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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

10.07.2011 22:19
#1051 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Ich soll den Schneckenmodus wieder aktivieren. Ihr seid ja süß! Aber eigentlich hab ich den Modus doch gar nicht gewechselt. Na mal sehen. Viel Spaß jetzt beim Romantikdinner u. schönen Abend noch. Eure Lorelei




Ein paar Stunden später wirbelte Gretchen auch schon, wie sie es geplant hatte, in der Küche herum und plante ein mehrgängiges Menü für sich und ihren Liebsten als Abschluss ihres traumhaften Kurzurlaubes, dem wohl schönsten Urlaub ihres Lebens. Das war sie Marc nach all den wunderschönen romantischen Überraschungen der letzten Tage einfach schuldig und insgeheim freute sie sich auch, ihren Schatz ein bisschen zu verwöhnen. Ein frischer Salat und die Nachspeise in Form von süßem Schokopudding waren schnell gemacht und auch der Hauptgang, Geschnetzeltes mit Wildreis, kochten und brutzelten ruhig vor sich hin. Also der perfekte Moment, um sich schnell in Schale zu werfen, dachte die hübsche Küchenfee und stahl sich davon.

Marc hatte sich derweil bereits umgezogen. Der gut aussehende junge Mann trug seinen schwarzen Anzug vom Weihnachtsessen bei seinen „Schwiegereltern“ vor ein paar Tagen und dazu ein weißes Hemd. Auf die obligatorische Krawatte hatte er bewusst verzichtet und er ließ auch die obersten Knöpfe seines Hemdes offen, so dass seine gut gebräunte Haut hervorblitzte. Es sollte schließlich ein lockerer und ungezwungener Abend mit seiner Liebsten werden. Es war schließlich der letzte, den er in nächster Zeit freihaben würde und das wollte er auskosten. Er hatte auf Gretchens Anweisung hin auch schon den Tisch gedeckt und hatte dann noch etwas im Glashaus aufgeräumt und ein paar Sachen gepackt, da sie am nächsten Morgen schon zeitig aufbrechen würden, weil sie gegen Mittag wieder ihren Dienst im Elisabethkrankenhaus antreten müssten. Anschließend hatte er sich auf die Couch ins Wohnzimmer gefläzt, wo er nun gelangweilt die Qualifikation zur Vierschanzentournee verfolgte, bis das Abendessen fertig sein würde.

Gretchen war ebenfalls in ihr Weihnachtsdress, das bodenlange schwarze kurzärmelige Kleid, geschlüpft, hatte ihre Locken noch einmal zurecht gemacht und ein bisschen Wimperntusche aufgelegt und stürmte auch schon wieder geschwind die Treppe hinab, um das Essen rechtzeitig vom Herd zu nehmen. Alles war perfekt inszeniert für ein romantisches Dinner bei Kerzenschein und sie freute sich richtig auf den letzten Abend in ihrem Glaspalast. Aber etwas fehlte noch.

G: Marc, machst du bitte noch den Kamin an!

... rief sie Richtung Wohnbereich, während sie den Reis in eine weiße Keramikschüssel gab. Ein Kaminfeuer würde dem schönen Ambiente noch das Tüpfelchen auf das I aufsetzen, dachte sie verträumt lächelnd und kümmerte sich als nächstes um das Fleisch und die Pilze. Marc erhob sich seufzend von der schwarz-weißen Couch, schaltete den Fernseher aus und stattdessen die Anlage an, aus der nun die Hammerstimme von Adele tönte (http://www.youtube.com/watch?v=7AW9C3-qWug) und legte anschließend etwas Holz in den Kamin und entfachte ein Feuerchen. Gretchen stellte derweil den dampfenden Topf auf den Tisch und kuckte verliebt zu Marc, der gerade das Licht dämpfte und ebenfalls zu ihr herüber schaute. Auch seine Augen funkelten bei ihrem wunderschönen Anblick. Er kam langsam auf sie zu, nahm ihr die Schürze ab, die er achtlos über einen der Stühle hängte, und umarmte sie liebevoll, bevor er sie anschließend innig auf den Mund küsste. Gretchen glaubte zu schweben, als er irgendwann nach endlosen Sekunden von ihr abließ und sie dann schwerverliebt anblickte und seinen unverwechselbaren Charme spielen ließ...

M: Du siehst hübsch aus, Haasenzahn.
G (lächelt glücklich u. wird auch etwas rot): Danke! Du aber auch.
M (grinst): Ich weiß.
G (himmelt ihn an, als sie ihm zuflüstert): Essen ist fertig.
M (schmunzelt): Du... stell dir vor, ich hab es mitbekommen.
Blödmann!

Gretchen klopfte ihm auf den Arm und setzte sich dann an den Tisch. Marc folgte ihr, zündete noch den silbernen Kerzenleuchter an, den seine Romantikkönigin in die Mitte des Tisches gestellt hatte und ließ sich ebenfalls an der reichlich gedeckten Tafel nieder.

M (anerkennend): Wow! Hätte nicht gedacht, dass du aus den paar Essensresten noch was zaubern könntest.
G (grinst): Das nehme ich jetzt mal als Kompliment. Guten Appetit.
M (will schon zur Gabel greifen): Ja, Mahlzeit, ne.
G (hat etwas vergessen): Ach warte, lass uns erst anstoßen.

... plapperte Gretchen hastig dazwischen und sprang von ihrem Stuhl auf, um die Weinkaraffe zu holen, die sie auf der Anrichte schon bereitgestellt hatte. Mit einem verlegenen Lächeln auf den Lippen kam sie zurück und schenkte den Rotwein in die beiden Gläser ein. Dann setzte sie sich wieder und stieß zusammen mit Marc an, dem sie tief in die Augen blickte...

G: Auf einen wunderschönen Abend.
M (zwinkert ihr zu): Auf eine wunderschöne Frau.
G (wird ganz verlegen, weil Marc ungewohnt handzahm u. charmant ist): Ach Marc!

Marc lachte nur und nahm einen ersten Schluck aus seinem Glas. Dann wandte er sich der Vorspeise zu, einem bunten Obstsalat, den seine Freundin mit ganz viel Liebe zubereitet hatte. Gretchen beobachtete ihn eine Weile ganz verträumt dabei. Als er aber verwundert aufschaute, blickte sie schnell weg und widmete sich ebenfalls ihrem Essen, das ganz vorzüglich schmeckte.

Die beiden lachten, scherzten, flirteten, schwelgten in Erinnerungen an fünf unvergesslich schöne Tage und fanden sich schließlich irgendwann Arm in Arm auf dem Sofa wieder. Gretchen saß auf Marcs Schoss und ließ sich von ihm mit dem Nachtisch füttern. Immer wieder unterbrachen süße Küsse die zärtliche Schlemmerei, bis sie am Ende die leeren Schüsseln wegstellten und sich verliebt in die Augen schauten. Gretchen durchbrach irgendwann die magische Stille, die nur vom prasselnden Kaminfeuer durchbrochen worden war, weil sie etwas auf dem Herzen hatte...

G: Marc?
M (hat die Augen geschlossen u. hält seine Wange an ihre gepresst): Hmm?
G: Danke!
M (hebt seinen Kopf u. schaut sie verwundert an): Wofür denn? Mit dem Essen hatte ich doch gar nichts zu tun.
G (lächelt verlegen): Ich meine, danke für alles. Die wunderschöne Reise, das unglaubliche Haus hier, unsere traumhaften Ausflüge, einfach für alles.
M (wiegelt mit einer lockeren Handbewegung ab, weil ihm das unangenehm ist): Ach kein Ding!
G (blickt ihn ernst an): Doch Marc! Du weißt gar nicht, wie viel mir das bedeutet.
M (lächelt verschämt): Also bist du glücklich?
G (strahlt): Glücklich? Glücklich ist gar kein Ausdruck. Die Definition von „glücklich sein“ muss neu definiert werden.
M (schmunzelt): Übertreibst du da nicht ein wenig?
G: Nein, ich untertreibe noch.
M (sieht aufgewühlt in ihren leuchtenden blauen Augen hin u. her): Ach Haasenzahn, mit deinen Superlativen kommt man(n) doch gar nicht mehr mit.
G (verliert sich in seinen Augen): Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe, Marc?
M (spürt, wie sein Herz heftig zu klopfen beginnt u. sieht sie einfach nur an): Ich kann’s mir in Ansätzen vorstellen, ja.
G (schmiegt sich an ihn u. spielt mit seiner Hand, die sie fest umschlossen hält): Versprichst du mir was, Marc?
M (genießt ihre Nähe u. beruhigt sich wieder): Was denn?
G (blickt ihm tief in die Augen): Dass das niemals aufhört.
M (legt seine warme Hand an ihre Wange u. sieht sie an): Haasenzahn, aber du hast schon mitbekommen, dass wir morgen hier raus müssen. Das Haus ist über Sylvester schon gebucht. Und dein Vater...
G (muss über seine Verpeiltheit lächeln u. fällt ihm ins Wort): Marc, ich meine das mit uns. Es soll immer so bleiben.
M (sieht sie einfach nur an u. ist überwältig von den Gefühlen, die gerade mit ihm durchgehen): Ja!?

Gretchen wollte sich gerade wieder an ihn kuscheln, da richtete Marc sich plötzlich auf. Er fuhr sich nervös durch seine Haare und stand dann vom Sofa auf und lief nun aufgewühlt im Wohnzimmer hin und her. Gretchen schaute ihm irritiert dabei zu.

G: Hab ich was Falsches gesagt?

... fragte sie nach einer Weile verunsichert nach, weil Marc einfach nicht zur Ruhe kam. Sein Herz raste richtig. Er wusste überhaupt nicht, was mit ihm auf einmal los war. Sein Blick ging über den See und den beleuchteten Steg. Er seufzte und drehte sich schließlich wieder zu ihr um. Er bemerkte den besorgten Blick in ihren Augen und schüttelte den Kopf, dann kam er wieder entschlossen auf sie zu. Vor dem Sofa blieb er stehen und ging in die Knie. Gretchen hielt den Atem an, als er ihre Hände nahm und zärtlich darüber strich, während er mit seinen funkelnden grünen Augen die ihren suchte...

M: Haasenzahn, hör mal zu!

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

11.07.2011 16:53
#1052 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben , zwei Teile hab ich noch, dann müsst ihr definitiv Abschied nehmen.

Von der winterlichen Seenlandschaft, tropischen Paradiesen, rasanten Abenteuern und Martchen im Glashaus.
Dann kläre ich jetzt mal auf, was Marc so Wichtiges zu sagen hat. Ob es sich wirklich um das handelt, was ihr euch sehnlichst nicht erhofft? Wollt ihr wirklich? Seid ihr sicher? Seid ihr wirklich bereit? Gut! Viel Spaß jetzt u. schönen Start in die neue Woche. Eure Lorelei




Gretchen hing gefangen an seinen schönen Augen, die ruhelos hin und her wanderten, und verstand nicht wirklich, was auf einmal mit ihm los war...

G: Marc, was...?
M (kuckt sie augenzwinkernd an): Ich hab ‚Klappe halten’ gesagt.
G (zunehmend beunruhigt): Okay!?
M (beginnt erneut, wobei er vorher noch einmal tief Luft holt): Die Sache mit deinem Tagebuch neulich...
G (fällt ihm verwirrt ins Wort u. sieht ihn fragend an): Wie kommst du denn jetzt auf mein Tagebuch?
M (vergreift sich leicht im Tonfall u. wird etwas lauter): Boah Haasenzahn, wieso musst du eigentlich immer das letzte Wort haben, hmm?
G (senkt schuldbewusst den Kopf): Ich... ich hab mich doch nur gewundert.
Was ist denn plötzlich in ihn gefahren? Das war doch gerade so schön, so perfekt. Sonst bin ich doch immer die Spaßbremse.
M (legt seinen Finger unter ihr Kinn u. hebt es an, damit sie ihn ansehen kann): Weißt du, du machst mich wahnsinnig.
G (zieht beleidigt ihre Hände zurück u. verschränkt trotzig ihre Arme, ehe sie sich zurücklehnt u. ihren Blick von ihm abwendet): Na schönen Dank auch.
M (stöhnt laut auf u. wirft verzweifelt seine Hände in die Luft): Hier du machst es schon wieder!
G (kuckt ihn doch wieder an u. schmollt): Ja, wenn du mich auch wieder beleidigst.
Wieso zum Teufel versteht sie mich nicht?
M (muss sich arg zusammenreißen, um ruhig zu bleiben): Ich hab dich nicht beleidigt. Ich meinte, positiv wahnsinnig.
G (versteht jetzt gar nichts mehr u. schaut Marc dementsprechend verunsichert an): Hä? Marc, was soll denn das jetzt? Setz dich doch bitte wieder zu mir!

Gretchen tippte auf den leeren Platz neben sich, doch Marc reagierte nicht. Er fuhr sich aufgewühlt durch seine Haare, dann legte er seine beiden Hände auf ihre Knie und versuchte nun zum bereits dritten Mal damit anzusetzen, was ihm so sehr auf der Seele brannte, dass er es einfach rauslassen musste, obwohl er selbst nicht verstand, wieso er das eigentlich tat...

M: Ich weiß manchmal wirklich nicht, wo mir der Kopf steht. Und daran bist allein du Schuld. In dem einen Moment knutschen wir uns ab und einen Moment später fliegen wieder die Fetzen, weil du mal wieder alles in den falschen Hals bekommst oder ich nicht dahinter komme, was in der weiblichen Psyche gerade wieder für ein irrsinniger Film abläuft. Du kostest mich wirklich manchmal den letzten Nerv und Gott weiß, wie viele Jahre meines Lebens ich schon für dich opfern musste. Ich bekomme schon stellenweise graue Haare.
G (fassungslos u. beleidigt macht sie ihrem Ärger Luft): Maaarc!
M (schaut seine große Liebe aufrichtig an u. plappert einfach drauf los, ohne spöttischen Hinterton oder groß darüber nachzudenken): Ja, du machst mich wahnsinnig, Haasenzahn. Das beschreibt es eigentlich am besten. Und doch liebe ich dieses Gefühl über alles. Ich weiß, das klingt verrückt und irgendwie ist es ja auch ein wenig schizophren, aber ich liebe es. Es ist einfach so und es gibt nichts daran zu rütteln. Ich liebe es, wie bescheuert naiv du auf meine Scherze reagierst. Ich liebe deine Verpeiltheit, wenn du mal wieder gar nicht checkst, wie die Dinge eigentlich gemeint sind, obwohl du es nach all den Jahren, die wir uns kennen, eigentlich wissen müsstest. Ich liebe es, wenn du auch jedes noch so kleine Fettnäpfchen mitnimmst und dabei manchmal Leib und Leben riskierst, weshalb man eigentlich rund um die Uhr auf dich aufpassen müsste. Und ich nehme diesen Job gerne auf mich. Ich liebe es, mit dir im OP zu stehen und dir dabei zuzuschauen, wie du erst verunsichert und dann selbstbewusst und konzentriert einen brillanten Job machst, obwohl du immer das Gegenteil denkst und dir nichts zutraust, aber dem ist nicht so. Du bist gut, ja, ich geb’s zu und von mir aus schreib ich dir das auch auf irgendeinen Wisch oder in dein Tagebuch, und du kannst alles schaffen, wenn du es nur willst. Deshalb liebe ich es auch, wenn du deinen sturen Dickschädel auch mal für sinnvolle Dinge durchsetzt.

Gretchen wusste überhaupt nicht, wie ihr geschah und sie war längst den Tränen nah, als Marc nach einer kurzen Denkpause ungeniert weiter drauflos redete und ihr Herz damit tief berührte...

M: Ich liebe es, wenn du lachst und genervt kuckst, weil Sabine dir mal wieder irgendeinen bescheuerten Mist aus ihren Karten erzählt und du ihr manchmal auch noch ihre seltsamen Prophezeiungen glaubst. Aber streiche bitte die alberne Vorstellung vom Prinzen mit seinem beschissenen Gaul aus deinem Kopf. Strumpfhosen stehen mir nämlich nicht. Und reiten ist eh scheiße. Es sei denn... äh... egal.

Jetzt lachte Gretchen. Marc erwiderte ihr Lächeln und setzte ungeniert fort...

M: Ich liebe es, wenn du selbst im schlechtesten Menschen noch das Gute siehst und du anderen hilfst und sie in die richtige Richtung lenkst, auch wenn ich manchmal daran zweifele, ob das wirklich der rechte Weg ist. Aber das muss wohl jeder selber wissen. Ich liebe es sogar, wenn du mit Mehdi die Köpfe zusammensteckst und mit ihm euren blöden Weiberkram machst oder ihr euch mit Kuchen voll stopft. Ja, es ist angekommen, dass ihr nur eure spezielle Was-auch-immer-Freundschaft pflegt und ich werd auch nichts mehr dagegen sagen, ok. Obwohl ab und an ein Spruch wird wohl erlaubt sein oder? Jedenfalls liebe ich es, wenn du verzeihst, auch wenn man sich oft genug wie das letzte Arschloch verhalten hat. Ich liebe es, wenn du verträumt bist und dir die Welt in den buntesten Farben vorstellst und man manchmal einen Bohrschlaghammer braucht, um dich zurückzuholen. Ich liebe es, wenn du schief und schräg singst und dabei ungelenk durch die Küche tanzt, wenn du denkst, niemand schaut dir zu.

Gretchen wurde mit einem Mal tiefrot im Gesicht und schaute verschämt auf ihre Hände, die nun auf denen von Marc ruhten. Aber was als nächstes folgte, ließ sie ihre Unsicherheit völlig vergessen...

M: Ja, und vor allem liebe ich es, dich zu lieben. Ich liebe deine zarte weiche Haut, deine sinnlichen Lippen, die einfach zum Küssen einladen, deine wunderschönen Haare, deine Brüste, deinen ganzen Körper, wenn ich ihn berühren darf. Auch wenn du denkst, er ist nicht perfekt, er ist es. Ich liebe einfach alles an dir, deine Macken und Neurosen, deine Schmollphasen oder wenn dir etwas peinlich ist, deine plötzlichen Ausbrüche und Zickereien, ja selbst deine verrückte Familie und von mir aus stehe ich auch die nächsten peinlichen Feierlichkeiten mit deiner Mutter durch, weil ich einfach immer und überall bei dir sein will.

Mittlerweile liefen Sturzbäche an Tränen Gretchens gerötete Wangen hinab. Marc kam gar nicht damit nach, sie immer wieder wegzustreichen. Schließlich gab er den Kampf auf und ließ seine rechte Hand an ihrer Wange verharren. Er sah ihr tief in die Augen, als er weiter sprach...

M: Was ich mit all dem sagen will, ist Folgendes. Ich liebe dich. So richtig halt... mit Herz und ... diesem anderen Dings hier äh..., für das es keine medizinischen Belege..., ach egal! Du weißt, dass ich bisher noch nie für jemanden so empfunden habe und ich nie vorhatte, mich auf diesen ganzen Beziehungsquatsch einzulassen, weil ich einfach keine Vorstellungen davon hatte und ehrlich gesagt auch nie an so was geglaubt habe. Eigentlich ist das alles ja auch wirklich nur großer Quatsch. Man sieht ja jeden Tag überall auf der Welt, wie viel schief laufen kann. Man verletzt sich und am Ende steht man alleine da. Du brauchst dir nur meine verkorkste Familie ankucken. Ja, Liebe ist scheiße!

Gretchens Tränen waren mittlerweile versiegt, aber auch ihr verklärter Blick war verschwunden. Vielmehr schaute sie Marc jetzt ziemlich schockiert an, der gleich merkte, dass er wohl die falschen Worte gewählt hatte und nun zurückruderte...

M: Also versteh das jetzt nicht falsch! Ich meine das jetzt allgemein betrachtet und... Ach scheiße, Gretchen. Ich rede mich hier schon wieder um Kopf und Kragen. Ich meine, unsere Liebe ist nicht scheiße. Die ist echt und geht tief und haut mich jeden Tag aufs Neue vom Sockel, weil ich nie gedacht habe, dass es so sein könnte... so... so schön. Verstehst du?

Jetzt konnte Gretchen auch wieder lächeln. Marc erwiderte ihr Lächeln und setzte nicht minder nervös fort...

M: Ich gebe dir in allen Punkten Recht, Haasenzahn. Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich wie jetzt in den letzten Tagen, aber auch schon in den vergangenen Wochen. Das mit uns ist groß, perfekt, einzigartig. Und ich will das auch nicht mehr missen. Du musst dir also auch gar nicht so viele Gedanken machen. Ich weiß, auch wenn du es nicht zugeben willst, dass du immer noch gewisse Erwartungen hast.

Jetzt war der Punkt angelangt, wo auch sie etwas sagen wollte, doch Marc ließ sie nicht zu Wort kommen. Er wollte das einfach alles erst einmal loswerden...

G: Marc,...
M: Nee, lass mich erst ausreden, sonst vergesse ich das, was ich noch sagen wollte. Du hast gesagt, dass das mit deinem Tagebuch, wo du vor über zwanzig Jahren dein erstes Liebesgeständnis verewigt hast, kein Wink oder so was war, sondern nur ein Symbol für das, was zwischen uns ist... war... wie auch immer. Ich finde aber, es war beides. Ich hab den Tag damals auch nie vergessen und das nicht nur wegen meines Dads. Du weißt gar nicht, was ich alles für Peinlichkeiten gemacht habe, um dich..., aber das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, die Botschaft ist angekommen, Haasenzahn. Du denkst vielleicht, dass ich mir noch keine Gedanken um die Zukunft machen will, die über das Berufliche hinausgehen, aber dem ist nicht so. Ich denke ständig darüber nach, wo das alles noch mit uns hinführt. Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Ich hab keinen Schimmer. Alles, was ich weiß, ist, dass ich keinen Schiss mehr davor habe wie der kleine Junge, der sich hinter Mauern und Hecken versteckt hat, wenn er das Mädchen, das ihn auch liebte, beobachtet hat.
G (spürt instinktiv, dass er die Wahrheit spricht u. ist völlig gerührt): Ehrlich?
M (nickt verschämt lächelnd mit dem Kopf u. sieht ihr direkt in die Augen): Jep! Und deshalb gebe ich dir jetzt und hier ein Versprechen.

Gretchen schaute aufgewühlt in seinen funkelnden smaragdgrünen Augen hin und her, während er ihre Hand nur noch fester drückte...

G: Versprechen?
M (glaubt selbst kaum, dass er das wirklich sagt): Du kriegst das ganze Programm.
G (verwirrt): Hä? Programm?
M (rollt mit den Augen): Mann, Gretchen, jetzt stell dich nicht so blöd an. Du weißt doch, was ich damit meine. Alles halt. Ich kann dir nur noch nicht versprechen, wann. Irgendwann eben. Kannst du damit leben?
Oh... mein... Gott! Er meint es ernst.
G (legt ihre Hände an sein Gesicht u. weint vor Glück, als die Botschaft endlich ankommt): Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
M (schaut sie zuversichtlich an u. zwinkert ihr zu): Wie wäre es mit ja. Mir tun nämlich schon die Knie weh.
G (lacht voller Freude u. knutscht ihn ab): Das war das unglaublichste Geständnis, was mit je ein Mann gemacht hat.
M (cool): Na das hoffe ich doch. Du wirst auch nie wieder so was von mir zu hören bekommen. Damit das mal klar ist. Also was ist jetzt? Machen wir das so?
G (überglücklich): Ja!
M (hakt lieber noch mal nach): Echt jetzt?
G (stupst seine Nase an): Ich hab ja gesagt, du Idiot.
M (selbstgefällig): Hmm... das wollte ich hören.

Marc hatte schnell zu seiner alten Form zurückgefunden. Er richtete sich auf, streckte sich einmal und warf sich dann neben seine völlig gerührte Freundin aufs Sofa. Gretchen schlang sofort ihre Arme um ihn und besiegelte ihr gemeinsames Lebensversprechen mit einem innigen Kuss. Atemlos löste sie sich von ihm und schaute ihm verliebt in die Augen...

G: Wir werden den richtigen Moment erkennen.
M (zögert dann doch für eine halbe Sekunde): Äh... Wenn du meinst? Aber du weißt schon, dass in nächster Zeit noch so einiges auf dem Plan steht oder?
G (verdreht die Augen): Jaaaahaaaa! Ich werde meinen Facharzt schon nicht vernachlässigen.
M (zwinkert ihr frech zu): Gut! Könnten wir dann endlich mal zum Nonverbalen übergehen, jetzt, wo wir alles weitgehend äh... geklärt hätten?
Er wird sich nie ändern, aber das ist auch gut so. Genauso lieb ich ihn.
G (funkelt ihn verführerisch an u. zieht ihn vom Sofa hoch): Unbedingt!

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

12.07.2011 22:19
#1053 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ach Mädels, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Danke für eure unglaublichen Kommentare, die mir unendlich viel bedeuten, weil ich anfangs nämlich ziemlich unsicher war, ob ich das alles wirklich Marc 'Gefühle sind mir ein Fremdwort' Meier sagen lassen kann. Aber ich denke, es war der richtige Moment und er soll ja auch nicht ewig auf der Stelle treten. Also vielen dank noch mal. Zum Abschluss dieses Kapitels hab ich noch ein ganz besonderes Schmankerl für euch, das ich gerne der vereinsamten Apothekerin widmen möchte, damit sie endlich wieder lächelt. Ich hab dich lieb und denk an dich. Die Kücken unter euch müssen aber leider mal wieder draußen bleiben. Sorry! Viel Vergnügen und schönen Abend noch. Eure Lorelei



http://www.youtube.com/watch?v=OhSAF8-N48Y

Stürmisch trafen sich ihre Lippen und vollführten einen wilden Tanz, in dessen Verlauf sie Richtung Kamin torkelten, vor dem sie sich wild knutschend auf dem kunstvollen Eisbärenfell niederließen. Gretchen löste sich von Marc und setzte sich auf dessen Schoss, was er schmunzelnd zur Kenntnis nahm. Mit einem verschmitzten Lächeln wanderte die junge Frau mit ihren Händen über seinen knackigen Po und zog sein Hemd aus der Hose, um es anschließend hibbelig aufzuknöpfen, während ihre glühenden vollen Lippen sich auf jeden freigelegten Zentimeter Haut legten und heiße Brandspuren hinterließen, die den sonst so coolen jungen Mann regelrecht um den Verstand brachten. Marc stöhnte leise und strich ihre wilde Locken zur Seite, die immer wieder sein Gesicht kitzelte, bis er irgendwann genug davon hatte und ihren Kopf in beide Hände nahm und zu sich hoch zog. Sanft berührte sein Mund den ihren und verführte sie zu einem sinnlichen Tanz, der ihre Schmetterlinge im Bauch zu einem Rundflug animierte und sie jegliches Gefühl für Raum und Zeit vergessen ließ. Während sie sich beherzt küssten, drehten sie sich ein wenig, so dass sie nun nebeneinander auf der Seite lagen und sich tief in die Augen schauen konnten. Marc strich verträumt lächelnd mit der linken Hand ihre Seite entlang, liebkoste ihren anmutigen Hals und zog dabei ganz langsam den Reißverschluss ihres schönen langen Kleides hinunter. Gretchen schaute ihm dabei verheißungsvoll zu und richtete sich anschließend auf. Marc tat es ihr gleich.

Seine Hände streichelten ihr makelloses Gesicht, strichen über ihren grazilen Hals und ihre Schulterblätter, wo er die Ärmel ihres Kleides gefühlvoll zur Seite schob, das nun wie ein Seidentuch ihre glatte Haut hinunter glitt und auf dem Boden landete. Gretchen schlüpfte kichernd heraus und legte es vorsichtig zur Seite. Marc betrachtete die entkleidete Schönheit vor seinen Augen ganz genau. Jeden Zentimeter ihres atemberaubenden perfekten Körpers, der mit sündiger dunkelblauer Spitze bedeckt war, hüllten seine liebevollen Blicke ein. Gretchens Herz flatterte heftig, als sie Marcs anerkennende Blicke bemerkte und legte instinktiv ihre Arme um seinen Hals, stellte sich auf ihre Zehenspitzen und küsste ihn erneut zärtlich auf den Mund. Doch dieses Mal brachen ihre Gefühle vollends mit ihr durch. Sie intensivierte den Kuss und küsste ihn nun stürmisch und voller Hingabe, dass es ihn fast umhaute. Ruhelos fuhren seine Hände über ihren nackten Rücken, fanden schließlich den Verschluss ihres BHs, den er flink öffnete. Gretchen löste ihre Umarmung und streifte sich das störende Kleidungsstück lässig vom Körper. Marc lächelte verheißungsvoll und weidete sich an der puren Weiblichkeit, die sich ihm gerade darbot.

Gretchen, die vor ihrem Liebsten jegliche Scham abgelegt hatte, zwinkerte ihm keck zu, woraufhin er schmunzelnd den Kopf schütteln musste und sie schließlich in seine Arme schloss. Die blonde Verführerin strich ihm zärtlich mit ihren sanften Händen über den muskulösen Oberkörper und schob das störende weiße Hemd von seinen Schultern. Marc befreite sich davon und warf es achtlos zu Boden. Dann schlang er seine starken Arme auch schon wieder um Gretchens nackten Traumkörper und sank mit ihr wieder auf das plüschige Bärenfell, das ihnen eine willkommene Unterlage bot. Marc küsste seine Liebste intensiv, aber noch nicht fordernd und wanderte mit seinen brennend heißen Lippen schließlich tiefer und strich über ihr erhitztes Dekolletee, das sich ihm entgegenreckte. Seine Hände waren mit Gretchens fest verhakt, die er mit sanfte Gewalt neben ihrem Kopf auf den Boden presste, während er ihren aufregenden Körper weiter auf die Meiersche Art und Weise erkundete. Ein tiefer Seufzer verließ Gretchens zarte Lippen, als sein Kopf schließlich zwischen ihren weichen vollen Brüsten versank und sich mit Hingabe deren intensiver Erforschung widmete. Feurige Lippen umfassten ihre zarten Knospen, saugten zärtlich daran, brachten sie damit fast völlig um den Verstand. Marc ging es da nicht anders. Auch er konnte einfach nicht genug davon bekommen, was diese sündige Berührung bei ihm auslöste, und intensivierte sein Verwöhnprogramm.

Gretchens Körper streckte sich ihm verheißungsvoll entgegen. Auch sie konnte nicht genug von ihm und seinen Zärtlichkeiten bekommen. Sie vergrub ihre Hände tief in seinen Haaren und fuhr immer wieder über seine Kopfhaut, wenn er ihre harten Nippel zwischen seine Zähne nahm. Sie stöhnte laut und unkontrolliert, als er die Alpenlandschaft schließlich irgendwann überquerte und nun weiter Richtung Italien vorstieß. Brennende Küsse auf ihrem Bauch ließen sie träumen und in eine andere Welt abtauchen. Sein heißer Atem auf ihrer empfindlichen Haut machte sie schier wahnsinnig, gleichzeitig liebte sie dieses kribbelnde Gefühl sehr und sie wollte nicht, dass er damit aufhörte. Marc grinste frech zu ihr hoch, als er schließlich den Bund ihres knappen Höschens erreicht hatte und anschließend hauchzarte verbotene Küsse auf den dünnen Stoff setzte. Gretchen seufzte vor Erregung und biss sich auf ihre Unterlippe. Sie schob seinen Kopf immer mehr in diese Richtung, denn sie wollte unbedingt mehr. Ihr Wunsch war dem Verführer natürlich Befehl und so verwöhnte er sie noch eine Weile, bis er es schließlich selbst nicht mehr aushalten konnte und den Bund des Höschens packte, um es ihr herunterzureißen. Damit kam er ihrem sehnlichsten Wunsch zuvor. Gretchen hob wie selbstverständlich ihr Becken an und Marc zog das kleine Stückchen Stoff ihre Beine hinunter und warf es anschließend in irgendeine Richtung davon. Er achtete nicht weiter darauf, denn sein Blick war starr auf die nackte Aphrodite gerichtet, die sich verführerisch auf dem weißen Kunstfell räkelte und deren makellose elfenbeinfarbene Haut eine zarte Gänsehaut zierte.

Marc strich lächelnd von der Zehenspitze an die Innenseite ihres Beines hoch und beobachtete mit feurigen Augen fasziniert, wie die bildschöne Venus darauf reagierte. Eine sanfte Röte legte sich auf Gretchens Gesicht und ließ sein Herz höher schlagen. Sie hatte ihre Augen längst geschlossen und sich ihm ganz hingegeben. Ihr Kopf bewegte sich ruhelos auf dem Bärenfell hin und her. Ein süßes Lächeln umschmeichelte ihre Lippen, als er fast am Endpunkt angelangt war und innehielt, um ihren betörenden Anblick für die Ewigkeit aufzusaugen. Gretchen schnurrte wie ein kleines Kätzchen, was ein wohliges Kribbeln bei ihm auslöste. Er musste sie jetzt einfach berühren. Er senkte seinen Kopf in ihren Schoss und der Schrei der Katze wurde lauter, übertönte sogar das prasselnde Kaminfeuer neben ihnen. Aus der Katze wurde eine richtige Tigerin, die mit ihren Krallen über seinen Kopf strich und ihn damit drängte, das Spiel mit dem Feuer zu intensivieren. Nur allzu gern ging er darauf ein. Doch plötzlich ließ sie von ihm ab. Ihr ganzer Körper zuckte unkontrolliert unter ihm. Marc richtete sich auf und schaute ihr lächelnd dabei zu, wie sie sich vor Erregung auf dem Tierfell hin und her wand, sich daran festkrallte, bis ihre Finger verkrampften und sie das tote Tier losließ, um mit ihren Händen ihr wild pochendes Herz zu berühren, das zu zerbersten drohte.

Plötzlich und unvermittelt öffnete Gretchen ihre Augen und sah ihn direkt an. Ihr feuriger Blick traf Marc wie ein Blitz, fesselte ihn, zog ihn wie magisch an. Er krabbelte zu ihr hoch und küsste sie wieder und immer wieder mit brennender Leidenschaft. Sie stieg auch sofort darauf ein. Er wurde fast ohnmächtig von ihren heißen gefühlsgetragenen Küssen und konnte dennoch nicht genug davon bekommen. Flinke Frauenhände huschten über seinen muskulösen Rücken und hinterließen rote Striemen, bis sie in seiner schwarzen Hose eintauchten und in seinen knackigen Hintern kniffen. Marc richtete sich erschrocken auf und blitzte sie gespielt empört an. Dann zog er den kleinen grinsenden Frechdachs mit zu sich hoch und presste den sinnlichen Frauenkörper heftig an seinen Oberkörper. Er spürte ihre weichen Brüste auf seiner nackten Haut, was ihn fast wahnsinnig machte, und schaute in ihren feurigen Augen hin und her, die ihn sehnsüchtig ansahen.

Marc streichelte noch einmal zärtlich über ihre Wange, dann sprang er plötzlich auf, warf noch ein paar Holzscheite in den Kamin, damit das Feuer nicht erlosch, und schlüpfte anschließend aus seiner Hose und seinen Boxershorts. Grinsend verfolgte die blonde Venus seinen aufregenden Striptease und warf ihm dabei verführerische Blicke zu, die ihm natürlich nicht entgingen. Sofort stürzte er sich wieder glühend vor Leidenschaft auf sie. Sie kicherte und wartete nur darauf, dass seine heißen Lippen wieder die ihren berührten, dem er auch sogleich mit großem Vergnügen nachkam. Tief drang seine Zunge in ihre Mundhöhle vor und stupste die ihre an. Ein heißes Spiel begann, während die Flammen im Kamin immer höher schlugen. Ihre Körper verschmolzen zu einer verschlungenen Einheit, ebenso wie ihre Herzen, die lichterloh brannten und im selben schnellen Rhythmus schlugen. Schließlich richtete sich Gretchen auf und streckte ihren atemberaubenden Oberkörper in die Höhe. Marc verschlang sie regelrecht mit seinen Augen, als er fasziniert ihre Bewegungen verfolgte. Sie sah so unglaublich schön aus. Ihr offenes Haar schimmerte wie reinstes Gold im Lichtschein des Kamins. Ihre himmelblauen Augen funkelten wie tausend Sterne, bevor sie sich langsam schlossen und er sich auf ihre langen schwarzen Wimpern konzentrieren konnte. Ihr Erdbeermund leuchtete sinnlich in einem tiefen Rot und lud nur so zum Küssen ein. Und ihre zarte Haut schimmerte glutrot im Schein des offenen Kamins, in dem es knisterte und flackerte. Kleine goldene Schweißperlen kullerten zwischen ihren prallen Brüsten hinab, während diese sich sanft im Takt auf und ab bewegten und die Venus selbst sich vorsichtig, aber dennoch selbstbewusst und forsch auf ihm bewegte, ihren Kopf leicht in den Nacken legte und sich immer wieder leise stöhnend durch ihre güldene Lockenmähne strich.

Sein Haasenzahn war die Sinnlichkeit in Person, dachte Marc mit wild pochendem Herzen, während seine Sinne langsam schwanden und er ebenfalls die Augen schloss und nur noch das Prasseln des Kaminfeuers vermischt mit den leisen Seufzern seiner Freundin wahrnahm. Gefühlvoll und ohne große Hektik liebte sie ihn, strich ab und an zärtlich über seinen verschwitzen durchtrainierten Oberkörper und senkte ihre verführerischen Lippen, um ihn einen Windhauch gleich zu küssen. Marc fühlte sich leicht und schwerelos, als ob er über Wolken schweben würde und ließ sich völlig gehen und überließ ihr für eine Weile das Kommando.

Vorsichtig legte er seine Hände an ihre Hüfte, streichelte gefühlvoll ihren süßen Po, was sie wiederum zum Lächeln brachte, und richtete sich anschließend schwer atmend auf, als die Lust in ihm immer größer wurde, und umschloss einen Anker suchend mit beiden Armen fest ihren erhitzten Körper. Gretchen öffnete ihre Augen und blickte direkt in ein leuchtendes Paar smaragdgrüner wunderschöner Augen, die so viel Liebe, aber auch tiefe Sehnsucht ausstrahlten, das es sie tief berührte und auch ihre Sehnsucht weckte. Verheißungsvoll lächelte sie ihren Geliebten an und hielt in der Bewegung inne, um sein Gesicht mit beiden Händen zu umfassen und ihn liebevoll zu küssen. Es folgte ein endloser sehr leidenschaftlicher intimer Kuss. Gretchen spürte plötzlich, wie das Feuer immer heißer neben ihr loderte und löste sich daraufhin atemlos von den glühenden Lippen ihres Liebsten, der seine Stirn nun kühlend an die ihre legte und ebenso nach Luft schnappte. Sie schaute ihm verheißungsvoll und unmissverständlich in die Augen, so dass Marcs Herzschlag für einen kurzen Augenblick komplett aussetzte, um dann umso heftiger zu schlagen. Dann drückte sie seinen Körper bestimmt zurück auf das Bärenfell und beschleunigte von einem Moment auf den anderen ihren Galopp. Marc stöhnte auf, als er spürte, dass sie die Leidenschaft gepackt hatte und ließ sich grinsend darauf ein. Immer wilder und ekstatischer wurden ihre Bewegungen und ihre leisen Lustschreie, dass es für ihn bald kaum noch zum Aushalten war. Er legte bestimmt seine Hände an ihre Hüfte, um ihr Tempo zu drosseln, aber da war es schon zu spät. Gretchen bäumte sich im gleichen Moment auf und klammerte sich laut stöhnend an ihm fest. Er umschloss sie zärtlich mit beiden Armen. Als er ihren zitternden Körper und ihre erhitzte Haut auf seiner spürte, war es auch um ihn geschehen. Er stieß noch ein letztes Mal kraftvoll in sie vor, dann kam auch er sehr intensiv. Fest umschlungen erlebten sie ihren Höhepunkt, der mit einem innigen Kuss besiegelt wurde, dann sanken sie erschöpft zurück auf das Bärenfell und atmeten tief ein und aus. Glücklich strahlten sie sich an, als sie sich liebevoll aneinander kuschelten.

