Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Willkommen im Doctor´s Diary Fan-Forum!
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 1.603 Antworten
und wurde 487.207 mal aufgerufen
 Erfindet eure eigene Fortsetzung!
Seiten 1 | ... 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | ... 65
Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

02.11.2010 17:44
#801 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Me again! Hach was bin ich froh, dass Martchen noch erwünscht ist und damit wir schneller wieder dahin kommen, wo alles geregelt und gesittet seine Bahnen läuft (hätte ich auch nie gedacht bei Martchen ), gibt's heute noch einen. Für die Bidis unter euch! Ich wünsche euch noch einen schönen Abend. Lorelei




Mehdi blickte irritiert auf ihre Hand, die seine zärtlich streichelte. Es fühlte sich gut an. Sie war warm und ein leichter Schauer durchzog plötzlich seinen ganzen Körper. Er konnte nicht anders. Der verwirrte Frauenarzt blieb doch sitzen und sah nun ratlos zwischen Gabis wunderschönen Augen hin und her, die ihn sanft anfunkelten. Was war es nur, dass ihn so sehr an ihr fesselte? fragte er sich immer wieder und genoss trotzdem ihre vorsichtigen Zärtlichkeiten. Sie sah ihm tief in die Augen und drehte dabei seine Hand auf den Rücken, dann fuhr sie gefühlvoll mit ihrer Fingerkuppe erst jeden Finger einzeln, dann die Innenseite seiner Hand entlang, Linie für Linie, bis sie sein Handgelenk erreicht hatte, wo sie seinen immer schneller werdenden Puls spürte. Ihre sanften Berührungen, auch wenn sie noch so klein waren, gingen ihm durch und durch. Selbst wenn er gewollt hätte, er hätte gar nicht mehr aufstehen können. So sehr hatte sie ihn wieder in ihren Bann gezogen. Wie gefangen klebte er nun auf seinem Stuhl fest. Hatte sie diesen etwa vorher mit Leim präpariert, so dass er diesmal nicht vor ihr flüchten konnte. Bei dem Gedanken musste Mehdi dann doch leicht schmunzeln und schüttelte den Kopf. Gabi lächelte ihn glücklich an, fuhr mit ihren zarten Fingern noch ein letztes Mal über seine Hand und konzentrierte sich dann verwirrt auf ihr verspätetes Frühstück. Sie räusperte sich einmal verlegen, weil auch ihr die zarten Berührungen durch und durch gegangen waren und eine fette Gänsehaut nun ihren ganzen Körper zierte, dann sah sie auf ihre volle Müslischale und nahm den Löffel wieder in ihre rechte Hand, die noch leicht zitterte wegen dem eben Erlebten. Gabi schob sich, ohne den Blick von ihrem attraktiven Gegenüber abzuwenden, den Löffel mit der weichen Pampe in den Mund. Sie verzog angewidert ihr Gesicht und kaute in Zeitlupe... Bäh! Ist das widerlich. Anstatt ihn die ganze Zeit anzustarren, hätte ich die Cornflakes gleich essen sollen. Ok!? Augen zu und durch. Nichts anmerken lassen. ... Mutig nahm sie sich noch einen Löffel. Dann spülte sie alles mit kaltem Kaffee herunter. Sie erschauderte. Das war wirklich mit Abstand das ekelhafteste Frühstück, das sie jemals gegessen hatte. Die verliebte Krankenschwester kratzte nun die letzten Reste aus der Schüssel zusammen, dann legte sie den Löffel beiseite. Sie traute sich ebenso wenig ihr Gegenüber anzusehen wie der attraktive Oberarzt seins. Aber die peinliche Stille war dann doch für beide bedrückend. ... Wieso können wir nicht normal miteinander umgehen? Es ist doch überhaupt nichts passiert. Leider! Seit sieben Wochen ist so gut wie nichts passiert, bis auf das, dass er mich gestern ausgeknockt hat, mir beim Tanzen mal wieder völlig den Kopf verdreht hat und mich dann doch nicht geküsst hat. GGGRRR!!!! Und jetzt das wieder? Das war so... woah... Ich krieg nur eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Ich halt das einfach nicht mehr länger aus. ... Gabi sah ihren schüchternen Traumprinzen, der mit seinen Blicken den kleinen Blumentopf mit dem Weihnachtsstern fixierte, schließlich doch an und sprach ihn vorsichtig auf gestern Abend an...

GK: Und... bist du... bist du gestern noch gut nach Hause gekommen?
MK (blickt zögerlich auf): Hmm! War kaum Verkehr. Und du?
GK (irritiert u. leicht schmunzelnd): Naja, die fünf Stufen bis zu meiner Wohnung hoch waren ja nicht weit.
Oh Gott! Du bist so ein Trottel! Wieso kann ich nicht mit ihr normal reden? Das hier ist doch furchtbar.
MK (wird leicht rot u. lächelt verschämt): Stimmt! Das... das hatte ich vergessen.
Wenn du gestern nicht gegangen wärst, wüsstest du noch wie mein Be... äh... meine Wohnung aussieht. Gott, das ist schon Jahrzehnte her, dass er bei mir war. ... Vor sieben Wochen, drei Tagen und zwei Stunden. Oh, ich will ihn so sehr. Ich will spüren, wie er sich anfühlt, wie er riecht, wie er schmeckt. Aaaahhhh.... Ich werd noch verrückt hier.
GK (sieht ihn verträumt an): War schön gestern oder?
Hach ja! Der Fastkuss war ... unbeschreiblich. ... Oh nein, jetzt denke ich schon wieder daran, was gewesen wäre, wenn... Ich muss hier sofort weg.
MK (weiß nicht, was er sagen soll u. blickt peinlich berührt auf die Tischplatte): Hmm!
Wieso kann er denn nicht mehr dazu sagen? Ich weiß doch, dass er es gut fand. Auch das, was danach kam. Und gerade eben sowieso.
GK: Und?
MK (schaut sie fragend an): Und was?
Aaaaaaahhhhh!!!!! Ich halte das nicht mehr aus. Mach endlich was, verdammt!
GK: Was denkst du darüber?
Im Moment weiß ich gar nichts mehr.
MK (schaut sich kurz verwirrt um - die Cafeteria füllt sich langsam wieder - u. steht langsam von seinem Stuhl auf): Du... äh... ich ... ich sollte jetzt langsam mal runter gehen. Die Visite hätte schon vor zehn Minuten beginnen sollen und... ich ... äh...
Scheiße! Mache ich drei Schritte vorwärts, geht er zehn zurück. Blöder Idiot!
GK (sichtlich enttäuscht, aber sie gibt sich tapfer): Verstehe! Ich will ja auch keinen Ärger mit meinem Oberarzt bekommen.

Jetzt musste Mehdi dann doch kurz lachen, was Gabi erleichtert zur Kenntnis nahm... Ok, es lebt noch!

MK: Ich verrate es ihm nicht.
GK (lächelt ihn zuckersüß an u. erhebt sich ebenfalls): Danke! Ich schaffe nur schnell mein Tablett weg, dann können wir zusammen gehen.
Oh! Äh... Das ist, glaube ich, keine gute Idee.
MK (sucht panisch eine Ausrede u. schaut rüber zur Essensausgabe): Äh... vielleicht hole ich mir doch noch was an der Theke. Nervennahrung.

Gabi hielt ihr Tablett schon in der Hand und sah ihn verwundert an.... Also wenn er so verpeilt ist, ist er noch süßer. Einfach zum Knuddeln und Liebhaben. Hach...

GK: Soll ich auf dich warten?
MK: Nicht nötig! Geh ruhig vor! Hast du die Mappen für die Visite schon bereitgestellt?
Na toll, Verwandlung vom charmanten, unwiderstehlichen Traumprinzen zum unnahbaren Oberarzt in fünf Sekunden. Scheiße!
GK: Ich hab vorhin schon alles vorbereitet, bevor ich frühstücken gegangen bin.
MK (lächelt kurz): Schön!
Und jetzt? Was mache ich jetzt? Ich würde so gerne noch bei ihm bleiben.
GK (tippelt unsicher mit dem Tablett vor MK hin u. her u. wartet auf eine Reaktion seinerseits): Äh... ich ... ich geh dann, hmm?
MK (irgendwie erleichtert, aber irgendwie auch wieder nicht): Ja, bis... bis gleich.
Du bist echt der größte Idiot auf Erden, Kaan!

Mehdi lächelte sie kurz unsicher an, drehte sich dann um und ging zur Essensausgabe. Gabi sah ihm traurig hinterher, fluchte leise wegen ihrer und seiner Blödheit vor sich hin und ging dann Richtung Ausgang Cafeteria. Sie knallte das Tablett auf den dafür vorgesehenen Wagen, worauf hin ein blonder Pfleger neben ihr kurz zusammen zuckte und sie erschrocken anstarrte, riss dann die Tür weit auf und stapfte enttäuscht hinaus. Wieder eine Chance vertan, Kaan, dachte sie aufgeregt und ging zum Aufzug. Das Objekt ihrer Begierde stand derweil vor der braungebrannten Verkäuferin an der Theke und blickte abwesend auf das Regal mit Schokoriegeln. Der älteren Frau in einer lila-rosa geblümten Kittelschürze und mit einem modischen Haarnetz auf dem Kopf platzte allmählich der Kragen, weil der südländische Arzt sich nicht entscheiden konnte und sich seinetwegen ein kleiner Stau hungriger Klinikangestellter hinter ihm gebildet hatte, und motzte ihn schließlich an...

R: Dr. Kaan, wird das heute noch was oder braucht der werte Herr Doktor eine Extraeinladung?
M (aus seinen Gedanken aufgeschreckt): Hmm?
R (schüttelt den Kopf): Was darf es denn heute sein? Das Übliche? Schokomüsli mit Extraschokostückchen, zwei Schokocroissants und ein Kakao?
M (blickt irritiert zwischen ihr u. dem Regal hin u. her): Äh... nein, danke Rita, ich nehme nur zwei Milki Way. Bitte!
R (sieht ihn Augen rollend an u. gibt ihm das Gewünschte): Hier! Und jetzt verschwinden Sie endlich! Sie halten hier den ganzen Verkehr auf.
M: Oh!

Mehdi drehte sich um und schaute direkt in das äußerst wütende Gesicht von Schwester Stefanie hinter ihm, die schon ihre rechte Hand erhob und gerade zu einer Schimpftirade ansetzen wollte. Er bezahlte schnell, schnappte sich die beiden Riegel und verschwand schnell aus der Cafeteria. Rita und Stefanie schauten ihm Kopf schüttelnd hinterher...

SB (abfällig): Diese... GGGRRRR ... Ärzte! Denken wohl die ganze Welt dreht sich nur um sie. ... (beruhigt sich langsam wieder u. lächelt R freundlich an) ... So Rita, also das mit dem Schokomüsli klang nicht schlecht. Das nehme ich.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

