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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

20.05.2011 09:17
#1001 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mehdi: Ich kann nicht mehr ständig auf sie Rücksicht nehmen. Sie nimmt doch auch keine Rücksicht auf mich.
Gretchen (sieht ihn beunruhigt an): Wie meinst du das jetzt?
Gabi (wirkt ebenso verunsichert u. äußert einen vagen Verdacht): Sprichst du von deiner Frau?
Mehdi (sieht die beiden entschlossen an): Ich werde die beiden endlich als vermisst melden.
Gretchen (erstaunt): Das ist.... gut!?
Gabi (skeptisch): Wenn du meinst.

Während die beiden Frauen offen ihre Zustimmung bekundeten und ihm Mut zusprachen, wirkte Dr. Meier eher nachdenklich und konnte seine Bedenken nicht für sich behalten.

Marc: Das bringt doch nichts.

... sprudelte es plötzlich aus ihm heraus und alle drei schauten den skeptischen Oberarzt entgeistert an...

Gretchen (vorwurfsvoll): Marc!

Dieser Mann macht mich wahnsinnig. Mehdi braucht einen Hoffnungsschimmer und keinen erneuten Dämpfer. (GH)
Dieses Arschloch hat doch gar keine Ahnung. (GK)
Er hat so Recht, aber was bleibt mir denn sonst noch? (MK)


Marc (verteidigt vehement seine Position): Jetzt kuckt nicht so blöd! Ich meine das völlig ernst. Denkt doch mal nach! Die beiden sind seit fast einem Jahr verschwunden. Was sollte das also noch bringen? Denkst du, die Bullen schalten sich noch ein nach so einer langen Zeit? Die fragen dich eher, wieso du nicht schon viel eher zu ihnen gekommen bist.
Mehdi (kommt immer mehr ins Grübeln): Damit hast du ja auch Recht, aber... was soll ich denn sonst machen?
Marc (zuckt unschlüssig mit den Schultern): Ja was weiß ich denn? Sehe ich so aus, als hätte ich Ahnung von der hiesigen Polizeiarbeit?
Gabi (schnauzt Marc von der Seite an): Dann hör auf, hier so klugzuscheißen und uns mit deinem Tatort-Halbwissen zu nerven!
Marc (funkelt sie an): Eh!
Du kannst mich mal, du blöde Schnepfe. (MM)
Mehdi (zu Marc): An was hast du dann gedacht? Wir haben doch schon alles versucht.
Scheiße eh! Wie war das noch mal? (MM)
Marc (denkt angestrengt nach): Kannst du dich noch an unsere erste Unterhaltung mit Didi erinnern?
Gabi (schaut ihn fragend an): Didi?
Mehdi (reißt die Augen auf): Du meinst...?
Das geht nicht! (MK)
Marc (nickt zustimmend mit dem Kopf): Jep! Also ich bin jetzt kein Profi, aber ich denke, das wäre die einzige Option, die wirklich noch was bringen könnte.
Gretchen (kuckt völlig verwirrt zwischen den beiden Männern hin u. her): Jetzt redet doch mal Klartext. Ich verstehe kein Wort.
Gabi: Ich auch nicht.
Marc (sieht die drei selbstsicher an): Kindesentführung oder Kindesentzug oder wie auch immer das genau heißt!
Gabi (schockiert): Bist du jetzt völlig übergeschnappt?
Gretchen (hält sich fassungslos eine Hand vors Gesicht): Das wollte ich auch gerade fragen.
Mehdi (hegt so seine Zweifel): Marc, ich weiß nicht. Die Konsequenzen, die... Das kann ich Anna nicht antun.
Marc (fällt ihm ins Wort): Du hast doch selbst gesagt, du willst und kannst keine Rücksicht mehr auf Anna nehmen. Sie hat sich die Suppe nun mal selbst eingebrockt und muss mit den Konsequenzen leben. Wahrscheinlich wechselt sie auch deshalb so schnell ihre Aufenthaltsorte, weil sie denkt, du hättest sie eh schon längst deswegen angezeigt.
Mehdi (denkt an die vergebliche Suche in Italien): Hmm! Mag sein.

Gretchen (geht auf Marc zu u. sieht ihn an): Marc, das geht aber zu weit.
Marc (schaut ihr direkt ins Gesicht u. redet sich fast in Rage): Ja und sonst? Hast du eine bessere Idee? Was soll er sonst machen? Jedes Mal nen Herzkasper kriegen, wenn er irgendwo eine Lillykopie entdeckt? Es ist nun mal so, wie es ist. Sie hat ihm die Kleine weggenommen. Das rechtfertigt den Tatbestand. Er hat doch als Vater auch irgendwelche Rechte, denke ich. Ich hab da ja keine Ahnung. Sorgerecht. Betreuungspflicht oder weiß der Geier. Er steht ja schließlich als Vater in der Geburtsurkunde eingetragen, ob sie nun blutsverwandt sind oder nicht.
Mehdi (felsenfest davon überzeugt, egal was Anna Gegenteiliges behauptet hat): Sie ist meine Tochter!
Marc (kann seine vorlaute Klappe mal wieder nicht halten): Was ja noch nicht bewiesen ist.
Gretchen (klatscht ihm auf den Arm): Maaarc!
Marc (hat auch ohne Schläge schon ein schlechtes Gewissen): Ja, is ja gut. Sorry! Aber du verstehst doch, was ich meine oder, Mehdi?
Gabi (hat auch noch etwas dazu beizutragen): Ich glaub jetzt nicht, dass ich das wirklich sage, aber... Marc hat vollkommen Recht.
Marc (erstaunt): Na das nenne ich mal eine Ansage.
Mehdi (zu Gabi): Ich weiß.
Gretchen (lässt sich auf den Patientenstuhl vor Mehdis Schreibtisch fallen u. sieht ihn besorgt an): Bist du dir wirklich sicher? Wenn du einmal Anzeige erstattet hast, kannst du nicht mehr zurück.
Marc (plappert mit seinen halbgaren Binsenweisheiten dazwischen): Also rechtlich ist das schon noch...
Gretchen (sieht ihn augenrollend an): Halt die Klappe, du weißt, wie ich das gemeint habe.

Marc nickte ihr zur Bestätigung mit dem Kopf zu, dann blickte er wieder in Mehdis nachdenkliches Gesicht, wie es Gabi und Gretchen ihm auch nachmachten. Der Familienvater nahm sich eins der Bilder von Lilly, die er aufgereiht auf seinem Schreibtisch stehen hatte und streichelte mit dem Daumen verträumt über ihr strahlendes Gesicht. Hatte er denn eine andere Wahl? Bisher hatte er immer versucht, die Behörden rauszuhalten und hatte auf eigenen Faust gehandelt, um sie beide zu schützen. Monatelang hatte sich ein Detektiv auf ihre Spur gemacht, aber seine Recherchen hatten kaum Hinweise erbracht, bis er vor ein paar Wochen selbst die Initiative in die Hand genommen und tatsächlich ihre Fährte aufgenommen hatte, aber leider zu spät in dem italienischen Dorf angekommen war, in dem sie sich versteckt gehalten hatten. Nach diesem erneuten Rückschlag wäre er fast nicht wieder auf die Beine gekommen, so sehr hatte ihn das alles mitgenommen. Die beiden blieben verschwunden und würden es vermutlich auch für immer, wenn er nicht endlich handelte. Er konnte mit dieser offenen Wunde nicht mehr länger weiterleben, das hatten ihm die aufwühlenden Erfahrungen dieses Tages gebracht. Es gab nur noch diese eine einzige Chance, selbst wenn er damit Anna arg in die Bredouille bringen könnte. Sein Vater war Anwalt. Er wusste um die Konsequenzen. Die „Entziehung Minderjähriger“ wurde hart geahndet, mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Aber er konnte keine Rücksicht mehr nehmen. Sie hatte die ganze Familie in diese ausweglose Situation manövriert und würde mit den Konsequenzen leben müssen, die sie sich selbst eingebrockt hatte. Mehdi holte tief Luft und sah dann abwechselnd in Marcs, Gabis und Gretchens Gesicht, als er seinen endgültigen Entschluss mitteilte...

Mehdi: Ich werd’s tun.

Alle horchten plötzlich auf und sahen den entschlossenen Mann angespannt an...

Mehdi: Ich werde Anna wegen Kindesentführung anzeigen.

Eine beklemmende Stille herrschte nun in dem kleinen Büro und keiner wusste so recht, was er darauf sagen oder wie er reagieren sollte, nachdem Mehdi seinen Entscheidung verkündet hatte, die aber zwei Sekunden später von einer anderen sanfteren Stimme wieder durchbrochen wurde......

„Mehdi, ich würde das nicht tun.“

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

21.05.2011 17:53
#1002 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben , ich glaube, es ist mal wieder an der Zeit, danke zu sagen, dafür dass ihr mich nun schon seit sage und schreibe 1001 Teilen treu begleitet und mich immer wieder neu antreibt, auch wenn ich euch im Gegenzug manchmal sicherlich mit meiner Verzögerungstaktik gehörig auf die Nerven gehen. Aber zumindest in einer Angelegenheit rücken wir dem Ziel so langsam näher. Zu wem die sanfte Stimme gehört, erfahrt ihr nämlich jetzt. Bei einigen von euch fiel der Name schon. Viel Vergnügen u. schönen Abend noch. Eure Lorelei




Die Köpfe der vier schossen abrupt herum und schauten nun völlig perplex zu der jungen Frau, die in einem weißen Anorak gekleidet in der Tür stand und ihre sprachlosen Kollegen freundlich anlächelte. Während Gabis Gesichtszüge entglitten und Marc sich verwirrt an den Kopf fasste und kurz über seine Schulter zu Mehdi blickte, sprang Gretchen überrascht von ihrem Stuhl auf und starrte sie an, als sei sie ein Geist...

Gretchen: Was machst DU denn hier?

Die hat mir gerade noch gefehlt! (GK)
Gabi (mustert ihre Intimfeindin eifersüchtig von Kopf bis Fuß u. blitzt sie wegen ihres Gesagten zickig an): Das können SIE ja wohl nicht entscheiden.

Mehdi (schaut sichtlich erstaunt nach vorn): Maria! Du?
Maria (lächelt Mehdi charmant an): Hey!
Mehdi (weiß nicht recht, was er von ihrem plötzlichen Auftauchen halten soll u. erwidert verunsichert ihr strahlendes Lächeln): Hey!
Gabi (ihre Pupillen huschen von der einen zu dem anderen hin und her): Hey?
Flirtet die etwa mit ihm? Eh geht’s noch! Blöde Ziege! (GK)

Marc (zeigt mit dem Finger auf seine brünette Kollegin, die sich mit einem Arm lässig am Türrahmen abstützt): Äh... Machst du nicht gerade irgendwelche Schneehänge unsicher?
Maria (zwinkert Marc zu u. schaut dann wieder zu Mehdi, der sie irritiert ansieht): Das hatte ich, ja.
Konnte die sich da nicht alle Knochen brechen? Was zum Teufel will die hier? (GK)
Gretchen (verwundert): Und wieso bist du dann schon zurück?
Gabi (verschränkt ihre Arme u. lässt ihre lästige Konkurrentin nicht aus den Augen): Das würde mich aber auch sehr interessieren.
Marc (fixiert mit seinem Blick seine Ex-Verlobte, die direkt neben ihm steht u. vor lauter Eifersucht fast zu platzen droht, und grinst sie dementsprechend schelmisch an): Das kann ich mir denken.
Gabi (versucht ihn mit ihren Blicken zu töten u. flüstert ihm leise zu): Arsch!
Na das wird ja doch noch ein interessanter Abend hier! Hahaha! Bitchfight! Da komme ich ja voll auf meine Kosten. Yeah! (MM)

Während Gretchen, Marc und Gabi in Reih und Glied am Schreibtisch lehnten und den unerwarteten Gast neugierig und misstrauisch beobachteten, saß Mehdi immer noch mit hängender Kinnlade in seinem Chefsessel. Seine Gedanken überschlugen sich. Was machte sie nur hier? War es wegen ihm? Oder... wegen ihr? Weil sie wusste, dass.... und sie ihn jetzt...? Nein, wohl kaum, dann hätte sie sicherlich schon längst etwas gesagt oder würde anders auf Gabi reagieren. Aber warum hatte sie dann ihren Urlaub vorzeitig abgebrochen und kam ausgerechnet heute zu ihm, jetzt in dieser schicksalsträchtigen Stunde? Hatte Maria sie etwa belauscht? Es schien fast so. Aber warum war sie dann gegen seinen Entschluss? Sie selbst hatte ihn doch auch schon einmal auf genau diesen Tatbestand angesprochen. Sie war doch immer auf seiner Seite gewesen. Was hatte das nur zu bedeuten, fragte er sich verunsichert, während er sich mit beiden Händen am Schreibtisch abstützte und sich langsam aus seinem Sessel erhob. Er ging um dem Tisch herum und stellte sich neben seine Freunde und schaute seine hübsche Kollegin und Ex-Affäre - ein Thema, das ja auch noch geklärt werden müsste - fragend an...

Mehdi: Wieso hast du gesagt, ich solle das nicht tun? Hast du uns etwa belauscht?

Klar hat sie das! Sie ist doch ganz bestimmt wegen ihm zurück. Eindeutig Weihnachtsblues! Oder was weiß ich? Sie hat ihn vermisst und will ihn wiederhaben. Aber du kriegst ihn nicht mehr. Der gehört jetzt mir! Mir ganz allein! Für immer! Also verzieh dich bloß wieder, du blöde Schnepfe! (GK)

Maria (lächelt Mehdi leicht beschämt an): Tut mir leid. Die Tür war offen und ihr ward ja auch nicht gerade leise.
Marc (kleinlaut): Na super.

Dem armen Kerl bleibt auch echt nichts erspart. Erst ist es doch nicht sein Kind und nun taucht auch noch seine Zweitfrau auf, die von der Erstfrau noch keinen blassen Schimmer hat. Tendiere dazu, Mehdi den Schlüssel für unser Ferienhaus zu geben, damit er den Zickereien hier noch rechtzeitig entkommen und endlich mal abschalten kann. Seine Visage ist ja kaum mehr auszuhalten. Life sucks echt! (MM)

Gretchen (stupst Marc an der Seite an): Jetzt lass sie doch erst mal ausreden, Marc.
Da kommt sicher nicht viel Sinnvolles dabei heraus. (MM)
Gabi (trotzig): Da kommt eh nur heiße Luft raus.

... murmelte die eifersüchtige Krankenschwester leise vor sich hin und stellte sich demonstrativ ganz dicht neben ihren festen Freund, der seine Arme steif am Körper herunterhängen ließ und dessen Fingerspitzen sie mit ihren Fingerspitzen ab und an zufällig berührte, woraufhin er immer wieder verschämt zur Seite blickte und seine Arme dann sicherheitshalber hinter seinem Rücken verschränkte. Doch Gabi wich nicht von seiner Seite und behielt ihre leidige Konkurrentin argwöhnisch im Auge, die nun zu einer Erklärung ansetzte und dabei mit ihrem Blick Mehdi fixierte...

Maria: Deine Frau wegen Kindesentzug anzuzeigen, halte ich für übereilt.
Marc (lacht spöttisch laut auf): Übereilt? Dass ich nicht lache.
Gabi (geht auf Angriff u. zickt sie an): Sie sind seit fast einem Jahr verschwunden. Es wird höchste Zeit, dass er handelt.
Maria (sieht die beiden argwöhnisch an): Es überrascht mich zwar, dass gerade ihr beide euch so vehement für Mehdi einsetzt und euer Engagement ist auch durchaus lobenswert, aber...
Marc (fällt ihr uncharmant ins Wort): Lass die Bauchpinselei und komm endlich zum Punkt, Hassi. Ich hab heute noch was vor.
Maria (muss unweigerlich schmunzeln u. mustert ihn u. seine Freundin ganz genau): Euerem Outfit nach zu urteilen, zwingt sie dich wohl in die Oper? Obwohl... hmm... wohl eher in ein schmalziges Musical, hmm?
Marc (zeigt ihr den Vogel): Eh! Geht’s noch?

Wieso sind wir eigentlich hergekommen, wenn ich mich jetzt hier beleidigen lassen muss? Wir könnten uns schon knutschend in den Armen liegen, wenn ich mich nicht ständig um ihn und seine Frauengeschichten kümmern müsste. (MM)

Gretchen (nimmt Marcs Hand, um ihn zu beruhigen, was auch sofort eintritt, weil er sie jetzt kurz sanft anlächelt): Wir kommen direkt vom Weihnachtsessen mit unseren Eltern und waren auf dem Weg in einen Kurzurlaub.
Gabi (zickig von der Seite): Das interessiert doch hier keinen.
Maria (amüsiert sich königlich über den Machochirurgen): Dass ich das noch erleben darf, dass sich Dr. ‚Workaholic’ Meier freiwillig ein paar Tage Urlaub gönnt.
Marc (erste Tendenzen seines Ameisenblickes sind zu erkennen): Also jetzt mach mal nen Punkt, Maria! Obwohl wir unterbesetzt sind, nimmst du dir doch jeden Furz lang Urlaub. Oder waren wir nicht gerade erst im Ösiland?
Maria (rollt mit den Augen u. konzentriert sich endlich auf das Wesentliche): Ja, und damit wären wir auch wieder beim Thema.
Marc (kuckt sie verwundert an): Hä?
Gabi: Sorry, aber Ihre Urlaubserlebnisse tun hier nun wirklich nichts zur Sache.
Mehdi (streichelt kurz unauffällig über ihre Hand): Jetzt lass sie mal ausreden. Ich habe den Eindruck, es ist wichtig.
Gabi (verschränkt schmollend ihre Arme): Kann mir schon denken, was der wichtig ist.
Mehdi, Mehdi, und noch mal Mehdi. Wird echt Zeit, dass er mit ihr endlich Klartext redet. (GK)
Maria (wirft Schwester Gabi einen misstrauischen Blick zu, konzentriert sich dann aber schnell wieder auf Mehdi u. dem Grund ihrer Anwesenheit): Ich habe ja nie an so etwas wie Schicksal oder göttliche Fügung geglaubt, aber...

Was wird das denn jetzt? Buddhismus für Anfänger oder wie? Die hat doch einen im Tee! (GK)
Okaaay!? Der ist wohl die Luft da oben nicht bekommen. (MM)


Marc (schaut Maria gequält an): Oh ich bitte dich. Deinen Vortrag kannst du auch getrost der Sabsi erzählen. Die braucht, glaube ich, gerade seelischen Beistand. Oder... hmm... ne Brille tut’s vielleicht auch.
Gretchen (schüttelt den Kopf u. sieht ihren vorlauten Freund mit funkelnden Augen an): Marc, jetzt lass sie doch mal erzählen. Ich finde das ja sehr interessant.
Marc (stöhnt u. rollt mit den Augen): Klar!?

Könnt ja alle zusammen einen esoterischen Häkelkurs aufmachen! Aber erst NACHDEM wir von unserem Sex- äh... Kurztrip zurück sind, wobei der dich sicherlich auch in andere Sphären katapultieren wird. (MM)

Maria (blitzt ihren unverschämten Kollegen an u. sieht dann wieder in Mehdis braune wunderschöne Augen, die sie gebannt anstarren): Jedenfalls glaube ich jetzt irgendwie doch daran. Eine andere Erklärung gibt es da nicht. Ich meine, wieso sollte ich sonst... Das war ja alles auch nicht geplant und... (stockt mit ihrer Rede, als sie merkt, dass sie beinahe zu viel preisgegeben hätte und die verständnislosen Gesichter wahrnimmt) ... Ach was soll’s. Dann eben anders... Ähm... Was ich die ganze Zeit damit sagen will, ist Folgendes. Ich... ich habe dir jemanden mitgebracht, Mehdi.

Mehdi und die anderen blickten die Neurologin verunsichert an, als diese sich plötzlich umdrehte und ihren Kopf zur Tür hinaus streckte...

Maria: Kommst du mal bitte?
Marc (schaut irritiert zu Gretchen, die mit den Schultern zuckt): Was wird das denn jetzt? Irgendne bescheuerte Weihnachtsüberraschung? Oh Gott, das muss ich nun wirklich nicht sehen.

Alle vier, besonders Gretchen und Mehdi, die mit einem Mal ein seltsames nicht einzuordnendes Gefühl in der Magengegend verspürten, schauten nun gebannt zur Tür, wo Maria einem kleinen Mädchen Platz machte, das mit einem breiten Grinsen im Gesicht in das Zimmer marschierte, weil sie dort nämlich jemanden entdeckt hatte, den sie ganz besonders lieb hatte. Sofort stürmte sie auf diese Person zu und fiel dem betröppelten jungen Mann, der sich automatisch, ohne es überhaupt zu merken, zu ihr heruntergebeugt hatte, um den Hals...

Sarah (euphorisch): Maaaaaaaaaarc! Ich hab dich gaaaaaaaanz suuuuperduuuuuperdolle vermisst.
Hilfe!
Marc (drückt die Kleine überrumpelt u. steif an sich): Äh... ja, das nenn ich jetzt mal... eine... Überraschung.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

22.05.2011 16:51
#1003 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ok, ich weiß, das war gemein, schon wieder abzulenken. Ich wollte euch nicht noch mehr verwirren. Sorry! Ich entschuldige mich noch einmal bei allen für die arglistige Täuschung in den letzten Tagen. Ich hoffe, der heutige Teil entschädigt für alles? Ihr habt nämlich recht mit eurem Verdacht. Die kleine Hassi war nur etwas zu übermütig und flink. Aber wer wäre das nicht bei Marc Meier, ne? Eigentlich geht es nämlich um etwa ganz anderes, was schon längst überfällig war. Viel Spaß! Und Achtung: Taschentuchalarm! Schönen Sonntag noch, wünscht euch eure Lorelei.




Die vier Erwachsenen im Raum schauten mehr oder weniger verdattert auf Marias zuckersüße kleine Tochter, die sich wie ein Klammeräffchen an dem brünetten Oberarzt festgeklammert hatte, ihn knuddelte und herzte, der sie mit beiden Händen ziemlich unsicher am Hintern festhielt und sich hilfesuchend immer wieder nach seiner Kollegin umschaute und ihr giftige Blicke zuwarf, die wiederum amüsiert die Arme verschränkte und ihn frech angrinste, als sie seinen leicht ängstlichen „Nimm-mir-endlich-dieses-blöde-Balg-vom-Hals“-Ausdruck in seinen Augen vernahm. Sie beschloss, ihn mit ihr noch ein wenig zappeln zu lassen. Es gab schließlich Wichtigeres. Mehdi und sein Glück nämlich. Gretchen, die bei dem süßen Anblick der beiden unweigerlich verträumt lächeln musste, strich der kleinen Sarah Hassmann liebevoll über die Rücken, woraufhin diese ihr frech zuzwinkerte und Marc ihr einen unmissverständlichen „Nimm-du-sie-verdammt-noch-mal“-Blick zuwarf, den sie aber wissentlich mit einem Lächeln ignorierte, und wendete sich neugierig an ihre Freundin, denn so wirklich verstand sie noch nicht, was das alles hier zu bedeuten hatte. Außerdem hatte sie, wie auch Gabi, der die gesamte Szene ziemlich spanisch vorkam, Mehdis verunsichertes Gesicht bemerkt, der Marc und Sarah gar nicht mehr aus den Augen lassen konnte.

Gretchen (zu Maria): Äh... warum genau hast du jetzt deine Tochter mitgebracht?
Gabi (wird immer misstrauischer): Das frag ich mich aber auch.
Maria (nimmt Gabi gar nicht wahr u. grinst Gretchen an): Ich konnte sie ja schlecht zurücklassen oder?
Gretchen (verwirrt): Nein, äh... nein.
Marc (meckert): Hättest du es mal lieber getan.
Die kleine Göre quetscht mir noch lebensnotwendige Organe ab.
Sarah (stupst ihm an die Nase): Du bist aber lustig heute.
Marc (zieht seine Nase kraus u. kuckt sie an): Bin ich nicht! Und du... du... bist schwer. Hast wohl zu viel Schokoweihnachtsmänner genascht, hmm?
Sarah (steckt ihm die Zunge raus): Gar nicht wahr!

Marc konnte sich sein Lachen nicht verkneifen und auch Sarah lachte nun aus vollem Herzen mit ihm mit. Währenddessen konnte Schwester Gabi ihren Groll auf Dr. Hassmann nicht mehr länger verbergen und keifte diese an, da sie schon wieder ihren Liebsten mit albernen verknallten Blicken traktierte...

Gabi (zynisch): Soll Mehdi sie jetzt adoptieren oder was soll das Ganze hier?
Die schreckt auch vor nichts zurück. GGGRRR!!! Mit ihrer blöden Familientrumpfkarte erreicht sie doch nur das genaue Gegenteil. Nach der Pleite mit Sabine ist er doch schon fertig genug. Die blöde Ziege macht alles kaputt. (GK)
Gretchen (blickt entsetzt von Gabis Taktlosigkeit zur Seite): Also Gabi wirklich! Das...
Gabi (zickt zurück): WAS?
Meine Güte, ein bisschen Eifersucht ist ja noch ok, aber das hier ist im Moment wirklich unangebracht. Mehdi geht’s nicht gut! (GH)

War ja klar, dass sie auf ihrer Seite steht. Von wegen, sie hätte das mit mir und Mehdi akzeptiert und wünscht uns alles Glück dieser Welt. Sie würde ihn doch viel lieber mit ihr zusammen sehen. So eine richtig schöne nette kleine spießige Familie, wo er doch sein erste verloren hat. (GK)

Mehdi (sieht seiner aufgebrachten Freundin direkt in die Augen, um ihr verständlich zu machen, dass Eifersüchteleien im Moment nicht angebracht sind, woraufhin sie trotzig zur Seite kuckt u. schmollt): Gabi!
Jetzt verteidigt er sie auch noch oder was? Na prima! Und ich bin wieder abgeschrieben! Schönen Dank auch! Ich wünschte, Mehdi wäre vorhin nicht ans Telefon gegangen, dann wäre das alles hier nicht passiert, er wäre glücklich und wir würden noch immer zusammen auf dem Eis schweben. Hach... wäre das schön. (GK)

Während Gabi sich mit schönen Erinnerungen tröstete, amüsierte sich ihre Konkurrentin kopfschüttelnd über die Zickereien ihrer Kolleginnen, auch wenn sie nicht wirklich verstand, warum die biestige Krankenschwester ihr gerade heute so feindselig gegenübertrat. Aber ihr war es im Nachhinein egal. Maria suchte wieder Mehdis Blickkontakt, da sie ihm schließlich etwas Wichtiges mitzuteilen hatte. Sie hatte ja nicht damit gerechnet gehabt, dass Sarah ihr die Show stellen würde. Also versuchte sie es erneut....

Maria: Ich hatte eigentlich nicht sie gemeint, sondern...

Maria zeigte mit ausgestreckten Zeigefinger kurz auf ihre Tochter, die immer noch ihren Marcilein anhimmelte und knuddelte, und ließ die betröppelt dreinblickende Runde einfach stehen und verschwand zur Tür hinaus, um eine Sekunde später mit einem anderen kleinen Mädchen an der Hand den Raum wieder zu betreten.

http://www.youtube.com/watch?v=iLi_osYNsOU

Allen Beteiligten stockte der Atem, als sie erkannten, um wen es sich dabei genau handelte. Gretchens Kinnlade klappte in Zeitlupengeschwindigkeit nach unten. Ihr Blick huschte unsicher zur Seite, wo Schwester Gabi, die ihre peinlichen eifersüchtigen Gedanken beiseite schob, sich mit einer Hand am Schreibtisch festhalten musste, weil sie ihren Augen nicht traute, wen sie da gerade vor sich sah. Dann ging Gretchens Blick weiter zu ihrem liebsten und besten Freund Mehdi, der sich zunächst ungläubig die Augen rieb und dann als seine Knie plötzlich zu schlottern begannen, instinktiv nach Gabis Hand griff, weil er Halt suchte und brauchte, den sie ihm auch schenkte. Seine Freundin ließ ihn sowohl mit ihrer Hand als auch mit ihrem Blick nicht mehr los. Gebannt verfolgte sie ebenso wie Gretchen jegliche Regung von ihm. Beide spürten den magischen Moment und wollten ihn wie mit einer Kamera für immer mit ihren Augen festhalten als schönste Erinnerung, die ihnen je zuteil wurde. Doch Mehdi rührte sich nicht. Wie gelähmt starrte er nach vorn.

Es war mucksmäuschenstill in seinem Büro. Nur Sarah gluckste noch fröhlich vor sich hin - verstand sie doch noch nicht die große Tragweite dieses Augenblicks - und tippte immer wieder neugierig mit ihrem Zeigefinger in Dr. Meiers makellosem Gesicht herum. Sein stoppeliger Dreitagebart hatte es ihr angetan. Mit zusammengepressten Lippen und hochgezogenen Mundwinkeln streichelte sie mit ihren Fingern darüber und kicherte. Doch das Opfer ihrer unverblümten, aus kindlichem Forschungsdrang bedingten Zärtlichkeiten merkte es nicht einmal, denn auch er schaute ungläubig nach vorn und dachte mit einem Mal, dass es wohl doch Fata Morganas geben könnte. Etwas anderes konnte es schließlich nicht sein. Oder etwa doch? Er bemerkte aus dem Augenwinkel heraus, wie seine Freundin und seine Ex seinen besten Kumpel mit ihren Blicken regelrecht auszogen, um einen Blick auf sein Herz zu erhaschen. Doch dieser schien es nicht einmal zu registrieren. Starr und steif wie ein Baum blickte er mit großen Kulleraugen zur Tür. Marc folgte seinem Blick und sah nun in das hoffnungsfrohe, vor ekelhafter Glückseligkeit überschäumende Gesicht seiner werten Kollegin Hassmann. Hatte er sie überhaupt jemals so lächeln sehen, überlegte er sich. Dann fiel sein Blick auf die kleine Person neben ihr. Er musterte sie ganz genau. Er erinnerte sich. Seine rechte Hand schoss automatisch hoch zu seinem Mund, der unbemerkt heruntergeklappt war und verschloss diesen. Dabei vergaß der überraschte Chirurg ganz, dass er doch gerade eben noch ein kleines Wesen in den Armen gehalten hatte, das nun wie ein nasser Sack an ihm herunterrutschte, weil es den Halt verloren hatte und ihm nun dementsprechend mit heruntergeklappter Zuckerschnute enttäuscht in sein erstarrtes Gesicht blickte. Die Großen sind blöd, dachte sich Sarah und kuckte zu ihrer Mutter und ihrer neuen besten Freundin. Wieso schaute ihre Mama denn so komisch, fragte sie sich verwundert und blickte sich um. Marcs Gretchen und diese komische lange Frau, die seltsamerweise die Hand von dem starken knuffigen lieben Mann hielt, in den ihre Mutter heimlich verliebt war, waren beide den Tränen nah. Und ihre Mama weinte nun auch. Was war denn jetzt los, fragte sich die Kleine verunsichert und schaute fragend zu ihrem allwissenden großen Freund hoch...

Sarah: Duuu, Maaarciii?

Doch weder er noch irgendjemand anderes reagierte auf sie. Eingeschnappt verschränkte Sarah ihre Arme und fixierte mit ihrem Blick die vielen Babybilder an der Wand, die sie nun wissbegierig studierte. Völlig gerührt schaute derweil die blonde Assistenzärztin zu ihrem besten Freund, der offenbar noch immer nicht realisiert hatte, wer da gerade an der Hand von Maria Hassmann in sein Büro marschiert war. Auch als Gabi fest seine Hand drückte und ihn zusätzlich anstupste, reagierte Mehdi nicht. Hilflos blickte sie zu Gretchen, die auch nur mit den Schultern zucken konnte und dann wieder nach vorn zur Tür schaute, wo Maria der Kleinen jetzt leise etwas ins Ohr flüsterte. Schüchtern hob das dunkelhaarige Mädchen in der pinkfarbenen Schneehose und dem weißen Pullover ihren Kopf und schaute sich ängstlich zwischen ihrer Freundin Sarah und den ganzen Erwachsenen, die sie wie ein Fisch anstarrten, um. Doch plötzlich machte sie ganz große Augen, als sie endlich die Person erkannt hatte, die ihr die liebste auf der Welt war. Ihr Herz klopfte wie verrückt. Sie strahlte mit einem Mal mit der Sonne um die Wette und riss sich abrupt von der lieben Oberärztin los, die sie hierher gebracht hatte, und rannte mit weit ausgebreiteten Armen auf ihn zu.

„Papa!“, schluchzte sie mit tränenerstickter Stimme und da erst realisierte der Familienvater, dass sie tatsächlich da war. In echt. Live und in Farbe. Wunderschön wie ein Engel. Seine kleine Lillymaus! Er träumte nicht! Das Wunder war wahr geworden.

Mehdi: „Lilly?“

... gab der Oberarzt sprachlos wieder und ging wie ferngesteuert runter in die Knie, um sein Mädchen endlich nach all den langen Monaten der Trennung und der Ungewissheit in seine starken väterlichen Arme zu schließen. Er wirbelte seine Tochter mehrmals lachend um seine eigene Achse und drückte sie fest an sich, nachdem sie mit einem Hechtsprung glücklich in seine Arme gefallen war. Schließlich sanken sie auf ihre Knie und hielten sich einfach nur fest. Mehdi war der glücklichste Mann der Welt und merkte vor lauter überschäumender Freude gar nicht, wie ein unaufhörlicher Wasserfall an Tränen seine Wangen hinab lief und den weißen Stoff seines Kittels durchtränkte. Er konnte es einfach nicht fassen. Er hatte sie endlich wieder! Das fehlende Puzzelstück, das die riesige Lücke in seinem Herzen schloss! Seinen rettenden Anker, der ihn am Leben hielt, der ihm Hoffnung, Liebe und unendliches Glück schenkte, der ihm alles auf der Welt bedeutete und den er nie wieder auch nur eine Sekunde wieder loslassen würde. Seine Lillymaus war wieder da! Einfach so. Mit einem Mal. Von einem Moment auf den anderen fand er sich nicht mehr im tiefen Tal der Verzweifelung wieder, sondern auf einer Wolke im Himmel. Das konnte doch nur ein Traum sein, der schönste, den er je hatte. Um sich zu vergewissern, dass sein kleiner Engel auch tatsächlich vor ihm stand, drückte er Lilly, die ebenfalls vor lauter Freude, ihren geliebten Papa wieder zu haben, weinte und schluchzte, immer fester gegen seine Brust, in der sein Herz mittlerweile regelrecht Purzelbäume schlug, schaute sie aus verheulten Augen immer wieder an, streichelte ihr zärtlich die Wange, küsste, herzte und knuddelte sie, ließ sie nicht mehr los. Mehdi Kaan weinte vor lauter Freude und Glück und alle anderen mit ihm mit.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.336

23.05.2011 17:16
#1004 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Jaaaaaaaaaaaaaaa, LILLY ist wieder daaaaaaaaaaaaaaa!!!! (By the way, das würde ich in der Serie auch gerne noch sehen wollen!!! )
Nachdem wir uns alle wieder ein wenig erholt haben, folgt nun das Wiedersehen, Teil 2. Was mit Anna ist, wie und wo Maria die Kleine aufgegabelt hat und wie schicksalsträchtig das Ganze ist, erfahrt ihr so nach und nach. Süß, dass ihr euch gleich schon Sorgen um Mehdis Beziehungsstand macht. Ich glaube, der hat jetzt erst einmal etwas ganz anderes im Kopf.
So viel dazu und jetzt viel Spaß mit dem neuen Teil! Ich hoffe, ihr habt die Tempos noch nicht weggelegt. Eure Lorelei





Alle anwesenden Frauen waren getreu ihrer Natur unheimlich bewegt von der rührenden Wiedersehensszene zwischen Vater und Tochter Kaan und versteckten ihre Freudentränen nicht. Gretchen schluchzte, schniefte und weinte hemmungslos und synchron mit Mehdi mit und schmiegte sich überglücklich und erfüllt von diesem wunderbaren Weihnachtswunder an Marcs linke Seite, der immer noch Sarah Hassmann an seiner rechten Hand hielt und gebannt zu seinem besten Freund und seiner Kleinen schaute. Er konnte kaum beschreiben, was er in diesem Moment fühlte. Unglaubliche Erleichterung, unermessbares Glück, unbändige Freude. Er wusste es nicht, doch es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl, das ihn erfüllte. Das nicht enden wollende Drama hatte endlich ein Ende.

