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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.349

29.12.2011 17:12
#1201 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tja, ihr habt es nicht anders gewollt. Es ist endlich soweit. Bei Marc und Gretchen steht Nachwuchs ins Haus. Image and video hosting by TinyPic Damit erfülle ich meiner zauberhaften Sissi einen Herzenswunsch. Sie ist auch die Namensstifterin des Kleinen. Ich wünsche euch viel Spaß mit dieser amüsanten Episode. Eure Lorelei




Marc grinste nur schelmisch, reichte der kleinen Prinzessin seinen Fang, den diese gleich begeistert entgegennahm und neugierig von allen Seiten betrachtete, und zog anschließend seinen Kurzmantel aus, den er locker über das Geländer der Holztreppe legte. Erst jetzt erkannte auch Gretchen, was der verrückte Mann ihr mitgebracht hatte, und schüttelte ungläubig mit dem Kopf...

Gretchen: Du bist doch verrückt.
Marc (schiebt Lilly vor sich her u. bleibt vor seiner sprachlosen Freundin stehen u. grinst diese frech an): Ich halte nur ... meine Versprechungen.
Das ist ja mal was ganz Neues! Aber das... das... Wow!
Gretchen (drückt ihrem Schatz spontan einen Kuss auf): Trotzdem... das... ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Marc (genießt ihr verdutztes Gesicht u. blickt dann zu der kichernden Lilly): Haasenzahn ist sprachlos? Dass ich das noch erleben darf.
Gretchen (stupst ihn an): Idiot!
Marc (tauscht mit Lilly vielsagende Blicke aus): Nee, ist doch noch alles beim Alten.
Lilly (strahlt über beide Backen): Wie soll er denn heißen, Gretchen?
Gretchen (sichtlich überfordert): Äh... weiß nicht.
Marc (grinst sich eins): Nanu? Auf einmal so unschlüssig? Neulich hast du doch noch ein ganzes Namensbuch herunter gebetet.
Gretchen (blitzt ihn an): Jaha! Da habe ich auch noch nicht geahnt, dass du das wirklich machen würdest. Wir haben doch nur Spaß gemacht.
Marc (will sich das Präsent schnappen): Soll ich ihn wieder wegbringen?
Lilly (hindert ihn daran u. bettelt Marc an): Nein!
Gretchen (drückt Lilly an sich): Natürlich nicht.
Lilly (schaut zappelig zu ihr hoch): Darf ich ihm dann einen Namen geben?
Marc (grient Gretchen an): Nein, die Ehre gebührt der Besitzerin.
Gretchen (strahlt nun auch): Danke! Es muss etwas Besonderes sein. So was wie... mhm? Ich hatte doch eine Idee.
Marc (verdreht die Augen, weil er ahnt, worauf das hinausläuft): Och nee!
Gretchen (grinst über beide Backen, als es aus ihr heraussprudelt): Genau! Er soll Paul Anka heißen.
Lilly (schaut ihre Nanny ganz verdutzt an): Was ist das denn für ein bescheuerter Name?
Marc (lacht): Meine Rede!
Gretchen (klärt die beiden mit blitzenden Augen auf): So hieß der süße Hund in meiner Lieblingsserie.
Marc (kleinlaut): Warum nennst du ihn nicht gleich Lassie?
Gretchen (eingeschnappt): Hahaha! Sehr witzig, du Spaßvogel!
Lilly (kichert): Aber das ist doch gar kein Hund.
Marc (tätschelt ihr amüsiert über den Kopf u. schaut dabei zu Gretchen, die ihren Mund verzieht): Schlaues Kind.
Lilly (schiebt seine Hand weg): Eh! Meine Zöpfe.

Marc und Lilly alberten und kabbelten herum, als Gretchen schließlich genug davon hatte und dem kichernden Mädchen die Wassertüte samt Inhalt aus der Hand nahm, bevor noch ein Unglück passierte, und damit ins Badezimmer hinter ging. Die beiden flitzten ihr hinterher und blieben in der Tür stehen.

Gretchen (hält die Tüte hoch u. zeigt darauf): Er kuckt schon ganz unglücklich.
Marc (augenrollend): Würde ich auch, wenn ich in so einer Tüte festsitzen müsste.
Gretchen (lässt kaltes Wasser in die Wanne laufen): Wieso hast du denn kein Gefäß dazu gekauft?
Marc (hat den Vorwurf in ihrer Stimme herausgehört u. fühlt sich in seiner Ehre gekränkt): Ich schleppe sicherlich kein Aquarium durch den ganzen Flughafen. Mit dem Viech in der Hand war es schon peinlich genug.
Gretchen (dreht den Wasserhahn zu u. schaut überrascht auf): Du hast ihn in Tegel gekauft?
Marc: Für seine Herkunft kann er ja nichts.
Gretchen (steckt ihm frech die Zunge raus): Sehr witzig!
Marc (zieht mit Lilly eine Grimasse u. klärt seine Freundin auf): Mein Gott, der Flieger hatte halt Verspätung. Also bin ich noch ein bisschen rumgelaufen und irgendwie dann in der Zoohandlung hängen geblieben. Das ist alles. Du wolltest das doch oder?
Gretchen (errötet etwas u. schaut ihn verlegen an): Ja, schon.
Marc (kommt mit Lilly näher an die Wanne heran): Na also!
Lilly (sieht Gretchen bettelnd an, die ihrerseits Marc für seine Aufmerksamkeit gerührt anhimmelt): Oh bitte, bitte, darf ich, Gretchen?
Gretchen (löst sich von Marcs anziehenden Augen u. reicht Lilly lächelnd die Wassertüte): Sicher! Aber sei bitte vorsichtig, Lilly, Bärchen.

Ehrfürchtig nahm Lilly die kleine Tüte entgegen, hielt sie einen Moment lang hoch und betrachtete fasziniert deren Inhalt, dann ging sie in die Knie und beugte sie sich damit über den Badewannenrand. Sie löste ganz vorsichtig mit Marcs Hilfe den Knoten und ließ den Goldfisch schließlich mit einem großen Wasserklatscher, der alle drei kreischend zurückweichen ließ, frei. Mit großen Augen beobachtete das neunjährige Mädchen nun, wie er seine ersten Bahnen in der überdimensional großen Wanne schwamm...

Lilly: Schwimm, Paul Anka, schwimm!

Marc konnte sich sein Lachen nicht verkneifen und legte seinen Arm um Gretchens Taille, um sie näher an sich heran zu ziehen. Sie kuschelte sich glücklich an ihn heran und beobachtete gerührt das begeisterte Mädchen.

Marc: Findest du das nicht etwas albern mit der Wanne?
Gretchen (kuckt ihm frech in die funkelnden grünen Augen): Nein! Dann musst du mir eben noch ein Aquarium für die Diele basteln.
Marc (zieht ungläubig eine Augenbraue nach oben): Sonst noch was?
Gretchen (grient ihn an): Vorerst nicht, nein! Es sei denn, du schenkst mir doch noch ein süßes Kätzchen.
Boah dieser Frechdachs! Na warte!
Lilly (begeistert von der Idee): Au ja!
Marc (kontert geschickt u. ergötzt sich an Gretchens perplexen Gesicht): Die würde sich sicherlich über den Fisch freuen.
Lilly (macht große entsetzte Augen): Neiiin!
Gretchen (blitzt den unmöglichen Kerl tadelnd an u. legt ihre Hand beruhigend auf Lillys Schulter): Maaarc! Dann... eben... nicht!
Geht doch!

Der feixende Oberarzt schmunzelte nur über die beiden Mädels, zog seine eine beleidigte Schnute ziehende Freundin wieder in seine Arme und gab ihr endlich den verdienten Begrüßungskuss, der genüsslich beiderseits ausgekostet, aber auch gleich wieder durch nerviges Türklingeln unterbunden wurde. Nur widerwillig löste sich das innige Paar voneinander, während Lilly sich weiterhin über den Goldfisch erfreute.

Gretchen: Das wird der Pizzaservice sein.
Marc: Ich mach das.

Marc zwinkerte Gretchen noch zu und verließ anschließend das Badezimmer. Die beiden Mädels schauten dem kleinen Goldfisch, der sich pudelwohl in der großen Wanne fühlte, noch eine Weile beim Schwimmen zu. Dann zog der Geruch von köstlich duftender Pizza auch sie beide zurück ins Wohnzimmer. Gierig verschlangen die drei ihr Abendbrot. Gesprochen wurde nicht viel. Obwohl doch eigentlich schon. Aber bei Lilly Kaan kamen die beiden Erwachsenen einfach nicht zu Wort. Sie plapperte ununterbrochen über das, was sie heute Nachmittag in Marcs Abwesenheit gemacht hatten, über ihren tollen Papa, die neue Wohnung und ihr neues riesiges Kinderzimmer, das auch so rosa wie Gretchens’ werden sollte, über die anstehende Reha ihrer Mama, darüber wie sehr sie sich schon auf die Winterferien, die morgen beginnen würden, freute und dass sie auch unbedingt einen Goldfisch haben wollte. Gretchen und Marc konnten gar nicht anders, als laut aufzulachen. Lilly stimmte schließlich auch kichernd mit ein.

Es wurde noch ein schöner gemütlicher Abend mit den drei, die aus einer von Gretchens Umzugskisten ein paar Decken und weiche Kissen herausgekramt und sich damit in Kaminnähe eingemummelt hatten. Mangels Fernseher hatte Marc noch seinen Laptop hoch geholt und eine für diesen Abend sehr passende DVD wurde eingeworfen. Gretchen hatte sogar noch ein paar Kerzen auf dem Kaminsims angezündet, um eine stimmige Atmosphäre zu schaffen. Dann wurde gruppengekuschelt und ins Pixar-Paradies abgetaucht. „Nemo“ wurde gefunden. Und es folgte noch der obligatorische Kontrollanruf von Lillys Papa, der wissen wollte, ob seine kleine Maus denn schon in den Federn lag. Aber ihr freches Kichern im Hintergrund hatte Lilly schnell verraten.

Während Gretchen noch ein bisschen mit Mehdi am Telefon schwatzte, brachte Marc dessen Tochter ins Bett. Sie hatte darauf bestanden, dass nur er das machen sollte. Und so hatte sich der Grummel widerwillig seinem schweren Schicksal ergeben und hockte nun neben der süßen Maus in Gretchens Prinzessinnenbett und musste sich mal wieder mehr schlecht als recht eine Geschichte aus den Fingern saugen. Doch der Frechdachs wollte ihm offenbar nicht recht zuhören. Vielmehr musterte Lilly ihr Gegenüber ganz akribisch, was Marc ziemlich aus dem Konzept brachte...

Marc (patzig): Was?
Lilly (zuckt ertappt zusammen, senkt ihren Blick, der gebannt an seinen Lippen gehangen hat, u. zieht sich die rosa Bettdecke über ihren Hanna-Montana-Schlafanzug, zögert zwei Sekunden u. traut sich dann doch, leise etwas zu fragen): Duuu?
Marc (runzelt misstrauisch die Stirn): Sag mal, willst du nicht endlich mal pennen. Dein Dad ist schon ziemlich sauer, dass du um die Zeit noch um uns herumwuselst.
Lilly (der Trotzkopf lässt grüßen): Ich will aber noch nicht schlafen. Können wir nicht noch einen Film kucken? Oh bitte Onkel Marc!
Marc (verdreht genervt die Augen): Nix da! Neunjährige sollten um neun schon in der Koje liegen. Also!
Lilly (kontert schlagfertig u. bettelt): Das tue ich ja schon. Aber es sind doch Ferien. Bitte, bitte!
Marc (weiß sich bald nicht mehr zu helfen): Nein! Jetzt wird geschlafen. Basta! Schluss! Aus! Du weißt doch, dass ihr morgen noch eine lange Fahrt vor euch habt. Und du willst doch nicht, dass der Papa sich ärgert?
Lilly (sieht es endlich ein u. dreht sich schmollend auf die Seite): Nein.
Na endlich! Halleluja!
Marc (schnauft erleichtert auf u. will von ihrem Bett aufstehen, wird aber plötzlich an der Hand gepackt u. zurückgezogen): Gut, dann... Eh! Was wird das?
Lilly (blickt ihn hoffend an): Du Marc, kann die Mama dann wirklich wieder ohne Hilfe laufen?
Marc (seufzt auf u. setzt sich wieder auf die Bettkante u. schaut Annas Tochter eindringlich an): Jep! So sieht’s aus.
Lilly: Wie viel Prozent?
Marc (schmunzelt): Hundert!
Lilly (richtet sich noch einmal auf u. kuschelt sich glücklich an ihren Helden): Danke!
Marc (ihm ist das sichtlich unangenehm): Ach, das... Ich hab doch gesagt, deine Mutter ist taff. Die schafft das.
Lilly (schaut ihn mit ihren großen rehbraunen Augen an): Und dein Papa?
Marc (versteht nicht ganz): Bitte?
Lilly: Warum ist dein Papa so traurig, Marc?
Wie kommt sie denn darauf? War das so offensichtlich? Scheiße eh!
Marc (sichtlich perplex wegen Lillys Frage): Der ist nicht traurig. Der kann froh sein, dass... Ääähhh... Nein, ihm geht’s gut. ... Soweit.
Hoffe ich.
Lilly (legt sich beruhigt wieder hin u. kuschelt sich in ihre Decke): Gibst du ihm einen Gute-Nacht-Kuss von mir?
Marc (verdreht die Augen u. klappt den Mund auf): Was? Äh... nein!
Lilly: Wieso?
Marc: Weil... weil echte Männer so was nicht machen. Klar soweit?
Lilly: Wieso? Und unechte wohl schon oder was?
Boah! Diese kleine neunmalkluge Kröte. Die ist ja schlimmer als ihr nerviger Erzeuger.
Marc (grinst): Klar, brauchst ja nur mal deinen Vater anschauen. Der ist auch so rührse...
Lilly (plappert munter dazwischen u. verteidigt ihren supertollen Papa): Der ist echt!
Tzz... Das glauben auch nur die Weiber in seiner Umgebung.
Marc (hat genug von den Albernheiten): Jetzt wird aber mal geschlafen, Lilly. Verstanden!
Lilly (bettelt ihn an): Nur noch die Geschichte zu Ende erzählen. Bitte, bitte, bitte!
Marc (ärgert sich selbst darüber, dass er ihr nichts abschlagen kann): Du bist echt eine kleine Nervensäge, weißt du das.
Lilly (steckt ihm frech die Zunge raus u. kichert): Ich will doch nur wissen, wie die hübsche blonde Prinzessin dem bösen Werwolf entkommen ist und ob sie dann auch ein Vampir geworden ist so wie der coole Prinz aus dem fremden Land.
Herrje, noch mal! Worauf hab ich mich hier nur eingelassen? Kaan wird leiden, aber so was von!

Die Vampirgeschichte, mit welcher der Chirurg an Weihnachten auf der Kinderstation im EKH schon einmal geglänzt hatte, hatte es Lilly offenbar angetan. Dank seiner Mutter und den letzten Kapiteln ihrer albernen Schmonzettensaga wusste Marc sich also zu helfen. Er räusperte sich noch einmal und begann dann erneut mit seiner für Lilly äußerst spannenden Erzählung. Wieso waren die kleinen Biester von heute eigentlich so anspruchsvoll, dachte der Vampirflüsterer dabei und holte weit aus, um die Geschichte zu untermalen. Doch siehe da, es dauerte keine zehn Minuten, da war die neugierige Maus auch schon selig eingeschlafen. Der Tag mit Gretchen war dann wohl doch anstrengend genug gewesen, schmunzelte Marc erfreut, strich seinem Schützling noch eine verirrte Strähne aus ihrem süßen Gesicht und stand leise vom Bett auf und löschte das Licht. Gretchen wollte gerade nach den beiden schauen, als Marc die Tür vom Gästezimmer hinter sich schloss und ihr den schmalen Flur entgegenkam. Sie flüsterten.

Gretchen: Schläft sie schon?
Marc (verdreht erleichtert die Augen): Zum Glück ja.

Hach... Marc wäre so ein toller Papa. ... Gretchen! Heute übertreibst du’s aber mal wieder. ... Jaaahaaa! Aber die beiden waren so süß zusammen. Hach... Ich wünschte... Nein, das ist albern.

Der attraktive Mann hakte sich bei seiner vor Stolz strahlenden Freundin ein und die beiden gingen zusammen zurück ins Wohnzimmer, wo Gretchen als nächstes die stehen gebliebenen Teller vom Abendessen zusammenräumte und in die Spülmaschine stellte. Marc war derweil nach draußen gegangen, hatte sich eine Zigarette angezündet und schaute nachdenklich über das abendliche Berlin. Gretchen zog sich eine Jacke über und folgte ihm nach einer Weile auf die Terrasse. Von hinten schmiegte sie sich an seinen muskulösen Körper und platzierte ihr Kinn auf seine Schulter. Wange an Wange standen sie nun da und blickten über die angrenzenden Dächer. Ihr warmer Atem stieg empor in den sternenklaren Himmel. Einzelne Schneeflocken purzelten herab. Marc zog eine Hand von ihr nach vorn und hielt sie fest umschlossen. Einen Moment lang standen sie so da und hielten sich einfach nur stumm fest. Dann ergriff Gretchen leise das Wort. Sie hatte bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmte, aber wegen Lilly hatte sie sich noch nicht getraut, ihren Schatz darauf anzusprechen.

Gretchen: Was ist los, Schatz? Was macht Olivier hier? Wieso hast du ihn nicht mit Elke nach Hause gefahren?
Marc (zögert erst, dann spricht er doch leise): Ich war nicht in Grunewald.
Gretchen (verwundert): Nicht? Was ist denn passiert? Was ist mit Elke?
Marc: Wenn ich das nur wüsste.

... murmelte Marc leise schulterzuckend und versuchte Oliviers Worte in seinem Kopf zu verdrängen. Er zog noch einmal kräftig an seiner Kippe und drückte sie anschließend im Ascher aus, der auf der Balustrade stand. Dann drehte er sich zu seiner sichtlich besorgten Freundin um, blickte ihr lange in ihre strahlendblauen Augen, die ihn zu ergründen suchten, streichelte zärtlich über ihre von der Kälte leicht gerötete Wange und küsste sie schließlich sanft auf den Mund. Das war genau das, was er jetzt brauchte. Doch Gretchen verzog angewidert ihren Mund und löste sich gleich wieder. Sie mochte es nicht, wenn Marcs Lippen so sehr nach Zigaretten schmeckten...

Gretchen: Wann hörst du endlich damit auf?
Marc (seufzt augenrollend): Wenn das Chaos vorbei ist.
Gretchen (verdreht nun ihrerseits ihre Augen): Also nie.

Marc schmunzelte nur über ihren Kommentar, weil sie damit gerade heute so was von Recht behielt. Er zog Gretchen fest in seine Arme, tänzelte mit ihr einmal im Kreis über die Dachterrasse und ging schließlich mit ihr Arm in Arm zurück in die warme Stube, während Prof. Dr. Dr. Olivier Meier sechs Etagen tiefer in der Noch-Wohnung seines Sohnes unruhig auf und ab wanderte. Wie so oft in den vergangenen Stunden, die ihm wie Tage vorkamen, hielt er sein Handy in der Hand, schaute darauf, zögerte und wählte anschließend eine Nummer. IHRE Nummer! Und wieder antwortete nur eine freundliche Frauenstimme, aber nicht IHRE rauchige wohlklingende sexy Stimme, am anderen Ende der Leitung, dass die Person, die man zum gefühlt tausendsten Mal zu erreichen versuchte, momentan nicht zu erreichen wäre. Wütend schmiss er sein Telefon nach dem zehnten Versuch in einer Stunde auf den Tresen der Küche, stützte sich mit beiden Händen darauf ab und fluchte laut auf. Wie konnte das alles nur sein, fragte sich der weltbekannte Starchirurg verzweifelt und ließ sich schwerfällig auf einen der Barhocker fallen und fuhr sich durch seine schon reichlich zerzausten Haare. Seine Stirn lag in tiefen Falten. Seine dunkelgrünen Augen wirkten unendlich traurig und enttäuscht und wütend zugleich. Die Situation war einfach zum Verrücktwerden. Wieso nur? Er bekam es einfach nicht in seinen Kopf. Und ehrlich gesagt, wollte er es auch nicht verstehen. Zum Glück gab es Ablenkung. In Form edelster schottischer Destillierkunst. Trotz unübersichtlichem Umzugschaos, das dem Chaos in seinem Kopf ziemlich nahe kam, war die Minibar seines Sohnes noch immer reichlich gefüllt. Vielleicht würde ein Whiskey ihm Linderung verschaffen. Doch die Herzschmerzen blieben. Sie würden immer bleiben. Er hatte dieses Gefühl so satt. Jahrelang hatte er es in sich getragen. Dabei hatte er doch geglaubt, es endlich für immer in die hinterste Ecke seiner Erinnerungen verbannt zu haben. Aber die alte Wunde war wieder aufgebrochen. Wieso hatte sie das getan? Wieso nur? Warum konnte sie ihn nicht lieben?

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.349

31.12.2011 01:13
#1202 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nun ist es also soweit. Es wird Zeit Good Bye zu sagen! Das hier ist die allerletzte Folge.

In diesem Jahr. Keine Bange, auch 2012 geht es hoch motiviert weiter. Dank euch, meinen Hauptantriebskräften, um die Story aufrecht zu halten. Danke für eure Treue! Ich hab euch wahnsinnig lieb und wünsche euch schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Und viel Spaß jetzt mit dieser eher nachdenklichen, aber am Ende auch sehr süßen Episode, weil ihr die drei so gerne zusammen seht. Nicht Andie? Bussi, eure Lorelei



Marc und Gretchen hatten sich in der Zwischenzeit auch bettfertig gemacht und lagen nun eng umschlungen in ihrem großen weichen Bett im Dachgeschoss. Das Licht war gedimmt. Es war still. Nur der andauernde Regen trommelte gegen das große Panoramafenster und gab ein Solokonzert. Marc, der hinter seiner Freundin lag und einen Arm um ihre schlanke Taille geschlungen hatte, beobachtete gedankenverloren die einzelnen Wassertropfen, wie sie ganz langsam die große klare Scheibe hinunter glitten, sich in der Mitte trafen, miteinander verschmolzen oder auseinander gingen. Das Fenster wirkte wie ein Spiegel auf ihn. Ein Spiegel seiner Seele. Nur der blonde Engel in seinen Armen, der seine Mimik in der Fensterscheibe eindringlich studierte, ließ seinen Kummer für einen Moment erblassen, den er definitiv verspürte, aber eigentlich nicht zulassen wollte. Denn er war es einfach leid.

Sanft drückte der bedrückte junge Mann seiner süßen Freundin einen Kuss aufs goldig schimmernde Haar und vergrub sein Gesicht anschließend in ihrer Halsbeuge, roch ihren betörenden Geruch, schmeckte ihre samtene Haut und schloss seine müden Augen. Gretchen lächelte und wand ihren Kopf etwas nach vorn. Marcs Bartstoppeln kitzelten sie. Liebevoll drückte sie seine Hand, die auf ihrem Bauch ruhte. Marc verschränkte seine Finger mit ihren und lehnte sich noch näher an ihren warmen Körper heran. Er fühlte sich wohl, sie sich geborgen. Eine ganze Weile lagen sie einfach nur so da. Wange an Wange. Hand an Hand. Körper an Körper. Bis Gretchens liebliche Stimme schließlich die bedrückende Stille durchbrach, die auf ihrem Schlafzimmer und ihren Herzen lag...

Gretchen: Wieso hat sie das getan?
Marc (schnauft an ihren Hals auf u. löst sich etwas von ihr): Ich weiß es nicht und ehrlich gesagt, will ich es auch nicht wissen.
Gretchen (seufzt traurig vor sich hin): Können wir irgendetwas für ihn tun? Ich fühle mich nicht wohl dabei, ihn dort unten allein zu lassen.
Marc (lächelt über Gretchens herzensgutes Wesen): Er wollte es so. Er will alleine sein. Ich konnte ihn gerade noch davon abhalten, in die Villa zu fahren. Der letzte Ort, wo er jetzt sein sollte.
Gretchen (nickt verständnisvoll u. dreht sich in seinen Armen, um ihn ansehen zu können): Lass uns morgen früh alle zusammen unten frühstücken. Lilly bringt ihn sicherlich auf andere Gedanken.
Marc (unschlüssig brummt er vor sich hin): Mhm.
Gretchen (streift zärtlich über seine Wange u. schaut ihm dabei tief in die Augen; sie spürt seine Traurigkeit): Wie geht’s dir dabei?
Marc (schnauft wieder auf, dreht sich auf den Rücken u. richtet seinen Blick kurz an die Decke): Bei ihr muss man eben mit allem rechnen. Ich kenne es nicht anders von ihr. Obwohl nein, das... das hier... Ich hab echt keinen Schimmer, was plötzlich in sie gefahren ist. Dabei dachte ich eigentlich, nach dem ganzen peinlichen Theater auf dem Kreuzfahrtschiff und Weihnachten bei deinen Eltern wäre sie endlich bereit. Für ihn.
Gretchen: Das dachte ich eigentlich auch. Wieso gibt sie ihm dann das Versprechen auf dem Eifelturm, wenn sie es nicht wirklich ernst gemeint hat? Und dann der Honeymoon. Oli war so glücklich. Sie schienen beide so glücklich. Auch am Telefon. Ich habe erst vor zwei Tagen noch mit ihr gesprochen. Wegen dem Hochzeitsgeschenk für Sabine, weißt du. Und sie schien völlig normal zu sein.
Marc (kleinlaut): Meine Mutter war noch nie normal.

Gretchen (den Tränen nah): Das alles kann man doch nicht einfach so wegwerfen. Aus einer Laune heraus.
Marc (streicht ihr eine verirrte Träne aus dem Augenwinkel u. sieht sie liebevoll an): Ich weiß.
Gretchen (schnieft u. blickt ihn hoffend an): Und wenn du noch mal mit ihr redest?
Marc (rutscht zum Kopfende des Bettes hoch u. wirft theatralisch seine Arme in die Luft): Wie denn? Mit ihr kann man nicht reden. Sie geht nicht an ihr verdammtes Telefon. Ich hab’s schon an die hundert Mal versucht. Und vorhin am Flughafen, als ich das Häufchen Elend aufgegabelt habe, hätte ich fast das nächste Flugzeug gechartert und wäre zu ihr geflogen und hätte ihr ordentlich die Meinung gegeigt, wie beschissen ich ihr Verhalten finde. Aber wo hätte ich anfangen sollen zu suchen, hmm? Sie ist weg. Einfach so. Von einer Minute auf die andere. Wahrscheinlich hat sie irgend so einen Gigolo kennengelernt, wahrscheinlich zwanzig Jahre jünger als sie, als Dad kurz auf Stippvisite in Berlin war, du weißt schon, wegen Annas OP und dem Jobangebot an der Charité, und ist mit dem nun über alle Berge. Keine Verpflichtungen. Freie Liebe. Weiß der Geier.
Gretchen (blickt ihn schockiert an u. rutscht zu ihm hoch): Das glaube ich nicht. Sie hat Oli doch geliebt. Sie liebt ihn.
Marc (sarkastisch): Du vergisst, dass meine Mutter die Liebe etwas anders auslegt als der Normalsterbliche. Aber vielleicht war es einfach besser so. Kurz und schmerzlos.

Der arme Olivier! Ich verstehe Elke einfach nicht. Wenn Marc das nicht mal kann.

Gretchen (lehnt sich geknickt zurück u. zieht ihre Bettdecke bis an ihr Kinn hoch, weil ihr plötzlich kalt geworden ist): Was stand noch mal genau in dem Abschiedsbrief?
Marc (hat genug davon u. will nichts mehr hören): Oh bitte, Gretchen!
Gretchen (dreht sich zur Seite u. sieht Marc eindringlich an): Ich will sie doch nur verstehen.
Marc: Meine Mutter kann man nicht verstehen, so sieht es nämlich aus. Oder wie würdest du das deuten? Sie schickt Dad noch schnell in diese eine Boulangerie am anderen Ende der Stadt, weil sie unbedingt so ein ganz bestimmtes beschissenes Croissant essen will und hinterlässt nichts weiter als eine leere Suite und einen winzigen Zettel: „Leb wohl, mi corazón. Ich werde die schöne Zeit mit dir niemals vergessen, aber es geht nicht mehr. Ich kann nicht. Es tut mir leid. Gib Marc einen Kuss von mir. Irgendwann werdet ihr mich verstehen. In Liebe. Dein Mokkatörtchen.“
Gretchen (korrigiert ihn besserwisserisch): Mokkapralinchen!
Marc (funkelt sie an u. stupst ihr an ihr süßes Stupsnäschen): Das ist doch scheißegal. Von mir aus kann er sie auch Bienenstich oder Salzstange nennen. Das hat sich jetzt eh erledigt.
Irgendwann würden wir es verstehen. Was hat das zu bedeuten?
Gretchen (kann einfach nicht loslassen u. macht sich so ihre Gedanken): Ich weiß nicht. Ich habe einfach ein ungutes Gefühl bei der Sache. Da stimmt doch was nicht. Sie kann doch nicht einfach so gehen. Ohne jede Erklärung oder Hinweis, wo sie jetzt steckt.
Marc (sieht seinen Engel, der trotz alledem immer noch an das Gute im Menschen glaubt, verliebt an): Haasenzahn, lass einfach gut sein, ja.
Gretchen: Aber...
Marc (verschließt ihre Lippen mit seinem Zeigefinger u. beugt sich zu ihr rüber): Sssht! Klappe jetzt!

Und eine Sekunde später hatte Marc ihr süßes Plappermäulchen mit einem atemberaubenden Kuss versiegelt. Minutenlang schmusten und streichelten sich die beiden und ließen dabei die vorangegangene traurige Stimmung zumindest für den Moment vergessen. Marcs feurige Lippen hatten sich gerade in Gretchens Halsbeuge vergraben und seine Zunge zog dort magische Kreise, während seine Hände langsam unter ihr rosagestreiftes Pyjamaoberteil wanderten, als Gretchen mit dem letzten Funken Verstand, der sich noch nicht abgeschaltet hatte, versuchte, diesen gemeinen Verführungsversuch ihres Freundes zu unterbinden...

Gretchen (flüstert): Nicht Marc! Wir sind nicht allein.
Marc (macht unberührt weiter mit seinem Tun u. wandert mit seinen Lippen zu ihrem aufregenden Dekolletee, das unter ihrem rosa Pyjama hervorblitzt): Ach die schläft doch tief und fest. Ich selbst hab dafür gesorgt.
Gretchen (schafft es, seine freche Hand unter ihrem Pyjama weg zu schlagen): Und wenn sie doch wach wird? Ich will nicht noch mal in so eine Situation geraten.
Marc (stutzt, hebt seinen Kopf u. sieht seine Freundin verdutzt an, deren Wangen eine gesunde Hautfarbe angenommen haben): Noch mal? Was? Hab ich was verpasst?
Oh nein! Peinlich!
Gretchen (sieht ihn eindringlich an u. wird immer röter beim Gedanken an damals): Egal!
Marc (richtet sich nun ganz auf u. schnappt hörbar nach Luft, als er endlich schnallt, was sie ihm mitzuteilen versucht): Sag jetzt nicht, sie hat euch damals...?
Definitiv zu viel Information, Alter!
Gretchen (senkt verlegen ihren Blick): Na ja, so gut wie, ja.
Ich male mir mal lieber nicht aus, was passiert wäre, wenn Lilly fünf Minuten später reingekommen wäre. Oder fünf Minuten früher! Aaaahhh!!!
Marc (verzieht sein Gesicht): Äh... Erspar mir bitte die Details!
Gretchen: Und du ersparst uns eine Menge Ärger, wenn du... Eh! Was...was machst du denn da? Maaarc!

Doch Marc Meier dachte nicht im Traum daran, mit seinem gefährlichen Spiel aufzuhören. Denn er hatte schon längst Feuer gefangen. Jeder Zentimeter nackte Haut, den seine Fingerkuppen unter ihrer lästigen Kleidung erfühlten, entfachte es nur noch mehr. Und so verdrängte er schnell die leidige Zwei-Wochen-Beziehung zwischen Lillys Vater und seinem Haasenzahn, senkte seinen Kopf wieder herab an ihren Nacken und machte sich gleichzeitig an den Knöpfen ihres Satinhemdchens zu schaffen. Jeden freigelegten Millimeter Haut berührte er nun mit seinen weichen Lippen, was Gretchen aufseufzen und ihre Augenlider flackern ließ. Ihr Widerstand bröckelte, was ihr charmanter Verführer zufrieden registrierte...

Marc: Wenn du dich mit dem Stöhnen etwas zurückhalten würdest, wird sie nichts mitbekommen. Sie ist unten im hintersten Zimmer.
Gretchen (wird schwach): Ja, schon, aber... Oooohhh!!!

Gretchen wollte gerade noch etwas erwidern, als ihrem verführerischen Erdbeermund ein tiefer Seufzer entfuhr. Marcs freche Finger hatten ihren Busen frei gelegt, den er nun begierig mit Küssen benetzte. Ein berauschendes Gefühl. Sowohl für das Opfer, als auch den Täter. Dieser hob seinen Kopf ein wenig an und grinste seinen erregten Engel nun amüsiert an...

Marc: Das nennst du leise?
Gretchen (öffnete ihre Augen u. blitzte den unverschämten Kerl feurig an): Halt die Klappe, Marc, und mach weiter!

Marc leistete keinen Widerstand, sondern im Gegenteil, er freute sich diebisch, als Gretchen als nächstes seinen Kopf packte und ihn wieder zu sich hoch zog und dann stürmisch ihre Lippen auf die seinen presste. Sie hatte ihren Casanova zur Seite geschupst und sich auf ihn gelegt und küsste ihn nun mit feuriger Hingabe. Doch plötzlich löste sie sich von dem aufregenden Mann und blickte atemlos auf. Marc öffnete irritiert seine Augen und schaute seine Freundin an...

Marc: Was ist?
Gretchen (dreht ihren Kopf in Richtung Treppe, die in den Wohnbereich führt): Da war ein Geräusch.
Marc (legt seine Hand in ihren Nacken u. will sie wieder zu sich herunterdrücken). Quatsch! Da war nichts. Das ist der Sturm draußen.
Gretchen (beugt sich wieder zu ihm herab, hält aber erneut inne u. richtet sich nun ganz auf): Ja, wahrschein... Da! Schon wieder.

Jetzt hörte Marc es auch und ließ seinen Kopf seufzend zurück aufs Kopfkissen fallen. Das war’s dann wohl mit der Einweihung des Schlafzimmers gewesen, dachte er. Das hatte er sich irgendwie anders vorgestellt. Gretchen knöpfte schnell ihr Pyjamaoberteil wieder zu, als das seltsame Knarren von Holz erneut zu hören war. Dann vernahm das innige Paar auch noch tapsige Schritte. Marc hatte als Erster erkannt, wo diese herkamen und drehte seinen Kopf instinktiv in Richtung Treppe, wo nun tatsächlich ein kleiner Schatten auf der obersten Stufe auftauchte. Marc tauschte mit Gretchen, die mittlerweile vor Scham rot angelaufen war und mit den Händen einen Zipfel Bettdecke fest umklammerte, vielsagende Blicke aus und schaute wieder nach vorn zu dem wandelnden Meter...

Marc: Na, wer schleicht sich denn hier heimtückisch heran?

Gretchen blickte die kleine Person vor der Holztreppe nun ebenfalls schmunzelnd an. Lilly sah einfach so süß aus, wie sie ganz verlegen einen nackten Fuß neben den anderen setzte, sich kaum traute aufzuschauen, sich am Treppengeländer festklammerte und auf ihrer Unterlippe herumkaute. Marc, der bei ihrem Anblick theatralisch die Augen verdrehte, ergriff schließlich die Initiative und lockte die süße Maus in dem lilafarbenen Hanna-Montana-Schlafanzug mit einer lockeren Handbewegung zu sich...

Marc: Ja, was stehst du da so rum, hmm? Komm mal her!

Vorsichtig schaute das neunjährige Mädchen auf, blickte vergewissernd zu Gretchen, die ihr freundlich lächelnd zunickte, und schlich nun schüchtern an das riesige mit weißer Bettwäsche bezogene gemütliche Bett heran. Ihre blonde Babysitterin hatte sich nun auch aufgerichtet, strich ihre zerzauste Lockenmähne zurück und schaute zwischen Marc und Mehdis Tochter hin und her...

Gretchen: Kannst du nicht schlafen, Lilly?
Lilly (schüttelt verlegen den Kopf): Nein! Überall knackst und knarrt es so komisch.
Gretchen (sieht sie aufmunternd an): Ach Schatz. Das ist doch nur der Wind draußen, der ums Dach fegt. Daran muss ich mich auch noch gewöhnen. Willst du zu uns unter die Decke kommen, hmm?

Noch ehe Marc Protest einlegen konnte, hatte Gretchen auch schon die gemeinsame Bettdecke angehoben. Lilly strahlte glücklich über das ganze Gesicht und kroch flink in die Mitte zwischen die beiden. Der Macho zuckte zusammen und wirkte sichtlich überrumpelt von dem Manöver...

Marc: Eh du hast kalte Füße.
Lilly (schaut ihn mit ihren großen rehbraunen Kulleraugen an u. igelt sich neben ihn zusammen): Tschuldigung.
Marc (fassungslos zu Gretchen): Äh... was wird das hier?
Gretchen: Lass sie doch, Schatz! Wenn sie sich so wohler fühlt.
Lilly (kuschelt sich an Gretchens glänzenden Satin-Pyjama): Ja, so ist’s schön.
Marc (legt sich widerwillig daneben u. funkelt seine über beide Backen grinsende Freundin an): Aber... So hab ich mir unsere erste richtige Nacht in der neuen Wohnung nicht vorgestellt.

...flüsterte er Gretchen noch eingeschnappt zu. Diese grinste nur schelmisch und legte ihren Arm um Lillys kleinen Körper. Die süße Maus hatte ihre Augen schon geschlossen.

Gretchen: Wenn ich mich recht entsinne, dann ist das nicht ganz die erste.
Boah! Jetzt wird sie auch noch frech.
Marc (blitzt sie aus feurig schimmernden Augen an): Aber die erste offizielle... mit Bett... und so.
Gott, er ist so anbetungswürdig. Und wie Lilly neben ihm liegt. Hach... süüüüsss!!!
Gretchen (streckt ihren Arm aus, um Marc über die Wange zu streicheln): Ach Schatz, du bist süß. Kuck mal! Lilly ist schon eingeschlafen. Du hast also keine andere Wahl.
Na super! Oh!

Ungläubig blickte der Machooberarzt auf das kleine Mädchen neben sich, das im Schlaf gerade die Position wechselte und sich nun an sein M-Shirt klammerte, das er zum Glück vorhin noch übergezogen hatte. Ein kleines Lächeln stahl sich unweigerlich auf seine Lippen, das auch Gretchen gerührt zur Kenntnis nahm. Er strich Lilly sanft über den Kopf und senke auch sein Haupt zurück auf das weiche Kissen. Gretchen machte es ihm gleich und legte ihren Arm um Lillys und Marcs Körper. Sie strahlte ihren Liebsten an. Er erwiderte ihr zauberhaftes Lächeln und gab ihr noch einen sanften Gute-Nacht-Kuss auf den Mund. Dann schloss auch er seine Augen und umarmte die beiden Mädels beschützend. Zumindest gab es noch Dinge im Leben, die das Leben liebenswert machten, dachte er. Und so vergaß der Sohn der Starautorin Elke Fisher zumindest für diesen Moment die leidige Geschichte mit seiner durchgeknallten Mutter. Ein anderer konnte das nicht so leicht. Olivier Meier lag noch lange wach auf dem weißen Schlafsofa seines Sohnes, bis auch ihn irgendwann mitten in der Nacht der Schlaf ummantelte.

Lorelei Offline

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01.01.2012 14:36
#1203 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Happy New Year, ihr Lieben! Ich hoffe, ihr seid alle auch gut reingerutscht. Es geht weiter, aber heute an anderer Stelle. Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem. Liebe Grüße, Lorelei




Während die meisten Berliner gerade mehr oder weniger friedlich den Schlaf der Gerechten gefunden hatten, stolperte zu dieser späten Stunde ein verliebtes Paar noch beschwingt und turtelnd durch die menschenleeren Gassen der deutschen Hauptstadt. Immer wieder blieben die beiden stehen, um sich innig ihre gegenseitige Zuneigung zu zeigen. Mal mehr, mal weniger intensiv und gefühlvoll, gehaucht und flüchtig, dann wieder leidenschaftlich bis stürmisch, so dass selbst die zarten Schneeflocken, die leise vom Nachthimmel herabrieselten, auf ihren Nasenspitzen schmolzen.

Endlich hatten sie ihr Ziel erreicht. Wobei, wenn man es genau betrachtete, nicht ganz. Denn der charmante junge Mann, der noch ganz berauscht von dem schönen Abend mit seiner hübschen Begleiterin war, den er mit ihr, einem verrückten schwulen Amerikaner und zahlreichen weiteren Tanzwütigen in dem angesagtesten Berliner Salsaclub verbracht hatte, hatte eigentlich etwas anderes im Sinn gehabt. Doch seiner Schusseligkeit sei Dank standen sie nun eng umschlungen vor der Haustür seiner Freundin. Trotz dieser unerwarteten Planänderung konnte es ihrer aufgelösten Stimmung keinen Abbruch tun. Im Gegenteil.