03.11.2010 16:40
#802 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mehdi beschloss diesmal das Treppenhaus zu benutzen, um noch ein bisschen Zeit herauszuschinden, bis sie sich bei der Visite wieder sahen. ... Wie soll das nur weitergehen, wenn ich mich nicht mal mehr normal mit ihr unterhalten kann? fragte er sich immer wieder und fuhr sich dabei über sein unausgeschlafenes Gesicht. Die Situation war mittlerweile total verfahren. Er steckte in der Sackgasse fest, ohne Möglichkeit zu wenden. Zwischen der sechsten und der fünften Etage blieb er schließlich am gekippten Fenster stehen. Er sah kurz hinaus - Der Himmel verfinsterte sich und es begann wieder zu schneien -, schloss das Fenster, weil ihm kalt wurde, drehte sich dann wieder um und lehnte sich an das Fensterbrett. Der gefühlsverwirrte Gynäkologe nahm den ersten Schokoriegel aus seiner Jackentasche, friemelte hektisch das Papier ab und biss genüsslich hinein... Mmmmhhhhh.... Genau das, was ich jetzt brauche. ... Seine Gedanken schweiften wieder ab. Wieso tat er sich so schwer mit einer Entscheidung, die er doch eigentlich schon längst getroffen hatte? Das glaubte er zumindest. Eine Entscheidung, die er eigentlich noch vor ein paar Wochen nie ernstlich in Erwägung gezogen hatte, weil er nie vorgehabt hatte, dass es in irgendeiner Art und Weise ernst wurde. Bei keiner von beiden. Mehdi Kaan hatte mit der Liebe abgeschlossen, nachdem sich seine absolute Traumfrau für einen anderen entschieden hatte. Für seinen besten und einzigen Freund. Anfangs hatte er noch heimlich gehofft, dass Marc es vielleicht doch noch vermasseln würde, aber mit der Zeit wurde selbst Mehdi klar, dass das eine große Liebe war und nichts und niemand die beiden jemals wieder auseinander bringen könnte. Sie gehörten einfach zusammen und er war glücklich, weil die beiden es auch waren. Er hatte akzeptiert, nur ihr Freund zu sein und er würde für beide für immer als solcher zur Verfügung stehen. Aber Mehdi war sich sicher gewesen, dass er selbst niemals wieder so eine enge Bindung erleben würde, wie den beiden gerade zuteil wurde. Und er war auch nicht neidisch. Er hatte einfach mit dem ganzen Thema Liebe und ihren Verwirrungen und Irrungen für sich abgeschlossen. Die lockere Affäre mit Maria Hassmann war er doch nur eingegangen, weil er sich ablenken und vergessen wollte und weil er sich allein gefühlt hatte. Er mochte sie und ihre direkte Art. Die schöne Neurologin hatte ihn aufgefangen und den Trost gespendet, den er im ersten Moment gebraucht hatte, als er noch verzweifelt und todunglücklich war. Er hätte doch nie gedacht, dass jemals mehr daraus werden würde und er sich jetzt ernsthaft eine Beziehung mit ihr vorstellen könnte. Aber je näher sie sich gekommen waren und das nicht nur körperlich, desto mehr war ihm aufgefallen, dass sie eigentlich genau die Frau war, die er insgeheim gesucht hatte, ohne es überhaupt zu wissen. Sie war eine gestandene, selbstbewusste Frau, die offen ihre Meinung sagte und wusste, was sie wollte. Sie war eine aufopfernde Ärztin, eine verständnisvolle Freundin, eine leidenschaftliche Liebhaberin und eine liebende Mutter. Sie war einfach perfekt und würde sicherlich die Lücke füllen, die das Leben so qualvoll bei ihm aufgerissen hatte. Er wusste, dass er ihr vertrauen könnte und sie ihn auf Dauer glücklich machen könnte, auch wenn er vielleicht schnell unter ihrer Fuchtel stehen würde. Und insgeheim spürte er auch, dass sie genau dasselbe wollte wie er auch, einfach alles Vergangene hinter sich zu lassen und endlich wieder glücklich zu sein. Aber irgendetwas war da, dass ihn daran hinderte, diesen einen entscheidenden Schritt weiter zu gehen. Das gewisse Etwas, welches ihn immer wieder zu Gabi Kragenow zog, ob er wollte oder nicht. Er konnte es nicht definieren. Er wusste nicht, was es war. Anfangs dachte er noch, es sei nur etwas Sexuelles, geheime unausgelebte Träume und Sehnsüchte, aber spätestens seit gestern wusste er, dass es mehr war. Es wirkte wie eine Bremse und es ließ ihn Dinge tun, die er sich eigentlich nicht erlauben durfte, und ließ Gedanken wach werden, die er eigentlich nicht haben durfte. Schließlich war Gabi eine Mitarbeiterin von ihm. Aber eigentlich war sie nie nur eine Kollegin für ihn gewesen. Seltsamerweise hatte er sich immer für sie verantwortlich gefühlt. Er hatte immer den Drang gehabt, sie zu beschützen oder zu verteidigen, egal was sie angestellt hatte oder was ihr widerfahren war. Ob sie nun unbedingt Marc Meier heiraten wollte und dabei nicht einmal vor Erpressung zurückschreckte. Ob sie nun schwanger von jemand war, den sie eigentlich nicht liebte, aber der ihr wahrscheinlich tausendmal das zurückgegeben hätte, was sie insgeheim gesucht hatte. Ob sie nun das Schlimmste erleben musste, was eine Frau erleben konnte und daran fast zerbrochen wäre. Ob sie aus Hass und Verzweifelung noch einmal eine große Dummheit begangen hatte, die ihr beinahe das Leben gekostet hätte. Er wollte doch immer nur das Beste für sie. Wie ein großer Bruder, der seine kleine Schwester einfach nur glücklich sehen wollte. Aber Gabi war schon lange keine Schwester mehr für ihn. Warum hatte er sich nur damals auf sie eingelassen? Klar, sie war eine verführerische, wahnsinnig aufregende Frau. Das wusste er nicht erst seit dem Moment, in dem sie das erste Mal miteinander geschlafen hatte. Er war schließlich auch nur ein Mann. Ihre Reize, die sie gerne offen zur Schau trug, waren ihm nie entgangen. Natürlich hatte auch er ihr damals bei ihrem Bewerbungsgespräch verstohlen auf ihre langen Beine und ihr atemberaubendes Dekolletee geschaut. Aber das war nicht ausschlaggebend für ihn gewesen, sie auf seiner Station einzustellen. Er wollte ihr eine ehrliche Chance geben, weil er hinter der Fassade der sexy Verführerin ein anderes Potential erkannt hatte. Er wusste, da steckte noch mehr dahinter. Und jetzt, wo er sie besser kannte, wusste er, dass er mit seiner Vermutung immer recht gehabt hatte. Gabi Kragenow war auch nur eine Frau, die sich nach Anerkennung sehnte, die gesehen und geliebt werden wollte. Wenn sie einmal ihre harte coole Fassade ablegte, da kam eine sensible, offene, liebenswerte Persönlichkeit zum Vorschein. Es haute ihn jedes Mal aufs Neue um, wenn sie sich ihm so zeigte. Und gestern war es wieder soweit gewesen. Als sie miteinander getanzt und gelacht hatten, da hatte sie sich nicht verstellt und war ganz sie selbst gewesen. Und dieses Bild ging ihm nun nicht mehr aus dem Kopf. Vielleicht sollte er ihr doch eine Chance geben? Mehdi schüttelte aufgewühlt den Kopf und biss kraftvoll in den zweiten Schokoriegel, den er soeben von seinem Papier befreit hatte. Das war doch verrückt! Und was würde dann mit Maria werden, die er wirklich gern hatte? Vielleicht war es auch einfach nur Torschusspanik, weil es jetzt ernst mit ihr wurde? So wie man sie von Bräutigamen kurz vor ihrer Hochzeit kannte, nur eben bei ihm kurz vor dem Eingehen einer neuen Beziehung. Er hatte so viele Enttäuschungen in der Vergangenheit hinnehmen müssen. Vielleicht hatte er einfach nur Angst, wieder jemand ganz zu vertrauen? Ja, das würde es sein, dachte der gefühlsverwirrte Oberarzt und steckte das Schokoladenpapier in seine Jackentasche. Er ertastete dabei sein Handy. Er zog es heraus und schaute auf das Display. Zwei ungelesene Sms zeigte es an. Er biss sich auf die Unterlippe und öffnete die Erste. Sie war noch von gestern Abend. Sie stammte von eben jener wunderschönen aufregenden Frau, vor der er gerade eben wieder regelrecht geflüchtet war. ... „Danke für den wunderwunderschönen Abend, Mehdi. G.“ ... Wieder musste er lächeln. Er konnte es einfach nicht abstellen, wenn er an sie dachte. Er seufzte. Dann fiel sein Blick auf die zweite Nachricht von heute Morgen. Diese stammte von Maria Hassmann. Er zögerte, bevor er sie mit leichtem Herzklopfen und schlechtem Gewissen öffnete... „Hey Mehdi! Ich wünschte, ich hätte heute den gleichen Wahnsinns-Guten-Morgen-Kuss bekommen wie gestern. ;-) Du fehlst mir. Kuss. Maria.“ Er seufzte wieder und fuhr sich mit der freien Hand über sein Gesicht. Irgendetwas lief momentan total falsch, dachte er und las sich die süße SMS der schönen Neurologin noch einmal durch. Wieso freute er sich nicht? Müsste er nicht vor Glück an die Decke springen? Wo war nur die Euphorie, das Kribbeln, das Feuer geblieben, wenn er an sie dachte? Mehdi überlegte hin und her, dann nahm er seinen ganzen Mut zusammen und wählte ihre Nummer. Er brauchte einfach die Gewissheit, dass noch alles in Ordnung war.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

04.11.2010 13:21
#803 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Danke für eure tollen Kommis. Da ich euch in den letzten Tagen wirklich sehr gequält habe mit dem unentschlossenen Gynäkologen, gibt es jetzt erst mal vorerst den letzten Teil in dieser Hinsicht. Und wenn ihr ganz lieb fragt, kommt heute Abend vielleicht schon der erste Teil der heiß ersehnten Visite-Szene mit unseren beiden Schnuckelchen. Stürmische Grüße. Eure Lorelei




Die Auserwählte nahm sofort ab, so als ob sie auf seinen Anruf gewartet hätte...

MH: Hey Mehdi! Mit dir habe ich ja gar nicht mehr gerechnet.
Sie merkt, dass was nicht stimmt oder? Aber ich will doch, dass alles stimmt.
MK (wird doch etwas nervös): Hallo! Also äh... Ich wollte ähm... deine... deine Stimme hören.
Das ist genau das, was ich im Moment brauche. Sonst drehe ich hier noch völlig durch. Am liebsten würde ich jetzt zu ihr fahren, um alles zu vergessen.
MH (haucht verführerisch): Dito! Und krieg ich den Kuss noch?
Hach... Das ist es, was ich so sehr an ihr mag.
MK (lächelt verlegen): Du bist ja süß. Ähm... Aber ich bin schon in der Klinik.
MH (seufzt): Schade!
MK: Hmm!
Ich könnte ja auch in der Mittagspause schnell mal rüber fahren. Außer Frau Boes haben wir ja keine weiteren akuten Fälle. Also das könnte schon gehen. Und dann nehme ich sie in den Arm und alles ist wieder gut.
MH (hakt zögerlich nach, weil er so wortkarg ist): Geht’s dir gut?
Keine Ahnung. Verwirrt, durcheinander, von der Rolle. ... Vielleicht sollte ich mir gleich ganz frei nehmen? ... Blödsinn! Sei keine Memme! ... Ich kann ja nicht ständig flüchten, wenn Gabi... wenn wir... wenn wir uns ... zu nahe kommen.
MK (räuspert sich einmal): Ja. Und dir?
MH (säuselt verliebt in den Hörer): Geht so. Ich wäre natürlich viel lieber neben dir aufgewacht, Mehdi.
Ich bin so ein Idiot. Wie konnte ich auch nur auf den Gedanken kommen, dass...? Ein für alle mal, Schluss mit den Träumereien!
MK (wirkt plötzlich sehr ernst): Maria?
MH: Ja?
MK: Es tut mir leid.
MH (irritiert): Was denn? Dass du arbeiten musst und ich keinen Babysitter habe? Apropos, ich habe gestern noch bei dem Hort angerufen. Da ist tatsächlich noch etwas frei. Wir gehen am Freitag mal zum Schnuppern hin. Danke dir noch mal für den Tipp.
MK (verlegen): Gar nichts für.
MH: Hey, nicht so bescheiden. Du rettest mir den Hintern damit. Weißt du, ich liebe meine Tochter über alles und ich verbringe wirklich gerne Zeit mit ihr, aber irgendwann ist auch mal gut mit der Dauerbespaßung und ich würde gerne mal wieder zum Ausgleich Messer wetzen. Dank dir, muss ich nun nicht mehr länger warten. Du bist wirklich ein Schatz.
Und warum fühle ich mich dann so mies?
MK (unsicher): Ehrlich?
MH (verführerisch): Hmm! Und ich werde mich noch auf meine Art bei dir bedanken, Mehdi.
MK (wird ein bisschen rot): Oh!
Sie ist so toll. Aber wieso dann diese Zweifel? Ach quatsch, es gibt keine Zweifel. Alles ist gut.
MH: Musst du heute lange arbeiten?
MK: Doppelschicht. Die Gerlach ist doch krank.
MH: Du Armer! Ich hätte dich heute gerne noch gesehen.
MK (zögerlich): Ich... dich... auch.
MH (wirkt plötzlich auch merklich nervöser): Ich... ich könnte heute Nacht vorbeikommen, wenn du magst. Wenn Sarah schläft, könnte ich...
Ich weiß nicht, ob das so gut wäre. Doch es wäre gut, aber... aber... Ach ich weiß doch auch nicht.
MK (zögert): Das wäre wirklich schön, aber...
MH (fällt ihm ins Wort): Ich weiß, ich weiß, ich wäre nach einer Sechzehnstundenschicht auch zu nichts mehr zu gebrauchen.
MK (fühlt sich seltsamerweise erleichtert): Ein anderes Mal, hmm?
Wieso mache ich überhaupt einen Rückzieher? Das ist nicht gut.
MH: Ich freu mich.
MK (hat plötzlich das dringende Bedürfnis, schnell aufzulegen, weil ihm alles zu viel wird): Ich ... mich ... auch. Ähm... Du... Ich... ich muss jetzt wirklich los. Visite.
MH: Ok!? Ich wünsche dir einen schönen Tag.
MK (atmet wieder ruhiger): Das wünsche ich dir auch.
MH: Den werden wir haben. Heute geht’s ins Schwimmbad.
MK (muss plötzlich lächeln): Oh, schön! Na dann viel Spaß euch beiden!
Mit Lilly bin ich auch gerne schwimmen gegangen. Hach... Lillymaus!
MH (ihre Stimme klingt plötzlich wieder leicht nervös): Danke! Du ... Mehdi?
MK: Hmm?
MH (zögert, sagt es dann aber doch nicht, weil sie es am Telefon für zu unpersönlich hält u. sie lieber den passenden Moment abwarten möchte, um es ihm endlich noch einmal zu sagen): Ach ... nichts! ... Tschüß!
MK: Tschüß!

