen Sängerin sofort in die Nasszelle zu folgen, musste aber im selben Moment enttäuscht feststellen, dass Madame offenbar die Badezimmertür abgeschlossen hatte. Dieses kleine Biest, fluchte der Macho wegen dieser erneuten verpassten Chance und machte sich schließlich doch grummelig auf den Weg zur Terrasse, um sich dort abzureagieren.

Gretchen absolvierte währenddessen ihr komplettes Schönheitsprogramm im Schnelldurchlauf. Sicherheitshalber hatte sie die Badezimmertür von innen abgeschlossen, denn sie kannte schließlich ihren Pappenheimer ganz genau, der schon vorhin, als er mit Mehdi und einigen Getränkekisten im Schlepptau nach Hause gekommen war, kaum die Finger hatte von ihr lassen können. Wenn sie jetzt noch von Marc in Versuchung geführt worden wäre, wäre sie sicherlich nie rechtzeitig fertig geworden. Nachdem ihre Haare filigran hochgesteckt und mit süßen weißen Schmetterlingsspangen und kleinen Perlen verziert worden waren, wurde noch schnell getreu dem Stil der Zeit ein dezentes Make-up aufgelegt und nach einem minutenlangen letzten prüfenden Blick auf ein Filmfoto von Romy Schneider flitzte die Schönheit mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen schnell hoch ins Schlafzimmer, wo ihr Sissikostüm auf sie wartete. Sie freute sich schon diebisch darauf, es endlich anziehen zu dürfen. Gretchen hatte in ihrer Eile gar nicht gemerkt, dass sie heimlich von zwei hungrigen Augen verfolgt worden war. Marc hatte sich nach getanen Pflichten und zwei anschließenden Beruhigungszigaretten unter der Treppe in der Diele in einen der gemütlichen Sessel gelümmelt und hatte auf seine sexy Freundin gelauert. Denn es gab da ja noch eine Sache, die sie noch nicht zu Ende gebracht bzw. überhaupt erst angegangen hatten.

Als seine Süße nun nur mit einem spärlichen Handtuch bekleidet an ihm vorbeigehuscht war, war sein Jagdinstinkt endgültig erwacht. Hatte er doch den ganzen Tag schon auf diesen geeigneten Moment gewartet. Mit siegessicherer Grinsemiene sprang er also von seinem Lümmelsessel auf und folgte ihr entschlossen auf leisen Sohlen die geschwungene Holztreppe empor. Auf halbem Weg hielt Casanova aber inne, weil plötzlich sehr seltsame, aber ihm doch sehr vertraute Geräusche an sein Ohr drangen. Was war das, fragte er sich verwundert. Das klang doch... wie ... Haaasenzahns... liebreizendes... Stöhnen, wenn sie... Sie wird doch nicht etwa...? Ohne ihn!!! Was lief denn hier für ein schräger Film ab? Die eindeutigen Geräusche wurden immer lauter. Ja, gibt es das denn? Statt quälender Kitschschmonzette aus den Fünfzigern jetzt sexy Romy Schneider in „Der Swimmingpool“ oder wie? Geil! Hastig übersprang der getriebene Mann die letzten Stufen der hölzernen Treppe ins Schlafzimmer, um sich Gewissheit und Genugtuung zu verschaffen. Und das, was er nun zu sehen bekam, verschlug Dr. Meier tatsächlich für einen Moment völlig die Sprache.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.338

11.05.2012 20:56
#1278 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Schönes Wochenende ihr Lieben und viel Spaß mit dem nächsten Teil. Natürlich hattet ihr mit euren Vermutungen ganz Recht. Bussi, eure Lorelei



Die seltsamen Lustlaute der Gretchen Haase waren gar keine Lustlaute gewesen, wie der heimliche Beobachter gerade noch hoffend nun ziemlich amüsiert feststellen musste, während er sich mit einer Hand am Türrahmen abstützte, um nicht vor beginnenden Zwerchfellkrämpfen, die er mit Müh und Not noch unterdrücken konnte, rücklings die Treppe wieder hinunterzupurzeln. Im Gegenteil. Diese für Meiersche Ohren recht betörenden Laute waren Ausdruck purer Haasscher Verzweifelung gewesen. Denn die hübsche Sissifilm-Liebhaberin war gerade dabei, hysterisch von der einen zur anderen Seite des Schlafzimmers zu turnen, um hüpfend und zerrend umständlich in ihr widerspenstiges Kostüm zu kommen. Das hatte Gretchen am Ende auch irgendwie geschafft, wie sie völlig außer Puste und mit hochrotem Kopf vorm Ganzkörperspiegel feststellen konnte, in dem sie sich nun schnaufend betrachtete und dabei langsam ruhiger wurde. Nur ein Problem gab es noch. Ein nicht gerade unwichtiges Detail, das nicht nur den Abend sprengen könnte. Das wunderschön verzierte Oberteil ihres atemberaubenden Sissikleides war nämlich nur schwer zu bändigen. Dabei hatte es doch im Kostümverleih noch so gut gepasst. Die verzweifelte junge Frau drehte sich skeptisch vor dem Spiegel hin und her und versuchte irgendwie die Bänder der Korsage zu schließen, aber sie konnte ihre Arme drehen und wenden, wie sie wollte, es gelang ihr einfach nicht, die kleinen Häkchen zuzubekommen. Sie schnipsten immer wieder auf und hinterließen ein sexy Rückendekolletee, das so tiefblickend eigentlich nicht gewollt war.

Gretchen gab schließlich auf und ließ ihre Schultern hängen. Traurig blickte sie in ihr Spiegelbild. Hatte sie zugenommen? Über Nacht? Das konnte doch jetzt echt nicht wahr sein. Ausgerechnet heute, wo sie hübsch aussehen wollte. Für Marc, für ihre Freunde und Kollegen, für Sabine. Vielleicht sollte sie die Party gleich ganz lassen. Oder das Motto streichen. Das war doch eh viel zu kindisch. Wer erfüllte sich denn schon mit dreißig seine albernen Kindheitsträume? Sie hörte die Tratschfraktion der Klinik schon hinter ihrem Rücken tuscheln. „Die Haase wird auch nie erwachsen.“ Blöde Hühner, dachte Gretchen schmollend. Aber irgendein schickes dem Anlass entsprechendes Kleid hatte sie sicherlich noch im Schrank, in dem sie nicht gleich aussah wie eine Presswurst so wie in diesem. Die schöne Ärztin war enttäuscht und suhlte sich so sehr im Selbstmitleid, dass sie gar nicht mitbekam, dass sie schon längst nicht mehr alleine mit ihrem eingebildeten Elend war und jede ihrer süßen Reaktionen aufmerksam wahrgenommen wurden. Marc beobachtete das sich hin und her windende Häschen noch einen Moment mit einem frechen Grinsen im Gesicht und beschloss schließlich der Verzweifelung ein Ende zu setzen und den Helden zu mimen, so wie es die Evolution und Hollywood für den männlichen Part der Gesellschaft vorgesehen hatten.

Langsam löste er sich von dem Türrahmen und trat hinter seine verzweifelte Freundin, die ihrem Spiegelbild gerade eine hinreißende enttäuschte Schnute zog, wie er im Spiegel vor ihr beobachten konnte. Am liebsten hätte Marc sie jetzt geküsst und das würde er auch noch tun, nachdem er ihr auf seine Weise ihre albernen Komplexe ausgeredet hatte, die sie sich offenbar gerade mal wieder unnützerweise einredete und die überhaupt nicht der Wahrheit entsprachen. Sie sah doch heiß aus in dem Fetzen, der aber seiner Meinung nach noch viel zu viel von ihrem reizenden Körper verdeckte, mal abgesehen von zwei entscheidenden offenherzigen Stellen, an denen seine Augen wie an Honig klebten. Gretchen hatte ihren heldenhaften Kavalier noch nicht bemerkt und schaute gerade skeptisch an sich herunter, während sie immer wieder an ihrem Oberteil herumzubbelte, bis ihr üppiges Dekolletee endlich richtig saß und nicht mehr zu viel preisgab, was sicherlich gegen jede Sittenregel des 19. Jahrhunderts verstoßen hätte, in dessen Welt sie sich schon seit Tagen hineingeträumt hatte, seitdem sie sich im Kostümverleih in dieses wunderschöne Kleid verliebt hatte. Für Marc ein nicht gerade uninteressanter Ausblick, den er nun im Spiegel bewundern durfte, während er seiner unwissenden Lebensgefährtin immer näher kam, bis nicht einmal mehr ein Blatt Papier zwischen die beiden gepasst hätte. Das Verlangen war fast schon verlockend greifbar, je länger er sie so intensiv ansehen konnte. Marc zögerte noch eine Sekunde und betrachtete den aufreizenden Körper der schmollenden Schönheit direkt vor seiner Nase mit aufblitzenden dunkelgrünen Augen, bis er sich dem Verlangen nicht mehr länger erwehren konnte und ihm schließlich nachkam.

Erst als die nachdenkliche Blondine plötzlich eine Hand auf ihrem nackten Rücken spürte, bemerkte sie, dass sie nicht mehr alleine im Schlafzimmer war. Sie zuckte erschrocken zusammen und wollte sich erst umdrehen, aber da fühlte sie auch schon, wie ein Fingerpaar zärtlich ihre Wirbelsäule hinabfuhr und ein wohliger Schauer durchzog ihren gesamten Körper, dessen Funktionen von einer Sekunde auf die andere wie gelähmt waren. Sie lächelte Marc im Spiegel an, was dieser verliebt erwiderte. Instinktiv legte sie ihren Kopf in den Nacken, den Marc, der verlockenden Einladung folgend, sogleich mit seinen warmen Lippen benetzte. Ein tiefer wohliger Seufzer entfuhr Gretchens erdbeerroten Lippen. Alle Kleiderprobleme waren mit einem Mal vergessen, jetzt, wo ihr geliebter Prinz bei ihr war und sie darüber hinwegtröstete. Sichtlich entspannter fasste sie mit ihrer rechten Hand hinter sich und streifte seinen Arm.

Gretchen: Marc! Hilfst du mir bitte mit dem Kleid.

... flüsterte Gretchen leise, während sie seine Zärtlichkeiten weiterhin mit großem Genuss genoss, ihre Augen schloss und sich den prickelnden Gefühlen hingab, die ihr liebevoller Freund damit bei ihr auslöste. Doch Marc lächelte nur verschmitzt an ihrem Hals, den er gerade mit unzähligen Küssen besetzte, und dachte eher an eine Hilfe ganz anderer Art. Gefühlvoll wanderten seine Finger kontinuierlich weiter ihre verlockende Wirbelsäule hinab und hinterließen eine brennende Gänsehautspur auf ihrer alabasterfarbenen Haut, die durch die weite Rückenöffnung ihres wunderschönen Sissikleides hindurchschimmerte. Knapp über ihrem knackigen Po hielten sie inne und wechselten abrupt die Fahrtrichtung. Beiden Hände krabbelten nun unter ihr Kleid und umschlossen ihre schmale Taille fest und ungestüm. Gretchen hielt die Luft an. Sie ahnte, was der freche Verführungskünstler mit ihr vorhatte, was das heftige Kribbeln in ihrem Bauch nur noch mehr verstärkte, und wollte erst dagegen protestieren, ließ aber dann doch zu, wie seine geschickten Chirurgenfingerchen nun gefühlvoll über ihren flachen Bauch strichen, ihren süßen Bauchnabel umspielten und dann zielsicher gen Norden wanderten, weil es sich einfach so aufregend gut anfühlte.

Jetzt war es an Marc, die Luft anzuhalten. Denn was er eben nur geahnt hatte, wurde nun zur aufregenden Gewissheit. Das freche Häschen trug also keinen BH unter ihrem Kleid. Seine Lippen ließen kurz von Gretchens verführerischem Hals ab, an dem er soeben noch zärtlich geknabbert hatte, und er zog tief die Luft durch seine flatternden Nasenflügel ein, während er ihre Augen im Spiegelbild suchte, sie fand und sie sich nun gegenseitig verheißungsvoll anfunkelten und ineinander verfingen. Marc konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen und umfasste ihre weichen Brüste fest mit beiden Händen und knete diese nun mit massierendem Fingerspitzengefühl, ohne dass er den Augenkontakt mit seiner Freundin löste. Gretchen stöhnte gefühlvoll auf und schloss ihre Augen, um sich ganz dem Strudel an Empfindungen hinzugeben, die ihr Liebster in ihr auslöste, dessen Lippen nun die andere Seite ihres Nackens verwöhnten. Sie fühlte mit all ihren Sinnen. Sie ließ sich von seinem verführerischen Aftershave betören, seiner Haut auf ihrer, seinen Lippen, seinem Atem. Marcs Körper war dicht an den ihren gepresst und sie spürte deutlich seine zunehmende Erregung, was sich auch auf ihre Libido auswirkte. Unbemerkt rieb sie ihr Hinterteil im Takt eines Liedes, das ihr gerade in den Sinn gekommen war, an seinen Hüften, was auch seine Gefühle zunehmend außer Kontrolle geraten ließ.

http://www.youtube.com/watch?v=GRXClexJVuY&feature=g-vrec

Erst im letzten Moment, als Marcs Finger schon wieder zielgerichtet in südlichere Gefilde wanderten und sich seine heißen Lippen auf ihrem Schulterblatt festsaugten, schaltete sich Gretchens Kopf von einer Sekunde auf die andere wieder ein und sie löste sich etwas ruckartig aus seiner fordernder Umklammerung.

Gretchen: Marc, was machst du da?

Marc verzog beim Klang ihrer trotzigen und aufgeregten Stimme seine Lippen zu einem breiten Schmunzeln, schaute seiner ihn anfunkelnden Süßen im Spiegel tief in die Augen und strich völlig unbeeindruckt wieder ganz langsam mit seinem Zeigefinger Wirbel für Wirbel ihre Wirbelsäule hinab, während er sich gleichzeitig mit seinem Kopf ihrem rechten Ohr näherte und schließlich mit heiserer Stimme hineinflüsterte. Sein heißer Atem, der dabei ihre Ohrmuschel umschmeichelte, ließ sie erschaudern.

Marc: Weißt du eigentlich, dass du eine wunderschöne Wirbelsäule hast. Jeder... einzelne... Wirbel... einzigartig... in seiner Art.

Unbehindert fuhr der schmeichelnde Chirurg mit seinem Tun fort und schob mit seiner freien Hand, die sich nicht gerade der Anatomie ihrer aufreizenden Rückenansicht widmete, einen Träger ihres aufwendigen Kleides etwas zur Seite, damit seine suchenden Lippen mehr Spielraum bekamen, während Gretchen unter Marcs gefühlvollen Berührungen und Worten fast dahin floss und jeglichen Widerstand vergaß.

Marc: Eigentlich fast zu schade, um hinter Unmengen an Stoffbergen versteckt zu werden. Findest du nicht?

Gretchens schwindende Konzentration war mit einem unbedacht geäußerten Wort wieder da und sie riss ihre Augen entsetzt weit auf. Hatte er gerade „Berge“ gesagt? Sie war doch fett in dem Kleid! Kein Wunder, dass sie es nicht zubekam. Die sichtlich getroffene Assistenzärztin wollte sich endgültig aus dem Klammergriff ihres unsensiblen Oberarztes herauswinden, doch dieser hielt sie immer noch an Schulter und Taille fest und streichelte sie sinnlich weiter, als er merkte, dass ihr Widerstand dadurch genauso schnell wieder verflog, wie er aufgekommen war. Wirbel für Wirbel ging er tiefer und überzeugte Gretchen so vom Gegenteil ihres eingebildeten Verdachts. Eine Gänsehaut zierte die Stellen, denen er so entschieden seine ganze Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Kurz oberhalb ihres aufreizenden Hinterteils angekommen, hielt er aber inne. Marc ließ sich den Spaß nicht nehmen, mit einer Hand den Bund ihres weißen Spitzenhöschens zu überwinden und ihre rechte Pobacke kraftvoll zu packen, auch wenn er sich der Konsequenzen durchaus bewusst war. Und so geschah es dann auch. Sein Mädchen muckte natürlich angesichts dieser unerhörten Dreistigkeit wieder auf. Marc lachte nur, als seine Meckerliese ihm den nächsten Vortrag hielt, während sie ihm auf die Finger klopfte und ihn etwas von sich weg schob.

Gretchen: Marc, bitte, lass das! Wir haben doch keine Zeit. Die ersten Gäste kommen gleich und du bist noch nicht einmal umgezogen. Hast du dir überhaupt ein Ersatzkostüm besorgt, wie ich gesagt habe? Und ich muss auch noch irgendwie dieses blöde Kleid zubekommen.

Musst du nicht. Im Gegenteil. Runter mit dem Fetzen!

Doch Marc dachte nicht im Traum daran, von seinem gewagten Spiel abzulassen. Der Reiz des Verbotenen war einfach zu groß. Seine Lippen saugten sich wieder an ihrem entzückenden Hals fest und strichen quälendlangsam diesen empor, was Gretchen ungewollt wohlwollend aufseufzen ließ, und legten sich an ihr rechtes Ohr, in das er nun mit erregter Stimme anstandslos hineinhauchte...

Marc: Für eine schnelle Nummer reicht die Zeit dicke.

Aber damit erreichte Mr. Unsensibel natürlich das absolute Gegenteil von einem romantischen Intermezzo. Er spürte schmerzhaft, wie ihm ein Ellenbogen direkt in den Magen gestoßen wurde und wie ein kreischendes Stimmorgan sein Trommelfell traktierte.

Gretchen: Boah Marc! Du bist so... so... blöd!

Gretchen empörte sich lautstark und fuhr wütend zu dem unverschämten Kerl herum, den sie nun mit aufblitzenden Augen böse anfunkelte, während sie ihren Zeigefinger tief in seinen Brustkorb bohrte. Doch Marc trübte kein Wässerchen und grinste seine empörte Freundin auf seine übliche unwiderstehliche Weise an. Trotzig verschränkte Gretchen daraufhin ihre Arme vor ihrem Körper und merkte dabei nicht, wie ihr Kaiserinnenkleid an der Rückfront immer weiter aufging und immer mehr von ihrem entzückenden Rücken und dem süßen in weiße Spitze gehüllten Poansatz preisgab, den Marc nun vergnügt in aller Ausführlichkeit im Spiegel hinter ihr musterte.

Marc (flüstert zu sich selbst): Scharf!
Gretchen (Madame Trotzkopf hat ihn zum Glück nicht gehört): Du bist so unromantisch.
Marc (kleinlaut): Was ist dir daran neu, Schatz?
Gretchen (beleidigt): Marc, ernsthaft jetzt!

Ohne etwas zu sagen, löste der Angesprochene ihren gerade erst gewonnenen Sicherheitsabstand wieder in Wohlgefallen auf, befreite ihre Arme aus ihrer verschränkten Position, um sie nun hinter ihrem freiliegenden Rücken zu fixieren. Sein Gesicht war ihrem ganz nahe. Gretchen konnte sich dem kaum erwehren. Zu fixierend war sein Blick, der sie fast noch mehr fesselte als seine zupackenden Hände in ihrem Rücken. Sein Atem auf ihrer Haut. Sein ganz besonderer Marc-Geruch umnebelte ihren Verstand. Er ließ ihre Knie weich werden und die Schmetterlingsschwärme in ihrem Bauch tanzen. Das aufregende Prickeln hatte nun ihren gesamten Körper erfasst. Zufrieden registrierte Marc ihren immer weiter bröckelnden Widerstand, konnte sich aber, mit Blick auf Gretchens konservatives Kleid, den einen oder anderen frechen Spruch nicht verkneifen.

Marc: Okay, dann eben anders. Wobei ich dazu sagen muss, dass die früher sicherlich auch nicht zimperlich gewesen sind. Wie lange die wohl gebraucht haben, um sich aus ihren Klamotten zu schälen, um richtig zur Sache kommen zu können? Das muss richtig anstrengend gewesen sein.
Aber das ist es ja mit dir auch. Hähä!
Gretchen (muss unweigerlich schmunzeln): Du bist so ein Blödmann.
Marc (umschlingt sie nur noch fester mit seinem Körper u. funkelt sie verführerisch an): Du schuldest mir übrigens noch ein Date.
Gretchen (steht auf dem Schlauch u. sieht ihn dementsprechend verdattert an): Hä?
Marc (grinst): Du hast heute Mittag einfach so unser Baby-Training geschmissen. Das findet der Dr. Meier aber gar nicht nett.
Er hat Baby-Training gesagt! Juhu!
Gretchen (kann sich ihr Schmunzeln kaum verkneifen): Ich musste arbeiten. Und so viel ich mitbekommen habe, hattest du auch im OP zu tun.
Marc: Das gilt nicht als Ausrede.
Gretchen: Und was dann bitteschön? Mit Mehdi shoppen zu gehen so wie du?
Marc (in seiner männlichen Ehre gekränkt muckt er auf): Eh, du hast mich dazu verdonnert, Haasenzahn
Gretchen (gespielt zickig): Und seit wann hörst du auf das, was ich sage?
Wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Marc (grinst): Touché! Das ging halt... nicht anders. Aber dafür haben wir ja jetzt noch ein zwei Minütchen Zeit.

Und schon setzte Marc ungefragt sein Tun von vorhin fort und wanderte wild küssend ihren Hals empor und ließ seine Hände direkt auf ihrem nackten Rücken positionieren, mit denen er seine Freundin noch fester an sich presste. Schnurstracks tippelten seine flinken Finger gen Süden, schlüpften in ihr weißes Unterhöschen und massierten Gretchens Po auf unwiderstehliche Art und Weise. Gretchen wurde kurz schwarz vor Augen, so schwindelig war ihr auf einmal. Aber trotz all seiner mehr als überzeugenden Bemühungen wollte ihr Kopf einfach nicht ganz abschalten. Sanft aber bestimmt legte sie ihre Hände auf Marcs bebenden Brustkorb und drängte ihn damit etwas zurück. Ziemlich betröppelt schaute er sie daraufhin an.

Gretchen: Marc, bitte, die ersten Gäste könnten wirklich jeden Moment vor der Tür stehen. Und wenn wir dann noch nicht... dann ähm... Ich hab eh die ganze Zeit schon das Gefühl, dass heute noch irgendetwas schief gehen wird.
Oh Mann!
Marc (verdreht theatralisch die Augen, was sie mitbekommt u. mit einem bösen Blick quittiert): Was soll denn da schief gehen, hmm? Bei deiner Perfektion.
Gretchen (sieht ihn mit leuchtenden Augen u. klopfendem Herzen an): Findest du die Dekoration schön?
Sag jetzt bloß nichts Falsches!
Marc (nimmt lächelnd ihre beiden Hände in seine u. wandert mit seinen Blicken über ihren traumhaften Körper): Ich finde was anderes noch viel, viel schöner.

Gretchen konnte sich nicht wehren, denn in dem Moment wurde sie stürmisch niedergeknutscht und zum Bett gedrängt. Ein sehr überzeugendes Meiersches Manöver. Eigentlich hatten sie ja wirklich noch etwas Zeit.



Gretchens Kostüm für den Polterabend



Darf ich vorstellen, Kaiserin Haasenzahn von und zu Meierhausen oder so ähnlich


Foto: Google Pics

Lorelei Offline

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14.05.2012 16:59
#1279 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben , auch wenn ihr sicherlich gerne an Ort und Stelle weitergemacht hättet, muss ich aus dramaturgischen Gründen jetzt erst einmal eine kleine Schalte woanders hin machen. Sorry! Aber ich verspreche, wir kehren an den Tatort noch einmal zurück. Nur nicht heute. Liebe Grüße und eine schöne Woche, wünscht euch eure Lorelei.



Etwa zur gleichen Zeit ein paar Kilometer weiter

Nachdem Gabi Kragenow stundenlang mit der S-Bahn durch halb Berlin geirrt war, um nachzudenken, um das zu fassen, was sie im Moment noch nicht fassen konnte, was sich aber immer mehr in ihrem Herz festsetzte und ihre Gedanken und ihr Handeln dominierte, lief sie nun seit einigen Minuten ruhelos von einem Zimmer zum anderen in ihrer neuen Wohnung am Prenzlauer Berg. Sie blieb schließlich vor einer der noch übrig gebliebenen Umzugskisten im noch nicht hergerichteten Schlafzimmer stehen, riss den Verschluss hektisch auf, wobei sie sich einen ihrer frisch manikürten Fingernägel abbrach, was sie aber nicht weiter störte, und kramte wild darin umher. Wieder nichts. Der Deckel klappte wieder zu und der nächste Karton musste herhalten. Aber alles, was die aufgeregte Krankenschwester darin fand, waren Unmengen an Klamotten und Schuhen, aber nicht das, was sie eigentlich suchte, womit sie sich Gewissheit verschaffen wollte in dem ganzen Chaos, das seit Stunden in ihrem Kopf herrschte. Mit dem Fuß kickte sie die Kartonniete schließlich zur Seite und ließ sich schwerfällig auf die Matratze am Boden zurückfallen, die als provisorisches Bett diente. Seufzend fasste sie sich an ihre schwitzige Stirn und fuhr sich anschließend durch ihre langen Haare, die noch immer wild durcheinander in alle Richtungen abstanden, seitdem sich irgendwo zwischen Kliniktrakt und hier ihr Haarband endgültig gelöst hatte. Gabi hatte gar nicht gemerkt, dass sie sich so den Berliner Pendlern gezeigt hatte. Dabei ging sie doch immer gut gepflegt und aufgemotzt aus dem Haus. Sie hatte sich noch nicht einmal eine Jacke über ihren Kittel gezogen, als sie planlos und noch vor Schichtende das Klinikgelände einfach so verlassen hatte und zur nächsten S-Bahnhaltestelle gelaufen war. So durcheinander war sie gewesen nach der Erkenntnis, die sie in der geheimen Plantage so unvermittelt aus den Latschen hatte kippen lassen.

Einige Minuten lag Gabi nun so da. Sie rührte sich nicht, lauschte ihrem schnellen Atem und ihrem pochenden Herzen, starrte nachdenklich an die Decke und strich mit ihren Blicken jede einzelne Linie und Erhebung der um die Lampe geschwungenen Stuckornamente entlang, was sie sichtlich ruhiger werden ließ. Aber dann nahm sie plötzlich einen seltsamen Geruch wahr, der eindeutig von ihren verdreckten Sachen, ihren zerzausten Haaren und ihr selbst ausging, und sie aufstoßen ließ. Gabi richtete sich abrupt auf und schnüffelte nach. Sie roch eindeutig nach verbotener Hanfplantage und vermutlich sah sie auch so aus wie eine heimliche Kifferin oder verhinderte Gärtnerin, wie die Flecken auf ihrem Kittel vermuten ließen. Mist, und sie wollte sich ja noch unbedingt die Haare waschen und duschen, bevor die Party losging, fiel Gabi jetzt ein, wo die Aufregung sich etwas gelegt hatte. Viel Zeit hatte sie nicht mehr, wie ihr die Digitalanzeige des auf dem Fensterbrett stehenden Weckers anzeigte. Sie musste wirklich furchtbar aussehen. Bevor Mehdi sie noch so sah und die „Pennerin“ aus seiner Wohnung schmiss, musste sie wirklich etwas dagegen tun.

Langsam erhob sich die junge Frau von ihrem provisorischen Bett, ignorierte, das kurze Schwindelgefühl, was sie schon wieder überkam und schlurfte rüber ins Badezimmer, um sich davon zu überzeugen. Ihr Spiegelbild bestätigte ihre Vermutung. Sie sah zum Gruseln aus. Blass und ungepflegt. Sie könnte glatt als Zombie zum Kostümball gehen, wenn sie nicht schon ein anderes Kostüm für sich und ihren Freund ausgewählt hätte. Mehdi! Zum Glück war der noch nicht nach Hause gekommen. Sie hätte nicht gewusst, wie sie ihm sonst ihren desolaten Zustand erklären sollte. Geschweige denn die andere Sache. Seufzend schälte sich Gabi nun aus ihren verdreckten und müffelnden Klamotten, die sie gleich tief im Wäschekorb vergrub, und stieg anschließend in die Duschkabine. Das heiße Wasser, das nun über ihren solariumgebräunten Körper perlte, war angenehm und sehr wohltuend. Für ihr Gemüt und ihren körperlichen Zustand. Gabi fühlte sich gleich viel besser und auch ihre Kräfte kamen zurück. Doch noch immer beschäftigte sie eine Sache so sehr, dass sie statt nach ihrem eigenen zu Lillys süßlichem Haarshampoo griff und sich damit gedankenverloren die Haare einseifte.

Zehn Minuten später stand Gabi Kragenow frisch geduscht und eingecremt in ihrem lilafarbenen Satinmorgenmantel vorm Badezimmerspiegel und fönte sich ihre langen Haare. Eigentlich hatte sie vorgehabt, sie über große Lockenwickler zu drehen, um dem Kostümvorbild gerecht zu werden, aber dafür hatte sie im Moment nicht den Kopf und die Geduld. Ihr sexy Outfit würde auch so funktionieren, dachte sie und lächelte dabei, als sie sich vorstellte, wie sie und Mehdi die Kostümparty aufmischen würden, wie sie stundenlang miteinander tanzen und sich immer wieder küssen würden. Und vielleicht auch... mehr... Doch Gabis verliebtes Lächeln verschwand so schnell, wie es gekommen war, und wieder waren ihre Gedanken bei dem Geschehen von heute Mittag. Ein Gedankenblitz ließ sie abrupt innehalten. Sie legte den Fön beiseite und zog hektisch den untersten Schieber des Waschbeckenunterschranks auf. Und da war es tatsächlich. Das, was sie die ganze Zeit gesucht hatte. Sie musste es wohl gestern beim Auspacken ihrer Sachen unbedacht mit zu den Hygieneartikeln im Bad gelegt haben. Mit dem kleinen Kalender in der Hand setzte sie sich nun auf den Badewannenrand und begann aufgeregt darin zu blättern und zu rechnen. Immer wieder schlug sie die Seiten hin und her und je länger sie darauf starrte und nachdachte, umso schneller klopfte ihr Herz in ihrer Brust, bis es schließlich ganz aussetzte, als ihr die Erkenntnis kam.

Gabi: Mist!

...nuschelte die erstaunte Frau leise und drückte das kleine Büchlein an ihr Herz, das sich nun noch schneller als vorher in Gang setzte und wahre Weltrekorde aufstellte. Ihr Blick, der auf den Spiegel über dem Waschbecken gegenüber gerichtet war, ging ins Leere. Sie und ihr Spiegelbild konnten es einfach nicht fassen. Sie war tatsächlich überfällig! In der ganzen Hektik der letzten Tage und Wochen mit dem raschen Umzug, der Plantage und den hochkommenden Erinnerungen an ihre Mutter war das völlig untergegangen. Sie hatte wirklich absolut nichts bemerkt. Und wenn ihr Körper heute nicht überreagiert und auf die Stopptaste gedrückt hätte, wäre ihr das vermutlich erst im Kreißsaal aufgefallen.

Aber wie konnte das sein? Sie nahm doch immer die Pille. Sie suchte sich den Tablettenblister aus der offenen Schublade heraus. Sie hatte keine vergessen. In ihrem Kopf sprangen die Gedanken wild durcheinander, als sie sich zurück auf den Wannenrand setzte. Sie griff wieder nach dem Heftchen und blätterte Tag um Tag zurück, bis sie ein Datum erreicht hatte, das mit unzähligen roten Herzchen verziert war. Mehdis Geburtstag letzten Monat. Knapp fünf Wochen war das jetzt her. Genau in der Woche hatte sie doch wegen einer hartnäckigen Erkältung Antibiotika nehmen müssen. Was wäre, wenn das Auswirkungen auf ihre Verhütung gehabt hätte? In dieser Nacht hatten sie sich unzählige Male geliebt. Es könnte also hinhauen.

Gabi: Oh Gott!

Gabi fuhr sich mit einer Hand über ihren geöffneten Mund. Ihr Herz und ihr Puls rasten. Alles drehte sich. Und sie musste sich mit beiden Händen am Wannenrand abstützen, wenn sie nicht auf die kalten Badezimmerfliesen rutschen wollte. Tief atmete sie ein und aus, um nicht zu hyperventilieren, bis sich der erste Schock etwas gelegt hatte und andere Gefühle die Überhand über ihren Körper übernahmen. Gabi hatte wie aus dem Nichts plötzlich Tränen in den Augen. Sie ließ sie zu. Heiße Tränen liefen leise ihre geröteten Wangen hinab, tropften auf ihren Kimono und hinterließen dunkle Flecken. Doch es störte sie nicht. Sie strahlte. Innerlich wie äußerlich. Vor Glück, wie sie es noch nie zuvor empfunden hatte. Vor lauter Fassungslosigkeit. Vor unbändiger Freude. Aber auch vor Angst vor den Veränderungen, die damit unweigerlich verbunden sein würden. Das alles fühlte sich so anders an. Anders als damals, als sie zum ersten Mal schwanger gewesen war, als sie alles dafür getan hatte, um es zu werden, und am Ende einen hohen Preis für ihren Irrsinn hatte zahlen müssen. Doch an die größte Katastrophe in ihrem bisherigen Leben dachte Gabi Kragenow in diesem Moment nicht zurück. Ihre Gedanken waren einzig und allein bei Mehdi, dem Mann, der ihr dieses unbeschreibliche Glück beschert hatte und den sie aus einem ersten Impuls heraus am liebsten gleich angerufen hätte, und bei dem, was sich gerade in ihrem Bauch abspielte. Wenn es nur wahr wäre? Das durfte einfach kein Traum sein. Sie fühlte es. Ihre Gefühle spielten ihr keinen Streich. Das konnte nur real sein. Sie wollte es.

Gedankenverloren strich sich Gabi über ihren Bauch, stand langsam vom Wannenrand auf und ging zum Badezimmerspiegel rüber. Sie öffnete ihren Bademantel, posierte vor dem Spiegel hin und her und betrachtete ihren schlanken Körper ganz genau. Man konnte noch nichts sehen. Wie auch? Sie war, wenn überhaupt, höchstens im zweiten Monat. So viel wusste sie als langjährige Krankenschwester auf einer gynäkologischen Station. Sie schmunzelte über sich selbst und verknotete den Gürtel ihres Satinmantels wieder vor ihrem Körper. Sie drehte sich um und begann langsam ihre Sachen aufzuräumen, als ihr plötzlich ein Gedanke kam. Sie folgte diesem Impuls sofort, so albern er auch war. Gabi schnappte sich das Handtuch vom Wannenrand, mit dem sie vorhin ihre Haare abgetrocknet hatte, und schob es sich zusammengefaltet unter ihren lila Morgenmantel. Dann schaute sie sich ihr „schwangeres“ Spiegelbild an und lächelte. War ihr dieser Anblick letztes Jahr noch lästig und unangenehm gewesen, so war sie jetzt völlig fasziniert davon. Immer wieder strich sich Mehdis Freundin über ihren künstlichen Bauch und die Gefühle und Glückshormone nahmen immer mehr überhand. Gabi strahlte über beide Backen und stellte sich in Gedanken schon in den schönste Farben vor, wie es wohl wäre, wenn sich ihr Verdacht bestätigte und sie tatsächlich mit Mehdi ein Kind, ihr Kind, erwarten würde, als sie urplötzlich und unvermittelt eine vertraute Kinderstimme aus ihren rosaroten Babyträumen riss und direkt auf den rosagefliesten Erdboden zurückholte...

Lilly: Was machst du denn da, Gabi?

Lorelei Offline

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16.05.2012 14:48
#1280 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Völlig geschockt ließ die Ertappte das dunkelgrüne Handtuch zu Boden fallen und kickte es schnell mit der Ferse in Richtung Wäschekorb hinter der Wanne und drehte sich, während sie panisch den Knoten um ihren Bademantel immer fester zog, ganz langsam zu dem kleinen dunkelblonden Mädchen um, das sich vergnügt lächelnd direkt hinter die neue Freundin ihres Vaters gestellt hatte, wie diese im Spiegel vor sich hatte erkennen können. Mit blutroten Wangen und spastisch zuckenden Mundwinkeln, die nur ein schiefes unechtes Lächeln möglich machten, blickte sie nun Mehdis Tochter an, die sie mit denselben faszinierenden kastanienbraunen Kulleraugen anschaute, die ihr Freund hatte und in die sie so verliebt war. Kein Wunder, dass die Kleine sie im Rundumdrehen um den Finger gewickelt hatte. Überrumpelt von der überraschenden Begegnung stellte Gabi Lilly stockend zur Rede...

Gabi: Lilly? Äh... Was... was machst du denn hier? Ich dachte, du bist bei deinen Großeltern?
Lilly (aufgeregt): Bin ich auch. Aber ich will mir doch meine Überraschung anschauen. Darf ich?
Gabi: Üüüü...ber...raschung?

Gabi stand in diesen Minuten völlig auf dem Schlauch und dementsprechend betröppelt schaute sie zu dem hibbeligen Mädchen herunter, dessen Grinsen immer breiter wurde, je länger die großgewachsene Frau ihr nicht antwortete. Und es sollte noch schlimmer für Mehdis ertappte Freundin kommen, denn in diesem Moment erschienen auch noch dessen Eltern hinter Lillys Rücken und blickten neugierig in das rosageflieste Badezimmer hinein, aus dem sie Stimmen gehört hatten.

Soraya: Ah! Und ich dachte schon, es wäre niemand da. Mein Sohn hatte doch gemeint... Oh, verzeihen Sie, Sie sind gerade...

Betreten wich Frau Kaan einen Schritt zurück und stolperte dabei fast über die Füße ihres ebenso überrascht dreinblickenden Ehemannes, der direkt hinter ihr gestanden hatte. Gabi wollte in diesem Augeblick nur noch am liebsten im Erdboden versinken. Sie war doch schon durch den Wind genug und ausgerechnet jetzt in einem der wohl wichtigsten und entscheidensten Momente ihres Lebens musste sie gestört werden. Ausgerechnet von den Menschen, mit denen sie diesen einschneidenden Moment am wenigsten hatte teilen wollen. Die verzweifelte Krankenschwester hoffte inständig, dass niemand etwas von ihrem peinlichen Theater gerade eben im Bad mitbekommen hatte. Nervös zubbelte sie am Kragen ihres Morgenmantels und wünschte sich, sie hätte sich schon längst etwas Passenderes übergezogen. So begegnete man nur ungern seinen potentiellen Schwiegereltern. Sie fühlte sich nackt und ihnen ausgeliefert. Gabi spürte deutlich Sorayas scannenden Blick auf ihren nackten schlanken Beinen und dem Rest ihres spärlich verhüllten Körpers. Werner Kaan hatte seiner Schwiegertochter in spe nur stumm zugenickt und hatte sich dann wie ein Gentleman der alten Schule aus dem Badezimmer zurückgezogen, um eine kleine neugierige Runde durch die neue Wohnung seines Sohnes zu machen. Gabi brauchte derweil einen Moment, um ihre Sprache wieder zu finden, aber ihr trockener Hals, den ein monströser Kloß versperrte, ließ nur wenige klare Worte zu...

Gabi: Frau Kaan? Ähm... Hallo!?

Verdammt, ja! Die wollten doch heute noch vorbeikommen, um Lilly ihr neues Zimmer zu zeigen. Mist, das hab ich ganz vergessen. Toll Gabi, Glanzleistung echt. Du erwischst auch jeden Fettnapf, den dir Mehdis Übermutter vor die Füße wirft. Wie sie kuckt. Als ob ich auch so eine wäre wie Mehdis zukünftige Exfrau. Oh Gott, und wenn sie erst erfährt, dass ich vielleicht... Nein, das wäre eine absolute Katastrophe. Die denkt doch dann bestimmt, dass ich ihn so an mich binden will. Hoffentlich kennt sie nicht die Geschichte mit Marc, dann bin ich echt am Arsch. Die glaubt mir doch dann nie, dass ich ihn und das Baby wirklich über alles liebe.

Die peinliche Stille, die zwischen den beiden Herzdamen von Dr. Kaan entstanden war, durchbrach schließlich das süße Stimmchen der kleinen Lilly, die sich neugierig im Bad umschaute, das sie im vollendeten Zustand auch noch nicht gesehen hatte, und dann immer wieder von ihrer Oma zur Freundin ihres Vaters blickte...

Lilly: Machst du dich hübsch für Papa?

Die Neunjährige sah Gabi mit großen leuchtenden Augen an. Diese konnte gar nicht anders, als wieder rot im Gesicht zu werden. Eine recht sympathische Reaktion, empfand Lillys Oma derweil lächelnd, die nun ihrerseits ihre neugierigen musternden Blicke endlich von der attraktiven Freundin ihres Sohnes abwandte und auf die schicke und geschmackvolle Badezimmereinrichtung lenkte, die sie mit einem wohlwollenden Nicken begutachtete und für gut befand.

Gabi (blickt mit zusammengepressten Lippen Lilly an): Ich ... ähm... ja. Hast du deinen Papa gar nicht mitgebracht?
Mehdi, Schatz, wo bist du? Rette mich! Bitte!
Lilly (schüttelt den Kopf): Nein, der ist doch noch mit Onkel Marc unterwegs.

Bei diesem Stichwort musste auch Schwester Gabi kurz lächeln, weil sie sich das grimmige Gesicht des bösen „Onkels“ gut vorstellen konnte und sofort die meckernde und protestierende Stimme des Oberarztes im Kopf hatte, der nie ein gutes Wort daran ließ angesichts dieser kindlich erdachten Verwandtschaftsbeziehung zu den Kaans. Soraya stimmte ihrer Enkelin bei und blickte dabei auf die elegante silberne mit orientalischen bunten Kristallen verzierte Uhr an ihrem Handgelenk...

Soraya: Aber eigentlich wollten wir uns ja hier um fünf treffen.
Gabi (wirft einen verstohlenen Blick auf die Armbanduhr ihrer Schwiegermutter): Ach so, ja, Mehdi hat mir Bescheid gegeben. Ich... Wir... Möchten Sie vielleicht einen Kaffee, während wir auf ihn warten? Er kommt bestimmt gleich. ... Hoffentlich!.... Ich könnte...

