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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

14.02.2011 14:23
#926 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Happy Valentine’s Day, ihr Lieben! Image and video hosting by TinyPic Ich hätte dann heute zur Feier des Tages auch eine „Hallo-Szene“ anzubieten , wenn auch in einer etwas anderen Konstellation, aber mit derselben Emotionalität ausgedrückt. Viel Vergnügen damit! Den glücklichen ORF-Zuschauern wünsche ich heute einen fantastischen Abend mit dem Staffelfinale. Für mich heißt es immer noch, noch zwei Tage. Ich dreh langsam durch! Liebe Grüße, Lorelei




Die Stimmung war irgendwie angespannt, nachdem Gretchen gegangen war. Verlegen, fast schüchtern schauten sich Mehdi und Gabi an. Die verliebte Krankenschwester stand immer noch mit ihren Patientenmappen im Arm an der Tür und der ebenso verknallte Frauenarzt wie ein kleiner Schuljunge mit seinen Händen tief in seinen Kitteltaschen vergraben vor seinem Schreibtisch. Jeder überlegte krampfhaft und mit zusammengebissenen Lippen, wie er sich nun verhalten sollte und ob er vielleicht den ersten Schritt tun sollte. Doch während ihre Köpfe noch darüber sinnierten, hatten sich ihre im Gleichtakt schlagenden Herzen schon längst dafür entschieden. Ihre Blicke wurden schnell sehnsuchtsvoller. Die Stimmung wechselte. Es knisterte. Beide hielten es nicht mehr länger ohneeinander aus. Unsichtbare Bänder zogen sie wie magisch an. Mehdi stieß sich von seinem Schreibtisch ab, an dem er gerade eben noch gelehnt hatte, und Gabi von der Wand an der Tür. Im Zeitlupentempo schritten die beiden aufeinander zu, bis sie voreinander standen und nur noch ein Blatt Papier sie hätte trennen können. Sie schauten sich tief in die Augen und lächelten sich verliebt an. Mehdi übernahm schließlich die Initiative und nahm der aufgeregten Frau wortlos die Akten ab, drehte sich herum und legte diese auf seinen Arbeitsplatz. Aber schnell fanden seine Augen wieder die ihren, die ihn anfunkelten wie tausend Sterne. Sein Herz pochte wie wild. Ihre Schmetterlinge im Bauch tanzten. Die Luft entzündete sich. Doch keiner wagte es, etwas zu sagen oder zu tun. Sekundenlang sahen sie sich einfach nur in die Augen und verloren sich darin. Ihre Augen waren tief wie ein See, aber dennoch konnte man bis auf den Grund sehen. Sie sprachen dieselbe Sprache, die keine Worte mehr bedurfte. Die Liebe zweier Menschen, die sich endlich gefunden hatten, sprach aus ihnen. Aus einer Schweigeminute wurden zwei, dann drei, dann fünf, bis sich Mehdi plötzlich räusperte und sie schüchtern begrüßte...

MK: Hallo!

Gabi, die wie gefangen an Mehdis wunderschönen Augen hing, konnte auch nur dieses kleine Wort leise hauchen...

GK: Hallo!

Mehdi zeigte seiner neuen Freundin sein umwerfendstes Lächeln und Gabi schmolz regelrecht dahin. Sie bekam ganz weiche Knie und als er plötzlich auch noch ihre Hände nahm, seine Finger mit ihren verschränkte und dann mit den Armen seitlich leicht hin und her baumelte, war es ganz um sie geschehen. Die schöne Krankenschwester lächelte ihn an und konnte gar nicht mehr aufhören ihn verliebt anzuschmachten. Seine Nähe brachte sie völlig aus dem Konzept. Mehdi erwiderte ihr strahlendes Lächeln und sah sehnsüchtig in ihren faszinierenden Augen hin und her. Sein Herz schlug regelrecht über vor lauter Glück, nur weil sie bei ihm war und er ihre Hände hielt. Allein diese kleine zarte Berührung ließ seine anfängliche Zurückhaltung schließlich brechen. Vorsichtig schob er seine Freundin ein Stück zurück, bis sie mit dem Rücken gegen die Wand stieß. Ihr Herz schlug immer schneller und sie atmete schwer, je näher er ihr kam. Mehdi konnte sich nicht mehr länger zurückhalten, auch wenn sie noch vor einer Stunde etwas ganz anderes abgemacht hatten, was ihren Umgang in der Klinik betraf. Er musste sie jetzt einfach berühren, ihre zarte Haut streicheln, sie küssen. Der heißblütige Halbperser presste sich an ihren bebenden Körper. Gabi stockte der Atem. Sie löste den Händegriff und legte ihre Arme schwungvoll um seinen Nacken, um ihn noch näher heranzuziehen. Sie dachte schon längst nicht mehr an ihre Abmachung von heute Morgen. Sie wollte ihn nur noch spüren, seine weichen Lippen, seine magischen Hände, und ihm nah sein. Mehdi positionierte seine Hände vorsichtig an ihrer Taille und senkte langsam seinen Kopf. Gabi ließ ihn dabei nicht aus den Augen und schmiegte sich katzengleich an seinen muskulösen Körper, der sie schier wahnsinnig machte. Sie lächelte, als sie sein wummerndes Herz in seiner Brust schlagen spürte. Ihres geriet allmählich auch in einen Ausnahmezustand. Sein warmer Atem kitzelte sie am Hals. Sie zitterte leicht. Zärtlich stupste er ihre Nase an. Gabi kicherte. Mehdi lachte mit und strich ihr gefühlvoll mit einer Hand über die Wange. Verlangend sah sie ihn an, bevor sie ihre Lider senkte. Dann schloss auch er seine Augen und berührte zaghaft mit seinem Mund ihre sinnlichen Lippen, die nach süßen Himbeeren schmeckten und ihn nie wieder loslassen wollten. Sekundenlang küssten sie sich und vergaßen dabei völlig, wo sie gerade waren und dass sie eigentlich anderen Dingen nachgehen müssten.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

15.02.2011 10:50
#927 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen!

Ja, ich weiß, ihr hättet gerne mal wieder Martchen en masse. Ich arbeite daran. Aber vorher müssen halt noch ein paar Dinge geklärt werden. Ich freue mich übrigens sehr, dass ihr Bidi als Paralleltraumpaar überwiegend angenommen habt. (Meine liebe VdB drehe ich schon noch um. ) So und jetzt viel Spaß mit dem neuen Teil und morgen mit dem Original, das viel zu schnell zu Ende geht. Hach... Eure wehmütige Lorelei





Es war schließlich Gabi, die den innigen Kuss schweren Herzens unterbrach...

GK (schnappt nach Luft u. sieht in Mehdis sich langsam wieder öffnenden Augen hin u. her): Mehdi, wenn wir so weitermachen, kommen wir gar nicht mehr zum Arbeiten.
Ich hätte ja nie gedacht, dass Gabi die Vernünftigere von uns beiden ist, aber... ich kann einfach nicht anders.
MK (hat noch lange nicht genug u. schaut sie verlangend an): Hmm... Mir gefällt der Gedanke.

Und bevor seine Liebste etwas Gegenteiliges erwidern konnte, sanken seine glühenden Lippen schon wieder auf die ihren. Gabi konnte sich nicht dagegen wehren, denn gegen ihre brodelnden Gefühle war sie einfach machtlos, und so stieg wieder voll darauf ein. Ein leidenschaftlicher Kuss entbrannte, den die willenlose Krankenschwester nur mit großer Mühe wieder lösen konnte. Mehdi küsste einfach zu gut. Sie konnte nicht genug davon bekommen. Ihr Verstand stand kurz davor, komplett herunterzufahren, aber ein kleiner Rest Vernunft hielt sie davon ab. Sie legte ihre beiden Hände auf seinen Brustkorb und schob Mehdi ein paar Millimeter von sich weg. Dann sah sie den eine enttäuschte Schnute ziehenden und dabei herzzerreißend süß aussehenden Mann liebevoll an...

GK: Und was sage ich den zehn schwangeren Frauen da draußen, die auf deine magischen Hände warten?
MK (schmunzelt u. streichelt mit seinem Daumen ihre Wange): Magische Hände also, hmm?
Oh Gott, JA! Nicht aufhören! ... Äh... was? Auf...Aufhören! Sonst... sonst... oh Gott!
GK (räuspert sich u. errötet etwas, versucht aber es sich nicht anmerken zu lassen): Ähm... ja... Also jetzt ... ernsthaft, Mehdi. Ähm... Dr. Kaan!
Sie ist so süß! Ich könnte stundenlang hier stehen und sie einfach nur anschauen, ihr zuhören und... sie ganz oft küssen. Hach... Aber...
MK (lässt sie schließlich schweren Herzens los u. tritt einen Schritt zurück): Du hast ja Recht.
Gott sei dank! Eine Minute mehr und ich hätte ihm den Kittel heruntergerissen. ... Gabi, schmutzige Gedanken einstellen, sonst wird das hier nichts mehr!
GK (zupft ihren Kittel zu Recht u. atmet erst einmal tief aus): Es läuft ja auch schon seit zwanzig Minuten deine Sprechstunde.
MK (hat gar nicht mitbekommen, was sie gesagt hat, weil er sie verträumt anschaut): Du schaust hübsch aus heute.
Echt? Ich hab gar nicht darauf geachtet, was ich angezogen habe. Ich hab einfach nur irgendetwas aus dem Schrank gezogen, weil Chantal mich nonstop zugequatscht hat und dann fing die Kleine auch noch an zu heulen. Aber wenn es ihm gefällt, dann... Oh nein, jetzt bringt er mich schon wieder völlig aus dem Konzept. Ruhig und professionell bleiben, Gabi! Aber die Jeans sitzt schon gut oder? Wieso kuckt er eigentlich nicht auf meinen Arsch, sondern die ganze Zeit in meine Augen? Ich hätte den Kittel weglassen sollen. Ich könnte ihn noch ausziehen, aber dann... Nein! Ganz, ganz falscher Gedanke!
GK (sieht kurz an sich herunter u. blickt ihn dann verlegen an): Mehdi, bitte, wie... wie soll ich mich auf die Arbeit konzentrieren, wenn du ständig...
MK (kommt wieder grinsend einen Schritt auf sie zu, positioniert seinen rechten Arm neben ihrem Kopf an der Wand u. kesselt sie so ein, was sie noch mehr durcheinander bringt): Wenn ich was?
Oh Gott! Was machst du nur mit mir, Mehdi?
GK (ihr Herz klopft ihr bis zum Hals; sie fängt eine Wolke seines betörenden Aftershaves ein u. droht ohnmächtig zu werden; deshalb klammert sie sich auch an ihm fest u. hängt regelrecht an seinen funkelnden Augen): Du verwirrst mich.
Und du mich erst!
MK (lächelt sie verliebt an): Echt? ... Süß!
Du bist ihm restlos verfallen. Das ist dir schon klar, Gabi, oder?
GK (legt ihre Hände um seine Taille u. schmiegt sich an seinen gestählten Oberkörper): Du weißt schon, dass du eine unglaublich anziehende Wirkung auf Frauen hast? Ich mag gar nicht die Tür öffnen.
MK (hebt ihr Kinn leicht an, damit sie ihn ansieht): Du musst nicht eifersüchtig sein.
GK (leugnet es sofort, auch wenn es ihr ehrlich gesagt nicht sonderlich behagt, dass er beruflich fremden Frauen an die Wäsche geht): Bin ich auch nicht.
MK (streichelt ihr über die Wange u. sieht sie liebevoll an): Gut! Ich hab nämlich nur dich im Kopf im Moment.
Oh! Er liebt mich! Er liebt mich! Er liebt mich! Ja! Ja! Ja!
GK (kann ihre überschwängliche Freude nicht zurückhalten u. grinst ihn breit an): Das will ich auch schwer hoffen. Andererseits hätte ich die Szene mit dem Haasen vorhin anders interpretieren müssen.
Oh! Also doch? Ich hab’s in ihren Augen gelesen.
MK (nimmt ihr Gesicht in beide Hände u. sieht ihr direkt in die Augen): Und auf Gretchen musst du schon mal gar nicht eifersüchtig sein. Sie freut sich nämlich für uns.
Echt jetzt?
GK (löst sich aus seiner Umarmung u. sieht ihn ungläubig an): Wie meinst du das jetzt?
MK: So wie ich es gesagt habe.
Nein!
GK (erstaunt): Du hast ihr von uns erzählt?
MK: Sie wusste es schon.
GK (kann sich denken woher u. rollt mit den Augen): Marc?
MK (nickt ihr zu): Hmm!
GK (bleibt skeptisch): Aber schon komisch. Ich hätte eigentlich erwartet, dass sie mir die Augen auskratzt. Sie war ja ganz ruhig gerade.
MK (lächelt sie an): Gretchen ist nicht nachtragend.
GK: Das mag ja sein, aber trotzdem... ich hätte mindestens mit einem Anschiss gerechnet oder einer Drohung wie von Marc.
MK (wird hellhörig): Marc hat dir gedroht?
Na der kann was zu hören kriegen! Er hat’s mir doch versprochen.
GK (will keine schlechte Stimmung aufkommen lassen): Nein, keine Drohung, eher ... ein gut gemeinter Ratschlag.
MK (kann sich denken, was sie meint): Ah? Verstehe!
GK (unsicher): Und du glaubst wirklich, dass Gretchen mich akzeptiert? Du weißt, wir waren nie Freunde. Und nachdem, was war, da werden wir auch nicht...
Ich mag sie ja eigentlich nicht mal.
MK (nimmt sie in den Arm u. versucht ihr die Unsicherheit zu nehmen): Weißt du, was sie gesagt hat?
GK (blickt vorsichtig auf): Was?
MK (lächelt sie an): Dass sie sich immer gewünscht hat, dass ich wieder glücklich werde.
Das ist schon irgendwie nett von ihr, aber trotzdem! Wenn sie so um dich herumscharwenzelt, dann denke ich manchmal, du könntest dich wieder... Ach Blödsinn! Er liebt dich. Er ist glücklich. Deinetwegen! Das ist doch... Wahnsinn!
GK: Und bist du es?
MK (streichelt zärtlich ihre Wange u. sieht ihr dabei tief in die Augen): Hast du nach letztem Wochenende immer noch Zweifel daran?
GK (sieht in seinen Augen hin u. her u. verliert sich darin): Nein! Es ist nur... Manchmal... da hab ich einfach Angst, aufzuwachen, um dann feststellen zu müssen, dass es doch alles nur ein Traum war.
MK (legt eine Hand in ihren Nacken u. zieht sie ganz nah zu sich heran; dann haucht er die folgenden Worte nur noch ganz leise): Fühlt sich das, wie ein Traum an?

Mehdi senkte seinen Kopf und küsste sie ganz sanft auf den Mund. Schauerwellen durchfuhren Gabis Körper. Alles kribbelte und prickelte. Die Schmetterlinge tanzten. Alles fühlte sich so wahnsinnig echt an, wie es kein Traum sein konnte. Dieser einfühlsame, liebevolle, charmante Mann war pure Realität. Sie verschränkte ihre Arme um seinen Nacken und schmiegte sich gefühlvoll an ihn. Sie wollte dieses unglaubliche Gefühl noch länger spüren und intensivierte den zarten Kuss. Mehdi ging es da genauso. Er fühlte sich wie berauscht von ihrer Liebe. Seine freie Hand wanderte unter Gabis offenen Kittel und legte sich an ihre Taille, wo sie verharrte. Mehdi drückte seine Freundin mit seinem Körper sanft gegen die weiße Wand, was sie gar nicht wirklich mitbekam. So atemberaubend war sein Kuss, dass sie tatsächlich doch noch in eine Traumwelt entschwand. Und so verstrichen wieder einige Minuten im Kuss vereint und im Märchenreich schwebend, bis plötzlich die Tür aufgerissen wurde und eine hektische blonde Assistenzärztin wie ein Wirbelwind ins Sprechzimmer gestürmt kam und schnurstracks mit sturem Blick geradeaus auf den Schreibtisch zu lief und dabei vor sich hin brabbelte...

GH: Was man nicht im Kopf hat,... Da hätte ich fast meinen Pieper vergessen.

Dr. Haase schnappte sich ihren Pieper, den sie vor ein paar Minuten in der Aufbruchshektik vergessen hatte, drehte sich wieder herum und stürmte genauso schnell, wie sie gekommen war, wieder zur Tür, nahm die Klinke in die Hand und hielt plötzlich inne. Sie drehte langsam ihren Kopf zur Seite. Dann klappte ihr Mund nach unten...

GH (fassungslos): Wa...Wa...Was macht ihr da?

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

18.02.2011 10:06
#928 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Na schwebt ihr nach diesem Traumfinale noch in anderen Sphären so wie ich? Hach... war das schön! Image and video hosting by TinyPic Da kann ich gar nicht böse sein, dass Bora eine der schönsten Szenen bei mir geklaut hat. Aber ich bin ja nicht nachtragend. Nach DD ist bekanntlich vor DD, deshalb geht’s auch bei mir wieder weiter. Viel Spaß mit dem nächsten Teil und Gretchens Reaktion auf das Offensichtliche. LG Lorelei




Mehdi und Gabi waren so sehr in ihrem aufregenden Zungenspiel vertieft gewesen, dass sie die plötzliche Störung erst gar nicht wahrgenommen hatten. Erst als sie das Knarren der halboffenen Tür, an der sich Gretchen gerade krampfhaft festhielt, hörten, lösten sie abrupt ihre Lippen voneinander und drehten ihre Köpfe synchron in die Richtung, aus der das unerwartete Geräusch gekommen war. Völlig überrascht entdeckte das innige Paar ihre Kollegin und Freundin, die die beiden ziemlich konsterniert ansah und nicht wirklich einordnen konnte, was sie da gerade gesehen hatte. Natürlich wäre es für einen Außenstehenden offensichtlich gewesen. Schließlich umschlangen Gabis Arme noch immer Mehdis Hals und seine linke Hand war mehr als eindeutig unter ihrem Kittel verschwunden. Auch ihr verklärter Blick und die leicht geröteten Wangen waren mehr als eindeutig. Doch für Gretchen Haase passte nichts an diesem seltsamen Bild zusammen. Sie hörte zwar noch Mehdis erstaunte Stimme ihren Namen rufen...

MK: Gretchen!

... woraufhin der ertappte Oberarzt seine Hände von seiner schönen Stationsschwester nahm, diese schnell tief in seinen Kitteltaschen vergrub, seinen Blick verlegen senkte und einen Schritt zur Seite trat, während Gabi cool und selbstbewusst an der Wand gelehnt stehen blieb und Mehdi’s Ex und deren Reaktion ganz genau beobachtete. Aber im selben Moment hatte sich Gretchen schon überfordert umgedreht. Sie murmelte noch ein gestammeltes „Tschuldigung“ und schloss die Tür wieder hinter sich. Mehdi und Gabi blickten verwundert zur Tür, dann sich an. Gabi fand als Erste ihre Sprache wieder...

GK: Das sah jetzt aber nicht so aus, als ob sie von uns gewusst hätte?
MK (in seinen Gehirnwindungen rattert es gewaltig, aber er kommt zu keinem Schluss): Nicht? Oder?
Aber sie hat doch gesagt... und dann ich... und sie... Ich versteh das nicht.
GK (sieht ihren nachdenklichen Freund eindringlich an): Was genau habt ihr besprochen?
MK (versucht sich das Gespräch von vorhin in Erinnerung zu rufen): Ich... ähm... Weiß nicht. Sie... Sie muss das völlig falsch verstanden haben.
Sie muss gedacht haben, ich spreche die ganze Zeit von Maria oder? Oh Gott! Was mache ich denn jetzt? Ich muss es ihr doch erklären. Ich kann das doch nicht so stehen lassen.

Während der sichtlich aufgewühlte Gynäkologe das dachte, war er auch schon instinktiv zur Tür gegangen und hatte diese einen Spalt geöffnet...

MK: Ich muss ihr hinterher. Ich... ich muss ihr das erklären.
Na super!

Gabi sah durch den kleinen Türspalt, wie sich eine Schwangere von einem der Wartestühle hoch quälte, schaltete schnell und legte eine Hand auf Mehdis Schulter, woraufhin er sich wieder zu ihr herumdrehte und sie fragend anblickte...

GK: Ich weiß, das ist jetzt blöd, aber... du hast Patientinnen. Du kannst jetzt nicht...

Im selben Moment klopfte es auch schon an der Sprechzimmertür, dessen Klinke Dr. Kaan gerade krampfhaft festhielt. Überrascht schoss sein Kopf wieder herum. Er dachte, Gretchen sei vielleicht zurückgekehrt und öffnete hoffnungsvoll die Tür, wurde aber sofort wieder enttäuscht, denn es war nur seine Patientin, die den verwirrten Frauenarzt nun verunsichert ansah. Er lächelte sie kurz an, drehte sich noch einmal zu seiner Freundin um, die direkt hinter ihm stand...

MK: Du hast Recht. Die Sprechstunde hat Vorrang. Ich kläre das später.

Wenn Gretchen mich dann überhaupt noch anhören will. Verdammt, ich wollte doch nicht, dass es so kommt. Wie sie gekuckt hat! Sie ist enttäuscht. Zu recht!

Gabi lächelte ihn verständnisvoll an. Auch wenn sie am liebsten eine Klärung sämtlicher Verhältnisse gehabt hätte, um endlich ihre Liebe offen leben zu können, war das hier doch der völlig falsche Zeitpunkt dafür. Der dicke Haase würde sich schon wieder einkriegen. Sie war ja nicht aus Zucker, auch wenn sie wahrscheinlich regelmäßig davon die doppelte Dosis der eigentlichen Tagesration einer Frau ab dreißig zu sich nahm. Außerdem hatte sie überhaupt kein Recht, ihm Vorhaltungen zu machen, mit wem er zusammen war. Sie hatte ihn doch damals nicht gewollt, obwohl er ihr mehr als einmal eindeutig zu verstehen gegeben hatte, dass er sie zurückhaben wollte, und hatte stattdessen das Arschloch ihm vorgezogen. Selber Schuld! Und jetzt gehörte Mehdi eben ihr und das würde sie sich von ihr nicht nehmen lassen, egal was sie zu ihrer Verbindung sagen würde.

Mehdi bat seine Patientin schließlich herein...

MK: Entschuldigen Sie, dass ich Sie so lange habe warten lassen, Frau Szewczenko, aber wir hatten hier noch etwas zu... besprechen.

Er räusperte sich einmal verlegen und reichte ihr dann seine Hand. Die Schwangere nickte ihrem behandelnden Frauenarzt verständnisvoll zu und ließ sich dann von Schwester Gabi zur Behandlungsliege führen. Dr. Kaan atmete noch einmal tief durch und begann dann mit der Ultraschall-Untersuchung.


Währenddessen schlich Gretchen Haase völlig apathisch über die Gänge des Elisabeth-Krankenhauses. Das gerade Gesehene wollte einfach nicht in ihren Kopf. Mehdi hatte Gabi nicht gerade geküsst! Das war völlig unvorstellbar. Warum sollte er auch? Sie war seine Stationsschwester, vielleicht nicht gerade die Talentierteste in der Klinik, aber sie gab sich neuerdings sehr große Mühe, zumindest ansatzweise den Ansprüchen zu genügen. Sie waren irgendwie miteinander befreundet, auch wenn sie nicht wirklich verstand, warum das so war. Vielleicht weil Gabi nicht so viele Freunde hatte. Na ja, das war bei ihrer ganzen einnehmenden und bestimmenden Art auch verständlich. Und Mehdi hatte schon immer so eine Art Beschützersyndrom. Er half ja auch den Armen. Einsame Seelen fanden ja auch immer irgendwie zusammen, hatte Gretchen mal irgendwo gelesen. Schwester Gabi war bestimmt einsam und brauchte jemand zum Reden. Sie hatte es ja auch nicht leicht gehabt in der Vergangenheit. Erst die Geschichte mit Marc, dann der Verlust ihres Babys und die Entführung. Das alles steckte man nicht so schnell weg. Eigentlich war es gut, dass Mehdi sich ein bisschen um sie kümmerte. Und sie hatten ja auch mal ein Weilchen zusammengewohnt, als bei beiden das Privatleben über ihren Köpfen plötzlich zusammengebrochen war. Das verband schon irgendwie. Sie waren dadurch Freunde geworden, einfach nur gute Freunde. Mehr nicht! Sie hatten sich nicht geküsst! Ganz sicher nicht! Außerdem hatte Mehdi doch Maria. Er liebte sie. Das hatte er ihr selber noch gesagt. Und sie liebte ihn. Das hatte sie ihr am Freitag deutlich durch die Blume zu verstehen gegeben. Sie waren doch so ein schönes Paar. Wie sie auf dem Ärzteball miteinander getanzt und sich angelächelt haben! Sie tat ihm gut. Er war glücklich. Gretchen hatte ihn schon so lange nicht mehr lächeln sehen. Und heute strahlte er so sehr vor lauter Glück, dass es dafür eigentlich nur einen Schluss geben konnte. Er war verliebt und das richtig dolle! Gretchen lächelte. Sie konnte sich das eben also nur eingebildet haben. Gabi und Mehdi? Quatsch! Völliger Blödsinn! Ein Trugbild! Obwohl... Sie stockte. Es hatte schon sehr real ausgesehen und irgendwie auch sehr zärtlich. Gretchen geriet immer mehr ins Grübeln, als sie langsam die Treppen hinunter schritt. Aber vielleicht hatte Gabi auch nur etwas im Auge gehabt? Klar, das war es. Eine verirrte Wimper! Mehdi hatte ihr geholfen, hilfsbereit wie er war. Dabei hatte er vielleicht etwas ungünstig und viel zu nah an ihr dran gestanden. Da konnte man sich schnell etwas Falsches einbilden. Und so genau hatte Gretchen es ja auch nicht gesehen. Nur im Augenwinkel! Sie war ja gleich wieder aus seinem Büro gerannt. Das hatte überhaupt nichts zu bedeuten.

Wieder und wieder spielte sich der Film vor Gretchens innerem Auge ab und mit jeder Erinnerung schien das Bild deutlicher zu werden, was sie zusätzlich durcheinander brachte. Die verwirrte Assistenzärztin hatte dabei gar nicht gemerkt, dass sie ganz automatisch den Weg zum OP-Bereich gefunden hatte. Noch völlig in Gedanken versunken schob sie die schwere Schiebetür zum OP-Vorraum auf und trat, ohne aufzuschauen, an die Waschbecken heran. Gretchen merkte nicht, dass ein Augenpaar sie ins Visier genommen hatte, als sie ihre Hände wusch und desinfizierte. Erst als sie die tiefe Stimme ihres Oberarztes vernahm, der schon in kompletter OP-Montur, samt Mundschutz, vor ihr stand und sie böse anfunkelte, wachte sie langsam aus ihrer Schockstarre auf...

MM: Nierentransplantation ist nicht so dein Ding, hmm? Ich hab dich vor einer Viertelstunde angepiept. Wird das jetzt neuerdings ignoriert oder was? Nur damit ich Bescheid weiß, dann mache ich das nächste Mal einen Aushang für dich.

Dr. Haase ging nicht weiter auf seinen ironisch gemeinten Anschiss ein und nuschelte nur ein leises „Entschuldigung“ in seine Richtung und ließ sich dann von Schwester Sabine, die sie auch erst nicht bemerkt hatte, ihre OP-Kleidung überziehen. Ohne ein weiteres Wort schob die Assistenzärztin die Tür auf und betrat den OP, wo schon ein Ärzteteam auf sie wartete. Marc und Sabine tauschten Blicke aus, zuckten mit den Schultern und folgten ihr in den OP. Dort angekommen, reichte der ausbildende Oberarzt seiner blonden Assistenz ein Skalpell...

MM: Na dann, zeig mal, was du so drauf hast! Er gehört dir.

Dr. Haase nickte ihrem Vorgesetzten, der ihr, um ihre Facharztausbildung voranzutreiben, die komplette OP anvertraute und eigentlich eine überschwänglichere Geste von seiner Freundin erwartet hätte, wortlos zu und setzte den ersten Schnitt. Es wurde eine sehr ruhige Operation, was die Gespräche betraf. Außer ein paar Anweisungen sagte niemand ein Wort. Konzentriert ging Gretchen die einzelnen Abläufe durch und Marc ließ sie einfach machen, auch wenn ihm ihr Verhalten ziemlich suspekt vorkam. Sie hatte noch nicht einmal gemeckert, weil er die Metallica-CD im CD-Player vergessen hatte und sie nun die ganzen zwei Stunden, die die Nierentransplantation dauerte, damit beschallt wurden. Dabei bestimmte doch eigentlich immer der Operateur die Musikauswahl und er hatte sich schon auf REM eingestellt. ...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

19.02.2011 13:23
#929 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Zwei Stunden später

Dr. Haase legte schließlich das OP-Besteck beiseite, deutete Schwester Sabine mit einem Blick, dass sie den frisch operierten Patienten in den Aufwachraum schieben könne und verließ anschließend kommentarlos den OP. Dr. Meier, der sie die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen hatte, folgte ihr auf dem Fuße. Was war ihr denn über die Leber gelaufen, dass sie ihr engelsgleiches Stimmchen heute verloren hatte? fragte er sich irritiert. Er hatte sich doch in den letzten Tagen eigentlich nichts zu schulden kommen lassen. Oder doch? War sie etwa sauer auf ihn? Wieso zum Teufel? Es war doch alles tuttipaletti gewesen, mal abgesehen von dem kleinen morgendlichen Haaschen Ausraster, weil er gestern Abend vergessen hatte die Spülmaschine anzustellen und sie deswegen heute Morgen kein sauberes Geschirr mehr hatten. Kann man(n) ja mal vergessen. Aber wegen so einer Lappalie machte nicht mal Haasenzahn auf schweigende Elfe. Da musste noch etwas anderes sein. Aber was? Dr. Sherlock Meier wollte es unbedingt herausfinden und zwar jetzt und hier.

Im OP-Vorraum entledigten sich die Ärzte ihrer OP-Kleidung und wuschen sich ihre Hände. Immer noch fiel kein Wort, mal abgesehen von dem Geschnatter zweier OP-Schwestern und der Anästhesistin, die wohl einen missglückten Friseurbesuch hinter sich hatte und den beiden unbedingt ihr Leid klagen musste. Dr. Meier blickte genervt in deren Richtung und wartete ungeduldig, bis alle Kollegen den Waschraum verlassen hatten, einschließlich Schwester Sabine, die eigentlich gehofft hatte, dass ihre Frau Doktor mit ihr zusammen Mittagessen gehen würde, weil sie sie unbedingt etwas Persönliches fragen wollte, aber die durch den unmissverständlichen bösen Blick ihres Vorgesetzten aus dem Raum kompromittiert worden war. Dann sprach er seine ungewohnt schweigsame Freundin endlich auf ihr sonderbares Verhalten an...

MM: Ok, was ist los? Du hast doch was.

Gretchen, die gerade völlig abwesend kaltes Wasser über ihren Handrücken laufen ließ, reagierte nicht darauf. Erst als Marc ihren Wasserhahn zudrehte und ihr ein Handtuch reichte, drehte sie ihren Kopf zur Seite und sah ihn teilnahmslos an...

GH: Hmm? Hast du was gesagt?
MM (grinst sie in seiner gewohnt charmanten Art an): Wow! Und ich dachte schon, du hättest deine Zunge verschluckt.
GH (schaut ihn ziemlich verwirrt an): Wieso?
Ok, jetzt reicht’s aber so langsam! Was ist hier los?

Ihr besorgter Freund rollte nur mit seinen Augen, packte Gretchen bei den Schultern und schob sie in eine Ecke des Waschraumes, parkte sie auf einem Stuhl und hockte sich dann vor ihr hin. Marc nahm ihre beiden Hände in seine, streichelte diese sanft und sah seine Freundin ernst an, als er sie im Oberarztton ansprach...

MM: Süße, so läuft das nicht. Du hast die OP zwar routiniert und sehr erfolgreich über die Bühne gebracht, aber mit dem Kopf warst du ganz woanders. Das nächste Mal lasse ich dich nicht in dieser Verfassung ein Skalpell halten. Ist das klar?
GH (erstaunt über den ernsten Tonfall ihres Freundes und Ausbilders senkt sie schuldbewusst ihren Blick): Tut mir leid. Ich weiß doch auch nicht, was mit mir los war. Ich... Ach... Vergiss es einfach!
MM (bleibt dran): Kann ich aber nicht, wenn du mich so anschweigst. Eigentlich bin ich es gewohnt, dass du mich während einer OP unentwegt zuquatschst. Heute hätte man echt ne Stecknadel fallen hören können.
GH (sieht ihn verdutzt an): Aber es lief doch Metallica?
MM (schmunzelt): Oh Wunder, sie hat es mitbekommen. Aber du hast trotzdem nichts gesagt.
GH (kleinlaut): Na ich musste ja auch operieren.
MM: Da kann ich aber froh sein, dass ihr Frauen multitaskingfähig seid. Sonst hättest du wahrscheinlich die Leber transplantiert und nicht die Niere.
GH: Sehr witzig, Marc!
MM: Das war nicht witzig gemeint, Haasenzahn. Ich seh dir an der Nasenspitze an, dass dich was bedrückt. Also raus mit der Sprache!
Süß! Er macht sich Sorgen! Aber eigentlich sollte er sich um jemand anderes Sorgen machen.

Gretchen sah ihren fürsorglichen Freund liebevoll an und strich ihm zärtlich über seine Wange. Dabei schloss Marc für eine Sekunde seine Augen. Ein wohliger Schauer durchfuhr seinen Körper. Er legte seine Hand auf ihre und sah sie dann wieder fragend an. Vorsichtig rückte die junge Frau schließlich mit der Sprache raus...

GH: Du, sag mal, ist dir in letzter Zeit etwas an Mehdi aufgefallen?
MM (sieht sie erstaunt an): An Mehdi?
Das bedeutet nichts Gutes!
GH (nickt leicht mit dem Kopf u. sieht in seinen Augen hin u. her): Hmm!
MM (räuspert sich u. überlegt krampfhaft, wie er aus der Nummer wieder rauskommt): Äh... Inwiefern?
Sie ahnt was oder?
GH: So allgemeiner Natur.
MM (leicht überfordert): Allgemeiner Natur?
Sie ahnt was! Oder hat er tatsächlich endlich mal seine Klappe aufbekommen?
GH (leicht gereizt): Jetzt wiederhole doch nicht immer das, was ich sage.
Zeit schinden!
MM (versucht abzulenken): Also ich weiß echt nicht, was du meinst. Er wirkt doch... ähm... ja wie immer.
Du warst auch schon mal überzeugender.
GH (runzelt die Stirn): Seltsam!
Vielleicht habe ich mir das doch bloß eingebildet. Marc würde mir doch sagen, wenn da etwas dran wäre. Oder?
Fazit: Er hat ihr nichts gesagt! Schlappschwanz! Aber irgendwas muss sie schon mitbekommen haben. Sonst wäre sie nicht so komisch.

