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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

07.08.2011 18:01
#1076 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Bevor ich den neuen Teil reinstelle, muss ich noch einmal ausdrücklich anmerken, dass ich von Medizin nicht den Hauch einer Ahnung habe. Ich weiß also nicht, ob sich das Krankheitsbild wirklich so darstellen lässt, aber ich wollte es Dr. Meier auch nicht zu einfach machen. Ich bezeichne es einfach als künstlerische Freiheit. Die letzte Staffel hat ja eh bewiesen, dass auf akkurate Krankheitsbilder bei DD kein großer Wert gelegt wird und in diesem Sinne bleibt mein Dilettantismus auch im Rahmen. Ich wünsche euch viel Spaß jetzt und genießt noch den restlichen Sonntag. Eure Lorelei



Währenddessen ein Stockwerk höher

Dr. Gretchen Haase hatte gerade den letzten ihrer Patienten besucht - und die Extrawünsche der werten Frau Mutter Hassmann mit einem geduldigen Lächeln und sehr viel Feingefühl erfüllt - und konnte nun mit Abschluss der Visite und der Übergabe an das Team der Nachtschicht endlich Feierabend machen. Nur etwas oder besser gesagt jemand fehlte noch zu ihrem Glück. Und so klopfte die bis über beide Ohren verliebte Assistenzärztin an der Bürotür ihres geliebten Oberarztes. Sie legte mit pochendem Herzen ihre Hand an das massive Holz und streichelte verträumt darüber, während sie ihr Ohr an die Tür lehnte, um zu lauschen, was sich dahinter für aufregende Geheimnisse verbargen. Sie hörte aber lediglich ein Grummeln als Antwort. Sie löste sich seufzend und nahm die Klinke in die Hand und betrat dennoch mit einem vorfreudigen Lächeln das Sprechzimmer von Dr. Marc Meier, der mit dem Rücken zu ihr vor der gegenüberliegenden Wand stand und mehrere CT-Bilder akribisch studierte und dabei gedankenverloren auf einem Kugelschreiber herumkaute. Auf leisen Sohlen trat die blonde Frau an den grübelnden Chirurgen heran, der sie zwar bemerkt und kurz schwach gelächelt hatte, aber nicht weiter auf ihre Anwesenheit reagierte. Die Bilder gaben ihm einfach Rätsel auf. Gretchen, die merkte, wie sehr ihn das zu beschäftigen schien, stellte sich neben ihn und betrachtete nun ebenfalls die Resultate ihrer neuen Patientin....

GH: Und was denkst du? Ich hab vorhin schon drübergeschaut, aber ich konnte beim besten Willen nichts erkennen.
MM (grummelt): Hmm!
GH: Seltsam oder? Auf den alten Bildern war ja auch nichts weiter zu sehen. Und wenn es doch psychosomatisch ist?
MM (löst sich endlich von den CTs u. sieht seine ratlose Assistenz mit hochgezogener Augenbraue an): Glaube ich nicht.
GH (blickt ihn nachdenklich an, als sie endlich seine Aufmerksamkeit geweckt hat): Aber das letzte Mal war es doch auch so. Der Schock hat die Blockade gelöst.
MM (zynisch): Ja, soll ich sie jetzt etwa mit einem Messer bedrohen, damit sie aufspringt oder was?
GH (kuckt ihn böse an): Marc, bleib bitte sachlich!
MM (rollt mit den Augen u. legt seine Unschuldsmiene auf): Ja, sorry! Es mag ja sein, dass die ganze Geschichte mit der Nutte damals bei ihr die Blockade gelöst hat, aber wir müssen auch bedenken, dass ihr dann die Nachbetreuung gefehlt hat und sie ist wieder gestürzt und zwar ziemlich ungünstig, wenn man den Aufzeichnungen von Knechtelsdorfer glauben mag.
GH: Du meinst, dass der Knochensplitter, der damals nicht herausoperiert werden konnte, verrutscht sein könnte?
MM: Möglich! Die Symptome deuten darauf hin, dass da mehr im Argen ist als nur ne Psychose, die sie nebenbei bemerkt eh hat.
GH (klappst ihm für seine Taktlosigkeit auf den Arm): Marc!
MM (straft sie dafür mit dem bösen Blick, aber seine Gesichtszüge werden schnell wieder weicher, als er weiter ausführt): Sie hat doch gemeint, dass sie immer dieses Kribbeln gespürt hat, in letzter Zeit verstärkt, teilweise auch mit Aussetzern der Motorik, und dann sind ihr die Beine weggesackt, mit der Folge dass sie auch noch die blöde Treppe runtergerauscht ist. Das Gefühl ist ja noch da, nur dass sie sie eben nicht mehr koordinieren kann.

Dr. Haase folgte den Ausführungen ihres Oberarztes mit nachdenklichem Gesichtsausdruck. Dieser fuhr sich mit einer Hand über den Mund und studierte wieder Annas CT-Bilder, in denen doch irgendwo die Lösung zu finden sein müsste. Es ließ ihn einfach keine Ruhe. Seine Augen blieben schließlich an einer Stelle hängen. Er trat näher heran und begutachtete sie ganz genau. Gretchen folgte interessiert seinen Blicken...

GH: Aber wieso ist auf den Bildern nichts zu sehen?
MM (nörgelt): Ich hab deinem Vater oft genug gesagt, dass wir ein höherauflösendes Gerät brauchen, aber es waren bislang einfach keine Gelder dafür da. Aber ich hab auch keinen Bock zu warten, bis die Stationserweiterung fertig ist und endlich die teuren Gerätschaften kommen. Aber... vielleicht... hier kuck mal! Das könnte er sein. Ein Fliegenschiss ist das jedenfalls nicht.

Gretchen trat näher an ihren Oberarzt heran, legte eine Hand auf seine Schulter und folgte mit den Augen Marcs Zeigefinger. Sorgenfalten legten sich auf ihr Gesicht, als sie verstand, was seine Entdeckung bedeutete...

GH: Aber...?
MM (ebenfalls mitgenommen deswegen): Jep! Da wird nur schwer ranzukommen sein, wenn wir nicht noch mehr kaputtmachen wollen.
GH (hält sich ihre Hand vor den Mund): Oh Gott! Wie soll ich das bloß Mehdi beibringen?
MM (dreht sich zu ihr herum u. legt eine Hand an ihre Taille u. schaut sie mitfühlend an): Haasenzahn, jetzt male mal den Teufel nicht gleich an die Wand. Oder hat hier irgendwer von aufgeben geredet?
GH (sieht aufgewühlt in seinen funkelnden Augen hin und her): Äh... Du willst es echt versuchen?
MM (locker): Klar! Ich bin schließlich der Beste. Glaub mir, ich werde nicht zulassen, dass sie so leicht davonkommt.
GH (funkelt ihn an): Oh Marc, jetzt lass deinen Hass auf sie endlich sein. Sie hat schon genug Päckchen zu tragen.
MM (ironisch): Die sich ja mit zwei Rädern auch viel einfacher transportieren lassen.
GH (schupst ihn weg u. verschränkt abweisend ihre Arme): Marc, du bist unmöglich.
MM (lacht erst, wird aber schnell wieder ernst): Also hör zu! Ich werd noch einen Kernspin veranlassen und dann... Ist Hassi noch im Haus?
GH (zuckt mit den Schultern): Ich weiß nicht. Sie wollte eigentlich..., aber ich denke... nicht.
MM (kuckt sie verwundert an): Hmm! Ok, dann lass uns das verschieben. Ich muss eh noch ein paar Sachen nachlesen und Dad wollte sich die Angelegenheit auch noch mal näher ankucken, wenn er mal von seinem bescheuerten Love-Trip runterkommt. Ich erzähl dir mal lieber nicht, was er uns auf dem AB hinterlassen hat.
GH (nickt mit dem Kopf): Gut!
MM (zwinkert ihr grinsend zu): Und weglaufen wird Anna uns wohl nicht noch einmal. Ich hab die Stasi-Sabsi auf sie angesetzt.
GH (schaut ihn fassungslos mit offenem Mund an, aber lässt es lieber, unnötig darüber zu diskutieren): Also! ... Hast du eigentlich mit Mehdi über sie geredet?
MM (schüttelt den Kopf): Nee, der war vorhin mit ner fetten Frau auf dem Weg in den Kreischsaal, als ich über ihn gestolpert bin.
GH (weist ihn augenrollend zu Recht): Schwanger, Marc, schwanger!
MM (lacht): Fett und schwanger trifft es eher.
GH (funkelt ihn an): Marc, ein bisschen mehr Respekt!
MM (verdreht genervt die Augen): Ja, ja, ja! Und du? Hat er was gesagt, wie er sie rumgekriegt hat, ... also... ihren idiotischen Fluchtversuch zu lassen?
GH: Nein! Aber sie haben wohl ziemlich lange geredet. Seine Frau wirkte auf jeden Fall sehr wortkarg und mitgenommen nach ihrem Gespräch.
Dann hat er wohl doch bewiesen, dass er Eier in der Hose hat. Respekt!
MM (grübelt): Verstehe! Haasenzahn, misch dich da aber bitte nicht weiter ein. Unser Job ist das hier.

Marc deutete mit ausgestreckter Hand auf die CT-Aufnahmen an der Wand, nahm sie schließlich ab und schaltete das Leuchtgerät aus, ging dann zu seinem Schreibtisch rüber, wo er sie zusammen mit einer kleinen Notiz an sich selbst in Annas Patientenakte legte. Dann riss er die Arme nach oben und streckte er sich. Jeder Muskel tat ihm weh. Die erste Schicht nach seinem wohlverdienten Urlaub hatte ihn dann wohl doch mehr ausgelaugt, als er gedacht hatte. Gretchen trat an ihn heran und begann, ihm sanft die Schultern zu massieren. Marc war zwar überrascht von ihrer Initiative, aber ließ sie einfach machen. Ganz automatisch schlossen sich seine Lider und er entspannte sich merklich, als sie die richtigen Stellen drückte.

GH: Du bist ganz verspannt, Marc.
MM (lässt sich in seinen Chefsessel fallen u. kuckt grinsend zu ihr hoch): Ja, wir sollten das Essen bei deinen Eltern absagen.
Das hättest du wohl gerne, was? Aber nicht mit mir, Freundchen.
GH (drückt etwas fester zu, damit es auch ordentlich wehtut u. Wirkung zeigt): So leicht kommst du mir aber nicht davon.
MM (verzieht sein Gesicht u. unterdrückt den Schmerzensschrei, um nicht als Weichei dazustehen): A... Ei...einen Versuch war es wert. War eigentlich noch was bei der Visite?
GH (massiert ruhig weiter): Nein, alles ok, bis auf gewisse Neurosen bei...
MM (kann es sich schon denken, aber will es nicht hören): Super! Ich muss sagen, du hast heute echt einen guten Job gemacht, als du mich vertreten hast.
Jippi! Ein Lob von Dr. Meier! Das ist ja wie der erste Platz bei den Bundesjugendspielen.
GH (stolz wie Bolle strahlt sie Marc an u. lässt ihre Hände nun ganz sanft über seine Schulterblätter schweben): Oh danke! Und das aus deinem Mund!
MM: Ja, ja, das kannste später ja in deinem Tagebuch notieren, ne.

Marc wand sich grinsend aus ihren magischen Händen und zog die heiße Masseuse kurzerhand auf seinen Schoss. Gretchen war so überrascht davon, dass sie laut aufquiekte. Aber er ließ seinen kleinen Schreihals schnell wieder verstummen, indem er sich das abholte, worauf er sich schon den ganzen Tag gefreut hatte. Er stahl ihr einen süßen sündigen Kuss. Seine warmen Lippen betteten sich sanft auf den ihren und ließen sich treiben. Gretchen schlang glücklich ihre Arme um seinen Hals, um ihrem Schmusekater noch näher zu kommen, und ließ sich ganz auf seine süßen Zärtlichkeiten ein, nach denen sie sich auch so sehr verzehrt hatte.

Als sie sich nach einer Weile voneinander lösten, schauten sie sich verliebt in die Augen. Gretchen schmiegte ihren Kopf an Marcs Brust und lauschte dem schnellen Pochen seines Herzen, das sie unendlich glücklich machte, während er seinen Kopf auf ihrem andockte und ihre Kuschelversuche gemütlich auskostete. Leider hielt die schöne Stimmung nicht allzu lange an, was diesmal nicht seine Schuld war....

GH: Es ist schon spät. Meine Eltern warten sicherlich schon auf uns mit dem Essen.
MM (seufzt): Spielverderberin!

Gretchen lachte nur, drückte ihrem Grummelfreund noch einen letzten Knutscher auf und sprang dann von seinem Schoss herunter. Sie zupfte ihren Kittel zu Recht und wartete darauf, dass Marc ebenfalls aufstand. Doch er ließ sich reichlich Zeit, sich gemächlich aus seinem Sessel zu erheben. Er fuhr dann noch eben schnell seinen Computer herunter und schaltete seine Schreibtischlampe aus. Gretchen stand inzwischen schon ungeduldig an der Tür und hielt die Klinke in der Hand, als er endlich mit seinem typischen frechen Grinsen auf den Lippen auf sie zukam, ihre freie Hand in seine legte und dann seine Finger fest mit ihren verhakte. Die verliebte Frau strahlte Marc glücklich an, der ihr Lächeln erwiderte, und öffnete schließlich die Bürotür.

Hand in Hand lief das schöne Ärztepaar nun den Gang der Chirurgie vor, warf sich immer wieder verliebte Blicke zu und betrat anschließend über das Stationszimmer, wo Schwester Sabine hochkonzentriert vor dem Computer saß und im Einfingersystem die Patientenakten vervollständigte, die Umkleide. Marc öffnete seinen Spind und zog eine bunte Tüte hervor, die er Gretchen kommentarlos in die Hand drückte, bevor er sich seinem Klamottenwechsel widmete. Ein wenig ängstlich blickte seine skeptische Freundin nun in die Tüte und staunte nicht schlecht. Ihr liebster Schatz hatte doch tatsächlich ihren Auftrag zu ihrer Zufriedenheit erfüllt. Ihr Herz hüpfte auf und die Endorphine übernahmen das Kommando über ihren Körper. Dafür hatte sich ihr Marcischnuckiputzi natürlich einen innigen Kuss verdient, den sie auch geradewegs in die Tat umsetzte, als noch eine dritte Person die Umkleide betrat...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

08.08.2011 17:50
#1077 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dr. Kaan wandte sich peinlich berührt auf der Schwelle um, nachdem er seine beiden Freunde bei heftigen Zungenspielen ertappt hatte...

MK: Oh entschuldigt! Stör ich?
GH (löst sich von Marcs heißen Lippen, die sie alles um sich herum hatten vergessen lassen u. sieht Mehdi mit glutroten Wangen beschämt an): Nein!
MM (enttäuscht von dem abrupten unbefriedigenden Ende seiner sonst so erfolgreichen Verführungskünste funkelt er seinen besten Freund leicht angesäuert an): Ja!
MK (lächelt Marc verschämt an): Ich bin auch sofort wieder weg.
MM (grummelt): Besser ist.
GH (stupst ihrem Freund tadelnd in die Seite): Marc!
MK (kommt etwas näher an das Paar heran): Habt ihr zufällig Gabi gesehen?
MM (der Ärger ist schnell vergessen u. er verschränkt amüsiert seine Arme, während er Mehdi intensiv mit seinen Blicken traktiert): Ach? Ist dir schon wieder eine Frau abhanden gekommen? Das war’s dann wohl mit deiner neuerdings so anziehenden Aura, hä?
Hähä!

Marc konnte sein hämisches Lachen nicht für sich behalten, während Mehdi beleidigt seinen Kopf abwandte und sich lieber auf Gretchen konzentrierte, die ihren unsensiblen Freund mit bösen Blicken strafte, die dieser aber betont ignorierte, indem er nun in seinem Spind kramte und seine Wechselsachen hervorholte. Sie schüttelte den Kopf und widmete sich dann Mehdis Frage...

GH: Ehrlich gesagt, habe ich sie seit unserer Begegnung heute Morgen im Aufzug gar nicht wieder gesehen.
MK (sichtlich enttäuscht): Oh! Trotzdem danke!
Wo sie wohl steckt?
GH (merkt, dass etwas nicht stimmt u. nimmt sich seiner an): Ist irgendetwas passiert?
MK (etwas durcheinander): Nein ähm... Na ja... äh...

Sein seltsames Zögern weckte auch Marcs Interesse, der sich gerade auf der Holzbank sitzend eine schwarze Hose überzog und nun in der Bewegung innehielt und sich zu Mehdi herumdrehte und aus seiner Meinung keinen Hehl machte...

MM: Boah, die wird doch wohl nicht etwa eifersüchtig sein, nur weil du deine Ex wieder eingefangen hast?
Das ist doch schon fast krankhaft, was die abzieht. Aber ich hab dich immer vor ihr gewarnt, Mann.
GH (schaut ihren unsensiblen Freund mit großen Augen tadelnd an): Marc!
MK (bleibt ruhig): Ich weiß eigentlich gar nicht, ob sie das mit Anna überhaupt mitbekommen hat. Sie hat sich vorhin entschuldigt, weil sie noch eine Angelegenheit mit Schwester Stefanie zu besprechen hatte, aber sie ist nicht zurückgekommen, nicht mal zur Visite.
MM (feixt): Tja, dann hat der Drachen sie wohl aufgefressen, hmm.
MK (blitzt ihn angesäuert an): Sehr witzig!
MM: In der Tat.

Marc zwinkerte der beleidigten Leberwurst lachend zu und zog seine Hose hoch, wechselte anschließend von blauem Poloshirt zu ebenso blauem Designer-Hemd und schloss seinen Spind ab, während Gretchen immer noch im Kittel daneben stand und Mehdi besorgt ansah...

GH: Habt ihr euch gestritten?
MK (schüttelt den Kopf): Nein, im Gegenteil. Deshalb wollte ich sie ja auch sprechen.
GH (versteht nicht wirklich die Zusammenhänge u. kuckt ihn dementsprechend fragend an): Ah ja!?
MK (schließt die Tür zum Stationszimmer, um lästige Zeugen zu vermeiden, u. beugt sich flüsternd an Gretchens Ohr heran): Ich hab das mit Maria geklärt.
GH (reißt die Augen auf u. staunt): Nein!
MM (steht nun wie aus dem Ei gepellt ausgehfertig vor den beiden u. mustert Mehdis Gesicht mit hochgezogener Augenbraue ganz genau): Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Siehst eigentlich noch ganz passabel aus. Ich hätte eher erwartet, dich dann in der Notaufnahme wieder zu finden, wenn die Hassi ausholt.
GH (tadelt ihn, als wäre er ein kleines freches Kind): Marc, also wirklich.
MK (sieht seinen Kumpel eindringlich an): So ist sie nicht, Marc.
Sicher!!! Ich spüre den eisigen Wind schon durch die Flure fegen. Oh! Der könnte glatt von meiner Mutter gewesen sein. Uah!
MM (zieht seine Augenbrauen zusammen): Du, verlassene Frauen sind zu einigem fähig.
MK (verdreht die Augen): Wenn du damit auf deine Geschichte mit Gabi anspielen willst, dann lass es lieber.
MM (wäscht seine Hände in Unschuld): Ich hab nichts gesagt. Du bist darauf gekommen.
GH (geht schlichtend dazwischen): Wie... wie hat sie es denn aufgenommen, Mehdi?
MK (hat Marias trauriges Gesicht noch immer vor Augen u. spürt ein furchtbar schlechtes Gewissen): Maria? Na ja, gefasst.
Sie verstellt sich! Verständlich! Hach... die Arme, sie hat sich doch mehr Hoffnungen gemacht, als sie je zugegeben hätte. Vielleicht sollte ich mal mit ihr reden.
GH (mitfühlend): Verstehe! Aber es ist gut, dass du das endlich geklärt hast. Das war doch auch kein Zustand mehr.
MK (ist dankbar für ihr Verständnis): Ich fühle mich auch unendlich erleichtert, auch wenn es eine komische Situation ist.
GH (streicht ihm lächelnd über den Arm): Ich bin stolz auf dich.
MM (nörgelt gleich wieder herum): Äh... wieso bist du eigentlich nie stolz auf mich?
GH (sieht ihn ungläubig an): Marc, also... das bin ich doch, aber ich muss es dir ja wohl auch nicht ständig um den Bart schmieren
MM (selbstgefällig): Also mal abgesehen davon, dass ich keinen Bart trage - steht mir nämlich nicht -, könnte ich mich durchaus daran gewöhnen.
So ein Kindskopf! Unfassbar!
GH (tätschelt in mütterlicher Manier Marcs Wange u. widmet sich dann wieder Mehdi): Ja, mein armer gebeutelter Schatz, ich weiß, dass du ständig nach Anerkennung ringst. Aber heute ist mal jemand anderes wichtig, hmm. ... Und Gabi, wie hat sie auf die Neuigkeit reagiert?
Dieses kleine Biest! Aber mich lässt du nicht auflaufen, Haasenzahn. Rache ist Blutwurst! Das wirst du schon noch sehen. Boah, und was kuckt der jetzt schon wieder wie ein angeschossenes Reh?
MK (zuckt ratlos mit den Schultern): Na, sie weiß es doch noch nicht. Sie ist nicht aufzufinden.
GH: Oh! Das ist wirklich... seltsam.

Mehdi und Gretchen tauschten betroffene Blicke aus, als plötzlich die Tür vom Schwesternzimmer aufging und eine trantüdelige Stationsschwester vorsichtig ihren Kopf in die Umkleide steckte. Als alle sie verwundert anstarrten, wollte die rot angelaufene Frau schon schnell wieder das Weite suchen...

SV: OH! Entschuldigung, ich komme dann später wieder.
GH: Nein, nein, komm ruhig rein, Sabine.
SV (betritt schüchtern lächelnd das Zimmer u. öffnet ihren Spind): Danke! Ich habe noch die Akten fertig gemacht, aber jetzt wartet Günni auf mich.
MM (geht stöhnend zur anderen Tür): Och nee!
GH (öffnet ebenfalls ihre Spindtür u. beginnt, sich umzuziehen): Ja, das ist doch... schön.
Wenigstens eine, die das Glück gepachtet hat. Also neben mir und Marc natürlich. Aber Mehdi bekommt das auch noch hin. Gabi ist doch so verliebt in ihn. Hach... wer hätte das gedacht?
SV (schlüpft ganz verträumt aus ihrem Kittel u. hängt diesen im Schrank auf): Ja!

Mehdi zögerte noch, aber dann fragte er doch bei der allwissenden Krankenschwester nach...

MK: Äh... Sabine, Sie haben nicht zufällig Schwester Gabi gesehen?
SV (hält in ihrer Bewegung inne u. überlegt angestrengt, dann platzt es nach einer ellenlangen Kunstpause aus ihr heraus): Doch!
MK (als keine befriedigendere Antwort nachkommt, hakt er weiter nach): Und?
SV (setzt sich auf die Bank u. schnürt ihre Schuhe): Also das ist jetzt, glaube ich, so etwa zwei Stunden her, als ich sie das letzte Mal gesehen habe. Gabi war... irgendwie... ganz komisch.
MK (fragt nervös nach): Inwiefern?
SV (steht auf u. blickt den attraktiven Halbperser mit unveränderter Miene an): Sie kam ziemlich aufgelöst ins Schwesternzimmer gerannt, knallte die Tür zur Umkleide zu und als ich schauen wollte, was mit ihr war, war sie auch schon wieder verschwunden. Ich denke, sie ist gegangen?
MK (kann sich das überhaupt nicht erklären): Gegangen? Einfach so? Zwei Stunden vor Dienstschluss?
MM (zwinkert dem besorgten Frauenversteher frech zu): Tja, sag ich doch, heute laufen alle Frauen vor dir weg.
Hähä!
SV (kuckt ihren hämisch lachenden Oberarzt verwundert an): Äh... wie meinen?
MM (wendet sich augenrollend von der Stasi-Sabsi ab u. nörgelt): Nichts, Sabine! Haasenzahn, wie lange dauert das denn noch?
GH (sitzt auf der Holzbank u. ist mit ihren Stiefeln beschäftigt): Ja, doch! Ich bin doch kein D-Zug.
MM: Bimmellok trifft es eher!
GH: Eh!

Gretchen warf ihrem grinsenden Freund einen bösen Blick zu, zog den Reißverschluss ihrer Stiefel hoch und sprang anschließend schwungvoll von der Holzbank auf. Sie riskierte einen kurzen Blick in den Spiegel, um Make-up und Frisur zu kontrollieren, was Marc nur genervt mit hängendem Kopf von der rettenden Tür aus beobachtete. Dann schwebte sie zu ihrem Spind, hing ihren Kittel und die anderen Sachen auf, schnappte sich ihre Handtasche und schloss den Schrank ab. Mit einem zauberhaften Lächeln verabschiedete sich die schöne Blonde schnell von ihren Freunden...

GH: Schönen Abend noch, Sabine!
SV (strahlt sie glücklich an): Sie auch, Frau Doktor.
GH: Oh danke! Aber wir waren doch beim „Du“ außerhalb der Dienstzeiten.
SV (wird rot u. lächelt ihre Freundin verschämt an): Oh ja, natürlich, Gretchen.
GH (drückt Mehdi an sich): Und du Mehdi, mach dir nicht so viele Gedanken. Es wird schon nichts sein.
Ich habe trotzdem ein ungutes Gefühl.
MK (streicht Gretchen liebevoll über den Rücken): Hmm! Danke noch mal für alles.
GH (lächelt): Hey! Das ist doch selbstverständlich.
MM (ungeduldig mit dem Fuß aufstampfend): Haasenzahn!
GH (rollt mit den Augen u. flüstert Mehdi leise etwas ins Ohr): Tut mir leid, er ist heute enorm grummelig. Erster Tag nach dem Urlaub.

Mehdi lachte nur und drückte seiner besten Freundin ein kleines Abschiedsküsschen auf die Wange, dann wandte er sich wieder Schwester Sabine zu, während Gretchen sich bei ihrem quengelnden Freund unterhakte und zusammen mit ihm die Umkleide verließ...

MK: Sie wissen also nicht, was mit Schwester Gabi ist?
SV: Nein, tut mir leid, Herr Doktor!

Sabine machte ein betroffenes Gesicht, als sie, ohne Dr. Kaan aus den Augen zu lassen, ihren gelben Mantel und den selbst gestrickten knallbunten Schal überwarf und im Anschluss ihren Spind schloss. Mehdi lehnte derweil gedankenverloren an seinem Schrank...

MK: Seltsam!
SV (verabschiedet sich von ihm): Aber fragen Sie doch mal Gordon, Herr Doktor. Der hatte es plötzlich auch sehr eilig, als sie gegangen ist. ... Ich muss dann! Günni wartet unten. Wir gehen heute schick essen. Hihi!
MK (nickt der kindlich kichernden Frau zu): Hmm! Trotzdem danke, Sabine. Ich wünsche Ihnen und Dr. Gummersbach einen schönen Abend.
SV: Ich Ihnen auch, Herr Dr. Kaan!

Sabine lächelte den charmanten Gynäkologen an und verließ dann die Umkleide. Sie ließ einen nachdenklichen Oberarzt zurück. ... Gordon, wieso Gordon? ... Mehdi schüttelte seinen Kopf, drehte sich um und öffnete seinen Spind. Er zog seinen Kittel aus, hängte diesen auf einen Kleiderbügel und schnappte sich dann seine Winterjacke. Er kramte in der Seitentasche und zog sein Handy hervor, das er sofort einschaltete. ... Komisch! Keine neuen Nachrichten! Gabimaus, wo steckst du nur, fragte er sich verunsichert und wählte hastig ihre Nummer. ... Mist! Nur die Mailbox! Das gibt’s doch nicht, stellte er enttäuscht fest und entschied sich, seiner Freundin eine Nachricht auf die Mailbox zu sprechen:

MK: Schatz, hey! Ich bin’s. Mehdi! Ist irgendetwas passiert? Du bist einfach so gegangen, ohne Bescheid zu geben. Ich mache mir Sorgen. Meld dich bitte! Ich muss dir ganz dringend etwas sagen. Ich lie...

*piep*

Mist! Ok, am besten ich fahre gleich zu ihr. Hier geht doch etwas nicht mit rechten Dingen zu.

Dr. Kaan setzte seinen Vorsatz sofort in die Tat um.

Lorelei Offline

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09.08.2011 17:33
#1078 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Derweil in einer Berliner Mietswohnung


*If you wanna be with me, Baby, there’s a price to pay, I’m a genie in a bottle, you gotta rub me the right way. If you wanna be with me, I can make your wish come true, juste come and set me free, baby, and I’ll be with you.*


Lässig fläzte der junge blonde Surfertyp mit ausgestreckten Beinen in dem knallroten Sessel und summte den Ohrwurm leise mit. Als die hübsche Frau ihm gegenüber auf dem Sofa nicht gleich auf den nervigen Klingelton reagierte, richtete er sich auf und musterte sie verwundert. Diese Frau, nebenbei bemerkt die aufregendste und heißeste Frau, die er kannte und die noch immer seine Träume in nicht ganz jugendfreien Szenen beherrschte, obwohl er die Hoffnung auf sie mittlerweile komplett aufgegeben hatte, gab ihm heute einfach Rätsel auf. Erst wütende Furie, dann heulendes Frack, dann wieder ganz die alte Bitch. Verstehe einer die Frauen und ihre sekündlich wechselnden Stimmungslagen, dachte Gordon Tolkin mit einem frechen Grinsen auf den Lippen, das aber schnell wieder erlosch, als er an die letzte Stunde zurückdachte. Er hatte sie in diesem desolaten Zustand einfach nicht allein lassen können und hatte sie nach Hause gefahren. Tja, Männer und ihr Beschützerinstinkt! Nur leider fuhr nicht jede Frau auch darauf ab, auch wenn diverse Frauenzeitschriften das immer behaupteten. Gabi Kragenow war dabei ein ganz besonders schwieriger Fall. Seit einer dreiviertel Stunde saßen sie nun hier allein in ihrer Wohnung und die schöne Brünette hatte noch nicht ein Wort zu ihm gesagt, geschweige denn ihn überhaupt angesehen, was nebenbei bemerkt sehr deprimierend für den attraktiven Sanitäter gewesen war.

GT: Dein Handy dudelt.
GK (aus ihren trüben Gedanken gerissen, starrt sie ihn endlich an): Was?
GT (rollt mit den Augen u. deutet auf das leuchtende I-Phone auf dem Couchtisch): Ich glaube, da will jemand etwas von dir.
GK (richtet sich auf u. riskiert ängstlich einen kurzen Blick aufs Display; als sie den Adressaten sieht, ist sie sofort wieder auf 180 u. es sprudelt plötzlich aus ihr heraus): Ich geh da nicht ran. Seine millionste Entschuldigung kann er sich sonst wohin stecken. Ich meine, wie kann er mir das antun? Letzte Nacht schwört er mir noch ewige Liebe und zeigt es mir auch...
GT (reißt panisch die Augen weit auf u. geht schnell dazwischen, bevor ihm noch alle Illusionen geraubt werden): Äh... Gabi, es gibt Dinge, die will man(n), im Speziellen ich, nicht unbedingt wissen.
GK (achtet gar nicht weiter auf ihn u. lässt ihren Frust raus): Vielleicht hab ich mir auch die ganze Zeit was vorgemacht. ... Oder er hat sich was vorgemacht? ... Genau! Sie war ja nicht da. Sie hatten keinen Kontakt und konnten keine weitere Nähe aufbauen, während wir ständig zusammen waren und wirklich jede Menge Sex hatten. Allein letzte Nacht...
GT (überfordert von der Gesamtsituation springt er auf): Äh... ich glaube, ich gehe jetzt lieber.
GK (schupst ihn zurück in den Sessel): Nein! Ich glaube, du bist der Einzige, der mich wirklich versteht.
GT (ist zwar überrascht, aber das ist ihm dann doch zu viel): Äh...Du... im Moment muss ich eher passen.
GK (nimmt sich eins der Sofakissen u. drückt es an ihren Bauch; sie wird sentimental): Weißt du, ich lieb ihn so sehr. Wieso reicht ihm das nicht? Was hat sie an sich, dass er nicht von ihr lassen kann, sobald sie auf der Bildfläche auftaucht?
GT (zuckt mit den Schultern): Keine Ahnung! Mein Typ ist sie nicht. Gut, sie hat einen echt geilen Body, aber mit ihrem taffen Emanzengehabe komm ich irgendwie nicht klar. Außerdem ist die doch schon fast vierzig. Oder? Also definitiv nicht meine Zielgruppe.
GK (kuckt ihn missmutig an u. deutet auf das Päckchen Gras auf dem Couchtisch): Das hilft mir jetzt auch nicht weiter. Gib mir lieber noch was von dem Zeug!
GT (kommt ihr zuvor u. nimmt es an sich): Gabi, ich glaube, du hast schon genug davon genommen.
GK (bockig): Hab ich nicht! Ich fühl mich immer noch nicht besser.
GT (macht sich dann doch Sorgen): Es bringt doch nichts, sich jetzt abzuschießen.
GK (trotzig): Doch! Ich will vergessen. Ich will ihn vergessen. Ich will vergessen, wie sie ihn angegrabbelt und geküsst hat. Und jetzt spiel hier nicht den Moralapostel. Du baust das Zeug doch an.

Bevor er sich dagegen wehren konnte, riss Gabi dem Hobbyplantagenteilhaber seinen Joint aus der Hand und nahm einen kräftigen Zug davon. Dann lehnte sie sich entspannt auf ihre rote Couch zurück und schloss ihre traurigen grünen Augen. Gordon konnte nur fassungslos dabei zuschauen. Er wollte sich gerade seinen eigenen basteln, als es plötzlich an der Wohnungstür klingelte. Er schaute auf. Die davon driftende Krankenschwester schien aber nicht die Absicht zu haben, in nächster Zeit wieder aufzustehen.

GT: Es hat geklingelt.
GK (murmelt): Das wird der Pizzaservice sein. Ich nehme die mit den Ananas.
GT (verdreht die Augen): Klar! Ich mach dann mal auf und ... bezahle auch gleich.

Da Gabi sich immer noch nicht vom Fleck weg rührte und genüsslich den nächsten Zug inhalierte, stand der Sanitäter schließlich auf, steckte die Tüte Gras sicherheitshalber in seine Hosentasche und trottete zur Tür, die er schwungvoll aufriss...

MK (sein strahlendes Lächeln erlischt sofort): Hallo Schatz, ich... äh... Sie? Wo... wo ist... meine Freundin?

Statt dem italienischen Pizzalieferservice stand ein persischer Frauenarzt vor Gabis Wohnungstür, der sich verwundert die Augen rieb und noch einmal das Klingelschild kontrollierte, als ihm anstatt seiner hübschen Freundin ein breit grinsender Sanitäter in Freizeitkleidung begrüßte, der respektvoll einen Schritt von dem muskulösen Südländer zurückwich. Aber Gordon konnte sich dennoch einen Spruch nicht verkneifen. Er war einfach zu sauer darüber, wie dieser doch eigentlich im richtigen Umgang mit Frauen geübter Oberarzt diese wunderbare Traumfrau behandelte. Und so verschränkte er seine Arme vor seinem Körper und schaute Dr. Kaan durchdringend an...

GT: Dr. Kaan? Äh... die Frage sollte wohl eher lauten, ob Sie noch eine Freundin haben.
MK (klappt die Kinnlade herunter): Bitte?
GT (gleichgültig): Sie haben schon verstanden. ... Ist nicht der Pizzaservice, Honey.

... rief Gordon in Richtung Wohnzimmer, ohne sein Gegenüber weiter zu beachten. Mehdi kuckte seinen offenbar irre gewordenen Kollegen dementsprechend verdutzt an.

MK: Was soll das, Gordon? Wenn Sie mich dann bitte hereinlassen würden?
GT (steht immer noch in Türsteherpose in der Tür u. lässt ihn nicht vorbei): Ich glaube, das ist keine so gute Idee, Dr. Kaan.
MK (irritiert von den Hürden, die ihm hier seltsamerweise in den Weg gelegt werden): Bitte?
GT: Sie will Sie, glaube ich, nicht sehen.
MK: Das soll sie mir schon selber sagen.

Mehdi drängte Gordon mit Leichtigkeit zur Seite und ging ins Wohnzimmer vor, wo er seine Freundin lässig auf der Couch fläzend vorfand, mit einer Zigarette in der Hand, die irgendwie anders aussah als die üblichen, die sie sonst immer rauchte.

MK: Gabi!

... kam es stockend aus seinem Mund. Er brauchte einen Moment, um die Situation zu erfassen. Gabi schreckte auf, als sie seine vertraute Stimme so unvermittelt vernahm, und öffnete vorsichtig ihre Augen, um sich zu vergewissern, dass es keine Sinnestäuschung gewesen war. Sie sah zu Mehdi, der ziemlich verwirrt dreinblickte, dann zu der kleinen Tüte in ihrer Hand und drückte den Joint schnell im Aschenbecher aus. Kaum hatte sie sich des Corpus delicti entledigt, kamen auch die Gefühle zurück, die sie dazu bewegt hatten, ihn überhaupt zu rauchen. Wütend fauchte die enttäuschte Krankenschwester den Betrüger an...

GK: Was machst du hier? Ich will dich nicht sehen. Verschwinde!
GT (vom Flur aus rufend): Sie haben es gehört, Dr. Kaan!

Mehdi fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen und sah seine wütende Freundin, die abweisend ihre Arme verschränkte und ihn keines Blickes mehr würdigte, ungläubig an...

MK: Was... was ist denn los? Wieso bist du so sauer? Du haust grundlos von der Arbeit ab, ohne dich abzumelden, und ich finde dich hier, zusammen mit ... ihm und... Ist das etwa...? Gabi?
GK (platzt gleich u. wirft ihm ihren ganzen Schmerz entgegen): Grundlos ja? Sag mal, macht es dir Spaß, mich so zu quälen? Ist das vielleicht irgend so ein fieser Plan von Marc, sich an mir zu rächen? Machst mich verliebt in dich und dann... dann...

Von Tränen erstickt brach sie ihre Wuttirade ab und drehte sich weg. Mehdi, der die Welt nicht mehr verstand, setzte sich vorsichtig zu ihr auf die Couch und versuchte, seine aufgelöste Freundin zu beruhigen. Doch seine Hand, die er ihr auf den Arm legen wollte, schlug sie weg, dann rutschte sie weiter zur Sofakante...

MK: Wie kommst du denn auf so einen Blödsinn? Ich liebe dich!

GT (tritt peinlich berührt den Rückzug an): Äh... ich glaube, ich ... bin ... hier ... überflüssig. Ich bin... dann... mal ... weg.

... sagte Gordon stockend, als er einen Blick ins Wohnzimmer riskierte und die beiden Streithähne zusammen auf der Couch sitzend vorfand. Er drehte sich auf der Stelle um und verließ im Spurt Gabis Wohnung. Die beiden Pizzas, die der Bote gerade brachte, nahm er einfach mit. Zum Frustfuttern! Wieso war er auch überhaupt mit ihr mitgegangen? Als ob er sich neue Chancen hätte ausrechnen können, so verliebt wie sie in diesen Depp war, der es einfach nicht auf die Reihe bekam. Aber Gabi hatte ihm leid getan, als sie völlig verheult und verzweifelt aus der Umkleide gekommen war und sich ihm in die Arme geschmissen und ihn angebettelt hatte, sie von dort fortzubringen. Und er hatte es getan, auch wenn ihm dabei leicht flau im Magen gewesen war, aber vielleicht lag das auch eher daran, dass er einen Mordshunger hatte.