Gabi schob sich lächelnd an Mehdis Mutter und Lilly vorbei in den Flur und blickte Richtung Küche. Doch Soraya legte ihre Hand beruhigend auf Gabis Schulter und sah sie auffordernd an...

Soraya: Nur keine Eile, Kindchen, ziehen Sie sich doch erst einmal etwas an. Ich finde mich hier schon selbst zurecht.

...sagte es und nickte Gabi ungewohnt freundlich lächelnd zu, die nun betröppelt an sich herab sah und gleich wieder rot anlief, als sie bemerkte, in welch fragwürdigem Aufzug sie Mehdis Eltern gerade begegnet war. Soraya nahm Lillys Hand und ging mit ihrer Enkelin zur Küche vor, in der sich auch ihr Mann gerade mit anerkennendem Blick umschaute. Gabi, die wie angewurzelt vorm Badezimmer stehen geblieben war, hörte nur noch, wie Lilly anfing zu quengeln, und öffnete schnell die Tür zum Schlafzimmer, hinter der sie erleichtert ausatmend verschwand...

Lilly: Wann kann ich denn endlich mein Zimmer sehen? Bitte, bitte, bitte Omi!
Soraya (tätschelt ihr liebevoll den Kopf u. schiebt sie in die Küche, die sie mit großen interessierten Augen ausgiebig mustert): Lass uns doch erst einmal auf deinen Vater warten, hmm? Der möchte doch bestimmt dabei sein, wenn du deinen ersten Schritt hinein tust. ... Hübsch habt ihr es hier.
Lilly (gibt kleinbei u. strahlt): Ja, nicht? Ich durfte die Tapete mit aussuchen.

In der Zwischenzeit schlüpfte Gabi schnell in eine Jeans und ein T-Shirt, die aus einem der Umzugskartons herausgelugt hatten, atmete noch einmal tief ein und aus, um sich zu beruhigen und zu sammeln, und folgte dem Kaan-Klan schließlich in die Küche, wo Mehdis Mutter sich tatsächlich bereits an der Kaffeemaschine zu schaffen machte, während Lilly und ihr Opa eine der Zeichnungen, die das Mädchen gestern bei ihren supertollen Babysittern gemalt hatte, an die Kühlschranktür pinnten. Genau in dem Moment erschien auch der Herr des Hauses endlich in seinem neuen Heim. Mehdi stellte seine Arzttasche im Flur ab und hängte seinen Parka an die Garderobe. Lächelnd schaute er dem Treiben in der Küche zu, lauschte Lillys süßer Stimme, die ihrem Opa gerade voller Begeisterung erklärte, was sich alles auf dem Bild an der Kühlschranktür befand, strich sich über sein wild pochendes Herz und schlich sich nun langsam an seine zauberhafte Freundin heran, die irgendwie verloren in der Tür stehen geblieben war und stumm das Geschehen in der Küche beobachtet hatte, und umschlang ihren Körper von hinten. Gabi schloss ihre Augen, als sie Mehdis starke Arme um ihren Bauch geschlungen und seine weichen warmen Lippen auf ihrer Wange spürte, als er sich immer fester an sie schmiegte und an ihren blumig duftenden Haaren schnupperte. Ihr Herz schlug richtig Purzelbäume beim Gedanken daran, was sich vielleicht schon unter seinen Händen verbarg, die gerade unwissend über ihren Bauch streichelten. Gabi sprudelte richtig über vor lauter Glückshormonen, die durch sämtliche Adern ihres Körpers flossen. Sie fühlte sich so geborgen in seinen Armen und kuschelte sich nun richtig an seinen starken Oberkörper.

Mehdi: Hey Schatz! Tut mir leid, dass ich dich so lange mit meiner schrecklich netten Familie alleine gelassen habe.

...flüsterte Mehdi seiner Süßen leise ins Ohr und genoss mit allen Sinnen ihre aufregende Nähe. Gabi schmunzelte nur, weil er damit so Recht hatte, wandte ihren Kopf etwas herum und streifte kurz über seine weichen Lippen. In dieser Sekunde, die ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen war, hatten auch die anderen Familienmitglieder den heimgekehrten Herrn des Hauses entdeckt und Gabi wurde von Lilly abgelöst, die ihrem Papa direkt in die Arme sprang, der sie mit Müh und Not hochheben konnte, sie einmal lachend im Kreis herumwirbelte und sie anschließend auf dem Küchentisch absetzte, um nun seine Eltern begrüßen zu können...

Mehdi: Hallo Mama, hallo Papa! Tut mir Leid wegen der kleinen Verspätung. Aber der Verkehr um die Zeit ist einfach furchtbar.
Soraya (gibt ihrem Sohn jeweils links und rechts ein Küsschen auf die Wange): Da bist du ja endlich, mein Junge.
Werner (drückt seinem Jungen fest die Hand u. setzt sich wieder auf seinen Stuhl am Fenster, aus dem er nun hinausschaut und das wilde Treiben der im Hinterhof spielenden Kinder lächelnd beobachtet): Und genau deswegen wollen wir eigentlich auch schnell wieder los.

Lilly drehte ihren Kopf entsetzt zu ihrem Opa herum und protestierte trotzig dagegen...

Lilly: Und was ist mit meiner Überraschung?

Mehdi stupste dem ungeduldigen Mädchen, das ihn nun mit ihren großen Kulleraugen fragend fixiert hatte, mit dem Finger an ihr Näschen...

Mehdi: Na dann komm mal mit, mein Schatz! Eher wirst du ja wohl keine Ruhe geben.

Aufgeregt hüpfte Lilly vom Tisch herunter und nahm die Hand ihres Papas, die er ihr breit grinsend hinhielt. Gemeinsam gingen sie in den Flur. Dicht gefolgt von Gabi und Werner und auch von Soraya, die eigentlich gerade Kaffee in die bereitgestellten Tassen schenken wollte. Vor dem Zimmer am Ende des Flurs blieben alle stehen, an dessen Tür eine kleine Tafel hing, auf der in großen geschwungenen Lettern Lillys Namen stand, weswegen die süße Namensträgerin gleich albern kichern musste. Mehdi ging etwas in die Knie und hielt seiner ungeduldig zappelnden Tochter die Augen zu, wogegen sie protestieren und immer wieder seine große Pranke wegschieben wollte, was ihr natürlich nicht gelang. Sie hatte schließlich einen bärenstarken Papa.

Mehdi: Bereit?
Lilly (quengelig): Papa, jetzt mach schon!
Mehdi (grinst): Na, wer wird denn hier gleich so ungeduldig werden?

Alle lachten auf und Werner Kaan zückte seine Kamera, um diesen Augenblick bildlich festzuhalten. Gabi hielt sich derweil etwas zurück und lehnte gedankenverloren an der Wand. Sie bemerkte nicht die Blicke, die ihr Mehdis Mutter immer wieder zuwarf. Und dann war der Moment auch schon gekommen. Mehdi öffnete die rosa gestrichene Tür und schob seine Tochter vorsichtig in die Mitte des Raumes. Er zögerte noch einen Moment, der Lilly quälendlang vorkam, die immer wieder versuchte, zwischen den dicken Fingern ihres Papas etwas zu erkennen. Dann ließ er sie endlich los und trat einen Schritt zurück, um ihre Reaktion ganz genau beobachten zu können und für die Ewigkeit in seinem Herzen festzuhalten. Er war nicht minder aufgeregt wie sein kleiner Engel.

Mehdi: So Lillymaus, das wäre dann ab heute dein neues Reich. Gefällt’s dir?

http://www.youtube.com/watch?v=iJe3osgk8Vc&feature=related

Gespannt verfolgte der sichtlich nervöse Familienvater nun, wie Lillys Augen immer größer wurden, sie erst ihn sprachlos anschaute und dann jeden Winkel ihres neuen riesigen Zimmers mit ihren Augen scannte, bis sie laut quiekend loslief, um sich jede Ecke aus der Nähe anzuschauen. Während Opa Kaan alles ausführlich auf Film festhielt und die Oma ebenso begeistert alles in dem rosaroten Mädchentraumzimmer genau begutachtete, standen Mehdi Tränen der Rührung in den Augen. Er konnte sie einfach nicht mehr länger zurückhalten und schämte sich auch nicht dafür. Das war einer dieser Momente, die sich für immer in sein Herz gebrannt hatten. Jetzt war es endgültig amtlich. Er hatte sein Mädchen wirklich wieder bei sich. Für immer. Gabi, die seine Reaktion gerührt beobachtet hatte, legte ihren Arm liebevoll um seine Taille. Er schaute sie aus wässrigen Augen an und sie küssten sich schließlich innig, bevor sie sich ganz in den Arm nahmen und eng aneinander geschmiegt Lillys Schauspiel beobachteten, die nach der ersten ausgiebigen Stippvisite aufgekratzt auf sie zugelaufen kam, vor ihnen stehen blieb und aufgeregt zu ihnen hoch schaute...

Lilly: Boah! Ist das toll. Und das ist alles meins?
Mehdi (zwinkert erst Gabi, dann seiner Tochter zu, während er in eine Denkerpose geht): Naja, eigentlich, wenn ich mir das so recht überlege, hmm, würde ich schon gerne selber das Zimmer übernehmen. Es ist ja auch eines der größten hier. Weißt du was? Du kannst die Rumpelkammer neben der Wohnungstür haben und ich nehme dieses Traumzimmer hier.

Alle Anwesenden legten ein vergnügtes Schmunzeln auf, während seine Lillymaus empört ihre Arme in die Hüften stemmte und ihren Papa erst böse anfunkelte und ihm dann frech die Zunge raus streckte. Sie hatte ganz deutlich gemerkt, wie seine Mundwinkel gezuckt hatten, als er diesen Irrsinn vorgeschlagen hatte...

Lilly: Gar nicht!

Alle lachten nun. Nur einer Person wurde bei dieser harmonischen Familienidylle, die sie auch sehr berührt hatte, plötzlich ganz mulmig zumute. Gabi löste sich entschuldigend aus Mehdis liebevoller Umarmung und erklärte hektisch, dass sie noch einmal schnell wegmüsse, weil sie in der Klinik etwas vergessen hätte, und dass sie sich dann später auf dem Polterabend treffen würden. Und schon war sie ohne weitere Erklärung zur Tür hinaus gewesen. Mit sichtlich schlechtem Gewissen wegen dieser mehr als schlechten Ausrede, die zum Teil zwar schon stimmte, - Ihre Handtasche lag ja immer noch in ihrem Spind, nachdem sie die Klinik frühzeitig verlassen hatte. -, aber ihr war in dem Moment nichts Besseres eingefallen. Ein Gedanke hatte sie nicht mehr losgelassen und sie musste das jetzt einfach klären. Sprachlos schauten sich die Erwachsenen an, nachdem Gabi die Wohnung so überstürzt verlassen hatte, und setzten sich an den Kaffeetisch in der Küche, während Lilly in ihrem neuen supertollen Zimmer blieb und dort spielte. Soraya nahm die Hand ihres sichtlich betröppelt dreinblickenden Sohnes, der Gabis plötzlichen Aufbruch nicht wirklich verstehen konnte, und strich zärtlich darüber, während sie ihm eindringlich in die Augen schaute...

Soraya: Du kannst deiner Freundin sagen, dass sie nicht jedes Mal davonlaufen braucht, wenn ich bei euch vorbeischaue. Ich weiß, unser Start ist nicht gerade glücklich verlaufen, was mir im Nachhinein wirklich leid tut, aber mittlerweile denke ich, du hast mit ihr eine gute Wahl getroffen, mein Junge.
Mehdi (beschämt): Mama!
Soraya (tätschelt seine Hand): Doch, mein Sohn. Schau dich doch mal um, was sie hier geleistet hat. Sie muss dich wirklich sehr lieben.
Mehdi (lächelt verliebt u. kann kaum glauben, wie schnell sich doch plötzlich alles zum Guten gewendet hat): Ja? Ich sie auch.
Soraya (zieht ihre Hand zurück u. fährt sich mit dieser nun über ihre Augenwinkel, die mit Tränen gespickt sind): Ach Mehdi, es ist so schön, dich wieder lächeln zu sehen.
Mehdi (senkt verlegen seinen Blick u. nippt gerührt an seiner Kaffeetasse): Danke Mama.
Soraya (tauscht mit ihrem Mann vielsagende Blicke aus, der sich vornehm zurückhält, aber genauso fühlt wie seine Frau): Es ist wirklich wunderbar, dass Lilly endlich ein richtiges Zuhause bekommen hat.
Mehdi (mit Tränen in den Augen nickt er ihr zu): Das finde ich auch. Endlich ist alles gut.

Und während die Familie Kaan noch weiter zusammen saß und sichtlich gelöst miteinander plauderte, hatte sich Gabi Kragenow zum EKH aufgemacht, um ihre vergessenen Sachen zu holen. Auf dem Weg dorthin steuerte sie nicht ganz zufällig eine Apotheke an.

Lorelei Offline

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18.05.2012 15:09
#1281 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Okay, ihr habt es so gewollt. Eine kleine Dosis bekommt ihr doch. Ich will mir ja nicht nachsagen lassen, ich würde euch am ausgestreckten Arm verhungern lassen. In diesem Sinne bon appetit und viel Spaß! Eure Lorelei



Zurück im Penthouse

Die Zeit schien still zu stehen. Für Marc und Gretchen, die im schummrig orange schimmernden Licht der über dem Dachfenster untergehenden Sonne nun schon eine ganze Weile ihren Gefühlen freien Lauf ließen. Behutsam hatte der charmante Casanova seine bezaubernde Braut von ihrem komplizierten Kostüm befreit, das langsam unter seinen wachsamen Blicken ihre Körperrundungen hinabgerutscht und schließlich auf dem holzverkleideten Fußboden liegen geblieben war, während Marc Gretchen bereits sanft aber doch bestimmt auf das weiche Bett heruntergedrängt hatte, um sich anschließend gepardengleich auf sie zu legen und ihren blumig duftenden Körper mit wilden Küssen zu benetzen. Marc war wie im Rausch und ließ die Verführte kaum zu Luft kommen, die sich ihm wohlig seufzend entgegen neigte, während er jeden Millimeter ihrer elfenbeinfarbenen Haut sich zu Eigen machte und dabei selbst immer tiefer in einem Strudel aus Lust und Leidenschaft versank.

Nun war auch der Verführungskünstler selbst an der Reihe und ließ sich im stürmischen Rausch der Sinne von Gretchen entkleiden, um anschließend auf ebenso aufregende Art und Weise von ihr verwöhnt zu werden. Millimetergenau erkundete die schöne Verführerin nun kichernd und schmusend seinen muskulösen gebräunten Körper, der deutlich im Kontrast zu ihrer hellen Haut stand und doch so perfekt mit ihrem harmonierte. Sie küsste und streichelte ihn, raubte ihm sämtliche Sinne, so dass Marc bald nicht mehr wusste, wie ihm geschah und wohin mit all den aufbäumenden Gefühlen, die sie spielend in ihm auslöste, bis er es schließlich nicht mehr länger aushielt und die Führung wieder übernahm und zwei verschlungene nackte Körper sich wogend über das große Kingsize-Bett treiben ließen, plötzlich hochschnellten, um sich noch enger aneinander zu schmiegen, um sich ganz zu spüren, sich festzuhalten, um schließlich von einer großen Woge des Glücks gänzlich verschlungen zu werden.

Noch Minuten danach war diese Welle so präsent, als wäre sie gerade eben erst über den Köpfen der beiden zerborsten. Marc und Gretchen hielten sich atemlos im Arm. Sie saßen im Schneidersitz aneinander geschmiegt, horchten dem schnellen Herzschlag des anderen und schauten sich einfach nur an. Glücklich. Verliebt. Mit funkelnden und aufblitzenden Augen und sich kitzelnden Nasenspitzen. Sie lächelten, genossen die Nähe des anderen und spürten das nicht enden wollende Glück in einer schier unbeschreiblichen Intensität, die sie einen Moment innehalten ließ. Zärtlich schmusend und streichelnd sanken sie schließlich zurück in die zerwühlten Kissen. Sie wollten den Moment festhalten und legten ihre Hände aufeinander, während sie sich eng aneinander kuschelten und wie in die Tiefen eines Meeres in den Augen des anderen versanken. Ihr verliebtes Lächeln und dieses ganz besondere Augenfunkeln, das sie teilten, wurden immer größer und strahlender, je länger sie sich anschauten. Beide dachten in diesem Augenblick tief berührt genau das Gleiche. Es musste nicht ausgesprochen werden. Sie wussten es beide, lasen sie doch gerade in den Augen des anderen.


http://www.youtube.com/watch?v=BhfePE5PIv8


Einige Minuten verstrichen, bis es schließlich Gretchen war, die diese magische Stille mit ihrer leisen verliebt säuselnden Stimme durchbrach. Sie war komplett entspannt und umkreiste mit ihrem Zeigefinger immer wieder verträumt Marcs Brustkorb, der sich noch immer im schnellen Rhythmus auf und ab bewegte.

Gretchen: Das war schön!

Zärtlich strich Marc seiner verträumt dreinblickenden Freundin eine verirrte Strähne aus dem Gesicht, die sich aus ihrer komplizierten und nach ihrem gemeinsamen Flug ins All nun komplett ruinierten Hochsteckfrisur gelöst hatte und fuhr anschließend mit dem Zeigefinger die Konturen ihres wunderschönen Gesichtes entlang. Er verlor sich regelrecht in ihrem intensiven verliebten Blick und nuschelte seine Antwort nur, während sich seine Arme nur noch fester um ihren nackten Körper schlangen...

Marc: Hmm!

Gretchen genoss die Zärtlichkeiten ihres verliebten Freundes in vollen Zügen und schloss instinktiv ihre strahlenden Augen, während sie verträumt weiter plapperte und Marc damit doch etwas unverhofft aus dem Takt brachte.

Gretchen: Meinst du, es hat geklappt?

...fragte sie scheu und öffnete dabei ihre Augen wieder, um ihrem überraschten Partner Rat suchend tief in die Seele zu blicken. Marc löste sich von Gretchens fesselndem Blick und horchte einen Moment lang intensiv in sich hinein. Natürlich war auch er unsicher und aufgeregt wegen der Möglichkeiten, die sich auftaten, jedes Mal, wenn sie miteinander schliefen, aber zu seiner eigenen Überraschung überwog doch das Glücksgefühl die innere Anspannung, das sich von seinem Herzen über seinen Bauch auf seinen gesamten Körper einschließlich seines Verstandes ausbreitete. Er wollte es doch, also konnte er auch die Möglichkeit, dass es vielleicht schon geklappt haben könnte, in Betracht ziehen und genießen, wie man(n) es wohl tat, wenn man solche Pläne schmiedete. Und so griente Marc seine gespannt dreinblickende Freundin auf seine unverwechselbare charmante Meier-Art an...

Marc: Na ich geh davon aus. Wenn meine Soldaten etwas machen, dann machen sie es richtig.

Und schon löste sich der Schmetterlingsschwarm, der sie in ungeahnte Höhen hatte schweben lassen, in Wohlgefallen auf und ließ die verliebte Frau rücklings von ihrer rosaroten Wolke, auf der sie Rast gemacht hatte, herunterpurzeln. Marc Meier war zurück! Schlagfertiger denn je.

Gretchen (sprachlos): Maaarc!
Marc (ergötzt sich an ihrem empörten Gesichtsausdruck u. setzt noch einen drauf): Ja, was? Is so! Das sind ganz talentierte Jungs, die schneller das Ziel finden, als Vettel die Kurve kriegt.

Gretchen rollte mit den Augen. Marc war einfach unverbesserlich. So hatte sie sich ihre gemeinsame Babyplanung in ihren Träumen nicht ausgemalt. Sie rutschte hoch zum Bettende, um sich dort an die gelb gestrichene Wand zu lehnen. Ihre Bettdecke zog sie natürlich mit, damit ihr entblößter Körper vor Meierschen Blicken und möglichen weiteren Angriffen seinerseits gefeit war. Trotzig blickte sie den lässigen Sprücheklopfer dann an, der ihre Reaktion grinsend beobachtete. Er liebte es einfach, wenn sie sich so empört gab, nachdem sie gerade eben noch eindrucksvoll ein böses, sehr, sehr böses Mädchen gewesen war.

Gretchen: Sehr witzig! Ich frag jetzt mal nicht, wer oder was ein Vettel ist. Können wir dieses ganze Thema nicht etwas romantischer angehen?

...schlug Gretchen schüchtern vor und zog einen hinreißenden Schmollmund, den Marc einfach küssen musste. Er rutschte zu ihr hoch, drückte der überraschten Blondine einen feuchten Schmatzer auf, den sie schmollend nicht erwidern wollte, blieb schließlich seufzend neben ihr auf dem Bauch liegen und blickte trotz Abweisung vergnügt lächelnd in ihr trotziges Gesicht.

Marc: Inwiefern?
Gretchen (knabbert unsicher an ihrer Unterlippe herum, bevor sie sich doch traut, ihn darauf anzusprechen): Naja, ich weiß nicht. Vielleicht nicht ganz so bildhaft, sondern ähm... Hmm...? Was wünschst du dir mehr? Einen Jungen oder ein Mädchen?

Gespannt schaute Gretchen ihn an. Marc, der mit so einer Fangfrage nicht gerechnet hatte, zog seine Augenbraue nach oben und schaute seine Freundin eindringlich an, seine Unsicherheit gekonnt überspielend. Gretchen konnte seinem durchdringenden Blick nicht lange standhalten und seufzte laut auf. Diese Frage hätte sie sich echt sparen können. Spätestens seit dem aufwühlenden Vorfall im Fahrstuhl letztes Jahr kannte sie die Antwort.

Gretchen: Schon klar! Ein richtiges Kind.

Marcs Grinsen wurde immer breiter, als er ihre trotzige Schnute sah. Auch er dachte in diesem Augenblick an die skurrile Geburt dieser dicken Frau Becker im Aufzug zurück. Seit diesem für ihn aufwühlenden Tag, als man letztmalig über Berlin ein Naturschauspiel der Sonderklasse, eine Sonnenfinsternis, hatte beobachten können, wusste er, dass er auf die Zeichen hören sollte, die das Schicksal ihm seit seiner Jugend bereithielt, ohne dass er bisher zugegriffen hatte, und zu seiner Liebe stehen sollte, der er sich nie klarer gewesen war als in dem Moment, als Gretchen ihm gesagt hatte, dass sie sich wünschte, dass er auch im Privaten mal das Richtige tun würde. Die Traurigkeit in ihrer Stimme, die allein er zu verschulden hatte, hatte ihn bis ins Mark getroffen. Er hatte damals das Richtige getan, auch wenn es danach noch so einige Missverständnisse gegeben hatte, die ihrem endgültigen Glück im Wege gestanden hatten.

Und auch jetzt wusste er, was das Richtige war. Er wollte nicht mehr warten. Sie hatten schließlich zwanzig lange Jahre in der Wartestellung verbracht. Er wollte es nicht mehr länger hinauszögern, was doch eh auf kurz oder lang eintreffen würde und was er sich schon länger hatte vorstellen können, auch wenn er es vielleicht nicht gleich auf dem ersten Blick vor anderen und vor allem vor sich selbst zugegeben hätte. Aber er wollte eine Familie mit Gretchen. Jetzt, wo seine eigene zum zweiten Mal zerbrochen war und er nicht mehr daran glaubte, dass seine Mutter jemals zur Vernunft kommen würde. Er würde es auf jeden Fall besser machen. Er brauchte diese Konstante einfach, genauso sehr wie er seinen Job brauchte, um überhaupt atmen zu können. Und seine Konstante war nun mal Gretchen und vielleicht das, was schon in ihrem süßen Bauch war oder bald da heimisch werden würde. Er wollte es mehr denn je, so verrückt diese Vorstellung auch noch immer für ihn war.

Marc (grinst): Bingo! Schlaues Mädchen!
Gretchen (verschränkt trotzig ihre Arme): Du weißt aber schon, dass man das nicht beeinflussen kann, Marc.
Marc (schaut sie mit Stolz geschwellter Brust an u. glänzt mit selbst angeeignetem Fachwissen): Doch! Ich hab mich mal schlau gemacht. Also nicht, dass du jetzt denkst, ich würde mich nicht auskennen. Ich kenn mich aus. Das hab ich dir im Speziellen ja schon mehr als deutlich bewiesen. Wie gerade eben. Hähä. Aber wenn ich dich dabei beispielsweise zur Säule justieren würde, dann wäre die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass es ein Junge werden würde,...

WAAAAAS???

Gretchen (reißt die Augen entsetzt auf u. fällt dem überzeugten Oberlehrer empört ins Wort): Boah Marc! Wo hast du das denn her? Aus deinen Pornozeitschriften?
Marc (stupst ihr lachend an die Nase): Die hast du ja leider alle weggeschmissen. Vergessen? Und glaub mir, da steht so was sicherlich nicht dran. Es gibt nichts Abtörnenderes. Aber lassen wir das. Also ich war beim Fachmann. Das wollte ich damit sagen.
Gretchen (richtet sich überrascht auf): Du warst auch bei Mehdi?

Seit wann ist der denn Fachmann? Moment!

Marc (horcht auf u. äußert seinen Verdacht): Auch? Hast du etwa...?
Gretchen (schüttelt verschämt den Kopf u. sieht Marc dann gespannt an): Nein, ich hab mich nicht getraut, etwas zu sagen. Ist vielleicht auch noch zu früh? Aber es kann schon sein, dass er etwas ahnt. Ich hab mich ja auch ziemlich bescheuert verhalten. Er hat mich nämlich erwischt, als ich bei ihm in der Praxis selber einen Test machen wollte. Im EKH machen die doch nur Beta-HCGs, weißt du, und Blutabnehmen schaffe ich ja wohl auch alleine. Und was wolltest du bei Mehdi? Hast du ihm erzählt, dass wir ein Baby wollen?
Marc (erinnert sich nur ungern an den peinlichen Moment heute Mittag in Mehdis Arztpraxis zurück u. druckst herum): Nee, ich... ähm... war nur zufällig da, als ich ihn abgeholt hab. Du weißt schon.
Gretchen: Ach so. Dann sind wir wohl beide ziemliche Schisser, was?
Marc (nimmt sie grinsend in den Arm): Das hast du jetzt gesagt.

Gretchen stimmte in sein ansteckendes Lachen mit ein und schaute ihn verschmitzt an. Eine Einladung zum Küssen, dachte Marc verzückt und küsste sie einfach. Aus einem Kuss wurden schnell mehrere. Erst ganz gefühlvolle, ohne jegliche Hintergedanken, dann plötzlich immer leidenschaftlichere. Marc drehte sich auf seine Freundin und folgte seinem Gefühl. Anfangs spielte Gretchen auch noch mit großem Vergnügen mit und erwiderte seine Küsse ungezügelt wild. Doch als er immer zudringlicher werden wollte und die Zeichen für eine weitere Speedboat-Tour selbst für sie immer offensichtlicher wurden, hielt sie ihn diesmal entschieden zurück und deutete dabei charmant lächelnd auf die silberne Armbanduhr an ihrem Handgelenk. Diesmal konnte Marc dem nichts entgegensetzen. Sie hatte Recht. Schließlich wollte er nicht für den Skandal des Abends sorgen, wenn man sie hier gleich inflagranti als Adam und Eva erwischen würde. Das war Gretchens Abend! Bei der ganzen Mühe, die sie sich für die beiden Pappnasen gemacht hatte. Und wenn er die nächsten Tage und Wochen überleben wollte, dann sollte er wenigstens einmal mitspielen und das tat er nun auch.

Also setzte er sein überzeugendstes Lächeln auf, gab ihr noch einen letzten kleinen sündigen Kuss auf den Mund und half ihr dann aus dem Bett. Er reichte Gretchen ihr aufwendiges Sissikostüm, in das sie mit Hilfe ihres charmanten Freundes diesmal wesentlich eleganter hineinschlüpfte als noch einige Minuten zuvor, als sie sich dabei fast den Hals gebrochen hätte. Und als sie nun als kaiserliche Majestät so vor ihrem persönlichen Prinzen stand und ihm mittels Spiegel freudestrahlend in die Augen schaute, kam dieser nicht umhin zu lächeln. Sie sah so bezaubernd aus, auch wenn der Rückenverschluss ihres Kleides, an dem er gerade konzentriert friemelte, einfach nicht zugehen wollte. Plötzlich kam ihm ein Gedanke. Er ließ von ihrem Kleid ab, drehte sein Mädchen so, dass sie ihm direkt in die Augen schauen konnte und machte Gretchen spontan einen überraschenden Vorschlag. Ein bisschen Gewissheit wäre schließlich schon nicht schlecht bei dem Unternehmen, was sie vorhatten, dachte er und sprach seine Freundin, die ihn fragend anblickte, prompt darauf an...

Marc: Weißt du was. Lass uns am Montag zusammen einen Test machen, hmm? Heimlich hinten rum. Ich nehme dir Blut ab. Bei deinem Geschick wird das doch sonst nichts und du siehst dann eher aus wie ein Junkie und nicht wie ähm... ja, äh... ne Schwangere. Und den Rest erledigt das Labor. Keiner muss was mitkriegen. Und du kennst doch Mehdi, die alte Tratschnase. Wenn der wüsste, was los ist, würde der uns doch nie und nimmer mehr in Ruhe lassen und uns mit seinen gut gemeinten Ratschlägen komplett in den Wahnsinn treiben.
Gretchen (den Spruch über ihren besten Freund u. Frauenarzt ihres Vertrauens überhört sie wohlwissendlich u. schaut Marc ungläubig an): Meinst du das ernst?
Marc (zuckt mit den Schultern u. gibt sich betont lässig): Naja, warum nicht? Bevor wir uns noch völlig verrückt machen, ob oder ob nicht, und die ganze Sache noch mehr in Stress ausartet, können wir auch gleich schauen, ob meine Jungs schon erfolgreich eingelocht haben.
Gretchen (verzieht ihre Mundwinkel zu einem schiefen Lächeln u. blitzt ihn an): Aber über deine Metaphorik reden wir noch.
Marc (grinst sie verschmitzt an, gibt ihr einen Kuss auf den Nacken u. zieht am Rücken die Korsage ihres Kleides fest oder versucht es zumindest): Wenn du meinst. Aber jetzt halt endlich mal still, Haasenzahn! Ich helfe dir jetzt mit dem Fetzen hier, bevor ich noch mal in Versuchung geführt werde und ihn komplett auseinander nehme. Ich hoffe, der Kostümverleih ist versichert.
Gretchen (kichert u. rührt sich nicht, während sie ihn heimlich mit klopfendem Herzen beobachtet): Okay! Danke!

Lorelei Offline

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20.05.2012 13:01
#1282 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Aber Marc Meier konnte versuchen, was er wollte, sein Fingergeschick, mit dem er im OP immer meisterhaft glänzte, war hier komplett fehl am Platz. Diese Operation war viel komplexer. Die schmalen Schnüre und winzigen Häkchen am Rückenverschluss von Gretchens Kleid waren einfach nicht für Männerhände gemacht, es sei denn zum schnellen Aufreißen der Schnüre, was aber hier leider nicht Sinn der Sache war. Nichtsdestotrotz die blöden Dinger wollten einfach nicht halten. Zumindest in den oberen Regionen, die der ungeübte Kavalier krampfhaft versuchte nicht in Augenschein zu nehmen, sprangen sie immer wieder auf. Doch diese aufreizende Ablenkung wäre Gift für ihn und sein konzentriertes Tun, wenn er ihr nachgegangen wäre. Aber wie es nun mal mit verbotenen Dingen war, die einen reizten, er erlag ihnen schneller, als dass er seine visuellen Fähigkeiten in geordnete Bahnen hätte lenken können, und stierte seinem Schützling nun ungeniert sowohl in den Vorder- als auch den sexy Rückenausschnitt.

Gretchen merkte dabei gar nicht, wie sehr sich ihr fürsorglicher Freund mit ihrem Kostüm und seinen Hormonen abmühte, weil sie gerade in ganz anderen Sphären schwebte, nach allem, was Marc ihr soeben gesagt hatte. Bald würden sie Gewissheit haben, dachte sie verzückt und spürte, wie ihr aufgeregtes Herzklopfen überhand nahm. Die Vorstellung, mit Marc Meier ein Kind zu bekommen, verlieh Gretchen Haase regelrecht Flügel. Verträumt lächelnd starrte die Vielleicht-bald-Mama das gemeinsame Spiegelbild von sich und ihrem Liebsten an und murmelte dabei leise vor sich hin, was ihr gerade durch den Kopf ging...

Gretchen: Meinst du, wir schaffen das?

Marc, der endlich seine brodelnden Gefühle wieder in Schach bekommen hatte und sich ganz auf seine eigentliche Arbeit konzentrierte, hielt mit beiden Händen krampfhaft ihr Korsett am Rücken zusammen und schnaufte erschöpft auf, während er weiter an ihr zerrte und Gretchen dabei fast die Luft zum Atmen nahm...

Marc: Wenn du deinen Bauch weiter einziehen würdest, dann vielleicht schon.

Hä? Oh!

Gretchen flog vom Wolkenkuckucksheim, wo sie gerade verträumt herumgeschwebt war, zurück zur Erde und wandte irritiert ihren Kopf herum. Sie bemerkte die Schweißperlen auf Marcs Stirn, dachte sich aber nichts weiter dabei und schüttelte unwirsch den Kopf, als sie verstand, was er ihr damit sagen wollte...

Gretchen: Marc, ich meine, das mit einem Kind. Meinst du, wir schaffen das?

Oh! Tja, gute Frage, nächste Frage!

Marc ließ locker, so dass Gretchen nun selbst ihr Oberteil vorn festhalten musste und endlich wieder frei atmen konnte, und zog tief Luft durch seine beiden Nasenflügel ein. Die Verunsicherung war dem sonst so selbstsicheren Oberarzt deutlich anzumerken, als er kurz mit den Schultern zuckte und hilflos mit seiner Liebsten im Spiegel Augenkontakt suchte. Diese Frage hatte ihn in den letzten Stunden auch immer wieder beschäftigt, aber eine richtige Antwort darauf hatte er nicht gefunden. Vater zu werden, war nicht schwer - und ehrlich gesagt übte die Vorstellung von Extraübungseinheiten, um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen, eine ganz besondere erotische Anziehung auf ihn aus -, aber Vater zu sein, dagegen schon. Er hatte schließlich sein halbes Leben lang ohne einen zurechtkommen müssen, was eindeutig zu seinem Nachteil gewesen war. Ihm fehlten also jegliche Vergleichs- und Erfahrungswerte, ob er das Vatersein auch hinbekommen würde, so wie es zum Beispiel sein bester Freund hinbekam. Trotz aller Zweifel an sich selbst war aber da etwas in ihm, das diese Erfahrung unbedingt machen wollte. Und er war schließlich nicht allein bei diesem Mammutprojekt.

Marc: Ich weiß nicht. Keine Ahnung. Ähm... Aber andere haben das ja auch irgendwie hingekriegt. Mit weit weniger Talent, als wir beide es zusammen haben.
Gretchen (grinst zufrieden u. schmiegt sich an seinen Bauch): Stimmt! Oder hättest du gedacht, dass mein kleiner in den Tag hinein lebender Bruder sich mal freiwillig mit einem kleinen Baby befasst? Mama hat gesagt, er sittet die Kleine heute, damit seine Freundin hier mit uns mitfeiern kann. Süß nicht?
Marc (verzieht ungläubig seine Mundwinkel u. ist eher weniger überzeugt): Naja, den würde ich mir jetzt nicht unbedingt als Vorbild nehmen.
Ich auch nicht. Hihi!
Gretchen (schaut grinsend zu ihm hoch): Aber Mehdi schon?
Boah! Was findet die an dem Weichspüler?
Marc (grummelig, weil Gretchen seinen Kumpel mal wieder zum Helden stilisiert): Der gibt zumindest einen recht passablen Patenonkel ab, dem ich unseren Stöpsel anvertrauen würde, ohne Gefahr zu laufen, dass er ihn gleich aus Versehen umbringt. Wie dein Bruder. Vielleicht solltest du eine Notrufstandleitung zu ihm aufbauen. Sicher ist sicher. Also für Jochen. Nicht für das Baby. Das wird ihn schon so richtig fertig machen. Hmm... würde ich eigentlich gerne sehen.
Gretchen (lacht): Marc, wen er dich hören könnte? Also ich vertraue ihm. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Bestes Beispiel bist ja wohl auch eindeutig du.
Marc (seine Stimme geht eine Oktave höher, als er sie ungläubig anstarrt): Bitte?

Gretchen (schmunzelt): Genau! Du gibst nämlich mittlerweile auch einen recht passablen Patenonkel für Lilly ab.
Marc (widerspricht ihr trotzig u. hat schon wieder Lillys begeistertes u. ihn quälendes „Onkel Marc“ im Ohr): Der ich aber nicht bin!
Gretchen (genießt den leidenden Ausdruck in seinem Gesicht sehr): Na und? Sie hat dich lieb. Das rechtfertigt alles. Kinder wissen nämlich ganz genau, wenn sie einen guten Menschen vor sich haben. Dass sie dich so nennt, hat nichts damit zu tun, dass sie dich ärgern will, nein, das ist Ausdruck ihrer Gefühle für dich. Sie vertraut dir. Und du kannst nicht leugnen, dass du es nicht gern hast, wenn sie da ist und dich anhimmelt.
Marc (grinst selbstgefällig): Das muss an meinem gottesgleichen Wesen liegen.
Gretchen (klappst ihm an die Stirn, um sich anschließend wieder an seine starke Schulter zu schmiegen): Spinner! Ich hoffe, unser Nachwuchs bekommt nicht so ein riesiges Ego. Das würde bei deinem hier gar keinen Platz finden.
Marc (schaut sie erst gespielt empört an, dann kitzelt er sie; sie weicht ihm geschickt aus): Eh! Jetzt werd mal nicht frech, Fräulein Haase. Es werden sich natürlich nur die besten der besten Gene durchsetzen. Das ist ja wohl klar. Mein brillanter Verstand und mein lässiges Wesen und nicht zu vergessen mein blendendes Aussehen.
Gretchen (sprachlos angesichts so einer Selbstverliebtheit): Ach und von mir nichts oder was?
Marc (genießt ihren empörten Gesichtsausdruck u. setzt im Spaß noch einen drauf): Bis auf dein hübsches Äußeres und deinen Spürsinn hoffentlich nicht. Wenn sich nämlich deine Tollpatschigkeit vererbt, dann müsste ich wohl oder übel unsere Haftpflicht heraufstufen lassen. Das wird teuer.
Gretchen (stürzt sich empört mit einem Kissen auf ihn): Boah! Na warte, du!

Marc wich seiner Freundin und dem Kissen, das sie sich spontan vom Bett gegriffen hatte, um ihn für seine Unverfrorenheit zu vermöbeln, mit einer geschickten Matrix-Bewegung aus und machte sich anschließend schnell aus dem Staub. Gretchen rannte dem lachend vor ihr Flüchtenden, ihr herunterrutschendes Oberteil festhaltend, hinterher. Doch mit nur einem freien Arm und in diesem Wallekleid ließ sich nun mal schlecht auf seinen unverschämten Machofreund eindreschen, auch wenn sie ihm am Fenster rasch hatte einkesseln können. Schnaufend und mit funkelnden Augen blitzte sie Marc nun an. Er lachte nur, schnellte mit seinen beiden Armen nach vorn und schlang diese flink um ihre Taille, um die Furie zu bändigen, was ihm auch gelang. Natürlich konnte sie bei seinem süßen Dackelblick nicht widerstehen, ließ das Kissen zu Boden fallen und schmiegte sich nun haltsuchend in seine starken Arme. Ihr Kopf lehnte ruhig an seiner Schulter. Gretchen träumte, während Marc ihr vorsichtig der Gänsehautspur folgend den nackten Arm entlang strich...

Gretchen: Ich freu mich so.
Marc (schmiegt lächelnd seine Wange an ihre, dann lässt er sie los u. schaut sie auffordernd an): Ich weiß. Aber bevor du hier noch ganz rührselig wirst und das halbe Schlafzimmer unter Wasser setzt, lass uns mal weitermachen. Die Zeit wird wirklich langsam knapp. Also zieh bitte noch mal den Bauch ein, aber richtig, damit wir das endlich hinkriegen!

Gretchen lächelte den Helden ihres Herzens verliebt an und tat, wie befohlen, aber als Marc immer fester die Korsage zusammenzog, blieb ihr die Luft weg und sie wedelte protestierend mit ihrem Arm....

Gretchen: Marc, hör auf! Es geht so nicht.

Der Oberarzt ließ sie daraufhin los und schaute sie nun besorgt aber mit einem spitzen Spruch auf den Lippen an...

Marc: Gut, dass du es einsiehst. Aber ich hätte auch nichts gegen eine Mund-zu-Mund-Beatmung einzuwenden, falls du jetzt die Segel streichen willst.
Gretchen (überhört seine auflockernd gemeinten Worte u. sieht sich traurig im Spiegel an): Marc, sehe ich fett aus?
Oh Mann! Von verträumter Schmusekatze zum leidenden Hundewelpen in fünf Sekunden. Na prima!
Marc (verdreht die Augen u. versucht sich nichts anmerken zu lassen): Iwo! Solche Kleider kann eben nicht jeder tragen.
Gretchen (beleidigt zischt sie zurück): Na toll. Du hättest mir auch gleich sagen können, dass es mir nicht steht.
Hilfe!
Marc (versucht es diplomatisch, um es nicht noch schlimmer zu machen): Das hab ich doch so gar nicht gemeint. Du siehst hübsch aus. Wirklich. Du wärst die geborene Prinzessin, Haasenzahn.
Gretchen (zickig): Siehst du, du redest im Konjunktiv.

Herrgott noch mal, dreht die einem denn immer das Wort im Mund um. Ich mein’s doch nur gut. Aber dafür ist Haasenzahn ja immer blind. Immer auf die armen Schutzlosen. Toll!

