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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

28.09.2011 17:10
#1126 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Noch bevor Dr. Meier weitere investigative Fragen stellen konnte, um seinen Rivalen in die Enge zu treiben und vielleicht im Nachhinein bestenfalls loszuwerden, stand die Person, um die sich seine Gedanken gerade kreisten, auch schon vor ihm. Marc zuckte erschrocken zusammen, als er plötzlich Prof. Haase neben Cedric und Sabine auftauchen sah, den der Tumult im Schwesternzimmer auf den Plan gerufen hatte. Die anwesenden Ärzte, die nun allesamt verlegen ihren Blick senkten, waren ja laut genug gewesen.

Gretchen (errötet): Papa?
Franz (sieht seine Tochter eindringlich u. um eine Erklärung bittend an): Kälbchen!
Cedric (ergreift das Wort): Es ließ sich wohl nicht vermeiden, dass die Gerüchte doch herübergeschwappt sind, Herr Professor.
Franz (blickt prüfend von dem einen zum anderen u. bleibt schließlich bei Dr. Meier hängen, dessen Begeisterung schon vorhin in seinem Büro zu wünschen übrig gelassen hat): Verstehe!
Marc (sieht den Professor ziemlich entgeistert an): Du weißt, warum er entlassen wurde?
Und er stellt ihn trotzdem ein? Was soll das denn?
Franz (erhebt seine Stimme in gewohnter Chefarztmanier): Das tut hier nichts zur Sache, Dr. Meier. Jeder macht in unserem Beruf einmal Fehler, mal mit größeren, mal ohne Konsequenzen. Fehler sind menschlich und zeigen, dass wir Chirurgen keine Maschinen sind. Dr. Stier war bislang immer ein hervorragender Arzt mit einem guten Renommee. Das zeugen seine Zeugnisse und Arbeiten. Was passiert ist und wie das alles im Nachhinein an der Charité gehandhabt wurde, das... geht uns auch nicht wirklich etwas an. Ich habe ihm hier eine zweite Chance gegeben und ich erwarte von euch, dass das mit dem nötigen Respekt akzeptiert wird. Ich muss dir ja wohl nicht sagen, wie viele Chancen du schon bei mir bekommen hast oder Dr. Meier?
Marc (senkt betreten seinen Kopf): Ähm... Hmm!
Franz (vergewissert sich noch einmal bei allen Anwesenden): Gut! Ich will kein schlechtes Wort mehr hören. Ist das klar? Und jetzt ab an die Arbeit! Das ist schließlich ein Krankenhaus und keine Seifenoper.
Gretchen (nimmt Marcs Hand u. zieht ihn aus der Haasschen Schusslinie): Ja, Papa!

Gretchen und Marc nickten ihrem Vorgesetzten stumm zu und verließen anschließend zusammen mit Schwester Sabine das Stationszimmer. Franz blickte als nächstes zu Dr. Hassmann, die immer noch im Raum stand und nach Antworten suchte. Wieso hatte Cedric nichts gesagt? Wollte er das wirklich unter den Teppich kehren, so wie Meier vermutete? Und was war überhaupt genau passiert? Mochte er im Privatleben ein ignorantes Arschloch sein, so war sein Job ihm doch heilig. Da machte er nie Fehler. Und jetzt so einen gravierenden, der ihm sogar den Job gekostet hatte? Das war doch nicht er! Das ergab doch hier alles keinen Sinn. Sie senkte betreten ihren Kopf, als sie nach Sekunden endlich den unmissverständlichen Blick ihres Chefs wahrgenommen hatte, und verabschiedete sich ebenfalls, ohne sich noch einmal umzusehen. Der Blick, mit dem Cedric ihr nachsah, den bemerkte sie nicht.

Franz: Und nun zu Ihnen, Dr. Stier.
Cedric (wendet seinen Kopf wieder zu ihm herum u. sieht ihn reumütig an): Herr Professor, ich wollte nie zu irgendwelchen Unstimmigkeiten führen. Es tut mir leid. Aber ich hatte Sie von Anfang an vorgewarnt, dass nicht jeder, v.a. nachdem was passiert ist, positiv auf meine Anwesenheit hier zu sprechen sein würde.
Franz (sein anfangs strenger Blick nimmt nun sanftere Züge an): Nun lassen Sie mal gut sein, Dr. Stier. Niemand, außer vielleicht Dr. Meier oder ihre Exfrau, aber das hat sicherlich andere Gründe, die mich nicht zu interessieren haben, macht Ihnen in irgendeiner Weise Vorwürfe für das, was geschehen ist. Der Grund, warum ich mich dennoch für Sie entschieden habe, war Ihre offene und ehrliche Art, mit der Sie mir in dieser Angelegenheit entgegengekommen sind. Das hätte nicht jeder getan. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht leicht gewesen ist unter den Umständen.
Cedric: Ich wollte nur, dass Sie verstehen, wie das alles überhaupt geschehen konnte. Und ich leugne meinen Fehler nicht. Ich war nicht ich selbst gewesen und mit meinen Gedanken abgelenkt. Aber das wird nicht noch einmal passieren. Das verspreche ich Ihnen. Ich werde Sie nicht enttäuschen. Dafür ist mir das ganze hier viel zu wichtig. Und ich kann mich nur noch einmal dafür bedanken, dass Sie mir diese Chance hier einräumen. Das würde nicht jeder tun.
Franz (nickt ihm zu): Versprechen Sie mir nur eines, Dr. Stier.
Cedric (blickt ihn unsicher an): Ja?
Franz (streichelt Dr. Stiers Tochter, die immer noch ruhig geblieben ist, aber deren Äuglein immer wieder zufallen, liebevoll über die Wange): Bringen Sie den armen kleinen Fratz jetzt erst mal nach Hause. Sie scheint schon ganz müde von der ganzen Aufregung hier zu sein.
Cedric (sichtlich erleichtert): Ja natürlich! Danke noch mal für Ihr Vertrauen!
Franz (reicht ihm freundlich lächelnd die Hand): Dann sehen wir uns morgen zu Ihrem ersten Arbeitstag.
Cedric (schüttelt kopfnickend seine Hand): Ja. Bis morgen, Herr Professor.

Cedric Stier drehte sich um und verließ das Sprechzimmer, während Prof. Haase ihm noch einen Moment lang nachdenklich hinterher schaute. Dann fiel sein Blick aber auf die große Wanduhr und er wurde plötzlich hektisch. Den Termin in der Verwaltung hätte er bei der ganzen Aufregung, die seine Kinder hier veranstalteten, fast vergessen. Er machte sich sofort auf den Weg.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

29.09.2011 17:24
#1127 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Es herrschte eine unheimliche Stille, als Dr. Haase und Dr. Meier nach der unmissverständlichen Ansage des Professors langsam den Flur der Chirurgie vorliefen. Gretchen traute sich kaum, ihren Freund und Oberarzt anzuschauen, geschweige denn überhaupt anzusprechen, fürchtete sie doch den nächsten Ausbruch des brodelnden Vulkans. Hilfesuchend blickte sie nach hinten. Schwester Sabine lief mit einigem Sicherheitsabstand hinter ihnen her und bemerkte die Blicke der blonden Assistenzärztin nicht. Viel zu sehr war die Krankenschwester in ihren Gedanken versunken. Der neue Chirurg war ihr irgendwie unheimlich, aber dennoch verfügte er über eine gewisse Ausstrahlung, der sie sich nicht entziehen konnte. Dr. Dracula hatte plötzlich ein Gesicht bekommen. Gretchen drehte sich seufzend wieder um, als Sabine nicht auf ihre Hilfegesuche reagierte. Dafür reagierte Dr. Meier jetzt auf das enttäuschte Seufzen seiner Freundin...

Marc (pampig): Was?
Gretchen (beißt sich ertappt auf ihre Unterlippe u. wird etwas rot im Gesicht): Nichts!
Marc (bleibt augenrollend vor ihr stehen u. sieht die rote Tomate eindringlich an): Ach komm! Bei dir ist „Nichts“ alles andere als nichts.
Ach menno! Er kennt mich halt viel zu gut.
Gretchen (sieht ihn verlegen an): Du solltest ihn nicht vorverurteilen, Marc.
Marc (fasst sich an seine Stirn u. reibt darüber): Boah! Und wie erklärst du dir dann, dass ein in deinen Augen offenbar „begnadeter“ Neurochirurg wie er bei einem simplen Routineeingriff, den selbst der lausigste Student mit verbundenen Augen hinkriegen würden, so viel Scheiße baut, dass der Patient, der eigentlich gute Prognosen hatte, an einer Hirnblutung stirbt, hä?
Gretchen (macht sich auch so ihre Gedanken): Marc, bitte, lass das endlich ruhen. Das geht uns doch im Grunde gar nichts an. Du bist doch nur sauer, weil er es ist. Bei jedem anderen hättest du nichts gesagt.
Marc (blitzt sie sauer an): Eh! Der tut so, als sei überhaupt nichts passiert, schleimt sich bei deinem Vater ein, der auch noch voll darauf abfährt, und denkt, er sei der Allergrößte.
Gretchen: Komm, du weißt ganz genau, dass Papa ein Händchen für gute Ärzte hat. Er hätte ihn nie und nimmer eingestellt, wenn er nicht davon überzeugt wäre.
Marc (sarkastisch): Pff! Gutes Händchen, klar! Wenn man bedenkt, dass er mit meiner Mutter eine Affäre hatte, kann man das schon behaupten. Klar!
Gretchen (verdreht ihre Augen): Marc!

Von den beiden unbemerkt, hatte Schwester Sabine zu ihnen aufgeschlossen und stolperte nun über ihre eigenen Füße. Sie konnte sich gerade noch so abfangen. Aber das Gehörte konnte und wollte sie einfach nicht glauben. Sichtlich entsetzt schaute sie zwischen Dr. Haase und Dr. Meier hin und her, die wegen ihrer Tollpatschigkeit schmunzeln mussten, aber eine Sekunde später klappte auch deren Kinnlade nach unten...

Sabine (stottert): D...D...Der Professor ... hatte... eine ... eine A...a...affäre ... mit der Frau Fisher?
Gretchen (peinlich berührt): Äh... Sabine?
Marc (schnippisch): Na zerstört das jetzt das heilige Bild Ihrer Starautorin?
Gretchen (zischt ihn an u. kümmert sich um Sabine, die sich setzen muss): Marc!
Sabine (durcheinander): Ja!
Marc (fährt sich mit einer Hand über sein Gesicht): Oh Mann!
Gretchen (setzt sich zu ihr auf einen der Wartestühle u. legt tröstend ihren Arm um Sabines Schulter): Oh Sabine, das ist schon lange her. Das hat überhaupt keine Bedeutung mehr.
Sabine (hat ihr gar nicht zugehört u. ist mit ihren Gedanken ganz weit weg): Dann wäre Frau Fisher ja gleichzeitig deine Schwiegermutter und deine Stiefmutter.
Gretchen (sieht sprachlos zu Marc): Äh...
Marc (rollt theatralisch mit den Augen u. geht einfach weiter): So weit kommt’s noch.

Gretchen (lässt Sabine sitzen u. tippelt dem Flüchtenden schnell hinterher): Marc, jetzt warte doch mal! Wo willst du denn so schnell hin?
Marc (bleibt stehen u. sieht sie vorwurfsvoll an): Schon vergessen, dass wir in diesem Irrenhaus noch Patienten haben? Aber wahrscheinlich hat der Anblick des kleinen Scheißerchens vorhin bei dir im Oberstübchen mal wieder ein paar Synapsen aufgeweicht.
Gretchen (schnappt hörbar nach Luft u. stellt sich ihm stinksauer in den Weg): Marc Meier, so lasse ich nicht mit mir reden! Ist das klar? Lass deine angestaute Wut nicht an mir aus, sonst lernst du mich aber kennen.
Marc (fuchtelt gespielt entsetzt mit seinen Händen vor seinem Gesicht herum): Uuuuhhh! Jetzt machst du mir aber Angst, Haasenzahn.
Gretchen (enttäuscht): Da! Du tust es schon wieder. Und ich dachte eigentlich, über den Punkt „Gemeinheiten“ wären wir mittlerweile hinaus.
Marc (rollt mit den Augen u. gibt nach): Boah Haasenzahn! Es tut mir leid ok. Aber dieser Drecksack, der... Ich meine, der kann doch nicht damit durchkommen?
Gretchen (sieht ihn etwas milder gestimmt an): Ich weiß, du bist auf ihn schlecht zu sprechen, aber du wirst lernen müssen, mit ihm auszukommen. Andere trifft es viel schlimmer als dich.
Marc (zieht ungläubig eine Augenbraue nach oben): Bitte?
Gretchen: Ja, hast du mal eine Sekunde an Maria gedacht?
Marc (schüttelt fassungslos den Kopf): Oh ich bitte dich.
Gretchen (sieht ihn durchdringend an): Ja, wie würdest du dich denn fühlen, wenn du jeden Tag dem Menschen begegnen müsstest, der dir so übel mitgespielt hat?
Marc (muss dann doch plötzlich grinsen über seinen alles und jeden liebenden Haasenzahn): Mal überlegen. ... Hmm? ... Ja, macht mir nix aus. Dieses kleinere Übel knutscht sogar mit meinem besten Kumpel. Sag ich da was?
Gratulation Gretchen, was für eine Denkleistung! Aber hier bei dem Theater wird man ja auch ganz kirre.
Gretchen (kurz irritiert): Äh... jaaa!? Aber das...das ist jetzt auch nicht der Punkt.
Marc (schmunzelt immer noch über ihre süße Unsicherheit, die sie unheimlich sexy macht): Und wo läge der dann?
Gretchen (seufzt u. blickt ihn eindringlich an): Versprich mir einfach, dass du ihn in Ruhe lässt. Ok?
Marc (kann es nicht lassen): Wen? Mehdi?
Gretchen (geht wie erwartet hoch): Boah Maaarc! Ich meine Dr. Stier! Halt einfach deine Finger still, was ihn betrifft.
Marc (mustert sie eingehend u. setzt ein selbstgefälliges Grinsen auf): Wenn du deine Fingerchen auch still bei dir behältst und nicht gleich Muttergefühle entwickelst, nur weil er zum Frauenabschleppen sein Kind mitbringt.
Gretchen (klappt den Mund weit auf): Wie? Meinst du, er nimmt Cheyenne mit, um Frauen zu beeindrucken?
Marc (sieht sie ebenso perplex an): Wie heißt die Göre? Oh Gott! Jetzt hat er auch noch den letzten Rest seines nicht vorhandenen Respekts bei mir verloren.
Gretchen: Sehr witzig!
Marc (schaut sie ruhig u. besonnen an): Ok! Waffenstillstand?
Gretchen: Frieden wäre mir lieber.
Marc (schmunzelt): Na ja, vielleicht reicht es in hundert Jahren mal zu einer Friedenspfeife. Aber falls er jemals auf MEINER Station zu wildern beginnt, kriegt der sein Fett weg. Das schwör ich dir, Haasenzahn.

Gretchen schmunzelte über ihren unwiderstehlichen Machooberarzt und Revierverteidiger. Mehr war wohl im Moment wirklich nicht von ihm zu erwarten. Aber Hauptsache, er hielt vorerst einmal die Bälle flach. Ihr Vater wäre sonst alles andere als „amused“, wenn sein potentieller Schwiegersohn und aussichtsreichster Nachfolgekandidat Mobbingtendenzen aufweisen würde und grundlos gegen Kollegen hetzte, die vielleicht nur durch unglückliche Umstände in diese schlimme Lage geraten waren. Was wussten sie denn schon groß über den Neuzugang? Wenn ihr Vater, der über eine sehr gute Menschenkenntnis verfügte, ihm vertraute, dann konnten sie das doch auch, egal, was in der Vergangenheit zwischen ihm und Marc vorgefallen war. Ihr grummeliger Freund erwiderte ihre zärtlichen Blicke und legte vorsichtig beide Hände an ihre Taille. Sie sah ihn verliebt an und war froh, dass er sich endlich wieder beruhigt hatte und sie wieder einigermaßen normal miteinander kommunizieren konnten.

Gretchen (zögerlich mit dem süßesten Wimpernaufschlag, den sie zu bieten hat): Alles wieder gut?
Marc (zwinkert ihr breit grinsend zu und gibt ihr einen kleinen Kuss auf den Mund): Schaumer mal! So aber jetzt sollten wir wirklich mal. Anna Kaan müsste jeden Moment aus der Narkose aufwachen und ich brauche heute dringend noch ein Erfolgserlebnis.
Gretchen (stimmt ihm lächelnd zu): Hast recht!
Marc (erwidert ihr glückliches Lächeln u. stupst ihr an ihre süße Nase, was sie zum kindischen Kichern bringt): Ich hab immer recht!

Gretchen drückte ihren Schatz noch einmal liebevoll an sich und ließ ihn anschließend los. Sie blickte sich suchend um. Sabine hatte sich nach dem Schock, der kurzzeitig all ihre Illusionen über die einzig wahre große unzerstörbare Liebe zerstört und ein gänzlich neues Bild auf Dr. Rogelt und Schwester Monique geworfen hatte, das aber dennoch nach einiger Überlegung so einige Fanfragen, die sie sich nie im Leben getraut hätte, zu fragen, beantwortet hatte, auch wieder ein wenig beruhigt und schloss nach einem Kopfnicken von Dr. Haase zu dem Ärztepaar auf. Gemeinsam machten sie sich nun auf den Weg zu ihrer Patientin.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

30.09.2011 17:38
#1128 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Noch war es ruhig in Anna Kaans Krankenzimmer. Die Jalousien waren heruntergelassen und nur die Nachttischlampe schenkte ein wenig Licht. Aber die Frischoperierte, deren Narkose noch immer andauerte, war nicht allein in dem abgedunkelten Raum. Ihr Noch-Ehemann Dr. Mehdi Kaan wachte nachdenklich an ihrem Bett, strich ab und an über ihre an einer Infusion hängende Hand und wartete darauf, dass sie endlich aufwachte und er Gewissheit bekam.

Mehdi: Alles wird gut. Ganz bestimmt.

...sprach der sentimentale Halbperser leise flüsternd zu ihr, aber irgendwie auch zu sich selbst. Ob Anna ihn hören konnte, wusste er nicht, aber er hatte einfach das Bedürfnis, mit seiner narkotisierten Frau zu reden. Er hatte viel nachgedacht in den letzten Stunden, aber auch in den Tagen zuvor, eigentlich seitdem sie wieder in Berlin war, sie sich ausgesprochen und ihre Ehe unwiderruflich beendet hatten.

Mehdi: Weißt du, ich trage dir nichts nach. Was passiert ist, ist Vergangenheit und ich will nicht mehr länger in der Vergangenheit leben. Das habe ich viel zu lange getan. Und du solltest das auch nicht, Anna. Du solltest nach vorne schauen. Ich tue es bereits. Und mir tut es gut. Sehr gut sogar. Ich habe wieder Pläne, nachdem ich im letzten Jahr wie in einer Art Schockzustand nebenher gelebt habe und ganz vergessen habe, wie es ist, glücklich zu sein. Ich habe jemand gefunden, mit dem ich diese Pläne teilen möchte und ich bin mir sicher, dass wir es zusammen schaffen können. Sie tut mir wirklich gut. Ich weiß, das sind vielleicht Dinge, die du nicht hören möchtest, weil du noch ähm... Aber ich will nur, dass du weißt, dass sie ein guter Mensch ist, egal was andere vielleicht sagen. Sie hat mir zugehört, hat mich aufgefangen und mir beigestanden, auch vorhin, als du im OP warst und ich einfach nicht zur Ruhe kam. Ich war so durcheinander. Die ganze letzte Nacht hab ich wach gelegen... All die Erinnerungen, gute wie auch..., aber vor allem gute. Ähm... Weißt du, ich will dir damit eigentlich nur sagen, egal was passiert oder wie verzweifelt man ist, es lohnt sich immer zu kämpfen. Das Leben bietet so viele schöne Seiten und das Glück kommt manchmal unverhofft zu einem zurück. Ich weiß, du bist stark. Du schaffst das. Ich bin da, wenn du mich brauchst. Und Lilly, sie wartet auf dich. Sie ist zwar gerade noch in der...

Plötzlich stockte Mehdi in seinem Gedankengang, denn es rührte sich etwas in dem Krankenbett, neben dem er saß. Er schaute von seinen gefalteten Händen auf, als er bemerkte, wie Annas Arme zuckten und ihre Lider begannen zu flackern. Dann hörte er auch schon ihre Stimme. Sie klang noch sehr schwach, aber zeigte ihm, dass sie langsam aus der Narkose aufwachte...

Anna: Mehdi?
Mehdi (springt von seinem Stuhl auf, setzt sich auf die Bettkante u. nimmt beruhigend ihre Hand): Hallo zurück!
Anna (öffnet vorsichtig ihre Augen u. staunt): Du... bist... hier?
Mehdi (lächelt sanft, als er ihre Hand zärtlich tätschelt): Ja!
Anna (sieht aufgewühlt in seinen wunderschönen dunklen Augen hin und her): Die ganze Zeit schon?
Mehdi: Ich dachte mir, du solltest nicht allein sein, wenn du aus der Narkose aufwachst.
Anna (lächelt zaghaft u. blickt sich noch etwas benommen um): Ich bin wieder in meinem Zimmer?
Mehdi (nickt mit dem Kopf u. mustert sie mit besorgtem Ärzteblick): Wie fühlst du dich?
Anna (überfordert): Weiß nicht!
Mehdi (versucht sie zu beruhigen): Die OP ist gut verlaufen. Keine Sorge!
Anna (hoffnungsfroh): Wirklich? Aber ich merke nicht...
Mehdi (drückt beruhigend ihre Hand): Ssshht! Das ist ganz normal.

Marc: Na lass das mal lieber den behandelnden Oberarzt entscheiden, Kaan.

... ertönte plötzlich eine bekannte leicht ironische Stimme aus dem Hintergrund. Mehdi drehte sich überrascht herum und Anna schaute ebenfalls leicht verunsichert zur Tür, durch die gerade Dr. Meier, Dr. Haase und Schwester Sabine geschritten kamen, die gleich weiter zum Fenster lief und die Jalousien hochzog, um den dunklen Raum mit Tageslicht zu fluten.

Mehdi (steht vom Bett auf): Marc?
Marc (nickt ihm freundschaftlich zu u. tritt näher an das Krankenbett heran): Na ausgeschlafen, Anna? Wie fühlst du dich?
Anna (muss ihre Augen noch an das grelle Licht gewöhnen u. blinzelt): Ganz ok, denke ich. Noch etwas müde.
Marc (nickt leicht mit dem Kopf, schaut sich die Mappe mit den Werten an, die am Bettende hängt, u. wirft seiner Assistenz einen kurzen unmissverständlichen Blick zu): Gut!

Gretchen folgte der stummen Anweisung ihres Oberarztes, warf der Patientin einen entschuldigenden Blick zu und deckte dann die Bettdecke ein Stück weit auf. Annas ausgestreckte Beine kamen zum Vorschein. Mehdi trat etwas zur Seite und beobachtete die Assistenzärztin, wie sie unter den prüfenden Blicken ihres Oberarztes gewissenhaft einige erste Test durchführte, während Schwester Sabine ihr dabei assistierte und Dr. Meier einige Notizen machte. Dr. Haase strich über den Fußballen der Patientin und beobachtete interessiert deren Reaktion...

Gretchen: Spüren Sie das, Anna?

Nach einiger Verzögerung, während der alle gespannt in ihr Gesicht schauten, antwortete die junge Frau ihr schließlich und ihre Mundwinkel zogen sich dabei langsam nach oben. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals vor Erleichterung. Sie sah Mehdi an, der sanft zurücklächelte und wieder näher ans Bett herantrat...

Anna: Ja!
Gretchen (sieht in Mehdis glücklich strahlendes Gesicht u. freut sich mit): Na das sieht doch schon mal ganz gut aus.
Marc (flüstert Gretchen breit grinsend und vor Stolz strotzend ins Ohr): Ich bin so talentiert.
Gretchen (grinst ihn an, während sie die Decke wieder über Annas Beine legt): Ach auf einmal sind wir wieder gut drauf?
Marc (flüstert weiter, wobei sich sein stolzes Grinsen nun in ein schweinisches verwandelt): Gut drauf, Haasenzahn, bin ich immer noch lieber auf dir.
Gretchen (errötet augenblicklich u. sieht den unverschämten Kerl, der ihr auch noch frech anzüglich zuzwinkert, empört an): Maaaharc!

Anna (sieht aufgewühlt zwischen den drei Ärzten und der Krankenschwester hin und her): Und jetzt? Wie geht es jetzt weiter?
Marc (löst sich amüsiert von Gretchens glühenden Wangen u. sieht Anna lässig an): Jetzt bleib mal auf dem Teppich, Anna. So schnell geht das nicht. Du wirst nicht gleich aufspringen und dich aus dem Staub machen können.
Gretchen (tadelt ihn mit bösen Blicken u. wendet sich wieder ihrer Patientin zu, die den Kopf schuldbewusst hängen lässt): Marc! ... Also was mein... Kollege damit sagen will, Sie ruhen sich jetzt erst einmal von dem Eingriff aus. In den nächsten Tagen werden wir dann weitere Tests machen in Abstimmung mit der Orthopädie. Dann folgt Reha und Physiotherapie.
Anna (sieht vergewissernd zu Mehdi, der ihr zustimmt): Okay!?
Marc (grinst in die Runde): Also alles Schritt für Schritt, Anna. ... Joa, das passt ja. Hähä!
Mehdi (rollt mit den Augen wegen diesem letzten unnötigen Kommentar seines Freundes u. klopft ihm anschließend auf die Schulter): Danke Marc!
Marc (geht auf Sicherheitsabstand u. zeigt mit ausgestrecktem Arm auf das zweite leere Bett im Zimmer): Ja, bleib mir bloß vom Hals! Du hast mir vorhin schon nen Knutschfleck der extra großen Sorte verpasst. Noch einen und du findest dich in dem freien Bett hier wieder.

Alle lachten gelöst auf. Marc setzte auch mit ein und zwinkerte Anna zu, die ihn aber betont ignorierte und lieber Mehdi ansah, der erleichtert auf seine Exfrau im Krankenbett herabblickte...

Mehdi: Dann werde ich Lilly mal die guten Nachrichten sagen.
Anna (hoffend): Ja?
Mehdi: Wenn du magst, bringe sich sie dir morgen nach der Schule vorbei.
Anna (strahlt ihn glücklich an): Danke!

Mehdi lächelte sie an und wollte sich nun verabschieden...

Mehdi: So ich müsste dann auch wieder. Meine Patientinnen warten.
Marc (reagiert wie aufs Stichwort u. folgt dem Frauenarzt zur Tür): Unsere auch. Falls noch was ist, Schwester Sabine kümmert sich drum.
Sabine (lächelt treudoof in die Runde): Ja.
Anna: Marc?
Marc (dreht sich noch einmal verwundert zu seiner Patientin herum): Ja?
Anna (zögerlich): Danke... für alles!

Marc sagte nichts weiter dazu und nickte ihr nur stumm zu und verließ dann gefolgt von Schwester Sabine und Gretchen das Zimmer. Auch Mehdi verabschiedete sich schließlich lächelnd von seiner Frau, die sich müde zur Seite drehte und sofort wieder einschlief. Der Kreißsaal rief, wo seine Freundin bereits angespannt auf Neuigkeiten von ihm gewartet hatte. Er nahm Gabi liebevoll in den Arm, erzählte ihr schnell alles und leitete dann den Kaiserschnitt bei seiner schwangeren Patientin ein. Seine beiden besten Freunde machten sich derweil auf, die weitere Visite durchzuführen.

Lorelei Offline

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01.10.2011 16:41
#1129 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Am nächsten Tag hatte Dr. Gretchen Haase Frühschicht, während ihr liebster Oberarzt zum ersten Mal seit langem einen freien Tag genießen konnte, den er intensiv mit der Dokumentation der gestrigen OP verbringen wollte. Die schöne Assistenzärztin, die noch in den Erinnerungen an den gestrigen Abend schwelgte, wo sie noch ein wenig, aber sehr intensiv Marcs herausragende chirurgische Fähigkeiten gefeiert hatten, zog sich verträumt lächelnd gerade ihre Stiefel in der Umkleide aus, als Dr. Maria Hassmann müde und ziemlich geschlaucht von der Nachtschicht hereingeschlichen kam, kommentarlos ihren Spind öffnete und sich zum Gehen umzog. Die beiden Frauen hatten sich nur kurz zugenickt, da war die geschaffte Neurologin auch schon wieder zur Tür hinaus. Sie musste noch schnell zu ihren Eltern fahren, ihre Tochter abholen und zum Kindergarten bringen und dann warteten ein freier Tag und ihr wohlig warmes Bett auf sie. Doch die allein erziehende Mutter kam nicht weit, denn noch in der Tür lief sie direkt jemanden in die Arme. Sie erkannte viel zu spät, um wen es sich dabei handelte. Ihre Gesichtszüge entglitten ihr und sie war von einer Sekunde auf die andere wieder hellwach, als sie den Mann in der braunen Lederjacke unsanft von sich stieß. Ihr attraktives Gegenüber genoss die zufällige Berührung mit der aufregenden Frau dagegen sehr und nutzte die Gunst der Stunde für einen kleinen Flirt, den Gretchen Haase schmunzelnd von der Sitzbank aus beobachtete...

Cedric: Mary! Einen wunderschönen Guten Morgen! Warum denn so stürmisch? Aber das liegt wohl in deinem Naturell.
Maria (entzieht sich dem unverschämten Süßholzraspler sofort u. drängt sich an ihm vorbei in den rettenden Flur): Um dir aus den Weg zu gehen, was denkst du denn?
Cedric (hält sie noch am Arm fest, woraufhin sie ihn böse anblickt u. Gretchen interessiert ihren Kopf reckt): Schade eigentlich! Du hör mal, ernsthaft jetzt, können wir vielleicht reden? Nach Meiers Auftritt gestern dachte ich, ich sollte dir noch ein paar Dinge erklären.
Maria (reißt sich los u. faucht ihn in gewohnter Manier an): Lass mich! Es interessiert mich nicht. Ich bin schon viel zu spät dran. Tschüß Gretchen!
Gretchen (läuft rot an, weil sie beim Lauschen erwischt wurde u. sieht ihr irritiert nach): Äh... ja tschüß! Schönen Feierabend oder Feiermorgen oder wie auch immer.

Gretchen wandte sich peinlich berührt ab, stand von der Sitzbank auf und ging zu ihrem Spind rüber, den sie nun langsam öffnete und in den sie ihre Stiefel stellte und aus dem sie dann ihren Kittel hervorholte. Maria nahm dagegen so schnell es eben ging ihre Beine in die Hand, um schleunigst aus Cedrics Aftershave verseuchten Bannkreis zu entkommen. Natürlich war es ihr alles andere als egal, was in der Charité passiert sein könnte, aber sie würde einen Teufel tun und ihn direkt darauf ansprechen oder ihn ausreden lassen. Sie hatte die halbe Nacht darüber gegrübelt und hatte im Bereitschaftszimmer kein Auge zugetan. Wirre Bilder waren immer wieder wild durcheinander durch ihren Kopf gehuscht und hatten sie trotz der ansonsten eher ruhigen Nacht nicht zur Ruhe kommen lassen. Szenen von damals mit ihm und ihr im OP. Sein arrogantes Posing gestern im Chefarztbüro. Das heillose Chaos in seiner Wohnung neulich, als sie aus geistiger Umnachtung zu ihm gefahren war. Sein Auftauchen mit seiner vom Wickeltisch gekullerten Tochter am Heiligabend in der Notaufnahme. Seine Frau. Immer wieder OP-Szenen mit ihm. Der gestrige Tumult mit Meier. Aber vor allem der Ausdruck in seinen Augen, als er sie angesehen hatte, als die Wahrheit auf den Tisch gekommen war. Das war einfach nicht er gewesen. So verletzt und reumütig. Ein Cedric Stier machte keine Fehler. Da war er wie sie. Präzise, plangenau, höchst konzentriert. Fehler machte er im Umgang mit Frauen, ja, aber im OP würde er sich niemals etwas zu schulden lassen kommen. Dazu war er viel zu sehr mit Herzblut dabei. Man hatte ihm richtig angesehen, wie froh er war, diese zweite Chance von Prof. Haase bekommen zu haben. Ohne seinen Job würde er eingehen. Da war er auch wie sie. Offenbar hatte er doch viel größere Probleme, als sie sich in ihren Hintergedanken hatte vorstellen können. Einerseits war da dieses Gefühl, dass er es verdient hatte, mal so richtig auf die Schnauze zu fallen, andererseits war da aber auch diese hilflose, fast verzweifelte Seite, die sie so nie von ihm gekannt hatte. Es machte ihn fast menschlich. Und irgendwo tief in ihr drin verspürte sie auch so was wie Mitleid, ein Gefühl, das sie hasste wie die Pest und das er mit Sicherheit überhaupt nicht verdient hatte. Gott, dieser Mann machte sie noch wahnsinnig. Sein cooler Auftritt gerade eben war wieder so typisch. Sich verstellen hatte er schon immer gut gekonnt. Nichts aber rein gar nichts deutete mehr auf den Eklat von gestern hin. Maria schüttelte den Kopf, als sie vorm Fahrstuhl stand und wartete. Schon wieder drehte sich alles nur um ihn. Das musste aufhören verdammt noch mal. Sonst würde sie noch verrückt werden. Gott sei dank konnte sie als Chefin der Neurologie die Dienstzeiten so legen, dass sie sich möglichst aus dem Weg gehen konnten. Leider hatte das an diesem Morgen wohl nicht ganz so gut geklappt. Sehr zur Freude von Cedric Stier, der den Ausblick auf seine widerspenstige Exfrau noch eine Weile genoss und sich erst abwandte, als er eine zarte Stimme im Hintergrund vernahm...

Gretchen: Guten Morgen, Dr. Stier.
Cedric (dreht sich überrascht herum u. mustert die schöne blonde Frau in dem weißen Ärztekittel ganz genau, löst sich lächelnd vom Türrahmen u. reicht ihr zur Begrüßung die Hand): Guten Morgen, Frau Dr. Haase. Dann machen wir beide wohl heute Morgen den Anfang, hmm?
Gretchen (legt noch das Stethoskop um ihren Hals u. schließt dann kopfnickend ihren Spind): Ja, es sieht so aus.

Das könnte ein interessanter Tag werden. Schade dass Maria schon gegangen ist. Irgendwie verspüre ich hier eine gewisse Vernetzung, was eigentlich völliger Blödsinn ist, denn ich weiß ja, was sie von ihrem Exmann hält. Hat ihn ja auch ziemlich uncharmant stehen lassen.

Cedric (legt seine Lederjacke auf der Sitzbank ab u. präsentiert sich in einer engen Jeans und einem schwarzen gut sitzendem Hemd u. schaut sich neugierig in der Umkleide um): Muss ich meine schusssichere Weste anlegen? Kommt Abahachi gleich um die Ecke?
Gretchen (lacht): Nein, Marc hat heute seinen freien Tag.
Cedric (zieht eine Augenbraue nach oben u. legt seinen Checkerblick auf): Ach? Und da lässt er Sie mit mir allein?
Wie gut, dass Marc die Dienstpläne nicht ganz so gut im Kopf hat.
Gretchen (lehnt sich mit dem Rücken an ihren Schrank): Wissen Sie, er meint das nicht so.
Cedric: Na da bin ich mir nicht ganz so sicher. Bei einer Frau wie Ihnen wäre ich sicherlich auch vorsichtig.
Charme hat er ja.
Gretchen (streicht sich verlegen eine Strähne aus dem Gesicht): Oh danke! Aber Marc ist nicht eifersüchtig, falls Sie das denken.
Cedric (lehnt sich seitlich an einen Schrank u. schmunzelt): Natürlich nicht.
Gretchen (verdreht die Augen, weil sie deutlich seinen Unterton herausgehört hat): Also... nicht mehr. Über die Phase sind wir hinaus.
Manchmal!
Cedric (horcht interessiert auf): Ach? Darf ich fragen, wie lange Sie beide schon zusammen sind oder wird das zu persönlich?
Gretchen (lächelt): Ach das ist hier kein Geheimnis. Seit letzten Herbst um genau zu sein, aber wir kennen uns eigentlich schon von der Schule.
Cedric (sichtlich erstaunt): Oh! Die Jugendliebe also?
Gretchen (ihre Augen funkeln verdächtig auf u. sie haucht ihre Antwort nur noch): Ja!
Cedric (beobachtet die Reaktion der verliebten Frau ganz genau): Hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Auf der Uni hatte er noch einen Ruf, der nicht gerade...
Gretchen (von ihrer Wolke geschupst, fällt sie ihm schnell ins Wort): Ich kenne die Geschichten. Aber das ist lange her und hat keine Bedeutung mehr.
Cedric (hat da noch so seine Zweifel, aber behält sie für sich): Na dann ... Glückwunsch!
Gretchen: Danke!

Gretchen lächelte den neuen Neurochirurgen des EKH strahlend an und ihr verliebter Blick sprach selbst für Cedric Stier Bände und er beschloss seine Erinnerungen an den ewigen Weiberhelden, der ihm in nichts nachstand, lieber für sich zu behalten. Er schaute sich nun in der Umkleide um und suchte seinen Spind. Die blonde Assistenzärztin folgte seinen suchenden Blicken und zeigte auf einen der Schränke auf der anderen Seite.

Gretchen: Das ist Ihrer. Gleich der neben dem von Dr. Hassmann.
Cedric (schmunzelt): Wie passend.
Ja irgendwie schon. Da hat Sabine mal wieder ganze Arbeit geleistet. Hihi!
Gretchen (löst sich von ihrem Spind u. geht an Cedric vorbei, der gerade seinen Schrank öffnet): Ich mach dann schon mal Kaffee.
Cedric: Macht das nicht üblicherweise die Schwester?
Gretchen: Ja, schon, aber Schwester Sabine kommt heute etwas später. Zahnarzttermin. Ich kann das schnell machen.

Lächelnd verließ der blonde Engel daraufhin die Umkleide und zwei Minuten später hörte Marias Exmann auch schon das Geräusch von der laufenden Kaffeemaschine. Er schmunzelte und warf sich in seinen Arztkittel, den er samt Namensschild in seinem Spind vorgefunden hatte, schloss anschließend den Schrank wieder, nachdem er seine Sachen darin verstaut hatte und blickte kurz zu dem von Dr. Hassmann, strich mit der flachen Hand darüber, schüttelte aber eine Sekunde später irritiert den Kopf und zog seine Hand schnell weg. Vorm Spiegel über dem Waschbecken kontrollierte er noch einmal seine Frisur, dann betrat er ebenfalls das Stationszimmer, wo Dr. Haase bereits mit einem Stapel Patientenakten und einer Tasse dampfenden Kaffee und Keksen am runden Tisch in der Mitte saß. Freundlicherweise hatte sie schon eine Tasse für ihn eingossen und bereitgestellt, die er dankbar lächelnd entgegennahm. Er nippte kurz daran und schaute sich dann interessiert in dem kleinen Aufenthaltsraum um. Gretchen, die mit einem Auge die Mappen studierte, folgte neugierig seinem Blick, der von einer Ecke zur anderen wanderte...