Mehdi drückte seufzend auf die rote Taste und steckte sein Handy anschließend wieder weg. Er hatte zwar sein schlechtes Gewissen ein bisschen beruhigt, aber gut ging es ihm trotzdem nicht. Wieso war er auf einmal so erleichtert gewesen, als sie aufgelegt hatte? Wieso fühlte es sich nicht mehr so an, wie noch vor ein paar Tagen, als er sich gar nicht von ihr losreißen konnte und wollte? Er war doch so glücklich gewesen, als sie nach dem Speeddating endlich wieder zueinander gefunden hatten. Die Chemie hatte gestimmt. Sie hatten sich toll unterhalten und geflirtet wie die Weltmeister. Das war wirklich schön gewesen. Aber warum spürte er nichts mehr von diesem unvergleichlichen Hochgefühl, mit dem er gestern neben ihr aufgewacht war, sie stürmisch geküsst hatte und später über die Gänge des EKH geschwebt war? Das konnte doch nicht mit einem Mal weg sein? Vielleicht sollte er doch mehr Zeit mit ihr verbringen? Dann würde er vielleicht auch nicht mehr so oft an Gabi denken müssen. Irgendwie musste es doch möglich sein, mit ihr ein rein kollegiales und freundschaftliches Verhältnis aufzubauen. Und damit würde er heute noch beginnen, entschied er sich schließlich und stieß sich vom Fensterbrett ab. Entschlossen ging Dr. Kaan nun die Treppen hinunter...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

04.11.2010 20:59
#804 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Hier habt ihr sie endlich, die Szene, auf die ihr euch schon so lange gefreut habt. Es ist mal was anderes, aber der Klinikalltag war bei mir in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen und ich denke, das können wir nach dem Kaanschen Liebeschaos ganz gut gebrauchen. Da ich aber absolut nicht den Hauch einer Ahnung habe, wie eine richtige Medizinerausbildung abläuft, ist diese Prüfungsszene allein meiner Phantasie entsprungen. Ich hoffe, ihr habt Spaß daran. Danke auch noch mal an mein geniales Karmegeenchen für die tatkräftige Unterstützung, die Arschtritte und die äh... interessanten Patientengeschichten. Ohne dich wäre ich wirklich nie vorangekommen. Und ein weiterer Dank gilt Wiki, durch das ich mir ein bisschen medizinisches Laienwissen angeeignet habe. Fehler in Diagnosen oder Behandlungsmethoden mögen mir bitte verziehen werden. Schönen Abend noch. Lorelei



In der Zwischenzeit hatte sich Dr. Meier auf seine Station begeben, hatte sich in der Umkleide schnell umgezogen, hatte seinen Kaffee ausgetrunken und Schwester Sabine die leere Tasse in die Hand gedrückt und stellte sich nun breit grinsend neben das kleine Grüppchen Ärzte und Krankenschwestern, die seit geschlagenen fünfundzwanzig Minuten vor dem Stationszimmer der Chirurgie auf ihren Oberarzt gewartet hatten, um endlich mit der Morgenvisite zu beginnen. Marc ignorierte die strafenden Blicke seiner Kollegen und suchte Gretchens Blick, doch die hatte ihm extra den Rücken zugewandt und sprach mit den beiden anderen Assistenzärzten aus dem ersten Ausbildungsjahr über die gleich stattfindende Prüfungssituation. Die beiden waren bereits von Dr. Rössel darüber informiert worden und Gretchen sprach ihnen nun Mut zu, weil sie vor Nervosität kurz vorm Durchdrehen waren, obwohl sie sich selbst auch ein wenig unwohl in ihrer Haut fühlte. Auch wenn sie mit ihrem Oberarzt und Ausbilder liiert war, hatte sie einen Heidenrespekt vor ihm und der gleich stattfindenden Prüfung. Es war doch schwierig, Privates und Berufliches zu trennen, wenn man sich über alles liebte, und so konnte sie Marc durchaus verstehen, wenn er darauf bestand, hier auf Station, zumindest unter Kollegen und Patienten, möglichst Distanz zu wahren. Dr. Haase spürte doch auch die skeptischen, teilweise neidischen Blicke ihrer Kollegen, die wohl alle dachten, sie hätte es leichter, weil Dr. Meier ihr ja eh völlig verfallen war und sie niemals schlecht bewerten würde. Tja, Tochter vom Chef und Liebchen vom Oberarzt müsste man sein. Gretchen konnte die Gedanken der eifersüchtigen Schwestern regelrecht lesen. Aber sollten die das nur denken. Ihr war das egal. Sie wusste doch, dass Marc es ihr nicht leicht machen würde. Das hatte er noch nie getan, auch nicht in den dreieinhalb Monaten, die sie nun zusammen waren. Im Gegenteil, er machte es ihr manchmal sogar noch schwerer, weil er es wahrscheinlich allen Neidern beweisen wollte, dass es keinen Unterschied machte, ob er mit ihr zusammen war oder nicht. Und insgeheim ahnte sie, dass er es heute auch wieder so handhaben würde. Aber sie würde es schaffen. Sie war stark, selbstbewusst und talentiert. Sie hatte die Hände ihres Vaters und die Patienten liebten sie für ihr Mitgefühl und ihre Fürsorge. Das wäre doch gelacht, wenn sie diese läppische Prüfung nicht mit Bravour meistern würde. Das war schließlich nicht die erste unangekündigte Bewertung in den letzten zwei Jahren, die sie über sich ergehen lassen müsste. Tschaka, du schaffst das, Gretchen Haase! Und diesen Elan teilte sie auch ihren beiden unsicheren Kollegen mit, die ängstlich immer wieder über ihre Schulter zu dem ungehobelten und strengen Chirurgen schauten, der die drei Assistenten grimmig musterte, so dass ihnen gleich wieder vor Angst die Knie schlotterten.

Dr. Meier rümpfte die Nase, weil seine hübsche Assistenz anscheinend beschlossen hatte, ihn trotzig zu ignorieren, überflog kurz die Patientenmappen, die Schwester Sabine ihm mit zittrigen Händen reichte und drückte die eine Hälfte Dr. Rössel in die Hand, der ihm freundlich zunickte und daraufhin mit den beiden Frischlingen zum ersten Zimmer marschierte, und die andere Hälfte seiner ersten Assistenz in die Hand, die sich mittlerweile wieder zu ihrem wahnsinnig gutaussehenden Oberarzt umgedreht hatte und ihn nun selbstsicher ansah. Aber in ihren strahlendblauen Augen konnte er dennoch eine leichte Unsicherheit ablesen. Entgegen seiner Gewohnheit lächelte er ihr kurz zuversichtlich zu, woraufhin sie auch kurz auflächelte und mit einem warmen Gefühl in der Magengegend in die erste Akte schaute, ihm zunickte und sich zusammen mit Schwester Sabine und zwei Lernschwestern ebenfalls zum ersten Zimmer aufmachte. Dort angekommen, richtete Dr. Meier, ohne eine Miene zu verziehen, endlich das Wort an seine Kollegen und die vier Patientinnen, die in dem Raum lagen...

MM: So, nicht wundern, ich bin immer noch der Chef hier, aber heute übernimmt Dr. Haase mal das Zepter, ausnahmsweise, nur zu Prüfungszwecken, versteht sich. ... (dreht sich grinsend zu seinem Prüfling um, die direkt hinter ihm steht, u. redet leise weiter) ... Sonst wird das ja nie was mit ihrem Abschluss. ... (als er zufrieden bemerkt, wie sich ihre Augen zu kleinen Schlitzen formen, aus denen kleine Giftpfeile im Sekundentakt auf ihn geschossen kommen, setzt er in einem lauteren u. auffordernden Ton fort) ... Na dann schießen Sie mal los, Frau Doktor!

Boah dieser.... dieser.... GGGRRR!!! Geh nicht darauf ein, Gretchen! Das bezweckt er doch damit. Cool, selbstbewusst, professionell. Ja, das bin ich. Tschaka!!!

Dr. Meier sah seinen blonden Prüfling provozierend an. Auch die Patientinnen in dem Vierbettzimmer schauten überrascht und sehr interessiert auf. Dr. Haase räusperte sich einmal. Sie ignorierte den fiesen Machospruch ihres Vorgesetzten und wandte sich mit einem aufgesetzten Lächeln der ersten Patientin zu...

GH: Guten Morgen, Frau Schuster. Wie geht es uns denn heute?
Sch (lächelt sie freundlich an): Bestens, Frau Doktor, als wäre nie etwas gewesen.
GH (erwidert ihr Lächeln, legt ihre Mappe mit den Patientenunterlagen auf das Bett u. wirft einen kurzen, aber zufriedenen Blick auf die Verbände): Sehen Sie, ich habe Ihnen doch gesagt, hier sind Sie in guten Händen.
MM (steht direkt hinter GH u. schaut ihr über die Schulter, um sie zusätzlich zu verunsichern, u. flüstert dann leise, so dass nur sie es hört): Naja, der Beste hat ja auch an ihr herumgeschnippelt.
Ignorieren, Gretchen, einfach ignorieren!
GH (ignoriert seinen völlig unnötigen Kommentar, geht einen Schritt auf das Kopfende zu, um Marcs gefährlicher Nähe zu entkommen, u. sieht die junge Patientin direkt an): Es hat sich jedenfalls ausgezahlt, dass Sie sich endlich getraut haben, Frau Schuster.
Sch (nickt erleichtert mit dem Kopf u. gerät ins Plaudern, woraufhin Dr. Meier genervt die Augen verdreht u. sich zu seinen Kollegen am Fußende des Bettes stellt, doch Dr. Haase, zu der sie offensichtlich Vertrauen gewonnen hat, u. die anderen anwesenden Ärzte u. Schwestern hören ihr geduldig zu): Ja, wissen Sie, Frau Dr. Haase, mit den Jahren wurde das ja auch ziemlich unbequem. Vor allem die richtigen Schuhe zu finden, was ja schon an sich eine schwierige Aufgabe ist. Naja und erst mit den Männern. Das wirkte nicht gerade sexy.
Die Arme!
MM (musterte die Mittzwanzigerin argwöhnisch u. flüstert dann Gretchen, die sich nun wieder ans Bettende gestellt hat u. die Patientenmappe in die Hand nimmt, leise amüsiert ins Ohr): Nicht nur wegen der Füße.
Boah Macho...arsch! Darf ich das eigentlich während einer Prüfung über meinen Prüfer denken? Hmm... doch! Ich darf das! Er verhält sich schließlich unmöglich.
GH (dreht sich zu ihm um u. wirft ihm einen vorwurfsvollen Blick zu): Ma... Dr. Meier! Also das ist jetzt nicht...
Gott, sie ist so unverschämt sexy, wenn sie wütend ist. Zum Auffressen! Äh... Darf ich das als ihr Prüfer eigentlich denken? ... Oh Gott ja, ich darf das. Sie ist so scharf!
MM (grinst sie unschuldig an u. zeigt auf die Mappe u. den Kuli, die er in der Hand hält): Ich hab nichts gesagt. Hier ich mache Notizen. Wegen deiner Bewertung und so.
Blöder Idiot! Du bringst mich nicht aus dem Konzept! GGGRRR!!!
GH (hebt zweifelnd die Augenbrauen): Ah ja!?
MM (räuspert sich einmal u. wird dann wieder ernster): Jetzt mach hinne! Diagnose, Behandlungsbild, Prognose.
Geht doch! So ist er mir wesentlich lieber!
GH (wendet sich wieder der Patientin zu u. rattert betont professionell die Fakten herunter): Franziska Schuster, dreiundzwanzig, angeborene Hexadaktylie an beiden Füßen, Amputation des linken sowie des rechten Digitus minimus vor zwei Tagen, Wundheilung verläuft viel versprechend. Schwester Sabine hat heute Morgen noch einmal den Verband gewechselt. Wir werden später noch ein neues Röntgen machen und wenn da keine Unregelmäßigkeiten auftreten, kann die Patientin morgen früh entlassen werden.
MM (ohne seine Miene zu verziehen): Gut!
Wow! Wie er sich verausgabt, um mich zu loben. Aber ich bin ja nichts anderes von ihm gewohnt.