Marc (versucht, sich nicht weiter aufzuregen u. sie nun anders zu überzeugen u. streicht ihr verführerisch über ihr aufreizendes Dekolletee): Die Ladys damals waren eben nicht so... so gut ausgestattet. Sieh es doch als Kompliment, Haasenzahn. Dein geiler Busen sprengt jedes Korsett.
Gretchen (empört): Du brauchst gar nicht so anzüglich zu kucken, Marc. Das ist NICHT witzig.
Doch!
Marc (verschränkt trotzig die Arme): Tue ich doch gar nicht.
Gretchen (blitzt ihn böse an, damit er die Klappe hält, u. wird immer trauriger): Und was mache ich jetzt? Ich habe doch schon allen gesagt, dass ich als Sissi gehen will. Ich hab mich so darauf gefreut.
Ach Mann, wenn sie so kuckt wie ein angeschossenes Reh, dann kann ich nicht...
Marc (nimmt sie tröstend in den Arm, was sie nach anfänglichem Widerstand auch zulässt, u. wiegt sie hin und her): Okay, lass das mal den Meister machen. Wo ist deine komische Kleidertruhe?

Gretchen sah ihren Freund ziemlich verdattert an, nachdem er diesen Vorschlag gemacht hatte, und deutete irritiert unter das Bett. Marc grinste sie nur vergnügt an, gab ihr einen kleinen überzeugenden Kuss auf dem Mund, der sie sprachlos dastehen ließ, und zog anschließend die große Kiste unter dem Bett hervor. Er kramte darin, verwarf das eine oder andere Kostüm, das links und rechts verstreut neben der Truhe landete, und entdeckte schließlich ganz unten auf dem Holzboden etwas, was nach seinem ersten Könnerblick passen könnte. Triumphierend und sichtlich überzeugt von seiner gewagten Idee hielt Marc seiner Schmollhäsin nun die rosafarbenen Kleidungsstücke hin, die er meisterlich für sie herausgesucht hatte.

Lorelei Offline

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22.05.2012 17:36
#1283 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Doch Gretchen war alles andere als überzeugt von Marcs Idee und schüttelte entschieden den Kopf...

Gretchen: Bist du verrückt geworden? Ich kann das nicht anziehen.
Marc (rümpft die Nase u. schaut sich den Fummel, den er etwas von sich weg hält, ganz genau von allen Seiten an): Wieso denn nicht? Ist doch heiß.
Für dich vielleicht.
Gretchen (läuft augenblicklich rot an u. schämt sich, als sie an sich herunterblickt u. noch mehr zweifelt): Weil ich... Ich meine... Nein! Schau! ... In das Kostüm hier passe ich mit meinem dicken Bauch nicht rein. Dann werde ich diesen ganz sicher nicht auch noch so offen präsentieren. Niemals!
Frauen! Das Wesen, was Mann nie verstehen wird.
Marc (spürt so langsam, wie ihm graue Haare auf dem Kopf wachsen, die er sich am liebsten ausreißen möchte): Mein Gott, jetzt höre doch mal auf, dir ständig Komplexe einzureden, Haasenzahn, die gar nicht da sind. Okay, das Oberteil war vielleicht etwas zu knapp gedacht. Na und? Das passiert halt. Du bringst doch ständig Klamotten zurück, die du gerade erst gekauft hast, die dann zu Hause doch nicht mehr so sitzen wie noch im Laden.
Noch so ein Phänomen, das Mann nie verstehen wird.
Gretchen (trotzköpfig): Gar nicht!

Marc (hebt drohend einen Zeigefinger u. redet unberührt im scharfen Ton weiter, als Gretchen schmollend die Arme verschränkt): Doch! Und jetzt Klappe halten, jetzt rede ich! Eins kann ich dir nämlich sagen, Haasenzahn, egal, was du dir beim Blick in den Spiegel einzubilden glaubst, dein geiler Körper ist perfekt, so wie er ist. Also noch ist. Noch kann man nämlich nichts von einem Zwerg sehen, falls da einer drin sein sollte, der dich vermutlich bald noch unausstehlicher machen wird, wie du manchmal sein kannst. Ja, du brauchst gar nicht so betröppelt zu kucken. Is so! ... Und ich steh auf deine knackigen Rundungen, die genau dahin gehören, wo sie sind. Das müsste dir doch wohl so langsam mal klar sein. Oder soll ich es dir jetzt und hier noch mal beweisen? ... Mann, ich find dich geil, so wie du bist. Von den wilden Locken bis zum bepinseltem Zehennagel, ok. Und was deine T-shirt sprengende Oberweite betrifft, hast du schon mal darüber nachgedacht, woran das vielleicht noch liegen könnte, hmm? Wie viele Zeichen willst du denn noch? Ich steh auf dich. Punkt. Auch auf deinen sexy flachen Bauch, den ich mir allzu gerne den ganzen Abend lang anschauen möchte und den ich die ganze Zeit anfassen will, weil sich vielleicht darunter ein kleines verrücktes Wunder befindet, das wir hingekriegt haben. Und was passt besser zu so einem Wunder wie diese Klamotte hier? Die Trägerin kann nämlich zaubern, also... hab ich gehört. Und du verzauberst mich nun mal jeden Tag aufs Neue, Haasenzahn, egal welche Neurose heute an der Reihe ist. So... und jetzt ist endlich gut mit der Zickerei! Anziehen! Aber zackig!

Marc hielt seiner sprachlosen Freundin das rosa Kostüm nun direkt vor die Nase und duldete keinen Widerspruch, den sie auch gar nicht mehr zum Geben im Stande war. Gretchen war völlig gerührt von seinen warmen unkonventionellen Worten und schämte sich mittlerweile wegen ihres hysterischen Aussetzers. Manchmal konnte sie wirklich unausstehlich sein. Damit hatte er vollkommen Recht. Und er hielt es trotzdem Tag um Tag mit ihr aus. Das war doch das eigentliche Wunder, das es hier zu bewundern gab. Gefühlvoll schmiegte sich Gretchen nun an ihren Prinzen und schaute hoch in seine aufblitzenden smaragdgrünen Augen, in denen das Gesagte noch immer geschrieben stand.

Gretchen: Du findest mich wirklich hübsch?
Ich geb’s auf! Versteh einer diese Frau!
Marc (gereizt): Boah! Haasenzahn, dass ihr Frauen auch immer nach Komplimenten haschen müsst. Das ist anstrengend, verdammt.
Gretchen (streicht sich eine verirrte Träne aus dem Augenwinkel u. grinst ihren Grummelkönig nun verschmitzt an): Dafür sind wir ja auch Frauen.

Und die Nervigste von allen musste ich abbekommen. Hoffentlich ist Hysterie nicht vererbbar. Denn wenn man die weibliche Komponente in unseren Familien anschaut, sehe ich schwarz. Worauf hab ich mich hier nur eingelassen? Hilfe!

Während Marc noch über sich und seinen Stammbaum sinnierte, war Gretchen bereits vorfreudig aus ihrem Sissikleid geschlüpft und hatte die Kostüme getauscht. Sie verschwendete keinen Gedanken mehr an ihren kleinen Kleiderfauxpas und freute sich darauf, sich gleich im Spiegel sehen zu dürfen. Und so beobachtete Marc nun mit großer Genugtuung, wie sich Gretchen Haase verwandelte. Dafür musste er noch nicht einmal an einer Flasche rubbeln, dachte er und schmunzelte über seinen albernen Gedanken. Stolz grinsend stand die junge Frau nun vor ihrem persönlichen Helden und betrachtete sich im Spiegel. Das Kostüm saß wie angegossen. Das hatte sie gar nicht erwartet. Gretchen hatte ganz vergessen, dass sie es überhaupt noch hatte. Es stammte noch aus ihrer Studienzeit in Köln, wo sie alljährlich unweigerlich in den Karnevalstrubel gezogen worden war. Aber sie hatte dem wilden Treiben da nie wirklich etwas abgewinnen können. Und so war ihre ehemalige beste Freundin und Kommilitonin Gina alleine losgezogen, um auf Männerfang zu gehen, und sie hatte sich stattdessen auf der heimeligen Couch gemütlich gemacht, hatte die Türklingel abgestellt, damit sie auch nicht von bettelnden Faschingskindern oder ihrem damaligen Freund Peter, den sie damals erst seit wenigen Wochen kannte, gestört wurde, und hatte mit großer Begeisterung eine ganz bestimmte Serie rauf und runter gekuckt, die sie noch aus Kindertagen liebte. Gretchen Haase mochte eben schon immer, wenn magische Zauberwelten mit der Realität kollidierten. Dass sie auch ein bisschen in den Hauptdarsteller verliebt gewesen war, behielt sie aber lieber für sich.






Gretchen als bezaubernde Jeannie


http://www.youtube.com/watch?v=JwpH_IYg0N8


Danke Pinky für diese bezaubernde Idee.

Fotos: Google Pics



Gretchens Verwandlung in den wohl schnuckeligsten Flaschengeist aller Zeiten - so das bezaubernde Meiersche Urteil - passierte keinen Moment zu spät. Marc hatte gerade Hand an ihren unverhüllten Bauch gelegt und ließ seine Augen bewundernd über ihren sexy Körper wandern, als es plötzlich an der Wohnungstür klingelte. Der verliebte Oberarzt ließ seinen Kopf beim erneuten Klang der Klingel enttäuscht an ihre Schulter fallen. Gretchen löste sich mühselig aus seiner festen Umklammerung, da Marc eigentlich nicht vorgehabt hatte, sie loszulassen, und schaute den begossenen Pudel verschmitzt an, nachdem er sie doch endlich widerwillig freigegeben hatte...

Gretchen: So jetzt bist aber du an der Reihe, Schatz. Ich öffne die Tür und begrüße unsere ersten Gäste und du ziehst dich endlich um. Und wage es nicht, ohne Kostüm unten zu erscheinen, sonst... sonst... muss dich dein süßer Flaschengeist wohl oder übel zu ihrem persönlichen Lakaien verhexen, der ihr dann den ganzen Abend lang die Flasche hinterher trägt.

Gretchen griente ihren perplexen Freund vergnügt an und drückte ihm eine geschwungene lilafarbene Flasche in die Hand, die sie noch in ihrer Kostümtruhe entdeckt hatte und die früher mal ein Parfumflakon ihrer Mutter gewesen war. Völlig unbeeindruckt von Gretchens alberner Drohung funkelte Marc die bezaubernde Jeannie an und deutete dabei mit einer lässigen Armbewegung an sich herunter. Zufrieden registrierte der noch immer hüllenlose Mann, wie seine persönliche Haremsdame dabei auf seine nackten Tatsachen reagierte...

Marc: Och! Eigentlich hatte ich mir ja gedacht, ich gehe gleich so.
Gretchen (versucht sich zusammenzureißen u. ihn nicht anzustarren u. stattdessen cool zu kontern): Klar mein Schatz, dein Adamskostüm kommt bestimmt SUPER an.
Marc (grinst über beide Backen u. dreht sich mit stolzgeschwellter Brust vor ihr einmal im Kreis): Siehste!
So ein Spinner! Aber ein extrem süßer! Mit einem knackigen festen Hintern. Hihi!
Gretchen (lacht u. nimmt ihn mit Erfolg hoch): Weißt du was. Ich gebe meiner Mama Bescheid, doch noch mit Papa und deinem Vater vorbeizukommen. Die freuen sich sicherlich sehr, den vielleicht bald zukünftigen Chef der Klinik in diesem doch recht offenherzigen Kostüm zu sehen. Darin gibst du eine rüüüchtig gute Bewerbung ab.
Marc (blitzt den unverschämten Frechdachs böse an): Du Biest!

Gretchen kicherte, als sie Marcs entsetzten Gesichtsausdruck bemerkte. Die Erwähnung ihrer Mutter im Zusammenhang mit seinen nackten Tatsachen funktionierte doch immer wieder, weil es ihn nämlich immer sofort mit Schrecken daran erinnerte, wie ihre Mutter ihn damals nach ihrer Rückkehr von Rügen nackt im heimischen Badezimmer vorgefunden hatte. Marc wusste das nicht, aber wenn Bärbel sehr angeschäkert war, holte sie diese Anekdote über ihren zukünftigen Schwiegersohn immer wieder gerne vor ihren Freundinnen heraus.

Es klingelte nun bereits zum dritten Mal an der Tür und Gretchen ließ ihren gespielt empörten Machomann einfach so im Schlafzimmer stehen und lief schnell die Treppe hinunter, um anschließend die Wohnungstür mit Schwung aufzureißen. Erstaunt hielt sie inne und blickte nun in das Gesicht eines weiteren vertrauten Helden aus ihrer Kindheit und Jugend, der sie mit einem ansteckenden strahlenden Lächeln anschaute und mit lässiger an den Türrahmen gelehnter Pose um Einlass bat.....

Lorelei Offline

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24.05.2012 17:27
#1284 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

http://www.youtube.com/watch?v=9f06QZCVUHg


Gretchen strahlte den ersten Gast des Abends begeistert an, der heute nicht zum ersten Mal das Penthouse und seine beiden Bewohner besuchte, und bat ihn mit freundlicher Geste herein...




Mehdi Kaan im Grease-Fieber


Quelle: Google Pics



Gretchen: Hey! Gabi hat ja schon angedeutet, als was ihr kommen würdet. Aber so? Wow! Besser als das Original.
Mehdi (grinst über das ganze Gesicht u. gibt der wunderhübschen Gastgeberin einen dicken Begrüßungskuss auf die Wange): Danke! Aber du auch! Wow! Du siehst toll aus, Gretchen. Oder soll ich Jeannie sagen?
Gretchen (wird doch tatsächlich etwas rot im Gesicht u. drückt ihren besten Freund zur Begrüßung kichernd an sich): Danke, du alter Charmeur. Komm schnell rein! Ist ziemlich kalt hier draußen im Hausflur.
Mehdi (nimmt ihre Einladung gerne an u. betritt lässig seine Lederjacke über die Schulter schwingend die für den Polterabend geschmückte Dachgeschosswohnung): Das „alt“ hab ich aber überhört, Jeannie. Wobei, wenn ich mich recht entsinne, müsstest du nicht schon über 2000 Jahre alt sein? Aber Kompliment, du hast dich wirklich gut gehalten.
Boah! Ist der frech! Na warte!
Gretchen (knufft Mehdi gespielt empört in die Seite u. verschränkt anschließend ihre Arme vor ihrem Körper, so wie es die beliebte Serienfigur immer getan hat, u. wackelt demonstrativ mit ihrer Nase): Eh! Pass bloß auf, dass ich dich heute Abend nicht noch verzaubere.
Mehdi (lächelt verschmitzt): Brauchst du nicht. Ich bin doch allein schon von deinem bezaubernden Anblick verzaubert.

Oben im Schlafzimmer verdrehte Marc Meier die Augen, als er mitbekam, wie sein bester Freund sich gerade bei SEINER Freundin einschleimte. Den Würgereflex ignorierend suchte der nackte Arzt nun sein Kostüm für den Abend heraus. Haasenzahn würde bestimmt Augen machen, dachte er vorfreudig grinsend und zog sich schnell um, während die beiden Freunde eine Etage tiefer sich kichernd auf die Wohnzimmercouch plumpsen ließen und sich anschließend Schulter an Schulter aneinander lehnten und vergnügt angrienten. Der Halbperser, der sich in den Hauptdarsteller des 70er-Jahre-Kultfilms schlechthin verwandelt hatte, musterte seine beste Freundin ganz besonders genau, während er sich seine Tolle, die ihm immer wieder ins Gesicht fiel, zur Seite strich...

Mehdi: Du Gretchen, sag mal. Hattest du nicht gemeint, ihr macht heute einen auf glücklich frisch verliebtes österreichisches Kaiserehepaar?
Gretchen (senkt ihren Blick u. streicht sich verlegen über den Mund): Ja, aber äh... es gab da äh... Komplikationen.
Super-Ausrede, Gretchen! Das würde nicht einmal ich dir glauben. (GH)
Mehdi (grinst wissend u. lehnt sich lässig an die Sofalehne zurück): Komplikationen? Soso? Aber ich hab dich ja vorgewarnt, den Meier bekommst du nicht in Strumpfhosen und schwule Uniformen.
Und mich nicht in das schöne Kleid. Menno! Egal, Hauptsache Mehdi merkt nichts.
Gretchen (wiegelt mit einer lässigen Armbewegung u. einem bezaubernden Lächeln schnell ab): Ach egal. Schön, dass du schon da bist, Mehdi.
Mehdi (lächelt): Ich dachte, vielleicht brauchst du noch Hilfe bei den Vorbereitungen? Marc hat ja vorhin schon eindrucksvoll sprücheklopfend bewiesen, dass er nicht gerade ein Händchen für solche Events hat. Tut mir übrigens leid, dass ich mitgemacht habe. Aber es sah so süß aus, wie du mit dem Plakat in der Hand von der Tür zur Treppe gehangelt bist.

Hättet mir ja wenigstens helfen können. Gut, Mehdi hat das ja dann auch, als ich vom Stuhl abzurutschen drohte. Aber ich spüre trotzdem schon, wie ich so langsam Muskelkater in den Armen bekomme.

Gretchen (legt ihre Hand dankbar auf seine u. erwidert sein verschmitztes Lächeln): Das ist wirklich lieb von dir. Aber nein, soweit ist alles ok und im Plan. Der DJ und der mobile Barkeeper müssten auch jeden Moment vorbeikommen und dann kann es auch gleich schon losgehen.
Mehdi (schaut sich anerkennungsvoll im schlicht frühlingshaft dekorierten Zimmer um): Es ist wirklich toll geworden, was du hier auf die Schnelle für unser verrücktes Brautpaar organisiert hast.
Gretchen (fühlt sich geschmeichelt u. strahlt ihn an): Danke! Ich hoffe, es war die Mühe wert?
Mehdi: Klar! Wir müssen nur aufpassen, dass Schwester Sabine nicht gleich wieder aus den Latschen kippt wie beim Antrag an Silvester.
Gretchen (lacht): Ja, die Befürchtung hab ich auch. Aber es sind ja zum Glück genügend Ärzte und Schwestern da zur Wiederbelebung. Apropos, wo hast du eigentlich deine Gabi gelassen? Ich dachte, ihr kommt zusammen.
Mehdi: Sie... kommt was später. ... Denke ich.

... nuschelte Mehdi in seinen Dreitagebart und versuchte, sich seine Unsicherheit über den Verbleib seiner Lebensgefährtin nicht anmerken zu lassen und überspielte sie mit einem charmanten Lächeln. Aber Gretchens Aufmerksamkeitsspanne war eh gerade mehr als reduziert, als sie bemerkte, was sich hinter Mehdis Rücken abspielte. Marc kam nämlich gerade schwungvoll die knirschende Holztreppe hinunter getrampelt, übersprang die letzten beiden Stufen und blieb schließlich direkt vor den beiden stehen. Während Mehdi ziemlich überrascht vom Auftreten und Outfit seines besten Freundes war, hatte es Gretchen völlig die Sprache verschlagen. Sie rang sichtlich mit den Tränen, als sie langsam vom Sofa aufstand und ihren Liebsten und sein blinkerndes Kostüm mit großen Augen ungläubig anschaute...





Marc Meier greift auf Bewährtes zurück.


Quelle: Google Pics



Gretchen (deutet stammelnd mit ausgestrecktem Arm auf ihn): Marc! Du... du...?
Marc (kommt ihrer gestammelten Frage zuvor u. nickt leicht mit dem Kopf): Jep!

Zufrieden beobachtete Marc Gretchens Reaktion, die er so und nicht anders erwartet hatte, als ihm gestern bei der für ihn so peinlichen Kostümprobe vor der kleinen Lilly und seiner unverschämt über ihn spöttelnden Freundin die geniale Idee für seinen coolen Auftritt gekommen war. Wer war schon Kaiser Franz von Österreich, wenn man der Held seiner Jugend sein konnte? Mit ordentlichen PS unter dem Hintern. Gut, das war jetzt im siebten Stock eines Hauses dann doch etwas schwierig zu organisieren, aber wozu hatte man(n) denn Fantasie.

Erste Tränen hatten sich in ihren Augenwinkeln gebildet, die Gretchen hastig wegwischte, damit Marc sie nicht mitbekam und sich darüber lustig machen konnte. Stumm starrte sie ihn an und konnte einfach nicht fassen, was er für sie gemacht hatte. Sie hatte schon Angst gehabt, dass der Sturkopf aus Trotz gar kein Kostüm anziehen würde und es bei seinen Freizeitklamotten belassen würde. Aber das hier war einfach nur überwältigend. Gretchen erinnerte sich, als sei es erst gestern gewesen, als er ihr schon einmal in diesem doch recht gewöhnungsbedürftigen Aufzug entgegengetreten war und sie mit seiner ganzen charmanten Meier-Art völlig verzaubert und für immer eingenommen hatte. Der 35. Hochzeitstag ihrer Eltern, ihr erstes Quasi-Date mit Dr. Meier, war einer der schönsten Momente ihres Lebens gewesen.

Mehdi bemerkte die Veränderung in Gretchens Gesicht, konnte sich aber keinen Reim darauf machen, warum die beiden sich plötzlich so komisch verhielten. Aber das taten sie ja heute schon den ganzen Tag über. Er dachte an die beiden skurrilen Begegnungen in seiner Praxis zurück, verwarf den Gedanken gleich wieder und drehte nun eine kleine Begutachtungsrunde um seinen Freund herum, zog seine Augenbraue dabei skeptisch nach oben und grinste Marc, der ihn misstrauisch dabei beobachtet hatte, schließlich in Ermangelung der wahren Hintergrundgeschichte seines Kostüms spöttisch an. Mehdi hatte seine eigenen Schlussfolgerungen gezogen...

Mehdi: Jetzt sag nicht, du gehst auch als Danny Zuco? Hättest ja mal was sagen können, Mann.
Marc (löst sich von Gretchens funkelnden Augen, die ihn gefangen genommen haben, u. schaut seinen Kumpel irritiert an): Hä? Denny wer? Nö! Ich bin Michael Knight, sieht man doch.
Mehdi (kann nun nicht mehr an sich halten u. lacht sich schlapp, als Marc aus seiner Jackentasche auch noch ein rot blinkendes schwarzes Automodell herauszieht u. damit vor seiner Nase herumwedelt, während Gretchen noch immer hin und weg von ihrem unglaubliche Freund ist, dem sie liebevoll durch die zerzausten Haare streicht): Du gehst als David Hasselhoff? Hahaha! Wäre da nicht eigentlich ein Rollstuhl und eine Wodkaflasche passender?
Boah Idiot!
Marc (presst seine Lippen aufeinander, blitzt den Ignoranten böse an u. klärt ihn auf): Sehr witzig, Kaan! Während du deine kitschigen Mädchenserien gekuckt hast und dabei einen Schokoriegel nach dem anderen verputzt hast und immer fetter geworden bist, hab ich mir die coolste Serie unter der Sonne reingezogen. Ich ziehe nämlich das filmische Original dem echten menschlichen Frack vor.
Mehdi (lässt sich lachend zurück aufs Sofa fallen, um sein schmerzendes Zwerchfell zu entlasten): Ah ja!?
Gretchen (nuschelt): Ich auch.

Als Marc Gretchens verträumte Stimme neben sich vernahm, stellte er sich grinsend vor sie hin und näherte sich ihren süßen rosaroten Lippen, die sie ihm, als sie merkte, wie nah er ihr kam, sofort vorfreudig entgegenstreckte, die er aber nicht berührte. Kurz vor einer zarten Berührung hielt er inne und schaute seiner Freundin, die aufgrund seines heißen Atems auf der empfindlichen Haut ihres Gesichtes erschauderte, tief in ihre himmelblau leuchtenden Augen, wodurch er sie nun völlig gefangen nahm...

Marc: Und? Immer noch auf Meckern eingestellt, Haasenzahn?
Gretchen (schüttelt verlegen den Kopf): Nein, tut mir leid.
Marc (fährt sich mit einem Finger übers Kinn u. überlegt sich die folgenden Worte ganz genau): Gut! Als Flaschengeist durftest du dir ja was wünschen. Aber den Lakaien und Flaschenträger gebe ich dir heute bestimmt nicht. Damit das mal vorweg klar ist! Also? Hast du dir was gewünscht?
Gretchen (lächelt ganz verzaubert): Das hab ich. Ich hätte nur nie geglaubt, dass du dich noch daran erinnerst.

Mehdi (mit den Augen zwischen den beiden hin u. her wandernd u. neugierig dazwischen plappernd): Woran?

Marc (Mehdi ignorierend flüstert er Gretchen etwas ins Ohr, was sie erschaudern u. kichern zugleich lässt): Du weißt schon. Nachts bin ich oft in fremden Gärten unterwegs. Hier und da pflanze ich einen Baum oder mähe den Rasen. Und, naja ich dachte, deine Begleitung für das Kostümfest sollte vielleicht ein bisschen Eindruck machen.
Oh mein Gott, oh mein Gott, er weiß es wirklich noch!
Gretchen (schlingt glücklich ihre Arme um seinen Hals u. himmelt ihren Helden verliebt an): Du bist verrückt.
Marc (flüstert weiter, während Mehdi die Augen verdreht u. gar nicht versteht, was die beiden für ein seltsames Spiel miteinander spielen): Kitt, warte um die Ecke, Kitt, und scanne das Haus. Ich habe das Gefühl, eine junge sehr unglückliche Ärztin versteckt sich hier irgendwo.
Gretchen (schmilzt in seinen Armen dahin): Die junge Ärztin ist nicht mehr unglücklich. Im Gegenteil.
Marc (lässt die schöne Ärztin daraufhin wieder los u. zieht gespielt missmutig eine Augenbraue nach oben): Nicht? Hmm... Dann wäre mein Job ja hier jetzt wohl getan. Ich muss weiter. Nur noch kurz die Welt retten und so.
Gretchen (klappst ihm an die Brust genau auf das große M seines marineblauen T-Shirts u. schmiegt sich lachend wieder an ihn): Du bist so ein verrückter Spinner.

Mehdi (hat sich mittlerweile ein Bier von der Bar geholt u. nippt an der Flasche, während er die beiden Verknallten weiter schmunzelnd beobachtet): Da stimme ich dir voll und ganz zu.

Marc (überhört die Spitze von Mehdi u. macht unberührt weiter mit seinem charmanten Flashback): Und du? Gehst du ... als Prinzessin?
Gretchen (strahlt über das ganze Gesicht u. spielt vergnügt mit): Schleimer!
Marc (lässt seine Jacke wieder blinkern u. zwinkert ihr zu): Eh don’t hassel the hoff!


http://www.youtube.com/watch?v=ZAWSiWtUK2s


Gretchen lachte herzhaft auf und schmiegte ihren Kopf an seine Halsbeuge, hielt aber im nächsten Moment die Luft an. Sie war vollkommen baff, als in dem Augenblick auch noch die Musikanlage angesprungen war und nun genau ihr Lied von damals spielte. Wie hatte Marc das gemacht? Sie schaute ihn mit großen fragenden Kulleraugen an, aber Marc schien genauso verblüfft darüber zu sein, denn er blickte gerade ziemlich verwirrt im Zimmer umher und blieb schließlich an seinem Kumpel Mehdi hängen, der unwissend mit den Schultern zuckte und nur noch Bahnhof verstand. War Marc vielleicht der wahre Flaschengeist hier und hatte gezaubert, dachte Gretchen. Verzaubert war sie auf jeden Fall. Und wie! Sie musste ihren Prinzen äh... den Detektiv jetzt einfach küssen und das tat sie dann auch.

Lorelei Offline

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26.05.2012 20:11
#1285 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Und so bekam das verliebte Paar auch gar nicht mit, wie Dr. Kaan gezwungenermaßen in die Gastgeberrolle hatte schlüpfen müssen, weil die eigentliche Gastgeberin gerade anderweitig beschäftigt gewesen war, und den DJ hereingelassen hatte, der für das plötzliche Angehen der Musikanlage verantwortlich gewesen war, als er diese kurz hatte testen wollen. Die Musikauswahl war also reiner Zufall gewesen. Marc und Gretchen würden das aber ganz anders in Erinnerung behalten. Glücklich schaute die „bezaubernde Jeannie“ in die funkelnden Augen ihres stolzen Helden, nachdem sie nach einem endlosen zärtlichen Kuss wieder voneinander abgelassen hatten und sich nun verspielt an den Händen hielten...

Gretchen (schwärmt): Du bist so süß, Marc.
Marc (stupst ihr grinsend an die Nase): Nana, wir werden doch nicht gleich wieder ausfallend werden.

Gretchen lachte und schmiegte sich wieder in die starken Arme ihres Partners. Marc hielt sie beschützend fest und wiegte sie ein wenig im Takt der Musik, die soeben wieder verstummt war, aber in ihren Gedanken noch immer weiterspielte. Während sich die beiden weiterhin schwerverliebt anhimmelten und nichts mehr um sich herum wahrnahmen, verzog Mehdi, der gerade den Alleinunterhalter eingewiesen hatte und anschließend noch ein weiteres Mal zur Tür getrottet war, um auch noch den Barkeeper hereinzulassen, der gerade ungehört geklingelt hatte, beim Anblick des süßen Paares seine Augenbrauen und schüttelte anschließend den Kopf. Die beiden klebten ja wie Pattex aneinander. Was war heute eigentlich los? Lag irgendetwas in der Luft? Er schmiss sich neben den beiden in den Sessel, musterte erneut seinen Kumpel und dessen blinkernde Lederjacke und schaute dann schmunzelnd zu Gretchen hoch...

Mehdi: Also auf was du stehst, wird mir immer ein Rätsel bleiben, Gretchen.
Marc (wendet seinen Kopf herum u. grinst seinen Kumpel frech an, den er trotz reizender Ablenkung nicht überhört hat): Und das ist auch gut so!

Die beiden Männer lachten und die schöne Frau im rosafarbenen Haremskostüm stimmte bald darauf kichernd mit ein, bis sie plötzlich ein verdächtiges Räuspern hinter sich vernahm. Sie drehte sich um, errötete und löste sich schnell aus Marcs kuscheligen Armen, die sie noch immer fest umschlungen gehalten hatten, als auch sie endlich mitbekommen hatte, dass sie schon längst Gesellschaft bekommen hatten. Verlegen begrüßte die Gastgeberin nun die beiden attraktiven Mitarbeiter des Abends, die ihre schmunzelnden Blicke auch nicht von dem innig knutschenden Paar hatten abwenden können, und kam nach einer kurzen Einweisung wegen des Ablaufes des Polterabends anschließend noch einmal zu Marc und Mehdi zurück, um sich für einen Moment zu entschuldigen...

Gretchen: Wenn ihr mich bitte entschuldigen würdet. Ich muss mir noch mal die Haare neu machen, nachdem wir... Ääähhh... Also... wegen des neuen Kostüms. ... Zopf ... und so. ... Peinlich, Gretchen, echt peinlich! ... Bis gleich! Kümmert ihr euch derweil um alles? Also falls noch jemand früher kommen sollte.

Mehdi war Gretchens zerzauster Anblick nicht verborgen geblieben, als sie ihm vorhin erst nach dem dritten Klingelversuch die Tür geöffnet hatte, und er schaute vergewissernd zu Marc, der still vor sich hin feixte und seiner süßen Freundin gerade frech zuzwinkerte, deren heller Teint immer dunkler wurde, je länger sie die Blicke der beiden Männer auf sich gerichtet spürte...

Mehdi: Verstehe!

Die beiden waren einfach unverbesserlich, dachte Mehdi amüsiert und konnte sich sein freches Grinsen einfach nicht verkneifen, als Gretchen blitzschnell aus der Gefahrenzone fliehend um die Ecke verschwand und man kurz darauf die Badezimmertür mit einem lauten Knall zufallen hörte. Er wandte sich schmunzelnd an Marc, der gerade zur improvisierten Bar in die Küche stiefelte und sich dort vom blonden Barkeeper, der sich dort gerade mit seinem Equipment etwas häuslich einrichtete und anfing, Limetten für die Cocktails zu schnippeln, ein Bier reichen ließ...

Mehdi: Bin ich zu früh gekommen?
Marc (grient ihn frech von der Seite an, als er wieder bei seinem Kumpel stehen bleibt): Da fragst du den Falschen und mich interessieren ehrlich gesagt deine Wiedersehenssexspielchen mit deinem Zuckermäuschen auch nicht die Bohne. Ich hab noch ein Trauma von deiner wilden Affärenzeit letztes Jahr. Aber es ist ganz angenehm, dass sie mal nicht als Schmeißfliege an deinem fetten Hintern klebt. Darauf trinken wir einen. Cheers!
Mehdi: Marc, wenn du nicht endlich deine Sprü....

Aber bevor Mehdi meckernd etwas erwidern konnte, um seine Freundin ritterlich zu verteidigen, hatte Marc auch schon mit seiner Bierflasche mit ihm angestoßen und ihm danach lachend auf die Schulter geklapst. Der Chirurg ließ die kühle Flüssigkeit nun genüsslich seine Kehle hinab gleiten, während er sich Mehdi gegenüber aufs Sofa lümmelte und ihn weiterhin frech angriente. Die beiden Männer blitzten sich eine Weile stumm mit den Augen an und tranken jeweils ihr Bier, bis dem nicht nachtragenden Frauenarzt plötzlich wieder eine Sache in den Sinn kam, über die er heute schon einmal kurz nachgedacht, aber nicht die Zeit gehabt hatte, die mehr als offensichtlichen Zeichen weiter zu deuten. Nun war der Moment günstig. Auch um wegen Marcs unverschämtem Spruch gerade eben zurückzuschlagen. Mehdi konnte gar nicht anders, als seinem Spürsinn folgend bei seinem Kumpel nachzuhaken...

Mehdi: Du sag mal, Marc, was sollte das eigentlich heute in meinem Büro?

Marc, der mit diesem heiklen Themenwechsel nicht gerechnet hatte, verschluckte sich fast an seinem Bier, hielt kurz inne, um sich zu sammeln, und trank schnell noch einen beruhigenden Schluck hinterher. Dann stellte er die halbleere Flasche zurück auf den Couchtisch, lehnte sich in Zeitlupe an die Sofalehne zurück, stützte seinen Kopf lässig auf seinen Unterarm und setzte sein cooles Pokerface auf, was Mehdi natürlich noch misstrauischer werden ließ. Er war schließlich neben Gretchen der Einzige, der in Marcs Gesicht lesen konnte wie in einem offenen Buch.

Marc (tut unwissend): Ich weiß nicht, was du meinst.
Mehdi (hat ihn durchschaut u. lässt seine Flasche nun auch auf dem Tisch stehen u. fixiert seinen Freund mit wissendem Blick): Naja, also ich fand es schon seltsam, dass du und Gretchen, unabhängig voneinander, nacheinander bei mir unangemeldet in der Praxis aufgetaucht seid.

Shit! Er weiß es! Der versucht doch zu spitzeln! Aber bei mir beißt er auf Granit.

Marc (tut überrascht): Ach, Gretchen war auch bei dir? Hat sie gar nicht erwähnt.
Türlich!
Mehdi (bemüht sich sehr, nicht zu lachen, weil er Marcs flackernde Pupillen bemerkt hat, die ihn konstant nicht anschauen, u. spielt den vertrauensvollen Freund, der sich Sorgen macht): Ja! Und ich hatte irgendwie den Eindruck, dass sie unbedingt etwas loswerden wollte, sich nur nicht getraut hat.

Ich hätte es wissen sollen. Haasenzahn hält ihm nicht stand. Sie hat’s vermasselt! Und mir hält sie Vorträge, doch bitte ja die Klappe zu halten, solange wir nichts Genaueres wissen. Toll! Super, Gretchen!

Marc (gespielt unwissend zuckt er mit seinen Schultern): Aha! Und was?
Ich wusste, das wird eine schwere Geburt. Wie gut, dass ich mich damit bestens auskenne.
Mehdi (grinst in sich hinein u. treibt ihn immer mehr in die Enge): Ich dachte, du könntest mir das erklären, Marc?

Verdammt! Der hat auch jede beschissene weibische Foltermasche drauf. Standhalten, Meier! Du bist schlauer als sie äh... er.

Marc (es fällt ihm immer schwerer, cool zu bleiben u. er bekommt langsam Schweißperlen auf der Stirn, die nicht unbemerkt bleiben): Du, ehrlich, keine Ahnung.

Ach Marc, du bist so leicht zu durchschauen. Ich will es doch nur einmal aus deinem Mund hören. Mehr will ich doch gar nicht. Die restlichen Infos hole ich mir dann von Gretchen.

Mehdi (schmunzelt u. drückt ihm die Pistole immer fester auf die Brust): Klar! Und warum war nach deinem Besuch bei mir eins der Ratgeberbücher aus meinem Regal verschwunden?

Scheiße eh! Was hab ich mir eigentlich dabei gedacht? Wie hat er das denn mitgeschnitten? Ich hatte ihn doch locker um den Finger gewickelt.

Marc (gereizt): Bitte? Was unterstellst du mir da eigentlich für einen Scheiß? Was soll ich denn mit so was?
Mehdi (weiß, dass er ihn an der Angel hat u. genießt es sichtlich, ihn weiter zu quälen): Naja, vielleicht um dich weiterzubilden?

Der spinnt doch! Ich brauche den Schinken nicht. Ich weiß, was Sache ist. Ich bin schließlich ein erfahrener Arzt! Außerdem steht da doch eh nur antiautoritäres 68er Zeugs drin. Pah! Definitiv der falsche Weg zum Ziel. Sieht man ja an meiner Mu.... Erzeugerin. Ganz falsches Thema!

Marc (lügt, ohne mit der Wimper zu zucken): Blödsinn! Ich war das nicht.
Mehdi (weiß, dass Marc ihn anflunkert u. lässt es vorerst darauf beruhen, um ihn aus der Reserve zu locken): Okay, dann hab ich mich wohl getäuscht und das Buch bereits an einen anderen Patienten verliehen. Und ich dachte schon...
Marc: Was?
Mehdi (kann sein freudiges Grinsen nicht mehr länger zurückhalten): Dass wir heute noch einen weiteren Grund zum Anstoßen haben?

Lorelei Offline

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28.05.2012 16:24
#1286 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Eindringlich blickte der Halbperser seinen besten Freund an, der immer unruhiger auf seiner Couch herumrutschte, sich schließlich seine Bierflasche griff und den Rest der erfrischenden Flüssigkeit in einem Zug herunterschluckte, doch beruhigen konnte sie ihn nicht wirklich. Mit Karacho setzte Marc sie wieder auf dem Tisch ab und er starrte Mehdi nun minutenlang aus böse funkelnden Augen an, bis er dessen wissenden Blicken nicht mehr länger standhalten konnte. Marc wusste, dass Mehdi wusste, was er und Gretchen zu wissen glaubten. Und so motzte er ihn auch scharf von der Seite an. Ein letzter verzweifelter Versuch, nicht aufzufliegen. Chancenlos. Der Oberarzt hatte schon verloren, als er den Mund aufmachte.

Marc: Boah du nervst echt, Kaan.
Mehdi (mit Siegergrinsen auf den Lippen): Ich folge nur meinen Beobachtungen. Und so auffällig, wie ihr euch benehmt. Was soll ich denn da sonst denken?
Wie wäre es mit gar nicht denken? Wie es Frau gewöhnlich tut.
Marc (sieht ihn ungläubig an u. widerspricht lautstark): Oh, komm, ich bitte dich. Wir sind doch wie immer.
Mehdi: Ich weiß nicht. Natürlich könnte es auch daran liegen, dass wir uns jetzt ne Weile nicht gesehen haben. Aber ehrlich, nein, das ist es nicht. Ihr benehmt euch, als ob ihr gerade erst frisch verknallt sein würdet. Du weißt schon, wenn der Himmel noch voller Geigen ist und alles rosarot erscheint. Und da ihr seit Monaten glücklich zusammen seid, euch seit Jahren innig liebt und schon ein ganzes Weilchen mehr oder weniger harmonisch zusammenlebt und -arbeitet,....

Der ist doch als Kind zu oft auf den Kopf gefallen!

Marc (hat genug gehört u. fällt seinem Freund eingeschnappt ins Wort, denn er hasst es, durchschaut zu werden): Kaan, jetzt halt mal die Luft an, ja! Und lass endlich die Finger vom Zuckerpot. Der ganze Süßkram bekommt dir nicht.
Mehdi (lässt sich von dem Grummel nicht aus der Ruhe bringen u. redet unbeirrt weiter): ..., also... kann es für euren beschwingten Zustand eigentlich nur einen einzigen Grund geben. Es sei denn, du hättest ihr einen Antrag gemacht, aber das ist meiner Meinung nach dann doch eher unrealistisch. Das andere dagegen nicht. Aus Erfahrung weiß ich, wie schnell das passieren kann.
Ja, dann schwängere doch Gabi und lass uns in Ruhe mit deiner Besserwisserei.
Marc (ihm platzt gleich die Hutschnur): Boah! Du redest vielleicht einen gequirlten Scheiß zusammen, wenn der Tag lang ist, Kaan. Du hast eindeutig viel zu viel Zeit beim Psychodoc verbracht. Aber ehrlich, die Rolle des Analytikers steht dir nicht. Das hab ich dir schon oft genug gesagt. Probier dich doch lieber an deiner Gabi aus. Die hat es definitiv nötiger.

Ach Meier! Wieso kannst du es nicht einfach zugeben, hmm? Man sieht dir das Glück doch schon an der Nasenspitze an.

Mehdi (grinst über beide Backen, was Marc tierisch auf den Senkel geht): Du lenkst schon wieder ab.
Marc (beugt sich drohend über den Tisch, um sich anschließend gleich wieder resignierend zurückzulehnen und eingeschnappt die Arme zu verschränken): Boah! Ein Wort mehr, und du... du landest heute noch kopfüber in der Spree. Das schwöre ich dir.
Mehdi (lacht u. hebt seine beiden Hände, um seine Aufgabe zu signalisieren): Hey! Ich freu mich einfach für euch. Das ist alles. Lass gut sein!
Marc (gibt seufzend nach): Du bist echt unausstehlich, seitdem dein Anker ausgerechnet bei Gabi auf Grund gelaufen ist.