Lorelei Offline

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10.08.2011 17:09
#1079 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Oh, oh , ich glaube, es ist an der Zeit, dem Drama endlich ein Ende zu setzen, bevor ihr noch wirklich denkt, dass die beiden eigentlich gar nicht zusammenpassen. Deshalb gibt es den Rest der Szene gleich im Ganzen. Viel Spaß und danke für euer Feedback. Eure Lorelei




Die beiden hatten jedoch gar nicht bemerkt, dass sich Gordon still und heimlich verdrückt hatte.

GK: Gar nichts tust du!

... gab Gabi auf Mehdis verzweifelte Liebeserklärung verletzt wieder, stupste mit beiden Händen gegen seinen Brustkorb, um ihn von sich weg zu stoßen, und trommelte plötzlich völlig außer sich auf ihn ein. Erschrocken von der Heftigkeit ihres Ausbruchs griff der Halbperser nach ihren Händen und fixierte sie vor ihrem Bauch. Sie zappelte heftig und versuchte sich zu befreien, hatte aber keine Chance gegen den starken Mann, der sie eindringlich ansah. Hilflos versuchte er die wilde Furie zu bändigen....

MK: Hey! Hey! Beruhige dich! Gabi, bitte!

Gabi beruhigte sich tatsächlich beim sanften Klang seiner Stimme und seinem festen, aber dennoch zärtlichen Griff, aber gleichzeitig spürte sie auch noch etwas anderes, das rasch ihre Speiseröhre empor wanderte. Mit allerletzter Kraft schupste sie den 90-Kilo-Mann von sich, sprang abrupt vom Sofa auf und rannte mit vorgehaltener Hand ins Badezimmer, um sich zu übergeben. Mehdi sah ihr besorgt hinterher. Dann fiel sein Blick zufällig auf den Aschenbecher, in dem mehrere Joints ausgedrückt lagen. Er schüttelte fassungslos den Kopf. Was war verdammt noch mal hier los, fragte er sich und stand auf, um ihr ins Bad zu folgen.

Er fand seine Freundin vor der Toilettenschüssel kauernd wieder. Sie würgte immer noch. Kraftlos hielt sie sich mit beiden Händen an der Porzellanschüssel fest. Tränen liefen ihr über ihr erhitztes Gesicht und brannten sich in ihre Haut und ließen nur noch eine Salzkruste zurück. Mehdi hockte sich neben sie, strich ihr liebevoll die langen Haare aus dem Gesicht und hielt diese hoch. Dabei streichelte er ihr beruhigend mit seiner freien Hand immer wieder über den Rücken, bis sie fertig war und sich erschöpft gegen die Wand neben dem Klo lehnte. Mehdi reichte ihr Toilettenpapier, das sie beschämt entgegennahm und womit sie sich dann den Mund abwischte, während er ihr fürsorglich den Schweiß von der Stirn tupfte und die Tränen trocknete.

Als die völlig aufgelöste Krankenschwester einigermaßen wiederhergestellt war, rutschte Mehdi ganz nah an sie heran, legte seinen rechten Arm behutsam um ihre Schulter und sie ließ ihren Kopf wehrlos auf seine starke Schulter fallen. Er drückte sie an sich und streichelte ihr liebevoll über den Oberarm. Sie ließ es ohne Gegenwehr geschehen und schloss ihre Augen, dann atmete sie tief ein und aus. Gabi fühlte sich allgemein ganz furchtbar und dass ausgerechnet er, der doch für ihren miserablen Zustand hauptverantwortlich war, sie so fertig sah, wog deshalb umso schwerer. Ihr Magen blubberte noch immer, weswegen sie ihre Hand auf ihren Bauch legte, und das eklige Gefühl in ihrem Mund wurde sie auch nicht los. Aber sie hatte auch nicht die Kraft diesen sanften Mistkerl von sich zu stoßen und klammerte sich stattdessen halt suchend an ihm fest, obwohl sie die Hoffnung doch eigentlich längst verloren hatte. Und so hielten sie sich nun einige Minuten schweigend im Arm, bis Mehdi irgendwann leise die Stille durchbrach...

MK: Besser?
GK (nickt leicht mit dem Kopf u. fängt leise an zu wimmern): Hmm!
MK (streicht ihr zärtlich eine verloren gegangene Träne von der Wange): Was machst du denn für Sachen?
GK (schnieft u. dreht ihren Kopf zu ihm herum u. sieht ihn mit ernster Miene an): Falsch! Was machst du für Sachen? Wieso tust du mir das an? Hab ich das wirklich verdient?
MK (sieht sie fragend an): Ich? Aber...? Wovon sprichst du?
GK (ist bitterenttäuscht von ihm u. befreit sich aus seiner Umklammerung u. rutscht etwas zur Seite): Ich hab es so satt. Ich will mich nicht mehr so fühlen. So... so... Ach ich weiß doch auch nicht. Monatelang bin ich dir wie so eine irre Stalkerin hinterhergelaufen und du hast mich nicht gesehen. Dann auf einmal doch und ich war so glücklich, dass ich blinde Kuh sogar dieses ganze Hin und Her, deine Midlifecrisis, oder was auch immer es war, mitgemacht habe, weil ich dachte, irgendwann wird er schon merken, dass ich mehr als nur eine billige Affäre bin. Und dann endlich war ich am Ziel meiner Träume und du wolltest doch, aber wahrscheinlich hab ich mit meiner rosaroten Brille mehr gesehen, als da eigentlich war. Und jetzt krieg ich die Quittung.
Mehdi (hört ihr aufmerksam zu): Ich versteh nicht.
Gabi (sieht ihn aus traurigen Augen an): Wenn du... wenn du sie mehr liebst, dann... dann sag es mir einfach. Ich komm schon irgendwie irgendwann damit klar. Insgeheim hab ich doch immer damit gerechnet. Das mit uns war alles viel zu schön, um wahr zu sein. War doch klar, dass sie, wenn sie wiederkommt, nur ein paar Schalter drücken muss und du bist ihr wieder verfallen. Aber dann hör auf, mir ständig zu sagen, dass du mich lieben würdest. Das tut mir weh, verdammt.
MK (versteht überhaupt nicht, wie sie darauf kommt u. beteuert seine Liebe): Aber ich liebe dich doch.
GK (stößt ihn verzweifelt von sich; die Tränen nehmen zu): Hör auf! Wie schwer willst du mir es denn noch machen? Ich kann nicht mehr!
MK (sieht aufgewühlt in ihren Augen hin und her): Was hat das zu bedeuten?
GK (senkt ihren Blick u. verschränkt abweisend ihre Arme, während ihr Herz bricht): Dass.... endgültig Schluss ist! Ich mach das nicht mehr mit. Ich hab keine Kraft mehr, dir ständig hinterherzulaufen, um am Ende doch wieder zurückgewiesen zu werden.
MK (ringt fassungslos um Luft): Gabi... Schatz... wie... wie kommst du darauf, dass Schluss ist?
GK (ebenso fassungslos starrt sie ihn an): Ach komm, ich hab euch doch gesehen.

So langsam dämmerte es dem verwirrten Halbperser, welche Laus seiner launischen Freundin über die Leber gelaufen sein könnte. Er nahm ihre beiden Hände in seine, was sie anfangs misstrauisch hinnahm, und drückte diese sanft, während er ihr dabei tief in die Augen sah. Gabi versuchte seinem eindringlichen Blick zu entkommen, konnte ihm aber nicht lange widerstehen, lag doch so viel Zärtlichkeit und Liebe in seinen treuen Bamibaugen. Wie konnte er sie so ansehen, wenn er doch die andere wollte? In Gabis Kopf drehte sich alles. Das machte doch alles gar keinen Sinn.

MK: Du meinst mich und Maria?
GK (zieht ihre Hände zurück u. dreht beleidigt ihren Kopf zur Seite): Ich will ihren Namen in meiner Wohnung nicht hören.
MK (legt seufzend seine Hand an ihre Wange, um sie dazu zu bewegen, ihn wieder anzusehen): Gabi, hör zu, das ist ein Missverständnis. Ich hab nicht... Wir haben nicht...
GK (schlägt seine Hand wütend weg; ihre Tränen sind mittlerweile versiegt): Ach willst du mir sagen, ihre Lippen sind nur aus Versehen auf deinen gelandet? Verkauf mich nicht für blöd, Mehdi. Sag mir einfach, dass du mit ihr zusammen sein willst und Schluss.
MK (sieht ihr direkt in die Augen): Schluss!
GK (versteht nicht ganz): Bitte?
MK (nachdrücklich): Verstehst du nicht? Das war ein Abschied.
GH (fragend): Abschied?
MK: Ich hab ihr alles gesagt.
GK: Was? Dass du sie liebst und mit ihr...
MK (fällt ihr energisch ins Wort, weil sie es einfach nicht verstehen will): Gabi, nein, du interpretierst das ganz falsch. Ich habe endlich mit ihr gesprochen und alle Fronten geklärt.
GK (schaut ihn ungläubig an, als sie langsam die Tragweite erkennt): Du meinst...?
MK (nickt mit dem Kopf u. streichelt ihr verliebt lächelnd über die Wange): Unserer Liebe steht nichts und niemand mehr im Weg.
GK (sprachlos sieht sie in seinen Augen hin u. her): Aber...?
MK: Ich weiß nicht, was du genau gesehen hast, aber ich habe ihre Umarmung abgebrochen und ihr gesagt, dass ich eine andere liebe.
GK (völlig durcheinander): Ehrlich?
MK: Ehrlich! Es gibt nur Eine für mich und das bist du, Gabi.

Mehdi schaute seine aufgewühlte Freundin liebevoll aus treuen Augen an. Sie konnte seinem Blick nicht mehr länger standhalten und brach erneut in Tränen aus, aber diesmal waren es keine Tränen der Verzweifelung, sondern Tränen der Erleichterung und der Freude. Die verzweifelt liebende Frau konnte sich gar nicht wieder beruhigen. Sie war machtlos gegen die Gefühlslawine, die über sie hereinbrach. Zärtlich legte ihr verständnisvoller Freund seine Arme um sie und sie schmiegte sich an ihn, klammerte sich regelrecht an ihm fest und schluchzte herzzerreißend...

GK: Ich bin so eine blöde Kuh. Dich zu verlieren, das... das hat mich völlig fertig gemacht. Ich kann nicht ohne dich. Verstehst du? Du bist alles für mich, Mehdi.
MK (tätschelt beruhigend ihren Rücken): Ssshhh! Hey! Sag doch so etwas nicht. Du wirst mich nicht verlieren. Ich kann mir doch ein Leben ohne dich auch nicht mehr vorstellen.
GK (sieht ihn aus verheulten Augen an): Echt?
MK (streichelt mit dem Daumen ihre Tränen weg u. sieht sie nun ernst an): Mach bitte nicht solche Dummheiten! Ich habe mich wirklich erschrocken vorhin. Drogen sind immer der falsche Weg, um mit Problemen fertig zu werden. Glaub mir!
GK (wischt sich die letzte Träne weg u. sieht ihn sichtlich perplex an): Mehdi, das war eine Haschzigarette.
MK (verständnislos): Also ich habe drei Stück davon gezählt. Wo hast du das Zeug überhaupt her? Hat dir das etwa Gordon mitgebracht? Na der kriegt was zu hören, wenn der mir wieder über den Weg läuft.
GK (legt ihre Hand an seine Brust): Mehdi nicht!
MK: Gabi, die Sachen machen süchtig. Ich will mir keine Sorgen machen müssen. Bitte, versprich mir, das Zeug nie wieder anzurühren.
Spießer! Aber ein süßer!
GK (verdreht die Augen): Versprochen!
MK (drückt sie zufrieden an sich): Gut!

Einen Moment lang hielten sie sich so im Arm, glücklich sich endlich wiederzuhaben, bis Gabi sich wieder aus seiner Umarmung löste und ihn plötzlich mit ernster Miene anblickte...

GK: Versprichst du mir auch etwas, Mehdi?
MK: Alles, was du willst.
GK (richtet sich etwas auf u. sucht nach den richtigen Worten): Ich will nicht egoistisch oder besitzergreifend erscheinen, aber ich... ich möchte mich nicht noch einmal so... so... fühlen. Ich... möchte daher, dass du... dass du SIE ... nicht mehr triffst. Versprichst du mir das?
MK (sieht in ihren Augen hin u. her): Ok!
GK (misstrauisch): Keine Widerworte?
MK (legt seine Hände auf ihre u. blickt ihr in die Augen): Gabi, ich kann dir nicht versprechen, dass wir nicht beruflich, so wie im Fall von Anna, miteinander zu tun haben werden, aber privat werde ich ihr aus dem Weg gehen. Es ist besser so. Ich will niemanden noch mehr verletzen.

GK (gibt sich mit dieser diplomatischen Antwort schließlich zufrieden, kommt aber beim Stichwort „Anna“ schnell auf ein anderes Thema zu sprechen, dass sie schon fast in ihrem Gefühlschaos vergessen hätte): Was war eigentlich mit deiner Frau? Ich hab mitbekommen, dass es da Probleme gab.
MK (hat keine Kraft mehr für lange Erklärungen): Lange Geschichte! Ich erzähle dir das morgen, ja? Das hier ist nicht der rechte Ort zum ... Diskutieren. Du zitterst ja schon. Komm!
GK (hält ihn noch zurück, als er aufstehen will): Mehdi, ich... es tut mir leid, dass ich so heftig überreagiert habe.
MK: Hast du nicht! Ich hab einen Fehler gemacht. Mir tut es leid.
GK (sieht ihn aufgewühlt an): Es ist nur... ich liebe dich so sehr.
MK (nimmt ihr Gesicht in beide Hände u. sieht ihr tief bewegt in die Augen): Ich weiß. Und ich werde alles dafür tun, damit du mir endlich vertraust. Ich liebe dich doch auch wie wahnsinnig, Gabi. Zweifele bitte nie wieder an meinen Gefühlen für dich!
GK (hängt gefesselt an seinen schönen Augen u. spürt ihr Herz höher schlagen): Wirklich?

Mehdi wollte es seiner Herzdame mit Taten zeigen und sie küssen, doch Gabi schob schnell ihre Hand vor ihren Mund, als seine verführerischen Lippen immer näher kamen...

MK (verwundert): Was ist?
GK (wird rot u. sieht ihn beschämt an): Nicht! Ich habe doch gerade ... äh... gekotzt.

Mehdi schmunzelte nur und drückte den Kuss stattdessen auf ihre Handfläche. Und tatsächlich schaffte er es damit, seine Traumfrau zum Lächeln zu bringen. Ein ansteckendes, schönes, zauberhaftes Lächeln! Vorsichtig half er Gabi schließlich auf. Ihre Beine waren noch ganz wackelig und so schlang er seine Arme nur noch fester um ihren schlanken Körper, um sie zu stützen. Er half ihr anschließend mit dem Zähneputzen und der Katzenwäsche. Als sie damit fertig waren, trug er sie ins Schlafzimmer, wo er sie sanft aufs Bett legte. Er deckte sie liebevoll zu und wollte sie nun allein lassen, doch Gabi hinderte ihn daran. Sie konnte jetzt nicht allein sein und wollte ihn bei sich spüren.

GK (flüstert): Bitte bleib!

Mehdi lächelte und kam ihrer charmanten Einladung gerne nach. Er zog seine Schuhe aus und legte sich noch in seiner Kleidung auf die freie Bettseite neben sie. Sie rutschte dicht an ihn heran und er schlang seine Arme um sie. Sie sahen sich stumm in die Augen und versuchten, die Gedanken des anderen zu lesen. Aber Gabi fielen nach den aufwühlenden Abendstunden schnell die Augen zu. Sie war sofort eingeschlafen. Mehdi, der noch zu durcheinander war, um zu schlafen, blieb noch etwas liegen und beobachtete die schlafende Schönheit in seinen Armen und ließ dabei den ereignisreichen Abend noch einmal Revue passieren. Er wunderte sich, woher er die ganzen Kräfte genommen hatte, erst Anna vor der nächsten Dummheit zu bewahren und dennoch für sie da zu sein, obwohl ihm der Umgang mit ihr immer noch schwer fiel, dann Maria möglichst schonend das Ende ihrer Romanze beizubringen, obwohl es im Nachhinein der denkbar schlechteste Moment für so ein Gespräch gewesen war und es die Dankbarkeit, die er für sie und ihre Hilfe empfand, völlig nebensächlich gemacht hatte, und nun Gabi zu beruhigen, die mal wieder und wahrscheinlich auch zu Recht an ihm und seiner Aufrichtigkeit gezweifelt hatte, und von seiner Liebe zu überzeugen.

Aufgewühlt von seinen Gedanken und der Achterbahnfahrt der Gefühle stand der Halbperser noch einmal auf und ging ins Wohnzimmer, wo er sich seufzend auf die knallrote Couch setzte. Er hatte sie mit seinem unbewussten Hinauszögern fast verloren. Das hätte er sich nicht verzeihen können. Er schwor sich, dass er es nie wieder soweit kommen lassen würde, dass seine Gabimaus so sehr wegen ihm litt. Es hatte ihm das Herz gebrochen, sie so verzweifelt zu sehen. Seinetwegen! Sie war doch sein Ein und Alles, seine Hoffnung, seine Zukunft, sein Glück und das würde er nicht noch einmal so achtlos aufs Spiel setzen. Er würde ihr beweisen, dass er sie von ganzem Herzen liebte. Von jetzt an, jeden einzelnen Tag in ihrem gemeinsamen Leben.

Dieser schöne Gedanke verleitete Mehdi zum Lächeln und gab ihm neue Kraft. Er überlegte kurz, dann zog er sein Handy hervor und wählte trotz nächtlicher Stunde eine Nummer...

MK: Ich bin’s! Schläfst du schon? ... Ach so! Ähm... Könntest du mir vielleicht einen Gefallen tun? ... Ich weiß, wie spät es ist, aber... Marc, bitte, ich würde dich nicht fragen, wenn es nicht wichtig wäre. ... Ok, hör zu!

Mehdi erläuterte kurz den Sachverhalt und brauchte geduldige fünf Minuten, um Marcs Lachanfall zu unterbinden...

MK (angefressen): Machst du’s oder machst du’s nicht? Sonst frag ich... Ich schaffe es morgen nicht mehr. ... Nein, weil ich doch Lilly abhole. ... Wieso? Na weil ich... Mann, ich hab dir das doch gerade erklärt. Hast du mir nicht zugehört? Ich will ihr beweisen... Ja, mach dich nur lustig! Aber es ist nicht so, dass sie... Du sollst nicht so abfällig über sie reden! ... Klammern? Marc, sie hat Angst mich zu verlieren. Ich versteh sie auch. Nach allem, was ich mir geleistet habe, kann ich froh sein, dass sie überhaupt noch zu mir hält. Und ich will... Marc! ... Mann, bitte! Was muss ich tun, damit du...? Danke! ... Und vielleicht... na ja, vielleicht springt ja für dich auch noch was dabei heraus. ... Muss ich dir das wirklich erklären? ... Boah! Gut, ich danke dir. ... Jaaahaaa!!! Grüß mir Gretchen und den Professor und viel Spaß noch bei deinen Schwiegereltern! ... Nein, das war nicht ironisch gemeint. Tschüß Marc!

Mehdi legte stöhnend auf und steckte das Handy schnell wieder in seine Tasche. Er lehnte sich auf der Couch zurück und grinste zufrieden vor sich hin. Sie würde auf jeden Fall Augen machen und der schlimme Abend heute würde hoffentlich schnell vergessen werden. Verträumt schaute sich der Halbperser nun in Gabis Wohnung um und war schnell von seiner rosaroten Wolke wieder in der Realität angekommen. Mehdi schüttelte fassungslos den Kopf über die Bilder, die sich nun in seinen Gedanken abspielten, stand auf und öffnete das Fenster, um den Mief von Zigaretten, Marihuana und Alkohol herauszulassen, den sie und ihr Kollege hier verbreitet hatten. Er würde sich Gordon auf jeden Fall noch einmal vorknöpfen. Niemand verführte seine Freundin ungestraft zu illegalen Suchtmitteln.

Aus der Küche holte er sich nun eine Mülltüte und ließ die verbotenen Substanzen, die angebrochenen Bierflaschen und die leeren Jogurette-Schachteln darin verschwinden. Er schüttelte die zusammengeknietschte Sofadecke auf und dann die Sofakissen und schaffte schnell den Müll aus dem Haus. Als er zurückkam, schloss er das Fenster wieder, nachdem er abermals einen tiefen Atemzug kalter Winterluft aufgesaugt hatte. Mittlerweile war es kurz vor ein Uhr nachts. Er löschte das Licht im Wohnzimmer und im Flur und schlich auf leisen Sohlen zurück ins Schlafzimmer, wo er sich seines Pullovers und seiner weißen Arzthose entledigte und zu Gabi unter die Decke schlüpfte, die fest zu schlafen schien. Er robbte ganz nah an ihren samtweichen Körper heran und legte beschützend seinen Arm um sie. Sofort kuschelte sich die Schlafende in seine starken Arme. Er lächelte glücklich und strich ihr sanft durchs Haar und gab ihr einen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn. Sie schmatzte zufrieden und ein süßes Lächeln zauberte sich auf ihr Gesicht. Leise murmelte sie noch etwas vor sich hin, bevor sie wieder tief und fest in ihre Traumwelt entschwand, wo sie und ihr Schatz im Mondschein tanzten...

GK: Lass mich bitte nie wieder allein.

Mehdi sah die Träumerin mit klopfenden Herzen an und lächelte.

MK: Das verspreche ich dir, mein Schatz. Mich wirst du nicht so leicht los.

...flüsterte der verliebte Mann mit sanfter Stimme, kuschelte sich an ihren warmen Körper und schlief sofort in ihren Armen ein.

Lorelei Offline

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11.08.2011 20:47
#1080 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So ihr Lieben, weiter geht’s! Diesmal mit Martchen! Aber ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ihr an den Abend bei den Haases keine hohen Erwartungen stellen solltet. Das war von Anfang an nur als eine Art Übergangsszene gedacht. Ich hoffe, ihr erfreut euch trotzdem daran. Eure Lorelei




Etwa zur selben Zeit öffnete sich ein paar Kilometer entfernt in einem Villenviertel in Berlin Mitte die Haustür eines stattlichen Einfamilienhauses. Es wurde gekichert, geherzt und verabschiedet. Dann fiel die Tür auch schon wieder ins Schloss und ein junges beschwingtes Paar torkelte Arm in Arm zum Gartentor, vor dem ihr Wagen geparkt war. Neben dem weißen Volvo blieben die beiden schließlich stehen, schauten sich verliebt in die Augen, lächelten und schon trafen sich ihre Lippen zu einem innigen nicht enden wollenden Kuss, den sie schon den ganzen Abend lang herbeigesehnt hatten. Als gerade das Licht im Wohnzimmer der Familie Haase erlosch, wachte auch das vertraute Liebespaar aus seinem schönen Moment auf. Marc streichelte Gretchen noch einmal liebevoll über die leicht gerötete Wange, öffnete ihr dann charmant die Beifahrertür und half ihr beim Einsteigen. Denn die junge Dame war schon leicht angetüddelt, was ihr Koordinations- und Motoriksystem zwar lahm gelegt hatte, sie aber für ihn nur noch viel süßer machte. Grinsend ging der coole Kavalier schnell um sein Auto herum und stieg ebenfalls ein. Er konnte es nicht lassen, seinen beschwipsten Engel noch einmal sanft zu küssen, bevor er schließlich den Wagen startete und losfuhr. Während der gesamten Fahrt nach Hause kicherte seine hübsche Begleiterin unentwegt vor sich hin und ließ den schönen Abend bei ihren Eltern noch einmal Revue passieren..................

Wie ihre Mutter noch mit Wischtuch und Bratengabel bewaffnet in der Tür gestanden und ihre beiden Gäste tränenreich begrüßt hatte, als wären sie sechs Monate auf Weltreise gewesen. Wie ihr Vater seinen besten Oberarzt und Schwiegersohn in spe schützend von der Heulsuse befreit und diese zurück in die Küche abkommandiert hatte und ihm und seinem Kälbchen erst einmal Zeit gegeben hatte, überhaupt anzukommen. Wie er Marc dann zur Seite genommen und zu einem Begrüßungsdrink und einem lockeren Gespräch über die Klinik und die anstehenden Veränderungen entführt hatte. Das Topthema übrigens auch während des gesamten Essens, bis Bärbel dem schließlich entnervt Einhalt geboten hatte, indem sie von den Kindern spannende Urlaubserlebnisse eingefordert hatte, woraufhin ihre brave Tochter knallrot angelaufen war und deren Lebensgefährte sich an einer Erbse verschluckt hatte.

Nachdem er sich einigermaßen wieder beruhigt hatte, hatte Marc seine neugierige Schwiegermutter in spe mit einigen geschönten Urlaubsanekdoten umschmeichelt, die Gretchen noch zusätzlich mit Fotos untermalt hatte, die sie mit ihrem Handy aufgenommen hatte. Der peinliche Schlittenunfall, die heißen Wasserspiele im Tropenparadies, Marcs Kunstdarbietung und sein wunderschönes Liebesbekenntnis wurden natürlich außen vor gelassen. Diese unvergesslichen Geheimnisse würden für immer in ihren beiden Herzen wohnen. Gretchens Mutter war auch so hin und weg gewesen und dermaßen weich gekocht, dass sie ihren Franz sogar dazu überreden konnte, ihren jährlichen Mallorca-Urlaub nächstes Jahr in die Lausitz zu verlegen. Die atemberaubende Natur, der wunderschöne See, die wilden Tiere, das wäre doch genau der richtige Ausgleich zu dem ganzen Stress, der mit der Klinikerweiterung in nächster Zeit auf sie zu kommen würde, hatte Bärbel schwärmerisch argumentiert und ihr skeptischer Mann konnte dem nur noch augenrollend zustimmen.

Während des Nachtischs wurde Gretchen dann auch noch einmal in den höchsten Tönen von ihrem Vater gelobt für ihr unglaubliches chirurgisches Talent und ihr zügiges Ausbildungsende. Der Professor hatte regelrecht geschwärmt, wie stolz er und ihre Mutter doch auf ihre ehrgeizige Tochter wären. Das war bei Jochen, der den Abend die ganze Zeit gelangweilt verfolgt hatte, leider nicht allzu gut angekommen, der sich daraufhin schon frühzeitig zum Partymachen verabschiedet hatte. Gretchen hatte es jedenfalls erst einmal vor lauter Rührung die Sprache verschlagen. Erst ein Kuss und ebenso lobende Worte von Dr. Meier - mit einem hohen Einschleimfaktor auch bei seinem Chef - hatten die völlig gerührte Frau zurück ins Hier und Jetzt geholt.

Später hatten die vier noch ewig lange im Wohnzimmer zusammen gesessen und geplaudert und dabei mehrere Flaschen von dem exquisiten Rotwein getrunken, den Elke Fisher Gretchens Eltern als Dank für das versöhnliche Weihnachtsessen vor ein paar Tagen hatte zukommen lassen. Marc und seine Freundin waren jedenfalls sehr irritiert darüber gewesen, zu hören, dass der Weihnachtsabend, der doch so turbulent begonnen hatte, offenbar noch nicht mit dem Verschwinden ihrer Kinder geendet hatte und es wohl noch recht feucht-fröhlich zwischen den Familien Meier-Fischer und Haase zugegangen war. Marc, der nicht wirklich wusste, wie er diese neue Harmonie einzuordnen hatte, war daher mehr als dankbar gewesen, als er plötzlich zu bereits später Stunde einen Anruf bekommen hatte und sich den weiteren peinlichen Geschichten hatte entziehen können, in denen seine verknallten Eltern die Hauptrolle gespielt hatten. Gott sei dank befanden die sich mittlerweile im Honeymoon-Urlaub an der Seine und ihm blieb damit ein weiterer peinlicher Willkommensabend erspart. Dieser hier hatte ihm nämlich schon gereicht, auch wenn er den Schein vor den versammelten Haases wahrte.

Doch mit dem Telefonat mit Dr. Kaan war dann auch der gemütliche Abend im Hause Haase beendet gewesen. Nun ja noch nicht ganz, denn der Professor hatte es sich nicht nehmen lassen, an der Haustür noch einen zehnminütigen Vortrag zu halten über Berufsethos, Respekt und große Verantwortung und über seine beiden Familien, wobei er ganz besonders die Wichtigkeit seines „dritten Kindes“, der Klinik, hervorgehoben hatte, gerade in den nächsten beiden anstrengenden Tagen, den beiden höchst frequentierten Tagen des Jahres im EKH, und dass er allen voran von seinen besten Kräften erwartete, dass sie ausgeruht und fit zum Dienst erscheinen sollten. Dabei hatte er seinem Chirurgennachwuchs seltsam von der Seite zugezwinkert, dass Marc ganz unwohl wurde. Gretchen war es da auch nicht anders gegangen und sie hatte nur beschämt mit den Augen gerollt. Es kam sehr selten vor, aber ihr Vater konnte, wenn er etwas getrunken hatte, sehr peinlich werden.

Der Professor, der ähnlich viel Alkohol vertrug wie sein wertes Töchterlein, hatte während seiner spontanen Rede schon eine verdächtige Schieflage bewiesen, aber sein scharfer Verstand war noch ganz klar gewesen, als ihm plötzlich eingefallen war, dass er doch seinem Butterböhnchen noch erklären wollte, dass sie den Gerüchten in der Klinik keinen Glauben schenken sollte. Marc und Gretchen hatten daraufhin den Atem angehalten und wären am liebsten im Sprint zum Auto gerannt, falls er das, was sie vermutet hatten, tatsächlich laut aussprechen würde. Bärbel hatte dagegen nur verwundert gekuckt. Aber Franz verriet zu ihrem Leidwesen dann doch noch schelmisch grinsend, dass die Kinder schon wissen würden, wann der richtige Zeitpunkt zum Heiraten gekommen sei und dass jetzt erst einmal die Karriere im Mittelpunkt stehen würde und das wäre auch genau richtig so. In diesem Moment hatte dann Gretchens Mutter verdächtig geschwankt, Marc heftig geschluckt und Gretchen nur fassungslos mit dem Kopf geschüttelt und sich zurück in ihr Urlaubsparadies gewünscht, fern ab von nervigen Eltern. Ja, ihr Vater konnte schon sehr peinlich sein, an guten Tagen sogar noch mehr als ihre Mutter und das musste schon was heißen. Aber dann hatte diese plötzlich angefangen zu kichern und hatte sich gar nicht mehr eingekriegt, was alle drei verwundert dreinblicken ließ. Bärbel hatte diesen Teil seiner Ansprache nämlich für einen der tollen Scherze ihres Mannes gehalten, über die eigentlich nur sie immer lachen konnte, und hatte dann noch schmunzelnd hinzugefügt, dass er wohl heute genug Wein gehabt hätte. Ziemlich gelöst hatten daraufhin auch die anderen herzlich angefangen, zu lachen, selbst der grummelige Marc Meier, der als Einziger noch nüchtern gewesen war.

Lorelei Offline

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12.08.2011 17:57
#1081 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Hier kommt der Sahnenachschlag zu gestern. Zu Risiken und Nebenwirkungen,... Ach, seht schon selbst! Viel Vergnügen und ein schönes Wochenende wünscht euch eure Lorelei.




Es war wirklich ein vergnüglicher Abend im Kreise ihrer Lieben gewesen und Gretchen war unendlich glücklich, dass Marc sich so gut mit ihren Eltern verstand, die zwar beruflich hohe Erwartungen an sie stellten, aber ihnen privat endlich genügend Raum für sich gaben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und dieses Gefühl beschwingte auch Marcs Gemütslage und er lächelte seinen ohne Punkt und Komma plappernden Haasenzahn unentwegt an jeder roten Ampel an, an der er halten musste, so auch jetzt in diesem Moment wieder. Gretchen lächelte zurück und legte ihre beiden Hände aufeinander an ihren Sitz und bettete ihren Kopf darauf und sah ihren Liebsten neugierig von der Seite an...

G: Was wollte eigentlich Mehdi noch so spät von dir?
M (zwinkert ihr frech zu u. fährt wieder an, als die Ampel auf grün schaltet): Mich vor nervigen Fragen retten.
G (staunt): Im Ernst jetzt? Hast du ihm ein Zeichen gegeben, wenn du dich bis Mitternacht nicht bei ihm gemeldet hast, soll er dich aus der Schwiegerhölle herausholen oder was?
M (muss sich zusammenreißen, nicht gleich einem Lachanfall zu erliegen, u. nimmt sie auf den Arm): Sicher! So war der Plan. Werd ich in Zukunft immer so machen, wenn mich deine Mutter zu sehr in Beschlag nimmt und mich mästen will.
G: Raffiniert!
M (lacht): Weißt du eigentlich, wie süß du bist, wenn du betrunken bist?
G (trotzig): Bin ich gar nicht.
M (schaut kurz gespielt entsetzt zu ihr rüber u. konzentriert sich dann wieder auf den Straßenverkehr): Was? Du bist nicht süß?
G: Doch! Aber isch bin nischt betrunken. Gar nischt!
M (schmunzelt immer mehr): Ach, ich vergaß, deine Selbstüberschätzung.
G: Wenn ich betrunken wäre, was isch nischt bin, würde ich dann das hier tun?

... fragte Gretchen kokett mit den Wimpern klimpernd und legte provozierend ihre Hand auf Marcs rechten Oberschenkel und wanderte damit schnurstracks in seine Gefahrenzone. Der plötzlich Attackierte war so überrascht, dass er beinahe übersah, an der nächsten roten Ampel zu halten. Nur noch die roten warnenden Rücklichter des Kleintransporters vor ihm erinnerten ihn daran, sich besser auf den Verkehr zu konzentrieren als auf freche Früchtchen. Er atmete tief durch und räusperte sich. Gretchen, die nicht daran dachte, mit diesem gefährlichen Spiel aufzuhören, merkte trotz ihres beschwingten Zustands, dass sie ihn damit ziemlich nervös machte. Ein Wahnsinnstriumph, der sie nur noch mehr anstachelte. Erst mit reichlicher Verzögerung antwortete Marc ihr und sah sie dabei durchdringend an...

M: Würdest du!
G (kichert): Na gut, dann bin ich wohl doch ein klitzeklitzekleines Bisschen betrunken.
M (beugt sich lachend zu ihr rüber): Ich korrigiere mich, ich meinte nicht Selbstüberschätzung, sondern Selbstunterschätzung.
G (kuckt ihn gespielt beleidigt an u. hat den nächsten Trumpf in ihrer Hand): Marc, die Ampel ist grün!
M (völlig auf seine Freundin u. ihr Tun konzentriert): Hmm?
G (setzt ihr süßestes Unschuldslächeln auf u. streichelt weiterhin verführerisch seinen Oberschenkel entlang, so dass ihm immer mehr das Wasser im Mund zusammenläuft): Du musst jetzt das Kuppelding betätigen und losfahren.
M (zieht abrupt sein Gesicht zurück, das schon fast ihres berührt hat, u. schaut schwer atmend wieder nach vorn): Ich werd gleich noch was ganz anderes betätigen, Haasenzahn.
G (spürt, wie das Kribbeln in ihrem Bauch zunimmt, versucht aber cool zu bleiben): Ja, Schatz, aber konzentriere dich lieber mal auf den Verkehr.
M (drückt aufs Gas und rast über die Kreuzung): Darauf werde ich mich auch gleich konzentrieren. Darauf kannst du Gift nehmen.

Marc grinste die heiße Blondine neben sich kurz verheißungsvoll an und widmete sich dann wieder dem Verkehrsaufkommen. Gretchen lächelte nur voller Vorfreude und ließ ihre Hand an Ort und Stelle verharren, sehr zum Wohlgefallen ihres Chauffeurs, der nun den Blinker setzte und in seine Straße einbog. Noch in der Tiefgarage fielen die beiden wild übereinander her, ließen der Leidenschaft freien Lauf, bis Gretchen aus Versehen mit ihrem Ellenbogen an die Hupe kam, was den Nachbarshund laut aufheulen ließ. Sie beschlossen dann doch, das Hauptspiel lieber in ihren eigenen vier Wänden stattfinden zu lassen.

Wild knutschend torkelten die beiden zu ihrer Wohnungstür. Marc brauchte jedoch ewig, bis er Schlüssel und Türschloss kompatibel gemacht hatte, weil Gretchens feurige Berührungen ihn schier wahnsinnig machten und seine Denk- und Logikfähigkeiten auf ein Minimum herunterfahren ließen. Zärtlich biss sie in sein Ohrläppchen und knabberte daran, hauchte zarte Küsse auf seinen Hals, saugte sich regelrecht daran fest, während ihre sanften Hände immer wieder über seinen gestählten nackten Oberkörper strichen, der gerade noch so von seinem blauen Hemd bedeckt war, nachdem sie ihm sein Jackett schon im Auto heruntergerissen hatte und die Knöpfe geöffnet hatte. Er lehnte schweratmend mit dem Rücken an der Tür, gegen die Gretchen ihn drängte, als ihre flinke Hand dreist seinen Hosenbund überwand und in sein Paradies eintauchte. Alkohol machte seinen Haasenzahn wirklich locker und sehr willig, musste Marc plötzlich denken und grinste vergnügt, dann ließ er sich völlig gehen. Sein Verstand war mittlerweile komplett abgeschaltet. Er konnte sein lautes Stöhnen nicht mehr länger zurückhalten und presste, um weitere verräterische Laute im Treppenhaus zu vermeiden, nun seine Lippen stürmisch auf die ihren und verglühte mit ihr zu einem sündigen Kuss, in dessen heißem Verlauf sich Gretchen mit ihrem ganzen Körpergewicht gegen ihn presste, mit dem Resultat, dass auch die letzte Barriere eingerissen wurde.

Denn genau in diesem Moment sprang die Wohnungstür auf und sie stürzten stolpernd hinein. Sie schauten sich an und lachten. Ein herzzerreißendes Lachen, ein wahrer Lachflash setzte bei beiden ein, bis sie sich ihren schmerzenden Bauch hielten und sich plötzlich schweigend tief in die Augen blickten. Dann geschah alles blitzschnell. Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, hatte Marc seine aufregende Freundin auch schon dagegen gedrängt, ihre Bluse mit einem geschickten Handgriff aufgerissen, die nach der Fummelei im Auto eh nur noch von einem einzelnen Knopf zusammengehalten wurde und wanderte mit seinen feurigen Lippen über ihr bebendes Dekolletee, was sie zum lauten Aufseufzen verleitete, das nur noch stärker wurde, als er den störenden Stoff ihres BHs nach unten drückte, um ihre weichen Hügel mit einem geschickten Hand- und Lippenspiel zu verwöhnen. Jetzt gab es für beide kein Halten mehr. Während Marc sein Hemd zu Boden gleiten ließ, hatte Gretchen schon seinen Gürtel aus dem Bund gezogen und machte sich an seiner Hose zu schaffen, die ebenso wie seine Unterhose zu seinen Knien herunterrutschte. Marc zögerte keinen Moment, fuhr mit seinen magischen Händen die Konturen ihres aufregenden Körpers hinab, schob den schwarzen Rock etwas nach oben, um an ihren Slip zu gelangen, den er ihr hastig herunterriss, und hob seine Freundin dann auch schon mit Leichtigkeit hoch und stemmte sie gegen die geschlossene Tür. Gretchen verschränkte in froher Erwartung ihre Beine fest um seine Hüfte und ihre Arme in seinem Nacken und presste verheißungsvoll ihre Lippen auf die seinen, so dass es für die beiden kein Halten mehr gab.