Dr. Meier rückte schon zum zweiten Krankenbett weiter, als Gretchen noch einmal die Patientin ansprach...

GH: Die Nachbetreuung erfolgt dann durch Ihren Hausarzt oder den Orthopäden ihres Vertrauens.
Sch (lächelt u. schüttelt ihr die Hand): Ich danke Ihnen, Frau Doktor.
GH (fühlt sich geschmeichelt u. wird leicht rot): Ach... Gar nichts für, das ist unser Job.
MM (genervt u. im gewohnten Oberarschton): Haasenzahn, brauchst du noch eine Extraeinladung!
Er wird sich nie ändern.

Gretchen warf Frau Schuster noch einen entschuldigenden Blick zu, dann trat auch sie zum nächsten Bett, ohne Dr. Meier eines Blickes zu würdigen...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

05.11.2010 14:01
#805 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Viel Spaß mit den nächsten Patientinnen! Ich mute euch erst mal nur die harmlosen Fälle zu, morgen wird es dann so richtig ernst. Schönes, hoffentlich sturmfreies Wochenende! Eure Lorelei




GH: Guten Morgen, Frau Fröhlich. Wie war denn die letzte Nacht?
F (richtet sich auf u. schaut ihre behandelnde Ärztin gequält an, was aber eher an ihrem nicht zu überhörenden Problem liegt): Wesentlich besser, Frau Doktor, ... *hicks* ... als die... *hicks* ... letzte, aber kaum war ich wach... *hicks* ... ging es auch schon wieder los. ... *hicks*
Das ist nicht gut.
GH (sieht sie mitfühlend an, dann dreht sie sich zu den anwesenden Ärzten um u. beginnt mit der Patientengeschichte): Verstehe! ... Frau Fröhlich leidet unter einer seit drei Monaten anhaltenden schmerzhaften Kontraktion des Zwerchfells
MM (da einer der beiden Frischlinge erst seinen Kollegen, dann ihn fragend ansieht, erklärt er es ihm kurz und bündig mit gereizter Stimme): Dauerschluckauf.
GH (nickt ihrem Oberarzt zu): Ja, genau! Ähm... Nach eingehender Untersuchung gestern, also Blutspiegel, EKG, CT, wegen der chronischen Beschwerden durch die Kontraktionen sind wir auf eine entzündliche Reizung des Zwerchfells gestoßen, die durch einen Abszess ausgelöst worden ist. Zur Minderung der Schmerzen wurde vorübergehend eine geringe Dosis Diazepan verabreicht. Der OP-Termin zur Entfernung des Abszess ist auf heute Nachmittag verschoben worden.
F (hat ihr geduldig zugehört u. fragt nun verunsichert nach): Und danach hören die ... *hicks* ... Beschwerden wirklich auf?
GH (dreht sich zu ihr um u. lächelt sie zuversichtlich an): Ja, Frau Fröhlich.
F (sichtlich erleichtert): *hicks* ... Das ist gut.
MM (sieht sie ebenfalls an u. zeigt mit einer Handbewegung auf seinen älteren Kollegen): OP und Nachbehandlung wird vom Team von Dr. Rössel übernommen, Frau Fröhlich.
F: Ich danke Ihnen.
MM (dreht sich beschämt weg u. geht zum Patientenbett gegenüber): Ja äh... wir müssen dann mal weiter machen. Dr. Haase?
GH (lächelt F an u. folgt ihrem Oberarzt dann zum 3. Bett): Natürlich, Herr Doktor. Alles Gute, Frau Fröhlich.
F: Danke!

Gretchen stellte sich nun an das nächste Bett und schaute in die Mappe der jungen Patientin, die vor ihr lag. Sie begutachtete kurz ihren Verband an der Hand, dann sprach sie sie mit einem freundlichen Lächeln an...

GH: Guten Morgen, Frau Schwarzer! Haben Sie noch Schmerzen in der Hand?
S (schüttelt den Kopf): Nein, geht schon.
GH (dreht sich zu Schwester Sabine um): Gut! Schwester Sabine, wir behalten die Dosis der Schmerzmittel so bei.
SV (nickt ihr pflichtbewusst zu): Jawohl, Frau Doktor.
MM (ungeduldig): Ja, Frau Dr. Haase, dann schießen Sie mal los. Haben ja nicht ewig Zeit hier.
Wieso muss er immer so durch die Visite rennen? Unmöglich echt!
GH (leicht gereizt sucht sie das Röntgenbild aus der Mappe u. hält es hoch, damit es auch die anderen Ärzte begutachten können): Ja doch, Dr. Meier! ... Anne Schwarzer, sechsundzwanzig, Quetschung der linken Hand.
MM: Verursacht durch?
GH (schaut hektisch die Akte durch): Äh... Moment! Gleich hab ich es...
S (kommt ihr zuvor): Ein Reifen!
MM (hebt ungläubig seine Augenbrauen): Bitte?
GH (schaut ebenso überrascht auf): Ein Reifen? Ihnen ist jemand über die Hand gefahren? Wie konnte...? Äh... Da können Sie aber von Glück sprechen, dass nichts Schlimmeres passiert ist.
S (klärt auf): Nicht gefahren! Gefallen.
MM (hält sich seine Bewertungsmappe vor den Bauch u. sieht sie interessiert an): Bitte?
GH: Ich versteh nicht ganz.
S (wird dann doch etwas verlegen, als sie erzählt, wie es dazu kommen konnte): Ja, ähm... also das war so. Mir ist beim Radwechsel das Rad naja äh... von der Achse runtergerutscht und ... direkt auf meine Flosse...
GH (verzieht das Gesicht u. schaut kurz auf ihre eigene Hand): Oh!
Hätte mir auch passieren können.
Wäre Haasenzahn sicher auch passiert. Hahaha!

MM (feixt hinter vorgehaltener Hand, womit er einem bösen Blick seiner Freundin kassiert): Dann sollten Sie das das nächste Mal besser einem Profi überlassen, nämlich einem Mann!
Macho!
S (funkelt ihn mit zusammengekniffenen Augen an): Püh! Noch nie was von selbst ist die Frau gehört, Herr Doktor.
MM (zeigt grinsend auf ihre bandagierte Hand): Man sieht ja, wohin Sie das bringt. Direkt auf den OP-Tisch.
GH (blitzt ihn ebenso böse an): Dr. Meier! Also erstens, müssen wir, wie das Röntgen ergeben hat, gar nicht operieren und zweitens, ist ein Reifenwechsel ja auch keine große Sache.
Sicher!? Da spricht jetzt die Expertin was? Hahaha! Lass deinen Emanzipationsscheiß stecken, Haasenzahn. Ist ja hier nicht zu übersehen, wohin das die Menschheit gebracht hat, ne.
MM (sieht sie spöttisch an): Als ob du... äh... Sie jemals einen gewechselt hätten, Frau Dr. Haase.
Blödmann!
GH (sieht ihn herausfordernd an): Doch! Also theoretisch, obwohl... doch eigentlich schon praktisch. Ich habe meinem Vater immer dabei geholfen.
Ich hab die Radmuttern gehalten.

Das glaube ich dir auch sofort, mein süßer Tollpatsch.

MM (verschränkt grinsend seine Arme): Naja, wir wissen ja, dass er handwerklich auch nicht...
Jetzt geht er aber zu weit, auch wenn es stimmt. Papa ist im OP ein Gott, aber zuhause sollte man alle handwerklichen Gerätschaften besser sicherheitshalber wegschließen.
GH (weist ihn zurecht): Marc!
MM (zeigt grinsend mit seinem Kuli auf sein Namensschild): Dr. Meier!
Boah! Nicht aufregen, Gretchen! Er macht das extra, um dich zu provozieren. Aber ich lasse mich nicht mehr so leicht provozieren. ... Naja vielleicht doch!
GH (lässt es sich nicht nehmen, ihn doch zu provozieren): Soweit ich mich erinnern kann, machen Sie das ja auch nicht selbst oder, Herr ... Doktor ... Meier?
Boah dieser kleine Frechdachs nimmt sich heute vielleicht was heraus. Unglaublich!
MM (blitzt sie an): Frau Dr. Haase, ich weiß sehr wohl, wie man Reifen wechselt.
GH (grinst ihn frech an): Ja, in der Vertragswerkstadt.
MM (ziemlich genervt, weil seine Kollegen hinter ihm zu schmunzeln beginnen): Boah, Haasenzahn, du weißt schon, dass wir hier in einer Prüfung sind oder?
Upps! Aber wenn er mich provoziert.
GH (bleibt cool): Sicher! Ich dachte nur, Sie hätten das vergessen.
Dieses kleine Luder! Na komm du mir heute Abend nach Hause, dann kannst du was erleben.
MM (räuspert sich einmal u. lässt dann wieder den Oberarzt heraushängen): Weiter im Text hier, los! Zack, zack!
Ich glaube, die Runde ging eindeutig an mich. Juhu! Aber ernsthaft jetzt.
GH (reicht SV die Mappe): Wir sind hier eigentlich soweit fertig. Schwester Sabine, machen Sie dann die Papiere für Frau Schwarzer fertig. Sie kann heute noch entlassen werden.
SV (notiert es sich auf ihrem imaginären Notizzettel u. nickt ihr zu): Jawohl, Frau Doktor, wird erledigt.
GH: Danke!

Gretchen verabschiedete sich anschließend von Frau Schwarzer und trat an das letzte Patientenbett heran. Die junge Türkin hatte ihre Bettdecke bis ans Kinn hochgezogen, ignorierte scheu die neugierigen Blicke der anwesenden männlichen Ärzte und fixierte mit ihren Augen Dr. Haase, die sie freundlich anlächelte...

GH: Hallo Yagmur. Gleich ist es soweit. Du musst keine Angst haben. Das wird ein einfacher Routineeingriff.
Y (bleibt skeptisch): Ja, aber statistisch gesehen, sind gerade die Routineeingriffe die Gefährlichsten, Frau Dr. Haase.

Oje! Eine Skeptikerin! Aber GsD ist ihre nervige Familie jetzt nicht anwesend. Ihre deutsche Stiefmutter hat mich vielleicht gestern kirre gemacht. Als ob ich eine Therapie bräuchte, weil ich mich von meinem Oberarzt runterputzen lasse. Gut, dass ich ihr nicht gesagt habe, dass er gleichzeitig auch noch mein Freund ist. Die hätte uns doch sofort auf ihre Couch gezogen. Paartherapie! Nein, danke, das brauchen wir nun wirklich nicht. Da war mir ihr fürsorglicher Freund, ich glaube, er war Grieche, und ihr Vater wesentlich lieber. Die haben nach tausend Fragen verstanden, dass sie nicht gleich sterben würde. Ist doch nur eine Blinddarmreizung. Oh, beinahe hätte ich ihren Machobruder vergessen, der mich sehr unverschämt angemacht hat, obwohl seine Freundin, die gleichzeitig auch noch seine Stiefschwester ist, wenn ich das richtig verstanden habe, mit dem süßen Baby direkt neben mir stand. Marc wollte ihn natürlich gleich rund machen, aber ich konnte ihn gerade noch so beruhigen. Aber seitdem ist auch Yagmur nicht gut auf Marc zu sprechen. So schafft man sicherlich keine Vertrauensbasis mit den Patienten. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass er es auch noch irgendwann kapieren wird.

GH: Du bist hier wirklich in guten Händen, Yagmur.
Y (mustert argwöhnisch Dr. Meier u. zieht Dr. Haase am Kittelarm zu sich herunter; sie flüstert): Aber der da, dieser ungehobelte, frauenverachtende Schlägermachoarzt wird mich doch nicht operieren oder? Wenn ja, dann möchte ich vielleicht doch lieber das Krankenhaus wechseln. In der Charité gibt es doch auch nette und v.a. türkische Ärzte, hab ich zumindest gehört.
Oje! Ich bin auch jedes Mal aufs Neue überrascht, welche Ausstrahlung Marc auf andere hat. Hihi!!!
GH (grinst MM an u. flüstert Y leise zu): Keine Sorge, seine Machosprüche gelten heute ausnahmsweise mal nur mir. Er kann es halt nicht ausstehen, wenn Frauen bessere Ärztinnen sind als er. ... (richtet sich wieder auf u. redet laut weiter) ... Aber da ich ja heute hier geprüft werde, werde ich dich am Blinddarm operieren, Yagmur.
Y (beruhigt): Das ist gut.

