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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

25.10.2011 17:13
#1151 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Alle schienen glücklich zu sein an diesem noch jungen Abend. Bis auf zwei Personen aus der Runde, die eher traurig ins Leere blickten, obwohl um sie herum fröhliche Unterhaltungen geführt wurden und herzhaft gelacht wurde. Gretchen, die sich angeregt mit dem flippigen Mädchen Chantal Kunze unterhalten hatte, war mittlerweile verstummt und folgte der neugierigen Fragerunde, die nach Gabis überraschendem Auftauchen eingesetzt hatte, nur noch eher halbherzig, bemühte sich aber stets, ihr charmantes Lächeln aufrecht zu erhalten, damit niemand bemerkte, wie unwohl sie sich eigentlich fühlte. Denn er fehlte ihr an ihrer Seite. Immer wieder blickte sie verstohlen zu dem dunkelblauen Sofa hinüber, auf dem sich ihr Marc bequem gemacht hatte und abwesend den Boden seiner Bierflasche studierte. Auch er folgte den Gesprächen der anderen eher desinteressiert, obwohl Dr. Fuchs, der neben ihm Platz genommen hatte, ihm gerade ein Ohr abkaute.

Hatte sie überreagiert, fragte sich Gretchen mittlerweile, als sie sich an ihren Streit von heute Morgen zurückerinnerte. Aber wie sollte Marc denn sonst verstehen, dass solche Alleingänge wie der mit der neuen Wohnung, der für sie wirklich wie aus heiterem Himmel kam, der falsche Weg waren? Oder war es doch der Richtige? Schließlich hatte er ja auch von Zukunftssicherung gesprochen. Was versprach er sich davon? Beinhaltete Marcs Zukunftssicht auch eine Zukunft mit Familie und Kindern, so wie sie sich das seit einiger Zeit, genauer gesagt seit dem letzten Urlaubsabend im Haus am See, als er ihr nach einer bewegenden Liebeserklärung das „ganze Programm“ versprochen hatte, wieder häufiger ausmalte? Wollte er deshalb mehr Platz in ihrem gemeinsamen Leben schaffen? Wollte er ihr damit subtil etwas mitteilen, wozu ihm direkt der Mut fehlte? Marc Meier verschlüsselte ja gerne seine eigentlichen Botschaften und es war eine Wissenschaft für sich, den richtigen Code dazu zu finden. Wollte er ihr mit der größeren Wohnung sagen, dass er bereit wäre? Bereit für den nächsten Schritt? Oder interpretierte sie da mal wieder viel mehr hinein, als da eigentlich dahinter stand? Vielleicht war das Penthouse auch einfach nur schick und er wollte es deshalb haben? Marc dachte ja auch meistens eher einfach und pragmatisch. Gretchen wusste einfach nicht, was sie denken sollte und woran sie war und das fuchste sie tierisch. Dabei wollte sie doch heute einfach nur glücklich mit ihrem Liebsten in Mehdis Geburtstag hineinfeiern, der eine fröhliche Party wirklich verdient hatte. Stattdessen grübelte sie die ganze Zeit, schmollte mit Marc, der es ihr zu Recht gleichtat, und war einfach nur eine miserable Gastgeberin. Aber weiter kam Gretchen gar nicht mit ihren Gedankenspielen, weil ihr Handy sie plötzlich aus ihren durcheinander gewirbelten Gedanken riss. Die junge Frau stand auf, entschuldigte sich und ging in die Küche, wo ihre Tasche, aus der das Klingeln kam, auf dem Boden lag. Sie nahm sie in die Hand und kramte ihr Telefon heraus.

Marc, der dem angeheiterten Radiologen bei seinen leicht philosophisch angehauchten Ausführungen über den Sinn des Lebens keine Sekunde zugehört hatte, war seiner Freundin interessiert mit seinen Blicken gefolgt. Dabei streifte sein Blick auch Mehdi, der ihm mittels eines Kopfnickens zu verstehen gab, dass er Gretchen folgen sollte, um dem lächerlichen Streit endlich ein Ende zu setzen. Auch wenn er es nur ungern zugab, aber der Frauenversteher hatte diesmal vollkommen Recht. Anstatt das Ganze totzuschweigen und die harmonische Stimmung auf dessen verdienter Überraschungsparty herunter zu drücken, hätten sie schon längst miteinander reden und das Problem, das ja eigentlich an sich gar kein Problem war, aus dem Weg schaffen sollen. Und das würde er jetzt auch tun. Ein für alle mal. Der Chirurg sprang entschlossen vom Sofa auf, drückte dem verdutzten Dr. Fuchs seine halbleere Bierflasche in die Hand und folgte unter Mehdis zufriedenen Blicken seiner Freundin in die Küche.

Doch da war sie nicht mehr, wie er irritiert feststellte, als er dort angekommen war. Er schaute sich suchend nach allen Seiten um und bemerkte nur noch, wie die Wohnungstür plötzlich ins Schloss fiel. Marcs Kinnlade klappte nach unten. Wieso machte Haasenzahn denn jetzt die Biege, fragte sich der Oberarzt mit leichter Panik im Gesicht. Hatte sie etwa genug von dem Theater, das sie hier miteinander veranstalteten? Hatte sie genug von ihm, seinem trotzigen Verhalten und den blöden Sprüchen, mit denen er sie doch nur aus der Reserve hatte locken wollen? Der Chirurg strich sich aufgewühlt über seine Stirn und blickte fragend zu Mehdi rüber, der auch nur unschlüssig mit dem Schultern zucken konnte, sich dann aber wieder den bohrenden Fragen von Azadeh stellte, die ihn wegen Gabi wie eine Zitrone auszuquetschen versuchte, und der es jetzt durchaus in Erwägung zog, einfach seine Süße zu schnappen und ein ruhiges Fleckchen Erde zu suchen, wo sie nur für sich sein konnten. Aber seine Cousine war erbarmungslos und zusammen mit Kate ein unbezwingbares Duo. Aber solange seine Gabimaus die Atmosphäre zu genießen schien und das tat sie sichtlich, war doch alles im grünen Bereich. Zärtlich fuhr er ihr über den Arm und schmiegte sich von hinten näher an sie, was Gabi mit einem verliebten Blick über die Schulter quittierte, den er mit einem kleinen Kuss erwiderte, der wiederum Kate und Aza verträumt aufseufzen ließ.

Dr. Meier hatte indessen beschlossen, die kindische Reaktion seines Schmollhasens nicht auf sich sitzen zu lassen und seiner flüchtenden Assistenz nach draußen zu folgen, und verließ ebenfalls entschlossen Mehdis Wohnung, ohne dass jemand etwas davon mitbekam. Im dunklen Hausflur angekommen, verfluchte er sich selbst, weil er seine Jacke drinnen vergessen hatte und wollte sich schon noch einmal umdrehen, um sie zu holen, aber im selben Moment hörte er seltsame Stimmen, die vom Eingang her ins Treppenhaus schallten und sein Interesse weckten. Er ging näher an den Ursprungsort heran. Die eine Stimme kannte er ja, klang sie doch süßer als die eines Engels. Aber die andere? War das...? War das etwa...?

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

27.10.2011 14:26
#1152 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Derweil vor der Tür

Gretchen (genervt): Bitte! Jetzt stell dich nicht so an!
Jochen (zickig): Ich stell mich gar nicht an.

Jochen? Hä? Was wollte der denn hier? Neugierig geworden, schlich Marc vor zum Treppenabsatz und linste vorsichtig um die Ecke durch die verglaste Zwischentür. Tatsächlich! Im Zwischenbereich zwischen Treppenhaus und Ausgang standen die beiden Haase-Kinder und stritten sich geschwisterlich. Zu seiner großen Verwunderung trug Gretchen jetzt einen großen Pappkarton auf dem Arm. Marc kratzte sich am Kopf und schaute irritiert zwischen den beiden zankenden Geschwistern hin und her. Jochen hatte seine Hände tief in seinen Taschen vergraben und blickte seine Schwester eher missmutig an, die ihn offenbar unbedingt von irgendetwas überzeugen wollte...

Gretchen: Du wirst es nicht bereuen. Wirklich!
Jochen (runzelt die Stirn u. schaut sie an, als käme sie von einem anderen Stern): Was soll ich denn zwischen euch alten Knackern?

Gretchen schnappte heftig nach Luft. Jetzt musste auch der stille Zuhörer schmunzeln und lehnte sich mit verschränkten Armen amüsiert ans Treppengeländer, von wo aus er die beiden, die ihn noch nicht entdeckt hatten, beobachten konnte. Er spürte förmlich, wie seine Liebste zu kochen begann. Und tatsächlich, beleidigt fauchte die Dreißigjährige zurück...

Gretchen: Also ich muss doch sehr bitten, Jochen. Das hier ist kein Rentnertreff.
Also vom Spießigkeitsfaktor her, könnte man es schon durchaus verwechseln. Hahaha!
Jochen (grinst): Nicht?
Gretchen (beißt ihre Zähne zusammen u. funkelt ihren Bruder böse an): Sehr witzig, Jochen! Mehdi ist gerade einmal elf Jahre älter als du.
Jochen (rollt mit den Augen u. sieht sie verständnislos an): Na und, was geht mich das an? Ich versteh einfach nicht, was ich da soll. Ich hab doch mit deinem Ex überhaupt nichts zu tun. Ich kenn ihn noch nicht mal richtig.
Gretchen (kleinlaut): Dann wird es Zeit.
Jochen (verschränkt abweisend seine Arme): Pff! Ich hab dir, wie versprochen, die blöde Torte vorbeigebracht und gut ist. Ich will endlich pennen gehen.
Ach die Geburtstagstorte! Da war doch noch was. Die wollte sie doch bei ihrer Mutter in Auftrag geben, weil sie selbst nie im Leben eine hinbekommen hätte.
Gretchen (grinst ihn amüsiert an): Seit wann geht Klein-Jochen denn schon vor 12 ins Bett?
Hahaha! Der war gut.
Jochen (eingeschnappt): Verdammt Gretchen, vielleicht weil ich morgen vor der Uni Frühschicht hab und ich keinen Bock hab, wieder mit dem Oberdrachen aneinander zu geraten. Die hat mich eh schon auf dem Kieker.
Gretchen: Na dann kannst du sie ja jetzt schon mal vorsorglich besänftigen.
Jochen (verzieht sein Gesicht): Och nee! Die ist auch hier? Nee, dann komm ich erst recht nicht mit.
Gretchen (hält ihn zurück, als er sich umdrehen und flüchten will): Warte Jochen! Das war ein Spaß, ok. Oberschwester Stefanie hat abgesagt. Mehdi steht doch auf ihrer Liste der Ärzte, die sie auf Teufel komm raus nicht ausstehen kann, ganz oben. Warum auch immer? Vielleicht ist sie ja heimlich in ihn verliebt? Hihi! Aber egal! Bitte Jochen, komm mit rein! Wenn ich sage, es lohnt sich, zu bleiben, dann lohnt sich das auch. Vertrau mir!
Also wenn das jetzt nicht klappt, dann weiß ich auch nicht weiter.
Jochen (misstrauisch): Ich ... dir vertrauen?
Gretchen (rollt mit den Augen u. versucht es nun anders): Du läufst seit zwei Wochen mit dieser miesen Laune herum. Diese Party ist genau das richtige Gegenmittel. Wirklich!
Weil sich genau das Gegenmittel für seinen Liebeskummer dort befindet. Hihi! Ich bin so gut.
Jochen (schiebt sich stöhnend seine Mütze vom Kopf u. fährt sich durch seine Haare): Gott, du bist so eine Nervensäge, echt. Ich frag mich, wie der Meier dich die ganze Zeit aushält.

Das frag ich mich auch.

... dachten Marc und Gretchen gleichzeitig und mussten unweigerlich schmunzeln. Als durch eine unbedarfte Bewegung von Jochen das Licht im Hausflur wieder ansprang, das zwischenzeitlich ausgegangen war, erkannte die junge Frau plötzlich, dass ihr Liebster die ganze Zeit schon hinter ihr gestanden hatte. Verlegen blickte sie ihn durch die Zwischentür an, dann senkte sie ihren Kopf. Marc stieß sich vom Treppengeländer ab und hielt seiner Freundin nun charmanterweise die Tür auf. Gretchen lächelte zaghaft und schob ihren grummeligen Bruder vor sich her, der Marc nur fragend anblickte. Dieser grinste nur und klopfte ihm auf die Schulter...

Marc: Hör auf deine Schwester! Du hast eh keine andere Wahl.
Gretchen (protestiert, als sie die Doppeldeutigkeit heraushört): Eh!
Jochen (geht widerwillig in die Richtung, aus der die Musik zu ihm vordringt): Also ich weiß echt nicht, was das hier soll?
Marc (leise u. mit stetem Blick auf Gretchen, die sich gerade an ihm vorbei schlängelt u. ihrem Bruder folgt): Ich übrigens auch nicht.

Gretchen verstand, dass er damit nicht nur ihren kläglichen Verkupplungsversuch meinte. Sie hielt inne, lächelte ihn schüchtern an und flüsterte ihm leise etwas zu...

Gretchen: Es tut mir leid. Ich hab mich total bescheuert verhalten. Lass uns bitte später noch mal reden! Vernünftig!
Marc (ein zentnerschwerer Fels fällt von seinem Herzen u. er nickt ihr erleichtert zu): Mir tut es auch wahnsinnig leid. Ich wollte dich nicht übergehen, wirklich nicht, und das hier ist einfach alles blöd gelaufen. Lass uns... Lass uns jetzt für Mehdi zusammenreißen, hmm, bevor er in seinem hohen Alter noch Komplexe bekommt.
Gretchen (strahlt über das ganze Gesicht u. nickt ihm eifrig zu, dann sucht sie verzweifelt nach dem Wohnungsschlüssel, den sie, wie sie gerade mit Schrecken feststellt, vergessen hat, mitzunehmen): Einverstanden! Lenkst du bitte die anderen ab und ich schmuggele die Torte schnell ins Schlafzimmer. Wir haben nicht mehr viel Zeit bis Mitternacht. ... Wo ist jetzt...der blöde ... Schlüssel?

Marc, der triumphierend mit dem Türschlüssel vor ihrer Nase herum wedelte, nickte Gretchen schmunzelnd zu, öffnete möglichst leise die Tür und schupste ihren Bruder anschließend unsanft in die Kaansche Wohnung hinein, bevor er, nachdem er sich kurz vergewissernd umgeschaut hatte, die Aufmerksamkeit auf sich und den späten Gast lenkte....

Marc: Schaut mal, wer hier vor der Tür rumgelungert hat.
Jochen (blickt ihn entsetzt an u. würde ihm u. Gretchen am liebsten den Hals umdrehen, denn er hasst es, im Mittelpunkt zu stehen): Was? Eh! Gar nicht wahr! Ich hab doch nur...
Marc (zischt ihm böse zu): Halt die Klappe!

Gretchen nutzte den Moment, in dem die Aufmerksamkeit der versammelten Gäste und v.a. Mehdis auf den beiden Männern ruhte, und schlich schnell hinter deren Rücken mit der Tortenkiste den Flur hinter ins Schlafzimmer, wo sie leise die Tür öffnete, weil sie das Baby nicht aufwecken wollte, und den Karton zwischen Spielzeugkisten unter dem Bett lagerte, und schloss dann schnell wieder zu ihren beiden Jungs auf. Peinlich berührt winkte Jochen in die Runde. Sein Gesicht glühte und am liebsten hätte er schnell wieder die Biege gemacht. Aber Marc, den Mehdi mit fragenden Blicken ansah, weil er nicht verstand, was Gretchens Bruder hier wollte, versperrte ihm den Fluchtweg. Ein junges Mädchen starrte den Neuankömmling, der mit tief in seinen Taschen vergrabenen Händen zwischen Dr. Meier und Dr. Haase stand und seine Bloßstellung still leidend ertrug, weil er im Hinterkopf schon überlegte, wie er es seiner Schwester und seinem Schwager heimzahlen könnte, ziemlich irritiert an, rieb sich über ihre Augen und schrie dann so unvermittelt los, dass Mehdi, der neben ihr saß, zusammenzucken und sein linkes Ohr auf Verdacht auf Tinnitus untersuchen musste...

Chantal: Nee! Jo? Das ist ja ein Ding! Was machst DU denn hier?
Jochen (glaubt sich verhört zu haben u. reibt sich nun selbst leise vor sich hin murmelnd die Augen): Chantal?

Gretchen (still triumphierend): Strike!
Marc (raunt ihr heiser ins Ohr u. legt dabei seine Hand locker an ihre Hüfte): Du bist so ein fieses Stück!
Gretchen (grinst ihn verschmitzt an u. widmet sich wieder ihrem überraschten Bruder, während sie sich an Marcs Seite schmiegt): Ich weiß. Hihi!

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

28.10.2011 16:54
#1153 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen zusammen! Nachdem Martchen sich versöhnt haben und Jochen seine Schandalle wiedergetroffen hat, kann ja jetzt endlich richtig gefeiert werden. Diesen Teil widme ich dem heutigen Geburtstagskind, nein, nicht Mehdi , sondern unserer lieben Greta, die mit ihren fröhlichen Kommis immer ein Lächeln auf meine Lippen zaubert. Dir noch mal Happy Birthday und den anderen viel Spaß mit der neuen Episode. Sonnige Grüße, Lorelei




Jochen Haase klappte vor Erstaunen die Kinnlade herunter und er starrte die hübsche junge Frau wie eine Außerirdische von einem fernen fremden Planeten an, die nun von ihrem Sitzkissen herunterkrabbelte und aufstand. Er wusste gar nicht, wie ihm geschah, als er unvermittelt von Chantal stürmisch umarmt und mit kleinen Küsschen auf die Wange begrüßt wurde. Das konnte doch nur ein Traum sein, dachte der Student völlig verwirrt, aber ein sehr realer, denn er spürte ja deutlich ihre Wärme, roch ihr süßes verführerisches Parfum und spürte ihre weichen sinnlichen Lippen auf seiner Haut. Aber was machte sie denn hier? Ausgerechnet auf der spießiglangweiligen Geburtstagsfeier von Gretchens Ex. Aber Moment, klar, die kannten sich doch! Chantal war doch mit Schwester Gabi befreundet und die ging ja neuerdings, falls der Flurfunk richtig lag, mit dem Kaan. Deshalb wollte Gretchen ihn also unbedingt zum Bleiben überreden. Er hatte seiner großen Schwester doch aus geistiger Umnachtung heraus - er erinnerte sich nur noch sehr ungern an seinem peinlichen Traumtänzer-Auftritt im EKH am Neujahrstag, von dem dank eines unliebsamen Pflegerkollegen auch noch ein kompromittierendes Video existierte - von ihr erzählt. Aber nachdem Chantal sich seit ihrem aufregenden Aufeinandertreffen auf der Silvesterparty im EKH nicht mehr bei ihm gemeldet hatte, obwohl sie ja wusste, dass er im Krankenhaus arbeitete, und all seine Erkundigungen bei seiner Schwester und dem Gynäkologen im Sande verlaufen waren, hatte er die Hoffnung schon fast aufgegeben, dieses bezaubernde Wesen je wieder zu sehen. Vielleicht hatte es ihr ja doch nicht so viel bedeutet wie ihm und sie hatte sich deshalb nicht mehr gemeldet? An Silvester konnte ja viel passieren, an das man sich später nicht mehr erinnern wollte. Er hatte die schönen Stunden jedenfalls nicht vergessen. Leider! Der bis über beide Ohren verknallte Stationspraktikant war in den letzten zwei Wochen mit dem schlimmsten Liebeskummer seines Lebens wie ein Zombie durch die Gegend gelaufen, hatte sich zuhause verkrochen und hatte sein Elternhaus nur für die Arbeit und die Kurse an der Uni verlassen, die er aber auch nur noch sporadisch besucht hatte, und hatte nicht nur seine genervten Eltern, sondern auch seine Kollegen und Freunde mit seinem mürrischen, lustlosen Verhalten regelrecht terrorisiert. Aber je länger die aufregendste Frau, die er kannte, ihn jetzt an sich drückte, umso sicherer war Jochen, dass er nicht träumte. Sie war es tatsächlich und sie mochte ihn anscheinend immer noch. Würde sie ihn sonst so herzlich begrüßen? Gott, sie fühlte sich so verdammt gut an, dachte er und seine Sinne schweiften davon. Sein Herz schlug Purzelbäume vor lauter Glück. Gleichzeitig fühlte er sich wie in einer Sauna, obwohl er gerade erst aus der eisigen Kälte nach drinnen gekommen war. Schweißperlen hatten sich auf seiner Stirn gebildet und das T-Shirt, das er unter seiner dicken Daunenjacke trug, war nassgeschwitzt. Sein ganzer Körper spielte verrückt. Aber es fühlte sich so unheimlich gut an, dass er Chantal einfach nicht mehr loslassen konnte und wollte.

Gretchen schaute den beiden gerührt bei ihrer innigen Begrüßung zu und klopfte sich gedanklich stolz auf ihre Schulter. Mission erfüllt! Sie hatte die ganze letzte Zeit ein furchtbar schlechtes Gewissen gehabt, weil sie sich nicht getraut hatte, ihrem Bruder zu erzählen, was sie neulich beim Salsa-Tanzen von Mehdi und Gabi über die junge Mutter in Erfahrung gebracht hatte. Sie wollte sich da nicht einmischen. Er sollte das selber herausfinden und damit umzugehen lernen. Aber wenn sie gewusst hätte, wie unglücklich er wirklich gewesen war, hätte sie sicherlich schon eher gehandelt. Es war ein richtiger Glücksmoment für Gretchen gewesen, als das Mädchen vorhin hier unerwartet hereinspaziert gekommen war. Sie hatte einfach handeln müssen, um dem jungen Glück auf die Sprünge zu helfen. Sie hatte nämlich die verzweifelten Worte ihrer überfürsorglichen Mutter noch im Ohr gehabt, die sie heute Mittag kurz besucht hatte und die mit ihrem Latein mittlerweile völlig am Ende war, weil der arme Junge nichts mehr essen wollte und sich tagein tagaus in seinem Zimmer verkroch und sie so mit furchtbarer Metallica-Musik beschallte, dass sie sich um das Herz seines Vaters sorgte, das sich doch nicht aufregen durfte. Es hatte Gretchen schließlich einige Überredungskünste gekostet, ihren griesgrämigen Bruder dazu zu bringen, ihr die Geburtstagstorte, die sie bei ihrer Mutter in Auftrag gegeben hatte und die sie sonst selbst noch hätte abholen müssen, vorbei zu bringen.

Glücklich über den Erfolg ihrer Verkupplungsaktion griff Gretchen zur Seite und fasste nach Marcs Hand, der sie daraufhin erst verwundert musterte und dann verliebt anlächelte. Endlich! Zusammen setzten sie sich zu den anderen auf die Kissenlandschaft und zum ersten Mal an diesem Abend durfte sie sich glücklich an ihren Freund kuscheln, der das ebenfalls sehr zu genießen schien und sie gar nicht mehr loslassen wollte. Mehdi lächelte die beiden zufrieden an, da Marc offenbar doch noch das Ruder herumgerissen und sich sein widerspenstiges Mädchen zurückerobert hatte. Endlich! Glücklich stieß er mit den beiden Sturköpfen an und schmiegte sich nun ebenfalls an seine Freundin, die aber noch etwas abgelenkt von dem unerwarteten Besucher war, den Chantal gerade Richtung Couch zog, auf die sie sich nun zusammen niederließen. Jochen hatte es immer noch die Sprache verschlagen und so plapperte eben die junge Frau los, wie ihr der Mund gewachsen war...

Chantal (euphorisch): Mensch, das ist ja ein Zufall, dass wir uns beim Onkel Doc treffen.
Jochen (schmachtend): Ja?
Chantal: Weißt du, ich wollte immer im EKH vorbeischauen, mein Praktikum geht ja auch bald los, aber irgendwie ist immer etwas dazwischen gekommen. Sorry!
Jochen (aufgeregt): Du...du hast an mich gedacht?
Chantal (grinst): Na klar, wie könnte ich dich vergessen.
Jochen (läuft rot an u. räuspert sich nervös): Aber ... aber du... du warst so schnell weg und ich dachte... ähm...
Chantal: Ja, das war blöd, aber ich musste los, weil ähm... es ja auch schon spät war und die Kleine hätte schon längst...ähm... Na ja... und du hast so süß geschlafen und ich wollte dich ja auch nicht wecken.
Jochen (nickt leicht mit dem Kopf u. hakt schüchtern weiter nach): Hmm! Du... du hättest dich melden können? Ich hab auch versucht, dich ähm... hähä...
Chantal (fällt ihm lässig ins Wort): Na ich hatte doch deine Nummer nicht. Das haben wir wohl vergessen, als wir in dieser Kammer ... wild geknutscht haben.
Jochen (läuft rot wie eine Tomate an u. gerät immer mehr ins Schwitzen, als er an den wohl aufregendsten Abend seines Lebens zurückdenkt): Och! Ähm... ja äh...
Chantal (schmunzelt über seine süße Verlegenheit): Gib mal dein Handy her!
Jochen: Hä?

Jochen hatte seiner hübschen Gesprächspartnerin gar nicht richtig zugehört, sondern sie nur völlig fasziniert angeschaut, und starrte sie jetzt dementsprechend verwirrt an. Chantal schmunzelte nur über den sichtlich zerstreut wirkenden jungen Mann und schritt einfach zur Tat. Sie griff ohne Vorwarnung in seine rechte Jackentasche und wurde auch gleich fündig. Triumphierend fuchtelte sie mit seinem Handy vor seinem Gesicht herum, doch der überrumpelte Jochen bekam es nicht wirklich mit, da er noch dabei war, ihre plötzliche Nähe zu verarbeiten. Sein Atem hatte ausgesetzt. Erst als Chantal ihm das Telefon zurücksteckte, nachdem sie ihre Nummer eingegeben hatte, wachte er aus seiner Schockstarre wieder auf und blickte sichtlich durcheinander in ihren verschmitzt strahlenden blauen Augen hin und her. Grinsend musterte Chantal ihr Gegenüber, das in eisernes Schweigen verharrte, und kuschelte sich schließlich von der Seite an ihn heran. Ihre Berührung ging Jochen durch und durch und lähmte nun sämtliche motorische und sprachliche Zentren seines Körpers. Wie erstarrt saß er da und genoss einfach nur, seine Traumfrau wieder getroffen zu haben.

Während Gretchen glücklich mit ihrem Marc Händchen hielt und sich wieder auf die Unterhaltungen der anderen konzentrierte, die sichtlich erleichtert darüber waren, dass sich die beiden Sturköpfe offenbar wieder versöhnt hatten, schaute Gabi eher irritiert zu ihrer Freundin und Gretchens Bruder rüber...

Gabi (leise zu Mehdi): Verstehst du das?
Mehdi (riskiert auch einen Blick zur Couch): Na dass Jochen sich auf der Silvesterfeier verknallt hat, war eigentlich offensichtlich.
Gabi (sieht ihn fragend an): Aber Chanti auch? Ich dachte, sie hätte was mit dem Stier gehabt. Sie hatte doch so von dem Typen geschwärmt. Ich wäre jetzt nicht darauf gekommen, dass sie damit ausgerechnet diesen hässlichen Spargeltarzan gemeint hätte.

Mehdi zuckte schmunzelnd mit den Schultern und schlang seine Arme wieder fest um Gabis Taille, um sie in seine wärmenden Arme zu ziehen. Die Ablenkung gelang. Die Schmusekatze kuschelte sich an seinen starken Körper und sah Mehdi minutenlang einfach nur verliebt in die Augen. Er erwiderte ihre sehnsüchtigen Blicke mit der gleichen Intensität und für einen Moment schien die Zeit für beide wirklich stillzustehen. Erst als Gabi unsanft von Gretchen angerempelt wurde, die plötzlich unvermittelt neben ihr aufgesprungen war, wachte die verliebte Frau wieder auf und pampte den Tollpatsch auch gleich an...

Gabi: Kannst du nicht aufpassen?
Gretchen (hektisch): Entschuldige, aber... es ist gleich Mitternacht.
Gabi (wirft einen Kontrollblick auf ihre Armbanduhr u. sieht Gretchen dann fragend an). Oh! Tatsächlich!
Gretchen: Könntest du dich vielleicht darum kümmern, dass alle ein volles Glas Sekt in die Hand bekommen?
Gabi (steht ebenfalls auf u. rückt sich ihr etwas nach oben gerutschtes Kleid zurecht): Klar!
Gretchen (lächelt): Danke!
Mehdi (sieht irritiert zwischen den beiden Frauen hin u. her): Also wegen mir müsst ihr hier nicht so einen großen Aufriss machen.
Marc (stimmt ihm bei): Sag ich doch!
Gretchen (blitzt Marc an u. sieht dann zu Mehdi): Doch! Es soll perfekt werden.
Marc (wirft Mehdi augenrollend einen vielsagenden Blick zu, den dieser schmunzelnd erwidert): Oh Mann, Haasenzahn!
Sabine (richtet sich ebenfalls auf u. blickt schüchtern in die Runde): Kann ich vielleicht auch helfen?
Gretchen (nickt leicht mit dem Kopf): Gerne!

Während sich Marc und Mehdi vielsagende Blicke schenkten und leise miteinander zu tuscheln begannen, die anderen Gäste vorfreudig kicherten und Gabi in der Küche den Sekt vorbereitete, schlichen Sabine und Gretchen in Lillys Kinderzimmer, wo Mehdis Geburtstagstorte unter dem Bett hervorgeholt und mit einer Kerze versehen wurde. Die schüchterne Krankenschwester beobachtete Gretchen dabei. Eigentlich hatte sie ja noch etwas auf dem Herzen gehabt. Doch sie zögerte noch einen Moment, dann traute sie sich aber doch endlich, das anzusprechen, was sie schon den ganzen Abend lang, eigentlich ja sogar schon in den letzten Tagen immer wieder versuchen wollte...

Sabine: Du, Gretchen, wo wir gerade alleine sind. Ich... ich wollte dich schon die ganze Zeit etwas fragen.
Gretchen (richtet die Schokoladentorte dekorativ her u. ihr Blick ist stets darauf gerichtet): Sabine, es ist gleich Mitternacht. Können wir das später...
Sabine (unterbricht sie): Es dauert auch gar nicht lange. Es ist nur... eine Kleinigkeit.
Gretchen (lässt die Torte schließlich in Ruhe u. schaut kurz vergewissernd zum Baby, das immer noch ruhig schläft, dann zu Sabine, die nervös mit ihren Händen knetet): Ok, dann schieß mal los. Wo drückt der Schuh, Sabine?
Sabine (lächelt verlegen): Also es ist so. Ich hab mir überlegt... Also äh... weil wir... wir sind ja jetzt schon irgendwie... gute Freundinnen geworden. Und... und da... da habe ich gedacht... Also nur wenn du willst... Ähm... Ich wollte dich fragen, ob du ... ob du dir vielleicht vorstellen könntest...
Gretchen (gespannt wie ein Flitzbogen): Ja?
Sabine (holt tief Luft u. sagt es dann endlich): ... meine Trauzeugin zu werden?

Gretchen klappte sprachlos die Kinnlade herunter. Denn mit dieser Frage hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Gerührt blickte sie der sichtlich angespannt wirkenden Krankenschwester ins Gesicht, die ihren Blick beschämt wieder gesenkt hatte. Die überrumpelte Ärztin setzte ein strahlendes Lächeln auf und wollte gerade hocherfreut antworten, als aber plötzlich die Tür aufsprang und Schwester Gabi einen Blick ins Zimmer riskierte. Sie hatte sich nämlich gewundert, wo die beiden Frauen abgeblieben waren.

Gabi: Oh! Eine Torte! Super! Es ist gleich soweit. Noch zwei Minuten. Wir können.

Gretchen und Sabine, die noch bewegt von dem rührseligen Moment waren, schauten die Krankenschwester sichtlich irritiert an. Gabi sah noch einmal kurz vergewissernd zu Celine aufs Bett, dann blickte sie die beiden Frauen, die seltsamerweise zögerten, obwohl doch keine Zeit mehr war, auffordernd an...

Gabi: Ja, was ist jetzt?
Gretchen (reagiert endlich u. blickt entschuldigend zu Sabine): Oh! Ähm... natürlich. Auf geht’s!

Die sichtlich aufgewühlte Assistenzärztin nahm die Geburtstagstorte in die Hand und folgte Gabi aus dem Zimmer. Das Licht im Flur war bereits ausgeschaltet. Im Türrahmen blieb sie jedoch stehen und drehte sich noch einmal zu Schwester Sabine um, die traurig neben dem Bett stehen geblieben war und auf ihre Füße kuckte...

Gretchen: Sabine?
Sabine (sieht fragend auf): Ja?
Gretchen (macht eine einladende Handbewegung u. lächelt sie an): Es wäre mir eine große Ehre, deine Trauzeugin sein zu dürfen, Sabine.
Sabine (ihre Augen beginnen augenblicklich zu strahlen): Ehrlich?
Gabi (verdreht ihre Augen, als sie das mitbekommt, u. drängelt): Könnt ihr das nicht später klären? Ich dachte, du wolltest die perfekte Überraschung für Mehdi. Die Zeit tickt.
Gretchen: Jaaahaa!

Gretchen zwinkerte Mehdis Freundin genervt zu und reichte dann Sabine ihre Hand, die sie glücklich annahm und herzlich an sich drückte. Dann legte die vor Freude überschäumende Krankenschwester ihre Hand mit an die Tortenplatte, um Gretchen beim Tragen zu helfen. Zusammen folgten sie Gabi in den Flur. Gretchen erkannte, dass Marc bereits neben der Wohnungstür am Lichtschalter stand und zu ihr blickte. Dann schaute er noch einmal vergewissernd auf seine Armbanduhr, anschließend nickte er seiner Freundin zu. Gretchen lächelte und er löschte das Licht. Nur die brennende Kerze auf der Torte leuchtete ihnen nun den Weg ins Wohnzimmer, das ebenfalls nur noch von einzelnen Kerzen beleuchtet war und wo sich alle Gäste im Kreis um das sichtlich verlegene Geburtstagskind gestellt hatten. Gretchen schaute vergewissernd zu Sabine und Gabi neben sich, die ihr stumm zunickten, und setzte schließlich zum gemeinsamen Geburtstagsständchen an. Die anderen Gäste stimmten im Chor mit ein, während Mehdi sichtlich gerührt in die Runde schaute und Marc augenrollend nur die Lippen dazu bewegte...

http://www.youtube.com/watch?v=q4mJL-O5djg

Lorelei Offline

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29.10.2011 19:56
#1154 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Als die letzte Strophe des Geburttagsständchens verklungen war, setzte herzlicher Applaus und Gelächter ein. Das sichtlich bewegte Geburtstagskind blies im Kreise seiner Lieben die Kerze auf der Schokoladentorte aus, die Gretchen immer noch vor sich hielt, und drückte anschließend seine beste Freundin liebevoll an sich, die ihm gerade mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen gratulierte...

Gretchen: Alles Liebe zum Geburtstag, Mehdi.
Mehdi (strahlt mit ihr um die Wette): Danke, du bist die Beste.

Gretchen gab Mehdi lachend noch ein kleines freundschaftliches Küsschen auf die Wange und überließ ihn dann den anderen Gratulanten, die hinter ihr drängelten, allen voran Gabi, die es sich natürlich nicht nehmen lassen wollte, ihrem Herzblatt als Erste zu gratulieren. Der zarte Kuss und die innige Umarmung, die darauf folgte, wurden von ihm natürlich reichlich ausgekostet, was die anderen ungeduldigen Gäste schmunzelnd und tuschelnd beobachteten. Gretchen ging derweil zur Küchenzeile rüber, stellte den Kuchen darauf ab und wollte ihn gerade anschneiden, als Marc zu ihr herantrat und sie von hinten umarmte und seinen Kopf auf ihrer Schulter bettete...

Gretchen (legt das Messer beiseite u. legt ihre Hand an seine Wange): Marc?
Marc (stupst grinsend mit dem Finger an ihre Nase): Na?
Gretchen (schmiegt sich kurz an ihn): Hat doch alles super geklappt, hmm?
Marc (saugt den betörenden Duft ihrer Haare in sich auf, während er verträumt mit einer ihrer Locken spielt): Hmm!
Gretchen (dreht sich in seinen Armen zu ihm herum u. lächelt ihn verliebt an, als sie seinen verträumten Gesichtsausdruck bemerkt): Hilfst du mir mit der Torte?
Marc (seufzt geschlagen): Wenn’s denn unbedingt sein muss.
Gretchen (grinst): Es muss.
Marc: Ich wäre ja eher für etwas anderes... Süßes.

Marc zwinkerte der schönen Blondine verschmitzt zu. Gretchen grinste nur und widmete sich wieder der Geburtstagstorte. Sie wollte schon mit dem Messer ansetzten, überlegte es sich aber doch noch einmal anders, legte es neben die Tortenplatte und gab Marc schnell einen sanften Kuss auf den Mund, den dieser natürlich erst einmal in eine innige Knutscherei ausdehnen wollte. Gegenwehr völlig zwecklos.

Auch Gabi wollte ihren Schatz gar nicht mehr loslassen, fühlte sich der Moment doch so gut an. Mehdi ging es da auch nicht viel anders und er schmiegte seine Wange gefühlvoll an die ihre, während sie sich immer noch umarmten. Ganz leise drang ihre süße Stimme an sein Ohr.

Gabi: Happy Birthday, Schatz. Dein Geschenk gibt es aber erst später.

... säuselte sie ihm verliebt zu, was Mehdis Gesichtsfarbe automatisch in ein dunkles Tomatenrot verwandeln ließ. Dies blieb natürlich nicht unbeobachtet und als das Gekicher zunahm, wusste auch die schwer verknallte Krankenschwester, dass es Zeit war, sich zurückzuziehen, Sie küsste Mehdi noch flüchtig auf den Mund und überließ das Feld kurzzeitig den anderen Gratulanten, die ungeduldig darauf drängten, dem Geburtstagskind endlich ihre Glückwünsche und Geschenke zu übermitteln, dem sie sofort wild plappernd nachkamen. Chantal Kunze war schließlich die Letzte, die dieses Vergnügen teilte und den charmanten Frauenarzt knuddelte und herzte...

Chantal: Happy Birthday, Doc. Wie alt sind wir denn eigentlich heute geworden?