Horst Lowinski kam gerade vom nächtlichen Gassigehen mit seiner dreijährigen Hündin Shakira zurück, einer reinrassigen Mopsdame, die vorhin aus unerklärlichen Gründen heftig zu jaulen begonnen hatte und sich gar nicht mehr hatte beruhigen lassen. Ein kurzer Spaziergang an der Spree hatte dem Abhilfe geschaffen. Und so schlurfte der rüstige Rentner nun verschlafen an der Erdgeschosswohnung vorbei, als plötzlich ein seltsames rhythmisches Rumpeln an sein Ohr drang, das wohl von der Tür auszugehen schien, und ihn innehalten ließ. Es klang fast so, als ob jemand Holz hacken würde, was zu der nächtlichen Stunde eigentlich völlig absurd gewesen wäre. Er kuckte Shakira verdutzt an. Sie kuckte verdutzt aus ihren treuen Kulleraugen zurück. Dann wurde das Poltern plötzlich lauter und der Rhythmus nahm zu. Gleichmäßig und schnell wurde gegen die Wohnungstür geschlagen und das Echo schallte im Treppenhaus wider. Ängstlich versuchte die Hundedame, die an einer roten Leine festgehalten wurde, zu fliehen und zur Treppe zu gelangen. Herr Lowinski folgte ihr seufzend und fuhr sich dabei mit einer Hand über seinen grauen Rauschebart. Dr. Meier war zurück! Dabei hatte er doch die ungewohnte Ruhe in der Wohnung unter ihm gerade erst zu genießen begonnen. Das Leben war doch echt scheiße ungerecht.

Lorelei Offline

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13.08.2011 16:29
#1082 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hihi! Freut mich, dass euch der letzte Teil so gut gefallen hat. Dieser hier hat es aber auch in sich, auch wenn er sich um eine andere Paarung dreht. Aber die beiden sollten auch endlich mal zur Ruhe kommen und ihr Glück einfach nur genießen können. Viel Spaß! Eure Lorelei



Am nächsten Morgen

Vereinzelte Lichtstrahlen hatten sich durch die Lamellen der Jalousie in das Schlafzimmer von Gabi Kragenow geschlichen und kitzelten dieselbige frech an der Nase. Sie rümpfte diese und drehte sich auf die andere Seite, um ihnen zu entkommen, aber das Licht- und Schattenspiel an der gegenüberliegenden Wand drang dennoch durch die dünne Haut ihrer Lider. Sie blinzelte und öffnete langsam ihre Augen und sah plötzlich, dass nicht nur die Wintersonne sie anstrahlte. Nein, ein funkelndes Paar rehbrauner Augen zog sie regelrecht in ihren Bann und ließ ihr Herz höher schlagen. Der gutaussehende Mann auf der anderen Seite ihres Bettes war schon seit einer Weile wach und hatte sie verträumt beim Schlafen beobachtet und lächelte nun sanft, als die verschlafene Frau links neben ihm ihn mit großen Kulleraugen erstaunt ansah. Er legte seine Hand an ihre warme Wange und beugte sich über ihr wunderschönes Gesicht. Zärtlich küsste Mehdi sie wach...

MK: Guten Morgen!
GK: Du bist noch hier?

... gab die überraschte Krankenschwester atemlos wieder und ihr charmantes Gegenüber schmunzelte nur, als es sich auf seinem rechten Ellenbogen gestützt zu ihr wandte...

MK: Ich habe dir doch versprochen, dich nie wieder allein zu lassen.

In Gabis Kopf drehte sich alles und sie sah ihren Traumprinzen mit leuchtenden Augen fragend an...

GK: Das hab ich mir gewünscht.
MK (streichelt zärtlich mit seiner freien Hand über ihre Wange u. flüstert): Ich weiß.

Gabis Herz hüpfte auf und ab vor Glück und die Schmetterlinge in ihrem Bauch setzten zum fröhlichen Morgenflug an, als sie in Mehdis Augen die Bestätigung seines Versprechens las. Sie richtete sich schließlich auf, blickte bewegt einen intensiven Moment lang in seinen funkelnden Augen hin und her, die sie ebenso eindringlich studierten, dann drückte sie ihn sanft zurück in die weichen Kissen. Mehdi sah gefesselt dabei zu, wie sich die verführerische Frau plötzlich ihr T-Shirt über den Kopf zog und ihren roten BH gleich hinterher aufs Bett fallen ließ. Sein Puls beschleunigte sich merklich und Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn, als er ihre pure Weiblichkeit so unvermittelt vor Augen hatte. Gabi lächelte verheißungsvoll, als sie sich anschließend keck auf seinen Schoss setzte, was dem Mann unter ihr ein leises Seufzen entweichen ließ. Sie strich verführerisch über seinen nackten gestählten Oberkörper, der sich angespannt hatte, und streichelte ihn mit intensiven Blicken, die Mehdi gefangen hielten. Sie fühlte, dass sein Herz heftig gegen seinen Brustkorb trommelte und lächelte glücklich, aber tief in ihrem Inneren war immer noch die Unsicherheit, die sie gestern Abend mit voller Wucht überrannt hatte, die Hilflosigkeit ihren eigenen Gefühlen gegenüber, die Enttäuschung, die tiefe Verletztheit, die sie so sehr hatte verzweifeln lassen. Ihr strahlendes Lächeln erlosch mit einem Mal und wich nun einem traurigen Gesichtsausdruck. Das erkannte auch Mehdi besorgt, der sich mit den Ellenbogen auf dem Bett abstützte und sich etwas aufrichtete, um sie anzusehen...

MK: Was hast du?
GK (schluckt den Kloß in ihrem Hals herunter, der sie lähmt und legt ihre rechte Hand an seine Wange; sie blickt Mehdi intensiv an u. küsst ihn kurz auf den Mund, bevor sie wieder aufgewühlt in seinen Augen hin und hersieht und dann leise etwas flüstert): Ich will dich spüren. Ich will deine Liebe spüren, Mehdi.

http://www.youtube.com/watch?v=wASdaomb0Is

Diese Aufforderung bedurfte keiner weiteren Worte. Mehdi lächelte Gabi verliebt an und küsste sie erneut zärtlich auf den Mund, bevor er ihre Hand nahm, seine Finger mit ihren verschränkte und seine große Liebe vorsichtig zurück auf die Matratze drückte. Er sah ihr noch einmal tief in ihre wunderschönen olivgrünen Augen. Ein Blick, der mehr als tausend Worte sagte. Gabi verstand, dass er stets die Wahrheit gesagt hatte, als er behauptete, sie wirklich vorbehaltlos zu lieben, und ließ ihre Unsicherheit schließlich fallen. Sie vertraute ihm. Mehdi senkte seine Lippen auf ihre herab und küsste seine Freundin mit sehr viel Gefühl, um ihr die letzten Zweifel zu nehmen, die er in ihren Augen gelesen hatte. Sie sollte nie wieder an seiner Liebe zweifeln. Gabi schloss instinktiv ihre Augen, als er ihr Gesicht mit zahlreichen kleinen Küssen benetzte, dann ihren Hals hinabwanderte, die erogene Stelle am Übergang zu ihrem Schulterblatt zärtlich verwöhnte, so dass ihr immer wieder ein leises Stöhnen entfuhr. Mehdi bedeckte jeden Zentimeter ihres aufregenden Körpers mit kleinen intensiven Küssen und ließ sie tatsächlich seine ganze Liebe spüren. Von ihren eigenen Gefühlen überrollt, sammelten sich einige Glückstränen in ihren Augenwinkeln, die Mehdi gerührt wegküsste, bevor er ihre leicht gerötete Wange sanft mit dem Daumen massierte. Gabi fühlte sich unendlich glücklich und Mehdi ging es da nicht anders.

Als er schließlich mit Nachdruck ihren Mund küsste, beschloss sie, nun selbst die Initiative zu ergreifen, um ihm etwas von ihrer großen Liebe zu schenken. Gabi drängte Mehdi sanft, aber bestimmt zur Seite, so dass sie nun auf ihm lag und er ihre nackten weichen Brüste auf seiner Haut spüren konnte. Ein belebendes Gefühl durchfuhr seinen Körper, das nur noch zusätzlich intensiviert wurde, als sie ihre Zunge tief in seine Mundhöhle vorstoßen ließ und ihm leidenschaftlich den Atem raubte. Ein berauschender Kuss folgte, der auch sie in eine andere Welt entführte. Minutenlang küssten sie sich intensiv und rieben ihre Körper aneinander, bis sie irgendwann nach Luft schnappen mussten und sich lachend in die Augen schauten. Langsam wanderte Gabi nun mit ihrem Mund seinen Hals hinab und verwöhnte auch seine erogene Zone im Nacken. Leise Seufzer entfuhren seinen Lippen, als sie schließlich tiefer ging und seinen muskulösen Oberkörper mit tausenden heißen Küssen bedeckte, die sich tief in seine Haut einbrannten. Am Bund seiner Unterhose angekommen, richtete sie sich plötzlich auf. Mehdi öffnete seine Augen und verfolgte schwer atmend, wie sie als nächstes vom Bett aufstand und sich ihrer Hose und ihres Slips entledigte und dann zurück aufs Bett gekrabbelt kam und ihn nun mit feurigen Augen durchdrang. Er hob sein Becken an und so konnte sie auch seine Boxershorts schnell von seinem aufregenden Körper reißen, bevor sie sich wieder dessen intensiver Erkundung widmete. Als sie wieder an seinem Gesicht angelangt war, sahen sie sich noch ein letztes Mal intensiv in die Augen und schenkten sich verliebte Blicke. Dann senkten sich auch schon ihre Lider und auch ihre Lippen, um sich zu einem gefühlvollen Kuss voller Liebe zu vereinen. In den nächsten Stunden bewiesen sie sich nicht nur einmal, dass es wirklich wert war, um ihre Liebe zu kämpfen.

Lorelei Offline

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14.08.2011 20:04
#1083 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gegen Mittag schlich das innige Paar schwer verliebt und aneinander geklammert in die Küche, wo Mehdi als nächstes versuchte, aus den spärlichen Resten in Gabis Kühlschrank etwas Essbares zu zaubern. Wie ein Klammeräffchen hing Gabi an seinem Rücken fest, während er den Kochlöffel schwang, und bedeckte seine Schulterblätter immer wieder mit kleinen Küsschen, während ihre Hände seinen Bauch kraulten und es auch nicht lassen konnten, ab und an eine Etage tiefer zu wandern, was Mehdis Konzentration auf den Topf mit den kochenden Nudeln schwer nachlassen ließ, was ihm letztendlich schmerzlich bewusst wurde, als er mit seiner Hand aus Versehen gegen den heißen Topf stieß und kurz aufschrie....

MK: Au! Verdammt!

Gabi zuckte erschrocken zusammen und wich zurück. Mehdi hielt seinen Finger schnell unter den kalten Wasserstrahl in der Spüle. Die verliebte Frau konnte sich aber ihr Lachen nicht verkneifen, sie drehte den Wasserhahn zu und zog seine gerötete Hand zurück. Sie blickte dem „schwerverletzten“ Mann intensiv in die Augen und führte den leicht rötlich verfärbten Zeigefinger an ihren Mund. Ohne ihren Blick von Mehdis schönen Augen abzulassen, fing sie an, auf die verletzte Stelle zu pusten und diese zärtlich zu streicheln. Eine Schauerwelle nach der anderen durchfuhr seinen Körper. Als sie seinen Finger dann auch noch in ihren Mund aufnahm und gefühlvoll daran saugte, war es ganz um den Tollpatsch geschehen und er schloss seine Augen. Mit einem zufriedenen Lächeln bemerkte Gabi Mehdis Reaktion auf ihr Tun. Seine Hände legten sich ganz automatisch an ihre Hüfte, seine Daumen strichen kreisend über ihre nackte samtweiche Haut. Seine Freundin trug nur ein knappes Höschen über ihrem knackigen Po, den er nun mit beiden Händen packte. Er hob Gabi hoch und trug sie zum Küchentisch rüber, auf den er sie vorsichtig niederließ. Mit großen Augen funkelte sie ihn nun verheißungsvoll an...

GK: Wieder gut?

Mehdi, der sich zwischen ihre Beine gestellt hatte, mit denen sie nun seine Hüfte umschlang, um ihn noch näher zu sich heranzuziehen, lächelte sie nur an und strich mit dem eben noch zärtlich verarzteten Zeigefinger über ihre Wange, ihren verführerischen Hals und ihr Dekolletee, das leider noch von seinem Pulli bedeckt war, den sie sich vorhin keck geschnappt und übergezogen hatte. Welch lästiges Kleidungsstück, dachte er und Gabi schien seine Gedanken gelesen zu haben. Sie funkelte ihn an und hob ihre Arme in die Luft. Mit einem frechen Grinsen auf den Lippen zog er ihr schwungvoll den grauen Pulli über den Kopf und warf ihn lässig über einen der Küchenstühle. Dann betrachtete er die verführerische Frau, die ihn eingefangen hatte. Er atmete tief ein und aus, als er ihren nackten Aphroditekörper vor sich sah und setzte mit seinen Zärtlichkeiten da an, wo er gerade eben aufgehört hatte. Zärtlich umspielte sein Zeigefinger die zarten Knospen ihrer Brüste, die sich aufgestellt hatten. Gabi legte ihren Kopf in den Nacken und stöhnte leise auf. Seine Berührungen machten sie schier wahnsinnig. Sie musste ihn jetzt spüren. Forsch legte die aufreizende Verführerin ihre Hände auf seinen knackigen Hintern, um ihn ganz nah an ihren erhitzten Körper zu drängen. Doch im selben Moment hörte sie plötzlich ein merkwürdiges Zischen und erkannte, als sie über seine Schulter blickte, den Ursprung dieses seltsamen Geräuschs.

GK: Die Nudeln...
MK (abwesend u. auf ihren aufregenden Körper konzentriert): Hä?
GK (atemlos): ... kochen... über.
MK (schaut sie immer noch fragend an, bis die Botschaft mit etwas Zeitverzögerung endlich ihr Ziel erreicht, u. dreht seinen Kopf hastig nach hinten): Oh!

Er ließ schweren Herzens von ihr ab und rannte zum Herd, wo er den Topf schnell zur Seite schob und sich dabei beinahe schon wieder die Hand verbrühte. Gabi sprang seufzend vom Tisch, schnappte sich Mehdis Pulli und zog ihn wieder über. Dann ging sie rüber zum Schrank und holte ein Sieb heraus, das sie Mehdi reichte, der das Nudelwasser nun vorsichtig in die Spüle goss.

GK: Vielleicht sollten wir erst einmal essen, bevor es brenzlig wird.

Mehdi grinste frech über seine Schulter, drehte sich dann ganz zu ihr herum, als er Topf und Nudelsieb auf die Anrichte gestellt hatte, und drückte seiner Freundin einen kleinen Schmatzer auf ihren vorlauten Mund.

MK: Einverstanden! Bevor ich mir noch die Finger verbrenne.

Gabi funkelte ihn mit feurigen Augen an und strich kurz lasziv über seinen nackten muskulösen Oberkörper.

GK: Das hast du doch schon längst.

Er lachte und schnappte sich das Sieb mit den abgeschreckten Nudeln. Gabi holte währenddessen zwei Teller aus dem Küchenschrank, auf denen Mehdi dann das spärliche Mittagsmenü mit Liebe anrichtete. Mit einer nur noch zu einem Viertel gefüllten Ketschupflasche und einem winzig kleinem Rest Parmesankäse folgte sie ihm zum Tisch. Gentlemanlike hielt er ihr den Stuhl hin. Lächelnd setzte sie sich. Mehdi setzte sich ihr gegenüber. Schweigend aßen sie nun die verkochten Nudeln und warfen sich immer wieder verliebte Blicke zu und streichelten die Hand des jeweils anderen, die ruhig neben dem Teller lag. In Ermangelung eines Nachtisches folgte eine innige Knutscherei. Mehdi hatte Gabi auf seinen Schoss gezogen und hielt sie einfach nur fest im Arm. Sie schmiegte sich an ihn und genoss seine unmittelbare Nähe. Zärtlich kraulte sie seine Brust, während er ihre Haare zur Seite schob und zärtlich an ihrem Ohrläppchen knabberte. Sie wussten nicht mehr, wie lange sie so innig dagesessen und geredet hatten, aber irgendwann fiel gleichzeitig ihr Blick auf die Küchenuhr. Gabi hob ihren Kopf an und sah Mehdi leicht wehmütig an...

GK: Musst du wirklich schon gehen?
MK (streichelt zärtlich ihre Wange): Ich hab Anna versprochen, ihr Lilly vorbeizubringen.
GK: Verstehe!
MK (sieht sie verliebt an u. stupst ihr Näschen mit seiner an): Komm kurz vor Mitternacht zum See hinter dem Krankenhaus!
GK (schaut ihn verwundert an): Was hast du vor?
MK (funkelt sie geheimnisvoll an): Verrat ich nicht.
GK (stupst ihn in die Brust): Du bist gemein.
MK (fordert sie heraus): Und liebst du mich trotzdem?
GK (seufzt): Leider!
MK (etwa verunsichert): Leider?
GK (richtet sich auf u. sieht aufgewühlt in seinen Augen hin und her): Ich... hab noch nie für einen Mann so viel empfunden wie für dich, Mehdi. Und wenn ich manchmal deswegen austicke und bescheuerte Dinge tue, dann...
MK (legt seine Hand an ihre Wange u. sieht ihr tief in die Augen): Hey! Hey! Vergessen und verziehen! Heute fängt unser neues gemeinsames Leben an.
GK (unsicher): Ja?
MK: Ja!

Zur Bestätigung gab Mehdi ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund, aus dem Gabi schnell eine intensive Knutscherei machte, aber da ihm leider die Zeit im Nacken war, musste er dies schweren Herzens unterbinden. Wehmütig sah Gabi dabei zu, wie er nun den Tisch abräumte und das Geschirr in die Spülmaschine räumte. Sie folgte ihm dann ins Schlafzimmer, wo sich beide anzogen. Und fünf Minuten später standen sie auch schon an der Wohnungstür, wo sie sich im Arm hielten und noch einmal ausgiebig zum Abschied knutschten. Sie lächelten sich verliebt an, als Mehdi schließlich die Tür öffnete. Zu ihrer beider Überraschung stand ein junges Mädchen vor der Tür, das gerade klingeln wollte, und sie war nicht allein...

CK (grinst): Ach nee, deshalb gehst du nicht ans Telefon! Also allmählich muss ich mit dir schimpfen, Doc, wenn du sie immer so einspannst.
MK (muss einfach schmunzeln): Hallo Chantal! Jetzt hast du sie aber ganz für dich. Gabi, wir sehen uns später in der Klinik.

Mehdi gab seiner Freundin noch einen letzten Abschiedskuss, zwinkerte dem Frechdachs zu und ließ die beiden allein. Gabi bückte sich und nahm die Babytasche in die Hand, in der die kleine Celine friedlich vor sich hin döste, und führte Chantal ins Wohnzimmer, wo diese sich gleich neben ihrer Kleinen aufs Sofa fläzte. Neugierig musterte sie ihre Freundin...

CK: Du siehst fertig aus. Hat er dich so hart rangenommen?
GK (mit einem Mal knallrot): Also.... Chantal!
CK (schmunzelt): Was bist du denn auf einmal so prüde? Ich dachte, wir können über alles reden? Und ich bin immer an aufregenden Geschichten interessiert.
GK (ignoriert ihre aufdringliche Frage u. reicht ihrem Gast ein Glas Wasser, bevor sie sich ihr gegenüber in den Sessel setzt): Was verschafft mir denn das Vergnügen deiner Anwesenheit?
CK (ist zwar etwas enttäuscht, dass sie keine spannenden Details erfährt, aber es gibt schließlich Wichtigeres zu klären): Hast du mit deiner Chefin gesprochen? Du wolltest dich doch melden, wenn du Näheres weißt.
GK (hat auf einmal ein fürchterlich schlechtes Gewissen, weil sie wegen ihrer Gefühlsausbrüche gestern nicht mehr daran gedacht hat): Oh! Tut mir leid, gestern war.......... turbulent.
CK (grinst wissend u. beugt sich gespannt zu ihr rüber): Verstehe! Also?

GK: Ich hab dich ja vorgewarnt, dass der Drachen schlecht auf mich zu sprechen ist.
CK (lehnt sich enttäuscht zurück): Also kann ich es vergessen!
GK: Nein, du musst dich halt wie alle anderen auch zum neuen Lehrjahr bewerben.
CK (macht ihrem Ärger Luft): Na toll, mit Kleinkind werd ich doch gleich ausgesiebt. Verdammt, warum musste mein Ausbilder auch die Praxis schließen und nach Neuseeland auswandern? Dieser Arsch! Wieso denkt denn nie jemand an mich? Ich dachte, ich hätte Rechte, wenn ich in Mutterschutz... Ach ist doch alles scheiße! Die Tussi vom Jugendamt ist mir da auch keine Hilfe.
GK (versucht sie zu beruhigen): Hey, lass den Kopf nicht hängen! Ich hab Oberschwester Stefanie deine Zeugnisse gezeigt und abgeneigt schien sie nicht. Mehdi will auch noch mal ein gutes Wort einlegen. Sie hat vorgeschlagen, dass du erst einmal ein Praktikum machen könntest und wenn du dich da bewährst, dann kommst du auf jeden Fall in die engere Auswahl.
CK (hoffnungsfroh): Echt?
GK (nickt zuversichtlich lächelnd mit dem Kopf): Sie würde dir auch wegen den Zeiten entgegenkommen. Alles ist jetzt abhängig davon, ob du eine Betreuung für Celine findest. Aber das kriegen wir auch noch hin. Du hast ja noch was Zeit.
CK (strahlt sie glücklich an): Danke! Ich wüsste gar nicht, was ich ohne dich machen sollte.
GK (wiegelt verlegen ab): Ach komm!

CK (springt begeistert auf u. umarmt ihre Freundin): Du, lass uns das heute feiern! Lass uns zusammen auf eine Silvesterparty gehen!
GK (überrumpelt): Äh... Du... Das wird schwierig.
CK (setzt sich wieder hin u. kuckt nach ihrem Baby, das immer noch ruhig schläft): Wieso? Ich finde schon jemand, der auf den Schreihals aufpasst.
GK: Ich meinte eigentlich von meiner Seite her. Ich hab Nachtschicht.
CK (lehnt sich zurück u. macht ein trauriges Gesicht): Das ist aber blöd, ausgerechnet heute.
GK: Die ganze Belegschaft hat heute Urlaubsstopp. Du weißt doch, was heute in Berlin los ist. Ich muss sogar in der Notaufnahme mit aushelfen und ich hasse das. Es ist nämlich kein schöner Anblick, wenn sich mal wieder ein Idiot mit nem Böller die Finger oder sonst was weggesprengt hat.
CK (verzieht das Gesicht): Kacke! Dann könnt ihr ja gar nicht anstoßen.
GK: Doch! Also es ist nicht so, dass wir nicht auch feiern würden. In der Cafeteria findet wie jedes Jahr eine kleine Silvesterfeier statt, bis die Irren unsere Bude auseinander nehmen.
CK (klatscht begeistert in ihre Hände): Na geil, dann komm ich zu euch.
GK (zögert): Äh... du, das ist eigentlich eine ganz steife Veranstaltung. Von der Miss Prüderie Sabine Vögler persönlich organisiert. Der Prof hält wie immer seine peinliche Neujahrsansprache. Und da wir alle im Dienst sind, gibt es auch nur alkoholfreie Getränke.
CK (voller Enthusiasmus): Na dann mischen wir eben den Haufen auf. Ich kann doch eh nix trinken, weil ich stille. Und vielleicht kann ich ja bei dieser Gelegenheit diese fiese Oberschwester noch etwas bezirzen.
GK (etwas überfordert von ihrer Euphorie deutet sie auf den Babybag): Äh... und Celine?
CK (locker): Die bring ich einfach mit. Das ist doch ein Krankenhaus, da ist sie doch am besten aufgehoben.
GK: Na ja... wir können sie ja bei Mehdi lassen. Auf ein Baby mehr oder weniger kommt es da eh nicht an.
CK (lehnt sich zufrieden zurück u. strahlt über das ganze Gesicht): Gebongt! Und jetzt erzähl mal! Irgendwas war doch letzte Nacht, hmm?

Gabi rollte mit den Augen. Diese kleine Göre konnte nerven ohne Ende, aber sie hatte doch das Herz am rechten Fleck und so schüttete sie ihr ihr selbiges in der nächsten halben Stunde auch aus.

Lorelei Offline

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15.08.2011 17:34
#1084 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Weiter geht’s mit ! Sissimaus, das hier ist für dich. Du hattest ja neulich nach Erdbeeren verlangt. Du bekommst Erdbeeren! Und eine Auffrischung einer anderen legendären DD-Szene! Viel Spaß! Die Kücken müssen heute leider draußen bleiben! Sorry! Schönen Wochenstart. Eure Lorelei



Derweil im Luxusapartment an der Spree

Marc und Gretchen hatten nach ihrem nächtlichen Sturmflug in den Himmel und zurück lange ausgeschlafen und einen entspannten Morgen im Bett verbracht, wo sie immer noch oder besser gesagt schon wieder lagen und sich nun gegenseitig spielerisch mit Erdbeeren fütterten, die der aufmerksame Mann des Hauses seiner süßen Naschkatze mitgebracht hatte, nachdem er aufgrund des akuten Nahrungsmittelmangels im heimischen Kühlschrank von ihr mittels hinterlistiger Wimpernklimperei und unschuldigem Bambiblick und unter Vortäuschung einer aufregenden Belohnung subtil dazu gedrängt worden war, noch schnell ein paar Besorgungen zu machen. Widerwillig war der grummelige Brummbär dann kurz vor Mittag aus dem Bett gekrochen und hatte den Feinkostladen ein paar Straßen weiter überfallen und geplündert, damit Madame auch später ja nicht behaupten konnte, sie wäre wieder unterzuckert, während seine Holde sich noch ein wenig in den weichen Federn geräkelt hatte, dann aber ebenfalls aufgestanden war, um sich etwas nützlich zu machen, solange er weg war.

Gretchen hatte ihre beiden Urlaubskoffer ausgepackt, war dabei auf „ihr“ Porträt gestoßen, das sie eine Weile verträumt angehimmelt hatte und dann, nachdem sie endlich fündig geworden war, mit einem passenden Rahmen auf Marcs Nachtschränkchen positioniert hatte, wo sie auch ihr Tagebuch ablegte, das sie ihm geschenkt hatte, zusammen mit der Orchideenblüte, die sie an ihren paradiesischen Tag im Tropical Island erinnern ließ. Nachdem sie noch einen Moment in wunderschönen Erinnerungen geschwelgt und stolz ihr Umdekorierungswerk betrachtet hatte, hatte sie sich dann die dreckigen Klamotten geschnappt, die sie auf dem Bett ausgebreitet hatte, und in die Waschmaschine verfrachtet, die sie auch gleich angeschmissen hatte. Danach hatte sie noch das Bett gemacht, kurz gelüftet und schließlich die Sachen von gestern zusammengesammelt, die noch bunt zerstreut an der Wohnungstür gelegen hatten. Die Erinnerungen an die aufregende Nacht hatten ihr sofort wieder die Schamesröte ins Gesicht getrieben und heiß-kalte Schauer den Rücken hinunter gejagt. Um sich von ihren brodelnden Gefühlen etwas abzulenken, hatte sie dann schon einmal vorsorglich den Tisch für ein verspätetes Frühstück gedeckt und hatte sich anschließend für ihr Schönheitsprogramm ins Bad zurückgezogen, wo Marc sie wenig später auch vorgefunden hatte, als er von seinem kleinen erzwungenen Einkaufstrip zurückgekehrt war, während dem er sich auch gleich noch schnell um Mehdis „Problem“ gekümmert hatte, bevor er noch von diesem liebesirren Idioten einen Anschiss bekommen hätte, er hätte es vergessen, um ihn zu ärgern.

Der emsige Chirurg hatte eine ganze Weile in der Tür gestanden und sich am Traumkörper seines blonden Engels ergötzt, der, wie Gott ihn geschaffen hatte, gerade unter dem Wasserstrahl seiner Luxusdusche stand, und hatte beobachtet, wie die Schönheit sich mit lasziven Bewegungen einseifte und dabei erotisierend vor sich hin trällerte, dass sich ihm sämtliche Härchen aufstellten. Ein Vorgehen, das dringend sein Eingreifen erforderte, dachte er schelmisch grinsend und schritt sofort zur Tat. Erst als er die Glastür aufschob, hatte Gretchen ihn bemerkt, ihr leises Summen eingestellt und den frechen Eindringling verführerisch angefunkelt. Marc, der sich der Gefahr dieses Moments durchaus bewusst war, nahm ihr lässig das Duschgel ab, gab sich davon etwas zwischen seine beiden Hände und begann dann, seinen überraschten Haasenzahn sanft zu massieren. Gretchen genoss es sehr, wie ihr Freund gefühlvoll den Seifenschaum auf ihrer nackten Haut verteilte und sich dabei reichlich Zeit ließ, und schloss ihre Augen. Zärtlich streichelte er sie, presste ihren samtweichen Körper an den seinen und verwöhnte sie immer wieder mit kleinen sanften Küssen, die sich wie Feuer in ihre Haut einbrannten und ein wohliges Gefühl auslösten. Die heiße Lava strömte durch ihre Adern, wartete auf dem unmittelbar bevor stehenden Ausbruch, der dennoch hinausgezögert wurde.

Nach einem letzten feurigen Kuss auf ihren verführerischen Mund widmete sich Marc, der durchaus zufrieden vernommen hatte, wie sehr es bereits in ihr brodelte, nun ihren langen nassen Haaren und massierte das blumig duftende Shampoo mit langsamen kreisenden Bewegungen ein. Ein prickelndes, sehr erotisches Erlebnis für ihn, aber auch für Gretchen selbst, die unter seinen magisch massierenden Händen immer wieder leise aufseufzte. Ein Geräusch, das zusätzlich zu dem betörenden Geruch ihrer Haare seine Sinne sensibilisierte und den Drang, sie hier und jetzt zu nehmen, nur noch verstärkte. An dieses morgendliche oder wohl eher mittägliche Schönheitsprogramm könnte sie sich durchaus gewöhnen, dachte Gretchen derweil und griente glücklich vor sich hin, was auch Marc bemerkte, der sich kaum noch darauf konzentrieren konnte, was er eigentlich tat. Gretchens Hände, die aufreizend immer wieder über seinen Rücken und seinen Hintern strichen, brachten ihn zunehmend aus dem Konzept, so dass er schließlich kampflos aufgab und dem warmen Wasserstrahl seiner Dusche den Rest der Arbeit überließ.

Als der letzte Klecks Schaum ausgewaschen war, widmete Marc sich einer ausgiebigen Erkundung ihres wohlig duftenden Körpers, die sich Gretchen sehr gerne gefallen ließ. Seine Hände waren überall und nirgends und die Verführte entschwand zunehmend in ihr persönliches Paradies, wo ihr Don Juan schon längst auf sie gewartet hatte. Marcs glühendheiße Lippen fuhren verführerisch ihren Hals entlang, saugten sich schließlich regelrecht daran fest, was ihre Lust nur noch mehr entfachte. Sie drehte sich in seinen Armen, presste ihren wohlgeformten Oberkörper gegen seinen und kuckte ihm dabei intensiv in die Augen. Ein Blick, der Marcs Verlangen ins Grenzenlose steigern ließ. Er drängte die heiße Wassernixe mit dem Rücken gegen die kalten Fliesen, was ihr eine Schauerwelle bescherte, die sich so verdammt gut anfühlte, dass sie unbedingt mehr wollte. Sie stützte sich auf seinen Schultern ab und sprang an ihm hoch. Der Vulkan ließ sich nun nicht mehr aufhalten. Marc packte ihren Hintern mit beiden Händen und strich verlangend darüber, während er seine Lippen wieder mit ihren vereinte. Gretchen verschränkte ihre Beine hinter seinem Rücken und ließ sich einfach treiben. Leidenschaftlich liebten sie sich, bis die Dampfschwaden jegliche Sicht genommen hatten und nur noch eine weibliche Hand, die plötzlich gegen die Glaswand schlug und dann langsam herunterrutschte, erahnen ließ, was gerade in der Duschkabine vor sich gegangen war.

Eng aneinander geschmiegt hatten sie nach einer Weile die Nasszelle verlassen. Gretchen hatte ihre nassen Haare unter einem Handtuchturban gebändigt und Marc hatte ihre beiden Körper in ein großes Badetuch gewickelt und so eingehüllt waren sie im Entengang kichernd Richtung Schlafzimmer getapst, wo sie sich aufs Bett hatten fallen lassen. Sie waren schnell zusammen unter die warme Bettdecke gekrabbelt und hatten noch eine Weile innig miteinander gekuschelt, bis Gretchens Hungergefühl unüberhörbar geworden war. Marc war daraufhin lachend aufgesprungen und hatte das Frühstücksbüffet auf dem Bett ausgebreitet. Die leckeren Erdbeeren hatten sich die beiden hungrigen Verliebten bis zum Schluss aufgehoben.

Lorelei Offline

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16.08.2011 20:40
#1085 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc strich gerade mit der letzten Beere über Gretchens Nasespitze, als es plötzlich an der Wohnungstür klingelte. Sie schauten sich verwundert an. Der blonde Engel zuckte mit den Schultern und machte ihrem Freund unmissverständlich mit eindringlichen Blicken klar, doch bitte nachzuschauen. Dieser stöhnte nur genervt und stand schließlich widerwillig auf, während Gretchen sich die letzte Erdbeere stibitzte und genüsslich auf der Zunge zergehen ließ. Marc schlüpfte in seine weiße Arzthose, die er sich schon bereitgelegt hatte und zog schnell noch sein M-Shirt über, weil gerade nichts Anderes zur Verfügung stand und trottete dann miesepetrig zur Tür, als es erneut klingelte. Gretchen hörte ihn noch vom Flur aus meckern, schüttelte grinsend den Kopf und beschloss, nun ebenfalls aufzustehen und sich anzukleiden.

Mürrisch riss Marc die Haustür auf und wollte schon in bekannter Oberarschmanier loszetern, wer es denn gewagt hatte, ihn so früh am „Morgen“ aus dem Bett zu klingeln, stutzte aber, als er niemand in Augenhöhe vor der Tür vorfand. Sein Blick senkte sich und er stutzte noch mehr, als ein dunkelhaariger Dreikäsehoch in sein Blickfeld geriet, der ihn freudig anlächelte...

Marc (perplex): Äh...?

Marc deutete mit ausgestrecktem Arm auf das kleine Mädchen, dessen süßes Lächeln immer breiter wurde, als auch die zweite seltsame Gestalt neben der Tür auftauchte und ihn frech angriente...

Mehdi: Guten Morgen, du Schlafmütze! Das hat aber gedauert. Sag jetzt nicht, du kommst gerade erst aus dem Bett?

Marcs Kinnlade klappte nun ganz nach unten und Lilly Kaan kicherte...

Lilly: Du schläfst aber lange, Onkel Marc. Die Sonne scheint schon so lange. Ich war sogar schon spielen draußen.
Marc (hat sich schnell wieder gefasst, strubbelt Lilly durch ihre langen Haare u. funkelt Mehdi an): Äh... erstens, ich bin nicht dein Onkel! Und zweitens, nein, ich habe sicherlich nicht geschlafen.
Mehdi (schmunzelt): Das hab ich auch nicht behauptet.

Mehdi zwinkerte seinem besten Freund frech zu und schob sich mit Lilly dreist an dem verdutzten Chirurgen vorbei in die Wohnung...

Marc: Äh... Was wird das jetzt?

Gretchen: Wer ist es denn, Marc?

... kam es plötzlich aus Richtung Schlafzimmer gerufen und schon stand die Fragenstellerin im Flur und erkannte es selbst. Sie lächelte erstaunt und kam auf die beiden Überraschungsgäste zu. Lillys Augen begannen zu leuchten, als sie Gretchen erkannte. Sie riss sich von Mehdis Hand los, der Marc gerade antworten wollte, und rannte auf die blonde Frau zu, die sie schließlich hochhob und fröhlich herumwirbelte, aber schnell wieder absetzen musste, weil sie dann doch nicht so viele Kräfte hatte....

Gretchen (strahlt): Lillymaus, das ist aber schön, dass du uns besuchst.

Gretchen zwinkerte Mehdi zu, der sie anlächelte und sich dann wieder flüsternd an Marc wandte...

Mehdi: Hast du’s besorgt?
Marc: Deshalb kommst du extra her? Eh! Das hätten wir doch auch im EKH klären können.

... flüsterte er und schaute kurz zu Gretchen, die aber mit Lilly abgelenkt war...

Gretchen: Hilfst du mir mit den Haaren?
Lilly (begeistert): Au ja!
Gretchen (blickt kurz zu Mehdi, der ihr versichert, dass sie darf u. nimmt ihre Hand): Na dann komm!

Die beiden Mädels verschwanden blitzschnell im Bad und schon hörte man den Fön summen.

Mehdi (schmunzelt): Ah... du willst, dass Gretchen nichts mitbekommt.
Marc (blitzt ihn an): Ich bitte dich! Ich will mit dem ganzen Scheiß nichts zu tun haben. Soweit kommt’s noch, dass ich freiwillig was für das Dreck... äh... deine... Dings hier äh... Freun... äh... Bettgespielin mache.
Mehdi (wirft ihm einen bösen Blick zu, ignoriert aber den herablassenden Kommentar, um keine unnötigen Diskussionen auszulösen): Also was ist jetzt? Sonst lasse ich euch Lilly hier und fahre selber noch mal eben schnell, bevor die Läden dicht machen.
Marc (will das verhindern): Boah Mann, komm mit! Ich hab’s im Auto.
Mehdi (grinst zufrieden): Geht doch!

Marc schlüpfte schnell in seine Schuhe und schnappte sich seine Jacke. Dann verließen die beiden Männer auch schon unbemerkt die Wohnung.

Marc: Was war jetzt eigentlich wirklich gestern mit Gabi?

...fragte Marc noch beiläufig, dann fiel die Tür hinter ihnen ins Schloss.


Fünfzehn Minuten später ging die Wohnungstür auch schon wieder auf und die beiden Geheimniskrämer betraten plappernd das Wohnzimmer...

Mehdi: Und du denkst, das funktioniert auch?
Marc (zieht lässig Schuhe u. Jacke aus): Klaro! Ich bin Profi!
Mehdi (bleibt skeptisch): Ja, sicher.
Marc (funkelt ihn an): Eh! Das hab ich gehört.
Mehdi (wirft seine Jacke lässig auf die Sessellehne u. sieht Marc eindringlich an): Mann, ich will doch nur, dass nichts schief läuft. Das soll perfekt werden.
Marc (rollt genervt mit den Augen): Schwuchtel!

Die beiden waren gerade wieder zurück, als die Badezimmertür auch schon aufsprang und die beiden Mädels frisch frisiert herauskamen und sich zu ihnen ins Wohnzimmer gesellten.

Lilly (strahlt ihren Vater an, der Marc gerade mit bösen Blicken traktiert): Kuck mal, Papa!
Mehdi (mustert seine süße Maus ganz überrascht u. sieht dann zu Gretchen): Hey! Du hast ihr Locken gemacht.
Gretchen (lächelt verlegen): Sie wollte unbedingt. Ich hoffe, das ist dir recht?
Mehdi (lacht u. beugt sich zu seiner Tochter herunter): Klar! Jetzt siehst du aus wie eine kleine Prinzessin.
Lilly (kichert): Hihi!