Gretchen lächelte die junge Türkin zuversichtlich an und trat zwei Schritte zurück. Marc stand nun direkt hinter ihr und flüsterte ihr ebenfalls etwas ins Ohr...

MM: Das hab ich gehört und das wird noch ein gewaltiges Nachspiel haben, Frau Doktor. ... Heute Abend... in unserem Bett.
Oh, oh!!!

Gretchen drehte sich verdutzt um und sah in das schelmisch grinsende Gesicht ihres Oberarztes, der wiederum einen Schritt zurück getreten war, um Distanz zu wahren und seine coole Oberarztmaske wieder aufgesetzt hatte. Gretchen hatte eine Gänsehaut bekommen und musste etwas kichern, was ihre junge Patientin verstört zur Kenntnis nahm...

Y: Alles in Ordnung, Frau Dr. Haase?
Oh Gott! Jetzt hat er es tatsächlich geschafft, mich aus dem Konzept zu bringen. Aber in diesem Sinne hat er Recht, das wird auf jeden Fall noch ein Nachspiel haben, Herr Doktor.
GH (räuspert sich verlegen): Ja, äh... alles gut. Ähm... Schwester Sabine, wird dich in einer halben Stunde zur OP abholen, Yagmur.

Sie nickte der Ärztin etwas ängstlich zu, die ihr wiederum ein strahlendes, zuversichtliches Lächeln schenkte, woraufhin sich auch Yagmur Öztürk wieder besser fühlte. Aber ein Dr. Meier schaffte es auch immer wieder, die eben noch so friedliche Stimmung kaputt zu reden...

MM (richtet sich an die Patientin): Ach und es wäre nett, wenn Sie Ihrer Familie sagen würden, dass nicht alle 180 Mitglieder hier gleichzeitig aufschlagen sollen. Die haben gestern ganz schön für Chaos gesorgt und den Betrieb aufgehalten.
Oh, oh! Jetzt gibt es Ärger. So ein Idiot!
Y (läuft rot an, ignoriert ihre Schmerzen im Bauchraum u. verflucht ihn mehrmals wild gestikulierend): Allah, Allah... Also, das ist ja wohl... Sie... Sie sollten sich was schämen!
GH (wirft MM einen bösen Blick zu u. schaut dann Y freundlich an): Marc! ... Yagmur, ab halb drei ist Besuchszeit und jeder ist hier willkommen. ... Ich hätte auch gerne so eine Großfamilie.
Oh Gott!
MM (ohne groß darüber nachzudenken): Vergiss es!
Hihi! Jetzt hab ich ihn aber kalt erwischt! Dabei war das doch gar nicht so gemeint. Ich wollte doch nur den Frieden wiederherstellen.
GH (dreht sich grinsend zu ihm um): Wieso?
Also jetzt schlägt’s ja wohl dreizehn. Familienplanung vor den Patienten während einer Prüfung, aber sonst geht’s dir noch gut oder was?
MM (schaut sie grimmig an u. tippt mehrmals mit dem Zeigefinger auf seine Bewertungsmappe): Haasenzahn, Prüfung!
Upps!
GH (wird etwas rot u. streicht sich nervös eine Strähne aus dem Gesicht): Oh!
MM (legt einen Arm um ihre Taille u. schiebt sie unter den ungläubigen Blicken von Yagmur aus dem Zimmer heraus): Ja, oh! Das nächste Zimmer hat es in sich.

Marc kickte mit einem Fuß die Tür zu und lief nun langsam neben seiner Freundin den Flur vor. Die anderen Ärzte und Schwestern überholten die beiden und hatten schon das neue Patientenzimmer erreicht, vor dem sie nun ungeduldig warteten.

GH (versteht erst nicht, was er mit der Andeutung meint, dann dämmert es bei ihr u. ihr Gesicht verfinstert sich): Wie meinst du das jetzt? Du willst doch nicht... Marc, bitte nicht! Ausgerechnet das Zimmer? Willst du die anderen beiden nicht auch noch prüfen?
Na da kriegt wohl jemand Muffensausen was? Aber Strafe muss sein. Niemand lässt mich so auflaufen und du schon mal gar nicht, Süße.
MM (grinst sie frech an): Das ist Rössels Job. Ich kümmere mich heute ausschließlich nur um dich.
GH (lässt die Schultern hängen): Na super.
Mir wäre eine andere Betreuung wesentlich lieber.
MM: Höre ich da versteckte Kritik heraus?
GH (verschränkt trotzig ihre Arme): Nein!
MM (lacht u. bleibt vor einer Tür stehen): Gut! Hier wären wir.
GH (sieht die Zimmernummer u. funkelt ihn böse an): Ich hasse dich.
MM (beugt sich leicht zu ihr rüber u. flüstert in ihr Ohr): Wie sehr du mich hasst, hab ich ja letzte Nacht eindrucksvoll erfahren.
GH (wird wieder rot u. schaut verlegen zu Boden): Marc!
Hach... so krieg ich sie immer. Hmm... sollte heute unbedingt noch Erdbeeren besorgen.

Dr. Meier stieß grinsend die Tür auf und betrat das Krankenzimmer. Dr. Haase, die eher gequält dreinblickte, und das Kollegium folgten ihm auf dem Fuße... Warum muss er mich auch immer so quälen?

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

06.11.2010 10:43
#806 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Weiter geht’s! Potentielle Ähnlichkeiten mit lebenden oder fiktiven Figuren sind natürlich rein zufällig und mögen mir bitte verziehen werden. Viel Spaß! Eure Lorelei




Unsicher stand die junge Ärztin nun vor dem ersten Patientenbett und starrte auf den Mittvierziger in dem unmodisch geschnitten grauen Schlafanzug mit Schäfchenaufdruck, der sie von oben bis unten neugierig musterte und dabei dämlich grinste, was ihr zunehmend unangenehm wurde. Dr. Meier konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und kniff seiner sprachlosen Assistenz in den Arm. Sie zuckte kurz zusammen. Mit einem gequälten Lächeln auf den Lippen sah sie erst ihren Oberarzt, dann den Patienten an...

Ok, Augen zu und durch, Gretchen! Wobei mit geschlossenen Augen würde schon blöd aussehen oder? Äh... du schaffst das. Er ist ein Patient wie jeder andere auch. Zwar mit einem ganz speziellen Problem, aber egal. Passiert halt. Na gut, einem Dieter Bohlen würde ich das schon eher zutrauen, aber ihm? Hmm... Muss die Einsamkeit der Natur gewesen sein. Obwohl... eigentlich müsste da schon noch jemand daran beteiligt gewesen sein. Also jetzt außer den Tabletten. Oh Gott! Nicht darüber nachdenken, was da wirklich war! Hilfe! Ich will hier weg. Wie der mich schon wieder anschaut! So hat er Inka Bause auch immer angestiert. Aaaaahhhhh!!!

GH: Herr Gersmeier...
SH (unterbricht sie): Ach sagen Sie doch Heinrich, Frau Doktor.
Das werde ich sicherlich ... nicht ... tun.
GH (überfordert): Äh...
MM (stupst grinsend mit seiner Schulter gegen ihre): Ja, sag doch Heinrich zu ihm, Haasenzahn.
Ich bring ihn um! Aber schön qualvoll. Er soll leiden.
GH (funkelt ihn böse an, dann wendet sie sich wieder an SH): Marc! ... Ja, also Heinrich, wie... wie fühlen Sie sich heute?
MM (grinst noch mehr u. schaut GH dabei direkt an): Wie geht’s, wie steht’s, hätte hier besser gepasst.
Dieser Idiot! Null Taktgefühl. Dass der Patient vielleicht Schmerzen haben könnte, das kommt ihm natürlich nicht in den Sinn. GGGRRR!!!
GH (mit zusammengebissenen Zähnen weist sie ihn zurecht): Maaarc!
Also wenn ich gewusst hätte, dass diese Prüfung so einen Spaß machen würde, hätte ich schon eher eine durchgezogen. Es ist natürlich ein Glücksfall, dass wir gerade heute solche äh... ganz speziellen Patientenfälle haben. Gott muss ein Arzt sein!
MM (zuckt unschuldig mit den Schultern): Ich hab nichts gesagt.
Jetzt tue nicht so unschuldig, Marc. Ich hab doch gewusst, dass du mich heute extra leiden lässt. Aber nicht mit mir! Nicht mit mir!
SH: Ach Frau Doktor, des war mir ja so peinlich, wie ich da gestern in der Notaufnahme...
GH (dreht sich überrascht wieder zu ihrem Patienten um, nachdem sie ihren Oberarzt mit giftgetränkten Pfeilen beworfen hat): Ja, äh...
MM (kann sich das Lachen einfach nicht verkneifen): War ja auch nicht zu übersehen.
Ja, leider!
GH (blickt beschämt auf die gelbe Bettwäsche): Wir haben das Problem ja letztendlich gelöst.
MM: Ich habe das Problem gelöst. Du wolltest ja nicht.
Ich war froh, dass ich da nicht... also dass ich das nicht machen musste. Bin ja schließlich auch keine Urologin. Sollen sich doch diejenigen darum kümmern, die sich damit auskennen. Also äh...
GH (wird etwas rot): Ja, weil gerade die Frau Schwarzer mit ihrer gequetschten Hand in die Notaufnahme kam und... ja äh...
Och wie süß, Madame Prüderie ist zurück! Aber ich hätte sie eh nicht an den kleinen Willi äh... Heinrich herangelassen. Sie hat schließlich nur einen Willi zu bedienen. Jawohl!
MM: Ja, ja such nur weiter nach Ausreden. Wie lautet denn das genaue Krankheitsbild?
Oh Gott!
GH (schaut ihn entsetzt an): Du... du willst jetzt nicht ernsthaft, dass ich das laut sage.
Und ob! Strafe muss schließlich sein. Außerdem ist das dein Job. Nun hab dich mal nicht so. Is doch auch nur ein Patient.

Im Hintergrund hörte man schon das leise Kichern der Schwestern und Ärzte, woraufhin Gretchen sich verunsichert umdrehte und ihre lästernden Kollegen mit einem bösen Blick strafte, wodurch die Stimmen schließlich erloschen und alle betreten zu Boden schauten. Dr. Meier grinste seine Assistenz derweil breit an...

MM (provozierend): Eigentlich schon, oder hast du vergessen, wie eine Visite abläuft? Wäre schlecht, weil du weißt ja, ich muss dich heute beurteilen.
Verdammt! Er hat mich in der Hand.
SH (schaut seine Ärztin mit großen Augen an): Oh, werden Sie heute geprüft, Frau Doktor?
GH (mit einem leicht genervten Unterton): Ja!
SH: Ich dachte, Sie seien schon ausgebildete Ärztin.
GH (stolz): Das bin ich.
MM (äußert seine Skepsis): Naja!?
Boah!
GH (auffordernd): Maaarc!
MM (grinst sie frech an): Ja, stimmt, als Allgemeinmedizinerin, ich vergaß.
Er macht mich wahnsinnig.
SH (schaut zwischen den beiden Ärzten hin u. her): Oh!
GH (blitzt MM böse an u. ringt nach Worten, als sie SH wieder ansieht): Ja, also...
MM (tippt ungeduldig auf seine Armbanduhr): Wird das heute noch was oder soll ich doch die zwei Studenten hier mal fragen?

Die beiden angesprochenen Assistenzärzte aus dem ersten Ausbildungsjahr schauten verunsichert auf, weil sie erstens keinen Plan hatten, aber zweitens auch nicht als „nur“ Studenten bezeichnet werden wollten. Aber dem eindringlichen Blick ihres Oberarztes konnten sie trotzdem nicht standhalten und sahen Hilfe suchend zu Dr. Haase, die laut ausatmete und dann doch zu ihrer Rede ansetzte...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

06.11.2010 20:01
#807 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na habt ihr Spaß? Wollt ihr mehr über den Patienten im Schäfchenschlafanzug und sein ganz spezielles Problem erfahren? Gut, weiter geht’s! @ Pinklady, ich habe auch einen Lachflash bekommen bei dem Songtext. Hätte ich vielleicht als Hintergrundmusik nehmen sollen.