Gretchen: Haben Sie noch irgendwelche Fragen, z. B. wegen dem Ablauf auf Station?
Cedric (stellt seine Tasse auf dem Tisch ab u. stützt sich mit beiden Händen an einer Stuhllehne ab u. sieht sie eindringlich an): Frau Dr. Haase, das ist nicht die erste Station, die ich leite.
Gretchen (kontert kleinlaut, ohne nachzudenken): Äh... eigentlich leitet die ja Dr. Hassmann und hier in der Chirurgie Dr. Meier.

Dr. Stier wandte daraufhin kommentarlos seinen Blick ab und widmete sich beleidigt seinem Kaffee. Trotz all der Annehmlichkeiten, die diese kleine schnuckelige Klinik zu bieten hatte, allen voran dieses zuckersüße naive Wesen vor ihm, dessen vorlaute Klappe und Herzlichkeit ihm irgendwie gefielen, und seine biestige Bloody Mary, die er schon noch knacken würde, war die Tatsache, dass er gerade karrieretechnisch wieder beim Urschleim kratzte, wie eine kalte Dusche. Gretchen kuckte betreten in ihre Patientenakten. Sie schämte sich. Ihr Kommentar war einfach taktlos gewesen, auch wenn er der Wahrheit entsprach. Dr. Stier stand ja trotz alledem einige Stufen über ihr. Peinliches Schweigen setzte ein, das auch Cedric unangenehm war. Er wollte gerade ansetzen, etwas Aufmunterndes zu sagen, da stürmte ein Weißkittel an ihm vorbei und setzte sich neben die junge Assistenzärztin, die daraufhin überrascht aufschaute und als sie ihr Gegenüber erkannt hatte, breit zu lächeln begann. Süß war sie ja schon, die Kleine, dachte sich Cedric und erkannte den stürmischen Mann nun auch. Leider!

Lorelei Offline

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02.10.2011 19:42
#1130 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mehdi (aufgekratzt): Gretchen, gut dass du schon da bist.
Gretchen (strahlt ihn an u. schmunzelt über seine zerzausten Haare, durch die sie spontan durchwuschelt): Mehdi! Erst einmal einen wunderschönen guten Morgen.
Mehdi (streicht sich nun selbst etwas verwirrt durch seine Haare, die heute einfach nicht sitzen wollen): Ja, äh... guten Morgen, Gretchen.
Gretchen: Du wirkst so gehetzt.
Mehdi (beugt sich zu ihr über): Nicht wirklich. Ich hab nur eine Bitte an dich oder besser gesagt eine Frage.
Gretchen (schließt ihre Mappen, mit denen sie eh durch ist, u. sieht ihn neugierig an): Schieß los!
Mehdi: Du hast doch nur bis heute Mittag Dienst oder?
Gretchen (verwundert): Ja, wieso?
Mehdi (fährt sich mit der Hand über den Nacken): Weil ich dich fragen wollte, ob du vielleicht Lilly von der Schule abholen und mit ihr den Nachmittag verbringen könntest. Meine Mutter hat heute Buchklub und mein Vater hat einen Termin in München. Eigentlich wollte ich sie ja Anna vorbeibringen, aber ich schaffe es nicht, weil wir um 14 Uhr kurzfristig einen Wohnungsbesichtigungstermin bekommen haben.
Gretchen: Ach? Habt ihr schon eine Wohnung gefunden?
Mehdi (lächelt): Vielleicht.
Gretchen (freut sich für ihn): Na dann gerne. Wir machen uns einen schönen Mädelsnachmittag und schauen auch bei Anna vorbei. Die wird sich sicher freuen.
Mehdi (springt auf u. drück ihr spontan einen Schmatzer auf die Wange): Super! Du bist ein Schatz, Gretchen! Ich muss auch schon weiter. Ich war kaum durch den Eingang, da kam auch schon eine Hochschwangere rein. Ich muss.
Gretchen (streicht sich lachend über die Wange): Ok! Wann soll ich Lilly abholen?
Mehdi (bemerkt erst jetzt Dr. Stier hinter sich, der ihn neugierig mit leicht arroganter Miene beobachtet, u. blickt ihn etwas verwirrt an, bevor er das Zimmer über die Umkleide genauso schnell wieder verlässt, wie er gekommen ist): Halb eins. Ich hol sie dann später bei euch zuhause ab. Liegt ja quasi auf dem Weg. ... Dr. Stier?
Cedric (mustert ihn argwöhnisch): Dr. ... Kaan?

Ohne darauf zu reagieren war der hektische Frauenarzt auch schon wieder aus dem Stationszimmer verschwunden. Cedric Stier, der das Gespräch der beiden Kollegen die ganze Zeit interessiert verfolgt hatte, setzte sich nun mit seiner bereits zweiten Tasse Kaffee zu ihr an den runden Tisch und blickte Gretchen neugierig von der Seite an, die immer noch wegen Mehdis Auftritt breit vor sich hingriente und sich auf den Nachmittag mit dessen Tochter sehr freute. Sie nahm Cedric gar nicht richtig wahr und schrieb ihrem festen Freund schnell noch eine Sms wegen der kurzfristigen Planänderung.

Cedric: Sie scheinen diesen ... Frauenarzt ziemlich gut zu kennen?
Gretchen (abgelenkt durch das Tippen auf dem Handy): Hmm!
Cedric (tut betont desinteressiert u. schaut sich immer wieder im Raum um): Das sah ziemlich vertraut aus. Offenbar auch mit seiner ... Tochter?
Gretchen (schickt grinsend ihre Sms ab u. schaut nun wieder auf u. erkennt Cedrics seltsam interessierte Blicke): Ja, wir waren mal zusammen, sind aber jetzt die besten Freunde.
Cedric (sichtlich erstaunt macht er sich so seine eigenen Gedanken): Ach? Mit Ihnen auch? Scheint wohl hier der Casanova vom Dienst zu sein?
Gretchen: Quatsch! Mehdi... also Dr. Kaan doch nicht! Er ist ein ganz Lieber.

Gretchen schmunzelte über seinen irrwitzigen Verdacht und machte eine wegwerfende Handbewegung. Im selben Moment kam eine Sms von Marc zurück, die all ihre Aufmerksamkeit erweckte und die sie nun aufgeregt begann zu lesen...


„Was? Du versetzt mich! Da bin ich aber traurig. Dabei hatte ich gerade beschlossen, das Bett schon mal vorzuwärmen. Tja, wirklich blöd gelaufen für dich. Dann werd ich jetzt wohl doch meinen nackten Astralkörper aus dem Bett schwingen, so richtig heiß duschen und mir dann eine andere Beschäftigung suchen. Hab ich schon erwähnt, dass ich NACKT bin? So ein Pech aber auch für dich. Kannst es dir ja noch überlegen! Und wehe du kommst auf die Idee, mit der Kröte HIER so ein albernes Mädchenzeug zu machen! ILD! Marc.“


Gretchen lief knallrot an angesichts der nackten Tatsachen, die sich gerade in ihrem Kopfkino abspielten, und kicherte wie ein kleines Mädchen über Marcs Nachricht, als sie sich wieder ein kleinwenig beruhigt hatte. Sie schickte ihm noch schnell ein „Ich liebe dich und bitte bring den Müll raus“ zurück und steckte das Handy dann weg. So bemerkte sie anfangs gar nicht, dass sich Cedric nach ihrem Kommentar über Mehdi eingeschnappt zurückgelehnt hatte und leise vor sich hin murmelte...

Cedric: Das scheint hier wohl jede zweite Frau so zu denken.

Jetzt war Gretchens Aufmerksamkeit dann doch geweckt und sie musterte ihr Gegenüber ganz genau, was diesem ziemlich unangenehm schien. Er versteckte sich sofort hinter seiner Kaffeetasse und gab sich betont unnahbar. Hatte sie gerade tatsächlich einen Hauch von Eifersucht gespürt, der eigentlich nur mit einer Frau zusammenhängen konnte? Gretchen Marple war gefragt, dachte sie schmunzelnd und hakte neugierig nach...

Gretchen: Kennen Sie denn Dr. Kaan auch näher?
Cedric (räuspert sich): Ich? Nö! Kenn ihn nur vom Sehen. Vom Ärzteball glaub ich.
Gretchen (schmunzelt): Verstehe!
Da gefällt jemand wohl gar nicht, dass Maria und Mehdi mal etwas miteinander hatten. Interessant!
Cedric (weicht ihren durchbohrenden Blicken aus, steht auf u. stellt seine Tasse in die Spüle): Wie lange wollen Sie eigentlich noch hier rumsitzen? Oder wird hier nicht gearbeitet?
Na das kann ja heiter werden. Ein zweiter Dr. Meier! Juhu!

Gretchen trank den letzten Schluck ihres Kaffees aus, stellte die Tasse weg und schnappte sich dann die Patientenmappen für die Morgenvisite vom Tisch...

Gretchen: Also wenn es nach mir geht, können wir.
Cedric: Na dann zeigen Sie mal, was Sie draufhaben, Frau Dr. Haase! Ich hab gehört, Sie machen bald Ihren Facharzt?

Dr. Haase nickte ihm leicht eingeschüchtert zu und trat dann vor ihm aus dem Stationszimmer. Dr. Stier folgte ihr mit genügend Abstand, um ihre reizende Rückfront zu genießen. Die Assistenzärztin bemerkte seine interessierten Blicke nicht und erledigte nun betont professionell die Morgenvisite, womit sie geschickt sein Interesse von ihren körperlichen Reizen auf ihre fachlichen Kompetenzen lenkte.

Lorelei Offline

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03.10.2011 17:32
#1131 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach einer eher ruhigen Schicht in der Neurochirurgie, die Dr. Stier damit verbracht hatte, sie auf Herz und Nieren zu testen und während der sie cool und selbstbewusst auf jede einzelne seiner kniffligen Prüfungsfragen mit ihrem von Dr. Hassmann gelehrten Wissen hatte glänzen können und sich damit die nötige Portion Respekt bei dem arroganten, aber fachlich sehr versierten Arzt verschafft hatte, war Dr. Haase gerade im Begriff zu gehen, als sie in der Umkleide von einer etwas hektisch wirkenden Krankenschwester in Beschlag genommen wurde, die gerade mit blassem Gesicht von ihrem Zahnarzttermin zurück war und sich nun für ihre anstehende Schicht umzog. Natürlich brannte Schwester Sabine darauf, Informationen aus erster Hand über den neuen Kollegen zu erfahren, der gestern für so viel Wirbel auf Station gesorgt hatte, aber Gretchen konnte einfach kein dunkles Haar an ihm finden und berichtete ihr schließlich sachlich von seinen Tests und Fragen und den ansonsten netten Unterhaltungen mit dem charmanten Mann. Doch die Schnüfflerin vom Dienst blieb skeptisch und nahm sich vor, den mysteriösen Neuen auch weiterhin im Auge zu behalten. Sicher war sicher! Das dachte sich nämlich auch immer Schwester Veronique, die treue Seele des Krankenhauses, in ihren geliebten Dr. Rogelt Romanen, wenn ihr etwas spanisch vorkam.

Gretchen hatte ihre Wintersachen angezogen und war gerade auf dem Sprung, als auch noch Schwester Gabi zu den beiden Tratschlieseln in die Umkleide stieß, die Mehdis Exfreudin und die zukünftige Frau Gummersbach verwundert musterte und dann stumm ihre Jacke in ihren Spind hängte. Die attraktive Krankenschwester kam gerade von einer kurzen Zigarettenpause zurück und wollte gleich noch schnell Mittag essen gehen, bevor sie dann zusammen mit ihrem festen Freund zur Wohnungsbesichtigung aufbrechen würde. Sie war schon ganz nervös, wie Mehdi auf ihr ausgesuchtes Objekt reagieren würde und geriet unweigerlich ins Träumen. Erst durch ein verräterisches Rascheln hinter ihr bemerkte Gabi die neugierigen Blicke ihrer Kolleginnen, die auf ihrem Rücken ruhten. Hätte sie mal gestern vor Sabine nicht so geheimnisvoll getan. Natürlich hatte ihre Spürnase gleich angeschlagen. Aber es hatte auch irgendwie Spaß gemacht, das treudoofe Wesen so unwissend stehen zu lassen. Sie musste ja auch nicht gleich alles wissen, was eigentlich so offensichtlich war. Genervt drehte sie sich nun zu den beiden grinsenden Frauen um und schloss dabei unwirsch ihre Spindtür...

Gabi: Was?
Sabine (senkt betreten ihren Blick): Nichts.
Gretchen (gibt sich unbeeindruckt): So gereizt? Lief wohl nicht so gut bei seinen Eltern gestern?
Sabine (klappt erstaunt den Mund auf u. es rattert gewaltig in ihren Gehirnwindungen): Er hat dich schon seinen Eltern vorgestellt?
Gabi (lenkt schnell ab, bevor es noch zu einem Verhör ausartet): Wolltest du nicht Lilly abholen?
Gretchen (grinst wissend): Einen Moment hab ich noch.
Gabi (lehnt sich mit dem Rücken an ihre Spindtür u. schaut kurz an die Decke): Boah! Ihr seid zwei echte Waschweiber, wisst ihr das.
Sie hat so Recht! Aber wenn es nun mal so spannend ist.
Gretchen (schmunzelt über sich selbst): Ich dachte ja nur, weil ich mal in einer ganz ähnlichen Situation gesteckt habe.
Gabi (eingeschnappt): Ja, danke, dass du mich immer und immer wieder daran erinnern musst.
Oh Gretchen, dein Fehler!
Gretchen (senkt verlegen ihren Kopf): Tut mir leid. Ich wollte nicht...
Gabi (macht eine wegwerfende Handbewegung): Ja, lass stecken. Es war ähm... nett.

Das heißt dann wohl, es lief eher suboptimal. Das war wohl nach der peinlichen Begegnung neulich vorhersehbar. Gott, ich bin damals tausend Tode gestorben, als seine Mutter plötzlich davon ausging, ich sei seine neue Freundin und würde von nun an mit für Lilly sorgen. Am liebsten hätte sie noch gehabt, ich würde gleich ganz bei den beiden einziehen. Gut, Mehdi hat uns dann sehr charmant aus dem Schlamassel gelenkt, aber ich hab mich trotzdem anfangs sehr unwohl gefühlt. Aber am Ende war es sogar das schönste Date mit ihm.

Sabine (schaut verwirrt zwischen den beiden hin und her u. versucht immer noch diverse Zeichen zu verarbeiten, die ihr irgendwie entgangen sind): Nett?
Gretchen (versucht Gabi aufzumuntern): Das wird schon, Gabi.
Gabi (resigniert): Na hoffentlich.
Nach gestern bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher.
Gretchen (als sie merkt, wie unwohl Gabi sich bei dem Thema fühlt, lenkt sie schnell ab): Und eure Wohnung? Was ist das denn für eine Wohnung, die ihr euch anschauen wollt?
Sabine (staunt immer mehr, wo sie doch gerade erst mitgeschnitten hat, dass da überhaupt was läuft, wo ihrer Meinung nach eigentlich gar nichts laufen dürfte): Welche Wohnung denn?
Gabi (nimmt uncharmant die Flucht nach vorn): Also das wird mir jetzt echt zu blöd hier.

Gabi stieß sich genervt von ihrem Spind ab und ließ die beiden neugierigen Nasen einfach stehen und suchte das Weite, während ihre beiden Kolleginnen ihr sprachlos hinterher schauten. In Zeitlupengeschwindigkeit wandte sich dann Sabines Kopf zu ihrer Freundin um...

Sabine: Sind die schon so weit? Das klingt ja fast so, als sei das was Ernstes zwischen ihr und Dr. Kaan?
Gretchen (lächelt u. blickt plötzlich mit Entsetzen auf ihre Armbanduhr, dann wird sie hektisch): Scheint so, ja. ... Du Sabine, ich muss jetzt wirklich. Lilly wartet auf mich.

Und schon war die junge Assistenzärztin ebenfalls zur Tür raus und ließ eine ziemlich unbefriedigte Krankenschwester zurück, die leise vor sich hin murmelte...

Sabine: Das hab ich alles gar nicht mitbekommen. Und ich dachte doch immer, sie und Gordon wären.... Naja, versteh einer diese Frau.

Schwester Sabine schloss nachdenklich ihren Spind. Sie konnte sich einfach nicht erklären, wie es dazu kommen konnte. Wieso hatte sie nichts gemerkt? Und war Dr. Kaan nicht mit Dr. Hassmann glücklich? Aber zusammen gesehen hat man die beiden schon lange nicht mehr. Also zumindest privat nicht. Wild knutschend hinter irgendeiner Ecke. Sehr mysteriös, dachte sie sich und rückte ihren Kittel zurecht und ging dann ins Stationszimmer rüber, wo schon ein Berg Arbeit auf sie wartete. Aber vorher musste die Hobbyastrologin noch unbedingt die Horoskope ihrer Kollegen kontrollieren, ob denn das passte, was hier so urplötzlich zusammengefunden hatte und wie es anderen damit ging.

Mit einem zufriedenen Lächeln legte Sabine nach einigen Minuten intensiven Studiums ihr Astroblatt zurück in ihr Fach, drehte sich einmal seufzend im Kreis und fiel dann unsanft Dr. Rössel in die Arme, der auf der Suche nach der Stationsschwester gerade ins Schwesternzimmer gekommen war und die Tänzerin nun ziemlich irritiert anstarrte. Sichtlich verlegen sah Sabine in das Gesicht des älteren Mannes, das plötzlich anfing wissend zu lächeln, und machte sich dann schnell hektisch an die Arbeit. Ja, die Hochzeitsvorfreude erklärte jetzt so einige seltsame Seiten der schon immer sehr schrägen Sabine Vögler.

Lorelei Offline

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04.10.2011 17:57
#1132 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dr. Kaan saß bereits an einem der hinteren Tische und zerlegte fachmännisch das Wiener Schnitzel auf seinem Teller, als seine Freundin langsam die Kantine betrat, sich suchend umschaute und dem winkenden Mann kurz zunickte. Sie ging aber zuerst zur Essensausgabe, wo sie das Tagesgericht ablehnte und sich stattdessen nur einen kleinen Salat geben ließ. Zu mehr hatte sie einfach keinen Appetit. Stumm setzte sie sich nun zu ihrem Liebsten an den Tisch, der höflicherweise aufgestanden und ihr den Stuhl zurecht gerückt hatte, wie es sich für einen Kavalier der alten Schule nun mal gehörte. Dennoch fiel die Begrüßung der beiden diesmal eher emotionslos aus. Zumindest von ihrer Seite aus. Gabi vermied tunlichst Mehdis liebende Blicke und stocherte lustlos in ihrem Salat herum. So lief das schon die ganze Zeit zwischen den beiden. Genauer gesagt seit gestern Abend, nachdem sie sich nach dem „Kennenlernen“ bei seinen Eltern ins Auto gesetzt hatten und er sie bei ihrer Wohnung abgesetzt hatte und dann ohne Abschiedskuss mit Lilly weiter zu sich nach Hause gefahren war. Seinen Gute-Nacht-Anruf hatte sie ignoriert und heute waren sie sich noch gar nicht über den Weg gelaufen, denn er war im Dauereinsatz im Kreißsaal gewesen. Mehdi seufzte schließlich auf, als Gabi auch nach fünf Minuten immer noch nicht auf ihn reagierte, und ließ Schnitzel Schnitzel sein, als er sie leise mit Dackelblick ansprach...

Mehdi: Gabi, ich kann nur noch einmal sagen, wie leid mir das alles tut.
Gabi (sieht dann doch kurz auf u. faucht ihn zickiger an, als sie gewollt hat, bevor sie wieder mürrisch in ihrem Salat herumstochert): Spar’s dir einfach.
Mehdi: Persische Mütter sind so. Sie wollen doch nur sichergehen, dass es ihren Kindern gut geht. Und mir geht es gut. Dank dir.
Gabi (lässt seufzend ihre Gabel fallen u. sieht ihm verletzt in seine aufrichtigen treuen Augen): Mehdi, das war ein richtiges Kreuzverhör. Ich hab mich wie auf einer Anklagebank gefühlt. Verurteilt ohne Chance auf Revision.
Mehdi: Ach Maus, jetzt übertreibst du aber!
Gabi (beleidigt): Nichts ach Maus, Mehdi! Hast du ihre Blicke gesehen? Egal, was ich gesagt habe, wenn sie mich denn überhaupt mal zu Wort hat kommen lassen, ich konnte ihr nichts recht machen. Sie mag mich nicht. Eindeutig. Wahrscheinlich hält sie mich wie alle anderen hier auch für eine Schlampe. Du hättest vorhin mal Sabines skeptischen Blick sehen sollen, als wir über dich geredet haben. Jeder denkt doch hier, dass wir nicht zusammenpassen.
Mehdi (nimmt ihre Hand u. streichelt zärtlich darüber, während er in ihre Augen schaut): Es ist doch egal, was andere denken.
Gabi (lässt die Schultern hängen): Hier vielleicht. Aber sie ist deine Mutter, Mehdi. Ich hab in ihren Augen deutlich gelesen, dass sie mich als nicht gut für dich empfindet.
Mehdi: Nach der Pleite mit meiner Frau will sie eben sicher gehen, dass...
Gabi (lässt seine Hand los u. fällt ihm heftig ins Wort): Na toll, fang du nur auch noch damit an, mich mit ihr zu vergleichen.
Mehdi (schließt für einen Moment die Augen, als er zurückdenkt, wie seine Mutter plötzlich mit den Vorwürfen an seine Noch-Ehefrau anfing): Ich weiß, das war alles andere als angebracht von ihr und das hab ich ihr ja auch deutlich gesagt. Sie hat das alles mit Anna eben noch nicht wirklich verarbeitet. Weißt du, sie hatten immer eine enge Bindung. Sie ist von ihr bitter enttäuscht worden. Wie wir alle.
Gabi (versteht ihn ja, aber ist trotzdem enttäuscht): Ich hab von Anfang an gewusst, dass das nicht gut geht. Wir hätten das lassen sollen.
Mehdi (nimmt erneut Angriff auf ihre Hand, diesmal lässt sie es zu): Hey! Mit der Zeit wird das schon. Das war doch erst das erste richtige Treffen.
Gabi (schnippisch): Super! Und das nächste Mal fragt sie mich dann nach meiner missratenen Kindheit aus oder was.
Mehdi: Gabi!
Gabi: Na stimmt doch. Als ich so rumgedruckst habe, dass ich keinen Kontakt mehr zu meiner Familie habe, hat sie so gekuckt, als ob ich etwas zu verbergen habe. Ich glaube, sie würde mir nicht mal Lilly anvertrauen.
Mehdi (tätschelt ihre Hand u. versucht sie zu beruhigen): Aber mit Lilly lief es doch ganz gut.
Gabi: Ja, weil wir so getan haben, als ob das ein reines Geschäftsessen oder was auch immer ist.
Mehdi (sieht sie eindringlich an): Du weißt, warum wir noch warten.
Gabi (nickt ihm verständnisvoll zu): Damit habe ich ja auch kein Problem. Aber dass deine Mutter, nachdem du sie endlich etwas weich gekocht hattest, gleich damit anfängt, ob ich dann nur noch halbtags arbeiten werde, weil nach der Schule jemand für Lilly da sein soll, das war doch echt die Höhe.
Mehdi (seufzt): Das ist ihr Standardprogramm.
Gabi (eingeschnappt): Na toll! Gretchen hat auch schon so was angedeutet.
Mehdi (schmunzelt): Hat sie das?
Gabi: Eine wie SIE hätte deine Mutter sicherlich gleich ins Herz geschlossen.
Mehdi: Hey! Das spielt doch keine Rolle.
Gabi: Doch! Weißt du, sie war richtig entsetzt, als du ihr gesagt hast, dass wir bald zusammenziehen wollen.
Mehdi: Sie will mich doch nur beschützen.
Gabi: Nein, sie glaubt nicht an uns, so sieht es nämlich aus.
Mehdi (rückt mit dem Stuhl näher an seine Freundin heran u. legt seinen Arm um ihre Schulter): Ich glaube an uns. Und mein Vater auch.
Gabi (legt ihren Kopf auf seine Schulter u. schmiegt sich Halt suchend an ihn): Weil er genauso gutgläubig wie du bist.
Mehdi (legt seinen Zeigefinger unter ihr Kinn u. dreht ihren Kopf so, dass sie ihn ansehen kann): Glaubst du nicht an uns?
Gabi (sieht aufgewühlt in seinen Augen hin u. her): Doch schon!
Mehdi (runzelt die Stirn): Das klang mir aber sehr nach Zweifel?
Gabi (schüttelt den Kopf): Nein! Ich glaube an uns.
Mehdi (lächelt u. streichelt zärtlich ihre Wange): Na also! Solange wir wissen, dass wir uns lieben, ist doch alles gut. Das andere kommt schon noch nach und nach. Ich kenne meine Mutter, irgendwann bricht ihr Schutzpanzer auf und dann wird sie dich mit Liebe überhäufen.
Gabi (verdreht ihre Augen): Dann ziehe ich lieber vor, dass sie mich weiter hasst.
Mehdi: Ach komm! Sie hasst dich nicht. Meine Mutter hasst niemanden. Sie ist ein friedliebender und sehr offener Mensch.
Gabi (seufzt u. schaut ihn mit ihren großen Rehaugen an): Können wir bitte von etwas anderem reden?
Mehdi (lächelt): Gut! Hast du heute Nacht gut geschlafen?
Gabi (kuschelt sich in seine starken Arme u. schließt für einen Moment ihre Augen, um seine Nähe zu genießen): Nein, weil du mir gefehlt hast.
Mehdi (drückt ihr liebevoll einen Kuss auf die Wange): Das hat ja bald ein Ende, wenn wir erst unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen haben.
Gabi (öffnet ihre Augen wieder u. strahlt ihn verliebt an): Ja!?
Mehdi (nickt lächelnd mit dem Kopf u. löst sich aus ihrer Umarmung, um sich wieder seinem mittlerweile kalt gewordenem Mittagessen zu widmen): Erzähl mir von der Wohnung! Du hast noch gar nichts weiter dazu gesagt.
Gabi (zwinkert ihm zu u. nimmt ihre Gabel wieder in die Hand): Das wird eine.... Überraschung!

Mehdi schaute verblüfft von seinem Teller auf und blickte in ihren funkelnden Augen hin und her und ließ es schließlich bei dieser Erklärung beruhen. Er schaufelte nun freudig lächelnd Schnitzel und Pommes in seinen Mund, während Gabi sich um ihren Salat kümmerte. Ihre Vorfreude war aber mittlerweile wieder innerer Anspannung gewichen. Denn ein Problem hatte ihre Traumwohnung nämlich noch.

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05.10.2011 17:19
#1133 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Auch in der Meier-Haasschen Wohnung wurde gerade eine Mittagspause eingelegt, auch wenn diese nicht ganz so üppig ausfiel wie die üblicherweise in der Kantine des Elisabethkrankenhauses. Dr. Marc Meier saß allein am Küchentisch und spachtelte zwei Vollkornbrotscheiben samt Spiegeleibelag in sich hinein. Zu mehr hatte er keine Lust gehabt. Allein zu kochen machte eben viel weniger Spaß, als wenn Haasenzahn die Nudeln überkochen oder eine Fertigpackung Chicken McNuggets verkokeln ließ. „Ach Haasenzahn“, seufzte er trübsinnig und schaute sich in der leeren Küche um. Er wollte es sich nicht eingestehen, aber er vermisste sie. Dabei stand der Dienstplan doch schon lange fest. Und ein halber Tag ohne sie war ja auch nichts weiter. Also was sollten die trüben Gedanken jetzt?

Er lehnte sich zurück und verschränkte seine Hände hinter seinem Kopf. Sein Blick wanderte unweigerlich zur Küchenuhr. Eigentlich wäre sie ja jetzt in diesen Minuten hier aufgeschlagen und sie hätten dann den Rest des Nachmittags in der Horizontalen verbracht. So war der Plan gewesen, wenn es nach ihm gegangen wäre. Er hatte heute Morgen schon viel geschafft. Zwei Fachartikel hatte er sogar schon abgeschickt. Und das eine oder andere Kapitel seiner Habilitation war auch geschafft und bei seinem Vater zum Probelesen gelandet. Er hätte sich also ein Päuschen mit seiner Liebsten redlich verdient gehabt. Aber nein, jemand anderes war schon schneller gewesen als er. Gab es denn so was? Da war man(n) froh, dass die Konkurrenz Kaan endgültig ausgeschaltet und nach Gabihausen abgeschoben war, da kam unerwartet von anderer Seite Konkurrenz auf. Auch noch aus derselben Sippschaft! Seine Tochter! Toll! Und was war mit ihm? An ihn dachte mal wieder niemand, bemitleidete er sich selbst. Dabei starb er hier gerade vor Langeweile. Er hatte vorhin sogar schon den Müll rausgebracht und hatte die Spülmaschine angeworfen, so wie Madame es von ihm verlangt hatte. Und wenn das so weiterging, würde er noch den Putzwedel rausholen. Marc schüttelte heftig den Kopf und fuhr sich anschließend mit der flachen Hand übers Gesicht. Sicher nicht! Wozu gab es Schwiegermütter!

Als der einsame Wolf aufgegessen hatte, räumte er noch den Tisch ab und ging dann anschließend ins Wohnzimmer rüber, wo er sich lässig auf die Couch fläzte und den Fernseher einschaltete. Er zappte ein bisschen durchs Mittagsprogramm, das ziemlich zu wünschen übrig ließ, und blieb schließlich bei den Nerds von „The Big Bang Theory“ hängen, wo er sich für eine halbe Stunde köstlich amüsierte, bevor die Sehnsucht ihn doch an sein Handy führte, das auf dem Glastisch vorm Sofa lag und ihn regelrecht hypnotisierend anstarrte. Er schnappte es sich schließlich, träumte beim Betrachten IHRES Hintergrundbildes ein wenig vor sich hin und blieb schließlich bei Gretchens letzter Sms hängen.

Er schmunzelte und lehnte sich zurück. Der verliebte Mann hatte sich heute Vormittag, während er in seinem Arbeitszimmer vorm PC gesessen hatte, einen Spaß daraus gemacht, seiner Liebsten immer wieder anzügliche Smsen zu schicken und hatte sich vorgestellt, wie sie wohl darauf reagieren würde. Erst würde sie ganz entsetzt kucken, sich hektisch umschauen und rot wie eine Tomate anlaufen, dann bei was auch immer sie gerade machte den Faden verlieren, nervös herumstottern und noch röter im Gesicht werden und schließlich peinlich berührt das Weite zu suchen, um ihm dann in einer stillen Ecke im scharfen Ton zu antworten. Und das hatten sie auch eine ganze Weile getan und er hatte sich dabei herrlich amüsiert, bis er dann wohl den Bogen ein wenig überspannt hatte und sie ihm böse zurück geschrieben hatte, dass sie, wenn er nicht sofort damit aufhören würde, ihren Dienst zu stören, das Treffen mit Lilly absagen würde und stattdessen mit dem neuen sehr charmanten und attraktiven Oberarzt aus der Neurologie ausgehen würde. In dem Moment war ihm erst bewusst geworden, dass seine Süße ja heute ihre Schicht mit dem Wichser teilte. Nun war er derjenige gewesen, der rot angelaufen war. Vor blinder Wut und Eifersucht. Er war aufgesprungen und hatte sogar schon seinen Autoschlüssel in der Hand gehabt, als ihm entsetzt eingefallen war, was für ein erbärmliches Bild er abgeben würde, wenn er jetzt in diesem Zustand im EKH aufgekreuzt wäre. Also hatte er sich mantramäßig beruhigt, hatte sich dann bei ihr per Sms grummelig entschuldigt und ihr eine schöne Zeit mit der kleinen Kröte gewünscht.

Was die beiden wohl gerade machten, fragte Marc sich, als er abrupt aus seinen Gedanken aufgewacht war und sich nun der Länge nach mit dem Rücken auf die Couch gelegt hatte. Ihm war gar nicht bewusst gewesen, dass er, während er sich das gefragt hatte, eben jene Frage in sein I-Phone getippt und abgeschickt hatte.

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06.10.2011 17:39
#1134 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Schmunzelnd zückte Gretchen Haase ihr Handy, als es plötzlich in ihrer Handtasche gepiept hatte. Das konnte ja nur eine Person sein, die gerade vor Sehnsucht nach ihr zerging, dachte die verliebte Assistenzärztin mit klopfendem Herzen und Bauchkribbeln. Sie schaute kurz vergewissernd zu ihrem kleinen Schützling, den sie vor wenigen Minuten von der Schule abgeholt hatte. Freudestrahlend war die süße Maus auf ihre große Freundin zugestürmt und hatte sie herzlich umarmt. Und jetzt war Lilly dabei, einen riesigen Burger in ihren Mund zu schieben, denn die beiden Mädels saßen gerade in Gretchens Lieblingsfastfoodrestaurant, das im Stil eines amerikanischen Diners aus den 60er Jahren gehalten war, und aßen zu Mittag. Als die Luft rein war, schrieb Gretchen ihrem Marcischnuckiputzi schnell eine Antwort...

„Na da vermisst mich wohl jemand?“

Marc schaute verwundert auf sein I-Phone, als es plötzlich unerwartet aufleuchtete. Scheiße, hatte er ihr wirklich geschrieben? Wie peinlich war das denn! Er öffnete mit einem mulmigen Gefühl im Bauch den kleinen Briefumschlag auf seinem Display und resignierte. Er hatte! Seufzend fuhr sich der Macho durch seine Haare und schrieb seiner kleinen Nervensäge schnell zurück, um sein Image klarzustellen...

„Ich? Nee! Gar nicht! Ich wollte nur sichergehen, dass du die Kröte mit deinem nervtötenden Mädelsprogramm nicht überforderst. Ich hab ja quasi auch eine Obhutpflicht als behandelnder Oberarzt von Anna.“

Gretchen lachte, als sie seine Nachricht für sich übersetzt hatte, und hielt ihr rosa Handy an ihr pochendes Herz. Von wegen er vermisste sie nicht. Schnell huschten ihre Fingerchen wieder über die Tastatur...

„Und ob du mich vermisst! Du redest dich raus! Wahrscheinlich ist dir soooooooo langweilig, dass du nicht weißt, was du ohne mich anfangen sollst.“

Empört über diesen völlig irrsinnigen Verdacht schüttelte er seinen Kopf und schrieb weiter...

„Ich bin SEHR beschäftigt. Damit das mal klar ist, ja! Wahrscheinlich ist da eher bei DIR der Wunsch der Vater der Gedanken. Aber du hast ja meine Angebote heute alle ausgeschlagen. *zwinker*“

Am liebsten hätte Gretchen laut aufgequiekt, aber sie wollte in dem Fastfood-Restaurant auch nicht weiter auffallen, als sie es eh schon tat, und Lilly erschrecken. Marc vermisste sie also schon körperlich. Das war dann wohl Strafe genug für seine Unverschämtheiten heute, die sie vor Dr. Stier fast in Verlegenheit gebracht hätten.

„Weißt du, es kommt eben nicht so gut, wenn während der Visite fünfmal das Handy vibriert.“

Ein dreckiges Grinsen schlich sich auf Marcs Gesicht und er strich sich selbstgefällig über seinen muskulösen Brustkorb, der in seinem marineblauen Lieblingsshirt steckte.

„Oh Baby, mit mir wärst du sicherlich gut gekommen. Hähä! Reg dich ab! Ich weiß ja, dass du in Begleitung einer kleinen Göre bist. Aber hör mal, das mit dem Handy kommt mir aber bei der Visite nicht noch mal unter. Der Drecksack hat echt lasche Vorschriften. Aber das war mir ja so was von klar.“

Schamhaft strich sich Gretchen über ihre leicht geröteten Wangen und sah sich kurz panisch um, um sich zu vergewissern, dass niemand ihre Gedanken lesen konnte. Als sie sich etwas beruhigt hatte, tippte sie weiter.

„Im Gegenteil, er hat mich richtig gefordert.“

Entsetzt richtete sich Dr. Meier auf dem Sofa auf und fingerte wütend auf seinem I-Phone herum...

„Was? Den mach ich zur Schnecke.“

Gretchen rollte mit den Augen und klärte den Gockel über die Harmlosigkeit seines Tuns auf...

„Marc, als Ausbilder, meine ich! Er macht seine Sache gut, ob du es mir glaubst oder nicht. Im Neurologischen fühle ich mich jetzt gut für den Facharzt vorbereitet.“

Marc richtete ein Stoßgebet an die Decke und versuchte ruhig zu bleiben. Der Typ hatte es also auch geschafft, sich bei seiner Freundin einzuschleimen. Dass die Haase-Sippschaft auch so verdammt leichtgläubig sein musste, fluchte er. Das nächste Mal würde er ein Auge auf Cedric behalten. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche. Gleich mal nach den Dienstplänen schauen und was deichseln, überlegte sich Dr. Meier und schrieb dabei seiner Freundin zurück...

„Na ja, da erntet er aber auch nur die Lorbeeren anderer. Kenn ich ja nicht anders. Aber anderes Thema: Wo steckt ihr jetzt eigentlich und wann schlagt ihr hier auf, damit ich die Wohnung noch rechtzeitig kindersicher machen kann.“

Gretchen schmunzelte über ihren süßen Knallkopf...

„Sie ist neun Jahre alt, Marc, und nicht neun Monate. Also spar dir die Mühe. Du willst das doch eh nur wissen, weil du mich so unendlich vermisst.“

Marc schüttelte heftig den Kopf und warf jeglichen Verdacht von sich...

„Pah! Also ich interessiere mich echt dafür, was ihr so macht.“

„Natürlich“, flüsterte Gretchen amüsiert und weckte damit die Aufmerksamkeit ihres süßen Gegenübers, das vom Teller aufsah und sie mit großen Kulleraugen skeptisch musterte.

„Na gut, wenn das so ist? Also wir sind gerade im Diner einen Happen essen, dann wollen wir noch in den Zoo. Lilly hat sich das gewünscht. Und zur Besuchszeit sind wir dann noch für ein zwei Stunden bei Anna im EKH. Ich denke, ich werde in der Zwischenzeit noch deine Berichte zu ihrer OP ergänzen, während ich warte.“

Marc strich sich zufrieden über seinen Dreitagebart...