Lilly schmiegte sich glücklich an ihren Papa, der ganz verzaubert von ihr war und sich eine ihrer Locken schnappte und sie sich um seinen Finger wickelte. Gretchen, die das ganz gerührt beobachtete, stellte sich zu Marc und musterte ihn nun argwöhnisch von der Seite...

Gretchen: Wart ihr gerade draußen?
Marc (lenkt nervös ab): Äh... nein!
Gretchen (runzelt die Stirn): Komisch! Ich dachte, ich hätte die Tür gehört. Hmm?

Gretchen zuckte mit den Schultern und wandte sich dann an die glücklich vereinte Familie Kaan...

Gretchen: Und ihr wollt also zu Anna?
Lilly (kommt ihrem Vater zuvor u. strahlt Gretchen an): Ja, Mami ist jetzt auch wieder in Berlin, weißt du.
Gretchen (lächelt): Das weiß ich doch, mein Schatz. Sie liegt doch bei uns auf Station.
Lilly (macht große Augen): Machst du sie wieder gesund, Gretchen?
Marc (spöttisch einwerfend): Ha!
Gretchen (blitzt ihn an u. nickt dann Lilly zu): Marc! ... Wir werden alles versuchen, ja.
Marc (ignoriert ihre stechenden Blicke u. kuckt erst zu Lilly, dann zu Mehdi): Lass das mal den Oberarzt entscheiden, hmm.
Mehdi (sieht ihn fragend an): Gibt es irgendetwas Neues?
Marc (schaut ihn durchdringend an): Lass uns das später bei mir im Büro besprechen. Ich hab die neusten Bilder vorliegen, wobei die noch nicht wirklich aussagekräftig sind.

Mehdi nickte dem gefassten Chirurgen zu. Er hatte verstanden. Es gab also Komplikationen. Irgendwie hatte er es geahnt, dass es nicht leicht werden würde. Aber das sollten sie nicht vor dem Kind besprechen. Lilly sollte sich keine Sorgen um ihre Mutter machen müssen. Er nahm seine Tochter an der Hand und ging zur Tür...

Mehdi (zieht seine Jacke wieder an u. hilft seiner Tochter in ihre): Ja, ähm... es wird Zeit, dass wir fahren.
Gretchen (folgt den beiden an die Tür): Ach? Wieso denn? Bleibt doch noch ein bisschen! Ihr seid doch gerade erst gekommen. Was wolltest du eigentlich, Mehdi?
Mehdi (schaut fragend zu Marc): Äh...
Marc (verdreht die Augen u. hilft ihm aus der Patsche): Mal kurz vorbeischneien. Wie üblich. Und das haben sie ja jetzt auch getan. Und tschüß!
Mehdi (bestätigt das mit einem Kopfnicken): Ja, ähm... und die Besuchszeit fängt doch gleich an. Anna wartet bestimmt schon sehnsüchtig.
Gretchen: Ach so! Ja, dann.... Wir haben uns wirklich sehr gefreut, dass ihr da wart.

Lilly (mischt sich neugierig ein): Wohnst du jetzt bei Onkel Marc, Gretchen?
Marc (fällt Gretchen ins Wort, die gerade nach einer kindgerechten Antwort sucht): Ich bin nicht dein Onkel!
Gretchen (beugt sich zu Lilly herab): Ja, ich wohne jetzt hier bei Marc.
Lilly (schaut verwundert zwischen den beiden hin und her): Ach so! Bist du jetzt nicht mehr Papas Freundin?
Gretchen (hat mit dieser Frage nicht gerechnet u. blickt verunsichert zu Mehdi): Doch also... äh...
Marc (schaut irritiert zwischen den beiden Mädels hin und her): Bitte?
Mehdi (versucht es seiner Tochter zu erklären): Wir sind alle Freunde, Lilly. Marc, Gretchen und ich. Verstehst du?
Lilly (nickt mit dem Kopf u. sieht ihn mit strahlenden Augen an): So wie Lotta und Klara und ich? Können wir bei den beiden auch noch vorbeifahren? Oh bitte, Papa, ich hab sie so vermisst!
Mehdi (streicht ihr lächelnd übers Haar): Ein anderes Mal, Lillymaus. Du weißt doch, dass der Opa und die Oma dich später vom Krankenhaus abholen.
Lilly (etwas enttäuscht, aber gibt sich damit vorerst zufrieden): Na gut.

Gott sei dank, noch mehr Fragen und es wäre peinlich geworden.

Gretchen (setzt ihr ihre lilafarbene Mütze auf, die Lilly die ganze Zeit in der Hand gehalten hat): Und zu uns kannst du auch immer kommen, wenn du magst.
Lilly (strahlt sie mit leuchtenden Augen an): Echt?
Marc (fühlt sich überrollt u. funkelt Gretchen an): Bitte?
Gretchen (ignoriert seine Blicke u. lächelt Lilly an): Na klar! Der Onkel Marci freut sich doch immer, wenn du da bist.
Marc (presst seine Zähne zusammen): Äh... Haasenzahn!
Lilly (drückt erst Gretchen, dann den verdutzten Marc an sich): Ich freu mich auch.
Marc (wendet sich Hilfe suchend an seinen besten Freund): Äh... Werd ich hier überhaupt noch gefragt?
Mehdi (grient ihn schadenfroh an): Sorry, drei zu eins, du bist überstimmt.
Gretchen (lacht): Eben!
Marc (eingeschnappt): Das kriegt ihr so was von wieder.

Ach der Grummel soll gar nicht denken, dass ich nicht wüsste, dass er Lilly genauso gern hat wie ich.

Mehdi (öffnet lachend die Tür u. dreht sich noch einmal zu seinen beiden Freunden um): Wir sehen uns ja eh später noch.
Gretchen (lächelt): Natürlich! Kommst du auch zu der Silvesterparty?
Marc (hat auch daran etwas auszusetzen): Boah Haasenzahn, du willst da nicht ernsthaft hin?
Gretchen (kuckt ihren Grummelfreund durchdringend an): Soll ich dir Papas Vortrag von gestern Abend noch einmal vorbeten?
Marc (hebt abwehrend die Hände): Gott bewahre, nein!
Gretchen (grinst zufrieden): Gut!
Mehdi (zu Gretchen, die ihn freudig anlächelt): Mal sehen! Wenn kein Neujahrsbaby dazwischen kommt, schaue ich sicherlich mal in der Cafeteria vorbei.
Lilly (schaut bettelnd zu ihrem Papa hoch): Können wir später auch noch Babys kucken gehen, Papa?
Mehdi (strahlt sie an): Klar mein Schatz!
Gretchen: Bis später!
Mehdi: Bis dann, ihr beiden!

Mehdi verabschiedete sich mit einem Küsschen auf die Wange bei Gretchen und einem Handschlag und einem dankbaren Augenzwinkern bei Marc, der nur stumm mit dem Kopf nickte und erleichtert hinter den beiden Quälgeistern die Tür schloss. Kurze Zeit später fuhr auch das Ärztepaar zum Dienstantritt in die Klinik.

Lorelei Offline

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17.08.2011 16:58
#1086 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einen wunderschönen Guten Tag, ihr Lieben. Heute gibt es die geballte Ladung Familie Kaan. Es wird ein eher nachdenklicher Teil. Liebe Grüße, Lorelei



Es war kurz nach halb drei, als es an ihrer Tür klopfte. Nervös richtete sie sich auf, so gut es eben mit ihren Beinen ging. Sie hatte diesen Moment so sehr herbeigesehnt, dass sie in der letzten Nacht kaum hatte schlafen können. Aber ihr war auch so viel durch den Kopf gegangen nach dem aufwühlenden Gespräch mit ihrem Mann gestern, der trotz alledem liebevoll mit ihr umging, zumindest ansatzweise Verständnis zeigte und ihr helfen wollte, obwohl sie das eigentlich nicht verdient hatte. Nach allem, was sie ihm angetan hatte, war das nicht selbstverständlich. Im Nachhinein verfluchte sie sich für ihre Angst, die sie so sehr gelähmt hatte, dass sie nur noch diesen einen verzweifelten Ausweg gesehen hatte, nämlich endgültig alle Brücken hinter sich abbrechen zu wollen. Es wäre für alle Beteiligten das Beste gewesen und für sie selbst die gerechte Strafe dafür, dass sie ihre zwei liebsten Menschen auf der Welt so unglücklich gemacht hatte. Was sollte sie auch noch hier? Ihr Mann war offenbar dabei, sich ein neues Leben aufzubauen, ohne sie, und er schien glücklich damit zu sein, auch wenn es ihr selbst das Herz brach. Und Lilly? Sie war doch schon immer besser bei Mehdi aufgehoben gewesen. Die beiden hatten so ein starkes Band miteinander. Sie war nie wirklich herangekommen. Und Lilly hatte so viel von ihm. Sie hätte die beiden nie voneinander trennen dürfen. Die beiden waren eine Einheit. Sie konnten nicht ohneeinander. Sie konnte sich nur annähernd vorstellen, wie schlimm das alles wirklich für ihn gewesen sein musste, ohne seinen kleinen Sonnenschein zu sein. Sie hatte das alles wirklich nicht gewollt. Und sie hätte schon beim ersten Anzeichen von Verzweifelung bei ihrer Tochter eingreifen und ihren dämlichen Plan abbrechen und sie ihm zurückbringen sollen. Was war, wenn sie ihr nicht verzeihen würde? Wenn sie irgendwann zu ihr kommen und fragen würde, warum sie ihr und ihrem Vater das alles angetan hatte? Würde sie verstehen, dass sie das alles einzig und allein aus Liebe getan hatte?

Gestern hatte Anna noch keine Antwort auf Mehdis letzte Frage gehabt, aber heute wusste sie, sie wäre irgendwann zurückgekommen. Vielleicht nicht heute oder morgen und auch nicht in einer Woche oder einem Monat. Aber noch viel länger hätte sie es vermutlich nicht mehr ausgehalten. Sie war doch selbst nicht glücklich mit der ganzen Situation gewesen, ständig auf der Flucht zu sein, ständig Angst zu haben, entdeckt zu werden oder dass jemand unangenehme Fragen stellte, so wie es in Sizilien schließlich der Fall gewesen war und wo sie panisch jegliche Verbindungen wieder abgebrochen hatte, obwohl sie sich dort eigentlich zum ersten Mal seit langem wieder wohl gefühlt hatte und durchatmen konnte. Sie hatte sich ja nicht einmal getraut, Freundschaften aufzubauen, obwohl sie viele Menschen getroffen hatte, die ihr gegenüber offen gewesen waren, weil sie gewusst hatte, irgendwann hätte jemand nachgehakt und sie wollte nicht mehr weiter lügen. Sie hatte einfach keine Kraft mehr für diese ganzen Lügen und das hatte ihr Körper ihr dann auch auf erschreckende Art und Weise gezeigt.

Sie hatte wirklich geglaubt, das wäre jetzt die gerechte Strafe für all ihre Fehler und Fehlentscheidungen. Dafür, dass sie viel zu früh aus dem Kinderheim abgehauen war, wo man ihr doch auch nur helfen wollte nach dem frühen Tod ihrer Eltern, und sich damit eine sichere Zukunft verbaut hatte. Sie hätte ihr Abi machen können. Vielleicht hätte sie dann jetzt ganz woanders gestanden. Vielleicht wären ihre ganzen Luftschlösser von einer Karriere als Primaballerina ja wahr geworden. Weiß man’s? Stattdessen war sie, weil sie den falschen Leuten vertraut hatte, ins Rotlichtmilieu abgerutscht und war nur durch Gut Glück da wieder herausgekommen. Sie hätte von Anfang an auf Marc hören sollen, der sie noch vorm Altar davor gewarnt hatte, dass ihr Lügenkonstrukt irgendwann zusammenbrechen und Mehdi ihr das sicherlich nie verzeihen würde. Und jetzt zehn Jahre später war genau das alles eingetreten. Sie hatte es sogar alles noch viel schlimmer gemacht. Dass Mehdi überhaupt noch mit ihr redete, war wohl nur seinem herzensguten Charakter geschuldet. Eigentlich hatte sie diesen unglaublich tollen Menschen gar nicht verdient gehabt. Aber sie hatte die schönsten und glücklichsten Jahre ihres Lebens mit ihm verbracht. Heute vor zehn Jahren hatten sie sich kennen gelernt. Welche Ironie des Schicksals! Aber Anna Kaan war Realistin genug, um zu wissen, dass sie diese Zeit nicht mehr zurückholen konnte. Sie würde damit leben müssen. Und sie würde kämpfen. Sie würde wieder auf die Beine kommen. Für sich, für Lilly und um Mehdi und allen anderen zu beweisen, dass sie ihr Leben von selbst wieder in den Griff bekommen würde. Und heute würde sie damit beginnen! Heute, am Tag des Jahreswechsels, wo alle gute Vorsätze für das neue Jahr schmiedeten, würde auch sie die Resettaste drücken und einen Neustart wagen.

Es klopfte erneut. Anna schreckte aus ihren Gedanken auf und schaute zur Tür. Die Jalousien waren heruntergezogen, so dass sie nicht in das Vorzimmer schauen konnte, aber sie wusste genau, wer es war. Mehdi hatte sein Versprechen tatsächlich gehalten. Unweigerlich musste sie lächeln. Sie strich sich noch einmal ihre Haare glatt, legte ihre Hände über die Bettdecke, atmete tief durch, dann antwortete sie endlich mit schwacher nervöser Stimme auf das Klopfen...

Anna: Herein!

Zuerst betrat ihr Mann gutaussehend wie immer das Krankenzimmer und lächelte sie in seiner gewohnt natürlichen Art an. Die junge Frau spürte sofort, wie ihr Herz plötzlich schneller schlug, aber dann erkannte sie das kleine Mädchen, das nun hinter seinem Rücken auftauchte und sie mit immer größer werdenden Kulleraugen anstarrte.

Mehdi: Hallo Anna! Ich hab dir jemanden mitgebracht.

Und dieser jemand hüpfte auch sofort los und rannte auf Annas Bett zu, auf das sie sprang, um ihrer Mutter stürmisch um den Hals zu fallen...

Lilly: Mama!

Herzlich drückte Anna ihren geliebten Schatz an sich und strich ihr immer wieder liebevoll über den Rücken. Freudentränen liefen ihr über die Wange, die Lilly fröhlich lächelnd wegwischte. Dann sah die kleine Maus sie an. Sie hatte sie immer noch gern, registrierte Anna überglücklich und schluchzte...

Anna: Lilly, mein Schatz, ich hab dich so vermisst.
Lilly (kuschelt sich in ihre Arme): Ich dich auch, Mama.

Eine Weile hielten sie sich so im Arm. Dann lockerte sich ihr Griff und sie schauten sich mit strahlenden Augen an. Verwundert über Lillys neue Haarfrisur nahm Anna sich eine ihrer süßen Locken und spielte damit...

Anna: Hey! Wer hat dir denn die hübschen Locken gemacht?
Lilly (kichert u. strahlt sie stolz an): Gretchen!
Anna (wirft einen kurzen heimlichen Blick auf Mehdi, der immer noch in der Tür steht und die beiden stumm beobachtet): Ach? ... Gretchen also!
Lilly (überhört den seltsamen Unterton in Annas Stimme u. nickt eifrig mit dem Kopf): Ja! Geht’s dir gut, Mama? Werden deine Beine wieder gesund?
Anna (ignoriert bewusst ihre besorgte Frage u. drückt sie noch einmal an sich): Ach Schatz, ich freu mich so, dass du hier bist.
Lilly (hat gar nicht gemerkt, dass sie ausweicht, und ist einfach nur glücklich, ihre Mutter wieder zu haben): Ich mich auch.

Mehdi blieb derweil in der Tür stehen und beobachtete sichtlich gerührt die Wiedersehensszene der beiden. Anna sah ihren Ehemann an und auf ihren Lippen zeichnete sich ein „Danke“ ab. Er nickte ihr schwach lächelnd zu und wollte sich nun verabschieden...

Mehdi: Ich lass sie dir zwei Stunden da.
Anna: Gehst du schon wieder?

Die leichte Enttäuschung, die in ihrer Stimme mitschwang, entging ihm nicht und er lächelte verschämt. So sehr er sich auch für seine Tochter freute, der Umgang mit seiner Frau fiel ihm noch schwer und er fühlte sich einfach nicht wohl dabei, Lilly etwas vor zu machen. Deshalb war er auch froh, wieder gehen zu können.

Mehdi: Meine Schicht fängt gleich an. Ich muss.
Anna (nickt mit dem Kopf u. sieht ihn unsicher an): Oh! Klar!
Lilly (hat es sich neben ihrer Mutter auf dem Bett bequem gemacht u. winkt ihrem Vater fröhlich zu): Bis dann, Papa!
Mehdi (zwinkert seiner Tochter zu): Bis dann, mein Schatz. Oma und Opa holen dich dann später hier ab.
Anna (leicht beunruhigt, schnappt sie nach Luft): Deine... Eltern?
Mehdi: Ja, ich habe heute Doppelschicht. Sie nehmen Lilly wieder mit nach Hause.
Anna (senkt beschämt ihren Kopf): Verstehe!
Mehdi (merkt, dass ihr das unangenehm ist): Aber ich kann sie auch von hier abholen, wenn du magst und sie dann meinen Eltern übergeben?
Anna (sieht Mehdi wieder an u. schüttelt den Kopf): Ist schon ok! Irgendwann muss ich mich ihnen auch stellen.
Mehdi (seufzt u. versucht sie mehr schlecht als recht aufzumuntern): Sie werden dir schon nicht den Kopf abreißen, Anna.
Anna (auf einmal mit ernster Miene): Mehdi, ich kenne deine Mutter. Sie hat mich damals wie eine Tochter in eure Familie aufgenommen und dann baue ich diesen... Mist. Sie... sie hasst mich.
Mehdi (tritt näher heran u. beruhigt sie): Nein! Sie... Ähm... Wir haben uns vorhin lange über dich unterhalten.
Anna (ihr schlechtes Gewissen erdrückt sie mal wieder): Trotzdem!
Mehdi (zeigt sich verständnisvoll): Mach dir bitte nicht so viele Gedanken und genieße die Zeit mit Lilly! Ich muss jetzt wirklich los. Meine Patienten warten auf mich.

Anna nickte Mehdi zu, der ihr daraufhin noch einmal ein schwaches zuversichtliches Lächeln schenkte und anschließend das Zimmer verließ. Ihre ganze Aufmerksamkeit war nun wieder auf ihre kleine Tochter gerichtet, die ihr nun aufgeregt berichtete, was sie in der letzten Woche ohne sie so alles erlebt hatte.

Dr. Kaan schaute derweil kurz im Schwesternzimmer vorbei, begrüßte Schwester Gabi mit einem kleinen innigen Kuss und einer langen Umarmung, als er sie zufällig allein dort angetroffen hatte, berichtete ihr schnell von der Begegnung mit seiner Frau und ließ sich im Anschluss von ihr den aktuellen Stand auf seiner Station erklären. Dann verabschiedete er sich auch schon wieder und ging weiter zum Büro von Dr. Meier, der dort gerade mit seinem Team das Tagesprogramm besprach. Nachdem alle anderen, außer Dr. Haase, gegangen waren, erklärte der Chirurg seinem befreundeten Kollegen wie versprochen den aktuellen Stand der Dinge und das weitere Vorgehen im Fall Anna Kaan, zeigte ihm auch die neusten CT-Aufnahmen, was der Halbperser ziemlich gefasst aufnahm. Aber er wusste ja, dass er seine Frau in die besten Hände gegeben hatte. Es würde schon alles gut werden. Darin waren sich alle sicher.

Lorelei Offline

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18.08.2011 21:20
#1087 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Heute widmen wir uns einer anderen Patientin. Viel Spaß und schönen Abend noch. Lorelei



Nach ihrer gemeinsamen Besprechung verließen die drei befreundeten Ärzte zusammen das Büro von Deutschlands talentiertesten Chirurgen und wollten sich gerade voneinander verabschieden, als Mehdi am Ende des langen Gangs Maria Hassmann entdeckte, die, als sie ihn erkannt und einen Moment lang regungslos angestarrt hatte, schnell wieder überfordert das Weite suchte. Gretchen, die das auch verwundert wahrgenommen hatte, beschloss, ihr zu folgen. Maria brauchte jetzt eine Freundin! Der blonde Rettungsengel ließ ihre beiden Männer deshalb allein zurück.

Dr. Meier, der seiner Freundin augenrollend hinterher geschaut und bemerkte hatte, dass sein frauenüberschüssiger Freund aus genau denselben Gründen wieder mit seinen Gedanken abgeschweift war, nutzte den haasenzahnfreien Moment, um auf den dämlichen Plan für heute Abend zurückzukommen. Und es zeigte tatsächlich Wirkung. Mehdis schlechtes Gewissen verschwand genauso schnell, wie es gekommen war, und es wurden eifrig Pläne geschmiedet, samt Uhrenkontrolle, damit auch alles glatt lief. Dann verabschiedete sich auch Deutschlands weltbester Starchirurg, der noch ein Date mit seinen beiden anderen Assistenzärzten im OP hatte. Und Dr. Kaan wollte auch noch nach einer seiner schwangeren Patientinnen schauen, einer heißen Kandidatin auf das erste Baby des bald hereinbrechenden neuen Jahres.

Vor dem Fahrstuhl hatte Gretchen inzwischen Dr. Hassmann eingeholt und sprach sie auch gleich direkt an. Natürlich wollte sie nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, dazu kannte sie ihre Freundin zu gut, die gefühlstechnisch ein ähnliches Ignoranzlevel aufwies wie Marc Meier am Anfang ihrer Beziehung. Hier war also weibliches Taktgefühl angesagt. Und so tat die herzensgute Assistenzärztin so, als ob sie ebenfalls auf den Aufzug warten und beiläufig ein Gespräch suchen würde. Mit eher mäßigem Erfolg!

Gretchen (übertrieben freundlich lächelnd): Hey Maria! Wir haben heute Nacht zusammen Notdienst.
Maria (wacht aus ihrem Gedankenwirrwarr auf, mustert das blonde Plappermaul neben sich verwundert u. macht augenrollend deutlich, dass sie an einem Gespräch nicht interessiert ist): Was ist da jetzt neu dran? Wir stehen heute alle in Alarmbereitschaft.
Gretchen (merkt, dass sie so nicht wirklich weiterkommt, u. versucht es anders): Ach nur so! Ich arbeite nämlich wirklich gerne mit dir zusammen.
Was soll denn die Schleimernummer jetzt? Das hat die doch überhaupt nicht nötig. ... Och nee, das ist jetzt nicht wahr!
Maria (zieht argwöhnisch die Augenbrauen zusammen u. äußert einen wagen Verdacht, schließlich hat sie die beiden gerade noch zusammen gesehen): Sag mal, kann es sein, dass ER dich auf MICH angesetzt hat?

Upps! War ich zu forsch? Mist! Und jetzt? Abstreiten! Obwohl... das müsste ich ja eigentlich auch gar nicht. Mehdi weiß ja nicht, dass ich mit ihr reden will. Und wenn er es wüsste, dann... Äh... Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Und Maria erst recht nicht!

Gretchen (tut unwissend, obwohl ihr die Unsicherheit deutlich anzumerken ist): Bitte? Ich... weiß nicht, was du meinst.
Haase war noch nie gut im Lügen!
Maria (stemmt ihre Hände in die Hüfte u. fixiert ihre Kollegin mit stechenden Augen): Ich brauche keinen Babysitter. Ich komm schon klar. Das kannst du IHM auch gerne so sagen.
Er hat sie verletzt! Hach... Sie tut mir so leid. Nicht anmerken lassen! Das kommt bei ihr nicht gut.
Gretchen (gibt seufzend nach): Er weiß nicht, dass ich... Ich dachte nur... Falls du reden willst, du kannst immer...
Na die hat vielleicht Nerven!
Maria (faucht sie sauer an): Will ich NICHT! Es gibt ja dafür auch gar keinen Grund.
Ich will ihr doch nur helfen. Sie sollte sich nicht in ihren Kokon zurückziehen.
Gretchen (versucht Verständnis aufzubringen): Ich meine ja nur. Ich weiß doch, dass du dir Hoffnungen gemacht hast und....
WAS? Also jetzt reicht’s! Was bildet die sich eigentlich ein?
Maria (kommt ihr gefährlich nahe u. droht ihr mit dem Zeigefinger): Gretchen, hör auf damit, dich ständig und überall in alles einmischen zu wollen! Du weißt nämlich rein gar nichts... über mich und meine... Und überhaupt... ich wüsste nicht, warum ich mich wegen dieser kleinen... unbedeutenden... Affäre mit DEINEM Ex wohlgemerkt ausgerechnet bei DIR ausheulen sollte, was ich nebenbei bemerkt auch gar nicht nötig habe. Es war ja auch weiter gar nichts... Besonderes. Und du weißt, wie ich zu Frauenfreundschaften im Allgemeinen stehe.
Ja, eben drum! Sich eure schöne Zeit im Nachhinein schlecht zu reden, bringt doch nichts. Das tut doch nur noch mehr weh. Aber vielleicht bin ich auch wirklich nicht die Richtige dafür. So richtig nah an sich rangelassen, hat sie mich ja auch noch nie. Aber ich dachte, wir wären mittlerweile schon gute Freundinnen geworden. Ich will doch nur nicht, dass sie das alles in sich reinfrisst.
Gretchen (sieht sie verlegen an): Tut mir leid. Ich wollte dir nicht zu nahe treten.
Maria (schnippisch): Bist du aber!

Eisernes Schweigen setzte ein und beide hofften für sich, dass der Fahrstuhl endlich auftauchen und sie erlösen würde, was er aber zu ihrer beider Enttäuschung leider nicht tat. Gretchen wusste einfach nicht, wie sie sich jetzt ihr gegenüber verhalten sollte. Maria ging es da genauso. Sie hatte ihre wie auch immer Freundin auch gar nicht so heftig anfahren wollen, sie wusste ja, dass „Mutter Theresa“ es nur gut gemeint hatte, aber sie war einfach nicht der Typ dafür, sich nach Enttäuschungen unbedingt bei jemand aussprechen zu wollen. Sie wollte das einfach mit sich selbst ausmachen. Auf dieser Schiene war sie immer ganz gut gefahren. Bis jetzt! Und was sollte das auch bringen? Mehdi brachte das ihr auch nicht zurück! Und nach einer schlaflosen Nacht mit einer Flasche Tecilla war sie sich auch ziemlich sicher, dass sie ihn auch gar nicht mehr zurückwollte. Sollte er doch unglücklich werden mit seiner... mit wem auch immer. Selber Schuld, wenn er auf den Jackpot verzichtete. Idiot!

Die verlassene Neurochirurgin wurde merklich ruhiger und schaute irgendwann misstrauisch zur Seite, weil es verdächtig ruhig geworden war und sie das von ihrer dauerquasselnden und ungefragt Beziehungsratschläge gebenden und am chronischen Helfersyndrom leidenden Assistenzärztin auch nicht unbedingt gewohnt war. Sie nahm schließlich ihren ganzen Mut zusammen und sprach sie schließlich leise an...

Maria: Hast du’s gewusst?
Gretchen (dreht überrascht ihren Kopf zu Maria herum u. setzt ein mitfühlendes Gesicht auf): Ich habe es auch erst vor kurzem zufällig mitbekommen.
Maria (wird hellhörig): Heißt das... du hast ihn mit... ihr gesehen? Wann? Wie? Und wer ist...?

Maria wollte gerade weiter nachhaken, als plötzlich doch die Türen des Aufzuges aufgingen und sich Schwester Sabine fröhlich lächelnd zwischen die beiden drängte und ohne Punkt und Komma auf sie einzureden begann...

Sabine (zu Gretchen): Da sind Sie ja, Frau Doktor! Ihr Vater wartete doch auf Sie. Oh hallo Frau Dr. Hassmann!
Dann eben nicht! Was frag ich auch? GRRR!!!
Maria (lässt resignierend den Kopf hängen): Tach! Und tschüß!

Insgeheim war die Oberärztin eigentlich froh darüber, unterbrochen worden zu sein und schlängelte sich schnell an der Krankenschwester vorbei in den Aufzug. Sie wollte gar nicht wissen, mit wem er sich nun vergnügte. Maria verzog ihr Gesicht. Nein, ganz, ganz schlechter Gedanke! Sie lehnte sich resignierend mit dem Rücken an die kühle Stahlwand und schloss ihre Augen. Gretchen sah derweil Sabine ziemlich verdutzt an...

Gretchen: Mein Vater? Wieso?
Sabine: Na Sie sind doch auch für die Vorbereitungen der Silvesterfeier eingeteilt, Frau Doktor. Ihr Vater möchte noch schnell den Ablauf klären. Er wartet in der Cafeteria.
Verdammt!
Gretchen (schlägt sich mit flacher Hand an die Stirn): Oh das habe ich ganz vergessen.

Die blonde Assistenzärztin huschte nun ebenfalls schnell in den Fahrstuhl, dessen Türen noch offen standen. Schwester Sabine, die zufrieden mit dem Kopf nickte, folgte ihr auf dem Fuße und stellte sich treu ergeben neben sie und lächelte vor sich hin. Gretchen wandte sich noch einmal an Maria, die mit ihren Gedanken schon wieder ganz weit weg zu sein schien und ganz langsam ihre Oberarztfassade wieder aufbaute...

Gretchen: Kommst du auch zur Feier?
Maria (öffnet ihre Augen u. sieht ihre Kollegin eher genervt an): Sicher... nicht! Irgendwer muss sich ja um die Idioten in der Notaufnahme kümmern.
Sabine (versucht Dr. Hassmann auf ihre leicht naive Art und Weise zu überreden): Es wird wirklich schön, Frau Doktor Hassmann. Ich habe sogar einen bekannten Plattenaufleger engagieren können. Es gibt Häppchen und leckere alkoholfreie Cocktails.
Mit Alkohol wäre mir lieber. Dann wären die ekelhaft fröhlichen Visagen wenigstens ein bisschen zu ertragen heute.
Gretchen (unterstützt Sabine in ihrem Bemühen u. schaut aufmunternd zu Maria): Na das klingt doch gut.
Maria (sieht Gretchen eindringlich an, die dann auch versteht u. den Kopf senkt): Sorry, aber... ich bin echt nicht in Partylaune.

Der Aufzug kam zu ihrer Erleichterung gerade in diesem Moment zum Halten und öffnete seine Türen. Dr. Hassmann trat, ohne noch einmal etwas zu sagen, hinaus. Gretchen blickte ihr mitfühlend hinterher...

Gretchen: Überleg’s dir! Ich würde mich wirklich freuen.

Die Angesprochene hob noch ihre Hand und machte eine wegwerfende Handbewegung, dann schlossen sich auch schon wieder die Fahrstuhltüren und die Fahrt nach oben ging weiter. Aber Sabines Spürsinn war geweckt und sie blickte neugierig zu ihrer Kollegin, deren strahlendes Lächeln mittlerweile erloschen war...

Sabine: Was hat denn die Frau Doktor?
Oh nein! Gerüchte sind das letzte, was die beiden heute brauchen.
Gretchen (wiegelt ab): Äh... Stress, Sabine! Ist ein bisschen viel heute.
Sabine (nickt verständnisvoll mit dem Kopf): Ja, aber genau deswegen haben wir doch die Feier, um uns ein wenig von den anstehenden Aufgaben abzulenken, die heute auf uns zukommen werden. Quasi eine Insel der Ruhe. Also wenn man die Musik weglassen würde. Aber was wäre das dann für eine Silvesterparty, wenn es keine Musik gäbe?
Gretchen: Ach Sabine...

Gretchen schenkte der treuen Seele des Hauses ein aufrichtiges Lächeln, das diese mit leuchtenden Augen erwiderte. Dann hatten sie auch endlich ihr Ziel erreicht und betraten zusammen die Kantine, wo Gretchens Vater und das Planungskomitee der offiziellen Silvesterveranstaltung des EKH mit seinen Helfershelfern, bestehend aus Oberschwester Stefanie, Assistenzärztin Kate Marple, Dr. Gummersbach, Schwesternschülerin Bärbel Haase und Praktikant Jochen, bereits ungeduldig auf die beiden Nachzügler warteten. Im Anschluss an eine eindrucksvolle energische Rede des Professors, der sich damit vorerst verabschiedete, begannen die Organisatoren mit der Umdekoration der Cafeteria und alle legten tatkräftig mit Hand an. Girlanden und Luftschlangen wurden aufgehängt. Die Tische zur Seite geschoben, um eine kleine Tanzfläche zu schaffen und um an der Fensterfront später das Büffet und eine kleine Cocktailbar aufzubauen. Jochen hatte sogar eine Diskokugel organisiert, die er zusammen mit Günni mehr schlecht als recht versuchte, an der Decke zu befestigen. Nachdem das ohne größere Unfälle vonstatten gegangen war, kümmerten sich die beiden Männer um das Feuerwerk, das pünktlich um Mitternacht von der Dachterrasse aus gestartet werden sollte. Das alles geschah unter dem gestrengen Regiment von Oberschwester Stefanie, die im Feldwebelton alle herumscheuchte. Aber Kate und Gretchen ließen sich den Spaß nicht nehmen und schmückten fröhlich summend die Tische, während sich Bärbel und Sabine um das Kulinarische in der Küche kümmerten, und halfen dann auch noch dem lustigen älteren DJ mit den langen grauen Zotteln, der sich etwas verloren im Saal umschaute, das Mischpult an der richtigen Stelle aufzubauen. Nach etwa anderthalb Stunden war ihr Werk vollbracht und die Krankenhauskantine war in einen Partytempel der Extraklasse verwandelt worden. In zwei Stunden sollte die feierliche Eröffnung sein. Bis dahin verschwand jeder wieder an seinen angestammten Arbeitsplatz. Doch der allgemeinen Partystimmung unter der Belegschaft sollte das keinen Abbruch tun. Niemand bemerkte, dass sich, nachdem sich alle wieder verkrümelt hatten, zwei Männer in weißen Kitteln neugierig in der Cafeteria umschauten.

Lorelei Offline

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19.08.2011 21:48
#1088 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Etwas später

Anna Kaan hatte zwei wundervolle Stunden mit ihrer kleinen Tochter verbracht, was bei der Patientin neue Kräfte geweckt und die Hoffnung geschürt hatte, dass sie das alles gut überstehen würde. Für ihren kleinen Sonnenschein, der so viel Lebensenergie ausstrahlte, dass es für zwei Menschen reichen würde! Sie würde wieder auf die Beine kommen, mit ihrem Wirbelwind über Wiesen und Felder tollen, sie hochheben können und mit ihr tanzen, so wie sie es früher immer gemacht hatten. Das schwor sich die junge Mutter in diesem Moment. Als Mehdi jedoch das Zimmer betrat, wusste Anna, dass es Zeit war, Abschied zu nehmen. Das ahnte auch Lilly und zog eine traurige Schnute, als ihr Papa auf sie zukam und ihre Jacke vom Stuhl nahm...

Lilly (quengelt): Och Papa, ich will noch nicht gehen.
Mehdi (hat insgeheim genau damit gerechnet u. seufzt): Lilly...
Anna (kommt ihm zuvor u. streichelt liebevoll Lillys Wange): Du kannst doch wiederkommen, Schatz.
Mehdi (nickt seiner Tochter zu, die traurig zu ihm hoch blickt): Deine Großeltern werden gleich da sein, Lillymaus.
Lilly (sieht zwischen ihren Eltern hin u. her): Darf ich, Papa?
Mehdi (lächelt): Natürlich!

Lilly knuddelte ihre Mama noch einmal zum Abschied, die ihrem Mann ein dankbares Lächeln schenkte, das dieser zaghaft erwiderte, und sprang dann von ihrem Bett herunter und sammelte ihre Malutensilien ein, die wild verstreut auf der Bettdecke lagen und die sie nun in ihren kleinen Rucksack packte. Mehdi half ihr dann beim Anziehen ihrer Sachen. Die beiden wollten gerade aufbrechen, als Dr. Meier mit seinem Team das Krankenzimmer betrat...

Marc: Sorry, Visite ist heute etwas früher als sonst.
Mehdi (nickt seinem befreundeten Kollegen zu u. schaut noch einmal vergewissernd zu Anna, die den beiden traurig nachblickt): Macht doch nichts! Wir wollten eh gerade gehen. Ich bring Lilly nur eben schnell runter.
Lilly (winkt allen fröhlich zu): Tschüß Mama! Tschüß Onkel Marc! Tschüß Gretchen!
Marc (kuckt das kleine Mädchen mit hoch gezogenen Augenbrauen skeptisch an): Wie oft denn noch, ich bin nicht dein Onkel!
Soweit kommt’s noch! Als ob ich mit dem Weichei verwandt wäre. Pah! Also... mal abgesehen von der Blutsbrüderschaft, als wir besoffen den „Schuh des Manitu“ gekuckt haben und... Gott, das haben wir nicht ernsthaft gemacht?
Gretchen (streicht Lilly zum Abschied über den Kopf): Bis bald, mein Schatz.

Lilly strahlte die blonde Ärztin an und drückte sie noch einmal herzlich an sich, was auch Anna nicht verborgen blieb, die die hübsche Blondine nun intensiv musterte, dann verließ sie zusammen mit ihrem Vater das Krankenzimmer. Dr. Meier war das ganz recht. So konnte die Visite schneller über die Bühne gehen, ohne lästige Fragen seitens der Verwandtschaft.

Marc: So Anna, offenbar geht es ja doch. Vorbildlich im Bett geblieben! Wenn ich einen hätte, dann würde ich dir glatt einen Bienchenstempel in deine Akte geben.

Marc verzog seine Lippen zu einem schiefen Lächeln. Anna strafte Mehdis Kumpel mit einem bösen Blick und Gretchen stupste ihrem Chef vorwurfsvoll in die Seite, der sie daraufhin unsanft zum Bett hinschob...

Marc: Haasenzahn, dein Fall!
Will der mich jetzt prüfen oder was? Tzz...

Dr. Meier verschränkte seine Arme vor seinem Körper und schaute seine Assistenzärztin prüfend an, die nur mit den Augen rollte und den Patientenfall dann ruhig dem anwesenden Kollegium erklärte.

Zwei Minuten später war die Visite auch schon wieder beendet und der Oberarzt zur Tür hinausgerauscht, dicht gefolgt von seiner Gefolgschaft, die ihm treu ergeben hinterher dackelte, doch Anna Kaan hatte noch eine Frage an Dr. Haase und hielt sie auf...

Anna: Frau Dr. Haase, hätten Sie noch eine Minute für mich?

Gretchen drehte sich verwundert zu der Patientin herum. Sie hielt die Tür bereits in der Hand, bereit zu gehen. Marc und die anderen waren derweil schon im nächsten Krankenzimmer nebenan verschwunden. Sie schloss die Tür wieder, näherte sich Annas Bett und sah Mehdis Frau fragend an...

Gretchen: Haben Sie noch eine Frage? Was das weitere Vorgehen betrifft, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so viel sagen, aber ich kann Dr. Meier gerne noch einmal zurückholen.
Anna (wiegelt panisch ab): Nein, bitte nicht Marc!
Gretchen (kann ein kleines Schmunzeln nicht verbergen): Er meint es nicht so, wenn er so schroff ist.
Anna: Ich kenne ihn schon ein bisschen länger als Sie, Frau Doktor.
Gretchen: Äh... Das... denke ich... nicht.
Anna (verwundert): Bitte?
Gretchen (schüttelt den Kopf): Ach nichts! Wie kann ich Ihnen denn weiterhelfen, Frau Kaan?
Anna (schenkt ihr ein vorsichtiges Lächeln): Anna!
Gretchen (vergewissert sich): Anna?
Was hat das denn jetzt zu bedeuten?
Anna (nickt mit dem Kopf und kommt endlich auf ihre Anliegen zu sprechen): Es geht um Lilly!