G: Ich liebe dich so sehr, Marc.

... gab Gretchen aufgewühlt nach einer Weile wieder. Ein paar Glückstränen hatten sich in ihren Augenwinkeln gesammelt, die Marc gerührt mit dem Daumen weg strich. Er lächelte sie verliebt an...

M: Hey wer wird denn gleich flennen, hmm. Ich hab das vorhin ernst gemeint und nicht nur gesagt, weil ich unbedingt Sex wollte.
G (muss unweigerlich über ihren Blödmann schmunzeln): Schatz, das weiß ich doch.
M: Gut!

Glücklich schloss Marc seine Arme um seine Freundin, die leicht zu zittern begann. Er schaute sie besorgt an, streichelte zärtlich mit dem Handrücken ihre Wange und stand dann auf, um die Decke vom Sofa zu holen, mit der er sich und Gretchen schnell zudeckte. Bewegt von dem eben Erlebten, der romantischen Stimmung der letzten Tage und der großen Gefühlslawine, die auf beide heute hereingebrochen war, starrten sie zusammen in das prasselnde Feuer des Kamins und schliefen nach einer Weile Arm in Arm zufrieden ein.

Lorelei Offline

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14.07.2011 16:34
#1054 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben , ich hoffe, ihr konntet mit diesem Abschluss leben. Mit dem letzten Teil erkläre ich den Romantikurlaub von Martchen endgültig für beendet. Wir müssen uns schließlich auch mal wieder um die anderen Baustellen kümmern. Ich danke euch von ganzen Herzen für die tollen Kommentare, welche die „Flitter“-Szenen begleitet haben. Aber nicht, dass ihr denkt, ich lasse euch jetzt unvermittelt in den Alltag purzeln. So ist es nicht. Auch an anderer Stelle hat jemand sehr viel Liebe zu geben. Image and video hosting by TinyPic Viel Spaß damit! Liebe Grüße u. tschüß, Lorelei



Währenddessen in einem Hochhaus mitten in Berlin

Es war kurz vor 21 Uhr, als es klingelte. Da sie eigentlich zu der späten Stunde niemand weiter erwartet hatte, trottete die brünette junge Frau gemächlich zu Tür und schaute erst einmal vorsichtig durch den Türspion und staunte plötzlich Bauklötzer über das, was sie im Treppenhaus zu sehen bekam. Hastig riss sie die Tür auf und konnte gar nichts dagegen machen als dahin zu schmelzen, als der gut aussehende südländische Mann, der lässig seitlich an der Wand neben der Tür lehnte, ihr mit einem süßen Lächeln auf den Lippen eine rote Rose reichte, die sie mit zittriger Hand entgegennahm und dann an ihr wild pochendes Herz hielt. Sekundenlang starrte sie den dunkelhaarigen Mann an und rührte sich nicht vom Fleck. Erst als er seinen Wuschelkopf in ihre Richtung senkte und zärtlich seine weichen Lippen auf die ihren legte, wachte sie aus ihrer Trance auf und löste den himmlischen Kuss gleich wieder, um ihn erstaunt anzusprechen...

GK: Bärchen?
MK (lächelt verschmitzt u. streicht sich über seine Lippen): Na? Willst du mich nicht endlich reinlassen?

Mit großen leuchtenden Augen starrte Gabi Kragenow ihren Vorgesetzten und Geliebten an und konnte ihr Glück kaum fassen. Vor lauter Freude fiel sie Mehdi Kaan endlich um den Hals und knutschte ihn jetzt so richtig ab. Das Licht im Hausflur ging aus. Ohne von ihren verführerischen Lippen abzulassen schob der Frauenarzt seine Stationsschwester und Freundin vorsichtig zurück in ihre Wohnung und schloss mit seiner freien Hand die Tür hinter sich. Die andere ruhte an ihrer Taille und drängte die aufregende Frau in seinen Armen nun gegen die geschlossene Tür. Nach endlosen Minuten intensiver Küsse lösten sich die beiden wieder voneinander. Irgendetwas hatte sich nämlich komisch angefühlt. Das war beiden gleichzeitig aufgefallen.

Während Mehdi seine süße Freundin verschmitzt angrinste, wäre Gabi am liebsten vor Scham tief im Erdboden versunken, als sie das Problem erkannte. Mit hochrotem Kopf, den man aber unter ihrer verwischten Quark-Gurkenmaske nicht erkennen konnte, kratzte sie die verirrte Gurkenscheibe von Mehdis Wange und wusste im ersten Moment nicht wohin damit. Sie schaute an sich herunter und erstarrte erneut. Das durfte doch nicht wahr sein. Nicht jetzt. Sie hätte am liebsten vor Verzweifelung geschrieen. Die schöne Krankenschwester trug nämlich neben ihren überdimensionalen Plüschtigerkopfhausschuhen ihre zehn Jahre alte mausgraue Lieblingschlabberhose, die schon einmal bessere Zeiten gesehen hatte, und darüber ein ebenso ausgewaschenes langärmliges Sweatshirt, dessen ursprüngliche Farbe auch nicht mehr zu erahnen war. Dafür zierten es jetzt überall weiße Tupferchen vom Quark, der bei der wilden Kussattacke heruntergetropft war. Sie wünschte sich in diesem Moment zu sterben und schloss peinlich berührt ihre Augen, in der Hoffnung ihr Traummann hätte sie nicht in den wohl unsexiesten und abturnendsten Klamotten der Welt gesehen.

Dieser beobachtete ihre seltsame Gesichtsakrobatik ganz interessiert und schnappte sich frech die Gurkenscheibe, die Gabi, die zur Salzsäule erstarrt war, noch immer in die Luft hielt, und steckte sie sich einfach in den Mund und schluckte sie herunter. Dann streichelte er ihr vorsichtig über den Arm und suchte ihren Blick....

MK: Alles in Ordnung, Gabi? Hey!
GK (peinlich berührt öffnet sie ihre Augen u. sieht ihn beschämt an): Ich hab doch noch gar nicht mit dir gerechnet. Ich hab mich nicht mal zu Recht gemacht. Kuck mal, wie ich ausschaue.
MK (lächelt verliebt): Wunderschön!
GK (glaubt dem Charmeur der alten Schule kein Wort): Ach Mehdi, das sagst du immer, ob ich nun Kittel trage oder Minirock oder wenn ich nackt bin.
MK (kommt nicht umhin, sich die schöne Frau nackt vorzustellen, u. schmunzelt): Weil’s stimmt.

Um ihr die Unsicherheit zu nehmen, schlang Mehdi beide Arme um Gabis schlanke Taille und zog sie ganz nah zu sich heran. Ihre Nasen berührten sich schon. Und der charmante Oberarzt trug nun eine kleine weiße Haube auf der Nasenspitze, was Gabi unweigerlich zum Lächeln brachte und ihn daraufhin auch.

GK: Du hast da was!

Mit funkelnden Augen tupfte Gabi den Quark mit ihrem Zeigefinger weg. Mehdi schmunzelte und schaute ihr anschließend tief in die Augen. Sie erwiderte seinen eindringlichen Blick. Dann senkte er seinen Kopf, um sie erneut zärtlich zu küssen. Gabi ließ es einen Moment lang zu, doch dann löste sie sich wieder atemlos von ihm und legte ihre Hände an seinen Oberkörper...

GK (flüstert): Mehdi, nicht! Ich schmier dich voll.
MK (raunt heiser u. schlüpft dabei aus seinem schwarzen Mantel, der sogleich zu Boden fällt): Egal! Wenn ich dadurch dieselbe zarte Haut bekomme wie du.
GK (lacht): Spinner!

Die beiden sahen sich lachend an und küssten sich erneut. Dieses Mal mit zunehmender packender Leidenschaft. Mehdi hob seine Freundin hoch und stützte sie an der Tür. Gabi schlang ihre Beine und Arme um seinen durchtrainierten Körper, ohne auch nur einmal von seinen aufregenden Lippen abzulassen. So taumelten sie anschließend durch den Raum. Der Halbperser führte seine Angebetete instinktiv zur roten Couch, auf die sie sich sanft fallen ließen, um dort ihre Zärtlichkeiten noch zu intensivieren. Zwischen endlosen heißen Küssen und Streicheleinheiten hauchte Gabi ihrer großen Liebe etwas zu...

GK: Ich hab dich so vermisst, Mehdi.
MK: Und ich dich erst.

... raunte er ihr mit tiefer Stimme zu, bevor seine sanften Hände unter ihren Sweater schlüpften und begannen, gefühlvoll ihre samtweiche Haut zu ertasten. Gabi genoss seine Berührungen sehr und presste ihre Lippen noch intensiver auf die seinen, was ihn zunehmend verrückt machte und zu weiteren Erkundungen antrieb. Sie hatte Mehdis knackigen Hintern fest im Griff und er ihre linke Brust, als das innig knutschende und fummelnde Paar plötzlich ein lautes Räuspern neben sich vernahm. Erschrocken richtete sich Mehdi auf und drehte sich herum und erschrak. Ein blauer Schlumpf mit blonden zu einem Pferdeschwanz gebundenen Haaren und einem Baby auf dem Arm stand neben der Couch und starrte die beiden Intensivknutscher mit einem unverschämten Lächeln an...

CK: Ich will euch ja nicht stören, aber hier sind Kinder anwesend.

Mehdi schoss automatisch die Schamesröte ins Gesicht, das mit den weißen Flecken, die der Quark hinterlassen hatte, ein interessantes Farbensemble ergab, und setzte sich kerzengerade auf das rote Sofa und legte seine Hände auf seine Knie. Verlegen schaute er die junge Frau an. Gabi nahm ebenfalls eine bequemere Position ein und wischte sich mit einem Handtuch die Reste der Gesichtsmaske ab, während Chantal Kunze dem überraschten Gynäkologen ihre kleine Tochter in den Arm legte, Gabi zuzwinkerte und dann erneut Richtung Bad verschwand, aus dem sie gerade erst gekommen war, weil sie ihr Baby gewickelt hatte...

CK: Ich beseitige mal eben schnell den ekeligen Kram aus meinem Gesicht. Ich will ja keinen auf der Straße erschrecken, wa. Und dann sind wir auch schon weg.

Mehdi schaute seiner ehemaligen Patientin mit offenem Mund hinterher. Dann vernahm er plötzlich ein Glucksen und Schmatzen auf seinem Schoss und senkte seinen Blick. Die kleine Celine gähnte und wischte sich mit ihrem kleinen Händchen übers Gesicht. Ein Anblick, der das Herz des Familienvaters tief berührte. Er hielt dem Baby vorsichtig seinen kleinen Finger hin, den sie auch sofort umfasste. Mehdi lächelte und blickte zur Seite. Auch Gabi schaue ganz gerührt zu ihm herüber und hätte sich fast zu einem Tagtraum hinreißen lassen, wenn nicht in dem Moment Chantal wieder polternd ins Zimmer gestürmt gekommen wäre.

CK: So wir machen nen Schuh. War schön, Süße. Müssen wir unbedingt mal wieder machen. Aber das blaue Zeugs ist nichts für mich. Ich nehme dann das nächste Mal lieber die Gurken. Hat’s eigentlich gewirkt? Egal! Sorry übrigens, ich hab dein weißes Handtuch eingesaut, aber ich hab auf die Schnelle kein anderes gefunden. So und nun meine Kleine, lassen wir die beiden Turteltäubchen mal alleine, ne.

... plapperte die junge Frau munter drauflos und nahm ihre Tochter wieder in Empfang, die sie mit einem Tragetuch an ihren Körper wickelte. Gabi half ihr noch mit der Jacke und brachte sie anschließend zur Tür, wo sie leise miteinander zu flüstern begannen...

GK: Ich will euch wirklich nicht rausschmeißen, aber....
CK: Kein Ding. Ist eh schon viel zu spät für kleine Schreihälse. Und ich weiß doch, dass du vor Sehnsucht nach deinem Doc fast zerflossen bist. Also stürz dich auf ihn und tue unanständige Dinge. Ich würde das gleiche tun, wenn er nicht schon in deinem Netz hängen würde.
GK (fassungslos über das freche Mundwerk ihres Schützlings): Eh!

Chantal lachte nur und gab ihrer Freundin zwei Küsschen auf die Wange und trat dann aus der Tür in den dunklen Flur. Gabi machte für sie den Lichtschalter an und streichelte noch einmal über Celines Köpfchen, die mittlerweile an den Körper ihrer Mutter geschmiegt friedlich eingeschlafen war.

CK: Und danke noch mal für die Info. Meine Rettung! Wenn’s klappt, machen wir ne riesen Party.
GK (rollt mit den Augen): Klar!
CK: Er darf auch kommen. Sahneschnitten sind immer gut.

Chantal schaute noch einmal grinsend in die Wohnung, wo Mehdi Kaan unschlüssig auf der Couch sitzen geblieben war und verunsichert zu den beiden tratschenden Frauen rüberblickte. Sie winkte ihm zu. Er nickte mit dem Kopf. Gabi machte auch eine lockere Handbewegung und schloss lachend die Tür hinter ihrer neuen Freundin. Schnell kam sie wieder auf Mehdi zu und setzte sich neben ihn aufs Sofa. Er schloss sie sofort wieder in seine starken Arme, in die sie sich auch sogleich kuschelte...

MK: Ihr habt euch ja mittlerweile richtig angefreundet?
GK (lächelt): Ja, wir sind irgendwie auf einer Wellenlänge, ich weiß auch nicht, obwohl wir fast zehn Jahre auseinander sind.
MK (erwidert ihr Lächeln): Sie macht das gut mit der Kleinen.
GK: Ja! Sie sind ein eingespieltes Team.
MK (nickt erleichtert mit dem Kopf): Das ist gut. Dann wird es auch keine Probleme mit den Behörden geben.
GK (nimmt seine Hand u. sieht ihn eindringlich an): Mehdi?
MK (blickt direkt in ihre funkelnden Augen): Ja?
GK: Willst du unbedingt quatschen?

Gabi zwinkerte Mehdi verführerisch zu. Dieser hatte den eindeutigen Wink mit dem Zaunspfahl natürlich verstanden und beugte sich grinsend über sie. Sie sank zurück auf die bunten Sofakissen, als er sich vorsichtig auf sie legte. Sie spürte schon seinen heißen Atem auf ihrem Gesicht und das wohlige Kribbeln in ihrem Bauch, das seine unmittelbare Nähe bei ihr ausgelöst hatte. Doch kurz bevor sich ihre Lippen endlich berührten und ihre Sehnsucht stillten, hielt er inne und schaute sie intensiv an...

MK: Später vielleicht.
GK (schmilzt regelrecht dahin u. sieht aufgewühlt in seinen Augen hin und her; ihr Brustkorb hebt sich bebend auf und ab u. lockt seine interessierten Blicke an): Richtige Antwort.

Mehdi grinste nur und ließ sofort Taten folgen. Seine feurigen Lippen senkten sich auf die ihren, die frohlockend nur darauf gewartet hatten, von ihm berührt zu werden.

Lorelei Offline

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15.07.2011 23:09
#1055 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach einem mehr als stürmischen Wiedersehen auf der Kragenowschen Couch hatte sich das junge Liebespaar in Gabis Schlafzimmer zurückgezogen, wo sie nun verträumt lächelnd miteinander kuschelten. Die verliebte Krankenschwester hatte ihren Kopf auf Mehdis muskulöser Brust gebettet und strich immer wieder mit ihren zarten Fingern sein sich abzeichnendes Sixpack nach, während Mehdi ihr zärtlich durch ihre langen seidigen Haare strich...

GK: So ist es schön.
MK (verträumt): Hmm!
GK: Weißt du, ich hatte heute wirklich noch nicht mit dir gerechnet. Umso schöner ist es, dass du jetzt da bist.
MK (dreht sich zur Seite, legt seinen linken Arm locker über der Bettdecke auf ihre Hüfte u. schaut sie an): Ich hatte Sehnsucht.
GK (strahlt wie die Sonne): Ehrlich?
MK (streichelt sanft ihre Wange): Ja, sehr! Nach unserem Telefonat letzte Nacht umso mehr.
GK (richtet sich etwas auf u. schaut ihn gespielt empört an): Mehdi Kaan!
MK (lacht): Ich kenne meinen Namen, ja.
GK (stupst ihn grinsend mit zwei Fingern in die Brust, dann schmiegt sie sich wieder an ihn u. krault verführerisch seinen Brustkorb): Hätte ich gewusst, dass das so eine Wirkung bei dir erzielt, hätte ich es schon früher mit Telefonsex probiert.
MK (kitzelt sie): Hey!
GK (ist nicht kitzelig u. räkelt sich stattdessen lasziv in seinen Armen): Hat Spaß gemacht.
MK (presst ihren aufregenden Körper noch enger an den seinen u. lässt sie nicht aus den Augen): Es war sehr aufregend, ja.
GK (funkelt ihn verführerisch an): Hast du jetzt das Haus deiner Eltern entweiht?
MK (lacht): Das war es schon.
Boah! Das glaube ich jetzt nicht.
GK (schupst ihn zur Seite und legt sich auf ihn drauf): Was? Hey du Möchtegernmacho!
MK (seine Augen blitzen auf): Möchtegern? Hast du mich denn gern?
GK (legt ihr Kinn auf ihre gefalteten Hände auf seinem Oberkörper u. schaut zu ihm hoch direkt in seine rehbraunen Augen): Sehr sogar.
MK (ihm geht das Herz auf u. er streicht ihr verträumt lächelnd durch ihre langen seidenen Haare u. sieht sie einfach nur an): Du weißt ja gar nicht, wie sehr ich dich liebe. Ich hab’s ohne dich einfach nicht mehr länger ausgehalten.
GK (ihr Herz springt über vor Glück u. sie küsst ihn spontan auf den Mund): Ich auch nicht. Deshalb wollte ich gestern auch gar nicht wieder auflegen.
MK (schmunzelt): Nachvollziehbar!

Gabi stupste ihm an die Nase und rutschte auf die Seite und kuschelte sich dann wieder in seine starken muskulösen Arme. Mehdi zog die warme Bettdecke wieder bis zu ihren Schultern hoch.

GK (wird ernster): Und was ist mit Lilly?
MK: Die bleibt vorerst bei ihren Großeltern, bis wir mehr wissen.
GK (sieht zu ihm hoch): Ob Marc deiner Frau helfen kann?
MK (nickt leicht mit dem Kopf u. wirkt dabei leicht wehmütig): Das ist der Hauptgrund ja. Wir wollen sie damit erst einmal nicht belasten. Außerdem braucht Lilly ihre gewohnte Umgebung und die kann ich ihr leider nicht mehr bieten. Ich hab ihr zwar erklärt, dass ich aus unserer Wohnung ausziehen musste, aber so richtig verstanden hat sie es, glaube ich, nicht.
GK (mitfühlend): Die Arme!
MK (lächelt dankbar für ihre Anteilnahme u. streicht Gabi liebevoll über die Wange): Ihr geht’s gut. Mach dir keine Sorgen. Sie ist bei meinen Eltern gut aufgehoben. Ich hab’s dir ja schon erzählt, dass sie außer sich vor Glück waren, als wir am Samstag plötzlich vor ihrer Tür gestanden haben. Sie wollten sie gar nicht mehr loslassen, weil sie’s einfach nicht glauben konnten. Ich kann es ja selbst noch kaum fassen, dass sie wirklich wieder da ist.
GK (lächelt u. freut sich mit ihm mit): Verständlich.
MK: Ich muss auch noch so Einiges klären, weißt du. Ich muss sie wieder an ihrer alten Schule anmelden, den Dienstplan ummodeln, damit ich mehr Zeit für sie habe, und ich muss meine Wohnung umräumen. Kindgerecht halt. Darauf war ich ja gar nicht vorbereitet, obwohl ich mir die ganze Zeit nichts sehnlicher gewünscht habe.
GK (richtet sich leicht auf u. stützt sich mit dem linken Arm auf dem Bett ab): Kann ich dir irgendwie helfen?
MK (lächelt dankbar): Das ist lieb, danke. Aber viel ist da auch nicht zu machen, außer mein Schlafzimmer in einen rosa Barbietraum umzuwandeln.
GK (runzelt die Stirn): Und wo wirst du schlafen?
MK: Auf der Couch im Wohnzimmer.
GK: Das ist aber keine Dauerlösung, Mehdi.
MK (seufzt): Ich weiß, aber es geht nicht anders.
GK (zögerlich): Ich würde dir... euch ja anbieten bei mir...
MK (sieht seine Freundin ganz gerührt an u. streichelt ihr erneut zärtlich über die Wange): Dir fehlt doch auch ein zusätzliches Zimmer, Gabi. Ich werd mir eine neue Wohnung suchen müssen.
Ich hab’s befürchtet. Aus der Traum.
GK (senkt traurig ihren Blick): Verstehe!

MK (nimmt ihr Gesicht in beide Hände, küsst sie einmal zärtlich auf den Mund, dann schaut er sie ernst an): Hey! Ich weiß, wir hatten andere Pläne, als wir neulich übers Eis geschwebt sind und...
GK (fällt ihm aufgewühlt ins Wort): Aber das spielt doch jetzt keine entscheidende Rolle, Mehdi.
MK (richtet sich auf u. setzt sich ans Kopfende des Bettes u. schaut Gabi entschlossen an): Doch Gabi! Hör mal, als ich gesagt habe, dass ich mit dir leben möchte, war das nicht nur so dahin gesagt, weil ich dich in Sicherheit wiegen wollte nach dem ganzen Gefühlschaos der letzten Monate. Nein, ich habe das völlig ernst gemeint. Ich will das wirklich. Ich plane meine Zukunft mit dir... mit euch. Ich träum von nichts anderem mehr. Aber weißt du, ich muss vorerst auf Lilly Rücksicht nehmen. Das chaotische Jahr mit ihrer Mutter muss sie erst einmal sacken lassen. Sie muss sich hier wieder einleben können. Und ich muss ihr deshalb Sicherheit, Geborgenheit und Kontinuität bieten, v.a. auch für den Fall, dass Anna tatsächlich... *schluck* ... gelähmt bleibt. Sie ist ein tapferes kleines Mädchen und es scheint, sie hätte das alles ganz gut weggesteckt, aber man weiß ja nie, was in so einer kleinen Kinderseele noch so alles vor sich geht.
GK (rutscht zu ihm auf u. nimmt seine Hand, dann sieht sie ihm tief in die Augen): Das ist kein Problem für mich. Ich hatte in den letzten Tagen auch viel Zeit zum Nachdenken. Ich wollte dich ja auch nie zu irgendetwas drängen.
MK (nimmt ihr die Sorgen): Hast du nicht. Es ist ein wunderschöner Gedanke. Und deshalb werde ich mich auch nach einer größeren Wohnung umsehen, wenn ich das irgendwie finanziert kriege.
GK (sieht ihn irritiert an): Was? Damit ich irgendwann bei euch einziehen kann oder wie?
MK (lächelt sie verliebt an): Genau!
Wow! Das hat er jetzt nicht gesagt oder?
GK (kann es noch immer nicht ganz glauben): Ernsthaft jetzt?
MK (nimmt seufzend ihr Gesicht in beide Hände u. sieht sie eindringlich an): Wie oft denn noch, Maus, hmm? Ich will neu anfangen. Und zwar mit dir.

GK (sieht gebannt in seinen Augen hin u. her u. als er sie auch noch sanft auf den Mund küsst, ist sie vollends verwirrt): Es erscheint mir immer noch so unwirklich.
MK (ist ihr mit seinem Gesicht immer noch sehr nahe u. berührt ihr Näschen): Unwirklich? Das vorhin hat sich aber sehr real angefühlt.
GK (zieht ihren Kopf etwas zurück u. kuckt ihn grinsend an): Mehdi!
MK (lacht u. tätschelt dann nachdenklich ihre Hand): Ok, ernsthaft jetzt. Wir geben dem allen Zeit, ok? Und dann werde ich Lilly auch sagen, dass ich und ihre Mama nicht mehr zusammenkommen werden.
GK (macht sich da auch so ihre Gedanken): Wird sie es verstehen?
MK: Sie ist ein schlaues Mädchen. Ich denke mal, indirekt weiß sie es schon. Insgesamt gesehen hatten wir doch nach Annas Koma auch nur ein paar wenige Wochen, die wir alle wieder zusammen als Familie verbracht haben und glücklich war in der Zeit wohl kaum einer von uns drei. Ich hab Anna zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr geliebt. Kinder spüren so was.
GK (hat ihm ruhig zugehört u. zeigt sich verständnisvoll): Verstehe!
MK (holt weiter aus): Jedenfalls hat meine Mutter in den letzten Tagen schon mal vorgehakt und ich denke, sie hat es verstanden. Lilly hat doch damals Gretchen auch an meiner Seite akzeptiert.
GK: Das war aber eine völlig andere Konstellation, Mehdi. Du hast gedacht, sie wacht nicht mehr auf.
MK (nachdenklich): Ich weiß.
GK: Also wollen deine Eltern nicht, dass du und Anna noch mal...
MK (unterbricht sie schnell): Nein! Wenn Anna nicht diese Verletzung hätte, hätte meine Mutter sicherlich dafür gesorgt, dass sie eine bekommt.
GK (kann kaum glauben, was sie da hört): Äh...
MK (zwinkert ihr zu): Sie kann mich nun mal nicht leiden sehen.
Ich dich auch nicht.
GK: Klar, sie ist deine Mutter.
MK (fängt plötzlich an breit zu grinsen): Ich habe aber ein Mittel gefunden, um sie zu beruhigen.
GK (irritiert): Inwiefern?

MK: Ich habe ihr gesagt, dass es in meinem Leben wieder jemanden gibt und schwups war sie selig und hat mit dem Backen angefangen.
GK (erstaunt): Du... du hast ihr von mir erzählt?
MK (schmunzelt u. druckst rum): Na gut, zwangsläufig, ja. Ihr war halt aufgefallen, dass ich mich abends, nachdem Lilly im Bett war, immer stundenlang zum Telefonieren zurückgezogen habe und da hat sie eins und eins zusammengezählt.
GK (spürt ein seltsames flaues Gefühl im Magen): Und was hat sie gesagt?
MK (strahlt sie an): Sie hat sich für mich gefreut und dich zum Kaffee eingeladen.
GK (fühlt sich leicht überfahren): Was? Mehdi, ich weiß nicht, ob ich schon soweit bin.
MK (streichelt ihr verständnisvoll über die Wange): Hey! Mach dir mal keinen Kopf. Ich hab ihr erklärt, dass das mit uns noch ganz frisch ist und wir uns erst einmal um Anna kümmern werden und dann weitersehen.
GK (ein Stein fällt ihr vom Herzen): Danke!
MK: Meine Mutter kann sehr einnehmend werden und ich glaube, das können wir beide im Moment nicht gebrauchen, wo noch so viele Baugruben zuzuschütten sind.
GK (lässt sich zurück aufs Bett sinken u. schmiegt sich an seinen Bauch): Hmm!
MK (spürt, dass sie etwas bedrückt, u. streicht ihr übers Haar): Wenn es dir zu viel wird, dann sagst du es aber, ja?
GK (schaut dann doch wieder auf): Bist du mir wirklich nicht mehr böse?
MK (erschrickt über ihre Gedanken): Gabi, das hab ich dir doch erklärt. Eigentlich müsstest du auf mich sauer sein. Ich kann völlig nachvollziehen, dass du den Zettel wegwerfen wolltest.
GK (schüttet ihm ihr Herz aus): Weißt du, ich war in dem Moment so enttäuscht und hab nicht groß nachgedacht. Aber dann hat Kate mir den Kopf gewaschen.
MK (lächelt): Da hab ich wohl eine fähige Kraft eingestellt. Aber ich wusste schon beim Bewerbungsgespräch, dass sie jemand ganz besonderes ist.
GK (kuckt ihn verschämt an): Ich schäm mich so, Mehdi.
MK (drückt sie an sein Herz u. tätschelt ihren Rücken): Das musst du nicht. Wenn nicht der Notfall dazwischen gekommen wäre und die Sache mit Anna wäre, dann hätte ich dieses Kapitel schon längst abgeschlossen. Ich fühl mich ja selbst nicht gut dabei, Maria so im Regen stehen zu lassen, aber ich kann es nun mal nicht ändern.
GK (kuckt zu ihm hoch): Ich bin dir nicht böse deswegen.
MK (erleichtert): Dann bin ich beruhigt.

Sie lächelten sich an und Mehdi gab seiner Freundin einen kleinen Kuss aufs Haar. Einen Moment lang herrschte Stille zwischen den beiden, bis Gabi wieder das Wort ergriff und ihm dabei tief in die Augen sah...

GK: Mehdi?
MK: Ja?
GK (muss unbedingt noch etwas loswerden, was sie dann mit klopfenden Herzen auch tut): Mehdi, Schatz, ich liebe dich und daran wird sich nichts ändern, egal was noch passieren wird.
MK (voller Liebe schaut er sie an): Ich liebe dich auch. Zusammen schaffen wir das.
G (sieht in seinen Augen hin und her): Ja!

Mit einem zarten Kuss besiegelten sie ihr intimes Versprechen, kuschelten noch ein wenig miteinander und schliefen schließlich Arm in Arm ein.

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17.07.2011 17:12
#1056 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey Mädels! Für meine treuen Seelen hab ich heute einen extralangen Teil mit allen Beteiligten bereitgestellt. Viel Spaß damit und schönen Rest-Sonntag noch. Eure Lorelei




Am nächsten Tag, kurz vor zwölf Uhr mittags war es schließlich soweit. Die Realität in Form eines siebenstöckigen altehrwürdigen Klinikgebäudes hatte Dr. Marc Meier und Dr. Gretchen Haase wieder. Nun ja, noch... nicht... ganz. Vor etwa zehn Minuten war das glückliche Liebespaar zwar auf dem Parkplatzgelände des Berliner Elisabethkrankenhauses angekommen, hatte sich aber noch keinen Zentimeter vom Fleck wegbewegt. Die beiden Verliebten saßen immer noch in ihrem weißen Volvo und tauschten zärtliche Lippenbekenntnisse aus. Keiner von den beiden wollte von dem anderen ablassen und so verstrichen die Minuten fast in Zeitlupe. Erst als Dr. Bernhard Fuchs grinsend an dem Wagen mit den leicht beschlagenen Seitenscheiben vorbeiging und auf die Motorhaube klopfte, wachten sie endgültig aus ihrem Traum auf.

MM: Sag mal, hat der den Arsch offen?

... fluchte der brünette Oberarzt stocksauer und warf dem rothaarigen Radiologen, der sich in dem Moment noch einmal nach dem Auto seines unverschämten Kollegen umschaute, böse Blicke hinterher, bemerkte aber gleichzeitig auch, dass es verdächtig ruhig auf der rechten Seite neben ihn war und schaute schnell vergewissernd zu seiner bildhübschen Assistenzärztin, die traurig nach vorn aus der Frontscheibe sah und nur noch schemenhaft die Konturen von Dr. Fuchs wahrnahm, der schnell seine Beine in die Hand genommen hatte und nun hastig die Treppen zum Eingang des EKH erklomm. Jeglicher Ärger war verflogen und Marc blickte seine Freundin liebevoll an und sprach sie mit sanfter ruhiger Stimme an...

MM: Hey! Alles ok?
GH (dreht ihren Kopf zur Seite u. sieht Marc mit einem Hauch von Wehmut an): Ich will noch nicht reingehen.
MM (nimmt seufzend ihre Hand u. tätschelt diese liebevoll): Ach Haasenzahn, ich doch auch nicht, aber wir haben wohl keine andere Wahl. Ohne uns krepieren Menschen.
GH (empört sich): Marc, das war taktlos.
MM (schmunzelt): Ich versuche dir nur die traurige Stimmung zu nehmen.
GH: Indem du mir sagst, dass da drin Menschen sterben?
MM (seufzt u. rollt mit den Augen): OK, der war wirklich schlecht, aber du weißt ganz genau, dass in ein paar Minuten Schichtwechsel ist und der blöde Rössel mich killt, wenn ich nicht bald übernehme, und dein Vater sicherlich auch schon wie auf glühenden Kohlen sitzt und sich fragt, wo die Besten der Besten bleiben.
GH (grinst ihn schelmisch an): Die Besten der Besten?
MM (zwinkert ihr zu): Ja, irgendwann ... in ferner Zukunft ... zählst du auch mal dazu.
GH (lächelt stolz): Das ist lieb. Danke! Es ist nur...
MM (hakt leicht beunruhigt nach): Was?
GH (kuckt Richtung Eingang EKH): Wenn wir jetzt aussteigen, hat uns der Alltag ganz wieder.
MM (folgt ihrem Blick): Scheiß-Gefühl, hmm?
GH (nickt leicht mit dem Kopf u. sieht ihn wieder an): Hmm! Weißt du, es geht mir nicht nur darum, dass unser schöner Kurzurlaub schon wieder vorbei ist und ich am liebsten umdrehen und zurückfahren möchte, sondern vielmehr um das, was auf uns zukommt. Ich werde in den nächsten Wochen nur noch für meinen Facharzt lernen müssen und du habilitierst. Wir werden aus dem Kasten hier gar nicht mehr rauskommen und kaum noch Zeit für uns haben.
MM (streichelt ihre Hand): Deshalb hab ich das mit dem entspannten Trip ja auch gemacht. Damit wir immer was haben, an das wir zurückdenken können, wenn’s hier zu arg wird.
GH (lächelt ihn an): Das ist ein schöner Gedanke.
MM (grinst): Und wir haben ja neben der Zeit im OP immer noch unser kleines Liebesnest.
GH: Da geht im Winter keine Heizung.
MM (beugt sich lachend zu ihr rüber, um ihr einen sündigen Kuss aufzudrücken): Dann heizen wir uns eben ein.
GH (zieht ihren Kopf schnell zurück): Marc!
MM (schmunzelt): OK, hör zu. Dann machen wir eben nen Deal. Du machst als Klassenbeste deinen Facharzt, ich wickele meine Studenten und Profs um den Finger, mache bahnbrechende Entdeckungen, die die Medizin revolutionieren, und kritzele die schnell zu Papier. Und dann... gönnen wir uns einen schönen entspannten Urlaub, aber diesmal einen richtigen, nicht nur so ein paar läppische fünf Tage. Nee, so richtig.
GH (bekommt ganz leuchtende Augen): Oh Marc, das ist eine superschöne Idee. Aber...
MM (runzelt die Stirn): Was gibt es denn da noch zu meckern?
GH (schaut ihn mit großen Kulleraugen u. Schmollmund an): Eigentlich gar nichts. Nur diesmal will ich in ein echtes Paradies.
MM (spürt, wie ihm immer wärmer wird bei dem Gedanken u. grinst sie frech an): Verstehe!
GH (beginnt unweigerlich zu träumen): Ja, Sonne, Strand, Meer, leckere Cocktails.
Nicht zu vergessen die Wasserfälle, ne.
MM (beugt sich mit lüsternem Blick wieder zu ihr rüber u. kommt ihr gefährlich nahe, als er ihr verheißungsvoll zuraunt): Also mir gefällt das mit dem MEHR ganz besonders gut.
Ich kann mir schon denken, was für Vorstellungen du schon wieder hegst.
GH (steckt ihm die Zunge raus u. lehnt sich zurück in den Sitz): Du bist blöd.
MM (streichelt ihr übers Knie u. kuckt ihr dabei tief in die Augen): Nein, nur einfallsreich.
GH (kann einfach nicht anders, als zu lächeln u. ihn anzuhimmeln): Stimmt! So haben wir etwas, worauf wir hinarbeiten und uns freuen können.
MM (erwidert ihr Lächeln): Eben.

Sie schauten sich eine Minute einfach nur an und träumten jeder für sich von einer Fortsetzung ihres paradiesischen Urlaubs. Da bemerkte Gretchen plötzlich aus dem Augenwinkel heraus jemanden am Auto vorbeigehen und löste ihren verliebten Blick von Marcs fesselnden Augen....

GH: Oh! Kuck mal! Da sind Mehdi und Gabi!

Die Stimmungstöter schlechthin. War ja klar.

Wie süß! Die beiden halten heimlich Händchen.


Marc rollte mit den Augen, als er Gretchens verträumten Blicken folgte, löste sich aber schnell wieder vom dicken Hintern seines Freundes und beugte sich zu seinem Engel rüber und nahm dabei ihre Hand, die gerade die Tür öffnen wollte, um den beiden Kollegen zu folgen...

MM: Hier geblieben, junge Dame, fünf Minuten haben wir noch.
GH (schaut ihn perplex an): Fünf Minuten?
MM (grinst): Fünf Minuten!
GH (merkt, wie ihr plötzlich ganz warm wird u. ihr Herz höher schlägt): Fünf Minuten!
MM (stöhnt u. entscheidet sich für einen spontanen Angriff): Boah!

Und schon pressten sich seine heißen Lippen auf die ihren, um die Realität zumindest noch für den Hauch eines Augenblicks von ihnen fernzuhalten.


Auch im Fahrstuhl des renommierten Elisabethkrankenhauses wurde ein unbeobachteter Moment nicht ungenutzt gelassen und für eine ausgiebige Knutschattacke genutzt, gegen die sich die junge Krankenschwester kaum erwehren konnte, da allein die Anwesenheit dieses halbpersischen Gottes in Weiß jedes Mal ihren Verstand aushebelte. Im Zungenspiel vertieft knöpfte sie flink die störenden Knöpfe seines Wintermantels auf und legte anschließend ihre Hände auf seinen in ein schwarzes Hemd gehüllten muskulösen Oberkörper. Deutlich spürte sie seinen beschleunigten Herzschlag und auch bei ihr drehte sich alles.

GK: Mehdi!

... stöhnte Gabi leise seinen Namen, während der gut aussehende Gynäkologe ebenfalls an ihrer schwarzen Jacke herumfummelte und seine Hände schließlich hineingleiten ließ. Für einen kurzen Moment ließ er von der aufregenden Frau ab, aber nur um seine weichen Lippen im Anschluss daran an ihren verführerischen Hals zu legen, den er bereits von ihrem lästigen Schal befreit hatte. Gabi schloss unweigerlich ihre Augen und genoss. Sie konnte diesem heißblütigen Südländer einfach nicht widerstehen. Erneut stöhnte sie leise seinen wohlklingenden Namen, während ihre zarten Hände weiterhin den Mantelinhalt erkundeten und schließlich sehr großen Gefallen an der Kaanschen Poregion fanden.