„Löblich, löblich! So will ich meine Lieblingsassi sehen.“

Gretchen strahlte mit der Sonne um die Wette und himmelte ihr Handy an...

„Ich bin deine Lieblingsassi?“

Marc rollte mit den Augen, als er ihre Frage las und schrieb ihr schnell zurück. Irgendwann musste ja auch mal Schluss sein mit der kindischen Schreiberei. Er entwickelte sich hier doch schon fast zu einem Mädchen. Also lieber jetzt abschließen, das Machoimage wahren und sie dann freudig in die Arme schließen und später für ihre Frechheiten bestrafen.

„Haasenzahn! Lass das Schmachten und schau mal lieber, dass dir die Kröte während deiner albernen Simserei nicht abhanden gekommen ist. Bis später! Und lass den zweiten Burger weg! Ach und das Programm, das ich vorhin angedeutet habe, das holen wir nach. Das ist eine dienstliche Anweisung. Morgen haben wir schließlich beide frei. *grins* ILD. Marc.“

Gretchen schmunzelte, drückte ihr Handy glücklich an ihr wild pochendes Herz und schaute auf. Lilly war noch da. Ihr Burger nicht. Fragend blickte die süße Maus sie an. Wie lange sie das wohl schon tat? Gretchen errötete leicht und schrieb Marc noch schnell eine letzte Antwort zurück...

„Sie ist noch da! Ich habe nur einen Burger bestellt. *Zunge rausstreck* Und über deine Vorstellungen der Abendgestaltung sprechen wir noch. *zwinker* Ich liebe dich auch. Bis dann. Gretchen.“

Marc lächelte und legte sich zurück auf seine Couch. Sein Handy behielt er aber noch eine Weile in der Hand und las noch einmal ihre Nachrichten durch. Gretchen kuckte ebenfalls noch einen Moment lang auf ihr Telefon. Dann steckte sie es endlich wieder in ihre Handtasche und wollte sich nun ihrem Hamburger widmen. Doch ein neugieriges Mädchen kam ihr dabei in die Quere, das sie mit großen braunen Kulleraugen anschaute, wie es nur eine echte Kaan konnte...

Lilly: Bist du süchtig?
Gretchen (schaut sie irritiert an u. lässt den Burger wieder auf den Teller plumpsen): Bitte was?
Lilly: In meiner Klasse sind auch zwei Mädchen, die immer nur am Simsen sind. Unsere Mathelehrerin hat ihnen heute ihre Handys abgenommen und ziemlich geschimpft.
Gretchen (etwas überfordert): Äh...
Lilly (zieht eine Schnute): Papa will mir aber noch kein Handy schenken.
Gretchen (räuspert sich verlegen): Also das... das muss ja auch noch nicht sein... in deinem Alter.
Lilly (schaut sie aufmerksam an): Weil es süchtig macht?
Oh Gott! Gretchen, das war mal wieder eine Glanzleistung von dir.
Gretchen (lächelt gequält u. zeigt auf ihre Tasche): Ähm... nein, also, das... das war ja auch nur... beruflich.
Lilly (gibt sich mit der für sie logischen Begründung zufrieden u. schaut auf Gretchens volles Tablett): Ach so! Das sagt Papa auch immer. Isst du deinen Burger nicht?
Gretchen: Doch ... also... ja!

Die Assistenzärztin biss nun - zu Demonstrationszwecken und weil sie plötzlich einen irrsinnigen Hunger darauf bekommen hatte - herzhaft von ihrem Hamburger ab. Lilly schmunzelte, klaute ihrer großen Freundin ein paar Pommes aus der Tüte, die noch unberührt auf Gretchens Tablett lag, und malte dann das Bild fertig, das sie begonnen hatte, als Gretchen so eifrig mit ihrem Telefon beschäftigt gewesen war. Schnell kamen die beiden Mädels wieder ins Gespräch, lachten, scherzten und erzählten sich Geschichten. Auch die Zeit, die Lilly mit ihrer Mutter auf Reisen war, kam dabei zur Sprache. Gretchen merkte, wie froh der kleine Spatz war, dass sie wieder in Berlin bei ihrem Papa und ihren Freundinnen war. Sie blühte richtig auf, als sie von diesem ersten Wiedersehen berichtete. Alle hatten ziemlich erstaunt gekuckt, als sie letzte Woche plötzlich wieder in ihrer alten Schule aufgetaucht war. Jetzt war endlich alles wieder beim Alten. Nur ihre Mama musste noch wieder gesund werden. Doch irgendwann - Gretchen hatte gerade die beiden Tabletts weggeschafft, aber Lilly zutschte noch immer an ihrer Cola - schaute sie die blonde Frau nachdenklich an. Sie kaute auf ihrer Unterlippe und traute sich nach einigem Zögern zu fragen...

Lilly: Duuu Gretchen, der Papa.... ist der jetzt mit Schwester Gabi zusammen? Also ist sie jetzt seine Freundin, so wie du früher mal?
Oh, oh! Sag jetzt nichts Falsches.
Gretchen (weiß nicht, was sie sagen soll u. blickt sie eher unsicher an): Hat er das gesagt?
Lilly (lässt von ihrem Trinkhalm ab u. schüttelt den Kopf): Nein, aber sie war gestern mit bei der Oma zum Kaffeetrinken und die haben sich alle so komisch benommen, immer wenn ich ins Zimmer kam.
Also nicht! Vielleicht hätte ich noch mal mit Mehdi reden sollen?
Gretchen (holt tief Luft u. schaut sie an): Weißt du, das solltest du am besten deinen Papa mal fragen, hmm.
Lilly (nachdenklich): Hmm! Wie findest du denn die Schwester Gabi?
Oje! Da fragt sie gerade die Richtige.
Gretchen: Äh... ja... nett.
Lilly (nickt leicht mit dem Kopf): Hmm!
Gretchen (wagt einen kleinen Vorstoß): Und du?
Ich könnte ja schon mal ein bisschen vermitteln oder?
Lilly (zuckt unschlüssig mit den Schultern u. widmet sich wieder ihrem Getränk): Weiß nicht.
Oder auch nicht. Das sollte vielleicht doch Mehdi klären.
Gretchen (lenkt ab): Du, Lillymaus, wenn du fertig bist, machen wir los, ja.
Lilly (zutscht den Rest Cola aus dem Glas u. springt dann begeistert auf): Au ja, in den Zoo. Und dann zu Mama.
Gretchen (streicht ihr lächelnd über den Kopf u. hilft ihr in ihre Jacke): Na die wird sich freuen.
Lilly (beobachtet Gretchen, wie sie sich den Mantel anzieht): Gretchen, stimmt das, dass der Onkel Marc Mama gesund gemacht hat?
Onkel Marc, wie süß!
Gretchen (strahlt sie an u. schlingt dabei ihren dicken Schal um den Hals): Ja, aber weißt du, ganz so schnell geht das nicht. Deine Mama muss noch eine Weile im Krankenhaus bleiben.
Lilly (nickt eifrig mit dem Kopf u. setzt dann ihre Wollmütze auf): Das hat mir Papa schon erklärt. Du, können wir später auch noch zu Onkel Marc?
Gretchen (führt sie lächelnd zum Ausgang des Restaurants): Das hatte ich vor, ja.
Lilly (strahlt sie begeistert an u. zieht dabei etwas aus ihrem rosa Rucksack): Das ist gut. Das Bild hab ich nämlich für ihn gemalt.

Lilly wedelte mit einem bunten Zettel vor ihr herum. Gretchen schaute darauf und lächelte, dann schob sie das Mädchen langsam zur Tür hinaus. Die Kälte des Januartages erfasste die beiden sofort.

Gretchen: Na da wird sich der Onkel Marc aber freuen.

Die junge Frau schmunzelte, als sie sich Marcs sicherlich verdutztes Gesicht vorstellte, wenn er sich das Meisterwerk der kleinen Künstlerin anschauen würde, und Lilly hüpfte fröhlich auf und ab, legte das wertvolle Stück Papier zurück und huckelte dann ihren Rucksack auf. Gretchen nahm die Neunjährige an die Hand und gemeinsam machten sie sich auf den Weg in den Berliner Zoo, wo sie eine schöne Zeit verlebten.

Lorelei Offline

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07.10.2011 17:19
#1135 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einige Zeit später schlenderten Mehdi Kaan und seine hübsche Freundin, die sich gemütlich bei ihm eingehakt und ihren Kopf an seine Schulter gelegt hatte, verliebt die Spree entlang. Sie redeten, lachten, blieben immer wieder stehen, um sich zärtlich zu küssen, und liefen dann noch enger umschlugen weiter und malten sich ihre erste gemeinsame Wohnung in den schönsten Farben aus. Die Unstimmigkeiten wegen des gestrigen Nachmittags bei seinen Eltern waren wie weggeblasen. Die Vorfreude auf das, was kommen würde, überwog einfach. Obwohl Mehdi noch immer nicht wusste, wohin Gabi ihn gerade führte. Sein Herzklopfen beflügelte ihn aber. Irgendwie hatte er es im Gefühl, dass es ihre Traumwohnung sein könnte, wenn seine Liebste so ein großes Geheimnis darum machte, und er wünschte sich einfach nur, sie immer um sich zu haben. Doch von Minute zu Minute, die sie länger an diesem wunderschönen sonnigen Januartag am Fluss entlang spazierten, wurde Gabi nervöser und nervöser. Sie sah das Haus bereits von weitem und kuschelte sich jetzt umso fester in Mehdis starke Arme. Er würde es lieben. Ganz bestimmt. Und den Rest würden sie schon irgendwie hinbekommen. Sie hatte vielleicht sogar schon eine Option wie.

Mehdi (sieht sie gespannt von der Seite an): Verrät’s du mir endlich, wo wir hinmüssen?
Gabi (lächelt zaghaft): Wir sind gleich da.

Und das waren sie tatsächlich. Schneller als gedacht, war das Paar nun vor dem mehrstöckigen Gebäude angekommen. Jetzt hieß es wohl Farbe zu bekennen, dachte Gabi aufgeregt und blieb stehen. Mehdi schaute seine Freundin verwundert an. Er kannte die Gegend zwar. Er hatte schließlich lange genug selbst hier gelebt, aber dass sich die betreffende Wohnung ausgerechnet hier befinden könnte, kam ihm nicht in den Sinn.

Mehdi: Was ist? Wieso bleibst du stehen?

Gabi biss sich nervös auf ihre Unterlippe und löste sich aus Mehdis Armen. Sie schaute ihren Freund mit verlegenem Blick in seine fragenden Augen und gestand es ihm endlich...

Gabi: Weil... ähm... wir sind wirklich da.
Mehdi (runzelt die Stirn): Echt?

Mehdi blickte sich irritiert nach allen Seiten um und blieb schließlich mit seinem Blick an einem der Hauseingänge hängen, der ihm nur allzu bekannt war. Gabis Augen waren immer noch auf das moderne Gebäude mit der weißen Fassade gerichtet. Sie nickte leicht mit dem Kopf und sah ihren skeptischen Freund vorsichtig von unten herauf an. Dann verstand Mehdi endlich...

Mehdi: Oh! Aber das ist doch...?
Gabi (kommt seiner Frage zuvor): Ja!
Mehdi (etwas irritiert): Marc und Gretchen wohnen hier.
Gabi (tippelt unruhig mit den Füßen auf und ab u. blickt ihm dann unsicher in die Augen): Ähm... Das ist das einzige Manko an der Sache. Also... fast.
Mehdi (sieht sie fragend an): Gabi, ehrlich jetzt, ist die Wohnung wirklich hier in dem Gebäude?
Gabi (hebt ihre Mundwinkel zu einem nervösen Lächeln): Im Dachgeschoss, um genau zu sein.
Mehdi (klappt staunend die Kinnlade herunter und blickt die Fassade empor): Du meinst.... die Penthousewohnung?
Gabi (nickt leicht mit dem Kopf u. wirkt sehr angespannt): Ja.
Mehdi (ringt nach Luft u. fährt sich mit einer Hand über sein Gesicht, bevor er seiner Liebsten diplomatisch etwas zu erklären versucht): Gabi, Schatz, ich weiß ja, dass du ähm... gewisse Ansprüche hegst und im Grunde ist das ja auch gut, aber... ich denke nicht, dass wir uns so was leisten können. Die wird doch bestimmt sauteuer sein. Und meine Mittel sind wirklich ausgeschöpft. Das weißt du doch.
Gabi (senkt betreten ihren Kopf, weil sie weiß, dass er vollkommen recht hat): Aber... ankucken kostet ja nichts.
Mehdi: Meinst du?
Gabi (legt ihren überzeugendsten Wimpernaufschlag u. ihr süßestes Lächeln auf, als sie mit beiden Händen seinen Mantelkragen fasst): Bitte Bärchen! Nur mal kucken! Der Schnitt ist fantastisch. Genau das, was wir suchen. Gut, vielleicht etwas größer als gedacht, aber schon schön. Ich hab die Bilder im Internet gesehen und...
Mehdi (seufzt u. schaut sie liebevoll an): ... da hast du dir gedacht, das ist die Traumwohnung schlechthin.
Gabi (sieht ihn mit großen Kulleraugen beschämt an): Bist du böse?
Mehdi (schlingt seine Arme um ihre Taille u. zieht sie lächelnd zu sich heran): Quatsch! Wir suchen doch etwas, das uns beiden gefällt und das auch Lilly gefallen könnte.
Gabi: Hinter dem Haus ist ein riesiger Spielplatz und so viel ich weiß, wohnen in der Umgebung auch einige Familien mit Kindern.
Mehdi (lächelt noch mehr): Ich weiß. Ich hab hier auch mal gewohnt. Bei Marc.
Gabi (verdreht die Augen): Ach ja, das hätte ich fast vergessen.
Mehdi (sieht sie auffordernd an): Ok, hör zu, wir schauen sie uns erst mal an und sehen dann weiter. Aber versprechen kann ich dir nichts.
Gabi (strahlt ihn an u. drückt ihm einen kleinen dankbaren Kuss auf die Wange, bevor sie ihn loslässt): Gut! Ich glaube, der Makler kommt eh gerade.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kam in dem Moment ein grauer niegelnagelneuer Mercedes zum Stehen. Die beiden schauten interessiert zu dem adrett wirkenden Mann mittleren Alters, der gerade aus dem schicken Wagen ausstieg und ihnen kurz mit seiner Arbeitsmappe zuwinkte. So bemerkten sie auch nicht, wie hinter ihnen die Haustür geöffnet wurde und ein junger Mann in lässiger Freizeitkleidung erschien, der die beiden ziemlich verdutzt musterte...

Marc: Was wollt ihr denn hier?

Erschrocken drehten sich Gabi und Mehdi zu ihm herum...

Mehdi: Äh... Marc?
Marc (sichtlich verwundert): Wollt ihr zu mir?
Gabi (zickig): Sicher nicht.

Makler: Frau Kragenow?

... sprach plötzlich der Makler die junge Frau an, die daraufhin ihre giftigen Blicke von ihrem Exverlobten löste und irritiert herumfuhr. Sie musterte den älteren Herrn und nickte leicht mit dem Kopf, woraufhin dieser zu lächeln begann und ihr seine Hand entgegenstreckte, die sie zögerlich schüttelte.

Gabi: Ähm... Ja.
Makler: Und ich nehme an, Sie sind der werte Herr Gemahl?

Er deutete auf Marc und wollte ihm ebenfalls die Hand zur Begrüßung reichen, dem aber entsetzt die Kinnlade herunterklappte...

Marc (mit Schnappatmung): WAS?
Was soll denn die Scheiße? Wer ist der Hampelmann?
Mehdi (lenkt schnell ein): Nein, das bin dann wohl ich. Dr. Mehdi Kaan. Sehr angenehm.
Makler (schaut irritiert zwischen den beiden Männern hin u. her u. reicht Dr. Kaan dann sichtlich peinlich berührt seine Hand, die Mehdi locker schüttelt): Schulze. Von Schulze und Schulze Immobilien.

Jetzt machte es auch endlich bei Dr. Meier klick und er sah seine beiden Kollegen leicht vorwurfsvoll an...

Marc: Sagt nicht, ihr wollt HIER einziehen?

Nee oder? Dann hab ich ja nie meine Ruhe. Eh! Es gibt hunderte wenn nicht gar tausende von leeren Wohnungen in Berlin und die suchen sich ausgerechnet hier eine Bleibe aus? Nur über... Äh... ich hab gar nicht mitbekommen, dass hier einer die Biege gemacht hat. Och nee, der Lowinski ist abgekratzt oder? Scheiße eh! Deshalb hat die Töle neulich ununterbrochen gekläfft.

Mehdi (zuckt mit den Schultern u. sieht ihn unschlüssig an): Vielleicht.
Gabi (funkelt Marc überheblich an): Ja, ins Penthouse.
Marc (perplex): Was? Das Penthouse ist frei? Was ist denn mit dem irren Schlagerfutzi, der da gewohnt hat?

Jetzt mischte sich auch der Makler ein, der etwas verwirrt mit seinen Blicken von der einen Partei zur anderen gewechselt war...

Makler: Und Sie sind, wenn ich fragen darf?
Marc (verschränkt selbstgefällig seine Arme u. mustert skeptisch sein Gegenüber): Dürfen Sie nicht. ... Dr. Marc Meier, Oberarzt, Chirurgie, die Einliegerwohnung im Erdgeschoss.
Makler: Ach?
Marc (hakt jetzt weiter interessiert nach): Die von der Wohnungenossenschaft haben mir doch versprochen, Bescheid zu geben, wenn die Dachgeschosswohnung frei wird.
Makler: Oh ich komme nicht von der Wohnungsgenossenschaft. Das Penthouse ist eine Eigentumswohnung. Das fällt in unser Ressort.
Mehdi (klappt die Kinnlade nach unten u. sieht fragend zu Gabi, die verlegen ihren Kopf senkt, denn diesen kleinen Nachsatz hat sie wohl bei ihrer Recherche überlesen): Eigentumswohnung?
Makler: Ja.
Marc (gerät ins Grübeln): Ach? Na das ist ja mal interessant.
Gabi (lenkt ab, da sie sieht, wie Mehdi gerade zu rechen beginnt): Wieso hast du das überhaupt gefragt, Marc?
Marc (sieht sie verwundert an, aber antwortet wahrheitsgetreu): Na weil dieser irre Möchtegernhippysänger, der immer dann gerne seine esoterischen Partys geschmissen hat, wenn ich mal frei hatte und pennen wollte, mir letztes Jahr diese Wohnung vor der Nase weggeschnappt hat. So musste ich halt mit der hier vorlieb nehmen.
Mehdi (hört auf seine Finanzen zusammenzurechnen u. sieht seinen Kumpel erstaunt an): Das wusste ich gar nicht.
Marc: Damals waren wir ja auch noch... zerstritten.
Mehdi: Oh!
Makler (plötzlich scheißfreundlich zu Dr. Meier): Wenn Sie möchten, können Sie gerne mit raufkommen und sie sich ansehen, Dr. Meier.
Marc (entschlossen): Und ob ich will.
Gabi (flüstert ihm zickig zu): Marc, das ist unsere Wohnung.
Marc: Na das werden wir ja noch sehen.

Marc grinste seine Ex-Verlobte, der man ihre Verunsicherung deutlich ablesen konnte, selbstgefällig an und schloss die Haustür wieder auf. Der Makler folgte ihm auf dem Fuße und begann ein angeregtes Gespräch mit ihm, während Gabi ihrem Freund wehleidige Blicke zuwarf. Aber Mehdi konnte nur unschlüssig mit den Schultern zucken und folgte den beiden Männern ins Gebäude. Seufzend lief Gabi ihnen nach. Und die große Seifenblase zerplatzte schon viel früher, als sie eigentlich erwartet hatte, und das noch nicht einmal an den fehlenden Finanzen, für die sie die perfekte Lösung gehabt hätte, sondern an einem Egomanen, der sein nächstes Prestigeobjekt oder was auch immer entdeckt hatte. „Blöder Arsch“, fluchte Gabi leise vor sich und begab sich zum Aufzug, wo die drei Männer bereits auf sie warteten.

Lorelei Offline

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08.10.2011 19:40
#1136 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Auf vielfachen Wunsch gibt es heute natürlich die Wohnungsbesichtigung. Noch ist das Schmuckstück frei. Also bei Interesse, den Makler fragen, solange er noch da ist. Viel Spaß u. schönes WE! Eure Lorelei



Viel Spaß bei der Wohnungsbesichtigung




Na gut, ihr bekommt noch ein paar mehr Bilder.




















Obwohl in meiner Vorstellung war es eigentlich diese Wohnung hier, nur etwas größer, farbenfroher, luxuriöser und weniger junggesellenhaft eben :



Zur Erinnerung: In meiner FF bewohnt Martchen ja aktuell noch Marcs kleine Wohnung aus der 2. Staffel.


Quelle: Google Pics




Zwanzig Minuten später war das Traumobjekt besichtigt. Alle drei waren schwer begeistert von den großzügigen und hellen Räumen des Luxusappartements, aber vor allem von der riesigen Dachterrasse, von der aus man sogar den Fernsehturm sehen konnte. Während Dr. Meier eifrig mit dem Makler plauderte, der schon deutlich sichtbare Eurozeichen in seinen Augen aufzuweisen hatte, standen Mehdi und Gabi Arm in Arm nachdenklich am Geländer der Außenterrasse und schauten auf die Hauptstadt im Nachmittagslicht...

Mehdi (schwärmt): Du hattest vollkommen Recht. Das Penthouse ist wirklich traumhaft. Diese amerikanische Küche! Wahnsinn! So was wollte ich schon immer haben. Dann der integrierte Wohnbereich. Das große Schlafzimmer. Toll! Und Lillys Kinderzimmer wäre riesig und es wäre sogar noch genügend Platz für ein...
Gabi (schmiegt sich glücklich strahlend an seinen Arm): Sprich dich ruhig aus!
Mehdi (lächelt verschmitzt u. dreht sie so herum, dass sie ihn besser anschauen kann, nimmt ihre beiden Hände u. sieht ihr eindringlich in ihre funkelnden Augen, die sich genauso in die Wohnung verliebt haben wie seine): Gabi, Maus, hör mal...
Gabi (erkennt an seinem ernsten Tonfall, was er sagen will u. der Schimmer in ihren Augen verschwindet, als sie ihm zuvorkommt): Ich weiß, dass wir sie uns eigentlich nicht leisten können.
Mehdi (nickt leicht mit dem Kopf u. hält ihrem traurigen Blick stand): Selbst wenn es sich nicht um eine Eigentumswohnung handeln würde, könnte ich nie im Leben die Kaution aufbringen. Ich bin gerade erst wieder in den schwarzen Zahlen angekommen, aber ich muss auch immer noch die Schulden an Marc zurückzahlen. Ich weiß ja, dass er mich nicht dazu drängt, aber ich fühl mich einfach schuldig und will endlich wieder auf eigenen Beinen dastehen. Verstehst du?
Gabi (sieht ihm verständnisvoll in die Augen): Schon gut. Das weiß ich ja. Aber ich... ich hab auch ein bisschen ähm... gespart. Ich könnte auch etwas beitragen.
Mehdi (streichelt ihr lächelnd über die Wange): Das ist lieb von dir. Danke! Und ich will hier auch nicht als Macho rüberkommen, der die Hosen anhat und alles zahlt, klar teilen wir uns da rein, aber ich denke nicht, dass deine und meine Ersparnisse reichen werden, um dieses Schmuckstück hier zu kaufen. Vielleicht in ein paar Jahren, wenn wir rund um die Uhr durchgearbeitet haben, ja, aber so?
Gabi (resigniert schließlich): Ich hab mir das so schön vorgestellt, Mehdi.
Mehdi (küsst ihr sanft aufs Haar, dann umarmt er sie liebevoll u. wiegt sie leicht hin und her): Ich weiß. Hey, Maus, wir finden schon was, das zu uns passt. Es muss ja nicht unbedingt mit riesiger Terrasse sein. Ein Balkon reicht doch auch. Dann eine großzügige Küche, wo ich mich austoben kann, ein gemütlicher Wohnbereich, ein schönes Schlafzimmer, drei Kinderzimmern...
Gabi (hat ihm verträumt zugehört u. sieht nun ungläubig zu ihm hoch): Drei Kinderzimmer?
Mehdi (zwinkert ihr zu): Mindestens.
Gabi (grinst u. schmiegt sich wieder an ihn): Spinner! Aber dafür liebe ich dich.
Mehdi (stielt ihr einen kleinen Kuss): Ich dich auch.

Einen Moment noch blieben sie so eng umschlugen auf der Dachterrasse stehen und Mehdi tröstete seine Liebste, deren Träume gerade wie eine Seifenblase zerplatzt waren, und schuf neue Seifenblasen, die sie wieder fröhlich stimmten. Dann nahm sie aber doch die Kälte des Januartages ein und sie betraten schnell wieder den großzügigen Wohnbereich mit angrenzender Küche. Marc schüttelte gerade dem Makler die Hand, als die beiden auf das Paar aufmerksam wurden. Nach jahrelanger Berufserfahrung wusste der Mittvierziger bereits, dass dieses Paar sich gegen das Objekt entschieden hatte. Aber er behielt seine freundliche Miene aufrecht, hatte sich doch gerade vielleicht eine neue Option ergeben...

Makler: Und, was sagen Sie?
Mehdi: Die Wohnung ist ein Traum, wirklich, und eigentlich auch genau das, was wir gesucht haben, aber sie entspricht dann doch nicht ganz unserer Preiskategorie.
Marc (kleinlaut): Das hätte mich auch gewundert.

Dafür kassierte der freche Chirurg einen bösen Blick seines besten Freundes. Der Makler nickte dem innigen Paar verständnisvoll zu und reichte ihnen schließlich seine Hand zum Abschied...

Makler: Ich kann Ihnen gerne noch weitere Angebote zuschicken, wenn Sie mögen?
Gabi (sieht vergewissernd zu Mehdi, der mit dem Kopf nickt): Ja, ähm... ja?
Makler (öffnet die Wohnungstür u. ruft zum Aufbruch auf): Gut! Dann bedanke ich mich.
Mehdi: Wir danken Ihnen, Herr Schulze.

Die vier verließen nun die schicke Penthousewohnung. Die einen traurig und die anderen zuversichtlich. Im Fahrstuhl nach unten herrschte aber betretenes Schweigen zwischen den einzelnen Beteiligten. Gabi hatte den Kopf hängen lassen und verabschiedete sich gedanklich von ihrem Traumobjekt. Und Mehdi warf Marc fragende Blicke zu, der die ganze Zeit debil vor sich hingrinste, doch er reagierte nicht darauf und setzte jetzt sein allzeit beliebtes Pokerface auf. Im Erdgeschoss angekommen, verabschiedete sich der Makler nun auch von Dr. Meier und reichte ihm noch seine Visitenkarte...

Makler: Wie gesagt, melden Sie sich einfach bei uns, wenn Sie sich entschieden haben, Dr. Meier.
Marc: Jep!

Per Handschlag und mit einem stummen Kopfnicken verabschiedete sich der Oberarzt von dem Immobilienmakler, der daraufhin seine Aktenmappe unter den Arm klemmte und das Gebäude zügig verließ. Er hatte noch Termine. Gabi und Mehdi sahen Marc nun ziemlich irritiert an, der das kleine Stück Papier interessiert studierte und dann grinsend in seine Hosentasche stecke...

Gabi: Wozu brauchst du denn noch eine Wohnung? Schon wieder Ärger im Paradies?
Marc (grinst sie an u. verschränkt lässig seine Arme): Im Gegenteil.
Mehdi: Willst du sie echt kaufen? Ich wusste gar nicht, dass ihr überhaupt Pläne habt, umzuziehen.
Marc (grinst immer mehr): Ich bis jetzt auch nicht.
Gabi: Hä?
Marc (klärt die beiden auf): Genau von so einem Schmuckstück hab ich immer geträumt. Da wäre ich doch schön blöd, wenn ich nicht zuschlagen würde, bevor mir wieder so ein Idiot zuvorkommt.
Mehdi (macht sich da so seine Gedanken): Ähm... Marc, ich will dir da ja nicht reinreden, die Wohnung ist toll wirklich und ich kann dich da voll und ganz verstehen, aber solltest du vorher nicht erst mal mit Gretchen reden, bevor du Nägel mit Köpfen machst?

Und wie aufs Stichwort ging in dem Moment plötzlich die Wohnungstür auf und ein blonder Lockenkopf kam zum Vorschein und musterte die drei neugierig...

Lorelei Offline

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09.10.2011 20:00
#1137 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen (strahlt u. bittet mit einer lockeren Handbewegung hereinzukommen): Hab ich doch richtig gehört. Da seid ihr ja schon. Wir sind grad erst rein.

Das war dann das Stichwort für Gabi Kragenow, die, bevor Mehdis Tochter sie noch sah und unangenehme Fragen stellte, lieber schnell verduften wollte. Mit einem kleinen zärtlichen Kuss auf den Mund verabschiedete sie sich von ihrem Schatz...

Gabi: Ich bin dann mal weg. Rufst du mich an wegen morgen Abend... wegen Reinfeiern und so?
Mehdi (streicht sich verträumt über die Lippen u. lächelt ganz verklärt): Klar! Wir sehen uns morgen. Und sei bitte nicht mehr traurig wegen der Wohnung.
Gretchen (hat die beiden ganz gerührt beobachtet u. horcht plötzlich auf): Oh! War sie nichts für euch?
Gabi (lächelt Mehdi ein letztes Mal an u. sieht dann kurz zu Gretchen, die betroffen dreinblickt): Für uns nicht, für andere schon. Ich muss zur Spätschicht. Tschüß.

Gabi zwinkerte Marc noch einmal zu, der ihr dafür böse Giftpfeile hinterher schoss, und war auch schon zur Haustür hinaus. Gretchen sah ihr irritiert hinterher und wandte sich dann zu ihren beiden Männern um...

Gretchen: Äh... wie meint sie das denn jetzt?
Marc (lenkt schnell ab u. schiebt seine neugierige Freundin durch die offene Wohnungstür): Egal! Lass uns erst mal reingehen. Irgendwie zieht’s hier.

Gretchen machte Platz und ließ den beiden Männer den Vortritt, die sich nun ihrer Jacken entledigten und sich dann ins Wohnzimmer begaben, wo sie sich auf die Couch setzten. Die junge Frau folgte ihnen und setzte sich in den Sessel gegenüber. Sie lächelte Mehdi freudig an, der sich neugierig in dem Raum umschaute, und musterte dann Marc argwöhnisch, der sie, wie sie eben erst feststellte, noch nicht einmal richtig mit einem Kuss begrüßt hatte, was in ihrer fünfmonatigen Beziehung so gut wie noch nie vorgekommen war. Hier war doch etwas im Busch, sagten ihr ihre Antennen...

Gretchen: Wo warst du überhaupt?
Marc (ertappt): Ääähhh...

Marc rang sichtlich nach einer Ausrede, als seine Freundin ihn so eindringlich anblickte, was eindeutig bedeutete, dass sie etwas ahnte. Und dass Mehdi ihm auch noch vorwurfsvolle Blicke von der Seite zuwarf, machte die Sache für ihn auch nicht leichter. Deshalb entschied sich der Chirurg, gleich ganz Tacheles zu reden. Haasenzahn war einfach zu clever für ihn, als dass er ihr lange etwas hätte verschweigen können. Und an sich war es ja auch eine gute Sache. Dort oben hätten sie doppelt so viel Platz wie hier in dieser kleinen Räuberhöhle, in die er doch auch nur eingezogen war, weil er bei der Wohnungsgenossenschaft Rabatz gemacht hatte, nachdem dieser verkiffte Schlagerheini ihm seine bereits zugesicherte Dachgeschosswohnung noch vor der Nase weggeschnappt hatte, weil er noch ein paar Scheinchen mehr auf den Tisch geblättert hatte als er, und man ihm als Entschädigung für die Unannehmlichkeiten zu ganz besonders günstigen Konditionen diese Wohnung hier angeboten hatte. Da hatte er dann nicht nein sagen können. Denn in dieser Gegend so eine günstige Wohnung zu bekommen, war schon ein ganz großer Glücksgriff gewesen. Und mit diesem Schulze schien man auch ganz gut reden zu können. Die Chance war da. Also wieso zögern? Haasenzahn würde das schon verstehen und sie sagte doch immer, sie sollten an die Zukunft denken. Eine noch sichere Anlage in diesen finanzunsicheren Tagen gab es doch nicht. Oder?

Marc hatte ein paar sehr überzeugende Argumente zusammengesammelt und wollte gerade ansetzen, seiner Freundin die neue Sachlage zu erklären, als er unerwartet unterbrochen wurde, denn es kam urplötzlich wie aus dem Nichts ein dunkelblonder Wirbelwind auf ihn zugestürmt und fiel ihm fröhlich jauchzend um den Hals, so dass er gänzlich den Faden verlor...

Lilly: Onkel Maaaaaarc!
Marc (will sich noch wehren, aber scheitert kläglich): Nenn mich nicht... Lilly...maus?

... gab Marc schließlich geschlagen von sich und drückte Lilly erst einmal herzlich an sich, was sie dazu animierte sich nur noch fester an seine Seite zu schmiegen. Gretchen war richtig zu Tränen gerührt und auch Mehdi lächelte fröhlich vor sich hin, als er die zwei so innig vereint beobachtete. Früher hätte sein Freund das nämlich nie zugelassen. Nach endlosen Sekunden ließ Lilly endlich von ihrem „Onkel“ ab, zerrte ihren Rucksack unter dem Couchtisch hervor, wobei Gretchen sich irritiert fragte, wie er dahin gekommen war, und quetschte sich dann freudestrahlend zwischen ihrem Lieblingsonkel und ihren Papa, den sie jetzt erst mit einem kleinen Kuss auf die Wange begrüßte, auf das weiße Sofa,...

Lilly: Hallo Papa!
Mehdi (streichelt ihr liebevoll über den Kopf): Na Lillymaus, was hast du denn da?
Lilly (zieht ein Blatt Papier aus dem Rucksack u. überreicht es Marc feierlich mit einem strahlenden Lächeln): Hier für dich!
Marc (kann nicht so wirklich etwas damit anfangen u. dreht das Stück Papier skeptisch nach allen Seiten um): Äh... was ist das?
Lilly (kuschelt sich an seine Seite u. blickt ihn mit ihren unwiderstehlichen Kulleraugen an): Mein Dankeschön, weil du Mama gesund gemacht hast.
Marc (überfordert u. gerührt zugleich): Äh... ja, also so genau kann man das jetzt noch nicht...ähm...
Mehdi (fällt ihm helfend ins Wort u. beugt sich zu seiner Tochter rüber): Das hast du schön gemacht, Lillybärchen. Wer ist denn da alles drauf?
Lilly (erklärt es mit Stolz geschwellter Brust u. schaut dabei immer wieder Marc an, der die Augen verdreht u. immer noch nichts mit dem Gekrakel anfangen kann, obwohl unverkennbar ist, dass sie das Potential einer kleinen Künstlerin hat): Also das ist im Krankenhaus. In dem großen Bett da liegt die Mama, ich sitze daneben in meinem rosa Lieblingskleid und Onkel Marc und Gretchen und du stehen daneben und ihr sagt, dass alles gut wird. Und auf der Rückseite da sind wir dann alle im Park. Mama und ich rennen über die Blümchenwiese und ihr schaut uns dabei zu. Wir picknicken nämlich. Und ich pflücke ein Gänseblümchen und das ist für dich, Onkel Marc.
Gott, ist das süüüüüüssssss!!! So was will ich auch.
Marc: Äh... ja, nett!? Aber nenn mich nicht immer... Danke!

Während Marc immer noch ziemlich überfordert die beiden Kunstwerke studierte und Lilly ihn mit leuchtenden Augen dabei anhimmelte, hatte es sich Gretchen in ihrem Sessel gemütlich gemacht und Marcs Reaktion ganz gerührt beobachtet. Wie konnte jemand nur so unbeholfen und gleichzeitig so verdammt süß dabei sein und einfach so Kinderherzen für sich gewinnen, fragte sie sich, wo er doch immer wieder behauptete, dass er mit Kindern überhaupt nicht klar kam. Marc bemerkte ihre schwärmerischen Blicke etwas verwundert und konnte nur erleichtert aufseufzen, als Lilly endlich von ihm abließ und auf Mehdis Schoss kletterte und sich an ihren Vater schmiegte...

Mehdi: Und war es schön bei der Mama?
Lilly (ihre Augen leuchten auf): Ja! Ich hab ihr immer wieder über die Beine gestreichelt, damit sie schneller heilen.
Mehdi (ihm geht richtig das Herz auf): Das wirkt bestimmt.
Marc (zieht skeptisch seine Augenbrauen nach oben u. legt das Bild auf den Couchtisch): Na ja!?
Gretchen (nimmt das Bild noch einmal in die Hand u. schaut zu der kleinen Familie rüber): Na da will wohl noch jemand Arzt werden, hmm?
Lilly (grinst sie an): Vielleicht.
Gretchen (zwinkert Mehdi zu): Na da wird sich der Papa aber freuen.
Mehdi (schmunzelt u. kitzelt seine kleine Maus durch, die daraufhin aufquiekt u. ihn ebenfalls kitzelt): Klar!
Marc (kann sich einen Spruch nicht verkneifen): Na hoffentlich sucht sie sich ein anständiges Fachgebiet aus und nicht dein...
Mehdi (Lilly lässt endlich von ihm ab u. setzt sich ordentlich neben ihn auf Sofa, so dass er die Gelegenheit hat, Marc nun böse anzukucken): Marc!
Marc (grinst selbstgefällig): Wieso? Leute mit magischen Händen werden doch immer in der Chirurgie gebraucht.

Gretchen und Mehdi warfen sich vielsagende Blicke zu und mussten herzhaft lachen, während Lilly ihren großen coolen Freund von der Seite anhimmelte.