Gretchen schaute die junge Frau überrascht an, nickte und zog sich dann einen Stuhl an ihr Bett heran. Die beiden Frauen unterhielten sich eine Weile sehr angeregt miteinander, bis Dr. Meier verwundert zurück ins Zimmer gerauscht kam...

Marc (verwundert, die beiden beim offensichtlichen Kaffeeklatsch zu sehen): Haasenzahn? Hier steckst du! Wir haben noch andere Patienten, falls du es vergessen hast.
Gretchen (dreht sich ertappt zu ihrem Oberarzt herum, dann schaut sie noch einmal vergewissernd zu Anna): Komme!
Anna (schenkt der Ärztin ein schwaches Lächeln): Danke!
Gretchen (erwidert ihr Lächeln): Gerne!
Marc (weiß nicht, was er davon halten soll u. starrt irritiert zwischen den beiden Frauen hin und her): Äh...

Die blonde Ärztin erhob sich von ihrem Stuhl, schob diesen zurück zum Tisch und ging dann zu ihrem Oberarzt rüber, der seine Freundin argwöhnisch musterte, als diese sich an ihm vorbei nach draußen schlängelte. Er kuckte noch einmal misstrauisch zu Anna, die ihren Blick aber abgewandt hatte und nun aus dem Fenster schaute, um den Sonnenuntergang zu verfolgen. Er schloss schließlich die Tür und dackelte Gretchen hinterher...

Marc: Was wollte die denn?
Gretchen: Sie hat mich ein bisschen über Mehdi ausgefragt.
Marc (rollt mit den Augen): War ja klar!
Dumme Kuh! Sondiert die jetzt ihre Chancen aus oder was soll das?
Gretchen: Und ich soll mich ein bisschen um Lilly kümmern, während sie hier im Krankenhaus liegt.
Marc (verständnislos): Wieso das denn?
Gretchen (sieht ihn lächelnd an): Weil ich einen guten Draht zu Lilly habe.
Marc (schnippisch): Nur weil du damals mal zwei Wochen ihre Vertretungsmutter gespielt hast oder was?
Gretchen (bleibt abrupt stehen u. kuckt ihren motzenden Freund vorwurfsvoll an): Marc!
Marc (hebt unschuldig seine Arme): Was? Das ist nicht dein Job. Du bist nicht Mehdis... Freundin!
Gretchen (zieht ungläubig eine Augenbraue nach oben u. sieht ihn eindringlich an): Bist du jetzt eifersüchtig, weil Anna mich ins Vertrauen gezogen hat?
Marc (schüttelt den Kopf): Soweit kommt’s noch! Tzz... Das hat doch nichts mit Eifersucht zu tun.
Gretchen (fixiert ihn mit ihren Blicken u. verschränkt ihre Arme): Und womit dann?
Marc (misstrauisch): Warum fragt die gerade dich?
Gretchen: Ich weiß nicht. Weil... sie weiß, dass Lilly mir vertraut und... Wo ist denn überhaupt das Problem, wenn ich mal nach den beiden schaue? Mehdi ist doch auch dein Freund.
Marc (verschränkt trotzig seine Arme u. lehnt sich mit dem Rücken an die Wand): Was nicht heißt, dass ich unbedingt auf die Göre aufpassen muss.
Gretchen (verdreht die Augen u. hat kein Verständnis für seine Reaktion): Gott Marc, da ist doch nichts weiter dabei. Ich will sie doch nicht gleich adoptieren.
Marc (patzig): Weiß man’s.
Gretchen (klappt den Mund auf u. blitzt ihn an): Also ich bitte dich! Komm mal wieder runter von deinem.... Egotrip.
Marc (hebt drohend seinen Zeigefinger u. kommt auf sie zu): Eh!
Gretchen (völlig unbeeindruckt): Du kannst es dir vielleicht nicht vorstellen, dass das alles nicht so einfach für sie ist.
Marc (vergräbt seine Hände in seinen Kitteltaschen): Sie hat sich selber in diese Situation reinmanövriert.
Gretchen: Das mag ja sein. Aber das bedeutet doch nicht, dass wir ihr nicht unsere Hilfe anbieten können.
Marc (zieht misstrauisch eine Augenbraue nach oben): Ich hör hier immer „wir“?
Gretchen (ihre Augen formen sich zu kleinen Schlitzen u. fixieren ihn): Vielleicht weil wir eine Einheit sind, Marc.
Marc (rollt theatralisch mit den Augen): Boah!
Gretchen (ignoriert den patzigen Unterton, weil sie sich nicht noch mehr über diesen unsensiblen Idioten ärgern will): Ich weiß, du bist nicht gut auf sie zu sprechen und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht richtig, wie ich mit ihr umgehen soll. Aber wenn Mehdi das schafft, der weit mehr Probleme mit ihrer Anwesenheit haben müsste, dann können wir das auch.
Marc (gibt endlich nach): Ja, ja, ist ja gut jetzt. Schluss mit der Moralpredigt. Die Visite wartet.
Gretchen (nickt zufrieden): Gut!

Die beiden liefen nun weiter den Gang vor und schlossen zum Team auf, das vor einem der letzten Zimmer stand und geduldig auf das sich mal wieder anzickende Ärztepaar wartete. Kurz bevor sie die anderen erreicht hatten, fuhr Marc noch einmal zu seiner Freundin herum...

Marc: Aber sie denkt jetzt nicht, dass du seine Freundin bist oder?
Gretchen (kuckt ihn ungläubig an): Wie kommst du denn darauf?
Marc (zuckt unschlüssig mit den Schultern u. richtet seinen Blick schnell auf seine Kollegen, die interessiert die Ohren spitzen): Keine Ahnung! Nur so ... ein Dings äh... Gefühl! ... So und wen haben wir denn hier? ... (schaut auf die Akte, die ihm von Schwester Sabine gereicht wird) ... Och nee, Hassis Drachenmutter! Die übernimmst du.
Gretchen (bekommt von Marc die Patientenmappe in die Hand gedrückt): Äh...

Gretchen sah ihren Vorgesetzten ungläubig an, der schneller vom Freund- in den Oberarztmodus gewechselt war, als sie hinterher kam, schüttelte sprachlos den Kopf und drückte dann die Klinke nach unten und betrat das Patientenzimmer, wo sie Hannelore Hassmann freundlich lächelnd begrüßte...

Gretchen: Frau Hassmann, wie geht es Ihnen denn heute?
Hannelore (meckert auch gleich los): Zuhause würde ich mich besser fühlen. Ist meine Tochter noch nicht im Haus? Wo steckt die eigentlich? Liefert mich hier in diesem... Laden ab und lässt sich dann nicht mehr blicken! Na die kriegt was zu hören.
Marc (flüstert Gretchen feixend ins Ohr): Da wäre ich aber gerne dabei.
Gretchen (flüstert zurück u. muss aber auch kurz schmunzeln, als sie sich vorstellt, wie Maria eine Standpauke von ihrer Mutter bekommt): Marc, du bist unmöglich!

Dr. Meier grinste nur, verschränkte cool seine Arme, setzte seine Oberarztmaske auf und wartete ungeduldig darauf, dass seine beste Assistenz endlich ihrem Job nachging, was sie dann auch geduldig lächelnd tat.

Lorelei Offline

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20.08.2011 21:12
#1089 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Sorry für die Verspätung! Aber gerade ging hier gar nichts mehr. Läppi hat schlapp gemacht. Dabei wollte ich euch doch mit der Fortsetzung nicht warten lassen. Nun gut, es läuft wieder. Und hier geht es jetzt mit einem Wiedersehen weiter. Viel Spaß und schönen Sommerabend noch. Eure Lorelei




Mehdi und Lilly Kaan hatten inzwischen das Erdgeschoss gereicht und warteten im Foyer auf seine Eltern, die ihre Enkelin gleich abholen wollten. Der aufmerksame Familienvater hatte seiner Tochter gerade am Schokoautomaten eine Tafel Vollmilchschokolade gezogen, als er zufällig Dr. Hassmann um die Ecke kommen sah, die auch von Lilly entdeckt und gleich stürmisch begrüßt wurde. Eine erneute Flucht war also zwecklos, dachte die überrumpelte Oberärztin augenrollend und drückte Mehdis Tochter etwas unbeholfen an sich, wohingegen die beiden Erwachsenen eher reserviert miteinander umgingen, als sie sich schließlich gegenüberstanden...

Lilly: Frau Dr. Hassmann!
Maria (quält sich zu einem Lächeln u. beugt sich zu ihr herunter): Lilly, hallo! Na hast du deine Mutter besucht?

Lilly nickte eifrig mit dem Kopf, während Marias Blick kurz ihren Vater streifte, der sie verlegen anlächelte. Sie wandte sich aber sofort wieder ab, als dieser sie unvermittelt ansprach...

Mehdi: Hallo Maria!
Maria (nickt kurz mit dem Kopf u. hält ihren Blick auf Lilly gerichtet): Hmm!
Lilly: Wann darf ich denn mal Sarah besuchen?

... fragte Mehdis Tochter plötzlich ungeniert die distanzierte Ärztin, die nun überfordert mit den Schultern zuckte und kurz zu Mehdi schielte. Der wusste sich auch nicht wirklich zu helfen. Ihm war die Situation einfach unangenehm und er wollte Maria auch nicht noch zusätzlich kränken, da sie doch gestern erst ausgemacht hatten, sich vorerst nicht mehr zu sehen. Also beugte er sich schweren Herzens zu seiner Tochter herunter, nahm ihre beiden Hände in seine und wollte es ihr erklären, doch Maria kam ihm zuvor. Es half ja nichts. Das war schließlich eine Sache zwischen ihnen beiden und hatte rein gar nichts mit ihren Kindern zu tun.

Mehdi: Lilly, hör mal!
Maria: Schon gut! Wir sind ja immer noch Nachbarn. Warum sollen sich die Kinder nicht sehen können, nur weil wir... ähm... hmm...

Maria blickte unsicher zu Mehdi, der sie zaghaft anlächelte, und senkte ihren Blick schnell wieder auf Lilly, die sie freudig anstrahlte. Auch wenn es schwer fiel, irgendwie musste es ja möglich sein, wieder einigermaßen normal miteinander umzugehen, trotz allem was zwischen ihnen war.

Mehdi: Danke!
Lilly (freut sich u. hüpft auf der Stelle auf und ab): Juhu!

Lilly strahlte die beiden Erwachsenen glücklich an, als ihre Großeltern das Krankenhaus betraten und langsam auf die drei zugeschritten kamen. Mehdis Mutter schwenkte schon von weitem mit ihrer Handtasche, um sie auf sich aufmerksam zu machen...

Soraya: Lilly! Mehdi! Da seid ihr ja schon.
Mehdi (dreht sich überrascht herum): Mama!
Auch das noch! Nicht gut!

Frau Kaan umarmte ihren Sohn kurz und musterte dann mit mütterlicher Neugier die ihr fremde Frau neben ihm mit prüfendem Blick, der auch Mehdi nicht verborgen blieb, der heimlich Stoßgebete an die Decke schickte, damit es jetzt nicht peinlich enden würde. Lilly stürmte inzwischen auf ihren Opa zu, der sie sogleich auf den Arm nahm und ihr ein Küsschen auf die Wange drückte, was sie zum Kichern brachte. Dr. Hassmann, der die angespannte Situation mit Mehdi allmählich zu viel wurde und die eine Begegnung mit seinen Eltern scheute, wollte sich schnell aus dem Staub machen und verabschiedete sich von ihrer Ex-Affäre und seiner Tochter...

Maria: Ich muss dann weiter. Tschüß Lilly!

Lilly winkte ihr freudig zu, nachdem ihr Opa sie wieder heruntergelassen hatte. Mehdis Mutter konnte es aber nicht lassen und fragte neugierig nach, denn sie spürte eine gewisse Verbindung zwischen ihrem Sohn und der hübschen Frau in dem weißen Arztkittel...

Soraya: Und Sie sind?

Mehdis Gebete wurden nicht erhört und er beschloss, schnell ohne göttliche Hilfe einzugreifen, um Schlimmeres zu verhindern. Mit mäßigem Erfolg! War seine Mutter erst einmal in Fahrt, konnte sie niemand mehr bremsen.

Mehdi: Mutter!
Soraya (tut ganz unschuldig): Was denn? Man wird ja wohl mal fragen dürfen, mit wem du hier so zusammenarbeitest? Du erzählst doch nie etwas von deiner Arbeit.
Und das muss ihr ausgerechnet heute einfallen? Ich bin so was von im Arsch! Und Maria hasst mich.
Maria (bewahrt Contenance u. reicht Mehdis Mutter gespielt freundlich ihre Hand): Dr. Maria Hassmann, Oberärztin, Neurologie, Neurochirurgie.
Soraya (mustert die attraktive Ärztin ganz beeindruckt, während sie ihre Hand schüttelt u. blickt dann anerkennend zu Mehdi): Soraya Kaan, sehr angenehm!
Werner (kommt näher u. begrüßt die Oberärztin ebenfalls hocherfreut): Werner Kaan! Oh dann sind Sie die Ärztin, die unsere Enkelin zurückgebracht hat?
Soraya (weitet ihre Augen u. sieht Maria nun mit ganz anderen Augen an): Ach?
Super! Nach dem Auftritt wird mich Maria nicht nur hassen, sondern nie wieder im Leben ein Wort mit mir wechseln. Danke Mama!
Maria (ihr ist das alles mehr als unangenehm u. sie will nur noch weg): Äh... ja!
Das hat mir gerade noch gefehlt. Gestern macht er noch Schluss und heute führt er mich seiner Familie vor. Danke, du Arsch!
Werner (ist ihr unendlich dankbar u. drückt ihre Hand ganz fest): Wir sind Ihnen unendlich zu Dank verpflichtet, Frau Doktor.
Maria (lächelt verschämt): Ach das... ähm... das... das hätte doch jeder...
Soraya (drückt sie spontan an sich): Danke! Danke! Danke! Sie können sich gar nicht vorstellen, was uns das bedeutet.
Hilfe!
Lilly (strahlt alle glücklich an u. platzt mit einer Neuigkeit heraus, die eigentlich gar keine ist): Sie ist Papas Freundin.
Mehdi (wacht endlich aus seiner Schockstarre auf): Was?

Alle schauten überrascht auf. Maria, in der es gewaltig zu brodeln begann, fixierte ihren sprachlosen Ex mit grimmigem Blick und war schon dabei, nach den Giftpfeilen zu kramen, während Mehdi am liebsten im Erdboden versunken wäre. Schlimmer als jetzt konnte es ja nicht mehr werden, dachte er mit hochrotem Kopf. Aber da hatte er seine Mutter unterschätzt, die sich sehr für ihren Sohn freute und die hübsche Frau gar nicht mehr loslassen wollte und sie am liebsten gleich in die Familie aufgenommen hätte...

Soraya: Endlich lerne ich Sie kennen. Mehdi hat uns schon so viel von Ihnen erzählt.
Maria (sieht überrascht zwischen Mehdi und seiner Mutter hin und her und vergisst dabei ihre Giftpfeile): Hast du?
Mehdi (völlig überfordert): Äh...
Hilfe!
Soraya (gerührt zu Maria): Wissen Sie, wir sind so glücklich, dass unser Mehdi endlich wieder jemanden hat. Nach dieser ganzen leidigen Geschichte.
Was...was wird das denn jetzt?
Mehdi (wirft Maria entschuldigende Blicke zu, die sie auch annimmt, und schluckt den fetten Kloß in seinem Hals herunter): Mutter, das... ich glaube, ich muss dir etwas erklären.

Lorelei Offline

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20.08.2011 23:22
#1090 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hello again! Ja, ihr seht richtig, es gibt heute ausnahmsweise noch einen. Das habt ihr meinen lieben Kommischreibern zu verdanken und einer im Speziellen. Irgendwie hatte ich die Teile ja auch an einer echt blöden Stelle getrennt. Hier kommt also der Rest einer Szene voller Missverständnisse, damit keine Fragen offen bleiben. Na ja fast. Viel Spaß und gut’s Nächtle. Eure Lorelei



Doch bevor Mehdi dazu übergehen konnte, das peinliche Missverständnis aufzuklären, hörte er von weitem eine vertraute Stimme seinen Namen rufen...

Gretchen (winkt der Familie Kaan zu): Huhu! Mehdi! Lilly! Gott sei dank! Ihr seid noch da!

Alle drehten sich herum, als plötzlich Gretchen Haase angerannt kam. Atemlos blieb sie vor dem kleinen Grüppchen stehen und reichte Lilly ihren lilafarbenen Schal, den sie grinsend entgegennahm...

Gretchen: Den habt ihr vergessen!
Lilly (wickelt den kuscheligen Schal um ihren Hals u. lächelt sie an): Danke Gretchen!
Gretchen (streichelt ihr über den Kopf, wodurch ihre Mütze verrutscht, die sie gleich wieder gerade rückt): Bitte!
Mehdi (wirkt noch etwas durcheinander, als er Gretchen ansieht): Das wäre doch nicht nötig gewesen.
Gretchen (macht eine wegwerfende Handbewegung): Ach kein Ding! Wir waren mit der Visite eh gerade fertig.

Mehdi nickte seiner aufmerksamen Freundin dankbar zu und Gretchen schaute sich um. Erst jetzt erkannte sie, wer alles um sie herumstand und sie neugierig anstarrte. Unweigerlich verfärbte sich ihre Wangen in einen charmanten Roséton.

Gretchen (lächelt verlegen): Oh! ... Hallo Frau Kaan! Herr Kaan!
Soraya (drückt sie spontan an sich, womit Gretchen nun wirklich nicht gerechnet hat, und mustert sie dann von Kopf bis Fuß, als sie sie wieder loslässt): Gretchen, wie schön! Wir haben uns so lange nicht gesehen. Gut schauen Sie aus!
Gretchen (wird rot): Oh danke!
Peinlich!
Soraya (überschwänglich): Sie müssen unbedingt mal wieder zum Kaffee bei uns vorbeischauen.
Gretchen (schaut verunsichert zu Mehdi): Äh...

Okay!? Irgendwie ist das hier gerade eine ganz bizarre Situation. Und... Was macht eigentlich Maria hier? Für sie muss es ja noch schlimmer sein. Da hat Mehdi aber mal wieder ein Glanzstück hingelegt. Und ich dachte immer, nur ich wäre eine Garantin für solche peinlichen Situationen.

Mehdi (legt auch gleich sein Veto ein): Mutter!
Soraya (sieht ihren Sohn unschuldig an): Ja, was denn? Nur weil das mit euch beiden nicht geklappt hat, muss es ja nicht heißen, dass wir gar nicht mehr miteinander reden dürfen.
Glanzleistung, Mama, echt! Wieso muss immer mir so was passieren? Kann nicht einfach mal alles gut laufen? Ist das zu viel verlangt?
Gretchen (setzt ein schiefes Lächeln auf): Also ich komme gerne vorbei, Frau Kaan.
Soraya (erwidert ihr Lächeln u. setzt noch einen drauf): Schön! Sie können natürlich auch gerne Ihren neuen Freund mitbringen.
Äh... woher...? Oh!
Mehdi (klappt fassungslos den Mund auf): Mutter, jetzt lass aber mal gut sein!
Soraya (ignoriert seinen Einwurf u. sieht Gretchen an): Ich habe mit Marc eh noch ein Hühnchen zu rupfen, weil er unserem Mehdi so wehgetan hat.
Oh Gott! Mir war nicht klar, dass Mehdis Mutter noch schlimmer ist als meine eigene.
Mehdi (glaubt, im falschen Film zu sein, u. versucht, nicht die Beherrschung zu verlieren): Mama! Du weißt, wie wir alle zueinander stehen. Oder hast du vergessen, wie er uns unterstützt hat, als wir Anna gesucht haben?
Soraya (wirft theatralisch ihre Arme in die Luft): Hör mir auf mit dieser Person!
Mehdi (mit stetem Blick auf Lilly, die sich in etwas Entfernung neben ihren Opa in den Wartebereich gesetzt hat, fährt er sie vorwurfsvoll an): Mama, geht das auch ein bisschen leiser! Ich will nicht, dass du vor Lilly so über ihre Mutter sprichst.
Soraya (blitzt ihn an): Ich habe dir gesagt, dass ich kein Verständnis für ihre Tat aufbringen werde.
Mehdi (versucht, die Ruhe zu bewahren): Das verlangt ja auch niemand. Mir geht es einzig und allein um Lillys Wohl.

Dr. Haase blickte derweil verunsichert zu Dr. Hassmann, denn dieser Teil des Gesprächs war wohl nicht für fremde Ohren bestimmt und sie fühlte sich ziemlich unwohl in ihrer Haut. Langsam zogen sich die beiden Ärztinnen zurück. Maria fühlte sich hier eh völlig fehl am Platz, hatten sie und Mehdi doch gestern noch ausgemacht, sich erst einmal aus dem Weg zu gehen, und sah nun ihre Chance gekommen, endlich aus der Gefahrenzone abhauen zu können...

Maria: Ich denke, meine Wenigkeit ist hier nicht mehr gebraucht.
Soraya (abgelenkt von der Stimme der Ärztin, wendet sie sich von Mehdi ab und sieht Dr. Hassmann an; sie ist der ewigen Diskussion mit ihrem Sohn eh leid geworden): Aber nicht doch, Frau Dr. Hassmann!
Nein! Verdammt! Jetzt mach was, du Idiot!

Maria warf Mehdi flehende Blicke zu, die auch an Gretchen nicht vorübergingen und die schnell beherzt eingriff...

Gretchen: Frau Dr. Hassmann, gut, dass ich Sie sehe. Ich habe da noch eine dringende Frage wegen Ihrer Patientin aus Zimmer 301.
Hä? Das ist doch...Was ist denn mit meiner Mutter?

Die Assistenzärztin hakte sich einfach bei der verdutzten Neurologin ein, die gar nicht wusste, wie ihr geschah, und sie traten zusammen ein paar Schritte von der Familie Kaan zurück, bei der sie sich aber noch höflich entschuldigte...

Gretchen: Oh tut mir leid, aber hier ist heute die Hölle los, wissen Sie. Auf Wiedersehen, Frau Kaan. Es hat mich sehr gefreut, Sie wieder zu sehen.
Soraya (peinlich berührt, dass sie hier den Verkehr aufhält): Schon gut, mein Kind! Ich möchte Sie und Ihre nette Kollegin nicht von Ihren Pflichten abhalten. Es hat mich sehr gefreut. Gretchen! Dr. Hassmann!
Maria (nickt ihr zu): Mich auch!
Bloß weg hier!

Sichtlich erleichtert verließen die beiden Ärztinnen die Eingangshalle. Außer Sichtweite löste sich Maria von Gretchen und sah sie dankbar an...

Maria: Danke!
Gretchen (lächelt): Ach! Kein Ding! Ich kenne seine Mutter ja noch von... Na ja, sie kann sehr äh... einnehmend werden, wenn sie einen erst einmal in Beschlag genommen hat.
Maria (lehnt sich seufzend mit dem Rücken an die Wand u. schließt für einen Moment ihre Augen): Dass sie mich dann auch noch für seine Freundin gehalten haben, hat mir echt den Rest gegeben. Ich meine, was fällt ihm denn ein? Gestern erzählt er mir noch, dass er in eine andere verknallt ist und geht auf Abstand und heute hetzt er mir seine ganze Family auf den Hals. So ein Idiot!
Gretchen (macht ganz große Augen): Sie haben bitte WAS?

Dieselbe Frage stellte sich in diesem Moment auch Schwester Gabi, die gerade aus dem Medikamentenlager gekommen war und auf dem Weg zur Notaufnahme, wo sie heute Dienst hatte, hastig an den beiden vorbeigelaufen war und dabei ein Häppchen ihres vertraulichen Gesprächs aufgeschnappt hatte. Sie verlangsamte ihre Schritte, um noch etwas mehr mitzubekommen, aber einen Moment nicht aufgepasst und sie waren schon ein Thema weiter und jetzt ging es um Hassis nervige Mutter, die nach ihrem werten Töchterlein verlangte. Gabi rollte genervt mit den Augen und ging in normaler Geschwindigkeit weiter. Als sie dann aber Mehdi samt seiner Familie im Eingangsbereich stehen sah, war sie vollkommen verwirrt. Ihr Liebster redete gerade ziemlich aufgebracht auf seine Mutter ein...

Mehdi: Mutter, musste das sein?
Soraya (ist sich keiner Schuld bewusst): Junge, wenn du so ein Geheimnis um deine neue Freundin machst, dann muss ich ja...
Aaaaaaaaargh!!!
Mehdi (holt tief Luft u. fällt ihr ins Wort, um das Missverständnis endlich aufzuklären): Mama, Maria... Ich meine Dr. Hassmann ist NICHT meine Freundin! Lilly hat das...
Soraya (stutzt u. unterbricht ihn in seiner Erklärung): Nicht? Aber... nach allem, was Lilly über sie erzählt hat und so wie ihr euch gerade gegeben habt, hab ich gedacht... Wer ist es denn dann? Oder hast du uns nur etwas vorgemacht?

In diesem Moment, in dem Mehdi hilflos in alle Richtungen geschaut hatte, hatte er auch seine Freundin am anderen Ende des Foyers entdeckt und winkte sie nun überraschend zu sich. Seine Mutter würde eh nie Ruhe geben. Gabi zögerte und schüttelte den Kopf, aber als ihr Herzblatt sie regelrecht flehend mit seinen großen Kulleraugen ansah, konnte sie sich dem nicht erwehren und sie kam langsam auf das kleine Grüppchen neben den Wartestühlen zu. Als sie neben Mehdi stehen blieb, blickte sie erst ihn fragend an und dann nervös in die Gesichter seiner Eltern, die sich wunderten, was ihr Sohn denn jetzt von der attraktiven Krankenschwester wollte. Lilly war derweil schon zum Ausgang gegangen, wo ein kleiner Hund angebunden war, der ihr Interesse geweckt hatte und mit dem sie nun spielte, während sich die Erwachsenen ihrer Meinung nach weiterhin sehr seltsam benahmen und sich schweigend ansahen. Soraya Kaan musterte die brünette Krankenschwester argwöhnisch, die sie schon von früheren Besuchen auf Mehdis Station her kannte. Erstaunt vernahm sie dann, wie ihr Sohn plötzlich unvermittelt seinen Arm um Gabis Taille legte und sie etwas näher zu sich heranzog....

Mehdi: Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, darf ich euch vorstellen: Gabi Kragenow! Wir sind seit kurzem zusammen.

Gabi war vollkommen baff und zitterte leicht. Ihr Herz raste. Mit so viel Aufrichtigkeit hatte sie nämlich nicht gerechnet und die Blicke seiner überraschten Mutter waren ihr ziemlich unangenehm. Aber Mehdi blieb dabei und blickte sie verliebt von der Seite an. Seine Hand zu halten, gab ihr Mut, den äußerst peinlichen Moment durchzustehen, obwohl sie sich schon lieber gewünscht hätte, sich auf eine Begegnung mit seinen Eltern längerfristig vorbereiten oder dem ganz entgehen zu können. Sie gab nämlich nicht gerade das Bild einer perfekten Schwiegertochter ab. Das wusste sie nicht zuletzt aus den Erfahrungen mit dem personifizierten Schwiegermonster namens Elke Fisher. Während Mehdis Mutter weiterhin ziemlich skeptisch dreinblickte, freute sich sein Vater nach einem kurzen zögernden Überraschungsmoment für seinen Sohn, dessen Augen glücklich aufleuchteten, denn das war ihm Antwort genug. Er reichte Gabi freundlich lächelnd seine Hand, die sie schüchtern schüttelte...

Werner: Werner Kaan! Sehr angenehm.
Gabi: Hallo!

Nachdem ihr Mann sie mit der Schulter angestupst hatte, begrüßte auch Soraya die neue Freundin ihres Sohnes. Einen spitzen Kommentar konnte sie sich aber nicht verkneifen. Sie hatte schließlich mit allem gerechnet, aber nicht mit einer Liaison ihres Sohnes mit seiner Stationsschwester, die ihr schon immer ein wenig suspekt vorgekommen war.

Soraya: Sie sind also die große Unbekannte?
Gabi (blickt sie beschämt an u. drückt Mehdis Hand umso fester): Äh... ja!
Soraya (richtet ihren Blick nun auf ihren Sohn): Warum hast du nur so ein Geheimnis daraus gemacht, mein Junge?
Mehdi (gerät ins Stottern): Ich... Es war... kompliziert. Also...
Gabi (hat genug Mut gefasst, um ihm aus der Patsche zu helfen): Wir wollten das mit uns noch nicht gleich an die große Glocke hängen. Weil... ähm... (vergewissert sich bei Mehdi, der ihr zunickt, u. blickt kurz zu dem spielenden Kind) ... Wegen Lilly und... jetzt wo Mehdis Frau hier ist... Das ist alles nicht so...
Soraya (beendet ihren Satz): ...einfach? Verstehe!

Mehdis Mutter nickte Schwester Gabi anerkennend zu. In dem Moment machte sich auch ihre Enkelin wieder lautstark bemerkbar, die den kleinen Hund immer wieder streichelte und freudig aufquiekte, wenn der Kleine besonders knuffig kuckte...

Lilly: Omi, Opi, kuckt mal ist der nicht süß!

Der Ruf von Lilly lockerte die angespannte Situation merklich auf. Mehdis Vater hatte sich schon von Gabi verabschiedet und sich seinem Enkelkind zugewandt, während Soraya Kaan noch bei dem jungen Paar stehen blieb.

Soraya: Ich glaube, es ist wirklich schon spät. Bevor hier in den Straßen das Silvesterchaos ausbricht, wollten wir eigentlich schon längst zuhause sein.
Mehdi (umarmt erleichtert seine Mutter): Danke, dass ihr euch um Lilly kümmert. Rutscht gut rein!
Soraya (schüttelt Gabi die Hand zum Abschied): Du... Ihr auch! Auf Wiedersehen, Frau Kragenow! Hat mich gefreut.
Gabi (lächelt schüchtern): Auf Wiedersehen!
Mehdi (winkt Lilly zu): Lillymaus, bis morgen! Dann hol ich dich ab!
Lilly: Ja, Papi!
Mehdi (erst zu Lilly, dann zu seiner Mutter): Und mach heute Abend keinen Blödsinn! ... Lasst sie bitte nicht so lange auf, auch wenn sie wegen dem Feuerwerk quengelt.
Soraya (funkelt ihn an): Wir passen nicht zum ersten Mal auf unsere Enkelin auf. ... Tschüß, mein Junge.
Mehdi (drückt ihr einen Kuss auf die Wange): Tschüß Mama!

Seine Mutter lächelte und verabschiedete sich. Lilly drehte sich in dem Moment um und rannte noch einmal auf ihren Papa zu und umarmte ihn fest.

Lilly: Tschüß, Papi! Bringst du mir ein Foto vom Neujahrsbaby mit.
Mehdi (lacht u. streicht ihr über die Mütze): Klar doch!
Lilly: Supi!

Fröhlich lächelnd hüpfte die kleine Maus davon. Ihr Opa nahm sie an die Hand und sie verließen zusammen das Krankenhaus. Soraya Kaan warf noch einen skeptischen, aber dennoch wohlgesonnenen Blick zurück und trat dann ebenfalls aus dem Gebäude. Sie war nicht die Einzige, die ungläubig zu dem jungen Paar im Foyer geschaut hatte, das sich nun einander zugewandte und sich innig in die Augen schaute...

Gabi: Deine Mutter hasst mich.
Mehdi (schüttelt den Kopf): Ach Quatsch! Das waren einfach zu viele Infos auf einmal heute.
Gabi (ist nicht ganz wohl bei der Sache): Trotzdem! Du hättest mich nicht gleich als deine Freundin outen müssen. Ich war noch nicht soweit.
Mehdi (sieht sie entschuldigend an): Tut mir leid, ich wollte dich wirklich nicht damit überrollen, aber ich wollte auch nicht stehen lassen, dass sie denken, dass...
Gabi (fällt ihm ins Wort): Schon klar! Das wäre auch nicht unbedingt in meinem Sinne gewesen.
Mehdi (nimmt ihre Hände in seine u. verschränkt seine Finger mit ihren): Gabi, ich hab dir doch versprochen, keine Geheimnisse mehr. Ich will jetzt endlich alles richtig machen.
Gabi (sieht aufgewühlt in seinen Augen hin und her): Aber...
Mehdi (legt seinen Finger auf ihre Lippen): Ssshhht! Es ist gut so, wie es ist. Keine Missverständnisse mehr. Nie mehr!
Gabi (legt erleichtert ihre Stirn an seine u. schließt ihre Augen): Danke!
Mehdi (genießt den Moment u. ihre unmittelbare Nähe): Du wirst sehen, wenn sie dich erst einmal näher kennen, dann werden sie dich lieben.
Gabi (öffnet ihre Augen u. sieht ihn unsicher an): Meinst du? Unser Start war nicht gerade optimal.
Mehdi: Hmm! Mag sein, aber dafür haben wir es doch dann einigermaßen gut über die Bühne gebracht.
Gabi (bleibt skeptisch): Na ja!?
Mehdi (streichelt ihr liebevoll mit dem Handrücken über die Wange): Doch! Mach dir bitte nicht so viele Gedanken.
Gabi (kann nun auch wieder lächeln): Ok! So schlimm war es ja dann auch gar nicht.
Mehdi (augenzwinkernd): Das behauptet nicht jeder von meiner Mutter.
Gabi (funkelt ihn an): Sehr witzig!
Mehdi (lacht u. lenkt ab): Denkst du an später?
Gabi (sieht ihn fragend an): Du hast mir immer noch nicht verraten, was du vorhast.
Mehdi (schmiegt sich schmunzelnd an sie): Dich nicht mehr loslassen, vielleicht?
Gabi (stupst ihn lachend in die Brust): Spinner!
Mehdi (kommt ihr immer näher, was ihre Sinne verrückt spielen lässt): Ja?

Mehdi senkte seinen Kopf und wollte seine Freundin zärtlich küssen. Gabi zögerte jedoch und zog ihren Kopf zurück und schaute sich vergewissernd im Eingangsbereich um. Da blieben ihre suchenden Augen an einem anderen Augenpaar hängen, das sie intensiv beobachtete...

Gabi: Nicht! Wenn uns jemand sieht.
Mehdi: Dann sieht man uns eben.

... sagte der verliebte Mann mit heiserer Stimme, schlang seine Arme nur noch fester um sie und bettete seine Lippen schließlich doch auf den ihren und entführte seine Traumfrau zu einem gefühlvollen Kuss. Doch Gabi konnte sich nicht darauf einlassen. Ihr war nicht wohl bei der Sache und sie löste unter seinen ungläubigen Blicken die innige Umarmung sofort wieder, legte eine Hand an sein schnell schlagendes Herz und flüsterte ihm leise etwas ins Ohr...

Gabi: Sie sieht uns!

Mehdi blickte seiner Freundin verwundert in ihre schimmernden olivgrünen Augen, die mit seltsamen Gesichtsverrenkungen unauffällig in eine ganz bestimmte Richtung zu deuten versuchte. Er folgte ihren Anweisungen stirnrunzelnd, aber dann verschwand auch sein charmantes Lächeln abrupt, als er endlich verstand, was sie ihm damit sagen wollte. Ihr trauriger Blick traf ihn mitten ins Herz.

Lorelei Offline

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21.08.2011 20:29
#1091 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

N'Abend! Tja, die Bombe ist geplatzt! Wie wird sie nun reagieren? Macht Mehdi es nur noch schlimmer oder hat er genug Arsch in der Hose, noch einmal mit ihr zu sprechen? Ihr werdet es gleich erfahren. Liebe Grüße, Lorelei




Maria: Gabi also!

... flüsterte die heimliche Beobachterin leise vor sich hin. Sie spürte, wie es ihr langsam den Hals zuschnürte und sie schon fast automatisch den Rückwärtsgang einlegte, bis sie aus ihrem Gesichtsfeld verschwunden war. Mehdi blickte der Flüchtenden schuldbewusst hinterher, unfähig, etwas zu sagen geschweige denn überhaupt zu reagieren, aber ein Blick in Gabis Gesicht, der die ganze Situation ziemlich unangenehm war und die wusste, dass hier wohl noch die eine oder andere Aussprache von Nöten war, zeigte ihm, was er nun zu tun hatte. Deshalb zog sich die verständnisvolle Krankenschwester auch dezent zurück...

Gabi: Ich denke, ich... muss jetzt weiter... in die Notaufnahme, wenn ich keinen Ärger mit der Drachenfrau riskieren möchte. Kennst ja Stefanie. Was immer du dann mit mir vorhast, ich freu mich, egal was hier noch... ähm... Hol mich später einfach von der Silvesterfeier ab!

Gabi streichelte Mehdi noch einmal leicht über den Arm und schenkte ihm ein kleines aufmunterndes Lächeln, dann ließ sie ihren Oberarzt und Freund auch schon stehen, der ihr kurz zum Abschied zugenickt hatte, und verschwand über den langen Glasgang im anderen Teil des Gebäudes.

Mehdi hingegen folgte Maria ins Treppenhaus, in das sie gerade aus Enttäuschung und Frustration geflüchtet war. Auf halben Weg zwischen Erdgeschoss und erstem Stock fand er sie am Fenster stehend. Sie schaute hinaus in die Dunkelheit des hereingebrochenen Abends und bemerkte nicht gleich, wie der Grund für ihren Kummer langsam Stufe für Stufe näher kam, weil sie mit ihren Gedanken noch ganz bei dem gerade eben gesehenen Bild war, das einfach nicht in ihren Kopf wollte. Ausgerechnet Gabi! Das Miststück! Diese unfähige Kuh! Das konnte doch nur ein schlechter Witz sein. Ein Trugbild. Und dennoch hatte das alles ziemlich real auf sie gewirkt. So wie er sie angesehen hatte! Gefühlvoll. Gebannt. Aufrichtig. Und wie er dabei gelächelt hatte. Glücklich. Echt. Verliebt? Hatte er sie je so angesehen? Sie wusste es nicht mehr. Sie scheute die Erinnerungen. Und wie er mit ihr geflirtet und ihr vermutlich schöne Dinge ins Ohr geflüstert hatte, die sie doch am liebsten selbst gehört hätte. Nein, hätte sie nicht! Es war vorbei. Endgültig.

Maria strich mit ihren Händen über das weiße Fensterbrett und hielt sich schließlich daran fest. Wieso zum Teufel hatte sie nur nie gemerkt, dass sich diese kleine hinterlistige dreckige Schlampe an ihren Mehdi herangemacht hatte? Obwohl... so im Nachhinein... Ihr gegenüber hatte sich diese blöde Ziege immer ziemlich seltsam verhalten. Zickig, bissig, teilweise richtig feindselig! Aber sonderlich gewundert hatte sie sich nicht darüber. Sie hatte die Krankenschwester eh noch nie leiden können und das beruhte wohl auch auf Gegenseitigkeit. Und sie... sie war... eifersüchtig gewesen! Oder? Die ganze Zeit schon! Klar! Das war der Grund gewesen für ihr gehässiges Auftreten. Und sie hatte liebesblind, wie sie war, die ganze Zeit nichts davon bemerkt, wie Schwester Gabi immer wieder um ihren Oberarzt herumscharwenzelt war, sich in Unterhaltungen eingemischt hatte, die sie eigentlich gar nichts angingen, wie sie sich für ihn und seine Sorgen interessierte, was über das Maß einer einfachen Angestellten eigentlich hinausging, wie sie immer genau dann hereinplatzte, wenn sie mit Mehdi allein gewesen war. Jetzt ergab das alles einen Sinn! Sie wollte ihn sich schnappen!