Mehdi griente seinen sichtlich erschöpften Kumpel an, der auf dem weißen Ledersofa zusammengesunken war, und genoss nach seinem Triumph über den wohl größten Gefühlslegastheniker des Krankenhauses, wenn nicht sogar des ganzen Universums, den letzten Schluck aus seiner Bierflasche, den er sich besonders genüsslich über die Zunge zergehen ließ. Marc beobachtete ihn stumm dabei, auch wenn er sich tierisch darüber ärgerte, dass Mehdi ihn so schnell durchschaut hatte. Er überlegte einen Moment lang und beschloss schließlich, doch noch Klartext zu reden, jetzt, wo sein Freund seinem und Gretchens kleinem Geheimnis eh auf die Spur gekommen war. Er wusste doch auch nicht, warum er sich bis jetzt so unkooperativ ihm gegenüber gezeigt hatte. Insgeheim wusste er doch, dass Mehdi sich mit ihm freuen würde, weil ihm nun mal viel an ihm und Gretchen lag. Marc konnte nur nicht wirklich damit umgehen. Ob es die Furcht vor der eigenen Courage war oder ob es ihm einfach nur peinlich gewesen war, weil er doch noch vor kurzer Zeit jeglichen Gedanken an Kinder verteufelt hatte, er wusste es nicht. Mittlerweile fand er sein Verhalten sogar richtig albern. Er hatte doch keinen besseren Freund, dem er sich anvertrauen konnte, als ihn. Mehdi war der einzigste, dem er neben Gretchen und seinem Vater wirklich bedingungslos vertraute. Wesentlich ruhiger als noch zuvor begann Marc schließlich zu sprechen, aber nicht ohne vorher noch eine wichtige Drohung loszuwerden...

Marc: Ich schwör dir, Kaan, wenn du irgendwas heute oder sonst wann herumerzählst, dann bist du dran, aber so richtig. Dann wird dir auch kein Anker mehr helfen.
Mehdi (hebt beschwichtigend die Hand u. setzt seine leere Flasche wieder ab): Hey! Für wen hältst du mich?
Ich weiß. Wahrscheinlich bin ich hier der wahre Idiot. ... Das hast du jetzt nicht wirklich gedacht, Meier? Er ist der Idiot! Er hat sich schließlich Gabi freiwillig und lebenslang ans Bein gebunden. Wer macht das schon?
Marc (grummelig): Da bin ich mir manchmal nicht so sicher.

Gekonnt überhörte Mehdi die Meiersche Kritik an seiner selbst. Langsam stand er vom Sessel auf, überwand den Couchtisch, um sich nun direkt neben Marc zu setzen, der irritiert vom plötzlichen Platzwechsel und dem Ankuschelversuch seines Freundes etwas von ihm wegrutschte. Mehdi konnte einfach nicht mehr länger stillhalten. Die Neugier hatte ihn gepackt und die Kontrolle über ihn übernommen.

Mehdi: Wo wir gerade noch so unter uns sind, Marc, jetzt sag schon! Seit wann wisst ihr’s? Und wie weit...?
Marc (hebt beide Hände, um ihn zu stoppen): Woah! Du altes Tratschweib, jetzt halt mal die Bälle flach, ja! Wir wissen doch noch gar nicht wirklich, ob überhaupt...

Doch bevor Marc tatsächlich mit der ganzen Sprache rausrücken konnte, dass er Gretchen letzte Nacht sein Okay für den Kinderplan gegeben hatte, rettete ihn die Türklingel, die in diesem Augenblick erneut schellte. Erleichtert darüber, noch einmal einem weiteren Kreuzverhör entkommen zu sein, sprang der Oberarzt auf und verschwand flink aus Mehdis neugierigem Blickfeld. Vom Badezimmer her hörte man plötzlich eine weibliche Stimme rufen...

Gretchen: Ich bin gleich fertig. Macht ihr bitte auf?
Mehdi (noch etwas verwirrt von Marcs Worten u. der unerwarteten Unterbrechung erhebt er sich ebenfalls von seiner Sitzgelegenheit u. folgt Marc zur Tür, die dieser bereits erreicht hat): Okay, Gretchen!?

Doch als Marc Meier die Tür ruckartig öffnete und nach draußen schaute, blieb ihm und Mehdi für den ersten Moment die Spucke weg. Wie gelähmt starrten die beiden Männer in den Hausflur und blieben mit ihren sichtlich erstaunten Augen, die von Sekunde zu Sekunde immer größer wurden und langsam in Zeitlupe vom schlanken Fuß ausgehend nach oben wanderten, an der Person kleben, die ihren Finger noch immer über der Türklingel schwebend hielt und ungeduldig hereingelassen werden wollte, was man ihr aber, warum auch immer, verwehrte, als erneut eine neugierige Quietschstimme aus dem Badzimmer erklang...

Gretchen: Wer ist es denn?

Lorelei Offline

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30.05.2012 17:34
#1287 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Der sonst von nichts und niemandem so leicht aus dem Konzept zu bringende Oberarzt der Chirurgie des Berliner Elisabethkrankenhauses, Dr. Meier, räusperte sich auf Gretchens Frage hin mehrmals sichtlich aus dem Konzept gebracht, um seine souveräne Stimme wiederzubekommen, die aus Gründen, die er sich selbst nicht wirklich erklären konnte, irgendwie in den letzten Sekunden verloren gegangen war, während seine Blicke immer wieder mit einer gewissen anerkennenden Bewunderung über den knackigen komplett in schwarzes Lack und Leder gehüllten Körper seines sexy Gegenübers wanderten. Vor allem die gewaltige Knarre an dem Hüftgürtel hatte es ihm angetan und noch so einige weitere Details des äußerst gewagten Kostüms mehr, die er aber aus beziehungstechnischen Gründen nicht näher erläutern würde. Irgendwie schaffte Marc es dann doch, sich von dem faszinierenden Wesen zu lösen und sprachlos zu Mehdi zu kucken, der neben ihm stand und ebenso fasziniert wie irritiert aus der Wäsche schaute, bevor er Gretchen doch noch auf ihre Frage antwortete und damit seine offenkundige Begeisterung endgültig kundtat...

Marc: Die... Stripperin!

Nach dieser überraschenden Aussage war auch sein Kumpel plötzlich wieder hellwach. Mehdi drehte seinen Kopf abrupt zur Seite, zischte den nun wegen seiner so treffenden Bemerkung zufrieden vor sich hin grinsenden Mann tadelnd an, um eine Sekunde später wieder der Person vor der Tür entschuldigend in ihre aufblitzenden braunen Augen zu schauen...

Mehdi: Maaarc!

Der Angesprochene lachte nur noch heftiger und beugte sich nun etwas zum persisch-deutschen Spaßverderber rüber, um ihm ins Ohr flüstern zu können, ohne dabei die sexy Lady vor der Tür aus den Augen zu verlieren, die ihn mit ihren stechenden Blicken durchbohrte, aber ungewohnt ruhig blieb, was den frechen Sprücheklopfer eigentlich hätte beunruhigen müssen...

Marc: Ach komm, gib’s zu! Das war doch auch dein erster Gedanke, hmm? Oder werden da etwa alte Erinnerungen wach? Hast mir gar nicht erzählt, dass die auf so was steht. ... Scharf!

Mehdi, der sich mittlerweile für seine doch recht eindeutigen Blicke schämte, versuchte sich nichts anmerken zu lassen, aber der leicht rötliche Schimmer auf seinen Wangen hatte ihn schnell vor seinem Kumpel verraten, der weiter süffisant vor sich hin grinste und sich stolz mit einer Hand über die Brust fuhr. Der Kaan war also doch nicht das spießige Weichei, für das er ihn bis vor kurzem immer gehalten hatte, dachte er vergnügt und grinste noch mehr beim Gedanken daran, was die wohl alles mit ihm angestellt haben könnte. Aber nicht mehr lange.

Gretchen (irritiert): Hä? Was denn für eine...? Ich hab doch gar keine bestellt, weil ich dachte, das wäre nichts für..... Oh!

...plapperte Gretchen munter drauflos und kam mit dem Glätteisen in der Hand, mit dem sie gerade eben noch im Bad ihre wilden Locken gebändigt hatte, um die Ecke, um sich selbst zu überzeugen. Verwirrt blieb sie mitten im Raum stehen, als sie die Person erkannte, die Marc und auch Mehdi gerade ungeniert mit ihren Blicken auszogen, was der „bezaubernden Jeannie“ gänzlich gegen den Strich ging...

Gretchen: Ma...ria?


alias

Dr. Maria Hassmann als "zahmes" Kätzchen


Quelle: Google Pics



Anfangs hatte sich Dr. Maria Hassmann noch dezent zurückgehalten und die Reaktionen der beiden Machomänner genossen, denn welche Frau genoss es nicht, wenn sie bewundernd von der anderen Spezies, der weniger intelligenten wohlgemerkt, angeschaut wurde. Selbst der eher weniger schmeichelhaft gemeinte Spruch von Dr. Meier hatte sie entgegen ihrer Art völlig unberührt gelassen. Sie hatte es fast als Kompliment aufgefasst. Denn hätte sie sich sonst für dieses doch recht unkonventionelle Kostüm entschieden, wenn sie nicht mit solchen einfältigen Reaktionen gerechnet hätte? Sie wollte provozieren. Sie wollte sich sexy fühlen, stark und unnahbar und dennoch als Frau. Als dominante, selbstbewusste Frau, die wahrgenommen wurde und die sich nahm, tat und sagte, was sie wollte. Als die Frau, als die sie sich schon lange nicht mehr gefühlt hatte in dem ganzen albernen Gefühlschaos der letzten Zeit, das sie fast hatte durchdrehen lassen. Maria wollte endlich wieder sie selbst sein und dieser Abend war doch die perfekte Gelegenheit dafür.

Gretchens Auftauchen nahm sie daher auch zum Anlass, sich erneut in Pose zu bringen. Mit einem triumphierenden Lächeln auf ihren dunkelrot geschminkten Lippen stolzierte die sexy Neurologin katzengleich an ihren beiden sprachlosen männlichen Kollegen vorbei, drehte sich in ihrer unmittelbaren Nähe noch einmal zu ihnen herum, strich ihnen jeweils kurz provokativ über das Brustbein und klappte anschließend sowohl Marcs als auch Mehdis offen stehenden Mund zu, deren faszinierte Blicke, die die Ärztin durchaus genossen hatte, gerade an ihrem Hintern geklebt hatten, der in ihrem engen Catsuit ganz besonders hervorragend hervorstach, und ging anschließend schnurstracks auf Dr. Haase zu, die ihre Kollegin mit entsetzten Augen bei ihrem dominanten Catwoman-Auftritt beobachtet hatte, was Maria ebenso mit großer Genugtuung grinsend genossen hatte. Krampfhaft hielt sich die blonde Assistenzärztin am Bartresen fest, von wo aus auch der Barmann und der DJ kaum die Augen von der attraktiven Katzenfrau abwenden konnten, die soeben die Wohnung betreten und komplett für sich eingenommen hatte, und konnte ihre Eifersucht wegen Marcs eindeutig zweideutigen Blicken kaum kaschieren. Was fiel dem eigentlich ein, die so ungeniert anzustarren? Frechheit!

Und so fiel die Begrüßung mit ihrer Freundin und Kollegin auch nicht ganz so warmherzig aus wie sonst. Doch diese störte das kaum. Maria war einfach nur froh und stolz, dass sie es noch immer drauf hatte. Ab heute würde sich so einiges ändern. Das hatte sich die alleinerziehende Mutter felsenfest vorgenommen, die sich nun mit einem süffisanten Lächeln wieder Dr. Kaan und Dr. Meier zugewandt hatte, die ihr sprachlos hinterhergedackelt waren...

Maria: Wie ich sehe, habt ihr nur auf mich gewartet?

Gretchen Haase fiel die Kinnlade herunter und klatschte mit einem lauten imaginären Knall auf den Boden ihres Wohnzimmers. Ebenso wie vor Schreck ihr Glätteisen, an dem sie sich gerade ihren kleinen Finger verbrannt hatte, weil sie ganz vergessen hatte, dass sie es noch in der Hand gehalten hatte. Maria drehte sich wieder zu ihr um, lachte und hob es auf. Sie reichte es ihr. Gretchen nahm es schnell entgegen und legte es mit einem verschämten Lächeln auf den Lippen auf den Tresen. In ihrem Kopf sprudelten die Gedanken nur so durcheinander. Doch die Synapsen wollten einfach nicht zusammenpassen.

Okay!? Ich kann’s kaum glauben, aber sie ist wieder die Alte. Sie hat mir zwar so was in der Art angekündigt heute am Getränkeautomaten, als wir nach der OP kurz gequatscht haben, aber ich wollte es nicht glauben. Wieso macht sie das? Ich weiß nicht, ob mir die neue alte Maria gefällt. Und dass Marc sie so ankuckt, dass... GRRR!!! Ich will, dass das aufhört!

Auch Marc Meier war ganz überrascht von dem plötzlichen Sinneswandel seiner zickigen Kollegin, die sich in letzter Zeit doch sehr zurückgezogen hatte und sich lieber mit anderen Männern, und einem im Speziellen, fetzte als mit ihm. Fast hatte er die Wortgefechte mit ihr schon vermisst, aber nur fast. Cool lächelnd näherte er sich ihr und Gretchen und setzte zum Gegenschlag an, während er seine Blicke erneut über Marias sexy Körper streifen ließ, der in dem engen Lederoutfit wirklich heiß aussah. Also von diesem verheißungsvollen Ausblick her konnte er Mehdi schon verstehen, dass er eine Zeitlang nicht die Finger von ihr hatte lassen können. An der verbrannte man(n) sich doch gerne die Finger, wobei er selbst dann doch eher auf die verbale Konfrontation setzte als auf andere zwischenmenschliche Konfrontationen.

Marc: Hmm... Schon faszinierend dieses falsches Bild von einem selbst. Aber ich muss zugeben, den Fetzen könntest du auch mal häufiger in der Klinik tragen, Hassi. Spart die Narkose.

Okay, hab mich getäuscht. Marc steht nicht auf so was! ... Oder doch? Hätte ich auch was mit Leder oder so anziehen sollen? Aber das quetscht doch so und dann sehe ich noch mehr nach Presswurst aus. ... Nein, Marc mag mich so, wie ich bin. Das hat er gerade eben noch gesagt. Hach... und was er alles gesagt hat. ... *seufz* ... Mein Marcischnuckiputzi mag es, wenn er etwas zum Anpacken hat und nicht solche Klappergestelle. Wobei... Maria ist schon erschreckend dünn geworden. Isst sie denn genügend? Sollte mich unbedingt mehr um sie kümmern anstatt hier in eifersüchtige Hysterie zu verfallen, die völlig unbegründet ist. Das ist doch eindeutig ein Hilfeschrei. Die ganze Sache mit Cedric macht sie fertig. Sie macht sich doch hier eindeutig etwas vor. Und zwar in allen Belangen. Das kann doch nur katastrophal enden.

Maria (blitzt Marc zynisch an): Mhm... Danke! Wusste ich doch, dass dir die Wirkung gefallen würde.
Marc (ironisch mit Blick zu Mehdi gewandt): Oh! Nicht nur mir.

Während es Mehdi immer noch völlig die Sprache verschlagen hatte und es nur ganz langsam in ihm arbeitete, schaute Gretchen ungläubig von einer Partei zur anderen und suchte händewinkend nach Aufmerksamkeit, die sie daraufhin auch bekam...

Gretchen: Äh... Hallo?
Maria (mustert ihre Kollegin mit skeptischer Miene u. lächelt schließlich sichtlich zufrieden): Gretchen! Doch noch umentschieden? Ich hab doch gesagt, die eigenen Vorzüge müssen gezeigt werden. Kompliment! Das passt zu dir.
War das jetzt nett oder ironisch gemeint? Ich werde heute einfach nicht schlau aus ihr.
Gretchen (irritiert): Äh... danke!

Mehdi: Du siehst aber auch wirklich toll aus, Maria.

...mischte sich nun auch Dr. Kaan wieder ins Gespräch ein, der nach kurzer Verwirrung endlich seine Sprache wieder gefunden hatte und sich zu den Dreien gesellt hatte. Dr. Hassmann fühlte sich durchaus geschmeichelt und lächelte ihre Ex-Affäre verschmitzt an, während Marc nur leidend die Augen verdrehen konnte. Wie er diese Leier doch hasste!

Maria: Danke! Du aber auch. Du hattest immer schon etwas Ähnlichkeit mit ihm. Macht dich irgendwie verwegen. Gefällt mir.
Oh Mann, baggert die den jetzt etwa wieder an? Hilfe! Bitte nicht! Noch mal halte ich das Drama nicht aus. Dann bin ich derjenige, der zu Tabletten greifen muss.
Mehdi (streicht sich verlegen über den Hals): Ach? Ähm... ja, danke!

Und der Depp springt auch noch darauf an. Na den hole ich mal eben schnell zurück auf den Teppich. Aber nicht weil ich jetzt plötzlich etwas für Gabi übrig hätte, nee, das sicher nicht in tausend Jahren, sondern allein für mich. Ich brauche ihn schließlich bei vollem Verstand, um den Kitschabend überleben zu können.

Marc (flüstert Mehdi dreckig grinsend ins Ohr): Na, bereust du’s etwa schon?
Mehdi (blitzt ihn böse aus dunklen Augen an): Was? Blödsinn!

Kucken wird ja wohl noch erlaubt sein. Du kuckst doch auch, obwohl Gretchen direkt daneben steht und fast vor Eifersucht platzt. Hmm... Wo Gabi wohl bleibt? Soll ich sie anrufen? Aber dann sieht es auch wieder so aus, als würde ich zu sehr klammern. Ich will ja nicht klammern. Ich vertraue ihr. Sie hat einfach eine Luftveränderung gebraucht. Das ist alles. Nach dem Auftritt meiner Mutter auch völlig verständlich. Da wäre wohl jeder überfordert gewesen. Ach meine Süße...

Marc (grinst nur wissend u. wendet sich wieder hämisch der stolzen Katzenfrau zu): Aber es ist schon faszinierend zu sehen, zu welchen Mitteln man äh... Frau alles greifen muss, um sich verzweifelt neu an den Mann zu bringen.
Gretchen (blitzt ihren Freund böse an, weil sie so kurz vor der Party keinen Streit in ihrem Haus will): Maaarc!
Dass er sie auch immer ärgern muss. GRRR! Ich mag das nicht. Sie hat Probleme, du Idiot.
Marc (völlig unbeeindruckt macht er weiter): Was denn? Stimmt doch! Als alleinerziehende Singleärztin hat man’s schon nicht leicht, was, Hassi? Und so kurz vorm Klimakterium wird es auch immer schwieriger, noch eine gescheite Partie abzubekommen, die die Leiden des Alters mit einem aushält.

Ich gebe dir gleich dein Alter, du Arsch. Wir sind nur drei Jahre auseinander. Unverschämtheit!

Maria (bleibt cool, auch wenn der Spruch mit dem Alter deutlich an ihrem Ego gekratzt hat, u. lächelt ihn süffisant an): Oh, danke Marc, ich wusste gar nicht, dass du dich so um mein Wohl sorgst. Aber das musst du nicht. Ich bin nämlich nicht alleine hier, wenn du das denkst.
Mehdi (überrascht): Nicht?
Marc (glaubt seiner Kollegin kein Wort u. macht auch keinen Hehl daraus): Wer’s glaubt.
Die stand doch mutterseelenallein vor der Tür. Oder ist es jetzt schon so weit und die bildet sich ihre Kerle ein? Muss schon echt frustrierend sein, wenn man in dem Alter keinen mehr abbekommt und nicht mal den Kaan halten kann. Ich bekomme ja schon fast Mitleid. Aber nur fast. Vor Leuten, die sich mit dem Stier, dem ollen Wichser, einlassen, hab ich nun mal keinen Respekt.
Maria: Wisst ihr, mein Begleiter parkt nur noch schnell den Wagen und dann könnt ihr euch selber überzeugen, dass er... Oh! Da ist er ja schon. ... Hey! Komm ruhig rein! Wir beißen nicht. Obwohl... mal sehen, was der Abend noch so bringt.

Was der Abend noch so bringt? Oh Gott, die ist ja rollig wie ne Katze. Ein Glück, dass ich das mit dem Adamskostüm gelassen habe. Vor der wäre nicht mal ich sicher gewesen. Bäh... mir wird schlecht.

Maria Hassmann hatte ihre charmante Begleitung in der Tür entdeckt, die nur angelehnt gewesen war und die dieser soeben vorsichtig aufgeschoben hatte, um schüchtern einen Blick in die ihm unbekannte Dachgeschosswohnung zu werfen, aus der er Stimmen gehört hatte. Die schöne Neurochirurgin winkte ihm zu und ließ ihre drei Freunde und Kollegen an der Bar stehen, um den attraktiven Mann in dem schicken schwarzen Smoking samt Fliege mit einem umwerfenden Lächeln zu begrüßen, das von diesem genauso freundlich erwidert wurde. Gretchen, Marc und Mehdi wandten ihre Köpfe herum und schauten Maria verwundert hinterher. Sprachlos beobachteten sie, was nun passierte. Im Speziellen einer der drei war völlig entsetzt und vor den Kopf gestoßen...

Nee oder? Das ist doch jetzt nicht wahr? Das ist doch ein schlechter Witz? Was will DIE denn mit DEM? So verzweifelt kann doch nicht mal sie sein? Mir bleibt auch nichts erspart. Wo ist der Tecilla? Ich kipp mir jetzt einen hinter die Binde.

Lorelei Offline

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01.06.2012 17:19
#1288 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Tja, wen hat die Katzenfrau Hassmann da wohl im Schlepptau? Nur so viel, der Knechtelsdorfer ist es nicht. Dafür hat aber ein weiteres Tierchen seinen großen Auftritt: es ist ein Gockel. Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Weiterrätseln und ein schönes Wochenende. Eure Lorelei



Maria begrüßte den charmanten gutaussehenden Mittdreißiger in dem dunklen James-Bond-Anzug mit zwei Küsschen auf die Wange, dann nahm sie seine Hand und führte ihn, um ihn vorzustellen, zu ihren drei Kollegen, deren Gesichter immer länger wurden, je länger und intensiver sie den Neuankömmling anstarrten und neugierig vom akkurat frisierten Kopf bis zum in italienisches Leder gehüllten Fuß musterten. Besonders das Gesicht von Dr. Meier, alias Michael Knight, wies tiefe Furchen auf, der einfach nicht glauben konnte, was hier gerade passierte. Es wollte einfach nicht in seinen Kopf und er verstand die Zusammenhänge nicht wirklich. Irritiert schaute er vom Gast, der ihn unvoreingenommen freundlich anlächelte, zu Maria, die Marcs verstörte Blicke gar nicht bemerkte, weil sie zu sehr damit beschäftigt war, ihren attraktiven Begleiter mit ihren Smoky Eyes anzuglühen, dann zu Gretchen, die angesichts dieses überraschenden Paares nicht minder verwirrt dreinblickte und dieser Peinlichkeit am liebsten aus dem Weg gegangen wäre.

Marc: Was will DER denn hier?

... machte der verwirrte Oberarzt schließlich seinem Ärger Luft. Er verschränkte seine Arme in Abwehrhaltung und setzte seinen besten Ameisenblick auf. Marcs Freundin schluckte und wurde aus Verlegenheit neben ihm nur noch kleiner. Ihr war ganz unwohl zumute, weil sie ja quasi für diese verwirrende Paarkonstellation mitverantwortlich gewesen war. Sie hatte ja unbedingt auf Maria hören müssen. Aus Mitgefühl, aus Solidarität unter Frauen, aus Angst, keine OPs mehr bei ihr zu bekommen, ..., weiß der Geier warum. Nun hatte sie den Salat. Als ihre liebeshungrige Oberärztin heute Mittag stolz verkündet hatte, mit wem sie heute Abend zum Polterabend kommen würde, hatte sie es anfangs gar nicht glauben wollen. Einerseits freute sich Gretchen schon, andererseits wollte sie einfach nicht, dass er auch noch unschuldig und unwissend in deren Gefühlschaos hineingezogen wurde, von dem Maria immer behauptete, es gäbe keins, was eindeutig in die Kategorie „Selbstbetrug“ fiel. Sie hatte es ihr nicht ausreden können. Und nun war das Chaos perfekt. Marc war sauer. Mehdi verwirrt. Und an die Reaktion eines weiteren Gastes, der ohne Marias Wissen auf der Gästeliste gelandet war, was die Chefplanerin nicht mehr hatte verhindern können, weil dieser sich frecherweise selber eingeladen hatte, mochte sie noch nicht einmal denken. Der Abend konnte also nur in einer Katastrophe enden. Das hatten Sabine und Günni nicht verdient. Es musste also Haltung bewahrt werden und gute Miene zum bösen Spiel aufgesetzt werden, um ihren schlimmen Vorahnungen rechtzeitig vorbeugen und entgegenwirken zu können.

Verschämt lächelte Gretchen ihren böse dreinblickenden Freund an, der auf eine plausible Erklärung wartete, um anschließend den störenden Fremdkörper hochkant von der Dachkante schupsen zu können, was ihm in seiner Vorstellung ein unglaubliches Gefühl der Genugtuung verschaffte, und ging schnell kommentarlos dem Paar entgegen, um die andere Hälfte davon auch noch zu begrüßen. Sie hatten sich schließlich auch schon eine Weile nicht mehr gesehen, obwohl er seit fast drei Wochen in Berlin weilte. Sie schämte sich sogar ein wenig dafür, dass sie ihn nicht schon viel eher eingeladen hatte. Aber Marcs Reaktion jetzt zeigte ihr ja, wie er darauf reagiert hätte. Der Vorschlag wäre mit hundertprozentiger Sicherheit auf dem Ablehnungsstapel gelandet. Außerdem hatte Gretchen den Frieden nicht riskieren wollen, wo sie doch schon ihre gemeinsame Wohnung für Sabine zweckentfremden durfte und Marc darauf anfangs auch ähnlich reagiert hatte. Um den Grummel und sein angeknackstes Ego würde sie sich gleich kümmern. Jetzt galt es erst einmal eine gute Gastgeberin zu spielen.

Mehdi Kaan, der noch nicht wirklich wusste, was er von dem Unbekannten halten sollte, dem Maria und Gretchen so viel Aufmerksamkeit schenkten, schaute derweil verwundert zu seinem besten Kumpel rüber, der eifersüchtig und mit eindeutigem Ameisenblick beobachtete, wie der elende Schleimbeutel im 0815-Möchtegern-James-Bond-Dress nun auch noch SEINE Freundin mit ekligen Wangenküsschen drangsalierte und es auch noch in SEINEN heiligen vier Wänden wagte, während der viel zu lange dauernden Umarmung Gretchens nackten Rücken zu berühren...

Mehdi: Wer is’n das?

Lorelei Offline

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03.06.2012 19:54
#1289 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marcs filigrane Chirurgenhände verformten sich zu stahlharten Fäusten und sein angsteinflößender Ameisenblick festigte sich noch mehr, während er, ohne Mehdi anzuschauen, grummelig in seinen Dreitagebart brummte und dabei krampfhaft nicht an die letzte Begegnung mit diesem Typen dachte, den sein Haasenzahn näher kannte, als ihm lieb war...

Marc: Das Unterwäschemodell!


Marias Begleitung ist kein Unbekannter.

alias

Sein Name ist Bond, Sven Bond. ... Nein, nicht ganz!

Erinnert ihr euch noch an Sven Sorenson? Der Austauschschüler aus Schweden. Gretchens Jugendfreund, der vor ein paar Monaten ein Klassentreffen feucht-fröhlich hatte ausklingen lassen und der gerade aus beruflichen Gründen auf Besuch in Berlin ist und auch schon Dr. Hassmann bei einem gemeinsamen Treffen mit Gretchen näher kennen gelernt und sich mit ihr verabredet hat. Maria war doch verzweifelt auf der Suche nach einem Mann gewesen, um Cedric endgültig aus ihren Gedanken verbannen zu können, und hat in ihrer Hilflosigkeit Gretchen dafür eingespannt, jemand Passendes zu organisieren. Da ich euch ihr erstes Date vorenthalten habe, hole ich das hiermit nach.



Quelle: Google Pics



Mehdis Kinnlade klappte nach unten und seine rehbraunen Augen weiteten sich merklich. Er musterte den Fremden nun ganz genau von Kopf bis Fuß. Sichtlich irritiert schaute er dann zurück zu Marc, der dessen nun folgende Bemerkung nicht wirklich gut aufnahm. Wie überhaupt die Anwesenheit von Gretchens blödem, blödem, blödem Ex-dings-Freund, der zum Teufel noch mal nichts in seiner und Gretchens Wohnung zu suchen hatte. Schwester Sabine würde wohl sagen, der störte eindeutig das Karma oder das Ying und Yang oder Feng Shui oder wie dieser ganze Hokuspokus hieß, für den auch seine Mutter sehr viel übrig hatte und die Meier-Fisher-Villa vor Jahren danach hatte umbauen lassen.

Mehdi: Echt? Ist der dafür nicht zu stämmig gebaut?
Marc (regt sich künstlich auf, da gerade Erinnerungen an eine ganz bestimmte Nacht und den Morgen danach hochkommen, an dem nicht er, sondern der Wasamann splitterfasernackt neben Gretchen im Bett gelegen hatte): Boah! Was weiß ich denn? Bin ich Superman und hab den Laserblick? Frag doch Haasenzahn! Oder die Hassi? Die teilen sich doch gerne die Kerle.
Mehdi (völlig überfordert von den Zusammenhängen, die nicht zusammenpassen wollen, starrt er ihn an): Hä? Was reagierst du denn jetzt so gereizt? Kennst du den näher? Jetzt sag doch mal! Wer ist das?

Aber Marc hörte Mehdi schon gar nicht mehr zu. Er hatte ihn einfach an der Bar in der Küche stehen gelassen und war zu seiner Freundin geeilt, die ihren neuen Gast eindeutig zu freundlich anlächelte und mit ihm und Maria fröhlich scherzte, was ihm völlig gegen den Strich ging. Demonstrativ legte der Macho seinen Arm um Gretchens Taille und zog sie ganz nah an sich heran, um noch einmal eindeutig die Besitzverhältnisse zu klären. Aber die waren dem blonden groß gewachsenen Mann schon lange klar. Er zwinkerte Gretchen wissend zu, die ihn beschämt anschaute und Marc für seinen bescheuerten und völlig unnötigen Eifersuchtsanfall vorwurfsvoll in die Seite knuffte, und reichte seinem ehemaligen Schulkameraden die Hand, die dieser mit einigem Widerwillen schließlich auch annahm und fest drückte, um auch dahingehend die Fronten zu klären. Doch Sven Sorenson blieb völlig unbeeindruckt, ließ es sich aber aus Spaß nicht nehmen, noch ein bisschen fester zuzudrücken als sein eifersüchtiger Kollege, der daraufhin kurz zusammenzuckte und den Schmerz in seiner rechten Hand möglichst unauffällig wegatmete...

Sven: Marc? Schön, dich mal wieder zu sehen.
Schleimer! Eh! Seit wann hat der denn so einen Griff drauf? Das tut scheiße weh! ... Lass dir bloß nichts anmerken, Mann. Du bist der Chef hier im Haus. In allen Belangen.
Marc (beißt die Zähne zusammen u. setzt ein gespieltes Lächeln auf, während er seine halb zerquetschte Hand schnell wieder zurückzieht): Was nicht auf Gegenseitigkeit beruht, Sven.

Mehdi (hat sich auch zu den Vieren gesellt u. schaut verwundert von dem einen zum anderen): Sven?

Gretchen (hat Mehdis Frage nicht bemerkt u. zischt Marc vorwurfsvoll von der Seite an): Jetzt sei doch einmal nett zu ihm, Marc.
Marc (denkt nicht mal im Traum daran u. zickt rum): Wozu? Ich dachte eigentlich, den wären wir endlich los. Was zum Teufel will der hier? Muss der keine Elche jagen oder Bäume fällen?
Sven (amüsiert sich königlich über den eifersüchtigen Gockel u. erwidert kleinlaut): Nein, heute mal nicht. Ich bin eingeladen worden.

What the hell? Was hat der denn mit der Stasi-Sabsi und dem Leichenfledderer zu schaffen? Und was zum Teufel will die Hassi von dem?

Marc (sichtlich schockiert schaut er zu Gretchen): Bitte? Hast du das etwa gewusst?
Oh, ich wusste, das gibt Ärger. Menno! Ich hätte es doch Maria ausreden sollen.
Gretchen (wird immer kleiner in seinen Armen): Ja, Maria hat mir das heute Mittag im Vertrauen erzählt.
Marc (blickt verwirrt zu seiner Kollegin, die ihn leicht amüsiert anschaut): Hä? Was hat die denn mit dem Knäckebrot zu schaffen?
Maria (blitzt ihn von der Seite an u. schaut dann wieder zu Sven, der wie sie den Meierschen Auftritt einfach nur komisch findet): Die steht übrigens direkt neben dir, Meier. Und wenn es dich beruhigt, ich habe ihn eingeladen.

Och nee! Die will echt was von DEM? Boah, wieso muss Haasenzahn eigentlich all ihre Ex-Typen mit ihren Wie-auch-immer-Freundinnen verkuppeln? Das wird doch schon pathologisch.

Marc (schüttelt fassungslos den Kopf u. kann sich einen Spruch nicht verkneifen): Tzz... Muss schon echt frustrierend sein, wenn man nur noch die abgestandenen Männer von anderen Frauen abbekommt, hä?
Gretchen (wird nun wirklich böse wegen seiner unnötigen Unhöflichkeiten): Maaarc!

Bleib ruhig! Er ist doch selber nur frustriert, weil Gretchen - mit Ausnahme von ihm - bisher wirklich Geschmack bei ihrer Männerwahl bewiesen hat. Das kann man wirklich anerkennungsvoll sagen. Aber das werde ich ihr sicherlich niemals auf die Nase binden. Sie hat schon genug Probleme. Mit dem da! (MH)

Maria (setzt ein schiefes Lächeln auf): Sehr witzig, Meier. Aber weißt du, aus Erfahrung weiß ich auch diese Sorte Mann sehr zu schätzen.
Marc (grinst): Hört, hört!

Im Aufpäppeln ist sie gut. Hat ja bei Mehdi hervorragend funktioniert. Hähä!

Mehdi (so langsam dämmert es ihm, wer Marias geheimnisvoller Begleiter ist): Oh! Der Sven? Dann sind Sie Gretchens Sven?
Woah! Was hat er gesagt? Geht’s noch?
Sven (hat bisher nur still beobachtet u. grinst nun über beide Backen): So kann man es auch sagen. Herr...?
Marc (platzt gleich, weil auf einmal jeder gegen ihn ist): Bitte? Der gehört niemanden und Gretchen schon mal gar nicht.
Mehdi (zwinkert ihm amüsiert zu, wofür er mit dem Ameisenblick gestraft wird): Ja, Marc, mittlerweile weiß wohl jeder von hier bis Timbuktu, dass Gretchen allein zu dir gehört.

Okay, ich bleibe ganz ruhig. Ich sehe über Marcs Späßchen und Eifersüchteleien cool hinweg. Du freust dich, dass Maria charmante Gesellschaft gefunden hat. Der Abend wird toll. Es wird keine Katastrophen geben. Und wenn, dann wird Marc die ausbaden. Jawohl! Tschaka, Gretchen!

Gretchen (versucht ruhig zu bleiben u. sich nicht aufzuregen, blitzt Marc dennoch kurz an u. schaut dann freundlich lächelnd von Sven zu Mehdi u. zurück): Also erstens, ich gehöre niemanden, damit das mal klar ist. Ja? Und du, Marc, du reißt dich jetzt zusammen. Sven ist ein Gast wie jeder andere hier auch und er ist sehr willkommen. ... (Marc zieht daraufhin eine eingeschnappte Schnute und wendet seinen Blick ab) ... Entschuldigung, wie unhöflich von mir. Ich habe euch noch gar nicht vorgestellt. Also das ist mein Jugendfreund Sven Sorenson aus Schweden. Genauer gesagt aus Göteburg, wo er sehr erfolgreich als Orthopäde an einer renommierten Privatklinik tätig ist. Und das ist Dr. Mehdi Kaan. Mein allerbester Freund und ganz, ganz lieber Kollege am Elisabethkrankenhaus.
Sven (reicht Mehdi die Hand): Sehr erfreut.
Mehdi (erwidert die Geste mit einem freundlichen Lächeln): Ich habe schon viel von Ihnen gehört.

Marc (sauer): Bitte?
Verräter!
Sven: Ich hoffe doch nur Gutes?
Mehdi (mit Blick auf Marc): Natürlich.

Während Marc still vor sich hin schmollte und kochte, wie die kleine Rauchwolke über seinem Kopf vermuten ließ, lachten Mehdi und Sven herzhaft auf. Die beiden Männer verstanden sich auf Anhieb, was besonders Gretchen und Maria erfreute. Die Oberärztin war mittlerweile wirklich froh darüber, dass sie über ihren Schatten gesprungen war und den charmanten schwedischen Arzt doch noch eine Chance gegeben und ihn eingeladen hatte, sie zu der Party zu begleiten, zu der sie nicht alleine hatte gehen wollen. Gretchen nutzte derweil den harmonischen Moment aus und lockte Maria geschickt von den Dreien weg...

Gretchen: Maria, wenn du mir bitte helfen würdest.
Maria (überrumpelt): Was?
Gretchen (deutet auf ihre unfertige Frisur u. greift nach dem Glätteisen, das auf dem Küchentresen liegt): Mit meinen Haaren. Ich kriege den Haarkranz für die „Jeannie“-Frisur nicht alleine hin.

Die Assistenzärztin ließ keine Widerworte von ihrer Oberärztin gelten und schob Maria unter den ungläubigen Blicken der drei Männer, die im Wohnzimmer zurückblieben, unsanft in Richtung Badezimmer und machte die Tür schnell hinter sich zu. Maria löste sich sofort von der Dränglerin und blickte sie böse an...

Maria: Was soll denn das, Gretchen?

Lorelei Offline

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05.06.2012 17:43
#1290 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen stemmte ihre Hände in die Hüfte und baute sich entschlossen vor ihrer Freundin auf, was doch etwas komisch aussah mit ihrem rosaroten orientalischen „Jeannie“-Kostüm, das die blonde Assistenzärztin an diesem Abend trug, und auch so wirkte...

Gretchen: Genau das Gleiche könnte ich dich auch fragen, Maria.
Maria (versteht nicht u. sieht Gretchen unwirsch an): Ich weiß nicht, was du meinst.

Das wusste die Neurologin im ersten Moment wirklich nicht. Gretchen rollte nur mit den Augen und schaute Maria nun eindringlich aus blau schimmernden Augen an, immer noch auf Erklärungen hoffend, die aber nicht kamen. Die überrumpelte Oberärztin seufze nur, als sie endlich verstand, worauf der unnötige Haassche Aufstand hinauslaufen würde und wandte sich gespielt desinteressiert ab, um sich vor dem Badezimmerspiegel zu positionieren, um ihr dunkles Augen-Make-up zu kontrollieren, das noch immer perfekt saß und ebenso perfekt zu ihrem sexy Katzenoutfit passte...

Maria: Ich weiß gar nicht, was du jetzt hast. Du hast mir Sven doch erst vorgestellt.
Ich hätte es nicht tun sollen. Was hab ich mir nur dabei gedacht? Nein, was denkt die sich eigentlich?
Gretchen (geknickt): Ja, aber da wusste ich auch noch nicht, was du mit ihm vorhast.
Maria (dreht sich grinsend zu ihr um): Ich hoffe doch so Einiges.
Boah! Ich rege mich nicht auf. Sie ist nur eine völlig frustrierte und beziehungsgestörte Frau. Ich sollte Mitleid haben.
Gretchen (schnippisch): Ach? Auf einmal? Neulich hast du noch euer Date abgesagt. Warum eigentlich?
Ich hatte auch gute Gründe dafür. Wobei, nein, die hatte ich nicht. Ich war nur... durcheinander. Wegen Sarah und wegen... Nein, allein wegen meiner kleinen Ausbüxerin.
Maria (unbeeindruckt): Neulich war neulich. Und jetzt ist jetzt.
Was ist das denn für eine verquere Logik? Entweder sie ist in Cedric verliebt oder nicht, wobei ich das „nicht“ streichen würde.
Gretchen (denkt, sie hat sie durchschaut): Und da steckt nicht eine ganz andere Motivation dahinter?
Maria (ärgert sich maßlos über Gretchens Hartnäckigkeit, aber lässt sich nichts anmerken): Was, außer einen schönen Abend mit einem charmanten und äußerst attraktiven Mann zu verbringen?
Hmm? Ich weiß nicht. Wieso kann ich ihr das nicht so ganz abnehmen?
Gretchen (stellt sich seufzend neben sie an den Spiegel u. versucht ihre Jeannie-Frisur fertig zu bekommen, um sich von ihrem Ärger abzulenken): Ich will doch nur nicht, dass du ihn da mit hineinziehst. Er ist ein Freund. Ein richtig guter Freund.
Ich will nicht, dass sie nur mit ihm spielt, weil sie nicht zu ihren eigentlichen Gefühlen stehen kann.
Maria (hilft ihr ungefragt mit den Haaren, um nicht weiter über Gretchens Worte nachdenken zu müssen, u. steckt den Haarkranz samt hauchdünnem rosa Schleier unsanft fest): Wohinein?
Das macht die doch mit Absicht!
Gretchen (die Frisur und der Schleier sitzen perfekt u. sie sucht vorsichtig Augenkontakt mit Maria, als sie mutig kontert): In deine Geschichte mit Cedric.

Das hätte Gretchen lieber nicht sagen sollen, auch wenn sie es nur ganz leise und mit zusammengekniffenen Augen angesprochen hatte. Maria fuhr entsprechend aufgebracht zu ihr herum und blitzte Miss Neunmalklug böse an...