Mehdi: Und was habt ihr heute noch so gemacht, du und Gretchen?
Lilly (löst sich von Marc, der ihr gerade eine Grimasse geschnitten hat, u. sieht ihren Papa mit strahlenden Augen an, während sie wild mit den Armen gestikuliert): Ich habe so einen riesigen Burger gegessen und Gretchen hat die ganze Zeit Smsen geschrieben.
Oh Gott! Wie peinlich!
Mehdi (sieht zu Gretchen rüber, die knallrot anläuft u. peinlich berührt in ihrem Sessel zusammensinkt): Ach?
Marc (macht sich einen Spaß daraus, seine Süße aufzuziehen): Na das ist ja mal interessant. Mit wem schreibst du denn so rege und vor allem worüber?
Gretchen (hat sich wieder gefangen u. funkelt Marc an): Als ob du das nicht wüsstest.
Mehdi (zählt schmunzelnd eins und eins zusammen u. wendet sich wieder seiner Tochter zu): Und dann?
Lilly: Und dann waren wir im Zoo. Bei den Erdmännchen. Die sind so putzig, Papa. Da müssen wir unbedingt noch mal hin. Oh können wir? Bitte, bitte, Papa! Übermorgen an deinem Geburtstag. Ja?
Mehdi (lenkt lächelnd ab u. bittet zum Aufbruch, als er sieht, wie spät es schon ist): Ähm... mal sehen! Du, ziehst du dich jetzt bitte an, Lillymaus. Wir sollten langsam losmachen. Es ist schon spät.

Lilly sprang sofort vom Sofa auf und schleifte ihren Rucksack zur Tür, wo sie in ihren lilafarbenen Anorak schlüpfte, Gretchens rosafarbene viel zu große Puschen auszog und gegen ihre Winterschuhe eintauschte. Ihr Vater folgte ihr mit den anderen in den Flur, wo Gretchen ihm freundlicherweise seine Winterjacke samt Schal reichte, den er auch sofort überzog. Das kleine Mädchen drückte ihre große Freundin noch einmal liebevoll und anschließend ihren Onkel Marc, der die Geste sichtlich unbeholfen erwiderte, aber trotzdem schmunzeln musste und ihr anschließend noch die schiefe Mütze gerade rückte. Als Lilly schon im Hausflur umherhüpfte und das Echo überprüfte und Gretchen sich ins Badezimmer verabschiedete, nahm Mehdi seinen besten Freund noch einmal zur Seite und machte ihm eine unmissverständliche Ansage...

Mehdi: Rede mit ihr!
Marc (verdreht genervt die Augen u. schiebt ihn unsanft zur Tür raus): Boah Alter!
Gretchen: Worüber denn?

... kam überraschend die Frage aus dem Flur, die Marc erschaudern ließ, denn Gretchen hatte ihren Toilettengang schon wieder beendet und schloss zu ihnen auf. Mehdi winkte ihr noch kurz zu und suchte dann schnell das Weite, bevor er noch selbst mit in die Schusslinie geriet...

Mehdi: Tschüß Gretchen.
Gretchen (winkt Lilly und Mehdi lächelnd): Ja, macht’s gut!

Und schon fiel die Wohnungstür krachend ins Schloss. Marc wich Gretchens neugierigen Blicken aus und trottete zurück zur Couch, auf die er sich schwerfällig fallen ließ. Gretchen folgte ihm, setzte sich neben ihn aufs Sofa, zog die Beine an und kuschelte sich in seine warmen muskulösen Arme, was er mit einem Seufzen und einem Kuss auf ihr Haar kommentierte. Er hatte die Wahl. Entweder Fernseher einschalten und es aussitzen, bis sie genug abgelenkt war vom Abendprogramm und er genügend Zeit gewann, um sich noch mal ein paar Argumente mehr zurecht legen zu können. Oder gleich die Flucht nach vorn, aber dann mit der potentiellen Gefahr, die nächsten Nächte womöglich auf der Couch verbringen zu müssen. Aber die kleine Spürnase Haase kam ihm schon zuvor. Er hatte also keine Wahl!

Gretchen: Was hat Mehdi denn gemeint?
Marc (ringt nach Worten, was erst recht ihr Interesse weckt): Ääähhh...
Gretchen (doch plötzlich fällt ihr mit Schrecken etwas ein, weswegen sie ihren Liebsten schnell unterbricht): Warte! Hat Lilly gerade Geburtstag gesagt?
Marc (irritiert von dem abrupten Themenwechsel): Äh... kann sein? Wieso?
Gretchen (löst sich aus seiner Umarmung u. klatscht sich die flache Hand gegen die Stirn): Oh nein, das hätte ich fast verpasst. Mehdi hat doch übermorgen Geburtstag. Wir müssen uns was überlegen.
Marc (seine Stimme geht ungläubig zwei Oktaven höher): Jetzt?
Gretchen (plötzlich ganz hektisch): Ich glaube, ich hab da auch schon eine Idee. Ich telefoniere mal schnell rum.
Marc (überrollt): Äh...

Und ehe er überhaupt darauf reagieren konnte, war Gretchen auch schon aufgesprungen und aus dem Zimmer gestürmt. Marc legte seufzend seinen Kopf an die Sofalehne. Dann zog er die kleine Visitenkarte der Immobilienagentur aus seiner Hosentasche und betrachtete sie intensiv von allen Seiten. Auch auf die Gefahr hin, dass Haasenzahn auf die Barrikaden gehen könnte, eigentlich hatte er sich schon längst entschieden. Obwohl vielleicht freute sie sich ja doch und er machte sich hier umsonst Gedanken. Und das Beste war, es sprang dabei vielleicht sogar noch das passende Präsent für seinen Kumpel heraus. Denn an dessen Geburtstag hätte er nämlich auch fast nicht mehr gedacht. Grinsend stand er auf und suchte nun nach seiner übermütigen Freundin, um zu erfahren, was sie jetzt schon wieder plante. Er hatte schon so eine böse Vorahnung.

Lorelei Offline

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11.10.2011 17:44
#1138 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huhu! Da bin ich wieder!
Bevor es mit der Meierschen Vorahnung weitergeht, gibt es erst einmal einen Richtungswechsel. Denn es steht ja noch ein weiteres wichtiges Geheimnis im Raum. Vielleicht kommen wir dem ja jetzt endlich etwas näher? Viel Spaß mit dem neuen Teil. Und mein Dankeschön geht heute an meine treue Leserschaft. Ihr haltet die Geschichte aufrecht und dafür danke ich euch von ganzem Herzen. Ich hab euch lieb. Eure Lorelei





Etwa zur gleichen Zeit war Dr. Maria Hassmann gerade dabei in ihrer Küche ein wenig Klarschiff zumachen, nachdem sie in den letzten stressigen Arbeitstagen noch nicht dazu gekommen war, als es plötzlich unerwartet an ihrer Wohnungstür klingelte. Verwundert ließ sie von ihrem Abwasch ab, dessen Berg sie schon zu zwei Drittel abgearbeitet hatte, trocknete schnell ihre Hände und ging zur Tür, die sie, nachdem es erneut geklingelt hatte, schwungvoll öffnete und als sie erkannte, wer sie da am frühen Abend störte, gleich wieder schallend zuknallte. Sichtlich verwirrt strich sie sich über ihr Gesicht, kuckte noch einmal zur Tür und schüttelte den Kopf, dann ging sie zurück zur Spüle, um ihre Hausarbeit wieder aufzunehmen, als es auch schon neugierig aus dem Kinderzimmer gerufen kam...

Sarah: Wer war das denn, Mami?
Maria (stöhnt): Niemand!

Doch dieser Niemand war ziemlich hartnäckig und schien die mehr als deutliche Abweisung nicht kapiert zu haben und klingelte erneut, anschließend klopfte er im melodischen Rhythmus auch noch an die Tür. Maria ballte ihre Hände zu Fäusten und atmete tief durch, dann vergewisserte sie sich, dass ihre Tochter immer noch in ihrem Kinderzimmer spielte und öffnete schließlich doch nach einer kurzen Überlegung geschlagen die Tür. In lässiger Pose lehnte Dr. Cedric Stier am Türrahmen und grinste seine störrische Ex-Frau in seiner gewohnt selbstgefälligen Art an, was die Neurochirurgin gleich wieder auf 180 hochfahren ließ. Abweisend verschränkte sie ihre Arme und fuhr ihr unverschämtes Gegenüber auch gleich unfreundlich an...

Maria: Was willst du hier?

Doch der attraktive Arzt blieb völlig unbeeindruckt von ihrer bissigen Art, zog eine Augenbraue nach oben und musterte seine hübsche Exfrau, deren Augen wütend funkelten und diverse Giftpfeile in seine Richtung schossen, mit seinem lässigen Checkerblick von Kopf bis Fuß. Sein breites Grinsen wurde noch breiter und ihre grimmige Miene noch grimmiger, als sie es eh schon war, als er sie schließlich mit rauer Stimme ansprach...

Cedric: Hey Bloody Mary, nettes... Outfit!

Die taffe Oberärztin war für den ersten Moment irritiert und schaute verwundert an sich herunter und verdrehte dann die Augen, als sie erkannte, was er damit meinte. Statt ihres gewohnten figurbetonten Businesskostüms trug sie jetzt nur Schlabberhose und Wohlfühlpullover. Aber sie hatte an ihrem freien Tag auch nicht mit Besuch gerechnet und mit ihm schon mal gar nicht. Eingeschnappt pampte sie ihn sogleich an...

Maria: Sehr witzig! Also was ist? Was willst du?
Cedric (sein breites Grinsen weicht nun einem eher ernsten Gesichtsausdruck): Können wir reden? Heute Morgen hattest du ja offenbar keine Zeit dafür.
Hab ich auch jetzt nicht. Werd ich nie haben. Nicht für ihn!
Maria (abweisend): Ich wüsste nicht worüber?
Cedric (stöhnt entnervt auf): Mary, kannst du nicht einmal dein zickiges Gehabe lassen und mir zuhören, wenn ich dir ernsthaft was zu sagen habe. Es gibt da ein paar Dinge, die du noch nicht weißt und die ich dir gerne in Ruhe erklären möchte.
Ich will es aber NICHT hören!
Maria: Cedric, wenn es um den Vorfall in der Charité geht, das... das geht mich doch im Grunde gar nichts an.
Außerdem bin ich doch schon informiert darüber.
Cedric (sieht sie eindringlich an): Bitte Maria!
Boah! Wieso tut er das?

Maria überlegte einen Moment. Eigentlich kannte sie die Fakten ja bereits, dank einer alten Schulfreundin, die in der Charité als Anästhesistin arbeitete und die sie nach dem unschönen Aufeinandertreffen mit Cedric heute Morgen in der Umkleide von der Neugier getrieben gleich angerufen und unauffällig darauf angesprochen hatte. Er hatte tatsächlich durch Unachtsamkeit und Übermüdung einen gravierenden Fehler begangen, der einem Patienten das Leben gekostet hatte, und hatte dafür die Konsequenzen tragen müssen. Diese Geschichte schien man dort aber totschweigen zu wollen. Sie sah Cedric vorsichtig aus dem Augenwinkel heraus an, möglichst so, dass er es nicht mitbekam und dann falsch interpretierte. An seinem Gesicht, das deutlich von Sorgenfalten und tiefen Augenringen gezeichnet war, konnte sie ablesen, dass es ihm offenbar wirklich wichtig war, mit ihr zu reden. Die Ärztin rang noch ein letztes Mal mit sich und ihrem Stolz, dann nickte sie leicht mit dem Kopf. Vielleicht erfuhr sie ja so noch ein paar Hintergrunddetails, die ihre offen gebliebenen Fragen beantworteten.

Maria: Ok, wenn’s dir damit besser geht! Aber nicht hier.

... flüsterte sie und drehte ihren Kopf herum, um sich zu vergewissern, dass Sarah nichts mitbekam. Erleichtert nickte Cedric seiner Exfrau zu und ein kleines Lächeln huschte über seine Lippen. Doch Maria bemerkte es nicht, denn sie hatte sich bereits wieder umgewandt. Sie nahm ihren Wintermantel von der Garderobe, zog ihn an und wickelte sich schnell einen dunklen Schal um den Hals, anschließend schlüpfte sie noch in ihre Stiefel und richtete dabei einen Appell an ihre kleine Tochter, die sie im Kinderzimmer spielen hörte...

Maria: Sarah, Schatz, ich geh mal kurz eine Runde um den Block. Mach keinen Blödsinn, ja. Und Fridolin bleibt in seinem Käfig. Ich hab gerade erst durchgesaugt.
Sarah (ruft fröhlich aus dem Kinderzimmer): Jaaa, Mami!

Als die allein erziehende Mutter sich wieder umgedreht hatte, bemerkte sie Cedrics amüsiertes Gesicht, blitzte ihn aus funkelnden Augen an, schnappte sich den Wohnungsschlüssel und schob sich, ohne ihn weiter eines Blickes zu würdigen, an ihm vorbei ins Treppenhaus und schloss die Tür leise hinter sich.

Maria: Sag jetzt nichts Falsches!
Cedric (zuckt mit den Schultern u. lächelt sie an): Ich sag doch gar nichts. ... (pausiert kurz u. mustert sie interessiert, dann setzt er leise fort) ... Du hast sie gut erzogen.
Maria (sieht ihn verwirrt an u. stöhnt dann genervt auf): Oh spar dir die Schleimereien, Cedric! Du hast zehn Minuten. Länger lasse ich sie nicht allein.

Die Neurologin blickte ihren Exmann kurz aus feurig schimmernden Augen an, dann stiefelte sie selbstbewusst mit keckem Hüftschwung vor ihm die Treppe hinunter. Cedric genoss die schöne Aussicht sehr, die sich ihm gerade bot und musste dabei über sich selbst schmunzeln. Nach all den Jahren war sie immer noch die aufregendste Frau, die er kannte. Dieses immer wieder aufflackernde Feuer hatte ihn schon mehr als einmal um den Verstand gebracht. Und auch jetzt drohte er ihr schon wieder zu erliegen. Aber diesmal spielten ihre körperlichen Reize und ihr sexy Zickengehabe eine untergeordnete Rolle, auch wenn er sie am liebsten in die nächste Ecke gedrängt hätte, um sie zu verführen. Aber er wusste, dass bei dieser unglaublichen Frau nur die Wahrheit zählte, wenn er jemals wieder auf Augenhöhe an sie herankommen wollte. Deshalb fing er, unten im Erdgeschoss angekommen, auch ohne Umschweife an zu erzählen, was vor Wochen sein Leben in ein heilloses Chaos gestürzt hatte.


Zehn Minuten später

Cedric und Maria standen nach dem kleinen Rundgang um die Wohnblöcke und den angrenzenden Park samt Spielplatz wieder vor dem überbedachten Eingang ihres Mietshauses. Es hatte angefangen, heftig zu schneien und sie hatten dort Unterschlupf gesucht. Neben dem eisigen Wind, der die kahlen Bäume auf dem Parkplatz umwehte, herrschte zwischen den beiden einstigen Ehepartnern eisiges Schweigen. Keiner von beiden wusste, was er nach dem intensiven Gespräch von gerade eben noch sagen sollte. Cedric hatte zu Marias Erstaunen kein Blatt vor dem Mund genommen und keine Frage offen gelassen, die nach Meiers Bloßstellung gestern aufgekommen war und ihr eine schlaflose Nacht bereitet hatte. Er hatte wirklich alles offenbart, selbst den demütigendsten Teil der ganzen in seinen Augen tragischen Geschichte, und wartete nun angespannt auf eine Reaktion seiner Exfrau, die während des gesamten Spaziergangs kaum ein Wort gesagt hatte und ihn einfach hatte reden lassen. Aber so richtig angekommen war sein Geständnis bei ihr noch nicht. Maria wusste einfach nicht, was sie davon halten sollte. Wieso erzählte er ihr das alles? Klar hatte sie sich immer gewünscht, dass der arrogante und selbstverliebte Mistkerl mal so richtig auf die Schnauze fiel und die Abreibung bekam, die er verdient hatte, aber so? Er war schließlich nicht der einzige Leidtragende in der Geschichte, auch wenn er zumindest eine Teilschuld an dem ganzen Schlamassel hatte.

Lorelei Offline

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12.10.2011 16:42
#1139 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Als Maria immer noch nicht reagierte und stumm den Flockenwirbel vorm Haus verfolgte, versuchte Cedric, der nicht wusste, wie er ihr Schweigen interpretieren sollte, zögerlich eine Annäherung, die sie dann doch endlich aus ihrer kurzzeitigen Lethargie riss...

Cedric: Was denkst du?
Maria (dreht ihren Kopf zu ihm herum u. sieht ihn ernst an): Was soll ich denn groß denken? Erwartest du jetzt mein Mitgefühl oder was? Vergiss es! Dafür ist viel zu viel passiert.
Cedric (lässt ihre pampige Reaktion an sich abprallen u. gibt sich reumütig): Nein, ich... ich dachte nur... ich bin dir das schuldig.
Maria (schüttelt abweisend den Kopf): Ach komm, du bist mir gar nichts mehr schuldig, außer vielleicht, dass du mich endlich in Ruhe lässt. Und im Grunde genommen geht mich das alles doch auch gar nichts an. Wir sind geschieden. Das ist dein Leben. Also wieso kommst du damit ausgerechnet zu mir? Sollte das nicht eher der Professor erfahren?
Cedric (geknickt, weil er sich irgendwie mehr von ihr erwartet hat): Er weiß, wie es dazu gekommen ist, also... zumindest einen Teil davon.
Maria (horcht auf u. blitzt ihn an): Verstehe! Der Teil, bei dem du ordentlich auf die Tränendrüse drücken konntest, damit er Mitleid bekommt und dir die Stelle anbietet. Klar, deshalb kreuzt du neuerdings auch immer mit Kleinkind im EKH auf. Also ich hätte nie gedacht, dass du als selbsternannter „Starchirurg“ solche billigen Methoden nötig hast.

Cedric (gekränkt): So ist das also? Hältst du mich wirklich für so berechnend?
Maria (gehässig): Ach komm, Cedric, jetzt gib hier nicht die beleidigte Leberwurst. Du hattest bislang nur begrenzt schauspielerisches Talent.
Cedric (verteidigt sich u. wird dabei auch etwas lauter): Ich war ehrlich zu ihm, ob du’s mir glaubst oder nicht. Sowohl fachlich als auch was meine private Situation betrifft. Aber alles muss der Professor ja auch nicht wissen. Dieser Teil geht nur mich und.... (stockt u. nuschelt den Rest in seinen Dreitagebart) ... etwas an.
Maria (schnippisch): Hört! Hört! Was verschweigst du denn noch so neben der Tatsache, dass dich dein kleines Frauchen von einen Tag auf den anderen mit dem Kind hat sitzen lassen, dass du mit dem Alltag als neuerdings allein erziehender Vater eines Kleinkindes völlig überfordert bist, deswegen diverse Termine nicht eingehalten, Patienten vergrault und unentschuldigt gefehlt hast, nächtelang nicht geschlafen hast und am nächsten Morgen trotzdem aufgeputscht mit Koffeintabletten und mit was weiß ich sonst noch im OP gestanden hast, bis zu dem Tag, an dem...

Maria brach abrupt ab, als sie merkte, dass sie zu weit gegangen war. Sie senkte entschuldigend den Blick. Doch Cedric reagierte trotzdem ziemlich geknickt und blickte sie aus traurigen Augen an...

Cedric: Ich dachte, du verstehst mich.
Maria (sarkastisch): Ach? Weil du mir dasselbe angetan hast?
Cedric (kontert beleidigt): Du hast mich verlassen.
Maria (macht ihm sofort wieder Vorwürfe): Weil du mich betrogen hast. Mit ihr wohlgemerkt! Weißt du, eigentlich geschieht es dir ganz recht, dass die Kleine auch endlich die Schnauze von dir und deiner selbstgefälligen Art voll hatte. Wie oft hast du sie denn mit irgendeinem Flittchen betrogen, hä?
Cedric (will ihr Einhalt gebieten, weil sie zu weit geht): Maria!
Maria (sieht ihn durchdringend an): Ach komm! Spiel mir jetzt nicht den Unschuldsengel vor, Cedric. Ich kenne dich.
Cedric: Unsere Ehe hat schon länger nicht mehr funktioniert.
Maria (verschränkt ihre Arme u. sieht ihn wissend an): Und da hast du dich anderweitig umgesehen?
Cedric (versucht sich zu verteidigen): Das eine hat doch mit dem anderen gar nichts zu tun.
Maria (liest zwischen den Zeilen): Also doch! Du konntest noch nie einem kurzen Kittel widerstehen.
Cedric (wird langsam sauer, weil sie es einfach nicht verstehen will u. nicht aufhört, ihm Vorwürfe zu machen): Mann, was ich damit sagen will, ist, wir haben uns nur noch gestritten. Sandy war mit dem Muttersein völlig überfordert.
Maria: Warum setzt ihr dann überhaupt Kinder in die Welt? Ich dachte, du hättest aus deiner Vorgeschichte gelernt.
Cedric (seufzt): Das war nicht geplant, ok. Sie sagte auf einmal, sie wolle unbedingt eine Familie mit mir und im nächsten Moment, dass sie schon schwanger ist. Was sollte ich denn tun?
Maria (sieht kopfschüttelnd in den Abendhimmel u. murmelt vor sich hin): Die Geschichte wiederholt sich.
So ein Idiot!

Eigentlich war es ja sogar in gewisser Weise amüsant, dass er den gleichen Fehler gleich ein zweites Mal gemacht hatte. Sie war damals auch ungewollt schwanger geworden, nachdem sie eine ziemlich wilde Zeit miteinander verbracht hatten. Es war immer unverbindlich geblieben. An Kinder hatten beide nie wirklich gedacht. Die Karriere hatte bei beiden immer im Mittelpunkt gestanden. Große Mediziner wollten sie werden. Da hätte ein Kind doch nur im Weg gestanden. Aber es war nun mal passiert und sie hatten sich mit der neuen Situation schnell arrangiert, weil sie gleichzeitig auch festgestellt hatten, wie verknallt sie doch eigentlich ineinander waren und es sich auch irgendwie richtig angefühlt hatte und sie selbst die Hormone und Muttergefühle überrollt hatten. Ein Kind veränderte eben, auch die Sichtweise auf das eigene Leben. Sie hatte sich nie besser gefühlt als zu der Zeit, als sie mit Sarah schwanger war. Aber sie und Cedric hätten niemals heiraten dürfen. Das war der Anfang vom Ende gewesen. Ihre Eltern hatten sie darauf gedrängt und seiner Vita hatte der Pluspunkt „Familie“ ebenfalls gut getan. Damals hatte gerade seine Glücksphase begonnen. Mit seinem Examen summa cum laude in der Tasche hatte er schnell eine begehrte Stelle als Oberarzt zugewiesen bekommen. Er war obenauf gewesen und hatte sich im Ruhm gesonnt, weil ihm alles wie von selbst zugeflogen war, während sie sich alles trotz Schwangerschaft und Mutterschaft hart erkämpfen musste. Aber sie hatte den Ehrgeiz, es genauso gut, wenn nicht sogar besser zu machen. Und sie war eindeutig besser als er, was er noch nie verknausern konnte. Dieser Wettkampf untereinander hatte ihre Beziehung immer ausgemacht. Irgendwann war dieser Reiz aber offenbar auf der Strecke geblieben. Milchpumpen, dreckige Windeln und Kindergeschrei rund um die Uhr und eine ständig nörgelnde Ehefrau, die sich sogar soweit erniedrigte und bettelte, dass er ihr einmal etwas abnahm, damit sie ihre Assistenzzeit erfolgreich abschließen konnte, waren eben nicht so sexy, wie er sich das anfangs vorgestellt hatte. Deshalb hatte er seine Nächte auch lieber im Krankenhaus oder in Begleitung irgendeiner unkomplizierten Frau verbracht, als dass er seine eigene Ehefrau bei der Kindererziehung und ihrer Ausbildung unterstützte. Er war nun mal nicht der Typ, der für die Ehe oder überhaupt für eine funktionierende Beziehung geschaffen war und für Kinder erst recht nicht. Das hatte sie nicht erst festgestellt, als sie ihn mit dem Kindermädchen, das sie eigentlich für eine Freundin und gute Kollegin gehalten hatte, im eigenen Ehebett erwischt hatte und letztendlich die einzig richtige Konsequenz gezogen hatte, nämlich von nun an ihr Leben allein zu meistern. Darum konnte Maria auch nicht verstehen, warum er sich ein zweites Mal auf dieses ganze zum Scheitern verurteilte Programm eingelassen hatte. Die Pleite mit ihr hätte ihm doch den Spiegel vorhalten können. Aber Männer waren nun mal nur beschränkt belehrbar und Cedric war wohl der Inbegriff eines chronischen Vollidioten.

Der sichtlich aufgewühlte Oberarzt holte schließlich weiter aus und redete sich regelrecht in Rage, weil die Erinnerungen an seine zweite gescheiterte Ehe einfach weh taten und von seiner Exfrau offenbar kein Mitgefühl zu erwarten war, aber das wollte er auch nicht. Er wollte nur, dass sie verstand. Er war schließlich nicht mehr derselbe als noch vor ein paar Jahren, als ihm das Abenteuer und sein Job wichtiger waren als seine Familie, die er ohne Gegenwehr hatte gehen lassen, was er heute bereute. Erst in den letzten Wochen, die sein Leben komplett durcheinander gebracht hatten, war ihm bewusst geworden, was er eigentlich daran gehabt hatte.

Cedric: Auf Sandys Drängen hin haben wir dann auch noch geheiratet und anfangs lief ja auch alles gut, wahrscheinlich zu gut. Sie hatte eine unkomplizierte Schwangerschaft und hatte noch bis zu letzt gearbeitet und ihr Examen gemacht. Die Probleme fingen doch erst an, als Cheyenne dann da war. Sie konnte keine Bindung zu der Kleinen aufbauen und litt an Wochenbettdepressionen. Aber das haben wir auch irgendwie überwunden. Zusammen. Ich hab mich echt bemüht, für die beiden da zu sein. Nach der Therapie und einer weiteren Eingewöhnungsphase lief es ganz gut mit den beiden. Das dachte ich zumindest. Ich war ja die meiste Zeit arbeiten. Wir hatten Engpässe. Du kennst das ja. Irgendwann fing Sandy dann aber an, sie wolle auch wieder arbeiten. Sie hatte es satt, den ganzen Tag nur zu hause rumzuhocken und für die Kleine da zu sein. Sie war unterfordert und wollte mehr vom Leben. Sie war regelrecht eifersüchtig auf mich, wenn ich abends nach Hause kam und von der Klinik erzählte. Es entwickelte sich ein richtiger Psychoterror. Ich war ziemlich genervt und bin noch länger arbeiten gegangen und nachts auch mal weggeblieben. Das hat sie dann noch mehr auf die Palme gebracht und ich hab schließlich nachgegeben. Als wir einen Krippenplatz sicher hatten, ist sie wieder halbtags auf Station eingestiegen. Da wurde es wieder merklich ruhiger zwischen uns. Na ja, wir hatten ja auch getrennte Schichten. Ich hab gar nicht gemerkt, dass wir uns dadurch noch mehr auseinander bewegten. Und na ja, zu der Zeit, ich gebe es zu, hab ich dann was mit einer kleinen Lernschwester angefangen. Es war bedeutungslos, einfach nur zur Ablenkung von dem ganzen Zoff, aber Sandy ist irgendwann dahinter gekommen. Das war ein zwei Wochen, bevor sie abgehauen ist. Weißt du, das Komische war, sie ist seltsam ruhig geblieben, als ich ihr versuchte, das zu erklären. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so gefasst reagieren würde, weil sie sonst eigentlich immer sehr eifersüchtig auf andere Frauen, insbesondere dich, reagiert hat. Da hätte ich eigentlich gleich stutzig werden sollen.

Cedric legte eine kurze Denkpause ein, um sich zu sammeln, die Maria, die ihm ruhig zugehört hatte, nutzte, um einen spitzen Kommentar loszuwerden...

Maria: Dass dich mal jemand so übers Ohr hauen würde. Respekt!

Lorelei Offline

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13.10.2011 17:52
#1140 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Maria musste ungewollt lachen, aber es blieb ihr im Hals stecken, als sie Cedrics ernsten Blick bemerkte, dem ganz und gar nicht zum Lachen zumute war. Sein Leben war ein Scherbenhaufen und die einzige Person, der er sich anvertraute, machte sich auch noch über sein Scheitern lustig.

Cedric: Wenn Cheyenne nicht die Hauptleidtragende wäre, könnte ich mittlerweile auch darüber lachen.

Maria senkte verlegen den Kopf. Ein fetter Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet, den sie versuchte herunterzuschlucken. Was sein Kind betraf, reagierte sie ungewohnt betroffen.

Maria: Tut mir leid.
Cedric (lächelt sie kurz an u. wird dann wieder ernst): Ich meine, welche Mutter tut das denn? Ein kleines schutzloses Kind einfach so zurücklassen. Der Karriere und der Rache wegen.
Maria (muss schlucken u. sieht ihn nun ebenfalls mit ernster Miene an): Soll ich ehrlich sein? Ich hab sie immer für ziemlich hintertrieben gehalten. Der Blick, den sie mir zugeworfen hat, als ich euch...ähm..., na ja, der war mehr als eindeutig. Die hatte es von vorne herein darauf angelegt, sich bei uns einzuschleichen, dich zu ködern, deine Kontakte zu nutzen und dann arrivederci.
Cedric: Ach komm, wir habe über vier Jahre lang eine mehr oder weniger glückliche On-Off-Beziehung geführt, haben letztes Jahr sogar geheiratet, haben ein Kind zusammen, das hätte ich doch gemerkt.
Maria (funkelt ihn an): Du vergisst, dass dein Hirn überwiegend in deiner Hose sitzt.
Cedric (eingeschnappt): Ja, mach dich nur lustig, Mary. Auf diesen Augenblick hast du doch nur gewartet.
Maria (gibt es auch noch schmunzelnd zu): Vielleicht.
Cedric (kann nicht darüber lachen): Du weißt doch gar nicht, wie ich dagestanden habe, als ich von meiner Sekretärin erfahren musste, dass sich meine eigene Frau für ein Stipendium in den USA beworben hat. Eh sie hat dafür sogar meine Unterschrift gefälscht, um die Zeugnisse und Empfehlungen zu bekommen, die sie dafür noch gebraucht hat.
Maria (nickt anerkennend mit dem Kopf): Also für so gerissen hätte ich sie dann doch nicht gehalten. Obwohl... doch... so im Nachhinein... ja. Vielleicht solltest du dein Beuteschema doch weniger auf Karrierebiester konzentrieren, sondern ein paar Nummern kleiner anfangen. Starken Frauen bist du nicht gewachsen.

Cedric (blitzt sie an, dann sinken seine Mundwinkel wieder u. er kotzt sich aus): Sehr witzig! Du kannst dir gar nicht vorstellen, was das für ein beschissenes Gefühl ist. Du kommst nach einem langen Arbeitstag nach Hause, bemüht, dem Kind zuliebe deine Ehe irgendwie wieder auf die Reihe zu bekommen, denkst also alles wäre in Ordnung. Aber anstatt des gewohnten Abendessens auf dem Tisch und einem vor Freude schreienden Kind, weil der Papa endlich nachhause gekommen ist, liegt da nur so ein dämlicher Zettel: „Leb wohl! Ich hab’s versucht, aber das ist nicht das Leben, das ich mir vorgestellt habe. Such dir doch eine andere blöde Kuh, die es mit dir aushält. Stehen ja genug Nummern in deinem braunen Adressbuch. Ich hab andere Ziele und die werde ich jetzt verwirklichen.“ Darunter dann die unterschriebenen Scheidungspapiere und eine Verzichtserklärung, was das Sorgerecht betrifft. Cheyenne hatte sie bei meiner Schwester abgegeben. Sie hat keine Miene verzogen, als sie sie ihr in die Arme gedrückt hat. Sie ist einfach gegangen. Mit meinen letzten Ersparnissen wohlgemerkt. Und im Krankenhaus erfahre ich dann so nebenbei, wie glücklich man sich doch schätze, dass eine Schülerin unseres Hauses an der renommierten Boston Medical School angenommen wurde. Wie es mir und meiner Tochter dabei geht, hat keiner gefragt. Ich hab die nächsten Tage und Wochen nur noch funktioniert. Ich meine, wie willst du einem Kind erklären, dass die Mama plötzlich weg ist und nicht mehr wiederkommt, weil sie das Interesse verloren hat oder weiß der Teufel warum. Cheyenne hat nächtelang durchgeheult, weil sie mit der neuen Situation überhaupt nicht klar kam. Ich hab wirklich versucht, ihr so gut es geht, die Mutter zu ersetzen. Dabei ist mein Job auf der Strecke geblieben. Komischerweise vermiss ich ihn nicht mal und mir ist auch ziemlich egal, was die Kollegen dort über mich und mein Versagen denken. Klar, es ist unverzeihlich, was ich der Familie durch meine Unachtsamkeit angetan habe und es vergeht auch kein Tag, an dem ich nicht daran denke. Aber dadurch bin ich erst aufgewacht. Ich wusste, ich muss etwas ändern, sonst stürze ich nur noch weiter ab und Cheyenne wäre die Leidtragende. Die Kündigung war meine Rettung, auch wenn sie mir den Lebenslauf versaut hat. Aber meine Prioritäten liegen jetzt woanders.

Maria (hat ihm ohne die Miene zu verziehen zugehört u. hebt nun zweifelnd eine Augenbraue): Ach? Das sind ja ganz neue Töne!
Cedric (weiß ihre Skepsis zu deuten u. bleibt cool): Selbst wenn Prof. Haase mir nicht diese Chance eingeräumt hätte, übrigens die einzige, die ich bekommen habe nach gefühlten tausend Absagen, dann hätte ich eben Elternzeit oder wie das alles heißt genommen.
Maria (verdreht ungläubig die Augen): Ja, klar.
Das glaubst du ja wohl selbst nicht.
Cedric: Nee, ernsthaft jetzt. Ich will es besser machen. Ich will... Ich meine, was war ich denn schon für ein Vater für Sarah? Ich hab doch nur an meine Arbeit gedacht und euch im Stich gelassen.
Maria (blitzt ihn scharf an u. blockt sofort ab): Lass Sarah aus dem Spiel!
Cedric (sieht sie reumütig an): Mir tut das alles so leid. Was ich euch angetan habe, das ist unverzeihlich.
Maria (kühl): Dafür ist es zu spät, Cedric.
Cedric (lässt geknickt die Schultern hängen): Ich weiß.
Maria (ihr wird mit einem Mal alles zu viel u. sie will ihn loswerden): Krieg erst mal dein eigenes Leben auf die Reihe!
Cedric (ein Hoffnungsschimmer kommt auf u. er hält sie auf, den Schlüssel ins Schloss zu stecken u. zu verschwinden): Was dann?
Maria (rollt mit den Augen): Nichts dann.
Cedric (lässt sich von ihrem abweisenden Verhalten nicht aus der Ruhe bringen u. zwinkert ihr wieder obenauf zu): Für nichts, suchst du aber neuerdings sehr häufig meine Nähe.
Was? Der spinnt doch! Er kommt doch immer angekrochen, obwohl ich ihm mehr als deutlich gemacht habe, dass ich das nicht will.
Maria (geht empört hoch u. zeigt mit dem Hausschlüssel auf ihn): Also ich bitte dich!
Cedric (grinst anzüglich): Gerne!

Und schon hatte Cedric, der nach seinem ungewohnt emotionalen Ausbruch sehr schnell zu seiner alten Form zurückgefunden hatte, sein schönes Gegenüber mit den Armen eingekesselt und gegen die Glaseingangstür gedrängt. Die plötzliche Wendung ihres Gesprächs um 180 Grad kam zu überraschend, um sich noch rechtzeitig dagegen wehren zu können. Maria funkelte den dreisten Kerl böse an, als er mit seinem Gesicht wie selbstverständlich immer näher kam...

Maria: Ich warne dich!
Cedric (grinst immer mehr u. rückt ihr weiter auf die Pelle): Ja?
Maria (bleibt noch ruhig stehen, aber ist zu allem entschlossen): Beim letzten Mal hattest du diese Tür im Gesicht!
Cedric (lacht u. gibt sich unbeeindruckt): Oh den Schmerz war das, was darauf folgte, wert.
Maria (atmet immer schneller u. versucht nicht auf ihn zu reagieren, was aber angesichts seiner unmittelbaren Nähe ein unmögliches Unterfangen ist): Du hast mich abgefüllt.
Cedric (sieht in ihren Augen hin u. her, um den richtigen Augenblick zu erhaschen): Irrtum, du hast dich selbst abgefüllt und dich mir dann an den Hals geworfen.
Verdammt! Und ich kann mich an nichts erinnern. Obwohl... will ich ja auch gar nicht.
Maria (blitzt ihn an): Behauptest du.
Cedric (grinst u. beugt sich immer weiter mit seinem Gesicht zu ihr herab): Das ist die reine Wahrheit. Und mit der kommt man ja bekanntlich weiter.
Maria (geht hoch wie eine Rakete u. stößt ihn unsanft von sich): Ach so siehst du das also? Deshalb diese ganze reumütige Tränennummer hier. Du erwartest eine Gegenleistung. Du bist so einfältig echt.

Ich hab’s gewusst. Und für den Hauch einer Sekunde habe ich echt geglaubt, er hätte sich geändert. Arsch!

Cedric (verdreht die Augen): Jetzt mach dich doch mal locker, Mary! Du kannst nicht leugnen, dass das Feuer zwischen uns wieder gewaltig lodert.
Maria (lehnt sich amüsiert mit den Rücken an die Haustür): Bitte? Du müsstest dich mal hören, Cedric. Wie in einer schlechten Pilcher-Folge. Aber ich muss dich enttäuschen. Bei mir lodert gar nichts, nicht mal auf Sparflamme.
Cedric (glaubt ihr kein Wort): Klar! Deshalb hast du neulich in der Silvesternacht auch rein zufällig den Weg in mein Bett gewählt.
Verdammt! Ich wusste, dass er das gegen mich verwenden würde. Wäre ich doch nie zu ihm gegangen. Ich weiß bis heute nicht, wie das überhaupt passieren konnte. Daran ist allein Mehdi schuld! Jawohl! Wenn er nicht... GGGRRR!!!
Maria (zickig): Dann sind wir ja jetzt quitt.

Doch Cedric wollte sich damit nicht zufrieden geben und näherte sich ihr wieder, bis er direkt vor ihr stand und sie mit seinen Blicken fixierte. Maria wich ihm nicht aus, als er seine linke Hand dicht neben ihren Kopf platzierte und sie so zwischen sich und den Briefkästen quasi gefangen hielt. Sie war immer noch obenauf. Sie war ihm gewachsen, redete sie sich ein, während ihr Puls nach oben schoss und ihr Herz aufgeregt schneller schlug. Sie ignorierte die seltsamen Turbulenzen, die ihr Körper veranstaltete und versuchte kontrolliert zu bleiben. Doch ihre Pupillen verrieten sie, die heftig hin und her wanderten, während sie in Cedrics lodernde Augen blickte.

Cedric: Quitt, meine Liebe, sind wir noch lange nicht und wenn, dann sage ich das.