Marc und Gretchen hatten sich mittlerweile wieder voneinander gelöst und sich Händchen haltend zu den anderen gesellt und der Oberarzt konnte sich natürlich einen spöttischen Kommentar nicht verkneifen...

Marc: Wird Zeit, dass du so langsam deine Rente beantragst, Alter.
Mehdi (blitzt ihn an): Hahaha! Man ist nur so alt, wie man sich fühlt.
Gretchen: Eben!
Chantal (zieht Mehdi mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht auf): Na dann, sind wir ja gerade in einem Alter, so teenymäßig verturtelt wie du gerade bist.

Alle fingen an, herzhaft zu lachen. Mehdi konnte gar nicht anders, als mit einzustimmen. Wo sie Recht hatte, hatte sie schließlich Recht, dachte er schmunzelnd und warf Gabi einen sehr verliebten Blick zu, der lächelnd von ihr erwidert wurde. Gretchen begann nun mit der Verteilung der Tortenteller, die sie mit Marcs mehr oder minder tatkräftiger Hilfe vorbereitet hatte. Das größte Stück war natürlich dem glücklichen Geburtstagskind vorbehalten und sie hatte auch schon vorsorglich ein nicht minder großes Stück für seine kleine Tochter beiseite gestellt, wie sie es Lilly vorhin versprochen hatte. Gabi half ihr beim Verteilen. Sie reichte gerade ihrer frechen Freundin den Kuchenteller, als diese noch einmal bei ihr neugierig nachhakte...

Chantal: Wie alt ist er denn jetzt wirklich?
Gabi (setzt sich mit ihrem eigenen Teller neben sie und Jochen auf die Sitzkissenwiese, auf der alle gerade wieder Platz nehmen): Sechsunddreißig!
Chantal (sieht ungläubig zu Mehdi hoch, der gerade mit Marc quatscht u. diesem lachend auf die Schulter klopft): Nee! Echt jetzt? So einen alten Knacker hast du dir angelacht?
Gabi (kneift ihr in die Seite): Eh! Das sagt mir gerade die Richtige. Wer hat denn neulich mit Dr. Stier geflirtet? Der ist genauso alt wie Mehdi.
Jochen (verschluckt sich an seinem Stück Kuchen u. kuckt seine Herzensdame verstört an): Was?
Chantal (blitzt Gabi an): Wie oft denn noch? Wir haben nur geredet.
Gabi (zwinkert ihr wissend zu): Natürlich.

Chantal steckte ihrer Freundin, die ihr gemeinsames intimes Gespräch von der Silvesterparty noch genau im Ohr hatte, die Zunge raus und schob sich dann trotzig den leckeren Schokokuchen in den Mund und widmete sich wieder Jochen, der missmutig auf seinem Teller herumstocherte und das Sahnestück in seine mikroskopischkleinen Einzelteile zerlegte. Er erinnerte sich noch allzu genau an den Silvesterabend im EKH, wo dieses bezaubernde Zauberwesen ihn anfangs wegen dem blöden Neuen links liegen gelassen hatte. Als Chantal ihm aber über seinen Oberschenkel strich, waren diese trüben Gedanken schnell wieder wie weggeblasen und er hatte nur noch Augen für sie. Verwundert über den seltsamen Ausdruck in seinem Gesicht sah sie ihn an...

Chantal: Hast du was?
Jochen (wird etwas rot u. wiegelt nervös ab, indem er schnell eine Ladung Sahnekuchen in seinen Mund schiebt): Nö!

Chantal schenkte Jochen daraufhin ein breites Lächeln, welches er verliebt erwiderte. Den Rest Sahne an seinem Mundwinkel bemerkte er dabei nicht. Die junge Dame schmunzelte nur und fuhr mit ihrem Zeigefinger darüber hinweg. Die anderen Geburtstagsgäste hatten sich mittlerweile auch alle wieder in die Kissenlandschaft gesetzt und man hörte von überall nur zufriedene Schmatzgeräusche. Die Geburtstagstorte von Gretchens Mutter kam bei allen gut an und man hätte Bärbel Haase dafür am liebsten den goldenen Kochlöffel überreicht. Vergnügt über diese Kommentare versuchte Gretchen das Rezept zusammenzubekommen.

Mehdi und Marc lehnten derweil etwas abseits von den anderen an der Küchenzeile und schaufelten ebenfalls den Haasschen Schokoladentraum in sich hinein. Der Halbperser musterte seinen Kumpel dabei argwöhnisch von der Seite...

Mehdi: Hast du das vorhin ernst gemeint?
Marc (sieht ihn verwundert an u. balanciert mit der Kuchengabel in der Luft herum): Was?
Mehdi (mit vollem Mund): Dasch mit der Wohnung.
Marc (schiebt sich die Gabel in den Mund, kaut u. genießt, dann sieht er Mehdi lässig an): Ich meine immer alles ernst, was ich sage.
Mehdi (wischt sich augenrollend mit einer Serviette den Mund ab u. schaut ihn grinsend an): Klar, deshalb ist Gretchen auch so sauer auf dich.
Marc: War, mein Lieber, war! Sie hat sich ja mittlerweile wieder eingekriegt.
Mehdi: Sieht mir aber eher wie eine Art Waffenstillstand aus.
Marc (schaut kurz zu seiner Liebsten rüber, die mit den anderen herzhaft lacht): Wie man’s nimmt. Wenn sie erst mal das Penthouse gesehen hat, wird sie’s verstehen. Und dann klappt es auch mit meinem Vorschlag.

Marc zog seinen Hausschlüssel aus seiner Hosentasche und wedelte damit vor Mehdis Nase herum. Dieser blieb aber skeptisch...

Mehdi: Über ungelegte Eier sollte man lieber nicht sprechen, Marc.
Marc (zuckt mit den Schultern u. steckt den Schlüssel zurück in seine Hosentasche): Wieso? Denkst du, deine Gabi spielt nicht mit?
Mehdi (sieht seufzend zu Gabi rüber, die sich gerade über eine Aussage von Sabine zereumelt): Du hast sie aus dieser Wohnung rausgeschmissen. Sie ist vorbelastet.
Marc: Ach komm! Ich dachte, da steht ihr mittlerweile drüber?
Mehdi: Was nicht heißt, dass es ihr nicht noch weh tut.
Marc (rollt mit den Augen): Also ist das ein Nein?
Mehdi (mit den Händen gestikulierend): Das habe ich so nicht gesagt. Deine Wohnung ist toll. Wirklich. Ich hab da immer gerne gewohnt. Das weißt du. Und mit der Terrasse und der Wiese hinterm Haus ist es genau richtig für Lilly. Und zu ihrer Schule wäre es auch nicht weit.
Marc: Na also. Wieso zögerst du dann noch? Wenn ich denen einen potentiellen Nachmieter präsentiere, würde alles viel schneller gehen. Ich sorge auch dafür, dass ihr sie für dieselben Konditionen bekommen könnt. Das wird quasi mein Geburtstagsgeschenk an dich.
Mehdi: Danke! Aber solltest du nicht erst mal mit Gretchen reden, bevor du hier Nägel mit Köpfen machst und die Zimmer verteilst.
Marc (verdreht die Augen): Jaaahaaa! Das wird schon. Sie ist der Sache ja auch nicht mehr so abgeneigt, denke ich.
Mehdi: Denkst du! Hat deine Eile eigentlich einen besonderen Grund?
Marc (begriffsstutzig): Was meinst du?
Mehdi: Na ja... größere Wohnung, mehr Platz, drei Kinderzimmer...
Marc (hält abwehrend seine Hände vor sein Gesicht): Woah! Arbeits- und Spielezimmer vielleicht.
Mehdi (schmunzelt): Klar! Auf diese Weise kriegst du Gretchen sicher rum.
Marc (blitzt ihn beleidigt an): Hahaha!
Mehdi: Ernsthaft jetzt, denkst du nicht auch manchmal darüber nach?
Marc: Planst du etwa schon mit Gabi?
Mehdi: Vielleicht später mal, ja, aber ich hab dich gefragt.
Marc (fährt sich stöhnend über sein Gesicht): Mann!
Mehdi: Du kennst Gretchen. Früher oder später...
Marc (fällt ihm uncharmant ins Wort): Wir haben genug anderes im Kopf, als jetzt schon so weit zu denken.
Mehdi (schiebt sich Torte in den Mund u. sieht Marc dabei fragend an): Aber es ist schon Teil deines „ganzen Programms“ oder?
Marc: Boah, weißt du, manchmal ist es echt nervend, dass ausgerechnet du ihre beste Freundin bist.

Marc blitzte seinen Kumpel leicht angefressen an, der darüber nur schmunzeln konnte, und spachtelte anschließend den Rest der Torte mit einem Mal in sich rein, damit er nicht weiter von der ungekrönten Tratschkönigin verhört werden konnte. Dass Gretchen auch nie ihre Klappe halten konnte. Mittlerweile verfluchte er sich dafür, dass er ihr überhaupt dieses alberne Versprechen gemacht hatte. Schließlich brachte es ihm nun den Spott seines Freundes ein, der es, wie er insgeheim auch wusste, eigentlich gar nicht spöttisch gemeint hatte, sondern sich einfach nur für die beiden freute, dass deren Beziehung zunehmend gefestigter und reifer wurde, wenn man mal von dem einen oder anderen Rückfall in den Kindergarten absah, wie sie heute Abend eindrucksvoll bewiesen hatten. Marc ließ Mehdi schließlich stehen und ging zu Gretchen rüber, die ihn verliebt anschaute, als er sich zu ihr setzte und sie in den Klammergriff nahm. Doch der sanftmütige Gynäkologe blieb nicht lange alleine in der Küche stehen, denn ein junges Mädchen stürzte sich nun auf ihn, nachdem sie von einer kurzen Stippvisite bei ihrer Tochter zurückgekommen war...

Chantal: Was ist denn das für eine lahme Party, wenn hier überhaupt nicht getanzt wird, hä? Oder schmerzen schon die Gelenke, alter Mann.
Mehdi: Hehe! Nicht so frech, junges Fräulein!

... belehrte er Chantal augenzwinkernd, die ihn frech angrinste. Er schaute zur I-Pod-Station, die auf der Anrichte stand, ging schließlich rüber und bemerkte, dass das Gerät sich offenbar ausgeschaltet hatte, und drückte auf Play.

http://www.youtube.com/watch?v=_4iA1-cA82o&feature=related

Chantal sprang begeistert auf und schnappte sich Mehdis Hand...

Chantal: Na geht doch! Komm, alter Mann, wir mischen den Laden auf, hmm?
Mehdi (rollt mit den Augen u. sieht dann kurz zu Gabi rüber, die ihn sehnsüchtig beobachtet): Wärst du mir böse, wenn...
Chantal (hat die Schmachtblicke der beiden bemerkt u. stöhnt entnervt auf): Ihr seid echt schlimmer als jeder Sechszehnjährige. Unfassbar! Dann such ich mir eben ein anderes Opfer. ... Jo!

Während die Achtzehnjährige jetzt Gretchens Bruder vom Boden hochzog und mit ihrer ansteckenden Euphorie zum Tanzen animierte, forderte Mehdi charmant lächelnd seine Freundin auf...

Mehdi: Darf ich bitten?
Gabi (ergreift grinsend seine Hand u. schmachtet ihn an): Ich dachte, du würdest nie fragen.

Mehdi lachte, wirbelte Gabi einmal im Kreis herum und legte dann seine Hand an ihre Taille, während sie ihre freie Hand an seinen bebenden Brustkorb legte und sich schließlich an ihn schmiegte und sich von ihm führen ließ. Nach und nach erhoben sich auch die anderen vom Boden und beschlossen, ebenfalls ihre eingeschlafenen Tanzbeine zu schwingen. Chantal wirbelte Jochen wild in dem kleinen Zimmer herum, der zwar eher der Typ Tanzmuffel war, aber er ließ es sich gerne gefallen. Er schwebte eh schon seit zwei Stunden wie auf Wolken und tänzelte nun leichtfüßig mit ihr hin und her. Sabine und Günni stolperten dagegen mal wieder mehr über ihre eigenen Füße, als dass sie wirklich tanzten, aber das machte ihrem Spaß keinen Abbruch. Kate und Azadeh schwoften erst alleine durch das Wohnzimmer, nachdem sie die störenden Sitzkissen zur Seite geschoben hatten, dann tanzten beide - jede mit einem leckeren selbstgemixten Cocktail in der Hand - fröhlich den Langzeitsingle Dr. Rüdiger Fuchs an, der sich das gerne gefallen ließ und die Aufmerksamkeit der beiden attraktiven Damen sehr genoss. Nur Gretchen und Marc zierten sich noch. Sie hatten sich schmusend in die Couchecke zurückgezogen und verfolgten nun amüsiert, wie die Party so langsam ihren Höhepunkt erreichte. Erst nach einigen Minuten flüchtiger Seitenblicke und einem weiteren Glas Sekt traute sich Gretchen endlich, ihren Freund anzusehen, der sich hinter seiner Bierflasche versteckt hatte, um dem peinlichen Gehopse möglichst zu entgehen. Die verliebte Frau biss sich auf ihre Unterlippe und blickte ihren Traumtänzer mit einem sehr überzeugenden Dackelblick schüchtern von der Seite an. Marc rollte nur wissend mit den Augen und stellte seine Flasche aufs Fensterbrett zwischen zwei Kerzen und reichte ihr schließlich seine Hand. Er hatte doch eh keine Wahl, wenn Haasenzahn ihn so anschaute...

Marc: Komm! Es ist ja nicht auszuhalten, was die sich da zusammenhampeln. Den zeigen wir’s jetzt.

Gretchen strahlte über das ganze Gesicht, als Marc sie zu sich hoch zog und eng an seinen muskulösen Körper drängte. Für einen Moment hielten beide den Atem an und blickten sich einfach nur tief in die Augen. Sie spürten, wie das Feuer in ihnen langsam aufstieg, und begannen fast wie von selbst ihre Hüften zum Takt der Musik zu bewegen. Als einer von beiden blinzelte, mussten plötzlich beide lachen und Marc wirbelte seinen süßen Haasenzahn anschließend einmal in die eine, dann in die andere Richtung. Gretchen schlang ihre Arme um seinen Nacken und legte ihren Kopf an seine Brust und ließ sich von ihrem Liebsten in eine andere Welt entführen, eine Welt, in der sie weder stritten oder sich wegen Nichtigkeiten anzickten, sondern wo sie einfach nur unbeschwert und glücklich waren. Und das waren sie auch in den nächsten Stunden.

Lorelei Offline

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30.10.2011 17:36
#1155 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

http://www.youtube.com/watch?v=wO5iI5HBef8

Alle hatten einen riesigen Spaß, grölten lautstark schief und schräg die einzelnen Lieder mit, die gespielt wurden, und zappelten wild und ungezügelt hin und her. Selbst die sonst so biedere Schwester Sabine bewies zur Überraschung aller eindrucksvoll ihre Partytauglichkeit, dass es Dr. Gummersbach mehr als einmal den Atem raubte. Es wurde wirklich die von Gretchen so erhoffte „Gute-Laune“-Party für Mehdi, der von allen wohl den meisten Spaß hatte und mit seinen Tanzkünsten vor allem bei den anwesenden Damen für reichlich Aufsehen und Bluthochdruck sorgte. Aber Gabi gab ihren Schatz an diesem Abend nicht mehr her. Da konnten Kate und Azadeh noch so sehr betteln und mit den Wimpern klimpern. Gretchen tat es ihr mit Marc gleich. Keine Sekunde hatte sie ihn losgelassen und der Oberarzt wäre sicherlich auch nie auf die Idee gekommen. Zu sehr genoss er ihre aufregende Nähe, die er tags zuvor doch so lange hatte entbehren müssen.

Kurz vor drei Uhr morgens entschieden sich die ersten Gäste zu gehen. Sabine hatte schließlich am nächsten Morgen Frühschicht und sie dachte mit einem eher mulmigen Gefühl daran, wie sie nach dieser rauschenden Nacht heute ihren Dienst durchstehen sollte. Sie hakte sich bei Günni ein und verabschiedete sich. Kate, die ebenfalls Frühschicht in der Gynäkologie hatte, folgte den beiden, wenn auch mit schwerem Herzen. Sie hätte gerne noch weitergefeiert, aber sie brauchte in ihrem Alter nun mal ihren Schönheitsschlaf und wenn er nur ein paar Stunden dauerte. Sie hatte sich freundlicherweise bereitgestellt, Mehdis Cousine Azadeh nach Hause zu ihren Verwandten zu fahren, wo sie in den nächsten Tagen übernachten würde. Und Dr. Fuchs, der nach dem Genuss diverser Alkoholika schon fast im Stehen einschlief, hatte sich den beiden Damen auch noch aufgedrängt. Sie war einfach zu gut für diese Welt, fluchte die rothaarige Assistenzärztin leise vor sich hin und hakte den Radiologen auf der einen Seite ein, während Aza es ihr auf der anderen Seite gleichtat. Mit vereinter Frauenpower schleiften sie die nun schnarchende Alkoholleiche nach draußen. Als die Wohnungstür schließlich ins Schloss fiel, wachten auch Chantal und Jochen auf, die seit geraumer Zeit auf dem Sofa miteinander wild geschmust hatten. Die junge Frau strich sich über ihr leicht gerötetes Gesicht und sah dann auf ihre Armbanduhr und sprang erschrocken auf, während Gretchens Bruder noch ganz weit weg zu sein schien und sich das nächste Sofakissen zum Knuddeln suchte...

Chantal: Scheiße, ist das spät.
Jochen: Kein Problem, ich fahr dich. Ich bin mit dem Auto da.

Chantal antwortete nicht, sondern verschwand schnell im Flur. Irritiert und noch leicht durcheinander folgte Jochen ihr. Er musste sich aber erst durch die vier übrig gebliebenen Stehblues-Tänzer quetschen, die vom Aufbruch ihrer gemeinsamen Freunde und Kollegen gar nichts mitbekommen hatten und gegenwärtig in anderen Dimensionen schwebten.

http://www.youtube.com/watch?v=wL3ddLiS6eo&feature=related

Vor Mehdis Schlafzimmertür blieb der Medizinstudent verwundert stehen und starrte mit großen Augen hinein...

Jochen: Äh... wo kommt denn das Baby her? Der Kaan und Gabi sind doch meines Wissens erst seit kurzem zusammen und dass sie schwanger war, das wäre doch... Hä?
Chantal (hat sich in der Zwischenzeit Celine mit dem Tragetuch an den Körper geschnallt u. schüttelt den Kopf): Nee, Celine gehört zu mir.
Jochen (versteht gar nichts mehr): Celine?
Chantal (nickt u. versucht in ihre Jacke zu kommen): Hilfst du mir bitte mit der Jacke und der Tasche?
Jochen (sichtlich verwirrt hilft er ihr dabei, die Jacke überzuziehen, wobei sein Blick kontinuierlich auf dem schlafendem Baby ruht, das ihm irgendwie unheimlich erscheint). Äh... ja klar.

Chantal lächelte ihren Kavalier dankbar an, der nun ihren Rucksack und ihre Handtasche in die Hand nahm und ihr kommentarlos in den Flur folgte, wo er selbst nun in seine Daunenjacke schlüpfte. Die junge Mutter schaute ins Wohnzimmer zu den tanzenden Paaren und verabschiedete sich...

Chantal: Macht’s gut, Leute. Danke für die tolle Party. War echt geil.

Ohne eine Reaktion der vier Übriggebliebenen abzuwarten, die eh ausgeblieben wäre, so sehr wie die Turteltauben gerade mit sich selbst beschäftigt waren, öffnete Chantal die Wohnungstür und ging hinaus. Jochen schaute noch einmal vergewissernd ins Wohnzimmer, wo seine Schwester so innig mit Dr. Meier knutschte, dass ihm fast die Geburtstagstorte wieder hochgekommen wäre. Dasselbe Bild beim Geburtstagskind und seiner heißen Gespielin. Gretchens Bruder verdrehte nur die Augen und sah zu, dass er schnell Land gewann.

Als die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss fiel, wachte Gretchen abrupt auf. Was machte sie eigentlich hier? Sie hatte Marc doch noch nicht verziehen, aber knutschte hier mit ihm herum, als sei überhaupt nichts gewesen. So war das aber nicht geplant gewesen. Sie löste den Kuss schließlich und strich sich verwirrt über ihr Gesicht. Dann sah sie sich um. Wo waren denn alle auf einmal abgeblieben? Auch Marc, der eigentlich gerne weitergemacht hätte, schaute sich verwundert im mittlerweile leeren Wohnzimmer um und stöhnte auf, als er Mehdi schwerverliebt mit seiner Ex tanzen sah. Ein Bild, das Sittenwächter sicherlich verpixelt hätten. Angewidert wandte er sich ab und seiner verlegenen Liebsten zu...

Marc: Die Vögel scheinen wohl alle schon ausgeflogen zu sein?
Ich hab gar nichts mitgekriegt. Krass!
Gretchen (fährt sich sichtlich verwirrt über den Nacken): Hmm? Ja, scheint so. Vielleicht sollten wir ... auch...
Marc: Definitiv! Die stehen kurz davor, sich gleich die Klamotten vom Leib zu reißen.
Gretchen (riskiert einen Blick zu dem Paar, läuft rot an u. beginnt anschließend zusammenzuräumen): Marc!
Marc (sieht ihr verwundert dabei zu, wie sie die Gläser zusammensammelt u. in die Küche schafft): Was machst du hier eigentlich?
Gretchen: Aufräumen! Wäre nett, wenn du mir helfen würdest.
Marc: Oh komm, das muss doch jetzt nicht mehr sein.
Gretchen: Marc, ich hab die Party organisiert. Ich kann Mehdi doch jetzt nicht mit der ganzen Arbeit alleine lassen. Kuck doch mal, wie es hier aussieht.
Marc (sieht zu dem wild knutschenden und fummelnden Paar rüber): Glaub mir, der will jetzt nichts anderes, als alleine gelassen zu werden.
Gretchen (schaut nun auch zu den beiden rüber u. ihr fallen fast die Augen aus dem Kopf): Vie...vielleicht hast du recht.

Mit hochrotem Kopf hangelte sie ihre rosa Handtasche vom Küchenstuhl und ging mit gesenktem Blick an dem innigen Liebespaar vorbei in den Flur. Marc hielt ihren Mantel schon in der Hand und half ihr gentlemanlike hinein, was Gretchen verschämt lächeln ließ. Wenn er so war, konnte sie ihm kaum länger böse sein. Der Oberarzt, der sich bereits angekleidet hatte, hatte die Tür schon geöffnet, als Gretchen sich noch einmal zu Mehdi und Gabi umdrehte...

Gretchen: Wir... wir gehen jetzt. Ich helfe euch morgen, also heute, beim Aufräumen. Ruft einfach an, wenn es euch passt.
Marc (lehnt amüsiert am Türrahmen): Haasenzahn, die bekommen schon lange nichts mehr mit.
Gretchen: Oh!

Mit geröteten Wangen ging die Assistenzärztin nun an ihrem breit grinsenden Freund vorbei in den Hausflur. Mit einem Schnipser schlug Marc die Tür zu und folgte ihr nach draußen. Seine Freunde waren schon eine Weile gegangen, als Mehdi sich endlich von seiner aufregenden Freundin löste. Die zuschlagende Tür hatte er nicht gehört, dafür aber, dass die Musik ausgegangen war. Er wollte gerade wieder auf Play drücken, als ihm auffiel, dass er und Gabi mittlerweile ganz alleine in seiner Wohnung waren. Irritiert schaute er sich nach allen Seiten um. Gabi, die nur ganz langsam zurück in die Realität fand, tat es ihm gleich...

Gabi: Wann sind die denn gegangen?
Mehdi (sichtlich verwirrt): Äh... keine Ahnung.

Beide mussten plötzlich auflachen und fielen sich nach einigen Sekunden mit Zwerchfellkrämpfen wieder in die Arme. Es dauerte einen Moment, bis sie sich wieder beruhigt hatten. Gabi sah ihrem Liebsten verträumt in seine wunderschönen dunklen Augen und strich ihm über die leicht gerötete Wange. Dann schoss ihr plötzlich etwas durch den Kopf und sie löste sich abrupt wieder von ihm. Mehdi blickte sie ziemlich verdattert an, was sie wiederum zum Schmunzeln brachte...

Gabi: Eigentlich ist es ja schon unverschämt, dass die uns mit der ganzen Aufräumarbeit allein gelassen haben. Andererseits ... aber auch unser Glück.
Mehdi: Wie meinst du das jetzt?
Gabi (grinst): Warte ab!

Gabi drückte dem verwirrten Mann noch einen dicken Schmatzer auf die Wange und verschwand anschließend schnell im Schlafzimmer. Mehdi blickte ihr ziemlich perplex hinterher, schmunzelte aber dann und begann, ein wenig aufzuräumen in seiner Wohnung. Nach einigen Minuten hörte er aber ein Geräusch hinter sich und drehte sich um. Was er dann sah, verschlug ihm für den ersten Moment den Atem. Wie in Zeitlupe richtete er sich auf und starrte die brünette Schönheit an. Seine Gabi trug wieder ihren schwarzen Mantel vom Beginn des Abends, der noch weniger verdeckte als das Strickkleid, das er den ganzen Abend lang an ihrem perfekten Körper bewundern und anfassen durfte. Er schnappte hörbar nach Luft und versuchte seine Stimme wieder zu finden...

Mehdi: Wie...wieso willst du denn jetzt auch gehen?
Gabi (schmunzelt): Wer sagt denn was von Gehen? Ich bin doch gerade erst gekommen. Und es wird Zeit, dass du jetzt endlich dein Geschenk auspackst.

Lorelei Offline

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31.10.2011 16:52
#1156 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben, danke für euer tolles Feedback. Die Geburtstagsparty nähert sich ihrem Ende zu und geht nun in eine Privatparty über. Achtung: das Folgende ist nur etwas für eingefleischte Bidis! Viel Spaß! Eure Lorelei





http://www.youtube.com/watch?v=F3wg4N_dYxM

Mehdi schluckte schwer, als er endlich realisierte, was Gabi mit ihm vorhatte. Aufgeregt beobachtete der verliebte Mann, wie sie in langsamen, sehr lasziven Bewegungen auf ihn zu kam, ihre rechte Hand an seinen Brustkorb legte, unter dem sein Herz gerade wie verrückt zu trommeln begann, und ihn mit sanfte Gewalt zum Sofa hin schob, ihn darauf hinunterdrückte und es sich anschließend auf seinem Schoss bequem machte. Mehdi rang hörbar nach Luft, als die sexy Verführerin sich aufreizend an ihm rieb. All seine Sinne waren wie elektrisiert, während er vorsichtig seine leicht zittrigen Hände an ihre Hüfte legte und ihr mit immer größer werdenden Augen in ihr wunderschönes Gesicht blickte. Gabi schmunzelte nur angesichts seiner von ihr erwarteten Reaktion und begann nun mit der eigentlichen Show, mit der sie ihn schon vor Stunden hatte überraschen wollen. Während sie Marilyn-Monroe-like ein Geburtstagsständchen für ihn säuselte, knöpfte sie langsam Knopf für Knopf ihres schwarzen Mantels auf...

Gabi: Happy... Birthday... to you, Happy... Birthday... to you, Happy... Birthday... dear Dr. Kaaaaan, Happy... Birthday... to you.

Mit gierigen Augen verfolgte Mehdi ihr Tun und ihm verschlug es schließlich die Sprache, als er endlich nach quälend langen Sekunden den verführerischen Inhalt, eine sexy schwarz-rote Corsage, die ein atemberaubendes Dekolletee schuf, bewundern durfte.

Mehdi: Wow!

... stammelte er schließlich nervös und konnte seinen Blick nicht mehr von ihr abwenden. Sie war so atemberaubend schön. Gabi, die seine bewundernden Blicke auf ihren Körper sehr zu genießen schien und förmlich in sich aufsog, grinste den sprachlosen Oberarzt pappfrech an und fuhr nun mit ihren beiden Händen einmal aufreizend über seinen muskulösen Oberkörper, der sich unter seinem engen schwarzen Hemd angespannt hatte, woraufhin er laut aufstöhnte und seinen Kopf in den Nacken legte. Mehdi holte tief Luft und strich nun seinerseits mit den Händen ihre schlanken in schwarze Nylonstrümpfe gehüllten Beine empor, ertastete die Strapse, was ihn erneut lautstark nach Luft schnappen ließ, und presste sie anschließend an ihren knackigen Po, den er nun sanft zu massieren begann. Gabi trug immer noch ihren schwarzen Mantel auf ihren Schultern und stöhnte nun ihrerseits auf, als seine flinken Finger unter ihre Jacke glitten und langsam streichelnd nach oben wanderten. Eine Gänsehaut zog sich über jeden Zentimeter nackter Haut, den er ertastete. Er wollte gerade das letzte Stück störenden Stoff von ihren Schultern streifen, um seinen Kopf anschließend in ihr glitzerndes Dekolletee zu versenken, das vor Erregung mächtig bebte und ihn zunehmend um den Verstand brachte, als Gabi aber innehielt und Mehdi mit ihrem Zeigefinger, den sie in seine Brust bohrte, bestimmt zurück an die Sofalehne drückte. Atemlos blickte der erregte Mann sie nun an und suchte in ihren funkelnden Augen nach einer Erklärung für ihr abruptes Innehalten. Die sexy Verführerin lächelte nur geheimnisvoll und griff in ihre rechte Manteltasche...

Gabi: Warte! Bevor du mit mir machen kannst, was du willst, hab ich noch dein richtiges Geburtstagsgeschenk für dich.
Mehdi (blickt sie ziemlich betröppelt an): Noch eins? Aber du bist doch schon das schönste Geschenk, das es gibt.
Gabi (zieht einen roten Umschlag aus ihrer Manteltasche u. wedelt damit breit grinsend und geschmeichelt vor seiner Nase herum): Schleimer!
Mehdi (lacht u. schaut dann fragend auf den Umschlag): Was ist das?
Gabi (spürt so langsam die Aufregung in sich aufsteigen u. hält den Brief in die Luft): Schau doch nach!
Mehdi (neugierig stibitzt er ihr den Umschlag u. reißt ihn auf, zwei ebenso knallrote Karten kommen zum Vorschein, die er nun interessiert von beiden Seiten studiert): Oh!
Gabi (sieht gespannt zwischen seinen leuchtenden Augen hin u. her u. erklärt ihm den Grund für die Wahl dieses Geschenkes): Zum Abschluss der Tanzkurse gibt es doch immer einen Ball und da dachte ich mir, vielleicht könnten wir da ja auch hingehen, auch wenn wir jetzt nicht so regelmäßig aktiv dabei waren.
Mehdi (drückt seine Freundin begeistert an sich u. gibt ihr einen Kuss auf die Wange, bevor er die Karten wieder gerührt anschaut): Das ist eine wunderbare Idee, Gabi.

Es gefällt ihm! Yes!!!

Gabi strahlte das Geburtstagskind glücklich an und konnte in seinen leuchtenden Augen deutlich seine aufrichtige Freude lesen. Mehdi konnte gar nicht anders als seine süße Freundin jetzt zu küssen. Erst ganz zaghaft und voller Dankbarkeit und Liebe und dann, als er sich ihrer körperlichen Nähe wieder bewusst wurde, immer leidenschaftlicher und fordernder. Schnell fand sich ihr Mantel doch noch auf dem Boden seines Wohnzimmers wieder und er konnte endlich sein zweites und noch viel wertvolleres „Geschenk“ in seiner ganzen Schönheit bewundern. Zärtlich strich Mehdi über ihr makelloses Dekolletee, das durch die geschnürte Corsage noch mächtiger erschien, als es eh schon war, und benetzte es anschließend mit zahlreichen brennenden Küssen, die Gabi immer wieder sinnlich aufseufzen ließen. Gleichzeitig versuchte der Frauenarzt, der doch eigentlich über die besonderen Schaltkreise der Frauen Bescheid wusste, ungeschickt an ihrem Rücken die Schnüre des sexy Dessous zu lockern, scheiterte aber kläglich daran, während seine aufreizende Freundin dagegen schon ein Erfolgserlebnis verkünden konnte. Sie hatte nämlich Mehdis Adoniskörper bereits von dem störenden Hemd befreit und strich nun triumphierend mit ihren sanften Händen immer wieder über seine muskulöse nackte Brust und erfreute sich sehr an diesem mehr als aufregenden Anblick. Als der Halbperser sie aber mit süßem Dackelblick leicht verzweifelt anblickte, da das Geschenke auspacken sich dann doch als nicht ganz so einfach herausgestellt hatte, stand Gabi schmunzelnd auf, drehte ihm ihren sexy Rücken zu, strich ihren kunstvoll geflochtenen Zopf aus dem Nacken und setzte sich anschließend wieder auf seinen deutlich erregten Schoss. Nun hatte Mehdi den komplizierten Verschluss direkt vor Augen und konnte ihn mit einer Leichtigkeit auseinanderfädeln, dass selbst Gabi überrascht war. Sanft strich er ihre Seiten empor und sie hob automatisch ihre Arme in die Höhe. Er zog ihr die Corsage über den Kopf und legte sie zur Seite. Seine glühenden weichen Lippen setzten sich sofort in ihre Halsbeuge, während sich seine Hände begierig auf ihre üppigen Brüste legten, die er fest umschloss und liebevoll zu kneten begann. Gabi schloss ihre Augen, legte ihren Kopf etwas in ihren Nacken und gab sich seinen betörenden Berührungen ganz hin. Leise stöhnte sie seinen Namen und zeigte ihm dadurch, wie sehr ihr sein sinnliches Spiel gefiel. Langsam stand er mit ihr in seinen Armen vom Sofa auf, verwöhnte nun die andere Seite ihres wunderschönen Halses mit einem aufregenden Lippenspiel, während seine Hände tiefer hinabwanderten und schließlich an ihrem Schoss verweilten. Zitternd vor Erregung drehte sich Gabi zu ihm herum und sah ihm tief in seine feurig schimmernden Augen. Sie wollte ihn so sehr. Jede Faser ihres Körpers sehnte sich nach seinen zärtlichen Berührungen. Sie wollte ihn spüren, riechen, schmecken, ihm ihre ganze grenzenlose Liebe zeigen. Mehdi erwiderte ihre intensiven Blicke, streichelte liebevoll ihre Wange mit kreisenden Daumenbewegungen und schließlich küsste er sie mit unendlich viel Gefühl und Leidenschaft. Minutenlang standen sie so da. Nackte Haut an nackter Haut. Sie hielten sich einfach nur im Arm, schmusten miteinander und streichelten sich gegenseitig. Die letzten Kleidungsstücke fanden wie von selbst ihren Weg zu Boden. Dann sanken die beiden zurück auf das Schlafsofa, das Mehdi zwischenzeitlich ausgeklappt hatte, und gaben sich umrahmt von vielen brennenden Kerzen ihren übermächtigen Gefühlen hin.

http://www.youtube.com/watch?v=cJjORU0lLwA&feature=related

Lorelei Offline

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01.11.2011 16:52
#1157 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Heute stehen mal zwei ganz andere Personen im Mittelpunkt. Denn es gilt noch ein ganz bestimmtes Missverständnis aus dem Weg zu räumen. Viel Spaß u. schönen Nachmittag noch. Eure Lorelei



In der Zwischenzeit hatte Jochen Haase die Hochhaussiedlung erreicht, in der seine Traumfrau lebte. Keine schöne Gegend, wie er trotz Dunkelheit feststellte. Die beiden hatten nicht viel geredet während der kurzen Fahrt hierher, weil das Baby zwischenzeitlich aufgewacht war und die ganze Zeit gequengelt hatte, bis Chantal es vor ein paar Minuten endlich beruhigen konnte und Celine wieder eingeschlafen war. Und nun saßen sie da im schicken neuen Wagen seines Vaters, der ihm sicherlich noch die Hölle heißmachen würde, weil er ihm hoch und heilig versprochen hatte, nach einer Stunde wieder zuhause zu sein. Das war jetzt fast sechs Stunden her. Aber den Anschiss war es wert gewesen. Er hatte SIE wieder getroffen. Die Frau, die ihm den Kopf verdreht hatte und in die er sich heute Nacht erneut wahnsinnig verknallt hatte. Jochen schaute immer wieder verstohlen zu ihr rüber, lächelte, aber traute sich nicht sie anzusprechen, denn irgendetwas war sehr seltsam an der ganzen Situation, die immer angespannter wirkte. Sein Blick wanderte tiefer und landete ganz automatisch auf dem kleinen Bündel Mensch, das sie in den Armen hielt. Das mulmige Gefühl in seinem Bauch wurde immer stärker. Chantal wartete währenddessen nur darauf, dass ihr Gegenüber endlich etwas sagte. Sie zweifelte mit sich. Eigentlich mit allem. Vielleicht hätte sie ihm doch schon längst von ihrer kleinen Tochter erzählen sollen, aber es hatte einfach nie den richtigen Moment dafür gegeben. Aber jetzt lagen die Tatsachen auf dem Tisch. Das dachte sie zumindest, aber da täuschte sie sich gewaltig, wie sie feststellen musste, als Jochen sie schließlich doch endlich zögerlich ansprach...

Jochen: Nett von dir, dass du dich so um deine Schwester kümmerst. Sind deine Eltern nicht da, dass du heute den Babysitter spielen musst?
Chantal (sieht ihn perplex an): Schwester? Aber sie ist nicht meine Schwester.
Jochen (verwirrt): Nicht?
Chantal (streicht Celine sanft über den Kopf): Nein, das ist mein ganzer Stolz.
Jochen (noch verwirrter): Äh... Ich versteh nicht ganz.
Chantal (rollt wegen so viel männlicher Ignoranz und Begriffsstutzigkeit die Augen u. klärt ihn endlich auf): Celine ist meine Tochter, du Depp.