MM: Er war schon immer äh... speziell.
GH (grübelt): Hmm!
Also wenn sie ihn beim Poppen mit Gabi erwischt hätte, würde sie glaube ich anders reagieren. Sie würde komplett ausrasten, irgendwas zerschlagen, Mehdi nackt durch die Klinik jagen und Gabi mit Schokoriegeln voll stopfen. Hahaha! Das wäre mal ein Anblick! Nee, ernst jetzt! Besser das Thema ganz lassen und sie ablenken. Und dann knöpfe ich mir den Waschlappen vor. Wird Zeit, dass der endlich Tacheles redet. Dann würden mir solche Szenen hier erspart bleiben.
MM (sieht unsicher in ihren Augen hin u. her): War’s das? Hast du Hunger? Ich wollte jetzt was essen gehen. Kommst du mit?
GH (schaut ihn überrascht an): Oh! Ist schon Zeit? Sabine wollte doch mit mir...
MM (hebt abwehrend die Hände): Och nee, nicht die! Ich wollte eigentlich alleine mit dir...
GH (schon wieder in Gedanken): Obwohl...eigentlich habe ich gar keinen Hunger.
MM (kleinlaut): Das ist ja mal was ganz Neues.
GH (geht nicht darauf ein u. blickt ihn plötzlich entschlossen an): Ich werde noch mal zu Mehdi gehen.
Boah nee!
MM (versucht sie zu provozieren, um sie von ihrem Plan abzuhalten): Wieso? Du ziehst ihn mir vor?
GH: Ich muss wissen, was vorhin war.
Ok!? Sie hat sie doch gesehen! Scheiße! Und jetzt?
MM (hakt dann doch genauer nach): Was war denn vorhin?
GH (schaut sich um, ob sie auch wirklich alleine sind, beugt sich dann zu ihm vor u. flüstert geheimnisvoll): Er hat... Sie hat... Also ich glaube... sie haben sich... (holt tief Luft u. spricht es endlich aus) ... geküsst.
Na super! Können die nicht einmal die Finger stillhalten? Scheiße eh! Soll ich jetzt die Kohlen aus dem Feuer ziehen für ihn oder wie? Womit hab ich das bloß verdient?
MM (stellt sich dumm): Wer?
GH (nachdenklich): Also vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet...
MM (versucht schleunigst abzulenken): Hast du!
GH (lässt sich nicht beirren): Aber jetzt so im Nachhinein... Vielleicht... Doch! Mehdi hat Gabi geküsst! Oder umgekehrt? Ja, wohl eher umgekehrt! Obwohl er hatte seine Hand ja...
So ein Idiot! Unsereiner soll die Klappe halten, bis er endlich alle seine Verhältnisse geklärt hat und er? Er macht offen rum! Wahrscheinlich gibt ihm das nen Kick, wenn er erwischt werden könnte. Bäh! Zu viele Details, die man(n) nicht wissen sollte.
MM (fällt ihr schnell ins Wort): Äh... das will ich gar nicht wissen.
GH (sieht ihn vorwurfsvoll an): Aber wieso? Er ist dein Freund!
MM (rollt mit den Augen): Trotzdem muss ich nicht unbedingt wissen, wo er gerade seine Finger stecken... ähm... du verstehst schon.
GH (gestikuliert wild mit ihren Armen in der Luft herum): Nein, ich verstehe gar nichts. Wieso küsst er sie?
Ja, das frag ich mich auch. Scheiße! Scheiße! Scheiße!

Marc war sichtlich überfordert von ihrer Frage und der ganzen Situation. Er stand aus seiner Hocke wieder auf, streckte seinen Körper und wollte am liebsten von hier verschwinden. Schließlich war Mehdi schon von Berufswegen für die Aufklärung zuständig und nicht er. Hätte er ihn doch bloß nie in die ganze Sache mit seinen ganzen Weibern hineingezogen. War doch klar, dass Gretchen ihn irgendwann ins Verhör nehmen würde, wenn sie etwas davon spitzkriegen würde. Und Marc wusste, dass sie Mittel und Wege hatte alles, aber auch wirklich alles, aus ihm herauszuholen. Es gab nur einem Ausweg: Nichts wie weg! Der Oberarzt ging zur Tür. Gretchen, die sich die Bilder von vorhin noch einmal in Erinnerung gerufen hatte und so langsam eins und eins zusammenzählte, blickte verdutzt auf, als sie bemerkte, dass ihr Freund gar nicht mehr vor ihr stand. Sie erhob sich ebenfalls von ihrem Stuhl und folgte ihm zur Tür...

GH: Berührt dich das gar nicht?
MM (kann ihr nicht in die Augen schauen u. durchwühlt als Ablenkung seine Kitteltaschen auf der Suche nach seinen Kippen, die er schließlich auch findet u. herausholt): Nö! Wieso sollte es mich?
GH (sieht ihn durchdringend an): Wieso bleibst du so locker? Eigentlich müsstest du doch ausrasten. Schließlich geht es hier um Gabi. Aber du tust so als ob...
Moment mal!

Gretchen stoppte abrupt ihren Satz und sah ihren Freund immer misstrauischer an, wie er nervös eine Zigarette aus der Packung nahm, sich diese in den Mund schob und dabei fast schon hypnotisierend die Fliesen an der Wand neben ihr anstarrte. Hier war doch etwas oberfaul. Und sie sprach ihren Verdacht auch sofort aus...

GH: Du wusstest das!? Heißt dass... Mehdi hat Gabi nicht zum ersten Mal geküsst?
Halleluja! Jetzt ist es raus! Und ich bin tot!

Gretchens Kinnlade klappte nach unten und sie schnappte hörbar nach Luft. Das konnte doch alles nicht wahr sein! Mehdi und Gabi? Marc sah ihr kurz in die Augen, bemerkte, dass es allerhöchste Eisenbahn war, zu verduften, und griff instinktiv nach der Türklinke. Doch seine aufmerksame Freundin reagierte blitzschnell, legte ihre Hand auf seine und funkelte ihn böse an...

GH: Nichts da, mein Lieber! Du sagst mir jetzt sofort die Wahrheit!
Scheiße!
MM (reagiert gereizt): Was machst du hier eigentlich für ein Fass auf? Das ist ja wohl seine Angelegenheit, mit wem er rummacht.
GH (allmählich stinksauer): Wie bitte? Entschuldige, dass ich mir um meinen Freund Gedanken mache.
MM (blitzt sie sauer an): Er ist nicht DEIN Freund, falls du das vergessen hast.
Jetzt komm mir bloß nicht mit deiner Eifersucht! Ich will wissen, was hier los ist.
GH (rollt mit den Augen): EIN Freund! Wie oft denn noch.
MM (reißt seine Hand los): Also mir wird das jetzt echt zu blöd hier.

Marc wollte sich an ihr vorbei nach draußen drängeln, aber Gretchen versperrte ihm immer noch den Weg, da sie sich mit verschränkten Armen gegen die Tür gelehnt hatte,...

GH (funkelt ihn an): Du sagst mir jetzt sofort, was Mehdi mit Gabi zu schaffen hat!
MM (blitzt zurück): Nein!
GH (schaut ihn sprachlos an): Wie nein?
MM (verschränkt jetzt ebenfalls seine Arme vor seinem Körper): Wie ich es gemeint habe. Nein! Wenn du wissen willst, was gerade in seinem beschissenen kleinen Leben abgeht, dann musst du ihn schon selber danach fragen. Ich halte mich da raus.
GH (entschlossen): Das werde ich auch!
MM: Ja dann, brauchst du mich ja auch nicht mehr.
Nein! Du warst mir ja eh keine große Hilfe! Ich finde das schon selber heraus. Pah!

Sollte eventuell Mehdi vorwarnen! Hmm... Nö! Strafe muss sein! Aber ich sorge dafür, dass genügend Blutkonserven in der Notaufnahme bereitstehen, wenn dich zuerst Haasenzahn und dann die Gewitterziege in die Mangel genommen haben. Tja, mein Beileid!

Gretchen funkelte ihren Freund noch ein letztes Mal böse an und nahm dann ihren Arm von der Tür, um ihn vorbeizulassen. Aber soweit kam es dann doch nicht, denn im selben Moment klingelte plötzlich ihr Handy. Beide schauten sich irritiert an. Marc wartete noch, bis sie ihr Telefon aus ihrer Kitteltasche gefischt hatte. Die blonde Ärztin schaute aufs Display und alle ihre Gesichtszüge entglitten ihr... Oh Gott!

Lorelei Offline

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20.02.2011 14:24
#930 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Eure, wie Jule so schön sagen würde, Verzögerungskönigin meldet sich zurück! Nach dem langen Abschnitt gestern, gibt es heute nur was Kurzes. Es ließ sich irgendwie nicht mehr aus der Szene rausholen. Trotzdem viel Spaß damit u. schönen Sonntag! Lorelei




GH (greift panisch nach Marcs Hand, der sie daraufhin leicht verwirrt anblickt): Marc, das... das ist... Maria! Was... was soll ich denn jetzt sagen?
Super! Das wird ja immer besser.
MM (cool): Na nichts!
GH (sieht ihn fassungslos an): Ich soll sie anlügen? Spinnst du! Das kann ich nicht.
Hach... Du wieder mit deinen albernen Prinzipien!
MM (versucht sie vor einer großen Dummheit zu bewahren): Gretchen, bevor du nicht alles weißt, solltest du dich da nicht einmischen.
Das gibt ne Katastrophe! Wobei... Die gibt es eh!
GH (wird hellhörig u. äußert einen wagen Verdacht): Was soll denn „alles“ heißen? Das war doch nur ein Kuss! Oder... Marc?

Marc, der ihrem eindringlichen Blick kaum standhalten konnte, wusste überhaupt nicht, was er jetzt darauf sagen sollte. Genau diese Situation hatte er immer vermeiden wollen. Jetzt stand er, dem dieses alberne Liebesdreieck eigentlich null interessierte, zwischen allen Stühlen. Egal was er tat, einer von beiden würde ihm in die Eier treten, wenn er jetzt wirklich auspacken würde. Aber das war nun mal verdammt noch mal Mehdis Job! Und das Höllengebimmel von Wham’s „Last Christmas“, das erbarmungslos durch den kühlen Waschraum schallte, war zunehmend unerträglich. Dr. Meier platzte schließlich der Kragen. Er riss seiner ungeduldig auf eine Antwort wartende Freundin einfach das klingelnde Handy aus der Hand und ging ohne zu Zögern ran...

MM: Apparat von Haasenzahn äh... Dr. Haase. Meier dran. ... Ja, du mich auch. Was ist? ... Ist grad echt schlecht! ... Nee! ... Ja, was weiß ich denn. Frauenprobleme halt! ... (Gretchen schaut ihn schockiert an u. stupst ihn in den Arm; Marc grinst nur u. spricht weiterhin ziemlich gereizt ins Telefon) ... Ja, pack aus oder ich... Was? Spinnst du? Du kannst doch nicht... Eh wir sind schon un... Boah! Von mir aus. Aber... Und Me...? ... Eh das sagst du ihm gefälligst selbst! Seh ich aus, wie ein beschissener Postbote. ... Ok, ok, schalte mal nen Gang runter! ... Ja, krieg ich irgendwie hin. ... Bist du sicher, dass...? ... Okaaay!? ... Du auch. Und tschüß!

Genervt drückte der Chirurg auf die rote Hörertaste und reichte Gretchen, die ihn mit offenem Mund völlig entgeistert anstarrte, das Telefon wieder in die Hand. Er gab der fassungslosen Frau noch einen kleinen Schmatzer auf die Wange und schob dann erleichtert die Schiebetür auf. Endlich bekam er wieder Luft. In der Tür drehte sich Marc zu seiner sichtlich irritierten Freundin herum, die mal wieder überhaupt nichts verstand, und sprach sie noch einmal an, ohne aber auch nur ein Wort über das leidige Thema „Mehdi Kaan und seine Liebschaften“ abzugeben, das er endlich abhaken wollte...

MM: Jetzt können wir ja essen gehen.

... und verließ anschließend den OP-Vorraum. Gretchen sah ihm sprachlos hinterher, schaltete und nahm schließlich ihre Beine in die Hand...

GH: Aber... was... was hat Maria denn gesagt? Und was ist mit...? Maaarc?

... fragte sie aufgeregt und folgte ihrem Liebsten in den Flur.

Lorelei Offline

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21.02.2011 12:55
#931 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen und einen wunderschönen Wochenstart wünsche ich euch! Obwohl, wie kann diese Woche schön werden, wenn es kein DD mehr gibt? Nun gut, da muss ich eben selbst dafür sorgen. Zum letzten Teil: Ich lasse mal offen, was Maria eigentlich wollte und was Marc und Gretchen noch so auf dem Flur besprechen. Das kommt an anderer Stelle raus. Weiter geht es jetzt auf der Gyn mit einem entschlossenen Dr. Kaan. Viel Spaß! Eure Lorelei




In der Zwischenzeit öffnete sich drei Stockwerke höher eine Bürotür. Schwester Gabi steckte vorsichtig ihren Kopf hinein. Dr. Kaan verabschiedete gerade seine letzte Patientin, welche die brünette Krankenschwester mit einem freundlichen Lächeln vorbeiließ und dann hinter ihr die Tür schloss. Langsam ging sie auf Mehdis Schreibtisch zu. Er streckte gerade seine Arme aus, rieb sich seine müden Augen und gähnte einmal laut. Wie im Taubenschlag war es heute Vormittag bei ihm zugegangen. Eine Patientin nach der anderen hatte sich bei ihm die Klinke in die Hand gedrückt. Er hatte noch keine Minute Pause gehabt. Seine schöne Stationsschwester reichte ihm einige Unterlagen. Er lächelte sie an, als er diese entgegennahm und sich wieder in seinen Chefsessel setzte. Gabi blieb am anderen Ende des Tischs stehen und sah ihren Oberarzt mit ernster Miene an...

GK: Die Steigerle hat drüber geschaut. Es ist Brustkrebs.
MK (fährt sich einmal durch seine Haare u. blättert dann durch die Akte): Scheiße!
GK (schaut ebenso betroffen): Hmm!
MK: Ich werde später mit der Patientin reden. Fall sie es einrichten kann, hätte ich Frau Dr. Steigerle gerne bei dem Gespräch dabei. Rufst du bitte noch mal oben an!
GK (nickt ihm zu): Sicher! Die hat aber jetzt ihren Stepkurs. In zwei Stunden ist sie wieder da.
MK: Okay!?

Dr. Kaan schaute kurz auf, lächelte und machte sich dann ein paar Notizen in die Akte, legte diese beiseite und nahm sich die nächste vor. Schwester Gabi stand derweil wie bestellt und nicht abgeholt auf der anderen Seite seines Schreibtisches, knetete ihre Finger und beobachtete ihren Vorgesetzten argwöhnisch. Sie überlegte einen Moment, biss sich auf ihre Unterlippe, dann sprach sie ihn vorsichtig an...

GK: Ähm... du... Ähm... willst du... willst du nicht erst mal Pause machen? Du siehst müde aus.

Mehdi schloss daraufhin die Patientenmappe, legte seinen Stift beiseite und schaute seine Freundin liebevoll an. Gabi nahm diese Geste als Einladung auf. Lächelnd ging sie um seinen Schreibtisch herum, stellte sich hinter seinen Stuhl und legte ihre Arme von hinten um seine Schulter. Mehdi schnappte nach ihren Händen und drückte diese sanft. Gabi beugte sich noch weiter herunter und drückte ihre Wange gegen seine. Er lächelte verliebt. Sie tat es ihm gleich. Eine Minute lang hielten sie sich so fest, dann ließ Mehdi plötzlich ihre Hand los und stand auf. Gabi sah ihn verwundert an, als er sich an seinen Schreibtisch lehnte und sie verlegen anschaute....

MK: Danke, das habe ich jetzt gebraucht.
GK (lächelt verträumt): Wollen wir zusammen Mittagessen gehen?
MK (legt seine Hand an ihre Wange u. sieht sie ernst an): Das ist lieb, aber ich muss jetzt erst mal ein paar Dinge klären.
GK (muss schlucken u. sieht unsicher in seinen Augen hin u. her): Der Haase?
MK (seufzt u. streichelt weiterhin mit seinem Daumen ihre Wange): Auch ja! Aber vorher möchte ich erst mit...
GK (versteht, was er sagen will u. schaut ihn traurig an): Oh!
MK (gibt ihr einen zarten Kuss auf den Mund u. streicht ihr dann übers Haar): Mach dir keine Sorgen! Diesmal mache ich keinen Rückzieher.
Ich will endlich alles richtig machen.

Ich hoffe das so sehr.


Gabi sagte nichts darauf, lächelte ihn nur gequält an und gab ihm ebenfalls einen kleinen sanften Kuss auf den Mund. Das mulmige Gefühl in ihrem Bauch blieb, als er sie schließlich in seinem Büro alleine zurückließ. Sie wusste, dass er sie liebte, aber sie hatte trotzdem immer noch höllischen Schiss, dass er es sich im letzten Moment vielleicht doch noch anders überlegen könnte. Und das würde sie nicht überleben. Gabi ließ sich seufzend in seinen Sessel zurückfallen und drehte sich langsam damit im Kreis. Sie dachte über die vergangenen Stunden und Tage nach und verwarf schließlich ihre Restzweifel. Mehdi würde zu ihr stehen. Er hatte es ihr versprochen. Endlich würde alles gut werden. Ganz bestimmt. Dieser Gedanke ließ die junge Frau auch schon wieder lächeln.

Lorelei Offline

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22.02.2011 11:00
#932 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Euren Kommentaren entnehme ich, dass ihr gerne endlich eine Auflösung hättet? Wir kommen der Sache näher. Oder auch nicht. Viel Vergnügen mit dem neuen Teil. Eure Verzögerungskönigin



Kurze Zeit später

Mit jedem Schritt, mit dem er ihrem Büro näher kam, desto mulmiger wurde ihm zumute. Wie sollte er ihr das nur erklären? Diese Frage hatte er sich schon so oft gestellt in den vergangenen Tagen, aber eine Antwort war er sich immer schuldig geblieben. Kurz und schmerzlos? Oder die ausführliche Variante, für die sie ihn hassen würde? Er wusste es nicht, aber er wusste, dass es allerhöchste Eisenbahn war, wenn er es sich mit seiner Gabimaus nicht verscherzen wollte und Gretchen würde ihm sicherlich auch die Pistole auf die Brust setzen, jetzt wo sie ES wusste. Er hatte keine andere Wahl. Mehdi musste Maria die Wahrheit sagen. Die ganze Wahrheit! Der Halbperser hatte so viele Gelegenheiten gehabt, bei denen er dieses längst überfällige Gespräch hätte führen können, aber immer war etwas dazwischen gekommen. Zuletzt auf dem Ärzteball. Er hatte zu lange gezögert. Aber insgeheim war er auch irgendwie froh darüber gewesen, dass ihm jedes Mal jemand dazwischen gequatscht hatte. So war er immer wieder um eine Aussprache herumgekommen und konnte Zeit schinden, um sich zu überlegen, was er ihr sagen könnte. Er hätte genügend Zeit gehabt, sich ein paar Floskeln zu Recht zu legen, um seinen Verrat zu schmälern. Aber wie sagte man einer Frau, die Gefühle für einen hegte - dessen war er sich mittlerweile ziemlich sicher -, die man wirklich gern hatte und die man wertschätzte, dass man ihre Gefühle nicht erwiderte und, schlimmer noch, dass man sich in eine andere verliebt hatte? Das würde selbst die toughe Karrierefrau Maria Hassmann nicht so leicht wegstecken können. Er hatte doch niemals vorgehabt, ihr in irgendeiner Weise wehzutun. Das war doch überhaupt nicht seine Art. Aber er hatte sich ihr gegenüber völlig unmöglich verhalten. Sie war immer für ihn da gewesen, hatte ihn getröstet und ihm zu Rat gestanden. Und er? Was tat er? Er hatte sich hinter ihrem Rücken mit einer anderen eingelassen, sich sogar unsterblich in sie verliebt. Er hatte Maria hintergangen, belogen und betrogen. Auch wenn sie nicht wirklich zusammen waren, ein Betrug war es trotzdem, und er schämte sich zutiefst dafür. Niemand spielte gern die zweite Geige. Und jetzt schob er sie schon zum zweiten Mal in diese undankbare Rolle. Letztes Jahr hatte er sich für Gretchen entschieden und jetzt für Gabi. Und sie blieb wieder auf der Strecke, obwohl sie eine tolle Frau war, die sich doch auch nur nach ein bisschen Liebe sehnte so wie er. Aber Mehdi hatte alles verspielt. Maria würde ihn für immer und ewig hassen. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche.

Dr. Kaan blieb vor Dr. Hassmanns Bürotür stehen. Seine Hand zitterte, als er sie an die Tür legte. Er zögerte und zog sie wieder zurück. Er war nervös. Nein, er hatte Angst, genauer gesagt so richtig Schiss. Ihm ging der Arsch förmlich auf Grundeis. Aber er musste ihr endlich die Wahrheit sagen. Das war nur fair, nach allem, was zwischen den beiden gewesen war. Und er hatte die Zeit mit ihr ja auch immer sehr genossen. Aber sein Herz hatte nun mal eine andere berührt. Der aufgeregte Oberarzt atmete noch einmal tief durch, nahm seinen ganzen Mut zusammen und klopfte dann endlich an ihre Tür. ...... Keine Reaktion! Mehdi wartete einen Augenblick, dann klopfte er erneut. Doch wieder geschah nichts. Verwundert schaute er auf die kleine Tafel mit ihren Sprechzeiten. Dr. Hassmann hätte heute definitiv Dienst. Ihre Sprechstunde würde in diesen Minuten zu Ende gehen. Hatte sie etwa noch einen Patienten da drin und konnte deshalb nicht öffnen? Mehdi lauschte an der Tür. Doch er hörte rein gar nichts. Er schaute sich auf dem Gang der Neurologie um. Es war ungewöhnlich ruhig für die Mittagszeit. Niemand war zu sehen, weder Patienten noch Klinikpersonal. Komisch, dachte der Frauenarzt und klopfte erneut an die Tür. Als wieder keine Antwort zurückkam, drückte er schließlich die Klinke herunter. Irritiert stellte er fest, dass die Tür verschlossen war. Er sah wieder auf ihre Sprechzeiten, dann auf seine Armbanduhr. Wo war sie denn? Der verwirrte Oberarzt drehte sich herum und erschrak....

Lorelei Offline

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23.02.2011 13:27
#933 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Weiter geht's! Aber zu früh gefreut! Eine alte Bekannte meldet sich zurück. Also ich habe sie vermisst. Liebe Grüße, Lorelei



Vor ihm stand plötzlich, wie aus dem Nichts aufgetaucht, Oberdrache Stefanie...

MK (erstaunt): Schwester Stefanie!
SB: OBERschwester, Sie Ignorant!

... fauchte sie zurück und tötete den attraktiven Gynäkologen mit ihren Blicken. Mehdi fühlte sich von ihr regelrecht an die Wand gedrängt und sah sie ängstlich an...

MK (stammelt): Na...natürlich! ... Entschuldigung, ... Oberschwester Stefanie.
SB (miesepetrig wie immer faltet sie den nervösen Arzt zusammen): Haben Sie nichts Besseres zu tun, als mir im Weg herumzustehen? Unmöglich so was! Unsereiner rackert sich ab und die werten Herrn Doktoren genehmigen sich seelenruhig ein Päuschen nach dem anderen oder erscheinen gleich gar nicht zum Dienst. Wo waren Sie eigentlich heute Morgen? Sie wurden während der Sklavenansprache unseres neuen Möchtegerndiktators vermisst.
Äh... was? Marc hat gar nicht erwähnt, dass es eine Dienstbesprechung gab. Und was heißt hier eigentlich Diktator?
MK (gerät zunehmend in Erklärungsnot, was seine Schweißdrüsen aktiviert): Oh! Äh...
SB (macht eine abweisende Handbewegung u. schaut ihn böse an): Sparen Sie sich Ihre nichtigen Ausreden! Es interessiert mich nicht. Sie stehlen mir eh gerade meine kostbare Zeit, Sie... Sie Arzt, Sie.
Gott, warum strafst du mich nur so? Aber vielleicht weiß sie ja, wo....
MK (klein mit Hut, aber einen klitzekleinen Rest Selbstbewusstsein hat er sich bewahrt): Aber... Ähm... Wissen Sie vielleicht...
SB (fährt ihn gereizt an): Was?
MK (rückt endlich mit seinem Anliegen heraus): Wissen Sie vielleicht, wo ich Frau Dr. Hassmann finde?
SB (mustert ihn skeptisch von Kopf bis Fuß u. gibt ihm eine recht patzige Antwort): Sehe ich aus wie die Auskunft?
MK (rudert zurück u. versucht es mit der schmeichlerischen Art): Nein... also... äh... Aber Sie... Sie als leitende Oberschwester wissen doch bestimmt mehr...
SB (fällt ihm ziemlich unfreundlich ins Wort): Sparen Sie sich Ihre Rumschleimerei, Herr Dr. Kaan! Das zieht vielleicht bei Ihrer... (sie zeigt auf das Büro von Dr. Hassmann) ... Was-auch-immer-Freundin. Denken Sie nicht, ich wüsste nicht, was hinter den verschlossenen Türen hier läuft. Ich bin nicht von gestern.
Oh Gott!
MK (schluckt schwer u. schaut sie peinlich berührt an): Ähm...
SB (spricht mit einem leicht amüsierten Gesichtsausdruck für ihn weiter): Aber die große Liebe scheint ja schon wieder vorbei zu sein, wenn Sie nicht mal wissen, dass sich Ihre..... Kollegin Urlaub genommen hat.
Was?
MK (schaut sie fassungslos an u. gerät ins Stottern): Sie... hat...?
SB (geht nicht weiter darauf ein u. dreht sich weg): Wenn Sie mich dann vorbeilassen würden! Ich habe seit achtundvierzig Sekunden Mittagspause und die möchte ich in Ruhe mit meinen.... ääähhh... also nicht mit liebestollen Ärzten verbringen. Wiedersehen! Nee, eigentlich nicht.

... sagte die bissige Oberschwester noch und stapfte dann den Gang vor und verschwand anschließend im Fahrstuhl. Der Oberarzt sah ihr irritiert hinterher. In Mehdis Gehirnwindungen ratterte es gewaltig. Er ließ sich auf einen der Wartestühle fallen und fuhr sich aufgewühlt durch seine Haare...

Sie weiß es! Oder sie ahnt zumindest etwas? Klar! Ich habe mich auf dem Ärzteball ja auch wie ein Elefant im Porzellanladen benommen. Sie hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Oh Gott! Oder sie hat uns gesehen? Marc hat doch gemeint, sie sei kurz nach uns gegangen. Und jetzt zieht sie die Konsequenzen. Wieso sonst sollte sie sich so plötzlich Urlaub nehmen? ... Weil sie mich nicht mehr sehen will! Verdammt! Ich habe alles falsch gemacht. Ich... ich muss mit ihr reden. Jetzt!

Mehdi holte sein Handy aus seiner Kitteltasche hervor. Er schaute aufs Display und wollte gerade ihre Nummer wählen, als er erstaunt bemerkte, dass er bereits eine Sms von Maria bekommen hatte. Sie war keine fünf Minuten alt. Aufgeregt drückte er eine Taste und begann sie zu lesen.....

„Lieber Mehdi, du wunderst dich sicherlich, warum ich mich nach dem Ärzteball nicht noch mal gemeldet habe. Ich weiß auch nicht. Mir geht so viel durch den Kopf. Ich brauche einfach eine Auszeit von allem und habe meinen Resturlaub genommen. Ich bin dir nicht böse, dass du gegangen bist. Der Abend war traumhaft. Danke. Ich werd dich vermissen. Kuss M.“

Lorelei Offline

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24.02.2011 16:17
#934 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen!

Ok, ihr habt es nicht anders gewollt. Es geht doch noch ans Eingemachte! Naja, irgendwie zumindest, also fast. Zumindest erfahrt ihr Genaueres, was mit Maria Hassmann ist. Viel Spaß!

Liebe Grüße und ein fettes Bussi an meine lieben Kommentatoren, auch die Neuzugänge, und an meine stillen Leser

Eure Lorelei





Immer wieder las sich Mehdi Marias Nachricht durch und wusste nicht so recht, was er jetzt denken oder fühlen sollte... Vermissen? ... Auszeit? ... Wieso Auszeit? ... Es ist doch wegen mir, oder? Weil sie weiß, dass ich... Aber es klang doch so als ob... Ich weiß nicht. ... Einerseits klang es wie ein Abschied auf Zeit, andererseits spürte er auch einen gewissen Wehmut und tiefe Verunsicherung, die unterschwellig in ihrer Botschaft mitschwangen. Was hatte das zu bedeuten? Irgendetwas war auf jeden Fall anders als sonst. Hatte sie doch von ihm und Gabi erfahren? Mehdi brauchte Gewissheit und er wollte, nein, er musste einfach ihren Status Quo klären. Jetzt! Das war er allen Beteiligten schuldig. Und so wählte er doch noch ihre Nummer und das überraschenderweise kaum aufgeregt, auch wenn er nur wenig Hoffnung hatte, dass sie überhaupt rangehen würde, aber sie tat es bereits nach dem zweiten Klingeln...

MH: Hallo!?
MK: Hallo Maria! Ich bin’s. Mehdi!

Schweigen!

Beide überlegten krampfhaft, was sie als nächstes sagen sollten. Maria atmete schwer. Sie hatte Angst vor diesem unausweichlichen Gespräch. Am liebsten hätte sie gleich wieder aufgelegt, aber sie konnte es nicht. Irgendeine Erklärung für ihr plötzliches Verschwinden musste sie ihm schließlich geben. Das war sie ihm schuldig. Schließlich waren sie ja irgendwie auch quasi „zusammen“, da konnte man nicht einfach so kommentarlos abhauen. Aber die bittere Wahrheit drückte ihr so sehr auf ihre Brust, dass sie einfach keine Worte fand. Sie wollte ihn nicht anlügen. Ihr Herz schmerzte. Ihr war schlecht. Sie fühlte sich schäbig. Und sie war feige. Wieso musste das auch passieren? Seit zwei Tagen hatte sie keinen Schlaf mehr gefunden, weil sie immer wieder daran denken musste, in welchen Schlamassel sie sich manövriert hatte, nein, in den ER sie manövriert hatte. Wie konnte sie sich auch nur auf IHN einlassen? Das war doch völlig krank. Alkohol hin oder her. Es gab keinen anderen Ausweg. Sie musste weg. Weg aus Berlin. Weg von IHM, den aufgewühlten Gefühlen und ihrem schlechten Gewissen. Einfach weg. Auch wenn sie sich eigentlich nichts sehnlicher wünschte, als in Mehdis starken Armen zu liegen und alles zu vergessen. Aber sie konnte ES nicht vergessen. Sie brauchte einfach Zeit zum Nachdenken und wenn sie ihrem Herzbuben ständig über den Weg laufen würde, könnte sie das nicht. Mehdi, der nicht wirklich wusste, wie er mit dieser Situation und ihrem Schweigen umgehen sollte, war es schließlich, der die drückende Stille durchbrach...

MK: Ich habe deine Sms gekriegt.
MH (leise): Hmm! Das habe ich mir gedacht.

Wie schäbig ist das denn? Schickst ihm mal eben eine belanglose Sms „Ich bin dann mal weg“. Klar, dass er wissen will, was es damit auf sich hat. Scheiße! Was soll ich denn jetzt machen?

Wieso ist sie denn so kurz angebunden? Wenn sie mich nicht sprechen will, hätte sie doch auch gleich gar nicht rangehen brauchen. Und wenn sie ES weiß, wieso schreit sie mich dann nicht an? Oder weiß sie doch nichts? Das ist alles so seltsam. Irgendetwas bedrückt sie doch?


MK (hakt zögerlich nach): Du fährst weg?
Ich fahre nicht, ich flüchte! Gott, ich hätte nie gedacht, dass ich mal so was Erbärmliches sagen würde und schon gar nicht im Zusammenhang mit ihm. Dabei hat er noch nicht mal Schuld. Ich bin Schuld. Ich allein. Nein, Cedric ist an allem Schuld. Er hat mich verführt und... Dieser verdammte Mistkerl! Dieser Widerling! Dieses Arschloch!
MH (wirkt zunehmend nervös): Ja, ich... wir... Ähm... Weihnachtsurlaub.
MK (überrascht): Oh! Schon?
Dann hat es doch nichts mit mir zu tun?
MH (versucht ihre einstudierte Rede irgendwie über die Bühne zu bringen, aber vorm Spiegel klang das alles überzeugender): Ja! Mit meiner Kleinen und ihren Großeltern. Also... meinen Eltern. Wir fahren wie jedes Jahr in die Berge. Sarah liebt Schnee. Gut, wir haben jetzt hier auch genug davon, aber das konnten wir ja vorher nicht ahnen.
Du bist so bescheuert, Maria!
MK: Aber wolltet ihr nicht erst nächste Woche fahren?
Super! Er merkt, dass was nicht stimmt. Vielleicht sollte ich ihm doch die Wahrheit sagen? ... Nein, das... das verkraftet er nicht. Ich verkrafte es ja selbst nicht. Ich kann ihm das nicht sagen. Das macht doch alles kaputt. Dann wäre ich ja genauso wie seine... ähm... Ach Scheiße! Ich fühl mich so mies!
MH: Ich habe kurzfristig das Angebot bekommen, die Skihütte schon eher zu nehmen. Da habe ich eben zugeschlagen.
Dass meine Eltern immer schon eine Woche früher fahren, muss er ja nicht wissen.
MK (nachdenklich): Ach so! Und ich dachte schon...
MH (fragt aufgeregt nach): Was?
MK (druckst herum): Na ja, dass du... dass es vielleicht meinetwegen ist.
MH (versucht ihn zu beruhigen): Was? Nein, nein! Das... das hat rein gar nichts mit dir zu tun, Mehdi. Bitte glaube mir! Es ist nur... Also.... Ich... ich musste einfach mal raus hier ... aus diesem ganzen Trott. Du kennst das doch, am Ende des Jahres... man ist völlig ausgebrannt und... Auf meiner Station ist es eh gerade ruhig. Also habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt.
Maria, das würdest nicht mal du selbst dir abnehmen! Aber was soll ich denn machen? Ich kann ihm unmöglich unter die Augen treten, nachdem ich... Oh Gott, nicht daran denken! Ich brauche einfach Zeit.
MK (leise): Verstehe!
Das macht es auch nicht einfacher. Wie soll ich ihr denn jetzt noch sagen, dass ich... dass wir... dass... Schluss... ist?