Maria: Ein für allemal, es gibt keine Geschichte! Und wenn, dann ist die längst Vergangenheit.
Genau deshalb regst du dich ja auch so auf oder rennst vor ihm weg, so wie heute Mittag während Papas Rede. Sehr erwachsen echt!
Gretchen (weicht sicherheitshalber zwei Schritte zurück, sieht sie aber immer noch durchdringend an, weil sie genau weiß, dass das nicht stimmt): Und da bist du dir ganz sicher?
Was bildet die sich eigentlich ein? Das ist allein meine Angelegenheit. Natürlich bin ich mir sicher. Es gibt keinen anderen Weg.
Maria (atmet einmal tief durch u. überwindet den Sicherheitsabstand, um sich vor Gretchen in bedrohlicher belehrender Pose aufzubauen; ihr Catwoman-Outfit erledigt das Übrige): Wenn ich dir einen Tipp geben kann, Gretchen, dann halte dich bitte aus meinen Angelegenheiten heraus. Ansonsten kannst du dir deine Mädchen-wie-auch-immer-Freundschaft sonst wohin stecken.
Gretchen (sichtlich beeindruckt sowohl von Marias Kostüm als auch ihren Worten): Aber...
...ich mein’s doch nur gut.
Maria (duldet keine Widerworte u. schaut Gretchen unmissverständlich an, woraufhin diese missmutig ihren Kopf senkt u. ihr stumm zunickt): Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt? ... So und wenn du mich jetzt bitte entschuldigen würdest. Ich reiße mir jetzt einen heißen Typen auf.

...sagte es und war schneller zur Tür hinaus, als die perplexe Assistenzärztin kucken konnte. Doch weit kam die „Katzenfrau“ nicht. Im Flur lief die Flüchtende direkt Dr. Meier in die Arme, der sie ebenso genervt anschaute wie sie ihn. Maria ließ ihren Kollegen, dem schon der ein oder andere witzige Spruch auf der Zunge lag, einfach kommentarlos stehen und ging weiter. Dieser blickte „Catwoman“ irritiert hinterher und wandte sich dann fragend an seine Freundin in der offenen Badezimmertür, die immer wieder mit dem Kopf schüttelte und sich maßlos über die uneinsichtige Oberärztin ärgerte, die sich doch eindeutig etwas vormachte...

Marc: Was’n mit der los? Hat die ihre Tage?
Was würde ihr Verhalten besser erklären als das?
Gretchen (nuschelt u. kontrolliert dabei noch einmal ihre „Jeannie“-Frisur im Spiegel): Scheint so.
Marc (fasst sich augenrollend an seine Stirn u. betritt das Badezimmer): Na super, noch ein Problem mehr.
Gretchen (reagiert gleich wieder über u. dreht sich mit dunkler Miene zu ihrem Grummelkönig um): Marc, lass es einfach, ok. Sven ist Marias Begleiter und damit auch unser Gast, den du gefälligst respektvoll behandeln wirst. Das soll ein harmonischer Abend werden. Haben wir uns verstanden?
Oh Mann. Hassi muss Haasenzahn echt abgebürstet haben. Die Arme!
Marc (hebt seine Hände in Unschuld): Ich hab nix gesagt. Hey, der Wasamann hat wieder seinen Selbstgebrannten dabei. Alles ist gut. Wir sind alle Freunde.

...im Geiste vielleicht. Nee, eher nicht. Wir wissen ja alle, dass meiner unübertroffen ist.

Na toll, jetzt kommt der auch noch mit diesem ekligen Kräutergesöff an, von dem ich ganze drei Tage lang Kopfschmerzen gehabt hatte und ich noch immer nicht weiß, was in der Nacht nach dem Klassentreffen wirklich alles passiert ist. Ich muss die Flasche unbedingt verschwinden lassen. Wenn Maria die in die Hände kriegt, wer weiß, was dann noch alles passieren könnte. In ihrem Zustand ist sie heute zu allem fähig.


Marc (wedelt mit seiner Hand vor der Nase seiner Freundin herum, die völlig in Gedanken ist). Haasenzahn! Hey! Erde an Flaschengeist! Alles ok? Mann, ich hab doch wirklich nur Spaß gemacht. Das bietet sich doch bei dem Knäckebrot einfach an. Sag mal, jetzt so unter uns, sind die echt zusammen? Du hast mir gar nicht erzählt, dass euer Treffen neulich auf dem Kongress so fruchtbar war?
Uah! Welch schreckliche Vorstellung!
Gretchen (schaut Marc verwundert an u. hat ihm gar nicht richtig zugehört): Hmm?
Marc (nimmt Gretchen seufzend in den Arm, was sie sich sehr gefallen lässt, weil sie sich sofort an ihn kuschelt u. die Augen schließt): Ist wirklich alles in Ordnung? Soll ich die Pappenheimer alle rausschmeißen? Wir können das Ganze immer noch abblasen und uns stattdessen einen Ruhigen im Bett machen?

Manchmal könnte ich ihn wirklich an die nächste Wand klatschen und im nächsten Moment ist er dann wieder so... so lieb und fürsorglich. Hach Marc...

Gretchen (kann schon wieder lächeln u. schaut verliebt zu ihm hoch): Das hättest du wohl gerne. Aber nein, bis auf ein paar Neurosen bei Maria ist alles in Ordnung. Ich freue mich auf die Feier. Wirklich!
Sch...ade!
Marc (lehnt seine Stirn an ihre u. blickt ihr dabei besonders tief in die Augen): Du weißt aber schon, dass ich das alles nur wegen dir mitmache?
Hab ich schon erwähnt, wie lieb mein Marcilein sein kann?
Gretchen (schlingt ihre Arme um seinen Hals u. schmiegt sich ganz fest an ihn): Ich weiß. Und ich bin dir so dankbar dafür. Du bekommst auch eine Belohnung. Versprochen!
Also falls er sich benehmen sollte. Wenn nicht, überlege ich mir das Ganze noch mal. Hihi!

Die hole ich mir schon. Darauf kannst du Gift nehmen.

Marc (lächelt verliebt, als er ihr zärtlich über den nackten Rücken streicht): Ich bin doch schon belohnt genug. ... (sie schaut ihn mit großen leuchtenden Augen an; er stupst mit seiner Nase an ihr süßes Stupsnäschen u. spielt anschließend mit dem Schleier in ihrem Haar) ... Mit einer so hübschen Jeannie wie dir. Du siehst wunderschön aus, Haasenzahn.
Gretchen (schmilzt dahin u. stellt sich auf die Zehenspitzen, um ihn zu küssen): Danke!

Und während die beiden in einem innigen Kuss versanken, war Dr. Hassmann zu den beiden Männern ins Wohnzimmer zurückgekehrt, die sich dort lässig an die Bar gelehnt angeregt über Gretchen und Marc und ihre gemeinsame Schulzeit unterhielten. Sven lächelte die schöne Ärztin verschmitzt an, als diese sich leise wieder zu ihnen schlich und ihre Hand sanft an seinen Rücken legte. Er erwiderte die Geste und rückte etwas näher an die nachdenkliche Frau heran, deren Gedanken schon wieder ganz woanders waren, denn auch wenn sie sich das niemals eingestehen würde, so hatte Gretchen doch genau den Kern getroffen. Dr. Kaan beobachtete das alles währenddessen ganz genau. Er wusste nur noch nicht, was er davon halten sollte.

Sven: Und, wo hast du die beiden gelassen?
Mehdi (kommt Maria grinsend mit seiner Antwort zuvor): Ich vermute, das könnte noch dauern. Ihr hättet die beiden vorhin mal erleben müssen.
Maria (wieder im Hier und Jetzt angekommen verdreht sie theatralisch die Augen, als sie Mehdi flehend ansieht): Erspare uns bitte, bitte die Details, Mehdi!

Die drei Ärzte lachten fröhlich auf, als das harmonische Miteinander und Kennenlernen plötzlich von einem Telefonklingeln unterbrochen wurde. Blitzschnell kam Gretchen aus dem Bad an ihnen vorbei gestürmt.

Gretchen: Das ist für miiiich.

...säuselte sie in Richtung ihrer drei verdutzten Freunde und nahm ab. Marc kam seiner Freundin langsam mit einem breiten zufriedenen Grinsen auf den Lippen hinterher getrottet. Er richtete seine zerzausten Haare und seine verrutschte Lederjacke und beobachtete seine Liebste schmunzelnd dabei, wie sie hektisch mit dem Handy am Ohr in der Küche hin und herlief und schließlich vor der Terrassentür stehen blieb und sich abrupt zu ihren Gästen umdrehte, die sie alle fragend anschauten, denn aus ihrem Gesicht war sämtliche Farbe gewichen. Marc ging verwundert zu ihr hin und legte seine Hand auf ihre Schulter. Gretchen senkte ihr Handy, denn ihre Gesprächspartnerin hatte gerade aufgelegt, und schaute ihren besorgten Freund ratlos an. Er durchbrach schließlich die Stille, die nach dem hektischen Telefongespräch aufgekommen war, das sie soeben beendet hatte...

Marc: Was’n?

Gretchen hielt sich mit ihrer freien Hand an der Klinke der Terrassentür fest und versuchte wieder Luft zu bekommen, die ihr aufgrund der aufkommenden Panik, die langsam ihren gesamten Körper übernommen hatte, abhanden gekommen war. Leise sprach sie aus, was sie bedrückte und wohl ihre gesamten Pläne über den Haufen werfen würde. Sie konnte aus lauter Hilflosigkeit und Resignation die ersten kleinen Kullertränchen nicht mehr länger zurückhalten und warf sich schließlich schluchzend an Marcs Hals...

Gretchen: Das... das Brautpaar... kommt... nicht!

Lorelei Offline

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07.06.2012 17:38
#1291 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Schweigen. Absolute Stille herrschte in der stilvoll eingerichteten Dachgeschosswohnung direkt am Ufer der Spree in Berlin Mitte. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, wenn nicht der Kellner hinter der improvisierten Bar in der Küche gerade mit den Gläsern hantiert hätte, der nun verwundert aufschaute und ebenso wie der lustige Alleinunterhalter hinter der Musikanlage, der gerade hüfteschwingend seine Platten sortiert hatte, zu den Gastgebern blickte, die aus irgendeinem Grund plötzlich in seltsamem Schweigen verharrten. Ringsherum in dem für eine Party der Sonderklasse geschmückten Raum konnte man in verwirrte und teils betretene Gesichter schauen. Bis auf eines. Ein ganz bestimmtes. Ein markantes bubenhaftes Gesicht. Die Mundwinkel von Dr. Marc Meier zuckten nämlich ganz verdächtig, während er ungelenk seiner aufgelösten Freundin den Rücken tätschelte und mit dem Zeigefinger der anderen Hand Gretchens Tränenrinnsal aufzuhalten versuchte, das leise ihre zarte Wange hinab glitt und einen zarten glitzernden Schimmer hinterließ, bis es abrupt versiegte. Es ging nicht, so gerne er es auch gewollt hätte. Der vorlaute Bengel konnte sein Mundwerk einfach nicht halten...

Marc: Prima! Na dann kann ich die Pappenheimer ja jetzt doch noch rausschmeißen. Wo die Tür ist, wisst ihr ja.

...und griente nun ziemlich belustigt die drei Ärztekollegen an, die trotz des offensichtlichen Scherzes keine Miene verzogen. Doch bei der verzweifelten Trauzeugin und durchorganisierten Partyplanerin kamen diese lustig gemeinten Worte ganz und gar nicht gut an. Gretchen löste sich rasch aus Marcs unbeholfener Umarmung und schaute den grinsenden Sprücheklopfer nun mit bitterböser Miene an. Ihr war überhaupt nicht zu Späßen zumute. Dabei war sie nicht die Einzige. Auch die Gesichter der anderen hatten sich mit einem Mal verfinstert, was Marc Meier aber nicht die Bohne juckte. Er grinste einfach weiter.

Gretchen: Das ist NICHT witzig, Marc!
Marc (kann einfach nicht aufhören zu schmunzeln, auch wenn er sich der Gefahren durchaus bewusst ist): Doch! Irgendwie schon.

Blöder Idiot! Die nächste Feier mache ich ohne dich. Pah!

Mehdi, der im Gegensatz zu Marc Gretchens Verzweifelung und die Tragweite der aufgetretenen Schwierigkeiten richtig erkannt hatte, versuchte zu schlichten, bevor noch ein tosender Meier-Haasscher Streit vom Zaum lief, und einen ruhigen Kopf zu bewahren, während Sven Sorenson nur verwirrt zu seiner hübschen Begleitung schaute, die neben ihm etwas genervt dreinblickte, da sie die Theatralik ihrer kindischen Kollegin nicht wirklich nachvollziehen konnte. Dann feierten sie eben alleine. Auch gut. Hauptsache Party. Der ganze Bohei um Hochzeiten und Polterabende und der ganze Kitsch dieser spießigen Veranstaltungen und Traditionen waren eh nicht nach ihrem Geschmack. Sie war doch eh nur aus Höflichkeit hier und weil sie dieses äußerst attraktive Schnuckelchen erobern wollte, das gerade einen entzückenden verwirrten Eindruck auf sie machte. Kulturelle Missverständnisse und Völkerverständigung hatten schon irgendwie etwas Anziehendes an sich, dachte die liebestolle Oberärztin und begann unweigerlich zu grinsen. Sie würde sich heute noch ganz besonders der deutsch-schwedischen Freundschaft widmen.

Mehdi: Wo liegt denn das Problem genau, Gretchen?

...fragte Mehdi mit einfühlsamer Stimme, um Hilfe bemüht. Gretchen, die einem hysterischen Anfall sehr nahe war, schaute auf, dankte ihm mit einem liebevollen Blick für sein Verständnis und schob sich anschließend unsanft und mit einem gekonnt abgeguckten Ameisenblick an ihrem unsensiblen Machofreund vorbei, um zu ihrem besten Freund zu gelangen, der wenigstens ein bisschen Einfühlungsvermögen zeigte im Gegensatz zu Marc, der gerade mit Dr. Hassmann vielsagende Blicke austauschte, die auch nicht verstand, was der Aufriss jetzt sollte. Gretchen versuchte Mehdi die Situation zu erklären, auch wenn es dem Gynäkologen und den anderen drei Beteiligten sichtlich schwer fiel, ihr zu folgen, da sie aufgrund der Aufregung ohne Punkt und Komma recht hektisch die Fakten herunter ratterte...

Gretchen: Kate sollte die beiden doch abholen..... aber sie ist in der Klinik aufgehalten worden...... Ein Notfall sagt sie..... Sie wird es wohl nicht mehr rechtzeitig schaffen..... Sabine und Günni abzupassen..... Sie hat schon versucht..... Oberschwester Stefanie als Ersatz zu engagieren..... Aber die hat wohl noch irgendeinen Termin im Reisebüro mit Dr. Fuchs..... Keine Ahnung..... Das ist alles so furchtbar. ... Was machen wir denn jetzt?

...fragte die blonde Assistenzärztin im „Bezauberte-Jeannie“-Kostüm traurig und holte erst einmal tief Luft, die ihr gerade knapp geworden war. Mehdi las deutlich die Verzweifelung heraus, als Gretchen ihn nun mit großen Augen um Rat suchend anschaute. Er legte seine Hand beruhigend auf ihre Schulter und drückte die verzweifelte Frau auf das weiße Designersofa herunter, wo er sich direkt neben sie setzte, sich zu ihr hin beugte und ihre Hand nahm und fürsorglich drückte. Er fühlte ihren schnellen Puls und versuchte, sie zu beruhigen. Marc, der eingeschnappt beschlossen hatte zu schweigen, rollte nur verständnislos mit den Augen und fläzte sich in den Sessel gegenüber. Missmutig beobachtete der Trotzkopf nun, wie sich auch noch das Knäckebrot Sven einmischte und sich ebenfalls neben Gretchen auf die Couch setzte und sie mit seiner ekelhaften Gute-Laune-Bullerbü-Visage anvisierte. Maria blieb hinter dem Sofa stehen und lauschte nicht weniger verständnislos Mehdis tröstenden Worten, die seiner besten Freundin Mut machen sollten. Und das machten sie auch.

Mehdi: Erst einmal einen klaren Kopf bewahren, Gretchen.
Gretchen (lehnt sich dankbar seitlich an ihn u. schließt kurz ihre Augen): Du hast recht.
Marc (schnippisch zu Mehdi): Dafür bist du ja gewöhnlich auch der Richtige.
Gretchen (ihre Augen blitzen auf, ebenso wie die von Mehdi, u. sie zischt Marc zickig an; danach wendet sie sich wieder Mehdi zu, dessen fürsorgliche Art sie wirklich etwas beruhigt): Danke für diesen äußerst hilfreichen Einwurf, Marc. ... (Marc verdreht die Augen, lehnt sich beleidigt zurück u. kuckt kurz an die Decke, auf göttlichen Beistand hoffend.) ... Mehdi, du bist echt lieb. Danke. Und was machen wir jetzt? Wie bekommen wir Sabine und Günni hierher, ohne dass sie Verdacht schöpfen? Ich hab mir das alles so schön vorgestellt. Wie sie in der Tür stehen. Ihre überraschten Gesichter, wenn wir aus dem Versteck kommen. Ach menno! Alles geht schief. Ich hab’s geahnt.

Die Zeichen standen doch von Anfang an auf Sturm. Ich hätte auf meine Intuition hören sollen.

Mehdi (tröstet sie liebevoll): Nein, das tut es nicht. Lass den Kopf nicht hängen. Wir überlegen uns jetzt was, ok? Alles wird gut. Also... meine Assistenzärztin war mit den beiden verabredet? Wenn du weißt, wo Sabine und Dr. Gummersbach gerade stecken, könnte ich doch einspringen und sie abpassen. Ich bin mit dem Auto hier.
Und was machen wir mit den Kostümen? Das geht so nicht. Er sieht jetzt nicht so aus, als ob er auf einer Raumstation arbeiten würde. Und ich noch weniger. Menno! Der Plan mit der Überraschungskostümparty ist doch nicht so ausgereift, wie ich dachte.
Gretchen (kann schon wieder etwas lächeln): Das ist wirklich lieb, danke, aber ich muss das selber machen. Der ganze Plan funktioniert sonst nicht richtig.
Maria (rollt mit den Augen, als sie schnippisch ihre Meinung kundtut, die keiner hören will): Man muss es ja auch nicht übertreiben.
Marc (grinst seine „sehr geschätzte“ Kollegin an u. stimmt ihr ausnahmsweise bei): Meine Rede!

GRRR! Ich könnte die beiden... Nein, ich muss einen ruhigen Kopf bewahren. Sabine soll das Fest kriegen, was sie verdient hat. Das ist das Ziel. ... Maria wird ihr blaues Wunder heut schon noch anders erleben. Und ihn, ihn ignoriere ich heute Abend einfach. Jawohl! ... Jetzt gehe ich erst einmal auf eine Star-Trek-Convention oder wie das noch mal heißt, was wir ihnen vorgaukeln wollten. Sollte vielleicht doch noch mal Kate anrufen? Ach nein, geht ja nicht, die stand ja gerade schon mit einem Fuß im Kreißsaal. Mist! Denk nach, Gretchen, denk nach!

Die bösen Blicke von Gretchen und Mehdi ignorierten die beiden vorlauten Oberärzte einfach mit einem aufgesetzten Lächeln und einem frechen Augenzwinkern, das sie einander zuwarfen. Sven schaute derweil nur verwirrt von einer Partei zur anderen. Die Deutschen waren schon ein seltsames Völkchen, dachte er und versuchte zumindest irgendetwas zu verstehen, worüber gerade hektisch diskutiert wurde.

Sven: Was ist eigentlich das Problem? Ich verstehe nicht.
Da ist er nicht der Einzige. Oh Gott, ich stimme ihm zu. Tue ich nicht!
Gretchen (klärt ihn ruhig und besonnen auf, auch um sich selbst noch einmal Mut zuzusprechen): Das Brautpaar weiß nicht, dass wir hinter ihrem Rücken einen Polterabend mit allen Freunden und Kollegen organisiert haben. Das soll eine Überraschung werden. Und damit die noch klappt, sollte ich jetzt wirklich los.

Gretchen sprang entschlossen vom Sofa auf - ihren Platz zwischen Sven und Mehdi nahm nun Maria ein - und holte sich ihren Wintermantel von der Garderobe, den sie schnell samt dicken Schal über ihr dünnes rosafarbenes Haremskostüm schwang. Mehdi folgte ihr zur Tür. Marc ebenfalls.

Mehdi: Ich fahr dich.
Mein Held! Ja, heute Abend ist das ausnahmsweise mal er.
Gretchen (strahlt Mehdi an, der ihr zunickt u. schon zu seiner Grease-Lederjacke greift, die er anziehen will): Das würdest du tun?
Marc (drängt sich angesäuert dazwischen): Nichts da! Ihr lasst mich nicht mit denen da alleine hier.

Marc deutete zur Couch, wo Maria Hassmann sich gerade gemütlich an ihren gutaussehenden und äußerst muskulösen Begleiter geschmiegt hatte, wie sie mit großer Begeisterung gerade ertastet hatte, der aber irritiert über seine Schulter zur Wohnungstür schaute, aus der seine hübsche Ex-Freundin gerade verschwinden wollte. Auch die Oberärztin, die ihren Annäherungsversuch deshalb wieder geknickt abbrach, wandte sich nun augenrollend den drei Personen an der Tür zu und legte ein künstliches Lächeln auf, das allein dem Macho-Meier galt und ihn provozieren und sie belustigen sollte...

Maria: Och mir würde das nichts ausmachen.
Doch rolliges Kätzchen! Hilfe! Ich muss hier weg. Fühle mich schon allein von ihren Blicken regelrecht vergewaltigt.
Marc (schaut drohend von dem einen zum anderen): Klar! Ich fahre! Du hütest die Wohnung, Kaan. Und wehe, irgendwer treibt sich in unseren Betten herum. Oben ist und bleibt Sperrzone. Verstanden? Das hier ist kein Swingerclub.
Maria (grinst im Einklang mit Sven): Nicht?
Gretchen (flüchtet peinlich berührt zur Wohnungstür, die sie auch gleich öffnet): Marc!
Mehdi (muss unweigerlich schmunzeln, als sein Blick kurz die Holztreppe hochgeht): Ich würde es nie wagen.
Marc (eingeschnappt schnappt er sich seinen dunkelblauen Kurzmantel, dreht sich dann aber noch einmal süffisant grinsend zu Mehdi um): Ich hab ja auch nicht von dir gesprochen. Wobei.... wenn ich mir das recht überlege.... ich mich dafür nicht mit einer offenen Wunde in eine Petrischale mit HIV-Kulturen legen würde, falls dein Gabimäuschen hier doch noch aufkreuzen sollte. Wir wissen ja, was passiert, wenn die deinen Weg kreuzt. Aber die Abstellkammer ist auch tabu. Hier ist jeder Raum tabu. Also lasst die Klamotten an. Das hier ist sex-freie Zone.
Maria (kann sich ihr amüsiertes Lachen kaum verkneifen, Mehdi und Sven ebenso, u. zwinkert Marc frech zu): Das wäre mir jetzt neu. Obwohl... wenn ihr hier nicht... Wieso eigentlich? ... Ach? Deshalb also immer die langen Mittagspausen im Ostflügel?
Sven (horcht neugierig auf): Ostflügel?
Marc (klappt die Kinnlade herunter u. reißt die Augen weit auf): Woher...?
Mehdi (klapst ihm lachend auf die Schulter): Das ist im EKH ein offenes Geheimnis, du Casanova.
Marc (fassungslos): Was?
Das gibt’s doch nicht.
Gretchen (hat der Unterhaltung gar nicht richtig zugehört, weil sie schon ungeduldig vor der Tür steht u. nun noch einmal ins Zimmer hineinschaut, um zum Aufbruch zu drängen): Marc, wenn du mich wirklich fahren willst, dann komm endlich! Sonst erwischen wir das Brautpaar nicht mehr. Und ihr kümmert euch bitte um die Gäste, ja. Die ersten müssten gleich kommen. Wir sind ungefähr in einer Stunde zurück..... hoffe ich. Ihr findet euch zurecht?

...sagte Gretchen noch hastig und war schon zur Tür hinaus, bevor irgendjemand noch etwas hätte erwidern können. Marc trottete seiner Freundin missmutig hinterher und schloss die Wohnungstür, aber nicht ohne seinen drei Freunden vorher noch einen letzten bösen Blick zugeworfen zu haben, die daraufhin in schallendes Gelächter verfielen, wie er durch die nun geschlossene Wohnungstür hören konnte, was den stolzen Macho tierisch ärgerte. Natürlich sann er auf Rache, die er sich später noch holen würde. Das schwor er sich, als er seinen Kurzmantel überzog und in den Aufzug stieg, den Gretchen bereits gerufen hatte.

In der Tiefgarage an ihrem Auto angekommen, wandte sich Marc wieder an seine Liebste, die während der gemeinsamen Fahrstuhlfahrt nach unten die ganze Zeit geschwiegen und ihm die kalte Schulter gezeigt hatte und der er nun charmant, wie er nun mal war, die Beifahrertür aufhielt, was sie dann doch mit einem liebvollen Lächeln und einem leichten Streicher über seine stoppelige Wange annahm, was auch ihn endlich wieder zum gelösten Lächeln brachte. Sie war ihm nicht nachtragend. Zum Glück. Das war ein so besonderer Tag für die beiden und den wollte er nicht mit seinem störrischen und kindischen Verhalten ruinieren. Deshalb versuchte er, sich nun besonders viel Mühe zu geben und schlüpfte in die Rolle, die er für die leidige Kostümparty übernommen hatte...

Marc: Und nun? Wohin darf „Kitt“ dich jetzt transportieren?

Gretchen drehte sich auf ihrem Sitz zur Fahrerseite, denn Marc ‚Michael Knight’ Meier war gerade im Eilschritt um den weißen Wagen gehuscht und ebenfalls eingestiegen. Sie schenkte ihrem albernen Freund und charmanten Chauffeur ihr schönstes und strahlendstes Lächeln, was diesen sichtlich durcheinander brachte und sein Herz in Aufruhr versetzte. Ebenso wie ihre unbedarft gewählten Worte..

Gretchen: Ins Standesamt bitte!

Marc (schluckt): Was?

Lorelei Offline

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09.06.2012 14:00
#1292 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Als die Botschaft endlich in seinen ratternden Gehirnwindungen angekommen und in eine entsprechende Reaktion umgewandelt worden war, startete der sichtlich irritierte Oberarzt den Motor und fuhr langsam aus der Parkbucht heraus. Seine Gedanken sprudelten völlig irrsinnig durcheinander. Er versuchte sie abzuschütteln, indem er kurz die Augen zusammenkniff und den Kopf schüttelte und sich dann auf den Weg nach draußen konzentrierte. An der Ausfahrt der Tiefgarage blieb er stehen und schaute erneut zu seiner vergnügt vor sich hin grinsenden Freundin neben sich, die sich auch nicht hatte träumen lassen, das einmal ihrem grummligen Marcilein vorschlagen zu dürfen. Auch wenn es nur die standesamtliche Trauung ihrer Freundin und lieben Kollegin Sabine betraf, klopfte ihr Herz trotzdem wie wild in ihrer Brust und sie konnte nicht mehr aufhören zu lächeln, was auch Marc auffiel und noch mehr verwirrte, was er sich aber nicht anmerken ließ...

Marc: Äh... Und... in welches jetzt, damit ich „Kitt“ richtig programmieren kann?

Gretchens wunderschöne Traumblase platzte plötzlich auf und sie stutzte irritiert. Sie richtete sich auf ihrem Sitz gerade auf und blickte Marc ziemlich ratlos von der Seite an, während sich hinter den beiden ein Scheinwerferpaar unaufhaltsam näherte...

Gretchen: Das... das weiß ich gar nicht.
Oh Mist, Mist, Mist! Jetzt ist alles aus.
Marc: Ne schöne Trauzeugin bist du, Haasenzahn!

...murmelte Marc augenrollend, als er seiner perplexen Freundin vergewissernd in die himmelblauen Augen schaute. Beleidigt drehte Gretchen ihren Kopf zum Beifahrerfenster. Angestrengt überlegte sie nun und versuchte sich zu erinnern, was Sabine heute Mittag bei dem kleinen Umtrunk in der Cafeteria alles gesagt hatte. Doch es wollte ihr einfach nicht einfallen. Die Braut war nach der peinlichen Ansprache ihres Vaters und den vielen Glückwünschen der Belegschaft so aufgeregt gewesen, dass sie unentwegt geplappert und vieles durcheinander erzählt hatte. Von Blumenbouquets, Sternenkonstellationen, ihren Eltern, Günnis Tanten und Cousinen, Bienenstichen, vom Neumond, von Frau Fisher, einem Lese-Café und Günnis erotischer Stimme. In dem Moment hatte Gretchen sich ausgeklinkt. Hätte sie doch nur besser zugehört, fluchte sie jetzt und schimpfte mit sich selber. Sie gab wirklich eine schlechte Trauzeugin ab, die schlechteste, die es gab, dachte sie resignierend, während Marc nervös mit den Fingern auf dem Lenkrad herumtippte und auf eine Antwort wartete.

Plötzlich hörte er es hinter sich lautstark hupen. Sein Nachbar aus dem zweiten Stock, Herr Lowinski, wollte ebenfalls gerade in seinem dreißig Jahre alten VW Golf die Tiefgarage verlassen, um zum wöchentlichen Rentnertreff nach Spandau zu fahren, doch der weiße Volvo von Dr. Meier versperrte ihm den Weg. Der sich gestört fühlende Oberarzt drehte sich herum und machte eine genervte Bewegung mit dem Arm, was den Rentner nur noch mehr auf die Hupe drücken ließ. Dieser arrogante Kerl war doch wirklich unmöglich, dachte der Siebenundsechzigjährige verärgert und fuhr ganz nah auf, so dass sich ihre Wagen schon fast berührten, was dem Autoliebhaber Marc Meier ganz und gar nicht gefiel. Die Ader an seinem Hals pulsierte schon mächtig, als er in den Rückspiegel brüllte...

Marc: Ja, doch! Wenn mein Navi sich entschieden hat, geht’s ja los, verdammt!
Gretchen: Charlottenburg!

...sprudelte es plötzlich aus dem Mund seiner süßen Beifahrerin. Marc wandte sich überrascht herum und schaute seine sichtlich erfreute Freundin mit hochgezogenen Augenbauen an...

Marc: Sicher?
Ich denke schon. Wenn Sabine und Günni ihre Pläne nicht geändert haben? Aber irgendwas war noch. Was nur? Gretchen, erinnere dich!
Gretchen (lächelt unsicher): Einen Versuch ist es wert.
Marc (löst die Handbremse u. fährt mit quietschenden Reifen an): Auf deine Verantwortung. Aber ich klappere ganz sicher nicht alle Ehegefängnisschmieden in ganz Berlin ab. Dass das schon mal klar ist.
Boah so ein Ignorant!

Mit einem breiten Siegerlächeln auf den Lippen bog der Hochzeitsphobiker in die Hauptstraße ein und machte somit auch den Weg frei für Horst Lowinski und seine Shakira, die mit dem Schwanz wedelnd auf dem Rücksitz saß und gespannt aus dem Fenster schaute und nach anderen Autos und Rüden Ausschau hielt, während sich sein Herrchen endlich wieder auf seinen Skatabend freuen konnte. Gretchen schaute Marc derweil augenrollend von der Seite an, als er an der nächsten Kreuzung zum Halten kam...

Gretchen: So siehst du das also? Die Ehe ist ein Gefängnis?
Wie entsetzt sie kuckt! Süß! Aber eigentlich ist es ja schon wahr. Es würde zumindest das Handeln meiner Mutter erklären. Ein freier Vogel lässt sich nun mal nicht in den Käfig sperren. Obwohl, so geklammert hat Dad jetzt nicht, oder? Mann, über was für einen Blödsinn du schon wieder nachdenkst, nur weil ein böses S-Wort gefallen ist.
Marc (blickt kurz zu ihr rüber u. grient sie frech an): Jep! Die einen stehen mit Unterzeichnung der Gefängnispapiere schon mit einem Bein im Grab. Und unser Bienchen bringt ihren Totengräber gleich mit. Na prima! Die weiß, wie man’s richtig macht.
Hahaha! Ich bin so gut. Ich würde mich selber für den Literaturnobelpreis aufstellen lassen. Obwohl, nee, Medizin ist mir doch lieber.
Gretchen (schüttelt fassungslos den Kopf u. muss schließlich auch grinsen): Du bist echt unverbesserlich, aber auch irgendwie wieder süß.
Marc (starrt stur geradeaus auf die Straße u. folgt dem flüssigen Straßenverkehr): Nana, das letzte Wort hat der Onkel Doktor aber überhört.
Gretchen (grinst vergnügt vor sich hin u. legt ihre Hand auf seine, die den Steuerknüppel festhält): Wie immer.

Und so fuhren die beiden Verliebten Richtung Charlottenburg zum Standesamt, nicht ahnend, dass alles anders kommen würde, als alle gut durchdachten Pläne der Trauzeugin es vorhergesehen hatten. Vielleicht hätte Gretchen ihre Pläne doch besser mit denen von Dr. Gummersbach und seiner frisch vor dem Gesetz angetrauten Ehefrau abstimmen sollen?

Lorelei Offline

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11.06.2012 16:33
#1293 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huhu ihr Lieben! Wenn ich so ende, wie beim letzten Mal könnt ihr sicher sein, dass es heute an anderer Stelle weitergeht. Obwohl eure Theorien doch recht reizvoll waren. Heute geht mal wieder ein ganz spezieller Gruß auch an meine stillen Leser. Eure Lorelei




Sven Sorenson, Mehdi Kaan und Maria Hassmann schauten sich verwundert an, nachdem die Haustür mit einem lauten Knall ins Schloss gefallen war und sie nun alleine in den heiligen unantastbaren Hallen von Dr. Meier und seinem Haasenzahn zurückgeblieben waren, und mussten plötzlich alle drei gleichzeitig laut loslachen, weil die Situation einfach zu bizarr war. Also wenn zwei wie Arsch auf Eimer passten, dann ja wohl Marc Meier und Gretchen Haase, war die einstimmige Meinung der drei, die, nachdem sich ihre Zwerchfelle wieder beruhigt hatten, nun unschlüssig im Partybereich herumstanden und nicht wussten, was sie nun anstellen sollten. Mehdi übernahm schließlich das Kommando und nahm wieder sein Ehrenamt als stellvertretender Gastgeber an...

Mehdi: Auf den Schreck sollten wir anstoßen.
Sven (stimmt dem sympathischen Mittdreißiger im John-Travolta-Outfit begeistert zu): Eine wunderbare Idee.
Mehdi (blickt auffordernd vom „Catwoman“ zu „James Bond“): Also was wollt ihr trinken? Für Sie standesgemäß einen Martini, nehme ich an? Geschüttelt oder gerührt?
Sven (lacht): Danke, für mich aber lieber ein Bier. Ich hab gehört, der neue Bond würde die Alkoholmarke wechseln. Ich möchte gerne in der Rolle bleiben.
Mehdi (schaut erst etwas verwundert drein, bringt ihm aber dann lachend das gewünschte Getränk u. wendet sich anschließend an seine hübsche Kollegin): Ach wirklich? ... Und was möchtest du trinken, Maria?
Maria (lächelt scheu, als Mehdis sanfte Stimme sie aus ihren Gedanken reißt, in denen sie für einen kurzen Moment wieder versunken war): Für mich erst einmal nichts, danke Mehdi.

Eine Ruhepause entstand, nachdem Dr. Kaan und Dr. Sorenson miteinander angestoßen und sich auf das viel persönlichere „Du“ geeinigt hatten, in der sich alle drei betreten anschauten, verlegen anlächelten und schließlich im gemütlichen Wohnbereich der schicken Dachgeschosswohnung ihrer Freunde umherblickten, um den Blicken des anderen zu entgehen, bis Mehdi wieder die Initiative ergriff, um der peinlichen Stille endlich ein Ende zu setzen...

Mehdi: Okay!? Ähm... Wenn ihr wollt, dann führe ich euch ein bisschen herum? Ihr seid doch sicherlich beide gespannt, wie es sich als erfolgreicher und jüngster Oberarzt des Landes so lebt.

Der charmante Halbperser grinste verschmitzt in die Runde. Sven und Maria lachten gelöst auf und die angespannte Stimmung lockerte sich ein wenig auf. Denn Mehdis Vorschlag fanden beide eine hervorragende Idee. Schließlich überwog bei beiden schon ein bisschen die Neugier, wie das Traumpaar Meier-Haase so lebte. Und jetzt, wo sie so frei und ohne dumme Meiersche Zwischenkommentare kucken konnten, sollte das doch unbedingt ausgenutzt werden.

Maria (schaut sich mit hochgezogener Nase im Zimmer um, während sie vor sich hin murmelt u. analysiert): Den Angeberspruch kann er sich so langsam mal sparen. Wird langsam peinlich, je älter er wird. Ich kenne genug Kollegen, die eine ähnliche Vita haben wie er und zwei drei Jahre jünger sind. Hmm... Nett! Ich hätte dem Meier ehrlich gesagt gar keinen Geschmack zugetraut.
Sven: Ich noch weniger. Marc war früher in der Schule schon nicht unbedingt der Ordentlichste.
Maria (grinst): Ist er noch heute nicht. Er ist der Typ Mann, der wahrscheinlich noch immer die Hanutabildchen sammelt und die Kiste mit tausend Jahre alten Bildern von Fußballern, die keine Sau mehr kennt, wie den Weltmeisterpokal persönlich anbetet. Ihr wisst schon, so als eine Art Mantra. Vor schwierigen OPs. Oder wenn Haase ihm besonders auf den Keks geht.
Mehdi (schmunzelt, während sie durch den Wohnbereich zur Küche weiter wandern): Stimmt. Aber hier schimmert vor allem Gretchens Einfluss und guter Geschmack durch, denke ich.

Na ja, über guten Geschmack lässt sich streiten. Wie zum Teufel können die sich diese geile Hütte leisten? Sie ist noch Assi und er... er verdient doch genauso viel wie ich. Oder? Und unsereiner hängt seit Jahren in dieser kleinen Vier-Zimmer-Klitsche fest. Ohne Aufzug oder Aussicht auf Besserung.

Maria: Irgendwie hab ich gewusst, dass sie in dieser Beziehung die Hosen an hat. Früher war er viel entspannter.
Mehdi (lacht): Wie wahr! Aber verrat es bloß nicht Marc, wenn du nicht hinterrücks gemeuchelt werden willst.
Maria (zwinkert ihm schmunzelnd zu): Ich weiß mich schon zu wehren, Mehdi.
Mehdi (grinst): Da bin ich mir sicher.

Sven: Wow! Habt ihr die Terrasse schon gesehen? Das ist ja der Wahnsinn. Seht doch, der Ausblick! So was gibt’s in Schweden nicht. Eh, man kann sogar den Fernsehturm von hier aus sehen.

Svens Augen leuchteten vor Begeisterung auf. Er wartete eine Antwort gar nicht erst ab und hatte die Tür zur Dachterrasse schon geöffnet. Staunend lief er nun durch die aufgestellten Feuerkörbe und Liegestühle hindurch und genoss zwischen den auf der Balustrade aufgereiht in Glasgefäßen stehenden weißen Kerzen den fantastischen Ausblick über die Spree und das abendliche Berlin. Mehdi und Maria hatten gar nicht gemerkt, dass sich ihr schwedischer Kollege nach draußen verabschiedet hatte und wanderten weiter durch die offene Küche, den langen hellen Flur entlang, an den Gästezimmern, dem Büro von Dr. Meier, an dessen verschlossener Tür ein großes Sperrschild prangte, und dem stilvollem Badezimmer vorbei und wieder zurück in den Wohnbereich. In der Nische unter der Treppe, die hoch ins Schlafzimmer führte, blieben sie schließlich stehen und setzten sich in die gemütlichen sandfarbenen Wohlfühlsessel. Maria blickte verwundert auf das große Goldfischglas, das auf einem alten Sekretär in der Nische stand und in dem ein kleines Häuschen samt Namensschild zwischen Wasserpflanzen drapiert war. Ihr kam es so vor, als würde der kleine Zierfisch sie beobachten, was sich irgendwie unheimlich anfühlte. Sie mochte keine Tiere und wenn, dann zart filetiert und mit Kräutern der Provence angerichtet. Mehdi lächelte wissend und klärte seine verunsicherte Kollegin auf...

Mehdi: Ihr Haustier. Ein Geschenk von Marc.
Maria (hebt skeptisch eine Augenbraue): Ah ja!?

Es gibt Dinge, die muss und will ich nicht verstehen.

Die beiden schwiegen einen Moment lang und schauten auf das große geschwungene Glas, in dem Paul Anka vergnügt umher schwamm, der sich in diesem Bereich der Wohnung sichtlich wohl zu fühlen schien. Marias Gedanken schweiften unwillkürlich davon. Zu Dingen, über die sie eigentlich nicht mehr nachdenken wollte. Mehdis Blick schwenkte irgendwann durchs Zimmer und blieb an dem gutaussehenden Schweden auf der Terrasse hängen, der wie gebannt über die Dächer von Berlin schaute und wie ein mächtiger Baum dem kühlen Februarwind trotzte, ihn gar nicht wahrzunehmen schien, obwohl er seine gut frisierten blonden Haare völlig zerzauste. Aber vermutlich kamen ihm die Temperaturen in Berlin selbst im Winter fast tropisch vor, wenn man bedachte, wo Sven Sorenson eigentlich herkam. Leise begann Mehdi schließlich zu sprechen, um ein lockeres Gespräch in Gang zu bringen...

Mehdi: Und du? Wie geht’s dir? Du schaust wirklich gut aus.
Maria (löst ihren nachdenklichen Blick von dem Goldfisch u. sieht ihre Ex-Affäre etwas durcheinander an): Danke. Ich... kann nicht klagen.
Mehdi (deutet zum Fenster u. dem herben Typen auf der Dachterrasse): Ich wusste gar nicht, dass du und Gretchens Jugendfreund, also... dass ihr euch kennt.
Maria (sieht auch kurz zur Dachterrasse herüber u. beginnt leicht zu lächeln): Kennen ist jetzt übertrieben. Wir lernen uns gerade erst kennen.
Mehdi (erstaunt): Oh! Das... wusste ich nicht.

Wieder herrschte Schweigen, das nach einem kurzen Moment des Nachdenkens von Mehdi wieder unterbrochen wurde...