Jetzt fiel der Medizinstudent tatsächlich aus allen rosaroten Wolken und er sah Chantal ziemlich überrascht an. Sein Blick raste regelrecht zwischen ihr und ihrer angeblichen Tochter hin und her. Er wusste überhaupt nicht, was er fühlen und denken sollte, geschweige denn wie er überhaupt angemessen darauf reagieren sollte. Das war schon eine kleine Bombe, die seine Traumfrau da gerade losgelassen hatte. Einige hätten es vermutlich sogar als Stinkbombe bezeichnet, denn der Geruch einer vollen Windel erreichte nun auch Jochens Nasenflügel und füllte bald die gesamte Haassche Limousine aus, was den schon bestehenden Unannehmlichkeitsfaktor von Chantal Kunze gewaltig nach oben steigen ließ. Eine leichte Rosé-Färbung ihrer Wangen war das äußerlich sichtbare Zeichen dafür und sie kuckte einen Moment lang ziemlich verzweifelt auf ihre friedlich schlafende Tochter, die die Unschuld in Person zu sein schien. Doch Jochen Haase war noch viel zu überfordert mit dieser unerwarteten Neuigkeit, als dass er die unangenehme Luftveränderung im Auto mitbekommen hätte. Deshalb sah er auch eher ziemlich betröppelt aus der Wäsche, als er sein Gegenüber immer noch mit offenem Mund anstarrte, ohne etwas zu erwidern, und Chantal spürte einen leichten Anflug von Enttäuschung in sich aufkommen, den sie sich aber nicht anmerken ließ. Was hatte sie denn auch erwartet? Natürlich würde er genau so reagieren. Er war schließlich ein Mann, noch dazu ziemlich grün hinter den Ohren. Auch wenn sie insgeheim gehofft hatte, dass er nicht so reagieren würde wie all die anderen Männer, denen sie in letzter Zeit begegnet war und die sie nach der Babynachricht nicht mal mehr mit dem Arsch angesehen hatten. Ein zwei Ausnahmen abgezogen. Nach einer Minute fand der sprachgelähmte Student aber endlich seine Muttersprache wieder, auch wenn diese jetzt eher nach der eines kleinen Jungen klang...

Jochen: Deine...? Oh!
Chantal (beobachtet ihn misstrauisch): Hast du ein Problem damit?
Jochen (räuspert sich nervös; seine Überforderung ist ihm deutlich anzusehen): Ich? ... Ähm... Nein!
Chantal (kann schon wieder etwas lächeln u. öffnet ihre Beifahrertür): Gut! Willst du noch mit hochkommen?
Jochen (fühlt sich überrollt): Ähm...
Chantal (sieht ihn wimpernklimpernd an): Ein Gentleman würde mir aber die Taschen hinterher tragen. Ich hab hier nämlich schon genug zu schleppen und ich will im Haus nicht unnötig Terror machen, falls sie aufwacht. Ist hier nicht so kinderfreundlich, wie man denkt. Obwohl ich glaube, ich würde wahrscheinlich auch meckern, wenn ich halb vier durch solchen Krach aus dem Bett geschmissen werden würde. Du glaubst ja gar nicht, was für ein lautes Organ sie hat. Na ja, bei mir darf der kleine Terrorkrümel das ja schon, aber eigentlich schläft Celine ja auch schon durch. Also an guten Tagen.

Jochen hatte dem Plappermaul sichtlich verwirrt zugehört, klebte aber noch immer an seinem Sitz, während Chantal bereits aus dem Auto ausgestiegen war und nun noch einmal ungeduldig zur offenen Beifahrertür hineinkuckte...

Chantal: Kommst du?
Jochen (wacht endlich aus seiner Schockstarre auf): Oh! Ja, äh... klar!

Er nahm ihre beiden Taschen vom Rücksitz, schloss den elterlichen Wagen ab und folgte ihr schließlich in das unsanierte Hochhaus. Vor ihrer Wohnungstür angekommen, reichte er Chantal die Taschen, die sie dankbar entgegennahm und in ihren Flur stellte. Wieder setzte betretenes Schweigen ein und Jochen wusste einfach nicht, was er sagen sollte. Sein Kopf war wie leergefegt. Es war zum Verzweifeln. Gerade weil Chantal ihn so liebevoll ansah, dass er schon wieder weiche Knie bekam...

Chantal: Was ist? Willst du da Wurzeln schlagen oder was?
Jochen (sieht immer wieder unsicher zwischen ihr und dem schlafenden Baby hin u. her): Äh... ich... ich weiß nicht.
Chantal (stöhnt entnervt auf, zieht ihn einfach in ihre Wohnung u. schließt die Tür hinter ihm, dann sieht sie ihn auf ihre gewohnt lässige und unkomplizierte Art an, die er so an ihr mag): Jo, jetzt bleib mal locker! Ich will dich hier nicht gleich als Vater verpflichten. Oder was immer gerade in deinem süßen Köpfchen vor sich geht. Ich dachte halt, nach dem schönen Abend setzen wir noch da an, wo wir neulich im Krankenhaus aufgehört haben, hmm? Ich leg die Kleine nur schnell trocken und dann in die Koje und bin sofort zurück. Kannst es dir ja überlegen.

Chantal zwinkerte dem sprachlosen Mann verführerisch zu und gab ihm als Überzeugungsstütze einen kleinen Kuss auf dem Mund, dann verschwand sie auch schon mit Celine im hintersten Zimmer. Jochen sah dem Traumwesen ziemlich betröppelt hinterher.

Lorelei Offline

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02.11.2011 17:17
#1158 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Ob Jochen geblieben ist oder nicht und wie es überhaupt in dieser Hinsicht weitergeht, lasse ich mal offen. Jeder kann sich selbst ein Urteil bilden. Aber ich werde das Thema natürlich an passender Stelle wieder aufgreifen. Nun will ich aber erst einmal die Martchen-Entzugserscheinungen stillen. Viel Spaß mit dem nächsten Teil und der Frage, was ist eigentlich mit der Wohnung. Liebe Grüße, Lorelei



Zur gleichen Zeit in einem nobleren Viertel von Berlin

Dr. Marc Meier und Dr. Gretchen Haase hatten mittlerweile ebenfalls ihr Zuhause erreicht. Wortlos hatte der Oberarzt seinen Volvo in die Tiefgarage gefahren und stand nun neben seiner ebenso schweigsamen Freundin im Fahrstuhl, der sie nach oben brachte. Seitdem sie Mehdis Geburtstagsparty verlassen hatten, hatten sie kaum ein Wort miteinander geredet und wenn dann war es nur eher beiläufiger Natur gewesen und hatte sich auf die mehr als gelungene Feier bezogen. Still hatte die schöne Assistenzärztin die vorbeirauschenden Lichter der Straßenlaternen beobachtet und ebenso still und abwesend stand sie nun wenige Minuten später vor ihrer gemeinsamen Wohnungstür. Marc hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben und schloss ziemlich frustriert eben jene Tür auf, an der ihr gemeinsames Namensschild prangte. Nichts war mehr übrig von der überschwänglichen Stimmung der letzten Stunden, als sie mit den anderen eine fröhliche Party gefeiert hatten, gelacht, wild getanzt und noch hemmungsloser miteinander geknutscht hatten. Ohne Sorgen und Kummer. Einfach unbeschwert und glücklich. Er hatte ihre Meinungsverschiedenheit vom Frühstückstisch schon fast vergessen gehabt. Aber Gretchen grübelte mal wieder und er konnte sich denken, dass es ihr genau darum ging. Aber anstatt darüber zu reden und das endgültig zu klären, hatte Madame ein Schweigegelübde abgelegt. Auf leisen Sohlen schlich sie an ihrem Freund vorbei in die Wohnung und zog an der Garderobe ihren Mantel aus und wollte gerade Richtung Badezimmer verschwinden, um sich bettfertig zu machen, als Marc schließlich genug von dem Trauerspiel hatte, das ihm wohl ein schlechtes Gewissen einreden sollte, und erst lautstark die Tür hinter sich zuknallen ließ und sich seinem Schmollhasen dann in den Weg stellte. Unverständlich sah Gretchen ihren grummeligen Freund nun an und fand dabei sogar ihre Sprache wieder...

Gretchen: Was ist?
Marc (äfft sie nach): Was ist? Soll das jetzt genauso zwischen uns ablaufen wie Stunden zuvor? Ich dachte, wir hätten das geklärt, also vorerst.
Gretchen: Ich weiß nicht, was du meinst.
Marc (rauft sich gleich die Haare): Herrgott noch mal, Gretchen das ist doch jetzt kindisch.
Gretchen (hat jetzt keine Lust auf weitere Diskussionen): Marc, es ist spät, ich bin müde.
Marc: Bist du nicht! Du bist genauso wach wie ich. Und wir werden das jetzt ein für allemal klären, damit der Schwachsinn hier endlich aufhört. ... Komm mit!

Entschlossenen Mutes packte Marc Gretchens Hand, nahm den Schlüssel vom Board und zog die überrumpelte Frau wieder mit nach draußen. Gretchen protestierte natürlich aufs Heftigste, als er sie anschließend unsanft zum Fahrstuhl schob...

Gretchen: Marc, was soll das denn jetzt? Bist du verrückt geworden?
Marc (drängt sie an die Wand neben der geschlossenen Aufzugstür, schließt sie mit beiden Armen ein u. funkelt sie mit seinen grünen Augen an): Ich schwör’s dir, ich werde es noch, wenn du weiter so grundlos rumzickst.
Gretchen (blitzt zurück): Eh! Tue ich gar nicht!

Beleidigt schlüpfte die zickige Blondine in einem unachtsamen Moment unter seinen Armen hindurch und verschwand im Aufzug, dessen Türen sich gerade geöffnet hatten, verschränkte trotzig ihre Arme vor ihrem Körper und lehnte sich dann mit dem Rücken gegen die Stahlwand des Fahrstuhls, der sie nun nach oben ins Dachgeschoss transportierte. Ihr Gesicht hatte sie demonstrativ von dem unverschämten Kerl abgewandt, aber sie spürte deutlich, dass er sie während der kurzen Fahrt mit seinen fesselnden Blicken ins Visier genommen hatte. Unweigerlich färbten sich ihre Wangen in ein zartes Rosa und ihr Herz schlug ein paar Umdrehungen schneller in ihrer Brust, was sie mit einem unbedachten Griff an den Kragen ihrer Weste zu vertuschen versuchte. Marc konnte nicht anders als amüsiert zu lächeln, aber er vermied es tunlichst, sie noch weiter zu provozieren. Sonst wäre nämlich sein spontaner, aber dennoch ausgereifter Plan gleich zum Scheitern verurteilt gewesen und das wollte er möglichst verhindern.

Oben angekommen, verließen die beiden Sturköpfe kommentarlos den Fahrstuhl und standen nun vor einer verschlossenen Wohnungstür. Misstrauisch blickte Gretchen ihren nächtlichen Entführer an, der sie im Aufzug mit demselben eisernen Schweigen gestraft hatte wie sie ihn und nun ebenso unschlüssig auf die Tür des Penthouses starrte. Sie ahnte zwar, was er mit ihr vorhatte und in gewisser Weise hinterließ das auch ein aufgeregtes Kribbeln in ihrem Bauch, aber sie konnte sich einen spöttischen Kommentar einfach nicht verkneifen...

Gretchen: Super Marc! Was für ein durchdachter Plan! Was willst du jetzt machen? Einbrechen etwa?
Marc (hat die Ironie in ihrer Stimme natürlich herausgehört u. zwinkert ihr nun geheimnisvoll zu): Wenn es sein muss.
Gretchen (klappt entsetzt ihren Mund auf): Spinnst du! Am Ende verlieren wir noch unsere jetzige Wohnung, wenn uns jemand hierbei erwischt.
Marc (gibt sich völlig unbeeindruckt u. lehnt lässig am Türrahmen): Wer soll uns denn erwischen? Es ist vier Uhr morgens.
Gretchen: Ja eben! Vielleicht ... der Zeitungsbote?
Marc (lacht): Ja, die Briefkästen hängen ja neuerdings auch überall im sechsten Stock. Ist ja auch praktischer, ne.
Gretchen (dreht sich eingeschnappt weg u. kuckt durch das große Bullauge nach draußen aufs Dach): Hahaha!

Blöder Idiot! Ich hätte ihn einfach stehen lassen und ins Bett gehen sollen. Dann würden mir einige Unannehmlichkeiten erspart bleiben. Zum Beispiel, meine Eltern anzurufen, um uns von der Polizei abzuholen. Oh Gott, wir würden einen Eintrag in unser Führungszeugnis bekommen und schlimmstenfalls unser Zulassung verlieren. Denn welcher Patient lässt sich schon gerne von einem Kriminellen operieren, der einem vielleicht noch während der Narkose die Bude leer räumt. ... Gretchen! ... So langsam wird es echt albern. ... Jaha! Aber ich will nicht ins Gefängnis!

Marc: Gib mir mal eine deiner Haarnadeln!
Gretchen (dreht sich schockiert wieder zu ihm um): Das ist jetzt nicht dein Ernst? Marc, das kannst du doch nicht machen!
Marc (muss sich arg zusammenreißen, nicht gleich lautstark loszuprusten): Doch!
Gretchen (geht wie erwartet hoch u. gestikuliert wild in der Luft herum): Sag mal, hast du als Kind zu oft „Räuber und Gendarm“ gespielt? Oder bist du bei Sabine in die Lehre gegangen?
Marc (stutzt): Sabine? Hä?
Gretchen (räuspert sich verlegen, als sie an diese weitere kriminelle Episode ihres Lebens zurückdenkt, als sie mit Sabines Hilfe einen ausgewieften Plan ausgeheckt hat, um hinter Marcs dunkles Geheimnis zu kommen, u. sieht Marc nun bittend an): Marc, bitte, du bringst uns noch in Teufels Küche hier.

Sie ist so süß, wenn sie so verpeilt ist. Unfassbar!

Marc kuckte seine ängstliche Freundin, die sich nervös nach allen Seiten umschaute und heftig zusammenzuckte und sich dann an ihn lehnte, als sie ein Geräusch eine Etage tiefer vernahm, das sich aber bei genauerem Hinhören nur als harmloses Katzen-Miauen herausstellte, noch einen Moment lang ziemlich amüsiert an, dann zog er aber doch endlich den Schlüssel zum Penthouse hervor, den er dem Makler gestern noch abgeschwatzt hatte, weil er seiner „Verlobten“ - ja, er hatte sehr, sehr dick aufgetragen, um das zu bekommen, was er wollte - unbedingt dieses Traumobjekt zeigen wollte, um sie letztendlich doch noch von seinen guten Absichten zu überzeugen. Der Streit am Morgen hatte dem Chirurgen einfach keine Ruhe gelassen und deshalb hatte er die Immobilienfirma angerufen und hatte sich, bevor er zu Mehdis Party gefahren war, mit Herrn Schulze getroffen, der ihm die Dachgeschosswohnung tags zuvor noch mit Euroscheinen in den Augen in den schönsten Tönen angepriesen hatte. Nun wedelte Marc triumphierend mit dem kleinen silbernen Schlüssel vor Gretchens süßer Nase herum. Die blonde Frau schaute ihr Gegenüber dementsprechend sprachlos an und es hagelte gleich die nächsten Vorwürfe hinterher...

Gretchen: Wo hast du denn den Schlüssel her? Was hast du mir noch alles verschwiegen?
Boah! Geht’s noch!
Marc (bleibt ruhig u. schiebt den Schlüssel ins Schloss): Nichts! Ich dachte nur, wo Worte einen nicht weiterbringen, hilft vielleicht eine Live-Führung durch das besagte Objekt.
Gretchen: Wieso hast du das denn nicht gleich gesagt?
Marc (grinst): So hat es viel mehr Spaß gemacht.
Gretchen (eingeschnappt): Witzbold!
Marc (lacht u. sieht sie auffordernd an): Also was ist jetzt? Weiter Zickenalarm oder kuckst du dir die Wohnung erst einmal in aller Ruhe an, bevor du mich weiter runterputzen kannst?
Gretchen (zögert erst, um ihn noch ein bisschen zappeln zu lassen, dann siegt aber doch die Neugier u. sie nickt langsam mit dem Kopf, gibt sich dabei aber weiterhin betont unbeeindruckt): Na gut, wenn du unbedingt willst. Ich könnte jetzt eh nicht schlafen.
Marc (grinst zufrieden): Eben! Na dann woll’mer mal!

Marc drehte den Schlüssel schließlich herum, öffnete die Tür und bat seine zickige Freundin mit einer lockeren Handbewegung hereinzukommen, dem sie auch ohne zu Murren sofort Folge leistete. Die Penthousewohnung war dunkel. Viel konnte die neugierige Assistenzärztin nicht erkennen, als sie langsam den Eingangsbereich betrat. Der Oberarzt schloss die Tür hinter ihr und schaute sich ebenfalls um. Er entdeckte den Lichtschalter neben dem Eingang und legte seinen Zeigefinger darauf, aber er zögerte noch und sah zu seiner Freundin, die direkt vor ihm stand und sich aufgrund der Dunkelheit und möglichen Stolperstellen nicht traute weiter voranzugehen...

Marc: Bereit?
Gretchen (spürt so langsam die Aufregung in sich aufsteigen u. meckert ihn gleich wieder an, um ihre Gefühlslage zu überspielen): Jetzt mach es doch nicht so spannend, Marc!
Marc (stöhnt entnervt auf): Boah! Dir kann man(n) es echt nicht recht machen. Aber vielleicht überzeugt dich ja das jetzt?

Lorelei Offline

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04.11.2011 10:29
#1159 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dann wollen wir doch mal schauen, wie unsere Grete auf die Wohnung reagieren wird. Und eventuell erfahren wir sogar noch ein paar Hintergedanken von Marc Meier. Es könnte spannend werden. Viel Spaß u. schönen Start ins Wochenende. Eure Lorelei




Marc wartete noch eine letzte Sekunde ab, dann drückte er endlich den Schalter herunter und das warme Licht der hellen Deckenstrahler durchflutete den riesigen Wohnbereich mit angrenzender Küche, der einladend vor ihnen lag. Die Magie des Moments sprang sofort auf die gespannte Besucherin über, wie ihr charmanter Wohnungsführer zufrieden feststellte, als er sich ganz nah hinter sie stellte, dass sie eigentlich seinen heißen Atem schon im Nacken hätte spüren müssen. Doch Marcs unmittelbare Nähe bemerkte sie trotz weit aufgerissener leuchtender Augen und erkundender Sinne nicht. Gretchens Kinnlade klappte wie in Zeitlupe nach unten, als sie sich sichtlich begeistert einen ersten Eindruck von der großen Dachgeschosswohnung machte, die trotz fehlender Möbelstücke und sonstiger wohnlicher Accessoires die wohlige Wärme eines Zuhauses auf sie ausstrahlte....


Zur Erinnerung noch einmal ein Einblick in das eventuell Bald-Meier-Haassche Penthouse:






















Quelle: Google Pics



Gretchen ließ Marc an der Tür stehen und schritt nun langsam nach vorn. Dann wurden ihre Schritte schneller. Sie neugieriger. Jeden Winkel der noch leeren Wohnung sog sie in sich auf und malte sich gedanklich schon mal aus, wo sie wie welche Möbel drapieren würde. Auf jeden Fall helle Möbel, weiß oder beige. Vielleicht ein paar Farbtupfer an den Wänden als Eyecatcher. Oder Sonnenfarben? Ja, das passte schon eher in ihr Konzept. Dort würde sich doch ein flauschiger Teppich gut machen. Und da in der Ecke ein gemütlicher Ohrensessel zum Entspannen mit Blick zur riesigen Fensterfront und... Oh mein Gott, die Aussicht! Gretchen rannte zum Fenster und klebte nun an der Scheibe. Der Blick über die Stadt war unglaublich. Und die Terrasse erst. Sie könnte ihre Mutter fragen, welche Pflanzen man hier alles aufstellen könnte. Sie könnte doch einen kleinen Garten über den Dächern Berlins anlegen. Das hatte sie bei einer Freundin mal gesehen und fand das wunderbar. Sie würde sie gleich morgen anrufen und fragen. Obwohl... es war gerade tiefster Winter. Vielleicht sollte man doch erst den Frühling abwarten, um mit der Bepflanzung zu beginnen. Musste man bei der Höhe eigentlich irgendetwas beachten? Oh das wäre einfach herrlich, so eine kleine Ruheoase zu haben mitten in der pulsierenden Hauptstadt, dachte Gretchen und ihr Herz ging auf bei dem Gedanken, dort mit Marc kuschelnd im Liegestuhl zu liegen. Der Kopf der Assistenzärztin sprudelte regelrecht über vor lauter Ideen und es nahm einfach kein Ende. Marc schlich seiner hin und her huschenden Freundin stumm hinterher und ließ sie erst einmal kucken. Frauen brauchten schließlich immer etwas länger, um sich eine Meinung zu bilden. Muss was Genetisches sein! Und Haasenzahn würde ihm schon früh genug ein Ohr abkauen. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche.

In der Küche angekommen, die direkt ans Wohnzimmer grenzte und in der die edle Einbauküche des Vorbesitzers noch stand, blieb Gretchen nach einer weiteren eher hektischen Erkundungsrunde schließlich stehen und schaute sich suchend nach ihrem Freund um, den sie aber nicht weiter suchen musste, denn er stand bereits breit grinsend direkt hinter ihr. Mit großen leuchtenden Augen starrte sie ihn jetzt an. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Die Eindrücke und Gefühle erschlugen sie regelrecht. Es gab einfach kaum Worte, die beschreiben konnten, was sie in diesen Minuten fühlte...

Gretchen: Marc, das... das... Wow!
Strike! Die Maus ist in der Falle und es hat nicht einmal Käse gebraucht.
Marc (lehnt sich zufrieden an die Küchenzeile u. beobachtet lächelnd Gretchens Reaktion): Na, hab ich dir zu viel versprochen?

Verlegen schüttelte Gretchen ihren Kopf und senkte diesen wieder, als sie kurz an ihren unsinnigen Streit zurückdachte, und biss sich dann auf ihre Unterlippe. Marc hatte nicht zu viel versprochen, im Gegenteil, er hatte vollkommen untertrieben. Das hier übertraf all ihre Erwartungen, die sie sich nicht gemacht hatte, weil all ihre Synapsen auf Widerstand um jeden Preis gepolt waren. Sie war so eine blöde Kuh. Sie hatte ihm Unrecht getan. Wieso hatte sie sich das Prunkstück nicht gleich zeigen lassen? Das hätte ihr gestern einige Unannehmlichkeiten erspart. Aber nein, sie musste ja die Oberzicke geben. Kein Wunder, dass Marc es ihr gleichgetan und die beleidigte Leberwurst gespielt hatte. Sie waren schon zwei Idioten. Sie hatten sich soweit hineingesteigert, dass sie fast das Wesentliche aus den Augen gelassen hätten: die Traumwohnung schlechthin!

Sie wohnte jetzt seit fast vier Monaten in diesem Haus und hatte nicht den Hauch einer Ahnung gehabt, dass es hier eine noch viel schönere Wohnung gab als ihr gemütliches schnuckeliges Liebesnest ein paar Etagen tiefer. Sie war begeistert. Nein, begeistert war gar kein Ausdruck. Aber durfte sie das Marc auch so offen zeigen? Am Ende fühlte er sich wieder bestätigt. Er würde ihr auf ewig bei jeder Gelegenheit reinwürgen, dass er es die ganze Zeit gewusst hatte. Nein, so leicht wollte sie es ihm dann doch nicht machen. Lieber noch etwas zappeln lassen und noch mal gründlich alles ansehen und planen. Hatte sie denn überhaupt schon alles gesehen? War da vorne nicht eine Holztreppe gewesen? Wo führte die hin? Fast automatisch lief Gretchen wieder los und machte sich auf die Suche nach weiteren spannenden Entdeckungen.

In der nächsten halben Stunde wanderte die junge Frau mit wachen Augen mehrmals von einer Ecke zur anderen und bekam den Mund nicht mehr zu. Marc, der sich zu seiner eigenen Sicherheit jeden spöttischen Kommentar verboten hatte, ließ sie schließlich augenrollend allein, um ihre ersten Eindrücke zu sammeln und in der Hoffnung, der kleine Rundgang würde sie letztendlich doch noch überzeugen. Er hatte sich auf die Dachterrasse zurückgezogen, wo er genüsslich an einer Zigarette zog und nachdenklich über die Dächer des nächtlichen Berlins blickte. Er konnte sich selbst nicht erklären, wieso er so sehr an dieser albernen Wohnung hing, die ihm bisher nur Scherereien gemacht hatte und die er eigentlich gar nicht bräuchte. Es war doch eigentlich ganz schön mit Gretchen unten in ihrem kleinen Liebesrefugium. Aber er hatte sich von Anfang an irgendwie hier oben wohl gefühlt. Es gab nur einen Ort, an dem er sich annähernd so gut fühlte und das war sein OP. Auch wenn hier natürlich ganz andere Bedingungen herrschten als in den sterilen Räumen des EKH. Er wusste einfach, hier könnte er auf Dauer abschalten, den Stress und das Krankenhaus vor der Tür lassen, so sein wie er sich insgeheim fühlte. Und vor allem war er hier oben ohne nervige Touris, die aller paar Minuten vor seinem Fenster hin und her dackelten, weil sie sich auf der Suche nach den letzten Mauerresten idiotischerweise verlaufen hatten und sich nun an der Spree orientieren wollten, oder noch nervigere Nachbarn, die sich ausgerechnet im Hausflur direkt vor seiner Tür lautstark über ihre Wehwehchen unterhalten mussten. Dieses Gejammer hatte er ja wohl zur Genüge im Krankenhaus und musste es nicht auch noch in seiner Freizeit hören. Und dann dieser elende Kläffer aus der Wohnung über ihnen, der immer unbedingt beim Gassigehen auf seine Terrasse kacken musste. Das war doch volle Absicht von dem Lowinski!

Nein, hier oben über den Dächern Berlins fühlte er sich frei. Das war die perfekte Ruheoase. Hier könnte er sich wirklich etwas vorstellen. Zusammen mit Gretchen und mit allem, was da noch so auf sie zukommen mochte. Dieses Gefühl hatte er in seiner alten Wohnung bisher noch nicht gespürt. Klar, er liebte es mit Haasenzahn auf engstem Raum zusammenzuleben und sie immer bei sich zu haben, egal ob sie nervte und ihn zur Weißglut brachte, nur weil er die Socken falsch herum in die Schublade geschmissen hatte. Aber irgendetwas hatte ihn doch immer irgendwie an der Grundsituation gestört. Er konnte es selbst nicht genau definieren. Es war nur so, dass diese Wohnung, auch wenn Gretchen sie ungemein aufwertete, immer noch mehr er war, ein Teil seines alten Lebens vor ihr und ihren Neurosen, als er denjenigen, der ihm gesagt hätte, er würde mal freiwillig mit einer Frau länger als eine Nacht zusammenleben, direkt in die Klapse überwiesen hätte. Auf so was konnte er doch nicht ihre gemeinsame Zukunft aufbauen oder?

Vielleicht war es ja wirklich an der Zeit, das zu ändern und sesshaft zu werden, wie man im Volksmund so schön sagte. Gut, aber sesshaft jetzt nicht im spießig spießigen Sinne. Er war ja nie der Typ für ein biederes Häuschen mit Garten, Hund und Karpfenteich im Vorort gewesen, seine Eltern hatten ihm das ja eindrucksvoll vorgelebt, aber das hier, diese schicke Dachwohnung in Berlin Mitte, wo das richtige Leben pulsierte, aber es immer noch genug ruhige Ecken wie diese zum Abschalten und Entspannen gab, war schon mehr sein Ding. Klar, anfangs war die reine Optik für ihn ausschlaggebend gewesen. Ein Penthouse war cool und schnieke, wie der Berliner sagen würde, und spiegelte seinen Lebensstil wieder. Damit konnte man angeben. So viel er wusste, hatte ein Stier das nicht. Der war doch im Grunde genommen auch nur ein kleiner Spießer, da er doch jede seiner Frauen, die der Vollidiot geschwängert hatte, gleich vor den nächsten Altar gezerrt und in seinem Reihenhaus am Arsch von Nirgendwo geparkt hatte. Vielleicht sollte er die Hassi bei Gelegenheit mal dazu beglückwünschen, dass sie dieser Vorstadthölle gerade noch rechtzeitig entkommen war. Marc musste schmunzeln bei diesem Gedanken und lehnte sich über das Geländer und kuckte auf die darunter liegenden Dächer und Terrassen. Er, Marc Meier, zog da lieber den cooleren und wesentlich geschmeidigeren Weg vor. Diese Eigentumswohnung hier!

Aber da war doch auch mehr, wenn er genauer darüber nachdachte. Mehdi hatte das ja vorgestern auch gleich gespürt und der war ja bekanntlich nebenberuflich auch noch Experte auf dem Gebiet, was Frauen wollen. Äh... im nicht-sexuellen Bereich natürlich! Was weiblichen Stil und Geschmack und diesen ganzen Schnickschnack betraf, der den Männern unbemerkt das Geld aus der Tasche zog. Und instinktiv spürte Marc auch, dass die Penthousewohnung etwas für Gretchen sein könnte, die er sich nicht wirklich mit riesigem Haushalt und dem ganzen Drumherum im spießigen Einfamilienhaus vorstellen konnte. Hier konnte man immer noch schnell den Chinesen um die Ecke anrufen, wenn sie mal wieder das Abendessen angebrannt hatte. Nein, hier könnten sie wirklich leben, glücklich sein und es bleiben. Von ihm aus auch für immer. So ein Objekt würde ja auch mit den Jahren an Wert zunehmen. Ihre gemeinsame Zukunft, wie auch immer die aussehen würde, wäre damit abgesichert. Dieser Gedanke an eine gemeinsame sorgenfreie Zukunft gefiel dem Oberarzt immer besser. Und so konnte er gar nicht anders, als zufrieden zu lächeln, während er seine Entspannungszigarette aufrauchte.

Lorelei Offline

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05.11.2011 19:28
#1160 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen hatte ihren nachdenklichen Liebsten schon eine ganze Weile vom Fenster aus beobachtet und schob nun verträumt lächelnd die Schiebetür auf und kam langsam auf ihn zu. Vorsichtig legte sie von hinten ihre Arme um seine Taille und schmiegte sich an seinen Rücken. Marc zuckte erst erschrocken zusammen, weil er sie gar nicht bemerkt hatte, lächelte aber dann und drückte seine Kippe am Geländer aus und schnipste sie vom Dach auf die darunter liegende Terrasse. Er schnappte sich ihre beiden Hände und drückte sie fest. Sie waren eiskalt, wie er besorgt feststellte.

Marc: Lass uns reingehen! Du holst dir sonst noch den Tod.

Marc drehte sich zu seiner Liebsten um, blickte ihr einmal tief in ihre funkelnden treuen Augen und legte seine Hand fürsorglich an ihre vor Kälte gerötete Wange. Gretchen nickte ihm lächelnd zu und hakte sich bei ihm ein. Während er noch immer seine Winterjacke trug, hatte sie ihre nämlich unten in ihrer Wohnung vergessen. Gentlemanlike legte er seine um ihre Schultern und mummelte sie darin ein. Anschließend schob er die Schiebetür auf. Schnell verschwanden sie wieder im warmen Penthouse. Marc ließ sein zitterndes Mädchen kurz an der riesigen Fensterfront stehen, auf der sich der untergehende Vollmond in ganz besonders schöner Weise spiegelte, und ging rüber zum Kamin. Der Vorbesitzer hatte Gott sei dank ein paar Holzscheite da gelassen, die Marc nun in den Ofen legte, um diesen anschließend anzuzünden. Gretchen, die sich in Marcs warme und nach seinem ganz speziellen Marc-Geruch getränkte Jacke gekuschelt hatte, ging schließlich zu ihm rüber, als sie merkte, was er im Begriff war zu tun...

Gretchen: Marc, was machst du denn da? Das dürfen wir nicht.
Marc: Ich seh das eher als Vorführeffekt.

Verschmitzt blickte er zu der Zweiflerin hoch und reichte ihr augenzwinkernd seine Hand. Gretchen konnte gar nicht anders, als über ihren unvergleichlich süßen Romantikkönig zu schmunzeln und ließ sich von ihm schließlich zum Kamin ziehen, vor dem sie sich ebenfalls niederließ. Sie kuschelte sich schnell in seine warmen muskulösen Arme, während er wegen ihrer eiskalten Hände, die sich an seine Seite legten, kurz zusammenzucken musste, und beobachtete nun das fröhliche Flammenspiel vor ihren Augen...

Gretchen: Du versucht echt alles, hmm?
Marc (sieht in ihren leuchtenden Augen hin u. her): Funktioniert’s?
Gretchen (gespielt nachdenklich zwinkert sie ihm zu): Vielleicht!

Marc lachte nur und konnte seinen Blick nicht von ihrem wunderschönen Gesicht abwenden, in dem ihre Begeisterung ganz deutlich zu lesen war. Langsam erhob sich seine rechte Hand und er strich ihr vorsichtig über ihre kleinen Lachfältchen am Auge, die ihm verdeutlichten, wie überzeugend er mit seiner gelungenen Präsentation gewesen war. Tja, er war eben in jeglicher Hinsicht der Beste, wenn er es denn richtig anging. Gretchen griff nach seiner Hand und drückte diese fest gegen ihre Wange, während sie immer wieder zärtlich über seinen Handrücken streichelte. Intensiv sah sie ihn an und versuchte herauszulesen, was er gerade dachte. Marc wirkte trotz des Schalks, der sich in seinen tiefgrünen Augen widerspiegelte, angespannt. Er wartete auf eine Antwort.

Gretchen: Warum hast du mir nicht gleich gesagt, wie schön die Wohnung ist?
Marc (trotzig): Hab ich doch! Du hast mir nur nicht richtig zugehört.
Gretchen (spürt plötzlich ein furchtbar schlechtes Gewissen u. ärgert sich insgeheim, dass sie so übertrieben reagiert hat): Ich hab mich halt überrumpelt gefühlt.
Marc (seufzt): Ich weiß. Das tut mir leid.
Gretchen: Und mir tut leid, dass ich so überzogen reagiert habe.
Marc (setzt ein schiefes Lächeln auf): Da haben wir uns wohl beide nicht mit Ruhm bekleckert, mhm?
Gretchen (senkt verlegen ihren Blick): Ich will gar nicht wissen, was die anderen von uns gedacht haben. Wir hätten fast Mehdis Geburtstag ruiniert.
Marc (versucht sie aufzuheitern): Hätte Gabi auch, wenn der Mantel gefallen wäre.
Gretchen (sieht wieder auf): Hahaha! Denkst du, Mehdi ist uns böse deswegen?
Marc: Quatsch! Der wird erst böse sein, wenn denn überhaupt, wenn das mit der Wohnung nicht klappt.
Gretchen (blickt ihn verwundert an): Wie? Er hat gar nicht erzählt, dass sie was Neues gefunden haben.
Marc (leicht in Erklärungsnot): Äh... na ja, über ungelegte Eier spricht man ja auch nicht. Bringt doch nur... Dings... hier... Unglück.
Gretchen (spürt instinktiv, dass hier etwas nicht stimmt u. stellt ihn mit eindringlichem „Ich weiß, was du getan hast“-Blick zur Rede): Marc, hast du was damit zu tun?
Marc (fährt sich mit seiner freien Hand über den Nacken): Na ja, unter Umständen... also es könnte eventuell sein, dass ich ihm unsere Wohnung schmackhaft gemacht habe.
Gretchen (verständnislos): Hä? Ich dachte, die beiden könnten sich das Penthouse nicht leisten?
Marc (muss dann doch kurz schmunzeln): Haasenzahn, kann es sein, dass du gerade diese Wohnung hier indirekt als unser Zuhause bezeichnet hast?

Oh! Wie konnte das denn passieren?

Gretchen (trotzig): Hab ich nicht!
Marc (lacht): Hast du wohl!
Gretchen (hat genug von den Spielchen): Ach Marc, ich will nicht mehr streiten, ok.
Marc (setzt wieder ein ernstes Gesicht auf): Ich doch auch nicht. Also... was denkst du?
Gretchen (beißt auf ihrer Unterlippe herum u. sieht Marc unsicher an): Ich ... weiß ... nicht. Ich weiß halt nicht, ob mein Sparbuch das hergibt.
Marc (zuversichtlich): Meins aber! Zusammen mit der Kohle, die ich mir eigentlich für eine neue Karre zurückgelegt habe, könnte es klappen.
Gretchen (sieht ihn ernst an): Marc, das hier ist eine Entscheidung fürs Leben, von der du nicht so leicht wieder zurücktreten kannst, wenn du genug davon hast.
Marc: Das weiß ich doch. Ich bin mir sicher. Wirklich.
Gretchen: Und ich will auch nicht, dass du alles für uns bezahlst. Ich will mich nicht aushalten lassen. Ich will mich auch beteiligen.
Marc (zwinkert ihr frech zu): Die Haushaltskasse gehört dir.
Gretchen (findet das gar nicht lustig): Marc, ernsthaft jetzt.
Marc (fährt sich mit der flachen Hand übers Gesicht u. sieht sie seufzend an): Ok, ok, ich hab schon verstanden. Wir machen das gemeinsam.
Gretchen (hakt noch einmal vorsichtig nach, ob sie sich nicht verhört hat): Gemeinsam?
Marc (hegt keinen Zweifel daran u. nickt leicht mit dem Kopf): Mhm!

Jippie! Er kann so süß sein, wenn er will. Ach das wird alles toll werden hier. Ich bin mir auch sicher. Hier beginnt unsere Zukunft. Und ich weiß, dass er das genauso sieht. Sonst hätte er nicht so einen Aufstand gemacht.

