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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.453

16.04.2011 17:33
#976 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

I’m so sorry! Ich schnecke mal wieder gewaltig. Aber Zeitnot und kreative Flaute zollen ihren Tribut. So langsam wird es aber wieder. Hier habt ihr endlich den nächsten, aber letzten Flashback-Teil. Ein bisschen Martchen gibt es aber auch noch. Viel Spaß damit und einen schönen Abend noch. Euer Schneckchen




Sanft aber bestimmt drückte die aufgewühlte Autorin ihren Ehemann von sich. Der tief verunsicherte Chirurg kam ihrer Bitte nach und trat einen Schritt zurück und sah ihr nun hoffend ins Gesicht. Er bemerkte beunruhigt, dass sich der Ausdruck in ihren Augen gewandelt hatte. Ihr Blick war nicht mehr unendlich verletzlich und verzweifelt, sondern ernst und kühl, richtig distanziert. Das machte sich auch in ihrer Haltung bemerkbar. Sie straffte ihre Schultern, streckte ihren Rücken und stand kerzengerade vor ihm. Olivier wagte es kaum, sie anzusprechen. Zu sehr hatte er Angst vor ihrer Antwort, womit er Recht behalten sollte...

O: Was ist mit dir? Ich... Wenn dir das zu schnell ging, dann... Ich... ich wollte dich nicht überrumpeln. Meine Gefühle waren...

Elke trat an ihren Mann heran und legte ihren in schwarze Lederhandschuhe gehüllten Finger an seinen Mund, worauf er verstummte und sie fragend ansah...

E: Bitte, sag nichts, Olivier!
O: Aber...

Sie senkte ihren Blick und trat wieder einen Schritt zurück. Sie konnte ihm nicht in die Augen sehen bei dem, was sie gleich sagen würde...

E: Olivier, dein Hang zu dramatischen Auftritten hat mir immer gefallen, aber wir sind keine zwanzig mehr.
O (lächelt charmant): Man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt, Elke. Das sagst du doch immer.
E (muss unweigerlich schmunzeln): Ja, schon, aber...
O (sanft): Kein Aber, Elke! ... Ich liebe dich.

Während Olivier das sagte, kam er einen Schritt auf seine Frau zu und nahm ihre zarte Hand in seine. Elke konnte es nicht verhindern. Sie musste ihn einfach ansehen. Die aufrichtige Liebe, die in seinen Augen geschrieben stand, traf sie wieder mit ganzer Wucht. Er hielt sie gefangen. Ihre Knie zitterten. Ihr Herz wummerte heftig in ihrer Brust. Aber es konnte das beklemmende Gefühl, das sie ebenfalls spürte, nicht verdrängen. Im Gegenteil! Es verstärkte es noch. Ruckartig zog sie ihre Hand zurück und trat ein paar Schritte zurück. Olivier war überrascht von der Heftigkeit ihrer Reaktion und wollte auf sie zugehen, doch sie hob ihre Hand, um ihm zu signalisieren, dass er ihr fernbleiben sollte....

E: Lass mich!

Er ging trotzdem einen Schritt auf sie zu. Sie wich gleichzeitig einen zurück.

O (eindringlich): Elke, wir können doch über alles reden.

Elke sah ihren Mann einen Moment lang an, dann seufzte sie leise und senkte ihren Blick. Sie hatte eine Entscheidung getroffen, egal was er sagte, die sie ihm nun unvermittelt an den Kopf warf...

E: Können wir nicht! ... Es ist vorbei.
O: Was?

Seine Stimme überschlug sich fast vor Verzweifelung. Das konnte sie doch nicht ernst meinen? Wie konnte das, was gerade erst so überwältigend begonnen hatte, schon wieder vorbei sein? Sie liebten sich doch! Eindringlich sah Olivier seine große Liebe an, aber er fand nur noch eiskalte Augen, die sich nun von ihm abwandten. Zwei Herzen bluteten.

E: Wir können die Vergangenheit nicht zurückholen, Olivier.
O (immer verzweifelter): Aber wieso? Wir waren doch... wir sind glücklich.

Für eine Sekunde flackerten Elkes Augen auf, aber ihre Entscheidung war unabänderlich. Es gab kein Zurück mehr. Sie würde ihn sonst auf Dauer unglücklich machen und das wollte sie nicht. Also ein harter Schnitt! Kurz und schmerzlos! Irgendwann würde er es schon verstehen. Entschlossen sah die stolze Frau ihren flehenden Gatten nun an...

E (kühl u. distanziert): Glück hält nicht ewig, Oli. Danke für die schöne Zeit. Ich habe nichts bereut. Leb wohl!

Elke drehte sich um und ging einfach, ohne seine Reaktion abzuwarten. Olivier sah ihr fassungslos hinterher. Er war wie gelähmt. Er brauchte einen Moment, um zu realisieren, was das alles zu bedeuten hatte. Sie hatte ihn tatsächlich verlassen. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Ohne Rettungsboot. Er drohte mitten im Meer zu ertrinken. Eben noch hatte er ihr einen Antrag gemacht und ihr all seine Gefühle offenbart. Und jetzt war er allein. Er war verloren. Verzweifelt schriee er in die dunkle Nacht...

O: Aber ich liebe dich doch.

Doch Elke hörte es nicht mehr. Sie war bereits in der Dunkelheit verschwunden.


Olivier wusste nicht, wie lange er an Deck gestanden hatte, aber irgendwann spürte er plötzlich eiskalte Tropfen auf seinem käseweißen Gesicht. Es hatte begonnen zu regnen. Er schaute in den Himmel. Es war, als ob der Himmel mit ihm mit weinte, auch wenn er selbst nicht fähig war, Tränen zu bilden. Der Schmerz saß so tief, lähmte ihn regelrecht. Es war schließlich Prof. Franz Haase, der ihn aus seiner Lethargie riss und ihn ins Warme führte. Er stellte keine Fragen, nahm sich seiner nur an und brachte ihn zu seiner Kabine. Olivier zitterte, als er vor seiner Zimmertür stand, aber nicht vor Kälte, da er völlig durchnässt war. Nein, es war die Angst vor dem, das ihn gleich in seinem Zimmer erwarten würde. Seine dunklen Vorahnungen bestätigten sich. Elkes Sachen waren weg. Sie war weg! Franz wollte schon einen der Stewards fragen, aber Olivier hinderte ihn daran. Sie hatte sich entschieden. Er kannte seine Frau. Wenn sie sich einmal für eine Sache entschieden hatte, ließ sie sich nicht mehr umstimmen. Er dankte seinem Kollegen und guten Freund für seine Hilfe und schickte ihn aus seinem Zimmer. Er wollte nur noch alleine sein.

Eine quälendlange Nacht folgte. Er konnte einfach nicht schlafen. Sein Kopf war voller Gedanken an seine Frau. Schöne Momente wechselten sich mit der Szene an Deck ab. Ihr „Leb wohl“ brannte sich in sein Herz. Er konnte es nicht verstehen. Er drehte und wand sich auf seinem Bett, bis er es nicht mehr länger aushielt, aufsprang, sich etwas überzog und zur Information ging, die rund um die Uhr besetzt war. Mit zittriger Stimme fragte er nach dem Verbleiben seiner Frau. Eine Sekunde später bereute er es, überhaupt gefragt zu haben. Als Antwort hatte er nämlich zu hören bekommen, dass sie vor einer Stunde von Bord gegangen war. Das Schiff hatte nämlich bereits den Hafen von Barcelona erreicht. Sie hatte mit den Gästen, die einen frühen Flieger erwischen mussten, das Schiff verlassen. Sie war ohne mit der Wimper zu zucken aus seinem Leben getreten und hatte nicht einmal eine Nachricht hinterlassen. Es kam ihm so vor, als ob ihre Honeymoon-Reise niemals stattgefunden hatte. Traurig war er zurück in seine Kabine gegangen, hatte seine Sachen zusammengepackt und hatte mit dem nächsten Trupp Passagiere die Aidabella verlassen. Der erste Flieger, der nach Berlin gehen würde, sollte seiner sein.

Leider hatte er bei seinem Vorhaben nicht bedacht, dass einen Tag vor Heiligabend sämtliche Flüge ausgebucht waren und so musste er eine weitere quälendlange Nacht in Barcelona verbringen, die aber wesentlich ruhiger verlaufen war, denn er hatte sich an der Hotelbar vollaufen lassen und war sofort in einen tiefen Schlaf verfallen, als er es irgendwie zurück in sein Hotelzimmer geschafft hatte. Nachdem er seinen Rausch ausgeschlafen hatte, hatte er einen der ersten Flüge zurück nach Berlin genommen. Da er wusste, dass Marc das Weihnachtsfest bei den Haases verbringen würde, war er vom Flughafen direkt zur Villa Haase gefahren und dort der überraschten Tochter des Hauses völlig entkräftigt in die Arme gefallen, die sich fürsorglich seiner annahm und ein offenes Ohr für seinen Kummer hatte.



... Gretchen schniefte verdächtig, als sie ihren letzten Satz zu Ende gesprochen hatte. Eine kleine Träne hatte sich in ihren Wimpern verfangen, die sie nun vorsichtig und bedacht wegwischte, um ihr aufwendiges Feiertags-Make-up nicht zu versauen. Marc hatte ihr die ganze Zeit ungläubig zugehört. Immer wieder hatte er während ihres Berichtes zu seinen streitenden Eltern am Gartentor geschaut. Schließlich schüttelte er seinen Kopf und strich sich mit einer Hand über sein Gesicht...

M: Der hat doch echt nicht mehr alle Tassen im Schrank.
G (erstaunt): Bitte? Hab ich das richtig verstanden, du hast Verständnis für sie, dass sie weggelaufen ist?
M (stöhnt entnervt auf): Äh... nee, Verständnis würde ich es nicht unbedingt nennen. Eher Torschusspanik oder so.
G (zickig): Ja, damit kennst du dich ja bestens aus.
Was soll das denn heißen? Weil ich dich nicht gleich vor den nächsten Opferaltar schleife?
M (funkelt sie an): Eh! Willst du dich jetzt streiten oder was? Dann kann ich auch gleich wieder gehen.
G (legt besänftigend ihre Hand an seinen Arm): Nein, aber...
M (sieht verwirrt zwischen ihrer Hand und ihren himmelblauen treuen Augen hin u. her u. regt sich weiter auf): Aber was? Wie kann man(n) nur so blöd sein? Macht ihr vor öffentlicher Kulisse nen beschissenen Heiratsantrag. Pff... Kein Wunder, dass Mutter Panik schiebt. Äh... Moment... die sind doch eigentlich schon verheiratet.
G (klärt den Romantikmuffel auf u. schwärmt dabei): Marc, das war eine romantische Geste.
M (spöttisch): Ja, und wiiiiiiiie romantisch! Sie ist sofort von Bord gesprungen!
G: Du denkst also auch, dass deine Mutter nur Angst hatte und deshalb so reagiert hat?
Woher soll ich das denn wissen? Bin ich ihr Psychotherapeut?
M: Sie ist ein Freigeist. Die lässt sich nicht festnageln, selbst nicht, wenn sie ihn lieben würde.
G (fest davon überzeugt): Sie liebt ihn!
M (rollt mit den Augen): Da ist die Romantikkönigin mal wieder ganz in ihrem Element, hä?

Gretchen lachte auf und gab ihrem Schatz einen kleinen Kuss auf die Nasenspitze...

G: Ja, ich sehe so was.
M (zwinkert ihr frech zu u. legt eine Hand an ihren Po): Vielleicht solltest du dich mal lieber auf etwas anderes konzentrieren, hmm?

Gretchen schaute ihn verdutzt an, dann fiel es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen...

G: Oh! Der Braten! Nicht, dass noch mal der Feueralarm losgeht.

... sagte es, löste sich aus den feurigen Chirurgenhänden und huschte schnell aus dem Wohnzimmer in die Küche. Marc konnte ihr nur noch grinsend auf den Hintern starren. Dann drehte er sich wieder zum Fenster und sah hinaus...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.453

19.04.2011 20:57
#977 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mädels, frisch aus der Druckerpresse kommt Nachschub von der Elternfront. Viel Spaß! Euer Schneckchen (Sorry für die Verspätung!)




Doch das, was er am Haaschen Gartentor beobachtete, gefiel dem jungen Chirurgen ganz und gar nicht...

O: Elke, ich habe dir eine Frage gestellt, verdammt noch mal. Rede endlich mit mir! Du kannst das doch nicht einfach so stehen lassen.

Energisch sah Olivier Meier seine furiengleiche Ehefrau an, deren Augen böse aufleuchteten. Doch Elke Fisher blieb ihrem verzweifelten Ehemann immer noch eine Antwort schuldig. Der begnadete Unfallchirurg, der eigentlich für jedes noch so komplizierte Rätsel eine Lösung wusste, war mittlerweile mit seinem Latein am Ende. Er konnte machen, was er wollte. Seine sture Frau ließ einfach nicht mit sich reden. Immer wieder hatte sie es versucht, sich aus seiner festen Umklammerung zu lösen, aber Oliver konnte und wollte sie nicht gehen lassen, nicht bevor sie ihm eine plausible Erklärung geliefert hatte, warum sie ihre Beziehung einfach so hinwarf und ihm und seinem Sohn hier gerade eine dermaßen impulsive Szene machte, die selbst eine Episode von „Reich und Schön“ in den Schatten stellen würde. Wie ein bockiges Kleinkind trat sie auf ihren Mann ein, um sich irgendwie losreißen zu können. Oliviers Schienbein war vermutlich schon ganz grün und blau von den ganzen Tritten ihrer spitzen Designer-Stiefel. Aber der malträtierte Starchirurg kam nicht umhin zu lachen. Die Situation war aber auch zu absurd. Sie stritten sich im spärlich beleuchteten Vorgarten von Marcs Schwiegereltern. Mitten im Schnee. Es war bitterkalt. Aber er spürte die Kälte nicht. Vielmehr wurde ihm so richtig warm uns Herz. Das Feuer loderte gewaltig und durchzog seinen ganzen Körper mit einer nie gekannten Glückseligkeit. Der Funken der Hoffnung beflügelte ihn regelrecht. So heftig wie sein Mokkapralinchen sich gegen ihn und ihre eigenen im Übermaß vorhandenen Gefühle wehrte, zeigte ihm doch nur, dass da immer noch unbändige Leidenschaft zwischen ihnen beiden herrschte. Das Band, das sie verband, war noch lange nicht gerissen. Nicht einmal die schärfste Schere könnte es jemals entzweien. Sie gehörten zusammen. Das Schicksal wollte es so. Dagegen war sogar eine egozentrische Starautorin machtlos. Tief in ihrem Herzen wusste sie das auch. Davon war Olivier überzeugt. Und so konnte er gar nicht anders. Unvermittelt drückte er der zappelnden Frau in seinen Armen seine Lippen auf ihren schmalen glutroten Mund, der so süß nach verbotenen Früchten schmeckte und von dem er nicht mehr lassen wollte. Elke war im ersten Moment so überrumpelt, dass sie den Kuss für einen Hauch von einer Sekunde erwiderte.

Marc drehte sich angewidert weg und seufzte laut auf. Es gab einfach Dinge, die sollten Kinder nicht zu sehen bekommen. Und das gehörte sicherlich dazu. Das sollte verboten werden, dachte er sich irritiert und konzentrierte sich lieber auf das Gepolter in der Küche.

Oliviers Motor hatte dagegen wieder Fahrt aufgenommen. Heftig vibrierte sein Herz in seiner Brust, als er seine Liebste innig küssen durfte. Er hatte sie so sehr vermisst. Die letzten beiden Tage ohne sie waren die Hölle für ihn gewesen. Sie nun wieder zu spüren, war daher für ihn wie der Himmel auf Erden. Er intensivierte den Kuss und legte all seine Gefühle hinein. Er lockerte dabei seinen Händegriff, um seine Arme besser um ihren schlanken Körper schlingen zu können. Doch der verliebte Professor hatte in seinem Gefühlsrausch nicht bedacht, wie seine Frau auf seinen dreisten Angriff reagieren könnte. Eine Sekunde später wusste er es und verfluchte seine unüberlegte Impulsivität. Elke hatte tatsächlich zugebissen und schupste ihren unverschämten Mann mit aller Gewalt von sich weg, dass er fast das Gleichgewicht verlor. Olivier schriee auf vor lauter Schmerz und legte einen Finger an seine schmerzende Lippe, die, wie er schockiert feststellen musste, tatsächlich blutete.

O: Spinnst du?

... regte er sich verständlicherweise auf. Elke blitzte ihn an und echauffierte sich lautstark über ihren unverschämten Mann. Dabei gestikulierte sie wild mit ihren Händen in der Luft herum...

E: Du spinnst, Olivier! Was fällt dir ein, über mich herzufallen wie ein... wie ein...

Seine spontane Tat hatte auch Auswirkungen auf ihr brillantes Sprachvermögen. Der wortgewaltigen Erfolgsautorin gingen tatsächlich die Worte aus. Der perfekte Moment, um zu kontern, dachte sich der Starchirurg und lächelte dabei süffisant...

O: ...verliebter Mann?
E: Oli..vier!

Elke empörte sich angesichts dieser Anmaßung, spürte dabei aber auch ein leichtes Kribbeln in ihrem Bauch, das sie eigentlich tunlichst vermeiden wollte, während Olivier sich sein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Das hätte er lieber lassen sollen, denn es brachte seine Frau erst so richtig auf die Palme und er spürte plötzlich den Schmerz in seiner blutenden Lippe. Lachen war da eher kontraproduktiv und verstärkte noch den Schmerz. Er zog ein weißes Taschentuch aus seiner Manteltasche hervor und hielt es sich an seinen Mund. Elke beobachtete ihn dabei argwöhnisch. Ihr schlechtes Gewissen machte sich langsam, aber sicher bemerkbar. Aber dieser Mann trieb sie einfach zur Weißglut. Konnte er es nicht einfach akzeptieren und gut ist. Er hatte es ja regelrecht provoziert. Selber Schuld! Jawohl! Was fiel ihm denn auch ein, plötzlich zu kämpfen? Konnte er denn nicht wie damals still und heimlich aufgeben und gehen? Wieso machte er es ihr nur so schwer? Das machte alles doch nur noch viel schlimmer.

E: Hör auf zu lachen, du... du unmöglicher Mann!
O (tupft sich seine Lippe ab, zerknüllt das Taschentuch u. steckt es wieder in seine Tasche): Wenn du aufhörst, hier so rumzuzetern, du unmögliche Frau! Die Nachbarn kucken schon.
E (sieht zum Nachbarhaus gegenüber, an dessen Fenster eine blonde ältere Frau mit einer schlecht gemachten Dauerwelle steht): Mittlerweile bin ich peinliche Momente gewöhnt.
O (schaut sie plötzlich ernst an): Ach? Ist es das? Bist du deshalb so schnell aus dem Saal gelaufen, weil ich dir peinlich war?

Elke drehte sich schwungvoll zu ihm um und holte tief Luft...

E: Du verstehst es einfach nicht, Olivier.

Olivier spürte, dass sich die Stimmung plötzlich von einem Moment auf den anderen gedreht hatte. Vielleicht hörte sie ihm ja jetzt endlich zu? Einfühlsam sah er ihr ins Gesicht...

O: Ja, in der Tat, ich verstehe es nicht. Ich stelle dir eine simple Frage und du rennst aus dem Saal, weinst an Deck, lässt dich von mir trösten und stößt mich dann von dir, gehst einfach so, ohne ein Wort der Erklärung und gibst uns auf. Ich verstehe es nicht.

Der Chirurg sah seine Frau nun sanftmütig an. Ein Blick, der sie sehr berührte, aber sie musste hart bleiben. Es ging einfach nicht anders...

E: Was ist denn an „Es ist vorbei!“ falsch zu verstehen?
O (seufzt u. lässt Elke nicht aus den Augen): Weil es eine Lüge ist.
E (trotzig u. wenig überzeugend): Ist es nicht.
O: Oh doch! Du konntest mir nicht einmal in die Augen sehen.
E (senkt für einen Moment schuldbewusst ihren Blick, dann sieht sie ihm direkt in die Augen): Dann tue ich es eben jetzt. Es ist vorbei, ein für alle mal! Akzeptier das endlich!

Doch Olivier glaubte seiner Frau kein Wort und schüttelte entschieden den Kopf. Er trat einen Schritt auf Elke zu. Diesmal wich sie nicht gleich zurück. Sie konnte sich ihm nicht mehr länger entziehen.

O: Warum bist du dann hier, wenn es vorbei ist?

Elke wusste nicht, wie sie darauf antworten sollte und ging stattdessen auf Frontalangriff...

E: Woher sollte ich denn ahnen, dass du hier bist?
O: Wo hätte ich denn sonst hingehen sollen? Du hättest mir sicherlich nicht die Tür aufgemacht.
E (kann nicht verhindern zu lächeln): Da ist etwas Wahres dran.
O (erwidert erleichtert ihr Lächeln): Siehst du! Das zwischen uns, das wird nie zu Ende sein.
E: Ach Oli,...

Elke seufzte und sah ihrem Angetrauten direkt in die Augen. Ihr Widerstand bröckelte. Das bemerkte auch Olivier, der sie sanft anlächelte...

O: Elke, meine Liebe, die letzten Wochen mit dir waren wunderschön. Ich weiß nicht, vielleicht ist das alles viel zu schnell passiert. In einem Moment von 0 auf 100. Von nichts auf alles. Ich hab dir kaum Luft gelassen. Das tut mir leid. Wenn du es langsamer angehen willst, ich... ich könnte... Paris, das war eine Schnapsidee. Ich nehme das und den Antrag zurück, wenn du nicht bereit dazu bist... Das war ein impulsiver Moment. Ich hab nicht nachgedacht, als ich...

Die stolze Autorin hatte ihrem Mann geduldig zugehört. Sie trat an ihn heran und nahm seine Hand in ihre, woraufhin er sie verwundert ansah. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals, als seine große Liebe ihn plötzlich auf eine Art und Weise anblickte, die er so sehr an ihr liebte und die er schon fast verloren glaubte...

E: Du sollst überhaupt nichts zurücknehmen, mi corazón. Das war das Schönste, was mir je ein Mann gesagt hat und mir ist egal, dass alle Welt das gesehen hat. Deine mit Bedacht gewählten Worte kommen nicht annähernd an meinen Dr. Rogelt heran. Ich werde das nie vergessen.
O (unsicher): Aber wo liegt dann das Problem?

Die schöne Autorin ließ seine Hand wieder los und ging einen Schritt zurück. Sie schaute seufzend in den Himmel. Es fing wieder leicht an zu schneien. Dann sah sie ihren Ehemann wieder sehr ernst und entschlossen an. Dabei bemerkte sie zufällig, dass hinter Olivier ihr Sohn am Fenster stand und wehmütig zu den beiden blickte. Sein Anblick brach ihr das Herz...

E: Ich bin das Problem, Olivier.

Der Professor sah sie sprachlos an. Das war es also, was sie so sehr beschäftigt hatte, dass sie ihrer neu entflammten Liebe keine Chance geben wollte? Olivier runzelte die Stirn und legte eine Hand an Elkes Wange. Sie ließ es ohne Gegenwehr zu. Für eine Sekunde schloss sie sogar ihre Augen....

O: Aber das stimmt doch nicht. Ich lieb dich so, wie du bist. Immer schon. Das weißt du doch.

Doch die Zweifel blieben.

E: Ist es nicht eher die Erinnerung, die du so sehr liebst? Die Frau von früher, die spontan in Paris heiratet, die nackt in den Trevi-Brunnen springt und sich hinter spanischen Tavernen lieben lässt, die gibt es nicht mehr.

Olivier lächelte bei den Gedanken daran, was sie damals alles erlebt hatten. Er versuchte ihr die Zweifel zu nehmen.

O: Natürlich spielen die schönen Erinnerungen eine große Rolle, aber ich habe mich in die Frau neu verliebt, die du jetzt bist. Hast du das denn nicht gemerkt?
E: Setze endlich die rosa Brille ab, Olivier! Ich bin nicht die Frau, für die du mich hältst.
O (unbeeindruckt): Ich sehe eigentlich ganz klar. Wovor hast du nur so viel Angst? Dass ich irgendwann gehen könnte? Dass werde ich nicht.
E (trotzig): Ich habe keine Angst.
O: Das vorgestern sah aber schwer nach einer Flucht aus. Einer Flucht vor uns, deinen Gefühlen, unserer Liebe.

Elke drehte sich im Kreis und sah Olivier wieder ernst an...

E: Olivier, wieso willst du nicht verstehen, dass das mit uns niemals funktionieren kann?
O: Weil ich es nicht verstehen will. Wir lieben uns. Punkt und aus.
E: Liebe allein reicht aber manchmal nicht aus.
O: Liebe ist die Basis für alles, Elke.

Elke wusste sich keinen Rat mehr. Olivier war in seiner Halsstarrigkeit nicht zu übertreffen. Zwei so starke Charaktere, wie sollte das gehen?

E: Wo ist der sture Analytiker abgeblieben? Der wäre mir bei weitem lieber im Moment.
O (lacht): Vielleicht merkst du daran, dass ich mich auch verändert habe. Wenn ich ein Ziel vor Augen sehe, dann gebe ich nicht mehr so schnell auf.
E: Wir passen nicht zusammen, Oli.
O (zuckt mit den Schultern): Na und? Das haben damals unsere Eltern auch zu uns gesagt. Es hat uns nicht gestört.
E (rollt mit den Augen): Das war doch etwas ganz anderes.
O: Finde ich nicht.
E: Ich mache dich unglücklich.
O (sieht sie direkt an): Das, was du jetzt tust, macht uns beide unglücklich, Elke.
E (traurig): Ich kann das nicht.
O (erstaunt): Was? Lieben?

Elke senkte beschämt ihren Kopf. Ein fetter Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet. Sie wusste nicht mehr, was sie noch tun sollte, um ihn loszuwerden. Sie hatte schon viele hartnäckige Verehrer gehabt, die sie auf alle möglichen erdenklichen Arten abserviert hatte, aber bei Olivier war das anders. Er übertraf sie alle mit seiner unglaublich sanftmütigen Art, seinem Charme und seinem unendlichen Glauben an die Liebe. Woher hatte er den nur? Wollte sie tatsächlich so einen Mann gehen lassen, der sie akzeptierte, so wie sie war mit all ihren Schrullen und Neurosen, ihrem Sturkopf, ihrer selbstgerechten Art? Wie konnte er sie überhaupt lieben, nach allem, was sie ihm angetan hatte?

Olivier, der ihr Schweigen richtig interpretiert hatte, legte sanft seine Hand an ihre Wange und neigte seinen Kopf ein wenig, um ihr in die schimmernden Augen sehen zu können....

O: Dann lass es mich dir zeigen!

Seine sanfte Stimme berührte ihr Herz. Aber sie konnte das nicht zulassen.

E: Oli, das ist doch albern. Wir sind keine Teenys mehr.
O (zuckt mit den Schultern u. lächelt sie selbstbewusst an): Na und? Seit wann ist der älteren Generation verwehrt zu lieben?
E (trotzig): Ich bin nicht alt.
O (grinst): Umso besser. Ich fühl mich nämlich in deiner Gegenwart mindestens zwanzig Jahre jünger.

Zum ersten Mal an diesem Abend sah Olivier seine Frau herzhaft lachen und es bedeutete ihm sehr viel. Dieser Mann war einfach unmöglich, dachte Elke. Man konnte ihn einfach nicht nicht lieben. Er lächelte sie liebevoll an und legte auch seine linke Hand an ihr Gesicht. Rhythmisch streichelte er ihre Wange mit dem Daumen. Gefesselt hing sie an seinen sanftmütigen Augen.

O: Lass es uns noch mal versuchen! Ohne Druck und Verpflichtungen. Einfach nur wir beide und unsere Liebe. Hör auf dein Herz, Elke!

Völlig gerührt sah Elke in Oliviers sanften grünen Augen hin und her. Sie liebte ihn. Keine Frage. Aber reichte das aus? Konnten sie wirklich glücklich sein und es auch dauerhaft bleiben?

E (zögerlich): Und wenn es nicht funktioniert? Ich könnte mir nicht verzeihen, wenn du...

Olivier hielt seinen Zeigefinger an ihre weichen Lippen und sah sie eindringlich an...

O: Dann haben wir es wenigstens versucht und eine wunderschöne Zeit miteinander verbracht. Ich sehe so manches jetzt mit anderen Augen. Ich verstehe deine Beweggründe und bin völlig gerührt, dass du dir überhaupt so intensive Gedanken um uns machst und mal nicht nur an dich selbst denkst.
E (empört sich): Oli!
O: Lass mich bitte ausreden! Lass uns einfach das, was an dem Abend auf dem Schiff passiert ist und gesagt wurde, vergessen und neu anfangen.

Hoffnungsvoll sah Olivier seine Frau an. In ihren Augen las er immer noch ihre Zweifel...

E: Ich weiß nicht, ob das so einfach geht, Oli. Es ist so viel passiert. Ich kann nicht...
O (fällt ihr schnell ins Wort): Eine Beziehung ist ein ständiges Auf und Ab. Das ist bei anderen Familien auch nicht viel anders. Aber was wäre die Alternative? Denkst du wirklich, dass es besser wäre, das, was uns gerade verbindet, einfach so hinzuwerfen, aus Angst, dass wir irgendwann auseinander gehen könnten? Ist es wirklich das, was du willst? Wenn das tatsächlich so ist, dann lasse ich dich gehen.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.453

21.04.2011 17:22
#978 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen zusammen!
Ihr seid ja verrückt, 12 Kommis und das nach einem Nicht-Martchen-Teil! Ich sollte vielleicht öfters mal eine kleine Zwischenpause einlegen (Scherz! Ist eher gezwungenermaßen aufgrund von Vorratsengpässen, die sich leider nur sehr langsam beheben lassen ). Ich danke euch von ganzem Herzen.
Aber wie ihr könnt euch Weihnachten bei 28 Grad nicht vorstellen? Na mal sehen, was sich da machen lässt. Es geht weiter. Wie gewünscht, mit etwas mehr Martchen. Viel Spaß! Eure Lorelei





Marc Meier stand immer noch mit verschränkten Armen am Wohnzimmerfenster in der Haase-Villa und schaute traurig zu seinen offenbar unversöhnlichen Eltern, als Gretchen Haase mit zwei großen Porzellanschüsseln bepackt den weihnachtlich dekorierten Raum betrat. Sie stellte die Schüssel mit dem Rotkohl und die mit den Klößen in der Mitte des Esszimmertischs ab, entledigte sich ihrer Küchenschürze, die sie locker über einen Stuhl hängte, und ging dann zu ihrem nachdenklichen Freund rüber. Sie wollte ihn irgendwie trösten, auch wenn der coole Kerl sicherlich behaupten würde, dass er keinen Trost wegen dem albernen Rosenkrieg seiner Eltern benötigte. Aber sie wollte trotzdem für ihn da sein. Sie nahm das ganze Familiendrama im Hause Fisher-Meier ja auch sehr mit, hatte sie doch Olivier schon ganz in ihr Herz geschlossen und mit Elke kam sie mittlerweile auch ganz gut klar, wenn sie nicht gerade wieder die hysterische Dramaqueen gab so wie heute. Vorsichtig schlang Gretchen von hinten ihre Arme um Marcs Bauch und schmiegte ihren Kopf an seine Schulter. Er schloss lächelnd seine Augen, als er ihre beruhigende Nähe wahrnahm, ergriff ihre warmen Hände und zog sie noch näher an sich heran. Es tat unheimlich gut, sie bei sich zu wissen, dachte der junge Mann. Seltsamerweise wusste sie immer ganz genau, wann er sie brauchte. Nie hätte er offen zugegeben, dass ihn die unerwartete Trennung seiner Eltern doch mehr mitnahm, als er es sich je hätte eingestehen wollen. Aber vielleicht musste er sich endlich damit abfinden, dass Familienbande doch nicht ewig hielten. Er hatte die letzten zwanzig Jahre doch auch gut ohne überlebt. Aber schön wäre es trotzdem gewesen, wenn er wieder eine einigermaßen glückliche Familie gehabt hätte und nicht das halbgare Etwas, das er mit seiner hysterischen Mutter hatte und das man nun wirklich nicht als familiär bezeichnen konnte, gestand er sich insgeheim ein. Irgendwie sehnte sich doch jeder danach, selbst der einsamste Wolf in der Prärie.

Zärtlich aneinander geschmiegt standen sie einen Moment lang einfach nur so da, bis Gretchen schließlich leise das Wort erhob...

G: Streiten deine Eltern immer noch?
M (öffnet seufzend seine Augen, tauscht den ungeträumten Traum mit der bitteren Realität u. dreht sich langsam zu Gretchen um): Streiten, beißen, treten, knutschen, das ganze Programm.
G (sieht ihn mit großen Augen an): Oh!
Da steckt wirklich große Leidenschaft dahinter.
M (setzt ein eher gequältes Lächeln auf u. versucht die Bilder zu verdrängen): Geschenkt.
Blöder Kindergarten!

Gretchen, der Marcs wehmütiger Unterton nicht entgangen war, blickte über seine Schulter nach draußen und sah im spärlichen Neonlichtschein der Straßenlaterne, wie Elke und Olivier ganz nah beieinander standen, sich nicht mehr stritten, sondern sich stumm tief in die Augen sahen. Die Szene berührte die Romantikliebhaberin sehr und sie wandte sich wieder an ihren Liebsten, der sie abwesend anblickte...

G: Und wenn du mal mit den beiden sprichst? Das ist doch kein Zustand, wie sehr sie sich quälen.
Das sieht doch ein Blinder, wie sehr sich die beiden lieben.
M (hebt abwehrend seine Hände u. sieht seine Freundin mit großen Augen ungläubig an): Gott bewahre nein! Das ist allein ihr Ding.
Soweit kommt’s noch. Soll ich noch Blumen streuen und die Trauringe halten oder was? Pah!
G (blickt Marc Verständnis suchend an): Aber es betrifft dich ja auch irgendwie.
M (schüttelt verständnislos den Kopf): Süße, ich bin aus dem Alter raus, bei dem es ums Sorgerecht geht.
Oh Gott! Was passiert dann erst, wenn sie sich wirklich scheiden lassen? Das verkraftet Marc doch nie und nimmer.
G (macht sich Sorgen): Das weiß ich doch, ich meine ja nur.
M (spielt mit ihren Händen, die er immer noch hält, u. sieht ihr in die Augen): Ob zusammen oder nicht, das ist mir so ziemlich egal. Hauptsache, sie hören auf, vor meinen Augen peinlich rumzumachen. Das ist ein Zustand, der definitiv nicht zu ertragen ist.

Ich weiß ganz genau, dass dir das nicht so egal ist, wie du immer behauptest. Aber ich höre mal lieber auf, darin herumzubohren, sonst geht die Stimmung noch ganz flöten. Wobei man hier schon längst nicht mehr von Stimmung sprechen kann. Wenn es nicht nach Weihnachtsbraten duften würde und die Lichter des Weihnachtsbaumes leuchten würden, könnte das heute jeder x-beliebige Tag sein. Ostern zum Beispiel.

G (schaut aus dem Fenster): Also im Moment schauen sie sich nur an.
Echt? ... Komisch!
M (runzelt die Stirn): Sag bloß, es herrscht Waffenstillstand? Halleluja!!!
G: Naja....

Gretchen wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, da hatte sich ihr Sorgenkind aber auch schon langsam wieder zum Fenster umgedreht. In diesem Moment legte seine Mutter gerade ihre Arme um den Nacken seines Vaters, sah ihm tief in die samtgrünen Augen, sagte dabei noch etwas und küsste ihn dann ganz zärtlich und voller Gefühl auf dem Mund. Ihrem Jungen blieb bei diesem Anblick die Spucke weg. Er riss panisch die Augen weit auf und drehte sich schnell wieder weg, um einem Trauma vorzubeugen und motzte auch gleich seine aufmerksame Freundin an, die die Szene vorm Fenster auch mitbekommen hatte...

M: Boah nee! Jetzt fängt das wieder an. Hättest mich ruhig vorwarnen können.

Gretchen war dagegen ganz beseelt von dem plötzlich wiedervereinten und sich glücklich küssenden Paar, so dass sie ihren trotzköpfigen Freund einfach nur von ganzem Herzen anstrahlen konnte...

G (freut sich aufrichtig): Gott sei dank! Anscheinend ist alles wieder gut.
M (rollt genervt mit den Augen): Pah! Das glaubst du ja wohl selbst nicht. Bis zur nächsten hysterischen Krise.

Gretchen ignorierte seinen grummeligen Kommentar, schlang ihre Arme um Marcs Nacken und stellte sich auf ihre Zehenspitzen, um mit ihm auf Augenhöhe zu kommen. Ihrem süßen Bambiblick hatte der stolze Mann nichts entgegenzusetzen. Sanft ergriff er mit beiden Händen ihre Taille, hielt sie fest und sah in ihren funkelnden Augen hin und her.

G: Ach bitte hör auf so grummelig zu sein! Freu dich doch einfach für die beiden!
Deinen Optimismus möchte ich haben.
M (blitzt sie an): Freuen tue ich mich erst, wenn ich hier wieder raus bin.
... aus dem höllischen Schmierentheater. Es kann ja eigentlich nur noch schlimmer werden. ... Stimmt! Ich hab Bärbel noch nicht gesehen. ... Och nee! Denk an was Schönes! ... Eine Herz-OP. Den letzten Sieg von Hertha. Den Wagen, den ich neulich bei Auto Schmieder entdeckt habe. Denk an später heute Abend, wenn ich mit ihr zusammen... Hmm... Schnell essen und dann nix wie weg hier!
G (zieht eine beleidigte Schnute): Gefällt es dir denn gar nicht hier? Ich hab mir so viel Mühe gegeben mit dem Essen und so.
Oh bitte, nicht so! Was ist sie denn jetzt schon wieder beleidigt? Ich werd's essen, egal ob’s schmeckt oder nicht.

Der Druck auf ihre Tränendrüsen zeigte Wirkung bei Dr. Meier...

M (seufzt u. schaut seinen süßen Trotzkopf liebevoll an): Sagen wir mal so, vergessen wir unsere verkorksten Eltern, deine bezaubernde Anwesenheit wertet die ganze Geschichte hier nämlich zumindest um 60 Prozent auf.
Oooooooohhhhh!!!!!
G (strahlt ihn glücklich an): Das hast du aber schön gesagt.
Yeah! Bin halt der Beste. Außerdem würde ich sie zickig nicht mitnehmen. Noch mehr Stress kann ich heute echt nicht mehr gebrauchen.
M (grinst sie frech an): Ich bin ein Mann. Ich passe mich den Gegebenheiten halt an.
G (grinst zurück): Sicher!
M (zieht sein Mädchen noch näher an sich heran u. kuckt ihr tief in die Augen): Glaubst du mir etwa nicht?
G (kann sich von seinen feurig funkelnden Augen gar nicht mehr lösen u. sieht ihn mit klopfendem Herzen an): Doch! Doch!
M (schmunzelt, schaut sich kurz im Zimmer um u. sieht ihr dann unentwegt in ihre wunderschönen blauen Augen): Zum Beispiel jetzt. Wir sind immer noch allein hier.
G (schaut ihn gespannt an): Und?
Ach Süße! Wie kann man nur so auf der Leiter stehen! Alles muss man(n) hier selber machen.

Die Antwort auf ihre Frage lieferte ihr Marc, indem er seine Lippen sanft auf die ihren bettete und sie ganz gefühlvoll küsste. Gretchen schwebte auf einer rosa Wolke davon bei diesem nicht enden wollenden zärtlichen Kuss. Und auch der coole Oberarzt fühlte sich regelrecht beseelt von dem schönen Moment. Zeit und Raum schienen still zu stehen.


Dem älteren Paar vor der Haaschen Haustür schien es in diesem Moment auch nicht viel anders zu gehen. Im leichten Schneefall hielt Olivier seine Elke fest im Arm und konnte sein Glück kaum fassen. Statt einer Antwort auf seine verzweifelten Fragen im Kampf um Elkes Liebe hatte ihn seine widerspenstige Frau plötzlich innig umarmt und geküsst. Einfach so. Ohne große Worte. Sie hatte ihren Widerstand aufgegeben und auf ihr Herz gehört. Endlich. Sie wollte ihren zauberhaften Mann gar nicht mehr loslassen, als sie ihn endlich wieder spürte. Seine Lippen. Seine Wärme. Die Geborgenheit, die er ausstrahlte. Seine tiefe unerschütterliche Liebe. Elke ließ sich völlig gehen und küsste ihn voller Leidenschaft und mit ganz viel Gefühl, dass es ihm regelrecht den Atem raubte. Sie konnte nicht mehr ohne ihn sein und das ließ alle ihre Zweifel letztendlich verblassen. Sie wäre jämmerlich zugrunde gegangen, hätte sie ihn wirklich ziehen lassen. Sie wäre nie wieder glücklich geworden. Aber jetzt, jetzt war die stolze Autorin glücklicher wie nie zuvor in ihrem Leben. Sie würde ihre große Liebe nie wieder gehen lassen. Sie würde ihm das geben, was er verdiente, alles, was sie aufbringen konnte, zu geben. Sie würde lernen, zurückzulieben. Das schwor sich Elke in diesem Moment und intensivierte dabei ihren leidenschaftlichen Kuss, damit auch er verstand, wie ernst sie es meinte.

