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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

20.11.2010 12:49
#826 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Heute erfahren wir News von einer ganz anderen Front! Viel Spaß u. schönen Samstag! Lorelei




Etwas später

Dr. Gretchen Haase saß gerade bei einer Tasse Tee und Keksen mit ihrem Vorgesetzten im Stationszimmer der Chirurgie und sprach mit ihm die nächste OP durch, als plötzlich Schwester Sabine panisch hereingestürmt kam und sich ungefragt neben ihre Frau Doktor setzte und sie völlig außer Atem ansprach...

S: Er... er... er hat... er hat....

Marc und Gretchen sahen die völlig aufgelöste Krankenschwester mit offenem Mund an und warfen sich dann eindeutige Blicke zu. Der verknallte Oberarzt ließ die Hand seiner hübschen Assistenz los, die er bis eben fest umschlossen hatte, und fuhr den nervigen Störenfried unsanft an...

M: Geht’s noch? Wir sind hier mitten in einer Besprechung, falls Sie das nicht mitbekommen haben.
S (schaut ihn wie ein Fahrrad an u. ist unfähig etwas zu erwidern): .......
G (streicht M beruhigend über den Arm): Jetzt lass sie doch mal ausreden, Marc. Vielleicht ist es ja wichtig.
M (mustert die hibbelige Krankenschwester abfällig, die immer noch nach Luft ringt): Sicher nicht!
Wahrscheinlich stand in ihrem bescheuerten Astroblatt, dass der Himmel einstürzt und sie braucht jetzt noch ne passende Frisur zum Untergang. Blöde Kuh!
G (wirft M seufzend einen bösen Blick zu, woraufhin er sich umdreht u. eingeschnappt an seinem Kaffee nippt, u. wendet sich dann der aufgeregten Schwester zu): Also Sabine, ganz ruhig, wer hat was getan?
S (hat immer noch rote Wangen, bekommt aber jetzt noch einen glasigen Blick dazu): Günni! Also Dr. Grummersbach hat... er hat... er hat mich eingeladen!
M: Na dann mein herzliches Beileid!
G (tritt M auf den Fuß, ohne ihn dabei anzusehen, u. bekommt so seinen beleidigten Blick nicht mit; sie freut sich ehrlich für die blonde Schwester): Das freut mich aber. Wozu hat er Sie denn eingeladen, wenn ich fragen darf?
M (nuschelt in seinen nicht vorhandenen Bart): Das frag ich mich auch.
So ein Idiot! Was will der mit der Verrückten?
S (strahlt die beiden glücklich an u. platzt endlich mit der großen Neuigkeit heraus): Zum Ärzteball!
M: Ach du Scheiße!
Ich hab doch gewusst, warum ich nicht dahin gehen wollte. Nicht nur der Ball der Oberlehrer und Spießer, nein auch der der Verrückten und Totengräber! Na hoffentlich gibt es genug Alk da?
G (wirft M erst einen eindeutigen Blick zu, dann lächelt sie S an): Marc! ... Dann sehen wir uns ja dort, Schwester Sabine.
S (schaut überrascht zu ihrem grummeligen Oberarzt): Oh! Sie haben die Frau Doktor auch gefragt, Herr Doktor?
Schön wär’s!
M (verdreht die Augen): Das ist mein Job.
Auch gut umschrieben! Hihi!
S (versteht nicht ganz u. sieht fragend zu G rüber): Oh! Äh...
G (klärt die Situation auf): Was Dr. Meier damit sagen will, Schwester Sabine, wir gehen zusammen als offizielle Stellvertreter meines Vaters dorthin.
M (verschränkt die Arme u. schaut seine Süße provozierend an): Nur ich!
G (steht auf dem Schlauch): Hmm?
M (grinst sie breit an): Ich bin seine Vertretung, schon vergessen?
Blödmann! Hab doch gewusst, dass sein Ego platzt, wenn Papa ihn befördert. Aber ich hol ihn schon wieder runter von der Wolke. Hmm... Oder ich schupse ihn auf meine rosa Wolke rüber. Hihi!
G (ihre Augen formen sich zu kleinen Schlitzen): Ja und ich bin deine offizielle Begleitung, also sind wir ein Wir.
M (hebt ungläubig seine Augenbrauen): Ah ja!?
Frauenlogik! Muss ich nicht verstehen. Chef bleibt Chef! Und du bleibst äh... du! Oder so!
S (lauscht gebannt jedes Wort): Das freut mich aber für Sie, aber was ist denn mit dem Herrn Professor?
M (kleinlaut): Der flittert!
G: Marc!
S (schaut ihren Oberarzt verdattert an): Wie meinen?
G (klärt die neugierige Schwester auf, aber lässt wohlwissentlich die wesentlichen Details weg): Mein Vater ist an dem Abend leider verhindert.
S: Oh!
Mehr muss sie nun wirklich nicht wissen.
G: Ja, ähm... jedenfalls freuen wir uns, endlich Ihren Günni kennen zu lernen, Schwester Sabine.
Da hab ich echt kein Interesse daran.
S (freut sich wie eine Schneekönigin): Er sich auch, Frau Doktor. Ich habe ihm schon so viel von Ihnen erzählt, wissen Sie.
G: Na hoffentlich nur Gutes.
M (blitzt S böse an): Das will ich ja wohl hoffen.
S (leicht eingeschüchtert): Aber natürlich!
M (will die lästige Schwester endlich loswerden): War’s das dann? Wir müssen hier noch...
S (schaut erst schüchtern M, dann G an): Äh... Frau Doktor, könnte ich Sie eventuell mal im Vertrauen sprechen?
Boah nee! Diese Frau kann nerven ohne Ende!
G: Sicher!

Gretchen warf ihrem Freund und Oberarzt einen vielsagenden Blick zu, den er erst nicht verstehen wollte, aber als er dann auch noch die flehenden Blicke von Sabine vernahm, suchte er schnell das Weite...

M: Oh! Frauengespräch, hmm? Bin schon weg. Haasenzahn, wir machen später in meinem Büro weiter.

Er zwinkerte ihr noch einmal anzüglich zu, was sie mit einem Kopfschütteln und einem süßen Lächeln quittierte, drehte sich um, stellte seinen Kaffeepot in die Spüle und verließ das Stationszimmer. Jetzt waren Gretchen und Sabine unter sich, die schließlich leise und verlegen mit ihrem Anliegen zur Sprache kam...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

21.11.2010 10:25
#827 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

S (mit gesenktem Blick): Frau Doktor, ähm... es... es ist so. Ähm... Nun ja... Das... das wird unsere erste richtige Verabredung, wenn Sie verstehen, was ich meine.
Oh Gott! Will ich das wirklich wissen?
G (ihr ist die Situation irgendwie unangenehm): Äh... ja, aber wo liegt denn das Problem, Schwester Sabine?
S (stammelt nervös): Nun ja, also mein... mein letztes... *schluck* ... Ronde... Rondei... äh... Rendezvous... das... das liegt schon... *seufz* ... etliche Jahre zurück und das war eigentlich auch kein richtiges Rendezvous. Wir... also ich und mein damaliger... Partner, der... der Jürgen, waren nur bei der Pommesschranke um die Ecke und naja... das war jetzt nicht gerade sehr... Sie wissen schon.
Sie hatte also tatsächlich schon einmal einen Freund? Hmm... Und ich dachte immer, sie wäre naja... irgendwie asexuell. Also ein Neutrum, so wie äh... die Lieblingslehrerin oder meine Eltern, obwohl die ja... äääähhh... *räusper* ... oder meine Kioskverkäuferin. Ich kann mir Sabine und ein Mann irgendwie so gar nicht richtig vorstellen. Ich weiß nicht. Wobei dieser Günni ist ja schon süß. Naja warten wir mal ab, was der Abend bringt.
G (rollt mit den Augen u. unterbricht ihr Gestammel): Sabine, Sie faseln.
S (peinlich berührt): Entschuldigung, aber ich bin nur so aufgeregt. Und das ist doch auch noch so eine pikfeine Veranstaltung... mit den ganzen Ärzten und ich ähm...
G (versucht sie zu beruhigen): Ach so steif geht das dort gar nicht zu, Schwester Sabine. Das wird ein ganz entspannter, lustiger Abend, das verspreche ich Ihnen.
S (schaut sie mit großen Augen an): Wirklich?
G: Aber natürlich! Also ich hatte letztes Jahr sehr viel Spaß beim Ärzteball.
Naja, wie man’s nimmt. Also das Ende war schon schön.
S: Aber da hat doch die Frau Dr. Hass...
G (fällt ihr schnell ins Wort, weil sie nicht an den peinlichen Zwischenfall auf der Toilette zurückdenken will): Äh... das... das ist Vergangenheit.
Sie hat ihn ja jetzt!
S: Oh!
G: Machen Sie sich keine Sorgen, Schwester Sabine. Sie haben doch eine charmante Begleitung dabei.
S (kichert albern, wird dann aber schnell wieder ernst): Stimmt! Aber ich hätte dann doch noch eine Frage...
Oje! Was kommt jetzt?
G (leicht beunruhigt): Schießen Sie los, Sabine!
S: Was zieht man denn bei so einem Ball eigentlich an?
G (muss dann doch lachen): Oh ja, das ist wirklich die entscheidende Frage! Haben Sie denn ein schönes Kleid im Schrank?
S (kratzt sich am Hinterkopf u. denkt nach): Hmm... Ich habe viele schöne Kleider, Frau Doktor. Alle in dem Stil von neulich... an meinem Geburtstag.
G: Oh!
Die Blumenwiese!
S (verunsichert): Ist das nicht gut?
G (weiß nicht so richtig, wie sie sich ausdrücken soll, weil sie sie auch nicht verletzten will): Naja... an sich... schon, aber für einen Ärzteball... vielleicht ... naja... etwas... äh... zu schrill... äh... bunt.
S (senkt ihren Blick): Oh! Verstehe!
G (erkennt die Verzweifelung in ihrem Blick u. versucht sie aufzumuntern): Wissen Sie was, Schwester Sabine, ich habe auch noch nichts Passendes anzuziehen. Lassen Sie uns doch zusammen etwas aussuchen gehen, hmm?
S (ihre Augen beginnen verdächtig zu schimmern): Das würden Sie für mich tun, Frau Doktor?
Naja es kommt ja auch etwas für mich dabei heraus. Und Marc sollen schließlich die Augen aus dem Kopf fallen, wenn er mich sieht. Von wegen er geht da nur wegen seinem Job hin. Dir werd ich es schon noch zeigen, Herr Doktor. Hihi!
G (lächelt): Aber natürlich. Was halten Sie denn von morgen Vormittag? Da müssen wir beide erst später in die Klinik. Also genug Zeit für eine kleine Shoppingtour.
S (klatscht erst begeistert in ihre Hände u. fällt dann ihrer Lieblingsärztin glücklich um den Hals, löst sich aber schnell wieder peinlich berührt, weil sich das ja eigentlich nicht gehört): Ja, das machen wir. Danke, Frau Doktor!
G (wedelt mit ihren Händen in der Luft herum): Ach, gar nichts für. Das ist doch... selbstv...

Dr. Haase wollte noch etwas sagen, da wurde sie aber durch den schrillen Schrei ihrer Mutter unterbrochen, die gerade das Stationszimmer in Beschlag nahm und hektisch auf die beiden Frauen zugestürmt kam...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

21.11.2010 20:40
#828 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Bärbel Haase blieb direkt vor ihrer Tochter stehen und machte ihr mit großen Gesten Vorwürfe...

B: Margarethe, mein Gott, ich such dich schon überall.
MAMA!!!
G (rollt mit den Augen): Na, anscheinend bist du ja jetzt fündig geworden.
B (ignoriert den ironischen Unterton in ihrer Stimme u. lässt sich stöhnend auf den freien Stuhl neben ihr plumpsen): Dein Vater... er... er hat mich gerade überrascht.
G (grinst wissend): Oh!
Na ich hatte schon das Gefühl, dass er es nicht mehr länger zurückhalten konnte. Wie süß! Und das in ihrem Alter!
B (nimmt Gretchens Hand u. beginnt zu plaudern): Weißt du, ich habe gerade Pause gemacht mit Oberschwester Stefanie. Ich wollte eigentlich Gutwetter bei ihr machen, weil sie doch immer mit mir grundlos schimpft, und da habe ich ihr ein Stück von dem Schokoladenkuchen mitgebracht, den du so sehr liebst, und plötzlich stand dein Vater in der Tür. Ich habe vielleicht Augen gemacht, kann ich dir sagen. Er hatte einen Strauß roter Rosen in der Hand! Ich habe wirklich für den ersten Moment gezweifelt, ob ich vielleicht unseren Hochzeitstag vergessen habe. Er hat mir ja schon seit Ewigkeiten keine Blumen mehr mitgebracht und dann solch Schöne. Hach... Ich hatte wirklich Tränen in den Augen. Und dein Papa ist sogar auf die Knie gegangen... Oh das war so romantisch. Schwester Stefanie ist die ganze Farbe aus dem Gesicht entwichen, so erstaunt war sie über meinen Franz. Aber ich ja auch. ... Wir werden verreisen, Margarethe.
G (kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen): Ach was du nicht sagst.
B (etwas irritiert über ihre Reaktion streicht sie sich eine Strähne hinter ihr Ohr u. plappert munter weiter): Ja! Dass ich das noch mal erleben durfte. Nach sechsunddreißig Ehejahren so eine schöne Überraschung. Aber er hat ja Recht. Ich habe ihn wirklich vernachlässigt, seitdem ich wieder berufstätig bin. Die Reise wird uns wieder näher bringen.
So genau wollte ich das eigentlich nicht wissen.
S (lächelt ihre Kollegin u. Komplizin erfreut an): Das freut mich für Sie, Schwester Bärbel.
B (hat S jetzt erst bemerkt u. nickt ihr freundlich zu, dann dreht sie sich wieder zu ihrer Tochter um): Dankeschön, Sabine. ... Was sagst du dazu, Margarethe?
G (tätschelt lächelnd Bärbels Hand): Ich freu mich auch für euch, Mama.
B (drückt glücklich Gretchens Hand, lässt sie dann los u. gestikuliert wild mit beiden Armen in der Luft herum): Am Freitag geht es schon los. Ich weiß gar nicht, wie ich das alles schaffen soll. Da ist noch so viel zu erledigen.
G: Wenn du Hilfe brauchst, dann...
B (wird plötzlich hektisch): Ja, am besten kommst du heute nach der Arbeit gleich mit zu uns. Wir müssen einen Plan machen, was vor und während unserer Abwesenheit alles erledigt werden muss. Und... oh Gott, in zwei Wochen ist ja auch schon Weihnachten. Das habe ich ja völlig verpasst. Ich... Nein, ich muss eurem Vater absagen.
Oh Gott, Mama!
G (tätschelt ihre Hand u. versucht ihre aufgeregte Mutter zu beruhigen): Quatsch, Mama! Mach dir mal keinen Kopf. Es ist alles schon geklärt.
B (schaut sie perplex an): Wie meinst du das? Sag nicht, du wusstest Bescheid, was dein Vater vorhat? Wie konntest du mir das nicht...
G (unterbricht sie, bevor sie ihr noch Vorwürfe macht): Mama, er hat uns auch gerade eben erst eingeweiht.
B: Oh! Und was ist mit...?
G (atmet laut aus): Mama, genieße einfach euren Urlaub. Den habt ihr euch nach dem turbulenten Jahr reichlich verdient. Entspann dich. Wir kümmern uns um alles.
B: Aber...
G (lässt keine Einwände zu): Du wirst ein Weihnachtswunderland vorfinden, wenn ihr an Heiligabend wiederkommt.
Hmm... auch wenn ich wirklich nicht weiß, wie wir das machen sollen. Es gibt doch auch Weddingplaner. Ob es so etwas auch für Weihnachten gibt? Christmasplaner oder so? Muss ich dann mal googlen.
B (zweifelt noch): Dir traue ich das zu, aber Jochen...
G (verdreht die Augen): Ich habe ein Auge auf ihn. Außerdem ist Marc ja auch noch da.
Die Begeisterung wird bei ihm schon noch kommen, wenn wir dabei sind. Hoffe ich.
B (bleibt skeptisch): Bist du sicher, dass er das schafft mit der Klinik?
G: Mama, wir sprechen hier von Dr. Marc Meier Mr. Ego persönlich.
B (gibt sich mit dieser Antwort zufrieden): Hmm!
G (schaut auf ihre Armbanduhr u. erhebt sich plötzlich von ihrem Stuhl): Wenn ihr mich bitte entschuldigt, ich habe jetzt noch einen Termin bei einem Patienten.
S: Natürlich, Frau Doktor.
B: Hoffentlich nichts Schlimmes?
G: Nein, die schweren Fälle hatte ich heute schon durch. Ist nur die Bandscheibe.
B: Oh! Geh nur, Schatz! Ich wollte sowieso noch ein Wort mit Sabine reden.
G (verabschiedet sich mit einem Kuss auf ihre Wange): Tschüß Mama! Wenn ich es schaffe, schaue ich vielleicht heute Abend doch noch bei euch vorbei. Dann stoßen wir an, hmm?
B: Ich freu mich.

Gretchen lächelte ihre Mutter an, stellte ihre Teetasse in die Spüle und verließ dann das Schwesternzimmer, wo Sabine und Bärbel als nächstes besprachen, was in ihrer Abwesenheit mit ihrer Geheimplantage passieren sollte...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

22.11.2010 14:46
#829 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einen guten Start in die neue, leider eiskalte und schneesichere Woche wünsche ich euch. Diesen herzerwärmenden Teil und den morgen Folgenden widme ich meiner lieben (leider im Moment kränkelnden ) persisch-emsländischen Front. Hab euch lieb, ihr nervigen FKs! Liebe Grüße auch an alle anderen, auch die Stillschweiger unter euch! Eure Lorelei




Derweil auf dem Flur der Gyn

Dr. Kaan kam gerade aus Kreissaal. Der Notfall, zu dem er vor zwei Stunden gerufen worden war, hatte sich als eine Risikogeburt erwiesen. 30. Schwangerschaftswoche! Ein Frühchen! Nur 1500 Gramm! Jede Minute hatte gezählt, aber alles war Gott sei dank glimpflich verlaufen. Der kleine tapfere Säugling war wohlauf und lag nun sicher im Brutkasten. Und der frischgebackenen Mutter ging es ebenfalls den Umständen entsprechend gut. Mehdi hatte sich gerade in der Umkleide einen neuen Kittel übergeworfen und wollte eigentlich noch schnell einen Kaffee im Stationszimmer trinken, war aber dort auf eine seltsame Zusammenkunft von Schwester Sabine und Bärbel Haase gestoßen, die anscheinend irgendetwas Verschwörerisches ausheckten, aber er hatte nicht weiter hingehört und schnell das Weite gesucht. Nun lief er den Flur vor in Richtung seines Büros. Eine kurze Verschnaufpause könnte er jetzt wirklich gebrauchen, nachdem der Tag so stressig und verwirrend zugleich begonnen hatte. Aber Dr. Kaan kam nicht weit, denn er hatte ein Déjà-Vu und blieb plötzlich wie angewurzelt stehen.

http://www.youtube.com/watch?v=Y5lO4hEAJHU

Da war SIE schon wieder! Die Frau, die ihm heute gehörig im Kopf herumspukte. Er musste lächeln, als er an die Situation vorhin in seinem Büro zurückdachte, als sie ihm spontan um den Hals gefallen war, weil er sie zu einem Tanzkurs überredet hatte. Er wusste selbst nicht, warum er das überhaupt getan hatte, aber der Gedanke daran ließ sein Herz kurz aufhüpfen. Wie sie gestrahlt hatte! Wie die Sonne, wenn sie früh am Morgen langsam über den Horizont aufsteigt und ihre ersten Strahlen allmählich alles zum Leben erwecken. Er hatte sich auch so lebendig gefühlt und das nicht nur beim Salsatanzen gestern Abend, nein, dazu reichte schon allein ihre Anwesenheit aus. Wie sie sich dann angesehen hatten! Irgendetwas war anders in ihrem Blick gewesen. Wenn er nur wüsste, was es gewesen war. Es ließ ihn einfach nicht mehr los. SIE ließ ihn nicht mehr los! Und jetzt stand die schöne Gabi schon wieder vor seinem Sprechzimmer. Dieselbe Situation wie vorhin, nur diesmal war sie nicht die Postbotin, sondern balancierte mit einem Stapel Medikamentenpäckchen, die sie mit der einen Hand an ihren Körper gedrückt hielt - nur ihre süße Nasenspitze lugte hervor - und mit der anderen versuchte sie an seine Bürotür zu klopfen. Dabei war der Arzneiturm gehörig ins Wanken geraten und sie kämpfte mit sich und ihrer Balance. Der Oberarzt schüttelte amüsiert den Kopf. Sie war schon unglaublich, seine Gabi. Hatte er gerade seine Gabi gedacht? Er kratzte sich verwirrt am Hinterkopf und schaute wieder nach vorn. Gerade wollte die erste Schachtel vom Turm herunterfallen, aber wurde gerade noch so von einer helfenden Hand aufgefangen, die plötzlich vor ihr aufgetaucht war. Mehdi hatte die Situation schnell erfasst und diesmal gleich eingegriffen. Er lächelte seine Stationsschwester charmant an, als er die Arzneischachtel oben auf den Stapel legte und diesen wieder gerade richtete. Gabi schmolz mal wieder bei seinem Anblick dahin, wodurch der Berg erneut gehörig ins Schwanken geriet und von der starken Hand des hilfsbereiten Oberarztes gestützt werden musste. Die sonst so toughe Schwester hatte mittlerweile ganz rote Backen bekommen, weil sie sich mal wieder seinetwegen wie der letzte Depp aufführte. Doch der charmante Frauenarzt fand sein tollpatschiges Gegenüber einfach nur süß und sprach sie schließlich auch an...

MK: Soll ich dir etwas abnehmen?
GK (beißt sich verlegen auf die Unterlippe u. sieht ihn nicht an): Geht schon.
Wenn du mich anfasst, dann lasse ich sie womöglich alle fallen und ich bin erst recht der Idiot.
MK (schaut noch einmal skeptisch auf den wackeligen Turm, den sie vor sich trägt): Sicher?
GK (nickt vorsichtig u. klammert sich nun mit beiden Händen an die Packungen): Hmm!
Ich wollte ihr doch nur helfen.

Mehdi öffnete daraufhin die Tür und hielt sie hilfsbereit für seine Kollegin auf. Sie lächelte ihn dankbar an und ging schnell an ihm vorbei, direkt zum Medikamentenschrank. Sie legte die Päckchen auf dem Tisch darunter ab und atmete erleichtert aus... Gerade noch mal gut gegangen! Der Oberarzt schloss die Tür und ging seiner Stationsschwester schmunzelnd hinterher und setzte sich schließlich an seinen Schreibtisch, streckte seine Beine kurz aus, gähnte einmal und setzte sich dann gerade hin und nahm die oberste Patientenakte von seinem Stapel. Es war die von Chantal Kunze. Er überlegte kurz, ging die Daten noch einmal durch und schaute dann zu Gabi. Sie stand mit dem Rücken zu ihm hinter seinem Chefsessel und sortierte die abgelaufenen Medikamente aus dem Giftschrank aus und ersetzte diese durch die Neuen. Mehdi bewunderte kurz verträumt ihre attraktive Rückenfront, räusperte sich dann verlegen und sprach die schöne Frau noch einmal auf die junge Schwangere an...

MK: Warst du noch mal bei Chantal?
GK (zuckt erschrocken zusammen, als sie die sexy Stimme ihres süßen Oberarztes vernimmt u. lässt vor Aufregung eine Medikamentenschachtel zu Boden fallen, die sie unter seinen aufmerksamen, auf ihren knackigen Po gerichteten Blicken schnell wieder aufhebt): Äh... Ich... ich hab Chantal nach der Untersuchung zurück in ihr Zimmer gebracht. Wir haben uns noch kurz unterhalten... über dich wohlgemerkt..., aber dann kam Oberschwester Stefanie mit der Inventurliste und ich sollte hier ähm... in den Sprechzimmern die Bestände kontrollieren und gegebenenfalls austauschen...
MK: Verstehe! Ich habe übrigens vorhin mit dem Jugendamt telefoniert. Sie schicken in den nächsten Tagen eine Sozialarbeiterin vorbei.
Scheiße!
GK (immer noch leicht beunruhigt deswegen): Ok!?
MK (erkennt die Unsicherheit in ihrem Blick u. schaut sie zuversichtlich an): Mach dir keine Sorgen. Alles wird gut.
Hoffentlich! Und damit meine ich nicht nur Chantal.

Die beiden verstummten schließlich, schauten sich eine ellenlange Sekunde unsicher an und gingen dann jeder wieder seiner Tätigkeit nach. Schwester Gabi begann, die Arzneischachteln einzuräumen, während sich Dr. Kaan daransetzte, den OP-Bericht zu der Frühgeburt zu schreiben. Aber er konnte sich einfach nicht darauf konzentrieren. Gabis Anwesenheit lenkte ihn ab und brachte ihn gehörig aus dem Konzept. Was war das nur mit ihr? Immer wieder schaute er verstohlen nach hinten und beobachtete die schöne Krankenschwester, die ihm wieder den Rücken zugedreht hatte und gerade die Medikamentenliste durchging und Häkchen setzte und dann die nächsten Päckchen in den Giftschrank einräumte. Die abgelaufenen Medikamente hatte sie vorsorglich zur Seite gelegt, weil sie wusste, dass sich ihr Chef immer selbst um deren Entsorgung kümmerte. Warum er das tat, das wusste sie aber nicht. In dieses Geheimnis war bisher nur Dr. Haase eingeweiht. Der Held der Armen geriet regelrecht ins Träumen, als er sie so intensiv ansah und hielt abwesend seinen Kuli zwischen seinen Zähnen. Sein Blick wanderte immer wieder über ihren entzückenden Rücken und ihren knackigen Po, der mal wieder nur von einem knappen kurzen Minirock und ihrem weißen engen Kittel umschmeichelt wurde. Er blieb regelrecht daran kleben und lächelte verträumt vor sich hin. Seine Arbeit hatte er schnell vergessen.

Aber auch Gabi Kragenow war alles andere als konzentriert bei der Sache, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick den Anschein hatte. Die Anwesenheit des attraktiven Halbpersers machte sie ganz nervös, sie transpirierte und mit zittrigen Händen versuchte sie die einzelnen Schachteln in die richtigen Fächer zu legen. Sie stellte sich nicht gerade geschickt dabei an, was auch ihrem heimlichen Beobachter amüsiert auffiel. Immer wieder rutschte ihr aus Versehen eine der Packungen aus der Hand, woraufhin sie leise vor sich hin fluchte und noch nervöser wurde. Und er allein war schuld daran! Sie spürte seine intensiven Blicke ganz deutlich im Nacken. Ihr wurde heiß und kalt zugleich. Ihr Puls lag bei knapp unter 200 und ihr Herz schlug Purzelbäume. Und ihr ging immer wieder durch den Kopf, was Chantal ihr vorhin gesagt hatte. Unbeteiligte Dritte sahen ja bekanntlich mehr als man selbst. Die freche Siebzehnjährige war felsenfest davon überzeugt, dass Dr. Kaan total in sie verschossen sei. Dieser Gedanke hatte sie nicht mehr losgelassen. Aber wenn es tatsächlich so wäre, wieso tat er dann nichts? Gut, er hatte sie zu einem Tanzkurs angemeldet, aber was hatte das genau zu bedeuten? .... Salsa = Leidenschaft = leidenschaftliche Gefühle oder leidenschaftliche Affäre? .... Sie wusste es nicht. Wenn es ihm nur darum ging, ihre Affäre wiederaufleben lassen zu wollen, dann hätte er sich doch wie früher gleich dazu hinreißen lassen können. Aber jetzt war es irgendwie anders. Aber was war anders? Er war viel zu zurückhaltend, was eine mögliche Annäherung betraf, konsequent ging er ihr aus dem Weg und wenn das nicht möglich war, war er ihr gegenüber betont professionell. Das deutete doch nicht gerade auf große Gefühle hin oder? Aus diesem Grund traute sich die verliebte Frau auch nicht, einen Schritt auf ihn zuzugehen, um selber die Initiative zu ergreifen, auch wenn sie sich am liebsten auf ihn gestürzt und ihn abgeknutscht hätte. Oder hätte sie ihn vielleicht vorhin doch richtig küssen sollen, als sie kurz in seinen Armen gelegen hatte? Sie hatte doch deutlich gespürt, dass er es auch genossen hatte. Wie hätte er dann reagiert? Wäre er darauf eingegangen oder wäre er wie gestern Abend wieder vor der Situation geflüchtet? Vielleicht würde sie die Antwort darauf viel schneller bekommen, als sie es erwartet hätte, denn der undurchsichtige Oberarzt stand plötzlich direkt hinter ihr...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

23.11.2010 16:39
#830 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hurra, hurra, der Winter ist da! Ich hoffe, ihr habt ohne Blechschäden hierher gefunden? Jetzt wird es nämlich besinnlich. Image and video hosting by TinyPic Also Kamin anmachen, wahlweise auch eine Kerze anzünden, Schmusedecke über die Beine legen, die heiße Tasse mit eurem Lieblingstee mit beiden Händen fest umklammern, zurücklehnen und genießen , auch wenn es vielleicht dem einen oder anderen nicht gefallen könnte, was jetzt kommt. Sorry, die Dramaturgie der Geschichte verlangt es einfach, dass ihr auch mal leiden müsst. Ich hab euch trotzdem lieb u. denke an euch. Eure Lorelei




... und hauchte ihr leise ins Ohr...

MK: Soll ich dir vielleicht doch helfen?

Wie in Zeitlupe drehte sich die Angesprochene zu ihm um und blickte dem schönen Mann nun direkt in seine strahlenden rehbraunen Augen, die sie förmlich in ihren Bann zogen. Mehdi war ihr wieder so nah, dass sie kaum noch denken, geschweige denn etwas Sinnvolles sagen konnte...

GK: Nein, nein, geht schon!
MK (blickt schmunzelnd auf das Durcheinander an Medikamentenverpackungen auf dem Tisch; eine der Schachteln liegt sogar auf dem Fußboden, was sie wohl noch gar nicht bemerkt hat): Das sieht man!
Gott ist sie süß!
GK (folgt seinem Blick, errötet etwas u. stammelt verlegen): Ich... ich komm klar.
Gabi, mach dir doch nichts vor! Du bist diesem süßen Typen komplett verfallen und kommst überhaupt nicht mehr klar. Wenn er nicht komplett bescheuert ist, dann fällt selbst ihm das auf.