Gretchen (lächelt glücklich vor sich hin u. lehnt sich wieder verschmust an seinen Oberkörper): Weißt du, ich hab mich gleich zuhause gefühlt, als ich den ersten Fuß hierein gesetzt habe.
Du auch? Wow! Schon irgendwie krass das Ganze.
Marc (erwidert ihr verträumtes Lächeln u. legt sein Kinn an ihre Schulter): Siehst du! Ich wusste doch, dass du Geschmack hast.
Gretchen (löst sich von ihm, dreht sich um u. stupst ihn grinsend an): Idiot!
Marc (funkelt sie an): Hey!
Gretchen (schmiegt sich wieder lachend in seine Arme, wirkt aber nach einer Weile wieder nachdenklicher): Schon komisch.
Marc (streicht ihr verträumt die Haare aus dem Nacken u. fährt dann mit der Fingerkuppe auf ihrer freigelegten Halspartie fort): Was?
Gretchen (richtet sich auf u. sieht ihn an): Du findest das wahrscheinlich furchtbar albern, aber ich ... ich hab uns eigentlich immer in einem süßen Häuschen im Grünen gesehen. Mit großem Garten und roter Schaukel in der Mitte.
Marc (verzieht sein Gesicht): Och nee, wahrscheinlich auch noch mit weißem Gartenzaun und farblich passender Hundehütte, akkuraten unkrautfreien Gartenbeeten und Gardinen passend zu den hässlichen Sofabezügen. Dann hätten wir ja gleich bei deinen Eltern einziehen können.
Gretchen (blitzt ihn an): Die hätten sich sicherlich gefreut. Papa hatte schon immer vorgehabt, noch den Dachboden auszubauen.
Marc (sieht sie ungläubig an): Ja klar, und am Wochenende setze ich mich dann auf den Rasenmäher und drehe meine einsamen Runden auf der Wiese hinterm Haus und deine Mutter rennt mir mit der Harke hinterher, weil ich ihre Geranien überfahren habe. Nee danke! Ich wollte nie zurück in den Vorort. Für mich ist das kein Pflaster. Ehrlich nicht.
Gretchen: Ich weiß.
Marc (zögerlich): Also kannst du mit dem Kompromiss hier leben?
Gretchen (richtet sich auf u. sieht ihn ernst an): Ja! Aber für mich ist das kein Kompromiss, Marc. Ich mag es wirklich. Ich will hier mit dir leben, uns was aufbauen. Nur...
Marc (fällt ihr unsicher ins Wort): Was kommt jetzt?
Gretchen (tut geheimnisvoll): Na ja, ich hätte da schon noch ein paar Bedingungen.

Lorelei Offline

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06.11.2011 13:36
#1161 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ach du Scheiße! Aber war auch irgendwie klar. So eine fiese kleine Erpresserin! Macht sie aber auch irgendwie heiß.
Marc (mit leichter Unsicherheit in der Stimme hakt er nach): Die... da... wären?
Hihi! Er hat ja richtig Angst. Mhm, es wäre schon gemein, wenn ich ihm jetzt... Obwohl... so eine kleine Rache würde ihm schon gut tun. Hihi!
Gretchen (labt sich an seinem ängstlichen Gesicht u. fängt erst einmal harmlos an): Über die finanzielle Beteiligung haben wir ja schon gesprochen. Jede Vorleistung zahle ich dir zurück. Von mir aus auch mit Zinsen.
Marc (rollt mit den Augen): Ok, aber... ohne Zinsen. Ich will ja nicht so sein. Bei deinem miesen Assigehalt müsste ich ja Jahre darauf warten.
Schön! Er wiegt sich in Sicherheit. Na warte, Freundchen!
Gretchen (überlegt kurz u. grinst ihn schließlich an): Danke! Die Gestaltung der einzelnen Zimmer übernehm...
Marc (fällt ihr Einwand erhebend ins Wort): Boah Haasenzahn!
Keine rosa Wände!
Gretchen (tadelt ihn): Jetzt lass mich doch ausreden, Marc! Das übernehmen wir beide, wollte ich sagen. Jede Entscheidung wird vorher diplomatisch abgesprochen.
Weiber! Hier geht es nicht um die Griechenlandhilfe! Aber von mir aus. Klingt ja alles noch ganz harmlos. Und ich dachte schon, sie will hier ne Frauenquote durchbringen oder was weiß ich, so was wie einen begehbaren Kleiderschrank, Klodeckel immer runterklappen, Müll rausbringen, ein stinkendes Haustier oder jede Woche hier mit Mehdi ein Weight-Watcher-Treffen abhalten oder schlimmer noch ihre Mutter kommt jeden Tag zum Putzen vorbei. Aaahhh!!!
Marc (will das endlich abhaken u. zum gemütlichen Teil der Nacht übergehen): Okay! Einverstanden! Sonst noch was?
Hihi! Er hat es so gewollt.
Gretchen (freut sich diebisch über seinen gequälten Gesichtsausdruck u. setzt einen drauf): Ich will ein Haustier.
Marc (leicht schockiert): Bitte?
Ich wusste es.
Gretchen (kuckt ihn zuckersüß an): Ja, was zum Schmusen und Anlehnen. Eine süße Miezekatze vielleicht. So was wollte ich immer schon, aber Papa war immer dagegen, nachdem Klein-Jochen meinen Wellensittich auf bestialische Art und Weise hat verhungern lassen.
Boah nicht die Geschichte wieder!
Marc (verschränkt abweisend seine Arme): Nee, so ein kratzbürstiges Pelzknäuel, nur über meine Leiche!
Hihi! Ist er nicht süß? Ok, ich lasse ihn noch etwas zappeln. Das macht viel zu viel Spaß!
Gretchen (legt ihren überzeugendsten Dackelblick auf u. beginnt zu betteln): Oh bitte, Marc! Bitte, bitte, bitte!
Marc (bleibt immun gegen all ihre Versuche): Wenn du unbedingt was zum Anlehnen und Schmusen brauchst, ich bin ja auch noch da.
Wie süß er kuckt! Hach... damit hat er ja schon recht, aber...
Gretchen (schmollt): Das ist aber nicht das gleiche.
Marc (sichtlich empört): Was?
Das glaube ich ja nicht!
Gretchen (kann ihr Lachen nicht zurückhalten): Ja!

Hihi! Sein Gesicht! Das müsste eigentlich für die Nachwelt festgehalten werden. Mist! Mein Handy liegt noch unten mitsamt dem restlichen Inhalt meiner Handtasche.

Lacht die mich etwa aus? Diese kleine...


Marc (wird so langsam misstrauisch): Sag mal, willst du mich verarschen?
Gretchen (mit Unschuldsmiene): Nö! Würde ich nie tun.
Die verarscht dich! Aber nicht mit mir, Fräulein!
Marc (kommt ihr drohend nahe): Davon hätte ich dir auch abgeraten, Haasenzahn, wenn du nicht in den nächsten Wochen nur Bettpfannen entleeren willst. Aber falls du’s vergessen hast, ich hab da eine äh... dings... äh... Tierhaarallergie. ... Gut, die hab ich nicht wirklich, aber bevor mir so ein kleines Monster in die Wohnung kommt und meine teuren Modellautos zerkratzt, muss es eben auf die Tour sein. ... Deshalb hab ich doch neulich erst die stinkende Lamafelldecke weggeschmissen, die du vom Flohmarkt angeschleppt hast. Ich wäre fast daran krepiert. ... Das wäre ich wirklich, so scheußlich wie das Ding aussah. Augenkrebs!

Mist! Stimmt ja! Tja, das ging dann wohl nach hinten los.
Gretchen (legt ein betroffenes Gesicht auf): Oh! Entschuldige! War ja nur so eine Idee.
Marc (streicht ihr versöhnlich über die Wange u. blickt in ihre enttäuschten Augen u. wird weich): Aber vielleicht...
Gretchen (sieht ihn gespannt an): Ja?
Marc (fährt sich über den Nacken und denkt nach): Also wenn du immer noch unbedingt ein Haustier willst... ähm... Vielleicht.... Na ja... Wir können uns ja auf einen äh... Goldfisch einigen oder so?
Gretchen (strahlt ihn begeistert an): Oh das ist eine tolle Idee. Ein Aquarium macht sich sicherlich gut in der Entspannungsecke unter der Treppe.
Marc (versucht ihr zu folgen, was sie mit Entspannungsecke meint): Ja, dann... loggen wir das mal vorerst ein. Sind sonst noch irgendwelche Wünsche offen?
Gretchen (grinst ihn breit an): Ja!
Marc (hat eine mulmige Vorahnung): Oh je!
Hört das denn nie auf?
Gretchen: Eins der drei übrig gebliebenen Zimmer gehört allein zu meiner eigenen Verfügung.
Marc (sieht sie etwas verwirrt an, aber stimmt ihr zu): Gebongt! Irgendwo musst du ja deinen hausfraulichen Sklaventätigkeiten nachgehen können, ne.
Boah!
Gretchen (blitzt ihn an): Das hättest du wohl gerne, du Macho. Aber vergiss es! Der Haushalt wird wie gehabt gerecht aufgeteilt. Und wehe du hältst dich nicht an unsere Absprachen, dann... dann...
Marc (amüsiert): Dann?
Gretchen (genießt es, ihn mit den Andeutungen zu quälen): Dann weißt du ja, was dir blüht.
Scheiße! Reicht die Kohle noch für ne Putze?
Marc (grummelig): Mhm! Und was willst du jetzt mit dem blöden Zimmer? Daraus einen begehbaren Kleiderschrank machen oder was?
Gretchen (strahlt ihn an): Oh! Das wäre natürlich auch eine Option. So mit Beleuchtung und Zeitschaltuhr.
Marc (sprachlos): Zeitschaltuhr?
Gretchen: Vielleicht überlege ich es mir noch. Aber eigentlich hab ich mit dem Zimmer was anderes vor.
Marc (amüsiert): Willst du darin deinen Pferdekopf aufstellen? Und deine Barbiesammlung?
Gretchen (grinst ihn an): Eine hervorragende Idee, Marc. Danke! Daneben setzen wir auch einen Häkchen.
Marc (klappt fassungslos seinen Mund auf): Äh... das ist jetzt nicht dein Ernst?
Gretchen: Doch! Da du ja so eifrig für unsere Zukunft planst, tue ich das auch.
Oh Gott!
Marc (so langsam dämmert es ihm, was aber immer noch ein mulmiges Gefühl hinterlässt): Du meinst...?
Gretchen (sieht ihn entschlossen an): Das volle Programm, ja.
Marc (schluckt u. räuspert sich nervös): Äh... Vielleicht sollte ich Mehdi doch noch einen Kredit geben. Dann könnte er sich statt unserer Wohnung auch das Penthouse leisten. Der plant doch schon eine ganze Frauenfußballmannschaft.
Hihi! Und schon rennt er wieder weg! Aber du kannst nicht mehr wegrennen, Marci! Du hast mir ein Versprechen gegeben.
Gretchen (schmunzelt): Marc, eigentlich hättest du ja wissen müssen, dass ich dich seit deiner sehr überzeugenden Ansage neulich immer und immer wieder darauf festnageln würde.
Marc (rollt gequält mit den Augen): Ich hab’s befürchtet. Lass uns da aber... später noch mal drüber reden?
So in hundert Jahren oder so.
Gretchen (sieht ihn ruhig an u. nimmt seine Hand): Marc, ich hab nicht vorgehabt, gleich Nägel mit Köpfen zu machen, wo es doch gerade so gut mit meinem Facharzt läuft. Das mit dem Zimmer war ein Spaß. Wir können ja ein Gästezimmer daraus machen und meine Möbel... Aber Moment mal.... du redest immer von Mehdi und unserer Wohnung?

Marc (verdreht seine Augen): Ja, hab ich doch vorhin gesagt. Wenn wir die hier nehmen würden, könnte er unserer alte haben. Ist ja schon haremserprobt.
Gretchen (stupst ihm empört in die Brust): Eh! Und wann hattest du vor, mir davon zu erzählen? Wir hatten das doch schon oft genug heute mit deinen Alleingängen. Ich mag das nicht.
Marc (stöhnt entnervt auf): Mann, ich sag es dir doch jetzt. Und ich hab ihm ja auch nichts versprochen. Das war auch nur ein reiner Vorschlag, über den er mal nachdenken kann.
Gretchen (muss plötzlich grinsen u. schmiegt sich an ihn): Aber eigentlich ist das schon süß von dir. Dann könnten wir auch mal auf Lilly aufpassen, wenn sie hier im Haus wohnen würden.
Äh... so war das aber jetzt nicht geplant.
Marc (verzieht sein Gesicht): Och nö! Sicher nicht!
Gretchen (grinst): Doch! Du musst hier gar nicht so cool tun. Ich hab gestern Abend ganz genau gesehen, wie gern du die süße Maus hast.
Marc: Was jetzt nicht heißt, dass ich sie ständig um mich haben muss.
Gretchen: Hihi! Du hast es zugegeben.
Marc (trotzig): Ich hab gar nichts! Weißt du was, eigentlich ist das doch eine riesige Schnapsidee. Ich hab, ehrlich gesagt, keinen Bock darauf, ständig Gabi über den Weg zu laufen.
Gretchen: Ach komm, mittlerweile läuft das doch ganz zivilisiert mit uns allen oder.
Marc (zieht skeptisch eine Augenbraue nach oben): Noch! Der Traumtänzer kommt doch dann sicher zuerst zu uns hoch, wenn sie ihn verarscht.
Gretchen (blickt ihn ernst an): Sie wird Mehdi nicht verarschen, Marc. Du hast die beiden doch heute zusammen gesehen. Das ist echt, authentisch, eine richtig große Liebe, die gerade ihren Anfang nimmt. Und selbst wenn, dann wären wir für ihn da. So wie er immer für uns da ist.
Marc (kleinlaut): Ich verarsch dich aber nicht.
Gretchen: Gut zu wissen!

Gretchen schmunzelte über ihren süßen Grummelkönig, der dem nichts entgegenzusetzen hatte. Marc konnte sich schließlich auch nicht länger zurückhalten und lachte mit ihr mit, zog sie anschließend zu sich heran und küsste sie einfach. Nach minutenlanger inniger Zärtlichkeiten lösten sie sich voneinander und sahen sich durchdringend in die Augen. Sie wussten beide, was der andere gerade dachte und nickten instinktiv synchron mit dem Kopf.

Marc: Ich rufe morgen gleich den Makler an. Nicht dass er sie schon anderweitig vermittelt hat.
Gretchen: Einverstanden!

Marc lächelte zufrieden und schmiegte sich von hinten an seine glücklich strahlende Freundin und legte seine Hände auf ihren Bauch und sein Kinn auf ihre Schulter. Stumm wiegten sie sich Wange an Wange eine Weile hin und her und lauschten dem prasselnden Feuer im Kamin und sahen sich noch einmal in den Räumlichkeiten um, die vielleicht bald ihnen gehörten.

Marc: Ich kann’s mir schon richtig vorstellen.
Gretchen: Was denn?
Marc (leise): Hier mit dir zu leben.
Gretchen (spürt ihr Herz höher schlagen u. lächelt verträumt): Ich auch.

Gretchen legte ihre Hand an Marcs Wange, sah ihm einen intensiven Moment lang tief in seine funkelnden grünen Augen, in denen sich sein Gesagtes deutlich widerspiegelte und so einiges mehr, nämlich seine tiefen aufrichtigen Gefühle zu ihr, und küsste ihn schließlich zärtlich auf den Mund. Dieser Kuss war anders als der Vorangegangene, intensiver, noch gefühlvoller und überzeugender, und er wurde auf seine Initiative hin schnell leidenschaftlicher und ungestümer. Marc drückte seine Freundin mit sanfter Gewalt auf den Boden und legte sich auf sie, ohne von ihren verführerisch sinnlichen Lippen abzulassen. Das Feuer loderte unweigerlich auf. Die ganzen Anspannungen und unterdrücken Gefühle vom Tag brachen nun wie eine Welle über beide herein. Hinzu kam die unbändige Freude über ihre gemeinsame Zukunftsentscheidung. Sie ließen sich einfach treiben und taten unüberlegte Dinge, die so viel Spaß machten, dass sie gar nicht mehr voneinander ablassen konnten und es immer und immer wieder auskosten mussten. Längst war das Feuer im Kamin verglüht und der neue Tag heran gebrochen, als sie erschöpft aber unendlich glücklich Arm in Arm in ihrem vielleicht bald neuen Zuhause einschliefen.


http://www.youtube.com/watch?v=vOWmF_9EkoM

Lorelei Offline

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07.11.2011 17:24
#1162 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Achtung, Achtung, lesen auf eigene Gefahr. Es könnte brandgefährlich werden. Sowohl zu Anfang, als auch zum Ende hin, wobei da eher in einem anderen Kontext. Viel Spaß und schönen Start in die Woche. Eure Lorelei




Stunden später ließ sie ein seltsames Geräusch aus ihrem geruhsamen Schlaf aufwachen. Nie hatten sie besser geschlafen als in dieser wenn auch sehr kurzen Nacht. Gretchen grummelte leise vor sich hin, drehte sich auf die andere Seite und mummelte sich in Marcs warme kuschelige Winterjacke ein, die dem Liebespaar als spärliche Decke gedient hatte. Die Assistenzärztin hatte kalte Füße und zog dementsprechend ihre Beine eng an ihren Körper heran und war sofort wieder eingeschlafen. Marc, der seine Arme fest um Gretchens samtweichen Körper gewickelt hatte, blinzelte vorsichtig und brauchte einen längeren Moment, seine wegen des wenigen Schlafes schmerzenden Augen an das grelle Tageslicht zu gewöhnen, das durch die großen Panoramafenster in das geräumige Apartment hineinströmte. Er konnte nicht lokalisieren, woher das komische Klackgeräusch gekommen war, das er vernommen hatte, und im Grunde genommen störte es ihn auch gar nicht. Stattdessen hatte er längst etwas anderes neben sich lokalisiert, das seine ganze uneingeschränkte Aufmerksamkeit auf sich zog.

Seine bezaubernde Traumfrau, die es tatsächlich fertig gebracht hatte, dass er, der ewige Macho und Einsiedler, sesshaft werden wollte und große Schritte in Richtung Zukunft unternahm, einer Zukunft, die mit seinen akribisch durchgeplanten Karrieretappen rein gar nichts zu tun hatte, lag friedlich schlummernd neben ihm. Ihre langen goldenen Haare lagen wie ein Teppich auf dem warmen Laminatboden. Die Fußbodenheizung hatte ihr Übriges getan, damit sie in dieser kalten Januarnacht nicht hatten frieren müssen. Vorsichtig beugte sich Marc über seinen Engel und beobachtete verträumt Gretchens bildschönes Gesicht, verfolgte fasziniert ihr sich kräuselndes Stupsnäschen, ihren leicht geöffneten lächelnden Erdbeermund und die hin und her rollenden Pupillen unter ihren geschlossenen Lidern. Sie träumte! Von ihm? Er musste über sich selbst schmunzeln, als er sich das fragte. Der verknallte Chirurg wartete einen Moment und küsste die Träumerin zärtlich wach. Sie konnten schließlich nicht ewig lang hier bleiben, bevor noch jemand bemerkte, was sich hier oben in der unbewohnten Penthousewohnung abspielte. Sie waren ja auch nicht gerade leise gewesen in dieser aufregenden Nacht, in der sie sich mal gefühlvoll und bedächtig, dann wieder sehr leidenschaftlich und zügellos geliebt hatten. Seine smaragdgrünen Augen blitzten verdächtig auf und seine Mundwinkel zogen sich wie von selbst nach oben, als er an diese enthemmten und verbotenen Stunden zurückdachte.

Gretchen lächelte verklärt, als sie nach Marcs gefühlvoller Morgenbegrüßung langsam ihre himmelblauen Augen aufschlug und ihren strahlenden Traummann schmachtend anblickte, der ihr doch tatsächlich eine richtige Traumwohnung zu Füßen gelegt hatte, in der sie gemeinsam leben, sich lieben, sich streiten und versöhnen und vielleicht irgendwann auch eine Familie gründen würden. Ihr Herz hüpfte auf vor Glück. Sie konnte das immer noch nicht wirklich fassen und vor allem nicht das, was passierte, nachdem sie sich endgültig dafür entschieden hatten. Augenblicklich verfärbten sich Gretchens Wangenknochen, als sie daran zurückdachte, wie Marc sie in einen unglaublichen Taumel an Glücksgefühlen gezogen hatte, wie er ihren ganzen Körper mit unzähligen zarten Küssen bedeckt hatte, wie sie wild durch die leere Wohnung getobt und am Ende wieder vor dem glimmenden Kamin gelandet waren und sich völlig berauscht im orange-roten Lichtschein des Feuers geliebt hatten und das nicht nur einmal, und sie strich schnell darüber, um ihre aufkommende Röte zu vertuschen. Doch ihr hinterhältiger und gemeiner Entführer und Verführer, von dem ein einziger Kuss oder eine einzelne zarte unbedarfte Berührung genügte, um ihre sämtlichen Prinzipien über Bord zu werfen, hatte es gar nicht bemerkt. Er hatte sich längst in ihren funkelnden tiefblauen Augen verloren, die tief in seine Seele blickten und in denen sich dieselben Erinnerungen widerspiegelten, in denen er gerade eben selbst noch geschwelgt hatte. Gott, er liebte sie so sehr.

Gretchen lächelte immer mehr, als sie Marcs verträumten Blick bemerkte, der allein ihr galt und der so voller Liebe war, dass ihr wild pochendes Herz fast zu zerspringen drohte. Sie liebte ihn so sehr. Gefühlvoll legte sie ihre zarte Hand an seine Wange, streichelte mehrmals darüber und senkte schließlich ihren Kopf. Die verliebte Frau wollte ihrem Schatz gerade einen zärtlichen Guten-Morgen-Kuss geben, als ihr Lächeln plötzlich gefror, sämtliche Farbe aus ihrem Gesicht wich und sie letztendlich in eine Art Schockstarre verfiel. Der Ursprungsort des seltsamen Geräuschs, das sie im Halbschlaf auch vernommen, aber nicht weiter ernst genommen hatte, war ihr nun klar. Nur ihrem bis über beide Ohren verknallten Oberarzt nicht, der sie und ihr seltsam eingefrorenes Gesicht nun amüsiert studierte, das auf die geöffnete Wohnungstür und die drei Personen gerichtet war, die sich dort aufhielten und ebenso entsetzt auf das nackte Paar am Boden blickten...

Marc (stupst Gretchen grinsend an ihre Nase, die seiner noch immer gefährlich nah ist): Was ist denn los?

Schulze: Das würde ich auch gerne erfahren.

Marc: Oh!

Schockiert darüber, dass ihm nicht ein zartes Engelsstimmchen geantwortet hatte, sondern eine fremde tiefe und vor allem, zu seinem Entsetzen, äußerst männliche Stimme, drehte sich Marc Meier abrupt herum und sah endlich den Tatsachen ins Gesicht. Der diesmal nicht mehr ganz so freundlich gestimmte, sondern eher erzürnte Immobilienmakler, den er vor zwei Tagen kennengelernt und der ihm eben jene Dachgeschosswohnung in den höchsten Tönen angepriesen hatte, stand nun mit zwei offensichtlichen Kunden im Türrahmen und starrte sichtlich entsetzt auf das unbekleidete Paar vor dem offenen Kamin. Marcs Kopf, dessen Wangen sich verdächtig ins Rötliche verwandelt hatten, was dem Berliner Casanova noch nie passiert war, schoss sofort wieder herum. Er schluckte und blickte direkt in das ebenso schockierte, aber leichenblasse Gesicht seines süßen Häschens, das sich schützend hinter seinem Rücken versteckt hielt und sich am liebsten im nächsten Mäuseloch verkrochen hätte. Und Marc erkannte noch mehr. Sie... war... nackt! Sie waren beide nackt! Verlegen wandte sich sein Kopf wieder herum und er kuckte Herrn Schulze entschuldigend an, der den Nackedei nun endlich erkannte, woraufhin sich seine versteinerten Gesichtszüge merklich entspannten...

Schulze: Herr ... Dr. ... Meier?
Marc: Herr Schulze!?

Marc brauchte einen Moment, um die Situation zu erfassen, in die er sich und seine peinlich berührte Freundin manövriert hatte, während Gretchen hinter ihm akrobatisch ihre Sachen zusammen sammelte und langsam - Marcs Jacke und ihre Kleidung vor sich haltend - rückwärts kroch und hinter der Küchenzeile, die Gott sei dank gleich in der Nähe war und einen willkommenen Sichtschutz darstellte, verkrümelte, und richtete sich schließlich nach kurzem Zögern mit einem selbstbewussten Grinsen auf den Lippen auf. Die Augen des Paars im mittleren Alter, das den Makler begleitet hatte, wurden immer größer, als sie den fremden nackten Mann in der Wohnung, die sie sich eigentlich ansehen wollten, schockiert musterten. Marc bewies jedoch keinerlei Schamgefühl, lehnte sich lässig an den Tresen, hinter dem Gretchen sich mittlerweile angezogen hatte und von wo aus sie vorsichtig ihren Kopf nach oben reckte, aber gleich wieder entsetzt senkte, nachdem sie Marc kompromittierenden Anblick bemerkt hatte, und grinste den fassungslosen Makler frech an...

Marc: Sie können gleich den Vertrag aufsetzen, Herr Schulze. Nach ausgiebiger Besichtigungstour haben ich und meine.... Ver...lobte die Wohnung für gut befunden. Wir nehmen sie.
Hat er gerade Verlobte gesagt?
Paar (Widerstand kommt auf): Aber wir...?
Schulze (räuspert sich peinlich berührt u. starrt auf den blonden Haarbüschel, der hinter der Küchenzeile immer wieder aus der Tauchstation auftaucht): Ein... einverstanden... Herr... Doktor.... Meier! Morgen um 12 Uhr in meinem Büro?
Marc (verschränkt grinsend seine Arme u. nickt ihm zu): Geritzt!

Und so schnell wie der Makler mit dem gerade erst aus der katholischsten Ecke Bayerns nach Berlin gezogenen Ehepaar aufgetaucht war, waren die drei auch schon wieder verschwunden. So etwas hatte der gestandene Mann in seiner bisherigen makellosen fünfundzwanzigjährigen Immobilienkarriere noch nicht erlebt gehabt. Schmunzelnd drückte er auf den Knopf für den Aufzug und versuchte nun das aufgebrachte Paar neben sich zu beruhigen, das sich lautstark über die Sitten und die mangelnde Moral in der Hauptstadt ausließ. Als die Tür endlich ins Schloss gefallen war, tauchte Gretchens hochroter Kopf langsam wieder hinter der Kücheninsel hervor. Fassungslos starrte sie ihren unverschämten Freund an...

Gretchen: Du bist unmöglich!
Marc (dreht sich grinsend zu ihr herum u. stützt seine Hände auf der Theke ab): Wieso? Die Wohnung gehört uns. Also alles perfekt.
Gretchen (verschränkt trotzig ihre Arme): Zu dem Termin morgen kannst du aber alleine hingehen. Ich werde dem sicher nicht noch mal entgegen treten. Das war so peinlich.
Marc (geht schmunzelnd um die Kücheninsel herum u. lacht, als Gretchens Blicke entsetzt über seinen immer noch nackten Adoniskörper wandern): Liebes, mitgehangen, mitgefangen! Du wolltest doch unbedingt, dass wir ab sofort alles zusammen machen. Und mit unserem galanten Auftritt gerade eben haben wir ihn doch erst richtig überzeugt.
Gretchen (blitzt ihn empört an, lässt sich aber dann doch von ihm in seine muskulösen Arme ziehen): Idiot!
Marc (zwinkert ihr frech zu): Hey! Und? Bock noch eine Runde nachzulegen? Jetzt wo es offiziell nicht mehr verboten ist. Obwohl... diese Tatsache hatte dich ja letzte Nacht erst so richtig heiß gemacht.
Gretchen (schupst ihn empört von sich): Boah Maaarc!

Marc lachte nur, als Gretchen hoch erhobenen Hauptes an ihm vorbei stiefelte, das Penthouse verließ und die Wohnungstür krachend ins Schloss fallen ließ. Gemächlich zog er sich nun seine Sachen an, ging anschließend nach draußen auf die Dachterrasse noch eine rauchen und ließ seinen Blick noch einmal durch die großen Fenster ins Wohnzimmer gleiten. Ein warmes Gefühl zog sich durch seinen ganzen Körper. Nie fühlte sich das hier richtiger an als jetzt. Ein kleines Lächeln huschte über seine Lippen. Seine Hände griffen in seine Manteltaschen und ertasteten sein Handy. Er zog es hervor, ließ es spielerisch zwischen seinen Händen hin und her gleiten, dann hielt er inne und tippte eine kurze Nachricht ein, während er mit der anderen Hand seine Kippe ausdrückte:

„Glückwunsch! Du kannst sie haben. Details klären wir später. Ich hab noch einen Haasen zu bändigen. ;-) Ach und noch mal Happy Birthday! Marc.“

Dann steckte er es wieder ein und verließ ebenfalls seine neue Wohnung. Gretchen fand er sechs Etagen tiefer in ihrem gemeinsamen Badezimmer wieder. Marc überlegte nicht lange, zog sich aus und stieg zu ihr unter die Dusche. Ohne Gegenwehr ließ die blonde Nixe es zu und schmiegte sich verheißungsvoll lächelnd an seinen muskulösen Körper. Zärtlich kraulte sie ihm seine glatte Brust und blickte ihm dabei tief in seine vor Verlangen glühenden Augen...

Gretchen: Sag mal, Marci, hast du mich vorhin als deine Verlobte vorgestellt?
Marc (funkelt sie an): Halt die Klappe, Haasenzahn!

Marc ließ keine Widerworte zu, drängte seine frech grinsende Freundin gegen die kalten Kacheln in ihrem Rücken und küsste sie stumm, was Gretchen sich natürlich gerne gefallen ließ. Verlangend rieb sie ihren nassen Körper an dem seinen und schob ihre Zunge tief in seine Mundhöhle, dass es Marc fast um den Verstand brachte. Er zögerte nicht lange, packte sie unvermittelt an der Hüfte und hob sie hoch. Sofort schlangen sich ihre schlanken Beine um seine Hüfte und ihre Arme um seinen Nacken. Die Reibung ihrer weichen Brüste, die er nun auf seiner nackten Haut spürte, machte ihn schier wahnsinnig. Er konnte nicht warten. Ungestüm stemmte er die Venusfalle jetzt gegen die feuchte Kachelwand der Dusche. Gretchen stöhnte laut auf, als sie ihn im nächsten Moment auch schon tief in sich spürte und er sich forsch zu bewegen begann. Die leidenschaftlichen Küsse wurden heißer, die Bewegungen ihrer aufeinander prallenden Becken schneller, der Wasserdampf undurchsichtiger und die gemeinsamen Glücksschreie lauter. Die unbändige Freude über ihr neues Zuhause sollte schließlich ausgiebig zelebriert werden und das taten sie auch, wobei sie gänzlich die Zeit vergaßen.

Lorelei Offline

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09.11.2011 16:35
#1163 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Freut mich, dass ihr Spaß hattet am letzten Teil. Ob das heute auch der Fall sein wird? Es geht an anderer Stelle weiter. Achtung: akute Verbrennungsgefahr bei falscher Dosierung! Viel Vergnügen! Eure Lorelei



Etwa zur selben Zeit erwachte ein nunmehr sechsunddreißigjähriger Oberarzt der Gynäkologie und Frauenheilkunde nach einer langen Partynacht aus seinem tiefen traumlosen Schlaf. Er räkelte und streckte sich. Sein muskulöser nackter Oberkörper lugte dabei unter der dunkelblauen Satindecke hervor, die durch seine streckenden Armbewegungen etwas verrutscht war. Dann gähnte er einmal laut hinter vorgehaltener Hand und kuschelte sich wieder in sein gemütliches Kissen. Seine Augen behielt der verschlafene junge Mann immer noch geschlossen. Er wollte einfach noch ein bisschen dösen. Er hatte schließlich heute an seinem Geburtstag frei und konnte machen, was er wollte, und Ausschlafen stand dabei definitiv mit an vorderster Stelle seines heutigen Tagesplans.

Ein verträumtes Grinsen schlich sich nach einer Weile auf sein Gesicht, als er an die letzten Stunden zurückdachte. Die tolle Geburtstagsparty, die beste, die er seit seinen gemeinsamen Studententagen mit Marc Meier erlebt hatte übrigens, war dabei aber nicht sein erster Gedanke. Vielmehr galt dieser erste morgendliche Gedanke einer ganz besonderen Frau, die er die ganze Nacht fest im Arm halten durfte und noch so einiges mehr. Er schmunzelte. Konnte ein Geburtstag besser beginnen als so? Wahrscheinlich nicht! Ganz automatisch wanderte sein Arm nach rechts. Er wollte sie spüren. Verträumt strich er über das Bettlaken und das leere Kissen. ... Moment! Leeres Kissen? Was...? Abrupt richtete sich Dr. Mehdi Kaan auf seinem Schlafsofa auf und riss seine Augen weit auf. Gabis Seite war tatsächlich leer, aber immer noch spürbar warm und von ihrem betörenden Duft erfüllt. Er schaute sich suchend in seinem Wohnzimmer um. Doch auch in der angrenzenden offenen Küche war die Frau seiner Träume nicht zu finden. „Gabi“, rief er schließlich mit leichter Wehmut in den Raum, doch es kam leider keine Antwort zurück.

Enttäuscht ließ er sich zurück aufs Sofa sinken und kuschelte sich unter die warme behagliche Bettdecke. Nein, so durfte ein Geburtstag nicht beginnen, dachte er und zog einen Schmollmund. Mehdi kroch auf ihre Seite, umarmte ihr Kopfkissen, inhalierte es regelrecht, und rief sich die Erinnerungen an die letzte Nacht zurück, in der sie sich intensiv und sehr gefühlvoll geliebt hatten. Er hatte sich ihr nie näher gefühlt und es war fast so gewesen, als ob ihre Seelen eins gewesen wären, als sie sich dabei tief in die Augen geschaut hatten. Es fühlte sich einfach alles so richtig an. Er war glücklich und er wusste, dass er diese Wahnsinnsfrau, die ihm mit ihrer ganzen Art gehörig den Kopf verdreht hatte, über alles liebte. Um keinen Preis der Welt würde er sie je mehr hergeben. Mehdi nahm erneut einen tiefen Zug aus ihrem Kopfkissen und seufzte dabei laut auf. Das Klacken des Türschlosses hörte er deshalb nicht. Dafür aber eine Sekunde später Gabis zarte wohlklingende Stimme, die ihm eine fette Gänsehaut bescherte...

Gabi (starrt ihn mit ausgestrecktem Arm irritiert an): Äh... Mehdi, will ich wissen, was du da machst?

Oh! ... OH!!! ... Ooooohhh?

Sofort richtete sich der Angesprochene ertappt auf und wandte seinen in Sekundenschnelle hochrot angelaufenen Kopf zu seiner Freundin herum. Dass er ihr Kissen immer noch mit seinen muskulösen Armen wie ein großes Kuscheltier umschlang, merkte er nicht. Er schaute wie hypnotisiert und um Ablenkung bemüht auf die bunte Brötchentüte in ihrer Hand.

Mehdi: Du ... du warst Brötchen holen?

Seine sonst so markante und tiefe Stimme klang etwas belegt und er wirkte irgendwie durcheinander. Gabi, die noch immer an der Tür stand, konnte sich ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen. Er sah einfach zum Anbeißen süß aus in diesem Moment. Wie ein kleiner Junge, der gerade auf frischer Tat im Süßwarenladen beim Bonbonklauen erwischt worden war. Noch dazu mit seinen wild zerzausten Haaren, die ihm ins Gesicht hingen und in denen man am liebsten seine Hände vergraben würde.

Gabi: Sag mal, wo warst du eigentlich gerade mit deinen Gedanken?
Mehdi (kann sich nur schwer beruhigen u. wiegelt peinlich berührt ab): Ich... ähm... also... ich hab nicht... gedacht.
Gabi: Merkt man!

Lachend wandte sich die junge Frau kurz von ihrem Träumer ab, legte die Tüte mit den Brötchen und Mehdis Hausschlüssel auf der Kommode ab, befreite sich von ihrem dicken Schal und zog anschließend ihren dunklen Mantel aus. Mehdis verträumter Blick klebte förmlich an ihrer attraktiven Rückenfront, die in Chantals sexy Strickkleid, das nun zum Vorschein kam, wahnsinnig gut zur Geltung kam. Gabi bemerkte intuitiv, wie ihr Liebster sie gerade ansah und wurde merklich unruhiger. Erst nach zwei kläglichen Versuchen hatte sie ihre Jacke erfolgreich an einem der Haken der Garderobe aufgehängt. Aber all ihre Gedanken und Sinne waren noch immer bei letzter Nacht und jetzt, wo sie seine unmittelbare Nähe förmlich körperlich spürte, sein betörendes Aftershave, vermischt mit dem süßlichen Vanilleduft der Kerzen, der noch immer in der Luft lag und gewisse Assoziationen auslöste, an ihre Nasenflügel drang, nur noch umso deutlicher.

Genauso wie die sehnsüchtigen Blicke, die ihr Geliebter jetzt über ihren Körper streifen ließ, spürte sie noch immer seine zärtlichen Hände auf ihrer Haut, seine weichen Lippen, seine kreisende Zunge, all seine zarten Berührungen, die sich ihr regelrecht eingebrannt hatten. Ihr ganzer Körper glühte. Wie vorhin, als die Sehnsucht sie fast umgebracht hätte. Sie hatte nicht mehr länger nur neben ihm liegen können, ohne ihn berühren zu dürfen. Gleichzeitig hatte sie ihn aber auch nicht aufwecken wollen. Er hatte so friedlich geschlafen. Wie ein unschuldiger Engel. Sie hatte sich in sein glückliches zufriedenes Lächeln verliebt, das er auf seinen zum Küssen einladenden Lippen getragen hatte. Sie hatte ihn eine Ewigkeit lang nur angestarrt, bis sie das Feuer wieder auflodern gespürt hatte und regelrecht aus dem gemeinsamen Bett geflüchtet war. Sie hatte geduscht und anschließend, was sehr untypisch für sie war, den Rest des Chaos beseitigt, den ihre Kollegen gestern Abend hier geschaffen und zurückgelassen hatten, aber nur um sich etwas abzulenken und nicht aus hausfraulicher oder irgendeiner anderen verqueren Motivation heraus. Dann hatte sie das Geburtstagskind mit einem leckeren Frühstück überraschen wollen, hatte aber zu ihrer Enttäuschung feststellen müssen, dass die Gäste gestern wirklich, aber auch wirklich alles Essbares weggefuttert hatten, sogar die Butter. Bis auf ein riesiges Stück Schokoladentorte, das sie beinahe vor plötzlich aufkommendem Heißhungergefühl aufgefuttert hätte, wenn nicht ein rosa Fähnchen mit Lillys Namen darauf gesteckt hätte, herrschte gähnende Leere in Mehdis Kühlschrank. Also war ihr nur der Weg in die nächste Bäckerei übrig geblieben, die sich zum Glück gleich um die Ecke befanden hatte. Ebenso wie ein kleiner Tante-Emma-Laden, wo sie noch den Rest für ein romantisches Geburtstagsfrühstück besorgt hatte.