Seit einigen Minuten, die sie küssenderweise vor diesem unsanierten Hochhaus verbrachten, war aus der nicht enden wollenden Euphorie und Leichtigkeit, die noch von ihrem stundenlangen Tanzen herrührte, ein anderes Gefühl erwachsen. Ein noch viel intensiveres, berauschenderes, das zunehmend Besitz von ihnen ergriff. Tiefes Verlangen und unendliche Begierde nämlich, der sie unbedingt sofort und auf der Stelle nachkommen wollten. Längst hatten sich seine feinfühligen Hände unter ihrem Mantel vergraben, so wie ihre unter seinem, während sie sich hingebungsvoll küssten, ja, fast gegenseitig verschlangen, und ihre beiden Zungen den wilden lateinamerikanischen Tanz fortführten, den sie an diesem wundervollen Abend unzählige Male getanzt hatten, wofür sie neidvolle Blicke geerntet hatten, im speziellen von einem stolzen Tanzlehrer, der nur allzu gern mit der jungen Dame getauscht hätte. Das erotische Prickeln, welches das Liebespaar da schon verspürt hatte, hatte sich mittlerweile in lodernde Lava verwandelt. Sie konnten einfach nicht von einander lassen. Es ging einfach nicht. Sie mussten sich berühren, fühlen, küssen.

Und so blieb die verschmutzte und mit Graffitis beschmierte Haustür auch nach zwanzig Minuten, die sie nun schon davor standen, ungeöffnet. Auch von dem eisigen Wind, der das knutschende Paar begleitet von einzelnen Schneeflocken umwehte, spürten sie nichts. Sie spürten nur einander. Ihre gegenseitige Wärme, ihre heißen Lippen, ihre streichelnden Hände, ihre glühenden Körper, ihre wild pochenden Herzen, ihre Liebe und Sehnsucht nacheinander. Dieser letzte Abend vor ihrer zweiwöchigen Trennung sollte einfach unvergesslich werden und das wurde er. Zumindest bis jetzt.

Erst als der Schnee immer mehr in Regen überging und sie die kalten Wassertropfen auf ihren Wangen vernahmen, wachten sie endlich aus ihrem kleinen Paradies auf, in das sie sich in den letzten Minuten selbst katapultiert hatten. Die beiden lachten auf. Zwei Paar leuchtende braune Augen trafen aufeinander, verfingen sich. Sie kommunizierten blind. Gabi Kragenow, deren sexy schwarzes Minikleid unter ihrem Mantel hervorblitzte, kramte in ihrer kleinen Handtasche nach dem Schlüssel und öffnete schließlich die sperrige Haustür. Mehdi Kaan hielt sie seiner schönen Freundin wie ein Gentleman der alten Schule auf. Doch kaum war sie ins Schloss gefallen, erwachte Don Juan wieder zu Leben und presste die Schönheit gegen die nun geschlossene Tür und versiegelte ihre Lippen mit einem atemberaubenden Kuss, der Gabi einmal mehr den Boden unter den Füßen wegzog.

Keiner der unzähligen Frösche, die sie in ihrem Leben geküsst hatte, hatte bei ihr je solch einen Vulkan berauschender Glücksgefühle ausgelöst. Und das allein vom Küssen. Der Erfinder dieser äußerst aufregenden Tätigkeit konnte nur das hier dabei im Sinn gehabt haben. Mehdi musste bei ihm in die Schule gegangen sein. Wie machte er das bloß? Sie war wie Wachs in seinen Händen. In diesem emotionalen Ausnahmezustand würde sie alles für ihn tun. Sich die Haare rosa färben, eine ganze Schokoladentorte auf einmal verputzen, ihm die Unterhosen bügeln. Er machte sie völlig willenlos. Einzig und allein durch einen Kuss. Einen Wahnsinnskuss, der mit Worten kaum zu beschreiben war. Sie war ihm verfallen. Mit Haut und Haar. Sie musste ihn jetzt einfach berühren.

Gabis zarte Hände glitten wie selbstverständlich wieder unter Mehdis dunklen Mantel und schoben ihn auseinander. Zärtlich strich sie über den dünnen Stoff seines eng anliegenden dunkelblauen Hemdes, spürte seinen sich darunter abzeichnenden muskulösen Oberkörper und sein pochendes Herz, das aus seiner Brust herauszuspringen drohte. Ihre Hände glitten tiefer, wanderten unter sein Hemd, hinterließen heiße Brandspuren auf seiner kühlen Haut. Mehdi entglitt ein tiefer Seufzer, als er Luft holte. Kurz darauf stolperte sein Herz und sein Atem setzte für eine Sekunde ganz aus. Aufgeregt fuhren ihre filigranen Finger den Bund seiner Stoffhose entlang und legten sich letztendlich auf seinen knackigen Po, den sie nun erregend massierten, während ihre beiden Zungen den Höhepunkt ihres aufregenden Tanzes einläuteten.

Atemlos lösten sich ihre Lippen irgendwann voneinander. Beide rangen um Sauerstoff, während sie sich Stirn an Stirn festhielten und sich tief in die Augen schauten. Noch immer erkundeten ihre Hände den Körper des anderen. Ihre in der Dunkelheit des Treppenflurs feurig schimmernden Augen spielten miteinander, suchten sich, verschlangen sich ineinander, liebten einander. Glück pur strahlten sie aus. Und nicht nur ihre Augen. Jede Faser ihrer beiden Körper prickelte auf unvergleichlich schöne Weise. Schmetterlinge tanzten. Herzen pochten. Lächelnd legte Mehdi schließlich seine warme Hand an Gabis erhitzte Wange und rang sichtlich überwältigt nach Worten...

Mehdi: Du bist so unglaublich schön, weißt du das.
Gabi (kuschelt sich lächelnd in seine warmen starken Arme, denn ihr fröstelt es leicht): Schmeichler!
Mehdi (spürt, dass sie friert, u. führt sie langsam zu den Treppenstufen, die sie nun gemeinsam Arm in Arm erklimmen): Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht.
Gabi (bleibt auf halbem Absatz stehen u. sieht ihren Kavalier verdutzt an): Enttäuscht? Wie könnte ich! Nach dem Kuss!
Mehdi (grinst über beide Backen, als Gabi ihre Arme um seinen Nacken legt u. ihn mit ihrem Körper gegen das Geländer drückt): Mir hat das auch sehr gefallen. Aber das habe ich nicht damit gemeint. Ich hatte in unserer neuen Wohnung etwas Kleines vorbereitet.
Gabi (ihre Augen leuchten auf): Ich weiß.
Mehdi (wehmütig): Für unsere erste gemeinsame Nacht in unserem neuen Heim.
Gabi (stellt sich das ebenfalls wunderschön vor, kann es aber nicht lassen, ihn zu necken): Dann hättest du eben nicht so schusselig sein sollen und den Schlüssel nicht verlegen sollen.
Mehdi (verteidigt seine Romantikerehre): Ich habe ihn nicht verlegt. Er ist nur irgendwie in Lillys Rucksack gerutscht und wir können ja schlecht mitten in der Nacht bei Marc und Gretchen klingeln.
Gabi (schmunzelt): Da liegt er gut.
Mehdi (schlingt seine Arme um ihre Taille u. zieht sie eng an sich): Ich habe mir das so schön vorgestellt. Ich hätte den Kachelofen angemacht, überall Kerzen aufgestellt, unzählige Kissen auf den Bo...
Gabi (legt ihren Zeigefinger an seine Lippen u. streicht zärtlich die Konturen seines Mundes nach): Ssshht! Nicht alles verraten. Wir holen das nach. Am Abend, wenn ihr wiederkommt. Gretchen nimmt Lilly bestimmt noch mal.
Mehdi (nickt ihr begeistert von der Idee zu): Wenn Marc den Abend heute überlebt hat.
Gabi (lacht u. wird plötzlich ernst): Ich werde dich vermissen.
Mehdi (sieht aufgewühlt in ihren Augen hin u. her): Und ich dich erst.
Gabi (schaut ihm verliebt in die Augen u. stellt sich auf die Zehenspitzen, um Mehdi besser küssen zu können): Lass uns jetzt nicht daran denken. Lass uns lieber...

Ohne den Satz zu Ende zu führen, küsste Gabi ihren Liebsten einfach, um den Ausgang dieses aufregenden und wunderschönen Abends einzuleiten. Mehdi ging liebend gern auf diesen mehr als verlockenden Vorschlag ein. Küssend torkelten die beiden die letzten Stufen empor, bis sie vor Gabis Wohnungstür zum Stehen kamen. Mehdi klaute seiner verführerischen Freundin den Schlüssel aus der Hand, den sie kokett vor seiner Nase herum geschwungen hatte und drängte sie mit seinem Körper gegen die Tür, während er versuchte, sie immer noch küssend, die Tür zu öffnen. Den Schatten im Hintergrund, der von einer höher gelegenen Treppenstufe aufstand, bemerkten beide nicht. Viel zu sehr waren sie mit sich und ihren zärtlichen Neckereien beschäftigt. Mehdi gelang es schließlich, den Schlüssel im Schloss umzudrehen. Die Tür sprang auf und das Paar fiel kichernd in Gabis Wohnung ein, als der Schatten hinter ihnen plötzlich seine Stimme erhob und sämtliche Farbe aus Gabis Gesicht entwich:

„Gabi?“

Lorelei Offline

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03.01.2012 14:42
#1204 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Sorry, aber wichtige Ereignisse haben mich gestern daran gehindert, einen neuen Teil zu posten. Aber heute geht es weiter mit der Frage, wer stört da so unvorbereitet unser Traumpaar Nr.2? Viel Spaß und liebe Grüße, Lorelei




Nur wenige Minuten später stand Dr. Kaan zusammen mit seiner Freundin in der Tür zu ihrer kleinen Zweizimmerwohnung und flüsterte leise mit ihr, während er sanft über Gabis leicht gerötete Wange streichelte und ihr tief in die Augen schaute und sie ihn wiederum Halt suchend fest umklammerte und gar nicht mehr loslassen wollte...

Mehdi: Hey! Liebes, nicht traurig sein. Wir holen das nach. Versprochen.
Gabi (sichtlich enttäuscht): Das ist unser letzter Abend. Äh... mittlerweile Nacht. Ich will nicht, dass du gehst.
Mehdi (tätschelt tröstend ihre Wange u. sieht in ihren traurigen Augen hin und her): Ich weiß. Aber ich denke, ich bin hier fehl am Platz.
Gabi (schüttelt entschieden den Kopf): Das bist du nicht. Das weißt du.
Mehdi (drückt sie lächelnd noch einmal an sich): Danke für dein Vertrauen.
Gabi (lässt ihn schweren Herzens ziehen): Sehen wir uns morgen noch?
Mehdi (legt beide Hände an ihre Wange u. haucht ihr einen sehr überzeugenden Kuss auf die Lippen): Unbedingt! Bevor ich Anna aus der Klinik abhole.
Gabi (legt ein schmales Lächeln auf u. sieht kurz vergewissernd über ihre Schulter ins Wohnzimmer): Okay! Einverstanden! Das lässt sich dann wohl nicht ändern. Es tut mir wirklich leid, Mehdi.
Mehdi (folgt ihrem Blick u. drückt zärtlich ihre Hand): Hey! Das muss es nicht. Ihr hättet euch verpasst, wenn wir in unsere Wohnung gefahren wären.
Gabi (rollt theatralisch mit den Augen): Das wäre mir ehrlich gesagt lieber gewesen.
Mehdi (nimmt auch ihre andere Hand in seine u. sieht Gabi ermutigend an): Ach, komm! Redet miteinander! Dass ich den Schlüssel verschusselt habe, ist ein Zeichen. Wir sollten hierher kommen. Das Schicksal wollte es so.
Gabi (blickt ihn leicht grimmig an): Du weißt genau, dass ich an so was nicht glaube.
Mehdi (nimmt sie schmunzelnd in den Klammergriff): Solltest du aber. Das Schicksal hat uns schließlich auch zusammengebracht.
Gabi (lässt sich zu einem Lächeln hinreißen u. schmiegt sich trotzig in seine Arme): Das glaubst aber auch nur du. Solange wie du mich hast zappeln lassen.
Touché!
Mehdi (lächelt): Ich lasse euch dann mal allein. Bis morgen.
Gabi (wehmütig): Bis morgen.

Ich wünschte, es wäre schon morgen. Obwohl, nein, dann müsste ich ihn schon mit seiner Ex ziehen lassen. Allein diese Tatsache ist schon beschissen genug, aber immer noch besser als die Alternative hier. Wir hätten nicht herkommen sollen. Ich will das hier nicht. Ich hatte damit abgeschlossen. Für immer.

Mehdi küsste seine Liebste noch einmal sanft zum Abschied. Gabi wollte ihren Schatz gar nicht mehr loslassen und spielte verträumt mit den Enden seines Schals, um ihn am Gehen zu hindern. Doch Mehdi blickte seine betrübte Freundin zuversichtlich an und schaute noch einmal zu der Person im Wohnzimmer rüber, die das innige Paar die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen hatte. Dann strich er ihr ein letztes Mal zärtlich über die Wange, nickte ihr zu und verließ im Anschluss ihre Wohnung. Traurig schloss Gabi die Tür hinter ihrem Lebensgefährten und starrte sekundenlang auf das dunkle Holz, als wäre Mehdi immer noch da und würde sie beschützen. Erst die zynische Stimme im Hintergrund ließ die verliebte Frau aus ihren Gedanken aufwachen: „Der ist scharf. Ist das deine neuste Flamme?“

Lorelei Offline

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04.01.2012 14:27
#1205 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ok, ok, genug mit der Geheimniskrämerei. Dann lüfte ich mal das Geheimnis. Aber ich muss schon sagen, ihr kennt mich ziemlich gut. Denn es waren tatsächlich fünf Treffer dabei. Glückwunsch! Heute erfahren wir nämlich etwas über Gabi Kragenow, das ich zwar schon einmal irgendwann in ein oder zwei Sätzen ganz grob angeschnitten habe, aber jetzt noch mal etwas ausführlicher aufgreifen werde, um uns ein Bild von der schönen Krankenschwester zu machen, das ihr Verhalten in der einen oder anderen Szene von DD sicherlich erklärt und sie vielleicht für den einen oder anderen von euch in ein anderes Licht stellt. Ich bin gespannt, was ihr davon haltet. Liebe Grüße, Lorelei





Gabi fuhr gereizt herum und blitzte die junge Frau mit den langen blondierten Haaren mit bösem Blick an, die es sich auf ihrer knallroten Wohnzimmercouch gemütlich gemacht hatte und sich gerade eine Zigarette angezündet hatte und genüsslich ihren ersten Zug inhalierte, ohne ihren steten Blick von ihrem Gegenüber abzuwenden. Die Krankenschwester spürte, wie die Wut langsam in ihr hoch kroch, wandte sich kurz ab, um ihren Mantel abzulegen und sich zu beruhigen. Dann stöckelte sie entschlossenen Mutes auf ihren knielangen Stiefeln ins Wohnzimmer und gesellte sich zu ihrem unerwarteten Besuch, der ihr sexy schwarzes Outfit akribisch mit hoch gekräuselter Nase musterte. Gabi ließ sich ihr gegenüber in den gemütlichen Sessel fallen und funkelte sie argwöhnisch an...

Gabi: Tina, lass den Scheiß! Warum bist du hier? Willst du wieder Geld?
Tina (verdreht theatralisch ihre dunklen Augen, nimmt einen weiteren Zug von ihrer Zigarette und platziert ihre beiden Füße lässig auf dem Couchtisch, was bei Gabi gar nicht gut ankommt): Komm mal wieder runter, Gabriele! Freust du dich denn nicht, dein Schwesterherz wieder zu sehen?
Gabi (zieht zynisch ihre Mundwinkel nach oben): Die Begeisterung hält sich in Grenzen.
Tina (leicht beleidigt): Sieht man. Und wer war jetzt dieser heißblütige Latinlover gerade eben?
GGGRRR! Bleib ruhig! Und schmeiß sie raus. Dann kannst du Mehdi noch einholen.
Gabi (abweisend): Spar’s dir, Tina! Das geht dich nichts an. Komm lieber auf den Punkt!
Tina (amüsiert sich über Gabis Gesichtsausdruck): Er muss dir ja ganz schön den Kopf verdreht haben, wenn du ihm so schnell hinterher willst.
Gabi (ignoriert ihren spöttischen Kommentar u. bleibt ernst): Wie viel willst du diesmal?
Tina (verdreht die Augen, nimmt ihre Beine wieder vom Tisch, drückt die Kippe im Aschenbecher aus u. beugt sich mit ernster Miene zu ihrer Schwester rüber): Fünftausend.
Ist die irre? Nicht mit mir!
Gabi (schüttelt fassungslos den Kopf u. lehnt sich in ihren Sessel zurück): Das war ja so was von klar. Von wegen schwesterliche Anteilnahme.
Tina: Ich nehme sehr wohl Anteil an deinem Leben, Gabi. Du bist doch diejenige, die nie antwortet. Von deiner Hochzeit mussten wir aus der Zeitung erfahren.
Hä? Oh! Marcs landesweite Anzeige! GRRR!
Gabi (rollt leidend mit den Augen): Och nicht die Geschichte! Ich habe nicht geheiratet. Das war... ein Missverständnis.
Tina (verschränkt selbstgefällig ihre Arme vor ihrem Körper und lehnt sich grinsend an die Sofalehne zurück): Das war mir schon klar, als mich der Typ vom Empfang erst ins Schwesternwohnheim und die mich dann hierher geschickt haben.
Gabi (stutzt): Du warst bei uns im Krankenhaus?
Tina: Wie sonst hätte ich deine neue Adresse rauskriegen sollen? Vielen Dank noch mal, dass du uns so über dein Leben auf dem Laufenden hältst. Was ist passiert? Hat dein Bräutigam gemerkt, dass du nur hinter seiner Kohle her warst? Der war doch Arzt oder? Dr. Beier oder so was.
Gabi (kleinlaut): Meier.
Tina: Mama hat die Heiratsanzeige ausgeschnitten. Sie war so stolz. Aber scheint so, als hättest du es wieder mal verbockt. Und offenbar hast du ja auch schon Ersatz gefunden. Oder ist er der Grund, dass ihr nicht...
Gabi (schneidet ihr eingeschnappt das Wort ab): Tina!
Tina (plappert munter weiter): Sieht gut aus, aber das sind deine Typen ja immer. Er scheint aber eher bodenständig zu sein. Oder? Mein Eindruck. Mhm... Eigentlich so gar nicht deine Liga, aber wahrscheinlich ist er reich.
Diese..... GGGRRR!!!
Gabi (muss sich sehr zusammenreißen, nicht auszurasten, u. beißt die Zähne zusammen): Bist du dann fertig mit dem Smalltalk?
Tina (ihr Grinsen wird immer breiter): Früher warst du entspannter. Tut mir übrigens leid, dass ich deinem Hengst die Tour vermasselt habe.
Gabi (hat endgültig genug, steht auf u. zeigt mit ausgestrecktem Arm zur Tür): Ok, das war’s. Hau ab! Ich besitze keine fünftausend Euro und ich sehe auch gar nicht ein, dich wieder aus irgendeiner Scheiße rauszuholen. Werd endlich erwachsen und klär deinen Mist alleine!

Tina (trotzig, aber mit ernstem Unterton): Würde ich auch, wenn ich könnte. Aber mein Gehalt vom Singen reicht nicht aus, um...
Gabi (lacht schadenfroh auf): Oh! Sag nicht, du singst immer noch in dieser Assokneipe, diesem Stripschuppen?
Tina (verteidigt sich u. ihren Job): Bar. Das ist eine stinknormale Bar. Nichts Anzügliches.
Sicher!
Gabi (lässt sich lachend wieder in den Sessel fallen): Als ob der Bohlen je dort vorbeikommen und dich entdecken würde.
Tina (beleidigt): Hahaha! Was haben wir alle gelacht. Das Geld ist nicht für mich, ok.
Gabi (zieht ungläubig eine Augenbraue nach oben): Für wen denn dann? Hast du dich wieder von irgend so einem nichtsnutzigen Verlierer ausnehmen lassen? Tina, wann wirst du endlich...
Tina (fällt ihr patzig dazwischen): Es ist für Mama!!!
Was ist mit ihr?
Gabi (getroffen, aber lässt sich nichts anmerken): Ach? Hat der Drecksack wieder ihr ganzes Geld versoffen?
Tina (ernst): Sie hat ihn schon vor zwei Jahren rausgeschmissen. Aber das wüsstest du, wenn du dich nur einmal bei uns gemeldet hättest.
Gabi (schluckt u. reagiert eingeschnappt): Ja, klar, fang nur wieder so an. Du weißt genau, wieso ich dort weg bin. Aus demselben Grund wie du auch mit achtzehn.
Tina: Sie wollte es eben nicht glauben. Sie musste es erst mit eigenen Augen sehen, um es endlich zu kapieren.
Gabi (richtet sich sichtlich besorgt auf): Hat er dich...?
Tina (schüttelt den Kopf, aber wirkt sichtlich mitgenommen): Keine Bange, dank dir wusste ich mich immer zu wehren, wenn er besoffen zudringlich wurde. Mama hat ihn in der Waschküche erwischt, als er gerade die dreizehnjährige Enkelin unserer Nachbarin betatscht hat. Er hat dreieinhalb Jahre bekommen.
Nur? Scheiß-Polizei! Scheiß-Justiz! Scheiß-Kerl!
Gabi (schließt für einen Moment die Augen u. atmet durch): Die hätten ihn gleich für immer wegsperren und den Schlüssel wegwerfen sollen.
Tina: Dazu haben unsere Aussagen nicht ausgereicht. Man hat aber auf seinem Computer Fotos und Videos gefunden. Du weißt schon. Das war hauptausschlaggebend für das Urteil.
Gabi (igelt sich auf dem Sessel zusammen u. vergräbt ihr Gesicht in ihren Knien): Scheiße eh!
Tina (erzählt leise weiter u. sucht immer wieder Augenkontakt mit ihrer Schwester): Mama hat das alles ziemlich mitgenommen. Sie hat danach noch mehr getrunken als vorher schon. Und die ham sie bei Schlecker rausgeschmissen. Aber sie will da raus. Sie will weg von dem Zeug. Wirklich. Aber nachdem sie im letzten Frühjahr die erste Entziehungskur vorzeitig abgebrochen hat, will die Kasse nicht mehr zahlen. Und ich glaube, sie schafft’s nicht ohne. Letztes Wochenende hat sie sich wieder heillos betrunken. Es war... dein Jahrestag.
Gabi (wischt sich eine verstohlene Träne aus dem Augenwinkel u. murmelt leise): Ist das wirklich schon zehn Jahre her?
Tina (nickt leicht mit dem Kopf u. sieht sie eindringlich an): Ihr geht’s wirklich beschissen, Gabi. Ich weiß mir nicht mehr zu helfen. Verstehst du? Ich wäre sonst nicht hergekommen.
Gabi (richtet sich im Sessel wieder etwas auf): Schon gut.

Betretenes Schweigen setzte ein. Die beiden Schwestern schauten sich an. Belauernd. Fragend. Verständnis suchend. Hoffend. Mitfühlend. Aufgewühlt. Ein emotionales Chaos breitete sich in Gabis Kopf aus. Sie wusste nicht, was sie fühlen und denken sollte. Sie war überfordert und betroffen zugleich. Ihr Herz drückte schwer gegen ihre Brust und ein riesiger Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet. So unvermittelt hatte sie ihre Vergangenheit eingeholt. Eine Vergangenheit, die sie so lange verdrängt hatte. Fast hätte sie geglaubt, es hätte sie nie gegeben. Sie hatte nie mit jemanden darüber geredet. Außer mit Mehdi, bei dem sie wusste, dass sie ihm vertrauen konnte. Er hatte ihr ohne Vorbehalte zugehört und sie dann stumm in den Arm genommen. Sie hatte sich so geborgen und verstanden gefühlt. Ach wäre er doch jetzt auch bei ihr, dachte sie schwermütig und blickte gedankenverloren zur Tür, in der er vor wenigen Minuten noch gestanden hatte und sie sanft dazu gedrängt hatte, doch ihrer kleinen Schwester eine Chance zu geben, die den ganzen Abend im dunklen kalten Treppenhaus auf sie gewartet hatte, und ihr zuzuhören. Mehdi war einfach unglaublich und sie konnte sich glücklich schätzen, so einen warmherzigen und verständnisvollen Mann an ihrer Seite zu wissen. Ihre wehmütigen Augen trafen nun wie zufällig Tina. Deren Unsicherheit war ihr deutlich anzumerken. Sie knubbelte nervös an ihren Fingernägeln. Das hatte sie schon als Kind immer getan. Tina wich ihren Blicken aus, die einen freundlicheren Ton angenommen hatten, und blickte auf die verlockende Zigarettenschachtel auf dem Couchtisch, die auch Gabis Aufmerksamkeit geweckt hatte. Doch die Krankenschwester hielt sich zurück. Ihre Finger wären eh viel zu zittrig gewesen, um eine Zigarette anzuzünden. Außerdem hatte sie sich vorgenommen, bis Mehdis Rückkehr aus dem Vogtland mit dem Rauchen aufgehört zu haben. Das hatte sie sich selbst zum Ziel gesetzt. Sie zog bald mit einem Kind zusammen. Da wäre das einfach unpassend und unhöflich. Sie wollte kein schlechtes Vorbild sein. Gabi senkte ihren Blick, überlegte, ließ sich Zeit, aber ihre Gedanken und Erinnerungen waren völlig durcheinander geraten. Schließlich brach sie aber doch nach einigen Minuten das bedrückende Schweigen...

Gabi: Hat sie mal nach mir gefragt?
Tina (sieht sie ehrlich mitfühlend an): Vor der ganzen Sache mit Kurt nicht, nein.
Gabi (schluckt sichtlich getroffen): Verstehe. Das schwarze Schaf von Tochter, das sich mit ihren kurzen Röcken und tief ausgeschnittenen Tops an den Kerl ihrer eigenen Mutter herangemacht hat.
Tina: Sie bereut das wirklich, Gabi. An den Tagen, wo es ihr besonders schlecht geht, holt sie immer unsere Kinderfotos raus. Auch die mit Papa. Seit seinem Tod hat sie sie nie wieder angeschaut. Und die Nachricht, dass du heiraten würdest, hat ihr viel Kraft gegeben, musst du wissen. Sie hat die erste Therapie gemacht, weil sie dir zeigen wollte, dass sie es auch schaffen kann. Dass du stolz auf sie bist, so wie sie auf dich. Sie würde das nie offen zugeben, weil sie sich viel zu sehr schämt, uns nicht geglaubt zu haben. Mir kann sie auch nicht in die Augen schauen.
Gabi (seufzt): Wie hast du das nur all die Jahre ausgehalten? Ich hätte das nicht gekonnt.
Tina (schaut sie aus traurigen Augen an): Ich konnte sie nicht alleine lassen. Nicht mit ihm. Nicht mit dem Wissen, dass sie... Du weißt, wie sie nach Papas Tod war. Und dann bist du gegangen. Ich wäre am liebsten mitgegangen, aber ich war noch zu klein. Ich hab’s später auch probiert, aber ich konnte sie auf Dauer nicht allein lassen. Ich musste bei ihr bleiben und auf sie aufpassen.
Gabi (schluckt die aufkommenden Tränen herunter u. lächelt sie kurz dankbar an): Schon gut. Ich würde euch wirklich gerne helfen. Aber ich habe das Geld nicht. Ich habe die letzten Jahre ziemlich auf großen Fuß gelebt. Und jetzt, Mehdi und ich ziehen gerade zusammen und...
Tina (grinst sie an): Mehdi heißt er also?
Gabi (wird tatsächlich etwas rot): Du brauchst gar nicht so zu kucken. Bei ihm ist nichts zu holen. Und ich kann und will ihn nicht darum bitten.
Tina (erstaunt): Nanu? Du folgst ja wirklich gar nicht mehr deinem Beuteschema.
Gabi (funkelt sie an): Du kannst dir die Ironie sparen. Ich bin nicht mehr die, die du zu kennen glaubst, Tina.
Tina (bleibt ernst u. hakt leise nach): Was ist passiert?
Gabi: Das Leben ist passiert. Hör mal! Ich überlege mir was, ok. Aber sag bitte Mama nichts. Ich will nicht, dass sie...
Tina (fällt ihr ins Wort): Okay.

Tina Kragenow nickte ihrer großen Schwester verständnisvoll zu, stand vom Sofa auf und ging langsam zur Tür. Gabi folgte ihr kommentarlos. An der Tür angekommen, wandte sich Tina noch einmal an ihre Schwester...

Tina: Ich bin froh, dass es dir gut geht, Gabi.
Gabi (lächelt sie an): Ich bin glücklich.
Tina (erwidert ihr Lächeln u. greift zur Türklinke): Das spürt man.
Gabi (hält sie auf u. legt ihre Hand auf ihre): Und dir? Geht’s dir gut? Entschuldige. Ich hab gar nicht gefragt.
Tina (streicht über ihre kalte Hand u. sieht Gabi durchdringend an): Es läuft. Es läuft immer irgendwie. Aber ich denke, ich bin mittlerweile an dem Punkt angekommen, meine Karriereambitionen zu überdenken.
Gabi (sieht sie ohne irgendeine Art von Ironie an): Du könntest dein Abi nachmachen, studieren, vielleicht Musiklehrerin werden.
Tina: Na ja, wir wollen es mal nicht übertreiben.
Gabi (frech): Zumindest hättest du dann ein Publikum.

Tina steckte ihrer Schwester als Antwort die Zunge raus. Gabi lachte. Tina ebenfalls. Dann öffnete sie die Wohnungstür. Gabi blieb im Türrahmen stehen und schaute sie freundlich an...

Gabi: Ich meld mich, wenn ich mehr weiß. Am Mittwoch hab ich Nachtschicht, lass uns vorm Krankenhaus treffen. Am Hinterausgang.
Tina (lächelt sie dankbar an): Danke!

Gabi nickte ihrer kleinen Schwester lächelnd zu und schloss die Tür hinter ihr. Dann verließen sie ihre Kräfte. Langsam ließ sie sich an der Tür zu Boden gleiten und streckte ihre Beine von sich. Mit dem Rücken lehnte sich die aufgewühlte Krankenschwester gegen die Holztür und schloss ihre Augen. Ihr Herz pochte. Stille Tränen rollten auf einmal über ihre Wange. Sie ließ sie einfach gewähren. Gabi hatte so lange nicht mehr an ihre Vergangenheit gedacht. Sie wollte es auch nie wieder tun. Sie hatte damit abgeschlossen. Mit allem. Auch mit ihrer Familie. Sie hatte keine Familie mehr. Sie war gerade dabei, eine neue zu gründen. Mit Mehdi und Lilly. Eine bessere konnte es nicht geben.

Aber jetzt? Änderte das jetzt alles? Was wäre, wenn sie es doch noch packen würden? Eine Tatsache, die die sichtlich aufgeregte junge Frau nie für möglich gehalten hatte, nachdem ihre Mutter sie vor über zehn Jahren schreiend und tobend des Hauses und ihres Lebens verwiesen hatte, weil sie nach ihrem Glauben nach Lügen verbreitet hatte, die aber keine Lügen waren, wie sie nun auch bitter erfahren hatte. Gabi hätte ihrer Mutter nach dem Tod ihres heiß geliebten Mannes wirklich eine neue Liebe gegönnt. Sie war jahrelang so unendlich traurig gewesen. Dann hatte sie diese Bekanntschaft gemacht. Gabi war gerade fünfzehn geworden. Tina war zwölf. Ihre Mutter war endlich wieder glücklich, war regelrecht aufgeblüht. Er war charmant und aufmerksam zu ihr. Zu allen. Aber er war ein Wolf im Schafspelz gewesen.

Diese neue Liebe hatte sich für alle Familienmitglieder als Albtraum bewiesen. Ein Albtraum, den ihre Mutter dreizehn Jahre lang nicht wahrhaben wollte. So schlimm das auch klingen mochte, Gabi hatte keinen Bezug mehr zu ihr. Es gab Tage, an denen sie ihre Mutter dafür gehasst hatte, dass sie ihm mehr geglaubt hatte als ihrem eigenen Fleisch und Blut. Und Tina, ihrer Schwester, mit der sie ab und an in all den Jahren, seitdem sie ihre Familie verlassen hatte, mal Kontakt hatte, meist wenn sie in Schwierigkeiten gesteckt hatte, hatte sie nie verziehen, dass sie zu ihr gehalten hatte. Obwohl er sie, als sie älter wurde, auch nicht in Ruhe gelassen hatte. Zum Glück war nie mehr passiert. Gabi hätte ihn sonst eigenhändig umgebracht. Jetzt war er weg. Die Familie zerrüttet. Tina völlig überfordert. Und ihre Mutter stand am Abgrund. Gabi wusste nur zu gut, wie sich das anfühlte. Sie musste ihr irgendwie helfen. Nur wie?

Gabi raffte sich schließlich auf, wischte ihre Tränen und ihre verschmierte Schminke von der Wange und kramte in ihrer Handtasche nach ihrem Handy. Sanft strich sie mit dem Daumen über das Display, das ein Foto von ihr und Mehdi zeigte, dass Brad heute Abend von ihnen beiden beim eng umschlungenen Tanzen geschossen hatte. Sie waren so glücklich. Diesmal schlug Gabis Herz aus anderem Grund. Sie lächelte endlich wieder. Dann fasste sie nach einigem Nachdenken einen Entschluss und tippte sich durch ihr Adressbuch und wählte schließlich eine Nummer. Nach einer kurzen Pause ging eine mürrische Stimme ran...

Gabi: Gilt dein Angebot noch? ... Keine Fragen! ... Was? Lass uns morgen reden! ... Vorm Schichtwechsel. ... Ok, dann lass uns dort treffen. ... Tschüss und... danke.

Gabi drückte auf den roten Hörer und hielt ihr Telefon noch einen Moment lang in der Hand. Hatte sie die richtige Entscheidung getroffen? Sie fühlte sich nicht gut dabei. Aber was sollte sie sonst machen? Sie lehnte ihren Hinterkopf an die Tür und schloss ihre Augen. Für das Wohl der eigenen Familie, egal was sie einem in der Vergangenheit angetan hatte, würde jeder doch alles tun oder? Gabi schaute wieder aufs Display und strich sanft über Mehdis strahlendes Gesicht auf dem Foto. Er war doch das beste Beispiel dafür. Gabi lächelte und erinnerte sich an die glücklichen Stunden zuvor. Sie vermisste ihn. Schnell war eine Sms geschrieben und prompt kam eine Antwort zurück:

„Ich liebe dich auch. Tausend Küsse. Dein Mehdi.“

Damit zauberte Mehdi der nachdenklichen Frau ein glückliches Strahlen auf die Lippen. Sie küsste sein Foto, stand auf und ging ins Bad, um sich bettfertig zu machen. Dann legte sie sich in ihr Bett, das ihr ohne ihren Liebsten unendlich leer und kalt erschien. Mit gemischten Gefühlen schlief sie schließlich nach einigen Minuten ein.

Lorelei Offline

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06.01.2012 00:28
#1206 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Am nächsten Morgen herrschte bereits geruhsames Durcheinander in der Meier-Haasschen Küche im Erdgeschoss, wo sich alle zu einem großen Frühstück versammelt hatten...

Lilly (strampelt quengelig auf ihrem Stuhl herum u. sieht ihren großen Freund mit Zuckerschnute u. Bambiblick an): Noch eins, noch eins. Mit ganz viel Nutella. Bitte!
Marc (verweigert trotzig seine Dienste u. lehnt sich mit verschränkten Armen auf seinem Stuhl an der Stirnseite zurück): Sag mal, wie alt bist du noch mal? Nachts in fremde Betten kriechen, dann Zahnbürstendiebstahl begehen und jetzt das! Du kannst dir dein Brötchen schon noch selber schmieren. Ich bin nicht dein Diener und du keine Prinzessin. Und wenn, dann eine auf der Erbse, so wie du dich heute Nacht hin und hergedreht hast.
Lilly (schaut ihren „Onkel“ mit schmollender Kakaoschnute an): Du machst das aber so toll, Onkel Marc. Und du hast das Glas direkt vor deiner Nase stehen.
Gott, diese Kröte macht mich wahnsinnig.
Marc (stöhnt genervt auf): Ich bin nicht dein...
Gretchen (grinst Marc mit verschmiertem Mund von der Seite an u. fällt ihm amüsiert ins Wort): Genau! Bestreichst du mir auch noch eins, bitte.
Boah! Ist das zu fassen. Was wird das hier?
Marc (schaut mit funkelnden Augen zu seiner Grinsebacke rüber u. lässt sein Brötchenmesser im Nutellaglas stecken, dann küsst er Gretchen spontan die Schokolade vom Mund): Das nenne ich eine fiese Verschwörung. Und weißt du was, dieser Hochverrat muss sofort und auf der Stelle bestraft werden. ... Mhm, so schmeckt sie mir immer noch am besten.
Gretchen (läuft knallrot an, als Marc von ihr grinsend ablässt u. sie die schmunzelnden Blicke der anderen bemerkt; sie räuspert sich nervös u. versteckt sich hinter ihrer leeren Kaffeetasse): Maaarc, lass das! ... Noch Kaffee, Oli...vier?
Olivier (hat das Schauspiel eine Weile gerührt u. amüsiert beobachtet): Gerne, Gretchen.
Gretchen: Gut, dann...

Gretchen wischte sich mit einer Serviette den Mund ab, lächelte und stand vom Esstisch auf, um zur Kaffeemaschine zu gehen. Mit der silbernen Kaffeekanne in der Hand kam sie einige Sekunden später zurück und schenkte Olivier und sich nach, während Marc und Lilly um das letzte Brötchen kabbelten. Marcs Vater blickte dankbar zu seiner aufmerksamen Schwiegertochter in spe hoch, die sich lächelnd wieder neben ihn setzte und die nun leere Kanne in die Mitte des Tisches stellte. Dann schaute er wieder zu seinem Sohn und der frechen Maus, die nun doch widerwillig mit diesem die Semmel teilte und diese im Anschluss dick mit der Nussnougatcreme bestrich. Der renommierte Chirurg seufzte auf und genoss diese kleine heile Welt sichtlich.

Die Überraschung an diesem noch recht trüben Samstagmorgen hatte wunderbar eingeschlagen. Prof. Olivier Meier war schon lange wach gewesen, als es um kurz vor acht an der Wohnungstür geklingelt und die „Kleinfamilie“ ihn mit frischen Brötchen überrumpelt hatte. Der Frühstückstisch war schnell gedeckt gewesen. Die fröhliche Stimmung, die vor allem von dem kleinen Sonnenschein Lilly und ihrer großen zauberhaften „Schwester“ ausging, war ansteckend und für ihn die willkommene Abwechselung nach dieser langen und eher unruhigen Nacht. Marcs Vater hatte nur ein paar Stunden schlafen können, dann war er wieder ins Grübeln verfallen. Jedes noch so kleine Detail der letzten Wochen war er akribisch durchgegangen. Immer und immer wieder. Aber es hatte nicht das kleinste Anzeichen dafür gegeben, dass Elke nicht mit ihm glücklich gewesen sein könnte.

Olivier erinnerte sich mit Wehmut an die romantische Zeremonie in der Silvesternacht, als sie auf dem Eifelturm in Paris ihr Eheversprechen nach fünfunddreißig Jahren neu besiegelt hatten, wie sie danach beschwingt und glücklich wie ein frisch verliebtes Paar durch die Pariser Straßen spaziert waren. Immer am Ufer der Seine entlang, bis die Sonne am Horizont aufgegangen war. Dann die traumhaften Stunden im Hotel. Zwei Tage lang waren sie nicht aus dem Zimmer gekommen. So sehr hatten sie sich nacheinander verzehrt. Fast war es so, als seien sie wieder zwanzig gewesen. Das schönste Déjà-vu, das sie je erlebt hatten. Schließlich die spontane Idee, doch einfach in den Süden zu reisen, um dem trüben nasskalten uninspirierenden Wetter in der französischen Hauptstadt zu entkommen. Sie war von Elke gekommen, nicht von ihm.

Auch dort hatten sie jeden einzelnen Tag ausgekostet. Keine Minute hatten sie ohneeinander verbracht. Sie hatten sich geliebt, stundenlang über alles Mögliche geredet, hatten sich neu kennen und lieben gelernt, waren beschwingt und überglücklich verliebt gewesen. Er hatte sie beim Schreiben beobachtet, als sie urplötzlich mitten in der Nacht von der Muse geküsst worden war. Sie ihn bei seinen Recherchen für Marcs OP, zu dessen Unterstützung er seinen traumhaften zweiten Honeymoon mit der Liebe seines Lebens für wenige Tage unterbrochen hatte. Doch auch nach seiner Rückkehr nach St. Tropez in ihr Luxusdomizil direkt am Meer hatte es keine Unsicherheiten oder Zweifel gegeben. Im Gegenteil. Sie hatte ihm gesagt, wie sehr sie ihn vermisst hatte und hatte ihn auf sehr eindrucksvolle und unvergessliche Art und Weise verführt. Sie wollte ihn nicht mehr loslassen. Sie hatten alles miteinander geteilt, Sorgen, Nöte, Gedanken, hatten sich aufeinander eingelassen und sich ihre Zukunft in den schönsten Farben ausgemalt. Eine Zukunft, die ohne Zweifel zu zweit stattfinden sollte.