Mehdi: Er scheint sehr nett zu sein?
Maria (mit einem verheißungsvollen Lächeln auf den Lippen stimmt sie dem neugierigen Frauenarzt zu): Mhm! Nicht nur das.
Mehdi (studiert Marias Mimik ganz genau u. ist verwirrt): Also seid ihr...?
Maria (richtet sich etwas in ihrem Sessel auf u. mustert Mehdis überraschtes Gesicht): Bist du etwa eifersüchtig oder warum interessiert dich das so sehr?
Mehdi (wiegelt peinlich berührt zurück): Äh... nein, ähm... also... Ich... wollte nur wissen, ob es dir gut geht. Wir haben uns schon lange nicht mehr unterhalten.
Maria (bleibt misstrauisch, als sie sich wieder zurücklehnt): Tut es, wie du sehen kannst.

Wieder Schweigen. Irgendwie wollte ein richtiges Gespräch nicht in Gang kommen. Aber Mehdi Kaan stellte sich dabei auch ziemlich ungeschickt an.

Mehdi: Bist du verliebt?
Maria (schaut ihn sichtlich perplex an u. legt schnell ihren Abwehrpanzer wieder an): Ich wüsste nicht, dass wir schon so weit wären, um über solch intime Dinge zu reden, Mehdi.

Du bist ein Idiot, Kaan. Dabei will ich doch wirklich nur wissen, ob bei ihr alles in Ordnung ist. Sie wirkt in letzter Zeit so komisch. Abwesend und zerstreut. Aber dann heute dieser Auftritt. Mit ihm. Ich weiß nicht. Es ist nur so ein Gefühl.

Mehdi (senkt verlegen den Blick, um ihn gleich wieder vorsichtig auf ihr hübsches Gesicht zu richten): Tut mir leid. Ich wollte dir nicht zu nahe treten. Ich war nur...
Maria (fällt ihm ins Wort): Was? Überrascht, dass ich mich wieder auf den Markt werfe? Als Single tut man das nun mal gelegentlich.
Mehdi (kneift die Augen zusammen, weil er hier von einem Fettnapf in den nächsten tritt): Nein, nein, das... ähm... Ich dachte nur...
Maria (sieht ihn eindringlich an, weil sie denkt, ihn verstanden zu haben): Keine Sorge, ich hänge dir nicht mehr nach, wenn du das denkst. Also lass das schlechte Gewissen endlich sein. Ich bin frei wie ein Vogel. Du weißt doch, das ist meine Art. Und ich fühle mich wohl dabei.
Mehdi (lächelt kurz auf, Zweifel bleiben jedoch): Ich weiß. Und ich bin glücklich, wenn du glücklich bist. Es ist nur...
Maria (bekommt so langsam ein mulmiges Gefühl im Bauch, da sie ahnt, wohin sein Gestammel wirklich gehen könnte): Was?
Mehdi (rückt zögerlich damit heraus): Es wird geredet.

Na toll! Das hat mir gerade noch gefehlt. Was ist es diesmal?

Maria (versucht cool zu bleiben u. die unnahbare Katzenfrau zu geben): Es wird immer geredet. Heute bin ich das Topthema. Morgen ist es Gretchen und ihr Anhängsel. Übermorgen Schwester Stefanie, die unschuldige Radiologen beim CT überfällt. Du kennst doch unsere Gossipklitsche. Da stehe ich schon lange drüber. Solltest du übrigens auch.
Mehdi: Ich hatte aber auch den Eindruck, dass ein ganz bestimmter Kollege aus deiner Abteilung ein gewisses... sagen wir mal so... Interesse an dir hegt.

Nein! Oh bitte, das können die doch nicht mitbekommen haben? Ich bring ihn um.

Maria (versucht sich nichts anmerken zu lassen): Bitte?
Mehdi (bleibt ernst): Du weißt, wen ich meine.
Maria (verdreht die Augen u. spielt es herunter): Glaub mir, dieses Interesse ist, wenn überhaupt, einseitig.
Mehdi (hat da so seine berechtigten Zweifel, da ihre Augen etwas ganz anderes widerspiegeln): Wirklich?
Maria (weicht seinen stechenden Blicken aus): Jetzt fang du nicht auch noch damit an!

Gretchens Predigt hat mir schon gereicht. Außerdem geht euch das verdammt noch mal nichts an. Eigentlich gibt es da ja auch gar nichts, was euch angehen könnte. Kümmert euch doch bitte um eure eigenen Probleme. Habt ja genug davon.

Treffer ins Schwarze. Also doch. Er ist es! Die ganze Zeit schon. Seitdem er wieder auf der Bildfläche aufgekreuzt ist, ist sie so... so... ich weiß nicht... nicht mehr sie selbst. Und ich dachte immer, es liege an mir.


Mehdi (kann nicht aufhören, nachzuhaken, es liegt nun mal in seiner Art): Es ist nur so ein Gefühl. Und meine Beobachtungen sagen mir, dass da etwas ist oder sein könnte.
Maria (versucht ihre aufgewühlten Gefühle mit einem Flirt zu überspielen): Soll ich mich jetzt geschmeichelt fühlen, weil du mir immer noch hinterher schaust, Mehdi?
Mehdi (lächelt, weil sie endlich weicher wird): Ich spreche da eher von Dr. Stier. Du bist mir ja in letzter Zeit aus dem Weg gegangen. Ich habe das Gefühl, er kann mich nicht leiden.

Verdammt! Er weiß es! Das sehe ich an seinen Augen. Gott, wie ich diese Bambiaugen hasse, die alles und jeden durchschauen. Ich will nicht, dass er es weiß. Obwohl... es gibt doch überhaupt nichts zu wissen. Also bleib cool, Maria! Er kann dir gar nichts.

Maria: Nicht jeder erliegt deinem Charme, Mehdi.
Mehdi (schmunzelt, weil sie immer noch die Maskerade aufrecht hält): Ich glaube ja, er ist eifersüchtig. Auf mich. Auf das, was war.

Was fällt diesem Mistkerl eigentlich ein, eifersüchtig zu sein? Er hat doch überhaupt kein Recht dazu.

Maria (geht nicht näher darauf ein): Glaubst du also?
Mehdi (ermutigt): Und du?
Maria (cool): Was soll sein?
Mehdi (sieht sie eindringlich an): Wie stehst du zu ihm?
Maria (gibt sich geschlagen, ohne zu viel preiszugeben): Er ist Sarahs Vater.
Mehdi (spürt, dass da mehr ist): Mehr nicht?

Ok! Genug mit den Spielchen!

Maria (gereizt lässt sie sich zu einer Äußerung hinreißen, die sie im nächsten Moment schon wieder bereuen wird): Mehdi, was soll das? Du glaubst, mich wirklich zu kennen und zu wissen, was in mir vorgeht? Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass du über ein halbes Jahr lang nicht sehen wolltest, was ich wirklich fühle.

Lorelei Offline

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13.06.2012 16:38
#1294 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Betretenes Schweigen und scheue reuevolle Blicke. Von beiden Seiten.

Mehdi (schluckt): Maria...
Maria (blickt ihr überraschtes Gegenüber mit feurig funkelnden Augen an, als sie ihrem ganzen Ärger und den angestauten Gefühlen Luft macht): Ja, da bist du jetzt baff, was? Ich hab gelogen, als ich gesagt habe, dass unsere Geschichte für mich nichts Besonderes gewesen sei. Verdammt, ich war die ganze Zeit verliebt in dich, Mehdi. Nein, du hast mich sogar soweit gebracht, mir einzugestehen, dass ich dich liebe, du Idiot. Bist du jetzt zufrieden? Und was Cedric betrifft, das... das ist eine völlig andere Geschichte. Das verstehst du nicht. Ich versteh’s ja selbst nicht.
Mehdi (betreten sucht er nach den richtigen Worten): Maria, ich... weiß nicht, was ich sagen soll.

Verdammt, was machst du hier eigentlich?

Maria (lässt sich erschöpft in ihren Sessel zurückfallen u. ärgert sich maßlos über sich selbst, dass sie sich so hat gehen lassen): Du musst dich nicht dafür entschuldigen, dass du damals noch nicht wusstest, was du willst. Ich hab gewusst, worauf ich mich einlasse. Und ich bereue nichts. Nicht einmal mein peinliches Liebesgeständnis, während dem du neben mir weggedöst bist. Das war im Nachhinein betrachtet eigentlich das erste Warnzeichen, das etwas komplett falsch läuft. Aber ich war so verblendet. Ich wollte es nicht sehen. Gott, ich hab mich vor dir komplett zum Affen gemacht, was so überhaupt nicht meine Art ist. Eigentlich hasse ich ja Leute, die so sind. Und nichts, rein gar nichts kam zurück. Erst auf dem Ärzteball, als du völlig abwesend und plötzlich ganz verschwunden warst, ist mir das erst so richtig klar geworden. Und dann bin ich auch noch mit diesem Idioten abgestürzt. Da fing der ganze Mist doch erst an. Seitdem... ach... scheiße.

Maria fasste sich an die Stirn und schüttelte immer wieder den Kopf, so als ob sie damit die Erinnerungen an ihr erstes Aufeinandertreffen mit ihrem Ex hätte abschütteln können. Das Gegenteil war der Fall. Sie hatte Cedrics arrogantes und selbstgefälliges Grinsegesicht direkt vor Augen, wie sie ihm wütend die Tür an die Nase geschlagen hatte, weil er zudringlich geworden war, und wie sie ihn danach gezwungenermaßen hatte verarzten müssen, und wie sie schließlich am nächsten Morgen unbekleidet und mit einem Wahnsinnskater neben ihm aufgewacht war und ausgerechnet von ihrer gemeinsamen Tochter fast erwischt worden wäre. Seitdem war ihr Leben komplett aus den Fugen geraten und sie fand einfach den Weg zurück auf die richtige Spur nicht mehr. Egal, was sie versuchte.

Mehdis Gedanken fuhren derweil komplett Achterbahn. Er hatte so viel falsch gemacht in der Vergangenheit. So viele Verletzungen, obwohl er doch sonst immer der Gutmensch gewesen war, der immer das Wohl anderer vor seine eigenen Gefühle und Wünsche gestellt hatte. Aber ohne seine Lilly hatte er komplett den Halt verloren. Er war nicht mehr er selbst gewesen und in diesem Sinne konnte er Maria schon verstehen, dass sie im Moment vollkommen durcheinander war und Dinge tat, die rational nicht zu erklären waren. Er hatte Zuneigung gesucht, weil er sich so unendlich leer gefühlt hatte, und die hatte er auch bekommen. Von zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, die er glaubte irgendwie zu lieben, obwohl er zu dem Zeitpunkt ganz vergessen hatte, wie sich echte, wahre, aufrichtige Liebe anfühlte und wie man diese weitergab. Dazu war er einfach nicht im Stande gewesen, weil sein Herz, seine Leere, nicht hatten heilen wollen. Viel zu spät hatte er die Notbremse gezogen und erkannt, wer die Richtige war, die die richtige Medizin für sein gebrochenes Herz hatte. Er hatte Maria damit zutiefst verletzt. Die Frau, die ihm sein Baby zurückgebracht hatte. Seinen Lebensanker. Das hatte er nie so gewollt. Es tat ihm so unendlich leid. Er hätte ihr so gerne so viel mehr zurückgeben wollen. Aber stattdessen hatte er einen guten Freund verloren. Einen Ratgeber. Eine Vertraute. Mit belegter Stimme versuchte Mehdi zu sprechen, sich irgendwie zu erklären. Diese Aussprache war schon längst überfällig, doch hatten beide sie aus unterschiedlichen Gründen immer wieder hinausgezögert.

Mehdi: Ähm... Das... Was ich sagen will, also ähm... Es ist nicht so, dass ich nicht auch verliebt gewesen wäre. Es gab eine Zeit, da haben meine Gedanken und Gefühle für dich mich oben gehalten. Ich war gerne mit dir zusammen. Ich habe unsere Gespräche, die manchmal nächtelang gedauert haben, wirklich geliebt. Ohne dich hätte ich vieles nicht geschafft. Ich hätte nicht die Kraft gefunden, noch einmal nach meiner Familie zu suchen, auch wenn das Schicksal gegen mich war. Ich werde nie das Kribbeln in meinem Bauch vergessen, als wir uns auf dem Parkplatz verabschiedet haben, als ich mich auf den Weg gemacht habe und du so eine Zuversicht ausgestrahlt hast, die mich während des gesamten Verlaufs meiner Reise begleitet hat. Du warst da und hast mir zugehört. Das hat mir wirklich viel bedeutet, bedeutet es mir immer noch. Ich hätte dir so gerne so viel mehr zurückgegeben. Du hast es so verdient, zurückgeliebt zu werden. Denn du, du strahlst, wenn du verliebt bist. Wirklich. Dann bist du... du. Du brauchst dieses ganze Getue, diese Maskerade nicht. Du bist trotz alledem immer noch die starke taffe Frau, die spektakuläre Operationen durchführt, und wirst respektiert. Glaub mir. Natürlich hätte es das perfekte Happy End zwischen uns werden können. Du hast mir schließlich mein Baby, meine kleine Lillymaus, wiedergebracht, aber...

Maria hatte Mehdi ruhig und besonnen zugehört und es tat ihr überraschenderweise gut, zu hören, dass da doch mehr war, als sie sich immer eingeredet hatten, und wie er sie wirklich sah. Doch so langsam wurde es der stolzen Frau dann doch zu pathetisch. Zu viele Gefühle für einen gefühlsverwirrten Menschen wie sie. Sie musste ihn einfach stoppen und hob beide Hände. Sie war schließlich nicht hierher gekommen, um alten Kaffee aufzuwärmen. Sie war darüber hinweg. Eigentlich war sie gar nicht auf solch ein Gespräch vorbereitet gewesen. Vor Wochen hätte sie ihm noch sonst was an den Kopf geworfen. Aber mittlerweile verspürte sie diesen Drang nicht mehr. Sie hatte ihn tatsächlich überwunden, obwohl sie so lange in ihn verliebt gewesen war und bis zuletzt gehofft hatte. Auf ein Happy End zu zweit bzw. zu viert.

Maria: Stopp! Das weiß ich doch alles. Also... größtenteils. Und bevor du hier noch mehr Süßholz raspelst und mich dazu bringst, mich noch einmal in dich zu verlieben, ziehe ich diesmal lieber gleich die Notbremse. Ehrlich, ich wollte das alles nicht noch mal ausgraben. Mittlerweile ist mir klar geworden, dass das mit uns auf Dauer vermutlich nicht funktioniert hätte. Es war schön, ja, aber wir passen einfach nicht zusammen. Wir sind zu verschieden. Bis zu einem gewissen Maß haben wir vielleicht dasselbe gesucht. Wahrscheinlich auch wegen der Kinder. Für die wäre das mit uns sicherlich ein Traum gewesen. Zumal, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, Sarah wirklich viel für dich übrig hat. Sie hat sogar vorgeschlagen, uns verkuppeln zu wollen, weil du so toll Pizza backen kannst und Lilly dann ihre große Schwester wäre.
Mehdi (lächelt erleichtert, weil sich das beklommene Gefühl endlich gelöst hat): Ehrlich?
Maria (nickt u. wirkt schnell wieder nachdenklich): Ich hab mich einfach nach einem Stück weit Normalität gesehnt. Das, was alle haben, wollte ich auch. Genau das, was ich jetzt auch bitter nötig hätte.
Mehdi (beugt sich nach vorn u. flüstert leise, fast vorsichtig): Es ist doch Cedric oder?
Maria (schließt schutzsuchend die Augen): Ich will nicht darüber reden.
Mehdi (lenkt das Thema verständnisvoll in eine andere Richtung): Okay! Willst du vielleicht jetzt was trinken?
Maria (lächelt erleichtert u. ist dankbar, dass er nicht weiter nachfragt): Nur ein Glas Wasser, bitte.
Mehdi: Kommt sofort!

Mehdi lächelte seine Ex-Freundin auf seine bekannt charmante Art an und wollte sich schon umdrehen, um zur Bar in die Küche zu gehen, als Maria noch einmal leise das Wort erhob...

Maria: Mehdi?
Mehdi: Ja?
Maria (geflüstert): Danke!
Mehdi (lächelt): Hey! Nichts zu danken. Ich bin froh, dass wir wieder so reden können. Das hab ich vermisst.
Maria (leise u. mit sanftmütiger Stimme): Ich auch.

Maria schenkte ihrem guten Freund ihr strahlendstes und ehrlichstes Lächeln, das er ebenso strahlend erwiderte. Sie dachte genauso und schaute dem charmanten Halbperser sichtlich bewegt hinterher, wie er in die Küche ging, ihr ein Glas Mineralwasser einschenkte und damit geschwind zurückkehrte. Er setzte sich ihr gegenüber wieder in den Sessel, während sie kurz an ihrem kühlen Getränk nippte und ihn dann wieder anschaute.

Maria: Und du? Bist du glücklich? Drehen wir den Spieß doch gleich mal um.
Mehdi (zögert, weil er ihr nicht wehtun möchte): Ich... Ähm...
Maria (nimmt ihm die Scheu): Hey! Nur keine falsche Scheu. Nur weil ich eine Knarre dabei habe, heißt das nicht, dass ich Schwester Gabi gleich hinterrücks abknallen würde. Es sei denn, sie spannt mir wieder einen Kerl aus. Diesmal würde ich mich nicht so schnell geschlagen geben.
Mehdi (lacht u. wirkt wesentlich lockerer): Das werde ich zu verhindern wissen. Ich bin sehr glücklich, wenn du es genau wissen willst.
Maria (es fühlt sich immer noch komisch an): Ich hab gehört, ihr wollt zusammenziehen?
Mehdi (peinlich berührt): Oh! Das... ja. Ich wusste gar nicht, dass das schon die Runde gemacht hat.
Maria: Die sexy Möbelpacker vor ein paar Tagen vor unserer Tür waren ja nicht zu übersehen.
Mehdi (ernst): Ich wollte es dir sagen.
Maria (ebenso ernster): Hey! Du bist mir keine Rechenschaft schuldig, nur weil ich dir damals aus reinem Eigennutz die Wohnung im Erdgeschoss besorgt habe.
Mehdi (sichtlich überrascht): Hast du?
Maria (grinst): Und da sagt er mir, er hätte mich durchschaut.
Mehdi (lacht): Du bist eben doch die Katzenfrau mit sieben Leben.
Maria: Ja, ich komme immer wieder hoch. Frag mich nicht, wie. Ich finde es nur schade. Ich hatte mich daran gewöhnt. Ich fand es schön, dich immer in der Nähe zu wissen. Ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt Sarah erklären soll. Sie hängt so an Lilly.
Mehdi: Wir sind ja auch nicht aus der Welt. Außerdem wird Lilly schon oft genug bei euch auf der Matte stehen. Wenn die Reha zu Ende ist, wird Anna meine Wohnung bei euch im Haus übernehmen.
Maria (sichtlich überrascht): Ach? Wie geht es ihr?
Mehdi (lächelt zuversichtlich): Sie ist auf einem guten Weg. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Maria (freut sich aufrichtig): Das freut mich für euch.
Mehdi (die Erleichterung ist ihm deutlich anzumerken): Ja, genau das haben wir gebraucht. Ein Stück weit Rückkehr in die Normalität. Gerade auch für Lilly. Sie braucht endlich ein stabiles Zuhause. Vor allem wegen ihr haben wir doch gleich Nägel mit Köpfen gemacht.
Maria (zögerlich): Versteht sie sich mit deiner... mit... Gabi?
Mehdi: Klar ist es noch ungewohnt, wenn da plötzlich eine andere Frau an der Seite ihres Vaters ist. Und für Gabi ist es auch nicht einfach. Plötzlich ist da ein Kind. Aber sie verstehen sich gut. Mit der Zeit werden wir schon zusammenwachsen.
Maria: Das wünsch ich euch.

Maria lächelte etwas beklommen. Mehdi erwiderte es. Es war immer noch ein komisches Gefühl, so über die neue Beziehung ihres Quasi-Ex-Freundes zu reden, mit dem sie eigentlich dieses Leben hatte führen wollen. Einen Moment lang schwiegen sie sich an, bis die alleinerziehende Mutter noch etwas loswerden wollte, was ihr auf der Seele lag...

Maria: Weißt du, anfangs war es echt verstörend für mich, dass du ausgerechnet... sie... Ich konnte es nicht verstehen. Wenn schon nicht ich, dann doch jemand, der dir... Ich meine, du kennst doch auch die ganzen Geschichten. Ich dachte, er kann doch nicht so naiv sein.
Mehdi (unterbricht sie mit ruhiger Stimme): Gabi ist nicht so, wie viele vielleicht denken. Selbst Marc hat mittlerweile erkannt, dass da mehr ist.
Maria: Das glaube ich dir auch. Das ist es ja auch, was ich dir sagen will. Ich... Ähm... Man muss sie nicht mögen, aber man merkt einfach, dass sie dir gut tut. Das ist alles, was ich wissen muss. Ihr Bild behalte ich aber trotzdem als Zielscheibe für meine Dartpfeile.

...zwinkerte sie ihm zu, als sie zu Ende geredet hatte. Mehdi lachte nur erleichtert. Er war einfach froh darüber, dass die verworrene Situation der letzten Monate endlich ein Ende hatte. Ein positives Ende. Sie blieb immer noch ein Freund. Ein Ratgeber. Eine Vertraute. Und er hoffte, dass es auch so blieb.

Mehdi: Ich hab das ernst gemeint, als ich gesagt habe, dass ich wirklich froh bin, dass wir wieder so miteinander reden können.
Maria: Ich weiß.

Die beiden lächelten sich einen Moment lang an und merkten gar nicht, wie sich Marias schwedischer Begleiter plötzlich wieder zu ihnen gesellte...

Sven: Wirklich schön hier. Könnte mir auch gut gefallen.
Maria (schaut perplex auf): Ja?
Mehdi: Eigentlich wollten meine Freundin und ich uns hier häuslich einrichten, aber Marc war wieder mal schneller.
Maria: Wir sollten aufhören, ihn so lob zu preisen. Das könnte selbst auf die Entfernung zu viel für sein Ego sein.

Die drei lachten laut auf und widmeten sich wieder ihren Getränken. Ein angeregtes Gespräch entstand, das erst durch ein durchgängiges nerviges Türklingeln ein jähes Ende fand. Während Mehdi die Tür öffnete und die erste Gästemeute mit lautem Gepolter hereinließ, entschuldigte sich Maria kurz von ihrem charmanten Begleiter und verschwand flink im Badezimmer, wo sie sich, nachdem sie abgeschlossen hatte, mit beiden Händen am Waschbecken festhielt und erst einmal tief durchatmete. Ihr war schummrig zumute. Sie setzte sich auf den Toilettendeckel, als sie merkte, wie ihr plötzlich die Beine immer schwerer wurden und blickte in den gegenüberliegenden großen Spiegel und sah ihr blasses Ebenbild regelrecht verzweifelt an.

Maria: Bitte nicht heute Abend!

...flehte die Oberärztin fast ungehört und öffnete ihre schmale Handtasche und holte eine Tablettenpackung hervor. Sie löste eine der Pillen aus dem Blister, blickte noch einmal in den Spiegel und schluckte sie schließlich hinunter. Sie stand auf und drehte den Wasserhahn auf, fing etwas Wasser mit der Handinnenseite auf und trank dieses. Ein paar Tropfen Wasser tupfte sie noch auf ihre Schläfen. Nach einigen Sekunden war die Übelkeit zum Glück genauso schnell wieder vergangen, wie sie aufgekommen war. Dass ihr Magen auch ausgerechnet heute an diesem für sie so wichtigen Abend schon wieder so gegen sie rebellieren musste, dachte sie verzweifelt, als sie, nachdem sie noch einmal ihr Make-up kontrolliert hatte, das Badezimmer wieder verließ und zu dem lauten Stimmenwirrwarr ins Wohnzimmer zurückkehrte, wo schon ordentlich Partystimmung herrschte.

Die Schwesternschar, die wohl schon ein bisschen vorgeglüht hatte, war kaum vom stellvertretenden Gastgeber Dr. Kaan zu bändigen. Erst ein lautes mahnendes Wort von Oberschwester Stefanie, die als „Crocodile Dundee“ in Begleitung ihres persönlichen „Tarzans“ Dr. Fuchs urplötzlich in der Tür erschienen war, ließ die gackernden Schwesternschülerinnen verstummen, die doch nur einmal ihre neugierigen Näschen in das Heiligtum, in das Schlafzimmer von Dr. Meier, hatten werfen wollen. Auch wenn der scheinbar glücklich liiert war, konnte man oder in dem Fall Frau doch mal träumen. Außerdem wollten sich die Mädels unbedingt davon überzeugen, ob Schwester Greta Recht mit ihrer Theorie hatte, dass der sexy Oberarzt ein riesiges rundes Bett hatte. Der von Dr. Kaan und vom sexy blonden Kellner, der übrigens eine weiße „Titanic“-Uniform trug, gereichte Sekt tat schließlich sein Übriges, um die Meier-Fans vorerst beruhigen zu können.

Lorelei Offline

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16.06.2012 16:02
#1295 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Es ist soweit. Einige vermuteten es, andere wussten es und wieder andere hätten es nie für möglich gehalten. Aber schaut selbst, was in der Zwischenzeit passiert ist. Viel Spaß und ein schönes Wochenende, wünscht euch eure Lorelei.



http://www.youtube.com/watch?v=lYvg6cTOi9E


Während sich für das eine oder andere Mitglied der weiblichen Belegschaft des Berliner Elisabethkrankenhauses ein lang gehegter Traum erfüllte, einmal die heiligen und unerreichten vier Wände von Dr. ‚Mc Sexy’ Marc Meier inspizieren zu dürfen, hatte dieser gerade mit seiner äußerst charmanten weiblichen Begleitung, die die ganze Autofahrt über seine Hand nicht mehr losgelassen hatte, endlich das Ziel ihres kurzen Ausfluges erreicht. Schwungvoll erklomm der athletische Oberarzt nun die Treppenstufen des altehrwürdigen Gebäudes in Berlin-Charlottenburg, während seine süße Freundin noch etwas Mühe hatte, sich aus dem weißen Volvo zu hieven, den er einfach im absoluten Halteverbot hatte stehen lassen, weil er eh nicht vorhatte, länger als nötig an diesem für ihn doch recht „unheimlichen“ Ort bleiben zu wollen. Ungeduldig tippte Marc mit seinen Fingern auf dem Treppengeländer herum, bis Madame endlich schnaufend zu ihm aufgeschlossen hatte. Haasenzahns Gesicht sprach Bände. So hatte sie sich diesen Abend nun wirklich nicht vorgestellt. Alles ging schief, was schief gehen konnte, und ihr Grummelkönig hatte den Kavalier, der ihr charmant aus dem Auto half und die große Treppe hoch führte, heute auch zuhause gelassen. Frustriert blieb sie schließlich vor ihm stehen und begann auch gleich vorwurfsvoll zu meckern...

Gretchen: Marc, jetzt hetz doch nicht so!
Marc (gereizt blickt er erst auf seine Armbanduhr, dann in ihr puderrotes Gesicht): Du hattest es doch so eilig. Also komm, lass es uns endlich hinter uns bringen, bevor die hier noch die Schotten dicht machen und wir ganz umsonst hierher gefahren sind.
Gretchen (bleibt trotzig auf der obersten Treppenstufe stehen u. verschränkt ihre Arme): Ich hab mir das aber irgendwie anders vorgestellt. Romantischer.
Marc (klapst sich theatralisch an seine Stirn u. versucht, ruhig zu bleiben): Ist es nicht schon Romantik genug, dass ich das ganze Theater überhaupt mitmache? Hättest ja auch mit Mehdi fahren können.
Gretchen (bleibt schmollend immer noch vor der Tür stehen): So will ich aber nicht.
Marc (richtet ein Stoßgebet gen Abendhimmel, das ihn erlösen soll): Boah... Weiber! Nie kann man(n) es denen recht machen.

...grummelte Marc sichtlich gereizt vor sich hin. Er wandte sich ab und hielt Miss Trotzkopf nun doch noch kavalierhaft die schwere gusseiserne Tür auf. Ein glückliches Brautpaar samt fröhlichem Familienanhang kam ihm entgegen und versperrte ihm den Weg. Der Oberarzt verdrehte nur genervt die Augen und machte der heiteren Gesellschaft Platz. Dem einsetzenden Reisregen entkam er nur knapp, aber zumindest hatte er seine vor lauter Entzückung strahlende Freundin so endlich ins Innere des großen Gebäudes schieben können. Dort schaute er sich nun hektisch um, während Gretchen immer noch dem glücklichen Brautpaar verträumt hinterher blickte. Ihr war ganz warm ums Herz geworden, als Braut und Bräutigam sich vor der Tür zärtlich geküsst hatten und nun für ein Erinnerungsfoto posierten, während um sie herum weiße Tauben aufstiegen, Kinder in niedlichen rosa Kleidchen ein Liebeslied summten und eine weiße von Schimmeln gezogene Kutsche vor der Treppe zum Halten kam. Verliebt sah die schöne Assistenzärztin nun zu ihrem verwirrten Freund, der hastig die Etagenbeschilderung studierte, um das richtige Zimmer zu finden. Irritiert bemerkte er die Veränderung in Gretchens Gesicht und hielt inne...

Marc: Alles klar?
Gretchen: Jetzt ja!

...hauchte die strahlende Schönheit schwärmerisch und ließ ihren überschwänglichen Gefühlen einfach freien Lauf und fiel ihrem überraschten Liebsten spontan um den Hals, der von ihrer Euphorie fast überrollt wurde, es sich aber natürlich nicht entgehen ließ, seiner Süßen, während er sie im Kreis herumwirbelte, noch ein zwei heiße Küsse zu rauben. Das hatte er sich schließlich reichlich verdient, so wie dieser aufwühlende Tag bisher verlaufen war. Erst das Gepolter eines weiteren Hochzeitspaares, das froh jauchzend und laut plappernd die große geschwungene Marmortreppe ins Foyer hinab geschritten kam, ließ sie aus ihrem kurzfristigen Traum erwachen. Schmunzelnd hakte sich Gretchen jetzt bei ihrem Schatz ein und ließ sich von ihm die Treppe hinauf in das entsprechende Stockwerk führen, wo sie eigentlich hingewollt hatten.

Dort angekommen, schauten sie sich suchend nach allen Richtungen um. Sie waren spät dran, wie die große Uhrenanzeige am Ende des ellenlangen dunklen Flures erkennen ließ. Marc ergriff die Initiative und packte Gretchens Hand. Fast rennend liefen sie nun über den langen Gang, bis sie schließlich vor einer großen Eichenholztür, die mit wunderschönen Ornamenten verziert war, stehen blieben. Sie sahen sich an. Sekundenlang. Dunkles Grün traf auf helles klares Blau. Sie waren aufgeregt und ruhig zugleich. Der perfekte Moment.

Marc: Bereit?

... fragte Marc schließlich mit klopfendem Herzen und strich seiner Herzdame mit einer Hand zärtlich durch ihre dicken blonden Locken, die in sanften Wellen über ihre nackten Schultern flossen. Gretchen sah ihrer großen Liebe tief in die aufleuchtenden smaragdgrünen Augen und nickte leicht mit dem Kopf...

Gretchen: Seitdem ich ein kleines Mädchen war, wünsche ich mir nichts sehnlicher als das.

Marc lächelte. Sanftmütig. Verliebt. Entschlossen. Doch der Schalk bildete kleine Lachfältchen um seine Augen, die Gretchen einfach nicht mehr losließen, denn es war genau das, was sie so sehr an ihrer Jugendliebe liebte. Es schien, als blickte sie ihm geradewegs in die Seele und er in ihre. Seine anfängliche Aufregung war plötzlich wie weggeblasen, obwohl die Schmetterlinge in seinem Bauch gerade Polka tanzten. Er stellte sich hinter Gretchen, legte sein Kinn an ihre Schulter und seine Hand auf ihren Bauch, der doch schon recht deutlich unter ihrem blütenweißen mit zarter Spitze verzierten Brautkleid hervorlugte, und flüsterte etwas in ihr rechtes Ohr.


http://www.youtube.com/watch?v=z3x71OU8AkU


Marc: Da bin ich aber froh, dass du dich heute gegen das bunte Madonna-Outfit vom Spielplatz entschieden hast. Weißt du noch?

Gretchen griente nur und schmiegte ihren Kopf an seinen Hals. Wie könnte sie das je vergessen? Den Tag, der ihr Leben für immer verändert hatte. Die Erinnerung an ihr erstes Aufeinandertreffen mit Marc Meier war so lebendig, als sei es erst gestern gewesen. Doch Kinder waren sie schon lange nicht mehr. Sie waren mittlerweile erwachsen geworden und liebten sich mehr, als ihre alten „Was sich liebt, das neckt sich“-Spielchen von damals je hätten erwarten lassen. Die schöne Braut drehte sich in seinen Armen herum und stellte sich auf ihre Zehenspitzen, um ihrem erwartungsvollen Bräutigam einen süßen Kuss als Pfand mit auf den Weg zu geben. Ein Weg, der trotz aller Irrwege, die sie in der Vergangenheit gegangen waren, doch immer nur ein Ziel hatte: Ihr gemeinsames Glück.

Gretchen: Einen Schokoriegel habe ich aber trotzdem mit dabei.
Marc (schmiegt sich lachend noch näher an sie heran): Hätte mich auch gewundert, wenn nicht. Ihr beiden wärt doch sonst auf dem Weg hierher noch verhungert.
Gretchen (steckt ihm die Zunge heraus u. streift mit einer Hand über ihren stolzen Babybauch): Eh! Hör nicht auf deinen Papa. Der erzählt nur Blödsinn, wenn der Tag lang ist.
Marc (beugt sich zu ihrem Bauch herunter u. flüstert schelmisch grinsend): Und deine Mama träumt den liebenlangen Tag. Also überleg dir gut, ob du nicht doch lieber hier drin bleiben willst.
Gretchen (lacht): Spinner!
Marc (plötzlich ganz ernst schaut er ihr tief in die Augen): Und soll dieser Spinner dich immer noch zu einer ehrbaren Frau machen?
Gretchen (hält den Atem an u. haucht die Antwort nur noch): Unbedingt!
Marc (streicht sich verlegen über den Nacken u. lächelt verliebt): Gut, dann... wollen wir die neugierige Meute mal nicht länger warten lassen. Nicht dass die noch denken, ich hätte kalte Füße bekommen und wäre über alle Berge.

Mit beiden Händen schob der heiratswillige Oberarzt nun entschlossen die beiden schweren Türhälften auf, vor denen sie standen, und umschloss dann wieder Gretchens zitternde Hand. Die schöne Braut lächelte ihren Bräutigam verliebt an. Ein Raunen ging durch den Saal, nachdem sich die Tür mit einem lauten Knarren endlich geöffnet hatte, und man hörte schnelle Schritte auf das Paar zukommen, das sich gerade wieder in den Augen des anderen verloren hatte.

Mehdi: Mensch, da seid ihr ja endlich! Wir haben schon gedacht, ihr habt es euch noch einmal anders überlegt. Wisst ihr eigentlich, was das für eine Mühe war, das alles so kurzfristig zu organisieren und dann kommt ihr nicht?
Gretchen (hat Mehdi gar nicht richtig zugehört u. sieht Marc immer noch schwärmerisch an u. haucht ihm die Worte nur noch zu): Um nichts auf der Welt will ich das verpassen.
Mehdi (grinst spitzbübisch in Marcs Richtung): Es gab schon Wetten, wohin sich der Machomann verabschiedet haben könnte. Maria und Cedric meinten einstimmig, möglichst weit weg, und Sabine sagte dazu etwas von irgendeiner Hilfsorganisation in Afrika. Aber ich glaube, das wäre wohl nichts für dich. Außerdem glaube ich ja an euch.
Marc (blitzt die Grinsebacke böse an): Halt die Klappe, Kaan. Dein Job is ja wohl da vorne. Oder nicht?
Mehdi (kontert selbstbewusst): Deiner ja wohl auch, Meier. Also mitkommen! Zack, zack!
Marc (etwas überrumpelt): Äh...

Der schick in einen weißen Anzug gekleidete Frauenarzt duldete keine Widerworte und zog den verdutzten Bräutigam, der ebenso wie alle anderen Gäste weiß trug, einfach mit sich. Ein letzter verzweifelter Blick zu Gretchen folgte, die sich gerade bei ihrem stolzen Vater eingehakt hatte, und schon hatte Mehdi seinen heiratswilligen Freund direkt vor dem versonnen lächelnden Standesbeamten platziert und nahm neben ihm die Trauzeugenposition ein. Alle Köpfe schauten nun gespannt nach hinten zu der wunderschönen Braut, deren Glück für alle sichtbar war, denn sie strahlte mit der Sonne um die Wette.

Allen voran Schwester Sabine, die in einem schicken weißen knielangen Sommerkleid und einem weißen Hut Dr. Kaan gegenüberstand und die zweite Trauzeugenposition belegte. Immer wieder wischte sich die Krankenschwester die aufkommenden Glückstränchen mit einem Stofftaschentuch aus den Augen. Erst ein Blick in die sanftmütigen Augen ihres eigenen Ehemannes, der hinter den stolzen Brauteltern und Jochen Haase und dessen Freundin Chantal und dem Baby Celine Platz genommen hatte, konnte sie beruhigen. Ebenso verheult schaute Bärbel Haase aus der Wäsche, die endlich nach all den Tragödien der Vergangenheit den Schwiegersohn bekam, den sie sich insgeheim immer für ihre Tochter gewünscht hatte, und die fast die Hand von Gretchens jüngerem Bruder zerdrückte, der deshalb flehend zu seiner Schwester blickte, die ihn mit ihrem Ja-Wort endlich erlösen sollte.

Auf der anderen Seite der ersten Reihe saß Olivier Meier, der sein Mokkapralinchen fest im Arm hielt, die auch die eine oder andere Träne verdrücken musste, weil ihr Sohn endlich den richtigen Weg gefunden hatte. So wie sie auch. Nach all den Jahren, in denen sie beide ohne Liebe umhergeirrt waren. Glück, das nur vom literarischen bzw. medizinischen Erfolg zehrte, war eben doch nicht alles auf der Welt. Elke Fisher konnte gar nicht anders, als ihrem geliebten Corazón einen kleinen innigen Kuss auf den Mund zu geben, den ihr gemeinsamer Sohn augenrollend kommentierte, bevor er unter heftigem Fremdschämen leidend hastig wegkuckte und sich wieder auf seine wunderwunderschöne Braut am anderen Ende des Saals konzentrierte.

Hinter den glücklichen Eltern des Bräutigams hatte Gabi Kragenow in einem eleganten bodenlangen weißen Kleid Platz genommen, die gar nicht weiter auf die freudestrahlende Braut achtete, sondern mit dem gutaussehenden Trauzeugen von Marc verliebte Blicke austauschte und sich insgeheim wünschte, heute noch den Brautstrauß aufzufangen, den weiße Lilien, Gretchens Lieblingsblumen, zierten. Direkt daneben saß die kleine Lilly Kaan in einem hinreißenden weißen Sommerkleidchen, die noch einmal vergewissernd zu ihrer hibbeligen Freundin Sarah Hassmann auf der anderen Seite des Ganges blickte, die dasselbe Mädchenkleid anhatte, und dann plötzlich mit ihr zusammen aufsprang und fröhlich jauchzend zu Gretchen und dem Professor aufschloss, um nun endlich Blumen streuen zu dürfen, worauf sich die beiden Mädchen so sehr gefreut hatten.

Versonnen lächelte Maria Hassmann, die einen eleganten weißen Hosenanzug trug, ihren Partner von der Seite an, der seine kleinste Tochter auf dem Arm hielt, die doch tatsächlich während des Wartens auf das Brautpaar eingeschlafen war, und seiner großen Tochter glücklich lächelnd dabei zusah, wie sie mit dem Charme eines Engels weiß-rosa Blüten verstreute, während Gretchen und ihr Vater langsam an ihnen vorbei schritten und schließlich vor dem sprachlosen Bräutigam stehen blieben, der die Liebe seines Lebens mit einem glücklichen Lächeln entgegennahm. Ihr Anblick hatte Marc völlig den Atem geraubt. Die anderen Anwesenden, die ihn erwartungsvoll anschauten, nahm er gar nicht mehr wahr. Auch Gretchen lächelte ihn voller Liebe an, nachdem Franz ihr noch einen väterlichen Kuss auf die Wange gegeben hatte und sich nun zu seiner schluchzenden Ehefrau gesetzt und damit Jochen endlich erlöst hatte.


http://www.youtube.com/watch?v=OMr9zCvtOfY


Schließlich drehten sich das Paar, das sich mit beiden Händen festhielt, die versammelte Familie und ihre besten Freunde und Kollegen zum wartenden Standesbeamten um, der nun mit seiner bewegenden Rede über eine der wohl ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, der er in seiner Laufbahn bisher begegnet war, begann, der alle gespannt zuhörten, bis er an deren Ende die alles entscheidende Frage stellte, die er Sekunden zuvor bereits der Braut gestellt hatte, die diese unter Tränen bejaht hatte...

StB: Und so frage ich auch Sie, Dr. Marc Olivier Meier, wollen Sie die hier anwesende Dr. Margarethe Haase zu Ihrer angetrauten Ehefrau nehmen?

Alles in dem stilvoll in schlichtem rosa und weiß gehaltenen Trauzimmer hielt den Atem an und hing gebannt an den Lippen des Bräutigams, die sich ganz langsam öffneten. Ganz besonders die Braut, als Marc nach einem kurzen Zögermoment, während dem er Gretchen ein letztes Mal ganz besonders tief in die Augen geschaut hatte, schließlich mit tiefer Stimme antwortete.......

Lorelei Offline

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19.06.2012 14:07
#1296 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Ihr denkt also, dies alles sei nur ein Traum? Seid ihr sicher? Jedenfalls wünsche ich euch jetzt viel Spaß mit dem neuen Teil und noch einen schönen Tag. Eure Lorelei



Marc: Haaaaaasenzaaaaaahn!!! ... Klopf, klopf! Jemand zu Hause? ... Eh, bist du etwa eingeschlafen? ... Das gibt’s ja nicht. Da pennt die einfach weg. ... Hey! Was grinst du denn so? Muss ja ein geiler Traum gewesen sein? Erzähl mal!