Und nun, einige Minuten später, stand sie wieder hier in Mehdis Wohnung. Mit zittrigen feuchten Händen griff sie nach der Brötchentüte und dem Einkaufsbeutel, den sie neben der Tür abgestellt hatte, und drehte sich herum. Mehdi senkte sofort ertappt seinen verräterischen Blick, nur damit seine Freundin nicht bemerkte, wie sehr er sie gerade angestarrt hatte. Gabi musste unweigerlich schmunzeln. Wie konnte ein gestandener Mann nur so unvergleichlich süß sein? Grinsend ging sie weiter in die Küche, wo sie sofort auf die Taste der Kaffeemaschine drückte, in die sie vorhin schon vorsorglich den letzten Rest Kaffeepulver gegeben hatte, den sie in einem der Schränke gefunden hatte. Anschließend legte sie die noch warmen Brötchen und Croissants mangels Alternative - sie kannte sich noch nicht so gut in Mehdis Wohnung aus, war sie doch erst das zweite Mal überhaupt hier - in eine große Schüssel, die sie vorhin mit abgewaschen hatte. Damit bewaffnet stiefelte die schöne Krankenschwester weiter zum Schlafsofa, auf dem ihr Freund immer noch paschamäßig mit ausgestreckten Beinen und unter seinem Kopf verschränkten Armen lag und interessiert jede einzelne ihrer Bewegungen studierte.

Als sie dicht vor seinem Bett stehen blieb, richtete sich Mehdi schließlich doch auf und schnappte sich ohne Umschweife Gabis freie Hand, mit der sie schwungvoll zu ihm in die Kissen gezogen wurde. Sie quiekte laut auf, als sie auf seinem weichen Körper landete, und ließ vor Schreck die Brötchenschüssel aus der Hand fallen. Brötchen und Croissants kullerten nun über das Schlafsofa, aber die beiden Verliebten störten sich nicht daran, sondern tollten nun selbst darauf herum, bis der heißblütige Halbperser plötzlich innehielt und seine verführerische Freundin ansah. Mehdi hatte Gabi mit sanftem Druck in die weichen Laken gedrückt und sich über sie gebeugt. Sein heißer Atem in ihrem Gesicht machte sie schier wahnsinnig. Er lächelte. Seine Nasenspitze stupste ihre an, während er ihre beiden Hände zu greifen bekam und neben ihrem Kopf in die Kissen presste und ihr dabei tief in ihre funkelnden braunen Augen blickte...

Mehdi: Ich hab mich erschrocken, als du nicht mehr neben mir lagst.
Gabi (atmet schwer u. blickt funkelnd in seinen fesselnden Augen hin u. her): Wie kann ich diesen furchtbaren Fauxpas wieder gut machen?
Mehdi (grinst sie verschmitzt an): Och du, ich wüsste da vielleicht schon was.
Gabi (weiß genau, was er sich schon wieder ausmalt u. würde sich am liebsten auf ihn stürzen, hält sich aber noch aus taktischen Gründen zurück): Frühstück ist gleich fertig, sobald der Kaffee durch ist.
Dieses Biest!
Mehdi (festigt schmunzelnd seinen Klammergriff um ihre Handgelenke, setzt dann seine warmen Lippen an ihren Hals, woraufhin sie zusammenzuckt u. kurz die Augen schließt, u. wandert ganz langsam hinauf zu ihrem Ohr, in das er verwegen hineinraunt, bevor er anschließend daran zu knabbern beginnt): Frühstück klingt sehr verlockend. Darf ich an dir knabbern?
Gott, ja, ja, jaaaaaaaaaaa!!!!
Gabi (seufzt leise auf u. genießt seine Berührungen sehr): Du bist unersättlich, Mehdi.

Mehdi blickte Gabi schmunzelnd in ihre Augen, die ihn nun feurig anfunkelten. Er zögerte einen letzten Moment, dann ließ er seine Lippen endlich mit den ihren verschmelzen. Ein sehr sinnlicher Kuss begann, der schnell Lust auf mehr machte. Er biss ihr zaghaft auf ihre Unterlippe, sog an ihr, tippte dann leicht mit seiner Zungenspitze darüber, verliebte sich in den süßen Himbeergeschmack ihrer Lippen. Gabi schnurrte leise, was ihn zusätzlich betörte. Während seine Hände ruhelos über ihren aufregenden Körper strichen, presste er seine Lippen immer intensiver auf die ihren. Doch die verführerische Frau spielte mit ihm. Während er schon fast um Einlass winselte, zögerte sie es noch einen Moment hinaus, kostete von seinen verheißungsvollen Lippen. Ihr Körper brannte lichterloh, der Widerstand bröckelte und ihr Verführer nutzte diesen Ablenkungsmoment geschickt für sich aus und drang schließlich forsch mit seiner tänzelnden Zunge vor, so dass Gabi laut aufstöhnte. Das Prickeln, das er in ihr auslöste, ließ auch sie mehr Initiative in den leidenschaftlichen Kuss legen. Sie drehte sich auf ihn. Ihre Zungen tanzten derweil einen der erotischsten Tänze der Welt, steigerten sich immer mehr in einen regelrechten Rausch. Sie konnte nicht genug davon bekommen. Mehdis Küsse waren wie eine Droge für sie. Rastlos strichen ihre zarten Hände über seinen muskulösen Oberkörper. Da erst wurde sie sich seiner Nacktheit wieder bewusst. Sie öffnete ihre Augen und löste den heißen Kuss unvermittelt. Körper auf Körper lagen sie da und sahen sich atemlos an.

Mehdi: Was ist?

... fragte er schließlich aufgewühlt. Doch Gabi grinste nur, als sie ihre Arme nach oben hob und den verunsicherten Mann auffordernd anblickte. Mehdi verstand und kam ihrer Bitte sofort lächelnd nach. Mit einem geschickten Griff hatte er ihr das Strickkleid ruckartig über den Kopf gezogen und achtlos neben das Schlafsofa auf den Boden geschmissen. Seine Fingerkuppen strichen nun aufreizend über die freigelegen Hautpartien. Sie erschauderte bei jeder seiner zärtlichen Berührungen. Gefesselt hing sein Blick an ihrem üppigen Dekolletee, das sich vor Erregung heftig auf und ab senkte. Er drohte den Verstand zu verlieren. Das freche Luder hatte also tatsächlich auf ihre Korsage verzichtet, als sie das Haus verlassen hatte. Als ob sie seine Gedanken gelesen hätte, griente Gabi ihn augenzwinkernd an...

Gabi: Spart Zeit.

Mehdi schüttelte schmunzelnd den Kopf, packte ihre beiden Hände und drückte seine Freundin für ihre unverschämt offenherzigen Frechheiten zurück in die Kissen, was sie sich nur allzu gern gefallen ließ. Aufreizend rieb sie ihren halbnackten Traumkörper nun an ihm und für Mehdi gab es nun kein Halten mehr. Schnell hatte er sie von ihren lästigen Strümpfen und ihrem sexy String befreit, so dass sie nun ebenso nackt vor ihm lag wie er auf ihr. Seine brennenden Lippen wanderten verlangend über jeden einzelnen Zentimeter ihres makellosen Körpers, brachten auch sie förmlich um den Verstand, bis Gabi es schließlich nicht mehr länger aushalten konnte und ihn ungestüm zur Seite drängte und sich anschließend auf seinen erhitzten Schoss setzte, um von nun an ihr gemeinsames erotisches Spiel zu dominieren, woran auch Mehdi deutlich Freude hatte.

Lorelei Offline

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10.11.2011 16:56
#1164 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach einem weiteren unvergleichlich intensiven Mal lagen sich die beiden Liebenden aneinander geschmiegt in den Armen. Jeder mit dem gleichen glücklichen Grinsen im Gesicht und einem platt gedrückten Croissant in der Hand, von dem sie nun heißhungrig abbissen, um wieder zu Kräften zu kommen. Keinen Moment ließen sie sich dabei aus den Augen, lachten ab und an oder küssten sich zärtlich die Krümel vom Mundwinkel. Erst das laute Piepen von Mehdis Handy auf dem Fensterbrett hinter dem Schlafsofa ließ sie endgültig aus ihrem Honeymoon erwachen. Mehdi löste sich von seiner Freundin und wollte sein Mobiltelefon vom Fenstersims greifen, um nachzuschauen, doch Gabi, die ihren Klammergriff wieder verstärkte, hielt ihn zurück...

Gabi (zuckersüß bettelnd): Nicht! Es ist gerade so schön!
Mehdi (gibt ihr lächelnd einen kleinen Kuss auf den Mund u. nimmt das Handy anschließend trotzdem in die Hand, nur um nachzuschauen, wer sich gemeldet hat): Nur mal kucken. Vielleicht ist was mit Lilly.

Dagegen konnte die verliebte Krankenschwester natürlich nichts sagen. Mit verklärtem Blick beobachtete sie Mehdis Gesichtsspiel, das von neugierig zu erstaunt und dann zu einem unvergleichlich süßen Schmunzeln wechselte. Also eine positive Nachricht, vermutete sie, senkte ihren Blick und ergötzte sich als nächstes an seinem sexy freien Oberkörper, den sie unbedingt berühren musste, was sie auch sofort in die Tat umsetzte, indem sie ganz langsam mit ihrer Handinnenfläche darüber strich. Mehdi legte sein Handy wieder zurück und kroch schnell wieder zu seiner Freundin unter die Bettdecke, die sich sofort wie eine verschmuste Katze an ihn schmiegte und neugierig von unten herauf anblickte...

Gabi: Und?
Mehdi (muss sie einfach küssen, weil sie so süß kuckt, dann sieht er sie aber wieder mit etwas ernsterer Miene an): Gabi, Maus, bist du eigentlich noch enttäuscht, weil es mit der Dachwohnung nicht geklappt hat?
Nanu? Wie kommt er denn jetzt darauf?
Gabi (sieht ihn verwundert an, weil sie mit dem Themenwechsel nicht gerechnet hat): Nein, insgeheim hab ich ja gewusst, dass das.... Ach ich weiß doch auch nicht, was mich da geritten hat. Vielleicht hab ich mich auch ein bisschen verkuckt. Aber eigentlich brauchen wir doch wirklich nicht viel oder? Nur uns, eine Matratze und vielleicht noch eine Decke, falls uns kalt wird, was ich aber nicht denke.
Mehdi (muss sie gleich noch mal küssen, als sie ihm anzüglich zuzwinkert): Du bist ja süß.
Gabi (blickt ihn ganz verträumt an u. krault seine nackte Brust): Weißt du, ich würde sogar mit dir in einem winzig kleinen Loch hausen, wenn es sein muss. Hauptsache wir sind zusammen. Und so eng aufeinander, hat ja auch seinen gewissen Reiz. Findest du nicht?
Mehdi (strahlt sie vergnügt an, denn der Schalk geht mit ihm durch): Gut, wenn das so ist, dann ... kann ich ja Oberschwester Stefanie zusagen.
Hä?
Gabi (schnappt leicht schockiert nach Luft): Was?
Mehdi (grinst): Jap! Ich hab uns nämlich ins Schwesternwohnheim eingemietet.
Gabi (richtet sich abrupt auf u. starrt ihn fassungslos an): Hast du nicht?
Mehdi (kann sich kaum noch zusammenreißen): Doch! Wir könnten sogar unser altes Zimmer bekommen.
Der spinnt doch! Bei aller Liebe, aber da kriegen mich keine zehn Pferde mehr hin.
Gabi: Nein?
Mehdi (streicht ihr aufreizend über ihr Dekolletee, um sie von seiner „Idee“ zu überzeugen): Toll, nicht? Um ehrlich zu sein, bereue ich es schon ein wenig, dass wir damals nicht diese äußerst bequemen Pritschen zusammen ausprobiert haben. Wie eng wir da hätten zusammenliegen müssen. Oder erst in deinem beleuchteten Kleiderschrank.
Moment mal! Der verarscht dich doch! Na warte! Nicht mit mir!
Gabi (merkt so langsam, woher der Wind weht u. boxt ihm zur Rache in die Seite): Du Blödmann! Ich hab dir für den Moment echt geglaubt.
Aua! Ist sie nicht süß?

Mehdi fuhr sich mit seiner rechten Hand über seine schmerzende Seite und es kam noch ein weiterer Schmerz hinzu, der von seinem stark beanspruchten Zwerchfell herruhte. Zur Entspannung legte er sich zurück aufs Bett. Aber das hätte er lieber nicht tun sollen, denn eine fiese Kissenattacke ihrerseits folgte, nachdem er sich hingelegt hatte. Ein Glück, dass Gabi vorhin die ganzen Sitzkissen von gestern Abend direkt neben das Sofa gestapelt hatte. Eins nach dem anderen nahm nun den direkten Weg in Mehdis überrumpeltes Gesicht, während sie ihn in Schach hielt, indem sie sich frecherweise auf seinem Schoss bequem gemacht hatte. Mit Erfolg. Er konnte sich, eingeklemmt zwischen ihren Schenkeln, nicht mehr rühren und nur ungeschickt die gemeinen Kragenowschen Attacken abwehren oder überhaupt zurückschlagen. Vielleicht hatte Marc ja doch recht mit seiner ständigen Behauptung, er würde wie ein Mädchen werfen. So sah es nämlich wirklich gerade aus. Der sichtlich geschundene Halbperser gab sich schließlich nach einigen Minuten geschlagen und winselte bei seiner Freundin um Gnade...

Mehdi: Ok, ok, du hast gewonnen.

Gabi, die ganz genau wusste, wie sie ihren reumütigen Schatz in dieser Position quälen konnte, ließ ihn noch einen Moment zappeln und presste ihre Oberschenkel zusammen, so dass er laut aufstöhnen musste. Triumphierend lächelte sie ihn an...

Gabi: Wirklich?
Mehdi (blitzt sie an): Jaaahaaa! Das war ein blöder Scherz. Tut mir wirklich leid. Gnade!
Gabi (kostet ihren Triumph genüsslich aus u. grinst ihn frech an, als sie nachhakt): Und wer war das dann mit der Sms?
Mehdi (abgelenkt durch ihre pure Nacktheit vor seinen Augen stammelt er nur): Äh... Marc!
Gabi (runzelt verwundert mit der Stirn): Was will der denn?

Gabi ließ ihr Opfer schließlich los und legte sich wieder auf die Seite unter die warme Bettdecke. Mehdi kuschelte sich an sie heran und sah sie eindringlich an...

Mehdi: Was würdest du sagen, wenn er eine Wohnung für uns hätte?
Gabi (kleinlaut): Dass er uns verarscht!
Mehdi (rollt mit den Augen): Tut er nicht, also nicht in dem Fall.
Gabi (misstrauisch): Wieso sollte ausgerechnet der uns denn jetzt das Penthouse sponsern wollen?
Mehdi (klärt sie schmunzelnd über das Missverständnis auf): Nicht das Penthouse, das will er doch selber für sich und Gretchen nehmen, nein, seine Wohnung.
Gabi (steht auf dem Schlauch): Hä? Ich verstehe nicht ganz. Was ist mit seiner Wohnung?
Mehdi (richtet sich etwas auf u. stützt sich mit dem rechten Arm ab): Also Marc und Gretchen wollen, so wie es aussieht, die Dachgeschosswohnung kaufen und damit würde ja dann seine jetzige Wohnung leer stehen. Ich weiß, das ist vielleicht ein etwas schräger Vorschlag, aber wir könnten unter sehr günstigen Konditionen eventuell ihre Nachmieter werden. Also es sei denn, du hättest was dagegen. Ich weiß, du hast da keine so guten Erfahrungen gemacht, im Speziellen mit Marc, und sie ist von der Größe her auch nicht das, was du dir vielleicht vorgestellt hättest, aber für uns drei...
Gabi (in Gedanken): Okaaay!?

Also an sich ist das schon ein ziemlich dämlicher Vorschlag, aber andererseits... Ich weiß nicht.

Mehdi (sieht sie liebevoll an u. legt seinen Arm um ihre Schulter): Überleg es dir einfach! Wenn nicht, ist das völlig ok für mich. Wir finden schon was, wo wir drei...
Gabi (fällt ihm plötzlich mit ernster Miene ins Wort): Mehdi, ich hab ok gesagt.
Mehdi (etwas verwirrt): Äh... Okay im Sinne von „Ich denke darüber nach“ oder „ok, einverstanden, wir nehmen die Wohnung“?

Lorelei Offline

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11.11.2011 16:40
#1165 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gabi (beißt sich auf ihre Unterlippe u. sieht Mehdi unsicher an): Lass uns... abwarten! Ich bin nämlich gestern auch auf etwas gestoßen.
Mehdi: Okay!?

Mehdi sah seiner Freundin verwundert dabei zu, wie sie plötzlich vom Schlafsofa aufsprang, im Flur von der Garderobe ihre Handtasche schnappte und eine Sekunde später damit zurück kam und sich bäuchlings wieder neben ihn legte. Sie zog einen kleinen Zettel aus ihrer Tasche und stellte diese dann neben das Bett.

Gabi (reicht ihm das Blatt Papier): Das hab ich gestern zufällig bei uns am schwarzen Brett entdeckt.
Mehdi (liest sich die Anzeige interessiert durch): Oh!
Gabi (versucht zu deuten, was er darüber denkt): Die Ebersbuschs haben doch ein Haus gebaut und wollen da nächsten Monat einziehen. Und jetzt suchen sie noch einen Nachmieter für ihre 95m ²-Wohnung. Vier Zimmer, Balkon, Altbau, Prenzlauer Berg. Aber die ruhigere Ecke. Ich weiß, das ist jetzt nicht gerade der nächste Weg, aber die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist auch gut, sowohl zur Klinik, als auch zu Lillys Schule. Und im Herbst wechselt sie ja eh aufs Gymnasium, hast du gesagt, und das wäre von der Wohnung aus nur eine Straße weiter.
Mehdi (sieht sie mit glänzenden Augen an): Wow! Du hast dir ja schon richtig Gedanken gemacht.
Gabi (lächelt ihn an, wirkt dann aber verlegen): Du unterschätzt mich halt doch, Mehdilein. Und na ja, die Frau Doktor hat mich erwischt, als ich den ganzen Zettel vom Schwarzen Brett abgerissen habe. Aber ich hab halt gedacht, bevor ihn noch jemand anderes entdeckt. Der Wohnungsmarkt in Berlin ist nun mal hart umkämpft.
Mehdi (schmunzelt): Verstehe!
Gabi: Und im Fahrstuhl bin ich dann mit der Ebersbusch eben noch etwas ins Plaudern geraten.
Mehdi (zieht sie in seine Arme u. lächelt sie glücklich an): Tja, dann haben wir wohl jetzt plötzlich zwei Optionen. Schon unheimlich, wie sich das alles auf einmal zusammenfügt, aber es fühlt sich gut an.
Ja! Ich spür das auch.
Gabi (himmelt ihn an): Du, Schatz, wenn du... wenn du wirklich unbedingt in Marcs Wohnung ziehen willst, dann... ich hab da kein Problem damit. Also jetzt kein Grundlegendes. Es wäre zwar schon schöner, wenn wir uns was Eigenes aufbauen würden und nicht ständig in der Vergangenheit schwelgen. Ich meine, du hast dort lange gewohnt und Gretchen hinterher geschmachtet und ich Monate zuvor Marc. Das fühlt sich schon irgendwie seltsam an. Aber das ist eure Freundschaft ja schon von je her. Also was mich betrifft, ich hab mich damit abgefunden, dass ich die beiden deinetwegen wohl immer an der Backe kleben haben werde. Gibt Schlimmeres. Die falsche Wandfarbe zum Beispiel.
Mehdi (legt lächelnd seine Hand an ihre Wange u. sieht sie verliebt an): Weißt du was, wir sehen uns erst einmal beide Wohnungen ganz genau an. Zusammen mit Lilly. Soll sie entscheiden.
Gabi (seufzt gequält auf): Tja, dann muss ich mich wohl mit der Spree-Wohnung abfinden müssen. So verknallt wie sie in ihn ist, wird der Faktor „Onkel Marc“ wohl ausschlaggebend sein.
Mehdi (lacht): Verknallt meinst du? Ich glaube, ich muss wohl mal mit Marc ein ernsthaftes Wort reden.
Gabi (lacht, wird aber schnell wieder nachdenklicher): Ok, aber jetzt ernsthaft, Mehdi. Wegen den Wohnungen, lass uns das diplomatisch entscheiden. Wir können ja vielleicht eine Liste aufstellen oder so? Und na ja, vielleicht... ich meine, vielleicht will deine Tochter ja auch gar nicht, dass ich mit euch lebe? Das sollten wir auch berücksichtigen.
Mehdi (sieht sie eindringlich an): Hey! Woher denn jetzt wieder die Zweifel?
Gabi (senkt unsicher den Blick): Ich weiß nicht. Ich ähm... Was ist, wenn sie denkt, ich würde dich ihr wegnehmen wollen?
Mehdi (drückt ihre beiden Hände, um ihre Unsicherheit zu nehmen): Oh Schatz! Das tut sie nicht. Keinesfalls! Sie geht ganz locker damit um. O-Ton Lilly gestern auf der Party: „Du musst dich nicht verstecken, Papa, wenn du mit Gabi knutschen willst.“
Gabi (sieht schmunzelnd auf): Das hat sie echt gesagt?
Mehdi (nickt mit dem Kopf u. lächelt sie an): Ja, hat sie! Gib ihr einfach Zeit! Wir werden uns schon alle zusammenraufen.

Ewiger Optimist! Aber mit einem Kind zusammenzuleben, ist schon eine Nummer größer, als nur mit ihm allein. Was ist, wenn ich was falsch mache? Vielleicht hätten wir das doch nicht so überstürzen sollen?

Gabi: Und deine Frau? Die wird sich doch sicherlich auch so ihre Gedanken machen.
Mehdi (nachdenklich): Wir haben uns darauf geeinigt, dass Lilly auf Dauer bei mir bleiben wird. Sie weiß von dir. Und wie wir letztendlich das alles mit Sorgerecht und Besuchen und so weiter regeln werden, das hat doch noch Zeit, bis sie wieder völlig genesen ist. Wir werden schon eine Lösung finden. Jetzt muss sie erst einmal wieder auf die Beine kommen. Ich bin zuversichtlich.
Gabi (nickt leicht mit dem Kopf u. wirkt leicht abwesend): Mhm!
Mehdi (nimmt ihr Gesicht in beide Hände und sieht ihr tief in die Augen): Hey! Du musst keine Angst haben. Zusammen schaffen wir das. Wir lieben uns. Das ist alles, was zählt. Ich freu mich auf ein gemeinsames Leben mit dir. Ehrlich gesagt, kann ich es kaum noch erwarten.
Gabi (blickt gerührt in seinen Augen hin und her u. spürt ihr Herz höher schlagen): Mir geht’s genauso. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich dich liebe.
Mehdi (seine Augen leuchten auf): Doch! So annähernd schon.
Gabi (stupst ihn an): Hey! Überschätz dich mal nicht, mein Lieber!
Mehdi (schmunzelt): Ich liebe dich auch. Sehr sogar.

Mehdi zwinkerte seiner Freundin zu und strich ihr mit einer Hand zärtlich durchs Haar. Gabi lachte nur und genoss seine liebevolle Geste, dann gab sie ihrem Schatz einen kleinen innigen Kuss auf den Mund, bevor sie sich wieder an seine starke männliche Brust kuschelte und er die Decke etwas höher zog. Jeder hing für sich seinen Gedanken nach. Der erste Schritt auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft war gemacht. Die Gründung eines gemeinsamen Heims. Die Chancen standen nicht schlecht. Selbst wenn es mit der Altbauwohnung des Ärzteehepaars Ebersbusch nicht klappen würde, stände da immer noch Marcs Wohnung zur Position, die ihnen, so wie es aussah, offenbar schon sicher war. Er würde sich auf jeden Fall noch mal mit Marc und Gretchen zusammensetzen. Bei den beiden wusste man ja nie. Stand in Marcs Sms nicht etwas von „den Haasen bändigen zu müssen“? Nach den Erfahrungen des gestrigen Abends war es wohl doch besser, lieber noch einmal genauer nachzuhaken, vor allem bei Gretchen, was sie von einem möglichen Wohnungstausch halten würde. Sie und Gabi kratzten sich zwar nicht mehr die Augen aus und verstanden sich mittlerweile ganz gut, oberflächlich betrachtet, aber beste Freundinnen würden sie in diesem Leben sicherlich nicht mehr werden. Und was Marc von seiner Lebensgefährtin hielt, musste er nicht groß überlegen. Es herrschte Waffenstillstand, der jeder Zeit wieder brüchig werden könnte. Sein Wohnungsangebot war wohl eher als spontane Eingebung und Geste für ihre langjährige Freundschaft zu verstehen, die nie gefestigter war als jetzt. Aber ob dieser Status quo vor eventuellen nachbarschaftskriegerischen Handlungen gefeit war? Diese mögliche Gefahr würde von beiden Seiten bestehen, aber die bestand ja eigentlich auch jeden Tag in der Klinik und da lief es, bis auf die üblichen Sprüche und Zankereien, doch eigentlich ganz gut. Viel schöner war doch das Gefühl zu wissen, dass Gabi seine Freundschaft zu Marc akzeptierte. Sie liebte ihn bedingungslos, innig und mit ganzem Herzen und das beflügelte Mehdi richtig. Er würde auf jeden Fall noch mit Lilly darüber reden, was sie davon halten würde, wenn Gabi bei ihnen einziehen würde. Die kleine Maus wusste jetzt, dass sie zusammen waren und sie hatte es recht gut aufgenommen. Es musste ja auch noch nicht gleich jetzt sein. In ein zwei Monaten vielleicht, wenn die beiden Mädels sich besser kennengelernt hatten. Ja, so würden sie es machen, beschloss Mehdi mit klopfendem Herzen und malte sich das Zusammenleben mit den beiden schon mal in den schönsten Farben aus. Ihm kam urplötzlich der Traum wieder in den Sinn, der ihn lange Zeit verfolgt hatte, als er noch nicht wusste, was er wollte. Als er flüchtend durch die Berliner Straßen rannte und am Ende ins kalte Wasser sprang, als es keinen Ausweg mehr gab, und letztendlich schweißgebadet in einem wohligen Bett aufwachte. Umgeben von Kindern. Seinen Kindern. Und einer Frau, die sich aber im Hintergrund hielt. Nie hatte er sie in seinen Träumen erkennen können. Doch jetzt sah er die verschwommene Frau im Türrahmen ganz genau. Es war Gabi! Seine Liebe. Lächelnd schlang Mehdi seinen Arm um sie.

Auch Gabis Gedanken schweiften davon. Klar war es ein seltsames Gefühl, vielleicht in die Wohnung ihres verhassten Ex zu ziehen, wo sie diesem in ihrem krankhaften Bindungswahn das Leben zur Hölle gemacht hatte und sich selbst eine glückliche Scheinwelt eingeredet hatte. Deshalb wäre ihr ein kompletter Neuanfang in einer völlig neuen Umgebung schon lieber. Sie dachte nur noch ungern an jene Zeit zurück. Sie war ein furchtbar schlechter Mensch gewesen und sie hatte den Preis für ihre Schandtaten bezahlt. Einen furchtbar hohen Preis, mit dem sie immer leben müsste. Aber Mehdi hatte sie gerettet. Am meisten vor sich selbst. Sie war jetzt eine andere. Und sie war glücklich. Zum ersten Mal in ihrem Leben so richtig. Sie genoss jede Sekunde davon. Was Mehdi ihr bieten konnte, war viel mehr wert als all der Luxus und der falsche Schein, den sie sich früher erträumt und erzwungen hatte. Das hier war echt. Ihre Liebe war echt. Daran konnte man festhalten. Und wenn man sich bedingungslos liebte, war doch völlig egal, wo und wie man lebte. Selbst die ewigen Frotzeleien mit Marc Meier wurden da völlig nebensächlich. Sie und Mehdi würden sich ein gemeinsames Leben aufbauen. Das allein zählte. Gabi musste plötzlich lächeln. Gleich heute noch würde sie noch mal Frau Dr. Ebersbusch ansprechen und einen Besichtigungstermin ausmachen. Und dann würde sie ihre Wohnung zum nächst möglichen Termin kündigen. Bis zum Vertragsende würde sie da zwar noch offiziell wohnen bleiben, aber bis dahin hätte sich Mehdis Tochter sicherlich an sie und die neue Situation gewöhnt, hoffte Gabi inständig. Auch wenn sie bislang im Umgang mit kleinen Kindern nicht gerade ein geschicktes Händchen bewiesen hatte, so würde sie sich doch bemühen. Die spontane Umarmung von Lilly gestern Abend hatte sie nämlich schon sehr berührt. Vielleicht würden sie ja doch bald eine richtige kleine Familie sein.

http://www.youtube.com/watch?v=iJe3osgk8Vc&feature=related

Eine Familie! Die Familie, die sie nie hatte. Bei diesem Gedanken wurde Gabi richtig warm ums Herz. Glücklich schmiegte sie sich wieder an ihren Schatz, der ihr liebevoll durch ihre langen Haare strich. Verliebt sahen sie sich in die Augen und verstanden sich blind. Die schöne Krankenschwester konnte gar nicht anders und gab Mehdi spontan einen kleinen Kuss auf den Mund, der von ihm hingebungsvoll erwidert wurde. Aus einem kleinen unschuldigen Kuss wurden viele kleine zarte Küsse und schließlich eine innige Knutscherei, bei der die beiden völlig die Zeit vergaßen.

Doch plötzlich schreckte Gabi auf und sah Mehdi entschuldigend an. Sie hatte sich zwar für ihren Schatz heute frei genommen, um mit ihm an seinem Geburtstag ungestört möglichst viele zärtliche Stunden zu verbringen, solange Lilly in der Schule und später bei ihren Großeltern war, aber ein Oberdrache namens Stefanie Brinkmann ließ selbst freie Tage nicht gelten, wenn es um ihre nervigen wöchentlichen anwesenheitspflichtigen Dienstbesprechungen ging. Schweren Herzens lösten sich die Verliebten voneinander und zogen sich an. Mehdi war so freundlich, seine Freundin ins Elisabethkrankenhaus zu bringen, damit ein drohender Anschiss der biestigen Oberschwester wegen Zuspätkommens möglichst vermieden wurde. Er war einfach ein Schatz, dachte Gabi mit leuchtenden Augen und gab ihm noch einen letzten dicken Schmatzer auf den Mund, bevor sie zusammen in seinen Wagen einstiegen und schließlich in die Klinik aufbrachen.

Lorelei Offline

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13.11.2011 17:14
#1166 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Kurz darauf im Elisabethkrankenhaus

Doch Dr. Kaan und Schwester Gabi waren nicht die Einzigen, die an diesem kalten Januartag etwas zu spät dran waren. Ein schon etwas in die Jahre gekommener weißer Volvo steuerte gerade unelegant mit quietschenden Reifen seinen vorgesehenen Parkplatz an und hätte dabei fast das für den Oberarzt der Chirurgie des Elisabethkrankenhauses bestimmte Namensschildchen angeditscht, als Dr. Maria Hassmann mit einer Sieben-Tage-Regenwetter-Miene das Stationszimmer im 3. Stock betrat und in ihrem Fach hektisch einige Papiere zusammensammelte, die sie anschließend auf den dicken Aktenordner legte, den sie bereits in ihren Händen hielt. Sie bemerkte nicht, dass sie nicht allein in dem Aufenthaltsraum war und von einem neugierigen Paar funkelnder blaugrauer Augen interessiert beobachtet wurde, die sich aber sofort von ihrem knackigen Hintern abwandten, als sich die attraktive Oberärztin herumdrehte.

Maria war sichtlich überrascht und wich, ihrem natürlich angeborenen Fluchtinstinkt folgend, einen Schritt zurück, als die Person, die sie heute als letzte hatte sehen wollen, wenn überhaupt, in ihr Blickfeld gerückt war. Der attraktive Neuzugang in der neurochirurgischen Abteilung, Dr. Cedric Stier, saß mit einer dampfenden Tasse Kaffee und der aktuellen Tageszeitung bewaffnet lässig am runden Tisch in der Mitte des Schwesternzimmers und schien offenbar gerade Mittagspause zu machen. Er würdigte seine sichtlich perplexe Fachkollegin und Exfrau keines Blickes, schien sie überhaupt nicht wahrzunehmen und blätterte ohne eine Miene zu verziehen weiterhin in seiner Zeitung, was die Oberärztin ziemlich aus dem Konzept brachte. Aber sie wollte sich vor ihm natürlich keine Blöße geben und konnte in diesem Moment eh nicht weiter darüber nachdenken, warum sie für ihn auf einmal vollkommen Luft war, wo er doch sonst immer jede Gelegenheit schamlos ausnutzte, um über sie herzufallen wie ein hungriger Wolf, weil jemand anderes in ihr Gesichtsfeld rückte bzw. genauer gesagt vor ihren Augen unelegant auf und absprang wie ein wild gewordener Flummi und dabei seltsam das Gesicht verzog. Bei ihrem ungeplanten Sicherheitsschritt nach hinten war die Neurologin nämlich aus Versehen Schwester Sabine auf den Fuß getreten, die plötzlich wie aus dem Nichts hinter ihr aufgetaucht war und nun kurz erschrocken aufschrie, dann hin und herhüpfte und schließlich wie ein Flamingo nur noch auf einem Bein dastand und sich mit schmerzverzerrtem Gesicht mit einer Hand am Tresen abstützte. Der Aktenordner, den die tollpatschige Krankenschwester in der Hand gehalten hatte, als sie hereingekommen war, war ihr bei ihrer unfreiwilligen Morgen-Gymnastik, die ihr in Verbindung mit ihrem eh schon schmerzenden Kopf gar nicht gut bekam, auf den Boden gefallen. Das war heute einfach nicht ihr Tag. Aber nach nur knapp drei Stunden Schlaf hatte sie auch nichts anderes erwartet. Und wer Party machen konnte, und das kam bei ihr eher selten bis gar nicht vor, konnte am nächsten Tag auch arbeiten. Das hatte ihr auch ihr Verlobter gesagt, als er sie heute Morgen unsanft aus ihrem warmen kuscheligen Bett gezogen hatte. Hach.... Günni! Mit einem Mal konnte die „verunglückte“ Krankenschwester auch schon wieder lächeln.

Cedric Stier musste sich bei der seltsamen Comedy-Einlage, die ihm gerade dargeboten worden war, sehr zusammenreißen, um nicht gleich laut loszulachen. Das war ja wirklich ein spaßiger Laden hier. Dabei hatte er doch immer gedacht, das EKH sei der langweiligste Ort der Welt, wenn man mal allein die biederen und steinzeitlichen „Wir sind alle eine große Familie“- und „Der Patient steht über allem“-Vorstellungen von Prof. Haase betrachtete. Aber nein, das Gegenteil war der Fall, wie er mit jedem neuen Tag feststellte, den er an seiner neuen Wirkungsstätte verbrachte, und zunehmend fühlte er sich immer wohler hier in diesem Irrenhaus, wie diese biestige Oberschwester, mit der er gestern aneinander geraten war, immer so schön ironisch sagte. Seine Schadenfreude galt aber nicht in erster Linie der tollpatschigen blonden Stationsschwester, die immer, wie auch jetzt wieder, mit einem verträumten Lächeln durch die Gegend lief und zumindest für ihn manchmal nicht von dieser Welt erschien. Nein, seine ganze uneingeschränkte Aufmerksamkeit galt nur einer Frau. Seiner Frau! Äh... Ex-Frau! Aber er hatte für sich beschlossen, seiner Zimtzicke in Zukunft aus dem Weg zu gehen und jegliche Gefühlsregung, und wenn es nur ein Lacher auf ihre Kosten war, zu vermeiden. Nicht dass sie sich sonst noch was einbildete. Er lief ihr nämlich nicht nach. Er war noch nie einer Frau hinterher gelaufen und ausgerechnet bei ihr, der Eiskönigin persönlich, würde er sicherlich nicht mit dem Dorfdeppentum anfangen. Wenn überhaupt, dann war sie jetzt am Zug. Sollte sie doch angewinselt kommen. Er würde hart bleiben. Genauso hart wie sie zu ihm. Er hatte sich vorgestern schon genug vor ihr zum Affen gemacht. Jetzt wollte er Rache und offenbar schien sein Plan, ihr die kalte Schulter zu zeigen und damit zu verwirren, aufzugehen. Selten hatte er die taffe Karrierefrau so durcheinander erlebt. Dazu hatte allein seine bloße Anwesenheit genügt. Und das war eine richtige Genugtuung für den Macho nach der Pleite vor zwei Tagen, als er ihr sein Herz ausgeschüttet hatte und sie darauf herum getrampelt war, als sie diesem Krankenhausgigolo wieder hinterher geschmachtet hatte, anstatt ihm, ihrem Mann... äh... Exmann, etwas Mitgefühl oder überhaupt irgendein Gefühl, wie z.B. wilde packende Leidenschaft, entgegenzubringen. Dabei hatte er es wirklich ehrlich gemeint. Die Aussprache mit ihr hatte ihm wirklich gut getan. Viel zu lange schon hatte er diesen Ballast mit sich herum geschleppt. Aber von wegen Ehrlichkeit brachte einen weiter. Scheiß-Beziehungsratgeber! Rausgeschmissenes Geld. Seine Methode war immer noch die Beste. Vernachlässigen, verwirren und verführen. Und er war schließlich der Beste auf diesem Gebiet. Sie quälte ihn. Er würde sie quälen. Und hier im Krankenhaus war die perfekte Spielwiese dafür.

Mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen stand Dr. Stier von seinem Stuhl auf, faltete die Tageszeitung zusammen und legte diese zu den Fach-, Frauen- und Astrologiezeitschriften, die auf einem Stapel in der Mitte des Tisches lagen. Dann trank er seinen letzten Schluck Kaffee aus und brachte seine Tasse zurück zur Spüle. Anschließend ging er zu den beiden Frauen rüber, lächelte Sabine freundlich an und hob ihren heruntergefallenen Aktenordner auf und reichte ihm der verdutzten Krankenschwester, die ihn mit immer größer werdenden Augen anstarrte und dabei ihren schmerzenden Fuß vergaß, der ganz automatisch wieder Kontakt zum Fußboden aufnahm. Maria, die Sabine gerade für ihre eigene Tollpatschigkeit entschuldigende Blicke zugeworfen hatte und viel zu spät erkannt hatte, was der unverschämte Kerl als nächstes vorhatte und es völlig falsch einschätzte, drängte sich schutzsuchend an die rettende Wand hinter sich, als Cedric es wagte, ihr ungefragt näher als zwanzig Zentimeter zu kommen. Panisch riss sie ihre Augen weit auf, als seine Hand ihrem eingefrorenen Gesicht immer näher kam. Doch sie konnte sich nicht vom Fleck rühren. Ihr Körper schien nicht mehr auf ihre Befehle zu hören. Stattdessen wurde ihr warm, sehr, sehr warm sogar. Sie hörte auf zu atmen. Ihr Herzschlag hatte ausgesetzt. Ihre Knie wurden zu einer weichen geleeartigen Masse. Ein letzter Klecks Verstand bettelte noch verzweifelt darum, dass das endlich aufhörte. Und dann, dann passierte es.