Ach wieso eigentlich nicht. Hier habt ihre es: „Das Schäferlied“
http://www.youtube.com/watch?v=r6tifCJ0WVU

Oder diese ganz speziellen Versionen hier:
http://www.youtube.com/watch?v=uD775Q4ymDQ




Viel Spaß u. schönen Abend noch. Eure Lorelei





GH: Herr Gersmeier kam gestern zu uns...
MM (leise in Gretchens Ohr): Ich glaube, er wäre gerne gekommen.
Boah! Dieser blöde Idiot! Kein Respekt vor den armen Patienten!
GH (läuft langsam rot an, aber mehr vor Wut, denn vor Scham u. macht ihm leise Vorwürfe): Jetzt hör endlich auf mit deinen blöden Sprüchen, Marc, ich bin schon nervös genug.
MM: Dann stell es ab! Wenn du endlich ne richtige Ärztin werden willst, musst du mit solchen Situationen umgehen können.
Also das ist ja wohl... Ich bin eine richtige Ärztin!
GH (blitzt ihn sauer an): Kann ja nicht jeder so cool mit solchen Dingen umgehen.
MM (flüstert leise in ihr Ohr): Also ich kann mich an Situationen erinnern, in denen du sehr cool mit solchen Sachen umgegangen bist.
Oh!
GH (diesmal färben sich ihre Wangen vor Scham; sie redet leise weiter, damit die anderen nichts mitbekommen; diese haben aber schon längst die Ohren gespitzt u. schmunzeln in sich hinein; die beiden sind schon ein unvergleichliches Paar): Das war ja auch in einer anderen... Ach verdammt, Marc, jetzt lass das endlich, ich muss mich konzentrieren.
Hmm... Sie ist so süß. Am liebsten würde ich sie jetzt küssen.
MM (lächelt sie an): Ok!?
Kommt da noch was?
GH (atmet tief durch u. rattert die Diagnose schnell herunter, ohne den Patienten oder ihre Kollegen anzusehen; dabei bekommt sie einen tomatenroten Kopf): Also Herr Gersmeier ist gestern Abend von seiner Mutter hier eingeliefert worden, weil... weil... also äh... mit... mit einem ... *schluck* ... Priapismus, der bereits seit über drei Stunden anhielt...

„Was ist das denn?“ ... hörte man eine der Lernschwestern im Hintergrund leise ihre gleichaltrige Kollegin fragen, weil sie gestern nicht in der Notaufnahme war, als Herr Gersmeier dort für Aufsehen gesorgt hatte. Dr. Meier drehte sich kurz zu ihr um, musterte sie abfällig, woraufhin diese ihren Blick senkte, dann wandte er sich an seine erste Assistenz...

MM: Haasenzahn, lass die Fachbegriffe weg! Für die Laien unter uns, was versteht man unter Priapismus?
Oh nein!
GH (fühlt sich sehr unwohl in ihrer Haut u. starrt die Wand an): Das ist... äh...
Ach Madame Prüderie, was soll ich bloß mit dir machen, hmm?
MM (rollt mit den Augen u. platzt mit des Rätsels Lösung heraus): Ein Dauerständer!
GH (schließt vor Peinlichkeit einen Moment die Augen, atmet tief durch u. schaut ihren Prüfer nun betont ernst an): Da das eine Prüfung ist, sollten wir besser bei den Fachbegriffen bleiben.
MM (schmunzelt): Wenn du dich so besser fühlst?
Du bist einfach zum Knutschen, Haasenzahn, weißt du das eigentlich?
GH (führt hypernervös ihre Diagnose fort u. fixiert weiterhin die Wand hinter dem Patienten): Ja, ähm... also wie sich herausgestellt hat, wurde die... die Dauer... *schluck* ... erektion durch ... durch eine Überdosierung von Viagra ausgelöst.
Tja wer spielen will, sollte vorher die Spielanleitung lesen. Hahaha! Ok, konzentrier dich, Mann, auch wenn es schwer fällt! Das ist schließlich immer noch eine Prüfung und du hast die Verantwortung.
MM: Wie viele Pillen haben Sie denn eingenommen, Herr Gersmeier?
SH (überlegt angestrengt, dabei wird er leicht rot): Äh... vier, glaube ich.
Oh Gott! Vielleicht hätte er vorher mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Hihi! Gretchen! Tschuldigung an mich selbst! Aber es war schon lustig, wie er da am Arm seines armen Mütterchens hereingehumpelt kam. Und wie er uns vor ihren Augen, die immer größer wurden, dann erklären musste, wo genau die Schmerzen sind und warum das so ist.

Wie blöd kann man(n) eigentlich sein?

MM (muss dann doch schwer schlucken u. schaut den Patienten ungläubig an): Vier? Wollten Sie sich umbringen und Ihre Partnerin gleich mit?
SH (schaut beschämt auf): Also ich... ich habe gar keine Partnerin.
GH (irritiert): Nicht?
MM: Und warum haben Sie dann das Zeug genommen?
Will ich das eigentlich wirklich wissen? Man hört ja so einiges von Leuten auf dem Land. Und er ist ja Schäfer, also.... Großer Gott, dieses Bild wird mich auf ewig verfolgen. Ich sollte dann gleich mal die Örtlichkeiten aufsuchen. Eh, das ist doch krank! Ich kann nie wieder nachts Schäfchen zählen, wenn ich nicht einschlafen kann. Dann würde ich immer ihn mit heruntergelassener Hose hinter ihnen her rennen sehen und... AAAAAAHHHHH!!!!!
SH: Die Pillenpackung war in einem Fanpaket dabei. Wissen Sie, ich bin ja eigentlich berühmt, seitdem ich im Fernsehen war. Ich war ja sogar mal in den Charts und bin auf Mallorca aufgetreten. Jedenfalls bekomme ich noch immer regelmäßig Post von Frauen, die... die mich... ja also... gut finden. Naja und als ich die blauen Pillen gesehen habe, dachte ich, ich... ich teste das mal aus, falls ich mal...
Bäh! Wo war noch mal gleich die nächste Toilette?
MM (unterbricht aus Angst vor weiteren Offenbarungen seinen peinlichen Vortrag): Falls Sie in den nächsten zwanzig Jahren vielleicht doch mal die Gelegenheit bekommen...
GH (fällt MM empört ins Wort): Maaarc!
MM (grinst sie unschuldig an): Is ja gut. Wie wurde behandelt?
GH (seufzt u. setzt unberührt ihre Rede fort): Also da bei einem Priapismus eine sofortige Behandlung notwendig ist, um mögliche Dauerschäden zu vermeiden, hast du... also Sie das angestaute Blut aus den Schwellkörpern gezogen. Eine Injektion von Efilefrin oder eine Spülung des Schwellkörpers mit einer verdünnten Adrenalinlösung war nicht von Nöten. Zur Minderung der Schmerzen haben wir aber ein Schmerzmittel verabreicht.
MM: Gut! Weiteres Vorgehen?
GH: Wir behalten ihn noch eine Nacht hier und dann soll er sich an seinen Urologen wenden zur Nachbetreuung. Wir gehen aber davon aus, dass keine Schäden zurückbleiben werden.
MM (wendet sich an den hochroten Schäfer): Ja, äh... Schäfer Heinrich und das nächste Mal besser auf Hilfsmittel verzichten. Sie sind doch noch... naja... äh... in den besten Jahren.
SH: Äh... danke!
Hmm... war jetzt eigentlich nicht als Kompliment gemeint.
MM: Ach fast hätte ich es vergessen, in den nächsten sechs Wochen sollten Sie besser auf Verkehr jeglicher Art und auch auf jegliche anderen äh... sagen wir mal so... Handarbeiten verzichten.
Sehr taktlos äh... taktvoll ausgedrückt, Marc!
SH (bekommt rote Ohren): Oh!
MM (mustert ihn noch einmal eingehend): Aber das sollte ja bei Ihnen kein Problem sein.
GH (weist ihn zurecht): Marc!
MM (grinst SH breit an u. geht dann weiter): Schönen Tag noch!
GH (schaut ihm kurz seufzend hinterher, dann verabschiedet sie sich ebenfalls von SH): Gute Besserung!

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

07.11.2010 12:50
#808 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mal sehen, ob ihr auch den nächsten Patienten erkennt. Viel Spaß u. schönen Sonntag. Eure Lorelei




Gretchen trat nun ebenfalls an das daneben stehende Bett, dessen nicht gerade hässlicher Bewohner das Patientengespräch gerade eben gebannt und leicht amüsiert verfolgt hatte...

GH (lächelt ihn freundlich an): Guten Morgen, Götz!
G (erwidert charmant ihr Lächeln u. zwinkert ihr zu): Frau Doktor!
Äh... was wird das denn hier für eine Scheiße?
MM (mustert den unverschämt gut aussehenden Patienten argwöhnisch, dann blickt er mit grimmiger Miene zu seiner Assistenz): Seit wann duzen wir unsere Patienten?
GH (schaut ihn völlig unschuldig an u. klärt auf, woher sie Götz kennt): Wenn sie uns das anbieten. Außerdem ist Jochen früher immer in Götz’ Plattenladen gegangen.
MM (blickt verunsichert zwischen den beiden hin u. her u. zeigt dann mit dem Finger auf G): Bitte? Du kennst den?
Waschlappen!
GH: Flüchtig!
G (lehnt sich entspannt zurück u. schaut sie direkt an): Ich war ja früher mal heimlich in sie verliebt.
Was? Oh Gott! Wieso muss Götz auch denselben bescheuerten Humor wie mein Bruder haben? Marc läuft schon wieder vor Eifersucht rot an. Ich hoffe, das äußert sich nicht negativ auf meine Bewertung. Hilfe!
MM (die Kinnlade klappt nach unten u. er dreht sich schockiert zu GH um): Was? Sag mal, wie viele Verflossene von dir tauchen denn hier noch auf?
Also das klingt ja so, als ob ich an jeder Hand zehn Männer gehabt hätte. Was denkt er eigentlich von mir? Gockel!
GH: Marc, wir waren nie zusammen.
Pah! Erzähl mir doch nichts.
G (grinst sie frech an): Also ich hab zumindest davon geträumt.
GH (schaut G vorwurfsvoll an): Eh!
G (lacht): Schon gut! Ich wollte nur mal testen, ob es stimmt, was man sich hier so erzählt.
MM (mittlerweile stinksauer): Wer erzählt hier was?
GH (verschränkt ihre Arme): Das würde mich aber auch mal interessieren.
G: Jochen war gestern hier.
GH: Oh!
Dem ziehe ich die Ohren lang, wenn ich ihn sehe.

Na der kriegt auch mal irgendwann sein Fett weg. Arsch!