Wieder Schweigen!

Maria, deren schlechtes Gewissen sie zu dieser völlig irrationalen Flucht getrieben hatte, wollte Mehdi gerade abwimmeln, weil sie es kaum noch ertragen konnte, seine sanfte liebevolle Stimme zu hören, ihn aber nicht sehen und in den Arm nehmen zu dürfen, als dieser noch einmal vorsichtig das Wort erhob....

MK: Maria?
MH (nervös): Ja?
MK (zögerlich): Wegen letzten Freitag...
Oh Gott! Bitte nicht! Das war der schönste, aber gleichzeitig auch der schlimmste Tag in meinem Leben. Ich will das nicht hören.
MH (fällt ihm aufgeregt ins Wort): Mach dir keinen Kopf. Ich verstehe das.
MK (will es endlich loswerden): Nein, du verstehst nicht. Ich...
MH (lässt ihn nicht ausreden): Hör mal, wenn ich... wenn ich wieder da bin, dann... dann sollten wir uns mal zusammensetzen und etwas gegen unser schlechtes Timing unternehmen.
Ich hab keine andere Wahl. Ich muss es ihm dann sagen. Das ist nur fair. Wenn das mit uns was werden soll, dann muss ich es tun. Keine Frage. Aber jetzt, jetzt fühle ich mich noch nicht dazu in der Lage. Und am Telefon schon mal gar nicht.
MK (muss dann doch kurz schmunzeln, bevor er wieder ernst wird): Ja! Das sollten wir. Wir... wir sollten wirklich reden... über alles.
MH (leise u. mit gebrochener Stimme): Ich... ich muss dir auch etwas sagen.
Dass es mir unendlich leid tut. Dass es ein Fehler war... ein blöder alkoholbedingter Ausfall... ohne irgendeine Bedeutung. Cedric bedeutet mir nichts. Er ist lediglich ein Schatten meiner Vergangenheit, mit der ich endgültig abgeschlossen habe. ... Aber vor allem will ich dir sagen, dass ich dich immer noch liebe und dagegen kann auch mein verhasster Ex nichts ausrichten. Nichts und niemand soll mehr zwischen uns stehen. ... Ok, stopp! Zu viele emotionale Gedanken zum Abschied.
MK (auch zunehmend nervös): Können wir... Können wir das nicht auch am Telefon?
Ich kann das nicht.
MH (fühlt sich hin und her gerissen): Mehdi, ich ähm...

Maria wollte Mehdi gerade antworten, als erst ein lauter Pfeifton, dann eine Lautsprecherdurchsage - „Der ICS 3289 nach München fährt ein. Bitte zurücktreten!“ - und dann eine kreischende Mädchenstimme ertönten...

SH: MAMI, MAMI, ER KOOOOOMMT!
MH (abgelenkt): Ja, Schatz! Mami telefoniert noch schnell zu Ende. ... Mehdi?
MK (hat erst jetzt bemerkt, dass Maria sich wohl schon am Bahnhof befindet u. wird immer unsicherer): Ja?
MH (fühlt sich irgendwie auch ein wenig erleichtert, dass sie nun auflegen muss u. wieder Zeit gewinnt): Ich muss auflegen. Der Zug fährt gerade ein.
MK: Aber...

Die schöne Neurologin ließ den charmanten Gynäkologen jedoch nicht weiter zu Wort kommen und verabschiedete sich...

MH: Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest, Mehdi. Grüble nicht so viel nach! Ich weiß, dass es gerade in dieser Zeit nicht leicht für dich wird. Aber ich denke an dich. Bis bald!

... dann hörte er nur noch einen lauten Piepton. Maria hatte einfach so aufgelegt, ohne dass er ihr alles hätte erklären konnte. Sein Herz schlug schwer in seiner Brust und seine Gedanken überschlugen sich....

MK: Scheiße!

... murmelte der verzweifelte Oberarzt leise, als er sein Handy wieder wegpackte, und lehnte sich an die Stuhllehne zurück. Er schloss seine Augen und streckte seine Beine aus. Wieso musste das alles nur so kompliziert sein? Er hatte endlich den Mut gehabt, ihr alles zu gestehen, aber wieder hatte er die Chance verstreichen lassen. Warum hatte er ihr nicht einfach gesagt, dass er ihre „Affäre“ beenden wollte, dass er sich neu verliebt hatte und dass er die Zeit mit ihr aber nie vergessen würde? Am Telefon war zwar nicht gerade die charmanteste Art, aber es hätte zu seinem ganzen miesen Verhalten in den letzten Wochen gepasst. Und anscheinend war diese Methode des Schlussmachens anscheinend gerade im Trend. Liliana hatte doch auch mit einer schlichten Sms mit Loddar Schluss gemacht. Das hatte neulich erst in der „Gala“ gestanden. Er könnte das auch. .... Nein, er könnte das nicht! Mehdi schüttelte immer wieder seinen Kopf. Das war nicht seine Art. Damit würde er ihr doch sicherlich den Urlaub und das ganze Weihnachtsfest versauen und das hatte sie und vor allem ihre Tochter nicht verdient. Also hieß es wieder abwarten. Er legte eine Hand an seine Stirn. Gabi würde ihn umbringen. So viel war schon mal klar. Aber hatte er denn eine andere Wahl gehabt? Nein! Maria hatte eine offene Aussprache verdient und nicht eine feige Abfuhr per Handy. Mehdi atmete einen tiefen Luftzug ein und öffnete langsam wieder seine Augen. Er zuckte zusammen und saß plötzlich kerzengerade auf dem Wartestuhl. Er war so sehr in seinen Gedanken versunken gewesen, dass er gar nicht gemerkt hatte, dass er nicht mehr alleine war. Vor ihm standen plötzlich vier Füße...

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25.02.2011 10:55
#935 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ja, ihr seid zu recht sauer, weil Mehdi immer noch nicht den Arsch hochgekriegt hat, aber das hat alles seine Gründe, weil ich, wie ihr euch sicherlich denken könnt, mal wieder auf etwas hinarbeite. Sorry! Aber vielleicht erfreut es euch zu hören, dass der feige Kerl jetzt trotzdem sein Fett weg kriegt. Viel Vergnügen! Liebe Grüße u. danke noch mal für euer Feedback! Bussi, Lorelei




Langsam schaute Dr. Kaan auf und erkannte zu seiner Linken die treudoofe Miene von Schwester Sabine, die ihn freundlich anstrahlte und mehrere Patientenmappen in der Hand hielt, und zu seiner Rechten das exakte Gegenteil von ihr, nämlich das ziemlich grimmig dreinblickende Gesicht von Dr. Gretchen Haase, die ihn regelrecht mit ihren Blicken durchbohrte. Mehdi schluckte schwer und sah seine schöne Exfreundin beunruhigt an. So hatte er sie nämlich noch nie gesehen und er ahnte nichts Gutes. Aber das war ja nach dem Zwischenfall von heute Morgen auch nicht anders zu erwarten gewesen. Die dunklen Wolken zogen sich zusammen und ein Donnerwetter drohte. Der eingeschüchterte Halbperser wurde immer kleiner auf seinem Stuhl und senkte schuldbewusst seinen Blick. Gretchen hatte ihre Hände in die Hüfte gestemmt und funkelte ihren Exfreund bitterböse an. Wer genau hinsah, konnte sogar kleine Rauchwölkchen über ihrem Kopf erkennen. Mehdi hatte Recht mit seiner leisen Vorahnung. Die blonde Assistenzärztin war sauer, aber so richtig und sie machte ihrem Ärger auch sofort lautstark Luft...

GH: Mitkommen!
SV/ MK (synchron): Ich?

Gretchen schaute für einen kurzen Moment verwirrt zwischen den beiden hin und her, dann fixierte sie den nervösen Gynäkologen wieder mit ihrem ungewohnt eisigen Blick...

GH: Nicht Sie! Er!
SV (schaut überrascht zwischen den beiden Parteien hin u. her): Oh!
MK (räuspert sich u. versucht sich zu erklären, ohne Erfolg): Gretchen...

Die aufgebrachte Ärztin ließ den Halbperser, der sich mittlerweile von seinem Stuhl erhoben hatte und sie reumütig mit seinen großen Bambiaugen, die sie tatsächlich für eine Sekunde verunsichern konnten, ansah, erst gar nicht zu Wort kommen, packte ihn stattdessen am Kragen seines Kittels und zog den 90-Kilo-Mann ohne große Kraftanstrengung zu einem der Behandlungszimmer. Sabine riss ihre Augen weit auf und konnte gar nicht glauben, was sie da gerade zu sehen bekam...

SV: Aber Frau Doktor, was...?

Dr. Haase ließ den überrumpelten Frauenarzt einen kurzen Moment los und drehte sich zu ihrer Stationsschwester herum, die sie mit offenem Mund anstarrte, als sei sie ein Wesen von einem fremden Planeten. Gretchen lächelte verschämt und machte eine Handbewegung in ihre Richtung...

GH: Äh... Schwester Sabine, Zimmer 605, wie besprochen.
SV (immer noch leicht verwirrt nickt sie ihrer Chefin zu): Jawohl Frau Doktor.

Die blonde Krankenschwester warf Dr. Kaan, der wie ein reuiger Sünder mit gesenktem Haupt an der Wand gelehnt stand und von Dr. Haase nun an der Hand gepackt wurde, noch einen letzten mitfühlenden Blick zu, auch wenn sie nicht wirklich verstand, was der charmanteste aller Ärzte des EKH ausgefressen haben könnte, dass ihre Frau Doktor so heftig darauf reagierte. Sie schüttelte den Kopf, drehte sich herum und schlurfte dann gemächlich den Gang vor und verschwand schließlich im vorletzten Zimmer, während Gretchen ihren besten Freund in das Behandlungszimmer zerrte, die Tür hinter sich zuknallen ließ und ihn auf einem Stuhl platzierte und sich dann vor ihm bedrohlich aufbaute. Die junge Frau war dermaßen in Rage, dass sie dem armen Angeklagten, der sich gegen seine dreiste Entführung nicht gewehrt hatte und geduldig auf ihren Richterspruch wartete, sogar noch eine Ohrfeige hinterher gab, die ihr aber sofort wieder leid tat...

GH: Tschuldigung!

Schockiert über ihr eigenmächtiges Handeln hielt sich Gretchen eine Hand vor ihren Mund und sah Mehdi, der sie nicht minder schockiert anstarrte, entschuldigend an, zog sich dann einen Stuhl heran und setzte sich ihm gegenüber. Sie versuchte sich zu beruhigen. Sie musste ruhiger werden und ihre Gefühle besser kontrollieren. Sie kannte ja noch nicht einmal die ganzen Zusammenhänge. Aus Marc war ja nichts herauszuholen gewesen, auch wenn sie ganz genau wusste, dass er mehr wusste, als er behauptete. Sie hatte alles versucht, über emotionale Erpressung, die Schmusetour bis hin zur schlimmsten Waffe einer Frau, nämlich Sexentzug, aber der sture Kerl hatte sich nicht weiter zu Mehdis offensichtlichem „schmutzigen Geheimnis“ geäußert und stattdessen unbeeindruckt und eisern schweigend seine Nudeln gegessen. Was sollte das? Irgend so ein bescheuerter vorzeitlicher männlicher Ehrencodex oder was? Der blöde Idiot hatte sich dann nach dem ergebnislosen Mittagessen doch tatsächlich feige im Büro ihres Vaters verschanzt und sie als Vertretung von Dr. Hassmann in die Neurologie geschickt. Das war doch pure Absicht gewesen! Ein Ablenkungsmanöver, um seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Der konnte dann auf jeden Fall noch etwas erleben, schwor sich die blonde Assistenzärztin insgeheim. Obwohl es ihr jetzt eigentlich ganz gut passte, dass sie in der Neurologie gelandet war. Schließlich hatte es sie überraschenderweise direkt zu Mehdi geführt, den sie ja sowieso vorhatte zur Rede zu stellen. Wie er da wie ein kleines Häufchen Elend auf den Wartebänken gesessen hatte, fast hätte sie Mitleid mit ihm bekommen, aber nur fast, weil sie sofort wieder an Maria denken musste und an seinen innigen Kuss mit Schwester Gabi. Ausgerechnet mit Gabi! Der personifizierten Boshaftigkeit, würde Elke Fisher wohl in einem ihrer Romane schreiben. Gut, sie hatte sich in den letzten Monaten durchaus gebessert. Keine Intrigen und Erpressungen mehr. Stattdessen professioneller und freundlicher Umgang mit den Patienten und den Kollegen. Ihre positive Veränderung war ihr ja auch aufgefallen, aber dafür musste man sich doch nicht gleich um den Hals fallen und sich abknutschen. Mehdi und Gabi? Das war doch wie Zucker und Salz, wie Engelchen und Teufelchen, wie Tag und Nacht, wie Gretchen und Marc. Äh... Gretchen und Marc? Blödsinn! Aber allmählich zählte Gretchen eins und eins zusammen. Mehdis offensichtliches schlechtes Gewissen gepaart mit Marias plötzlicher Abwesenheit hatte doch nur eines zu bedeuten. Hier war etwas oberfaul! Und sie, Dr. Gretchen Marple äh... Haase, würde das schon noch herausfinden. Wenn nötig mit Gewalt, obwohl sie ja eigentlich Pazifistin war. Aber Frau konnte da auch mal eine Ausnahme machen. In gewissen Dingen mussten Frauen schließlich zusammenhalten und das hier war definitiv so ein Sonderfall. War Mehdi Kaan tatsächlich auch nur ein gemeiner Betrüger, so wie es Peter und Alexis gewesen waren? Hatte sie sich etwa so sehr in ihm getäuscht? ... Nein, das war zu absurd. Mehdi doch nicht! Sie kannte ihn doch. Er war der netteste, aufrichtigste und ehrlichste Mensch, den sie kannte, den sie glaubte, zu kennen. Und mit seinem beruflichem Hintergrund und seiner durchaus weiblichen Seite konnte er sich doch nur zu gut in die Frauenwelt hineinversetzen. Er konnte das keiner Frau antun. Er konnte doch noch nicht einmal einer Fliege etwas zu leide tun. Er half doch auch dem Armen und Schutzlosen. ... Oder hatte ihn diese ganze Geschichte mit seiner Nuttenfrau, die ihn nach Strich und Faden angelogen und wohlmöglich auch betrogen hatte, so verbittert gemacht? Suchte er jetzt nach seiner dunklen Seite, die auf bestimmte Frauen sicherlich anziehend wirkte? Hatte er keine Lust mehr auf sein süßes Softieimage oder wie Marc sagen würde seinen ewigen Weicheistatus? Wobei Gretchen ihn ja nie so gesehen hatte. Mehdi war doch ein stinknormaler anständiger und lieber Kerl, den man einfach gern haben musste. Aber vielleicht genügte ihm das nicht mehr? Ließ er nach den ganzen Enttäuschungen und seiner überwundenen Depression jetzt etwa den „bösen“ Macho raushängen, um sein angeknackstes Selbstbewusstsein aufzuwerten? Ihr Mehdi? ... Wohl kaum! Dieses Bild passte doch überhaupt nicht zu ihm. Diesem treuen, sensiblen, sanften Mann. Oder doch? ... Oh Gott, oder wollte er jetzt Marcs Platz als Obermacker des Krankenhauses einnehmen? Er hatte schließlich eine große Lücke hinterlassen und weder Gordon noch Jochen, ja der schon mal gar nicht, konnten diese füllen. Mehdi war ja lange genug in Marcs Lehre gegangen. In fünfzehn Jahren enger Beziehung bekam man schon mal das eine oder andere mit. Vielleicht wollte er nach dem ganzen Frust der Vergangenheit einfach mal die Sau rauslassen? Schlimme Schicksalsschläge ließen schon mal den einen oder anderen einen kompletten Persönlichskeitswandel durchleben. Sie hatte ja auch schon mal die toughe Karrierefrau gegeben. Naja, zumindest hatte sie es mal probehalber versucht, um Marc zu beweisen, dass sie es auch drauf hatte, aber er hatte nur gelacht und sie nicht weiter ernst genommen. Aber das war eine andere Geschichte. ... Und Mehdi? Was sollte das? Verfrühte Mitlife Crisis oder komplette Wandlung des eigenen Ichs? Schlugen jetzt seine persischen Gene durch? Die Scheiche da unten durften ja auch mehrere Frauen auf einmal haben. Das hatte sie zumindest irgendwo gelesen. ... Quatsch! Mehdi fuhr doch nicht zweigleisig! Sie steigerte sich da mal wieder in etwas hinein. Am Ende war das vielleicht alles nur ganz harmlos gewesen. Er hatte Gabi doch nur geküsst. Da war doch nichts dabei. Kann ja mal aus Versehen passieren. Und wer weiß, wie es überhaupt dazu gekommen war? Vielleicht hatte sie es auch darauf angelegt und er konnte sich nicht dagegen wehren? Mehdi war ja schon in gewisser Weise sehr naiv, was den Umgang mit Frauen betraf. Obwohl... so wie das Bild vorhin ausgesehen hatte, schien es schon auch von ihm ausgegangen zu sein. Aber das würde ja bedeuten... Nein! Das durfte doch einfach nicht wahr sein! Und was war mit Maria?

Gretchen hatte eigentlich erst vorgehabt, Mehdi anzuhören und dann dementsprechend zu handeln. Aber ihr Temperament war dann einfach mit ihr durchgegangen. Ihre Hand war schon immer schneller als ihr Verstand gewesen. Dazu brauchte man nur Marc befragen, der schon mehr als einmal einschlägige Erfahrungen mit ihr gemacht hatte. Sie musste sich in dem Moment einfach Luft machen. Und Mehdi hatte es auch nicht anders verdient gehabt, wenn es stimmte, was sie vermutete. Und wenn sie eins nicht leiden konnte, dann war es, wenn man sie anlog. Und Mehdi hatte offenbar gelogen. Irgendetwas ging hier hinter Marias Rücken vonstatten und das gefiel ihr nicht. Oder wohlmöglich wusste sie auch schon davon? Warum sonst hätte sie sich so kurzfristig Urlaub genommen? Das musste alles irgendwie mit dem, was sie heute Morgen in Mehdis Büro beobachtet hatte, und dem, was Marc angedeutet hatte, zusammenhängen. Lief da vielleicht doch mehr als nur ein kleiner unschuldiger Kuss, der im Nachhinein betrachtet alles andere als unschuldig rüber kam? Gretchen musterte ihren besten Freund ganz genau. Eigentlich konnte sie es sich nicht wirklich vorstellen. Mehdi war doch nicht der Typ für eine heimliche Affäre, obwohl es mit Maria angeblich ja auch so begonnen hatte, aber sie hatte das den beiden nie wirklich abgenommen. Und dann mit Gabi? Ausgerechnet mit der? Nein, das konnte nicht sein. Sie passte doch gar nicht in sein Beuteschema, falls er überhaupt eins hatte. ... Auf was für einen Typ Frau stand Mehdi eigentlich? Anna und Maria waren ja eigentlich ganz unterschiedliche Typen und sie selbst ja auch. Er legte sich nicht fest. Vielleicht wusste er es auch gar nicht. Das gab es ja auch. Er achtete nicht auf Äußerlichkeiten. Nur das Innerste zählte. Daher war es ja auch so verwunderlich für die junge Ärztin, ihn so zusammen mit Gabi zu sehen. Das passte einfach nicht in ihr Weltbild. Hatte die sexy Bitch den armen Kerl etwa verführt, so wie sie es früher immer mit Marc getan hatte? War er der nächste unschuldige Oberarzt auf ihrer Liste? Wobei man Marc nun wirklich nicht als unschuldig bezeichnen konnte, Mehdi dagegen schon. Aber er war auch nur ein Mann, der bestimmten Reizen sicherlich nicht abgeneigt war. Gretchen wurde schlecht bei dem Gedanken. Nein, Mehdi war doch nicht der Typ, der sich einfach so verführen ließ. Obwohl... er konnte schon sehr leidenschaftlich sein. Südländer eben! Wenn sie da an ihre erstes Mal in seiner Küche zurückdachte, da.... Gretchen schüttelte den Kopf. Das war nun wirklich nicht der geeignete Zeitpunkt, um in solchen Erinnerungen zu schwelgen. Sie war schließlich sauer auf ihn und wollte endlich die Wahrheit über das hören, was hier gespielt wurde.

Aber Mehdi schwieg sich aus. Er war immer noch viel zu geschockt über die heftige Reaktion seiner besten Freundin. Er hielt sich seine schmerzende Wange und sah gepeinigt auf seine Füße. Irgendwie hatte er aber schon mit so einer Reaktion gerechnet, zwar eher von Maria und nicht von Gretchen, aber er hatte es nun mal nicht anders verdient gehabt. Er hatte sie schließlich auch die ganze Zeit angelogen, zwar nicht mit Absicht, weil er sich erst selbst seiner Gefühle sicher sein wollte, aber verheimlicht hatte er es ihr trotzdem. Er wusste doch, dass sie so etwas nicht leiden konnte. Daher konnte er sie verstehen. Und er musste ihr endlich alles erklären. Das war er Gretchen und ihrer Freundschaft schuldig. Vorsichtig sprach der Halbperser die nachdenkliche Frau schließlich an...

MK: Gretchen...

Die blonde Ärztin hatte eine Weile vor sich hin gegrübelt und wurde von seiner reumütigen Stimme aus ihren durcheinander geratenen Gedanken gerissen. Sie konnte gar nicht anders. Sie musste ihm einfach ihre Meinung geigen und wurde wieder laut...

GH: Jetzt rede ich, Mehdi!
MK (senkt eingeschüchtert seinen Blick): Ähm... Ok!?
Dann beginnt wohl jetzt Runde 2.
GH (wieder etwas ruhiger sieht sie ihn direkt an): Weißt du, ich habe dich immer für einen aufrichtigen Menschen gehalten, eigentlich für die ehrlichste Haut, die ich kenne. Ich habe dir immer bedingungslos vertraut, aber dann... heute... muss ich erkennen, dass ich dich völlig falsch eingeschätzt habe. Ich... Du... Das... das... Ich fasse es einfach nicht! Wie... wie konnte das passieren?
MK (schaut sie schuldbewusst an u. will sich ihr erklären): Lass es mich erklären! Bitte!
GH (verschränkt abwehrend ihre Arme vor ihrem Körper u. funkelt ihn böse an): Gut! Ich gebe dir eine einzige Chance. Aber das muss schon eine sehr gute Erklärung sein, wenn du mich von deiner Unschuld überzeugen willst.

Mehdi sah seine wütende Freundin einen Moment lang intensiv an, dann sagte er es einfach so geradeheraus und aus tiefsten Herzen...

MK: Ich liebe sie!

Lorelei Offline

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26.02.2011 16:46
#936 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tach ihr Lieben! Irgendwie habe ich es ja geahnt, dass ihr eine kleine Abreibung für unseren charmanten Gynäkologen gut heißen würdet. Aber nun ist Schluss mit lustig. Ich bin eh gerade deprimiert, weil meine DVD immer noch nicht in der Post war. Hier habt ihr Haase vs. Kaan, die Zweite! Viel Spaß damit u. schönes WE. Lorelei




Gretchen schaute Mehdi einen Augenblick sprachlos an, dann sprang sie plötzlich wie ein aufgescheuchtes Huhn auf und es platzte regelrecht aus ihr heraus, während sie hektisch im Zimmer auf und ab lief, so dass Mehdi ihr mit seinen Blicken kaum folgen konnten....

GH: Eben! Das dachte ich ja auch. Du hast es mir neulich erst gesagt und heute Morgen da hat man es dir förmlich angesehen. Aber... wieso dann...? Wieso hast du das gemacht?
Sie hat es ganz gut aufgenommen, oder?
MK (kann ihr nicht ganz folgen): Ähm... wieso nicht?
GH (schaut ihn fassungslos): Was?
Will der mich verhohnepiepeln?
MK (blickt sie verlegen u. um Verständnis ringend an): Ich konnte nicht anders.
Ich muss sie nur ansehen und meine Knie werden weich und mein Verstand schaltet sich ab.
GH (ihr Mund bleibt ihr offen stehen): Bitte? Du... du konntest nicht anders?
MK (lächelt sie peinlich berührt an): Ja!
Ist das denn zu fassen? Er sagt, er würde Maria lieben, aber Gabi musste er mal eben küssen! Er ist definitiv verrückt geworden. Wieso habe ich denn die Anzeichen nicht gemerkt?
GH (startet erneut einen Dauerlauf durch das kleine Zimmer u. schwingt dabei ihre Arme wild in der Luft herum): Mehdi, wenn du sie liebst, wieso... wieso küsst du dann eine andere und dann auch noch Gabi? Ich versteh das nicht.
Oh! Sie denkt immer noch... Hach... Gretchen, wenn du mir nur einmal richtig zuhören würdest.

Mehdi versuchte sich Gehör zu verschaffen und blickte seine Freundin direkt an...

MK: Gretchen, du... du verstehst da etwas falsch.
GH (bleibt stehen, verschränkt ihre Arme vor ihrem Körper u. sieht ihn ernst an): Ja, ich verstehe so einiges nicht, Mehdi. Erklär’s mir! Was läuft da genau mit Gabi? Hat Maria sich deshalb Urlaub genommen, weil du... du und...
Ich mag gar nicht daran denken.
MK (senkt wieder geknickt seinen Blick u. denkt über das Telefonat von vorhin nach): Ich weiß es nicht.
GH (starrt ihn an): Wie du weißt es nicht?
MK: Na ja, ich habe auch gerade erst erfahren, dass sie weggefahren ist.
Oh! ... Seltsam! ... Aber da muss doch etwas gewesen sein? Sie gibt doch nicht einfach so für zwei lange Wochen ihren heißgeliebten Job auf. Nicht sie! Maria lebt doch für ihren Beruf.
GH (hakt vorsichtig nach): Habt ihr euch gestritten? Hast du deshalb ähm... ja äh... irgendwie Trost gesucht?
Etwas anderes kann es ja nicht gewesen sein. Oder?
MK: Nein, das hat mit ihr eigentlich nichts zu tun.
Obwohl...
GH (versteht ihn einfach nicht): Nicht? Mehdi, ihr seid zusammen! ... Das seid ihr doch oder? .... Wenn du eine andere küsst, dann hat das sehr wohl etwas mit ihr zu tun.
MK (schaut sie verzweifelt an, weil sie es einfach nicht kapieren will): Gretchen, kannst du oder willst du das nicht verstehen? Ich habe die ganze Zeit NICHT von Maria geredet.
Hä?
GH (kleine Fragezeichen steigen über ihrem Kopf auf): Wie... wie meinst du das? Natürlich hast du!
Oh verdammt, Gretchen!
MK (versucht es erneut zu erklären u. diesmal auch für besonders langsame Begriffsstutzige): Nein, habe ich nicht! Ähm... Gut, am Freitag war mein Unterbewusstsein vielleicht schneller als ich und es könnte durchaus sein, dass da vielleicht etwas falsch bei dir angekommen ist, aber heute Morgen... ich dachte, du wüsstest Bescheid und dass Marc vielleicht geplaudert hat, aber... das war dann wohl doch nicht so. Der Kuss... Ähm... Also äh... Ich wollte nicht, dass du es so erfährst.
GH (sieht ihn gespannt an, weil sie immer noch nur Bahnhof versteht): Was es?
Ok, Augen zu und durch!
MK (atmet tief durch u. sieht ihr dann direkt in die Augen): Gretchen, ich... also, was ich dir die ganze Zeit schon sagen will, ist, ähm... ich... ich bin... in Gabi... verliebt. Wir... sind... zusammen.
Das ist ein Scherz!
GH (ihre Mundwinkel klappen nach unten u. sie sieht ihn völlig entgeistert an): Äh... bitte was? Was redest du denn da?
Sie glaubt mir nicht!
MK (sieht in ihren strahlendblauen Augen hin u. her, die ihn unsicher anschauen, u. wiederholt sein Geständnis): Ich liebe Gabi. Deshalb auch der Kuss.
Mehdi... liebt... Gabi?
GH (völlig überfordert): Das habe ich schon so verstanden, Mehdi. Ich habe ja nichts an den Ohren. Aber wie...? Auf einmal? Wie...? Ich verstehe das nicht.
MK (sieht sie sanftmütig an): Ich kann verstehen, dass das für dich völlig überraschend kommt. Glaub mir, für mich war die Erkenntnis auch sehr überwältigend.
Überraschend ist gar kein Ausdruck. Ich weiß gar nicht, was ich jetzt denken soll.
GH (verunsichert): Aber... aber was... was ist denn mit Maria? Ich dachte, ihr... ihr wart doch immer... glücklich. Am Freitag waren wir doch noch alle zusammen aus und ich hab nichts gemerkt.
MK (schaut sie beschämt an): Ich habe sie wirklich gern, aber eben nicht so, dass es für mehr reichen würde. Ich habe das lange gedacht und gezögert, aber dann... dann ist das mit Gabi passiert und jetzt ... ich bin glücklich über meine Entscheidung.
Entscheidung? Er meint das wirklich ernst?
GH (zeigt mit ihrer rechten Hand auf ihn): Das heißt... du und Gabi, ihr...? Echt?
MK (lächelt sie zögerlich an): Wir sind seit zwei Tagen ein Paar, ja!
Mehdi ... und... Gabi... ein Paar?... Umpf!

Gretchen musste sich nun doch setzen...

GH: Das glaube ich jetzt nicht.
Ich hab’s gewusst. Sie würde es nicht verstehen.

Mehdi beugte sich zu ihr vor und versuchte einen Blick von ihr zu erhaschen. Doch Gretchen schaute stur auf das Laminat und hing ihren Gedanken nach. Diese Nachricht musste sich erst einmal setzen. Der verzweifelte Oberarzt versuchte sich zu erklären...

MK: Weißt du, ich wollte es lange nicht wahrhaben, nein, eigentlich habe ich es überhaupt nicht gesehen, aber dann... haben mich die Gefühle so dermaßen überrollt, dass ich es nicht mehr ignorieren konnte und wollte.
GH (schaut überrascht auf): Das klingt fast so, als ob das mit euch schon länger geht?

Gretchen sah ihr Gegenüber fragend an. Mehdi nickte ihr schüchtern zu und senkte dann seinen Blick. Die blonde Ärztin war erstaunt. Er hegte schon länger Gefühle für seine Stationsschwester? Wieso hatte sie nie etwas gemerkt? Warum hatte er denn nichts gesagt? Vertraute er ihr etwa nicht? Mehdi ahnte, was in ihrem süßen Köpfchen gerade vor sich ging und entschied sich aufs Ganze zu gehen. Er nahm all seinen Mut zusammen und gestand ihr schließlich alles, was seine besondere „Beziehung“ zu Gabi Kragenow betraf: Von dem Abend bei ihr, der völlig unschuldig mit Handwerkerarbeiten begonnen hatte und dann urplötzlich alles verändert hatte; vom ersten Kuss, der dann für ihn völlig überraschend eskaliert war; von seiner Gefühlsverwirrung danach; von Marcs hämischer Reaktion; von seiner kompletten Verunsicherung, was den Umgang mit seiner Stationsschwester betraf; von den heimlichen Treffen, von denen er irgendwann nicht mehr lassen konnte, weil diese Frau ihm den Atem geraubt hatte; von seinen Schuldgefühlen Maria gegenüber und seiner Verzweifelung, als er keinen Ausweg mehr aus dieser verzwickten Dreiecksgeschichte sah; von den kleinen magischen Momenten mit ihr, wie dem schönen Tanzabend neulich, die plötzlich Gefühle bei ihm ausgelöst hatten und dem unglaublichen Kuss letzte Woche, der letztendlich die Erkenntnis gebracht hatte, dass er sich wahnsinnig verliebt hatte; aber auch davon, wie er gegen diese Welle an Emotionen angekämpft hatte, weil er geglaubt hatte, dass Maria die perfekte Frau für ihn wäre und er sich eigentlich doch schon längst für sie entschieden hatte, aber dass er den inneren Kampf schließlich verloren hatte, weil er nur noch an Gabi denken konnte; und schließlich von den aufwühlenden Ereignissen auf dem Ärzteball, wo sie sich schließlich ihre Liebe eingestanden hatten. Der verliebte Frauenarzt ließ nichts aus und er fühlte sich unendlich erleichtert, als er endlich alles ausgesprochen hatte, was ihm auf der Seele gelegen hatte. Gretchen hatte ihm die ganze Zeit aufmerksam zugehört. In ihrem Gesicht hatte sich die ganze Palette an Emotionen durchgespielt. Von schockierter Fassungslosigkeit, weil ihr bester Freund tatsächlich eine wilde Affäre mit der sexy Krankenschwester gehabt hatte; über ungläubiges Erstaunen, wie sich das verzwickte Dreiecksverhältnis weiterentwickelt hatte; bis hin zu totaler Gerührtheit, weil anscheinend von beiden Seiten große Gefühle im Spiel waren. In gewisser Weise konnte sie ihn ja schon verstehen, dass er sich hin und her gerissen gefühlt hatte und er erst einmal mit allem selbst fertig werden wollte. Aber über allem thronte immer noch ein anderes, ein bitteres Gefühl, das sie nicht verleugnen konnte. Maßlose Enttäuschung nämlich, weil er ihr nicht vertraut hatte und weil er Maria offen hintergangen hatte. Und das zeigte die junge Frau ihm auch, als sie kommentarlos aufstand und zur Tür ging. Mehdi sprang sofort auf und lief ihr hinterher, um sie aufzuhalten. Er legte eine Hand an die Tür und sah seine enttäuschte Freundin flehend an...