Mehdi lächelte sie verschmitzt an und ging in die Knie, um die verloren gegangene Medikamentenschachtel aufheben. Im selben Moment hatte sich auch Gabi eine Etage nach unten bewegt und griff nach der Verpackung. Ihre Hände berührten sich an den Fingerspitzen. Beide erschauderten, wie vom Blitz getroffen, und sahen sich einen Moment lang tief in die Augen. Sie spürten beide dieses unbeschreibliche Knistern, das schon den ganzen Tag in der Luft lag, bis dem Oberarzt die verwirrende Situation dann doch zu viel wurde, er seine Hand wegzog, mit der anderen die Schachtel Paracetamol nahm und sich wieder erhob. Er reichte Gabi gentlemanlike seine Hand und half ihr auf. Auch diese Berührung ging beiden wieder durch und durch. Mehdi ließ ihre zarte Hand schnell wieder los und biss sich verlegen auf die Unterlippe. Wieder standen sie ganz nah beieinander und sahen sich einfach nur an. Mehdi lächelte Gabi schüchtern an und drückte ihr schließlich die Paracetamol-Packung in die Hand...

MK: Hier!
GK (gefangen von seinen Augen versteht sie nicht, was er von ihr will): Was?

Mehdi bemerkte ihren intensiven Blick, der auch ihn zunehmend durcheinander brachte. Er räusperte sich und deutete auf die Medikamentenschachtel, die er ihr hinhielt....

MK (mit belegter Stimme): Die... die Schachtel.
GK (versteht immer noch nicht, worauf er hinaus will u. sieht ihn sprachlos an; erst spät fällt bei ihr der Groschen u. sie räuspert sich): Oh! Die... Schachtel! Ähm... Danke!
Ok, er hält dich jetzt definitiv für komplett bescheuert. Ich mich ja auch.

Peinlich berührt nahm die Krankenschwester endlich die kleine Packung Schmerztabletten in die Hand und drehte sich schnell wieder zum Giftschrank um und tadelte sich für ihre eigene Blödheit. Verwundert über ihre plötzliche abweisende Haltung ging Mehdi einen Schritt zurück. Er wollte sich wieder an seinen Schreibtisch setzten und ebenfalls weiterarbeiten, aber irgendetwas hinderte ihn daran. Er schaute die schöne Frau wieder intensiv an.

http://www.youtube.com/watch?v=iJe3osgk8Vc&feature=related

Was war das nur mit ihr? fragte er sich. Wieso brachte sie ihn immer wieder so durcheinander? Was hatte sie nur an sich, dass er alles um sich herum vergaß und er immer wieder unbewusst ihre Nähe suchte? Mehdi war plötzlich völlig in ihren Bann gezogen. Er wusste überhaupt nicht mehr, was er eigentlich tat. Ohne es überhaupt bemerkt zu haben, hatte er sich wieder direkt hinter sie gestellt und sog mit geschlossenen Augen den betörenden Duft ihres Parfums ein, das von der zarten Haut ihres Halses ausstrahlte und ihn umnebelte. Am liebsten würde er sie jetzt genau an der Stelle berühren, nur mit der Fingerkuppe, sie sanft streicheln, vielleicht auch küssen, schoss es ihm durch den Kopf, doch er traute sich nicht. Gabi spürte seine Anwesenheit präsenter denn je. Ihr Herz klopfte wie verrückt. Ihr Puls war schon längst nicht mehr messbar. Ihre Arme waren schwer wie Blei. Sie konnte so nicht mehr weitermachen. Wieder rutschte ihr eine Schachtel aus der Hand. Mehdi fing sie noch rechtzeitig auf, schmiegte sich von hinten an Gabis schlanken Körper und räumte die Arzneipackung über ihren Kopf hinweg in den Medikamentenschrank ein. Gabi zuckte zusammen, als sie spürte, wie nah er ihr plötzlich wieder war. Träumte sie oder war es endlich einmal Realität? Sie hielt den Atem an. Mehdi senkte seinen rechten Arm wieder und positionierte seine Hand neben ihr auf dem Tisch. Langsam drehte sich die brünette Schönheit zu ihm um und stand nun eingekesselt von seinem durchtrainierten Körper und seinen starken beschützenden Armen vor ihm. Ihre Knie wurden weich. Es war definitiv kein Traum! Sie blickte direkt in Mehdis feurigen Augen. Irgendetwas war anders. Gabis Gedanken schweiften ab, aber sie versuchte irgendwie cool zu bleiben, auch wenn ihr seine Nähe völlig den Verstand raubte. War sie ihrem Ziel wirklich so nah? Wollte er sie auch so sehr, wie sie ihn wollte? Die verliebte Frau schmiegte ihren Körper an den seinen, was ihr charmantes Gegenüber durchaus genoss. Auch sein Verstand war gerade dabei herunterzuschalten. Was er hier tat, war definitiv gegen jede Logik, aber es fühlte sich so verdammt gut an. Und wenn es sich gut anfühlte, was konnte dann daran falsch sein? Mehdi sah ihr einfach nur tief in die Augen und war völlig gefangen von ihr und von allem, das sie ausstrahlte. Endlich wagte die aufgeregte Krankenschwester leise zu sprechen...

GK: Ich halt das nicht mehr aus.
MK (schaut mit klopfendem Herzen in ihren Augen hin u. her): Was?

Mehdi verstand erst nicht, was sein hübsches Gegenüber damit meinte und schaute Gabi mit großen Augen an. Doch dann erkannte er plötzlich den sehnsüchtigen, fast flehenden Blick in ihren Augen und senkte unbewusst seinen Kopf ein wenig. Auch ihre Lippen näherten sich den seinen. Sie traute sich endlich und legte vorsichtig einen Arm um seine Taille. Mit der anderen Hand hielt sie sich am Tisch hinter ihr fest, denn sie glaubte, jeden Moment in Ohnmacht zu fallen. Passierte das gerade wirklich? Oder spielten ihr ihre Sinne wieder einen Streich? Sie traute sich nicht, ihn nicht anzusehen, weil sie sonst glaubte, die Seifenblase würde zerplatzen. Sie wollte sich jede Sekunde dieses einzigartigen Moments für die Ewigkeit einprägen. Mehdi ging es da nicht anders. Er legte seine warme Hand an ihre weiche Wange und streichelte diese sanft mit dem Daumen. Sie erschauderte. Das war wirklich echt! Und auch er war tief bewegt von diesem wunderschönen Augenblick. Sein Herz drohte aus seiner Brust zu springen, je länger er sie ansah und sie spürte. Ihr ging es da nicht anders. Die Schmetterlinge tanzten gerade in Gabis Bauch. Langsam berührten sich ihre Köpfe an der Stirn. Sie verharrten einen Moment lang in dieser Haltung. Stirn an Stirn. Beide schlossen automatisch die Augen. Sie genossen die Nähe des jeweils anderen mit jeder Faser ihres Körpers. Sie atmeten schwer. Mehdi legte seine andere Hand in ihren Nacken, streichelte diesen sanft und zog sie schließlich ganz nah zu sich heran. Vorsichtig senkte er seinen Kopf. Ihre Wangen berührten sich. Eine Gänsehaut zog sich über beide Körper. Sehnsüchtig streiften sich ihre Gesichter. Ihre Nasen stupsten zufälllig aneinander. Beide mussten daraufhin lächeln. Die Welt stand für einen kurzen Moment still. Doch noch immer hatten sie sich nicht geküsst. Mehdi drehte seinen Kopf ein wenig. Seine Lippen berührten erst ihre rechte Wange, dann wanderten sie langsam nach oben, erst über ihre Stirn, dann über ihre Augenlider und anschließend ihre linke Wange. Dann gingen sie tiefer, streiften zärtlich über ihren schlanken Hals. Gabi zerriss es fast vor Sehnsucht. Ihr ganzer Körper prickelte. Sie wollte ihn so sehr. Sie presste sich an seinen muskulösen Körper, legte eine Hand in seinen Nacken und zog seinen Kopf zu sich herunter. Und endlich, endlich nach endlosen zärtlichen Minuten trafen sich ihre Lippen wie ein gigantisches Feuerwerk. Es fühlte sich an wie tausend kleine Explosionen, als sich ihre warmen Lippen sanft liebkosten. Mehdi hielt Gabis Gesicht mit beiden Händen fest umschlossen und küsste sie unglaublich gefühlvoll. Es war ein Kuss für die Ewigkeit. Minutenlang verharrten sie so innig vereint, bis sie sich irgendwann atemlos voneinander trennten. Sie schauten sich tief in die Augen und hielten sich noch immer fest im Arm. Tief bewegt von dem gefühlvollen Moment versuchte Mehdi seine Gedanken zu sortieren und zu sprechen, doch nur ein unbeschreibliches „Wow!“ kam ihm leise und mit brüchiger Stimme über die Lippen. Gabi war ebenfalls kaum fähig zu sprechen. „Mehdi!“ hauchte sie sehnsuchtsvoll und schaute immer wieder zwischen seinen rehbraunen Augen hin und her. Sie glaubte immer noch zu träumen. Noch nie war jemand so unglaublich zärtlich mit ihr umgegangen. Das war einer dieser Küsse, die man wahrscheinlich niemals im Leben wieder vergaß. Beide waren völlig überwältigt und auch leicht überfordert von den Gefühlen, die dieser Kuss bei beiden ausgelöst hatte. Gefühle, die sich Mehdi doch eigentlich gerade erst entsagt hatte und die ihn nun förmlich zu überrollen drohten. Gefühle, die bei Gabi nun umso präsenter waren als jemals zuvor. Sie liebte ihn und war sich sicher, dass es ihm genauso ging. Beide Herzen pochten im Gleichklang. Sie klammerten sich noch eine Minute aneinander fest, dann gingen sie langsam auseinander. Mehdi biss sich auf seine Unterlippe und hielt sich mit einer Hand an seinem Schreibtisch fest und auch Gabi glaubte, gleich die Bodenhaftung zu verlieren. Sie geriet ins Stolpern, als sie an Mehdi vorbeigehen wollte. Doch die starke Hand ihres Herzblattes fing sie noch rechtzeitig auf. Wieder lag sie in seinen Armen, was ein unbeschreibliches Glücksgefühl bei ihr auslöste. Gefesselt hing sie an seinen schönen leuchtenden Augen und stammelte irgendetwas Unverständliches...

GK (zeigt zur Tür): Der Wagen... Medi....kamente... Schwester Stefanie... Drache... Ähm... Die anderen Schränke... abgelaufen. Ich... ich muss...
MK (kriegt ebenfalls keinen anständigen Satz zusammen u. schaut sie verlegen an): Ja... ich... ich muss auch... arbeiten. Der Plan ... äh... der OP-Bericht... glaube ich...

Die bis über beide Ohren verliebte Krankenschwester löste sich schließlich schweren Herzens aus den starken muskulösen Armen ihres attraktiven Vorgesetzten, lächelte ihn beschämt, aber glücklich an und torkelte langsam zur Tür. Gabi glaubte zu schweben. So leicht fühlte sich der Boden an. Der verwirrte Oberarzt sah seiner Kollegin lächelnd hinterher und ließ sich schließlich in seinen Sessel fallen, weil seine Beine ihm wegbrachen. Was war das gerade gewesen? Mehdi fuhr sich aufgewühlt mit einer Hand über sein Gesicht, verharrte mit seinen Fingern an seinen Lippen und strich verträumt darüber. Er lächelte. Er konnte gar nicht mehr aufhören zu lächeln. Gabi konnte sich auch kaum noch auf ihren Beinen halten, krallte ihre zitternden Finger um die Klinke und öffnete langsam die Tür. Sie stolperte hinaus auf den Flur......... direkt in die Arme von Dr. Gretchen Haase, die vor Mehdis Bürotür gestanden hatte und gerade zum Klopfen ansetzen wollte und nun die brünette Krankenschwester verdutzt anstarrte...

Lorelei Offline

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24.11.2010 14:23
#831 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey Leute , ich versinke hier gerade im Schnee. Hätte ein bisschen nicht auch gereicht für die romantische erste Adventsstimmung? Nein, es musste natürlich die volle Ladung sein. Ich hoffe, euch geht’s gut und ihr seid sicher auf Arbeit/ Schule gekommen. Ich bedanke mich noch mal ganz herzlich für eure tollen Kommis. Ihr seid die Besten, aber das wisst ihr ja. Ich wollte es nur noch einmal gesagt haben. Viel Spaß jetzt mit dem nächsten Teil und Grehdi bzw. Mehtchen! Winterliche Grüße! Eure Lorelei




GH: Gabi?
GK (schaut GH mit glasigen Augen an, drückt die überrumpelte Ärztin plötzlich kurz an ihre Brust u. geht dann mit einem breiten Lächeln auf den Lippen zu den Wartestühlen gegenüber u. lässt sich auf einen der Stühle fallen, weil ihr endgültig die Knie weg brechen; sie gerät augenblicklich ins Träumen): Hallo!
GH (blickt ihr sprachlos hinterher, zupft ihren zerknitterten Kittel wieder zu Recht u. betritt langsam das Büro von Dr. Kaan, dessen Tür Gabi offen gelassen hat): Äh... Was war das denn eben? Was ist denn mit Gabi los, Mehdi?

... sagte sie in Richtung ihres Kollegen und Freundes, den sie am Schreibtisch sitzend vernommen hatte, und schloss langsam die Tür hinter sich. Doch sie bekam keine Antwort von dem charmanten Gynäkologen.

GH (dreht sich verwundert zu ihm um): Mehdi?

Die blonde Ärztin lief langsam auf den großen Schreibtisch zu. Ihr Ex-Freund schien völlig in einer anderen Welt versunken zu sein. Mit seinem rechten Arm stützte er sein Kinn und grinste verträumt vor sich hin. An Mehdis Arbeitsplatz angekommen, erhob Gretchen ihre zarte Stimme etwas lauter...

GH: MEEEHDI?

Endlich kam eine Reaktion von ihm...

MK (abwesend): Ja?
GH (hält eine Patientenmappe vor ihrem Bauch u. schaut MK besorgt an): Sag mal, ist alles ok bei dir?
MK (kommt langsam wieder zu sich): Ich hab nur geträumt.
GH (schaut ihn verdutzt an): Wovon denn?
MK (merkt nicht wirklich, was er sagt, bis er plötzlich mit Schrecken wahrnimmt, wer da eigentlich vor seinem Schreibtisch steht, u. rot anläuft): Von der Frau, mit der ich...
Oh nein! ... Ausgerechnet Gretchen! ... Wo kommt die denn so plötzlich her?
GH (blickt ihn neugierig an): Ja?
Oh Gott! Was hab ich gesagt?
MK (versucht sich panisch rauszureden, ohne dass seine beste Freundin etwas merkt): Äh... von.... von einer... Patientin.
GH (schaut ihn verwirrt an): Patientin?
Was ist denn mit Mehdi los? Der ist ja völlig durch den Wind.
MK (schließt vor Peinlichkeit eine Sekunde seine Augen u. sucht händeringend nach einer plausiblen Ausrede): Äh... ja, ein komplizierter Fall.
Hmm... Muss wohl an der schlaflosen Nacht liegen. Der Arme! Und dann muss er auch noch eine Doppelschicht schieben. Nicht gut!
GH (hebt skeptisch ihre Augenbrauen, aber glaubt ihm): Aha! Deshalb wirkte Gabi wohl auch so mitgenommen?
MK (bekommt wieder rote Ohren): Ga...Gabi?
Oh Gott! Hat sie... hat sie etwa etwas mitbekommen? Wie... wie soll ich ihr das nur erklären? Ich kann es mir ja selber nicht mal erklären.
GH (zeigt mit dem rechten Arm zur Tür): Ja, die kam doch gerade aus deinem Büro. Sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und musste sich auf einen der Wartestühle setzen.
MK (muss unweigerlich wieder lächeln): Oh!
Hach.... Gabi! Was war das nur gerade mit uns? Das war so... so... unglaublich. Hach... Ob es ihr genauso geht wie mir? Hmm.... Ooooohhhh! Gretchen! Äh... Ganz ruhig bleiben! Sie hat nichts bemerkt!
GH (wundert sich darüber, dass er plötzlich zu lächeln beginnt, aber kommt schnell wieder auf das Wesentliche zu sprechen): Und bei dir ist wirklich alles in Ordnung?
Ich wünschte, ich wüsste, was mit mir los ist, aber es fühlt sich fantastisch an.
MK (räuspert sich verlegen u. schaut sie möglichst unauffällig an): Ja, mir geht es... großartig.
GH: Wirklich?

Gretchen musterte ihren besten Freund, der ihr sehr, sehr seltsam vorkam, durchdringend, was Mehdi dann doch etwas unangenehm war und ihn wieder leicht erröten ließ. Die blonde Ärztin konnte sich seinen plötzlichen Stimmungsumschwung nicht wirklich erklären. Noch heute Morgen im Fahrstuhl schien er unglücklich zu sein und sah abgekämpft aus und sie hatte gedacht, dass er immer noch an der Geschichte mit Italien zu knabbern hatte, aber jetzt hatte er ein verräterisches Funkeln in seinen rehbraunen Augen, das sie schon lange nicht mehr an ihm gesehen hatte, und trug ein süßes Lächeln auf den Lippen, das richtig ansteckend wirkte. Vielleicht hatte er ja endlich sein großes Tief überwunden? Und das machte auch Gretchen glücklich. Sie lächelte ihn an.

MK (wieder etwas ruhiger): Wirklich! Was... was wolltest du eigentlich von mir, Gretchen?
GH (schaut ihn kurz irritiert an, dann fällt es ihr wieder ein; sie zeigt ihm die Patientenakte): Oh ja! Entschuldige. Natürlich. Ähm... Wir haben in der Notaufnahme eine fünfundzwanzigjährige Schwangere liegen. Sechster Monat. Verkehrsunfall. Sie hat Schürfwunden und eine komplizierte Fraktur des Unterschenkels. Wir müssen sie noch heute operieren. Ich wollte dich fragen, ob du vielleicht dabei sein könntest, um die Werte des Babys zu überwachen. Im Moment scheint alles ok zu sein. Ich habe sie eingehend untersucht, aber ich halte es dennoch für besser, wenn ein Gynäkologe während der OP anwesend wäre.
MK (wirft einen kurzen Blick auf die Patientenmappe): Geht klar! Wann ist der OP-Termin?
GH: In einer Dreiviertelstunde.
MK (nickt ihr lächelnd zu): Ok! Ich komme gleich mit.
GH (erwidert sein Lächeln u. nimmt die Papiere wieder entgegen): Danke!

Dr. Kaan erhob sich schwerfällig aus seinem Sessel, geriet kurzfristig noch einmal ins Schwanken und hielt sich am Tisch fest, atmete tief durch und folgte schließlich seiner hübschen Kollegin, die schon zur Tür gegangen war und seinen kleinen gefühlsbedingten Schwächeanfall nicht mitbekommen hatte. Gretchen öffnete die Tür. Mehdi war direkt hinter ihr, als sie auf den Flur der Gynäkologie traten. Schwester Gabi, die immer noch gegenüber auf einem der Wartestühle saß und die romantische Situation in Mehdis Büro immer wieder Szene für Szene durchging und ihr Glück einfach nicht fassen konnte, schaute auf, als die beiden Ärzte das Sprechzimmer verließen. Sofort fing sie wieder an breit zu grinsen. Sie konnte es nicht kontrollieren. Und auch Mehdi musste lächeln, als er die schöne Frau sah, die er noch vor zehn Minuten innig geküsst hatte. Gretchen schaute nur verunsichert zu der brünetten Krankenschwester rüber, dann kurz zu ihrem Freund, der sich augenblicklich auf seine Lippe biss, als er ihren skeptischen Blick bemerkte. Er lächelte sie verlegen an, woraufhin sie sich wieder umdrehte, zwinkerte Gabi noch kurz zu, dann setzte er sich schnell in Bewegung. Gretchen konnte kaum Anschluss halten...

GH: Mehdi, was rennt du denn so? Wir haben noch Zeit bis zur OP.

Gabi schaute den beiden Ärzten verträumt hinterher.... Hach... ich glaube, ich hab ihn im Netz. Ja, ja, ja!!! ... Dann sprang plötzlich ihr Pieper an und sie wurde unsanft aus ihren Gedanken gerissen. Sie schaute darauf... Das ist doch... Die Krankenschwester stand sofort auf und lief den Gang hinunter.

Lorelei Offline

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25.11.2010 14:42
#832 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Irgendwie habe ich aus euren Kommis (danke noch mal! ) herausgelesen, dass ihr euch nach Martchen sehnt. Gut, ich hätte da vielleicht eine Szene im Angebot. "Martchen und der Träumer!" Viel Spaß! Winterliche Grüße! Lorelei




Eine Stunde später im OP

MM: Haasenzahn, du musst weiter unten ansetzen, wenn du die Sehne nicht verletzen willst.
GH (setzt zum Schnitt an): Ok! ... Hier?
MM (mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen, das aber durch den Mundschutz leider verborgen bleibt, führt er ihre Hand an die richtige Stelle): Ja, genau.
GH (lächelt dankbar zurück u. schaut sich dann die OP-Wunde noch einmal genau an): Scheint nicht gesplittert zu sein.
MM: Na Gott sei dank auch, sonst würden wir noch Mitternacht hier rumwerkeln und darauf hätte ich echt keinen Bock.
GH (operiert konzentriert weiter): Wäre ja auch nicht gut für die Patientin. Wie sind denn die Werte des Babys?
MM (verfolgt jeden ihrer Handgriffe ganz akribisch; als der hinzugezogene Gynäkologe aber keine Antwort auf die Frage von Dr. Haase gibt, dreht er sich zu ihm um): Kaan?

Keine Reaktion! Marc musterte seinen Kollegen argwöhnisch und schüttelte dann ungläubig den Kopf... Was ist denn mit dem schon wieder los? Schwebt der schon wieder im Schlaraffenland oder was? Der ist ja völlig weggetreten.

GH (fragt besorgt erneut nach, weil Mehdi nicht antwortet): Mehdi, ist alles ok mit dem Baby?

Doch ihr sonst so aufmerksamer Kollege reagierte immer noch nicht auf die engelsgleiche Stimme seiner Ex-Freundin. Dr. Haase schaute schließlich verwundert von der offenen Wunde auf und drehte sich zur Seite. Dr. Meier sah sie auch nur mit zuckenden Schulten an. Beide blickten zu Dr. Kaan, der auf einem Stuhl neben dem Monitor mit den Herztönen des Babys saß und anscheinend mit offenen Augen träumte... Träumt der etwa schon wieder? Während einer OP? Das ist doch so gar nicht seine Art. Also so langsam mache ich mir doch Sorgen. Er scheint ja völlig überarbeitet zu sein. Das muss aufhören mit seiner „Ablenkung durch ganz viel Arbeit“. Das tut ihm gar nicht gut. Na der kann dann was von mir zu hören kriegen. Schluss mit der Schonkost! Jawohl!

GH (leise zu MM): Was hat er denn?
MM (stöhnt): Was weiß ich denn?
Frauenprobleme! Was sonst?
GH (gibt sich mit dieser nichtigen Antwort vorerst zufrieden u. lugt zum Monitor rüber): Die Werte sehen gut aus.
MM (ungeduldig): Dann lass uns weitermachen, damit wir hier endlich rauskommen. Is eh schon ein beschissen langer Tag.
GH (setzt die nächste Schraube an u. plaudert leise weiter): Hmm! Er war vorhin auch schon so komisch.
Ich kann mir denken warum.
MM (grinst sie frech durch den Mundschutz an): Ist er das nicht immer.

Maaarc! Ein bisschen mehr Mitgefühl für deinen besten Freund hätte ich schon erwartet. Er hat so viel durchgemacht in letzter Zeit. Hmm... Ich sollte unbedingt mal wieder etwas mit ihm machen, damit er auf andere Gedanken kommt. Vielleicht Kino oder so? Oder Weihnachtsmarkt? Marc krieg ich ja eh nicht dahin. Also warum nicht mit Mehdi? Hmm... Mehdi mag, glaube ich, Weihnachtsmärkte. Da fällt mir ein. Ich könnte ihn ja eigentlich auch in unsere Weihnachtsvorbereitungen einspannen? Das wird eh eine schwere Zeit für ihn werden. Weihnachten ohne Lilly! Oh Gott, ich könnte schon wieder heulen, so schlimm ist das. Ich lade ihn einfach zu uns mit ein, damit er die Feiertage über nicht allein ist. Ja genau, das mache ich! Meine Eltern werden sicherlich nichts dagegen haben. Und das Beste ist, Mehdi kann kochen! Er kümmert sich um das Festessen und ich betüddele ihn ein bisschen. Muss ihn gleich mal fragen, wenn er wieder unter den Lebenden weilt.

GH (funkelt ihren unsensiblen Oberarzt kurz vorwurfsvoll an, dann arbeitet sie konzentriert weiter; ihre Gedanken sind aber immer noch bei Mehdi): Ich dachte eigentlich, es geht ihm wieder einigermaßen gut. Hat vielleicht einen anstrengenden Tag gehabt?
Wohl eher anstrengende Frauen auf seiner Station! Die blöde Schlampe hat ihn doch schon wieder angemacht. Das riech ich doch bis hierher. Sollte ihn vielleicht mal da rausholen, aus der Hölle der Löwin äh... oder wie auch immer, damit er auf andere Gedanken kommt. Hmm... Sauftour wäre schon geil! Oder Sport? Wir waren schon seit Ewigkeiten nicht mehr squashen. Werd ihn mal vorsichtig fragen, wenn er aus der Narkose aufwacht.
MM (blickt seiner besorgten Assistenzärztin über die Schulter u. deutet auf die offene OP-Wunde): Hmm! ... Setz einen Zentimeter weiter links an.
GH (kommt dem nach u. redet dabei munter weiter): Ok! ... Gabi war ja auch so komisch vorhin.
MM (schaut überrascht auf u. kurz zu seinem abwesenden Freund rüber): Ach?
Daher weht also der Wind. Hab ich’s doch gewusst. Na den nehme ich mir nachher aber mal ordentlich zur Brust. So ein Vollhorst! Von wegen da läuft nichts mehr und wir sind ja nur gute Freunde! Blablabla! Bullshit! Das kannst du Haasenzahn weiß machen, aber mir nicht. Gott sieht und weiß alles.
GH (legt das OP-Besteck zur Seite u. streckt sich kurz, dann schaut sie zu ihrem Oberarzt): So! Der Bruch ist stabilisiert.
MM (schaut sich ihre Arbeit ganz genau an u. nickt zufrieden): Gut! Dann kannst du ja jetzt zumachen!
Hach... Ich bin so stolz auf sie. Das ist meine gute Lehre. Da hab ich doch glatt ein Eigenlob verdient.
GH (lächelt ihn zufrieden an u. blickt dann zu S): Schwester, Nadel und Faden bitte!
S (reicht ihr pflichtbewusst das Gewünschte): Aber sicher, Frau Doktor.
GH (beginnt vorsichtig mit der Naht u. spricht dabei ihre Kollegin noch einmal auf ihre Verabredung an): Danke! Ach und Sabine, falls wir uns nachher nicht mehr sehen, ich hole Sie morgen so gegen halb Zehn ab. Klappt das bei Ihnen?
S (strahlt begeistert, noch durch den Mundschutz hindurch): Ja, ich freu mich.
GH: Ich mich auch!
Ok!? Was läuft hier schief?
MM (schaut irritiert zwischen den beiden Frauen hin u. her): Äh... Hab ich was verpasst?
GH (schaut kurz von der Wunde auf u. grinst ihn an): Frauendinge, Marc!
MM (sieht sie mit offenen Mund an u. deutet mit seiner freien Hand auf die beiden Frauen): Ah ja!? Ihr beide?
Sind die jetzt befreundet oder was? ... Der blanke Horror!
GH (ohne von der Naht aufzusehen antwortet sie ihm): Was dagegen?
Ja, da fallen mir tausend Gründe ein! Zu allererst, das ist die Stasi-Sabsi!!!
MM (tut gleichgültig, will es aber trotzdem ganz genau wissen): Nö! ... Und was habt ihr so vor?
Hihi! Da ist aber jemand neugierig.
S (schaut ihren Vorgesetzten treudoof an u. klärt ihn mit aufgekratzter Stimme auf): Wir kaufen uns ein Kleid für den Ärzteball.
Ach du Scheiße! Haasenzahn, wenn du auch nur auf die Idee kommst, mit so einem albernen vollmondigen „Flower-Power-Wir-haben-uns-alle-so-lieb-Gedächtnis-Outfit“ anzutanzen, dann nehme ich dich ganz bestimmt nicht mit zur Spießerorgie. Da hätte selbst Franz Verständnis für.
MM (hebt skeptisch seine Augenbrauen u. mustert GH eindringlich): Ah ja!?
GH: Du willst doch sicher mit mir Eindruck schinden oder?
Ja sicher, aber nicht, wenn ihr beide im Hanni-und-Nanni-Fummel aufkreuzt. Wer lässt die überhaupt da rein? Ach so ich vergaß, der Leichenfledderer! Und ich dachte, der wäre ein cooler Typ, so csi-mäßig und so, aber nein, noch so ein Vollhorst. Muss irgendwo ein Nest sein.
MM (funkelt sie an): Wenn du damit anspielst, dass du meine Kreditkarte haben willst, dann...
Och wenn er mich so lieb fragt! Hihi!
GH (hebt ihren Blick wieder u. schaut ihrem Machofreund direkt in die Augen): Keine Sorge, ich will dich doch nicht ausnutzen. Ich kann immer noch für mich selbst zahlen, aber danke für das Angebot.
MM (schaut sie sprachlos an): Boah! ... Wie emanzipiert!
Wow! Und ich dachte immer, das Wort existiert gar nicht in seinem Wortschatz.
GH (grinst ihn breit an): Genau! Aber ich habe etwas gespart und vielleicht bekomme ich ja auch noch etwas von meinen Eltern dazu. Bevor die mir wieder irgendeinen Mist zu Weihnachten schenken, warum dann nicht gleich ein neues Kleid für den Ärzteball. ... Ach übrigens, ich fahre dann nicht mit dir nach Hause.
MM (blickt sie irritiert an; eine leichte Enttäuschung schwingt in seiner Stimme mit): Nicht?
Was hat sie denn vor? Hat sie noch mehr Geheimnisse vor mir, von denen ich nichts weiß? Was geht denn hier eigentlich ab? Ich dachte, wir machen uns nen Gemütlichen auf der Couch nach dem ganzen Stress heute.
GH (klärt ihn schnell auf, weil sie merkt, dass er unsicher wird u. bevor er anfängt zu quengeln, gilt Schadensbegrenzung): Ich schau mal schnell bei meinen Eltern vorbei. Mama springt schon im Dreieck wegen der Urlaubsüberraschung, du weißt schon.
Na toll!
MM (fällt ihr schnell ins Wort, bevor sie noch mehr unwichtige Details ausplaudert, die ihn nicht die Bohne interessieren): Also kann ich mit dir heute nicht mehr rechnen?
Oh er vermisst mich schon! Wie süß!!! Das kann ich natürlich nicht verantworten.
GH: Doch eigentlich...
MM (schaut sie direkt an): Ich kenn doch deine Mutter.
GH (rollt mit den Augen): Naja vielleicht hast du ja Recht, aber ich versuche trotzdem irgendwie da wieder loszukommen. Versprochen!
MM (kann schon wieder lächeln): Gut! Ich hab hier eh noch Aktenkram zu erledigen.
GH (sieht ihn verwundert an): Du bleibst noch?
Och wie süß! Er hält es ohne mich zu Hause nicht alleine aus! Hach... ich könnte ihn knutschen. Blöder Mundschutz!
MM (deutet mit seinem Blick nach rechts): Jep! Und irgendjemand muss ja auch sichergehen, dass der Kaan den Weg zurück zur Gyn findet.
GH (schaut kurz zu dem träumenden Gynäkologen rüber u. setzt dann die letzte Naht): Hmm! Sag ihm aber, er soll sich mal ausruhen. Das ist ja nicht mit anzusehen, wie er sich quält.
MM: Du hörst dich an wie seine Mutter.
GH (wirft ihm einen bösen Blick zu): Marc! Ich mach mir nur Sorgen.
Ja, ja, ja, ich kenn die Leier! Wenn du wüsstest, worum es wirklich geht, dann würdest du anders reden, Haasenzahn. Naja, besser ist, sie weiß es nicht. Hab keinen Bock auf hysterische Anfälle.
MM (rollt genervt mit den Augen): Er kommt schon klar.
Zumindest, was die eine Sache betrifft. Wenn er sich darüber auch noch Gedanken machen würde, wäre er echt reif für die Klapse. Hmm... vielleicht sollte ich noch mal mit Didi quatschen, was seine restlichen Recherchen in Bella Italia ergeben haben. Ist ja seit ner Woche auch wieder da.
GH (legt Nadel u. Faden beiseite): Das hoffe ich auch. Ich wäre dann hier fertig.
MM (wird aus seinen Gedanken gerissen u. mustert nun argwöhnisch ihr Werk): Oh! In neuer Bestzeit!
Oh! Sag bloß, das war ein Lob aus dem Mund meines Oberarztes? Schon das zweite heute! Na dann würde ich mal sagen, ich hab seine Prüfung mit Auszeichnung bestanden. Juhu!
GH (lächelt ihn an u. wendet sich dann an die blonde Krankenschwester, die neben ihr steht): Danke! Sabine, wenn Sie die Patientin bitte in den Aufwachraum schieben würden.
S: Aber selbstverständlich. Frau Doktor.