GK: Mehdi! ... Du spielst ein gefährliches Spiel.

... brachte sie schwer atmend hervor. Ihre Augen funkelten ihn an, als er kurz von ihrem Hals abließ und ihr nun direkt in ihr leicht gerötetes Gesicht schaute...

MK (frech): Ich liebe die Gefahr.
GK: Ach? Bist du deshalb Frauenarzt geworden?
MK (grinst verschmitzt): Ist ein Haifischbecken.
GK (lacht u. flirtet, was das Zeug hält): Das musst du mir nicht sagen. Ich hab ja den größten Fisch schon am Haken.
MK (schmunzelt u. schmiegt seine Arme immer fester um ihre schlanke Taille): Hast du das?
GK (nimmt ihn auf den Arm): Ich hätte auch ‚schwersten’ sagen können.
MK (sprachlos): Hey! Spricht man so mit seinem Vorgesetzten?
GK (zwinkert ihm lachend zu u. schmiegt sich verführerisch in seine Arme): Ab und an, ja. Vorzüglich nach heißen feuchten Abenteuern unter der Dusche am Morgen.
MK (verschlingt sie mit seinen Augen u. fährt nun ebenfalls mit seinen Händen zu ihrem wohlgeformten Hintern): Du machst mich wahnsinnig, Gabi.
GK (ihre weichen Lippen streifen einem Windhauch gleich über seinen Hals zu seinem linken Ohr, in das sie verführerisch hineinhaucht): Du mich auch. Wenn du nicht bald damit aufhörst, kann ich für nichts garantieren.
MK (spürt, wie sich auf seinem gesamten Körper eine Gänsehaut bildet u. sein Puls immer schneller rast, u. raunt ihr heiser zu, während er zum Kuss ansetzt): Ich kann nichts dagegen tun. Ich muss dich jetzt...
GK (beendet hastig seinen Satz, bevor sie ihm stürmisch entgegenkommt): ... küssen!

Und wieder verschmolzen ihre Lippen zu einem wahrhaft sündigen Kuss, der sie alles herum vergessen ließ. Sie merkten nicht einmal, wie sie im 3. Stock auf ihrer Station ankamen, sich die Fahrstuhltüren öffneten und Oberschwester Stefanie ungläubig ihre Augen weitete, heftig nach Luft schnappte, rot anlief, sich hektisch umschaute und dann schnell einem Impuls folgend auf den Knopf drückte, der die Türen wieder schloss. Der Lift fuhr wieder nach unten ins Erdgeschoss, wo sich die Metalltüren erneut öffneten. Mehdi und Gabi nahmen auch nicht die beiden eng miteinander verschlungenen Personen wahr, die ebenso heftig knutschend den Aufzug eroberten. Erst als die beiden ein engelsgleiches Stimmchen flüstern hörten...

GH: Marc, nicht!

... lösten sie sich abrupt von den Lippen des jeweils anderen, schauten sich kurz in die Augen und drehten sich dann synchron zur Fahrstuhltür um. Im selben Moment öffnete Marc sein rechtes Auge und sah direkt in das breit grinsende Gesicht seines besten Freundes, der seine verhasste Exverlobte unsittlich am Hintern betatschte, so wie er es gerade bei dessen Exfreundin tat. Er öffnete nun auch sein anderes Auge, seufzte und lockerte missmutig seinen Klammeraffengriff und nun erblickte auch Gretchen die beiden anderen Fahrgäste. Unweigerlich nahm ihr Gesicht ein tiefes Dunkelrot an, das in etwa der Gesichtsfarbe des attraktiven Gynäkologen entsprach, weil beide blitzschnell die brandgefährliche Situation erfasst hatten. Doch die beiden Freunde sammelten sich schnell wieder. Gretchen biss sich erst verlegen auf ihre Unterlippe, suchte Mehdis sanftmütigen Blick und lächelte schließlich das andere Paar freudig an, während Gabi nur ein müdes Lächeln zustande brachte. Da wäre ihr doch glatt eine Begegnung mit dem Oberdrachen lieber gewesen als dieses unangenehme Aufeinandertreffen mit der personifizierten Glückseligkeit und ihrem peinlichen Schosshündchen.

Nach einem kurzen Moment der Stille begrüßte man sich...

GH (strahlt): Mehdi!

MK (freut sich auch): Gretchen!

MM (mit zusammengepressten Lippen): Bit... Gabi!

GK (angenervt): Dre... Marc!

Während sich Marc und Schwester Gabi nur kühle Blicke zuwarfen, freute sich Gretchen aufrichtig, ihren besten Freund wieder zu sehen und fiel ihm auch sogleich stürmisch um den Hals und begrüßte ihn mit zwei Küsschen auf die Wange. Mehdi schloss sie herzlich in seine Arme. Ehe sie sich versah, fand sich auch Gabi in Gretchens Fängen wieder und wischte sich danach irritiert ihre Wange ab. Marc hatte das alberne Haasche Begrüßungsritual augenrollend beobachtete und lediglich Mehdi mit lockerem männlichem Handschlag begrüßt. An seiner Ex wollte er sich dagegen seine Hände nicht schmutzig machen - ihr ging es da genauso - und so fing er seinen flüchtigen Haasen schnell wieder ein und legte beide Arme um ihre Taille und schmiegte seinen Kopf an ihre Wange. Gretchen kam nicht umhin, mit der Sonne um die Wette zu strahlen, als sein betörendes Aftershave ihre Nasenflügel erreichte und seine Bartstoppeln sie kitzelten. Eine sanfte Berührung von ihm und sie fand sich plötzlich im Himmel über einem tropischen Paradies wieder. Sie schloss ganz automatisch ihre Augen und genoss seine Nähe, während sie in ihrem Tagtraum davon schwebten. Mehdi und Gabi warfen sich vielsagende Blicke zu und konnten es auch nicht lassen, die Hand des jeweils anderen zu halten.

MK: Und ihr beiden... zurück aus den ... Flitterwochen?

... durchbrach Mehdi plötzlich das peinliche Schweigen. Mit einem verschmitzen Lächeln auf den Lippen wartete er auf eine Reaktion seines besten Freundes und die kam auch prompt, wenn auch anders, als wie sich das der Gynäkologe gedacht hatte. Marc warf seiner süßen Prinzessin noch einen verliebten Blick zu und schmiegte sich noch enger an sie, dann blickte er Mehdi direkt in seine braunen Augen, der sichtlich überrascht war, überhaupt keinen Unterton von Spott oder Sarkasmus aus seinen Worten herauszulesen...

MM: Hmm... so kann man es auch sagen, ja.

Gretchen musste ihm dafür sofort einen kleinen Schmatzer auf die Wange geben. Und auch Gabi traute ihren Ohren kaum und auch wenn sie schon längst nichts mehr für ihn empfand außer tiefer Abneigung, spürte sie dennoch einen kleinen Stich in ihrer Herzgegend und fragte sich, wieso sie es nicht geschafft hatte, diesen sturen, unverschämten, frauenverachtenden Machokerl eines besseren zu belehren und wirklich glücklich zu machen. Sie verwarf den albernen Gedanken schnell wieder und widmete sich lieber ihrem Mehdischatz, der sich aufrichtig über das Glück seiner beiden Freunde freute und regelrecht von innen mit ihnen mit strahlte. Während Gretchen auch noch etwas dazu sagen wollte, beobachtete Marc Gabis und Mehdis Annäherungen ganz genau und machte eine überraschende Erkenntnis...

Die sind ja wirklich so richtig dicke miteinander. (MM)
GH (strahlt vor Begeisterung): Es war wirklich schön, Mehdi.
MK (lächelt): Das freut mich.
Kaum zu glauben, dass Marc mal alles richtig gemacht hat. (MK)
MM (fixiert Mehdi mit seinem stechenden Blick): Und ihr? Ihr seht auch so aus, als kommt ihr gerade frisch aus dem Honeymoon.
Finde ich aber auch. (GH)
GK (blitzt ihn an, weil sie den ironischen Unterton durchaus wahrgenommen hat): So sieht’s aus, Marc.
MK (legt seinen Arm um Gabis Taille u. schaut ihr verliebt in die Augen, was sie wiederum zum Lächeln bringt): Ich kann mich nicht beklagen.
Das wäre ja mal was ganz neues. Aber ich muss zugeben, ich hab ihn selten so entspannt gesehen. (MM)
MM (zwinkert Mehdi zu): Ich hab den Schlüssel noch, falls ihr...
GH (fällt ihm begeistert ins Wort): Oh ja, ihr müsst unbedingt auch mal dahin fahren. Es ist so toll dort.
MM (kann es nicht lassen, noch einen Spruch nachzuschieben, wobei er seiner Liebsten tief in die Augen schaut): Ich würde fast behaupten paradiesisch.
GH (gerät ins Träumen): Ja.
GK (schaut zwischen Marc u. Gretchen hin u. her): Wo?
MK (zwinkert Marc zu): Vielleicht. Danke für das Angebot. Ich werde darauf zurückkommen. Obwohl... ich ja eigentlich ungern meine Ideen noch einmal auflege.
Dieser.... Arsch! War ja klar, dass er darauf herumreiten würde. Das mag ja an sich deine Idee gewesen sein, aber für die Umsetzung bin ja wohl eindeutig ich verantwortlich gewesen. (MM)
MM (klappt sprachlos die Kinnlade nach unten u. droht seinem lachenden Freund mit bösen Blicken): Eh!
Ach Marc, ich gönn dir doch den Triumph, auch wenn ich dir mal wieder den Weg weisen musste! Aber das ist ja nichts Neues. (MK)
GH (fragend zu Mehdi): Wie meinst du das denn jetzt?
GK (schaut zu Mehdi hoch): Das würde mich aber auch interessieren.
MK (sieht zu Marc, der kurz vorm Ameisenblick steht, u. schmunzelt): Männergeheimnis.
GK (sprachlos): Äh...
Muss ich das verstehen? (GK)
GH (kuckt Marc neugierig an): Ach?
MM (schaut zwischen allen Parteien hin und her): Jep!

Marc war sichtlich erleichtert, als sie endlich im 3. Stock angekommen waren und sich die Türen des Aufzuges öffneten und er damit weiteren peinlichen Erklärungen aus dem Weg gehen konnte. Mehdi ging breit grinsend an ihm vorbei, wofür er ihm am liebsten noch eine reingehauen hätte, aber er entschied sich, das lieber nicht zu tun. Schließlich schlug er keine Frauen! Der sympathische Frauenarzt drehte sich in der Tür noch einmal um und sprach Gretchen an...

MK: Wir können ja später quatschen, wenn du magst.
Boah aber nicht mit mir! Tratschalarm! Da bin ich raus. Weiber! (MM)
Unbedingt! (GH)

Warum muss ausgerechnet SIE seine beste Freundin sein? Das ist ätzend! Ich verdrück mich lieber. (GK)
GH (lächelt): Gerne!

Gretchen folgte Mehdi nach draußen. Gabi war schon vorgegangen und verschwand in der Umkleide, aus der im selben Moment Schwester Sabine trat. Als sie ihr Lieblingsliebespaar nach Dr. Rogelt und Schwester Monique erkannte, stürmte sie freudig auf das kleine Grüppchen am Fahrstuhl zu. Marc sah das Unheil schon auf sich zukommen und wollte wieder flüchtend im Aufzug verschwinden, da hörte er aber auch schon ihre unüberhörbare nervige Stimme, die wohl jeden Patienten aus dem Langzeitkoma geholt hätte...

SV: FRAU DOKTOR! ... HERR DOKTOR! ... Oh Herr Dr. Kaan! Wie schön, Sie alle wieder zu sehen.
MM (murmelt muffelig in seinen nicht vorhandenen Bart): Das beruht nicht auf Gegenseitigkeit.
GH (zischt Marc leise an, bevor sie sich der freudestrahlenden Stationsschwester zuwendet, die ihren Blick schüchtern auf ihre Füße gesenkt hat): Marc! ... Ich freu mich auch, Schwester Sabine.
MK (lächelt die blonde Frau ebenfalls freundlich an, dann wendet er sich wieder an seine beiden Freunde): Einen wunderschönen Guten Tag, Schwester Sabine! ... Ich muss dann auch schon weiter. Bis später.
GH: Bis dann! Ich freu mich.

Mehdi winkte Gretchen und Marc noch kurz zu und verabschiedete sich anschließend, um sich für seinen Dienst umzuziehen. In der Umkleide wurde er schon sehnsüchtig von seiner heimlichen Freundin erwartet.

Lorelei Offline

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18.07.2011 17:46
#1057 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na gut, die kleine Schaffenskrise ist überwunden und die Pause hab ich auch gestrichen. Ich will euch ja auch nicht im Regen stehen lassen, der gerade gegen mein Fenster plätschert. Danke für euer aufmunterndes Feedback. Das hab ich gebraucht. Ich hab euch lieb und drück euch ganz fest. Eure Lorelei




Wie bestellt und nicht abgeholt standen die anderen drei nun in der Mitte des Flurs der Chirurgie herum. Dr. Haase schaute unschlüssig zwischen beiden Parteien hin und her. Dr. Meier platzte schließlich der Kragen, als Schwester Sabine ihn treudoof und stumm wie ein Fisch mit einem verklärten Blick von der Seite anstarrte...

MM: Ja, was ist? Sie werden nicht fürs Rumstehen bezahlt, Schwester Sabine.
SV (zuckt erschrocken zusammen u. schaut ihren Vorgesetzten nun ehrfürchtig an): Entschuldigung, Herr... Herr Doktor Meier! Äh... Der... der Herr Professor Haase hat schon mehrmals nach Ihnen gefragt. Sie sollen sich, wenn Sie es irgendwie einrichten können, bei ihm melden, wenn Sie wieder da sind.
MM (kratzt sich am Kopf u. schaut dann zu Gretchen, die mit den Schultern zuckt): Okay!?
Was will der denn jetzt?
GH (schaut Sabine fragend an): Ich auch, Schwester Sabine?
SV (sichtlich überfragt): Ich... ich weiß nicht, Frau Doktor. Er hat nur nach dem Herrn Doktor gefragt.
GH (ein bisschen enttäuscht): Ach so.
Und ich dachte, Papa freut sich, mich wieder zu sehen. Gut, wir waren jetzt nicht lange weg, aber trotzdem.
MM (fährt sich über die Stirn u. überlegt): Ok, ich erledige das gleich jetzt. Haasenzahn, du kümmerst dich um die Station. Falls was Gravierendes sein sollte oder jemand über den Jordan gehen will, piepst du mich an. Und ansonsten... möchte ich alle Fälle der letzten Tage auf meinem Schreibtisch haben, wenn ich wiederkomme.
GH (im ersten Moment etwas irritiert, weil ihr Liebster so schnell vom Privat- in den Jobmodus wechseln kann): Äh...
MM (hakt noch einmal in gewohnter Oberarztmanier nach, weil sich seine Assistenz nicht vom Fleck rührt): Ob das klar ist?
GH (muss plötzlich unvermittelt grinsen u. himmelt ihren Chef an): Das hab ich vermisst.
Was? Dass ich sie anschnauze? Versteh einer diese Frau!
MM (jetzt ist er irritiert u. überfordert zugleich): Äh ja!? Ich... ich bin dann mal bei Franz, also deinem Vater, äh... dem Professor.
Herrgott noch mal, Meier, stell dich nicht so an. Das ist unprofessionell.

Dr. Meier schüttelte verwirrt den Kopf und drehte sich um, um zu gehen, merkte aber auf der Schwelle zum Fahrstuhl, dass er noch etwas vergessen hatte, kam entschlossen zurück und gab seiner überraschten Freundin vor den immer größer werdenden Augen von Sabine einen kleinen Abschiedskuss auf den Mund. Er zwinkerte ihr noch verschmitzt grinsend zu und betrat anschließend den Aufzug und verschwand somit aus Gretchens Blickfeld, die ihm mit heftigem Herzflattern leicht wehmütig hinterher schaute, weil der Alltag sie nun doch endlich und endgültig wiederhatte. Dann erkannte sie aber, dass Schwester Sabine ganz hibbelig und aufgedreht neben ihr stand und sie anstarrte wie Teenys Justin Bieber. Die blondgelockte Ärztin lächelte verschämt und flüchtete schnell in die Umkleide, aus der Mehdi und Gabi leider schon verschwunden waren. Sie war ihr also schutzlos ausgeliefert.

Die Hobbyastrologin und Kitschromanliebhaberin war ihrer Frau Doktor nämlich ungefragt gefolgt und beobachtete nun von der Tür aus, wie diese sich umzog und für den Dienst zurechtmachte, was Dr. Haase anfangs wirklich unangenehm war, aber die treudoofe Krankenschwester schien dies gar nicht zu bemerken. Mit starren hypnotisierenden Augen versuchte Sabine, Indizien suchend immer wieder einen Blick auf die schönen Hände ihrer Frau Doktor zu erhaschen. Das Opfer ihres Scharfsinns schloss gerade ihren Spind ab und schwang schwungvoll ihren Kittel über. Gretchen musste plötzlich unvermittelt lächeln. Irgendwie fühlte es sich gut an, ihn wieder zu tragen. Auch wenn sie in den letzten Tagen keinen Gedanken ans Krankenhaus verschwendet hatte, spürte sie jetzt doch, wie sehr sie die Arbeit vermisst hatte. Lächelnd knöpfte sie schnell ihren Kittel zu, legte noch das Stethoskop um ihren Hals und wollte schon ins Stationszimmer gehen, um sich einen Überblick zu verschaffen, da erst fiel ihr auf, dass Sabine sie immer noch mit ihren durchdringenden Augen fixierte...

GH (kuckt erst Sabine an, dann an sich herunter): Alles in Ordnung? Hab ich irgendwo einen Fleck?
SV (ignoriert die seltsame Frage der Ärztin u. forscht investigativ nach): Hast du ihn nicht dabei?
GH (verwirrt): Wen hab ich nicht dabei?
SV (streckt auf seltsame Art und Weise ihren Hals u. deutet mit ihren Blicken auf Gretchens Hände, die in diesem Moment in ihren Kitteltaschen verschwinden): Na IHN!
Hä? Versteh einer diese Frau!
GH (versteht nur Bahnhof): Wen ihn? Dr. Meier? Aber der ist doch bei meinen Vater. Du hast ihn doch gerade eben erst informiert, dass er ihn sehen möchte.
SV (kichert albern u. klärt sie auf): Nein, er doch nicht, ich meine, seine Überraschung.
Woher...?
GH (beginnt augenblicklich zu strahlen, was Sabines Romantikherz höher schlagen lässt u. ihre Vermutungen bestätigt): Die habe ich dabei, ja.
SV (kriegt sich gar nicht mehr ein u. wird immer hibbeliger u. aufdringlicher): Kann ich sie sehen?
GH (tritt etwas irritiert einen Schritt zurück, weil Sabine ihr zu sehr auf die Pelle rückt u. sie seltsam hysterisch ankuckt): Äh... nein, die kann man nicht sehen.
SV (schaut sie entgeistert an): Wieso? Ist er so hässlich?
Hässlich? Was...?
GH (muss grinsen): Nein, ganz im Gegenteil.
SV (versucht es jetzt mit dem unschuldigen Bambiblick, um aus ihrer Frau Doktor die wichtigsten Details herauszukitzeln): Aber mir kannst du ihn doch zeigen. Ich... Wir... ich dachte, wir sind jetzt so was wie Freundinnen, Gretchen.
Wieso eigentlich immer ‚ihn’?
GH: Das sind wir doch auch, Sabine. Aber manche Dinge sind nun mal mit den Augen nicht sichtbar.
SV (macht große Augen u. hängt gefesselt an ihren Lippen): Nicht?
GH: Die bewahrt man sich im Herzen. Verstehst du?

Gretchen lächelte ihre neugierige Freundin und Kollegin geheimnisvoll an und ging dann an ihr vorbei ins Stationszimmer, wo sie die geforderten Akten für ihren geliebten Oberarzt zusammensuchte und intensiv studierte. Sabine blieb ihr dicht auf den Fersen und nach einem kurzen Moment des Zögerns und Abwägens fragte die sensationslüsterne Krankenschwester erneut zögerlich nach, weil sie es einfach wissen musste.

Das war wie beim vorletzten Band von Dr. Rogelt, als ihr tragischer Held urplötzlich am Kilimandscharo verschieden war. Sie hätte für eine Fortsetzung dieser unendlich schönen Liebessaga sogar gemordet. Was niemand wusste, Sabine hatte sogar drei Tage und Nächte vor der Villa von Frau Fisher gecampt und mit einem kleinen Grüppchen - bestehend aus ihr, ihren beiden Cousinen und einem weiteren Hardcore-Fan - mit Schildern gegen dieses unzumutbare Ende protestiert, bis am verregneten Morgen des vierten Tages die Assistentin der Autorin verwundert zu ihnen gegangen war und ihnen mitgeteilt hatte, dass Elke Fisher schon seit über einer Woche auf Inspirationssuche in Marbella weilte. Geknickt und untröstlich hatten sie dann ihr Lager abgebrochen und sich mit den Erinnerungen an die vergangenen glücklichen Zeiten von René und Monique getröstet. Und das Glück war ihr hold gewesen, denn ein paar Tage später war sie schicksalsweisend auf die Autorin getroffen, die mit schlimmen Magenbeschwerden in die Klinik eingeliefert worden war und ihr größter Traum war in Erfüllung gegangen. Sie durfte höchstpersönlich am unantastbaren Werk der Erfolgsautorin werkeln. Gut, Dr. Meier hatte am Ende noch einmal alles komplett umgeschrieben, aber der Inhalt blieb für immer in ihrem Herzen gespeichert. So musste es auch mit seinem Heiratsantrag gewesen sein, dachte sie sich verträumt lächelnd. Warum sonst würde die Frau Doktor denn so ein großes Geheimnis darum machen?

Und so plapperte Sabine, ohne groß darüber nachzudenken, drauflos, wie ihr der Mund gewachsen war...

SV: Also gibt es noch keinen Ring? Dr. Meier hat spontan gefragt oder? Ja, genauso würde ich ihn einschätzen. Wollt ihr es noch geheim halten? Ich kann schweigen wie ein Grab.
GH (lässt abrupt von ihren Patientenmappen ab u. starrt die Quasselstrippe entgeistert an): Bitte? Was denn fragen und welcher Ring?
SV (wird rot u. druckst herum): Na der... der Verlobungsring!
Bitte was?
GH (staunt jetzt erst recht u. schaut sie mit offenem Mund an): Ver...verlobungsring? Wie... wie kommst du denn darauf, dass wir uns verloben wollen?
SV (kuckt sie mit großen Augen an u. muss sich setzen): Wollt ihr nicht?
GH (versucht ihre Fassung zu wahren u. sieht sie eindringlich an): Auch wenn es dich nichts angeht, Sabine, nein, wollen wir nicht. Das steht doch völlig außer Frage.
Sein Versprechen ist mir viel mehr wert als irgend so ein Schmuckstück, das man verlegen könnte.
SV (tieftraurig versucht sie ihre Lieblingsärztin zu trösten): Oh! Das... das tut mir so leid. War er wieder zu feige? Dabei hat er doch die Courage dazu. Auf deiner Geburtstagsfeier hat er ja auch...
Unfassbar, was sie sich herausnimmt. Marc war doch nicht feige, im Gegenteil, er war noch nie so mutig wie gestern Abend.
GH: Das war eine ganz andere Situation, Sabine. Also wieso hast du das gedacht?
SV (kleinlaut): Alle haben das gedacht.
GH (jetzt erst recht sprachlos setzt sie sich zu ihr an den Tisch): Alle?
SV: Ja, alle bis auf Gabi und diese neue Assistenzärztin von Dr. Kaan, du weißt schon, die nette, die haben dagegen gehalten und gemeint, ihr wärt noch nicht soweit bzw. dass es nicht in hundert Jahren dazu kommen würde. Aber ich bin mir sicher. Der Dr. Meier liebt dich doch.
GH (schüttelt fassungslos den Kopf): Das glaube ich jetzt nicht.
SV (kuckt sie verunsichert an, als sie leise weitererzählt): Aber Dr. Meier hat doch so ein großes Geheimnis daraus gemacht. Er hat sich noch nie Urlaub genommen, also zumindest nicht seitdem ich auf seiner Station arbeite, und er war doch in seinen Pausen öfters weg gewesen, um irgendwelche wichtigen Dinge zu besorgen. Und dann der schickte Anzug neulich bei der Weihnachtsfeier und dein schönes Kleid. Das sah alles so perfekt aus. Und der Dr. Kaan hat ja auch so rumgedruckst, wenn man ihn darauf angesprochen hat.
Mehdi!
GH (sortiert ihre Gedanken): Ach? Und nach all diesen spärlichen höchst fragwürdigen Indizien habt ihr euch gedacht, Dr. Meier würde mir einen Antrag machen?
Eigentlich schon süß, wie alle an unserer Liebe Anteil nehmen. Dabei hat doch mindestens die Hälfte sicherlich gedacht, wir würden es nie bis hierher schaffen.
SV (setzt noch einen drauf): Oder gleich spontan heiraten! So wie sein Vater die Frau Fisher.
GH (klappt die Kinnlade nach unten u. starrt sie an): Äh... Bitte was? Die sind doch schon verheiratet.
SV (strahlt sie mit leuchtenden Augen an): Trotzdem hat er ihr auf dem Schiff einen hochromantischen Antrag gemacht.
GH (misstrauisch): Woher weißt du das denn alles?
SV (mit stolzgeschwellter Brust schaut sie sie an): Mein Fanclub hat doch...
GH (fasst sich an den Kopf): Ich vergaß, die Leserreise.
Sabine hat ihre Spitzel auch überall!
SV (verträumt): Ja.

OK, Gretchen, bleib ruhig. Sie ist deine Freundin. Sie ist zwar manchmal, also oft sehr verquer, aber sie trägt doch ihr Herz am rechten Fleck. Aber bevor noch mehr Gerüchte entstehen und... oh Gott, wenn Marc davon Wind bekommt ... dann sollte ich wohl ein paar Dinge klarstellen.

GH (holt weit aus, um Sabine von ihrer rosaroten Wolke zu holen): Also Sabine, ich freue mich ja wirklich sehr, dass du dir so viele Gedanken machst, aber.... erstens, Marc ist nicht Olivier, also in gewissen Punkten vielleicht schon, aber... äh... ihre Bindung ist ja auch noch ganz frisch und nach zwanzig Jahren Trennung da ist das alles gar nicht so... Oh, ich merke gerade, das geht zu weit. Äh... Wo war ich? ... Ach ja! Zweitens, Marcs Eltern werden nicht noch einmal heiraten, so viel ich weiß, und ich möchte dich bitten, dass ihr in eurem Fanclub auch nicht so ein großes Trara um diese Sache auf dem Schiff macht, weil das vielleicht für alle Beteiligten unangenehm enden könnte. Und drittens, äh... drittens... ja äh... egal. Also noch einmal zum Mitschreiben für den Flurfunk. Wir haben uns nicht verlobt und haben das auch in nächster Zeit nicht vor. Wir sind glücklich, so wie es gerade läuft. Wir hatten einen schönen Urlaub, mehr nicht, den wir uns übrigens redlich verdient haben nach all dem, was alles im letzten Jahr passiert ist und vor dem, was noch alles nächstens Jahr beruflich auf uns zukommt. ... Operation beendet. ... Oh Gott, ich hör mich schon an wie mein Vater. ... Ich muss hier auch noch fertig werden, sonst geht mir Dr. Meier wieder aufs Dach und das war’s dann mit der Harmonie auf der Station.
SV (mit geknickter Miene will sie sich zurückziehen u. steht auf): Verstanden!
GH (sichtlich erleichtert geht sie zum Tagesgeschäft über u. bittet die Schwester aber noch zu bleiben): Gut! Dann habe ich hier mal eine Frage wegen dem Patienten auf Zimmer 309.

Lorelei Offline

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19.07.2011 17:28
#1058 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einige Stunden später hatte sich Dr. Gretchen Haase zu einer Pause in der Cafeteria eingefunden, um sich zusammen mit Dr. Mehdi Kaan ein zwei Stückchen Kuchen zu gönnen und zu quatschen. Ihre erste Schicht nach den Weihnachtsferien hatte anfangs noch ganz ruhig begonnen. Sie hatte, wie gefordert, die Akten aufgearbeitet, aber ihr Oberarzt hatte sich nicht wieder auf der Station blicken lassen und so hatte sie allein ihre täglichen Abläufe vollzogen, bis es plötzlich drunter und drüber gegangen war und sie in die Notaufnahme gerufen wurde, wo sie bis eben eine Gruppe von übermütigen Rodlern verarztet hatte, die mit diversen Prellungen und Schürfwunden eingeliefert worden waren. Nun saß sie aber gut gelaunt ihrem besten Freund gegenüber, der ebenfalls mit einer Gabel in einem Kuchenstück herumstocherte und nur darauf brannte, Informationen aus erster Hand zu bekommen...

MK: Jetzt erzähl doch mal, wie war euer Liebesurlaub?
GH (lässt ihn auf glühenden Kohlen sitzen und grinst verschmitzt): Schön!
MK (hat sie gleich durchschaut): Das hast du vorhin im Fahrstuhl auch schon gesagt.
GH (grinst noch breiter u. isst ein Stück von ihrem leckeren Kuchen): Weil es stimmt.
MK (macht es ihr gleich und lässt sich die Schokolade auf der Zunge zergehen): Seit wann muss man dir eigentlich alles aus der Nase ziehen?
GH (zwinkert ihm zu): Und seit wann bist du so neugierig, Herr Doktor?
MK (lacht): Touché!

Die beiden grinsten sich an und schoben gleichzeitig die Gabel in ihren Mund, schlossen ihre Augen, um den Schokotraum zu genießen und schauten sich dann wieder schmunzelnd an. Mehdi legte die Kuchengabel beiseite, stützte seine Ellenbogen auf der Tischplatte ab und seinen Kopf auf seinen Händen und musterte seine strahlende Freundin ganz akribisch, was ihr zunehmend unangenehm wurde. Sie legte ebenfalls ihre Gabel neben den Kuchenteller und lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück...

GH: Jetzt hör auf, mich so anzuschauen. Du machst mich ganz nervös.
MK (lacht u. macht sich einen Spaß daraus): Och du, in der Position kann ich noch eine Weile verharren.
GH (kann nicht anders, als über den Blödmann zu schmunzeln): Ok, gut, was willst du hören, du Nervensäge?
MK (lehnt sich zufrieden zurück u. fixiert mit seinen Blicken immer wieder ihre schönen Hände): Fangen wird doch mit den wichtigsten News zuerst an, hmm?
GH (hebt verwundert eine Augenbraue an u. sieht ihn an): Was denn für News? Es weiß doch jeder, dass wir ein paar Tage weggefahren sind.
MK (zwinkert ihr zu): Aber nicht die Intention der Reise.
GH (stutzt): Wieso? Daraus machen wir doch auch kein Geheimnis.
MK (baff): Echt nicht?
GH: Nein!
MK (fährt sich durch seine Haare u. kann es kaum fassen): Er hat es tatsächlich getan?

Er hat sie gefragt! Das gibt’s doch nicht. Und ich dachte, mit seinen ganzen seltsamen Andeutungen wollte er mir nur eins reinwürgen, weil ich ihn immer in dieser Hinsicht angestachelt habe, aber das... das... Wow! Scheint, er hat es endlich kapiert und ist erwachsen geworden. Toll!

Sieh mal einer an, er also auch. Na warte, mein Freundchen!


GH (merkt so langsam, worauf Mehdi eigentlich hinaus will u. macht sich einen Spaß daraus, ihn genau in diesem Glauben zu lassen): Du hättest erst einmal mein Gesicht sehen müssen, Mehdi.
MK (lächelt glücklich u. auch irgendwie stolz): Das sehe ich auch jetzt. Und es strahlt immer noch.

Mehdi hatte Gretchen mit dieser offenen ehrlichen Aussage völlig überrumpelt und ihr eigentlicher Plan, ihn ein wenig hinters Licht zu führen, war schnell vergessen. Eine zarte Röte legte sich auf ihr Gesicht und sie strich sich verlegen eine verirrte Strähne aus dem Gesicht, während sie ihren Blick erst senkte und auf ihr halbes Kuchenstück fixierte, dann aber zaghaft wieder in Mehdis Richtung lenkte, der ihre Reaktion vergnügt beobachtete und einfach nur süß fand...

GH: Echt?
MK (nickt mit dem Kopf u. beugt sich leicht über den Tisch, denn er platzt fast vor Neugier): Hmm! ... Und? Wie hat er es gemacht?
GH (schwebt schon wieder in anderen Sphären, weil sie sich an die glücklichen Tage mit Marc erinnert): Hä?
MK (stupst schmunzelnd ihr Näschen an, damit sie den Weg in die Realität zurückfindet): Den Antrag, Gretchen! Aber nicht wieder in einem Mousse oder?
Mousse? Was denn für ein...? Oh!
GH (sofort wieder hellwach stellt sie ihn zur Rede): Du warst das also, der hier die ganzen Gerüchte in die Welt gesetzt hat?
MK (tut unschuldig): Gerüchte?
GH (beugt sich nach vorn u. zeigt mit dem Finger auf ihn): Mehdi, kann es sein, dass eure Phantasie gerade gewaltig mit euch durchgeht? Sabine hat mich vorhin genau dasselbe gefragt.
MK (stutzt u. so langsam dämmert es ihm): Aber... äh... heißt das...?
GH (stellt das Missverständnis schnell klar): Nein, natürlich nicht!

MK (lässt sich zurückfallen u. seufzt enttäuscht): So ein Feigling! Ich hab’s gewusst.
GH (ärgert sich): Ist er nicht, Mehdi. Er... er... er ist unglaublich, weißt du das.
MK (murmelt leise in sich rein u. widmet sich wieder seinem angeknabberten zweiten Kuchenstück): Unglaublich blöd, trifft es eher.
GH (muss etwas klarstellen): Mehdi, ich will das nicht.
MK (lässt die Gabel wieder fallen u. schaut sie reumütig an): Entschuldige, wenn ich dir... euch zu nahe getreten bin, dann tut es mir Leid. Aber ich dachte nur...
GH (wiegelt mit einer lässigen Handbewegung ab): Das meine ich doch nicht, Mehdi. Ich wollte damit sagen, ich brauche keinen Trauschein, um glücklich zu sein.
MK (jetzt erst recht sprachlos): Das sagt gerade die Richtige.
GH (ihre Augen formen sich zu kleinen Schlitzen, die ihn anfunkeln): Eh! Jetzt werd mal nicht frech!
MK (will es jetzt genau wissen u. hakt noch einmal nach): Sorry, aber ich dachte nur, du wolltest das doch immer. Du träumst doch seit zwanzig Jahren davon, Marc soweit zu kriegen.
GH (seufzt): Ich weiß. Aber das ist jetzt eben anders.
MK: Und wieso, wenn ich fragen darf?
GH (versucht es ihm zu erklären): Weißt du, ich hab mir, seit ich denken kann, immer in den schönsten Farben ausgemalt, wie es wäre, wenn Marc Meier mich wirklich lieben würde, wie wir zusammen ausgehen würden, wie er mir alle Wünsche von den Augen abliest und mir den Himmel auf Erden bereiten würde, wie er sich meinen Eltern vorstellen und bei meinem Vater um meine Hand anhalten würde und wir dann eine unvergessliche rosarote schnuckelige Traumhochzeit mit weißen Tauben, Kutsche und allem Drumherum, was Pilcher und Co. zu bieten haben, erleben würden und wir glücklich bis an unser Ende leben würden mit zwei Kindern, vier Enkeln, Hund, Katze und Haus im Grünen. Aber das ist immer ein unerreichbarer Traum gewesen, den ich mit Unterbrechungen, seit ich elf Jahre alt bin, immer wieder geträumt und mit meinen teilweise irrsinnigen kitschigen Phantasien ergänzt und perfektioniert habe, und ist nicht im Entferntesten mit dem zu vergleichen, was ich gerade mit Marc erlebe. Das... das ... ich kann es kaum beschreiben. Es ist einfach tausendmal schöner, als ich es mir je hätte vorstellen können.

MK (hat ihr still zugehört u. ist schwer gerührt): Wow!
GH (lächelt): Ja, wow! Das beschreibt es wohl am besten. Weißt du, der Marc aus meinen Träumen ist eine Illusion, ein Wunschtraum, eine Kleinmädchenphantasie, die ich mir selbst zusammengebacken habe, weil ich nie nah genug an den echten herangekommen bin, und die ich irgendwie nie losgeworden bin. Ich hab lange gebraucht, um das zu kapieren, weil ich immer versucht habe, die eine Version auf die andere zu übertragen. Aber so was kann nicht funktionieren, hat es ja auch nicht. Dieser Marc ist ein völlig anderer als der, den ich jeden Tag aufs Neue neu kennen lerne, der mich zum Lachen bringt, auch wenn die meisten Witze wohl auf meine Kosten gehen, aber das ist mir mittlerweile egal. Das ist seine Art und ich liebe das. Und er überrascht mich. Er hat so viel zu geben, was er wahrscheinlich selbst gar nicht weiß. Aber es steckt so viel in ihm. Das zu entdecken, ist spannend, aufregend, ein Abenteuer und wer kann das schon von sich behaupten. Marc lässt mich ihn so sehen, wie er wirklich ist, worüber er manchmal wahrscheinlich selbst überrascht ist. Das alles ist mir viel mehr wert als die Erwartungen, die andere in uns legen. Wir für uns brauchen das alles noch nicht. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt? So wie es gerade ist, ist es genau richtig. Da sind wir beide uns einig. Wir sind glücklich und das ist alles was zählt.

Wow! Wenn das nicht mal die ultimative Liebeserklärung war! Schade, dass Marc sie nicht gehört hat.

MK (erwidert ihr strahlendes Lächeln): Und man sieht es dir an. Marc übrigens auch.
GH (staunt): Echt? Weißt du, er hat mir gestern...
MK (seine Neugier ist geweckt u. er beugt sich zu ihr rüber): Was denn?
Oh! Was mache ich hier eigentlich? Marc killt mich, wenn ich Mehdi von seinem Versprechen erzähle. Andererseits, er ist unser bester Freund. Er glaubt doch auch an uns, was nach allem, was war, eigentlich nicht unbedingt verständlich wäre.
GH (zögert dann doch): Ich weiß nicht, ob ich dir das sagen darf.
MK (schmunzelt, auch wenn er überhaupt keine Ahnung hat, worum es eigentlich geht): Wieso? Schämt er sich dann?
GH (schüttelt heftig den Kopf u. rettet Marcs Machoehre): Nein! Ich weiß nicht. Ähm... Alles, was ich sagen kann, ist, dass das mit uns funktionieren wird. Wir planen schon unsere Zukunft, auch wenn es vielleicht nach dem, was ich dir gerade erzählt habe, nicht unbedingt den Anschein hat. Wir wollen uns einfach Zeit lassen. Außerdem weißt du ja, was in nächster Zeit noch alles auf uns zukommen wird. Aber Marc ist auf jeden Fall bereit für all die Abenteuer, die noch auf uns zukommen werden.
MK (staunt immer mehr): Hat er das so gesagt?
GH (muss unweigerlich schmunzeln): Nein, auf Meierisch.
MK (lacht): Verstehe!
Kaum zu glauben, Marc Meier scheint tatsächlich erwachsen zu werden.
GH (stützt ihren Kopf mit ihrer rechten Hand u. sieht Mehdi verklärt an): Wir sind angekommen.
MK (nickt leicht mit dem Kopf u. wirkt nachdenklich): Das merkt man. Ich hab Marc selten so entspannt und in sich ruhend gesehen. Schön zu wissen, dass du ihm so gut tust.