MK: Gretchen, bitte!
GH (dreht sich noch einmal zu ihm um u. sieht ihn an): Lass, Mehdi! Das waren bei weitem zu viele neue Informationen auf einmal. Ich muss das erst einmal setzen lassen.
Sie hasst mich jetzt!
MK (geknickt): Du denkst jetzt schlecht von mir?
Naja, ich weiß nicht. Ich hätte nie gedacht, dass er mal in so eine verzwickte Situation geraten könnte. Und ich dachte immer, ich sei die Meisterin in der Kreation von ausweglosen Situationen. Aber ich kann ihm im Moment nicht mehr länger in die Augen sehen. Das, was er getan hat, macht man einfach nicht.
GH (seufzt): Ja! ... Nein! ... Ach, ich weiß nicht.
MK (senkt betreten seinen Blick): Ich bin nicht stolz darauf, wie das alles gelaufen ist.
GH: Kannst du auch nicht. Drei sind immer einer zu viel.
Oh Gott, das sagt gerade die Richtige! Aber mir tut Maria so leid. Sie hat sich so große Hoffnungen gemacht, auch wenn sie es nie offen zugegeben hat, und ich habe echt gedacht, die beiden könnten es schaffen. Aber jetzt?
MK (leise): Ich weiß.
Ich hätte das schon viel früher unterbinden sollen.
GH (macht ihm Vorwürfe): Maria ist meine Freundin. Ich weiß gar nicht, wie ich ihr noch in die Augen schauen soll. Weißt du eigentlich, in was für eine Lage du mich jetzt bringst?
MK (sieht sie vorsichtig an): Ich kläre das. Wenn sie wieder da ist, dann...
Moment! Heißt das etwa, sie weiß gar nicht, dass sie abserviert wurde? Mehdi!!!
GH (fällt ihm ins Wort): Sie ahnt wirklich nichts oder?
MK (senkt schuldbewusst den Kopf): Nein!
Wie kann er nur so ... so gefühlskalt sein? Das hätte ich nie von ihm gedacht. Schäm dich!
GH (gibt ihm aufgebracht einen kleinen Klaps auf den Arm): Du bist so ein blöder Idiot, weißt du das eigentlich. Maria ist so eine tolle Frau. Und sie... Mehdi, sie hat Gefühle für dich. Ist dir das völlig egal?
MK (sein schlechtes Gewissen meldet sich zurück): Nein, natürlich nicht. Aber... ich... ich kann nun mal gegen meine eigenen Gefühle nichts machen.
GH (schaut ihn vorwurfsvoll an): Hmm!
MK (hat ihre versteckte Kritik durchaus wahrgenommen u. spricht sie darauf an): Es liegt an Gabi oder?
GH (sieht ihn traurig an): Das denkst du also von mir? Hältst du mich für so oberflächlich, Mehdi?
MK (will sich sofort rechtfertigen, kommt aber nicht wirklich zu Wort): Nein, ganz und gar nicht. Aber wir wissen doch, dass du und sie... dass ihr... also Marc und du...
GH (legt eine Hand auf seine Schulter u. fährt mit ernster Stimme fort): Ich verurteile dich nicht, weil du dich in Gabi verliebt hast, Mehdi. Ich bin die Letzte, die so etwas tun würde. Gegen Gefühle kann man ja nichts. Man kann sich nun mal nicht aussuchen, in wen man sich verkuckt. Schau mich an! Ich bin doch das perfekte Beispiel für irrationales Handeln in Liebesdingen. Ich habe nichts gegen Gabi. Wirklich nicht. Wir haben unsere Standpunkte geklärt und respektieren uns irgendwie, auch wenn wir wohl nie beste Freundinnen werden. Die Vergangenheit ist abgeschlossen und das ist auch gut so. Und wenn du denkst, sie macht dich glücklich, dann ist das auch ok für mich. Was ich heute Morgen gesagt habe, dass ich mir immer nur gewünscht habe, dass du glücklich wirst, das gilt immer noch. Der Punkt ist aber, dass du mich angelogen hast. Wochen- nein sogar monatelang. Obwohl du genau wusstest, dass ich mir immer Sorgen gemacht habe. Wieso hast du denn nie etwas gesagt? Ich dachte, wir wären Freunde und könnten uns mittlerweile alles erzählen.
MK (sichtlich getroffen): Du bist enttäuscht.
GH (leise): Ja, das bin ich.

Mehdi senkte betreten seinen Kopf und wurde immer kleiner auf seinem Stuhl. Das hatte er nie gewollt. Er wollte doch nie den Menschen enttäuschen, dessen Meinung ihm am wichtigsten war. Er wusste nicht, wie er sich noch rechtfertigen sollte, denn es gab keine Entschuldigung für sein Verhalten, und entschied sich diesmal zu schweigen. Er hatte genug gesagt und vielleicht musste auch erst einmal etwas Gras darüber gewachsen sein. Gretchen hatte dem nichts mehr hinzuzufügen. Sie wich seinen flehenden Bambiblicken aus und wollte nur noch weg, um nachzudenken. Ihr wurde das alles hier zu viel. Sie hatte eine Seite an ihm kennen gelernt, die sie noch nicht kannte und mit der sie noch nicht umzugehen wusste. Und die Tatsache, dass er jetzt mit Gabi zusammen war, machte es auch nicht leichter, ihm sein Fehlverhalten zu verzeihen. Was passierte denn, wenn sie ihm das Herz brach? schoss ihr plötzlich durch den Kopf. Meinte sie es wirklich ernst oder spielte sie nur mit ihm? Liebte sie ihn genauso sehr wie er sie? Gretchen hatte ihr zwar die Geschichte mit Marc verziehen, aber das hieß noch lange nicht, dass sie ihr jetzt auch vertrauen würde. Aber im Moment hatte sie noch keine Kraft, darüber nachzudenken. Sie musste erst einmal diese Tatsachen hier verdauen. Die junge Ärztin wollte gerade die Klinke herunterdrücken, da sprang die Tür plötzlich von selbst auf und Schwester Sabine steckte vorsichtig ihren Kopf in das Zimmer...

SV: Oh! Wenn ich störe, dann...
GH: Nein, Sabine, Sie stören nicht. Wir wären dann hier fertig.
MK: Ja, ähm...

Dr. Haase warf dem Gynäkologen noch einen letzten unsicheren Blick zu, den er ebenso unsicher erwiderte, und verließ dann zusammen mit Sabine, die ihr ein paar Unterlagen in die Hände drückte, das Behandlungszimmer. Sie ließ einen nachdenklichen Dr. Kaan zurück... Hatte er zu hoch gepokert? Hatte er jetzt auch noch seine beste Freundin verloren?

Lorelei Offline

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27.02.2011 14:17
#937 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Keine Bange, das renkt sich schneller wieder ein, als ihr denkt. In den nächsten Teilen gibt es mal etwas von einer anderen Front. Ihr wollt ja sicherlich auch wissen, wie es da so weiter geht. Viel Spaß u. schönen Sonntag! Bussi, Lorelei




Nach einer kurzen Stippvisite bei den Patienten von Dr. Hassmann fanden sich Schwester Sabine und Dr. Haase schließlich im Aufzug wieder. Es war ungewohnt still zwischen den beiden Frauen. Nur leise Fahrstuhldudelei war über Lautsprecher in dem engen Stahlgefährt zu hören. Gretchen hing immer noch ihren Gedanken nach, die sich allein um Mehdi und - sie konnte es immer noch kaum fassen - seinen „Frauen“ - man betone Frauen (!!!) - drehten, während Sabine ihre schweigsame Vorgesetzte immer wieder verstohlen von der Seite beobachtete. Was war da nur zwischen den beiden befreundeten Ärzten vorgefallen, fragte sie sich und knabberte dabei nervös an ihren Fingernägeln. Die Frau Doktor wirkte so bedrückt und die besorgte Krankenschwester sah sie nur ungern in diesem Zustand, für den eigentlich sonst immer ein anderer Arzt verantwortlich war. Ob sie mal nachfragen sollte, fragte sie sich und ihre Augen wanderten wieder zu der jungen Assistenzärztin rüber. Erst traute sie sich nicht, aber dann gewann ihre Neugier doch Oberhand und sie sprach die blonde Frau direkt auf ihre Beobachtungen an...

S: Haben Sie Streit mit dem Herrn Dr. Kaan, Frau Doktor?

Gretchen, die mit ihrem Rücken an der kühlen Stahlwand des Aufzuges gelehnt stand und ihre müden Augen geschlossen hatte, schaute überrascht zur Seite...

G: Hmm? Was?
S: Alles in Ordnung mit Ihnen und dem Herrn Doktor Kaan?
Oh Gott, wie peinlich! Sabine muss ja sonst was denken, so wie ich Mehdi vorhin über den Flur gezerrt habe. Nicht dass wieder Gerüchte aufkommen!

Die Assistenzärztin sah peinlich berührt zu ihrer Kollegin, die sie neugierig und auf eine befriedigende Antwort hoffend anschaute, rappelte sich wieder auf und stellte sich gerade hin. Da sie nicht darüber reden wollte, weil Mehdis verworrenes Liebesleben nun wirklich niemanden etwas anging, wiegelte sie schnell ab und ging zur Fahrstuhlanzeige rüber und drückte noch einmal ungeduldig auf die 3, was den Aufzug aber auch nicht schneller machte...

G: Ja, sicher!

Mal abgesehen von der Tatsache, dass er mich angelogen und Maria betrogen hat und jetzt mit Gabi „geht“, ist doch alles super zwischen uns. ... Super! ... Super! ... Super! Oh! Ich hätte ihn nicht so abkanzeln sollen. Er war richtig traurig, als ich gegangen bin. Er hat auf Verständnis gehofft und ich... Aber... Ach ich weiß doch auch nicht, wie ich damit umgehen soll.

S (bleibt skeptisch): Aha!
Seltsam! Sehr, sehr seltsam! Vielleicht sollte ich mal meine Karten befragen?

Sabine, die nicht wirklich mit dieser Antwort zufrieden war, ließ es aber darauf beruhen. Es geziemte sich schließlich nicht, im Leben ihrer Vorgesetzten herumzuschnüffeln, auch wenn dieses manchmal bei weitem interessanter war als ein ganzer Band Dr. Rogelt. Da fiel ihr plötzlich ein, hatte Frau Fisher denn schon über ihre Lesereise im Mittelmeer gebloggt? Der Fahrstuhl hielt schließlich im dritten Stock und riss sie aus ihren Gedanken. Beide stiegen aus. Im Stationszimmer angekommen, legte Dr. Haase einige Unterlagen in Dr. Hassmanns Fach, während Schwester Sabine frischen Kaffee aufbrühte...

S: Möchten Sie auch einen Kaffee, Frau Doktor?

...fragte die treue Seele der Chirurgie ihre Kollegin. Gretchen, die froh darüber war, dass die neugierige Schwester nicht weiter nachgehakt hatte, was mit Mehdi war oder nicht war, lächelte sie freundlich an und nickte ihr zu...

G: Gerne! Mit Milch bitte!
S: Jawohl!

Seufzend setzte sich die blonde Assistenzärztin auf einen Stuhl, streckte ihre Beine aus und lehnte sich zurück. Sie wollte gerade ihre Augen für einen Moment schließen, da brachte Sabine auch schon zwei Tassen Kaffee zu dem runden Tisch in der Mitte des Raumes, an dem sie saß, und stellte diese vorsichtig darauf ab, damit auch ja nichts von dem braunen Heißgetränk überschwappte. Anschließend ging sie zu ihrem Kühlfach rüber, öffnete dieses und zauberte zwei Stück Tarte au Chocolat hervor, die sie nun stolz in die Höhe hielt, während sie mit ihrem Hintern die Kühlschranktür schloss....

S: Ich habe gestern gebacken.
G: Oh! ... Danke!
Das ist genau die Nervennahrung, die ich jetzt brauche.

Gretchen sah Sabine überrascht an, als diese ihr mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen einen Teller mit dem äußerst lecker aussehenden Kuchenstück reichte und sich dann neben sie an den Tisch setzte. Eine Weile saßen sie so beieinander, aßen stumm ihre Schokoladentorte und tranken ihren Kaffee, bis sich die blonde Krankenschwester schließlich ein Herz nahm und sich getraute, ihre Frau Doktor, die sich Gedanken versunken ihren Löffel an die Lippen hielt, noch einmal anzusprechen...

S: Ist wirklich alles in Ordnung mit Ihnen, Frau Doktor? Sie wirken so bedrückt.
Merkt man mir das so an?
G (lächelt sie kurz an u. senkt ihren Blick dann wieder auf ihren Teller): Es ist nichts. Wirklich! Ich denke nur über ein paar Dinge nach.
S (legt ihren Löffel neben den Teller u. sieht sie neugierig an): Oh!
Na toll! Jetzt hat Stasi-Sabsi Witterung aufgenommen. Sollte Mehdi warnen!
G (legt ihren Löffel auch beiseite u. sieht sie durchdringend an): Darf ich Sie um einen Gefallen bitten, Schwester Sabine?
S (ihre Neugier wächst ins Grenzenlose u. sie beugt sich erwartungsvoll zu ihr rüber): Aber natürlich, Frau Doktor.
G: Der Vorfall vorhin... in der Neurologie... der bleibt unter uns!
S: Sie meinen Ihren Übergriff auf Dr. Kaan?

Übergriff? Oh Gott! Kam das wirklich so rüber? Oh nein! Hoffentlich hat das niemand weiter gesehen. Das war ja fast wie letztes Jahr, als ich ihn über die Schulter geworfen habe, weil er sich die Kosten für einen Selbstverteidigungskurs sparen wollte. Obwohl ich vorhin fast in Versuchung geraten wäre, diese Übung noch einmal zu wiederholen. Aber nein! Du verurteilst ihn nicht. Er hat es ja nicht mit Absicht getan. Er ist ein verknallter Dorfdepp, genau das ist das richtige Wort dafür, da muss man Milde walten lassen. Hmm... Maria wird das sicherlich nicht so sehen. Die Arme! Ach Mann, Mehdi, du bist so blöd!

G (schaut sich hektisch um, ob sie auch wirklich allein sind u. flüstert ihr ins Ohr): Psst! Nicht so laut! Außerdem war das kein Übergriff, sondern...
S (vorlaut): Ein Überfall?
G (sprachlos): Also... Sabine!
S (demütig): Entschuldigung!
G (versucht ihr Vorgehen zu relativieren): Nein, also.. das war eher ein... äääähhhh... Gespräch unter Freunden.
Naja!? Aber mit Marc rede ich ja auch so. Also manchmal. Gut oft. Manchmal zu oft. Aber das spielt ja hier keine Rolle. Mehdi musste einfach erfahren, dass es Grenzen gibt. Ich hoffe, das ist auch so angekommen.
Oh! Ach, so funktioniert das? In ihrem Horoskop stand ja auch, „Pflegen Sie Ihre Freundschaften und Sie werden so einige überraschende Erkenntnisse gewinnen.“ Hmm... interessant!

S (zieht eine Augenbraue hoch u. sieht sie hypnotisierend an): Soso! Und warum genau...?
Äh.... stopp! Das geht jetzt aber zu weit. Will ja nicht, dass sie vom Stuhl kippt, falls sie herausfindet, dass Mehdi ein Casanova ist. Hmm... Obwohl... Mehdi hat schon etwas von Heath Ledger. Gott, was denke ich denn hier? Hätte gestern Abend diesen Film nicht sehen sollen. Der hatte Marc ja auch gleich wieder auf dumme Gedanken gebracht. Auf schöne dumme Gedanken! Hach... Äääähhh....
G (hält ihrem eindringlichen Blick nicht länger stand u. schaut peinlich berührt auf ihre halbleere Kaffeetasse): Das tut nichts zur Sache.
Schade! Immer an der spannendsten Stelle schiebt die Frau Doktor einen Riegel vor. Ob Dr. Kaan ein dunkles Geheimnis hütet? Wie der engste Freund von Dr. Rogelt in Bd. 19 „Geheimnisse aus Leidenschaft“, der heimlich...
S (etwas enttäuscht): Verstanden! Ich kann schweigen wie ein Grab.
[i]Na das hoffe ich doch wohl. Also ich will nicht dafür verantwortlich sein, wenn die Bombe frühzeitig hochgeht.

G (sieht sie kurz an, lächelt u. nimmt ihren Löffel wieder in die Hand, um ihren Kuchen weiter zu essen): Gut!

Die beiden widmeten sich wieder ihrem Kaffee und Kuchen, bis Sabine nach einer Weile unruhiger wurde und immer wieder verstohlen zu ihrer Frau Doktor schaute. Sie hatte schon den ganzen Tag etwas auf dem Herzen gehabt, aber jedes Mal, wenn sie ihre vertraute Kollegin darauf ansprechen wollte, war etwas dazwischen gekommen und zwar in den meisten Fällen ein motzender Oberarzt, der seine neue Machtposition mit großer Liebe auskostete und sie pausenlos durch das Krankenhaus hetzen ließ. Aber jetzt schien ein günstiger Moment gekommen zu sein, zumal sie auch gerade allein im Schwesternzimmer waren...

S: Darf ich Sie auch etwas fragen, Frau Doktor?
G (wirkt dann doch im ersten Moment etwas gereizt, weil Sabine sie mit dem Thema nicht in Ruhe lässt): Sabine, ich habe doch gesagt, was ich mit Dr. Kaan zu besprechen habe, das ist vertraulich.
S (weicht ängstlich zwei Zentimeter zurück): Nein, also, ich meine, es geht um etwas Delikates, also Persönliches. Ähm... um mich eigentlich.
Oh Gretchen, etwas mehr Taktgefühl wäre heute wirklich angebracht.
G (schaut sie beschämt an): Ach so! Tut mir leid! Ich dachte, Sie... aber Schwamm drüber! Ähm... Gut, dann... schießen Sie... also du... wir waren ja schon beim Du... dann schieß mal los!
Oooooohhhh!!!!
S (sieht sie verlegen an): Ich darf Sie wirklich duzen, Frau Doktor?
G (lächelt freundlich): Sabine, das habe ich dir doch schon am Freitag gesagt, das war schon längst überfällig.
S (sichtlich gerührt): Danke! Das ist mir eine Ehre!

Gretchen, die insgeheim ganz froh über die Ablenkung war, legte ihren Löffel beiseite und sah Sabine nun interessiert an. Diese wiederum rutschte nervös auf ihrem Stuhl hin und her und knetete ihre Finger, was auch der blonden Ärztin verwundert ins Auge fiel...

G: Also was hast du auf dem Herzen?
S (wird rot u. gerät ins Stottern): Ja, also, ich... weiß nicht... ich...
G: So schlimm?
S (starrt stur auf die runde Tischplatte, weil sie sich vor Peinlichkeit nicht traut, Gretchen anzusehen): Nein, an sich... nicht! Es ist nur... Ich frage mich... Also es geht um... um Günni... Ääähhhh... Dr. Gummersbach.

Lorelei Offline

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28.02.2011 21:08
#938 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Abend, ihr Lieben! Weiter geht’s mit unserem Sabinchen und ihrem Problemchen, das nichts mit dem in der Serie angedeuteten Problem zu tun hat , also zu tun haben kann, denn als ich euch diese Paarung vorgestellt habe (Speeddatingszene! ), war die 3. Staffel noch nicht gestartet und ich musste halt improvisieren, was die beiden Charaktere betrifft. Ich konnte ja nicht ahnen, dass es wirklich so schlimm um Sabine bestellt ist. Wobei so ganz erfahren ist sie auch in meiner Geschichte nicht, aber ich will hier nichts vorweg nehmen. (@ Jule, ich hoffe, das beantwortet deine Frage.) Genießt einfach den nächsten Teil. Schönen Abend noch. Eure Lorelei




Dr. Haase sah ihre aufgeregte Kollegin erstaunt an... Na das nenne ich jetzt mal eine schwere Geburt. Schon putzig, wie verlegen sie wird, wenn es um ihr Herzblatt geht.

G (schmunzelt): Ah... verstehe!
S (mittlerweile rot wie eine Tomate): Aaalsooo wir... wir waren ja... aus.
G (grinst immer mehr): Das habe ich mitbekommen, Sabine. Wir waren auch auf dem Ball.
S: Oh! Der war schön oder?
G: Sabine, du lenkst ab!
S (kommt vor lauter Nervosität nicht auf den Punkt): Oh ja, ähm... ich... wir... also... äh... ich weiß nicht, wie wir... ob wir... ob er...
Ah! Daher weht der Wind!
G (versucht aus den einzelnen Wortfetzen einen Sinn zusammenzusetzen): Du fragst dich, wo ihr gerade steht?
Woher weiß sie das?
S (schaut sie erstaunt an, weil sie genau den Punkt getroffen hat): Sozusagen ja!
Das ist wirklich die Frage aller Fragen. Bei Marc habe ich zwanzig Jahre gebraucht, sie zu beantworten. Aber ich glaube, das würde Sabine viel zu sehr entmutigen.
G (fragt sie geradeheraus): Liebst du ihn?
S (kichert verlegen): Frau Doktor...
G (lächelt sie wissend an): Also ja!
S (senkt peinlich berührt ihren Kopf u. murmelt ganz leise): Ähm... ja! Ich denke, ja.
Hach wie süß! Frisch verliebt müsste man sein! Äh... Moment! Das bin ich doch! Auch wenn ich Marc heute aus diversen Gründen mit Liebesentzug gedroht habe.
G: Und du möchtest wissen, ob er genauso fühlt?
Wie weise doch die Frau Doktor ist!
S (sieht sie unsicher an): Hmm!
G (versucht ihr Mut zu machen): Euer Kuss sah eigentlich schon ganz eindeutig aus.
Oh Gott, oh Gott!
S (reißt ihre Augen ganz weit auf u. errötet wieder): Sie... Sie... haben...? Oooohhh!
G (streichelt ihr sanft über die Hand, mit der sie sich am Tisch festkrallt): Das muss dir nicht peinlich sein, Sabine. Das ist das Natürlichste der Welt.
S (räuspert sich verlegen): Ja.
Und er war schön, sehr schön. Ein sehr angenehmer Kuss! Und die Sterne funkelten dabei über dem Firmament. Leise rieselte der Schnee. Der perfekte Moment. Fast genauso schön wie in Dr. Rogelt, Bd. 56 „Winterball der einsamen Herzen“. Hach... Günni!
G: Und dass dich Dr. Gummersbach sehr gern haben muss, war nicht zu übersehen.
S (ihre Augen beginnen zu leuchten): Ehrlich?
Hach... Das Aufregende am Frischverliebtsein ist doch gerade diese Unsicherheit am Anfang, liebt er mich, liebt er mich nicht, obwohl eigentlich alle Zeichen darauf hindeuten, dass man sich liebt.
G: Ja! Das ist sogar Dr. Meier aufgefallen und der ist ja bekanntlich blind für solche Dinge.
S (kneift die Augen zusammen u. rutscht fast vom Stuhl): Oh Gott!
G (grinst): Keine Panik! Er wird sich mit Sprüchen zurückhalten. Dafür werde ich schon sorgen
Ich habe ja eigentlich auch noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen. Naja vielleicht auch nur ein kleines. Oder ein halbes? Er wollte ja nur Mehdi nicht in die Pfanne hauen. Das war quasi ein Freundschaftsdienst, auch wenn ich es hasse, wenn er nicht ehrlich ist. Aber er war für Mehdi da. Das muss man schon honorieren. Früher war ihm das immer egal. Er lernt dazu. Hach... Er hat halt doch ein großes Herz.
S: Danke!
G (lächelt): Gar nichts für.
S (gerät dann doch endlich ins Plaudern): Aber ich weiß immer noch nicht, wie es jetzt weitergeht. Sie wissen ja... Also du weißt ja, dass ich nicht so... äh... erfahren in diesen Dingen bin.
Oh!
G: Das muss dir nicht peinlich sein, Sabine. Also ich finde es ja unheimlich romantisch, wenn man sich für den Einen aufbewahren möchte.
Diesen Vorsatz habe ich ja auch lange Zeit verfolgt. Eigentlich meine ganze Pubertät. Bis ich 16 war und ich letztendlich feststellen musste, dass ich Marc niemals so nah kommen würde bzw. dass er mich niemals so nah an sich herankommen lassen würde. Und dann kam eben Sven.
S (gerät leicht in Panik u. redet sich um Kopf u. Kragen): Oh! Du... du denkst... Also nein, soweit bin ich... sind wir... noch... nicht. Das ist nicht... ähm... Aber ich... ich hab schon mal... Also einmal... vor zehn Jahren... mit Jürgen, meinem... ähm... aber egal. Es geht mir nicht um... um... *schluck* ... Sex.
Oh Gott! Das waren bei weitem zu viele Infos, die ich nicht wissen will... muss. Hoffentlich ist meine Speicherkarte bald voll.
G (schluckt schwer u. sieht peinlich berührt auf ihren mittlerweile leeren Kuchenteller): Nicht?
S (sieht sie mit großen Augen an): Es geht mir um das große Ganze, weißt du.
G: Oh! Verstehe!
S (erzählt mit trauriger Stimme endlich ihr Dilemma): Günni hält sich seit Freitagabend sehr zurück. Also wir sehen uns schon. Also oft. Daran mangelt es nicht. Er holt mich sogar jeden Morgen mit seinem Auto zur Arbeit ab und wir gehen auch immer zusammen Mittag essen. Nur heute hatte er noch mit einer Autopsie zu tun. Und gestern Nachmittag, da waren wir sogar zusammen im Zoo. Er geht gerne Tiere kucken, weißt du. Das beruhigt ihn ungemein.
G: Ah ja!? Aber das ist doch... schön. Wo liegt denn das Problem?
S (druckst herum): Er hat ... also... ähm... mich nicht wieder... na du weißt schon.
G: Geküsst?
S (senkt enttäuscht ihren Blick): Hmm! Vielleicht mag er mich doch nicht so, wie ich gedacht habe.
G (versucht sie aufzumuntern): Das glaube ich nicht, Sabine. So wie er dich auf dem Ball angehimmelt hat. Und wie er um dich geworben hat. An deinem Geburtstag. Hast du das vergessen?
S (gerät für einen kurzen Moment wieder ins Träumen): Nein! Dass er uns zum Speeddating gefolgt ist, war schon schön, aber...
G (rückt ihren Stuhl näher an Sabine heran u. sieht ihr direkt ins Gesicht): Ich erzähle dir mal etwas über die Männerwelt.
S (weitet ihre Augen): Oh!
G: Männer sind im Prinzip ganz einfach gestrickt. Am Anfang geben sie sich unheimlich viel Mühe, um beachtet und verehrt zu werden, sie plustern sich auf und mutieren zu Gockeln, sie zeigen sich von ihrer besten Seite, verschenken Blumen und Pralinen, sie wollen erobern, wie es ihnen die Evolution seit Jahrmillionen eingetrichtert hat, aber haben sie die Frau dann soweit, dass sie ihnen ihr uneingeschränktes Interesse bekundet, dann knicken sie meistens ein und ziehen sich zurück. Alles ein natürlicher Reflex, weil sie denken, sie würden nun ihre hart erkämpfte Freiheit verlieren. Sie reden sich ein, dass alles viel zu schnell geht, sind sich ihrer Gefühle, die im Übermaß vorhanden sind, plötzlich nicht mehr sicher, obwohl sie eigentlich bis über beide Ohren verknallt sind und das Unterbewusstsein das auch weiß, aber sie wollen Bedenkzeit, quasi eine Gnadenfrist, bevor es ernst werden könnte, und verschanzen sich auf ihrer Burg. Und weißt du warum?
S (hängt ihr förmlich an den Lippen): Nein!
G: Weil Männer, was die Offenbarung ihrer Gefühle betrifft, schlichtweg feige sind. Gefühle setzen sie mit Schwäche gleich. Und wir wissen ja, dass Männer niemals Schwäche zeigen wollen. Sie sind in ihren Augen immer noch das starke Geschlecht. Sie haben schließlich jahrhundertelang Büffel gejagt und erlegt. Diese recht einfältige Einstellung geht durch alle Schichten und Altersgruppen. Männer sind feige! Merk dir das, aber sag es ihnen niemals ins Gesicht, umso höher würden sie dann ihre Trutzburg errichten.

Und für diese Erkenntnis habe ich jahrelang jeden Monat 150 Euro in sämtliche auf dem deutschen Markt vorhandenen Frauenzeitschriften investiert. Sollte bei Gelegenheit mal die ganzen Abos kündigen. Marc weigert sich schon, jeden Donnerstag den Briefkasten zu öffnen, weil er dann immer - O-Ton Dr. Marc Olivier Meier - vor „dummen männerverachtenden Weiberkram“ überquillt und da geht er mit seinen Machohänden nicht mal mit einer Kneifzange ran. Blöder Idiot! Wenn er wüsste, was er alles lernen könnte, wenn er nur einmal einen Blick in die „Freundin“ werfen würde. Aber wahrscheinlich ist er auch nur beleidigt, weil ich immer still und heimlich seinen „Playboy“ in der nächsten Mülltonne entsorge. Er hat nämlich neulich erst lautstark gemeckert, dass sein „Fachblatt“ wieder nicht geliefert wurde und wollte schon den Verlag verklagen. Pah! Ich habe ihn durchschaut. Ich habe nämlich gerade im „Chirurg“ geblättert, als er das gesagt hat. Von wegen „Fachblatt“. Ich bin doch nicht blöd. Werde dieses frauenverachtende Schundblatt gleich mit den anderen Abos kündigen. Damit tue ich ja schließlich auch gleichzeitig etwas für die Umwelt. Somit müssen weniger Bäume im Regenwald abgeholzt werden. Es dient also einer guten Sache. Und das müsste auch ein Marc Meier verstehen. Naja!? Vielleicht! Äh... ich glaube, ich schweife gerade ab. Wo war ich? Ach ja, Männer sind feige Hunde! Das habe ich ja gerade eben erst mit Mehdi erlebt. Und dabei habe ich immer gedacht, gerade er würde zu seinen Gefühlen stehen. Gut, das tut er zwar jetzt, aber trotzdem. Seine Entscheidung kam viel zu spät und wird noch für viel böses Blut sorgen. Also ich möchte nicht in Marias Haut stecken.

S (sieht G hilflos an): Und was mache ich jetzt?
Oh! Hätte fast Sabine vergessen! Ok, konzentrier dich! Welchen Tipp könnte ich ihr geben? Welchen würde ich mir geben, wenn ich in ihrer Situation stecken würde?
G: Rede mit ihm!
S (unsicher): Reden? Das... das... schaffe ich nicht.
G (nimmt ihrer beiden Hände in ihre u. sieht sie zuversichtlich an): Sabine, wenn ich eins in der Vergangenheit gelernt habe, dann dass man in der Liebe auch etwas riskieren muss. Einfach mal mutig sein. Es lohnt sich.
S (grübelt nach): Ich glaube, du hast Recht. Vielleicht hat er genauso viel Angst wie ich. Er war ja auch lange allein.

Genau dasselbe tut er ja auch. Er riskiert was. Er hat sich seine Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht. Gut, er hätte vielleicht nicht gleich parallel mit beiden in die Kiste hüpfen sollen. Das hätte ich ihm wirklich nicht zugetraut. Ausnahmesituation hin oder her. Er ist doch nicht der Typ für Sex ohne Liebe. Mehdi doch nicht. Wahrscheinlich waren unbewusst von Anfang an Gefühle dabei. Und je länger er diese Affären dahinplätschern ließ, umso größer wurde das Schlamassel. Dass man in zwei Menschen gleichzeitig verliebt sein kann, kenne ich ja auch zur Genüge und ich habe ja am Ende auch mein Herz entscheiden lassen. Und wenn seins für Gabi schlägt, dann... Oh! Ich hätte ihn nicht so stehen lassen sollen. Er denkt doch jetzt sicherlich, dass ich ihn doch verurteile und nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Aber das stimmt doch nicht. Ich hab ihn doch furchtbar lieb, egal was für einen Mist er baut.

Doch Gretchen war schon längst wieder tief in Gedanken versunken, so dass sie gar nicht bemerkte, dass Sabine sie eindringlich ansah...

S: Frau Doktor!?

Die nachdenkliche Assistenzärztin schreckte hoch und sah ihre Kollegin verlegen an, dann sprang sie plötzlich auf...

G: Ich muss noch mal wohin. ... Bis später!
S: Aber...
Was sage ich ihm denn jetzt genau?

Lorelei Offline

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01.03.2011 17:31
#939 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Oh was habe ich da nur angerichtet? Ich hoffe, jetzt kommen keine Schadenersatzklagen auf mich zu , weil diversen Frauenfachblättern die Abonnentinnen abspringen. Danke für eure tollen Kommis. Ich habe echt ewig an diesem Teil herumgedoktert, bis ich einigermaßen zufrieden war. Dasselbe gilt für den nächsten Teil. Und nein, Dr. Meier spielt schon wieder nicht mit. Sorry! Aber er wird zumindest zweimal erwähnt, glaube ich. Viel Spaß mit Sanni!




Sabine sah ihrer flüchtenden Vorgesetzten irritiert und leicht hilflos hinterher, als sie wie ein Wirbelwind aus dem Stationszimmer verschwand und man nur noch ihren wehenden Kittel erkennen konnte. Sie blieb noch einen Moment sitzen und grübelte über das nach, was ihre Frau Doktor gerade gesagt hatte, dann stand sie schließlich ebenfalls auf und räumte den Tisch ab. Sie wusch die beiden Teller und die Tassen ab, trocknete diese ab und stellte sie ins Regal zurück. Danach setzte sich die fleißige Krankenschwester wieder an ihren Arbeitsplatz, räumte ein paar Unterlagen, die sie für Dr. Meier kopieren sollte zur Seite, kramte dann in ihrer Handtasche und holte ihre Astrozeitung heraus. Sie stellte ihre Tasche zurück unter den Schreibtisch und blätterte nun in ihrem „Fachblatt“. Sie blieb direkt an ihrem heutigen Horoskop hängen... „Sie sollten einfach mal mutig sein und etwas riskieren!“ ... Immer wieder las sie diese bedeutungstragenden Zeilen. Dr. Haase hatte vollkommen Recht. Sie sollte Günni direkt auf ihre Beziehung ansprechen. Was hatte sie schon zu verlieren? ... Außer ihrem Redepartner. Ihrem Seelenverwandten. Ihrem Gefährten. Die verliebte Krankenschwester seufzte leise und schaute abwesend aus dem Fenster. Der Himmel war klar. Die Sonne schien. Der Schnee glitzerte märchenhaft auf den Bäumen im gegenüberliegenden Park. Es war eigentlich ein perfekter Tag. Sabines Gedanken schwebten davon. Die Liebe war schon ein äußerst komplexes Thema. Wenn es doch nur so einfach wäre, wie es Frau Fisher immer in ihren wunderschönen Romanen beschrieb. Wie sollte sie ihm nur entgegentreten? Was sollte sie sagen? Würde er ihr überhaupt zuhören wollen?