Olivier hatte sein Mokkapralinchen tatsächlich wieder eingefangen und er würde alles dafür tun, dass sie niemals mehr in so eine verzweifelte Situation geraten würden. Stürmisch schlang er seine Arme um Elkes bebenden Körper, vergrub seine Hände in ihrem langen lockigen Haar und küsste sie voller Inbrunst, als wären sie noch Teenager. Aber genauso fühlten sie sich in dem Moment. Sie waren vom Glück getrieben, das ihre beiden Körper durchströmte und ihre Herzen eroberte. Sie kicherten und gackerten, schauten sich immer wieder lächelnd in die vor Liebe strahlenden Augen und konnten nicht mehr von den Lippen des anderen lassen. Sie waren sich sicher, es könnte doch funktionieren.

Lorelei Offline

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22.04.2011 17:23
#979 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ihr wolltet mehr Martchen, ihr bekommt mehr Martchen. Auf eigene Gefahr! Viel Spaß und einen schönen Karfreitag wünsche ich euch. Eure Lorelei




Dasselbe Schauspiel vollführte auch gerade die Jugend im Haaschen Wohnzimmer, nur einen Tick intensiver als die ältere Generation im Garten. Denn wenn sie sich einmal küssten, vergaßen Gretchen und Marc schnell alles um sich herum, so auch, wo sie sich gerade befanden, und gaben ihren Gefühlen freien Lauf. Immer leidenschaftlicher und stürmischer wurden ihre Küsse und Zärtlichkeiten, die sie sich gegenseitig schenkten. Flinke Hände wanderten unter ein dunkles Jackett und streichelten gefühlvoll über den feinen Stoff eines weißen Hugo-Boss-Hemdes, zwei andere strichen wilder, fordernder über den dünnen schwarzen Stoff eines eng anliegenden und ihre weiblichen Rundungen perfekt umschmeichelnden Kleides und legten sich schließlich auf einen properen Hintern, der nun zärtlich massiert wurde. Es knisterte gewaltig und das nicht nur im offenen Kamin des Wohnsalons, wo das Feuer loderte und eine angenehme Atmosphäre schuf. Die beiden konnten gar nicht mehr voneinander lassen, so sehr brodelten ihre unendlichen Gefühle hoch. In kurzen Atempausen wurde sich verliebt in die Augen gekuckt, gelacht und gekichert, dann wieder innig geküsst und liebevoll gestreichelt.

Dass sie dabei nicht lange unbeobachtet blieben, fiel den beiden Verliebten anfangs gar nicht auf. Zu sehr waren sie mit sich selbst, dem Luftholen und dem Küssen beschäftigt. Franz Haase war auf der Türschwelle stehen geblieben und schaute ganz gerührt und mit väterlichem Stolz zu dem glücklichen Paar, das sich hinter dem prachtvoll geschmückten Weihnachtsbaum am Fenster zärtlich küsste. Wie sehr hatte er sich für seine geliebte Tochter und seinen besten Oberarzt, der ihm nicht erst durch die Beziehung mit Gretchen wie ein zweiter Sohn ans Herz gewachsen war, gewünscht, dass sie endlich alle Hürden, die das Schicksal ihnen in den Weg gelegt hatte, überwanden und zueinander fanden. Die beiden jetzt so zu sehen, machte auch ihn unheimlich glücklich. Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen marschierte er nun ins Wohnzimmer, am üppig gedeckten Esstisch vorbei, auf dem bereits Klöße und Rotkohl vor sich hin dampften, weiter in die Küche.

F: Lasst euch nicht stören!

... sagte der Professor noch beiläufig mit einem verschmitzten Unterton, dann war er auch schon wieder verschwunden. Beschämt fuhren die beiden Küssenden auseinander. Beide strichen sich verlegen über ihr verräterisch gerötetes Gesicht, zupften ihre Kleidung zu Recht, sahen verwirrt zur Küchentür und dann sich an. Gretchen biss sich verunsichert auf ihre Unterlippe und schämte sich, wie man sich eben schämte, wenn man vom eigenen Vater gerade beim Knutschen und Fummeln erwischt worden war. Ihr Herz klopfte immer noch wie verrückt. Marc, dem es ähnlich ging, grinste nur, griff urplötzlich nach Gretchens kleiner Hand und zog seine schüchterne Freundin in den Flur hinaus, drückte sie dort gegen das Treppengeländer und war nun im Begriff, die wilde Knutscherei fortzusetzen. Es ging gar nicht anders. Er musste es tun. Es war wie ein innerer Drang, der sofort und auf der Stelle gestillt werden musste, sonst würde er sterben. Welch süßer Tod, dachte der stürmische Verführer, als er seinen Kopf zu ihr heruntersenkte. Die völlig überrumpelte Frau sah ihn mit großen Augen an. Sein heißer Atem strich schon sanft über die empfindsame Haut ihres Halses, kitzelte sie, betörte sie. Doch Gretchen, deren Wangen mittlerweile tiefrot gefärbt waren, hielt Marc schließlich schweren Herzens ihre zitternden Hände an die Brust, um ihn von seinem drängenden Vorhaben abzuhalten. Verdutzt schaute er sie daraufhin an...

M: Was ist? Haste nicht gehört, wir sollen uns nicht stören lassen. Dienstliche Anweisung vom Chef persönlich.

Marc grinste seine Liebste breit an und legte seine feurigen Lippen in ihre Halsbeuge. Gretchen erschauderte, als sie seine flinke Zunge kreisende Bewegungen vollführen spürte, und schloss für eine Mikrosekunde ihre Augen, um nur zu genießen, doch Anstand und Vernunft waren bei ihr einfach stärker als hemmungslose Hingabe. Und so entzog sie sich ihm rasch, bevor sie noch ganz den Verstand verlor...

G (flüstert): Marc, nicht! Meine Eltern!
M (geht zögerlich einen Schritt zurück u. lässt stöhnend den Kopf hängen): Na und? Schlimmer als der Anblick meiner knutschenden Erzeuger da draußen können wir ja kaum sein.
G (reißt panisch ihre Augen weit auf u. kuckt hektisch hin u. her): Oh Gott! Meinst du, sie haben was gemerkt?

Scheiße! Da ist sie hin, die schöne, aufregende, pulsierende Stimmung! Na ja, fast! Auf einen Versuch kommt es noch an. Und jeder, der jetzt stört, dem werde ich höchstpersönlich den Kopf abreißen, ihn sezieren, präparieren und Gunther von Hagens schicken.

M (positioniert provozierend seine rechten Arm direkt neben Gretchens Kopf ans Treppengeländer u. schaut sie durchdringend mit feurigen Augen an): Da deine Mutter noch nicht hysterisch aufgeschrieen hat, wohl nicht! ... Komm, lass uns weitermachen, hmm!
G (ihr wird heiß u. kalt zugleich u. sie kann ihren Blick nicht von ihm abwenden): Marc!
M (kann kaum glauben, dass er jetzt auch noch um einen Kuss betteln muss, tut es aber doch): Nur eine Minute!
Eine Minute? ... Eine Minute mit Marc bleibt nie eine Minute!

Während Gretchen noch über das Für und Wider haderte, setzte Marc seinen überzeugendsten Dackelblick auf und strich seiner zögernden Freundin dabei langsam ihren nackten Arm hoch. Von der kleinen Fingerspitze bis zur Schulter, dann das Schlüsselbein entlang und schließlich über ihren grazilen Hals. Eine Gänsehaut zog sich wie ein Film über Gretchens winterblasse Haut. Sie war längst wie Wachs in seinen Händen. Gefesselt hing die verliebte Frau an Marcs smaragdgrünen Augen, die sie unglaublich intensiv anstrahlten. Er hatte sie keine Sekunde aus den Augen gelassen und stupste nun ihr süßes Näschen mit seiner Nase an. Sie kicherte leise wie ein kleines Mädchen und gab schließlich ihren Widerstand ganz auf. Sie schlang ihre schlanken Arme um seine Taille und zog ihn so ganz nah an sich heran. Marc grinste seine Schmusekatze schelmisch an und senkte schließlich seinen Kopf. Gleichzeitig schlossen sie ihre Augen und berührten gefühlvoll die Lippen des jeweils anderen. Das Kribbeln in seinem Bauch ausblendend, fuhr der liebestolle Oberarzt nun mit seiner rechten Hand in seine Hosentasche. Mit der linken hielt er Gretchens Taille. Während ihre Hände gefühlvoll immer und immer wieder über Marcs muskulösen Rücken strichen, wanderten seine unbemerkt zu ihrem Hals. Etwas Silbernes funkelte dabei in seiner rechten Hand. Er zögerte nicht lange. Noch im innigen Kuss vereint, legte er es ihr schließlich um ihren schönen Hals. Marc ließ es sich natürlich nicht nehmen, anschließend noch über ihr üppiges Dekolletee zu streichen, das sich heftig auf- und abbewegte. Zufrieden widmete er sich nun wieder den intensiven Zungenspielchen.

Lorelei Offline

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23.04.2011 19:55
#980 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guddn Aamd!!! Na, schon erholt vom letzten Teil? Ich hoffe, euch sind die Weihnachtschokohasen nicht davon geschmolzen? Wenn nicht, dann vielleicht heute. Viel Spaß! Ich freu mich auf euer Feedback.
Eure Anke Gilmore ( Ich hab's schon gelesen, Spatzemuckel! Image and video hosting by TinyPic)

PS: Fixiert euch doch bitte nicht so sehr auf die Überraschung, bis dahin vergehen noch Jahre, würde Dr. Meier wohl sagen. Das X-Mas-Geschenk muss vorerst erst mal reichen.





Als Gretchen plötzlich etwas kaltes Metallisches auf ihrer Haut spürte, öffnete sie schlagartig ihre Augen und löste den Kuss. Sie sah Marc verwundert in sein leicht gerötetes Gesicht. Er lächelte zaghaft und versuchte, ihre Reaktion zu deuten. Doch sie reagierte nicht. Nervös strich sich der sonst so coole Oberarzt über seinen Nacken und senkte dann seinen Blick. Gretchen folgte seinen Augen, die nun auf ihrem immer noch bebenden Dekolletee ruhten und war sichtlich erstaunt...

Aber... das... das... war... vorher... noch nicht... da!



Gretchens Kette


Da sah die irritierte junge Dame nämlich erst die beiden verschlungenen Herzen, die an einer silbernen Kette ihren Hals schmückten. Eine der Herzhälften zierten zwölf kleine funkelnde Steine. Ganz gerührt blickte Gretchen ihrem Schatz in die Augen und strich dabei über den glitzernden Anhänger. Marc strahlte sie kurz an, dann senkte er seinen Blick wieder. Sein Herz klopfte immer noch vor lauter Aufregung, die er sonst eigentlich nie gekannt hatte. Er fuhr sich immer wieder über seinen Brustkorb, um sich zu beruhigen. Es nützte sich. Allmählich verwandelte er sich wirklich in einen noch größeren Volltrottel als Mehdi und das nur wegen so etwas Albernem wie einem Weihnachtsgeschenk für seine Süße. Das war doch krank! Er hatte sein Jackett geöffnet und den Knoten seiner Krawatte etwas gelockert. Das war auch gut so, denn keine Sekunde später bekam der junge Mann nämlich keine Luft mehr. Gretchen war ihm an den Hals gesprungen und knutschte ihn wild ab...

G: Danke, danke, danke! Die ist sooooooooo schöööööööön.

Trotz ihrer Überrumplungsaktion kam Marc nicht umhin zu lächeln. Vielleicht war es doch nicht so krank, wie er gedacht hatte. Ihr glückliches Strahlen war es ihm auf jeden Fall wert. Es war ein gelungener Schachzug gewesen, ihr jetzt schon sein Geschenk zu überreichen. Unter den neugierigen Augen ihrer Eltern wäre das wohl eher peinlich abgelaufen. Sein Ruf war ihm schließlich immer noch heilig. Gretchen riss sich von ihrem Herzblatt los und ging zum Spiegel an der Garderobe, um sich die schöne Kette nun ganz genau anzuschauen. Mit zittrigem Zeigefinger fuhr sie ganz langsam die Konturen des herzförmigen Anhängers entlang und geriet unweigerlich ins Schwärmen. So etwas Schönes, Bedeutung Tragendes hatte sie noch nie zuvor von einem Mann geschenkt bekommen. Marc, der sein Jackett und seine Krawatte nach ihrem Überfall richtete, beobachtete seinen verträumten Engel ganz gerührt aus dem Augenwinkel heraus und trat schließlich hinter sie. Vorsichtig platzierte er seine beiden Hände an ihre schmale Taille und sah ihr im Spiegel tief in die Augen, die mittlerweile feucht schimmerten.

M: Merry Christmas, mein Engel!

... hauchte er ihr leise ins Ohr. Jetzt öffneten sich Gretchens Schleusen erst recht. Wasserfallähnlich schossen ihr die Tränen die Wange hinab. Sie wollte es nicht, aber sie konnte es nicht zurückhalten. Zu überwältigt war sie von diesem wundervollen Moment. Marc, der sichtlich überfordert dreinblickte, drehte sein hemmungslos heulendes Mädchen zu sich herum und versuchte, ihren Tränen Herr zu werden...

M: Hey, wer wird denn gleich flennen, hmm?
Hätte ihr vielleicht lieber einen Wassereimer oder gleich eine ganze Badewanne schenken sollen.

Zärtlich fing er mit seinen Daumen ihre heißen Tränen auf. Als das nicht gelang, zauberte er in kaanscher Manier eine Packung Tempos hervor, hielt ihr eins davon hin, was sie dankbar annahm und in das sie sofort lautstark hineinschniefte. Marc lachte nur und tupfte nun mit einem weiteren Taschentuch ihre Augen trocken.

G: Danke!

... sagte Gretchen schließlich nach einer Weile, als sie sich wieder ein wenig beruhigt hatte. Marc schenkte ihr daraufhin ein breites Lächeln, das sie strahlend erwiderte und dabei verträumt über die Kette strich...

G: Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
M: Dann sag halt nix. Das war doch eh nichts Besonderes.

... gab Marc bescheiden zurück. Er tat sich immer noch schwer mit Gefühlsbekundungen dieser Art, aber er hatte sofort gewusst, dass die Kette ihr gehören musste, als er sie neulich in dem kleinen Juweliergeschäft am Prenzlauer Berg entdeckt hatte, als er dort zu einem Notfall gerufen worden war, weil die Inhaberin einen Kreislaufzusammenbruch erlitten hatte.

Gretchen steckte ihr vollgeschnaubtes Taschentuch weg und legte eine Hand an Marcs Brustkorb. Sie spürte, dass sein Herz immer noch Höchstleistungen vollführte, was sie noch zusätzlich glücklich machte, zeigte es ihr doch, dass er aus reiner Liebe zu ihr gehandelt hatte und damit punktgenau ins Ziel getroffen hatte. Sie liebte die Kette schon jetzt und würde sie wahrscheinlich nie wieder ablegen. Mit leuchtenden Augen strahlte sie ihren Liebsten an...

G: Doch Marc! Du weißt gar nicht, wie viel mir das bedeutet. Danke!
Scheiße eh, du bist so ein sentimentaler Sack! Unfassbar!

Marc lächelte verschämt auf und Gretchen gab ihm einen kleinen dankbaren Kuss auf den Mund. Dann sah sie ihm wieder direkt in seine feurig schimmernden Augen, die sie ruhig anblickten...

G: Aber die Bescherung wäre doch eigentlich erst später gewesen.
M (kratzt sich nervös am Hinterkopf): So fand ich es aber schöner.
Außerdem muss das ja auch nicht gleich jeder mitbekommen.

Er ist so unglaublich süß! Hach... mein Marcischnuckiputzi! Mein Romantikkönig! Jetzt kann er das nicht mehr länger leugnen.
G (himmelt ihn an, dann fällt ihr plötzlich etwas ein u. sie wird nervös): Ja, das stimmt. ... Ich... ich hab dein Geschenk oben in meiner Tasche. Ich kann es schnell holen?

Gretchen wollte schon an ihrem Freund vorbeischießen, um nach oben in ihr Zimmer zu rennen, da schnappte er sich plötzlich ihre Hand und wirbelte sie wieder zu ihm herum...

M: Nicht jetzt!
G (verwirrt): Nicht? Aber willst du gar nicht wissen, was ich dir...?
Doch schon! Aber irgendwie... Ich weiß nicht. ... Is komisch.
M (legt seinen Finger an ihren Mund u. lächelt sie charmant an): Ssht!!! Ich möchte das hier noch ein wenig genießen.
G: Oh!

Gretchen wurde rot und lächelte ihren verschmusten Kavalier verschämt an. Marc nahm nun ihren Kopf in beide Hände und küsste sie zärtlich auf den Mund. Der blonde Engel schmiegte sich sofort an ihren charmanten Prinzen und genoss seine gefühlvollen Lippenbekenntnisse mit voller Hingabe. Leider hielt der innige Moment dann doch nicht so lange an, wie sich das die beiden Verliebten erhofft hatten. Denn plötzlich drang ein unüberhörbares Trampeln an ihr Ohr, als ob eine Horde Elefanten durchs Haus ziehen würden. Sie rissen erschrocken die Augen auf und erkannten Jochen, der gerade die Treppe heruntergetrampelt gekommen war und nun frech grinsend in der Tür stand...

J: Echt unglaublich, egal wohin man kommt, entweder du hängst an seinen Lippen, als wären sie mit Nutella bestrichen oder er fummelt an dir herum, als ob er dich gleich in die nächste Liebeshöhle ziehen will.

G (empört sich): Jochen!
Ich bring ihn um!
M (lässig): Gekonnt wie! Solltest du vielleicht auch mal probieren, dann wäre dir vielleicht die Freundin nicht so schnell abhanden gekommen.

Jochens hämisches Grinsen verschwand augenblicklich aus seinem Gesicht und er zog beleidigt davon in Richtung Wohnzimmer...

G (stolz auf ihren edlen Ritter in der Hugo-Boss-Rüstung): Gut gekontert!
M (packt sie wieder an der Hüfte u. zieht sie an sich heran): Bin doch Profi.
G: Ich weiß.

Gretchen stupste ihn grinsend an der Nase an, löste sich dann aus seiner engen Umarmung und ging wieder zum Spiegel an der Garderobe, wo sie ihr Make-up kontrollierte. ... Gut, dass ich wasserfestes aufgelegt habe, stellte sie erleichtert fest. Frau muss schließlich immer gegen Überschwemmungen gewappnet sein, dachte sie und blickte wieder grinsend zu ihrem Freund, der lässig am Treppengeländer lehnte und dabei verdammt heiß aussah... Gott, er sieht wieder so gut aus, wie diese männlichen Models in der Douglas-Werbung und er riecht auch noch wirklich danach. Hach...

M: Und jetzt?

... fragte Marc, der ihre eindeutigen gierigen Blicke durchaus wahrgenommen hatte, und musste sich dabei ein Schmunzeln verkneifen. Sie war einfach zu leicht, zu durchschauen. Eine Eigenschaft, die er unglaublich süß an ihr fand. Gretchen kam langsam auf ihn zu und stellte sich dicht vor ihm hin. Mit großen Augen sah sie ihn an...

G: Am liebsten würde ich jetzt doch schon mit dir verschwinden.
M (schmunzelt u. kann sich kaum zurückhalten, ihrer Bitte nachzukommen): Ach? Auf einmal?
G (schaut ihm sehnsüchtig in die Augen): Ich hab doch alles, was ich brauche.

Lorelei Offline

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24.04.2011 19:50
#981 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Ich danke euch für eure tollen Kommis und freu mich sehr, dass auch bei euch die Kette so gut angekommen ist. Image and video hosting by TinyPic Tja, der Meier beweist tatsächlich Geschmack, wer hätte das gedacht. Ich will auch so ein schönes Stück haben. Da ihr mich mittlerweile zu gut kennt, muss natürlich noch das eine oder andere dazwischenkommen, bevor der holde Prinz seinen Sattel schnallen und die schöne Prinzessin entführen kann. Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß mit dem nächsten Teil, frohe Ostern und dir, liebe Pinky, Happy Birthday. Eure Lorelei




Marc, der gar nicht aufhören konnte, schelmisch zu grinsen, wollte gerade darauf antworten, da ertönte eine tiefe Stimme aus dem Wohnzimmer und holte ihn zurück auf den Boden der Tatsachen...

F: Kinder, kommt ihr? Sonst wird das Essen noch kalt.

Gretchen seufzte leicht enttäuscht... Aus der schöne Traum! Dabei hätte das so gut gepasst jetzt. Ich will endlich wissen, womit er mich noch überraschen will. Der Auftakt war ja schon grandios. Wie wird dann erst das Finale und wo findet es überhaupt statt? ... Und Marc blickte wehmütig zur Tür...

M: Tja, schade, Chance vertan!
G (sieht ihn neugierig an): Es läuft uns ja nicht weg, oder?
Vielleicht verrät er sich ja noch.
M (gerät ins Straucheln): Äh... nö!
Es schwimmt ja eher. Na ja, wie man’s nimmt.

Hätte mich auch gewundert, wenn doch. Mit diesem Pokerface könnte er Turniere gewinnen.


Gretchen, die eigentlich mit mehr Informationen gerechnet hatte, ließ es schließlich darauf beruhen und wollte sich gerade bei ihrem geheimnisvollen Freund unterhaken, da fiel ihr plötzlich noch etwas ein, das sie vorhin ganz vergessen hatte zu fragen...

G: Marc, warst du eigentlich noch mal in der Klink?
M (nickt mit dem Kopf u. sieht sie interessiert an): Jep! Wieso?
G: Und wo hast du Sabines Plätzchen gelassen?
M (erinnert sich wieder): Oh!

Marc schwang sich elegant um das Treppengeländer herum und griff nach der Keksdose, die er vorhin auf der untersten Treppenstufe abgestellt hatte, als er gekommen war. Grinsend drückte er ihr diese in die Hand...

M: Hier!
G (erstaunt über seine Zuverlässigkeit): Danke!
Na geht doch! Ich hab ihn gut erzogen. Äh... Moment! Was...?

Verwundert über deren Leichtigkeit schüttelte Gretchen die Dose mehrmals, dann blickte sie zu Marc, der seine misstrauische Freundin cool und unbeeindruckt ansah, und öffnete sie schließlich. Sie konnte kaum glauben, was sie darin sah, und schnappte nach Luft...

G (mit vorwurfsvollem Unterton): Äh... Marc, kannst du mir das bitte mal erklären?
Scheiße! Wir hätte doch gleich verduften sollen. Ich... muss... weg!

Marc, der genau wusste, wohin der Inhalt der Dose verschwunden war, wollte gerade ins Wohnzimmer flüchten, aber Gretchen hatte ihn noch rechtzeitig an der Schulter gepackt und stellte sich ihm nun in den Weg...

M (fährt sie an): Was denn?
G (zeigt ihm den spärlichen Inhalt): Die Keksdose ist fast leer. Wieso sind da nur noch zehn Plätzchen drin?
M (gibt sich betont unschuldig): Woher soll ich das denn wissen?
G (glaubt ihm kein Wort u. bohrt weiter): Ja, aber du hast sie doch geholt.
M (lehnt sich lässig ans Geländer u. gibt sich völlig unbeeindruckt): Ich war nur für den Transport zuständig.
Also das glaube ich jetzt nicht.
G (baut sich vor ihm auf u. stellt ihn sauer zur Rede): Marc, hast du etwa genascht?
M (verteidigt sich vehement; dabei überschlägt sich seine Stimme fast): Bitte? Also wirklich, sehe ich etwa so aus, als ob ich auf Süßkram stehen würde?
G (blitzt ihn an): Dieselbe Antwort hast du mir neulich auch erst gegeben, als meine letzte Milkakuhfleckentafel auf mysteriöse Art und Weise aus dem Küchenschrank verschwunden war.
M (feixt): Kuhflecken?
Du bist so süß, wenn du dich aufregst. Zum Anbeißen!
Macht er sich jetzt etwa über mich und meine Vorlieben lustig? Na warte, Freundchen!

G (regt sich künstlich auf u. tippt mit ihrem Zeigefinger drohend in seine Brust): Jetzt mach dich nicht lustig, ja! Du sagst mir jetzt sofort, wo die ganzen Plätzchen abgeblieben sind.
Ich denk nicht mal daran. Ich kann’s mir ja eh nicht erklären, wie das passieren konnte. Also bleib mal locker, Haasenzahn!
M (stöhnt genervt u. zuckt mit den Schultern): Ja, was weiß ich denn? Sabine hat sie mir so in die Hand gedrückt. By the way, wer hatte eigentlich die bescheuerte Idee für das alberne Weihnachtsprogramm? Die Stasi-Sabsi sah aus wie die hässliche Schwester von Rumpel...
G (fährt ihm sauer in die Parade): Jetzt lenk nicht ab, Marc!
Boah!!!
M (flunkert ohne mit der Wimper zu zucken weiter): Ja, wahrscheinlich hat der Kaan mal wieder geplündert. Wenn der seine Fressattacken bekommt, da durchsucht der doch jede Schublade im Stationszimmer. Kennst ihn doch.
G: Hmm!?

Gretchen grübelte einen Moment lang nach, dabei nahm sie sich eins der Plätzchen aus der Dose und naschte es auf. Marc grinste nur, als seine Süße nichts weiter darauf sagte und den Deckel schließlich wieder darauf packte...

G: Na dann bekommt eben jeder nur einen und der Rest wird äh... verlost oder so.
M (atmet erleichtert auf, als sie nicht weiter nachhakt): Besser ist.
G: Mmmhhh!!! Aber lecker sind sie auf jeden Fall.
M (plappert ohne nachzudenken): Wenigstens etwas, was die dumme Pute kann.
Aha! Also doch genascht! Ich wusste es.
G (weist ihn zu Recht wegen der Beleidigung): Marc!

Marc ignorierte ihre Zurechtweisung, legte seinen Arm um Gretchens Taille und sie betraten zusammen das Wohnzimmer. Jochen saß bereits bei Tisch. Franz stellte gerade den schweren Bräter auf dem Tisch ab und wollte das Fleisch anschneiden, als Gretchen überrascht dazwischenfuhr...

G: Papa, was machst du denn da?
F (macht unberührt weiter, ohne den Kopf zu heben): Siehst du doch, Kälbchen!
G (irritiert): Äh... aber ich hab dir doch Zwieback hingestellt.
F (schaut dann doch auf u. sieht sie angesäuert an): Also jetzt hör mal. Ich werde sicherlich nicht so ein trockenes Zeug essen, wenn der saftige Braten direkt vor meiner Nase steht.
Das glaube ich jetzt nicht!
G (verschränkt die Arme u. sieht ihn entschlossen an): Dann setzt du dich eben woanders hin. Du verträgst das schwere Essen noch nicht.
F (lässt sich von seiner fürsorglichen Tochter gar nichts sagen, schon gar nichts, was seine angeschlagene Gesundheit betrifft, schließlich ist er selber Arzt): Deine Mutter hat extra eine fettarme Gans besorgt.
G: Fettarm gibt es vielleicht als Joghurt, aber doch nicht...
M (plappert feixend dazwischen): Und Gretchen hat deshalb extra Extrasahne reingemacht, ne.
G (blickt ihn wütend an): Eh! Hab ich nicht! ... Na ja, ein bisschen vielleicht. ... Für die Soße.

Marc grinste seine beleidigte Freundin zufrieden an, die ihm daraufhin giftige Pfeile zuschoss, denen er mit einem noch breiteren Grinsen auswich. Der Sohn des Hauses hatte aber bald genug von dem ganzen Theater, das hier gespielt wurde. Sein Magen knurrte nämlich gewaltig....

J (genervt): Wollen wir noch ewig diskutieren oder essen wir auch mal? Ich sterbe gleich vor Kohldampf.
M (nickt ihm zu): Meine Rede!
F: Gut!

Marc und Franz setzten sich zu Jochen an den Tisch, während sich Gretchen verwundert im Raum umschaute...

G: Aber Mama ist doch noch gar nicht hier? Und...
J (lässt seine Schwester nicht ausreden): Die telefoniert.
G (schaut verdutzt): Jetzt?
F (klärt sie auf u. rollt dabei theatralisch mit den Augen): Mit Tante Erna!

Gretchen ließ sich ernüchtert auf ihren Stuhl fallen, der direkt neben dem von Marc stand...

G: Na toll! Da kann es sich nur noch um Stunden handeln. Jetzt wird der Braten erst recht kalt. Warum hab ich mir eigentlich die ganze Mühe gemacht, wenn eh alles wieder schief läuft?
Och Süße, was ziehst du denn schon wieder für eine Visage, hmm?

Marc nahm tröstend ihre Hand. Gretchen lächelte ihn dankbar an und verschränkte ihre Finger mit seinen. Verliebt schauten sie sich in die Augen. Franz kuckte derweil ungeduldig auf seine Armbanduhr und hielt dann nach seinem Butterböhnchen Ausschau, die immer noch auf sich warten ließ. Und Jochen rollte nur genervt mit den Augen, sah sehnsüchtig auf den leckeren Gänsebraten, dessen Düfte ihm in die Nase stiegen und sein Hungergefühl nur noch mehr verstärkten, und kam plötzlich auf ein Thema zu sprechen, das der eine oder andere schon längst wieder verdrängt bzw. von dem er noch nicht die geringste Ahnung hatte...

J: Sagt mal, was war das eigentlich für eine schräge Szene im Vorgarten? Waren das nicht...
Na super! Kindheitstrauma wiederbelebt, du Arsch!
M (fährt ihm grummelig dazwischen): Niemand!
F (dreht sich wieder herum u. schaut interessiert in die Runde): Wer ... niemand?
Oh, oh!
G (schaut überfordert zwischen allen Parteien hin u. her u. gerät ins Grübeln): Äh...

Wo sind die beiden eigentlich abgeblieben?

Lorelei Offline

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25.04.2011 20:58
#982 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Verdammt, ihr seid mir auf die Schliche gekommen. Es ist ein Goldfisch! Jetzt muss ich mir wohl etwas anderes für die Überraschung überlegen. Na ja, hab ja auch noch genügend Zeit bis dahin. So und jetzt? Ach ja! Mahlzeit! Es darf endlich gegessen werden. Ich hoffe, ihr seid noch nicht alle verhungert. Viel Spaß jetzt mit der schrecklich netten Familie. Eure Lorelei




Kurze Zeit später

B (hektisch): Tut mir furchtbar Leid, aber Tante Erna wollte einfach nicht aufhören zu quasseln. Ich musste ihr natürlich haarklein alles erzählen, was auf dem Kreuzfahrtschiff los war. Ihr kennt sie ja, wenn sie nichts zu tratschen hat. Sie ist ja auch so ein großer Udo Jürgens-Fan. Gott sei dank konnte ich ihr noch ein Autogramm besorgen. Sie hat sich so gefreut. Und dann fing sie auch noch mit ihrem eiternden Furunkel am kleinen Zeh an. Hach... kann ich euch sagen... furchtbar. Franz, wenn wir das nächste Mal bei ihr zu Besuch sind, solltest du dir das mal genauer ankucken. ...

Bärbel Haase erschien wie ein Wirbelwind in einem modischen schwarzen knielangen Rock und einer dunkelvioletten langärmligen Bluse gekleidet im Wohnzimmer und plapperte munter drauf los, ohne auch nur einmal mit dem Kopf aufzuschauen. Ansonsten wäre ihr sicherlich schon etwas eher aufgefallen, dass alle am weihnachtlichen Esstisch Sitzenden ihren Kopf zu ihr umgedreht hatten und sie nun anstarrten, als sei sie eine Person von einem anderen Stern...

F (pikiert): Butterböhnchen!?
G: Äh... Mama?

Franz und Gretchen versuchten, auf sich aufmerksam zu machen und blickten beschämt zur Seite zu ihren Gästen, aber Bärbel redete unberührt weiter, bis sie direkt vor dem Tisch stehen blieb, bewundernd mit ihrem Blick über die reichlich gedeckte Tafel streifte, sich stolz an die Brust fasste und dann langsam aufschaute...

B: .... Oh Margarethe, das ist dir ja wunderbar gelungen.
G (geschmeichelt): Danke, Mama!
B: Habt ihr etwa schon ohne mich angefangen?

... fragte sie ihre Familie, die sich ungewohnt ruhig verhielt. Erst als sie ihren Gatten nicht an seinem angestammten Platz an der Stirnseite vorfand, bemerkte die Hausfrau und Mutter, dass etwas nicht stimmte. Dass etwas gewaltig nicht stimmte, merkte sie erst, als sie die Person auf Franz’ Stuhl endlich erkannt hatte und richtig zuordnen konnte. Ihr klappte die Kinnlade nach unten und sie lief rot im Gesicht an. Fassungslos ging ihr Blick zur Seite und blieb bei ihrer Tochter hängen, die verschämt aufschaute und entschuldigend nickte. Bärbel rang hörbar nach Luft und um Fassung. Um Contenance bemüht, klemmte sie sich eine verirrte Strähne hinters Ohr und legte ein aufgesetztes Lächeln auf ihre schmalen Lippen. Ihre Beine setzten sich schon fast automatisch in Bewegung und liefen um den Esstisch herum. Ein böser Blick auf Gretchen folgte, die bereits ahnte, was gleich passieren würde und sich deshalb schon vorsorglich von ihrem Stuhl erhob und dabei leise seufzte und Marc einen wehleidigen Blick zuwarf. Ihm war auch eher weniger zum Lächeln zumute. Aber das hatte er gleich gewusst, als sein Haasenzahn, stets um FFE bemüht, auf diese törichte Idee gekommen war. Er hätte sie wirklich gleich über die Schulter werfen und entführen sollen, dann wären sie noch rechtzeitig dem gleich folgenden Theater entkommen. Sie würden wahrscheinlich schon längst nackt auf einem Bärenfell vor dem Kamin liegen, sich küssen, streicheln, leidenschaftlich lieben. Welch schöner Gedanke in dieser dunklen Stunde, dachte der verknallte junge Mann und es huschte doch tatsächlich ein kleines verträumtes Lächeln über seine Lippen, das aber sofort wieder erstarb, als er die schrille, leicht aufgebrachte Quietschstimme seiner Schwiegermutter in spe vernahm...

B: Margarethe, wenn du mir bitte in der Küche helfen würdest.

Gretchen tat stumm, wie ihr aufgetragen wurde... Oh, oh! Jetzt gibt es Ärger. Ich hätte es gleich wissen sollen. Wieso hab ich mich nicht zurückgehalten? Wieso hab ich nicht auf Marc gehört? Und auf Papa? Und vor allem warum habe ich nicht schon etwas von der Henkersmahlzeit zu mir genommen?

F (schaut seine Frau verwundert an): Aber es ist doch alles da. Setz dich doch endlich, Bärbel. Das Essen wird sonst wirklich noch kalt.

Die Angesprochene blitzte ihren Mann nur kurz an, was so viel bedeutete wie, dass sie jetzt keine Widerworte hören wollte und verschwand in der Küche, dicht gefolgt von ihrer reumütigen Tochter, die den Gang nach Canossa mit herabhängendem Kopf vollzog. Bärbel schloss die Tür hinter ihr, lief noch bis zum Küchenfenster vor, drehte sich dann schwungvoll um, holte tief Luft und zeterte auch schon in angemessener - im Wohnzimmer nicht vernehmbarer - Lautstärke los...

B: Margarethe, was macht DIESE PERSON in MEINEM Haus?
Das frag ich mich mittlerweile auch.

Gretchen hatte sicherheitshalber die Augen geschlossen, weil sie ein viel größeres Donnerwetter erwartet hatte, und versuchte sich nun zu erklären. Die Betonung lag auf ‚versuchen’...

G: Mama...

... denn ihre Mutter fuhr ihr sofort wieder dazwischen, ohne ihre Erklärung abzuwarten...

B: Nichts da, Mama! Margarethe, es ist schon schlimm genug, dass ich diesen... diesen perversen Spanner mit am Tisch sitzen habe...
Oh nicht schon wieder!
G (fällt ihr Augen rollend ins Wort): Mama, ihr wart nur zusammen in der Sauna. Da ist man in der Regel nackt!
B (will das nicht hören u. zetert weiter, bis plötzlich ihre Stimme wegbricht u. sie ihre Tochter traurig ansieht): Papperlapapp! Aber diese unmögliche Frau... das... das ist einfach zu viel, hörst du. Er... er hat mit ihr...

Bärbel verstummte und drehte ihren Kopf zur Seite.

Oh, ich blöde Kuh, daran hab ich ja gar nicht gedacht. Ach ist das verzwickt. Wieso kann Marc nicht einfach eine stinknormale Familie haben?

Gretchen verstand, wo das eigentliche Problem lag, ging zu ihrer Mutter rüber und legte ihr aufmunternd eine Hand auf den Arm. Sie schaute ihr verständnisvoll in die Augen...

G: Diese alte Geschichte liegt doch schon längst hinter euch.
B (sieht sie wehmütig an): Das heißt aber nicht, dass ich es vergessen hätte, Margarethe. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, da... da kommt das alles wieder hoch. Verstehst du? Ich kann nicht...
G (tätschelt ihre Hand): Ja, aber ich kann nun mal nicht ändern, dass sie Marcs Mutter ist. Es wird immer wieder vorkommen, dass ihr aufeinander treffen werdet.
B (murmelt leise): Hmm!
Was soll ich bloß machen? Ich will Mama nicht verletzen, aber Elke gehört nun mal jetzt auch zu meiner Familie, wenn sie nicht mal wieder panisch die Flucht ergreift.
G (schaut Bärbel eindringlich an u. ringt um Verständnis): Hör mal, jetzt ist sie einmal hier und ich denke, gerade heute an Weihnachten, dem Fest der Liebe und der Versöhnung, ist der geeignete Moment, uns alle irgendwie anzunähern, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen und uns kennen zu lernen.
B (versteht, wie wichtig das Gretchen ist, bleibt aber trotzig): Muss das denn sein?
G (seufzt): Mama, bitte, tue es für mich... und Marc. Das bedeutet mir... uns sehr viel.

Bärbel seufzte theatralisch auf und blickte ihrer herzensguten Tochter direkt in die Augen. Gretchen legte ihren überzeugendsten Bambiblick auf, der aber in der Regel nur bei Marc und ihrem Vater Wirkung zeigte und nicht bei ihrer skeptischen Mutter, die genau verstand, was sie damit bezweckte. Sie blieb anfangs zweifelnd und schaute zur Tür, aber nickte dann schließlich doch mit dem Kopf...

B: Gut... dann versuchen wir es eben EINMAL. Aber ich garantiere für nichts.
G (lächelt): Danke, Mama!

Glücklich umarmte Gretchen ihre Mutter, da ertönte plötzlich die besorgte Stimme ihres Vaters aus dem Wohnzimmer...

F: Alles in Ordnung mit euch?
G/B: Jaaahaaa!

... antworteten die beiden Haase-Frauen synchron und mussten daraufhin kurz auflachen. Sie lösten ihre innige Umarmung und schauten sich an.

B: Was ich aber nicht verstehe...

... äußerte Bärbel plötzlich und stockte auch gleich wieder ihren Redefluss, woraufhin Gretchen sie neugierig ansah...

G: Ja?
B (runzelt die Stirn u. blickt zur geschlossenen Tür): Hatte sie den Professor nicht vorgestern an Bord sitzen gelassen? Er hatte ihr doch...
Oh, oh!
G (reißt die Augen auf u. fällt ihr verlegen ins Wort): Sie haben sich vorhin versöhnt.
B (streicht sich nachdenklich eine Strähne hinters Ohr): Ach? Wirklich? ... Ich hätte ihm aber mehr Rückrad zugedacht.
G (empört sich): Mama!
B (bleibt bei ihrer schlechten Meinung): Ja, ist doch war. Diese Frau ist...
Okay!? Ich hab gewusst, dass das ein hartes Stück Arbeit wird.
G (fährt ihr dazwischen): Bitte, Mama, ich will keinen Streit mehr. Ihr haltet euch zurück und vertragt euch.
B (rollt mit den Augen): Ja, ist ja gut.
G (nickt zufrieden): Dann lass uns endlich wieder reingehen, bevor sich die anderen noch wundern, wo wir abbleiben.

Um nicht mit leeren Händen zurückzukommen, nahm sie sich den Salz- und Bärbel den Pfefferstreuer in der Hand. Gretchen warf ihrer Mutter noch einen kurzen liebevollen Blick zu - sie nickte ihr zu -, dann öffnete sie die Tür zum Wohnzimmer und sie gingen gemeinsam zum Esstisch rüber. Alle Anwesenden musterten die beiden Frauen neugierig...

M: Was war denn?

... fragte Marc leise seine Freundin. Gretchen hielt verschämt lächelnd den Salzstreuer in die Luft...

G: Vergessen.
M: Ah ja!?

Marc runzelte ungläubig die Stirn, als seine Schwiegermutter in spe auch noch unterstützend den vergessenen Pfefferstreuer hochhielt. Jochen konnte sich sein Lachen nicht verkneifen...

J: Ach und weil die Dinger so schwer sind, musstet ihr beide zusammen gehen?

Bärbel wurde rot im Gesicht und senkte verschämt ihren Blick. Gretchen blitzte ihren frechen Bruder an und zischte leise und deutete dabei unauffällig auf ihre Mutter...

G: Halt die Klappe!