Die hibbelige Sarah schaute sich derweil verwundert nach allen Seiten um. Warum weinten die Erwachsenen denn alle? Selbst ihre Mama, die doch sonst nie weinte, wischte sich immer wieder die eine oder andere Träne aus dem Augenwinkel. Die Sechsjährige blickte wieder verunsichert zu ihrem großen Freund hoch, der sanft vor sich hin lächelte und dessen Augen ebenfalls verdächtig schimmerten und auf Mehdi und Lilly ruhten, und fragte ihn direkt auf ihre kindlich unschuldige Art das Offensichtliche...

Sarah: Duuu Maaarciii, ist das Lillys Papi?

Damit holte das neugierige Mädchen den sichtlich gerührten Oberarzt auch tatsächlich zurück in die Realität des Hier und Jetzt. Er räusperte sich mehrmals verlegen, wischte sich irritiert über seine feuchten Augen und schaute dann mit wiederhergerichteter Männlichkeit und Coolness zu der Rotzgöre herab, die ihn neugierig mit großen Kulleraugen anstarrte, so dass er gar nicht anders konnte als breit zu grinsen. Er strubbelte ihr einmal durch ihre Haare und nickte dann leicht mit dem Kopf, was sie ebenfalls zum Lächeln brachte. Sie schlang ihre Arme so weit es ging um seinen Beine und schmiegte sich mit ihrem Kopf an seine rechte Seite....

Sarah: Das ist schön.
Marc: Ja, in der Tat!

Marc legte liebevoll eine Hand auf ihre Schulter und drehte dann seinen Kopf zur anderen Seite, wo er direkt in ein himmelblaues Meer an Tränen schaute, was sein Herz tief berührte. Seine freie Hand fuhr Gretchen zärtlich über die Wange und er strich mit seinem Daumen die salzigen Perlen weg. Die Schönheit strahlte ihn überladen von Glücksgefühlen an und beugte sich langsam zu ihm rüber. Sanft trafen sich ihre Lippen zu einem gefühlvollen Kuss.

Auch Gabi Kragenow war ganz bewegt von der rührenden Vater-Tochter-Szene und hielt ihre rechte Hand an ihr pochendes Herz. Sie konnte kaum beschreiben, was in ihr vorging, aber sie freute sich aufrichtig für ihren Freund, dass er endlich nach all den Monaten, in denen er durch die erzwungene Trennung furchtbar gelitten hatte, seine geliebte Tochter wieder hatte. Seinen Sonnenschein. Nie zuvor hatte sie ihren Liebsten so glücklich gesehen wie in diesem Moment. Mit ihr war auch sein strahlendes Lächeln zurückgekehrt, was sie doch so sehr an ihm liebte. Endlich war alles wieder gut, dachte sie, auch wenn Lillys Rückkehr zumindest teilweise für sie einen bitteren Nachgeschmack hatte. Und der war brünett, arrogant und selbstgerecht und himmelte Mehdi mindestens genauso sehr an wie sie ihn. Warum musste ausgerechnet diese furchtbare Person seine Tochter aufspüren und sie wieder zu ihm zurückbringen? Wie konnte das sein? Das Schicksal war ein Arschloch! Wo hatte sie sie überhaupt aufgegabelt? So viele Zufälle konnte es doch gar nicht geben. Mehdi würde ihr auf ewig dankbar sein und dieses Biest würde diese Dankbarkeit sicherlich für ihre Zwecke zu nutzen wissen. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche. Und dieser Gedanke gefiel der eifersüchtigen Krankenschwester ganz und gar nicht. Beunruhigt schaute Gabi nun wieder zu ihrer lästigen Konkurrentin, der ebenfalls Tränen in den Augen standen und die Mehdi und Lilly mit ihren Blicken nicht losließ.

Maria Hassmann, die sich das Wiedersehen der beiden in ihren Träumen nicht schöner hätte vorstellen können, lächelte glücklich vor sich hin, stieß sich schließlich vom Türrahmen, an den sie sich die ganze Zeit geklammert hatte, ab und trat nun an ihre Tochter und das sich innig küssende Paar heran, das sich gerade wieder voneinander gelöst hatte und sich nun verliebt anschmachtete. Sie befreite ihren heute durchaus auf sie sympathisch wirkenden Kollegen von dem lästigen Zwerg, der ihm diesmal gar nicht mal so nervig vorgekommen war, und strich Sarah mütterlich über die Haare. Diese streckte ihren Kopf ein wenig und strahlte sie freudig an. Maria legte ihre Hände um ihre Schulter und drückte sie an sich, woraufhin die Kleine zu kichern begann. Dann sah die Neurologin wieder zu der bewegenden Familienvereinigung, für die sie durch einen glücklichen Wink des Schicksals gesorgt hatte.

Die beiden Glücklichen hatten mittlerweile alles um sich herum vergessen....

Lilly (schluchzt): Ich hab dich soooooo vermisst, Papa.
Mehdi (drückt sie immer fester an sich u. will sie gar nicht mehr loslassen): Und ich dich erst.
Lilly (klopft ihm um Luft ringend auf den Rücken): Papaaa, nicht so doll. Ich bekomm ja gar keine Luft.
Mehdi: Tut mir leid, mein Schatz. Aber ich freu mich halt so sehr, dich wiederzusehen.

Mehdi lockerte seine väterliche Umarmung, nahm jetzt ihre beiden Hände in seine und sah sich sein Mädchen ganz genau an. Jeden Millimeter prägte er sich für die Ewigkeit ein. Groß war sie geworden. Eine richtige kleine Dame, dachte er und musste unweigerlich lächeln. Doch dann wurde er mit einem Mal ernst. Was hatte er nur alles verpasst? Fast ein ganzes Jahr ihres noch so jungen Lebens! Die verlorene Zeit ließ sich unwiderruflich nicht mehr zurückholen. Immer wieder strich er ihr nachdenklich über ihr langes glattes Haar und ihre leicht gerötete Wange. Ihr verschmitztes Lächeln erwärmte sein Herz. Es schlug so schnell, dass er fast glaubte, es könnte jeden Moment zerspringen. Er hatte sie wirklich wieder. Seine kleine Tochter! Ein unbeschreibliches belebendes Glücksgefühl machte sich in ihm breit. Nur einmal hatte er sich bisher so gefühlt und das war bei ihrer Geburt gewesen.

Lilly strahlte ihren Vater aus leuchtenden Augen an, der sie immer noch wie ein achtes Weltwunder betrachtete und dabei hemmungslos weinte, was ihm nicht mal zu stören schien. Sie strich ihm die großen Elefantentränen liebevoll von der Wange und grinste ihn breit an...

Lilly: Wieso weinst du denn? Papa, Jungs dürfen doch nicht weinen.

Marc (leise zu Gretchen): Wo sie recht hat, hat sie recht.
Gretchen (klatscht ihm sanft mit ihrer Hand auf den Brustkorb): Marc, sei nicht albern. Du hast doch auch gerade geheult wie ein Hundewelpe.
Marc (leugnet vehement um seinen Ruf bemüht): Was? Hab ich nicht!
Gretchen (legt grinsend ihre Arme um seinen Hals u. gibt ihm einen kleinen Kuss): Doch hast du! Und ich fand das unheimlich süß.
Marc (zwinkert ihr zu u. küsst sie erneut, diesmal etwas stürmischer): Und ich finde das süßer.

Mehdi (streicht Lilly lächelnd über den Kopf): Doch manchmal dürfen sie das. Das sind Freudentränen, meine Maus.
Lilly: Ach so! Ich freu mich auch ganz doll, dass ich wieder bei dir sein kann.

Lilly schmiegte sich glücklich an ihren großen starken Papa, der sofort seine Arme wieder um sie schlang, und schloss ihre Augen. Sanft wiegte er sie hin und her und flüsterte ihr ins Ohr....

Mehdi: Ich lass dich nie wieder gehen, hörst du. Nie mehr!
Lilly: Ich will auch nie wieder weg, Papa.
Mehdi (lächelt): Das ist schön.
Lilly: Ich darf doch bei dir bleiben oder Papa?

... fragte Lilly verunsichert und schaute Mehdi nun mit großen Augen herzzerreißend an. Ihr Vater blickte ihr sanftmütig in die Augen und legte seine große Bärentatze an ihre Wange und streichelte diese sanft mit dem Daumen...

Mehdi: Natürlich meine Maus.
Lilly: Aber wenn Mama wieder verreisen muss?

Diese in ihren Augen unschuldige Frage riss Mehdi unvermittelt aus seiner Glückseligkeit. Mit einem Schlag waren die Bilder vom Bahnhof wieder da und damit auch dieses unerträgliche beklemmende Gefühl. Er schluckte schwer und schaute seinen kleinen Engel beunruhigt an. An seine Frau hatte er in den letzten glücklichen Minuten nämlich noch überhaupt nicht gedacht. Was war, wenn sie sie wieder mitnehmen wollte? Wenn das nur eine kurze Stippvisite war? Wegen Weihnachten. Das würde er nicht verkraften.

Lilly (sieht ihren Papa aus traurigem Augen an): Ich will nicht mehr ständig hin und herfahren, Papa. Das macht keinen Spaß.
Mehdi (räuspert sich): Das...das musst du auch nicht, mein Schatz, wenn du nicht magst. Ich rede mit ihr... mit... deiner Mutter. Großes Indianerehrenwort!

Lilly lächelte ihren Vater glücklich und zufrieden an. Mehdi drückte seinen Sonnenschein noch einmal an sich, dann richtete er sich zusammen mit ihr auf und blickte aufgewühlt zu Maria Hassmann, die ihn mit ihren dunklen Augen fixierte und sich schon denken konnte, was er sie als nächstes fragen würde...

Mehdi: Wo ist... Anna?

Lorelei Offline

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24.05.2011 16:55
#1005 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Bevor die schöne Ärztin auf seine drängende Frage antworten konnte, reckte Lilly, die sich an seine Seite gekuschelt hatte, auch schon ihren Hals in die Höhe, kuckte ihren Papa mit großen Kulleraugen an und plapperte munter drauflos...

Lilly: Mama ist doch...

Doch Dr. Hassmann, die ihre Augen panisch geweitet hatte, kam dem kleinen Plappermaul schnell zuvor. Sie trat zusammen mit Sarah an die beiden heran, legte ihre rechte Hand auf Lillys Schulter, die daraufhin verwundert zu ihr hoch kuckte, und läutete ein Ablenkungsmanöver ein...

Maria: Lilly, Süße, willst du nicht zusammen mit Sarah zur Weihnachtsfeier auf der Kinderstation runtergehen? Da gibt es Musik, Spiele, Süßigkeiten und vielleicht hat der Weihnachtsmann ja auch noch für euch beide ein kleines Geschenk dabei, hmm?
Sarah (klatscht begeistert in die Hände u. sieht Lilly aufordernd an): Au ja! Kommst du mit, Lilly?
Lilly (sieht unsicher zu ihrem Papa, bei dem sie gerne bleiben möchte): Ich weiß nicht. Ich...
Maria (beugt sich zu ihr runter u. spricht behutsam mit ihr): Hör mal! Ich habe mit deinem Papa noch ein paar Erwachsenendinge zu klären. Verstehst du?

Lilly nickte ihr traurig zu. Mehdi schaute zwar irritiert zu Maria und fragte sich, wieso sie die Kleinen jetzt unbedingt wegschicken wollte, aber als die schöne Neurochirurgin ihn eindringlich ansah, verstand er und nickte leicht mit dem Kopf, woraufhin Lilly lächelte und zustimmte...

Lilly: Na gut!

Maria wandte sich nun an die brünette Krankenschwester, die nicht von Mehdis Seite wich und sie immer wieder seltsam mit bösen Blicken traktierte, die sie sich zwar nicht wirklich erklären konnte, aber ignorierte. Es gab schließlich Wichtigeres.

Maria: Schwester Gabi, wenn Sie die beiden bitte in die Pädiatrie begleiten würden.
Gabi (blickt ihre Erzfeindin grimmig an u. verschränkt abweisend die Arme): Was? Ich? Wieso ich?
Ich lasse ihn doch nicht mit dir blöden Kuh alleine! Vergiss es!
Mehdi (legt behutsam seine rechte Hand auf ihre linke Schulter, woraufhin sie zusammenzuckt u. ihn beunruhigt ansieht, u. schaut ihr bittend direkt in die feurig funkelnden Augen): Bitte, Gabi, tust du mir den Gefallen?
Gabi (schaut verunsichert in seinen schönen Augen hin und her): Aber ich...
... ich will doch auch wissen, was passiert ist. Das geht mich doch auch etwas an. Falls du es vergessen hast, ich bin deine Freundin und nicht sie!

Mehdi lächelte seine heimliche Freundin liebevoll an, was ihr Herz schließlich erweichte...

Gabi (seufzt): Okay, wenn’s denn sein muss.
Mehdi (streicht ihr kurz über den Arm): Danke!
Was tut man äh... Frau nicht alles für eine gut funktionierende Beziehung. Die Gewitterziege behalte ich aber trotzdem weiterhin im Auge.

Gabi löste sich schließlich schweren Herzens aus Mehdis magischem Bannkreis und trat an die beiden zappeligen Mädchen heran, die voller Vorfreude vor sich her kicherten und die Krankenschwester neugierig musterten...

Gabi: So dann kommt mal mit, ihr beiden!

Während Sarah ohne zu Zögern schon nach Gabis linker Hand griff, schaute sich Lilly noch einmal vergewissernd zu ihrem Vater um, der ihr mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen zunickte und ihr einen kleinen Kuss auf den Kopf gab...

Mehdi: Ich komme gleich nach, mein Schatz.

Daraufhin begann seine Tochter wie eine Sonne zu strahlen, knuddelte ihn noch einmal durch, drehte sich anschließend mit klopfendem Herzen um und nahm Gabis rechte Hand, die sie ihr zitternd entgegenhielt, und verließ mit ihr das Sprechzimmer ihres Vaters. Maria schloss die Tür hinter ihnen und blickte dann kurz zu Marc und Gretchen, die unschlüssig im Raum standen und sie misstrauisch beobachteten...

Marc (in motzender Oberarztmanier): Mich vertreibst du aber nicht. Ich will auch wissen, was hier Sache ist. Ich hab nicht umsonst meinen wohl verdienten Urlaub abgebrochen.
Maria (stöhnt): Du wiederholst dich, Meier.
Gretchen (platzt aufgeregt dazwischen): Jetzt erzähl doch mal, wie hast du sie gefunden?

Irgendwie hab ich mir unser Wiedersehen anders vorgestellt. Ohne lästige Zaungäste. Nur wir beide. Mehdi und ich. Na ja, kann ja nicht alles auf einmal haben. Eins nach dem anderen. (MH)

Maria verdrehte theatralisch ihre Augen angesichts der unübersehbaren Neugier ihrer jüngeren Kollegin, ging wortlos an ihr und ihrem grimmig dreinblickenden Machofreund vorbei und ließ sich dann auf einem der Patientenstühle nieder. Gretchen tat es ihr gleich und sah die Oberärztin nun erwartungsvoll an. Marc und Mehdi blieben derweil vor dem Schreibtisch stehen und schauten ebenso gespannt auf die schöne Neurologin, die mittlerweile eine ernste Miene angenommen hatte und sich die richtigen Worte zurechtlegte...

Maria (sieht Mehdi direkt an): Mehdi, setz dich bitte!

Sichtlich beunruhigt wegen ihrer veränderten Haltung kam der Gynäkologe ihrer Bitte nach und setzte sich in seinen Chefsessel...

Mehdi: Ok, irgendetwas stimmt hier doch nicht. Du hast die Kinder doch nicht ohne Grund weggeschickt?
Maria: Nein!

Maria seufzte und fuhr sich mit ihrer Hand einmal über ihren Mund, während Gretchen beunruhigt zu Marc blickte, der lässig mit verschränkten Armen an der Wand lehnte, sich nun davon löste und sich hinter seine Freundin stellte und seine Hände auf ihrer Schulter bettete. Dankbar schaute sie zu ihm hoch. Er lächelte knapp, ehe sein Blick wieder zu seiner Kollegin wanderte. Er hatte wie alle anderen auch ein ungutes Gefühl. Und damit schien er recht zu behalten, als Maria langsam zu sprechen begann...

Maria: Ich weiß eigentlich gar nicht, wo ich anfangen soll...
Marc (schnippisch): Na wie wär’s von vorne?
Gretchen (zischt ihn vorwurfsvoll an): Marc!
Mehdi (lässt Maria nicht aus den Augen, sein mulmiges Gefühl verstärkt sich): Oh mein Gott, was ist mit meiner Frau? Geht’s ihr gut? Wieso ist sie nicht bei Lilly? Traut sie sich nicht her? Will sie mich nicht sehen?

Bei diesen Worten zuckte die schöne Brünette einmal kurz zusammen, schoss es ihr doch in den Sinn, dass die beiden ja offiziell immer noch ein Ehepaar waren und dass Mehdi das auch noch genauso sah, schmerzte ihr Herz, auch wenn es eigentlich in Anbetracht der Tatsachen töricht war, das überhaupt auch nur zu denken, aber sie fasste sich schnell wieder und setzte ihre Rede nun ruhig und besonnen fort...

Maria: Mehdi, es geht ihr den Umständen entsprechend gut.
Mehdi (verwirrt): Den Umständen entsprechend?
Gretchen (sieht sie beunruhigt an): Was soll das bedeuten?
Maria (holt tief Luft u. sagt es dann endlich mit stetem Blick auf Mehdi gerichtet): Sie liegt im Krankenhaus.
Alle: WAAAS???

Lorelei Offline

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25.05.2011 18:04
#1006 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben , dann werde ich euch jetzt mal in das Geheimnis um Anna Kaan einweihen. Eins vorweg, es sind keine EHEC-Bakterien und es war auch kein Lawinenunglück. Es ist eigentlich etwas ganz naheliegendes. Aber ob euch diese bittere Pille schmecken wird? Ich riskiere es trotzdem. Ich entschuldige mich schon mal vorweg für mein medizinisches Dilettantenwissen, das ich diesmal nicht mit dem Goggl abgesprochen habe. Viel Spaß mit dem nächsten Teil und fröhliches Bergfest, ihr Lieben. Eure Lorelei





Marc und Gretchen schauten sich bestürzt an, dann wieder fragend zu Maria, während Mehdi starr vor Angst intuitiv nach deren Hand griff, die ihm gegenüber auf seinem Schreibtisch ruhte, und sie nun um Antwort flehend ansah...

Mehdi: Was ist mit ihr, um Gottes Willen? Wo ist sie? Kann ich zu ihr?
Maria (legt ihre andere Hand auch noch auf seine u. tätschelt diese sanft, während sie ihn beruhigend ansieht): Nein, das... gestaltet sich... etwas... schwierig.
Mehdi (schaut verunsichert in ihren Augen hin und her): Schwierig? Wie schwierig?

Marc (plappert kleinlaut dazwischen): Wieso? Wer hat denn Dienst in der Notaufnahme?
Gretchen (versucht einen klaren Kopf zu behalten): Dr. Rössel, glaub ich.

Mehdi (versteht allmählich, als Maria mit ihrer Antwort zögert u. schaut sie fragend an): Sie ist nicht hier oder?
Maria (schüttelt leicht mit dem Kopf u. sieht Mehdi liebevoll an, als dieser sich über sein Gesicht fährt u. dann traurig zur Decke starrt): Nein, ich bin allein mit Sarah und Lilly zurückgekommen. Sie hat mich darum gebeten, sie zu dir zu bringen, da sie sich im Moment nicht um sie kümmern kann, solange sie im... Also... deine Frau liegt noch im Kaiserin-Elisabeth-Spital in Wien.

Marc (blickt seine Kollegin ungläubig an): Wien? Anna ist in Österreich?
Maria (kann es nicht lassen, ihn hochzunehmen, denn ein bisschen Auflockerung in der angespannten Situation wäre schon nicht schlecht): Ich bin beeindruckt von deinen geographischen Kenntnissen, Meier.
Marc (blitzt sie an): Eh! Ich bin jetzt nicht zu Witzen aufgelegt. Klar?
Gretchen (weist ihren streitsüchtigen Freund zurecht, der sich daraufhin beleidigt zur Seite dreht, bevor sie sich wieder fragend an ihre Kollegin wendet): Marc! ... Wie hast du sie gefunden, Maria? Ich dachte, du warst Skilaufen?

Maria (schaut zu Gretchen rüber, die neben ihr sitzt, u. beginnt langsam zu erzählen): Waren wir ja auch, bis meine übermütige Mutter mal wieder ihre dürftigen Abfahrtkünste überschätzt und erst einen Snowborder und dann eine Tanne umgepflügt hat.
Gretchen: Oh!
Maria (klärt ihre blonde Kollegin mit betroffenem Gesichtsausdruck auf): Oberschenkelhalsbruch!
Marc (kuckt angeberisch zu Dr. Hassmann): Hmm... meine Spezialität.
Maria (reagiert schnippisch): Sorry, dass ich den Wunderdoktor nicht einfliegen lassen habe.
Marc (verzieht seine Mundwinkel zu einem frechen Grinsen u. verstärkt seinen Klammergriff um Gretchen, die daraufhin kopfschüttelnd zu ihm hoch blickt u. dann aber auch über ihren Spinner lacht): Hätte eh Besseres zu tun gehabt.
Maria (ihr sind die Turteleien der beiden nicht entgangen, was ihr aber nur ein abfälliger Blick wert ist): Schon klar!

Dr. Kaan saß derweil wie auf glühenden Kohlen und malte sich die schlimmsten Schreckensszenarien aus, was alles seiner Frau widerfahren sein könnte, dass sie nun in einer Klinik liegen musste und seine Tochter offenbar widerstandslos in die Arme ihrer ehemaligen Ärztin gegeben hatte. Sein Blick huschte unsicher zwischen den drei Parteien hin und her, bis er sich wieder auf Dr. Hassmann konzentrierte und sie ungeduldig um Antworten bat...

Mehdi: Was hat das jetzt alles mit meiner Familie zu tun, Maria?

Maria räusperte sich einmal verlegen, weil sie sich hatte ablenken lassen und konzentrierte sich nun ebenfalls wieder auf das Wesentliche...

Maria: Meine Mutter ist nach dem Unfall nach Wien in eine Spezialklinik geflogen worden.
Gretchen (fällt ihr aufgeregt ins Wort): Und dort liegt auch Anna?
Maria (blickt das Plappermaul kurz genervt an u. setzt dann ihren Bericht fort): Jetzt lass mich doch erst einmal zu Ende erzählen, Haase.
Gretchen (senkt reumütig ihren Blick): Tut mir leid.
Aber das ist alles so aufregend! Maria hat Lilly und Anna aufgespürt. Das ist doch Wahnsinn. (GH)
Maria (sortiert sich): Ja ähm... und da meine Mutter ziemlich eigen ist, was Ärzte und Krankenhäuser im Allgemeinen betrifft - sie ist Polizistin, also war es bis vor kurzen, jetzt ist sie pensioniert und kommt damit überhaupt nicht klar -, musste eben die Tochter ran.
Marc (mustert die Neurochirurgin skeptisch von oben herab): Du hast sie operiert? Kannst du das überhaupt?
Maria (fährt den Oberarsch beleidigt an): Also... Ich habe dasselbe studiert wie du, falls du das vergessen hast.
Arsch! (MH)
Marc (grinst provozierend): Na ja, was ja nicht heißen muss, dass du es noch draufhast.
Maria (zickig): Eh! Feinchirurgische Eingriffe sind mein Steckenpferd.
Angeberin! Da steckt doch nichts dahinter. (MM)
Marc (zieht seine linke Augenbraue nach oben): Na ein Oberschenkelhalsbruch ist jetzt eher grob...
Die beiden machen mich wahnsinnig! Huhu! Hallo! Habt ihr mal eine Sekunde an Mehdi gedacht? (GH)

Gretchen verdrehte angesichts der albernen Kompetenzstreitigkeiten, die in dieser Situation nun wirklich unangebracht waren, genervt die Augen und drückte Marcs Hand immer fester, woraufhin dieser sie böse ankuckte und das, was er eigentlich noch Dr. Hassmann an Kompetenzlosigkeit an den Kopf werfen wollte, vergaß. Die Befragung konnte also in die nächste Runde gehen....

Gretchen (blickt Maria gespannt an): Und dann?
Maria (wirft dem beleidigten Chirurgen, der offenbar verstummt ist, noch einen bösen Blick zu u. konzentriert sich nun endlich voll und ganz auf ihren Reisebericht): Na ja, das ist alles vor zwei Tagen passiert. Und während ich nun meine Mutter operiert habe, haben meine Tochter und ihr Opa im Wartebereich des Spitals gewartet. Sarah, die sich wie ihr wisst, sehr schnell langweilt, hat sich mit einem anderen kleinen Mädchen angefreundet, das dort ebenfalls gewartet hat, und sie haben zusammen gespielt und sich die Zeit vertrieben.
Mehdi (hängt gebannt an Marias Lippen u. fängt an verträumt zu lächeln): Lilly?

Maria (erwidert sein Lächeln): Ja, aber ich habe das erst viel später mitbekommen. Als ich nach der dreistündigen OP zurückkam, habe ich erst einmal meinen völlig hysterischen Vater beruhigen müssen, dass alles gut verlaufen sei und es meiner Mutter gut ginge. Ich habe auf die Kleine anfangs gar nicht weiter geachtet. Ich war nur froh, dass Sarah ruhig geblieben war und sich nicht allzu große Sorgen um ihre Oma gemacht hatte. Nachdem ich meinen Vater zu meiner Mutter in den Aufwachbereich gebracht hatte, habe ich im Wartezimmer erst einmal meine Beine ausgestreckt. Es war schon spät. Ich war den ganzen Tag auf den Beinen gewesen. Erst auf der Piste, dann im Krankenhaus. Ich hatte Lilly immer noch nicht erkannt und hätte es vermutlich auch nicht, wenn Maurice nicht plötzlich die Krankengeschichte ihrer Mutter erzählt hätte...

Gretchen (verwirrt): Maurice?
Maria (muss plötzlich auflachen): Ja, das Verrückte war ja, dass man mir ausgerechnet Dr. Maurice Knechtelsdorfer als Assi für den OP zugeteilt hatte.
Marc (kratzt sich irritiert am Kopf): Knechtelsdorfer? Der Knechtelsdorfer, den ich hier rausgeschmissen habe? Der darf immer noch operieren? Na die haben ja im Ösiland lasche Zugangskriterien.
Maria: Och du, so schlecht fand ich den gar nicht. Arbeitet sehr professionell und gewissenhaft.
Marc (zeigt ihr den Vogel): Ja, sicher!?

Mehdi (wird langsam ungeduldig, weil er immer nicht weiß, was nun genau mit seiner Frau ist): Und was ist jetzt mit Anna?
Maria (sieht ihren Liebsten durchdringend an u. erzählt weiter, ohne ein Detail auszulassen): Also Maurice hat mir erzählt, dass tags zuvor eine junge Deutsche zusammen mit ihrer Tochter eingeliefert worden war. Sie war auf ihrer Arbeitsstelle zusammengebrochen. - Sie kellnert in einer Après-Ski-Hütte in irgendeinem Skiort. Den Namen habe ich jetzt leider vergessen. Aber... egal! - Ihr hatten plötzlich die Beine versagt und sie konnte sie nicht mehr bewegen. Das Gefühl war zwar noch da, aber die Motorik klappte nicht mehr. Sie hat bei ihrer Einlieferung angegeben, dass sie noch vor ein paar Monaten im Rollstuhl gesessen hatte, nachdem sie nach einem Unfall monatelang im Koma gelegen hatte. Die ganze Krankengeschichte kam mir, wie ihr euch sicherlich denken könnt, ziemlich bekannt vor. Ich habe die Kleine dann genauer beobachtet und mir gedacht, das kann doch gar nicht sein. Solche Zufälle gibt es doch nicht. Aber dann hat sie sich endlich mal zu mir umgedreht und ich konnte ihr Gesicht studieren. Und als Sarah sie mir als Lilly Koslowski vorgestellt hat, war alles klar. Sie war es wirklich!

Mehdi fuhr es eiskalt den Rücken herunter und er hielt sich fassungslos eine Hand vor den Mund...

Mehdi: Oh mein Gott!
Ihre Beine! Heißt das, sie... sie ist... (MK)
Marc: War ja klar, dass die mit falschen Namen unterwegs sind.
Mehdi (klärt ihn auf): Koslowski ist Annas Muttername.
Scheiße ja! (MM)
Maria: Mir kam der Name ja auch die ganze Zeit bekannt vor, als Maurice über sie gesprochen hat, aber ich wusste nicht woher.
Marc (ernst): Wurde schon operiert?
Maria: Nein, nur die üblichen Tests halt. Da ich die Krankengeschichte kannte, habe ich den Fall gleich übernommen.
War ja klar! (MM)
Mehdi (sieht sie mit betroffener Miene an): Wie ist der genaue Stand? Warum kann sie ihre Beine nicht mehr bewegen?
Maria (nimmt seufzend wieder seine Hand u. tätschelt diese liebevoll): Mehdi, sie... hat einen Rückfall.
Mehdi (seine Gedanken überschlagen sich): Einen Rückfall?
Gretchen (betroffen): Oh Gott!
Marc (reiht „professionell“ die Fakten aneinander): Heißt das, ihre Ballarinchenbeinchen liegen wirklich flach oder was?
Gretchen (tadelt ihn wegen seiner unverschämten Wortwahl): Marc!
Marc (nuschelt): Ok, der war schlecht.

Wollte doch nur die Totengräberstimmung hier ein wenig auflockern. Scheiße eh, wenn die jetzt wieder im Rolli landet, sieht es echt düster für Mehdi aus. Da muss doch noch was gehen? Im wahrsten Sinne des Wortes. (MM)

Maria: Mich hatte ja eh gewundert, dass sie damals so urplötzlich wieder laufen konnte. Die Rhea vorher hatte doch überhaupt keine Resultate gebracht. Und die letzte Untersuchung bei mir war ebenso negativ gewesen.
Gretchen: Schockheilung. Hat man doch schon häufiger gehört. Ich meine, sie und Lilly wurden doch bedroht. Das kann schon ungeahnte Kräfte wecken.

Oh Mann, Haasenzahn! Du solltest besser mal aufhören, dir die Heile-Welts-Telenovelas in der ARD reinzuziehen! Solche Fälle gibt’s nur in der Fiktion! (MM)

Marc (hebt skeptisch seine linke Augenbraue und sieht erst Gretchen, dann Mehdi an): Ach komm, die hat euch doch ihre Behinderung die ganze Zeit nur vorgemacht, damit ihr Göttergatte nicht doch noch die Biege macht.

So blind war Anna doch sicherlich nicht, dass sie nicht gemerkt hätte, dass Mehdi immer noch an Haasenzahn hing und nur aus falsch verstandenem Mitgefühl und bescheuertem Verantwortungskodex oder was weiß ich bei ihr geblieben ist. (MM)

Mehdi (nachdenklich): Da bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher.
Maria (macht den Diskussionen ein Ende): Hat sie nicht. Ich habe mich gestern lange mit ihr unterhalten. Sie hatte eine Wahnsinnsangst, dass ihre ... (sie markiert Gänsefüßchen) ... „Kollegin“ ihrer Kleinen etwas antun könnte. Und da war das Gefühl mit einem Mal wieder da.
Marc (gerät ins Grübeln u. fährt sich mit einer Hand über seinen Dreitagebart): Hmm... Interessant!

Wäre schon ein geiles Forschungsobjekt! Äh... jetzt nicht die Frau an sich, weil die kann ich nach der Aktion echt nicht mehr ab, sondern ihr Fall. Also das Krankheitsbild, was sonst? (MM)

Maria: Aber trotzdem kann es immer wieder noch zu Spätfolgen kommen, wie es in diesem Fall eben nun eingetreten ist.
Mehdi (beunruhigt): Spätfolgen?
Maria (versucht es ihm so schonend wie möglich beizubringen): Ihr fehlte die Nachbetreuung. Sie hat trotz motorischer Störungen, die, wie sie sagt, öfters mal aufgetreten sind, in der ganzen Zeit keinen Arzt aufgesucht. Dann das stressige Versteckspiel. Die ständige Angst, von ihren ehemaligen ähm... Zuhältern doch noch aufgespürt zu werden. Die ganzen Reisen. Immer ruhelos unterwegs. Irgendwann musste ihr Körper Stopp sagen.
Sie ist also doch nicht vor mir weggelaufen, sondern vor denen! (MK)
Mehdi (blickt sie hoffend an): Aber das... das kann man doch wieder beheben? Oder Maria?
Ich wünschte, ich könnte das! (MH)

Maria (sieht ihren Liebsten mit ruhiger verständnisvoller Ärztinnenmiene an): Mehdi!
Mehdi (ahnt, was sie sagen will; ein fetter Kloß in seinem Hals verwehrt ihm das Sprechen): Nein, sag nicht, dass sie...
Das darf einfach nicht sein! Nicht schon wieder! (MK)
Maria (senkt betreten ihren Blick, als sie ihm die niederschmetternde Diagnose mitteilt): Für den Moment sieht es irreparabel aus. Tut mir leid.
Gretchen (fassungslos und den Tränen nah): Nein!
Wie viel muss er denn noch ertragen? (GH/MM)
Marc (traut sich nicht Mehdi in die Augen zu sehen u. murmelt leise vor sich hin): Scheiße Mann!
Mehdi (leise zu sich selbst): Alles wiederholt sich!

Lorelei Offline

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26.05.2011 17:24
#1007 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen ihr Lieben! Tja, Mehdi hat es schon nicht leicht , aber er hat gute Freunde, die ihm beistehen. Und es muss ja auch noch nicht heißen, dass Annas Diagnose endgültig wäre. Viel Spaß jetzt mit dem nächsten Teil und ein paar weiteren Antworten. Sonnige Grüße, Lorelei

PS:

@ Zuckertütchen: Ersteres war gemeint. Aber ich hätte wohl damit rechnen müssen, dass du da mal wieder mehr hineininterpretierst. Schön, dass du dich um Gabi sorgst, aber das ist von der Seite her eigentlich völlig unbegründet.

@ Sissi: Äh... es war eigentlich Zufall. Es ist aber auch nahe liegend die Klinik nach ihr zu benennen. Aber wenn du dich trotzdem gefreut hast, freu ich mich auch. Dann ändere ich das mal eben und sie ist nach dir benannt.

@ Schleumelinchen: Recht hast du. Das Ü-Ei muss in Anbetracht der Tatsachen leider noch etwas warten. Werde mich wohl am WE dransetzen, endlich die ersten Zeilen zu schreiben.





Dr. Hassmann schaute in betroffene Gesichter, als sie leise mit ihren Erklärungen fortfuhr...

Maria: Als ihre Beine weggeknickt sind, ist sie mehrere Stufen einer Treppe hinuntergefallen. Dabei ist sie genau auf die Stelle gefallen, die schon damals bei dem Autounfall geschädigt worden ist.
Mehdi (geschockt): Nein!
Gretchen (sieht Mehdi mitfühlend an): Und jetzt?
Marc (fährt sich über den Mund): Aber da muss doch noch was zu machen sein?
Maria (blickt ihren Kollegen direkt und ohne Vorbehalte an): Du kannst gerne drüberschauen, wenn sie hierher verlegt wird.
Marc (nickt ihr leicht mit dem Kopf zu): Okaaay!?