Aber warum musste dieses blöde Miststück ausgerechnet in ihrem Becken fischen? Der sanftmütige und sensible Mehdi Kaan war doch nun wirklich nicht ihr Typ. Stand die nicht auch auf das absolute Gegenteil? Auf selbstgerechte, aufstrebende, wohlhabende Arschlöcher, Egomanen und Machoschweine, denen Frauen einen Dreck wert waren? Also ihr hätte sie schon so eine selbstmasochistische Ader zugeschrieben. Wenn Cedric sie nicht endlich in Ruhe lassen würde, wäre sie sogar gewillt gewesen, dieses sexy Krankenhausluder auf ihn anzusetzen. Hatte er nicht auch ein Auge auf sie geworfen auf dem Ärzteball neulich? Das hatte sie ganz genau gesehen, als sie ihren Exmann heimlich beobachtet hatte. Der Ärzteball! Maria fasste sich an ihre Stirn. Ja klar, kam es ihr plötzlich in den Sinn. Kaum war diese billige Sexbombe auf der Bildfläche aufgetaucht, war Mehdi plötzlich wie ausgewechselt gewesen. Wortkarg. Abweisend. Ständig in Gedanken. Und damals schon wollte er ihr dringend etwas sagen. Ob er ihr wegen Gabi ausgewichen war und deshalb frühzeitig aus dem Hotel abgehauen war? Jetzt im Nachhinein ergab das alles einen Sinn. Das Rumgestammel vom Meier hatte sie nämlich nicht abgenommen.

Aber Gabi Kragenow? Was wollte Mehdi von einer wie der? War es, weil sie jünger war, knackiger aussah, weniger Falten im Gesicht hatte? Maria fuhr sich mit der flachen Hand über ihr Gesicht und betrachtete ihr Spiegelbild im Fenster. Nein, sie sah auch top aus. Falten und Krähenfüße hatte sie noch keine. Sie gab ja auch ein kleines Vermögen an die Schönheitsindustrie aus. Und ihr Fettburnerkurs und ihre Ernährungsumstellung hatten sich auch ausgezahlt gemacht. Sie war fit wie eine Zwanzigjährige. Ihr Körper war noch nie so in Form gewesen wie jetzt. Sie war heiß! Woran lag es dann? Waren es Gabis billige Möpse und ihre kurzen Röcke? Aber Mehdi war doch niemand, der sich an Äußerlichkeiten orientierte. Er sah immer mit dem Herzen. Für ihn zählten doch die inneren Werte und die sahen bei einer wie der sicherlich rabenschwarz aus. Die hatte doch kein Niveau. Hatte die überhaupt einen Schulabschluss? Maria schüttelte den Kopf. Also was sollte das? Das passte doch hinten und vorne nicht. Von Gabis fehlender Aufrichtigkeit mal ganz zu schweigen. Die Sachen, die sie mit dem Meier und dem Haasen abgezogen hatte, waren ja mittlerweile klinikbekannt. Und ausgerechnet deren bester Freund, der deren Leiden hautnah miterlebt und selber still mitgelitten hatte, sah einfach so darüber hinweg? So naiv konnte man(n) doch nicht sein! Sie schüttelte wieder den Kopf. Außerdem kannten sich Mehdi und Schwester Gabi doch schon ewig und so eine „Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert“-Nummer traute sie den beiden nicht zu. Das wäre dann doch zu klischeehaft und kitschig. Kitsch passte zwar zu Mehdi wie Vollmond und Tarotkarten zu Sabine, aber doch nicht zu einer wie Gabi. Gut, zu ihr selbst auch nicht unbedingt, aber um sie ging es hier ja auch nicht mehr. Leider! ... Nein, stopp! ... Sie würde ihm nicht weiter hinterher trauern. Eine Maria Hassmann heulte keinem Mann hinterher! Weder ihm, noch Cedric oder sonst wem? Ihre manikürten Fingernägel krallten sich nun regelrecht in den Fenstersims.

Die beiden arbeiteten tagtäglich eng miteinander. Gut, das war ja an sich nichts Be... Marias Atem stockte plötzlich. Lief das etwa schon länger mit den beiden? Gott, wie konnte man nur so blind sein? Immer wieder schüttelte die verletzte Ärztin ihren Kopf. Sie hätte ja verstehen können, wenn er einen Rückfall bei Gretchen Haase oder seiner Ehefrau gehabt hätte, aber dass die ominöse Frau, die ihn ihr weggeschnappt hatte, ausgerechnet die ungekrönte Krankenhausschlampe sein sollte, das war dann echt zu viel für Maria Hassmann. Frustriert stöhnte sie auf...

Maria: Arsch!

Das hörte auch Mehdi Kaan, der mittlerweile den letzten Treppenabsatz erreicht hatte und nun direkt hinter ihr stand und einen Moment gezögert hatte, sie anzusprechen. Alles, was er zu seiner Verteidigung sagen würde, würde ihr wehtun und das tat auch ihm weh. Wie hatte er sich nur in so eine verfahrene Situation hineinmanövrieren können? Er schloss seine Augen und atmete tief durch. Es gab kein Zurück. Erst als er sich mehrfach räusperte, um den dicken Kloß in seinem Hals herunterzuschlucken, bemerkte Maria ihn endlich und sie drehte sich erschrocken herum. Das schlechte Gewissen stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben und das machte sie nur noch mehr wütend. Mitleid war nun wirklich das letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte und von ihm schon mal gar nicht.

Mehdi: Maria...

... sprach er sie endlich an, doch sie ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen...

Maria (funkelt ihn an u. dreht sich wieder zum Fenster um): Spar’s dir, Mehdi! Ich hab Augen im Kopf.
Mehdi (schließt für einen Moment seine Augen u. verflucht sich für seine eigene Blödheit): Ich wollte wirklich nicht, dass du es so erfährst.
Maria (fährt wieder zu ihm herum u. hält sich mit den Händen hinter dem Rücken am Fensterbrett fest, während sie ihn mit giftigem Blick traktiert): Dann hättest du gestern diese kleine Info noch hinzufügen sollen. Dann wäre mir nämlich ein peinliches Aufeinandertreffen mit deinen Eltern erspart geblieben.
Wie ich es mache, ich mache es verkehrt. Verdammt! Ich hab das nicht gewollt.
Mehdi (setzt seinen reumütigen Dackelblick auf): Tut mir wirklich leid, dass es so gekommen ist. Aber ich... ich hab das aufgeklärt.
Na super! Und was bringt mir das? Der Depp vom Dienst bleibe ich trotzdem!
Maria (presst ihre Zähne zusammen u. blitzt ihn an): Wie aufmerksam von dir! War’s das dann?

Maria hatte genug gehört und gesehen und gefühlt. Sie wollte nur noch weg und wollte schon die nächsten Treppenstufen erklimmen, aber Mehdi hielt sie noch einmal zurück, indem er seine Hand sanft auf ihren Arm legte, der nach dem Geländer gegriffen hatte...

Mehdi: Ich wollte dir nie in irgendeiner Weise wehtun, Maria. Dazu hab ich dich doch viel zu gern.
Maria (will das nicht hören u. reißt ihren Arm zurück): Ach komm, sag jetzt nicht so etwas!
Das macht es nur noch schlimmer, zu wissen, ich hätte ihn haben können.
Mehdi (meint es ernst): Doch! Meine Gefühle waren...
Maria (unterbricht ihn harsch): Lass es einfach! Du hattest deine Chance. Nein, es waren, wenn man es genau nimmt, sogar zwei. Aber ich hätte es gleich bei dem ersten Mal belassen sollen. Altes sollte nicht aufgewärmt werden.
Mehdi (will es ihr erklären): Weißt du, ich... ich war so lange durcheinander, wusste nicht, was da war. Zwischen uns. Zwischen ihr und... Als ich es dann wusste, da hab ich irgendwie den Zeitpunkt verpasst, um...
Maria (fällt ihm zynisch ins Wort): Ja, wenn man sich auf so eine einlässt, kann man das nur mit geistiger Umnachtung erklären.
Mehdi (bleibt noch ruhig): Ich kann verstehen, dass du das denkst, aber es ist nicht so.
Will er mir jetzt erklären, dass das Liebe zwischen den beiden ist? Ja sicher! Und ich glaube noch an den Weihnachtsmann.
Maria (lacht spöttisch auf): Ich bitte dich, Mehdi. Diese Frau hat einen gewissen Ruf hier im Krankenhaus. Aber wahrscheinlich ist es gerade das, worauf du neuerdings abfährst. Vom Mauerblümchen, über Karrierefrau, hin zum leichten Mädchen. Hmm... Da schließt sich der Kreis, würde ich sagen, wenn man bedenkt, welcher Tätigkeit deine Frau früher nachgegangen ist.
Das hast du jetzt nicht wirklich gesagt? Maria, bist du bescheuert! Ja, das bin ich! Sonst hätte ich mich auch nicht in ihn verliebt.
Mehdi (ringt getroffen nach Luft): Hey! Jetzt werde nicht beleidigend, Maria. Du solltest nicht über jemand urteilen, den du gar nicht richtig kennst.
Maria (unbeeindruckt): Ach ja? Du kennst sie also? Tzz... Manchmal frage ich mich wirklich, was ich an dir so anziehend gefunden habe. Deine Naivität ist wirklich grenzwertig, Mehdi. Aber mach doch, was du willst. Fall doch auf die Schnauze. Mir kann es ja jetzt egal sein. Ich bin durch mit unserer Geschichte.
Ok, bleib ruhig! Sie meint das nicht so. Sie ist verletzt. Du hast sie verletzt. Das ist ihre Art, damit umzugehen. Du kennst sie doch. ... Aber es tut trotzdem weh.
Mehdi (verletzt): Ich hätte nicht gedacht, dass es so endet.
Maria (obwohl sie es nicht will, wird sie doch sentimental und das merkt er auch): Wie soll etwas enden, wenn es noch nicht mal richtig begonnen hatte?
Mehdi (sieht sie nachdenklich an): Vielleicht hast du Recht, wenn wir uns erst mal nicht mehr sehen.
Maria (gibt sich unnahbar u. verschränkt ihre Arme): Ich bitte drum.

Maria blitzte ihre Ex-Affäre noch einmal an und drehte sich dann auf der Stelle um, um die Treppe möglichst souverän hochzugehen. Mehdi blieb am Fenster stehen und sah ihr wehmütig hinterher...

Mehdi: Trotzdem wünsche ich mir, dass du irgendwann denjenigen findest, der dir das geben kann, was du suchst, Maria. Du hast es verdient, glücklich zu sein.

Maria blieb wie angewurzelt auf dem letzten Treppenabsatz stehen, sah sich aber nicht noch einmal zu ihrer verlorenen Liebe um. Nach einem kurzen Moment fasste sie sich wieder und lief zügig die Treppe hoch. In ihrem Büro angekommen, ließ sie sich frustriert in ihren Sessel fallen und drehte sich damit mehrmals im Kreis. Warum nur hatte er so etwas an sich, dass man ihn einfach nicht hassen konnte? Dieser Mann würde ihr immer ein Rätsel bleiben. Die Ärztin blieb noch einen Moment still in sich gekehrt sitzen, dann fiel ihr aber ein, dass sie sich nach dieser und der anderen Pleite doch vorgenommen hatte, sich endlich wieder auf das zu konzentrieren, was sie am besten konnte. Ihren Job! Und auf sich selbst. Sie hatte lange genug in Selbstmitleid gebadet und das war nun wirklich nicht ihre Art. Ablenkung durch Arbeit war schon immer ein Allheilmittel für sie gewesen.

Die stolze Neurologin schaute auf ihre Armbanduhr. Die Silvestersause, die gleich beginnen würde, würde sie auf jeden Fall sausen lassen. Übertrieben fröhliche Menschen, die peinliche Vorsätze machten, die sie am Ende eh nicht einhalten würden, waren das Letzte, was sie jetzt sehen wollte. Aber eine komplizierte Schädelfraktur, ein paar gebrochene Knochen, weggesprengte Extremitäten waren genau das, was sie jetzt brauchte. Aber bevor sie in die Notaufnahme gehen würde, würde sie noch einen Anstandsbesuch bei ihrer Mutter machen. Das hätte sie in ihrem ganzen Gefühlsdilemma beinahe vergessen, wenn der Haase sie vorhin nicht daran erinnert hätte. Eine kleine Visite bei ihrer Mutter würde sie wieder erden. Das war schon immer so gewesen. Maria Hassmann stand schließlich auf, kontrollierte noch schnell ihr perfektes Aussehen im Spiegel und setzte ihre Oberarztmaske wieder auf, dann verließ sie ihr Büro und machte sich entschlossen auf den Weg.


http://www.youtube.com/watch?v=Ot0blJaTAUA

Lorelei Offline

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22.08.2011 22:00
#1092 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben , nach dem letzten Drama tut uns ein bisschen Ablenkung sicherlich gut. It’s Partytime! Heute startet sie nämlich endlich, die Silvesterfeier, auf die ihr so lange gewartet habt. Viel Spaß mit dem ersten Teil und schönen Wochenstart wünscht euch eure Lorelei.




Kurz darauf - es war mittlerweile Abend geworden - versammelten sich allmählich Ärzteschaft, Verwaltungs-, Schreib- und Pflegekräfte, Krankenschwestern und auch einige neugierige Patienten in der Cafeteria zur alljährlichen Silvesterfeier, eines der Highlights im Terminkalender des renommierten Elisabethkrankenhauses. Noch war wenig los in der in einen bunten Partytempel verwandelten Kantine. Der Gastgeber des Abends, Prof. Dr. Franz Haase, ließ noch auf sich warten. Ebenso die selbsternannte Starelite des Hauses. Oberschwester Stefanie klärte noch ein paar letzte organisatorische Dinge und schaute immer wieder miesepetrig auf ihre Uhr, während der engagierte DJ ein letztes Mal die Technik seiner Musikanlage überprüfte. Einige überhungrige Gäste hatten sich schon heimlich ihre Teller mit den Delikatessen vom Büffet voll gepackt oder testeten den einen oder anderen leckeren alkoholfreien Cocktail an der improvisierten Bar. Heilloses Stimmenwirrwarr war aus allen Ecken der Cafeteria zu hören. Allgemein herrschte eine recht fröhliche und ausgelassene Stimmung unter den Partygästen.

Dr. Gretchen Haase hatte sich vor ein paar Minuten mit einem Teller Kartoffelsalat neben Schwester Sabine gesetzt, die auf ihrem Tisch Tarotkarten ausgebreitet hatte und mit verschwörerischer Stimme die Zukunft ihrer Lieblingsärztin analysierte, während diese sich genüsslich immer wieder die Gabel in den Mund schob und gebannt zuhörte, was die blonde Hobbyastrologin zu sagen hatte.....

Sabine: Ein Jahr großer Herausforderungen steht dir bevor, Gretchen.
Gretchen (wischt sich mit einer Serviette den Mund ab u. schmunzelt): Was du nicht sagst, Sabine! Ich lege doch im Frühjahr meine Facharztprüfungen ab.
Sabine (wird rot u. führt nach einer kurzen Denkpause weiter aus): Oh! Das stimmt, ja, aber die Karten sprechen ja auch nicht nur von der beruflichen Ebene. Das ist nur ein kleiner Teil des Ganzen.
Gretchen (ihr Grinsen wird noch breiter): Na, falls du damit das Private meinst, dann kann ich dir verraten, dass ich mit dem kompliziertesten Mann der Welt zusammen bin. Da ist jeder Tag eine neue Herausforderung.
Sabine (kichert): Stimmt!

Marc: Sprecht ihr über mich?

... fragte Dr. Marc Meier schmunzelnd, als er sich lässig auf dem Stuhl neben seiner hübschen Freundin niederließ und ihr frech zuzwinkerte. Gretchens Gesicht nahm ebenso wie Sabines sofort eine mehr als gesunde Farbe an und das lag sicherlich nicht an den Biokartoffeln in ihrem Salat, die ihre Mutter höchstpersönlich im Herbst in ihrem heimischen Garten geerntet hatte. Hektisch redete sie sich heraus und widmete sich mit ihrem Blick wieder ihrem halbleeren Teller, von dem sich Marc gerade ein Stück saure Gurke stibitzte.

Gretchen: Äh... nein!
Marc (lehnt sich grinsend zurück u. verschränkt seine Arme hinter seinem Kopf): Das sehe ich.
Sabine (versucht sich in gewohnt trockenem Ton zu erklären): Mit Nichten, Herr Doktor. Wir sprechen über die Zukunft.
Marc (mustert die treue Seele abfällig von der Seite u. sein Grinsen schläft auf der Stelle ein): Ah ja!? Das erklärt auch die Hexenkarten vor Ihnen.
Sabine (klärt ihn in ihrer Ehre gekränkt auf): Tarot, Herr Doktor! Das sind Tarotkarten.
Gretchen (kleinlaut): Genau!
Marc (nuschelt in sich hinein): Das kommt auf dasselbe hinaus.
Sabine (lässt sich nicht beirren, da sie ihre Chance gekommen sieht, etwas über Dr. Meier zu erfahren, u. bietet ihm treudoof ihre Fähigkeiten an): Wollen Sie nicht auch eine Karte ziehen, Herr Doktor?
Marc (vom Blick auf seine süße Freundin abgelenkt, schaut er Sabine verwirrt an): Wieso sollte ich?
Gretchen (stachelt ihn ebenfalls an): Willst du nicht wissen, was die Zukunft für dich bereit hält?
Oh Gott! Unsere Cafeteria verwandelt sich in den Hexentanzplatz. Sollte schleunigst die Flucht ergreifen, bevor mich das dritte Auge trifft.
Marc: Äh... Nein!
Gretchen (schiebt ihren Teller beiseite und stützt ihre Ellenbogen auf der Tischplatte und ihren Kopf auf ihren Händen ab u. sieht ihren zweiflerischen Liebsten direkt an): Glaubst du nicht daran?
Hab ich meine Seele an den Teufel verkauft?
Marc (setzt seinen messerscharfen Chirurgenblick auf): Haasenzahn, ich bin Chirurg und Realist. Ich lebe in der Gegenwart und glaube an das, was die mir gerade bereithält.
Gretchen (schaut ihn gebannt an): Und was hält die Gegenwart für dich bereit, Dr. Meier?
Marc (beugt sich schmunzelnd ganz nah an seine sexy Assistenzärztin heran u. flüstert ihr etwas verheißungsvoll ins Ohr, so dass sich ihre Härchen auf den Oberarmen aufstellen): Im Moment? Eine heiße Blondine und eine menschenleere Chirurgie.

Gretchens Herzschlag setzte aus und sie spürte deutlich, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss. Nervös rutschte sie auf ihrem Stuhl hin und her, weil Marcs heißer Atem an ihrem Ohr und seine brandgefährliche Hand auf ihrem Oberschenkel sie ganz wuschig machten. Die bedrängte Frau versuchte, seine Hand, die ungeniert immer weiter nach oben wanderte, weg zu schieben, doch ohne Erfolg. Kaum hatte sie sie ein paar Zentimeter abgewehrt, kam sie auch schon forscher denn je zurück und brannte sich erst recht ein. Zusätzlich wurde Gretchen nun von heiß-kalten Schauern geplagt, dessen Wirkung ihr unverschämter Freund durchaus bemerkte und sehr zu genießen schien. Wie machte er das bloß immer, fragte sie sich verwirrt und verfluchte, dass er sie so leicht um den Finger wickeln konnte. Gegen Meiersche Liebesattacken war sie nun mal völlig machtlos, registrierte die verliebte Frau schließlich und umschloss seine Hand mit ihren Fingern, die sich mit seinen verschränkten. Mit einem eindringlichen unmissverständlichen Blick versuchte sie, sein Tun zu unterbinden, bevor noch andere darauf aufmerksam wurden...

Gretchen: Maaahaaarc!
Strike! Punktlandung! Wer braucht schon diesen ganzen Hokuspokus, wenn man(n) es selber erledigen kann. Ein paar Minuten bis zur anwesenheitspflichtigen Neujahrsrede haben wir doch noch?
Sabine (hängt gebannt an den Lippen ihres Idols): Was hat er gesagt?
Gretchen (wird abrupt aus ihren paradiesischen Gedanken gerissen u. kuckt Sabine dementsprechend entgeistert an): Äh... Sabine?
Ja, toll! Die Stimmungstöterin hat zugeschlagen.
Marc (blitzt Sabine mit zusammengekniffenen Augen bedrohlich an, so dass sie immer kleiner auf ihrem Stuhl wird): Ich glaube, das übersteigt Ihre FSK-Grenze, Schwester Sabine.
Gretchen (schließt vor Peinlichkeit ihre Augen): Marc!
Sabine (verdutzt): Meine was?
Oh Mann! Die ist echt dümmer als Stroh! Unglaublich!

Doch bevor Dr. Meier das näher ausführen konnte, wurde er von einem seltsamen Wesen aus einer anderen Welt unterbrochen, das über eine bizarre Deformierung seiner Hände verfügte, mit denen es nun in die Runde grüßte...

Günni: Deine was Was, Bienchen?
Sabine (dreht sich überrascht herum): Günni!
Marc (zieht seine Augenbrauen nach oben): Was denn? Gibt’s heute keine Star-Trek-Nacht auf Kabel1?
Gretchen (klopft dem unverschämten Kerl tadelnd auf die Finger, woraufhin er beleidigt seine Hand von ihrem Oberschenkel zurückzieht): Marc!

Schwester Sabines Gesicht erstrahlte augenblicklich, als sie ihr Herzblatt erkannte, das sich ungefragt auf den vierten freien Stuhl setzte und sich sofort ihre Hand schnappte und zärtlich darüber streichelte. Marc warf Gretchen nur augenrollend einen Blick zu, der sagte, „Lass uns hier schnell verschwinden, bevor das Raumschiff abhebt“. Seine Freundin, die die süßen Zärtlichkeiten der beiden gerührt beobachtet hatte, kicherte nur und kam seiner unmissverständlichen Aufforderung sofort nach und stand ebenfalls auf. Dr. Gummersbach löste sich von Sabines leuchtenden Augen und schaute die beiden verwundert an. Er wollte sie doch nicht mit seinem Auftauchen verkraulen...

Günni: Bleiben Sie doch!
Sabine: Ja, bitte!
Nicht in tausend Jahren!
Marc (zwinkert ihnen zu): Haben was Besseres vor!
Gretchen: Was denn?
Marc (schenkt ihr einen vielsagenden Blick, den sie nur mit einem frechen Grinsen kommentiert): Haasenzahn!
Hihi!
Sabine (schaut Dr. Meier enttäuscht an): Aber Sie haben doch noch gar keine Karte gezogen, Herr Doktor!
Marc (ist schon im Begriff zu gehen, als er sich noch einmal verdutzt herumdreht): Bitte?
Gretchen (genießt den Moment u. treibt das Spiel noch mit einem unwiderstehlichem Wimpernaufschlag und Schmollmund voran): Och tue ihr doch bitte den Gefallen, Marc!
Dieses kleine Biest!
Marc (funkelt sie an): Und was soll ich damit? Bringt mich das in irgendeiner Weise weiter?
Gretchen (grinst ihn an): Ja, menschlich!
Marc: Tzz...
Ich sehe hier nur Außerirdische und keine Menschen.

Dr. Meier verdrehte nur genervt die Augen, zog aber trotzdem eine Karte und warf sie, ohne draufzuschauen, offen auf den Tisch. Dann schnappte er sich unvermittelt die Hand seiner frechen Freundin, die gerade neugierig einen Blick auf das Tarotblatt werfen wollte, und zerrte sie einfach davon. Gretchens Protest verhallte ungehört. Doch Schwester Sabine hatte nicht einmal bemerkt, dass die beiden die Flucht ergriffen hatten, so sehr faszinierte sie die gezogene Karte von Dr. Meier. Sie war mit einem Mal tief in Gedanken versunken. Dr. Gummersbach merkte ihre veränderte Haltung und legte besorgt seinen Arm um ihre Schulter...

Günni: Was hast du denn, Schnurzelchen? Du bist auf einmal ganz blass um die Nase.
Sabine (erwacht aus ihren Gedanken u. zeigt mit dem Finger auf das Tarotblatt): Schau doch, Purzelchen!
Günni (löst sich von ihren bedrückt dreinblickenden Augen u. sieht sich die Karte genauer an; nach einem Crashkurs von Sabine ist er nämlich mittlerweile ebenfalls Experte auf dem Gebiet): Oh!
Sabine (sucht nun nach den beiden Ärzten im Saal u. murmelt leise vor sich hin): Ja! Was ist, wenn er die falsche Entscheidung trifft?
Günni (versucht die besorgte Hobbywahrsagerin auf andere Gedanken zu bringen u. drückt ihre Hand): Willst du mir nicht auch die Karten legen? Hmm, Bienchen? Was hältst du davon?

Damit zauberte der fürsorgliche Pathologe wieder ein verliebtes Lächeln auf die süßen Lippen seiner Freundin. Sie vergaß die Zukunftssorgen um ihr Lieblingsliebespaar, sammelte die Tarotkarten schnell wieder ein und mischte diese neu, dann breitete sie diese auf dem Tisch aus und Günni zog eine davon heraus. Ihre gemeinsame Zukunft stand tatsächlich in den Sternen, stellten beide zufrieden fest und hielten sich nun glücklich in den Armen.

Lorelei Offline

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23.08.2011 18:00
#1093 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc hatte derweil seine Freundin zur Bar gezogen, wo er dem Barkeeper lässig zuschnipste, um eine Bestellung aufzugeben. Gretchen hatte sich von ihm losgerissen und hatte ihre Hände in die Hüfte gestemmt und funkelte den Macho nun böse an...

Gretchen: Marc, das war sehr unhöflich von dir.
Marc (gibt sich unbeeindruckt u. lehnt sich lässig an einen ans Fenster geschobenen Tisch): Nur weil ich nicht an diesen ganzen bescheuerten Hokuspokus glaube?
Gretchen (schaut noch einmal zu dem Tisch des Liebespaars rüber u. lächelt, als sie die beiden so glücklich miteinander sieht): Sie hat es doch nur nett gemeint.
Marc: Pff! Und als nächstes will sie dann Bleigießen machen oder was?
Gretchen (ironisch): Warum nicht?
Marc (ignoriert diesen spöttischen Einwurf u. lässt sich ein alkoholfreies Bier reichen u. trinkt einen Schluck aus der Flasche, während sein Blick kurz durch den Raum schweift): Gott, wie ich diese Veranstaltungen hasse. Hoffentlich kommt bald ein schöner komplizierter Fall rein, an dem ich eine Weile herumschnippeln kann, bevor ich hier vor Langeweile nach hinten umkippe.
Gretchen (gekränkt): Marc, ein bisschen mehr Begeisterung bitte! Wir haben uns so viel Mühe gemacht.
Marc (nimmt noch einen Schluck u. blickt nachdenklich in die Ferne): Na ja!? ... Früher da... da hab ich immer die geilsten Silvesterpartys geschmissen. Das waren noch Zeiten. Frag mal den Kaan, der erinnert sich sicher noch lebhaft daran. Und heute, heute hocke ich hier mit diesen ganzen Schnarchnasen und es gibt nicht mal richtiges Hochprozentiges. Spaßfaktor Null!
Gretchen (legt ihre Arme um seinen Hals u. sieht ihn aufmunternd an): Ach mein armer, armer Grummel, dann nehmen wir uns eben nächstes Jahr frei und du schmeißt eine deiner legendären Meierpartys. Hmm?
Marc (stellt die Flasche hinter sich auf den Tisch u. packt seine Freundin mit beiden Händen an der Taille u. funkelt sie an): Meinst du also?
Gretchen (kommt noch einen Zentimeter näher heran u. klimpert aufreizend mit ihren langen Wimpern): Hmm! Weißt du, Sabine hat mir große Herausforderungen vorhergesagt und das könnte eine davon sein.
Marc (schüttelt den Kopf u. ein breites Grinsen zeichnet sich auf seinem Gesicht ab): Du gestaltest dir die Zukunft aber auch nur so, wie sie dir gefällt.
Gretchen (schmiegt sich an ihren Freund, so dass ihm ganz anders wird): Kennst mich doch mittlerweile. Hauptsache, Zukunft bedeutet auch wir beide.

Marc sah Gretchen tief in die Augen, die unter dem Schein der Diskokugel aufleuchteten, strich ihr eine verirrte Strähne aus dem Gesicht, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatte und klemmte diese hinter ihr Ohr, streichelte gefühlvoll mit dem Daumen über ihren Nacken und spürte, wie sich bei seiner Berührung ihre Härchen aufstellten, lächelte und zog ihren Kopf schließlich zu sich heran, um sie zärtlich zu küssen.

Gretchen (grinst ihn verliebt an): Wofür war der denn?
Marc (sieht in ihren Augen hin und her): Dafür, dass du bist, wie du bist.
Gretchen: Nervig, dick und furchtbar naiv?
Marc (schüttelt den Kopf u. blickt sie weiterhin intensiv an): Nein... einfach nur... zauberhaft!
Gretchen (verliert sich in seinen Augen): Oh! ... Danke!

Gretchen lächelte den unwiderstehlichen Charmeur verlegen an. Wann bekam sie auch schon, solch ein süßes aufrichtiges Kompliment von ihrem Obermacho? Dieser verfolgte fasziniert, wie ihr schönes Gesicht langsam einen zarten roséfarbenen Teint bekam und legte seine warme Hand an ihre gerötete Wange. Einen Moment lang sahen sie einfach nur sich und waren gefangen in ihrer eigenen kleinen Welt. Das Stimmenwirrwarr um sie herum nahmen sie gar nicht mehr war, bis der „DJ der guten Laune“ beschloss, dass es endlich an der Zeit war, für ein bisschen Stimmung unter den Kittelträgern zu sorgen.

http://www.youtube.com/watch?v=s7H7p80kZN8

Das Liebespaar löste sich daraufhin seufzend voneinander und lächelte sich noch einmal verliebt an. Dann nahm Marc sich wieder seine Bierflasche und trank einen kräftigen Schluck daraus, um sich ein wenig abzukühlen, denn ihm war in den letzten Minuten regelrecht warm ums Herz geworden, während sich Gretchen aus denselben Gründen eine Apfelschorle holte. Sie hockte sich anschließend neben Marc auf den Tisch vor der großen Fensterfront, ließ ihre Beine baumeln und blickte einmal kurz hinaus in den klaren Sternenhimmel, dann schmachtete sie ihren Liebsten auch schon wieder verliebt von der Seite an. Er erwiderte ihre zärtlichen Blicke und die beiden gerieten etwas ins Plaudern...

Marc: Warum warst du nach der Visite eigentlich so schnell verschwunden?
Gretchen: Ach du, Lilly hatte ihren Schal im Flur liegen gelassen und da bin ich den beiden schnell nach, dann hat mich aber ihre Oma noch in Beschlag genommen. Wir sind übrigens irgendwann demnächst bei ihr zum Kaffee eingeladen. Und dann musste ich mich um Maria kümmern. Lilly ist irgendwie rausgerutscht, dass sie Mehdis Freundin wäre und da gab es eben das eine oder andere Missverständnis.
Marc (klappt sprachlos die Kinnlade nach unten): Gott, der baut doch echt nur noch Scheiße, wenn man mal keine zwei Sekunden auf ihn aufpasst. Idiot! Äh...Moment... wieso sind wir denn jetzt bei seiner Mutter eingeladen?
Nur über meine Leiche!

Gretchen holte gerade aus, um zu antworten, aber in dem Moment sah sie, wie die Person, um die sich ihr Gespräch drehte, die Cafeteria betrat und winkte dieser zu...

Gretchen: Oh kuck mal! Da ist er ja! Mehdi!

Marc folgte irritiert ihrem Blick und erkannte seinen besten Freund, der gerade mit zwei attraktiven Begleiterinnen im Schlepptau durch die Tür kam. Der Oberarzt rümpfte ungläubig seine Nase...

Marc: Hat der etwa schon wieder ne Neue?

Lorelei Offline

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24.08.2011 17:54
#1094 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Hundert Gummipunkte gehen an...... *Trommelwirbel* ...... Sissi, die den richtigen Riecher hatte! Tja, Mehdi ist halt immer für eine Überraschung gut. Dann öffnen wir doch mal das erste Ü-Ei. Ich glaube, es gibt da sogar jemand, der gerne damit spielen würde. Viel Spaß! Liebe Grüße, Lorelei



http://www.youtube.com/watch?v=krHcHLY5jSE&feature=fvwrel

Langsam füllte sich der Partysaal mit immer mehr in Ärzteweiß gekleideten Menschen und so vernahm Mehdi nicht gleich, dass Gretchen immer wieder mit hektischem Armwinken auf sich aufmerksam machte, bis sie schließlich entnervt aufgab, weil er entweder stetig in die falsche Richtung kuckte oder seine hübsche Freundin von der Seite anhimmelte. Er war im Eingangsbereich der Cafeteria neben der eigentlichen Essensausgabe stehen geblieben und plauderte angeregt mit Gabi und Chantal, die vorhin überraschend samt Babybag in seinem Büro aufgeschlagen war und dieses in Beschlag genommen hatte, und die nun in ihrem knallpinken Partydress unter den ganzen Kittelträgern als Farbtupfer eindeutig heraus stach. Neugierig sah sich die junge Frau in der Partylocation um...

Chantal: Na ist doch ganz nett hier. War eine gute Entscheidung, herzukommen.
Gabi (rollt mit den Augen): Ja, und wie der Bär hier steppt. Mir schlafen gleich die Füße ein.
Mehdi (streicht ihr zärtlich über den Rücken u. lächelt seine grummelige Freundin an): Es hat ja auch noch nicht richtig angefangen.
Gabi: Mehdi, du kennst doch die Veranstaltungen aus den letzten Jahren oder?
Ok, sie hat recht! An Marcs legendäre Silvesterfeiern kommt das hier jedenfalls nicht heran.
Mehdi (schmunzelt u. wendet sich Chantal zu): Ich freu mich jedenfalls, dass du da bist, Chantal.
Chantal (lächelt): Ich mich auch, Doc. Und danke, dass ich die Lütte bei dir lassen konnte.

Mehdi zwinkerte der jungen Mutter zu und schnappte sich vom Tresen drei Gläser mit alkoholfreiem Sekt, der dort aufgereiht stand. Chantal warf noch einmal einen vergewissernden Blick in ihre Handtasche auf das Babyphone und nahm ihr Glas dann lächelnd entgegen, wie Gabi auch, die ihrem Freund tief in die Augen schaute, als sie mit ihm anstieß. Die drei merkten nicht, dass sie von der anderen Ecke des Saals interessiert beobachtet wurden...

Gretchen (kuckt Marc verwundert an): Also ich kenne sie nicht. Sieht jung aus. Vielleicht eine Freundin von Gabi?
Marc (zuckt mit den Schultern): Die hat doch keine Freunde!

Jochen: Wer? Du?

... wurden die beiden Ärzte plötzlich von einem breit grinsenden jungen Mann unterbrochen, der seine Hände tief in seinen Hosentaschen vergraben hatte und sich lässig neben sie an den Tisch gelehnt hatte. Gretchen fauchte ihren unwitzigen Bruder auch gleich in gewohntem geschwisterlichem Ton an, während Marc über den gelungenen Einwurf seines Schwagers lachte...

Gretchen: Sehr witzig, Bruderherz.
Jochen (zwinkert ihr zu, rückt dann noch etwas näher an seine Schwester heran, was diese etwas irritiert, und druckst plötzlich herum): Sag mal, Gretchen, du bist doch gut mit Dr. Kaan?
Marc (horcht auf): Bitte?
Gretchen (blickt verwundert zwischen den beiden hin und her): Äh... Ja! Wieso fragst du?
Jochen (tut plötzlich wieder ganz uninteressiert): Och nur so! Ich dachte nur, dann kennst du vielleicht auch die Lady in pink da vorne.
Gretchen (sieht kurz zu Mehdi rüber, der gerade mit der jungen Frau anstößt, u. fängt plötzlich an zu grinsen, als ihr Blick auf ihren Bruder zurückgeht, der rote Ohren bekommen hat): Ach? Daher weht der Wind?
Jochen (blitzt sie an u. leugnet vehement): Hier weht gar kein Wind. Ich hab mich nur gewundert. Sind ja alle außer sie im Kittel.
Gretchen (wirft Marc einen vielsagenden Blick zu, der nur amüsiert vor sich hin schmunzelt): Klar!
Marc (beugt sich an seiner Freundin vorbei zu Jochen rüber): Kleiner Rat unter Männern äh... Mann und Grünschnabel, wenn du mehr von ihr willst, dann frag sie lieber gleich direkt selbst. Frauen stehen drauf, wenn man(n) die Initiative ergreift. Alte Schule halt. Muss irgendwas Evolutionsbedingtes sein, wenn die mit einem Mal ihren ganzen Emanzenscheiß vergessen. Keine Ahnung. Aber es wirkt. Definitiv.
Jochen (kuckt den Freund seiner Schwester schockiert an u. fühlt sich ziemlich unwohl in seiner Haut): Eh! Ich will doch nichts von der! Ich bin frisch getrennt!
Oh Mann, eine Familie!
Marc (rollt erst mit den Augen u. lehnt sich dann grinsend wieder zurück): Na dann ist Frischfleisch ja genau das Richtige.
Gretchen (stupst ihn von der Seite an u. empört sich): Marc, bring ihm keine Dummheiten bei!
Jochen (wehrt sich): Eh ich bin kein Kleinkind mehr, ja!
Gretchen (murmelt): Davon merke ich aber nicht viel.

Während Marc nur amüsiert an seinem Bier nippte, sagte Jochen gar nichts weiter dazu und schmollte, sichtlich bemüht, nicht die ganze Zeit zum Eingang zu starren, wo Dr. Kaan gerade die schöne Unbekannte mit Oberschwester Stefanie bekannt machte und sie nach einem kurzen Plausch mit ihr und Schwester Gabi allein ließ. Panisch weiteten sich Jochens Augen und er wendete schnell seinen Blick ab, als er registrierte, dass der Frauenarzt direkt auf ihn zusteuerte....

Mehdi (winkt seinen Freunden freudig zu): Gretchen! Marc! Ich hab euch gar nicht gesehen. ... Hallo Jochen!

Jochen grummelte nur, rutschte ins Abseits und genehmigte sich nun auch erst mal ein Bier an der Bar, während seine Schwester ihren Ex mit einem breiten Lächeln begrüßte und Dr. Meier mal wieder einen flotten Spruch auf den Lippen hatte...

Gretchen: Na!
Mehdi (erwidert ihr Lächeln u. setzt sich neben sie): Na!
Marc: Und schon die nächste aufgerissen? Respekt! Stehste jetzt auf die ganz jungen Kaliber, hä? Schlawiner!
Mehdi (denkt, er hätte sich verhört u. kuckt seinen Freund dementsprechend verdutzt an): Bitte?

Jochen, der gerade das erfrischende Kaltgetränk an seine Lippen gesetzt hatte, verschluckte sich heftig an seinem Bier und prustete los. Besorgt hüpfte Gretchen vom Tisch und klopfte ihrem hustenden Bruder auf den Rücken...

Gretchen: Alles in Ordnung mit dir?
Jochen (windet sich aus ihren Fängen): Klar!

Mit hochrotem Kopf schlich er an seiner Schwester vorbei und stellte sich etwas abseits hin und widmete sich seinem alkoholfreien Bier. Im gleichen Moment erschien Professor Haase, ungewohnt im schicken dunklen Anzug und Krawatte gekleidet, in Begleitung seiner Frau, die ein beigefarbenes Etuikleid und einen Blazer trug, in der Cafeteria und schritt geradewegs auf die kleine Bühne zu, die im Eingangsbereich aufgebaut worden war. Marc beugte sich verwundert zu seiner Freundin vor, die ihre Eltern freudig anlächelte und gebannt auf die Neujahrsansprache ihres Vaters wartete...