Jochen, dem sein Grinsen im Hals stecken blieb, und auch Marc hatten verstanden. Gretchen setzte sich neben ihren Freund, der sofort ihre freie Hand in seine nahm und diese zärtlich streichelte, stellte den Salzstreuer ab und schaute nun auffordernd zu ihrer Mutter, die noch immer unschlüssig neben dem Tisch stand. Sie stellte den Pfefferstreuer ab, schloss für eine Mikrosekunde ihre Augen und nahm dann ihren ganzen Mut zusammen, um Frau Fisher und deren Mann freundlich zu begrüßen. Sie reichte der überraschten Erfolgsautorin, die Bärbel skeptisch von Kopf bis Fuß musterte, ihre Hand. Elke erhob sich höflicherweise von ihrem Stuhl an der Stirnseite und trat ihr souverän gegenüber...

B (kühl u. reserviert): Herzlich Willkommen in unserem bescheidenen Heim, Frau Fisher. ... Prof. Meier.

Bärbel schüttelte zögerlich Elkes zierliche Hand, drehte sich dann zu Olivier um, der ebenfalls aufgestanden war und die Frau des Hauses mit einem lockeren Handschlag begrüßte. Die blonde Frau zuckte zusammen und zog ihre Hand schnell wieder weg. Sie hatte gemerkt, wie ihr die Farbe ins Gesicht schoss. Der unsagbare Abend in der Sauna kam ihr wieder in den Sinn. Ohne etwas zu sagen, drehte sie sich schnell wieder um, ging an Oliviers und Franz’ Stühlen vorbei und setzte sich auf den freien Stuhl neben ihren Mann. Erleichtert stellte sie fest, dass sie weit genug weg von ihrer verhassten Konkurrentin und ebenfalls außerhalb des Blickfeldes von Olivier saß. Sie lächelte knapp zu ihrer Tochter, die ihr gegenüber saß und nahm sich ein Stück von dem Braten. Erleichtert, dass die Begegnung der beiden Familien doch recht ruhig vonstatten gegangen war, griff auch Gretchen beherzt zu...

G: Na dann, guten Appetit!

Alle nickten ihr zu und folgten ihrem Beispiel. Das Familienweihnachtsessen konnte also beginnen...

Lorelei Offline

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26.04.2011 21:23
#983 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

N'Abend! Ja, ich habe mich getraut. Ich weiß auch nicht, welcher Teufel mich da geritten hat, aber ich wage mich tatsächlich todesmutig an eine Familienzusammenführung. Mal sehen, ob es mir gelingt oder ob es alles nur noch viel schlimmer macht. Viel Spaß bei einem „entspannten“ Weihnachtsessen! Eure Lorelei




Es war recht ruhig im Hause Haase. Man könnte es fast schon besinnlich ruhig nennen, wenn man der christlichen Tradition folgend auf die eigentliche Thematik dieses heiligen Abends zurückkehrte. Aber wenn man unterschwellig in den Gesichtern der Einzelnen las, konnte man diese Besinnlichkeit auch durchaus anders deuten. Es lag eine unterdrückte Anspannung im Raum, die jeder einzelne spürte, aber bewusst ignorierte. Man widmete sich lieber dem äußerst delikaten Essen. Niemand sagte auch nur ein Wort. Die Blicke ruhten stoisch auf dem eigenen Teller. Es herrschte eisernes Schweigen zwischen allen Beteiligten, was den Sensiblen unter den Anwesenden durchaus auf den Magen drückte, was aber wiederum verdrängt wurde, um die Hoffnung auf einen friedlichen Heiligabend nicht zu zerstören. Lediglich das Klimpern des Bestecks auf den Porzellantellern war zu hören und Jochens lautes zufriedenes Schmatzen, der sich den Braten sichtlich schmecken ließ und dem als einzigen die angespannte Stimmung völlig schnuppe war. Hauptsache, er bekam noch das eine oder andere Stück Fleisch ab, alles andere war ihm daher wirklich piepegal.

Ab und an hörte man auch ein lautes Knuspern, wenn Franz mit gequältem Gesichtsausdruck von seinem Zwieback abbiss. Peinlich berührt aufgrund der ungewohnten Lautstärke, mit der sein Schnurpsen durch das Haus schallte, legte er die staubtrockene Scheibe zurück auf seinen Teller und schaute neidisch zur Seite, wo sein geschätzter Kollege und Freund, Prof. Dr. Dr. Olivier Meier, genussvoll den leckeren Gänsebraten genoss und seiner zauberhaften Schwiegertochter in spe immer wieder anerkennende Blicke zuwarf, woraufhin diese sehr geschmeichelt errötete und verlegen ihren Kopf senkte und sein Sohn, der dessen Blicke zu deuten versuchte, ihn misstrauisch musterte und dann weiteraß. Der talentierte Oberarzt gab es nur ungern zu, aber Haasenzahn hatte da wirklich etwas Wunderbares gezaubert. Oder hatte Mehdi etwa irgendeine geheime Zutat hineingeworfen, um das beinahe angebrannte Etwas, das sich Weihnachtsgans schimpfte, schmackhafter zu machen, als er heute Vormittag mit ihm und der Tanne hier aufgeschlagen war? Er wusste es nicht, aber er würde ihm eventuell ein Bier dafür spendieren, dass er heute nicht den Rest des Abends neben der Kloschüssel verbringen müsste und er doch noch seinen Überraschungscoup starten konnte. Zufrieden nahm sich Marc noch etwas von dem Rotkohl. Gretchen strahlte ihren nicht mehr ganz so grinchig wirkenden Freund verliebt von der Seite an und schob sich ihre Gabel in den Mund.

Bärbel Haase blieb für ihre Verhältnisse ungewohnt ruhig am Tisch und konzentrierte sich allein auf das Essen, dass ihre in Küchendingen eigentlich völlig unbegabte Tochter überraschenderweise hervorragend zubereitet hatte. Sie vermied tunlichst jeden Augenkontakt mit dem Feind zu ihrer linken. Elke Fisher, die am anderen Ende des Tisches saß, hielt sich derweil ganz zurück. Ihr war sehr unwohl bei dem Gedanken, im Haus ihrer Ex-Affäre und ihrer möglicherweise Bald-Schwiegertochter zu sein. Das Kindchen hatte es ja eigentlich nur gut gemeint, sie und Oli zum gemeinsamen Versöhnungsessen einzuladen, aber noch standen Welten zwischen den beiden Familien, da könnte die Liebe ihrer Kinder noch so groß sein. Die Vergangenheit, für die sie sich seltsamerweise mittlerweile ein wenig schämte, stand einfach noch zwischen ihnen und würde es vermutlich immer. Und es war einfach seltsam, hier zu sein und an diesem trauten Familienglück der Haases teilzunehmen. Sie kannte so etwas nicht. Eigentlich hatte sie Franz auch nie verstehen können, warum er, nachdem sie ihn rausgeschmissen hatte, weil er ihr lästig geworden war, so schnell wieder hierher zu seiner biederen Frau und diesem stinklangweiligen Spießerleben zurückgekehrt war. Außerdem war ihr das Grundkonzept von Weihnachten, diese geheuchelte Glückseligkeit, zu der man sich einmal im Jahr in den meisten Familien zwang, äußerst zuwider. Da zog sie doch lieber die Stille ihres Strandhauses auf Sylt vor, in das sie sich jedes Jahr um die Weihnachtszeit zurückzog. Nur dieses Jahr war alles anders. Aus einem einzigen Grund: Und der war männlich, unverschämt gutaussehend, Mitte fünfzig, unvergleichlich charmant und gutherzig. Einfach zu gut für sie und ihre verschrobene Luxuswelt.

Eigentlich hätte sie mit Olivier noch so viel zu besprechen gehabt, nachdem sie sich ihm doch endlich geöffnet hatte und bereit für eine zweite Chance mit ihm war. Sie hätte die Zweisamkeit durchaus vorgezogen, zwar nicht unbedingt vor einem Pariser Standesamt, aber ihr gemütliches Bett in ihrer herrschaftlichen Villa hätte ihr schon genügt. Sie fühlte sich einfach fehl am Platz hier. Auch wenn die hysterische Herrin des Hauses ihr betont freundlich entgegengetreten war, spürte sie doch noch immer die tiefe Abneigung, die von der biederen Hausfrau ausging. Und Elke konnte es durchaus verstehen. Sie hatte sich damals ihr gegenüber unmöglich verhalten, arrogant, demütigend und selbstgerecht. Sie hatte ihr den Ehemann ausgespannt, aber nicht aus Liebe oder weil der Sex mit ihm so gut war, nein, sondern weil sie es einfach konnte. Ein Fingerschnipser hatte bereits genügt und er war Wachs in ihren Händen gewesen. Eigentlich hätte sie für die nächsten zweihundert Jahre hier Hausverbot verdient gehabt. Sie hätte es akzeptiert, war sie doch auch nicht sonderlich erpicht darauf, einen ganzen Abend mit ihr zu verbringen. Was hatten sie schon gemein, außer dass sie mit demselben Mann geschlafen hatten und wohl beide wussten, dass Franz eher nur Durchschnitt war?

Aber was tat man nicht alles für das Glück der eigenen Kinder? Also machte die stolze Autorin das, was sie am besten konnte. Sie spielte eine Rolle, nur diesmal eine ungewohnte, nämlich die der Fast-Schwiegermutter, die in ihrem tiefsten Inneren auch eine nette Seite aufzuweisen hatte. Auch wenn sie Gretchens Mutter nicht sonderlich leiden konnte, so mochte sie doch das blonde Prachtmädchen mehr, als sie zugeben würde. Sie hatte einen anderen Menschen aus ihrem Jungen gemacht, einen besseren Menschen, der glücklich war, in sich ruhend und offen seine Liebe lebte, das, was sie noch lernen musste. Elke blickte von ihrem Teller auf und schaute zu der bildhübschen jungen Frau, die einen Stuhl weiter neben ihrem Jungen saß und ihn immer wieder verliebt anschaute, was ihr Herz sehr berührte. Elke sprach das Goldstück schließlich an, woraufhin ihr Sohn sie skeptisch musterte. Irgendjemand musste ja mal den Anfang machen in dieser unheilvollen Stille, die die Kehlen aller zuschnürte...

E: Ein sehr gelungenes Essen, Gretchen. Mein Kompliment!

Alle schauten erstaunt von ihren Tellern auf, als die Stille so plötzlich von der tiefen rauen einnehmenden Stimme der Autorin durchbrochen wurde. Gretchen fühlte sich sichtlich geschmeichelt und lächelte Elke erfreut an, während Bärbel ihrer ungewohnt freundlichen Konkurrentin am liebsten das Messer, das sie in ihrer rechten Hand hielt entgegen geworfen hätte. Franz, der ahnte, wohin die Gedanken seiner Frau gerade gingen, nahm beruhigend ihre andere Hand in seine und tätschelte diese sanft. Irritiert schaute sie in das sanftmütig lächelnde Gesicht ihres Mannes und wurde merklich ruhiger. Jochen nahm sich indessen völlig unbeeindruckt noch einen weiteren Nachschlag und auch Marc widmete sich lieber seinem Essen als dem geheuchelten Geschleime seiner ungewohnt friedlich gesinnten Mutter. Sollte sie ruhig machen, dachte er, Hauptsache sie ließ die peinlichen theatralischen Auftritte wie vorhin weg. Gretchen bedankte sich derweil für Elkes Kompliment...

G: Danke!
E: Nichts zu danken!

... gab Elke knapp wieder und senkte ihren Blick auf ihren noch halbvollen Teller. Das musste vorerst reichen, dachte sich die stolze Frau und widmete sich nun dem üppigen Essen. Olivier nutzte den Moment, um die Aussage seiner Frau zu unterstützen. Er war ganz beseelt von der friedlichen Weihnachtsstimmung im Hause Haase, aber auch von der herzlichen Art, die sein geliebtes Mokkapralinchen seinem Sohn und Gretchen zuliebe an den Tag legte...

O: Das Kompliment kann ich auch nur zurückgeben, Gretchen.

Schleimer, dachte Marc indessen und stocherte in seinem Fleisch herum, während sich Gretchens Wangen nur noch mehr in ein tiefes Dunkelrot färbten...

G: Oh! Dankeschön!

Es wurde wieder still am Tisch und alle widmeten sich wieder dem vorzüglichen Abendessen. Das Eis wollte einfach nicht brechen, dachte Gretchen leicht beunruhigt und blickte unsicher von dem einen zum anderen. Kommt Zeit, kommt Rat, redete sie sich ein und putzte ihren Teller leer. Stumm räumten die Haase-Frauen schließlich den Tisch ab. Jochen wurde zur Mithilfe gezwungen, während die Gäste über Belanglosigkeiten wie das kalte Wetter in Berlin und die Neuigkeiten aus dem Krankenhaus redeten und ungeduldig auf den Nachtisch warteten, weil ihnen nach fünf Minuten die Gesprächsthemen ausgegangen waren. Die Frauen und der Sohn des Hauses kamen nach einer Weile zurück und servierten den Schokopudding, den Gretchen mit großer Liebe zubereitet hatte. Marc und Olivier lächelten verschmitzt, als sich das süße Schleckermäulchen gleich einen großen Löffel voll in den Mund schob. Beschämt blickte sie zwischen den beiden attraktiven Männern hin und her und kontrollierte, nachdem sie den Löffel abgeschleckt hatte, ob auch nicht irgendwo in ihrem Gesicht Schokolade hängen geblieben war. Auch Franz, der dieses Phänomen nur zur Genüge kannte, konnte sich ein breites Lächeln nicht verkneifen, aber auch ein neidvoller Blick schwang dabei mit. Seine beiden Frauen hatten ihm nämlich auch den Nachtisch verboten und ihm stattdessen einen Fenchelblütentee serviert. Grummelig drehte er den Teelöffel immer und immer wieder in dem Glas herum. Das war mit Abstand das unbefriedigste Weihnachtsessen, das er in seinem bisherigen Leben erlebt hatte, dachte sich der stolze Professor und trank schließlich doch seinen Tee.

Die um ihre Figur besorgte Autorin am anderen Ende des Tisches rührte die Kalorienbombe anfangs gar nicht erst an, was Gretchen traurig zur Kenntnis nahm. Erst als Olivier seinem Mokkapralinchen einen unauffälligen Stoß mit dem Ellenbogen gab, nahm sie ihren Löffel in die Hand und zwang sich den delikaten Pudding in den Mund. Gedanklich machte sie sich dabei schon einen Termin bei Brad Darnell, ihrem Fitnesstrainer, um die Kalorien, die sie an diesem Abend zu sich genommen hatte und die bei weitem ihre Monatsdosis überschritten, schnell wieder abzutrainieren. Alle schauten mehr oder weniger glücklich in die Runde, was die Gastgeberin des Abends, die als Erste ihre Puddingschale leer geräumt hatte, schließlich doch ermutigte, ein Gespräch in Gang zu bringen, um die bedrückende Stille zu beenden. Leider nur mit mäßigem Erfolg.

G: Ich freu mich wirklich sehr, dass wir uns heute hier alle zusammengefunden haben.

... sagte sie mit strahlendem Lächeln. Als Antwort bekam Gretchen aber nur ein allgemeines Grummeln von allen Seiten, selbst von Marc, der anscheinend mit seinen Gedanken ganz woanders war. Unbefriedigt über die Reaktion der anderen sprach sie weiter...

G: Gerade heute am Heiligabend finde ich es eine schöne Idee, in der Familie zusammen zu sitzen. Niemand sollte heute alleine sein...

Olivier stimmte seiner Schwiegertochter in spe bei. Er hatte genau das in den letzten Jahren wirklich schmerzlich vermisst. Gretchen sprach ihm wahrlich aus seinem Herzen. Die letzten Weihnachtsabende hatte er immer im Krankenhaus verbracht, in der Hektik der Notaufnahme, weil er die Einsamkeit in seiner leeren Wohnung in Seattle nicht mehr ausgehalten hatte. Gerade in diesen besinnlichen Tagen hatten ihn seine Erinnerungen an seine verloren geglaubte Familie immer eingeholt. Sein Blick fiel auf seine schöne Ehefrau neben ihm und ihm wurde wieder ganz warm ums Herz. Aber jetzt war endlich alles anders. Er hatte sie wieder und er hatte sogar eine neue Familie dazu gewonnen, wenn denn sein Sohn in Zukunft alles richtig machte. Er ergriff Elkes Hand, die neben ihrer noch halbvollen Puddingschale ruhte. Die überraschte Frau zog sie unter den Tisch. Gefühlsbekundungen in der Öffentlichkeit und besonders in der Gegenwart ihres Ex wollte sie nun wirklich nicht ausleben. Doch Franz hatte die romantische Geste gar nicht bemerkt. Er starrte fasziniert auf die stattliche Tanne, die sein Oberarzt und Schwiegersohn in spe besorgt hatte und nickte ihm anerkennend zu. Doch Marc bekam davon gar nichts mit. Gelangweilt stocherte er in seinem Dessert herum und bettelte innerlich, dass der Abend endlich vorbei war und er mit seiner Überraschung starten konnte. Allmählich machte sich seine Aufregung wirklich bemerkbar. Was sie wohl davon halten würde? Zögerlich schaute er zu seiner süßen Freundin, die sich unter Zuhilfenahme eines kräftigen Schlucks Rotwein Mut angetrunken hatte und offenbar mittels theatralischer Rede den eh schon mauen Abend retten wollte. Wozu eigentlich? Hatten sie nicht abgemacht, nach dem Essen hier zu verduften?

G: ... Weihnachten ist ja nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch der Versöhnung.

... sprach Gretchen mit leuchtenden Augen weiter und blickte zunächst von Olivier zu Elke, dann von Elke zu Bärbel und dann von Bärbel zu Franz und lächelte dabei zufrieden. Dass Jochen laut gähnte, bemerkte die euphorische junge Frau gar nicht. Schließlich ging ihr Blick zur Seite zu ihrer großen Liebe, die sich gerade einen kleinen Verdauungsschnaps genehmigen wollte und ihr nur mit halbem Ohr zuhörte...

G: Und da wir vorhaben, unser ganzes Leben miteinander zu verbringen, habe ich gedacht, dass heute die perfekte Gelegenheit wäre, unsere beiden Familien endlich zusammenführen, quasi an einen Tisch zu bringen...

Während Gretchen Luft holte und Olivier und Franz anerkennend lächelten, wurde Bärbel hellhörig, stellte ihren Verdauungsschnaps ab, den sie gerade allen Anwesenden gereicht hatte, und blickte abwechselnd zwischen ihrer Tochter und dem Oberarzt hin und her, die ihr gegenübersaßen. Unvermittelt platzte es aus ihr heraus...

B: Aber... Kind, sag jetzt nicht, ihr wollt nun doch ... heiraten?

Lorelei Offline

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28.04.2011 16:52
#984 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Dann wollen wir mal mit der Bescherung beginnen, hmm? Viel Spaß! Eure Lorelei




Im Haaschen Wohnzimmer war es mit einem Mal mucksmäuschenstill. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, wenn im Hintergrund nicht leise Jazz-Weihnachtsklänge gedudelt hätten. Alle Augenpaare, auch die ihres eigentlich desinteressierten Bruders, waren auf Gretchen und Marc gerichtet, dessen Hand sie instinktiv ergriff, aber der gar nicht wusste, wie ihm in diesem Moment geschah, und der den gesamten Inhalt seines Schnapsglases über den halben Tisch aushustete, als Bärbels irrsinnige Mutmaßung auch die letzte seiner Gehirnwindungen erreicht hatte und dort die sanften Weihnachtsklänge mit einem ohrenbetäubenden Hochzeitsmarsch austauschte. Elke tat es ihm gleich, woraufhin Olivier ihr besorgt über den Rücken strich, bis sie sich einigermaßen beruhigt hatte und wieder problemlos ausatmen konnte und nun ihren verunsicherten Sohn ebenso durchdringend anschaute. Gretchen, die überhaupt nicht verstand, wie man auf diese völlig abwegige These kommen konnte, sah völlig perplex zu ihrer Mutter, die sie mit hochgezogener Augenbraue eindringlich musterte und auf eine befriedigende Antwort hoffte, die sie ihr aber nicht geben konnte, weil ein fetter Kloß in ihrem Hals ihr die Sprachfähigkeit raubte. Franz, der nicht wirklich wusste, was er von dieser überraschenden Nachricht halten sollte, tippte nervös mit seinen Fingern auf der Tischplatte herum und wartete ungeduldig auf eine Antwort, während er Marcs leicht panische Gesichtszüge intensiv studierte und mit einem bösen Blick kommentierte. Gretchen spürte, wie sich die Blicke der anderen in ihre Haut einbrannten und wurde merklich rot im Gesicht. Wie sollte sie das nur wieder klarstellen? Nervös friemelte sie an ihrer neuen Kette herum und schaute unsicher in die Runde. Erst als Marc ihr mit einem ziemlich bösem Blick, der so viel bedeutete wie, „klär den verdammten Irrsinn endlich auf, Haasenzahn, sonst kannst du dir deine blöde Überraschung an den Hut stecken“, in die Seite stieß, wachte sie aus ihrer kurzfristigen Schockstarre auf. Sie blickte zu ihrer neugierigen Mutter und begann stockend zu erklären, dass es eigentlich nichts zu erklären gab...

G: Äh... was? Wie... wie kommst du denn darauf? ... Nein, Mama, nein, das... das hast du völlig falsch verstanden.

So eine Diskussion wollte ich heute eigentlich vermeiden, dachte Gretchen nervös und geriet immer mehr ins Schwitzen, weil sie in den skeptischen Blicken ihrer Mutter ganz genau las, dass sie ihr nicht glaubte.

Zufrieden lehnte sich derweil Marc auf seinem Stuhl zurück. Das bescheuerte Missverständnis wäre damit geklärt, dachte er erleichtert und schenkte sich unter den ungläubigen Blicken seiner Eltern und seines Chefs noch einen zweiten Schnaps ein, den er sich nun reichlich verdient hatte, nachdem sich der erste auf der weißen Tischdecke wieder gefunden hatte. Sein Herz wäre ihm nämlich beinahe in die Hose gerutscht, als seine verrückte Schwiegermutter in spe hier solche völlig irrsinnigen Theorien aufgestellt hatte. Aber zu früh gefreut! Bärbels Argusaugen blieben nämlich weiterhin misstrauisch an dem Liebespaar hängen und sie hakte skeptisch nach...

B: Was kann man denn bitte an „Wir haben vor, unser ganzes Leben miteinander zu verbringen“ falsch verstehen?

Okaaay!? Falsche Wortwahl, Gretchen! Wobei... das eigentlich schon unser primäres Ziel ist, denke ich. Ein gemeinsames Leben. Hach...

Bärbels durchaus logische Erklärung für ihren Verdacht verschlug Gretchen tatsächlich für einen kurzen Moment die Sprache...

G: Äh...

Da kam ihr Oliviers plötzliche Einmischung gerade recht, auch wenn dadurch die Diskussion nur noch mehr angeheizt wurde...

O: Och ich fände das eigentlich eine schöne Idee. Worauf wartet ihr denn noch?

Dabei sah der stolze Vater seinem Sohn direkt ins Gesicht, der ihm gegenüber saß und dessen Kinnlade ungläubig immer weiter nach unten klappte...

Das darf doch jetzt echt nicht wahr sein! Will der mich verarschen? Will der mich etwa zwangsverheiraten? Geht’s noch? Und wieso sagt Haasenzahn nichts dazu? Ich dachte, wir wären uns einig, dass das noch lange kein Thema ist und schon mal gar nicht vor unseren völlig durchgeknallten Erzeugern!

M: Bitte?

Unsicher blickte er zu seiner sprachlosen Freundin, die ihm entschuldigende Blicke zuwarf und sanft seine schwitzige Hand drückte, die sie immer noch in ihrer hielt. Er schüttelte fassungslos den Kopf und kippte sich den Kräuterschnaps, den er in seiner anderen Hand hielt, schnell hinter die Binde. Das brennende Gefühl in seiner Speiseröhre gab ihm zumindest kurzfristig eine erholsame Ablenkung.

Diese unsinnige Diskussion um die Zukunft ihres Sohnes war dann auch einer Elke Fisher zu viel, kannte sie doch ihren Marc Olivier nur allzu gut. Mit zu kleinen Schlitzen geformten Augen blickte sie zu ihrem fröhlich lächelnden Mann und fauchte ihn an...

E: Olivier, jetzt lass die Kinder in Ruhe!
M (überrascht über die Unterstützung seiner Mutter schaut er auf): Eben!
E: Sie sind noch nicht soweit.

Was soll das denn heißen?

Marc schaute Elke ungläubig an und wollte trotzig zurückmotzen, da äußerte sich plötzlich auch endlich Gretchen, der die ganze Situation unheimlich unangenehm war. Zwar war sie einerseits froh, dass endlich alle miteinander kommunizierten und die quälende Stille unterbunden war, aber das heikle Thema „Traumhochzeit“ war ihr dann doch eher unrecht als geeignetes Konversationsmittel, kannte sie doch Marcs Haltung in diesen Dingen leider zur Genüge...

G: Also ich...

... setzte die blonde Assistenzärztin zögerlich an, woraufhin Marc seinen Kopf irritiert zu ihr umdrehte und sehnlichst hoffte, dass sie den Albernheiten endlich ein Ende setzen würde, um dann schleunigst mit ihm aus diesem Zirkus hier abzuhauen...

M: Ja?

Gretchen schoss wieder die Farbe ins Gesicht und sie versuchte, das Missverständnis irgendwie betont diplomatisch aufzuklären, auch wenn ihr der Gedanke, dass Olivier ihr und Marc seinen Segen geben würde, durchaus sehr gefiel und sie kurz davor stand, in märchenhafte Hochzeitsträumereien zu verfallen...

Konzentrier dich! Träumen kannst du auch später noch!

G: Ich... ich habe doch damit nur gemeint, dass wir beide glücklich sind....
M (muss unbedingt noch etwas klarstellen u. blickt dabei von einem zum anderen): Auch ohne Trauschein und das ganze Gedöns!
Danke Marc! Jetzt hab ich nicht mal mehr Lust zu träumen, weil es ja eh nie dazu kommen wird. Hach... und damit stirbt auch der letzte Funken Hoffnung, dass seine Überraschung heute ein romantischer Antrag wird.
E (nickt zufrieden mit dem Kopf): Meine Rede!
O: Elke!
G (wirkt dennoch irgendwie getroffen, als sie ihre Erklärung leise fortführt): Äh... also wie es gerade läuft, wollte ich sagen. Man... man muss ja auch nicht gleich alles überstürzen.

Wir sind ja gerade einmal viereinhalb Monate zusammen! Oh Gott und das sage gerade ich, die einen angeblichen Millionär schon nach einer Woche geheiratet hat.

Wieso ist sie denn gleich wieder so geknickt? Sie will doch nicht etwa doch... Oh Mann!


Marc blickte seine schöne Freundin unsicher von der Seite an und versuchte, in ihrem Gesicht zu lesen, was sie gerade dachte, wurde aber von der tiefen Stimme seines Chefs abgelenkt, der sich nun auch endlich zu Wort meldete, um seine Tochter zu unterstützen und der unsäglichen Diskussion ein Ende zu setzen...

F: Jetzt mach du erst mal deinen Facharzt fertig, Kälbchen. Das ist das Wichtigste.
M (nickt ihm anerkennend zu u. blickt dann zu seiner Süßen, die gequält lächelt u. auch leicht mit dem Kopf nickt): Finde ich auch.

Erst mal eins nach dem anderen, Job und Karriere, inklusive meiner Habilitation, und dann sehen wir weiter.

Das war das Stichwort für Bärbel Haase, die sich mit dieser Wendung nicht zufrieden geben wollte...

B: Wieso denn jetzt wieder diese Karrieredenke? Margarethe, du wirst bald 31.
G (schaut beleidigt auf): Ja, schönen Dank auch, dass du mich auch noch daran erinnerst.

Das ist mit Abstand das schlimmste Weihnachten, das ich je hatte. Marc hätte mich doch gleich entführen sollen, dann wäre mir das hier erspart geblieben. Ihr verderbt mir die ganze Freude.

Jetzt meldete sich auch ihr Bruder endlich zu Wort, der die Diskussion um die angeblichen Hochzeitsabsichten seiner Schwester die ganze Zeit amüsiert verfolgt hatte...

J (beugt sich zu Gretchen rüber, die direkt neben ihm sitzt): Ja, deine Uhr tickt.
G (tritt ihm sauer vors Schienbein): Eh!
J (verdrängt den Schmerz im Bein u. ärgert seine Schwester weiter): Na, du kommst bald in die Risikophase, wo es nicht mehr so leicht wird mit den Schwangerschaften.
G (blitzt ihn böse von der Seite an): Ich wusste gar nicht, dass du dich auf Gynäkologie spezialisieren möchtest. Soll ich ein gutes Wort bei Dr. Kaan für dich einlegen?

Da blieb Jochen doch tatsächlich für einen Moment die Spucke weg bei so viel Schlagfertigkeit seitens seiner Schwester. Und da er schwieg, musste sich seine Mutter weiter diesem Thema annehmen...

B: Aber er hat doch Recht, Kind. Mit zunehmendem Alter ist das nicht mehr so einfach.
Ich glaub das einfach nicht. Bin ich im falschen Film? Hilfe, ich bin unter Irren, holt mich hier raus!!!
J (hat sich wieder gefangen u. plappert grinsend weiter): Obwohl... Neulich hat doch erst diese uralte Sängerin, diese Italienerin, wie hieß die doch gleich, n’ Balg geboren.
Ich bring ihn um, aber so richtig schmerzhaft. Ich stell ihn einfach in einen Eimer mit Zement, lass den fest werden und dann schmeiß ich ihn über eine Brücke in die Spree. Das wird ein Spaß!
G (gleich auf 180): Jochen!
J (grinst noch breiter): Die war so um die 54, glaub ich. Na da haste ja doch noch etwas Zeit, ne.
B (blickt ihren Jungen schockiert an): Aber... aber... ich will aber eine junge Oma werden.

Jochen schüttelte ungläubig den Kopf angesichts der Naivität seiner Mutter. Da meldete sich plötzlich Elke Fisher zu Wort, der der Gedanke, Großmutter zu werden, ganz und gar nicht gefiel. Sie war doch noch viel zu jung dafür. Sie war doch selber erst 54!

E: Im Moment will hier noch niemand Oma werden.

Bärbel Kopf schoss herum und blickte nun wütend zum anderen Ende des Tisches...

B: Was mischen Sie sich denn da ein? Mit Ihnen rede ich doch gar nicht. Außerdem betrifft das mein Kind.

Gretchen und Marc schauten fassungslos zwischen ihren zeternden Müttern hin und her.

E (faucht aufgebracht zurück): Ach meins etwa nicht? Soweit ich weiß, hat mein Sohn dabei einen tragenden Beitrag zu leisten.
M (blickt ungläubig zu seiner Mutter, dann zu Gretchen, der fast zum Heulen zumute ist): Äh... ich leiste hier gar nix. Klar?
G (ringt um Fassung): Um das mal klarzustellen, ich habe sicherlich NICHT vor, erst mit 54 ein Kind zu bekommen, aber jetzt bestimmt auch noch nicht.
B (lässt ihre Giftpfeile auf Elke Fisher fallen u. schaut entsetzt zu ihrer Tochter rüber): Nicht? Aber... Kind?
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!
G (platzt gleich der Kragen): MAMA, das ist ja wohl allein unsere Entscheidung und nicht eure. Im Moment denken wir weder an Kinder noch an Hochzeit, ok. Ist das angekommen? Wir sind glücklich so, wie es jetzt ist.
Man hat ja gesehen, wohin solche Diskussionen am Ende führen. Ich will endlich einmal meine Ruhe haben und mein Leben... unser Leben leben, so wie wir es für richtig halten.

Demonstrativ nahm Gretchen nun Marcs Hand, der sie erleichtert anlächelte, und schmiegte sich an seine Seite.

O: Das ist doch die Hauptsache.
E: Gut!

Marcs Eltern gaben sich damit zufrieden und lächelten sich ebenfalls glücklich an. Franz nickte stolz mit dem Kopf und Jochen verdrehte nur genervt die Augen und nahm sich noch einen Kräuterschnaps. Nur Bärbel schien noch nicht ganz zufrieden zu sein...

B: Aber... (sie deutet auf Gretchens Hals) ... die Kette, die ist doch... neu?

Gretchen schaute verwundert an sich herunter und dann zu ihrer Mutter...

G: Äh... Mama, soweit ich weiß, gehört zu einem Antrag eher ein Ring als eine Kette.
M: Das ist sogar mir klar. Aber die Kette hat überhaupt nichts zu bedeuten.

... stellte Dr. Meier klar. Gretchen drehte sich irritiert zu ihm um und sah ihm tief in die Augen...

G: Doch hat sie.
B (beugt sich neugierig über den Tisch u. kann sogar wieder ein kleinwenig lächeln): Ach?
G (genervt): Mama!
M (schaut Gretchen eindringlich an u. drückt ihre Hand): Gretchen, das ist doch wohl unsere Sache, ob sie etwas zu bedeuten hat oder nicht.
G (lächelt u. blickt ihn verliebt an): Ja, du hast recht.
Zwei verschlungene Herzen heißt „Ich liebe dich“. Und das tue ich auch.
M (erwidert ihr Lächeln u. stupst ihr mit einem Finger an die Nase): Gut!

Bärbel blickte zwischen den beiden Verliebten hin und her und verstand mal wieder kein Wort...

B: Aber...?

Nun ergriff Franz endlich ein Machtwort...

F: Bärbel, jetzt lass endlich gut sein! Die Kinder wissen, was sie tun.
M/G (schauen sich tief in die Augen u. verlieren sich darin): Ja!
E (kann sich einen skeptischen Kommentar nicht verkneifen): Na ja!?
M (löst sich schweren Herzens blitzschnell von Gretchens wunderschönen Augen u. funkelt Elke böse an): Mutter, ich warne dich!
E (ist sich keiner Schuld bewusst): Was bist du denn jetzt so gereizt?
Argh!!! Was würde ich dafür geben, wenn Dad sie doch in den Wind geschossen hätte.
M (platzt gleich der Kragen): Ich bin nicht gereizt.

Jetzt schritt Olivier besonnen ein, um den Haussegen zu retten...

O: Jetzt ist aber Schluss mit dem Theater! Gretchen hat uns hier netterweise zum Essen eingeladen und ihr führt euch auf wie im Kindergarten. Es ist Weihnachten, falls ihr das alle vergessen habt.

Alle waren plötzlich mucksmäuschenstill und schauten die einnehmende Persönlichkeit des Professors an, als dieser sein Weinglas erhob...

O: Und das feiern wir jetzt. Ebenso wie wir die Liebe unserer beiden Kinder feiern werden. Oder wie ich gerne meine wieder gefundene Liebe feiern möchte.

Er zwinkerte Elke zu, deren Wangen sich leicht verfärbten und die ungläubig den Kopf schüttelte. Gretchen lächelte ihren charmanten Schwiegervater glücklich an und erhob ebenfalls ihr Glas...

G: Ja, auf die Liebe! Auf uns! Weihnachten und ... ach einfach auf alles!

Marc und Jochen stöhnten gleichzeitig theatralisch auf und starrten fassungslos zu der blonden Frau, die sie mit funkelnden Augen eindringlich ansah. Bärbel und Franz nickten sanft lächelnd mit dem Kopf. Alle erhoben schließlich - mehr oder weniger begeistert - ihr Glas und stießen dann doch miteinander auf einen friedlichen Weihnachtsabend an. Mal sehen, für wie lange er diesmal halten würde?

Lorelei Offline

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30.04.2011 16:51
#985 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Nach der Hochzeit des Jahrhunderts geht es auch hier wieder weiter. Nur eben ohne Hochzeit.

Puh, da bin ich aber froh, dass euch das Meier-Haasche Weihnachtsallerlei einigermaßen gut gemundet hat. Ich muss zugeben, dass ich eigentlich nicht so besonders zufrieden mit dem Ausgang der letzten Szene bin, aber ich wollte die Familiendisharmonien auch nicht noch mehr unnötig in die Länge ziehen und ich brauchte auch eine gute Überleitung für die nächste Szene. Denn an der Stelle machen wir mal einen kleinen Schnitt und schalten in eine andere Location. Aber keine Sorge, es gibt auch noch mal eine Live-Schalte zu den Haases, aber nicht heute.
So und nun viel Spaß mit Bidi in love! Image and video hosting by TinyPic This is for you, my royal majesty, Duchess Catherine.

Eure Lorelei




http://www.youtube.com/watch?v=iJe3osgk8Vc&feature=related


An andere Stelle, genauer gesagt im Elisabethkrankenhaus im Herzen Berlins, ging es in der Zwischenzeit auch recht friedlich und sehr besinnlich zu. Während auf der Kinderstation eine Weihnachtsfeier der besonderen Art mit Günni, dem phobiengeplagten Weihnachtsmann, der für einen Abend mal seine Berührungsängste vergaß, Sabine, dem bunten Weihnachtselfen, der sich selber wie ein kleines Kind auf die Bescherung freute, und Stefanie, dem griesgrämigen Knecht Ruprecht, der extra für diese besondere Feierlichkeit das eine oder andere Plüschnilpferd von der Leine ließ, in den Hauptrollen stattfand und sehr viele Kinderherzen erfreute, hatten sich der attraktive Gynäkologe und Oberarzt Dr. Mehdi Kaan und seine hübsche Stationsschwester und heimliche Freundin Gabi Kragenow still und heimlich davon gestohlen und in ein leeres Patientenzimmer im dritten Stock zurückgezogen. Dort saßen die beiden Verliebten nun - Gabi hatte es sich auf Mehdis Schoss gemütlich gemacht - im spärlichen Kerzenlicht bei leiser romantischer Kuschelmusik und ließen ihren übermächtigen Gefühlen freien Lauf. Seit einer halben Ewigkeit widmeten sie sich zärtlichen Lippenbekenntnissen und hatten auch nicht vor, diese so schnell wieder zu beenden. Zu schön fühlten sich die zarten Berührungen und das Kribbeln im Bauch an. Gabi hatte ihre langen schlanken Arme hinter Mehdis Nacken verschränkt und schmiegte sich gefühlvoll an seinen muskulösen Oberkörper, während Mehdi ihre Taille fest umschloss und ihr immer wieder zärtlich über den Rücken streichelte. So musste sich der Himmel anfühlten, dachte der bis über beide Ohren verliebte Mann und war dabei den Gedankengängen der aufregenden Frau in seinen Armen unwissend sehr nah, denn auch sie schwebte gerade auf Wolke sieben, einem Ort, den sie nie wieder verlassen wollte.

Doch nach einer Weile löste sich Mehdi von Gabis sinnlichen Lippen, die so verführerisch nach Trauben schmeckten, um kurz nach Luft zu schnappen, und lehnte dabei seine Stirn gegen die ihre. Sein Herz raste. Sein Puls war schon längst nicht mehr messbar. Jede Faser seines Körpers war von diesem unvergleichlich schönen Kribbeln erfüllt. Verliebt schaute er seiner bezaubernden Freundin tief in die Augen, die ebenso nach Sauerstoff rang und sich verführerisch mit der Zunge über ihre roten Lippen strich. Sie lächelte verliebt und hing gefangen an Mehdis wunderschönen dunklen Augen, die sie voller Liebe intensiv anstrahlten. Nachdem seine Lungen wieder mit ausreichend Sauerstoff gefüllt waren, senkte er seine Lippen wieder auf die ihren und gab Gabi einen kurzen sehr leidenschaftlichen Kuss, der die brünette Schönheit sofort wieder zu den Sternen katapultierte, bevor er seinen Mund langsam wieder zurückzog, dann mit seinen unglaublich weichen Lippen ihren zarten Hals empor fuhr, dabei eine Gänsehaut hinterließ, und dann leise mit erregter Stimme in ihr süßes kleines Ohr hauchte, bevor er daran zu knabbern begann...

MK: Mmmhhh! Dieser Nachtisch gefällt mir ganz besonders gut.

Gabi, deren Körper wie elektrisiert war, lächelte verschmitzt, strich ihrem heißblütigen Freund sanft über die leicht gerötete stoppelige Wange und sah ihn mit feurig schimmernden Augen an, als sie mit heiserer Stimme leise seufzte...

GK: Man kann gar nicht genug davon bekommen.

Mehdi sah in ihren funkelnden Augen hin und her, lächelte und zögerte nicht, seinen Kopf wieder zu ihr herabzusenken. Seine Nase stupste gegen die ihre, was sie zum Kichern brachte und ihr Herz immer höher Wogen schlagen ließ. Dann legten sich seine gefühlvollen Lippen wieder auf die ihren, saugten sich an ihr fest, als seien sie nur für ihn gemacht worden, und küssten sie intensiv. Sein heißer Atem kitzelte Gabi, als er sich wieder für einen Moment von ihr löste und sie frech anlächelte...

MK: Mmmhhh!!! Wem sagst du das? Ich hätte gern noch einen Nachschlag.
GK (ihr Grinsen wird immer breiter, als sie ihn schließlich am Nacken packt und stürmisch ihre Lippen auf die seinen presst): Kannst du haben.

Gabi rutschte auf seinen Schoss noch näher an ihn heran und intensivierte den aufregenden Kuss. Ihre beiden Zungen verschlangen sich in ein wildes aufreizendes Spiel, das ihre Sinne berührte und völlig vernebelte. Minutenlang knutschten sie hemmungslos miteinander, bis ihnen erneut die Luft ausblieb und sie der Natur schließlich ihren Tribut zollen mussten. Die verliebte Krankenschwester schlang ihre Arme nun um Mehdis Taille und legte ihren Kopf und eine Hand auf seine starke Beschützerbrust. Sie spürte, wie unter seinem dunklen Hemd sein Herz wie verrückt pochte und strich zärtlich darüber. Sie lächelte unendlich glücklich und träumte mit offenen Augen. Mehdi hielt sein verschmustes Mädchen fest umschlossen im Arm und lächelte ebenso glücklich vor sich hin, während sich Gabi ganz nah an ihn schmiegte, die obersten beiden Knöpfe seines Hemdes öffnete und dann verträumt seine nackte Männerbrust kraulte...