...gab der entschlossene Mann von sich und näherte sich mit seinem Gesicht dem ihren. Er ließ Maria dabei nicht aus den Augen, erwartete er doch jeden Moment eine schallende Ohrfeige von ihr, der er ausweichen wollte. Doch die blieb zu seiner Zufriedenheit aus. Er hatte sie! Fast!

Maria (droht ihm): Wage es ja nicht!
Cedric (raunt ihr heiser zu): Du kannst mir nicht widerstehen.
Maria (wehrt sich trotzig, obwohl das Kribbeln seines heißen Atems ihr eine Gänsehaut beschert): Tue ich aber die ganze Zeit schon.
Cedric (lacht u. zieht seinen Kopf ein wenig zurück, um die Regungen ihres Gesichts zu beobachten): So wie die drei Mal neulich in der Silvesternacht? Inklusive Trompetensolo.

Mit dem Spruch erzielte Cedric genau die erhoffte Reaktion von seiner heißen Exfrau. Seine Bloody Mary lief rot an und stand kurz vorm Siedepunkt. Wie sehr er doch den wütend funkelnden Ausdruck in ihren Augen liebte. Er konnte sich gar nicht an ihr satt sehen und sein dreckiges Grinsen wurde immer breiter, als sie ihm aufgebracht konterte...

Maria: Wenn du nicht deine Flöte verlieren willst, dann nimmst du sofort deine rechte Hand von meinem Hintern.
Cedric (beugt sich mutig zu ihr herunter u. haucht ihr etwas ins Ohr): Ich lebe gerne gefährlich. Du ja offenbar auch. Oder warum liegen deine Griffel auf meinem Knackarsch?
Huch! Wie kommen die denn dahin?
Maria (lässt ihn sofort ertappt los u. vergräbt ihre Hände tief in ihren Manteltaschen u. redet sich heraus): Also knackig ist jetzt sehr übertrieben.
Gott, schlagfertiger warst du auch schon mal besser. Aber er macht mich einfach wahnsinnig mit seiner ganzen Art. Ich hasse das.
Cedric (lacht u. raunt ihr heiser ins Ohr): Kannst du nicht einmal deine Klappe halten, Mary?

Cedric grinste sein Gegenüber verschmitzt an. Maria wusste nicht warum, aber sie ließ sich darauf ein. Ihre Lippen schnellten plötzlich nach vorn und drängten sich auf die seinen. Dieser Kuss, der alsbald in wilde Zungenspielereien mündete, verfügte über eine berauschende Macht, die Zeit und Raum vergessen ließ. Auch ihre Hände blieben nicht unaktiv und strichen über seinen sehr wohl knackigen Hintern, während er sich an sie drängte und ihr Gesicht mit seinen starken Chirurgenhänden umschmeichelte. Das musste sich Maria eingestehen. Küssen konnte er wirklich fantastisch und auch wenn sie es wollte, sie konnte einfach nicht von ihm lassen. Sie wusste nicht, wie lange sie sich einfach hatte gehen lassen, aber plötzlich riss sie eine vertraute Stimme aus ihrem kurzen, aber sehr intensiven Abenteuer.

Lorelei Offline

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14.10.2011 17:54
#1141 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hach ich freu mich, dass euch die Verwicklungen zwischen Maria und Cedric so gut gefallen haben. Tja, wer mit dem Feuer spielt, muss auch Rückschläge ertragen können. Dann schauen wir doch mal, wer mit dem Eimer Wasser kommt. Ihr habt übrigens alle, bis auf eine, nämlich Andie, Unrecht mit eurem Verdacht. Viel Spaß mit dem nächsten und letzten Ceria-Teil und schönes WE. Eure Lorelei




Die Person, zu der die sanftmütige Stimme gehörte, kramte gerade in seiner Jackentasche und fischte seinen Hausschlüssel heraus, während eine viel kleinere und zierlichere zweite Person, die zwischen zwei großen Einkaufstüten stand, ihren Mund weit aufriss und das wild knutschende Paar mit großen Augen verfolgte. Mehdi musste schließlich handeln und hielt seiner Tochter die Augen zu, als er das Pärchen sichtlich verlegen ansprach...

Mehdi: Äh... Sorry, ihr könnt gleich... weitermachen, aber wir müssten da mal eben... vorbei. Ihr steht genau vor der Tür.
Lilly (linst schmunzelnd durch Mehdis große Bärentatze): Hihi!

Als Maria entsetzt Mehdis und Lillys Stimmen erkannte, stieß sie ihren Knutschpartner unsanft von sich weg, der daraufhin irritiert seine Augen öffnete und sie nun fragend ansah.

Maria (atemlos): Mehdi!?
Oh nein! Nein! Nein! Nein!

Erst jetzt erkannte Mehdi die sichtlich verlegene Frau, die sich hastig über ihren Mund strich und dann ihren Mantel zurechtrückte, den Cedric halb aufgeknöpft hatte, ohne dass sie es mitbekommen hatte, und ihm fiel sprichwörtlich die Kinnlade zu Boden. Zumal sich in dem Moment auch Dr. Stier zu ihm umdrehte mit einem breiten zufriedenen Grinsen auf den Lippen.

Mehdi: Äh... Ma...ria?
Cedric: Dr. Kaan! Was machen Sie denn hier?
Mehdi (schaut sprachlos zwischen den beiden hin und her u. dann zu Lilly, die immer noch große Augen macht, während Maria am liebsten im Erdboden versinken will): Äh... Wohnen!

Jetzt fiel auch das selbstgefällige Lächeln von Dr. Stier in sich zusammen und er schaute fassungslos zu Maria, deren Wangen wie sonnengereifte Äpfel blutrot glühten und die den Blicken der beiden Männer auszuweichen versuchte...

Cedric (seine Stimme geht drei Oktaven höher): Nee oder? Ihr wohnt zusammen?
Lilly (sieht ihren Vater fragend an): Hä?

Jetzt erwachte Dr. Hassmann endlich aus ihrer Schockstarre, während Mehdi seine Tochter schon mal sanft ins Gebäude schob. Das war schon peinlich genug. Sie sollte nicht noch Fragen stellen, die Maria vielleicht unangenehm werden könnten, auch wenn ihm selbst die eine oder andere Frage auf den Lippen brannte.

Maria (sieht ihren Ex eindringlich an): Cedric, geh einfach!
Cedric (schaut sie konsterniert an): Aber ich dachte...?
Maria: Wie ich schon sagte, wir sind quitt! Ok?

Sie blickte ihr Gegenüber unmissverständlich an. Cedric hatte verstanden und senkte geknickt seinen Blick. ER war also immer noch der Grund, warum sie ihn immer wieder von sich stieß. Er hätte es gleich wissen müssen. Sie war also doch mehr in ihn verschossen, als er gehofft hatte. Dabei war doch bei den beiden Schluss. Oder etwa nicht? Aber er war doch bei der Trennungszeremonie live und in Farbe dabei gewesen. Was wollte sie denn noch von ihm? Cedric warf Dr. Kaan noch einen eifersüchtigen Blick zu, der daraufhin irritiert die Stirn runzelte und dann seiner Tochter kommentarlos ins Gebäude folgte, und ließ seine plötzlich sehr abgekühlte Exfrau schließlich allein. Der stolze Mann schwor sich, er würde nicht noch einmal angekrochen kommen. Noch so eine Blamage und öffentliche Kastration würde er nicht mitmachen. Es hatte ihm wirklich viel Überwindung gekostet, ihr alles zu beichten. Ein bisschen Dankbarkeit hätte er da schon erwartet. Aber nein, sie ließ ihn wieder wegen dem Warmduscher stehen. Dabei war es doch gerade wirklich schön gewesen. Fast wie früher. In ihrer Hochzeit. Aber wahrscheinlich ließ sich die Zeit einfach nicht zurückdrehen. Er hatte es so gehofft.

Erleichtert atmete Maria aus, als Cedric sich endlich umdrehte und ging. Schlimm genug, dass ihr unverschämter Exmann immer noch so eine Wirkung auf sie hatte, dass sämtliche Sicherungen bei ihr durchknallten, aber dass ausgerechnet Mehdi Zeuge von ihrer kurzfristigen Verwirrung gewesen war, musste nun wirklich nicht sein. Was er jetzt wohl von ihr dachte? Dass sie sich gleich kopfüber in die nächste Enttäuschung stürzte? Dabei war es noch nicht mal so. Obwohl... es ging ihn ja wohl überhaupt nichts mehr an, mit wem sie wo und warum rumknutschte. Oh Gott, Mehdi hatte sie mit Cedric gesehen!!! Das konnte doch einfach nicht wahr sein. Peinlich berührt strich sie sich über ihre erhitzte Wange, die plötzlich im Lichtschein zweier Autoscheinwerfer stand. Sie blendeten sie. So konnte Maria nicht den enttäuschten Gesichtsausdruck ihres Exmannes erkennen, der seine personifizierte Versuchung ein letztes Mal ins Visier nahm.

Als Cedric endlich mit seinem Jaguar davon gefahren war, schlich Maria schnell ins Haus und schloss sicherheitshalber die Eingangstür ab, bevor dieser Idiot nicht noch auf dumme Gedanken kam und noch einen Versuch startete, um erfolglos bei ihr zu landen. Als sie kraftlos die Zwischentür aufschob, nahm sie noch einen Bruchteil eines Vater-Tochter-Gesprächs wahr. Damit ging auch ihre letzte Hoffnung flöten, Mehdi wäre schon längst in seiner Wohnung verschwunden und hätte das Gesehene vergessen. Aber nein, er half seiner Tochter gerade dabei, ihre nassen Schuhe auszuziehen und sie plauderten dabei. Über sie!

Lilly: Wer war das denn?
Mehdi (weiß nicht wirklich, wie er das Gesehene deuten soll): Äh... gute Frage.

Maria: Nur ein Kollege.

...gab Maria plötzlich von sich und wusste selbst nicht, wieso sie das getan hatte. Irritiert fuhr Mehdis Kopf herum und er sah die Brünette fragend an, während Lilly neugierig ins Licht trat und nachhakte.

Lilly: So wie Papa und Schwester Gabi?

Sowohl Maria als auch Mehdi rissen ihre Augen weit auf. Der Familienvater räusperte sich nervös und wusste im ersten Moment nicht, wie er reagieren sollte. Die verlassene Oberärztin spürte dagegen wieder einen Stich in ihrer Herzgegend und antwortete eher patzig...

Maria: Sicher nicht.
Lilly (beißt sich auf ihre Unterlippe u. sieht ihren sprachlosen Papa fragend an, ob sie etwas Falsches gesagt hat): Oh!
Maria (fasst sich schnell wieder u. betritt die erste Treppenstufe nach oben): Ich muss dann. Sarah ist ganz allein oben.
Mehdi (lächelt verlegen): Ja.
Oh Mann, war das peinlich! Vielleicht sollte ich doch schon mit Lilly über Gabi reden?

Doch bevor Maria sich verdünnisieren konnte, äußerte Sarah schüchtern noch einen Herzenswunsch, der die Ärztin innehalten ließ...

Lilly: Frau Dr. Hassmann, darf ich vielleicht die Sarah besuchen?
Mehdi (sieht vorsichtig zu Maria): Lillymaus, ein anderes Mal, wenn...
Maria (fällt ihm ins Wort u. kommt die drei Stufen wieder herunter, die sie bereits hochgegangen ist): Nee, nee, lass nur Mehdi! Gegenvorschlag: Könnte ich sie vielleicht für ein Stündchen zu euch runterbringen. Ich bräuchte...
... einen Moment zum Nachdenken.

Mehdi ließ sie gar nicht erst weiterreden und unterbrach sie lächelnd...

Mehdi: Gerne!
Maria: Gut!
Lilly (freut sich sichtlich): Au ja!

Ihr Vater öffnete die Wohnungstür und Lilly stürmte hinein, um schon mal ihre Barbiesammlung zusammen zu sammeln, während sich Mehdi und Maria einen Moment lang stumm anschauten. Dann wagte Mehdi einen zögerlichen Vorstoß, weil ihm das Gesehene einfach keine Ruhe ließ. Mit eher mäßigem Erfolg.

Mehdi: Also Dr. Stier...?
Maria (unterbricht ihn barsch u. geht schnell die Treppe hoch): Sag .... nichts! Ich hol sie vorm Sandmann wieder ab.
Mehdi: Okay!?

Mehdi sah der Flüchtenden irritiert hinterher und schüttelte dann den Kopf. Was für ein verrückter Tag, sagte er sich und betrat dann ebenfalls seine Wohnung. Keine fünf Minuten später klingelte es auch schon an seiner Tür und ein breit grinsendes kleines Mädchen stand davor, knuddelte ihn kurz und rannte dann zu Lilly, die mit ihrer Barbiefamilie auf dem Sofa saß. Mehdi schloss schmunzelnd die Tür und wandte sich den beiden Mädchen zu...

Mehdi: Na wer von euch hat Lust Pizza zu backen?
Lilly/ Sarah (im Chor): Ich! ... Ich!

Und während die Kaansche Küche in ein Trümmerfeld verwandelt wurde, hatte sich Maria Hassmann drei Etagen höher in ihre Badewanne verkrochen und genoss ein wohltuendes Aromabad, um endlich ihren Kopf wieder frei zu bekommen. Unweigerlich gingen ihre Gedanken wieder zu der vertrackten Situation mit Cedric zurück. So konnte es einfach nicht weitergehen. Sie konnte nicht jedes Mal schwach werden. Das animierte ihn doch nur noch mehr. Und sie wollte nicht mehr. Egal ob er sich wegen der Ereignisse geändert hatte oder nicht. Ihr Leben war doch schon kompliziert genug und da brauchte sie nicht noch die nächste Katastrophe. Und die war mit ihm schon vorprogrammiert. Sie musste sich wieder auf sich selbst konzentrieren. Allein war sie schon immer besser gefahren. Sie würde an diesem Vorsatz festhalten. Maria tauchte nun unter und kam nach einigen Sekunden schaumbedeckt wieder hervor. Sie strich sich prustend über ihr Gesicht. Schluss damit, ein für alle mal, beschloss sie für sich. Cedric Stier hatte keine Bedeutung mehr in ihrem Leben und würde es nie wieder haben.

Lorelei Offline

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15.10.2011 19:15
#1142 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Nachdem es bei Ceria noch nicht zu Zucker gereicht hat (Sorry!!! ), hätte ich vielleicht hier eine etwas größere Dosis als Entschädigung anzubieten. Im ersten Teil dieser Szene wird übrigens auch geklärt werden, was unsere Lieblingshäsin für Mehdis Geburtstag ausgeheckt hat. Der zweite Teil ist dann aber nichts mehr für die Kücken unter euch. FSK 21!!! Wir hatten ja schon lange keine Szenen dieser Art mehr. (Auch dafür Sorry!) Aber ich hab ja gemerkt, wie sehr ihr auf Entzug seid. Vielleicht entschädigt das ja für die lange Durststrecke. Viel Vergnügen! Ich ziehe mich dann mal dezent zurück. Ich hab euch lieb. Das hier ist für euch, meine treuen Seelen. Genau das Richtige an diesem kalten Tag. Eurer Schneckchen




Etwa zur gleichen Zeit in einer anderen Badewanne der Hauptstadt

Ein junger sehr attraktiver gut gebauter nackter Mann reckte seinen Kopf in die Höhe und schaute seine ebenso unbekleidete Freundin, die im warmen Wasser angeschmiegt in seinen Armen lag und verträumt seine Brust kraulte, mehr als skeptisch an...

Marc: Hältst du das wirklich für eine gute Idee?
Gretchen (strahlt begeistert): Das ist die beste Idee, die ich je hatte.
Ich bin schon so gespannt, wie Mehdi reagieren wird. Na der wird vielleicht Augen machen. Jippie!
Marc (zieht eine Augenbraue nach oben): Ah ja!?
Gretchen: Hey!

Die blonde Frau, die Marcs skeptischen Unterton durchaus herausgehört hatte, wandte ihren Lockenkopf herum, funkelte ihr amüsiert grinsendes Gegenüber eingeschnappt an und drückte es plötzlich unter Wasser. Marc prustete los, als er nach Luft japsend wieder unter der Schaumkrone auftauchte, die nun seinen Kopf zierte und die er sich hektisch vom Gesicht wischte, weil sie in seinen Augen brannte. Gretchen lachte sich derweil schlapp und hatte es sich sicherheitshalber auf der anderen Seite der von brennenden Kerzen umrahmten Badewanne bequem gemacht. Dieses gemeine Attentat ließ sich ein Marc Meier natürlich nicht gefallen. Jetzt war sein Mädchen fällig, schwor er sich und seine Augen funkelten verräterisch auf. Und bevor sie überhaupt reagieren konnte, hatte er schon ihr linkes Bein gepackt und zog sie zu sich. Nun lag die sexy Badenixe prustend unter dem Schaumteppich, der durch ihre heftig rudernden Bewegungen nach und nach über den Badewannenrand schwappte und den Badezimmerboden überschwemmte.

Gretchen: Maaaahaaarc!

... schrie Gretchen verzweifelt um Luft japsend. Jetzt war Marc derjenige, der von ganzen Herzen lachte, aber nicht lange. Er half seiner verunglückten Badenixe schließlich aus ihrer misslichen Lage und zog sie nun ganz zu sich heran. Noch wehrte sie sich dagegen und schlug heftig um sich, aber er hatte ihre Handgelenke schnell umfasst und mit seinen Beinen ihren Körper. Das kleine Biest gab sofort Ruhe und drückte sich schließlich wie ein Schmusekätzchen an seinen gestählten Oberkörper, über den sie nun vorsichtig mit ihren zarten Händen streichelte. Marc lächelte und strich ihr zärtlich die nassen Haare aus dem Gesicht...

Marc: Du musst zugeben, diese Rache hattest du verdient.
Gretchen (klopft noch einmal gegen seinen Brustkorb, dann kuschelt sie sich an ihn): Blödmann!
Marc (schlingt schmunzelnd seine Arme um ihren samtweichen Körper): Blödfrau!
Gretchen (sieht lachend in sein verschmitztes Gesicht): Also denkst du nicht, dass Mehdi sich freuen wird?
Marc (verdreht die Augen, als sie so unvermittelt zum eigentlichen Thema zurückkehrt): Das hab ich so nicht gesagt. Natürlich fährt er darauf ab. Kennst ihn doch. Aber für mich wäre es nichts.
Gretchen: Wie kann man nur so ein Partymuffel sein?
Marc (lässt das natürlich nicht auf sich sitzen): Bin ich nicht, im Gegenteil. Du weißt ja, dass ich für die geilsten Partys stadtbekannt bin. Aber wie ich dich kenne, willst du bestimmt überall rosa-rote Girlanden und Luftballons aufhängen, spießige Häppchen servieren und alberne Spielchen machen. Da kann ich meinen Namen natürlich nicht drunter setzen.
Boah Männer!
Gretchen (richtet sich eingeschnappt auf): Marc, das wird kein Kindergeburtstag.
Marc (lacht u. zieht sie zurück in seine Arme): Aber ein Mädchengeburtstag.
Gretchen (blitzt ihn an): Sehr witzig! Mach’s doch besser!
Marc (jetzt löst er sich u. sieht sie gespielt entsetzt an): Wie? Ich soll da mitmachen?
Gretchen (regt sich gleich wieder auf u. erklärt es noch einmal für Schwerverständliche): Boah Marc, er ist unser allerbester Freund. Das wird unser gemeinsames Geschenk für ihn. Nach all den Turbulenzen des letzten Jahres hat er eine richtige Gute-Laune-Party verdient mit guter Musik, leckerem Essen und einem schönen Beisammensein mit seinen Freunden und der Familie. Alle haben schon zugesagt, also zumindest die, die ich vorhin auf die Schnelle erreicht habe.
Tzz... Frauen!
Marc (lehnt sich stöhnend ans Kopfende der Wanne zurück): Na super!
Gretchen (legt ihren süßesten und überzeugendsten Dackelblick auf u. krault verführerisch seinen Brustkorb): Bitte, bitte, bitte!
Marc (kann ihr nichts abschlagen u. gibt sich schließlich geschlagen): Boah! Okaaay! Ich besorg den Alk und bring meine Platten mit. Und du lässt die Girlanden und die albernen Hüte weg. Und wage es ja nicht, irgendsolche peinliche Spiele zu machen. Es sei denn, es ist „sieben Minuten im Himmel“ und ich darf mit dir in den Schrank.
Jippie!!!
Gretchen (knutscht ihn sofort stürmisch ab): Super! Du bist so ein Schatz! Das wird ein tolles Fest.


http://www.youtube.com/watch?v=myPQvgS7zu0

Marc erwiderte nichts mehr darauf und ließ sich lieber auf eine wilde Knutscherei mit der Partyplanerin ein, deren Initiator natürlich er war. Er merkte aber bald, dass seine Süße zu frieren begann. Das Wasser war nach den ganzen Diskussionen und Wasserspielchen mittlerweile kalt geworden. Er gab Gretchen einen letzten innigen Kuss auf den Mund und strich ihr dabei liebevoll über ihren Arm, auf dem sich bereits eine Gänsehaut gebildet hatte, dann stieg er aus der Wanne und schnappte sich ein Handtuch, rubbelte sich daran die Haare trocken und wickelte es dann locker um seine Hüfte. Gretchen sah ihrem heißen Freund sabbernd hinterher und ihr war plötzlich gar nicht mehr so kalt wie noch einige Sekunden zuvor, als er im Schrank unter dem Waschbecken nach einem großen Badetuch für seine Liebste suchte. Nachdem er fündig geworden war, kam er schnell zurück zur Wanne. Gretchen erhob sich daraufhin. Marc legte das Tuch um ihren schlotternden Körper, rubbelte sie liebevoll ab und hob sie dann vorsichtig aus der Wanne. Gretchen schmiegte sich sogleich an ihren fürsorglichen Freund, der sie gleich weiter ins Schlafzimmer trug und sie dann vorsichtig aufs Bett legte. Er deckte sie liebevoll zu, machte noch schnell Klarschiff im Badezimmer und krabbelte dann neben seine sexy Freundin unter die kuschelig warme Bettdecke. Gretchen schmiegte sich sofort an diesen aufregenden Mann und strich mit ihren Füßen immer wieder über seine Beine. Marc grinste und schloss seine Schmusekatze in seine Arme. Schnell fanden seine Hände dorthin zurück, wo sie in der Badewanne aufgehört hatten, Zentimeter für Zentimeter nackte Haut zu erkunden. Diese war so samtweich und duftete betörend nach tropischen Früchten und süßer Schokolade. Er liebte diesen verführerischen Geruch, von dem er nicht genug bekommen konnte. Seine Nase strich suchend ihren filigranen Hals hinab und versuchte, diesen unvergleichlichen Duft aufzusaugen und für die Ewigkeit zu speichern. Unter Millionen von Frauen würde er seinen Haasenzahn sofort und ohne Umschweife herausriechen. Gretchen Haase war nun mal einzigartig und diese besondere sinnliche Note sollte nur ihm vorbehalten sein. Doch Marc Meier wollte mehr. Er wollte sie nicht nur riechen, sondern auch endlich schmecken. Seine weichen Lippen legten sich ganz automatisch in ihre Halsbeuge und verwöhnten sie dort. Gretchen schnurrte leise wie ein neugeborenes Kätzchen, als sie seine zärtlichen Berührungen mit großem Wohlwollen auskostete und sich ihm hingab. Ihr Verführer schaute kurz auf und lächelte. Strahlend vor Glück und Erfüllung. Sie hatte ihre tiefblauen Augen geschlossen und ein verträumtes Lächeln lag auf ihrem sinnlichen Mund, der regelrecht zum Küssen einlud. Marc musste diesem Drang einfach nachkommen und sie jetzt küssen. Gefühlvoll legten sich seine Lippen auf ihren verführerischen Erdbeermund und verschmolzen zu einem betörenden sehr intimen Kuss, der Gretchens Sinne tief berührte. Während dessen robbte Marc sich vorsichtig auf ihren Körper, der so unschuldig in seiner ganzen Schönheit vor ihm lag, und zog mit seiner freien Hand die warme Bettdecke über ihre Köpfe, damit sie nicht zu frieren brauchten. Gretchens Hände wanderten in Schlängellinien über seinen muskulösen Rücken, zogen jeden Wirbel seiner Wirbelsäule nach und fanden schließlich Halt an seinem knackigen Po. Marc stöhnte auf und ließ kurz von ihren Lippen ab. Gretchen öffnete ihre Augen und die beiden Liebenden sahen sich für den Hauch einer Sekunde einfach nur an. Tief in die Seele des jeweils anderen blickten sie und lächelten dabei. Marc strich seiner Traumfrau mit der rechten Hand über die leicht gerötete Wange. Ihre glitzernden Augen strahlten ihn an und sagten ihm, wie sehr sie ihn doch liebte. Der verzauberte Mann verlor sich regelrecht darin und senkte seine Lippen langsam wieder auf die ihren. Dieser Kuss war leidenschaftlicher als der Vorangegangene und voller Begierde. Die beiden drehten sich im Bett. Nun lag Gretchen auf Deutschlands wohl heißesten Oberarzt. Sie löste den Kuss schwer atmend und zwinkerte ihm frech zu. Marc grinste nur, als sich seine verspielte Freundin ihre nassen Haarsträhnen, die widerspenstig immer wieder in ihr wunderschönes Gesicht fielen, hinter ihr Ohr klemmte und dann ihren Kopf senkte, um seinen Oberkörper mit tausenden von kleinen Küssen zu verwöhnen, die sich regelrecht in seine Haut einbrannten. Marc stöhnte unkontrolliert auf, entspannte sich aber schnell wieder und ließ sie einfach machen. Er schloss seine Augen und genoss einfach nur, wie die Schmetterlinge in seinem Bauch zu tanzen begannen und sich eine Gänsehaut auf jeder Stelle bildete, die sie gerade mit ihren brandgefährlichen Lippen berührte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, das ihn durchströmte, und er wollte nicht, dass es jemals aufhörte. Gretchen ging sogar weiter, als er es sich in seinen kühnsten Träumen erhofft hatte. Doch der coole Macho schritt noch rechtzeitig ein, bevor sie ihm ganz den Verstand raubte. Jetzt war sie erst mal an der Reihe. Sie sollte genau dasselbe Gefühlserlebnis erleben wie er gerade eben. Er zog ihren Kopf nach oben und küsste sie wild und zügellos, dass es ihr den Atem raubte. Dabei drehten sie sich auf die Seite. Marcs Hände strichen verlangend die Konturen ihres perfekten Körpers nach. Gretchen schnurrte leise und ein süßes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als er sie sanft in die weichen Kissen drückte und anschließend ihr Dekolletee mit heißen Küssen benetzte. Ihr erhitzter Körper streckte sich ihm stöhnend entgegen, was ihn nur noch mehr erregte und zu mehr verleitete. Seine Hände hatten ihre pure Weiblichkeit schon längst umfasst und massierten sie gefühlvoll. Gretchens Stöhnen wurde lauter. Ihr Körper ruheloser. Sie wand sich unter seinen immer fordernder werdenden Berührungen heftig auf dem Bett hin und her, war von den Haar- bis zu den Zehenspitzen aufs äußerste erregt und krallte ihre Hände halt suchend in Marcs nasse Haare. Erst als er mit seinem Mund ihre zarte Knospe umspielte, hielt sie den Atem an und rührte sich für einen Moment nicht mehr. Das Kribbeln übernahm nun ganz die Kontrolle über ihren Körper, schoss in ihre Lenden. Ein tiefer Seufzer verdeutlichte auch Marc den Zustand ihrer Erregung. Schwer atmend löste er sich von ihren aufregenden Hügeln und blickte Gretchen kurz in ihr gerötetes wunderschönes Gesicht. Er strich ihr noch einmal zärtlich über ihre Wange. Sie lächelte. Ihre Lider flackerten, doch sie öffnete sie nicht. Sie war schon tief im Reich der Sinne entschwunden. Marc folgte ihr dorthin. Er senkte seine Lippen wieder in die Mulde zwischen ihren prallen Brüsten und strich mit einer Hand gefühlvoll über ihren flachen Bauch und ließ sie schließlich in ihren Schoss sinken. Gretchen öffnete bereitwillig ihre Schenkel und gewährte ihm Eintritt in das Tal des Glücks. Sie gab sich ihm und seinen Berührungen völlig hin, keuchte unkontrolliert und ohne Scham. Das Hochgefühl des Orgasmus trug sie auf Flügeln direkt in den Himmel. Sie wollte nicht, dass es jemals endete und schob Marcs Kopf unbedacht weiter zu ihrer Körpermitte. Er grinste nur verschmitzt und erfüllte ihr diesen Herzenswunsch mit großem Vergnügen, auch wenn ihre Kopfmassage bei ihm weniger sanft war als seine sanften Zungenspiele in ihrem Schoss. Aber ihr ein unbeschreibliches Glückserlebnis zu verschaffen, waren ihm diese Schmerzen wert. Als ihr Körper heftig zu zucken begann, sich ihre Finger verkrampften und sich von ihm lösten, löste auch er sich von Gretchen und beobachtete sie zufrieden und völlig fasziniert während ihres Rausches. Sein Herz klopfte wie wild. Die Befriedigung, die er dabei erlebte, war fast genauso groß, als wenn er sie selbst körperlich fühlen würde. Er wanderte wieder ans Kopfende des Bettes, schlug die Bettdecke auf, um nach Luft zu schnappen. Gretchen war immer noch in ihrem Gefühlsrausch vertieft, als dass sie es mitbekommen hätte. Er lächelte, als sie nach Minuten endlich ihre Augen aufschlug und direkt in die smaragdgrünen Augen ihres Freundes schaute, die sie aufzuschlingen versuchten. Sanft bettete Marc seine Lippen wieder auf ihren Mund und sie küssten sich zärtlich, ohne sich zu bedrängen. Minutenlang schmusten sie einfach nur, hielten sich im Arm, streichelten sich sanft, bis das Verlangen nacheinander doch wieder stärker wurde. Gretchen nickte leicht mit dem Kopf, was Marc mit einem charmanten Lächeln und einem weiteren sanften Kuss erwiderte. Vorsichtig legte er sich zwischen ihre Beine, die Gretchen angewinkelt hatte, griff nach ihren beiden Händen und verschränkte seine Finger mit den ihren. Und im sehnsüchtigen Kuss vereint, drang er zärtlich in sie ein. Beide hielten den Atem an, als sie sich so intim verbunden fühlten. Stirn an Stirn lagen sie da, sahen sich tief in die Augen und rührten sich nicht. Körper und Geist waren eins in diesem Moment. Erst als ihre im Gleichtakt pochenden Herzen sich immer mehr bemerkbar machten, merkten sie, dass sie weiteratmen mussten. Und im gleichen Moment, als sie endlich Luft holten, begann Marc sich langsam in ihr zu bewegen. Gretchen stöhnte bei jedem Stoß. Sie löste eine Hand von seiner und legte sie Marc an die Wange, der sanft lächelte und sich sehr gefühlvoll in ihr vor und zurückzog. Das Loveboat fuhr sehr gemächlich von einer Woge zur nächsten. Auch wenn er den Drang verspürte, einen Gang zuzulegen, so unterließ er es. Der langsame Rhythmus war genau das, was er wollte und Gretchen schien es sehr zu genießen. Aber auch kein Wunder bei dem Glücksgefühl, das Marc gerade bei ihr auslöste. Ihr Körper schien voller Liebe zu sein und sie kostete das zärtliche Spiel mit allen Sinnen aus. Immer wieder küssten und streichelten sie sich. Schließlich bettete Marc seinen Kopf zwischen ihren weichen Rundungen. Er spürte, dass es nicht mehr lange andauern würde, aber er wollte unbedingt ihr Herz dabei schlagen hören. Gretchen küsste gerührt seine Stirn und streichelte immer wieder über seine Wange. Dann winkelte sie ihr Bein noch weiter an, um ihn noch intensiver spüren zu können. Marc kam ihren Wünschen nach und schon erfasste sie die Welle ins Paradies. Laut und unkontrolliert stöhnend klammerte Gretchen sich an seinen erhitzten Körper. Und schon folgte auch er ihr mit der nächsten Welle ins Glück. Sie blieben noch lange so vereint liegen, auch wenn sie sich mittlerweile auf die Seite gedreht hatten, damit Gretchen nicht noch länger seine Last tragen musste. Sie schauten sich tief in die Augen, wollten, dass die Zeit still stand und das tat sie für die beiden. Ein letzter verliebter Kuss folgte, dann schliefen sie eng umschlungen ein im Hafen des Glücks.

Lorelei Offline

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16.10.2011 17:53
#1143 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Zuckersüchtigen! Ich danke euch auch an der Stelle noch einmal von ganzem Herzen für die bewegenden Kommentare zum letzten Teil. Schwelgt ruhig noch eine Weile in den Erinnerungen daran und seid mir bitte nicht böse für das, was gleich kommt. Aber auf Sonnenschein folgt auch manchmal ein kleines Wölkchen Zwietracht. Denkt einfach daran, dass die Sonne schneller zurückkommen kann, als man denkt. Viel Spaß also bei den Geständnissen eines Dr. Meiers und der eigentlich zu erwartenden Reaktion eines Trotzkopfes. Trotzdem einen schönen Abend noch, eure Lorelei




Am nächsten Morgen in der Meier-Haasschen Küche

Gretchen: Du hast bitte WAS? Bist du jetzt vollkommen übergeschnappt?

... schrie Gretchen Haase entsetzt auf, nachdem ihr Freund so ganz nebenbei am gemütlichen Frühstückstisch von seinem Spontanentschluss erzählt hatte, der eine gewisse Immobilie betraf, die er gestern durch eine glückliche Fügung des Schicksals hier im Haus besichtigt hatte. Unwirsch blickte Marc nun von seiner gelben Müslischale auf, in der er die ganze Zeit über nervös mit seinem Löffel herumgerührt hatte, bis er genug Mut gefasst hatte, Gretchen zu fragen, was sie davon halten würde, nach oben zu ziehen, und schaute nun zögerlich in das ärgerliche Gesicht seiner Freundin, die irgendwie nicht so sehr wie er von seiner Idee überzeugt war.