Marc: Äh... von Dresscode war aber keine Rede gewesen oder?
Gretchen (dreht sich nach hinten um u. klärt ihn auf): Nein, aber nach der Eröffnung hier gehen meine Eltern doch noch auf den Silvesterempfang in die Berliner Oper.

Marc, den das nun wirklich nicht die Bohne interessierte, rutschte vom Tisch herunter und umschlang von hinten Gretchens schlanken Körper, die sich nun gefühlvoll in seine Arme schmiegte und nach seinen Händen griff. Und da ertönte auch schon mit lautem Räuspern die tiefe ehrfurchtsvolle Stimme des Professors im Mikrofon. Die Geräuschkulisse verstummte und alle Blicke waren auf den leitenden Direktor des Elisabethkrankenhauses gerichtet, der nun mit seiner Ansprache begann...

Franz: Meine sehr verehrten Gäste, liebe Kollegen, Patienten, Freunde, ich freue mich sehr, dass ihr so zahlreich meiner Einladung gefolgt seid. Man mag es kaum glauben, aber das Jahr neigt sich tatsächlich bereits dem Ende zu. Dabei kommt es mir so vor, als hätte es gerade erst begonnen. ... (Stumm nicken ihm die Zuhörer zu, Gretchen lacht, Mehdi hört interessiert zu und Marc und Jochen haben schon beim ersten Wort abgeschaltet und starren Löcher in die Luft.) ... Und wie es der alte Brauch so will, stehe ich auch in diesem Moment wieder vor euch und langweile euch mit einer langen Rede. ... („Ach Papa“ flüstert Gretchen und schüttelt den Kopf. Marc und Jochen gähnen synchron und Mehdi macht lachend eine abwiegelnde Handbewegung.) ... Aber keine Angst, heute werde ich mich kurz halten, also ich werde es zumindest versuchen. ... Wie jedes Jahr habe ich euch am letzten Abend des Jahres hierher eingeladen, um mich mit einer kleinen Feier bei euch für eure unglaublichen Verdienste zu bedanken. Es war weiß Gott kein leichtes Jahr für uns alle. ... (Gretchen wird wehmütig und dreht ihren Kopf nach hinten. Marc streichelt ihr liebevoll über die Wange und hält sie fest. Auch Mehdi wirkt mit einem Mal traurig und blickt in Richtung seiner Freundin, die zu ihm rüberschaut und lächelt.) ... Ich denke, jedem von euch ist noch in guter Erinnerung, wie Mitte des Jahres ein gefährlicher Virus uns an die Grenzen unserer Kräfte gebracht hat. Wir haben gekämpft und unser Bestes gegeben und trotzdem hat so manches wertvolle Leben auf der Kippe gestanden, mein eigenes, das meiner Tochter und das von vielen anderen unserer Belegschaft. ... (Marcs Klammergriff um Gretchen wird fester. Mehdi klopft seinem Retter dankbar auf die Schulter. Marc nickt ihm stumm zu. Bärbel, die direkt neben der Bühne steht, schluchzt, wie einige andere Anwesende auch. Und selbst Jochen wirkt für einen Moment ungewohnt ernst und blickt zu seinem Vater, bevor er sich an die Schulter seiner Schwester lehnt, die seine Hand nimmt und drückt.) ... Aber das Schicksal lässt sich trotz modernster medizinischer Technik nicht überlisten. Eine Patientin und eine liebe Kollegin haben es leider nicht geschafft, aber Schwester Ingeborg, Gott hab sie selig, wird uns immer als fleißige und liebenswerte Kollegin in Erinnerung bleiben. Lasst uns einen Moment für sie innehalten. ... (Trauriges Schweigen setzt ein. Gretchen wischt sich still eine Träne aus dem Auge. Mehdi auch. Marc schaut sich betreten in den Reihen um. Traurige Mienen, wohin man sieht, selbst Gabi scheint zu weinen. Sabine sowieso. Und auch Marc denkt nur ungern an die schwere Zeit zurück, als er Gretchen und Mehdi fast verloren hätte. Nach einer Schweigeminute setzt Prof. Haase langsam seine Rede fort.) ... Diese schwere Zeit hat uns als Familie nur noch enger zusammengeschweißt. Ja, ich weiß, für den einen oder anderen unter euch mag das albern erklingen, aber wir sind eine Familie. Teamarbeit und Patientennähe werden hier bei uns noch groß geschrieben. Jeder einzelne von euch, ob Putzkraft, Köchin, Krankenschwester oder Chirurgengott in Weiß, hält als kleines Rädchen diesen Betrieb aufrecht und dafür möchte ich mich bei euch von ganzem Herzen bedanken. Ihr alle seid das Herz und die Seele dieses Hauses. ... (Anerkennender Applaus setzt ein, doch der Professor hebt seine Hand, um Aufmerksamkeit bemüht, da er noch nicht zu Ende gesprochen hat. Der Applaus verklingt wieder. Gretchen schaut ganz gerührt nach vorn, während Marc und Jochen sich ein wenig fremdschämen.) ... Die Patientenstatistiken sprechen für sich. Unser altehrwürdiges Krankenhaus hat in allen Bewertungen mal wieder Bestnoten eingeholt, was nicht selbstverständlich ist für ein Haus unserer Großenordnung. Ich bin sehr stolz auf uns, auf euch und eure Leistung. Im nächsten Jahr wird Großes auf uns zukommen. Es ist noch nicht ganz spruchreif, aber ich kann euch jetzt schon verraten, dass große Veränderungen auf uns und unsere Klinik zukommen werden. Die längst überfällige Erweiterung der chirurgischen Abteilungen steht auf dem Plan. ... (Marcs Brust hebt sich stolzgeschwellt und auch Gretchen ist sehr stolz.) ... Unser Elisabethkrankenhaus wird somit bald zu den ersten Adressen in Deutschland gehören und das macht mich ganz besonders glücklich, denn damit findet mein Lebenswerk einen würdigen Abschluss. ... (Gretchen schluckt, Marc, Jochen und Mehdi auch. Und Franz wird von einer Sekunde auf die andere ganz wehmütig, denn für ihn ist es kein leichter Schritt, bald von dem allen Abschied nehmen zu wollen.) ... Ja, der eine oder andere wird von den Gerüchten sicherlich schon gehört haben und ich kann sie hier nur bestätigen. Für mich als leitenden Direktor dieses Hauses wird das kommende Jahr das letzte Jahr meiner beruflichen Laufbahn sein. ... (Durch das Kollegium geht ein erstauntes Raunen, da kaum jemand wirklich daran geglaubt hat, dass der Professor seine wohlverdiente Pensionierung antritt. Gretchen ist ganz wehmütig zumute. Marc hält sie fest, auch wenn ihm selbst ganz seltsam zumute ist in dem Moment. Sabine weint und wird von Günni getröstet.) ... Man sagt ja bekanntlich, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und für mich alten Ha(a)sen ... (Er lacht, die anderen setzen mit ein.) ... ist diese Zeit nun gekommen. Die Jugend rückt nach und das ist auch ganz gut so. Mein Junge studiert erfolgreich Medizin. Meine Tochter macht in wenigen Monaten ihren Facharzt. Und ich bin mächtig stolz auf die beiden. .... (Franz schaut stolz in ihre Richtung. Jochen und Gretchen blicken sich glücklich an und Bärbel weint.) .... Ihr habt in eurer Kindheit nur sehr wenig von mir gehabt. Das ist das schwere Los des Chirurgen, das ich zu tragen habe. Das tut mir heute wirklich sehr leid. Ich hätte wirklich gerne mehr Zeit mit euch verbracht. ... (Seine beiden Kinder halten sich nun im Arm und lächeln ihn an. Gretchen wischt sich eine kleine Träne aus dem Auge. Mehdi reicht ihr ein Taschentuch, das sie dankbar annimmt und in das sie hineinschnieft.) ... Aber ihr seid nun erwachsen und geht eure eigenen Wege und ihr könnt euch sicher sein, dass ich jeden eurer Schritte verfolgen werde, auch wenn es vielleicht nicht mehr unbedingt hier in der Klinik sein wird. ... (Der Professor legt eine kurze Sprechpause ein, um sich zu sammeln. Dabei fixiert er Dr. Meier mit seinem Blick, der sich unsicher umblickt.) ... Aber bevor ich hier noch ganz sentimental werde, ich hatte euch ja eigentlich eine kurze Rede versprochen, möchte ich noch schnell ein lobendes Wort an meine Oberärzte und Stationsärzte loswerden, ohne die ich hier wahrlich aufgeschmissen wäre. ... (Marcs Brust schwellt wieder um ein Dreifaches an.) ... Ihr seid es, die hier die Zügel zusammenhalten und das nicht nur was die OP-Arbeit betrifft, sondern auch die vortreffliche Organisation der Stationen und die erfolgreiche Ausbildung der Assistenzärzte. Und ich bin mächtig stolz darauf, die besten Kräfte dieses Landes hier in diesem unserem Haus versammelt zu wissen. Ich will hier keine Namen nennen, um irgendjemanden zu benachteiligen, den ich vergessen würde. Aber dennoch möchte ich lobend unsere Neuzugänge erwähnen, allen voran Dr. Gummersbach, den wir als Pathologen und Rechtsmediziner von der Charité hinzugewinnen konnten. ... (Franz blickt zum Tisch von Dr. Gummersbach. Dieser läuft sofort rot an, als er sämtliche Blicke auf sich gerichtet bemerkt, erhebt sich kurz und setzt sich schnell wieder überfordert. Sabine platzt fast vor lauter Stolz und plappert Kate ein Ohr ab, die sich vorhin an ihren Tisch gesetzt hat.) ... Und noch ein neues Gesicht dürfen wir demnächst in unseren Reihen begrüßen und darauf bin ich ganz besonders stolz. Kommen Sie doch bitte zu mir!

Prof. Haase machte eine winkende Handbewegung in Richtung Eingangstür. Sämtliche Köpfe folgten neugierig seinem Blick. Marc schaute derweil fragend zu Gretchen, die auch nur verwundert mit den Schultern zuckte, weil sie keine Ahnung von den Plänen ihres Vaters gehabt hatte. Mehdi nutzte derweil die eingetretene Redepause seines Chefs, um sich ein wenig in der übervollen Cafeteria umzuschauen. In einer dunklen Ecke etwas abseits der Bühne konnte er in Eingangsnähe Maria Hassmann ausmachen, die sich doch noch dazu durchgerungen hatte, zumindest der alljährlichen Ansprache vom Professor beizuwohnen, bei der allgemein Anwesenheitspflicht herrschte, und die jetzt gelangweilt mit einem Glas alkoholfreiem Sekt an einer Wand lehnte. Ihr Blick war in eine ganz bestimmte Richtung gelenkt. Sie schien Schwester Gabi zu beobachten, nein, regelrecht zu observieren, die noch immer im Gespräch mit Oberschwester Stefanie und der ihr unbekannten jungen Brünetten vertieft war. Als Maria aber erschrocken erkannte, dass sie von Mehdi beäugt wurde, senkte sie ertappt ihren Blick und schaute stattdessen in die Richtung, in die Prof. Haase deutete. Die taffe Oberärztin schnappte heftig nach Luft, als der Angesprochene unter den neugierigen Blicken des Publikums den Saal betrat. Man hörte trotz des Stimmenwirrwarrs, das eingesetzt hatte, plötzlich ein Glas zu Boden fallen. Und auch Dr. Meier konnte gerade noch so seine Bierflasche festhalten, aus der er sich gerade den letzten Schluck genehmigen wollte, als er mit Schrecken erkannte, wer der ominöse Neuzugang war, den Gretchens Vater gerade im Begriff war vorzustellen. Fassungslos blickte er zu seinem besten Kumpel neben sich, dem ebenfalls die Kinnlade herunterklappt war, während Franz den neuen Kollegen freudig per Handschlag auf der Bühne begrüßte...

Lorelei Offline

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25.08.2011 17:30
#1095 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Es war, glaube ich, nicht schwer zu erraten, wer im nächsten Ü-Ei steckt. Es ist..... *Trommelwirbel* ... Dr. Gina Amsel! Nein, natürlich nicht! Obwohl Marc würde sich sicherlich freuen. Und Mehdi vielleicht auch? Ja dann, bitte ich mal für reichlich Applaus. Das EKH ist um ein Gesicht reicher geworden. Obwohl ganz so sicher ist das nämlich noch nicht. Seht selbst! Eure Lorelei


http://www.youtube.com/watch?v=MyAZQZ-F7j4



Franz (erhebt mit stolzgeschwellter Brust erneut das Wort): Darf ich Euch vorstellen, Dr. Cedric Stier, der ebenfalls den Weg von der Charité zu uns gefunden hat und der in wenigen Wochen die zweite Planstelle in der neurochirurgischen Abteilung besetzen wird.

Begrüßungsapplaus setzte ein. Und so vernahm niemand außer einer Person, wie eine dunkelhaarige Frau reflexartig die Cafeteria verließ und die schwere gläserne Eingangstür hinter sich zukrachen ließ. Dr. Meier, dessen Halsschlagader innerhalb von Sekunden um das Doppelte angeschwollen war, blickte ungläubig von Mehdi zur Bühne, zurück zu Mehdi, der mit offenem Mund nach vorn starrte und immer wieder fassungslos den Kopf schüttelte, und dann zu Gretchen, die gar nicht wusste, was sie von alldem halten sollte, aber ahnte, dass das einem entspannten Silvesterabend mit ihrem Liebsten definitiv entgegenwirken würde...

Marc: Sag mir, dass das nicht sein Ernst ist!
Gretchen (senkt schuldbewusst den Kopf, obwohl es nicht ihre Entscheidung, sondern die ihres Vaters ist): Ich... hab das nicht gewusst.
Marc (fährt sich mit der Hand über sein Gesicht, dann blickt er wieder zu der kleinen Bühne vor, wo Dr. Stier gerade die Hand vom Professor schüttelt und im Anschluss scheißfreundlich ins applaudierende Publikum schaut): Boah! Wenn ich schon dieses selbstgefällige Grinsen sehe, könnt ich kotzen.
Gretchen (legt beruhigend ihre Hand auf seinen Arm): Marc!

Dr. Stier ließ es sich natürlich nicht nehmen, sich perfekt in Szene zu setzen und positionierte sich wie eine große Koryphäe seines Fachs, was v.a. auf das weibliche Publikum seine Wirkung nicht verfehlte. Als er Marcs bitterbösen Ameisenblick bemerkte, wurde sein arrogantes Grinsen nur noch breiter und er zwinkerte seinem Ex-Studienkollegen auch noch zu, was wiederum Marcs Wut nur noch mehr ins Grenzenlose steigen ließ. Stinksauer setzte er seine Bierflasche auf dem Tisch hinter sich ab, dass es nur so schepperte und Jochen, der unbeeindruckt direkt daneben gestanden und vor Langeweile gegähnt hatte, zusammenzucken ließ.

Marc (aufgebracht): Werd ich neuerdings gar nicht mehr gefragt, wenn es um die Neubesetzung von offenen Stellen geht? Eh ich hab gestern den halben Tag bei ihm im Büro verbracht und er hat kein Wort gesagt. ... Ausgerechnet der! Das ist doch ein schlechter Witz.
Mehdi (schaut sich nachdenklich im Saal um): Das wird Maria sicherlich nicht gefallen.
Gretchen (stimmt Mehdi bei u. sucht Dr. Hassmann ebenfalls in der Menge): Ich wusste gar nicht, dass in der Neurologie überhaupt eine Stelle frei war.
Mehdi: Ich auch nicht.
Marc: War es ja auch nicht. Erst im Zuge der Klinikerweiterung sollte es eine Aufstockung des Personals geben.
Gretchen (sieht Mehdi fragend an): Ob Maria das gewusst hat?
Mehdi (schüttelt den Kopf): Sicher nicht! Sie ist gegangen.
Marc (kann sich gar nicht beruhigen): Boah! Der Typ muss eine Wagenladung Schleim rangekarrt haben, um deinen Vater rumzukriegen.
Gretchen: Mein Vater legt immer sehr großen Wert auf perfekte Referenzen. Das weißt du doch.
Marc (funkelt sie an): Die man auch fälschen kann.
Gretchen (hebt skeptisch ihre Augenbrauen): Meinst du?
Marc (murmelt in seinen nicht vorhandenen Bart): Wäre ja auch nicht das erste Mal!
Mehdi (sieht Marc fragend an): Ich dachte, der hätte eine hochdotierte Stelle an der Charité.
Marc (verschränkt abweisend seine Arme u. blickt erneut nach vorn, wo Dr. Stier gerade vom Verwaltungsrat begrüßt wird; augenrollend wendet er sich wieder ab): Eben! Was will der dann an diesem Provinzkrankenhaus?
Gretchen (kuckt ihn vorwurfsvoll an): Wenn Papa dich so reden hören könnte, dann könntest du deine Beförderung aber vergessen, Marc.
Marc (alle Signallampen gehen mit einem Mal an u. er sieht hektisch zwischen Mehdi und Gretchen hin und her): Scheiße ja! Das ist es! Der will den Sessel von Franz!
Gretchen (schüttelt ungläubig den Kopf): Quatsch!
Mehdi (nimmt Marcs Vermutung durchaus ernst u. mustert Cedric misstrauisch): Meinst du?
Marc (beobachtet argwöhnisch die beiden Hauptprotagonisten auf der Bühne): Na klar! Es ist doch allgemein bekannt, dass Gretchens Vater nächstes Jahr abdanken will. Und der große Thron in der Charité ist noch auf Jahre besetzt. Dieser Arsch! Aber DEN Job schnappt DER MIR nicht weg!

Dr. Meier stampfte wütend mit dem Fuß auf. Gretchen legte beruhigend ihre Hand auf seinen Arm, Mehdi seine auf den anderen, was seine Wirkung nicht verfehlte. Der aufgebrachte Oberarzt atmete einmal tief durch und versuchte, ruhig zu bleiben, während die Stimme vom Professor wieder erklang, nachdem der anfängliche Applaus abgeklungen war...

Franz (nickt anerkennend in die Runde u. erhebt dann sein Glas): Wie ich sehe, werden sie schon herzlich in unserem Team aufgenommen, Dr. Stier. Auf eine gute Zusammenarbeit!
...die ich zu verhindern weiß!
Cedric (bekommt von einer Schwester ein Glas gereicht, stößt mit Prof. Haase an u. blickt dann in den Saal; sein Blick bleibt bei seinem Erzfeind von früher haften): Es wird mir eine große Ehre sein, in diesem renommierten Haus tätig sein zu dürfen. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Prof. Dr. Haase.

Marc (platzt gleich u. blitzt den Angeber von weitem böse an): Schleimscheißer!
Mehdi (nickt zustimmend mit dem Kopf): Meine Rede!
Gretchen (flüstert den beiden peinlich berührt zu, während sie sich vergewissernd umschaut): Nicht so laut! Wenn Papa euch hören könnte.
Marc (trotzig): Soll er doch! Ich könnte ihm so einiges über seinen neuen Gott in Weiß erzählen. Ach was Gott, der ist alles andere als einer.

Während sich Cedric freundlich bei Prof. Haase bedankte, dann die Bühne verließ und unten angekommen, Hände schüttelte, setzte dieser unberührt seine Rede fort...

Franz: Lange Rede, kurzer Sinn. Bevor die Meute die Notaufnahme stürmt, stürmen wir erst einmal unser Büffet, für das ich mich bei meiner Frau und der Hauptorganisatorin des heutigen Abends, Schwester Sabine, herzlich bedanken möchte. ... (Sabine läuft knallrot an. Kate gratuliert ihr. Günni ist stolz. Oberschwester Stefanie beleidigt. Und Bärbel lächelt glücklich und zufrieden in die Runde.) ... In diesem Sinne erkläre ich nun das Büffet für eröffnet. Ich wünsche euch allen einen angenehmen Silvesterabend in entspannter Atmosphäre, tankt ausreichend Kräfte für die anstrengenden Nachtstunden später, aber vor allem wünsche ich euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr, das so einige Überraschungen für uns zu bieten haben wird.

Marc (motzt leise vor sich hin): Ich scheiß auf Überraschungen.
Gretchen (maßregelt ihn flüsternd): Marc, bitte, reiß dich jetzt zusammen!

Applaus setzte wieder ein, den der Laudator dankend annahm. Bei Marc und Mehdi blieb dieser aber eher verhalten, wie Gretchen und Jochen augenrollend vernahmen. Franz verließ im Anschluss die Bühne und hakte sich bei seiner vor Stolz strahlenden Gattin ein. Die beiden gingen nun zu ihren Kindern und den beiden Oberärzten rüber, um sich von ihnen zu verabschieden, während die anwesenden Gäste das reichliche Büffet stürmten und der DJ wieder „Gute-Laune“-Musik auflegte.

http://www.youtube.com/watch?v=zuSwSxFbfd0&feature=related

Franz: Kinder, wir müssen los. Die Gala eröffnet gleich und wir dürfen den Oberbürgermeister nicht warten lassen.
Gretchen (drückt ihren Vater herzlich an sich): Papa, das war eine ganz, ganz tolle Rede.
Marc (flüstert ihr angefressen ins Ohr): Schleimerin!
Franz (strahlt seine Tochter an): Danke dir, Kälbchen!
Gretchen (nutzt den Moment, um nachzuhaken und um Marc im Zaun zu halten): Du, Papa, eine Frage noch, wie... wie bist du eigentlich auf Dr. Stier gekommen?
Marc (presst die Lippen zusammen u. bemüht sich um Contenance): Das würde mich aber auch interessieren.
Mehdi (sieht den Professor etwas unsicher an): Das war ja schon eine... Überraschung.
Franz (schaut von dem einen zur anderen): Er hat sich offiziell bei uns beworben und bei seinen Referenzen wäre es dumm, ihn nicht zu nehmen.
Marc (schaut ihn ungläubig an): Beworben?
Wieso zum Teufel?
Franz (nickt mit dem Kopf): Ja! Ein Glücksgriff.
Eher ein Griff ins Klo, würde ich sagen.
Gretchen (kann das alles noch nicht wirklich einordnen u. hakt nach): Und seine Stelle an der Charité?
Bärbel (schaut ungeduldig auf ihre Armbanduhr u. rüttelt an Franz’ Ärmel): Franz!
Franz (wirft seiner Frau einen entschuldigenden Blick zu u. wendet sich noch einmal an seine Kinder): Kinder, es freut mich zwar sehr, dass ihr euch so für euren neuen Kollegen interessiert, aber wir müssen jetzt wirklich gehen. Fragt ihn doch selbst, wenn ihr mehr wissen wollt.
Marc (sieht ungläubig dabei zu, wie Franz sich wieder bei seiner Frau einhakt u. sich verabschiedet, aber traut sich nicht, dem Chef zu widersprechen): Äh...
Franz (lächelt den vier zu): Rutscht gut rein, ihr Lieben.
Gretchen (erwidert sein Lächeln): Ja, ihr auch. Viel Spaß!
Bärbel (drückt ihre Tochter herzlich an sich, zwickt Jochen in die Wange und nickt Marc und Dr. Kaan freundlich zu): Tschüß mein Schatz! Und feiert nicht zu wild! Ihr vertretet die Familie! ... Jochen! ... Marc! ... Dr. Laan!
Jochen (streicht sich über seine schmerzende Wange u. empört sich peinlich berührt): Mama!
Marc (verdreht die Augen): Ja ja!
Mehdi (charmant wie eh und je sieht er über den Buchstabendreher hinweg): Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend.

Und schon war das Ehepaar Haase in der Menge verschwunden. Dr. Meier ließ resignierend den Kopf hängen...

Marc: Na toll! Wenn Hobbyhexe Vögler das vorausgesehen hätte, hätte man es vielleicht noch verhindern können.
Gretchen (kann sich ihr Schmunzeln nicht verkneifen): Ach auf einmal glaubst du daran?
Marc (spielt das Spiel mit): Du weißt nicht, ob sie zufällig irgendeinen Voudouzauber kennt, um diesen bösen Geist auszutreiben.
Mehdi (lacht): Na das wäre mal eine Marktlücke.
Gretchen (lacht ebenfalls): Und ich dachte immer, ein bisschen Konkurrenz belebt das Geschäft.
Marc (wieder bierernst): Ich bitte dich, der ist doch keine Konkurrenz für mich.
Der ist eine kleine Kröte, die ich zertreten werde.
Gretchen: Was ist er denn dann?
Mehdi (plappert dazwischen): Eine lästige Störquelle!
Marc (nickt ihm anerkennend zu): Ich hätte es nicht schöner ausdrücken können.
Mehdi (grinst): Bitte!
Marc (grinst zurück): Danke!
Gretchen (verdreht die Augen): Jetzt lasst mal gut sein, Jungs!
Marc (hebt herausfordernd den Arm u. schaut sich im Saal um, aber offenbar hat sich sein Erzfeind schon aus dem Staub gemacht): Nee, jetzt erst recht! Wo steckt der Arsch eigentlich?
Gretchen (legt beruhigend ihre Hände an seinen Arm u. sieht den entschlossenen Mann eindringlich an): Nein Marc, bitte, du wirst uns jetzt nicht den Abend mit deiner miesen Stimmung versauen.
Marc (blitzt sie an): Haasenzahn!
Gretchen (setzt ihren süßesten Wimpernaufschlag ein): Doch Marc! Ich möchte keinen Western sehen, sondern mit dir einen schönen Abend verbringen.

Das war das Stichwort für Dr. Kaan...

Mehdi: Vielleicht sollte ich mal nach Maria schauen?
Marc (löst sich von Gretchens überzeugendem Wimpernklimpern u. kuckt seinen hilfsbereiten Freund verdutzt an): Äh... Ich denke, da wird jemand etwas dagegen haben.

Mehdi schaute verwundert zu seinem Freund, der unauffällig mittels Mimik und Gestik in die andere Richtung des Saals zeigte. Gabi und Chantal sahen gerade in seine Richtung, was den Halbperser zum verlegenen Lächeln brachte, aber Jochen, der das Gespräch der drei zwar amüsiert verfolgt hatte, aber sich nicht sonderlich für die peinlichen Revierkämpfe von Chirurgen interessierte, wiederum auf sich deutete...

Jochen: Äh... Dr. Kaan, wer ist eigentlich das Mädchen neben Schwester Gabi?

Dr. Kaan, der sich gerade für den Moment verabschieden wollte, blickte Gretchens Bruder irritiert an, der verlegen lächelte und jegliches Interesse zu verbergen versuchte. Marc schüttelte nur amüsiert den Kopf. Gretchen nahm seine Hand und zog ihn schmunzelnd mit sich.

http://www.youtube.com/watch?v=rZGl0YpsO5I

Gretchen: Komm, lass uns tanzen!
Marc (hat keine Lust dazu): Och Mensch, Gretchen! Da hab ich jetzt echt keinen Bock drauf.
Gretchen (zieht einen süßen Schmollmund): Büüütte! Büüütte! Das bringt dich auch auf andere Gedanken.
Marc (hat keine Chance u. gibt sich geschlagen): Du bist so eine Nervensäge!

Gretchen lachte nur, legte ihre Arme um seinen Hals und schmiegte sich ganz eng an seinen Körper, was ihrem Grummelfreund durchaus zu gefallen schien. Im langsamen Takt der Musik schwebten die beiden davon und mischten sich unter die anderen Paare auf der Tanzfläche, während Dr. Kaan Jochen aufklärte...

Mehdi: Das ist eine Patientin von mir.
Jochen (erstaunt): Ach?

Lorelei Offline

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26.08.2011 17:22
#1096 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

http://www.youtube.com/watch?v=XuqU4c4cssE&feature=related

Gretchens Bruder schaute interessiert zu den beiden Mädels rüber, die neben der Essensausgabe an der Wand lehnten und angeregt miteinander plauderten. Über ihr Lieblingsthema natürlich: Die Männer! Und über einen im Speziellen.

Chantal (mustert den attraktiven Frauenarzt ganz genau): So ganz tanzt er aber noch nicht nach deiner Pfeife, hmm?
Gabi (wartet eigentlich nur darauf, dass Mehdi sich endlich wieder zu ihnen gesellt u. wirft einen hoffenden Blick in seine Richtung, den er mit einem Augenzwinkern erwidert): Soll er ja auch nicht. Wir sind eigenständige Individuen.
Chantal (blickt sie verwundert an u. schmunzelt): Deshalb bist du gestern auch so ausgetickt, hmm?
Gabi (denkt nur ungern daran zurück): Ich bin nicht... Das war ... ein ... Missverständnis.
Chantal (skeptisch): Das sagst du immer.
Gabi (ignoriert diesen durchaus berechtigten Einwurf u. sieht nachdenklich zu Mehdi rüber, der sie immer noch süß anlächelt): Mann, du weißt doch, was los war. Erst die Sache mit... Immer dieses Hin und Her... und dann kam Lilly... dann auch noch seine Frau ... das ist alles nicht so einfach. Er steht unter einem enormen Druck. Und überhaupt.... wenn ich jetzt anfange noch mehr zu klammern, dann... Ich muss ihm seine Freiräume lassen.
Chantal (rollt mit den Augen u. schaut sich dann interessiert im Saal um): Und nutzt du die auch? Ich meine, hier rennen ja eine Menge Schnuckel rum. Zum Beispiel der da, bei dem dein Doc gerade gestanden hat.
Gabi (verzieht angewidert ihr Gesicht): Ganz, ganz schlechte Wahl, Chanti! Das ist Marc Meier.
Chantal (ihre Neugier ist geweckt): Nein! Der, von dem du mir erzählt hast? Der ist... heiß!
Gabi (lehnt sich zu ihr rüber u. gibt ihr einen schwesterlichen Rat): Schlag es dir aus dem Kopf! Bei dem verbrennst du dir nur die Finger. Außerdem hast du gegen Goldlöckchen überhaupt keine Chance.
Chantal (beobachtet das eng umschlungene tanzende Paar eine Weile): Die sehen süß aus. Sind die schon lange zusammen?
Gabi (rollt theatralisch mit den Augen): Die sind quasi schon als siamesische Zwillinge zur Welt gekommen.
Chantal: Oh! Und der süße Neue auf der Bühne vorhin?
Gabi (hat auch an ihm etwas auszusetzen; sie hatte ihn ja auf dem Ärzteball schon erlebt): Das ist definitiv der Falsche, wenn du einen Vater für deine Kleine suchst.
Chantal (schüttelt amüsiert den Kopf u. stellt etwas klar): Ich bitte dich! Wer sagt denn so etwas? Ich will nur endlich mal wieder Spaß haben, so richtig durchgevögelt werden.

Diesen mehr als pikanten Satz bekam auch der junge Mann mit, der endlich genug Mut gefasst hatte, um auf den pinkfarbenen Farbtupfer zuzugehen. Aber kurz vorm Ziel drehte er sich schnell wieder um und trank den Sekt, der eigentlich für die hübsche Lady bestimmt war, gleich selbst. Marc und Gretchen, die gerade in seiner Reichweite tanzten, konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen...

Marc: Dein Bruder ist ja ein echter Womanizer!
Gretchen (zwickt ihn in den Arm): Marc! Vielleicht ist er ja noch nicht so weit nach der Pleite mit seiner letzten Freundin. Er hatte so viel Pech in der Vergangenheit.
Marc (mustert die Freundin von Gabi ganz genau): Na ja, vielleicht sollte er einfach mal seine Ansprüche etwas runterschrauben.
Gretchen (frech): So wie du?
Marc (zieht eine Augenbraue nach oben): Beleidigst du dich jetzt neuerdings selbst? Was bleibt mir denn dann noch? Und.... Ich... habe ganz... ganz hohe Ansprüche. Weißt du doch!
Gretchen (schmiegt sich lachend an ihren Freund): Spinner!

Während die beiden sich verliebt anschmachteten und sich zärtlich küssten, suchte Jochen frustriert das Weite. Er wollte gerade die Türklinke zur Dachterrasse herunterdrücken, um dort frische Luft zu schnappen und sich für seinen megapeinlichen Versuch zu verfluchen, als Dr. Kaan, den er vorhin noch wegen der Schönheit unauffällig ausgequetscht hatte, ihn aufmunternd ansprach...

Mehdi: Gegen dieses freche Mundwerk ist kein Kraut gewachsen, hmm.

Jochen ignorierte den offiziellen Frauensteher vom Dienst einfach und ging nach draußen auf die Dachterrasse, wo er sich über das Geländer lehnte und tief durchatmete. Wieso musste er sich eigentlich immer wie der letzte Looser fühlen? Konnte nicht einmal mal alles glatt laufen? War das zu viel verlangt vom Leben? Seine Schwester kriegte das doch auch immer hin, dachte Jochen frustriert und schaute in den Sternenhimmel. Die beiden von ihm anvisierten Mädels plapperten derweil munter weiter...

Gabi (grinst): Na, bei dir ist wohl der sexuelle Notstand ausgebrochen.
Chantal (frustriert): Weißt du, wann ich das letzte Mal Sex hatte? In der Nacht, als Celine auf dem Diskoklo gezeugt wurde.
Gabi (senkt ihren Blick): Oh! Das ist... in der Tat... lang... he....

Gabi kam nicht weiter mit ihren Mitleidsbekundungen, denn sie wurde plötzlich von einem stürmischen jungen Mann unterbrochen, der sich vor ihr breit machte und den Chantal sofort interessiert musterte...

Gordon: Hab ich die Rede verpasst?
Gabi (kuckt ihn irritiert an): Äh... ja!
Gordon (grinst zufrieden): Perfektes Timing!
Gabi (verdreht die Augen u. wendet sich von ihm ab): Na wenn du meinst?
Gordon (legt seine Hand auf ihren Arm): Kann ich dich mal kurz sprechen, Gabi?
Gabi (schaut zu Mehdi rüber, der sich gerade am Büffet den Teller voll packt): Sorry, aber...
Gordon (folgt ihrem Blick, stöhnt genervt und rollt mit den Augen): Jetzt komm! Ist dringend!

Gordon ließ keine Widerrede gelten und zog das sture Weib unter den ungläubigen Blicken von Chantal aus der Cafeteria und schob sie in den nächsten Abstellraum, zwei Türen weiter...

Gabi (zetert sofort los): Sag mal, geht’s noch! Wenn Mehdi das mitbekommt, dann...
Gordon (kommt sofort auf den Punkt): Was hast du ihm gesagt?
Gabi: Wem?
Gordon (legt ein schiefes Lächeln auf): Deinem herzallerliebsten Frauenarzt.
Gabi (versteht nicht, was das soll): Wieso?
Gordon (klärt sie angesäuert auf): Der hat mich vorhin im Treppenhaus abgefangen und mir eine gepfefferte Ansage gemacht.
Gabi (ungläubig): Mehdi?
Gordon (regt sich auf): Nein, ET, wer sonst! Mann, der hat mich dermaßen zur Schnecke gemacht, dass ich mich in Zukunft von dir fernhalten soll und dass er mich melden würde, falls er mich jemals wieder mit Drogen oder anderen Rauschmitteln erwischen würde.
Gabi (überrascht): Oh!
Das ist schon irgendwie... süß ... und heldenhaft ... und peinlich.
Gordon (sauer): Ja oh! Also was hast du ihm gesagt?
Gabi: Nichts! Dass wir gekifft haben, war ja wohl offensichtlich. Also mach jetzt nicht so ein großes Drama daraus.
Gordon (läuft wild gestikulierend zwischen den Regalen hin und her): Großes Drama, ja? Eh wenn der mir den Chef und die Bullen auf den Hals schickt, dann bin ich geliefert.
Gabi (verdreht die Augen): Mein Gott, jetzt reg dich ab, Gordon! Er wird dich schon nicht verpfeifen, nur weil du ein paar Pflänzchen auf deinem Balkon züchtest und dir ab und an eine genehmigst.
Gordon (lehnt sich mit verschränkten Armen an die Tür u. blickt nachdenklich geradeaus): Schön wär’s.
Gabi (mustert ihn misstrauisch): Jetzt hör auf mit deiner Angeberei! Das zieht bei mir nicht. Du tust ja schon fast so, als ob du ne ganze Plantage im Keller hättest.
Gordon (murmelt unachtsam vor sich hin): Nicht in meinem.
Gabi (horcht auf): Was? In welchem denn dann? Etwa... hier... in der Klinik?

Dass Gordon ihr nicht gleich antwortete, war ihr Antwort genug und Gabi klappte fassungslos die Kinnlade herunter, bevor sie den Hobbyplantagenteilhaber anfuhr und heftige Vorwürfe machte...

Gabi: Das ist nicht dein Ernst? Bist ... du ... bescheuert? Wenn das rauskommt, dann...
Gordon (fällt ihr ins Wort, schnappt ihre Hand u. zieht sie mit sich aus dem Zimmer): Halt die Klappe und komm mit!

Gabi war dermaßen schockiert und überrumpelt, dass sie das streitende Paar in Hörweite neben dem Fahrstuhl, in dem sie nun beide verschwanden, gar nicht wahrgenommen hatte...

Lorelei Offline

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27.08.2011 17:13
#1097 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Maria (funkelt ihr Gegenüber böse an): Was soll das zum Teufel? Stalkst du mich jetzt?
Cedric (lehnt sich lässig an eine Säule u. sieht seine Exfrau amüsiert an): Das hättest du wohl gerne.
Maria (kommt drohend auf ihn zu u. bohrt ihren Zeigefinger in seine Brust): Du sagst das ab!
Cedric (gibt sich völlig unbeeindruckt): Ich denk nicht mal daran! Ich hab gestern erst den Vertrag unterschrieben.
Maria (ihr wird so einiges klar u. sie geht ein paar Schritte auf Abstand, bevor sie noch handgreiflich wird): Was? Deshalb hast du gestern hier rumgelungert?
Cedric (setzt ein dreckiges zufriedenes Grinsen auf u. kommt ihr näher): Also herumlungern würde ich es nicht unbedingt bezeichnen. Herumknutschen trifft es eher! Interesse an einer Wiederholung?
Maria (weicht ihm überfordert aus u. blitzt ihn böse an): Nicht in tausend Jahren!
Cedric: Das wären dann aber sehr langweilige tausend Jahre.
Aaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhh!!!!!!!!!! Er macht mich wahnsinnig!
Maria: Was versprichst du dir davon, hä? Denkst du, wenn du hier arbeiten würdest, könntest du dich wieder an mich heranzecken? Das wird nicht funktionieren, Cedric.
Cedric: Bloody-Mary, so denkst du also von mir?
Maria (ihr platzt gleich der Kragen): Hör auf, mich so zu nennen!
Cedric: Deine Welt dreht sich auch nur um dich oder? Dass mich die Stelle vielleicht gereizt haben könnte, kommt dir wohl nicht in den Sinn?
Maria (glaubt ihm kein Wort): Cedric, ich bitte dich. Du bist leitender Oberarzt der Neurochirurgie an der Berliner Charité. Doppeltes Gehalt und ganz andere Forschungsbedingungen. Was willst du also hier? Das wäre ein völliger Rückschritt für einen Karrieristen wie dich.
Cedric: Würde ich nicht unbedingt behaupten. Das ist doch ein nettes kleines Krankenhaus. Und ich liebe neue Herausforderungen. Und so wie es ausschaut, nimmt der große Chef ja bald seinen Hut.
Maria (droht ihm mit ausgestrecktem Zeigefinger): Ich warne dich! Die Stelle kriegst DU nicht. Ich reiße mir hier seit Jahren den Arsch auf und werde sie mir sicherlich nicht von DIR vor der Nase wegschnappen lassen, wo mir doch schon der Meier im Nacken sitzt, der sie zu 90 Prozent wohl eh in den Hintern geschoben bekommen wird.
Cedric (in arroganter Denkerpose): Marc? Hmm... Die Stelle wird ja immer reizvoller.
Maria (geht an die Decke): Hör auf damit! Hör verdammt noch mal damit auf! Ich weiß nicht, was du damit bezweckst und im Grunde genommen interessiert es mich auch nicht. Aber ich will dich hier nicht haben.
Cedric (ist sich dem Ernst der Lage durchaus bewusst u. will ihr etwas sagen): Maria, hör mal...
Maria (lässt ihn gar nicht erst zu Wort kommen): Nein, ich meine das ernst. Cedric, falls in deinem kranken Hirn noch ein Funken Anstand sitzt, dann respektierst du meinen Wunsch. Hier ist kein Platz für uns beide.