Gretchen lächelte Mehdi verlegen an und träumte einen Moment lang vor sich hin, was von ihm lächelnd beobachtet wurde, dann widmete sie sich wieder ihrem leckeren Kuchen.

GH: Danke! Und bei dir? Wie läuft es mit Gabi?
MK (beginnt augenblicklich zu strahlen, ohne es zu merken, während er ebenfalls seinen Schokokuchen verputzt): Gut! Also toll! Fantastisch!
GH (schmunzelt über ihren bis über beide Ohren verliebten Freund): Man sieht es dir auch an der Nasenspitze an.
MK (wird tatsächlich rot u. versteckt sich hinter seiner Kaffeetasse, die er ansetzt und aus der er einen großen Schluck trinkt, ehe er sich wieder Gretchen zuwendet, die ihn mit ihren durchdringenden Blicken ganz nervös macht): Echt? Ähm... Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich... ich...
GH (beendet seine Qualen u. seinen Satz): Du bist glücklich!
MK (lächelt verliebt u. gerät etwas ins Plaudern): Ja, sehr sogar! Wir haben uns die letzten Tage nicht gesehen, weil ich mit Lilly bei meinen Eltern war, aber ich hab sie so wahnsinnig vermisst. Ich hätte echt nicht gedacht, dass mir das noch einmal passieren würde.
GH (strahlt ihn an): Ich freu mich wirklich für dich... für euch. Du weißt, ich war anfangs skeptisch, was eure äh... nun ja... Liebelei betrifft, aber mittlerweile denke ich, ihr passt doch ganz gut zusammen.
MK (legt wert auf ihre Meinung): Findest du?
GH: Ja! Es ist ja nicht zu übersehen, wie gut sie dir tut.
MK (lächelt): Sie ist mir auch eine wahnsinnige Stütze, was Lilly und Anna betrifft. Da kommt noch Einiges auf uns zu, aber sie zeigt sich verständnisvoll und gibt mir die Zeit, die ich brauche.
Spricht er von derselben Gabi, die ich kenne?
GH (erstaunt): Das hätte ich ihr gar nicht zugetraut. Sie wirkt schon schnell sehr aufbrausend, wenn ihr jemand in die Quere kommt. Hast du sie neulich eigentlich beruhigen können wegen Maria? Und was ist eigentlich mit ihr? Hast du endlich mit ihr geredet?
MK (sein glückliches Strahlen erlischt u. weicht einem nachdenklichen Gesicht): Mit Gabi ist wirklich alles im Reinen, nur...
Ich hab’s befürchtet! Dieser Idiot!
GH (hat verstanden u. wäscht ihm erneut den Kopf): Mehdi, du kannst das mit Maria nicht so stehen lassen. Das hat sie nicht verdient.
MK (lässt den Kopf hängen): Ich war nah dran gewesen, es ihr zu sagen. Wirklich! Aber dann... Ich weiß doch auch nicht, warum immer wieder irgendetwas dazwischen kommt. Aber sobald sie wieder da ist, werde ich mit ihr reden. Versprochen!
GH: Das hoffe ich.

Gretchen kuckte ihn noch einmal vorwurfsvoll an. Mehdi senkte daraufhin seinen Blick und rührte gedankenverloren in seinem Kaffee herum, während seine beste Freundin sich den letzten Kuchenkrümeln widmete, die sie gierig mit den Fingern vom Teller pickte. Nachdem ihr Hunger erfolgreich gestillt worden war, schaute sie Mehdi wieder ins Gesicht und munterte ihn seufzend auf...

GH: Hey! Jetzt kuck nicht so. Ich wollte das nur noch mal gesagt haben. Erzählst du mir jetzt bitte von Lilly! Ich will alles wissen.

Sofort erstrahlte sein Gesicht und der junge Familienvater gab bereitwillig Auskunft.

Lorelei Offline

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21.07.2011 15:54
#1059 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Die beiden befreundeten Ärzte plauderten und plauderten und Gretchen hörte Mehdi gebannt zu, als dieser von den Abenteuern seiner kleinen Tochter erzählte, angefangen bei ihrer schmerzhaften Trennung auf dem Berliner Ostbahnhof vor fast einem Jahr, wie sie während der gesamten Zugfahrt nach München ununterbrochen geweint hatte, weil sie einfach nicht verstehen konnte, warum ihr Papa nicht mitfahren durfte, und sie sich schließlich gefragt hatte, ob er sie denn nicht mehr lieb hätte. Ein Gedanke, der Mehdi erneut schwer schlucken ließ und auch Gretchen die Tränen in die Augen trieb. Nach einer kurzen Pause zum Luftholen und einem aufmunternden Lächeln seiner Freundin setzte er wieder an und berichtete, dass die beiden wohl die ersten Tage ihrer überstürzten „Flucht“ bei einer Freundin ihrer Mutter, von der Mehdi nichts wusste, in München Unterschlupf gesucht hatten, aber dann doch recht schnell wieder von dort geflüchtet waren, weil Anna zu ihr gemeint hätte, böse Männer würden sie verfolgen und sie sofort weg müssten, um sich eine Weile vor der Welt zu verstecken. Es sei ein Spiel, hatte sie ihr verklickert, an dessen Ende sie ein großer Preis erwarten würde, ein Preis, den es natürlich nicht zu gewinnen gab. Lilly war natürlich schwer verunsichert gewesen, gleichzeitig war es aber auch ein großes Abenteuer für das kleine schüchterne Mädchen, das außer Berlin und einem Bauernhof noch nicht viel von der Welt gesehen hatte.

Mehdi holte weiter aus, auch wenn es seinem Herzen immer neue Stiche versetzte, und erzählte, wie sie dann nach einer endlosen Odyssee in Süditalien, der Heimat ihrer Vorfahren, angekommen waren und dort das Grab von Annas Großeltern besucht hatten und wie sie sich dort in der Nähe von deren alten Weingut niedergelassen und eine schöne Zeit in einem Gasthaus verbracht hatten, wo ihre Mama Arbeit gefunden hatte, und wie Lilly dort in der Enkelin der Wirtsfrau eine neue, ganz liebe Freundin zum Spielen gefunden hatte und es auch Anna immer besser gegangen sei, die häufig von schlimmen Albträumen geplagt worden war, wie ihm Lilly im Vertrauen berichtet hatte. Ob es am schlechten Gewissen gelegen hatte oder sie immer noch Angst hatte, ihre ehemaligen Zuhälter seien hinter ihr her, um ihre Kohle einzufordern und vielleicht ihre Tochter als Pfand nehmen könnten, Mehdi wusste es nicht. Er wusste nur, dass ein einziger Anruf von ihr genügt hätte, um ihrem Versteckspiel ein Ende zu bereiten, weil er ihr hätte sagen können, dass ihre Schulden schon längst beglichen waren und von den Gangstern wirklich keine Gefahr mehr ausging. Aber dieser Anruf war immer ausgeblieben, sagte der Halbperser tieftraurig und ließ den Kopf hängen. Gretchen nahm tröstend seine Hand und drückte sie fest.

Mehdi nahm ihren Trost dankbar an und lächelte zaghaft. Dann erzählte er ruhig, aber dennoch mit schwerem Herzen und fettem Kloß im Hals weiter, dass sein kleiner Sonneschein mit der fremden Sprache, der ungewohnten Umgebung, den seltsamen Italienern und der furchtbaren Hitze zunehmend Probleme gehabt hatte und sie ihre Mama schließlich unaufhörlich dazu gedrängt hatte, zurück nach Hause zu fahren, weil sie zu ihrem Papa zurückwollte, den sie so schrecklich vermisste, dass sie öfters Bauchschmerzen bekam, und sie wollte auch zu ihren besten Freundinnen, die doch auf sie warteten, denn mit ihnen war doch ausgemacht gewesen, im Herbst zusammen reiten zu lernen, und sie wollte auch unbedingt in ihre alte Schule zurück. Lilly hatte zwar eine Zeit lang eine Dorfschule in Sizilien besucht, aber sie kam nur schwer mit und igelte sich ein, weil sie die Sprache nicht beherrschte und irgendwann begannen auch ihre Lehrer nachzufragen, denen Annas Geschichte von der Waisen auf der Spurensuche nach ihren eigenen Wurzeln spanisch vorgekommen war. Und so waren sie von einen Tag auf den anderen aufgebrochen, ohne sich von irgendjemand zu verabschieden, und wieder Richtung Norden gefahren.

Lilly hatte sich wahnsinnig gefreut, bald ihren geliebten Papa wieder sehen zu können, aber Anna hatte sie erneut enttäuscht. Ihr war auf halbem Weg nach Deutschland, falls sie überhaupt vorgehabt hatte, dahin zurückzukehren, das Geld ausgegangen und so musste sie wieder jobben gehen, um überhaupt mit Lilly über die Runden zu kommen. Der Zufall wollte es aber, dass sie in Österreich in einer Skihütte eine Anstellung als Kellnerin fand. Man zahlte gut. Die Skisaison hatte gerade erst begonnen. Sie wohnten in einem süßen kleinen Zimmer in der Pension nebenan. Und Lilly fühlte sich auch wohl in der Natur mit den riesigen Bergen und dem vielen Schnee, auch wenn Anna sie abends oft allein lassen musste, weil sie bis spät in die Nacht arbeitete. Die kleine Maus ging sogar wieder zur Schule und hatte ohne Sprachbarriere schnell Freunde gefunden. Aber es verging kein Tag, an dem sie ihre Mutter nicht angebettelt hätte, nach Berlin zurückzukehren, wenn sie wieder genug Geld hätten. Sie wollte zurück zu ihrem Papa, aber Anna hatte sie immer wieder vertröstet, dass das nicht so schnell ginge, sie hier ihre Rechnungen bezahlen müsste und der Papa sicherlich auch kaum Zeit für sie hätte, weil er doch so viel zu tun hätte im Krankenhaus und sie hätte doch jetzt hier auch Anschluss gefunden, vielleicht könnte man ja auch gleich ganz hier bleiben. Doch Lilly wollte das nicht hören und war sogar eine ganze Woche lang in einen Hungerstreik getreten und hatte kein Wort mehr mit ihr gewechselt, was Anna anscheinend ziemlich überfordert hatte. Sie wurde unvorsichtig und dann passierte der tragische Unfall auf ihrer Arbeit und alles kam anders.

Anna musste plötzlich ins Krankenhaus. Aber sie hatte doch niemanden, der sich um Lilly hätte kümmern können, und so war sie die erste Nacht mit in der Klinik geblieben, aber das war nun mal auf Dauer keine Lösung gewesen. Zumal ja auch niemand wusste, was mit ihr war und ob man ihr überhaupt helfen konnte, wieder auf die Beine zu kommen. Aber wie das Schicksal es nun mal wollte, sollte ausgerechnet Maria Hassmann die beiden ausfindig machen. Die nette Ärztin hatte Lilly dann gesagt, wie sehr ihr Papa sie vermissen würde und so stellten beide Anna entschlossen zur Rede, die schließlich unter Tränen nachgab und Maria die Kleine anvertraute. Den Rest der Geschichte kannte Gretchen ja. Trotzdem musste auch sie die Ereignisse erst einmal sacken lassen. Wie konnte eine Mutter seinem kleinen schutzlosen Kind das alles antun, fragte sie sich. Mehdi und sie schwiegen sich eine Weile an und jeder hing seinen Gedanken nach, aber dann setzte der liebende Familienvater doch wieder an und berichtete von den letzten fünf glücklichen Tagen im Kreise seiner Lieben.

Es wurde für alle Kaans überraschend noch ein sehr glückliches Weihnachtsfest. Mehdis Eltern waren völlig aus dem Häuschen gewesen, als er plötzlich mit Lilly vor deren Tür gestanden hatte. Sie hatten ihr Glück kaum fassen können, hatten viel geweint und sich umarmt und dann stundenlang geredet und gelacht. Eigentlich hatten sie vorgehabt, in ihrem Kummer um das Verschwinden ihrer süßen Enkelin Weihnachten komplett ausfallen zu lassen, aber dem Kind zuliebe, das trotz seiner jungen Jahre schon so viel durchgemacht hatte, wurde auf die Schnelle noch eine Tanne aus dem heimischen Garten geopfert, die ihnen als Weihnachtsbaum dienen sollte. Seine Mutter hatte mit großer Freude und Begeisterung die Lieblingsessen ihres Sohnes und ihrer Enkelin gekocht und die Bescherung selbst wurde noch im großen Rahmen nachgeholt, wobei eigentlich Lilly für alle Beteiligten das größte und schönste Weihnachtsgeschenk gewesen war.

Lorelei Offline

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22.07.2011 14:10
#1060 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey Mädels , ich danke euch mal wieder von ganzem Herzen für eure lieben Kommentare, die mich immer wieder aufs Neue motivieren, weiterzuschreiben. Ja, die arme Lilly hat viel durchgemacht in der Vergangenheit und ich wollte euch das auch nicht vorenthalten. Ihr könnt euch sicherlich denken, was ich damit bezwecke und dass wir uns langsam, aber sicher zu einem bestimmten Thema hinbewegen. Aber noch ist es nicht soweit. Den nächsten Teil möchte ich meinem lieben Schnuggi widmen, um sie ein bisschen aufzumuntern. Und wer kann das am besten? Der Arzt, dem viele Frauen vertrauen. Also grübele nicht so viel, mein Schatz, sonst muss ich noch schärfere Geschütze auffahren. Ich hab dich auch sehr lieb. So und jetzt viel Spaß und schönen Start ins Wochenende. Eure Lorelei




Mehdi konnte gar nicht mehr aufhören, von seiner Tochter zu erzählen und die strahlende Freude in seinen Augen übertrug sich auch auf seine beste Freundin, die ihn sanft anlächelte und immer wieder ihre Freudentränen wegwischen musste...

MK: ... und dann hat sie meinen Vater solange um den Finger gewickelt, dass wir dann doch noch zu dem Pferdehof gefahren sind. Ich erzähle dir aber mal lieber nicht, wie blöd ich mich dabei angestellt habe.
GH (lacht u. schaut ihn mit wässrigen Augen an): Hach Mehdi, ich freu mich so für euch. Sie scheint das alles ganz gut weggesteckt zu haben.
MK (nickt leicht mit seinem Kopf und wischt sich ebenfalls eine verirrte Träne aus dem Augenwinkel): Gott sei dank! Es ist, als wäre sie nie weg gewesen. Sie ist putzmunter und wirkt recht fröhlich. Aber sie ist auch viel reifer geworden in dem einen Jahr, selbstbewusster und eigenständiger, nicht mehr ganz so schüchtern und zurückhaltend wie früher. Du kennst sie ja.
GH (hört ihm gebannt zu u. lächelt): Da hatte der Roadtrip wohl doch noch ein paar positive Aspekte, so schlimm die ganze Sache an sich war.
MK (quält sich zu einem Lächeln u. blickt in die Ferne): Hmm!
Oh Fettnapf, Gretchen! Wie kannst du so was sagen?

Gretchen tätschelte Mehdis Hand, die neben seinem Kuchenteller ruhig auf dem Tisch lag, und schaute ihn aufmunternd an...

GH: Hey! Ich wollte dir damit nicht zu nahe treten.
MK (sein Lächeln wird stärker u. er schaut ihr direkt in die Augen): Bist du nicht. Es tut einfach gut, sich das alles von der Seele zu reden.
GH (erwidert sein Lächeln u. streichelt erneut liebevoll über seine kalte Hand): Du kannst immer zu mir kommen.

Mehdi wollte gerade dankbar seine andere Hand auf die ihre legen, als er hinter Gretchens Rücken einen Schatten vernahm und aufschaute.

MM: Na, na, na! Was muss ich da sehen? Kaum glänzt dein Oberarzt für ein paar Stunden mit Abwesenheit, da bändelst du auch schon mit dem Nächstbesten an. Das gefällt dem Dr. Meier aber ganz und gar nicht, Fräulein Haase. Ich glaube, das muss ich in deiner Akte vermerken.

...unterbrach Dr. Meier grinsend das Gespräch seiner beiden Freunde und stellte sich lässig und augenzwinkernd neben deren Tisch. Während Mehdi sofort grinsen musste, die Hand seiner einfühlsamen Gesprächspartnerin losließ und sich auf seinem Stuhl zurücklehnte, schaute Gretchen ziemlich verdutzt drein.

MK/ GH: Marc!
MM: Oh ihr erinnert euch! Wie schön!

... gab Marc noch mit einem spitzbübischen Grinsen im Gesicht und sarkastischem Unterton in der Stimme wieder, zog dann einen freien Stuhl zu sich heran, drehte diesen schwungvoll herum und setzte sich breitbeinig und mit den Armen auf der Lehne gestützt hin. Er ignorierte die ungläubigen Blicke seiner schönen Freundin und zwinkerte Mehdi frech zu, der amüsiert über den unverwechselbaren Meierschen Auftritt seine Arme verschränkt hatte und gar nicht mehr aufhören konnte zu grinsen. Sein Kumpel hatte einfach das perfekte Timing gehabt, denn er war genau die richtige Ablenkung, die Mehdi nach dem emotionalen Gespräch jetzt gebrauchen konnte.

Gretchen dagegen war immer noch ziemlich verdattert über Marcs plötzliches Auftauchen, aber fasste sich schnell wieder. So lässig wie er dasaß, war Marc Meier einfach nur anbetungswürdig und cool. Sie grinste ihn verliebt an und kuschelte sich an seine Seite. Marc tauschte vielsagende Blicke mit Mehdi aus und schmunzelte über seine süße Schmusekatze. Er legte zärtlich seinen Arm um ihre Schulter und zog sie noch etwas näher zu sich heran. Sie kicherte und nahm seine Hand, deren Finger sie mit ihren verschränkte. Demonstrativ verpasste der Oberarzt seiner Assistenz noch einen unvergesslichen Schmatzer auf den Mund und beobachtete dann amüsiert und verliebt, wie sich Gretchens Wangen langsam in ein zartes Rosé verfärbten und sie unruhig auf ihrem Stuhl hin und herrutschte. Mehdi fand dieses Schauspiel einfach nur zauberhaft und widmete sich wieder seinem lauwarmen Kaffee. Aber die verliebte Frau beruhigte sich schnell wieder und begann nun ihrem Gockel zu verklickern, dass ihr Treffen mit Mehdi völlig harmlos sei...

GH: Mehdi hat mir von Lilly erzählt, weißt du.
MM (hebt skeptisch seine Augenbraue u. mustert die beiden): Ach? Und ich dachte schon, du buchst den Frauenflüsterer gerade als Trauzeugen.
MK (glaubt sich verhört zu haben u. verschluckt sich an seinem Kaffee): Bitte?
GH (schüttelt auch ungläubig ihren Kopf): Quatsch!
Wie kommt er denn auf den Blödsinn? ... Oh! ... Sabine hat ihn doch nicht etwa auch in die Mangel genommen?
MM (seine Augen formen sich zu kleinen Schlitzen, als er sich leicht zu ihr rüber beugt u. sie gespielt empört zur Rede stellt): Genau Quatsch! Das ist genau das richtige Stichwort dafür. Sag mal, was hast du hier eigentlich schon wieder für einen Mist herumerzählt?
Sie hat! Na super!
GH (verteidigt sich vehement): Ich habe gar nichts erzählt, Marc. Das haben die sich hier alle nur zusammengereimt. Äh... Woher weißt du das eigentlich?
MM: Vielleicht weil uns alle anstarren, als wären wir das achte Weltwunder.
Haben die kein eigenes Leben? Spießige Langweiler!

Gretchen schaute Marc mit großen Augen an und drehte ihren Kopf dann langsam zur Seite. Er hatte Recht! Sie war so sehr in das Gespräch mit Mehdi vertieft gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, dass alle Augen der Belegschaft auf sie gerichtet waren und sich nun schnell ertappt in andere Richtungen bewegten. Gretchens natürlicher Schutzmechanismus setzte sofort und ununterdrückbar ein. Ihre Wangen wurden immer wärmer und waren schließlich von einem tiefen Rot bedeckt...

GH: Oh!
MM (kann eigentlich nicht wirklich darüber lachen, dass er als Autoritätsperson schon wieder Tratschthema Nummer eins in dieser Gossipklitsche ist, aber Gretchens Reaktion verleitet ihn dann doch zum Schmunzeln): Jep! Und dein Vater hat uns auch schon zur Verlobung gratuliert.
GH (fassungslos): Was?
Oh mein Gott! Oh Gott! Oh Gott! Oh Gott! Mama wird ausflippen! Oder ist sie es etwa bereits schon? Oh nein, ich will es gar nicht wissen. Verdammt! Wieso muss Sabines Phantasie auch noch blühender sein als meine eigene?
MM (lacht): Hey! Keine Sorge, er hat das augenzwinkernd gemeint. Nach dem peinlichen penetranten Nachfragen deiner Mutter neulich beim Weihnachtsessen hält er doch die Bälle flach. Er weiß doch, wie es um uns steht, aber eine spitze Bemerkung konnte er sich dann wohl doch nicht verkneifen. Und ich glaube, ich hätte das gleiche getan. Moment, ja, hab ich ja gerade. Hähä!
GH (hält sich immer noch ihre Hand vor den Mund, während sich ihre Gedanken überschlagen): Oh Gott, wenn meine Mutter von den Gerüchten hört, dann...
MM (beruhigt sie, indem er ihr zärtlich über die gerötete Wange streicht): Er redet mit ihr und holt sie von ihrer Wolke, falls sie nicht schon längst abgestürzt ist. Aber trotzdem solltest du dich schleunigst mal bei ihr melden. Franz meinte, sie putzt schon seit gestern ununterbrochen das Haus, weil sie dachte, wir schneien noch vorbei.
GH (rollt mit den Augen u. muss dann doch lächeln): Mama!

MM (wendet sich nun Mehdi zu, der das äußerst interessante Gespräch der beiden mit einem frechen Grinsen auf den Lippen amüsiert verfolgt hat): Und jetzt zu dir? Der Honeymoonquatsch ist doch auf deinen Mist gewachsen, Kaan.
Wenn man bedenkt, dass die Idee von dem „Haus am See“ ursprünglich von mir stammt, könnte man das durchaus behaupten. Aber ich sag mal lieber nichts. Er kuckt schon wieder so angefressen. Wie kann man nur so unentspannt mit so einem schönen Thema umgehen? Ich hätte sofort zugegriffen und sie gefragt. Aber die Chance hat er ja jetzt........verspielt. Idiot!
MK (wäscht seine Hände in Unschuld): Gut, ich gebe zu, ich habe eine Zeit lang dasselbe gedacht und ehrlich gesagt hätte ich mich auch gefreut, wenn es gestimmt hätte, auch wenn die Verwunderung wohl größer gewesen wäre, aber das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, ich würde niemals irgendetwas Persönliches von euch weitererzählen. Das schwör ich bei allem, was mir lieb ist.
... was ja auch ne Menge ist bei seinem Weiberverschleiß.
MM (nickt zufrieden): Gut!
GH (hat auch noch etwas anzumerken): Ich glaube, die Phantasie von Sabine ist da mal wieder mit ihr durchgegangen, aber ich habe das aufgeklärt und ich denke mal, die Aufklärung der Missverständnisse müsste eigentlich so langsam durch sein.
Oder wie lange braucht der neuste Gossip, bis er die Runde gemacht hat?

Diese blöde unfähige Kuh! Na die kann noch was erleben.

MM (murmelt leise): Das hoffe ich.
GH (lächelt Marc an): Wo warst du eigentlich so lange?
MM (grinst sie breit an): Was denn? Schon Sehnsucht gehabt, Haasenzahn?
Wie süß! Äh... das hab ich jetzt nicht gedacht. Meier, komm mal wieder runter von deinem Liebestrip. Du bist der Boss hier, verdammt.
GH (schmachtet ihn verliebt an): Und wie!
Also wenn man ihre Geschichte verfilmen würde, dann würde ich mir sogar die DVD holen. Die beiden sind so putzig zusammen.
MK (kann sich sein Schmunzeln nicht verkneifen): Sie hat die ganze Zeit nur von dir geschwärmt.
GH (blitzt den Verräter an u. wird etwas rot): Mehdi!
MM (lacht die rote Tomate an): Ach? Ich dachte, es ging um die kleine Kröte?
GH (senkt verlegen ihren Blick): Auch ja.

MK (kann sich eine Sache nicht verkneifen u. quatscht ungefragt dazwischen): Glückwunsch übrigens!
Was soll das denn jetzt? Hat der zu viel Süßstoff inhaliert? Ich dachte, die Sache mit den bescheuerten Gerüchten wäre gegessen oder... oder... Sie hat ihm doch nicht etwa von gestern Abend erzählt?
MM (kuckt Mehdi verdutzt an, dann schaut er fragend zu Gretchen): Hä? ... Hast du... hast du ihm etwa...? Boah Haasenzahn!
GH (wird auf ihrem Stuhl immer kleiner): Äh...
Wieso kann sie nie ihre Zuckerschnute halten? Der blöde Idiot denkt sich doch jetzt wieder irgendeinen Scheiß.
MK (zwinkert ihm zu u. verteidigt sie): Keine Sorge, ich meinte, Glückwunsch zu einem gelungenen Überraschungsurlaub. Mehr nicht!
MM (bleibt misstrauisch): Okay!?
Trotzdem der weiß doch was?

GH (hat die Sprache wieder gefunden u. wechselt schnell das Thema): Und wo warst du nun?
MM (erleichtert über den Themenwechsel gibt er breitwillig Auskunft): Bei deinem Vater!
GH (schaut auf die Wanduhr am Eingang der Cafeteria): Bis eben?
MM (ironisch): Er hat mich so sehr vermisst, dass er mich gar nicht wieder gehen lassen wollte.
GH (findet das gar nicht witzig): Marc, im Ernst jetzt!
MM (lacht u. wird aber schnell wieder ernst): Es ging um die Abschlussberichte und dann auch noch die Planungen für nächstes Jahr, in die er mich näher mit einbeziehen möchte, weil ich ja der heißeste Kandidat für seinen Stuhl bin. Ich glaube, das ganze Projekt mit der Klinikerweiterung wächst ihm etwas über den Kopf und er hat mich gebeten, neben dem Tagesgeschäft ein paar mehr Verantwortlichkeiten in dieser Hinsicht zu übernehmen.
GH (staunt, aber kommt schnell ins Grübeln): Aber du hast doch schon mit deinen Studien für deine Abschlussarbeit und der Station so viel zu tun.
MM: Ja und dein Vater mit der Leitung des Krankenhauses, den Vorlesungen, den Jahresendberichten und dem ganzen anderen Bürokratiescheiß. Wenn ich die Chance auf seinen Chefsessel wahren will, muss ich mich mehr reinhängen. Soll ja auch nicht so aussehen, als ob ich die Stelle nur bekomme, weil ich mit der Tochter vom Professor vö... äh... zusammen bin. Und eigentlich bin ich auch froh, dass er mich da mit einbeziehen will. Ich meine, hey, wir werden die modernste chirurgische Abteilung der Stadt, wenn nicht gar des Landes bekommen. Das ist eine riesen Sache. Und es ist doch auch nur für die Planungsendphase, die gerade anläuft. Wenn der Umbau erst mal losgegangen ist, hab ich auch wieder mehr Luft. Und die Habilitation mach ich doch mit links. Zerbrich dir da mal nicht dein süßes Köpfchen deswegen, hmm.
GH (lächelt ihn verliebt an): Ich bin so stolz auf dich.
MM (wiegelt ab): Ich hab doch noch gar nichts weiter gemacht.
MK (sichtlich beeindruckt): Du hängst dich ja richtig rein, Mann. Respekt!
MM (kann es nicht lassen, ihm eins reinzuwürgen): Würde dir vielleicht auch nicht schlecht stehen.
MK: Du ich hab alles erreicht, was ich wollte. Ich bin zufrieden.
MM: Tja, ich hab die Karriereleiter gewählt und du den äh... Eileiter.

Marc prustete laut los vor Lachen. Gretchen konnte dagegen nur mit dem Kopf schütteln wegen seines taktlosen Witzes. Mehdi nahm es einfach nur hin und ließ es unkommentiert stehen und trank lieber den letzten Schluck aus seiner Kaffeetasse. Es stimmte doch. Beruflich hatte er alles erreicht, was man erreichen konnte. Er hatte sich einen Namen gemacht und war der Beste auf seinem Gebiet. Aber darauf musste er nicht rumreiten. Ständiges Profilieren war nun mal nicht seine Art. Das überließ er lieber dem Ehrgeizling Marc Meier.

GH (zischt Marc an, der sich kaum einkriegen kann vor Lachen): Marc!
MM (beruhigt sich langsam wieder u. sucht sich das nächste Opfer): Übrigens wir haben auch über dich gesprochen, Haasenzahn.
GH (schaut ihn irritiert an): Was?
Oh Gott! Er hat doch nicht etwa mit Papa über unseren... Nein, hat er nicht! Marc doch nicht! Oder doch?
MM (nimmt den professionellen Oberarztton an): Es wird auch für dich ein paar gravierende Veränderungen in deiner Ausbildung geben.
Oh Gott! Es geht noch schlimmer, als ich dachte.
GH (schaut ihn ängstlich an): Aber ich... ich mag keine Veränderungen.

Lorelei Offline

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23.07.2011 19:47
#1061 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So dann werde ich mal die spannende Frage aufklären, hmm. Aber erst einmal wünsche ich euch ein wunderschönes entspanntes Wochenende. Und dann bin ich auch schon wieder weg. Hab ja noch ein Date. Image and video hosting by TinyPic Eure Lorelei




MM (kann sich denken, was schon wieder in ihrem kleinen Köpfchen vorgeht u. nimmt ihr den Wind aus den Segeln): Mann, jetzt mach dir doch nicht gleich nen Kopf. Dein Vater hat dich für die Prüfungen im Frühjahr angemeldet und ist der Meinung, dass du vorher noch mal alle wichtigen Abteilungen durchlaufen solltest, jede Woche im Wechsel. Mehr nicht! Also mach jetzt kein großes Drama daraus.
MK (freudig zu Gretchen): Hey! Dann kommst du ja auch noch mal zu mir.
Moment, Freundchen!
MM (grinst ihn breit an): Nein, das tut sie nicht. Sie hat dich schließlich schon mal ne ganze Weile vertreten oder schon vergessen? Und so ein paar Gören auf die Welt holen, kann ja wohl jeder.
MK (fordert ihn heraus): Sagt mir jemand, der bei einer Fahrstuhlgeburt fast nen Herzkasper bekommt.
MM (blitzt ihn an): Eh!
GH (kommt den beiden Kampfhähnen zuvor): Frühjahr schon?
Ach Mann, wieso ist sie denn jetzt schon wieder so unsicher? Sie wusste doch, dass das auf sie zukommen würde.
MM (stellt den Ameisenblick ein u. nimmt Gretchens Hand, über die er zärtlich streichelt, u. muntert sie auf): Hey! Du schaffst das schon. Du hast beim Besten der Besten gelernt. Du wirst top vorbereitet sein.
MK (versucht seiner besten Freundin auch Mut zu machen): Eben! Du bist gut und das weißt du auch.
MM (sieht erst Mehdi, dann Gretchen an): Ich gebe es ungern zu, aber er hat Recht.
GH (schaut Marc unsicher an): Das kommt auf einmal alles so schnell. Ich dachte, ich hätte noch länger Zeit.
MM: Dein Vater und ich übrigens auch sind der Meinung, du bist soweit. Er hat sich dafür eingesetzt, dass du die Prüfung ein Semester eher ablegen kannst. Dein OP-Katalog ist voll. Es gibt nichts, was ich dir noch beibringen könnte.
GH (fühlt sich überrollt u. denkt wehmütig an ihre Anfänge): Aber das stimmt doch gar nicht! In der Medizin muss man ständig dazulernen.
MM (stimmt ihr bei u. holt weiter aus): Außerdem, und das wird der eigentlich Anreiz für dich sein, geht die Ebersbusch im April in Mutterschutz. Ihre Stationsarztstelle wird frei.
GH (macht große Augen): Ach? Denkst du, ich hab Chancen?
Oh Mann!
MM: Sag mal, hast du mir nicht zugehört? Wieso rede ich mir hier eigentlich den Mund fusselig?
GH: Ok, ok, es ist angekommen. Danke für euer Vertrauen.

In wenigen Monaten bin ich eine richtige vollwertige Ärztin! Also das bin ich ja bereits. Ich meine, so richtig, offiziell und mit Verantwortung. Ich werde endlich respektiert werden. Das heißt, kein Anscheißen vom Oberarzt mehr. Kein Anscheißen von Dr. Meier! Kein Marc! Och menno, jetzt rede ich mir das schon schlecht, weil ich mich nicht von meinem Oberarzt abnabeln kann. Aber irgendwie schmerzt es schon, dass er dann nicht mehr neben mir im OP stehen wird.

MM (grinst zufrieden): Super!
MK (freut sich für Gretchen): Das sind doch tolle Neuigkeiten.
GH (noch völlig durcheinander zu Marc): Sonst noch was?
MM (zögert): Äh... na ja...
GH (horcht auf u. wird unruhig): Was Marc?
MM: Dein Vater will dich in nächster Zeit als seine Assistenz im OP dabeihaben. Er will dir wohl noch irgendwie seine alten Weisheiten beibringen oder so.
GH (lächelt, aber ihr Lächeln verschwindet, als sie versteht, was dass für sie bedeuten wird): Das ist schön. Aber arbeiten wir dann gar nicht mehr zusammen?
Na, da vermisst aber jemand seinen Oberarzt! Gut so!
MM (grinst): Doch! Das wäre ja auch noch schöner, wenn ich auf meine beste Assistenz verzichten müsste. Jede zweite Woche und die Wochenenden wirst du mir wie gewohnt treu ergeben sein. ... In allen Belangen.
GH (stupst ihn in die Seite): Blödmann!
MM (gespielt beleidigt motzt er sie an): Eh das untergräbt meine Autorität.
MK (lacht): Welche Autorität denn?
MM (erhebt seinen rechten Zeigefinger u. droht ihm): Pass bloß auf, du... du...
MK (amüsiert sich immer mehr): Jaaa?
MM (da ihm auf halber Strecke die Schlagfertigkeit verloren gegangen ist, versucht er es eben auf andere, sehr wirkungsvolle Weise): Was ist eigentlich mit deinen Zweitfrauen? Gibt’s da News? Ich wollte eigentlich so bald wie möglich die OP reinschieben.
GH (weist ihn wegen seiner Taktlosigkeit zurecht): Marc!
MK (gerät tatsächlich ins Grübeln): Ich... ich weiß nicht. Ähm... Eigentlich wollten sie heute in der Früh in Österreich aufbrechen, aber Maria hat sich noch nicht wieder bei mir gemeldet.
Irgendetwas stimmt da nicht.
MM (zählt eins und eins zusammen u. kann sich einen Kommentar nicht verkneifen): Ach? Verstehe! Muffensausen, hmm? Hast du sie immer noch nicht abserviert, hä?
GH (zischt ihn an): Marc!
MK (beleidigt): Ja, mach dich nur lustig, ich hab’s ja auch nicht anders verdient.
MM: Wow! Du gibst mir Recht, das ist ja mal ganz was...

Ein schriller Schrei aus der Ferne unterbrach jäh Marcs spitze Bemerkung...

SV: FRAU DOKTOR!!! HERR DOKTOR!!!

MM (rollt genervt mit den Augen u. ignoriert den Aufruf seiner hysterischen Stationsschwester): Och nö! Ich wollte mir eigentlich auch noch was zu futtern holen. Was gab’s denn bei euch?
GH (ihre Augen beginnen zu leuchten): Schokoladenkuchen!
MK (sammelt mit dem Finger die letzten Kuchenkrümel ein): Sehr zu empfehlen.
MM (murmelt leise): Was frag ich eigentlich?

SV: FRAU DOKTOR!!! HERR DOKTOR!!!

... ertönte es erneut, aber dieses Mal schon deutlich näher. Marc schaute Mehdi und Gretchen warnend an...

MM: Nicht antworten, vielleicht fühlt sich jemand anderes angesprochen.
SV: FRAU DOKTOR HAASE!
GH (verdreht die Augen): Tja, wäre schön gewesen.
SV: HERR DOKTOR KAAN!

... tönte es noch hinterher und Dr. Meier schaute verdutzt auf...

MM: Dieser Nachsatz ist mir aber neu.

Und schon kam Schwester Sabine um die Ecke gestürmt und lief schnurstracks auf den Tisch der drei Ärzte zu. Völlig außer Atem blieb sie direkt vor dem charmanten Gynäkologen stehen und atmete aus. Die Augen sämtlicher Anwesender der Cafeteria ruhten auf ihr, was ihr in dem Moment auch bewusst wurde. Ein fetter Kloß bildete sich in ihrem Hals und sie lief rot an. Schüchtern senkte sie ihren Blick. Dr. Haase und Dr. Meier warfen sich vielsagende Blicke zu und zuckten mit den Schultern. Aber Dr. Kaan wandte sich freundlich lächelnd an die aufgeregte Krankenschwester, die ihren Kopf langsam anhob, als sie seine sanfte Stimme vernahm...

MK: Schwester Sabine, was gibt es denn?
SV (ohne zu überlegen, platzt es aus ihr heraus): Ihre Frau kommt gleich.
MM (feixt): Das wäre mir aber neu.
GH (zischt ihn tadelnd an): Marc!
SV (fährt sich über ihre erhitzte Wange u. schaut vorsichtig in Dr. Kaans sanftmütige braune Augen): Ich meine, Gordon hat gerade angerufen, dass der RTW aus Österreich gleich da sein wird mit der Frau Kaan und der Mutter von Frau Dr. Hassmann.
MK (sein eben noch strahlendes Lächeln erlischt augenblicklich u. er senkt nachdenklich seinen Blick): Verstehe! Danke... Sabine!
GH (schaut erst Sabine freundlich an, dann ihren Freund): Ich komme gleich mit, Schwester Sabine. Marc?
MM: Ich müsste eigentlich noch mal schnell zu deinem Vater, aber das Spektakel will ich mir nun auch nicht entgehen lassen.

Gretchen warf dem unverschämten Kerl noch einen bösen Blick zu, dann stand sie auf und räumte die beiden Kuchenteller weg. Währenddessen wandte sich Dr. Meier in gewohnter Oberarschmanier an seine allwissende Stationsschwester, die wie bestellt und nicht abgeholt neben ihm stand und ehrfurchtsvoll auf ihre weißen Schlappen starrte...

MM: Sabine, Büro vom Professor, jetzt!
SV (hebt verwundert ihren Kopf): Aber ich...
MM: Mir wird nicht widersprochen! Der Professor hat noch einige Unterlagen für mich. Holen Sie die ab und legen Sie sie auf meinen Schreibtisch.
SV (nickt u. tritt einen Schritt zurück): Verstanden!
MM: Und danach bewegen Sie ihren Hintern sofort zu uns runter in die Notaufnahme.
SV: Jawohl, Herr Doktor!