Schwester Sabine schob die Liege mit der frisch operierten Schwangeren in den Nebenraum. Der Anästhesist folgte ihr und ließ die drei befreundeten Ärzte allein im OP zurück...

Lorelei Offline

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26.11.2010 10:12
#833 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hier habt ihr noch den zweiten Teil der OP-Szene. Schönen Start ins erste Adventswochenende, ihr Lieben! Winterliche Grüße, Lorelei.




Gretchen schaute noch einmal beunruhigt zu Mehdi, der nicht bemerkt hatte, dass die OP mittlerweile zu Ende gegangen war, warf Marc, der gerade seinen Mundschutz abnahm und laut gähnte, einen vielsagenden Blick zu und verabschiedete sich anschließend mit einem kleinen Küsschen von ihm. Der verliebte Chirurg schaute seiner schönen Assistentin sehnsüchtig hinterher, als sie die Schiebetür zum Waschraum aufschob und darin verschwand, seufzte einmal leise und sah dann ebenfalls zu seinem träumenden Freund. Er schüttelte ungläubig den Kopf, stellte sich direkt vor ihn hin, grinste plötzlich schelmisch und sprach den persischen Träumer dann im lauten barschen Oberarztton an...

MM: Dr. Kaan! Was ist verdammt noch mal mit dem Baby?

Mehdi schreckte augenblicklich hoch und wäre dabei beinahe von seinem Stuhl gekippt. Er blickte auf den kleinen Monitor neben sich, der noch immer eingeschaltet war. Mit Entsetzen sah er die Nulllinie und sprang sofort panisch von seinem Stuhl auf und wollte zu der schwangeren Patientin laufen...

MK: Oh Gott, was ist los? Da sind keine Herztöne mehr zu hören.
Boah wie geil! Fies aber geil! Hahaha!

Mit angsterfüllter Miene wollte er sich an seinem grinsenden Kollegen vorbeidrängeln, um zu retten, was es noch zu retten gab. Da brach Marc, der ihm breitbeinig den Weg versperrte, plötzlich in schallendes Gelächter aus. Er konnte nicht mehr an sich halten und klopfte sich immer wieder auf die Schenkel vor Lachen. ... Was für ein Spaß! Hahaha! ... Mehdi erstarrte und sah seinen feixenden Freund an wie ein Fahrrad. Erst jetzt fiel ihm auf, dass er allein mit ihm im OP war... Was ist hier los? Wieso ist... ? Hä?

MK (ihm fällt es wie Schuppen von den Augen u. er schnauzt MM sofort für sein taktloses Verhalten an): Du Arsch! Sag mal, spinnst du, mir so einen Schrecken einzujagen. Damit macht man keine Späße verdammt.
Also ich fand es lustig! Allein für sein dummes Gesicht war es wert.
MM (verschränkt seine Arme vor seinem Körper u. macht sich einen Spaß daraus, ihn weiter zu ärgern): Ja genau! Also ich bin noch nie im OP eingeschlafen.
Oh Gott! Ich bin nicht...? Neiiin!!!
MK (muss heftig schlucken u. weicht Marcs Grinseblick aus): Ich habe nicht geschlafen!
MM (grinst noch mehr): Sicher!? Du hast schon gesabbert, Mann. Schöne Träume gehabt?
Von einem nackten brünetten Flittchen vielleicht?
MK (funkelt ihn böse an u. gerät ins Grübeln): Eh!
Das ist mir noch nie passiert. Oh Gott! Hat Gretchen das auch mitbekommen? Oh nein! Ich will sofort und auf der Stelle tot umfallen.
MM (will es dann doch genauer wissen): Also was hat sie mit dir gemacht, dass du so geistesabwesend warst?
MK: Gretchen?
Eh, gnade dir Gott, wenn du von Gretchen geträumt hast!!!
MM (leicht angesäuert): Gabi!
Oh, oh, er hat es gemerkt. Verdammt! Und jetzt? Einfach leugnen, sonst kommt er mir wieder blöd. Das kann ich jetzt echt nicht gebrauchen.
MK (räuspert sich mehrmals umständlich u. sieht ihn nicht an; um abzulenken, schaltet er den Monitor aus): Äh... ich weiß nicht, was du meinst.
Also doch! Sie hat ihn wieder weich geklopft! IDIOT!
MM (hat allmählich die Schnauze voll von seinem ewigen Hin und Her u. fährt ihn scharf an): Du kannst froh sein, dass Gretchen so gutgläubig ist und dir deine Scheißausreden immer glaubt. Ich will nicht wissen, was passiert, wenn sie erfährt, was du in deinen Pausen mit deiner Stationsschwester treibst.
MK (leicht panisch): Wir haben nicht... Hat sie was gemerkt?
Wie soll ich ihr das nur erklären, dass ich mich ausgerechnet zu Gabi hingezogen fühle?

Na GsD nicht! Haasenzahn würde nie und nimmer auch nur auf die Idee kommen, dass du auf das Miststück stehst, das ihr... äh... uns schon so viel Scheiße eingebrockt hat.

MM (schüttelt ungläubig den Kopf): Also doch!
MK (ignoriert seinen spöttischen Unterton u. will Gewissheit): Hat sie oder hat sie nicht?
Dir ist echt nicht zu helfen!

Ich hätte Gretchen gleich von Anfang an einweihen sollen. Aber jetzt ist es zu spät. Sie wird das nie verstehen können. Ich verstehe es ja selbst nicht, dass ich mich wieder dazu hinreißen lassen konnte. Aber Gabi... sie hat... sie hat mich einfach umgehauen in dem Moment. Ich konnte nicht anders. Ich musste sie einfach küssen und ich würde es wahrscheinlich auch wieder tun.
MM: Sie hat sich nur Sorgen um deinen labilen Gesundheitszustand gemacht. Das ist alles, aber das ist schon schlimm genug.
Sie bringt euch beide um, wenn das rauskommt. Das ist schon mal sicher.
MK (erleichtert): Gott sei dank!
Aber wieso fühle ich mir ihr gegenüber so schäbig? Sie wird mir den Kopf abreißen, wenn das rauskommt. Ich weiß doch, was sie von ihr hält, nach allem, was zwischen den drei in der Vergangenheit vorgefallen ist. Gott, wieso muss das auch alle so kompliziert sein?
MM (baut sich mit steinerner Miene vor MK auf u. stellt ihn zur Rede): Also was war jetzt genau los?
MK (will eigentlich nicht darüber reden): Marc!
MM (hat die Faxen dicke): Mann, ich seh’s dir an der Nasenspitze an, spuck es endlich aus!
Na gut! Er kennt mich halt viel zu gut. Erschreckenderweise!
MK (senkt seinen Blick u. gibt es seufzend endlich zu): Ich hab sie geküsst.
Äh... das ist alles? Deshalb dreht der hier so am Rad? Dich will einer verstehen! Unglaublich!
MM (muss dann doch amüsiert grinsen): Ach nee!? Guten Freunden gibt man ja auch ein Küsschen oder zwei oder auch drei. Aber falls du jemals auf die Idee kommen solltest, mich...
Blöder Idiot!
MK (fällt ihm schnell ins Wort, weil er sich wieder über ihn lustig macht, u. schaut ihn wehleidig an): Maaarc! ... Mann, ich weiß doch auch nicht, wie das wieder passieren konnte.
MM: Na wie das halt so passiert ne.
Trottel!
MK (gerät plötzlich ins Schwärmen): Aber ... es war ... wunderschön!
Ach du Scheiße! Er ist doch nicht etwa...? Oh bitte nicht, das endet doch nur in einer Vollkatastrophe.
MM (schaut ihn ernst an): Sag jetzt nicht, dass du...
MK (gestikuliert wild mit seinen Armen, um abzulenken): Nein!
Das wäre doch verrückt! Ich kann doch nicht plötzlich...
MM (nicht wirklich überzeugt davon, aber doch etwas erleichtert): Gut!
Ansonsten würde ich ihn für komplett bescheuert halten. Man(n) verknallt sich nicht in Gabi „Ich-erpresse-dich-mal-schnell-um-zu-bekommen-was-ich-will!“-Kragenow!
MK (gerät ins Stottern, als er an den Kuss zurückdenkt): Aber es war... ich weiß nicht... ich kann es nicht beschreiben... irgendwie anders... gut anders.
Oh nein! Also doch! Dieser verdammte Idiot! Wieso hat er es nicht bei nem lockeren One-Night-Stand belassen? Das kann doch jetzt echt nicht wahr sein. Doch nicht das Dreckstück!
MM (sprachlos): Äh... Und das heißt?
MK (lässt die Schultern hängen u. sieht ihn eher gequält an): Ich weiß es nicht.
Das verändert doch alles oder?
MM (rollt genervt mit den Augen): Soweit waren wir heute Morgen auch schon. Eh! Ich hab dich gewarnt, Mann.
MK: Sie hat es nicht darauf angelegt, wenn du das meinst.
Das denkst du vielleicht! Mann, wie blind bist du eigentlich? Sie will dich um Teufel komm raus.
MM (setzt zu einer vorsichtigen Standpauke an): Trotzdem! Guten Freunden gibt man kein Küsschen oder knutscht wild und hemmungslos rum.
Das weiß ich selber! Aber sie war so süß! Ich konnte nicht anders.
MK: Na du musst es ja wissen.
Was ist jetzt? Wirst du jetzt aufmüpfig oder was?
MM (blitzt ihn an): Eh!
MK (verzweifelt): Was mache ich denn jetzt?
Endlich dein Hirn wieder einschalten und zwar das Richtige und nicht das in deiner Hose!
MM (gereizt): Was fragst du mich das?
MK: Vielleicht weil du mein bester Freund bist.
Ich zweifele gerade echt daran, warum ich mit so einem Idioten befreundet bin. Hat er vergessen, wie das mit mir und ihr gelaufen ist? Und ich war definitiv nicht in das blöde Huhn verknallt!
MM: Mann, das ist deine Sache. Du weißt, was ich davon... und von ihr im Speziellen... halte. Ich kann dir die Entscheidung nicht abnehmen.
Wenn du unbedingt wieder in dein Unglück rennen willst, bitte, tue dir keinen Zwang an. Ich hab diesmal meine Aufgabe erfüllt. Bei Anna wolltest du ja meine Warnungen auch nicht hören. Du wolltest ja unbedingt fühlen und wir wissen ja alle, wie das geendet hat. Gabi ist auch kein Deut besser. Irgendwann wird sie dich verarschen und du kommst heulend an. Aber ich halte dir dann nicht dein Patschehändchen. Das kannst du vergessen. Ich hab dich mehr als einmal gewarnt. ... Mann, wieso kann er nicht einfach das andere Huhn nehmen? Die ist zwar auch ne Zicke, aber bei weitem nicht so! Ach das ist doch alles Scheiße!
MK (senkt geknickt seinen Blick u. seufzt leise): Ich weiß.
Och nee, jetzt drückt er wieder auf die Tränendrüse! Mädchen! Die blöde Kuh macht ihn noch ganz wahnsinnig. Er muss dringend aus ihrem Einflussbereich raus.
MM (klopft ihm aufmunternd auf seine Schulter): Aber ich kann dir zur Lüftung deiner verwirrten Gedankenwindungen einen zünftigen Männerabend verordnen. Haasenzahn ist heute nicht da. Also könnten wir...
MK (lächelt dankbar, aber schüttelt dann den Kopf): Danke für das Angebot, aber ich hab Doppelschicht.
Boah, das machst du doch extra!
MM (beleidigt): Ah... gegen deine be... äh... Krankenschwester komm ich wohl nicht an.
MK (trotzig): Sie ist nicht meine Krankenschwester! Außerdem müsste sie schon Feierabend haben.
MM: Na GsD! Wenn sie dir ständig im kurzen Nuttenfummel vor der Nase herumtanzt, kein Wunder, dass dein kleiner Freund irgendwann schlapp macht.
MK (faucht ihn aufgebracht an): Maaarc!
Ja, is doch wahr! Ich weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, wie sie einen immer um den Finger wickelt. Aber du kriegst ihn nicht, das schwör ich dir!
MM (schaut ihn entschuldigend an): Aber den Männerabend holen wir nach? Wir können ja auch mal wieder squashen gehen, wenn du willst. Ein bisschen auspowern könnte dir gut tun.
Nicht dass du auf dumme Gedanken kommst und dich woanders auspowerst! Boah nee, mir wird schlecht!
MK (nimmt das Versöhnungsangebot an u. will sich nun verabschieden): Ja, können wir mal machen. Du ... Ich muss dann auch mal wieder hoch.
MM (nickt ihm seufzend zu): Hmm! Schönen Abend noch. Und tue nichts, was ich nicht auch tun würde.
Und ich würde sicherlich NICHT das Miststück angraben, das ist schon mal klar! Verstanden, Kaan!?
MK: Sehr witzig!
Naja solange er seinen Humor noch nicht verloren hat, ist ja noch alles im grünen Bereich.

Mehdi machte noch eine verabschiedende Handbewegung, dann schob er die Schiebetür auf und verließ den OP-Bereich. Marc schüttelte nur den Kopf, als er ihm hinterher sah... So ein blöder Idiot!

Lorelei Offline

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27.11.2010 10:26
#834 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach einem kurzen Stopp in der Cafeteria, um wieder Kräfte aufzutanken für die nächste Schicht, trat Dr. Kaan aus dem Aufzug im 3. Stock und lief langsam den Gang vor. Schon von weitem sah er SIE. Wunderschön wie ein Engel. Sie stand vor dem Säuglingszimmer und plauderte mit einer Kollegin. Mehdi wurde unruhiger und fuhr sich mit einer Hand über sein Gesicht. Mit jedem Schritt, mit dem er ihr näher kam, klopfte sein Herz umso lauter. Er verlangsamte seine Bewegung und fasste sich verwirrt an seine Brust. Was war nur los mit ihm heute? Mittlerweile drehte sich schon jeder einzelne Gedanke nur um sie. Wieso hatte sie eigentlich noch nicht Schluss? Er brauchte doch einen Moment zum Nachdenken, aber wenn sie immer noch hier auf der Gyn herumschwirrte, war das äußerst schwierig, weil alles wieder hoch kam. Was hatte dieser einmalige Kuss nur zu bedeuten? Immer wieder stellte er sich dieselbe Frage und fand keine Antwort darauf. Gabi ließ ihn nicht mehr klar denken. Jegliche Logik seines Handelns war dahin. Dass er sogar eine OP verpennte, das war ihm noch nie passiert. Gott sei dank war es außer Marc niemand weiter aufgefallen, aber trotzdem das durfte einfach nicht passieren. Er durfte nicht die Kontrolle verlieren. Er durfte einfach nicht... Er konnte nicht... Es konnte doch nicht sein, dass er tatsächlich... Wann war das passiert? Und warum? Wieso ausgerechnet jetzt? Der gefühlsverwirrte Oberarzt hielt plötzlich in seiner Bewegung und in seinen Gedanken inne, als er erkannte, warum Schwester Gabi noch nicht Dienstschluss hatte. Er weitete seine Augen. Sie trug ein Baby auf dem Arm und wiegte es sanft in den Schlaf. Sie sah richtig glücklich dabei aus. Dieser wunderschöne Anblick ließ sein Herz wieder höher schlagen. Diese Seite stand ihr. Sie wäre eine tolle... Er fasste sich wieder an seinen Kopf. Auf was für irrwitzige Ideen kam er denn jetzt schon wieder? Er brauchte ganz dringend eine Pause. Gabi wäre eine tolle Mutter? Natürlich wäre sie das. Sie war seit ihrer tragischen Schwangerschaft viel erwachsener geworden. Und wenn sie irgendwann den Richtigen finden würde, dann .... Was dachte er denn jetzt schon wieder? Natürlich wünschte er ihr alles Glück dieser Welt. Nach allem, was passiert war, hatte sie eine neue und v.a. erwiderte Liebe verdient, aber wieso verkrampfte sich sein Herz, wenn er daran dachte, dass sie vielleicht irgendwann mit jemand anders glücklich sein könnte? Ihm ging so viel im Kopf herum, dass ihm fast schwindelig zu werden drohte. Er stützte sich an der Wand ab und sah wieder zu ihr vor. Die Kollegin verabschiedete sich von Gabi und lief in die andere Richtung. Plötzlich drehte sich die schöne Krankenschwester zu ihm um. Als sie ihn erkannte, begann sie wunderschön zu lächeln. Es war so ansteckend, dass er auch lächeln musste. Und sein Herz schlug und schlug und schlug immer schneller, denn sie kam langsam auf ihn zu und trug ein verträumtes, glückliches, unvergleichliches Strahlen im Gesicht. Wieso war ihm noch nie aufgefallen, wie schön sie eigentlich war? Und damit meinte er nicht nur ihre äußere Hülle. Alles an ihr strahlte. Er konnte sich gar nicht an ihr satt sehen. Gabi kam schließlich direkt vor ihm zu stehen. Mehdi war nicht fähig, irgendetwas zu sagen und schaute sie und den kleinen Säugling einfach nur an. Aufgeregt sprach sie ihn an...

GK: Da bist du ja endlich. Ich hab versucht dich zu erreichen, aber du warst wohl schon im OP. Bei Chantal haben urplötzlich die Wehen eingesetzt. Alles ging ruckzuck. Wir haben es nicht mal mehr in den Kreissaal geschafft. Sturzgeburt! Wenn Oberschwester Stefanie nicht auch gerade auf dem Gang gewesen wäre, dann... oh Gott, nicht auszudenken, aber ist ja auch egal jetzt. Alles ist gut gegangen. Schau mal, ist sie nicht süß?

Als Gabi ihm mit funkelnden Augen das kleine Mädchen hinhielt, erwachte der verträumte Gynäkologe endlich aus seinen Schwärmereien...

MK: Was hast du gesagt?
GK (strahlt ihn an): Darf ich dir vorstellen, Celine Kunze.
MK (schaut sie überrascht an): Oh!

Mehdi nahm wie in Trance den neugeborenen Säugling auf den Arm und betrachtete ihn verträumt. Er spielte mit seinen kleinen Fingern und Zehen und lächelte dabei. Er schien richtig vernarrt in die Kleine zu sein. Die verliebte Krankenschwester schmolz regelrecht dahin bei diesem süßen Anblick. Ein wohlig warmes Gefühl machte sich in ihrer Magengegend breit und sie ertappte sich bei dem Gedanken, wie es wohl wäre mit ihm ein Kind zu haben. Sie schüttelte schmunzelnd den Kopf. Wie konnte sie das jetzt denken? Sie hatten sich gerade erst wieder angenähert. Sie wusste doch überhaupt nicht, was er über den unglaublichen Kuss vorhin dachte. Der Gynäkologe riss Gabi schließlich aus ihren Schwärmereien, als er sie leise ansprach...

MK (sichtlich beeindruckt): Und du hast wirklich...?
Ich glaube es ja selbst kaum. Sonst hab ich ja immer nur zugeschaut und die umgekippten Väter aus dem Kreissaal geschleift, aber diesmal... Das war ein unglaubliches Erlebnis. Und wie cool die Göre geblieben ist. Respekt!
GK (etwas verlegen): Ist ja auch irgendwie mein Job, nicht?
MK (strahlt sie an): Wir suchen hier immer talentierte Hebammen.
GK (wird dann doch etwas rot im Gesicht): Ach jetzt hör auf! Das war jetzt wirklich keine großes Sache. Ähm...Lass uns lieber zu Chantal reingehen. Sie wartet schon sehnsüchtig auf die Kleine.
MK (lächelt): Ok!
Gabi ist wirklich unglaublich. Ich erkenne sie ja gar nicht wieder.

Mehdi nickte ihr zustimmend zu und folgte ihr zum Patientenzimmer. Chantal machte große Augen, als sie die drei an der Tür erkannte. Glücklich nahm die junge Mutter das schlafende Mädchen in ihre Arme...

MK: Herzlichen Glückwunsch, Chantal! Da hatte es wohl jemand sehr eilig gehabt.
CK (grinst ihn breit an u. ergreift sofort die Steilvorlage, die ihr Gynäkologe ihr gerade geliefert hat): Tja manche Menschen wissen halt gleich, was sie wollen.

Sie warf dem verdutzen Oberarzt einen vielsagenden Blick zu und zwinkerte dann Gabi zu, die wegen Chantals versteckter Anspielung erschrocken die Augen geweitet hatte... Ich hätte ihr das mit dem Kuss nicht erzählen sollen.

MK (schaut seine Patientin irritiert an, kuckt kurz zu Gabi, die verlegen den Kopf senkt, u. verabschiedet sich schnell wieder): Äh... ja!? Ich schau dann später noch mal vorbei, ok?
CK (deutet Gabi mit einer Kopfbewegung, ihrem Chef zu folgen): Klar Doc! ... Tschüß Gabi!
Diese Rotzgöre geht mir echt tierisch auf den Senkel, aber sie hat Recht. Ich muss Mehdi darauf ansprechen, sonst dreh ich noch komplett durch.

Dr. Kaan und Schwester Gabi ließen die junge Mutter schließlich allein mit ihrer Tochter und gingen zusammen in sein Büro, wo er die notwendigen Unterlagen für seine Patientin unterschrieb. Verlegen schaute er irgendwann auf und reichte seiner hübschen Stationsschwester, die ihm gegenübersaß und nervös Däumchen drehte, die Papiere, die sie mit einem ebenso schüchternen Lächeln entgegennahm. Beide wussten nicht so recht, wie sie jetzt mit der Situation umzugehen hatten und drucksten herum. Das, was noch vor ein paar Stunden an eben jener Stelle zwischen den beiden vorgefallen war, vermieden beide krampfhaft. Gabi hielt sich die Patientenmappe als Schutzschild vor ihrem Körper und wusste nicht, ob sie jetzt gehen oder ihn doch noch auf den Kuss ansprechen sollte. Mehdi wagte es nicht, sie anzusehen und kippelte nervös mit seinem Stuhl. Was sollte er ihr nur sagen? Sie erwartete doch sicherlich eine Reaktion auf das, was vorhin passiert war. Aber sein Kopf war völlig leer gefegt. Die peinliche Stille in dem kleinen Sprechzimmer war für beide kaum auszuhalten, aber dennoch traute sich keiner den ersten Schritt zu machen und so saßen sie sich minutenlang stumm und mit gesenktem Blick gegenüber...

Lorelei Offline

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28.11.2010 12:52
#835 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Ich wünsche euch allen einen wunderschönen ersten Advent. Passend zur romantischen Winterstimmung da draußen, habe ich etwas Herzerwärmendes für euch. (Für die Bidis unter euch! ) Liebe Grüße! Lorelei




Da auch nach zehn Minuten keine Reaktion von ihrem attraktiven Gegenüber zu erwarten war, entschloss sich Gabi Kragenow schließlich schweren Herzens zu gehen. Sie hielt die Anspannung einfach nicht mehr länger aus. Anscheinend war er noch immer nicht soweit. Und sie wollte ihn auch nicht mit ihrer Anwesenheit zusätzlich unter Druck setzen. Er war jetzt am Zug. Er musste den ersten Schritt machen, wenn er sie wirklich wollte, redete sie sich ein. Mit gesenktem Haupt stand die verliebte Krankenschwester von ihrem Stuhl auf, blickte mit zusammengebissenen Lippen noch einmal vorsichtig zu Dr. Kaan, der geistesabwesend auf eine Akte starrte. Sie seufzte leise... Wieso machst du mir es nur so schwer, Mehdi? Langsam drehte sie sich um und ging zur Tür. Mehdi schien es gar nicht wahrzunehmen. Gabi rang nach Worten und schaute noch ein letztes Mal über ihre Schulter zu ihrem Herzblatt...

GK (die Enttäuschung schwingt in ihrer Stimme mit): Ich... werd dann... jetzt gehen... Mehdi. ... (hält Chantals Patientenakte hoch) ... Ich hefte das hier noch schnell ab und dann... mache ich Feierabend. Bin eh schon über eine Stunde drüber. ... (sie holt tief Luft u. schaute MK sehnsüchtig an) ... Schönen Abend noch!
Ich wünschte, du würdest mit mir gehen.

http://www.youtube.com/watch?v=y5o8L-Or0O4

Als sich die brünette Frau endgültig verabschieden wollte und schon die Klinke in der Hand hatte, wachte der unentschlossene Oberarzt endlich aus seiner Lethargie auf... Sie geht? Aber sie kann noch nicht gehen! ... Er stand auf, ging um seinen Schreibtisch herum und folgte ihr zur Tür. Er blieb hinter ihr stehen, legte seine Hand an die Tür und drückte sie wieder zu...

MK: Gabi, warte doch!

Mit klopfendem Herzen drehte sich die schwerverliebte Frau zu ihm um. Sie traute sich nicht ihn anzusehen, weil sie dachte, dass er ihr jetzt die endgültig letzte Abfuhr geben würde und das könnte sie nicht ertragen. Mehdi stand nun direkt vor ihr und schaute sie mit sehnsuchtsvollem Blick an...

MK (leise): Geh noch nicht!
Was hat er gesagt?

Ich brauch dich doch!
GK (schaut ihm nun doch direkt in die Augen u. verliert sich darin): Nicht?
Ich träume!
MK (sieht in ihren Augen hin u. her): Nicht!