Elke war sichtlich gerührt gewesen, als er endgültig beschlossen hatte, für immer zu ihr und Marc nach Berlin zurückzukehren. Er war wild entschlossen gewesen, den Job an der Charité, den ihm der Zufall zugeschustert hatte, anzunehmen und wollte alle Brücken in Seattle abbrechen. Seiner alten Heimat. Einer Heimat, in der er nie wirklich heimisch geworden war. Weil ihm der Lebensmittelpunkt gefehlt hatte. Sein Herz war immer in Berlin geblieben. All die Jahre lang. Doch vorher wollte er sie einladen. Olivier wollte seinem Mokkapralinchen zeigen, wo und wie er in den letzten zwanzig Jahren gelebt hatte. Er hatte sich das alles schon wunderbar ausgemalt. Sie würden erst die geschichtsträchtige Ostküste entlang reisen, dann weiter nach Seattle fliegen. Die Tickets hatte er schon besorgt. Er hatte nur noch auf den geeigneten Moment gewartet, dachte daran, sie ihr als nachträgliches Hochzeitstagsgeschenk zu schenken bei der glamourösen Feier, die Elke schon so akribisch in ihren Vorstellungen geplant hatte, um auch die Familie, Marc, an ihrer Neuvermählung und ihrem 35. Hochzeitstag teilhaben zu lassen. Doch sie würde dieses mit ganz viel Liebe ausgedachte Präsent nie erhalten. Auch die Feier war gestorben. Seine Frau hatte ihn verlassen. Einfach so. Von einem Moment auf den anderen, als hätte es all die schönen Momente in den letzten Monaten nie gegeben.

Lorelei Offline

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06.01.2012 23:57
#1207 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Es ist mal wieder spät geworden. Ich schaff's heute leider nicht mehr zu kommentieren, aber ganz ohne neuen Teil wollte ich euch nicht stehen lassen. Viel Spaß und schönen Start ins Wochenende schon einmal. Eure Lorelei




Gretchen bemerkte, dass Olivier neben ihr wieder einen traurigen Gesichtsausdruck angenommen hatte und ganz apathisch wirkte. Gegessen hatte er auch noch nichts, obwohl sie vorhin den halben Feinkostladen geplündert hatte. Er tat ihr so unendlich leid. Sie wünschte sich, Marcs Vater irgendwie helfen zu können. Aber wie, wenn nicht Elke auf dem Serviertablett herbeizuzaubern? Was war da bloß passiert, dass sie ihren Gatten so unvorbereitet zurückgelassen hatte? Da stimmte doch etwas nicht. Die blonde Frau legte ihren Arm um Oliviers Schulter und drückte ihn kurz tröstend an sich. Er erwiderte ihre liebevolle Geste mit einem zaghaften Lächeln. Er wusste nicht, wie es jetzt weitergehen sollte. Er fühlte sich leer und hatte seinen ganzen Elan verloren. Am liebsten hätte er sich die Decke wieder über den Kopf gezogen. Aber er hatte immer noch seinen Sohn und Gretchen. Dass er diesen zauberhaften Engel an Marcs Seite wusste, der sich so liebevoll und aufopfernd um andere kümmerte und sich dabei hinten anstellte, machte den Liebeskummergeplagten zumindest ein bisschen glücklich.

Marc, an dessen Schulter sich Lilly gerade gemütlich angelehnt hatte, hatte die beiden beobachtet und auch ihm wurde beim Anblick seines Vaters wieder schwer ums Herz. Wieso war seine Mutter nur so verdammt verkorkst? Es lief doch so gut im Moment. Er hatte das mit den beiden akzeptiert, auch wenn er immer noch nur sehr ungern an den Moment ihrer Offenbarung zurückdachte. Und sie nervte ihn auch nicht mehr annähernd so viel wie noch in der Vergangenheit. Weder mit ihrer gewollten Aufmerksamkeit, noch mit ihren blöden Kitschromanen. Sie richtete ihre Aufmerksamkeit ganz auf seinen Vater, der mehr damit anzufangen wusste. Olivier wiederum hatte Elke alles verziehen, was er selbst noch nicht bereit gewesen war, zu tun, aber dennoch hatte Marc schon ab und an mit dem Gedanken gespielt, aus dem Waffenstillstand einen dauerhaften Friedensvertrag zu machen, um endgültig einen Schlussstrich unter das dunkelste Kapitel ihrer Familie zu setzen. Das war’s dann aber wohl jetzt damit gewesen, dachte Marc grimmig und bohrte seine Finger in die Tischkante. Er würde ihr am liebsten den Hals umdrehen. Sein Vater liebte Elke wirklich bedingungslos trotz all ihrer verrückten Macken und Fehler und dem ganzen Scheiß, den sie damals verzapft hatte, und sie warf das alles einfach weg. Warum? Für was? Wenn sie sich nicht bald meldete und sich für diese riesige Dummheit aufrichtig entschuldigte, würde er ihr das niemals verzeihen. Irgendwann war einfach genug. Auch seine Geduld.

Lilly, die den Triumph, das letzte Brötchen auseinander nehmen zu dürfen, genüsslich ausgekostet hatte, denn Marc hatte ihr auch noch seine Hälfte überlassen, weil er urplötzlich keinen Hunger mehr verspürt hatte, wunderte sich um die plötzliche Stille am gemeinsamen Frühstückstisch und die veränderte Stimmung im Raum, wurde aber, bevor sie neugierig bei ihrem Lieblingsonkel nachhaken konnte, vom Türklingeln abgelenkt. Sie löste sich also von ihrem großen Helden, sprang auf und rannte flink zur Tür...

Lilly: PAPA!

Die drei Erwachsenen schauten verdutzt auf. Die kleine Spürnase hatte Recht behalten. In der Tür, die Lilly gerade jauchzend aufgerissen hatte, stand tatsächlich ein breit grinsender Halbperser, der mit einer lockeren Armbewegung kurz in den Raum winkte und dann seine fröhliche Prinzessin hoch nahm, sie einmal im Kreis herumwedelte, ihr einen süßen Begrüßungskuss auf die Wange drückte und dann liebevoll einen Moment lang an sich gedrückt hielt und schließlich wieder absetzte. Hand in Hand betraten die beiden nun die noch aktuelle Meier-Haassche Wohnung, die von Umzugskartons voll gestellt war und Mehdi bahnte sich mit Lilly einen Weg zu Marcs Vater, dessen Anwesenheit den Gynäkologen sehr überraschte, und seinen Freunden, die allesamt wieder einen glücklicheren Gesichtsausdruck aufgelegt hatten wie noch eine Minute zuvor. Gretchen kam ihrem besten Freund entgegen und begrüßte ihn freundlich mit einem kleinen Küsschen auf die Wange und nahm ihm seine Jacke ab, die sie anschließend an die Garderobe hängte, während Lilly ihren Papa schnurstracks zum Frühstückstisch zerrte. Die Frau des Hauses ging den beiden schmunzelnd nach...

Gretchen: Hast du schon gefrühstückt, Mehdi?
Mehdi (holt hinter seinem Rücken eine Brötchentüte hervor, die er vorher noch unter der Jacke versteckt gehalten hatte u. lächelt verlegen in die Runde): Eigentlich hatte ich das hier vorgehabt, wenn ich denn darf? Aber wie ich sehe, komme ich etwas zu spät.
Marc (zwinkert ihm frech zu, als Mehdi ihm die Hand zur Begrüßung reicht): Was ja an sich nichts Neues wäre.
Gretchen (grinst Mehdi an, der Marc gerade für seinen blöden Spruch einen bösen Blick zuwirft u. dessen Hand etwas fester drückt, u. geht zum Küchenschrank rüber): Setz dich doch, Mehdi. Ich hol dir schnell ein Gedeck und mache neuen Kaffee.
Olivier (steht auf, begrüßt Marcs besten Freund per Handschlag u. will Gretchen folgen): Lass mich das doch machen. ... Dr. Kaan!
Mehdi (schüttelt ehrfurchtsvoll Oliviers Hand u. blickt dann fragend zu seinem besten Freund neben sich, der ihm einen nicht zu deutenden Blick zuwirft): Herr Professor Meier. Guten Morgen!
Olivier: Guten Morgen! Aber Olivier reicht völlig, Mehdi.

Die beiden Männer lächelten sich an. Olivier tippte Marcs Freund freundschaftlich auf die Schulter und ging dann mit der leeren Kaffeekanne zu seiner hübschen Schwiegertochter in spe rüber und übernahm von ihr die Dose mit dem Kaffeepulver, das sie gerade in die Kaffeemaschine geben wollte. Sie lächelte ihn dankbar an, öffnete eine Schranktür und ging dann schnell zurück zum Esstisch und ihren Gästen. Mehdi setzte sich auf einen freien Stuhl. Lilly machte es sich sofort auf seinem Schoss bequem und himmelte ihren Papa mit großen Kulleraugen an, der seine Arme fest um ihren kleinen Körper schlang, während Gretchen Mehdi einen Teller samt Messer und einen Kaffeepot reichte, den leeren Brötchenkorb mit den frischen Brötchen auffüllte und sich dann ebenfalls wieder an den Tisch setzte. Diesmal auf Lillys altem Platz neben Marc. Sie griff nach dessen Hand. Er lächelte seine schöne Freundin verliebt an und strich ihr liebevoll über den Handrücken. Mehdis Blicke wanderten derweil beeindruckt über den reichlich gedeckten Tisch und er schnappte sich entschlossen das halbleere Nutellaglas und eine Semmel, die er nun mit tatkräftiger Unterstützung seiner süßen Tochter mit der leckeren Schokocreme bestrich. Dabei blickte er immer wieder verstohlen zu dem verliebten Paar neben sich...

Mehdi: Ich dachte, ihr wärt oben. Ich war schon oben an der Tür.
Gretchen: Hast du den Zettel nicht gesehen?
Mehdi (beißt von seinem Brötchen ab u. schluckt den Bissen schnell herunter, um weiter sprechen zu können): Doch, doch, aber hättet ihr ihn hier unten angebracht, hätte ich mir einen Weg erspart.
Marc: Och du, ein bisschen Sport schadet dir doch nicht.

Mit einem vergnügten Grinsen auf den Lippen musterte Marc seinen Kumpel, der ihn mit aufblitzenden Augen anfunkelte, skeptisch von Kopf bis Fuß und biss dabei genüsslich von seiner Marmeladensemmel ab, die er sich gerade vorbereitet hatte. Lilly kicherte und kuschelte sich wieder in die starken Arme ihres Vaters, der ihr zärtlich über das Haar strich. Gretchen hatte seiner Prinzessin wieder süße Löckchen gezaubert. Sie sah einfach hinreißend damit aus. Dankbar schaute er zu seiner besten Freundin rüber, die ihm wissend zuzwinkerte und sich dann zwei Apfelscheiben auf den Teller legte. Lilly drehte ihren Kopf so, dass sie ihrem Papa nun in die Augen schauen konnte...

Lilly: War der Ball schön, Papa?
Mehdi (strahlt über das ganze Gesicht): Ja, das war er, mein Schatz.
Gretchen (freut sich für ihn u. knabbert an ihrem Apfelstück): Wo hast du denn Gabi gelassen?
Mehdi (will gerade sein angeknabbertes Brötchen wieder in seinen Mund schieben u. setzt es ab, um zu sprechen; Lilly stibitzt es ihm u. isst es selbst): Sie ist schon im Krankenhaus. Frühschicht.
Marc (ironisch): Wie schade.
Lilly (weicht den drohenden Augen ihres Papas aus, der sich ärgert, dass der Frechdachs ihm die Semmel geklaut hat, aber schnell wieder weich wird, als er Lillys süßen Bambiblick bemerkt u. sie schließlich knuddelt): War das so ein richtiger Ball wie im Märchen? Wie bei Aschenputtel?
Marc (verschluckt sich fast an einem Apfelstück): Klar! Männer in Strumpfhosen. Hahaha!
Lilly (starrt Marc irritiert an): Echt?
Mehdi (spürt die grinsenden Blicke um sich herum u. klärt Lilly auf): Nicht ganz. Eher etwas moderner.
Lilly (runzelt die Stirn, weil sie mit der Information nicht wirklich etwas anfangen kann): Aha!
Mehdi (versucht es anders): Du erinnerst dich doch noch an das Video von unserem Tanzlehrer oder, das ich dir im Internet gezeigt habe?
Lilly (lacht): Hihi! Das war so lustig.
Mehdi (schmunzelt ebenfalls u. schnappt sich eine neue Semmel, die er nun mit Käse und einer Gurkenscheibe belegt): Ja, so ist er, der Brad. Eben ein Original.
Marc (verzieht sein Gesicht): Oh Gott, erinnere mich bloß nicht an den.
Gretchen (grinst ihn vergnügt an): Wieso denn? Das war doch ein netter Abend?
Mehdi (erinnert sich mit Vergnügen an den Abend, an dem Marc und Gretchen ihn und Gabi zum Tanzkurs begleitet haben und der Kursleiter an dem Obermacho Hand anlegen wollte): Eben! Er hat übrigens nach dir gefragt, Marc.
Marc (funkelt ihn böse an u. kontert gewohnt schlagfertig): Ja, sicher, weil du ihm wahrscheinlich nicht deine Nummer geben wolltest, mhm. Dabei wärt ihr doch auch so ein schönes Paar.

Die drei Erwachsenen brachen gleichzeitig in lautes Gelächter aus und konnten sich kaum wieder einkriegen, während Lilly abgelenkt von Marcs Vater diesen dabei beobachtete, wie er mit der Kaffeekanne zurück an den Tisch kam und bei seinem jüngeren Kollegen, Marc und sich einschenkte. Gelöst frühstückten die fünf schließlich zu Ende. Während Gretchen und Olivier dann mit dem Abräumen beschäftigt waren, drängelte Lilly darauf, unbedingt nach oben ins Penthouse gehen zu wollen...

Lilly (zieht Mehdi mit aller Kraft vom Stuhl): Papa, Papa, nun komm schon! Ich muss dir unbedingt jemand vorstellen.
Mehdi (schaut verdutzt zu Marc rüber, der abwesend auf seinem Smartphone seine Mails checkt): Wen denn?
Marc (blickt kurz auf u. schmunzelt amüsiert): Wir haben Nachwuchs bekommen.
Mehdi (klappt die Kinnlade nach unten, schaut vergewissernd zu Gretchen u. zieht den Macho schließlich auf, als er kapiert, dass dieser ihn veräppelt): So plötzlich? Dabei stehst du damit doch auf Kriegsfuß. Aber Kompliment für den Sinnungswechsel.

Mehdi zwinkerte seinem Kumpel frech zu, der daraufhin eingeschnappt seinen Blick abwandte, die letzte Nachricht durchlas und dann sein Handy auf dem Esstisch ablegte. Schließlich stand der Chirurg ebenfalls auf und folgte den beiden Kaans zur Tür. Er flüsterte Mehdi etwas zu, während Lilly schon aus der Tür in Richtung Aufzug flitzte...

Marc: Üben liegt mir besser.
Mehdi (schmunzelt): Natürlich. Ich habe nichts anderes von dir erwartet. Obwohl Lilly da ja etwas anderes behaupten würde. Du machst das nämlich super mit ihr. Bock, noch mal auf sie aufzupassen?
Marc (bleibt abrupt in der Tür stehen u. dreht sich ganz langsam zu Mehdi um): Aber sonst geht’s dir noch gut? Von einem Dauerauftrag war nie die Rede, Alter.
Mehdi (versucht es anders u. schmiert ihm Honig um den Mund): Lilly liebt es, bei euch zu sein.
Marc (rollt mit den Augen u. kontert gewohnt scharfzüngig): Und du liebst es, auf Gabi zu sein. Schon klar.
Mehdi (verdreht nun seinerseits die Augen): Also? Könnt ihr in zwei Wochen, wenn wir von Annas Reha wiederkommen?
Marc (stöhnt genervt auf). Boah!
Warum muss der seine Gelüste auch immer an mir auslassen? Der will doch nur Gabi durchvögeln. Und unser einer wird wieder um eine heiße Nacht gebracht. Danke, du Arsch!

Lilly (ruft aufgeregt vom Aufzug rüber): PAPA! MARC! Kommt doch endlich! Der Aufzug ist DAAAA!
Marc (schmunzelt u. lässt Mehdi stehen): Du schuldest mir was. Die Eroberung der Meierschen Schlafstätte kostet nämlich extra.
Mehdi (sieht ihm verdutzt nach, als sein Freund zu Lilly aufschließt u. sie in den Fahrstuhl schiebt): Hä? Was soll das denn wieder heißen?

Lorelei Offline

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07.01.2012 19:02
#1208 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Während Gretchen sich Olivier annahm und in der Küche beim Einräumen der Lebensmittel und beim Abwasch vorsichtig auf den gestrigen Tag und Elke ansprach, machten sich die drei auf in den sechsten Stock. Nachdem Marc die Tür zum Penthouse aufgeschlossen hatte, zog Lilly ihren Vater schnurstracks zum Badezimmer hinter, um ihm Paul Anka zu zeigen. Marc konnte den beiden nur ungläubig hinterher blicken, schüttelte den Kopf und schlurfte aber doch hinterher. Er blieb in der Tür stehen und ergötzte sich an Mehdis perplexem Gesichtsausdruck, als dessen Tochter ihm nach einem ausgiebigen Begrüßungsritual mit Paul Anka, bei dem sie halb in der Wanne gehangen hatte, verkündete, auch unbedingt so einen süßen Goldfisch für ihre Badewanne in der neuen Wohnung haben zu wollen. Mehdi wusste nicht, was er darauf erwidern sollte. Vor zwei Wochen noch hatte sie sich einen Hasen gewünscht, weil Sarah Hassmann auch einen hatte, letzte Woche, als sie zusammen beim Reiten waren, war es ein Pony und jetzt das. Wenn er nicht aufpasste, konnte er bald einen kleinen Zoo aufmachen. Der Halbperser blickte hilflos zu seinem Freund, der sich stark zusammenreißen musste, nicht gleich laut loszulachen und schloss sich ihm an. Marc hatte sich nämlich umgedreht und das Badezimmer verlassen. Das freche Mädchen blieb derweil noch eine Weile bei ihrem neuen Freund, während sich Dr. Kaan und Dr. Meier ins benachbarte Gästezimmer zurückzogen, wo der Familienvater nun die Sachen seiner Tochter zusammenpackte...

Mehdi (mit einer gewaltigen Portion Ironie in der Stimme): Du schenkst Gretchen einen Fisch? Das ist schon irgendwie... unkonventionell.
Marc (grinst ihn an): Hab ich geangelt.
Mehdi (glaubt ihm das beim Wort u. nickt langsam mit dem Kopf): Sicher.
Marc: Hey! Nur kein Neid. Das ist voll praktisch. Haasenzahn zickt nicht rum. Er macht keinen Krach, kackt nicht überall hin in die Wohnung oder will ständig schmusen. Besser als wenn sie mit so einem stinkenden wolligen Kinderersatz ankommen würde.
Mehdi (dreht sich zu ihm herum u. winkt mit dem Zaunspfahl): Dann lass doch den Ersatz weg und versuch es mit einem Original.
Marc (glaubt sich verhört zu haben u. starrt ihn ungläubig an): Sag mal bist du gestern beim wilden Balzritual mit Brad gestolpert und mit dem Kopf zuerst aufgeschlagen.
Mehdi: Wieso denn nicht? Ich verstehe überhaupt nicht, wieso du dich dem so verschließt. Kinder vergöttern dich. Und mit Lilly kommst du doch auch super aus.
Marc (kleinlaut): Die ist ja auch pflegeleicht.
Mehdi (grinst): Ich erinnere mich an Zeiten, da hast du immer das Gegenteil behauptet.
Marc (hat genug gehört u. wimmelt ihn ab): Ach komm, lass den Scheiß! Wir haben echt andere Sorgen, als jetzt an so was zu denken. Das weißt du doch.

Abrupt verschwand das Grinsen aus Mehdis Gesicht und er geriet sichtlich betroffen ins Grübeln...

Mehdi: Hat sie’s euch gesagt?
Marc (abgelenkt durch Lilly, die gerade in der Tür erscheint): Hmm?
Lilly (sieht ihren „Onkel“ mit großen Kulleraugen auffordernd an): Kann ich ihn füttern? Ich glaube, er hat Hunger.
Marc (schmunzelt): Glaubst du also? Du bist wohl eine kleine Fischflüsterin. Schau mal in meiner Manteltasche nach. Da hab ich eine Packung Fischfutter drin.
Lilly (strahlt ihn an u. verschwindet so schnell, wie sie gekommen ist): Okidoki!

Als Lilly aus dem rosa Zimmer rannte, kam Mehdi auf seine eigentliche Frage zurück...

Mehdi: Wie geht’s deinem Vater damit?
Marc (sieht ihn an u. antwortet ohne zu zögern, bis er merkt, dass hier etwas nicht stimmt): Beschissen! Aber... woher weißt du das schon wieder? Oh warte! ... Gretchen hat dir das schon brühwarm am Telefon erzählt. Na super. Wahrscheinlich weiß es auch schon Sabine und damit auch der ganze Fanclub. Herrlich! „Die Erfolgsautorin auf Abwegen“ lautet wohl dann die heutige Schlagzeile der Yellow Press?
Was es wohl kostet, sämtliche Zeitungen Berlins zu beschlagnahmen? Die Rechnung kriegt Mutter.
Mehdi (irritiert): Wieso von Gretchen?
Lilly (ruft aus dem Badezimmer): ONKEL MAAARC, soll ich alles reinkippen?
Marc (reißt schockiert die Augen auf u. rennt aus dem Zimmer): Was? Ach du Scheiße! Willst du ihn umbringen? Warte! Nicht bewegen!
Mehdi: Äh... Überspielt er es so gut oder weiß er es doch nicht? Und „Abwege“ ist wohl nicht gerade die passende Formulierung.

...murmelte Mehdi leise vor sich hin, als sein Kumpel aus dem Zimmer stürmte, um ein Leben zu retten. Er setzte sich seufzend aufs Bett. Er hielt noch immer Lillys Rucksack in der Hand, in den er gerade das geheime rosa Buch, auf dem in großen roten Lettern „LILLY“ stand und das er unter dem Kopfkissen gefunden hatte, gesteckt hatte und dachte nach, in was er da hineingeraten war. Bis jetzt hatte er es noch nicht zugelassen. Aber so langsam meldete sich doch bei ihm das schlechte Gewissen. Doch er konnte nicht lange darüber nachdenken, denn in dem Moment kam Gretchen zur Tür herein und schaute ihren Freund fragend an...

Gretchen: Alles ok? Hast du alles?
Mehdi (schaut aus den Gedanken gerissen auf): Oh! ... Ja, ich... denke schon.
Gretchen: Wann fahrt ihr denn heute los?
Mehdi: Wir treffen uns alle gegen Mittag im EKH.
Gretchen (kommt langsam auf ihn zu): Ich hab dir das noch nicht gesagt, aber ich finde es wirklich großartig, dass du Anna begleitest.
Mehdi: Das ist das Mindeste, was ich tun kann und Lilly ist nun mal die beste Medizin, die es gibt.
Gretchen (lächelt): Stimmt!
Mehdi (wagt einen zögerlichen Versuch, sich heranzutasten, um sein Gewissen zu beruhigen): Du... eine Frage. Was ist eigentlich genau mit Marcs Vater? Ich hab ihn nicht bei euch erwartet.
Gretchen (legt ein betroffenes Gesicht auf u. setzt sich neben ihren besten Freund aufs Prinzessinnenbett): Oh, ganz, ganz schlimm die Sache. So wie es ausschaut, hat Elke ihn verlassen. Mal wieder. Also wenn das jetzt jedes Mal im Zweimonatsturnus passiert, dann weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll. Olivier tut mir so leid. Er hat das einfach nicht verdient, wie sie mit ihm umspringt. Müsste sie sich nicht glücklich schätzen, dass er ihr das alles verziehen hat, was in der Vergangenheit war? Nein, sie spielt mal wieder die Diva. Obwohl, diesmal wohl eher der leisen Töne. Das war schon seltsam.
Mehdi (lässt fassungslos den Rucksack aus seinen Händen gleiten u. sieht sie irritiert an): Was? Aber... das kann sie doch nicht machen. ... Nicht jetzt!
Gretchen (sieht ihn aus traurigen Augen dankbar für sein Mitgefühl an): Ich kann’s mir auch nicht erklären. Die beiden waren so glücklich. Und dann lässt sie von einen Tag auf den anderen nichts außer einem kleinen Zettel mit einer Abschiedsbotschaft zurück.
Abschiedsbotschaft? Dass heißt, sie... Verdammt! Ich hätte es wissen müssen. Was mache ich denn jetzt?
Mehdi (nachdenklich): Einen Zettel?

Gretchen nickte zaghaft mit ihrem Kopf und wischte sich eine verstohlene Träne aus dem Augenwinkel. Sie drückte Mehdis Hand, weil er so ein wunderbarer und mitfühlender Freund war, aber vernahm dann laute Stimmen aus dem angrenzenden Badezimmer, die sie ablenkten. Sie entschuldigte sich, stand vom Bett auf und verließ das Zimmer wieder. Auf dem Flur hörte man noch ihre Stimme...

Gretchen: Was macht ihr denn da?

Lorelei Offline

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09.01.2012 14:18
#1209 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tja, Dr. Kaan scheint tatsächlich etwas zu wissen, aber wie viel weiß er wirklich? Ich wünsche euch einen schönen Start in die neue Woche. Liebe Grüße, Lorelei




Mehdi blieb allein und völlig ratlos in dem rosa gestrichenen Gästezimmer zurück. Seine Gedanken überschlugen sich und er fuhr sich aufgewühlt mit seiner Hand über sein Gesicht. Er erinnerte sich noch deutlich an den Wortlaut des seltsamen Anrufs von gestern Nachmittag, der ihn so unvorbereitet erreicht hatte, als er gerade seine Tochter bei seinen Freunden abgeliefert hatte und ins Auto steigen wollte, um als nächstes seine Freundin abzuholen: „Bewahren Sie Stillschweigen! Zu niemandem ein Wort! Vor allem nicht zu Marc. Schwören Sie mir das?“ Er hatte es versprochen, aber er fühlte sich sehr unwohl damit. Was sollte er nun nur tun?

Der Oberarzt und Gynäkologe stand von dem rosa bezogenen Bett auf, ging langsam zur Tür, aus der Marcs Freundin gerade verschwunden war, vergewisserte sich kurz und schloss diese dann im Anschluss. Er griff nach seinem Handy in seiner Hosentasche, tippte über das Display und wählte schließlich die Nummer, die es ihm gestern schon angezeigt hatte. Zum Glück war sie nicht unterdrückt gewesen. Nach einigen Sekunden hörte er tatsächlich eine Stimme am anderen Ende der Leitung. Ihm fiel sichtlich ein Stein vom Herzen.

Mehdi: Dr. Kaan hier. ... Hören Sie! ... Nein, nein, das ist kein Problem. Ich habe meine Kollegin veranlasst, die entsprechenden Unterlagen zu übermitteln. ... Ich bitte Sie, natürlich streng vertraulich. Sie müssten sie eigentlich spätestens morgen erreichen. ... Das ist aber nicht der Grund, warum ich Sie sprechen möchte. Ich bin gerade bei Marc und... Nein, nein, das... Sie können mir vertrauen, Frau... Das habe ich Ihnen versprochen, ja. Aber denken Sie nicht, dass es besser wäre, wenn Sie Ihre Familie informieren würden, dass Sie... Ich will mich wirklich nicht einmischen. Das steht mir nicht zu. Aber bitte, er ist mein bester Freund und ich fühle mich nicht gut dabei, wenn ich ihm verheimliche, was ich... Entschuldigen Sie! Ja, natürlich halte ich mich an die ärztliche Schweigepflicht. .... Trotzdem, ich weiß das von Ihrem Mann und Ihnen. Sie sollten das nicht alleine durchstehen. ... Entschuldigung, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. ... Was sagen denn die Ergebnisse? Gibt es neue Befunde? Vielleicht ist es nicht... Oh! Okay, okay, ich habe verstanden. Ich lasse Sie in Zukunft in Ruhe. Aber Sie können mich trotzdem gerne jederzeit erreichen. Tag und Nacht. Ich bin zwar ab heute zwei Wochen im Urlaub, aber ich habe mein Diensthandy immer dabei. ... Auf Wieder... hören.

...murmelte Dr. Kaan noch in sein Telefon, aber da hatte seine Gesprächspartnerin bereits aufgelegt. Er fuhr sich aufgeregt durch seine Haare und versuchte seine Gedanken zu sortieren, was ihm nicht wirklich gelang. Denn er stand noch immer genauso da wie vorher. Er wusste eigentlich gar nichts. Nur das, was er aus ihrem Anruf gestern geschlossen hatte und ihrer Reaktion jetzt. Eigentlich hätte er mit ihrer Sturheit rechnen müssen. Ihr Sohn war schließlich genauso. Und genau den bemerkte Mehdi jetzt, also dieser ganz langsam die Tür öffnete und seinen Kopf ins Zimmer steckte. Marc griente seinen Kumpel hämisch an...

Marc: Alles in Ordnung? Mann, siehst du scheiße aus heute.
Mehdi (rappelt sich auf, steckt sein Handy weg u. versucht, sich nichts anmerken zu lassen): Danke, du bist mal wieder um Komplimente nicht verlegen.
Marc (grinst selbstgefällig): Kennst mich doch. Wie lange willst du hier in der rosa Hölle noch Wurzeln schlagen? Ich muss in einer halben Stunde in der Klinik sein. Annas Papiere fertig machen.
Mehdi (nickt seinem Freund zu u. schnappt sich hektisch Lillys Rucksack u. drängelt sich an ihm vorbei in den Flur). Oh natürlich! ... Lilly, wir gehen!
Lilly (kommt aus dem Badezimmer gestürmt u. bleibt mit verschränkten Armen schmollend vor ihrem Vater stehen): Och Papa, können wir nicht noch etwas bleiben? Bitte! Bitte!
Mehdi (geht schmunzelnd in die Knie u. stupst ihr an die Nase): Ein anderes Mal, Schatz. Du weißt doch, dass wir zuhause noch deine restlichen Sachen für die Reise packen müssen. Und du willst doch die Mama im Krankenhaus nicht warten lassen?
Lilly (gibt schließlich nach u. trottet ihm langsam durchs Wohnzimmer hinterher, wo Gretchen bereits Lillys lilafarbenen Anorak bereithält): Na gut. Liegt da auch Schnee, wo wir hinfahren? Wir müssen unbedingt den Schlitten einpacken, Papa.
Mehdi (grinst u. beobachtet, wie Gretchen seiner Tochter in die Jacke hilft): Den hab ich schon rausgestellt.
Lilly (hüpft fröhlich auf u. Gretchen hat ganz schön zu tun, den Wirbelwind festzuhalten): Supi!
Gretchen (sieht zu ihrem Freund rüber, der lässig am Küchentresen lehnt u. die Aufbruchsszene stumm beobachtet): Marc, wir sollten uns dann auch fertig machen.
Marc (löst sich vom Tresen u. kommt auf die kleine Gruppe zu): Ich warte nur auf dich.
Lilly (umarmt Gretchen zum Abschied): Tschüssi Gretchen. Das war sooooo schön bei euch.
Gretchen (strahlt sie an u. streicht ihr liebevoll über die Haare, bevor sie ihr ihre Mütze aufsetzt): Fand ich auch.
Lilli (schmiegt sich nun auch ganz fest an den überrumpelten Marc, der neben seiner Freundin steht, u. blickt mit großen flehenden Kulleraugen zu ihm hoch): Darf ich bald wiederkommen?
Marc (sieht hilfesuchend zu Gretchen, die ihn drohend anblickt, ja nicht das Falsche zu sagen): Äh... klar.
Hab ja eh keine Wahl! Scheiß-Überzahl!
Lilly (herzt ihren „Onkel“ ein letztes Mal u. ist schon zur Tür raus, die ihr Vater ihr netterweise aufhält): Supi! Ich hab dich so lieb, Onkel Marc.
Marc (sprachlos): Äh...
So macht sie’s einem echt schwer.

Gott, wie süß! Und wie süß verlegen Marc jetzt kuckt. Hach...

Mehdi (blickt seiner Tochter hinterher): Hey! Wo willst du denn so schnell hin?
Lilly (schreit durchs Treppenhaus u. hüpft die Stufen hinab): Nur schnell Onkel Oli tschüss sagen.
Mehdi: Aber pass auf, nicht zwei Stufen auf einmal.
Marc (klopft Mehdi freundschaftlich auf die Schulter): Da hast du dir wirklich eine kleine Nervensäge herangezogen.
Gretchen (verabschiedet sich schon mal von Mehdi, der Marc fröhlich anlächelt u. genau weiß, dass er nur so cool tut und Lilly schon lange in sein Herz geschlossen hat): Ich geh ihr schnell nach. Wir sehen uns dann im Krankenhaus?
Mehdi (drückt sie kurz an sich u. lächelt sie an): Natürlich. Bis später.
Marc (hat sich seinen Kurzmantel samt Schal geschnappt u. will seiner Freundin folgen, doch Mehdi steht ihm im Weg): Worauf wartest du noch, Kaan?
Mehdi (überrumpelt Marc mit einer spontanen Umarmung, die sich dieser überhaupt nicht erklären kann): Wenn was ist, du kannst mich Tag und Nacht erreichen, ok.
Marc (schiebt seinen rührseligen Freund irritiert von sich u. zur Tür raus): Äh... Geht’s dir gut? Ihr fahrt doch nur zwei Wochen ins Vogtland und nicht in den Irak.
Mehdi (wird etwas rot u. räuspert sich nervös): Tschuldige. Ich werd immer so rührselig, wenn...
Marc (schließt augenrollend die Tür u. geht zum Aufzug): Du bist immer rührselig, du Schwuchtel.
Mehdi (steht immer noch wie festgewurzelt vor der Tür zum Penthouse u. sieht seinem Freund nachdenklich nach): Marc?
Marc (hat schon einen Fuß in den Fahrstuhl gesetzt, als er sich noch einmal umdreht): Ja? Was ist denn los mit dir heute? Du bist echt komisch.
Ich kann es ihm nicht sagen!
Mehdi (rappelt sich u. nähert sich dem Fahrstuhl): Danke! ... Fürs Aufpassen. Meine ich.
Marc (rollt mit den Augen u. betritt den Aufzug): Äh... okaaay!? Das hatten wir zwar schon, aber ok.
Also wenn der jedes Mal nach einer heißen Nacht mit Gabi so drauf ist, na dann gute Nacht.

Mehdi folgte seinem Freund schließlich in den Aufzug und lehnte sich neben ihn mit dem Rücken an die kühle Stahlwand. Lillys Rucksack ließ er vor seine Füße fallen. Er schloss seine Augen und atmete langsam ein und aus, um sich zu beruhigen. Er durfte sich nichts anmerken lassen. Nicht jetzt. Der Halbperser riskierte einen vorsichtigen Blick zur Seite zu Marc, der mit einem vergnügten Lächeln auf seinen Lippen mit seinem Schlüsselbund spielte. In Gedanken war Mehdi bei ihm, bei Gretchen, bei Olivier Meier, aber vor allem bei Marcs Mutter. Auch wenn die sture Frau es nicht wollte, er würde dran bleiben. Einer musste schließlich wissen, wie es um sie stand, um notfalls das Richtige zu tun.

Erst das Piepen seines Handys ließ den nachdenklichen Gynäkologen aus seinen Überlegungen erwachen. Sein Kollege und Freund grinste dreckig, als er Mehdis aufleuchtende Augen bemerkte, als dieser die gerade angekommene Sms las. Er konnte sich denken, von wem die war. Die Liebe zu dieser unmöglichen Person hatte dem Frauenversteher offenbar tatsächlich weich im Hirn gemacht. So wie der sich heute verhielt. Muss wohl eine wilde Nacht gewesen sein. Er musste Mehdi schupsen, als sich die Fahrstuhltüren öffneten und sich der verliebte Knallkopf nicht vom Fleck rührte. Gretchen und Lilly warteten bereits kichernd Hand in Hand im Eingangsbereich. Doch auch Dr. Kaan hatte sein Lachen wieder gefunden. Getreu seiner Devise, würde schon alles gut werden. Ganz bestimmt.

Lorelei Offline

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10.01.2012 17:09
#1210 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Zwei Stunden später im Elisabethkrankenhaus, Stationszimmer

Dr. med. Maria Hassmann kam gerade nach einer vierstündigen Gehirnoperation, bei der sie einem dreiundsechzigjähren Mann einen verwucherten Tumor erfolgreich entfernt hatte, aus dem OP zurück, vervollständigte am Tresen des Schwesternzimmer noch schnell dessen Akte und überreichte diese dann Schwester Sabine, die gerade damit beschäftigt war, die Entlassungspapiere für eine Patientin auszudrucken, wie ihr wenige Minuten zuvor Dr. Meier aufgetragen hatte, bevor er zusammen mit Dr. Haase und seinem Team zur Visite aufgebrochen war. Die pflichtbewusste Krankenschwester teilte der Oberärztin noch mit, dass sich alle in einer halben Stunde zur Abschlussvisite im Krankenzimmer von Anna Kaan einfinden würden, nickte ihr freundlich zu und legte die Akte des Tumorpatienten in das richtige Fach und nahm auf dem Weg gleich noch die Dokumente aus dem Drucker mit. Die sichtlich erschöpfte Neurochirurgin sah ihr dabei zu, gähnte einmal laut, wischte sich über ihre müden Augen und betrat dann doch nach kurzem Zögern das Stationszimmer und ließ sich nach einem Stopp an der Kaffeemaschine auf einem der Stühle am runden Tisch nieder, streckte ihre schmerzenden Beine von sich und genoss ihr dampfendes Aufputschgetränk, das ihr wieder Leben einhauchen sollte. Maria setzte die Tasse ab, gähnte erneut hinter vorgehaltener Hand und schloss für einen Moment ihre Augen, die von der anstrengenden OP schmerzten, und versuchte zu entspannen. Nach zehn entspannenden Minuten nahm sie einen erneuten Schluck aus ihrem gelben Kaffeepot, auf dem in großen Lettern „Chefin“ geschrieben stand, ein Spaßgeburtstagsgeschenk der Krankenschwestern und Pfleger vom letzten Jahr, und kuckte verträumt aus dem Fenster. Es herrschte strahlender Sonnenschein an diesem wunderschönen letzten Januartag. Der frisch geschneite Schnee von heute Morgen auf den Bäumen gegenüber glitzerte richtig und hatte eine regelrecht magische Wirkung auf sie. Sie freute sich. Sie könnte also doch noch heute Nachmittag mit Sarah Schlitten fahren gehen. Ein Stressfaktor weniger. Die allein erziehende Mutter griff in die Obstschale und nahm sich eine Apfelsine heraus, der sie langsam die Schale abknubbelte, bevor sie sie genüsslich verzehrte. Langsam aber sicher baute sich ihre Anspannung ab, die noch von der Kraniotomie herrührte, und sie entspannte sich sichtlich. Wenn man genau hinschaute, konnte man sogar ein kleines Lächeln auf ihren Lippen erkennen.

Das Türknallen ein Zimmer weiter bemerkte die tiefenentspannte Oberärztin gar nicht. Nur als Schwester Sabine von ihrem Schreibtisch aufstand und sich kurz entschuldigte, um ihrem Oberarzt die geforderten Dokumente zu bringen, sah die Neurologin kurz auf. Sie schnappte sich noch einen von Sabines selbst gebackenen Keksen aus der mit Sternen und Monden verzierten himmelblauen Keksdose, die neben der Obstschale stand, leerte ihre Kaffeetasse und sprang anschließend ebenfalls auf und ging weiter in die Umkleide, um von ihren OP-Sachen in bequemere Freizeitklamotten zu wechseln, denn sie hatte gleich Dienstschluss. Aber plötzlich blieb sie abrupt in der Tür stehen. Der Raum, in den sie wollte, war bereits belegt, wie sie irritiert feststellen musste. Mit weit aufgerissenen Augen und leicht geöffnetem Mund betrachtete Maria nun die attraktive Kehrseite eines groß gewachsenen schlanken Mannes, der gerade seinen Pulli über den Kopf zog und ihr damit unfreiwillig eine beste Aussicht auf seine gut definierten Rückenmuskeln gab. Dr. Hassmann wollte es eigentlich nicht, aber gegen den inneren Drang, ihn unbedingt anschauen zu müssen, konnte sie nichts machen. Sie war schließlich nicht nur Ärztin, sondern vor allem Frau.

Marias glühende Blicke strichen ganz langsam über jeden einzelnen angespannten Muskel seines gut trainierten Rückens, über seine starken Arme, seine großen Hände und blieben schließlich wie selbstverständlich an seinem knackigen Po hängen, der in einer gut sitzenden Jeanshose steckte, die das Objekt ihrer heimlichen Begierde nun gegen eine weiße Arzthose tauschen wollte. Die Oberärztin hielt den Atem an und verfolgte jede einzelne seiner Bewegungen mit größtem, nicht nur medizinischem, Interesse. Dunkelbraune Augen wanderten begierig und ungeniert über nackte gebräunte Haut und einem weißen eng anliegenden Slip. Sie biss sich auf ihre Unterlippe, als sie verfolgte, wie er sich nun bückte und eine weiße Stoffhose aus dem Schrank holte und diese langsam über seine Füße, seine Knöchel, seine Waden, Knie und Oberschenkel zog. Sein äußerst ansehnlicher Hintern, der nun leider verdeckt wurde, war wie ein Magnet für sie. Ihre Augen klebten förmlich daran. Sie konnte es ihnen nicht ausreden, so sehr sie es auch versuchte. Die Anziehungskräfte waren einfach größer als ihr kluger Verstand.