G (an GH gewandt): Der ist ja wirklich voll eifersüchtig.
Oh, oh, Götz, wenn du den Tag überleben willst, dann halte lieber deine vorlaute Klappe!
MM (platzt gleich die Hutschnur u. fährt GH sauer an): Eh! ... Haasenzahn, fang endlich an, damit wir hier wegkommen.
G (grinst): Und doch eifersüchtig!
Ich mach dich fertig, du blöder Arsch!
GH: Götz, jetzt lass das doch mal!
G (lächelt sie charmant an): Ok! Für dich würde ich doch alles tun, Gretchen.
Dieser Schleimscheißer!
MM (schaut ihn provozierend an): Also das gestaltet sich wohl momentan etwas schwierig. Ich bin ja nicht derjenige, der hier mit ner Entzündung am Schniedel liegt.
GH: Maaarc!
Es trifft auch immer wieder die Richtigen.
MM (tippt auf sein Namensschild u. grinst sie an): Dr. Meier!
GH (rollt genervt mit den Augen u. konzentriert sich wieder auf ihre Arbeit): Also wie gesagt, der Patient hat eine Entzündung am... am... ja am Penis, nach unsachgemäß durchgeführter Beschneidung.
Wieso hat er das nur gemacht? Ich versteh das nicht. Er wirkt ja nicht gerade wie ein religiöser Typ.
G: Das war nicht unsachgemäß, sondern wurde von einem muslimischen Geistlichen durchgeführt, der diesen Eingriff schon mindestens zehntausend Mal gemacht hat.
Stümper!
MM (schüttelt ungläubig den Kopf): Ah ja!? Dann war halt das Taschenmesser nicht richtig desinfiziert. Das Resultat konnten wir ja schon bestaunen.
GH: Hast du noch Schmerzen, Götz?
Na hoffentlich!
G: Es geht, solange ich liege.
GH: Gut!
MM (kann sich einen Spruch nicht verkneifen): Hauptsache es liegt keine drauf.
GH (empört): Maaarc!
MM (schaut grinsend zwischen beiden hin u. her): Ja, ist doch war. Mindestens sechs Wochen Sexverbot ist ja wohl klar oder.
Ja, das kann man wohl auch in einem eher gemäßigten Ton sagen, wie es sich für einen Oberarzt geziemt. Aber was rege ich mich auf, so war er schon immer.
G (sichtlich geschockt): Aber ich heirate in einem Monat.
Das kannst du deinem muslimischen Stümperer erzählen.
GH (überrascht): Oh! Herzlichen Glückwunsch! Wer ist denn die Glückliche?
G (seine Augen beginnen augenblicklich zu strahlen): Aylin.
GH (freut sich für ihn): Schöner Name!
MM (verdreht die Augen): Was man(n) nicht alles für die Liebe tut? Sich sogar verstümmeln lassen.
GH: Maaarc!
G (ignoriert seinen bissigen Kommentar u. beginnt zu erzählen): Ihre Familie hätte mich nie akzeptiert, wenn ich kein richtiger Türke geworden wäre.
MM (lacht spöttisch auf): Sie? Ein richtiger Türke? Dann ist Mehdi ein richtiger Deutscher.
GH (funkelt MM böse an, dann schaut sie G an): Mehdi ist ein richtiger Deutscher! ... Jedenfalls freue ich mich für dich, Götz.
G (erwidert ihr Lächeln, kann sich aber einen Spruch wegen ihrer Partnerwahl nicht verkneifen): Danke! Meine Freude für dich hält sich aber in Grenzen.
MM (fühlt sich sofort angegriffen): Eh!
GH (seufzt laut auf): Naja manchmal kann man sich eben nicht aussuchen, in wen man sich...
Jetzt reicht es aber wirklich. Ist das eine Prüfung oder Kaffeeklatsch?
MM: Haasenzahn, Schluss mit dem Smalltalk! Wir müssen in einer halben Stunde im OP sein.
GH: Oh ja! Also das Rezept für die Wundsalbe hast du ja schon bekommen. Zweimal täglich anwenden und falls du noch Beschwerden hast, dann wende dich bitte an deinen Hausarzt oder Urologen.
G (fragt unsicher nach): Und wegen dem Verbot?
GH (lächelt ihn zuversichtlich an, dann dreht sie sich zu der blonden Krankenschwester um): Ich denke, bis zu deiner Hochzeitsnacht wird das schon werden. Schwester Sabine macht dann deine Entlassungspapiere fertig.
G (sichtlich erleichtert): Danke!
GH: Gern geschehen.
MM (ziemlich genervt): Schluss mit der Flirterei! Hier spielt die Musik.
Ach mein armer, armer eifersüchtiger Gockel! Du hast es schon nicht leicht, was.

Gretchen verdrehte nur die Augen und warf Götz einen vielsagenden Blick zu, der ihr grinsend zunickte, dann trat sie zu der Ärzteriege, die sich schon dem nächsten Patienten zugewandt hatte.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

08.11.2010 09:44
#809 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Danke erst mal für euer tolles Feedback. Zwei Fälle habe ich heute noch für euch und dann ist diese ganz spezielle Visite beendet! Viel Spaß! Ich wünsche euch einen guten, hoffentlich schneefreien Start in die Woche. Eure Lorelei




Die blonde Assistenzärztin blickte kurz auf ihre Mappe, dann begann sie mit ihrem Patientenbericht...

GH: Also Herr Süß hat einen Bandscheibenvorfall erlitten.
MM (wendet sich mit ernster Miene an den Patienten): Wie ist das passiert?
S (wirkt etwas verlegen): Naja, ich habe gestern geheiratet und ich wollte meine Frau über die Schwelle tragen, da hat es plötzlich knacks gemacht und ich konnte mich nicht mehr rühren.
Ach du Scheiße!
MM (schaut grinsend zum Bett gegenüber): Oh ja, das Laster mit der Ehe. Passen Sie auf, Götz, dass Ihnen nicht dasselbe passiert.
Strike!
GH: Maaarc!
G (bleibt cool): Ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio.
MM (hebt die Augenbrauen): Ah ja!?
Wahrscheinlich zum Seilspringen, hä?
S (hat auch noch etwas beizutragen): Also ich ja auch.
Sieht man..... nicht!
MM (dreht sich wieder zu ihm herum u. sieht ihn an): Aber Ihre Frau hat Sie trotzdem umgehauen, was?
S: Naja, ich bin eher zusammengesackt und sie dann auf mich drauf gefallen.
Ach ja, muss Liebe schön sein. Der eine geht sich verstümmeln, der andere bricht sich alle Knochen. Ja, ein Knochenjob!
GH (sieht zu ihren Kollegen rüber u. setzt ihre Diagnose fort): Der Patient wurde heute Nacht aufgenommen. Dr. Rössel hat die Erstversorgung übernommen und erst mal ein schmerzlösendes Mittel gespritzt. Wir werden später noch ein MRT machen und dann die genaue Behandlung besprechen.
MM: Die da wäre?
GH: Aktuell konnten keine Lähmungserscheinungen festgestellt werden, dafür aber starke Schmerzen, die zu den Extremitäten ausstrahlen, mit einem leichten Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel. Nach dem aktuellen Stand der Dinge würde ich von einem leichten Bandscheibenvorfall ausgehen, der nicht operativ behandelt werden muss.
S (fragt überrascht in die Runde): Ich muss nicht operiert werden?
GH (lächelt ihn freundlich an): Nach dem MRT wissen wir mehr, Herr Süß. Aber ich denke mit Schonung und schmerzstillenden Medikamenten können wir das behandeln. Im weiteren Verlauf ist dann Physiotherapie und schonende sportliche Betätigung zum Muskelaufbau notwendig beziehungsweise sinnvoll.
S: Wie lange muss ich denn hier bleiben? Wir wollten ja eigentlich morgen in die Flitterwochen fahren.
GH (hält sich die Mappe vor den Bauch u. schaut S interessiert an): Oh! Wo sollte es denn hingehen, wenn ich fragen darf?
S (lächelt glücklich): Auf die Malediven.
GH (bekommt strahlende Augen): Oh, wie schön!
Da waren Alexis und ich ja damals auch und es war einfach nur traumhaft schön.
MM (beobachtet seine Freundin argwöhnisch, deren Augen verdächtig leuchten, dann wendet er sich wieder pflichtbewusst, aber leicht gereizt dem Patienten zu): Tja, daraus wird dann wohl leider nichts werden, Herr Süß. Strikte Bettruhe und Rückenschonlage. Hmm... wobei was anderes hätten Sie ja während Ihres Dings ... hier äh... Flitterdings... auch nicht gebraucht, also...
GH (weist ihn mit zusammengepressten Lippen zurecht, dann schaut sie wieder auf ihren Patienten): Maaarc! Ähm... Also ungefähr eine Woche müssen Sie schon noch hier bleiben, Herr Süß.
S (sichtlich enttäuscht): Oh, das wird meiner Anja gar nicht gefallen. Sie hat sich so auf die Reise gefreut.
GH (zeigt Mitgefühl u. tätschelt kurz seine Hand, was MM argwöhnisch beobachtet): Das können Sie doch alles auch noch später nachholen, hmm?
S (sieht sie an u. kann auch schon wieder lächeln): Sie haben Recht, Frau Doktor, Hauptsache wir sind zusammen.
GH (strahlt ihn an): Stimmt! Wir bekommen Sie schon wieder zusammengeflickt für Ihre Anja.
Boah, wie ich dieses Rumgeschleime hasse.
MM (zitiert mit einer Armbewegung seine beiden neuen Assis zu sich): Hier äh... Schröder und Merkel, bringen Sie bitte den Patienten in die Radiologie. MRT der Wirbelsäule. Ergebnisse dann an Dr. Haase.
GH (schaut ihn erstaunt an): Was, ich darf...?
MM (zwinkert ihr zu): Prüfung!
GH (kratzt sich hinter dem rechten Ohr): Oh ja!
Fühlte sich gar nicht mehr als solche an.
MM (schaut sich im Raum um u. nickt seinen Kollegen zu): Gut! Dann wären wir ja hier soweit durch.
GH (schaut noch einmal zuversichtlich auf ihren Patienten, der gerade von zwei Assistenzärzten aus dem Zimmer geschoben wird): Bis später, Herr Süß!

Dr. Meier und Dr. Haase folgten der Liege und ihren Kollegen hinaus auf den Flur. Dort angekommen, atmete die blonde Ärztin erleichtert laut aus. Ihr Freund und Vorgesetzter strich ihr unauffällig beruhigend über den Arm. Gretchen bekam eine Gänsehaut davon und drehte sich lächelnd zu ihm um... Er kann so süß sein, wenn er will.