Schwester Sabine spurtete sich, damit sie ihren Spezialauftrag schnell erledigen konnte. Mehdi saß derweil noch immer wie festgewurzelt auf seinem Stuhl und schaute gedankenverloren zum Fenster. Erst als Gretchen ihm an die Schulter fasste, reagierte er...

GH: Mehdi, kommst du auch?
MK (zögert): Ich... ich komme gleich nach.

Gretchen lächelte ihn aufmunternd an und gab sich mit seiner vagen Antwort zufrieden. Zusammen mit ihrem Oberarzt verließ sie die Cafeteria. Marc war der Einzige, der sich am Ausgang noch einmal nach seinem Freund umdrehte. Er seufzte, weil er sich annähernd vorstellen konnte, was gerade in ihm vorging, ließ ihn aber dann doch allein mit sich und seinen aufgewühlten Gedanken.

Lorelei Offline

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24.07.2011 16:55
#1062 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Kurze Zeit darauf warteten Dr. Meier und Dr. Haase auch schon ungeduldig vor der Notaufnahme auf den angekündigten Rettungswagen mit den „österreichischen Gästen“. Gretchen trat nervös von einem Bein auf das andere und blickte über den schneebedeckten Park Richtung Ausgang des Klinikgeländes, während Marc ruhig neben ihr stand, einmal laut gähnte und sich dann an seiner Nase kratzte...

GH: Wo Mehdi nur bleibt?
MM (sieht sie ernst an): Haasenzahn, kannst du dir nicht denken, dass er ziemlich angepi...

Er wollte gerade eine Erklärung zum wankelmütigen Gemütszustand seines Kumpels ansetzen, da kam ihm aber Schwester Sabine in die Quere, die angeflitzt gekommen war und sich nun genau zwischen ihre beiden Vorgesetzten stellte, die sie deswegen ziemlich verdutzt ansahen und den Redefaden verloren. Doch die pflichtbewusste Krankenschwester war sich ihres Fauxpas gar nicht bewusst und schaute Dr. Meier ehrfurchtsvoll ins Gesicht...

SV: Die Unterlagen vom Professor liegen jetzt auf Ihrem Tisch, Doktor Meier.
MM (mustert sie kurz von oben herab u. brummt dann grummelig): Äh... ja! Hmm!
GH: Du könntest dich ruhig mal bei ihr bedanken, Marc.

... flüsterte die blonde Assistenzärztin ihrem Oberarzt leise zu, zu dem sie herangetreten war. Doch dieser sah sie nur verständnislos an und zog eine Packung Zigaretten aus seiner Jackentasche...

MM: Bitte? Das ist ja wohl verdammt noch mal ihr Job.
GH: Trotzdem!
MM (beugt sich zu ihr heran u. fixiert sie mit seinen stechenden Augen): Haasenzahn, wie ich meine Angestellten zu führen habe, das überlasse mal lieber jemanden, der sich damit auskennt, ja.
GH (verschränkt trotzig ihre Arme u. zickt zurück): Das sagt gerade der Richtige. Deshalb wirst du ja auch immer wieder für dein besonderes Feingefühl zum Lieblingsmitarbeiter des Monats gewählt, hmm? Ich glaube, du solltest dazu auch noch mal einen Lehrgang belegen.
MM (ihre Kritik an seinem Führungsstil schmettert er lässig ab): Hey, hey, jetzt vertausch hier mal nicht die Positionen, Haasenzahn! Noch hab ich hier das Sagen. Klar?
GH (rollt mit den Augen u. gibt entnervt auf): Ja, Herr Doktor.

Ich hab’s doch nur gut gemeint. Sabine ackert hier wie eine Verrückte und bekommt nicht mal ein Lob zurück. Das wird sich ändern, wenn ich hier erst einmal das Sagen habe. Also irgendwann dann. Dann weht hier nämlich ein ganz anderer Wind, Herr Doktor Oberschlau.

MM (blitzt seine widerspenstige Freundin an, überlegt kurz u. gibt der Querulantin einen spontanen Kuss auf den Mund, dann lässt er den plötzlich wieder handzahmen und schmachtenden Engel stehen): Ich geh rüber eine rauchen. Bis die hier ankommen, dauert es ja anscheinend noch. Und du, komm mal wieder runter von deinem Erfolgstrip, hmm. Noch hast du deinen Facharzt nicht in der Tasche.

Gretchen sah dem unverbesserlichen erfolgsverwöhnten Machomann Kopf schüttelnd hinterher, wie er sich Richtung Raucherecke bewegte und sich dabei schon lässig eine Zigarette anzündete. Doch plötzlich meldete sich neben ihr ein dünnes Stimmchen, das ihre Aufmerksamkeit suchte und sie wie eine Heilige ansah....

SV: Danke, Frau Doktor, aber Sie müssen mich nicht verteidigen. Ich hab mich an seine Art gewöhnt. Außerdem mache ich zur Entspannung immer Yoga.
GH: Trotzdem. Mir geht es ums Prinzip. Er könnte doch auch einmal nur nett sein, so wie die letzten Tage, da hat er... ääähhh... (Sabine schaut sie neugierig an, Gretchen lenkt schnell ab und redet weiter) ... Aber er lässt nun mal viel zu gerne den Chef raushängen. Ich glaube, das werde ich ihm nie abgewöhnen können. Obwohl es ihm in seinem Karrierestreben wirklich gut tun würde, mal etwas netter mit den Kollegen umzugehen. Das gehört schließlich auch zur Mitarbeiterführung. Positives Arbeitsklima, freundliches und respektables Miteinander und... na du weißt schon.
SV (hört ihr gebannt zu u. schwärmt): Sie... du würdest eine hervorragende Chefin abgeben, Gretchen.
GH (fühlt sich geschmeichelt): Findest du?
SV (himmelt sie an): Ja! Wenn du da bist, weht hier immer ein anderer Wind. Dann klingen selbst seine Gemeinheiten nicht mehr ganz so gemein.
Och das hat sie aber lieb gesagt.
GH (lächelt u. schaut kurz zu Marc rüber, dann Richtung Einfahrt): Danke! Was hat Gordon eigentlich gesagt, wann sie genau hier sein werden?
SV: Zwischen zehn und zwanzig Minuten.
GH (schaut auf ihre Uhr): Hmm... die sind schon rum.
SV: Wenn er sagt, er kommt, dann kommt er auch.
GH: Na ja, ein bisschen frische Luft tut uns ja allen gut.
SV: Ja.

Da ihr allmählich kalt wurde, lief Gretchen nun mit tief in ihren Manteltaschen vergrabenen Händen vor den Türen der Notaufnahme auf und ab. Dabei fiel ihr Sabines verträumtes Gesicht ins Auge, die mit einem Mal ganz weit weg zu sein schien, was wahrscheinlich auch daran gelegen haben könnte, dass Dr. Gummersbach, der gerade durch den Hintereingang spaziert gekommen war, ihr fröhlich lächelnd mit dem Star-Trek-Gruß zugewunken hatte....

GH: Und bei dir? Was gibt es bei dir so neues? Hattest du noch ein schönes Weihnachtsfest? Wir haben ja noch gar nicht weiter geredet. Du warst bei Günni, nicht?
SV (aus ihren verträumten Gedanken gerissen, strahlt sie Gretchen an): Ja, das war ein sehr ruhiges und besinnliches Fest. Wir haben zusammen gekocht, gesungen und musiziert. Ich habe Flöte gespielt und er Triangel. Und ich habe seine Eltern kennen gelernt.
GH: Ach ja, du hattest mir davon erzählt. Und? War’s schlimm?
SV (schüttelt den Kopf u. wird etwas rot): Nein, sie sind sehr nett. Fast genauso sehr wie Günni.
GH (schmunzelt): Na, das ist ja auch verständlich. Sie sind schließlich seine Familie.
SV (hibbelig): Ja! Wir werden nächstes Wochenende zu ihnen fahren. Ich bin schon ganz gespannt, wie Günni aufgewachsen ist. Sein Vater ist nämlich Pfarrer in einer kleinen evangelischen Gemeinde am Stadtrand und wir gehen zu seiner Predigt am Sonntag.
GH (verdreht ihre Augen): Na, das klingt doch... schön.
SV (ihre Augen leuchten geheimnisvoll auf): Ja! Kann ich dir ein Geheimnis verraten, Gretchen?
GH (leicht beunruhigt): Ähm... klar.
SV (beißt sich auf ihre Lippen u. verrät es schließlich): Also eigentlich ist es nicht wirklich ein Geheimnis. Ich... ich bin gestern bei ihm eingezogen.
GH (bleibt stehen u. schaut sie erstaunt an): Nein!
SV (lächelt): Doch!
GH (macht sich so ihre eigenen Gedanken): Das ging aber fix mit euch.
Seit ihrem ersten Treffen beim Speeddating ist doch noch gar nicht so lange her und vor dem Ärzteball neulich war sie doch noch ganz unsicher gewesen.
SV: Ich weiß, aber warum warten, wenn man weiß, man hat den einzig Wahren gefunden und will den Rest seines Lebens mit ihm verbringen.
GH: Verstehe!

Gretchens Gedanken schweiften unwillkürlich ab und ihr Blick suchte unweigerlich nach Marc, der lässig an einem Geländer lehnte und genüsslich den Rauch seiner Zigarette inhalierte und dann in die kalte Luft hinauspustete. Sie starrte ihn eine ganze Weile an. Das fiel schließlich auch dem Objekt ihrer Begierde auf, der sie verwundert ankuckte, dann den Zigarettenstummel ausdrückte und wieder grinsend zu ihr rüber ging. In dem Moment kam auch schon der RTW um die Ecke gebogen und hielt direkt vor Sabines und Gretchens Füßen, die automatisch zwei Schritte zurücktraten. Marc stellte sich neben Gretchen und starrte erwartungsvoll auf die noch geschlossenen Türen des Krankenwagens...

MM: Alles ok mit dir?
GH (leicht durch den Wind): Ja, was soll sein?
MM (dreht den Kopf zu ihr u. kuckt sie mit hochgezogener Augenbraue an): Ich weiß nicht. Du hast so komisch gekuckt.
GH (fühlt sich ertappt u. wiegelt schnell nervös ab): Ich? Äh... Es... ist... nichts. Ich frag mich nur, wo... wo Mehdi bleibt.
SV: Soll ich ihn holen gehen, Frau Doktor?
MM (kommt Gretchen zuvor, die gerade antworten will): Nee, lassen Sie mal. Er wird schon seine Gründe haben.

Ich würde mir das Luder auch erst unter vier Augen vorknöpfen. Wobei ich befürchte, dass er selbst dafür zu wenig Eier in der Hose hat. Na ja, dann nehme ich sie eben erst einmal selbst unter die Lupe und mache ihr Beine.

Gretchen schaute Marc erstaunt an, der sie eindringlich mit seinen Blicken durchbohrte, und dann verstand sie endlich. Ganz automatisch wanderten ihre Augen die Fassade des Krankenhauses hoch und blieben schließlich an Mehdis Bürofenster hängen.


Und dort stand er tatsächlich und blickte gedankenverloren auf den Notarztwagen, der gerade vorgefahren war. Der Halbperser bemerkte gar nicht, wie sich hinter ihm die Zimmertür öffnete, Schwester Gabi eintrat und einige Papiere auf seinen Schreibtisch legte. Als sie überrascht erkannte, dass ihr Liebster am Fenster stand und abwesend hinausschaute, ging sie langsam auf ihn zu und sprach ihn an...

GK: Du bist hier?

Doch Mehdi reagierte nicht.

GK: Ich dachte, du bist unten. Ich hab von Sabine gehört, der RTW soll bald da sein.

Als er immer noch nicht auf sie reagierte, legte Gabi vorsichtig ihre Hand auf seine Schulter...

GK: Mehdi? Hey!

Mehdi zuckte erschrocken zusammen, als hätte man ihn gerade aus einem tiefen Traum zurückgeholt, und drehte seinen Kopf leicht zur Seite. Der traurige Ausdruck in seinen Augen ging ihr in Mark und Bein. Spontan nahm seine Freundin ihn in den Arm. Mehdi nahm Gabis Umarmung dankbar an und drückte sie, nach Halt suchend, ganz fest an sein Herz. Nach einem kurzen Moment der Stille hob er ihren Kopf leicht an, indem er ihr einen Finger unter ihr Kinn hielt, und schaute der fragenden Frau direkt ins Gesicht und flüsterte leise...

MK: Ich kann nicht.

Sein Blick wanderte wieder zum Fenster. Gabi folgte seinem Blick, löste die Umarmung und trat näher heran. Als sie den Krankenwagen erkannte, aus dem Gordon Tolkin und Maria Hassmann gerade ausstiegen, verstand sie, was er meinte. Verständnisvoll legte sie ihre Arme wieder um Mehdis Taille und tätschelte ihm liebevoll über den Rücken, während er seinen Kopf auf ihrer Schulter bettelte und erneut leise etwas murmelte...

MK: Ich kann nicht zu ihr. Es geht einfach nicht.

Lorelei Offline

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25.07.2011 17:18
#1063 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo Mädels, ich wünsche euch einen wunderbaren Start in die neue Woche. Heute präsentiere ich euch eine Familienzusammenführung der besonderen Art , bevor es dann wirklich so langsam ans Eingemachte geht. Vielleicht wird das alles ja auch gar nicht so schlimm. Oder doch? Mal sehen! Erst einmal viel Spaß mit dem nächsten Teil. Eure Lorelei




Derweil vor der Notaufnahme

Als Maria Hassmann gerade ihren Fuß aus der Beifahrertür des Krankenwagens streckte, kam Gretchen Haase auch schon lächelnd auf sie zugelaufen und begrüßte sie freudig und reichte ihr ihre Hand, was diese mit einem muffeligen Grummeln kommentierte. Sie ließ ihre junge Kollegin wortlos stehen und öffnete die Seitentür des Rettungswagens und trat hinein. Eine ältere Frau Anfang oder Mitte sechzig, die gewisse Ähnlichkeiten mit der hübschen Neurologin aufzuweisen hatte und einen dicken Gipsverband um ihr ausgestrecktes und mit Nägeln fixiertes rechtes Bein trug, kam zum Vorschein. Sie stöhnte leise, als Maria und Gordon ihre Gurte lockerten, und musterte die blonde Frau in dem weißen Kittel unter ihrem dunkellila Mantel argwöhnisch. Dr. Haase waren ihre strengen Blicke unangenehm und so trat sie zur Seite, als Dr. Hassmann wieder ausstieg. Die Oberärztin drehte ihren Kopf zur Seite und rief Sabine zu sich...

Maria: Schwester Sabine, herkommen! Helfen Sie mir bitte mal!

Die Krankenschwester tat, wie ihr befohlen wurde, und flitzte zum Wagen. Mit Hilfe von Gordon und Gretchen half sie, den sperrigen Rollstuhl mit der darauf fixierten Mutter von Dr. Hassmann aus dem Wagen zu hieven. Diese meckerte natürlich auch sofort lauthals los wegen der unangenehmen Ruckelei...

Hannelore: Könnt ihr nicht vorsichtig sein. Mein Bein.
Gretchen (fühlt sich gleich angegriffen u. entschuldigt sich): Tut mir leid, Frau Hassmann.
Ok, jetzt weiß ich, woher Maria ihr freundliches und entspanntes Gemüt hat.
Maria (zickt zurück): Mutter, wir tun, was wir können.

Schließlich setzten sie sie auf dem Berliner Boden ab. Hannelore Hassmann atmete erleichtert aus, Gretchen und Sabine durch und Maria wandte sich gleich wieder um, um von Gordon die Tasche ihrer Mutter in Empfang zu nehmen. Marc Meier, der sich hilfsbereit wie er war, nicht vom Fleck gerührt hatte, stand derweil mit verschränkten Armen amüsiert daneben und kommentierte das Ganze...

Marc (spöttisch zu Maria, die ihm daraufhin Giftpfeile zuschießt): Ach? Das ist deine Mutter? Jetzt weiß ich, woher du deine äh...ja äh... Dings hier ... dein bezauberndes Wesen und deine Schönheit her hast.
Gretchen (zischt Marc von der Seite an, aber der hört nicht auf zu grinsen): Marc!
Hannelore (mustert den jungen attraktiven Mann mit der vorlauten Klappe mit kriminalistischer Manier u. schaut dann fragend zu ihrer Tochter): Ist er das?
Maria (bringt sie zum Schweigen): Mutter!

Sarah: Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarciiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!!!!

... ertönte es plötzlich laut und Tinnitus auslösend, bevor Maria noch irgendetwas erklären konnte, und schon rannte das kleine Mädchen, das gerade mit Hilfe von Gordon aus der Beifahrertür geklettert war, auf ihren großen brünetten Helden zu, der gar nicht so schnell reagieren konnten und die Kleine schon an seinem weißen Hosenbein kleben hatte.

Marc: Sarah!

... stöhnte er nur und versuchte sie abzuschütteln. Erfolglos! Sarah kuckte Dr. Meier mit großen braunen herzzerreißenden Kulleraugen fröhlich an und streckte ihre Arme in die Höhe. Er verdrehte nur genervt die Augen und ergab sich seinem drohenden Schicksal. Er hob sie hoch und sie schmiegte sich glücklich an ihn. Gretchen schmunzelte über die süße Begrüßung der beiden und strich der Sechsjährigen über ihr Haar. Sie drehte ihren Kopf zur Seite und grinste sie an. Ihre Oma beobachtete die rührende Begrüßung ihrer Enkelin mit dem ihr fremden Mannes mit argwöhnischem Auge. Sie wandte sich zur Aufklärung der Fakten an ihre Tochter, die innerlich schon brodelte, weil sie ahnte, was als nächstes folgen würde...

Hannelore: Ist er das jetzt?
Maria: Mutter! Nein! Und jetzt hör auf, mich mit jedem männlichen Wesen jenseits der Dreißig in Verbindung bringen zu wollen und mit DEM schon mal gar nicht.
Hannelore (verdreht theatralisch ihre Augen wegen der Abwehrhaltung von Maria): Ich meine ja nur. Er und Sarah scheinen sehr vertraut miteinander.
Maria: Frag mich nicht warum. Ich weiß es nicht. Das ist jedenfalls nur Dr. Meier, ein unbedeutender untalentierter und unterforderter Kollege aus der Chirurgie.
Marc (blitzt sie an): Eh! Ich hab das gehört.
Blöde Ziege! Unterfordert und untervögelt ist hier ja wohl ganz wer anders.
Hannelore (ist jetzt erst recht misstrauisch und schaut auf ihr eingegipstes Bein, das ihr unerträgliche Schmerzen bereitet): Du hast doch gesagt, hier arbeiten nur Spezialisten. Maria, wenn das nicht so ist, dann hätten wir auch gleich in Wien bleiben können. Dieser Österreicher mit dem ausländischen Einschlag wirkte doch sehr kompetent.
Marc (kann sich sein Lachen nicht verkneifen): Ha! Da kann ja auch jeder dilettantische Quacksalber noch seinen Abschluss machen.
Hannelore (sieht Maria eindringlich an): Was soll das denn heißen?
Marc (kommt seiner werten Kollegin zuvor): Dass der Knechtelsdorfer, der sich Ihnen als Arzt vorgestellt hat, bei uns rausgeflogen ist.
Gretchen: Marc!
Sarah (stupst Marcs Nase an, der daraufhin böse kuckt, was sie erst recht zum Lachen bringt): Das ist aber ein lustiger Name.
Hannelore (vorwurfsvoll zu Maria): Das hast du mir aber nicht erzählt. Maria, wenn der einen Kunstfehler gemacht hat, dann...
Boah! Wieso habe ich sie da nicht zurückgelassen? Ich hatte die Gelegenheit.
Maria (hat genug von dem leidigen Theater und schiebt ihren Rollstuhl ein Stück nach vorn): Mutter, jetzt lass die kriminalistischen Ermittlungen sein. Ich hab dich operiert, er assistiert. Ich habe hier noch eine andere Patientin, um die ich mich kümmern muss. Sabine, bringen Sie meine Mutter bitte auf ihr Zimmer.
Sarah (will den Rollstuhl übernehmen): Jawohl, Frau Doktor Hassmann.
Hannelore (legt energisch ihr Veto ein): Maria, ich bin Privatpatientin. Ich will, dass du mich hinein begleitest.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!!! Wieso Gott strafst du mich so? Ist das die Strafe dafür, dass ich hunderten Patienten vor einem sicher geglaubten qualvollen Dahinsiechen gerettet habe und dadurch deinen göttlichen Plan durchkreuzt habe? Oder weil ich den Mann meiner Patientin begehre? Oder weil ich ihm mit dem Mann einer anderen Frau untreu war? Oder...? Ach, ist doch alles beschissen. Und Mehdi ist auch nicht hier, aber ich hätte es mir denken können. Die ganze Sache nimmt ihn viel zu sehr mit und anstatt dass ich für ihn da bin, muss ich mich um meine hypochondrische Mutter kümmern. Danke Gott, für dieses unglaublich tolle Leben!

Dr. Hassmann stand kurz davor zu platzen, aber ergab sich nach einem kurzen Moment des Durchatmens still leidend ihrem Schicksal, bevor ihre Mutter noch mehr Aufsehen erregte. Die ganze Szene war ihr schon peinlich genug und sie hörte schon Meiers spöttische Witze im Rücken, mit denen er sie in den nächsten Tagen quälen würde. Aber dafür würde ihre Mutter ihn jetzt quälen und das zeichnete ihr sogar wieder ein kleines gehässiges Lächeln auf die Lippen...

Maria (winkt Sabine zu sich): Sabine, ich mache das doch selbst.
Sabine (überlässt ihr den Rollstuhl u. lächelt deren Frau Mutter freundlich an): Jawohl, Frau Doktor. Wir haben für Ihre Mutter Zimmer 301 vorgesehen. Einzelzimmer mit Blick auf den Park.
Hannelore (kann doch nett sein u. nickt der freundlichen Krankenschwester zu): Na das klingt doch schon mal positiv.
Maria (zu Sabine): Danke!

Als Maria mit dem Rollstuhl an ihm vorbeifahren wollte, stellte sich Dr. Meier ihr in den Weg. Er setzte die zappelnde Sarah ab, die sich nun an seinem Kittel festkrallte und mit Gretchen Grimassenziehen spielte, und schaute seine Kollegin verwundet an...

Marc: Du verlegst sie zu uns?
Maria (sein blödes Gesicht ist ihr Genugtuung genug u. sie beugt sich leise flüsternd zu ihm rüber): Ja, was soll sie denn auf der Neurologie. Sie hat nichts am Kopf, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick so ausschaut.
Marc (mustert ihre Mutter, die ihre Enkelin u. die blonde Ärztin beobachtet): Ach? Verstehe!
Hexenalarm! Mir bleibt auch nichts erspart.

Sarah zubbelte derweil ungeduldig an Marcs Kittel und plapperte einfach munter dazwischen, weil sie auch etwas zu sagen hatte und nicht immer nur die Erwachsenen reden lassen wollte...

Sarah (schaut mit großen Augen zu Marc hoch): Ich bin Krankenwagen gefahren.
Marc (nimmt sie schmunzelnd auf den Arm): Ach nee, und ich dachte, das ist ein Feuerwehrauto.
Sarah (kichert): Nein, du Dummie.
Marc (gespielt empört stemmt er seine Hände in die Hüfte): Wie hast du mich gerade genannt?

Hannelore Hassmann beobachtete die Neckereien der beiden ganz genau und drehte ihren Kopf zur Seite, um ihre Tochter erneut darauf anzusprechen...

Hannelore: Der wäre doch was für dich. Den musst du dir warm halten, Maria, Schatz.
Maria (läuft rot an): Mutter, zum hundertmillionsten Mal. Er ist es NICHT! Selbst wenn er der letzte Mann auf Erden wäre, nicht.
Hannelore (wird misstrauisch u. äußert einen vagen Verdacht): Oder triffst du dich immer noch mit Cedric und diesen anderen Arzt, den gibt es gar nicht?
Das glaube ich jetzt nicht!
Maria (zischt sie sauer an, wobei sie sich umschaut, dass auch kein anderer zuhört): Ich treffe mich sicherlich nicht mit Cedric. Er hat eine Familie.
Hannelore (bohrt weiter nach): Stört dich das?
Maria (funkelt sie an): Er ist mir egal, verdammt noch mal. Genauso egal, wie mir Marc Meier ist. Außerdem gehört der zu Gretchen.
Hannelore (schaut zur Seite): Das ist die Blonde, nicht?
Maria: Ja, und jetzt lass endlich gut sein.

Sarah tänzelte derweil breit grinsend um Marcs Beine herum, was ihn fast rasend machte...

Sarah: Marci, Dummie!
Marc (hebt drohend seinen Zeigefinger): Eh!
Gretchen (grinst Marc an): Oh ein neuer Spitzname für dich. Den werde ich mir merken.
Marc (zeigt jetzt mit dem Zeigefinger auf seine Freundin, die sich schützend hinter Sarah stellt u. ihre Hände auf deren Schulter legt): Untersteh dich!
Sarah (gerät ins Schwärmen): Du, Marc? Krankenwagenfahren ist so toll. Wenn ich groß bin, will ich Krankenwagenfahrerin werden.
Marc (muss sich stark zusammenreißen, um nicht laut loszulachen): Na, da wird sich die Mama aber freuen.

Marc zwinkerte Maria frech zu, die ihre rechte Hand an ihre Hüfte stemmte, ihren bösen Blick aufsetzte und ihn mit Giftpfeilen bewarf. Nun gesellte sich auch Gordon zu ihnen und übergab mit einem strahlenden Zahnpastalächeln Dr. Haase die Krankenmappen der beiden Patientinnen und strich Sarah über den Kopf, dann öffnete er die Heckklappe des RTW und stieg ein...

Gordon: Na, dann werden wir wohl bald Kollegen werden, hmm.
Sarah (strahlt den blonden Sanitäter fröhlich an): Au ja!
Maria (hat genug von den Albernheiten): Sicher nicht! ... Sarah, kommst du bitte!
Sarah (folgt ihr aufs Wort u. winkt Gordon zum Abschied): Ja, Mami. Und wo ist Opi?
Maria: Ja, wo ist der eigentlich? Er wollte doch im Auto vorfahren.

Maria schaute sich fragend um. Sabine wusste die passende Antwort...

Sabine: Der wartet seit einer Stunde im Wartezimmer.
Maria (sichtlich erleichtert): Oh! Danke!
Hannelore: Er hätte sich wenigstens melden können, dass er gut angekommen ist. Ich hab mir Sorgen gemacht.
Maria (rollt mit den Augen): Du kannst ihn ja gleich anklagen, Mutter.

Maria schob ihre Mutter nun über die Rampe ins Gebäude. Sarah trottete langsam hinterher, drehte sich noch einmal um und winkte Gretchen und Marc lächelnd zu. Dieser konnte sich sein schadenfrohes Grinsen immer noch nicht verkneifen und schaute seine Freundin an, die den drei Hassmann-Frauen ebenfalls hinterher blickte...

Marc: Eindeutig dieselben Gene.
Gretchen (zieht ihn grinsend auf): Na, das wird doch sicherlich ein Spaß, die drei auf deiner Station, hmm?
Marc (bleibt das Lachen im Hals stecken): Oh Gott! Ein Albtraum! Und da kommt schon der nächste.

Lorelei Offline

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26.07.2011 17:35
#1064 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So Mädels, dann wollen wir mal, hmm. Hier habt ihr die Gesuchte. Liebe Grüße, Lorelei




Gretchen drehte sich verwundert um und auch ihr Lachen erlosch von einem Moment auf den anderen. Es wich tiefer Enttäuschung und Mitgefühl für Mehdi, der sich immer noch nicht hier hatte blicken lassen und sich offenbar dieser schicksalhaften Begegnung mit der Vergangenheit entziehen wollte. Und irgendwie konnte sie ihn auch verstehen. Sie hätte auch nicht gewusst, wie sie damit umgehen sollte, wenn sie in seiner Situation gewesen wäre, aber eins wusste sie, dass sie für ihn und Lilly da sein würde, egal was kommen würde. Stumm beobachtete die besorgte Assistenzärztin, wie Gordon gerade die Bahre aus dem Krankenwagen zog, auf der eine junge vital wirkende Frau lag, die auf den ersten Blick keine Verletzungen aufzuweisen schien, wenn man ihre Krankengeschichte nicht gekannt hätte.

Auch Marcs spöttisches Grinsen verschwand endgültig aus seinem Gesicht, als Anna Kaan ganz in sein Blickfeld rückte und er wieder die tiefe Wut in seinem Bauch spürte, die die Erinnerungen an ihre unverzeihliche Tat und Mehdis Leiden in den vergangenen Monaten bei ihm auslösten. Verschämt drehte die Patientin ihren Kopf zur Seite, als sie ihn und seinen unverwechselbaren Ameisenblick erkannte, der einzig und allein ihr galt und dem, was sie aus Verzweifelung und einer Kurzschlussreaktion heraus getan hatte. Sie spürte, dass es ein Fehler gewesen war, auf Dr. Hassmann zu hören und gerade in diese, „seine“, Klinik zu wechseln. Aber hätte sie denn ewig davon laufen sollen, was, nachdem ihre Beine ihr nicht mehr gehorchen wollten, eh ein Ding der Unmöglichkeit geworden war? Außerdem war es doch schon längst keine Flucht mehr vor ihrer zwielichtigen Vergangenheit, sondern vielmehr ein ängstliches Ducken und Verstecken vor den Konsequenzen, die ihr unüberlegtes Handeln mit sich bringen würde. Es war vorbei! Endgültig! Sie würde den hohen Preis zahlen müssen, resignierte sie. Die Frau von Dr. Kaan wusste, das hier würde ein Spießrutenlauf für sie werden und so fühlte sie sich immer mehr unwohl in ihrer Haut, als sie zum ersten Mal seit Monaten wieder Berliner Luft schnupperte.

Dr. Haase trat nun mit der nötigen professionellen Distanz an die Trage heran und lächelte Anna Kaan aufmunternd an, wie sie es bei jedem ihrer Patienten immer tat, egal, weswegen sie hier waren oder was sie Schlimmes verbrochen hatten....

GH: Hallo Frau Kaan.
AK (leise murmelnd): Hallo Frau...?
GH: Haase. Dr. Gretchen Haase.

Jetzt hatte auch Anna die blonde Ärztin wieder erkannt und schämte sich gleich noch mehr. Das war die Frau, die Mehdi geliebt hat, als sie noch im Koma lag, und die er immer noch liebte, als sie selbst ihre zweite Chance bei ihm endgültig verspielte, dachte sie aufgewühlt und drehte ihren Kopf verschämt zur anderen Seite, was sie sogleich bereuen sollte. Denn sie schaute nun direkt in das markante Gesicht von Mehdis bestem Freund, Marc Meier, der es sich natürlich auch nicht nehmen lassen wollte, sie auf seine ganz spezielle Weise zu begrüßen...

MM: Hallo Anna! Na, kleine Spritztour gemacht?

Er zwinkerte ihr zu und lächelte selbstgefällig. Sie konnte gar nicht anders, als beleidigt zurückzuschießen, was auch Gretchen sehr überraschte, die Mehdis Frau als sehr besonnene und freundliche Person kennen gelernt hatte, bevor sie ihre gemeinsame Tochter quasi entführt hatte...

AK: Ach leck mich, Marc.
MM (sein Blick huscht abfällig über ihren auf einer Krankentrage fixierten Körper): Das wäre nicht mein erster Gedanke, wenn ich dich sehe.
GH (weist ihn zurecht): Marc!
MM (kuckt Gretchen unschuldig an): Wieso? So rede ich doch mit allen meinen.... guten Freunden.

Er blickte wieder runter zu Anna, die ihn keines Blickes mehr würdigte und ihren Kopf hin und her drehte, so als ob sie jemand suchen würde. Und so stellte sie schließlich die Frage, die unbeantwortet im Raum stand und auch Marcs anfänglich spöttische Kommentare im Keim erstickte...

AK: Ist... ist Mehdi nicht hier?

Anna sah in betretene Mienen und verstand sofort. Aber was hatte sie denn erwartet? Dass er sie mit offenen Armen empfangen würde und alles wieder gut wäre? Nein! Sie hatte mit ihrer überstürzten Reaktion und den ganzen Lügen über all die Jahre hinweg alles, aber wirklich alles kaputt gemacht, was sie jemals verbunden hatte. Sie konnte verstehen, dass er niemals wieder ein Wort mit ihr wechseln wollte. Sie hatte es nicht anders verdient. Sie hatte ihm das Herz gebrochen und das Liebste genommen, was er hatte. Traurig wich sie den betroffenen Blicken der beiden Ärzte und des Sanitäters aus, der sich gerade von seinen beiden Kollegen verabschiedete und mit dem RTW davonfuhr. Automatisch suchte ihr Blick die Fassade des altehrwürdigen Krankenhausgebäudes ab. Da war es! Sein Büro! Und dort war... er! Sie hielt den Atem an und spürte ihr Herz klopfen. Ihr war schlecht. Das schlechte Gewissen zerfraß sie fast. Anna sah nur einen Schatten am Fenster, aber sie ahnte, dass es ihr geliebter Ehemann war. Der einzigste Mann, den sie je geliebt hatte, aber dessen Vertrauen sie in den Grundfesten zerstört hatte. Er würde ihr niemals verzeihen!


Mehdi trat erschrocken vom Fenster weg, als er bemerkte, dass die Frau auf der Bahre in seine Richtung blickte. Ruhelos lief er nun in seinem Büro auf und ab und fuhr mit seiner Hand immer wieder über sein schmerzendes Herz. Gabi, die mittlerweile am Schreibtisch lehnte und ihren niedergeschlagenen Freund nicht aus den Augen ließ, sah ihm verwundert dabei zu.....

GK: Was ist?
MK (bleibt stehen u. sieht sie direkt an): Denkst du, ich bin feige, weil ich nicht mit da unten stehe?
Ach Schatz, so was darfst du noch nicht mal denken. Wenn hier jemand feige ist, dann sie. Anstatt sich ihren Problemen zu stellen, läuft sie davon und stürzt dich und Lilly ins Unglück.
GK (springt auf, geht auf ihn zu u. nimmt seine Hand, die sie liebevoll drückt, während sie ihm tief in die Augen schaut): Quatsch! Nein! Wenn du noch nicht soweit bist, dann ist das völlig ok. Sie wird verstehen, dass du sie nicht mit offenen Armen empfangen kannst. Und ehrlich gesagt, hat sie es auch nicht anders verdient. Von Gretchen und ganz besonders von Marc wird sie schon ihr Fett weg kriegen.
MK (schaut seine Freundin aufgewühlt an): Weißt du, das Schlimme ist, ich fühle nichts. Weder Hass und Wut für das, was sie uns angetan hat, noch Mitleid oder Anteilnahme wegen ihrer Lähmung. Da ist nichts. Nur eine tiefe Leere. Sie ist wie eine Fremde für mich.
GK (nimmt ihn in den Arm): Ach Mehdi, komm mal her.

Auch wenn Gabi nicht wirklich wusste, wie sie mit all dem umgehen sollte, so versuchte sie dennoch, irgendwie für ihn da zu sein. Sie drückte Mehdi an ihr Herz und spendete ihm Trost, den er auch dankbar annahm und sich wie an eine Rettungsboje klammernd an ihr festhielt.

GK: Keiner verlangt von dir, dass du jetzt bei ihr bist und Verständnis für ihre Lage aufbringst. Das ist erst einmal der Job der Ärzte. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.
MK (schaut in ihren Augen hin u. her u. fühlt sich merklich erleichtert): Danke! Ich wüsste gar nicht, was ich ohne dich machen würde.
GK (fühlt sich geschmeichelt, streichelt ihm liebevoll über die Wange u. versucht ihn aufzumuntern): Traurig am Fenster stehen und grübeln?
MK: Ist sie noch dort?

Gabi seufzte und ließ ihren Schatz los, um zum Fenster zu gehen und hinauszuschauen...

GK: Gretchen und Sabine schieben sie gerade rein.

Mehdi haderte immer noch mit sich, was er als nächstes tun sollte. Doch diese Entscheidung wurde ihm abgenommen, als es plötzlich an seiner Bürotür klopfte und ohne abzuwarten eben diese aufgerissen wurde. Die rothaarige Assistenzärztin kam aufgeregt auf ihre beiden Kollegen zugestürmt und plapperte auch schon drauflos...

K: Herr Doktor Kaan, haben Sie Ihren Pieper nicht eingeschaltet? Ich versuche, Sie schon die ganze Zeit zu erreichen.
MK (greift verdutzt in seine Kitteltasche u. zieht seinen Pieper heraus, der tatsächlich ausgeschaltet ist): Oh!
GK (versucht Kate abzuwimmeln u. aus dem Büro zu schieben): Kate, das ist gerade ganz schlecht.
K (sieht sich misstrauisch im Zimmer um u. bleibt aber ernst, denn sie dürfen jetzt keine Zeit verlieren): Ich störe ja eure verdiente Zweisamkeit nur sehr ungern, aber es gibt Komplikationen bei Frau Lorenz. Da ist so viel Blut und ich weiß nicht, was ich...
MK (aus seinen Gedanken gerissen handelt er sofort routiniert u. konzentriert): Ich komme.

Ohne zu zögern, ging der Oberarzt mit seiner Assistenz mit. Arbeit war genau die richtige Ablenkung für ihn jetzt, dachte er, und er hätte damit zumindest eine plausible Erklärung dafür, warum er bei der Ankunft seiner Frau nicht dabei sein konnte. Gabi folgte den beiden seufzend und mit einem mulmigen Gefühl im Bauch.


Währenddessen hatten Dr. Meier und Dr. Haase ihre neue nicht unbekannte Patientin auf ihr Zimmer gebracht und kurz die Abläufe der nächsten Tage besprochen. Da am nächsten Tag der Jahreswechsel sein würde und sie aufgrund der Sylvesterfeierlichkeiten in der Hauptstadt und dem damit verbundenen alljährlichen Massenansturm auf die Notaufnahme genug anderes zu tun haben würden, würden die näheren Untersuchungen und dementsprechend auch die OP erst im neuen Jahr stattfinden. Anna hatte das still hingenommen. Sie hatte den beiden Ärzten nicht wirklich zugehört. Viel zu sehr beschäftigte sie der Gedanke, wieso Mehdi nicht für sie da gewesen war und wie sie ihm überhaupt je wieder begegnen sollte. Wie sollte das nur funktionieren, wenn er nichts mehr mit ihr zutun haben wollte? Sie brauchte ihn und Lilly doch jetzt mehr denn je, aber sie hatte kein Recht, das einzufordern. Sie hatte sich das alles selbst eingebrockt und würde mit den Konsequenzen leben müssen. Als die versammelten Ärzte und die trottelige blonde Krankenschwester ihr Zimmer verlassen hatten, weinte sie still in ihr Kissen und verfluchte ihr verkorkstes Leben.