Maria schnappte schließlich hörbar nach Luft. Das bemerkte nun auch ihr sexy Beobachtungsobjekt, das gerade den Knopf seiner Hose schloss, seine Jeans unachtsam in den Spind warf und nun ein weißes T-Shirt herauszog. Dr. med. Cedric Stier drehte sich herum und war sichtlich erstaunt, als er ausgerechnet Marias Blicke an seinem Astralkörper kleben sah, was sein Selbstbewusstsein nach ungefähr zwei Wochen mehr oder weniger Funkstille zwischen ihnen beiden ungemein steigerte. Er schmunzelte. Sie konnte leugnen, wie sie wollte, oder ihm weiterhin bewusst aus dem Weg gehen. Sie stand auf ihn. Eindeutig! Wenn es nicht so peinlich gewesen wäre, er hätte seinen inneren Jubeltanz jetzt nach außen getragen. Aber der ewige Macho blieb sich treu. Bewusst zögerte er sein weiteres Umziehen noch einen Moment hinaus, hielt das weiße Shirt in seiner rechten Hand und lehnte sich lässig mit verschränkten Armen an einen der Spinde neben seinem, um seine Brust- und Armmuskeln deutlicher hervorstechen zu lassen. Mit durchschlagendem Erfolg. Seine ihn mit Blicken regelrecht verschlingende Exfrau hatte noch nicht darauf reagiert, dass er sie nun ebenfalls mit intensiven Blicken traktierte. Er konnte gar nicht anders. Er musste jetzt etwas sagen. Auf seine gewohnt charmante und selbstverliebte Art natürlich.

Cedric (grinst): Popcorn gefällig? Ich weiß, ich sehe unverschämt gut aus. Meinst du, ich sollte Eintritt verlangen?

Cedrics freche Stimme riss die Träumerin schließlich aus ihren verbotenen Gedanken. Er hatte sie erwischt! Verdammt! Schnurstracks veränderten sich Marias Gesichtsfarbe und ihre gesamte Mimik. Aber was zog der sich hier auch einfach so aus? Konnte er nicht abschließen? Grrr! Um ihre Souveränität war es äußerst schlecht bestellt. Das musste sich sofort und auf der Stelle ändern. Nicht dass er noch auf dumme Gedanken kam. Die sichtlich errötete Neurochirurgin räusperte sich mehrmals, wich Cedrics amüsierten Blicken aus, strich ihre blaue OP-Kluft zu Recht und stiefelte nach kurzem Durchatmen entschlossen auf ihren unverschämten Exmann zu. Vor ihm blieb die schöne Ärztin dann stehen. Funkelnde dunkelbraune Augen trafen auf leuchtende blaugraue. Jetzt war es Cedric Stier, der aus dem Konzept gebracht wurde. Er schluckte. Was wollte sie jetzt? Ging sie etwa tatsächlich auf seinen kleinen Flirt ein? Das wäre ja... der reinste Wahnsinn. Sein Herz schlug plötzlich einige Umdrehungen schneller in seiner Brust, war kaum mehr zu kontrollieren, ebenso wie seine Schweißdrüsen. Eigentlich spielte sein ganzer Körper gerade verrückt. Sämtliche Hirnfunktionen waren blockiert und seine Blicke strichen nervös, aber auch erwartungsvoll über ihre versteinerten undurchdringlichen Gesichtszüge. Maria, die die Rolle der Miss Unnahbar perfekt beherrschte, sprach ihren Exmann unbedarft an, ohne auch nur eine Wimper zu verziehen, was von ihr sehr viel Konzentration erforderte....

Maria: Wenn ich bitten darf?
Cedric (sichtlich durcheinander starrt er sie an): Hä? Du... du willst... Hier? Ähm... Jetzt? Wirklich?
Ist der blöd?
Maria (runzelt verwundert die Stirn u. tippt mit einem Finger an den Spind hinter ihm): Äh... jaaa!? Du stehst vor meinem Spind.

Dr. Stier brauchte einen Moment, bis Marias Botschaft so angekommen war, wie sie eigentlich gemeint war, denn ihr aufregendes Parfum, vermischt mit Desinfektionsmittel und dem gängigen OP-Geruch, ihre überraschende Nähe, einfach alles an ihr ließen sämtliche Hormone in Wallung geraten und seine Gehirnwindungen langsamer schalten, und trat schließlich nach einer langen Pause einen Schritt zur Seite. Dabei berührte er nicht nur zufällig mit seiner Hand Marias Handrücken, sondern drückte auch noch ungeschickt seine eigene Spindtür zu. Dieser Knall ließ den aufgewühlten Neurologen endlich wieder aus seinen verbotenen Gedanken aufwachen. Wenn man genau hinsah, wurde der sonst immer sehr souverän und cool wirkende Arzt tatsächlich ein bisschen rot. Schnell zog er sein weißes T-Shirt über und riss die Spindtür wieder auf, um sich dahinter zu verstecken, sich für seine Uncoolness zu verfluchen und um seinen weißen Kittel herauszuholen.

Maria Hassmann tat es ihm gleich. Denn um ihre Lässigkeit war es eher schlecht bestellt, auch wenn es vielleicht anfangs so ausgesehen hatte. Als sein aufregendes Aftershave ihre Nasenflügel erreicht hatte, als sie sich kurz nach vorn gebeugt und an ihren Spind getippt hatte, den er mit seinem nackten Oberkörper blockiert hatte, und sie dann auch noch seine Hand auf ihrer gespürt hatte, war es mit ihrer Souveränität endgültig am Ende gewesen. Sie ertappte sich sogar bei dem Gedanken, ihn einfach zu packen, gegen den Spind zu drücken und wild und hemmungslos abzuknutschen. Sie war erschrocken über sich selbst. Es war eindeutig an der Zeit, zu verschwinden, dachte die Ärztin aufgewühlt. Wie gut, dass ihre Schicht gleich zu Ende sein würde. Nur noch schnell bei Anna Kaan vorbeischauen und dann nichts wie weg. Und sie könnte... Ja! Genau! Wieso eigentlich nicht? Schluss mit dem Zögern! Sie würde ihm eine Chance geben. Schnell versteckte die Oberärztin ihren noch immer etwas geröteten Kopf in ihrem Spind und wühlte in ihrer Handtasche, bis sie das fand, was sie gesucht hatte. Ihr Handy!

Als die beiden anschließend gleichzeitig ihre Spindtüren schlossen, trafen sich ihre Blicke erneut, verfingen sich regelrecht ineinander, konnten sich nicht mehr voneinander lösen. Es dauerte nur Sekunden und sie waren wieder nervöse Teenys, die nicht mehr wussten, wie man einen anständigen deutschen Satz bildete. Ihrer Hochschulbildung zum Trotz. Dr. Stier deutete mit einer wenig souveränen Armbewegung zur Tür auf den Flur, Dr. Hassmann mit zittriger Hand zur Tür ins benachbarte Schwesternzimmer und sie stammelten nur noch unverständliches Zeugs...

Cedric: Ich muss dann ... ähm... der... Papierkram... wartet.
Maria: Ich äh... auch. Patienten. Also ähm... nur eine. Ich hab ja eigentlich schon Schluss und muss ähm... noch... da...

Die nervöse Neurochirurgin wedelte mit ihrem Handy hektisch vor ihrem Gesicht herum, um ihm die Dringlichkeit zu suggerieren. Cedric nickte nur mit dem Kopf und wollte in die andere Richtung gehen. Maria ebenfalls. Dabei überschnitten sich ihre Wege und sie stießen ungeschickt zusammen. Sie kicherten verlegen, entschuldigten sich und gingen schnell Augen verdrehend getrennte Wege.

Was war das denn? Ich benehme mich wie ein verknalltes... Ich... bin... NICHT... verknallt! Also definitiv nicht in IHN! Dass das mal klar ist. Das hat dir der Haase eingeredet und die hat ja von Tuten und Blasen keine Ahnung. Ich weiß sehr wohl noch, was... äh... wen ich will.

Maria schüttelte verwirrt den Kopf und schob die Tür zum Schwesternzimmer auf. Sie schaute sich um. Sie war allein. Gut! Sie durchsuchte das Adressbuch ihres Smartphones, wurde fündig und wählte eine Telefonnummer. Leider ging nur die Mailbox ran. Es störte sie aber nicht sonderlich. Eigentlich war es sogar ganz gut. So seltsam, wie sie sich gerade fühlte, hätte sie eh kein anständiges Gespräch zustande gebracht. Sie sprach kurz auf die Mailbox...

Maria: Hey... Sven! Maria hier. Du weißt schon, die ... die ähm... Freundin vom Haa... Gretchens befreundete Kollegin. Also ähm... warum ich anrufe, .... Das ist eigentlich nicht meine Art. Obwohl... doch... schon, aber... egal. Äh... was ich eigentlich sagen...fragen wollte, steht dein Angebot noch? Tut mir übrigens leid, dass ich mich nicht gleich gemeldet habe, aber ich hatte hier viel zu tun und du mit dem Kongress sicherlich auch. Du kennst das ja auch, man kommt zu nichts und... Aber ich rede hier dummes Zeug. Ähm... Ruf mich einfach zurück, wenn du magst. Die Nummer hast du ja. Bis bald. ... Ach und... ich habe das ganze nächste Wochenende frei.

Maria stöhnte erleichtert auf, nachdem sie endlich aufgelegt und ihr Telefon wieder in ihre Tasche gesteckt hatte...

Gott, das war vielleicht eine schwere Geburt. „Ich habe das ganze Wochenende frei.“ Boah Maria, aufdringlicher und eindeutiger geht es echt nicht. Früher warst du schon mal besser. Wird vielleicht wirklich Zeit, mich wieder ins Getümmel zu stürzen. Jawohl! Das werde ich machen. Und er ist genau der Richtige dafür.

Die Augen der Neurochirurgin leuchteten geheimnisvoll auf und sie wollte gerade das Schwesternzimmer wieder in Richtung Umkleide verlassen, als sie direkt Gretchen Haase in die Arme lief, die genau aus eben diesem Zimmer geschritten kam. Mal wieder mit ekelhaft guter Laune, wie man an ihrem strahlenden Gesicht ablesen konnte. Genau das, was Maria gerade nicht gebrauchen konnte. Ebenso wenig wie den Smalltalk, der unweigerlich darauf folgte...

Gretchen: Hallo Maria! Schön dich zu sehen. Ich hab schon gehört, die OP war ein voller Erfolg. Gratuliere!
Maria: Danke! Aber ich bin halt die Beste.
Gretchen (stimmt ihr lächelnd bei): Du hast nicht zufällig Mehdi irgendwo gesehen? Wir wollten uns eigentlich hier treffen, um dann gemeinsam zu Anna zu gehen. Du kommst doch auch mit zur Abschlussvisite, oder?
Maria (zögerlich): Äh... ja, ja, Sabine hat mich schon informiert. Lass mich nur schnell noch umziehen.
Gretchen (bemerkt die OP-Klamotten u. nickt ihr verständnisvoll zu): Ok, dann bis gleich.

Maria drehte sich auf der Stelle um und verschwand schnell in der Umkleide, die dieses Mal zum Glück leer war, während Gretchen im Augenwinkel Schwester Sabine erfasste, die sich gerade wieder an ihren Platz an der Anmeldung gesetzt hatte...

Gretchen: Sabine, hast du vielleicht Dr. Kaan irgendwo gesehen?

Lorelei Offline

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12.01.2012 13:11
#1211 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Doch der Gesuchte schien wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Zumindest war das die Empfindung von Dr. Gretchen Haase, der auch Sabine nicht weiterhelfen konnte und die nun schulterzuckend und ratlos zusammen mit der blonden Krankenschwester weiter ihres Weges ging. Aber Mehdi Kaan hatte sich nicht urplötzlich in Luft aufgelöst. Er hatte sich nur unsichtbar gemacht und es ging ihm gut. Sehr gut sogar. Berauschend gut. Er befand sich nämlich gerade in einer versteckten Nische irgendwo im Elisabethkrankenhaus und hielt seine aufregende und wunderschöne Freundin fest im Klammergriff und küsste sie wild und inniglich. Schon seitdem er sie vor einer Viertelstunde an der Notaufnahme abgepasst und ohne Gegenwehr hierher verschleppt hatte. Der nahende Abschied hatte beide schwermütig werden lassen. Sie wollten sich nicht mehr loslassen, den Moment genießen, jede Minute auskosten, die ihnen noch blieb, bis Mehdi für zwei lange Wochen mit seiner Noch-Ehefrau und ihrer gemeinsamen Tochter zur Reha aufbrechen würde.

Und so standen sie nun eng umschlungen im Dunkeln und tauschten Zärtlichkeiten aus, die ihnen noch in der Nacht leider verwehrt geblieben waren. Die Sehnsucht nach einander war groß. Die Begierde größer. Zärtlich strichen starke Gynäkologenhände unter ihrem weißen Kittel über Gabis traumhafte Kurven, während die schöne Krankenschwester ihren sexy Oberarzt mit all ihrer Kraft gegen die gelb getünchte Wand drückte, seine Lockenmähne vergnüglich zerzauste und mit ihren Fingerspitzen unter seinem dunkelgrünen Parka zarte Kreise über seinen muskulösen Oberkörper zeichnete. Sie waren nur auf sich konzentriert, auf sich und ihre Empfindungen, auf ihre streichelnden Hände und die berauschenden Küsse, die sie in eine andere Galaxie schickten, während der Klinikalltag nur ein paar Meter weiter turbulent an ihnen vorüber zog, ohne dass die beiden bemerkt wurden.

Doch irgendwann musste das innige Liebespaar der Natur ihren Tribut zollen und ihren gefühlvollen Zungentanz für einen Moment unterbrechen, um nach Luft zu schnappen. Während sich ihren Lungen mit Sauerstoff füllten, sahen sie sich an. Einfach nur so. Verliebt. Schmunzelnd. Glücklich. Strahlend. Sie legten ihre Stirn aneinander, verschränkten ihre Arme jeweils hinter dem Rücken des anderen und lächelten sich verträumt an. Ihre Herzen schlugen im Einklang. Schnell. Unkontrolliert. Stolpernd. Rasend. Die Minuten verstrichen und sie hielten sich einfach nur stumm in den Armen, genossen ihre gemeinsame Nähe, lasen in den Augen des anderen und seufzen nachdenklich. Besonders Mehdi fiel es schwer, sich von seiner Traumfrau zu lösen, nachdem er jetzt wusste, was mit Gabis Familie passiert war. Und auch die Geschichte mit Marc lastete schwer auf seinem Herzen. Konnte er in dieser Situation überhaupt wegfahren? Brauchten die beiden ihn nicht?

Mehdi (flüstert leise in ihr Ohr): Wenn du willst, dann bleibe ich hier.
Gabi (schüttelt entschieden ihren Kopf u. legt ihre warme Hand an seine Wange): Blödsinn! Wir machen das, wie abgesprochen. Lilly freut sich doch schon so. Du hast sie doch vorhin gesehen. Und deine Frau braucht dich. Ihr solltet das alles in Ruhe klären. Ich komm schon klar.
Mehdi (sieht ihr liebevoll in die Augen u. legt seine Hand auf ihre an seiner Wange): Ich will aber auch für dich da sein.
Gabi (ihre Augen leuchten auf u. sie strahlt ihn verliebt an): Aber das bist du doch. Du bist immer da. Für alles und jeden. Und das liebe ich so sehr an dir. Aber du solltest auch mal an dich denken. Und so wie du deine Familienangelegenheiten alleine klären musst, muss ich das auch.
Mehdi (legt ihre Hand in seine u. drückt sie fest): Aber ich sehe doch, dass dich das alles bedrückt. Ich wünschte, ich könnte dir helfen.
Gabi (sieht ihn eindringlich an): Ich muss mir selber helfen, weißt du. Ich schaff das wirklich. Mach dir bitte keine Sorgen, Bärchen.
Mehdi (blickt sie ebenso eindringlich an): Ein Anruf von dir und ich mache mich sofort auf den Weg zurück nach Berlin.
Er ist einfach ein Schatz. Ich muss das aber wirklich alleine machen. Ich will ihn da nicht mit reinziehen.
Gabi (lächelt u. gibt ihm einen kleinen dankbaren Kuss auf den Mund): Du bist süß. Danke. Aber ich denke, das wird nicht nötig sein.
Mehdi (gespielt empört): Was? Heißt das etwa, du willst mich überhaupt nicht anrufen? Und warum hab ich dann extra den EDV-Techniker aus dem EKH zu dir bestellt, um dir Skype auf deinen Computer zu laden?
Gabi (grinst ihn schelmisch an): Du Dummerchen, natürlich ruf ich dich an. Mindestens zweimal am Tag.
Mehdi (schlingt seine Arme um ihre Taille, um sie ganz eng an sich heranzuziehen): Das ist mir aber noch zu wenig.
Gabi (ihr Grinsen wird immer breiter): Gut, dann... dreimal.
Mehdi (schmollt immer noch): Immer noch zu wenig.
Dieser Mann ist einfach zum Anknabbern süß.
Gabi (gespielt ernst): Der Oberdrache Stefanie wird mir was husten, wenn ich ständig am Telefon hänge. Du weißt doch, wie viel Blut und Wasser ich geschwitzt habe, um sie von der Dringlichkeit zu überzeugen, unbedingt wieder auf der Gyn arbeiten zu können. Und ich hab jetzt sogar Bärbel Haase am Hals. Da siehst du mal, was für Opfer ich für dich bringe.
Mehdi (lacht u. tätschelt ihr die Wange): Meine arme, arme Gabimaus! Was soll ich nur ohne dich machen?
Gabi: Na hoffentlich keinen fremden Frauen hinterher schauen. Auch nicht deiner Frau.
Mehdi (plötzlich wieder ernst): Hast du wirklich kein Problem damit, dass ich sie begleite? Ich weiß, dass muss dir komisch vorkommen und Marc hat mir auch schon ein paar Sprüche um die Ohren gehauen, aber ich muss das tun.
Gabi (legt beide Hände an seine Wange u. sieht ihm tief in die Augen): Ich weiß. Mach dir keine Gedanken. Ich komme damit klar, weil ich mich schon viel zu sehr darauf freue, wenn du wiederkommst und wir dann unser neues Leben beginnen werden.
Ich kann es kaum noch erwarten.
Mehdi (schaut sie verliebt an): Lilly hat mich gebeten, dich etwas zu fragen.
Gabi (überrascht): Was denn?
Mehdi (lächelt u. beobachtet gespannt Gabis Reaktion): Ob du nach den Winterferien nicht gleich ganz mit uns in die neue Wohnung ziehen möchtest?
Gabi (sichtlich bewegt): Echt?
Mehdi (nickt u. denkt gerührt an den Moment zurück, als Lilly ihn das heute Morgen im Auto gefragt hat): Euer gemeinsamer Nachmittag letzte Woche hat wohl ziemlich viel Eindruck bei ihr hinterlassen.
Gabi (wiegelt verlegen ab): Aber wir waren doch nur shoppen. Du weißt doch wegen einem passenden Kleid für die Hochzeit. Gretchen hat doch so einen hysterischen Aufstand gemacht, dass die Kleider der Blumenmädchen unbedingt zu Sabines Hochzeitskleid passen sollen. Ich bin doch nur für die blonde Nervensäge eingesprungen.
Mehdi (mächtig stolz auf seine Süße): Aber du hast einen super Job gemacht. Lilly mag dich immer mehr.
Wirklich? Dabei fühle ich mich immer noch ziemlich unwohl in ihrer Nähe und weiß überhaupt nicht, was ich mit ihr reden soll. Hoffentlich ändert sich das, wenn wir dann zusammenwohnen.
Gabi (lächelt gerührt): Ich hab sie auch sehr gern.
Mehdi (ist überglücklich u. blickt seine Freundin gespannt an): Also?
Gabi (schlingt euphorisch ihre Arme um seinen Hals): Ja, also... ja, ich will... ähm... sofort und auf der Stelle mit dir zusammenziehen.
Mehdi (drückt sie glücklich an sich u. dreht sich dabei einmal mit ihr im Kreis): Ganz so schnell klappt das leider nicht. Aber renoviert ist sie schon mal. Und wenn Lilly und ich wieder da sind, bringen wir den Umzug so schnell wie möglich über die Bühne.
Vielleicht könnte ich ihn und Lilly ja auch überraschen? Hmm... wäre eine Überlegung wert.
Gabi (schmiegt sich an seine Brust u. schließt ihre Augen): Ich freu mich schon so sehr darauf. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr.
Dann ist endlich alles gut.
Mehdi (strahlt über beide Backen): Ich freu mich auch sehr. Und das Beste ist, wenn ich wieder da bin, dann bin ich ein freier Mann. Also... so gut wie, lassen wir die Formalia außen vor. Aber mein Vater, du weißt ja, er ist Jurist, meint, dass das alles kein Problem sein wird. Das Trennungsjahr haben wir ja quasi schon so gut wie hinter uns.
Wow! Hoffentlich hören die blöden Hühner dann endlich auf zu tratschen, weil ich mit dem verheirateten Mann einer Patientin zusammen bin. Ich hab ihr dummes neidisches Geschwätz so satt. Und wenn die Scheidung dann erst mal durch ist, dann... Gabi, hör auf zu träumen! Das hat alles seine Zeit.
Gabi (öffnet ihre Augen u. schaut glücklich zu ihm hoch): Ein freier Mann also? Klingt verführerisch!
Mehdi (sieht mit aufgeregtem Herzklopfen in ihren Augen hin u. her u. senkt langsam seinen Kopf): Ja?
Gabi (haucht verzehrend, während sein heißer Atem sie schon streift u. sie eine Gänsehaut bekommt): Ja!

Und wieder suchten und fanden sich ihre warmen weichen Lippen und verschmolzen zu einem innigen Kuss. Beide legten ganz viel Gefühl und Liebe in diese zarte Begegnung. Zärtlich strichen Gabis Lippen über die seinen. Langsam. Belauernd. Sehnsüchtig. Lockend. Verzehrend. Mehdi seufzte leise, als er seinen Mund leicht öffnete und ihrer Zunge endlich Einlass gewährte. Schauerwellen durchfluteten ihre beiden Körper, während sie sich gefühlvoll küssten, streichelten, tanzten. Ihre Herzen tanzten gemeinsam einen Reigen, immer wieder im Kreis herum, so dass ihnen regelrecht schwindelig wurde. Ein aufregendes Schwindelgefühl übermannte die beiden. Sie wollten sich aneinander festhalten, wunderschöne Erinnerungen kreieren, auf die sie in der Zeit der Trennung zurückgreifen könnten. Doch wie das immer so war, wenn sie sich auf diese atemberaubende Art und Weise begegneten, gerieten ihre Gefühle bald außer Rand und Band und die Hormone fuhren Achterbahn. Immer höher und weiter wollten sie. Noch mehr Loopings verlangten sie, die so ein schönes Kribbeln im Bauch erzeugten. Mit einem Mal wurden ihre Küsse immer leidenschaftlicher, ihre Streicheleinheiten fordernder und wilder, immer ungehemmter. Hinzu kam der Gedanke, dass der Abschied immer näher rückte. Sie wollten sich noch einmal nah sein, so nah wie es zwei Liebenden nur möglich war. Gabi löste sich schließlich von Mehdis feurigen Lippen und blickte verheißungsvoll und unmissverständlich in seinen Augen hin und her...

Gabi (atemlos): Sag mal, wie viel Zeit hast du eigentlich noch?
Mehdi (atmet schwer u. wirkt noch sichtlich durcheinander, als er seinen Arm von Gabis Rücken löst u. einen Blick auf seine Armbanduhr riskiert): Wir wollen in einer halben Stunde losfahren, um möglichst noch am frühen Nachmittag einzutreffen. Und ähm... Eigentlich... na ja, eigentlich sollte ich schon längst bei Annas Abschlussvisite sein.
Gabi (streicht ihm aufreizend über seinen muskulösen Brustkorb u. setzt ihren verführerischsten u. überzeugendsten Augenaufschlag auf): Musst du wirklich, Mehdilein?
Mehdi (kann ihr kaum widerstehen u. verliert sich in ihren funkelnden Augen): Nicht unbedingt. Warum?
Gabi (grinst zufrieden u. greift nach seiner Hand): Komm mit!

Mehdi wusste nicht, wie ihm geschah, als er plötzlich von seiner Freundin mitgezogen wurde und sich alsbald in der nahe gelegenen Wäschekammer wieder fand, wo die beiden ihrer Sehnsucht auf aufregende Art und Weise nachkamen.

Lorelei Offline

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13.01.2012 14:38
#1212 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

In der Zwischenzeit fand am Krankenbett von Dr. Kaans Frau die Abschlussvisite statt. Anna sollte in wenigen Minuten entlassen und in die Reha verabschiedet werden, wo ihre grandiosen Fortschritte der letzten Wochen mit einem speziell auf sie ausgerichteten Therapie- und Bewegungsprogramm fortgesetzt werden würden. Zufrieden wanderten Dr. Meiers Augen über die Patientenakte, dann zur Patientin selbst, die schon in Straßenklamotten ungeduldig auf der Kante ihres Bettes saß, in dem sie seit ihrem erneuten Unfall so viele Wochen hatte verbringen müssen, während seine talentierte Assistenzärztin unter den achtsamen Augen von Chefarzt Prof. Haase, der aber gleich wieder zu einem anderen Patienten gerufen wurde und das Zimmer bereits mit seinen besten Empfehlungen an die charmante Paralysepatientin wieder verlassen hatte, Dr. Maria Hassmann und dem Physiotherapeutenteam noch einmal die Fakten zum Fall herunterbetete. Zufrieden nickte Marc seiner Kollegin und Freundin nach dem Ende ihrer Ausführungen zu und ergriff noch einmal selbst das Wort an die Patientin...

Marc (grinst sie in seiner gewohnt charmanten Art an): So. Das war’s dann also, Anna. Wir sind dich los. ... (wird unsanft von Gretchen am Arm angestupst, rollt mit den Augen u. lächelt Anna dann selbstgefällig an) ... Äh... Du bist uns los! So rum. Hähä. Alles weitere übernimmt dann Prof. Dr. Schuster, mit dem ich... (bemerkt den grimmigen Blick von Dr. Hassmann neben sich, verdreht wieder die Augen u. korrigiert seine Aussage)... wir auch weiterhin in Kontakt stehen werden, um den weiteren Verlauf deiner Rehabilitation zu verfolgen, die, ich muss schon sagen, bisher lehrbuchhaft verlaufen ist. Kompliment! Noch irgendwelche Fragen? ... Wo ist eigentlich Mehdi abgeblieben? Wollte der nicht... (murmelt er noch in seinen Dreitagebart u. blickt fragend zu Gretchen, die nur unschlüssig mit den Schultern zuckt)
Anna (schaut sich ebenfalls suchend nach ihrem Mann um, richtet ihren Blick aber dann wieder auf Marc, der sie erwartungsvoll anschaut): Nein, eigentlich nicht.
Marc (drückt zufrieden sein Klemmbrett an seine Brust u. will sich verabschieden): Gut, dann... Dr. Haase macht dir noch eben die restlichen Unterlagen fertig und dann kann’s eigentlich losgehen. Gepackt hast du ja bereits, wie ich sehe. Da kann es wohl jemand nicht erwarten?

Marc deutete grinsend auf die große bunte Reisetasche, die zu Annas Füßen stand und winkte die kleine blonde Praktikantin heran, die unscheinbar hinter den anderen Kollegen an der Wand gelehnt und die Visite bislang stumm, aber interessiert verfolgt hatte. Sie schob daraufhin den Rollstuhl vom Fenster ans Bett heran. Anna war nämlich noch zu wackelig auf den Beinen, als dass sie selbst bis zum Krankentransport hätte laufen können. Und Marc wollte schließlich bei seiner Vorzeigespatientin nichts riskieren. Gretchen verabschiedete sich derweil für den Moment von Mehdis Frau, die ihrem behandelnden Arzt gerade für seinen Spruch einen giftigen Blick schenkte, aber deren Gesichtszüge sich sichtlich entspannten, als sie die sanfte Stimme der charmanten Assistenzärztin vernahm...

Gretchen: Du kannst die Unterlagen gleich im Schwesternzimmer abholen, Anna. Und ich sage auch Schwester Sabine Bescheid, dass sie Lilly runterbringen soll. Mit dem Mittagessen müssten die beiden jetzt fertig sein, denke ich.
Anna (lächelt sie freundlich an): Danke Frau Dr. Haase!

Dr. Haase erwiderte Annas aufrichtiges Lächeln, schaute noch einmal vergewissernd zu Dr. Meier, der ihr frech zuzwinkerte, und verließ anschließend zusammen mit Dr. Hassmann, die ihrerseits Anna noch einmal kurz zugenickt und ihr alles Gute gewünscht hatte und sich dann kurzerhand Gretchen angeschlossen hatte, das Patientenzimmer. Chantal Kunze, die junge Praktikantin, half der Patientin unterdessen in den Rollstuhl und beim Ankleiden ihres Mantels. Den dicken Wollschal, einem Genesungsgeschenk von Mehdis Cousine Azadeh, die sich bereits vor reichlich einer Woche wieder gen Heimat verabschiedet hatte, aber ihr versprochen hatte, sie in der Reha auf jeden Fall besuchen zu wollen, wickelte sich Anna selbst um den Hals. Nachdem sich die Kollegen aus der Orthopädie von der Patientin verabschiedet hatten, wollte Dr. Meier sich nun ebenfalls aus dem Zimmer verdrücken, wurde aber von Mehdis Frau noch einmal zurückgerufen...

Anna: Marc? Warte mal!
Marc (dreht sich in Zeitlupe zu ihr um u. schaut sie misstrauisch mit einer hochgezogenen Augenbraue an): Doch noch eine Frage? Also ich hab keinen Schimmer, wo sich dein Ex gerade aufhält. Der wartet vielleicht schon unten an eurem schicken Reisemobil.
Anna (bittet die Praktikantin neben sich mit einem unmissverständlichen Kopfnicken, doch schon einmal mit der Tasche nach draußen zu gehen, dem Chantal auch sofort ohne Fragen nachkommt): Nein! Das nicht. Es ist nur...
Marc (lässt Chantal vorbei, die die Tür zum Vorzimmer hinter sich schließt u. von dort aus durch die große Fensterscheibe noch einmal neugierig zurückblickt, u. schaut ungeduldig zu Anna): Was denn? Ich hab nicht ewig Zeit. Meine richtigen Patienten warten.
Anna (rollt mit dem Rollstuhl ein Stück zu ihm heran u. sieht mit ernster Miene zu ihm hoch): Ich weiß, wir haben kein gutes Verhältnis mehr miteinander und du kannst nicht unbedingt nachvollziehen, dass Mehdi immer noch zu mir hält nach allem, was... *räusper*, ähm... ich kann es ja manchmal selbst nicht verstehen, aber... trotzdem rechne ich es dir hoch an, dass du mir geholfen hast.
Marc (etwas überfordert): Das ist mein Job.
Anna: Ich habe dir viel zu verdanken und ich stehe mächtig in deiner Schuld.
Marc (rollt mit den Augen u. wiegelt ab): Tust du nicht! Du bist eine Patientin, ok. Du nimmst an meiner Studie teil, wofür ich eigentlich auch noch... ähm... dings... danke sagen wollte. Das ist alles. Nichts wofür du jetzt extra mit Konfetti werfen müsstest.
Anna (schenkt ihm ein schmales Lächeln): Trotzdem will ich einfach danke sagen. Danke für alles. Auch dafür, dass du Mehdi so ein guter Freund bist. Er hat mir erzählt, was du alles für ihn getan hast. Ich schwöre dir, ich zahle dir jeden Cent zurück, wenn ich wieder flüssig bin. Für die Detektei und auch das von damals. Du weißt schon.
Marc (ihm wird das etwas zu viel): Boah Anna!
Anna (will noch etwas sagen u. unterbricht ihn): Und na ja, ähm... vielleicht können wir ja irgendwann unsere äh... Meinungsverschiedenheiten begraben, hmm?
Oh Mann, jetzt wird sie auch noch rührselig. Sie hat eindeutig zu viel Zeit mit dem Frauenversteher und Haasenzahn verbracht. Ich muss hier weg.
Marc (gibt sich unnahbar u. wendet seinen Blick schließlich von ihr ab, um zu gehen): Vielleicht!? Ich ähm... muss dann wirklich... Ich schick dir die kleine... Dings hier wieder rein.
Anna (schnappt sich seine Hand u. drückt diese fest, was er irritiert zur Kenntnis nimmt, u. nickt Marc dankbar zu): Danke. Bis bald.
Marc (erobert seine Hand zurück, beißt sich auf seine Unterlippe u. dreht sich um): Jep! Äh... Alles Gute dann, ne. Man hört voneinander.
Zwangsläufig. Mehdi ist ja auch so eine Quasselstrippe. Nur heute macht er sich irgendwie rar. Na ja, vögelt wahrscheinlich gerade die Ziege. Wer soll’s ihm verübeln?

Dr. Meier öffnete schmunzelnd die Tür und schickte Chantal aus dem Vorzimmer zurück zu Anna. Er wollte gerade die Klinke der Außentür herunterdrücken, als diese ihm plötzlich entgegenkam und schmerzhaft gegen seine Stirn prallte...

Lorelei Offline

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14.01.2012 14:37
#1213 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc: Au! Verdammte Scheiße! Können Sie nicht aufpassen. Sie... Sie... Hornochse. ... Och nee! Na das passt ja.

... polterte Marc gewohnt uncharmant und lautstark los und seine Gesichtszüge entglitten ihm völlig, als er den Verursacher dieses kleinen „Unfalls“ erkannte. Dieser wirkte sichtlich gehetzt und stolperte fast über seinen zeternden Konkurrenten hinter der Tür, den er ebenfalls erst jetzt am hochroten Kopf erkannte...

Cedric: Komm ich zu spät?
Marc (reibt sich über seine schmerzende Stirn, kontrolliert diese auf Hämatome u. antwortet gewohnt zynisch): Keine Ahnung! Das solltest du wohl eher eine deiner Gespielinnen fragen, Stier.
Cedric (verzieht seine Mundwinkel zu einem schiefen Lächeln u. mustert seinen impertinenten Kollegen abfällig): Witzig!
Marc (fühlt sich genervt von Cedrics musternden Blicken u. blitzt ihn grimmig an): WAS? Du stehst mir im Weg, verdammt.

Cedric verzog keine Miene und trat lässig einen Schritt beiseite, um ihn vorbeizulassen. Marc legte seinen gefährlichen Ameisenblick auf und wollte gerade an seinem lästigen Erzfeind vorbei, als er aber eine zarte Stimme hinter sich vernahm. Er drehte sich noch einmal um und stutzte. Anna und Chantal erschienen samt Rollstuhl im Türrahmen und lächelten den Machoneurologen mit einem ekelhaft verträumten Schmachtblick an, sodass Marc automatisch die Augen verdrehen musste...

Weiber! Der kriegt auch jede rum! Tzz... Loser!

Anna: Cedric?
Chantal (freut sich ebenfalls, ihn zu sehen): Hey! Lange nicht gesehen, Ricky.
Ricky? Oh Gott! Ich glaube, ich fall gleich ins Lachkoma.
Cedric (blickt mit einem Siegergrinsen zum verdutzten Meier): Die Frage erübrigt sich ja dann wohl.
Marc (schaut verwirrt zwischen den drei hin und her u. deutet schließlich mit ausgestreckten Zeigefinger zwischen Anna u. Cedric hin u. her): Äh... läuft da was?
Cedric (ignoriert die ernst gemeinte rhetorische Frage seines zynischen Kollegen u. beugt sich zu Anna herunter, um sie zu begrüßen): Ich wollte mich nur verabschieden.
Marc (schnauft hämisch durch seine beiden Nasenlöcher aus u. verlässt anschließend Kopf schüttelnd das Zimmer): Pff!
Da haben sich ja die Richtigen gefunden. Ob der Kaan das weiß? Hmm... Besser ist, wenn nicht.
Anna (sieht Marc augenrollend hinterher, als sich hinter ihm die Tür schließt, u. widmet sich anschließend mit einem fröhlichen Augenaufschlag dem charmanten Arzt neben ihrem Rollstuhl): Du bist der Einzige in dem Laden, der mir fehlen wird.
Cedric (grinst sie verschmitzt an u. fährt sich mit der Hand über seinen angespannten Brustkorb): Selbstverständlich!
Chantal (schaut misstrauisch zwischen den beiden hin und her u. spürt eine gewisse Chemie zwischen den beiden): Wollt ihr...? Ähm... Eigentlich sollte ich Sie ja jetzt zu dem Krankentransport bringen, Anna, aber...
Cedric (tauscht mit Anna vielsagende Blicke aus u. fällt der süßen Praktikantin ins Wort): Ich übernehme das.
Chantal (grinst ihn vergnügt an u. drückt dem überraschten Neurochirurgen spontan einen Schmatzer auf die Wange, woraufhin Anna große Augen macht u. Cedric fragend anstarrt): Okaaay!? Danke Ricky! Dann kann ich endlich Mittagspause machen. Weißt du, ich wollte noch schnell in der Krippe anrufen. Celinchen ist heute zum ersten Mal alleine dort und das macht mich ganz nervös.
Cedric (streicht sich über seine Wange u. lächelt sie an): Mach das, Chantal! Aber fürs Protokoll, hier in der Klinik hältst du dich bitte an die Dienstränge.
Chantal (ist sich keiner Schuld bewusst u. grinst ihn an): Oh! Schon klar, Doc. Äh... Dr. Stier.

Und schon war der blonde Wirbelwind auch schon aus dem Zimmer verschwunden. Cedric schnappte sich Annas Reisetasche, die hinter ihrem Rollstuhl auf dem Boden stand, setzte diese auf Annas Schoss ab und schob die Patientin langsam aus dem Zimmer und dann den Gang der Chirurgie vor...

Anna (schaut schelmisch grinsend zu Cedric hoch): Sag mal, Cedric, du scheinst ja hier im Krankenhaus schon jeder Frau den Kopf verdreht zu haben.
Cedric (bleibt mit dem Rolli stehen u. beugt sich schmunzelnd zu Anna herunter): Jeder außer dir!
Anna (ihr Grinsen wird immer breiter): Enttäuscht? Das mindert deine Quoten, nicht?
Cedric (geht mit Vergnügen auf den kleinen Flirt ein): Och nicht unbedingt. Solange sie immer noch über denen vom Meier liegen.
Anna (schmunzelt): Oh, dann hoffe ich nicht, es kratzt an deinem Ego, wenn ich dir jetzt verrate, dass ich mit ihm auch geschlafen habe.
Cedric (fasst sich theatralisch an sein Herz u. setzt einen wehleidigen Blick auf): Du brichst mir das Herz.
Anna (bricht in ein herzerfrischendes Lachen aus, das er erwidert): Ach komm, lassen wir die Albernheiten. Das alles ist lange her. In einer anderen Welt. In einem anderen Leben. Nach der Reha beginnt mein Neustart.
Cedric (stellt sich wieder hinter den Rollstuhl, greift nach den beiden Griffen u. schiebt sie mit nun ernster Miene langsam weiter den Gang entlang): Schiss?
Anna (nachdenklich): Wenn ich ehrlich bin, .... nein. Ich mache zum ersten Mal in meinem Leben etwas richtig.

Lorelei Offline

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16.01.2012 14:23
#1214 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Währenddessen schaute Dr. Meier seiner hübschen Assistenzärztin und Freundin im Schwesternzimmer über die Schulter, als diese gerade die Entlassungspapiere von Anna Kaan unterschrieb, die sie samt seiner Unterschrift, die der Oberarzt bereits geleistet hatte, anschließend zu den anderen Unterlagen in die Mappe für die Rehaklinik packte und in Sichtweite neben die Computertastatur ablegte, vor der sie gerade saß. Zärtlich kreisten Marcs Fingerspitzen über die nackte weiche Haut ihres verführerischen Halses, was Gretchen ganz wuschig machte, weil sie sich eigentlich noch auf ihre Arbeit am Computer konzentrieren wollte. Bevor nach dem Mittag die wichtigen OPs anstanden, hatte sie eigentlich vorgehabt, die Akten durchzuhaben. Aber mit ihrem Liebsten in ihrer unmittelbaren Nähe war an Aktenarbeit nicht mehr zu denken. Der freche Kerl schien es richtig darauf anzulegen, seine Freundin aus dem Konzept bringen zu wollen. Immer und immer wieder wanderten seine flinken Chirurgenfinger ihren grazilen wunderschönen Hals empor und wieder hinab. Mit dem Erfolg einer zarten Gänsehaut, die sich langsam entlang dieser Linien bildete. Gretchen verfluchte sich mittlerweile dafür, dass sie sich heute Morgen ausgerechnet für eine Hochsteckfrisur entschieden hatte. Natürlich sah er das mal wieder als willkommene Einladung an.