... raunte er ihr mit heiserer Stimme zu und senkte dabei seinen Kopf ein wenig, um Gabi, die mit dem Rücken zur Tür stand, direkt in ihre wunderschönen Augen sehen zu können. Er lächelte. Gabi traute ihren Augen kaum und starrte ihren Traummann fasziniert an. Mehdi griff vorsichtig an ihre Taille und zog sie ganz nah zu sich heran. Die überraschte Krankenschwester ließ abrupt das Krankenblatt von Chantal zu Boden fallen und schmiegte sich an seinen warmen Körper. Er fühlte sich so gut an. So vertraut. Gabi sah in seinen wunderschönen rehbraunen Augen hin und her und erkannte, dass er es wirklich ernst meinte. Es war kein Traum. Sie lag tatsächlich in seinen starken Armen und fühlte sich unglaublich geborgen und beschützt. Gabi spürte Mehdis Herzschlag ganz deutlich durch seinen Kittel hindurch. Ihr Herz überschlug sich ebenfalls. Sein Atem ging schneller und kitzelte ihren Hals, was eine Gänsehautlawine bei ihr auslöste. Fasziniert betrachtete der Oberarzt die schöne Frau in seinen Armen. Sie strahlte so eine Vertrautheit und Geborgenheit aus, die er nie zuvor bei ihr bemerkt hatte. Gabis Knie wurden weich, als er ihr mit einer Hand sanft über ihr Haar strich, vorsichtig den Knoten ihres Haarbands löste und ihre lange Mähne über ihre Schultern fallen ließ. Sie hatte so schönes Haar, dachte er verträumt und vergrub seine Hände darin. Die brünette Schönheit legte ihre Arme um seinen Hals, um sich abzustützen, weil sie drohte, jeden Moment in Ohnmacht zu fallen. Sie fühlte sich ihm so nah. Ihm ging es genauso. Mehdi lächelte sie zaghaft an und legte seine warme Hand an ihre Wange, die er mit seinem Daumen zärtlich streichelte. Sie erschauderte. Er senkte langsam seinen Kopf. Gabi schloss automatisch ihre Augen und fühlte sich wie im siebten Himmel, als sich ihre Lippen endlich wieder trafen. Ein Sturmgewitter brach los. Diesmal ging der sanfte Frauenarzt forscher und fordernder vor. Er presste sie gegen die geschlossene Tür und küsste sie äußerst leidenschaftlich. Er wollte sie so sehr. Das war ihm in diesen Minuten wieder klar geworden. Die unendliche Sehnsucht, die er verspürt hatte, brach sich endgültig Bahn. Wieso hatte er nur so lange gezögert? Er konnte sie doch nicht ungeküsst gehen lassen, nach allem was heute zwischen den beiden gewesen war. Es war ein aussichtsloser Kampf gewesen, von ihr loskommen zu wollen, wo sie ihn doch schon ganz in ihren Bann gezogen hatte. Er musste sie einfach küssen, wollte sie spüren, sehnte sich nach diesem unglaublich intensiven Gefühl, das der Kuss vorhin bei ihm ausgelöst hatte. Und da war es wieder. Dieses magische Prickeln. Dieses unbeschreibliche Kribbeln überall in seinem Körper. Dieses lodernde Feuer. Diese unbändige Leidenschaft. Sie machte ihn noch ganz verrückt. Mehdi glaubte zu schweben, als sie sich innig küssten, und klammerte sich an ihr fest, weil er Angst hatte zu fallen. Was machte sie nur mit ihm? Wie hatte sie es geschafft, dass es unmöglich geworden war, sie zu vergessen? Sie hatte ihn völlig verzaubert. Auch Gabi genoss den aufregenden Kuss in vollen Zügen. Wie lange hatte sie diese schöne Tätigkeit entbehren müssen? Sie liebte es doch so sehr, ihn zu küssen. Sie liebte seine unglaublich gefühlvollen und gleichzeitig leidenschaftlichen Küsse sehr, die sie immer alles um sich herum vergessen ließen. Sie wusste nicht mehr, wo sie war, wer sie war, warum sie freiwillig so lange auf ihn verzichtet hatte. Alles um sie herum drehte sich. Sie drehte sich, so als ob sie tanzen würden. Alles in ihr kribbelte. Von ihrem kleinen Zeh bis zu ihren Haarspitzen. Ihr Herz stand lichterloh in Flammen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als sie sich küssten. Doch Gabi sehnte sich nach mehr. Ihre Hände wanderten fordernd über seinen ganzen Körper und verharrten schließlich auf seinem knackigen Po, den sie nun zärtlich streichelte. Auch Mehdis Hände waren überall auf ihrem aufregenden Körper und machten die junge Frau ganz verrückt. Immer enger schmiegte sie sich an ihn, weil sie glaubte bald die Bodenhaftung zu verlieren. Doch sie schwebte schon längst. In ihr berauschendes Spiel vertieft tänzelten sie durch den kleinen Raum, stießen immer wieder gegen die Tür, dann an die weiße Wand, wo sie einen Moment verharrten. Zärtlich umspielten sich ihre Zungenspitzen. Ihre Küsse wurden immer leidenschaftlicher. Sie pressten sich aneinander, waren mittlerweile unzertrennlich. Sie lösten sich von der kalten Wand, drehten sich einmal um ihre eigene Achse, dann stolperten sie Richtung Schreibtisch. Gabi schrie vor Schmerz plötzlich auf, weil Mehdi sie gegen die Tischkante gedrückt hatte. Verlegen entschuldigte er sich bei der schönen Frau und strich dann immer wieder gefühlvoll über die schmerzende Stelle an ihrem Po. Sie lächelte ihn verführerisch an und leckte sich über ihre Unterlippe. Ihr Körper stand mittlerweile völlig in Flammen. Es erregte sie sehr, wie er sie berührte. Wie sehr hatte sie seine Zärtlichkeiten vermisst. Und sie gierte nach mehr. Sie konnte nicht mehr genug von seinen heißen Küssen bekommen. Gabi lenkte den Halbperser schließlich küssend zur Patientenliege. Sie setzten sich nebeneinander, ohne voneinander abzulassen. Sie streichelten sich zärtlich und konnten nicht aufhören sich zu küssen. Bald lagen sie nebeneinander auf der Liege und ihre ruhelosen Hände gingen auf Wanderschaft, mal über, mal unter dem Kittel. Mehdi hatte letztlich alle Zweifel über Bord geworfen und gab sich dem aufregenden Spiel ganz hin. Es fühlte sich großartig an, sie im Arm zu halten, sie immer wieder zu berühren, ihren Duft hautnah zu erleben, sie zu küssen und sie zärtlich zu streicheln. Gabi drohte fast zu zerspringen vor Glück. Ihm endlich wieder so nah zu sein, ihn küssen zu dürfen, ihn zu berühren, zu riechen, mit ihm zu schmusen, das hatte sie sich in den letzten Wochen so sehr gewünscht und endlich wurde es Wirklichkeit. Fast hätte sie die Hoffnung aufgegeben, dass er jemals wieder auf sie zugehen würde und plötzlich ging alles so einfach. Er war wieder da. Bei ihr! Und sie konnte nicht genug von ihm bekommen. Sie hätte ihn am liebsten mit Haut und Haaren aufgefressen.

GK: Mehdi!

... flüsterte sie immer wieder leise zwischen den einzelnen Küssen, von denen auch Mehdi nicht genug bekommen konnte.

MK: Gabi!

... raunte er heiser und legte seine weichen Lippen wieder in ihre Halsbeuge. Gabi stöhnte leise auf und schloss ihre Augen. Er hatte einen Punkt getroffen, an dem sie völlig den Verstand zu verlieren drohte...

GK (sehnsüchtig): Ich hab dich so vermisst.

Sie zog seinen Kopf wieder zu sich hoch und presste ihre weichen Lippen gierig auf die seinen. Mehdi bekam kaum noch Luft und all seine Sinne drohten zu schwinden. Was machte sie nur mit ihm?

MK (leise, kaum zu hören): Ich dich auch.
Er mich auch? Das heißt? ... Er liebt mich! Er liebt mich! Er liebt mich! Oh, ich liebe dich auch so sehr, Mehdischatz.
GK (schmiegt sich gefühlvoll an ihn u. streichelt seine Wange): Lass mich nie wieder so lange warten.
Ich war so ein Idiot. Bin ich noch!
MK (richtet sich plötzlich auf u. schaut sie ernst an; er will sich erklären): Gabi, ich...
GK (drückt ihn wieder auf die Liege u. hält ihren Zeigefinger an seine Lippen): Shht! Nicht reden! Lieber küssen!
Du bist so süß!

Gabi legte sich lächelnd auf seinen Bauch, spielte verträumt mit den Knöpfen seines Kittels und küsste ihren süßen Oberarzt nahezu besinnungslos. Mehdis Verstand fuhr endgültig herunter und er gab sich ihren aufregenden Zärtlichkeiten ganz hin. Die schöne Verführerin löste irgendwann ihre feurigen Lippen von den seinen. Sie wanderte grinsend zu seinem Ohrläppchen, an dem sie zärtlich knabberte und eine Schauerwelle nach der anderen bei ihm auslöste. Mehdi hielt den Atem an, als sie plötzlich verführerisch in sein Ohr hauchte und dabei zärtlich über seine Brust strich...

GK: Schlaf mit mir, Mehdi!

Lorelei Offline

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29.11.2010 10:19
#836 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Schneeflöckchen, weiß Röckchen....... Ich wünsche euch einen wunderschönen winterlichen Start in die neue Woche. Fahrt vorsichtig! So und nu weiter geht's im Text. Eure Lorelei




Nichts wünschte sich die verliebte Krankenschwester in diesem Moment mehr, als Mehdi und seine Liebe endlich ganz zu spüren. Sie hatte so lange darauf verzichten müssen, hatte sehnsüchtig auf ihn gewartet, hatte Verständnis für seine schwierige Situation gezeigt und ihm die Zeit gegeben, die er gebraucht hatte, um das Erlebte zu verwinden, aber jetzt war sie auch endlich mal am Zug. Sie wollte nicht mehr länger warten, still mit ihm mitleiden, verzweifeln, ihm heimlich hinterher schmachten, in alberne Tagträume verfallen und dabei ihre Arbeit vernachlässigen, weil sie nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden konnte, und sehnsüchtig hoffen, dass er endlich verstand, was zwischen ihnen beiden war. Sie wollte ihn spüren lassen, wie sehr sie ihn begehrte, wie sehr sie ihn wollte, wie sehr sie ihn liebte. Sie wollte seinen selbst auferlegten Schutzpanzer endlich durchbrechen, sein zerbrochenes Herz heilen und ihm beweisen, dass er ihr vertrauen konnte, dass sie die Richtige für ihn war und dass sie ihn glücklich machen konnte. Er musste es nur endlich zulassen. Mehdi war doch gerade glücklich. Jede Zelle seines Körpers strahlte das aus. Jeder Kuss von ihm zeigte ihr doch, dass er das gleiche wollte, dass er sie auch begehrte und dass er ihre Liebe endlich erwiderte, auch wenn er sich vielleicht noch nicht traute, ihr das offen zuzugeben. Aber er konnte nicht mehr davor wegrennen. Das würde sie nicht noch einmal zulassen. Sie gehörten doch zusammen. Das müsste doch auch bei ihm endlich angekommen sein? Die bis über beide Ohren verliebte Frau sah ihren Geliebten sehnsuchtsvoll an und strich ihm gefühlvoll über seine Wange. Er zitterte und sah sie mit seinen großen rehbraunen Kulleraugen an, in die sie sich unsterblich verliebt hatte. Mehdis Puls raste. In seinem Kopf ging es drunter und drüber. Sein Herz tanzte mit den Schmetterlingen in seinem Bauch im Gleichklang. Aber wollte er das wirklich? Alles vergessen? Sich ihr ganz hingeben? Sie lieben? Würde das nicht alles ändern? Was war mit seinen Plänen, die er gerade erst nach langem schmerzhaften Hin und Her geschmiedet hatte? Sollte er sie alle über den Haufen werfen nur für eine Nacht? Für eine Nacht mit ihr? Mit einem der wunderbarsten Wesen, die er bisher kennen gelernt hatte? Doch alles in ihm schrie danach. Er wollte sie so sehr. Das Teufelchen zu seiner linken tanzte mit dem Engelchen zu seiner rechten einen wilden Salsatanz. Was hatte das nur alles zu bedeuten? In seinem Kopf drehte sich alles. Klar, er begehrte sie und das war ihm nicht erst seit heute bewusst. Sie hatte ihn völlig verzaubert. Er wollte sie nicht nur für diese eine Nacht. Am liebsten würde er sie nie mehr loslassen. Aber was würde dann passieren? Er wusste es nicht. Er wusste gar nichts mehr. Sehnsüchtig blickte der verwirrte Frauenarzt in ihren wunderschönen Augen hin und her und suchte nach Antworten auf all die ungestellten Fragen. Ihr Blick sprach tausend Bände und ließ sein Herz noch höher schlagen. Sie wollte ihn genauso sehr. Das spürte er mit jeder Faser seines Körpers. Und plötzlich sah er klar. Mehdi drehte sich mit ihr und lag nun auf ihr. Er strich ihr zärtlich eine verirrte Strähne aus dem Gesicht und lächelte sie an. Sie schaute ihn glücklich an. Dann senkte er seinen Kopf und küsste Gabi liebevoll auf den Mund. Ein Feuerwerk an Gefühlen löste diese zarte Berührung wieder bei beiden aus. Sie konnten bald nicht mehr voneinander ablassen. Ihre Hände waren überall. Sie streichelten sich gegenseitig. Ihre Körper waren eng umschlungen und die beiden knutschten wild um die Wette. Der im Gefühlsrausch befindliche Oberarzt stöhnte leise...

MK: Du machst mich ganz verrückt.

Und auch die verliebte Schwester verlor jegliche Hemmungen bei seinen unglaublichen Küssen. Sehnsüchtig rieben ihre Körper aneinander. Immer wieder wuschelte Gabi Mehdi durch seine wilde Lockenmähne und presste ihre feurigen Lippen auf die seinen. Leise schnurrte sie...

GK: Und du mich erst!

Da ertönte plötzlich völlig unerwartet eine Stimme aus dem Off...

„Und ihr mich erst!“

Beide schreckten ertappt auf und fuhren sogleich auseinander, als sie erkannten, wer da gerade vor ihnen stand...

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30.11.2010 09:52
#837 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Hab mich endlich durch den Schnee gekämpft und hierher gefunden. Weiter geht's! Ihr lagt mit euren Vermutungen gar nicht mal so falsch. Viel Spaß! Freu mich wie immer über eure Kommis. Die beste Motivation, die es gibt. Hab euch lieb! Lorelei





Marc Meier konnte sich sein Grinsen einfach nicht verkneifen, auch wenn ihm der Anblick, den die beiden ihm gerade geboten hatten, wirklich sauer aufstoßen ließ... Hab ich’s doch gewusst! So ein Vollhorst! Er wird es nie kapieren. Aber GsD hat er ja mich! Sein Kumpel, sein Gewissen, sein Verstand, sein Wachrüttler und Beschützer! Tja, dumm gelaufen für dich, Dreckstück. Das nenne ich mal den ultimativen coitus interruptus. Sollte ich mir vielleicht patentieren lassen. Dr. Meier, dein Freund und Helfer gegen das Böse dieser Welt und alle anderen Männerkrankheiten. Hmm... Ein paar Verbesserungen an der Formulierung der Jobausschreibung bräuchte ich vielleicht noch. Aber Hauptsache ich bin rechtzeitig gekommen, bevor andere gekommen wären.

GK/MK: Marc?

Beschämt schauten Gabi und Mehdi zu ihrem grinsenden Kollegen und wünschten sich aus tiefsten Herzen, sie hätten vorhin die Tür abgeschlossen...

Oh nein! Damit wird er mich noch im Altersheim aufziehen. Das ist schon mal sicher.

Dieser blöde Arsch! Wieso muss er immer alles kaputt machen? Das war gerade so schön und er... er... GGGRRR!!! Ich hasse ihn.


Doch Dr. Meier gab den beiden Ertappten keine Antwort, vielmehr machte er sich einen Heidenspaß daraus, die beiden mit seiner Gestik und Mimik zu quälen und langsam, aber sicher in den Wahnsinn zu treiben. Der coole Oberarzt versuchte krampfhaft, sein Grinsen zu unterdrücken und starrte sie nun mit ernster, leicht vorwurfsvoller Miene an, mit dem erfolgreichen Resultat, dass beide rote Köpfe bekamen und peinlich berührt seinen eindringlichen Blick mieden... Hach... ist das geil. Alter, das ist die Strafe dafür, dass du nie auf mich hören willst. Oh, ich will dein schlechtes Gewissen sehen und dann gehen wir einen zusammen trinken. Muss doch dieses beschissene Bild hier aus meinem Kopf kriegen. ... Schwester Gabi gab schließlich klein bei und rutschte von Mehdis Schoss herunter. Sie stellte sich neben die Patientenliege, zupfte ihren zerknitterten Kittel zu Recht und zog ihren schwarzen Minirock wieder gerade, der im Eifer des Gefechts etwas nach oben gerutscht war. Marc tat sich schwer, sein Grinsen zu verkneifen, als er sie intensiv dabei beobachtete.... Dieses Luder! Kein Wunder, dass er nicht die Finger von ihr lassen kann. Gabi traute sich nicht, ihrem Erzfeind in die Augen zu sehen. Diese Genugtuung gönnte sie ihm nicht. Sie versuchte, möglichst cool zu bleiben und sich nichts anmerken zu lassen. Nachdem ihr Kleidungsstil wieder dem der Klinikvorschriften entsprach, strich sie sich noch ihre langen Haare glatt, die ihr Liebster ihr noch vor ein paar Minuten leidenschaftlich zerzaust hatte. Als sie daran zurückdachte, huschte doch tatsächlich ein kleines Lächeln wieder über ihre Lippen. Mehdi stand währenddessen die Scham förmlich ins Gesicht geschrieben, was eine Genugtuung für seinen besten Freund war und ihn noch breiter grinsen ließ. Sein Fokus lag eindeutig auf Mehdi. Er war so leicht zu ärgern. In diesem Sinne war er wie sein Haasenzahn. Berechenbar, durchschaubar und fettnäpfchenlastig. Das Zielobjekt seiner Späße stieg nun ebenfalls von der Liege und strich sich seinen Kittel glatt. Er knöpfte mit zittrigen Händen die obersten beiden Knöpfe seines Hemdes wieder zu, die Gabi noch vor ein paar Sekunden geöffnet hatte. Er wäre am liebsten im Erdboden versunken und wagte es nicht, seinen Kumpel auch nur anzusehen. Aber so leicht wollte es ihm Marc nicht machen. Der amüsierte Chirurg drückte die Patientenmappe, die er in seinen Händen hielt, fest gegen seine Brust und verschränkte seine Arme davor und starrte ihn hypnotisierend an. Schwester Gabi, die mehr als enttäuscht über die unnötige Unterbrechung war, entschloss sich schließlich, sich so schnell wie möglich zu verdrücken, um einer erneuten Meierschen Hetzrede gegen sie aus dem Weg zu gehen. Sie warf Dr. Meier noch einen tötenden Blick zu, den dieser nur mit einem frechen Grinsen erwiderte, und drehte sich dann noch einmal zu ihrem Liebsten um, der verlegen mit knallrotem Gesicht das Laminat seines Fußbodens bewunderte und mit seinem rechten Fuß Kreise darauf zeichnete. Er sah so verdammt süß aus in diesem Moment und sie hätte ihn am liebsten auf der Stelle abgeknutscht, aber da war ja immer noch Marc! Sie lächelte ihr Herzblatt noch ein letztes Mal an und verabschiedete sich dann von ihm...

GK: Ähm... Ich werd dann mal gehen. Hab ja eh Feierabend. Ich...ich fahr jetzt... nach Hause.

Die schöne Krankenschwester zwinkerte Mehdi noch einmal zu, quetschte sich dann an dem dreisten Oberarsch vorbei, der ihr provozierend den Weg versperrte und verließ anschließend das Sprechzimmer von Dr. Kaan. Dieser sah ihr traurig hinterher, schaute aber schnell wieder weg, als sein Blick Marc traf. Er räusperte sich einmal verlegen und stieß sich dann von der Liege ab, ging ebenfalls an seinem Freund vorbei, der ihn argwöhnisch musterte, und setzte sich an seinen Schreibtisch. Einfach so tun, als sei nichts geschehen, hatte sich Mehdi als Motto ausgesucht und fuhr sich mehrmals durch seine durchwuschelten Haare. Aber darüber konnte Marc nur schmunzeln... So ein Idiot! ... Er pflanzte sich auf den Stuhl ihm gegenüber und ließ seinen durchbohrenden Blick nicht von ihm ab. Strafe musste schließlich sein, dachte er triumphierend. Mehdi fühlte sich mehr als unwohl in seiner Haut, aber er versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Nach unzähligen peinlichen Schweigeminuten traute er sich endlich, seinen besten Freund und Kollegen anzusprechen, ohne auch nur ein Wort auf das eben Geschehene zu verschwenden...

MK (nervös): Äh... was gibt’s?
Ah... die Tour! Gut! Kannste gerne haben, wenn du dich damit besser fühlst.

Lorelei Offline

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01.12.2010 10:39
#838 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen ihr Lieben! Habt ihr auch schon das erste Adventstürchen geöffnet? Das Forum steckt heute voller Überraschungen. Mal sehen, was ich dazu beitragen kann. Ich kann euch leider nur das übliche Männergespräch liefern. Ich hoffe, ihr habt Freude daran. Eisige Grüße aus der Kühlkammer! Eure Lorelei




Dr. Meier setzte, wie verlangt, seine Oberarztmaske wieder auf und schob seinem nervösen Kollegen eine Patientenmappe über den Tisch...

MM: Es geht um Frau Dings äh... Rudolf. Du weißt schon, die Patientin, bei der du vorhin ein kleines Nickerchen gehalten hast. ... (die Gesichtsfarbe von Dr. Kaan nimmt wieder einen tiefen Rotton an; verlegen wirft er einen fachmännischen Blick auf die Akte) ... Ich würde sie gern auf deine Station verlegen lassen. Wir haben drüben echt die Bude voll und im Prinzip ist es ja eh dein Metier ne.
MK (sieht ihn kurz an, senkt seinen Blick aber schnell wieder): Ok!?
MM (nickt zufrieden): Gut! Haasenzahn kümmert sich um den Rest. Also dann morgen. Sie hat ja schon Feierabend. Frau Rudolf ist und bleibt ihre Patientin. Kannst dich also vertrauensvoll an sie wenden.
MK: Hmm!
Oh! Sind wir heute wieder gesprächig.
MM: Sabine, bringt die Patientin gleich rüber.
MK: Ok! Sonst noch was?
Oh! Er will mich wohl rausschmeißen? Aber nicht mit mir!
MM (lehnt sich entspannt auf seinem Stuhl zurück): Nö!
GsD! Noch eine Moralpredigt brauche ich jetzt echt nicht.
MM (kann es nicht lassen): Es sei denn, du willst mir noch etwas erzählen?
MK (schaut verlegen zur Seite): Äh... nein!
MM (nickt grinsend): Dachte ich mir.
Idiot!

Erleichtert nahm Mehdi zur Kenntnis, wie Marc sich langsam von seinem Stuhl erhob, offensichtlich um zu gehen. Doch darin hatte er sich leider getäuscht. Natürlich kostete Dr. Meier die Steilvorlage genüsslich aus, die man ihm hier eben gerade so eindrucksvoll geboten hatte, um seinen gefühlsverwirrten Freund ein weiteres Mal aufzuziehen...

MM: Ich will dir ja auch nicht noch mehr deiner kostbaren Zeit stehlen. Hast ja gleich noch einen Hausbesuch, ne?
MK (steht auf dem Schlauch): Bitte? Wieso Hausbesuch? Was für ein Hausbesuch? Habt ihr noch eine schwangere Patientin bei euch, die betreut werden muss?
Oh Mann, so ein Trottel!
MM (schüttelt fassungslos den Kopf u. lässt sich wieder auf den Stuhl zurückfallen): Ach komm, tue doch nicht so.
Was hat er denn jetzt wieder?
MK (schaut ihn fragend an): Ich weiß echt nicht, was du meinst.
Und so was schimpft sich Frauenversteher!
MM: Deine neue beste ... (zeigt grinsend Gänsefüsschen an) ... „Freundin“ wartet doch schon sehnsüchtig darauf, dass du ihr die Bettdecke zuschlägst.
MK (reißt seine Augen weit auf u. ringt schwer nach Luft): Was? Spinnst du!
Der Spinner bist ja wohl eher du! Oder wer lässt sich schon auf das Dreckstück ein?
MM (grinst noch mehr): Na den eindeutigen Wink mit dem Zaunspfahl hätte sogar ein blinder Taubstummer wahrgenommen.
Was denn für ein Wink? Was willst du verdammt noch mal von mir, Marc? Mich noch weiter quälen? Du hattest doch vorhin deinen Spaß. Also lass mich endlich in Ruhe.
MK (verdreht genervt die Augen): Ok Marc, gut, du hast gewonnen. Ich bin wieder schwach geworden. Jetzt zufrieden?
Nö!
MM (beugt sich über den Schreibtisch u. schaut ihn direkt an): Bist du es denn?
MK (will eigentlich nichts weiter dazu sagen): Marc!
MM (hält abwehrend seine Hände hoch): Ok, ok, du willst dich offenbar nicht dazu äußern. Ich halt schon die Klappe.
MK (gibt schließlich seufzend seinem Druck nach): Ja, dann halte endlich deine Moralpredigt, damit wir es hinter uns haben.
MM (verschränkt seine Arme u. lehnt sich zurück): Nö!
MK (irritiert): Wie nein?
MM (kippelt mit dem Stuhl): Na nein halt! Ich hab beschlossen, nix mehr zu dem Thema zu sagen.
Du hörst mir ja eh nie zu.
MK (verblüfft): Echt jetzt?
MM: Ist dein Leben.......... das du dir versaust.
MK: Marc!
Stimmt doch!
MM (stöhnt genervt u. erhebt sich von seinem Stuhl): Mein Gott, dann stehst du halt auf sie. Kein Thema! Jeder verläuft sich mal. So ich muss dann auch mal weiter. Und du willst ihr ja eh hinterher.
MK (verdutzt): Wie kommst du darauf?
Mann, wie viele Deppenhormone stecken denn noch in dem unmännlichen Körper? Unfassbar!
MM (gestikuliert mit seinen Händen zwischen Tür und Liege hin u. her): Äh... weil ihr gerade beim Vorspiel wart und sie das Endspiel in ihre Wohnung verlegt hat.
MK (starrt ihn ungläubig an): Was?
MM (schüttelt den Kopf): Boah Alter! Und ich dachte, du wärst hier der Frauenversteher. Mann, sie hat extra betont, dass sie jetzt „nach Hause“ fährt.
MK: Und?
So ein Idiot!
MM (klärt ihn über die Kragenowsche Masche auf): Dort wartet sie jetzt auf dich... im sexy Negligé oder mit gar nichts an... und die Haustür ist nur angelehnt, damit du leichter...
MK (fällt ihm aufgeregt ins Wort): Du spinnst doch!
MM (hebt unschuldig seine Arme): Eh, by the way, ich bin nicht derjenige, der sich in seine Stationsschwester verknallt hat.
MK (schaut trotzig weg): Ich bin nicht verknallt!
Naja... vielleicht ein bisschen.... oder auch ein bisschen mehr, aber.... das ist ja jetzt auch nicht das Thema und überhaupt... wie kommt er eigentlich darauf, dass sie ihre Tür nicht abschließt?
Ja klar, deshalb hast du sie auch gerade so glücklich angeglüht? Boah, nicht auszudenken, wenn ich fünf Minuten später gekommen wäre. Bäh!!!

MM (glaubt ihm kein Wort u. stellt ihn vor vollendete Tatsachen): Sicher!? ... Ich hol dich übrigens morgen früh halb neun ab. Bis dahin solltest du, bei ihr aus den Federn sein und dich heimgeschlichen haben.
MK (sieht ihn perplex an): Bitte? Wieso? Was....? Hä?
Unser Männertrip muss dringend vorgezogen werden. Gefahr in Verzug!
MM (grinst ihn breit an u. dreht sich dann zur Tür um): Das siehst du dann morgen. Aber deine verstaubten Sportsachen kannst du ja schon mal rausholen, also falls sie noch passen. Hast ja ein bisschen zugelegt. ... Und tschüß!

... sagte es und war auch schon zur Tür hinaus. Dr. Meier ließ einen sichtlich verwirrten Oberarzt zurück...

MK (starrt fassungslos zur Tür): Aber...
Gabi liegt doch nicht wirklich ähm...? Nein! Quatsch!