Aber dieses von ihr heiß ersehnte Gespräch sollte viel schneller kommen, als Sabine geahnt hatte, denn plötzlich hörte sie ein Geräusch hinter sich. Sie schlug ertappt das Heft zu, versteckte es unter einigen Patientenakten, stand auf und drehte sich herum. Ihre Augen begannen sofort zu strahlen, als sie erkannte, dass sie nicht mehr alleine war. Denn ihr Günni Gummersbach hockte gerade vor dem offenen Stationskühlschrank. Erfreut rief sie seinen Namen...

S: Günni!

Ertappt schreckte der Pathologe hoch und stieß sich seinen Kopf an der offenen Kühlschranktür. Er hielt eine Hand an seinen Hinterkopf, als er Sabine verlegen antwortete...

Gü: Sabine!
S (schmachtet ihn an): Hallo!
Gü (richtet sich auf u. lächelt Sabine verträumt an): Hallo!
S (kommt vorsichtig auf ihn zu): Was machst du da?
Gü (hält eine kleine gelbe Plastikbox hoch): Ich... ich habe... Ich lege... meine Brotbüchse... zurück.
S (sieht auf die Schachtel in seiner Hand): Ah! Was gab es denn?
Gü: Leberwurst!
S (lächelt ihn an): Die mag ich auch.
Gü (schaut sie schüchtern an): Oh! Soll... soll ich dir morgen auch ein Leberwurstbrot schmieren?
Wie aufmerksam von ihm!
S (strahlt ihn wie die Sonne an): Gerne!
Gü: Möchtest du Butter oder Margarine auf dem Brot?
S: Nur die Wurst.
Gü: Verstehe! Streicht sich auch... einfacher... ohne.
S: Ja.

Einen Moment lang trat wieder Ruhe im Stationszimmer ein. Die beiden sahen sich verlegen an, senkten ihren Blick und tapsten nervös von einem Fuß auf den anderen. Es war schließlich Schwester Sabine, die die Initiative ergriff und, wie ihr Horoskop und Dr. Haase ihr geraten hatten, einfach mal mutig war und ihren persönlichen „Dr. Rogelt“ erneut ansprach...

S (nervös): Günni?
Gü (sieht vorsichtig auf): Ja?
S (blickt ihm direkt in die Augen u. spricht mit aufgeregter Stimme weiter): Können... können wir reden?
Gü (die Erleichterung ist ihm anzumerken u. er lächelt charmant zurück): Das...das wollte ich dich auch fragen.
S (sieht erstaunt in seinen Augen hin u. her): Ehrlich?
Gü (nickt u. schaut sie hoffnungsvoll an): Morgen?
S: Ich habe Frühschicht.
Gü (lächelt): Perfekt! Ich hole dich nachmittags hier ab.
S: Wohin?
Gü (kratzt sich hinter dem Ohr, überlegt einen Moment, dann sieht er sie unsicher an): In Babelsberg findet eine Star Trek Convention statt.
S (macht große Augen): Oh! Als was gehst du denn?
Gü: Mr. Spock.
S: Ah! Muss ich mich auch verkleiden?
Gü: Naja, du... du könntest als Andorianerin gehen.
S: Sind die nett?
Gü (klärt sie lächelnd auf): Das würde sicherlich für einiges Aufsehen sorgen, ja. Andorianer und Vulkanier sind eigentlich im Krieg miteinander.
S: Oh! Dann wird es Zeit, dass sie Frieden schließen.
Gü (nickt ihr zu u. strahlt sie begeistert an): Ja!
S (strahlt zurück): Ich freu mich, Günni.
Gü (kann seinen Blick nicht von ihr wenden): Ich... mich... auch.

Die beiden sahen sich eine Weile tief in die Augen, bis Dr. Gummersbach plötzlich den kühlen Luftzug neben sich bemerkte und zur Seite schaute. Er legte seine gelbe Brotbüchse schließlich in den Kühlschrank und schloss dessen Tür, die er die ganze Zeit gehalten hatte. Er lächelte Sabine kurz peinlich berührt an und drehte sich dann um, um zu gehen. Seine Pause war zu Ende. Doch Schwester Sabine hielt ihn mit sanfter Stimme zurück...

S: Günni?
Gü (bleibt in der Tür stehen): Ja?
S: Ich hab dich lieb.

Günni, dessen Herz plötzlich doppelt so schnell als normal in seiner Brust schlug, woraufhin er irritiert seine rechte Hand auf seinen von einem weißen Kittel bedeckten Oberkörper legte und mehrmals darüber strich, drehte sich aber nicht zu ihr um. Seine Augen wanderten aufgeregt hin und her und er lächelte sanft, als er ihr Geständnis erwiderte...

Gü: Ich... dich... auch.

... und dann schon fast im Sprint und von Glückshormonen getragen aus dem Stationszimmer rannte, während sich Sabine, die kurzzeitig wegen Atemmangel in Ohnmacht zu fallen drohte, einmal im Kreis drehte und sich dann glücklich auf ihren Stuhl fallen ließ. Sie stütze sich mit ihren Ellenbogen auf dem Schreibtisch ab und hielt ihren Kopf mit beiden Händen umschlossen und grinste verliebt vor sich hin. Doch ihre euphorische Freude währte nur kurz. Denn das Telefon begann zu klingeln und Dr. Meier zitierte sie zu sich.



Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit. Da ich noch immer nicht die DVD habe , musste ich, was das Andorianer-Gespräch betraf, etwas improvisieren. Ich hoffe, ihr verzeiht mir diesen Fauxpas. Schönen Abend noch, Lorelei

Lorelei Offline

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03.03.2011 15:56
#940 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Sorry! Ich hab’s gestern nicht mehr gebacken bekommen. Aber danke für die Blumen! Ich freu mich riesig, dass ihr den Sanni-Teil so gut angenommen habt. Ist auch aktuell meine zweitliebste Kombi bei DD. Image and video hosting by TinyPic Heute geht es aber mit einem anderen Pärchen weiter, bei dem Streit vorprogrammiert ist. Es handelt sich aber diesmal überraschenderweise nicht um Martchen. Viel Spaß mit Bidi und einem Lauschangriff! LG, Lorelei




Inzwischen hatte auch Dr. Kaan seinen Weg zurück auf seine Station gefunden. Er öffnete die Tür und betrat mit hängenden Schultern sein Büro. Die Begegnung mit Gretchen gerade eben steckte ihm noch arg in den Knochen. Er hatte ja geahnt, dass es schwer werden würde, seiner besten Freundin alles zu beichten, was sich in den letzten Wochen in seinem Liebesleben zugetragen hatte, und ehrlich gesagt hatte er auch kaum mit Verständnis ihrerseits gerechnet. Naja, gehofft hatte er es schon, dass sie ihn zumindest ein bisschen verstehen würde. Schließlich war Gretchen Haase die Inkarnation komplizierter Liebesangelegenheiten. Aber dass sie dann ohne ein weiteres vorwurfsvolles Wort gegangen war, schmerzte ihn schon sehr. Er hatte sie tief enttäuscht, weil er sich ihr nicht anvertraut hatte und es gab keinen Weg, das wieder gut zu machen. Das Vertrauen war jetzt angekratzt. Aber er wollte sie doch als Freundin nicht verlieren. Er hatte sie doch unheimlich gern und schätzte ihre Meinung und ihre offene Art. Vielleicht wusste Marc ja Rat. Aber der hatte ihm ja auch immer wieder vorausgesagt, dass Gretchen ihm den Kopf abreißen würde, wenn sie erst einmal hinter sein „schmutziges Geheimnis“ gekommen wäre, und das hatte sie ja in diesem Sinne auch getan. Sowohl mit ihrer Ohrfeige und ihrer Ansage, als auch mit ihrem Abgang. Vielleicht sollte er doch erst mal abwarten und ihr Zeit geben. Und dann, in einem günstigen Moment würde er noch einmal mit ihr reden. Das Geständnis gerade eben war ja aus der Not heraus gewachsen, dass sie ihm die Pistole auf die Brust gesetzt hatte und in der Kürze der Zeit hatte er ihr nur eine Kurzversion seines Seelenlebens liefern können. Wenn sie erst mal wüsste, wie es wirklich in ihm aussah und wie leid ihm das alles tat, würde sie ihn schon verstehen, hoffte Mehdi inständig.

Langsam schlurfte der Frauenarzt mit gesenktem Kopf auf seinen Schreibtisch zu. Er war so sehr in seinen Gedanken versunken, dass er gar nicht bemerkte, dass er nicht alleine in dem Sprechzimmer war. Dort erwartete ihn nämlich bereits sehnsüchtig seine sexy Stationsschwester, die für sein Gefühlschaos verantwortlich war und die in den letzten Minuten wie auf heißen Kohlen auf ihren geliebten Oberarzt gewartet hatte. Gabi, die in dem gemütlichen Chefsessel lümmelte und ihre langen schlanken Beine auf den Schreibtisch gelegt hatte, sprang sofort auf, lief um den Tisch herum und fiel dem überraschten Gynäkologen schwungvoll um den Hals. Es fühlte sich unheimlich gut an, sie ihm Arm zu halten, dachte Mehdi bewegt und schmiegte sich gefühlvoll an die schöne Brünette, die ihm erst einen kleinen innigen Kuss auf den Mund gab, ihm dann zärtlich über seine Bartstoppeln strich und ihn schließlich erwartungsvoll mit ihren braunen Rehäuglein ansah...

GK: Da bist du ja endlich! Ich hab dich schon vermisst.

Mehdi lächelte sie glücklich an und strich ihr sanft über ihre leicht gerötete Wange, woraufhin sie einen kurzen Moment ihre Augen schloss. Womit hatte er nur diese großartige Frau verdient? Er war ein Lügner und Betrüger, ein Feigling und ein schlechter Freund, aber sie stand trotzdem bedingungslos zu ihm. Sie vertraute und liebte ihn, obwohl er nicht genug Arsch in der Hose hatte, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Er hatte sie wieder mal enttäuscht und er könnte es ihr auch nicht verübeln, wenn sie ihn deswegen hier sitzen lassen würde. Er hatte weder ihre Liebe, noch Gretchens Freundschaft verdient, solange er sich so schäbig verhielt.

Hoffnungsvoll blickte Gabi in seinen traurig schimmernden Augen hin und her und suchte die Antwort auf ihre brennende Frage, die ihr in der letzte Stunde keine Ruhe gelassen hatte. Sie versuchte herauszulesen, wie die Gespräche mit seinen - sie schluckte bei dem Gedanken - Exfreundinnen gelaufen waren. Aber Mehdi, den das schlechte Gewissen wegen Marias überstürzter Abreise und dem verhinderten Geständnis plagte und der immer noch dem aufwühlenden Gespräch mit Gretchen nachhing, war das alles zu viel Euphorie und stürmische Liebe auf einmal. Er musste sich erst einmal sammeln und schob seine anschmiegsame Freundin sanft, aber bestimmt ein Stück von sich weg. Er lächelte sie eher gequält, denn erfreut an und ging dann auf die andere Seite seines Schreibtisches, wo er sich seufzend in seinen Chefsessel fallen ließ. Der verzweifelte Gynäkologe atmete schwer. Seine Hände zitterten. Seine Gedanken überschlugen sich und lösten einen hartnäckigen Kopfschmerzreiz aus, woraufhin er sich mehrmals über seine Stirn und seine Schläfen fuhr. Gabi, die nun wie bestellt und nicht abgeholt im Raum stand, hatte ihrem wortkargen Freund verwundert hinterher gesehen, aber ihre im Übermaß vorhandenen Glückshormone ließen sie weiter munter drauflos plaudern, anstatt zu hinterfragen, wieso er plötzlich so abweisend reagierte. Sie nahm zwei Plastikschüsseln, die sie auf der Patientenliege abgestellt hatte, in die Hand und ging damit zu ihrem Herzblatt rüber. Sie reichte ihm mit strahlendem Lächeln eine davon, dann setzte sie sich ihm gegenüber auf den Patientenstuhl und öffnete ihre Salatbox....

GK (überschwänglich): Ich habe uns was aus der Cafeteria besorgt. Du hattest doch noch kein Mittag oder?
MK (überrascht, dass sie ihn nicht gleich nach dem Unausweichlichen fragt): Nein!
GK (packt ihr Plastikbesteck aus u. sieht Mehdi kurz an): Dachte ich mir. Und weil du es bist und die es in der Küche einfach nicht gebacken bekommen, bin ich extra noch in den Supermarkt und hab dir Feta für deinen Salat besorgt.

Gabi, die sich ihre wachsende Unsicherheit nicht anmerken ließ und um lockere Stimmung bemüht war, strahlte ihren Liebsten mit einem aufgesetzten Lächeln breit an und nahm dann selbst eine Gabel voll mit Salat, die sie sich langsam in ihren Mund schob. Mehdi sah seiner Freundin gerührt dabei zu...

MK: Du bist ja süß.
Und ich bin so ein Idiot. Sie gibt sich hier solche Mühe und ich blase Trübsal, weil ich es Maria immer noch nicht gesagt habe. Mit meinem ständigen Zögern mache ich doch irgendwann noch alles kaputt. Ich will das nicht. Ich will, dass es so ist wie gerade jetzt. Nur wir beide. Gabi und ich. Einfach nur glücklich und unbeschwert.
GK (zwinkert ihm zu u. isst dann weiter): Für dich nur das Beste.
Übertreib es nicht, Gabi! Sonst wird es peinlich. Wieso sagt er denn nichts? Das macht mich noch wahnsinnig.

Dass ihre übertriebene Fröhlichkeit nur aufgesetzt war, versuchte sie hinter ihrem Zahnpastalächeln zu vertuschen. Eigentlich war sie viel zu aufgeregt und durcheinander. Aber noch hatte er kein Wort gesagt. Hatte er nun endlich mit der Hassmann über alles geredet? War er endlich frei? Frei für sie? Gut, Mehdi war die ganze Zeit schon Single gewesen, aber dennoch wurde sie das ungute Gefühl nicht los, dass sich die beiden viel näher gestanden hatten, als sie es sich vielleicht jemals eingestanden hätten. Und wenn sie letzte Woche nicht die Initiative bei ihm ergriffen hätte, wer weiß, wo die beiden dann schon gestanden hätten. Es schüttelte sie bei dem Gedanken. Nein, er hätte sich auch so früher oder später für sie entschieden. Ganz bestimmt! Mehdi liebte sie, nur sie! Während Gabi unruhig in ihrem Salat herumstocherte, beobachtete sie Mehdi misstrauisch aus dem Augenwinkel heraus. Er saß ruhig in seinem Sessel und hielt die offene Schüssel in seiner Hand, aber er rührte seinen mit kleinen Schafskäsewürfeln bestückten Salat noch immer nicht an. Er schien wieder ganz weit weg zu sein. Das war kein gutes Zeichen, dachte die beunruhigte Krankenschwester. Und es verdarb ihr den Appetit. Hatte er doch im letzten Moment einen Rückzieher gemacht? Hatte diese blöde Kuh ihn umgedreht? Hatte sie ihm ganz dreist ihre Liebe gestanden und er zweifelte nun an seiner bereits getroffenen Entscheidung? Ihr wurde schlecht bei dem Gedanken und sie stellte ihre Schüssel auf den Tisch. Ihre Gedanken fuhren regelrecht Achterbahn. Alle möglichen Szenarien spielte sie durch. Aber sie wurde einfach nicht schlau aus seinem teilnahmslosen Gesichtsausdruck. Er wirkte bedrückt, keine Frage. Aber war es jetzt ein negatives Bedrücktsein, was ihre Person betraf oder ein eher positives, weil er doch gestanden hatte? Hatte ihn die frustrierte Gewitterziege emotional so fertig gemacht, nachdem sie alles erfahren hatte? Hatte sie um sich geschlagen? Ihn verletzt? Also sie hätte auf jeden Fall so reagiert. Sie wäre mit allem, was sie in die Hände bekommen hätte, auf ihn losgegangen. Der Hassmann würde sie das auch zutrauen. Und Gretchen sowieso. Die war eh völlig unberechenbar. Das hatte sie bei ihrer dreisten Polizeiaktion ja am eigenen Leib erfahren. Plötzlich stockte Gabi in ihrem Gedankengang... Der Arme! Er musste ja völlig am Ende sein, dachte sie auf einmal. Deshalb reagierte er so. Er hatte ein schlechtes Gewissen den beiden gegenüber. Es ging gar nicht um sie. Und sie machte ihm auch noch innerlich Vorwürfe. Törichte Gabi! Hör auf, ständig nur an dich zu denken! Er braucht dich jetzt.

Gabi ließ ihre halbvolle Plastikbox stehen, erhob sich von ihrem Stuhl und ging um den Schreibtisch herum. Vor Mehdi ging sie in die Knie, nahm ihm seine Schüssel aus der Hand und stellte diese ebenfalls hinter sich ab und versuchte einen Blick von dem gedankenversunkenen Mann zu erhaschen. Aber der Halbperser traute sich nicht, sie anzusehen und starrte nur stur auf seine Arbeitsplatte, als sie ihn vorsichtig ansprach...

GK: Was ist los? Es ist nicht gut gelaufen oder?

Mehdi blickte langsam auf und schaute in ihr besorgtes wunderschönes Gesicht. Es tat ihm so leid. Gabi konnte die Antwort auf ihre Fragen in seinen Augen ablesen. Sie verstand sofort. Ihr Herz verkrampfte sich. Aus Besorgnis wuchs Enttäuschung. Sie erhob sich wieder, trat einen Schritt zurück und lehnte sich an seinen Schreibtisch. Sie musste sich irgendwo festhalten, sonst wäre sie umgekippt, und sah Mehdi nun durchdringend an. Er konnte ihrem vorwurfsvollen Blick nicht lange standhalten und senkte beschämt seinen Kopf. Gabi konnte schließlich nicht mehr länger an sich halten und machte ihrer Enttäuschung Luft...

GK: Du hast den Schwanz eingezogen? Ich hab’s doch gewusst! Du wirst nie zu mir stehen.
MK (getroffen von ihren harten Worten versucht er sich zu verteidigen): Was? Aber... Nein! Gabimaus, ...
GK (sieht schwer enttäuscht zur Seite): Ach lass das bescheuerte Gabimaus- Getue, Mehdi! Du nimmst mich nicht ernst. Du nimmst UNS nicht ernst.
MK (schaut sie eindringlich an): Doch das tue ich doch.
GK (blickt ihm traurig in die Augen): Und wieso merke ich dann nichts davon? Deine schönen Worte sind doch immer nur leere Hülsen und ich falle immer wieder darauf rein, weil ich so... so sehr... *räusper* ... Mehdi, du hast mir versprochen mit ihr zu reden. Was soll das also? Willst du dir noch ein Hintertürchen offen lassen, falls das mit uns... nicht...?

Gabi brach den Satz ab, weil allein schon der Gedanke daran, dass er sie verlassen könnte, ihr Herz zerriss und ihr die verhassten Tränen in die Augen schoss. Sie senkte ihren Blick auf den Boden und schluckte sie herunter. Aber Mehdi zerriss es auch, seine Liebste so verletzt zu sehen. Das hatte doch nicht gewollt.

MK: Nein! Denk das bitte nicht! Ich ... ehrlich ich hätte ihr alles erzählt, wenn nicht...
GK (schaut mit wütenden Augen wieder auf): Wenn was, Mehdi? Was war’s diesmal? Ein krankes Kind? Ein eifersüchtiger Exmann? Oder hatte sie nur ein tief ausgeschnittenes T-Shirt an, das dich abgelenkt hat, hmm?
MK: Sie war nicht da.
Na toll! Eine originellere Ausrede fällt dir nicht ein, hmm? Ich glaube dir kein Wort!
GK (verschränkt abweisend ihre Arme vor ihrem Körper u. blitzt ihn an): Und wo liegt da das Problem? Soweit ich weiß, wohnt sie bei dir im Haus, Mehdi. Oder findest du ihre Klingel nicht mehr?
MK (versucht verzweifelt, es ihr zu erklären, aber sie lässt ihn einfach nicht zu Wort kommen): Du verstehst nicht... Sie...
GK (hat genug von seinen billigen Ausreden): Ja, ich verstehe so Einiges nicht. Heute Morgen da... Du schwörst mir die große Liebe und dann... Du... du hast es mir versprochen, Mehdi. Mehr hab ich doch gar nicht verlangt.

Ihre anfangs wütende Stimme wich nun einer eher traurigen, was auch Mehdis Herz tief berührte. Er wollte sie doch nie enttäuschen. Er liebte sie doch. Mehdi beugte sich nach vorn und versuchte Gabis Hand zu greifen zu bekommen...

MK (mit sanfter Stimme): Komm mal her!

Gabi zögerte und sah trotzig zur Seite, weil sie es ihm diesmal nicht so leicht machen wollte, aber ließ sich dann doch von seinem flehenden Bambiblick, der auf ihrem Gesicht ruhte, erweichen. Sie konnte einfach nicht anders. Wann war sie eigentlich so weich geworden? Ein süßer reumütiger Blick von ihm und schon schmolz sie dahin wie Butter in der Mittagssonne. Die Liebe machte einen wirklich weich im Hirn, dachte sie. Und sie hasste es, dass sie gegen ihre überschäumenden Gefühle völlig machtlos war. Mehdi ergriff ihre Hand und zog die schmollende Schönheit zu sich rüber. Sie funkelte ihn ein letztes Mal böse an und setzte sich schließlich bereitwillig auf seinen Schoss. Die verliebte Frau war schon längst wieder gefangen im Bann seiner wunderschönen Augen, die voller Liebe überzeugend strahlten. Der sichtlich erleichterte Halbperser lächelte zaghaft und legte seine Hände vorsichtig an ihre schmale Taille, während die schöne Krankenschwester ihre Arme um seinen Bauch schlang und ihren Kopf auf seinem Brustkorb bettete, direkt über seinem Herzen, das heftig gegen seine Brust trommelte und Gabi damit verdeutlichte, wie aufgewühlt er wirklich war. Wie konnte sie ihm böse sein, wenn er sie offenbar noch immer über alles liebte. Das war kein Trugbild, sie spürte das doch mit jeder Faser ihres Körpers.

Mehdi war unendlich froh, dass Gabi ihm verziehen hatte und lächelte sie schüchtern an, was sie mit einem ebenso liebevollen Blick erwiderte. Dann drehte er sich mit seiner Traumfrau im Arm in seinem Sessel einmal im Halbkreis. Und so schauten sie nun aneinander gekuschelt auf das sonnige Winterwetter draußen vor dem Fenster. Sie hielten sich einfach nur fest, saugten die Liebe des jeweils anderen auf und schwiegen sich einen Moment lang an, während sie gedankenverloren und händchenhaltend die märchenhafte schneebedeckte Parklandschaft bewunderten.

Im gleichen Moment, wie sich das Paar zum Fenster umgedreht hatte, öffnete sich hinter ihnen leise die Tür...

Lorelei Offline

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04.03.2011 17:14
#941 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huhu ihr Lieben! Ja, es war ja nicht schwer zu erraten, wer die heimliche Besucherin ist. Ob es zu einem offenen Gespräch der drei kommt? Abwarten! Ich hatte ja etwas von einem Lauschangriff gesagt, ne. Ich habe die Szene aber noch einmal unterteilt, weil sie sonst zu lang geworden wäre. Ist vielleicht etwas unglücklich gelöst, weil ich nicht so richtig eine passende Stelle gefunden habe, um einen Cut zu machen, aber ich denke, das geht schon so. Viel Spaß trotzdem und einen schönen Start ins Wochenende wünscht euch Lorelei.

PS: Für diejenigen, die Marc vermissen: Da er den Chef persönlich vertritt, könnte es eventuell sein, dass er viel zu tun hat. Aber keine Sorge, im übernächsten Teil habt ihr ihn wieder.





.....und ein blonder Lockenkopf wurde erkennbar, der sich unsicher durch einen kleinen Türspalt in den gynäkologischen Räumlichkeiten umschaute. Gretchen hatte sich dazu entschlossen, doch noch einmal mit Mehdi zu sprechen. Sie wollte nicht im Bösen mit ihm auseinander gehen. Er sollte nicht denken, dass sie ihn jetzt verurteilte und ihn für sein Handeln mit Missachtung strafte. Wobei er es eigentlich schon verdient hätte, auf die „stille Treppe“ abgeschoben zu werden. Klar, konnte sie nicht gut heißen, was er in den letzten Wochen hinter ihrem Rücken mit Gabi und Maria abgezogen hatte. Und kurz nach seinem Geständnis hätte sie ihm auch am liebsten auf ewig die kalte Schulter gezeigt. Aber nach allem, was in der Vergangenheit zwischen ihnen war, hatte er es nicht verdient, allein im Regen zurückgelassen zu werden. Wenn er sie brauchte, dann wollte sie für ihn da sein. Gretchen hatte sich doch in den vergangenen Monaten so sehr gewünscht, dass er endlich von ihr loskam, dass er trotz verschollenem Kind und Ehefrau wieder sein Leben auf die Reihe bekam und wieder ein bisschen glücklich wurde. Und jetzt, wo er dabei war, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und eine neue Frau an sich heran ließ, ließ sie ihn aus moralischen und diversen anderen Gründen im Stich. Er hatte sie nie im Stich gelassen und war immer für sie da gewesen, obwohl sie ihn unendlich enttäuscht hatte, als sie sich endgültig gegen ihn und für seinen besten Freund entschieden hatte. Sie wusste, dass es nicht leicht für ihn gewesen war, auch wenn er sich ihr und Marc gegenüber immer tapfer gezeigt hatte. Aber diesen einen wehmütigen, sehnsuchtsvollen Blick hatte er noch sehr lange draufgehabt, wenn sie sich gesehen hatten. Vielleicht fühlte sie sich auch deshalb ihm gegenüber verpflichtet. Sie hatte schließlich auch einen nicht geringen Betrag zu seinem Unglück geliefert. Und jetzt? Erst heute Morgen hatte Gretchen ihn zum ersten Mal wieder an ihm gesehen und zum ersten Mal galt er nicht ihr. Dieses ganz spezielle Leuchten in seinen Augen bekam er nur, wenn er über die Eine sprach, wobei sie in dem Moment noch nicht wusste, dass er Gabi damit gemeint hatte. Und irgendwie fand sie das jetzt im Nachhinein auch unendlich süß. Mehdi war tatsächlich in ein Bett aus rosa Zuckerwatte gefallen und hatte sich unsterblich verliebt. Zum ersten Mal seit der leidigen Geschichte mit ihr. Und Gretchen freute sich wirklich aufrichtig für ihn. Vermutlich hätte Mehdi auf ewig der Liebe entsagt, wenn das mit Maria und Gabi nicht passiert wäre. Auch wenn sie es immer noch kaum fassen konnte, wie das überhaupt geschehen konnte. Gut, begehrt zu werden wünschte sich jeder Normalsterbliche. Das war doch das schönste Gefühl, dass es gab. Mal abgesehen von der Liebe selbst. Und Mehdi hatte sicherlich ein bisschen Aufmerksamkeit der Frauenwelt gebraucht für sein angekratztes Selbstbewusstsein. Aber naja, die Umsetzung war dann vielleicht nicht ganz so gentlemanlike abgelaufen, wie man es eigentlich von ihm gewohnt war. Aber man sagte ja bekanntlich, stille Wasser seien tief und schmutzig. Und vielleicht hatte er das wirklich mal gebraucht. So eine wilde Phase als Draufgänger, Macho und Weiberheld. Oh Gott, ihre Gedanken gingen mal wieder weiter, als sie eigentlich sollten, dachte Gretchen mit einem Mal und fasste sich an ihre Stirn. Sie wollte Mehdi doch nur sagen, dass sie ihn immer noch gern hatte und immer noch für ihn da war, falls er reden wollte und falls sie mit Maria reden sollte, also natürlich erst, nachdem er mit ihr gesprochen hatte. Den Job konnte und wollte sie ihm nicht abnehmen. Das musste er schon selbst in Angriff nehmen. Schließlich hatte er sich selbst in diesen ganzen Schlamassel gebracht. Aber sie könnte ihm ja dann beim Auflesen der Scherben helfen. Und die würde es sicherlich geben. Dazu kannte sie Maria mittlerweile gut genug. Das würde kein Zuckerschlecken werden. Und Gretchen wusste nur zu gut, wie es in Mehdi gerade aussah und welchen Zwiespalt er durchlebte, weil er Maria nicht wehtun wollte, aber das würde wohl unausweichlich werden. Er brauchte jetzt eine gute Freundin. Und naja, eigentlich wollte Gretchen auch noch einmal ein Auge auf Schwester Gabi werfen, ob sie es denn auch wirklich ernst mit ihm meinte. Etwas anderes hätte er nicht verdient. Noch so eine große Enttäuschung wie mit ihr oder mit Anna würde er sicherlich nicht überleben. Mehdi brauchte jemanden, dem er blind vertrauen konnte, der ihn nicht ausnutzte, der ihn respektierte und liebte, so wie er eben war mit all seinen kleinen Makeln und Fehlern, den schrecklichen Klamotten, den hässlichen Unterhosen und seinem emotionalem Auf und Ab, das sehr viel Fingerspitzengefühl bedurfte. Gretchen akzeptierte seine Entscheidung für Gabi zwar, weil es ihn anscheinend glücklich machte, er endlich wieder lächelte und sie wirklich kein Recht hatte, sich da einzumischen, aber es schadete ja nicht, ihr ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Also ganz subtil natürlich. Denn die besten Freundinnen waren sie ja nicht nach der ganzen leidigen Geschichte mit Gabis erzwungener Hochzeit mit Marc und Gretchens mutigen Eingreifen auf der Polizeiwache und würden sie wohl auch nicht mehr werden. Aber einen Versuch war es wert.

Gretchen sprach sich noch einmal Mut zu, dann betrat sie ganz langsam das Sprechzimmer von Dr. Kaan. Sie dachte im ersten Moment, es wäre niemand da und wollte sich schon wieder umdrehen, um wieder zu gehen, als sie plötzlich eine leise Stimme vernahm. Es war die von Schwester Gabi....

GK: Ich dachte, du liebst mich?

Gretchen hielt den Atem an und griff reflexartig nach der nur angelehnten Tür. Ihr ging regelrecht das Herz auf, weil so viel Herzschmerz in Gabis Stimme lag. Anscheinend hatte die biestige Krankenschwester Mehdi wirklich sehr gern. Auch wenn sie eigentlich nicht gedurft hätte, blieb Gretchen doch noch einen Augenblick länger in der Tür stehen und lauschte verbotenerweise dem emotionalen Gespräch der beiden Frischverliebten......

Lorelei Offline

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05.03.2011 17:54
#942 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Ohne große Vorrede, weiter geht’s. Danke an meine lieben Kommentatoren, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern! Schönes WE! Lorelei




Gabi sah Mehdi mit ihren großen Rehaugen sehnsuchtsvoll an und wartete gespannt auf eine Reaktion seinerseits. Er erwiderte ihren liebevollen Blick. Sein Herz klopfte. Wie konnte sie überhaupt auch nur denken, dass er sie nicht lieben würde? Zärtlich strich der gefühlvolle Mann seiner zweifelnden Freundin über die Wange und sah ihr tief in die Augen, als er ihr die Zweifel nahm...

MK: Aber das tue ich doch. Sehr sogar! Ich liebe dich! Glaub mir, ich würde das alles wirklich lieber heute als morgen klären.

Gretchen fasste sich an ihr pochendes Herz... Oh! Das ist ja so herzerwärmend und hach... so... so... Mehdi! Das ist der Mehdi, so wie wir ihn kennen. Aufrichtig, gefühlvoll, sensibel. Hach... Er liebt sie wirklich. Sehr sogar! Ich könnte heulen vor Glück. Ähm... Aber ich glaube, das hier ist nicht für meine Ohren bestimmt. Ich störe hier nur. Alsooo gaaanz dezeeent und leiiise den Rückwärtsgang einlegen! ... Mist, die blöde Tür... der Schlüssel! Neiiiin!!! Oh, bitte, bitte, bitte, fall nicht runter ... Die für ihre Tollpatschigkeit bekannte Ärztin hatte sich umgedreht und wollte das Zimmer schleunigst wieder verlassen, um das Liebespaar, das wohl gerade ein grundlegendes Gespräch führte, allein zu lassen, aber blieb dummerweise mit ihrem Kittelärmel am Türschlüssel hängen und versuchte diesen nun möglichst unauffällig und v.a. geräuschlos wieder loszuwerden. Mehdi und Gabi bemerkten die blonde Frau, deren Gesicht mittlerweile die Farbe einer überreifen Tomate angenommen hatte, und ihr kleines Problem nicht und redeten emotional aufgeladen unberührt weiter....

GK (sieht traurig, aber dennoch verständnisvoll in seinen Augen hin u. her): Und warum tust du es dann nicht? Weißt du, ich möchte doch gar nicht viel. Ich will... dich... und mit dir zusammen sein. ... Einfach nur glücklich sein. Du doch auch oder? ... Und ich möchte dir auch wirklich keinen Druck machen. Ich weiß doch, dass das nicht leicht wird und ich möchte echt nicht in ihrer Haut stecken, wenn sie das von uns erfährt. Aber... ich fühl mich einfach nicht gut dabei, wenn sie es nicht weiß.

Hätte ja nie gedacht, dass ich ihr gegenüber mal Schuldgefühle entwickeln könnte. Gerade für diese blöde Kuh, wo sie ihn mir doch die ganze Zeit wegnehmen wollte und sicherlich auch noch will.