Marc spielte nun mit ein paar Strähnen, die sich aus ihrer komplizierten Frisur gelöst hatten. Das kitzelte die junge Ärztin und machte sie fast wahnsinnig. Immer wieder schob sie seine freche Hand weg. Doch das animierte ihn nur noch mehr dazu, sie zu ärgern. Jetzt, da das Stationszimmer gerade unbevölkert war, ging er sogar noch einen Schritt weiter. Marc nahm seine Hand von ihrem anmutigen Hals, was Gretchen erleichtert ausatmen ließ. Flink tippten ihre Finger nun das Rezept ein, das sie schon die ganze Zeit ausfüllen wollte, bis nur noch eine lange Linie mit lauter As auf dem Computerbildschirm erschien. Der unverschämte Mann hatte es doch tatsächlich gewagt, seine warmen betörenden Lippen einfach so ungefragt auf ihren Nacken zu setzen und hauchte nun zarte Küsse darauf, was ihre Konzentrationsfähigkeit natürlich gänzlich flöten gehen ließ. Sämtliche kleinen Härchen hatten sich aufgestellt. Sie war verloren. Gretchen schloss ihre Augen und seufzte leise, als Marcs heiße Lippen ganz langsam an ihrem Hals ihre verführerischen Bahnen zogen.

Gretchen: Du Schuft!

...entglitt ihrem süßen Erdbeermund irgendwann nach einem tiefen zufriedenen Seufzer. Marc ließ kurz von seinem Tun ab und grinste sein williges Opfer frech an. Haasenzahn war einfach zu süß, wenn sie wie Wachs in seinen Händen war. Im gleichen Moment nahmen seine Augen aber auch noch jemand anderen war und er ließ abrupt von seiner Freundin ab, was diese enttäuscht die Augen öffnen ließ. Dr. Meier hatte die Neue am Schwesternzimmer vorbeihuschen sehen und pfiff die Praktikantin nun oberlehrerhaft zurück...

Marc: Hey! Moment mal, junges Fräulein. Sag mal, hast du nicht was vergessen?
Chantal (schaut mit Unschuldsmiene zur Tür herein, bemerkt das rote Gesicht von Dr. Haase, aber denkt sich nichts dabei u. sieht Dr. Meier unbeeindruckt an): Muss man sich hier etwa direkt beim Oberarzt abmelden, wenn man Mittag machen will?
Marc (überrascht von den Frechheiten, die sich die junge Praktikantin frei Schnauze herausnimmt): Äh... nein! Aber wenn ihr nicht wieder einen neuen Paralympic-Rekord aufgestellt habt, dann hast du die Patientin wohl noch nicht runtergebracht.
Chantal (versteht anfangs nur Bahnhof, zeigt dann aber hinter sich u. geht einfach weiter, ohne Dr. Meiers verblüffte Reaktion abzuwarten): Para...was? Oh! Das ... das wollte ER übernehmen. Der hat ja auch was zu sagen hier oder?
Marc (folgt irritiert ihrem Blick u. klappt den Mund weit auf, als er Anna und Cedric lachend auf sich zukommen sieht, dann schaut er zu seiner betröppelten Freundin, die Chantal hinterher schaut): Äh... Sag mal, Haasenzahn, seit wann hat der Drecksack eigentlich was mit Mehdis Ex am Laufen?
Gretchen (steht verwundert von ihrem Stuhl auf, geht um den Tresen herum u. schaut ebenfalls neugierig aus der Tür heraus): Maria? Haben die beiden endlich die Kurve gekriegt? Na Gott sei dank, das ewige Theater war ja nicht mehr auszuhalten.
Hä? Mit der hat er auch was am Laufen? Alter Schwede!
Marc (kuckt seine Freundin an wie ein Auto u. deutet mit seinem Kopf in die Richtung, aus der die beiden kommen): Äh... Mir scheint, du bist noch gar nicht auf dem neusten Stand.
Gretchen (folgt irritiert seinem Blick u. stutzt nun ebenfalls): Hä? Wie meinst du das denn?
Marc (grinst dreckig): Ich glaube, den interessieren gerade die Kurven von jemand ganz anderem.
Gretchen (dreht sich sichtlich entsetzt zu ihrem Liebsten um): Meinst du wirklich?
Oh nein, nicht gut! Wenn Maria das... Zu spät!
Maria (taucht nun auch hinter den beiden auf u. schaut neugierig über ihre Schultern auf den Flur hinaus): Hast du gerade meinen Namen gerufen, Haase? Wem gefallen wessen Kurven? ... Oh!

Marias Gesichtszüge entglitten ihr sichtlich, als sie ihren Exmann schon wieder so vertraut mit Mehdis zukünftiger Exfrau zusammen sah. Und jetzt blieben die beiden auch noch direkt vor ihrer Nase stehen und sahen sie an, als würden sie kein Wässerchen trüben. Ihr natürlich angeborener Fluchtinstinkt setzte sofort wieder ein. Sie schaute sich hilfesuchend um, aber eine Flucht wurde von ihren höflichen Manieren leider verhindert. Einem anderen gelang sie dagegen schon. Denn der scherte sich nicht um höfliche Floskeln oder so etwas Banales wie Smalltalk. Dr. Meier hatte schon sicherheitshalber das Weite gesucht und Dr. Haase, der die Situation mit dem Wissen um Marias Gefühlslage sichtlich unangenehm war, reichte Anna Kaan schnell ihre Entlassungsmappe für die Rehaklinik, warf Maria einen mitfühlenden Blick zu und verabschiedete sich ebenfalls schnell, um ihrem flüchtenden Oberarzt zu folgen...

Gretchen: Alles Gute, Anna. Sabine bringt Lilly gleich zum Auto runter, wenn Mehdi sie sich nicht schon gegriffen hat.
Anna (sieht Dr. Haase lächelnd hinterher, wie sie zu Dr. Meier aufschließt u. mit diesem Hand in Hand im Aufzug verschwindet, u. richtet ihren Blick dann hoch zu der dunkelhaarigen Oberärztin, die sichtlich nervös zu sein scheint, ebenso wie Cedric, der sich seine feuchten Hände immer wieder an seinem Kittel abstreicht u. dann wieder die Griffe vom Rollstuhl in die Hand nimmt): Danke für alles, Gretchen. Und Ihnen natürlich auch Frau Dr. Hassmann.
Maria (überfordert von Annas freundlicher u. netter Art, überspielt es aber): Ach das. Das meiste haben andere gemacht, allen voran Sie selbst.
Cedric (kleinlaut): Nanu? So bescheiden?
Idiot! (MH/ AK gleichzeitig)
Maria (wirft ihm einen bösen Blick zu u. konzentriert sich wieder auf die Patientin, die ihr die Hand zum Abschied reicht): Ich wünsche Ihnen viel Glück, Anna.
Anna (legt ihre andere Hand ebenfalls auf Marias’ u. drückt diese fest; dabei lächelt sie Maria augenzwinkernd an): Danke! Das wünsche ich euch auch.

Maria blickte die Patientin sichtlich irritiert an, weil sie dachte, sich verhört zu haben. Sie zog ihre Hand langsam zurück, nickte ihr mit einem schiefen Lächeln zu und drehte sich schnell um, um erst im Stationszimmer, dann in der Umkleide zu verschwinden. Cedric, der seiner Exfrau hilflos hinterher geblickt hatte, ließ derweil von den beiden Griffen ab und kam mit finsterer Miene um den Rollstuhl herum und blitzte Anna nun böse an...

Cedric: Sag mal, hast du sie noch alle? Was sollte das?
Anna (grinst sich eins u. reibt sich zufrieden ihre Hände, bevor sie diese in ihren selbst gestrickten Handschuhen vergräbt): Das war ... ein Versuch. Euer peinliches Herumscharwenzeln kann man doch nicht mehr mit ansehen.

Dr. Stier, der sich von ihr angegriffen fühlte, antwortete nichts auf diesen völlig abwegigen Verdacht. Was ging Anna das auch überhaupt an, dass er noch nicht den richtigen Weg gefunden hatte, seiner Exfrau auf emotionaler Ebene näher zu kommen? Er wollte seiner Mary schließlich Zeit geben. Und es sollte doch wohl erlaubt sein, zumindest im Krankenhaus einen erwachsenen und professionellen Umgang miteinander zu pflegen. Das hatte in den letzten beiden Wochen, wo sie zum Teil auch parallel Dienst gehabt hatten, doch ganz gut funktioniert. Und jetzt eben auch wieder. Kein böser Blick oder Kommentar von Maria, weil er mit Anna einen freundschaftlichen Umgang pflegte. Aber mit dieser Freundschaft würde es bald vorbei sein, wenn die freche Göre nicht endlich ihre peinlichen Andeutungen sein lassen würde. Grimmig trat der eingeschnappte Oberarzt wieder hinter ihren Rollstuhl und setzte diesen wieder bewusst unsanft in Bewegung. Anna Kaan rollte nur mit den Augen, als sie seinen ruppigen Umgang mit ihr bemerkte. Männer, dachte sie und schmunzelte. Bei verliebten Exemplaren war ihr Verhalten doch immer gleich.

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17.01.2012 17:15
#1215 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

In der Zwischenzeit hatte Praktikantin Chantal, die sich nach dem Aufeinandertreffen mit Dr. ‚Stinkstiefel’ Meier schnell verkrümelt hatte, ihr Telefonat mit der Kita beendet und hielt ihr rosafarbenes Handy erleichtert gegen ihre pochende Brust. Es ging ihr gut, freute sie sich mit einem glücklichen Strahlen auf ihren Lippen. Wenn sie hier eher weg könnte, dann könnte sie Celine auch bald schon abholen und wieder in ihre Arme schließen, dachte die junge Mutter mit klopfendem Herzen. Seit wann war sie eigentlich so eine schreckliche Glucke geworden, fragte sie sich aber dann eine Sekunde später, schüttelte schmunzelnd den Kopf und steckte ihr Handy schnell in ihrer Kitteltasche, bevor Dr. Meier oder Oberschwester Stefanie sie noch damit erwischten. Jetzt wollte sie erst einmal Mittag essen gehen. Das hatte sie sich nach der langen und anstrengenden Frühschicht redlich verdient. Dann noch schnell die restlichen beiden Stunden durchhalten und schon konnte sie ihren Wonneproppen aus der Krippe ein paar Straßen weiter abholen. Das schöne Wetter lud förmlich zum Spaziergang mit dem Kinderwagen ein. Und vielleicht hatte Gabi ja Lust, sie zu begleiten? Die Arme müsste nach Mehdis Abschied bestimmt aufgepäppelt werden. Ja, genau das war Chantals Plan für den heutigen Nachmittag. Die fröhliche junge Frau klatschte in ihre Hände, drehte sich schwungvoll um und bemerkte den schlaksigen jungen Mann im weißem Pflegeroutfit, der sie schon eine ganze Weile verstohlen von einer versteckten Nische aus beobachtet hatte, erst, als sie sich in Richtung Fahrstuhl in Bewegung gesetzt hatte. Sie musterte ihn argwöhnisch, ging aber weiter ruhig auf ihn zu.

Es war zu spät, um sich noch rechtzeitig vor ihr zu verstecken, dachte er dagegen panisch und blickte sich dennoch nach einem möglichen Versteck, das es natürlich nicht gab, um. Aber Chantal hatte Jochen Haase, dem der Kopf sofort ertappt rot angelaufen war, als er mitbekommen hatte, dass sie direkt auf ihn zusteuerte, bereits entdeckt und lächelte ihn nun sanftmütig an. Ein Lächeln zum Verlieben, schoss es ihm plötzlich durch den Kopf und er merkte nicht einmal, dass er sie mittlerweile mit einem ebenso breiten Grinsen anschaute wie sie ihn. Und so löste sich der Sohn vom Professor zwangsläufig von der rettenden Säule, an der er sich die ganze Zeit festgehalten hatte, und lief langsam auf die süßeste Praktikantin, die er kannte, zu, um nicht den Anschein zu erwecken, er hätte sie die ganze Zeit wie ein irrer Stalker heimlich hinter der Säule beobachtet. Er war aufgeregt hoch drei, je näher er der schönen Blonden kam. Er konnte es kaum verbergen. Vom schiefen Grinsen seiner Lippen, den roten Wangenknochen, der schweißigen blassen Stirn bis hin zu den hin und her schwingenden schlaksigen Armen und der allgemein sehr verkrampften Körperhaltung und seinem uncoolen Schlurf-Gang, alles an ihm strahlte eine gewisse Verliebtheit aus. Aber weder er noch die Frau seines Herzens registrierten es wirklich. Vor einer verschlossenen Tür und mit reichlich Sicherheitsabstand blieben die beiden schließlich voreinander stehen und sahen sich schüchtern und abwartend an. Es war schließlich Chantal, die nach einigen schweigsamen Sekunden die Initiative ergriff und ihr Gegenüber vorsichtig ansprach...

Chantal: Na?
Jochen: Na!

...erwiderte Jochen leise mit gebrochener Stimme nicht minder einfallsreich. Er ärgerte sich richtig darüber, dass ihm diese süße Frau mal wieder komplett den Atem raubte und er nicht mehr länger Herr seiner Sinne war. Er räusperte sich, um den fetten nervigen Kloß in seinem Hals loszuwerden. Aber nicht sehr erfolgreich. Aus dem anfänglichen Räuspern wurde ein Husten, daraus ein peinlicher Hustenanfall, weil er sich verschluckt hatte. Ein hilfreicher Rückenklopfer eines zufällig vorbeigehenden Pflegerkollegen löste sein Problem. Vorläufig. Aber sein Sprachzentrum war ein kompletter Totalausfall. Ebenso wie er selbst, der sich gerade für seine Unfähigkeit in Grund und Boden schämte, was man seinem Gesicht deutlich ablesen konnte. Wie toll! Gerade jetzt, wo er seiner Immer-Noch-Traumfrau gegenüber stand, die ihn erwartungsvoll, aber ebenso schweigend und misstrauisch anschaute, was ihn nur noch mehr unsicher werden ließ, benahm er sich wie der letzte Vollpfosten. Es war ein Graus, aus dem er am liebsten hätte flüchten wollen. Das empfand auch Chantal, die schließlich mutig die bedrückende Stille durchbrach...

Chantal: Geht’s dir gut?
Jochen (atmet erleichtert aus, als sie nach Tagen der absoluten Funkstille zwischen ihnen beiden endlich wieder mit ihm spricht; er versucht sich seine offensichtliche Aufregung nicht anmerken zu lassen u. macht auf cool, was er sich schon oft genug bei seinem Schwager in spe abgeschaut hat): Joah! Ich kann nicht klagen. Und... du? Macht dir der neue Job Spaß?
Chantal (zuckt unschlüssig mit den Schultern): Ja, geht so. Nach zwei Wochen kann ich noch nicht so viel dazu sagen. Man traut mir eben noch nicht so viel zu, obwohl ich ja eigentlich schon anderthalb Jahre Ausbildung zur Physiotherapeutin erfolgreich hinter mir habe, außer Bettpfannen leeren, Mittagessen verteilen und Rollis herumschieben.
Jochen: So hab ich auch mal angefangen.
Chantal (grinst): Gut zu wissen, dass der Sohn des Hauses hier keine Extrawürste bekommt. Der Laden wird mir immer sympathischer.

Jochen lächelte sein freches Gegenüber verschmitzt an. Das Eis war endlich gebrochen. Wenn er gekonnt hätte und es nicht so peinlich gewesen wäre, hätte er jetzt seinen legendären Jubeltanz aufgeführt, der seit Silvester dank eines fiesen Kollegen, der ihn dabei heimlich gefilmt hatte, noch immer die Top-10 der hausinternen Youtube-Charts anführte. Sein charmantes Lächeln wirkte ansteckend auf die junge Praktikantin. Und das wiederum ermutigte Jochen zu mehr, nämlich zu einer anständigen Entschuldigung, die nach ihrem letzten Aufeinandertreffen, bei dem er sich von seiner uncharmanten und ungewollt kinderfeindlichen Seite gezeigt hatte, längst überfällig gewesen war...

Jochen: Du Chanti, hör mal! Das neulich, das... das war nicht so gemeint. Du hast mich in einem blöden Moment erwischt. Gretchen hat mich so sehr genervt mit ihren ganzen Fragen, wieso wir nicht... und ich dich angeblich... Ich meine, ich weiß doch auch nicht, was sie sich da in ihrer irren Phantasie schon wieder eingebildet hat. Ähm... Na ja, da hab ich vielleicht etwas gesagt, dass nicht gerade... nett war. Das tut mir leid. ... Also ich hab wirklich nichts gegen Kinder. Ich war ja selber mal eins. Es ist nur, ich hab noch nie darüber nachgedacht und dann kommst du und... Ach ich weiß doch auch nicht.
Chantal (hat ihm ruhig zugehört u. fällt ihm nun ins Wort): Schon gut. Schwamm drüber!
Jochen (blickt unsicher in ihren blauen Augen hin u. her): Wirklich?
Chantal (holt tief Luft u. sieht den reumütigen Sünder eindringlich an): Jo, ich hab nie irgendetwas von dir verlangt oder erwartet, ok. Außer vielleicht, dass du in der einen Nacht bei mir bleiben solltest. Es war so ein schöner Abend und ich wollte nur nicht alleine einschlafen. Aufwachen übrigens auch nicht.
Jochen (spürt ein fürchterlich schlechtes Gewissen u. sucht krampfhaft nach den richtigen Worten): Tut mir wirklich, wirklich leid, aber ich... ich hatte Frühschicht und musste noch ähm...
Chantal (lässt ihn wieder nicht ausreden u. zeigt sich verständnisvoll): Schon klar, ich an deiner Stelle hätte auch keinen Bock auf das ganze Mama-Programm am Morgen gehabt.
Jochen (läuft rot an, weil sie ihn ertappt hat u. stammelt nur noch): Ähm... äh...

Jochens schlechtes Gewissen war mittlerweile ins Unermessliche angewachsen und er schämte sich einfach nur noch für sein schäbiges Verhalten, am Morgen nach Dr. Kaans Geburtstagsfeier und nach einer schlaflosen Nacht neben ihr aus Überforderung und schlichtweg Feigheit still und heimlich aus Chantals Wohnung geflüchtet zu sein. Und dafür, dass er sich danach nicht mehr bei ihr gemeldet hatte und ihr, seitdem sie ebenfalls im EKH arbeitete, immer bewusst aus dem Weg gegangen war, bis zu seinem Ausraster vor seiner nervigen Schwester, der eigentlich nicht für Chantals Ohren bestimmt gewesen war. Er war ein Scheißkerl! Seine Schwester hatte mit ihren Vorwürfen vollkommen Recht. Er fühlte sich mies, einfach nur mies, diese zauberhafte Frau so vor den Kopf gestoßen zu haben. Und sie war trotz alledem immer noch so lieb zu ihm und zeigte sich verständnisvoll. Er hatte das gar nicht verdient. Und so kam das Folgende für den zerknirschten jungen Mann auch ziemlich überraschend. Chantal sah ihr nachdenkliches Gegenüber einen Moment lang an, beugte sich plötzlich nach vorn und gab ihm einfach so einen kleinen spontanen Kuss auf den Mund. Jochen glaubte zu träumen und spürte ihre süßen Lippen noch lange, nachdem sie sich bereits wieder von ihm gelöst hatte und ihn verschmitzt anschaute...

Chantal: Ich fand es trotzdem schön mit dir. Können wir das alles, was schiefgelaufen ist, nicht einfach vergessen und wieder zu einem normalen unverkrampften Umgang miteinander übergehen?
Jochen (überfordert u. glücklich zugleich): Äh... gerne.

Chantal strahlte ihren schüchternen Kollegen, der überwältigt von dem Kuss immer noch einen hochroten Kopf auf seinen Schultern trug, zufrieden an und wollte ihm gerade noch einen weiteren Kuss geben, als sie aber plötzlich noch in der Bewegung innehielt und zurückwich, weil sie seltsame Geräusche hinter ihrem Rücken vernommen hatte. Sie drehte ihren Kopf langsam herum und starrte nun verwundert auf die geschlossene Tür, aus der die Geräusche eindeutig kamen. Und was für eindeutige Geräusche! Es klang, als würde gleich eine mächtige Explosion bevorstehen. Jochen verfolgte irritiert, wie die junge Frau ihr Ohr grinsend gegen die Tür hielt, zurückschreckte, als es plötzlich heftig dagegen polterte, und ihr Grinsen immer breiter wurde. Jetzt hörte er es auch. Er riss entsetzt seine Augen weit auf. Das war doch... Oh! Sein Kopf nahm augenblicklich eine noch gesündere Gesichtsfarbe an, als er bereits aufgrund von Chantals bloßer Anwesenheit trug. Er wand seinen Blick von der verräterischen Tür ab und tauschte mit Chantal vielsagende Blicke aus, die ihr vergnügtes Grinsen gar nicht mehr verbergen konnte und kurz vor einer Lachsalve stand, denn die eindeutigen Geräusche wurden immer lauter und intensiver. Die Explosion war nun im vollen Gange.

Chantal (zwinkert Jochen frech zu): Schade eigentlich. Schon belegt. Dabei wäre ich jetzt liebend gern mit dir in der Wäschekammer verschwunden.
Jochen (schluckt schwer u. gerät mächtig ins Schwitzen, als er ihre Hand verführerisch über sein Pflegerhemd streichen spürt): Echt?
Chantal (grinst u. beugt sich mit einem verführerischen Augenaufschlag zu ihm rüber): Klar! Erinnert mich irgendwie an unsere Knutscherei in der Silvesternacht. Dich nicht?
Jochen (bekommt schon weiche Knie, wenn er nur daran zurückdenkt): Doch, doch. Wie könnte ich das je vergessen.
Chantal (schaut den nervösen jungen Mann schelmisch an): Gut! Und was denkst du, wer hat hier gerade außerordentlichen Spaß?

Das mehrstimmige laute Stöhnen hinter der geschlossenen Tür wurde immer greller. Das rhythmische Poltern gegen das massive Holz immer lauter. Jochens Teint wurde immer dunkelroter und Chantals neidvolles Grinsen immer breiter. Doch mit der Stimme, die nun plötzlich lautstark hinter ihnen ertönte, hatten die beiden unfreiwilligen Zuhörer dieser gewaltigen Lustexplosion nicht gerechnet...

Stefanie: WAS IST HIER LOS?

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18.01.2012 17:15
#1216 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Oh, oh, dachten beide gleichzeitig erschrocken, als sich Oberschwester Brinkmann nun vor Jochen und Chantal mit verschränkten Armen und äußerst grimmiger und gefährlicher Miene aufbaute und ihre beiden Schützlinge wie Strafgefangene argwöhnisch musterte. Nun trug auch Chantal Kunze ein auffälliges Rouge in ihrem Gesicht, als sie vorsichtig vor Stefanie zurückwich und mit dem Rücken gegen die geschlossene Tür stieß. Jochen tat es ihr gleich und rutschte von der Wand schutzsuchend zur Tür, bis er mit seiner Hand gegen Chantals’ stieß, die ihn daraufhin kurz aufmunternd anlächelte, mit ihrem panischen Blick dann zur Tür hinter ihnen deutete und mehr als ratlos wirkte. Zum Glück hatten die Geräusche im Inneren ebenso abrupt aufgehört wie ihr schelmisches Gelächter davor. Mehdi Kaan und Gabi Kragenow hatten trotz intensiven Rauschgefühls geistesgegenwärtig ihre akrobatischen Verrenkungen eingestellt, als sie das gewaltige Stimmorgan von Stefanie Brinkmann erkannt hatten und hielten nun Stirn an Stirn, Hand in Hand, Mund auf Mund und Körper an Körper den Atem an, während auf der anderen Seite der Tür ihre jüngeren Kollegen panisch nach passenden Ausreden suchten, um die biestige Oberärztin nicht auf das innige Pärchen hinter ihrem Rücken auf die Spur zu bringen, wer immer es auch gewesen war, den die Emotionen gerade eben überrollt hatten...

Chantal (setzt ihre überzeugendste Unschuldsmiene auf): Nichts!
Stefanie (mustert die beiden Verdächtigen und deren äußerst verdächtiges Verhalten skeptisch): Nichts? Wenn zwei Praktikanten nichtstuend hier in der Gegend herumlungern, hat das meistens etwas zu bedeuten.
Jochen (sucht ängstlich nach Worten): Äh... nein, also äh...
Stefanie (tippt ungeduldig mit dem Fuß auf u. tötet ihr Gegenüber fast mit ihren giftigen Blicken): Ich höre, Herr Haase! Nur weil Sie der Sohn vom Chef sind, heißt das noch lange nicht, dass Sie hier eine ruhige Kugel schieben können. Verdammte Vetternwirtschaft ist das! Und Ihre Mutter, die ist genauso un...
Chantal (übernimmt das Ruder, als sie merkt, wie sehr sich Jochen windet u. immer kleiner vor der zickigen Autoritätsperson wird, die sich gerade in Rage reden will): Oberschwester Stefanie, habe ich Ihnen eigentlich schon dafür gedankt, dass Sie mich so liebevoll hier im Kreise Ihrer Mitarbeiter aufgenommen haben?
Stefanie (sieht die junge Frau mit dem lockeren Mundwerk irritiert an u. bleibt misstrauisch): Ja, Ihre Schleimspur zieht sich einmal durch das ganze Gebäude, junges Fräulein.
Chantal (rollt mit den Augen, weil sie merkt, dass ein Ablenkungsmanöver schwierig werden könnte, blickt aber dann vielsagend zu Jochen, der nicht wirklich versteht, was sie als nächstes vorhat, aber trotzdem erleichtert ausatmet, u. legt mutig ihren Arm um Stefanies Schulter u. will sie langsam in Richtung Fahrstuhl mitziehen, weg von der verräterischen Tür u. deren noch verräterischeren Inhalt): Trotzdem ich muss einfach noch mal hervorheben, wie glücklich ich mich doch schätzen kann, in so einem netten und fähigen Team wie dem Ihren aufgenommen worden zu sein.
Stefanie (fühlt sich durchaus geschmeichelt, bemerkt aber trotz erfolgreichem Ablenkungsmanövers plötzlich ein Rumpeln in der Wäschekammer u. geht schnell einen Schritt zurück): Das können Sie auch, Fräulein Kunze. ... Was war das?
Chantal (murmelt unhörbar): Shit!
Jochen (sieht panisch zu Chantal, die sich ihrerseits um Stefanie bemüht): Äh... mein... mein...
Chantal (springt für ihn in die Presche): Der... Magen! Ich wollte Jo... äh... Herrn Haase eigentlich gerade fragen, ob er mich in die Cafeteria begleitet. Er sah so... so hungrig aus, aber leider... die Pflichten rufen ihn. Dürfte ich Sie dann vielleicht zum Mittagessen einladen, Oberschwester Stefanie?
Stefanie (lässt sich von ihr ablenken und wieder in Richtung Aufzug schieben): Also eigentlich müsste ich auch...
Chantal (wartet ungeduldig, dass endlich die Türen des Fahrstuhls aufgehen, zwinkert über ihre Schulter Jochen zu, der ihr sprachlos hinterher geschaut hat, u. widmet sich nun ganz ihren Schmeicheleien für Stefanie): Aber ich bitte Sie, Oberschwester Stefanie, eine kleine Pause wird man doch auch der pflichtbewusstesten Frau hier im EKH gönnen oder? Die haben Sie sich redlich verdient, so wie Sie den Laden hier im Griff haben. Oh bitte, ich möchte mich einfach bei Ihnen bedanken. Sie sind so freundlich zu mir. Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie ausgerechnet mir überhaupt diese Chance einräumen. Als allein erziehende Mutter ist das alles nicht so einfach, müssen Sie wissen. Aber ich liebe, liebe, liebe diesen Job. Das ist genau das, was ich immer machen wollte. Irgendwann möchte ich auch mal so erfolgreich sein, wie Sie, Fräulein Brinkmann.

Noch bevor Oberschwester Stefanie, der diese offensichtlichen Bauchpinseleien eine angenehme Wohltat in diesem ganzen Chaosbetrieb, wo ihr sonst immer nicht genügend Respekt entgegengebracht wurde, waren, Chantal darauf antworten konnte, sprangen auch endlich die Türen des Aufzuges auf. Die beiden verschwanden zusammen darin und schon schlossen sie sich wieder. Jochen schüttelte ungläubig seinen Kopf, als er ihnen hinterher blickte und anschließend die Fahrstuhlanzeige beobachtete. Diese Frau war einfach unglaublich. Wie sie mal eben den Oberdrachen persönlich mit einer Leichtigkeit um den Finger gewickelt hatte, das war preisverdächtig und extrem heiß. Sichtlich beeindruckt und mal wieder schwerverknallt tippte er locker mit seinen Fingern gegen die Tür, hinter der er seine Schwester und ihren Obermacker vermutete und ging schmunzelnd und einen Evergreen säuselnd seines Weges.

Gabi und Mehdi zuckten bei dem plötzlichen Klopfgeräusch erneut zusammen und schauten sich panisch in die Augen. Ein solches abruptes Ende für ihren aufregenden Abschiedssex hatten sie sich nämlich nicht vorgestellt. Der starke Halbperser hielt seine halbbekleidete Freundin, die ihn mit ihren schlanken Armen und Beinen wie ein Krake umschlang, noch immer gegen die massive Holztür gestemmt. Sie waren noch immer miteinander vereint. Sie hielten inne, wollten sich noch nicht voneinander lösen und lauschten angespannt, ob nicht doch noch jeden Moment die Tür aufgerissen und sie bei ihrem verbotenen, aber verdammt aufregenden Spiel ertappt würden. Aber es war nichts mehr draußen auf dem Gang zu hören. Weder Stefanies angsteinflößende Tenorstimme, noch die der anderen beiden, die Gabi als Jochen und Chantal zugehörig identifiziert hatte.

Die beiden Liebenden schauten sich an. Zögernd. Vergewissernd. Sehnsüchtig. Liebend. Verlangend. Sie atmeten noch immer schwer. Sie spürten einander. Ihre heftig pochenden Herzen, ihren rasenden Puls, ihren gemeinsamen Schweiß auf ihrer nackten Haut, dieses unvergleichliche Kribbeln in ihrem Bauch und das Pochen in ihren Lenden. Sie konnten sich so noch nicht trennen. Plötzlich lächelten die beiden einander verheißungsvoll an, näherten ihre Gesichter aneinander, berührten sich an ihren Nasenspitzen und küssten sich schließlich wieder. Erst ganz sanft und ertastend, dann schnell immer leidenschaftlicher und zunehmend verzehrend. Sie verschlangen sich gegenseitig und spürten deutlich die Reibung ihrer beiden erhitzten und gleichzeitig zitternden Körper. Schnell waren sie wieder von den Fußspitzen bis in die Haarwurzeln erregt. Mehdi packte Gabi erneut an ihrem festen Po, positionierte ihren Körper neu, wollte es ihr so bequem wie möglich machen, was sie ihm mit einem tiefen zufriedenen Seufzer und einem heißen Kuss quittierte, bevor sie sich seinen temperamentvollen Bewegungen anpasste. Und so brachten sie schließlich das zu Ende, was sie vor Minuten ebenso stürmisch und befriedigend begonnen hatten. Eine weitere gewaltige Explosion erschütterte das Elisabethkrankenhaus.

Lorelei Offline

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20.01.2012 10:27
#1217 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Auf vielfachen Wunsch von unserem Prinzesschen gibt es heute eine Fahrstuhlszene. Viel Vergnügen und schönen Start ins Wochenende. Eure Lorelei




Minuten später rannten ein Mann und eine Frau kichernd Hand in Hand über den Flur der Chirurgie, blieben schließlich vor dem Fahrstuhl stehen und schauten sich verliebt in ihre verräterisch geröteten Gesichter...

Gabi: Das war knapp.
Mehdi (schlingt breit grinsend seine Arme um ihren schlanken Körper): Und wie knapp.
Gabi (streicht grinsend mit ihren beiden Händen unter seinen dunkelgrünen Parka u. landet wie selbstverständlich auf seinem knackigen Hintern): Aber auch so verdammt aufregend.
Mehdi (schaut aufgewühlt in ihren aufblitzenden Augen hin u. her u. kann gar nicht anders, als sie sofort wieder zu küssen): Ja!

Wild prallten ihre glühenden Lippen aufeinander und das glückliche Paar verfiel in eine leidenschaftliche Knutscherei, die so manchem Patienten und Kollegen, welche eigentlich auch den Weg zum Fahrstuhl gesucht hatten und sich noch einmal umentschieden und stattdessen ins Treppenhaus abbogen, die Schamesröte ins Gesicht trieb. Nur ganz in der Ferne vernahmen Mehdi und Gabi das vertraute Pling des ankommenden Aufzuges, der gerade seine Türen öffnete, und betraten nun rückwärts und sich immer noch innig umarmend und küssend das Stahlgefährt, das sie nach unten ins Erdgeschoss bringen sollte. Sie bemerkten nicht, dass sie sich nicht alleine im Fahrstuhl befanden, der nun seine Türen schloss und sich in Bewegung setzte. Eigentlich bemerkten sie gar nichts mehr um sich herum. Raum und Zeit schienen bedeutungslos geworden zu sein. Es gab nur noch sie beide. Fast.

Doch auch die beiden anderen Passagiere nahmen nicht viel von ihrer Umgebung wahr. Denn sie widmeten sich mindestens genauso intensiv und ausgiebig ihren zärtlichen Lippenbekenntnissen wie die gerade Frischzugestiegenen. Das war bereits die vierte Fahrt in Folge nach unten, die sie so innig miteinander geteilt hatten, aber die beiden Verliebten konnten und wollten einfach nicht voneinander lassen. Nicht einmal, als sie während der zweiten Aufzugsfahrt eine Begegnung der dritten Art hatten. Oberdrache Stefanie war nämlich hereingeflattert gekommen und hatte das ungeniert knutschende Paar in gewohnter Manier angemotzt und ordentlich zusammengestampft und wenn sie gekonnt hätte, dann hätte sie das sündige Ärztepaar auch noch in Sittenhaft genommen. Sie hatte aber sofort ihr Brüllorgan wieder gehalten, als eine Etage später Dr. Rüdiger Fuchs eingestiegen war. Fluchtartig und mit hochrotem Gesicht hatte die durch seinen Anblick durcheinander geratene Oberschwester daraufhin den Fahrstuhl verlassen und hatte sogar die plappernde Praktikantin, die sie begleitet hatte, sprachlos im Aufzug stehen gelassen. Diese hatte dann im 7. Stock zusammen mit dem sichtlich verwirrten Radiologen das Liebesgefährt in Richtung Cafeteria verlassen. Seitdem waren Marc Meier und Gretchen Haase allein unterwegs gewesen und das glaubten die beiden auch jetzt noch zu sein.

Aber als Gabis verführerischem rotem Mund plötzlich ein sanfter Seufzer entfuhr, zuckte Deutschlands erfolgreichster und jüngster Oberarzt der Chirurgie irritiert zusammen. Seine Nackenhaare hatten sich aufgestellt, als hätte eine eiskalte Hand nach ihm gegriffen. Das eben war doch nicht Haasenzahn gewesen, fragte er sich verwirrt, spürte aber dennoch noch immer unverkennbar ihre weichen Lippen auf den seinen, ihre tänzelnde Zunge, die Wärme ihres Körpers, ihre aufregenden Rundungen, die ihn schier um den Verstand brachten. Wie konnte das sein? Träumte er etwa? Oder war er etwa gerade wirklich dabei, wortwörtlich den Verstand zu verlieren? Was machte diese Wahnsinnsfrau nur mit ihm? Aber die Stimme... Das passte nicht. Es ließ ihn keine Ruhe. Er kannte diese Stimme. Sie war ihm seltsam vertraut. Doch sie gehörte nicht seinem Gretchen. Ihr betörendes Stöhnen würde er unter tausenden heraushören. Sie war es nicht! Plötzlich hörte er es erneut, diesmal einen Ton tiefer und... männlicher! Hä? Er schaltete endlich. Das war doch... bääähhh... ein absoluter Abturner!

Schnell löste Marc sich von den lieblichen Lippen seiner süßen Freundin, die daraufhin verwundert ihre Augen öffnete. Ebenso wie er selbst gerade. Er wünschte, er hätte es nicht getan und dass er immer noch träumte. Aber der schreckliche Albtraum war tatsächlich Wirklichkeit. Von diesem Anblick wurde man doch blind! Angewidert verzog Marc seine Mundwinkel und wandte sich von dem verschlungenen Paar neben der Etagenanzeige ab, das gerade versuchte, sich gegenseitig aufzufressen, und blickte in das himmelblaue Meer von Gretchens wunderschönen Augen. Ihr Gesicht war leicht gerötet. Ob das noch von ihrer gemeinsamen wilden Knutscherei herrührte oder die natürliche Reaktion auf den furchtbaren Anblick der heiligen Glückseligkeit war, sei jetzt dahingestellt und eigentlich war es auch schnurzpiepegal. Denn sein süßer Haasenzahn lächelte gerade so bezaubernd, dass Marcs Herz regelrecht aufging. Er erwiderte ihr strahlendes Lächeln und nahm ihre Hand in seine. Und plötzlich, ihre Blicke hatten wie zufällig noch einmal den verknallten Gynäkologen und seine nicht minder verknallte Stationsschwester gestreift, mussten sie schmunzeln. Sie mussten sich sogar sehr zusammenreißen, nicht gleich in ein schallendes Gelächter auszubrechen, so absurd war die Situation gerade, und lehnten sich nun amüsiert, aber auch irgendwie gerührt mit dem Rücken an die kühle Stahlwand. Der seit einer dreiviertel Stunde vermisste Dr. Mehdi Kaan war also gefunden worden!

Aber wenn sie jetzt nicht schleunigst eingriffen, dann würde von dem charmanten Halbperser bald nichts mehr übrig bleiben, so wie die verliebte Krankenschwester ihn gerade mit ihren Küssen verschlang. Marc räusperte sich. Er räusperte sich ein zweites Mal. Aber nichts passierte, außer dass die Kussposition auf rechts gedreht wurde. Augenrollend und leicht verzweifelt blickte er zu Gretchen, die verschämt ihren Blick von Gabi und Mehdi abgewandt hatte, weil es ihr doch langsam etwas zu heiß wurde in dem engen Raum. Der genervte Oberarzt schüttelte fassungslos seinen Kopf und schritt erneut zur Tat. Waren die zwei taub? Noch immer keinerlei Reaktion. Die beiden hätten nicht einmal gemerkt, wenn der Aufzug in Flammen gestanden hätte. Aber das stand er ja bereits! Erst ein vorgetäuschter meierscher „Nehmt-euch-gefälligst-ein-Zimmer“-Hustenanfall ließ das zusammengewachsene Paar schließlich innehalten und verschämt auseinander fahren. Wo kamen die beiden denn auf einmal her, fragten sie sich gleichzeitig und richteten hektisch ihre zerknitterte Kleidung. Marc griente seinen peinlich berührten Kumpel, dessen Gesichtsfarbe stark der einer überreifen Tomate ähnelte, dreckig an, verschränkte lässig seine Arme vor seinem Körper und sprach ihn schließlich amüsiert an...

Marc: Eigentlich hätte ich mir ja denken können, wieso du die Abschlussvisite deiner Frau geschwänzt hast. Du warst selber dabei, eine Leibesvisitation der besonderen Art durchzuführen, mhm? Respekt!
Boah dieser ungehobelte Kerl!
Gretchen (sieht ihren unmöglichen Freund peinlich berührt an u. zischt ihn tadelnd an): Maaarc!
Gabi (trotz immer noch hoher Pulsfrequenz funkelt sie den Spaßvogel vom Dienst locker an): Genau!
Okaaay, so genau wollte ich das eigentlich nicht wissen.
Mehdi (hat dem nichts hinzuzufügen außer einem verräterischen Teint im Gesicht): Äh...ja. Äh...
Boah! Dieser Schlawiner, ich fasse es nicht. Unser einer rackert sich hier ab und der gönnt sich Spaß. Könnte man(n) fast neidisch werden. Äh... aber jetzt nicht wegen der Frau. Weil... Die geht ja mal gar nicht. Ich hätte da eher eine andere im Sinn. Hmm... wenn die blöde OP nicht wäre. Könnte man auch verschieben oder? Wozu ist man Chef! Wie spät ist es eigentlich?
Marc (ergötzt sich an dem perplexen Gesicht seines Freundes, in dem förmlich geschrieben steht, was er in der letzten Stunde alles getrieben hat): Keine Panik auf der Titanic.
Mehdi (sichtlich durcheinander versucht er sich zu sammeln, was aber misslingt): Ich... wir... Ähm... Wo...?
Ist er nicht süß? Hihi! Aber ich glaube, mir würde es auch was ausmachen, wenn ich Marc zwei Wochen lang nicht sehen könnte. Auch wenn er in einer guten Mission unterwegs wäre.
Gretchen (findet das alles einfach nur süß u. grinst ihren verliebten besten Freund verschmitzt an u. versucht seine Hieroglyphen zu deuten): Es ist alles gut. Die Unterlagen sind unterschrieben. Die Sachen sind gepackt. Und deine... ähm... Anna und Lilly müssten schon am Wagen warten.
Mehdi (lächelt seine beste Freundin verschämt an): Oh! ... Danke!
Marc (kommt Gretchen zuvor): Bitte, bitte!