Lorelei Offline

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01.12.2010 23:17
#839 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Ich versinke hier gerade im Schnee und stehe kurz vor dem ERfrierungstod (-13 Grad! ), deshalb stelle ich vorsorglich schon mal den neuen Teil rein. Ich glaube, es ist höchste Zeit mal wieder einen Teil meiner lieben Verlobten zu widmen, die mich gehörig veräppelt hat in den letzten Wochen. Ich weiß gar nicht, was du hast. Ich habe die Geschichte doch vorangetrieben. Sie haben sich geküsst!!! Und wer weiß, was noch so passieren wird. Viel Spaß mit dem neuen gänzlich männerfreien TEil. Eure Lorelei




Etwas später

Dr. Meier, seines Zeichens Experte in Frauengeschichten, hatte durchaus nicht Unrecht mit seiner vagen Vermutung. Schwester Gabi verfolgte tatsächlich einen verführerischen Plan. Sie hatte sich extra beeilt, schnell nach Hause zu kommen, hatte in ihrer kleinen Zweizimmerwohnung Klarschiff gemacht, dann geduscht und ihre langen Haare gefönt und stand nun unschlüssig nur in sexy lilafarbener Spitzenunterwäsche vor ihrem Kleiderschrank und betrachtete sich in dem großen Spiegel. Sie trug ihre Haare offen, weil sie dachte, so noch sinnlicher zu wirken. Sie wollte ihren Liebsten schließlich mit ihrem Aussehen umhauen. Die schwer verliebte Frau war sich sicher, dass Mehdi den Wink mit dem Zaunspfahl durchaus verstanden hatte und hier gleich aufschlagen würde. Deshalb war sie auch aufgeregt. Sehr, sehr aufgeregt sogar, so als ob sie gleich ihr erste Mal mit ihm erleben würde. Aber es fühlte sich für sie nach den unendlich langen Wochen der Trennung auch fast so an. Und deshalb sollte nun mal auch alles perfekt sein. Gabi hatte überall im Schlafzimmer Kerzen aufgestellt, weil sie wusste, dass ihr Herzblatt sehr auf Romantik stand und irgendwie gefiel ihr der Gedanke auch, sich im Kerzenschein zu lieben. Sie grinste und drückte ihre Hand an ihr wild pochendes Herz. Sie benahm sich wirklich wie ein peinlich verknallter Teeny, der zum ersten Mal ihren Freund zu Hause erwartete, dachte Gabi schmunzelnd und ging vor dem Kleiderschrank in die Knie. Sie kramte in ihrer Unterwäscheschublade und warf den gesamten Inhalt auf ihr Bett. Sie wollte schön für Mehdi aussehen. Vielleicht wäre ja eine sexy Spitzenkorsage doch besser als die lilafarbene Unterwäsche, die sie gerade trug? Oder das fast durchsichtige Negligé, das sie an ihrem ersten Abend getragen hatte, um ihn bei ihrem Einzug zu verführen, das aber damals noch nicht die erhoffte Wirkung erzielt hatte? Aber vielleicht ja heute. Sie hielt es vor ihren Körper und überlegte angespannt. Gabi schaute unschlüssig zu dem Wäscheberg auf ihrem Bett. Oder doch die rote Spitzenwäsche? Hmm... Sie wusste es nicht. Immer wieder hielt sie verschiedene Kombination vor den Spiegel, doch sie war immer unzufrieden mit ihrer Wahl. Es sollte doch perfekt sein. Die Korsage wäre vielleicht doch zu gewagt. Das Negligé auch. Er sollte ja nicht gleich in Ohnmacht fallen. Sie hatte doch noch so viel vor mit ihm. Sie grinste vor sich hin und wühlte sich durch den Wäscheberg. Weißer BH und Slip waren nicht ihr Stil. So bieder war sie nun wirklich nicht. Rot wäre zu billig. Schwarz zu langweilig. Hmm... Dann doch das Lilafarbene? Sah doch wirklich sexy aus? Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig, eben genau richtig. Gabi nickte zufrieden, als sie sich von allen Seiten im Spiegel betrachte, stopfte dann die anderen Sachen wieder in die Schublade und ließ sich anschließend rückwärts auf ihr großes Bett fallen. Die verliebte Krankenschwester freute sich so sehr auf ihren süßen Oberarzt, dass ihr förmlich das Herz aus der Brust zu springen drohte. Wann war sie jemals so aufgeregt gewesen, wenn sie Männerbesuch erwartet hatte? Eigentlich noch nie! Mehdi Kaan war schließlich nicht irgendwer. Er war jemand Besonderes. Ein ungeschliffener Rohdiamant. Eine Perle unter den Männern. Einfühlsam, charmant, liebevoll, aufmerksam, zärtlich, einfach perfekt. Ein Mann mit dem Herzen am rechten Fleck und mit einer tiefen Seele. Der Richtige eben. Er war ihre große wahre Liebe, auch wenn sich das vielleicht kitschig anhörte und sie früher nie an so etwas geglaubt hatte, aber er war es nun mal. Er war der Mann, mit dem sie sich tatsächlich vorstellen konnte, ein ganzes Leben zu verbringen. Er würde ihr sicherlich jeden Tag den Himmel zu Füßen legen. Gabi breitete ihre Arme auf dem mit dunkelroter Satinbettwäsche bezogenem Bett aus und lächelte verliebt vor sich hin. Gleich würden sie sich hier lieben und sich nie wieder voneinander trennen. Davon war sie felsenfest überzeugt und strich verträumt mit dem rechten Arm über die noch leere Betthälfte. Sie überlegte, ob sie hier gleich so, nur in Unterwäsche bekleidet, liegen bleiben sollte. Von einem Meer aus Kerzen umrahmt. Das wäre schon ein verführerischer Gedanke. Sie könnte doch die Wohnungstür einen Spalt offen lassen? Gabi sprang schwungvoll aus dem Bett und lief zur Schlafzimmertür, doch kurz davor hielt sie plötzlich inne. Nein, das wäre albern. Das war doch überhaupt nicht Mehdis Art, sich heimlich in fremde Frauenwohnungen zu schleichen. Das würde ihn sicherlich überfordern. Sie wollte ihn doch zu nichts drängen. Bei ihm musste sie behutsam vorgehen. Das hatte ihr der heutige, sehr abwechslungsreiche und überraschende Tag mehrmals gezeigt. Sie ging zum Bett zurück, strich die Satinbettwäsche wieder glatt und trat vor den Spiegel. Sie würde geduldig bleiben. Sie würde es auf sich zukommen lassen. Er müsste den ersten Schritt machen. Dann wüsste sie endlich, dass er sie auch wollte. Gabi zog sich eine legere Jeans und einen eng anliegenden Pullover über. Sie kämmte ihre Haare noch einmal glatt. Oder sollte sie sie vielleicht hochstecken? Das mochte er doch. Aber offen sah schon besser aus? Sie betrachtete sich im Spiegel. Ja, das sah wirklich natürlicher aus. Noch schnell Make-up auftragen und fertig, dachte die hibbelige junge Frau. Sie lief ins Badezimmer und schminkte sich dezent. Anschließend ging sie in die Küche, schob die beiden Pizzen, die sie noch im Gefrierfach gefunden hatte, schon mal vorsorglich in den Backofen, stellte Teller und Besteck bereit und holte eine Flasche Rotwein und zwei Gläser. Sie stellte diese auf dem Glastisch im Wohnzimmer ab und sah sich um. Die Leselampe und die Weihnachtsbeleuchtung am Fenster würden als Licht ausreichen, dachte sie. Vielleicht noch eine Kerze auf dem Tisch? Gesagt, getan! Ja, das war es. Es sah alles perfekt aus. Perfekt für ein romantisches, ungezwungenes Date, das vielleicht der Anfang von etwas Großem werden könnte. Sie lächelte. Jetzt müsste er nur noch vorbeikommen. Gabi tigerte aufgeregt durch ihre Wohnung, setzte sich auf die Couch, sprang sofort wieder auf und ging ins Schlafzimmer, wo sie das Licht angelassen hatte. Sie schaltete es aus und trat ans Fenster. Sie schaute hinaus auf die viel befahrene Straße. Es war ein klarer, aber kalter Dezemberabend. Es hatte endlich aufgehört zu schneien. Alles erschien in einem magischen Licht durch den frischen Schnee, der auf den Bäumen und Wegen lag. Plötzlich hielt die verträumte Frau den Atem an. Der Wagen, der gerade gegenüber am Straßenrand parkte, das war doch...? War er es wirklich? Eine dunkel gekleidete Person stieg aus, schaute sich um und lief dann über die Straße. Sie fuhr sich immer wieder durch die Haare und blickte genau zu ihrem Fenster hoch. Er ist es, dachte Gabi verzückt und ihr Herzschlag beschleunigte sich. Er hatte sie verstanden! Er wollte sie doch! Er liebte sie! Wie gebannt schaute die verliebte Frau nun aus dem Fenster und wartete auf ihre große Liebe...

Lorelei Offline

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02.12.2010 20:38
#840 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Abend ihr lieben Schneehasen! Tja, welche dunkle Gestalt läuft da wohl gerade über die Straße? Marc, der die offene Tür schließen möchte? Gordon, der sich noch immer Chancen ausrechnet? Oder der Nikolaus, der sich im Datum geirrt hat? Lasst euch überraschen. Winterliche Grüße, Lorelei.




Mehdi Kaan konnte sich selbst nicht erklären, was er hier eigentlich machte. Und wie war er überhaupt hierher gekommen? Er war in seinem Büro auf und abgelaufen, nachdem Marc gegangen war, hatte versucht weiterzuarbeiten, aber es ging einfach nicht. Er konnte sich nicht mehr konzentrieren. Er hatte immer SIE vor Augen gehabt, wie sie sich geküsst hatten, was er dabei empfunden hatte und wie sie später auf der Liege heftig geknutscht hatten. Er hatte ihren süßen Duft noch immer in der Nase und spürte ihre Berührungen überall auf seinem Körper. Er musste einfach zu ihr! Dr. Kaan hatte Schwester Nikola gesagt, er müsste noch etwas erledigen und wäre per Pieper und Handy erreichbar, falls ein Notfall reinkommen würde, und war wie ferngesteuert zu seinem Wagen gegangen. Dummerweise war er dabei wieder direkt Marc Meier in die Arme gelaufen, der ihn nur wissend angegrinst hatte und dann kopfschüttelnd in seinen Volvo gestiegen war. Und jetzt war er hier! Bei ihr! Mehdi stand vor Gabis Haustür und starrte unschlüssig auf ihr Klingelschild. Wollte er das wirklich? Er wusste, dass er sich nach ihr sehnte und sie begehrte, aber sollte er diesem Verlangen wirklich nachgehen? Was würde das dann bedeuten? Würde das nicht alles zwischen ihnen ändern? So wie der Wahnsinnskuss mit ihr heute Mittag plötzlich für ihn alles geändert hatte. Er sah sie jetzt mit ganz anderen Augen. Er hatte sich solange einzureden versucht, dass da nicht mehr war. Er hatte doch ihre aufregende Affäre für sich als beendet erklärt. Er brauchte keinen Trost oder Ablenkung oder was auch immer mehr wegen Anna und Gretchen. Er hatte damit abgeschlossen. Er sah auch ohne Lilly wieder optimistisch in die Zukunft, war sogar bereit für eine neue Liebe, aber eigentlich hatte er gedacht, dass diese jemand anderes wäre. Er hatte Gabi gar nicht auf dem Schirm gehabt und plötzlich war alles anders. Ein Kuss und die Welt hatte sich um 180 Grad gedreht. Er war darauf überhaupt nicht vorbereitet gewesen. Es hatte ihn förmlich umgehauen. Gabi hatte ihm den Atem geraubt. Mehdi konnte an nichts anderes mehr denken als an sie. Er wollte bei ihr sein, sie wieder spüren, sie küssen. Dieser Gedanke hatte ihn hierher geführt. Aber jetzt stand er hier und wusste nicht, was er tun sollte. Mehdi lief vor ihrer Haustür nervös auf und ab. Einige Bewohner des Hochhauses hatten ihn schon argwöhnisch gemustert und schnell die Tür wieder geschlossen, ohne ihn reinzulassen. Scheiß GEZ, hatten sie sich wahrscheinlich gedacht. Gabi wurde derweil allmählich unruhig. Mittlerweile war es fünfzehn Minuten her, dass sie ihn aus dem Wagen hat steigen sehen. Wieso klingelte er denn nicht? Wieso nahm er sie nicht endlich in den Arm? Sie sehnte sich doch so sehr nach ihm. Die junge Frau drückte sich die Nase platt an der Fensterscheibe. Sie konnte ihn nicht sehen, aber sein Auto stand noch immer an derselben Stelle. „Komm zu mir!“ flüsterte sie verlangend. Mehdis Hand kreiste über ihrer Klingel, aber er traute sich nicht zu klingeln. Wieso traute er sich nicht? War es vielleicht doch ein Fehler, hierher gekommen zu sein? Wenn er jetzt da reingehen würde, würde das doch alles verändern. Für immer! Es würde alle Pläne, die er in den letzten Wochen geschmiedet hatte, durcheinander bringen. Er hatte doch so lange gebraucht, neue Lebenskräfte zu tanken, nachdem er sein Kind quasi ein zweites Mal verloren hatte. Er hatte von allem Abstand gesucht, um einen neuen Sinn im Leben zu finden, alles wieder in geregelte Bahnen zu lenken, neu anzufangen, und jetzt stürzte er schon wieder ins Chaos. Ins Liebeschaos, um genau zu sein! Plötzlich piepte sein Handy und riss den nachdenklichen Gynäkologen aus seinen Gedanken. Da er dachte, dass es wohlmöglich die Klinik sei, holte er es sofort hervor und schaute auf das Display. Es zeigte eine neue Mms an. Er öffnete sie mit pochendem Herzen. Sie zeigte ein verwackeltes Foto von einer strahlenden Maria Hassmann, wunderschön und sexy, nur in einem knappen Bikini bekleidet und mit einer künstlichen Palmenlandschaft im Hintergrund. Er strich mit dem Daumen über das Display. Sie war es, warum er immer noch zögerte. Wie konnte er sie nur vergessen? Ihm fiel wieder ein, dass sie ja mit ihrer kleinen Tochter heute schwimmen gegangen war. Eine kleine Botschaft enthielt die Mms noch zusätzlich... „Das nächste Mal kommst du aber mit. Miss U! Maria.“ Und da war es wieder. Das schlechte Gewissen, das ihn diesmal förmlich aufzufressen drohte. Was machte er hier eigentlich? Das konnte er ihr doch nicht antun. Er hatte sich doch für sie entschieden. Er wollte sie doch! Er stutzte. Wollte er sie noch? Die Gefühle für sie konnten doch nicht einfach so weg sein? Mehdi fuhr sich aufgewühlt durch seine Haare. Er zitterte. Erst jetzt machte sich die Kälte bei ihm bemerkbar. Er schaute wieder auf das Handyfoto der wunderschönen Frau, die ihn offenbar vermisste, die ihn wirklich gern hatte, die nichts davon ahnte, was gerade in seinem Kopf vor sich ging. Alles schwirrte durcheinander. Der unglaubliche Kuss mit Gabi, der sie plötzlich in einem anderen Licht sehen ließ. Die wunderschöne Nacht mit Maria vor zwei Tagen, die er wirklich genossen hatte. Die Gefühle, die dieser einzigartige Kuss mit Gabi bei ihm ausgelöst hatte und die ihn schließlich hierher geführt hatten. Die Gedanken, die er hatte, als er nach dem Speeddatingabend neben Maria aufgewacht war, wie sie sich später stürmisch geküsst hatten, nachdem sie gedacht hatte, er hätte sie verlassen. Er hatte sie doch unwahrscheinlich gern. Wie konnte er dann mit Gabi schmusen? Wie konnte er hierher kommen, um... um...? Nein, das war einfach nicht richtig. Er konnte ihr jetzt nicht in die Arme fallen, als gäbe es nur sie, auch wenn er sich das sehnsüchtig wünschte. Er musste sich erst klar darüber werden, was er überhaupt wollte. Sonst würde er beide hintergehen und sich selbst womöglich auch. Der gefühlsverwirrte Arzt steckte sein Handy wieder in seine Jackentasche, zog den Kragen hoch, warf einen letzten sehnsüchtigen Blick auf ihr Namenschild und ging langsam wieder zu seinem Wagen. Gabi stand indessen kurz davor, zur Tür zu gehen, um zu schauen, warum er nicht klingelte, als sie ihn plötzlich wieder über die Straße gehen sah. Was hatte er vor? Wieso lief er wieder zu seinem Auto? Hatte er etwas vergessen? Ein Geschenk? Oder Blumen? Aber was war das? Was machte er denn da? Er stieg wieder in seinen Wagen ein und schaltete die Scheinwerfer ein. Er wollte doch nicht etwa....? Sie riss ihre Augen weit auf und öffnete schnell ihr Schlafzimmerfenster. Gerade als sie ihn rufen wollten, bog er in die Straße ein und brauste davon. Langsam schloss sie das Fenster wieder und ließ sich dann an der Wand hinunter gleiten. Wieso fuhr er weg? Wieso kam er nicht zu ihr hoch? Wieso wollte er sie nicht? schoss es ihr immer wieder durch den Kopf. Wieso hatte er solche Angst, sich ganz auf sie einzulassen? Warum nur machte er schon wieder einen Rückzieher? Sie wusste doch, dass er sie auch liebte. Das hatte sie in seinen Küssen heute deutlich herausgelesen. Er liebte sie. Und sie liebte ihn. Wo lag nur sein verdammtes Problem?

Lorelei Offline

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03.12.2010 13:49
#841 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So meine Lieben, lassen wir die Kaanschen Liebeswirren mal etwas ruhen, damit sich die Gemüter etwas beruhigen und er wieder zu Verstand kommen kann. Es ist nämlich endlich soweit. Ja, ich hab es tatsächlich geschafft. Die Mädels sind unter sich. Viel Spaß beim Shoppen (Teil 1) u. schönen Start ins Winterwonderland-Wochenende! Eure Lorelei




Am nächsten Morgen machten sich zwei blonde Frauen auf, die Berliner Boutiquen unsicher zu machen. Schließlich suchten beide für das Society-Ereignis des Jahres, den bald anstehenden Ärzteball, noch das perfekte Kleid, um ihren Männern gehörig den Atem zu rauben. Gut gelaunt hatten Gretchen Haase und Sabine Vögler bereits seit Ladenöffnung mehrere Modehäuser besucht, waren aber stets mit leeren Taschen und mit immer länger werdenden Gesichtern wieder gegangen. In ganz Berlin schien es nichts Passendes zum Anziehen zu geben, stellten die junge Ärztin und ihre tapsige Kollegin frustriert fest. Aber die beiden Frauen ließen sich ihre guten Laune und die Vorfreude auf den Ball der Bälle nicht nehmen und gaben die Suche nach ihrem persönlichen Traumkleid nicht auf. Sie waren schließlich in einem großen Kaufhaus hängen geblieben. Sabine stöberte verträumt durch die Regale mit den langen Roben, während ihre Chefin in der Umkleide festsaß. Mittlerweile hatte Gretchen bereits das elfte Ballkleid anprobiert, aber das Richtige war immer noch nicht dabei gewesen. Sabine schleppte gerade Nummer zwölf an und reichte es ihr hinter den Vorhang der Umkleidekabine, in der sich die blonde Ärztin zunehmend unwohl fühlte. Ihre herzallerliebste Stationsschwester fühlte sich anscheinend dazu berufen, ihre Frau Doktor in „Prinzessin Lillyfee“ verwandeln zu wollen. So viel Tüll, Spitze, Rüschen und knalliges Rosa waren sogar der Märchenfreundin Gretchen Haase too much. Sie setzte sich seufzend auf den kleinen Hocker in der Kabine und betrachtete die verschiedenen Kleider vor sich. Hatte Sabine damals noch Geschmack bewiesen, als sie ihr das traumhaft schöne rote Kleid geschenkt hatte, um Dr. Meier einen geheimnisvollen Verehrer vorzutäuschen, welches sie dann später auf dem Hochzeitstag ihrer Eltern getragen und womit sie Marc schließlich doch bezaubert hatte, suchte sie jetzt die wohl unmodischsten, unschmeichelhaftesten und kitschigsten Modelle der letzten drei Jahrzehnte heraus. Wahrscheinlich alles Ladenhüter. Die nervige Verkäuferin hatte sich ihnen ja vorhin auch so ekelhaft angebiedert. Sie hatte wahrscheinlich ihre Chance gewittert, ein paar lästige Modelle bei den beiden verzweifelt suchenden Frauen loszuwerden. Aber nicht mit Dr. Gretchen Haase! Weder das rosa Tütü, wie Marc es sicherlich bezeichnet hätte, wenn er es jemals zu Gesicht bekommen hätte, noch das schwere dunkelgrüne, mittelalterlich geschnittene lange Samtkleid, das ihre Kollegin ihr vorhin mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen gereicht hatte, würde sie jemals in Betracht ziehen. Mit beiden Modellen wäre sie sicherlich auf die Liste der am schlechtesten gekleideten Menschen 2009 gekommen. Mit Abstand weit vor Amy Winehouse und Brittney Spears! Dabei wollte Gretchen doch schön aussehen, elegant und stilvoll wie Lady Di oder diese Katie oder Kate oder wie auch immer zukünftige Prinzessin von England, dachte sie seufzend und sah in den Spiegel, der durch die vielen Kleider fast nicht mehr zu erkennen war. Doch Gretchen meckerte nicht und ließ die geschmacklose Modenschau mit einem gequälten Lächeln über sich ergehen. Sie schob es auf Sabines Aufregung. Verliebte Menschen, und einige ganz besonders, waren nun mal anstrengend. Seit Stunden kaute Sabine ihr schon ein Ohr ab über ihren ach so tollen Günni Gummersbach, was für einen aufregenden Job er doch hatte, welche spannenden Kriminalfälle er schon als Rechtsmediziner gelöst hatte, dass sie seit dem Speeddating öfters miteinander telefoniert hatten, dass er viele ihrer Ansichten teilen würde, dass sie sich jetzt immer zum Frühstück oder zum Mittagessen treffen würden, je nachdem, wie ihr Dienst lag, dass sie über Gott und die Welt reden konnten, dass er ebenfalls nach den Sternen und Mondphasen lebte wie sie, dass sie ihm gestern zum ersten Mal die Karten gelegt und sie herausgelesen hatte, dass sie füreinander bestimmt wären, sie sich aber nicht getraut hatte, ihm das zu sagen, dass er neuerdings sogar die Romane von Frau Fisher lesen würde, die Hälfte schon geschafft hätte und sie ihn nun unbedingt in ihren Fanclub aufnehmen möchte, aber ihre Lieblingsautorin momentan auf Lesereise sei, sie leider keinen Urlaub mehr bekommen hatte, um daran teilzunehmen, Frau Fisher aber versprochen hätte zu bloggen, und nicht zuletzt sprach Sabine natürlich über das ganz große Thema, das sie gerade beschäftigte, nämlich den Ärzteball am kommenden Freitag, ihre erste große Verabredung mit ihrem Traummann. Die verliebte Schwester hatte Gretchen über jedes auch noch so kleine Detail dieses Ballabends ausgefragt und dabei ganz vergessen, dass sie ja selbst auch noch ein Kleid brauchte. Widerwillig streifte sich die blonde Ärztin gerade das dreizehnte Kleid über, das ihr das Plappermaul gerade gereicht hatte. Knöchellang, eng geschnitten, mit wallendem Rock und Spaghettiträgern. Aus goldenem Satin. Nicht gerade ihre Farbe stellte sie kritisch im Spiegel fest....

SV: Und?

... stellte ihre Kollegin zum mittlerweile dreizehnten Mal neugierig die unausweichliche Frage. Aber Gretchen fühlte sich, als wäre sie in Geschenkpapier eingewickelt. Es raschelte sogar so. Es fehlte nur noch die große Schleife und fertig wäre das Weihnachtsgeschenk. Marc Meier hätte es sicherlich gerne ausgepackt.

GH: Nein, das ist es noch nicht.

... kam es leicht gereizt aus der Kabine zurück.

SV: Oh!

... sagte Sabine leise und mit einem leicht enttäuschten Unterton in ihrer piepsigen Stimme. Gretchen lugte nun vorsichtig hinter dem blauen Samtvorhang hervor. Raus hätte sie sich in dem Outfit sicherlich nicht gewagt. Die blonde Krankenschwester saß in einem der plüschblauen Sessel vor den Kabinen und starrte gedankenverloren auf ihre kleinen Füße. Ihre Anspannung spürte auch Gretchen. Sie seufzte leise... Was tut man nicht alles für die Leute, die man unheimlich gern hat?

GH (lächelt SV an): Vielleicht sollten wir uns erst einmal um Sie kümmern, Schwester Sabine, hmm?
SV (schaut sie zögerlich an u. lässt ihre Schultern hängen): Ach ich weiß nicht. Das ist alles so elegant und glamourös hier.
Naja! Ansichtsache! Ich fühle mich eher wie im Klamottenfundus eines TV-Senders, der gerade das Revival der Siebziger Jahre Show, der Mini-Playback-Show und eine Weihnachtsgala im Wanderhure-Stil vorbereitet. Wahrscheinlich mit Günther Jauch als Moderator. Äh... Egal! Sabine muss geholfen werden.
GH: Wir gehen ja auch auf einen Ball, Sabine.
SV (bekommt allmählich Zweifel, ob sie da überhaupt hingehört): Ja, ich weiß, aber...
GH (fällt ihr schnell ins Wort u. sieht sie direkt an): Sabine, Sie wollen doch Ihren Günni umhauen, also äh... beeindrucken oder?
SV (hebt schüchtern ihren Blick): Ja schon, aber ich pass doch dort gar nicht hin, Frau Doktor.
Oje! Der Fall ist schlimmer, als ich dachte. Not-OP!
GH (will ihr Mut machen): Ach Quatsch! Sie sind doch ein Schuss, Sabine. Und Dr. Gummersbach hat das doch auch erkannt, sonst hätte er sie nicht auf den Ball eingeladen.
SV (ihre Augen beginnen wieder zu leuchten): Finden Sie wirklich?
GH: Ja! Ich glaube, er mag Sie wirklich gern.
Unbekannterweise! Aber was sie so erzählt hat, sagt doch eigentlich schon alles. Und ich gönne ihr so sehr, auch mal in die rosarote Zuckerwatte zu fallen.
SV (kann schon wieder lächeln u. bekommt glasige Augen): Ich.... ihn.... auch.
Gott, das ist so süß!
GH (erwidert ihr Lächeln): Na also! Wissen Sie was, ich schlüpfe schnell wieder in meine Klamotten und wir gehen noch woanders hin. Das hier ist wirklich nicht mein Ding. Irgendwie... oldfashioned. Ich weiß nicht. Ähm... Ich kenne da noch eine kleine schnuckelige Boutique gleich um die Ecke. Da war ich neulich erst mit Marc... also Dr. Meier. Da finden wir sicherlich das Richtige.
Und zur Not kann ich immer noch das Lilafarbene anziehen, was mir Marc da gekauft hat.
SV: In Ordnung.

Lorelei Offline

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04.12.2010 10:07
#842 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Zehn Minuten später standen die beiden Frauen auch schon vor den sündhaftteuren Roben einer Jungdesignerin in einer kleinen Boutique auf dem Kudamm. Beide machten große Augen und das nicht nur wegen der horrenden Preise, aber Schwester Sabine hatte durch ihren heimlichen Nebenverdienst etwas zusammengespart und Gretchen hatte glücklicherweise die Kreditkarte ihres Vaters dabei. Sie hatte ihn gestern Abend beim gemütlichen Familienbeisammensein so lange bekniet, dass er nach dem dritten Glas Rotwein schließlich kleinbei gegeben hatte. Die gewiefte Tochter des Hauses hatte es so gedreht, dass es am Ende für ihn als seine eigene Idee erschien. Sein Kälbchen sollte sich selbst etwas Schönes zu Weihnachten kaufen. Er und sein geliebtes Butterböhnchen waren schließlich verhindert, sich selbst darum zu kümmern, da sie bis Heiligabend verreist sein würden, worauf sie dann auch noch ein viertes Mal angestoßen hatten. Gretchen war dann auch erst weit nach Mitternacht zu Hause angekommen. Jochen hatte seine Schwester widerwillig gefahren, nachdem er todmüde nach seiner Spätschicht nach Hause gekommen war und sichtlich schockiert drei scherzende betrunkene Haasen vorgefunden hatte. Aber Marc hatte schon tief und fest geschlafen, als sich Gretchen zu ihm ins Bett legte. Sie hatten dann die frühen Morgenstunden zum ausgiebigen Kuscheln genutzt. Marc war einfach ein Schatz und sehr schmusebedürftig, wenn er seine Süße vermisste. Er hatte sich sogar ihr Kopfkissen geschnappt, weil er anders nicht einschlafen konnte und sie wenigstens so durch ihren Duft für ihn präsent war. Gretchen musste unweigerlich lächeln, als sie daran zurückdachte. Ja, sie wollte für ihren Liebsten schön aussehen auf dem Ärzteball. Sie war ja quasi die First Lady des Hauses, also des EKH, jetzt wo ihre Eltern nicht anwesend sein würden, und dementsprechend musste sie auch einen glanzvollen Auftritt hinlegen. Das hatte sie ihrem Vater versprochen. Und Marc sollten die Augen aus dem Kopf fallen, wenn er sie zum ersten Mal sah. Der sollte sich ja nicht einbilden, dort nur dienstlich ein paar Runden zu drehen, um Stimmen für die Vergrößerung der Klinik zu sammeln, seine einzigste Motivation, dahin zugehen, wie er stets betonte. Nein, das war schließlich ein Ball und Gretchen wünschte sich nichts sehnlicher, als mit ihrem Oberarzt über das Parkett zu schweben. Wie Cinderella und ihr Prinz. Wie Baby und ihr Johnny. Sie würden die Nacht zum Tage machen. Die schöne Frau freute sich schon riesig auf den gemeinsamen Abend mit ihrem Schatz und schaute sich nun mit neu gewonnener Begeisterung in dem kleinen Modeladen um. Und die liebe Sabine würde sie auch noch gestyled bekommen, dachte Gretchen vor sich hin grinsend. Mit einem beherzten Griff wählte sie drei Outfits für ihre schüchterne Begleitung aus, die sich angesichts der großen Auswahl an Kleidern einfach nicht entscheiden konnte und dann drei schicke Teile für sich selbst. Beide verschwanden jeweils in einer der Kabinen und zogen sich um. Nach etwa zehn Minuten und unzähligen skeptischen Blicken in die verschiedenen Spiegel in der engen Kabine lugte Gretchen vorsichtig um die Ecke zu Sabines Umkleide...

GH: Und Sabine?
SV (unentschlossen): Ich weiß nicht.
Oje! Jetzt fängt das schon wieder an. So kommen wir nie wieder hier raus.
GH: Kommen Sie, auf drei treten wir beide an den großen Spiegel vor den Umkleiden?
SV (nicht sehr begeistert von dieser Idee): Wenn ... Sie ... meinen, Frau Doktor!
GH: Also... eins... zwei... drei!

Die roten Vorhänge gingen gleichzeitig auf und zwei wunderschöne Ballprinzessinnen traten heraus. Sie sahen sich gegenseitig bewundernd an, kicherten wie kleine Mädchen und gingen dann im Gleichschritt zu dem großen XXL-Wandspiegel, in dem sie sich nun von allen Seiten betrachteten. Sabine hatte sich zuerst für einen Klassiker entschieden, mit dem Frau eigentlich nichts falsch machen konnte, nämlich ein dezentes, knielanges kleines Schwarzes und Gretchen für ein ebenfalls knielanges rotes Satinkleid, das oben herum aus einer trägerlosen, aufgerafften Korsage bestand und dessen weiter Rock in luftigen Wellen um ihre Beine schwang.

SV: Rot steht Ihnen, Frau Doktor!
GH (fühlt sich geschmeichelt, bleibt aber skeptisch): Ich weiß! Danke! Aber irgendwie ist es ... unbequem.

Die blonde Ärztin zupfte immer wieder am Ausschnitt herum, um die verrutschte Korsage hochzuziehen. Das könnte unter Umständen peinlich werden, dachte sie leicht beunruhigt. Ihr Dekolletee war einfach zu üppig für diesen gewagten Schnitt. Marc würde sicherlich tot umfallen bei diesem Anblick und alle anderen Männer auch. Sie konnte doch nicht riskieren, dass die halbe Berliner Ärzteschaft ausgeknockt wurde. Sabine stimmte ihr schließlich bei. Schwarz war auch nicht unbedingt ihre Farbe, wenn man es denn überhaupt Farbe nennen konnte. Sie ging ja nicht auf eine Beerdigung, sondern auf einen Ball. Und ihre Begleitung war Pathologe und kein Bestatter, auch wenn beide beruflich etwas mit Leichen zu tun hatten. Ein bisschen Farbe und etwas festlicher musste es schon sein, waren Gretchen und Sabine sich einig. Gleichzeitig betraten die beiden Frauen wieder ihre Kabinen, zogen die Vorhänge zu und probierten die nächsten Kleider an. Fünf Minuten später standen sie erneut vor dem großen Spiegel vor den Kabinen und bewunderten einander. Nun trug Sabine ein edles golden schimmerndes Cocktailkleid, wieder knielang, weil ihre Vorgesetzte der Meinung gewesen war, dass sie ihre schönen Beine nicht verstecken sollte. Außerdem streckte es optisch und die zierliche Person wirkte dadurch größer. Gretchen nickte ihr anerkennend zu. Sabine lächelte verlegen und schaute sich immer wieder im Spiegel an. Gretchen beobachtete sie fasziniert. Ihre Kollegin sah ganz anders aus, richtig elegant, wie eine kleine Lady und nicht mehr wie die hibbelige Krankenschwester, die nach Mondphasen und Horoskopen lebte, ständig in alles ihre Nase hineinsteckte und wie sie jedes Fettnäpfchen mitnahm. Die blonde Assistenzärztin trug diesmal einen himmelblauen Balltraum. Rückenfrei und trägerlos. Es wurde nur von einem silbern glitzernden Band am Hals zusammengebunden. Der Stoff war weich, wehte leicht, wenn sie sich im Kreis drehte. Ihre Augen glänzten, als sie sich betrachte. Sie fühlte sich wie auf Wolken. Auch Sabine war schwer begeistert...