GK: So ist es schön.
MK (genießt den Moment sehr u. streichelt ihr ganz verträumt über den nackten Arm): Ja!
GK: Was denkst du?
MK (öffnet seine Augen, sieht zu ihr herab u. streicht ihr verliebt über ihr langes Haar, das sie offen trägt): Dass ich im Moment wohl der glücklichste Mann auf der Welt bin. Also mal abgesehen vom Weihnachtsmann, der heute Kinderherzen verzaubert.
GK (ihr Herz hüpft wie verrückt vor Glück u. sie schaut überrascht zu ihm auf): Echt jetzt?
MK (sieht in ihren leuchtenden Augen hin und her u. bestätigt sein Gesagtes mit einem Kopfnicken): Hmm!
GK (kann kaum glauben, dass sie endlich am Ziel ihrer Träume ist): Irgendwie fühlt sich das immer noch wie ein Traum an.
MK (beugt sich grinsend zu ihr herab u. presst seine Lippen auf die ihren): Fühlt sich das wie ein Traum an?
Gott, ich liebe diesen Mann!
GK (schmilzt regelrecht dahin bei seinem unverwechselbaren Charme): Nein, ich muss zugeben, das war schon... sehr... real. Aber vielleicht...
MK (sieht sie neugierig an): Ja?
GK: Ich glaube, ich muss noch mal testen!

Gabi grinste ihren Schmusebär keck an. Dieser lachte nur und kitzelte sie durch, bis die kitzlige Frau um Erbarmen bettelte und er sie fest umarmte und schließlich ihrer süßen Bitte nachkam. Nach einem minutenlangen gefühlvollen Kuss lagen sie sich wieder glücklich in den Armen und hingen jeder seinen Gedanken nach.

MK: Danke!

... sagte Mehdi aber plötzlich nach einer Weile. Gabi hob verwundert ihren Kopf und sah ihrem Liebsten nun direkt in sein strahlendes Gesicht...

GK: Wofür?
MK (lächelt): Dafür dass du da bist. Und überhaupt... für den schönen Abend.
GK (fühlt sich geschmeichelt u. wird etwas rot): Ach das... das ist doch nichts Besonderes.
MK (sieht ihr tief in die Augen): Doch! Für mich schon.
GK (schaut beschämt auf den geschmückten Tisch vor ihnen): Aber die Pizzen... waren... kalt.
MK (muss unweigerlich schmunzeln): Was wohl eher daran gelegen hat, dass ich viel zu spät gekommen bin. Tut mir leid.
GK (lächelt): Ach du! Du kannst doch nichts dafür, dass sich manche Eltern unbedingt den 24. Dezember als Geburtstermin ausgesucht haben.
MK (grinst verschmitzt): Den hat sich wohl eher das Christkind ausgesucht.
So ein Blödmann! Aber ein süßer! Ich weiß gar nicht, womit ich dich verdient habe.
GK (tippt ihm auf den Arm): Du bist albern.
MK (streicht ihr eine verirrte Strähne aus dem Gesicht u. sieht seine Freundin verliebt an): Und du bist wundervoll. Hast aus Nichts etwas gezaubert.

Gabi konnte es nicht verhindern, aber ihre Wangen färbten sich erneut in ein zartes Dunkelrosa. Seine offene und ehrliche Art, ihr die schönsten Komplimente zu machen, war einfach noch neu für sie. Sie kannte das von anderen Männern nicht, die i.d.R. andere Kommunikationspraktiken bevorzugten. Aber sie genoss Mehdis ungeteilte Aufmerksamkeit sehr, wusste sie doch, dass er das, was er sagte, auch immer von ganzen Herzen so meinte. Mehdi schaute sich derweil verträumt in dem kleinen Patientenzimmer um, wo seine süße Freundin eine kleine Festtafel vor dem Fenster aufgebaut hatte. Die beiden Patientenbetten hatte sie an eine Wand zusammen geschoben, damit sie mehr Platz für sich hatten. Auf dem mit einer weißen Tischdecke geschmückten Tisch standen zwei Gedecke, zwei Gläser mit alkoholfreiem Sekt - sie waren schließlich offiziell im Dienst -, mehrere rote Stulpenkerzen und dem Anlass entsprechend ein bisschen provisorische Weihnachtsdeko - Tannenzweige mit goldenem Lametta. In der Mitte der Tafel thronte ein großer runder Teller, auf dem sich noch die Reste der beiden Pizzen befanden, die sie bestellt hatte. Daneben lagen eine halbleere Schale mit Weintrauben, mit denen sie sich vor einer Weile gegenseitig gefüttert hatten, und eine kleine Tupperdose mit selbstgemachten, leicht angekokelten Plätzchen. Aus Gabis I-Pod, der auf einem der Betten lag, dudelte leise romantische Musik und auf dem Fensterbrett hatte sie einen kleinen künstlichen Weihnachtsbaum drapiert, den sie ebenso wie die Dekoartikel heimlich von der Kinderstation entwendet hatte. Aber dort hatte Sabine so viele organisiert, dass einer weniger gar nicht aufgefallen wäre. Verlegen sah die schöne Krankenschwester ihren geliebten Oberarzt nun an, dem ihre kleine Weihnachtsüberraschung offenbar tatsächlich gefallen hatte. Trotzdem war Gabi nicht zufrieden. Perfekt sah nämlich wirklich anders aus. Dabei sollte doch gerade heute alles perfekt für ihren Schatz sein, damit er nicht auf trübe Gedanken kam...

GK: Blödsinn! Ich... ich hab doch gar nichts weiter gemacht. Die Pizzen hat ein Lieferservice gebracht, die Kerzen und der ganze alberne Weihnachtskram sind äh... geliehen und meine Plätzchen... na ja, die... die sind mir blöderweise heute Morgen angebrannt.

Gabi zog eine entschuldigende Schnute, die Mehdi zum Lächeln animierte. Zärtlich strich der Halbperser ihr über den Arm und drückte sie an sich...

MK: Macht doch nichts. Allein die Geste zählt.
Ich hab mir das trotzdem alles irgendwie anders vorgestellt.
GK (grinst ihn frech an): Woran du eigentlich Schuld hast!
MK (sieht sie erstaunt an, weil er nicht versteht, worauf sie hinaus will): Ich?
GK (legt ihren süßesten Schmollmund auf u. ihren überzeugendsten Augenaufschlag): Ja! Wenn du mich nicht angerufen hättest, hätte ich die Plätzchen noch rechtzeitig aus dem Ofen holen können.
Du bist ja süß!
MK (schmunzelt): Ach ist das so? Also ich hatte eher den Eindruck, dass dir unser Telefonat gefallen hätte?
Gut, also die Tendenzen, die sich dabei entwickelt haben, waren schon... sehr... aufregend. In zweierlei Hinsicht brennend heiß nämlich!
GK (fährt grinsend mit einem Finger über seinen Brustkorb): Hat es ja auch. Aber du... du hast mich ... abgelenkt.
MK (schmunzelt immer mehr): Hab ich das?
Es war aber auch eine sehr schöne Ablenkung. Hmm... Wenn Marc nicht plötzlich bei mir Sturm geklingelt hätte... Wer weiß, wer weiß!
GK (gibt ihren Widerstand auf u. schmiegt sich wieder an ihn, da er sich unheimlich gut anfühlt): Jaaa!
MK (seufzt): Ich hatte dich nun mal letzte Nacht vermisst.
GK (schaut sehnsüchtig zu ihm hoch): Ich... dich... auch. Ich hatte gedacht, dass du noch zu mir kommst?
MK (erstaunt): Na du hattest doch nach unserem Tanzkurs gemeint, dass du den ganzen Abend noch in der Stadt unterwegs sein würdest und ich wusste halt nicht...
Idiot! Wir sind beide Idioten. Aber er ein bisschen mehr als ich.
GK: Da haben wir uns wohl missverstanden. Ich war dann doch eher zuhause, als ich gedacht hatte.
MK (blickt sie neugierig an): Wo warst du denn eigentlich?
Das wüsstest du wohl gerne, hmm? Oh, ich hoffe so, dass es ihm gefällt.
GK (schaut ihn verschwörerisch an): Sag ich nicht!
MK (runzelt gespielt beleidigt seine Stirn): Was? Nach zwei Wochen hast du schon Geheimnisse vor mir?
Wir sind tatsächlich schon fast zwei Wochen zusammen! Wahnsinn!
GK (schaut ihn ganz verklärt an): Ich bin eine Frau. Das eine oder andere Geheimnis wird doch wohl noch erlaubt sein?
MK (in gespielter Denkerpose): Hmm... Na gut! Aber es war trotzdem einsam ohne dich.

Ernst schaute er sie an. Gabi erwiderte seinen Blick und strich ihm gefühlvoll über seinen Oberkörper...

GK: Ich mag auch nicht, ohne dich aufzuwachen.
MK: Dann müssen wir das wohl in Zukunft ändern.

Unbedingt! Ich will nie mehr ohne dich sein. ... Oh Gott! Hab ich das wirklich gerade gedacht? Verwandele mich langsam in eins dieser Naivchen aus dem Sat1-Vorabend-Programm. ... Aber es fühlt sich nun mal so schön mit ihm an. Vielleicht könnten wir ja...

Gabi richtete sich langsam auf und sah Mehdi eindringlich an...

GK: Meinst du das ernst?
MK: Klar!

Mehdi, der nicht gemerkt hatte, in welche Richtung sich Gabis Gedanken entwickelten, strich ihr zärtlich über die Wange und gab ihr einen kleinen Kuss auf den Mund. Ermutigt von dem innigen Liebeskuss und seinen liebevollen Worten wagte die junge Frau einen Vorstoß, der sie schon längere Zeit beschäftigte und der dann doch für den jungen Mann recht überraschend kam. Gabis Herz klopfte ihr bis zum Hals, als sie Mehdi nach einigem Zögern endlich fragte, was sie bis vor kurzen noch nicht gewagt hätte, zu fragen...

GK: Du?
MK (schaut sie interessiert an): Hmm?
GK: Ich... ich hab mir da was überlegt. Also das mag jetzt vielleicht überraschend kommen und... äh... ich... ich weiß nicht, ob... na ja... vielleicht ist das auch noch zu früh, aber irgendwie... ich... es würde... ähm...

Da Gabi sich nicht traute, ganz mit der Sprache rauszurücken, hakte Mehdi gespannt nach...

MK: Was denn?

Gott Gabi, sag es endlich! Das kann doch wohl nicht so schwer sein. Er kuckt schon so komisch. ... Oh Gott, er sagt bestimmt nein. Das ist doch auch eine Schnapsidee. Wieso jetzt? Wieso kann ich nicht noch warten? Eigentlich hat das doch auch noch Zeit oder? Damit mache ich sicherlich die ganze schöne Stimmung kaputt. Es läuft doch gerade so gut mit ihm. Wenn ich jetzt damit komme, dann... Es sei denn...? Hmm... Er hat ja gemeint, dass er ohne mich... Vielleicht will er es ja auch? Wenn ich ihn nicht frage, dann erfahre ich es nie. ... Ok, ich mach’s. Alles auf eine Karte setzen. Diese Taktik hat sich bei ihm doch bisher bewährt.

Die schöne Krankenschwester biss sich auf ihre Unterlippe und blickte ihren Liebsten nervös an, der sie mit seinen betörenden Bambiaugen durchdringend ansah. Langsam und leise fing Gabi an, zu sprechen und war am Ende erleichtert, dass sie diesen Schritt wirklich gewagt hatte...

GK: Na ja, ich würde gerne immer... also jeden Tag... mit dir zusammen... aufwachen und so.

Es ist raus! Ok, war doch gar nicht so schwer. Jetzt muss er nur noch ja sagen! Oh, bitte, sag ja, Mehdilein!

So langsam ratterte es in den Gehirnwindungen des charmanten Frauenarztes und er fragte seine sichtlich nervöse Freundin ganz direkt danach, worauf sie eigentlich hinauswollte...

MK: Willst du mir damit sagen, dass du... dass du möchtest, dass ich bei dir einziehe?

Lorelei Offline

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01.05.2011 20:10
#986 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey Mädels, einen wunderschönen Abend wünsche ich euch. Dann werd ich jetzt mal die Frage aller Fragen beantworten. Nein, es ist nicht die Überraschung von Marc. So viel vorweg. Ach ich empfehle euch ein paar Taschentücher bereit zu halten, es wird sehr emotional. Bussi, euer Schneckchen




Oh Gott, ja, ja, jaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!

Gabi, deren Herzschlag für eine Sekunde ausgesetzt hatte, blickte ihre große Liebe unsicher von unten an und nickte leicht mit dem Kopf, bevor sie ihren Blick schnell wieder abwendete und sofort eine Gegendarstellung einleitete, weil sie gemerkt hatte, dass Mehdi doch eher reserviert auf ihren sehnsüchtigsten Wunsch reagierte...

GK: Ach... vergiss es einfach! Das... das war blöd von mir. Ich weiß gar nicht, was mich da geritten hat. Wir sind gerade einmal ein paar Tage zusammen. Da ist es doch noch viel zu früh, überhaupt darüber nachzudenken. Lass uns über etwas anderes reden! ... Wie war’s eigentlich mit Marc im Wald?

Du bist so ein feiges Huhn, Gabi, echt.

Ach Maus, wenn das nur so einfach wäre.


Mehdi hatte Gabis Gestik und Mimik ganz genau studiert und spürte, wie sehr ihr das mit dem Zusammenwohnen am Herzen lag und dass ihr plötzlicher Sinneswandel nur ein hilfloses Ablenkungsmanöver war. Er lächelte sanft und nahm ihre Hand in seine. Liebevoll sah er ihr in ihre braunen wunderschönen Augen, die ihn nun verunsichert anschauten. Sie spürte sofort, was dieser einfühlsame, leicht wehmütige Blick zu bedeuten hatte. Er wollte nicht mir ihr leben! Traurig wand sie ihre Augen von ihm ab, als er anfing zu sprechen...

MK: Hör mal!
GK (zieht ihre Hand zurück u. versucht mit einem gequälten Lächeln, ihre Enttäuschung nicht anmerken zu lassen): Schon gut! Ich hab schon verstanden.
MK (legt einen Finger unter ihr Kinn, hebt es an, damit sie ihm wieder in die Augen schaut): Nein, das hast du nicht!
GK (Hoffnung schimmert auf): Nicht?
MK (versucht sich ihr zu erklären): Gabi, ich find es wirklich süß, dass du dir vorstellen kannst, mit mir... zu leben. Und ehrlich gesagt, will ich auch keine weitere Nacht mehr ohne dich sein...
GK (Enttäuschung schwingt in ihrer Stimme mit, als sie ihn leise unterbricht): Das Aber ist immer noch zu hören, Mehdi.
MK (seufzt u. fährt sich mit einer Hand über sein Gesicht): Ach Maus, verstehst du nicht, ich... ich will es doch nur etwas langsamer angehen.
Na toll! Wie viel langsamer denn noch? Ich renn dir schon seit einem Vierteljahr wie eine blinde Kuh hinterher. Ich will das nicht mehr. Ich will doch einfach nur endlich glücklich sein. Mit dir an meiner Seite. Ich dachte, du willst dasselbe wie ich?
GK (kommt auf den eigentlichen Haken an der Sache zu sprechen u. der Gedanke gefällt ihr ganz und gar nicht): Weil das mit der Hassmann noch nicht geklärt ist?
MK (holt tief Luft u. sieht sie Verständnis suchend an): Auch ja, aber eigentlich... ich weiß nicht, wie ich das sagen soll...
GK: Dann erklär’s mir!
MK: Wenn das so einfach wäre. ... Die Vergangenheit hat mir einfach gezeigt, dass...
Oh nein! Du vergleichst mich jetzt nicht mit den blöden Puten!
GK (fällt ihm aufgewühlt ins Wort): Ich bin aber nicht wie Gretchen. Oder wie deine Frau.
MK: Das meine ich auch nicht.
GK (irritiert): Nicht?
MK: Es ist nur so, dass ich jedes Mal, wenn ich mich neu verliebt habe, rasendschnell den Turbogang eingelegt habe. Von Null auf Hundert, ohne nach links und rechts zu schauen. Anna hab ich schon nach wenigen Wochen einen Antrag gemacht. Dabei wusste ich gar nicht, wer sie wirklich war. Das weiß ich erschreckenderweise bis heute noch nicht. Und Gretchens Gefühle hab ich auch ganz falsch eingeordnet. Weißt du, ich war so blind vor lauter Verliebtheit und hab sie dermaßen idealisiert, dass ich gar nicht gemerkt habe oder besser gesagt nicht sehen wollte, dass ihr Herz schon die ganze Zeit bei Marc war.
GK (beteuert ihm ihre Liebe): Aber ich lieb dich wirklich, Mehdi. Das kann ich dir versichern. Wirklich!
MK (streicht ihr lächelnd über die Wange): Das weiß ich doch, mein Schatz. Aber ... die Sache ist die, wenn ich einmal mein Herz verschenke, dann liebe ich intensiv, mit ganzem Herzen, bedingungslos, vorurteilsfrei, mit allem, was ich habe, ja fast bis zur völligen Selbstaufgabe. Das solltest du vorher wissen. Ich bin ein furchtbarer Klammerer und nicht jede kommt damit klar und ich...
GK (fällt ihm ins Wort u. schmiegt sich lächelnd an ihn): Ich mag es, wenn du mich umklammerst.
MK (schaut sie ernst an): Gabi, das ist kein Spiel, ok. Das ist mein völliger Ernst.
GK (nimmt mit beiden Händen sein Gesicht u. streichelt seine Wange zärtlich mit ihren Daumen, wobei sie ihm tief in die aufgewühlten Augen schaut): Mehdi, das ist auch für mich kein Spiel. Ich meine das mit uns wirklich ernst. Nie zuvor hab ich etwas so ernst gemeint wie das mit uns.
MK (blickt sie gerührt, aber immer noch verunsichert an): Ob du das auch noch in fünf Monaten sagst?
GK (lässt sein Gesicht los u. sieht ihn ernst an): Zweifelst du etwa an meinen Gefühlen für dich?
MK (sieht in ihren Augen hin und her): Nein!
GK: Wo liegt dann das Problem, Mehdi? Wenn du es langsam angehen lassen willst, dann akzeptiere ich das. Ich wollte dich mit meinem Vorschlag in keiner Weise unter Druck setzen. Wenn ich so richtig verliebt bin, reagiere ich auch manchmal recht impulsiv und spontan. Ich hab nicht weiter nachgedacht. Ich fand den Gedanken nur so schön, da bin ich vielleicht etwas übereifrig geworden und über das Ziel hinausgeschossen. Für mich ist das hier doch auch noch alles Neuland. Ich will doch auch nur alles richtig machen.
MK: Das tust du! Ich bin doch derjenige, der völlig verkorkst ist.
GK (schüttelt entschieden den Kopf): Ach Quatsch! Millionen Menschen auf der Welt mussten erst einmal ein paar Nieten ziehen, bis der Jackpot vor der Tür stand. Ich bin doch auch das beste Beispiel dafür.
MK: Und ich bin der Jackpot?
GK (lächelt ihn verliebt an): Für mich ja!

Gabi wollte ihn küssen, um ihrer Aussage Nachdruck zu verleihen, doch Mehdi entzog sich ihr und senkte beschämt seinen Blick. Er holte tief Luft und sah sie schließlich ernst an...

MK: Ich bin kompliziert, Gabi.
GK (zeigt sich völlig unbeeindruckt u. lächelt ihn weiterhin an): Deine Denkweise ist kompliziert, nicht du! Aber das muss wohl an deinem Job liegen. Ich kenn dich jetzt schon eine ganze Weile und damit meine ich nicht, dass ich weiß, wie du deinen Kaffee gerne magst. Ich kann damit umgehen, Mehdi.
MK (sieht sie intensiv an): Bist du sicher? Weißt du, es gibt da ein paar Dinge, von denen du noch nichts weißt. ... Ich... ich bin manchmal traurig...
GK (schaut ihn verständnisvoll an): Jeder ist mal traurig. Du... du hast ja auch genug Grund dafür.
MK: Aber diese Traurigkeit geht tiefer, sehr viel tiefer.
GK (schluckt): Oh! Du meinst...?
MK (nickt verschämt mit dem Kopf): Ich gehe heute noch regelmäßig zum Therapeuten deswegen, seitdem ich die Tabletten geschluckt habe...
Oh mein Gott! Er... er hat... Das wusste ich nicht. Mein armer Schatz!
GK (schluckt die aufkommenden Tränen herunter u. versucht für ihn da zu sein): Aber dafür musst du dich doch nicht schämen. Jeder hat so seine... Lasten zu tragen.
MK (wischt sich eine verstohlene Träne aus dem Auge u. sieht seiner verständnisvollen Freundin dann tief in die Augen): Ich will nur, dass du alles über mich weißt, bevor wir... na ja, bevor es so richtig ernst mit uns wird.
GK: Das ist es doch schon längst, wenn wir über solche Dinge reden.
MK (ein zaghaftes Lächeln huscht über sein Gesicht): Stimmt!
GK (versucht die angespannte Stimmung mit einem lockeren Spruch aufzulockern): So leicht wirst du mich nicht los. Da musst du schon schwerere Geschütze auffahren. Obwohl... es sei denn, du hast noch mehr liebestötende Unterhosen, von denen ich noch nichts weiß.
MK (kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen): Ich kann dir bei Gelegenheit ja mal meine Kollektion vorführen.

Gabi brach daraufhin in herzhaftes Gelächter aus, das auch den wehmütig gestimmten Halbperser wieder aufmunterte...

GK: Nee, ich verzichte dankend. Ohne ist mir eh lieber.
MK (sprachlos): Also... Du bist ja... süß!
GK (grinst): Eh! Du rüttelst gewaltig an meinem Image.
MK: Stört dich das?
GK (schmiegt sich wieder an seine Brust und lauscht seinem beruhigenden Herzschlag): Seltsamerweise ganz und gar nicht. Ich war noch nie zuvor so glücklich wie jetzt in diesem Moment.
MK (streicht ihr verträumt übers Haar): Das ist schön zu hören. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich noch mal so glücklich sein könnte.
GK (hat den wehmütigen Unterton bemerkt u. schaut ihn an): Du denkst an deine Familie?
MK (seine Gesichtszüge werden wieder trauriger): Wie könnte nicht? Gerade heute.
Scheiße! Er vermisst sie wirklich sehr.
GK (richtet sich auf): Willst du darüber reden?
MK (lächelt sie dankbar an u. schüttelt den Kopf): Nicht jetzt! Jetzt möchte ich einfach nur hier mit dir sitzen und dich im Arm halten. Ist das in Ordnung?
GK: Das ließe sich einrichten.

http://www.youtube.com/watch?v=U_7DnHbcgn8

Gabi lächelte ihren Liebsten an und schlang ihre Arme um seine Taille und Mehdi seinerseits seine um ihre. So saßen sie nun eine Weile Arm in Arm, lauschten der Musik und ließen ihre Gedanken frei fließen. Während die schöne Krankenschwester überlegte, ob sie jemals Mehdis verlorene Familie ersetzen oder an deren Stellenwert heranreichen könnte und dabei resignierte, dachte der sentimentale Gynäkologe an eben jene verloren geglaubten Familienmitglieder und fragte sich, wo sie sich denn gerade aufhalten könnten, ob es ihnen auch gut ginge, ob sie manchmal noch an ihn dachten und ob er sie jemals wieder sehen würde. Die Traurigkeit legte sich unweigerlich wieder auf seine schon arg belastete Seele und selbst die Nähe seiner zauberhaften Freundin konnte ihm nicht den Schmerz nehmen, den diese Lücke in sein Leben gerissen hatte. Ein Stück würde immer fehlen, da konnte er auch noch so glücklich mit seiner neuen Liebe sein. Lilly fehlte einfach und würde es immer tun.

Lorelei Offline

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02.05.2011 17:56
#987 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So weiter geht's Mädels. Das ist erst mal der letzte Bidi-Teil vorerst. Viel Spaß damit und einen schönen Wochenstart wünsche ich. Eure Lorelei




Zögerlich blickte Gabi irgendwann in Mehdis trauriges Gesicht und es zerbrach ihr fast das Herz, ihn so zu sehen. Sie erkannte den sehnsuchtsvollen Ausdruck in seinen Augen und wusste instinktiv sofort, dass er ganz weit weg war und wo sich dieses „weg“ befand. Das, was sie eigentlich mit ihrem romantisch angehauchten Weihnachtsessen verhindern wollte, war doch eingetreten. Er dachte an seine kleine Tochter! Sie musste ihn irgendwie ablenken, schoss der besorgten Krankenschwester durch den Kopf und so richtete sie sich langsam auf.

GK: Du, Mehdi?

... riss sie den Träumer aus seinen Gedanken. Er sah sie an...

MK: Hmm?

Sie lächelte ihn kurz an und sprang dann plötzlich von seinem Schoss herunter. Sie zupfte ihren kurzen Rock zu Recht und reichte Mehdi ihre Hand, auf die er nun verwundert blickte, anstatt sie anzunehmen...

GK: Komm mit!
MK: Was hast du denn vor?

... hakte der Halbperser neugierig nach. Doch Gabi strahlte ihren Liebsten nur geheimnisvoll an und machte ihm dann ein überraschendes Geständnis...

GK: Eigentlich hatten wir ja abgemacht, dass wir uns nichts schenken würden, aber irgendwie... na ja...

Sie stockte, als sie plötzlich Mehdis grinsendes Gesicht bemerkte. Er stand nun ebenfalls auf, ging, ohne etwas zu sagen, an der sprachlosen Frau vorbei und nahm seinen Kittel in die Hand, der auf einem der Betten lag. Er kramte in einer seiner Kitteltaschen und holte etwas heraus, dann verschwand seine Hand hinter seinem Rücken. Fragend starrte Gabi ihn an. Lächelnd drehte Mehdi sich wieder zu seiner perplexen Freundin um, die gar nicht wusste, wie ihr geschah...

MK: Da hatten wir wohl beide denselben Gedanken.
GK (verwirrt): Äh... Wie meinst du das jetzt?

Mehdi trat einen Schritt auf sie zu und nahm lächelnd ihre rechte Hand. Er streichelte ihr sanft über das Handgelenk und spürte ihren leicht beschleunigten Puls. Sie bekam unweigerlich eine Gänsehaut von seiner zarten Berührung und schaute merklich verdutzt in seinen schönen Augen hin und her, die geheimnisvoll aufleuchteten. Da spürte sie plötzlich etwas Kaltes an ihrem Handgelenk. Sie blickte verblüfft an sich herab und staunte nicht schlecht, als sie das schöne silberne Armbändchen entdeckte, das Mehdi ihr gerade angelegt hatte und das in der Mitte ein Herz zierte.



Gabis Weihnachtsgeschenk


http://www.youtube.com/watch?v=2tGjVcvVx8k

Der aufmerksame Gynäkologe schaute sie sichtlich aufgeregt an, während Gabi ganz gerührt über das Schmuckstück strich und Mehdi dann verliebt in die Augen sah...

MK: Ich hab mich nämlich auch nicht ganz an unsere Abmachung gehalten.
GK: Du bist doch verrückt!
MK (lächelt verliebt): Ja, und zwar nach dir!

Gabi konnte gar nicht anders. Ihre Gefühle fuhren Achterbahn in diesem Moment. In Sekundenschnelle schnellten ihre Arme nach vorn und umschlangen Mehdis Hals. Die glückliche Frau gab dem Halbperser einen zärtlichen Kuss auf den Mund und bedankte sich auf ihre Weise, die ihm sehr zu gefallen schien, denn er hielt sie fest umschlungen und drehte sich mit ihr im Arm einmal im Kreis...

GK (haucht gerührt): Danke!
MK (hält sie an der Taille fest u. kann seinen Blick nicht von ihren wässrig schimmernden Augen lösen): Fröhliche Weihnachten, mein Schatz!
GK (versucht krampfhaft eine Freudenträne zurückzuhalten, die dann aber doch ihre Wange hinunterläuft und eine glitzernde Spur auf ihrer Haut hinterlässt): Das wünsche ich dir auch. Das Armband ist wunderschön.
MK (lächelt charmant u. fängt mit dem Daumen ihre Träne auf): Nicht so schön wie du.
GK (wird rot): Ach jetzt hör auf! Du hast mich ganz aus dem Konzept gebracht.
MK (grinst): War nicht meine Absicht.

Gabi versuchte ihre Gedanken zu sortieren, was ihr in Mehdis Nähe ziemlich schwer fiel. Denn er machte sie zunehmend nervös. Würde ihre Überraschung bei ihm auch so gut ankommen? Könnte sie diesen Moment hier noch toppen? Sie sah ihn an. Mehdi lächelte sie verliebt an. Sie erwiderte sein strahlendes Lächeln und wusste nun, was sie zu tun hatte. Sie ließ Mehdi los und beugte sich über den Tisch, um die Kerzen auszublasen. Verwundert schaute ihr Liebster ihr dabei zu...

MK: Äh... was wird das jetzt genau?
GK (entschlossen): Wir gehen!
MK (versteht nicht, was das jetzt soll): Aber wieso denn, wo wir es uns hier doch gerade so gemütlich gemacht haben?

Mehdi schmiegte sich von hinten an Gabis Traumkörper, der in dem kurzen schwarzen Rock und dem knappen Oberteil atemberaubend schön aussah, zum Anknabbern eben, um sie vom Gegenteil zu überzeugen. Gabi, die erschauderte, als sich seine feinfühligen Hände langsam um ihre Taille nach vorn zu ihrem Bauch bewegten und sich dort ineinander verschränkten, und die reflexartig ihre Augen schloss und leise aufseufzte, als sie seinen heißen Atem an ihrem Hals spürte, hatte Müh und Not, sich aus seiner engen aufregenden Umklammerung zu befreien. Doch sie schaffte es irgendwie, ihre aufbrodelnden Gefühle zu ignorieren und sich von dem heißblütigen Halbperser zu lösen, der sie leicht enttäuscht ansah, als sie schnell zum Bett rüberhuschte und dort ihren I-Pod in die Hand nahm, den sie anschließend in ihre Jackentasche steckte. Dann warf sie sich ihren Wintermantel über, was Mehdi, der wie bestellt und nicht abgeholt in der Mitte des Raumes stand, noch perplexer kucken ließ...

GK (legt sich ihren Wollschal um den Hals u. schaut Mehdi grinsend an): Jetzt bin ich an der Reihe.
MK (frech): Darum wollte ich mich gerade kümmern.
GK (ihr Grinsen wird immer breiter): Ich kann mir schon denken, was du vorhattest, mein Lieber, aber das muss diesmal warten.
MK (zieht eine enttäuschte Schnute u. zählt so langsam eins und eins zusammen): Du hast also doch etwas geplant? Deshalb warst du gestern noch so lange weg?
GK (zwinkert ihm verschwörerisch zu): Vielleicht!

Gabi strich dem überraschten Frauenarzt über seine muskulöse Brust und sah ihn mit funkelnden Augen an. Er konnte ihrem betörenden Blick kaum widerstehen und packte sie schließlich mit beiden Händen an den Schalenden, um sie zu sich heranzuziehen...

MK: Warum genau hast du jetzt deine Jacke an?
GK (klopft ihm frech grinsend auf seine Hände u. entzieht sich ihm mit einem kecken Hüftschwung): Weil wir jetzt rausgehen werden.
MK (schaut ihr irritiert hinterher): Jetzt?
GK (hat schon die Tür in der Hand u. lächelt ihn an): Klar! Du musst mal raus hier aus dem Klinikmuff. Also komm!
MK (überrumpelt): Äh...
GK (immer noch bedacht, dass niemand ihr kleines Liebesgeheimnis erfährt, will sie vorgehen): Wir treffen uns in fünf Minuten am Hinterausgang.
MK: Aber ich hab nur noch eine Stunde Pause und dann beginnt meine Bereitschaft.

... äußerte Dr. Kaan seine Skepsis. Doch Schwester Gabi blieb völlig unbeeindruckt...

GK: Keine Sorge, Herr Doktor, ich bring dich rechtzeitig zurück, bevor irgendjemand hier dein Fehlen bemerkt. Und jetzt hopp, hol deine Jacke! Ich warte unten.
MK: Aber...

Gabi, die keine Widerworte gelten ließ, gab dem überraschten Mann noch einen kleinen Klaps auf seinen knackigen Hintern und war schon aus der Tür verschwunden, bevor er noch etwas sagen konnte. Mehdi schüttelte nur ungläubig mit dem Kopf und machte sich eine Sekunde später mit einem breiten Lächeln auf den Lippen auch auf den Weg. Seine Neugier auf Gabis Überraschung war einfach zu groß. Was hatte diese aufregende Frau nur mit ihm vor?

Lorelei Offline

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04.05.2011 17:22
#988 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tja, Überraschungen, wohin man sieht, ne. Und die nächste kommt sogleich. Es geht nämlich weiter bei den Haases. Viel Vergnügen mit einer Überdosis Martchen! Bussi, eure Lorelei



Währenddessen hatten sich Marc und Gretchen eng aneinander gekuschelt auf das gelbe Cordsofa im Wohnzimmer der Haases zurückgezogen und beobachteten ihre Eltern misstrauisch aus sicherer Entfernung, die immer noch in trauter Runde, aber mit reichlich Sicherheitsabstand, zusammen am Esstisch saßen, erneut mit einem Glas Rotwein miteinander anstießen und sich auffällig ruhig über Belanglosigkeiten unterhielten wie das Wetter, die Berliner Verkehrsbetriebe, das furchtbare Weihnachtsprogramm im Fernsehen, die Landausflüge während ihrer gemeinsamen Kreuzfahrt vor ein paar Tagen, wobei bestimmte peinliche Details von dem einen und der anderen bewusst ausgeklammert wurden, sowie Elkes beachtliche literarische Erfolge, Bärbels erstaunliche Orchideensammlung, Oliviers Leben in den Staaten, und auch diverse lustige Krankenhausepisoden austauschten, die Franz zum besten gab. Auch wenn sie das Streitthema von vorhin jetzt bewusst ignorierten, so huschte dennoch auch immer wieder ein neugieriger Blick zu dem verliebten Paar auf der Couch, das sich aneinander geschmiegt hatte, sich immer wieder tief in die Augen sah, sich anlächelte und verträumt Händchen hielt. Jochen fläzte derweil gelangweilt im Sessel daneben und ließ seine Beine über die Armlehne baumeln. Er widmete sich mit voller Hingabe seinem neuen Spielzeug, einem Smartphone, das er von seinen Eltern geschenkt bekommen hatte. So hatte er weder Ohr noch Augen für die albernen Turteleien seiner verknallten Schwester mit ihrem noch verknallteren Macker, der machohaft seinen Arm um Gretchens Schulter gelegt hatte und sie besserwisserisch ankuckte. Das Abendessen lag ihm nämlich noch immer schwer im Magen...

M: Ich hab’s dir doch gleich gesagt, dass das alles nur im Chaos enden würde mit den vieren an einem Tisch.
G (schmollt): Aber sie haben sich doch wieder eingekriegt.
Zumindest ist es gerade ruhig. Das ist doch positiv. Oder?

Na ja!? Ich werd noch Tage brauchen, um mich von dem mittelschweren Herzinfarkt zu erholen. Ein Glück, dass ich uns Urlaub genommen habe. Apropos Urlaub... wie lange sollen wir hier eigentlich noch hocken und alte Raubtiere kurz vor der Fleischfütterung beobachten?


M: Das ist die Ruhe vor dem Sturm.
G (schüttelt den Kopf): Quatsch! Die werden sich schon irgendwann damit arrangieren.

Hoffe ich. Wäre ja auch sonst blöd bei all den... Geburtstagen, Hochzeitstagen, Kinderfesten... also äh... ich meine ... Familienfeste im Allgemeinen und so, wahlweise auch Klinikfeiern, weil Marc und Papa ja quasi die Elite des Hauses sind und... da trifft man sich ja auch, ne. Aber egal. Die Sache ist, ich will dann nicht getrennt feiern müssen. ... Aber ob zusammen dann auch wieder so verkrampft wird wie das heute? ... Na ja, das war ja auch erst der erste Testversuch, also quasi die Generalprobe, und die ist ja auch, also wenn man unsere äh... Familienplanung, die ja noch weit, weit in den Sternen steht, außer Acht lässt, ganz gut gelaufen, denke ich. ... Oh Gretchen, echt jetzt, du bist so was von naiv. Ein Satz mit x, das war wohl nix, ist die bessere Umschreibung für dieses Desaster! Hmm... Die magische Macht von Weihnachten wird auch viel zu sehr überschätzt. Können es ja Ostern noch mal versuchen?

M: Nicht in hundert Jahren!
Er hat so Recht!
G (zieht eine enttäuschte Schnute): Wir werden ja sehen.
M (grinst sie provozierend an): Willst du wetten?

Bloß nicht! War noch nie gut bei Wettspielen aller Art, mal abgesehen von der bei Mehdis Einzugsparty. Äh... Marc schuldet mir da eigentlich noch was, fällt mir gerade ein. Werd ich bei Gelegenheit mal von ihm einfordern, wenn er mir mal wieder blöd kommt.

G (funkelt ihn an): Dass ihr Männer auch immer nur ans Wetten denken könnt...

Is wirklich an der Zeit, dass ich mal wieder eine gewinne. Aber zumindest, was die eine völlig unbedeutende von vor ein paar Monaten betrifft, die ja eigentlich nur wegen Mehdi so gelaufen ist, wie sie gelaufen ist, sind wir ja bald quitt, äh... wenn wir denn mal hier endlich wegkommen.

M (zwinkert ihr frech zu): Im Moment denke ich da eher an etwas anderes.

... ach und an Sex! Wie konnte ich das vergessen? GGGRRR!!! Männer sind so einfältig echt. Äh... Oooooohhhh! Was... Waaaas maaaacht er denn daaaa? ... Oooooohhhh!

Verführerisch fuhr der unwiderstehliche Oberarzt mit seinem Zeigefinger ihren nackten Oberarm entlang, umkreiste ihr Schlüsselbein und strich dann ihren zarten Hals empor. Stolz registrierte er, wie sich eine Gänsehaut an jeder Stelle bildete, die er sanft berührte. Gretchen schloss einem Reflex folgend ihre Augen, als sie merkte, wie Marc seinen Kopf leicht zu ihr herabsenkte und sie seinen heißen Atem schon auf der empfindlichen Haut ihres Nackens verspürte und eine Wolke seines betörenden Aftershaves in ihre Nase zog und sie regelrecht umnebelte. Ihr Herzschlag beschleunigte sich merklich und ihre Wangen nahmen ein zartes Rot an, was sie für den frechen Verführer nur noch attraktiver machte, der sein gefährliches Spiel ohne Umschweife weiter vorantrieb. Doch als seine noch freie Hand aufreizend ihren mit dem dünnen schwarzen Stoff ihres bodenlangen Kleides bedeckten Oberschenkel entlang nach oben wanderte, riss das zarte Wesen ertappt ihre Augen auf und setzte ihrem aufdringlichen Verehrer Grenzen. Gretchen schob bestimmt Marcs Hand weg und beugte sich mit ihrem Kopf leicht zu ihm rüber, immer bedacht, dass ihre Eltern nichts von den Meierschen Anzüglichkeiten bemerkten, lächelte verschämt und flüsterte ihm leise ins Ohr...

G: Nicht hier!

Marc grinste nur und ließ sich den Spaß nicht nehmen, sie noch ein wenig zu reizen. Er massierte immer noch zärtlich ihren Nacken und schaute ihr dabei frech in die himmelblauen Augen, die ihn böse anfunkelten und immer wieder auch Richtung Eltern schielten, und ihr leicht gerötetes wunderschönes Gesicht...

M: Das wäre dann wohl das Stichwort, um hier abzuhauen, oder?
G (schaut vorsichtig zu ihren Eltern, die in ein Gespräch vertieft zu sein schienen): Meinst du? Ich weiß nicht, ob wir sie alleine lassen können.

... äußerte die junge Frau ihre Zweifel und sah Marc verunsichert in sein sprachloses Gesicht. Dieser ließ frustriert seinen Kopf hängen, zog seine frechen Fingerchen zurück und lehnte sich nun seufzend gegen die Sofalehne...

M: Boah nee, das ist jetzt nicht dein Ernst? Und wenn sie sich die Köppe einschlagen, na und? Es sind immer noch genügend Ärzte anwesend, um die Erstversorgung zu übernehmen.
G (klappt ungläubig den Mund auf): Also... Du bist unmöglich, Marc.
M (lacht erst, wird dann aber schnell wieder ernst, weil er keinen Bock mehr auf das ganze Theater hier hat): Wenn du nicht meine nervigen Alten eingeladen hättest, würden wir jetzt nicht in diesem Dilemma stecken.
... und wären schon längst da, wo ich mit dir hin will. Weit und breit keine nervigen Eltern, Patienten, Stasispitzel, liebeskranke Frauenärzte. Nein, keine Menschenseele. Ein Traum im Vergleich zu dem Albtraum hier.