Sein heißer Atem traf unvermittelt ihr Gesicht. Maria schloss automatisch ihre Augen und ließ den kalten Schauer, der durch ihren Körper zog, einfach gewähren. Sie sträubte sich nicht dagegen. Sie hätte sich auch nicht dagegen wehren können. Im Gegenteil. Auf irgendeine verquere Art und Weise fühlte er sich sogar gut an. Verboten gut! Schlich sich da etwa ein kleines Lächeln auf ihre anfangs heruntergezogenen Mundwinkel? All ihre Sinne waren höchst sensibilisiert. Sein Aftershave, das in ihre Nase strömte, brachte sie noch um. Sie hatte ihren Kopf gegen eins der Fächer gelehnt, klammerte sich mit ihrer freien Hand an den Aktenschrank, an dem sie lehnte, lauschte dem immer langsamer und leiser werdenden Takt der großen Uhr über der Tür und wartete mit klopfendem Herzen. Sie wartete auf den nächsten Schritt, den ein Teil von ihr, der Teil, den sie nicht mehr kontrollieren konnte, kaum noch erwarten konnte, der aber seltsamerweise ausblieb. Irgendetwas war anders als sonst, als er immer über sie kam wie eine gewaltige alles niederwälzende Lawine, aus der man nicht mehr entkommen konnte, egal was man verzweifelt versuchte. Maria öffnete verwundert ihre Augen, blickte atemlos in sein markantes Gesicht, das dicht vor ihrem war, sie aber nicht ansah, und bemerkte erst jetzt seine linke Hand, die neben ihrem Ohr in einem der Ablagenfächer kramte, dann ein Blatt Papier herauszog und es kurz studierte. Und schon war er einen Schritt zurückgewichen, hatte sie aus seinem Bannkreis entlassen und war dicht an ihr vorbei um die Ecke gegangen. Er hatte Schwester Sabine noch ein „Guter Kaffee“ entgegengeworfen und dabei den Daumen gehoben und war so schnell aus dem Zimmer verschwunden, als wäre er gar nicht erst da gewesen.

Dass Dr. Stier beim Durchqueren der Tür ein breites zufriedenes Grinsen auf den Lippen trug, bemerkte niemand. Sichtlich neben der Spur sah Maria ihm nach. Die seltsamen Reaktionen ihres Körpers auf seine pure Anwesenheit hatte die Oberärztin schnell wieder als unsinnig ad acta gelegt, nur ein Gedanke ließ sie nicht mehr los. Seit wann ignorierte er sie denn komplett? Also hatte sie sich das gestern doch nicht eingebildet, als er zum Schichtwechsel einen Assi für die Übergabe vorgeschickt hatte und selber schon verduftet war, fragte sich die Neurologin verwirrt und geriet immer mehr ins Grübeln. Sie bemerkte nicht einmal den gemurmelten Kommentar der Stationsschwester, die dem zuvorkommenden Oberarzt ebenfalls mit leicht glühenden Wangen hinterher blickte...

Sabine: Der ist ja doch ganz nett.

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14.11.2011 17:39
#1167 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen: Wer ist nett, Sabine?

... kam im nächsten Moment eine neugierige Frage aus der Umkleide zu der blonden Krankenschwester geflattert und weckte deren ganze Aufmerksamkeit. Dr. Gretchen Haase und Dr. Marc Meier hatten es nach einem mehr als aufregenden und ausgedehnten Morgen gerade noch rechtzeitig zur Mittagsschicht in die Klinik geschafft und zogen sich gerade ihre weißen Kittel über, als sie beide mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen hintereinander das Schwesternzimmer betraten. Schwester Sabine lächelte ihre beiden Lieblingsärzte ebenso freundlich an und drückte den Aktenordner, den der charmante Dr. Stier ihr vor wenigen Sekunden in die Hand gedrückt hatte, fest an ihr Herz, als sie Gretchen auf ihre treuherzige Art antwortete...

Sabine: Dr. Stier!
Marc (hält in seiner Bewegung inne u. starrt die treudoof lächelnde Schwester irritiert an): Äh... Immer noch Dr. Meier, Schwester Sabine! Was haben Sie denn gestern noch in ihr Glas gemixt, dass sie jetzt nicht mal mehr Ihren charmanten und gutaussehenden Oberarzt erkennen?
Sabine (kneift ein Auge zu u. kratzt sich etwas verwirrt am Hinterkopf): Äh... Oh! ... Nichts!
Marc (zieht schmunzelnd sein Augenlid etwas herunter): Na, na, na, Schwester Sabine, lassen Sie sich nicht beim Flunkern erwischen. Ich war schließlich auch auf der Party. Ich krieg alles mit. Und jetzt brauche ich dringend einen ordentlichen Kaffee.
Gretchen (verdreht die Augen angesichts seiner grenzenlosen Selbstverliebtheit u. sieht Sabine, die mittlerweile knallrot angelaufen ist, entschuldigend an): Marc!
Marc (sieht Gretchen grinsend an): Und für Dr. Haase auch einen. War eine lange, lange Nacht.
Gretchen (boxt ihn empört in die Seite u. zischt ihn leise an): Maaarc!
Wieso kann er nicht einmal seine Andeutungen lassen?
Sabine (nickt ihrem Oberarzt pflichtbewusst zu): Jawohl, Herr Doktor. Extrastark?
Marc (plustert sich auf u. legt seinen Arm um Gretchens Schulter, um sie näher zu sich heran zu ziehen, was sie sich nach einem kurzen Schmollmoment gerne gefallen lässt): Ich bitte darum.

Die überfreundliche Krankenschwester drehte dem Ärztepaar, das sich gerade schäkernde Blicke zuwarf, den Rücken zu und wandte sich anschließend an die brünette Oberärztin, die immer noch hinter ihr neben den Ablagen stand und abwesend um die Ecke nach draußen kuckte, so dass sie gar nicht mitbekam, was hinter ihrem Rücken passierte. Cedric Stier war nämlich keineswegs gegangen, wie sie gehofft hatte. Sein Bannkreis schien allumfassend zu sein. Er stand nämlich gerade gegenüber vom Stationszimmer vor den OP-Plänen und unterhielt sich angeregt mit einer jungen gut aussehenden Assistenzärztin aus der Pädiatrie, die immer wieder kindisch kicherte, wenn er etwas gesagt hatte, und sich ihre dünnen blonden Strähnchen hinters Ohr klemmte. Sie war so damit beschäftigt, ihren flirtenden Exmann nicht zu observieren, dass Sabine nicht wirklich zu Dr. Hassmann durchdrang, die sie gerade mit ihrer gewohnt monotonen Stimme angesprochen hatte und dann, als sie nicht gleich darauf reagierte, mit dem Aktenordner vor ihren Augen herumwedelte...

Sabine: Frau Dr. HASSMANN, hier die fehlende Mappe, die ich für Sie aus dem Archiv holen sollte.

Dieser miese Arsch! Das macht der doch mit voller Absicht. Als ob der mich nicht gesehen hätte. Ignoriert der mich einfach. Und jetzt flirtet der auch noch in aller Öffentlichkeit mit diesem kleinen magersüchtigen Fli... Hä? Was... was für eine Mappe?

Maria (aus den Gedanken gerissen, dreht sie ihren Kopf abrupt zu der schüchtern lächelnden Krankenschwester herum). Was?
Sabine (sieht sie etwas verlegen und entschuldigend an): Die Verwaltungsakten, die Sie noch wollten.
Maria (nimmt abwesend den Ordner entgegen u. stapelt ihn auf dem anderen, den sie bereits in ihren Händen hält): Oh! Ja? Äh... danke, Schwester... Sabine.

Toll! Und zu allem Übel darf ich jetzt auch noch diesen blöden Verwaltungskram für den Professor erledigen. Als ob ich nicht schon genug zu tun hätte. Na ja, einen Vorteil hat es ja schon. Das hier kann ich auch zuhause machen. Da hab ich wenigstens meine Ruhe, solange Sarah noch etwas angeschlagen ist. Und so muss ich IHN auch nicht weiter sehen. Ich will ihn ja auch nicht sehen. Das vorgestern, das... das... Ach, hör endlich auf, darüber nachzudenken! Er hat es offenbar endlich kapiert und gut ist. Das wolltest du doch immer. ... Ja,... schon!

... seufzte Maria und war mit ihren Gedanken gleich wieder ganz woanders. Während sich Schwester Sabine verwirrt wegdrehte, um neuen Kaffee zu machen, beobachteten auch Gretchen und Marc, die ihre Hände nicht voneinander lassen konnten, ihre zerstreute Kollegin aus der Neurologie mit einem leicht amüsierten Grinsen im Gesicht...

Marc (flüstert Gretchen zu): Die ist aber heftig durch den Wind.
Stimmt! So kenne ich sie gar nicht.
Gretchen (wirft Marc einen „Halte-bloß-deine-Klappe“-Blick zu, den er zwar richtig interpretiert, aber nicht vorhat, sich daran zu halten, u. lächelt dann Maria fröhlich an): Hallo Maria!
Och nee! Die haben mir gerade noch gefehlt.
Maria (bemerkt die beiden erst jetzt u. rollt theatralisch mit den Augen): Hallo!
Gretchen (befreit sich aus Marcs Klammergriff u. tritt an sie heran): Alles ok mit dir? Du wirkst so durcheinander.
Ist das so auffällig? ... Reiß dich verdammt noch mal zusammen!
Maria (drückt ihre Aktenmappen an ihren Körper u. wiegelt nervös ab): Ich? Quatsch! Alles gut. Wie immer.
Und wieso nehme ich ihr das nicht ab? Ob es noch wegen...? Bestimmt! Oh nein, und ich quatsche ihr auch noch den AB voll wegen seiner Geburtstagsparty. Du bist so eine schlechte Freundin, Gretchen! Ich muss mich unbedingt wieder mehr um sie kümmern. Das hatte ich mir doch eh vorgenommen.
Marc (hat sich zwischenzeitlich auf die Tischkante gesetzt, die Tageszeitung geschnappt u. streift nun desinteressiert über die Schlagzeilen des Tages, als er sich leise in den Smalltalk einmischt, um zumindest etwas Anteilnahme zu zeigen): Auch mit dem Krümel?
Gretchen (legt eine sichtlich besorgte Miene auf): Oh ja, wie geht es Sarah denn? Marc hat erwähnt, sie sei krank?

Krank??? Sarah!!! Verdammt! Was...?

Unbemerkt von allen anderen richtete von draußen jemand urplötzlich seine ganz Aufmerksamkeit auf die kleine Gruppe im Stationszimmer, während sich Maria widerwillig doch ihrer nervigen Freundin zuwandte, die eh keine Ruhe gegeben hätte, bis sie nicht die Antwort bekommen hätte, die sie hören wollte. Und irgendwie tat ihr dieses wenn auch nervige, aber ganz normale Gespräch in diesen Minuten ganz gut. Es lenkte erfolgreich von anderen völlig unwichtigen Dingen ab, die sie überhaupt nicht beschäftigten.

Maria: Das Fieber ist schon runter gegangen. Danke der Nachfrage.
Gretchen (sichtlich erleichtert legt sie eine Hand auf Marias Unterarm, woraufhin diese Gretchen etwas verunsichert anschaut): Das ist gut. Ich hab mir schon Sorgen gemacht.
Maria (lächelt kurz auf): Musst du nicht. Bei dem Wetter war damit zu rechnen. Das geht schon eine Woche im Kindergarten rum und sie ist eh immer sehr anfällig für so was. Ähm... Du... mal was anderes. Könntest du heute Nachmittag vielleicht meine Patienten übernehmen? Du kennst ja die meisten Fälle. Ich hab mir für den Rest des Tages frei genommen, um mich um Sarah zu kümmern. Ich wollte sie nicht den ganzen Tag bei ihren Großeltern lassen. Die haben schon genug Stress, seitdem meine Mutter aus dem Krankenhaus entlassen worden ist. Durch den Oberschenkelhalsbruch ist sie immer noch sehr gehandicapt. Das war eh nur eine Notlösung, weil ich hier noch schnell ein paar Dinge erledigen musste.
Gretchen (sieht kurz vergewissernd zu ihrem Oberarzt, der ihr mit dem Kopf zunickt u. dann weiter Zeitung liest, u. lächelt Maria dann an): Kein Problem. Ich hab doch diese Woche eh Dienst in der Neurologie. Und Dr. Stier ist doch als Ansprechpartner auch noch da, falls was Gravierendes sein sollte.
Maria (versucht das plötzliche Glühen ihrer Wangen zu unterdrücken u. stammelt sich um Kopf u. Kragen): Äh... keine Ahnung, ob er... Und... überhaupt, das...das sind immer noch MEINE Patienten und die gehen den ja wohl rein gar nichts an.
Upps! Was war das denn?
Gretchen (etwas verwundert über ihre plötzliche Kratzbürstigkeit schaut sie zu Marc, der aber gerade die Sportergebnisse studiert u. ihren fragenden Blick deshalb nicht bemerkt): Ah ja, okay!?
Sabine (kommt mit zwei Kaffeebechern um die Ecke u. antwortet den beiden Ärztinnen ungefragt): Dr. Stier war gerade eben noch hier. Ein sehr zuvorkommender Mann.
Oh! Ob sie wegen ihm so reagiert? Schon komisch, die verhalten sich beide sehr, sehr seltsam. Da ist doch was?
Marc (horcht dann doch auf u. schaut skeptisch von seiner Zeitung auf, knüllt sie schließlich zusammen u. schmeißt sie auf den Stapel Magazine, dann springt er lockerlässig vom Tisch herunter u. entreißt Sabine mit grummeliger Miene eine der dampfenden Kaffeetassen, die er nach einer kurzen Schimpftirade auf seinen Erzfeind an seinen Mund führt): Was? Der Wichser? Dass ich nicht lache. Ich glaube, Sie hatten gestern doch zu viel, Sabine.
Sabine (klappt sprachlos den Mund auf): Äh...
Gretchen (nimmt ihre Tasse dankbar von Sabine entgegen, die gerade ziemlich verwirrt zu Dr. Meier kuckt, u. wirft dabei ihrem Freund einen bösen Blick zu, den dieser aber ignoriert): Marc, rede nicht so ungehobelt über ihn. Oder muss ich dich erst wieder an Papas Ansage von neulich erinnern.
Marc (stöhnt): Boah!

Marc drehte sich sichtlich genervt von den drei Damen weg und setzte sich nun richtig an den runden Tisch in der Mitte des Zimmers, wo er nun möglichst in Ruhe seinen Kaffee trinken wollte. Gretchen folgte ihm augenrollend und setzte ich zu ihm. Synchron nippten sie nun schweigend an ihrem Kaffee, während Schwester Sabine ihnen noch freundlich lächelnd ein Schälchen mit Keksen auf den Tisch stellte, aus dem nun reichlich zugegriffen wurde. Die aufmerksame Krankenschwester setzte sich anschließend wieder an die Patientenaufnahme und widmete sich ihrer Arbeit. Gretchen schaute derweil verstohlen zu Maria rüber, die immer noch wie bestellt und nicht abgeholt neben den Ablagefächern stand und Löcher in die Luft starrte, was der blonden Assistenzärztin ziemlich seltsam vorkam...

Gretchen: Maria, setz dich doch auch zu uns!
Maria (aus ihren Gedanken gerissen): Äh... Ich... ich wollte eigentlich gleich wieder los. Ich bin eigentlich nur hier, um ein paar Akten zu holen, die ich zu Hause bearbeiten will.
Marc (schaut grinsend von seiner Tasse auf): Fleißig, fleißig, Frau Doktor!

Den ironischen Unterton in Marcs Stimme hatte Maria natürlich mitbekommen und blitzte den Obermacho vom Dienst dementsprechend gehässig an, bevor sie sich doch noch einen Moment zu ihren beiden Kollegen an den Tisch setzte. Doch plötzlich mischte sich noch eine bekannte Stimme in ihre „Unterhaltung“ ein...

Cedric: Was man von dir ja wohl nicht sagen kann, Marc. Hast du nicht seit fünfzehn Minuten Dienst? Aber offenbar wird die Zeit hier im EKH sehr locker genommen. Ist mir auch schon aufgefallen.

Nein, nicht schon wieder! Wieso bin ich heute überhaupt aufgestanden?

Hat der den Arsch offen? Kontrolliert der mich jetzt oder was? Dieser miese Wichser!

Oh, oh, jetzt könnte es Ärger geben. Marc läuft schon rot an. Mhm!? Maria auch.

Hach... was für ein aufmerksamer, pflichtbewusster und charmanter Mann der Herr Doktor doch ist.

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15.11.2011 16:24
#1168 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Alle Anwesenden drehten überrascht ihre Köpfe herum und erkannten schließlich den allseits unbeliebten Neuen, der seine zwischenzeitliche Lauerposition vor der geöffneten Stationszimmertür aufgegeben hatte und nun lässig neben Sabines Schreibtisch am Tresen lehnte und grinsend zum Tisch rüber blickte. Zwei Personen im Raum ließen augenrollend ihren Kopf hängen, die anderen beiden lächelten Dr. Stier dagegen verlegen an. Während Dr. Hassmann ihm jeglichen Augenkontakt verwehrte und ihren Blick stur auf das Konterfei von Angela Merkel auf der Titelseite der Tageszeitung richtete, ging Dr. Meier, der sich von ihm provoziert fühlte, zum Leidwesen von Dr. Haase sofort zur Konfrontation über...

Marc (blitzt ihn wütend an): Das ist immer noch MEINE Station und da mache ich, was ich will.
Cedric (sieht ihn abfällig an): Sieht man.

Dieser Wichser! Blöder Arsch, Arsch! Den mache ich so was von fertig, dass er freiwillig die Biege macht und dahin zurückkehrt, wo er hergekommen ist. Nach Nirgendwo.

Oh, oh, hier werden schon wieder Schützengräben ausgehoben. Super! Ich hole dann mal eben die Spielzeugschaufeln aus der Pädiatrie.

Marc (verteidigt sich): Außerdem bin ich hier gerade im Fachgespräch mit meiner sehr geschätzten Kollegin. Ihr kennt euch ja.

Was redet der denn da? Tickt der noch ganz sauber?

Marc zeigte augenzwinkernd auf Maria Hassmann, die sich ungewohnt zurückhielt, was aber nur Gretchen auffiel, die mit ihr leidende Blicke austauschte, und der durch Marcs kindisches Verhalten eine heimliche Flucht durch die Umkleide verwehrt wurde. Dementsprechend böse schaute sie nun zu dem arroganten Oberarzt der Chirurgie auf der anderen Seite des Tisches. Dieser wiederum deutete Marias Blick völlig falsch und machte weiterhin gute Miene zum bösen Spiel...

Marc: Schon vergessen, dass wir gleich den Termin bei Anna haben?
Maria (blickt ihn irritiert an): War das heute?
Was ist die denn heute so begriffsstutzig? Und so was schimpft sich Beste ihres Fachs. Tzz...
Marc (rollt genervt mit den Augen): Ja, das hab ich dir doch gestern noch gesagt. Irgendwann muss ja mal die Rehabilation vorangetrieben werden. Der Splitter ist raus und die OP-Wunde ist soweit verheilt, dass wir jetzt weitergehen können.
Gretchen: Das ist gut.
Maria (froh über die willkommene Ablenkung, geht sie doch noch darauf ein): Ok, ok, die halbe Stunde hab ich noch, dann muss ich aber wirklich zu meiner Tochter. Sabine, würden Sie bitte die beiden Aktenordner für mich in meinen Wagen schaffen.

Maria winkte Sabine zu sich und zog gleichzeitig ihren Autoschlüssel aus ihrer Kitteltasche und reichte diesen der Krankenschwester, die pflichtbewusst die Aktenmappen übernahm und dann damit das Stationszimmer verließ. Dr. Stier schaute ihr verwundert hinterher. Machte seine Bloody Mary das extra, dass sie sich nicht mehr auf ihrer Station blicken ließ, sobald er auch Dienst hatte, und stattdessen von zuhause arbeitete? Etwa seinetwegen? Dabei war er doch derjenige, der das Spiel von jetzt an bestimmen wollte. Aber irgendwie hatte es gerade seinen Reiz verloren. Oder lag es wirklich nur an seiner kranken Tochter, dass seine Exfrau jetzt ihre Schicht tauschte? Abwesend fasste sich Cedric an sein Herz, das schmerzhaft gegen seinen Brustkorb drückte. Hoffentlich ging es ihr bald wieder gut, dachte er. Es war schon ein komisches Gefühl, solche eigentlich wichtigen Dinge nur hinter Marias Rücken zu erfahren. Er würde am liebsten selbst an Sarahs Bett sitzen wollen. Aber dass es jetzt so war, wie es war, hatte er sich wohl selbst eingebrockt. Er hätte den Kontakt damals nie abbrechen dürfen. Aber er hatte gedacht, so sei es einfach besser für die beiden. Wenn sie ihn vergaßen, wäre der Schmerz vielleicht nicht mehr ganz so groß gewesen. Aber er hatte sich getäuscht. Denn dass ihm selbst der Schmerz viel mehr zusetzen würde, hatte er dabei nämlich nicht bedacht. Traurig senkte der zweifache Vater nun seinen Kopf und schwelgte wieder, wie so oft in letzter Zeit, in alten Erinnerungen, die immer mehr den Nebelschleier des Vergessens verloren. So nahm er gar nicht wirklich wahr, wie Dr. Meier seiner Stationsschwester noch einmal hinterher rief...

Marc: Ach Sabine? Die Heinis von der Physio, sollten sie pünktlich erscheinen, können Sie dann gleich hinter ins Patientenzimmer schicken. Und denken Sie an die kopierten Mappen mit den Therapieplänen!
Sabine (taucht noch einmal neben Dr. Stier in der Tür auf, der dadurch wieder aus seinen trüben Gedanken erwacht u. sie verwundert ansieht): Jawohl, Herr Doktor.
Maria (will sich gleich schon auf den Weg machen u. steht auf): Und worauf wartest du denn noch, Meier?
Marc (bleibt stur sitzen u. kuckt sie unbeeindruckt an): Jetzt mach doch hier nicht so eine Hektik. Kaffee austrinken wird ja wohl noch erlaubt sein.
Maria: Boah!

Wieso tue ich mir das überhaupt an?

Dr. Hassmann verdrehte sichtlich genervt ihre Augen, drehte sich um und geriet dadurch unweigerlich wieder ins Blickfeld eines arroganten Arschlochs, das sein anfängliches Desinteresse an ihr offenbar wieder komplett abgelegt hatte und sie nun irgendwie seltsam melancholisch anstarrte. Sie konnte es nicht wirklich deuten und hatte auch nicht den Nerv dafür, das auch zu tun. Sie war über ihre kurzzeitige Gefühlsverirrung hinweg. Also ignorierte Maria das mittlerweile wieder amüsierte Grinsen ihres Exmannes, der jegliches Anzeichen von Unsicherheit bei ihr regelrecht in sich aufsaugte, und verließ schnell das Zimmer, ohne ihn noch irgendeines Blickes zu würdigen. Cedric schaute ihr dagegen umso intensiver hinterher. Solange seine Bloody Mary ihm noch so zickig gegenüber trat, war die Hoffnung noch nicht ganz verloren, irgendwann wieder am Bett ihres gemeinsamen Kindes sitzen zu dürfen. Unweigerlich schlich sich ein verträumtes Lächeln auf seine Lippen, das aber sofort wieder verschwand, als er hinter sich Stühlerücken vernahm. Gretchen ließ ihren Kaffee stehen und sprang ihrer Kollegin und Freundin höchstmotiviert hinterher. Als sie an Dr. Stier vorbeigehen wollte, der immer noch lässig am Tresen lehnte und seine Aufmerksamkeit nun dem A-Promipärchen des EKHs gewidmet hatte, wandte dieser unvermittelt sein Wort an die junge eifrige Assistenzärztin...

Cedric: Aber Sie wissen schon, dass Sie heute eigentlich mir zugeteilt sind, Frau Dr. Haase.

Das war natürlich das Stichwort für Dr. Meier, der nun auch hektisch von seinem Stuhl aufsprang und sich zu seiner Freundin gesellte, der er unter den ungläubigen und amüsierten Blicken von Dr. Stier demonstrativ seinen Arm um die Schulter legte, um so seine Position deutlich zu machen.

Gretchen (sichtlich verlegen): Natür...
Marc (kommt Gretchen mit der Antwort zuvor u. grinst Cedric dabei selbstgefällig an): Tja, sorry, aber der Termin gilt auch für sie. MEINE Assistenz soll ja noch was lernen, was bei dir wohl nicht so der Fall wäre.

Das gibt es doch jetzt nicht. Was wird das? Reviermarkiererei der Extraklasse oder was? Aber nicht mit mir, Freundchen. Ich lasse mich nämlich nicht von euch zum Spielball machen. Wo leben wir denn? Im Neanderthal?

Gretchen (verdreht die Augen angesichts der mehr als offensichtlichen Machoattacke ihres Freundes u. windet sich aus dessen festen Klammergriff, stimmt ihm aber dennoch bei, als sie Cedric entschuldigende Blicke zuwirft): Marc, lass das, ich kann auch für mich selbst sprechen. Tut mir leid, Dr. Stier, aber die Patientin liegt uns allen hier sehr am Herzen. Ich komme danach sofort hoch in die Neurologie.
Cedric (ignoriert den Gockel vom Dienst u. lächelt die nicht gerade auf den Mund gefallene Blondine auf seine gewohnt charmante Art an): Gut! Es liegt eh gerade nichts weiter an. Spätestens zur Visite will ich Sie aber bei mir haben. Sie kennen Marias äh... Dr. Hassmanns Fälle besser als ich.

Schleimer! Da kannste aber lange warten. Mal sehen, irgendwo lässt sich doch sicherlich noch eine spannende OP auftreiben. Mhm? Oder ich lasse sie gleich ganz bei Anna. Hängt da ja eh ständig rum. Würde also passen. Die können ja noch mal den Fragenbogen für meine Studie durchgehen. Und wenn Frauen erst mal ins Quatschen geraten...

Gretchen: Danke!

Dr. Haase nickte dem charmanten Neurochirurgen freundlich zu und verließ anschließend das Schwesternzimmer. Sie schloss schnell zu Dr. Hassmann auf, die sie nun in ein Gespräch verwickelte. Dr. Meier und Dr. Stier belauerten sich dagegen noch eine Weile wie zwei Cowboys im Saloon kurz vor der Highnoon-Schießerei.

Cedric: Schon interessant.
Marc (mustert ihn argwöhnisch): Was?
Cedric (verschränkt grinsend seine Arme): Wie du ihr hinterher hechelst. Aber ich muss schon zugeben, niedlich ist sie ja. Ich kann dich da voll und ganz verstehen.
Marc (platzt gleich u. kommt ihm drohend einen Schritt näher): Ich warne dich, Stier.
Cedric (kann sich sein Lachen nicht verkneifen): Uuh! Jetzt machst du mir aber Angst.
Reg dich nicht auf! Er ist es nicht wert. Bleib ruhig! Denk an deine Stellung! Denk an deinen Chef! Denk an dessen Tochter, die dir sonst den Arsch aufreißt! Und denk daran, du kannst ihm immer noch nach Dienstschluss heimlich auflauern und dann seine vorlaute Fresse polieren.
Marc (versucht sich zusammenzureißen u. zeigt mit zwei Fingern erst auf seine Augen, dann auf die von Cedric): Ich behalte dich im Auge.

Nach dieser mehr als deutlichen Ansage verließ auch der eifersüchtige Oberarzt der Chirurgie sein Revier und schloss zu den beiden Ärztinnen auf, die schon vor Anna Kaans Patientenzimmer standen und schwatzend auf ihn warteten. Cedric sah seinem ehemaligen Studienkollegen lachend hinterher und schüttelte anschließend seinen Kopf. So ein verknallter Idiot! Der konnte einem ja schon fast leid tun. Vollkommene Selbstaufgabe! Unfassbar! Da war ihm die alte Version fast schon lieber, mit der man wenigstens noch auf Augenhöhe „fachsimpeln“ konnte. Doch bevor er weiter darüber spotten konnte, traf Cedrics Blick unvermittelt den von Maria, die auch gerade zufällig in seine Richtung schaute, und sein amüsiertes Grinsen erstarb augenblicklich und wich einem eher sanftmütigeren Blick.

Die bildschöne Ärztin sah ihn auf eine Art und Weise an, die er nicht zu deuten wusste, aber etwas dermaßen Fesselndes hatte, dass er einfach nicht mehr wegschauen konnte. Er starrte sie atemlos an und spürte sein Herz heftig schlagen. Ein Blick von ihr genügte, um bei ihm sämtliche Naturgesetze auszuhebeln. Damals schon und heute wieder. Das war auch bei ihrer ersten Begegnung seit der Scheidung vor vier Jahren so gewesen. Der Ärzteball. Ein einzelner, eigentlich unbedeutender Moment, der gegen jede Vernunft sprach, aber alles verändern konnte. Er hatte bis dahin nie geglaubt, sie je wieder zu sehen. Zu tief saß der Bruch. Und dann stand sie plötzlich vor ihm. Wie eine unerreichbare Göttin. Obwohl ganz so unerreichbar war sie dann doch nicht. Dass das Feuer zwischen ihnen immer noch gewaltig loderte, hatte er ja noch in derselben Nacht eindrucksvoll erleben dürfen. Doch auch bei ihm existierten nur noch Fetzen der Erinnerung. Sie konnte ihm nicht vorwerfen, sie in diesem Zustand in irgendeiner Weise ausgenutzt zu haben. Er war doch selber wie berauscht gewesen. Seit dieser Nacht Anfang Dezember ging ihm diese aufregende Frau nicht mehr aus dem Kopf, beherrschte sämtliche seiner Gedanken, beschäftigte ihn, ließ all die schlimmen Ereignisse, die um ihn herum passiert waren, plötzlich unwichtig erscheinen. Sie war wichtig. Er musste sie einfach wiederhaben. Um jeden Preis. Und nachdem, was seitdem zwischen ihnen passiert war, nur noch umso mehr. Aus dem Spiel, das er so sehr liebte, war unbemerkt schon längst ernst geworden.

Doch in einer Sache hatte sich der talentierte und blitzgescheite Mediziner getäuscht. Marias fesselnder Blick hatte nur anfangs ihm gegolten und war auch unbewusst durchaus mit diversen Gefühlen gespickt gewesen. Dann war aber etwas anderes in ihr Blickfeld gerückt. Es war wie bei einem Aufprallunfall. Sie konnte einfach nicht mehr wegsehen, so gern sie es gewollt hätte.

Lorelei Offline

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17.11.2011 16:36
#1169 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zurück! Ja, was oder wer ist da wohl passiert? Ihr erfahrt es gleich. Viel Spaß (oder auch nicht)! Eure Lorelei



Gretchens Geschnatter über ihre neue unvergleichlich schöne Traumwohnung über den Dächern Berlins und den wohl Perfektesten aller perfektesten Freunde, was eigentlich ein Widerspruch an sich war, so wie sie diese Impertinenteste aller impertinentesten Personen kannte, und was eine wunderbare Steilvorlage für die ewige Zynikerin gewesen wäre, um der blonden Träumerin eindrucksvoll das Gegenteil zu beweisen, hörte Maria Hassmann schon gar nicht mehr. Vielmehr lag ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit in diesen Sekunden bei dem ekelhaft glücklichen Paar, das sie am anderen Ende des Flurs im Aufzug entdeckt hatte, dessen Türen sich gerade geöffnet hatten. Eng umschlungen standen sie da und küssten sich zärtlich. Immer und immer wieder. Fast in Zeitlupe. Wie in so einer schlecht inszenierten Soap über die Irrungen und Wirrungen verliebter Großstädter zur Paarungszeit, durch die sie abends ab und an mit einem Glas Wein in der einen und der Fernbedienung in der anderen Hand zappte, wenn sie Sarah endlich dazu gebracht hatte, auch im Bett liegen zu bleiben, in das sie sie Minuten zuvor gebracht hatte, sie aber quengelnd nicht bleiben wollte.

Niemand schien sich daran zu stören und sie schien niemand zu stören. Sie hatten gar nicht gemerkt, dass die Stahltüren des Fahrstuhls mittlerweile weit geöffnet standen. Erst als eine ältere Patientin mit Rollator hinein wollte und sich verlegen mehrfach räusperte, lösten sie sich kurz voneinander, entschuldigten sich peinlich berührt von der alten Dame und verließen schnell mit einem verräterischen Grinsen auf den Lippen und roten Wangen den Aufzug. Kaum waren Mehdi Kaan und Gabi Kragenow ausgestiegen, fanden sich ihre Hände auch schon wieder. Sie schmiegten sich aneinander und kamen nur ganz langsam den Gang vor gelaufen. Immer wieder blieben sie stehen, schauten sich an, kicherten und umarmten sich noch etwas enger. Als wären sie aneinander festgetackert. Nichts und niemanden nahmen sie um sich herum wahr, auch wenn die eine oder andere Krankenschwester erstaunt ihre Nase rümpfte, und hatten nur Augen für sich und ihre überschäumenden Glückshormone.

Doch Maria, die sich frustriert fragte, ob Mehdi sie je so angesehen hatte, wie er jetzt diese Person ansah, war nicht die Einzige, die auf das händchenhaltende Pärchen aufmerksam geworden war. Gretchen Haase hatte die beiden mittlerweile auch entdeckt und strahlte über beide Backen. Sie stupste Marc seitlich an, der gelangweilt in die andere Richtung blickte und ungeduldig auf seine Kollegen von der Orthopädie wartete...

Gretchen: Kuck mal, Marc, da ist Mehdi!

Der leicht hysterische Tonfall in Gretchens mädchenhaftkindlicher Stimme ließ auch Maria Hassmann endlich von dem Anblick lösen, der immer noch mehr wehtat, als sie sich das eingestehen würde. Sie drehte sich augenrollend zu ihren beiden Kollegen herum. Dr. Meier verdrehte ebenso gequält die Augen wie sie, als er die personifizierte Glückseligkeit mit seiner Gespielin erkannte und Gretchen auch noch nach den beiden winkte...

Gretchen: HUHU MEHDI!

Aber der Angesprochene und seine Liebste hatten die aufgekratzte Assistenzärztin noch nicht bemerkt. Viel zu sehr waren sie noch auf sich fixiert...

Gabi: Du hättest nicht extra noch mit hochkommen brauchen, Mehdi. Du weißt doch, wie lange solche Sitzungen dauern können. Das macht die extra, um uns zu quälen.
Mehdi (schlingt seine Arme um ihre Taille u. zieht sie noch näher zu sich heran): Ich will aber heute jede Minute mit dir verbringen.
Gabi (verliebt sich gleich noch ein Stückchen mehr in ihn): Du bist süß, aber ich kann da wirklich nicht mit meinem Oberarzt aufkreuzen. Vor allem jetzt nicht, wo alle wissen, dass ich auch mit ihm ins Bett gehe. Die tuscheln doch jetzt schon wie die Raben.
Mehdi (sieht sie verschmitzt an): Du hast Recht. Eigentlich hätten wir gar nicht erst herkommen sollen. Vielleicht hätte ich dir doch eine Krankschreibung schreiben sollen.
Gabi: Super Idee, Herr Doktor Oberschlau! Damit gleich jeder denkt, ich nutze dich schamlos aus.
Mehdi (bleibt auf Höhe der Umkleide mit ihr stehen u. legt seine Arme um ihre Schulter): Ich lasse mich gerne von dir ausnutzen.
Gabi (ihre Augen funkeln auf u. sie schmiegt sich verführerisch an ihn): Wir sind aber nicht mehr in deinem Bett, Mehdi, was ich übrigens auch sehr bedauere, sondern in der größten Gossipklitsche, die es gibt. Du kennst doch das Gerede, gerade unter uns Schwestern. Die sind die Schlimmsten und neiden dir alles. Und du weißt genau, wie Stefanie zu Beziehungen zwischen Ärzten und Krankenschwestern steht.
Mehdi (gibt sich schweren Herzens geschlagen u. spielt nun mit ihrer linken Hand, die er fest umschließt): Du hast ja Recht. Nur... ich vermiss dich jetzt schon.
Gabi (lächelt ihn schwerverliebt an): Ich hab dich ganz schön an der Angel, was?
Mehdi (lacht u. küsst sie kurz auf den Mund): In einer Stunde wieder hier, ja?
Gabi (löst sich schweren Herzens von ihm u. greift nach der Türklinke der Umkleide): Wenn der Drachen mich nicht aufgefressen hat, dann ja.
Mehdi (lacht): Dann werde ich wohl mit einem Schwert den Konferenzraum aufbrechen müssen.
Gabi: Wenn dir bei dem harten Panzer nicht die Klinge abbricht.
Mehdi (zwinkert ihr zu): Das würde ich riskieren.
Gabi (packt ihn ein letztes Mal am Kragen seiner Jacke u. zieht ihn ganz nah zu sich heran): Mein Held! Weißt du, dass dich das unheimlich sexy macht, wenn du so für mich kämpfst?
Mehdi (legt seine Hände an ihre Taille u. glüht sie an): Ist das so?
Gabi (haucht ihm verheißungsvoll ins Ohr u. sieht dabei zufällig über seine Schulter u. erkennt ihre Beobachter, woraufhin sie sich augenrollend von ihm löst): Ja! Sehr sogar. Übrigens deine Ex springt dahinten gerade wie eine wilde Hyäne hin und her. Ich glaube, sie meint dich.
Mehdi (dreht sich überrascht herum u. erkennt lächelnd Marc und Gretchen, die ihn ungeniert anstarren u. offenbar auf ihn warten, und daneben Maria, was ihn schlucken lässt, dann bemerkt er auch noch Dr. Stier nur eine Tür weiter, der ihm einen nicht zu deutenden Blick zuwirft, der ihm irgendwie unangenehm ist): Ich glaube, ich sollte da mal hingehen.
Gabi (streicht ihm noch einmal lächelnd über seine stoppelige Wange, sieht ihm dabei in die Augen u. verschwindet anschließend in der Umkleide): Bis später.
Mehdi: Ja, bis dann!