Marc konnte gar nicht mehr aufhören, breit zu grinsen und genoss es sichtlich, dass selbst seiner verhassten Exverlobten, die er nun mit seinen hämischen Blicken traktierte, während sie ihren Schwesternkittel zuknöpfte und ihre zerzauste Frisur im Spiegel richtete, die Schamesröte förmlich ins Gesicht geschrieben stand und sie ungewohnt verstummt war. Die zwei hatten es also tatsächlich noch mal im Krankenhaus getrieben, schaltete er. Wenn er Mehdis Freundin leiden könnte, würde er fast stolz auf ihn sein. Als der Fahrstuhl im Erdgeschoss ankam und die Türen sich mit einem lauten Pling öffneten und damit die peinliche Stille durchbrachen, klopfte Marc seinem besten Freund zufrieden auf die Schulter und wollte sich von ihm verabschieden. Natürlich mit einem sarkastischen Seitenhieb, den er einfach nicht für sich behalten konnte...

Marc: Na dann, viel Spaß mit der Ex. Lass nichts anbrennen und mach nichts, was ich nicht auch machen würde.
Mehdi (verdreht die Augen u. blitzt ihn an): Sicher!

Gretchens Verabschiedung fiel dagegen wesentlich harmonischer aus. Nachdem sie Marc für diesen unnötigen Machospruch mit einem giftigen Blick gestraft hatte, umarmte sie ihren besten Freund liebevoll und strich ihm über den Rücken...

Gretchen: Ich wünsche dir auch eine schöne Zeit, Mehdi. Lass dich nicht von ihm ärgern. Du machst das alles genau richtig.
Marc (kann seine Skepsis nicht für sich behalten): Na ja!?
Mehdi (ignoriert Marcs zynische Worte und strahlt dessen Freundin an): Danke! Ich melde mich, wenn wir da sind.

Gretchen nickte ihm lächelnd zu und drückte Mehdi noch einmal fest an sich. Dann löste sie sich von ihm, blickte noch einmal vergewissernd zu Gabi, die das Ganze stumm verfolgt hatte, aber jetzt auf verräterische Lippenstiftspuren in Mehdis Gesicht aufmerksam wurde, die sie ihm sanft mit ihrem Daumen wegwischte, und folgte ihrem feixenden Oberarzt aus dem Fahrstuhl. Sie winkte Mehdi und Gabi von draußen noch einmal fröhlich zu und war auch schon um die nächste Ecke verschwunden. Dr. Meier hatte nämlich ihre zarte Hand gepackt und zerrte seine zappelnde Assistenzärztin nun förmlich quer durch das Foyer in Richtung Hinterausgang...

Gretchen: Maaarc, wo willst du denn jetzt hin? Die OP von Frau...
Marc (kleinlaut): Kann warten!

Langsam schritten nun auch der verliebte Gynäkologe und dessen Freundin Hand in Hand aus dem Aufzug und ließen die beiden davor wartenden Patientinnen eintreten. Neben den Stahltüren, die sich wieder schlossen, blieben sie stehen. Sie schauten sich noch einmal tief in die Augen und ließen ihrer Sehnsucht erneut freien Lauf und küssten sich zärtlich. Ebenso wie der liebestolle Starchirurg seine hübsche blonde Assistenzärztin am Hinterausgang, bevor er mit dieser dann zügig über den Parkplatz zum Ostflügel des Hauses rannte.

Lorelei Offline

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23.01.2012 10:58
#1218 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

In der Zwischenzeit hatte Dr. Stier die attraktive Ex-Patientin Anna Kaan mit dem Rollstuhl zu ihrem Krankentransport gebracht, mit dem sie und ihre Familie gleich in die Reha ins Vogtland aufbrechen würden, und hatte ihr kommentarlos in den Wagen geholfen. Anna blickte ihren charmanten, aber wortkargen Helfer durch die geöffnete Autotür dankbar an und schüttelte schließlich wegen seiner anhaltenden Ignoranz den Kopf...

Anna: Wie lange willst du denn noch die beleidigte Leberwurst spielen? So habe ich mir unsere Verabschiedung nicht vorgestellt.
Cedric (überspielt es trotzig u. giftet zurück): Ich bin NICHT beleidigt. Wir können gerne rumknutschen, wenn das deine Vorstellung der perfekten Abschiedsszene ist. Also ich stelle mich natürlich gerne zur Verfügung. Es bietet sich ja sonst keiner an, ne.
Anna (lässt sich nicht provozieren u. grinst die beleidigte Leberwurst frech von der Seite an): Doch bist du! Und du brauchst dich vor mir auch nicht hinter deiner coolen Machomasche verstecken. Damit bist du bei mir an der ganz falschen Adresse, mein Lieber. Du bist doch nur eingeschnappt, weil ich bei deiner Mary vorgetastet habe. Eigentlich müsstest du mir dankbar sein. Ihre Reaktion war ja wohl eindeutig.
Cedric (will das nicht hören u. reagiert eher zickig): Sie ist nicht meine... Ach leck mich doch!

Anna hatte eigentlich einen passenden Konterspruch auf den Lippen gehabt, aber musste plötzlich laut lachen, weil der liebeskranke Kindskopf ihr als weitere Antwort die Zunge rausstreckte, seine Arme trotzig verschränkte und sich anschließend mit dem Rücken gegen das Auto lehnte, den Blick von ihr abgewandt. Deshalb versuchte die verhinderte Kupplerin es diesmal auf die sanftere Art...

Anna: Und kriegst du’s hin, bis ich wieder zurück in Berlin bin? Drei Monate Reha müssten doch reichen oder? Aber weißt du, ich habe mir überlegt, vielleicht mache ich mein Lauftraining noch weiter. Im Herbst ist der Berlin-Marathon. Ich glaube, ich melde mich an. Eher durchlaufe ich die Ziellinie, als dass du mal deinen Knackarsch hochkriegst und das mit ihr auf die Reihe bekommst.
Cedric (spielt den unwissenden Hans-Guck-in-die-Luft, aber innerlich brodelt es): Ich weiß nicht, was du meinst.
Anna (stöhnt gequält auf u. möchte sich am liebsten die Haare raufen; sie gibt dem Sturkopf ordentlich Kontra, um ihn aus der Reserve zu locken): Also so langsam kann ich verstehen, dass sie nichts mehr von dir wissen will. Das ist eine gestandene, erfolgreiche Frau, alleinerziehend, taff und selbstbewusst. Sie ist dir meilenweit überlegen. Was will die mit so einem Kindskopf wie dir, der denkt, mit ein paar lockeren Sprüchen, nackten Tatsachen oder der Ignorier- und „Ich bin doch so cool yeah“-Masche kommt man(n) weiter?
Cedric (seine Halsschlagader pulsiert mächtig): Eh! Jetzt hör mir mal zu, du Schlaumeierin,....

Cedric fühlte sich deutlich von Anna angegriffen und es passte ihm gar nicht, dass ihn ausgerechnet eine Frau so an den Eiern gepackt hatte und ihn dermaßen auflaufen ließ. Er drehte sich blitzschnell zu ihr herum und funkelte sie mit dem bösen Blick an, wurde aber abgelenkt, als plötzlich die Schwester von Biene Maja neben ihm auftauchte mit einem kleinen lilafarbenen Flo an ihrer Hand, der misstrauisch zu dem sichtlich wütenden Mann hochblickte und dann breit grinsend zu Anna in den Wagen schaute...

Lilly: Mama!
Anna (ebenso abgelenkt wie Cedric, dem die Schimpftirade im Hals stecken bleibt, strahlt sie ihre Tochter an, die wie aus dem Nichts aufgetaucht ist u. nun über sie drüber in den Wagen krabbelt u. sich dann seitlich an ihre Mama kuschelt): Da bist du ja, mein Schatz.
Sabine (schaut schüchtern in das immer noch grimmige Gesicht von Dr. Stier, das sich nur langsam entspannt, u. dann in das von Lillys Mutter u. zubelt dabei nervös an ihrem gelben Wintermantel herum): Entschuldigung.
Lilly (klärt ihre Mutter wegen der Verspätung auf): Ich wollte noch Babys kucken gehen nach dem Mittagessen.
Anna (schmunzelt u. stupst ihr an ihr süßes Stupsnäschen): Ach?
Sabine (blickt unsicher zwischen den Parteien hin u. her u. deutet dann, als niemand auf sie reagiert, auf das Krankenhausgebäude hinter ihr): Ich ähm... muss dann auch wieder. Den OP vorbereiten und ähm... Dr. Meier wartet sicherlich schon.
Cedric (lehnt immer noch lässig am Auto u. murmelt leise in seinen Dreitagebart hinein): Sicher!
Anna (verabschiedet sich von der freundlichen Krankenschwester): Danke, Schwester Sabine.
Sabine (läuft aus Verlegenheit rot an u. lächelt zurück): Alles Gute und auf Wiedersehen, Frau Kaan.
Lilly (winkt Sabine fröhlich zu): Tschüssi, Bine.
Sabine (kichert u. streicht sich mit ihrer rechten Hand über ihre gerötete Wange): Tschüss Lilly. Viel Spaß!

Schwester Sabine drehte sich um und schob sich mit gesenktem Blick an der großen Statur von Dr. Stier vorbei, der der schrulligen Krankenschwester kurz hinterher schaute, wie sie wieder in Richtung Haupteingang stolperte, und dann seinen Blick wieder auf die beiden süßen Kaan-Mädchen im weißen Kombi richtete. Die Tür war immer noch weit aufgeschoben und vom Fahrer keine Spur. Das Krankenhaus, und in dem Fall Prof. Haase, hatte freundlicherweise einen Krankentransporter für die Reise bereitgestellt. Anna war sichtlich vernarrt in ihre kleine Tochter, die gerade hibbelig in ihrem Rucksack kramte und einen Nintendo DS herausholte, und bewunderte ihre niedlichen Löckchen im Haar, als sie ihr die Mütze vom Kopf nahm.

Anna: Und wo hast du denn den Papa gelassen?
Lilly (rutscht ganz an die Lehne ihres Sitzes hinter u. murmelt vor sich hin, während sie abgelenkt an ihrem Nintendo herumdallt): Der wollte sich noch von Gabi verabschieden.
Anna (ist gerade dabei ihr mit dem Kindersitz u. dem Gurt zu helfen, als ihre Mundwinkel automatisch nach unten sinken): Oh!
Lilly (schaut ihre Mutter kurz an u. widmet sich dann interessiert ihrem Computerspiel): Die knutschen. Das kann dauern.

Dass Lilly mit dieser unbedachten Aussage die gute Laune ihrer Mutter, die bis eben noch geherrscht hatte, auf einen Tiefstand brachte, war ihr nicht bewusst gewesen. Annas Herz verkrampfte sich unweigerlich und sie schaute nachdenklich in Richtung des Krankenhauseingangs. Das bemerkte auch Cedric Stier, dem Lillys Bemerkung ein gefundenes Fressen war, nachdem Anna ihn gerade eben noch wegen seines verkorksten Liebeslebens aufgezogen hatte...

Cedric: Och, na da ist aber jemand traurig.

Wenn Blicke hätten töten können, Dr. Stier wäre in dem Moment sicherlich tot in den Schnee gefallen. Anna rutschte zur Autotür heran und zischte den unsensiblen Neurologen scharf an...

Anna: Bin ich nicht.
Cedric (grinst völlig unbeeindruckt): Natürlich nicht. Aber hey, du hast ja jetzt genügend Zeit, das Ruder doch noch herumzureißen.
Anna (sieht ihn verständnislos an): Sprichst du jetzt für dich oder was? Ich muss nämlich gar nichts.
Cedric (hat ihren wunden Punkt getroffen ebenso wie sie seinen): Wünschst du dir aber insgeheim oder?
Anna: Kümmere dich lieber um deine verlorenen gegangenen Träume und lass mich in Ruhe, Doktor Stier.

Anna war sauer und blitzte ihr Gegenüber unmissverständlich an. Mit ihrem ausgestreckten Arm deutete Lillys Mutter zum Eingang des EKH, aus dem gerade Dr. Hassmann geschritten kam. Und so schnell sie gekommen war, war auch Cedrics Schadenfreude wieder verflogen. Er seufzte auf. Ratlos. Niedergeschlagen. Verzweifelt. Standen seine Chancen wirklich so schlecht wie die von Anna bei ihrem Ex? Zumindest musste er nicht gegen Mühlen kämpfen. Stattdessen aber gegen Marias Dickschädel, der dicker war als die Chinesische Mauer. Traurig blickte der Arzt seiner Traumfrau hinterher, wie sie elegant und anmutig langsam die Treppenstufen vor dem altehrwürdigen Krankenhausgebäude hinunter schritt. Sie sah schön aus in dem dunklen Kurzmantel, der ihre schmale Taille umschmeichelte, und den knielangen schwarzen Stiefeln. Maria hatte seine sehnsüchtigen Blicke nicht bemerkt. Anna dagegen schon. Er tat ihr leid. Ebenso wie ihr eben Gesagtes. Aber dass er ihr in seinem eigenen Liebeskummer ernsthaft vorschlug, noch mal um Mehdi zu kämpfen, wo doch überhaupt keine Aussichten auf Erfolg standen, hatte sie einfach wütend gemacht. Sonst war sie eigentlich nie so zickig.

Ihre Situation war doch mit seiner überhaupt nicht zu vergleichen. Im Gegensatz zu ihr hatte er noch jede Chance, wenn er sie denn geschickt nutzte und nicht weiter den Hampelmann spielte. Sie hatte es deutlich in Dr. Hassmanns Augen gelesen, als sie sich vorhin auf dem Krankenhausflur begegnet waren. Sie war eindeutig eifersüchtig und neidisch auf ihr vertrautes Verhältnis gewesen. Das sprach doch Bände. Da waren eindeutig Gefühle im Spiel. Große Gefühle. Verletzte zwar, aber die konnte man mit den richtigen Mitteln - Aufrichtigkeit, Liebe und Vertrauen - heilen. Mehdis Augen leuchteten in ihrer Gegenwart dagegen nicht mehr so auf wie Dr. Hassmanns’ in Cedrics Gegenwart. Leider! In Mehdis Augen war nichts mehr zu lesen, was sie einst verbunden hatte. Da war nichts. Sie hatte ihn verloren. Und sie war doch selbst schuld daran. Sie würde sich nur lächerlich machen, wenn sie jetzt noch mal etwas versuchen würde.

Klar hatte ihr Unterbewusstsein daran gedacht, als er ihr vorgeschlagen hatte, Lilly bei ihrem Ferienbesuch bei ihr in der Reha zu begleiten. Zwei Wochen lang würde er ständig in ihrer Nähe sein. Unzählige Möglichkeiten also, um ihn wieder von ihren Vorzügen zu überzeugen. Aber dann hatte Lilly ihr begeistert erzählt, wie sie mit Mehdis neuer Freundin shoppen gewesen war und wie viel Spaß sie doch zusammen gehabt hatten und dass diese Gabi wohl auch bald bei den beiden in die neue Wohnung einziehen würde. Und dass Mehdi sich jetzt gerade nicht von dieser Frau lösen konnte, sagte doch auch alles. Er war nicht nur verliebt. Er hatte sein Herz verschenkt. Er liebte diese Frau. Sie hatte also kein Recht, sich da einzumischen, so groß ihre Gefühle auch noch für ihn waren. Sie würde nur die zarten Bande der Freundschaft zerstören, die sie gerade aufzubauen versuchten. Sie musste akzeptieren, dass ihr Mann mittlerweile ein neues und ganz anderes Leben lebte und glücklich damit war. Sie musste sich endlich endgültig von ihm lösen. Ihr standen doch jetzt alle Wege offen. Das Leben hatte ihr noch einmal eine Chance gegeben. Sie konnte wieder laufen. Sie hatte eine zauberhafte Tochter, die sie über alles liebte, Freunde, eine Wohnung, einen Job. Alles würde gut werden, wenn sie es nur wollte.

Aber bevor Anna Kaan noch ganz in trübe Gedanken versank, wollte sie dem ignoranten Dr. Stier lieber klarmachen, doch auch endlich das Leben in die Hand zu nehmen und Dr. Hassmann einfach zu folgen. Was hatte er schon groß zu verlieren? In der Liebe musste man sich eben anstrengen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, nur weil die ersten Versuche kläglich gescheitert waren. Männliche Ehre hin oder her. Frauen ging es doch nicht darum. Ehrliches Interesse und Aufrichtigkeit zählte da viel mehr als blödes Machogehabe, das eher abschreckte als wirkte. Frauen wollten erobert werden und diese Regel galt auch noch im 21. Jahrhundert. Selbst bei den emanzipiertesten Frauen. Und so schaute Anna amüsiert aus der Autotür heraus auf den geknickten attraktiven Mann, der nachdenklich am Auto lehnte und in die Ferne schweifte...

Anna: Hey! Ich hätte nicht gedacht, dass du so schnell aufgeben würdest.
Cedric (sie hat ihn genau richtig gepackt, das Kontra folgt prompt): So wie du?
Anna (reagiert nicht mehr getroffen, sondern stark u. entschlossen): Im Gegensatz zu dir habe ich keine Hoffnung mehr oder siehst du mich in Tränen ausbrechen?
Cedric (merkt, dass sich etwas an ihr verändert hat, u. ist merklich beeindruckt, was er aber niemals zugeben würde): Weißt du eigentlich, was mich so sehr an dir nervt, dass es selbst die letzte sexuelle Spannung zwischen uns auflöst?
Anna (kann sich ihr amüsiertes Grinsen nicht verkneifen): Die gibt es gar nicht. Einbildung ist auch eine Bildung, hmm?
Cedric (funkelt sie an): Hey! Denkst du, ich hätte deine Blicke auf meinem Arsch nicht gemerkt. Vom Rollstuhl aus, hast du immer die perfekte Sicht darauf gehabt. Ach jetzt weiß ich auch, wieso du dich so gerne herumchauffieren lässt.
Anna (schüttelt amüsiert den Kopf): Träum weiter und komm auf den Punkt, du Oberchecker!
Cedric (sieht sie vergnügt an, als er seine vorangegangene Frage selbst beantwortet): Dein pseudowissenschaftliches Hobbypsychogelaber.
Anna (kann nicht anders, als breit zu grinsen u. ihn aufzuziehen): Das hat dir aber immer ganz gut getan.
Cedric (weist jeglichen Verdacht mit einer lockeren Armbewegung von sich): Pah!

Doch Anna wusste ganz genau, dass dem so war und das nicht erst, seitdem sie sich hier im EKH vor ein paar Wochen zufällig wieder getroffen hatten. Auch damals schon. Sie konnten schon immer gut miteinander reden. Über alles. Selbst intimste Dinge. Obwohl sie sich damals, in dieser einen Nacht, in der sich beide irgendwie verloren gefühlt und sich dem Zufall sei dank gefunden hatten, noch nicht wirklich so gut gekannt hatten wie jetzt, wo sie seine ganze Art komplett durchschaute. Mittlerweile war er wie ein großer Bruder für sie. Ein Bruder, den sie nie hatte. Wahrscheinlich verstanden sie sich deshalb so gut. Das Schicksal verband eben. Auch er hatte seine Eltern frühzeitig bei einem Unfall verloren. So wie sie in jungen Jahren. Das hatte ihr ganzes Leben geprägt. Sie wäre heute eine andere, wenn es nicht so gekommen wäre. Aber dann wäre sie auch ihm oder Mehdi nicht begegnet. Und es würde Lilly nicht geben. Ihren ganzen Lebensinhalt. Ihr wurde klar, dass sie das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen konnte. Und sie wollte es auch nicht. Nur das Hier und Jetzt zählte und Chancen, die mussten beim Schopfe gepackt werden und sollte man aus Angst und Unsicherheit nicht einfach so verstreichen lassen.

Anna: Gott, Rick, anstatt mit mir zu streiten, hättest du ihr schon längst hinterher sein können. Wenn du noch länger zögerst, ist sie weg.

Anna deutete in eine Richtung. Cedric drehte sich um und folgte ihrem Blick. Er sah, dass seine Exfrau bereits schnurstracks auf ihren Wagen zusteuerte und dabei gedankenverloren in ihrer Handtasche kramte. Er schaute wieder zu Anna ins Auto. Sie zwinkerte ihm ermutigend zu. Er rollte genervt mit den Augen und gab schließlich nach. Bevor sie ihn mit ihrem Psychogelaber noch zu Tode quatschte, machte er lieber das, was ein Mann tun musste.

Cedric: Ich hoffe, du siehst in der Reha von täglichen Psychogesprächen ab.
Anna (schaut ihn zuckersüß von unten herauf an): Die Telefonrechnung könntest du dir gar nicht leisten.
Cedric (sichtlich beeindruckt): Hoho! Grüß mir meinen alten Studienkollegen. Er ist verheiratet, leidet aber unter seiner zickigen Frau und könnte Abwechselung gebrauchen.
Anna (hat den Wink mit dem Zaunspfahl durchaus verstanden u. funkelt ihn an): Haha! Ich wollte eigentlich meine Freiheit genießen.
Cedric (grinst): Eben drum.

Der Macho zwinkerte der sprachlosen Frau noch zum Abschied zu, drehte sich um und lief nun entschlossenen Mutes auf den Wagen seiner Exfrau zu, der ein paar Reihen weiter geparkt war. Anna blickte Cedric kopfschüttelnd hinterher. Er würde es eh wieder verbocken. Mittlerweile kannte sie ihn gut. Lilly schaute derweil von ihrem Nintendospiel auf, als Anna die Autotür zuschob, weil es ihr doch langsam etwas kalt geworden war...

Lilly: Was ist denn sein Problem?
Anna (schmunzelt): Das übliche, worunter Männer leiden.
Lilly (kleinlaut): Frauen?
Anna (schaut ihre frühreife Tochter überrascht an): Woher hast du das denn?
Lilly (zuckt unschuldig mit den Schultern): Äh... Von dir, glaub ich. Und von Papa. Der kommt manchmal ziemlich genervt von seiner Arbeit nach Hause, weißt du.

Anna lachte auf und legte ihren Arm um die Schulter ihrer süßen Tochter. Diese schmiegte sich sofort in ihre Arme und kicherte fröhlich mit ihr mit.

Lorelei Offline

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25.01.2012 23:33
#1219 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Cedric Stier hatte derweil die Frau, um die sich momentan all seine Gedanken wie ein Kinderkarussell im Kreis drehten, eingeholt. Er stand direkt hinter ihr, zögerte aber noch, sie anzusprechen, und betrachtete stattdessen einen Moment lang ausgiebig Marias entzückende Rückenansicht. Immer wieder wanderten seine Augen bewundernd ihren traumhaften Körper ab. Vor allem ihre Halspartie, die nicht von dem dicken lilafarbenen Schal bedeckt war, der locker von ihren Schultern herabhing, hatte es ihm angetan. In Gedanken fuhr er mit seinem Zeigefinger ganz langsam diese nackte Hautstelle entlang. Er konnte die Gänsehaut, die er damit bei ihr auslöste, förmlich unter seinen kribbelnden Fingern spüren und stellte sich vor, wie sie sich ihm leise seufzend entgegen neigen würde, wenn er seine Lippen zusätzlich zum Einsatz bringen würde. Ein wohligwarmes Gefühl machte sich in seinem Bauch breit. Er lächelte, legte den Kopf etwas schräg und stellte sich noch so einige Dinge mehr vor, die man so alles am und im Auto hätte tun können.

Fast hätte der verliebte Mann tatsächlich seine Hand nach ihr ausgestreckt, wenn das Objekt seiner Begierde nicht plötzlich hektisch reagiert und ungelenk einen Schritt zur Seite getan hätte. Die schöne Oberärztin hatte ihren heimlichen Verfolger nämlich noch gar nicht bemerkt. Ihre teure dunkle Lederhandtasche lag offen auf dem Dach ihres Autos. Ihr Autoschlüssel, an dem ein bunter undefinierbarer selbst gebastelter Anhänger ihrer kleinen Tochter baumelte, steckte bereits im Türschloss, doch anstatt die Fahrertür zu öffnen und einzusteigen, war die Besitzerin des Wagens gerade mit ihrem Telefon beschäftigt, auf dem sie hastig herumtippte, bevor sie es dann an ihr rechtes Ohr hielt.

Doch Maria Hassmann kam nicht mehr dazu, hineinzusprechen, denn ein freches, ihr nur allzu vertrautes Mundwerk hielt sie davon ab...

Cedric: Du kannst dir deinen Anruf sparen, Mary. Ich stehe doch direkt hinter dir.

Erschrocken über die plötzliche Stimme, die nicht aus dem Telefon gekommen war, sondern wie aus dem Nichts direkt hinter ihrem linken Ohr ertönt war, welches auch noch von einem warmen prickelnden Atem gestreift worden war, der ihr zusätzlich eine Gänsehaut beschert hatte, da Cedric sich etwas zu seiner reizenden Exfrau heruntergebeugt hatte, um doch noch etwas von ihrem betörenden Geruch einzuatmen, den er so sehr liebte, dass es ihn Dinge tun ließ, die er tunlichst hätte unterlassen sollen, zuckte die überrumpelte Neurochirurgin zusammen und hätte fast ihr Handy in den Schnee fallen gelassen. Wo kam der denn auf einmal her, fragte sie sich irritiert. Ausgerechnet er! Hatte er ihr heute nicht schon genug Scherereien gemacht? Erst in der Umkleide, wo er sich dreisterweise in ihrer Gegenwart entkleidet hatte, dann auf dem Flur der Station, wo er vor ihren Augen ungeniert mit Mehdis Frau geschäkert hatte. Nein, es musste natürlich so kommen. Das war jetzt bereits der dritte Stiersche Überfall nach Feierabend. Legte er es etwa darauf an? Musste er sie denn ständig provozieren? Was fiel ihm überhaupt ein?

Maria schaltete sofort von null auf hundert, drehte sich blitzschnell herum, so dass Cedric kurzerhand zurückweichen musste, und funkelte ihren unverschämten Exmann, der sich nach diesem unbeschreiblichen Gefühlserlebnis, das er allein durch ihre aufregende Nähe hatte erleben dürfen, in cooler lässiger Macho-Pose neben ihrem Auto aufgebaut hatte und sie nun mit seinem Mr. Unwiderstehlich- Blick ungeniert anschaute, böse an...

Maria: Als ob ICH DICH hätte anrufen wollen.
Cedric (grinst selbstgefällig vor sich hin): Na ich gehe mal schwer davon aus. So wie du mich vorhin lüstern angestarrt hast.
Maria (glaubt sich verhört zu haben u. starrt ihn dementsprechend irritiert an): Wie bitte?
Der hat sie doch nicht mehr alle?
Cedric (kann es nicht lassen u. setzt vor Selbstbewusstsein strotzend noch einen drauf): Aber mir war schon klar, dass du diesen atemberaubenden Anblick nicht vergessen könntest. Da habe ich mir eben gedacht, ich beschleunige das Ganze mal und komme deinem Annäherungsversuch zuvor. Hier bin ich!
Maria (denkt, jetzt dreht er vollkommen durch, u. zeigt ihm den Vogel): Ich glaube, du solltest dich mal in der Radiologie zum CT anmelden. Irgendetwas stimmt mit deiner Auffassungsgabe nicht. Oder du hast einen Knick in der Optik. Ich bin mir nicht ganz sicher, was es ist. Aber eins weiß ich doch. Ich habe weder vor, dich anzurufen, nicht in zehntausend Jahren, noch habe ich dich länger als nötig angeschaut und wenn, dann habe ich auch nichts gesehen, was ich nicht schon gekannt hätte. Obwohl vielleicht doch! Da hat wohl jemand in letzter Zeit sein Training vernachlässigt. Du setzt leicht an.
Cedric (genießt es sichtlich, wie sich seine Ex über ihn aufregt u. zwinkert ihr frech zu): Och du, ich wüsste da etwas, was mich wieder in Form bringen würde.

Maria öffnete ihren Mund, konnte aber vor lauter Sprachlosigkeit nichts Schlagfertiges erwidern. Sie schaute ihr vorlautes Gegenüber konsterniert an. Was war denn in den gefahren? Machte er sie etwa gerade an? Oder was sollte das hier? Und überhaupt, woher nahm er sich eigentlich das Recht heraus, sie so plump anzuquatschen? Über das Stadium waren sie doch schon längst hinaus. Und bei ihr hatte diese Methode noch nie funktioniert. Nicht in all den Jahren. Da musste er sich schon noch mehr einfallen lassen. Nein, Moment mal, dachte sie verwirrt, natürlich nicht! Wieso auch? Sie war nicht eines seiner willigen Betthäschen und hatte auch nicht vor, eins zu werden. Auch wenn der Sex mit ihm... Ääähhh.... Schluss!!!

Hatten sie ihre Standpunkte nicht deutlich geklärt? Ein friedliches Miteinander im Job, ja. Alles, was außerhalb der Krankenhausmauern stattfand, nein. Und genau dort befanden sie sich gerade. Und überhaupt müsste er nicht gerade jetzt im Büro sein? Sein Name hatte doch auf dem OP-Plan für heute Nachmittag gestanden. Und wo war eigentlich...? War er nicht eben noch mit... Maria sah sich suchend um und erkannte Anna Kaan in dem weißen Transporter ein paar Autoreihen weiter. Sie schaute direkt in ihre Richtung. Irgendwie erwartungsvoll. Seltsam. Mehdis zukünftige Exfrau schien die beiden tatsächlich interessiert zu beobachten. Die Ärztin merkte nicht, wie die Eifersucht still und heimlich wieder Besitz von ihr ergriff. Dafür interpretierte sie aber Annas neugierige Blicke völlig falsch, was wiederum Cedric zu spüren bekam, als Maria ihm auf sein plumpes Angebot zickig antwortete...

Maria: Bist du damit nicht eigentlich an der falschen Adresse? Willst du dich nicht von deiner... Freundin verabschieden?
Cedric (spürt den Funken Eifersucht, der in ihrer Stimme mitschwingt, u. freut sich diebisch darüber): Och, das hab ich schon. Und Anna kommt ganz gut ohne mich klar, denke ich.
Maria (zynisch): Wer tut das nicht?
Cedric (rollt theatralisch mit den Augen u. sieht sie eindringlich an): Vielleicht sollte ich noch einmal klarstellen, dass ich nichts mit ihr habe. Wir verstehen uns einfach gut. Mehr nicht. Wir sind Freunde, fast wie Geschwister, wenn du’s genau wissen willst.
Süüücher! Und Mehdi ist dann mein Bruder, hmm!
Maria (glaubt ihm kein Wort): Ich wüsste nicht, wieso du mir Rechenschaft schulden würdest?
Cedric (hat genug von den ganzen Zickereien u. will Tacheles reden): Ich wollte es nur noch einmal gesagt haben, ok. ... Du, hör mal, eigentlich wollte ich dich die ganze Zeit...

Doch Cedric kam nicht weiter mit seiner zögerlichen Frage, weil Maria plötzlich auf die Stimme aus ihrem Handy aufmerksam geworden war, das sie die ganze Zeit locker in ihrer Hand gehalten hatte. Sie ging ohne zu zögern ran...

Maria: Entschuldige, ich war abgelenkt. Ein nerviger Kollege. Was hast du gesagt?
Cedric (deutet mit ausgestrecktem Arm auf sie u. schaut zwischen ihren aufblitzenden Augen und ihrem Telefon hin und her): Äh... Maria? Wir führen hier gerade ein Gespräch ... oder so was in der Art. Hallo?

Aber Maria ignorierte ihn einfach und drehte ihrem konsternierten Exmann den Rücken zu. Sie lief auf die andere Seite ihres Autos, um ungestört telefonieren zu können, und lachte immer wieder heiter in ihr Smartphone. Cedric wurde zunehmend misstrauisch. Besonders als plötzlich ein Name fiel, den er nicht kannte.

Maria: Ja dann... freu ich mich... Sven. ... Bis morgen Abend um acht. ... Ja, ja, ich weiß, wo das ist. ... Nein, wir... sehen uns dann da. ... Ok! Ciao!

Wer zum Teufel war Sven, fragte sich der renommierte Arzt alarmiert und er spürte, wie seine Halsschlagader langsam anschwoll und er Farbe ins Gesicht bekam. Zumal seine Bloody Mary mit einem zufriedenen Lächeln und aufleuchtenden Augen ihr Telefon zurück in ihre Handtasche legte, die sie zuvor vom Dach ihres Autos gezogen hatte. Lässig und ohne ihn weiter eines Blickes zu würdigen, stolzierte sie nun an dem entgeisterten Neurologen vorbei, in dessen Gehirnwindungen es unaufhörlich ratterte. Sie öffnete die Fahrertür ihres VWs und setzte sich hinein. Bevor sie die Tür jedoch zuschlagen konnte, reagierte Cedric geistesgegenwärtig und riss sie wieder auf. Er stützte sich mit beiden Händen darauf ab und stellte die Frau, die ihn deswegen wütend anblitzte, aufgewühlt zur Rede...

Cedric: Du... hast ein... Date?
Maria (zickig): Was dagegen?

Spöttisch, fast verhöhnend lächelte Maria den aufgewühlten Arzt an. Sie merkte, wie sehr er mit sich kämpfte, und spürte eine gewisse Genugtuung dabei aufkommen. Doch Cedrics ehrliche Antwort überraschte sie dann aber doch und traf sie genau da, wo sie es am wenigsten haben wollte, nämlich mitten ins Herz...

Lorelei Offline

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30.01.2012 16:29
#1220 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten


Es geht weiter ihr Lieben. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse wegen der kleinen Pause, aber das RL hatte mich in Beschlag genommen. Als kleine Entschädigung gibt es dafür heute einen XXL-Teil. Ich hoffe, er gefällt. Viel Spaß und liebe Grüße, eure Lorelei




http://www.youtube.com/watch?v=RsZvjqG2lec


Cedric: Wenn ich ehrlich bin,........... ja!

...gab Cedric kurz und knapp, aber sichtlich aufgewühlt von sich, bevor er seinen stechenden Blick von den fragend dreinblickenden Augen seiner sichtlich perplexen und in dem Moment völlig sprachlosen Exfrau löste, sich einmal nervös räusperte, seine Finger von der geöffneten Autotür nahm, diese mehrmals knetete und dann tief in seinen Jackentaschen vergrub. Maria, die ihre Hand vom Zündschlüssel gelöst und sich ihm mittlerweile von ihrem Autositz aus ganz zugewandt hatte, zog eine Augenbraue nach oben und schaute ihrem unruhigen Gegenüber, das nun lauernd vor ihrer Fahrertür stand, verwundert in den Augen hin und her, die immer wieder die ihren suchten, sich dann aber auch immer wieder schnell senkten und einen kaum wahrnehmbaren geheimnisvollen Schimmer aufwiesen, der in diesem Augenblick so vieles ausstrahlte, aber vor allem verletzte Gefühle und ganz viel Unsicherheit. Dinge, die er niemals offen zugeben würde und immer mit seiner angeborenen Lässigkeit kaschierte, wie seine aktuelle Körperhaltung gerade auch verriet. Dinge, mit denen die hochgebildete Akademikerin in dem Moment auch nicht wirklich umzugehen wusste. In ihrem Kopf herrschte absolutes Chaos. Das Blut rauschte nur so durch ihre Adern und ihr Herz schlug unregelmäßig in ihrer Brust. Sie merkte es nicht einmal bewusst, denn sie war viel zu sehr mit ihren eigenen durcheinander geratenen Gedanken beschäftigt. Was wollte er ihr denn damit sagen? Hatte er ihr gerade verboten, sich mit anderen Männern zu treffen? Ging’s ihm noch ganz gut? Vermutlich nicht.

Maria: Wie bitte?
Cedric (bleibt ungewohnt ernst u. sieht der Frau seines Herzens wieder tief in ihre aufgewühlten dunklen Augen, die einfach nicht verstehen wollen, was eigentlich so offensichtlich ist): Du hast mich schon richtig verstanden, Mary. Egal wer es ist und eigentlich interessiert es mich auch nicht sonderlich, aber... triff dich nicht mit ihm!

Er tat es wirklich! Der Hornochse wollte ihr tatsächlich die Tour vermasseln! Die überrumpelte Oberärztin war viel zu geschockt von dieser unverschämten, aber eigentlich ganz ehrlich gemeinten Bitte, als dass ihr eine angemessene und schlagfertige Antwort eingefallen wäre. Also tat sie das, was sie am besten konnte. Fassade war schließlich alles.

Maria: Wieso sollte ich nicht?

Maria antwortete ihm mit einer Gegenfrage. Damit hatte Cedric ehrlich gesagt nicht gerechnet. Ihr Mauern und ihre anhaltende Coolness überforderten den sonst nie um einen Spruch verlegenen Neurochirurgen. Und so reagierte er ebenso so, wie er es immer tat, wenn er nicht wirklich weiterwusste. Er fiel in alte Muster zurück, anstatt direkt mit offenen Karten zu spielen. Obwohl hinter der coolen und aufgesetzten Fassade ganz deutlich ein ehrliches Interesse geschrieben stand. Nur wusste seine Mary das nicht so zu deuten.

Cedric: Weil... Weil ich... ähm... Ich... war... zuerst da. ... Genau! Du schuldest mir immer noch ein Essen.
Maria (klappt vor lauter Sprachlosigkeit ihren Mund auf u. schnappt hörbar nach Luft, dann zetert sie auch schon gewohnt los, was er nach diesem plumpen Versuch auch nicht anders verdient hat): Ich höre wohl nicht richtig. Ich wüsste nicht, dass du noch irgendeine Platzreservierung bei mir offen hättest, Rick. Wir sind quitt. Ein für alle mal. Wir waren uns doch einig? Ich bin die Diskussionen echt leid. Was willst du eigentlich? Wahrscheinlich weißt du das gar nicht. Ich bin mir meinerseits jedenfalls sicher. Aber ich kann es gerne noch mal wiederholen, wenn du’s immer noch nicht verstanden hast?
Cedric (fühlt sich überrollt, weil das Gespräch so langsam aus dem Ruder läuft, aber er versucht, Haltung zu bewahren): Du warst dir einig, Mary. Du gibst mir ja gar nicht die Chance, mich zu erklären. Ich versuche dir schon die ganze Zeit etwas zu sagen. Aber du hörst mir nie wirklich zu.
Maria (empört): Also das...
Cedric (fährt ihr schnell dazwischen, bevor sie erneut lautstark ausholt): Was ich dir sagen will, ist Folgendes. Ich... Nein anders. Wir... Ähm...

Oh bitte nicht! Was soll das hier werden?

Maria (lässt den verzweifelt nach den richtigen Worten ringenden Mann gar nicht erst zu Wort kommen, weil sie sich damit nicht länger befassen will, bevor sie sonst doch noch schwach wird): Stopp Cedric! Wieso kapierst du das nicht? Also noch mal für Legastheniker und Begriffsstutzige: Ich will WEDER mit dir essen gehen, NOCH... ähm... *räusper* ... Du verstehst schon. Du hattest deinen Spaß.
Cedric (plappert munter dazwischen): Aber darum geht’s mir doch........... nicht.
Maria (blitzt ihn sauer an, seine vorlaute Klappe zu halten, solange sie ihren Vortrag hält): Über das Berufliche hinaus wünsche ich keinen Kontakt mehr. Und was ich privat tue oder nicht, das geht dich nichts aber auch gar nichts an. Ok? Das ist MEIN Leben und darin spielst DU keine Rolle mehr. Egal ob wir... ähm... Du hast mich beide Male in einem schwachen Moment erwischt, das gebe ich zu und ich sage auch nicht, dass ich das gerne rückgängig machen würde. Wir sind schließlich beide erwachsen. Aber das ist jetzt vorbei. Endgültig. Also hör auf, mir ständig hinterherzulaufen oder mir aufzulauern! Das wird langsam peinlich, merkst du das nicht? Lass mich einfach ein für alle Mal in Ruhe und kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten! Hast ja genug davon. Ich habe Feierabend und werde jetzt Sarah aus der Kita abholen. Tschüss.

Maria hatte sich richtig in Rage geredet und atmete jetzt tief durch. Sie wartete seine Reaktion gar nicht erst ab. Sie bekam die Fahrertür endlich zu greifen und schlug sie mit einem lauten Knall zu. Schnell startete sie den Motor ihres Wagens und fuhr mit Schwung aus der Parklücke heraus, wobei sie keinerlei Rücksicht auf ihren Exmann nahm, der überrumpelt und völlig sprachlos zurückweichen musste. Sie hatte ihn kalt erwischt. Bis jetzt hatten sie immer nur um den heißen Brei herum geredet und ihre kleinen Spielchen betrieben, an denen sie beide auf irgendeine Art und Weise Spaß gehabt hatten und bei denen man immer zwischen den Zeilen hatte lesen müssen. Aber jetzt hatte sie es ihm direkt ins Gesicht gesagt. Ob sie wohl anders reagiert hätte, wenn sie ihn vorher hätte ausreden lassen? Er wusste es nicht. Obwohl doch. Er kannte seine Mary gut genug, um zu wissen, dass es vermutlich nicht viel an ihrer Reaktion geändert hätte.