Stille trat ein, die nur durch das Summen eines Piepers durchdrungen wurde, der sich in Marias Kitteltasche bemerkbar machte. Erleichtert über die erlösende Ablenkung legte sie den Rückwärtsgang ein, ohne ihrem Exmann noch eines Blickes zu würdigen...

Maria: Ich muss.

Cedric nickte ihr stumm zu. Maria blieb vor dem Fahrstuhl stehen und drückte die Taste. Bevor sie den Aufzug betrat, drehte sie sich jedoch noch einmal zu ihrem unverschämten Exmann um, der auf sie plötzlich seltsam geknickt wirkte, was sie zwar irritierte, aber nicht von ihrem Entschluss abbringen ließ...

Maria: Das ist kein Spiel, Cedric. Versteh mich einfach!

Die Stahltüren schlossen sich und Dr. Stier blieb allein im Flur zurück.

Cedric: Für mich ist das kein Spiel. Ich habe doch gar keine andere Wahl.

... murmelte er leise und fuhr sich dabei durch seine Haare. Er starrte noch einen Moment lang auf die geschlossenen Aufzugtüren und die Anzeige, die längst das Erdgeschoss anzeigte, dann drehte er sich um und ging zurück in die Cafeteria, wo die Silvesterfeier mittlerweile im vollen Gange war. Aber er achtete nicht auf das Programm auf der Bühne, wo irgendwelche Angestellte offenbar gerade das „Diner for one“ nachspielten, und die fröhlichen Menschen um sich herum, die herzhaft darüber lachten und eine Zugabe verlangten, die sie auch bekamen. Zielgenau steuerte er die Bar an und bestellte sich ein Bier, das er sofort ansetzte und in einem Zug leerte, bevor er sich umdrehte und sich gleich das nächste holte... Scheiße eh, gibt es hier in dem Saftladen nichts Hochprozentiges? Da hab ich mir ja echt was eingebrockt, fluchte er in sich hinein, als er bemerkte, dass es schon wieder nur ein alkoholfreies war, aber besser das als gar nichts, an dem er sich festhalten konnte. Er starrte gedankenverloren den Boden seines Glases an und fragte sich immer wieder, wie sein Leben nur so hatte aus dem Ruder laufen können. Der sichtlich frustrierte Oberarzt blieb nicht unbeobachtet.

Lorelei Offline

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28.08.2011 17:27
#1098 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Auch an der Stelle noch einmal ein fettes Dankeschön an meine fleißigen Bienchen, die mich täglich mit ihren Worten erfreuen, aber auch an die stille Leserschaft für eure Treue. Ich muss den heutigen Teil leider mit einem Sicherheitshinweis versehen. Bitte schusssichere Westen anlegen! Es könnte scharf geschossen werden. Ansonsten wünsche ich viel Spaß jetzt und noch einen schönen Rest-Sonntag. Eure Lorelei




Marc und Gretchen hatten sich nach Sabines und Günnis meisterlicher Bühnenshow wieder zu Mehdi gesellt, der gerade sämtliche Köstlichkeiten am Büffet durchprobiert hatte und nun allein an einem der freien Tische saß. Frech stibitzte sich die hungrige Assistenzärztin das letzte Canapé von seinem Teller, das er sich bewusst bis zuletzt aufgehoben hatte...

Gretchen: Mmmhhh... Dasch nenn isch aber mal so rischtisch legger.
Mehdi (blickt dem Häppchen neidvoll hinterher u. sammelt dann mit dem Zeigefinger die letzten Krümelreste auf u. verschlingt diese gierig): Schön, dass es dir so schmeckt.
Gretchen (grinst ihn frech an u. leckt sich die Finger ab): Danke! Mama hat sich mal wieder selbst übertroffen, hmm?
Mehdi (grinst zurück): Kompliment an die Küche!
Marc (fläzt lässig auf seinem Stuhl, sein Arm ist um Gretchens Schulter gelegt, u. zwinkert seinem Gegenüber frech zu): Schleimer!
Gretchen (lächelt Mehdi fröhlich an u. blickt interessiert zum Büffet rüber): Richte ich ihr aus.
Marc (beugt sich zu seinem Freund rüber u. flüstert verschwörerisch): Was machst du eigentlich noch hier?
Gretchen (hat ihn gehört u. dreht sich verwundert zu den beiden herum): Wieso? Hast du noch was vor, Mehdi?
Mehdi (ertappt, verfärben sich seine Wangen u. er redet sich heraus): Äh... nein! Also... das Übliche.
Gretchen (neugierig): Das Übliche?
Mehdi (gerät ins Rudern u. schaut hilflos zu Marc, der ihn amüsiert beobachtet): Na... Babys und so.
Gretchen (fasst sich an die Stirn u. schüttelt peinlich berührt den Kopf, dann will sie aufstehen, um zum Büffet rüber zu gehen): Ach so, klar! Kannst du was empfehlen?
Mehdi (weiß nicht, was sie meint u. kuckt sie dementsprechend verdutzt an): Hä?
Gretchen (fängt plötzlich breit an zu grinsen): Sag mal, wo bist du eigentlich mit deinen Gedanken?
Mehdi (wird rot): Ich? Äh...
Gretchen (wirft Marc vielsagende Blicke zu, der sich amüsiert mit verschränkten Armen auf seinem Stuhl zurückgelehnt hat u. Mehdis peinlich berührtes Gesicht aufsaugt): Verstehe! Wo hast du Gabi eigentlich gelassen?
Marc (kann seine Anspielungen nicht lassen): Wäre ja schon blöd, wenn sie nicht da wäre, ne?
Mehdi (wirft dem unverschämten Verräter einen bösen Blick zu, dann wendet er sich an Gretchen): Äh... Weiß nicht. Gerade eben stand sie noch bei Chantal. Eigentlich wollte ich auch gerade zu ihr rüber gehen und ihr etwas vom Büffet mitbringen.
Marc (mit Fragezeichen im Gesicht): Chantal?
Gretchen (steht grinsend auf u. geht zum Büffet, das günstigerweise gleich neben ihrem Tisch aufgebaut ist): So heißt sie also! Sie hat Jochen ja ganz schön den Kopf verdreht.
Mehdi (lacht): Das hab ich auch schon bemerkt.
Marc (sieht neugierig zur Bar rüber u. sein amüsiertes Gesicht verfinstert sich mit einem Mal): Ja, und die Kleine hat auch schon jemand anderen bemerkt.

Gretchen, die sich gerade wieder mit einem voll gepackten Teller zu ihren beiden Jungs gesetzt hatte, und Mehdi folgten fragend seinem Blick. Die hübsche Chantal hatte tatsächlich ein neues attraktives Zielobjekt entdeckt und sich dem frustrierten Dr. Cedric Stier angenommen, der teilnahmslos über der Theke hing und seinen Gedanken nachging...

Chantal (flirtet ihn an): Na schöner Mann, warum denn so traurig? Heute ist Silvester. Das alte Jahr muss doch gefeiert werden.
Cedric (dreht verwundert seinen Kopf herum, mustert die Kleine von Kopf bis Fuß u. widmet seinen Blick dann schnell wieder der Schaumkrone auf seinem Bier): Da gibt es nichts zu feiern.
Chantal (ihr Interesse ist geweckt u. sie setzt sich auf den Barhocker neben ihn): So schlimm?

Marc: Boah dieser Wichser! Hat der es jetzt so nötig, kleine Mädchen abzuschleppen.

... fluchte Marc lautstark vor sich hin und Mehdi wurde auch unwohl bei dem Gedanken. Auch Jochen hatte in dem Moment bemerkt, dass sich seine Herzdame dem attraktiven Neuzugang zugewandt hatte. Dabei wollte er doch gerade einen erneuten Annäherungsversuch starten, aber wahrscheinlich war heute einfach nicht sein Tag. Seine Pause war eh gleich zu Ende. Die Bettpfannen warteten. Was für eine Aussicht! Die Welt musste sich heute gegen ihn verschworen haben. Miesepetrig zog er von dannen. Gretchen blickte ihrem Bruder traurig nach, als er die Cafeteria verließ, und knabberte dabei an einem Wiener Würstchen...

Gretchen: Der Arme!
Marc (wirft schockiert seinen Kopf herum): Was? Nimmst du den Arsch jetzt in Schutz?
Gretchen (wischt sich ihre Finger an einer Serviette ab u. funkelt Marc an): Hey! Jetzt beleidige mal nicht meinen kleinen Bruder!
Marc (verwirrt): Hä? Wieso dein Bruder? Ich rede vom Stier.
Gretchen (beißt sich auf die Lippen u. lächelt verschämt): Oh!
Mehdi (mittlerweile auch alarmiert): Also ich sehe mir das jetzt nicht mehr länger an.
Marc (springt auch auf): Dito! Der kriegt jetzt seinen Denkzettel.
Gretchen (steht ebenfalls auf u. stellt sich den beiden in den Weg): Spinnt ihr? Papa hat ihn gerade erst eingestellt. Ihr könnt hier doch nicht einen auf Rambo und Terminator machen.

Doch die beiden Männer ignorierten Gretchens Einwand, schoben sich an ihr vorbei und gingen entschlossen auf ihren Kollegen zu, der sich nun doch Chantal zugewandt hatte, weil diese nicht locker gelassen hatte und irgendwie hatte ihn das imponiert. Und sie war ja auch nicht gerade unattraktiv, wie er festgestellt hatte. Die beiden waren mittlerweile richtig ins Plaudern geraten, hatten sie doch eine Gemeinsamkeit, die sie teilten...

Chantal: Ich kenn das ja auch. Ich wüsste nicht, wann ich das letzte Mal durchgeschlafen habe. Sie ist so nachtaktiv und...

Marc und Mehdi hatten die beiden offensichtlich Flirtenden erreicht und bauten sich nun bedrohlich vor dem attraktiven Neurologen auf. Der wütende Starchirurg übernahm das Kommando der Offensive. Der besorgte Gynäkologe schützte die Flanken.

Marc (fällt Chantal uncharmant ins Wort, die sich erstaunt herumdreht u. ihn neugierig mustert): Na mal wieder auf der Pirsch, Stier? Aber ist sie nicht etwas zu jung für deinen Stall?
Cedric (verschluckt sich an seinem Bier u. kuckt seinen Ex-Studienkollegen überrascht an): Marc?
Marc (mit zusammengebissenen Zähnen u. Ameisenblick): Cedric!

http://www.youtube.com/watch?v=GF8dBk23Q9E

Einen Moment lang herrschte Totenstille und man hätte eine Stecknadel fallen hören können, wenn der „DJ der Guten Laune“ nicht gerade in diesem Moment eine neue Platte aufgelegt hätte und das Partyvolk nicht fröhlich jauchzend auf der Tanzfläche herumzappelt hätte. Die beiden Männer nahmen die lästigen Störgeräusche gar nicht wirklich wahr und belagerten sich mit von Misstrauen und Missgunst triefenden Blicken, während der friedliebende Frauenarzt die weibliche Zivilbevölkerung schützen wollte...

Mehdi (greift nach Chantals Hand): Kommst du, Chantal!
Chantal (setzt überrumpelt ihren bunten Cocktail auf dem Tresen ab, den sie die ganze Zeit in der Hand gehalten hat, als sie mit offenem Mund die beiden sich ins Visier nehmenden Ärzte beobachtet hat, u. schaut ihren Lieblings-Doc verwundert an): Wieso denn? Ich unterhalte mich hier gerade so nett mit eurem Kollegen und...
Mehdi (wirft Cedric einen abfälligen Blick zu, als er ihr auch gleich ins Wort fällt): Der ist nicht unser Kollege.
Marc (verschränkt abweisend seine Arme vor seinem Körper u. nickt Mehdi zu): Jep!
Cedric (amüsiert sich königlich über die beiden Platzhirsche): Ich kann euch gerne den Arbeitsvertrag zeigen, der das Gegenteil beweist.
Marc (funkelt ihn an): Und ich dir die Tür!
Chantal (blickt pingpongmäßig zwischen den einzelnen Herren hin und her, die sich hier wie kleine Kinder kurz vorm Kriegspielen benehmen): Äh... was wird das denn jetzt? Irgend so eine Art Duell?
Cedric (feixt): Das frag ich mich auch gerade.
Marc (kommt ihm jetzt bedrohlich nah u. deutet mit seinem Zeigefinger auf seine Nasenspitze): Du sagst die Stelle ab!
Cedric (gibt sich völlig unbeeindruckt u. nimmt lässig einen weiteren Schluck aus seinem Bierglas): Ich denk nicht mal daran.
Marc (platzt gleich, aber versucht diplomatisch einer peinlichen Szene aus dem Weg zu gehen; wegen dem Drecksack würde er nämlich nicht seinen Ruf aufs Spiel setzen): Ich weiß zwar nicht, wie du dich beim Professor eingeschleimt hast, aber ich kann ihm gerne mal ein paar interessante Dinge erzählen.
Cedric (verzieht keine Miene u. fährt noch ein Geschütz mehr auf): Mit dem Einschleimen kennst du dich ja bestens aus. Aber ich würde wohl nicht so weit gehen, mich an die Tochter vom Chef ranzumachen. Aber meinen Respekt, Glückwunsch Meier! Sie ist schon eine Süße. Ich glaube, ich an deiner Stelle hätte dasselbe versucht.

Das war eindeutig zu viel für die guten Manieren des leitenden Oberarztes der Chirurgie des Elisabethkrankenhauses. Wütend packte er seinen Kontrahenten am Kragen und zog ihn vom Barhocker hoch. Doch bevor Mehdi Schlimmeres verhindern konnte, schritt jemand anderes entschlossen ein...

Marc: Halt dein dreckiges Maul!

Lorelei Offline

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29.08.2011 14:56
#1099 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen: Marc, lass ihn los! Was soll denn mein Vater denken?

Gretchen, die die „Annäherungen“ der beiden Erzrivalen anfangs noch aus sicherer Entfernung kopfschüttelnd beobachtet hatte und die Kindsköpfe hatte spielen lassen, ging nun beherzt dazwischen, um eine noch peinlichere Szene zu verhindern, die beide sicherlich im Nachhinein bereut hätten. Widerwillig ließ Marc von seinem windigen Widersacher ab und ging zwei Schritte zurück. Cedric rückte grinsend seinen Hemdkragen zu Recht und setzte sich wieder auf seinen Hocker. Chantal kuckte derweil Mehdi mit offenem Mund an, der sich vor Gretchen, die alle drei Machomänner böse anfunkelte, reserviert gab.

Marc (immer noch auf 180): Ich lass mir doch von DEM nichts unterstellen!
Cedric: Dito!
Gretchen (weist beide harsch zurecht): Ihr reißt euch jetzt hier zusammen und lasst das Testosterongebombe! Wir sind hier nicht im Wilden Westen im Saloon. Die Leute kucken schon.
Marc (funkelt sie beleidigt an): Haasenzahn, das ist unsere Sache.
Gretchen (blitzt ihn mit zu kleinen Schlitzen geformten Augen an; er stöhnt nur augenrollend): Nein, ist es nicht! Oder hast du Papas Worte von vorhin vergessen?
Scheiße eh!
Cedric (springt kopfschüttelnd vom Barhocker, wirft Chantal einen entschuldigenden Blick zu u. geht einfach): Ein Kindergarten hier!
Marc (ruft ihm noch trotzig hinterher): Wenn’s dir nicht gefällt, dann bleib doch, wo du hergekommen bist. Damit würdest du uns allen einen Gefallen tun.
Arschloch! Blöder Wichser, blöder!

Cedric machte nur eine wegwerfende Handbewegung und schob die Tür auf. Chantal wollte ihm folgen, doch Mehdi hielt sie am Arm fest...

Chantal: Warte, ich komme mit!
Mehdi: Hier geblieben, junges Fräulein!

Mehdi entschuldigte sich bei seinen Freunden und zog das junge Mädchen zur Seite. Sichtlich aufgebracht sah sie ihn an...

Chantal: Was soll denn das, Doc?
Mehdi: Dieser Mann ist nicht gut für dich.
Chantal (funkelt ihn an): Das lass mich mal selbst beurteilen. Ihr behandelt ihn ja wie einen Schwerkriminellen.
Mehdi (will es ihr erklären): Chantal...
Chantal (lässt ihn gar nicht erst zu Wort kommen): Mein Gott, was denkst du eigentlich von mir, dass ich gleich mit dem nächst besten in die Kiste springe? Du bist nicht mein Vater.
Mehdi (energisch): Doch heute bin ich das!
Chantal (blickt ihn fassungslos an u. lässt sich gar nichts sagen): Ich bin achtzehn. Ich treffe meine eigenen Entscheidung und das nicht erst seit heute. Ich weiß, was ich tue. Wir haben uns doch nur nett unterhalten. Mehr nicht. Er hat Probleme.
Mehdi (zieht ungläubig seine Augenbrauen nach oben): Der?
Dann soll er aufhören, seine Frau zu betrügen und sich besser um sein Kind kümmern... um seine beiden Kinder.
Chantal: Ja, stell dir vor! Eure Revierpisserei oder was das war ist sein geringstes Problem, glaub mir. Und jetzt lass mich! Ich will nach Celine kucken gehen.

Chantal drehte sich um und stöckelte davon. Sie ließ den perplexen Dr. Kaan einfach stehen. Er folgte ihr zum Ausgang.

Mehdi: Warte! Ich komm mit. Ich wollte eh schauen, wo Gabi abgeblieben ist.
Chantal (öffnet die Tür u. sieht ihn an): Das kann ich dir sagen. Irgend so ein Irrer hat sie vorhin mitgeschleift.
Mehdi (bleibt stehen u. schaut sie verwundert an): Wer?
Chantal (zuckt unwissend mit den Schultern): Ja, was weiß ich denn, keine Ahnung. Schien aber wichtig zu sein.

Komisch! Ihre Schicht in der Notaufnahme fängt doch erst nach Mitternacht an. Ob was passiert ist? Aber dann wären doch sicherlich auch Marc und Gretchen angepiept worden. Hmm...?

Während die beiden die Cafeteria verließen, hatte Gretchen den Saloonrüpel zur Seite gezogen und baute sich mit in die Hüfte gestemmten Händen augenfunkelnd vor ihm auf...

Gretchen: Musste das sein?
Marc (kann sich noch immer nicht beruhigen): Ja! Dieses Krankenhaus ist zu klein für uns beide.
Männer! Nein, Chirurgen!
Gretchen (schüttelt verständnislos den Kopf): Mein Gott, ihr Chirurgen müsst euch wohl ständig duellieren, hmm?
Marc (zwinkert ihr zu): Vergessen, du bist auch bald eine von uns.
Gretchen (rollt mit den Augen): Ein Gespräch hätte es vielleicht auch getan, Marc.
Marc (mit Unschuldsmiene): Wir haben doch geredet.
Gretchen (schüttelt den Kopf): Tzz... Sicher! Es hätte nur noch gefehlt, dass du eine Keule rausgeholt hättest.
Marc (feixt): Apropos Keule, irgendwie hab ich jetzt doch Hunger.

... sprach er und ließ eine perplexe Assistenzärztin stehen. Sie schaute sich um. Der kleine Chirurgendisput schien offenbar auf wenig Interesse gestoßen zu sein. Niemand hatte Notiz davon genommen, obwohl die beiden Idioten laut genug gewesen waren. Alle Gäste schienen sich dem Augenschein nach großartig zu amüsieren, sie lachten, tanzten und unterhielten sich, machten Zukunftspläne und schmiedeten Vorsätze, die sie hoffentlich eher einhalten würden als sie selbst ihren jährlichen Vorsatz, ihren Schokokonsum zu reduzieren und eine oder zwei Kleidergrößen abzunehmen. Während der DJ akrobatische Armbewegungen hinter seinem Mischpult vollführte und den nächsten Partykracher auflegte (http://www.youtube.com/watch?v=k80AjpU_Iz0&feature=related), schwebten Günni und Sabine konträr zur schnellen Musik eng umschlungen über die Tanzfläche. Sie wirkten in ihren Bühnenkostümen als Miss Sophie und Butler James wie aus einer anderen Zeit entsprungen. Der liebenswerte Pathologe konnte seine Augen gar nicht abwenden von der herzensguten Krankenschwester, die immer wieder über ihre eigenen Füße stolperte, was ihn aber nicht sonderlich zu stören schien, und Gretchens Herz schlug unweigerlich höher, als sie die beiden so verliebt zusammen sah. Ihre liebe neue Kollegin Kate hatte sich dagegen Dr. Fuchs zum Tanzen geschnappt und wirbelte den schüchternen Radiologen wild herum, als gäbe es ein Preisgeld für den flottesten Tanz des Abends. Selbst die stets miesepetrige Oberschwester Stefanie tänzelte vergnügt mit dem Pappmaché-Löwen aus der Deko von der „Dinner for one“-Darbietung im Arm hinter der Bühne. Und Marc? Tja, Marc! Der schupste gerade einen Praktikanten zur Seite, der ihm im Weg gestanden hatte, und packte sich dann seinen Teller mit diversen Kohlehydraten voll. Aber besser er reagierte sich so ab, als dass er einen peinlichen Skandal heraufbeschwor, der seinen mühsam aufgebauten Stand bei ihrem Vater gefährdet hätte. Seufzend folgte Gretchen ihrem Grummelkönig zum Büffet....

Gretchen: Tolles Silvesterfest echt!

Lorelei Offline

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30.08.2011 16:43
#1100 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Kurz vorm Jahreswechsel gibt es heute noch eine überraschende, sehr emotionale Aussprache, ein überraschendes Aufeinandertreffen und noch ein Überraschungsei, also zumindest eine Hälfte davon. Wohl bekomm’s! Eure Lorelei




Dr. Kaan hatte derweil Chantal zu seinem Büro begleitet, wo die kleine Celine wach in ihrem Bettchen lag und bespaßt und gefüttert werden wollte. Mehdi hatte sich daraufhin dezent zurückgezogen und hatte im Schwesternzimmer vorbeigeschaut. Aber von Gabi war nirgendwo eine Spur. Es war kurz vor 23 Uhr. Noch etwas Zeit hatte er ja. Er blickte über den menschenleeren Flur der Chirurgie - nur Praktikant Jochen huschte gerade über die Gänge - und blieb an einem Zimmer hängen. Er seufzte und beschloss kurz nach dem Rechten zu schauen. Das war seiner Gutherzigkeit geschuldet. Vorsichtig drückte er die Türklinke nach unten und öffnete die Tür. Zu seiner Überraschung brannte noch Licht. Anna, die mit einem spontanen Besuch ihres Ehemannes nicht gerechnet hatte, sah ihn überrascht an...

Anna (leicht nervös): Mehdi? Das... das ist aber eine... Überraschung.
Mehdi (lächelt sie verlegen an u. kommt etwas näher): Ich... ich wollte nur mal nach dir schauen. Brauchst du noch irgendetwas?
Anna (schüttelt den Kopf): Nein, alles ist gut. Danke. Die Schwestern kümmern sich ganz rührend um mich, v.a. diese kleine blonde, trantüdelige.
Mehdi: Schön!

Peinliches Schweigen trat ein. Mehdi stand etwas verloren im Raum und kaute unsicher auf seiner Unterlippe herum. Wieso noch mal war er hergekommen, fragte er sich und senkte betreten seinen Blick. Anna traute sich nicht, ihn anzusehen. Zu schwer wog der Gedanke auf ihrem Herzen, ihrem Mann nie wieder nah sein zu dürfen. Sie liebte ihn noch immer und würde es vermutlich auch immer, auch wenn sie spürte, dass es vorbei war. Schließlich überwand sie die Hemmschwelle aber doch und sprach Mehdi erneut an...

Anna: Danke, dass du mir Lilly vorbeigebracht hast.
Mehdi (sieht auf u. macht eine wegwerfende Handbewegung): Ach das... das war doch ... selbstverständlich.
Anna (ernst): Finde ich nicht.
Mehdi (lächelt verschämt): Ich...ich kann sie dir jeder Zeit vorbeibringen, wenn du magst.
Anna (nickt mit dem Kopf): Gerne!

Erneut setzte Schweigen ein und keiner von beiden wusste, was er als nächstes sagen sollte. Soweit waren sie also, nach zehn Jahren Beziehung hatten sie sich nichts mehr zu sagen. Anna senkte traurig ihren Blick bei dem Gedanken. Der Sturm ihrer Liebe, der auf Marcs Silvesterparty vor einem Jahrzehnt tosend entfacht worden war, war abgeflaut, endgültig erloschen. Sie hatten sich verloren. Auch Mehdi, der das Parkett unter seinen Füßen studierte, schwelgte wehmütig in alten Erinnerungen, die allmählich verblassten, und entschloss sich schließlich, nach einer weiteren Schweigeminute zu gehen. Er gehörte nicht mehr hierher. Sein Platz war woanders.

Mehdi: Anna, ich...
Anna (hebt hoffend ihren Blick): Ja?
Mehdi: Ich wollte dir noch einen guten Rutsch wünschen und viel Glück fürs Neue Jahr.
Anna (enttäuscht): Du hast es vergessen oder?
Mehdi (steht schon an der Tür, als er sich noch einmal zu ihr umdreht): Ich habe es nicht vergessen, nein.
Anna (sieht ihn melancholisch an): Heute vor zehn Jahren haben wir uns kennen gelernt.
Mehdi (wird ebenfalls wehmütig): Genau in dieser Minute hab ich dich angesprochen.
Anna (lächelt): Ich hab dich angesprochen. Du wärst sonst ja nie in die Pötte gekommen.

Mehdi lachte. Das Eis war endlich gebrochen. Er trat näher an Annas Krankenbett heran und hielt sich nun mit beiden Händen an der Fußstütze fest...

Mehdi: Ich musste mir erst etwas Mut antrinken.
Anna (lächelt verträumt): Ich hab mich auf der Stelle in dich verliebt.
Mehdi (ernst): Anna...
Anna (schluckt die aufkommenden Tränen hinunter): Tut mir leid. Ich wollte nicht...
Mehdi (setzt sich auf ihr Bett u. streicht kurz über ihre Hand, die eiskalt ist): Schon gut!
Anna (blickt ihm in die Augen): Ich wollte nie, dass es so endet. Ich hab das nie gewollt.
Mehdi (sieht sie seufzend an): Ich weiß.
Anna (blickt aufgewühlt in seinen Augen hin und her): Aber es gibt kein Zurück?
Mehdi (schüttelt langsam den Kopf u. wischt sich eine verirrte Träne aus dem Augenwinkel): Es ist, wie es ist.

Wieder sahen sie sich schweigend an, bis Anna die Initiative ergriff...

Anna: Bist du glücklich?
Mehdi (zögert erst, weil er ihr nicht wehtun will, dann nickt er aber zaghaft u. lächelt dabei): Ja! Nach langem Hin und Her, ja.
Anna (verwundert): Wie meinst du das?
Mehdi (senkt verlegen seinen Blick u. räuspert sich): Lange Geschichte.
Anna: Ich hab Zeit. Ich komme hier eh auf längere Zeit nicht weg.
Mehdi (blickt zufällig auf seine Armbanduhr): Ich... Ähm... Es ist...
Anna (versteht sein Zögern): Schon klar! Sie wartet auf dich. In der Silvesternacht sollte niemand allein sein. Dann lass sie mal nicht länger warten!
Mehdi (steht auf, will aber noch etwas sagen): Anna, hör mal...
Anna (nimmt seine Hand u. drückt sie fest): Mehdi, du musst mir nichts erklären. Es war töricht von mir, zu glauben, dass wir da ansetzen könnten, wo wir vor meiner... Flucht aufgehört haben. Ich hab schon lange gespürt, dass du nicht mehr bei mir warst. Jetzt hab ich die Gewissheit und das ist gut so. Ich hoffe, nein, ich wünsche dir, dass sie die Richtige ist. Lilly hat sie schon ins Herz geschlossen. Und ich... ich gebe es nur ungern zu, aber ich... mag sie auch... irgendwie. Dr. Haase ist wirklich nett.

Gretchen? Wieso Gretchen?

Mehdi (schaut sie mit großen Augen an): Oh! Aber ich... ich bin nicht mit Gretchen zusammen.
Anna (verwirrt): Nicht? Ich dachte nur, so wie sie mit der Kleinen umgeht und du... du warst doch so verliebt damals... Entschuldige! Dann... dann ist es die andere Ärztin? Stimmt’s? Dr. Hassmann?
Mehdi (schließt peinlich berührt seine Augen, öffnet sie wieder u. klärt seine Frau schließlich auf): Nein, nein! Ähm... das hab ich vorhin mit Hin und Her gemeint. Ich war... ähm... wie soll ich sagen... in den letzten Monaten nicht ich selbst. Ich weiß auch nicht. Ich hab Dinge getan, die nicht... auf die ich nicht stolz bin. Aber jetzt weiß ich, was ich will.
Anna (mustert ihn verwundert, denn so durcheinander kennt sie ihren Mann gar nicht): Das... ist... gut!?
Mehdi: Ich bin jetzt mit Gabi zusammen, musst du wissen.
Anna (schaut ihn fragend an): Gabi? Deine...
Mehdi (nickt verlegen): Ja!
Anna (erstaunt u. auch etwas eifersüchtig): Die mit den kurzen Röcken?
Mehdi: Glaub mir, das ist nicht das, worauf ich zuerst geschaut habe.
Anna (auch wenn es ihr wehtut, sie muss unweigerlich schmunzeln; er hat sich doch nicht so sehr verändert, wie sie gedacht hat): Das hätte mich auch gewundert.
Mehdi: Ich hab ihr sehr wehgetan und eigentlich hab ich gar nicht verdient, dass sie noch zu mir hält, aber ich kann nicht anders. Ich will mit ihr zusammen sein.
Anna (der Stich in ihrem Herzen bringt sie fast um, aber sie redet ihm trotzdem gut zu): Dann solltest du zu ihr gehen. Sie sollte das hören und nicht ich.
Mehdi (sieht sie erleichtert an): Sie weiß es. Ich wollte nur, dass du weißt, woran du bist. Du wirst immer eine Stelle in meinem Herzen einnehmen, aber...
Anna (unterbricht ihn mit trauriger Stimme): Es ist vorbei!
Mehdi (seine Stimme bricht ab): Tut mir ... leid.
Anna (sichtlich gefasst): Muss es nicht! Mir tut das alles so furchtbar leid, was passiert ist. Ich wünschte wirklich, ich könnte es rückgängig machen, aber das geht nun mal nicht. Ich hab es verbockt und werde mit den Konsequenzen leben müssen. Aber du sollst wissen, dass ich, was meine Gefühle für dich betrifft, nie gelogen habe. Ich hab dich von der ersten Sekunde an geliebt und daran hat sich nie etwas geändert.

Mehdi blickte seiner Frau gerührt in die Augen und wusste nicht, was er sagen sollte. Sie hielt seinem durchdringenden Blick nicht lange stand und senkte betreten ihren Blick. Anna schluckte den Kloß in ihrem Hals hinunter und legte Mehdi etwas in seine Hand. Er blickte verwundert darauf und dann fragend in ihre wässrigen Augen...

Mehdi (weiß nicht, was er sagen soll): Anna, das...
Anna (drückt seine Hand zu einer Faust zusammen u. unterstreicht ihr Tun mit sanften Worten): Das ist genau richtig so. Ich wünsche dir alles Glück dieser Welt.
Mehdi (steckt es schweren Herzens seufzend ein): Aber...? Danke! Ich ... dir auch. Es wird alles gut. Das verspreche ich dir.

Mehdi lächelte Anna zuversichtlich an - sie nickte ihm hoffend zu - und verließ dann das Zimmer, während sie sich auf die Seite drehte und das Ende ihrer großen Liebe beweinte. Mehdi lief derweil langsam den Flur der Chirurgie vor, blieb dann aber plötzlich abrupt stehen und lehnte sich mit dem Rücken an eine Wand. Er fuhr mit seiner rechten Hand in seine Kitteltasche und zog den Ring wieder hervor und betrachtete ihn wehmütig von allen Seiten. Das war es also? Nach zehn Jahren war einfach alles vorbei. Kurz und schmerzlos. Müsste er sich nicht anders fühlen? Seltsam fühlte es sich zwar schon an, aber es tat nicht mehr weh. Seinen eigenen Ehering hatte er schon lange abgelegt und damit auch den Schmerz über eine gescheiterte Ehe. Er hatte damit abgeschlossen und er hoffte, dass seine Frau das auch irgendwann könnte.

Plötzlich blickte Mehdi auf, als hätte ihn ein Lichtschein getroffen. Am Ende des Ganges erschien wie aus dem Nichts eine junge wunderschöne Frau, die sich gerade umschaute und als sie ihn erblickte, lächelnd auf ihn zukam. Er lächelte zurück und verschloss den Ehering seiner Frau in seiner Kitteltasche. Er stieß sich von der Wand ab und ging zu ihr... zu seiner neuen Liebe.

Gabi: Mehdi! Ich kann dir das erklären. Das ist so bizarr alles. Ich...

Ohne etwas zu sagen, nahm er Gabi einfach in den Arm und drückte sie fest an sich. Die überrumpelte Krankenschwester war noch völlig durcheinander von dem, was sie gerade gesehen hatte...

Gabi: Mehdi, was...?
Mehdi: Alles wird gut. Nein, jetzt ist alles gut.

...murmelte der verliebte Halbperser aufgewühlt und presste einen innigen Kuss auf ihre zarten Lippen, der bei der Verführten die weiten Graslandschaften etwas verblassen ließ. Nach endlosen Minuten, in denen sie sich gegenseitig ihre Liebe schenkten, lösten sie sich wieder voneinander. Mehdi schlang seine Arme fest um ihre Taille und schmiegte seine Wange glücklich an die ihre. Es tat so gut, sie im Arm zu halten, sie zu riechen, zu spüren, dachte er bewegt und wollte sie nie wieder loslassen. Gabis Herz klopfte wie verrückt und ihre Knie waren weich wie Butter, aber sie war von einem unvergleichlich schönen Glücksgefühl erfüllt, dass sie gar nicht anders konnte, als zu lächeln. Irgendetwas war plötzlich anders, aber erklären konnte sie es sich nicht wirklich. Sie würde ihn nicht danach fragen. Jetzt wollte sie einfach nur den schönen Moment genießen. Schweigend hielten sie sich im Arm. Sie bemerkten nicht, wie Chantal Mehdis Büro verließ und grinsend an dem innigen Liebespaar vorbeistöckelte. Vor der Tür zum Treppenhaus drehte sie sich noch einmal zu den beiden um und griff dann mit Herzflattern nach der Klinke, aber da war ihr schon jemand zuvorgekommen und stieß sie stürmisch zu Boden...

Chantal: Sag mal, hast du Tomaten auf den Augen, du Idiot, du!
Jochen (rappelt sich auf): Tschuldigung, ich hab dich nicht.............gesehen.

Erst jetzt bemerkte der Praktikant, wenn er da gerade unabsichtlich umgenietet hatte. Automatisch schoss ihm die Farbe ins Gesicht und er verfluchte sich dafür, dass man ihm immer jegliche Gefühlsregung am Gesicht ablesen konnte. Das war die einzige Eigenschaft, die er sich mit seiner nervigen großen Schwester teilte und er hasste es. Nach einem endlosen Moment, in dem er Chantal bewundernd mit offenem Mund angestarrt hatte, reichte Jochen der jungen Dame hilfsbereit seine Hand, die sie aber ausschlug. Sie krabbelte selber wieder hoch und zupfte ihr kurzes pinkfarbenes Kleid zu Recht...

Chantal: Geht schon!
Jochen (verlegen): Es tut mir wirklich leid.
Chantal: Jaha! Jetzt mach kein Drama draus! Du hast mir ja nicht die Extremitäten gebrochen.
Jochen (sieht seine Chance gekommen u. nimmt all seinen Mut zusammen): Darf ich dir als Entschuldigung einen Drink ausgeben?
Chantal (mustert ihn jetzt ganz genau, was ihn nur noch nervöser macht): Ich kenn dich.
Jochen (spürt, wie sein Herz plötzlich schneller schlägt u. fasst sich, um es zu vertuschen, an seinen Brustkorb): Mich?
Chantal: Du warst doch vorhin auch auf der Party oben?
Jochen (jubelt innerlich, weil sie ihn doch wahrgenommen hat): Ja, ich dachte nur, du hättest mich nicht...
Chantal (fällt ihm misstrauisch ins Wort): Bist du Arzt?
Jochen (sieht sie verwundert an): Nein, Praktikant, aber...
Chantal (strahlt ihn auf einmal an, so dass sein Herz gleich doppelt so schnell schlägt): Gut, dann nehme ich dein Angebot gerne an. Die Ärzte hier sind mit einer Ausnahme nämlich ziemlich schräg drauf.
Jochen (versteht zwar nicht, was das bedeuten soll, aber freut sich wie ein Honigkuchenpferd auf sein „Date“): Äh... Wenn du meinst?

Das junge Mädchen grinste ihr verdutztes Gegenüber frech an und öffnete schwungvoll die Tür zum Treppenhaus. Jochen folgte ihr dämlich vor sich hin grinsend und den schönen Ausblick genießend. Und so gingen die beiden zusammen die Treppen hoch, während Mehdi sich langsam von seiner Traumfrau löste, sie verliebt anlächelte und dann in die Umkleide zog, wo er aus seinem Spind seine Jacke holte und ihr andeutete, dasselbe zu tun. Doch Gabi rührte sich nicht vom Fleck und starrte ihn verwundert an...

Gabi: Was wird das jetzt?
Mehdi (wirft sich lässig Jacke und Schal über u. zwinkert ihr zu): Sag bloß, du hast unsere Verabredung am See vergessen.
Gabi (ihre Augen werden immer größer und ihr Herz schlägt immer schneller vor Aufregung; schnell holt auch sie ihren Mantel hervor, in den er ihr gentlemanlike hinein hilft): Nein, natürlich nicht.
Mehdi (knöpft ihr zärtlich den Mantel zu, was ihr regelrecht den Atem nimmt u. ihren Puls nach oben fahren lässt, und legt ihr anschließend ihren Schal um den Hals, dessen Enden er nun festhält, u. fixiert sie mit eindringlichen Blicken): Gut, dann komm!
Gabi (hängt gefesselt an seinen schönen Augen): Was ist denn los? Du bist ja völlig ausgewechselt.

Mehdi grinste seine süße Freundin nur geheimnisvoll an, gab ihr noch einen kleinen sehr überzeugenden Kuss auf den Mund und ließ sie schließlich los, um ihre Hand zu nehmen. Sie nahmen gar nicht wahr, dass sie von allen Seiten verwunderte Blicke ernteten, als sie so innig vereint das Krankenhaus verließen und den Weg zum See einschlugen.

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