Lorelei Offline

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27.07.2011 16:59
#1065 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Der Eingriff im Kreissaal hatte sich zu einer dramatischen Notgeburt entwickelt, die Dr. Kaan den Rest des Nachmittags im OP festgehalten hatte. Er und sein Team hatten gekämpft und alles unternommen, um das Leben von Mutter und Kind zu retten. Dem Baby ging es den Umständen entsprechend gut. Kate hatte es mittlerweile auf die Kinderstation gebracht und kümmerte sich rührend um das kleine Mädchen, während ihr Oberarzt weiterhin um das Leben der frisch gebackenen Mutter kämpfte, das schon mehrmals auf Messers Schneide gestanden hatte. Das war einfach zu viel für das Gemüt der herzensguten Assistenzärztin gewesen und sie war mehr als froh gewesen, als Dr. Kaan sie zur Betreuung des frisch geborenen Babys aus dem OP geschickt hatte. Seufzend stand sie nun neben dem Brutkasten, in dem die Kleine friedlich schlummerte und sich von den Strapazen ihrer anstrengenden Geburt erholte, und überwachte sorgsam die Monitore. Alles war gut. Sie lebte. Sie war gesund. Wenn doch nur das viele Blut nicht gewesen wäre, dachte Kate verzweifelt. Lange konnte sie wohl nicht mehr verbergen, dass sie kein Blut sehen konnte, was als angehende Ärztin für Frauenheilkunde nicht gerade die besten Vorraussetzungen für ihren Beruf waren.

Inzwischen konnte Dr. Kaan im OP endlich das Besteck zur Seite legen und durchatmen. Die junge Frau war stabil und Schwester Gabi schob sie gerade auf die Intensivstation, wo sie über Nacht zur Beobachtung bleiben würde. Sie hatte sehr viel Blut verloren und brauchte Ruhe zur Genesung. Mehdi legte derweil im angrenzenden Waschraum seinen OP-Kittel ab und wusch sich die Hände. Er war fertig, seelisch wie körperlich, und sah im Spiegel in sein angespanntes müdes Gesicht. Er stützte sich am Waschbecken ab. Dann kühlte er seine Wangen mit kaltem Wasser, was ihm zumindest zeitweise eine wohltuende Erholung brachte. So eine dramatische Geburt hatte ihm heute gerade noch gefehlt. Kraftlos drehte er den Wasserhahn wieder zu, trocknete sich ab und zog sich anschließend seinen weißen Arztkittel über. Er schaute zur Uhr, die über der Tür hing, und seufzte. Er hatte noch zwei reichliche Stunde Dienst.

Gedankenverloren verließ er den OP-Bereich, blieb aber davor stehen, als er Marc erkannte, der in blauer OP-Montur lässig an der Wand gegenüber lehnte und offenbar auf ihn gewartet hatte. Mehdi nickte ihm zu und stellte sich wortlos daneben. Eine Weile schwiegen sich die beiden befreundeten Männer an, dann durchbrach Marc die drückende Stille, ohne Mehdi dabei anzusehen...

MM: Geht’s dir gut?
MK (hebt langsam seinen gesenkten Kopf an): Wie soll’s mir gehen? Ich habe gerade zweieinhalb Stunden lang im OP gestanden und um das Leben einer jungen Mutter gekämpft.
MM (rollt mit den Augen u. sieht ihn dann doch von der Seite an): Das meine ich nicht.
MK (ihre Blicke treffen sich): Schickt dich Gretchen?
MM (schmunzelt, aber schüttelt dann den Kopf): Nein, die steht gerade mit ihrem Vater im OP. Aber da die Operation gleich vorbei sein wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie bei dir auf der Matte stehen wird.
Ach Gretchen!
MK (fährt sich mit der flachen Hand übers Gesicht u. murmelt kaum hörbar): Scheiße!
MM (sieht ihn ernst an): SIE fragt nach dir.
MK: Gretchen?
MM (wird laut u. reißt die Augen weit auf): Boah Mehdi!

Mehdi, der verstanden hatte, zuckte zusammen und senkte seinen Blick. Dann fuhr er sich aufgewühlt durch seine Haare und stieß sich von der Wand ab, um nun auf dem Gang auf und ab zu laufen. Marc verfolgte den Champion im Hin-und-her-Gehen argwöhnisch mit seinen messerscharfen Augen...

MM: Soll ich IHR was ausrichten? Später bei der Visite.
MK (bleibt stehen u. sieht ihn fragend an): Hat sie was gesagt?
MM (holt tief Luft u. erzählt ihm von ihrer ersten Begegnung vorhin): Na ja, mich hat sie beleidigt, Gretchen kuckt sie vor lauter Schuldgefühlen gar nicht erst an und dich hat sie wohl schmerzlich vermisst.
MK (dreht sich weg u. lehnt sich wieder mit dem Rücken an die Wand; seine Gedanken fliegen wirr durcheinander): Hmm!
MM: Wenn du sie bestrafen willst, dann ist das genau der richtige Weg, Mann.
MK (schaut fassungslos zur Seite u. stellt etwas klar): Ich will sie doch nicht bestrafen.
MM (schaut ihn verständnislos an): Willst du nicht? Also ich würde!
Soll sie doch in ihrem Selbstmitleid baden. Würde ihr nicht schaden.
MK (ihm ist das alles zu viel u. er will nichts weiter dazu sagen u. verabschiedet sich abrupt von Marc): Ich will... Ach... Du... Ich... hab noch zu tun. Ich muss mich um meine Patientin kümmern.
MM (hat ihn durchschaut u. rollt mit den Augen): Verstehe!
Schisser! Aber ich behalt dich im Auge.

Mehdi machte eine lockere Handbewegung und zwang sich zu einem kurzen gequälten Lächeln, dann ging er an seinem Kumpel vorbei und verließ ohne ein weiteres Wort den OP-Bereich. Marc schaute ihm seufzend hinterher.

In selben Moment öffnete sich die Schleuse von OP 2, was seine ganze Aufmerksamkeit anzog, und seine Freundin kam in grünen OP-Klamotten heraus, dicht gefolgt von ihrem Vater, der seinem Schwiegersohn in spe freundlich zulächelte, seiner Tochter einen kleinen Kuss auf die Wange gab und sich dann ebenfalls verabschiedete. Gretchen stellte sich zu Marc und schaute ihn fragend an...

GH: War das Mehdi gerade?
MM (kriegt die Zähne nicht auseinander): Hmm!
GH (macht sich Sorgen u. legt ein betroffenes Gesicht auf): Wie geht’s ihm?
MM: Na, was denkst du denn, wie’s ihm geht, hmm? Beschissen natürlich.
Der Arme! Ich muss sofort zu ihm.
GH: Vielleicht würde es ihm helfen, wenn er mit ihr reden würde.
MM (schüttelt energisch den Kopf): Ach! Papperlapapp! Wenn er nicht will, können wir ihn auch nicht dazu zwingen. Ich kann ihn verstehen.
GH (wird immer trauriger): Trotzdem... sie tut mir leid.
MM (schüttelt verständnislos den Kopf u. es platzt regelrecht aus ihm heraus): Bitte? Eh! Die blöde Kuh ist dafür verantwortlich, dass es Mehdi fast das gesamte letzte Jahr dreckig ging. Oder hast du das schon wieder vergessen? Wir können froh sein, dass er irgendwie die Kurve wieder gekriegt hat und nicht wieder irgendeinen Blödsinn gemacht hat. Sie hat es nicht anders verdient, als dass er sie jetzt links liegen lässt.
GH (versucht ihn zu beruhigen): Marc!
MM (bockig): Na ist doch wahr!
GH: Vielleicht sollte ich noch mal mit ihm reden.
MM (gestikuliert wild mit seinen Händen vor ihrem Gesicht herum): Woah! Das lässt du mal geschmeidig bleiben, Haasenzahn. Mehdi ist erwachsen und er weiß, was er tut. Also... äh... meistens! Außerdem hast du jetzt eh noch eine OP... und zwar mit mir.
GH (gibt schließlich nach, weil er recht hat, u. schaut ihn nun verdutzt von der Seite an): Was? Aber es stand doch gar nichts weiter auf dem Plan?
MM: Gerade reingekommen. Verkehrsunfall. Unterschenkelfraktur.
GH (dreht sich um, um zurückzugehen): Oh! Ok!
MM (grinst): Na dann, hopp, umziehen und rein in deinen sexy Kittel!

Dr. Meier gab seiner überrumpelten Assistenzärztin einen kleinen Klaps auf den Hintern und stiefelte dann lässig an ihr vorbei in den OP-Vorbereich. Gretchen schaute ihrem Oberarzt sprachlos hinterher, blickte sich noch einmal um, um zu schauen, ob Mehdi nicht vielleicht doch noch in der Nähe wäre, aber das war zu ihrer Enttäuschung leider nicht der Fall. Aber vor Dienstschluss würde sie ihn sich noch einmal zur Brust nehmen und wenn es nur für eine kleine Umarmung wäre. Ihr liebster und bester Freund brauchte das jetzt. Mit diesem Gedanken im Kopf betrat sie den Waschraum, wo Marc sich bereits steril machte. Sie stellte sich lächelnd daneben und betätigte den Seifenspender und dann den Wasserhahn...

GH: Übrigens Papa hat uns für heute Abend zum Essen eingeladen.
MM (stellt den Wasserhahn ab u. lässt den Kopf hängen): Na super!
Das war’s dann wohl mit einem schönen entspannten Abend auf der heimischen Couch mit einem kühlen Blonden in der Hand und einer heißen Blonden auf dem Schoss. Das Leben ist echt scheiße ungerecht.
GH (ist nun auch steril u. lässt sich von einer Schwester in ihren OP-Kittel helfen): Jetzt lass mal deine Begeisterung stecken, Marc. Mama freut sich schon den ganzen Tag und kocht wie eine Weltmeisterin.
MM (setzt die blaue OP-Haube auf u. dann den Mundschutz): Was gibt’s denn?
GH (die OP-Schwester hilft ihr in die Gummihandschuhe, während sie ihn ansieht): Hase!
MM (muss unweigerlich grinsen u. tippt mit dem Fuß gegen die Tür zum OP, die sich daraufhin öffnet u. in den er dicht gefolgt von Gretchen verschwindet): Was sonst?

Lorelei Offline

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28.07.2011 17:36
#1066 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mehdi war sichtlich erleichtert, als er endlich sein Büro erreicht hatte und die Tür hinter sich schließen konnte. Sein Schutzbunker vor der Welt, die gerade auf ihn hereinzustürzen drohte. Zumindest in diesem Moment. Er schloss seine müden Augen und lehnte sich mit seinem Hinterkopf gegen die geschlossene Tür. Er musste nachdenken. Doch plötzlich riss ein Geräusch den Oberarzt aus seinen verworrenen Gedanken. Es war ein leises, vorsichtiges Räuspern, einem Heranschleichen und Vortasten gleich. Er erkannte die markante Stimme sofort.

MH: Hallo Mehdi!
MK: Maria?

... stieß er überrascht hervor und öffnete gleichzeitig seine Augen. Auf dem Patientenstuhl vor seinem Schreibtisch saß Maria Hassmann mit elegant übereinander geschlagenen Beinen. Sie schaute ihn durchdringend an und lächelte sanft. Mehdi spürte sofort den fetten Kloß in seinem Hals, der sich wie aus dem Nichts gebildet hatte und seine Atemorgane lähmte. Mit klopfendem Herzen ging er langsam auf seine Kollegin zu. Die schöne Neurologin erhob sich von ihrer Sitzgelegenheit, um ihn zu begrüßen. Auch sie wirkte nervös. Sie konnte es sich selbst gar nicht erklären, aber irgendetwas hinderte sie daran, Mehdi in den Arm zu nehmen und ihn bis zur Besinnungslosigkeit an sich zu drücken. Obwohl sie in den letzten Tagen an nichts anderes gedacht hatte, als ihn im Arm zu halten, um endlich ihre bescheuerten völlig irrationalen Gedanken an ihren missratenen Exmann loszuwerden.

Es war schließlich Mehdi, der die Initiative übernahm und sich traute, seinen Arm auf Marias Rücken zu legen und sie zur Begrüßung schüchtern an sich zu drücken. Aber irgendwie wirkte alles sehr verkrampft und unbeholfen, als er zwei kleine Küsschen auf ihre Wange folgen ließ. Doch genau in diesem Moment sprang unerwartet die Tür auf und Schwester Gabi erschien im Türrahmen. Sie erstarrte bei dem vertrauten Anblick ihres festen Freundes mit seiner Ex-Affäre und spürte, wie die Eifersucht wieder Besitz von ihr ergriff, aber sie versuchte, sich zusammenzureißen, ballte ihre Hände zu Fäusten und redete sich immer wieder still ein, dass das nur eine harmlose Umarmung zur Begrüßung sei, und dass Mehdi sie liebte, nur sie.

GK: Entschuldigung!

... brachte die brünette Krankenschwester schließlich nach dem kurzen anfänglichen Schockmoment hervor und quälte sich, die beiden überraschten Ärzte souverän anzuschauen. Mehdi ließ die Neurochirurgin sofort los und trat schuldbewusst einen Schritt zurück. Auch Maria schaute verwirrt drein, als sie die zickige Krankenschwester bemerkte. Gabi fixierte ihren geliebten Oberarzt mit ihren funkelnden Augen, als dieser sie nervös ansprach und sich erklären wollte, was ja eigentlich nicht notwendig gewesen wäre, denn da war ja nichts weiter dabei gewesen...

MK: Gabi? Das...

Gabi hatte verstanden und ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen, bevor es noch für alle Beteiligten peinlich enden würde. Und so rasselte sie betont professionell, aber dennoch leicht fahrig ihr Anliegen herunter...

GK: Ich wollte nur... also äh... Frau Lorenz liegt jetzt auf der Intensiv. Die Werte sind gut. Ich habe auch noch einmal mit Kate Rücksprache gehalten. Die Kleine ist wohlauf und schläft. Ich würde dann... Äh... ich wollte fragen, ob ich jetzt eine Pause machen könnte. Ich hab seit heute Morgen noch nichts weiter gegessen und gleich hab ich ja auch noch den Termin bei Oberschwester Stefanie wegen...
MK (fällt ihr zaghaft lächelnd ins Wort): Schon gut, Gabi. Danke!
GK (erwidert sein Lächeln): Spätestens zur Visite bin ich zurück.

Schwester Gabi wollte sich gerade umdrehen, um zu gehen, da meldete sich ihr Vorgesetzter noch einmal zu Wort. Denn er hatte einen Entschluss gefasst...

MK: Gabi, könnten Sie bitte Dr. Marple Bescheid geben. Sie übernimmt die Visite heute allein.
GK (schaut ihn irritiert an): Oh!?
MK: Ich habe hier noch etwas zu besprechen.

Mehdi schaute Gabi eindringlich in ihre grünen Augen. Ihr Blick huschte kurz zu Dr. Hassmann und zurück. Sie hatte verstanden. Zumindest eines der großen Probleme, das ihrer Beziehung noch im Weg stand, schien sich wohl gleich in Luft aufzulösen. Mehdis Freundin spürte eine unendliche Erleichterung in sich aufsteigen und das schlechte Gefühl, die beiden hier allein zu lassen, verschwand schneller, als es sich eingestellt hatte. Sie nickte ihm zu und verließ mit pochendem Herzen sein Büro. Maria schaute der Krankenschwester noch verwundert hinterher, dann blickte sie Mehdi von der Seite an, der wie hypnotisiert auf die geschlossene Tür starrte...

MH: Das trifft sich gut. Ich wollte auch mit dir reden, Mehdi.

Lorelei Offline

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29.07.2011 17:26
#1067 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So dann wollen wir mal ans Eingemachte, hmm! Bon appetit! Ich hoffe, es schmeckt? Wobei... ich war eigentlich nie eine sonderlich gute Köchin. Ich bin dann mal weg. Ich hab euch lieb, vergesst das bitte nie. Habt Vertrauen. Alles wird gut. Äh... Irgendwann! Eure sich davon schleichende Lorelei




Mit einem leicht mulmigen Gefühl in der Magengegend lächelte der Halbperser die brünette Oberärztin an und bat sie, sich doch wieder zu setzen, dem sie lächelnd nachkam. Er selbst nahm sich bewusst Zeit, langsam um seinen Schreibtisch herumzuschleichen. Er atmete noch einmal tief durch und setzte sich dann in seinen Chefsessel. Dieses Mal würde er keinen Rückzieher machen, schwor er sich. Zu viel schwirrte gerade in seinem Kopf herum, als dass er Maria weiterhin die Tatsachen vorenthalten wollte. Das war er sowohl ihr als auch Gabi einfach schuldig. Als er nicht gleich das Gespräch suchte, sprach Maria ihn vorsichtig an, tunlichst bemüht, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen...

MH: Ich war gerade noch einmal bei deiner Frau. Sie sagt, dass du noch nicht bei ihr warst.

Jetzt nagte das schlechte Gewissen auch von anderer Seite an ihm und Mehdi senkte beschämt seinen Kopf. Maria verstand sofort und griff nach seiner Hand, die auf dem Schreibtisch ruhte, und drückte diese sanft. Dabei sah sie ihren Traummann verständnisvoll an...

MH: Ich kann verstehen, dass das schwer für dich ist, nach allem, was sie euch angetan hat. Aber ich hatte viel Zeit, um mit ihr zu reden. Sie bereut aufrichtig und würde das alles am liebsten ungeschehen machen.
MK: Das kann sie aber nicht.

... kam es verletzt zurück und er zog schnell seine Hand zu sich, um sich eine verirrte Träne aus dem Augenwinkel zu wischen, bevor Maria diese noch mitbekam. Aber die besorgte Ärztin hatte natürlich bemerkt, wie durcheinander Mehdi war.

MH: Tut mir leid. Ich wollte mich nicht einmischen.

MM (nickt mit dem Kopf u. sieht sie direkt an): Du bist nicht die Erste, die mir einreden will, was gut und richtig ist. Frag lieber nicht, wie meine Eltern auf sie zu sprechen sind. Aber es gibt weder den richtigen, noch den falschen Weg, um mit der ganzen Sache umzugehen. Ich weiß einfach nicht... Ich... (er holt tief Luft u. setzt neu an) ... Weißt du, ich hatte so viel Zeit, um darüber nachzudenken, wie ich ihr begegne und ich hab in meinen Gedanken zig Szenarien durchgespielt. Wie ich sie anschreie und ihr meinen ganzen Schmerz entgegenschleudere, dass ich wegen ihr erneut am Abgrund stand und nur durch meine Freunde und meine Liebe zu Lilly nicht gesprungen bin. Wie ich ihr unendliche Vorwürfe mache, wie ich Dinge zerschlage und sie zum Teufel wünsche, aber... das kann ich nicht. Das... bin... nicht... ich. Sie ist und bleibt immer noch die Mutter meiner Tochter. Bis zu einem gewissen Grad kann ich ihr Handeln sogar verstehen. Sie hat das doch alles in dem falschen Glauben getan, Lilly und mich unbedingt schützen zu wollen. Niemand hätte doch erahnen können, wie sich die Dinge hätten entwickeln können. Diese irren Typen hätten so oder so irgendwann bei uns auf der Matte gestanden und hätten vielleicht Lilly als Druckmittel benutzt, so wie sie es am Ende mit Gretchen getan haben. Anna hat einen guten Kern, den Kern, den ich einmal sehr geliebt habe. Aber von dieser Liebe, die ich einmal für einzigartig und vollkommen gehalten habe, ist nichts mehr übrig geblieben, weil sie mich wissentlich jahrelang angelogen hat und damit gewissermaßen um unser Leben betrogen hat. Und dass sie mir, ohne nachzudenken, Lilly entzogen hat, ja sogar behauptet hat, dass sie nicht von mir wäre, wo sie doch genau weiß, dass meine Maus alles für mich ist, das... das sind einfach Dinge, die ich ihr nicht verzeihen kann, auch wenn sie das vielleicht braucht für ihren Genesungsprozess. Aber... ich kann es nicht. Und ich kann auch nicht zu ihr gehen und ihr etwas vormachen. Ich hab ihr viel zu lange vorgemacht, dass ich sie noch lieben würde, aber das tue ich schon lange nicht mehr. Nichts von dem, was einmal war, ist noch da und ich hab mich letztendlich damit abgefunden. Du weißt, wie sehr ich mich gequält habe, bis ich soweit war, das alles hinter mir zu lassen. Ich will mein altes Leben nicht mehr zurück. Den Fehler habe ich schon einmal gemacht und es bitter bereut. Ich habe mich weiterentwickelt und Anna.... Anna ist... wie eine Fremde für mich. Ich führe jetzt mein eigenes Leben und ich bin endlich wieder glücklich... ohne sie. Ich hab immer noch Lilly und ich werde meine Maus nicht mehr hergeben. Nie, nie mehr.

Mehdi wusste nicht, warum er gerade jetzt und bei ihr all seinen Frust und seine Enttäuschung loswerden wollte und wenn er geahnt hätte, dass sein Gespräch an der Tür, die Schwester Gabi aus Versehen einen Spalt offen gelassen hatte, belauscht wurde, hätte er es auch sein gelassen. Aber irgendwie fühlte es sich auch gut an, die ganze Anspannung dieses unglücklichen Tages loszulassen. Maria hatte ihm ruhig und geduldig zugehört und fühlte mit ihm, wie sie es die gesamte Zeit schon getan hatte. Sie konnte es kaum aushalten, Mehdi wieder so niedergeschlagen und zweifelnd zu sehen. Er war doch endlich wieder glücklich gewesen. Das hatte er eben selber noch gesagt, auch wenn es um ihr gemeinsames Glück gerade nicht so rosig bestellt war, aber das war ihr im Moment nebensächlich. Sein Glück stand über allem und sie würde als Freundin für ihn da sein, egal was kommen würde.

Maria stand auf und ging um Mehdis Schreibtisch herum. Sie blieb hinter seinem Stuhl stehen und legte tröstend ihre Hände auf seine Schultern. Der niedergeschlagene Frauenarzt zuckte zusammen und schaute irritiert von der Seite zu ihr hoch. Marias stechende braune Augen, die so viel Zuversicht ausstrahlten, trafen ihn unvermittelt und plötzlich fühlte er sich doch wieder unwohl. Sie war für ihn da und er würde ihr das Herz brechen. Das war doch alles nicht richtig, dachte er verzweifelt und senkte schuldbewusst den Blick.

MH: Ich bin immer für dich da, wenn du reden willst. Und ich laufe sicherlich nicht noch einmal davon.
MK (schaut sie jetzt doch sichtlich irritiert an): Davonlaufen?
Jetzt oder nie!
MH (zieht seufzend ihre Arme zurück, tritt einen Schritt zur Seite u. lehnt nun am Medikamentenschrank, von wo aus sie ihn mit ernster Miene anblickt): Mehdi, ich...

... ich habe einen Fehler begangen, einen unverzeihlichen Fehler, den ich mir überhaupt nicht erklären kann, aber ich... ich bereue ihn zutiefst. Ich brauchte einfach Zeit zum Nachdenken. Ich war so durcheinander und wusste nicht mehr weiter. ... Aber jetzt bin ich mir sicher, dass wir... dass das mit uns... Gott, Maria, konzentrier dich! ... dass wir das alles zusammen schaffen werden, weil ich dich ... liebe. ... Ok, das klingt gut. Jetzt nur noch mal laut wiederholen!

Nein! Ich muss es ihr zuerst sagen, bevor es noch komplizierter wird, als es eh schon ist. Jetzt oder nie!
MK (fällt ihr direkt ins Wort u. ist entschlossener denn je): Kann ich bitte zuerst etwas sagen, Maria?
MH (sieht aufgewühlt in seinen Augen hin u. her u. lächelt zaghaft): Natürlich!
Ok, Schonfrist! Es ist eh besser, wenn er es zuerst sagt. So bleibt mir die Blamage erspart, so wie in der Nacht nach dem Speeddating, als er DABEI eingeschlafen ist, und ich muss nur noch etwas ergänzen und ihn dann abknutschen. Hmm... Der Teil mit dem Abknutschen gefällt mir am besten.

Ich hab nie gewollt, dass es soweit kommt. Es tut mir so leid.
MK: Ich hätte dir schon viel früher etwas sagen sollen, Maria. Und neulich Abend, weißt du noch, im Kinderzimmer, da wollte ich...

Mehdi wollte gerade weiter ansetzen, da wurde plötzlich die angelehnte Tür weit aufgerissen und Schwester Sabine stürmte wie ein aufgescheuchtes Huhn ins Büro von Dr. Kaan, der sie, ebenso wie Dr. Hassmann, mit immer größer werdenden Augen anstarrte, und gackerte auch sofort ohne Luftzuholen los...

SV (aufgeregt): Herr Doktor, Herr Doktor!
MH (stellt sich ihr entschlossen in den Weg u. deutet zur Tür): Sabine, nicht jetzt!
SV (kuckt die erboste Neurologin verdutzt an, die sie im ersten Moment noch gar nicht wahrgenommen hat, ignoriert sie aber mutig u. wendet sich schnell wieder an Dr. Kaan): Ich? Ähm... Tut mir leid, aber... Ihre Frau, Herr Doktor...
MK (springt alarmiert auf, stützt seine Hände auf dem Schreibtisch ab u. beugt sich zu Sabine rüber, die daraufhin zurückschreckt u. ihren Text vergisst): Was ist mit meiner Frau, Schwester Sabine?
SV (traut sich kaum, Dr. Kaan in die Augen zu schauen u. lässt ratlos ihre Schultern hängen): Sie... ist... weg!

Lorelei Offline

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30.07.2011 20:41
#1068 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Derweil im OP

Dr. Meier und Dr. Haase richteten konzentriert und fachmännisch den komplizierten Bruch ihres achtundvierzigjährigen Unfall-Patienten, wobei der gottbegnadete Oberarzt seiner begabten Assistenz diesmal komplett die Führung der OP überließ und die angehende Chirurgin machte ihre Sache gut. Marc musste weder Hinweise und Verbesserungstipps geben, noch eingreifen. Mit Stolz stellte er fest, dass der Professor vorhin vollkommen Recht gehabt hatte. Sein Kälbchen, sein Haasenzahn brauchte seine Hilfe nicht mehr. Ein Gefühl von Wehmut machte sich plötzlich in ihm breit, was er sonst nie bei seinen Assistenzärzten verspürte. Sonst war er immer froh gewesen, die nervigen kleinen Wadenbeißer so schnell wie möglich wieder loszuwerden, damit sie andere mit ihrer Fachinkompetenz in den Wahnsinn trieben. Aber bei Gretchen Haase war das anders und das nicht nur, weil sie seine Freundin war und er sie über alles liebte, sondern weil sie, objektiv betrachtet, gleichzeitig auch die beste Schülerin war, die er in seiner fünfeinhalbjährigen Karriere als Oberarzt bislang ausgebildet hatte. Eine unabänderliche Tatsache, die der ewige Macho einer Frau, noch dazu einer Blondine, nie im Leben zugetraut hätte. Wie gefesselt hing Dr. Meier nun an ihren magischen Chirurginnenhänden, die die OP-Werkzeuge geschickt und präzise anwandten. So bemerkte der völlig faszinierte Mann auch nicht, wie Gretchen ihn schon seit ein paar Sekunden misstrauisch von der Seite anschaute...

GH: Alles in Ordnung? Du bist so still.
MM (fühlt sich ertappt u. wiegelt hastig ab): Was? Iwo! Außerdem ist das ein OP-Saal und kein äh... Kaffeeklatsch.
GH (kuckt ihn verdutzt an): Ah ja!? Sonst stört es dich doch auch nicht, wenn wir nebenher ein bisschen reden.
MM (lenkt schnell ab): Ist doch jetzt scheißegal. Wie weit bist du? Brauchst du mich noch?
GH: Nur noch die eine Schraube, dann bin ich fertig.
MM (mustert ihre Arbeit akribisch u. stellt zufrieden fest, dass alles in Ordnung ist): Gut! Dann... kann ich dich ja jetzt auch allein lassen, ne.
GH (stutzt, als er sich umdreht, um zu gehen): Wo willst du denn hin?
MM (fährt wieder herum u. schaut seine neugierige Freundin augenzwinkernd an): Ich fahre vor der Visite noch mal eben schnell nach Hause. Wir haben die ganzen Sachen vom See noch im Auto und ich hab keinen Bock, die noch mal durch die halbe Stadt zu kurven, nur weil deine Mutter unbedingt ihr brachliegendes Küchentalent befriedigen will.
GH (nickt leicht mit dem Kopf u. sieht ihn auffordernd an): Oh! Klar! Bringst du mir bitte noch Sachen zum Wechseln mit?
MM (kuckt seine Freundin verdutzt an u. klappt den Mund auf): Bitte?
GH: Ich kann ja schlecht in meinen Krankenhausklamotten da aufkreuzen und in meinem Spind habe ich nichts anderes zum Anziehen. Meine Sachen habe ich doch vor den Weihnachtsferien mit nach Hause zum Waschen genommen. Weißt du doch!
Äh... nicht dass ich wüsste.
MM (runzelt die Stirn u. vernimmt irritiert das Schmunzeln der OP-Schwestern und der Anästhesistin neben ihm, die ihn allesamt interessiert anstarren u. die er deswegen mit grimmigem Blick mustert): Sonst noch was?
GH (lässt kurz vom Patienten ab u. kuckt in die Luft, um zu überlegen): Hmm... Ich würde sagen, die braunen Wildlederstiefel, der knielange schwarze Rock, der am Bund die schöne Stickerei hat, und die blassrosa Bluse, die ich mir neulich gekauft habe. Ich glaube, die hatte ich mit Kleiderbügel an die Schranktür gehängt, weil ich die am nächsten Tag anziehen wollte, aber da wusste ich ja noch nicht, dass wir länger wegfahren würden.
MM (blickt sie sprachlos mit offenen Mund an, was man dank Mundschutz nicht sehen kann): Äh...

Bin ich hier im falschen Film oder was? Oder hängt hier irgendwo ne versteckte Kamera herum und der Pflaume springt mich gleich an? Ich bin doch nicht ihr Hampel vom Dienst! Wie sieht denn das aus? Ich bin Chef hier, verdammt! Die Knalltüten kucken schon so, als wäre ich vom anderen Stern.

Männer! Man könnte die ganze Woche in denselben Sachen herumlaufen und sie würden es nicht merken. Es sei denn, es handele sich um neue Unterwäsche, die erkennt man(n) sofort.


GH (fixiert ihn mit ihren durchdringenden Augen): Weißt du, welche Sachen ich meine oder soll ich lieber gleich mitfahren? Ich bin hier eh gleich fertig. Und sonst liegt doch nichts weiter an. Oder?

Marc kuckte immer noch wie ein Postauto in ihr unschuldiges Gesicht, das auf eine Antwort von ihm wartete, aber als das Kichern der anderen Anwesenden lauter wurde, platzte es aus dem ewigen Macho heraus und er fuhr sie harsch an, so dass sie sich schnell wieder auf ihren Job konzentrierten...

MM: Habt ihr kein eigenes Leben? Achtet gefälligst auf die Werte des Patienten, ja. Und du machst das hier ordentlich fertig, Haasenzahn. Den Bericht will ich nachher auf meinem Schreibtisch haben, wenn ich wiederkomme.
Was hat er denn jetzt wieder?
GH (etwas irritiert von seiner harschen Oberarsch-Ansage): Bist du jetzt irgendwie sauer?
MM (geht zur Tür u. dreht sich nicht noch einmal zu ihr um): Nein! Falls ich bis zur Visite noch nicht wieder da sein sollte, fängst du schon mal alleine damit an. Kennst ja das Prozedere.
GH (sieht ihm argwöhnisch hinterher): Ähm... ok!?
Schade! Wir hätten die Zeit zusammen so schön nutzen können. Ein bisschen Schmusen und Knutschen. Hach... aber wer nicht will, der hat schon. Dann nehme ich mir eben die Zeit für Mehdi. Er braucht mich jetzt.

Marc hatte den Fuß schon an der Tür, als er es sich doch noch anders überlegte und sich noch einmal zu seiner Assistenz umwandte...

MM: Ach und eins noch...
GH (hat sich schon wieder auf den Patienten konzentriert, schaut aber noch einmal verwundert auf): Ja?
MM (blickt sie eindringlich an): Lass Mehdi in Ruhe! Klar?

Gretchen rollte theatralisch mit den Augen. Marc grinste zufrieden unter seinem Mundschutz und verließ dann den OP.

Lorelei Offline

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31.07.2011 21:16
#1069 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Währenddessen......

Dr. Kaan und Dr. Hassmann stürmten im Laufschritt den Gang von der Gynäkologie zur Chirurgie vor und wären dabei fast gegen den Wagen der Essensausgabe gestolpert, der vor einem der Patientenzimmer gestanden und ihnen den Weg versperrt hatte. Schwester Sabine hatten die beiden schon längst abgehängt. Sie befand sich noch am Ende des langen Flurs und erklärte zwei verdutzt dreinblickenden Pflegern, die gerade das dreckige Geschirr auf den Wagen stapelten, dass sie die restlichen Zimmer bitte alleine übernehmen sollten, als die beiden aufgeregten Oberärzte vor einem Patientenzimmer zum Stehen kamen, hektisch die Tür aufrissen und hineinstürmten.

Ihr Bett war tatsächlich leer!

Mehdi blieb abrupt davor stehen und schaute Maria fassungslos an, die sich ebenso ungläubig in Annas Zimmer umschaute. Dann drehte er sich um. Er hatte mitbekommen, dass die blonde Krankenschwester, die sie gerade alarmiert hatte, keuchend ebenfalls gerade den nunmehr leeren Raum betreten hatte. Er packte sie an den Schultern und schüttelte sie heftig...

Mehdi: Wo ist sie?
Sabine (schaut ängstlich auf seine großen Pranken, die er schnell entschuldigend zurückzieht, als er merkt, was er gerade macht): Ich... ich weiß es nicht. Ich habe ihr vorhin das Abendbrot gebracht und wollte gerade ihr Tablett holen, aber da war sie schon weg.
Mehdi (hält sich seine Hand vor den Mund): Aber... das... das kann doch gar nicht sein.

Mehdi blickte wieder in das besorgte Gesicht von Dr. Hassmann, die versuchte, den Kopf zu bewahren und besonnen noch einmal bei Schwester Sabine nachhakte...

Maria: Vielleicht haben der Haase und der Meier sie zur Untersuchung abgeholt?
Sabine (schüttelt entschieden den Kopf): Das kann nicht sein. Die beiden stehen seit einer halben Stunde im OP. Eine komplizierte Unterschenkelfraktur.
Maria: Ok, das kann dauern.
Sabine: Außerdem sind die Untersuchungen und die OP von Frau Kaan doch erst für nächstes Jahr vorgesehen.
Maria (fasst sich an ihren Kopf u. denkt nach): Ach ja, Meier hatte so was gemeint.

Während Dr. Hassmann und Schwester Sabine noch sinnierten, schaute sich Mehdi mit einem mulmigen Gefühl im Bauch in Annas Krankenzimmer um. Neben ihrem Bett auf dem kleinen Nachtschränkchen kuckte unter dem Tablett mit dem Abendessen ein Foto von Lilly hervor. Er nahm es hastig in die Hand, betrachtete es wehmütig und strich dann mit dem Daumen über das strahlende Gesicht seiner kleinen Tochter, die auf dem Bild in einem niedlichen Sommerkleidchen und mit Strohhut vor einem riesigen Olivenbaum posierte. Mehdi setzte sich auf Anna Bett und drehte das Foto hin und her. Er stutzte und betrachtete es etwas genauer. In dünnen, kaum lesbaren Buchstaben stand auf der Rückseite etwas geschrieben:

„Es tut mir alles so leid, Mehdi. Pass gut auf sie auf. Ich liebe euch, aber es ist besser so. Anna“

Fassungslos starrte der verzweifelte Familienvater auf die drei Zeilen, las sie immer und immer wieder und sprang schließlich auf und lief zu ihrem Schrank herüber. Dabei ließ er unbemerkt das Foto zu Boden fallen. Es fiel Maria direkt vor die Füße. Sie hob es auf und schaute es sich an, während Mehdi Annas Schrank aufsperrte.

Maria: Mehdi, was...?
Mehdi (dreht seinen Kopf herum, während er die Schranktür mit seiner rechten Hand festhält): Ihre Sachen sind weg.
Maria: Aber das kann doch gar nicht sein. Wie will sie...

Die Neurologin trat an ihren bestürzten Kollegen heran und blickte ebenfalls in die leeren Fächer des schmalen Schranks. Er hatte Recht! Fassungslos sah sie in Mehdis aufgewühltes Gesicht. Sie merkte, dass sein Verstand gerade auf Rekordgeschwindigkeit arbeitete und legte behutsam eine Hand an seinen Arm. Sabine riskierte nun auch einen Blick in den Schrank, in den sie doch noch vor wenigen Stunden die Sachen der Patientin eingeräumt hatte...

Sabine: Aber wie kann sie denn...?

Mehdi beschlich ein furchtbarer Verdacht.

Mehdi: Sie hat uns allen wieder etwas vorgemacht.

... gab er kraftlos wieder und ließ sich auf das mit Folie bezogene zweite Bett fallen. Maria tat es ihm gleich und nahm seine Hand und legte das Foto von Lilly hinein. Sie streichelte über seine Fingerspitzen und sah Mehdi, der unentwegt das Bild seiner Tochter anstarrte, aufmunternd an...

Maria: Hey! Das glaub ich nicht.
Mehdi (sieht sie verständnislos an u. resigniert): Sie ist eine Meisterin im Verstellen, Maria. Das weiß ich jetzt.
Sabine (ermittelt u. reiht die Fakten zusammen): Aber wenn Ihre Frau doch vorhatte, abzuhauen, wieso macht sie sich dann die Mühe, hierher zu kommen? Zu Ihnen, Herr Doktor!
Maria (weist die vorlaute Schwester für ihre Taktlosigkeit zu recht): Sabine!
Sabine (senkt betreten ihren Blick): Tut mir Leid, ich wollte nicht unhöflich erscheinen, aber ich... ich dachte nur.... Ich... ich gebe Dr. Meier Bescheid.

... sagte sie hastig und verließ anschließend das Zimmer. Maria hatte kurz aufgeschaut, als sich die allseits beliebte Stasi-Sabsi so schnell verdünnisiert hatte und blickte nun Mehdi liebevoll von der Seite an...

Maria: Sie hat Recht.
Mehdi (platzt fast vor Wut u. Unverständnis): Was weiß ich denn, was in ihr vorgeht. Vielleicht hat sie bis zuletzt noch auf Verständnis meinerseits gehofft und hat dann resigniert, als ich nicht gleich für sie da war. Oder sie ist hier, um... (er stockt u. schaut Maria entsetzt an, als ihm ein fürchterlicher Verdacht in den Sinn kommt) ... Sie will Lilly zurückholen! ... Ich muss meine Eltern informieren.

Mehdi sprang auf, doch Maria zog den aufgebrachten Mann sofort zurück aufs Bett und versuchte ihn zu beruhigen...