Marc: Wieso regst du dich denn jetzt so künstlich auf?
Gretchen (lässt endgültig von ihrem Nutellabrötchen ab, das sie halbabgebissen hat und an dem sie sich fast verschluckt hätte, weil es ihr einfach den Appetit verschlagen hat, u. fährt ihr verständnisloses Gegenüber sauer an): Warum ich mich aufrege, Marc? Wie kommst du überhaupt auch nur auf den Gedanken, umziehen zu wollen? Davon war doch nie die Rede.
Marc (schiebt sich lässig den Müslilöffel in den Mund u. kuckt sie mit Unschuldsmiene an): Hat sich so ergeben.
Das glaube ich jetzt nicht.
Gretchen (gestikuliert wild in der Luft herum u. pampt ihn an): Hat sich so ergeben? Gibt es jetzt Wohnungen schon im Sonderangebot oder was? Dann sollte ich wohl noch mal in die letzte Supermarkt-Broschüre reinschauen.
Marc (legt beleidigt den Löffel zur Seite): Boah Haasenzahn! Nicht im Sonderangebot. Eher... das Gegenteil. Eigentlich ist es ja eine Eigentumswohnung. Aber... Top Lage. Super in Schuss. Also frisch renoviert. Wir könnten sofort einziehen. Der Schlagerfuzzi hat schon seine sieben Sachen gepackt und sich nach Malle verabschiedet.
Gretchen (klappt fassungslos den Mund weit auf u. sieht ihn fahrig an): Eigentumswohnung? Spinnst du? Hast du neuerdings im Lotto gewonnen? Wann hast du dir gedacht, mir das erzählen zu wollen?
Marc (kleinlaut): Na das mache ich doch... jetzt.
Gretchen (stellt sich quer): Jetzt? Klar! Und was heißt hier, wir könnten sofort einziehen? Du klingst so, als hättest du dich schon längst entschieden. Aber da mache ich nicht mit, mein Freundchen. Du weißt, wie sehr ich deine Alleingänge hasse.
Marc (schiebt augenrollend die Müslischale beiseite u. legt seine beiden Hände auf den Tisch u. sieht Gretchen durchdringend an): Haasenzahn, hör mal, die Vorteile liegen doch auf der Hand.
Gretchen (verschränkt zickig ihre Arme u. lehnt sich auf ihrem Stuhl zurück): Da bin ich aber mal gespannt.
Boah eh, so eine kleine Zicke! Na warte, dich krieg ich noch. Ok, ok, wo fang ich noch mal an?
Marc (holt tief Luft u. versucht die Argumente, die er sich gestern Abend zurechtgelegt hat, zusammenzukriegen, was ihm nicht ganz so überzeugend gelingt wie in seinem Gedankenspiel): Also erst mal würden wir den Umzugswagen sparen. Nur alles in den Aufzug, den fünften Stock drücken und umgezogen.
Gretchen (ironisch): Wie praktisch!
GGGRRR!!!
Marc (rollt mit den Augen u. probiert es weiter): Außerdem hätten wir da viel mehr Platz als hier. Fast das Doppelte. Wir würden uns nicht mehr ständig über die Füße laufen und...
Gretchen (fällt ihm patzig ins Wort): Sag doch gleich, dass ich dich nerve und du deine Ruhe vor mir haben willst.
Herrgott noch mal! Das gibt’s doch nicht!
Marc (rauft sich schon fast die Haare): Boah! Das hab ich doch damit gar nicht gemeint. Schau mal, Haasenzahn, deinen ganzen Kram haben wir doch auch nur mit Müh und Not hier reingekriegt. Die Hälfte liegt doch noch im Keller.
Gretchen: Als ob du mir erlauben würdest, mein Zeug mit in die neue Wohnung zu nehmen.
Marc (wenig überzeugend): Doch, doch!
Gretchen (fordert ihn heraus): Auch den Pferdekopf?
Nee, nur über meine Leiche!
Marc (zögert zu lange): Äh... na ja....
Gretchen (beleidigt): Siehst du!
Marc (ringt sich zu einem Kompromiss durch): Vielleicht ... ins ... Gästezimmer?
Gretchen: Wozu ein Gästezimmer? Du lädst doch eh nie jemanden zu uns ein.
Marc: Das ... können wir doch dann ... ändern? Weißt du, der Wohnbereich ist riesig. Lichtdurchflutet. Also hell, so wie du es gerne magst. Große Panoramafenster. Ach hab ich schon von der Dachterrasse erzählt?
Gretchen (bleibt stur desinteressiert, obwohl sich schon das eine oder andere schöne Bild in ihrem Kopf bildet): Nein!
Marc: Du kannst sogar den Fernsehturm sehen.
Echt?
Gretchen (hebt ihre Lippen für ein schiefes Lächeln): Schön!
Gott, was soll ich denn noch machen, um sie zu überzeugen?
Marc (wird immer kleiner auf seinem Stuhl u. ist mit seinem Latein fast am Ende): Soll ich von der Küche erzählen? Die...die geht gleich in den Wohn- und Esszimmerbereich über.
Gretchen (schüttelt den Kopf): Nein! Spar dir die Mühe! War ja klar, dass du mich dort siehst.
Marc (hat schließlich genug von ihrer Zickerei u. zickt zurück): Sag mal, du willst mir gar nicht richtig zuhören oder?
Gretchen (blitzt ihn an): Blitzmerker!
Marc (gibt geschlagen auf u. lässt enttäuscht die Schultern hängen): Mann, was soll ich denn noch machen, hä?
Gretchen (blickt ihn verständnislos an): Weißt du, ich versteh dich einfach nicht. Wir haben doch ein schönes Leben hier.
Marc: Das können wir doch dort auch haben.
Gretchen: Ich mag aber unsere Wohnung.
Marc (rutscht auf den Stuhl neben sie u. nimmt ihre Hand u. sieht ihr in die Augen): Ich doch auch, aber du... du hast sie nicht gesehen. Das ist genau der Typ Wohnung, von dem ich immer geträumt habe.
Gretchen (zieht ihre Hand schnell wieder zurück u. blickt ihn gekränkt an): Ja, da sieht man es mal wieder. Das ist dein Traum!
Marc (sieht sie verständnislos an): Was ist denn daran schon wieder falsch? Weißt du, ich versuche dir immer alles recht zu machen. Ich erfüll dir jeden Mist und hol dir deine funkelnden Himmelsdinger vom Himmel. Aber wenn ich mal ein kleinwenig Entgegenkommen verlange, machst du gleich komplett dicht.
Gretchen (trotzig): Das stimmt doch gar nicht. Ich denke sehr wohl auch an deine Bedürfnisse.
Marc: Ach ja!? Wenn du mich zum Scheiß-Salsa schleifst und mir die Fernbedienung klaust, um deine blöden männerdiskriminierenden Serien zu schauen, wenn ich eigentlich Fußball kucken will.
Gretchen: Und warum sagst du dann nie was?
Marc (redet sich richtig in Rage): Weil du dann gleich wieder hochgehen würdest so wie jetzt auch und sinnlose Grundsatzdiskussionen starten würdest, auf die ich echt keinen Bock habe.
Gretchen (verletzt): Sinnlos? Du findest unsere Beziehung sinnlos?
Marc (platzt gleich): Mann, natürlich nicht. Es geht doch hier nicht um unsere Beziehung, sondern lediglich um diese verfickte Wohnung, verdammt.
Gretchen: Wenn du über meinen Kopf hinweg solche Entscheidungen triffst, greift das sehr wohl unsere Beziehung an.
Ich werd hier noch verrückt. Ihr kann man es echt nicht recht machen.
Marc: Aber du sagst doch immer, wir sollen an die Zukunft denken. Das tue ich. Dieses Objekt wäre die perfekte Geldanlage.
Er versteht es einfach nicht.
Gretchen (eingeschnappt): Na toll. Dann leg doch DEIN blödes Geld dort an.
Marc (versteht so langsam gar nichts mehr): Was hast du denn jetzt wieder?
Gretchen: Was ich habe? Du sprichst die ganze Zeit nur, was DU machen willst, obwohl es uns beide betrifft, UNS, Marc. Das ist eine weit reichende Zukunftsentscheidung, aber du stellst mich hier vor vollendete Tatsachen. Denkst du nicht, dass ich da auch ein Wörtchen mitzureden habe, wie und wo ich in den nächsten Jahren leben möchte.
Marc: Aber wir reden doch gerade. Und ich hätte niemals über deinen Kopf hinweg entschieden. Mensch, das hat sich doch alles gestern erst ergeben. Ich hätte letztes Jahr schon das Penthouse kriegen können, wenn mir nicht jemand zuvor gekommen wäre. Vielleicht würden wir eh schon längst darin wohnen, was diese ganze Diskussion dann völlig überflüssig gemacht hätte. Und wenn Mehdi und Gabi das Apartment jetzt nicht angeschaut hätten, hätte ich doch gar nicht mitbekommen, dass es überhaupt wieder zur Verfügung steht.
Gretchen (horcht auf): Moment mal, Mehdi und Gabi? Das ist ja unfassbar! Du willst ihnen ihre Wohnung wegnehmen.
Marc (seine Stimme geht ungläubig zwei Oktaven höher): Was? Quatsch! Nein, die ist doch eh eine Nummer zu groß für die beiden.
Gretchen (sarkastisch): Aber für den großen Oberarzt der Chirurgie kann es nicht groß genug sein, hä? Damit er schön angeben kann.
Marc (ironisch): Klar bei all den Frauen, die ich beeindrucken will.
Gretchen (blitzt ihn scharf an u. beißt dann wütend von ihrem Nutellabrötchen ab): Schön!
Marc (trotzig): Schön!

Auch Marc schnappte sich nun ein Brötchen aus dem Brotkorb, bestrich es dick mit Butter und schmiss ein Stück Käse darauf, dann biss er herzhaft davon ab. Erst ignorierten sie sich, dann belagerten sie sich aber doch wieder mit uneinsichtigen Blicken. Keiner von beiden wollte nachgeben. Erst als sich ihre Hände nach Minuten des Schweigens zufällig im Brötchenkorb berührten, wurden ihre Blicke weicher. Gretchen zog ruckartig ihre Hand zurück und umschloss damit schnell ihre Tasse lauwarmen Kakaos, mit der sie sich ein wenig zur Seite drehte. Marc lehnte sich dagegen seufzend zurück und beobachtete seine widerspenstige Freundin, wie sie ihn stur ignorierte. Es war doch echt zum Mäusemelken, dachte er verzweifelt und durchbrach schließlich mit sanfter Stimme das eiserne Schweigen...

Marc: Süße, schau sie dir doch erst mal an, mmh! Und dann reden wir weiter.
Gretchen (trinkt den letzten Schluck Kakao aus u. sieht ihn dann kurz an): Ich hab schon was vor.
Marc (irritiert): Was denn?
Gretchen (schiebt den Stuhl zurück u. steht auf u. fängt an, den Frühstückstisch abzuräumen): Schon vergessen, Mehdi hat morgen Geburtstag. Wir wollten mit ihm reinfeiern.
Marc (sieht ihr nach, wie sie die Lebensmittel in den Kühlschrank räumt u. das dreckige Geschirr in die Spülmaschine): Das hat doch noch Zeit.
Gretchen (geht in den Flur): Nein, hat es nicht. Ich muss noch ein paar Dinge besorgen und vorbereiten bis heute Abend.
Marc: Aber...

Marc wollte noch etwas erwidern, aber da war Gretchen auch schon im Badezimmer verschwunden, um sich für den Tag zurechtzumachen. Keine zehn Minuten später stand sie an der Wohnungstür und zog sich zum Gehen an. Marc saß derweil im Wohnzimmer vorm Fernseher und beobachtete sie missmutig dabei...

Marc: Wie du gehst jetzt schon? Aber wir wollten doch den Tag zusammen verbringen? Es kommt doch schon selten genug vor, dass wir beide gemeinsam frei haben.
Gretchen (wickelt sich ihren dicken Schal um den Hals u. dreht sich noch einmal zu Marc um, der sie mit traurigen Augen ansieht, was sie fast weich werden lässt, aber nur fast): Das hast du dir selbst zuzuschreiben, Marc.
Marc (springt vom Sofa auf u. kommt auf sie zu): Bitte? Willst du mich jetzt dafür bestrafen, nur weil ich ein lukratives Geschäft machen will?
Gretchen (seufzt enttäuscht auf): Siehst du, und genau deswegen brauchen wir wohl beide etwas Zeit zum Nachdenken.
Marc (will ihren Arm umgreifen, aber sie weicht ihm aus, nimmt ihre Handtasche u. öffnet die Wohnungstür): Haasenzahn, es tut mir leid, ok. Das war blöd formuliert. Lass uns noch mal reden! Oder... am besten... ich zeig dir die Wohnung.
Gretchen (ignoriert ihn u. geht hinaus): Wir sehen uns dann bei Mehdi. Er hat bis 18 Uhr Dienst. Es wäre schön, wenn du schon etwas eher da wärst.
Marc: Okay!?

Marc nickte ihr schließlich geschlagen zu. Es hatte wohl im Moment keinen Sinn, weiter zu diskutieren. Gretchen sah ihren Freund noch einmal kurz an und schloss dann die Tür hinter sich. Marc blieb allein und ziemlich verwirrt in ihrer gemeinsamen Wohnung zurück. Langsam trottete er zurück zur Couch und ließ sich missmutig darauf fallen. Er lehnte sich mit dem Rücken an die Lehne und fuhr sich mit beiden Händen seufzend durch seine Haare und schaute dann an die Decke. Irgendwie hatte er sich das alles leichter vorgestellt.

Lorelei Offline

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17.10.2011 20:40
#1144 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nachdem sich Gretchen den ganzen Tag, den übrigens beide frei hatten und eigentlich geplant hatten, zusammen zu verbringen, nicht mehr bei ihm hatte blicken lassen und ihm nur eine kurze Erinnerungs-Sms geschrieben hatte, er solle doch bitte an die Getränke und die Musik denken, war Marc schließlich am späten Nachmittag ziemlich frustriert aufgebrochen, hatte im Getränkemarkt besagte Spirituosen besorgt und war anschließend mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zu Mehdis Wohnung gefahren. Schon im Treppenhaus hörte er die fröhlichen Stimmen aus der Erdgeschosswohnung seines Kumpels dröhnen, allen voran Gretchen und Mehdis Mutter. Er seufzte gequält auf und setzte den Bierkasten, den er gerade herein getragen hatte, im Hausflur ab. Am liebsten wäre er wieder geflüchtet. Er hatte nicht wirklich Lust auf diese blöde Überraschungsparty für den Frauenversteher und erst recht nicht auf weitere grundlose Vorwürfe seiner schmollenden Freundin. Marc wollte schon auf der Schwelle wieder kehrt machen, wenn ihm nicht in dem Moment Maria Hassmann entgegengekommen wäre, die ihre kleine Tochter auf dem Arm trug und ihren Kollegen ziemlich verdutzt anblickte, weil sie mit ihm hier nicht gerechnet hatte...

Maria: Was machst du denn hier?
Marc (mehr zu sich selbst als zu ihr): Das frag ich mich mittlerweile auch.
Maria (runzelt fragend die Stirn): Muss ich das verstehen?

Dr. Meier machte nur eine abweisende Bewegung mit seinem Arm und wollte den Kasten Bier jetzt doch noch bis zur Wohnungstür schleppen. Auf die Hassmann hatte er nämlich noch weniger Bock als auf Mehdis verdutztes Gesicht, wenn er bemerkte, dass Haasenzahn ihm die Wohnung komplett umgekrempelt und auf rosa getrimmt hatte. Doch nun wurde auch die Neurochirurgin auf den Lärm aufmerksam, der aus Mehdis Wohnung nach draußen tönte...

Maria: Was is’n hier los?
Marc (setzt den Kasten stöhnend neben der Tür ab, dreht sich wieder zu seiner neugierigen Kollegin um u. zeigt auf den kleinen rosafarbenen Zettel an der Säule neben der Treppe): Wonach sieht’s denn aus?
Maria (rückt ihre Tochter wieder etwas hoch, die ihre Arme schlaff um ihren Hals gewickelt hat u. ungewöhnlich still ist, u. liest sich den Zettel interessiert durch, der eindeutig Gretchens Handschrift trägt): Och nee! Ihr feiert in Mehdis Geburtstag rein?
Und ich bin nicht eingeladen oder was? Na toll! Ich wäre eh nicht hingegangen.
Marc (zeigt wenig Begeisterung u. lehnt sich gegen die Säule): Du sagst es.
Maria (mustert ihren Kollegen misstrauisch): Du scheinst aber nicht viel Bock drauf zu haben.
Marc (murmelt in seinen nicht vorhandenen Bart u. sieht stöhnend an die Decke): Na ja.
Hab ich eine Wahl? Nee! Den Kopf bekomm ich so oder so abgerissen.
Maria (muss unweigerlich grinsen u. zieht den grummeligen Kerl amüsiert auf): Sieh an! Das ist also alles auf Gretchens Mist gewachsen, hmm. Dann ist ja alles klar. Na dann noch viel Spaß beim Topfschlagen und Flaschendrehen!
Hahaha! Ich lach dann später.

Dr. Hassmann wandte sich lachend von Dr. Meier ab, der nach ihrem spöttischen Kommentar noch gequälter dreinblickte, weil sich diese nicht ernst gemeinten Vorschläge unter Umständen durchaus wirklich in Haasenzahns Kopf abspielen könnten, und wollte schon die Treppe hochgehen, als ihr gepeinigter Kollege noch einmal das Wort erhob und sie ruhig und ohne Sinn für Ironie ansprach...

Marc: Kommst du nicht?
Maria (hält in der Bewegung inne u. sieht ihn ziemlich entgeistert an): Glaubst du das wirklich?
Upps! Da ist wohl jemand immer noch nicht drüber hinweg.
Marc (wieder obenauf zwinkert er ihr zu, was sie sofort auf die Palme bringt): So nachtragend?
Maria (scheitert kläglich, als sie sich gegen diesen völlig abwegigen Verdacht wehrt): Was denkst du eigentlich? Als ob ich ihm... Natürlich nicht! Und... das geht dich einen Sch******** ... Das geht dich gar nichts an. Ich hab genug andere Probleme.
Allen voran Cedric, der mir heute Gott sei Dank noch nicht über den Weg gelaufen ist. Das hätte mir heute noch gefehlt.
Marc (schmunzelt): Alles klar!
Oh Mann, Kaan hat ganze Arbeit geleistet.
Maria (funkelt ihn böse an): Außerdem siehst du ja selbst, dass Sarah heute nicht auf der Höhe ist.
Marc (sein Lächeln verschwindet augenblicklich, er kommt näher heran u. sieht sich die Kleine mit fachmännischem Oberarztblick an): Die Mutter ja wohl auch nicht.
Maria (zickig): Sehr witzig!
Arsch!
Marc (wird dann doch stutzig, als die Kleine so gar nicht enthusiastisch wie sonst auf ihn reagiert): Was hat sie denn?
Maria (streicht Sarah über die Stirn, die daraufhin die Augen aufmacht u. Marc kurz anlächelt): Sie hat leichtes Fieber.
Sarah (mit schwacher Stimme): Marci!
Marc (lächelt knapp u. tritt sicherheitshalber einen Schritt zurück): Oh! Ist das ansteckend?
Maria (rollt theatralisch mit den Augen u. schüttelt dann den Kopf): Sogar tödlich ansteckend! Und du willst wirklich Medizin studiert haben?
Marc: Witzig! Ich hab nur keinen Bock, mir eine Erkältung einzufangen. Wir sind schon unterbesetzt.
Maria: Denkst du ich! Kann sein, dass ich morgen aussetzen muss. Würdest du Gretchen Bescheid sagen, dass sie eventuell meine Patienten übernimmt.
Marc: Ungern! Kann das nicht dein Ex machen?
Maria (innerlich brodelt es schon wieder, als sie an gestern zurückdenkt): Der soll sich mal lieber um seine eigenen Angelegenheiten kümmern.
Marc (grinst): Hört, hört! Schön zu wissen, dass du auch anderen Männern gegenüber so kratzbürstig reagierst.
Maria: Andere Männer? Nur ich sehe hier gerade gar keinen.
Marc (blitzt sie an): Originell! Was hat der Wichser jetzt eigentlich genau gemacht, dass der bei uns Strafdienst schieben muss?
Maria: Ach? Du bist wohl doch nicht so gut informiert, wie du behauptet hast? Ich hab mich übrigens noch gar nicht für deine unglaubliche Show vorgestern bedankt.
Marc (selbstgefällig): Immer wieder gern!
Maria (gehässig): Schön, dann weiß ich ja, dass du dich langsam aber sicher von selbst ins Aus kickst.
Marc (verteidigt sich): Hey! Ich hab nur meine Meinung gesagt. Aber dir scheint es ja offenbar egal zu sein, dass der Arsch sich jetzt bei uns einzeckt.
Maria (will das nicht auf sich sitzen lassen): Ganz bestimmt nicht!
Marc (zieht skeptisch eine Augenbraue nach oben): Und wieso machst du dann nicht auch die Klappe auf?
Maria: Ich bevorzuge den diplomatischen Weg, Meier. Wäre dir auch ratsam, wenn du deine Position als Lieblingsziehsohn vom Chef nicht verlieren willst.
Marc: Hehe! Ich werde ihn aber trotzdem im Auge behalten.

Also wenn die Position als größter Idiot der Welt nicht schon vergeben wäre, würde ich sie glatt ihm zuschreiben. Dem geht es doch nicht prinzipiell um den Job, der hat doch nur Schiss, dass sein Haase Cedrics Charme erliegt. Wie so viele. Aber mir kann es ja egal sein. Soll der doch flirten mit wem er will. Hauptsache er lässt mich endlich in Ruhe. Und das tut er ja. Schon komisch, ich hätte gewettet, er würde mich noch mal auf gestern ansprechen. Aber stattdessen war er schon weg, als ich meinen Dienst heute begonnen habe. Gott sei dank! Ich wollte ihn ja eh nicht sehen. Außerdem hab ich momentan ganz andere Sorgen.

Maria (grinst): Dann könntest du ja meine Patienten morgen übernehmen.
Marc (macht eine abwehrende Geste): Vergiss es!
Maria (rückt ihre Tochter wieder zurecht, die immer schwerer auf ihrem Arm wird): Du könntest natürlich auch auf Sarah aufpassen. Na wie wäre das, Süße, hmm?
Sarah (schlägt die Augen auf u. ist hellauf begeistert): Au ja!
Marc (setzt ein entsetztes Gesicht auf u. zischt Sarahs Mutter leise an): Du spinnst doch! Vielleicht solltest du dich auch mal auf Fieber untersuchen.
Maria (lacht): Sie fragt ständig nach dir. Du würdest mir echt einen Gefallen tun.
Ok, wo ist die Kamera? Anstatt von ihren Patienten sollte sie mal lieber ein CT von ihrem eigenen Gehirn machen. Da sind doch eindeutig ein paar Synapsen aufgeweicht worden.
Marc (wird fast weich, als Sarah ihn mit großen Augen zuckersüß ankuckt): Also... Äh... Ein anderes Mal. Ich hab auch Patienten. Und wir fangen morgen mit Annas Therapie an.
Maria (nickt leicht mit dem Kopf): Schon gut. Ich hab’s eh nicht ernst gemeint. Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest, die Kälte hier im Treppenhaus ist nicht gut für Sarah.
Marc: Soll ich... Mehdi was ausrichten?
Maria (überfordert): Ich... Ähm... Nee! Wieso? Er hat ja auch erst morgen... Ähm... Lass nur!
Okay! Definitiv weich im Hirn!
Marc (nickt ihr verständnisvoll zu u. streichelt dann doch einmal über Sarahs Köpfchen, die daraufhin lächelt): Okaaay!? ... Und du... nicht schlapp machen, ja! Du schuldest mir noch eine Revanche im Uno-Spielen.
Sarah (grinst u. sieht schon viel gesünder im Gesicht aus): Ja! Tschüss Marci!
Marc: Gute Besserung!

Marc lächelte die beiden noch einmal an, dann drehte er sich zu Mehdis Wohnung um und seufzte wieder, als er Gretchens fröhliches Lachen durch die Tür hörte. Das bemerkte auch Maria Hassmann verwundert...

Maria: Kannst ja hochkommen, wenn’s dir hier zu albern wird. Ich hab noch eine Flasche Tecilla im Haus.
Marc (sieht sie überrascht an, aber schüttelt den Kopf): Danke für das verlockende Angebot. Aber ich zieh dann doch lieber den Kasten Bier hier vor.
Maria (schmunzelt u. stiefelt schließlich die Treppe hoch): Klar! Viel Spaß!
Marc: Ja, ja. Du mich auch.

... murmelte Marc noch hinterher und trottete dann gemächlich zu Mehdis Wohnung. Er lauschte an der Tür, dann holte er tief Luft und klingelte endlich.

Lorelei Offline

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18.10.2011 17:46
#1145 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Let's get the party started, würde ich mal sagen. Viel Spaß (oder auch nicht)! Eure Lorelei

PS: Aza, lege bitte die Sicherheitsgurte an! Nicht dass du jetzt aus Versehen vom Stuhl kippst. Das ist für dich.





Es dauerte keine fünf Sekunden und die Tür wurde schwungvoll aufgerissen und eine wunderschöne junge blond gelockte Frau, die einen knielangen Jeansrock, eine geblümte Bluse und eine Weste darüber trug, stand mit in den Hüften gestemmten Armen vor ihm und funkelte ihn an. Die beiden sahen sich einen Moment lang einfach nur in die Augen und sagten kein Wort, weil beiderseits ein fetter Kloß ihre Sprachzentren lähmte, doch dann räusperte sich Gretchen, um Souveränität bemüht. Sie löste sich von den anziehenden grünen Augen ihres attraktiven Gegenübers, der in seinen engen Jeans und dem himmelblauen Hemd einfach zum Anbeißen aussah, und pampte Marc schließlich unterkühlt an...

Gretchen: Du bist zu spät. Die ersten Gäste kommen gleich.
Boah super Stimmung echt!
Marc (schiebt sich samt Bierkasten griesgrämig in die Wohnung u. stellt diesen neben der Kücheninsel ab, dann meckert er beleidigt zurück): Wenn du mir gleich wieder Vorwürfe machen willst, dann kann ich ja auch wieder gehen.
Gretchen (schließt augenrollend die Tür u. folgt ihm in die Küche, wo Soraya Kaan, die gerade Gemüse schnippelt, den Disput der beiden irritiert verfolgt): Marc!
Marc (stiefelt an ihr vorbei wieder zur Tür): Ja was? Wenn mich die Hassmann nicht voll gepflaumt hätte, wäre ich schon eher da.
Gretchen (wirft Soraya entschuldigende Blicke zu, die sich daraufhin wieder der Häppchenplatte widmet, u. folgt ihm zur Tür): Oh! Meinst du, sie kommt auch? Ich hab ihr eine Nachricht auf den AB gesprochen, aber sie hat nicht zurückgerufen.
Marc (bleibt stehen u. lehnt sich mit dem Rücken an die Wohnungstür): Denkst du wirklich, nach allem was mit Mehdi war, dass sie hier zur fröhlichen Geburtstagssause aufkreuzen würde?
Gretchen (senkt betreten ihren Blick): Nein, eigentlich nicht.
Aber es fühlt sich komisch an, so ohne sie. Sie gehört doch auch dazu. Zu uns. Vielleicht sollte ich ihr in den nächsten Tagen mal einen Besuch abstatten. Wir müssen ja auch nicht quatschen, wenn sie nicht will. Wir könnten ja einen Film kucken oder so. Aber besser keine Liebesschnulze. Irgendwas Harmloses. Harry Potter vielleicht. Oder eine Tierdoku.
Marc: Siehst du. Außerdem ist Sarah krank.
Gretchen (blickt ihn besorgt an): Oh was hat sie denn?
Marc (zuckt mit den Schultern u. öffnet die Tür): Kinderkrankheiten, was weiß ich denn, aber du kannst sie gerne untersuchen, wenn du willst. Hassi braucht sicherlich noch eine Zweitdiagnose. Ich hol den Rest aus dem Auto.

... ranzte er sie uncharmant an. Und bevor Gretchen zurückschießen konnte, hatte sich Marc auch schon aus der Wohnung aus dem Staub gebracht. Wütend stampfte sie auf und blickte ihm durch die offene Tür hinterher...

Gretchen: Also das ist ja wohl...

Dieser.... GGGRR!!! Muss er jetzt unbedingt die beleidigte Leberwurst geben! Das ist nicht die Stimmung, die ich mir für Mehdis Fest gewünscht habe. Er könnte sich ja wenigstens für ihn zusammenreißen, wenn schon nicht für mich.

Als der grummelige Chirurg einige Minuten und eine Zigarettenpause später mit der nächsten Ladung Getränke zurückkam, hatte er schon die ersten Geburtstagsgäste - Schwester Sabine und Dr. Gummersbach - im Schlepptau und Gretchen hielt ihre Standpauke vorerst zurück. Stattdessen ignorierte sie Marc jetzt komplett, der zusammen mit Günni den Sekt und die Mixgetränke und einen weiteren Bierkasten in die Küche geschleppt hatte, und widmete sich mit einem übertrieben freundlichen Lächeln ihren beiden befreundeten Kollegen, die sie höflich begrüßte und denen sie freundlicherweise die Mäntel abnahm und ein Getränk in die Hand drückte und erklärte, wie die Überraschung denn im Detail ablaufen sollte. Und schon klingelte es erneut an der Tür. Die Gastgeberin entschuldigte sich, öffnete die Tür und begrüßte nun Dr. Fuchs und Dr. Kate Marple, Mehdis Assistenzärztin aus der Gynäkologie, die gutgelaunt die Partylocation betraten und sich neugierig umschauten. Marc würdigte seiner eingeschnappten Freundin auch keines weiteren Blickes mehr, aber er hätte es eh nicht länger gekonnt, denn er wurde gerade von Lilly und Soraya Kaan in Beschlag genommen, die in der kleinen Küchenzeile persische Köstlichkeiten für die Gäste vorbereiteten...

Lilly (springt fröhlich auf u. ab, wobei ihre von Gretchen gedrehten Locken wild in der Luft herumwirbeln): Onkel Marc!
Sie kapiert es einfach nicht.
Marc (drückt sie liebevoll an sich u. wickelt sich eine der Locken um den Zeigefinger, um damit zu spielen): Na du Kröte, freust du dich schon?
Lilly (grinst u. kabbelt ein bisschen mit ihm): Au ja! Papa wird Augen machen.
Marc (verdreht schon jetzt genervt die Augen u. murmelt): Mit Sicherheit!
Ich brauche dringend etwas zu trinken.
Soraya (trocknet sich ihre Hände an einem Wischtuch ab u. begrüßt den besten Freund ihres Sohnes mit skeptischer Miene): Marc Meier! Sieht man dich auch mal wieder.
Ich bin am Arsch! Wieso zum Teufel bin ich noch mal hier? Das wird Haasenzahn so einiges kosten, falls sie jemals ihre Schmollphase ablegt.
Marc (löst sich von Lilly u. reicht Mehdis Mutter ehrfurchtsvoll die Hand): Äh ja. Hmm!
Soraya: Mehdi hat uns so einiges erzählt.
Marc: Das hab ich befürchtet.
Ich bring ihn um! Aber so, dass er richtig leiden muss.

Mehdis Mutter wollte gerade eine Fragerunde starten, als sie erkannte, dass soeben die nähere Verwandtschaft eingetrudelt war, die sie nun zusammen mit Lilly, die sie an die Hand nahm, begrüßen wollte. Marc atmete erleichtert aus, als er noch einmal der Inquisition entkommen war, und schnappte sich zur Beruhigung ein Bier aus dem Kasten zu seinen Füßen. Während die Kaans Mehdis Cousine Azadeh willkommen hießen, die den weiten Weg von Neustadt an der Weinstraße nach Berlin gesucht hatte, um mit ihrem Lieblingscousin zu feiern und um endlich dessen verschollene Tochter wieder in die Arme zu schließen, und sie Gretchen und Mehdis Kollegen vorstellten, schaute sich Marc erst einmal in der kleinen Wohnung seines Kumpels um. Gretchen hatte ganze Arbeit geleistet. Das musste man ihr lassen. Die rosaroten Girlanden und Luftballons hatte sie tatsächlich weggelassen, aber stattdessen hatte sie die Wohnung mit bunten Tüchern und Kerzen auf Orientalisch getrimmt. Die Möbel waren zur Seite geschoben worden und in der Mitte des Wohnzimmers lagen viele Sitzkissen auf dem Boden, auf denen man es sich bequem machen konnte, was die ersten Gäste auch begeistert aufnahmen. Der Macho gab es nur ungern zu, aber das hatte wirklich Stil und die angenehme Stimmung schwappte tatsächlich auch ein wenig auf ihn über. Zögerlich blickte er zu den anderen rüber und als er Gretchens Aufmerksamkeit bemerkte, lächelte er sie gutmütig an. Aber sein zaghafter Versöhnungsversuch wurde von dem Trotzkopf nicht erwidert. Gretchen drehte sich wieder weg und widmete sich der schönen Dunkelhaarigen, die ihm als einzige in der Runde unbekannt war. Frustriert setzte er sich auf einen Hocker in die Küche, wurde aber von Lilly Kaan schnell wieder hochgezogen und widerwillig zur Arbeit angetrieben...

Lilly: Onkel Marc, Gretchen sagt, du sollst noch eine Sektflasche aufmachen.
Boah nee, die hat vielleicht Nerven. Spricht kein Wort mit mir, aber ich soll ihr hier den Diener geben. Das kann sie mal getrost vergessen. Die blöde Party war schließlich ihre Idee. Weniger Aufwand hätte schließlich auch gereicht.
Marc (schaut kurz zu Gretchen rüber, die ihm den Rücken zugedreht hat, u. dann in Lillys fröhliches Gesicht, zu der er sich etwas herunterbeugt): Versprichst du mir was, Lilly!
Lilly (sieht ihn mit großen leuchtenden Augen gespannt an): Was denn?
Marc: Können wir uns darauf einigen, dass du mich heute Abend nicht Onkel Marc nennst!
Lilly (versteht zwar nicht wieso, aber nickt eifrig mit dem Kopf): Ok, Onkel Marc!

Marc blitzte das kleine Mädchen daraufhin mit zusammengekniffenen Augen an und Lilly hielt erschrocken ihre Hand vor den Mund und lief knallrot im Gesicht an...

Lilly: Upps! Marc!
Marc (muss unweigerlich schmunzeln u. drückt sie kurz an sich): Geht doch!

Der Oberarzt zögerte erst, aber machte sich dann doch unter den staunenden Blicken der süßen Neunjährigen daran, eine der bereitstehenden Sektflaschen zu öffnen. Gretchen schien das Ganze aber offenbar nicht schnell genug zu gehen, denn sie stand plötzlich unvermittelt vor ihrem Freund, der deswegen so irritiert war, dass er den Korken nicht mehr rechtzeitig festhalten konnte und diesen gen Decke springen ließ. Lilly applaudierte begeistert, als das Prickelwasser überschäumte und dann auch noch auf den Fußboden tropfte. Gretchen war dagegen alles andere als begeistert und motzte den verhinderten Barkeeper sofort lautstark an...

Gretchen: Marc, jetzt mach endlich! Es ist gleich halb sieben. Mehdi müsste jede Minute da sein und jeder soll ein Glas in der Hand halten, wenn er ... Super Marc! Jetzt pass doch auf, was du machst!

Sie schupste ihn unsanft zur Seite und suchte schnell einen Lappen, um die Schweinerei wegzuwischen, während Marc seine Zimtzicke mit einem leichten Anflug von Ameisenblick anblitzte und Lilly die Flasche in die Hände drückte, die damit zu den Gästen rüber ging. Schwester Sabine übernahm freundlicherweise das Einschenken. Dann pampte der Oberarzt seine meckernde Freundin auch schon an...

Marc: Jetzt komm mal wieder runter, Haasenzahn. Es ist doch nichts passiert. Hast du nicht gemeint, dass das eine Alle-haben-sich-lieb-Party werden soll. Vielleicht solltest du als gutes Beispiel vorangehen, hmm.
Boah!

Stinksauer stand Gretchen wieder auf und zeigte mit ausgestrecktem Finger auf ihren Lebensgefährten, der seine Arme vor seiner Brust verschränkt hatte und sie selbstgefällig mit hochgezogener Augenbraue ansah...

Gretchen: Marc Meier, das ist...

Doch bevor sie ihn zusammenstampfen konnte, drang Lillys Stimme an ihr Ohr und lenkte sie ab....

Lilly: Papa kommt!
Gretchen: Was? Oh Gott!

Hektisch drückte die Gastgeberin ihrem verdutzten Freund den nassen Lappen in die Hand, den dieser angewidert zu Boden fallen ließ und mit einem Fußkick unter die Spüle schob, und rannte zum Fenster. Tatsächlich! Mehdi stieg gerade aus seinem Auto und würde jede Minute an der Tür sein. Aufgeregt wedelte Gretchen nun mit den Armen in der Luft herum...

Gretchen: Schnell! Schnell! Licht aus! Und versteckt euch!
Marc (seufzt nur u. drückt wie gefordert auf den Lichtschalter): Oh Mann! Das kann ja was werden.

Die anwesenden Gäste versteckten sich schnell in der nun abgedunkelten Wohnung hinter dem Sofa, hinter den Fenstergardinen, im Bad und im Schlafzimmer oder hinter der Küchenzeile. Gretchen merkte vor lauter Aufregung gar nicht, dass sie sich dort zusammen mit Lilly eng an Marc gedrückt hatte, der daraufhin amüsiert grinste und spontan den Arm um seine Freundin legte, die diesmal keinen Widerstand leistete. Alle hielten den Atem an. Dann hörte man von draußen Schritte und wie der Schlüssel ins Schloss gesteckt wurde. Ein Knacksen und die Tür öffnete sich langsam...

Lorelei Offline

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19.10.2011 14:52
#1146 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben an diesem unendlich traurigen Tag! Auch wenn heute sicherlich nicht viel Partystimmung aufkommen wird , ich feiere trotzdem. Bei mir ist nämlich noch lange nicht Schluss. Lasst uns nicht nur Mehdis Geburtstag feiern, sondern auch die beste Serie, die das dt. Fernsehen je zu stande gebracht hat. Sie wird unvergessen bleiben. Eure Lorelei




Im spärlichen Lichtschein, der durch den schmalen Türspalt vom Hausflur in die Wohnung drang, erschien ein großer Schatten. Gretchen blickte zu Lilly herab, die sie eng umschlungen im Arm hielt und die hibbelig hin und herzuckte, weil sie lachen wollte, und hielt ihr schnell ihre rechte Hand vor den Mund, um das zu verhindern. Dann drehte sie ihren Kopf nach hinten und erkannte erschrocken, dass Marcs Gesicht ihrem ganz nah war, so dass sie seinen warmen Atem im Nacken spürte, was ihr Herzklopfen nur noch mehr beschleunigte. Doch Marc lächelte sanft, hielt sich den Zeigefinger vor den Mund und zwinkerte ihr zu. Mit der anderen Hand machte er hinter seinem Rücken zu den anderen eine lockere Handbewegung. Sein Blick blieb stets nach vorn gerichtet. Er bemerkte, wie der Schattenmann im Dunkeln nach dem Lichtschalter tastete und als er diesen erreicht hatte, löste er den Finger von seinem Mund und nickte mit dem Kopf. Gretchen verstand. Zusammen erhoben sie sich und begannen, als das Licht anging, synchron und in voller Lautstärke zu rufen...

Alle: ÜBERRASCHUNG!!!

Aus den anderen Ecken stimmte nun ein Chor mit ein. Mehdi ließ vor Schreck seine beiden vollbepackten Einkaufstüten zu Boden fallen, fasste sich an sein Herz, das kurz ausgesetzt hatte, und trat instinktiv einen Schritt zurück. So stieß er mit dem Rücken gegen die noch angelehnte Tür, die krachend ins Schloss fiel, was ihn gleich noch mehr erschreckte und seinen Kopf herumfahren ließ. Mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen starrte der überraschte Gynäkologe jetzt auf all die Leute, die nun aus allen Ecken seiner Wohnung auf ihn zu strömten, allen voran seine kleine Tochter, die ihm laut lachend stürmisch um den Hals fiel. Er verlor das Gleichgewicht und musste mit ihr in die Knie gehen...

Mehdi: Lilly! ... Was... was ist ... denn... hier los?
Lilly (grinst ihn fröhlich an): Eine Überraschung, Papa! Weil du morgen Geburtstag hast.

Lilly drückte ihrem verdutzten Papa noch einen dicken Schmatzer auf die Wange, dann kuschelte sie sich in seine starken Arme. Langsam erhob er sich wieder aus der Hocke, auch wenn seine Knie noch etwas wackelig waren. Lilly blieb auf seinen Füßen stehen und schmiegte sich an seine Hüfte. Der Familienvater konnte noch immer nicht fassen, was hier gerade passierte und schaute sich fassungslos um. Jetzt erst erkannte er auch Gretchen und Marc, die breit grinsend direkt vor ihm standen und innerlich jubilierten, weil die Überraschung voll und ganz eingeschlagen hatte. Mehdi musste unweigerlich schmunzeln und schüttelte immer wieder seinen Kopf...

Mehdi: Ihr seid doch verrückt!
Marc (zeigt mit dem Finger auf seine Freundin): Korrektur: Sie ist verrückt. Ich wurde hierzu genötigt.

Damit riskierte der Macho einen Nackenschlag seiner Freundin, die ihn böse anfunkelte und dann ebenfalls Mehdi herzlich umarmte...

Gretchen: Eh! ... Hallo Mehdi!
Mehdi (streicht ihr liebevoll über den Rücken): Hey!
Gretchen (sieht ihn mit roten Wangen entschuldigend an): Ich hoffe, du bist mir nicht böse, aber ich dachte, das wäre eine schöne Art, in deinen Geburtstag reinzufeiern. Quasi unser Geschenk an dich.

Mehdi wusste gar nicht, was er sagen sollte. Er war einfach völlig überwältigt und gerührt, was seine besten Freunde da für ihn organisiert hatte. Er hatte wirklich nicht damit gerechnet. Er schaute auf die beiden Einkaufstüten herab, die Gott sei dank beim Bodenkontakt heil geblieben waren. Eigentlich hatte er ja ein romantisches Dinner mit seiner Liebsten geplant. Ob sie Bescheid gewusst hatte? Geheimnisvoll hatte sie ja schon getan, als sie sich heute Nachmittag von ihm im EKH verabschiedet hatte. Er blickte sich suchend in seiner Wohnung um. Wo war sie eigentlich? Doch Mehdi konnte nicht lange darüber nachdenken, weil die anderen Partygäste nun auch den Ehrengast begrüßen wollten. Marc schob unsanft die kleine Lilly beiseite, die ihm daraufhin die Zunge herausstreckte, und klopfte seinem Kumpel kurz auf die Schulter...

Marc: Ich konnte sie nicht davon abhalten.
Mehdi (lacht): Kein Ding! Ich freu mich wirklich, dass ihr alle da seid. Danke!

Jeden einzelnen Gast begrüßte der Halbperser nun herzlich mit einer Umarmung. Nur bei einem oder besser gesagt einer musste Mehdi ungläubig die Augen reiben...