...drang eine bekannte schelmische Männerstimme immer lauter an ihr Ohr und ein Finger tippte plötzlich unsanft zweimal gegen ihre Schulter. Verschreckt rutschte die schöne Tagträumerin von ihrem Stuhl, auf dem sie schon eine ganze Weile gesessen hatte und schließlich aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse auf dem langen dunklen Gang ein bisschen weggedöst war. Marc lachte über den kleinen Unfall seiner tollpatschigen Freundin und half Gretchen auf, die erst in diesem Moment wieder bewusst realisierte, wo sie eigentlich war und dass das alles wohl doch nur ein Traum gewesen war, was sie gerade eben erlebt hatte. Ein wunderwunderschöner Traum nebenbei bemerkt, der Gretchen Haase wohl noch lange in Erinnerung bleiben würde. Die Trauung war schlicht gewesen. Unspektakulär, aber doch sehr romantisch. Ohne große Katastrophen, aber mit den üblichen Meierschen Sprüchen. Genau richtig. Unperfekt perfekt eben. Genau so sollte es sein, wenn Marc Meier sie irgendwann einmal heiraten würde. Der unwissende Ehekandidat setzte sich derweil auf einen der freien Stühle neben die Träumerin, deren Gedanken immer noch ganz woanders schienen, und griente sie amüsiert von der Seite an...

Marc: Was war denn das? Also glaub mir, so bequem sieht der Fußboden jetzt nicht aus.

Aus zusammengekniffenen Augen und mit knallroten Wangen blickte die Verunfallte ihren grinsenden Freund nun an und nuschelte irgendetwas vor sich hin, was eigentlich nicht für andere und im Speziellen seine Ohren bestimmt war. Aber der unvermittelte Sturz von ihrer rosaroten Wolke war völlig unvorbereitet gekommen, der Aufschlag war hart gewesen und es dauerte nun mal seine Zeit, bis sie sich von den Blessuren wieder erholt hatte. Ein blaues Hämatom an ihrem Hintern war ihr auf jeden Fall sicher. Deshalb rutschte sie auch etwas lädiert auf ihrem Stuhl hin und her, was das Grinsen im Gesicht ihres schadenfrohen Freundes, der dies belustigt verfolgte, nur noch breiter werden ließ.

Gretchen (trotzig): Hättest du nicht ein bisschen später wiederkommen können? Zumindest erst nach der Antwort?

Das Meiersche Grinsen wich einem etwas verwirrten Gesichtsausdruck. Marc verstand natürlich nur Bahnhof und ebenso betröppelt schaute er auch gerade aus der Wäsche.

Marc: Hä? Was denn für eine Antwort?
Menno! Immer durchkreuzt er meine schönsten Träume! Muss ich ihm unbedingt abgewöhnen!
Gretchen (wiegelt peinlich berührt ab): Äh... Nichts!

Besser lieber nichts sagen. Das würde ihn nur noch mehr verwirren. Erst einmal einen Schritt nach dem anderen. Dann heiraten. Hach... Äh... Gretchen? ... Ja, doch! Ich sollte aufhören zu träumen. Marc kuckt schon wieder so komisch. Aber das ist der Ort! Da fängt man doch ganz automatisch mit Träumen an. Und dann ist da auch noch Sabine. ... Oh Gott, ja, Sabine!

Gretchen versank vor lauter Peinlichkeit immer tiefer in ihrem Wintermantel, den sie fest um ihren Körper geschlungen hatte. Aber es war ja auch verdammt kalt auf den dunklen Fluren dieser Behörde. Marc schaute seinen etwas verwirrt wirkenden Haasenzahn noch immer mit einem skeptischen Gesichtsausdruck von der Seite an. Gretchen beschloss daher, schnell davon abzulenken, auch wenn der Traum noch so schön gewesen war und sie alles dafür geben würde, dass er irgendwann einmal Realität werden würde.

Gretchen: Und hast du etwas herausgefunden? Sind sie hier?


Während im heimischen Penthouse die ersten Gäste lautstark den Polterabend einläuteten und schon kräftig vorfeierten, obwohl die Hauptattraktionen noch gar nicht da waren, hatten Marc und Gretchen das Standesamt in Charlottenburg kurz vor Toresschluss erreicht. Schnell hatten sie auf der Suche nach Dr. Gummersbach und seiner Verlobten die große Eingangstreppe erklommen und waren in das schicke Gebäude aus dem 19. Jahrhundert gestürmt, wo sie direkt einer fröhlichen Hochzeitsgesellschaft in die Arme gelaufen waren, die sich gerade für ein Foto aufgestellt hatte. Nach einer kurzen, aber lautstarken Meckerei, vor allem von Seiten eines gewissen unverschämten Arztes, der bekanntermaßen keinen Respekt vor der Institution der Ehe hatte und zum Bedauern seiner peinlich berührten Freundin auch keinen Hehl daraus machte, auch nicht vor Frischvermählten, hatten sie es endlich ins Innere des Standesamtes geschafft, wo sie sich erst einmal hilflos in alle Richtungen umgesehen hatten, da die verschiedenen Gänge und Verzweigungen doch etwas verwirrend auf sie gewirkt hatten. Immer wieder kamen Gretchen und Marc glückliche Paare entgegen, die ihnen, anstatt ihnen den richtigen Weg zu weisen, Glück für die Zukunft wünschten, was zumindest einem der beiden etwas unheimlich vorgekommen war, während sich die andere sehr darüber gefreut hatte.

Besonders Marc hatte sich sichtlich unwohl in seiner Haut gefühlt und war recht mundfaul gewesen, während sie in dem altehrwürdigen Gebäude Etage um Etage abgeklappert hatten, bis sie schließlich die richtige gefunden hatten und sich dort im Wartebereich erschöpft niedergelassen hatten, um auf Sabine und Günni zu warten, die sie in einem der Zimmer vermuteten. Der sonst so coole Oberarzt des Elisabethkrankenhauses hatte nicht lange neben Gretchen stillsitzen können und war ein bisschen umhergewandert auf der Suche nach jemandem, der vielleicht mehr wusste, damit er schnell wieder aus dieser unheimlichen Gefängnisschmiede herauskam, die ihm irgendwie seltsam aufs Gemüt schlug. Seine nicht minder aufgeregte Freundin war derweil wegen einer anderen Sache sichtlich nervös und hypnotisierte schon fast das Handy in ihrer Hand, auf Neuigkeiten ihrer Komplizinnen hoffend, die leider auch nicht kamen, je länger sie auf das Display schaute. Sie hatten noch keine wirkliche Spur von Schwester Sabine und Dr. Gummersbach gefunden. Ein freundlicher Mitarbeiter am Empfang hatte sie zwar zu einem Zimmer verwiesen, vor dem sie nun saßen und warteten, doch es tat sich einfach nichts. Während ein glückliches Brautpaar nach dem anderen die Nebenzimmer verließen und Gretchen immer mehr ins Träumen verfallen war, blieb diese Tür, hinter der man eindeutig mehrere Stimmen vernehmen konnte, immer noch verschlossen. Auch jetzt noch.


Marc schüttelte den Kopf und schaute sich auf dem mittlerweile menschenleeren Gang um. Das Amt würde in fünf Minuten schließen, sagte ihm auch die große Wanduhr am anderen Ende des Flurs, wo in dem Moment das Licht ausging. Er hatte keine Hoffnung, dass der Abend noch gut verlaufen würde, und blickte fragend zu Gretchen, deren Augen sich in der plötzlichen Dunkelheit zurechtzufinden versuchten. Aber seinen Humor hatte er trotzdem noch nicht verloren.

Marc: Nee, keine Alienhochzeit weit und breit. Die geben keine Daten raus. Bist du sicher, dass wir hier richtig sind? Oder ist es nicht doch eher in Wedding, wie der Name schon sagt?
Gretchen (ignoriert sein amüsiertes Grinsen mit ernstem Blick): Hahaha! Ja, natürlich! Sabine hat Charlottenburg gesagt.

...sprach sich Gretchen selber Mut zu, auch wenn sie im Hinterkopf immer unsicherer wurde, ob sie nicht doch etwas verwechselt hatte, und im Sekundentakt auf ihr Handy schaute, ob sie vielleicht eine Nachricht vom Planungskomitee oder dem Paar selbst bekommen hatte, dem sie verschlüsselt über Glückwünsche zur standesamtlichen Trauung eine Botschaft geschickt hatte. In dem Moment öffnete sich aber endlich die Tür des Trauzimmers gegenüber und eine große Schar laut in einer Fremdsprache schnatternder Menschen kam heraus. An deren Ende dann das glücklich strahlende Brautpaar selbst. Es war eine türkische Hochzeit und dementsprechend euphorisch ging es auch zu. Es wurde getanzt und gesungen, sich umarmt und gelacht. Man nickte Marc und Gretchen fröhlich zu, bevor der Bazar dann langsam weiterwanderte, die sich nur verdutzte Blicke zuwerfen konnten, als sie endgültig registrierten, dass dies nicht Sabine und Günni waren.

Marc: Sehr gut recherchiert, Gretchen.

...analysierte der Chirurg trocken, der sich aber auch ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Irgendwie gestaltete sich dieser Tag, vor dem ihm so gegraut hatte, doch noch zu einem recht amüsanten Abenteuer. Ein Seitenhieb traf ihn am Arm, ebenso wie ein böser Blick seiner mittlerweile ebenfalls zaudernden Freundin, die resignierend die Schultern hängen ließ. Der Abend war gelaufen, definitiv, dachte sie enttäuscht und blitzte den unsensiblen Macho von der Seite an.

Gretchen: Gut, dann hab ich mich eben vielleicht doch ein wenig in der Uhrzeit getäuscht, aber der Mann vom Empfang hat doch auch gemeint, dass noch eine Trauung kurzfristig über die Zeit mit aufgenommen worden war. Vielleicht kommen sie ja noch? Lass uns doch einfach den Standesbeamten fragen. Und wenn der nichts weiß, müssen wir wohl oder übel Farbe bekennen. Dann schicke ich Sabine eine Einladung zum Polterabend und wir fahren zurück zur Wohnung und warten dort mit den anderen auf die beiden.

...schlug Gretchen schließlich nach langem Überlegen vor und stand von ihrem Stuhl auf, um das Gesagte in die Tat umzusetzen. Marc folgte ihr missmutig ins Trauzimmer. Hinter einem großen Schreibtisch sitzend und in seiner Aktentasche kramend fanden sie den Beamten. Ein älterer Herr, leicht untersetzt, mit einem breiten gekringelten Schnauzer im Gesicht. Er schaute verwundert auf, als die beiden sich schüchtern seinem Arbeitsplatz näherten, blickte kurz in die Papiere, die vor ihm lagen und erhob sich anschließend von seinem Platz, um ihnen mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen seine Hand zu reichen und sie zu bitten, doch bitte auf den beiden Stühlen vor dem Schreibtisch Platz zu nehmen. Marc und Gretchen nahmen die freundliche Einladung gerne an. Der Standesbeamte setzte sich ebenfalls wieder hinter seinen Schreibtisch und stellte sich kurzerhand vor...

StB: Mein Name ist Lafer. Wie der berühmte Koch im Fernsehen.

Gretchen wollte gerade etwas erwidern und sich und den Grund ihres Besuchs ebenfalls vorstellen, als er einfach ohne Umschweife weiter sprach...

StB: Eigentlich ist es ja unüblich, noch so kurz vor Dienstschluss jemanden anzunehmen. Sie wissen ja, der Beamte an sich nimmt seine Arbeitszeiten doch sehr ernst und das ist bei uns im Hochzeitsgewerbe auch nicht viel anders. Aber Sie beide kommen mir sehr sympathisch vor. Da mache ich doch gerne eine Ausnahme.

Marc und Gretchen tauschten verwunderte Blicke aus und zuckten synchron mit den Schultern, während der redselige Standesbeamte ihre seltsame Kostümierung bemerkte, die unter ihren geöffneten Jacken durchschimmerte, und plötzlich fröhlich auflachte.

Gretchen (verlegen): Äh... ja, danke.
Marc (drängelt mit einem unmissverständlichen Blick): Jetzt mach endlich! Der ist mir nicht geheuer.
Gretchen (zischt ihm mit zusammengepressten Lippen zu): Marc, jetzt benimm dich! Ich kläre das.
Marc (flüstert gereizt): Ich hoffe doch. Der hat doch ein paar Schrauben locker, so wie der kuckt.

StB (hat seinen beiden Besuchern gar nicht richtig zugehört u. gerät angesichts der Kostüme ins Schwärmen): Hach... herrlich. Wissen Sie, ich komme aus dem Rheinland und gerade in der Karnevalszeit ist das Heimweh besonders groß. Hier in Berlin wird das alles leider nicht so groß geschrieben. Umso erfrischender ist es für mich, dass sich in diesen heiteren Tagen offenbar auch hier im Kostüm getraut wird. Sie sind heute schon das zweite Paar.
WAS? Woah! Stopp! Denkt der etwa...?
Marc (in ihm regt sich sofort Widerstand u. er hebt schon fast automatisch seine Hand, wie ein Schüler, der vom Lehrer aufgerufen werden will): Äh... Sie... das... ist ein Missverständnis.
Gretchen (nun doch etwas mulmig zumute): Wir wollen eigentlich...
StB (lässt sie gar nicht ausreden): Doch, doch! Eine tolle Kostümierung war das, kann ich Ihnen sagen. Star-Trek-Fans in Originaluniformen. So etwas erlebt man in einer Laufbahn nur einmal.
Gretchen (horcht auf u. flüstert etwas Marc zu, dessen mulmiges Gefühl immer mehr zunimmt, je länger sie hier sitzen): Das müssen sie gewesen sein.
Hilfe! Das ist kein Gefängnis. Das ist das Irrenhaus. Holt mich hier raus!
StB (streift sich verlegen über sein Gesicht u. dreht seinen Bart zurecht, als er merkt, dass er ins Schwafeln geraten ist u. geht schnurstracks zum Tagesgeschäft über): Aber ich langweile Sie hier sicher mit meinen Geschichten. Sie haben heute sicherlich auch noch so Einiges vor, nehme ich an. Also nehmen wir für Sie die Kurzversion?
Marc (kleine Fragezeichen steigen über seinem Kopf auf): Kurzversion?
Gretchen (ebenso verwirrt): Ich verstehe nicht.

Der freundliche Standesbeamte, der die Anmerkungen und verdutzten Gesichter der beiden nicht bemerkt hatte, erhob sich von seinem Platz und deutete den beiden, dies ebenfalls zu tun, dem sie auch nachkamen, wenn auch recht zögerlich. Dann nahm Herr Lafer eine feierliche Position an und begann langsam, von großen Gesten begleitet, zu sprechen...

StB: Liebes Brautpaar, die Erfahrung lehrt uns, dass die Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern, dass man in die gleiche Richtung blickt, sagte einst Antoine de Saint-Exupéry. Und ihr beide tut dies. Das sehe ich euch an. Ihr habt euren Weg zum Glück gefunden, obwohl man ja eigentlich sagt, es gäbe keinen Weg zum Glück, Glück sei der Weg. Aber das trifft auf euch beides zu. Ihr habt euch zu diesem Schritt, dem wohl wichtigsten in eurem Leben, entschlossen und seid hierher gekommen, um heute den Bund der Ehe einzugehen. Und so frage ich Sie,......


http://www.youtube.com/watch?v=OMr9zCvtOfY

Lorelei Offline

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21.06.2012 16:43
#1297 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tja, ihr wüsstet wohl zu gerne, wie es auf dem Standesamt weitergegangen ist, aber ihr kennt mich ja mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass es dort ganz bestimmt nicht weitergehen wird. Ich halte euch nämlich den Rest der Szene ganz bewusst vor. Es ist doch auch mal schön, mal nicht alles zu wissen und die Phantasie spielen zu lassen. Findet ihr nicht? Deshalb setzen wir auch jetzt im Meierschen Penthouse fort, wo es schließlich einen Polterabend zu feiern gibt. Oder doch eine Spontanhochzeit? Vielleicht steht ja was zwischen den Zeilen? Viel Spaß beim Suchen und danke schon mal fürs Feedback. Ihr seid die Besten! Bussi, euer Schneckchen



Zurück im Meier-Haasschen Penthouse

In der Zwischenzeit hatten sich immer mehr Poltergeister äh... Poltergäste in tollen und teilweise sehr aufwendigen Filmkostümen in den vier Wänden von Dr. Meier und Dr. Haase versammelt und warteten nun gespannt auf das Überraschungspaar Gummersbach-Vögler und auf die Gastgeberin selbst, die den Event des Jahres in jedem EKH-Terminkalender hinter deren Rücken akribisch und mit viel Liebe zum Detail vorbereitet hatte. Das schlichte romantische Ambiente in zartem Gelb und Weiß kam bei allen sehr gut an. Ebenso wie das Motto des Abends. Es wurden interessante Gespräche geführt und Bekanntschaften geschlossen. Es wurde viel gelacht, getratscht und die Kostüme bestaunt. Es wurde angestoßen, auf der Suche nach dunklen Geheimnissen die Wohnung inspiziert und mit dem sexy Kellner an der Bar geflirtet. Der lustige DJ mit dem wilden Lockenkopf wurde hinter seinem Mischpult mit Musikwünschen bombardiert und der eine oder andere Snack wurde auch vom Buffet geklaut, obwohl es noch zugedeckt auf die offizielle Eröffnung durch Gretchen Haase wartete.

Es herrschte alles in allem eine wunderbare gelöste Stimmung im Penthouse über den Dächern Berlins. Nur einer der anwesenden Gäste machte sich Sorgen und schaute aller drei Minuten nervös auf sein Handy: Dr. Kaan. Der charmante Frauenarzt hatte die klatschsüchtigen Kolleginnen aus dem Krankenhaus zwar bändigen können, die doch tatsächlich auf dem frisch verlegten teuren Parkettfußboden von Dr. Meier altes Geschirr zerdeppern wollten, aber je mehr Zeit verstrich, umso mehr geriet er in Erklärungsnot. Das Brautpaar hätte schon vor zehn Minuten erscheinen sollen. Aber weder von ihnen, noch vom Suchtrupp Meier-Haase war eine Spur. Nicht einmal eine Nachricht, wie es nun weitergehen sollte, hatte er von den beiden bekommen. Und seine Freundin, die ebenfalls noch nicht am Veranstaltungsort eingetroffen war, hatte sich auf seine letzte Sms auch noch nicht gemeldet. Zunehmend nervös wählte er schließlich ihre Nummer, doch es ging wieder einmal nur Gabis Mailbox an, auf die er nun doch drauf sprach....

Mehdi: Hey Schatz, ich bin’s noch mal. Wo bist du denn? Wie du hören kannst, ist hier schon mächtig was los. Auch wenn das Brautpaar noch unauffindbar ist. Meld dich einfach, wenn du mehr wissen willst oder komm endlich her und mach dir selbst ein Bild vom Chaostrupp. Ich vermiss dich nämlich schrecklich und könnte etwas Beistand gebrauchen. Wir wollten doch die ganze Nacht durchtanzen? Du und ich Arm in Arm, klingt das nicht verführerisch? Ich hab dem DJ extra schon eine Liste mit Liedern durchgegeben. Natürlich Grease. Ich will doch mit dir angeben. Und ich kann es kaum noch erwarten, dich endlich in deinem Kostüm zu sehen. Also beeil dich! Bis gleich. Ach und... Ich liebe dich.

Mit einem wehmütigen Blick legte der verliebte Mann auf und betrachtete noch einen Moment das Display seines Handys, auf dem ein Schlummerfoto seiner süßen Freundin abgebildet war, das er vor seiner Abreise mit Lilly in Annas Reha heimlich von ihr geschossen hatte. Er strich noch einmal zärtlich mit dem Daumen über ihr Gesicht und steckte sein Handy dann wieder in seine 70er-Jahre-Lederjacke. Er schaute sich in der lustigen Runde um. Einige der Gäste tanzten sogar schon oder versuchten es zumindest. Allen voran Oberschwester Stefanie, die ihren Rüdiger, der von allen anwesenden Gästen mit seinem Dschungeltarzan-Outfit wohl das gewagteste Kostüm an diesem Abend trug und zusammen mit der dominanten Outback-Queen im khaki Crocodile-Dundee-Gedächtniskostüm wohl den Vogel abgeschossen hatte, wie einen Derwisch herumwirbelte und dann heftig gegen ihre Brust drückte. Sehr zur Erheiterung der kichernden Schwesterschar, die ihnen von der Bar aus zuschauten, wo sie sich von dem sexy Barkeeper einen Cocktail nach dem anderen mixen ließen.

Mehdi freute sich auch, dass seine Cousine Azadeh von der Schwipsstraße den weiten Weg nach Berlin gefunden hatte. Sabine hatte sie persönlich zu ihrer Hochzeit am morgigen Samstag eingeladen. Die beiden hatten sich an seinem Geburtstag vor ein paar Wochen angefreundet und Kontakt gehalten. Ihre Vorliebe für das Mystische und Esoterische verband die beiden Frauen. Sie tauschten regelmäßig ihre Horoskope aus und lasen zusammen den Mondkalender. Gerade an diesem Wochenende stand der Mond ganz besonders günstig. In einer Linie mit der Erde und der Venus. Schicksalhafte Nächte standen also bevor. Aber das wussten nur sie und Sabine, die ihr noch am Morgen eine seltsame Sms geschrieben hatte, dass irgendetwas eintreffen würde. Aza war gespannt, was das zu bedeuten hatte. Und sie war natürlich auch sofort der zweiten Einladung zum geheimen Polterabend gefolgt, die ihr Mehdi einige Tage zuvor geschickt hatte. Ein Glück, dass sie eh vorgehabt hatte, eher anzureisen, weil sie einen Umweg über das Vogtland zu Anna machen wollte. Und Azadeh, die ihrem Cousin gerade fröhlich zuzwinkerte, sah heute wie eine Augenweide aus in ihrem verführerischen Prinzessin-Scheherazade-Kostüm, mit dem sie perfekt zu Gretchen passen würde, wenn die denn endlich wiederkommen würde, dachte Mehdi.


Azadeh bekommt natürlich das Kostüm, was am besten zu unserer Geheimnisvollen passt :



Aza als Scheherazade aus 1001 Nacht


Quelle: Google Pics



Die geheimnisvolle Perserin aus 1001 Nacht zog seit ihrem überraschenden Auftauchen sämtliche Blicke auf sich, vor allem auch weil sie es sich neben der Sofaecke im Schneidersitz auf ihrem Perserteppich, den sie als Hochzeitsgeschenk für Sabine und ihren zukünftigen Mann mitgebracht hatte, bequem gemacht hatte und nun den weiblichen Polterabendgästen aus ihren Händen vorlas. Ihre Glaskugel und ihre Tarotkarten hatte die Hobbywahrsagerin auch mit dabei, je nachdem was gewünscht war. Und die angeheiterten Krankenschwestern, die sich um sie scharrten wie die Motten ums Licht, wollten unbedingt etwas aus ihrer Zukunft von ihr erfahren. Vor allem was die Liebe betraf. Und so hatte Azadeh bisher noch gar keine Gelegenheit gehabt, sich in der neuen Wohnung von Dr. Meier und Dr. Haase näher umzuschauen, aber ihrem Gefühl nach stimmte das Chi hier. Das war ein Ort der Liebe und so inspirierend, dass sie es mit ihren Deutungen doch etwas übertrieb, aber das merkten ihre Kundinnen ja aus Erfahrung eh nie. Es galt eh, ihnen ein gutes Gefühl zu vermitteln und das schaffte sie mit ihrer ganzen mystischen und geheimnisvollen Art.

Doch etwas Entscheidendes war der jungen Perserin sofort ins Auge gefallen, als sie den Partyort vor einigen Minuten gutgelaunt betreten hatte: Der gutaussehende blonde Mann im eleganten schwarzen Smoking, der in Begleitung einer attraktiven kurzhaarigen Frau im sexy Katzenkostüm in der Diele unter der Treppe saß und sich angeregt mit dieser mysteriösen Dame unterhielt, die Mehdi ihr später als liebe Kollegin vorgestellt hatte. Aber da sie von Anna, der sie auf ihrer Durchreise nach Berlin in der Reha einen Kurzbesuch abgestattet hatte, die ganze Geschichte kannte, wusste sie ganz genau, wer diese verführerische Ärztin wirklich war. Einen kleinen Seitenhieb hatte sie sich daher auch nicht vor ihrem Casanova-Cousin verdrücken können. Aber sie wollte ihn damit auch nur ein bisschen ärgern, wie sie es schon als Kind immer gerne getan hatte. Der kleine „Pummel“ - Mehdi war in seiner Kindheit ein sehr, sehr, sehr dickes Kind gewesen - war ja auch immer ein williges Opfer gewesen. Sie hatten darüber herzhaft gelacht und Mehdi hatte ihr schließlich seine Sicht der Dinge erzählt und ihr glaubhaft versichert, dass es für ihn jetzt nur noch die Eine geben würde. Und dabei hatte Azadeh auch erfahren, dass der sexy Mann an der Seite von Dr. Hassmann Schwede war und noch Single. Und nun war es Mehdi gewesen, der sich über die unübersehbaren interessierten Blicke seiner Cousine lustig gemacht hatte. Und so war die Zeit ganz schnell verstrichen, ohne dass der stellvertretende Gastgeber gemerkt hatte, dass vier entscheidende Details auf der Party noch immer fehlten: Sabine, Gretchen, Günni und ein meckernder Marc, der sich um die Einrichtung seiner stylischen Designerwohnung Sorgen machte.

Doch plötzlich erhellte sich die nachdenkliche Miene des um den Verlauf des Polterabends besorgten Frauenarztes und Ko-Gastgebers. Die Wohnungstür wurde gerade aufgestoßen und Chantal Kunze betrat gutgelaunt an der Seite einer als Pippi Langstrumpf verkleideten Kollegin als sexy Piratin die Dachgeschosswohnung. Doch das war nicht das entscheidende Detail in seinen Augen. Das entscheidende Detail war das wild knutschende Paar an der Wand hinter den beiden jungen Damen, die gerade von den anderen Schwesternschülerinnen stürmisch begrüßt und Richtung Wahrsagerin gezogen wurden. Marc Meier und Gretchen Haase schienen in einer völlig anderen Welt zu sein, was Chantal auch mit einem recht amüsierten Blick kommentierte, als sie dem Freund ihrer besten Freundin kurz um den Hals fiel und ihm dann einen fetten Schmatzer auf die Wange drückte. Den hinterlassenen pinken Lippenstift strich sie gleich wieder sorgsam weg.

Chantal: Ich glaube, die feiern ihre eigene Party.
Mehdi (starrt sprachlos zur Tür): Äh... Das denke ich auch. Und wir warten hier. Tzz... Na die kriegen was zu hören.
Chantal (sieht sich um): Wo ist denn Sabine? Ich will ihr gleich gratulieren. Jochen und ich haben ihr und Dr. Gummersbach Karten für die Leipziger Buchmesse besorgt. Meinst du, das ist das Richtige? Sabine liest doch immer so gerne.

Doch Mehdi hatte Gabis bester Freundin gar nicht richtig zugehört und ihr nur stumm zugenickt. Schon war er auf dem Weg zur Tür, vor der sich seine beiden besten Freunde gerade nahezu aufzufressen versuchten. Augenrollend stellte er sich direkt hinter die beiden hemmungslos Knutschenden, stemmte seine Hände in die Hüfte und tippte Gretchen dann nach kurzem Zögern vorsichtig auf die Schulter. Keine Reaktion! Na super! Sämtliche Hirnfunktionen abgeschaltet, dachte Mehdi. Also versuchte er es nun auf der anderen Seite, die ihm natürlich weit gefährlicher vorkam, aber was sollte er denn sonst machen, um sich Gehör zu verschaffen. Drinnen wartete schließlich eine feierwütige Meute. Er tippte Marc also ebenfalls auf die Schulter, wenn auch etwas kräftiger als bei Gretchen zuvor. Und die Reaktion kam auch prompt. Abrupt aus seinen Gedanken gerissen drehte sich sein Freund so schwungvoll herum, dass Mehdi einen Schritt zurücktreten musste, um keine gewischt zu kriegen, und blitzte den Störenfried nun auch gleich gewohnt ameisenhaft an...

Marc: WAS? Hast du keine Gabi zum Abknutschen oder wieso funkst du uns hier so unverschämt dazwischen?
Mehdi (etwas verlegen lächelt er Gretchen an, die sich hinter Marc zu verstecken versucht): Äh...ja, im Moment macht mir die aufs Brautpaar wartende Meute mehr Sorgen.

Marcs Gesichtsfarbe änderte sich schlagartig und er schaute über seine Schulter zu Gretchen, die sich peinlich berührt über ihre errötete Wange strich und am liebsten vor Scham, ertappt worden zu sein, ganz hinter Marcs Rücken verschwunden wäre.

Marc (räuspert sich, während seine Augen nervös hin und herflackern): Brautpaar?

Mehdi blickte sein Gegenüber verdutzt an. Seit wann war Marc denn so begriffsstutzig? Auch ein Blick in Gretchens seltsam aufleuchtende Augen, die durch ihn durch in die Ferne schweiften, brachte keine Antworten.

Mehdi: Äh... jaaa! Sabine und Günni.
Marc (fasst sich an die Stirn, als ihm sein Irrtum klar wird): Ach die?
Mehdi: Äh... wer sonst?

Mehdi starrte das offenbar noch immer irgendwo im Liebeshimmel schwebende Paar ziemlich verwundert an. Marc wich seinen durchdringenden Blicken schnell aus, da man beim Frauenversteher nie so genau wusste, ob er einen wirklich durchschaut hatte. Gretchen hatte sich mittlerweile wieder etwas beruhigt und eine gesunde Hautfarbe angenommen, auch wenn in ihrem Inneren noch immer ein unkontrollierbarer Sturm der unterschiedlichsten Gefühle tobte. Sie folgte daher hastig ihrem flüchtenden Oberarzt und dem ihm hinterher dackelnden Halbperser in die Wohnung, wo sie an der Garderobe erst einmal ihren Wintermantel auszog. Ihr war plötzlich ganz warm geworden. Brenzlig heiß sogar. Sie brauchte dringend eine Abkühlung in Form einer zuckersüßen frischen Orangenlimonade. Ob sie so etwas überhaupt im Haus hatten, fragte sich Gretchen nachdenklich, während sie ihre komplizierte Frisur im Spiegel kontrollierte, die immer noch perfekt saß, ebenso wie ihr rosa Schleier.

Marc tänzelte schulterzuckend an seinem fragend dreinblickenden Kumpel vorbei und hängte auch erst einmal seine Jacke auf, um anschließend einem spontanen Impuls folgend seine Arme wieder um Gretchens bauchfreie Taille zu schwingen und sie im Überschwang seiner Gefühle leicht herumzuwirbeln. Ihr sexy Outfit als Flaschengeist war einfach prädestiniert dafür, angefasst zu werden, also genauer gesagt die Stellen, die es nicht verhüllte und eine davon ganz besonders, die er heute um keinen Preis der Welt mehr loslassen wollte und nun sanft streichelte. Was der verliebte Chirurg dabei nicht bedachte, war, dass er kalte Hände hatte, was die „bezaubernde Jeannie“ mehr erschreckte als die Euphorie seiner spontanen Bewegungen und Gefühlsbekundungen...

Gretchen: Maaahaaarc!
Mehdi (kombiniert langsam eins und eins zusammen): Ihr habt sie nicht gefunden. Und jetzt?
Marc (völlig unbeeindruckt von Gretchens Schrei und Gezappel und Mehdis scharfsinniger Analyse grinst er ihn an): Jep! Das war ne Nullnummer. Also... fast.

Und schon glühten Gretchens Wangen wieder verdächtig auf und sie kniff Marc prompt in die Seite, um ihm zu signalisieren, doch ja wie abgemacht die Klappe zu halten, was er mit einem frechen Augenzwinkern und einem kitzelnden Kuss auf ihre Wange kommentierte. Die Blondine im bezaubernden rosafarbenen Haremskostüm war noch vollkommen durcheinander von dem eben Erlebten, dass sie gar nicht bemerkte, wie ihr Handy zu klingeln begann. Damit erreichte sie nicht nur die Aufmerksamkeit der anderen Gäste, die der Gastgeberin fröhlich zunickten und nun gespannt auf Antworten hofften, wo denn die Ehrengäste eigentlich abgeblieben waren, auf die sie schon seit einer halben Stunde warteten, sondern auch die ihres heißblütigen Verführers.

Marc: Haasenzahn, deine Jacke piept.
Gretchen (verwirrt): Was? Oh! ... Entschuldigt bitte.

Gretchen löste sich aus Marcs einnehmendem Klammeraffengriff und ging zurück zur Garderobe. Sie zog ihr rosa Handy aus ihrer Manteltasche und ging damit in die Nische unter der Treppe, wo es nicht ganz so laut war wie im Wohnzimmer und wo sich Dr. Hassmann und Dr. Sorenson bei einem leckeren Fruchtcocktail recht angeregt miteinander unterhalten hatten, bis sie unerwartet Gesellschaft bekommen hatten, die ganz besonders Maria gegen den Strich ging, die noch immer sauer auf ihre Kollegin war und ihr deshalb einen bösen Blick zuwarf, den diese aber gar nicht mitbekam, weil sie sich auf ihr Telefongespräch konzentrierte. Mehdi nahm derweil Marc beiseite...

Mehdi: Und wo wart ihr dann so lange?
Marc (überlegt kurz, wie er den Vorfall umschreiben soll u. grinst ihn schließlich schelmisch an): Zwei Nadeln im Heuhaufen suchen. Du weißt ja gar nicht, wie schwer das ist. Aber man macht interessante Erfahrungen dabei.
Mehdi (sieht angesichts dieser Meierscher Hieroglyphen nur Fragezeichen vor seinem inneren Auge aufsteigen): Ah ja!?
Was quatscht der denn da? Hat er getrunken? ... Ist er etwa SO mit Gretchen durch Berlin gefahren?
Marc (schaut sich unter den teilweise seltsam verkleideten Kollegen in seiner Wohnung um): Und hier?
Mehdi (versteht nicht gleich, aber grinst dann doch, als er begreift): Alle brav und sittsam.
Marc (entdeckt erst schockiert den halbbekleideten Dr. Fuchs an der Seite der ungewohnt gutgelaunt tanzenden Oberschwester im Safarijägerkostüm und dann die Katzenfrau mit dem Knäckebrot im Separée): Das... sieht man.

Mehdi folgte seinen Blicken, schmunzelte und wollte noch einmal wegen der Suche nach dem vermissten Brautpaar nachhaken, da kam Gretchen aber schon wieder aus ihrer Ecke heraus. Leicht panisch, aber mit einem dennoch strahlenden Gesicht. Und sogar mit den gesuchten Antworten.

Gretchen: Sie kommen!
Marc (verdutzt): Wie? Jetzt doch? Was hast du gemacht?
Gretchen (klärt ihn und Mehdi, der ebenso überrascht schaut, aufgeregt auf): Ja, Kate hat gerade angerufen. Ich hatte ihr ja noch mal auf die Mailbox gesprochen, weil ich mir nicht sicher war, wo die beiden... ähm... ob wir richtig lagen. Leider hat sie meine Nachricht erst jetzt abhören können. Sie hätte sonst schon eher Bescheid gegeben. Also sie hat es doch noch geschafft, Sabine und Günni abzupassen. Die Geburt ging wohl doch fixer als gedacht. Stellt euch vor, die beiden haben schon am frühen Nachmittag standesamtlich geheiratet. Ich wusste doch, dass da noch was war.
Marc (sichtlich angefressen): So viel zu deiner Informationslage, Haasenzahn.

Mehdi: Und wo sind sie jetzt?
Gretchen (funkelt Marc für seine Bemerkung böse an u. redet mit dem Gesicht zu Mehdi gewandt weiter): Jedenfalls, saßen die beiden wohl die ganze Zeit im Café Roman. Das ist gleich um die Ecke vom Standesamt Charlottenburg.
Marc (kleinlaut): Ich weiß, wo das ist. Da hält Mutter immer ihre schrecklichen Lesungen.
Mehdi (sämtliche Farbe weicht plötzlich aus seinem Gesicht u. er wagt getrieben vom aufkommenden schlechten Gewissen einen vorsichtigen Vorstoß): Apropos deine Mutter, ich wollte dir noch...
Gretchen (lässt Mehdi gar nicht zu Wort kommen u. schaut jetzt Marc an): Sie waren den ganzen Nachmittag da. Und wir sind noch mit dem Auto direkt daran vorbeigefahren. Wenn wir das gewusst hätten?

...was... sagen. ... Mist! Was mache ich bloß mit der Geschichte? Ich kann doch nicht... Ich meine, ich muss doch irgendetwas tun. Marc war so oft für mich da. Ich kann ihm das nicht länger verheimlichen. Er sollte erfahren, was mit seiner Mutter wirklich ist. (MK)

Marc (kleinlaut): Bin ich Superman und kann durch verspiegelte Fenster schauen.
Gretchen: Ich meine ja nur, wo wir so lange auf dem Amt herumgesessen haben.
Marc (stupst sie lächelnd an): Wer weiß, wozu es gut war?
Mehdi (versteht nur Bahnhof u. schaut verwirrt vom einen zur anderen): Hä?

Marc zwinkerte Gretchen frech zu. Sie lächelte wissend und schmiegte sich plötzlich wieder verliebt in seine Arme, die er noch fester um sie schloss, um ihr anschließend einen kleinen Kuss auf ihre Nasenspitze zu geben. Gretchen kicherte, weil er sie damit furchtbar kitzelte, und schmiegte ihr Gesicht an Marcs M-Shirt. Direkt über seinem Herzen, das, wie sie wusste, allein wegen ihr so heftig schlug und ebenso aufgewühlt war wie ihres. Und Mehdi, dem diese plötzliche Turtelei zwar schon spanisch vorgekommen war, überlegte in der Zwischenzeit, wie er das heikle Thema Elke Fisher noch einmal schonend ansprechen konnte, ohne eins von deren Sohn auf die Nase zu bekommen, aber da wurde er plötzlich ruppig von Oberschwester Stefanie unterbrochen, die ihn anrempelte, um sich an ihm vorbei zu Dr. Haase zu drängeln...

Stefanie: Boah! Müssen Sie ständig und überall öffentlich ihre Hormone zur Schau stellen? Ist ja widerlich. Machen Sie das gefälligst zuhause, wo keiner zuschauen muss.
Gretchen (schreckt unvermittelt aus ihre verträumten Umarmung auf): Äh... Hallo... Stefanie?
Marc (fühlt sich wie von einer Dampfwalze überrollt): Also falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, aber wir sind zuhause, Frau Brinkmann! Und da mache ich, was ich will.
Stefanie (sortiert sich neu): Ja, ja, sparen Sie sich die Nettigkeiten. Was ich sagen wollte, Rudi ääääähhh.... Dr. Fuchs und ich wollten gerade zu einer Runde um den Block aufbrechen. Ist ja auch furchtbar warm hier in Ihrem Angeberbau, aber dann waren da Schritte im Treppenhaus. Wir sind gleich umgekehrt. Ich glaube, sie kommen jetzt. Folgen wir dem Plan?
Gretchen (versteht endlich): Oh! Danke, Steffi. Alles wie abgesprochen, ja.
Sabine (tadelnd in gewohnter Lautstärke): Auch wenn wir hier für eine gute Sache zusammenarbeiten, für Sie, Frau Doktor, immer noch Oberschwester Stefanie!

Doch Gretchen hatte der beleidigten Oberschwester, die diesen Spitznamen überhaupt nicht mochte, gar nicht mehr zugehört und sich in die Mitte des Raumes begeben. Alle Blicke waren nun gespannt auf die Trauzeugin und Partyorganisatorin gerichtet. Auch die Musik verstummte auf ein Zeichen von ihr.

Gretchen: Leute, also erst einmal herzlich Willkommen und einen riesigen Dank, dass ihr alle so zahlreich meiner geheimen Einladung gefolgt seid. Und sorry noch mal für die Verspätung, aber es gab da ein kleines äh... Terminproblem.
Marc (ist ihr gefolgt u. hat sich schmunzelnd hinter sie gestellt; seine Hand liegt schon wieder an ihrer Taille, die er sanft mit dem Daumen streichelt, was sie ganz kribbelig macht): Schön umschrieben.
Gretchen (stupst ihn mit dem Ellenbogen an u. spricht unberührt weiter): Das hat sich aber mittlerweile geklärt. Sabine und Günni können jeden Moment an der Tür sein. Sie wissen von nichts. Also danke, dass ihr alle dicht gehalten habt. Und jetzt versteckt euch bitte! Und leise sein! Auf Stefanies Zeichen geht es los!

Gretchen blickte ein letztes Mal vergewissernd zu der Crocodile-Dundee-Oberschwester an der Wohnungstür. Sie nickte der Assistenzärztin mit gewohnt bissigem Blick zu und setzte dann ihren Cowboyhut wieder auf, mit dem sie sich gerade eben noch Luft zugefächelt hatte, weil es so verdammt warm in der Wohnung war. Allgemeine Hektik und Gewusel entstanden, bis alle Gäste ein entsprechendes Versteck hinter diversen Ecken und Vorhängen, der Kücheninsel, dem Sofa und den Sesseln, in der Diele unter der Treppe und auf der Dachterrasse gefunden hatten und Stefanie schließlich den Lichtschalter drücken konnte. Das Licht erlosch und nur die Feuerkörbe und die weißen Stubenkerzen auf der Terrasse schenkten etwas Licht durch die großen Panoramafenster in das bevölkerte Wohnzimmer. Und dann ging die Eingangstür, die nur angelehnt gewesen war, auch schon mit Schwung auf. Stefanie drückte wieder auf den Lichtschalter und machte eine einladende Geste mit dem Arm in Richtung des großen bunten Willkommensplakats über der Tür. Alles schrie auf und sprang aus ihren Verstecken hervor, bis die vielen durcheinander geratenen schrillen Stimmen abrupt wieder versiegten...