Ja, ich geb’s zu. Ich hatte auch schon mal bessere Ideen.

G (senkt schuldbewusst den Kopf): Ich wollte doch nur...
M (fällt ihr unsanft ins Wort): Ja, ja, ja, lass sie alle Freunde werden und im Reigen um ein Feuer äh... nee, in diesem Fall dann wohl eher den Weihnachtsbaum tanzen.
G (verschränkt beleidigt ihre Arme u. lehnt sich zurück): Marc!
M (rollt mit den Augen u. dreht sich zur Seite, um ihr in die Augen zu sehen): Okay, der war schlecht, aber... ähm... Ich erklär dir mal was, Haasenzahn. So wie du dir das in deinen rosaroten Träumen vorgestellt hast, funktioniert das nicht. Nicht bei der Vergangenheit. Die Tatsache ist nun mal, dass MEINE Mutter mit DEINEM Alten eine Affäre hatte und das fast ein ganzes Jahr lang. Das birgt immer Zündstoff.
G (blickt peinlich berührt zum Tisch rüber): Nicht so laut, wenn unsere Eltern uns hören.
M (stöhnt u. schaut ebenfalls auf): Ich denke mal, jedem an dem Tisch ist diese sehr delikate Angelegenheit bekannt. Kuck doch deine Mutter mal an. Ihre Halsschlagader pulsiert so mächtig, als ob sie gleich explodieren würde und die Schweinerei möchte ich eigentlich nicht sonderlich gerne miterleben.
Geschweige denn aufwischen.
G (schaut ihn hoffend an): Ich hab mit ihr geredet. Sie hat Papa längst verziehen.
M: Das muss ja nicht heißen, dass sie meiner Mutter auch die Friedenspfeife reicht.
G: Mama raucht doch gar nicht!
Oh Mann!
M (schmunzelt): Äh... hätte mich auch gewundert, wenn doch.
G: Marc, das ist nicht lustig.
M (nimmt sie seufzend in den Arm): Ich weiß.
G (kuschelt sich an ihn u. seufzt leise): Es war vielleicht doch zu früh für ein Zusammentreffen, zumal die Kreuzfahrt schon katastrophal verlaufen ist.
M (stutzt): Was hat das eine jetzt mit dem anderen zu tun?
G (plappert in Gedanken versunken ein paar Details aus, die nicht für Jedermanns Ohr bestimmt sind): Papa war seekrank. Olivier im zweiten Frühlingsrausch, deine Mutter wiederum nicht. Und Mama ist es peinlich, dass dein Vater sie nackt gesehen hat.
M (richtet sich auf u. starrt sie ungläubig an): WAS?
Upps! Das war wohl eine Information zu viel.

Gretchen hielt sich peinlich berührt ihre Hand vor ihren vorlauten Mund und senkte beschämt ihren Blick, um Marcs durchdringenden Augen auszuweichen. Sie spürte förmlich, wie die Wärme langsam ihren Körper emporstieg, schließlich ihre Wangen erreichte und diese leicht verfärbte. Im selben Moment musste sich ausgerechnet ihr unwissender Vater zu Wort melden, der sie nun ebenso neugierig wie ihr Freund ansah...

F: Kinder, alles in Ordnung mit euch?

Lorelei Offline

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05.05.2011 16:57
#989 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Habe das Gefühl, ich werde so langsam durchschaut, was den Sinn der Überraschung betrifft. Aber seht es doch mal so, solange ihr euch freut wie ein kleines Kind auf die Bescherung, ist doch alles im grünen Bereich. So bewahre ich euch immer noch ein wenig Weihnachtsstimmung im Mai. Also Soll erfüllt. So und nu geht’s weiter mit den üblichen Verdächtigen. Ich knuddele euch noch mal alle durch und bin dann auch schon wieder weg. Liebe Grüße, Lorelei




Gretchen, deren Wangen nun ein tiefes dunkles Tomatenrot zierte, schloss automatisch ihre Augen und tat so, als ob sie ihn nicht gehört hatte. Marc, der ihr seltsames Verhalten verwundert beobachtete, übernahm das Reden für sie und lächelte seinen Schwiegervater in spe künstlich an...

M: Jep! Alles klar!

Franz nickte zufrieden mit dem Kopf und wandte sich wieder seinen Gästen zu. Beruhigt, dass ihr Vater nicht weiter nachgehakt hatte, öffnete Gretchen ihre Augen und atmete aus. Aber zu früh gefreut, denn nun meldete sich auch noch ihre Mutter, die ihren gastgeberischen Pflichten nachkommen wollte...

B: Wollt ihr noch was trinken?
G: Äh... Danke, Mama, wir haben noch.

... gab Gretchen knapp als Antwort, um sie abzuwimmeln, und deutete auf die beiden halbvollen Wassergläser, die auf dem Couchtisch vor ihnen standen und versuchte dabei, sich ihre unübersehbare Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. Bärbel runzelte zwar die Stirn, warum die beiden auf alkoholfreie Getränke umgestiegen waren, aber gab sich mit dieser Antwort zufrieden, schenkte stattdessen Elke und Olivier nach, wobei sie fast daneben gegossen hätte, weil ihre Hand so sehr zitterte, nachdem Marcs Vater sie kurz aus Versehen gestreift hatte, als er ihr sein Glas gereicht hatte, und konzentrierte sich mit hochrotem Gesicht wieder auf das Tischgespräch, aber es fiel ihr schwer, den Faden wieder zu finden, weil sie bemüht war, Oliviers sanftmütigen Blicken auszuweichen. Doch der charmante Professor bemerkte gar nicht, dass seine Gastgeberin immer noch ein Problem mit den nackten Tatsachen hatte, die sie sich vor ein paar Tagen offenbart hatten. Seine Gedanken waren allein bei seiner Frau, mit der er heimlich unter dem Tisch Händchen hielt, und er scherzte mit seinem Kollegen Prof. Haase, dem zwar die motorischen Schwierigkeiten seiner Gemahlin aufgefallen waren, aber der sich nichts weiter dabei dachte. Er war nur froh, dass sich sein Butterböhnchen und seine Ex-Affäre nicht wieder an die Gurgel gingen und sie die Kinder endlich in Ruhe ließen.

Gretchen atmete erleichtert aus, als es auf der Elternfront endlich wieder ruhiger geworden war, und blickte nun zu Marc, der sie immer noch fragend mit hochgezogenen Augenbrauen anschaute. Sie lächelte ihren Liebsten kurz an und beugte sich zu ihm rüber und redete im Flüsterton weiter. Schließlich sollte Jochen, der kurz misstrauisch von seinem neuen Spielzeug aufgeschaut hatte, nicht mitbekommen, was seine Mutter in öffentlichen Saunen alles so trieb und mit wem. Er hatte schließlich schon genug an der Trennung von seiner Freundin zu knabbern und nachdem Bärbel ihn vorhin als neues Opfer auserkoren hatte und ihn auch noch in ihrer ganz eigenen Art ausgefragt hatte, warum sie sich getrennt hatten und ob sie es nicht doch noch mal miteinander versuchen wollten, schließlich kam er doch auch bald in das Alter, wo es um die Zukunftsplanung ging, hatte er sich beleidigt in seinen Lieblingssessel zurückgezogen und blockte alles ab. Der arme Kerl war schon genug traumatisiert, dieses Bild von seiner Mama wollte seine fürsorgliche Schwester ihm deshalb ersparen.

G: Du hast nichts gehört!
M (klappt die Kinnlade nach unten): Bitte? Eh, natürlich hab ich das gehört. Du hast gesagt, dass deine...
Oh, oh! Schadensbegrenzung, Gretchen!
G (fällt ihm schnell ins Wort u. hält ihm ihren Zeigefinger an die Lippen, bevor sie ihn anfleht, nichts zu sagen): Oh! Erzähl das bitte, bitte nicht weiter. Papa weiß das noch nicht und er soll es auch nicht erfahren. Du weißt doch, sein Herz!
Oh Gott! Das ist nicht wahr!!!
M (hält sich schockiert die Hand vor seinen Mund): Soll das... soll das heißen, dass MEIN Dad mit DEINER Mutter...? Mir wird schlecht!

Boah! Ich dachte, schlimmer geht’s nimmer! Aber das hier? Nee, das ist ja schlimmer als alle bekloppten amerikanischen Sitcoms zusammen. Wie konnte er? Ist der noch ganz bei Trost? Der könnte doch jede haben und jede würde ihn nehmen. Außerdem eh, er hat Mutter und er hat ihr doch gerade erst diesen beschissenen Antrag gemacht. Was soll das also? ... Ich glaub, ich muss doch reihern.

G (starrt ihn verwirrt an): Was? Nein, was denkst du denn gleich?
Mama würde doch nie...
M (zuckt mit den Schultern u. schaut sie fragend an): Äh... Ja, was soll ich denn sonst denken, wenn du solche Andeutungen machst? Und überhaupt, wann soll das denn gewesen sein?
G: Na vor drei Tagen in der Sauna.
M (fährt sich mit einer Hand übers Gesicht u. sieht Gretchen perplex an): Hä?
Sauna? Butterböhnchen? Dad? Altes welkes Fleisch? Die waren NACKT!!! AAAAHHH!!!
G (klärt ihn auf): Ja, dein Vater kam zufällig dazu, als meine Mama gerade ihren Saunagang genoss.
Bäh! Ein Bild, das ich nicht in meinem Kopf haben will. Aber es hat sich festgesetzt! Verdammt! Ich bin blind!
M (gereizt): Ich bin nicht taub, ich hab das schon so verstanden.
G (kleinlaut): Du hast gefragt.
M (blitzt sie an): Haasenzahn! Reiz mich nicht noch mehr! Äh... Moment, vor drei Tagen? Aber da waren die doch noch... Heißt das...? Och nee, das ist jetzt nicht wahr?
G (spricht für ihn weiter u. lächelt dabei zaghaft): Ja, meine Vermutung hat gestimmt.
Ach du Scheiße!
M (seine Stimme geht eine Oktave höher): Die waren auf ein und demselben Schiff?
G (nickt mit dem Kopf u. blickt dann verschämt zu Jochen, der schon wieder kuckt, aber GsD die Klappe hält): Genau!
Und es ist nicht unter mysteriösen Umständen untergegangen? Ich hätte es versenkt!
M (kratzt sich am Hinterkopf u. blickt zu den Eltern rüber): Das erklärt so einiges, warum die Stimmung hier so frostig ist. Ham wohl doch nen Eisberg gestreift?
G (muss unweigerlich schmunzeln): So könnte man es auch formulieren.
M (schmunzelt ebenfalls): Oh Mann! Jetzt versteh ich auch, warum deine Mutter immer rot anläuft, wenn mein Vater was sagt oder sie ankuckt.
G: Das ist nicht witzig, Marc. Sie hat vorhin einen riesen Aufstand deswegen gemacht.
Doch und ob das witzig ist! Nicht jede verträgt den Anblick eines göttlichen Meier!
M (kann sich sein dreckiges Grinsen nicht länger verkneifen): Tja, schon erstaunlich, da hat wohl jetzt jeder jeden nackt gesehen. Das sind doch die besten Voraussetzungen für gute äh... Familienverhältnisse und Freundschaften... oder so.
G (stupst ihm kopfschüttelnd in den Arm): Marc!
M (zuckt nicht mal zusammen u. grinst weiter vor sich hin): Aber eins verstehe ich nicht...
Oje! Was kommt denn jetzt noch?
G (verunsichert): Was denn?
M (lehnt sich cool und lässig mit einem verschmitzen Grinsen auf den Lippen zurück): Wieso sie so einen Aufriss macht? Wir Meier-Männer sind doch wohl die heißesten Typen, die es gibt. Von mir konnte sie ja ihren Blick auch nicht abwenden, als ich bei euch unter der Dusche stand.
Oh Gott ja! Da wollte er noch vor Peinlichkeit sterben und jetzt ist er auch noch stolz drauf oder was?
G (starrt ihn ungläubig an u. schlägt ihm schließlich tadelnd auf die Brust): Also... Du bist... blöd.
M (streicht sich lachend über die schmerzende Stelle an seiner Brust u. zieht sein Mädchen dann zu sich heran): Eh! Du willst doch diesen Prachtkörper nicht mit blauen Flecken verschandeln.
G (kuschelt sich an ihn, obwohl sie eigentlich wütend über seine Unverschämtheiten sein müsste): Tschuldigung! Aber das hattest du jetzt verdient.

Lorelei Offline

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06.05.2011 18:00
#990 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ok, ok, ich hab’s kapiert, ihr habt genug und wollt mehr Zweisamkeit. Das lässt sich einrichten. Aber einen hab ich noch aus dem Haasenhaus. Als kleine Entschädigung für die ewige Warterei ist dieser Teil hier besonders lang. Ich habe nämlich irgendwie keine Stelle gefunden, wo ich noch einen Break hätte machen können und ich hätte sicherlich wieder Prügel bezogen, wenn ich noch einen gemacht hätte. Also bekommt ihr gleich alles auf einen Schlag. Ich hoffe, das ist euch recht. Ach und heute ist Bescherung! Viel Spaß und schönes Wochenende, wünscht euch euer Schneckchen.




Gretchen und Marc hielten sich eine Weile im Arm und schauten sich einfach nur verliebt lächelnd in die Augen. Ab und an stupsten sie sich mit ihren Näschen an oder gaben sich ein kleines Küsschen auf den Mund. Die kleine Kabbelei von vorhin war schnell wieder vergessen und sie genossen die wärmende Nähe des jeweils anderen. Es war ruhig. Verdächtig ruhig! Verwundert schauten die beiden zum Esstisch rüber, wo ihren Eltern offenbar die Gesprächsthemen ausgegangen waren und sie sich nun anschwiegen. Eine peinliche, bedrückende Stille legte sich auf den weihnachtlich dekorierten Raum, wo man nur noch das Prasseln des Kaminfeuers hören konnte. Jeder vermied es tunlichst, den anderen auch nur anzuschauen und starrte stur auf sein halbleeres Weinglas. Die beiden Verliebten rollten mit den Augen und blickten sich an. Marc zuckte nur hilflos mit den Schultern und Gretchen wusste auch nicht, was sie jetzt noch tun sollte, um die Stimmung zu heben. Sie hatte doch schon alles versucht, ihre Eltern zu versöhnen. Wahrscheinlich war es einfach zwecklos. Ein aussichtsloses Unterfangen. Ihre beiden Eltern waren einfach nicht kompatibel.

G (zieht eine enttäuschte Schnute u. schmiegt sich resignierend an Marcs Schulter): Ach menno! Ich hab’s doch nur gut gemeint.
Ach Süße!
M (streicht ihr zärtlich über die Wange u. sieht sie aufmunternd an): Du meinst es immer mit alles und jedem gut, Haasenzahn. Aber vielleicht solltest du auch einfach mal nur an dich denken und an das, was du gerne willst.
Ach Marc, wieso kannst du nicht immer so süß sein?
G (sieht ihn mit großen Augen an u. lächelt plötzlich): Ich will meine Überraschung!
M (grinst übers ganze Gesicht): Na also, das ist mein Haasenzahn.

Marc gab seiner zuckersüßen Freundin, die ihn mit leuchtenden Augen anschmachtete, einen kleinen Handkuss, dann stand er vom Sofa auf und zog seine verdutzte Prinzessin mit hoch. Jochen schaute überrascht von seinem Smartphone auf, als die beiden plötzlich vor seinem Sessel standen...

J: Wollt ihr etwa verduften?
M (grinst ihn lässig an): Jep!
J (springt ebenfalls auf u. steckt sein neues Telefon in die Gesäßtasche seiner Jeans): Super! Nehmt ihr mich mit?
M (klappt ungläubig den Mund auf u. starrt Jochen an wie einen Außerirdischen): Äh... neiiin!?
J (gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden u. sieht ihn eindringlich an): Nur bis in die Innenstadt.
Der hat doch den Arsch offen!
G (ist auch nicht sonderlich begeistert, dass ihr Bruder ihre Zweisamkeit stören will): Und wer passt dann auf unsere Eltern auf?
J (glaubt sich verhört zu haben u. funkelt seine Schwester böse an): Äh... Geht’s noch? Ich bleib sicherlich nicht mit dem ... (sieht kurz unauffällig zum Elterntisch u. spricht dann im Flüsterton weiter) ... Rentnertrupp alleine hier.
M (steckt lässig seine Hände in seine Hosentaschen u. schaut grinsend zwischen Jochen und Gretchen hin und her): Wo er Recht hat, hat er Recht.
Die Arschkarte gönn ich nicht mal ihm!
G (weist die beiden kindischen Jungs zurecht): Ihr seid unmöglich, echt.
M (zwinkert ihr zu): Wir tun Unmögliches, um hier wegzukommen, Haasenzahn. Das trifft es eigentlich eher.
G (schaut ihn sprachlos an): Also...
J (sieht den lachenden Oberarzt und seine entgeisterte Schwester mit gespielt wehleidigem Bambiblick an): Also was ist jetzt? Kann ich bitte ein Stück mitfahren?
M (stöhnt genervt auf u. fährt sich mit einer Hand über den Mund, während er zu Gretchen kuckt, die unschlüssig mit den Schultern zuckt): Ok, von mir aus. Wir setzen dich aber an der nächsten U-Bahnhaltestelle ab?
Ich will nämlich gar nicht in die Stadt. Der Abend hat mich eh schon viel zu viel Zeit gekostet.
J (strahlt zufrieden über das ganze Gesicht u. erzählt den beiden, die eher desinteressiert dreinblicken, enthusiastisch, was er eigentlich heute Abend noch vorhat): Gebongt! Hotte hat nämlich sturmfrei und gibt eine Anti-Spießer-Anti-Christmas-Party.
G (verdreht die Augen, weil es sie eigentlich nicht sonderlich interessiert): Ah... ja!? Das heißt, saufen, daddeln,...
J (ergänzt grinsend ihre Aufzählung): ... hübsche Mädchen.
M: Ja, wer’s glaubt!

Marc grinste seinen Schwager in spe frech von der Seite an, dieser zog nur seine Stirn kraus, nickte seiner ebenfalls schelmisch grinsenden Schwester zu und stolzierte dann mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht am Esstisch vorbei und ging schnurstracks in den Flur. Gretchen und Marc wollten ihm folgen, wurden aber leider von ihren Eltern daran gehindert, die plötzlich überrascht aufschauten, als sie den hektischen Aufbruch bemerkten...

B (erhebt sich halb von ihrem Stuhl u. stützt sich mit ihren beiden Händen am Esstisch ab): Aber wo wollt ihr denn jetzt hin?
M (zwinkert den vier zu): Wir haben noch was vor.
E (ebenso irritiert wie Bärbel): Und was, wenn ich fragen darf?
M (stöhnt kurz genervt auf u. geht einfach weiter): Darfst du nicht.
E (gibt sich mit dieser patzigen Antwort ihres Sohnes nicht zufrieden): Was tust du denn heute so geheimnisvoll? Vorhin in deiner Wohnung hast du auch schon...

Jetzt wird es aber interessant. Hat er etwa unsere Wohnung umdekoriert und in ein Weihnachtswunderland verwandelt? Ich wusste es! Hach... er ist so süüüüüüüüsssssssssss!!! Zum Knuddeln!!!

G (schaut Marc neugierig an): Ach?

Na super, jetzt bringt sie sie auch noch auf dumme Gedanken. Haasenzahn denkt doch bestimmt jetzt, dass ich unsere geile Wohnung mit so einer bescheuerten Tanne verschandelt hab. Pah! Da, wo wir jetzt hinfahren, ist GsD von diesem nervigen Gestrüpp und dem ganzen Feiertagskitsch keine Spur. Das wird Erholung pur nach dem ganzen fürchterlichen Stress hier.

M (dreht sich schnell zu Elke um u. wiegelt ab): Du musst auch nicht immer alles wissen, Mutter.
E (springt jetzt auch beleidigt auf): Also...
O (zieht Elke wieder herunter auf ihren Stuhl u. schlichtet mit sanfter beruhigender Stimme): Lass ihn doch! Die Kinder wollen alleine sein. Wer soll’s ihnen verübeln?
B (sieht ihren ganzen Ablaufplan in Gefahr u. schaut enttäuscht zu ihrer Tochter): Aber... aber wir haben doch noch gar keine Bescherung gemacht?
J (kuckt um die Ecke ins Zimmer): Mama, aus dem Alter sind wir doch schon längst raus.
G (nickt ihm dankbar zu u. sieht dann ihre Mutter entschlossen an, die ziemlich verdutzt dreinblickt): Genau! Außerdem hab ich mir mein Geschenk eh schon selber gekauft und euch neulich präsentiert. Und Jochen hat seins doch vorhin auch schon unter dem Baum hervorgeholt.
F (kuckt ihn böse an): Was hast du?
J (winkt mit seinem neuen Smartphone entschuldigend in der Luft herum): Ja, sorry, brauchte was gegen die Langeweile.
B (lässt sich eingeschnappt wieder auf ihren Stuhl fallen): Also wirklich, Kinder...
G (geht um den Tisch herum u. legt ihre Arme um ihre Schulter): Ach Mama, sei bitte nicht böse, hmm! Aber wir... wir wollen...
B (kann ihre Enttäuschung nicht verbergen, die in ihrer Stimme mitschwingt, auch wenn sie das Gegenteil behauptet): Schon gut, schon gut, ich verstehe. Ich war ja auch mal jung.
G (lässt ihre Mutter los u. reicht ihr nun lächelnd einen rosafarbenen Umschlag): Hier! Das ist von uns. Also Jochen, Marc und mir.
B (reißt den kleinen Umschlag sofort auf u. staunt nicht schlecht, als sie den Inhalt sieht, sie ist den Tränen nah): Ach ihr seid doch verrückt.
G (freut sich mit): Nein, sind wir nicht. Wir haben dich nur unheimlich lieb.
Redet sie jetzt etwa auch von mir? Äh... ich würde die Betonung aber eher auf das „unheimlich“ legen.
M (starrt verwundert zu seiner Liebsten, die ganz gerührt ihre Mutter ansieht, u. flüstert ihr leise ins Ohr): By the way, was hab ich mitfinanziert?
Oh Marc!
G: Du hörst mir nie zu!
Na super! Wieso ist sie denn jetzt schon wieder beleidigt? Ich hab doch gar nix gemacht.
B (steht mit dem offenen Brief in ihrer Hand auf u. umarmt ihre Tochter liebevoll): Ein Wellnessgutschein. Wie schön! Danke!
G (lächelt glücklich): Gern geschehen! Es ist genauer gesagt ein Gutschein für ein Wochenende in einem Wellnesshotel am Wannsee. Den Zeitpunkt könnt ihr euch selber aussuchen. Dann können du und Papa euch mal so richtig entspannen.
Oh Mann! Und unter diesen schwulen Scheiß soll ich meinen Meier gesetzt haben? Hoffe, das kriegt niemand im EKH spitz. Die lachen sich doch tot, wenn ich so was dem Boss spendiere.
J (kleinlaut): Diesmal ohne Wellengang!
G (zischt ihren Bruder an): Jochen!
J (blitzt sie an): Na, stimmt doch.
Blöder Idiot! Er verdirbt die ganze Überraschung.
F (lächelt zufrieden in die Runde): Danke ihr drei.
J: Ach gar nichts für.
G (beugt sich zu ihrem Bruder rüber, der sich unverschämterweise mit ihren Lorbeeren schmückt u. flüstert ihm leise ins Ohr, wofür sie nur ein gehässigen Grinsen zurückbekommt): Schleimer!
Boah es reicht jetzt echt. Sonst kommen wir vor Mitternacht nicht mehr an.
M (tippt Gretchen vorsichtig auf die Schulter): Ja, äh... können wir dann?

Marc wurde allmählich ungeduldig und drängte zum Aufbruch. Doch Gretchen warf ihm nur einen eindringlichen Blick zu und stieß ihn mit dem Ellenbogen am Arm an...

G: Hast du nicht etwas vergessen?
M (verwirrt): Bitte?

Seine Eltern sollten schließlich auch nicht unbeschenkt bleiben. Marc, bei dem der Groschen dann doch endlich gefallen war, rollte nur entnervt mit den Augen und zog nun ebenfalls einen zerknitterten Umschlag aus seinem Jackett, den er kommentarlos seiner Mutter in die Hand drückte, die ihn mit großen Augen verwundert anschaute...

E: Für mich?
M (sarkastisch): Nee, für Mutter Theresa, wen sonst?
G (tadelnd): Marc!
M (platzt allmählich der Geduldsfaden, aber er reißt sich mit Müh und Not zusammen): Boah! ... Ein Büchergutschein von Bertelsmann, damit du die Konkurrenz im Auge behalten kannst.
G (verdreht fassungslos die Augen über Marcs lieblose Geschenkübergabe): Den Sinn vom Schenken hast du noch nicht ganz verstanden oder Marc?
M (gereizt): Wieso? Den bekommt sie jedes Jahr. Also mach jetzt kein großes Trara daraus!
E (ignoriert seine Bemerkung u. bedankt sich mit einem Lächeln, das er für den Hauch einer Sekunde auch erwidert): Danke!
G (erwidert ihr Lächeln ebenfalls u. dreht sich dann wieder zu Marc um, den sie auffordernd anschaut): Bitte, bitte!
M (wirft Gretchen einen genervten Blick zu u. wendet sich dann an Olivier): So und der hier ist für dich, Dad.

Aus der anderen Jackettasche zog der Weihnachtsmuffel einen weiteren Umschlag hervor und reichte diesen seinem gerührten Vater, dem erst jetzt in diesem Moment so richtig bewusst wurde, dass das hier tatsächlich das erste Weihnachtsfest seit zwanzig Jahren mit seinem Sohn war. Mit zittrigen Händen und klopfendem Herzen öffnete Olivier das blaue Kuvert und zog zwei Eintrittskarten hervor, auf die er erstaunt kuckte und sie hin und herdrehte, bevor er seinen Kopf hob und Marc stolz anlächelte...

O: Karten für die AMI in Leipzig?
M (versucht, das seltsame Gefühl von Freude, das in ihm aufsteigt, nicht anmerken zu lassen u. bleibt betont cool): Jep!
G (ganz gerührt von dem emotionalen Moment): Die sind für euch beide. Marc liegt mir schon ewig in den Ohren deswegen. Und wir dachten, das wäre doch...
O (fällt seiner Schwiegertochter ins Wort und seinem Sohn um den Hals): Oh mein Sohn! Ich freu mich.

Olivier sprang hastig von seinem Stuhl auf und umarmte seinen perplexen Jungen herzlich, der sich, völlig überrascht von dem väterlichen Gefühlsausbruch, die Umarmung steif wie ein Brett gefallen ließ und sich dann aber schnell wieder peinlich berührt von ihm losriss...

M: Ja, is gut jetzt, ne.
Das wird mir allmählich viel zu viel sentimentales Theater hier. Ist doch nur ne Automesse. Also kein Ding. Will doch da nur kucken, was für einen neuen Wagen ich mir demnächst zulegen könnte.

Elke, die die Szene zwischen ihren beiden Männern ganz gerührt verfolgt hatte, wischte sich eine verirrte Träne aus ihrem Augenwinkel und lächelte Olivier an, als dieser sich wieder zu ihr setzte und sie ebenfalls kurz liebevoll umarmte. Auch für die stolze Erfolgsautorin, die ihre Gefühle stets kontrollierte, war das ein ganz besonderer Moment, der ihr Herz tief berührte. Sie war sich sicher, dass sie die einzig richtige Entscheidung getroffen hatte, als sie zu Olivier zurückgekehrt war und nahm nun glücklich seine Hand. Ihr Corazón war der Anker, der ihre Familie zusammenhielt und der die ganzen Jahre immer gefehlt hatte. Die Chance, auch mit ihrem Sohn, der sich ihr gegenüber immer noch sehr distanziert und reserviert verhielt, irgendwann wieder ganz ins Reine zu kommen, dachte sie bewegt und lehnte sich gegen Olis starke Schulter.

Gretchen lächelte glücklich in die Runde und nahm Marcs Hand in ihre. Sie drückte diese ganz fest, als sie spürte, dass sie immer noch leicht zitterte. Sie warf ihrem Liebsten einen liebevollen Blick zu, den er sanft erwiderte. Er konnte sich das auch nicht wirklich erklären, aber er fühlte sich unheimlich gut in diesem Moment. Und als er seine Eltern so verliebt miteinander umgehen sah, verspürte er zum ersten Mal seit Jahren so etwas wie familiäre Geborgenheit. Es war zwar nicht wie früher oder wie das tadellose Ideal der Familie Haase, aber es war ein Anfang. Vielleicht könnten sie es ja doch schaffen.

Während jeder so seinen Gedanken nachhing, meldete sich plötzlich noch jemand zu Wort, den man wohl mal wieder einfach so übergehen wollte. War ja nicht das erste Mal! Er war ja immer unsichtbar, wenn es um das Traumpaar der Nation ging.

J: Und ich krieg nix oder was?
Jochen!
G (dreht ihren Kopf zur Seite und sieht ihn an): Wenn du nicht so fixiert auf dein neues Spielzeug gewesen wärst, hättest du vielleicht gesehen, dass noch ein weiteres Geschenk unter dem Baum lag....
J (fällt ihr ungläubig ins Wort): Das Medizinbuch?
F (sichtlich begeistert nickt er seiner Tochter zu): Oh Kälbchen, das ist wahrlich eine sehr gute Idee gewesen.
J (verdutzt): Äh... Aber da stand doch drauf „für Dummies“! Also ist es doch eher für...
M (fällt ihm grinsend ins Wort): Damit wäre doch wohl klar, wer der Adressat ist oder?

Und da geschah plötzlich etwas, womit an diesem Abend wohl niemand mehr gerechnet hätte. Das Eis war endgültig gebrochen! Alle lachten herzhaft auf. Alle bis auf einen! Denn Jochen verzog nur beleidigt sein Gesicht, beugte sich zu seiner Schwester rüber und flüsterte ihr ins Ohr...

J: Das kriegst du alles wieder.
G (gestikuliert vor seinem Gesicht mit ihren Händen herum): Uhh! Jetzt machst du mir aber Angst. ... Und was ist mit meinem Geschenk?
J (formt seine Augen zu kleinen Schlitzen u. verschränkt seine Arme vor seinem Körper): Ich weiß nicht, ob du das jetzt noch verdient hast.
Die beleidigte Leberwurst hat er echt drauf. Muss er von Mama haben!
G (seufzt u. schaut ihn sanftmütig an): Wir haben doch nur einen Spaß gemacht. Hast du den Umschlag in dem Buch nicht gefunden? Das ist das eigentliche Geschenk.
J (staunt): Echt?
G (lächelt): Echt!
J (hat sein Lächeln wieder gefunden): Cool! Deins liegt oben auf deinem Prinzessinnenbett. Hatte keine Zeit mehr, es einzupacken.
G (schüttelt den Kopf u. drückt ihren Bruder dann kurz an sich): Klar! Ich hab dich lieb. Ich hoffe, du weißt das.
J (löst sich peinlich berührt schnell wieder von seinem Schwesterherz): Das wird mir langsam echt zu rührselig hier.

Denselben Gedanken hegte auch Dr. Meier gerade, der seine Hand auf die Schulter seiner hübschen Assistenz gelegt hatte, um sie zu erinnern, dass sie doch eigentlich gehen wollten...

M: Haasenzahn!
G (schaut ihn entschuldigend an u. wendet sich dann noch einmal an ihre Eltern): Okay! Es macht euch doch nichts aus, wenn wir jetzt schon fahren oder?
Oh bitte, bitte, bitte keine Einwände mehr! Sonst kommen wir ja nie an.... im Paradies.
F: Nein, fahrt nur. Ich wünsche euch eine schöne Zeit.
B (neugierig zu Franz): Schöne Zeit? Franz, du weißt doch was?

Franz ignorierte die Frage seiner Frau und zwinkerte seinem besten Oberarzt geheimnisvoll zu. Dieser senkte nur betreten seinen Kopf. Warum noch mal hatte er ihm gesagt, was er mit seiner Tochter vorhatte? Er lenkte schnell ab, als auch noch Gretchen ihn so komisch von der Seite ansah....

M: Äh... danke! Unterlagen liegen alle auf deinem Schreibtisch, falls du die Tage mal in die Klinik fährst.
F (nickt zufrieden mit dem Kopf): Gut! Ein kleiner Kontrollbesuch wäre vielleicht angebracht.
B (nicht gerade begeistert davon): Oh Franz, du hast doch versprochen, du bleibst zwischen den Feiertagen zuhause?
G: Papa, Mehdi äh... Dr. Kaan und Dr. Rössel haben alles im Griff.
M (kann es nicht lassen): Na ja!?
G (zischt ihn an): Marc!
M (leise): Ich sag schon nichts.
F: Na ja, mal sehen.

Während Franz noch überlegte und Bärbel ihn eindringlich ansah, wurde ihr Sohn immer ungeduldiger und trat an das verliebte Pärchen heran...

J: Ja, wird’s heute noch?

Marc und Gretchen warfen Jochen einen giftpfeilgetränken Blick zu, der daraufhin die Augen verdrehte und das Zimmer verließ, um draußen auf die beiden zu warten. Gretchen gab ihrer Mutter noch schnell einen Kuss auf die Wange und drückte sie zum Abschied herzlich an sich, zwinkerte dann ihrem Vater zu, der sie fröhlich anlächelte, verabschiedete sich höflich von ihren Schwiegereltern in spe und verschwand anschließend im Flur, um sich anzuziehen. Marc machte derweil keinen großen Reibach und hob nur eine Hand zum Abschied und nickte leicht mit dem Kopf, als er sich umdrehte und ihr folgte. Wehmütig schauten die Elternpaare ihren Kindern hinterher...

B (seufzt): Sie werden so schnell erwachsen.
E (in Gedanken): Wem sagen Sie das!

Bärbel warf ihrer Erzkonkurrentin einen überraschten Blick zu. Diese lächelte nur kurz gespielt auf und zog dann ihre Lippen kraus. Die Gastgeberin nickte der stolzen Autorin dennoch zu und erhob nun ihr Glas...

B: Auf unsere Kinder! Auf dass sie glücklich werden.
F: Und es auch bleiben.
B (tadelnd): Franz!
O (zwinkert ihr frech zu, woraufhin sich Bärbels Wangen wieder leicht verfärben u. sie ihren Kopf abwendet): Mit Sicherheit!

Franz und Olivier folgten Bärbels Aufforderung, so wie Elke schließlich auch...

E: Und darauf, dass wir die Vergangenheit endlich hinter uns lassen.

Alle nickten mit dem Kopf und stießen friedlich miteinander an, während Gretchen die Haustür ins Schloss zog und die versöhnliche Geste ihrer Eltern gar nicht mehr mitbekam. Ihr Bruder wartete bereits ungeduldig an Marcs Volvo. Dieser entriegelte die Türen, Jochen huschte sofort auf die Rückbank. Und Marc hielt seiner Freundin gentlemanlike die Beifahrertür auf, woraufhin sie ihn breit anlächelte und ihm einmal zärtlich über die Wange strich...

G: Danke!

Jochen rollte nur genervt mit den Augen angesichts der Charmeoffensive des einst so coolen Oberarztes. Doch als Gretchen in den Wagen einsteigen wollte, hielt Marc sie plötzlich zurück. Er hätte doch in der Aufbruchshektik fast ein entscheidendes Detail vergessen.

G: Was ist denn?

... fragte Gretchen ihn verunsichert. Marc hob eine Hand und deutete ihr damit, kurz zu warten. Er kramte in seinen Manteltaschen, fand aber nicht das, wonach er suchte. Er blickte hektisch in den Wagen und öffnete schließlich das Handschuhfach. Dort zog er ein lilafarbenes Tuch hervor...

M: Ah... da haben wir es ja.
J (stutzt): Was wird das denn jetzt?
M: Klappe, Jochen!

... gab Marc schnippisch zurück, der schon fast wieder vergessen hatte, dass sie einen unangenehmen Begleiter hatten. Ihm war es eigentlich nicht recht, dass ausgerechnet ihr Bruder jetzt mitbekam, was er mit Gretchen vorhatte, aber er hatte keine andere Wahl, wenn sein Plan funktionieren sollte. Er würde Jochen schon bei Gelegenheit das Maul stopfen, falls er nicht dichthielt. Er stellte sich nun hinter seine zunehmend aufgeregte Freundin, die ihn ganz verdutzt ansah. Doch als er ihr das Tuch plötzlich vor die Augen hielt, wusste sie, was er vorhatte...

G: Oh! Marc, muss das sein!
M (macht einen Knoten hinter ihrem Kopf u. kontrolliert unter den fassungslosen Blicken ihres Bruders, ob sie noch etwas sehen kann): Jep! Nicht meckern, sonst kriegst du noch eins um deine süße Zuckerschnute. Wäre doch schade drum. ... (drückt ihr schnell einen flüchtigen Kuss auf den Mund, woraufhin sie breit lächelt) ... Und jetzt einsteigen!

Vorsichtig half Marc seiner Süßen beim Einsteigen und klopfte ihr tadelnd auf die Finger, als sie das Tuch etwas verrutschen wollte...

M: Finger weg!
G (ist nicht ganz wohl bei der ganzen Sache): Marc! Es ist eh dunkel. Du weißt doch, wie nachtblind ich bin.
M (grinst): Sicher ist sicher!

Marc drückte seine hibbelige Freundin in den Sitz und schnallte sie an, wobei er einen Moment innehielt, als er ihr ganz nah war und ihren warmen Atem auf seiner Haut spürte, der ihn sanft am Hals kitzelte, und er eine Wolke ihres betörendes Parfum einatmete, das seine Sinne benebelte und ihn auf nicht ganz jugendfreie Gedanken brachte, denen er nur allzu gerne nachgegangen wäre, wenn nicht plötzlich Jochen in sein Blickfeld gerückt wäre, der den verklärt dreinblickenden Oberarzt ziemlich belustigt ansah. Marc zog sich schnell zurück und schloss die Tür. Seinen Gedanken konnte er auch noch in zwei Stunden nachgehen, dachte er und sog einen tiefen Zug kalter Dezemberluft ein, um sich zu beruhigen. Dann ging er um den Wagen herum und stieg ein.

Als er den Schlüssel ins Zündschloss steckte, meldete sich jemand mit einem spöttischen Kommentar von der Rückbank, dem er nun doch am liebsten das Maul gestopft hätte...

J: Schwesterherz, was hast du bloß aus ihm gemacht? Der war früher mal so cool.
G (grimmig): Halt die Klappe, Jochen!
M (schießt mit seinen Kopf herum u. sieht Jochen drohend an): Wenn du nicht willst, dass ich dich bei der Eiseskälte irgendwo in der Pampa rauslasse, dann rate ich dir, dein Maul zu halten. Und falls du das hier jemals irgendwo herumposaunst, dann schwöre ich dir, mach ich dir deine Assizeit zur Hölle, falls du es überhaupt soweit schaffst.
J (eingeschnappt): Eh!
G (auch wenn sie ihn durch die Augenbinde nicht sehen kann, dreht sie sich dennoch zu ihm herum): Ich weiß, wovon er spricht.
M (ist jetzt auch beleidigt): Haasenzahn!
G (zieht eine Zuckerschnute, als sie nun in seine Richtung blickt): Tschuldigung!
J: Oh Mann!

... stöhnte Jochen genervt und verfluchte sich selbst, dass er unbedingt bei den beiden mitfahren wollte, um der elterlichen Hölle zu entkommen. Dabei war er nun direkt in der Hölle der Glückseligkeit gelandet. Er wusste nicht, was schlimmer war. Er entschied sich, tapfer die paar Minuten durchzuhalten und hielt nun tatsächlich seine vorlaute Klappe.

Aber dass sein Schwager immer noch leise vor sich hinschmunzelte, bemerkte Dr. Meier durchaus im Rückspiegel. Grummelig schnallte er sich an und startete den Wagen. Er würde sich rächen, denn niemand machte sich ungestraft über Gott lustig. Das schwor er sich in diesem Moment und er wusste auch schon wie. Der blöde Idiot hatte wahrscheinlich noch gar nicht gemerkt, dass seine zauberhafte Schwester noch so einen albernen selbst gebastelten Zettel in das Medizinlehrbuch gelegt hatte, mit dem sie ihm eine Teilnahme bei einer gemeinsamen OP schenken wollte. Irgendwann stand doch bestimmt mal wieder eine eklige Magen-Darm-Spiegelung an, überlegte Dr. Meier. Da würde doch Schwester Jochen sicherlich gerne den Schlauch halten wollen. Mit einer weitaus besseren Laune bog der Oberarzt nun in die Hauptstraße ein.

Seine Freundin, die hibbelig auf ihrem Sitz hin und her rutschte und sich das Überraschungsziel in den schönsten Farben ausmalte, konnte es nicht lassen, noch einmal genauer nachzufragen...

G: Und wo geht’s jetzt hin?
M (schmunzelt u. schaut kurz zur Seite): Haasenzahn, warum hab ich dir wohl ein Tuch umgebunden, hmm?
Ach menno! Er ist so gemein.
G (resigniert): Damit ich nicht mitbekomme, wo wir hinfahren.
M (sarkastisch): Wow! Ich wusste doch, dass ein schlauer Geist in deinem süßen Köpfchen stecken würde.