Maria: Mehdi, jetzt flipp nicht aus! Das hat sie sicherlich nicht vor. Lass uns ruhig und sachlich überlegen. Ich glaube nicht, dass sie uns etwas vorgemacht hat. Ich habe sie gestern noch gründlich untersucht. Dieselben Befunde.
Mehdi: Damals hast du dich auch geirrt, Maria.
Maria (weist diesen Verdacht entschieden von sich): Habe ich nicht, Mehdi. Ich irre mich nie. Ob die Ärzte in der Rhea etwas geahnt haben, kann ich dir nicht sagen. Fakt ist, ein Knochenfragment eines Wirbels, das wir damals wohl nicht lokalisiert haben oder dass sich durch ihren erneuten Sturz jetzt gelöst hat, drückt auf ihr Rückenmark. Ohne OP ist da nichts zu machen. Sie kann nicht plötzlich aufgesprungen sein. Das ist rein medizinisch gesehen unmöglich. Und selbst wenn sie es gekonnt hätte, wäre es gefährlich, hier einfach so auf und davon zu spazieren. Eigentlich darf sie gar nicht aufstehen. Die möglichen Folgeschäden wären gravierend.
Mehdi (merklich ruhiger, aber immer noch sehr angespannt): Aber wie erklärst du dir dann das hier?

Mehdi zeigte auf das leere Bett nebenan. Maria seufzte und wusste wirklich nicht weiter. Selten zuvor hatte sie sich so ratlos wie in diesem Moment gefühlt.

Maria: Ehrlich? Ich weiß es nicht. Das ist mir bisher in meiner ganzen Karriere noch nicht untergekommen.

Beide sahen sich an und ließen synchron ihre Köpfe hängen. In diesem Moment kam auch Schwester Sabine wieder ins Zimmer gestolpert...

Sabine: Dr. Meier ist nicht mehr im OP, aber er geht nicht an sein Handy. Ich weiß nicht, wo er ist. Ich habe jetzt Frau Dr. Haase angepiept.
Maria (schnippisch): Miss Superwoman kann uns hier auch nicht weiterhelfen. Wie zum Teufel ist die Patientin hier rausgekommen? Ich war doch vorhin auch noch einmal hier gewesen.
Mehdi (schaut auf): Wie war dein Eindruck?
Maria (sieht ihn betroffen an): Sie war verzweifelt und ich glaube, sie hat auch geweint.
Sabine (bestätigt dies): Ja, das habe ich auch bemerkt, als ich ihr das Abendessen gebracht habe.
Mehdi (schaut zum Tablett auf dem Nachtschränkchen): Sie hat es nicht angerührt.
Sabine (schüttelt mitgenommen den Kopf): Was machen wir denn jetzt? Wenn der Professor erfährt, dass ich eine Patientin verloren habe, dann bekomme ich richtig Ärger.
Maria (blickt Sabine augenrollend an u. beruhigt sie u. Mehdi): Das müssen wir ja auch jetzt nicht gleich an die große Glocke hängen. Wir sollten sie erst einmal suchen gehen. Weit kann sie noch nicht sein bei ihrem Handicap. Was denkst du, Mehdi?
Mehdi (gedankenverloren): Ja!
Sabine: Ich trommele ein paar Pfleger und Schwestern zusammen.

... schlug Sabine gerade vor, als plötzlich Dr. Gretchen Haase das Krankenzimmer von Anna Kaan betrat und ihre hibbelige Stationsschwester ziemlich verdutzt ansah.

Gretchen: Pfleger und Schwestern zusammentrommeln? Was ist denn los? Ist schon wieder Versammlung? Du hast mich angepiept und Schwester Sigrun meinte, du wärst hier zu finden.

Die angesprochene Krankenschwester schaute ihre Vorgesetzte verlegen an und wandte ihren Kopf in Richtung der beiden anderen Ärzte, die nun vom Bett aufstanden und auf ihre junge Kollegin zukamen. Gretchen hatte sie noch gar nicht bemerkt und lächelte sie nun freundlich an...

Gretchen: Maria? Mehdi! Oh das ist gut, dass du mit deiner Frau sprichst. Sie... sie ist... ähm...

Ihr Blick ging zur Seite und blieb an dem leeren Bett hängen. Sie stutzte. Ihre Augen schauten sich suchend in dem Krankenzimmer um...

Gretchen: Aber wo...?

Doch bevor die verdutzte Assistenzärztin ihre Frage zu Ende stellen konnte, kam plötzlich ein aufgebrachter Dr. Meier ins Zimmer gestürzt und fuchtelte wie wild mit seinen Armen vor den Gesichtern seiner betroffen dreinblickenden Kollegen herum...

Marc: Wer zum Teufel hat Anna erlaubt, im Rolli herumzucruisen? Sagt mal, habt ihr den Arsch offen! Wenn sie sich verletzt, dann...
Maria/ Mehdi (schauen sich an u. es platzt gleichzeitig aus ihnen heraus): Rollstuhl!
Gretchen: Was?
Sabine (klapst sich mit der flachen Hand gegen die Stirn u. deutet dann zum Fenster): Der Rollstuhl ist weg. Hier stand doch vorhin noch einer.
Mehdi (stürzt auf Marc zu, packt ihn an seinen Schultern u. schüttelt seinen irritierten Freund heftig durch): Wo ist sie?
Marc (bekommt es mit der Angst zu tun u. schaut hilfesuchend zu Gretchen, die ihn schulterzuckend anblickt, u. schupst Mehdi schließlich unsanft von sich weg): Ich... Äh... Was ist denn hier los, verdammt? Lass mich gefällig los, du Arsch! Bist du verrückt geworden?
Mehdi (tut ihm den Gefallen u. befreit ihn von den Fängen seiner Arme u. sieht ihn nun leicht hysterisch an): Marc! Wo hast du sie gesehen? Bitte!
Marc (sieht die Angst in seinen Augen u. versteht so langsam die Zusammenhänge): Ich wollte mich gerade umziehen, da rollte im Affenzahn ein Rollstuhl an der Umkleide vorbei. Ich wollte hinterher und dem idiotischen Paralympictrainierer die Ohren lang ziehen, aber da verschwand er auch schon im Aufzug. Tja und der Geisterfahrer hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit Anna, aber das konnte ja nicht sein, weil sie doch...
Mehdi (legt seine Hand auf seine Schulter u. fällt ihm aufgeregt ins Wort): Wo wollte sie hin?
Marc (schüttelt die Hand ab, bevor Mehdi wieder tätlich wird): Eh! Bin ich ein Navi!
Maria (wird lauter u. schreit ihn an): Boah Meier, in welches Stockwerk wollte sie?
Marc (zuckt zusammen): Erdgeschoss, glaub ich.
Der hat doch wieder was genommen?

Mehdi rannte zum Fenster und schaute hinaus, dann lief er im Spurt an dem verdutzten Dr. Meier vorbei aus dem Zimmer und murmelte dabei noch irgendetwas kaum Verständliches...

Mehdi: Haupteingang!

Marc schaute seinem durchdrehenden Kumpel verwirrt hinterher und zeigte ihm den Vogel, dann fiel sein Blick auf die drei Frauen, die Spalier neben Annas leerem Bett standen, hob misstrauisch eine Augenbraue an und kuckte sie fragend an...

Marc: Kann mich mal jemand aufklären, was hier überhaupt los ist?
Maria (im Oberarztton): Sabine!

Dr. Hassmann schickte Schwester Sabine vor und diese setzte auch sofort mit einer Erklärung an, die Gretchen und Marc fassungslos aufnahmen, während die Neurologin ihrem flüchtenden Kollegen und Freund auch schon hinterher rannte.

Lorelei Offline

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01.08.2011 17:40
#1070 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Weiter geht's! Senf zu eurem Senf findet ihr übrigens auf meiner Kommiseite. Liebe Grüße an all meine stillen wie plappernden Leser! Eure Lorelei




In Windeseile hatte Dr. Kaan den Ausgang des Krankenhauses erreicht und stürzte nun die Treppenstufen hinunter. Sein weißer Kittel wehte im eisigen Wind, als er hastig die Straße überquerte und dann durch den Park rannte. In der Mitte der schneebedeckten Wiese blieb er stehen und schaute sich atemlos in alle Richtungen um. Da war sie! Anna hatte schon fast das Ende des Krankenhausgeländes erreicht und wollte mit ihrem Rollstuhl in die Hauptstraße einbiegen, doch irgendetwas schien sie daran zu hindern, denn sie ruckelte immer wieder verzweifelt an einem der Räder herum. Seine Chance! Mehdi rannte erneut los, im Spurt quer über die Wiese, und rief dabei ihren Namen...

Mehdi: ANNA!!!

Immer und immer wieder wiederholte er ihren Namen. Die Gesuchte hielt in ihrer Bewegung inne, als sie seine aufgeregte Stimme vernahm, und schaute sich vorsichtig um. Ihr Herz blieb stehen. Ihr Mann stürmte geradewegs auf sie zu. Sie war verloren! Sie schaute auf das rechte Rad ihres Rollstuhls, das sich in einem zugefrorenen Schlagloch festgehakt hatte und seufzte verzweifelt auf. Die ersten Tränen sammelten sich in ihren Augen. Sie schloss sie und versuchte sie herunterzuschlucken. Aber sie konnte es nicht verhindern. Still rannten die ersten ihre glühende Wange hinab und sie spürte, dass Mehdi nicht mehr weit entfernt war. Mit klopfendem Herzen und rasendem Puls ergab sie sich schließlich ihrem Schicksal. Sie hatte keine Kraft mehr, vor ihm zu fliehen.

Inzwischen hatte auch Dr. Hassmann den Ausgang des EKH erreicht. Leise fluchte sie auf die langsamen Fahrstühle dieser Welt und wünschte sich, sie hätte gleich die Treppe genommen, so wie Mehdi. Wo war er überhaupt? Sie blieb vor dem Krankenhausgebäude stehen und schaute sich um. In dem Moment kamen auch Dr. Haase und Dr. Meier zur Tür hinausgestürmt. Im Schlepptau Schwester Sabine und Dr. Gummersbach, über den sie im Treppenhaus gestolpert waren.

Marc: Wo is’er?

... fragte Marc hastig, als er neben seiner Kollegin zum Stehen kam und sie mit seinen stechenden Blicken durchbohrte. Gleichzeitig blickten alle in eine Richtung und erkannten am Ende des schneebedeckten Parks zwei Gestalten, eine davon im Rollstuhl. Gretchen wollte schon loslaufen, aber Marc hielt Miss Herzensgut am Kittel fest. Sie wand sich aus seinem Griff und kuckte ihren Freund und Oberarzt verständnislos an...

Gretchen: Was? Marc, wir...
Sabine (fällt Dr. Meier ins Wort, der gerade antworten will): Er hat sie gefunden.
Marc (sieht Sabine strafend an, die daraufhin schuldbewusst ihren Kopf senkt, dann wendet er sich an seine besorgte Freundin): Wir sollten die beiden quatschen lassen.
Maria (lässt Mehdi und Anna nicht aus den Augen): Das denke ich auch.
Sabine (fühlt sich von ihr angesprochen): Ja!
Günni (versteht nur Bahnhof u. seine Blicke huschen verwirrt aller fünf Sekunden von dem einen zum anderen und zurück; sein nervöses Augenzucken setzt ein): Wen?
Gretchen (sieht zwischen Marc und Maria hin und her, von denen sie sich eingekesselt fühlt): Aber...?
Marc (nimmt die verunsicherte Frau in seine starken Arme, gibt ihr einen kleinen Kuss auf die Wange u. lässt sie wieder los): Weglaufen kann sie jetzt ja nicht mehr. Im wahrsten Sinne des Wortes. ... So und da das geklärt wäre, kann ich ja jetzt mal schnell nach Hause fahren.
Gretchen (fassungslos): Aber wie kannst du denn jetzt fahren wollen?
Marc (streichelt ihr liebevoll über die Wange): Haasenzahn, jetzt mach dir mal nicht so viele Sorgen, hmm. Falls was mit ihr sein sollte, ist ja immer noch die Hassmann da.
Maria (mit selbstgefälligem Lächeln sieht sie ihren jungen Kollegen an): Oh! Danke für dein Vertrauen.
Marc (funkelt sie an): Du... bild dir mal nichts darauf ein. Ich denke mir nur, du wirst ihn eh die ganze Zeit nicht aus den Augen lassen. Also!?

Maria blitzte ihren unverschämten Kollegen an und lenkte ihre Blicke dann wie selbstverständlich wieder nach vorn zu Mehdi und Anna, was der giftpfeilgeplagte Dr. Meier mit einer gewissen Genugtuung vernahm. Er drückte Gretchen noch einmal an sich und verabschiedete sich mit einem kleinen Kuss von seiner Freundin, die ihn schließlich gehen ließ...

Gretchen: Denkst du an meine Anziehsachen.
Marc (genervt): Boah Haasenzahn!

Marc rollte theatralisch mit seinen Augen und machte eine abweisende Handbewegung und ließ sie und die anderen dann einfach stehen und trottete zu seinem Wagen. Gretchen sah ihrem Liebsten kopfschüttelnd hinterher und musste dann doch lächeln. Dr. Gummersbach fühlte sich derweil ziemlich deplaziert und traute sich, nachdem Dr. Meier endlich außer Sichtweite war, bei seiner Freundin nachzufragen...

Günni: Was ist denn eigentlich hier los, Purzelchen?
Sabine (lächelt ihn an u. streichelt ihm liebevoll über die Wange, wodurch sein nervöses Augenzucken sofort aufhört): Das erkläre ich dir gerne bei einem Holunderblütentee, Schnurzelchen.

Sabine schaute Dr. Haase fragend an, die nur leicht mit ihrem Kopf nickte und sich ein Lachen verkneifen musste, und ging dann mit ihrem festen Freund Hand in Hand wieder zurück ins Gebäude. Gretchen wandte sich nun an Maria, die Mehdi und seine Frau tatsächlich nicht aus den Augen ließ...

Gretchen: Maria, eigentlich müsste ich auch wieder rein. Die Visite fängt gleich an.
Maria (schaut sie an): Geh nur. Ich hab hier alles im Griff.
Gretchen (streichelt ihr über den Arm u. will gehen): Gut!
Maria (hält sie noch auf): Ach und könntest du bitte zuerst bei meiner Mutter im Zimmer vorbeischauen und meinem Vater sagen, dass er nicht mehr auf mich warten soll. Er soll Sarah bitte über Nacht mit zu sich nehmen. Sag ihm einfach, ich habe hier doch noch etwas länger zu tun.
Gretchen (mustert sie kurz verwundert u. nickt ihr dann freundlich lächelnd zu): Mach ich!
Maria: Danke!

Gretchen lächelte ihre Kollegin noch einmal an und ging schließlich auch wieder hinein ins warme Gebäude. Maria blieb allein in der Kälte zurück.

Lorelei Offline

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02.08.2011 17:14
#1071 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mehdi hatte seine flüchtige Ehefrau mittlerweile erreicht und stand nun schweratmend direkt hinter ihrem Rollstuhl. Sein heißer Atem stieg wie kleine Rauchsalven in den Nachthimmel empor und leuchtete im matten Licht der Straßenlaterne. Es war windstill, eine sternenklare, kalte Nacht. Anna vernahm seine schnellen Atemgeräusche, sein Verschnaufen, die seltsame Ruhe, die er ausstrahlte, die sie nervös machte, aber sie konnte sich nicht rühren. Mehdi zögerte einen Moment, hatte seine Hand schon über dem Griff des Rollstuhls, zog sie aber wieder zurück. Er versuchte sich zu beruhigen, die richtigen Worte zu finden und lauschte in die klare hereinbrechende Nacht. Nur ihr leises Schluchzen war in der Stille der frühen Abendstunden zu hören. Und Mehdi zerriss es fast das Herz, als er bemerkte, dass die Flüchtende still vor sich hin weinte. Er durchbrach schließlich die drückende Stille, welche die beiden umwehte und sprach sie vorsichtig an...

MK: Anna, was machst du nur für Sachen?

Als Anna zum ersten Mal seit langem die sanftmütige Stimme ihres geliebten Ehemannes vernahm, brach es endgültig aus ihr heraus und sie weinte hemmungslos dicke Krokodilstränen. Der ganze Druck, die Angst, die Schuldgefühle übermannten sie und brachen erbarmungslos über sie herein. Sie hatte einfach keine Kraft mehr. Mehdi trat seufzend um ihren Rollstuhl herum und blickte seiner Ehefrau nun zum ersten Mal seit unendlich langen Monaten in ihr blasses verheultes Gesicht. Sie drehte ihren Kopf verschämt zur Seite, wollte nicht, dass er sie so sah, und schluchzte immer mehr.

AK: Es... tut mir... alles... so unendlich leid, Mehdi. Ich hab das nicht gewollt. Ich... ich kann das alles nie... nie wieder gut machen.

... brach es schließlich stockend aus ihr heraus. Mehdi, der spürte, wie ernst seiner Frau die Entschuldigung war, ging vor ihr in die Knie, um mit ihr auf Augenhöhe zu kommen, und versuchte Annas Blick einzufangen, doch sie war nicht mutig genug, ihm ins Angesicht zu blicken. Zu sehr schämte sie sich, ihrem geliebten Mann das alles angetan zu haben.

Im selben Moment, wie Mehdi seine rechte Hand auf die Armlehne ihres Rollstuhls legte, kam ein weißer Volvo neben dem Ehepaar Kaan zum Stehen. Die Scheibe vom Beifahrerfenster wurde heruntergelassen und das spöttisch grinsende Gesicht von Marc Meier kam zum Vorschein, dem es ganz und gar nicht gefiel, dass sein Freund vor der Flüchtenden wieder den Frauenversteher spielte, wie es offenbar den Anschein hatte. Selbstgefällig fixierte er Anna mit seinen funkelnden grünen Augen...

MM: Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen. Da du eh auf SM und Fesselspiele stehst, Anna, werden wir dich wohl das nächste Mal direkt an dein Bett fesseln müssen, damit du uns nicht noch einmal abhanden kommst.
MK (fährt sauer zu ihm herum): Marc!
MM (hebt unschuldig seine Hände vom Lenkrad): Ok, ok, ich wollte nur witzig sein.
AK (wischt sich mit dem Ärmel ihrer Jacke ihre Tränen weg und blitzt Marc von der Seite an): Das warst du noch nie, Marc.

Oh! Schnippisch wie eh und je! Na dann kann es ja nicht so schlimm sein. Ist es aber!

MM (von einem Moment auf den anderen bierernst): Ehrlich gesagt, ist mir auch nicht wirklich zum Spaßen zumute. Weißt du eigentlich, was du mit deinem kopflosen Verhalten für Risiken eingehst, hmm? Du hast es vielleicht alles noch viel schlimmer gemacht, als es eh schon war. Aber wenn du deine Beine nicht mehr benutzen willst, bitte, dann ist das deine Sache. Dann hätte ich mir aber den Aufwand sparen können, dich in meine Studie aufzunehmen. Es gibt zig andere Kandidaten mit viel schlimmeren Prognosen als du, die nur auf diese eine Chance gewartet haben, damit ihnen geholfen wird.

MK (geht besonnen dazwischen, weil er merkt, dass Anna schon wieder den Tränen nah ist): Marc, jetzt lass sie bitte! Wir reden morgen darüber.
MM (fixiert ihn entschlossen mit seinen stechenden Augen): Wenn du sie zur Vernunft bringst! Mit so einer Verletzung ist nicht zu spaßen, verdammt noch mal. Wir haben den Knochensplitter noch nicht lokalisiert. Wenn du Pech hast, ist das Rückenmark jetzt ganz durchtrennt.
AK (wird sich allmählich der Konsequenzen bewusst u. versucht, sich heulend zu rechtfertigen): Ich... ich wollte nicht...
MM (nimmt keine Rücksicht auf ihren labilen Zustand u. macht ihr zynisch weiter Vorwürfe): Ja, ja, du wolltest das nicht. Klar? Du wolltest deinen Körper nicht verkaufen. Du wolltest deinem Zuhälter die Kohle nicht klauen. Und du wolltest Mehdi nicht beschissene zehn Jahre lang verarschen und ihm dann die Kröte wegnehmen.
MK (steht auf u. beugt sich zum Beifahrerfenster hinein): Marc, jetzt lass! Siehst du nicht, wie schlecht es ihr geht. Vorwürfe sind jetzt echt nicht angebracht.
MM (funkelt die beiden an): Gut! Mir soll es ja egal sein, was du mit deinem verkorksten Leben anstellst, Anna, solange du IHN nicht wieder da mit reinziehst. So ich muss jetzt noch mal schnell weg, aber wenn ich wiederkomme, dann liegst du gefälligst in deinem Bett. Klar?
MK (tritt vom Auto weg u. sieht ihn ernst an): Marc!
MM (wird lauter): Ich hab SIE gefragt. Ob du das verstanden hast, Anna?

Anna nickte leicht mit dem Kopf und wandte ihren Blick dann schnell beschämt wieder ab. Zufrieden lehnte Marc sich in seinen Sitz zurück und verabschiedete sich...

MM: Gut! Bis dann! Ach und du, lass dich bloß nicht von ihr einwickeln, Mann.
MK (schaut ihn fassungslos an): Marc!
MM (reagiert nicht auf seinen Verweis u. gibt sich betont professionell): Gib Haasenzahn und Sabine Bescheid! Sie sollen in der Radiologie anrufen. Ich will das CT heute noch auf meinem Tisch haben. Je eher wir mehr wissen, desto eher sind wir dich auch wieder los.

... sagte Dr. Meier noch und zwinkerte Anna zu. Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er die Seitenscheibe wieder hoch und drückte aufs Gas und schoss auf und davon. Mehdi sah seinem besten Freund noch seufzend hinterher, wie er um die Kurve bog, dann hockte er sich auch schon wieder vor Annas Rollstuhl hin. Sie hielt ihren Kopf gesenkt und umklammerte haltsuchend ihre Reisetasche.

MK: Mach dir nichts draus. Du kennst ihn doch.

Anna antwortete ihm nicht und schien in ihren Gedanken und Schuldgefühlen gefangen. Mehdi nahm ihr die Tasche vom Schoss und legte seine rechte Hand auf ihr linkes Knie. Schüchtern hob sie ihren Kopf etwas an und sah ihren Mann aufgewühlt an.

MK: Was hast du dir nur dabei gedacht, Anna?

Lorelei Offline

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03.08.2011 23:39
#1072 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Heute etwas später als sonst, aber dafür endlich mit der lang ersehnten Aussprache. Ich bin gespannt, was ihr davon haltet. Liebe Grüße, eure Lorelei



Ein Satz und ihre Schleusen öffneten sich wieder. Ihre Gefühle übermannten sie und Anna fing unvermittelt wieder an, leise zu weinen...

AK: Wieso bist du so nett zu mir, wo ich dir doch so viel Schmerz bereitet habe?
MK (ringt nach Worten, aber der Kloß in seinem Hals hindert ihn daran): Anna...
AK (fällt ihm aufgewühlt ins Wort u. spricht sich plötzlich ihre Schuldgefühle von der Seele): Ich hab das alles nicht gewollt. Das musst du mir glauben. Ich war so in Panik, als Sophie plötzlich das Messer gezogen und Lilly damit bedroht hat. Ich wusste mir nicht anders zu helfen. Ich musste sie doch schützen. Mein Baby! Und ich musste dich schützen, Mehdi. Ich hab doch nie gewollt, dass ihr in diese ganze Scheiße mit hineingezogen werdet.
MK: Wieso hast du denn nie etwas gesagt? Ich hätte dir doch da rausgeholfen. Zusammen hätten wir eine Lösung gefunden.
AK (senkt ihren Blick u. weint wieder heftiger): Ich hab mich so geschämt, Mehdi.
MK (sieht sie enttäuscht an): Kennst du mich so schlecht, dass ich dich für deine Vergangenheit verurteilt hätte?

AK (wischt sich ihre Tränen mit dem Handschuh aus den Augen, atmet durch u. versucht sich zu erklären): Weißt du, ich habe so oft versucht, dir das mit meinem früheren Job zu sagen, aber jedes Mal, wenn ich genug Mut dazu gefasst hatte, habe ich mich wieder nicht getraut und irgendwann war es einfach zu spät, noch etwas zu sagen. Ich weiß, das klingt furchtbar feige, aber ich war so glücklich, als ich dich getroffen habe. Alles löste sich plötzlich in Wohlgefallen auf. Marc hatte mir Unterschlupf gewährt und mir da rausgeholfen. Ich hatte einen legalen Job. Und dann kamst du. Ich hatte plötzlich eine Zukunft. Schöner, als ich sie mir in meinen Träumen hätte vorstellen können. Dann kam Lilly und ich hab das andere einfach hinter mir gelassen, verdrängt, vergessen, als sei es in einem früheren Leben passiert. Es war mir nicht mehr wichtig. Ihr wart mir wichtig. Ich habe jahrelang in dem Glauben gelebt, ich hätte das alles hinter mir gelassen. Aber solche Leute wie die, die vergessen nie. Diese Erkenntnis traf mich wie ein Schock und ich habe kopflos gehandelt. Das tut mir heute wirklich leid. Irgendwie haben die mich nach Jahren aufgespürt. Sie wussten nichts von euch. Also blieb mir nur die Flucht. Sie haben das aber mitbekommen und mich von der Straße gedrängt. Mehr Erinnerungen habe ich nicht. Vierzehn Monate später wache ich auf und du bist immer noch an meiner Seite. Ich hatte das als zweite Chance gesehen. Ich wollte alles besser machen. Aber es sollte wohl nicht sein. Sophie hat mich irgendwie gefunden und nun wussten sie von dir und Lilly. Was blieb mir denn anderes übrig? Ich musste weg.

Mehdi hatte die Erklärungen seiner Frau aufmerksam verfolgt, doch jetzt sprang er auf, lief aufgewühlt vor ihrem Rollstuhl auf und ab und sah sie schließlich mit traurigen Augen verletzt an...

MK: Aber musstest du unbedingt Lilly da mitreinziehen?
AK (rechtfertigt sich verzweifelt): Sie hätte sie uns weggenommen und weiß Gott was mit ihr gemacht, Mehdi. Es ging nicht anders. Ich hab nur an sie gedacht.
MK (seine ganze Verzweifelung bricht aus ihm heraus): Anna, weißt du eigentlich, in was für ein Loch du mich damit gezogen hast? Ich musste von Marc erfahren, den ich nebenbei bemerkt die ganze Zeit gehasst habe, weil ich dachte, ihr hättet eine Affäre gehabt, dass du jemand ganz anderes bist, als du immer behauptet hast. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, verstehst du. Und dann sagst du mir auch noch, sie sei nicht meine Tochter und bist weg und meldest dich nicht. Ich war am Ende.
AK (von heftigen Schuldgefühlen geplagt, beteuert sie das Gegenteil): Mehdi, sie ist es, sie ist von dir. Das musst du mir glauben.
MK (bleibt stehen u. sieht sie an): Das weiß ich. Ich weiß doch, dass sie meine Tochter ist. Wieso nur... wieso hast du dich nie gemeldet? Ich bin umgekommen vor Sorge.
AK: Die hätten Mittel und Wege gefunden, um herauszufinden, wo wir stecken.
MK (hat kein Verständnis dafür): Anna, sie haben auch mich bedroht. Sie haben Gretchen bedroht und mich mit subtilen Mitteln dazu gebracht, deine Schulden zu begleichen. Ich hab nichts mehr gehabt. Ich hab alles verkauft. Alles, hörst du. Alles was mir geblieben war, waren ein paar Erinnerungsstücke an euch. Mehr nicht. Und die Hoffnung, dass jederzeit das Telefon klingeln könnte und du dran wärst, um mir zu sagen, dass ihr zurückkommt.
AK (ihr versagt die Stimme): Mehdi...
MK (tief verletzt): Aber dieser Anruf ist nie gekommen. All die Versuche, euch zu finden, ja, ich war sogar in Italien, sind fehlgeschlagen. Das hat mich kaputt gemacht.
AK (weint leise): Das tut mir alles so leid, Mehdi. Wenn ich könnte, dann würde ich alles rückgängig machen.
MK (sieht sie eindringlich an): Sag mir nur eins, Anna, wenn Maria... also Dr. Hassmann euch nicht zufällig gefunden hätte und du nicht diesen Unfall gehabt hättest, hättest du dich gemeldet? Hätte ich Lilly je wieder gesehen?
AK (überfordert sucht sie nach einer Antwort): Mehdi...

MK (wendet sich gekränkt ab, dreht sich aber schnell wieder zu ihr um und macht ihr harsche Vorwürfe): Also nicht! ... Hast du überhaupt nur einmal an Lillys Wohl gedacht, also mal abgesehen von deinem Versuch, ihr Leben zu schützen? Anna, ich war ihre einzige Bezugsperson - neben meinen Eltern -, die sich um sie gekümmert hat, als du im Koma lagst und wir dachten, du wachst nicht mehr auf. Ihr hattet euch gerade einmal ein paar Wochen wieder. Sie hatte sich gerade erst wieder an uns als Familie gewöhnt und dann entziehst du sie aus ihrer vertrauten Umgebung, von ihren Freunden, von mir, und tischst ihr wirre Geschichten auf, die sie dir geglaubt hat, weil du nun mal ihre Mutter bist und sie dir blind vertraut. Das sind einfach Dinge, die... die kann ich dir nicht verzeihen. Lilly hat schon so viel durchgemacht in ihrem jungen Leben, mit ... mir, mit dir. Wer weiß denn, ob sie nicht einen Knacks fürs Leben davon getragen hat? So was steckt man nicht so einfach weg, auch wenn es auf den ersten Blick so ausschaut. ... Und jetzt ... jetzt machst du schon wieder so einen Blödsinn! Riskierst dabei sogar dein Leben! Anna, weglaufen ist immer der falsche Weg. Das müsste dir doch nach den Erfahrungen der letzten Monate klar geworden sein. Wie hast du dir das eigentlich vorgestellt? Du warst doch damals schon mit dem Rollstuhl völlig überfordert.

AK (schluckt heftig, aber sieht keinen anderen Ausweg): Ich weiß nicht, es... es ist einfach besser so. Für dich. Für Lilly.
MK (hat überhaupt kein Verständnis dafür u. das zeigt er ihr auch): Das denkst du dir also?
AK: Ich tue euch nicht gut.
MK (hebt seinen Zeigefinger und fuchtelt damit in der Luft herum): Falsch! Weißt du, was es für eine Kinderseele bedeutet, schon wieder die Mutter zu verlieren? Sie braucht uns beide, verdammt noch mal.
AK (betroffen): Wie... wie geht es ihr?
MK (etwas ruhiger): Sie hat das alles überraschenderweise ganz gut verkraftet. Sie ist glücklich. Sie ist gerade bei meinen Eltern.
AK (senkt ihren Kopf u. denkt nach): Verstehe!
MK (hockt sich wieder vor ihren Rollstuhl hin u. ergreift mit beiden Händen die Armlehnen u. sieht Anna entschlossen an): Anna, du kannst nicht ewig vor deinem Leben davonlaufen. Werd endlich erwachsen und stell dich dem, was du getan hast. Das wird auch dir gut tun. Glaub mir!
AK (traut sich dann doch, ihn anzusehen): Ich kann nicht. Ich hab es nicht anders verdient, Mehdi.
MK (schaut sie fassungslos an): Willst du dich selbst bestrafen oder was? Anna, Marc kann dir helfen. Wirklich! Er ist der Beste auf seinem Gebiet.
AK (deutet auf ihre in eine Decke gehüllten Beine): Ich verdiene eure Hilfe nicht. Das ist meine gerechte Strafe und ich werde damit leben müssen.
MK (rüttelt an ihrem Rollstuhl u. sieht sie entschlossen an): Blödsinn!

AK: Wieso tust du das? Eigentlich müsstest du mich doch hassen und zum Teufel jagen.
MK: Ich hasse dich nicht, Anna. Hass ist immer ein schlechter Lenker. Und wir sind schließlich immer noch eine Familie.
AK (leise): Ich hab euch gehört.
MK (verdutzt): Wen?
AK (blickt ihm diesmal direkt in die Augen): Vorhin. Dich und Dr. Hassmann! Ich gehöre hier nicht her. Ich muss gehen. Ich bringe nur alles durcheinander und mach euch unglücklich.
MK (holt tief Luft): Anna, ich leugne nicht, was ich gesagt und gedacht habe, aber das sollte kein Grund sein, dass du dich still und heimlich von hier verdrücken willst. Anna, wir können dir helfen. Tue das nicht für mich oder Lilly, sondern für dich. Du brauchst die Kräfte, um in deinem Leben aufzuräumen.
AK (sieht ihn traurig an): Du willst dich scheiden lassen oder?
MK (etwas überrollt von ihrer Frage, über die er bisher noch gar nicht weiter nachgedacht hat): Wie kommst du jetzt darauf, dass ich... Ähm... Anna, das... das tut jetzt nichts zur Sache. Ich denke hier eher an Lilly. Sie braucht dich doch auch.
AK (verzweifelt hadert sie mit ihrer einsamen Entscheidung): Ich weiß einfach nicht, wie das alles werden soll.
MK (spürt erleichtert, dass sie zweifelt): Ich weiß es doch auch nicht, Anna. Die Zukunft lässt sich nicht voraussagen. Aber ich will, dass du dir hier helfen lässt. Auch wenn es nicht so klingt, aber Marc versucht wirklich alles. Du bist weder ihm noch mir egal. Und was dann wird, das sehen wir dann. Hmm?

Annas Widerstand war endgültig gebrochen, wie auch alle anderen Schutzdämme. Heiße Tränen liefen ihre Wangen hinab und Mehdi zog lächelnd sein Lieblingsmedikament, eine Tempotaschentuchpackung, aus seiner Kitteltasche hervor und reichte diese ihr, die sie dankbar schniefend annahm. Mehdi richtete sich auf und sah sie auffordernd an...

MK: Wir sollten jetzt endlich reingehen. Es ist verdammt kalt hier draußen und ich will nicht noch mehr Ärger mit Dr. Meier bekommen, falls du dir hier noch eine Erkältung einfängst und damit all seine hochtrabenden Pläne über Bord schmeißt.

Damit zauberte er tatsächlich ein kleines Lächeln auf ihre Lippen. Mehdi zwinkerte ihr zu und ruckelte dann etwas am Rollstuhl, der immer noch in dem Schlagloch festsaß, und befreite seine Frau schließlich aus dieser misslichen Lage. Er wollte Anna gerade wieder Richtung Krankenhaus fahren, als sie ihm plötzlich am Arm festhielt...

AK: Danke, Mehdi!

Ihr Mann lächelte nur und schob sie weiter zum Eingang des EKH, wo Dr. Hassmann noch immer auf die beiden wartete und sie dann wortlos mit hinein begleitete.

Lorelei Offline

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04.08.2011 21:20
#1073 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dr. Kaan und Dr. Hassmann brachten Anna schließlich zurück auf ihr Zimmer. Ihr Verschwinden war unbemerkt geblieben, da Schwester Sabine diesmal ausnahmsweise ihre tratschsüchtige Klappe gehalten hatte, um nicht noch mehr Aufsehen zu erregen, das Anna Kaans Anwesenheit allein schon ausgelöst hatte, aber auch aus Angst deswegen etwas aufs Dach zu bekommen. Mehdi hob seine Frau vorsichtig aus dem Rollstuhl und setzte sie auf ihr Bett, dann zog er ihr Schuhe und Mantel aus, legte diesen auf den nun leeren Rollstuhl, den er zum Fenster schob und so neben dem Nachtschränkchen verhakte, dass Anna nicht so leicht wieder heranreichen konnte. Sicher war sicher, dachte er, auch wenn er nun fest davon überzeugt war, dass sie keine Dummheiten mehr machen würde. Er zog die gelben Gardinen zu und stellte sich dann neben ihr Bett. Er half ihr mit den gelähmten Beinen unter die Bettdecke zu schlüpfen, was sie dankbar mit einem schwachen Lächeln kommentarlos annahm.

MK: Wenn du magst, dann bringe ich dir morgen Lilly vorbei.

... schlug Mehdi noch vor, bevor er sich verabschiedete. Anna riss ihre Augen, die schon wieder verdächtig schimmerten, weit auf und schaute ihren fürsorglichen Mann ungläubig an...

AK: Darf ich wirklich?
MK (seufzt u. setzt sich auf ihre Bettkante): Anna, das ist keine Frage des Dürfens oder Nichtdürfens. Ich glaube, ihr braucht euch jetzt gegenseitig.
AK (gerührt u. unendlich dankbar): Danke! Das ist...
MK (fällt ihr schnell ins Wort): Schon gut! Wir haben ihr zwar noch nicht erzählt, dass du zurück nach Berlin kommst, aber ich denke, sie freut sich. Sie vermisst dich nämlich sehr.
AK (kann ihre Tränen nun nicht mehr zurückhalten): Ehrlich?
MK: Natürlich! Du bist ihre Mutter. Sie macht sich auch Sorgen, was mit dir und deinen Beinen ist.

Mehdi strich seiner in Tränen aufgelösten Frau noch einmal liebevoll über ihre Hand, reichte ihr ein Tempo und stand dann auf. Anna tupfte sich die Tränen aus dem Gesicht und lächelte ihren liebevollen Ehemann nun zuversichtlich an. Dabei fiel ihr Blick zufällig zur offen gelassenen Tür. Maria Hassmann hatte sich dahin zurückgezogen und dem Ehepaar Zeit für sich gelassen. Anna beugte sich nach vorn und flüsterte Mehdi eine Frage zu...

AK: Ist sie deine neue Freundin?
MK (dreht sich überrascht zu ihr herum u. schaut sie fragend an): Bitte?
AK (flüstert leise weiter): Dr. Hassmann! Sie scheint hinter ihrer grimmigen Art ganz nett zu sein und sie sorgt sich wirklich um dich. Sie hat mir in Wien so einiges an den Kopf geworfen und da war mir gleich klar, dass du ihr wohl sehr viel bedeutest.

Mehdi schaute kurz zur Tür, wo Maria ihm lächelnd zunickte. Dann blickte er seine Frau wieder an. Er wusste nicht, was er sagen sollte...

MK: Äh... Das... Ähm...
AK (beruhigt ihn): Schon gut! Ich stehe euch nicht im Weg, wenn du das denkst. Ich bin froh, dass du wieder glücklich bist.
MK: Aber...

Mehdi wollte gerade das Missverständnis aufklären, da erschienen plötzlich Dr. Haase und Schwester Sabine im Zimmer...

GH: Tut mir leid, wenn wir stören, aber wir sollen Sie zum CT abholen.
MK: Schon ok! Wir... waren eh fertig.

Dr. Kaan machte den beiden Kolleginnen den Weg frei und sie schoben das Bett mit ihrer Patientin aus dem Zimmer. An der Tür blieb Gretchen aber stehen und flüsterte mit ihrem besten Freund...

GH (besorgt): Ist alles ok mit euch? Habt ihr geredet?
MK: Hmm!

Mehdi nickte nur leicht mit dem Kopf, woraufhin sie ihm tröstend über den Arm strich und ihn aufmunternd anlächelte, und ließ ihr dann den Vortritt. Die beiden Frauen schoben das Patientenbett nun Richtung Aufzug, wo sie warten mussten. Mehdi schaute ihnen nachdenklich hinterher und spürte plötzlich eine Hand auf seiner Schulter. Verwundert drehte er sich herum und sah in das funkelnde Paar brauner Augen von Maria Hassmann, die er für einen kurzen Moment ganz vergessen hatte.