Gretchen hatte inzwischen mit schrägen akrobatischen Verrenkungen erfolgreich den Schlüssel aus Kittel und Schloss herausgeangelt, ohne dass ein Geräusch gefallen wäre und steckte diesen nun, planlos wie sie war, einfach in ihre Kitteltasche. Sie könnte ihn ja später heimlich zurückbringen, dachte sie sich und vergrub ihre beiden Hände in ihren weiten Taschen. Ihr Puls raste und sie war durch die ungeplante Sportübung gehörig ins Schwitzen geraten. Mit einer Hand stützte sie sich nun am Türrahmen ab und atmete erleichtert aus. Gretchen wusste nicht warum, aber sie verweilte weiterhin in Dr. Kaans Sprechzimmer und hörte den beiden verbotenerweise zu. So erfuhr sie schließlich so einiges, was das Kaansche Liebesdreieck in ein ganz anderes Licht stellte... Gabi liebt ihn! So kann nur eine Frau sprechen, die wirklich aufrichtig liebt. Sie meint es tatsächlich ernst mit ihm. Das ist... wow... also... toll! Ich hätte nicht gedacht, dass sie... echt... Ähm... Ich freu mich für ihn... für beide. ... Die heimliche Lauscherin kam nicht umhin, zu lächeln und starrte wie gebannt zu Mehdis Schreibtisch und seinem Sessel, in dem das junge Paar saß. Gretchen konnte nicht viel erkennen, nur Mehdis verwuschelten Lockenkopf und Gabis Füße, die zur Seite von der Armlehne baumelten. Er hielt sie im Arm. Dieser Anblick rührte Gretchens Herz zutiefst.

MK (hat Gabi geduldig zugehört u. senkt nun schuldbewusst seinen Kopf): Ich... mich... auch nicht. Du musst mir glauben, ich hätte ihr heute wirklich alles gesagt. Aber ich konnte doch nicht ahnen, dass sie schon jetzt in den Urlaub fährt.

Ihre blonde Zuhörerin grübelte... Deshalb war er also auf ihrer Station. Er wollte tatsächlich mit ihr reden. Er ist doch nicht so feige, wie ich anfangs gedacht habe. Und ich blöde Kuh gebe ihm auch noch eine Ohrfeige. Wie konnte ich nur? Erst denken, dann handeln, Gretchen!

GK (blickt ihn erstaunt an): Ach? Das meintest du mit, sie sei nicht da. Sie hat sich Urlaub genommen? Wie lange?
Schon seltsam! Ob sie doch was ahnt? Das kann schon fast kein Zufall mehr sein, dass sie gerade jetzt nach DEM Wochenende abhaut. Hmm... Aber wenn sie’s schon weiß, umso besser für mich... für uns.
MK: Ich denke mal bis Ende des Jahres.
GK (murmelt leise): Scheiße!
Das heißt, weitere zwei Wochen Heimlichkeiten! Ich hab es so satt.

Mehdi, tut mir so leid. Da will er endlich alles klarstellen und sie fährt weg. Schon komisch, dass das so plötzlich passiert ist. Ach hätte Marc mich doch mit ihr sprechen lassen. Dann wüsste ich vielleicht, was los ist. Marc meinte ja, Maria sei ziemlich komisch drauf gewesen am Telefon, durcheinander und kurz angebunden. Hmm... Was ist, wenn sie doch das von Mehdi und Gabi mitbekommen hat? Ich wäre vermutlich auch gleich abgehauen. Hab ich ja nach Peters Seitensprung auch so gemacht. Ob ich sie mal anrufen soll? Ich könnte ja eine Frage zu einem Patienten vorschieben. ... Nein, das geht mich nichts an. Das ist Mehdis Angelegenheit. Er muss das klären.

MK (ahnt, woran Gabi gerade denkt u. streicht ihr über die Wange): Ich hab mit ihr telefoniert.
Hä? Hat er doch mit ihr geredet oder wie? Oh Gott!
GK (schaut ihn gespannt an): Und?
MK (sieht sie reumütig an): Ich konnte ihr das nicht am Telefon sagen. Verstehst du das?
Hätte mich jetzt auch ehrlich gesagt gewundert. Wieso muss er auch für alles und jeden immer Verständnis aufbringen? Die blöde Kuh wird schon verkraften, dass sie verloren hat. Irgendwo wird es schon noch irgendeinen bescheuerten Idioten geben, der dieses frustrierte Miststück nimmt. Vielleicht ihr Ex? Der hat die doch eh die ganze Zeit angestarrt auf dem Ärzteball. Genauso ein mieses Arschloch hätte sie verdient. Ok, das war’s dann wohl mit meinem kurzzeitigen Anflug von Mitgefühl. Ach verdammt, ich will sie einfach loswerden.
GK (mit einem Hauch von Enttäuschung in der Stimme): Ja schon, aber...
MK (fällt ihr ins Wort): Du bist enttäuscht?

Also ich kann Gabi durchaus nachempfinden. Für sie muss es ja auch eine blöde Situation sein, wenn es da noch eine andere gibt, die sich Chancen ausrechnet. Und von Maria mag ich gar nicht erst sprechen. Ach Mehdi, in was für einen Schlamassel hast du dich da bloß reingeritten? Idiot!

GK (versucht sich nichts anmerken zu lassen): Ja.... Nein! Es ist nur... Ach... Ich hätte es so schön empfunden.
MK (sieht in ihren schönen Augen hin u. her): Was?
GK (blickt ihn verschmitzt an): Mit dir... rumzuknutschen.
MK (lächelt): Aber das können wir doch auch hier.
Idiot! Er versteht es nicht!

Gretchen senkte beschämt ihren Blick... Ok, Gretchen, jetzt aber wirklich den Fluchtmodus aktivieren, bevor es noch zu Intimitäten kommt!

GK (rollt mit den Augen u. sieht ihn dann ernst an): Mehdi, du weißt, wie ich das meine. Diese ganze Heimlichtuerei... ich will das nicht mehr. Ich will mich nicht mehr länger verstecken müssen, zwei Straßen früher aussteigen und hier so zu tun, als seien wir nur Kollegen.
Ich könnte mich eh nicht zusammenreißen. Allein schon, wenn ich ihn sehe, muss ich ihn sofort anfassen, ihn berühren und küssen. Es geht gar nicht anders.
MK (senkt betroffen den Kopf): Verstehe!
Mir geht’s doch genauso. Es vergeht keine Minute, in der ich nicht an sie denke oder bei ihr sein will. Ich mute ihr hier viel zu viel zu. Das ist nicht richtig. Und sie hat das auch nicht verdient. Ich will ihr doch auch zeigen, wie ernst mir das alles mit uns ist. Hmm... Vielleicht sollte ich doch...

Aber was nimmt man nicht alles auf sich, wenn man liebt.
GK (legt ihre Hand unter sein Kinn, damit er sie wieder ansieht): Aber nur noch diese zwei Wochen, ja?
MK (erstaunt über ihren plötzlichen Sinneswandel): Ehrlich?
GK (lächelt ihn zaghaft an): Hab ich denn eine andere Wahl?
MK (schaut sie erleichtert an u. kitzelt mit seiner Nasenspitze ihre Nase): Ich hab dich gar nicht verdient.
GK (funkelt ihn stolz an u. schmiegt sich an ihn): Nein, hast du nicht! Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass ich die eine oder andere Gegenleistung für mein großzügiges Opfer erwarte.
MK (verliert sich in ihren Augen u. lächelt): Ach? Was denn?
GK (hält sich gespielt nachdenklich ihre Hand unters Kinn): Och du, hmm... fangen wir unten an, mit... mit... Fußmassagen, und arbeiten uns langsam nach oben...

Oooohhhhh!!! ... Gretchen riss peinlich berührt ihre Augen weit auf und drehte sich schließlich doch endlich um, um zu gehen... Okaaay, ich glaube, ich habe genug gehört. Sonst wird es echt noch peinlich hier. Für mich. Für sie. Für... alle. Aber v.a. für mich!

MK (kann sich ein anzügliches Grinsen nicht verkneifen): Soso!
GK (funkelt ihn feurig an): Herr Doktor Kaan... Sittenwächter würden diesen Blick wohl als sexuelle Belästigung einstufen.

Ok, Alarmstufe 1. Das ist definitiv zu viel gehört. Hilfe! Ich muss hier raus. ... Gretchen griff panisch nach der Tür, hielt aber in der Bewegung inne, weil sie befürchtete, sie würde gleich knirschen und so auf sie aufmerksam machen.

MK (lacht u. schlingt seine Arme noch fester um ihren Körper): Okay, das wird mir dann doch zu heiß hier.

Mir auch!!! ... Ganz langsam, Millimeter für Millimeter öffnete Gretchen die Tür und setzte vorsichtig zum Rückwärtsgang an.

GK (grinst, weil sie Mehdi mal wieder ganz geschickt aus der Fassung gebracht hat u. kuschelt sich schließlich gefühlvoll an ihn): Naja, vielleicht fällt dir ja noch etwas anderes ein?
MK (genießt ihre Nähe in vollen Zügen): Wir könnten essen gehen.
GK (ihre Augen leuchten auf u. sie sieht ihn verliebt an): Das klingt schon besser.
MK (lächelt): Wir können ja morgen nach dem Salsakurs zu dem kleinen süßen Italiener gehen, von dem ich dir erzählt habe.

Gretchen war schon fast zur Tür hinaus, als sie sich überrascht noch einmal umdrehte... Mehdi tanzt Salsa? Okaaay!? Was kommt noch? Welche Geheimnisse werden denn heute noch alles so aufgedeckt? Also nur damit ich Bescheid weiß und mich mental darauf vorbereiten kann. Aber den kleinen Italiener kenne ich auch noch. Da ist er mit mir auch schon gewesen. Tja, Männer und ihre Gewohnheiten. Aber die Pasta da schmeckt ja auch lecker.

GK (strahlt ihn glücklich an): Du hast es nicht vergessen?
MK (lächelt sie schwerverliebt an): Wie könnte ich denn? Mit so einer bezaubernden Tänzerin an meiner Seite.
GK (kann es nicht lassen u. zieht ihn auf): Ach meinst du Brad?
MK (lacht): Nein, aber ich hoffe doch, du hältst ihn mir morgen vom Hals.

Äh... welcher Brad? Doch nicht etwa DER Brad?

GK (funkelt ihn an): Angst, dass er dir wieder an die Wäsche will?
MK (denkt nur ungern an Brads schmierige Hände auf seinem Hintern zurück): Nein!
GK (grinst): Naja!? Mal sehen. Kommt darauf an, ob du mir auf die Füße trittst.

Während Gabi schon voller Vorfreude an die morgige Tanzstunde dachte und gedanklich ihren Kleiderschrank nach dem passenden sexy Outfit suchte, um ihren Liebsten um den Verstand zu bringen, hielt dieser plötzlich inne und schaute seine schöne Freundin ernst an...

MK: Ist wieder alles gut zwischen uns?
GK (ihr Herz beginnt unweigerlich schneller zu schlagen u. sie legt ihre Hand beruhigend an seine Wange): Wie könnte ich dir denn lange böse sein?
Ich liebe dich doch!
MK (senkt beschämt seinen Blick): Weil ich es verdient hätte.
GK (nimmt nun sein ganzes Gesicht in ihre Hände u. schaut ihn voller Liebe an): Mehdi, alles ist gut, ok.

Mehdi schaute Gabi völlig gerührt an und konnte gar nicht anders, als ihr einen kleinen Kuss zu geben... Du bist so lieb. Danke, dass du da bist. Ich verspreche dir, ich werde dich nie wieder enttäuschen. ... Er legte seine Stirn an ihre und so verharrten sie einen Augenblick lang. Da fiel dem Halbperser plötzlich noch etwas ein und er zog seinen Kopf wieder zurück, um seine Liebste direkt anzusehen...

MK: Gretchen weiß jetzt übrigens Bescheid.

Gretchen, die immer noch nicht gegangen war und den beiden gerührt zugehört hatte, schaute nun gespannt nach vorn... Oh! Jetzt wird es aber interessant. Eine Minute könnte ich ja noch hier bleiben. Oder? Bleibt ja quasi unter uns. Hihi!

GK (stöhnt u. verdreht die Augen): Ähm... jaaa!? Da sie uns vorhin beim Knutschen erwischt hat, könnte das durchaus der Fall sein.
MK: Nein, ich meinte, ich habe ihr alles gesagt. Über uns!
GK (sieht ihn fragend an): Alles?
MK: Von Anfang an, ja.
Okay!? Das hätte ich jetzt nicht erwartet.
GK (sieht ihn leicht beunruhigt an): Und? Muss ich jetzt aufpassen, nicht hinterrücks mit Giftpfeilen beworfen zu werden?

Gretchen schnappte nach Luft... Also! Das ist ja wohl... Obwohl... Gut... Ich habe kurzzeitig tatsächlich mit diesem Gedanken gespielt, ja. Das gebe ich zu. Aber mittlerweile habe ich meine Meinung grundlegend geändert.

MK (bedrückt): Die gelten dann wohl eher mir.
Scheiße! Klar, dass sie was gegen uns hat. Nach allem, was war, war das ja nur zu erwarten. Sie hasst mich! Naja, ich kann sie ja ehrlich gesagt auch nicht besonders leiden. Wieso muss er auch so sehr an dem fetten Haasen hängen? Verdammt! Und jetzt?
GK (sieht ihn mitfühlend an): So schlimm?
Schlimmer!
MK (traurig): Ich glaube, sie wird nie wieder ein Wort mit mir reden, so enttäuscht war sie.

Das traf Gretchen mitten ins Herz... Ach Mehdi, ich hab das doch nicht so gemeint. Ich brauchte doch nur erst mal einen Moment, um das alles sacken zu lassen. Hmm... Und wenn ich doch noch was sage? Aber das kommt vielleicht blöd, wenn ich mich jetzt oute. Ich dürfte eigentlich gar nicht hier lauschen. Das gehört sich doch nicht!

GK: Weil sie mich hasst.

Das denkt sie also von mir? Aber das stimmt doch gar nicht. Also nicht mehr. Obwohl... nein, gehasst habe ich sie nicht. Sie tat mir nur leid. Sie hat doch auch nur jemanden gesucht, der sie liebt. Aber Marc war definitiv nicht der Richtige für sie, Mehdi vielleicht schon. ... Gretchen stand kurz davor, sich doch noch bemerkbar zu machen und hob schon ihre Faust zum Klopfen, als Mehdis sanfte Stimme plötzlich erklang und sie ihre Hand wieder senkte...

MK: Nein, das tut sie nicht.
GK (glaubt ihm kein Wort): Komm, die besten Freunde werden wir nicht mehr werden.

Gretchen seufzte in sich hinein... Wie wahr!

MK (muss plötzlich lächeln): Das hat sie auch gesagt.
Na super! Und was bringt mir das jetzt? Außerdem... wer hat denn gesagt, dass ich überhaupt mit ihr befreundet sein will. Also echt nee! Das muss nun wirklich nicht sein. Oh Gott, komm bloß nicht auf die Idee, irgendwann so ein peinliches Doppeldate mit ihr und Marc zu machen! Dann muss ich kotzen.
GK (sieht ihm direkt in die Augen): Sie akzeptiert es nicht oder?
Ich weiß es nicht!
MK (versucht seine Unsicherheit zu überspielen): Doch, doch! Sie ist nur auf mich sauer, weil ich mich dir und Maria gegenüber völlig unmöglich verhalten habe. Ich kann schon verstehen, dass sie jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben will.

Seine Stimme wurde zum Ende hin wieder trauriger, was sowohl Gabi als auch Gretchen berührte, die sich nun nicht mehr traute, etwas zu sagen, was Gabis Verdienst war, die plötzlich unerwartet Partei für ihre Ex-Erzfeindin ergriff...

GK (streichelt ihm über den Arm): Ach die kriegt sich schon wieder ein. Wenn sie erst mal merkt, wie sehr wir uns lieben, dann wird das schon.
MK (sieht sie völlig gerührt an): Du willst mich trotzdem noch? Obwohl ich so ein blöder Idiot bin?
Och Gott, Mehdi!
GK (schmiegt sich gefühlvoll an ihn): Das mit dem Idioten hast du jetzt gesagt. Aber ja, ich will dich, jede Minute, jede Sekunde, immer.

Gott, die beiden sind ja richtig süß zusammen. Das ist tatsächlich Liebe.

MK (sein Herz klopft wie verrückt vor lauter Liebe): Tut gut, das zu hören.
GK (legt ihre Hand an seine Wange u. streichelt ihn sanft, während sie ihm tief in die Augen schaut): Ach Bärchen, hör auf Trübsal zu blasen! Alles wird gut. Das sagst du doch immer.

Jetzt war es endgültig um Gretchen Haase geschehen... Sie nennt ihn Bärchen. Gott, wie süß!

MK: Du hast Recht. Das wird sich schon noch alles klären. Ganz bestimmt.
GK (erleichtert, dass er seine Deprimiene wieder ablegt, streicht sie ihm über den Bauch): Eben! Und jetzt wird gegessen. Dein Bauch grummelt schon die ganze Zeit.
MK (gibt ihr einen kleinen Kuss u. lächelt sie verliebt an): Und du warst wirklich extra im Supermarkt, um mir Käse zu besorgen?
GK (wird unfreiwillig etwas rot im Gesicht u. spielt es herunter): Hmm! Ich weiß doch, was du gern hast.
Ok! Dieses gefühlsduselige Wesen bin doch nicht etwa ich? Das muss sofort aufhören. Das ist ja oberpeinlich.

Ok, ich gebe es ungern zu, aber die beiden sind echt niedlich zusammen. So vertraut und irgendwie nah. Das hätte ich nicht erwartet. Vielleicht passen sie ja doch besser zusammen, als wir alle gedacht haben. Ich wünsche mir so, dass es klappt. Er hat es verdient, endlich mal Glück zu haben. Der Rest ergibt sich schon von selbst. ... Oh! Ich sollte vielleicht schleunigst hier verschwinden, bevor sie mich noch sehen. Nicht, dass es wieder zu Missverständnissen kommt. Ich will mich nicht noch mal mit ihm streiten.

Und so verschwand Gretchen Haase ganz still und heimlich, genauso wie sie gekommen war, zur Tür hinaus und schloss diese geräuschlos hinter sich. Im selben Moment drehte sich der schwarze Ledersessel langsam wieder herum. Mehdi gab Gabi gerade einen langen innigen Kuss auf den Mund, der sehr gefühlvoll erwidert wurde. Dann widmeten sich die beiden Verliebten, die sich immer noch eng umschlungen im Arm hielten, ihrem verspäteten Mittagessen und fütterten sich gegenseitig mit Salat und Käsewürfeln.

Lorelei Offline

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06.03.2011 17:20
#943 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tada! Ich habe es tatsächlich geschafft, einen Meier-Teil zu fabrizieren. Ich weiß, ihr habt ihn vermisst. Viel Spaß damit u. schönen entspannten Sonntag noch. Eure Lorelei




Dr. Marc Olivier Meier, seines Zeichens Oberarzt der chirurgischen Abteilung und momentaner stellvertretender leitender Direktor des Elisabethkrankenhauses, saß währenddessen im Chefarztbüro seines Vorgesetzten und Schwiegervaters in spe, Prof. Dr. Franz Haase, und quälte sich durch einen Berg von Akten, der einfach nicht kleiner werden wollte. Seit Stunden hatte er sich nicht von der Stelle bewegt und verzweifelte schon fast daran, den Kampf gegen das Papiermonster zu verlieren. Es kam ihm fast so vor, als hätte ihm der Professor sämtliche unbearbeiteten Unterlagen des ablaufenden Jahres zur Bearbeitung dagelassen, bevor er mit seiner Ehefrau ein Kreuzfahrtschiff bestiegen hatte und nun seelenruhig im Liebesrausch über das Mittelmeer schipperte. Am liebsten hätte er mit ihm getauscht, dachte Marc gerade und hielt sich verträumt seinen Kuli an die Lippe. Cocktail schlürfend mit offenem Hawai-Hemd im Liegestuhl auf dem Sonnendeck eines Kreuzers sitzen und sein nur im knappen sexy roten Göttinnen-Bikini bekleideter Haasenzahn im Arm. Hach... das wäre doch schön jetzt. Aber statt Meeresrauschen im Ohr nichts als staubtrockene Berge von nutzlosem Papier vor seinen schmerzenden Augen. Was hatte er eigentlich verbrochen? Das war doch pure Absicht von Franz gewesen. Wahrscheinlich wieder so ein bescheuerter Test, ob er es drauf hatte, ein Dreihundert-Mitarbeiter-Krankenhaus selbständig zu führen. Kinderkram! Natürlich hatte er das drauf. Er war schließlich Dr. Marc Meier, der jüngste Oberarzt Deutschlands und wenn es nach ihm ginge auch bald der jüngste Chefarzt des Landes, wenn er Gretchens Vater weiterhin mit seinem großartigen Talent, seiner Aufopferungsgabe, seiner Perfektion, seinem Organisationstalent und seiner unwiderstehlichen Ausstrahlung beeindrucken konnte und dieser endlich seinen Stuhl für ihn freimachte. Das wäre doch geritzt. Alle tanzten doch schon nach seiner Pfeife. Naja.... fast! Ihm war heute der eine oder andere Oberarzt abhanden gekommen, aber selbst für liebeskranke Idioten fand sich eine passable Lösung. Auch wenn er deswegen seine hübsche Assistenz entbehren musste, was aber angesichts der äußerst delikaten Sachlage, dass sie dem Krankenhausgigolo auf die Spur gekommen war, auch gar nicht mal so schlecht war. Er musste sich schließlich auch aus dem Gefahrenbereich bringen, obwohl er ja eigentlich mit dem ganzen Theater, das er nur noch spöttisch „das Dreieck“ nannte, überhaupt nichts zu tun hatte. Das war allein Mehdis Bier. Der Dorfdepp hätte ihn ja auch nicht mit seinem Scheiß vollquatschen brauchen. Und bevor Gretchen noch mehr dämliche Fragen stellte, konnte sie auch die Komapatienten der Hassmann damit belabern. Ach ja, Gott ... äh... Chef zu spielen, war schon ne verdammt geile Sache. Macht und Autorität umgaben ihn. Er hatte das Sagen, konnte delegieren und zusammenscheißen, wann immer er wollte, wobei er das ja eh schon immer so praktizierte. Und das riesige Büro von Franz gab ja auch was her. Er würde es natürlich völlig anders gestalten. Weniger hässlichen Biedermeier, mehr Schick und moderne Coolness. Seine Modellautosammlung würde sich hier doch sicherlich gut machen. Und da neben der Tür würden seine ganzen Zeugnisse und Diplome perfekt zur Geltung kommen. Ja, das Leben war schon schön für einen jungen aufstrebenden Chirurgen. Und es lief ja auch alles ganz gut bis jetzt. Völlig problemlos, nach Maß eben, aber er war ja schließlich auch der Beste. Was sollte da schon groß schief gehen? Mal abgesehen von den patzigen Kommentaren von Oberdrache Stefanie, die ihn nicht eine Sekunde ernst genommen hatte bei seiner Chefarztansprache heute morgen in der Cafeteria. Pff... Wer Nashörner sammelte oder waren es Flusspferde, egal, jedenfalls, den nahm er auch nicht ernst. Er hatte hier das Sagen und basta! An sich war es ein geiles Gefühl, ganz oben angekommen zu sein, auch wenn es nur probehalber war. Aber er könnte sich schon daran gewöhnen. Wie Haasenzahn ihn voller Stolz angehimmelt hatte. Hach... Am liebsten hätte er sie von oben bis unten abgeknutscht, aber dann wäre seine ganze hart erarbeitete Autorität flöten gegangen. Wozu hatten sie denn ihre Oase im Ostflügel? Wäre eigentlich mal wieder an der Zeit, dachte er und grinste in sich hinein. Hmm... Und sonst? Bis auf die Hassmann, die in den Alpen potentielle komplizierte Skiunfallpatienten akquirierte oder wohl eher ihre Tränendrüsen auskurierte - irgendwas war da faul an ihrem seltsamen Anruf, aber egal, was ging ihn das an -, und dem Chefehepaar, das in den Zweiten Frühling schipperte, waren alle seine Angestellten an ihrem Platz, wo sie auch hingehörten. Der verknallte Dorfdepp befand sich auch wieder auf der Babystation. Also falls er noch lebte und Haasenzahn ihn noch nicht in die Mangel genommen hatte. Aber das war ja nicht mehr sein Problem. Sein eigentliches Problem war der fünfzig Zentimeter hohe Stapel Akten, die noch bis Jahresende abgearbeitet werden sollten. Bilanzen, Finanzierungskonzepte, Quartalsberichte, Anträge an die Krankenkassen. Alles stinklangweiliges Zeugs. Also wenn sein Arbeitsalltag wirklich auf Dauer so aussehen würde, dann könnte er vielleicht doch noch liebend gern eine Weile auf diesen Büro-Job verzichten. Das war doch echt ätzend. Gerade einmal war er heute im OP gewesen und da hatte er auch nur zugeschaut, weil er Haasenzahn für ihren Facharzt fit machen musste. Die anderen Assis hatte er in die Notaufnahme geschickt, wo er eigentlich auch noch mal nach dem Rechten schauen sollte. Naja, wenigstens hatte die Stasi-Sabsi ihm das Verschicken der blöden Weihnachtsgrußkarten abgenommen. Also echt jetzt, so ein schwuler sentimentaler Scheiß gehörte nun wirklich nicht in seinen Fachbereich. Marc seufzte einmal, rieb sich über seine müden Augen, streckte sich und nahm sich eine neue Mappe hervor, als er es plötzlich an seiner Tür klopfen hörte...

Lorelei Offline

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07.03.2011 16:49
#944 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Helau und Alaaf wünsche ich euch an diesem wunderschönen sonnigen Rosenmontag und ganz viel Spaß jetzt mit......... Bussi, eure Lorelei




MM: Ich hab doch gesagt, ich will nicht gestört werden.

... gab Dr. Meier gereizt zu verstehen und murmelte noch ein unverständliches „Sonst werd ich ja nie hier fertig mit dem Scheiß“ hinterher. Aber im selben Moment ging auch schon langsam die Tür auf und wie eine Erscheinung des Himmels tauchte ein blonder Lockenkopf auf...

GH: Auch von mir nicht?

... fragte Gretchen unsicher nach und schloss vorsichtig die große Eichentür hinter sich und sah ihren Vorgesetzten zuckersüß an. Marc blickte von seinem Schreibtisch auf und musterte die Schönheit argwöhnisch mit hochgezogener Augenbraue. Kam jetzt etwa der befürchtete Anschiss wegen seiner Mitwisserschaft, was den Möchtegerngigolo betraf? Sie hatte ihm doch sicherlich ordentlich den Arsch aufgerissen. Oder? Betont cool und ohne eine Miene zu verziehen sah er sie an...

MM: Kommt darauf an, was du von mir willst.
GH (tapst unsicher von einem Bein auf das andere u. sieht ihn schüchtern an): Nichts! Ich dachte nur... ich schau mal eben vorbei. Auf Station ist nicht so viel los.
Das ist doch noch nicht alles? Ich kenn dich doch. Du pirschst dich doch nur heran und checkst die Lage aus. Aber gut, spiel ich eben mit.
MM (bleibt skeptisch): Aha! Du, ich hab hier aber noch einen riesen Berg abzuarbeiten.
An dem dein Vater schuld ist! Das muss mal hervorgehoben werden.
GH (kommt einen Schritt auf ihn zu u. zeigt auf den Stapel Papiere): Soll ich dir helfen?
Die lenkt doch ab!
MM: Chefkram, da siehst du eh nicht durch.
GH: Hmm!

Wie bestellt und nicht abgeholt stand die blonde Assistenzärztin nun im Büro ihres Vaters und schaute zu Marc rüber. Er seufzte nur...

MM: Ok, Süße, ich mach hier noch ein bisschen weiter. Wenn du die Klappe hältst, darfst du bleiben.

Gretchen strahlte ihren Oberarzt glücklich an, der von ihrem süßen Lächeln gleich wieder Herzrasen bekam und sich nur schwer wieder auf die Akten konzentrieren konnte, und ging zur Sitzecke rüber, setzte sich dort aufs Ledersofa, schnappte sich die Schmusedecke, in die sie sich schon als kleines Mädchen immer gerne eingewickelt hatte, wenn sie ihren Vater in seinem Büro besucht hatte, zog ihre Beine an und legte die Decke darüber. Marc beobachtete seinen Engel einen Moment, schmunzelte und arbeitete dann konzentriert weiter. Nach einer Weile vernahm er aber einen leisen Seufzer von der Seite, zwei Minuten später wieder einen und dann noch einen. Entnervt legte er schließlich seinen Stift beiseite und schaute zum Sofa rüber, auf dem seine Freundin saß. Gretchen starrte Gedanken versunken zum Fenster. Marc fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht, rollte dann mit dem Stuhl zurück und stand schließlich auf und ging zu ihr rüber. Vor der Couch ging der besorgte Mann in die Hocke und sah seinen Engel auffordernd von schräg unten an...

MM: Ok, schieß los!
GH (aus ihren Gedanken gerissen, schaut sie ihn mit großen Augen überrascht an; hat sie doch gar nicht gemerkt, dass er zu ihr rüber gekommen ist): Womit?
Boah! Womit denn? Na dem Frauenflüsterer! Wem sonst?
MM (nimmt sie auf den Arm): Mit dem geladenen Revolver, der in der untersten Schublade deines Vaters liegt.
GH (reißt erschrocken die Augen weit auf u. setzt sich kerzengerade hin): Papa hat ein Gewehr?
Och Süße, du bist echt ein Kracher!
MM (kann sich sein Lachen nicht mehr länger verkneifen u. schmeißt sich neben sie aufs Sofa): Du glaubst mir auch jeden Mist, Haasenzahn, hmm?
GH (zieht eingeschnappt die Decke wieder hoch, die verrutscht ist): Marc!
MM (rückt nah an sie heran u. legt seinen Arm um ihre Schulter): Ich meinte eigentlich dein Aufeinandertreffen mit dem Schmalspurcasanova. Du warst doch bei ihm oder?
Casanova ist gut!
GH (nickt leicht mit dem Kopf): Hmm!
Na super!
MM (schaut sie skeptisch an): Und? Ich hatte eigentlich mit einem mächtigen Gewitter gerechnet.
Sowohl für ihn als auch für mich.
GH: Das gab es ja auch.
Gut! Gab es Verletzte? Hab noch gar nichts aus der Notaufnahme gehört. Naja, schlagen ja beide zu wie ein Mädchen!
MM (grinst): Ne gehörige Kopfwäsche hat ihm noch nie geschadet.
Stimmt!
GH: Ich brauchte halt noch einen Moment, um das alles zu kapieren.
MM (rollt mit den Augen): Du, ich werd’s nie verstehen.
Ausgerechnet das Dreckstück!
GH (lächelt, als sie an die rührende Szene in Mehdis Büro zurückdenkt): Das ist die Liebe. Die geht ihren eigenen unergründbaren Weg.
MM (verzieht sein Gesicht): Boah so was Schwülstiges hat er dir aufgetischt?
Weichei!
GH (grinst ihn an): Nein, das ist meine Interpretation.
Ok!? Wo ist der Haken? Die Dramaqueen bleibt viel zu ruhig für ihre Verhältnisse. Bei mir macht sie doch auch immer ein Fass auf, wenn ich ihr einen quersitzenden Furz verheimliche. Und bei ihm nimmt sie einfach so hin, dass er sich durchs halbe EKH vögelt?
MM (hakt vorsichtig nach): Ah ja!? Und du nimmst das jetzt einfach so hin?
GH: Wieso sollte ich die Richterin spielen, wenn er sich so entschieden hat?
MM (verunsichert): Naja, weiß nicht, weil du neuerdings so dicke mit der Hassi bist, vielleicht. Und weil das Miststück bekanntlich nicht gerade zu deinen Lieblingskolleginnen zählt. Äh... zu meinen übrigens auch nicht.
GH: Ich hab ihm gesagt, dass ich sein Verhalten Maria gegenüber unmöglich finde und er will das ja auch klären.
MM (ihm klappt der Mund auf u. er sieht sie ungläubig an): Wie? Hat der seine Klappe noch immer nicht aufgekriegt? Diese Lusche! Der war doch heute Morgen direkt auf dem Weg zu ihr.
Das klingt ja fast so, als ob Marc ihm auch die Pistole auf die Brust gesetzt hat? ... Ich bin so stolz auf ihn!
GH: Sie war schon weg.
Scheiße ja, das hatte ich fast vergessen.
MM: Die macht das Richtige.
GH (sieht ihn verunsichert an): Meinst du sie ahnt etwas? Du hast doch mit ihr telefoniert.
MM (zuckt mit den Schultern u. stöhnt genervt): Mein Gott, sie hat mich wie immer ziemlich angezickt und dann gleich wieder aufgelegt.
GH (lehnt sich nachdenklich an die Sofalehne zurück): Hmm!
Komisch! Sehr, sehr komisch!
MM: Und jetzt? Schmollst du eine Weile mit ihm?
Hätte er eigentlich mal verdient, dass sie nicht mehr so um ihn herumscharwenzelt.
GH (zuckt mit den Schultern): Ich weiß nicht. Das kam alles so überraschend.
Verdient hätte er es ja, aber jetzt, wo ich weiß, dass da wirklich etwas ist zwischen den beiden, da... Ach ich weiß nicht. Er war halt liebesverwirrt. Und damit kenne ich mich ja bekanntlich bestens aus.
MM: Überraschend ist gar kein Ausdruck.
GH: Aber irgendwie kann ich ihn schon verstehen.
Boah Haasenzahn! Bei dir bekommt sogar Gaddafi ne Segnung vom Papst für seine Verdienste für die Menschlichkeit. Unfassbar!
MM (fassungslos): Im ernst jetzt? Was genau hat er dir eigentlich erzählt?
Der hat doch mal wieder die Hälfte weggelassen. Also die schmutzige Hälfte. Bei ihr braucht man schließlich FSK 6 und er hat ja teilweise unglaubliche 21 verdient. Hätte ich ihm früher nie zugetraut. Hmm... Ich würde fast behaupten, dass er kein Waschlappen mehr ist. Naja zumindest kein Weichgespülter.
GH: Alles!
MM (hebt skeptisch seine Augenbrauen): Alles? Auch dass er...
GH (unterbricht ihn): Marc, die Details müssen wir nicht durchgehen. Das geht uns doch auch gar nichts an.
Okay!? Was fällt dem eigentlich ein, mit ihr so ein intimes Zeug zu bequatschen! Geht’s noch!
MM (verdreht die Augen): Na, Gott sei dank.
GH (schmiegt sich lächelnd an ihn): Er ist glücklich und allein das zählt.
MM (genießt ihre Nähe u. schnuppert an ihrem Haar): Du hast aber schon mitbekommen, um wen es sich da handelt?
GH: Natürlich!
Ich fass es nicht. Sie nimmt das einfach so hin? Nach allem, was war?
MM: Naja, ich traue ihr trotzdem nicht über den Weg.
GH (sieht ihn direkt an): Menschen können sich ändern, Marc.
MM: Ah ja!? Nenn mir ein Beispiel!
GH (grinst): Es sitzt neben mir.
MM (schnappt nach Luft): Oh, ich bitte dich, ich bin immer noch derselbe wie immer.
GH (schmunzelt): Hmm, wenn du das denkst? Der alte Marc hätte seinen Freund aber schon längst in die Pfanne gehauen und ihm wären die Konsequenzen völlig egal gewesen.
MM (verteidigt seinen guten Ruf): Eh ich hab ihm sehr wohl die Meinung gegeigt und das nicht nur einmal.
Hach... mein Held!
GH (fährt mit ihrer Hand über seine Brust u. lächelt ihn verliebt an): Weil in deiner Brust doch ein großes Herz schlägt und du dir Sorgen um ihn gemacht hast.
Hab ich nicht!
MM: Boah hör auf mit deiner Psychoscheiße! Da ist mir ein Anschiss bald lieber.
GH (zieht ihre Hand zurück u. schaut ihn vorwurfsvoll an): Den hättest du auch wirklich verdient gehabt, mein Lieber. Wir hatten uns immer Ehrlichkeit geschworen. Vergessen? Aber jetzt so im Nachhinein betrachtet, wo ich alles weiß, ich weiß nicht, was ich getan hätte.
Klar hätte ich ihm Vorwürfe gemacht, aber ansonsten?
MM (fährt sich seufzend durchs Haar): Frag mich nicht, was für eine Scheiße ich mit dem Dorfdepp durch hab. Der hat mir Jahre meines Lebens gekostet.
GH (sieht ihn gerührt an u. tätschelt seine Wange): Danke!
MM (versteht mal wieder gar nichts mehr): Äh... Wofür jetzt?
GH: Dafür dass du ihm so ein guter Freund bist.
MM: Äh... dafür schuldet er mir ja auch bis zum Lebensende ein Sixpack Bier pro Woche.
GH (grinst): Oh wie großzügig von dir. Ich hätte einen ganzen Kasten erwartet.
MM (klappt erst die Kinnlade nach unten, aber dann muss er auch schmunzeln): Du hast vergessen, dass er keinen Cent auf dem Konto hat. Und ich will ja nicht, dass er unter der Brücke schlafen muss.
GH (stupst ihn in den Arm): Blödmann!