Mehdi: Aza? Mensch, was machst du denn hier?
Aza (grinst ihn frech an, als sie sich in seine muskulösen Arme kuschelt): Tja, du Knallkopf, du, damit hast du wohl nicht gerechnet, hmm. Eigentlich wollte ich ja erst morgen vorbeikommen, aber nachdem meine Tante, also deine Mutter, mich gestern noch angerufen hat, dass du reinfeiern willst, also dass du überrascht werden wirst, hab ich mich noch in den Nachtzug nach Berlin gesetzt. Dein verdutztes Gesicht wollte ich um nichts in der Welt verpassen.
Mehdi (schüttelt schmunzelnd den Kopf u. drückt seine Lieblingscousine noch einmal liebevoll an sich): Ich freu mich wirklich. Wir haben uns so lange nicht gesehen. Es ist viel passiert.
Aza (sieht ihn mitfühlend an): Ich weiß.

Etwas abseits flüsterte Marc seiner Freundin etwas ins Ohr, dessen unmittelbare Nähe Gretchen sichtlich irritierte...

Marc: Wer is’n das?
Gretchen (sieht ihn misstrauisch an): Mehdis Cousine.... Azadeh.
Marc (mustert sie mit dem Meierschen Checkerblick): Hübsch!

Gretchen verdrehte die Augen und wandte sich daraufhin von Marc ab und Mehdi zu...

Gretchen: Mehdi, du hast ja noch gar kein Glas. Warte, ich hol dir eins.

Mehdi lächelte seine beste Freundin freudestrahlend an, als sie sich zur Küchenzeile aufmachte, wo eine geöffnete Flasche Sekt bereitstand. Er entschuldigte sich bei seiner Cousine und folgte Gretchen mit seinen Einkaufstüten, die er schnell in den Schränken verstaute. Die blonde Frau beobachtete ihn verwundert dabei und ihr fiel es plötzlich wie Schuppen von den Augen...

Gretchen: Du hattest heute schon was vor oder?

Oh nein! Oh nein! Oh nein! Oh Gretchen, wieso denkst du nicht einmal nach, bevor du was machst.

Mehdi schloss die Kühlschranktür und lächelte Gretchen verlegen an...

Mehdi: Na ja, eigentlich...
Gretchen (läuft rot an u. kneift die Augen zusammen): Oh Gott! Das tut mir leid.
Mehdi (streicht ihr beruhigend über den Arm u. nimmt ihr sein Sektglas ab): Muss es nicht. Ich wollte für Gabi kochen und dann zusammen mit ihr ähm... na ja... reinfeiern. Aber deine Überraschungsparty ist doch auch schön und du hast voll ins Schwarze getroffen. Wirklich!
Oh Gott Gabi!
Gretchen (mittlerweile rot wie eine Tomate): Ähm... danke!
Mehdi (sieht sich um): Wo steckt sie eigentlich?
Gretchen (verwirrt): Äh... wer?
Mehdi (neugierig): Gabi?
Gretchen (stottert nervös): Ähm... na ja... ich... ich hab gestern noch versucht, sie zu erreichen. Das hab ich heute auch. Aber... als sie mich nicht zurückgerufen hat, hab ich es ähm... irgendwie... dann... leider vergessen.

Gretchen kuckte Mehdi verschämt an. Dieser schmunzelte nur und strich ihr liebevoll über die Wange...

Mehdi: Hey! Das macht doch nichts. Wir waren eh hier verabredet. Ich rufe sie schnell an, dass sie eher kommen soll. Und ich wollte mich sowieso noch umziehen.

Mehdi zog sein Handy aus seiner weißen Arzthose und schenkte seiner besten Freundin, die sich immer noch in Grund und Boden schämte, ein strahlendes Lächeln, das so ansteckend war, dass sie dann doch auch wieder lächeln konnte. Er reichte ihr sein Glas, das sie auf den Schreck hin in einem Zug leerte, und drückte schon im Gehen Gabis Nummer und hielt sich anschließend das Telefon ans Ohr. Gretchen sah Mehdi nach, wie er im Schlafzimmer verschwand und die Tür hinter sich schloss. Marc, der gerade von Schwester Sabine und ihrem Verlobten von der Seite vollgequatscht wurde, hatte die beiden beobachtet und wollte den günstigen Moment nutzen, als seine Freundin allein in der Küche stand und die Sektgläser neu auffüllte, und sprach sie schließlich an...

Marc: Alles ok?
Gretchen (weicht ihm hektisch aus): Ähm... Ja! Also fast... Natürlich! Aber... Ich muss das zu den Gästen bringen.

Gretchen schnappte sich das Tablett mit den Sektgläsern und wollte gehen, doch Marc hielt sie noch am Arm zurück...

Marc: Jetzt warte doch mal! Soll das mit uns den ganzen Abend so laufen?
Gretchen (sieht ihn seufzend an u. lenkt schnell vom Thema ab, weil sie jetzt einfach nicht den Kopf dafür hat): Nicht jetzt! Ich muss mich um die Gäste kümmern. Wäre übrigens nett, wenn du etwas Musik machen könntest. Du hast doch daran gedacht?
Marc (verdreht die Augen): Jaha!
Gretchen: Gut! Ach und, hast du nicht gemeint, du wolltest Cocktails mixen?
Marc (langsam genervt): Boah! Sonst noch was?
Gretchen: Nein, im Moment... nicht. Obwohl... warte! Könntest du die vorbereiteten Häppchenplatten bitte auf die Theke legen. Dann müsste ich nicht ständig hier herum.
Marc (grummelt): Boah!
Mehdi (kommt frisch umgezogen um die Ecke u. legt seine Hand auf Marcs Schulter, der ihn daraufhin irritiert anblickt): Ich kann das doch machen.

Gretchen nickte ihm dankbar zu. Mehdi schnappte sich eine der Platten mit den leckeren persischen Köstlichkeiten seiner Mutter und folgte ihr zu den anderen. Die Gäste hatten bereits auf den Kissen im Wohnbereich Platz genommen. Marc beobachtete griesgrämig von der Küchenzeile aus, wie Gretchen die einzelnen Gläser verteilte und Mehdi die Snack-Platte in der Mitte auf einen Hocker ablegte und sich dann dazusetzte. Missmutig schnappte er sich seine Tasche, kramte den I-Pod hervor und schloss ihn samt Station an. Dann drückte er auf Play. Er stöhnte auf, als die ersten Töne erklangen. Gretchen hatte natürlich nur Mädchenmucke drauf gepackt. Super! Das konnte ja heiter werden.

http://www.youtube.com/watch?v=0BN-v-h_JBk

Das fröhliche Lachen von drüben weckte nun auch die Aufmerksamkeit von Dr. Meier und er wandte seinen Kopf wieder herum. Er hatte so was von überhaupt keinen Bock, dahin zu gehen und dachte tatsächlich einen Moment darüber nach, dem Angebot von Maria Hassmann doch noch nachzukommen und sich mit ihr zu besaufen, wenn nicht in derselben Minute ein kleines Mädchen an seinem blauen Hemdsaum gezogen hätte und ihn mit ihren großen Kulleraugen zuckersüß angeblickt hätte, dass selbst der trübsinnigste Mensch augenblicklich ein seliges Lächeln aufgesetzt hätte...

Lilly: Kommst du auch endlich mit rüber. Die wollen anstoßen.
Marc (sieht auf die Utensilien, die er schon für die Cocktailzubereitung aufgebaut hat): Eigentlich wollte ich gerade...
Lilly (schnappt sich seine Hand u. zieht ihn einfach mit sich): Bitte, bitte! Ich will neben dir sitzen, Onk... Marc
Marc (gibt stöhnend nach): Oh Mann!

Widerwillig ließ sich der stolze Oberarzt nun zu der Therapiegruppe mitziehen. Und es hatte tatsächlich etwas von einer Therapiesitzung, so wie alle im Schneidersitz im Kreis nebeneinander hockten und mit einem ekelhaften Gute-Laune-Lächeln angeregt miteinander plauderten. Gretchen hatte sich demonstrativ neben Sabine und Dr. Gummersbach gesetzt und nicht einmal ein Blatt Papier hätte noch dazwischen gepasst. Also blieb dem Chirurgen nur noch der Platz zwischen Lilly, die seine Hand gar nicht mehr loslassen wollte und sich sogleich auf der anderen Seite an ihren Vater schmiegte, der angeregt mit seiner Cousine schnatterte, und, wie er mit Schrecken erkannte, Mehdis Mutter. Das Leben war doch echt beschissen ungerecht, fluchte er still in sich hinein, denn er spürte sofort deren skeptische Blicke im Nacken. Jetzt hätte er wirklich gerne Hassis Tecilla-Flasche gehabt, aber die ganze, um das alles durchzustehen. Aber stattdessen hielt er jetzt auch ein Glas mit dem schwulen Prickelwasser in der Hand, das er so gar nicht mochte und wenn, dann nur aus einem ganz bestimmten Bauchnabel trank. Er seufzte und nippte gedankenverloren an seinem Getränk, dessen Wirkung so gar nicht einsetzen wollte.

Aber ganz so ungerecht schien das Leben dann doch nicht mit ihm zu sein, wie Marc schmunzelnd feststellte, als er sich gähnend nach allen Seiten umschaute. Da alle im Kreis auf dem Boden saßen, war Gretchens Platz genau ihm gegenüber, was sie in dem Moment auch gerade irritiert feststellte. Betont wich sie Marcs stechenden Blicken aus, der sie damit bewusst traktierte, um sie nervös zu machen. Mit Erfolg, denn Gretchen konnte sie nicht ignorieren. Sie brannten sich regelrecht in ihre Haut ein und ließen sie immer unruhiger werden. Die junge Frau saß wie auf glühenden Kohlen und rutschte hibbelig hin und her. Sie hatte schon längst den Gesprächsfaden verloren und so plauderten Sabine und Günni, was deren baldige Hochzeit betraf, völlig ins Leere, ohne es zu bemerken. Das seltsame Paar schwebte eh gerade in einer anderen Stratosphäre und der Code in diese sonderbare Welt blieb wohl nur ihnen beiden vorbehalten. Noch bevor alle miteinander angestoßen hatten, hatte die aufgewühlte Assistenzärztin schon ihr Glas geleert und hatte sich eins, das übrig geblieben war, geschnappt, damit es nicht auffiel. Doch es fiel auf! Und das nicht nur Marc, der erst schmunzelte und dann den Kopf hängen ließ, als sich die Zimtzicke wieder weggedreht hatte. Die seltsam distanzierte Stimmung, die zwischen Dr. Meier und Dr. Haase herrschte, war bis jetzt noch kaum jemandem bewusst, achtete doch jeder auf die wichtigste Person des Abends, nämlich das baldige Geburtstagskind. Nur Kate beschloss, die beiden ein wenig im Auge zu behalten. Hier war doch etwas im Busch, sagten ihr ihre Antennen und das gefiel der Romantikerin ganz und gar nicht. Aber vorerst bemühte sich die Assistenzärztin der Gynäkologie eine interessierte Frage einzuwerfen, damit Schwester Sabine nicht bemerkte, dass ihr im Moment nicht wirklich zugehört wurde. Die Geburtstagsparty nahm also ihren Lauf.

Lorelei Offline

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21.10.2011 16:48
#1147 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

http://www.youtube.com/watch?v=UMBs2e79xhc

Und die Zeit verstrich, wenn auch für Dr. Meier eher in Zeitlupe, wurde er doch von Soraya Kaan ausgequetscht wie eine Zitrone und von Lilly Kaan als großes Kuscheltier missbraucht, aus deren Fängen man(n) nur schwer entkommen konnte. Es wurde viel gelacht, geschlemmt, gescherzt und immer wieder angestoßen und geschnattert, was das Zeug hielt. Die Stimmung wurde immer ausgelassener und gleichzeitig auch entspannter. Mit Ausnahme eines Paares, das sich immer noch betont aus dem Weg zu gehen versuchte, was aber in Mehdis kleiner Wohnung ein Ding der Unmöglichkeit war. Sie trafen sich unweigerlich in der angrenzenden Küche, wo Gretchen und Lilly gerade für Häppchennachschub sorgten und Marc sich nun auf vielfachen Wunsch an leckeren Cocktails versuchte, die regen Absatz unter den weiblichen Gästen fanden. Besonders Kate und Azadeh, die jeweils mit einem Cocktailglas in der Hand an der Küchenzeile lehnten, verstanden sich prächtig und genossen die Anwesenheit des attraktiven Oberarztes sehr, der ihnen immer wieder charmante Komplimente machte und den einen oder anderen dreckigen Witz zum Besten gab. Das Gekicher der beiden Frauen war im ganzen Raum zu hören und übertönte stellenweise sogar die Partymusik. Schwester Sabine, die es sich mittlerweile auf der Couch bequem gemacht hatte, plagte dagegen ein schwerer Schluckauf, der wohl von der ungewohnt hohen Dosis Sekt kam, den sie getrunken hatte, und um den sich ihr geliebter Günni liebevoll kümmerte. Leider nur mit mäßigem Erfolg, weswegen er nun Dr. Fuchs zu Rate zog, der aber auch nur unschlüssig mit den Schultern zucken konnte. Mehdi, der die Anwesenheit seiner engsten Freunde und Kollegen sehr zu genießen schien, hatte sich währenddessen zu einem Gespräch mit seiner Mutter ins Schlafzimmer zurückgezogen. Nach einer Weile betrat er wieder die Küche und gesellte sich zu Gretchen, die gerade mit filigraner Handarbeit ein paar Käsespieße zusammenbastelte...

Mehdi: Na du!
Gretchen (lächelt ihn an u. sieht noch, wie dessen Mutter hinter ihm vorbeigeht u. sich von Marc zu einem alkoholfreien Cocktail überreden lässt, mit dem sie dann zusammen mit Kate u. Azadeh zur Kissenwiese zurückgeht, auf der sich die drei Frauen nun niederlassen): Hey! Was war denn mit deiner Mutter?
Mehdi (blickt Soraya ebenfalls nachdenklich nach u. muss schmunzeln, als sich Lilly verschmust an ihre Oma kuschelt): Ach das war noch mal wegen Montag. Das Treffen bei meinen Eltern mit Gabi war doch nicht so besonders gelaufen.
Gretchen (sieht ihn mitfühlend an u. streicht ihm tröstend über den Arm): Ich hab davon gehört, ja. Das wird schon, Mehdi.
Mehdi: War deine Mutter auch so zu Marc bei eurem ersten gemeinsamen Treffen?
Gretchen (muss unweigerlich grinsen): Du kennst doch meine Mutter.
Mehdi: Hmm!
Gretchen (riskiert einen kurzen Blick zu Marc, der nun selbst eine seiner Kreationen hinunterkippt, u. sieht Mehdi dann aufmunternd an): Mittlerweile liebt sie ihn.
Mehdi (lächelt): Ich glaube, meine Mutter hat endlich verstanden, wie ernst mir das mit Gabi ist.
Gretchen (erwidert sein zufriedenes Lächeln): Das ist doch gut. Und hast du sie denn mittlerweile erreicht?
Mehdi (schüttelt den Kopf): Nein, sie war heute Nachmittag noch mit einer Freundin beim Babyschwimmen.
Gretchen (erstaunt): Gabi?
Mehdi: Ja! Wahrscheinlich hat sie ihr Handy nicht dabei und die Zeit vergessen. Die Freundin hab ich erreicht. Sie meinte, Gabi hätte gerade das Schwimmbad verlassen und wollte sich zuhause nur noch schnell umziehen.
Gretchen: Na also, dann wird sie sicherlich gleich hier sein.
Mehdi: Ja!

Und genau in dem Moment klingelte es tatsächlich an Mehdis Wohnungstür. Gretchen zwinkerte dem verträumt dreinblickenden Mann verschmitzt zu und richtete dann noch schnell die Käseplatte dekorativ her...

Gretchen: Siehst du!

Während Mehdi voller Vorfreude zur Tür ging, brachte Gretchen das Tablett mit den Partysnacks zu den Gästen rüber, die sogleich hungrig darüber herfielen. In der Zwischenzeit hatte sich Marc zum Sofa begeben, wo er gerade Sabine spontan von ihrem Schluckauf geheilt hatte. Noch etwas mitgenommen hatte sich die Krankenschwester bei ihrem Helden bedankt und wollte jetzt erst einmal etwas zur Beruhigung essen und setzte sich zusammen mit ihrem Verlobten zu den anderen Gästen.

Gretchen, die die Szene amüsiert beobachtet hatte, wusste nicht warum, aber sie war es mittlerweile leid, mit Marc zu streiten und setzte sich nach kurzem Zögern zu ihm auf die Couch, worauf ihr Liebster, der innerlich darüber jubilierte, mit seinem bekannten Pokerface reagierte. Wie zwei verlegene Teenager bei ihrem ersten Date saßen sie nun mit reichlich Sicherheitsabstand nebeneinander und trauten sich kaum, einander anzusehen, geschweige denn überhaupt sich anzusprechen. Während Marc sich an seiner Bierflasche festhielt, die er immer wieder sporadisch an seinen Mund führte, knetete Gretchen nervös mit ihren Händen, die auf ihrem Schoss ruhten. Es war doch wie verhext mit den beiden, dachte Kate augenrollend, die dieses eigentlich süße Bild nun mit Soraya und Azadeh unter sich kommentierte und wilde Theorien aufstellte, was da wohl zwischen den beiden vorgefallen sein könnte.

Mit klopfendem Herzen öffnete Mehdi derweil schwungvoll seine Wohnungstür, aber sein breites vorfreudiges Lächeln erlosch gleich wieder und wich einem eher erstaunten Gesichtsausdruck, als er die überraschende Besucherin erkannte und nun ziemlich verdutzt ansah...

Mehdi: Du?
Chantal (grinst ihn frech an): Jep! Ich! Äh... wir! Feiert hier eine Party ohne uns. Das geht ja wohl gar nicht, Doc!

Ohne dass er sich versah, hatte sich Chantal Kunze, die ihr Baby im Tragetuch vor ihrer Brust hielt, an ihm vorbei in die Wohnung geschoben und hatte dem sprachlosen Halbperser anschließend einen dicken Schmatzer auf die Wange und ihre Jacke in die Hand gedrückt. Irritiert sah er sie an, als sie sich in dem orientalisch angehauchten Raum umblickte und die interessierten Blicke, die auf ihr und Celine ruhten, einfing...

Mehdi: Äh... Komm ... doch ... rein!
Chantal (sieht ihn an): Hast du eine ruhige Ecke, wo ich die Kleine lassen kann?
Mehdi (erwacht aus seiner kurzzeitigen Starre u. schließt die Tür hinter sich): Klar! Komm mit! Kommt ihr direkt vom Schwimmen?
Chantal (folgt ihm den schmalen Flur hinter ins Schlafzimmer): Ja! Es wäre ein Umweg gewesen, wenn ich noch mal nach Hause gefahren wäre. ... Ist denn Gabi noch nicht da?

...fragte die junge Frau noch und war mit ihrer Tochter auch im Schlafzimmer verschwunden. Im Wohnzimmer durchbrach Dr. Meier schließlich das eiserne Schweigen zwischen sich und seiner ebenso schweigsamen Freundin...

Marc: Kommen jetzt seine Patienten schon zu ihm nach Hause? Wie rechnet er das denn mit den Kassen ab?
Gretchen (sieht ihn leicht verwirrt an): Äh... War das nicht die Kleine von der Silvesterfeier?
Marc (blickt noch mal zur Tür, aber da waren die beiden schon im Flur verschwunden): Die der Wichser abschleppen wollte?
Gretchen (schüttelt entschieden den Kopf u. ihr kommt plötzlich etwas in den Sinn, das sie nachdenken lässt): Nicht er!
Marc: Hä?
Gretchen: Wie spät ist es eigentlich?
Marc (irritiert): Wieso?
Gretchen: Ich muss mal telefonieren.
Marc: Was? Aber...ich dachte... ich wollte doch...
...reden!? Na toll, was ist denn jetzt wieder?

Aber bevor Marc nachhaken konnte, war Gretchen auch schon aufgesprungen und zurück in die Küche gegangen, um ungestört telefonieren zu können. Ihr Freund blickte ihr sprachlos hinterher und setzte gefrustet seine Bierflasche wieder an seinen Mund. Das war doch wie verhext hier, fluchte er in sich hinein und seine Laune sank wieder auf den tiefsten Tiefpunkt. Und als Sabine plötzlich laut auflachte, bestätigte das nur seinen Verdacht, dass es hier nicht mit rechten Dingen zuging. Stöhnend ließ er seinen Kopf an die Sofalehne fallen und schloss für einen Moment seine Augen. Das Gelächter der anderen dröhnte nur noch an seinen Ohren vorbei, ohne dass er verstand, dass es dabei gar nicht um ihn und Haasenzahn gegangen war.

Währenddessen hatten Mehdi und Chantal das kleine Baby im Schlafzimmer, das jetzt eigentlich Lillys Kinderzimmer war, wie man anhand des bunt verstreuten Spielzeugs sehen konnte, aufs Bett gelegt. Dabei war die Kleine wach geworden und fing nun an zu quengeln. Sichtlich genervt lief die junge Mutter nun mit ihrer Tochter im Zimmer auf und ab, während der Frauenarzt ihr gut gemeinte Ratschläge gab und nebenbei seiner Lilly ein bisschen hinterher räumte. Gewickelt und gestillt hatte die junge Mutter sie ja vorhin schon, aber die Kleine hatte immer etwas zu meckern. Während sie so hin und her liefen, bemerkte Mehdi eine heimliche Beobachterin, der er schmunzelnd zuzwinkerte. Lilly stand nämlich in der Tür und machte ganz große Augen, als sie das Baby in ihrem Zimmer entdeckte.

Mehdi (geht zu ihr u. will sie sanft hinaus schieben): Na Lillymaus, wir lassen die beiden mal alleine.
Lilly (bettelt herzerweichend, als sie mit Kulleraugen zu ihrem Vati hoch schaut): Oh Papa, bitte, darf ich das Baby mal halten?
Mehdi (sieht kurz zu Chantal rüber u. will eigentlich ablehnen): Lilly...
Chantal (unterbricht ihn u. kommt auf die beiden zu): Lass mal, Doc! Klar darfst du.

Lilly blickte noch einmal vergewissernd zu ihrem Vater hoch, der nun leicht mit den Kopf nickte. Er konnte seiner Tochter einfach keinen Wunsch abschlagen. Schüchtern ging das Mädchen nun zu der jungen Frau, die ihr das Baby, das sich mittlerweile wieder beruhigt hatte, vorsichtig in den Arm legte und ihr zeigte, wie sie es richtig halten sollte. Mit klopfendem Herzen sah Lilly der kleinen Celine nun in die blauen Augen, die sie ebenso neugierig anblickte und dann gähnte und mit ihren kleinen Händen immer wieder über ihr Gesicht strich. Gerührt beobachtete Mehdi das süße Schauspiel und er hätte Lilly stundenlang so zuschauen können, wenn er nicht plötzlich seine Mutter aus dem Flur rufen gehört hätte. Er entschuldigte sich von den beiden Mädels und schloss die Schlafzimmertür leise hinter sich und ging zu Soraya vor, die bereits an der Garderobe stand und zum Aufbruch drängte...

Soraya: Lilly, wir wollen fahren!
Mehdi: Lass sie doch noch eine Weile.
Soraya: Sie hat morgen Schule, Mehdi.
Mehdi: Ja, aber erst zur Dritten. Gönn ihr doch den Spaß!

Soraya Kaan seufzte geschlagen und folgte ihrem Sohn, dem sie einfach keinen Wunsch abschlagen konnte, schließlich zurück ins Wohnzimmer, wo eine ausgelassene Stimmung zwischen den Gästen herrschte und angeregte Unterhaltungen geführt wurden. Als seine Mutter bemerkte, dass die Häppchenplatten schon wieder leer waren, machte sie sich sofort daran, in der Küche neue zu machen. Mehdi schaute sich derweil um. Gretchen telefonierte gerade in einer Ecke, wie er verwundert feststellte, ...

Gretchen: Bitte, es ist dringend. ... Ja, was denkst du denn, wieso ich heute so lange bei euch war? ... Sie hat mir geholfen, ok. ... War ja klar, dass du das wieder lustig findest. ... Mensch, ich hatte die Zeit im Nacken. Ich wollte sie ja noch abholen, aber dann war es schon so spät und in der U-Bahn war... Jaaahaaa! ... Danke! Aber du musst unbedingt vor Mitternacht da sein. ... Weil er dann Geburtstag hat vielleicht! Und denk bitte an die Kerzen! Obwohl ... eine reicht vielleicht. ... Sehr witzig! Aber so viele passen nun mal nicht drauf und wie sieht das denn sonst aus. ... Jetzt mach hin! ... Boah bitte! Von mir aus. ... Dann bis gleich. Die Adresse hast du ja.

... und Marc saß gelangweilt mit einer Bierflasche allein auf dem Sofa und studierte die Deckenverkleidung. Mehdi nahm sich auch eine Flasche und setzte sich zu ihm. Marc senkte seinen Kopf, als sein Freund sich zu ihm gesellte, und nickte ihm kurz zu. Stumm stießen sie mit den beiden Flaschen an und setzten sie synchron an ihren Mund, dann lehnten sie sich zurück. Mehdi drehte seinen Kopf etwas zur Seite und sprach seinen Kumpel schließlich an. Es war ja den ganzen Abend über schon nicht zu übersehen, dass ihn etwas bedrückte.

Mehdi: Was ist los? Warum bist du so mies gelaunt? An meinem Geburtstag dulde ich nämlich keine schlechte Stimmung.
Marc (stöhnt genervt auf u. dreht seinen Kopf nun auch zur Seite): Du hast morgen erst Geburtstag, Mann. Aber weil du es bist, setze ich um Mitternacht gerne ein aufgesetztes Lächeln auf.
Mehdi (ironisch): Oh danke! Wie aufmerksam! Also ... was ist wirklich los? Irgendwas ist doch.

Nachdem Gretchen ihr Telefonat beendet hatte und noch einmal seufzend auf ihre Armbanduhr geschaut hatte, setzte sie sich mit ihrem angebrochenen Glas Sekt zu ihren beiden Männern aufs Sofa, die abrupt ihre Unterhaltung, die noch nicht einmal richtig begonnen hatte, verstummen ließen. Sie hatte sich bewusst für Mehdis Seite entschieden, was Marc trotzig mit der gleichen Missachtung quittierte. Aber der Ausblick geradeaus auf Sabine, Günni und Dr. Fuchs war nicht gerade rosig und das kindische Gekicher von Kate und Azadeh, die ihn offenbar gerade mit ihren Blicken auszogen, erst recht nicht. Mehdi fühlte sich irgendwie fehl am Platz zwischen den beiden schweigenden Sturköpfen. Er wollte einfach nicht, dass sie sich schon wieder stritten und schritt eisern zur Tat. Er setzte sich aufrecht hin und fixierte seine beiden besten und liebsten Freunde mit eindringlichem Blick...

Mehdi: Ok, was ist hier los? Ihr habt doch was?
Gretchen/ Marc (synchron): Nichts!
Mehdi (verdreht die Augen): Merkt man.
Gretchen (lenkt ab): Und gefällt dir deine Party, Mehdi?
Mehdi (versteht ganz genau, was sie damit bezweckt, aber nicht mit ihm): Ja, bis auf die Tatsache, dass ihr euch kind...

Doch im gleichen Moment klingelte es erneut an seiner Wohnungstür und Mehdi musste seine Standpauke abgelenkt abbrechen. Marc und Gretchen atmeten erleichtert aus, weil sie einem Kreuzverhör gerade noch so entkommen waren. Sie brauchten schließlich keinen Schlichter. Eigentlich war da ja auch nichts weiter, außer dieser einen kleinen bedeutungslosen Meinungsverschiedenheit, dachten beide, die sie mittlerweile beide albern fanden und die sie schon irgendwie selber klären würden, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen war und der war eindeutig nicht auf dieser Party zwischen all den neugierigen Kollegen. Verwundert blickte der Halbperser, der sich schon so seine Gedanken gemacht hatte, was zwischen den beiden wohl vorgefallen sein könnte und nur eine logische Schlussfolgerung dafür hatte, nämlich Marcs Alleingang während der Wohnungsbesichtigung gestern, nun seine Freunde an...

Mehdi: Wer kommt denn jetzt noch?
Marc (lässig u. ohne seine Miene zu verziehen): Die Stripperin!
Gretchen/ Mehdi (gleichzeitig entsetzt): Was?

Marc hatte endlich an diesem quälend langen Abend etwas zu lachen und zwinkerte Mehdi amüsiert zu, während Gretchen ihren Freund fassungslos anblickte, weil sie nicht glauben wollte, dass er das wirklich gemacht hatte...

Marc: Na du läufst jetzt schnurstracks auf die vierzig zu, Alter. Da wollte ich dir noch mal was gönnen.
Gretchen: Marc, das ist jetzt nicht dein Ernst? Hier sind Kinder anwesend.
Mehdi: Und meine Mutter!

Jetzt konnte Dr. Meier wirklich nicht mehr an sich halten und hielt sich den Bauch vor lauter Lachen und weckte damit auch die Aufmerksamkeit der anderen, die interessiert ihre Ohren spitzten und zu ihnen rüberkuckten. Diese kindische Reaktion ihres gemeinsamen Freundes und Scherzkekses verstanden dann auch endlich Mehdi und Gretchen. Während seine Freundin ihn erbost in die Seite boxte, woraufhin der Oberarzt abrupt aufhörte zu lachen und sich die schmerzende Seite rieb, war sein Kumpel kopfschüttelnd aufgesprungen und zur Tür gegangen und öffnete diese nun unter den neugierigen Blicken seiner Gäste. Was er dann vor der Tür zu sehen bekam, verschlug dem Geburtstagkind jetzt wirklich die Sprache...

Lorelei Offline

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22.10.2011 20:05
#1148 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

http://www.youtube.com/watch?v=BKPoHgKcqag

Und das nicht nur ihm. Auch Marc Meier machte große Augen, auch wenn Mehdi ihm mit seinem breiten Kreuz die Sicht versperrte. Aber er hatte genug gesehen und blickte nun dreckig grinsend zu seiner Freundin neben sich, die ebenfalls wie die anderen interessiert zur Tür geschaut und den verspäteten Gast erkannt hatte...

Marc: Siehst du! Ich hatte Recht.
Gretchen: Du bist unmöglich, Marc.

Gretchen blitzte den unverschämten Kerl empört an und es setzte gleich noch einen schmerzhaften Nackenschlag hinterher, der den Macho trotzig von ihr abrückten ließ. Mehdi konnte derweil seine Augen gar nicht mehr abwenden von der aufregenden Schönheit, die sich lasziv am Türrahmen räkelte und ihn verführerisch mit blutroten Lippen anlächelte. Immer wieder wanderten seine sehnsüchtigen Blicke über ihr strahlendes, makelloses, leicht verrucht geschminktes Gesicht, ihr aufreizendes Dekolletee, das unter dem dunklen Mantel, den sie trug, glitzernd hervorblitzte. Aber der Blickfang schlechthin waren ihre schlanken Beine, die in den schwarzen Nylonstrümpfen und den ebenso dunklen Stiefeln endlos erschienen. Der Frauenarzt schluckte heftig und es schien ihm fast so, als ob der Sauerstoff plötzlich immer knapper wurde, als sie ihm nun auch noch verführerisch über seinen Brustkorb strich, der sich unter seinem dunklen Hemd angespannt hatte. Doch auch ihr Herz klopfte wie verrückt, als sie merkte, wie intensiv er auf sie reagierte. Genau das war mit ihrem sexy Auftritt bezweckt gewesen. Ihre Hand ruhte auf seiner linken Brust, als sie ihren Kopf langsam zu seinem Ohr hin beugte, kurz darüber hauche, woraufhin sich seine Nackenhaare aufstellten und seine Knie weich wurden, und dann mit erotischer Stimme hineinsäuselte...

Gabi: Hey Schatz! Wenn jetzt schon Mitternacht wäre, würde ich vielleicht noch ein „Happy Birthday“ anstimmen. Du weißt schon, so wie Marilyn Monroe beim Präsidenten. Hihi!

Gabi musste über sich selbst kichern und ihre Wangen färbten sich daraufhin in ein gesundes Rosa, doch ihr Liebster war so gefangen von ihrem intensiven Blick und ihrer ganzen Art, die ihn völlig verzaubert hatte, dass er kaum Worte fand...

Mehdi (hin und weg): Ja?
Gabi (blickt sehnsüchtig in seinen schönen dunklen Augen hin u. her, die sie nun auch gefangen nehmen, u. flüstert leise weiter, während ihr Herz immer höher schlägt): Aber das... kann ich ja ... später noch... nachholen. Tut mir leid, dass es etwas später geworden ist. Dafür... darfst du die ganze Nacht mit mir anstellen, was du willst.

... säuselte die bis über beide Ohren verliebte Krankenschwester verführerisch und strich ihm wieder über seinen bebenden Brustkorb. Jetzt brachen Mehdi doch die Knie weg und er musste sich am Türrahmen festhalten. Gabi grinste, als sie ihre Hand als nächstes an seine erhitzte Wange legte und zärtlich darüber strich. Sie wollte gerade zu einem wilden leidenschaftlichen Kuss ansetzen, um das Gesagte zu untermalen, als plötzlich Stimmen und leise Musik an ihr Ohr drangen, was sie kurz irritiert innehalten und über Mehdis Schulter blicken ließ. Da erst erkannte sie die Situation, riss ihre Augen weit auf und schnappte hörbar nach Luft. Auf dem Sofa am anderen Ende des Zimmers saß Marc Meier, der lässig seine Arme verschränkte und sie hämisch angrinste, daneben Gretchen Haase, die sie verschämt anlächelte. Und noch viel schlimmer: Das halbe Krankenhaus und Mehdis Mutter (!) befanden sich in seinem Wohnzimmer und starrten sie an. Abrupt zog sie ihren Kopf zurück und ließ von ihrem Traummann ab. Dann trat sie zwei Schritte zur Seite, so dass sie von der Wohnung aus nicht mehr zu sehen war, und lehnte sich Halt suchend mit dem Rücken gegen die kühle Wand. Das durfte doch jetzt echt nicht wahr sein?

Mehdi brauchte jedoch einen Moment, um zu realisieren, dass seine Traumfrau, die ihm dermaßen den Kopf verdreht hatte, dass ihm regelrecht schwindelig war, von ihm abgelassen hatte. Er blickte hinter sich in den Raum hinein und bemerkte die fragenden Blicke seiner Gäste. Auch er lief augenblicklich zur roten Tomate an, räusperte sich verlegen und nahm augenrollend seinen Wohnungstürschlüssel in die Hand und zog schnell die Tür hinter sich zu. Er schaute suchend zu seiner Freundin rüber, die in die Hocke gegangen war und ihr Gesicht hinter ihren Knien versteckte, und hockte sich neben sie und sprach sie mit sanfter Stimme an...

Mehdi: Hey!
Gabi (traut sich nicht, ihn anzusehen u. zieht ihre Knie noch fester an ihren Körper): Das war so peinlich, Mehdi. Die denken doch jetzt sicher alle... Ich kann mich nie wieder in der Klinik blicken lassen.
Mehdi (tätschelt ihr beruhigend übers Knie u. blickt sie liebevoll von der Seite an): Quatsch! Es hat doch keiner gehört, was du gesagt hast.
Gabi (sieht ihn jetzt doch verschämt an): Oh Gott! Das wäre ja noch schöner. Was machen die denn überhaupt alle hier? Ich dachte, wir ... sind... allein. Wieso hast du denn nichts gesagt?
Mehdi: Ich bin vorhin genauso überrascht worden wie du.
Gabi (zieht eine enttäuschte Schnute): Na toll! Ich hab mir das so schön vorgestellt.
Mehdi (legt seinen Arm um ihre Schulter u. zieht sie augenzwinkernd zu sich heran): Also ich fand’s schön. Eigentlich sogar sehr aufregend, um genau zu sein.
Gabi (stupst ihn spielerisch in den Arm u. schmiegt sich dann Schutz suchend an ihn): Hey! ... Wieso hab ich mich nicht zurückgehalten? Der Auftritt hat doch jetzt all ihre Vorurteile bestätigt.
Mehdi: Blödsinn! Es darf doch jeder wissen, was für eine bildschöne sexy Freundin ich habe.
Gabi (blickt ihm Bestätigung haschend in die Augen): Echt?
Mehdi (lächelt): Echt!
Gabi (wieder versöhnt kuschelt sie sich noch enger in seine warmen Arme, ist aber immer noch etwas grummelig, weil der geplante gemeinsame Abend wohl damit ins Wasser fällt): Die Party ist doch sicherlich auf Gretchens Mist gewachsen oder? Deshalb der Telefonterror gestern Abend. Und ich hab sie weggedrückt.
Mehdi (nickt mit dem Kopf u. zieht seine Freundin mit hoch, weil ihm die hockende Position so langsam unangenehm geworden ist): Unter anderem ja.
Blöde Kuh! Die verdirbt auch immer alles.
Gabi (schlingt ihre Arme um seine Taille): Ich hab mich so auf unseren Abend gefreut.
Mehdi (legt tröstend eine Hand an ihre Wange u. streichelt diese sanft): Ich mich doch auch, Schatz. Aber das können wir immer noch nachholen und deinen ähm.... Marilyn-Monroe-Auftritt auch.
Gabi (grinst ihn an): Das hättest du wohl gerne, Herr Doktor.
Mehdi (zwinkert ihr verschmitzt zu): Du hast das so verlockend angekündigt, dass ich darauf bestehen muss. Und ich hab doch einen Wunsch frei oder?
Gabi (grinst immer breiter u. schmiegt sich noch fester in seine starken muskulösen Arme): Hast du!
Mehdi (strahlt über das ganze Gesicht u. blickt ihr nun tief in die Augen): Na dann! Ich hab dich noch gar nicht richtig begrüßt.
Gabi (sieht aufgeregt in seinen Augen hin und her u. hängt förmlich an seinen Lippen): Nein!
Mehdi (beugt sich lächelnd ganz in Zeitlupe zu ihr herab u. flüstert schon fast): Hallo!

http://www.youtube.com/watch?v=R4zdcUiPhRc

Und ehe Gabi überhaupt antworten konnte, hatte Mehdi auch schon seine Lippen sehnsüchtig auf die ihren gedrückt. Wie ein Windhauch streifte er ihre Sinne und die verliebte Krankenschwester spürte, wie sich ihre Knie immer mehr in Wackelpudding verwandelten. Sie klammerte sich fest an Mehdis muskulösen Körper, streichelte über seinen Rücken und ließ ihre Hände schließlich auf seinem knackigen Po ruhen, während ihre Zungen ein aufregendes Begrüßungstänzchen wagten und Mehdi seine Freundin mit sanfter Gewalt gegen die kühle Wand im Hausflur presste, um Halt zu finden. Das Licht im Treppenhaus ging aus. Es war still. Leise Musik drang zwar aus der Wohnung heraus, aber die beiden Liebenden waren ganz in einer anderen Welt gefangen und hörten sie nicht. Sie vernahmen ebenfalls den Schatten nicht, der das Treppenhaus wieder empor huschte, nachdem er einen Moment lang auf der letzten Treppenstufe verharrt hatte, und dabei die Lichtschranke wieder aktivierte.