MH: Es ist gut, dass ihr endlich geredet habt.
MK (spürt die Erleichterung u. zeigt dies auch): Ja, auch wenn ich nicht wirklich weiß, wie es jetzt weitergeht.
MH: Lass sie erst einmal ankommen. Es gibt für alles einen Weg.

Mehdi nickte ihr zaghaft lächelnd zu und setzte sich dann langsam in Bewegung. Maria lief stumm neben ihm her. Sie traten durch die große Glastür und fanden sich alsbald im Treppenhaus des Krankenhauses wieder. Nach der Hektik gerade eben brauchte der sensible Gynäkologe einen Moment der Ruhe, um wieder runterzukommen. Er öffnete eins der Fenster und sog einen tiefen Zug kalter Dezemberluft in seine Lungen ein. Maria blieb bei ihm und lehnte an der Wand neben dem Fenster. Sie ließ den Halbperser keine Sekunde aus den Augen, traute sich aber nicht, etwas zu sagen. Sie ließ ihn erst einmal zur Ruhe kommen.

Mehdi schaute derweil aus dem Fenster in die Ferne und ließ seine Gedanken schweifen. Ein Paar blendende Scheinwerfer fanden irgendwann sein Interesse und er folgte ihnen mit seinen Augen, bis sie in eine Parklücke direkt unterhalb des Fensters, an dem er stand, einbogen. Die Scheinwerfer gehörten zu einem weißen Volvo, den er nur allzu gut kannte. Er lächelte kurz, als Marc hektisch aus dem Wagen sprang und eine bunte Einkaufstasche hinterher zog. Im Licht der Straßenlaterne konnte der nachdenkliche Frauenarzt erkennen, dass sich der gottesgleiche Chirurg für den kurzen Weg bis zum Eingang des EKH eine Zigarette angezündet hatte. Er war einfach unverbesserlich, schüttelte Mehdi den Kopf. Seit fünfzehn Jahren versucht er ihm diese lästige Sucht abzugewöhnen. Er hatte es nicht geschafft, was ihn aber nicht daran hindern würde, es weiter zu versuchen. Marc Meier war ihm wirklich ein guter Freund, dachte er plötzlich und wurde wehmütig. Ohne ihn hätte er das alles wohl nicht durchgestanden, obwohl er ihn lange Zeit als Freund für verloren geglaubt hatte. Aber diese Zeiten waren Gott sei dank längst vergangen.

Als die Kälte ihn immer mehr einnahm, schloss Mehdi schnell das Fenster, drehte sich herum und lehnte sich nun gegen das Fensterbrett. Erst jetzt bemerkte er Marias Blicke, die auf ihm ruhten. Zaghaft lächelte er sie an...

MK: Danke!
MH (zieht eine Augenbraue nach oben u. blickt ihn verwundert an): Wofür?
MK: Für alles. Dafür, dass du da bist, dass du mir Lilly wiedergebracht hast, dass du Anna ins Gewissen geredet hast und ihr jetzt hier zusammen mit Marc helfen willst.
MH (fühlt sich sichtlich geschmeichelt u. kommt langsam auf ihn zu): Letzteres ist mein Job und das andere, das... das hab ich nur für dich getan. Ich würde es immer wieder tun.

Maria sah Mehdi nachdrücklich mit ihren funkelnden Augen an. Er erwiderte ihre Blicke und kam ihr einen Schritt entgegen, legte plötzlich eine Hand an ihre Taille und die andere auf ihren Rücken und drückte sie schließlich dankbar an sich...

MK: Danke! Ich werd dir das nie vergessen, Maria.

Seine spontane herzliche Umarmung kam unvermittelt für die taffe Neurochirurgin. Wie sollte sie jetzt reagieren, fragte sie sich verwirrt. Doch als sie endlich seine wärmende Nähe wieder spürte, seine starken beschützenden Arme, in denen sie sich immer unendlich geborgen fühlte, als sie sein aufregendes Aftershave roch, das etwas unerklärlich Orientalisches, Mystisches, Verführerisches an sich hatte, als sein warmer Atem sie am Ohr kitzelte und sie zum Schwingen brachte, lockerte sich ihr noch etwas verkrampfter Körper und sie ließ sich ganz darauf ein. Sie schloss instinktiv ihre Augen und genoss mit jeder Faser ihres Körpers, ihn wieder im Arm halten zu dürfen. Sie hatte das so wahnsinnig vermisst, als sie an ihren Gefühlen gezweifelt und sich wie auf einer Achterbahn gefühlt hatte. Die verdammten Loopings hatten sie völlig durcheinander gebracht. Ihr brillanter Verstand war nur noch eine leere Masse gewesen, alle Netzverbindungen für das logische Denken waren gekappt. Ein unerträglicher Zustand, den sie nicht verstand, nicht verstehen konnte.

Doch nun sah sie klarer. Das vertraute Gefühl stellte sich wieder ein. All die dummen Gedanken, die sie in letzter Zeit gequält und durcheinander gebracht hatten, waren verflogen, waren wahrscheinlich nur bescheuerte Sinnestäuschungen gewesen. Sie hatte Mehdi wieder! Und es fühlte sich richtig an. Vereinzelte Schmetterlinge flatterten in ihrem Bauch herum, führten dazu, dass sich auch ihr Herz ein paar Umdrehungen schneller drehte. Sein Geruch betörte sie, ließ die letzten Hemmschwellen fallen. Obwohl sie sich eigentlich zurückhalten wollte an diesem für ihn aufwühlenden Tag. Aber sie war nun mal nicht nur besorgte Ärztin, sondern vor allem auch Frau. Sie konnte ihm nicht widerstehen. Wann hatte sie das je gekonnt?

Maria umklammerte seinen starken maskulinen Körper nur noch fester mit ihren Armen, drückte ihn ganz nah an sich heran und streichelte gefühlvoll seinen Rücken, so als ob sie ein Kind in den Schlaf wiegen wollte. Er sollte den Stress und den Ärger vergessen, wieder zu sich finden, zu ihr finden. Die verliebte Ärztin spürte, wie sein heißer Atem ihren Hals kitzelte und es fühlte sich so wahnsinnig gut an. Fast so wie früher, als es mit ihnen begonnen hatte, dachte sie verträumt und schmiegte ihre Wange an seine. Vielleicht war jetzt endlich die Zeit für einen Neuanfang gekommen? Maria drehte ihren Kopf leicht, so dass ihre Lippen nun seine Bartstoppeln erfühlten. Ihr ganzer Körper prickelte und wurde von einer dicken Gänsehaut überzogen, als sie mit ihnen weiter nach rechts vorpirschte.

Mehdi bemerkte viel zu spät, dass sich die harmlose Situation plötzlich in eine ganz andere Richtung entwickelt hatte. Er hatte diese Umarmung gebraucht, um endlich wieder etwas runterzukommen. In der gesamten letzten Stunde hatte sein Puls auf Höchstleistungen gearbeitet. Als hätte er am Treppenlauf im Empire-State-Building teilgenommen. Das Adrenalin war erbarmungslos durch seine Adern geschossen, als er Anna verzweifelt gesucht und die Panik ihn übermannt hatte. Der Einbruch war auf halber Strecke gekommen, als er atemlos vor ihr gestanden und nicht mehr weitergewusst hatte und am liebsten den unsinnigen Lauf ganz abgebrochen hätte. Aber er konnte nicht. Er musste das nicht nur für Lilly, sondern vor allem auch für sich selbst tun, um mit allem abschließen zu können. Er wollte nicht länger in der Vergangenheit leben. Die Gegenwart erwartete ihn doch mit ihren großen strahlenden wunderschönen Kulleraugen. Die Aussprache mit Anna hatte ihm dann neuen Auftrieb gegeben. Er war wieder mit neuem Mut und Elan die steilen Treppen empor gerannt, hatte schließlich mit der Vergangenheit abgeschlossen, an der eh nichts mehr zu ändern war, war aber dann doch kurz vor dem bereits sichtbaren Ziel wieder stehen geblieben, weil Anna seine Hilfe nicht annehmen wollte und von Schuldgefühle und Selbstzweifeln getrieben einen verzweifelten einsamen Entschluss gefasst hatte, den er so nicht hinnehmen wollte. Behutsam hatte er ihr die Sinnlosigkeit dieses Plans aufgezeigt und sie letztendlich wieder auf Spur gebracht, ihr Leben in die Hand zu nehmen, und war mit ihr zusammen über die Ziellinie gelaufen, wo ihre Lillymaus ihnen mit bunten Fähnchen fröhlich zuwinkte. Der erste Platz war es zwar nicht geworden, aber darum ging es auch nicht. Es ging vielmehr darum, das eigene Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und das war in ihrem Fall ihre gemeinsame Tochter, die sie immer verbinden würde und die beide Elternteile brauchte. Erst nach und nach ging Mehdis Puls wieder runter. All seine Gedanken waren natürlich noch immer bei dem eben Erlebten und der Frage, wie es nun weitergehen sollte, aber für Antworten war es wohl noch zu früh. Erst als er plötzlich Marias weiche zarte Lippen auf den seinen spürte, merkte Mehdi, dass er unbemerkt nach dem Zieleinlauf in die falsche Richtung gelaufen war.

Und jetzt befand er sich hier im kühlen Treppenhaus des Elisabethkrankenhauses und hielt die falsche Frau im Arm, die zwar seine Vergangenheit mit der Gegenwart zusammengeführt hatte, aber der doch nicht seine Zukunft gehörte. Die Richtige stand nur wenige Meter entfernt, einen Treppenabsatz höher als die beiden, und hielt sich haltsuchend an der Glastür fest, die auf die Station führte, weil sie ihren Augen kaum traute, was sie dort unten vor der Fensterfront beobachten musste. Der Schmerz kam für sie völlig unvermittelt und heftiger denn je. Sie hatte ihm doch vertraut. Eben noch hatte sie gehört, was mit seiner flüchtenden Frau passiert war und wollte nun für ihn da sein, aber Trost hatte er sich schon woanders gesucht. Ausgerechnet bei ihr! Dabei hatte sie doch gedacht, er hätte endlich mit ihr Schluss gemacht. Einen kurzen Moment starrte Schwester Gabi ungläubig auf ihr eigenes Schreckensszenario, aber als die andere Frau ihre große Liebe zu küssen begann, ohne dass sie sich dagegen zu wehren schien, war es einfach zu viel für die verletzte Krankenschwester gewesen. Sie drehte sich auf der Schwelle um und rannte durch die Tür, durch die sie gerade eben noch als glückliche Frau an seiner Seite gekommen war, und fiel direkt in die überraschten Arme eines anderen äußerst gutaussehenden Mannes, den sie harsch von sich stieß, als sie ihn wieder erkannt hatte, und verdattert stehen ließ. Er schaute der wilden Furie irritiert hinterher, stets darauf bedacht ihre entscheidenden Körperregionen ausgiebig zu studieren. Doch dann fiel sein Blick auch auf das offenbar sehr vertraute Paar im Treppenhaus und sein eben noch dreckiges Grinsen erlosch.




*vorsichtig um die Ecke guck*
So Mädels, dann haut mal drauflos. Rüstung und Schutzpanzer sind angelegt. Aber vielleicht wartet ihr auch einfach den nächsten Teil ab und gebt mir die Zeit, mich zu verteidigen. In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen entspannten Abend. Eure flüchtende und Schutz suchende Lorelei

Lorelei Offline

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05.08.2011 18:01
#1074 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

*vorsichtig aus meinem Schlupfloch gekrochen komm und euch vorsichtig zu wink*

Äh... ich glaube, ich sollte schleunigst den Schlamassel auflösen, in den ich mich manövriert habe oder? Gut, dann auf geht's. Das wird ein hartes Stück Arbeit. Und danke an meine fleißigen Bienchen, die mich mit ihren Bratpfannen verschont haben. Ich hab euch lieb. Eure Lorelei





Marias weiche Lippen umfuhren zärtlich die Konturen seines Gesichts, ohne dass sie Mehdis Haut wirklich berührten. Das wollte sich die verführerische Ärztin ganz für den Schluss aufheben. Doch als sie ihr Begehren endlich in die Tat umsetzen wollte und seine Lippen sehnsüchtig mit ihren umspielte, entzog sich ihr der überraschte Frauenarzt abrupt. Überfordert von der Situation und ihrer gefährlichen Nähe schob er die Neurologin sanft aber bestimmt zwei Schritte zurück und drängte sie in Richtung der kühlen Wand, aber sie war ihm immer noch so nah, dass er ihren heißen Atem an seinem Hals spüren konnte, der ihn kitzelte und zunehmend durcheinander brachte. Maria öffnete verwundert ihre Augen und bemerkte den seltsamen Ausdruck in seinen Augen, den sie nicht wirklich interpretieren konnte. War sie etwa zu weit gegangen, fragte sie sich verunsichert und legte ihre Hand an seine leicht gerötete Wange. Liebevoll sah sie ihn an und streichelte ihn dabei mit dem Daumen...

MH: Was ist?
MK (windet seinen Kopf aus ihrer warmen Handfläche u. tritt ein paar Schritte zurück): Ich ... kann ... nicht.
MH (lächelt den zurückhaltenden Mann aufmunternd an u. kommt ihm wieder gefährlich nahe, als sie ihn nun gegen die gegenüberliegende Wand drängt): Lass mich dich trösten, Mehdi.

... flüsterte sie leise mit belegter Stimme und legte ihre Lippen auch schon in seine Halsbeuge und fuhr gefühlvoll darüber. Für den Hauch einer Sekunde schloss der bedrängte Mann tatsächlich seine Augen und genoss Marias zärtliche Berührung, riss aber sofort wieder die Augen weit auf, als ihm die Konsequenzen seines Handelns bewusst wurden und entwand sich ganz ihrer fesselnden Umarmung.

MK: Ich kann nicht.

... wiederholte Mehdi erneut mit fast weinerlicher Stimme seinen eindringlichen Appell, wand sich von ihr ab und lief ein paar Schritte, dann setzte er sich auf die oberste Treppenstufe und fuhr sich mit beiden Händen verzweifelt über sein Gesicht. Maria, die sich ziemlich vor den Kopf gestoßen fühlte, setzte sich neben ihn und griff zögerlich nach seiner Hand, was er ihr auch gewähren ließ, und tätschelte diese zärtlich. Doch ihren fragenden Augen konnte der selbstquälerische Halbperser nicht lange standhalten.

MH: Ist es wegen deiner Frau? Aber sie wird sich doch denken können, dass du... dass du nach allem, was passiert ist, nicht mehr zu ihr... Ich meine, du hast selber gesagt, dass du sie nicht mehr liebst, dass du damit abschließen willst. Ich kann verstehen, dass du sie schonen willst, aber das muss doch nicht heißen, dass wir nicht....
MK (drückt ihre Hand u. lässt sie schließlich los; er dreht seinen Kopf zu ihr herum): Es ist nicht wegen meiner Frau, Maria.
MH (erstaunt u. verunsichert zugleich): Nicht? Aber... Ist es...? Es ist wegen uns oder? Ich weiß, es lief in letzter Zeit warum auch immer nicht besonders gut zwischen uns und dass ich dann auch noch abgehauen bin, das hat die Situation auch nicht sonderlich verbessert. Aber jetzt... jetzt ist doch alles anders.
MK (gedankenverloren): Ja, jetzt ist alles anders.
MH (kommt mit ihrem Gesicht immer näher an seins heran u. spricht immer leiser): Also! Dann... dann ist doch alles gut... zwischen uns? Und ich... Mehdi, ich sehn mich so nach dir. Ich will das wiederhaben, was wir hatten.

Um ihrer Aussage Taten folgen zu lassen, kam sie Mehdis weichen anziehenden Lippen immer näher und wollte ihn zärtlich küssen. Doch kurz bevor sie es umsetzen konnte, legte er ihr einen Riegel vor in Form seines Zeigefingers auf ihren gespitzten Lippen.

MK: Das geht nicht.

Aufgewühlt sah Maria in seinen rehbraunen Augen hin und her, die nervös hin und herflackerten, und sprach plötzlich auch nur noch im Flüsterton...

MH: Wieso nicht?

Er zögerte. Aber dann...

MK: Ich... hab mich verliebt.

... gestand Mehdi schließlich, was ihn die ganze Zeit beschäftigt hatte, und hielt ihrem fragenden Blick einen Moment lang stand. Marias Herz hüpfte auf, als sie diese vier bedeutungstragenden Worte endlich aus seinem Mund gehört hatte und sie konnte gar nicht mehr aufhören, ihn fasziniert anzuschauen. Sie studierte jeden Winkel seines wunderschönen Gesichts. Doch Mehdi senkte beschämt seinen Kopf und betrachtete stattdessen lieber seine weißen Schuhe. Er hatte es endlich über die Lippen gebracht. Doch Erleichterung verspürte er nicht. Er fühlte sich einfach nur schlecht.

MH: Aber... das ist doch... gut. Das... Ich... Mehdi, ich...

... stotterte Maria aufgeregt. Doch dann folgte ein Nachsatz von Mehdi, der all ihre Euphorie im Keim ersticken ließ und sie begriff endlich, was er ihr eigentlich damit sagen wollte.

MK (mit brüchiger Stimme): Es tut mir leid.

In ihrem Kopf arbeitete es gewaltig. Sie versuchte, die Zusammenhänge zusammenzutragen - er hatte sich zurückgezogen, sich immer weiter von ihr entfernt, wirkte immer öfter abwesend und mit den Gedanken ganz woanders, wich ihr immer wieder aus und hatte ihre Annäherungsversuche stets abgeblockt, der Ärzteball war deswegen ein völliges Desaster geworden, obwohl sie so große Hoffnungen hineingelegt hatte und der letzte richtige Kuss, die letzte intensive Nacht lag gefühlte Jahrzehnte zurück - und es konnte nur einen Schluss geben, der wie eine Bombe in ihr Herz und ihren Verstand traf...

MH: Du meinst... eine andere?

Als Mehdi leicht mit dem Kopf nickte und immer noch stur nach vorn schaute und aus Schamgefühl jeglichen Blickkontakt vermied, wurde ihr mit einem Mal so einiges klar, vor allem warum es in letzter Zeit so mies mit den beiden gelaufen war, so dass sie sich sogar zu einer Dummheit hatte hinreißen lassen. Ihr Unterbewusstsein musste es wohl bereits geahnt haben. Er liebte eine andere! Deshalb hatte er sich Stück für Stück von ihr entfernt. Diese Erkenntnis war ein Schock für die selbstbewusste Ärztin.

MK: Du musst mir glauben, ich hab das nicht geplant. Es... es hat mich selber umgehauen.
MH (wie vor den Kopf gestoßen starrt sie geradeaus zum Fenster): Verstehe!
MK (traut sich endlich, ihr ins Gesicht zu schauen): Maria, das mit uns, das war...
MH (will es nicht hören u. resigniert): Lass es, Mehdi! Du musst es nicht schön reden.
Es ist vorbei. Dabei hatte es noch nicht mal richtig angefangen.
MK (will es ihr aber erklären): Ich will dir doch nur sagen, dass du mir wichtig bist und ich nie gewollt habe, dich in irgendeiner Weise zu verletzen. Maria, du bist eine aufregende Frau und du bedeutest mir viel...
Aber nicht genug! Gott, ich bin so blöd! Ich hätte es wissen müssen.
MH (fährt wütend und verletzt zu ihm herum): Woah stopp! Wenn du nicht doch noch eine Ohrfeige kassieren willst, die du eigentlich verdient hättest, weil du die ganze Zeit die Klappe nicht aufbekommen hast, dann lässt du das lieber bleiben. Und fang jetzt bloß nicht mit dieser Klischeescheiße an, von wegen „lass uns doch Freunde bleiben“ und so.
Ich will das nicht hören. Was hab ich davon?
MK (hat ein unendlich schlechtes Gewissen): Maria...
MH (lässt ihn gar nicht erst zu Wort kommen): Nein! Du musst dich weder rechtfertigen noch entschuldigen. Dafür... war es einfach nicht ... besonders genug.
MK (jetzt ist er vor den Kopf gestoßen): Für mich war es immer besonders, Maria.
MH (schnippisch): Ja, so besonders, dass du dir, als es so langsam ernst wurde, Ersatz gesucht hast. Aber das ist ja jetzt auch egal. Wir hatten damals klare Grenzen gesetzt, als es angefangen hat, bzw. nein, im Gegenteil, wir hatten keine Grenzen gesetzt. Wir hatten Spaß zusammen. Das haben wir beide gebraucht. Mehr nicht. Du musst aus unserer kleinen Bettgeschichte jetzt nicht nachträglich eine romantische Romanze machen, Mehdi.

Was rede ich hier eigentlich für einen Blödsinn? Natürlich war es besonders.

Ich wusste es, ich habe alles kaputt gemacht. Sie wird nie wieder etwas mit mir zu tun haben wollen. Dabei habe ich nie gelogen, als ich gesagt habe, dass ich sie gern habe und immer gerne mit ihr zusammen bin. Wie soll es jetzt nur weitergehen?


Mehdi, der ahnte, dass die stolze Oberärztin sich vor ihm nur nicht bloßstellen wollte und deshalb die Bedeutung ihrer monatelangen intensiven Liebelei deutlich herunterschraubte, traute sich nicht, ihr zu widersprechen und so schwiegen sie sich nun eine Weile an, bis Maria plötzlich zuckte und unvermittelt zu lachen begann. Erst ganz leise, wobei sie auch immer wieder ihren Kopf schüttelte und dann immer lauter. Sie konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Die Situation war einfach zu absurd. Verwundert blickte Mehdi daraufhin seine Ex-Geliebte von der Seite an...

MK: Wieso lachst du jetzt?
MH (schmunzelt über sich selbst u. spürt plötzlich eine unendliche Erleichterung über das Fallen des schweren Steins von ihrem Herzen, der sie in den letzten Wochen nahezu gelähmt hat): Es ist nur so, dass... ich... Oh Gott, ich hab mich in den letzten Wochen wie eine Vollidiotin benommen. Weißt du, ich hatte so ein verdammt schlechtes Gewissen. Ich bin extra weggefahren, um den Kopf freizukriegen.
MK (versteht jetzt gar nichts mehr): Schlechtes Gewissen? Aber wieso du? Ich bin doch derjenige, der...
MH (schaut ihn direkt an): Ich habe mit einem anderen Mann geschlafen.

Mehdi wusste nicht, wie er auf dieses für ihn doch recht überraschendes Geständnis reagieren sollte. Sein Körper entschied sich dafür, seine Kinnlade herunter zu klappen und sie entgeistert anzusehen...

MK: Äh...
MH (schmunzelt über seine Reaktion): Jetzt kuck nicht so entsetzt! Du hast nicht das Recht dazu, mich zu verurteilen, wo du doch selbst... äh... Wobei... es da ja eigentlich auch gar nichts zu verurteilen gibt, weil ich soviel davon auch gar nicht mehr mitbekommen habe, was ich auch nicht bedauere.
Macht es irgendwie leichter, aber auch nicht wirklich ertragbar.
MK (hat seine Sprache wieder gefunden u. hakt zögerlich nach): Wer?
MH (hasst sich dafür, dass sie sich darauf eingelassen hat u. schraubt die Bedeutung nach unten): Niemand! Ein unbedeutender One-Night-Stand! Ich war betrunken und.... Ach... eigentlich geht dich das auch gar nichts an.
Was frage ich auch nach? Das macht es auch nicht leichter.
MK (senkt betreten den Kopf): Tut mir leid.
MH (das kann sie gar nicht ausstehen): Boah Mehdi, jetzt hör auf damit, dich immer für alles und jeden Mist zu entschuldigen! Das hat mich schon immer an dir genervt. Steh doch endlich mal dazu. Du hast dich verliebt. Gut! Das passiert. Ich werde es überleben.
Den Sex mit dem Ex schon eher weniger. Maria, ganz falscher Gedanke!
MK (hält die Klappe u. sieht sie fragend an): Und jetzt?
MH (zuckt mit den Schultern): Geht jeder seinem Job nach.
MK: Aber...?
MH: Hast du nicht schon seit einer Viertelstunde Visite?

Maria hatte Mehdi nichts weiter zu sagen und stand unvermittelt auf und strich sich ihre Sachen glatt. Mehdi tat es ihr gleich, sah sie aber dabei eindringlich an...

MK: Ich habe eigentlich unseren Umgang miteinander gemeint.
MH (sichtlich überfordert von der Frage): Oh! Ähm... ja. Vielleicht... vielleicht sollten wir uns erst einmal aus dem Weg gehen.
Es ist besser so!

Mehdi nickte ihr zu. Er wollte noch etwas dazu sagen, aber da sprang plötzlich sein Pieper an, den er aus seiner Kitteltasche zog, auf den er schaute und dann wieder wegpackte...

MK: Ich... ich muss.
MH: Hmm!

Die Neurochirurgin nickte Dr. Kaan wortlos zu, der sich daraufhin umdrehte und langsam die Treppenstufen hinunterging. Unten angekommen, blickte er noch einmal kurz zu ihr hoch. Maria drehte abweisend ihren Kopf zur Seite. Er ließ seufzend den Kopf hängen und stieß die Tür auf. Vielleicht war es wirklich besser, sich erst einmal nicht mehr zu sehen. Als sie die Tür ins Schloss fallen hörte, sah die Oberärztin noch einmal um das Geländer herum. Doch ihre verlorene Liebe war bereits in der Pädiatrie verschwunden. Sie atmete tief durch und ging zum Fenster. Sie griff mit beiden Händen nach dem Fensterbrett und klammerte sich haltsuchend daran fest.

Maria Hassmann war trotz der erschütternden Wende in ihrem Liebesleben stolz auf sich. Sie hatte sich souverän und unnahbar vor ihm gezeigt, hatte ihm nicht gezeigt, wie sehr sie die Trennung, die ja offiziell keine war, weil sie nie wirklich zusammen gewesen waren, verletzt hatte. Aber jetzt übermannten sie ihre Gefühle doch. Heiße Tränen liefen erbarmungslos ihre Wange hinab. Sie hatte keine Kraft, die Anzeichen ihrer verhassten Schwäche aufzuhalten und ließ sie still gewähren. Die bittere Erkenntnis traf sie hart und unvorbereitet. Sie hatte IHN verloren. Das kleine Quäntchen Glück auf eine sichere Zukunft, auf ein glückliches sorgenfreies Familienleben, auf ein Stückchen Normalität in ihrem hektischen Alltag. Vielleicht sollte sie ihr Konzept von den Lebensplänen endlich ad acta legen, dachte sie aufgewühlt, wenn es selbst einen Mann wie ihn, einen süßen Charmeur und unwiderstehlichen Frauenversteher, einen liebevollen Familienvater, nicht bei sich halten konnte. Wie hatte sie nur so viel Hoffnung in diesen hoffnungslosen Fall legen können, fragte sie sich jetzt. Vielleicht weil sie auch so ein hoffnungsloser Fall war wie er? Verzweifelt, allein erziehend, Mitte dreißig und belogen und betrogen worden. Es war doch alles so schön und perfekt mit ihm gewesen. Aufregend und spannend am Anfang, als sie Seiten an ihm kennen lernte, die sie nicht vermutet hatte, die ihn aber umso anziehender machten, dann immer tiefer und vertrauter. Er war ein Mann zum Verliebten. Klar dass sie nicht die Einzige war, die sich in ihn verkuckt hatte. Wer sie wohl war? Wieso hatte sie nur nie etwas gemerkt? Sie schüttelte den Gedanken schnell ab und fuhr sich über ihr Gesicht, das nass von Tränen war, die sie nun doch schnell wegwischte, bevor noch jemand etwas mitbekam. Sie wollte nicht darüber nachdenken, wer ihn ihr vor der Nase weggeschnappt hatte. Das bedrückte nur noch mehr ihr gebrochenes Herz. Die frisch verlassene Frau schloss ihre Augen und atmete tief ein und aus. Alles auf Anfang, dachte sie wehmütig und bemerkte so nicht, wie sich leise jemand von hinten an sie heranschlich.

Die schöne Oberärztin zuckte erschrocken zusammen, als sie plötzlich spürte, wie sich starke männliche Arme um ihre Taille legten, sich ein Kopf an ihre Wange lehnte und ihr gefühlvoll die letzten Tränenspuren mit dem Daumen weggewischt wurden. Sie hielt ihre Augen immer noch geschlossen und genoss die schützende Nähe des Mannes, der sich ihrer angenommen hatte. Die Wärme, die sich in diesem Moment in ihrem Körper ausbreitete, machte sie auf eine seltsame Art und Weise glücklich. Vergessen war der Schmerz, der sich eben noch tief in ihr Herz gebohrt hatte. Langsam drehte sie sich in seinen muskulösen Armen herum, so dass sie nun von Angesicht zu Angesicht standen, auch wenn sie ihre Augen immer noch nicht öffnen wollte. Doch Maria wusste, wer er war. Sie schlang nun ihre Arme um seinen Hals, stellte sich auf ihre Zehenspitzen und suchte mit ihren Lippen seinen weichen Mund, den sie auch sogleich fand und sich mit ihm vereinte. Sie dachte gar nicht darüber nach, was sie tat. Sie ließ sich einfach treiben. Anderenfalls wäre sie vermutlich verzweifelt.

Der Kuss war anfangs zaghaft und zurückhaltend, ein vorsichtiges Herantasten, aber als sich das wohlige Gefühl in ihrem Bauch eingestellt hatte, konnte sie nicht mehr länger an sich halten und küsste ihn sehr intensiv und leidenschaftlich, legte all ihre verletzten Gefühle hinein und es fühlte sich einfach nur berauschend an. Und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Von wilder Leidenschaft gepackt, drängte er Maria an die nächstgelegene Wand und ließ seine Zunge tief in ihren Mund eintauchen, so dass es ihr den Atem nahm und eine Gänsehautwelle nach der anderen auslöste. Sie hatte ihn wieder! Von den Emotionen berauscht, hauchte sie in einer Atempause zärtlich seinen Namen...

MH: Ich wusste, dass du zurückkommst............................................................ Mehdi.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

06.08.2011 21:38
#1075 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Jaaa!!! Es ist raus! Wer hätte gedacht, dass ich das noch hinkriegen würde. Obwohl... vielleicht hat Mehdi sich ja doch noch einmal auf der Zielgerade anders entschieden? Wer weiß, wer weiß. Viel Spaß jetzt mit dem nächsten Teil und Dankeschön für euer Feedback. Ihr seid die Besten. Eure Lorelei




Der Angesprochene ließ augenblicklich von seiner aufregenden Kusspartnerin ab, trat einen Schritt zurück und strich sich verwirrt durch sein zerzaustes Haar. Wie hatte er sich nur dazu hinreißen lassen können? Hatte er etwa den Verstand verloren? Ja, das musste es gewesen sein. Diese Wahnsinnsfrau hatte einfach etwas an sich, dem er sich nicht entziehen konnte. Das war schon immer so gewesen. Wie hatte er das nur je vergessen können? Er war so ein verdammter Vollidiot und die Aktion hier bewies es allemal.

Nachdem er den unglaublichen Kuss so unvermittelt abgebrochen hatte, öffnete Maria verwundert ihre Augen. Vor ihrem inneren Auge hatte sie die ganze Zeit nur sein wunderschönes markantes Gesicht gesehen, seine verführerischen weichen Lippen, seine funkelnden treuen rehbraunen Teddybäraugen, in die sie sich verliebt hatte. Aber als die Illusion die Realität traf, wurde ihr mit einem Mal schlecht und ihre flache Hand fand ganz automatisch den Weg zu seiner Wange. Das Klatschen ihrer Ohrfeige schallte im gesamten Treppenhaus, so dass der eine oder andere Patient verwundert über das Treppengeländer nach unten schaute, was das gerade für ein seltsames Geräusch gewesen war. In Sekundenschnelle wechselte Marias Gemütszustand. Sie platzte fast vor Wut und schriee ihr unverschämtes Gegenüber fassungslos an...

MH: Sag mal, hast du den Verstand verloren, du Mistkerl?
CS (hält sich die schmerzende Wange, die sich leicht rötlich verfärbt hat, u. grinst Maria an): Ich muss zugeben, nach dem Wahnsinnskuss auf jeden Fall.

Und schon machte seine andere Wange ebenfalls Bekanntschaft mit ihrer schlagkräftigen Chirurginnenhand. Schützend hielt Cedric Stier daraufhin seine Hände vor sein bis eben noch makelloses Gesicht...

CS: Hey! Jetzt hör auf damit!
MH (zickig): Du hast damit angefangen.
CS (klappt den Mund weit auf u. schüttelt den Kopf): Woah! Halt mal die Bälle flach, Bloody Mary. Du hast mich zuerst geküsst.

Scheiße ja! Aber es hatte sich so verdammt echt angefühlt. Als ob er wirklich... Ich bin so... blöd! Hätte ich Mehdi wirklich so schnell verziehen? ... Geküsst ja, verziehen, nein! ... Aber er wird nicht mehr zurückkommen! Und ein drittes Mal nehme ich ihn sicherlich nicht zurück. Einen Rest Stolz hab ich dann doch noch. Er hatte seine Chance. Und irgendwie muss ich mich ja auch schützen. Aber woher hätte ich denn ahnen sollen, dass ich mich vor jemand ganz anderem hätte schützen müssen? Mistkerl!

MH (zögert u. muss dem leider Recht geben): Ja, weil ich gedacht habe...
CS (seine Kinnlade klappt immer weiter nach unten): Was? Dass ER nach seiner Abfuhr reumütig zurück zu dir gedackelt wäre? Ich bitte dich!
MH (blitzt ihren verhassten Ex stocksauer an): Moment mal! ... Hast du uns etwa belauscht? Sag mal, geht’s noch?
CS (verschränkt lässig seine Arme): Ja, sorry, das war... unvermeidbar. Das hier ist öffentlicher Raum und eigentlich ziemlich ungeeignet für solche äh... ja was war das eigentlich... äh... Beziehungsgespräche oder was auch immer. Ich dachte, dein EX wüsste das. Der ist doch so ein Frauenversteher oder?
Ich bringe ihn um. Diesmal wirklich!
MH (ihre Halsschlagader vibriert heftig u. am liebsten hätte sie ihm noch eine runtergehauen oder ihn dahin getreten, wo es für ihn am schmerzhaften wäre): Halt den Mund, Cedric!

Sie wandte sich von ihm ab. Wütend krallten sich Marias Fingernägel ins Fensterbrett und sie schaute hinaus in die Dunkelheit. Dieselbe Dunkelheit, die nun auch in ihrem Herzen wohnte. Und der Gedanke, dass es wohl doch kein Happy End mit ihrem absoluten Traummann geben würde, ließ sie nun wieder resignieren. Sie seufzte leise vor sich hin. Zumindest hatte das eine beruhigende Wirkung auf sie. Lässig lehnte sich Cedric neben seine nachdenkliche Ex-Frau und musterte sie ausgiebig von der Zehenspitze bis zu den Haarspitzen. An ihrem traurigen Gesicht blieb er jedoch hängen.

CS: Komm schon, du wirst doch jetzt nicht schon wieder wegen DEM heulen? Ich erkenne dich gar nicht wieder. Wo ist die taffe Karrierefrau geblieben, die sich nimmt, was sie will, hmm?
Die wäre am liebsten im Urlaub geblieben und nie wieder zurückgekommen. So sieht’s aus.
MH (hat keine Kraft mehr ihn abzuwehren): Lass mich in Ruhe, Cedric! Was machst du eigentlich hier?

Der coole Neurochirurg war auf diese eher nebensächliche Frage nicht gefasst gewesen und legte eine rhetorische Kunstpause ein, was Maria zwar verwunderte, aber eigentlich auch nicht weiter interessierte...

MH: Ach das ist auch egal.

Cedric atmete erleichtert aus. Wieder trat eisernes Schweigen zwischen den beiden ein und Marias Exmann musterte sie heimlich von der Seite. So mitgenommen und enttäuscht hatte er sie selten erlebt. Nicht einmal bei ihre eigenen Trennung vor vier Jahren. Da war sie rasend vor Wut gewesen und hatte um sich geschlagen wie eine wilde Furie. Ja, das war sie gewesen, seine Bloody Mary. Aber ihr Anblick jetzt nahm ihn irgendwie mit. Er konnte sich das selbst nicht erklären. Behutsam legte er eine Hand auf ihre Schulter. Argwöhnisch schaute sie ihn von der Seite an, dann schlug sie seine Hand schnell weg und rutschte ein Stück zur Seite. Er rutschte nach.

CS: Mann, komm schon, Mary! Er hat dich für eine andere verlassen. Ist er wirklich die ganzen Tränen wert?

Maria, der in dem Moment erst bewusst wurde, dass er nicht nur ihr Gespräch, sondern auch ihren Moment der Schwäche mitbekommen haben musste, blitzte Cedric kühl an und entschied sich, überfordert den Fluchtweg anzutreten, indem sie erst ganz langsam und dann immer schneller die Treppe hinunterging. Auf der untersten Stufe angekommen, drehte sie sich noch einmal vergewissernd zu ihm um. Er war ihr nicht gefolgt! Gut für ihn! Cedric sah zu ihr herab und hoffte stattdessen, sie würde zu ihm zurückkommen.

MH: Er ist jede Träne wert, ja.
CS: Wieso?
MH: Weil... er ist ein Mann, der... den ich... Weil... ich ihn liebe!

...sagte sie ohne mit der Wimper zu zucken und drehte sich um und rannte nun die restlichen Stockwerke hinunter bis ins Erdgeschoss, wo man nur noch eine Tür ins Schloss krachen hörte. Cedric wirkte wie paralysiert und blieb noch einige Minuten als Salzsäule im Treppenhaus stehen. Erst als er von einer Gruppe von Pflegern und schnatternden Schwestern, die zum Schichtwechsel erschienen waren, angerempelt wurde, erwachte er aus seiner Starre und trat gedankenverloren zur Seite. Er ignorierte ihre spöttisch grinsenden Blicke, als sie an ihm vorbeigingen, und fuhr sich aufgewühlt durch seine Haare. Sein Handy klingelte und riss ihn abrupt aus seinen durcheinander geratenen Gedanken. Er ging ran und lauschte den Worten, die nur wie ein Schleier an ihm vorbeizogen, weil seine Sinne noch ganz woanders waren. Schließlich antwortete er der Anruferin...

CS: Ja, doch! Ich hole sie gleich ab. ... Ja, ich weiß, dass ich versprochen habe, pünktlich zu sein, aber ich wurde hier... aufgehalten. ... Ich weiß es nicht. Aber es war einen Versuch wert. ... Danke, dass du auf sie aufgepasst hast. Ich hätte nicht gewusst, wie ich sonst... Ich werde mich revanchieren. ... Klar, ich habe doch jetzt reichlich Zeit dafür. ... Bis gleich!

Cedric legte auf und steckte sein Handy wieder ein. Dann schaute er nachdenklich aus dem Fenster in die Ferne der dunklen Nacht. Er resignierte. Sein ach so tolles perfektes Leben trug nun endgültig den Titel „Scherbenhaufen“. Es gab keinen Weg zurück.

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