Marc richtete sich auf und sah sein Mädchen plötzlich ernst von der Seite an, was sie verunsichert zur Kenntnis nahm. Des guten Friedens willen hatte sich der Oberarzt nämlich etwas überlegt...

MM: Ok, hör zu! Vorschlag. Ich kritzele jetzt noch ein paar Meiers unter ein paar Unterlagen. Den Rest kann ich auch noch die Tage machen. Und wir machen heute Abend was zusammen, hmm? Irgendwas. Du darfst auch aussuchen.
Na hoffentlich bereue ich das nicht.
GH (strahlt ihn begeistert an): Oh! Will da jemand sein schlechtes Gewissen beruhigen?
Schlechtes Gewissen? Ich? Niemals!
MM: Eh, ich bitte dich! Ich zeige hier nur meinen guten Willen. Ich kann mein Angebot auch sofort wieder zurückziehen.
GH (hält ihn fest, als er aufstehen will): Nein! Ich muss doch die Gelegenheit nutzen, wenn du einmal nett zu mir bist.
MM: Äh... Ich bin immer nett. Und wehe du sagst jetzt was dagegen!
GH (lacht): Ok! Ich weiß auch schon, was wir machen könnten. Aber du musst mir dann versprechen, nicht zu meckern.
Ich wusste es. Ich werde es bereuen.
MM (mit leichter Panik im Blick): Oh je! Was hast du jetzt schon wieder vor? Eh in diesen megapeinlichen Sex-in-the-City-Streifen kriegst du mich nur über meine Leiche. Ein bisschen männlichen Stolz musst du mir schon noch lassen.
Hmm... Obwohl... Es würde so viel Spaß machen, ihn ein bisschen zu quälen. Etwas Strafe hätte er ja schon verdient. Hihi!
GH: Wie war das noch mal mit dem Meckern?
MM (funkelt sie an): Haasenzahn!

Gretchen kicherte und drückte ihm einen dicken Schmatzer auf den Mund, aus dem Marc eine längere, nicht gerade jugendfreie Knutscherei machte, und stand schließlich nach ein paar Minuten auf, was dem verknallten Oberarzt auf einmal gar nicht mehr so recht war....

MM: Äh... was wird das jetzt?
GH (knöpft die obersten Knöpfe ihrer Bluse wieder zu u. zupft ihren Kittel zu Recht): Gleich beginnt doch die Visite. Die sollte ich wohl noch zu Ende bringen, bevor wir hier verduften, oder?
MM (noch ganz verwirrt): Äh ja!?
GH (lässt ihn auf dem Sofa sitzen u. geht zur Tür): Bis später. Ich warte im Stationszimmer auf dich.
MM (erhebt sich gemächlich von der Couch u. schaut ihr wehmütig nach): Gut! ... Warte!

Gretchen drehte sich überrascht noch einmal zu ihrem Liebsten um, der langsam auf sie zu kam und nach ihren Händen griff...

GH: Hast du noch was vergessen?
MM (funkelt sie mit feurigen Augen an): Ja!

Und ehe es sich Gretchen versah, hatte Marc sie auch schon gegen die geschlossene Eichentür gedrängt und verabschiedete sich mit einem atemberaubenden Kuss von ihr.

Lorelei Offline

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09.03.2011 13:28
#945 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hello again!
Meine Güte, ihr sprengt ja mein Kommifach! Ich bin ganz überwältigt und gerührt. Danke ihr Lieben! Ihr wisst ja, wie viel mir euer Feedback bedeutet. Sorry, dass es etwas gedauert hat, den neuen Teil zu posten, aber ich war noch nicht so ganz zufrieden damit und habe ein bisschen länger daran gebastelt. Ich hoffe, er ist einigermaßen gut gelungen. Ich widme diesen Teil Penny Lane, die stets mit großer Freude und Akribie in bester Stasimanier meine Geschichte nach Schwachstellen durchforscht und mich bloßstellt... ääähhh... völlig sprachlos macht. Auch an dieser Stelle möchte ich mich für den dreisten Gedankenklau entschuldigen, der ja eigentlich im Prinzip auch gar keiner war. (Zwei Dumme, ein Gedanke eben!) Ich werde mich in Zukunft bemühen, mehr Martchen-Momente zu zeigen, um einerseits meine Seele wieder rein zu waschen und andererseits dich wieder versöhnlich zu stimmen. Und nach den Kommis zu beurteilen, haben auch die anderen nichts gegen eine Überdosis . Oder? Hier habt ihr den ersten Teil. Liebe Grüße u. einen schönen Tag noch, eure Lorelei





Drei Stunden später fand sich der coolste Oberarzt des Universums in seinem persönlichen Albtraum wieder. Was hatte er sich eigentlich dabei gedacht, seinem Haasenzahn freiwillig die Abendgestaltung in die Hände zu drücken? Nur weil er sich in einer unüberlegten Mikrosekunde in der Büßerrolle wieder gefunden hatte? Alles wegen Kaan und seinem Dreieck? GGGRRR!!! Er hasste es. Wann war er eigentlich so weich geworden? Reue, dieses nutzlose Gefühl der Schwäche hatte er vorher nicht gekannt. Nein, Reue war eigentlich nicht das richtige Wort dafür. Aber was war es dann? Doch ein schlechtes Gewissen? Nein, das auch nicht, denn das war ihm völlig unbekannt. Er war schließlich Chirurg. Er wollte eher auf Gut-Wetter machen, falls SIE ihn doch noch wegen seines wochenlangen Schweigens zur Schnecke machen wollte und wieder auf ihre Lieblingswaffe (Liebesentzug) zurückgriff. Und für ihn und seine Pläne wäre es eher kontraproduktiv, wenn sie sauer auf ihn wäre. Er hatte schließlich schon alles teuer bezahlt.

Aber Marc Meier hätte es eigentlich gleich wissen müssen. Vom ersten Moment an. Schon allein daran, wie Gretchen gekuckt hatte, als er nach der Not-OP, die ihn Gott sei dank doch noch einmal in seinen geliebten Tanzbereich geführt und seinem langweiligen Arbeitstag ein akzeptables Ende bereitet hatte, viel zu spät im Stationszimmer erschienen war, hätte er es festmachen können. Hämisch grinsend, aber auch irgendwie hibbelig und aufgeregt hatte sie ihn mit ihren großen Kulleraugen angeschaut. Wie so ein zwölfjähriger Teeny, der gleich einen hysterischen Anfall bekam, weil sie ein Fantreffen mit Justin Bieber gewonnen hatte. Sein persönliches Groupie hatte schon in kompletter Montur vor ihm gestanden. Es hatte nur noch das riesige Fanplakat gefehlt, wobei in ihrem Fall wahrscheinlich wohl eher „I love Robbie“ oder „Morten“ draufgestanden hätte und nicht „Justin, ich will ein Kind von dir“. Wäre ja in ihrem Fall auch wirklich pervers gewesen. Der kleine Knirps könnte ja fast als ihr eigenes Kind durchgehen. Bäh! Schreckliche Vorstellung!

http://www.youtube.com/watch?v=9R2F3bXljpo

Oh Gott, aber sie wollte doch nicht tatsächlich zu so einem beschissenen Revival-Konzert gehen, bei dem erwachsene Frauen wieder zu vierzehnjährigen Teenys mutieren? A-ha waren doch gerade in der Stadt. Das hatte doch heute Morgen im Kulturteil seiner Tageszeitung gestanden, über den er gestolpert war, als er am Frühstückstisch nach dem Sportteil gesucht hatte. Haasenzahn wollte ihn leiden sehen. So viel war schon mal klar. Dazu brauchte er ihr nur einmal in ihre funkelnden Augen sehen. Da stand Verschwörung in großen Lettern geschrieben. Und dazu dann noch dieses fiese verräterische Augenzwinkern von der Stasi-Sabsi, die den beiden überschwänglich einen schönen Abend gewünscht hatte und dann mit einer ekelhaft guten Laune wie ein Trampeltier davon gehüpft war. Wahrscheinlich auf direktem Weg, um den Leichenfledderer zu beglücken. Bäh! Igitt! Diese Vorstellung war einfach nur ekelhaft. Genauso wie der Anblick, der ihm vorhin in der Pathe zugemutet worden war. Er war auf der Suche nach dieser unfähigen Schwester gewesen, da er ihr eine halbe Stunde zuvor einen Auftrag erteilt hatte, sie aber nicht wieder in den OP zurückgekehrt war. Und was mussten seine empfindlichen Augen dort im Keller sehen? Den blanken Horror. Schlimmer noch als der neue „Tweilight“-Dreck seiner Mutter. Die hatten doch tatsächlich knutschend an einem der Leichenfächer gestanden. Da war ihm sein Mittagessen wieder hochgekommen und er war panisch wieder geflüchtet. Sein Patient konnte auch morgen noch eine neue Hornhaut bekommen. Dr. Meier wollte nur noch weg. Raus aus diesem Irrenhaus, das ja eigentlich momentan unter seiner Führung stand. Aber da war ja immer noch sein beschissenes Versprechen Haasenzahn gegenüber gewesen.

Ja, er hätte es wirklich wissen müssen. Spätestens als sie den Volvo auf dem Parkplatz vorm EKH stehen lassen wollte und Richtung Bushaltestelle gestiefelt war und er sich kurze Zeit später auch noch in der U-Bahn wieder gefunden hatte, die er seit Studienzeiten nicht mehr betreten hatte. Marc ahnte es mit jedem Schritt, mit dem sie ihrem Ziel näher kamen. Sie zerrte ihn schon regelrecht dahin und ihm wurde immer mulmiger zumute. Völlig aufgekratzt war sie, als sie die ersten Schilder gesehen hatte und hüpfte aufgeregt wie ein kleines Kind auf und ab, als gäbe es bei Edeka 50 % auf Nutella und sie hätte vor, das ganze Regal leer zu räumen.

Aber zum Wegrennen war es dann leider auch zu spät gewesen. Und wie hätte das auch ausgesehen? Er war schließlich ein Mann und keine Memme so wie Mehdi. Aber der würde sich hier wahrscheinlich genauso wohl fühlen wie Haasenzahn. Der war ja quasi ihre Schwester im Geiste. Also stark sein und Augen zu und durch! Er würde es schon irgendwie überleben. Einmal konnte er ihr ja den Gefallen tun. Vielleicht bekäme er ja für sein Entgegenkommen noch eine ordentliche Belohnung von ihr, wenn er es tatsächlich ganz durchzog? Dieser Gedanke ließ ihn sogar einmal kurz auflächeln. Aber sein Lächeln hielt nur solange an, bis er das Eingangschild gesehen hatte. Marc ließ den Kopf hängen, während Gretchen fast ausflippte vor lauter Vorfreude. Erwartungsvoll sah sie den gequält dreinblickenden Mann an. Es gab kein Zurück mehr. Also Begeisterung vortäuschen! Aber das fiel ihm schwer. Sehr, sehr schwer sogar! Denn welcher bescheuerte Idiot hatte sich eigentlich diesen Scheiß hier ausgedacht? Kein normaler Mensch verbrachte bei leichtem Schneefall und -5 Grad Celsius Außentemperatur, die gefühlt sogar noch auf -15 Grad anstieg, also sibirisch, fast schon arktisch war, den Abend freiwillig im Freien.

Lorelei Offline

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10.03.2011 16:02
#946 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Entschuldigung, aber ich kann gerade nicht anders. Ihr seid echt auf den falschen Zug aufgesprungen. Dabei hat die Bahn doch heute gestreikt. Wie habt ihr das denn geschafft? Hahaha! Ich kann nicht mehr. Moment! ..................... Puh! Hab mich wieder beruhigt und werde jetzt des Rätsels Lösung aufklären. Aza, der ich diesen Teil widmen möchte , war die Einzige, die die Bahn stehen gelassen hat und fast den richtigen Riecher hatte. Aber nur fast! Obwohl.... doch ja, du hattest vollkommen recht. Es geht zum ersten Open Air Treffen der Trekkies! Glückwunsch! Marc wurde von Gretchen gezwungen, sich in ein Klingonenkostüm zu zwängen. Vielleicht treffen sie ja auch noch auf Mr. Spock und die Andorianerin Sabine. Marc freut sich bestimmt............................nicht! Viel Spaß dabei! Aber den habt ihr ja auf jeden Fall, denn es ist ein Martchen-Teil. Image and video hosting by TinyPic Liebe Grüße, eure rundum glückliche Lorelei




Und dennoch war der Platz gut gefüllt. Hunderte von Menschen, v.a. japanische und amerikanische Touristen, die ebenso begeistert waren wie Haasenzahn, säumten die Reihen, quengelnde und nervende Kinder, wohin man nur sah, hysterische Weiber mit prall gefüllten Tüten, leidende Männer mit lang gezogenen Gesichtern, die seinem eigenen in nichts nach standen und die wie Schosshündchen hinter ihren Frauen her gezogen wurden, aber um des Familienfriedens willen nichts dagegen sagten. Und dann diese elende Dudelei, die ihm so dermaßen auf den Sack ging, dass er am liebsten auf die Lautsprecher eingedroschen hätte, wenn er irgendwoher einen Baseballschläger in die Hände bekommen hätte.

http://www.youtube.com/watch?v=meU4cxhdjJI

Ja, Marc Meier hasste Weihnachten in all seinen Formen, Farben und Tönen! Schon immer! Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal dieses bescheuerte Konsumritual mitgemacht hatte. Eigentlich war er immer froh gewesen, diesem besinnlichen Mist entkommen zu können, indem er Doppelschichten im Krankenhaus geschoben hatte, aber ausgerechnet in diesem Jahr konnte er sich diesem Schmierentheater nicht entziehen. Er würde die ganze Packung abbekommen. Doppelt und dreifach sogar! Und SIE allein war schuld daran!

Eigentlich hätte er es wirklich wissen müssen. Er kannte sie doch. Erst neulich hatte sie ihn deswegen regelrecht angebettelt, aber er hatte auf stur geschaltet und sie auflaufen lassen, woraufhin sie sich fünf Stunden lang schmollend im Schlafzimmer eingeschlossen hatte. Nur über seine Leiche, hatte er gesagt. Und so tiefgefroren, wie er sich gerade fühlte, war er diesem Zustand schon ziemlich nahe. Sie hatte ihn hinterhältig ausgetrickst, dieses kleine Biest!

Ja, er hätte es wissen müssen. Denn schließlich rannte sie seit drei Wochen mit diesem schrecklichen Ohrenkrebs auslösenden Handyklingelton herum, der nur eines bedeutete..... Gretchen Haase liebte Weihnachten. Alles daran. Vor allem aber diese dämlichen überfüllten Weihnachtsmärkte, die einem das Geld aus den Taschen zogen. Und auf einem davon befanden sie sich gerade. Seit einer geschlagenen Dreiviertelstunde!

Seine Füße waren schon zu Eisklumpen gefroren. Seine Nase lief ununterbrochen und fühlte sich an wie ein Eis am Stiel und seine Finger spürte er schon seit ein paar Minuten nicht mehr. Er hatte nämlich seine Handschuhe heute Morgen in seinem Auto vergessen. Aber Marc konnte dem ganzen Weihnachtshorror und der eisigen Kälte nicht entfliehen. Da nützten auch kein wehleidiges Kucken oder Schmeichelattacken seiner Freundin gegenüber. Hatte sich die sture Frau einmal etwas in den Kopf gesetzt, gab es auch für ihn kein Zurück mehr. Gretchen hatte sich fest bei ihm untergehakt und zog ihn begeistert von einem Stand zum anderen. Widerworte hörte sie schon gar nicht mehr und das lag sicherlich nicht an den weißen Plüsch-Ohrenschützern, die sie trug. Der verzweifelte Oberarzt hatte alles versucht. Er wäre sogar dazu bereit gewesen, mit ihr doch noch ins Kino zu gehen, um vier alte magersüchtige Schabracken kurz vor den Wechseljahren auf Kamelen reitend und dabei über schlechten Sex diskutierend anzukucken. Er hätte ja nicht auf die Leinwand schauen müssen. Zum Auftauen seiner Füße hätte er das durchaus ertragen können. Hauptsache er hatte ein warmes Örtchen.

Aber Haasenzahn hatte nur gemeint, sie wolle sich jetzt und hier in Weihnachtsstimmung bringen und er hätte es ihr doch auch versprochen. Marc hatte daraufhin nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Wie viel Weihnachtsstimmung war denn normal für eine erwachsene Frau Anfang dreißig? Sie benahm sich hier wie ein kleines Mädchen mit zwei Zöpfen, das noch immer an den Weihnachtsmann glaubte. Und wenn man ihren Haaschen „Weihnachts-Wonderland“-Anekdoten Glauben schenkte, mit denen sie ihn die ganze Zeit zuquatschte, dann war das tatsächlich auch der Fall. Diese Frau war echt unglaublich.

Mit leuchtenden Augen betrachtete sie die vielen bunten Lichter um sie herum, mit denen man eine mittelgroße Kleinstadt ein Jahr lang mit Strom hätte versorgen können. Rentierte sich dieser ganze Aufwand überhaupt, fragte sich der mürrische Oberarzt und ließ sich ohne Gegenwehr von seiner Assistenz weiter über den Platz zerren, während er gedanklich eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführte. Gretchen sang jedes alberne Weihnachtslied textsicher mit, das über die Lautsprecher ertönte, und versuchte Marc immer wieder zum Mitmachen zu animieren, was der störrische Mann ihr aber stets mit einem bösen Blick verweigerte. Singen konnte sie aber wirklich, wie er feststellen musste. Dass ihr engelsgleicher Gesang sein Herz jedes Mal höher schlagen ließ, versuchte er sich aber nicht anmerken zu lassen. Seine coole ablehnende Fassade musste schließlich gewahrt bleiben. Die schöne Sängerin reckte ihren Kopf in die Höhe und breitete ihre Arme weit aus, als es auch noch anfing zu schneien und sie die Schneeflocken mit ihren Händen aufzufangen versuchte. Sein Haasenzahn war doch noch ein kleines süßes Kind, amüsierte sich der attraktive Chirurg und zog sie diesmal weiter, weil sie mit ihrer kindischen Aktion den Personenfluss unterbrochen hatte und einige gehetzte Geschenkejäger hinter ihr schon zu meckern begonnen hatten. Mit peinlich berührtem Gesichtsausdruck lief sie schließlich weiter und brach kurze Zeit darauf in blankes Erstaunen aus, als sie den riesigen Weihnachtsbaum in der Mitte des Marktes entdeckte, so als ob sie noch nie zuvor einen Nadelbaum gesehen hätte. Marc hatte dafür nur ein schnödes Lächeln übrig. Das war doch auch nur Kaminholz für einen Kamin, den er nicht besaß. Seine hübsche Freundin sog dagegen wie ein Junkie auf Entzug den Duft von Glühwein und Zimt ein, der komischerweise auch bei ihm ein wohliges Gefühl auslöste, das er nicht näher definieren konnte und schnell wieder verdrängte, und wurde jedes Mal hibbelig und aufgekratzt, wenn ein armer Student, der sein Bafög aufbessern wollte, im Fatsuit als Weihnachtsmann verkleidet an ihr vorbeistiefelte. Aber Marc konnte gerade noch so verhindern, dass sie sich auf dessen Schoss setzte, um ihm ihre märchenhaften Wünsche anzuvertrauen. Schließlich durfte sich sein Mädchen nur auf seinen Schoss setzen und für die Erfüllung ihrer kühnsten Wünsche und Träume war er ja auch zuständig, was sie schon bald erfahren würde. Und sie bekam an jeder dritten Fressbude eine Heißhungerattacke. Haasenzahn wie sie leibt und lebt eben.

Nach einem Stopp am Crêpes-Wagen, an einer Würstchenbude und dem Stand mit den gebrannten Mandeln hielten sie nun auch noch am Waffelstand an. Ungläubig hatte Marc dabei zugeschaut, wie sich seine Freundin mit all den nicht kalorienarmen Leckereien voll stopfte. Wie viel passte eigentlich noch in ihren süßen kleinen Mund? Der Oberarzt, der nicht mit so einem riesigen Appetit gesegnet war, hatte sich jedes Mal mit einem Glühwein die Wartezeit versüßt, der aber nicht wirklich zu wirken begann und das Weihnachtsspektakel erträglicher machte. Weihnachten war doch echt Scheiße, dachte er verzweifelt. Außerdem musste er ständig darauf achten, dass sich das süße Zuckermäulchen nicht noch mehr voll schmierte. Auf ihrem Mantel konnte man genau erkennen, wo sie heute Abend schon überall Station gemacht hatte. Eigentlich fiel das ja bei einem schwarzen Wintermantel nicht so sonderlich auf, aber wenn man unbedingt mit Unmengen von Puderzucker bestäubte Nutella-Waffeln essen musste, konnte das ja nur böse enden. Seine Waschmaschine würde sich auf jeden Fall auf eine Sonderschicht freuen, dachte er amüsiert und stellte sich vor, wie sie später ihre angefressenen Kilos wieder abtrainieren würden. Marc geriet regelrecht ins Träumen, als er sie so beobachtete. Süß sah sie schon dabei aus. Ihre Nase hatte auch etwas von dem Staubzucker abbekommen. Und zum ersten Mal heute Abend konnte der mürrische Chirurg nicht verhindern zu lächeln.

Das fiel auch Gretchen auf, die genau wusste, wie sehr sie ihren muffeligen Freund mit diesem Weihnachtsmarktbesuch quälen konnte, aber er hatte ja nach seiner Geheimniskrämerei mit Mehdi auch eine kleine Lektion verdient gehabt. Außerdem schlug sie hiermit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Marc musste schließlich darauf vorbereitet werden, was ihn an Weihnachten bei ihren Eltern erwartete. Dagegen war dieser Besuch hier nur eine kleine Spielübung.

Lorelei Offline

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11.03.2011 14:09
#947 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben!
Sorry noch mal, dass ich euch gestern ein wenig gefoppt habe. Das war nicht böse gemeint. Ich hatte mich nur gewundert, dass niemand auch nur annähernd darauf gekommen war, wo mir doch noch vor ein paar Tagen die eine oder andere von euch auf die Finger gekloppt hat, dass ich endlich mal mit der Weihnachtsstory zu Potte kommen solle. Ja, ich weiß, ich bin arg spät dran und in Anbetracht der Tatsache, dass uns das erste richtige Frühlingswochenende bevorsteht, passt es auch nicht wirklich, aber egal, ich verbreite trotzdem ein wenig Weihnachtsstimmung hier im Forum. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude, ne.
Kaum zu glauben, aber ich habe es tatsächlich geschafft, noch vor Ostern endlich zu den Weihnachtsepisoden zu kommen (@ Kate, das hättest du nicht gedacht oder? Das hier ist nur für dich! Vielleicht lockt dich das ja zurück.) und ich hoffe, euch gefällt es auch weiterhin so gut. Da ihr die fehlenden Dialoge bemängelt habt, reiche ich jetzt den ersten nach. Viel Spaß damit!

Danke an all die Kommischreiber und ganz liebe Grüße auch an die stillen Leser!

Eure Lorelei




http://www.youtube.com/watch?v=XVSmT4nNEkQ&feature=related

Gretchen leckte sich über ihre mit Sahne und Nutella voll geschmierten Lippen und hielt Marc lächelnd einen Teil ihrer Waffel hin...

GH: Willst du auch mal beißen?

Marc grinste nur verräterisch und beugte sich etwas nach vorne...

MM: Gerne!

Aber anstatt in die Waffel zu beißen, schleckte er einmal mit seiner Zunge frech über ihr weiß getünchtes Näschen. Gretchen verzog erschrocken ihr Gesicht und protestierte lautstark, während sie sich peinlich berührt umschaute, ob diese gemeine Meiersche Attacke auch unbeobachtet geblieben war...

GH: Maaarc!
MM (lacht und fährt sich mit einer Hand über seine Lippen): Du weißt aber schon, dass hier auch Zivilpolizisten rumlaufen oder? Nicht dass die noch auf dumme Gedanken kommen.
GH (versteht nur Bahnhof u. fasst sich an ihre Nase, um hektisch die letzten Waffelspuren zu beseitigen): Hä?
Du schmeckst so süß, Haasenzahn! Hätte Bock, das noch mal zu wiederholen.
MM (beugt sich zu ihrem Ohr rüber u. flüstert geheimnisvoll hinein): Na du weißt schon... Nase pudern und so.
GH (ihr Mund klappt fassungslos nach unten): Du meinst..... Ko...Ko...Koks?
Du schmeckst nicht nur süß, du bist einfach süß! Gott, ist das ein Spaß hier. Die Unschuld vom Lande in Drogendelikte verwickelt. Wäre Stoff für meine Mutter! Hahaha!
MM (schaut sich um u. legt seinen Zeigefinger an ihren Mund): Eh! Nicht so laut! Du richtest sonst doch noch den Verdacht auf uns.
Also... Spinnt der jetzt völlig? Ist ihm der Glühwein zu Kopf gestiegen oder wie kommt man(n) auf so einen Blödsinn?
GH: Marc, ich habe eine Waffel in der Hand. Das ist ja wohl offensichtlich.
MM (feixt): Es ist eher offensichtlich, dass du mit Essen nicht umgehen kannst. Und damit meine ich nicht die Missachtung jeglicher Kalorientabellen, die du jeden Morgen vorbetest und dann doch nie einhältst. Kuck mal, wie du ausschaust!

Marc nahm der verdutzten Frau die angebissene Waffel aus der Hand und legte diese mit der Pappunterlage auf den Stehtisch ab. Dann strich er Gretchen mit einer lockeren Handbewegung den weißen Puderzucker vom schwarzen Mantel. Sie sah ihren ungewohnt aufmerksamen Freund mit großen Augen an, als er mit seinen Lippen ihrem Gesicht plötzlich immer näher kam...

GH (hält ihn mit einer Hand auf Abstand): Äh... Marc, was wird das hier?
MM (schaut sie verlangend an): Weiß nicht! Irgendwie hab ich jetzt doch Hunger gekriegt. Du hast doch gesagt, ich darf mal naschen. Du hast da nämlich noch..... Nutella.
GH (ihre Knie werden weich, als sie seinen warmen Atem auf ihrer kalten Wange spürt): Aber... du... du... magst doch... gar keinen....

Bevor Gretchen ihren Einwand zu Ende gesprochen hatte, waren seine weichen Lippen auch schon auf den ihren gelandet und küssten sie ganz sanft wie ein leichter Windhauch, der sie davon zu tragen schien. Marc erschauderte aber, als er sie berührte, denn Gretchens Lippen fühlten sich aufgrund der Außentemperaturen, die immer tiefer sanken, eiskalt an. Aber nicht mehr lange! Denn ein Feuer loderte plötzlich auf und packte beide in einer Intensität, die sie kaum noch kontrollieren konnten. Gretchen schlang ihre Arme um seinen Nacken und erwiderte den innigen Kuss voller Gefühl und Leidenschaft. Der verliebte Oberarzt zog sein Mädchen noch näher an sich heran und küsste es minutenlang voller Begierde. Eins gestand sich der Chirurg in diesem Moment ein. Die weihnachtlichen Leckereien schmeckten gar nicht mal so übel. Also natürlich nur im Zusammenspiel mit Gretchens weichen sinnlichen Lippen. Und so kam bei Marc Meier doch tatsächlich noch so etwas wie weihnachtliche Stimmung auf.

Er grinste verschmitzt, als er seinen Weihnachtsengel endlich wieder freigab und dieser ihn nun ganz verklärt ansah. Gretchen schwankte ein wenig, weil ihre Beine sich wie Wackelpudding anfühlten, und hielt sich krampfhaft an ihrem Weihnachtsmuffel fest, der, selbst noch aufgewühlt von seinen Gefühlen, ihrem festen Klammergriff nichts außer einem verliebten Lächeln entgegen zu setzen hatte...

MM (leckt sich über seine aufgewärmten Lippen): Mmmhhh... lecker!
GH (schmiegt sich verliebt an seine starke Brust u. will ihn nie wieder loslassen): Ich hab doch gewusst, dass es dir hier gefallen würde.
MM (muss seine antiromantische Machoehre wahren): Äh... eigentlich find ich es ziemlich scheiße hier.
GH (glaubt ihm kein Wort): Und uneigentlich?
MM (rollt mit den Augen u. drückt sie noch enger an sich): Mit dir ist es... ganz... erträglich.
Ich wusste es! Er ist überhaupt kein Weihnachtsmuffel! Er liebt es auch. Ja!!!
GH (hebt ihren Kopf leicht an u. lächelt ihn verträumt an): Das hast du aber süß gesagt.
Äh... stopp! Das wird mir jetzt echt zu sentimental hier. Am Ende denkt sie noch, sie könnte jetzt jedes Jahr mit mir hierher kommen. Nix da! Einmal und nie wieder!

Marc löste sich abrupt aus ihrer innigen Umarmung, drehte seinen Kopf zur Seite, schnappte sich die mittlerweile kalt gewordene Waffel und brach ein Stück davon ab, mit dem er sein Zuckermäulchen aus Ablenkungsgründen jetzt füttern wollte...

MM: Halt die Klappe und iss! Du kippst mir sonst noch um, wenn du nicht eine ausreichende Zuckerdosis zu dir genommen hast.
Spinner!

Gretchen schüttelte nur ungläubig ihren Kopf, aber ließ sich schließlich bereitwillig von ihrem Schatz füttern....

Lorelei Offline

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12.03.2011 17:03
#948 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Achtung, Achtung! Warnhinweis: Dieser Teil könnte euch eure Weihnachtsillusionen rauben. Deshalb nur mit Bedacht lesen. Kinder unter sieben sollten die Ohren zugehalten werden. Ansonsten wünsche ich euch jetzt ganz viel Spaß mit dem Grinch! Und nein, der Carey spielt nicht mit! Liebe Grüße u. ein wunderschönes Frühlingswochenende! Eure Lorelei



http://www.youtube.com/watch?v=7RMEaruu-v0


GH: Wie kann jemand nur so ein Weihnachtsmuffel sein?

... sagte die blonde Frau schließlich nach einer Weile und sah ihren persönlichen Grinch neugierig an. ... Wie kann jemand überhaupt auf so einen Scheiß abfahren, dachte dieser dagegen, lächelte gequält und schob ihr das letzte Stück Waffel in ihr Plappermaul, damit sie den Mund voll hatte und nicht noch auf die Idee kam, weiter nachzuhaken oder schlimmer noch in seiner beschissenen Kindheit nach den Ursachen zu forschen. Dann drehte er sich weg und schmiss den Pappteller in den neben ihm stehenden Papierkorb...

MM (murmelt): Gelernt ist eben gelernt!

Doch Gretchen gab keinesfalls Ruhe, denn sie hatte genau zwischen seinen Zeilen gelesen... Der Arme! Wahrscheinlich hat ihn seine Mutter an Heiligabend immer auf irgendwelche VIP-Partys mitgeschleppt. Oder schlimmer noch, ganz allein gelassen? Wer noch nie richtig Weihnachten gefeiert hat, der kann ja gar nicht wissen, wie schön das alles ist. Hach... Dieses Jahr wird alles anders. Ich werde dir mein Weihnachten zeigen und du wirst gar nicht anders können, als es zu lieben. Jawohl! ... dachte sie entschlossen. Sie schluckte die Waffel hinunter, wischte sich mit einer Serviette den Mund ab und sah Marc nun interessiert an. Ihr besorgter Gesichtsausdruck entging ihm dabei nicht....