Maria Hassmann hielt auf halben Weg nach oben zurück in ihre Wohnung inne und lehnte sich gegen das Geländer. Sie fuhr sich mit einer Hand aufgewühlt über ihre Stirn. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Was wollte sie dort? Mitfeiern? War sie verrückt geworden? Als ob Mehdi sich darüber gefreut hätte. Er hätte sie nicht mal wahrgenommen. So sieht es nämlich aus. Das hatte er ja auch nicht, als er aus der Tür getreten war und sich um seine Freundin gekümmert hatte. Seine Freundin! Sie musste den Tatsachen endgültig ins Gesicht sehen. Schwester Gabi war seine Freundin! Das war Maria erst wieder in den Sinn gekommen, als Mehdi beruhigend auf die Krankenschwester eingeredet und sie anschließend zärtlich geküsst hatte. Sie liebten sich wirklich. Das war nicht nur eine kurze Geschmacksverirrung seinerseits oder ein berechnendes Spiel ihrerseits. Sie standen sich nah, sehr nah sogar. Sie hatte nicht viel mitbekommen, worüber sie geredet hatten, aber ihre Gesten hatten Bände gesprochen. Die taffe Neurologin konnte sich einreden, was sie wollte, sie kam mit dieser Tatsache immer noch nicht klar, obwohl sie das stillschweigende Abkommen, sich erst einmal aus dem Weg zu gehen, gerne beendet hätte. Sie vermisste ihn, ihre Gespräche, die Vertrautheit, die Ruhe, die er ausstrahlte. Genau die Ruhe, die sie jetzt brauchte, wo doch alles durcheinander ging in ihrem Kopf. Aber die beiden einen ganzen Abend lang dabei zu beobachten, wie sie nicht die Finger voneinander lassen konnten oder sich verliebte Blicke schenkten, das war ihr dann doch eine Nummer zu viel. Deshalb hatte sie sich rechtzeitig vor der Blamage ihres Lebens umgedreht und war die Treppe schnell wieder hoch gerannt. Niemand hatte es bemerkt.

Als das Licht plötzlich wieder ansprang, öffnete auch das innige Paar wieder die Augen und sah sich verträumt an...

Mehdi: Ich hab dich vermisst.
Gabi: Ehrlich?

Mehdi wollte seiner Freundin gerade die Bestätigung dafür geben und sie erneut zärtlich küssen, als hinter ihm plötzlich die Tür aufsprang und Gretchen Haase sichtlich verlegen einen Blick nach draußen wagte...

Gretchen: Oh entschuldigt! Ich wollte nicht...
Peiiiiinliiiiich!!!

Gabi rollte nur genervt mit den Augen und gab ihrer Kollegin unmissverständlich zu verstehen, dass sie gerade mehr als störte. Das erkannte auch Marc Meier, der hinter seiner Freundin aufgetaucht war und nun ebenfalls neugierig einen Blick aus der Wohnungstür riskierte...

Marc: Ich hab dir doch gesagt, dass die rummachen und du das sein lassen sollst, Haasenzahn.
Gretchen (blitzt ihn scharf an u. geht auf Sicherheitsabstand, als er ihr zu nah auf die Pelle rückt): Mit dir rede ich doch gar nicht.
Marc (verdreht die Augen u. kuckt stöhnend an die Decke): Boah!
Mehdi (hält Gabi immer noch zärtlich im Arm, aber wirft seinen beiden Freunden einen bösen Blick zu): Hab ich mir vorhin nicht etwas gewünscht?
Marc (zeigt trotzig auf seine Freundin): Sie zickt doch die ganze Zeit rum.
Gretchen (plustert sich empört auf): Was?
Gabi (schaut die beiden amüsiert an): Wow! Eine tolle Stimmung habt ihr hier. Und das ziehst du wirklich mir vor, Schatz?

Gabi zwinkerte Mehdi frech zu, der sie immer noch fest in seinen Armen hielt und jetzt auch schmunzeln musste...

Mehdi: Ich glaube, ich überlege mir das noch mal.
Gretchen (senkt beschämt den Kopf): Tut mir leid.
Gabi (hat trotzdem noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen): Wieso hast du mir eigentlich nicht Bescheid gegeben wegen der Überraschungsparty oder wolltet ihr mich hier nicht dabei haben? Na schönen Dank auch.
Gretchen (sieht sie verwundert an): Hä?
Marc (hat schon einen ironischen Spruch auf den Lippen, den er Gabi spaßeshalber reindrücken möchte): Also ehrlich gesagt...
Mehdi (fällt seinem Freund warnend ins Wort): Sag jetzt nichts Falsches, Marc!
Marc (lässt die drei genervt stehen): Boah! Ich sag lieber gar nichts mehr, wenn hier alles gegen einen verwendet wird.

Gabi, Mehdi und Gretchen sahen der beleidigten Leberwurst verwirrt hinterher, wie sie wieder in der Wohnung verschwand und die Tür lautstark hinter sich zuknallte. Die Gastgeberin des Abends schüttelte nur den Kopf und wandte sich dann erklärend Mehdis Freundin zu...

Gretchen: Sorry, das ist irgendwie dumm gelaufen. Ich hatte dir auf die Mailbox gesprochen, aber...
Gabi (grübelt nach): Ich hab mein Handy im Spind liegen lassen. Verdammt, das wollte ich doch noch mitnehmen.
Mehdi: Na da haben wir doch die Antwort.

Alle drei blickten sich an, als plötzlich erneut die Wohnungstür stürmisch aufgerissen wurde und eine junge Frau ihnen gegenübertrat und sie verwundert musterte...

Chantal: Wieso steht ihr denn alle hier draußen? Wird die Party hierher verlagert? Ein bisschen kalt, findet ihr nicht?
Mehdi: Äh...
Chantal (erkennt erst jetzt ihre beste Freundin u. drückt sie spontan an sich): Hallo Süße, da bist du ja endlich. Dein Doc ist vor Sehnsucht schon fast zerflossen.
Gabi (drückt ihr ein Küsschen auf die Wange u. grinst Mehdi dann verschmitzt an): Echt?
Mehdi (läuft rot an u. streicht sich verlegen übers Gesicht): Ein bisschen vielleicht.
Chantal (vorlaut): Ein kleines großes Bisschen würde ich behaupten.
Gretchen (stimmt der sympathischen jungen Dame schmunzelnd bei): Also mir wird auch langsam kalt. Lasst uns wieder reingehen!

Gretchen blickte die drei auffordernd an und ging dann schnell zurück in die warme Wohnung, wo sie sich suchend nach ihrem Schmollhasen umschaute. Mehdi und Chantal wollten ihr folgen, doch Gabi zögerte noch. Verwundert drehte sich der Halbperser zu ihr um und auch Chantal blieb in der Tür stehen und sah sie fragend an...

Mehdi: Was hast du?
Gabi (beißt sich verlegen auf die Unterlippe u. schaut an sich herunter): Ich kann so nicht rein.
Mehdi (tritt einen Schritt näher an sie heran, umfasst ihren Mantelkragen u. schmunzelt): Wieso? Trägst du etwa wirklich... nichts... darunter?

Wie Recht er doch damit hatte, dachte Gabi verzweifelt und sah ihren Liebsten eindringlich in die Augen. Mehdi, dessen Grinsen immer breiter wurde, konnte nicht anders und wollte einen Blick unter ihren Mantel erhaschen, aber seine Freundin klatschte ihm unsanft auf seine frechen Fingerchen und blitzte ihn an...

Gabi: Geschenke frühzeitig auszupacken, bringt Unglück, mein Lieber.
Mehdi (amüsiert): Ach ist das so?
Gabi: Jaaahaaa! Aber ernsthaft jetzt, ich kann den nicht ausziehen.
Mehdi: Dann ziehst du eben ein paar Sachen von mir an, hmm?
Gabi (nicht gerade begeistert): Na toll, dann sitze ich im XXL-Schlabberlook zwischen all den aufgestylten Tratschnasen aus der Klinik. Super!
Mehdi: Das XXL will ich aber nicht gehört haben.
Chantal (hat den beiden die ganze Zeit amüsiert zugehört u. meldet sich nun unterstützend zu Wort): Nee, Doc, das kannst du echt nicht bringen.
Gabi (verschränkt die Arme u. funkelt ihn an): Eben!
Mehdi (seufzt auf): Und dann?
Chantal (sieht zu ihrer Freundin, die unschlüssig mit den Schulter zuckt): Du kannst etwas von mir anziehen. Ich hab immer was zum Wechseln dabei. Die Kleine sabbert mich doch ständig voll.
Gabi (sichtlich erleichtert): Danke!
Chantal (reicht ihr ihre Hand): Gerne! Dann komm mal mit! Wir machen dich partytauglich.
Mehdi (zieht seine Freundin aber noch mal zurück in den Flur, um sie noch ein letztes Mal innig zu küssen): Warte!
Gabi (geht sehnsüchtig darauf ein u. himmelt ihn an, als er sich wieder von ihr löst): Mehdi!
Mehdi (streichelt ihr verträumt über die Wange u. lässt sie schließlich ziehen): Schön, dass du da bist.

Gabi lächelte ihren charmanten Freund mit klopfendem Herzen an und rührte sich immer noch nicht vom Fleck. Tiefe und innige Blicke folgten und vermutlich hätte das Paar noch ewig lang so im Treppenhaus gestanden, wenn Chantal nicht ungeduldig eingegriffen und ihre Freundin mit sich in die Wohnung und dann weiter ins Schlafzimmer gezogen hätte, während Mehdi ganz langsam die Tür hinter sich schloss und den beiden Frauen verträumt hinterher blickte.

Lorelei Offline

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23.10.2011 17:34
#1149 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc: Du sabberst schon. Vielleicht sollte ich dir noch ein Lätzchen zum Geburtstag schenken, hmm?

... unterbrach eine ironische Stimme Mehdis Tagträumereien. Marc Meier hatte sich nämlich breit grinsend zu seinem schmachtenden Kumpel gesellt, dessen Wangen immer noch verräterisch glühten, und hatte ihm zur Abkühlung ein Bier in die Hand gedrückt. Mehdi räusperte sich und blickte ihn noch etwas durcheinander an...

Mehdi: Nur kein Neid!
Marc (verzieht angewidert sein Gesicht): Worauf? Wie ihr euch gegenseitig anturnt und auffresst, das will ich nun wirklich nicht wissen. Ich hab schon genug mitgeschnitten in den letzten Monaten.
Mehdi (verdreht die Augen u. lenkt ab, womit er bei Marc direkt ins Schwarze trifft): Was ist eigentlich mit dir und Gretchen los? Dein Schnellschuss gestern war wohl doch nicht so gut durchdacht, hmm?
Marc (blitzt ihn beleidigt an u. sieht dann zu Gretchen rüber, die neben Sabine, Kate und Azadeh auf der Kissenwiese sitzt und Karten spielt): Boah! Hör mir bloß auf!

Mehdi hob eine Augenbraue und sah seinen gequält dreinblickenden Freund fragend an. Marc seufzte nur und offenbarte ihm nach einem weiteren Schluck aus seiner Bierflasche sein ganzes Dilemma, das ja eigentlich keins war, für Madame aber offenbar schon. Mehdi hörte ihm geduldig zu und trank dabei auch ab und an aus seiner Flasche. Er hatte also recht gehabt mit seiner Vermutung. Marc hatte es gründlich verbockt und irgendwie konnte er auch verstehen, dass Gretchen deswegen mit ihm böse war.

Die beiden im Gespräch vertieften Männer bemerkten nicht, dass sie die ganze Zeit von einer blonden Frau verstohlen beobachtet wurden, die den Kartenlegekünsten der Hobbyastrologin Sabine Vögler diesmal nicht folgen wollte und konnte. Dafür hatten Kate und Azadeh und selbst Mehdis Mutter, die sich gerade mit Essensnachschub zu ihnen gesetzt hatte, umso mehr Spaß und kicherten die ganze Zeit wie kleine Kinder, als die Krankenschwester ihre Prophezeiungen in ihrer liebenswerten monotonen Art bildlich ausschmückte.

Währenddessen hatte Chantal Gabi ins Schlafzimmer geschleift, wo sie Lilly Kaan auf dem Bauch liegend auf dem Bett neben dem Baby vorfanden, das sie neugierig beim Schlafen beäugte. Mehdis Freundin blieb verunsichert in der Tür stehen. Chantal drängte sie aber weiter ins Zimmer und schloss die Tür hinter ihr.

Gabi (überrascht): Lilly!
Lilly (richtet sich auf u. legt ihren Zeigefinger an ihre Lippen): Ssshht! Sie ist gerade wieder eingeschlafen.
Chantal (geht lächelnd zu ihr u. guckt nach ihrer Tochter): Du machst das gut mit dem Aufpassen.
Lilly (mit stolz geschwellter Brust): Danke!

Lilly lächelte die beiden Frauen noch einmal an, dann richtete sich ihre ganze Aufmerksamkeit wieder auf das kleine süße Mädchen, das ihre winzig kleinen Händchen zu Fäusten geballt hatte und zu träumen schien. Am liebsten hätte sie laut aufgequiekt, so süß sah das aus. Gabi blieb immer noch zögernd an der Tür stehen. Chantal kramte derweil in ihrer Tasche und zog ein hellbraunes Strickkleid heraus, das sie Gabi reichte, die aber nicht darauf reagierte.

Chantal: Was ist?
Gabi (flüstert): Ich kann nicht.
Chantal (hält sich verwundert das Kleid vor ihren Körper u. schaut in den Spiegel): Was kannst du nicht? Wir haben doch dieselbe Größe. Oder?
Gabi (blickt immer wieder unsicher zu Lilly, die vergnügt das Baby anhimmelt u. die Freundin ihres Vaters nicht wirklich wahrnimmt): Das ist es nicht.
Chantal: Was dann?
Gabi (zeigt flüsternd zum Bett): Ich kann mich nicht vor ihr umziehen.
Chantal (lacht): Ich wusste gar nicht, dass du so prüde bist, Gabilein. Erst so einen rattenscharfen Auftritt hinlegen, dass es dem Doc sämtliche Denk- und Sprachzentren lähmt, und jetzt das.
Gabi (beißt ihre Zähne zusammen u. funkelt sie an): Haha! Sehr witzig! Mann, sie ist Mehdis Tochter.
Chantal (zuckt mit den Schultern u. schaut kurz zu Lilly und Celine): Na und? Ihr werdet noch häufiger miteinander zu tun haben.
Gabi (sieht verzweifelt an sich herunter): Na eben! Ich meine, was denkt die sich denn, wenn sie sieht, dass ich nur ... Dessous hier drunter anhabe.
Chantal (verschränkt amüsiert ihre Arme): Dass ihr Vater ein wahnsinniger Glückspilz ist.
Gabi (steckt ihr beleidigt die Zunge raus): Du bist blöd.
Chantal (lacht u. wirft gestikulierend ihre Arme in die Luft): Mein Gott, Gabi, jetzt hab dich doch nicht so. Sie ist wie alt? Sieben?
Gabi (korrigiert sie u. wirft erneut einen unsicheren Blick auf Lilly): Neun!
Chantal (ungeduldig): Sie wird sich schon nichts denken, Gabi. Also mach jetzt hinne! Mir hängt der Magen schon in den Kniekehlen. Ich will noch was abbekommen, bevor die da vorne alles weggefuttert haben.
Gabi: Jaha!

Gabi öffnete nun doch zögerlich den Knoten von ihrem schwarzen Mantel und knöpfte ihn anschließend langsam auf, immer darauf bedacht, dass Lilly nichts mitbekam, der sie sicherheitshalber den Rücken zugekehrt hatte. Aber Chantal konnte es einfach nicht lassen, anerkennend zu pfeifen, als sie bewundernd Gabis sexy Unterwäsche begutachtete...

Chantal: Boah scharf! Ich sag doch, er ist ein verdammter Glückspilz.
Gabi (zischt sie böse an): Chanti!

Das weckte natürlich auch die Aufmerksamkeit von Mehdis Tochter, die sich neugierig meldete und ihren Kopf in die Luft reckte...

Lilly: Was macht ihr denn da Ulkiges?
Oh nein!
Gabi (schließt peinlich berührt ihre Augen u. hält sich schnell den Mantel wieder zu): Danke Chanti! Glanzleistung von dir!

... blitzte sie Chantal böse an, die herzhaft auflachte. Lillys Aufmerksamkeit war nun gänzlich geweckt. Sie krabbelte von ihrem Bett herunter und stellte sich neben die beiden Frauen, die sie neugierig von unten herauf musterte. Chantal merkte, wie unangenehm das ihrer Freundin war und versuchte, sich mehr schlecht als recht vor dem kleinen Zwerg herauszureden...

Chantal: Äh... Gabi muss sich... umziehen.
Lilly: Wieso denn?
Peiiiinliiiich!!!
Chantal (ist jetzt doch etwas überfordert von der Situation): Weil... weil... äh...
Gabi (ihr Gesicht ist mittlerweile knallrot angelaufen): Weil ich ähm... auf Arbeit... schmutzig geworden bin.
Chantal (versucht sie bei ihrer Ausrede zu unterstützen, obwohl sie am liebsten laut losgeprustet hätte): Ja, ähm... so ein Patient war... voller Blut. Das schoss richtig aus seinen Wunden und na ja... das war dann auch auf Gabis Sachen.
Lilly (zuckt unbeeindruckt mit den Schultern): Ach so.
Gabi (zischt Chantal leise an): Danke für die kindgerechte Schilderung! Jetzt bekommt sie Albträume. Mehdi wird mich umbringen.
Chantal (lächelt sie gehässig an u. nimmt dann Lilly an die Hand): Weiß du was Lilly, wir lassen Gabi jetzt allein. Sie schämt sich nämlich, sich vor anderen auszuziehen.

Lilly kicherte. Chantal setzte auch mit ein. Und Gabi hätte ihrer Freundin am liebsten dafür den Hals umgedreht. Die beiden kichernden Mädels machten sich nun schleunigst aus dem Staub und gingen vor ins Wohnzimmer, wo Lilly zu Marc und Mehdi aufs Sofa kletterte, wodurch deren Unterhaltung ein jähes Ende fand, und Chantal sich hungrig auf die Partysnacks stürzte. Mehdi nahm seine Tochter auf den Schoss und sie schmiegte sich an ihn, schaute aber auch immer wieder vergnügt zu ihrem coolen Onkel Marc, der der süßen Maus nichts entgegenzusetzen hatte und sie einfach nur anlächelte.

Mehdi: Und hattest du Spaß mit Celine?
Marc: Welche Celine?
Lilly (bekommt ganz leuchtende Augen): Das Baby! Das ist so süß!
Marc (sieht irritiert zu seinem Kumpel): Wie kommst du auf einmal zu einem Baby? Hab ich was verpasst? Hast du eins in der Klinik mitgehen lassen?
Mehdi: Sehr witzig, Marc! Aber nein, die Kleine gehört zu Chantal, Gabis Freundin.
Marc (mustert Chantal interessiert, die in ihrem knallpinken Kleid und den bunten Overknies der Blickfang auf der Kissenwiese ist u. sich gerade begeistert die Karten von Sabine legen lässt, nachdem sie die irritierte Krankenschwester niedergequasselt hat): Ah ja!?
Lilly: Die ist voll nett.
Mehdi (lächelt): Findest du?

Marc (steht vom Sofa auf u. deutet auf seine leere Bierflasche): Ich hol mal Nachschub.

Mehdi (sieht ihm kopfnickend nach u. will den Moment nutzen, um Lilly etwas zu erklären): Du, Lillybärchen, ich wollte dir die ganze Zeit schon etwas sagen.
Lilly (hat ihm gar nicht richtig zugehört u. beginnt von selbst zu plappern, während sie sich an ihren kuscheligen Papa schmiegt): Hast du gewusst, dass die Gabi gar keine Sachen anhat.
Mehdi (reißt entsetzt seine Augen auf u. schnappt nach Luft; dabei vernimmt er, wie die auf dem Boden hockenden Gäste zu schmunzeln beginnen, was aber andere Gründe hat; er räuspert sich nervös, während ihm die Luft immer knapper wird): Wa...Was du nicht sagst.
Lilly (kichert): Doch! Aber vor mir muss sie sich nicht schämen.
Mehdi (noch etwas verwirrt): Nein?
Lilly (sieht ihn plötzlich direkt an): Und du auch nicht.
Mehdi (irritiert): Ich? Wie... wie meinst du das jetzt?
Lilly: Du musst dich nicht verstecken, wenn du mit Schwester Gabi knutschen willst, Papa.

Oh Gott! Sie weiß es!

Jetzt war dem Familienvater endgültig der Sauerstoff abhanden gekommen und sein Kopf näherte sich in Sekundenschnelle der Farbe einer überreifen Tomate an. Marc Meier, der gerade mit zwei neuen Bierflaschen zum Sofa zurückgekommen war, musste laut losprusten, als er Lillys kompromittierende Frage hörte, und drehte sich noch auf der Stelle um, um die beiden bei ihrem Blümchen-Gespräch allein zu lassen, und ging zurück zur Küchenzeile, die mittlerweile als Bar diente, wo Günni und Dr. Fuchs sich angeregt miteinander unterhielten und er den besten Überblick behalten konnte. Sein hämisches Feixen hörte man aber immer noch bis zur Couchecke, wo Mehdi immer tiefer in die Kissen sank.

Lorelei Offline

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24.10.2011 18:08
#1150 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mehdis Gesichtsfarbe näherte sich mittlerweile dem Siedepunkt und er stammelte sich nervös etwas zusammen, während sich seine Tochter völlig unbeeindruckt und neunmalklug zeigte...

Mehdi: Äh... wo...her...?
Lilly: Papa, ich bin schon neun!
Mehdi (sieht Lilly ziemlich aufgewühlt an u. er muss sich sehr zusammenreißen, nicht gleich loszuheulen, wenn er daran denkt, wie groß seine kleine Maus schon geworden ist): Das ist bei mir noch nicht so wirklich angekommen.
Lilly (schmunzelt u. plappert munter weiter): Ach Papa! Die Mama hat mir schon erklärt, dass ihr nicht mehr... Also ich weiß, dass Mama und du, dass ihr... nicht mehr... zusammen seid. Ich hab mir das auch schon gedacht, weil wir ja auch so lange von hier weg waren. Und die Mama war auch schon mit anderen Männern aus, weißt du. Der eine, der hieß Massimo.
Mehdi (im ersten Moment sprachlos): Äh... sie hat... sie war... Oh!
Lilly (nickt eifrig mit dem Kopf u. erzählt unbeeindruckt weiter): Ja, aber den mochte ich nicht so, der hat so nach Knoblauch gestunken. Hihi! Aber wir sind ja dann auch gleich weiter nach Österreich gefahren. In die Berge, weißt du. Dort war es so schön, Papa. Da hat die Mama den Kurt kennengelernt, auf ihrer Arbeit, aber der mochte, glaube ich, keine Kinder. Der hat immer so viele Fragen gestellt, aber er hat uns geholfen, als die Mama den Unfall hatte. Na ja, es ist jedenfalls ok für mich, wenn ihr... nicht mehr ... wollt, also verheiratet zu sein und so. Die Eltern von Klara und Vanessa sind auch geschieden, weißt du. Und bei der Sarah, glaub ich auch. Aber die ist noch zu klein, die weiß das gar nicht richtig. Weißt du das? Das war aber nicht ihr Papa, mit dem die Frau Hassmann gestern geknutscht hat oder?
Mehdi (legt lächelnd seine Hand an die Wange seiner kleinen großen Tochter u. schaut in ihren Augen hin u. her): Ach meine Maus...
Lilly (lässt ihn gar nicht erst zu Wort kommen u. sieht ihn mit großen Augen fragend an): Hast du die Gabi gern, Papa?
Mehdi (lächelt schüchtern u. streicht ihr mit dem Daumen über die Wange, ohne sie aus den Augen zu lassen): Ja, das hab ich.
Lilly (beißt sich unsicher auf ihre Lippen): Mehr als die Mama?
Mehdi (drückt sie seufzend noch fester an sich): Schatz, weißt du, die Mama und ich werden immer deine Familie sein und wir haben dich unheimlich lieb. Aber das mit Gabi... Sie... sie ist...
Lilly (spricht für ihn weiter u. sieht ihn dabei neugierig an): ... deine neue Freundin? Stimmt’s?
Mehdi (nickt leicht mit dem Kopf u. mustert sie angespannt u. versucht in ihren Augen zu lesen, was sie denkt): Ja, das ist sie! Weißt du, wir wollten dir das nicht verheimlichen, aber jetzt wo die Mama im Krankenhaus ist und nach allem, was du erlebt hast, da... da wollten wir noch etwas warten, bis du...

Als Mehdis Mutter, die die beiden die ganze Zeit über aufmerksam bei ihrem Gespräch beobachtet hatte, bemerkte, wie sehr ihr Sohn mit sich und den richtigen Worten kämpfte, erlöste sie ihn schließlich und trat ans Sofa heran. Mit sanfter, aber eindringlicher Stimme sprach sie ihre Enkelin an...

Soraya: Lilly, es ist schon spät. Wir sollten jetzt aufbrechen.
Lilly (die Ablenkung funktioniert u. sie zieht eine enttäuschte Schnute, als sie vom Schoss ihres Vaters herunterkrabbelt u. sich trotzig neben ihn setzt): Jetzt schon? Aber ich will noch nicht gehen.
Soraya (zwinkert Mehdi zu, der ihr zunickt): Lassen wir die Erwachsenen noch etwas feiern, hmm. Morgen können wir doch auch noch bei uns weiterfeiern. Mit Kaffee und Kuchen. Und der Opa ist dann auch da.
Lilly (schaut schmollend zu der Gruppe Erwachsener auf den Sitzkissen): Aber ich will doch die Torte noch sehen.
Mehdi (wird hellhörig u. sieht seine Tochter neugierig von der Seite an, die langsam vom Sofa aufsteht u. die Hand ihrer Oma ergreift): Torte, welche Torte?
Oh, oh!
Gretchen (springt schnell vom Boden auf u. legt ihre Hand an Lillys Arm, die sie daraufhin mit großen Kulleraugen ansieht, u. flüstert ihr etwas geheimnisvoll ins Ohr): Ich heb dir ein Stück auf. Aber psst!

Lilly kicherte vergnügt und breitete ihre Arme aus, um ihre große Freundin herzlich zu umarmen...

Lilly: Ich hab dich so lieb.
Gretchen (strahlt sie gerührt an u. gibt ihr noch einen kleinen Kuss auf die Stirn): Ich hab dich auch sehr lieb, mein Schatz.

Marc, der immer noch eher gelangweilt in der Küche stand, kam nicht umhin zu lächeln, als er die beiden Mäuse so vertraut miteinander sah. Gretchen und Mehdi, der sich schon denken konnte, was das Geflüster und die Heimlichkeiten der beiden zu bedeuten hatten, begleiteten seine Familie noch in den Flur zur Garderobe. Azadeh, Mehdis Cousine, hatte beschlossen, noch etwas in der geselligen Runde zu bleiben und nickte ihrer Tante, die fragend zu ihr herübergeblickt hatte, stumm zu und widmete sich wieder dem Gespräch mit der rothaarigen Assistenzärztin Kate, die so wunderschöne Liebesgeschichten erzählen konnte, dass es ihr ganz selig ums Herz bestellt war. Lilly stiefelte dann, nachdem sie sich fertig angezogen hatte, noch durch die Reihen und verabschiedete sich von jedem einzelnen. Ihren Lieblingsonkel hob sie sich aber zum Schluss auf. Liebevoll schmiegte sie sich an den jungen Mann, der samt Bierflasche gelangweilt auf einem Küchenhocker saß und ihren Umarmung etwas unbeholfen erwiderte, und drückte ihm zum Schluss noch einen feuchten Schmatzer auf die Wange. Sie kicherte, als sie Marcs entsetzten Gesichtsausdruck bemerkte und lief dann zu ihrem Vater, der mit seiner Mutter bereits an der Tür stand und die süße Geste schmunzelnd beobachtet hatte, während Marc sich irritiert über seine Wange strich, aufstand und verwirrt zurück zum Sofa ging, auf dem er sich jetzt kopfschüttelnd niederließ. Gretchens verträumten Gesichtsausdruck bemerkte er dabei aber nicht. Mehdi drückte seine Mutter noch kurz zum Abschied an sich und öffnete dann die Wohnungstür...

Mehdi: Danke, dass du sie noch mal über Nacht nimmst.
Soraya: Das ist doch kein Thema, mein Junge. Ihr wollt doch sicherlich noch etwas länger feiern.
Mehdi (lächelt): Bestimmt. Ich komme dann morgen gegen Nachmittag zu euch raus.
Soraya (sieht sich suchend in dem Raum um u. widmet sich dann, als sie nicht fündig geworden ist, wieder ihrem Sohn): Ich geh doch davon aus, dass deine... Freundin dich begleiten wird?
Mehdi (schaut kurz zum Schafzimmer hinter, in dem er Gabi immer noch vermutet, u. kuckt seine Mutter dann verlegen an): Ähm... ja natürlich. Ich denke schon.
Soraya: Sie muss sich nicht vor mir verstecken. Lass uns das neulich vergessen. Ich hab vielleicht ein wenig über die Stränge geschlagen. Aber ich will doch nur, dass es dir nach allem, was war, gut geht.
Mehdi (drückt sie noch einmal an sich): Mir geht es gut, Mama. Danke!
Soraya (lächelt zufrieden u. schaut dann suchend neben sich): Schon gut. Wir freuen uns. Lilly, kommst du bitte! ... Ja, wo ist denn das Kind schon wieder hin?

Die beiden hatten gar nicht bemerkt, dass sich Lilly still und heimlich davon gestohlen hatte. Mehdi erkannte nur noch ihren lilafarbenen Anorak, der gerade im Schlafzimmer verschwand, und schüttelte den Kopf...

Mehdi: Lilly, Bärchen, kommst du bitte! Die Oma wartet schon.
Lilly: Gleich! Ich will dem Baby noch tschüß sagen.

Mehdi blickte schmunzelnd zu seiner Mutter, die kopfschüttelnd auf ihre Armbanduhr schaute und ungeduldig mit den Füßen auf und ab tippte. Lilly verabschiedete sich schnell mit einem sanften Streichler auf der Wange des immer noch tief und fest schlafenden Babys und kam dann zu Mehdis Erstaunen an Gabis Hand aus dem Schlafzimmer, dessen Tür die schöne Krankenschwester vorsichtig hinter sich schloss, um Celine nicht aufzuwecken. Mehdi wusste nicht, was ihn mehr überraschte. Gabis Auftritt in dem sexy beigefarbenen Strickkleid, das nur knapp unterhalb ihres Pos endete und ihre schlanken langen Beine betonte, und ihr schüchternes Lächeln, das sie ihm gerade schenkte und sein Herz höher schlagen ließ, oder die Tatsache, dass seine Tochter seine neue Freundin plötzlich unvermittelt kurz an sich drückte und sich dann winkend von ihr verabschiedete, als sie zurück zu ihrem Papa und ihrer Oma rannte.

Mehdi, der noch völlig unter dem Eindruck des Gesehenen stand, strich seiner süßen Tochter noch die Mütze gerade, gab ihr einen Abschiedskuss auf die Wange und dann war der kleine Wirbelwind auch schon mit seiner Mutter zur Tür hinaus, die noch einen kurzen anerkennenden Blick auf Mehdis Freundin geworfen und ihr ein schmales Lächeln geschenkt hatte, das die junge Frau fast noch mehr irritierte als die spontane Umarmung von Lilly einige Sekunden zuvor. Langsam und in sehr eleganten Schritten kam Gabi nun den schmalen Flur vor, blieb aber auf Höhe der Küchenzeile stehen, wo sie vor den neugierigen Blicken ihrer Kollegen noch sicher war. Mehdi hatte sie schmachtend beobachtet, nachdem er die Wohnungstür geschlossen hatte, und ging nun mit einem breiten verliebten Lächeln im Gesicht zu seiner hübschen Freundin rüber und nahm ihre Hand, die vor Anspannung eiskalt war, führte sie zu seinem Mund, hauchte mit seinem warmen Atem mehrmals darüber, was bei ihr eine Gänsehautlawine auslöste und ihr bereits bestehendes Herzklopfen nur noch mehr verstärkte, und gab ihr anschließend einen kleinen zarten Handkuss, woraufhin sich ihre Wangen in ein zartes Rose verfärbten und sie leise kicherte. Der verliebte Frauenarzt hielt ihre Hand fest umschlossen und blickte Gabi nun tief in ihre wunderschönen dunklen Augen, dass sie fast glaubte, jeden Moment nach hinten umzukippen, wenn hinter ihr nicht die schützende Wand gewesen wäre, an der sie sich festhielt. Aufgewühlt hing die verliebte Frau an Mehdis fesselnden Augen und sprach ihn schließlich stammelnd an...

Gabi: Was... war... das?
Mehdi (lächelt sie sanftmütig an u. auch sein Herz dreht sich einige Umdrehungen schneller): Ich glaube, das war ihre Art, dir zu zeigen, dass sie mit uns einverstanden ist.
Gabi (erstaunt): Deine... Mutter?
Mehdi: Lilly!
Gabi (klappt den Mund auf u. sieht ihn ungläubig an): Du hast ihr von uns erzählt? Aber du... du wolltest doch noch warten? Du weißt schon wegen...
Mehdi (streicht sich verlegen mit seiner freien Hand über den Nacken u. seufzt wehmütig): Ehrlich gesagt ist sie schon von selber darauf gekommen. ... Sie wird so schnell groß. Ich komme gar nicht mehr mit.
Gabi (sichtlich überfordert von dieser überraschenden Neuigkeit): Und jetzt?
Mehdi (fängt sich wieder u. stemmt seine freie Hand nun dicht neben ihrem Kopf an die Wand u. lächelte sie verschmitzt an): Jetzt kommst du endlich mit zu uns rüber. Ich hab lange genug auf dich warten müssen.
Das sagt der Richtige!
Gabi (auf ihren Lippen breitet sich ein strahlendes Lächeln aus): Was soll ich da sagen!
Mehdi (sieht verliebt in ihren funkelnden Augen hin u. her): Wie wäre es mit ja? Du siehst übrigens wunderhübsch aus.
Gabi (fühlt sich geschmeichelt u. schmiegt sich glücklich an Mehdi, der daraufhin seine Hände an ihre Taille legt): Hättest du das auch gesagt, wenn ich deinen alten Jogginganzug von anno 1990 angezogen hätte?
Mehdi (lacht): Klar!
Gabi (tippt ihm sanft auf seine Brust u. funkelt ihn feurig an): Lügner!
Mehdi (zwinkert ihr frech zu u. beugt sich dann zu ihrem Ohr herunter): Ich liebe dich.

Gabi bekam eine Gänsehaut, die sich über ihren gesamten Körper zog, als Mehdi ihr auf unvergleichlich süße Weise dieses wunderschöne Liebesgeständnis ins Ohr flüsterte und blickte ihn aus großen vor Glück strahlenden Augen an. Mehdi konnte gar nicht anders, als sie jetzt zärtlich zu küssen. Ihre Lippen hatten sich gerade erst zaghaft gestreift und verlangten eindeutig mehr, als das Liebespaar aber auch schon wieder unsanft von ihrer rosaroten Wolke geschupst wurde.

Marc: Boah! Kannst du nicht einmal die Finger von ihr lassen, Kaan? Langsam wird das echt lästig. Du bist nicht alleine hier, Mann.

... motzte Marc Meier mit gewohnt ironischem Unterton und schnappte sich anschließend eine Salzstange aus der Tüte, die auf der Kücheninsel lag, und knabberte nun lässig daran, während er das ertappte Paar schmunzelnd von Kopf bis Fuß musterte. Gekicher von der Kissenfraktion setzte ein, das nur von einem scharfen Zischen einer Frau unterbrochen wurde...

Gretchen: Marc!

Marcs Gelächter wurde lauter und die Blicke der anderen Gäste neugieriger. Seufzend lösten sich Mehdi und Gabi voneinander und blickten sich wehmütig in die Augen...

Gabi: Und? Ziehst du das immer noch unserem ruhigen Abend vor?
Mehdi (schmunzelt u. gibt seiner Freundin noch einen kleinen sehr überzeugenden Schmatzer auf den Mund): Auf ins Getümmel! Ich muss dir unbedingt meine Cousine vorstellen.

Hand in Hand tauchten der Gynäkologe und seine Stationsschwester nun hinter der Ecke hervor, hinter der sie sich gerade eben noch schmusend versteckt hatten. Alle Augenpaare waren auf die beiden gerichtet, aber es störte sie nicht im Geringsten. Höflich begrüßte Gabi alle anwesenden Gäste, ließ sich von Gretchen ein Glas Sekt reichen, das sie mit einem dankbaren Lächeln entgegennahm, und nahm dann mit Mehdi neben Azadeh Kaan Platz, die ihrem Cousin anerkennend zunickte und gespannt darauf wartete, alles über dessen neue Liebe zu erfahren. Der verliebte Oberarzt hatte sich seitlich hinter seine Freundin gesetzt und gleich wieder nach ihre Hand gegriffen, wofür sie unendlich dankbar war. Denn damit verstand auch der Letzte, der es noch nicht mitbekommen hatte, dass die Gerüchte, die seit Tagen im EKH kursierten und denen anfangs kaum jemand Glauben schenken wollte, stimmten und Dr. Kaan und Schwester Gabi tatsächlich ein frisch verliebtes Paar waren. Besonders Schwester Sabine sah die beiden nun mit ganz anderen Augen, war sie doch anfangs noch eher skeptisch dieser Liaison gegenüber gewesen. Aber die Horoskope und die Tarotkarten und das, was sie gerade selbst mit eigenen Augen sah, bewiesen ihr das Gegenteil. Das mit den beiden schien tatsächlich wahre Liebe zu sein. So wie bei ihr und ihrem Günni. Die blonde Krankenschwester griff nach der Hand ihres Verlobten und lächelte ihn verliebt von der Seite an. Der Pathologe schenkte ihr das gleiche aufrichtige Lächeln und zog sie in seine Arme, in die sie sich nun sanft kuschelte.

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