SV: Das ist es! Das wird Dr. Meier umhauen.
GH (schaut kritisch an sich herunter): Ehrlich?

Auch die Verkäuferin am Tresen nickte anerkennend, als Gretchen kurz zu ihr rüber sah. Sie lächelte und wollte gerade Sabine noch etwas erwidern, als sie plötzlich eine bekannte Stimme hinter sich vernahm...

„Du siehst aus wie eine Prinzessin!“

Lorelei Offline

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05.12.2010 10:34
#843 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Vielen Dank für eure Kommentare. Damit das Rätselraten ein Ende hat, kläre ich jetzt schnell auf, wer sich auch noch in die kleine Boutique verirrt hat. Pinklady war, glaube ich, am nächsten dran, aber nur fast. Liebe Grüße u. schönen 2. Advent, wünscht euch eure Lorelei.




Gretchen und Sabine drehten sich überrascht herum und senkten sofort ihren Blick. Vor ihnen stand ein kleines dunkelhaariges Mädchen in einem dicken lilafarbenen Anorak und farblich passender Wollmütze, das die beiden breit angrinste...

GH (stutzt): Sarah, wo kommst du denn her?
SH (kleinlaut): Von draußen.
Kinder!
GH (verdreht die Augen u. geht in die Knie, um mit ihr auf Augenhöhe zu kommen): Das ist mir schon klar. Und wo ist deine Mama?
SH: Im Schuhladen neben an.
Schuhe? Ich brauche unbedingt noch passende Schuhe zu dem... Äh... Nicht ablenken lassen! Kümmere dich zuerst um das verloren gegangene Mädchen, dann um die Schuhe.
GH (schaut kurz zum Schaufenster rüber u. dann wieder in das Gesicht des frechen Mädchens): Weiß sie denn, wo du gerade bist?
SH (zuckt mit den Schultern u. beginnt begeistert, ohne Luft zu holen, zu erzählen): Ich hab dich gesehen, als du mit der kleinen blonden Frau hierein gegangen bist, aber Mami hat mir nicht geglaubt und gesagt, dass das gar nicht sein kann, weil du nur ein Assipennt bist und dir solche schicken Fummlis gar nicht leisten kannst.
Diese... argh... arrogante Ziege!
GH (sprachlos): Boah, ja, ist das zu fassen!
SH (plappert munter weiter): Und weil Mami mir nicht geglaubt hat, bin ich kucken gegangen. Du bist echt wunderhübsch, Gretchen.
Sie ist so süß!
GH (muss unweigerlich lächelnd u. streicht ihr über den Kopf, dabei rutscht ihre Mütze herunter, die die Kleine dann in ihre Hände nimmt): Danke Sarah! Aber wir sollten vielleicht mal nach deiner Mama schauen, nicht dass sie sich Sorgen macht, wo du abgeblieben bist.
SH: Okidoki!

Die blonde Ärztin blickte kurz zu Sabine, die ihr ebenso besorgt zunickte, und griff nach Sarahs Hand. Beide gingen unter den skeptischen Blicken der Verkäuferin zum Ausgang. Im gleichen Moment öffnete sich mit Schwung die große Glastür und eine aufgebrachte allein erziehende Mutter mit zwei schweren Einkaufstüten in der einen Hand und einem lilafarbenen Kinderrucksack mit Hanna-Montana-Aufdruck in der anderen Hand betrat die Boutique. Die blonde Verkäuferin an der Kasse beobachtete die Szene interessiert. Wütend stapfte Dr. Maria Hassmann auf die beiden zu und schimpfte auch schon los...

MH (lässt die Tüten neben sich zu Boden fallen u. erhebt ihren Zeigefinger, mit dem sie nun wild herumgestikuliert): Sarah, wie oft habe ich dir schon gesagt, du sollst nicht allein weggehen. Ich habe mir Sorgen gemacht. Es hätte wer weiß was passieren können.
SH (schnieft die ersten Tränen weg u. schaut ihre Mutter unschuldig an): Aber ich... ich wollte doch nur zu Gretchen.
Was?
GH (geht wieder in die Knie u. streicht ihr tröstend über ihre langen Haare): Hey, nicht weinen. Große Mädchen weinen nicht.

Erst jetzt erkannte Maria Hassmann ihre junge Kollegin und musterte diese argwöhnisch in ihrem himmelblauen Kleid... Wieso trägt die denn so einen gewagten Fummel? Hab ich was verpasst?

MH (kurz irritiert geht sie ebenfalls vor ihrer Tochter in die Knie u. schaut sie ernst an): Wie auch immer! Mach das bitte nie wieder! Hörst du?
SH (schaut ihre Mutter mit großen verheulten Kulleraugen an, schnieft in ihren Ärmel u. drehte sich dann zu GH um): Ja, Mami. Versprochen! Aber kuck doch mal, sieht Gretchen nicht wie eine Prinzessin aus?

Maria erhob sich wieder, strich ihrer Tochter versöhnlich über den Kopf, drückte sie an sich und blickte dann leicht abfällig an ihrer Kollegin herunter. Die Neurologin gab es ungern zu, aber ihre Assistenzärztin sah verdammt gut aus in dem blauen bodenlangen Kleid und sie spürte wieder einen leichten Anflug an Neid in sich aufsteigen. Gretchen fühlte sich alsbald unwohl unter dieser strengen Beobachtung und betrachtete sich skeptisch in dem schmalen Spiegel direkt hinter ihrer miesepetrigen Oberärztin, aber nur bis diese plötzlich ihre dunkelblaue Mütze herunterzog, den Schnee abschüttelte, und sich kurz durch ihre Haare strich. Gretchen blieb der Mund offen stehen. Was war denn das? fragte sich die junge Assistenzärztin irritiert und schaute kurz zu Sabine. Was war denn mit ihren schönen langen Haaren passiert? Maria Hassmann trug jetzt einen frechen Kurzhaarschnitt, der sie mindestens sechs Jahre jünger aussehen ließ und sie irgendwie freundlicher machte. Die Konturen ihres sonst so strengen Gesichts kamen perfekt zur Geltung. Fasziniert starrte Gretchen sie an. Auch Sabines Kinnlade fiel in Zeitlupe herunter, als sie den ungewohnten Anblick endlich realisiert hatte. Was wohl in ihrem Leben passiert war, dass sie sich zu so einem drastischen Schritt entschlossen hatte, dachte sie irritiert. Bei abnehmendem Mond würde sie sich das nicht trauen. Aber die Frisur stand ihr, machte sie weiblicher und weniger streng. Doch die brünette Oberärztin bemerkte nichts von der pfeilgenauen Analyse, die ihre beiden Kolleginnen gestartet hatten....

MH (seufzt u. rümpft ihre Nase, als sie GH noch einmal genau mustert): Naja!
Äh... was? Was soll das denn heißen?
GH (ignoriert Marias Spitze u. begrüßt sie übertrieben freundlich; eine Anspielung auf ihre neue Frisur darf natürlich nicht fehlen): Hallo Maria! Eine schöne neue Frisur hast du da.
Na toll, ich hätte wissen müssen, das so was kommen würde. Blöde Tratschtanten!
MH (die bisherige Lockerheit ist nun leider dahin): Ähm... danke, Gretchen!
SH (bringt sich begeistert ins Spiel): Ja, die Mama hat die Haare schön, nicht?
Ich würde mich das nicht trauen. Ich hänge an meinen langen blonden Locken.
GH (lacht SH an u. schaut dann zu MH): Ja! Was war denn der Anlass?
MH (genervt): Muss es dafür unbedingt einen Anlass geben?
SV (mischt sich ein): Also 70 Prozent der Frauen, die sich die Haare...
MH (fällt ihr schnell ins Wort u. lenkt von sich ab): Schwester Sabine!? Sie hätte ich ja fast nicht wieder erkannt.
SV (fühlt sich geschmeichelt u. vergisst, was sie gerade noch sagen will): Oh danke, Frau Doktor Hassmann!
MH (rollt mit den Augen u. mustert sie ungläubig): Äh... ja!? Wozu der Aufzug? Fasching ist doch erst in drei Monaten, glaube ich.
SV (klärt sie mit großer Euphorie auf): Aber das ist doch nicht für Fasching, Frau Doktor.
MH: Sieht mir aber so aus, als ob Sie als Goldmarie gehen würden.
SV (schaut skeptisch an sich herunter): Es steht mir nicht oder?
GH (meldet sich helfend zu Wort): Doch Sabine! Das Kleid ist wunderschön.
MH: Naja, es trägt schon ein wenig auf.
GH (funkelt sie an): Maria!
MH (zwinkert ihr zu): Ich sage nur die Wahrheit.
GGGRRR!!! Diese Frau ... Manchmal ist sie so nett und heute wieder so... so stutenbissig. Ich könnte auch sagen, dass deine Haare scheiße aussehen, also wenn sie es würden, tun sie aber nicht. Aber das ist nicht mein Stil.
SV (gerät ins Grübeln u. schaut fragend zu GH): Vielleicht sollte ich das Cremefarbene auch noch probieren?
Ja, das sah toll aus.
GH (lächelt): Tun Sie das, Sabine!

Sabine lächelte verschämt zurück, blickte dann unsicher zu der Neurochirurgin, die sie aber nicht weiter beachtete, und ging wieder zu den Kabinen zurück. Maria nahm ihre schweren Einkaufstüten in die Hand und stellte diese auf dem knallroten Besuchersofa ab. Dann sah sie fragend zu Gretchen...

MH: Also sag schon, was ist hier los? Hab ich was verpasst? Der Meier wird dir ja wohl kaum nen Antrag gemacht haben?
GH (grinst verträumt): Nein, leider nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
MH (schnippisch): Tzz... In deinen Träumen vielleicht.
GH (wirft ihr einen kurzen bösen Blick zu, dann klärt sie sie auf): Am Freitag ist doch der Ärzteball und Dr. Gummersbach hat Sabine gefragt, ob sie ihn begleitet und da wollten wir...
SH (macht große Augen u. unterbricht die Erwachsenen): Ein Ball? Wie bei Aschenputtel?
Gott, ist die Kleine süß! Was man von ihrer Mutter nicht sagen kann!
GH (schmunzelt u. stupst ihr mit dem Zeigefinger an ihr neugieriges Näschen): Ja, so etwas in der Art.
SH (schaut gespannt zu ihrer Mutter hoch): Kann ich da auch hingehen, Mami?
MH (muss dann auch lachen): Süße, das ist nur für Erwachsene. ... (blickt wieder zu GH) ... Ich wusste gar nicht, dass es schon wieder soweit ist?
GH: Doch, doch, die Einladungen sind gestern gekommen. Wie jedes Jahr ziemlich kurzfristig.
MH: Na toll, da ist man mal ein paar Tage nicht da und man verpasst alles.
GH: Ich dachte, du wüsstest das. Und deshalb die neue... Frisur?
MH (rollt mit den Augen): Nein, das hat damit nichts zu tun.
GH (schaut sie neugierig an): Und warum hast du dann...?
MH (stöhnt genervt): Nur so! Mir war heute danach.
Muss ja nicht gleich alles wissen. Ich hatte die langen Haare einfach satt. Mehr nicht!
GH (von der Neugier gepackt): Aha? Und du wusstest wirklich nichts vom Ärzteball? Hat Mehdi dich noch nicht gefragt?
Wieso hat er gestern früh am Telefon nichts gesagt? Hmm... Auf meine Mms hat er auch noch nicht geantwortet. Seltsam! Oh... Sarah!

Maria schaute zu ihrer Tochter herunter, die ihre Mutter neugierig anstarrte, sich an ihrem dunkelblauen Mantel festkrallte und ihre kleinen Ohren gespitzt hatte...

MH: Äh... Sarah, willst du nicht mal schauen, was Schwester Sabine so macht? Vielleicht braucht sie ja deine Beratung, hmm?
SH (klatscht begeistert in ihre Hände): Oh ja!

Sarah hüpfte lächelnd zu den Kabinen, riss den Vorhang weit auf und schaute interessiert hinein. Sabine quiekte erschrocken laut auf, denn sie stand nur noch in weißer Baumwollunterwäsche in der Kabine und hielt sich jetzt verlegen eines der Kleider vor ihren Körper. Schnell zog sie den roten Vorhang wieder zu, hinter dem auch die kleine Sarah mit verschwand....

Lorelei Offline

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05.12.2010 19:43
#844 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Heute zum zweiten Advent gibt es auch noch einen zweiten Teil. Viel Spaß! Lorelei




Gretchen hatte Marias Tochter verwundert hinterher geschaut und dann ebenso perplex in Marias Gesicht... Was war das denn? Wieso lenkt sie denn jetzt wegen Mehdi ab? Oh!

GH (zeigt mit ausgestrecktem Arm Richtung Kabinen): Alles in Ordnung? Weiß sie nicht, dass du und...
Verdammt!
MH (zischt ihr ins Wort): Das geht dich nichts an, ja.
Mein Gott, was hat sie denn jetzt schon wieder für ein Problem?
GH (weicht erschrocken einen Schritt zurück u. tritt dabei fast auf ihr bodenlanges Kleid): Was bist du denn auf einmal so gereizt?
MH (stöhnt genervt): Bin ich doch gar nicht. Ich will nur nicht, dass du wieder irgendwelche Dinge in die Welt setzt, die...
Also als ob ich tratschen würde! Ich will doch bloß wissen, wie es zwischen euch läuft. Mehdi erzählt mir ja nichts.
GH (jetzt unterbricht sie trotzig ihre Kollegin): Hab ich doch gar nicht. Ich wusste nicht, dass Sarah nichts von ihm weiß. Ich dachte nur... ihr seid schon so lange äh... und ihr wohnt ja auch noch im selben Haus. Ich hab das einfach angenommen.
Das ist genau der Grund, warum ich Frauenfreundschaften verabscheue. Immer und überall muss sie ihre Nase reinstecken.
MH: Ja, ja, du denkst zu viel. Aber wenn du es unbedingt wissen willst, soweit sind wir... oder besser gesagt er noch nicht, also dass ich ihm Sarah vorstelle.
Ich hoffe aber bald.
GH (nickt wissend): Verstehe!
Nach der Pleite in Italien ist es vielleicht wirklich noch zu früh. Er vermisst doch seine Lillymaus so sehr. Hach... ich auch. Wie einfühlsam Maria ist! Ich hätte sie nie so eingeschätzt. Sie macht sich wirklich Gedanken um ihn. Das kann nicht nur eine Affäre sein.
MH (zeigt auf Gretchens schönes Kleid, um von sich abzulenken): Und du? Sag bloß, du hast den Meier echt dazu gebracht, dich zu begleiten?
GH (überrascht über den plötzlichen Themenwechsel, kann sich aber ihr Grinsen nicht verkneifen): Musste ich nicht. Hat sich so ergeben.
Durch eine glückliche Fügung des Schicksals. Meinen Papa! Hihi!
MH (hebt ihre Augenbrauen): Ergeben?
Will ich das verstehen? Nein!
GH: Naja Papa... also mein Vater wird verreisen und Marc wird ihn als sein Stellvertreter auf dem Ärzteball vertreten.
Was? Da ist man mal zwei Tage nicht da und der krallt sich gleich dreist den Chefsessel. Dieser Arsch!
MH (schüttelt ungläubig den Kopf): Ich fass es nicht. Und auf die Idee, mich zu fragen, ist er nicht gekommen?
GH (schaut sie irritiert an): Wieso sollte Marc mit dir dahin gehen?
Ok, blond und....
MH (rollt mit den Augen): Gretchen, dein Vater!
Upps! Wie peinlich! Als ob Marc mit ihr gehen würde.
GH (verlegen): Äh... Ich weiß nicht. Das war wohl das Naheliegendste.
MH (motzt): Wie ich diese Vetternwirtschaft hasse.
GH (fühlt sich gleich angegriffen u. versucht sich zu verteidigen): Maria, jetzt übertreibe doch nicht gleich so. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass wir... dass er und ich... na du weißt schon.
MH (regt sich trotzdem künstlich auf): Ich übertreibe? Dein ach so toller Freund biedert sich doch bei jeder Gelegenheit bei ihm an.
Wieso hat sie denn schon wieder so schlechte Laune?
GH: Entschuldige bitte, aber was kann ich dafür, dass sich mein Vater für Marc als seine Vertretung entschieden hat. Soweit ich weiß, hast du dir Urlaub genommen und Marc hatte nun mal Dienst und...
Verdammt!
MH (fällt ihr schnell in Wort, bevor sie noch mehr Belanglosigkeiten von sich gibt, u. lässt ihren Karrierefrust bei ihr aus): Im Grunde genommen steht doch eh schon fest, dass er am Ende den Posten bekommt.
Jetzt fängt sie wieder damit an.
GH: Also soweit ich weiß, ist da noch nichts in trockenen Tüchern. Es sind doch eh noch zwei Jahre hin, bis mein Vater in den Ruhestand tritt. Marc muss sich genauso bewähren wie du. Im Übrigen hat Papa auch deinen Namen genannt, als er über die Vergrößerung der chirurgischen Abteilungen gesprochen hat.
Oh! Jetzt wird es aber interessant.
MH (schaut sie neugierig an): Geht das jetzt doch endlich los oder was? Der Professor spricht schon seit Jahren davon, aber bisher haben sich alle seine Pläne immer in Luft aufgelöst.
Extrem frustrierend übrigens!
GH (strahlt sie stolz an): Ja, wenn der Verwaltungsrat mitspielt. Aber darum kümmern wir uns auf dem Ball.
MH (hebt skeptisch ihre Augenbrauen): Ihr? Du und....?
GH (verschränkt provozierend die Arme): Ja, was dagegen?
MH: Seid ihr dafür nicht noch ein bisschen grün hinter den Ohren?
GGGRRR!!!! Aber ich bleibe ruhig. Ich habe Mitleid mit frustrierten, karrieresüchtigen, allein erziehenden Müttern.
GH (funkelt sie böse an): Also jetzt sag mal... (räuspert sich) ... Du kannst doch auch zum Ärzteball gehen und mitmischen.
MH (trotzig): Werd ich auch.
GH (grinst sie plötzlich breit an): Mit Mehdi?
Boah! Diese Frau macht mich wahnsinnig.
MH (fühlt sich gleich wieder ziemlich genervt): Haase!
GH: Entschuldigung! Das war jetzt für mich das Naheliegendste.
MH (sprachlos): Ah ja!?
Jetzt habe ich sie! Juhu!
GH (grinst): Keine Sorge! Du musst diesmal nicht die Sprinkleranlage anstellen.
MH (glaubt sich verhört zu haben): Bitte?
Dafür müsste ich mich ja eigentlich noch bei ihr rächen.
SV (neugierig): Sprinkleranlage?

Sabine hatte sich im neuen cremefarbenen Gewand zu den beiden Ärztinnen gestellt und nur noch die Hälfte des Gesprächs mitbekommen...

GH (peinlich berührt): Äh... Sabine? Es gab doch da letztes Jahr so einen kleinen Zwischenfall auf dem Ärzteball.
SV: Ach?
MH (ist die Sache mittlerweile auch peinlich): Nicht der Rede wert.
Das war mit Abstand das Bescheuertste, das ich bisher wegen einem Kerl gebracht habe.
GH (lenkt schnell ab u. richtet ihr Augenmerk auf Sabines neues Kleid): Sie sehen übrigens sehr hübsch aus, Schwester Sabine.
SV (fühlt sich sehr geschmeichelt u. strahlt sie an): Finden Sie?

Sabine drehte sich vor ihren beiden Kolleginnen einmal im Kreis in ihrem bodenlangen cremefarbenen Abendkleid...

GH (lächelt sie an): Ja!
SV (verlegen): Ich fühle mich auch irgendwie wie Cleopatra.

Alle drei mussten laut loslachen, da kam plötzlich auch die kleine Sarah angerannt in einem knallpinken Ballerina-Kleidchen und hüpfte begeistert vor den drei Frauen auf und ab...

SH: Mami, Mami, kuck mal, kann ich jetzt auch mit auf den Prinzenball?
Herrje! Ich hab doch gewusst, dass dieser Shoppingtrip in Stress ausarten würde. Dabei wollte ich nur Weihnachtsgeschenke besorgen.
GH (ganz entzückt): Och wie süß!
MH (schüttelt ungläubig ihren Kopf): In zwanzig Jahren vielleicht, wenn du dein Medizinstudium abgeschlossen hast.
SH (schmollt): Och menno! Ich will aber auch den Prinzen kennen lernen.
GH (lacht): Du wirst noch viele Prinzen kennen lernen, Sarah.
MH: Und auch das erst in zwanzig Jahren.
SH (blickt neugierig zu SV): Sabine, wie lange sind zwanzig Jahre?
SV (schaut verwirrt zwischen den beiden Frauen hin u. her): Oh! Äh... da solltest du vielleicht die Frau Doktor Haase fragen.
GH (seufzt): Äh... zwanzig Jahre sind eine kleine Ewigkeit. Aber manchmal lohnt es sich, solange zu warten.
SH (schaut sie mit großen Augen an): Hast du auch so lange auf deinen Prinzen gewartet, Gretchen?
GH (lächelt verträumt): Ja, das habe ich.
Gott, sind wir jetzt bei Disney gelandet oder wie?
MH (verdreht genervt die Augen): Das wird mir jetzt echt zu albern hier. Komm Sarah! Zieh dich wieder um! Wir gehen jetzt. Du wolltest doch noch in den Spielzeugladen.
SH (hüpft fröhlich auf der Stelle auf u. ab): Später! Mami, du musst auch auf den Ball gehen. Damit du deinen Prinzen findest.
MH (wird die Sache dann doch etwas peinlich): Sarah!
Hihi! Kinder sagen immer die Wahrheit!
GH (grinst): Finde ich übrigens auch.
Boah! Nicht die auch noch!
SH (packt ihre Mutter bei der Hand u. zieht sie mit sich zu den Regalen mit den großen Roben): Ich hab auch schon das perfekte Prinzessinnenkleid für dich gesehen, Mami.
Oh nein! Kinder sind so eine Plage. Warum hab ich nur die Schlimmste von allen erwischt?
MH (hat keine andere Wahl u. lässt sich missmutig mitschleifen): Da bin ich aber gespannt.

Gretchen und Sabine sahen den beiden grinsend hinterher, dann sich an, nickten und gingen zurück in die Umkleidekabine, um sich wieder umzuziehen.

Lorelei Offline

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06.12.2010 12:57
#845 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einen schönen Nikolaustag wünsche ich euch allen. Eure Lorelei




Eine halbe Stunde später verließen drei glückliche Frauen, jede mit einer großen Tüte in der rechten Hand und vielen Scheinen weniger in der Tasche, und ein aufgekratztes kleines Mädchen die exquisite Modeboutique auf dem Kudamm. Sie schauten sich auf der sich immer mehr mit Weihnachtskaufsüchtigen füllenden Einkaufsstraße um und dann sich an...

GH (schaut kurz auf ihre Armbanduhr u. zieht sich dann gedankenverloren ihre rosa Handschuhe über): Also zweieinhalb Stunden haben wir noch, dann müssen wir zum Dienst.

Was Marc wohl gerade macht? Ist ja noch eher los als ich. Hat der mich doch ernsthaft gefragt, ob ich mit will zum Sport. Pff... Sport oder Shopping? Die Entscheidung fiel mir leicht. Aber die Vorstellung.... ein verschwitzter Männerkörper, nasse Strähnen fallen ihm ins leicht gerötete Gesicht, sein enges Muscle-Shirt klebt ihm wie eine zweite Haut auf seinem athletischen Körper, er wischt sich mit eben diesem T-Shirt seinen Schweiß von der Stirn, man kann seinen Sixpack bewundern, jeder Muskel ist angespannt, er fährt sich mit seiner Hand über seine gestählte Brust, setzt eine Colaflasche an seinen Mund an, ein paar Tropfen des süßen Getränks fließen daneben und perlen langsam seinen Hals hinab... Mmmhhhh!!! ... Äääähhhh... Niiiiicht ableeeenken laaaaassen! Maria kuckt schon wieder so komisch.

SV (schaut unentschlossen in die Runde): Also ich weiß nicht.
MH (rollt genervt mit den Augen): Sabine, wenn Sie diesen Mann wollen, dann müssen Sie ihm auch etwas bieten können.
Oh, oh! Ich bin auch immer wieder beeindruckt von deinem Taktgefühl, Maria.
GH (bringt sich schnell ein, weil sie merkt, wie unangenehm das Sabine ist): Das geht uns doch im Grunde auch gar nichts an.
MH: Ein paar Tipps von erfahrenen Frauen haben noch nie geschadet, Gretchen.
Oh Mann, diese Frau weiß wirklich, was sie will. Ob Mehdi mit ihrer dominanten Art klarkommt? Sie ist schon sehr direkt. Hmm... Muss ich ihn mal fragen.
SV (läuft rot an u. stammelt leise, während sie verlegen ihre schwarzen Stiefel betrachtet): Aber ich.... ich hatte eigentlich nicht vor, gleich am ersten Abend... äh...
Finde ich auch. Obwohl... mit Mehdi bin ich ja auch gleich nach... Ääähhh.... ganz, ganz falscher Gedanke!
GH (räuspert sich): Das finde ich auch unangebracht.
Mein Gott sind die prüde! Wenn ich so lange gezögert hätte, wäre ich mit meinem Mehdi noch nicht so weit. Furchtbare Vorstellung! Was er wohl gerade macht? Wieso meldet er sich nicht bei mir? Ich vermiss ihn so.
MH (grinst GH provozierend an): Dass das von dir kommen würde, war ja klar.
GH (funkelt sie böse an): Was soll das denn heißen?
Hält sie mich immer noch für prüde? Ich bin überhaupt nicht prüde! Da brauchst du nur Marc fragen. Äh... nein, lieber nicht!
MH: Also dass Dr. Meier auf „Hello Kitty“ stehen würde, hätte ich echt nicht gedacht.
GH (dreht sich eingeschnappt weg): Eh!
Sie hält mich für prüde! Blöde Kuh!
SH (mischt sich begeistert ein): Ich mag „Hello Kitty“ auch.
GH (für den ersten Moment sprachlos): Äh...
MH (richtet grinsend Sarahs Wollmütze): Sicher Schatz, deshalb haben wir dir ja vorhin auch einen Schlafanzug mit diesem Motiv gekauft.
SH (strahlt): Ja, der ist hübsch.
GH (schaut MH sauer an): Woher willst du eigentlich wissen, dass ich...?
MH (fällt ihr grinsend ins Wort): Wir teilen eine Umkleide.
Mist! Sollte mich in Zukunft in Marcs Büro umziehen. Hmm... aber nur wenn er nicht dabei ist. Sonst kommt er gleich wieder auf dumme Gedanken.
GH (wird dann doch etwas rot): Oh! Aber... naja, ist halt bequemer auf Arbeit.
MH (schmunzelt u. schaut die beiden blonden Frauen nun herausfordernd an): Schon klar! Also was ist jetzt? Mir wird langsam kalt.
SH (kleinlaut): Mir auch.

Maria zeigte zum wiederholten Mal mit ihrer freien Hand auf das festlich geschmückte Dessousgeschäft gegenüber. Sabine und Gretchen warfen sich seufzend vielsagende Blicke zu, während Sarah wie „Hans-guck-in-die-Luft“ ihren Hals nach oben streckte, sich dabei im Kreis drehte, um den leise rieselnden Schnee mit ihren Händen aufzufangen, und begeistert mit glänzenden Augen die Weihnachtsbeleuchtung der großen Einkaufsstraße bewunderte und von einem Besuch in der Weihnachtswerkstatt träumte...

GH (nickt MH schließlich zu): Also gut! ... Sabine?
SV (beißt sich auf ihre Unterlippe u. stimmt schüchtern zu): Hmm!
MH (grinst die beiden frech an u. wendet sich dann an ihre verträumte Tochter): Gut! ... Kommst du, Sarah! Hier geht’s lang.
SH (strahlt): Ja, Mami.

Maria nahm ihre kleine Tochter an die Hand, stemmte mit der anderen Hand ihre schweren Einkaufstüten und überquerte schließlich die Straße. Sabine und Gretchen folgten den beiden mit etwas Abstand...

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07.12.2010 00:17
#846 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Kurze Zeit darauf betraten die vier das weihnachtlich geschmückte Dessousgeschäft und schauten sich neugierig in dem weitläufigen Laden um. Die drei Frauen machten große Augen, als sie die große Auswahl an Angeboten sahen. Sarah gähnte nur gelangweilt. Maria platzierte ihre kleine Tochter und die vielen Einkaufstüten, auf die sie aufpassen sollte, in der Sitzecke des Ladens. Während die Neurochirurgin zielsicher an einen Unterwäscheständer herantrat und gleich etwas für sich parat hatte, standen Gretchen und Sabine eher unschlüssig im Raum herum. Die sonst so hibbelige Krankenschwester zuckte nur mit den Schultern und sah nervös zu ihrer Vorgesetzten. Die blonde Ärztin fasste sich schließlich ein Herz und trat an ihre brünette Kollegin heran, die gerade kritisch zwei Modelle hoch hielt...