Für diesen Spruch drehte sich Gretchen beleidigt zum Fenster um und schmollte... Der soll sich bloß nicht einbilden, dass ich ihm später vor lauter Freude um den Hals fallen werde. Ist eh bestimmt nur so eine blöde Schnapsidee von ihm. Imbissbude, Eishockeyspiel oder ein Fahrsicherheitstraining. Was weiß ich? ... Marc lachte nur und konzentrierte sich nun voll und ganz auf die Straße und die winterlichen Verhältnisse, die ein schnelles Fahren verhinderten.

Eine Fahrt ins Ungewisse begann.

Lorelei Offline

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08.05.2011 13:39
#991 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mädels, Dankeschön für eure lieben Kommis. Entschuldigt bitte, dass ihr warten musstet, aber ich wollte erst einmal ein bisschen vorschreiben und etwas Vorrat anhäufen, bevor es weitergeht. Wie ihr schon richtig vermutet, wird es etwas dauern, bis die beiden Turteltauben endlich ihr Ziel erreichen, falls sie es denn überhaupt jemals erreichen werden.

Bevor ich mir noch Ärger einhandele, natürlich erreichen sie es, die Frage ist nur, wann.
Aber da ich euch eine Überraschung schulde, bekommt ihr eben zunächst Gabis Überraschung auf dem Servierteller präsentiert. Viel Spaß! Ein spezieller Gruß geht heute an diesen wunderschönen Sonntag an alle Mütter. Lasst euch feiern! Bussi, eure Lorelei





Aber auch an anderer Stelle führte ein Weg jemanden ins Ungewisse, wenn auch auf ziemlich ungeschickte Art und Weise, denn der mittlerweile erblindete Dr. Kaan geriet aufgrund seiner unerwarteten und ungewohnten Behinderung immer wieder ins Straucheln, wedelte wild mit seinen Armen in der Luft herum, als ob er wie ein Jungvogel das Fliegen erlernen wollte, und stolperte mehrmals aufgrund seiner Gleichgewichtsstörung über seine eigenen Füße. Schwester Gabi hatte ihrem süßen Oberarzt nämlich ihren Schal um die Augen gebunden, nachdem sie ungesehen das Krankenhaus verlassen hatten und Hand in Hand in Richtung Park gelaufen waren, um den Überraschungsmoment noch ein wenig hinauszuzögern. Sie freute sich wie ein kleines Kind, das die Begegnung mit dem Weihnachtsmann nicht scheute und sich gleich auf den ganzen Geschenkeberg stürzen wollte, auf seine Reaktion, hatte in ihrer Euphorie aber nicht diese motorischen Anfangsschwierigkeiten bedacht, die ein blinder Mensch nun mal mit sich trug, der den Weg nicht kannte. Und das Winterwetter erledigte den Rest.

Mit einem geduldigen Lächeln auf den Lippen und unter Aufopferung ihre gesamten Kraftreserven führte Gabi ihren tollpatschigen Freund nun quasi über Stock und Stein einen verschneiten Trampelpfad entlang. Leider spielte ihr charmantes Entführungsopfer nicht ganz so mit, wie sich das die schöne Überraschungsfee erhofft hatte, aber sie musste sich nach einer Weile eingestehen, dass die Art und Weise ihrer spontanen Entführung durchaus ihren besonderen Reiz hatte, zumal Mehdi immer wieder auf dem Weg anhielt und sich Halt suchend an ihr festklammerte, wobei er seine Hände unverschämterweise über ihren Körper gleiten ließ und er sie abknutschte, wann immer er mal wieder „gestolpert“ war und sie ihn deshalb fest an sich drücken musste, damit er nicht gleich wieder den Boden küsste.

Das war eine fiese Taktik von ihrem hinterlistigen Opfer, aber auch unheimlich aufregend und sehr sinnlich. Seine heißen Lippen machten sie dermaßen süchtig, dass auch sie kaum von ihm lassen konnte, und so lehnten sie nun mittlerweile seit einer geschlagenen Viertelstunde wild knutschend an einem Kirschbaum, ohne auch nur einen Schritt vorangekommen zu sein, während Mehdis Hände mittlerweile überall und nirgends gewesen waren und Gabi ganz weit weg davon geschwebt zu sein schien, ja, bis sie eine Portion Schnee in den Nacken bekam, der durch die Ruckelei am Baumstamm von einem der Äste heruntergefallen war, und sie unsanft in die kalte Realität zurückkatapultierte. Erschrocken kreischte die junge Frau laut auf, ließ ihren Liebsten abrupt los und sprang einen Schritt zurück, wobei sie immer wieder in ihren Nacken griff und dann vor sich hin schimpfend auf und abhüpfte, um den Schnee, der sich in ihrem Mantelkragen festgesetzt hatte, abzuschütteln. Besorgt und irritiert zugleich fragte der immer noch blinde Frauenarzt nach, der von der Schneelast nichts abbekommen hatte und sich ihr harsches Verhalten nicht erklären konnte...

MK: Was ist? Alles in Ordnung?

Er wollte sich, um sich zu vergewissern, dass wirklich alles ok war, den Schal von den Augen ziehen, aber die unfreiwillig eingeseifte Krankenschwester hinderte ihn schnell daran und zog die beiden Schalenden wieder fest zusammen...

GK: Ja! Nur eine Ladung Schnee im Nacken.
MK: Oh! ... Hey! Was machst du denn da? Nicht so fest!

... protestierte der Perser und griff nach ihrer Hand. Gabi grinste ihren sehbehinderten Mann nur schelmisch an und räkelte sich nun verführerisch an seinem Körper. Sie strich ihm über den Brustkorb und raunte lasziv in sein Ohr...

GK: Ich dachte, du magst es... härter?
MK (ihm wird ganz anders, als er ihre erotische Stimme vernimmt u. ihren warmen Atem an seinem Hals spürt, was ihm eine fette Gänsehaut beschert, u. schlingt seine Arme um ihre Taille u. drückt sie fest an sich): Ähm... Was... was hast du vor?
Hmm... Ich spiele fast mit dem Gedanke, das hier abzubrechen, um mit dir ein ruhiges und v.a. warmes Nest aufzusuchen. Hmm... ein äußerst verführerischer Gedanke! Aber dann wäre ja der ganze Aufwand hier für die Katz. Hmm... schwierige Entscheidung!
GK (löst sich mit sanfter Gewalt aus seinem Klammeräffchengriff, macht eine halbe Drehung u. steht nun wieder hinter ihm u. flüstert ihm verheißungsvoll ins Ohr): Nicht das, was du denkst.
MK (lächelt verschmitzt ins Leere, denn er sieht ja nicht, wo Gabi gerade steht): Schade!
Er ist unersättlich. Unfassbar, was alles in diesem unscheinbaren, zurückhaltenden, charmanten, unheimlich süßen Mann steckt.
GK: Aber wir sind gleich da.
MK (die Neugier wächst ins Unermessliche): Und wo genau, wenn ich fragen darf?

Gabi ignorierte seine Frage und ließ lieber Taten sprechen. Sie legte ihre zarten Hände wieder an Mehdis Hüfte - sein Hintern war ihr mittlerweile zu gefährlich geworden - und schob ihn sanft nach vorn in die Richtung, in die sie ihn hinführen wollte. Zwei Minuten später hatten sie ihr Ziel erreicht. Während Mehdi verunsichert seinen Kopf in alle Richtungen bewegte, baute sich Gabi vor ihm auf, biss sich noch einmal auf ihre Unterlippe, verdrängte das aufkommende Gefühl der Nervosität und fuhr mit beiden Armen an seinem Gesicht vorbei, um die Schalenden zu greifen. Der ebenso aufgeregte Mann genoss ihre plötzliche Nähe in vollen Zügen und legte seine Hände frecherweise an ihren Po, was sie zusammenzucken ließ...

GK (kann sich kaum noch konzentrieren): Mehdi, jetzt lass das mal!
MK (fährt grinsend mit seinen Händen über ihren knackigen Po): Fühlt sich aber gut an. Weißt du, wenn man blind ist, sind die anderen Sinne plötzlich viel wacher und man spürt die Dinge viel intensiver.
GK (schüttelt den Kopf über ihren charmanten Schlawiner u. raunt ihm verführerisch ins Ohr): Wir können deine neu gewonnenen Erkenntnisse gerne das nächste Mal im Bett ausleben.
MK (sein Grinsen wird breiter u. er küsst ihren Hals): Gerne! Wieso nicht... jetzt?
GK (ergreift sein Gesicht mit beiden Händen): Dann müsstest du aber auf deine Weihnachtsüberraschung verzichten.
MK (stupst mit seiner Nase die ihre an u. raunt mit heiserer Stimme): Wir könnten ja beides...
GK (gibt ihm einen kleinen Kuss, der ihn verstummen lässt, u. lässt ihre Hände los): Na ob du dich so lange gedulden kannst?
MK (lacht): Hängt davon ab, womit du mich überraschen willst.
GK (legt ihre Arme um seinen Hals u. schmiegt sich gefühlvoll an ihn): Ich glaube, das Richtige, um dich ein wenig abzukühlen.
MK (erstaunt): Oh! Das heißt?
GK (grinst u. gibt ihm einen kleinen Schmatzer auf die Wange): Dass die Handschellen erst einmal im Schrank bleiben.
MK (sprachlos): Boah bist du fies! Aber... du... du hast... Handschellen?
GK: Hatte mal was mit einem Polizisten.
MK (will das gar nicht hören): Ah!?
GK: Aber die Geschichte möchtest du sicherlich nicht hören?
MK (schlingt seine Arme um ihren Bauch u. schmiegt sich an sie): Ehrlich? ... Nein!
GK (genießt seine Nähe in vollen Zügen u. tänzelt ein wenig mit ihm im Stehen): Gut!
MK: Also?
GK (schwebt schon fast wieder in anderen Sphären): Also was?
MK (schmunzelt, weil seine Liebste mit ihren Gedanken wohl gerade wieder ganz woanders ist): Die Überraschung!
GK (errötet u. öffnet ihre Augen): Oh ja! Hätte ich fast... vergessen.
Ok, konzentriere dich, Gabi! Ich glaube, du brauchst die Abkühlung noch viel nötiger als er.
MK: Das wäre jetzt wirklich schade gewesen. Wobei... ich auch gerne noch etwas länger so mit dir hier gestanden hätte. Wo auch immer sich „hier“ befindet.

Gabi lächelte ihren charmanten Freund ganz verträumt an und gab ihm noch einen kleinen Kuss auf den Mund. Dann lockerte sie den Knoten des Schals, hielt die beiden Enden aber noch einen Moment fest...

GK: Bereit?
MK (wird merklich nervöser u. das nicht nur, weil er Gabis betörendes Parfum einatmet): Bin ich doch immer.

Die verliebte Frau konnte nur schmunzeln über diesen verrückten Kerl. Dann konzentrierte sie sich aber auf das Eigentliche, nämlich ihre kleine ‚große’ Weihnachtsüberraschung und zog den Schal schwungvoll von seinen Augen und trat einen Schritt zurück...

GK: Ok! Na dann... Tada!

Lorelei Offline

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09.05.2011 17:17
#992 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ja äh... sorry für den Cliffhanger (dumme Angewohnheit ), aber ein bisschen Spannung musste schon gehalten werden. Hier dann die Auflösung. Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche. Ich hab euch lieb. Eure Lorelei

PS: @ Pinky: deine Idee mit dem Iglu und dem Näschenrubbeln hätte mir übrigens auch sehr gut gefallen. Wir machen Fortschritte in der Akzeptanz von Bidi. Ich bin stolz auf dich.





Mehdi blinzelte und wischte sich einmal kurz über die Augen, bevor er seiner zauberhaften Überraschungsfee in ihr strahlendschönes Gesicht schaute. Gabi lächelte ihn erwartungsvoll an, aber da er keine sonstige Veränderung an ihr bemerken konnte, verstand er nicht gleich, was Sache war. Fragend blickte er die Schönheit an. Sie breitete ihre Arme aus, was wohl als Zeichen zu deuten war, sich umzuschauen, dem er sofort Folge leistete. Mehdi schaute sich neugierig in der Umgebung um. Er entdeckte aber nichts Auffälliges, nichts, was auf eine Überraschung hindeuten könnte und war sichtlich verwirrt. Sie befanden sich allein mitten in der tiefgekühlten Natur. Er erkannte, dass sie nicht weit vom Elisabethkrankenhaus entfernt waren, dessen Fenster er in der Ferne leuchten sah, aber das hatte er schon bei seinem kurzen Blindflug mitbekommen. Sie waren schließlich nicht sehr weit gelaufen.

Der Oberarzt studierte nun die nähere Umgebung. Er stand mit seiner Freundin neben einer zugeschneiten Parkbank am Ufer eines zugefrorenen Sees. Ein kleiner unscheinbarer Weg führte um das Gewässer herum, der von kleinen Leuchtdioden gesäumt war, die am Wegesrand in den Schnee gesteckt worden waren und den Ort in ein düsteres, aber dennoch romantisches Licht erstrahlen ließen. Als zusätzliche Lichtquelle diente der Vollmond, der die große Eisfläche zum Glitzern brachte. Es war eine ruhige sternenklare Nacht. Ein paar vereinzelte Schneeflocken fielen langsam vom Himmel herab. Dieser Ort hatte etwas Beruhigendes an sich. Mehdi fühlte sich gleich wohl hier. Der See kam ihm irgendwoher bekannt vor. Als hätte er ihn schon einmal auf einem Gemälde gesehen. Und bei näherer Betrachtung sah dieser magische Ort tatsächlich wie von Meisterhand gemalt aus. Ein Gefühl von Wärme durchfuhr seinen Körper. Verwundert sah der attraktive Oberarzt seine strahlende Freundin an, die nervös ihre Finger knetete und auf ihrer Unterlippe herumknabberte, weil er noch nicht wirklich etwas zu ihrer Überraschung gesagt hatte. Ihr heißer Atem stieg in der kalten Luft empor. Ihre Wangen waren leicht gerötet, was sie nur noch schöner machte. Ihre braungrünen Augen leuchteten wie die Sterne am nächtlichen Firmament und ihr liebevoller Blick hielt ihn regelrecht gefangen...

MK: Ein See!

... gab Mehdi schließlich erstaunt von sich. Gabi lächelte nur und konterte auf ihre ganz charmante Art und Weise...

GK: Scharfes Auge, Herr Doktor.

Jetzt musste er selber auch schmunzeln. Was war bloß los mit ihm? Wieso war er auf einmal so rührselig? Er fuhr sich mit seiner Hand, die in einem grauen Handschuh steckte, über sein Gesicht und trat schließlich an seine süße Freundin heran....

MK: Und was wollen wir hier? Willst du spazieren gehen? Aber dafür hättest du mir nicht extra die Augen verbinden müssen.
Männer! Keine Augen für das Wesentliche!
GK: Nein, nicht ganz.

Gabi zwinkerte ihm frech zu, drehte sich dann schwungvoll um und kramte in ihrem Rucksack, den sie auf der Holzbank abgestellt hatte. Den hatte er schon fast wieder vergessen. Mehdi hatte sie vorhin schon am Hinterausgang des Krankenhauses verwundert gefragt, was sie damit vorhatte, aber sie hatte ihm keine Antwort gegeben. Umso gespannter blickte Mehdi ihr nun dabei zu. Doch Gabi schien offensichtlich sehr beschäftigt und so schweifte sein Blick unweigerlich wieder über die schöne Landschaft. Er wurde plötzlich wehmütig, was er sich überhaupt nicht erklären konnte. Dieser Ort... Wieso machte er ihn mit einem Mal so traurig? Er wollte doch nicht mehr traurig sein. Aber seine tief in ihm schlummernden Gefühle brachen sich mit einem Mal bahn. Sonderbar, dachte sich Mehdi und versuchte, seine Gedanken zu sortieren. Dabei betrachtete er den gefrorenen See, der im Mondlicht auf unvergleichliche Art und Weise magisch schimmerte. Er schien tatsächlich wie von einem Künstler gemalt. Als hätte er ihn schon einmal gesehen. Er wirkte wie ein Bild aus einem alten Spielfilm, der an Weihnachten immer auf den dritten Programmen wiederholt wurde. Er war romantisch, märchenhaft, verwunschen. Nicht von dieser Welt, aber dennoch real. Er barg längst verblasste Erinnerungen. Wieso nur war das so? Warum fühlte er sich so komisch in seiner Präsenz?

Mehdi war ganz in Gedanken versunken. Er merkte gar nicht, wie seine Freundin plötzlich mit etwas in der Luft herumfuchtelte. Erst als sie ihn zum dritten Mal angesprochen hatte, wandte er seinen Blick von der Eisfläche ab und drehte sich zu ihr herum. Er staunte nicht schlecht, als er erkannte, was sie da in ihren Händen hielt. Jetzt verstand er auch, was sie die ganze Zeit mit ihm vorhatte. Er musste unweigerlich schwer schlucken. Ihm schnürte es regelrecht die Kehle zu. Es kostete ihm immense Mühen, die aufkommenden Tränen herunterzuschlucken. Aber er durfte jetzt keine Schwäche zeigen. Nicht vor ihr. Vorhin hatte er es schon einmal fast vermasselt, als ihn die Gedanken eingeholt hatten und unsäglich traurig gestimmt hatten. Gabi hatte sich solche Mühe gemacht. Sie wollte ihm hiermit eine kleine Freude machen. Weil sie ihn liebte. Weil sie ihn ablenken wollte von dem, was jetzt noch viel präsenter war als je zuvor. Dieser Ort... Mehdi erkämpfte sich ein zaghaftes Lächeln und sah in ihr wunderschönes Gesicht, was ihn voller Vorfreude anstrahlte. Sie freute sich wirklich. Er müsste sich auch freuen. Er versuchte sich zu freuen. Wieso konnte er sich nicht auch freuen? Doch Mehdi war wie gelähmt. Fest gefroren am Boden starrte er mit leerem Blick durch sie hindurch.

Gabis Lächeln wurde immer unsicherer, als ihr Liebster nicht gleich mit der Begeisterung reagierte, die sie eigentlich von ihm erwartet hatte, und sie in den Arm nahm. Zögerlich sprach sie ihn an...

GK: Mehdi?

Tapfer schluckte der Oberarzt die Bilder und Gedanken hinunter und äußerte sich schließlich nach einer quälendlangen Minute, die Gabi wie Stunden vorkamen und die ihre anfängliche Euphorie im Keim erstickte...

MK: Schlittschuhe!

Doch Mehdi brachte nur ein Wort heraus. Seine Stimme bebte. Seine Augen schmerzten. Sein Puls schlug unregelmäßig. Seine Hände zitterten. Er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, aber er hatte gegen die Gefühlslawine, die sich langsam Zentimeter für Zentimeter nach oben kämpfte, keine Chance. Denn sein Herz weinte bitterlich, wie ein kleines Kind, das sich die Knie aufgeschlagen hatte und nach seinen Eltern rief. Jetzt waren sie ganz klar, all die Bilder, die vorhin noch ganz verschwommen und fern wirkten. Es war kein Gemälde oder eine Szene aus einem Spielfilm. Traurig sah Mehdi über den See. Die Bilder waren echt. Er hatte es erlebt.

Gabi, die mit dieser sonderbaren Reaktion nicht gerechnet hatte und zunehmend von einem Gefühl der Enttäuschung überrannt wurde, trat einen Schritt auf Mehdi zu. Irgendetwas stimmte hier doch nicht? Sie nahm die beiden Schlittschuhpaare in die eine Hand. Mit der anderen berührte sie zögerlich Mehdis Schulter. Er zuckte erschrocken zusammen und drehte seinen Kopf langsam zu ihr herum. Sie erschrak beim Blick in seine tieftraurigen Augen und ihr Herz verkrampfte sich regelrecht. Was war nur mit ihm? Ein Gefühl von Panik beschlich sie. Unsicher pirschte sie vor, um die Antwort auf ihre Frage herauszufinden...

GK: Was... was hast du? Gefällt dir die Idee nicht? Kannst du nicht Schlittschuhlaufen? Ich dachte, wer so gut tanzen kann wie du, der kann es auch auf dem Eis.
MK (fängt sich langsam wieder u. lächelt seine besorgte Freundin zögerlich an; er versucht aber, seine schlechte Stimmung mit aufgesetzter Fröhlichkeit zu überspielen): Das ist wirklich eine süße Idee von dir. Und ich kann Schlittschuhlaufen, na ja, mehr schlecht als recht, aber ich kann mich zumindest eine Weile auf den Beinen halten.
GK (merkt, dass etwas nicht stimmt, traut sich aber nicht, ihn darauf anzusprechen): Na dann! Wollen wir?

Gabi hielt ihm ein Schlittschuhpaar hin. Aber Mehdi konnte sich nicht vom Fleck weg bewegen. Er schluckte und holte tief Luft. Dabei ging sein Blick ganz automatisch in Richtung Himmel. Die verunsicherte Krankenschwester versuchte es erneut...

GK: Du willst nicht?
MK (völlig durch den Wind): Doch! Doch! ... Nein! ... Ja! Es ist nur...
GK (lässt die Schlittschuhe zu Boden fallen u. sieht Mehdi voller Sorge an): Was, Mehdi, was? Ich merke doch, dass etwas nicht stimmt.

Mehdi senkte seinen Kopf und sah seiner Freundin direkt in ihre nun ebenfalls traurig schimmernden Augen. Er seufzte und sein Blick schien durch sie durchzugehen, als er ihr endlich leise antwortete...

MK: Hier war ich das letzte Mal so richtig glücklich.

Lorelei Offline

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10.05.2011 17:16
#993 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Was habt ihr denn alle gegen ein bisschen melancholische Stimmung? Vielleicht ist sie ja positiv? Auf jeden Fall gilt, Taschentücher bereithalten, Mädels! Wir blicken zurück, aber auch nach vorn. Liebe Grüße, eure Lorelei

PS: Das erste Lied passt eigentlich nicht ganz auf die Situation, die Mehdi quält, aber von der traurigen Stimmung her schon und ich liebe es, läuft bei mir im Moment in Dauerschleife.




http://www.youtube.com/watch?v=fgCOUO-s8nY


Gabi schaute ihn ganz überrascht an, während Mehdi seinen Blick schnell wieder abwendete, weil er nicht wollte, dass sie seine Tränen mitbekam, die sich nun doch nach oben gekämpft hatten, die er aber schnell mit seinem Daumen wegwischte...

GK (mit sanfter Stimme): Wie meinst du das?
MK (atmet tief durch, dreht sich langsam wieder zu ihr um, sieht ihr lange und intensiv in die fragenden Augen u. öffnet sich schließlich): Ich war schon einmal hier.......... (er schließt seine Augen, um die erneuten Tränen herunterzuschlucken) ........ mit Lilly.
GK (schluckt): Oh!
Du bist so eine blöde Kuh, Gabi! Du hättest vorher besser recherchieren sollen. Aber woher hätte ich denn ahnen sollen, dass sie ausgerechnet hier... Super, Gabi, du ziehst ihn noch mehr runter. Gratuliere!
MK (ein zaghaftes Lächeln zeichnet sich auf seine Lippen ab, das aber schnell wieder erlischt, als seine Erinnerungen weiter gehen): Genau hier an der Stelle habe ich damals gestanden und ihr beim Schlittschuhlaufen zugesehen. Meine... Frau hatte es ihr gerade beigebracht. Lilly war ein Naturtalent. ... Eine richtige kleine Eistänzerin. ..... (er muss schlucken u. blickt wehmütig in die Ferne) ..... Eine Woche später war Annas Autounfall und alles war anders.

Gabi war das alles unendlich peinlich und sie wusste weder, wie sie reagieren, noch was sie jetzt sagen sollte. Ihr Blick huschte in und her, dann sank er zu ihren Füßen, mit denen sie unsicher hin und her tapste. Schließlich sprudelte es regelrecht aus ihr heraus....

GK: Mehdi, das... das tut mir so unendlich leid. Ich hab das nicht gewusst. Ich... Wir... Lass uns besser gehen!
MK (legt seine Hand unter ihr Kinn u. hebt es vorsichtig an, damit sie ihm besser in die Augen schauen kann, u. sieht sie voller Gefühl an): Ach meine Maus! Das muss dir nicht leid tun.
GK (kann seinem liebevollen Blick kaum standhalten, dreht sich beschämt weg u. läuft nun am Ufer auf und ab): Doch! Ich wollte doch nur... Ich hab mir gedacht, das könnte dir vielleicht gefallen. Ich wollte gerade heute etwas Besonderes machen. Schenken können wir uns immer wieder was, aber ich wollte halt, dass dieser Abend.... unser Abend... unvergesslich wird und... (sie stockt u. fährt sich aufgewühlt über ihr Gesicht) ... Ach... Ich hätte dich einfach vorher fragen und nicht so überrumpeln sollen.
MK (lächelt sie aufmunternd an): Na und? Mir gefällt deine Idee. Ist doch süß. Genauso süß wie du.
GK (hat ihm gar nicht richtig zugehört u. redet sich weiter etwas ein): Ich hab mir das so romantisch vorgestellt und jetzt...
MK: Ist es doch auch.
GK (macht sich Vorwürfe, ihn mit ihrer Aktion noch mehr runtergezogen zu haben): Ich mach immer alles falsch.
MK (erschrocken, dass sie so etwas auch nur denkt): Was redest du denn da?
GK (traut sich jetzt endlich, ihn wieder anzusehen): Ich wusste doch, dass dieser Tag heute nicht leicht für dich wird und ich wollte dich ablenken, dir eine kleine Freude machen. Ich wollte nicht alte Wunden aufreißen.
Ach Maus, was machst du dir nur für Gedanken?

Mehdi hatte ihr ruhig zugehört und sah sie nun ebenso ruhig an. Sie senkte schuldbewusst ihren Kopf. Er nahm ihre Hände in seine und streichelte sie sanft, woraufhin sie ihn wieder vorsichtig anblickte...

MK: Hör mal, das hier ist mit Abstand die schönste Überraschung, die ich je bekommen habe.
GK (ihre Augen fangen an verdächtig zu schimmern): Wirklich?
MK (eine Hand legt er an ihre Wange u. sieht ihr nun tief in die Augen): Wirklich! Du schaffst es immer wieder, dass du mich, obwohl ich heute traurig bin, was ich auch nicht leugnen will, weil es nun mal so ist, zum Lächeln bringst und dafür bin ich dir unendlich dankbar. Weißt du, ich will die ganzen Erinnerungen an meine Tochter doch gar nicht verdrängen. Sie sind doch das Einzigste, was mir geblieben ist und ich will sie für mich bewahren.
GK (legt nun ihrerseits mitfühlend eine Hand an seine Wange): Oh Mehdi...
MK (streicht ihr mit dem Daumen eine verirrte Träne aus dem Augenwinkel): Hey, nicht weinen! Sonst muss ich es auch.
Woher nimmst du nur die Kraft? Ich wäre schon längst zusammengebrochen. Ich könnte nicht, immer wieder von neuem aufstehen.

Gabi versuchte zu lächeln. Mehdi strich ihr zärtlich über die Wange und küsste sie sanft. Erleichtert, dass er ihr keine Vorwürfe machte, sah sie ihn nach dem zärtlichen Kuss an...

GK: Wenn du lieber wieder gehen willst, dann...
MK (schüttelt mit dem Kopf u. wirkt mit einem Mal viel gelöster als noch vor ein paar Minuten): Nein! ... Tust du mir bitte einen Gefallen?
GK (sieht in seinen Augen hin u. her): Alles, was du willst, Mehdi.
MK (lächelt): Tanz für mich!
Äh... was? Ist er jetzt verrückt geworden?
GK (sichtlich irritiert): Mehdi, ich weiß nicht...
MK (schließt für eine Sekunde seine Augen, schüttelt seinen Kopf u. schmunzelt über sich selbst u. was in ihn gefahren ist): Ich meinte eigentlich, ob du für mich ein paar Runden drehen würdest. Ich möchte dir gern zuschauen.
GK (immer noch ziemlich verunsichert): Ähm... Okay!?

Gabi lächelte ihn kurz an, dann setzte sie sich auf die Bank und zog ihre Schlittschuhe an. Mehdi blieb an Ort und Stelle stehen und schaute ihr dabei zu. Immer wieder huschte ein verstohlener Blick zu dem verloren wirkenden Mann in dem dunklen Parka, dem das Schicksal in der Vergangenheit so übel mitgespielt hatte. Wenn sie ihm damit eine kleine Freude machen konnte, dann würde sie das auch für ihn tun, auch wenn es sich irgendwie seltsam anfühlte und sie ihn lieber im Arm gehalten hätte. Wenn er es von ihr verlangen würde, würde sie sogar für ihn die Sterne vom Himmel holen. Sie würde alles für ihn tun. Sie liebte ihn einfach zu sehr, um ihn noch länger unglücklich zu sehen, denn dieser Anblick brach auch ihr das Herz.

Als sie fertig war, trat die brünette Schönheit vorsichtig aufs Eis. Sie hatte es gestern Abend schon einmal in aller Heimlichkeit getestet, aber die Unsicherheit war geblieben, ob sich die Witterungsverhältnisse vielleicht geändert hätten. Aber es herrschten ideale Bedingungen und das Eis rief förmlich danach, befahren zu werden. Sie spürte es schon richtig in ihren Fingern kribbeln. Sie wollte es unbedingt, denn sie liebte es sehr, Eis zu laufen. Eine stille Leidenschaft, von der bisher niemand gewusst hatte und die ihr wahrscheinlich auch kaum jemand zugetraut hätte. Gabi blickte noch einmal vergewissernd zu ihrem Liebsten am Ufer, der seine Hände tief in seine Jackentaschen vergraben hatte und ihr mit seinem unverwechselbaren süßen Lächeln zunickte. Ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer, als sie ihn endlich wieder lächeln sah und ihre Beine setzten sich schon fast von allein in Bewegung. Sie spürte den Wind, der ihr Haar leicht aufwirbelte, und genoss dieses Gefühl von Freiheit sehr. Es war, als ob man fliegen würde und so flog sie mit einem glücklichen Gesicht über die Eisfläche.

Während die schöne Frau also ihre ersten Runden drehte, schaute der attraktive Halbperser ihr ganz verträumt dabei zu. Sie konnte es wirklich gut, was ihn sehr überraschte. Grazil und elfengleich wie eine echte Eisprinzessin schwebte sie über das Eis, drehte sogar ein paar Pirouetten und strahlte dabei wie ein Engel. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchfuhr seinen Körper. Es war richtig belebend. Aber trotzdem schwang noch etwas anderes mit, was immer mehr von ihm Besitz ergriff. Er wollte es gar nicht aufhalten, denn auch dieses Gefühl wärmte sein geschundenes Herz. Er lächelte und legte seine Hand an sein pochendes Herz. Sein Blick ging in die Ferne. Die Konturen der wunderschönen Eisläuferin verschwammen allmählich und ein anderes Bild setzte sich vor seinem geistigen Auge fest. Klar und deutlich hörte er ihre zarte Stimme...


L: Paaapaaa, kuuck maaal! Ich kann jetzt sogar schon rückwärts fahren.
M (kann seinen Blick nicht von seiner süßen kleinen Tochter abwenden): Toll machst du das, Lillymaus. Aber sei bitte vorsichtig. Fahr nicht so weit raus. Du weißt nicht, wie sicher das Eis ist.
A (legt ihre Hand auf seine Schulter u. sieht ihn liebevoll an): Mehdi, jetzt lass sie doch. Sei doch nicht immer so überfürsorglich. Komm lieber mit aufs Eis!
L (hat die beiden erreicht u. strahlt sie mit großen Kinderaugen an): Au ja, Papa. Ich halt dich auch.
M (muss unweigerlich schmunzeln u. drückt seine Kleine herzlich an sich): Na ob du das schaffst.
L (grinst ihn breit an): Ich bin doch schon groß und stark.
M (streicht ihr lachend übers lange Haar). Ach Maus! Ja, das bist du.

Vorsichtig setzte der junge Familienvater nun seinen rechten Fuß aufs Eis. Wie sollte es auch anders sein, er rutschte natürlich gleich weg, doch seine hübsche Frau hielt ihn noch rechtzeitig am Arm fest...

A: Nicht so stürmisch, alter Mann.
M (hat sich wieder aufgerappelt u. sieht seine Frau gespielt beleidigt an): Hast du gerade alter Mann zu mir gesagt?
A (beißt ihre Lippen zusammen, kann aber nicht verhindern zu schmunzeln): Ja!
M: Na warte!

Als Anna Kaan erkannte, was ihr Mann mit ihr vorhatte, ließ sie ihn abrupt los und fuhr zu Lilly vor, die amüsiert ihren tapsigen Vater dabei beobachtete, wie er auf Kufen im Entenwatschelgang seiner frechen Frau hinterher schlidderte und aller paar Zentimeter das Gleichgewicht zu verlieren drohte, was er mit kräftigen Ruderbewegungen in der Luft mit Müh und Not verhindern konnte. Aber es war ein Bild für die Götter. Lillys herzhaftes Lachen schallte über den gesamten See und auch ihre Mutter konnte nicht mehr an sich halten. Einige andere Schlittschuhfahrer, die an diesem wunderbaren sonnigen Wintertag auf die gleiche Idee gekommen waren, drehten sich verwundert zu der glücklichen Kleinfamilie um und mussten unweigerlich auch lächeln. Als Mehdi seine beiden lachenden Hühner fast erreicht hatte, rutschte Lilly langsam auf ihn zu und ergriff seine große Bärentatze. Zuckersüß lächelte sie ihren Papa an und zog ihn mit einer Leichtigkeit ein Stück weit über das Eis...

L: Komm, lass uns zusammen fahren, Papa.

Was sie dann auch taten.



Der träumende Halbperser lächelte glücklich vor sich hin, als ihn plötzlich eine andere süße Stimme erreichte...

GK: Komm, lass uns zusammen fahren, Mehdi.
MK (schwebt noch immer in einer ganz anderen Zeitebene): Hmm?
GK (sieht den Träumer verwundert an): Mehdi?

Gabi riss Mehdi endgültig aus der Vergangenheit, als sie seine Hand berührte und ihre Finger mit seinen verschränkte. Mit großen Augen sah er seine schöne Eisprinzessin an.

GK: Möchtest du mit mir eistanzen?

Mit einem Mal strahlte Mehdi übers ganze Gesicht und zog seine Liebste ganz fest in seine Arme, so dass sie gar nicht so schnell realisieren konnte, wie ihr geschah, bis sie plötzlich seine weichen Lippen auf ihren wieder fand, ganz automatisch ihre Arme um seinen Nacken legte und seinen Kuss voller Gefühl erwiderte...

GK (schwebt wie auf Wolken, als er sich langsam von ihr löst): Wofür war der?
MK (streicht ihr eine verirrte Strähne aus dem Haar u. sieht ihr tief in ihre leuchtenden Augen): Weil ich dich liebe.
GK (ihr geht das Herz auf u. tausend Schmetterlinge schwirren wie wild in ihrem Bauch umher): Ich liebe dich auch, Mehdi.

Mehdi strahlte sie voller Liebe an und gab ihr erneut einen zärtlichen Kuss, der ihr fast die Beine wegzog, was angesichts der Tatsache, dass sie gerade Schlittschuhe an den Füßen trug, nicht ungefährlich war, aber ihr Held hielt sie fest in seinen starken Armen, damit sie nicht ins Schlittern geriet. Nach einer endlosen Minute löste er sich von ihr, zog seine Schlittschuhe an und ließ sich von seiner Traumfrau vorsichtig aufs Eis führen. Natürlich rutschte er sofort aus und Gabi konnte den kräftig gebauten Mann gerade noch so festhalten, wobei sie selber fast das Gleichgewicht verloren hätte. Beide lachten herzhaft auf, was über den halben See zu hören war. Doch sie störten niemanden, saß doch die Mehrzahl der Menschen gerade in diesen Minuten am gedeckten Gabentisch. Aber Mehdi Kaan und Gabi Kragenow wollten in diesem Moment nirgendwo anders sein. Die schöne Krankenschwester griff in ihre Manteltasche und holte ihren I-Pod hervor. Sie steckte den einen Ohrstöpsel in Mehdis Ohr, den anderen in ihr eigenes. Dann drückte sie auf Play.

http://www.youtube.com/watch?v=-P_TIMBP_oE

Mehdi nahm lächelnd Gabis Hand, die er fest umschloss und nie wieder loslassen wollte. Und so begann das verliebte Paar langsam eine kleine Runde auf dem zugefrorenen See zu drehen. Stellte sich der tapsige Frauenarzt anfangs noch ziemlich ungeschickt und recht steif an, hatte er nach einer Weile seinen ganz eigenen Rhythmus gefunden und er harmonierte perfekt mit seiner schönen Eisprinzessin. Ein romantischer Tanz auf dem Eis unter dem Banner funkelnder Sterne nahm seinen Lauf...

Lorelei Offline

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12.05.2011 13:47
#994 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen ihr Süßen! Und wollt ihr noch einen? Seid ihr wirklich sicher? Ok, auf eigene Verantwortung hier der nächste und vielleicht vorerst letzte Bidi-Teil.

Sonnige Grüße von eurer Lorelei, die gespannt auf euer Feedback wartet.





Die beiden Schwerverliebten hatten sichtlich Spaß an ihrem abendlichen Eisballett, sie lachten, scherzten, knutschten, tanzten und wurden immer übermutiger bei ihrer recht eigenwilligen improvisierten Kür. Denn wenn fußlahmer Laie und Fast-Profi aufeinander trafen, konnte das unter Umständen leicht daneben gehen. Gabi hatte ihrem charmanten Tanzpartner nämlich verraten, dass sie früher als kleines Kind immer davon geträumt hatte, wie Kati Witt eine große berühmte Eiskunstläuferin zu werden. Genauso wie meine Lillymaus, gab Mehdi schmunzelnd wieder und wirkte zum ersten Mal nicht wehmütig oder traurig, wenn er an sein Mädchen dachte. Nein, er war stolz und er war sich sicher, dass seine kleine Träumerin es einmal weit bringen würde im Leben, selbst wenn das Schicksal es wollte, dass er nicht daran teilhaben könnte.

Aber Klein-Gabis Träume von einer großen Eislaufkarriere waren allesamt nur Schäume gewesen. Seifenblasen, die mit dem frühen Tod ihres leiblichen Vaters und dem sozialen Abstieg, der Alkoholsucht und den ständigen Affären ihrer unglücklichen Mutter, die nicht allein sein konnte, schnell wieder zerplatzten. Ihr blieb nur ein neidvoller Blick in den Fernseher auf all diejenigen, die es bis zu Olympia geschafft hatten und nicht für immer im Berliner Plattenbau festsaßen. Trotz ihrer schwierigen Kindheit und dem nicht minder erfolglosen Leben als Erwachsene hatte sie es sich nicht nehmen lassen, jeden Winter ihre Runden auf dem Eis zu drehen und die Küren ihrer Vorbilder nachzutanzen. Und sie konnte es immer noch. Es war wie Fahrrad fahren oder Sex. Konnte man es einmal, verlernte man es nie wieder.

Und Mehdi raubte es regelrecht den Atem, seine schöne Freundin so zu sehen. Die Begeisterung und Freude in ihren Augen zu lesen, berührte ihn sehr. Sie war ganz sie selbst, verstellte sich nicht, spielte keine Show für irgendjemanden, den sie beeindrucken wollte, sie war einfach Gabi, so wie er sie liebte. Und so kam er ihrem Wunsch von vorhin nach einem besonderen Eistanz schließlich nach. Leider hatte er dabei nicht bedacht, dass Tanzen auf dem Parkett und Tanzen auf dem Eis zwei ganz unterschiedliche Paar Schuh waren und so fanden sich die beiden schnell unsanft auf der kalten Eisfläche wieder, wobei Gabi noch deutlich weicher landete als er, nämlich direkt auf seinem weichen gut gepolsterten Bauch, während Mehdi direkt mit dem harten gefrorenen Boden vorlieb nehmen musste und vor Schmerz kurz laut aufschrie. Besorgt beugte sich die Schöne über sein Gesicht und strich ihm zärtlich über die Wange...

GK: Hast du dir weh getan?
MK (ein Blick in ihre wunderschönen Augen und sein Scherz ist wie weggeblasen): Geht schon. Bin ja weich gelandet.

Mit einem verschmitzten ansteckenden Grinsen auf seinen Lippen deutete er auf seinen Allerwertesten, woraufhin Gabi laut auflachte und es sich schließlich auf ihrem süßen Tollpatsch bequem machte und ihr süßes Köpfchen an seine Brust schmiegte. Irgendwie gefiel ihr die Position, die sie gerade innehielt - er fühlte sich so weich und warm an, wie ein Kuschelbär - und auch Mehdi schien deutlich Gefallen daran zu haben, dass die aufregende Frau auf ihm lag, denn seine flinken Hände wanderten munter über ihren entzückenden Rücken und landeten schnurstracks auf ihrem knackigen Hintern. Gabi schaute daraufhin verlangend zwischen seinen feurig schimmernden Augen hin und her. Sein Blick sprach tausend Bände. Ihr Herz auch. Und schon fanden sich ihre glühenden Lippen wie zwei Pole, die sich unweigerlich anzogen und zusammengehörten. Bei ihren heißen Zungenspielen vergaßen die beiden ganz schnell, wo sie sich gerade befanden. Sie spürten die Kälte nicht. Sie hielten sich doch gegenseitig auf eine ganz besondere und schöne Art und Weise warm und konnten nicht genug davon bekommen. Nach einer Weile lösten sie aber doch ihre Lippen voneinander und schauten sich verliebt in die Augen...