Ich krieg das wieder hin! Irgendwie! Es muss einfach. Er geht doch daran kaputt, wenn er sie wieder an der Backe kleben hat. So wie ich ihn kenne, würde er sie doch gleich wieder adoptieren und die Scheiße geht von vorne los. Nee! (MM)

Mehdi (schaut Maria wegen Annas Verlegung fragend an): Wann?
Maria (sieht Mehdi direkt in sein sorgengezeichnetes Gesicht): Deshalb bin ich hier. Rücktransport für sie und meine Mutter organisieren. Das ist leider nicht so einfach über die Feiertage. Und dann gibt es da ja auch noch ein paar Schwierigkeiten wegen der Versicherung.
Marc (rollt mit den Augen): War ja klar.
Die blöde Schlampe ist echt unfähig! (MM)
Mehdi (beunruhigt): Wie meinst du das?
Maria: Deine Frau hat keine Krankenversicherung und die Österreicher rücken sie nicht raus, wenn ihr Aufenthalt nicht bezahlt wird.
Die dumme Kuh ist nicht nur unfähig, sondern saudämmlich. Wenn ich sie wieder auf ihre manikürten Füßchen gehievt habe, trete ich der aber mal gehörig in den Arsch! (MM)
Mehdi (irritiert): Aber sie ist doch über mich familienversichert.
Maria: Oh! Na dann.
Mehdi: Ich übernehme das natürlich.
Wovon denn? (MM)
Marc: Nimm das mal nicht so auf die leichte Schulter, Alter, da kommt ne Menge Schotter auf dich zu.
Mehdi (sieht seinen Freund entschlossen an): Das ist mir klar, aber ich will, dass ihr geholfen wird. Von den Besten.
Maria (lächelt): Dafür bin ich ja da.
Okaaay!? Auf welcher Wolke schwebt die denn gerade? (MM)

Marc (hebt seine rechte Hand u. hat auch noch etwas dazu zu sagen): Äh... Moment! Wenn schon, dann ist das MEIN Fall.
Maria (sieht ungläubig zu dem arroganten Chirurgen rüber): Bitte?
Marc (spricht mit seiner talentfreien Kollegin wie mit einem Kleinkind): Ja, hat sie was am Kopf?
Maria (schaut ihn verständnislos an): Nein, das nicht, aber...
Marc (verzieht seine Mundwinkel zu einem selbstgefälligen Grinsen): Na also! Und ICH könnte sie eventuell sogar in meine Studie mit aufnehmen.
Gretchen (blickt stolz zu ihrem Freund hoch u. himmelt ihn an): Oh Marc, das ist eine wunderbare Idee.
Maria (sieht verwirrt zwischen den beiden hin und her): Was denn für eine Studie?
Marc (mit stolzgeschwellter Brust berichtet er von seiner Habilitationsarbeit): Werte Kollegin, du schaust wohl auch nie über den eigenen Tellerrand hinaus, hä? Noch nicht gehört, ich forsche doch an einer Methode zur Heilung von Paralysepatienten.

Maria (zieht skeptisch ihre Augenbraue hoch): Du solltest vielleicht mal ein bisschen tiefer stapeln, Meier. Selbst in den USA ist man noch längst nicht so weit, dass Querschnittsgelähmte plötzlich wieder gehen können.
Nichtskönnerin! Wie hat die eigentlich ihren Abschluss geschafft? Oh ich vergaß, wahrscheinlich auf genau dieselbe Art und Weise, wie sich ihr Ex seine Titel erschlichen hat. (MM)
Marc: Ich behaupte ja nicht, dass ich sie heilen könnte, sondern dass ich ihnen mit den modernsten Methoden, die es gibt, wieder auf die Beine helfe und ihnen damit ein eigenständiges Leben ermögliche.
Maria: Ah ja!?

Der spinnt doch? Leidet der an Selbstüberschätzung oder was? Und wie will er das überhaupt finanziert kriegen? Dem selbsternannten Gott von Berlin gibt doch keiner freiwillig Forschungsgelder. (MH)

Marc (grinst seine neidische Kollegin breit an): Tja, da staunste, was? Hab letzte Woche den Wisch bekommen. Forschungsstipendium der HU in Kooperation mit der Medical School of Seattle.
Kann der Gedanken lesen? ... Och nee, das heißt... Scheißvetternwirtschaft echt! Und meine Abteilung kriegt nie auch nur einen Cent ab. Das ist unfair verdammt noch mal. (MH)

Mehdi (ein Hoffnungsschimmer keimt auf): Du denkst wirklich, du könntest es schaffen, dass Anna wieder laufen kann?
Marc (sieht seinem besten Freund direkt ins Gesicht): Anna ist doch ein spannender Fall. Genau so einer fehlt mir noch in meiner Liste. Wenn ich sie als Probandin in meine Studien mit aufnehme, kriegst du vielleicht sogar die Kosten ihrer Behandlung finanziert. Und deine Möchtegernprimaballerina kommt doch noch auf die Titelseiten........... der renommiertesten medizinischen Fachblätter natürlich.
Gretchen (sieht ihren breit grinsenden Oberarzt und Freund kopfschüttelnd an): Marc!
Mehdi (hat seinen spöttischen Nachsatz gar nicht wahrgenommen u. schaut Marc mit großen Augen hoffnungsvoll an): Im ernst? Aber das wäre ja super.
Marc (lächelt ihn zuversichtlich an u. wendet sich dann an Dr. Hassmann, die in Gedanken zu sein scheint): Ich schreibe sofort eine Mail an meinen Prof, der meine Habilitation betreut, was er von dem Fall und seinen Erfolgschancen hält. Hast du CTs und Röntgenbilder dabei? ... MARIA?
Maria (sieht ihren jüngeren Kollegen leicht verwirrt an): Hmm? Oh! Hab ich dabei, ja, in meinem Büro.

Ich glaube zwar nicht wirklich daran, aber hinter seinen flotten Sprüchen steckt schon noch ein einigermaßen begabter Arzt. Also sollten wir jede Chance nutzen, auch wenn sie noch so klein ist. Mehdi hat es nicht verdient, sich erneut um seine querschnittsgelähmte Frau kümmern zu müssen und das würde er, so gut kenne ich ihn nämlich mittlerweile, auch wenn sie meint, dass sie diesmal alleine klarkommen würde. Den Eindruck hatte ich aber nicht. Das Drumherum ist schon kompliziert genug. (MH)

Marc (nickt ihr zu u. richtet sich auf): Gut, dann... kläre ich das jetzt gleich mal.
Mehdi (sieht seinen besten Freund voller Dankbarkeit an): Marc, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Du bist... Ähm... Danke!
Och nee, lass das Rührselige weg! Mir wird gleich ganz schlecht! (MM)

Mehdi, der von seinen durcheinander geratenen Gefühlen übermannt wurde, sprang spontan aus seinem Sessel auf, ging hastig um den Schreibtisch herum und klopfte seinem besten Kumpel und weltbesten Chirurgen dankbar auf die Schulter, bevor er ihm ganz um den Hals fiel und ihn fest an sich drückte. Der überrumpelte Oberarzt wiegelte sofort überfordert ab und lockerte peinlich berührt den Kaanschen Klammergriff...

Marc: Du äh... kein Ding! Haben ja beide was davon.
Ich Ruhm und Ehre. Und du äh... Zeit, dich um deine Frauengeschichten zu kümmern. Oder so? (MM)

Gretchen, die den Fachgesprächen ruhig zugehört hatte, himmelte ihren großen Helden mit leuchtenden Augen an, als sie plötzlich von Maria angesprochen wurde, die ihre Hand auf ihre gelegt hatte...

Maria: Gretchen, dein Vater ist nicht zufällig im Haus?
Gretchen (fährt verwirrt herum): Hmm? Was? Nein, wieso?
Maria: Na ja, wäre schon gut, wenn ich so schnell wie möglich nen Krankenwagen für den Rücktransport organisiert bekommen würde.
Gretchen: Oh!
Marc (grinst Maria schelmisch an): Versuch’s doch mal bei Ebay.
Idiot! (MH/GH)
Maria (ihre Augen formen sich zu kleinen Schlitzen): Sehr witzig! Den hast du dir wohl gerade für fünf Cent ersteigert, hmm? Aber im Ernst jetzt, über die Feiertage ist doch keiner in der Verwaltung, der mir sein Ok geben könnte, also dachte ich...
Gretchen (drückt ihre Hand u. lächelt sie an): Ich rufe meinen Vater gleich mal an.
Maria (sichtlich erleichtert): Danke!
Gretchen: Gar nichts für. Es geht doch auch um seine „Familie“, hmm.

Gretchen zwinkerte ihrer Kollegin zu und stand nun ebenfalls von ihrem Stuhl auf und stellte sich neben ihren Freund, der schon aufbruchsbereit an der Tür stand und ungeduldig zu Maria rüberschaute, die noch keine Anstalten machte zu gehen und stattdessen den attraktiven Gynäkologen ihr gegenüber anhimmelte...

Marc: Hassi, kommst du dann auch mal! Ich will das jetzt noch klären, bevor wir von hier verduften.

Gretchen (schaut ihren Liebsten verwundert an u. flüstert ihm leise zu): Willst du dann wirklich noch fahren?
Marc (lässig): Na sicher!
Den Kurztrip mit anschließendem Verwöhnprogramm lasse ich mir nämlich nicht nehmen. Den hab ich mir doch jetzt erst recht verdient. (MM)
Gretchen (freut sich u. gibt ihm einen kleinen Kuss, dann nimmt sie seine Hand und verschränkt ihre Finger mit seinen): Okay!
Das wird so schön. (GH)

Maria (verdreht genervt die Augen): Ok, ok, ich komm ja schon.

Lorelei Offline

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27.05.2011 17:04
#1008 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Süßen! Ich danke euch für eure lieben Kommentare, meine liebste und Erfolg versprechendste Motivationshilfe. Ich habe nämlich gerade einen Lauf. Deshalb geht’s auch schon weiter! Heute gewähre ich euch einen Einblick in die durcheinander geratene Gefühlswelt einer Mittdreißigerin. Ich gehe schon mal vorsorglich in Deckung! Viel Spaß! Eure Lorelei




Dr. Hassmann erhob sich sofort nach Dr. Meiers harscher Ansage von ihrem Stuhl und schob diesen langsam zurück an den Schreibtisch. Sie blickte Mehdi, der sie dankbar anlächelte, noch einmal tief in die Augen, erlag seinem magischen Bann und legte schon fast selbstverständlich ihre rechte Hand an seine stoppelige Wange, die sie nun im sanften Rhythmus liebevoll streichelte. Das wohlige Kribbeln in ihrem Bauch war sofort wieder da. Ihre Knie wurden weich. Und ihr Herz schlug schnell und ungleichmäßig. Jetzt erst merkte die schöne Neurologin, wie sehr sie sich doch nach ihm gesehnt hatte.

Sie hatte viel nachgedacht in den letzten zwei Wochen in der österreichischen Natur, in die sie sich geflüchtet hatte, um ihren Kopf von dem ganzen Chaos freizubekommen, das darin herrschte und sie fast wahnsinnig machte. Ihr alkoholbedingter Absturz mit ihrem verhassten Exmann lag ihr noch schwer im Magen und sie konnte sich ihn nur damit erklären, dass sie sich wohl einsam und verlassen gefühlt haben musste, weil sie nicht verstanden hatte, woher Mehdis plötzliches distanziertes Verhalten herrührte, obwohl es doch gerade so super mit ihnen beiden lief. Anstatt dem nachzugehen, hatte sie sich gehen lassen und sich noch viel tiefer in die Scheiße geritten.

Die ersten Tage hatte sie sich noch furchtbar gefühlt und ihre Eltern mit ihrer miesen Laune regelrecht in die Flucht geschlagen. Sie hatte die ihr so verhasste Einsamkeit gesucht und dabei so einige Antworten gefunden. Sie hatte sich die Schuld für Mehdis Rückzieher gegeben, weil sie glaubte, ihn mal wieder unbemerkt bedrängt zu haben. Sie hatte ihm zwar nie offen gesagt, was sie wirklich für ihn empfand, bis auf das einem Mal, wo er dabei frustrierenderweise eingeschlafen war, aber Mehdi hatte wohl doch auch gespürt, dass es allmählich ernster und verbindlicher wurde. Vermutlich war er noch immer nicht soweit. Maria hatte deshalb für sich beschlossen, ihm die Zeit zu geben, die er noch brauchte, um sich endlich ganz auf sie einzulassen. Auf den Richtigen lohnte es sich schließlich zu warten. Und mit dieser neu gewonnenen Erkenntnis konnte sie auch endlich entspannen und mit ihrer Familie ihren wohl verdienten Weihnachtsurlaub genießen.

Aber dann war das mit Lilly passiert. Das Schicksal, an das sie eigentlich noch nie geglaubt hatte, hatte entschieden. Mit einem Mal gab es eine völlig neue Ausgangssituation und in ihrer ganzen Euphorie war sich Maria sicher gewesen, dass das Erlebte sie einander näher bringen würde. Und jetzt war sie ihm tatsächlich wieder so nah, wie schon lange nicht mehr. Ihr Traummann sah sie mit seinen unglaublich schönen fesselnden Augen an, die sie jedes Mal die Welt um sich herum vergessen ließen, legte jetzt sogar seine starken Arme um ihren zitternden Körper und drückte sie dankbar an sich. Seine rechte Hand strich ihr schnell und im gleichmäßigen Rhythmus über den Rücken und löste eine wohlige Gänsehaut bei ihr aus. Sie spürte seinen Atem, seinen Duft, seine Wärme, seinen Herzschlag und war geborgen.

Das war es, was sie suchte. Geborgenheit, Sicherheit, Liebe. All das konnte ihr ein arroganter und selbstgefälliger Machokerl wie Cedric Stier sicherlich nicht geben. Und doch war auch er ihr in der ganzen Zeit in Österreich nicht aus dem Kopf gegangen. Aber sie schüttelte diesen völlig wirren und absurden Gedanken schnell wieder ab und genoss die Nähe des Mannes, den sie wirklich liebte, dem sie vertraute und für den sie sich von Herzen freute, dass er endlich seine geliebte Tochter wieder hatte. Das war alles, was für sie in diesem Augenblick zählte.

Doch in dem Moment, als Mehdi voller überschäumender Dankbarkeit, weil sie ihm sein Leben zurückgebracht hatte, seine Arme um Marias Taille geschlungen und sie an sich gedrückt hatte, öffnete sich langsam die Tür von außen und Schwester Gabi betrat erneut das Büro ihres Chefs und Geliebten. Sie erstarrte an Ort und Stelle, als sie die beiden in dieser vertrauten Geste miteinander sah, und ihre Gedanken und Gefühle fuhren mit einem Mal Achterbahn...

Ich hab’s gewusst! (GK)

Lorelei Offline

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28.05.2011 10:38
#1009 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ach Mädels, was denkt ihr denn schon wieder so schlecht von mir und Mehdi, hmm? Alles wird sich schon noch an der richtigen Stelle klären. Ich hätte dann hier ein kleines Versöhnungsangebot für euch. Ist auch etwas länger geraten als der gestrige Teil. Ich hab euch lieb und wünsche euch ein wunderschönes Wochenende. Eure Lorelei





Bis auf Gretchen und Marc, die sich peinlich berührt ankuckten, weil sie annähernd ahnten, welcher Film sich wohl gerade in Gabis Kopf abspielte, und daher am liebsten den nächsten Luftschutzbunker aufgesucht hätten, bemerken Mehdi und Maria ihre heimliche Zuschauerin, deren Blutdruck kontinuierlich nach oben ging, gar nicht...

Maria (streichelt gedankenverloren Mehdis Wange u. hängt gebannt an seinen sanftmütigen Augen): Alles wird gut. Das verspreche ich dir.
Mehdi (drückt sie noch einmal dankbar an sich, dann löst er die Umarmung u. nimmt lächelnd ihre Hand, die er nun gefühlvoll tätschelt, während er ihr erleichtert ins Gesicht blickt): Ich weiß gar nicht, wie ich dir... Ich meine, du... du hast mir mein Baby wiedergebracht. Ich... ich werd dir auf ewig dafür dankbar sein. Danke!

Okaaay!? Äh... ich rieche Konfliktpotential. Sollte mich und Haasenzahn rechtzeitig in Sicherheit bringen. (MM)

Maria (lächelt ihn verlegen an u. wird sogar etwas rot): Ich war doch nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Gott sei dank war sie das! (GH)
Mehdi: Du hast Recht. Das hatte schon irgendwie etwas Schicksalhaftes.

Ich wusste es! Sie wird diese Trumpfkarte ausspielen und sich ihn zurückholen. Wie soll ich da dagegenhalten? Wenn ich etwas gegen sie sage, wird es ihn doch direkt in ihre Arme treiben. Ich hab schon verloren. (GK)

Das wird uns für immer zusammenschweißen. (MH)

Maria (verliert sich in seinen glücklich strahlenden Augen u. haucht nur noch ihre Antwort): Jaaa!

Och nee! Das taffe Karrierebiest verwandelt sich gerade in einen sabbernden Teeny. Das ist ja nicht auszuhalten. (MM)

Marc verdrehte genervt die Augen angesichts dieser offensichtlichen gefährlichen Süßholzraspelei und wusste auch schon, wie er das unterbinden konnte, um seinen Kumpel noch rechtzeitig vor einer möglichen Kragenowschen Szene den Arsch zu retten, nämlich indem er genau in die offene Wunde drückte...

Marc: Na Schwester Gaaabiii, was vergessen?

Diese erwachte aus ihrer Schockstarre und blitzte ihren unverschämten Ex-Verlobten böse an, der sie nun amüsiert angrinste, bis Gretchen ihm Einhalt gebot und sich aus Sicherheitsgründen schlichtend zwischen die beiden Parteien schob. Ja, fast hätte Gabi sogar noch ihren Stinkefinger gezogen, aber sie konnte sich gerade noch so beherrschen, weil plötzlich alle Blicke auf sie gerichtet waren und einer ganz besonders und zwar der, den sie für die nächsten zweihundert Jahre ignorieren würde. Maria und Mehdi hatten sich inzwischen voneinander gelöst und sich synchron zu den anderen umgedreht. Während der charmante Gynäkologe verlegen in ihre Richtung lächelte, stolzierte die verliebte Neurologin mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen an der eifersüchtigen Krankenschwester, die ihr am liebsten den Hals umgedreht hätte, vorbei aus dem Büro. Marc und Gretchen folgten ihr auf dem Fuße. Es gab schließlich noch so einiges für die neue Patientin Anna Kaan zu organisieren.

Schwester Gabi blieb derweil mit verschränkten Armen an der offenen Tür stehen und schaute ihren Verräterfreund gekränkt an. Dieser seufzte nur, konnte er sich doch denken, was gerade wieder in ihrem süßen Trotzköpfchen vor sich ging, und kam schnell auf sie zu. Sein linker Arm schoss an ihrem hübschen Gesicht vorbei, was sie zusammenzucken ließ, und schloss die Tür hinter seinen Kollegen. Ganz nah bei ihr blieb er stehen und sah sie aus treuen Augen an. Gabi versuchte krampfhaft seinem fesselnden Blick auszuweichen, aber als er ihr schließlich erzählte, was mit seiner Frau war, konnte sie nicht anders, als ihn doch anzusehen...

Mehdi: Anna liegt mit Lähmungserscheinungen in einem Wiener Krankenhaus.

Sichtlich geschockt fuhr sich seine Freundin mit ihrer Hand über den Mund...

Gabi: Oh Mehdi, das ist ja schrecklich.
Oh Gott und ich blöde Ziege mache ihm hier eine Eifersuchtszene! Wie konnte ich nur?

Ohne zu Zögern nahm Gabi ihren Liebten in den Arm und drückte ihn fest an sich. Vergessen waren die Hassgefühle und Mordgedanken an einer Berliner Oberärztin. Mehdi brauchte sie jetzt. Was musste das Leben auch so scheiße ungerecht mit ihm sein, dachte sie und tätschelte ihm den Rücken. Der verliebte junge Mann genoss ihre sanfte Umarmung mit geschlossenen Augen und atmete zum ersten Mal an diesem abwechslungsreichen Abend so richtig durch. Die ganze Anspannung fiel von ihm ab. Marc und Maria waren die besten Ärzte, die er kannte. Wer, wenn nicht sie, könnten seiner Frau helfen?

Mehdi: Maria wird sie herholen und Marc weiß vielleicht, wie man ihr wieder auf die Beine helfen könnte.
Gabi (löst die Umarmung, nimmt Mehdis Hände u. verschränkt ihre Finger mit seinen u. sieht mitfühlend in seinen Augen hin und her): Das... das klingt doch schon einmal positiv.
Mehdi (sieht ihr Hoffnung suchend in die Augen): Das hoffe ich auch.

Mit ein paar kurzen Sätzen erklärte Mehdi seiner einfühlsamen Freundin den ganzen Sachverhalt. Ruhig und besonnen lauschte sie seinen Worten. Dennoch konnte sie ihre Eifersucht auf Maria Hassmann, die „Heldin“ des Tages, die ihm Kind und Familie, sein altes Leben, zurückgebracht hatte, nicht ganz vor ihm verbergen. Daraufhin nahm er ihr besorgtes Gesicht in beide Hände und sah seiner großen Liebe eindringlich in die Augen...

Mehdi: Ja, ich bin Maria unendlich dankbar, dass sie mir meine Maus zurückgebracht hat, aber das wird nichts, aber auch gar nichts daran ändern, dass ich DICH liebe, NUR DICH.
Gabi (sieht ihn mit feucht schimmernden Augen an): Das weiß ich ja, aber...
... ich trau ihr nicht. Sie wird das schamlos ausnutzen. Ich weiß das! Weil ich an ihrer Stelle genau dasselbe tun würde.
Mehdi (fällt ihr aufgewühlt ins Wort): Ohne wenn und aber, Gabi! Ich will an diesem wunderschönen Tag nicht mit dir streiten. Hörst du?
Gabi (schnieft u. weicht betreten seinen liebevollen Blicken aus): Ich doch auch nicht.
Mehdi (lächelt erleichtert): Na siehst du!

Zärtlich wischte Mehdi seiner hübschen Freundin eine verirrte Träne aus dem Augenwinkel und sah sie einfach nur an. Plötzlich erhellte sich sein Gesicht, was auch auf Gabi ansteckend wirkte...

Mehdi: Ich kann’s noch immer nicht glauben. Meine Lilly ist wieder da.
Gabi (lässt die trüben Gedanken endlich fallen u. freut sich mit ihm mit): Ja!

Ein unbändiges Glücksgefühl erfasste ihn und weckte ungeahnte Bärenkräfte, die unbedingt rauswollten. Der glückliche Familienvater konnte gar nicht mehr an sich halten. Er packte seine völlig überrumpelte Freundin plötzlich an der Hüfte, hob sie hoch und wirbelte mit ihr durch sein Büro. Gabi wusste gar nicht, wie ihr geschah und klammerte sich ängstlich an ihm fest. Seine herzergreifenden Jubelschreie tönten durch den kleinen Raum und berührten sie sehr, auch wenn ihr ein wenig mulmig zumute war, was aber lediglich an den stürmischen Umdrehungen lag...

Mehdi: Sie ist wieder da! Sie ist wieder da! Sie ist wirklich wieder da! Mein kleiner Sonnenschein! Meine Maus!
Gabi: Meeehdiii, nicht! Mir wird ganz schwindelig.

Mehdi setzte seine süße Freundin, deren Herzschlag ausgesetzt hatte und der ganz schummrig geworden war, wieder behutsam auf dem Boden der Tatsachen ab und schlang nun seine starken Arme fest um ihre Taille. Dabei sah er ihr tief in die strahlenden Augen...

Mehdi: Jetzt verstehst du wenigstens annähernd, wie ich mich gerade fühle.
Gabi (lehnt lachend ihre Stirn gegen seine und atmet langsam ein und aus, um sich von dem Schreck zu erholen): Man sieht es dir auch so an, Mehdi. Ich freu mich so sehr für dich. Wirklich!

Mehdi, der immer noch das Gefühl hatte, unbedingt Bäume ausreißen zu müssen, strahlte seine Liebste trunken vor Glück an und drückte ihr nun stürmisch seine Lippen auf. Ein von unbändigen Glücksgefühlen getragener Kuss führte beide für unendliche Minuten in den Himmel, bis Gabi sich schließlich schweren Herzens von ihm löste...

Gabi: Was machst du eigentlich noch hier? Sie wartet auf dich.
Mehdi (seine Augen beginnen zu leuchten wie die Sterne am Himmel): Ja! Du hast Recht. Kommst du mit?

... fragte der Halbperser sie erwartungsvoll und wollte ihre Hand ergreifen, um mit ihr loszustürmen. Doch Gabi schüttelte den Kopf und trat einen Schritt zurück, was Mehdi verwundert zur Kenntnis nahm...

Gabi: Einer muss sich doch um deine Patienten kümmern. Außerdem ist das heute euer Abend. Da störe ich doch nur.
Mehdi (schüttelt heftig den Kopf u. nimmt ihre Hand): Nein, tust du nicht. Du gehörst doch auch dazu. Also... zu mir!
Gabi (ihr geht das Herz auf u. sie streicht ihm lächelnd über die Wange): Schön, dass du das so siehst, mein Schatz. Aber jetzt geh bitte! Sie fragt schon nach dir.
Mehdi (gibt ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange u. geht dann langsam zur Tür, wo er sich noch einmal zu seiner Freundin umsieht): Aber du kommst doch später noch nach oder?
Gabi (nickt leicht mit dem Kopf): Natürlich, wenn du mir Oberdrache Stefanie solange vom Hals hältst. Ich bin mit meiner Runde schon über eine Stunde überfällig.
Mehdi (grinst sie verschmitzt an): Sie wird meinem Charme nicht widerstehen können.
Gabi (stemmt gespielt beleidigt ihre Hände an ihre Hüfte): Willst du mich etwa eifersüchtig machen, Herr Doktor?
Mehdi (lacht erst, aber wird dann schnell wieder ernst): Nein, du kannst mir vertrauen.
Ich weiß!
Gabi (geht schnell zu ihm u. legt ihre Arme um seinen Hals u. sieht ihm tief in die Augen): Ich vertrau dir. Weil ich wahnsinnig in dich verliebt bin.
Mehdi (lächelt): Und ich liebe dich auch.

Ein von Herzklopfen begleiteter inniger Kuss folgte, der ein unendlicher hätte werden können, wenn die beiden nicht nach einer halben Minute durch Gabis Pieper unterbrochen worden wären...

Gabi (schaut enttäuscht auf den Pieper u. zieht eine Schnute): Mist! Frau Schröder!
Mehdi: Brauchst du mich?
Gabi (löst sich endgültig von ihm): Nein, du weißt ja, Erstgebärende wollen immer eine Sonderbehandlung. Es wird schon nichts weiter sein als eine weitere dämliche Frage zur Geburt.
Mehdi (streicht ihr über den Arm): Piep mich aber an, wenn was ist. Ich bin jetzt bei meiner Tochter.

Mehdi stockte der Atem bei dem Gedanken. Gabi schaute ihn daraufhin verunsichert an...

Gabi: Was ist?
Mehdi (schaut sie mit glasigen Augen an): Wow! Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie schön sich das anfühlt, das wieder sagen zu können.
Gabi (ihr Herz geht auf u. sie bemüht sich stark, nicht gleich noch in Tränen auszubrechen): Ich weiß.

Die schöne Krankenschwester lächelte ihren geliebten Oberarzt an, nahm dann seine linke Hand und verließ zusammen mit ihm sein Sprechzimmer. Mit einem heimlichen Kuss hinter einer Säule verabschiedete sich das Liebespaar voneinander und jeder ging jeweils in eine andere Richtung davon.

Lorelei Offline

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29.05.2011 19:39
#1010 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Da sich alle wieder lieb haben, können wir doch jetzt versöhnlich Weihnachten feiern oder? Na ja, die einen feiern, die anderen träumen. Viel Spaß und schönen Sonntagabend noch. Eure Lorelei




Kurze Zeit nach Mehdi erreichte auch Dr. Maria Hassmann die weihnachtlich geschmückte Kinderstation, nachdem alles Organisatorische wegen der Verlegung von Anna Kaan aus Wien ins Berliner Elisabethkrankenhaus soweit geklärt worden war. In dem großen Spielzimmer am Ende des Flurs herrschte noch immer reges Treiben, obwohl es für die meisten Kinder eigentlich schon längst Zeit fürs Bettchen war, aber Oberknecht Ruprecht Stefanie und Weihnachtsmann Günni hatten heute ausnahmsweise ein Auge zugedrückt und zumindest für die älteren Kinder eine Ausnahme gemacht, weil Heiligabend war und sie diesen krankheitsbedingt leider nicht zusammen mit ihren Familien zuhause unter dem Tannenbaum verbringen konnten. Weihnachtsmusik und fröhliches Lachen ertönten über die langen Flure der Pädiatrie und hatten auch das Herz der resoluten Oberschwester erweicht, die gerade den Kindern heißen Kinderpunsch ausschenkte und dabei leise mitsummte.

Gesprächsthema Nummer eins unter den anwesenden Krankenschwestern war aber nicht der Inhalt des einen oder anderen Weihnachtsgeschenkes, die Günni vorhin verteilt hatte, sondern das unerwartete Wiederauftauchen von Dr. Kaans kleiner Tochter. Schwester Sabine war noch ganz aus dem Häuschen, weil sich ihr Verdacht doch noch bestätigt hatte. Sie hatte den überglücklichen Oberarzt, als er vorhin durch die Tür geschritten war, unvermittelt herzlich umarmt und ihm gleich ein Ohr abgekaut, dass die Sterne heute besonders günstig gestanden hätten für Wunder aller Art, und hatte ihn dann in gewohnter Stasimanier neugierig ausgelöchert, was denn passiert sei, wie man sie gefunden hätte und so weiter und so fort. Und wenn die kleine Lilly ihrem Papa nicht stürmisch um den Hals gefallen wäre, würde sie ihn noch immer ausquetschen wie eine Zitrone. Jetzt saß Sabine aber zusammen mit ihrem größten Schatz, Günni Gummersbach, und einigen Kindern in der Kissenecke und sang inbrünstig deutsches Weihnachtsliedgut. Ihr Freund begleitete sie dabei auf der Gitarre.

Mehdi hockte derweil in der anderen Ecke des Zimmers vor dem großen Barbiehaus und spielte mit Lilly und Sarah. Dabei redete seine Tochter ununterbrochen auf ihn ein, erzählte ihm aufgeregt, wie es ihr und ihrer Mutter in den vergangenen Monaten ergangen war und was sie alles erlebt hatten. Erleichtert nahm der Familienvater zur Kenntnis, dass Lilly die räumliche Trennung von ihm und ihrer gewohnten Umgebung doch einigermaßen gut verkraftet hatte, auch wenn es ihm manchmal sauer aufstoßen ließ, welch hanebüchene Geschichten Anna ihrer Kleinen erzählt hatte, um die ständigen Ortswechsel zu erklären und warum sie denn nicht zurück zu ihrem Papa könnten, den sie doch so sehr vermisst hatte. Aber er ließ sich seinen Groll auf seine Frau vor seiner Tochter nicht anmerken. Das war eine Angelegenheit, die er noch im Stillen mit ihrer Mutter zu klären hatte, wenn es ihr wieder einigermaßen gut ginge, und Anna würde sich dann noch so einiges von ihm anhören müssen. Stattdessen lachte und scherzte Mehdi, machte den einen oder anderen lustigen Kommentar oder lauschte einfach nur verträumt Lillys süßer klarer engelsgleicher Stimme. Er konnte gar nicht beschreiben, was diese bei ihm auslöste. Es war einfach schön. Balsam für seine geschundene Seele. Und er liebte es, sie sprechen zu hören, wenn denn Sarah, die ständig dazwischenquatschte, sie mal aussprechen ließ.

So bemerkte der glückliche Familienvater auch gar nicht, dass er schon eine ganze Weile von einem Paar leuchtender brauner Augen beobachtet wurde. Maria Hassmann lehnte verträumt an der Wand neben der Tür und schaute ganz verklärt zu Mehdi und ihren beiden Mädchen. Es war so ein schönes harmonisches Bild, das sich tief in ihr Herz brannte und sie einfach nur glücklich machte. Erst eine Hand an ihrem Arm riss die verliebte Neurochirurgin unvermittelt aus ihren Gedanken. Sie schaute irritiert zur Seite und blickte nun in das strahlende Gesicht von Gretchen Haase, der die rührende Vater-Tochter-Szene auch sehr ans Herz ging...

Gretchen: Ich bin so glücklich.
Maria (ist der rührselige Ton dann doch etwas unangenehm): Äh... Ja, das kannst du ja dann deinem... na halt Meier erzählen.
Gretchen (lächelt sie an): Ich meine, ich freue mich so für Mehdi. Du hast ihm seinen größten Wunsch erfüllt.
Maria (blickt wieder rüber, was ihr Gesicht erstrahlen lässt, u. seufzt verträumt): Ja!
Gretchen (immer noch völlig aufgekratzt deswegen): Ich kann das immer noch nicht fassen. Du hast sie wirklich gefunden.
Maria (peinlich berührt): Gretchen, lass gut sein, bitte!
Gretchen (schaut sie verwundert an): Okay!?

Gretchen zögerte einen Moment und biss sich auf ihre Unterlippe, aber dann tat sie es doch. Es war ein inneres Bedürfnis, das einfach raus musste. Sie umarmte spontan ihre Kollegin, die sich ziemlich überrumpelt vorkam, es aber dann doch, zwar etwas verkrampft, zuließ. Sie war halt doch weich geworden, dachte sie seufzend.

Gretchen: Danke!

Maria wollte gerade etwas darauf erwidern, da erlöste sie Schwester Sabine von der rührseligen Assistenzärztin, welche durch den ganzen Raum nach ihrer Lieblingsärztin rief und sie hektisch zu sich winkte...

Sabine: Huhu! Frau Dr. Haase!

Gretchen verdrehte ihre Augen und löste sich beschämt von Dr. Hassmann, die sich bei dem lustigen Anblick von Weihnachtself Sabine gerade noch so ihr Lachen verkneifen konnte...

Gretchen: Entschuldige! Ich geh mal rüber.
Maria (nickt ihr erleichtert zu): Ja, geh nur.

Dann kann ich mich ja jetzt endlich mal um Mehdi kümmern.

... dachte die verliebte Neurologin und ging zu ihm und den beiden fröhlichen Mädchen rüber. Stumm kniete sie sich daneben und warf Mehdi einen schüchternen Blick zu, den dieser mit einem kleinen Lächeln erwiderte, dann drückte er ihr einen Miniaturkleiderständer in die Hand, auf dem die Garderoben für die GNTM-Barbies hingen. Maria verdrehte angewidert ihre Augen und wandte sich nun an ihre Tochter, die ihr freudig strahlend eine nackte Puppe entgegenstreckte.

Lorelei Offline

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30.05.2011 17:11
#1011 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Bienchen ist back! Ich denke, ihr wisst, was das bedeutet , und hoffe, ihr freut euch darüber. Schönen Wochenstart, wünscht euch Lorelei



Dr. Haase wollte gerade zu ihrer aufgeregten Stationsschwester rübergehen, da kam ihr diese auch schon mit wild in der Luft herumwedelnden Händen entgegen....

Sabine (atemlos): Frau Doktor! Frau Doktor! Sie glauben ja nicht... also du glaubst ja nicht, was passiert ist!
Oooooohhhh jeeeeeee!!!!
Gretchen (wirft einen kurzen Blick zu Lilly u. schmunzelt): Ich kann es mir denken.
Sabine (holt tief Luft u. verkündet die frohe Botschaft, während sie ihr Idol mit großen Augen ansieht): Lilly Kaan ist wieder da!
Gretchen (strahlt ihre aufgeregte Kollegin mit einem breiten Grinsen an): Ich weiß.
Sabine (stutzt, dreht ihren Kopf zur Seite u. schaut leicht enttäuscht zum Barbiehaus): Du... Du weißt das schon? ... Oh!
Ach Sabine! Komm her und lass dich knuddeln!
Gretchen (drückt die sensationslustige Krankenschwester spontan an sich): Und wir freuen uns alle sehr darüber.
Sabine (wird ganz rot im Gesicht u. fährt sich mit einer Hand verlegen über ihre gerötete Wange, als sie sich langsam aus der Umarmung wieder löst): Ja! Das ist ein Wunder.
Gretchen (lächelt überglücklich): Ein richtiges Weihnachtswunder.