Seine Gedanken überschlugen sich förmlich. Wieso zum Teufel musste sie immer davon laufen, in diesem Falle fahren, wenn es ernst wurde, fragte sich Cedric aufgewühlt und blickte ihr nach. Wie lange wollte sie denn noch ignorieren, was zwischen ihnen war? Das mit ihnen beiden war keineswegs vorbei. Das konnte sie sich einreden, wie sie wollte. Das mit ihnen beiden fing doch gerade erst so richtig an. Die Gefühle kochten über. Das musste doch selbst ihr tiefgekühltes Herz so langsam mal geschnallt haben. Was sollte er denn noch alles machen, damit bei ihr endlich der Schalter umknipste? Den weichgespülten Romantiker geben, der ihr die Sterne vom Himmel holte und sie mit Rosen überschüttete? Nee, nicht mit ihm! Das war doch peinlich hoch drei und überhaupt nicht er. Das überließ er lieber den Frauenärzten vom Dienst. Außerdem hasste Mary Rosen. Seitdem er sie damals wegen seiner Fehltritte damit reumütig und auf Knien um Verzeihung hatte bitten wollen.

Und was hatte sie noch gesagt? Pff, kein Kontakt mehr außerhalb der Klinik. Das konnte sie schon mal getrost knicken. Das Berufliche interessierte ihn doch nicht die Bohne. Er würde sogar alles hinschmeißen, wenn sie es von ihm verlangte. Sie hatten doch schon längst die Grenze Job - Privat überschritten, ohne im Vorfeld groß darüber nachgedacht zu haben. Er musste nicht mehr nachdenken, um zu wissen, was er wollte. Sie gehörten zusammen und er würde nicht aufhören, sie daran zu erinnern. Sven hin oder her. Moment mal! Der aufgeregte junge Mann stutzte plötzlich. Das hatte er in diesem ganzen Hin und Her eben schon fast wieder vergessen. Wer zum Teufel war der Kerl? Und was wollte sie von ihm? Hatte er etwa nicht aufgepasst und sie hatte sich schon längst anderweitig umgeschaut? Und überhaupt, was war das eigentlich für ein bescheuerter Name?

Während er noch darüber nachdachte, schimpfte nur ein paar Meter weiter jemand genau über ihn. Als ob er noch ein Anrecht auf sie hätte, dachte Maria aufgewühlt und es bildeten sich tiefe Furchen auf ihrer Stirn. Tzz... Was dachte der sich eigentlich? Nur weil sie zweimal miteinander in der Kiste gelandet waren, einmal stockbesoffen und einmal aus reiner Verzweifelung heraus, dachte er jetzt, er hätte die Generalvollmacht über sie. Blöder Macho! Arroganter Angeber! Wichtigtuer! GGGRRR!!! Sie konnte sich treffen, mit wem wann und wie oft sie wollte. Und sie wollte diesen charmanten, aufmerksamen und äußerst attraktiven Schweden, der schon neulich bei ihrem ersten Treffen, dem von Gretchen rein zufällig und ganz uneigennützig organisierten Blind Date auf dem Internationalen Kongress der Orthopäden, einen bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen hatte, näher kennen lernen und das würde sie jetzt auch tun. Da konnte dieser ungehobelte Neandertaler hier noch schwarz werden. Einen Cedric Stier brauchte doch niemand. Also sie nicht!

Stinksauer sprang die aufgeregte Oberärztin nun aufs Gaspedal und fuhr mit quietschenden Reifen vom Parkplatz des Elisabethkrankenhauses durch den angrenzenden Park in Richtung Hauptstraße, in die sie Sekunden später einbog. Cedric sah seiner davonbrausenden Exfrau ziemlich betröppelt hinterher und murmelte leise grummelnd vor sich hin...

Cedric: Du gehörst aber zu meinen Angelegenheiten, verdammt noch mal. Aber warte nur ab, ich krieg dich schon noch. Darauf kannst du Gift nehmen, Bloody Mary.

Wütend auf sie, aber vor allem auf sich selbst, weil er es wieder einmal verbockt hatte, kickte Cedric mit seinem Fuß einen Batzen Schnee von dem Haufen davon, den der Hausmeister heute Morgen zusammen geschoben hatte und der nun direkt auf der Heckscheibe eines weißen Volvos landete, der in der Parkbucht neben der von Dr. Hassmann geparkt war, und stapfte dann schnellen Schrittes zurück zum Eingang des Krankenhauses. Er spürte Annas hämische Blicke deutlich in seinem Rücken, reagierte aber nicht darauf. Denn auf eine weitere Kaansche Psychoanalyse à la „Ich hab’s dir doch gesagt“ hatte er jetzt wirklich keinen Bock. Und noch weniger auf das ekelhaft gut gelaunte Paar, das ihm gerade an der Eingangstür entgegenkam. Ohne sie zu grüßen, ging der grummelige Neurochirurg an den beiden vorbei. Sie schauten ihrem wortkargen Kollegen kurz verwundert hinterher, dachten sich aber nichts weiter dabei und widmeten sich lieber wieder sich selbst.

Lilly Kaan hatte die beiden ebenfalls entdeckt. Fröhlich grinsend ruckelte der kleine Spatz nun an Annas Schulter, die wegen ihres soeben beobachteten gescheiterten Eroberungsmanöver eines gewissen Machochirurgen immer noch einfach nur mit dem Kopf schütteln musste, und zeigte nun vom Auto aus auf Gabi und Mehdi, die mittlerweile vor dem Eingang des EKH stehen geblieben waren...

Lilly: Papa kommt.
Anna (schaut auf u. beginnt unmerklich zu strahlen, als sie Mehdi an der Tür entdeckt): Na endlich. Dann kann’s ja losgehen, hmm? Freust du dich denn schon, mein Schatz? Es soll ja viel Schnee im Vogtland liegen und wie ich sehe, habt ihr ... den Schlitten... dabei.

Doch Annas anfängliches Strahlen verwandelte sich schnell ins Gegenteil, als sie irritiert wahrnahm, wie sich plötzlich zwei schlanke weibliche Arme von hinten um Mehdis Taille schlängelten und ein brünetter Kopf sich an seine stoppelige Wange schmiegte. Ihr Mann lächelte und schloss genießerisch seine Augen. Seine rechte Hand ruhte auf den beiden auf seinem Bauch liegenden Händen der jungen verdammt attraktiven Frau. Er sah entspannt aus. Und glücklich. Glücklich verliebt eben. Das musste sich Anna schweren Herzens in diesem Augenblick eingestehen. Und mit einem Mal wurde ihr bewusst, dass Cedric vorhin vollkommen Recht hatte. Sie hatte noch lange nicht mit Mehdi abgeschlossen und in einer verschlungenen hinteren Gehirnwindung hatte immer noch ein kleines Fünkchen Hoffnung geglimmt. Schließlich hatte sie die beiden noch nie zusammen aus nächster Nähe erlebt. Bis jetzt. Und es tat einfach weh, ihn so zu sehen. Mit einer anderen Frau.

Als Mehdi und seine neue Freundin, die den Wagen und ihre beiden Insassinnen noch nicht entdeckt hatten, sich auch noch zärtlich zu küssen begannen, wurde es ihr endgültig zu viel. Anna wandte ihren Blick von dem innigen Paar ab und schwor sich feierlich darauf ein, diesen wunderbaren einzigartigen liebevollen Mann, ihren geliebten Ehemann, ein für allemal vergessen zu wollen. Sie musste endlich einen Schlussstrich unter dieses Kapitel ziehen und das würde sie auch während ihres Aufenthaltes im Vogtland tun. Es reichte nicht, ihm nur den Ehering zurückzugeben, wie sie es in der Silvesternacht getan hatte. Es mussten richtige Tatsachen geschaffen werden, sonst würde sie ihm noch ewig hinterher trauern. Und das wäre wohl wenig aufbauend für ihre Reha-Maßnahme. Gleich Morgen würde sie Mehdi auf die Scheidung ansprechen und sie würde Mehdis Vater anrufen und den Rechtsanwalt fragen, wie man das Ganze beschleunigen könnte.

Ihre süße Tochter, die erst ihren Vater, dann ihre Mutter vergnügt und hibbelig die ganze Zeit von der Seite beobachtet hatte, nahm Anna gar nicht mehr wirklich neben sich wahr. Denn sie schmiedete eifrig Pläne und versuchte, gedanklich irgendwie alles zusammenzubekommen. Auch wie sie mit Mehdis Präsenz während der ersten Tage der Reha unverkrampft umgehen könnte. Aber der Therapieplan war so umfangreich und zeitintensiv, dass man sich sicherlich nicht ständig sehen müsste. Und Lilly musste schließlich auch bespaßt werden, während sie an ihrer Motorik und Gehfähigkeit arbeitete. Dafür kam er ja mit. Erst als eine neugierige Frage von ihrer Tochter erklang, wachte Anna aus ihren Gedanken auf. Sie starrte Lilly ziemlich verdutzt an und war im ersten Moment völlig sprachlos. Denn das Thema, welches die kleine Maus in ihrer kindlichen Neugier angeschnitten hatte, bewog Anna nur noch mehr dazu, diesen einschneidenden Entschluss zu folgen, den sie gerade eben für sich geschlossen hatte und der ihr ganzes Leben verändern würde...

Lilly (sieht kurz wieder zu ihrem Papa, der Gabi umarmt, u. grinst schelmisch): Duuu, Mamiii, warum küsst man sich eigentlich? Was ist da so besonders daran? Papa kann nämlich gar nicht genug davon bekommen, seitdem er mit Gabi zusammen ist. Und Onkel Marc und Gretchen machen das auch ständig. Die haben sich heute Morgen beim Frühstück die ganze Zeit gebusselt. Das ist doch voll ekelig.

Lorelei Offline

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01.02.2012 14:01
#1221 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nachdem Anna Kaan ihrem neunmalklugen und stets wissbegierigen Töchterlein so einige Dinge möglichst unverkrampft und auf blumige Art und Weise versucht hatte zu erklären, was der ehemaligen Edelhostess trotz ihrer einschlägigen Berufserfahrung und neunjährigen Mutterschaft einen Schweißausbruch und einige graue Haare gekostet hatte, aber den kleinen Floh nicht wirklich von der Schönheit dieser sehr speziellen Erwachsenentätigkeit und der Tatsache, dass Marc Meier keineswegs ihr Onkel war, überzeugt hatte, der sich nun lieber wieder seinem viel spannenderen Computerspiel widmete, an dessen Highscore er vorhin schon geknabbert hatte, blickte sie immer noch leicht überfordert und zunehmend hilflos zu dem glücklichen Paar vor dem großen Krankenhausgebäude hinüber, das sich gerade liebevoll voneinander verabschiedete.

Es war wie ein Aufprallunfall. Anna konnte einfach nicht wegsehen, auch wenn es ihrem Herzen wehtat, Mehdi so zu sehen. Aber vielleicht würde dieses Bild, das sich gerade in ihr Hirn einbrannte, ja irgendwann wie ein heilsamer Schock auf sie wirken, falls die Sehnsucht nach diesem wunderbaren Mann und seinen aufregenden Küssen sie wieder einholen sollte. Sie hatte nicht vergessen, wie gut Mehdi küssen konnte. Doch leider kam gerade eine andere Dame in den Genuss dieser weichen vollen zärtlichen Lippen, die so schöne Dinge anstellen konnten. Anna seufzte leise vor sich hin und schloss ihre Augen, um sich in einem Tagtraum zu verlieren, merkte aber im selben Moment, was sie gerade im Begriff war zu tun und öffnete sie schnell wieder. Schluss damit! Endgültig! Sie schüttelte erschüttert über sich selbst und ihre Gedanken den Kopf und wandte ihren Blick endlich von dem küssenden Paar ab. Sie brauchte Ablenkung. Sofort. Sie beugte sich also zu Lilly rüber, klaute ihr ihren Nintendo und begann, nach lautstarken Protesten ihrer schmollenden Tochter mit ihr zusammen zu spielen. Schnell fand die junge Mutter ihr Lachen wieder.

Die beiden Verliebten standen derweil immer noch Stirn an Stirn in einer Ecke vor den großen gläsernen Türen des Elisabethkrankenhauses und schauten sich tief in die Augen. Sie schienen sich regelrecht in den Augen des anderen zu verlieren. Das Liebespaar hatte Anna und Lilly offenbar noch immer nicht bemerkt und weilte in seiner ganz eigenen kleinen glückseligen Welt. Gabi schmiegte sich eng an Mehdis warmen Körper, lauschte seinem schnellen Herzschlag und wollte ihren Schatz am liebsten gar nicht mehr loslassen, obwohl sie wusste, dass sie es eigentlich musste. Abschiede waren doch scheiße, dachte sie wehmütig, löste sich dann doch etwas von ihm und spielte nachdenklich mit seinem Mantelkragen, den sie ihm hochkrempelte und anschließend mit beiden Händen umfasste, um ihren Traumprinzen einzukesseln. Verwegen schaute sie dann zu ihm hoch. Mehdi lächelte wissend und stupste spielerisch mit seiner Nase an ihre. Sie seufzte und blickte in seinen dunklen rehbraunen Augen hin und her, die sie so verführerisch anfunkelten und ganz in ihren Bann genommen hatten...

Gabi: Ich hab’s mir überlegt. Ich glaube, ich will doch nicht, dass du fährst. Ich halte dich jetzt so lange fest, dass du gar keine andere Wahl mehr hast, als bei mir zu bleiben.
Gott, wenn sie so ist, möchte ich am liebsten bleiben.
Mehdi (lacht u. blickt seinen heute sehr verschmusten und anlehnungsbedürftigen Trotzkopf schwerverliebt an): Klingt sehr verlockend, mein Schatz, und unter anderen Umständen würde ich darauf durchaus zurückkommen, aber...
Ich hasse dieses kleine Wörtchen. Es vermasselt einem doch immer alles. Man sollte es aus dem Duden streichen und unter Strafe stellen, es zu benutzen.
Gabi (fällt ihm seufzend ins Wort): Ich weiß.
Mehdi (schaut sie plötzlich mit eher ernster Miene an u. legt seine rechte Hand an ihre leicht gerötete Wange): Ach Maus, du fehlst mir jetzt schon.
Und wenn ich ihn hier ans Geländer kette? Hmm... das wäre schon eine Überlegung wert. Aber... Verdammt, jetzt benutze ich es schon selber. ... Da hätten die zwei dort wohl was dagegen. Mist!
Gabi (umklammert ihren Freund fest mit beiden Armen, bemerkt aber hinter Mehdis Rücken die eifersüchtigen Blicke seiner Frau, die auf sie gerichtet sind, was sie noch missmutiger stimmt): Du mir auch, Bärchen. Aber du solltest jetzt wirklich so langsam gehen. Deine... Frau und deine Tochter kucken schon ganz ungeduldig.
Ich will nicht, dass er fährt. ... Gott Gabi, jetzt reiß dich mal zusammen! Es sind nur zwei Wochen. Mehr nicht. Dann hast du ihn für immer. ... Trotzdem! Es fühlt sich einfach scheiße an, ihn gehen zu lassen. Gerade jetzt.
Mehdi (schaut sich kurz suchend um u. entdeckt das Auto und deren beide Insassinnen, die ihm zuwinken u. denen er verlegen zunickt, dann nimmt er Gabis Hand in seine u. streichelt diese sanft, wobei er seiner bedrückten Freundin tief in die Augen schaut): Du hast recht. Aber ich rufe dich sofort an, wenn wir die Zimmer bezogen haben. Und keine Bange, ich bin mit Lilly in einer Pension neben der Klinik untergebracht.
Das will ich ja wohl schwer hoffen. Bin mir nämlich nicht so sicher, ob Mehdi für Anna schon passé ist. So wie die uns anschaut! Den Blick kenne ich doch. Aber ich vertraue Mehdi.

Gabi (schlingt ihre Arme um Mehdis Nacken u. schmiegt sich an ihn): Das weiß ich doch, du Dummerchen. Und mach dir bitte nicht so viele Gedanken, ja. Weder um mich, noch um deine Patientin. Ich denke, sie muss erst einmal selber mit der Diagnose klarkommen. Da reagiert man im ersten Moment vielleicht manchmal über und tut unüberlegte Sachen. Als ich letztes Jahr mein Baby verloren habe, wollte ich auch erst mal nur alleine sein und dann... äh... naja... du kennst ja die Geschichte. Aber was ich eigentlich damit sagen will. Irgendwann kommt die Erkenntnis.
Sie hat Recht, aber... Verdammt! Ich hätte es ihm heute Morgen sagen sollen. Ich hatte die Gelegenheit. Und dann? Was wäre dann? Er würde komplett ausrasten und unüberlegt handeln. Ich kenn ihn doch. Er ist wie seine Mutter!
Mehdi (bekommt ein schlechtes Gewissen u. sieht nachdenklich zu Marcs Bürofenster hoch): Trotzdem ich weiß nicht... Vielleicht sollte ich doch...
Gabi (ahnt, was er gerade denkt u. legt ihren Zeigefinger an seine Lippen): Hey! Sie wird sich schon bei ihrer Familie melden, wenn sie soweit ist. Ganz bestimmt.
Mehdi (ist dankbar für ihr Mitgefühl, bleibt aber nachdenklich): Das hoffe ich sehr. Falls sie sich hier in der Klinik melden sollte, dann...
Gabi (plappert ihm dazwischen): Dazu müsste ich ja erst einmal wissen, um wen es sich genau handelt. Du machst so ein großes Geheimnis daraus.
Mehdi (sieht sie entschuldigend an): Tut mir Leid, das darf ich dir leider nicht sagen. Ärztliche Schweigepflicht.
Gabi (gespielt trotzig): Das ist wirklich eine blöde Regel.
Mehdi (lacht kurz auf, sieht ihr dann aber wieder ernst ins Gesicht): Frau Dr. Steigerle ist ebenfalls über den Fall informiert. Ich musste ihre Unterlagen ja samt Patientenakte auch an die Klinik weiterleiten und ich habe sie auf meine Vermutung angesprochen. Na ja, vielleicht sollten wir erst mal abwarten und nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen. Die Patientin ist in den besten Händen, so viel ich weiß. Und falls was sein sollte, mein Diensthandy ist immer eingeschaltet. Das weiß sie auch.

Gabi (nickt ihrem bedrückten Freund verständnisvoll zu): Okay, dann weiß ich Bescheid. Aber gönn dir auch mal eine Pause, ja. Auch für den hier. ... (sie tippt an seinen Kopf, er schmunzelt) ... Du kannst nicht die ganze Welt retten.
Mehdi: Ach? Und ich dachte, du hältst mich für einen Superhelden?
Gabi (grinst u. verschränkt ihre Arme noch fester um seinen Nacken): Träum weiter, mein Hero. Aber du kannst das Thema gerne für Sabines Polterabend aufheben. Du weißt schon, der erste Pflichttermin nach deiner Rückkehr. Die übereifrige Trauzeugin verlangt entsprechende Dienstkleidung. Du hast die Einladung ja gesehen. Das wäre doch was, hmm?
Mehdi (verdreht die Augen im Kopf): Du willst mich nicht in Strumpfhosen sehen.
Gabi (lacht u. streicht ihm unter der Jacke lasziv über seinen muskulösen Brustkorb, der sich unter seinem Pullover anspannt): Hmm... Ehrlich gesagt.... nein! Ohne alles ist mir nämlich wesentlich lieber.
Mehdi (errötet leicht u. sieht seine verführerische Freundin mit funkelnden Augen an): Ich denke, das will bestimmt niemand sehen.
Gabi (zwinkert ihm verheißungsvoll zu u. streichelt ihn weiterhin): Och du, das würde ich nicht unbedingt behaupten. Es gibt bestimmt die eine oder andere Frau, die diesem Anblick nicht abgeneigt wäre. Mich eingeschlossen.
Mehdi (geht auf ihr kleines Spiel ein): Ach ist das so?
Gabi (ihr Grinsen wird immer breiter): Mhm! Und ich meine, die Braut sollte schon noch zu sehen bekommen, was die Männerwelt sonst noch so zu bieten hat, bevor sie sich für ein ewiges Leben in der Gruft entscheidet.
Mehdi (lacht): Sag mal, hat Gretchen dich gebeten, mich als Stripper zu engagieren oder was wird das hier?
Mhm... ein äußerst verführerischer Gedanke!

Gabi (zieht ihn mit den Augen aus): Würdest du das denn tun?
Mehdi (legt eine spielerische Denkerpose ein): Mhm... Vielleicht!
Gabi (gibt ihm einen kleinen Klaps auf den Brustkorb u. blitzt ihn an): Eh! Untersteh dich!
Mehdi (grinst): Eifersüchtig?
Gabi (überlegt erst angestrengt, dann antwortet sie doch, während sie sich auf Zehenspitzen an ihn lehnt): Ein bisschen. Ich entscheide mich dann doch eher für die spießige und unverfängliche Variante. Außerdem kann man es Gummersbach doch nicht antun, wenn Sabine einen Tag vor der Hochzeit vor Schock tot umkippt.
Mehdi (gespielt beleidigt): Hey! Nicht frech werden, Fräulein. Ich kenne meine Wirkung auf Frauen.
Gabi (funkelt ihn verführerisch an): Und genau deswegen ziehe ich es vor, dass du deinen sehr speziellen Auftritt nur für mich allein aufhebst. Ich glaube, ich werde zwei Wochen lang nur von diesem Gedanken zehren.
Mehdi (grinst über beide Backen): Okaaay! Vielleicht kann ich dir ja jetzt verraten, dass ich genau das gestern Abend vorhatte, wenn ich den Schlüssel nicht vergessen hätte.
Gabi (nickt mit dem Kopf u. zieht eine Schnute): Klar! Deshalb der Picknickkorb und die Decke.
Woher...?
Mehdi (stutzt): Du warst noch mal in der Wohnung?
Gabi (ertappt schaut sie zu ihm hoch): Ich konnte nicht schlafen.
Mehdi (mustert sie eindringlich): Wegen mir oder deiner Schwester?
Gabi (zögerlich): Beidem!
Mehdi (nimmt sie tröstend in den Arm; sie legt ihren Kopf an seine Schulter; ihre Gedanken schweifen davon): Hey! Das wird schon alles gut werden. Deine Mutter ist auf einem guten Weg, wenn sie das mit der... Entziehungskur durchzieht. Wenn du willst, dann begleite ich dich zu ihr, falls du sie besuchen willst.
Woah! Das geht mir zu weit. Ich will sie nicht sehen. Ich kann einfach nicht.
Gabi (fühlt sich etwas überrollt u. das Magendrücken nimmt zu, wenn sie an eine mögliche Begegnung mit der Frau denkt, die sie verstoßen hat): Ich weiß nicht, ob ich schon soweit bin, Mehdi. Ich muss das im Kopf erst mal für mich selbst klar bekommen.

Und dann wäre ja auch noch das Problem mit der Finanzierung. Aber das kann ich ihm nicht erzählen. Er würde doch sofort seinen Trip mit Lilly abblasen und alles Mögliche auf die Beine stellen. Ich kenne ihn doch. Er würde sein letztes Hemd geben. Aber das will ich nicht. Ich muss das alleine schaffen. Ach Mann, wieso muss er nur immer so lieb sein? Jetzt schaut er auch schon wieder so. Das macht das Ganze doch nur noch komplizierter.

Ach mein Schatz, ich wünschte, ich könnte dir irgendwie helfen. Du bist so tapfer.
Mehdi (nickt verständnisvoll mit dem Kopf): Verstehe! Aber ich bin da, wann immer du willst.
Gabi (lächelt ihren fürsorglichen Freund dankbar an, auch wenn sie in einem Punkt ein schlechtes Gewissen hat, sie hat ihm schließlich nicht alles erzählt): Danke! Ich weiß das wirklich zu schätzen.
Mehdi (spürt, dass sie das alles sehr bedrückt u. sieht sie eindringlich an): Kann ich dich wirklich alleine lassen?
Gabi (legt ihre Hand an seine Brust u. beruhigt ihn): Mehdi, ich komm klar. Mach dir bitte keine Sorgen. Deine Family ist jetzt erst einmal wichtiger. Du solltest sie nicht mehr so lange warten lassen. Lilly winkt schon die ganze Zeit nach dir.
Mehdi (dreht sich um u. sieht seinen kleinen Schatz durch die Autoscheibe winken): Oh! Dann... sollte ich wohl wirklich...
Gabi (nickt ihm zu, kann aber seine Hand einfach nicht loslassen): Mhm!
Mehdi (schaut auf seine Hand, dann in Gabis trauriges Gesicht u. zögert): Gabi, Maus...
Gabi (fängt sich wieder u. sieht ihren Liebsten zuckersüß an, als sie ihm ins Wort fällt): Hey! Jetzt geh schon, sonst überleg ich es mir doch noch anders und kette dich hier fest.
Mehdi (kann auch wieder schmunzeln u. sieht seine süße Freundin verschmitzt an): Ich liebe dich.
Gabi (beißt sich auf ihre Lippen u. lässt Mehdi schließlich schweren Herzens ziehen): Ich liebe dich auch.
Vergiss das bitte nicht!

http://www.youtube.com/watch?v=X0dnp5E8FMo

Gabi und Mehdi lächelten sich verliebt an. Ein letzter zarter Kuss folgte. Dann lösten sich ihre Hände endgültig voneinander. Noch ein letzter sehnsüchtiger Blick über die Schulter und schon schritt der charmante Frauenarzt langsam auf den weißen Krankentransporter zu. Er grinste durch die Frontscheibe zu seinen beiden Mädels. Anna verzog ihre Lippen zu einem schiefen Lächeln. Sie war sich mittlerweile nicht mehr ganz so sicher, ob es so eine gute Idee war, dass ihr Mann sie in die Reha begleitete. Das Bild, was er ihr gerade dargeboten hatte, konnte sie einfach nicht vergessen. Wie vertraut die beiden miteinander umgegangen waren. Wie nah sie sich waren, während sie beide sich immer mehr emotional voneinander distanzierten und sich scheiden lassen wollten. Dieses Bild, wie Mehdi seine neue Freundin wegen irgendetwas getröstet und wie sie sich geküsst hatten, hatte sich förmlich eingebrannt. Aber vielleicht würde es ihr irgendwann einmal von Nutzen sein. In schwachen Momenten, wenn die Fünkchen Hoffnung wieder hochkommen würde. Sie schüttelte den Kopf. Nein, das würde sie nicht zulassen. Jetzt galt es stark zu sein und auch so zu wirken. Und es funktionierte. Mehdi merkte nicht, was für ein Gefühlschaos in ihr vor sich ging. Sein Fokus lag woanders. Denn Lilly zog gerade eine Grimasse, als sie ihren Papa näher kommen sah. Mehdi lachte, zwinkerte ihr ebenso frech zu und stieg anschließend ins Auto ein. Er drehte sich auf seinem Sitz herum und tauschte mit Anna Blicke aus, denen sie aber verschämt auswich, dann schaute er Lilly in ihre fröhlich aufleuchtenden Augen und sprach die beiden an....

Mehdi: Und bereit?
Anna (betont cool): Wir haben nur auf dich gewartet, Mehdi.
Lilly (kleinlaut): Genau!

Der Familienvater lachte. Er entschuldigte sich für seine Verspätung und drehte sich wieder zum Lenkrad herum. Er schnallte sich an und startete den Wagen. Langsam fuhr er aus der Parklücke heraus. Ein letzter Blick in den Rückspiegel folgte. Er erkannte, dass seine Freundin immer noch vorm Eingang des EKH stand und ihm und seiner Familie wehmütig nachschaute. Er spürte, wie sein Herz höher schlug, aber auch dass es schmerzhaft gegen seine Brust drückte. Er vermisste Gabi jetzt schon, obwohl er sie noch vor wenigen Sekunden im Arm gehalten hatte. Er lächelte ihr verträumt zu, auch wenn sie es auf die Entfernung hin nicht mehr sehen konnte, und fuhr schließlich den langen schmalen Weg vor, bis er an dessen Ende die Hauptstraße erreichte und um die Ecke bog und somit aus ihrem Blickfeld verschwand.

Lorelei Offline

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03.02.2012 17:27
#1222 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gabi seufzte traurig auf, als der weiße Wagen, und damit auch Mehdi, endgültig das Krankenhausgelände verlassen hatte, und vergrub ihre kalten Hände tief in ihren Kitteltaschen. Mit einem Mal war der verliebten Krankenschwester furchtbar kalt geworden. Sie hatte gar nicht gemerkt, wie kalt es eigentlich war. Sie hatte sich nach dem aufregenden Stelldichein mit ihrem Liebsten in der Wäschekammer nur ihren Kittel über ihre Sachen geworfen und hatte nicht daran gedacht, dass erst Anfang Februar war und dementsprechend eisige Temperaturen draußen herrschten. Aber sie beide hatten ja auch die ganze Zeit unter den wärmenden Strahlen der Februarsonne gestanden, die den gläsernen Eingangsbereich des Krankenhauses in einem wunderschönen Licht erstrahlen ließ. Und wenn Mehdi sie in seinen starken Armen hielt, war ihr eigentlich immer warm, fast schon heiß, sehr heiß sogar, wenn sie zusätzlich seine feurigen Lippen auf den ihren spüren durfte. Doch mittlerweile war die Sonne weitergewandert und Mehdi war weg. Gabi seufzte wieder und strich sich mit einem Finger über ihre Lippen. Er hätte ruhig noch einmal nachlegen können, wünschte sie sich insgeheim und verfiel in einen schönen Tagtraum, in dem Mehdi sie noch einmal stürmisch niederknutschte.

Gabi lächelte zufrieden vor sich hin und vergrub gedankenverloren ihre Hände wieder tief in ihren Taschen. Doch plötzlich hielt sie inne, weil sie etwas Undefinierbares in ihrer linken Kitteltasche erfühlte. Gabi zog es verwundert heraus und begann augenblicklich mit der Wintersonne um die Wette zu strahlen, als sie erkannte, was es war. Sie hielt eine kleine rosafarbene Marzipanrose in der Hand, die ihr Mehdi heute Morgen vor die Nase gehalten hatte, als er sie hinterrücks überrascht hatte, als sie alleine in einem Schockraum in der Notaufnahme aufgeräumt hatte, aus dem er sie anschließend schnell in den Himmel entführt hatte. Dieser Mann war einfach unglaublich. Süß. Aufmerksam. Der Beste eben. Das Herz der bis über beide Ohren verknallten Krankenschwester begann unmerklich höher zu schlagen und sie roch noch einmal genießerisch an der süßen Blume, lächelte glücklich vor sich hin und steckte sie schnell wieder zurück in ihre Tasche. Diese Rose würde einen Ehrenplatz bekommen. Zum Essen war sie doch viel zu schade. Apropos Essen. Könnte sie es sich erlauben, ihre Mittagspause, die sie eh schon gewaltig überzogen hatte, noch um ein paar Minuten zu verlängern, um schnell noch in der Cafeteria einen Happen zu essen?

Gabi wollte auf die Uhr auf ihrem Handy schauen, ertastete aber etwas anderes in ihrer rechten Kitteltasche, das noch verlockender für sie erschien. Sie zog es heraus. Es war eine Zigarettenschachtel. Sie schüttelte sie einmal hin und her. Sie war fast leer. Gut so, dachte sie und machte sich gleichzeitig auf den Weg zum hinteren Teil des Krankenhauses. So würde sie nicht in Versuchung geraten. Das war ja auch der Plan. Bis Mehdi und Lilly wieder da waren, würde sie ohne auskommen. Das hatte sie sich geschworen. Aber jetzt würde sie sich noch diese eine letzte Zigarette genehmigen. Danach würde Schluss sein. Mit der Raucherei. Aber vor allem mit dem Trübsalblasen. In ein paar Stunden hatte sie ihn doch schon wieder. Zwar nur am Telefon, aber Hauptsache er dachte an sie. Und das würde er sicherlich tun. Denn die letzte Stunde hatte sich auch fest in ihr Hirn eingebrannt. Und schon war ihr wieder warm ums Herz. Gabi grinste glücklich verliebt vor sich hin und zog genüsslich an ihrer Zigarette und pustete den Rauch in den strahlendblauen Himmel über Berlin, während sie noch ein bisschen von ihrem Liebsten träumte und den Tätigkeiten, denen sie vorhin ausgiebig nachgegangen waren. Und sie stellte sich vor, was sie alles mit ihm anstellen würde, wenn er wieder da war.

Die schöne Krankenschwester hatte kaum fünf Minuten in der Raucherecke neben dem Hintereingang des Krankenhauses gestanden, als sie plötzlich eine vertraute männliche Stimme hinter sich vernahm, die sie fröhlich ansprach...

Gordon: Na Gabilein, alles klar?

Sofort veränderten sich ihre eben noch entspannten Gesichtszüge. Sie schmiss ihre Zigarette zu Boden und drückte sie mit ihrem Stiefelabsatz aus. Abrupt fuhr sie herum und funkelte ihr freches Gegenüber vernichtend an, das sich auch gerade eine Packung Kippen samt Feuerzeug aus seiner roten Sanitäterjacke gezogen hatte...

Gabi: Sag mal, kannst du mir verraten, wieso du jetzt erst hier auftauchst? Ich habe vor Schichtbeginn gesagt und nicht danach. Ich hab mir heute Morgen fast den Arsch abgefroren, als ich auf dich gewartet habe.
Gordon (muss unweigerlich auf ihren knackigen, aber definitiv nicht tiefgefrorenen Hintern starren u. zündet sich lässig eine Zigarette an): Eh! Jetzt bleib mal locker, Gabi. Ich hab dir gestern am Telefon gesagt, dass ich Bereitschaft habe. Wir mussten früh ausrücken. Am Wannsee war einer ins Eis eingebrochen. Das war ein Einsatz kann ich dir sagen. Ich stand hüfthoch in dem arschkalten Wasser, weil wir nicht an ihn herankamen. Der Typ wäre uns fast abgenippelt, liegt jetzt aber auf der Intensiv in der Charité. Die Erkältung ist mir sicher.
Gabi (blitzt den klagenden Mann sauer an): Mich interessieren deine Befindlichkeiten nicht, Gordon. Lass uns lieber zu unserem Geschäft kommen. Ich hab nicht viel Zeit und müsste eigentlich schon längst wieder in der Notaufnahme sein.
Gordon (pustet den Rauch der Zigarette langsam aus u. mustert sie grinsend): Ach nee? War ja klar, kaum ist der Erziehungsberechtigte weg, tritt die alte Gabi auf den Plan. I like.
Gabi (glaubt sich verhört zu haben u. blitzt den unverschämten Kerl böse an): Eh! Jetzt werd nicht frech, Gordon! Ich kann auch anders, damit hast du schon Recht. Aber du willst sicherlich nicht erleben, wie die Bullen einen anonymen Tipp bekommen und erfahren, was hier hinter dunklem Gemäuer noch so alles abgeht, was rein gar nichts mit der traditionellen Medizin zu tun hat?
Gordon (das Grinsen ist ihm mittlerweile im Hals stecken geblieben u. die Zigarette schmeckt auch nicht mehr, er drückt sie aus): Eh! Du hast mir versprochen, nichts zu sagen. Was wird das hier? Willst du mich etwa erpressen?
Gabi (rudert zurück, weil es ihr selber unangenehm ist): Nein, Quatsch. Sorry, so sollte das eigentlich nicht rüberkommen. Aber wenn du mir jedes Mal, wenn wir uns sehen, so einen blöden Spruch wegen Mehdi reindrückst, dann seh ich halt rot.
Gordon: Was bist du denn so empfindlich?
Gabi: Ich bin nicht empfindlich. Ich will nur mein Schweigegeld. Du hast es mir doch angeboten.
Gordon (kneift die Augen zusammen u. bereut): Notgedrungen.
Gabi (rollt mit den Augen): Dann hättest du mich nicht in deine Gärtnerei führen sollen. Ich hab mir das nicht ausgesucht. Ich wollte nie Mitwisserin sein.
Gordon (runzelt verwundert die Stirn): Und warum fragst du dann jetzt? Du hast mein Angebot doch damals mit Pauken und Trompeten und einer gewaschenen Ansage abgelehnt. Du wolltest doch nichts damit zu tun haben?
Scheiße!
Gabi (seufzt nachdenklich auf): Die Umstände haben sich eben geändert.
Gordon (seine Mimik verändert sich u. er sieht sie besorgt an): Hast du Probleme?
Gabi (vom schlechten Gewissen Mehdi gegenüber geplagt weicht sie aus): Nein, es ist nur... Ähm... Stell einfach keine Fragen und gib mir das Geld! Bitte!
Gordon (zögert): Äh... Na ja...
Gabi (stutzt u. sieht ihn durchdringend an): Was? Sag jetzt nicht, du hast nichts mehr? Eh ich hab die Dimensionen eures kleinen „Spielplatzes“ gesehen. Du kannst mir jetzt nicht sagen, dass das nichts abwirft. Ich hab deine Prahlerei von Silvester noch deutlich im Kopf. Harley Davidson, USA, die Route 66 zusammen mit Mo runterbrettern,...
Gordon (ärgert sich mittlerweile, dass er sie überhaupt eingeweiht hat): Also die Geschäfte laufen gut. Du kriegst dein Geld. Es ist nur... Na ja, es gibt da ein klitzekleines Problem.
Gabi (wird misstrauisch): Was?
Gordon (schaut sich vergewissernd um): Lass uns das nicht hier besprechen. Komm mit!

Widerwillig ließ sich die junge Frau mit Geldnöten von dem blonden Sanitäter über den Parkplatz in Richtung Ostflügel des Krankenhauses führen, in dem sie schnell fast ungesehen verschwanden. Auch wenn ihr die Aussicht nicht sonderlich gefiel, anders würde Gabi auf die Schnelle wohl nicht an genügend Kohle für die Entziehungskur ihrer alkoholkranken Mutter gelangen. Außerdem hatte sie es ihrer kleinen Schwester doch versprochen, sich darum zu kümmern. Wenn es auch das Einzigste war, das sie tun konnte. Leider hatte die Krankenschwester nicht mit Gordons mangelnder Kooperationsbereitschaft gerechnet, die sich allmählich herausstellte, je mehr sie auf dem Weg in die Plantage bei ihm nachhakte. Denn es gab tatsächlich ein gravierendes Problem, was ihre Geschäftsabwicklung betraf. Und das war nicht, dass die beiden auf ihrem Weg in den eigentlich ungenutzten Ostteil des Krankenhausgebäudes unbemerkt beobachtet wurden.

Lorelei Offline

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05.02.2012 10:55
#1223 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ok, angesichts der aktuellen Wetterlage da draußen, habe ich auf vielfachen Wunsch mal eben ordentlich Kohlen in den Ofen geworfen. Zur Erhitzung der Gemüter natürlich. Viel Spaß mit dieser und der darauf folgenden FSK-Episode mit unserem Traumpaar............. Günni und Sabine! Neiiiiiin, natürlich nicht. Es herrscht natürlich akuter Martchen-Alarm. Image and video hosting by TinyPic Einen angenehmen Sonntag wünsche ich euch noch. Bussi, Lorelei


Mit der perfekten musikalischen Untermalung: http://www.youtube.com/watch?v=x6H7k3XBlk4 Aber seht selbst.



Während Gabi Kragenow und Gordon Tolkin am Ende eines dunklen Flurs, den sie mit schnellen Schritten entlanggelaufen waren, hinter einem breiten Bretterverschlag in einem Meer dunkelgrüner Blätter verschwanden, um der Schmerztherapieforschung einen hilfreichen, aber leider illegalen Dienst zu erweisen, waren zwei andere Personen, ebenso männlich und weiblich, ein paar Zimmer weiter vorn auf einem ganz anderen Forschungsgebiet unterwegs, an dessen Ende aber ebenfalls ein unbeschreiblicher Rauschzustand stand, der durchaus abhängig machen konnte. Bereits seit einigen Minuten waren die beiden Versuchskaninchen in einem Meer bunter Kissen und Decken eingetaucht und gingen ihrem angeborenen Forschungsdrang folgend mit ihren Händen auf eine ganz besondere Erkundungstour. Spielerisch. Keck. Neugierig. Es handelte sich um die gegenseitige Erforschung des menschlichen Körpers, die hier so intensiv und feinfühlig betrieben wurde, der so überraschend schöne Reaktionen, wie ein heftiges Kribbeln in der Bauchregion, immer wiederkehrende Schauerwellen, die den gesamten Körper durchströmten und von Hitzewallungen abgelöst wurden, unaufhörliches Herzklopfen und überall auf der Haut ein feuriges Prickeln, auslösen konnte, dass beide einfach nicht genug davon bekommen konnten.

Nach einem wilden ungestümen Tauchmanöver in der orientalischen Kissenlandschaft ihres heimlichen Liebesnestes, bei dem sich zur Sicherung der Lebensfunktionen gegenseitig Sauerstoff gespendet werden musste, tauchten Gretchen Haase und Marc Meier irgendwann kichernd und japsend unter den unzähligen edel bestickten dunkelroten Kissen und Decken wieder auf und schauten sich atemlos und mit feurig funkelnden Augen an. Ein Blick, der tausend Bände sprach. Der Versuchsaufbau dieses äußerst gewagten Experiments musste umgehend verschärft und auf eine höhere Ebene gebracht werden, um ein eindeutiges und befriedigendes Forschungsergebnis zu gewährleisten, das die eigene Welt verändern könnte. Zumindest interpretierte es einer der beiden ungemein wissbegierigen Expeditionsteilnehmer so. Da Kleidung bei weiteren Tauchgängen auf diesem sehr speziellen Gebiet doch eher hinderlich sein könnte, beschloss der gewiefte Tauchlehrer und Forschungsleiter daher, diese von seiner lernbereiten und äußerst attraktiven Schülerin zu schälen. Allein dem Dienste der Wissenschaft natürlich.