GH: Warst du schon öfter hier?
MH (hat sich schließlich für eins der Modelle entschieden, hängt das andere wieder zurück u. schaut ihre Kollegin nun an): Natürlich! Man muss den Männern doch immer etwas Neues bieten können.
GH (mustert skeptisch das Modell, das sich MH ausgesucht hat): Ich wusste gar nicht, dass Mehdi auf so was steht.
Hmm... Ich musste mich nie für ihn verkleiden, was jetzt nicht heißt, dass sie sich verkleiden würde. Also ich hab mir schon gedacht, dass sie so was drunter trägt und das nicht nur privat. Äh... was ich eigentlich sagen wollte, wenn Mehdi liebt, dann liebt er mit ganzem Herzen alles an einem. Äußerlichkeiten sind ihm doch überhaupt nicht wichtig.
MH (schaut sie provozierend an): Dann kennst du ihn schlecht. Er ist auch nur ein Mann.
GH: Ja, aber eher der bodenständige, natürliche Typ.
MH (zwinkert ihr zu): Was ja nicht heißt, dass er nicht auf sexy Dessous stehen würde.
GH (gerät ins Grübeln): Hmm!
So hätte ich ihn wirklich nicht eingeschätzt. Also bei mir hat er nicht... äh ja... wir haben ja auch immer gleich... äh... da... da blieb ja auch keine Zeit um... na... halt... ähm... ja... hmm...
MH: Ich hab ihm schon mehrmals mit...
Oh Gott! Ich will das gar nicht wissen.
GH (hebt abwehrend ihre Arme): Oh bitte, erspar mir die Details!
Gut! Ist mir auch lieber, du kennst die schlüpfrigen Details nicht. Es hat ja schließlich auch ewig gebraucht, bis er dich endlich aus dem Kopf gekriegt hat.
MH (grinst): Gerne. Schau dich ruhig um! Du findest hier sicher was, womit du deinen Meier um den Verstand bringen kannst.
GH (plappert ohne groß nachzudenken los): Dazu braucht es nicht viel.
Das muss ich nun wirklich nicht wissen.
MH (ist die Sache dann auch irgendwie unangenehm u. sie wiegelt schnell ab): Äh... Das sind Informationen, die ich nun wirklich nicht unbedingt wissen will. ... (GH lacht) ... Ich probier das hier ... (sie hebt ihre ausgewählte Unterwäsche hoch) ... mal schnell an. Hast du ein Auge auf Sarah, dass sie kleinen Blödsinn macht.
GH (lächelt u. schaut kurz zur Sitzecke rüber, wo Sarah gelangweilt die Beine vom Sofa baumeln lässt): Klar!
MH (nuschelt): Danke!

Gretchen warf noch einen skeptischen Blick auf Marias äußerst sexy schwarzen Push-up-Spitzen-BH mit dazu passendem äußerst knappen Höschen, dann suchte sie mit ihren Augen nach Schwester Sabine, die wie bestellt und nicht abgeholt immer noch in der Mitte des Ladens stand. Gretchen seufzte... Sie ist wirklich ein schwieriger Fall, aber ich wäre sicherlich auch aufgeregt vor meinem ersten Date, v.a. wenn man weiß, dass es etwas Ernstes ist. ... Sie ging schließlich zu ihr rüber, legte eine Hand auf ihre Schulter und sprach sie an...

GH: Und Sabine, schon etwas im Auge?
SV (puderrot im Gesicht): Ich weiß nicht.
Oje! Naja, ich kann mich ja auch nie entscheiden. Muss eine Frauenkrankheit sein.
GH (nimmt sie hilfreich an die Hand): Ich würde sagen, Sie nehmen etwas passend zum Kleid, hmm? Schauen Sie doch mal! Wäre das nicht etwas für Sie, Sabine?

Gretchen ging zu den Ständern mit der cremefarbenen Wäsche und hielt ihr zwei, drei schöne Exemplare hin. Sarah schaute ihr dabei interessiert aus der Ferne zu. Sie langweilte sich gerade zu Tode. Sie drehte Däumchen, lugte in die Einkaufstüten, schaute zur Kabine ihrer Mutter, dann wieder zu Sabine und Gretchen, biss sich auf ihre Unterlippe und sprang schließlich doch vom Sofa herunter und schlich sich leise auf Zehenspitzen an die beiden Frauen heran, die gerade mit der Auswahl beschäftigt waren...

SV (dreht die Teile skeptisch hin u. her): Ja, das sieht schon gut aus.
GH (ermutigt sie): Probieren Sie es doch mal an, hmm?
SV (beugt sich zu ihrem Ohr rüber u. flüstert leise): Frau Doktor, darf ich Ihnen eine delikate Frage stellen?
Ok!? Was kommt jetzt?
GH (räuspert sich verlegen): Äh... sicher!
SV (stammelt nervös u. gerät leicht ins Schwitzen): Sie wissen doch, dass ich äh... etwas aus der Übung bin, was äh... Rendezvous betrifft. Ist das wirklich so, dass man schon äh... nach... nach der ersten.... Verabredung... Sie... Sie wissen schon?
Oh! Daher weht der Wind? Peiiiiiinliiiich!!!
GH (ist die Sache dann doch etwas unangenehm, denn sie hat gemerkt, dass Sarah jetzt neben beiden steht u. neugierig zu ihnen hoch kuckt): Äh... Das verlangt doch niemand von Ihnen.
SV (hakt aufgeregt nach): Und wenn er...?
Schwer zu sagen! Ich kenn ihn ja gar nicht. Hmm... Ich wollte ja auch erst nicht. Das hab ich mir zumindest eingeredet. Aber als Mehdi dann so vor mir stand... so unglaublich sexy und... ääääähhhh... Was denke ich denn hier gerade?
GH (räuspert sich mehrmals): Wenn... wenn Sie ihn lieben?
SV (blickt sie nervös an): Würden... würden Sie?
Oh Gott! Ist das peinlich.
GH (wird auch immer nervöser): Naja, das.... das ist schwer zu sagen. Die goldene Regel sagt ja angeblich erst nach dem dritten Date....
Hmm... Wenn ich mir so recht überlege, hatte ich vorher auch nie ein richtiges Date mit Marc. Oh Gott! Heißt das etwa, ich bin leicht zu haben?
SV (bleibt der Mund offen stehen): Oh schon?
Oh! Ich sollte ihr lieber nicht sagen, dass ich am ersten Abend gleich mit Mehdi.... Aber er war ja eine Ausnahme und es war ja auch schon längst überfällig bei uns und die sexuelle Spannung zwischen uns, die war ja schon... Oh Gott, worüber mache ich mir hier eigentlich Gedanken? Das darf Marc nie spitzkriegen. Aber ich kann ihr ja schlecht sagen, dass ich auf Marc zwanzig Jahre gewartet habe. Sie wird ja auch nicht jünger.
GH (ebenfalls etwas errötet): Sabine, lassen Sie es doch einfach auf sich zukommen. Man spürt, wenn der richtige Moment gekommen ist.
SV (gibt sich mit dieser Antwort schließlich zufrieden): Hmm! Ich werd dann mal.

Sabine zeigte zu den Kabinen. Gretchen nickte ihr zu, stich der kleinen neugierigen Lauscherin über den Kopf, die sich mittlerweile an sie gekuschelt hatte, und schlenderte dann mit Sarah an der Hand durch das Geschäft...

SH (sieht neugierig zu GH hoch): Sabine ist aber sehr aufgeregt. Warum denn?
GH (lächelt): Sie hat eine Verabredung für den Ärzteball.
SH (macht große Augen): Ist sie verliiiiebt?
GH (geht zu ihr runter in die Knie u. hält ihren Zeigefinger an ihre Lippen): Ich denke schon. Aber psst! Sprich sie nicht darauf an. Das ist noch ein Geheimnis.
Ich will sie ja nicht noch mehr in Verlegenheit bringen. Und Kinder sind manchmal so neugierig und plappern alles aus.
SH (verschließt mit einer Handbewegung symbolisch ihren Mund): Versprochen! Mami hat ja auch so ein Geheimnis.
GH (horcht interessiert auf u. schaut kurz zu den Kabinen): Ach hat sie das?
Jetzt wird es aber interessant. Informationen aus erster Hand. Juhu!
SH (flüstert ihr ins Ohr): Sie ist voll verliiiiebt.
Soviel zu der Tatsache, dass Kinder alles ausplappern. Naja, aber Maria ist ja auch anzusehen, wie verschossen sie in Mehdi ist. Die beiden sind aber auch so süß zusammen.
GH (schmunzelt): Ach? Darf ich fragen in wen?

Sarah hatte sich wieder zum roten Sofa hinbewegt, ließ sich darauf plumpsen und ließ ihre kurzen Beinchen herunterbaumeln. Gretchen setzte sich daneben und schaute Marias Tochter gespannt an...

SH (zuckt mit den Schultern): Weiß nicht. Ich hab ihn noch nicht gesehen. Mami macht ein Geheimnis darum. Weiß nicht wieso. Aber er arbeitet auch im Krankenhaus. Kennst du ihn?
Soviel zu der Sache, die Kleine wüsste nichts.
GH (geheimnisvoll): Vielleicht.
SH (wird hellhörig): Ist er nett?
Der liebenswürdigste Mensch nach meinem Papa.
GH (lächelt): Ja, sehr.
SH (lehnt sich zufrieden an die Lehne u. lümmelt auf dem Sofa): Das ist gut. Mami sucht schon so lange. Sie ist oft alleine, weißt du, und ich auch. Ich hätte so gerne auch einen Papa. Ich bin die Einzigste im Kindergarten, die nicht von ihrem Papa abgeholt wird. Hast du einen Papa, Gretchen?
Sie sehnt sich sehr nach einem Vater. Verständlich! Das ist so traurig. Was wohl mit ihrem leiblichen Vater ist? Maria hat noch nie über ihn gesprochen.
GH (gerät ins Schwärmen): Ja, einen ganz lieben.
SH: Meiner ist ein Arschloch!
Das hat sie jetzt nicht wirklich gesagt?
GH (für den ersten Moment sprachlos, dann weist sie sie aber zurecht): Sarah, das sagt man aber nicht.
SH (schaut sie direkt an): Mami sagt das immer zu Oma, wenn sie über früher reden und ich nicht zuhören darf, aber ich mach dann immer heimlich die Tür auf und hör mit.
GH: Das ist schlau!
SH (erzählt ohne eine Miene zu verziehen weiter): Papa hat jetzt eine neue Familie. Mami will nicht, dass ich das weiß. Sie hat viel geweint, als sie gehört hat, dass Papa jetzt ein neues Baby hat.
GH (weiß im ersten Moment nicht, was sie sagen soll): Oh!
Oh Gott! Das wusste ich nicht. Die Armen!
SH (zieht GH ganz nah zu sich heran u. flüstert): Mami darf aber nicht wissen, dass ich dir das erzählt habe.
GH (lächelt): Ich kann schweigen wie ein Grab.
SH (schaut sie mit leuchtenden Augen an): Ich auch. Kommt ihr mal wieder zu uns? Du und Marc?
GH (zwinkert ihr zu): Wenn du das willst?
SH (klatscht begeistert in ihre Hände): Oh ja! Ich will wissen, wie das Märchen weitergeht, das Marc erzählt hat.
Wie süß! Sie hat ihn gern.
GH (schmunzelt u. gerät leicht ins Träumen): Das wüsste ich auch gern.

Doch lange konnte Gretchen nicht in ihren träumerischen Schwärmereien verharren, denn plötzlich stand Sarahs Mutter wieder vor den beiden und musterte sie misstrauisch. Irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los, dass die beiden etwas ausheckten. Wieso starrte der nervige Haase sie nur so komisch an? Sie ignorierte es, schob ihre Einkaufstüten beiseite und setzte sich zu den beiden aufs Sofa....

MH: Und habt ihr was gefunden?
GH: Für Sabine, ja. Sie probiert es gerade an.
Großer Gott, ich will gar nicht wissen was. Wahrscheinlich so eine riesige fleischfarbene Bauchwegunterhose. Hat sie bitter nötig. Trägt der Haase doch sicher auch gerade? Oder hat sie tatsächlich mal abgenommen?
MH (rollt mit den Augen): Und du nicht? Willst du deinen Marcilein nicht überraschen?
SH (grinst GH breit an): Marcilein ist gut!
GH (funkelt MH für ihre Dreistigkeit an): Doch schon!
Muss sie aber nicht wissen.
MH (ungewohnt freundlich): Na dann schau dich endlich um! Ich kümmere mich um meinen Quälgeist hier.
Nanu? Sie kann ja doch nett sein.

Gretchen lächelte verlegen, stand auf und ließ die beiden allein auf dem breiten Sofa zurück. Sarah kuschelte sich jetzt an ihre Mutter. Diese legte einen Arm um sie herum und gab ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn. Glücklich und zufrieden lächelten sich die beiden an. Währenddessen schaute sich Gretchen ausgiebig in dem großen Laden um. Die Auswahl an Dessous war wirklich riesig. Es war schwer, eine Entscheidung zu treffen, was Marc gefallen könnte. Wahrscheinlich würde ihm alles gefallen. Gretchen kannte doch ihren Pappenheimer. Nach ein paar Minuten intensiver Suche und Beratung mit Sabine, die mittlerweile zu ihr gestoßen war, und anschließender Anprobe stand die blonde Assistenzärztin nun zufrieden in der Schlange vor der Kasse. Irgendwie freute sich Gretchen jetzt riesig auf den Ausgang des Ärzteballs. Marc würde sicherlich große Augen machen, wenn er die himmelblaue Verpackung langsam auspackt. Sie konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen, als sie daran dachte, was er dann alles mit ihr anstellen würde. Die verliebte Frau wachte erst aus ihren erotischen Phantasien auf, als eine genervte sechsunddreißigjährige Mutter ihr zum wiederholten Mal gegen die Rippen stieß. Gretchen stöhnte auf, warf Maria einen bösen Blick zu und bezahlte schließlich ihre sexy hellblaue Spitzenunterwäsche und eine kleine verführerische Weihnachtsüberraschung für ihren süßen Marcischnuckiputzi, die sie sich noch quasi als Belohnung für den Familienstress, den er sich nicht ganz unfreiwillig antun würde, für ihn ausgesucht hatte. Sie würden ja schließlich nicht den ganzen Heiligabend bei ihrer Familie verbringen. Das wollte sie Marc und sich selbst nicht antun und insgeheim wünschte sie sich doch nichts sehnlicher als eine kleine ganz private Weihnachtsfeier bei sich zuhause. Lächelnd verließen die drei Frauen und Sarah schließlich den Dessousladen. Es war sogar noch etwas Zeit übrig für ein kleines Mittagessen zusammen.

Lorelei Offline

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07.12.2010 17:29
#847 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Und was machen die Herren der Schöpfung gerade? Schaumer mal! Holt die Jogginganzüge raus! Viel Spaß beim Sport! Eure Lorelei





Zur gleichen Zeit powerten sich gerade zwei athletische, extrem gutaussehende Männer mittleren Alters beim Squash aus - der eine mehr, der andere weniger. Einer der beiden schien nämlich nicht ganz bei der Sache zu sein und verpasste einen Schlag nach dem anderen, was wiederum dem zweiten Spieler tierisch auf den Sack ging. Er warf schließlich entnervt das Handtuch oder besser gesagt den Schläger in eine Ecke, pflanzte sich mit seinem sexy Hinterteil auf den Boden der Squashhalle und lehnte sich mit dem Kopf an die Wand. Der andere tat es ihm gleich. Wortlos wischten sich beide mit ihren T-Shirts den Schweiß von der Stirn und zogen an ihrem Fitnessdrink, bis Marc irgendwann das Schweigen brach...

MM: Du warst auch schon mal besser in Form.
MK (in Gedanken): Hmm!
Ok! Mir reicht’s jetzt!
MM (hat die Schnauze voll u. fährt ihn an): Boah! Was ist los? Du hast seit heute Morgen noch keine zwei anständigen Sätze mit mir gewechselt.
MK (sieht ihn kurz irritiert an u. lässt dann seinen Kopf wieder hängen): Es ist nichts.
Das sieht man. Der hängt schon wieder in den Seilen. Wie jedes Mal, wenn er bei dem Dreckstück war. Unbelehrbar!
MM (spricht ihn direkt darauf an): Scheiße gelaufen gestern?
MK (nuschelt): Nein! Gar nichts ist gelaufen.
Komisch! Und ich dachte schon, sie hätte ihn zu hart rangenommen und er ist deshalb so matt. Aber wenn er auf dem Spielfeld keinen Gummi gibt, macht das hier echt keinen Spaß.
MM (sieht ihn verwirrt an): Aber du bist doch gestern noch zu ihr gefahren? Wir haben uns doch noch auf dem Parkplatz gesehen.
MK (schaut ihn seufzend an): Ich war nicht bei ihr.
Naja doch eigentlich schon, aber jetzt nicht direkt. Ach ich weiß doch auch nicht.
MM (hebt seine rechte Augenbraue): Nicht?
Er hat gekniffen? Na GsD! Aber glücklich sieht er trotzdem nicht aus. Den will man verstehen! Selbst wenn er doch bei ihr gewesen wäre, würde er immer noch so dämlich kucken.
MK (murmelt leise in seinen nicht vorhandenen Bart): Ich konnte nicht.
MM (denkt an die Szene im Büro zurück u. kann sich sein Grinsen nicht verkneifen): Also so wie ich euch beide gesehen habe, konntest du sehr wohl!
MK (wird etwas rot): Marc!
MM (stöhnt entnervt u. hakt schließlich nach, auch wenn er nicht sonderlich interessiert ist, zu erfahren, was da schon wieder schief läuft, schief läuft es ja ohnehin schon): Du hast also nen Rückzieher gemacht, wofür ich dich ja eigentlich beglückwünschen müsste, weil das bisher noch kaum jemanden vor dir gelungen ist? Also wieso?
Es war einfach falsch, sowohl Gabi, als auch... Maria gegenüber.
MK (lehnt sich seufzend zurück, lässt seinen Hinterkopf langsam gegen die Wand fallen, schließt für einen Moment seine Augen, atmet einmal tief durch, öffnet sie wieder, dreht seinen Kopf zur Seite, um seinem besten Freund ins Gesicht sehen zu können; er wirkt plötzlich sehr nachdenklich u. ernst): Glaubst du, dass es möglich ist, in zwei Menschen gleichzeitig verliebt zu sein?
Ach du Scheiße!
MM (schnappt hörbar nach Luft u. starrt ihn fassungslos an): Och komm, Mehdi! Das ist jetzt echt nicht dein Ernst?
Ich hätte nicht davon anfangen sollen. V.a. nicht vor ihm! Wie soll er das auch verstehen? Er hat in seinem ganzen Leben erst einmal richtig geliebt. ... Verdammt Marc, jetzt kuck mich nicht so an! Das macht mich nur noch nervöser, als ich es eh schon bin. ... So etwas kann wahrscheinlich auch nur mir passieren. Aber was soll ich denn machen, es ist nun mal so.
MK (senkt beschämt seinen Kopf, weil ihm die Angelegenheit dann doch etwas unangenehm wird): Das.... war.... nur..... eine Frage.
MM (hält kein Blatt vor den Mund): Eine sehr bescheuerte, wenn du mich fragst. Du hörst dich an wie so ein dummes naives Blondchen aus so ner billigen Soap oder Telenovela oder wie auch immer der Mist heutzutage heißt, die nicht weiß, was sie will. Wobei... hmm... wissen tust du das ja auch nicht, naiv bist du schon, aber du bist nicht blond, vielleicht blöd, aber... (wird lauter) ... verdammt noch mal ein Mann! Also benimm dich auch endlich wie einer!!! ... (wird wieder deutlich leiser u. murmelt Augen rollend in seinen nicht vorhandenen Bart) ... Is ja nicht mehr auszuhalten hier.
MK (eingeschnappt): Was gehst du mich denn jetzt gleich wieder so an? Ich hab dir nur ne Frage gestellt.
Mit irgendjemand muss ich schließlich darüber reden, sonst werd ich noch verrückt.
MM (dreht sich zu ihm um u. tippt sauer mit dem Zeigefinger auf seine Brust): Eh ich hab von deinen albernen Mitlife Crises oder was auch immer Problemchen echt die Schnauze voll. Ich wollte hier nur mit dir ein paar Bälle schlagen, wie in alten Zeiten, und du fängst schon wieder mit deinen verzweifelten Bettgeschichten an. Echt mir reicht’s!
MK (verteidigt sich): Gabi ist keine Bettgeschichte!
MM (lässt Augen rollend seine Hand wieder fallen u. schüttelt den Kopf): Ach auf einmal?
MK: Marc!
MM (gereizt): Ja was? Was verdammt willst du von mir?
Einen Rat. Keine Ahnung. Einfach eine Erklärung für das, was mit mir los ist.
MK (setzt erneut zu seiner vagen Hypothese an): Also jetzt mal rein hypothetisch, es ist schon möglich oder?
Also langsam wird das echt albern mit ihm.
MM (grinst ihn plötzlich schweinisch an, denn die angespannte Stimmung muss unbedingt aufgelockert werden): Technisch auf jeden Fall.
MK (verschränkt beleidigt seine Arme): Lass deine dreckigen Phantasien, Marc, es ist ernst.
MM: Ich dachte, es wäre rein hypothetisch?
MK (wird wieder unsicher): Ist es ja auch.
Ich kann doch nicht wirklich gleichzeitig in Maria und Gabi verliebt sein? Das geht doch nicht!
MM (glaubt ihm kein Wort): Sicher!? Also wenn es um komplizierte „Ich weiß nicht, was ich will“-Beziehungsgeschichten geht, solltest du dich vielleicht eher an Haasenzahn wenden als an mich. Die kennt sich zu meinem Leidwesen zur Genüge damit aus.
MK (verdreht die Augen): Ich rede aber mit dir, Marc.
MM (grinst): Weil du Schiss vor ihr hast.
Hätte ich auch!
MK: Nein, ich.... ach ist ja auch egal jetzt.
MM (lacht): Egal oder ernst?
MK (seufzt): Marc!
MM: Ok, ok, ich bin schon still. Also lassen wir mal rekapitulieren..... Du hattest was mit der Gewitterziege und dem Miststück gleichzeitig laufen, reine Bettgeschichten, Schrägstrich zwei kleine heiße Affären ohne jegliche Verpflichtungen. Ist ja an sich ganz ok und völlig natürlich, mal abgesehen von deinem grottenmäßigen Frauengeschmack, und du hast so eine Möchtegernmachophase dringend mal gebraucht nach der ganzen Scheiße... (sieht Mehdis bösen Blick, fährt sich über den Mund u. räuspert sich) ... Äh... ja. Das ging solange gut, bis du plötzlich gemerkt hast, dass dein kleines zertretenes Herzchen doch bei der einen oder anderen unverständlicherweise höher schlägt. Bei der einen mehr, der anderen weniger. Du hast dir eingebildet, das eiskalte Funkenmariechen wäre diejenige welche, warum auch immer, aber die eigentlichen Funkenfontänen sprühen bei der anderen, die du zwar gerne umnietest, aber nicht poppen kannst. Hmm... Jo, das kann man schon als ziemlich großes Problem bezeichnen
MK (hat ihm erst geduldig zugehört, dreht sich aber jetzt eingeschnappt zur Seite): Ist Dr. Freud Meier mit der Analyse fertig?
Jep! Also ich bin stolz auf mich, was ich von dir nicht behaupten kann.
MM (grinst ihn breit an): Du hast mich um Rat gefragt.
MK (grummelt beleidigt vor sich hin): Aber Antworten hast du mir keine geliefert.
Ich bin zwar Gott, aber das heißt nicht, dass ich die verknoteten Nervenstränge in deinem wirren Kopf auseinander fitzen kann. Das wäre dann wohl eher der Job für eine Neurologin. Womit wir dann wieder bei dem verflixten Thema wären. Ein Teufelskreis!
MM: Ich wusste nicht, dass das im Therapeutenvertrag mit enthalten ist. Hab damals die Psychokurse geschwänzt, weißt du doch.
Idiot!
MK (seufzt): Ich weiß echt nicht mehr weiter. Ich will doch einfach nur glücklich sein.
Scheiße!
MM (sieht ihn sichtlich irritiert an): Sag jetzt nicht, dass du wirklich...? Ich dachte... Eh, verdammt Mehdi, das ist Gabi! Formally known as Bitchi! Die Inkarnation aller Krankenhausschlampen, eine fiese Erpresserin, das personifizierte Böse, ein hinterhältiges intrigantes Dreckstück... Ich könnte noch unzählige andere Umschreibungen benutzen. Du kennst sie. Du weißt, was sie mir und Gretchen angetan hat. Sie tut nichts, woraus sie nicht irgendwie einen Vorteil ziehen könnte. Glaubst du wirklich, so eine würde sich ändern? Für dich? Alter, ich dachte eigentlich, dass du nicht ganz so naiv wärst. Man(n) kann sich nicht in so eine verknallen. Sie wird dir nicht gut tun. Haasenzahn würde jetzt sicherlich sagen, dass sie nur das Beste für dich wünscht, aber Gabi ist das ganz bestimmt nicht. Tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber das geht auf Dauer nicht gut. Irgendwann wird sie scheiße bauen und dir wird es noch beschissener als zuvor gehen. Also schlag sie dir verdammt noch mal aus dem Kopf!
So ich hoffe, das ist endlich mal bis zu ihm vorgedrungen.
MK (sichtlich getroffen fährt er ihn an): Fass dir mal an deine eigene Nase, Marc! Du hast sie die ganze Zeit wie den letzten Dreck behandelt, hast ihre Gefühle überhaupt nicht ernst genommen und bist stattdessen immer und immer wieder auf ihnen herumgetrampelt. Sie hat deine Aufmerksamkeit gesucht und dabei vielleicht zu den falschen Mitteln gegriffen, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste.
Falsche Mittel? Das ist noch gehörig untertrieben. Oder wie würdest du sonst ein untergeschobenes Kind, eine erpresste Hochzeit und eine geldgierige Millionärserpressung bezeichnen?
MM (verschränkt angefressen seine Arme): Du musst es ja wissen.
MK: Du weißt doch gar nicht, wie sie wirklich ist. Du hast dir in deinem Hass auf sie nie die Mühe gemacht, sie richtig kennen lernen zu wollen. Sie ist nicht mehr die von früher. Sie sehnt sich doch auch nur nach einem stinknormalen Leben, nach Liebe und Geborgenheit, nach ein bisschen Glück. Was soll daran falsch sein?
Er versteht’s nicht. Der ist schon so blind vor Liebe. Verdammt, ich will dich doch nur schützen.
MM (hebt schützend seine Hände): Ok, ok, ich bin schon ruhig. Du bist schließlich alt genug, um zu wissen, worauf du dich da einlässt.
MK (hat sich wieder beruhigt u. schaut ihn jetzt ernst an): Sie hat mich gestern umgehauen, Marc.
Und du sie einen Tag zuvor. Wahrscheinlich bist du mit auf den Kopf gefallen!
MM: Das war leider nicht zu übersehen. Ja und? Verlangst du immer noch nach Absolution? Mir ist die Frau mittlerweile vollkommen egal. Wir sind quitt. Mir geht’s um dich, Mann.
Dafür bin ich dir ja auch dankbar, dass du dir Sorgen um mich machst, was du wirklich nicht brauchst. Ich komme soweit klar. Das eigentliche Problem ist doch ein ganz anderes.
MK (lässt endlich alles raus): Ich weiß überhaupt nicht, was ich denken soll, geschweige denn was ich fühle. Noch vor drei Tagen war ich fest überzeugt davon, in Maria verliebt zu sein und es fühlte sich wirklich gut an. Sie ist toll. Sie war mir eine wirklich große Stütze bei der ganzen Geschichte mit ... (es fällt ihm immer noch schwer, es auszusprechen) ... meiner Lillymaus. Ich glaube, Maria hat mich richtig gern. Sie versteht mich. Wir kommen gut miteinander aus. Das könnte echt was werden. Aber dann kam... gestern. Bang und alles ist anders. Weißt du, ich hab nicht damit gerechnet, dass ich ernsthaft etwas für Gabi empfinden könnte, also was über Freundschaft und... du... du weißt schon... hinausgehen könnte. Und dann passiert dieser unglaubliche Kuss, der mich völlig aus der Bahn wirft.
Scheiße! Er ist es wirklich! Und ich dachte, es wäre nur eine kurzfristige Verwirrung. Ein Kurzschluss. Zu viel Nottinghill gekuckt oder was auch immer. Scheiße! Und jetzt?
MM: Du warst vorher schon nicht auf Spur.
MK (schaut ihn mit verzweifelten Augen fragend an): Also kannst du’s dir vorstellen?
MM (steht auf dem Schlauch): Was jetzt genau?
MK (beißt sich auf seine Lippen): Na das mit... mit zwei Frauen.
Oh Mann, du bist schon eine Pfeife.
MM (muss wieder breit grinsen): Sicher, schon mehrmals erfolgreich erprobt.
MK (wird dann doch wieder sauer wegen seiner blöden Sprüche): Marc, ich spreche hier von ernsten Gefühlen ja.
Scheiße! Er meint es wirklich ernst? Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass das Dreckstück gerade eine Zehntelsekunde vorn zu liegen scheint.
MM (hebt abwehrend die Hände): Ok, ok! Ich bin schon still.
MK: Was soll ich denn jetzt machen?
MM (zuckt mit den Schultern, weil er diesmal wirklich nicht weiß, wie er ihm da raus helfen soll): Keine Ahnung! Herausfinden, an welcher dir mehr liegt.
MK: Und wie stelle ich das an?
MM (hat endgültig genug): Alter, du bist der Frauenversteher hier, also jetzt gynäkologisch betrachtet.
MK: Ich frag ja nur.
MM (schüttelt immer wieder den Kopf): Also manchmal zweifle ich echt daran, ob du wirklich ein Mann bist.
MK (beleidigt): Marc!
MM (stöhnt genervt): Mein Gott, dann schreib Tagebuch, führ ne Strichliste oder was auch immer, wer wann kann und wie lange und....

Dr. Meier wollte gerade noch ein paar weitere eher weniger hilfreiche Tipps geben, als er plötzlich während seiner sinnfreien Ausführungen unterbrochen wurde, weil die Tür zur Squashhalle mit einem lauten Geräusch aufsprang und eine altbekannte Person die Räumlichkeiten betrat...

Lorelei Offline

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08.12.2010 09:48
#848 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

*vorsichtig um die Ecke kuck* Lasst ihr mich noch hier rein? Ich kann zu der Thematik leider nicht mehr verraten, aber ich will versuchen, Mehdi wieder in die altbekannte Richtung zu schieben. Ich wollte nie, dass seine Figur so einen Schaden nimmt. Hier habt ihr den nächsten Teil aus dem Fitnesstudio. Viel Spaß. Eure Lorelei




Es handelte sich um Brad Darnell, seines Zeichens Fitnesspapst und Tanzgott und Besitzer dieses Etablissements hier, der einen schicken roten Designertrainingsanzug mit farblich dazu abgestimmten Turnschuhen trug und die beiden attraktiven Männer, die noch immer - mehr von der Unterhaltung, denn vom Squash selbst - erschöpft am Boden saßen und den blonden Hünen ungläubig anstarrten, in seiner bekannt liebenswürdigen und aufgekratzten Art begrüßte....