Mit einer einladenden Handbewegung bat Dr. Haase die blonde Frau im rot-grünen Weihnachtselfenkostüm, welches sie endlich in aller Ruhe in seiner ganzen Schönheit betrachten konnte, sich mit ihr an den kleinen Kindertisch in der Mitte des Raumes zu setzen, wo eine Teegesellschaft aufgebaut war. Lächelnd nahm Sabine die Einladung ihrer aufmerksamen Chefin an und setzte sich auf einen der winzigen Stühle.

Gretchen: Hübsches Kostüm, Sabine!
Sabine (wird ganz verlegen): Oh danke! Das... das hat Günni genäht.
Gretchen (staunt): Ach?
Ungeahnte Talente!
Sabine (streicht sich stolz über das grüne Jäckchen mit den großen schwarzen Knöpfen): Ja! Und es ist sehr gut bei den Kindern angekommen.
Gretchen (schmunzelt): Das kann ich mir vorstellen. Und ist denn alles nach Plan verlaufen mit eurem Programm?
Sabine (runzelt die Stirn): Na ja, durch die spontane Suchaktion nach Dr. Kaans verschollener Tochter hat sich das alles etwas nach hinten verschoben. Aber wir haben Zeit wieder wettgemacht, indem wir die Nilpferdnummer von Oberschwester Stefanie weggelassen haben.
Oh Gott!
Gretchen (verdrängt krampfhaft die Bilder, die sich gerade in ihrem Kopf formen): Ah ja!?
Ich wusste schon, warum ich mich aus den Planungen herausgehalten habe.
Sabine (lächelt spitzbübisch): Und die Kinder haben ja eh alle nur auf den Weihnachtsmann gewartet.
Gretchen: Verständlich! Und Dr. Gummersbach hat der sich gut gemacht als Weihnachtsmann?
Sabine (ihre Augen beginnen augenblicklich zu leuchten u. sie schaut ganz verträumt zu ihrem Liebsten rüber, der gerade drei Jungs die Geschichte von Star Trek näher bringt): Jaaa! Ein begnadeter Weihnachtsmann!

Okaaay!? Ich sagte es bereits. Ungeahnte Talente!
Gretchen (muss unweigerlich gerührt lächeln, als sie Sabines verliebte Blicke bemerkt): Schön!
Sabine (rückt mit einem Mal näher an Gretchen heran u. beginnt zu flüstern): Weißt du, Frau Doktor... also Gretchen,...
Gretchen (etwas beunruhigt über die plötzliche Nähe zu der geheimnisvollen Schwester): Ja?
Was hat sie denn? Moment! Ist das...? Riecht sie etwa nach... Glühwein? Hmm... hätte auch gerne einen.
Sabine: ... der Günni, also Dr. Gummersbach hat mich für übermorgen zum Weihnachtsessen zu sich eingeladen.
Okaaay!? Sie will jetzt aber nicht wissen, wie sie da... also äh... Oh Gott, bitte nicht schon wieder so ein Gespräch wie neulich!
Gretchen (presst die Lippen aufeinander u. schaut peinlich berührt auf den Tisch mit den kleinen Tassen, Tellerchen und Löffelchen): Oh! Das ist doch... ähm... nett von ihm.
Sabine (strahlt ihre Vertraute glücklich an, aber mit einem Mal verschwindet das Lächeln u. weicht einem ernsten Gesichtsausdruck): Ja oder? Aber ich bin mir nicht sicher, was das... also...
Gretchen (sieht ihre Freundin interessiert an): Was bist du dir nicht sicher, Sabine?
Sabine (kichert verlegen): Na ja, ähm... seine Eltern kommen auch.
Meine Güte! Die beiden legen aber ein Tempo an den Tag. Wow!
Gretchen (lehnt sich zurück an die schmale Stuhllehne): Oh! Verstehe!
Sabine (tiefe Sorgenfalten ziehen sich über ihr Gesicht u. sie sieht ihre Kollegin unschlüssig an): Was mache ich denn jetzt?
Tja, Schwiegereltern und Eltern im Allgemeinen sind so eine Sache. Hab es ja heute Abend mal wieder meisterhaft erlebt.
Gretchen (tätschelt ihre Hand, die auf dem Tisch ruht, um ihr ihre Aufregung zu nehmen): Sei einfach du selbst, Sabine!
Sabine (unsicher): Ehrlich?
Gretchen (nickt zuversichtlich mit dem Kopf): Du musst dich doch nicht verstellen. Natürlichkeit kommt immer gut. Und Günni hat sich doch in dich verliebt. Oder?
Sabine (verträumt): Ja!
Gretchen (freut sich für sie): Na also!
Sabine (lächelt sie an): Danke!

Gretchen wiegelte mit einer lockeren Handbewegung ab und senkte verlegen ihren Kopf. Sie starrte auf das Puppenservice und spielte mit dem Gedanken, doch tatsächlich eine der Tassen in die Hand zu nehmen und so zu tun, als ob sie wirklich Tee trinken würden. Als sie aber Sabines skeptischen Blick bemerkte, wurde sie rot und verwarf den albernen Gedanken schnell wieder. Für einen kurzen Moment schwiegen sich die beiden Frauen an, bis sie plötzlich von drei Kindern im Alter von zehn bis zwölf Jahren, einem hübschen Mädchen und zwei Jungen mit Wuschelfrisur, ins Visier genommen und unvermittelt angesprochen wurden...

Mädchen (baut sich vor dem Tisch auf u. zeigt mit ausgestreckten Arm auf die blonde Ärztin): Du da!
Gretchen (schau sich irritiert um): Ja? Meinst du etwa mich?

Gretchen zeigte mit einer Hand auf sich und Schwester Sabine. Die beiden coolen Jungs nickten stumm mit dem Kopf und verschränkten dann türstehermäßig die Arme, woraufhin sich Sabine und Gretchen verunsicherte Blicke zuwarfen. Das dunkelblonde Mädchen, das links neben den beiden stand, verzog keine Miene und hielt nun eine Zeitschrift mit dem Konterfei von Heidi Klum auf der Titelseite hoch und begann monoton mit ihrem Urteilsspruch...

Mädchen: Du bist zu dick. Ich habe heute leider kein Foto für dich.
Gretchen (blickt verdutzt zu Sabine, die unwissend mit den Schultern zuckt, dann wieder zu den drei Kindern): Ja ähm... schade!

Das kleine Mädchen verzog ihre Mundwinkel zu einem gespielten Lächeln, drehte sich dann auf der Stelle schwungvoll herum, so dass ihre langen Haare aufwirbelten und stöckelte mit einem gekünstelten Modelgang davon mit den beiden Jungen im Schlepptau, die betont ihre Hüften wackeln ließen. Gretchen schaute den dreien, die es nun als nächstes auf Oberschwester Stefanie abgesehen hatten, mit offenem Mund hinterher...

Gretchen: Also die Kinder von heute übernehmen auch jeden Mist aus dem Fernsehen.
Sabine (schaut sie verwirrt an): Wieso?
Gretchen (rollt mit den Augen): Äh... Egal!

Gretchen erhob sich von dem kleinen Kinderstuhl und streckte sich erst einmal. Die unbequeme Sitzhaltung war nichts für ihren Rücken gewesen. Die blonde Krankenschwester tat es ihr gleich. Ihr Blick huschte zufällig zur Seite und sie bemerkte, wie Günni ihr zuwinkte. Ein verliebtes Lächeln schlich sich auf Sabines Gesicht und sie wandte sich entschuldigend an ihre Lieblingsärztin, um sich zu verabschieden. Dr. Haase hatte natürlich sofort bemerkt, was plötzlich mit ihrer Lieblingsschwester los war...

Gretchen (grinst): Nun geh schon zu ihm.
Sabine (strahlt sie an): Frau Doktor, ich wünsche Ihnen... äh... dir noch wunderschöne Weihnachtstage und eine noch viel schönere Reise mit dem Herrn Doktor.
Gretchen (stutzt): Äh... Woher weißt du denn, dass Dr. Meier mit mir wegfahren will?
Sabine (gerät ins Rudern): Ähm... Also eigentlich... weiß ich... von nichts. Ich habe da nur mal ein paar Unterlagen für ihn kopiert und da bin ich... ähm... zufällig... irgendwie... na ja... hihi...
Meine Chance! Juhu!
Gretchen (bekommt große Augen u. hakt investigativ nach): Du weißt, wo er mit mir hin will oder Sabine?
Sabine (merkt wie ihr die Röte ins Gesicht schießt u. haut in Panik ab): Äh... Frau Doktor... Günni hat gerufen. Ich... ich muss... Ähm... Auf Wiedersehen. Und schöne Feiertage!

Und schon war die Krankenschwester auf und davon und fiel in der anderen Zimmerecke ihrem Dr. Gummersbach um den Hals, der sie glücklich hochhob und sie an sich drückte. Gretchen schaute ihr sprachlos hinterher... Na toll, immer wenn es spannend wird. Menno! ... Sie seufzte und ihr Blick huschte langsam zur Seite, wo er an jemandem hängen blieb, der traurig zu der fröhlichen Runde am rosa Barbiehaus starrte. Gretchen folgte Gabis Blick und seufzte leise auf. Wer Mehdi und Maria zusammen sah und sie nicht kannte, würde tatsächlich vermuten, dass dort eine glückliche Familie miteinander spielte. Klar rührte auch sie die Szene sehr, aber sie kannte nun mal die näheren Umstände und die ließen nun mal diese Schlussfolgerung nicht zu. Es war lediglich eine Illusion, getragen von dem Wunder, das heute passiert war. Gretchen beschloss, zu Gabi rüber zugehen und ihr genau das zu erklären, bevor sie falsche Schlüsse zog. Behutsam legte sie der eifersüchtigen Krankenschwester eine Hand auf die Schulter. Sie zuckte erschrocken zusammen und starrte sie aus teilnahmslosen Augen an. Diesen Blick kannte Gretchen nur zur Genüge von sich selbst, als sie damals die Sache mit Mehdis Familie erfahren hatte, all die Zweifel, die ihr durch den Kopf gegangen waren und die letztendlich zur Trennung geführt hatten. Vorsichtig sprach sie ihre Kollegin an...

Gretchen: Ich weiß, was du jetzt denkst.
Gabi (zickig): Was denke ich denn?
Gretchen: Das sieht nur so aus. Zweifele nicht daran, ob er dich liebt.
Gabi (sieht sie ungläubig an u. verschränkt abweisend die Arme vor ihrem Körper): Ich wüsste nicht, wieso ich das mit dir bequatschen sollte.
Gretchen (fährt sich verlegen über den Nacken): Ich meine es doch nur gut. Ich weiß, wir sind keine Freundinnen, aber...
So weit kommt es noch, dass ich ausgerechnet mit der unsere Beziehungsprobleme bequatsche. ... Beziehungsprobleme? Tzz... das sind keine Beziehungsprobleme. Das ist... eine Katastrophe. Einfach alles! Ich ertrag das nicht mehr. Wie kann er mir das nur antun? Ich will mich ja für ihn und Lilly freuen, aber das hier... Das geht doch nicht!
Gabi: Lass es einfach! Ok?

... sagte Gabi knapp mit genervtem Unterton und verschwand schnell aus der Tür hinaus. Zu schnell! Denn sie stieß ausgerechnet mit Dr. Meier zusammen, der gerade das Spielzimmer betreten wollte. Ein böser Blickwechsel folgte. Dann rannte sie davon, noch bevor ihr Ex auch nur einen blöden Spruch reißen konnte. Verwirrt blickte er in das wunderschöne Gesicht seiner Freundin, die betreten dreinblickte und sich insgeheim ärgerte, ihre Kollegin überhaupt darauf angesprochen zu haben...

Marc: Was ist der denn über die Leber gelaufen?

Lorelei Offline

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31.05.2011 16:30
#1012 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Heute gibt es eine Überdosis Martchen. Ich hoffe, es gefällt? Liebe Grüße, Lorelei




Gretchen antwortete ihm anfangs nicht und schaute stattdessen wieder zu dem vertrauten Paar rüber, das innig mit den beiden kichernden Mädchen alberte. Marc folgte ihrem wehmütigen Blick und verstand... So ein blöder Idiot! Der weiß auch nicht, was er will.

Gretchen: Sie kommt mit ihrer Eifersucht nicht klar.
Sie muss lernen, ihm zu vertrauen. Hier und heute unter den Umständen ist es, glaube ich, nicht gerade günstig, mit der Wahrheit rauszurücken, auch wenn Maria das verdient hätte. Ach es ist einfach eine verfahrene Situation.
Marc (rollt genervt mit den Augen): Na, is ja auch verständlich oder?
Anstatt mal sein Maul aufzubekommen, reitet der sich immer tiefer in die Scheiße, wenn er hier so eine Familyshow abzieht.
Gretchen (sieht ihn Verständnis suchend an): Dabei weiß sie doch, dass er nur sie liebt.
Da bin ich mir manchmal nicht so sicher. Das Gefühlsleben eines Gynäkologen ist unergründlich und ich hab so langsam echt die Schnauze voll von dem Hin und Her.
Marc (kuckt seiner Freundin eindringlich in ihre besorgten Augen): Haasenzahn, wenn ich dir einen Rat geben kann, dann misch dich da bloß nicht ein!
Das gibt nur noch mehr Ärger und von dem hat er eh schon genug.
Gretchen: Das tue ich ja auch gar nicht.
Marc (hebt skeptisch eine Augenbraue): Das wäre ja mal ganz was Neues.
Gretchen (mustert Maria Hassmann ganz genau): Mehdi muss endlich mit Maria reden, bevor sie sich noch mehr Hoffnungen macht, als sie eh schon für ihn hegt.
Marc (folgt Gretchens Blick u. seufzt): Ich weiß! Hat schon was von Patchworkfamily da drüben.
Is ja schön und gut, dass Lilly wieder da ist und der ganze Horror endlich ein Ende hat, aber dass ausgerechnet die Hassi auf sie stoßen musste, birgt enormes Konfliktpotential für alle Seiten.

Das ist genau das, was ich ihm immer gewünscht habe, aber jetzt? Jetzt hat er Gabi. Das sollte er in seiner ganzen Euphorie, die die Rückkehr von Lilly mit sich bringt, nicht vergessen.

Gretchen (dreht sich seufzend wieder um u. versucht sich abzulenken): Ja, leider! ... Sag mal, hast du deinen Prof nun erreicht?
Marc (erleichtert, dass sie endlich das Thema wechselt): Nee, hab ihm aber ne Mail geschrieben.
Gretchen (nickt zufrieden mit dem Kopf): Gut!
Marc: Hat ja eh noch Zeit. Anna wird doch eh erst in ein paar Tagen verlegt.
Gretchen: Stimmt!
Marc (grübelt einen Moment u. sieht seine hübsche Freundin dann erwartungsvoll an): Und jetzt?
Gretchen (schaut verunsichert wieder zu der kleinen „Familie“ rüber): Weiß nicht.

Boah! Jetzt hör auf, dir ständig wegen dem Sorgen zu machen. Ich bin dafür, dass wir jetzt in unser Domizil für die nächsten fünf Tage fahren. Hmm... und jedes Mal, wenn du das Wort Mehdi oder Lilly fallen lässt, musst du auch ein Kleidungsstück fallen lassen. Hey! Geile Idee! Ja, so machen wir das. Muss nur noch Überzeugungsarbeit leisten. Ein einfaches Spiel für den Meister!

Marc (kann sein dreckiges vorfreudiges Grinsen kaum verbergen u. raunt seiner Süßen, die verträumt Lilly beobachtet, leise ins Ohr): Ich glaube, du hast jetzt genug Bilder von ihnen geschossen.
Gretchen (ihr Kopf schießt mit einem Mal zu ihm herum u. sie starrt ihn verzweifelt an): Oh nein! Hab ich nicht. Gib mir bitte dein Handy!
Marc (verwirrt): Was?
Gretchen (strahlt ihn begeistert an): Für ein Foto! Ich hab doch mein Telefon im Auto liegen gelassen.
Marc (schaut Haasenzahn verständnislos an): Das ist jetzt nicht dein Ernst?
Gretchen: Doch!

Ohne einen weiteren dummen Kommentar des Machos abzuwarten, schnellte ihre rechte Hand nach vorn und verschwand in seiner Manteltasche. Der Bestohlene konnte gar nicht so schnell kucken, da hielt die dreiste Diebin schon triumphierend sein I-Phone in die Luft und stellte sich in Position.

Marc (fährt sie an): Haasenzahn, geht’s noch?

Doch Haasenzahn reagierte nicht auf die beleidigte Leberwurst und stellte sich taub. Zwei Minuten lang starrte sie hypnotisierend auf das große Handydisplay, bis sich ihr Kopf langsam nach hinten drehte und sie Marc verlegen mit großen verunsicherten Augen ankuckte...

Gretchen: Maaarc? Was muss ich denn hier drücken? Das hat doch gar keine Tasten dieses Ei-Dingsbums hier... äh... Telefon.
Oh Mann, Haasenzahn, du bist schon eine Nummer für sich.

Marc schüttelte amüsiert seinen Kopf, schluckte den Machospruch, der ihm auf den Lippen lag, herunter und nahm ihr das Handy wortlos aus der Hand, huschte mit seinen flinken Fingerchen über das Display und hielt es ihr Sekunden später wieder grinsend hin. Gretchen kuckte ihn daraufhin an wie ein Postauto...

Gretchen: Hä? Aber da sind doch noch immer keine Tasten.
Marc (stöhnt u. klärt sie auf): Also zaubern kann ich nicht. Es hat nämlich keine. Touchscreen!
Gretchen (kleine Fragezeichen schwirren um ihren Kopf): Touch...was? Also ich komme mit der ganzen neuen komischen Männertechnik gar nicht mehr mit.
Marc (muss sich sehr zusammenreißen, nicht gleich in schallendes Gelächter auszubrechen): Äh... ja!? Ich schenke dir bei Gelegenheit meine alte Polaroid. Da musst du nur einen Knopf drücken, ne.
Gretchen (streckt ihm frech die Zunge raus u. säuselt zuckersüß): Sehr witzig! ... Maaarci, machst DU bitte das Foto? Büüütttte! Büüütttte! Büüütttte!

Gretchen formte ihren süßesten Schmollmund und klimperte dreimal verführerisch mit ihren schönen langen Wimpern. Marc hatte also überhaupt gar keine Chance, ihrer Bitte zu widerstehen. Er trat von hinten an sie heran, legte seine Arme auf ihre Schultern und hielt sein Handy vor ihr Gesicht, damit sie genau sah, was er tat...

Marc: Kuck mal! Ist doch ganz einfach.
Gretchen (hebt skeptisch eine Augenbraue u. starrt auf das Display mit den ganzen seltsamen Symbolen, die ihr wie Hieroglyphen vorkommen): Na ja!?
Marc: Was willst du denn draufhaben?
Gretchen (lächelt): Mehdi und Lilly!
Marc (rollt mit den Augen): Was frag ich eigentlich?

Mit einem Fingertipp war das gewünschte Bild geschossen und Gretchen betrachtete glücklich das Resultat. Mehdi hielt Lilly mit beiden Armen fest umschlungen und sie schaute glücklich in sein strahlendes Gesicht. Gretchen bekam richtig Herzklopfen, als sie das sah, und kuschelte sich glücklich an Marcs warme Brust. Dieser wollte gerade seine Arme wieder herunternehmen, da bettelte seine Freundin ihn erneut an...

Gretchen: Und noch eins von Sarah!
Marc (stutzt): Was? Wieso das denn?
Gretchen (dreht ihren Kopf leicht nach hinten u. zwinkert Marc frech zu): Damit ich mich immer erinnern kann, wie süß ihr beiden zusammen seid.
Was soll denn an dem Rotzlöffel süß sein?
Marc (Widerstand tut sich auf): Das ist immer noch mein Handy.
Gretchen (hat so ihre Mittelchen und Wege, um ihn zu überzeugen, u. schmiegt sich an ihn): Hast du deshalb mein Foto als Hintergrundbild?
Marc (blickt ertappt an die Decke): Gar nicht wahr!
Gretchen (lacht): Doch! Ich hab’s genau gesehen. So schnell konntest du es gar nicht wegdrücken. Das Bild, wo ich das blaue Kleid trage. Du weißt schon, das vom Ärzteball.
Marc (leugnet vehement u. richtet seine Kamera): Ich weiß nicht, wovon du redest.
Gretchen (glaubt ihm kein Wort): Klar!

Um von dem irrsinnigen Verdacht abzulenken, konzentrierte sich Marc wieder aufs Fotografieren und schoss schnell das gewünschte Bild, das er unter dem Titel „Hassis Rotzgöre“ speicherte, dann steckte er sein I-Phone schnell wieder in seine Manteltasche. Gretchen blickte verliebt über ihre Schulter nach hinten und beobachtete ihn dabei...

Gretchen: Du bist so süß, wenn du dich ertappt fühlst.
Marc (runzelt die Stirn u. funkelt sie an): Lass die Beleidigungen stecken, Haasenzahn. Ich hab dein beklopptes Foto gemacht. Fertig!
Gretchen (haucht verliebt): Danke!

http://www.youtube.com/watch?v=Llwd0vjAtzw

Dr. Meier kam nicht umhin zu lächeln, als seine Assistenz ihn so verliebt anschmachtete, und schlang nun von hinten seine Arme um Gretchens flachen Bauch und schmiegte sich gefühlvoll an ihren perfekten wohlgeformten Körper, der sich so verdammt gut anfühlte. Und sie roch auch noch so süß nach Schokolade und Vanille. Er konnte gar nicht genug bekommen von ihrem betörenden Geruch und schmiegte verträumt seine Wange an ihre. Gretchen lächelte zufrieden, als sie seine wärmende Nähe spürte und griff beherzt nach seinen Händen, die sie fest an sich drückte. Sanft wiegte der sichtlich verknallte Mann seine süße Freundin hin und her, als folgten sie dem Takt eines lieblichen Liebesliedes. Marcs heißer Atem kitzelte Gretchen am Hals, als er ihr leise etwas ins Ohr flüsterte....

Marc: Wenn das jetzt hier erledigt ist, wäre das doch der richtige Augenblick, um hier endlich zu verduften oder?

Gretchen hatte ihre Augen geschlossen und sog die aufregende Davidoff-Pfefferminz-Marcduft-Wolke tief ein, die von ihm ausging und ihre Sinne betörte. Ihre Gedanken schweiften davon. Langsam drehte sie sich in seinen Armen um. Er schob seinen Haasenzahn sanft einen Schritt zurück, bis sie mit dem Rücken gegen den Türrahmen stieß. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Marcs gierige Augen weideten sich an dem pulsierenden Auf und Ab ihres atemberaubenden Dekolletees, auf dem ihre neue Herzchenkette perfekt zur Geltung kam. Ein dreckiges Grinsen legte sich auf sein Gesicht. Seine rechte Hand bewegte sich schon fast automatisch dicht an ihrem Kopf vorbei an die Tür. Die linke folgte ihr und platzierte sich auf der anderen Seite. Marc kesselte sie ein. Gretchens Puls beschleunigte sich, je mehr sie von seinem ganz eigenen Geruch einatmete und je näher er ihr kam. Sie spürte, dass er sie mit diesem ganz speziellen Blick ansah, der nur Eines bedeutete, und öffnete vorsichtig ihre Augen. Ein glühendes Augenpaar traf sie wie ein Blitz. Wie gelähmt hielt sie sich mit beiden Händen am Türrahmen fest. Alles drehte sich. Ihr Herz raste. Ihre Knie wurden weich. Ihr Verstand schaltete sich endgültig ab. Alles kribbelte. Marc freute sich innerlich wie ein kleines Kind, dass sie allmählich die Kontrolle über ihren Körper verlor und beugte sich, um diesen Effekt noch zu verstärken, langsam mit seinem Gesicht zu ihr herunter. In seinem Bann gefangen starrte der blonde Engel ihm sehnsüchtig in seine feurig schimmernden Augen. Sein warmer Atem streifte ihre Wange, kitzelte und verwirrte sie. Eine Gänsehaut zog sich nun über ihren gesamten Körper. Sie war verloren.

Gretchen: Ja!

... hauchte sie schließlich ganz leise, kaum hörbar und doch traf es Marcs Herz wie ein Pfeil Amors. Die Schmetterlinge in seinem Bauch wirbelten auf und brachten alles durcheinander. Er stillte ihre heimliche Sehnsucht, die in ihren glitzernden Augen geschrieben stand und die auch ihn selbst durchströmte und gab ihr einen atemberaubenden Kuss, der ihr förmlich den Boden unter den Füßen wegzog. Halt suchend schlang sie ihre Arme um seinen Nacken und zog ihren Liebsten ganz nah an sich heran. Die beiden Liebenden versanken in ihrer ganz eigenen kleinen heilen Welt, in der es nur sie beide gab. Aber sie waren nicht allein auf dieser Welt, wie sie leider schnell feststellen mussten......

Lorelei Offline

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01.06.2011 16:08
#1013 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Wie euch war das nicht genug Zucker? Also mir schon! Angesichts der Lokalität und der Zuschauerkulisse wollte ich auch nichts riskieren. Dreimal dürft ihr raten, wer jetzt stört! Viel Spaß! Ich hatte ihn auf jeden Fall. Bussi, eure Lorelei




Denn plötzlich zupfte ein kleines Händchen mehrmals an Marcs Mantelsaum, ein zartes Engelsstimmchen ertönte und riss die beiden Knutschenden abrupt aus ihrem wunderschönen Traum...

Sarah: Was macht ihr denn da Lustiges? Frisst du sie auf, Maaarci?

Marc löste starr vor Schreck seine heißen Lippen von der aufregenden Frau in seinem Arm und riss seine Augen weit auf, als Sarahs süße Stimme endlich zu ihm durchgedrungen war. Gretchen öffnete ebenso erschrocken ihre Augen. Ihre Wangen liefen sofort knallrot an und beschämt legte sie ihre Hände auf Marcs bebenden Brustkorb, um ihn etwas von sich weg zu schieben. Verlegen strich sich die Ertappte über ihre glühenden Lippen, auf denen sie immer noch die von Marc Meier spürte, was ihre Schamesröte nur noch zusätzlich verstärkte, und schaute sich vorsichtig in dem Kinderzimmer um, ob nicht irgendwo ein kleines Mäuseloch zu finden war, in das sie sich jetzt auf der Stelle schnell verkriechen könnte. Ihr war das alles so unendlich peinlich, dass sie sich nicht traute, Marias Tochter auch nur anzusehen. Marc, dem die Situation natürlich auch sehr unangenehm war, versuchte möglichst cool zu bleiben und kuckte leicht verstört und überfordert zu dem neugierigen Mädchen mit dem breiten Grinsen im Gesicht herab, das ihren Hals in die Höhe reckte und nach Antworten suchte, um es abzuwimmeln...

Marc: Äh... so was in der Art. Wenn du uns dann hier weitermachen lassen würdest, hmm?
Oh Gott! Wie peinlich!
Gretchen (hat angesichts der minderjährigen Zuschauerin Einwände gegen seinen eigentlich nicht zu verachtenden Vorschlag): Marc!
Marc (grinst seine verlegene Freundin spitzbübisch an): Was denn? Stimmt doch! Ich hab dich nämlich zum Fressen gern.

Noch bevor Gretchen etwas darauf erwidern konnte, wollte Marc sie auch schon zu Demonstrationszwecken wieder küssen, doch sie wich ihm rechtzeitig geschickt aus, so dass er zu seiner Enttäuschung nur ihre Wange traf...

Gretchen (flüstert ihm leise ins Ohr): Nicht Marc! Hier sind Kinder anwesend.
Marc (lässig): Na und? Hat dich doch vorhin auch nicht gestört.
Du regst dich NICHT auf. Du bleibst RUHIG. Tschaka!
Gretchen (blitzt ihn an): Du bist unmöglich, weißt du das. Wir sind Ärzte. Wir haben Vorbildfunktion.
Marc (kann es nicht lassen, sie auf den Arm zu nehmen): Eben! Vielleicht lernen die kleinen Scheißerchen ja noch was für die Zukunft. Kann ja nicht schaden.
Gretchen (sprachlos): Also...
Hahaha! Oh ich steh drauf, wenn du dich aufregst. Ist echt heiß! Und macht Lust auf mehr, sehr viel mehr!

Während sich die beiden in gewohnter Manier anzickten, merkten sie nicht, dass sie immer noch neugierig von einem Paar Kinderaugen beobachtet wurden, das seinem kindlichen Forschungsdrang nachgehen wollte...

Sarah: Macht das Spaß?
Gretchen (verschlägt es jetzt erst recht die Sprache): Äh...
Marc (grinst die rote Tomate schelmisch an u. raunt mit tiefer Stimme): Oh! Ja, sehr!
Gretchen (schaut ihn leicht panisch an): Maaahaaarc!
Sarah (macht ganz große Augen): Oh! Machen das meine Mama und Mehdi auch?
Okaaay!? Jetzt weiß ich wieder, warum ich Kinder wie die Pest verabscheue.
Marc (jetzt verschlägt es doch tatsächlich dem Macho sein Schandmaul): Äh... sicher...
Oh Gott, Marc! Was redest du denn da? Das gibt nur Ärger.
Gretchen (versucht die Situation zu retten u. ergänzt schnell Marcs Satz): ... NICHT!
Sarah (kuckt verdutzt zu der blonden Frau hoch): Warum?
Oh nein! Sie stellt Fragen. Was mache ich denn jetzt?

Tja Süße, jetzt hast du den Salat. Deshalb gebe ich mich ja auch nie mit kleinen Scheißerchen ab. Sind mir viel zu neugierig und plappern immer alles aus. Meist mit verheerenden Folgen.

Marc (merkt, wie seine Freundin rudert, u. übernimmt heldenhaft und charmant wie immer für sie das Reden): Das geht kleine Rotzgören wie dich nichts an. Geh spielen!

Sarah (zieht eine enttäuschte Schnute u. ist zwar unzufrieden mit seiner Antwort, hat aber gleich eine andere Idee, die ihr Gesicht erhellt): Spielst du mit?
Marc (glaubt sich verhört zu haben u. blockt überfordert ab): Äh... nein!
Sarah (schaut ihn mit großen unschuldigen Kulleraugen an): Warum?
Boah nee, nicht schon wieder!
Marc (verschränkt abweisend die Arme): Darum!
Gretchen (hat sich mittlerweile wieder gefangen u. schupst ihn in ihre Richtung): Jetzt tue ihr doch bitte den Gefallen, Marc!
Marc (sieht seine Freundin ungläubig an): Was? Jetzt fall mir doch nicht immer in den Rücken. Du wolltest doch auch, dass wir jetzt fahren.
Sarah (schaut ihn ganz traurig an u. schnieft): Nicht fahren!
Och nee! Die fängt jetzt nicht an zu heulen oder? Eine echte Plage!
Gretchen (fasst sich an ihr Herz u. kuckt Marc wimpernklimpernd an): Das hat doch auch noch zehn Minuten Zeit oder? Außerdem wollte ich eh noch einmal kurz mit Mehdi reden und mich verabschieden.

Na super!? Das wird mit Abstand der längste Tag meines Lebens.
Marc (vorwurfsvoll): Kurz? Dann kommen wir erst in zwei Stunden hier weg.
Sarah (bekommt ganz leuchtende Augen u. hüpft begeistert vor ihm auf und ab): Dann kannst du mir und Lilly doch noch mal die Geschichte von der tollpatschigen Prinzessin erzählen.
Marc (perplex): Bitte?
So weit kommt’s noch! Wo steckt eigentlich ihre biestige Rabenmutter? ... Ah... himmelt den Frauenversteher an. Wieder typisch! Dabei ist das doch verlorene Liebesmüh.
Gretchen (lacht, als sie seinen panischen Gesichtsausdruck bemerkt u. zieht ihn auf): Ne Marci, du erzählst den beiden jetzt eine schöne Gute-Nacht-Geschichte und ich geh mal eben schnell zu Mehdi und Maria, ok?
Marc (fühlt sich überrollt u. will sich wehren, aber dem wortgewandten Chirurgen hat es tatsächlich die Sprache verschlagen): Äh...

Ohne seine sicherlich patzige Antwort abzuwarten, ließ Gretchen den unerwartet zum „Märchenonkel“ berufenen Machochirurgen mit der kleinen Sarah stehen und ging zu ihren beiden Freunden rüber, die überrascht aufschauten und vom Boden aufstanden. Die blonde Ärztin streichelte Lilly kurz über den Rücken und flüsterte ihr dann etwas ins Ohr. Das Mädchen kicherte fröhlich und rannte dann schnell zu ihrem verdutzt dreinblickenden Onkel Marc rüber, der resignierend den Kopf hängen ließ, einen bitterbösen Blick zu Gretchen, Maria und Mehdi warf, die schadenfroh vor sich hin grinsten, und sich dann seinem unweigerlichen Schicksal stellte.

Maria (beobachtet Dr. Meier, wie er sich im Schneidersitz auf den Teppich hockt): Ich glaube, ich werde ihn jetzt fest bei mir anstellen.
Mehdi (folgt ihrem Blick u. lacht): Also wenn er sich bei dir bewährt hat, dann kannst du ihn auch gerne mal bei mir vorbeischicken.
Maria (dreht ihren Kopf zur Seite u. grinst): Klar! Und wenn wir ihn doppelt buchen, kriegen wir ihn sogar noch kostengünstiger.
Gretchen (kann sich ihr Lachen auch nicht verkneifen): Hey! Ich will aber auch ein Stück vom Kuchen abhaben.
Maria (zwinkert ihr zu): Der liegt doch ständig auf deinem Präsentierteller.
Mehdi (stupst Gretchen lachend mit der Schulter an): Eben!
Gretchen: Stimmt!

Alle drei lachten laut auf und brauchten eine Weile, um sich wieder einzukriegen, zumal sich die Situation für Dr. Meier in der Zwischenzeit noch gravierender verschlechtert hatte, weil sich nun ungefähr fünfzehn Kinder, Sabine, Günni, Stefanie und zwei Kinderkrankenschwestern im Halbkreis um den grummeligen Geschichtenerzähler herumgesetzt hatten und gespannt an seinen Lippen hingen. Seine verzweifelten Hilfeblicke zu Gretchen und den Erziehungsberechtigten prallten daher an der Kindermauer ab. Er musste sich wohl oder übel etwas aus den Rippen leiern und danach würde er sich an jedem einzelnen rächen. Und so begann Marc mit einem zufriedenen verschwörerischen Lächeln auf den Lippen zu erzählen.

Lorelei Offline

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02.06.2011 17:55
#1014 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo Mädels, einen wunderschönen Feiertag wünsche ich euch. Ich weiß, ihr hättet euch liebend gern über ein Meiersches Märchen gefreut. Leider hatte ich das eigentlich nicht auf dem Plan und ihr müsst euch nur mit einer kleinen Andeutung zufrieden geben. Aber falls jemand von euch eine Idee hat, was Dr. Meier den kleinen Kiddies und Sabine erzählen würde, könnt ihr das gerne auf meiner Kommiseite posten. Und jetzt geht es erst einmal mit den drei Freunden und einer Ansage weiter. Viel Spaß. Eure Lorelei




Seine drei Freunde, die ihm jegliche Hilfe verwehrt hatten, konzentrierten sich währenddessen auf sich und das Thema Anna Kaan...

Gretchen (zu Maria): Hast du schon mit ihm geredet?
Maria (schüttelt den Kopf u. schaut verlegen zu Mehdi, der interessiert zwischen den beiden Frauen hin und her schaut): Nein, die Kinder haben uns völlig in Beschlag genommen.
Gretchen (blickt nachdenklich zu Mehdi, der ihren grüblerischen Blick nicht deuten kann): Oh! Verstehe!
Mehdi (hakt zögerlich nach): Wie ist denn der Stand der Dinge? Wie geht es jetzt weiter?
Gretchen: Also ich habe meinen Vater angerufen. Er war zwar schon etwas betüddelt, aber noch soweit klar im Kopf, dass er die Tragweite der ganzen Angelegenheit verstanden und uns sofort sein Ok gegeben hat. Er macht die Unterlagen bis morgen fertig. Du müsstest sie aber bei uns abholen, weil er doch zwischen den Feiertagen nicht noch mal in die Klinik kommt.
Maria (nickt der Professorentochter zu): Kein Problem! Mach ich! Dann kann ich auch Gordon gleich noch Bescheid sagen, dass es morgen losgehen kann.
Gretchen (sieht sie fragend an): Gordon?
Maria: Ja, der Tolkin hat sich und sein „Schätzchen“ freundlicherweise für unsere kleine „Reise“ bereitgestellt.
Gretchen (schmunzelt): Oh wie nett! Der freut sich wohl eher auf einen kleinen Kurzurlaub in Österreich, hmm?
Maria (gestikuliert lachend mit den Händen in der Luft herum): Ja, seine Antwort war in etwa so, „ Yeah! Cool! Dann kann ich ja mit Mo doch noch auf die Piste“.
Gretchen (lacht): Alles klar!