Mehdi sah seiner Freundin verliebt lächelnd hinterher, wie sie die Tür der Umkleide hinter sich schloss, wandte sich dann schmunzelnd um und ging schnellen Schrittes den Flur weiter vor, um zu seinen wartenden Freunden aufzuschließen. Auf Höhe des Stationszimmers blieb er aber kurz stehen und nickte Dr. Stier höflich zu, der sich aber wortlos von seinem Kollegen abwandte und in der Mitte des Raumes verschwand und plötzlich schwer beschäftigt tat.

Mehdi: Dr. Stier! Guten... Okay? Dann... eben... nicht.

Mit einem komischen Gefühl im Bauch blickte Mehdi dem seltsamen Kauz hinterher und ging anschließend kopfschüttelnd weiter. Vor seinen drei Kollegen und Freunden blieb er schließlich stehen, die ihn freundlich begrüßten. Allen voran Gretchen, die mit der Sonne mal wieder um die Wette strahlte und ihren besten Freund gleich freudig an sich drückte. Aber auch Maria, die sich ihm gegenüber betont souverän und unnahbar gab, ließ sich zu einem knappen Lächeln hinreißen.

Gretchen: Hey Mehdi, das ist aber schön, dass du hier bist. Wir wollten gerade zu Anna rein.
Mehdi (blickt überrascht zur Tür): Oh! Na das passt ja. Ich hab ein bisschen Zeit mitgebracht.
Marc (setzt ein amüsiertes Grinsen auf u. zwinkert ihm anzüglich zu): Und ich dachte schon, du kommst heute gar nicht mehr aus der Koje gekrochen. Als wir heute früh gegangen sind, da wart ihr ziemlich...

Danke Meier, so genau wollte ich das nun wirklich nicht wissen. Bleib ruhig! Lass es dir bloß nicht anmerken! Es gibt ja da auch gar nichts, was es anzumerken gäbe. Es ist mir völlig egal, was er und... Egal eben! Mentalen Tiefpunkt erreicht und überwunden. Ich steh da drüber. Wir waren und sind einfach nur... Kollegen... und Nachbarn... und Eltern zweier befreundeter Mädchen. Also... damit... quasi ... selbst auch ... irgendwie... befreundet?

Gretchen (stößt Marc mit tadelnder Miene unsanft in den Arm, um noch Schlimmeres zu verhindern, u. wirft Maria anschließend einen entschuldigenden Blick zu, doch diese bleibt cool): Maaarc!
Gott, ein Einfühlungsvermögen wie ein Bulldozer.
Mehdi (ignoriert den spöttischen Kommentar seines besten Freundes u. wendet sich endlich auch Maria zu, die er schüchtern begrüßt): Hallo Maria!
Maria (lächelt knapp, zögert kurz, aber springt dann doch über ihren Schatten u. reicht ihrer Ex-Affäre, die ihr das Herz angeknackst hat, höflich die Hand): Hey! Ähm... Alles Gute zum Geburtstag, Mehdi.
Mehdi (schüttelt lächelnd ihre Hand u. drückt sie nach kurzem Zögern auch noch kurz freundschaftlich an sich, was argwöhnisch von einer anderen Person hinter ihm beobachtet wird): Danke! Dass du daran gedacht hast?
Maria (löst sich von ihm, wirkt aber trotz aufgesetztem Lächeln leicht befangen u. unsicher): Wie könnte ich denn? Ihr wart ja auch nicht zu überhören.
Mehdi (legt ein entschuldigendes Gesicht auf): Oh! Tut mir leid. Waren wir etwa zu laut?
Marc (lässt lachend einen Spruch los): Fand ich eigentlich nicht, aber wir sind ja auch schon gegen 3 Uhr gegangen.
Gretchen (zischt ihn scharf von der Seite an): Maaarc!
Dieser unsensible Kerl! Wann lernt er das endlich?
Marc (lacht): Was?
Maria (lässt den Meierschen Spott an sich abprallen u. konzentriert sich auf Mehdi, der sie verlegen ansieht, weil er nicht so recht weiß, wie er mit ihr und der Situation umgehen soll): Ach kein Thema, mich hat eher meine Tochter wach gehalten.
Mehdi (betroffen): Ich hoffe, es geht ihr wieder besser?
Maria (lächelt kurz): Wird schon. Nur ein kleiner Infekt. Schon fast wieder abgeklungen.
Mehdi: Das freut mich zu hören.

Marc (wird so langsam ungeduldig): Wollt ihr noch ewig quatschen oder können wir endlich reingehen? Da kommt diese Frau Soundso aus der Knochenbastlerschule mit ihrem Folterteam.
Maria (schaut sich augenrollend um): Sehr witzig, Meier.
Gretchen (wird jetzt auch auf die kleine Gruppe aufmerksam, die auf sie zukommt, u. wendet sich an Mehdi): Willst du auch mit reinkommen? Wir wollen Marcs Therapieplan mit den Leuten von der Physio absprechen.
Mehdi (schaut vergewissernd zu Maria, die mit dem Kopf nickt, u. lächelt Gretchen u. Marc dann an): Klar! Ich wäre sonst eh noch bei Anna vorbeigegangen.
Marc (spöttisch): Rührend, wie du dich um deine Frauen kümmerst.

Marc kassierte für diese spitze und vollkommen unnötige Bemerkung berechtigterweise einen kleinen Nackenschlag von Gretchen, einen bitterbösen Blick von Maria und einen kräftigen Fußtritt von Mehdi. Mit schmerzverzerrtem Gesicht entfernte sich der vorlaute Chirurg humpelnd aus der akuten Gefahrenzone und öffnete die Tür. Alle vier Ärzte betraten nun hintereinander das Patientenzimmer von Mehdis Frau, dicht gefolgt von Schwester Sabine und dem Team aus der Orthopädie, das mittlerweile zu ihnen aufgeschlossen hatte. Dass sich darunter auch ein fachferner Kollege geschlichen hatte, der sich im Hintergrund hielt und unbedingt seine Neugier befriedigen wollte, bemerkte anfangs niemand...

Lorelei Offline

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18.11.2011 20:50
#1170 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey zusammen! Ja, ich weiß, ich bin spät dran. Deshalb gibt es heute auch nur ein kleines Dankeschön an dieser Stelle hier für eure lieben Kommis. Und ich möchte auch die stillen Leser ganz lieb grüßen. Viel Spaß jetzt mit dem nächsten Teil und schönes Wochenende schon mal. Eure Lorelei



Der Ärztetrupp baute sich nun geschlossen vor dem schmalen Krankenbett auf, begrüßte sich gegenseitig und plauderte erst kurz untereinander, dann wandte er sich an die Patientin, die sichtlich überfordert von der Vielzahl an Ärzten, Therapeuten und Medizinstudenten von einer Seite zur anderen schaute, als diese sich ihr nacheinander vorstellten und Dr. Meier begann, einige einleitende Worte zu sprechen, die ungehört an ihr vorüber zogen. Anna Kaan war es merklich unangenehm, so im Mittelpunkt zu stehen, und sie bekam nur einen geringen Anteil des Vorgehens mit, den man mit ihr vorhatte und über das sich die anwesenden Ärzte nun leise untereinander berieten und ihre Schützlinge unterrichteten. Erst als sie hinter einem Riesen von Physiotherapeuten, der sie in den letzten Tagen schon mit seinen Übungen zur Vorbeugung von Muskelkontrakturen und Gelenkversteifung gequält hatte, ihren Mann am Türrahmen erkannte, stahl sich ein schüchternes Lächeln auf ihre Lippen und sie atmete erleichtert aus. Sie konnte gar nicht in Worte fassen, wie viel es ihr bedeutete, dass er ihr trotz allem, was war, zur Seite stand. Entschlossen ging Mehdi, der Annas Unsicherheit bemerkt hatte und selbst nur einen Teil des Rehabilationsprogramms verstand, der gerade durchgesprochen wurde, an seinen Kollegen vorbei und gesellte sich zu seiner Noch-Ehefrau, die ihm nun ein strahlendes Lächeln schenkte. Er erwiderte es mit einem aufmunternden Augenzwinkern.

Anna: Mehdi?
Mehdi: Hey Anna, wie geht es dir?
Anna (streift mit ihrem Blick über die Ärzteriege am Fußteil ihres Bettes): Ganz gut. Nur der ganze Trubel, der... der ist...
Mehdi (nickt ihr verständnisvoll zu u. tauscht kurz mit Gretchen vielsagende Blicke aus): Verstehe!
Anna (bemerkt ebenfalls Gretchens entschuldigenden Blick, lächelt sie an u. wendet sich dann leise wieder an Mehdi, denn sie hat noch etwas auf dem Herzen): Mehdi, du... Ich... ich wollte dir noch...
Mehdi (sieht sie gespannt an): Ja?
Anna (spürt ihr Herz höher schlagen u. versucht ihre Aufregung zu verbergen, als sie in Mehdis wunderschöne braune Augen schaut): Ich wollte dir noch alles, alles Liebe zum Geburtstag wünschen. Ich wünsche dir wirklich von ganzem Herzen alles Glück dieser Welt, Mehdi, und dass all deine Wünsche in Erfüllung gehen.
Mehdi (sichtlich gerührt lächelt er sie an): Danke!
Anna: Da ich noch immer nicht so fit auf den Beinen bin und ja ähm... quasi an das Krankenhaus gebunden bin, musste ich halt etwas improvisieren, was dein Geschenk betrifft. Ich weiß, das ist einfallslos, aber die mochtest du immer schon am liebsten.

Anna beugte sich zur Seite und kramte in dem kleinen Nachtschränkchen neben ihrem Bett, aus dem sie ein kleines rechteckiges in rotes Papier gewickeltes Geschenk hervorzog, das sie dem Geburtstagskind nun mit klopfendem Herzen und zittrigen Händen überreichte. Gerührt nahm Mehdi die kleine Aufmerksamkeit entgegen. Er konnte erfühlen, was es war, seine Lieblingsschokolade, und beschloss, seine Frau spontan zu umarmen, was irritiert von dem einen oder anderen Anwesenden beobachtet wurde.

Mehdi: Das wäre doch nicht nötig gewesen, Anna.
Anna (löst sich überfordert von ihm, weil ihr seine Nähe immer noch schmerzlich bewusst macht, was sie verloren hat, u. sie sonst noch vor allen Anwesenden in Tränen ausgebrochen wäre): Doch! Das... das ist das Mindeste nach allem, was war.
Mehdi (setzt sich seufzend auf ihre Bettkante, nimmt ihre Hand u. tätschelt diese sanft): Ach Anna!
Anna (schluckt den aufkommenden Kloß in ihrem Hals herunter u. überspielt ihre Unsicherheit mit einem strahlenden Lächeln): Und? Hattest du bis jetzt einen schönen Geburtstag?
Mehdi (lässt ihre Hand wieder los u. streicht sich verlegen über den Nacken; ein nervöses Lächeln stielt sich auf seine Lippen): Ähm... ja... schon.
Anna (spürt den peinlichen Moment, aber lässt sich nicht weiter verunsichern u. versucht stark zu bleiben): Das ist schön. Lilly hat mich gestern noch ganz aufgekratzt angerufen und mir erzählt, dass deine Freunde dir eine Überraschungsparty organisiert haben.
Mehdi (blickt kurz zu Gretchen u. Marc, die immer noch im Gespräch mit ihren Kollegen vertieft sind, u. muss plötzlich lachen): Ja, wir hatten einen wirklich tollen Abend.
Anna (freut sich über seine unübersehbare Freude u. wird plötzlich wehmütig, weil sie nicht dabei sein konnte u. es wohl nie wieder sein wird): Das... freut mich für dich.

Das peinliche Schweigen, das nun zwischen ihnen entstand und das die beiden einst glücklichen Eheleute einmal mehr schmerzlich daran erinnerte, wie weit sie sich mittlerweile schon voneinander entfernt hatten, wurde zum Glück gleich wieder von Dr. Marc ‚Ich bin der Größte und Beste’ Meier unterbrochen, der nun unvermittelt seine ironische Stimme erhob und mit fragendem auf seinen besten Kumpel gerichteten Blick seine Langzeitpatientin ansprach...

Marc: So Anna, genug gequatscht. Jetzt geht es ans Eingemachte. Ich hoffe, du bist gut trainiert, aber wie ich dich kenne, gehe ich mal davon aus.

Boah dieser Idiot! Wer hat dem eigentlich die Approbation erteilt? Sensibilität und Einfühlungsvermögen gleich null. Also manchmal könnte der Haase einem echt leid tun.

Dr. Haase und Dr. Hassmann, die direkt neben ihrer jüngeren Kollegin stand und einige wichtige Impulse in den Therapieplan von Dr. Meier eingebracht hatte, sowie Mehdi und Anna Kaan, die nach Marcs unverfrorener Ansprache sprachlos aufschauten, tauschten vielsagende Blicke miteinander aus und hätte geschlossen dem Oberarzt der Chirurgie am liebsten eins über den Kopf gebraten, und Dr. Cedric Stier, der ungesehen hinter der Ärztegruppe im Vorzimmer stand und durch das Fenster neugierig das interessante Intermezzo seiner Neukollegen und insbesondere den innige Moment zwischen Marias Ex und der Patientin beobachtet hatte, musste unweigerlich schmunzeln. Wenn jemand noch anmaßender war als er selbst, dann war das eindeutig Marc Meier. Eine Eigenschaft, die ihm ihn fast sympathisch machte. Doch dieser gab sich umrahmt von seinen Studenten und Kollegen völlig unbeeindruckt von den bösen giftpfeilgetränkten Blicken, die ihm speziell von zwei Seiten zugeworfen wurden, und gab nun den Ausbilder...

Marc: Haasenzahn, du bist dran.

Gretchen (blitzt ihren unverschämten Oberarzt böse an, der sie daraufhin gewohnt cool angrinst, aber gibt vor ihren Kollegen u. der Patientin weiterhin betont professionell gute Miene zum bösen Spiel): Okay... Doktor... Meier! Also ... Anna, Sie... ähm... du hast ja schon mitbekommen, was wir als nächstes vorhaben. Du bist soweit körperlich und psychisch stabil. Deine Werte sind hervorragend. Die OP-Naht ist gut verheilt, wie wir bei den letzten Verbandswechseln feststellen konnten. Die letzten CTs und das MRT, das Dr. Hassmann gestern noch gemacht hat, waren ohne Befund. Die Bewegungsfähigkeit und die Sensibilität in den äußeren Extremitäten sind, nach den ersten Tests zu urteilen, zu 95 Prozent zurückgekehrt. Das an sich ist schon ein außerordentlicher Erfolg, aber du weißt, du hast noch einen langen Weg vor dir und wir können dir nicht versprechen, dass dieser einfach wird. Jetzt geht es als nächstes darum, deine Motorik mittels exakt auf dich abgestimmten Übungen und Bewegungstherapien zu sensibilisieren.

Marc (fällt seiner Assistenz unvermittelt ins Wort u. erklärt im professionellen Ton weiter): Jep! Dazu hab ich einen speziellen Therapieplan aufgestellt nach den neusten Studien auf dem Gebiet der Rehabilation von Paresepatienten. Das heißt, besonders effizient und auf deine Bedürfnisse abgestimmt. Damit wir dich auf schnellstem Weg wieder auf die Beine kriegen.
Anna (hat den kleinen Seitenhieb durchaus herausgehört u. zischt zurück): Das ist mir schon klar, dass du mich schnell wieder loswerden willst.
Marc (geht darauf ein u. grinst sie an): Da wären wir auch schon beim Stichwort. Reha! Haasenzahn?
Gretchen (etwas überrumpelt u. planlos): Äh... ja, also... wir... sind... dran.
Marc (runzelt die Stirn u. sieht seine Assistenz oberlehrerhaft an): Was heißt, wir sind dran? Du wolltest das doch extra übernehmen.
Gretchen (läuft rot an u. ihr wird immer wärmer, als sie die Blicke der anderen auf sich spürt; verlegen weicht sie Marcs stechenden Blicken aus u. konzentriert sich auf das Noch-Ehepaar Kaan, das sie ebenso fragend anschaut): Ja, ähm... ich hab ja versucht, hier in der Nähe etwas zu bekommen, allein schon wegen Lilly, aber die Reha-Plätze in Berlin und Umgebung sind alle auf Wochen ausgebucht.
Mehdi (blickt zwischen ihr und Anna hin und her): Das heißt?
Marc (rollt mit den Augen, als er Gretchens hilflosen Blick u. ihr Schulterzucken bemerkt, drückt Annas Patientenmappe an seine Brust u. sieht Mehdi an): Wie lange arbeitest du schon hier, hä? Du weißt genau, dass wir hier im EKH nicht die Kapazitäten haben, um Traumapatienten längerfristig zu betreuen, so gerne ich das wollte. Zumindest noch nicht. Wir sind schließlich keine Rehaklinik. Auch noch so eine Sache, über die ich eigentlich noch mit dem Professor reden wollte.

Memo an mich selbst, noch mal Franz bequatschen wegen Klinikerweiterung und möglicher Neuausrichtung.

Jegliches Augenmerk war in diesen Moment auf den leitenden Oberarzt der chirurgischen Abteilung des Elisabethkrankenhauses gerichtet und besonders Gretchen himmelte ihren Chef und Liebsten für sein Engagement ganz verklärt an, so dass die Stimme aus dem Hintergrund, die plötzlich ertönte, für alle, und eine insbesondere, sehr überraschend kam...

Cedric: Wenn ich auch etwas einwerfen dürfte?
Marc (schießt seinen Kopf herum u. starrt den plötzlichen Störenfried mit grimmiger Miene an): Was macht DER denn hier?
Maria (ebenso erschrocken weicht sie leise murmelnd einen Schritt zurück u. fixiert ihren dreisten Ex mit bösem Blick, während dieser sie ungeniert ansieht u. sich an ihrem überraschten Gesicht ergötzt): Das frag ich mich auch.
Gretchen (legt beschwichtigend ihre Hand auf Marcs Arm u. flüstert leise in Marias Richtung): Lasst ihn doch erst mal ausreden!
Marc (kuckt seine Freundin sauer an u. protestiert wie ein quengelndes kleines Kind, dem man sein Spielzeug wegnehmen will): Eh! Ich hab hier immer noch das Wort, ja. Meine Station, meine Patientin, mein Wort!

Ja, Marcilein! Er wird dir schon dein heißgeliebtes Skalpell nicht gleich wegnehmen. Boah! Wieso hab ich nur so ein quengelndes kleines Kind als Freund? Unfassbar! Kaum zu glauben, dass er ein promovierter Oberarzt ist. Wie im Kindergarten hier! Wer ist der Größte, Beste, Tollste, Schlauste? Tzz... Habe das Gefühl, dieser Dr. Stier legt es regelrecht darauf an, Marc zu provozieren. Da haben sich ja zwei gefunden. Und wer darf es ausbaden? Meine Nerven! Ich brauche dringend Schokolade! Wäre es dreist, Mehdi zu fragen, ob er etwas von seiner Tafel abgibt? Das in dem roten Papier ist doch Schokolade oder?

Mehdi (verdreht die Augen angesichts von Marcs Großkotzigkeit u. Reviermarkiererei u. bemüht sich um Ruhe, weil er unbedingt wissen will, was der neue Kollege einbringen will): Marc! Bitte!
Eh! Hört hier überhaupt noch jemand auf meine Autorität?
Anna (kann den Mann an der Tür nicht erkennen, reckt u. streckt sich, um einen Blick zu erhaschen, resigniert aber, als sie es nicht schafft u. flüstert Mehdi leise zu, der daraufhin seinen Kopf zu ihr wendet): Wer ist das?
Sabine (steht aufmerksam u. mit gespannten Ohren auf der anderen Seite am Kopfende des Bettes u. hat die neugierige Frage der Patientin mitbekommen, auf die sie nun ungefragt mit leuchtenden Augen antwortet): Dr. Stier!
Anna (horcht auf, denkt für sich nach u. murmelt dann leise): Dr. Stier? ... Cedric Stier etwa? ... Oh!

Lorelei Offline

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19.11.2011 17:51
#1171 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Alle Köpfe waren nun interessiert zur Tür zum Vorzimmer gerichtet, an dessen Rahmen Dr. Cedric Stier lässig seitlich lehnte und seinen grimmigen Erzrivalen und seine widerspenstige Exfrau mit seinem typischen arroganten und selbstgerechten Blick fixierte und damit fast zur Weißglut trieb. Während die Kollegen aus der Orthopädie, und allen voran die leitende ledige Oberärztin und die beiden jungen Studentinnen und der schwule Physiotherapeut, die sie begleiteten, den Neuen neugierig von Kopf bis Fuß musterten und schließlich einen leuchtenden Ausdruck in ihren Augen bekamen, warfen sich Maria Hassmann und Gretchen Haase eher fragende Blicke zu. Die eine zuckte nur unschlüssig mit den Schultern und versuchte, ihren innerlich brodelnden Oberarzt in Schach zu halten, damit dieser dem hinzugekommenen Kollegen nicht gleich aufgebracht an die Gurgel sprang. Der anderen machte Cedrics bloße Anwesenheit schon wieder Probleme. Sie klammerte sich mit einer Hand so am Bettgestell fest, dass die Knochen schon weiß hervorstachen, und versuchte ihren Puls wieder auf normale Temperatur zu bringen. Warum musste ausgerechnet heute ihr Körper so dermaßen verrückt spielen? Wahrscheinlich hatte sie sich doch bei ihrer Tochter angesteckt. Ja, sie hatte Fieber! Fieber von der ganz schlimmen und selbstzerstörerischen Sorte! Das war die einzig schlüssige Erklärung, die sie für den plötzlichen Temperaturanstieg hier hatte. Das musste einfach aufhören. Ihre Professionalität war in Gefahr, solange er sie weiterhin so ansah und sie mit seiner ganzen überheblichen und selbstgerechten Art fast wahnsinnig machte. Und so unterbrach die sich allmählich von ihm verfolgt fühlende Neurologin den Blickkontakt mit ihrer jüngeren Kollegin, die sich, neben Mehdi und Schwester Sabine und der anhimmelnden Fanbase des neuen Kollegen aus der Neurologie, als Einzige wirklich dafür interessierte, was Dr. Stier eigentlich hier im Krankenzimmer von Anna Kaan wollte, und blitzte ihren dreisten Exmann mit bösen Augen an, um ihn in seine Schranken zu verweisen, weil dieser sich hier in Dinge einmischte, die ihn nun mal wirklich nichts angingen. Was dachte der sich eigentlich, fragte sie sich stinksauer. Kam hier rein und gab Mr. Oberschlau, der für alles eine passende Antwort wusste. Aber nicht mit ihr! Nicht mit Dr. med. Maria ‚Bloody Mary’ Hassmann! Das war schließlich auch immer noch ihr Fall, also zum Teil, und den ließ sie sich von nichts und niemanden und von ihm schon mal gar nicht wegnehmen. Doch Cedric belächelte Marias wütend funkelnde Augen nur und beschloss, seine Bloody-Mary-Ignorier- und Verwirrtaktik wieder aufzunehmen, auch wenn er sich das eigentlich in Patientennähe verboten hatte. Ganz so gemein war er schließlich nicht. Er würde niemals ihre Professionalität oder ihren guten Ruf angreifen wollen. Cedric löste sich also schmunzelnd von seiner zornigen Fachkollegin und schaute sich erst einmal interessiert in dem übervollen Raum um. Dabei ignorierte er wohlwissendlich auch die Tatsache, dass sämtliche Augenpaare an ihm und seinem durchtrainierten Körper klebten.

Auch Anna Kaan starrte immer noch ziemlich verwirrt zu der Person an der Tür, die sie nur schemenhaft erkennen konnte, weil die anderen Ärzte sie verdeckten. Diese Stimme! Dieser Name! Das konnte doch kein Zufall sein oder? War er es wirklich? Sie wollte sich sicher sein, aber ihr Körper hinderte sie daran, sich weiter aufrichten zu können. Frustriert lehnte sie sich wieder zurück in ihr Kopfkissen, das Schwester Sabine ihr freundlicherweise aufgeschüttelt hatte, während Mehdi sich immer noch dasselbe fragte wie Marc Meier, der mittlerweile eine mehr als gesunde Gesichtsfarbe angenommen hatte und seinen Erzrivalen wie ein Torero kurz vor dem letzten entscheidenden Kampf mit seinem gefährlichen Ameisenblick anstierte und nur von einem blonden Friedensengel zurückgehalten wurde, der sanft auf ihn einredete und ihm immer wieder beruhigend über den Arm streichelte. Was machte Marias Exmann hier bei seiner Frau im Zimmer? Sie brauchte keinen weiteren Neurologen. Alle Befunde waren doch negativ. Weshalb mischte sich dieser Stier also in Dinge ein, die ihn nichts angingen? Maria und Marc waren schließlich ihre behandelnden Ärzte, in die er all sein Vertrauen gelegt hatte. Und wieso warf er ihm schon wieder so einen seltsamen irren Blick zu? Das hatte er vorhin im Flur beim Vorbeigehen auch schon getan. Sehr, sehr mysteriös!

Und in der Tat versuchte Dr. Stier gerade einen Blick auf die Patientin zu erhaschen, denn ihr Fall schien wirklich spannend zu sein und hatte sein rein medizinisches Interesse geweckt, aber sie war leider von den breiten Schultern des fragend dreinblickenden Gynäkologen verdeckt, der noch immer an ihrer Bettkante saß, so dass sein Augenmerk unweigerlich wieder auf dessen stattlicher Statur lag. Ein Anblick, auf den Cedric gut und gerne verzichtet hätte. Aber dieser bullige Kerl war einfach überall, wo er hinkam in diesem „Irrenhaus“, regte er sich innerlich auf und warf seinem „Konkurrenten“ um die Gunst einer gewissen äußerst attraktiven Oberärztin, von der er wusste, dass sie genau auf so einen Typ Mann stand, einen eher gehässigen und überlegenen Blick zu, in dem auch eine kräftige Portion Eifersucht mitschwang, die er sich natürlich nie im Leben eingestanden hätte, als er endlich auf all die fragenden Blicke seiner Kollegen antwortete. Er war schließlich immer noch in erster Linie Arzt, falls das jemand vergessen hatte.

Cedric: Also was ich eigentlich sagen wollte, wir von der Charité haben ja immer ein Kontingent an Reha-Betten in der Seewaldklinik in Potsdam. Ich könnte meine Kontakte spielen...
Woah! Stopp, Mr. Angeberarsch!
Marc (fällt ihm wegen der ungefragten Einmischung bissig ins Wort): Du bist aber nicht von der Charité, wenn ich dich daran erinnern darf.
Gretchen (legt beruhigend ihre Hand auf seinen bebenden Brustkorb): Marc!
Maria (reagiert ebenso zickig auf Cedric, dem Marcs böswilliger Angriff unter der Gürtellinie unbeeindruckt gelassen hat): Eben! Was mischst du dich da überhaupt ein? Hast du keine eigenen Patienten zu betreuen?
Na endlich macht die auch mal ihre Klappe auf. Kann ja nicht angehen, dass hier keiner außer mir seine Hinterhältigkeit erkennt.
Marc (nickt Maria anerkennend zu, die ihren Chirurgenkollegen aber ebenfalls böse anfunkelt): Das wollte ich auch schon fragen.
Cedric (rollt angesichts der Feindseligkeit, die ihm entgegenschlägt, mit den Augen u. hebt unschuldig seine Hände, während er Maria fixiert, die seinen Blicken nun ausweicht): Sorry, ich wollte nur helfen.

Helfen! Tzz... ich brauche aber deine Hilfe nicht. Niemand braucht dich! Ich wünschte, du hättest nie hier angefangen. Warum musstest du ausgerechnet hierher kommen? Das ist nicht fair. Das ist alles einfach nicht fair.

Ja, klar, helfen! Ich nenn das eher Einschleimen und sich bei den Patienten und Kollegen beliebt machen. Hinterhältiger Wichser! Ich hab dich durchschaut. Aber so läuft das hier nicht.


Klein-Marc, Klein-Cedric und Klein-Maria möchten doch bitte von ihren Eltern aus dem Spieleparadies abgeholt und bei einem Anti-Aggressions-Training angemeldet werden. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal so für meine Oberärzte schämen würde. Was sollen den die Kollegen denken und Anna erst. Dass es hier um sie und ihre Genesung geht, die ja wohl im Vordergrund stehen müsste, habt ihr wohl in eurem peinlichen Kleinkrieg vergessen. Das macht mich richtig sauer. Schluss mit dem Kindergarten!

Gretchen (bevor Marc sich erneut im Wortlaut vergreift, prescht sie lieber vor): Die Seewaldklinik war auch eine der ersten Adressen, die ich kontaktiert habe. Die haben aber bis Sommer keine Betten mehr frei. Aber wir bräuchten kurzfristig einen Platz.
Cedric (lächelt seine ihm gegenüber vorurteilsfreie Kollegin an): Ich denke, da ließe sich sicherlich noch was machen.
Gretchen (sieht ihn hoffend): Ehrlich?
Boah! Und Haasenzahn ist die Erste, die darauf hereinfällt. Ich fasse es nicht.
Marc (platzt gleich der Kragen u. funkelt Cedric dementsprechend mit bösen Augen an): Ja, klar, einfach mal deinen Namen in den Raum werfen und du hast den Platz, hä?
Cedric (verschränkt selbstgefällig seine Arme vor seinen Körper u. fordert seinen neidischen Kollegen heraus): Jep! Weißt du, Marc, wenn man sich einen gewissen Ruf erarbeitet hat, dann schon.
Marc (jetzt ist er obenauf u. schlägt grinsend zurück): Einen Ruf, den ein Ausfall im OP mal eben schnell, ruinieren kann.

Oh, oh! Gretchen, intervenieren! Ja, wie denn? Ich kann nur den einen Griff in Selbstverteidigung.

Gretchen (will eingreifen, da sie mitbekommen hat, dass Marc mit dem Spruch bei Dr. Stier direkt in Schwarze getroffen hat, denn dessen selbstgerechtes Grinsen ist augenblicklich eingefroren): Maaarc!
Jetzt ist aber mal Schluss mit dem Theater! Hallo wir sind auch noch da!
Mehdi (hat auch etwas zu sagen, bevor sich hier noch alle die Köpfe einschlagen): Also wenn es nach mir und meiner Frau ginge, dann...
Cedric (vergisst Marcs unverschämte Attacke u. blickt verdutzt zwischen Dr. Kaan u. Dr. Hassmann hin u. her u. murmelt leise vor sich hin): Seine Frau? ... Na, jetzt wird es aber interessant.
Mehdi (sieht erwartungsvoll zwischen Cedric u. Anna hin u. her): ...dann wäre uns natürlich ein Rehaplatz in der Nähe lieber. Schon allein wegen Lilly. Also wenn sich da was machen ließe, wäre ich sehr dankbar. Nicht Anna?
Anna (sichtlich überfordert von dem ganzen Theater, das sich vor ihren Augen abspielt): Ähm... ja?
Verräter!
Marc (bricht schließlich geknickt ein, weil Lillys und Mehdis Wohl für ihn dann doch über den ewigen Streitigkeiten mit Dr. Angeber stehen): Bitte! Von mir aus! Dann telefoniert halt noch mal rum! Aber dann will ich auch Ergebnisse. Ich kann mich nicht um jeden kleinen Scheiß kümmern.
Cedric (zwinkert ihm zu): Das mache ich doch gerne für dich, Marc.
Marc (setzt erneut zum Ameisenblick an u. hebt seinen Zeigefinger): Treib es nicht auf die Spitze, ja!

Du bekommst schon noch deine Abreibung. Das schwöre ich dir, so wahr ich Dr. med. Marc Meier heiße.

Juhu! Ärger gerade noch so abgewendet. Ich bin so stolz auf meinen Marcischnuckiputzi. Aber nach dem ganzen Stress könnte ich schon noch einen Schokoriegel vertragen. Oder zwei? Nein drei! Einen!

Hach... ich liebe diese friedliche und ruhige Atmosphäre, die hier in dem Haus herrscht. Vielleicht bleibe ich ja doch längerfristig. Schon allein, um dessen dämliche Visage zu sehen, wenn ich ihm mal wieder die Show stehle.


Cedric Stier grinste seinen grimmigen und urplötzlich einlenkenden Kollegen vergnügt an. Es machte doch immer wieder Spaß, dem Angeber zu zeigen, dass er doch der Bessere von beiden war und mehr Einfluss hatte, egal welche Fehler er in der Vergangenheit begangen hatte. Er war zwar nicht der jüngste Oberarzt Deutschlands, aber ein gewisses Renommee hatte schließlich auch er in den letzten Jahren erreicht, das man ihm trotz der Vorkommnisse an der Charité nicht mehr nehmen konnte, und darauf war er stolz, sehr stolz sogar. Das war keine Angeberei, die hatte er gar nicht nötig, nein, das war lediglich eine gekonnte Darlegung der Tatsachen und die wurde vom Rest der anwesenden Belegschaft auch entsprechend gewürdigt. Ja, er war einfach der Beste.

Lorelei Offline

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20.11.2011 20:59
#1172 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Die skeptischen Blicke seiner Ex-Ehefrau wegen seiner ungefragten Intervention waren dem scharfsinnigen Neurologen natürlich auch nicht verborgen geblieben. Für einen kurzen Moment vergaß er seinen gemeinen Plan sogar. Obwohl er sich eigentlich jegliche Gefühlsregung für sie verboten hatte, lächelte er Maria trotzdem in gewohnt charmanter Manier an, die ihn mal wieder mit dieser besonders heißen kühlen und distanzierten Art anblickte und ihn wahrscheinlich gerade am liebsten des Zimmers verweisen wollte. Aber er konnte gar nicht anders. Er musste sie einfach unentwegt anstarren. Sie war zu sexy in diesem Moment. Dieser besondere Ausdruck ihrer funkelnden braunen Augen, in dem nicht nur tiefe Abneigung zu lesen war. Dieser selbstbewusste weibliche Machismo, der sie umwehte und sie umso anziehender für ihn machte. Dann wie sie heute ihren Kittel trug. Er stand ja eh darauf, wenn sie Kittel trug und er sich in seiner Phantasie ausmalen konnte, dass sie vielleicht nichts darunter tragen würde, aber diesmal war er offen und verbarg nichts, so dass er den knackigen Inhalt in seiner ganzen Schönheit bewundern konnte, der in einen engen knielangen Rock und eine seidene blasslilafarbenen Bluse gehüllt war. Ihre sich darunter abzeichnenden apfelförmigen festen Brüste weckten seine Aufmerksamkeit. Die silberne Kette, die an ihrem verführerischen Hals hervorblitzte, die war neu. Dann wie sie ihre Haare trug. Die neue Frisur. Die kurzen Haare standen ihr wirklich gut, passten sich ihrer harmonischen Gesichtsform perfekt an. Ihre makellose weiße samtene Haut. Ihre leuchtenden roten Lippen. Wäre es unverschämt, sie jetzt küssen zu wollen? Cedric schmunzelte über sich selbst. Was war denn auf einmal mit ihm los? Er war gar nicht mehr Herr seiner Sinne, aber das sollte er eigentlich in ihrer Gegenwart sein. Sie war viel zu gefährlich. Sie durfte nicht die Kontrolle über ihn gewinnen, dann wäre er verloren. Aber das war er unwissend schon längst. Dr. Cedric Stier hatte sich schon längst in ihren Augen verloren. Raum und Zeit schienen unbedeutend zu sein.

Natürlich hielt die von ihm anvisierte Ärztin seinen eindeutigen Blicken nicht lange stand und versteckte sich hinter einem banalen Plausch mit ihrer jungen blonden Kollegin und zwei Studentinnen, die seine Blicke ebenso intensiv im Nacken spürten und innerlich darüber jubilierten, dass dieser Mensch gewordene „Gott in Weiß“ die beiden unscheinbaren kleinen Zahnrädchen in diesem medizinischen Betrieb überhaupt beachtete, aber er wusste instinktiv, dass Marias ganze Aufmerksamkeit immer noch allein ihm galt. Das konnte er an ihrer Körperhaltung lesen, die ihm zugewandt war. Immer wieder strich sie sich eine verirrte Strähne aus ihren ansonsten perfekt frisierten Haaren zurück. Cedric war sich ziemlich sicher, dass sie ihm auf Dauer nicht mehr lange widerstehen konnte. Sie wollte ihn mindestens genauso sehr wie er sie, nur war sie noch nicht dazu bereit, das auch zuzugeben und zuzulassen, aber er würde ihr schon noch die Augen öffnen. Der Heimsieg war nah, triumphierte er schon innerlich und sah sich schon den Meisterpokal nach Hause tragen.

Er war schließlich seinem Instinkt gefolgt, als er sich kurz entschlossen der Visitetruppe angeschlossen hatte. Mancher Beobachter würde auch behaupten, es sei eine eifersüchtige Kurzschlussreaktion gewesen, weil ihm nicht gepasst hatte, dass seine Mary diesem lästigen Frauenarzt immer noch hinterher geschmachtet, ihn sogar umarmt und dann auch noch widerstandslos in dieses Zimmer hier gefolgt war. Aber im Nachhinein hatte sich sein Hervorpreschen tatsächlich gelohnt. Er hatte ein paar sehr interessante, teils verwirrende Beobachtungen gemacht, die sich für ihn vielleicht noch auszahlen würden. Sein Blick schwenkte unweigerlich zur Seite, zu Marias Teilzeitgigolo, der anscheinend trotz neuer und sehr sexy Freundin noch verheiratet war. Das war überraschend und schuf doch gleich eine ganz neue Ausgangsposition.