Alle: Überraaaaaa...........schung!

Lorelei Offline

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23.06.2012 19:39
#1298 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

http://www.youtube.com/watch?v=VTIkDmNVJeA&feature=related


Es war ein Fehlalarm!

Maria Hassmann, die mit ihrer charmanten Abendbegleitung Sven auf dem sandfarbenen Wohlfühlsofa unter der Treppe sitzen geblieben war und mehr oder weniger interessiert durch die schmalen Holzstufen hindurch zur offenen Wohnungstür schaute, erkannte mit großem Schrecken als Erste, dass dort nicht Sabine Vögler oder Günni Gummersbach breitbeinig in eindeutiger Angeberpose auf der Schwelle stand und sichtlich überrascht auf die ebenso überraschte und abrupt verstummte Menschenansammlung vor sich kuckte. Diese so typische John-Wayne-Machohaltung traf nur auf einen einzigen Menschen im Universum zu. Nein, nicht auf Ronaldo, der sich für einen anstehenden Freistoß bereithielt. Sondern auf den Mann, dem sie am liebsten jedes Mal den Hals umdrehen würde, wenn er ihr begegnete, wenn nicht ein anderer Teil von ihr sich so verdammt angezogen von ihm fühlen würde, was eigentlich völlig irrational und gegen jedes Naturgesetz war.

Was wollte er hier? Und was zum Teufel hatte er überhaupt an? Das konnte doch nicht sein Ernst sein? Sie musste sich verstecken! Aber wie, wenn der einzige Notausgang ausgerechnet von ihm versperrt wurde? Sie duckte sich trotzdem und versuchte sich hinter einem Holzbalken zu verstecken, der zum Treppenaufgang gehörte, was ihr selbst dann doch schnell ziemlich erbärmlich vorkam. Zumal sie ja nicht alleine auf der Couch saß. Sven schaute jedenfalls ziemlich verdutzt drein, als sie immer weiter das Sofa herunterrutschte und mit ihrem Oberkörper schon halb auf seinem Schoß lag. Verlegen setzte sie sich wieder neben ihn. Aber sie konnte ihrer Verabredung ja schlecht erklären, wer da gerade aufgekreuzt war und gleich wieder schlechte Stimmung verbreitete. Das würde doch alle ihre Chancen zunichte machen. Seufzend lehnte sich die verzweifelte Ärztin schließlich wieder zurück, lächelte Sven gekünstelt an und blickte anschließend kurz hoch an die Decke, um zu schauen, falls vielleicht dort noch irgendein Schlupfloch gewesen wäre. Aber die Decke war leider blütenweiß gestrichen. Meier sollte sich schleunigst über die Möglichkeit eines Hinterausgangs informieren, dachte Maria frustriert und wurde durch das plötzliche erstaunte Raunen ihrer Kollegen wieder abgelenkt und an den neuen Gast erinnert.

Das waren eindeutig zu viele Informationen für die eh schon angeschlagene Oberärztin, die nun ihren vor ihr auf einem kleinen weißen Beistelltischchen stehenden Fruchtcocktail gleich in einem Zug hinunterkippte und den von Sven gleich noch hinterher, um sich zu beruhigen und um sich ein weiteres Mal einzureden, dass sein Auftauchen überhaupt keine Wirkung auf sie hatte. Hatte es auch nicht! Dennoch konnte Maria ihre heimlichen verstohlenen Blicke nicht von der komplett in schwarz gekleideten Person an der Tür abwenden, obwohl doch eigentlich jemand ganz anderes direkt neben ihr saß, wesentlich attraktiver, charmanter und eloquenter, der sie die ganze Zeit fragend anblickte, was sie gar nicht mitbekam in ihrer Hin-und-Her-Gerissenheit. Die vollkommen zerstreute Frau merkte gar nicht, wie sie angesäuert das vor sich hinmurmelte, was ihr gerade durch den Kopf ging...

Maria: Wer hat den denn eingeladen?
Sven: Wer ist das? Der Bräutigam? Tolles Kostüm. Jetzt haben wir eine Catwoman und einen Batman. Ein echtes Dreamteam! Findest du nicht?

Wie falsch oder doch richtig er damit lag, ahnte er nicht. Sven hatte nur einen Scherz machen wollen, um seine zunehmend verwirrter wirkende Begleitung aufzuheitern, doch Maria war überhaupt nicht zum Lachen zumute. Nicht einmal zum Weinen. Zu schockiert war sie über das plötzliche Auftauchen dieses Individuums und über das, was danach folgte. Und da war noch etwas anderes, was plötzlich in ihr hoch kroch und ihre anfängliche Verwirrtheit schnell beiseite schob. Sie suchte die staunende Masse akribisch ab und fand das blaue Augenpaar auch sofort, das sie gesucht hatte. Denn das schlechte Gewissen stand darin deutlich geschrieben und es galt ihr. Mittlerweile hatte nämlich auch Gretchen Haase endlich gemerkt, wer da gerade erschienen war. Der Supergau, an den sie in ihrer Euphorie und der Überdosis an Glücksgefühlen schon gar nicht mehr gedacht hatte, war eingetroffen. Ein Glück, dass Sabine und Günni das nicht miterleben mussten. Die Luft brannte. Bis auf ein paar staunende Aufseufzer sagte niemand etwas. Hilflos blickte Gretchen in Marias Richtung und spürte die eisigen Blicke, die sie ihr zuwarf, während gleichzeitig ihre linke Hand fast von einer Männerhand zerquetscht wurde.

Maria war enttäuscht. Nein, sauer. Stinksauer sogar. Haase hatte es gewusst! Das las sie eindeutig in ihrem entschuldigenden Dackelblick, den sie sich sonst wohin stecken konnte. Wenn Miss Ich-weiß-alles-dreimal-besser es nicht sogar gleich so arrangiert hatte. Klar! Diese... diese... GRRR!!! Wie konnte sie nur? Deshalb vorhin auch die Predigt im Bad, sie solle ihrem Sven nichts vormachen. Tzz... Was fiel ihr eigentlich ein, sich so in ihr Privatleben einzumischen? Na, die konnte was erleben! Die nächsten OPs konnte sie schon mal getrost vergessen, wenn sie sie überhaupt je wieder auf ihre Station lassen würde. Und als die wütende Ärztin, die sich gerade eine Rachestrategie für das neunmalkluge Blondchen ausdachte, noch einmal in das selbstgefällige Grinsegesicht schaute, welches die sexy Katzenfrau hinter der Treppe nun auch entdeckt und ihr provozierend zugezwinkert hatte, wurde ihr noch etwas klar. Was hatte Sven gleich noch mal gesagt? Catwoman! Batman? Scheiße! Alle würden denken, sie würden ein Paar abgeben. Sie hatte die amüsierten Anspielungen der Belegschaft und Meiers dumme Sprüche über die offensichtliche Vorliebe der Familie Hassmann für Lack- und Lederutensilien schon im Ohr. Das war eine Katastrophe. Der Abend war gelaufen! Mooooment! Aber nein, sie würde sich doch von IHM nicht den Abend vermiesen lassen. Niemals! Sie würde heute schon bekommen, was sie wollte, sprach Maria sich Mut zu und lächelte Sven an, bevor sie erneut unfreiwillig zur Tür schaute.

Zum Glück hatte der Idiot auf die alberne Fledermausmaske verzichtet. Obwohl, dann wäre ihr wenigstens seine selbstverliebte Visage erspart geblieben. Aber auf einen Auftritt der Sonderklasse konnte der Angeber wohl nicht verzichten. Als er die Aufmerksamkeit sämtlicher Polterabendgäste auf sich gerichtet spürte, riss er unvermittelt sein schwarzes Jackett und sein weißes Hemd auf, um darunter seinen gestählten schwarzen Batman-Brustpanzer zu präsentieren, was die anwesenden weiblichen Kollegen endgültig aus ihrer anfänglichen Schockstarre holte und in unerklärliche Verzückung versetzte, die kreischend wie Teenys bei einem Justin-Bieber-Konzert den in Marias Augen Fremdschämmoment kommentierten. Die fassungslose Ärztin musste sich wegdrehen, wenn sie nicht blind werden wollte, konnte aber der Versuchung nicht widerstehen, noch einmal zurückzuschauen.


http://www.youtube.com/watch?v=FGw6zvtpHg0


Ihre Blicke trafen sich. Unvermittelt. Wie kleine Lichtblitze eines tosenden Gewitters am Horizont. Sekundenlang. Die Umgebung verschwamm. Das Gekicher und die Applausgeräusche der anderen wurden immer leiser. Nur einen Hauch von einer Sekunde waren nur noch sie beide in diesem Raum. Dann verpuffte der Moment auch schon wieder, weil Maria sich irritiert wegdrehte und das Treppengeländer ihm wieder die Sicht versperrte. Trotzdem genoss er die uneingeschränkte Aufmerksamkeit seiner Exfrau sehr. Sein Anreiz für mehr. Und sie hasste sich dafür, für eine Sekunde tatsächlich abgelenkt worden zu sein.

Die One-Man-Show ging unberührt weiter. Er übertrieb es natürlich maßlos und drehte sich zweimal grinsend vor seinen Zuschauern im Kreis und ließ seine Muskeln spielen, worüber Dr. Hassmann nur noch den Kopf schütteln konnte. Der hatte doch vollkommen den Verstand verloren. Oder war er gar betrunken? Mitnichten. Er war stocknüchtern und genoss einfach nur die entsetzte Blicke seiner Mary. Schließlich wollte er sie ja auch provozieren, sie herausfordern und das war ihm auch bis zu einem gewissen Grad gelungen. Aber irgendwann reichte es auch ihm und er knöpfte seine Sachen dann doch schnell wieder zu, auch weil er keinen Ärger mit der neben ihm stehenden Oberschwester riskieren wollte, die kurz vor einem Kollaps stand und von Dr. Fuchs gestützt werden musste, dem der Auftritt seines Kollegen sichtlich unangenehm war. Wie auch den anderen anwesenden Männern. Cedric Stier war auch Marcs hasserfüllter Blick nicht entgangen. Es reizte ihn fast so sehr, wie seine Bloody Mary auf ganz subtile Art und Weise anzulocken. Und so konnte Cedric auch einfach nicht sein freches Mundwerk halten und begrüßte mit stetem Blick auf einen puderroten Dr. Meier gerichtet und mit einer gekonnte Verbeugung die johlenden Anwesenden...

Cedric: Na das nenne ich mal eine Begrüßung. Tja, was soll ich sagen, ich freue mich auch, euch zu sehen.


alias


Dr. Cedric Stier als Bad man äh.... Batman. Ob das Catwoman (hier ohne Maskerade) wohl gefallen wird?


Quelle: Google Pics

Lorelei Offline

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25.06.2012 17:13
#1299 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Start in die neue Woche und unserem Hinkefüßchen ganz besonders. Du wirst schon verstehen warum. Bussi und ganz liebe Grüße. Eure Lorelei



Ein kindisches Kichern setzte in der Mädchenfraktion ein. Aber die Schwesternschülerinnen des Elisabethkrankenhauses waren auch die einzigen, die sich tatsächlich über das überraschende Auftauchen und den bemerkenswerten Auftritt von Dr. Cedric - ‚Ich bin so ein toller Hecht’ - Stier freuten und ihn und sein tolles Batmankostüm auch gleich begeistert anhimmelten, als sei er der Messias persönlich. Doch nicht nur die Kinnlade von Dr. Hassmann war nach diesem unfassbaren Machoauftritt bis auf den Parkettfußboden heruntergeklappt, auch Dr. Meier schaute sichtlich angesäuert aus der Wäsche, als er seinem ehemaligen Unikonkurrenten einen bitterbösen Ameisenblick nach dem anderen zuwarf und anschließend in einer Zeitlupenbewegung und mit verdächtig zuckenden Mundwinkeln ganz langsam zu seiner eingeschüchterten Freundin herüberschwenkte, die gerade ihre Hand vor seinem immer fester werdenden Klammergriff retten wollte, um sich anschließend schnellst möglich aus dem Staub machen zu können, falls sie es denn noch rechtzeitig schaffen würde, schnell noch ihren Pass zu finden. Burkina Faso war doch um die Jahreszeit ein schönes Reiseziel, um sich die nächsten Monate vor einem wütenden Grummel und einer eingeschnappten Oberärztin zu verstecken, dachte Gretchen verzweifelt, während der angefressene Oberarzt auch schon laut lospolterte...

Marc: Sag nicht, du hast den auch eingeladen? Was wird das hier? Die Freakshow? Sag mal, hast du den Arsch offen. Der kommt mir NICHT ins Haus.
Mehdi (quatscht kleinlaut dazwischen, wofür er nun den tödlichen Meierschen Ameisenblick quittiert bekommt): Äh... Wenn man es genau nimmt, ist er schon drin. Und ich wette darauf, unsere Mädels vom Krankenhaus lassen ihn nicht mehr so schnell gehen. Nach dem Auftritt!
Marc (sauer): Pass bloß auf, Kaan, ich schick dich gleich hinterher.
Oh, oh! Ganz ruhig, Gretchen! Nicht hyperventilieren! Es ist nichts passiert. Du hast dir nichts zu schulden kommen lassen. Alles ist gut.
Gretchen: Marc, ich kann dir das erklären. Es ist nicht so... Ich hab nicht... Er hat... Mensch, das ist doch eine öffentliche... Er gehört ja auch irgendwie...

...versuchte Gretchen, die sich durch Marias eisige Blicke schon unwohl genug fühlte, mit reumütigem Dackelblick stockend zu schlichten, aber da wurde sie auch schon von anderer Seite her angezickt. Denn eine wütende Katze kam mit ausgestrecktem Arm stürmisch auf sie zu, tippte sie einmal unsanft an der Schulter an und ging dann einfach eingeschnappt weiter.

Maria: Danke, Haase, du bist eine wahre Freundin.

...sagte Maria bissig und verschwand mit Marc im Schlepptau, der ebenfalls schmollend das Weite suchte, in Richtung Bar, während Gretchen ängstlich die Augen zusammenkniff und auf göttlichen Beistand hoffte, der diesem Schlamassel endlich ein Ende setzen würde. Leider blieb der aber aus. Marias entzückende Rückenansicht und der Rest ihres aufregenden Kostüms fand währenddessen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des batmanspielenden Neuankömmlings, der seinen Kopf leicht schräg legte und seiner Exfrau mit einem breiten zufriedenen Grinsen hinterher starrte. Cedric blieb regelrecht die Spucke weg, als er ihre katzengleichen wütenden Bewegungen ganz genau studierte und abspeicherte. Er konnte seine Augen nicht mehr von dem engen sexy Catsuit abwenden, in dem ihre Vorzüge ganz besonders gut zur Geltung kamen, als sie sich nun auch noch etwas über den Tresen der Bar beugte. Sie schien etwas bestellen zu wollen. Die beiden Männer um sie herum nahm der verknallte Neurochirurg gar nicht wirklich wahr. Er hatte nur noch einen einzigen Gedanken im Kopf und den würde er heute um jeden Preis umsetzen. Das schwor er sich, bevor er sich gezwungenermaßen wieder den lästigen Begrüßungen durch seine Fans äh... Kollegen widmen musste. Doch ein Auge blieb immer noch an der verführerischen Katzenfrau hängen, die sein Blut so sehr in Wallung gebracht hatte.

Gretchen versuchte derweil die Nerven zu bewahren. Mehdis liebevoller Streichler über ihren Arm und sein hoffnungsvoller Blick halfen dabei leider nicht besonders. Sie hatte die Katastrophe ja kommen sehen, aber jetzt traf sie sie doch recht unvermittelt. Maria würde nie wieder mit ihr reden wollen. Aber nach ihrer Ansage vorhin im Bad hatte sie es auch gar nicht anders verdient. Es wurde wirklich Zeit, dass der sturen Frau mal jemand den Spiegel vorhielt und wenn es ein unheimlich selbstverliebter Gerechtigkeitskämpfer wie Batman sein musste. Gretchen atmete noch einmal tief durch, dankte Mehdi für seine moralische Unterstützung mit einem liebevollen Lächeln und ging dann zu Dr. Stier rüber, um ihn, wie es sich als Gastgeberin gehörte, zu begrüßen, auch wenn er ihre Anwesenheit fast nicht wahrnahm, so fixiert wie er auf seine sexy Exfrau war. Dem Grund, wieso er sich überhaupt erst auf die Gästeliste gemogelt hatte. Trotz all der Bedenken der schönen blonden Assistenzärztin, die er mit seinem unwiderstehlichen Charme schließlich doch noch überzeugt hatte. Er suchte ja als Neuer im EKH auch wirklich Anschluss unter der Belegschaft. Ganz besonders bei einem ganz besonders hartnäckigen Exemplar der weiblichen Ärzteschaft, die heute einfach atemberaubend aussah und seinen Jagdinstinkt geweckt hatte wie keine andere.

Gretchen (hält ihm freundlich ihre Hand entgegen): Dr. Stier! Wie schön! Herzlich Willkommen in unseren... ähm... also zum Polterabend von Dr. Gummersbach und Sabine Vögler.
Cedric (merkt erst jetzt, dass jemand vor ihm steht u. schaut Dr. Haase leicht verwirrt an): Ja, ähm... danke für die Einladung. Eine nette kleine Wohnung habt ihr hier.
Gretchen (lächelt etwas gequält, weil ihr sein Auftritt von vorhin noch etwas peinlich ist): Oh! Ähm... Danke.

Dr. Kaan war Gretchen gefolgt und wollte nun auch Marias Exmann begrüßen, um ihm ein bisschen auf den Zahn zu fühlen, wurde aber kurz vorm Händedruck mit Dr. Stier unsanft von Marc beiseite geschoben, der sich samt Bierflasche, die er sich gerade geholt und aus der er bereits einen tiefen Schluck genommen hatte und die er nun locker in seiner linken Hand trug, direkt neben seine Freundin stellte und demonstrativ seinen freien Arm um sie legte, während er Cedric abfällig von oben nach unten musterte...

Marc: Neidisch, weil du dir nur ein spießiges Reihenhaus im Speckgürtel leisten kannst?
Cedric (völlig unbeeindruckt, aber provozierend): Hmm... Immer noch so unwitzig wie früher. Aber danke für die Einladung, Marc. Ich wollte immer schon mal sehen, wie ein Angeber wie du so lebt.
Marc (geht gleich an die Decke): ICH hab dich NICHT eingeladen.
Mehdi (geht rechtzeitig dazwischen, weil er Gretchens gequälten Gesichtsausdruck bemerkt hat): Wie war das noch mal? Jeder ist willkommen und wird heute rücksichtsvoll behandelt.
Verräter!
Gretchen (löst sich aus Marcs besitzergreifender Umarmung, würdigt ihn keines Blickes u. streicht Mehdi dankbar über die Schulter, bevor sie die drei Männer einfach stehen lässt, weil sie sauer ist): Danke Mehdi. Ich schau mal, ob Kate und die Ehrengäste schon da sind. Und ihr... ihr haltet euch im Zaun! Verstanden? Das hier ist ein Fest der Liebe und das wird es auch bleiben. Sonst setze ich euch nämlich vor die Tür.
Marc (etwas überrascht von ihrer Heftigkeit): Äh... Haasenzahn?
Cedric (grinst Marc schadenfroh an u. lugt hinter dessen Rücken erneut nach Maria, die ihn demonstrativ keines Blickes würdigt): Uuuu!!! Sie hat dich ganz schön im Griff, Marc. Gefällt mir.
Marc (hebt drohend seine Hand): Eh!
Mehdi (hält Marc an der Schulter fest): Marc! Lass es einfach. Der provoziert doch bloß.

Und während sich die drei Männer noch ein bisschen weiter angifteten, nahm Gretchen im Treppenhaus Position auf, auch um sich ein bisschen von dem Chaos in ihrer Wohnung zu erholen und um durchzuatmen. Konnte Marc nicht einfach um ein friedliches Miteinander bemüht sein? War das so schwer? Die ganzen Zwistigkeiten lagen doch schon Jahre zurück. Dr. Stier suchte doch auch nur nach Anschluss. Das hatte sein seltsamer Auftritt gerade eben doch eindrucksvoll bewiesen. Anstatt weiter darüber nachzudenken, lehnte sie sich mit dem Rücken an die Wand im Treppenhaus, schloss ihre Augen und rief sich einen ganz anderen Moment des Tages in Erinnerung. Und schon konnte die verliebe Ärztin auch schon wieder lächeln. Nein, sie lachte sogar laut auf, weil das alles so verrückt war, was ihr und Marc passiert war. Verrückt, aber schön.

Cedrics Aufmerksamkeit währte derweil nicht lange und er hatte ehrlich gesagt auch keinen Bock mehr auf die ewigen Streitereien mit seinem nachtragenden Studienkollegen. Es gab schließlich viel Interessanteres zu beobachten als den Gockelwachtrupp von Dr. ‚Jeannie’ Haase. Aber was war das? Seine Augen weiteten sich und er quetschte sich unelegant zwischen Dr. Kaan und Dr. Meier hindurch, die ihm die Sicht versperrten. Cedric hatte soeben registriert, wie ein extrem gutaussehender und stattlicher Mann mit blonden Haaren sich neben seine Angebetete an die Bar gesetzt hatte und wie sie ihn freundlich anlächelte, ja sogar mit ihm scherzte und körperliche Nähe zu ihm suchte. Sein Grinsen war mittlerweile komplett aus seinem Gesicht gewichen. Marc studierte Cedrics eifersüchtige Blicke ganz genau und tauschte mit Mehdi vielsagende Blicke aus, dem das veränderte Verhalten von Marias Exmann auch aufgefallen war und der damit seine Vermutungen von vorhin, dass wirklich etwas zwischen den beiden vonstatten ging, bestätigt sah. Gretchens Freund war sichtlich amüsiert über Cedrics aschfahles Gesicht und er konnte natürlich seine vorlaute Klappe nicht halten, auch wenn Mehdi ihn mit eindeutigen Blicken davor warnte...

Marc: Na, Frau auf Abwegen, hmm? Och wie schade! Aber auf die muss man(n) aufpassen. Die ist schneller weg, als du ein Skalpell ansetzen kannst.
Mehdi: Maaahaarc! Lass es bitte!
Marc: Wieso? Ist doch witzig.
Cedric (lässt sich nicht provozieren u. deutet zur Bar): Wer ist das?
Mehdi (um eine diplomatische Antwort bemüht): Das ist...
Marc (kann es nicht lassen u. quatscht Mehdi dazwischen): Tja, die Hassmann steht halt auf kernige Muckitypen, die sie ordentlich schmeißen können, ne Mehdi?
Boah Meier! Muss das sein? Kindergarten echt!
Mehdi (angesäuert verschränkt er seine Arme u. blitzt ihn böse an): Kein Kommentar!
Spaßverderber!
Marc (lachend zu Sven): Und du, ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber bei deinen schlaffen Rentnermuckis sehe ich schwarz. Du solltest mal wieder trainieren gehen. Holzhacken, Elche jagen, so was in der Art. Dann klappt es vielleicht auch mit der männermordenden Oberärztin. Der ist nicht jeder gewachsen.
Cedric (wird dann doch etwas sauer): Sag mal, kann man mit dir nie ein ernsthaftes Gespräch führen?
Mehdi (kleinlaut): Ich befürchte, nein.
Marc (horcht auf): Ernsthaft? Was Ernstes? Nee, sag nicht, ach du Scheiße, du stehst wirklich auf deine Ex? Ich dachte, nach einem Versuch wäre man(n) schlauer?
Cedric (angefressen): Danke für das Gespräch.

Cedric, der sich vor niemanden und vor einem Marc Meier schon mal gar nicht in die Karten blicken lassen wollte und verarschen schon mal gar nicht, ließ den Spaßvogel einfach kommentarlos stehen, der sich vor Lachen schon bog und auf die Schenkel klopfte, während Mehdi augenrollend daneben stand und auf Beistand seiner Freundin hoffte, und suchte sich eine andere Position, um seine „Bloody Mary“ besser beobachten zu können, die doch tatsächlich mit dem Holzfällertypen in dem teuren Anzug offensiv zu flirten schien. Wie konnte sie nur? Erst machte sie ihm Versprechungen und jetzt das! Aber Maria würdigte ihn tatsächlich noch immer keines Blickes. Als wäre er Luft. Das ging ja wohl mal gar nicht. Sein Ego kochte. Wozu gab er sich denn hier solch eine Mühe?

Sichtlich angefressen setzte sich „Batman“ auf die weiße Couch in der Mitte des Zimmers, was besonders die dort sitzenden Damen begeisterte. Allen voran Dr. Kristin Roth, ihres Zeichens Anästhesistin am EKH und Single, die einem Flirt mit dem attraktiven Oberarzt nicht abgeneigt wäre und sich heute extra in ein sexy Teufelin-Kostüm geschmissen hatte, wenn er sie denn endlich mal bemerken würde. Aber das tat er nicht. Weder im OP, noch hier. Batmans dunkle Augen blieben kontinuierlich auf Catwoman gerichtet und das sollte sich den Rest des Abends auch nicht mehr ändern. Genauso ein hoffnungsloser Fall wie Dr. Meier oder Dr. Kaan. Deshalb ließ Kristin es einfach bleiben. Sie drückte Dr. Stier ihre noch ungeöffnete Bierflasche in die Hand und setzte sich zu den anderen Mädels auf den Perserteppich, um sich von Azadeh aus der Glaskugel lesen zu lassen, um zu erfahren, was die Liebe ihr denn noch so für Alternativen bereithielt.


Kristin alias Zuckertütchen alias Elsbeth alias Frau Roth alias Fusselhuhn alias Teufelchen ist an diesem Abend natürlich in ihr entsprechendes Kostüm geschlüpft.




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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

27.06.2012 16:51
#1300 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc und Mehdi hatten sich mittlerweile nebeneinander auf die untersten beiden Treppenstufen gesetzt und beobachteten noch immer skeptisch die glühenden Blicke des Angeberarztes für Dr. Hassmann, die sich von dessen unmittelbarer Anwesenheit nicht beeindrucken lassen wollte und ungeniert weiter vor seinen Augen mit ihrer charmanten schwedischen Begleitung schäkerte, und nippten dabei jeweils an ihrer Bierflasche...

Mehdi: Ausgerechnet der kommt als Rächer der Gerechten daher.
Marc (lacht): Tja, welch eine Ironie. Hassi kann einem schon fast Leid tun. Aber du kannst ihr ja immer noch deine starke Schulter anbieten, ne.
Mehdi (ignoriert den Meierschen Seitenhieb u. beobachtet nachdenklich Maria mit Sven an der Bar u. dann Cedric): Ich weiß nicht. Ich denke fast, er könnte es ernst meinen.
Marc (schaut ungläubig zwischen Mehdi und Cedric hin und her): Ach komm! Du siehst doch nur noch alles durch deine rosarote Brille. Das ist echt anstrengend mit dir.
Mehdi (kontert grinsend): Die könnte dir auch gut stehen. Obwohl, nein, du hast sie ja schon auf.
Marc (zeigt ihm den Vogel): Haha! Spaßvogel!
Mehdi (zwinkert ihm zu): Wieso? Stimmt doch. So gut drauf, wie du heute bist.
Marc (lehnt sich lässig zurück u. trinkt einen Schluck aus seiner Flasche): Ich bin immer gut drauf.
Mehdi (kann sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen): Seitdem du aber weißt, dass Gretchen wohlmöglich schwanger ist, bist du es umso mehr. Steht dir aber gut, Marc. Wirklich.

Marc (richtet sich hastig auf u. hält ihm den Mund mit einer Hand zu u. schaut sich dabei vorsichtig um, ob auch niemand gelauscht hat): Eh! Hältst du gefällig dein Maul! Und falls überhaupt, geht das ja wohl allein uns was an.
Mehdi (windet sich aus seinem Klammergriff): Eh! Jetzt hab dich doch nicht so. Ich verrate euch schon nicht. Das ist mein Job. Da ist man von Natur aus neugierig. Und außerdem gehört euer Geheimnis ja jetzt quasi auch in meine Schweigepflicht.
Marc (zieht misstrauisch eine Augenbraue nach oben): Also wenn du jetzt darauf anspielst, dass du meiner Frau wieder an die Wäsche willst, dann fängst du dir eine. Ihre Unterhöschen wirst du nicht noch mal zu Gesicht bekommen. Das ist mein Revier. Klar?
Mehdi (amüsiert sich königlich über die völlig unangebrachte Meiersche Eifersuchtsattacke): Marc, ich weiß sehr wohl zwischen Beruf und Privatleben zu trennen.
Marc (nuckelt angefressen an seiner Flasche): Ich auch! Also vergiss es, wenn du auf meine Gesellschaft nicht verzichten willst. Du wirst weder sie, noch den Knirps jemals nackig zu Gesicht bekommen. Obwohl, du kannst gerne jeden Tag zum Windelnwechseln und dem ganzen Scheiß vorbeikommen, wenn du dich anderweitig beteiligen willst.
Mehdi (lacht): Ach Marc, es ist einfach faszinierend zu sehen, wie du schon in deiner Rolle aufzugehen scheinst.
Marc (sieht ihn ungläubig an): Bitte? Welche Rolle? Ich tue gar nichts!

Mehdi (zieht eine wissende Schnute u. nickt dabei leicht mit dem Kopf, dann trinkt er auch einen Schluck aus seiner Flasche u. sieht Marc nachdenklich von der Seite an): Darf ich dich mal etwas Persönliches fragen, Marc?
Marc (rollt genervt mit den Augen u. nimmt sicherheitshalber schon mal einen tiefen Schluck aus seiner Bierflasche): So wie ich dich kenne, wirst du dich nicht zurückhalten können, Mann.
Mehdi (ignoriert den ironischen Unterton in Marcs Stimme u. bleibt ernst): Wieso jetzt?
Marc: Wieso nicht?
Mehdi (stellt seine halbvolle Flasche neben die Treppe u. sieht Marc eindringlich an): Ich kenne dich, Marc. Du triffst so eine weit reichende Entscheidung nicht einfach so aus einer Laune heraus. Und so wie ich dich vorhin verstanden habe, bevor wir unterbrochen worden sind, ist es nicht nur ein „Unfall“, der dich letztendlich zum Einlenken bewegt hat?
Marc (schaut seufzend an die Decke u. wird ironisch, um nicht zu viel preisgeben zu müssen): Wieso müsst ihr Mädchen eigentlich immer alles so genau wissen, hmm? Reicht es nicht einfach, dass ich „ja“ gesagt habe?
Mehdi: Für mich schon und ich beglückwünsche dich zu diesem Entschluss. Wirklich. Aber ich kenne auch Gretchen gut genug. Sie hat sich das schon immer sehnlichst gewünscht. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob du das auch wirklich willst, also jetzt schon, dann erspar ihr bitte die Enttäuschung, falls du vor lauter aufkommender Panik doch wieder einen Rückzieher machst.

Marc (stellt seine halbleere Flasche nun auch beiseite u. blickt seinen Freund ernst von der Seite an): Mann, das weiß ich doch alles selber. Das ist weder eine Laune, noch ein Unfall. Obwohl, das letztere vielleicht schon, keine Ahnung, aber das ist ja jetzt auch egal. Passieren wird’s eh auf kurz oder lang. Ich weiß sehr wohl, dass, wenn wir das erst einmal durchziehen, es kein Rückgaberecht mehr gibt so wie bei deiner Kröte, die ich sofort wieder bei dir abgebe, wenn sie mir zu viele neunmalkluge Fragen stellt, was nebenbei bemerkt manchmal wirklich schon nah an der Grenze ist. Schenke ihr mal ein Lexikon... oder so! Weißt du, ich bin mittlerweile einfach bei dem Punkt angekommen, dass ich das alles nicht mehr in Frage stelle. Mir war von Anfang an klar, dass das alles irgendwann auf mich zukommt. Wir wissen beide, wie sie tickt. Nur das ganze Programm oder gar nicht. Und solange es noch weit weg war, war es auch völlig okay für mich. Das war ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass die Schublade noch ein Weilchen geschlossen bleiben würde. Kein Druck von niemandem. Außer vielleicht von ihrer hysterischen Mutter, aber die ist ja auch irgendwie von einem anderen Stern. Egal, die kümmert sich eh grad anderweitig um Enkelkinder. Was ich eigentlich sagen will. Ich bin mir einfach mittlerweile sicher, dass ich... dass es sich vielleicht ganz gut anfühlen könnte, wenn da noch was wäre, was von uns beiden, was zu einem aufschaut und... Keine Ahnung, du hast doch auch so ein Ding. Du weißt schon, was ich meine. Wir wollen das. Das war eine gemeinsame Entscheidung und die ist noch ganz frisch. Also nerv uns bitte nicht mit deinen Fragen und dummen Ratschlägen. Wir müssen das selber erst einmal auf die Festplatte bekommen. Alles, was ich momentan weiß, ist, dass ich es will. Ob ich es dann am Ende auch kann, das ist eine andere Sache. Eigentlich ganz beruhigend zu wissen, dass die ganze Schose dann erst mal neun Monate dauert.

Mehdi (sichtlich bewegt, weil er es so nicht erwartet hat u. er hält sich auch zurück, da er weiß, wie schwer es Marc fällt, über solche Dinge zu reden): Du weißt, du kannst immer zu mir kommen, wenn du Fragen hast. Ich meine, in Erziehungsdingen oder so. Ich mache auch keine blöden Bemerkungen. Nenn es einfach einen fächerübergreifenden Austausch. Du musst dich also nicht heimlich in mein Büro schleichen und stöbern, nur weil du dich nicht traust oder es dir irgendwie peinlich ist.
Marc (blitzt ihn an): Eh! Wie oft denn noch, das hab ich nicht.
Mehdi (schmunzelt wissend): Klar!
Marc (versucht Mehdis nervige Fürsorglichkeit in eine andere Richtung zu lenken): Vielleicht solltest du erst einmal vor deiner Haustüre kehren, Mann, und dein Superdaddygehabe mal besser an deinem eigenen Sprössling ausprobieren. So ganz ist sie nämlich noch nicht über die Sache mit Anna hinweg.

Mehdi (das Lachen verschwindet u. er seufzt auf): Ich weiß. Das ist alles nicht so einfach für Lilly. Sie gibt sich tapfer und ist manchmal schon wie eine richtige kleine Erwachsene, weil sie ja genau weiß, woran es letztendlich gescheitert ist. Die elf Monate haben sie echt geprägt. Aber manchmal verfällt sie dann doch ins Grübeln. Aber ich bin für sie da. Wir sind alle für sie da. Die Aktion mit dem Zimmer heute hat wahre Wunder bewirkt. Sie ist richtig aufgeblüht. Soll ich dir die Fotos zeigen?
Marc (legt seine Hand auf die von Mehdi, der gerade sein Handy zücken will): Äh... Nee, lass mal stecken! Das ist dann eher was für Haasenzahn. Also für euch Mädchen.
Mehdi (lächelt): Lilly hat mir erzählt, worüber ihr gestern geredet habt.
So ein Plappermaul!
Marc (bekommt ein mulmiges Bauchkribbeln u. blickt Mehdi unsicher an): Echt? Alles... alles?
Mehdi (schmunzelt über Marcs Unsicherheiten): Hey! Ich hab Augen im Kopf. Ich weiß doch, wie sie dich anhimmelt und zu dir aufsieht. Dein Wort zählt manchmal mehr als meins.
Marc (streicht sich stolz über sein M-Shirt): Ich bin halt der beste Onkel, den sie kriegen kann.
Mehdi: Darf ich das auf ein T-Shirt drucken lassen und dir zum Geburtstag schenken?
Marc (droht ihm gespielt empört): Untersteh dich!
Mehdi (lacht, aber ist schnell wieder ernst): Danke, dass du für sie da bist, wenn sie das Bedürfnis danach hat.
Marc (streicht sich peinlich berührt über den Dreitagebart): Hey! Kein Ding. Ich hab doch gar nichts weiter gemacht. Außer ihr versichert, dass du und deine Neue nicht gleich in die Babyproduktion übergehen werdet.
Mehdi (gerührt von seiner Bescheidenheit, aber auch etwas verwirrt wegen der letzten Anmerkung): Äh... ja? Das... hat sie mich auch schon gefragt. Kinder! Jedenfalls... was ich noch sagen wollte. Weißt du, du musst keine Bedenken haben, dass du das nicht auch könntest. Klar hat jeder mal klein angefangen. Ich war anfangs auch nicht wirklich Profi darin. Kinder zu haben ist ein lebenslanges Abenteuer. Es kostet Schweiß, Tränen, Nerven und viele graue Haare. Aber du bekommst so viel zurück. Das macht alles wieder wett. Es gibt kein größeres Glück auf der Welt. Vertrau mir! Und im Umgang mit Lilly hast du doch gezeigt, dass du mit Kindern umzugehen weißt. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass du ein wunderbarer Vater sein wirst.
Oh Mann, Mehdi!
Marc (der Punkt ist erreicht, wo es ihm dann doch etwas zu viel wird u. er zieht die Notbremse): Also so langsam wird mir das echt zu rührselig mit dir.

Gretchen: Alles auf Anfang!

...kam plötzlich die rettende Erlösung in Form einer zauberhaften blonden Fee ins Zimmer gestürmt. Marc atmete erleichtert auf, klatschte Mehdi grinsend auf die Schulter und ging zu seiner süßen Freundin rüber, die aufgeregt in die Runde schaute, die nun erwartungsvoll zu ihr aufblickte, und legte seinen Arm um ihre Taille. Genau das hatte er jetzt gebraucht. Ein bisschen Zuwendung und Wärme. Von einer Frau. Nicht von Mehdi! Er schmiegte sich an seinen Haasenzahn und hörte gar nicht zu, was aus ihrem süßen Erdbeermund geplappert kam...

Gretchen: Ich hab Sabines Stimme im Treppenhaus gehört. Sie kommen jetzt wirklich.
Marc (flüstert ihr ins Ohr u. küsst sie dann sanft auf die Wange): Meine Rettung!
Gretchen (etwas verwirrt von der plötzlichen Liebesbekundung ihres Freundes): Was?

Mehdi hatte die Szene schmunzelnd beobachtet und schloss nun auch zu den beiden auf. Als er merkte, dass die Gastgeberin etwas zu sehr abgelenkt war durch Marcs Schmusekurs, nahm er das Zepter in die Hand und wandte sich an die restlichen Gäste, die nach Gretchens Ankündigung allesamt näher zusammengerückt waren...

Mehdi: Okay, ihr habt es gehört. Kommando zurück! Alles auf Anfang!

Die Gespräche und die Musik verstummten. Das Licht wurde ein zweites Mal gelöscht und man versteckte sich wieder. Die Anspannung und die Vorfreude wuchsen von Sekunde zu Sekunde. Da die Tür offen stand, nachdem Gretchen so plötzlich hereingepoltert gekommen war, konnte man die immer näher kommenden Stimmen nun auch deutlich hören...

Günni: Sehr verehrte Frau Dr. Marple, irgendwie will mir der Grund unseres Aufenthalts hier im Haus von Dr. Meier nicht wirklich in den Sinn kommen. Mein Bienchen und ich hätten doch auch im Wagen warten können, bis Sie erledigt haben, was Sie zu erledigen haben, Frau Doktor.
Kate (ihre Stimme klingt leicht genervt, aber sie bemüht sich um Freundlichkeit): Herr Dr. Gummersbach, ich wollte nicht unhöflich erscheinen und sie beide in der Kälte draußen zurücklassen. Die Umstände tun mir natürlich sehr leid. Aber die Frau Doktor Haase war schon weg heute Nachmittag und ich muss dringend noch etwas wegen der Behandlung meiner Patientin mit ihr klären. Nicht dass es noch zu Komplikationen kommt.
Günni: Natürlich. Das ist mir durchaus bewusst, Frau Dr. Marple. Nur wieso benutzen wir nicht den Fahrstuhl als Transportmittel? Damit wären wir wesentlich effektiver und schneller nach oben gelangt. Sie müssen doch auch anmerken, dass sieben Stockwerke doch eine gewisse Hürde darstellen und unsere Star-Trek-Kostüme, die leider aus Polyester gefertigt worden sind, nicht gerade atmungsaktiv sind. Ich transpiriere. Ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen der Fall ist? Nebenbei bemerkt, muss ich noch einmal ausdrücklich hervorheben, dass ich Ihnen mindestens zweimal in den letzten Tagen erklärt habe, worin die Unterschiede zwischen „Star Trek“ und „Star Wars“ liegen, aber Sie sind dennoch, ich betone, dennoch nicht meinen Ratschlägen gefolgt und heute in einem Konkurrenzprodukt der Firma Lucas erschienen. Das könnte in einen Skandal ausarten, wenn wir endlich den Veranstaltungsort erreichen, denn die überwiegende Mehrheit unserer Trekkie-Gemeinschaft ist bekanntermaßen kein Befürworter dieser Art von Filmen.
Sabine (versucht ihren aufgebrachten und sich in Rage redenden Schatz zu beruhigen, da ihr Kates gequälter Gesichtsausdruck aufgefallen ist, als die sich weiter die Treppe hoch quält): Muckelchen, jetzt lass doch die gute Kate in Ruhe. Sie sieht doch sehr, sehr hübsch aus in ihrem ähm... Kleid. Und sie macht doch hier nur ihren Job. Ich weiß, du bist ungeduldig wegen der Convention. Wir kommen schon noch rechtzeitig zur Verleihung der besten Kostüme.
Kate (dankbar für Sabines Einmischung u. wegen der Ankunft am Zielort): Eben! Und da wären wir auch schon!


Das Trekkie-Brautpaar ist endlich da.



Schwester Sabine diesmal nicht als blaue Andorianerin (das wollte ich ihr an ihrem Ehrentag nicht antun ), sondern als Lieutenant Uhura mit dunkler Perücke




Dr. Gunther ‚Günni’ Gummersbach wie gewohnt als Mr. Spock (Ich hab leider das Originalbild aus der Serie nicht im Netz gefunden.)




Und unsre liebe Kate als Prinzessin Leia aus „Star Wars“


Bildquelle: Google Pics

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