Mehdi (ihm ist nicht wirklich zum Lachen zumute u. er sieht Maria unsicher an): Und ihr wollt morgen schon fahren? Hab ich das richtig verstanden?
Maria (nicht gerade begeistert davon, sieht sie Mehdi betreten an): Ja, ich bin auch nicht gerade glücklich darüber, die Feiertage damit zu verbringen, zweimal ganz Deutschland zu durchqueren. Aber mein Vater ist ganz alleine dort unten und völlig hilflos ohne meine Mutter, die ja noch im Krankenhaus liegt. Ich kann ihn nicht länger allein lassen. Es ist ja auch noch Weihnachten. Wir wollen versuchen, für Sarah zumindest eine verspätete Bescherung zu organisieren. Ich bin froh, dass sie sich bisher so ruhig verhalten hat. Wer weiß, wie sie erst reagiert, wenn sie erfährt, dass wir morgen schon mit dem Krankenwagen zurück nach Österreich fahren.
Mehdi (schaut kurz zu den Kindern rüber, die Marc gebannt anhimmeln): So wie ich sie einschätze, wird sie sich freuen.
Maria (verunsichert): Meinst du?
Gretchen: Klar! Eine Fahrt im RTW ist doch bestimmt supercool in ihren Augen.
Maria (lächelt): Ja, vielleicht habt ihr Recht.

Für einen Moment schwiegen sich die drei an und lauschten dem unfreiwilligen Märchenerzähler, der, wie sie so mitbekamen, seine Zwangsaufgabe überraschend gut absolvierte, bis Mehdi wieder das Wort an Maria richtete....

Mehdi: Wann kommt ihr mit Anna zurück?
Maria (richtet ihre ganze Aufmerksamkeit wieder auf den Halbperser): Das weiß ich noch nicht so genau. Wir müssen erst einmal die Feiertage abwarten. Der stellvertretende Chefarzt, der uns noch sein Go geben muss, kommt erst am Dienstag wieder. Abschließende Untersuchungen müssen noch gemacht werden, auch bei meiner Mutter. Die Rückreise beansprucht einen ganzen Tag. Also ich vermute mal, vor Donnerstag sind wir nicht zurück.
Mehdi (wirkt plötzlich nachdenklich, sein Blick geht in die Ferne): Eine Woche also?
In sieben Tagen sehe ich sie also wieder. (MK)
Maria: Ja, eine Woche.
Gretchen: Dann sind Marc und ich ja auch wieder da, glaub ich.
Mehdi (aus seinen Gedanken gerissen, wendet er sich nun an seine beste Freundin): Was hat eigentlich Marc gesagt?
Gretchen (schaut verträumt zu Marc rüber und ihr geht das Herz auf, ihn so mit den Kindern zu sehen): Na ja, er wird langsam ungeduldig und will endlich seine Urlaubsüberraschung starten, wenn auch erst im zweiten Anlauf.

Gretchen war so fasziniert von dem süßen Anblick ihres Liebsten, dass sie gar nicht bemerkt hatte, was sie gerade von sich gegeben hatte. Mehdi und Maria warfen sich amüsierte wissende Blicke zu und die „charmante“ Oberärztin holte die blonde Träumerin schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück...

Maria (rollt mit den Augen): Ich glaube, Mehdi meinte, was er zum Fall Anna Kaan sagt.
Gretchen (schaut verlegen zu Mehdi u. errötet leicht): Oh ja! Natürlich! Ich war schon etwas weiter.
Peiiiiiiiinlich! (GH)
Das hab ich gesehen! (MK)

Mehdi (lächelt die Träumerin verschmitzt an): Ich will euch auch gar nicht länger aufhalten. Ich hab mich wirklich gefreut, dass ihr da ward.
Gretchen (strahlt den glücklichen Familienvater an): Um keinen Preis der Welt hätte ich dieses Weihnachtswunder verpassen wollen. Aber du wolltest ja eigentlich wissen, was Marc denkt. Ähm... ja. Äh... Er hat seinem Prof eine Mail geschrieben und auch noch etwas recherchiert. Er hat sich seitenweise Papiere ausgedruckt. Und mit seinem Vater will er auch noch sprechen, wenn wir wiederkommen. Olivier ... also Prof. Meier ist ja auch Spezialist auf diesem Gebiet. Also...äh...
Mehdi (schaut seine Freundin ganz gerührt an u. ist den Tränen nah): Ihr seid unglaublich echt. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Danke! Danke für alles!

Gretchen (umarmt ihn spontan und tätschelt seinen Rücken): Ach Mehdi, das ist doch selbstverständlich. Für dein Glück würde ich alles tun.
Und ich für dein’s auch. (MK)
Maria (haucht leise in Mehdis Richtung): Ich auch.
Äh... Okaaay!? Schmachtmodus ausschalten! Der ist jetzt echt nicht angebracht. Erst seine Frau, dann den Rest... also wir. (MH)
Mehdi (drückt Gretchen liebevoll an sich): Ach Gretchen...
Gretchen (löst sich von ihm u. sieht ihn lächelnd an): Hey! Wir kriegen das hin. Alles wird gut. Wir sind doch die drei Musketiere. Hmm?
Du bist einfach die Beste, Gretchen! (MK)
Maria (fühlt sich außen vor): Habt ihr da nicht jemanden vergessen?
Gretchen (schaut sie irritiert an, bis sie endlich schnallt): Ach so... ja... natürlich. Es gibt da ja noch einen.

Alle drei lachten sich an, als plötzlich ein dunkelhaariges Mädchen auf die Gruppe zu gestürmt kam und heftig an Marias Hand zu ziehen begann...

Sarah (hüpft aufgekratzt auf und ab u. starrt Maria an): Mami, Mami, das musst du hören. Das ist voll spannend, was Marc erzählt. Mit Vampiren und bösen Wölfen und so.

Mein Marc! Unverbesserlich echt! Er wird’s nie lernen. Hoffentlich zitiert er nicht seine Mutter. Oh Gott! Ich glaube, ich sollte ihn aufhalten. Aber vorher muss ich noch etwas anderes erledigen. (GH)

Maria (beißt in den sauren Apfel u. geht mit ihr mit): Na der hat vielleicht Nerven. Kommt ihr auch?

... fragte die junge Mutter Mehdi und Gretchen, aber wurde noch vor deren Antwort von ihrer aufgedrehten Tochter mitgerissen. Der halbpersische Familienvater wollte den beiden folgen, wurde aber von seiner besten Freundin daran gehindert, die ihn plötzlich am Arm packte und in eine stille Ecke zog. Verwundert schaute er sie an...

Mehdi: Was ist? Willst du nicht hören, was Marc den Kindern für einen Blödsinn erzählt?
Gretchen: Doch! Schon! Aber...
Mehdi: Aber was?
Gretchen (sieht ihn plötzlich mit ernster Miene an): Was bedeutet dir Maria?

Oh!

Mehdi schluckte. Seine Gesichtsfarbe veränderte sich und er senkte betreten seinen Blick. Mit dieser Frage hatte er nämlich nicht gerechnet. Er blickte sich kurz um und beobachtete Dr. Hassmann, wie sie sich gerade mit ihrer Tochter neben den verschwörerisch dreinblickenden Märchenonkel setzte, aufschaute und ihn lächelnd zu sich winkte. Er machte eine abwartende Handbewegung und drehte sich wieder zu Gretchen um, die ihn eindringlich musterte, was ihn irgendwie nervös machte. Er räusperte sich schließlich und schaute irritiert in ihr schönes Gesicht....

Mehdi: Was soll denn die Frage jetzt?
Gretchen (seufzt angesichts so viel männlicher Ignoranz, die sie von einem einfühlsamen Frauenarzt eigentlich nicht erwartet hat): Ich bin nicht die Einzige, die sich das fragt, Mehdi.

Doppel-Oh!

Mehdi (merkt allmählich, worauf sie hinaus will, u. bekommt ein schlechtes Gewissen): Ich hab es ihr erklärt.

Äh... wem jetzt? Maria oder Gabi? Also Maria bestimmt nicht. Sie schaut ihn immer noch genauso verliebt an wie vor ihrem Spontanurlaub in die Schweiz äh... nein nach Österreich. Und Gabi? Ich hab sie ja vorhin gesehen. Sie ist verletzt und er merkt es nicht mal. Ich hätte ihn nicht für so unsensibel gehalten.

Gretchen (hebt skeptisch eine Augenbraue u. kann es nicht lassen, sich einzumischen): Hast du das? Das macht aber nicht den Eindruck. Denkst du nicht, dass es Gabi schmerzt, wenn du hier mit Maria auf heile Familie machst?
Oh nein!
Mehdi (bekommt Herzrasen u. schaut sie aufgeregt an): War sie hier?

Idiot! Auch wenn er momentan nur Augen für seine Lillymaus hat, sollte er auch mal nach links und rechts schauen, wie sein Verhalten bei der einen und der anderen ankommt. In beiden Fällen nämlich gar nicht gut.

Gretchen (schüttelt fassungslos den Kopf u. hält ihm eine Standpauke, die er verdient hat): Siehst du, du hast es noch nicht einmal gemerkt. Wie du so vieles nicht mehr mitbekommst. Du merkst ja auch nicht, dass sich Maria immer mehr Hoffnungen macht, wenn du mit ihr und euren Kindern hier die glückliche Familie gebt. Mehdi, sie ist in dich verliebt. Sie ahnt nicht, dass du dich mittlerweile anders orientiert hast. Und ich gönn dir ja auch dein Glück. Wirklich! Ich hab euch zwei ja die letzten Tage erlebt. Aber das hier... das geht so nicht. Sie hat ein Recht auf die Wahrheit.

Dr. Gretchen Haase hatte ein Machtwort gesprochen und lehnte sich nun zufrieden mit dem Rücken an die buntbemalte Wand hinter sich. Sie verschränkte ihre Arme vor ihrem Körper und schaute dem Halbperser direkt ins Gesicht, dem in diesem Moment so einiges klar wurde und der sich nun an seine Stirn fasste und mehrmals darüber fuhr...

Mehdi: Ich bin so ein Idiot.

In meiner ganzen Euphorie, Lilly wieder zu haben, habe ich ganz vergessen, dass ich noch etwas zu klären habe. Oh Gott, das wird nicht leicht. Was mache ich denn jetzt?

Gretchen (schmunzelt): Ja und zwar ein richtig großer!
Mehdi (blickt kurz zu dem Erzählkreis hinüber u. fährt sich mit einer Hand ratlos über den Mund): Ich weiß doch auch nicht. Hier ist, glaube ich, nicht der richtige Ort, um so etwas...
Ich hätte Mehdi nie für einen Feigling gehalten.
Gretchen (fällt ihm verständnisvoll ins Wort): Mehdi, es gibt weder den richtigen oder falschen Ort noch die richtige Zeit für so ein Gespräch. Ich versteh dich ja, dass du niemandem wehtun willst, aber je länger du zögerst, umso schlimmer machst du es sowohl für Gabi als auch für Maria. Sie hat dir dein Kind wiedergebracht. Das bedeutet was. Das verbindet euch. Sie wird sich jetzt immer mehr Hoffnungen machen, dass das mit euch noch etwas wird. Auch wenn sie es vielleicht nicht zugibt, sie sucht Stabilität für sich und ihre Tochter. Eine richtige Familie eben. Und Gabi ist nicht blöd. Sie spürt das. Sie hält sich zwar zurück wegen Lilly, aber trotzdem verletzt es sie, wenn du ihrer - in ihren Augen - Konkurrentin genau das gibst, was sie sucht. Sie ist...
Mehdi (hat ihr ganz genau zugehört u. fällt ihr nun aufgeregt ins Wort): Wo ist sie?
Gretchen (hat den Faden verloren): Äh... Ich... ich weiß nicht. Sie ist schon vor einer Weile gleich wieder gegangen.
Mehdi: Danke!

Mehdi drückte der überraschten Frau spontan einen Kuss auf die Wange und verließ, ohne ein weiteres Wort der Erklärung, schnell das Zimmer. Gretchen schaute ihm sprachlos hinterher und murmelte leise etwas vor sich hin...

Gretchen: Eigentlich dachte ich, du redest zuerst mit ihr.

Also der verliebte Mehdi Kaan ist wirklich verpeilter und komplizierter als alle seine als Arzt betreuten Frauen zusammen.

Maria: Wer redet mit wem?

... holte die junge Ärztin plötzlich eine Frauenstimme aus den Gedanken. Gretchen drehte sich zur Seite und stutzte überrascht. Wo kamen denn die alle so plötzlich her? Unbemerkt hatten sich nämlich Maria, Marc, Lilly und Sarah neben sie gestellt und schauten sie nun neugierig an.

Lorelei Offline

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03.06.2011 16:54
#1015 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo Mädels! Ein großes Lob und Dankeschön geht auch heute wieder an meine lieben Kommentatoren und v.a. an die Märchenerzähler, die mir, ohne es zu wissen, über eine kleine Schreibkrise hinweggeholfen haben. Ihr habt mich da zu etwas inspiriert, das ich demnächst nachreichen werde. Aber bis dahin geht es erst einmal in der Klinik weiter. Viel Spaß und schönen Start ins Wochenende. Eure Lorelei




Gretchen, deren Wangen sich leicht ins Rötliche verfärbt hatten und die sich nervös eine verirrte Strähne hinter das Ohr klemmte, starrte die vier verdutzt an und geriet etwas ins Rudern, als sie ihrer Freundin antworten wollte...

Gretchen (schaut sich vergewissernd zur Tür): Äh... niemand.
Maria (folgt ihrem Blick): Wo wollte er denn so schnell hin?
Oh, oh! (GH)
Gretchen (flunkert): Irgendein äh... Problem auf seiner Station, glaub ich.
Ja sicher! Ich kann mir schon denken, wie das Problem heißt. G für geil. A für angepisst. B für billig. Und I für Idiotin. (MM)
Maria (versucht sich, ihre Enttäuschung nicht anmerken zu lassen): Ah!
Wieso bekommen wir eigentlich heute nie eine ruhige Minute nur für uns beide hin? Ich hab ihm doch eigentlich so viel zu sagen. (MH)
Lilly (schaut Gretchen beunruhigt ins Gesicht): Kommt Papa denn wieder?
Gretchen (streicht ihr lächelnd über die Wange): Natürlich, meine Maus!

Lilly erwiderte ihr Lächeln, breitete ihre Arme aus und kuschelte sich an ihre Seite. Man merkte, dass die Kleine mittlerweile müde geworden war, was auch verständlich war angesichts der anstrengenden Reise und den ganzen aufregenden Ereignissen hier. Auch Sarah gähnte laut, was ihre Mutter zum Aufbruch animierte...

Maria (sieht Gretchen an): Die wollen hier zusammenpacken. Ist schon arg spät geworden.
Gretchen (schaut auf ihre Armbanduhr und erschrickt): Oh!
Marc: Genau! Also Abmarsch!

... stellte Dr. Meier augenzwinkernd klar und schnappte sich Gretchens Hand. Sie zögerte und schaute auf Lilly herab, die sich an sie geschmiegt hatte und der immer wieder die Augen zufielen...

Gretchen: Wir müssen noch auf Mehdi warten.
Marc (hat kein Verständnis dafür): Was? Eh! Wenn der im Kreissaal ist, dann kann es sich nur um Stunden handeln.
Schöne Scheiße eh, wir kommen nie hier weg. (MM)
Maria (erbarmt sich seiner): Ich kümmere mich um die Mädchen. Fahrt nur!
Marc (sieht sichtlich überrascht zu seiner sonst so zickigen Kollegin): Äh... ja... danke, ne!
Gretchen (schaut vergewissernd zu Maria, die ihr vertrauensvoll zunickt): Meinst du?
Marc (sichtlich genervt): Boah Haasenzahn, sie hat doch schon eins von den Scheißerchen, also wird sie wohl auch mit der kleinen Kröte hier fertig werden.
Gretchen (tadelnd): Marc!
Lilly (wieder hellwach kuckt sie zu Onkel Marc): Ich bin keine Kröte, du... Frosch!
Och wie süß! Der Frosch, den man... äh Frau unbedingt küssen muss, damit aus ihm ein echter Prinz wird. Mein Prinz! Hach... (GH)

Alle lachten, nur Dr. Meier nicht, der seinen kleinen Schützling mit offenem Mund ungläubig anstarrte... Die große Klappe kann sie nur von ihrer Mutter haben. Wird Zeit, dass der Frauenflüsterer die Erziehung wieder übernimmt und ihr mal ein paar ordentliche Manieren beibringt.

Gretchen (beugt sich zu dem kleinen Frechdachs herunter): Den muss ich mir merken. Sagst du deinem Papa bitte einen lieben Gruß von mir?
Lilly (schaut die Exfreundin seines Vaters mit großen müden Augen an u. nickt mit dem Kopf): Mach ich!
Gretchen (streicht ihr lächelnd über den Kopf): Na dann...

Gretchen schaute sich um und ging zu Marc rüber, der schon ungeduldig mit den Fingern an den Türrahmen tippte. Sarah, die neben ihm stand, blickte traurig zu ihrem großen Freund hoch...

Sarah: Musst du wirklich schon gehen?
Boah jetzt kuck nicht so wie ein angeschossenes Rehkitz! Das ist ja nicht zu ertragen.
Marc: Jep! Und kleine Prinzessinnen wie du müssten eigentlich schon längst in der Koje sein. Also... Nacht!

Marc strubbelte der Kleinen noch einmal durch ihre langen Haare, wogegen sie erst protestierte, sich aber dann schnell zum Abschied an ihn schmiegte. Er ließ es stumm zu und tippte ihr etwas unbeholfen auf den Rücken.

Sarah: Eh! Schlaf schön und Gretchen auch!
Gretchen (als Sarah Marc endlich loslässt, drückt sie sie zum Abschied auch noch einmal an sich): Danke! Du auch.
Marc (raunt Gretchen verführerisch ins Ohr): Ich hab da eher weniger an schlafen gedacht.
Gretchen (reißt die Augen weit auf u. blickt ihn tadelnd an): Maaarc!
Hahaha! Jetzt komm endlich! Raus aus diesem Kindertheater hier!

Der unverschämte Macho zwinkerte ihr frech zu. Der blonde Engel, dem heiß-kalte Schauer über den Rücken liefen, warf ihm erst einen bösen Blick zu und hakte sich dann doch bei ihm ein. Sie winkten Maria und den beiden Mädchen zum Abschied noch zu und verließen anschließend das Spielzimmer. Langsam gingen sie den Flur zum Fahrstuhl vor. Marcs Blick huschte zur Seite und er sah seine hübsche Freundin verliebt an...

Marc: Weißt du was. Es ist wirklich spät. Eigentlich reicht es auch, wenn wir morgen erst fahren.
Ich hätte nämlich eher Bock auf eine etwas andere Fahrt als eine stundenlange Autofahrt durch die Nacht.
Gretchen (schaut ihn erstaunt von der Seite an): Nein!
Marc (verdutzt): Nein?
Gretchen (bleibt stehen u. legt ihre Arme um seinen Hals): Nein! Ich habe heute Mehdis Märchenwunder erlebt. Jetzt will ich mein eigenes.

... säuselte die verliebte Frau verführerisch in sein Ohr und zauberte damit ein dreckiges Grinsen auf das Gesicht des Mannes, der sie nun zärtlich in den Armen hielt... Das ist ja mal wieder so typisch. Ansprüche wie eine Kaiserin, hmm?

Marc: Ach so ist das? Na dann...

Ohne Umschweife packte der grinsende Oberarzt seine überrumpelte Prinzessin an der Taille, wirbelte sie einmal im Kreis herum und warf seine schwere Beute dann über seine Schulter. Gretchen, die vor lauter Schreck laut aufschrie und zappelte und zeterte, hatte gegen ihren bärenstarken Entführer nicht den Hauch einer Chance...

Gretchen: Maaaahaaarc! Nein! Was machst du denn da?
Marc (raunt ihr mit rauer Stimme zu): Das, was ich den ganzen Abend schon tun wollte. Ich hab gerade fünfzehn stinkenden kleinen Gören ein bescheuertes Kindermärchen erzählt. Das hier wird jetzt die gewünschte Erwachsenenversion.
Gretchen: Spinner!

... sagte Gretchen lachend, als er sie im Fahrstuhl dann doch vorsichtig wieder auf die Füße setzte. Sie zitterte am ganzen Körper und klammerte sich an ihren Spinner fest, dem das sehr zu gefallen schien.

Marc: Äh... Ich hab nicht jugendfrei vergessen.

... grinste er sie an, drängte sie dann gegen die hintere Stahlwand des Aufzuges und positionierte seine beiden Arme links und rechts von ihrem Kopf, um die blonde Schönheit einzukesseln, deren Wangen eine zarte Röte angenommen hatten. Sein Kopf senkte sich ganz langsam Millimeter für Millimeter. Sie kam ihm schon entgegen, doch kurz bevor ihre glühenden verführerischen roten Lippen die seinen streiften, stoppte er und schaute Gretchen, die ihn erwartungsvoll und mit bebenden Herzen ansah, intensiv an...

Gretchen: Was ist? Text vergessen?
Marc (gespielt beleidigt): Hey! Ich bitte dich! Für das, was ich vorhabe, brauche ich keinen Text.
Gretchen (grinst): Ach?
Marc: Ich... improvisiere.

Und bevor Gretchen darauf noch etwas erwidern konnte, presste Marc auch schon seine verheißungsvollen Lippen auf die ihren und verschmolz mit ihr zu einem leidenschaftlichen nicht enden wollenden Kuss, den sie nur allzu gern erwiderte und der den Auftakt zu einer Reise ins Glück darstellen sollte.

Die Fahrstuhltüren schlossen sich schließlich.

Lorelei Offline

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04.06.2011 17:49
#1016 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Süchtigen!

Ich hab’s gewusst, reicht man euch den kleinen Finger, will man gleich die ganze Hand. Aber ich an eurer Stelle hätte vermutlich das gleiche gefordert. Es war eigentlich laut „Drehbuch“ nicht geplant, muss ich gestehen, aber da ich euch und eure Nerven wohl doch arg strapaziert habe in letzter Zeit, gebe ich euch das, was ihr euch am sehnlichsten wünscht. Einen Zuckerschock auf eigene Gefahr! Ich habe ihn aber in den Spoiler gepackt und mit einem Sicherheitsschloss versehen, damit nur die älteren Kücken darauf zugreifen können. Viel Vergnügen, ihr Suchtis!

Und danach geht es an gewohnter Stelle weiter. Ganz langsam aber sicher geht es auf die richtige Zielgerade hinaus, aber während die beiden sich auf den Weg ins Glück machen, muss Mehdi noch sein Glück retten, falls es denn überhaupt in Gefahr ist.

Sonnige Grüße, eure Lorelei





Erwischt! Ihr kommt hier net rein. Hier herrscht FSK 25!!!! Wie habt ihr Kücken eigentlich das Zahlenschloss geknackt, hmm? Das stammt doch eigentlich noch aus Vorwendezeiten. Ok, ich drücke heute ein letztes Mal ein Auge zu. Weil ihr es seid. Dem einen oder anderen von euch wird diese Szene hier sicherlich noch etwas sagen. Ich habe tief in den Annalen meiner Geschichte gekramt und euch etwas Passendes herausgesucht, das wir so schon einmal hatten. Ich weiß, das ist eigentlich nicht meine Art , aber ich klaue heute einfach mal ganz dreist bei mir selbst. ICH DARF DAS!!!!!!! Denn diese Fahrstuhl-Szene, erstmals gepostet am 12.8.2010, 20:44 Uhr (Seite 27), ist meiner bescheidenen Meinung nach nicht noch einmal zu übertreffen. Und ihr wolltet doch unbedingt ein Bild haben, ne.

Das hier ist für die liebsten, tollsten und aufmerksamsten Mädels der Welt. Ich hab euch furchtbar lieb. Danke, dass ihr mir schon so lange die Treue haltet, eure Augen und Ohren immer überall offen haltet und mir stets mit Rat und Tat zur Seite steht.




Wie in Trance hatten sich die beiden Liebenden in dem winzigkleinen quadratischen Raum in Sekundenschnelle ihrer Kleider entledigt. Der sich nach seiner bildschönen Freundin verzehrende Oberarzt küsste Gretchen voller Begierde und strich gleichzeitig mit seinen zarten Chirurgenhänden über ihre samtweiche Haut langsam nach oben und hinterließ auf ihrem nackten Körper eine unendliche Gänsehautspur. Sein Blick haftete an ihren sehnsüchtigen blauen Augen, als er plötzlich ihre Handgelenke ergriff und ihre Arme nach oben drückte, um sie über ihrem Kopf zu fixieren. Marc drängte seine ihn vor glühendem Verlangen anschmachtende Geliebte mit seiner geballten männlichen Statur gegen die kalte Stahlwand des Fahrstuhls, die Gretchen noch zusätzlich erschaudern ließ, und bedrängte sie nun mit unzähligen wilden Küssen, die ihr regelrecht den Verstand raubten. Tief drang seine Zunge in ihre Mundhöhle ein und umschmeichelte die ihre, während seine Hände in rasender Geschwindigkeit wieder auf Wanderschaft gingen. Doch Zärtlichkeiten waren diesmal nebensächlich. Das unbändige Verlangen war einfach größer. Und das ging nicht nur von dem liebeshungrigen Oberarzt aus. Schon nach wenigen Sekunden waren beide bis aufs Höchste erregt gewesen und wollten nur noch das Eine: einander ganz spüren. Gretchen hielt die Anspannung kaum noch aus, als Marc schließlich ihre intimste Stelle erreicht hatte und sich seine Hand zwischen ihre Beine schob und seine Finger sie begannen intensiv zu reiben. Sie stöhnte leise und fuhr gleichzeitig mit ihren Händen über seinen knackigen Po und presste ihr Becken immer wieder ungeduldig gegen seines. Sie wollte ihn so sehr. Ihr Freund spürte deutlich, dass auch sie diesmal eindeutig auf Speedboatkurs war, was ihm eine gewisse Genugtuung verschaffte. Er schmunzelte kurz in sich hinein und ließ keine Zeit mehr verstreichen. Marc wollte sie. Jetzt und hier. Hart und schnell. Mit einem kraftvollen Ruck, der für Gretchen dann doch ein wenig überraschend kam, aber gleichzeitig auch ihre letzten Hemmungen löste, denn sie war bis in ihre Haarspitzen erregt und hatte schon längst ihren Verstand ausgeschaltet, hatte er ihr linkes Bein um seine Hüfte geschwungen und war eine Sekunde später schon tief in sie eingedrungen. Gretchen bäumte sich lustvoll auf und hielt sich krampfhaft an seiner Schulter fest. Sie wollte vor Lust laut aufschreien, aber Marc hatte rechtzeitig ihre Lippen mit seinen bedeckt, um unnötiges Aufsehen außerhalb der Stahlkammer zu vermeiden, und küsste sie jetzt so intensiv und leidenschaftlich, dass sie glaubte, ohnmächtig zu werden. Gretchen schlang ihre Arme um seinen Hals und presste sich an seinen erhitzten Körper, während er auch noch ihr rechtes Bein packte und um seine Hüfte wickelte. Sie verschränkte ihre Beine fest hinter seinem Rücken, um ihn intensiv in sich spüren zu können. Um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, stützte Marc ihren mittlerweile erhitzten und bebenden Körper gegen die eisige Metallwand hinter ihr, die ihr die nötige Abkühlung verschaffte. Denn mittlerweile glich der Fahrstuhl des EKH einer finnischen Sauna. Endlich hatten die beiden die richtige Position erreicht, um sich dem Reich der unbändigen Lust und Leidenschaft gänzlich hinzugeben. Marc hielt sein Mädchen mit beiden Händen an ihrem wohlgeformten Hintern fest, über den er auch hin und wieder strich oder in den er hinein kniff, wenn die Lust ihn übermannte. Immer wieder stieß er jetzt kraftvoll und forsch in sie, so dass Gretchen beinahe glaubte, innerlich zu zerspringen, als sie immer wieder gegen die kalte Wand gedrückt wurde. Je schneller er sich in ihr vor und zurück bewegte, umso mehr trieb er sie damit in Ekstase. Marc erstickte ihre lauten Lustschreie mit seinen Lippen, die noch immer über ihre strichen. Verlangend rieb Gretchen ihr Becken immer und immer wieder gegen seines und ging seine schnellen und teilweise heftigen, aber sehr befriedigenden Bewegungen mit. Marc verstand es perfekt, ihre Lust ins Unermessliche zu steigern. Er gab den Rhythmus vor und drang mal tief, mal weniger tief in sie ein. Immer tiefer krallte die stöhnende Frau ihre Fingernägel in den Rücken ihres unglaublichen Liebhabers, so dass sich langsam rote Striemen bildeten. Doch Marc spürte den Schmerz nicht. Längst hatten seine gierigen Augen ihre auf und ab wippenden Brüste erfasst, die seine schon unendlich große Erregung ins Unermessliche steigen ließ. Er löste sich von ihren Lippen und wanderte geradewegs mit seinem Mund zu ihren vollen weichen Brüsten, die er nun liebkoste. Er umschloss ihre rechte Brustwarze und saugte kraftvoll daran. Gretchen schnurrte wie ein kleines Kätzchen, als seine Zungespitze ihre Brustwarze immer wieder umkreiste. Laut keuchend trieb Marc das leidenschaftliche Liebesspiel allmählich in den Grenzbereich. Er streichelte mit einer Hand ihr linken Beins hoch, packte es schließlich, winkelte es ein wenig an und presste es so hoch es eben ging gegen seinen Oberkörper. Gretchen stöhnte laut auf, weil sie ihn plötzlich noch tiefer in sich spürte und er einen Punkt erreicht hatte, der sie in den Wahnsinn zu treiben schien. In wilder Ekstase schlugen ihre Hüften nun gegeneinander. Immer schneller und immer heftiger wurde Gretchen gegen die kalte Stahlwand gedrückt. Eine Kettenreaktion an gewaltigen Explosionen löste Marc damit in ihrem Körper aus, die die junge Frau nicht mehr beherrschen konnte. Gretchen entschwand in eine andere Welt. Eine Million Sterne funkelten über ihrem Kopf. Sie lächelte. Sie spürte den Boden unter ihren Füßen nicht mehr, den sie ja auch tatsächlich nicht mehr berührte. Gretchen schwebte. Weiße Wölkchen zogen an ihr vorbei. In immer weitere Höhen gelangte sie. Sie kam den Sternen immer näher. Gretchen blickte von oben auf die Erde, die sich immer weiter von ihr entfernte. So musste es sich anfühlen, wenn man von der ISS auf unseren blauen wunderschönen Planeten schaute. Alles schien ruhig und friedlich. Unendliche Stille. Die Zeit stand still. Die Meiersche Rakete hatte Gretchen Haase direkt in den Himmel befördert. Mit letzter Kraft stieß Marc Meier noch einmal in sie und dann spürte auch er dieses unglaubliche Gefühl, nicht mehr in dieser Welt zu sein. Auf Wolken tänzelnd flog er mit seiner Liebsten in die Galaxie, die in diesem Moment nur ihnen beiden gehörte. Marc spürte trotz geschlossener Augen, wie Gretchen am ganzen Körper zitterte, ihre Hände auf seinem Oberkörper abstützte und sich laut stöhnend ein letztes Mal aufbäumte. Dann sank ihr Kopf an seine starke Brust. Sie atmete schwer. Ihr Herz schien regelrecht zu zerbersten vor Glück. Im selben Moment war auch Marc zum Höhepunkt gelangt und bäumte sich laut stöhnend ein letztes Mal auf. Er drückte seine Liebste fest an sich. Er selbst ließ seinen Kopf in einem kurzen Moment der Atempause gegen die kühle Stahlwand des Aufzugs fallen, die seinem erhitzten Haupt Linderung verschaffen sollte. Immer noch waren sie vereint. Sie mochten sich nicht wieder trennen. Zu intensiv war das eben Erlebte für beide gewesen. Doch langsam sanken die Kräfte des Oberarztes. Er lockerte seine Umklammerung. Vorsichtig ermöglichte Marc seiner Geliebten wieder den Bodenkontakt, da er sie nicht mehr länger hätte halten können. Dann rutschten beide mit dem Rücken an die kalte Metallwand gelehnt zu Boden, weil sie kein Gefühl mehr in ihren Beinen spürten. Erschöpft, aber glücklich hielten sich der Oberarzt und seine Assistenz schließlich im Arm.




Während Dr. Meier und Dr. Gretchen Haase ihre Fahrstuhlfahrt um ein paar Minütchen ausgedehnt hatten, hatte Dr. Kaan inzwischen seine ganze Station nach seiner hübschen Stationsschwester abgesucht, hatte sie aber nicht gefunden. Vom schlechten Gewissen getrieben blieb er schließlich vor der Anmeldung stehen und fuhr sich aufgewühlt durch seine wilde Mähne. Er hatte es mal wieder gehörig verbockt. Zum gefühlten hundertmillionsten Mal. Dabei war es gar keine Absicht gewesen. Seine Augen hatten die ganze Zeit wie gefesselt an seiner Tochter gehangen. So hatte er gar nicht gemerkt, was um ihn herum passierte und dass man die Situation, die er mit Dr. Hassmann geboten hatte, vielleicht auch hätte anders deuten können. Mehdi schaute sich hektisch auf dem Flur der Gynäkologie um und sein Blick fiel schließlich zufällig ins Schwesternzimmer. Er stutzte und kam näher. Ein Stein fiel ihm vom Herzen. Da in der Ecke vorm Fenster saß sie doch! Die süßeste Versuchung, die sein Leben gerade zu bieten hatte. Sein Gesicht erstrahlte vor Erleichterung. Sie war nicht gegangen, so wie er noch vor ein paar Sekunden vermutet hatte.

Langsam betrat der sichtlich nervöse Halbperser das leere Stationszimmer und schloss leise die Tür hinter sich. Aber nicht leise genug, denn Gabi zuckte erschrocken zusammen, als sie die quietschende Tür hörte, und drehte ihren Kopf abrupt herum. Ihr Gesicht gefror sofort zu einer Eismaske, als sie erkannte, wer es gewagt hatte, sie in ihren trüben Gedanken zu stören. Er war es! Die gekränkte Krankenschwester seufzte laut auf und drehte sich sofort wieder trotzig um. Sie wollte ihn jetzt nicht sehen. Mehdi seufzte, wusste er doch, dass das jetzt nicht leicht werden würde, und kam trotz offensichtlicher Ablehnung ihrerseits langsam auf sie zu. Neben ihrem Stuhl ging er in die Hocke und versuchte einen Blick von der stolzen Schönen zu erhaschen, den sie ihm aber verwehrte. Stur schaute sie geradeaus auf ihre Teetasse und rührte langsam mit dem Löffel darin herum, wie sie es schon in den letzten zwanzig Minuten im monotonen Rhythmus getan hatte. Sie war sauer und enttäuscht und das sollte er auch spüren. Aber der Beruhigungstee nach dem alten Spezialrezept von Sabines Oma war natürlich schon längst kalt geworden. Das war alles seine Schuld, schmollte sie und strafte ihre große Liebe mit verdienter Missachtung.

Mehdi, der sich nicht anders zu helfen wusste, kramte derweil in seinen Kitteltaschen und holte etwas hervor, das er nun mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen vor ihr auf den Tisch stellte. Gabi stutzte. Ihr Kopf schoss augenblicklich zu ihm herum und sie blitzte ihn aus funkelnden Augen an...