GH: Hast du mit deiner Mutter nie richtig Weihnachten gefeiert?
Scheiße! Ich hab’s gewusst!
MM (verdreht genervt die Augen): Boah Haasenzahn, was soll das denn jetzt?
Ne Therapiesitzung oder was? Oh der arme Junge, der nie Weihnachten feiern durfte. Er muss dringend und sofort geläutert werden. Pah! Darauf hab ich keinen Bock!
GH (zögerlich, weil sie merkt, dass sie einen wunden Punkt bei ihm getroffen hat): Ich... interessiere mich halt für dich.
MM (murmelt in seinen nicht vorhandenen Bart): Das ist mir schon klar.
GH (sieht ihn eindringlich an): Marc, im ernst jetzt!
MM (stöhnt genervt u. lässt mit einer großen Geste seine Arme hängen, als er doch noch etwas von sich preisgibt): Ja, was willst du denn hören? ... Seit Dad abgehauen war, spielte das bei uns halt keine Rolle mehr. Wieso auch? Ist doch eh alles nur auf den Mist von Coca Cola gewachsen.
GH: Marc!
MM (gereizt): Ja, stimmt doch! Also zumindest das mit dem Fettklops, dem weißen Bart und dem roten Mantel.
Danke, dass du mir auch noch die letzten Illusionen nimmst, du Grinch, du!
GH (rollt mit den Augen u. versucht es erneut): Und wie habt ihr dann die Feiertage verbracht?
MM: Gar nicht, also nicht zusammen. Hab immer geschuftet. Du weißt ja, gibt Extrakohle. Und Mutter hat sich meistens um ihrer Weihnachtsdepression zu entkommen in eine einsame Hütte auf Sylt verkrochen, zum Schreiben, bis der ganze Weihnachtstrara vorbei war.
GH (sichtlich betroffen): Aber das ist doch furchtbar.
Och nee, komm mir jetzt nicht mit dem Mitleidsblick! Ich hasse den.
MM (schaut sie mit einem aufgesetzten Lächeln an, hält aber ihrem mitleidigen Blick nicht lange stand): Furchtbar waren nur die Jahre, in denen sie doch mal ihren Sentimentalen bekommen hat und mich zum selbstgekochten Weihnachtsessen gezwungen hat, aber wir haben dann meistens mehr getrunken als gegessen. Ich hab’s überlebt.
Der Arme! Das ist ja ein richtiges Trauma.
GH (sieht ihn mit ihren großen Bambiaugen an u. seufzt leise): Dieses Jahr wird alles anders.
Boah nee, ich hab’s befürchtet. Die will das ganze Programm! Aber nicht mit mir! Gott sei Dank hab ich schon für ein gescheites Gegenprogramm gesorgt, wenn alles klappt. Es muss klappen!
MM: Haasenzahn, du weißt aber schon, dass ich nicht länger als nötig bei euch auf der Couch hocken werde.
GH (schaut ihn fragend an u. wird schnell wieder sentimental): Wieso denn nicht? Weihnachten bei uns wird immer sehr besinnlich.

Hach... all die schönen Lichter und der große geschmückte Baum. Papa macht den Kamin an. Wir sitzen mit Punsch davor, erzählen Geschichten von früher, singen und musizieren, essen dabei die leckeren selbstgebackenen Plätzchen von Mama und... Oh Gott! Mama... ist... nicht... da! Heißt das, ich muss jetzt auch noch die Plätzchen machen? Aber... ich... ich bin doch schon mit dem Abendessen völlig über- ääähhh... gefordert. ... Hilfe!

Oh Gott! Der blanke Horror! Und dann noch ihre Mutter! Hilfe, ich will da raus!


MM (verdreht die Augen): Eben darum!
GH (hat seine versteckte Kritik gar nicht gehört u. ist in ihrer Begeisterung kaum noch zu bremsen): Weißt du, das läuft bei uns folgendermaßen ab...
Stoooooopp!!!
MM (hebt abwehrend seine Hände): Lass stecken, Haasenzahn! Ich hab schon verstanden. Alle haben sich ach so furchtbar lieb, springen und hüpfen singend um die Tanne und Jochen spielt auf der Flöte dazu.
Ich könnt kotzen!
GH (traurig u. enttäuscht): Du nimmst mich gar nicht ernst.
Och nee, du heulst jetzt nicht deswegen!
MM (streicht ihr versöhnlich mit seiner rechten Hand über die Wange): Haasenzahn, wie soll ich jemanden ernst nehmen, der noch immer an den Weihnachtsmann glaubt? Wobei ich mir das eigentlich hätte denken können bei deinem Märchen-Konsum.
GH (dreht sich eingeschnappt weg): Du bist gemein!
MM (legt seine Hände an Gretchens Schulter u. dreht sie wieder zu sich herum): Ich sehe der Realität ins Auge, meine Liebe. Ich wusste schon mit drei, dass es KEINEN WEIHNACHTSMANN gibt und du... ääähhh... was?

Plötzlich hörte man im Hintergrund, wie ein Kind anfing zu weinen, dann noch eins und schließlich ein ganzer Kanon. Irritiert schossen ihre Köpfe herum und die beiden Ärzte sahen in die vorwurfsvollen Gesichter mehrerer Elternpaare, die ihnen giftige Blicke zuwarfen, ihre Kinder von dem bösen Mann wegzogen und nun verzweifelt versuchten, sie wieder mit Zuckerwatte und Schokoäpfeln zu beruhigen. Peinlich berührt drehte Gretchen ihren Kopf wieder herum und sah Marc nun ebenso vorwurfsvoll an. Aber dieser war sich keiner Schuld bewusst und amüsierte sich nur gerade königlich. Als er aber Gretchens tadelnden Blick wahrnahm, erstarb sein Lächeln und es platzte aus ihm heraus....

MM: Ja, was? Schadet ihnen doch nicht, wenn sie schon frühzeitig erfahren, dass das wahre Leben eben kein Zuckerschlecken ist.
GH (sauer): Du bist unmöglich!
MM (zuckt unschuldig mit den Schultern): Ich bin nur ehrlich. Ich meine, was ist das eigentlich für eine Gesellschaft, die den Kleinkindern gleich so eine riesige Lüge auftischt und ihnen damit quasi das Lügen beibringt.
Also deine Logik muss Frau nicht verstehen.
GH (zickig): Das sagt gerade der Richtige.
MM (fühlt sich angegriffen u. baut seine Verteidigungsstellung auf): Woah, woah, woah! Wie oft denn noch. Ich hab nicht gelogen, sondern nur... ein paar Tatsachen äh... ausgelassen.
GH (verschränkt abwehrend die Arme vor ihrem Körper): Das kommt aufs Gleiche hinaus.
MM (stöhnt): Mann, ich dachte, du bist nicht mehr sauer wegen Mehdi.
GH: Es geht mir nicht um Mehdi!
MM (sieht sie ungläubig an u. seine Stimme geht eine Oktave nach oben): Nicht? Um was dann?
Wieso versteht er das nicht?
GH (seufzt u. wird wehmütig): Du zerstörst meinen Traum.
Na toll! Aktion „Haasenzahn glücklich machen“ mal wieder gehörig in die Hose gegangen.
MM (fährt sich verzweifelt mit einer Hand übers Gesicht u. überlegt, wie er das wieder gerade biegen kann; er lächelt, als ihm plötzlich etwas einfällt, was er eh vorhat): Im Gegenteil, ich schaffe neue Träume.
Also quasi! ... Respekt Alter, das klang schon fast pilcher- äh... fisherlike. Wir wollen ja bei Qualität bleiben, was jetzt nicht heißt, dass meine Mutter... egal!
GH (sieht ihn perplex an): Wie meinst du das jetzt?
Upps! Ja nichts zu viel verraten! Sonst ist die Überraschung auch noch im Arsch und die ganze Mühe, und v.a. die Kohle, wäre umsonst gewesen.
MM (nimmt ihre beiden Hände in seine u. sieht ihr direkt in ihr wunderschönes Gesicht): Haasenzahn, wie lange kennst du mich jetzt, hmm? ... Richtig! Zwanzigeinhalb Jahre! Allmählich müsstest du doch wissen, worauf ich abfahre und worauf nicht. Du behauptest doch immer, du würdest mich in und auswendig kenne.
Was natürlich gar nicht sein kann. Gott ist schließlich ein unergründbares Wesen.
GH (nachdenklich): Das stimmt ja auch, aber du könntest doch wenigstens...
MM (fällt ihr schnell ins Wort, bevor sie ihm wieder Vorschriften macht): Haasenzahn, ich gehe schon mehr Kompromisse ein, als ich eigentlich gedacht habe, ertragen zu können. Ich hab dir gesagt, ich mache den ganzen Vorbereitungsmist mit - hab ja auch im Prinzip keine andere Wahl nach den Drohungen deines Vaters - und das Essen eben auch, also falls es überhaupt was wird, was du dann so zusammenbraust....
GH (zieht beleidigt ihre Hände wieder weg u. schmollt): Eh!
Ich kann kochen! ... Naja, ein bisschen. ... Das Nötigste. ... Mit Kochbuch... und Mamas Aufzeichnungen. ... Ich krieg das schon hin. Hab ja auch noch eine Woche Zeit zum Üben. ... Oh Gott, nur noch eine Woche! ... Muss Mama anrufen!
MM: Haasenzahn, wir wohnen seit zweieinhalb Monaten zusammen. Ich kann wohl gut und gerne behaupten, wie deine beschi... äh... bescheidenen Kochkünste wirklich so sind. ... Übrigens ich könnte immer noch die Köchin meiner Mutter fragen, ob die nicht für dich...
Boah!
GH (faucht ihn an): Maaarc!
So lieb ich dich!
MM (lacht): Ok, ok, ich hab schon verstanden. Madame will es selber machen. Aber, und das sage ich jetzt zum letzten Mal, nach dem Festessen hauen wir da wieder ab.
Hab schließlich noch was vor!
GH (schaut ihn fassungslos an): Aber wir... die Bescherung ist doch... noch...
Die findet auf jeden Fall statt. Naja, quasi, also man könnte es schon auch so bezeichnen. ... Ja, der Gedanke gefällt mir. Aber noch mehr gefällt mir zu sehen, wie sie darauf reagiert. Das wird schon geil.
MM (versucht sich seine plötzlich auftretende Anspannung nicht anmerken zu lassen): Keine Widerrede!

Pah! Da ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen, mein Lieber. Dann muss ich eben härtere Geschütze auffahren. Gegen meine Mama hat er eh keine Chance. Schließlich muss ihr minutiös geplantes Protokoll abgearbeitet werden und Änderungen kann sie gar nicht leiden.

Gretchen funkelte ihn kommentarlos an, warf ihre Papierserviette weg, schnappte sich ihre rosa Handtasche und stapfte dann schmollend davon. Marc ließ kurz seinen Kopf hängen, raffte sich dann auf und folgte ihr seufzend....

Lorelei Offline

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13.03.2011 13:01
#949 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen!
Tja, was Marc plant und ob er überhaupt was plant, mal abgesehen von den Op-Plänen , lasse ich noch eine Weile offen. Es heißt ja nicht umsonst Überraschung. Aber schön zu erfahren, woran ihr immer gleich denkt. So und bevor ich mich gleich raus in die Frühlingsluft stürze , gibt es noch den letzten Teil vom Berliner Weihnachtsmarkt. Viel Spaß damit und schönen entspannten Sonntag noch. Eure Lorelei

PS: Dieser Teil ist für meine liebe Apothekerin, bei der ich wegen dem JGA wohl etwas wieder gut zu machen habe.




http://www.youtube.com/watch?v=s2HCdXdZOjk

Keine fünf Meter weiter hatte er seinen süßen Trotzkopf auch schon wieder eingeholt. Er legte behutsam seinen Arm um ihre Taille und zog sie näher an sich heran. Gretchen, die eigentlich vorgehabt hatte, ihn etwas länger schmoren zu lassen, weil er grundlos ihre Weihnachtspläne durcheinander wirbelte, ließ es ohne Gegenwehr oder große Widerworte einfach so geschehen. Marc verstand es als stilles Einverständnis und drückte sie schmunzelnd noch enger an sich, was der Schmollhaase offenbar zu genießen schien, denn er konnte ein kleines Lächeln nicht mehr länger unterdrücken. Marc strich seiner Freundin daraufhin über den Arm und erwiderte ihr verschmitztes Lächeln. Die verliebte Frau kuschelte sich jetzt regelrecht in seine starken Arme, die ihr Wärme und Geborgenheit schenkten. Der Streit war doch völlig albern gewesen. Sie wusste doch, wie Marc war. Er gab ja für seine Verhältnisse eigentlich schon sein Bestes. Und sie wollte sich doch eigentlich hier durch nichts und niemand die schöne Stimmung vermiesen lassen. Außerdem war ihr kalt und ihr Muffelchen fühlte sich so verdammt gut an. Er hatte ganz warme Hände, die sie nun fest drückte, um ihre aufzuwärmen. Marc war ehrlich froh, dass die Wogen noch rechtzeitig geglättet werden konnten und Gretchen den Zickenterror eingestellt hatte und wieder auf Schmusekätzchenkurs war. So war sie ihm auf jeden Fall viel lieber.

Und so liefen die beiden schließlich schwerverliebt durch die engen Gassen des Berliner Weihnachtsmarktes, sogen die besondere Atmosphäre auf - die eine mehr, der andere weniger -, blieben hin und wieder stehen und schauten sich den einen oder anderen Stand an. Ob erzgebirgische Pyramiden und Schwibbögen, bunte Weihnachtskugeln, Schmuckartikel, filigran gestaltete Kerzen oder Wintersachen, Gretchen schien sich für alles gleichermaßen zu interessieren und sie hakte noch das eine oder andere fehlende Weihnachtsgeschenk auf ihrer Geschenkeliste ab. Marc ließ seinen begeisterten Weihnachtsengel gewähren, ja, er ließ sich schließlich sogar ein bisschen von ihrer wiedererwachten Euphorie anstecken, auch wenn er die eine oder andere antiweihnachtliche Spitze noch immer nicht lassen konnte. Weihnachten war und blieb schließlich immer noch scheiße! Sein kleiner Frechdachs schaffte es sogar unter subtilen Androhungen, die ihr Liebesleben und bestimmte unvorteilhafte Fotos betrafen, ihrem Schatz eine rote Weihnachtsmannmütze aufzusetzen. Der überrumpelte Mann revanchierte sich, indem er ihr ebenfalls eine aufsetzte. Die beiden lachten, scherzten und hatten wirklich viel Spaß miteinander. Momente, in denen sie sich neckten, wechselten sich mit romantischen ernsten Momenten ab. Immer wieder blieben sie stehen und küssten sich oder schauten sich einfach nur tief in die Augen, die sich gegenseitig voller Liebe anfunkelten. Die angespannte Situation von vorhin war wie weggeblasen, was wohl auch an der besonderen Magie und der ganzen Atmosphäre des Weihnachtsmarktes gelegen hatte.

An einem Glühweinstand am Rande des Marktes ließen sie ihren Besuch schließlich ausklingen. Sie stießen gerade miteinander an, als Gretchens Aufmerksamkeit plötzlich auf ein anderes verliebtes Pärchen gelenkt wurde, das ein paar Stände von ihnen entfernt stand. Marc folgte irritiert ihrem Blick...

MM: Was ist?
GH (lächelt verträumt u. zeigt in die Richtung, wo die beiden stehen): Kuck mal! Sind die beiden nicht niedlich?
MM (schaut kurz gelangweilt auf die beiden Personen, die ihm den Rücken zugedreht haben, u. nippt dann unbeeindruckt an seinem Glühwein): Naja!?
Interessiert mich jetzt eher sekundär. Also nicht die Bohne!
GH (gerät ins Schwärmen): Ich sage es doch, Weihnachten ist das Fest der Liebe.
Boah nee! Wird echt Zeit, dass wir diese Atmosphäre der übertriebenen Glückseligkeit verlassen.

Der Chirurg seufzte nur leicht genervt und genoss weiterhin seinen Glühwein, der seine tiefgefrorenen Glieder wieder etwas auftaute, während Gretchen ganz fasziniert beobachtete, wie die junge Frau mit ihrem Liebsten schäkerte und diesem plötzlich ein großes Lebkuchenherz um den Hals hängte. Ihre Begleitung schien im ersten Moment ziemlich überrumpelt zu sein und deutete skeptisch auf das Herz. Sie setzte zu einer Erklärung an, die ihn offenbar sprachlos machte, weil er nur mit dem Kopf schütteln konnte, tätschelte dann seine Wange und schmiegte sich schließlich gefühlvoll an seinen Arm. Der Mann schien die liebevolle Geste sehr zu genießen und drückte seine Freundin herzlich an sich und strich ihr zärtlich über den Rücken. Gretchen ging regelrecht das Herz auf, als sie das so sah und lächelte glücklich vor sich hin, bis sie ebenfalls einen Schluck aus ihrer Tasse nahm, die ihre Hände wärmte. Als sie wieder aufblickte, verschluckte sie sich aber an ihrem heißen Getränk, denn sie hatte erkannt, um wen es sich bei dem innigen Pärchen genau handelte. Die beiden hatten sich nämlich im gleichen Moment umgedreht und nun ihre Gesichter preisgegeben. Der attraktive Mittdreißiger hatte sich offenbar revanchiert und hängte seiner hübschen Freundin gerade ebenfalls ein Lebkuchenherz um den Hals, was diese mit einem breiten Lächeln und einem kleinen Küsschen quittierte. Die erstaunte Assistenzärztin stellte ihre Tasse ab und zupfte aufgeregt am Ärmel ihres Oberarztes, der gerade gelangweilt die Standbetreiber beim Ausschank beobachtete...

GH: Aber das sind doch.... Schau mal genauer hin!
MM (blickt sie verwirrt an): Was?
GH: Na da!

Marc sah Stirn runzelnd wieder in die Richtung, in die Gretchen gerade zeigte, und auch er traute seinen Augen kaum...

MM: Och nee! Nicht die auch noch!
Mir bleibt auch nichts erspart!
GH (kuckt ganz gerührt): Wie süß!
Was soll daran denn süß sein? Bist du jetzt auch noch scharf auf hartes Gebäck? Ich bin ja eher dafür, wenn du jetzt an was anderem knabbern würdest.
MM (schaut sie leicht wehleidig an): Aber du willst jetzt nicht zu denen hingehen oder?
Da hab ich echt keinen Nerv für. Der ganze Abend hier hat mir eh schon alle meine Nerven gekostet. Ich will auch endlich Spaß haben. Das hab ich mir doch verdient oder?

Gretchen überlegte einen Augenblick und biss sich dabei auf ihre Unterlippe. Sie schaute immer wieder abwechselnd zwischen dem Lebkuchenstand und ihrem nicht sehr begeistert dreinblickenden Freund hin und her, der sicherlich jetzt lieber nach Hause gehen wollte. Und ehrlich gesagt kroch ihr trotz Glühwein die Kälte auch allmählich in alle Knochen. Aber die Für-und-Wider-Entscheidung nahmen andere für sie ab. Die schöne Assistenzärztin bemerkte auf einmal, wie Mehdi seine neue Freundin ganz verliebt anstrahlte und ihr etwas ins Ohr flüsterte, woraufhin sie laut zu kichern begann und ihn ebenso verliebt ansah. Jetzt hatte Gretchen endlich auch ein Bild zu dem heute Nachmittag Gehörten. Da war tatsächlich Liebe im Spiel. Das war mehr als offensichtlich. Mehdi hielt Gabi sein Lebkuchenherz hin und sagte wohlmöglich gerade etwas zu dem Spruch, der darauf stand. Aber Gretchen war einfach zu weit weg, um es entziffern zu können. Auf Gabis’ stand auf jeden Fall in großen Lettern „I love U“ geschrieben. Das konnte sie gerade noch so erkennen, aber bei ihrem besten Freund versagten ihre Augen dann. Auf ihre Kontaktlinsen war auch nicht mehr Verlass, fluchte Gretchen leise vor sich hin und beobachtete weiterhin interessiert die Frischverliebten, die nur Augen für sich hatten und die beiden noch nicht bemerkt hatten. Gabi grinste nur verschmitzt, sagte irgendetwas und schlang dann ihre Arme um Mehdis Hals. Als sie sich schließlich leidenschaftlich küssten, drehte sich Gretchen beschämt wieder zu Marc um, der angesichts der Schlabberei der beiden nur mit den Augen rollen konnte... Nehmt euch gefälligst ein Hotelzimmer, wenn ihr’s so nötig habt!

GH: Ich glaube, die beiden wollen lieber allein sein.
MM (wendet sich ebenfalls ab u. sieht seine Freundin nun gequält lächelnd an): Jep! Eigentlich gar keine schlechte Idee.
Wird Zeit, dass wir nach Hause kommen und uns richtig aufheiz... äh... aufwärmen.

Der Oberarzt nahm schmunzelnd ihre leere Tasse in die Hand und brachte diese zurück zum Glühweinstand. Als er sich wieder umgedreht hatte, nachdem er sein Pfand zurückerhalten hatte, war Gretchen aber schon ein Stück weitergeschlendert, auch wenn sie es nicht lassen konnte, sich immer wieder verstohlen zu Mehdi und Gabi umzudrehen, die immer noch innig knutschten und offenbar die Welt um sich herum vergessen hatten. Die beiden waren einfach zu süß zusammen, dachte sie gerührt und ging langsam weiter. Marc holte seine gefühlsduselige Freundin schnell ein...

MM: Warte doch!
GH (dreht sich zu ihm um, lächelt ihn verliebt an u. legt urplötzlich ihre Arme um seinen Hals): Ich glaube, das könnte was Großes werden.
MM (die Fragezeichen stehen ihm ins Gesicht geschrieben): Äh... Du sprichst mal wieder in Rätseln, Haasenzahn.
GH (schaut ihn mit großen Augen an): Na Mehdi und Gabi!
Boah nee, nicht schon wieder! Das verfolgt mich!
MM: Na ich weiß nicht.
GH (denkt an ihr abgehörtes Gespräch vom Nachmittag zurück): Doch, doch! Ich hab das irgendwie im Gefühl.
Frauen!
MM (legt Augen rollend seine Hände um ihre Taille): Was du so alles im Gefühl hast?
GH (grinst ihn verliebt an): Das zum Beispiel!

Bevor der coole Chirurg überhaupt reagieren konnte, hatte Gretchen auch schon ihre warmen weichen Lippen auf die seinen gebettet. Ein nicht endender Kuss begann, der beide mal wieder einmal in den Himmel und zurück schickte. Sie merkten gar nicht, dass sie mittlerweile zu einer kleinen Attraktion auf dem Weihnachtsmarkt geworden waren und den Umsatz des Mistelzweigverkäufers, vor dessen Stand sie gerade standen und sich küssten, unwissentlich antrieben. Auch Mehdi und Gabi, die sich gerade in Richtung Ausgang auf den Weg gemacht hatten, kamen nicht umhin zu schmunzeln, als sie die beiden entdeckten, die von einer kleinen Menschentraube umringt waren....

GK (schaut Mehdi sprachlos an): Sag mir, dass das nicht wahr ist!
Gott wie peinlich! Hanni und Nanni im Weihnachtsmannkostüm! Ich werd nicht mehr! Was soll das darstellen? Ein modernes Krippenspiel für Erwachsene?
MK (freut sich aufrichtig für seine beiden liebsten Freunde u. lächelt Gabi ganz verschmitzt an): Das ist genauso wahr, wie dass auf dem Herz hier ... (hält ihr sein Lebkuchenherz hin) ... „Mein Kuschelbärchen“ steht.
GK (kann sich ein freches Grinsen nicht verkneifen u. schmiegt sich an ihn): Das bist du ja auch.
MK: Du bist süß, weißt du das eigentlich?
GK (haucht verführerisch in sein Ohr): Verrat es keinem!
MK (schlingt seine Arme um ihre Taille u. deutet mit einer Kopfbewegung auf Gretchen u. Marc): Och du, die beiden bekommen doch gar nichts mehr mit.
GK: Das ist auch gut so!

Gabi lächelte Mehdi ganz verliebt an und drückte ihm unter einem Mistelzweig einen dicken Schmatzer auf den Mund. Dann nahm sie seine Hand und zog ihn an der Marktattraktion des Tages vorbei. Gretchen und Marc hatte von der kleinen Stippvisite ihrer Kollegin und ihres besten Freundes überhaupt nichts mitbekommen. Erst als auf einmal Applaus neben ihnen ertönte, der ihren hollywoodreifen Küssen galt, wachten die beiden aus ihrem Weihnachtsmärchen auf. Mit peinlich berührten Gesichtern und geröteten Wangen zogen sie schließlich ebenfalls weiter. Und ein wunderschöner Abend auf dem Berliner Weihnachtsmarkt neigte sich seinem Ende zu. .... Nein, noch nicht ganz! Denn der verliebte Oberarzt kam noch einmal zurückgerannt, weil er etwas vergessen hatte...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

14.03.2011 17:02
#950 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen, ihr Lieben! Tja, was hat der werte Herr Doktor wohl vergessen? Seine neue sehr modische Kopfbedeckung? Seine Brieftasche? Weihnachtsgeschenke? Ein Lebkuchenherz, auf dem Haasenzahn gemeißelt steht oder wie Jule vermutet der ultimative kitschigste Heiratsantrag ever? Oder doch Gretchen selbst, wie Pinky vermutet? ....... Ich weiß es! Wird im letzten Teil eigentlich auch zweimal erwähnt. Nun gut, ihr erfahrt es eh gleich. Nur so viel noch, zum Ende dieses Kapitels hin sollten eventuell Sonnenbrillen getragen werden (auf Empfehlung des Jugendschutzes für die Jüngeren unter euch!). In diesem Sinne wünsche ich euch einen fantastischen Start in die neue Woche und jetzt ganz viel Vergnügen mit Martchen in love! Eure Lorelei, die sich heute über den 4000. Kommi riesig gefreut hat. (Danke noch mal! )




Einige Zeit später

GH: Blödmann!

... sprach die blondgelockte Frau ganz ungeniert und drehte sich grinsend in dem großen runden Bett auf die Seite. Marc ließ sich diese Unverschämtheit natürlich nicht gefallen und drehte sich sofort in ihre Richtung, so dass sie sich nun direkt in die Augen schauen konnten, die feurig aufleuchteten. Er stützte seinen Kopf mit seinem rechten Arm ab und blitzte seinen Frechdachs mit gespielt empörter Miene an...

MM: Na, na, na! Ich bin eigentlich ganz andere Komplimente gewöhnt nach so einer heißen Nacht.

Sicher!? Du eingebildeter Gockel! Er ist doch völlig verrückt. Wie kommt man(n) nur auf solche Ideen? Ich fasse es nicht. Das kann doch gar nicht wahr sein? ... Doch es ist wahr! Hach... wie romantisch! Und... verrückt! Müsste ich eigentlich sofort in mein Tagebuch schreiben, wenn es nicht auf seiner Seite unter der Matratze versteckt wäre. Mist!

Gretchen schüttelte immer noch breit grinsend ihren Kopf, zog dann eine Schnute und stupste dem nackten aufregenden Mann neben sich in den Arm, woraufhin dieser sie böse anfunkelte, was sie wiederum mit einer ausgestreckten Zunge quittierte. Marc lachte nur, als seine freche Prinzessin plötzlich nach oben zeigte. Gretchen konnte es einfach noch immer nicht glauben, was ihr Blödmann gemacht hatte...

GH: Eigentlich hängt man das ja über die Tür.
MM (zuckt mit den Schultern u. schaut ebenfalls nach oben): Na und? Ich finde, hier passt es viel besser hin.
Sag ich doch, er ist völlig verrückt. Und.... soooooo unglaublich süüüüüüüüüss!!!
GH (lacht): Findest du?
MM (verschränkt stolz seine Arme u. lehnt sich mit dem Rücken an die Wand): Yep! Ich meine, du hast doch die ganze Zeit immer genörgelt, dass du es etwas besinnlicher, also äh... Dings hier... weihnachtlicher hier haben möchtest.
GH (rutscht zu ihm hoch u. blickt ihn ungläubig an): Ich habe damit Weihnachtsgestecke, einen Adventskranz, Kerzen und vielleicht einen Schwibbogen gemeint, aber doch nicht einen Mistelzweig, der direkt über unserem Bett hängt.
MM (beugt sich dreckig grinsend zu ihr rüber): Also ich find’s geil. Das ist doch genau der richtige Platz, damit du nicht vergisst...
GH (fällt ihm schnell ins Wort u. sieht ihn mit leuchtenden Augen auffordernd an): Was?
MM (unwiderstehlich charmant fährt er fort): ... mich immer und immer wieder zu küssen.
Ooooooooooch, ich könnt ihn sofort knutschen!
GH (schmunzelt u. bekommt Herzklopfen): Als ob ich das jemals vergessen würde.
Weiß man’s? Sicher ist sicher!
MM (kleinlaut): Doch! Jetzt gerade!
GH (schmunzelt noch mehr): Ach so siehst du das also?
MM (funkelt sie verführerisch an): Hmm!
GH (beugt sich zu ihm rüber u. kommt ihm gefährlich nahe): Dann muss ich das wohl schleunigst korrigieren.
MM (frech): Ich bitte darum!
Dieser Idiot! Dieser unglaublich süße Idiot! Mein Idiot! Hach...

Gretchen fackelte nicht lange, kroch sich verführerisch räkelnd unter der Bettdecke hervor und schlang mit einem verräterischen Funkeln in den Augen ein Bein über seine Hüfte, um auf seinem Schoss Platz zu nehmen. Die schöne Frau schmiegte sich mit ihrem hüllenlosen Oberkörper aufreizend an seinen Adoniskörper, so dass es ihm fast den Atem raubte und er heftig schlucken musste. Mit weit aufgerissenen Augen sah Marc seine Verführerin an. Sie lächelte nur verheißungsvoll und strich ihm mit ihren zarten Händen über seinen Brustkorb, was sein Blut nur noch mehr in Wallung geraten ließ. Sein Puls raste, als er ihr begierig über den nackten Rücken und ihren Po streichelte. Gretchen, deren Schmetterlinge mit jeder zarten Berührung von Marc immer heftiger in ihrem Bauchraum flatterten, drückte ihren unwiderstehlichen Romantikkönig, der sie mit seinen gierigen Blicken regelrecht verschlang und sie nicht mehr aus den Augen ließ, sanft in die weichen Kissen und legte sich nun auf seinen Bauch. Er zitterte, als er ihren nackten makellosen Körper und ihre pure Weiblichkeit auf seiner empfindsamen Haut spürte. Aber noch mehr zitterte er, als sein persönlicher Weihnachtsengel seiner charmanten Aufforderung schließlich nachkam und ihre weichen sinnlichen Lippen auf die seinen bettete. Sie küsste ihn erst ganz sanft und besinnlich, dann immer leidenschaftlicher und vorfreudiger. Es war die Vorfreude auf die Fortsetzung dieser unglaublichen Nacht, die nach dem Weihnachtsmarktbesuch mit einem Auftauprogramm der besonderen Art in der heißen Badewanne und neckischen Spielchen beim Anbringen des Mistelzweiges über dem Bett begonnen hatte, die wiederum irgendwann durch ihre unbändige Leidenschaft eskaliert waren und sie in völliger Ekstase einmal zu den Sternen und zurück geführt hatten.

http://www.youtube.com/watch?v=ZOqUFqF_ZwM&feature=fvst

Und auch diesmal führte sie ihr Weg direkt zu dem entfernten Planeten, der ihrer beiden Namen trug. Es war eine lange Reise, die von unzähligen Streicheleinheiten und Küssen begleitet war. Diesmal ließen sie sich alle Zeit der Welt dafür. Ihr Love-Shuttle fuhr gemächlich auf Autopilot, während sie sich nur auf sich konzentrierten. Sie gaben sich sehnsüchtig einander hin und schenkten sich ihre von Liebe erfüllten Herzen. Gretchen hatte inzwischen die Bettdecke über ihre beiden Köpfe gezogen und liebkoste erst Marcs makelloses Gesicht, dann seinen Nacken und wanderte schließlich tiefer. Sie streifte seinen muskulösen Oberkörper, während er sich völlig entspannt zurücklehnte, sich einmal über seine nass geschwitzten Haare strich und ihre Zärtlichkeiten mit großem Wohlwollen genoss. Kurze Zeit darauf wechselten sie die Seiten. Nun lag seine wunderschöne Prinzessin auf dem Rücken und ließ sich nach allen Regeln der Kunst verwöhnen. Marc knabberte zärtlich an ihrem Ohr und flüsterte ihr Liebesschwüre hinein, woraufhin ihr Herz heftig zu flattern begann. Gretchen lächelte glücklich, während er ganz langsam Millimeter für Millimeter tiefer wanderte. Er liebkoste ihren grazilen Hals mit zarten Zungenspielereien, die ihren Körper erbeben ließen, während seine filigranen Chirurgenhände ebenfalls auf Wanderschaft gingen, ihre Seite entlang strichen und einen Gänsehautfilm hinterließen. Gretchen hatte ihre Augen geschlossen und befand sich schon längst in einer ganz anderen Welt. Sie stöhnte leise vor sich hin, als er vorsichtig mit seinem Mund über ihre Brüste streifte und diese anschließend gefühlvoll verwöhnte. Sie spürte seinen heißen erregten Atem auf ihrer Haut, der sie kitzelte und ihren Körper allmählich in Flammen setzte. Sie wand sich unter seinem erhitzten Körper und krallte ihre Finger in das Bettlaken. Erregt glitt Marc weiter gen südlichere Gefilde, berührte ihren flachen Bauch mit unzähligen Küssen und pustete plötzlich in ihren Bauchnabel, was sie zum Kichern brachte. Marc kicherte mit und kam mit seinem Kopf wieder nach oben. Er sah seinem atemberaubend schönen Engel verlangend in die feurig schimmernden Augen und küsste ihn schließlich gefühlvoll auf den Mund. Ihre Zungen verschmolzen und umspielten sich, so wie ihre Körper sich umschlangen und verknoteten. Sie rollten über das große Bett, lachten, kicherten und liebten sich die halbe Nacht, bis sie sich irgendwann schließlich erschöpft, aber unsäglich glücklich in die Arme fielen und langsam ins Reich der Träume davon schwebten. Gretchen murmelte noch schlaftrunken irgendetwas Unverständliches, das in Marcs Ohren irgendwie wie „Weihnachtsallerlei“ klang und er erwiderte nur ein leises „verschieben wir auf später“, dann döste auch er weg.

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