MK: Danke für den unvergesslichen Abend.
GK (lächelt): Danke für den Tanz oder was auch immer... das... gerade ... war.
MK (schmunzelt u. stupst ihre Nase mit seiner an): Och du, in bestimmten Ländern könnte man das durchaus als Tanz gelten lassen.
GK: Blödmann!

Gabi lachte und schmiegte sich glücklich an seine starke Brust. Sie liebte diesen Mann wirklich mit Haut und Haaren. Und ihm ging es da nicht anders. Mehdi strich ihr verträumt über ihr langes Haar und ihm wurde mit einem Mal etwas klar. Langsam richtete er sich auf, wodurch sich auch Gabi von ihm lösen musste, und schaute sie eindringlich an...

GK (verunsichert): Was ist?
MK (antwortet ihr kurz und knapp): Ich hab nachgedacht.
GK (schaut ihn gespannt an): Okay!?
MK (nimmt ihre kleine Hand, tätschelt sie zärtlich u. sieht ihr dabei tief in die Augen): Ich liebe dich und ich will bei dir sein.
GK (muss unweigerlich lächeln u. kann ihr wild pochendes Herz kaum unter Kontrolle halten): Ach? Und das ist dir erst jetzt eingefallen?
MK (wird etwas rot u. schaut kurz peinlich berührt weg, um sie dann umso ernster anzusehen): Nein! ... Doch! Äh... Quatsch! Ähm... Ich meine.... du hast vollkommen recht mit allem, was du gesagt hast.
GK (steht auf dem Schlauch u. sieht ihn dementsprechend fragend an): Äh... was genau jetzt? Ich rede viel, wenn der Tag lang ist.
MK (lächelt u. wird übermütig): Lass es uns versuchen!
GK (völlig perplex): Aber das tun wir doch schon.
Was ist nur los mit ihm? Vorhin noch traurig und melancholisch, dann fröhlich und übermütig, jetzt ernst und rätselhaft. Also mit seinen Gefühlsschwankungen im Minutentakt kann er echt jeder Frau Konkurrenz machen.
MK (schmunzelt): Nicht das. Ich meine, deinen Vorschlag.
GK (überfordert): Meinen Vorschlag?
MK (schaut sie ganz begeistert u. hoffnungsfroh an): Ja! Ich habe drei Monate Kündigungsfrist.
GK (versteht immer noch nicht, was er eigentlich meint, will sich aber keine Blöße geben): Äh... ja... schön!
MK (erklärt es ihr): Wenn ich zum 1.1. kündige, dann können wir schon in drei Monaten zusammen...
Oh! ... Ooohhh! ... Ooooooooooooooooooooohhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!
GK (hört es endlich klingeln u. starrt ihn ungläubig an): Du... du... meinst...? Ist das dein Ernst?

Gabis Herz klopfte wie verrückt in ihrer Brust vor lauter Aufregung und sie schaute Mehdi mit großen Augen und voller Hoffnung an. Er lächelte nur auf seine unverwechselbare Art und ließ keinen Zweifel mehr aufkommen...

MK: Wenn du mich noch willst?
GK (kann ihre Euphorie kaum bremsen): Ob ich dich noch will? Da fragst du noch? ... Und ob ich will. Ich will. Ich will. Ich will!

Die völlig überwältigte junge Frau stürzte sich auf ihren Traummann und knutschte ihn ab, so dass er wieder das Gleichgewicht verlor und erneut auf seinem gut gepolsterten Hinterteil landete. Glücklich schloss er seine Traumfrau in die Arme und erwiderte ihre stürmischen Liebesbekundungen. Ja, er wollte mit ihr leben, am liebsten schon sofort, jeden Tag neben ihr aufwachen, mit ihr kuscheln, sie lieben, frühstücken, kochen, Wäsche waschen, der ganze Alltag eben. Wieso noch warten? Das Leben war viel zu kurz. Von einem Tag auf den anderen konnte alles anders werden. Das hatte ihm seine Erfahrung gelehrt. Er wollte nicht mehr ständig trauern und Trübsal blasen. Er wollte endlich wieder leben, lieben, einfach nur glücklich sein. Er konnte und wollte keinen Tag mehr ohne seine Gabi sein. Sie war die Richtige. Und das zeigte er ihr auch, indem er sie nun auch küsste, als ob es kein Morgen mehr gäbe, ......................... solange, bis er es nicht mehr aushielt...

MK: Ähm... Gabimaus?

Mehdi versuchte sich nach einer Weilte, während Gabis unglaublich heißen Küssen, Gehör zu verschaffen, aber nur mit mäßigem Erfolg...

GK (nuschelt u. küsst ihn weiter): Nisch jetzt!
MK: Aber ich...

Auch wenn er es eigentlich nicht wollte und sie am liebsten für immer geküsst hätte, drückte er sie nun sanft von sich. Eine enttäuschte Zuckerschnute ihrerseits war die Folge...

GK: Weiterküssen!
MK (schmunzelt): Dafür wäre ich auch, wenn mir nicht gerade im wahrsten Sinne des Wortes der Hintern festfrieren würde.
GK (richtet sich abrupt auf u. hilft ihm peinlich berührt hoch): Oh! Das... das tut mir leid. Ich hab gar nicht gemerkt...
MK: ... dass wir noch auf dem Eis liegen?
GK (wird rot): Hmm!
MK: Du bist ja süß!

Mehdi strich ihr lächelnd über die Wange und nahm ihre Hand, die er mit seiner verschränkte. Gemeinsam fuhren sie ans rettende Ufer, wo sie sich erschöpft, aber glücklich auf die Parkbank fallen ließen. Ein Blick genügte und schon verschmolzen ihre Lippen wieder miteinander, als ob ein Kuss ein rettendes Elixier für beide wäre. Minutenlang lagen sie sich wieder in den Armen, bis sie dann doch die Kälte gänzlich einzunehmen begann...

GK: Vielleicht sollten wir doch so langsam mal zurückgehen.
MK: Ja, du hast recht. Wir sollten uns.... aufwärmen.

Mehdi zwinkerte ihr frech zu und begann, seine Schuhe zu wechseln. Gabi, die es ihm nachmachte, hatte den deutlichen Wink mit dem Zaunspfahl natürlich verstanden und grinste ihn nun vorfreudig an...

GK: Aber Herr Doktor und das aus Ihrem Mund? Wenn ich mich recht entsinne, dann haben Sie seit exakt acht Minuten wieder Dienst.

Mehdi, der gerade seine Schlittschuhe in Gabis Rucksack verstaut hatte, schaute verdutzt auf seine Armbanduhr, erkannte, dass sie tatsächlich Recht hatte, seufzte leise und sah dann seine Liebste durchdringend an...

MK: Noch hat ja niemand unsere Abwesenheit bemerkt.

Gabi wollte gerade etwas darauf erwidern, da läutete auch schon Mehdis Handy und holte die beiden endgültig in die Realität zurück...

GK (seufzt): Wenn du dich da mal nicht getäuscht hast.
MK (schaut aufs Display seines Handys): Das Stationszimmer. Wir werden wohl doch schon sehnsüchtig vermisst.
GK (schlingt ihre Arme um seinen Bauch u. bettet ihren Kopf an seiner Brust; sie will den schönen Traum noch ein bisschen länger festhalten): Ach menno, es war gerade so schön.
In der Tat! Der schönste Abend seit langem.
MK (streicht ihr kurz tröstend über den Rücken): Vielleicht ist es wichtig.
GK (schaut kurz zu ihm hoch u. zieht einen Schmollmund): Wichtiger als ich?
MK (lächelt u. gibt ihr einen kleinen Kuss auf den Mund): Das sicherlich nicht, aber ich muss trotzdem rangehen.
Aus der Traum! Aber schön war’s! Und es wird noch schöner werden! Er will mit mir zusammenziehen! Juhu! Ich kann’s kaum noch erwarten.

Gabi nickte ihrem pflichtbewussten Oberarzt traurig zu und ließ ihn schließlich los. Während sie sich um ihren Rucksack kümmerte und ihr Paar Schlittschuhe verstaute, drückte Dr. Kaan auf die grüne Taste und legte sein Handy an sein Ohr. Er hatte sich kaum vorgestellt, da wurde auch schon munter drauflos geplappert, dass er kaum hinterherkam...

MK: Dr. Mehdi Kaan! Hallo? ... Sa...Sabine? Sind Sie das? ... (Gabi verdreht genervt die Augen, lehnt sich mit dem Rücken an die Banklehne u. kuschelt mit ihrem Rucksack, den sie auf ihrem Schoss hält) ... Was kann ich für Sie...? ... Außer Haus, aber wir... äh... ich bin schon... Bitte? Was haben Sie gesagt? ... Ist die Weihnachtsfeier etwa schon vorbei? Ich dachte Sie... Was? ... Langsam! Beruhigen Sie sich! Ich verstehe ja kaum ein Wort. ... Sabine, ein- und ausatmen nicht vergessen! Ganz ruhig! ... Ok? ... Also... noch einmal von vorn. Was ist denn passiert? ... (geduldig u. leicht genervt lauscht er den Worten der aufgeregten Stationsschwester, bis sein Gesicht plötzlich erstarrt) ... Was... was sagen Sie da? Das... das kann gar nicht... Können Sie das bitte noch einmal wiederholen? ... (er ist jetzt ganz konzentriert u. hört ihr gespannt zu, sein Puls beschleunigt sich kontinuierlich, sein Herz schlägt mit kleinen Aussetzern ungleichmäßig, dann richtet er sich plötzlich kerzengerade auf, sein Herz steht still) ... Sind Sie sicher? ... (er wird zunehmend nervös u. schaut hektisch hin u. her, sein Herzschlag setzt wieder ein, es rast; Gabi spürt seine innere Unruhe u. sieht ihn fragend an) ... Oh mein Gott! ... (er schlägt sich die Hand vors Gesicht u. springt schließlich auf). ... Sabine, ich... ich bin in fünf Minuten da. Rühren Sie sich nicht vom Fleck!

Dr. Kaan legte auf und steckte sein Handy in seine Manteltasche. Seine Hände zitterten. Konsterniert blickte er sich in alle Richtungen um. Er versuchte sich zu orientieren, aber es fiel ihm schwer. Seine Gedanken überschlugen sich. Sein Herz raste. Seine Beine wollten ihm nicht gehorchen, obwohl er ihnen den Befehl gab, augenblicklich loszulaufen. Doch er war wie erstarrt. Schwester Gabi, die sich aus den Gesprächsfetzen keinen Reim machen konnte, stand nun ebenfalls von der Bank auf und sah ihren Freund irritiert an. Sie verstand nicht, was ihn so sehr aufgewühlt hatte, dass er wie gelähmt wirkte, und hakte vorsichtig nach....

GK: Was ist los?

Doch ihr verwirrter Oberarzt reagierte nicht auf ihre zarte besorgte Stimme, auch nicht auf ihre Hand, die sie sanft auf seine bettete. Er sah Gabi nur kurz an, schaltete plötzlich und rannte wie von der Tarantel gestochen los.

GK: MEEEHDIII?

... rief Gabi ihm noch hinterher, aber da war er schon in der Dunkelheit verschwunden.

Lorelei Offline

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13.05.2011 17:25
#995 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ok, ich will euch nicht mehr länger im Ungewissen lassen, bevor ihr mir noch auf dumme Gedanken kommt. Aber eine kleine Dosis Martchen folgt ebenfalls im Anschluss. Ist quasi der Auftakt für die nächste Szene. Also viel Spaß und schönes Wochenende, ihr Lieben! Eure Lorelei



Die perplexe Krankenschwester, die sich nicht wirklich erklären konnte, was plötzlich in ihn gefahren war, packte schnell ihre Sachen zusammen, schulterte ihren Rucksack und rannte ihrem flüchtenden Vorgesetzten und festen Freund hinterher. Kurz vor dem Eingang des Krankenhauses hatte sie Mehdi eingeholt, packte ihn an der Schulter und brachte ihn so zum Anhalten. Sie stellte sich ihm in den Weg und sah ihn eindringlich und voller Sorge an. Sie war wie er völlig außer Atem und ihre Stimme überschlug sich fast, als sie aufgeregt auf ihn einredete...

GK: Verdammt Mehdi, du machst mir Angst! Was ist denn passiert? Ein Notfall? Wieso sagst du dann nichts?

Der Halbperser, dessen Gedanken und Gefühle sich förmlich überschlugen und ineinander verfitzten, rang heftig nach Luft, fuhr sich immer wieder mit einer Hand über sein gerötetes Gesicht und sah aufgewühlt in Gabis besorgten ausdrucksstarken Augen hin und her. Er war völlig durch den Wind, doch ein Gedanke war ganz klar in seinem Kopf und je länger er darüber nachdachte, umso höher schlug auch sein Herz. Wenn das wirklich wahr wäre, was Sabine ihm gerade berichtet hatte, dann würde sich mit einem Schlag alles für immer ändern. Als sich sein Puls ein wenig beruhigt hatte, antwortete Mehdi seiner Freundin ruhig und besonnen und mit einem unbeschreiblichen Glücksgefühl, das in seiner eindringlichen Stimme mitschwang...

MK: Es ist................. Lilly!

... und stürmte anschließend ohne jedes weitere Wort der Erklärung in das mehrstöckige Gebäude, wo er schon im Foyer von der aufgekratzten und sofort auf ihn einredenden Schwester Sabine und dem verwirrt und wortkarg daneben stehenden Dr. Gummersbach, die noch immer weihnachtlich kostümiert waren, sehnsüchtig in Empfang genommen wurde. Eine sprachlose Gabi Kragenow blieb auf dem leeren Parkplatz zurück und brauchte einen Moment, um das Gesagte zu verarbeiteten...

GK: Oh mein Gott!

Sie hielt ihre rechte Hand vor ihren Mund, als sie Mehdi hinterher schaute, der schon längst im Gebäude verschwunden war, und blickte dann hoch in den Berliner Abendhimmel, der sich zugezogen hatte und aus dem es mittlerweile nicht mehr sanft schneite wie noch während ihres romantischen Eistanzes vor ein paar Minuten, sondern der Schnee ging langsam in bindfadenförmigen Regen über, als wenn der Himmel auch vor lauter Glück weinte, weil endlich alles gut werden würde, oder wegen dessen, was noch alles auf sie alle zukommen würde. Die brünette Krankenschwester atmete noch einmal tief durch und betrat dann ebenfalls das Elisabethkrankenhaus.



In der Zwischenzeit hatte Dr. Marc Olivier Meier, der in einer für seine Verhältnisse eher ungewohnten Überraschungsmission unterwegs war, einen seiner beiden nervigen Beifahrer, die auch noch denselben Nachnamen trugen, demzufolge also keinen Sinn für Humor bewiesen, dafür aber ein unüberhörbar lautes und anstrengendes Sprachorgan besaßen und ihn in geschwisterlicher Verschwörungstaktik offenbar in den Wahnsinn zu treiben versuchten, im wahrsten Sinne des Wortes vor die Tür gesetzt - genauer gesagt, hatte er ihn mit aufgesetztem, Angst einflößendem Ameisenblick schon zwei Straßen von Gretchens Elternhaus entfernt seines Wagens verwiesen und an der nächsten S-Bahn-Haltestelle ausgesetzt, die wie Jochen später mit Schrecken feststellen musste, an einem Feiertag wie diesen leider nicht bedient wurde - und war nun ENDLICH allein mit seiner Süßen auf dem Weg zu einem idyllischen Paradies, in das er sich für die nächsten fünf Tage eingemietet hatte. Ein bisschen Entspannung und vor allem Ruhe hatten sie sich nämlich verdient nach diesem verrückten Weihnachtsabend mit der versammelten Familie Haase-Fisher-Meier, aber v.a. nach diesem langen und abwechselungsreichen Jahr, das für beide einen Wendepunkt darstellte, und wer wusste schon, was im nächsten noch so alles auf sie zukommen würde. Außerdem war er es ihr einfach schuldig und dass nicht nur, weil er eine peinliche Geschlechter-Wette verloren hatte oder weil Weihnachten war, das, wenn es es nicht schon geben würde, vermutlich für seine zauberhafte Kitschqueen hätte erfunden werden müssen, sondern weil dieser wunderbare, einzigartige, atemberaubende, süße Engel sich das einfach verdient hatte, nach allem, was sie für ihn getan hatte, obwohl er in der Vergangenheit nicht gerade „nett“ zu ihr gewesen war. Er wollte ihr etwas zurückgeben, dafür dass sie ihn, diesen Gefühlslegastheniker und Beziehungskrüppel, trotz seiner ganzen Macken, Beleidigungen und Egotrips bedingungslos liebte. Eine Tatsache, die er vermutlich nie so ganz verstehen würde.

Lorelei Offline

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14.05.2011 15:00
#996 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben, das freut mich aber, dass euch der letzte Teil so gut gefallen hat. Danke für die lieben Kommis. Ihr wisst ja, wie viel mir das bedeutet. Fragen über Fragen stehen offen. Ist es wirklich Lilly? Was ist mit ihr? Wo ist Anna? Wie reagiert Gabi auf die möglicherweise neue Situation? Und Mehdi erst? Warum rennt das Bienchen wie ein aufgescheuchtes Huhn durchs EKH und was hat das alles mit Günni zu tun? Keine Ahnung! Ich hatte leider nur eine Kamera zur Verfügung und die klebt gerade auf dem Armaturenbrett eines weißen schrottreifen Volvos. Ich hoffe, das ist euch Recht? Heute gibt es jedenfalls eine Quizshow der besonderen Art, die leider nicht von Günther Jauch moderiert wird, sondern von der hübschen blonden Fragenstellerin selbst. Ich wünsche ihr ganz viel Glück und euch viel Spaß mit dem nächsten Martchen-Teil. Eure Lorelei



Das Liebespaar Meier-Haase hatte die Großstadt gerade hinter sich gelassen und tuckerte mit steten 70 km/h eine von großen Lindenbäumen gesäumte Landstraße entlang, die zart bepuderzuckert vor ihnen lag und vom Vollmond in ein märchenhaftes Licht gehüllt wurde.



Winterliche Allee ins Nirgendwo


Dr. Gretchen Haase hatte mittlerweile ihren anfänglichen Widerstand aufgegeben und schäumte innerlich über vor lauter euphorischen Glücksgefühlen, die ihr Körper aufgrund der allgemeinen Vorfreude auf Marcs sicherlich hochromantische Überraschung an Endorphinen ausschüttete. Sie schien wie auf Wolken zu schweben, was angesichts der Millionen Schmetterlinge in ihrem Bauch, die sich gerade auf einem Überlandflug befanden, auch durchaus verständlich war. Der ewige Weihnachtsgrinch Marc Meier hatte sein Trauma offenbar überwunden und wollte sie tatsächlich heute Abend auf ganz besondere Art und Weise überraschen. Das allein war schon eine Überraschung wert, hielt er sich doch mit solchen Dingen immer sehr zurück, um sein cooles und selbstbestimmtes Machoimage nicht zu gefährden. Dabei wusste sie doch, dass tief in ihm drin ein hochromantisch gestimmtes Herz schlug, das allmählich aus seinem tausendjährigen Schlaf erwachte und sich ihr facettenreich offenbarte. Das hatte ihr süßer Marcischnuckiputzi ihr im Verlauf ihrer mittlerweile sagenhaften viereinhalbmonatigen Beziehung schon mehr als einmal deutlich bewiesen. Und der größte Liebesbeweis war ja wohl gewesen, dass er sich heute freiwillig und ohne großes Murren mit in die Weihnachtshöhle der Löwin begeben hatte und tapfer fast vier Stunden mit ihrer in manchen Augen sehr durchgeknallten Familie ausgehalten hatte. Und ihm hatte es doch im Nachhinein gefallen, wenn man mal die peinliche unausweichliche Hochzeits-Familienplanungsdebatte außer Acht ließ, das hatte sie ganz deutlich in seinem Gesicht gelesen und das lag sicherlich nicht nur daran, dass sich seine eigenen Eltern, die der Zufall oder das Schicksal, auf jeden Fall war es Kismet, zu den Haases geführt hatte, so versöhnlich gezeigt hatten.

Die bis über beide Ohren verliebte junge Frau, die vor lauter Aufregung und Neugier schon fast platzte, konnte es daher auch nicht lassen, ihren grummelnden Romantikkönig, der ja in seinen Augen gar keiner war, wie er stets immer wieder betonte, mit tausenden von Fragen zu löchern, wohin er sie denn entführen wolle, aber er hielt sich tapfer bedeckt und ließ sich nicht eine Sekunde in seine Karten kucken, auch wenn so langsam die Schmerzgrenze erreicht war, weil die blonde Quizmasterin nicht locker ließ und einfach nicht aufhören wollte, zu plappern und irre Theorien über das Ziel ihrer Fahrt aufzustellen. Er hätte sie zusätzlich zur Augenbinde doch noch fesseln und knebeln sollen, dachte er sich und konnte sich ein freches Schmunzeln nicht verkneifen. Sein Haasenzahn war schon eine Nummer für sich und gerade dafür liebte er sie doch so sehr, dass er tatsächlich seinen inneren Schweinehund überwand und ihr den Himmel zu Füßen legte, um es mit den kitschigen Worten seiner Mutter zu formulieren.

Aber ihre Vermutungen, wohin die Reise ins Ungewisse denn gehen würde, waren schon manchmal echt zum Schießen. Hatte sie ihn anfangs noch zusammen mit Jochen im Spaß aufgezogen, dass das doch alles nur ein Ablenkungsmanöver von ihm sei und er wahrscheinlich gar nichts Großartiges mit ihr vorhatte, sondern nur dem elterlichen Horror entkommen und zum Frustabbau den nächsten McDonalds ansteuern wollte, um sich dort für all die Strapazen, die er ihretwegen auf sich nehmen musste und die waren nicht gerade wenige, ein Happy Meal zu gönnen, weil die neue Serie kleine Modellautos enthielt, die er doch mit großer Liebe sammelte, und er durchaus für eine Sekunde mit dem Gedanken gespielt hatte, dies auch tatsächlich zu tun, nur um sie zu ärgern - in der aktuellen Kollektion gab es nämlich keine kleinen Autos, sondern kleine pinke Barbiepuppen im sexy Weihnachtsfrauenkostüm -, ging die Fragerunde ohne Umschweife weiter, nachdem er aber vorher noch ihren nervigen kleinen Bruder, der wohl von romantischen Überraschungen noch weniger Ahnung hatte als er selbst und nach einem fünfminütigen Lachanfall, der einzig und allein ihm gegolten und ihn tierisch auf die Palme gebracht hatte, als nächstes auf ein Heavy-Metal-Konzert tippte, aus gutem Grund an einer verlassenen Haltestelle ausgesetzt hatte. Aber auch allein hatte die schöne blonde Häsin munter weitergesponnen, denn das Reich ihrer blühenden Phantasie war unergründlich und ein sehr, sehr weites Feld, wo auch ein Mann, der ja evolutionsbedingt eigentlich ein Jäger und Sammler war und dementsprechend über ein eingebautes Navi verfügte, keinen Zugang fand....................

Von einem überraschenden Abstecher ins Elisabethkrankenhaus, wo sie ein spannender operativer Eingriff erwarten würde, der ihr und ihm besonders viel Renommee einbringen würde. - Schön wär’s, dachte sich der talentierte Chirurg und träumte sich seufzend in seinen OP, dem Ort, der ihm neben seinem eigenen großräumigen Bett der liebste war. - Über einen Spaziergang durch den Berliner Zoo, wo sie gerne, warum auch immer, kleine putzige Erdmännchen füttern wollte. Einem Besuch bei Madame Tussauds, wo sie unbedingt Robbie und Brad über den Hintern streichen wollte, was Gretchen ihrem sichtlich entsetzten Marcischnuckiputzi mit einem verräterischen Unterton in ihrer süßen Stimme vorschlug, was aber der stolze Machomann, der selbst durch ihre lilafarbene Augenbinde hindurch erkannt hatte, dass sie ihm frech zuzwinkerte und ihn nur zur Wahrheit provozieren wollte, wiederum entschieden von sich wies, weil sie gefälligst nur einen Hintern zu begutachten und zu betatschen hatte, nämlich seinen eigenen, woraufhin der blonde Frechdachs in schelmisches Gelächter ausbrach und Marc sich gespielt beleidigt nur noch auf die Straße konzentrierte. Über einen Abend in einem dieser kitschigen Musicals am Potsdamer Platz, wo Möchtegernsänger, die es bei DSDS nicht zu innerdeutschem Weltruhm gebracht hatten, schwule Tänzchen aufführten, für die selbst Joachim Lambi nicht einmal die 1-Punkt-Karte ziehen würde, und die ihn, den an jeder Art von Kunst nicht interessierten Künstlersohn, vermutlich in einen tausendjährigen Tiefschlaf versetzen würden, dabei hatte er doch in dieser wunderbaren heiligen Nacht eigentlich mit seiner Prinzessin das eine oder andere andersgeartete Tänzchen vorgehabt, was eine Schande wäre, wenn sie das wegen ihrer bescheuerten Ideen verpassen würde. Bis hin zu einer sein nicht vorhandenes Romantiklevel bei weitem übertreffenden nächtlichen Bootstour auf der Spree, bei deren Gedanken es ihm nicht nur wegen der eisigen Temperaturen da draußen schon kalt den Rücken hinunterlief. Letztendlich war die schöne Quizfee erstaunlicherweise ausgerechnet beim Eishockey gelandet, was dazu führte, dass Marcs Kinnlade endgültig vor lauter Fassungslosigkeit nach unten klappte.

Also Haasenzahns Gedankengänge zogen manchmal so schnell und verwirrend an ihm vorüber, dass er kaum noch hinterherkam und sie oftmals mit offenem Mund anschauen musste, weil er kaum glauben konnte, was da aus ihrer süßen Zuckerschnute gebrabbelt kam. Sie meinte doch allen Ernstes, dass er sich wohl eher seine eigenen Träume und Wünsche erfüllen würde, als mit ihr irgendetwas Romantisches wie z. B. Eiskunstlauf zu erleben, erklärte sie ihm trotzig und verschränkte ihre Arme dabei, weil er auf ihre ganzen Vorschläge immer nur mit einem amüsierten knappen „nee“ geantwortet hatte. Tzz... Obwohl die Idee an sich ja schon geil war, war er doch schon lange nicht mehr im Stadion gewesen. Aber als ob die Berliner Eisbären ausgerechnet am Heiligabend für sie beide ein Spiel geben würde? Never! Aber da offenbar bei seiner Süßen durchaus Interesse daran bestand, konnte man sich das ja mal überlegen, mit ihr irgendwann in die Eishalle zu gehen. Eigentlich hätte er sie ja nicht so eingeschätzt, dass sie auf Männermannschaftssportarten stehen würde. War ja beim Fußball genauso. Hielt sie Hertha doch tatsächlich für eine Würstchenfirma und nicht für die Berliner Kicker, die gerade sensationell ihren Wiederaufstieg geschafft hatten. Sie war schon völlig durchgeknallt, sein süßer Haasenzahn. Und unausstehlich romantisch, wie Marc feststellen musste, als die gemütliche Raterunde nach einer kurzen dreißig Sekunden langen Schmollphase mit dem gleichen Haaschen Elan weiterging.

Berlin hatte sie wohl nun ganz von ihrer imaginären Liste gestrichen, das Einzigste, womit sie bei ihrem albernen und völlig zwecklosen Ausquetschversuch recht hatte, aber das musste er ihr ja nicht noch auf die Nase binden. Nachdem er ihr aber, weil er der ewigen Fragerei überdrüssig war, dann doch verraten hatte, dass der Flughafen als nächster Stopp passé wäre und damit auch ein Flug nach Paris, wie sie anfangs vermutet hatte - by the way, warum wollte eigentlich jede Frau in diese blöde Stadt, das war ihm ein absolutes Rätsel -, ratterte es wieder gewaltig in ihren weit verzweigten Gehirnwindungen. Die nächste in ihren Augen wohl supergeniale Idee war dann irgend so eine bescheuerte Schneehöhle oder Eishotel oder wie auch immer, von dem sie mal in der Yellow Press gelesen hatte, weil der Wowi da gerne Urlaub machte. Tzz... wie krank war das denn! Seien wir doch mal ehrlich, welcher beknackte Idiot legte sich denn bei eisigen Minustemperaturen freiwillig in einen architektonisch fragwürdigen Klotz aus Schnee? Blasenentzündung lässt grüßen! Und das konnte er nun wirklich nicht gebrauchen. War auch äußerst schmerzhaft. Außerdem würden doch die Außenwände dieses Iglus eh gleich wegschmelzen, wenn sie sich stundenlang leidenschaftlich darin lieben würden und vermutlich müsste er dann noch die Bauschäden tragen. Nee, so prickelnd war das Ganze dann doch nicht.

Als er diese in ihren Augen märchenhaft romantische Idee wieder auf seine bekannt liebenswürdige Art und Weise als totalen sinnlosen überteuerten Kitsch abgeschmettert hatte, reagierte Gretchen prompt.... nein, nicht mit dem typischen Haaschen Heulkrampf de luxe, um ihm ein schlechtes Gewissen einzuimpfen, sondern viel schlimmer noch, nämlich mit einem zehnminütigen mit Vorwürfen gespickten Vortrag, dass er ja überhaupt keinen Sinn für Romantik hätte, ihre Beziehung nicht ernst nehmen würde, immer an allem, was ihr gefiel, rummäkeln und sich ständig deswegen über sie lustig machen würde, ohne auch nur einen Hauch von Entgegenkommen zu zeigen. Wahrscheinlich sei er ein hoffnungsloser Fall und sie hätte keine Lust mehr, ihn eines besseren zu bekehren. Halleluja, dachte er sich, während sie mal wieder schmollte. Es hatte ja auch nur über zwanzig Jahre gebraucht, bis sie endlich kapiert hatte, dass sie Gott nicht verbiegen konnte. Gott war schließlich übermächtig und über allem erhaben.

Marc war dann mit einem verschmitzen Lachen jeder weiteren Diskussion aus dem Weg gegangen, als er ihren glühenden Trotzkopf blind und stur aus dem Beifahrerfenster starren sah. Wenn du nur wüsstest, seufzte er. Er hatte sich diesmal wirklich arg ins Zeug gelegt, um sie zu beeindrucken und ihr eine Freude zu machen, besser noch als die Honeymoon-Suite neulich nach dem Ärzteball oder der Anflug von Sentimentalität während dieses bescheuerten Klassentreffens, als er sein Schweizer Taschenmesser in eine Parkbank wetzte. Aber man(n) konnte den süßen Schmollhaasen ja ruhig noch eine Weile schmoren lassen. Eine Belohnung war ihm auf jeden Fall sicher, wenn sie erst einmal gesehen hatte, was er mit ihr vorhatte, dachte er sich, wobei sein Herz vor Aufregung immer schneller schlug, und grinste in froher Erwartung auf die folgenden Urlaubstage ganz allein mit ihr still vor sich hin wie ein kleines Kind, das gerade mit seiner Juniorenmannschaft den Pokal kassiert hatte, als er schließlich von der Landstraße abbog und die Autobahnauffahrt hochfuhr. Je schneller sie zum Ziel kamen, umso besser.

Lorelei Offline

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15.05.2011 21:15
#997 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Sorry Mädels, bin heut etwas verplant und hätte doch beinahe vergessen, den nächsten Teil zu posten. Ich hoffe, ihr verzeiht mir das. Dafür gibt es jetzt wieder eine Überdosis . Viel Spaß damit und schönen Abend. Euer Schneckchen




Gretchen, die trotz ihres Zustandes als blindes Huhn bemerkt hatte, dass sich mit einem Mal die Fahrtrichtung sowie die -geschwindigkeit geändert hatten, verwarf ihre völlig unbegründeten Gedanken, dass Marc sie und ihre romantischen Phantasien und Träume nicht ernst nehmen würde, hörte auf ihr wild klopfendes Herz, das mit jeder Minute, die sie ihrem unbekannten Ziel, wo sie sicherlich die schönste, tollste, genialste, unglaublichste, perfekteste Meiersche Überraschung erwartete, näher kamen, immer schneller lief, drehte ihren Kopf vorsichtig in Marcs Richtung, der sich konzentriert in den Verkehr auf der Autobahn einfädelte, biss sich unsicher auf ihre Unterlippe und hakte dann doch bei ihrem unverschämt süßen Entführer nach...

G: Sind wir bald da?

Marc musste unweigerlich schmunzeln, denn ihre zarte Stimme klang wie die eines kleinen Mädchens, das zum ersten Mal auf einen Reiterhof fuhr und es vor Aufregung kaum noch aushalten konnte. Kurz und knapp antwortete er ihr, während er versuchte, sich sein Lachen zu verkneifen....

M: Nö!
G (die Ungeduld nimmt überhand u. sie rutscht auf ihrem Sitz hin u. her): Wie lange fahren wir denn noch?
M (kuckt auf die Uhr am Armaturenbrett, lächelt u. zuckt dann mit den Schultern): Äh... keine Ahnung, so lange es eben dauert.
G (eingeschnappt): Na toll!
Aus ihm ist einfach nichts rauszubekommen. Das ist gemein!
M (hat den missgestimmten Unterton in ihrer Stimme durchaus mitbekommen): Jetzt warte halt ab und entspann dich.
Entspannen? Pah! Wie soll ich mich denn entspannen, wenn ich nicht weiß, was er mit mir vorhat?
G (quengelt): Mir ist aber langweilig.
Oh Mann!
M (stöhnt kurz auf u. verleiert die Augen): Ja, dann äh... beschäftige dich halt.
Sehr toller Gedanke, Herr Doktor Oberschlau! Wie denn, wenn ich nichts sehen darf?
G (zieht eine Schnute): Womit denn? Du hast mir die Augen verbunden.
Wie war das noch mal mit dem Fesseln und Knebeln?
M (langsam genervt): Na dann mach halt das, was du immer machst.
G (blickt ihn irritiert an): Was denn?
Mich in den Wahnsinn zu treiben!
M: Hmm... Na von mir tagträumen oder so.
Also das ist ja wohl... Als ob ich immer... Gar nicht wahr!
G (glaubt sich wohl verhört zu haben u. zischt ihn an): Sehr witzig!
Und ob! Träum nur und denk dir ein paar schöne Schweinereien aus. Die holen wir dann alle nach. Yeah!
M (lacht u. legt noch einen obendrauf): Klar, dass wir in deinen Träumen immer sehr viel Spaß haben, ne.
Was denkt der sich eigentlich? GGGRRR!!!

Marc zwinkerte seiner fassungslosen Freundin unverschämt zu und legte zur Bestätigung seines Gesagten noch seine rechte Hand auf ihr linkes Knie. Gretchen zuckte erschrocken zusammen, weil sie diese dreiste Meiersche Attacke nicht hat kommen sehen, und legte allein schon wegen dieser Respektlosigkeit sofort Protest ein...

G: Maaarc!
M (schmunzelt): Was denn?
G (zickt ihn an): Konzentrier dich auf den Verkehr!

Doch Marc dachte nicht im Traum daran, nach dieser Steilvorlage aufzuhören und ließ seine rechte Hand langsam ihren Oberschenkel hoch wandern. Er spürte deutlich, wie sie unter seinen Berührungen immer unsicherer wurde und das reizte ihn sehr....

M: Tue ich doch.
Also dieser.... GGGRRR!!! Wie schafft der das nur immer?
G (ihre Konzentration lässt merklich nach u. sie errötet immer mehr): Ich meine... den Straßenverkehr, Marc.
M (feixt u. macht unberührt weiter): Och du, ich auch.
G (grummelt): Das merke ich.

Gretchen, die ihn für seine Unverschämtheiten erst einmal zappeln lassen wollte, klopfte Marcs freche Hand unsanft von ihrem Oberschenkel, weil sie gemerkt hatte, wie sie sich langsam aber sicher tief in ihre Haut einbrannte und sie immer nervöser machte. Sie ertastete sogar vorsichtig den Stoff ihres schwarzen Kleides nach eventuellen handtellergroßen Brandlöchern, aber alles schien noch in Ordnung zu sein, soweit sie das in ihrer unfreiwilligen Blindheit beurteilen konnte. Nur ihr Puls hörte einfach nicht auf, unkontrolliert zu rasen und ihr Herz klopfte wie verrückt in ihrer Brust, da konnte sich ihr Idiot noch so bescheuert verhalten. Sekunden später hatte sie ihm immer verziehen. Sie war schwach! Schwach, schwach, schwach! Und unsterblich verliebt! Ihr war ganz anders zu mute und nach einer Weile bereute sie es sehr, dass sie seine Hand weg geschlagen hatte. Sehnsüchtig blickte die verliebte Frau nun zur Seite. Sie konnte zwar nichts sehen, weil das blöde Tuch vor ihren Augen ihr die Sicht versperrte, aber sie spürte, dass er eingeschnappt war und sich nun wohl wirklich nur noch auf die Straße konzentrierte. Sie ärgerte sich über sich selbst, biss sich auf ihre Unterlippe, überlegte hin und her, dann ging ihre linke Hand doch vorsichtig auf Wanderschaft. Sie ertastete erst einmal ihren Sitz, dann wanderte sie langsam immer weiter nach links, bis sie die Gangschaltung gefunden hatte, auf der seine rechte Hand ruhte und legte mutig ihre Hand auf die seine. Marc schaute kurz schmunzelnd zur Seite, verschränkte dann seine Finger mit ihren und positionierte ihre beiden nun vereinten Hände auf ihrem Schoss, wo sie ruhig verweilten. Gretchen lächelte glücklich vor sich hin. Und auch Marcs Vorfreude wuchs mit jedem Kilometer, den sie hinter sich legten. Nach einer Weile durchbrach aber erneut eine Gretchenfrage die wohltuende Stille...

G: Sind wir bald da?
M (lässt für eine halbe Sekunde den Kopf hängen, dann schaut er kurz zu ihr rüber): Deine Platte hat einen Sprung.
G (beleidigt): Maaarc!
M: Jetzt nerv nicht!
G (zieht gekränkt ihre Hand weg): Ich nerve?
M (stöhnt entnervt auf): Nein... ja.... Ich meine... Boah! Euch Frauen kann man es echt nie recht machen. Da reißt man sich den Arsch auf, verwirft seine Prinzipien und was ist der Dank? Trotzdem wird immer an allem rumgenörgelt.
Ok, er hat ja Recht. Vielleicht sollte ich doch erst mal abwarten. Aber ich halte es bald nicht mehr aus.
G (gibt sich reumütig): Ich bin halt nervös.
M (hebt skeptisch eine Augenbraue): Ach das ist alles?
G: Ja! Wenn du die ganze Zeit so geheimnisvoll tust.
M (sieht sie spitzbübisch an): Ich dachte, da steht ihr Hühner drauf?
G (blitzt ihn an): Wenn du mich noch einmal Huhn nennst, dann...dann...
M (grinst): Was dann, Zicke?
G (weiß, dass er nur Spaß macht, aber regt sich trotzdem künstlich auf): Boah, du bist so blöd!
M (kann sich sein Lachen nun nicht mehr länger verkneifen): Oh ja, beschimpf mich! Umso mehr hast du dann wieder gut zu machen.
Vergiss es! Nie...niemals!
G (legt ihren Kopf seitlich an ihre Sitzlehne u. schaut ihn skeptisch an): Da hält aber jemand ganz große Stücke auf sich selbst.
M (mit Stolz geschwellter Brust gibt er Kontra): Ich gebe es nur ungern zu, aber..... ja, das ist schon ein ziemliches Meisterstück von mir. Aber das kann man ja auch nicht anders von Gott erwarten.

So ein Schleimer! Der soll bloß seine großspurigen Töne sein lassen. Am Ende steckt da gar nichts weiter dahinter als heiße Luft. Aber... hmm... wenn das wirklich so eine große Sache ist, wie er vorgibt, dann... Oh, das ist so gemein. Das sagt er doch nur, um mich noch mehr anzuheizen. Mist! Und das schafft er auch noch. Ich bin wirklich schwach!

G (setzt sich wieder gerade in ihren Sitz u. schaut nach vorn): Na ja, wir werden ja sehen.
Oh, oh! Jetzt platzt sie gleich vor Neugier. Soll erfüllt. Hahaha!
M: Mehdi war jedenfalls blass vor Neid.
Das wird ja immer besser. Und so was nennt sich bester Freund. Pah! Hätte ruhig mal was erzählen können.
G: Ich hab gewusst, dass er Bescheid weiß.
M: Und dein Vater überlegt sich vielleicht das gleiche für sein Butterböhnchen.
Oh Gott! Was wird das denn?
G (blickt erstaunt zu ihm rüber): Was der auch?

Der hätte uns ja auch keine fünf Tage am Stück Urlaub gegeben, wenn ich nicht die Karten auf den Tisch gelegt und die perfekte Schwiegersohn-Nummer abgezogen hätte. Ein Glück, dass die Haasen allesamt so leicht zu durchschauen und zu manipulieren sind. Hähä!

M: Jep! Und ich kann dir sagen, Dad hat vielleicht blöd aus der Wäsche gekuckt.
Wieso traut mir das eigentlich niemand zu? Bei Mehdi is ja klar, aber Dad? Der wollte doch grad noch Mutter in diese ekelhafte Stadt schleppen. So ein Spinner! GsD komm ich in dieser Hinsicht nicht nach ihm. Dann könnte ich mich ja nirgendwo mehr blicken lassen.
G (schmollt jetzt erst recht): Na toll, jeder weiß Bescheid, nur ich wieder nicht.
Och Süße!
M (zwinkert ihr zu): Das ist ja auch der Sinn einer Überraschung.
G: Ach? Da spricht jetzt der Experte oder was?
M (cool u. lässig): Hör ich da etwa Ironie raus? Hey ich bin Profi.
Also manchmal ist er wirklich.... unglaublich. Ohne Worte!
G (steckt ihm die Zunge raus u. lacht): Schleimer!