GK: So einfach kommst du mir nicht davon, Mehdi Kaan.
MK (lächelt sichtlich erleichtert, weil sie das Schweigen endlich gebrochen hat): Ich weiß. Einen Versuch war es aber wert.

Dieser... GGGRRR!!! Warum muss er auch immer so verdammt süß sein? Ich hasse das. Dieses Mal lasse ich mich aber nicht so schnell weich kochen. Pah! Da hat er sich aber geschnitten. Da muss er schon größere Geschütze auffahren als dieses... Ding.

Der verliebte Oberarzt nutzte den Moment, in dem die schmollende Krankenschwester überlegte, was sie als nächstes sagen und tun wollte, und griff nach den beiden Armlehnen des Drehstuhls, auf dem sie saß, und drehte ihn so zu sich herum, dass Gabi ihn nun ansehen musste, was ihr ganz und gar nicht gefiel. Sie verschränkte abweisend ihre Arme und drehte ihren Kopf trotzig zur Seite. Was sie dabei aber nicht bedacht hatte, war, dass ihr Blick nun direkt auf den Schokoweihnachtsmann fiel, mit dem Mehdi sie gerade versucht hatte zu bestechen und der sie nun, so komisch das auch klingen mochte, vorwurfsvoll anzuschauen schien. Sie schüttelte den Kopf bei dem albernen Gedanken und konnte nicht verhindern, dass plötzlich für den Hauch einer Sekunde ein kleines Lächeln über ihre Lippen huschte, das aber sofort wieder gefror, als ihr reumütiger charmanter liebenswerter herzensguter unvergleichlich süßer Freund, der die Armlehnen fest mit seinen großen Händen umschloss und sie damit auf engsten Raum eingekesselt hatte, zu sprechen begann...

MK: Hör mal, es tut mir leid. Ich bin so ein Hornochse.

Genau das bist du! ... Ok, nicht weich klopfen lassen, Gabi! Geh nicht darauf ein! ... Er hat es nicht anders verdient. Strafe muss schließlich sein, denn ich lasse nicht alles mit mir machen. Ein bisschen Stolz muss ja wohl noch erlaubt sein. ... Und v.a. schau ihm jetzt nicht in seine schönen Augen! Die größte Gefahrenquelle, die es gibt. ... Verdammt, ich hab’s getan! ... Menno, er soll nicht so gucken. Das macht mich wahnsinnig.

Gabis Kopf wandte sich dann doch wieder ihm zu und sie schaute ihm durchdringend in die rehbraunen Augen, die sie mit einem sanftmütigen Bambiblick hoffnungsvoll anstrahlten, der die bekannte Wirkung auf sie erzielte. Doch sie wich dem aus, wusste sie doch, dass sie sonst schnell wieder verloren wäre, und sagte nichts. Also ergriff Mehdi wieder das Wort...

MK: Ich hab in meiner ganzen Euphorie gar nicht gemerkt, dass...

Mit diesen Worten lief das randvolle Fass aber doch über und ihre ganze Enttäuschung brach aus ihr heraus und sie fiel ihm aufgewühlt ins Wort...

GK: Was? Dass ICH nicht neben ihr sitze, sondern SIE?
MK (will es ihr erklären): Gabi, das...
GK (lässt ihn nicht zu Wort kommen): Noch vor einer Stunde hast du gesagt, dass ICH zu dir gehöre.
MK (beteuert sein Versprechen): Das hat sich doch nicht geändert.
Und warum fühlt es sich dann aber so an?
GK (sauer): Ach komm! Ich hab sie doch alle tratschen hören, „oh, kuckt doch mal, was für ein schönes Bild, eine richtige kleine Familie“.
Ich könnte kotzen.

Ok, es geht nicht anders. Gretchen und Gabi haben vollkommen Recht. So geht es nicht weiter.

MK (entschlossen): Du willst, dass ich mit ihr rede? Gut, dann rede ich mit ihr. Jetzt!

Mehdi sprang sofort auf und wollte gehen, aber Gabi packte ihn noch rechtzeitig am Arm und zog ihn zu sich zurück...

GK: Nicht!
MK (verwirrt): Nicht? Aber...
GK (lehnt sich an den Schreibtisch u. seufzt, weil sie nicht glauben kann, was sie jetzt gleich sagen wird): Nicht so! Ich meine... ach, ich weiß doch auch nicht. Ich... ich will dir nicht den Abend kaputt machen. Du solltest lieber...
MK (während sie nach Worten ringt, spricht er für sie weiter u. schaut sie dabei eindringlich an): Machst du nicht. Ich weiß doch selber, dass das so nicht weitergehen kann. Ich will dich nicht noch mehr verletzten. Das wollte ich nie. Das tut mir doch auch weh.
GK (sieht den verzweifelten Mann direkt an): Weißt du, ich weiß ja, dass du mich liebst und es auch wirklich ernst mit mir meinst. Ich vertrau dir ja und ich glaube dir auch, dass das alles keine böse Absicht oder männliche Blödheit oder was auch immer ist. Ich hasse mich ja selbst dafür und wünschte, ich könnte diese verdammte Eifersucht irgendwie abstellen, aber ich hab einfach Angst. Dieses Gefühl ist immer da, wenn ich sie sehe oder euch zusammen mit den Kindern. Das wirkt alles so... so perfekt und ich bin alles andere als perfekt...

MK (legt aufgewühlt seine Hände an ihre Wange u. sieht ihr tief in ihre schönen dunklen Augen, die ihn traurig anschauen): Ach Maus, denk doch nicht so was!
GK: Es ist nun mal so. Es ist immer da. Weißt du, es ist ja nicht nur die Angst, dich irgendwann zu verlieren, sondern...
MK (beteuert seine Liebe): Sondern? Gabi, ich schwöre dir, ich werd dich niemals verlassen.
GK (senkt betreten ihren Blick, während er liebevoll ihre Wange streichelt): Sag so was nicht, Mehdi! Es gibt für nichts eine Garantie und schon gar nicht für die große Liebe. Das waren deine Worte. Aber das ist es eigentlich auch gar nicht, was mich beschäftigt. Ich... ich hab noch viel größere Angst vor den Gefühlen, die ich für dich empfinde.
MK (hält in seiner Bewegung inne und blickt seine Freundin verwundert an): Was?
GK (auch wenn sie es selbst nicht wirklich versteht, versucht sie es ihm zu erklären): Die letzten beiden Wochen waren so unglaublich, hundertmal schöner, als ich es mir je hätte vorstellen können.
MK (lächelt sie verliebt an): Mir geht es doch genauso.
GK (erwidert sein Lächeln, aber ihr Blick wird schnell wieder melancholisch): Ich hab so was wie mit dir noch nie erlebt. Ich hab nie geglaubt, dass das überhaupt möglich ist. Dieses ganze Gefühlsgedöns. Ich meine, ich hab noch nie so viel und so intensiv empfunden, Mehdi. Ich lieb dich von Tag zu Tag mehr und ich weiß überhaupt nicht, wohin damit und wo das noch alles hinführen soll. Ich glaube, ich würde es nicht überleben, wenn das irgendwann nicht mehr...
MK (fällt ihr total gerührt ins Wort): Hey komm mal her!

Mehdi hatte nach diesem wohl schönsten Liebesgeständnis, das er bislang in seinem Leben bekommen hatte, Tränen in den Augen und zog die verzweifelt Verliebte in seine Arme. Anfangs wehrte sie sich noch, weil sie ihm doch eigentlich nicht so schnell nachgeben wollte, aber sie hatte die Kontrolle über ihren Körper schon längst verloren, der erschlaffte, sobald sie Mehdis Wärme wahrnahm, und schmiegte sich nun in seine starken Beschützerarme, den schönsten Ort, den sie sich nur vorstellen konnte. Und so hielten sich die Liebenden eine Weile fest umschlungen, bis beide Gemüter sich einigermaßen wieder beruhigt hatten. Zaghaft hob die schöne Krankenschwester ihren Kopf, wagte es aber kaum, ihn anzuschauen. Doch Mehdi lächelte sie voller Liebe an und streichelte ihr zärtlich über die Wange, so dass es ihr fast den Atem nahm...

MK: Das war das Schönste, was mir je eine Frau gesagt hat.
Oh Gott! Was hab ich da bloß für einen Blödsinn geredet? Das gibt’s doch gar nicht. Bin das noch ich?
GK (senkt verlegen ihren Kopf an seine Brust u. schließt ihre Augen): Mir ist das so peinlich. Ich weiß gar nicht, was mit mir los ist.
MK (legt seine rechte Hand an ihre Wange u. lächelt sie verliebt an): Etwa dasselbe Gefühlschaos, das auch bei mir herrscht.
Chaos ist gut! Das ist an Durcheinander gar nicht mehr zu toppen. Muss das immer so sein?
GK (schaut ihn unsicher an): Ich will aber nicht, dass es chaotisch ist. Ich will doch auch nur eine stinknormale Beziehung wie jeder andere auch, ohne mittelschwere bis große Katastrophen.
MK (schmunzelt): Ich versuche, dem Chaos Herr zu werden.
Irgendwie kriegen wir das schon hin, weil ich dich liebe, Gabi, mehr als du dir vorstellen kannst.
GK (blickt fragend in seinen funkelnden Augen hin und her): Glaubst du wirklich, dass wir es schaffen werden?
Ich will das so sehr.

MK (schaut ihr tief in ihre wunderschönen rehbraunen Augen): Auch wenn es im Moment so ausschaut, als würden sich aller paar Minuten neue Baugruben auftun, sehe ich so klar wie schon lange nicht mehr.
GK: Ehrlich?

MK (nickt mit dem Kopf): Das mit Maria, das... wird kein Zuckerschlecken, aber ich weiß, dass ich es ihr nicht mehr länger verheimlichen kann und will, allein schon weil sie... ähm... (er zögert - Gabi versteht, was er sagen will, bleibt aber ruhig - und setzt anders fort) ... Ich hätte von Anfang an ehrlich sein müssen, zu ihr, zu dir, aber v.a. zu mir selbst. Ich hab schon viel zu viel kaputt gemacht, das sich wahrscheinlich auch nicht mehr kitten lässt. Und meine Frau, ich... ich weiß ehrlich gesagt noch gar nicht, wie ich ihr begegnen soll. Einerseits bin ich stinksauer und würde ihr am liebsten den Kopf abreißen und nie wieder mit ihr reden, aber andererseits auch wieder nicht. Ihre Erkrankung erschwert natürlich alles. Auch was die Zukunft von Lilly betrifft. Aber ich weiß einfach, dass wir beide ... (deutet mit seiner Hand zwischen sich und Gabi hin und her; sie lächelt) ... das alles schaffen werden, weil wir uns haben. Wenn das alles überstanden ist, dann konzentrieren wir uns ganz auf uns. Wir haben schließlich noch unser ganzes Leben vor uns.

Das klingt zu schön, um wahr zu sein.
GK (hängt förmlich an seinen Lippen u. lächelt verliebt): Gehst du da nicht allzu optimistisch ran?
Optimismus hält dich oben.
MK: Glaub mir, ich habe harte drei Jahre hinter mir. Irgendwann muss es doch wieder aufwärts gehen. Den Tiefpunkt habe ich mittlerweile schon längst überschritten. Ich habe mich nämlich in die wundervollste, aufregendste, schönste Frau der Welt verliebt...
GK (grinst u. tippt ihm leicht mit der Hand auf die Brust): Schleimer!
MK (lacht): Hey! Und ich habe meine Tochter wieder. Mehr Glück geht schon fast gar nicht mehr. Es sei denn, du hast ein Problem damit, dass du jetzt nicht mehr nur den heißesten Junggesellen und beliebtesten Gynäkologen Berlins, sondern auch noch den Vater eines neunjährigen Mädchens abbekommst?
Selbst wenn du einen Buckel und ne Warze hättest, würde mich das nicht davon abhalten.
GK (schlingt glücklich ihre Arme um seinen Hals u. schmiegt sich gefühlvoll an ihn): Natürlich nicht! Aber...
MK (umfasst ihre Taille u. schaut verunsichert in ihr Gesicht): Immer noch ein Aber?
GK (kneift ihre Augen zusammen u. überlegt): Ein kleines... na ja, wie man’s nimmt. Es ist nur, das ist alles so neu für mich. Was ist, wenn sie mich nicht mag?
Oh daher weht der Wind?

Ich weiß nicht, ob ich gut mit Kindern kann.

MK (schaut sie zuversichtlich an): Sie wird dich lieben.
Ewiger Optimist!
GK: Sie hat vorhin nicht ein Wort mit mir gewechselt.
MK: Weil sie dich noch nicht richtig kennt. Das gibt sich mit der Weile.
GK (zweifelt): Meinst du? Und deine Frau, was ist, wenn sie etwas dagegen hat?
Ich will ihr doch nichts wegnehmen. Ich bin nicht so grausam.
MK: Was soll sie dagegen haben? Sie hat alle Rechte an meinem Leben verspielt. Und das weiß sie auch. Ich werde trotzdem für sie da sein, wenn sie mich braucht. Das wird alles nicht leicht werden, falls sie wirklich... aber daran möchte ich jetzt im Moment nicht denken. Das ist Aufgabe der Ärzte. Fakt ist, ich werde nicht noch einmal denselben Fehler wie bei Gretchen machen.

Wie war das noch mal? Sie hatte ihm ein Ultimatum gestellt. Aber das will ich doch gar nicht. Ich weiß doch, dass die blöde Kuh nach der Aktion mit seiner Tochter alle ihre Chancen bei ihm verspielt hat.

GK (blickt ihn vertrauensvoll an): Wir kriegen das hin.
MK (seine Augen blitzen auf): Das wollte ich hören. Also nimmst du jetzt doch den Weihnachtsmann an?
GK (schmunzelt u. zieht einen Schmollmund): Nein!
MK (irritiert): Nein?
GK (verstärkt ihre Umklammerung u. reibt sich verführerisch an seinem muskulösen Körper, so dass ihm gleich ganz anders wird): Ich nehme lieber dich. Du bist ja auch viel süßer und hast eindeutig weniger Kalorien.
MK (schmunzelt u. murmelt leise): Du bist...

http://www.youtube.com/watch?v=iJe3osgk8Vc&feature=related

Mehdi stupste mit seiner Nase ihre Nase an und konnte sich nicht mehr länger zurückhalten. Er gab seiner süßen Versuchung einen zärtlichen Kuss, der leidenschaftlich erwidert wurde. Langsam sanken sie auf den Stuhl zurück. Gabi platzierte sich auf Mehdis Schoss, ohne auch nur einmal von seinen heißblütigen Lippen abzulassen. Sie schmusten glücklich und voller Hingabe miteinander und hätten es sicherlich auch eine Ewigkeit weiter getan, wenn nicht plötzlich der Alarm aus einem der Patientenzimmer losgegangen wäre. Die diensthabende Krankenschwester zog eine Schnute, als sie erkannte, um welches Zimmer es sich handelte...

GK (stöhnt): Schon wieder die! Die gibt einfach keine Ruhe. Dabei hat sie noch nicht einmal das kleinste Anzeichen einer Wehe.

Verärgert stand die pflichtbewusste Krankenschwester auf. Doch Dr. Kaan, der ebenfalls aufgesprungen war, hielt sie auf und schob sie zurück auf den Stuhl, auf dem sie soeben noch zusammen gesessen hatten...

MK: Ich mach das. Ein bisschen Autorität und Sicherheit verbreiten.
GK (strahlt ihn an): Du bist ein Schatz.
MK (beugt sich grinsend zu ihr herab u. gibt ihr einen kleinen Kuss auf den Mund): Ich weiß. Ich bin gleich wieder da.
Gabi (verträumt): Ja?

Der diensthabende Oberarzt warf seiner süßen Stationsschwester noch eine Kusshand zu und verließ anschließend das Schwesternzimmer. Verträumt drehte sich Gabi mit ihrem Stuhl im Kreis, sprang dann schwungvoll auf, nahm ihre Tasse in die Hand, tänzelte von Glückshormonen getragen durch den kleinen Raum, goss den kalten Tee in die Spüle und spülte die Tasse sauber und stellte sie zurück ins Regal. Dann setzte sie sich an den Schreibtisch vor dem Tresen, wuselte durch ein paar Unterlagen, die sie noch in der Nacht bearbeiten wollte, konnte sich aber nicht wirklich darauf konzentrieren. Sie grinste breit vor sich hin und stützte ihr Gesicht mit ihren Armen ab und blickte schwerverliebt in den abgedunkelten Flur hinaus. Das Leben konnte so schön sein.

Doch Gabi Kragenow blieb nicht lange allein. Denn keine zwei Minuten nachdem ihr geliebter Dr. Kaan den Raum verlassen hatte, betrat eine brünette Frau, aus der Umkleide kommend, das Stationszimmer und schaute sich hektisch darin um. All die euphorische Freude und die unendlichen Glücksgefühle entwichen ihrem Gesicht, als Gabi erkannte, um wen es sich bei der Frau handelte...

Lorelei Offline

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05.06.2011 20:39
#1017 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So Mädels, nach einer kurzen Regenerationsphase geht es jetzt weiter. Ich hoffe, ihr habt die Zuckerüberdosis ganz gut überstanden? Oder muss ich doch noch den Onkel Doktor rufen? Zur Sicherheit ist in meinen Teilen immer einer dabei, so auch heute wieder. Aber ihr hättet sicherlich zu Beginn lieber einen anderen gesehen oder? Tut mir leid. Aber der steigt gerade mit seinem Mädel in seinen Volvo. Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß mit der nächsten Episode. Danke für eure lieben Worte (@ Kate, du sprichst mir aus dem Herzen!). Bussi, eure Lorelei




Die enttäuschte Nachtschwester rollte ein Stück mit ihrem Stuhl zurück und blickte zu der sportlich gekleideten Oberärztin, die sie nicht minder abfällig von oben herab musterte...

GK: Dr. Hassmann?
MH: Ach Sie sind das?
GK: Was dagegen?

...gab Schwester Gabi bissig zurück, wofür sie einen bösen Blick von der Neurologin kassierte. Maria sagte aber nichts weiter dazu und schaute sich stattdessen suchend im Schwesternzimmer um. Gabi verschränkte trotzig ihre Arme und beobachtete ihre ehemalige Konkurrentin in der Gunst um Dr. Kaan misstrauisch. Irgendwie tat sie ihr ja schon leid. Mit ihr tauschen wollte sie um keinen Preis. Allein erziehend mit einem hyperaktiven Kind. Ein Sechzigstundenjob. Über 35. Ein arrogantes Arschloch als Ex, der nicht mal Alimente zahlte. Und der heiße Typ, den sie wollte, zog eine andere, nämlich sie, vor. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf versuchte Gabi, sich möglichst souverän zu verhalten. Schließlich wusste sie ja, dass von ihr eigentlich keine Gefahr mehr ausging. Also setzte sie ein gekünsteltes Lächeln auf und wandte sich an Dr. Hassmann...

GK: Kann ich Ihnen vielleicht helfen?

Maria wunderte sich zwar, dass die zickige Krankenschwester auf einmal so übertrieben freundlich zu ihr war, aber sie ließ sich nicht davon beirren. Sie lehnte sich seitlich an den Türrahmen, verschränkte abweisend ihre Arme vor ihrem Körper und sah sie an...

MH: Haben Sie Dr. Kaan gesehen? In seinem Büro war er nicht.

Blöde Ziege! Was sie wohl von ihm will? ... Ja, was wohl!

Die Gesichtszüge der jungen Stationsschwester entglitten dann doch für den Hauch einer Sekunde. So ganz beruhigt war Gabi dann wohl doch noch nicht. Vielleicht ging ja doch noch ein wenig Gefahr von der Gewitterziege aus. Aber sie blieb dabei, riss sich zusammen und gab wahrheitsgetreu wieder, wo ihr gemeinsam geliebter Oberarzt gerade steckte...

GK: Eine nervige Patientin nimmt ihn in Beschlag.
MH: Ach so!?

Schwester Gabi blieb nicht verborgen, dass in Dr. Hassmanns Stimme so etwas wie Wehmut mitschwang. Eine Genugtuung für ihre eben noch so gekränkte Seele! Ihr Mitgefühl hielt sich dann wohl doch eher in Grenzen. Gabi lehnte sich lässig in ihrem Stuhl zurück und musterte die betrübte Ärztin ganz genau, die wie bestellt und nicht abgeholt neben ihr stand...

GK: Sonst noch was? Kann nämlich noch etwas dauern.

Etwas Flunkerei dürfte ja in Anbetracht der Tatsachen erlaubt sein, dachte sie sich und konnte sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen.

MH: Ähm... nein!

... sagte die Neurochirurgin knapp und überlegte nun, ob sie lieber hier auf Mehdi warten oder doch wieder gehen sollte, denn die Gegenwart des zickigen Krankenhausluders bereitete ihr wie immer irgendwie Unbehagen. Da ertönte plötzlich ein Geräusch.

*bling*

Doch Maria Hassmann schien in Gedanken zu sein, denn sie hatte nicht gehört, dass sie eine Sms bekommen hatte. Amüsiert starrte Gabi ihre ehemalige Rivalin an. Das fiel dann auch der nachdenklichen Oberärztin auf, die sie gewohnt zickig anfuhr...

MH: Is was?
GK: Nö! Aber ich glaube, Sie haben gerade eine Sms bekommen.

Maria schaute Gabi leicht verwirrt an und fuhr dann mit ihrer Hand in ihre Hosentasche und zog ihr Smartphone hervor, das tatsächlich aufleuchtete.

MH: Oh! Das wird er wohl sein.

... murmelte sie leise, aber dennoch gut hörbar für die gespannten Lauscher einer eifersüchtigen Krankenschwester, und tippte mit dem Finger auf den virtuellen Briefumschlag. Doch ihr anfangs hoffnungsfrohes Gesicht wurde mit einem Mal aschfahl, als sie den wahren Absender und den Inhalt der Sms las: „Merry Christmas, Bloody Mary! C.“

Schwester Gabi beobachtete interessiert ihre kreidebleiche Kollegin, deren Gesichtszüge immer mehr entglitten, und nahm verwundert zur Kenntnis, wie sie leicht nach hinten taumelte und gegen den runden Tisch stieß, erschrocken herumfuhr, dann ihre Arme samt Handy schlaff herunterfallen ließ und aus leeren Augen teilnahmslos zu den Dienstplänen an der Wand gegenüber starrte. Gabi konnte ihre vorlaute Klappe natürlich nicht halten...

GK: Alles in Ordnung mit Ihnen? Schlechte Nachrichten?

Verstört schaute Maria auf und räusperte sich.

MH: Was? Ähm.... Nein! Und überhaupt... ich wüsste nicht, was Sie das angehen sollte, Schwester Gaaabiii. Müssten Sie nicht eigentlich irgendwo einem Säugling den Arsch abwischen?

... gab sie plötzlich patzig wieder und war von einem Moment auf den anderen wieder völlig die Alte, so dass Gabi erschrocken zusammenzuckte, aber ihr falsches Lächeln sehr schnell wieder fand, als sie ihr ruhig antwortete...

GK: Nein, das Säuglingszimmer ist momentan (noch) leer. Das einzige Christkind, das wir hier haben, ruht selig bei seiner Mutter im Zimmer.

Maria, die das nun wirklich nicht die Bohne interessierte und die mit ihren Gedanken schon längst wieder woanders war, wollte gerade gehen, da fiel ihr noch etwas ein...

MH (merklich ruhiger): Ach? Ähm... Schwester Gabi, könnten Sie Me.... äh... Dr. Kaan ausrichten, dass wir seine Tochter für die Nacht in einem der leeren Patientenzimmer in der Pädiatrie untergebracht haben. Zimmer 207.

Gabi, die irritiert die seltsamen Stimmungsschwankungen der Oberärztin studiert hatte, nickte ihr zu und Dr. Hassmann verschwand so schnell, wie sie gekommen war, wieder durch die Tür in die Umkleide. Man hörte nur noch, wie sie plötzlich laut zu sprechen begann, vermutlich mit ihrem Handy...

MH: Was fällt dir ein? ... Ich bin’s! ... Boah, du weißt genau, wer dran ist, du... du... Ich hab dir gesagt, du sollst mich verdammt noch mal endlich in Ruhe lassen. Was soll also...? ... Du hast bitte was? ... Spinnst du! Du machst das sofort rückgängig. ... Nein! Ich wüsste nicht, warum wir auf einmal damit anfangen sollten. ... Nein! Wir haben eine Abmachung. Ich dachte, du hättest verstanden, dass das neulich... Nein verdammt, ein für alle mal. Lass mich...

... dann schlug eine Tür zu und Gabi konnte nicht mehr länger mitlauschen. Das hätte sie eh nicht weiter gekonnt, weil sich nämlich im selben Moment ein äußerst attraktiver junger Mann plötzlich über den Tresen beugte und ihr im wahrsten Sinne des Wortes den Atem nahm. Nach einem Wahnsinnskuss, bei dem die Süßigkeitenschale dran glauben musste, weil Mehdis Ellenbogen sie von der Theke gefegt hatte, kam er zur Tür hinein, sammelte schnell die Schokoriegel zusammen, die wild verteilt auf dem Boden lagen, und stellte die Schüssel samt Inhalt auf die Unterlagen auf dem Schreibtisch ab. Dann lehnte er sich betont lässig und sexy an den Türrahmen und sah seine Freundin verschmitzt an.

Gabi brauchte einen Moment, um überhaupt wieder zu sich zu kommen. Noch immer spürte sie seine weichen Lippen auf den ihren und strich sich verträumt darüber. Erst als Mehdi sich schmunzelnd räusperte, schaute sie zu ihm auf und strahlte ihn verliebt an. Er erwiderte ihr süßes Lächeln...

MK: Erledigt! Alle Sorgen und Nöte sind geklärt. Frau Schröder wird dich und alle anderen in dieser Nacht in Ruhe lassen.
GK: Gott sei dank! Da fällt mir ein. Das wollte ich dir vorhin schon sagen. Ich habe die Gerlach angerufen und sie davon überzeugt, in den nächsten Tagen alle deine Schichten zu übernehmen. Aber ich musste feilschen. Sylvester, Neujahr und Ostern und die eine oder andere Nachtschicht musst du im Gegenzug für sie übernehmen. Sie kann aber leider erst ab morgen Nachmittag kommen und bis dahin habe ich auch für Ersatz gesorgt. Deine neue Assi, diese Kate oder wie die heißt, müsste jeden Moment hier sein.
MK (schaut sie sprachlos an): Du bist unglaublich.
GK (steht lächelnd auf u. schmiegt sich an ihn): Ich weiß. Ich dachte nur, du willst bestimmt lieber Zeit mit deiner Tochter verbringen als mit hysterischen Schwangeren.

Mehdi schaute aufgewühlt und mit klopfenden Herzen in ihren leuchtenden Augen hin und her. Seine Arme umschlossen ihre schlanke Taille und er gab ihr spontan einen innigen Kuss...

MK: Ich liebe dich.
GK: Ich dich auch.

Die beiden lächelten sich an, als sie den Kuss gelöst hatten. Sanft wiegten sie hin und her und verloren sich in den Augen des jeweils anderen, bis Gabi plötzlich noch etwas einfiel. Sie konnte ihm das ja auch schlecht verheimlichen, ging es doch um seine Tochter....

GK: Ach und noch was. Ähm... deine... äh... die Hassmann war gerade hier und hat nach dir gefragt.
MK (spürt mit einem Mal ein beklemmendes Gefühl u. fährt sich mit seiner Hand über den Brustkorb): Oh! Hat sie... hat sie was gesagt?
GK (rollt mit den Augen): Sie war irgendwie ganz komisch. Ich weiß auch nicht. Du hast ihr keine Sms geschrieben oder?
MK (irritiert): Ich? Äh... nein!
Gut! Hätte mich auch gewundert, wenn doch.

Mehdi vergrub seine Hände in seinen Kitteltaschen, als ob er nach etwas suchen würde, und fährt sich dann leise murmelnd über die Stirn...

MK: Ich glaube, ich hab mein Handy noch im Büro. Oh verdammt, ich wollte doch noch meine Eltern anrufen.
GK: Jedenfalls hat sie gesagt, sie hätte Lilly in einem Zimmer in der Pädiatrie untergebracht. Zimmer 207, glaub ich.
MK (sieht zu der großen Wanduhr hoch): Es ist ja auch schon wahnsinnig spät. Ich geh gleich mal zu ihr.
GK (kann nicht verhindern, dass ein wenig Enttäuschung in ihrer Stimme mitschwingt): Ok!
MK (sieht sie mit leuchtenden Augen an): Kommst du mit?
GK (zögert): Ich weiß nicht. Ich...
MK (lächelt): Keine Widerrede!

Mehdi schnappte sich ihre Hand und zog seine Freundin einfach mit über den Flur bis zum Fahrstuhl, der zufälligerweise auch gerade auf ihrer Station Halt gemacht hatte. Sie huschten schnell hinein und Mehdi drückte auf die zwei. Die Fahrstuhltüren schlossen sich wieder. Und das eine Stockwerk Fahrt war genügend Zeit, um erneut ausgiebig zu knutschen, dachten beiden und schritten sofort zur Tat. Eine halbe Minute später erreichten sie ihr Ziel. Die Pädiatrie. Doch die beiden Verliebten merkten es nicht. Unbemerkt öffneten sich die Fahrstuhltüren und plötzlich ertönte eine laute Stimme direkt neben ihnen:

„Schwester Gabi?“

Lorelei Offline

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06.06.2011 16:12
#1018 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo Mädels, heute muss ich schnell machen. Der Himmel zieht gerade zu und das Gewitter lässt wohl nicht mehr lange auf sich warten. Die Tüte Schokobons, die es zu verlosen gab, bleibt leider bei mir. Es ist weder Sabine noch Kate (auch wenn sie sich sicherlich darüber gefreut hätte ) und schon gar nicht der Papst, der Bidi auf die Schliche gekommen ist. Wer es war, erfahrt ihr jetzt. Ohrenschützer wären jetzt gefragt. Viel Spaß! Lorelei




Die Ertappten, die in der linken Ecke vor der Etagenanzeige des Aufzuges an die Wand gedrängt geknutscht hatten, fuhren mit hochroten Köpfen, die noch immer Wange an Wange klebten, herum. Langsam öffneten sie ihre vor Schreck zusammengekniffenen Augen und hofften inständig, sich doch verhört zu haben. Aber das hatten sie leider nicht! Ein ebenso roter Kopf befand sich vor den Türen des Stahlgefährts und starrte sie an, als hätte er gerade Berlusconi beim Bunga Bunga erwischt. Ein Gefühl von Scham legte sich auf beide Gesichter und sowohl Mehdi als auch Gabi zogen langsam ihre Hände unter dem Kittel des anderen hervor.

Um ihre glühenden Häupter abzukühlen und den missbilligenden Blicken zu entkommen, die sich wie Giftpfeile in ihre Haut bohrten, lehnten beide ihre Stirn gegen die kalte Fahrstuhlwand, atmeten langsam ein und aus, bis sich ihre Pulsfrequenzen etwas beruhigt hatten, und drehten sich dann betont souverän und mit einem schlecht gespielten Lächeln zu Oberschwester Stefanie um, die mit strengem Feldwebel-Blick und an die Hüfte gestemmten Armen vor ihnen stand und das noch immer Händchen haltende Paar argwöhnisch von oben bis unten musterte. Abrupt löste Gabi ihre Hand von Mehdis und trat einen Schritt zur Seite. Aber die stämmige Nilpferdfreundin war nicht blöd und hatte schon längst eins und eins zusammengezählt. Mehdi lächelte verschämt und warf Gabi einen kurzen Blick zu. Sie nickte. Mit schlechtem Gewissen schoben sich die beiden nun an der griesgrämigen Oberschwester vorbei. Da zeterte diese auch schon im gewohnten Ton los, dass ihnen fast das Trommelfell geplatzt wäre...

SB: SIE.... SIE ARZT SIE! Ich hätte mir ja gleich denken können, dass da was im Busch ist, so oft wie Sie beide heute gleichzeitig stundenlang wie vom Erdboden verschluckt waren.

Oh nein!

Schwester Gabi schloss peinlich berührt ihre Augen in der Hoffnung, in dieser Position schneller ein Erdloch zum Verkriechen orten zu können und Dr. Kaan hielt beschwichtigend seine Arme in die Höhe.

MK: Schwester Stefanie...

... setzte er ruhig und bestimmt an, wurde aber sofort wieder von der wütenden Furie unterbrochen...

SB: OBERSCHWESTER, Sie.... Rüpel! OBERSCHWESTER! Nimmt mich denn hier keiner ernst in diesem Irrenhaus?
MK (versucht die Nerven zu behalten): Oberschwester Stefanie natürlich, Entschuldigung! Hören Sie...
SB (fällt ihm ins Wort u. richtet ihre ganze Aufmerksamkeit nun auf ihre ängstliche Untergebene, die den Kopf eingezogen hat): Ich will es gar nicht hören, Sie... Sie unverschämter Kerl. Und Sie, Schwester Gabi, wenn Sie sich schon um die Vorbereitungen und die Durchführung der Weihnachtsfeier drücken, dann lassen Sie sich auch nicht dabei erwischen. Sie sind fürs Aufräumen eingeteilt.
GK (senkt beschämt ihren Blick): Oh ja, das... ich... ich war auf dem Weg.
SB (sieht Gabi eindringlich an, wodurch sie immer kleiner wird): Das hab ich gesehen. Und jetzt zackig an die Arbeit!
GK: Aber...
SK (schreit): MIR WIRD NICHT WIDERSPROCHEN! Untergräbt denn hier jeder MEINE Autorität?

Gabi zuckte ängstlich zusammen und ergab sich schließlich ihrem Schicksal, als sie langsam ihre Hände von ihren Ohren nahm. Ein sehnsüchtiger Blick zu ihrem geliebten Oberarzt folgte, der auch von Oberschwester Stefanie argwöhnisch beobachtet wurde. Mehdi lächelte zaghaft und deutete ein „bis gleich“ mit seinen Lippen an, wurde aber von der resoluten Krankenschwester daran gehindert, die sich nun ganz in sein Blickfeld schob....

SB: Und Sie... Sie...

Wehmütig hatte Mehdi Gabi hinterher geschaut, wie sie im Spielzimmer verschwand, und der wildschäumenden Xanthippe vor sich gar nicht richtig zugehört, dann wandte er sich schließlich doch sanftmütig an die zeternde Oberschwester, die mittlerweile verstummt war...

MK: Warum denn so grantig, Oberschwester Stefanie, an diesem wunderschönen Tag?
SB (zickig): Für Sie mag er ja in mehrfacher Hinsicht schön gewesen zu sein, Herr Doktor Kaan. Sie hatten ja auch nicht fünfundzwanzig nervige kleine Biester zu bespaßen.
MK: Das nicht! Aber das Fest war doch ein voller Erfolg. Und ich danke Ihnen im Namen der gesamten Ärzteschaft von ganzem Herzen für Ihr Engagement.

... sagte Dr. Kaan und gab der verdutzten Oberschwester ein kleines Küsschen auf die Wange. Fassungslos starrte diese ihn an, als hätte sie gerade ein Nilpferd gestreift, und hielt sich ihre geküsste Wange. Mehdi lächelte nur und verabschiedete sich...

MK: Wenn Sie mich dann bitte entschuldigen würde, meine kleine Tochter wartet schon sehnsüchtig auf mich.

... und verschwand anschließend in Zimmer 207, das sich unweit vom Aufzug befand. Oberschwester Stefanie schaute ihm mit offenem Mund hinterher.

SB: Sind die denn jetzt alle verrückt geworden? Gerade eben noch habe ich diesem sexistischen Oberarzt und dem ach so unschuldigen Professorentöchterchen die Ohren lang gezogen, weil sie im Aufzug... (wird rot) ... äh... ich will gar nicht wissen, was die im Aufzug alles getrieben haben. Und jetzt das hier? Ein Irrenhaus! Und ich hab noch fünf Stunden Dienst. Womit habe ich das nur verdient? Ich hasse es. Ich hasse Weihnachten. Ich hasse Kinder. Und ich hasse liebeskranke Ärzte!