Und so knöpfte der vom durchschlagenden Erfolg dieses Expeditionsunternehmens mehr als überzeugte Oberarzt der Chirurgie des Elisabethkrankenhauses, das diesen ehemaligen Behandlungsraum für weitergehende Forschungszwecke unwissendlich zur Verfügung gestellt hatte, unter den mehr als skeptischen Blicken seiner sich noch zierenden und frierenden Assistenzärztin nun hastig die Knöpfe ihres weißen Kittels auf, der vom ersten Untertauchen noch deutlich zerknittert war und vor weiteren Untersuchungen besser geschützt werden sollte. Doch Gretchen machte ihrem drängelnden Freund einen Strich durch die Rechnung, indem sie ihm schnell auf seine frechen Chirurgenfingerchen klopfte und ihn wegen seines weiteren verbotenen Forschungsbemühens mit belegter Stimme und unter heftigen Herz-Rhythmus-Störungen aufgrund akuter Atemnot und Pulsschwankungen zur Rede stellte...

Gretchen: Marc, was genau machst du da?
Marc (verfolgt sehr konzentriert und akribisch sein Tun u. blickt kurz grinsend zu seinem bildschönen Forschungsobjekt auf): Na, wonach sieht das denn aus, Haasenzahn? Ich zieh dich aus!
Das glaube ich jetzt nicht. Er wird doch nicht... Er wird!
Gretchen (klapst dem vorlauten Forscher erneut auf seine unzüchtigen Finger, die sich selbst über ihrer Kleidung tief bei ihr einbrennen u. ihre Spuren hinterlassen): Maaarc!
Marc (lässt sich nicht von seinem Forschungsdrang abbringen u. schält seine zappelige Assistenzärztin aus ihrem Kittel, der nun neben ihnen auf den Kissen landet): Greeetchen!
Boah... dieser... Menno! Wie macht der das bloß immer?
Gretchen (ihre Gesichtsfarbe nähert sich allmählich dem Siedepunkt, was Marc zufrieden zur Kenntnis nimmt u. gedanklich in seinem imaginären Forschungstagebuch notiert): Du willst... jetzt ... hier... nicht ernsthaft?
Marc (sieht die Skeptikerin mit brennenden Augen unmissverständlich an u. legt zur Unterstreichung seiner eindeutigen Pläne seine Lippen gefühlvoll in ihren Nacken): Oh ja und ob!

Neiiin! Niiiicht! Wenn wir erwischt werden, dann.... Oh Gott, hör.......................niiiiiiiiiemals damit auf!

Gretchen (ihr Widerstand bröckelt sichtlich, solange er sie mit seinen streichelnden Lippen auf unvergleichlich schöne Weise verwöhnt, die ein gefährliches Spiel mit ihr treiben; sie schließt seufzend ihre Augen u. ihr Atem geht immer schneller): Meiiinst duuu, es fällt nicht auf, wenn wir... wenn wir so lange wegbleiben? Hast du vergessen, was das neulich für ein Theater gab, als wir zu spät zu Stefanies Besprechung gekommen sind.
Kommen ist das Stichwort.
Marc (hält in seiner Bewegung kurz inne u. grinst Gretchen anzüglich an): Och so lange wird das gar nicht dauern. Außerdem ist die Leistenbruch-OP doch abgesagt worden, weil der Rössel immer noch den OP 1 blockiert. Also...?
Gretchen (verdreht die Augen im Kopf): Geht das auch etwas charmanter?
Marc (fährt mit seinen Händen sanft unter ihr rosafarbenes Longarm-Shirt u. beobachtet ihre Reaktion ganz genau): Wie charmant hätte Madame es denn gerne?
Gretchen (schnurrt leise wie ein Kätzchen, als sie seine warmen Hände auf ihrer Haut spürt u. schließt für eine Sekunde ihre Augen, um einfach nur zu genießen): Mhhmm.... Schon wesentlich besser.
Marc (grinst): Dachte ich mir.

Marc reizte dieses gefährliche Spiel mit dem Feuer ungemein. Je widerspenstiger Gretchen auf ihn und seine forschen Bemühungen reagierte, umso mehr wollte er sie. Und der Meister der Verführung wusste ganz genau, was er anstellen musste, um seine Freundin von der Richtigkeit seines Tuns zu überzeugen. So dockte er mit seinem Mund wieder an ihrem zarten Hals an und machte genau da weiter, wo er soeben aufgehört hatte. Gretchen seufzte wohlig auf und hielt ihren süßen Lockenkopf leicht schräg. Ihr gefiel, was er tat, stellte Marc zufrieden fest und schritt weiter voran, indem er zärtlich an ihrem Ohrläppchen zu knabbern begann. Sein heißer Atem an ihrem Ohr kitzelte sie. Und je höher die suchenden Hände des liebeshungrigen Chirurgen unter Gretchens Pullover über die nackte Haut ihres Bauches streichelten, umso mehr bröckelten auch die anfänglichen Bedenken der angehenden Ärztin, die sich zunehmend entspannte und sich ihm und seinen Zärtlichkeiten schließlich ganz hingab. Sie brannte nach ihm seit der ersten Minute, die sie küssend zusammen in diesem Zimmer verweilt hatten. Gretchen wollte Marc mindestens genauso sehr wie er sie und das spürte auch er ganz genau.

Ein wohliger Schauer durchflutete ihren Körper, als sich seine Hände als nächstes um ihre Brüste legten und er sanft mit dem Daumen über den dünnen Stoff ihres BHs fuhr. Gretchen richtete sich wie ferngesteuert auf dem Kissenmeer auf und hob auffordernd ihre Arme. Marc lächelte und unterstützte nur allzu gern ihren dringlichen Wunsch. Im Nu hatte ihr Freund ihr das Shirt über den Kopf gezogen und er befreite sie anschließend auch gleich noch aus ihrem rosafarbenen Spitzen-BH, bevor er seinen rechten Arm um ihre schmale Taille schlang und sich sanft mit ihr zurück in die weichen Kissen bettete. Marc lag jetzt über ihr und strich mit verlangenden Küssen über die nackte alabasterfarbene Haut ihres aufregenden Dekolletees, das ihm sinnlich entgegengestreckt wurde. Er konnte gar nicht anders. Er wagte die direkte Konfrontation und vergrub sein Gesicht zwischen ihren vollen Brüsten, was einer wahren Offenbarung gleichkam, während seine rechte Hand weiter südlichere Gefilde ansteuerte und mit den weißen Bändchen an ihrem Hosenbund spielte.

Gretchen bekam überall, wo er sie sanft mit Händen und Lippen berührte, eine dicke Gänsehaut und gluckste wohlig vor sich hin, während ihre Hände über seinen Rücken immer wieder die gleichen Bahnen zogen. Ihr sexy Verführer hielt dennoch kurz inne, löste seine Lippen von ihrem wunderschönen Busen und schaute seinem zitternden Mädchen besorgt in ihre wild hin und her flackernden Augen...

Marc: Ist dir kalt?
Gretchen (merkt es jetzt auch, beißt sich verlegen auf ihre Unterlippe u. schaut schüchtern zu ihm hoch): Ein bisschen.

Ihre süße Stimme klang wie ein leises Wispern und jetzt bemerkte Marc auch, dass seine Süße bereits stark zitterte und das nicht nur vor Erregung. Aber das war auch nicht sonderlich verwunderlich, denn die ungenutzten Zimmer im Ostflügel des EKH wurden aus Kostenersparnis leider nicht beheizt. Mit Ausnahme eines größeren Raumes am Ende des Flurs, einem alten OP-Saal, hinter dessen Türen sich seit einem knappen dreiviertel Jahr eine verbotene Hanfplantage befand, für die Gordon heimlich die Heizungsanlage des Krankenhauses angezapft hatte, damit die kostbaren Pflänzchen nicht im Winter eingingen. Diese gediehen aber dank der Fürsorge und des grünen Daumen einer gewissen Bärbel Haase prächtig, die den Sanitäter bei seinem „Projekt“ immer noch tatkräftig unterstützte, während Sabine Vögler wegen Hochzeitsstress und furchtbar schlechtem Gewissen ihrem zukünftigen Mann gegenüber, vor dem sie nichts mehr verheimlichen wollte, bereits vor einiger Zeit ausgestiegen war. Die Marihuanapflanzen, die aller halber Stunde mit der Sprinkleranlage bewässert wurden, die Bärbel vor einigen Monaten in eigener Handarbeit eingebaut hatte, und die von Rotlichtlampen bestrahlt wurden, schossen förmlich in die Höhe in diesem wohligen subtropischen Klima. Und auch die Emotionen einer brünetten Krankenschwester schossen in diesem Moment in die Höhe, die mit in die Hüften gestemmten Händen vor dem blonden Sunnyboy stand und ihn am liebsten mit Blicken getötet hätte, nachdem was er von ihr verlangte, anstatt ihr gleich das gewünschte Schweigegeld zu zahlen, so wie es eigentlich ausgemacht war...

Gabi: Das ist nicht dein Ernst?
Gordon (kann sein Grinsen nicht verkneifen): Doch! Also dafür, dass du eine viel höhere Summe verlangst, als ich dir neulich angeboten habe, erwarte ich schon ein bisschen tatkräftige Unterstützung von dir.
Gabi (blitzt ihn böse an u. verschränkt abweisend ihre Arme): Vergiss es! Das mach ich nicht. So haben wir nicht gewettet. Ich lass mich doch nicht von dir in deine illegalen Geschäfte einwickeln. No way!
Gordon (rollt mit den Augen): Mann, jetzt reg dich ab, Gabi! Es geht doch nur darum, die Kunden hier in der Onkologie zu versorgen. Mehr verlange ich doch gar nicht. Also ganz easy!
Gabi (bleibt skeptisch): Kann das nicht jemand anders machen?
Gordon: Hat es ja bis jetzt auch. Aber meine... äh... mein Mitarbeiter...
Gabi (plappert ihm dazwischen): ...ist aufgeflogen?
Gordon: Nein, er ist jetzt auf eine andere Station versetzt worden und es würde auffallen, wenn er plötzlich wieder die Patienten mit unserem ganz speziellen Gute-Laune-Tee versorgen würde.
Gabi (regt sich immer noch auf): Ach und bei mir würde es nicht auffallen? Ich hab mir gerade erst bei Stefanie den Mund fusselig geredet, dass ich wieder dauerhaft auf die Gyn zurück kann.
Gordon (kleinlaut): Dein Macker ist doch eh gerade nicht da.
Gabi (würde ihm am liebsten an die Gurgel springen): Eh!
Gordon (rudert zurück, weil mit ihr offenbar bei dem Thema nicht gut Kirschen essen ist): Und du hast doch auch häufig oben auf der Krebsstation zu tun. Das weiß ich.
Gabi (zögert): Gordon, ich weiß nicht. Das Risiko ist mir einfach zu hoch. Wenn das rauskommt...
Gordon (lockerlässig): Hey wieso sollte es? Bis jetzt lief immer alles super. Du kennst doch die Steigerle. Die ist genauso verpeilt wie der Rest ihrer Mitarbeiter. Denen geht das Leid ihrer Patienten viel zu nahe, als dass die was merken würden. Und du musst bedenken, wir lindern es. Wir machen was Gutes.
Gabi: Das mag ja sein, aber...
Gordon (fleht die Skeptikerin mit Dackelblick an): Bitte, ich bin auf deine zusätzliche Hilfe wirklich angewiesen. Ein Mitarbeiter nach dem anderen geht mir hier flöten. Erst Mo, dann... äh...
Gabi: Ja, frag dich mal warum. Vielleicht solltest du das Geschäft endlich einstellen, bevor im Frühjahr die Bagger hier anrücken.
Gordon (stutzt): Wieso?
Gabi (verdreht die Augen): Gott Gordon, du solltest lieber aufhören, das Zeug selber zu rauchen. Dann wäre dir vielleicht aufgefallen, dass der Ostflügel bald zur Baustelle wird, weil hier die neue Chirurgie samt Reha-Zentrum entstehen soll.
Gordon (ihm klappt die Kinnlade herunter u. er fährt sich mit einer Hand durch die Haare): Scheiße!
Gabi (jetzt ist sie obenauf u. fühlt sich gut dabei): Jep! Meine Rede. Also was ist jetzt? Bekomm ich die Kohle oder nicht?
Gordon (kommt nach dem ersten Schock wieder zu sich, mustert sie kurz, lässt aber nicht mit sich reden): Nur wenn du mir hilfst, diese letzte Saison hier noch gut über die Bühne zu bringen.
Gabi (ihr ist zum Haare raufen zumute): Boah Gordon!

Lorelei Offline

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07.02.2012 16:17
#1224 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Weiter geht’s im Meier-Haasschen Liebesnest. Image and video hosting by TinyPic Viel Vergnügen ihr Lieben! Und nicht vergessen, die Kücken müssen heute leider draußen bleiben! Aber immer schön warm anziehen! Es herrschen akute FSK21!!! Liebe Grüße, Lorelei


http://www.youtube.com/watch?v=6I3kgbBp6PY


Während der Disput zwischen Gabi und Gordon in eine neue Runde eingeleitet wurde, bekamen die beiden Turteltauben in ihrem gemütlichen Liebesnest am anderen Ende des Ganges von den lautstarken Geschäftsverhandlungen der Krankenschwester und des Sanitäters rein gar nichts mit. Viel zu sehr waren Marc und Gretchen gerade auf einander konzentriert. Sie streichelten und wärmten sich gegenseitig unter einer dicken Schicht wärmender Wolldecken, die der charmante Kavalier schützend über ihre beiden Köpfe gezogen hatte, als Mademoiselle Haase zu frieren begonnen hatte. Mittlerweile waren auch die restlichen Kleidungsstücke der beiden auf dem kalten dunkelgrauen Fußbodenbelag neben der bunten Kissen- und Deckenlandschaft gelandet. Wenn dieser verräterische Klamottenhaufen nicht wäre und sie nicht so vergnügt unter den Decken kichern würden, würde man gar nicht merken, dass sich überhaupt jemand in dem Geheimzimmer im Ostflügel des EKH befand.

Eng aneinandergeschmiegt lagen die beiden Verliebten unter dem Schutz mehrerer Lagen weichen Stoffes. Das Sonnenlicht, das durch das kleine Fenster in den Raum drängte und direkt auf die gemütliche Kissenwiese fiel und nur noch gefiltert ihren dicken Schutzmantel durchleuchtete, ließ ihre nackten verschlungenen Körper in einem betörenden rötlichen Licht erscheinen, das auf beide eine gewisse Faszination ausübte und sehr anregend wirkte. Marc wärmte seinen anfangs bibbernden Haasenzahn mit der ganzen Kraft seines Körpers und er bemühte sich sehr, die fehlende Heizung zu ersetzen. Behutsam ging er auf seine Freundin und deren Bedürfnisse ein. Doch Gretchen war es schon längst nicht mehr kalt. Ganz im Gegenteil. Marcs leidenschaftliche Küsse heizten ihr ziemlich ein, wärmten sie förmlich von innen und seine nackte Haut auf ihrer zu spüren, schien ihren Körper förmlich von außen zu verbrennen.

Dem charmanten Verführungskünstler ging es da auch nicht anders. Er stand lichterloh in Flammen und sie allein war die Ursache dafür. Es galt diesen Brand zu löschen, um nicht gänzlich unter ihren Fingern zu verglühen. Eng umschlungene Körper wälzten sich auf den weichen Kissen hin und her, wechselten immer wieder die Position und trieben damit ihre gemeinsame Betriebstemperatur immer weiter in den Grenzbereich. Dieses Feuer konnte man nicht löschen. Ihre Liebe entfachte es jede Sekunde neu. Wild pochten ihre Herzen im Einklang. Das Blut in ihren Adern rauschte wie ein gewaltig angewachsener Gebirgsbach im hereinbrechenden Frühjahr. Die mächtigen Fluten rissen sie mit. Warme Hände liebkosten sich gegenseitig, ließen Schauer- und Hitzewellen entstehen und sich abwechseln. Flinke Finger erkundeten, spielten, neckten sich gegenseitig, brannten sich ein. Und glühende Lippen prallten immer wieder stürmisch aufeinander, betörten, verführten und wanderten schließlich forschend über den Körper des anderen. Getreu dem Expeditionsplan dieser geheimen Forschungsmission zweier Liebender.

Ihre gegenseitigen Berührungen wurden zunehmend aufreizender, heißer, fordernder. Das Verlangen nacheinander stieg von Minute zu Minute an. Dunkelgrüne Augen verfingen sich in strahlendblauen, suchten Antworten und fanden Erlösung. Und plötzlich spürten sie sich. Endlich. Ganz sanft und behutsam war Marc in Gretchen eingedrungen, der ein wohliger Seufzer entfuhr, gefolgt von einer prickelnden Schauerwelle, die selbst die kleinste Zelle ihres Körpers erreichte und in akute Alarmbereitschaft versetzte. Instinktiv zog sie ihre Beine etwas an, um ihren gefühlvollen Liebhaber noch intensiver und tiefer in sich spüren zu können, was wiederum ihn laut aufstöhnen ließ. Vorsichtig begann Marc sich nun in ihr und mit ihr zu bewegen. Gretchen genoss es sichtlich. Sie schloss ihre Augen und wand sich melodisch im Takt seiner kraftvollen Bewegungen. Entspannt streckte sie ihm ihr Becken entgegen, schlang ihre Arme fest um seinen muskulösen Körper und ging seufzend seine nun immer schneller werdenden Stöße mit, während er seine verführerischen Lippen in ihren entzückenden Nacken legte, um sie zusätzlich mit seiner Zungenspitze zu verwöhnen. Es war unbeschreiblich berauschend, was Gretchen dabei empfand. Das Feuer, das er in ihr auslöste, nahm von ihrem ganzen Körper Besitz, schien sie innerlich förmlich zu verbrennen. Ohne Aussicht auf Rettung. Zumal seine Hände nun auch noch forsch zum Einsatz kamen und sich verlangend auf ihre Brüste legten. Sie war rettungslos verloren.

Marc ebenfalls. Ihren traumhaften perfekten weiblichen Körper, der sich unter ihm lasziv hin und her bewegte, auf diese atemberaubend schöne Weise zu spüren, machte ihn schier verrückt. Diese Frau war die Sünde pur. Ihr genießerisches Stöhnen klang ähnlich dem Gesang der Sirenen. Es hallte in seinen Ohren, trieb ihn zunehmend in den Wahnsinn, raubte ihm sämtlichen Verstand. All seine Sinne waren am Durchdrehen. Er spürte die harten Knospen ihrer wunderschönen Brüste unter seinen Fingerspitzen, was ihn zusätzlich erregte und animierte. Wie im Rausch liebte er sie nun. Ekstatisch. Ungestüm. Wild. Kalter Schweiß tropfte bald von seiner Stirn auf ihre nackte Haut, vermischte sich mit ihrem, den er gerade genussvoll von ihrem glitzernden Dekolletee küsste. Irgendwann verlangsamte er seinen Rhythmus und schaute zu seiner Freundin hoch, prägte sich die Mimik ihres entspannt lächelnden Gesichtes ein und küsste sie schließlich sanft auf ihren verführerischen Erdbeermund. Wieder und immer wieder, immer leidenschaftlicher, bis sie sich vor Atemnot voneinander lösen mussten und sich in den aufblitzenden Augen des anderen verloren.

Marc griff nach Gretchens Händen, verschränkte seine Finger mit ihren und drückte ihre Arme mit sanfter Gewalt neben ihrem Kopf in die Kissen, während er sie ganz langsam und gefühlvoll liebte, ohne sie eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Beide lächelten sich verliebt an, bevor die Sinne doch wieder schwanden, die Fluten sie überrollten und sie gleichzeitig ihre Augen schlossen. Im Einklang stöhnten sie miteinander ein Liebeslied und ließen sich weiter treiben. Der Rausch wurde zunehmend stärker. Marcs Drang ebenfalls, doch er hielt sich zurück. Wenn er sie schon so unverschämt überrumpelt und hierher gelockt hatte, dann sollte sie möglichst auch viel davon haben. Aber das nahm sich die freche Frau schon selbst heraus. Marc hatte nicht damit gerechnet, wie sehr es in Gretchen brodelte und urplötzlich fand er sich auf dem Rücken wieder. Er wusste überhaupt nicht, wie ihm geschah. Sprachlos starrte er die sexy Verführerin an, die es sich nun auf seinem Schoss bequem gemacht hatte und ihm verwegen zuzwinkerte. Erst wollte sie ihren Schatz quälendlang zappeln lassen. Alles andere hatte der Macho nicht verdient, so wie er sie überrumpelt hatte und wo er sich jetzt auch noch die Dreistigkeit herausnahm, seine frechen Chirurgenhände ungefragt an ihren properen Hintern zu legen und diesen sanft zu massieren. Doch ihre Triebe ließen ihr einfach keine Ruh. Sie musste ihn wieder spüren. Unverzüglich.

Gretchen schloss also ihre Augen und begann, ihren Freund erst ganz langsam, dann zunehmend in wilder Ekstase zu reiten. Das Gefühl, was sie damit bei ihm auslöste, zerriss ihn fast. Sämtliche Fasern seines Körpers waren auf den Punkt angespannt. Lichtblitze durchzuckten ihn. Seine Augen flackerten. Marc war nicht mehr Herr seiner Sinne. Sein Stöhnen war kaum noch zu kontrollieren. Es musste einfach heraus und schallte durch den Raum zu ihm zurück. Doch unter der Heftigkeit von Gretchens Bewegungen rutschten die Wolldecken, die ihnen beiden eben noch zusätzliche Wärme gespendet hatten, immer weiter herunter und Marcs Sinne waren plötzlich wieder hellwach und geschärft. Wie hypnotisiert verfolgte er die rhythmisch auf und ab wippenden vollen Brüste seiner bildschönen Freundin, die schon längst in anderen Sphären schwebte. Sie streckte ihren Rücken durch und fuhr sich mit beiden Händen lasziv durch ihre wilde Lockenmähne, denn ihre Hochsteckfrisur, für die sie heute Morgen Stunden im Bad verbracht hatte, hatte sich schon während des ersten Meierschen Manövers gelöst. Doch es störte sie nicht. Sie fühlte sich völlig schwerelos.

Irgendwann öffnete Gretchen aber ihre Augen wieder. Als sie Marcs bewundernde Blicke auf ihrem Körper wahrnahm, errötete sie zwar, senkte sich aber schnell lächelnd zu ihm herab und küsste ihn erst ganz zart und unschuldig, dann so unbändig und wild, dass auch die letzte Sicherung bei ihm durchbrannte. Er erwiderte ihren Zungenkuss mit stürmischer Leidenschaft, richtete sich mit ihr auf und umschlang ihren bebenden Körper mit seinen muskulösen Armen, während er gleichzeitig seine Lenden kraftvoll hervorstoßen ließ. Es war berauschend, sie so nah bei sich zu spüren, jede noch so kleine Reaktion ihres erregten Körpers hautnah miterleben zu dürfen. Und plötzlich war es auch schon soweit. Gretchen stoppte ihren zügellosen Galopp und verkrampfte sich. Ihr ganzer Körper zitterte, bebte, explodierte. Gretchen sah Millionen kleiner Sternchen, die zum Greifen nah erschienen. Sie stöhnte unkontrolliert auf und klammerte sich schließlich haltsuchend an Marcs Oberkörper fest. Ihre Fingernägel bohrten sich dabei tief in die Haut seines Rückens, während sie endgültig davon schwebte. Zu den Sternen. Doch Marc genoss diesen sanften Schmerz sehr, trieb ihn doch einige Sekunden später ebenfalls ein unbeschreibliches Glücksgefühl hoch in den Himmel, wo sie nun zusammen auf rosaroten Wolken ganz langsam Arm in Arm zu leiser Musik tanzten.


http://www.youtube.com/watch?v=08OXFAmv-2U

Lorelei Offline

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09.02.2012 15:01
#1225 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Sekunden später fielen die beiden Liebessüchtigen erschöpft, aber unsäglich glücklich zurück auf die federweiche Kissenlandschaft ihres gemeinsamen Liebesnestes. Der zu verifizierende Rauschzustand des gewagten Forschungsunternehmens des Chirurgen und seiner Assistentin unter arktischen Extrembedingungen war eindeutig bewiesen worden und die erzielten Ergebnisse waren sogar mehr als zufrieden stellend. Eigentlich sogar überwältigend. Einzigartig. Sondergleichen. Und unbedingt wiederholungswürdig! Dr. Meier schmunzelte und zog die drei kuscheligen Decken schnell wieder über ihre beiden verschlungenen verschwitzten Körper, denn an einer Langzeitstudie über die Auswirkungen und die Behandlung von Erkältungskrankheiten waren beide eher weniger bis gar nicht interessiert.

Gretchen war mittlerweile vom Schoss ihres Freundes heruntergerutscht und hatte sich seitlich an seinen warmen muskulösen Körper geschmiegt. Ganz verträumt strich sie mit ihren Fingern Marcs wohl definierte Bauchmuskeln nach und beruhigte sich nur ganz langsam von dem intergalaktischen Erlebnis, das sie gerade eben genießen durfte. Auch Marc entspannte sichtlich. Er hatte seine Augen geschlossen und seine Arme unter seinem Hinterkopf verschränkt. Seine Lippen trugen ein verträumtes Lächeln. Sein Herz schlug immer noch sehr schnell, was Gretchen mit wildem Herzklopfen und einem breiten Lächeln streichelnd ertastete, und er versuchte wieder herunterzukommen. Die zarten Berührungen seiner Freundin hatten dabei eine sehr beruhigende Wirkung auf ihn. Und als sie ihren Kopf irgendwann auf seiner nackten verschwitzen Brust bettete, um seinem schnellen Herzschlag noch intensiver lauschen zu können, war er einfach nur unsagbar glücklich. Die Schmetterlingsschwärme in seinem Bauch flatterten wild umher. Seine rechte Hand vergrub sich in Gretchens wilden Locken, die zerzaust nach allen Richtungen abstanden, was sie nur noch süßer aussehen ließ, als sie es eh schon war, während das Objekt seiner verliebten Blicke genauso verliebt zu ihm hoch schaute.

Ihre funkelnden Augenpaare trafen sich, berührten sich zärtlich, verschmolzen zu einem einzigen sehnsuchtsvollen Blick. Marc lächelte und blickte aufgeregt in Gretchens Augen hin und her. Er liebte es nämlich, wenn ihre blauen Augen diesen ganz besonderen Schimmer trugen, jedes Mal, wenn sie gerade miteinander geschlafen hatten. Beschwingt von den Glücksgefühlen und den Hormonen, die in seinem Körper Salsa tanzten, legte er seinen Arm um Gretchens Taille und zog sein Mädchen noch ein Stückchen näher zu sich heran, so dass wirklich kein Millimeter Platz mehr zwischen ihnen war. Genauso sollte es nämlich immer sein. Dann küsste er seine verträumte Schmusekatze zart auf ihre süße Nasenspitze. Gretchen kicherte, weil er sie damit furchtbar kitzelte. Er lachte mit ihr mit und stich mit seinem Finger ihre kleinen unnachahmlich süßen Lachfältchen um ihren Mund nach, bevor er sie zärtlich darauf küsste. Sie erwiderte seine Zärtlichkeiten mit ganz viel Gefühl.

Und plötzlich war es ganz still. Das Martinshorn eines Krankenwagens verstummte in der Ferne. Die beiden Verliebten hielten sich einfach nur im Arm und nur das gleichmäßig schnelle Schlagen ihrer beiden Herzen war in dem kleinen Zimmer zu hören. Marc griff nach Gretchens Hand, die ruhig auf seiner Brust ruhte und ihn sanft kraulte, verschränkte seine Finger mit ihren und spielte dann verträumt mit ihrer Hand, während er die letzten Minuten noch einmal Revue passieren ließ, was sein Blut schon wieder mächtig in Wallung versetzte. Seine Liebste döste derweil mit offenen Augen und einem Lächeln auf den Lippen gedankenverloren vor sich hin. Doch irgendwann blickten sie sich wieder zärtlich an. Minutenlang lasen sie im Gesicht des anderen, verliebten sich in jedes noch so kleine Detail. Und es war schließlich Gretchen, die die geruhsame Stille durchbrach und leise, noch immer bewegt von dem eben Erlebten, zu reden begann...

Gretchen: Das war schön.
Marc (stimmt ihr bei u. murmelt zufrieden in seinen Dreitagebart): Mhm!
Gretchen (mit verklärtem Blick richtet sie ihre Augen zur Zimmerdecke): Das haben wir so lange nicht gemacht.

Und urplötzlich war Marc Meier wieder hellwach und bei klarem Verstand. Er starrte seine verträumte Freundin ungläubig von der Seite an, die gar nicht gemerkt hatte, was sie da eigentlich gerade von sich gegeben hatte. Liebevoll strich sie noch immer über seine nackte glatte Brust und löste ihre Hand erst von ihm, als er sich abrupt auf die Seite drehte. Ihr zugewandt. Und mit fragenden Augen, in denen der Schalk aufblitzte.

Marc: Äh... Haasenzahn, ich weiß zwar nicht, auf welcher Wolke du in den letzten Tagen, Wochen und Monaten durch die Welt geschwebt bist, aber meines Erachtens nach haben wir DAS ständig gemacht. Eigentlich jeden Tag. Mehrmals. Manchmal sogar aller paar Stunden. An guten Tagen. Wenn uns danach war. Also immer und überall. Auch mal öfter hintereinander. Immer und immer wieder. Und überhaupt... Jawohl! Das ist auch gut so. Lass dir das gesagt sein.
Boah! Der Meier!
Gretchen (ihre Augen stehen ihr mittlerweile quer im Kopf u. sie sieht den in seiner Ehre gekränkten Machomann, der sie gerade von ihrer rosaroten Wolke geschupst hat, ziemlich sprachlos an): Das weiß ich sehr wohl, du... Dummerchen. Aber ich meinte eigentlich hier ähm... in unserem... na du weißt schon...
Marc (grinst u. prescht vorlaut vor): ... persönlichen Spaßparadies!
Er wird sich nie ändern. Aber das will ich ja auch gar nicht.
Gretchen (klappst ihm gespielt empört auf die Brust): Idiot!
Marc (lacht u. schaut sie anzüglich an): Ach ganz so dumm hab ich mich doch nicht angestellt?
Gretchen (funkelt Marc auf ganz besondere Weise an): Nein! ... Im Gegenteil.
Marc (streift sich selbstbewusst mit einer Hand über die Stirn, dann bettet er sein Haupt auf seinem rechten Unterarm, um eine entspanntere Position einzunehmen; dabei löst er sich nicht von Gretchens aufblitzenden Augen): Das wollte ich hören.

Gretchen (kann nicht verhindern, ebenfalls laut aufzulachen u. kuschelt sich nun an den gut gebauten Luxuskörper ihres selbstverliebten Machomannes): Ich hab das vermisst. Und nein, du kannst deinen anzüglichen Spruch, der dir gerade auf der Zunge liegt, für dich behalten. Ich wollte damit sagen, ich hab vermisst, dass wir uns einfach spontan Zeit für uns nehmen.
Wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Marc (kann es einfach nicht lassen u. zwinkert ihr zu): Spontan ist doch immer noch am besten, ne.
Wieso noch mal hab ich damit angefangen? Du redest dich hier um Kopf und Kragen, Gretchen Haase.
Gretchen (verdreht ihre Augen u. lässt den Sprücheklopfer reden; sie kann ihn eh nicht daran hindern): Weißt du, die letzten Tage waren so eine stressige Zeit. Die Arbeit, deine Forschung, meine Lernerei, dann noch der Ärger mit der Wohnung.
Marc (hört ihr ruhig zu u. streichelt ihr liebevoll über den Arm): Das legt sich schon wieder.
Gretchen (lächelt): Ja, ich weiß. Aber können wir nicht trotzdem auch mal ab und an alles hinter uns lassen und uns mehr Zeit für uns gönnen?
Marc (beugt sich grinsend über seine überrumpelte Freundin u. drückt sie sanft in die Kissen, während er sie mit seinen Augen fixiert): Für sexuelle Abenteuer in der Klinik immer wieder gerne.
GGGRRR! Er nimmt mich nicht ernst.
Gretchen (schiebt ihn wieder rüber auf seine Seite u. blickt ihn empört an): Boah Maaarc, denk doch nicht immer gleich an Sex. Eine Beziehung macht viel mehr aus.
Na super, jetzt ist sie eingeschnappt. Toll gemacht, Meier!
Marc (gespielt beleidigt): Kein Sex?

Er ist und bleibt ein Kindskopf. Aber ein Süßer!
Gretchen (sieht augenrollend darüber hinweg u. schmiedet mit großem Elan Pläne für ihre gemeinsame Freizeit): Lass uns doch lieber mal etwas unternehmen.
Marc (grinst u. kommt ihrem Gesicht wieder gefährlich nahe): Ah... verstehe! Wieder Hunger auf Schokolade, was? Also dazu könnte ich mich unter Umständen überreden lassen.
Eigentlich hätte ich ja schon... Nein, du lässt dich jetzt nicht von ihm ablenken.
Gretchen (wird etwas rot u. redet schnell weiter): Außerhalb unserer vier Wände und dem EKH, Marc! Vielleicht Kino oder so? Oder Schlittschuhfahren. Das Wetter ist gerade nahezu perfekt dafür. Oder so einen Tanzkurs, wie Mehdi und Gabi ihn gemacht haben. Das hat doch Spaß gemacht?
Oh Mann! Wieso ich?
Marc (seine Begeisterung hält sich in Grenzen): Dir vielleicht.
Gretchen (sieht den Grummelkönig mit eindringlichem Blick an): Marc, jetzt bring doch bitte etwas mehr Enthusiasmus in die Sache!
Kann sie haben!
Marc (zwinkert ihr anzüglich zu u. presst seinen Körper in eindeutiger Weise an ihren, was sie aufstöhnen lässt): Tue ich doch immer.
Menno!
Gretchen (legt ihre kalten Hände an seinen Brustkorb u. schiebt ihn so etwas von sich weg): Maaarc! Jetzt sag schon! Ernsthaft.
Ich hab eh keine andere Wahl.
Marc (stöhnt entnervt auf u. lässt sich schwerfällig zur Seite in die Kissen fallen): Kino ist ok. Wenn ich den Film aussuchen darf?
Gretchen (dreht sich zufrieden auf die Seite u. blickt Marc begeistert an): Super! Lass uns doch gleich heute Abend gehen, hmm? Wir können ja auch Olivier fragen, ob er vielleicht mitkommen will.
Marc (sieht sie ziemlich entgeistert an): Bitte? Eh. Ich geh doch nicht mit meinem Vater als Sittenwächter ins Kino. Bin ich neun oder was?
Gretchen (blickt ihn durchdringend an): Marc, dein Vater könnte etwas Ablenkung gut gebrauchen. Er muss auf andere Gedanken gebracht werden.
Marc (sarkastisch): Ach und das kommt er, wenn er uns beim Knutschen und Fummeln zuschaut.
Boah! Dieser... Reg dich nicht auf! Das macht nur noch mehr Falten.
Gretchen (funkelt ihn an): Ich hatte eigentlich vor, den ganzen Film auch wirklich zu sehen.
Ich nicht!
Marc (grinst u. nimmt sie auf die Schippe): Du weißt ja noch nicht, was für einen ich mir ausgesucht habe.
Gretchen (eingeschnappt): Weißt du was, das Beste ist, du gehst mit ihm alleine hin.

Gretchen wollte aufstehen, aber Marc hielt sie zurück, packte sie an den Schultern und schaute die beleidigte Leberwurst, die sich krampfhaft eine der Decken vor ihren entblößten Körper hielt, eindringlich an. Doch sie wich seinen Blicken entschieden aus.

Marc: Hey! Was ist denn jetzt los mit dir? Das war doch nur Spaß.
Blöder Spaß!
Gretchen (rüttelt ihn ab u. zieht die Decke, die leicht verrutscht ist, höher, was gar nicht so einfach ist): Lass mich! Ich weiß ja nicht, wie es bei dir aussieht, aber mich nimmt die Trennung deiner Eltern sehr mit.
Oh Mann! Dieses Thema wollte ich eigentlich vermeiden.
Marc (verdreht die Augen): Klar, ist das scheiße. Aber was soll ich denn machen? Ich konnte noch nie verstehen, was in Mutters Kopf vor sich geht. Das kann niemand. Also zerbrich dir nicht deinen süßen Kopf. Dad wird schon darüber hinweg kommen. Ist ja schon geübt darin.
Wie kann er nur...?
Gretchen (regt sich über den unsensiblen Macho furchtbar auf): Boah du bist so herzlos. Falls du es nicht gemerkt hast, er leidet wirklich, weil er keine Erklärung für das Ganze hat. Und ich übrigens auch nicht. Das muss furchtbar für ihn sein. Oder wie würdest du denn reagieren, wenn ich von einer Minute auf die andere plötzlich weg wäre, ohne Aussicht, mich jemals wieder zu sehen? Ohne Erklärung. Nichts.
Scheiße!

Marc schnaufte tief Luft ein und pustete sie langsam durch seine beiden Nasenlöcher wieder aus. Sein Blick wanderte erst nachdenklich zur Decke, dann schaute er seiner aufgewühlten Freundin wieder direkt in die Augen, die ihn stechend musterten, und musste sich eingestehen, wie Recht sie doch damit hatte. Er würde es nicht überleben, wenn sie ihn je verlassen würde. Und sein Vater liebte seine Mutter doch mindestens genauso sehr wie er seinen Haasenzahn. Er hatte so lange gebraucht, deren neu aufgeflammte Gefühle zu akzeptieren und jetzt sollte ihre „junge“ Liebe wirklich schon wieder vorbei sein? Insgeheim war er doch glücklich mit der Situation gewesen, so wie sie jetzt war. Skurril und turbulent zwar, aber irgendwie auch schön. Er hätte es natürlich niemals offen zugegeben, aber er hatte sich gefreut, endlich wieder eine richtige Familie zu haben.

Geknickt senkte er seinen Blick und dachte nach. Vielleicht sollte er sich doch mehr kümmern? Sein Dad war wirklich ein Frack gewesen, als er ihn gestern vom Flughafen abgeholt hatte. Olivier brauchte ihn jetzt, auch wenn er nicht wusste, wie er ihm helfen könnte. Vielleicht war die Idee mit dem Ablenken doch nicht so schlecht? Gretchen merkte, wie sehr es gerade in ihm arbeite und ihr Gesicht erhellte sich merklich. Dann begann Marc endlich zu sprechen...

Marc: Ok, Vorschlag! Da wir uns ja heute schon hier und jetzt Zeit für uns genommen haben ... (er grinst, sie verdreht die Augen)...., knöpfe ich mir heute Abend meinen Dad vor. Für ein Bierchen oder zwei oder drei.
Gretchen (kleinlaut): Eins!
Marc (schmunzelt u. stupst ihr an ihr süßes Näschen): Mehr hab ich unten auch nicht mehr im Kühlschrank stehen. Und das mit unserem Kinoabend, Süße, das verschieben wir auf morgen. Oder so? Aber nur wenn du mir etwas versprichst.
Oh, oh! Nicht gut.
Gretchen (sieht ihn etwas ängstlich an, was ihn sehr belustigt): Was denn?
Marc (zieht sein Mädchen samt Decke in seine Arme, was sie bereitwillig geschehen lässt): Erstens, du lässt meinen Dad mit deiner übertriebenen Fürsorge in Ruhe.
Gretchen (beleidigt): Marc!
Marc (legt seinen Finger an ihre Lippen u. streicht langsam darüber, während er ihre Mimik ganz genau studiert): Widerworte verboten! Und zweitens, sobald der Vorhang fällt und es dunkel im Kinosaal wird, wird geknutscht. Und auch da ist jeglicher Widerstand zwecklos.
So ein Idiot! Aber es hört sich traumhaft schön an. Jippie! Ich freu mich so.
Gretchen (kann sich ihr Lachen nicht verkneifen u. schmiegt sich verschmust an ihn): Okay, einverstanden.
Strike!
Marc (genießt es sehr, ihren warmen weichen Körper auf seiner Haut zu spüren u. streicht verführerisch ihren Arm entlang, was eine Gänsehaut bei ihr erzeugt): Und jetzt, da wir alles geklärt hätten, würde ich sagen, wir werfen den Ofen noch mal an. Mir ist nämlich mittlerweile kalt geworden.
Gretchen (der Schalk spiegelt sich in ihren Augen wider): Dir ist kalt geworden? Was können wir da nur dagegen tun?
Dieses Biest! RRRRR!!! Da steh ich drauf.

Gretchen biss sich verwegen auf ihre Unterlippe und warf ihrem Schatz ihren verführerischsten und überzeugendsten Schlafzimmerblick zu. Dieser antwortete ihr nicht und stürzte sich stattdessen gleich ganz auf sie. Das war Antwort genug. Gretchen quiekte laut auf, als sie als nächstes seine Zunge an ihrem Nacken spürte, die in quälendlangsamen Bewegungen ihren Hals hinauf wanderte, bis sie an ihrem Ohr angelangte, in das er ihr etwas hineinflüstern wollte...

Marc: Weißt du eigentlich, wie scharf es ist, wenn du so...

Doch weiter kam der geschickte Verführungskünstler leider nicht, denn plötzlich wurde die Tür zu ihrem Versteck weit aufgerissen und eine schrille Stimme erklang, die die beiden viel zu schnell aus ihrer Traumwelt zurück in die Realität holte. Dieses Mal schien das Experiment wohl gescheitert zu sein?

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