Boah diese süße kleine Zimtzicke! Unfassbar! Aber ich werd's dir heute noch zeigen.... für all die Vorwürfe, Beleidigungen und Schläge, die ich heute einstecken musste. Du musst dich also gar nicht wundern, dass ich so nen Scheiß nicht jeden Tag mache. Die Risiken sind mir einfach zu hoch. Hämatome, Tinnitus, Herz-Rhythmus-Störungen, Lähmungen, graue Haare. Ich will gar nicht wissen, wie viele Jahre meines Lebens du mich schon gekostet hast.

M (grinst sie an): Ich liebe es, wenn du so völlig planlos bist.
Unfassbar! Und der genießt das auch noch. Oh wenn der Tag gekommen ist, dann werde ich mich für all deine Gemeinheiten rächen. Also... dann... irgendwann, wenn ich meine Schlagkräftigkeit äh... Schlagfertigkeit wieder gefunden habe.
G: Gerade eben hast du noch gemeint, ich würde deswegen nerven.
M (kleinlaut): Tust du ja auch.
Na toll!
G (kontert trotzig): Du... nervst... auch.
Oh Mann! Deine Schlagfertigkeit ist mal wieder erschlagend. Hahaha! Aber auch unheimlich süß! Trotzdem... irgendwann schenk ich dir mal nen Kurs im „Sprüchekloppen“. Damit du wenigstens mal einen halben Zentimeter an mich herankommst. Hahaha!
M (sein Grinsen wird immer breiter): Tue ich nicht!
G: Doch!
M (tätschelt ihr das Knie): Wirklich?
Och menno! Ich bin so schwach.
G (bricht schließlich ein): Okaaay, vielleicht... nur... ein bisschen. Also... ein ganz, ganz kleines, klitzekleines bisschen.
Du bist so süß, wenn du nicht mehr weiterweißt.
M (strahlt sie verliebt an): Damit kann ich leben.

G (legt ihre Hand wieder auf seine u. drückt sie sanft): Also wie lange noch?
Och nee! Geht das jetzt wieder los? War doch grad so schön.
M: Da! Du tust es schon wieder.
G: Man wird ja wohl mal fragen dürfen.
M: Du hast das in den letzten zwanzig Minuten mindestens zehnmal gefragt.
Ich wollte doch nur sichergehen und dann rechtzeitig mein Überraschungsgesicht aufsetzen.
G (zieht trotzig ihre Hand wieder weg): Gar nicht wahr!
M: Doch! Ich führe eine Strichliste.
G (kann sich ein Lächeln nicht verkneifen u. tastet sich wieder an seine Hand heran): Spinner! Wir sind aber nicht mehr in Berlin oder?
M: Kein Kommentar!
Jetzt fängt der wieder so an. Das macht mich wahnsinnig.
G: Ich habe aber das Gefühl, wir fahren die ganze Zeit nur geradeaus.
M (grinst): Gut gefühlt, Miss Marple.
G (ermittelt weiter): Sind wir auf der Autobahn?
M (wird unsicher u. zögert): Äh... kann sein.

Ok! Berlin können wir ausschließen. Nähere Umgebung wohl auch. Autobahn! Hmm... wenn ich nur wüsste, in welche Richtung. Ob er...? Nein, das traue ich ihm nicht zu. Oder doch? Er tut so geheimnisvoll und betont unromantisch, dass es fast den Eindruck macht, als ob er etwas vertuschen will, weil er doch vorhat... OH!!! Wenn das stimmt, dann... dann... ist er der tollste Mann der Welt. Das ist er zwar jetzt schon. Aber eben noch viel, viel toller. Es ist..... Rügen! Es muss Rügen sein.

G (ihr geht das Herz auf u. sie schmachtet ihn verliebt an): Oh Marc, sag nicht, dass wir...?

Marc blickte seinen verklärt dreinblickenden Haasenzahn entsetzt an... Scheiße! Sie ist jetzt nicht wirklich darauf gekommen oder? Wie macht sie das immer? Liegt’s am Vollmond? Dem schlechten Einfluss durch die Stasi-Sabsi? Einem Ziehen im Bein? Weibliche Dings hier... äh... Intuition? Siebter Sinn oder so? ... Nee! ... Das kann doch gar nicht sein. Sie kann es gar nicht wissen. Davon weiß doch noch kaum jemand. Offiziell existiert es ja noch nicht mal. Nein, sie weiß es nicht! Sie will mich nur verunsichern, damit ich mich verrate. Aber das werd ich nicht tun, Miss Neugierig! Nie...Niemals!

M (wiegelt hastig ab u. setzt sein Pokerface auf): Ich... sag... nichts.
G (lehnt sich seufzend zurück u. gibt den Kampf endgültig auf): Ok, anscheinend willst du es mir nicht verraten.
M (grinst sie an): Die Kandidatin hat hundert Punkte.

Ich hab auch ehrlich gesagt keine Lust mehr und auch keine Ideen und... ach... menno. Sind wir bald da?

Lorelei Offline

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16.05.2011 16:57
#998 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nein, wir sind noch nicht daaaaaaa! Und es könnte durchaus sein, dass wir da auch nicht so schnell hinkommen, wo auch immer sich „da“ befindet, und das hat einen guten Grund. Äh... Ich bin dann mal weg, wünsch euch aber noch schnell einen guten Start in die neue Woche. Euer rasendes Schneckchen




Es wurde wieder merklich still im Meierschen Volvo und jeder hing seinen Gedanken nach, während die trostlose nächtliche Winterlandschaft an der A13 förmlich an ihnen vorrüberzog. Doch lange hielt die blonde Schöne die Stille nicht aus. Nachdem ihr Vorrat an Ideen, mit denen Marc sie überraschen könnte, erschöpft war und sie ihr Ziel, wo immer es auch liegen mochte, offenbar noch immer nicht erreicht hatten, wurde ihr zunehmend langweilig. Sie suchte sich eine Beschäftigung und tastete unter den misstrauischen Blicken ihres geheimniskrämerischen Freundes blind auf dem Armaturenbrett herum, bis sie gefunden hatte, was sie gesucht hatte, nämlich den Radioknopf, an dem sie nun mit einem fröhlichen Lächeln auf dem Gesicht herumdrehte.

http://www.youtube.com/watch?v=PI1RIZlTzdo

Oh Gott! ... Gretchen riss ihre Augen weit auf, spürte plötzlich eine beklemmende innere Unruhe aufkommen und blickte kurz verunsichert zu Marc, der, wie sie aber nicht sehen konnte, mit dem Kopf leicht zur Musik mitwippte, und schaltete schnell wieder um. ... Schlechtes Omen vorbeugen!

http://www.youtube.com/watch?v=VS4fyxuFZvA

Das wird ja immer besser! Ob das auch ein Zeichen ist? ... Die abergläubische junge Frau hatte keine Zeit, weiter darüber zu sinnieren, denn sie spürte plötzlich Marcs warme Hand auf ihrer, der nun seinerseits den Regler zurückzuschalten versuchte...

M: Hey! Lass doch laufen.
G (protestiert u. klatscht seine Hand weg): Sicher lasse ich NICHT den Weg in die Hölle laufen.
Hahaha! Was?
M (lacht): Uuuhhh! Da hat aber jemand eine schlechte Meinung von meinem gewählten Reiseziel.
G (wird rot u. schmollt): Idiot!
M (streicht ihr zärtlich über die Hand): Hey! Aber das hier geht gar nicht. Da schlaf ich ja gleich am Steuer ein.
G (rollt mit den Augen): Ok, ich schalte noch einmal um. Aber das nächste Lied bleibt.
M: Hab ich eine andere Wahl?
G: Nein!

Gretchen grinste ihren Freund breit an und drehte erneut den Knopf vom Radio.

http://www.youtube.com/watch?v=sawTFH_O4Vo

Die beiden Verliebten blickten sich an, lächelten verliebt, lehnten sich entspannt in den Sitz zurück und hielten wieder verträumt Händchen. Während Marc sich auf die Straße konzentrierte, hatte Gretchen ihren Kopf gegen die Seitenscheibe gelehnt. Sie war ganz ruhig und freute sich einfach nur mit der Liebe ihres Lebens zusammen zu sein, egal was er vorhatte und ob seine Überraschung nun ihren Geschmack traf oder nicht. Hauptsache sie waren zusammen, alles andere war doch völlig nebensächlich...

G: Ich freu mich wirklich.
M (lächelt): Und ich mich erst.

Voller Liebe schaute Marc seine schöne Freundin einen Moment lang an, dann führte er ihre zarte Hand an seinen Mund und küsste sie zärtlich auf den Handrücken. Gretchen kicherte leise, weil ihr ganzer Körper nun zu kribbeln begann...

G: Manchmal kannst du unvergleichlich süß sein. Weißt du das eigentlich?
Schlimme Angewohnheit! Ich wünschte, man könnte das irgendwie abstellen.
M (zwinkert ihr zu u. schaut dann wieder auf die Fahrbahn): Verrat’s keinem!
G (lächelt): Danke, dass du heute so lange ausgehalten hast.
M (schmunzelt): Mit dir?
G: Marc, du weißt schon. Meine Eltern, das... erträgt nicht jeder.
M: Du, ich bin hart im Nehmen. Meine sind noch einen Tick schlimmer. Hast du ja heute erlebt.
G: Meinst du, es hat was gebracht?
M (zuckt mit den Schultern u. will eigentlich nicht weiter darüber nachdenken): Weiß nicht!
G: Ob ich noch mal zuhause anrufen soll?

Gretchen ließ Marcs Hand los und kramte auch schon in ihrer rosa Handtasche nach ihrem Mobiltelefon. Marc reagierte prompt und wollte sie ihr entreißen, was sie sich aber nicht gefallen ließ. Das war schließlich ihre Handtasche, ihr Heiligtum, ihr Reich, Männer freies Territorium und das sollte auch so bleiben.

M: Untersteh dich! Die nächsten fünf Tage ist absolutes Handyverbot. Ist das klar?
G (starrt ihn erstaunt an): Oh! Das... das heißt, du fährst doch mit mir in den Urlaub? ... Du bist gemein.
Scheiße!
M (seufzt u. gibt kleinbei): Ok, ich geb’s zu. Es wird ein Kurztrip.
Oh mein Gott! Er ist so süüüüüüüüssssssss!!!

Was hab ich mir eigentlich dabei gedacht? Ich hör mich schon so an, wie diese Schwuchteln aus den Kitschfilmen, die Mehdi immer kuckt.

G (schmiegt sich an seine Seite u. schwebt wie auf Wolken): Ein Kurzurlaub, wie romantisch!
Na ja, aber wenn’s ihr gefällt?
M (kratzt sich verlegen am Ohr): Äh... ja, das werden wir ja dann sehen, ne. Eigentlich...
G: Eigentlich?
M (plötzlich nervös, was ihm überhaupt nicht gefällt): Na ja, ich war dir, glaube ich, noch was schuldig oder?
Oh! .... Ooooohhhh!!!
G: Du meinst...?
M (presst die Lippen aufeinander u. blickt stur auf die Straße): Jep!
G (strahlt ihn an): Und ich dachte schon, du hättest es vergessen.
M: Gott vergisst nie etwas.
Daran werde ich dich erinnern, wenn du das nächste Mal vergessen hast, die Einwegflaschen wegzubringen.
G (sieht ihn gespannt an): Also fahren wir doch nach Rügen?
M (sichtlich verwirrt): Hä? Rügen? Wie kommst du jetzt darauf?
G (errötet u. stammelt verlegen vor sich hin): Na ja, das ist doch ... da hat doch... alles angefangen.
Ach sie denkt, wir fahren nach Rügen? Hmm... wäre eigentlich auch ne Option gewesen. Wieso bin ich da eigentlich nicht gleich darauf gekommen?
M: Dann müssten wir wohl eher zurück nach Berlin, zum Spielplatz.
Wie süß war das denn bitte?
G (schmiegt sich verliebt an ihn): Ok, der geht an dich. Also nicht Rügen?
Schade!
M (streichelt ihr kurz über die Wange): Süße, jetzt grübele nicht so viel, lehn dich zurück und warte ab. So weit ist es ja auch nicht mehr.
G (himmelt ihn an): Ok!

Gretchen tat, wie ihr liebevoll aufgetragen wurde und auch Marc entspannte sich merklich, bis plötzlich ein Handy zu klingeln begann. „Last Christmas I gave you my heart...“ ertönte erbarmungslos und in einer Lautstärke, dass es den gerade eben noch unheimlich charmanten Chauffeur ziemlich schnell auf die Palme brachte....

M: Och nee! Stell das ab!
G (kramt in ihrer Tasche u. holt ihr pinkes Handy hervor): Und wenn es wichtig ist?
M (hebt warnend seine rechte Hand): Eh, was hab ich vorhin gesagt mit dem Handyverbot?
Pah! Du Oberlehrer!
G (grinst ihn provozierend an): Das gilt erst, wenn wir da sind.
M (sprachlos): Was? Das denkst aber nur du!
G (lacht): Du hast doch gesagt, ich soll mich, bis wir da sind, ablenken und die Ablenkung ist jetzt gekommen.

Marc starrte seine Freundin entgeistert an, während Gretchen ihn nur breit angrinste und dann fröhlich säuselnd an ihr Handy ging...

G: Hallohoo? Dr. Gretchen Haase auf dem Weg ins Glück.
Äh... geht’s noch? Jetzt ist sie aber echt drüber.
M (murmelt ihr zu): Haasenzahn, also manchmal bist du echt noch durchgeknallter als sonst.
Oh ich liebe deine Komplimente, Marcilein.
G (streckt ihm die Zunge raus u. konzentriert sich dann auf ihren Anrufer, der ihr sofort ein Lächeln auf die Lippen zeichnet): Mehdi! Wie schön!
Och nee? Das ist jetzt nicht wahr? Hat der den Arsch offen? Was ruft der denn jetzt an? Der weiß doch genau, was ich vorhabe.
M (leicht gereizt): Was will der denn jetzt? Hat der sie noch alle, jetzt hier anzurufen.
G (zischt ihn leise an, während sie den Hörer kurz zuhält u. spricht dann weiter mit ihrem besten Freund, der, wie sie an seiner Stimmlage erkennen kann, offenbar etwas Wichtiges auf dem Herzen hat): Marc, halt die Klappe! .... Entschuldige, Marc zetert hier die ganze Zeit rum. Was hast du gesagt?
M (meckert): Eh! Ich zetere nicht, klar!
Argh! Männer!
G (ignoriert Marc u. lauscht gebannt Mehdis Worten, bis ihr plötzlich der Atem stockt u. ihr Herz zum Dauerlauf ansetzt): Wie bitte? ... Moment! Ich hab dich nicht verstanden. Wer ist...? ... NEIN! ... OH MEIN GOTT! ... (dreht sich völlig geschockt zu Marc um) ... Marc, halt an!
M (schaut irritiert zur Seite): Was? Tickst du noch ganz sauber! Sicher nicht!
G (fleht ihn an): Marc, bitte, du musst sofort wenden.
Die spinnen doch völlig! Hat Gabi mit ihm Schluss gemacht und er will, dass Haasenzahn ihm jetzt das Patschehändchen hält, oder was soll der Scheiß? Vergiss es!
M (regt sich auf): Eh ich muss mal gar nichts! Ich bin mitten auf der Autobahn. Was denkst du dir denn? Gib das Scheiß-Telefon her!

Ohne zu zögern, entriss Marc ihr das Handy und fauchte in seiner „liebenswürdigen“ Art und Weise hinein, um seinen von nun an nicht mehr besten Freund gehörig die Meinung zu geigen...

M: Sag mal, hast du den Arsch offen? Welchen Floh hast du ihr wieder ins Ohr gesetzt? Kannst du deine Frauenprobleme nicht alleine...
G (empört sich): Maaarc!
M (ignoriert sie und setzt unberührt seine Schimpftirade fort): Du kannst nicht einfach hier anrufen und sie... Was? ... Eh, jetzt lass mich verdammt noch mal ausreden. ... Nee, du hörst mir zu, Freundchen. Du weißt genau, dass ich... (stockt plötzlich) ... WAS? Ist das dein Ernst?

Marc schaute entgeistert in Gretchens Gesicht, die ihre Augenbinde von den Augen gezogen hatte und ihn nun mit flehendem Blick herzzerreißend ansah, und hörte Mehdi nun doch endlich zu. Er seufzte und sprach merklich ruhiger ins Telefon...

M: Ok, hör zu, wir sind in zwanzig Minuten da.

Dann legte er auf und reichte Gretchen ihr Handy, die es mit einem leichten Kopfnicken entgegennahm und in ihre Tasche packte, die sie nun fest wie ein Kuscheltier an ihre Brust drückte. Die ersten Tränen hatten ihren Weg nach oben gefunden und kullerten ihre Wange hinab, doch sie merkte es gar nicht und schaute einfach nur in Marcs Gesicht, das mindestens genauso aufgewühlt war wie ihr eigenes.

G: Das wäre einfach zu schön, um wahr zu sein.

... sagte sie schließlich. Marc nickte ihr stumm zu, setzte den Blinker und fuhr die nächste Autobahnabfahrt ab. Beide hegten nur einen Gedanken: War das Weihnachtswunder etwa wirklich wahr geworden?

Lorelei Offline

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17.05.2011 16:40
#999 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

*vorsichtig um die Ecke guck*

Oh weh! Da hab ich mich wohl gestern ganz schön in die Nesseln gesetzt. Mir tut alles weh und mir ist irgendwie meine Nase abhanden gekommen , aber wenn ihr einen guten Chirurgen kennt, schickt ihn mal bitte bei mir vorbei. Ach je, was mach ich bloß? Ich traue mich schon gar nicht mehr, die nächsten Teile reinzustellen. Aber wat mut dat mut. Ich habe ja einen harten Panzer. Viel Vergnügen mit der nächsten Episode.

Euer Schneckchen Baeker





Kurze Zeit darauf hielt der weiße Volvo auch schon mit quietschenden Reifen auf seinem Stammparkplatz vor dem Elisabethkrankenhaus und die beiden schick gekleideten Insassen stiegen hastig aus, wobei es die blonde Assistenzärztin fast hingelegt hätte, als sie auf einer zugefrorenen Pfütze ausrutschte, aber ihr tapferer Held war noch rechtzeitig zur Stelle und fing seine taumelnde Prinzessin auf. Sie lachten sich an, als er sie einen Moment länger als nötig fest im Arm hielt und dann wieder aufrichtete. Marc gab ihr noch einen kurzen innigen Kuss auf den Mund und schloss danach den Wagen ab. Gretchen richtete derweil ihre Klamotten, dann nahm sie seine Hand in ihre und schon hechteten die beiden aufgeregt ins Gebäude.

Sie hatten gerade den Fahrstuhl im dritten Stock verlassen, da drangen auch schon mehrere laute Stimmen an ihr Ohr und sie blieben irritiert mitten im Flur der Gynäkologie stehen und lauschten....

Gabi (stinksauer): Wie blöd kann man eigentlich sein? Obwohl... was frage ich da eigentlich? Das ist doch bei dir ein Normalzustand.
Günni (echauffiert sich auf seine bekannt ruhige u. monotone Art u. Weise): Also Schwester Gabi, ich muss doch wohl sehr bitten!
Gabi (schnauzt den um Schlichtung bemühten Pathologen an): Was geht Sie das eigentlich an? Verkriechen Sie sich doch lieber wieder in ihre Totenkammer, Sie... Sie Weihnachts....depp. Und jetzt zu dir, Sabine, was hast du dir eigentlich dabei gedacht, hier so einen Aufstand zu machen? Weißt du eigentlich, was du ihm damit...
Mehdi (unterbricht seine aufgebrachte Freundin leise mit gebrochener Stimme): Gabi, lass nur!
Sabine (schluchzt herzzerreißend): Oh, es tut mir so leid, Herr Doktor. Ich... Ich habe das nicht gewollt. Ich habe gedacht...
Mehdi: Schon gut, Sabine.
Gabi (zickig): Das Denken solltest du in Zukunft lieber denen überlassen, die sich damit auskennen.
Mehdi (tadelnd): Gabi!
Günni: Komm Bienchen, wir gehen!
Sabine (schnieft): Hmm!

Noch ehe sich die beiden stillen Zuhörer einen Reim daraus machen konnten, was hier eigentlich vorgefallen war, dass Schwester Gabi ihrer herzensguten, aber manchmal leicht verplanten Kollegin solche heftigen Vorwürfe machte, erschien auch schon das Häufchen Elend auf dem Flur, gestützt von Dr. Gummersbach, der der weinenden Krankenschwester tröstend über den Rücken strich und ihr leise und sehr liebevoll Zuspruch schenkte...

Günni: Mach dir nicht so einen Kopf, Bienchen, hmm. Du hast es doch nur gut gemeint.
Sabine (sieht ihn schluchzend an): Ich war mir so sicher, Purzelchen.
Günni (drückt sie kurz an sich): Ich weiß.

Marc (blickt amüsiert zu Gretchen): Purzelchen?

Dr. Meier konnte sich sein schadenfrohes Lachen kaum verkneifen - das lustige Weihnachtsoutfit der beiden tat ihr übriges und unterstützte nur noch heftiger sein sich zusammenziehendes Zwerchfell -, während Dr. Haase ihrem unverschämten Freund in den Arm kniff und dann besorgt auf die beiden Kollegen zulief, die aber kaum Notiz von der schönen Blonden nahmen...

Gretchen: Sabine, was ist denn passiert?

Schwester Sabine senkte beschämt ihren Kopf und fing nur noch heftiger an zu weinen, als sie ihre Lieblingsärztin erblickte. Dr. Gummersbach, der seinen ihn ständig kitzelnden Rauschebart abgenommen hatte, machte nur eine entschuldigende Handbewegung in Richtung seiner blonden Kollegin und führte den traurigen Weihnachtselfen, dessen Zipfelmütze entsprechend seiner Stimmung geknickt auf halb acht hing, weiter ins Stationszimmer, wo er die Tür hinter sich verschloss. Gretchen und Marc schauten den beiden irritiert hinterher, sahen dann sich an, zuckten mit den Schultern und gingen zu Dr. Kaans Büro vor, dessen Tür Günni und Sabine offen gelassen hatten. Sie blieben im Türrahmen stehen und schauten neugierig nach vorn zum Schreibtisch des Gynäkologen. Ihr bester Freund, der sie vorhin mit aufgeregter, kaum verständlicher Stimme von einer unglaublichen Neuigkeit in Kenntnis gesetzt hatte, saß nun nicht minder verzweifelt wie die Stationsschwester Vögler gerade eben in seinem Chefsessel. Schwester Gabi hockte davor, tätschelte immer wieder seine Hand und sah ihn rührselig an...

Gabi: Mehdi, Schatz, lass dir das nicht so sehr zu Herzen gehen.

Mehdi blickte seiner Freundin verliebt in die Augen und legte seine Hand an ihre Wange, woraufhin sie lächelte.

Mehdi: Danke, dass du da bist.

Gretchen, die sich peinlich berührt abgewendet hatte und nun mit sorgenvoller Miene zu Marc blickte, der auch nicht wusste, was er von der ganzen Szene hier halten sollte und unschlüssig mit den Schultern zuckte, machte sich schließlich durch ein leises Räuspern bemerkbar und sprach die beiden zögerlich an...

Gretchen: Was ist denn los?

Erschrocken drehten sich Gabi und Mehdi gleichzeitig zu den beiden ungebetenen Zaungästen um. Gabi richtete sich sofort auf und strich ihren Kittel glatt, während sich Mehdi gerade hinsetzte und erstaunt zu seinen beiden Freunden an der Tür schaute...

Mehdi: Gretchen! ... Marc!
Gabi (spricht gleichzeitig wie ihr Freund ihr Erstaunen aus): Was macht ihr denn hier?
Marc (grinst cool in die Runde): Tach!
Gretchen (schüchtern): Hallo!
Mehdi (freut sich aufrichtig, dass die beiden da sind, auch wenn er nicht mit ihrem Erscheinen gerechnet hat): Ihr hättet aber nicht extra herkommen brauchen.
Jep! Das wird mir auch so langsam klar. (MM)
Gretchen (lächelt ihn liebevoll an): Mehdi, das ist doch selbstverständlich.
Marc (lehnt sich lässig seitlich gegen den Türrahmen): Tja, deine Nachricht hat mir wohl die Show gestohlen.
Gretchen (schaut ihn tadelnd an): Marc, also wirklich.
Mehdi (hat ein schlechtes Gewissen): Das tut mir leid. Das wollte ich nicht.
Marc (schnippisch zu Gretchen): Na stimmt doch.
Gabi (rollt genervt von den Turteleien der beiden ihre Augen): Seid ihr dann endlich fertig?

Marc warf seiner gehässigen Ex einen bösen Blick zu, den sie mit der gleichen Abneigung erwiderte, und verschränkte abwehrend seine Arme vor seinem Körper. Gretchen nahm aber kaum Notiz von den kindischen Anfeindungen der beiden und schaute besorgt zu Mehdi, der mit seinen Gedanken wohl ganz woanders schwebte und starr an die Decke stierte. Sie trat langsam an ihn heran und blieb vor seinem Schreibtisch stehen. Verwundert über seine melancholische Haltung, wo er doch nach DER Nachricht eigentlich im siebten Himmel schweben müsste, blickte sich Gretchen im Raum um und sprach ihn schließlich auf das Offensichtliche an...

Gretchen: Wo ist denn Lilly eigentlich?

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.453

18.05.2011 17:02
#1000 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben , ich wollte eigentlich heute keinen neuen Teil posten, aber in Anbetracht der Reaktionen gestern und heute, sehe ich mich gezwungen doch schon den nächsten Teil reinzustellen. Auch wenn ihr mir nicht glaubt, ich will euch in keinerlei Weise quälen oder ärgern. Ich hab euch lieb und respektiere jegliche Meinung und Kritik. Ich kann nur immer wieder sagen, es tut mir leid und dass manchmal vielleicht der Schein trügt. So das war’s auch schon von meiner Seite. Ich bin dann mal wieder weg. Eure Schnegge




Mehdi schluckte schwer und senkte getroffen seinen Kopf, nachdem er ihren süßen unschuldigen wunderschönen Namen vernommen hatte und die Erinnerungen an seine kleine Tochter mit einem Schlag erbarmungslos wieder auf ihn einströmten und ihm die Luft zum Atmen nahmen. Gretchen erschrak beim Blick in seine unendlich traurigen Augen, die sie hilflos anschauten. Was war mit Lilly? Ging es ihr nicht gut? Was war denn nur passiert? Wo war sie? Tausend Fragen schossen ihr in den Kopf und hinterließen ein beklemmendes Gefühl, welches ihr das Atmen erschwerte, aber sie traute sich nicht, ihren Freund danach zu fragen, spürte sie doch seine tiefe Verzweifelung und wollte nicht noch mehr Salz in die Wunde streuen. Ein fetter Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet. Verunsichert hielt sie ihre rechte Hand an ihr wild pochendes Herz und blickte zwischen Mehdi und seiner ebenso bedrückt wirkenden Freundin hin und her, die sie kurz vorwurfsvoll angeschaut hatte und sich dann wieder rührend um ihren Liebsten kümmerte. Gabi legte ihre rechte Hand tröstend auf seine Schulter. Er schaute dankbar zu ihr hoch und man konnte durchaus ein kleines Lächeln in seinem Gesicht vernehmen, was Gretchens Besorgnis wenigstens ein bisschen linderte.

Marc verhielt sich währenddessen ungewohnt still und beobachtete misstrauisch das innige Paar. Hier war doch etwas oberfaul. Das roch er doch zehn Meter gegen den Wind. Wieso war er denn jetzt schon wieder so furchtbar deprimiert, dass es einem selbst schwer ums Herz wurde? Lilly war doch wieder da. Er müsste doch Luftsprünge machen, alle umarmen und abknutschen vor lauter euphorischen Glücksgefühlen. Er hätte diesmal auch nichts dagegen gesagt und die schwule Umarmung stillschweigend ertragen. Hauptsache sein Kumpel war wieder happy, einfach wieder der Alte. Marc vermisste ihn. Als Mehdi vorhin Gretchen angerufen hatte, schien er doch auch noch in völlig anderen Sphären zu schweben. Also was war passiert und wo hatte sich die kleine Göre versteckt? Der beunruhigte Chirurg stieß sich von der Tür ab und kam nun ebenfalls auf die drei Personen am Schreibtisch zu, schaute kurz sich vergewissernd um die Ecke zum Pavillon, aber da war niemand. Verwundert blickte er in Mehdis Gesicht, das ihn mit leerem Ausdruck anstarrte, wie so oft in den vergangenen Monaten. Er hasste diesen Blick, der bei ihm immer ein ungewohntes ekelhaftes Gefühl auslöste, ihn unbedingt in den Arm nehmen zu wollen, was natürlich völlig indiskutabel war. Er war schließlich ein Mann und keine Seelentrösterin. Es hingen doch genug davon hier schon herum. Also nicht sein Problem!

Auch Gretchen war schwer verunsichert, als Mehdi ihr nicht gleich eine Antwort auf ihre Frage gab. Es war schließlich Schwester Gabi, die die Nerven behielt und die unangenehme Stille durchbrach und die schreckliche Diagnose für Mehdis plötzliche Melancholie lieferte. Eine Nachricht, die wie ein Stich in die Herzgegend eines jeden einzelnen hier Anwesenden wirkte, selbst der taffe Dr. Meier musste schwer schlucken und war danach ziemlich unglücklich bemüht, die Stimmung mit einem blöden Spruch zu heben, aber das Gegenteil war der Fall...

Gabi: Fehlalarm!

Marc (schaut Gabi fassungslos an u. seine Stimme geht zwei Oktaven höher): WAS? Willst du uns verarschen? Eh ich hab vorhin fast nen Auffahrunfall deswegen gebaut. Sag jetzt nicht, ich hab umsonst meinen wohl verdienten Urlaub abgebrochen?
Gabi (faucht den unsensiblen Macho an): Es geht nicht immer nur um deine Befindlichkeiten, du Arschloch.
Marc (blitzt sie an u. wird laut dabei): Wie redest du eigentlich mit mir? Sag mal, geht’s noch.
Gabi (verschränkt cool ihre Arme u. blickt ihn bitterböse an): So wie du es verdient hast, du taktloses...
Gretchen (obwohl sie selbst sehr getroffen von der traurigen Nachricht ist, fährt sie schnell schlichtend dazwischen): Jetzt reicht es aber. Das bringt doch nichts, wenn wir uns jetzt gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Marc (zieht sich grummelig zurück): Hmm!
Gabi (hält nun auch die Klappe u. senkt entschuldigend den Kopf): Sorry!
Gretchen (nickt den beiden Streithähnen dankbar zu, holt tief Luft u. sieht Gabi nun fragend an): Also wie... wie hast du das gemeint, Gabi?
Gabi (schaut kurz sich vergewissernd zu Mehdi, der den Kopf hängen lässt und traurig vor sich herstarrt, spürt die Wut wieder hochkommen u. spricht sich, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ihren ganzen Frust von der Seele): Mein Gott, die blöde Trulla hat sich halt verkuckt.
Gretchen (ihre rechte Hand geht automatisch zu ihrem Mund): Oh Gott!
Marc (irritiert): Wer? Die Stasi-Sabsi?
Gabi (sieht Marc genervt an): Ja, wer sonst?
Marc (fährt sich über den Mund): Das darf doch wohl nicht wahr sein.
Gretchen (zählt eins und eins zusammen und schaut Gabi an): Also hat Sabine gedacht, sie hätte Lilly hier gesehen?
Mehdi (schaut kurz auf, ist aber nur zu einer knappen Antwort fähig, dann lässt er seinen Kopf wieder hängen): Ja!

Oh nein, wie schrecklich! (GH)
Diese blöde Kuh! Tickt die noch ganz sauber? (MM)
Ich reiße ihr und ihm den Kopf ab! (GK)


Gabi: Also eigentlich nicht sie direkt, sondern ihr verrückter ... Dings ... äh...
Marc (spricht für sie weiter): Der Leichenfledderer?
Gretchen (tadelnd): Marc!
Gabi (grinst Marc kurz an): Ich hätte es nicht schöner ausdrücken können.
Dieser verdammte Nichtskönner! (MM)
Marc (rollt theatralisch mit den Augen): Mann, jetzt komm endlich mal auf den Punkt, Gaaabi. Ich hab keinen Bock, hier die ganze Nacht zu verbringen.
Gabi (zickig): Wenn ihr mir nicht ständig dazwischen quatschen würdet...
Marc (hebt drohend seine rechte Hand): Eh reiz mich nicht!
Gretchen (ermahnt die Kindergartenkinder u. spricht Gabi dann noch einmal ruhig an): Marc! Also Gabi.... Günni hat Lilly gesehen, sagst du?
Gabi (erklärt es ihr): Ja... nein... nicht direkt. Er hat ein kleines Mädchen gesehen, das wohl gewisse Ähnlichkeit mit ihr hatte, ja.
Gretchen: Oh! ... Verstehe!
Marc (kratzt sich verwirrt am Kopf): Äh... Der kennt die doch gar nicht. Arbeitet der nicht erst seit ein paar Wochen hier?
Gretchen (sieht vergewissernd zu Gabi, die mit den Schultern zuckt): Ja, ich glaub schon oder?

Gabi (klärt die beiden nun detailliert über die Ereignisse auf): Eben drum! Aber am besten ich erzähle mal von vorn, bevor noch mehr bescheuerte Fragen von euch kommen. .... (die beiden nicken stumm mit dem Kopf u. hören ihr nun mehr oder weniger gebannt zu) ... Also Weihnachtsdepp....äh... -mann Gummersbach war, glaube ich, auf dem Weg ins Stationszimmer, weil er dort wohl den Geschenkesack oder was auch immer für die Weihnachtsfeier in der Pädiatrie vergessen hatte. Ihr wisst schon, da läuft doch gerade.... egal. Jedenfalls ist ihm auf dem leeren Gang der Gyn ein kleines Mädchen entgegengekommen. Er schätzte es auf etwa acht oder neun Jahre alt, sie hatte lange dunkle Haare und trug einen pinkfarbenen Anorak und eine Schneehose in derselben Farbe. Sie schien wohl ziemlich verloren auf ihn zu wirken und hatte sich immer wieder hektisch umgeschaut. Deshalb hat er sie angesprochen, wen sie denn suchen würde. Erst wollte sie nix sagen. Hatte wohl Angst vor ihm. Wer hätte das nicht bei dem seltsamen Kauz und dem Kostüm? Aber er hat dann wohl auf kinderfreundlichen Santa Claus gemacht und sie hat dann leise geantwortet, dass sie auf der Suche nach ihrem Vater sei und dabei hat sie wohl auch zufällig auf Mehdis Bürotür gezeigt. Der Trottel hat sich aber nichts weiter dabei gedacht, glaubte wohl, sie gehöre zu einer Patientin von Mehdi, die vielleicht gerade mit dem Vater im Kreissaal war, um ein Geschwisterchen zu entbinden, und wollte sich nach einer Schwester umschauen, die ihm weiterhelfen könnte, aber als er sich wieder zu ihr umgedreht hatte, war die Kleine davon gelaufen. Sie war noch an Sabine vorbeigehuscht, die gerade aus dem Aufzug kam und war plötzlich verschwunden. Und unsere Trantüte ist dann, warum auch immer, auf den bescheuerten Gedanken gekommen, dass das - von Günnis Beschreibung her und dem kurzen Blick, den sie von ihr erhaschen konnte - Mehdis Tochter sein könnte und hat hier allen die Hölle heiß gemacht.

Marc (fasst sich fassungslos an die Stirn): Die blöde Kuh hat doch nur scheiße im Kopf.
Mehdi (meldet sich auch endlich zu Wort u. verteidigt die treue Seele): Hat sie nicht. Es klang alles sehr plausibel. Und Dr. Gummersbach hat sie auch auf einem meiner Fotos identifiziert.
Marc (bleibt skeptisch): Das muss doch nichts heißen. Die Bilder sind über ein Jahr alt. Mädchen in dem Alter wachsen und verändern sich schnell.
Gretchen (nimmt ihn auf den Arm): Seit wann bist du denn dafür Experte?
Marc (cool): Ich bin Arzt.
Gabi (zickig): Das ist deine Erklärung für alles oder was?
Marc (blickt sie böse an): Eh!
Gretchen (schaut zu Mehdi): Und was ist dann passiert?
Mehdi (seufzt): Wir haben das halbe Krankenhaus abgesucht. Keine Spur von ihr.
Gretchen (betroffen): Oh! Und auf der Kinderweihnachtsfeier?
Gabi (blickt sie an, als sei sie doof): Was denkst du wohl, wo wir zuerst gesucht haben?
Gretchen (nickt langsam mit dem Kopf u. sieht wieder zu Mehdi, der mit einem Mal sehr gefasst wirkt): Verstehe!
Der Arme! Er hat das alles gar nicht verdient. Wie kann ich ihm nur helfen? (GH)
Mehdi (die schwere Enttäuschung ist ihm anzuhören): Sabine hat sich halt geirrt.
Gabi (gleich wieder auf 180, wenn sie an die dümmliche Schwester denkt): Und für diesen Irrtum wird sie noch bezahlen.
Mehdi (legt beruhigend seine Hand auf ihre): Gabi, sie hat es doch nur gut gemeint. Sie hat doch auch geglaubt, dass...
Gabi (sieht ihn mitfühlend an): Sie hat dir das Messer erst mal so richtig in die Wunde gerammt.
Ich hab doch gesehen, wie sehr du dich gefreut hast. Die Hoffung und das Glück in deinen Augen, das war so schön. Und dann stellt sich das alles als Seifenblase heraus. Nur weil die blöde Kuh mal wieder mit offenen Augen geträumt oder halluziniert hat. (GK)
Gretchen (fühlt auch mit ihm mit): Doch unbeabsichtigt.
Mehdi (sieht die beiden Frauen mit traurigen Augen an): Es hat sich halt so gut angefühlt, zu wissen, sie wäre in Berlin.
Gretchen (spürt den Schmerz, als sei es ihr eigener): Ich weiß.
Marc (quatscht taktlos dazwischen): Ist sie aber nicht.
Gretchen (dreht sich mit vorwurfsvollem Blick zu ihm um): Marc!
Mehdi (sieht kurz zu seinem besten Freund rüber u. schüttelt den Kopf): Nein!
Marc (murmelt kaum hörbar in seinen nicht vorhandenen Bart): Scheiße eh!

Mehdi blickte nun traurig aus dem Fenster in die Dunkelheit. Gretchen nahm sich ein Herz und hockte sich vorsichtig vor ihn hin. Sie nahm unter den misstrauischen Blicken von Schwester Gabi seine rechte Hand in ihre und drückte sie sanft. Liebevoll schaute sie ihn an und spendete ihm Trost...

Gretchen: Es tut mir so leid. Aber irgendwann wird das Märchen wahr werden. Ganz bestimmt!
Mehdi (kann schon wieder lächeln): Danke!
Marc (genervt von ihrer ewigen Schönmalerei, die ihm eh nicht helfen wird): Boah Gretchen!
Gabi (kann sich auch nicht zurückhalten u. meckert): Wann hörst du endlich auf in deinen Kleinmädchenfantasien zu schwelgen? Das hier ist das reale Leben und nicht einer deiner blöden Kitschträume. Da geht nicht plötzlich die Tür auf und die weiße Fee bringt das Baby zurück, das dir geraubt wurde. Du weißt doch gar nicht, wie sich das anfühlt, ein Kind zu verlieren.
Marc (kleinlaut): Aber du?

Alle drei schauten fassungslos zu Marc, der im ersten Moment gar nicht verstand, was plötzlich mit allen los war, bis er endlich kapierte, was er gerade gesagt hatte, entschuldigend mit dem Kopf nickte und dann peinlich berührt wegguckte...

Marc: Sorry! Das war nicht so gemeint.
Arschloch! (GK)
Gabi: Hmm!

Gabi nahm seine Entschuldigung zähneknirschend an und hockte sich nun neben Gretchen vor Mehdi und nahm seine freie Hand in ihre, die sie liebevoll streichelte und dabei seinen Augenkontakt suchte. Der verzweifelte Gynäkologe lächelte die beiden schönen Frauen dankbar an und strich kurz mit den Daumen über ihre beiden Hände und löste sich anschließend von ihnen und drehte seinen Sessel wieder zu Marc um, der wie bestellt und nicht abgeholt im Raum stand und argwöhnisch die Szenerie betrachtete...

Mehdi: Ihr habt vollkommen Recht. Das ist das wahre Leben. Ich muss endlich aufhören, zu träumen.
Gabi (lehnt nun am Schreibtisch u. sieht ihn verwundert an): Äh... ich hab eigentlich sie damit gemeint.

Gabi blickte leicht abfällig zu Gretchen, die sich neben sie an den Schreibtisch gelehnt hatte und sie für den Kommentar nun böse anschaute. Mehdis Blick ging derweil in die Ferne. Es war, als ob er durch seine drei Freunde hindurchblicken würde, als er leise zu sprechen begann. Er hatte nämlich einen Entschluss gefasst, den er schon längst hätte fassen sollen...

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