... schimpfte sie leise vor sich hin, als sie den Aufzug betrat, der hinter ihr seine Türen schloss.

Lorelei Offline

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07.06.2011 16:40
#1019 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo Mädels, danke für die Dosis Motivation, die ich dringend benötigt habe. Ihr sucht also einen Freund für Oberdrache Stefanie? Äh... ich nehme gerne Vorschläge entgegen. Was Martchen betrifft, @ Pinky: Das Ankesche Verkehrszentrum sagt, freie Fahrt ins Paradies. Berlin haben sie auf jeden Fall schon einmal hinter sich gelassen. Aber bevor sie ankommen werden (@ Kate: ganz sicher nicht erst in der 52. Kalenderwoche!), gibt es im EKH noch etwas zu klären. Viel Spaß mit dem nächsten Teil. Morgen lege ich aber ein kreatives Päuschen ein, um dann am Donnerstag mit etwas ganz Besonderem zurückzukehren. Liebe Grüße, Lorelei




Mehdi linste derweil mit leuchtenden Augen durch die Scheibe vom Vorraum in das abgedunkelte Patientenzimmer, in dem seine kleine Tochter und ihre neue beste Freundin friedlich in ihren Betten schlummerten. Deren Mutter hatte sich einen Stuhl zwischen die beiden Betten gestellt. Dort saß sie nun mit übereinander geschlagenen Beinen und verschränkten Armen und starrte abwesend zur großen Fensterfront in die Dunkelheit der Nacht hinaus. Sie schien schwer abgelenkt zu sein, denn sie reagierte nicht auf Mehdis heftiges Winken vor der Scheibe. Also drückte der Halbperser vorsichtig und leise die Klinke herunter und betrat das dunkle Zimmer.

Maria zuckte erschrocken zusammen, als sie einen Schatten bemerkte, der sich in den Fenstern spiegelte, und sprang sofort von ihrem Stuhl auf. Erleichtert stellte sie fest, dass es sich bei dem unheimlichen Besucher um Mehdi handelte und lächelte ihn verschämt an. Dieser stellte sich neben das Bett von Lilly und betrachtete verträumt seinen schlafenden Engel, der mit einem Plüschnilpferd kuschelte. Sein Herz wummerte vor Glück bei diesem zuckersüßen Anblick, der ihm so lange verwehrt geblieben war. Zärtlich strich er ihr eine verirrte Strähne aus dem Gesicht. Lilly kräuselte ihre Nase und schlief ruhig weiter.

Maria hatte sich mittlerweile zu Mehdi gesellt und tippte ihm zaghaft an den Arm. Er schaute sie fragend an. Sie deutete nach draußen. Er nickte mit dem Kopf, blickte noch einmal auf seine schlafende Prinzessin und folgte Maria nach draußen. Leise schloss er die Tür hinter sich und stellte sich zu ihr vors Fenster, von wo aus sie immer wieder ins Zimmer zu ihren beiden Kindern schauten.

Um das peinliche Schweigen zu beenden, welches die ersten Minuten geherrscht hatte, ergriff die Ärztin schließlich das Wort...

MH (deutet mit der rechten Hand ins Zimmer): Es war schon spät, die Feier zu Ende und du warst nicht zu erreichen. Da hab ich sie zusammen mit Sarah hier untergebracht.
MK (lächelt): Schon gut so. Ich hab eh Nachtschicht, also zumindest bis meine Vertretung eintrifft.
MH (sieht ihn fragend an): Vertretung?
MK: Ja. So hab ich mehr Zeit für Lilly.
MH (nickt mit dem Kopf): Klar! Verstehe!
MK: Sind Marc und Gretchen schon gefahren?
MH (nickt mit dem Kopf): Ja, vorhin.
MK: Hmm!

Gott, es muss doch möglich sein mit ihm zu reden. Wieso ist er wieder so verschlossen?

Ich muss es jetzt tun! Das ist für alle Beteiligten das Beste. Aber wie fang ich an?


Einen Moment schwiegen sie sich wieder an und jeder überlegte still für sich, wie er nun anfangen sollte. Denn beide hatten etwas auf der Seele, das endlich raus musste.

MK/MH: Können wir reden?

... sprudelte es urplötzlich gleichzeitig aus ihnen heraus, was beide zum Lächeln brachte.

MH/MK: Ja!

... antworteten beide wieder synchron und lachten daraufhin. Mehdi lehnte sich mit dem Rücken an die Wand und sah seine hübsche Kollegin leicht angespannt an, wie sie nervös in dem kleinen Raum hin und her lief, um dann abrupt vor ihm stehen zu bleiben.

MH (versucht das Eis zu brechen): Also ähm... das war ein aufregender Tag.
MK (seine Augen beginnen zu leuchten): Mit einer unerwarteten Überraschung.
MH (senkt verlegen ihren Blick): Ja! Ich wollte dich ja eigentlich schon vorgestern aus Wien anrufen, aber dann dachte ich, so wäre es schöner.
MK (sieht sie verständnisvoll und unsagbar dankbar an): War es auch. Maria, ich werd dir das nie vergessen.
MH (seufzt): Ach Mehdi!

Maria, deren Herz immer heftiger in ihrer Brust zu schlagen begann, legte zaghaft ihre rechte Hand an Mehdis warme Wange. Doch er wich ihr überfordert aus und rutschte ein Stück zur Seite, was sie sehr irritierte und die Schmetterlinge in ihrem Bauch abstürzen ließ, dann nahm er plötzlich ihre Hand und starrte regelrecht hypnotisierend darauf. Er traute sich kaum, sie anzuschauen.

MK: Ich muss dir etwas sagen.

Langsam hob Mehdi seinen Kopf und schaute ihr mit ernster Miene in ihr wunderschönes fragendes Gesicht.

MH: Ich dir auch.

... erwiderte Maria leise und merkte dabei, wie ihr immer wärmer wurde und ihre Hände zu schwitzen begannen. Mehdi, dem regelrecht schlecht vor Aufregung war, lächelte knapp und ließ ihre Hand los, dann fuhr er sich mit seiner rechten Hand aufgewühlt durch seine Haare. Für einen kurzen Moment schloss er seine Augen und sprach sich innerlich Mut zu. Es gab kein Zurück mehr. Er musste es ihr endlich sagen. Schließlich öffnete er seine Augen und sah die schöne Ärztin direkt an. Ihre Augen huschten nervös hin und her. Wie sollte sie es ihm nur sagen? Ausgerechnet hier! War das überhaupt die richtige Kulisse für so ein Gespräch? Gut, sie hatten sich hier im Krankenhaus kennen gelernt, also wäre es schon irgendwie passend, aber... Während Maria noch hin und herüberlegte und durchaus eine erneute Flucht in Betracht zog, hatte Mehdi sich schon längst ein Herz gefasst und sprach sie mutig an...

MK: Kann ich zuerst?
MH (räuspert sich nervös): Sicher!
MK (fährt sich mit der flachen Hand über den Mund, sein Blick huscht kurz zur Seite ins Zimmer seiner Tochter): Ok, hör zu! Mir fällt das nicht leicht. Und ich weiß, das ist eigentlich der denkbar schlechteste Moment dafür, aber wenn ich es jetzt nicht tue, traue ich mich sicherlich nicht so schnell wieder.

Maria sah den sichtlich nervösen Mann mit funkelnden Augen an und legte beruhigend ihre Hand auf seinem Arm. Doch auch dieser unschuldigen Berührung wich er zu ihrer Verwunderung aus und lief stattdessen nun ruhelos in dem kleinen Vorraum herum. Wenn er erst damit fertig wäre, würde sie ihn hassen, dachte er verzweifelt und schämte sich. Wie hatte er es nur so weit kommen lassen können? Sein Geständnis würde alles, was sie verband, kaputtmachen. Einfach alles! Die Neurochirurgin beobachtete den ruhelosen Frauenarzt, dessen Gedanken sich überschlugen, irritiert und sprach ihn an, als er nicht gleich weitersprach...

MH: Auf einmal so ernst?

In einer Ecke blieb Mehdi schließlich stehen und drehte sich herum. Er sah ihr nun direkt in die Augen...

MK: Du weißt, dass ich dich unheimlich gern habe und die Zeit mit dir, die hat mir wirklich gut getan. Du bist eine wunderbare Frau und ich bin immer gerne mit dir zusammen.
MH (lächelt glücklich vor sich hin): Das bin ich auch. Mehdi, ich...

Bevor sie noch etwas sagen würde, was ihr am Ende vielleicht peinlich sein könnte, fiel er ihr rasch ins Wort...

MK: Bitte, lass mich ausreden!
MH (leichte Beunruhigung macht sich bei ihr breit): Okaaay!?

Wieso ist er so bierernst? Ein Liebesgeständnis hört sich irgendwie anders an. Ich hab zwar noch nie eins bekommen, also mal abgesehen von dem Bekenntnis vor Gott, dass Ce... äh... Daran denke ich nun wirklich nicht mehr. Wie komme ich überhaupt darauf? Das ist doch bescheuert. Vergiss ihn, den Anruf, einfach alles und konzentrier dich! Das wird unser Moment. Hoffe ich.

MK (holt tief Luft, um es ihr endlich zu sagen): Es ist etwas passiert, das ich dir beim besten Willen nicht erklären kann, wie und warum es überhaupt passieren konnte. Es ist einfach so und ich will und kann es nicht mehr rückgängig machen. Ich habe das lange Zeit nicht wahrhaben wollen, aber...

Mehdi rang nach den richtigen Worten, als Maria mit einem Mal direkt vor ihm stand und ihm liebevoll in die Augen sah...

MH: Mehdi, mir geht es doch genauso.

Oh nicht! Bitte sag es nicht!

Mehdi blickte sein Gegenüber leicht verstört an und wollte ihr gerade widersprechen, als urplötzlich die Tür weit aufgerissen wurde und eine außer Atem geratene blonde Krankenschwester, die das Elfenkostüm mittlerweile gegen ihre Dienstkleidung getauscht hatte, das Zimmer gänzlich in Beschlag nahm....

SV: Frau Doktor... Hassmann, da sind Sie ja!
MH (sieht sie verwirrt an): Äh... ja!?
Das ist jetzt nicht wahr oder? Nicht jetzt!
MK: Sehen Sie nicht, dass wir gerade in einem Gespräch sind, Schwester Sabine?

... fragte Mehdi leicht gereizt, weil er sein längst überfälliges Geständnis endlich hinter sich bringen wollte. Und auch Maria blitzte die aufgedrehte Krankenschwester, deren Wangen sich beschämt verfärbt hatten, böse an, weil sie gerade in diesem äußerst emotionalen Moment, der ihr Leben eventuell für immer verändern könnte, hineingeplatzt war.

SV: Oh! Das... das tut mir leid Aber... ein... ein Notfall!

... platzte es schüchtern aus ihr heraus, dann beugte sie sich leicht nach vorn, legte ihre Hände auf ihre Knie und atmete laut ein und aus.

MH: Ich bin nicht im Dienst, wie Sie wissen, Schwester Sabine. Rufen Sie also verdammt noch mal jemand anderes!

... gab die Oberärztin patzig wieder und deutete mit ausgestrecktem Arm auf die offene Tür, aus der sie Sabine auf schnellstem Wege kompromittieren wollte. Diese sah sie nur mit großen Augen verständnislos an...

SV: Aber... er ... er hat ausdrücklich Sie verlangt, Frau Doktor.
MH (starrt sie ungläubig an): Bitte?
Was zum Teufel wird das hier?
SV: Es ist wirklich... wirklich dringend.

Die Krankenschwester sah ihrer Vorgesetzten flehend in die Augen. Dr. Hassmann seufzte und warf Mehdi, der fassungslos zwischen den beiden Frauen hin und her schaute, schließlich einen entschuldigenden Blick zu. Dann folgte sie ihr, dem hippokratischen Eid verpflichtet, zur Tür hinaus...

MH: Entschuldige! Bist du später noch hier?
MK (lächelt, wenn auch eher gequält): Ich habe nicht vor mich auch nur einen Millimeter von Lilly wegzubewegen.

Maria nickte dem charmanten Gynäkologen zu und huschte anschließend mit Schwester Sabine im Schlepptau über den Flur. In der Notaufnahme angekommen, stürmte sie übelgelaunt das Behandlungszimmer, auf das die eingeschüchterte Nachtschwester gezeigt hatte, und zog sich dabei einen weißen Kittel über...

MH: Dr. Hassmann, Oberärztin, Neurochirurgin, eigentlich nicht im Dienst, aber ich schiebe ja gerne noch die eine oder andere Überstunde hinzu. Es ist ja auch nur Weihnachten. Also was haben wir hier?

Ich werde Sabine höchstpersönlich in kleine Stücke zerreißen, wenn das hier nichts Ernstes ist.

Langsam hob sie ihren Kopf und erstarrte abrupt, so dass ihr das Stethoskop, das sie sich gerade umhängen wollte, scheppernd auf den Boden fiel. Sabine bückte sich danach und reichte es ihr, doch Dr. Hassmann reagierte zu ihrer Verwunderung überhaupt nicht auf sie. Sie starrte wie hypnotisiert auf den gut gebauten Mann mit dem charmanten Lächeln, der sie sichtlich erleichtert ansah und ihr seine rechte Hand zur Begrüßung reichte. Maria brauchte einen Moment, um ihre Fassung wiederzuerlangen, räusperte sich schließlich und deutete Sabine, die hinter ihr stand und sie besorgt ansah, dass sie das Zimmer verlassen sollte, was sie mit einem verwirrten Blick quittierte - schließlich galt es hier, Leben zu retten -, dem sie aber dann nach einer erneuten bitterbösen Aufforderung ihrer Oberärztin doch nachkam. Als die Tür ins Schloss gefallen war, schnellte Marias Kopf herum und sie funkelte ihr Gegenüber bitterböse an...

MH: Du?
Gott, warum strafst du mich so?
CS: Hey!

... sagte er kurz und knapp und legte dabei sein unwiderstehliches Siegerlächeln auf, das in diesem schweren Falle äußerst unpassend war. Denn Marias Enttäuschung wegen dem geplatzten Liebesgeständnis von Mehdi und ihre ganze angestaute Wut auf diesen unverschämten Mann hier vor ihrer Nase platzten unvermittelt aus ihr heraus...

MH: Du hast vielleicht Nerven! Was zum Teufel willst du hier? Hab ich dir vorhin am Telefon nicht unmissverständlich klar gemacht, dass ich keinen weiteren Kontakt mehr wünsche? Wieso... wieso kapierst du das nicht?

...echauffierte sie sich und blickte ihn aus wütenden Augen an. Doch Cedric Stier blieb völlig ruhig. Zu ruhig, für seine Verhältnisse, dachte sich seine Exfrau schließlich, als nicht einmal ein blöder Spruch von ihm als Retourkutsche zurückkam. Stattdessen trat er nun einen Schritt zur Seite und gab den Blick auf die Patientenliege frei. Mit verzweifelter sich fast überschlagender Stimme antwortete er ihr schließlich...

CS: Weil ich deine Hilfe brauche.

Lorelei Offline

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09.06.2011 17:21
#1020 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dunkelheit. Wie ein Liebhaber seine Geliebte in eine Decke hüllte der Abend die Felder in feuchten Nebel.


http://www.youtube.com/watch?v=KDVgyK8y2Pw


Plötzlich ein Geräusch.

„Haasenzahn?“

Sie stoppte abrupt. War das ein Jaulen gewesen? Ängstlich drehte sich die blonde Maid herum. Ihr langes rotes Gewand wehte im stürmischen Wind, der mit einem Mal aufgekommen war und sie frösteln ließ. Sie rieb sich über ihre kalten dünnen Ärmchen, um einen letzten Funken Wärme aus ihrem Körper herauszuholen, dann zog sie ihre rote Kapuze über ihre langen goldenen Locken, die wie Seidenbänder im Wind tanzten.

Das junge Mädchen, kaum sechzehn Jahr, zitterte am ganzen Leib, als sie die nebelgetränkten Felder verließ und den tiefdunklen Wald betrat, auf den die hereinbrechende Nacht ihre unheimlichen Schatten legte. Schnellen Schrittes lief Rotkäppchen den schmalen Pfad entlang, der zur Hütte ihrer Großmutter führte, die krank daniederlag. Viel zu spät war die besorgte Medizinertochter von ihrem Elternhaus aufgebrochen, was sich nun zu rächen schien. Mit jedem Schritt, der sie tiefer in den verwunschenen Auenwald führte, klopfte ihr Herz lauter, schallte regelrecht in die unheimliche Stille, die hier ansonsten herrschte und jeden Ton in sich aufsaugte, um sich daran zu nähren.

Doch es führte kein Weg zurück. Fast schien es ihr, als ob die Bäume hinter ihr ein dichtes Netz spinnen würden, um ihr die unmögliche Rückkehr zu erschweren. Sie rückten näher, drängten sie immer weiter in eine Richtung, immer tiefer in den unheimlichen Wald. Rotkäppchen rannte..... den steilen Hügel hinauf, den sie atemlos erklomm, dann..... über die Lichtung, die der hinter Schleierwolken versteckte Mond in ein spärliches Licht hüllte, das ihr für ein paar Minuten das beklemmende Gefühl in ihrer Brust nahm, dann weiter..... immer tiefer hinein..... in den Märchenwald hinein. Ihr warmer Atem stieg wie Rauchsäulen empor. Meterhoch. Seltsam schimmernd in der Dunkelheit. Und es war bitterbitterkalt.

Plötzlich erneut ein Geräusch hinter ihr. Sie hielt inne.


„Huhu?“

Eine Eule! Sicher eine alte Schleiereule, die dort oben in den Wipfeln der Bäume einsam ihre Runden drehte. Sie war nicht allein! Gott, sei’s gelobt, sie war nicht allein in dieser gespenstigen Natur.

Nein, das war sie nicht, wie sich schneller herausstellen sollte, als ihr lieb war. Wieder dieses teuflisches Jaulen, das ihr in Mark und Bein ging. Ein Knacksen. Ein Rascheln, Ein Rauschen. Und Schatten. Überall waren dunkle Schatten. Hektisch sah sich das verängstigte Mädchen um.

Die mächtigen Bäume, kamen die etwa auf sie zu? Es schien fast so, als ob sie sie mit ihren langen dürren Ästen zu haschen versuchten. Sie wich ihnen aus. Langsam ging sie ein paar Schritte rückwärts. Sie kam ins Stolpern, stürzte über eine Wurzel, die quer über den Weg geschlungen war, und fand sich alsbald der naselang auf dem kalten Waldboden wieder, der von einer hauchzarten Schneeschicht bedeckt war.

Ihr Weidenkörbchen war ihr aus der Hand gefallen und mit ihm sein sämtlicher Inhalt. Panisch sammelten Rotkäppchen die heilsamen Früchte wieder zusammen, die wie Murmeln in alle Richtungen gekullert waren. Immer wieder blickte sie sich um. Es war niemand zu sehen, aber dennoch ahnte sie, dass sie verfolgt wurde. Ihr Herz pochte wie wild in ihrer Brust. Es spürte die Gefahr, schien ihr zuzurufen, „Lauf, Rotkäppchen, lauf!“ Der Wald, der ihr doch so vertraut war, in dem sie als Kind immer gespielt hatte, den sie jede Woche einmal durchquerte, um ihrer geliebten Großmutter einen Besuch abzustatten, machte ihr mit einem Mal schreckliche Angst.

Plötzlich wieder ein Geräusch.

Äste knacksten. Es raschelte hinter jedem Gebüsch. Die Baumwipfel pfiffen ein schreckliches Lied. Dann wieder dieses Furcht einflössende Jaulen. Es schien immer näher zu kommen. Eine nie gekannte Kälte legte sich um ihren Körper. Ihre Brust schmerzte. Ihre Adern gefroren zu Eis. Wie erstarrt hockte Rotkäppchen am Boden und umklammerte zitternd ihr Körbchen, unfähig sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Ihr Blick huschte wieder zu der Lichtung, die sie eben noch durchquert hatte.

Plötzlich ein Lichtstrahl vom Himmel herab. Der große Vollmond zeigte sein schaurig schönes Licht. Dann ein Schatten, der immer größer wurde. Sie hielt den Atem an. Am Rande der Lichtung erschien wie aus dem Nichts mit langsamen Schritten ein majestätischer Wolf. Sein helles graues Fell glänzte im Mondlicht. Seine riesigen Augen leuchteten wie Diamanten. Er blickte direkt in ihrer Richtung, schnüffelte, nahm Witterung auf, doch noch rührte er sich nicht vom Fleck. Er wartete. Dann reckte er mit einem Mal seinen anmutigen Hals in die Höhe.

Ein markerschütternder Schrei durchbrach die unerträgliche Stille, die mit seinem Auftauchen eingetreten war.


„Haaaasenzaaahn?“

Plötzlich ein Huschen über den Baumwipfeln. Ein Donner in der Ferne. Wind kam wieder auf. Wie von Geisterhand setzte mit einem Mal ein heftiges Schneetreiben ein, das Rotkäppchen die Sicht versperrte. Ein Wintergewitter nie gekannten Ausmaßes brach los.

Ihre Starre löste sich. Das in Schnee gehüllte Mädchen sprang von einem Adrenalinstoß getrieben auf, schnappte sich ihren Korb und rannte wie von der Tarantel gestochen los, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen.

Lorelei Offline

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10.06.2011 17:15
#1021 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

http://www.youtube.com/watch?v=IoBoeg-oyBA&feature=related


Auf dem Gipfel des nächsten Hügels angekommen, wagte sie doch einen schüchternen Blick zurück. Ihr Herz schlug. Ihre Wangen waren glutrot wie der Mantel, den sie trug, und stachen aus der Schneekulisse hervor. Ihre himmelblauen leuchtenden Augen glaubten kaum, was sie sahen.

Ein mächtiger schwarzer Vogel flog tief über die vom Sturm hin und her wogenden Baumwipfel hinab zur hell erleuchteten Lichtung, wo der große Wolf schrecklich zu jaulen begann. Im Landeanflug veränderte der Vogel plötzlich seine Gestalt. Seine majestätischen Flügel verwandelten sich in Arme. Direkt vor dem heulenden Wolf landete er sicher auf seinen beiden Füßen. Ein weißes Gewand umhüllte seinen menschlichen Körper. Sein schulterlanges lockiges Haar wehte im tobenden Orkan. Der Wolf richtete sich auf, schien fast selbst auch menschliche Gestalt anzunehmen, wich aber dann zurück, winselte, jaulte immer leiser und verstummte schließlich. Ebenso wie der Wintersturm.

Eine milde sanfte Ruhe legte sich auf den Auenwald, wie auch auf Rotkäppchens Gemüt.

Der Vogelmensch, der auf ihn einzureden schien, drehte sein Haupt plötzlich in ihre Richtung. Sie erschrak und drehte ihren Kopf verschämt zur Seite. Ihre Wangen glühten in der Dunkelheit. Wie gebannt starrte Rotkäppchen ihn nun an. Er hatte etwas seltsam Magisches, etwas Anziehendes an sich, dem sie sich nicht erwehren konnte. Langsam schritt sie die Anhöhe wieder hinab. Es war, als ob er sie förmlich zu sich ziehen würde. Allein mit der Kraft seiner fesselnden Augen, die smaragdgrün im Mondschein funkelten. Der einst so Angst einflößende Wolf wuselte nun wie ein zutrauliches Schosshündchen um seine Beine herum, sprang immer wieder an ihm hoch. Er streichelte sanft über sein Haupt, bis er sich beruhigt hatte und fröhlich jauchzend von dannen zog.

Nun war sie mit IHM allein im verschneiten Märchenwald.

Rotkäppchen kam immer näher. Auch er kam nun immer näher auf sie zu. In eleganten, langsamen, unheimlich sexy Schritten. Auf halber Höhe trafen sie sich schließlich, sahen sich stumm an. Die engelsgleiche Schönheit starrte völlig fasziniert in sein blasses makelloses Gesicht, verlor sich regelrecht in seinen smaragdgrünen Augen, die sie in einer Eindringlichkeit anschauten, die sie noch nicht gekannt hatte. Vorsichtig pirschte er sich nach vorn und legte seine rechte Hand auf ihr Haupt. Sie zitterte, gefror zu einer Salzsäule, doch seltsamerweise vertraute sie ihm. Langsam zog er ihr ihre rote Kapuze vom Kopf, fuhr ihr mit seinen kalten filigranen Händen, die sie erschaudern ließen, über ihre glutrote Wange und schließlich durch ihr langes wunderschönes Haar, das in großen goldenen Locken locker über ihre Schulter fiel.

Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Der geheimnisvolle Fremde spürte es. Er roch es förmlich, sog dieses unbändige Gefühl in sich auf. Zärtlich legte er ihre linke Schulterseite frei, fuhr mit seinen Fingerspitzen in kreisenden Bewegungen darüber. Eine Gänsehaut legte sich wie ein hauchdünner Schleier über ihren gesamten Körper. Was auch kein Wunder war. Denn wie von Geisterhand stand Rotkäppchen plötzlich nicht mehr in ihrem roten Kapuzenmantel da, sondern in einem elfenweißen dünnen fast durchsichtigen Trägerkleid, das sich wie eine zweite Haut an ihren schlanken Körper schmiegte und in der Dunkelheit schimmerte, als hätte der Mond selbst es genäht.

Hatte der rätselhafte Mann bislang noch keine Miene verzogen, so legte sich nun ein zartes zufriedenes Lächeln auf seine blutroten Lippen. Seine Augen glühten vor Begierde. Das junge Mädchen rührte sich nicht. Ein magischer Bann hielt sie gefangen. Dennoch spürte sie jede einzelne Berührung von ihm, die nie gekannte Gefühle in ihr weckte. Wie seine samtenen Hände erst ihre nackten Arme empor fuhren, dann ihre Schulterblätter entlang, und schließlich die Träger ihres Kleides zur Seite schoben. Dann seine eiskalten Lippen, die es sich nun darauf bequem machten und sie berührten, wie es noch kein Mann zuvor getan hatte. Seine Hände, die dabei über ihr vor Erregung bebendes Dekolletee strichen, ihre prallen Brüste umfassten, sie verlangend kneteten, während seine Lippen ihre Halsschlagader empor fuhren.

Sie stöhnte erst leise, dann immer lauter. Schließlich ein greller lustvoller Schrei, der über das schneebedeckte Tal flog und als Echo zurückkam. Doch sie vernahm es schon nicht mehr. Ihre Sinne schwanden. Sie dämmerte und fiel schließlich kraftlos in seine starken muskulösen Arme, die sie wie ein Schraubstock umschlossen hatten. Vorsichtig legte er sie auf dem verschneiten Weg ab, deckte sie liebevoll mit ihrem rotem Cape zu, das sich wie eine warme Decke über ihren schlaffen erkalteten Körper legte und betrachtete den schönen Engel ein allerletztes Mal. Er fuhr mit seinem Zeigefinger noch einmal über ihren grazilen verführerischen Hals, auf dem sich ein dunkelblaues Hämatom gebildet hatte, starrte wie hypnotisiert auf den letzten Blutstropfen, der wie eine Perle auf seinem Finger thronte und steckte diesen schließlich in seinen Mund und genoss.

Ein unglaubliches Gefühl machte sich in ihm breit, als er ihren letzten Lebenshauch wie eine Droge in sich aufsaugte. Ein breites Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. An seinen weißen geschliffen scharfen Zähnen klebte noch immer etwas Blut von der unschuldigen Jungfrau, der er soeben den Todeskuss versetzt hatte. Ein hämisches Lachen ertönte. Alles Leben verstummte. Der Himmel zog sich zusammen. Er breitete seine Arme aus und verwandelte sich wieder. Mit einem ohrenbetäubenden Schrei stieg Dr. Dracula empor in die Lüfte und flog auf und davon.



http://www.youtube.com/watch?v=kU8OQ2PJbMU

Lorelei Offline

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11.06.2011 19:43
#1022 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Danke, danke! Ihr seid so süß. Die Märchenstunde war auch für mich ein kleines Highlight, aber ich muss euch leider sagen, sie ist zu Ende. Jetzt geht es in der Realität weiter mit einem verzweifelten Prinzen, der sein schlafendes Dornröschen einfach nicht wach bekommt. Verschläft sie etwa ihre Überraschung? Eine schöne Bescherung! Viel Spaß und schönen Abend noch! Eure Lorelei




M: Haasenzahn, wir sind da!

... flüsterte Marc Meier seiner schlafenden Beifahrerin nun bereits zum dritten Mal mit rauer Stimme ins Ohr, aber Dornröschen ließ sich einfach nicht von ihm wecken. Alles hatte er bereits versucht. Erst hatte er sie nur sanft von der Seite angestupst. Er wollte sie ja nicht gleich erschrecken. Er hatte ja gemerkt, dass sie irgendwann auf halber Strecke zwischen Berlin und hier weggedöst war, was auch nicht sonderlich verwunderlich war, angesichts der späten oder wohl eher schon frühen Stunde und der Tatsache, dass sie sich vorhin noch überraschenderweise verausgabt hatten. Aber dass seine Süße gleich in einen so tiefen Winterschlaf verfallen würde, hatte er in seine geheimen Urlaubsplanungen nicht mit einkalkuliert. Also hatte er es als nächstes auf seine ganz spezielle Art und Weise versucht, auf die sie sonst immer sofort ansprang, bevor sie im Anschluss ihn ansprang. Er hatte also seine Hand auf ihrem linken Oberschenkel platziert und sich leicht zu ihr rüber gebeugt, um ihr verführerisch säuselnd ins Ohr zu flüstern, dann mit seiner Zungespitze zärtlich ihr Ohrläppchen zu streicheln und sie anschließend einem Windhauch gleich anzupusten, woraufhin Gretchen zwar kurz zusammengezuckt war, sich aber dann unter seinen ungläubigen Blicken ganz zur Seite gedreht und ihm ihren entzückenden Rücken präsentiert hatte, um weiterhin in ihrer süßen Traumwelt zu verweilen.

Doch ein Marc Meier gab sich nicht so schnell geschlagen. Also die ganz direkte Art! Sie hatte es nicht anders gewollt. Langsam waren seine geschickten Fingerchen vorsichtig ihren Arm hoch gewandert, hatten ihr Schlüsselbein umkreist und schließlich an ihrem zarten Hals verweilt, den er sanft mit seinen Fingerspitzen gestreichelt hatte, was sie wiederum zwar hatte erschaudern lassen, was er daran festgemacht hatte, dass sich eine dicke Gänsehaut überall an ihrem Körper gebildet hatte, aber was ihre Lebensgeister dennoch nicht wachgerufen hatte. Schließlich war der entschlossene Mann in die Vollen gegangen, war der schlafenden Schönheit mit seinen flinken Chirurgenhänden auf unverschämte unsittliche Art und Weise näher gekommen, was sein schutzloses Opfer zwar zu einem tiefen Seufzer verleiten ließ, der auch sein Blut gehörig in Wallung gebracht hatte, aber an der Sachlage auch nichts geändert hatte. Gretchen Haase schlief tief und fest und reagierte zu seiner Verstimmung noch nicht einmal auf seine kleine Beißattacke an ihrem Hals, wo nun ein fetter Knutschfleck prangte, für den er sich sicherlich noch vor dem Haaschen Gericht zu verantworten haben würde.

Frustriert hatte sich der sonst so erfolgsverwöhnte Chirurg und Frauenheld wieder in seinen Fahrersitz zurückgelehnt und hatte hin und her überlegt. Hier im Wagen zu bleiben, würde angesichts der Außentemperaturen unweigerlich zu einem qualvollen Erfrierungstod führen, dachte er sich. Das war also keine wirkliche Alternative. Seine Batterie würde schließlich auch nicht ewig halten, um ihnen einen Rest Wärme aus seiner wartungsbedürftigen Heizung zu spenden. Außerdem bräuchte er die spätestens zur Rückreise in fünf Tagen, an die er jetzt eigentlich noch nicht denken wollte. Er war froh, überhaupt endlich am Zielpunkt angelangt zu sein.

Marc schaute nach vorn. Im spärlichen Licht seiner Scheinwerfer konnte er die Konturen ihres Reiseziels von weitem erkennen. Er seufzte und rieb sich seine müden Augen. So hatte er sich seine „kleine“ Überraschung nun wirklich nicht vorgestellt. Anstatt dass Gretchen ihm stürmisch um den Hals fiel und ihn aus unendlicher Dankbarkeit und grenzenloser Freude heftig abknutschte, was unweigerlich im Bett, in der Dusche oder auf dem Küchentisch geendet hätte, musste er heute einen bescheuerten Baum schleppen, diesen blöden Affenzirkus mitmachen, die Sorgen und Nöte eines liebeskranken Vollidioten anhören, seine hysterische Mutter abwimmeln, dumme Ratschläge anhören und Kekse essen, seinen liebesverhexten Vater trösten, einen oberpeinlichen Familienstreit inklusive Versöhnung vom Allerschrecklichsten erleben, die schrulligen Schwiegereltern bespaßen, seinen Schwager rausschmeißen, ein nerviges Kreuzverhör durchstehen, umkehren, um dann wegen einer frechen Göre zu heulen, mal wieder den göttlichen Helden spielen und als Belohung für seine ganze Mühe auch noch stinkende kleine Scheißerchen ertragen und jetzt, wo sie ENDLICH nach gefühlten hundert Tagen am Ziel ihrer Reise angekommen waren, bekam Haasenzahn es noch nicht mal mit. Obwohl er beim zweiten Versuch sogar auf die alberne Augenbinde verzichtet hatte und die Kulisse hier durch den hellen Mondschein und das leichte Schneegestöber durchaus einen Hauch von Romantik hatte, wie ihn Gretchen eigentlich immer liebte. Es war doch echt zum Mäusemelken, fluchte der ungeübte Romantikkönig leise vor sich hin und ließ seinen Kopf auf das Lenkrad fallen.

Aber länger warten wollte er nun auch nicht mehr auf das Erwachen des Dornröschens. Der ganze Tag hatte ihm den letzten Nerv gekostet und er wollte einfach nur noch ein Bett und Schlaf in etwa derselben Tiefe, wie Gretchen ihn gerade genoss. Ein Wunder, dass er es in seinem übermüdeten Zustand überhaupt noch bis hierher geschafft hatte, v.a. nachdem er sich vorhin noch sexuell völlig verausgabt hatte. Aber ein wutschnaubendes Nilpferd im Nacken weckte offenbar ungeahnte Kräfte. Er war noch nie so schnell aus Berlin rausgekommen, wie nachdem Oberhexe Stefanie ihn und Gretchen zusammengeschissen hatte, als sie die beiden beim Wiederankleiden im Aufzug erwischt hatte. Gott sei Dank war sie nicht schon zehn Minuten eher auf die Idee gekommen, den Fahrstuhl zu benutzen. Sie hätte sie wohlmöglich bei lebendigem Leib gegrillt und dann an ihre Tierchen verfüttert. Da ihm aber sein und Gretchens Leben lieb war, hatten sie so schnell sie ihre Beine tragen konnten das Weite gesucht. Jedenfalls hatte er seinen eigenen Temporekord bei winterlichen Verhältnissen gebrochen. Bis hierher war es dann ein Klacks gewesen und auch wesentlich entspannter und ruhiger als die erste Fahrt vor ein paar Stunden, denn Haasenzahn hatte ausnahmsweise mal ihre süße Klappe gehalten. Nur noch die restlichen paar Meter und sie wären endgültig angekommen im wohlverdienten Kurzurlaub, den ersten, den er sich seit Jahren gönnte, wenn man mal die liebestrunkenen Tage auf Rügen vor ein paar Monaten abzog, die er eher unter lebensrettenden Maßnahmen verbucht hatte. Er hatte sich die Ferien reichlich verdient nach diesem chaotischen Jahr und wenn er damit Gretchen auch glücklich machen konnte, umso besser. Denn ein glücklicher Haasenzahn bedeutete auch für ihn ein ruhigeres und entspanntes Leben.