BD: Hello guys, alles okaaaay mit euck? Wollt ihr nock eine halbe Stunde dranhangen? Is grad jemand abgesprungen. Die Halle wäre noch frei.
MM (schaut leicht irritiert von BD zu MK): Hast du noch Bock auf ne Runde?
MK (erhebt sich zusammen mit MM vom Boden, um auf Augenhöhe mit dem blonden Amerikaner zu kommen): Warum eigentlich nicht?
Yeah! Das ist die richtige Einstellung, die ich schon die ganze Zeit von dir hören wollte. Mein Mehdi ist immer noch mein Mehdi!
BD (mustert den muskulösen Mann ganz genau): Oh, ick kenn dick dock. You’re Mädi von die Tanzkurs neulich.
Ach herrje, ER!!! Ich muss hier weg!
MM (sieht ungläubig zwischen MK u. BD hin u. her): Bitte?
MK (ist die Sache ziemlich peinlich): Äh ... ja, hallo Herr Darnell.
BD (setzt ein breites Zahnpastalächeln auf u. zeigt stolz mit einer Hand auf sich): Oh please call me Brad! How are you? Wie geht’s deiner hübschen Freundin?
Oh, oh!
MM (schaut verwirrt zu MK): Freundin?
Hab ich was nicht mitbekommen? Und wieso kaut der mir dann ne halbe Stunde das Ohr ab wegen seiner weibischen Unentschlossenheit?
MK (wird etwas rot, weil er Marcs stechenden Blick im Nacken spürt): Äh... gut. Uns... geht’s ... gut, ja.
BD: Also kommt ihr zu dem Kurs am Tuesday?
MK (lächelt verlegen): Ich denke schon.
Was denn für ein Kurs? Selbsthilfe? „Lerne, dich zu lieben, damit andere dich lieben“ oder wie? Nee, nicht dass dann noch mehr willige Weiber hinter ihm her sind und er doch noch vom Steg ins Wasser hüpft.
MM (beugt sich zu MK rüber u. flüstert in sein Ohr): Wovon redet der Trottel da?
Damit steht es fest, habe mich heute zum einhunderttausendsten Mal vor Marc zum Vollidiot gemacht.
BD: Oh dann freu ick mick riesig. Ihr habt doch kein Problem damit, wieder for mick vorzutanzen? Ihr seid so eine sweet Paar. Ihr habt den richtigen Rhythmus und harmoniert perfect.
Peiiiinliiiich!!!
Was für eine Scheiße wird das hier? Oh Moment, da war doch was... Neulich. Boah nee, die Schwuchtel!
MK (peinlich berührt): Oh danke!
MM (nun wissend schaut er ihn provozierend an): Anscheinend hat er sich schon für euch entschieden, hmm?
MK: Marc!
Ha! Jetzt hab ich ihn! Aber hoffentlich hat sie ihn nicht!
BD (mustert MM jetzt eindringlich): Aber dick kenne ick auch.
MM (schaut ihn abfällig an): Das wüsste ich aber.
Wieso duzt der mich eigentlich? Keinen Respekt vor Gott! Arsch!
BD: Dock, dock! How is your mother? Elki war so lange nicht in die Studio.
MM (fällt es wie Schuppen von den Augen): Ach du scheiße!
Ihr Fitnessguru!
BD: Is sie sick?
Ja, die meiste Zeit ihres Lebens schon.
MM (patzig): Die flittert.
BD (starrt ihn ungläubig an): Ick wusste gar nickt, dass sie wieder heiraten wollte.
Das wäre ja auch noch schöner. Dann würde ich aber vom Steg hüpfen.
MM (stöhnt genervt): Zweiter Honeymoon mit meinem Vater.
BD: Oh ick dachte, der wäre dead.
MM (platzt bald der Kragen u. will ihn endlich loswerden): Ja, was weiß ich denn, was sie für eine Scheiße herum erzählt hat. Also wir würden hier gern noch ein paar Bälle schlagen, ok?
BD (weicht etwas ängstlich vor dem bedrohlich wirkenden Mann, der eindeutig sein Chi stört, zurück): Ok, ok, do you need any advice wegen die Technik?
MK (gerät leicht in Panik, weil er befürchtet, Brad würde wieder Hand an ihn legen): Nein danke!
MM (schnappt sich seinen Schläger u. lässt BD stehen): Wir sind Profis!
BD (verabschiedet sich mit einem breiten Grinsen u. schließt die Glastür wieder): Have fun!
MM (sichtlich erleichtert): Ja, du mich auch. Was für ein Trottel!
MK (hebt seinen Schläger ebenfalls auf, schnappt sich einen Ball u. folgt seinem Freund in die Mitte der kleinen Halle): Ich wusste gar nicht, dass deine Mutter hier trainiert.
MM (verleiert die Augen u. fuchtelt mit seinem Schläger hin u. her): Ich auch nicht. Wir sollten uns vielleicht mal nach nem neuen Studio umschauen.
MK (stellt sich in Position): Hmm! Sind deine Eltern schon abgereist?
MM: Ja, GsD heute! Die ham vielleicht einen Telefonterror heute Morgen gemacht, nur um uns mitzuteilen, dass sie doch schon drei Tage eher fahren, um sich noch nen schönen Lenz oder was auch immer, ich will’s nicht wissen, in Barcelona zu geben und am Freitag geht’s dann aufs Boot. Zwei Wochen lang.
MK: Schön!
Naja, Hauptsache die gehen mir nicht weiter auf den Sack mit ihrer peinlichen Turtelei und den Versöhnungsfreitagsfamilienessen und weiß der Teufel was noch. Ich hab’s so satt.
MM (will von sich ablenken): Was hat es eigentlich mit diesem Tanzdingens auf sich?
Mist! Ich hab gedacht, er hätte es nicht mitbekommen.
MK: Ich bin da so durch Zufall reingerutscht.
MM (hebt skeptisch eine Augenbraue): Reingerutscht? Ah ja!? So wie deine Lippen gestern zufällig die von Gabi gestreift haben?
MK (genervt): Sehr witzig. Willst du spielen oder dumm rumquatschen?
Hahaha! Gott, ich liebe diesen Typen einfach. Äh... Was hab ich gerade gedacht? ... Natürlich nicht auf so eine tuntige, sondern ganz und gar kumpelmäßige... ach Scheiß drauf. Ich will spielen.
MM: Na endlich bringst du die notwendige Energie ins Spiel. Du schlägst ab.

Und so spielten die beiden doch noch eine weitere halbe Stunde Squash.

Lorelei Offline

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08.12.2010 23:28
#849 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Süßen! Ich schon wieder. Da ich offensichtlich etwas wiedergutzumachen habe , gibt's heute noch nen Teil in XXL. Ein Telefonat der anderen Art und eine kleine Weltreise. Viel Spaß damit! Euer Ping




Ein Handy klingelte. Sabine und Gretchen, die nach der anstrengenden Shoppingtour mit den Hassmann-Frauen erschöpft in den Seilen hingen, schauten erst sich an, dann gleichzeitig in ihre Handtaschen, holten ihre Handys heraus und schauten neugierig darauf...

SV: Also meins ist es nicht.

Doch Dr. Haase hörte die piepsige Stimme ihrer Stationsschwester nicht, denn ihre Gedanken waren schon längst ganz woanders. Sie strich verträumt mit ihrem Daumen über den Namen, der im Display erschienen war und lächelte verliebt vor sich hin. Erst als zum mittlerweile siebten Mal „Wham“ lauthals zu „Last Chrismas“ ansetzte, eine Clique Jugendlicher hinter ihrem Rücken zu kichern begann und schief und schräg in den Refrain einstieg und eine rüstige Rentnerin, die ihr und Sabine in der S-Bahn gegenüber saß, sie grimmig anstarrte und über die unmögliche Jugend von heute sinnierte und die blonde Krankenschwester neben ihr vorsichtig mit dem Zeigefinger an ihren Arm tippte, wachte die junge Ärztin aus ihren Träumereien auf, lächelte verlegen zu der älteren Dame, die die blonde Frau mit den immer röter werdenden Wangen misstrauisch musterte und leise auf Berlinerisch vor sich hin meckerte, und ging schließlich an ihr rosa Handy, in das sie leise hineinhauchte...

GH: Maaarc! Was gibt’s?

Sabine grinste ihre Frau Doktor wissend an. Gretchen drehte sich beschämt zum Fenster und lauschte nun gebannt der sexy Stimme ihres Liebsten...

MM: Na Süße, Berlin halb leer gekauft? Muss dein Vater jetzt seine Villa verkaufen, in eine Einzimmerwohnung im 17. Stock eines Hochhauses in Marzahn ziehen, sich einen Zweitjob suchen und sich von der Pharmaindustrie instrumentalisieren lassen?
So ein Quatschkopf! Mein Quatschkopf!
GH: Sehr witzig, Marc Meier!
MM (grinst): Immer wieder gern. Wo steckst du?
Ich wünschte, ich wäre bei dir. ... Oh! Was ist jetzt?

Gretchen drehte sich irritiert zu Sabine um, als sie merkte, wie diese plötzlich an ihrem Ärmel zog und mit einer Hand auf die Anzeige über der Tür zeigte. Sie folgte ihrem Blick... Oh!!! ... Sie mussten jetzt aussteigen. Die blonde Frau erhob sich mit Handy am Ohr von ihrem Sitz, schnappte sich ihre Einkaufstüten und ihre rosa Handtasche, die sie mehr oder weniger lässig um ihre Schulter schwang und dabei fast das Handy verlor... Upps! ... Die ältere Frau schüttelte nur ungläubig den Kopf, als sie den hektischen Aufbruch der beiden Damen beobachtete. Mit hochrotem Kopf trat Gretchen mit Sabine im Schlepptau aus der Bahn, während Dr. Meier am anderen Ende der Leitung langsam unruhig wurde. Gretchen hatte ihn nämlich in der ganzen Aufbruchshektik schlichtweg vergessen. Sie hielt ihr Handy aber immer noch in ihrer rechten Hand fest umschlossen. Als sie mit dem gleichen Arm noch einmal ihre Handtasche richtete, hörte sie plötzlich Marcs leise Stimme...

MM: Haasenzahn, bist du noch dran?
Oh Gott, Marc!
GH (hält schnell ihr Handy wieder ans Ohr u. räuspert sich mehrmals verlegen): Oh! Ja, Schatz. Ich... ich war nur... Also wir... Sabine und ich .... sind gerade aus der S-Bahn gestiegen. War ein bisschen äh.... hektisch.
Ach mein süßer, süßer Tollpatsch!
MM (kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, weil er sich in etwas vorstellen kann, wie das Ganze abgelaufen ist): Verstehe! Ich hoffe, du hast nichts liegengelassen?
Pff... Was denkt der sich eigentlich? Dass ich nicht mal fähig bin, in öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, ohne dass mir ein Missgeschick passiert oder ich etwas vergesse, mal abgesehen davon, dass ich ihn gerade kurzzeitig vergessen habe? ... Oh! Wo ist...? Verdammt!

Gretchen schaute leicht panisch an sich herunter, drehte sich mehrmals im Kreis, zählte ihre Einkaufstüten durch, schaute hinein, ob noch alles da war, das traumhaft schöne Kleid, die neue verführerische Unterwäsche und die Geschenke für ihre Lieben - sie war nach dem gemeinsamen Mittagessen mit den Hassmanns nämlich noch mit Schwester Sabine durch eine Einkaufspassage gestreift und hatte das eine oder andere Weihnachtsgeschenk besorgt -, durchwühlte dann ihre Handtasche, ob der Inhalt noch der gleiche war, wie als sie heute Morgen das Haus verlassen hatte, blickte dann in Sabines verunsichertes Gesicht, die erst auf ihre Armbanduhr blickte, dann ihre gelben Handschuhe überstreifte, ihre gelbe Wollmütze mit Bommel oben drauf aufsetzte und dann Richtung Ausgang zeigte. Sie schien es eilig zu haben. Gretchen holte tief Luft und sprach wieder in ihr Handy, während sie sich langsam in Bewegung setzte, um Sabine zu folgen, die schon die Stufen der großen Treppe zum Ausgang erreicht hatte...

GH: Nein, alles da.
Na das hat aber gedauert.
MM (schmunzelt): Du hast deine Taschen durchwühlt oder?
Also wie kommt er denn jetzt darauf?
GH (wird doch tatsächlich etwas rot, was aber nicht an den eisigen Temperaturen liegt): Marc!
Du bist so durchschaubar. Dafür liebe ich dich.
MM (lacht): Also wann kann ich mit dir rechnen?
Oh! Er vermisst mich schon! Wie süß! Ich ihn aber auch.
GH (erklimmt die erste Treppenstufe): Bist du schon in der Klinik?
MM: Nee, wir sind noch im Studio. Ich hab den Kaan gerade ordentlich fertig gemacht.
GH: Der Arme!
MM (beleidigt): Was? Der hat momentan kein Mitleid verdient.
Was soll das denn heißen?
MK (meckert aus dem Hintergrund; er zieht sich gerade um): Eh!
GH (perplex): Wieso?
Ja, wegen allem halt. Was verknallt der sich auch in zwei Schicksen gleichzeitig und verwechselt mich als seinen Seelentröster.
MM (lenkt schnell ab, weil er Mehdis bösen Blick im Rücken spürt): Äh... egal!
Hmm... Komisch!
GH (gerät ins Schwitzen u. Schnaufen, als sie hinter Sabine langsam die große unendlich lange Treppe hoch läuft): Wieso rufst du eigentlich an?
Scheiße!
MM (wird tatsächlich etwas rot; will aber nicht zugeben, dass er sie vermisst hat; Mehdi lacht im Hintergrund über seinen verknallten Freund, der es ohne seinen Haasenzahn anscheinend keine Sekunde aushält): Äh... nur so.
GH (bleibt auf der obersten Treppenstufe stehen u. haucht verträumt ins Telefon): Hast du mich vermisst?
Also soweit kommt’s noch!
MM (wird dann doch etwas nervös): Äh... Ich... ich bin gerade aus der Dusche gekommen und hab an dich gedacht.
Du bist so ein bescheuerter verknallter Trottel, Meier!
GH (bekommt glasige Augen u. schwebt regelrecht die letzte Stufe hoch): Oh!
RRRRRRRR!!! Marc mit nassen Haaren. Einzelne Strähnen fallen ihm locker ins Gesicht. Die Wassertropfen perlen langsam seinen gestählten nackten Oberkörper hinab... Mmmmhhhh!!!

Gretchen presste ihre Lippen aufeinander und schmachtete verträumt grinsend vor sich hin. Ein Wunder, dass sie nicht gestolpert war. Sie hörte gar nicht, wie Sabine aus der Ferne immer wieder nach ihr rief...

SV: Frau Doktor, Frau Doktor, so kommen Sie doch! Der Bus kommt gleich.

Sein knappes Handtuch ist locker um seine Hüfte gewickelt. Marc sieht einfach zum An....

Erst die tiefe sexy Stimme ihres persönlichen Beachboys riss die junge Frau aus ihrer träumerischen Starre...

MM (schmunzelt, weil er sich denken kann, was sie sich gerade in den schönsten Farben ausmalt): Haasenzahn, nicht gleich sabbern! Könnte bei den eisigen Temperaturen da draußen gefrieren und ich glaube, das sähe nicht gerade anbettungswürdig aus, wenn dir so ein fetter Einklumpen an der Lippe klebt.
GH (regt sich gleich wieder auf): Maaarc!
MM (lacht): Beweg gefälligst deinen süßen Hintern in die Klinik! Ich bin auch gleich da. Treffen wir uns im... na du weißt schon wo?
Püh! Nach dem Spruch sicher nicht.
MK (die neugierige Stimme eines Gynäkologen ist plötzlich im Hintergrund zu hören): Wo?
MM (faucht genervt zurück): Halt die Klappe, Kaan!
GH (versucht zu Wort zu kommen): Marc?
SV (winkt hektisch u. ruft GH zu sich): Huhu, Frau Doktor, der Bus kommt!
GH (plötzlich in Eile): Oh! Der Bus! Marc, ich... muss!
MM (als MK außer Reichweite ist, flüstert er in sein Handy): Jaaa! Und was ist jetzt? Kleiner Quickie gleich in unserer Liebeshöhle?
GH (rennt zum Bus u. hört so sein verlockendes Angebot nicht): Saaaaabine, ich koooommmeeee.... (steigt völlig außer Atem in den Bus u. begrüßte den Busfahrer) .... Hallo! ... Ich... ich hab... irgendwo hab ich sie doch.... (wühlt hektisch in ihrer Handtasche, dann in ihren Manteltaschen)... Oh! Da ist sie ja. Meine.... meine Monatskarte. Hier! ... (hält dem sichtlich genervten Busfahrer ihren Fahrausweis hin)
BF (mit Berliner Schnauze): Na, Jot sei dank, junges Fröllein. Sie halten mir hier den janzen Verkehr uff. Zack rein jetzt! Ich hab nen Fahrplan zu erfüllen.

Gretchen lächelte den unverschämten Busfahrer kurz entschuldigend an, stolperte dann mit ihren Taschen, die, wie sie selbst auch, hin und her schwankten und gegen die Sitze stießen, weil der Fahrer abrupt losgefahren und aufs Gas getreten war, nach hinten durch und setzte sich atemlos und leicht durchgeschüttelt neben Schwester Sabine, die sie freundlich anlächelte und ihr einen Platz in dem halbleeren Bus freigehalten hatte. Sie stellte ihre Einkaufstüten auf den Boden zwischen ihre Beine, atmete kurz durch und hielt ihr Handy fest umschlossen in Hüfthöhe. Die Ärztin hatte doch tatsächlich kurzfristig vergessen, dass sie noch immer ihren Liebsten in der Leitung hatte, der nun ungeduldig in sein Handy brüllte...

MM: HAAAAAAAASENZAAAAAHN!!!
GH (horcht kurz irritiert auf, dann fällt es ihr plötzlich wieder ein; sie hält sich ihr Handy schnell ans Ohr): Ja, Marc? Bist du noch dran?
MM (sauer u. frustriert): Ja verdammt, ich warte immer noch auf eine Antwort.
GH (steht auf dem Schlauch): Auf was für eine Frage?
Is das zu fassen?
MM (seine Stimme klingt bedrohlich): Fräulein Haase!
Was hat er denn jetzt schon wieder?
MK (drängelt im Hintergrund): Marc, kommst du endlich? Ich muss in zehn Minuten auf Station sein. Du bist ja noch immer nicht angezogen.
MM: Kaan, reiz mich nicht zusätzlich!
MK (entfernt sich wieder): Ok, ok! Ich warte im Wagen.
GH (hakt vorsichtig nach, wird aber von SV unterbrochen): Marc? Was wolltest du..... sagen?
SV (stupst sie am Arm an): Frau Doktor, wir sind da.
Mein Gott ist das stressig. Ich bekomme gar nichts mehr mit.
GH (erhebt sich von ihrem Sessel, nimmt ihre Taschen in die Hand u. geht zusammen mit SV zur hinteren Tür): Oh schon? Marc, wir sind da. Was wolltest du noch mal?
MM (grummelig): In zehn Minuten im Ostflügel! Und wehe du bist nicht da. Dann gibt’s ne Abmahnung vom Chef.
Was? Er will ein heimliches Tête-à-Tête noch vor Dienstbeginn? Hach... Wie romantisch!
GH (schwebt aus dem Bus u. schlendert verträumt mit ihrer Kollegin die Straße zum Eingang des EKH vor): Du bist so süß, wenn du mich vermisst.
Boah! Diese Frau macht mich wahnsinnig. Aber gleich lernst du mich kennen. Gott wird nicht hingehalten.
MM: Haasenzahn, treib es nicht zu bunt, sonst muss ich dir gleich deinen süßen Hintern verhauen.
GH (lacht u. legt anschließend auf): Ich hab dich auch vermisst, Marc. Bis gleich! Freu mich!
MM (schüttelt mehrmals ungläubig den Kopf, lässt sich mit dem Handy am Ohr auf die Holzbank in der Mitte der Umkleide fallen u. schmachtet leise vor sich hin; er ist immer noch nicht umgezogen u. trägt als einzigstes Kleidungsstück eine weiße enge Unterhose): Du machst mich so was von fertig, echt. Aber ich liebe dich.

Dr. Meier hörte plötzlich ein verdächtiges Räuspern im Hintergrund. Er drehte sich langsam um, hob seinen Kopf, weitete seine Augen und ließ seinen Arm mit dem Handy langsam fallen. Ein bulliger Typ, ein wahrer Riese, zwei Köpfe größer als er, ein richtiges Muskelpaket, wahrscheinlich Bodybuilder und mit Steroiden voll gepumpt, griente ihn breit an. Marc fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut, sprang von der Bank auf, schlüpfte schnell in seine Klamotten, schnappte sich seine Tasche mit dem Schläger und flüchtete im Sprint aus dem Fitnessstudio. Beinahe wäre er noch Brad in die Arme gelaufen, der schon zu einer weiteren Rede ansetzen wollte, huschte an dem verdutzten Fitnesstudiobesitzer vorbei hinaus in die Kälte. Mehdi wartete schon sehnsüchtig in Marcs Volvo und grinste ihn nun frech an, als er endlich einstieg...

MK: Alter, du bist so was von verknallt. Unglaublich!
Du... du... du... Wie war das mit dem Glashaus? Halt dich bloß zurück, du Arsch! Und kümmere dich um dein eigenes verkorkstes Liebesleben.
MM (funkelt ihn sauer an, zerrt dabei den Gurt aus der Halterung u. schnallt sich an): Halt die Klappe, Mann, oder ich hefte dann gleich ne kleine äußerst delikate Notiz inklusive deiner Handynummer ans Schwarze Brett, dass du dir gerade einen Harem aufzubauen versuchst.

Mehdi hielt daraufhin die Klappe und stierte stur aus dem Beifahrerfenster. Jetzt grinste Marc ihn süffisant an, steckte den Zündschlüssel ins Schloss und drehte ihn um, setzte seinen Fuß aufs Gaspedal und brauste trotz eisiger Temperaturen und dicker Schneeschicht auf den Straßen in einer Mordsgeschwindigkeit davon. Direkt in Richtung Elisabeth-Krankenhaus.

Lorelei Offline

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09.12.2010 16:53
#850 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Schneehaasen! Vielen Dank für eure lieben Kommis! Ihr wisst ja, wie viel mir das bedeutet, wenn ihr mir eure Meinung kundtut. Die letzte war übrigens auch eine meiner Lieblingszenen. Ihr hättet also gerne als nächstes einen Blick durchs Schlüsselloch, hmm? Ich könnte eigentlich jetzt auch etwas Erwärmendes gebrauchen. Hab gerade zwei Stunden Schnee geschippt und taue nur ganz langsam wieder auf. Mal sehen, was sich machen lässt, aber nicht heute. Aber ich arbeite schon daran. Soll ja am Wochenende auch schneien, ne. Jetzt schauen wir erst mal in die Umkleide zu den Mädels. Viel Spaß! Euer tiefgefrorener Ping




Gretchen und Sabine hatten inzwischen ihre Arbeitstätte erreicht und zogen sich in der Umkleide für ihre gleich beginnende Schicht um. Während die blonde Assistenzärztin aus ihrem dicken Wintermantel schlüpfte und anschließend ihre Spindtür öffnete, suchte Schwester Sabine, die sich schon ihres gelben Mantels entledigt hatte und diesen in ihrer Hand hielt, neugierig das Wort...

SV: Was wollte denn der Herr Doktor von Ihnen? Das war schon ein sehr langes Gespräch.
Kaum ist sie zufrieden und mit dem richtigen Outfit für ihr erstes Date versorgt, kommt ihre neugierige Ader wieder zum Vorschein. Ich hätte es wissen müssen.
GH (hängt ihren schwarzen Mantel gerade auf einen Kleiderbügel im Spind auf u. dreht sich mit leicht geröteten Wangen zu ihr um): Äh... Das war... äh... also wir haben gleich eine... äh... Besprechung.
SV (schaut sie erstaunt an, öffnet dann gedankenverloren ihren Spind u. holt einen Kleiderbügel heraus, auf dem sie ihren Mantel hängt): Ach? Davon stand ja gar nichts im Plan. Ich bin gleich fertig, Frau Doktor.
Oh, oh! Nicht gut!
GH (zieht sich Augen rollend ihren Kittel über u. lenkt schnell ab): Äh... nur ich und Marc... also Dr. Meier haben etwas zu besprechen.
Mehr oder weniger! Eher weniger! Hihi!
SV (hängt den Mantel in ihren Schrank u. zieht ihren Kittel heraus): Oh! Soll ich Ihnen beiden zwei Kaffee ins Büro von Dr. Meier bringen?
Oje! Wie werd ich die nur wieder los?
GH (mittlerweile knallrot im Gesicht): Äh... danke Sabine, aber das ist nicht nötig. Ich hatte doch gerade erst einen. Außerdem macht Kaffee mich immer so.... so hibbelig. Das wäre dann nicht gut... äh... wegen dem ... äh... der Patienten und so.
Ich bin so schlagfertig. Wahnsinn!
SV (legt ihren weißen Kittel auf die Holzbank in der Mitte der Umkleide u. nimmt ihre beiden Einkaufstüten in die Hand; die eine stellt sie in den Spind; in die andere schaut sie hinein u. beginnt zu träumen, wie sie mit ihrem Günni übers Parkett fegt): Wie Sie meinen, Frau Doktor.

Gretchen bemerkte den plötzlichen verträumten Ton in der Stimme ihrer Stationsschwester und drehte sich zu ihr um. Sie musste unweigerlich lächeln...

GH: Sie freuen sich sehr auf den Ärzteball oder?
SV (zieht verträumt das Kleid aus der Tasche u. hält es vor ihren Körper; sie beginnt damit im Kreis zu tanzen): Das wird so schön.
Gott, so verliebt müsste man sein. Ach, das bin ich ja auch. Hihi! Aber jetzt nicht in diesen ominösen Günni, ich kenne ihn ja gar nicht, sondern in meinen persönlichen Ballprinzen. Meinen Marcischnuckiputzi! Hach... Ich will sofort zu ihm! Ob er schon da ist?
GH (lächelt u. greift nach ihren eigenen Tüten, die noch neben der Bank stehen): Ja, das wird ein traumhafter Abend. Ganz bestimmt!

GK: Was für ein Abend?

Gretchen und Sabine drehten sich zeitgleich um. In der Tür zum Stationszimmer stand eine ziemlich abgearbeitet wirkende brünette Krankenschwester, die die beiden Frauen neugierig musterte. Sie kam gerade aus dem Kreissaal und war todmüde. Eine Tasse Kaffee, die sie in der Hand hielt und an der sie hin und wieder nippte, sollte wieder ihre Lebensgeister wecken. Die schlaflose Nacht zuvor, in der sie mal wieder nur über den Einen nachgedacht hatte, trug auch nicht minder dazu bei, dass Gabi Kragenow heute ziemlich fertig aussah...

SV (lässt ihre Arme hängen, wickelt das cremefarbene Kleid, das GK interessiert mustert, um ihre Arme u. begrüßt ihre Kollegin in ihrer gewohnt freundlichen Art): Hallo Gabi!
Was geht denn hier ab? Sabsi und so ein Fummel? Geht gar nicht!
GH (greift Augen rollend nach ihren Einkaufstüten, dreht GK den Rücken zu u. verstaut die Taschen in ihrem Spind): Hallo .... Gabi!
GK (lehnt am Türrahmen u. zeigt mit ausgestreckten Arm auf Sabines Ballkleid): Tag! Ähm... Was ist das? Die neue Arbeitskleidung auf der Chirurgie?
GH (schließt ihren Spind u. dreht sich seufzend zu ihr um): Tja, wenn du damals nicht zu Dr. Kaan auf die Station gewechselt wärst, hättest du jetzt vielleicht auch so ein schönes Kleid.
Was war das? Eine Spur von Ironie? Von der? Hier läuft definitiv ein falscher Film ab.
GK (überrascht über die ungewohnte Schlagfertigkeit des dicken Haasen faucht sie zurück): Pff... Na schön ist was anderes! Wo habt ihr das her? Aus der Zeltabteilung im Baumarkt?
Boah diese.... diese.... Geh nicht darauf ein, Gretchen!
SV (schlägt ungewohnt selbstbewusst zurück): Gabi, ich weiß ja nicht, was heute wieder dein Problem ist, aber ich lasse mir von nichts und niemanden meine Vorfreude nehmen.
GK (lacht spöttisch auf): Vorfreude? Auf was? Weihnachten ist soweit ich weiß erst in zweieinhalb Wochen.
GH (schaut plötzlich auf ihre Armbanduhr u. wird hektisch; sie steckt sich ihr Handy in ihre Kitteltasche, legt ihr Stethoskop um ihren Hals, richtet ihr Haar vor dem Spiegel über dem Waschbecken u. geht anschließend zur Tür): Nicht Weihnachten! Der Ärzteball, falls du es noch nicht mitbekommen hast. Würdest du mich jetzt bitte vorbei lassen, Gabi? Ich hab noch äh... einen Termin.
Mit Maaarc!
Der Ärzteball?

GK (lässt GH wortlos vorbei u. starrt SV sprachlos an): Dich hat jemand eingeladen?
SV (ihre Augen beginnen augenblicklich zu leuchten u. sie beginnt zu erzählen): Ja, mein Günni... also naja... noch ist er ja nicht mein Günni... aber ich äh... arbeite daran ... (Gabi stöhnt u. verleiert die Augen, als Sabine leise kichert) äh... er hat mich eingeladen.
Klar! Der Brief gestern! Ich hab doch den Absender gelesen. Der Berliner Ärztebund. Das war eine Einladung zum Ärzteball.
GK (in Gedanken ganz woanders): Herzlichen Glückwunsch!
SV (überrascht über die plötzliche Freundlichkeit der sonst so bissigen Kollegin): Oh danke!
GK (hat plötzlich eine Idee u. löst sich vom Türrahmen): Sabine, ist Dr. Kaan schon im Haus?
SV (überlegt angestrengt): Also der war heute Vormittag mit Dr. Meier unterwegs und der sollte eigentlich gleich hier eintreffen. Die Frau Doktor hat gerade mit ihm telefoniert.
GK (im Gehen): Danke!
SV (schaut ihr verwirrt hinterher, als sie im Stationszimmer verschwindet): Bitte!

Sabine warf noch einen letzten sehnsüchtigen Blick auf ihr wunderschönes Ballkleid, strich es glatt, nahm einen Kleiderbügel aus ihrem Spind und hängte es daran auf, schloss die Tür, knöpfte sich ihren Kittel zu und warf einen kurzen Blick auf die große Uhr über die Tür. Ein paar Minuten hatte sie noch, dachte sie und ging ins Schwesternzimmer rüber.

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