Sein zufriedenes Gewinnergrinsen konnte Cedric daher kaum für sich behalten, was wiederum die Halsschlagader von Marc Meier wieder mächtig anschwellen ließ, obwohl dessen Blick ja eigentlich gar nicht ihm gegolten hatte. Aber woher sollte Marc auch wissen, dass Cedrics Interessen eher weniger bei ihm und ihren ständigen Kompetenzrangeleien lagen, noch bei seiner hübschen Assistenz und Freundin, die dieser Widerling nun schon seit geschlagenen fünf Minuten so unverschämt anstarrte, dass er ihm am liebsten aufs Maul gehauen hätte, wenn sie sich nicht im Krankenhaus und auf seiner Station befunden hätten, sondern bei einer anderen wunderschönen Frau, die er um jeden Preis zurückhaben wollte. Nein, Cedrics Rivale war jemand ganz anderes und er musterte den Gynäkologen noch einmal abfällig von Kopf bis Fuß. Der dicke Mann war doch wirklich kein Gegner für ihn, dachte der Neurochirurg schließlich amüsiert. Doch dann stand Dr. Kaan plötzlich vom Krankenbett seiner Frau auf und machte endlich den Blick auf sie frei. Cedric streifte sie nur kurz zufällig mit seinem Blick und wollte sich schon wieder desinteressiert von ihr abwenden, um eine andere Schönheit ins Visier zu nehmen, als er plötzlich innehielt und vergewissernd zurückschaute. Das konnte doch nicht wahr sein? Sie?

Lorelei Offline

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22.11.2011 14:28
#1173 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Als er Anna Kaan zum ersten Mal, seitdem sie sich in ihrem Krankenzimmer befanden hatten, direkt ins Gesicht blickte, blieb dem sonst so wortgewandten Neurologen tatsächlich für einen Moment die Spucke weg und sein anfängliches Siegergrinsen erlosch augenblicklich und wich einem eher sprachlosen Gesicht. Ihr ging es übrigens genauso. War das nicht...? Nein, das konnte nicht sein! Solche Zufälle gab es doch nicht. Nicht nach all den Jahren. Nicht hier. Und nicht in der Verfassung. Was war ihr überhaupt widerfahren? Und überhaupt, sie war mit dem da verheiratet? Er blickte zu Dr. Kaan. Also völlig ausgeschlossen. Er irrte sich. Sie war es nicht! Cedric war so sehr in seinen eigenen Gedanken verschwunden und kramte in der Vergangenheit, dass er den triezenden Kollegen Meier schon gar nicht mehr neben sich wahrnahm, wie dieser nach dem kurzen peinlichen Kompetenzgerangel wieder obenauf das Team an Physiotherapeuten und seine Patientin nun zu Höchstleistungen antrieb...

Marc: Na ja, bis wir dich in die Reha abschieben können, liebe Anna, haben wir ja hier auch noch Einiges zu tun. Die übernehmen das Feintuning, wir das Grobmotorische. Oh wie schön, ich sehe in begeisterte Gesichter. Gut! Meine werten Kollegen hier werden dich in knapp zwei Stunden in der ersten Sportstunde richtig ordentlich rannehmen. Also Sport frei, würde ich dann mal sagen, ne. Hähä! Schwester Sabine und Dr. Haase werden dich dann rechtzeitig abholen.
Anna (hat die Blicke von Dr. Stier bemerkt u. starrt ihn ebenso irritiert an wie er sie, wird aber dann von Marc abgelenkt u. löst sich von dem Fremden): Okay!?
Gretchen (fühlt sich überfahren u. sieht ihren Oberarzt verdutzt an, als sie ihn leise anspricht): Marc, du weißt, dass ich heute eigentlich...
Marc (redet augenrollend für sie weiter): Ja, was nicht heißt, dass deine Patienten hier nicht mehr deine Patienten wären. Oder willst du nicht mehr namentlich erwähnt werden? Du führst Protokoll.
Gretchen: Aber...
Marc (lässt keine Widerworte gelten u. spielt sich oberlehrerhaft auf): Ich kann nicht alles selber machen, Haasenzahn. Ich muss später noch in den OP. Und du weißt ja, dass ich die Protokolle für meine Studie brauche. Der Fall wird komplett dokumentiert, auch die therapeutischen Maßnahmen und die Rehabilation nach der OP. Und da lernst du ja auch noch was für deinen Facharzt. Also wo ist das Problem?
Er hat ja Recht. Und ich dachte schon, er sucht eine Ausrede, damit ich nicht mit Dr. Stier mitgehe.
Gretchen (senkt verlegen ihren Blick): Ja, ist schon gut. Ist angekommen.
Marc (grinst Gretchen zufrieden an u. schaut noch mal zu Anna, die seltsam abwesend wirkt u. offenbar tief in Gedanken ist, dann zu seinen Kollegen): Gut, dann... wäre das hier erst mal alles. Komm am besten gleich mal mit wegen den Unterlagen, Haasenzahn!
Gretchen (tauscht mit Sabine fragende Blicke aus, die sich neben sie gestellt hat u. ziemlich planlos dreinblickt, u. sieht ihrem Oberarzt dann verwundert hinterher, wie er zur Tür geht u. Cedric unsanft zur Seite schupst, der aber darauf des Friedens willen nicht weiter eingeht u. abrupt aus seinen Gedanken gerissen wieder eine andere Person ins Visier nimmt): Okay!? Dann...ähm... bis später, Anna. ... Welche Unterlagen denn, Marc?

Das Team von der Orthopädie hatte das Patientenzimmer bereits geschlossen verlassen, als auch Dr. Meier, Dr. Haase und Schwester Sabine ihnen folgten. Dr. Kaan, der gerade in einer Ecke des Zimmers mit seinem Handy hantierte, weil er eine Sms bekommen und diese mit aufleuchtenden Augen gelesen hatte, hatte deren Abgang erst gar nicht mitbekommen und verabschiedete sich nun schnell hastig von seiner Frau und lief ihnen winkend hinterher...

Mehdi: Wartet mal! Marc! Gretchen! Noch mal wegen der Wohnung...

Und schon war auch er aus dem Zimmer gestürmt. Anna blickte ihrem Noch-Ehemann wehmütig hinterher. Sie hätte sich gefreut, wenn er noch ein bisschen länger bei ihr geblieben wäre, aber er hatte nun mal ein eigenes Leben, in dem sie leider keine Hauptrolle mehr spielte. Wahrscheinlich wartete seine neue Freundin schon sehnsüchtig auf ihn, um mit ihm Geburtstag zu feiern. So wie seine Augen gerade geleuchtet hatten, als er sein Handy wieder eingepackt hatte und wie eilig er es plötzlich gehabt hatte, ließ das nur diese Schlussfolgerung zu. Selbst ihr blieb nicht mehr verborgen, wie verliebt Mehdi tatsächlich war. Verliebt in eine andere Frau! Sie hatte ihn endgültig und für immer verloren. Er hielt jetzt die Hand einer anderen und nicht mehr ihre, während sie versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Sie war völlig allein. Sie musste das jetzt alleine schaffen.

Enttäuscht lehnte sich Anna zurück in ihr Kopfkissen und blieb mit ihrem Blick wieder an dem fremden Arzt hängen, der ihr so bekannt vorkam und längst verdrängte Erinnerungen zurückgeholt hatte und der, nachdem er seine Kollegen vorbeigelassen hatte, Dr. Hassmann, die noch unschlüssig vor dem Bett der Patientin stehen geblieben war und ihren Kollegen ebenfalls stumm hinterher geblickt hatte, als diese das Zimmer verlassen hatten, regelrecht mit seinen Blicken verschlang. Die Neurochirurgin bemerkte schließlich Cedrics eindeutig zweideutige Blicke, rollte genervt mit den Augen und funkelte ihn böse an, bevor sie beschloss, seine Unverschämtheiten endgültig zu unterbinden und zu gehen. Sie hatte sich schon viel zu lange hier aufhalten lassen. Also schob sie sich entschlossen an ihm vorbei ins Vorzimmer. Sie versuchte es zumindest, denn ihr Exmann ließ es sich natürlich nicht nehmen, sich ihr extra in den Weg zu stellen.

Seine Provokation wirkte und wie sie wirkte. Wütend schäumende braune Augen trafen auf ein blaugraues tobendes Meer. Ihre Körper berührten sich wie zufällig, als sie sich an dem unverschämten Hindernis vorbeischlängeln wollte. Schauerwellen breiteten sich aus, lähmten sie, ließen Herzen höher schlagen, die sich schon viel zu lange einer Umarmung verwehrt hatten. Die Bewegungen wurden langsamer. Der Puls schneller. Eine Hand griff nach einer anderen, hielt sie fest umschlossen. Auch mit seinen Augen. Nur für einen winzig kleinen Moment der Nähe. Maria wehrte sich nicht. Sie hatte keine Kraft mehr, sich dem zu widersetzen, gegen das sie eh machtlos war. Sie war müde, furchtbar müde, kraftlos, schwach. Sie sah ihr Gegenüber einfach nur schweigend an, suchte zu ergründen, was er von ihr wollte, wieso er sie nicht endlich in Ruhe leben ließ. Sie war doch glücklicher ohne ihn. Immer schon. Gedanken und Erinnerungen nahmen überhand. Ihr Herz verkrampfte sich. Sie wollte nicht. Sie wollte das nicht mehr. Dieses Chaos an Gefühlen, das sie schon einmal in den Abgrund gestürzt hatte. Atemnot bei beiden. Cedric blickte sie ebenso intensiv an wie sie ihn. Er verlor sich regelrecht in ihren schönen Augen, die ihn endlich auch registrierten, und offenbarte ihr alles. Aber dann bemerkte er den Schmerz, der sich plötzlich von einer Sekunde auf die andere in ihren Pupillen widerspiegelte und ließ sie los. Ihre kurzzeitige Lähmung sämtlicher Körperfunktionen löste sich. Sie bewegte sich, räusperte sich nervös, brachte aber kein Wort heraus und verschwand, so schnell sie ihre wackeligen Beine tragen konnten, aus dem Zimmer. Noch verwirrter und durcheinander als zuvor. Das durfte einfach nicht sein. Nicht er! Nicht schon wieder. Sie musste weg. Sofort.

Auch Cedric Körperspannung löste sich abrupt. Als hätte man ihn ins kalte Wasser geschmissen. Er sah Maria traurig hinterher, wie sie fluchtartig das Zimmer verließ, und starrte einen Moment lang völlig abwesend auf helles Holz. Die Tür hatte sich längst wieder im Türschloss verfangen. Er war allein zwischen all den medizinischen Geräten, die im Notfall Leben retteten. Er nahm es gar nicht wahr. Der penetrante Geruch von Desinfektionsmittel stieg in seine Nase und löste ihr betörendes Parfum ab, das er eben noch wie eine Droge in sich aufgesogen hatte und das all seine Sinne umnebelt hatte. Er fuhr sich mit einer Hand über seinen Nacken. Er war völlig neben der Spur, wusste im ersten Moment gar nicht, wo er sich befand. Er hatte immer noch eine Gänsehaut am ganzen Körper. Was war das eben gewesen? War er zu weit gegangen? Vielleicht nicht mit seiner Einmischung in ihre Patientenfälle, aber mit allem anderen, was mit ihr zu tun hatte. Der Schmerz in ihren Augen hatte ihn unvermittelt getroffen. Mitten in sein Herz. Er hatte ihm gegolten. Er hatte ihn schon einmal gesehen. Vor vier Jahren. An einem trüben Novembertag. Nie würde er den Ausdruck in ihren Augen vergessen. Die Enttäuschung, die Verzweifelung, die unbändige Wut, der Hass, die unendliche Traurigkeit. Er wusste jetzt, sie würde einen Teufel tun und ihn wieder so nah an sich heranlassen. Nicht nach allem, was war und was er jetzt ungeschickt immer wieder versuchte, womit er sie nur noch weiter von sich weg schob, obwohl er eigentlich das Gegenteil bezweckte. Er hatte verspielt. Sie würde ihm niemals wieder vertrauen. Seufzend lehnte er sich mit dem Hinterkopf an den Türrahmen der Zwischentür, schaute nach oben an die Decke und überlegte, was er noch anstellen könnte, um sie von seiner Aufrichtigkeit zu überzeugen, aber sein Kopf war vollkommen leer gefegt, als eine sanfte ihm bekannte Stimme an sein Ohr drang und ihn unvermittelt von der Frau seines Lebens ablenkte...

Anna: Cedric?

Lorelei Offline

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23.11.2011 16:05
#1174 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Zur gleichen Zeit nur ein paar Türen weiter

Während sich Dr. Meier bereits mit Mehdi Kaan in sein Büro zurückgezogen hatte, um noch ein paar private Angelegenheiten zu klären, musste Dr. Haase, die ihrem Liebsten eigentlich für seinen „glanzvollen“ Auftritt gerade eben noch ein paar Leviten lesen wollte, noch schnell zu einem kleinen „Unfall“ ausrücken. Schwester Sabine war nämlich, nachdem sie das Patientenzimmer von Mehdis Frau verlassen hatten, mal wieder über ihre eigenen zwei Füße gestolpert und hatte sich am Wagen der Essensausgabe an einer scharfen Kante ihren linken Daumen aufgeschnitten. Beiden Frauen und den beiden sprachlosen männlichen Zuschauern, Dr. Meier und Dr. Kaan, war es ein Rätsel gewesen, wie die Krankenschwester, die danach den Tränen nah gewesen war und sich wegen des erneuten Beweises für ihre Tölpelhaftigkeit fürchterlich geärgert hatte, das schon wieder angestellt hatte. Sie hatten sich nur schwer zusammenreißen können, nicht gleich laut loszulachen, denn der Comedyfaktor, den das fliegende Bienchen mal wieder eindrucksvoll bewiesen hatte, war nicht zu verachten gewesen, und hatten sich, bevor sie den ewigen Tollpatsch mit einem Lachflash noch mehr verletzt hätten, als er es eh schon gewesen war, schnell in Marcs Büro verkrümelt. Das schallende Gelächter der beiden schadenfrohen Ärzte hatte man anschließend noch minutenlang durch die geschlossene Tür auf dem Flur der Chirurgie gehört.

Doch Schwester Sabine, die das zum Glück nicht mehr mitbekommen hatte, war dagegen überhaupt nicht zum Lachen zumute. Sie kauerte wie ein Häufchen Elend auf ihrem Stuhl im Stationszimmer, versuchte ihre aufkommenden Tränen hinunterzuschlucken und hielt tapfer ihre blutverschmierte Hand nach oben, die Gretchen gerade vorsichtig säuberte. An diesem Tag war einfach der Wurm drin, dachte Sabine verzweifelt. Ständig ging irgendetwas schief, sie lief wogegen oder wurde übersehen und jetzt musste auch noch ihr Daumen schmerzhaft daran glauben. Warum nur hatten sich die Sterne heute gegen sie verschworen? Dabei stand doch in ihrem Horoskop, dass das Glück heute unverhofft kommen würde. Aber wahrscheinlich hatte man sich nur verschrieben und die kleine Vorsilbe Un- vergessen. Leise schniefend beobachtete die „Patientin“, wie ihre behandelnde Ärztin sich nun vor sie hockte, sie aufmunternd anlächelte und dann vorsichtig den malträtierten Finger desinfizierte. Zum Glück war der Schnitt nicht tief und musste nicht genäht werden.

Gretchen klebte gerade ein rosa Pflaster mit Flamingo-Aufdruck auf die kleine Schnittwunde an Sabines Hand, als unvermittelt Dr. Maria Hassmann in den Aufenthaltsraum geweht kam. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn ihr weißer Kittel flatterte noch, als sie sich atemlos vor den beiden Frauen aufbaute und diese anschaute, als wäre der Teufel persönlich hinter ihr her. Die von dem stürmischen Auftritt überraschte Assistenzärztin drückte Sabines Pflaster fest, kam aus der Hocke hoch und stellte die Tupperbox mit den Kinderpflastern zur Seite, dann sah sie ihre sichtlich durcheinander geratene Vorgesetzte fragend an, die noch immer kein Wort herausgebracht hatte und sich offenbar sortierte. Zumindest schien es so, denn ihre Pupillen flackerten aufgeregt hin und her. Sie atmete schwer. Ihre ganze Körperhaltung war völlig verkrampft. Nichts war mehr da von der Souveränität, die die renommierte Oberärztin und Neurochirurgin sonst immer beeindruckend ausstrahlte. Ihr Blick ging ins Leere. Durch sie hindurch. Irgendetwas Schlimmes musste passiert sein, beschlich Gretchen voller Sorge und sie legte ihre Hand beruhigend auf Marias Arm.

Und plötzlich, als ob man bei ihr einen Schalter umgelegt hatte, änderte sich der in die Ferne schweifende verwirrte Ausdruck in Marias Augen. Sie blitzten regelrecht feurig auf, so dass Sabine ihre eigene Verletzung völlig vergaß und erschrocken mit ihrem Drehstuhl etwas zurückrollte. Die Oberärztin war ihr unheimlich geworden und ein eiskalter Schauer zog sich durch ihren ganzen Körper, als sie deren irren Blick mit ihren Augen auffing. Die schreckhafte Krankenschwester fühlte sich fast so wie, nachdem sie „Tweilight 2.0. Dr. Rogelt und sein Kampf gegen die Körperfresser“ in einer stürmischen Nacht gelesen hatte. Ob die Frau Doktor auch..., dachte sie voller lähmender Panik und blickte hilfesuchend zu ihrer persönlichen Heldin, die wie Schwester Monique sicherlich das Böse abwenden würde.

Aber auch Gretchen war die plötzliche Wandlung ihrer guten Freundin Maria Hassmann unheimlich. Irgendetwas stimmte hier doch nicht. Gerade eben bei der Visite war sie noch voll da gewesen, gut, vielleicht etwas weniger schlagfertiger und aufmerksamer als sonst, mal abgesehen von der kleinen zickigen Attacke gegen ihren Ex, und allgemein wirkte sie heute etwas zerstreut und durcheinander, aber nicht so dass man sich darüber wundern müsste. Vielleicht war sie einfach nur überarbeitet. Sie trug schließlich große Verantwortung. Außerdem war ihre Tochter krank geworden. Vielleicht machte sie sich ja auch nur Sorgen und das beschäftigte sie. Aber jetzt leuchteten ihre dunklen Augen fast teuflisch auf, wirkten aber gleichzeitig auch ziemlich entschlossen und selbstsicher. So als ob sie einen Entschluss gefasst hatte, den sie sofort in die Tat umsetzen wollte. Wie Recht sie damit wirklich hatte, erfuhr Gretchen schon einen Moment später, als Maria urplötzlich ihre Sprache wieder fand und die blonde Assistentin ihre verlor...

Maria: Ich brauche einen Mann.

Gretchen: Äh... Bitte... was?

Lorelei Offline

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24.11.2011 17:19
#1175 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen Haase und Sabine Vögler klappten synchron ihre Kinnladen herunter, starrten mit weit geöffneten Mündern ihr Gegenüber an und glaubten, sich verhört zu haben, doch der Ausdruck in Marias Augen hatte sich nicht geändert. Sie war völlig entschlossen. Es gab nur diese eine einzige Möglichkeit, diesen Idioten endlich zu vergessen und endgültig abzuwimmeln. Ein Neuer musste her! Ein Besserer. Einer, dem sie vertrauen konnte. Der keine Gefahr für sie darstellte. Der sie auf Händen trug, charmant, aber nicht zu weich war. Stark und männlich, aber nicht zu stark. Gerade so, dass sie ihm noch etwas überlegen sein konnte. Sie wollte die Zügel in der Hand behalten. Nicht er. Er sollte emanzipierte, karriereorientierte Frauen respektieren, die selbstbewusst durchs Leben schritten und sich nahmen, was sie wann immer wollten, auch wenn er dadurch selbst ab und an zurückstecken müsste. Er sollte ebenso karrierebewusst sein, aber immer noch familiäre Werte besitzen und wissen, worauf es im Leben eigentlich ankam. Und gut aussehen sollte er möglichst auch. Das Bild musste schließlich stimmen. Groß, breite Schultern, muskulös. Damit Cedric sich schwarz ärgern konnte. Nein, eigentlich war ihr seine Meinung völlig egal. Das war schließlich ihr Leben und das würde sie jetzt wieder in die Hand nehmen. Keine Schwäche mehr. Sie war schließlich eine moderne, selbstbewusste, junge, attraktive Frau und sie würde sich jetzt einen Kerl schnappen gehen. So die reine Theorie.

Dass Dr. Hassmann damit ausgerechnet ihre Assistenzärztin in Verlegenheit brachte, war eher aus der Not heraus geboren. Die Begegnung mit ihrem Exmann gerade eben, dieser eine Moment, hatte sie einfach viel zu sehr aufgewühlt. Sie roch ihn noch immer, spürte seinen warmen Atem an ihrem Hals, seine Hand auf ihrer. Ihr Herz trommelte unkontrolliert in ihrer Brust. Ihr Puls war außer Kontrolle geraten. All ihre Sinne waren noch immer auf ihn fixiert. Alles kribbelte und prickelte, stand Kopf. Sie hatte eine Gänsehaut. Immer noch. Jeder Gedanke an ihn lähmte sie. Das musste einfach aufhören. Endgültig. Jetzt. Und für alle Zeiten. Schluss damit. Sie durfte sich nicht wieder in ihn verliebten. Nie. Niemals. Dabei war sie es doch schon längst. Doch das ahnte in diesem Moment keine der drei anwesenden Damen.

Gretchen und Sabine sahen sich derweil ziemlich ratlos an, suchten zusammen zu ergründen, was dieser ungewöhnliche Auftritt der studierten Medizinerin zu bedeuten hatte, aber scheiterten an den vielen Fragenzeichen, die allmählich das Schwesternzimmer füllten und die Luft knapp werden ließen. Fragende Augenpaare richteten sich wieder auf die sichtlich entschlossene Neurologin, die das offenbar wirklich ernst gemeint hatte, was sie gerade gesagt hatte, wenn man dem funkelnden Ausdruck ihrer Augen Glauben schenken konnte, mit denen sie Gretchen nun eindringlich ansah, um ihre Ansage zu wiederholen...

Maria: Besorg mir einen Mann!
Gretchen: Äh... Wie? Jetzt? Und... wofür?

Die blonde Assistenzärztin, die schon so einiges in ihrem Leben erlebt hatte, gerade in Liebes- und Beziehungsdingen, aber auch mit ihrer „männermordenden“ Oberärztin, fühlte sich sichtlich überfordert von Marias Bitte, die schon fast nach einer dienstlichen Anweisung klang, und suchte nun alle Ecken des Stationszimmers nach Kameras ab. Das hier konnte doch nur ein schlechter Scherz der öffentlichen-rechtlichen Anstalten des ersten deutschen Fernsehens sein. Doch Maria Hassmann meinte es mindestens genauso ernst wie Carsten Spengemann seine Bewerbung um die Nachfolge beim Abendunterhaltungsflagschiff „Wetten dass“. Und sie wurde allmählich sauer, weil man sie nicht für voll nahm, wo sie doch so dringend Bestätigung suchte...

Maria: Haase! Ich denke doch, du bist aus dem Alter raus, wo ich dir erklären muss, wozu Männer nütze sind? ... Zu nichts, außer...
Gretchen (starrt sie fassungslos an): Das meinst du doch nicht ernst?
Maria (blitzt sie mit funkelnden Augen an): Sehe ich so aus, als ob ich scherze?
Gretchen (beißt sich auf ihre Unterlippe u. dreht sich hilfesuchend nach Sabine um, die gar nicht weiß, wie sie das hier interpretieren soll, das ist einfach zu viel für ihr zartes Gemüt): Äh... weiß nicht.

So langsam macht sie mir Angst. Sind das schon die ersten Anzeichen einer Mitlifecrisis? Schon in dem Alter? Oh Gott! Wir sind doch nur ein paar Jahre auseinander.

Maria (erwartungsvoll): Also?
Gretchen (zunehmend verwirrter): Also was?
Maria (verdreht genervt ihre Augen): Boah! Ein Mann, Gretchen! Das Wesen, aus dessen Rippe Gott uns Frauen geschaffen hat. Wobei so erwiesen ist das ja nicht. Manchmal glaube ich fast, dass er ihnen eher ein paar Gehirnzellen geklaut und uns eingepflanzt hat. Aber egal, das ist jetzt auch nicht das Thema. Sag mal, hörst du mir überhaupt zu? Es geht nicht immer nur um dich und deine Mimosen. Erkennst du denn nicht die Dringlichkeit der Lage?
Gretchen (hat ihr ungläubig zugehört u. weiß nicht, was sie sagen soll): Äh... nein?

Hat sie es wirklich so nötig? Nein, denk nicht mal daran, Gretchen. Das sind Dinge, die...die... nein, nein, nein! Sie hat einfach die Trennung nicht verkraftet. Ja, das muss es sein. Ich hab einfach die Zeichen nicht gesehen. Und jetzt dreht sie langsam durch. Ich muss ihr helfen. Dringend! Bevor noch irgendjemand merkt, was mit ihr los ist. Aber wie? Ich kann ihr doch nicht wirklich...

Maria: Bei deinem Verschleiß an Männern wird es doch wohl noch das eine oder andere ledige ansehbare Exemplar geben, das dir nicht mehr hinterher schmachtet. Oder?
Also das ist ja wohl... Unverschämtheit!
Gretchen (versucht ruhig zu bleiben u. Verständnis für die Verlassene aufzubringen): Maria, ich weiß ja, dass das alles nicht so leicht für dich ist, nachdem Mehdi dich...
Maria (fällt ihr schnell ins Wort): Das hat doch nichts mit Ce... ääääähhhh.... Mehdi zu tun.
Gretchen (glaubt ihr kein Wort): Nicht?
Maria (flunkert): Das... das war doch nie was Ernstes. Also ähm... du weißt schon.

Natürlich nicht! Du warst ganz und gar nicht in ihn verliebt. All die sehnsüchtigen Blicke, geheimen Treffen, Küsse, Flirtereien und Zärtlichkeiten haben wir uns alle nur eingebildet. Klar!

Sabine (staunt): Nicht? Aber ich dachte,...
Maria (blitzt sie für ihre ungefragte Einmischung böse an): Nicht denken, Schwester Sabine! Wenn schon, dann konstruktive Vorschläge! Also ich warte, Gretchen!
Gretchen (überfordert): Äh...
Wo soll ich denn jetzt auf die Schnelle einen Mann herbekommen? Soll ich ihn herbeamen oder was?
Sabine (schaut Maria mit aufleuchtenden Augen an): Also Günni hat einen Cousin. Den Volker, der... der sucht schon lange eine Frau.
Maria (starrt sie entgeistert an): Ich habe konstruktive Vorschläge gesagt, Sabine, und nicht verzweifelte Idioten, die nicht mal bei den Bauern von RTL eine Chance bekommen haben.
Sabine (sichtlich perplex): Woher wissen Sie denn, dass er sich bei Inka Bause beworben hat?
Maria (schüttelt den Kopf): Boah! Ist das zu glauben.
Gretchen (macht sich allmählich Sorgen um ihre Freundin u. sieht sie eindringlich an): Maria, was ist denn auf einmal los mit dir? So kenn ich dich gar nicht.
Also ständig auf Männersuche schon, früher, aber so verzweifelt?

Maria drehte sich augenrollend von ihrer Assistenz weg und ließ sich seufzend auf einen Stuhl am runden Tisch plumpsen. Was machte sie hier eigentlich? War sie wirklich schon so verzweifelt, dass sie ausgerechnet die beiden Pappnasen da nach geeigneten Partien ausfragen musste? Sie hatte sich doch eigentlich vorgenommen, sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren und den Männern in ihrem Leben keinen Raum mehr zu geben. Alleine war sie einfach besser dran. Immer schon. Aber mittlerweile kam sie alleine gegen Cedric ‚Ich krieg jede und auch dich rum’ Stier nicht mehr an. Sie stand kurz davor, sich wieder zu vergessen. Das spürte sie mit jeder Faser ihres Körpers. Und sie konnte ja wohl kaum Mehdi als Alibi vorschieben. Es war einfach alles viel zu verzwickt. Manchmal sehnte sie sich einfach nach einem stinknormalen banalen Leben, wie z.B. Gretchen Haase es führte. Die hatte ihr Glück gefunden, wenn man mal davon absah, bei wem sie es gefunden hatte. Und selbst das Nervenbündel Sabine Vögler hatte jemanden. Sie heiratete in wenigen Wochen. Oh Gott, die Hochzeit! Daran hatte sie schon gar nicht mehr gedacht. Dahin würde sie sicherlich nicht alleine gehen. Die Blöße würde sie sich nicht geben. Oder sie ließ es gleich ganz bleiben. Das war doch alles eh eine völlig unnötige und überschätzte Institution. Das würden die beiden Träumerinnen hier auch schon noch erfahren. Nichts hielt für die Ewigkeit, diese bittere Erfahrung hatte sie bereits gemacht.

Gretchen war Maria gefolgt und hatte sich zu der in Gedanken versunkenen Frau an den Tisch gesetzt. Sie sah sie mit sorgenvoller Miene an. Ihrem verständnisvollen Kulleraugenblick konnte auch die zynische Oberärztin nicht lange standhalten und fauchte sie an...

Maria: Was?
Gretchen (zuckt zusammen): Nichts!

Vielleicht sollte sie sich lieber eine Auszeit nehmen anstatt schon wieder auf Männerfang zu gehen. Sie ist doch völlig durch den Wind. Und ehrlich gesagt wäre das dann doch auch nicht so das Wahre. Nur ein schwacher Trost. Und niemand will gerne das Trostpflaster spielen.

Einen Moment lang schwiegen sich die beiden Frauen nun an. Gretchen wagte es nicht, Maria auch nur anzusehen, weil sie befürchtete, gleich wieder einen Seitenhieb abzubekommen, bis plötzlich ein lauter Piepston und Sabines monotone Stimme die quälende Stille durchbrach...

Sabine: Dr. Meier piepst nach dir, Gretchen.
Gretchen (dreht sich zu ihr um, nickt leicht mit dem Kopf u. schaut dann noch einmal vergewissernd zu ihrer durchgedrehten Kollegin gegenüber): Gleich! Ist wirklich alles in Ordnung mit dir, Maria? Du kannst mit mir reden, wenn du magst. Jederzeit. Über alles. Ich bin eine gute Zuhörerin. Egal was es ist, es bleibt auch bei mir.

Maria, die schon wieder tief in Gedanken versunken war und sich die unheimliche Begegnung von gerade eben noch einmal in Erinnerung gerufen hatte, schaute schließlich auf. Gretchen lächelte sie verlegen an und wollte schon aufstehen, um zu gehen. Doch Maria fixierte sie mit ihren Augen und fing wie von selbst plötzlich an zu reden, obwohl sie das eigentlich gar nicht gewollt hatte...

Maria: Du kennst doch auch solche Tage, an denen alles irgendwie... Ach ich weiß doch auch nicht. Ich... brauche... Zerstreuung.
Gretchen (hat ihr aufmerksam zugehört u. hakt vorsichtig nach): Aber muss es denn gleich ein anderer Mann sein? Ich weiß, du willst das nicht hören, aber ich weiß ganz genau, wie sich das anfühlt, wenn der Mann, den man liebt, nicht...
Maria (schaut sie gequält an, als sie ihr sofort ins Wort fällt): Oh Gretchen, bitte!
Du weißt gar nichts. Ich weiß ja selbst nicht, was mit mir los ist.
Gretchen: Such dir doch ein ... Hobby. Oder ähm...
Maria (unterbricht sie uncharmant mit gewohnt spitzer Zunge): Haase, ich suche richtige Zerstreuung und kein Häkelabo oder Batic für Ungelernte. Und ich werde auch sicherlich nicht meine Probleme in ein Tagebuch kritzeln.
Wäre aber auch eine Idee, seine Sorgen loszulassen. Mir hat das immer geholfen.
Gretchen (geknickt): Ich dachte ja nur.
Maria (beugt sich zu ihr rüber über den Tisch): Also kennst du nun jemanden oder nicht?
Gretchen (blickt sie unsicher an): Na ja, ich... ähm...
Maria (verdreht die Augen, weil sie hier offenbar nicht weiterkommt): Es ist ja nur... Ich meine... Es soll ja nicht gleich fürs Bett sein. Es sei denn, es ist eine Granate. Ich muss zugeben, bis auf deine letzte Wahl, hast du schon ein Händchen für heiße Typen. Was ist eigentlich aus deinem Exmann Schrägstrich Betrüger geworden? Sitzt der noch ein? Obwohl... mit Knasttrauma... Mhm, nee, lieber nicht. Ähm... Ich will doch nur mal was trinken gehen. Einfach raus aus diesem Scheiß-Trott hier. Eine lockere Bekanntschaft. Und vielleicht eine Begleitung für diese blöde Hochzeit. Ich will da nur nicht alleine hin. Ok?
Gretchen: Oh!
Maria (plötzlich vom Handy abgelenkt, das in ihrer Kitteltasche bimmelt): Leg die Liste einfach in mein Fach. Ich muss jetzt los. Mein Vater ruft schon zum fünften Mal an.
Liste? Was für eine Liste? Etwa eine...? Oh! Ich wusste gar nicht, dass sie mir so viele Bekanntschaften zutraut.

Ohne eine Antwort abzuwarten, sprang die allein erziehende Mutter jetzt auf und verschwand schnell in der Umkleide nebenan. Gretchen sah ihr mit offenem Mund hinterher und erhob sich schließlich ebenfalls langsam von ihrem Stuhl. Sie drehte sich um und blickte in Sabines verdutztes Gesicht, die sich auch schon so ihre Gedanken gemacht hatte...

Sabine: Dr. Fuchs ist doch Single?

Nun musste Gretchen doch tatsächlich lachen und ging schmunzelnd zu der Verkupplerin rüber...

Gretchen: Wenn du die nächsten Wochen hier auf Station überleben willst bei ihrer Laune, dann würde ich das lieber für mich behalten.
Sabine (bekommt rote Ohren u. sieht sie entschuldigend an): Oh!

„HAASENZAHN!!!“, tönte es plötzlich schallend über den Flur der Chirurgie und lenkte die beiden Frauen abrupt von ihrer „Verkupplung für Anfänger“ ab. Gretchen verdrehte schmunzelnd ihre Augen, sah Sabine kurz entschuldigend an und verließ schließlich ebenfalls das Stationszimmer, aber in die andere Richtung.

Gretchen: Mein Schatz hat Sehnsucht. Er ruft, der Haase hoppelt. Hihi!

Sabine sah ihr kichernd hinterher und setzte sich wieder an ihren gewohnten Platz an der Anmeldung, um ihre liegen gebliebene Arbeit wieder aufzunehmen, während Gretchen mit einem verschmitzten Grinsen auf den Lippen schnellen Schrittes zum Büro ihres Oberarztes ging. Doch plötzlich schreckte sie auf, denn ein Paar starke männliche Arme umschlang sie unvermittelt von hinten. Sie schaute vorsichtig über ihre Schulter und begann augenblicklich zu strahlen wie die Sonne...

Sabine: Günni!
Günni (ergreift ihre verletzte Hand): Purzelchen, was machst du denn für Sachen, mhm?
Sabine (sieht ihn verlegen an): Ich weiß doch auch nicht.
Günni (streichelt ihr liebevoll über die Hand u. den Daumen): Ich weiß aber was.
Sabine (macht große Augen): Was?
Günni (lehnt sich lächelnd gegen ihren Schreibtisch): Du machst jetzt Schluss für heute.
Sabine (schüttelt entschieden ihren Kopf): Aber ich kann doch nicht einfach so gehen, Schnurzelchen. Ich hab mir doch nur in den Finger geschnitten, mehr nicht. Wenn Dr. Meier das mitbekommt, dann...
Günni (fällt ihr ins Wort, als sie Luft holt): Der hat mich doch angerufen.
Sabine (klappt sprachlos die Kinnlade herunter u. sieht aufgewühlt in seinen Augen hin u. her): Nein?
Günni: Doch! Er und Dr. Kaan meinten, du hättest jetzt Zeit.
Sabine (schnappt panisch nach Luft u. hyperventiliert fast): Er hat mich entlassen?

Gabi: Wie? Du bist rausgeflogen?

Schwester Gabi hatte gerade das Stationszimmer betreten und blieb unvermittelt vor den beiden stehen, als sie diese Nachricht mit halbem Ohr mitbekommen hatte. Dr. Gummersbach richtete sich auf und kuckte die fassungslose Krankenschwester kopfschüttelnd an...

Günni: Nein, natürlich nicht.
Sabine (hoffend): Nicht?
Günni (streicht ihr liebevoll über die Wange u. lächelt sie an): Nein!
Gabi (fällt ebenfalls ein Stein vom Herzen): Also nach der Begegnung mit Oberdrache Stefanie gerade eben scheint mir alles möglich.
Sabine (fasst sich erschrocken an ihren Mund): Oh je, ich hab den Termin mit Stefanie vergessen. Oh nein! Jetzt bekomme ich erst recht einen auf den Deckel.
Günni: Dann sollten wir wohl schnell verschwinden, Bienchen, bevor sie dich erwischt.
Gabi (sieht Sabine beruhigend an, wirkt aber selber etwas geknickt): Keine Bange, sie hat dich nicht vermisst. Sie hat sich auf jemand anderen eingeschossen.
Sabine: Wen?
Gabi (murmelt leise u. lenkt dann schnell ab): Mich! Ist Mehdi... also Dr. Kaan noch nicht hier? Er wollte doch auf mich warten.
Sabine (knubbelt an ihrem Pflaster herum u. sieht dann zu ihr hoch): Der muss noch bei Dr. Meier sein. Wir sind gerade bei seiner Frau gewesen.
Gabi: Aha!?

Gabi zückte ihr Handy aus ihrer Tasche und schickte ihrem Schatz noch schnell eine Sms, dass sie bereits sehnsüchtig auf ihn wartete. Dann verabschiedete sie sich mit einem kleinen Lächeln von ihren Kollegen und verschwand in der Umkleide, wo gerade die andere Tür, die direkt auf den Gang hinaus führte, mit Schwung ins Schloss fiel. Und auch Sabine packte nun zusammen. Wenn Dr. Meier ihr schon überraschend zum ersten Mal den Rest eines Tages freigab, dann musste das auch wahrgenommen werden, bevor er sich das noch anders überlegte. Sie sprang fröhlich jauchzend von ihrem Stuhl auf, hüpfte freudig einmal im Kreis und trat dabei ihrem Günni aus Versehen auf die Füße, lächelte ihn entschuldigend an und schlang schließlich ihre Arme um seine Taille und gab ihm kichernd ein kleines Küsschen auf die Nase, dann nahm sie seine Hand und sie verließen zusammen Hand in Hand das Schwesternzimmer. Das Glück kam eben doch unverhofft.

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