Was nun, Dr. Meier, fragte sich nun derselbige und schaute etwas ratlos durch die Frontscheibe seines alten Volvos, dessen Motor immer noch lief, damit sie es zumindest etwas warm hatten. Es war nämlich noch ein kleines Stück zu Fuß zu laufen, da die Einfahrt zu ihrem Feriendomizil eingeschneit war und er mit seinem Wagen nicht näher heranfahren konnte. Und um zwei Uhr nachts hatte er nun wirklich keinen Bock mehr, noch die Schneeschippe, die er, seitdem in Berlin in der letzten Woche überraschenderweise Unmengen an Schnee gefallen waren, sicherheitshalber immer mit im Auto hatte, herauszuholen. Er atmete tief durch und blickte noch einmal zur Seite. Zusammengerollt und eingemummelt wie ein Erdmännchen hockte Dornröschen in ihrem Sitz, hatte ihre Arme fest um sich geschlungen, so als ob sie frieren würde, obwohl ihre Wangen seltsamerweise tiefrot gefärbt waren, fast so wie nach ihrem heißen Abenteuer von vorhin. Marc schmunzelte und strich ihr verträumt über die Wange, dann machte er den Wagen aus und öffnete schließlich seine Tür.

Schwerfällig trat er hinaus in die eisige Kälte, streckte sich einmal und ließ sich von dem kalten Dezemberwind durchpusten, dann schaute er sich in dem dunklen Waldstück um, in dem sie sich befanden und das sie auf einem schmalen Weg noch durchqueren mussten, um ans Ziel zu kommen. Dann lief er um das Auto herum und öffnete die Beifahrertür, befreite seine schlafende Prinzessin vorsichtig von ihrem Gurt, was sich als äußerst kompliziert herausstellte, in der Haltung, die sie eingenommen hatte. Aber nach ein bisschen Fummelei war auch das geschafft. Er holte noch einmal tief Luft und hob sie stöhnend aus ihrem Sitz. Ein Mann musste schließlich tun, was ein Mann tun musste, sprach er sich Mut zu, schloss den Wagen ab und stapfte anschließend durch den hohen Schnee zu dem Haus am Ende des Weges.

Gretchen wachte währenddessen nicht einmal auf, obwohl Marc das eine oder andere Mal durch den lästigen Schnee, der seine Schritte zusätzlich erschwerte, ins Straucheln geraten war und seine wertvolle Fracht von Meter zu Meter immer schwerer in seinen Armen wurde. Schnaufend und stöhnend fragte er sich, warum er ihr während der Fahrt diese alberne Märchengeschichte erzählt hatte, die er vorhin noch den kranken Kindern natürlich in einer etwas jugendfreieren, aber dennoch nicht minder gruseligen Version dargeboten hatte. Aber woher hätte er denn ahnen können, dass „Tweilight“ so einschläfernd auf sie wirken würde? ... Ja, er hätte es eigentlich wissen müssen! Es hatte schließlich seine Mutter geschrieben.

Lorelei Offline

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12.06.2011 15:02
#1023 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Et voilà, Nachschlag! Heute lüfte ich das Geheimnis. Liebe Grüße, Lorelei




Nach etwa fünfzehn Minuten strammen Fußmarsch durch den tiefverschneiten Wald und die angrenzende karge Freifläche stand Marc Meier endlich vor dem Haus, das in den nächsten fünf Tagen ihre Heimstätte werden würde. Er war zwar schon einmal hier gewesen, als sein Golfkumpel Philipp ihm stolz sein Meisterstück präsentiert hatte - seinen ersten lukrativen Job als junger aufstrebender Architekt nämlich -, aber auch diesmal schaute er wieder völlig fasziniert auf das große modern geschnittene Gebäude aus Stahl und Glas, das der Schwerkraft zu trotzen schien und einem Hausboot gleich mitten in einem weitläufigen See stand, der eine zarte Eisschicht trug. Ob es Gretchen hier wohl gefallen würde, fragte er sich leicht nervös. Hier inmitten in der einsamen Natur, wo keine Menschenseele sie bei was auch immer stören würde. Nur auf sich allein gestellt. Quasi eingeschneit. Fern der Hektik der Großstadt, des Krankenhausbetriebes und ihrer beiden nervigen Familien. Sie würden die ersten sein, die diesen Glaspalast bewohnen dürften. Die umliegenden Häuser, die in den nächsten Monaten und Jahren zu einem Ferienparadies zusammenwachsen würden, waren allesamt noch nicht fertig gestellt. Nur dieses eine Musterhaus, dessen Schlüssel ihm Phillip zum Freundschaftspreis angeboten hatte, thronte erhaben im magischen Mondlicht des Lausitzer Seenlands.


Martchens "Paradies" für die nächsten fünf Tage:


Zur Orientierung, eine Karte der Region findet ihr hier:

http://www.lausitzerseenland.de/visionco...10505150118.pdf




Irgendwo im Nirgendwo? Nein, das Lausitzer Seenland im Winter




Schwimmendes Haus am Geierswalder See










Das Haus am See


Quellen: http://www.lausitzerseenland.de/de/index.html



Erst als seine Arme ihm immer schwerer wurden, löste sich Marc von dem beeindruckenden Anblick und richtete seine bildschöne schlafende Last neu aus, um einem möglichen Bandscheibenvorfall vorzubeugen. Mit einem akrobatischen Glanzakt friemelte er irgendwie den Hausschlüssel aus seiner Manteltasche und öffnete schwer schnaufend die Tür in ihr Liebesnest. Falls er jemals eine Hochzeitsnacht genießen würde, dachte er, dann würde er diesen lästigen Teil der Arbeit aber hundertprozentig weglassen. Er hatte Haasenzahn schließlich schon oft genug über diverse Schwellen und Hindernisse getragen, ja, er hatte mit ihr auf dem Arm gefühlt schon fast zweimal die Sahara durchquert. Irgendwann musste auch mal Schluss sein mit dem Weicheikram. Hochheben könnte er sie auch allemal bei anderen Tätigkeiten, die zwar auch sehr viel Ausdauer und enorme Kraftreserven benötigten, aber wesentlich viel mehr Spaß machten.

Da der riesige Vollmond durch die große Fensterfront schien, konnte der schwer beladene Oberarzt relativ gut sehen und fand sich schnell zu Recht in dem großzügig geschnittenen Gebäude. Er drückte auf den Lichtschalter, schloss die Tür mit einem gekonnten Fußkick und schaute sich um. Er stöhnte, als er die schmale Wendeltreppe sah, die hoch ins Schlafzimmer führte, und schwor sich, wenn er ihn das nächste Mal zu fassen kriegen würde, würde er Philipp die Hölle heiß machen und ihn nur in einer hässlichen Unterhose bekleidet um den See hier jagen. Warum verdammt noch mal planten ach so schlaue Architekten die Schlafzimmer auch immer in den oberen Stockwerken? War doch völlig unpraktisch, wenn man eine nicht ganz so federleichte Frau im Arm hatte, die man nur allzu gerne auf der Stelle verführen und nicht stundenlang quer durch die Gegend balancieren wollte. Aber nun gut, warum aufregen? Er war im Urlaub. Endlich! Also auf zur Tat!

Marc holte noch einmal tief Luft und wagte dann die Tortur nach oben. Mit Müh und Not und einem Fastabsturz dort angekommen, legte er Gretchen vorsichtig auf dem großen weichen Bett ab, richtete sich auf und streckte seinen Rücken, der schmerzhaft knackste. Gott sei Dank hatte er immer und überall seinen Arztkoffer dabei, dachte er und strich sich über die schmerzende Stelle. Dann zog er seiner Freundin vorsichtig ihre schwarzen Stiefel aus, hob ihren Oberkörper leicht an, um ihr zumindest aus dem warmen Mantel zu helfen. An ihr atemberaubend schönes Kleid traute er sich aber nicht heran. Zu gefährlich! Wusste er doch von der sündigen Spitze, die sich darunter befand, und die ihn schon vorhin im Fahrstuhl sämtliche Manieren hatte vergessen lassen. Also riss er sich gentlemanlike zusammen und deckte sie liebevoll zu, gab ihr noch einen zärtlichen Gute-Nacht-Kuss auf die Wange und wollte schon wieder gehen, aber entschied sich dann doch, ihr noch ein wenig beim Schlafen zuzusehen. Sie sah so unglaublich schön aus, wenn sie schlief. Wie ein der Liebe wegen Mensch gewordener Engel!

Verträumt lächelnd blieb er eine Weile auf der Bettkante sitzen und schaute sie einfach nur an. Das war genau der Anblick, für den es sich gelohnt hatte, sich auf diesen ganzen Romantikscheiß hier einzulassen, der vor ein paar Wochen aus einer simplen Bierlaune heraus entstanden war, als er mit Mehdi und Phillip, der auf Stippvisite bei seinen alten Kumpels in Berlin war, zu einer kleinen Skatrunde verabredet war und sie nach dem etwa siebten Hopfenglas warum auch immer diesen albernen Mädchenfilm im Fernsehen laufen hatten, woraufhin Phillip dann lallend gemeint hatte, dass sein „Haus am See“ viel geiler aussehen würde und Mehdi ebenso lallend und mit Seitenhieb zu seinem besten Kumpel erwidert hatte, dass das voll haasenmäßig wäre. Marc hatte sich daraufhin an seinem Bier verschluckt und ihn ziemlich komisch von der Seite angesehen. Sein bester Freund hatte dann wieder in seiner ekelhaft rührseligen Schublade gekramt und ihm erklärt, worauf seine, wohl bemerkt SEINE, Freundin so alles stehen würde. Mit den Sachen, die er auf Lager hatte, könnte er sich gut und gerne bei Rosamunde Pilcher als Vertretung bewerben, hatte Phillip amüsiert, aber dennoch anerkennend bemerkt. Er hatte sich sogar die eine oder andere kitschig-schwule Idee von ihm auf einem Bierdeckel notiert. Vor allem die Geschichte mit dem romantischen Heiratsantrag im Mondschein hatte es ihm angetan. War der etwa auch von diesem beschissenen Virus infiziert worden? Marc hatte nur fassungslos den Kopf geschüttelt und sein armes Schicksal verflucht, mit solchen Waschlappen befreundet zu sein. Dann war der Schlimmste aller Waschlappen plötzlich wieder wehmütig geworden und hatte dem anderen heulend sein Dreiecksleid geklagt und irgendwann, als die Bambitränen getrocknet waren und der nächste Bierkasten angerissen worden war, gelallt, dass er, wenn sich sein kleines überproportionales Frauenproblemchen endlich gelöst hätte, mit seiner hoffentlich bald neuen Freundin in dem „Haus am See“ gerne mal probewohnen würde, was ihm Philipp, der Mitleid mit dem armen frauengeplagten Gynäkologen hatte, ihm sogar großzügig angeboten hatte. Da hatte es plötzlich auch bei ihm klick gemacht und bevor Mehdi ihm noch zuvor gekommen wäre, hatte er versucht, die Hütte für sich klar zu machen. Deswegen war er aber dann mit dem auf einmal wieder sehr nüchternen Frauenversteher in Streit geraten, weil dieser diesmal unbedingt sein Erstrecht einfordern wollte, und sie hatten schließlich um den Kasten gespielt. Und wer hatte gewonnen? Natürlich der Beste! Den leicht beleidigten Kommentar, dass Pech im Spiel wohl für ihn endlich Glück in der Liebe bedeuten würde, hatte Marc dann wohlwissentlich überhört, da er eh nicht an so einen Mist glaubte. Außerdem was müsste das dann für ihn bedeuten? Egal! Der Männerabend war damit beendet gewesen, aber der Romantiktrip mit seiner Süßen gesichert und mit ihm sicherlich auch ganz viel Belohnungssex, den er sich doch für so viel Entgegenkommen verdient hatte. Ein schweinisches Grinsen legte sich nun auf Marcs Gesicht und er schaute wieder zu seinem verführerischen Dornröschen, das selig schlummerte und irgendetwas Seltsames im Schlaf vor sich hin brabbelte, das irgendwie danach klang, dass sie sich gerne in irgendeine Art verwandeln lassen würde. Marc runzelte die Stirn. Verrückt! Ja, das war sie, seine Märchenprinzessin, und er spürte, wie sein Herz wieder heftig zu flattern begann. Wie sie wohl erst schauen wird, wenn sie merkt, wo wir sind, fragte er sich aufgewühlt und stand schließlich vom Bett auf.

Seltsamerweise war er jetzt kurz nach halb drei wieder völlig hellwach. Da er eh nicht hätte schlafen können, entschloss er sich, lieber etwas Sinnvolles zu tun. Es diente ja auch irgendwie der Sicherheit seines geliebten Schätzchens. Geschwind ging er die Treppe hinab und schloss die Haustür hinter sich. An seinem mittlerweile eingeschneiten Volvo angekommen, öffnete er den Kofferraum und holte seine Schneeschippe heraus und machte anschließend den Weg bis zum Haus frei, um wenig später sein Schätzchen zu sich zu holen. Ihm war es lieber, es im Blickfeld zu behalten. Wer wusste schon, wer sich des Nächtens hier im Nirgendwo herumtrieb? Anschließend holte er noch ihre Koffer, ein paar Vorräte und sonstiges Zubehör für einen fünftägigen Aufenthalt aus dem Wagen und brachte es ins Haus. Nach einem kurzen Stopp im Bad, um sich mit einer heißen Dusche wieder aufzuwärmen, fand auch er sich endlich im Schlafzimmer wieder. Schnell schlüpfte er unter die warme Bettdecke zu seiner Liebsten, robbte sich ganz dicht an sie heran und legte seinen Arm um ihre Taille. Im Schlaf griff der blonde Engel nach seiner Hand. Marc schlief sofort ein.

Lorelei Offline

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13.06.2011 14:55
#1024 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Danke, danke für die lieben Worte. Ihr seid wirklich unglaublich. Image and video hosting by TinyPic Ich hatte echt Zweifel, ob euch das Reiseziel gefallen würde. Es sollte was Besonderes sein, aber auch nicht unbedingt 0815. Ich hatte über die schwimmenden Häuser mal einen Zeitungsartikel gelesen und der hatte es mir irgendwie angetan. Und irgendwie hatte ich da auch immer diesen einen Reeves-Bullock-Film vor Augen. Aber bevor wir uns GANZ dem Martchen-Romantik-Urlaub widmen werden, geht es noch einmal zurück ins EKH. Da besteht ja auch noch Klärungsbedarf. Also viel Spaß mit dem Ex-Ehepaar Stier! Eure Lorelei




Derweil im Elisabethkrankenhaus

Nach einigen Untersuchungen und Tests hatte sich Dr. Hassmann zurück in den Wartebereich der Notaufnahme begeben, in den sie vorhin ihren unverschämten Exmann verbannt hatte, nachdem dieser ständig besserwisserisch in ihre Behandlung hineingequatscht und ihr den letzten Nerv gekostet hatte. Jetzt fand sie ihn in der hintersten Ecke des Raumes hinter dem Aquarium sitzend wieder, in das er apathisch hineinblickte und die kleinen bunten Fische beobachtete, die ihre nächtlichen Runden drehten. Die taffe Oberärztin konnte nicht genau einordnen, was sie in diesem Moment fühlte, als sie ihren geschiedenen Mann so verzweifelt und voller Sorge dort sitzen sah, aber er tat ihr in einer Art und Weise leid, die weit über das Professionelle hinausging. Sie schob ihre privaten Differenzen beiseite und ließ sich wortlos auf einem Stuhl neben ihm nieder. Er schaute erschrocken auf, da er sie nicht hatte kommen sehen, und blickte sie nun mit sorgenvoller Miene angespannt an. Ein fetter Kloß in seinem Hals lähmte sein Sprachzentrum...

CS: Und?
MH (sieht ihr Gegenüber beruhigend an): Entwarnung!
CS (braucht einen Moment, bis er die Nachricht sacken lässt, und erleichtert ausatmet): Sie... ist... nicht...? Oh... Gott sein dank!
MH (hebt zögerlich ihre Mundwinkel zu einem knappen Lächeln an u. erklärt Cedric ihre Diagnose): Sie hat Glück im Unglück gehabt. Keine inneren und äußeren Verletzungen. Röntgen und CT ohne Befund. Wir werden sie aber über Nacht zur Beobachtung hier behalten und morgen noch ein paar Tests mit ihr machen. Wenn die nichts ergeben, kannst du sie auch schon wieder mit nach Hause nehmen.

Cedric fuhr sich mit seiner Hand über den Mund. Er spürte, wie das beklemmende Gefühl in seiner Brust, das ihn seit über einer Stunde nicht mehr losgelassen und ihn regelrecht gelähmt hatte, endlich nachließ und er wieder frei durchatmen konnte. Er hatte nicht Schuld! Es war nichts passiert! Aufgewühlt sah er in Marias Augen hin und her, die ihn ganz ruhig anschauten, und fiel seiner überrumpelten Exfrau sichtlich erleichtert um den Hals und drückte sie herzlich an sich...

CS: Danke!
MH (ungewohnt verlegen): Ach gar nichts für! Du bist doch selber Arzt und hast dieselbe Erstdiagnose gestellt.
CS (noch völlig durcheinander): Nur dass ich völlig... ähm... ich wusste nicht, was... Ich... Ach... Danke, danke, danke, Maria! Das... vergesse ich dir nie.
Mir wäre es trotzdem lieber gewesen, er wäre zu jemand anderem gegangen. Warum kommt er ausgerechnet zu mir? Ich versteh das nicht. Das alles hier.
MH (überfordert von der Gesamtsituation): Äh... Das... das ist mein Job, Cedric. ... Cedric? ... Ceeedriiic!

Cedric schien die schöne Ärztin gar nicht mehr loslassen zu wollen und presste sie so fest an seinen durchtrainierten Körper, dass es Maria zunehmend unangenehm wurde und bei ihr ein beklemmendes Gefühl auslöste, worauf sie harsch reagierte...

MH: Lass mich los verdammt!
CS (tut ihr den Gefallen nicht u. schlingt seine Arme wie ein Schraubstock um ihren schlanken Körper): Und wenn ich nicht will?

Also... Das... das gibt es doch nicht. Dieser... dieser... Argh! Was fällt dem ein? Wie kann er in der Situation anfangen zu flirten? Er hat gerade fast einen Menschen umgebracht, wenn ich mit meinen Vermutungen richtig liege.

Cedric hob seinen Kopf leicht an und zwinkerte ihr frech zu. Maria, die seinem unverwechselbaren Charme durchaus gewachsen war, wurde zu ihrer eigenen Verwunderung heiß und kalt zugleich. Mit einem kräftigen Schubs befreite sie sich schließlich aus seinem Bannkreis und blitzte ihn sauer an...

MH: Ich warne dich, Cedric Stier, treib es nicht zu weit!
CS (grinst in seiner unverwechselbaren Art, der schon die eine oder andere Frau erlegen ist): Darf ich meiner Frau nicht...
MH (fährt wütend dazwischen): Ex-Frau! EX!!!
CS (rollt genervt mit den Augen): Ok, ok, Exfrau! Darf ich der nicht auch dankbar sein?
MH (hält den unverschämten Mann auf Abstand): Ich weiß schon, was du unter Dankbarkeit verstehst, Cedric.
CS (flirtet ungeniert mit ihr): Oh! Darf ich hoffen?
MH (platzt gleich der Kragen): Jetzt lass endlich den Scheiß! Ich glaube nicht, dass das gerade in der Situation angebracht ist.
CS (sein Lächeln erlischt u. weicht der Sorge): Sorry!

Beide blickten sich kurz an und setzten sich dann wieder auf die Stühle im nächtlich leeren Wartezimmer. Mit genügend Sicherheitsabstand versteht sich. Dr. Hassmann durchbrach schließlich die Mauer des Schweigens, die sich nach ihrer harschen Ansage aufgebaut hatte...

MH: Und verrätst du mir jetzt, was überhaupt passiert ist? Wir sind jetzt unter uns.
CS (senkt beschämt seinen Kopf; ihm wird schlecht, als er daran zurückdenkt): Sie ist... Ich... ich hab doch nur einen Moment nicht aufgepasst. Nicht mal ne Minute. Wir hatten gerade miteinander telefoniert und... da... da fing sie auch schon an, herzzerreißend zu schreien. Ich war in Panik. Die Wickelkommode ist eigentlich nicht hoch, aber trotzdem...

Der sonst so souveräne Oberarzt und Neurologe wirkte sichtlich aufgewühlt und fuhr sich immer wieder durch seine Haare. Maria zeigte zumindest, was sein Baby betraf, Mitgefühl, über ihn und sein schon immer spärlich ausgebildetes Verantwortungsbewusstsein konnte sie aber nur den Kopf schütteln...

MH: Schon gut, ich hab schon verstanden. Du musst nicht mehr sagen. Vielleicht solltest du aber dein Augenmerk mehr auf deine Tochter und nicht auf nackte Frauen im Fernsehen richten.
CS (schaut sie sichtlich gekränkt an u. versucht sich zu verteidigen): Ah was muss das für eine Genugtuung für dich sein, weil ich einmal einen Fehler gemacht habe. Aber es ist nicht so, wie du denkst.
Einmal? Dass ich nicht lache. Du bist doch der Fehler im System, Cedric!
MH (verschränkt abweisend ihre Arme, lehnt sich an die Stuhllehne u. sieht ihn misstrauisch an): Ach komm!
CS (beugt sich nach vorn u. sieht sie eindringlich an): Maria, hör mal, wegen vorhin...
Och nee! Nicht schon wieder!
MH (hebt abwehrend die Arme): Ich hab dir gesagt, was ich davon halte. Entweder du holst es wieder ab oder ich schmeiß es weg.
CS (lehnt sich seufzend zurück; mit genau dieser Reaktion hat er insgeheim gerechnet, was ihn aber nicht abgehalten hat): Ich hab es doch nur gut gemeint. Es ist Weihnachten.
MH (lacht spöttisch auf): Das hat dich doch die letzten Jahre auch nie sonderlich interessiert. Und jetzt auf einmal kommst du damit an. Was soll ich ihr denn sagen, woher plötzlich das Geschenk kommt, hmm?
CS (merkt, dass es keinen Sinn hat, mit seiner uneinsichtigen Ex weiterzudiskutieren): Dann gib es eben als deins aus.

Du machst es dir auch immer einfach, hmm. Denkst, du könntest mit deinem Charme und deiner ganzen beschissenen Art alles bewirken. Dabei bringst du doch nur alles durcheinander. Alles lief perfekt, bis du kamst. Alles! Und jetzt? Ich hab das Gefühl, alles läuft aus dem Ruder. Ich will das nicht. Ich will dich nicht in unserem Leben haben. Du machst nur alles kaputt.

MH (zeigt kein Verständnis dafür): Nein, vergiss es! Das werde ich sicherlich nicht tun. Jedes Mal, wenn sie dann damit rumfährt, würde ich denken, dass...
CS (sieht sie durchdringend, ja, fast hoffend an): Was?
Oh Gott, was wird das hier eigentlich?
MH (schüttelt den Kopf u. versucht energisch, jeden Gedanken an ihn aus ihrem Kopf zu verbannen): Egal! Schenk es doch deiner neuen Tochter, wenn sie alt genug dafür ist!
CS (getroffen): Sarah ist auch meine Tochter.
Ok, jetzt reicht’s!
MH (schnauft verächtlich auf): Du siehst sie einmal nach vier Jahren Funkstille und auf einmal entwickelst du Vatergefühle? Mach dich doch nicht lächerlich, Cedric! Du kommst doch noch nicht einmal mit einem Kind klar, wie du heute eindrucksvoll bewiesen hast.

Das hatte gesessen. Geknickt versuchte sich der zweifache Familienvater zu rechtfertigen, brachte aber wegen ihrer stechenden vorwurfsgeladenen Blicke keinen anständigen Satz mehr zustande...

CS: Das war doch nur, weil...
MH: Weil?
CS (knickt ein): Ach nichts!
MH (kühl): Nichts beschreibt genau das, was unser Verhältnis betrifft, Cedric. Wenn du dich unbedingt einbringen willst, dann überweise mir lieber die vier Jahre Alimente, die du Sarah und mir noch schuldest. Und dann lass uns endlich ein für allemal in Ruhe! Du hast schon viel zu viel durcheinander gebracht.
Ich will das nicht mehr. Ich will doch auch einfach nur glücklich sein. Mit Sarah und... mit Mehdi.
CS (sieht sie an): Ich wünschte, ich...
MH (fällt ihm schnell ins Wort): Lass es, Cedric! Ich will gar nichts mehr von dir hören. Schwester Sabine bringt dir gleich noch ein paar Unterlagen, die du und deine... Wo steckt eigentlich dein kleines Frauchen? Interessiert es sie denn nicht, dass ihre Tochter hier...? Na ja, egal, was geht mich das an. ... Unterschreib einfach! Sie bringt dich dann auch zu deiner kleinen... ähm...
CS (hockt wie ein Häufchen Elend auf dem Wartestuhl u. antwortet ihr leise): Cheyenne.
MH: Oh Gott!
Das passt ja perfekt zu ihrer Tussi-Mutter. Ihr passt schon gut zusammen... du und dieses... Flittchen.

Maria rollte verächtlich mit ihren Augen und stand schließlich auf, um zu gehen. Doch Cedric, der sich ebenfalls von seinem Stuhl erhoben hatte, hielt sie zurück...

CS: Maria?
Oh bitte nicht!
MH (schließt ihre Augen u. sieht ihn nicht an): Was denn noch?
CS (stottert nervös): Ich... ich ... muss ständig an dich denken. ... Ich hole das Fahrrad morgen ab, ok?
Na geht doch! Er ist doch noch lernfähig.
MH (dreht sich zu ihm um u. nickt ihm zu): Wir werden eh nicht da sein.
CS (fragt verwundert nach, wieso sie an Weihnachten nicht zuhause sind): Nicht?
MH (fährt ihn an): Ich hab dir schon einmal gesagt, dass dich unser Leben nichts mehr angeht.
CS (senkt betreten den Kopf u. gibt schließlich auf): Ist angekommen!
MH: Hoffe ich. Das hoffe ich.

... murmelte Maria leise und verschwand schnell um die Ecke herum aus seinem Blickfeld, wo sie kurz an einer Wand angelehnt innehielt, um auszuatmen und ihren rasenden Puls zu beruhigen, während Cedric ihr traurig hinterher schaute, sich dann wieder auf einen der Stühle setzte und sein Gesicht in seinen Händen vergrub.

Scheiße!

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

14.06.2011 16:45
#1025 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ja, Cedric Stier mag ein Schwein sein und schon vieles auf dem Kerbholz haben, aber vielleicht steckt da doch noch mehr dahinter, was sein neuerwachtes Interesse an seiner Ex betrifft. Aber ich halte mich in dieser Hinsicht erst mal bedeckt. Diese Geschichte ist erst am Wachsen. Ihr könnt euch sicherlich denken, wohin sich Dr. Hassmann geflüchtet hat. Viel Spaß! Eure Lorelei




Völlig aufgewühlt von der unerwarteten Begegnung mit ihrem Ex-Ehemann erreichte Maria Hassmann wenige Minuten später das Zimmer ihrer Tochter. Leise trat sie ein und schaute sich in dem abgedunkelten Raum um. Erleichtert stellte sie fest, dass Mehdi wie versprochen immer noch da war, aber mittlerweile war er eingeschlafen. Der liebende Familienvater hing halb auf Lillys Bett und halb auf einem Stuhl und sah einfach nur süß aus mit den verwuschelten Haaren. Maria seufzte und blieb neben dem friedlich schlafenden Mann stehen. Einen Moment lang sah sie ihn einfach nur an, was ihre angespannten Nerven irgendwie beruhigte. Leise und in Gedanken murmelte sie etwas vor sich hin...

MH: Wieso muss das mit uns nur so kompliziert sein? Es könnte alles so einfach sein, wenn nicht... ja wenn nicht...

Sie strich Mehdi sanft übers Haar, wollte ihn aber nicht aufwecken und setzte sich daher auf den Stuhl zwischen den Betten, als sich plötzlich neben ihr etwas regte...

SH: Mami?
MH (beugt sich besorgt zu ihr Tochter herunter): Hey Schatz, was ist denn? Wieso schläfst du denn nicht?
SH (richtet sich in ihrem Bett auf u. zeigt mit ausgestrecktem Arm zum Bett nebenan): Der schnarcht wie ein alter Bär! Ich kann nicht schlafen.

Maria lachte und strich ihrer Tochter liebevoll über ihr vom Schlaf zerzaustes Haar.

MH: Willst du lieber nach Hause gehen?

... fragte sie Sarah und drückte damit eher ihren eigenen Wunsch aus als den ihrer Tochter, denn sie wollte keine Minute länger mehr mit ihrem Exmann in ein und demselben Gebäude verbringen. Zu sehr wühlte sie seine omnipräsente Anwesenheit hier auf und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass es noch nicht vorbei war.

SH (strahlt sie aus müden Augen an): Jaaa! Ich möchte in meinem Bett schlafen und ich will zu Fridolin.
MH (rollt mit den Augen): Du weißt doch, dass der bei Frau Gruber untergebracht ist, solange wir im Urlaub sind.
SH (blickt sie traurig an): Aber wir sind doch wieder da?
MH: Ja, aber... Schatz, wir fahren doch morgen schon wieder zurück zu Oma und Opa.
SH (denkt angestrengt nach): Echt? Kommt Lilly auch mit?
MH (schüttelt den Kopf): Nein! Das hab ich dir doch erklärt, Lilly bleibt jetzt bei ihrem Papa.
SH: Ach so! Können wir sie mal besuchen, wenn wir wieder da sind? Bitte Mami!
MH (lächelt): Ich denke mal, das ließe sich einrichten, ja.

Es gibt schließlich noch so viel zu klären. Ich wünschte, es wäre schon raus. Dieser Schwebezustand tut mir nicht gut. Bringt einen nur auf dumme Gedanken.

SH (quietscht vor Freude): Au ja! Dann können wir...
MH (aus ihren Gedanken gerissen, legt sie ihren Zeigefinger an Sarahs Mund): Psst! Nicht so laut! Wir wollen die beiden doch nicht aufwecken.

Sarah streckte ihren Kopf in die Höhe und schaute ihrer Mutter über die Schulter. Das freche Mädchen schmunzelte über die seltsame Schlafposition des großen starken Mannes. Dann schaute sie ihrer Mama neugierig ins nachdenkliche Gesicht und überraschte sie mit einer Frage, die sie wirklich umhaute....

SH: Wird Mehdi jetzt nicht mein neuer Papa?
Oh Gott! Was hat sie gesagt? Sie wünscht sich... Nein oder? Und überhaupt, woher weiß sie denn, dass ich... dass wir... ähm...? Oh Gott! Und wieso jetzt nicht?
MH (klappt sprachlos die Kinnlade herunter u. gerät in Erklärungsnöte): Äh... wie... wie kommst du denn jetzt darauf?
SH (erklärt ihr ihre kindliche Logik): Na weil Lilly doch schon eine Mama hat und die gehört doch zu ihrem Papa.
Die ist wohl eher unser geringstes Problem. Hoffe ich. Mehdi hat mit ihr abgeschlossen. Oder doch nicht? Er war vorhin so seltsam distanziert und ernst. Wenn ich nur wüsste warum?
MH (seufzt): Liebes, das ist alles nicht so einfach.
SH: Was?
MH (blickt wehmütig zu Mehdi): Das mit der Liebe.
SH (beugt sich neugierig zu ihr rüber): Erklärst du mir das?
Ich versteh’s ja selbst kaum.
MH (lächelt sie an): Vielleicht wenn du älter bist.
SH (verschränkt trotzig ihre Arme): Wieso denn? Marc hat das auch schon gesagt.
MH (irritiert): Äh... hat er das?
Ich sollte seinen Babysitter-Vertrag kündigen. Er erzählt ihr doch nur Mist. Kein Wunder, dass sie jetzt nicht schlafen kann.
SH (schmollt): Ja! Erwachsene sind doof.
MH (lacht): Na dann hoffe ich doch, dass du noch nicht so schnell erwachsen werden willst.

Du bist mir eh schon viel zu frühreif und stellst Fragen, die dich eigentlich noch nichts angehen. Ich will gar nicht wissen, wie es erst wird, wenn sie in die Pubertät kommt. Oh Gott! Bloß nicht! Am besten ich packe sie in Watte und schließe sie ein und hole sie erst in fünfzehn Jahren wieder raus.

SH (überlegt angestrengt u. wägt die Alternativen ab u. zuckt dann mit den Schultern): Hmm? Weiß nicht.
MH (steht auf): Na ja, du hast ja auch noch reichlich Zeit. Ziehst du dich jetzt bitte leise an! Wir gehen doch.

Stumm folgte Sarah der Aufforderung ihrer Mutter, die ihren Rucksack in die Hand nahm und sich wartend neben Lillys und Mehdis Bett stellte. Am liebsten hätte sie Mehdi noch einen kleinen Abschiedskuss auf die Wange gegeben, um zumindest noch einmal heute seine Nähe zu spüren, aber in Anwesenheit ihrer neunmalklugen Tochter getraute sie sich das nicht. Das würde nur wieder tausend Fragen aufwerfen und dafür hatte sie jetzt keinen Nerv. Stattdessen zog sie ihren Notizblock aus ihrer Kitteltasche und schrieb ihrem Liebsten eine kleine Nachricht, die sie vorsichtig in seine Kitteltasche stecken wollte, ohne ihn aufzuwecken, aber sie griff leider ins Leere, weil ihre Tochter plötzlich neben ihr stand und sich an sie schmiegte. Der kleine Zettel fiel unbemerkt auf den Boden.

Zusammen verließen die beiden Hassmann-Frauen schließlich das Zimmer, aber liefen an der Tür direkt Schwester Gabi in die Arme, die ihrem geliebten Oberarzt gerade einen Kaffee bringen wollte. Skeptisch musterten sich die beiden konkurrierenden Frauen und auch Sarah schaute die dunkelhaarige Krankenschwester mit großen Augen an, dann lächelte sie sie aber an...

SH: Tschüssi, Gabi!
GK (etwas durcheinander wegen der unerwarteten nächtlichen Begegnung): Äh... ja, tschüß.... Sarah! ... Dr. Hassmann!
Die gehen? Um die Zeit? Waren die etwa die ganze Zeit hier drin? Und Mehdi... auch?

Maria sagte nichts weiter, warf ihrer Kollegin noch einen argwöhnischen Blick zu und nahm dann ihre Tochter auf den Arm, die sich müde an sie schmiegte. Während Gabi leise und auf Zehenspitzen das Patientenzimmer betrat, aus dem die beiden gerade gekommen waren, warteten Maria und Sarah auf den Fahrstuhl, der soeben auf der Etage zum Stehen kam und seine Türen öffnete. Die alleinerziehende Mutter erschrak fürchterlich, als sie direkt in die gestochen scharfen blauen Augen ihres geschiedenen Mannes schaute, der erst sie irritiert ansah, dann seine Tochter. Er musste unweigerlich lächeln. Mit panischem, leicht drohendem Blick schob Maria sich schnell an ihm und Schwester Sabine vorbei, die ebenfalls aus dem Aufzug getreten war, der Oberärztin und ihrer Kleinen freundlich zugenickt hatte und auf den attraktiven Mann zu warten schien...

SV: Herr Stier, wenn Sie mir bitte folgen würden?
CS (erwacht aus seiner Schockstarre, die ihn in der Aufzugtür gefangen hält): Äh... ja!

Cedric warf seiner schönen Ex-Frau, die sich von ihm abgewandt hatte, noch einen letzten sehnsuchtsvollen Blick zu, wollte auch noch etwas sagen, aber entschied sich dann dagegen. Er folgte schließlich der blonden Nachtschwester zum Zimmer seines Babys, das zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben sollte. Sarah, die die Begegnung gespannt verfolgt hatte, blickte ihre Mutter neugierig an, die sich mit dem Rücken gegen die kühle Stahlwand gelehnt hatte und ihre durcheinander geratenen Gedanken zu sortieren versuchte...

SH: Mami, war das nicht der Onkel, den du neulich gesund gemacht hast?
MH (wacht aus ihrer Trance auf): Bitte? ... Was? ... Nein, da... da täuschst du dich. Das war.... niemand. ... Niemand!

... murmelte sie leise, als sich die Fahrstuhltüren schließlich schlossen.

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