GH: Und wie mache ich mich?
MM (sieht zwischen ihren himmelblauen Augen hin u. her): Haasenzahn, als ob du das nicht selber wüsstest.
GH (schaut ihm ebenso tief in die Augen u. bekommt Herzklopfen): Ich möchte es aber auch gerne mal aus deinem Mund hören.
MM (grinst sie an): Vielleicht nachdem wir in Zimmer 313 waren.
Oh Gott! Bitte nicht! Wie kann er in der einen Minute so charmant und süß sein und dann das bringen? Das ist so gemein!!!
GH (lässt die Mundwinkel wieder hängen): Oh Marc, doch nicht etwa das... das Liebespaar?
MM (sein Grinsen wird breiter u. seine Sprüche deutlicher): Naja du wolltest doch immer mal wissen, was es bedeutet, untrennbar miteinander verbunden zu sein.
IDIOT!!!
GH (zieht eine Schnute): Also wenn das jetzt ein Kompliment war, dann war es ein Schlechtes.
MM (lacht u. ergreift - von den anderen ungesehen - ihre Hand): Wieso? Wir kleben doch auch immer gerne aneinander.
Da hat er Recht! Aber doch nicht so!
GH (drückt seine Hand u. schaut ihn vorwurfsvoll an): Marc, du bist unmöglich. Wenn die anderen uns hören.
MM (schaut kurz nach vorn zu den Ärzten, die vor dem nächsten Zimmer warten, u. verkreuzt seine Finger mit ihren): Sollen sie doch.
Was wird das denn jetzt?
GH (schaut ihn verliebt an): Ich dachte, das hier wäre eine Prüfung, Herr Doktor.
MM (sieht ihr tief in die Augen u. seufzt): Ach Haasenzahn, das ganze Leben ist eine Prüfung.
Und mit dir zusammen zu sein, die Größte!
GH (lächelt): Na das habe ich doch bisher schon ganz gut gemeistert.
MM (zwinkert ihr zu): Mit Gott an deiner Seite.
GH: Partiell.
MM (hebt eine Augenbraue u. sieht sie verunsichert an): Partiell?
GH: Naja dreieinhalb Monate würde ich jetzt nicht unbedingt als ein ganzes Leben bezeichnen.
Auch wenn es sich so anfühlt.
MM: Also ich zwanzig Jahre schon.
Das hat er jetzt nicht echt gesagt?
GH: Die wir überwiegend getrennt voneinander verbracht haben.
Leider!
MM (flüstert ihr ins Ohr): Hmm... Vielleicht sollte ich auch mal wieder an dir hängen bleiben, wie die beiden da drin.
GH: Boah!
Und schon ist der romantische Moment dahin.
MM (lacht u. hält ihre Hand immer noch fest umschlossen): Ja was, beim Liebesspiel vereint, das hat doch was.
Also ich würde damit nur ungern im Krankenhaus landen wollen. Obwohl wir ja eigentlich auch öfters im Krankenhaus... Aaaahhh!!! Nein, ich kann doch jetzt nicht solche Gedanken haben. Hallo, ich werde gerade geprüft. Aber anscheinend in allen Lebenslagen.
GH: Naja zehn Minuten sind mir dann wesentlich lieber als zehn Stunden. Das wird doch auf die Dauer auch ziemlich unbequem.
Ich hab mich jetzt wohl verhört oder?
MM (lässt ungläubig die Kinnlade fallen): Zehn Minuten? Haasenzahn, zehn Minuten sind eine Beleidigung für mich.
Was habe ich gerade gesagt? Oh Gott! Ich habe das doch nicht wirklich laut gesagt?
GH (ihre Wangen färben sich zartrosa u. sie weicht seinen eindringlichen Blicken aus): Dass du auch immer alles auf dich beziehen musst.
Boah! Du bekommst schon noch dein Abreibung, Haasenzahn. Von wegen zehn Stunden sind unbequem. Ich dachte eigentlich, wir hätten schon mal länger durchgehalten.
MM (lenkt das Thema wieder auf das Wesentliche, weil er merkt, wie ein paar seiner Kollegen so langsam ungeduldig werden u. die beiden böse anschauen): Also was ist jetzt? Machst du’s oder machst du’s nicht?
GH: Hängt davon meine Prüfungsnote ab?
MM: Nö, die steht schon fest.
GH (schaut ihn mit großen Augen an): Echt?
MM (grinst sie an): Jetzt sei mal nicht so neugierig, Frau Doktor.
Wieso kann er mir nicht einmal offen und ehrlich sagen, dass ich doch gut bin?
GH (schmollt): Du bist so gemein.
MM (zwinkert ihr verschwörerisch zu): Na du weißt ja, was es immer mit den Gemeinheiten auf sich hat oder?
Oh! Ich will ihn auf der Stelle knutschen.
GH (flüstert, weil sie auch gemerkt hat, wie die Blicke der anderen auf ihnen liegen): Ich dich auch, Marc.
MM (lächelt verliebt u. gibt ihr einen kleinen Kuss auf den Handrücken, bevor er ihre Hand ganz loslässt, egal was die anderen darüber denken u. in der Tat beginnen diese leise hinter vorgehaltener Hand zu tuscheln): Gut, zu wissen.
GH (mit erröteten Wangen setzt sie sich schließlich in Bewegung): Ok, na dann rein da. Die anderen warten ja auch schon.
MM (folgt ihr): Ach die sind doch eh nur geil auf diesen spektakulären Anblick.
GH (bleibt stehen u. dreht sich zu ihm um): Marc, das ist nicht lustig. Die haben Schmerzen. Und außerdem ist das wirklich eine unangenehme Situation für die beiden. Das sind schließlich ihre Flitterwochen.
MM (verdreht stöhnend seine Augen): Nur Irre heute hier.
GH: Wenn du damit auf das Thema Heiraten anspielst...
MM (weist diesen albernen Verdacht ganz weit von sich): Ganz sicher nicht!
Aber anscheinend geht dieser alberne Virus gerade in Berlin rum. Meine Elis sind ja leider auch schon infiziert. Da muss man(n) schon aufpassen, dass es einen selbst nicht erwischt. Sie hat doch schon wieder dieses Glühen in den Augen. Dasselbe Glühen, das auch... Oh nee, nicht der auch noch! Muss ihn mir vielleicht doch noch mal zur Brust nehmen.
GH: Hmm! Weißt du eigentlich, dass die beiden eine irre Ähnlichkeit mit diesem einen Pärchen aus dem Fernsehen haben.
MM: Ich kuck kein Fernsehen und erst recht keine Herzblattsendungen.
Bin ich schwul oder was?
GH (lacht): Marc, du Dummerchen, Herzblatt läuft doch schon lange nicht mehr.
Hat die mich gerade Dummerchen genannt? Also... Das verdient eine gehörige Abreibung heute Abend. Aber hallo!
MM: Ah ja, deshalb konnte sich Kai Pflaume auch so eine lange Pause nehmen, als er nach dem Beinbruch bei uns lag.
GH (schüttelt den Kopf angesichts solcher Ignoranz): Dir ist echt nicht zu helfen, Marc. Außerdem moderiert der Pflaume doch gar nicht diese Schwiegervätersendung. Der ist doch beim Bällchensender. Ich glaube, dieser Bauer äh... Schäfer Heinrich war auch in dieser Sendung. Klar das sind die! Die aus Bayern!
Großer Gott, das ist jetzt echt nicht wahr.
MM (hat ihren Fernsehvortrag ungläubig verfolgt): Also ich würde ja eher behaupten, die Braut kommt aus Thailand.
Und mit Thailänderinnen kenne ich mich aus.
GH (hat eine Erleuchtung): Stimmt! Jetzt hab ich es. Das sind Josef und Narumol! Die haben doch neulich im Fernsehen geheiratet.
MM (rollt genervt mit den Augen): Das würde zumindest erklären, warum die gerade in den Flitterwochen sind. Hmm... hätten vielleicht vorher mal üben sollen, dann wäre ihnen das hier nicht passiert.
GH (hat ihm gar nicht zugehört u. sinniert zusammen mit den beiden Lernschwestern u. Sabine verträumt über die romantische Bauernhochzeit): Oh die Hochzeit war so romantisch und wie die sich erst kennen gelernt haben. Erinnert ihr euch noch an die Szene am See? Hach....
Doch nur Irre hier!
MM (kann kaum glauben, in welche Richtung sich gerade die Visite dreht u. funkelt die anwesenden Frauen genervt an): Boah, bitte erspart mir die Details. Lasst uns lieber überlegen, wie wir die Un... äh... Glücklichen wieder trennen können.
GH: Ok, du hast Recht.
MM (kleinlaut): Ich hab immer Recht.
Ja, und das letzte Wort.

Entschlossen betrat Dr. Haase nun zusammen mit den anderen Ärzten und Schwestern das nächste Patientenzimmer. Marc folgte ihr auf dem Fuße. Eine halbe Stunde später waren die beiden Frischvermählten endlich wieder getrennt und mit Schmerzmitteln versorgt und Dr. Meier und seine schöne Assistenz konnten sich endlich auf dem Weg in den OP machen, wo zwei Blinddärme sehnsüchtig auf die beiden warteten. Aber für einen kleinen leidenschaftlichen Kuss im Vorbereitungsraum war dann doch noch Zeit.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

09.11.2010 13:07
#810 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey, hey, danke für die Blumen, Mädels! Ich hab euch alle ganz doll lieb. Das wollte ich mal gesagt haben. Da die Visite-Episode so gut angenommen wurde, geht es auch genau mit diesem Thema jetzt weiter, nur eben eine Station weiter. Viel Spaß! Eure Lorelei




Auch auf der Gynäkologischen Station war die Morgenvisite im vollen Gange. Dr. Kaan, drei seiner Kollegen, eine Lernschwester und Schwester Gabi verließen gerade das Krankenzimmer der wohl berühmtesten Bewohnerin des EKH im Moment. Noch war es nicht soweit mit der bald anstehenden Geburt, aber er stellte trotzdem seine beiden Assistenzärztinnen zur Intensivbetreuung ab. Die dritte schickte er mit der Lernschwester schon mal zur Vorbereitung in den Kreissaales. Da sich das Baby noch immer nicht gedreht hatte, würde es wohl doch zu einem Kaiserschnitt bei Frau Boes kommen, auch wenn sie und ihr Lebensgefährte sich das anders vorgestellt hatten. Und nun fand sich der schöne Oberarzt plötzlich ganz allein mit Schwester Gabi auf dem Flur der Gynäkologie wieder. Er versuchte betont professionell die intensiven Blicke seiner hübschen Stationsschwester zu ignorieren, die er die ganze Zeit schon in seinem Rücken gespürt hatte und die ihn komischerweise immer noch nervös werden ließen. Ein Patientenzimmer fehlte noch, dann konnte er sich endlich in sein Büro zurückziehen. Er betrat das Krankenzimmer und stellte sich mit einem aufgesetzten Lächeln neben das Bett der jungen Patientin und überflog kurz ihre Mappe. Sie war ein Neuzugang. Er kannte sie noch nicht und drehte sich fragend zu Schwester Gabi um, die hinter ihm stand und ihm augenblicklich die Antwort lieferte, bevor er überhaupt eine Frage gestellt hatte...

GK (versucht professionell zu bleiben u. schaut lieber die Patientin an als in die wunderschönen rehbraunen Augen ihres Oberarztes, die sie regelmäßig aus dem Konzept bringen): Das ist Chantal Kunze, siebzehn Jahre alt, sechsunddreißigste Woche, erste Vorwehen seit gestern Abend. Der Muttermund ist aber noch geschlossen. ... (sieht MK dann doch verlegen an) ... Ich hab sie sozusagen aufgegabelt.
MK (schaut GK verdutzt an u. hält sich die Patientenmappe vor den Bauch): Du... äh... Sie haben was, Schwester Gabi?
GK (klärt ihn mit einem verschämten Lächeln auf den Lippen auf): Sie hockte heute Morgen zusammengekrümmt vor unseren Briefkästen. Ich hab sie dann mit in die Klinik genommen, als ich bemerkt habe, dass sie hochschwanger ist.
MK (nickt ihr anerkennend zu, geht dann zum Kopfende des Bettes u. sieht die junge Schwangere besorgt an): Sie haben die Kontraktionen schon seit gestern Abend? Aber wieso sind Sie denn nicht gleich zu uns in die Klinik gekommen?
CK (cool): Also die Schmerzen empfand ich gestern noch als nicht so schlimm und meine Frauenärztin hat mir ja auch gesagt, dass es schon eher zu solchen Senkwehen kommen könnte. Ich hab mir nichts weiter dabei gedacht. Nachts war es ja auch ganz ruhig. Nur als ich dann heute Morgen Zeitungen austragen wollte, bin ich bei Gabi vor der Tür vor Schmerzen zusammengebrochen.
GK (hat sich wirklich Sorgen gemacht): Ein Glück, dass ich gerade zum Dienst wollte. Sie hätte vielleicht den halben Tag dort in der Kälte gelegen....
MK (kann kaum glauben, was er da hört, u. schnappt hörbar nach Luft): Sie... Sie haben in Ihrem Zustand noch Zeitungen ausgetragen?
CK (ist sich keiner Schuld bewusst u. setzt ihre kindliche Unschuldsmiene auf): Ja, irgendwoher muss ja die Kohle für den Stöpsel kommen.
Das kann ich kaum glauben.
MK (sprachlos): Äh... Und Ihre Eltern...? Wissen die, dass Sie...?

Chantal drehte sich beschämt zur Seite weg. Der besorgte Frauenarzt wollte noch etwas sagen, da wurde er aber plötzlich abrupt von Schwester Gabi am Ärmel gepackt und zur Seite gezogen...

GK (flüstert): Kann ich Sie mal kurz sprechen, Dr. Kaan?
MK (schaut sie irritiert an): Gabi, also kann das nicht.... Das ist jetzt echt nicht der Zeitpunkt, um...
GK (zeigt mit einer Kopfbewegung zu Chantal, die die beiden jetzt verunsichert beobachtet): Es ist wegen ihr!
Oh! Und ich dachte schon, sie wollte wegen vorhin...
MK (sieht GK fragend an): Ok!?

Mehdi trat mit Gabi ans Fenster, außer Hörweite der Patienten...

GK (weiß nicht so recht, wie sie anfangen soll): Also es ist so, Mehdi, ähm... stelle ihr bitte keine weiteren Fragen!
MK: Wieso?
GK (leise): Sie ist alleine.
MK (schaut besorgt zu CK rüber): Allein? Aber...
GK (schiebt ihren überraschten Oberarzt noch ein Stück weit in eine Ecke u. verdeckt seinen Blick auf die junge Patientin): Jetzt lass mich doch mal ausreden, Mehdi. Sie hat keine Eltern. Also... doch... sie hat schon welche, aber die... die haben sie rausgeschmissen, als die mitbekommen haben, dass sie schwanger ist.
MK: Oh!
Die Arme!
GK (ihre Hand ruht immer noch auf seiner Brust u. sie sieht ihn ernst an): Der Erzeuger ist ebenfalls ein Arschloch und hat sich nicht mehr blicken lassen, seitdem sie es ihm gesagt hat. Du kennst ja solche Geschichten.
MK (flüstert): Gabi, sie ist minderjährig. Wir müssen das Jugendamt einschalten.
GK (dreht sich einmal kurz zu CK um u. schaut MK dann mit Dackelblick an): Können wir das nicht umgehen?
MK (ernst): Das ist Vorschrift. Das weißt du doch. Sie braucht Unterstützung. Ich kann sie nicht alleine mit dem Baby lassen, wenn ich nicht sicher bin, dass sie sich wirklich um das Kleine kümmern kann.
GK: Das weiß ich doch, aber sie ist stark. Sie packt das.
MK: Das mag ja sein, aber...
GK (fällt ihm schnell ins Wort): Kein Aber, Mehdi. Außerdem wird sie bald achtzehn. Da kann ihr keiner mehr was.
MK: Das sagt noch nichts über ihre Reife aus, Gabi.
GK: Ich habe mich heute Morgen lange mit ihr unterhalten. Was sie in den letzten Monaten auf die Beine gestellt hat, ist unglaublich. Sie hat sich eine eigene kleine Wohnung besorgt, auf Flohmärkten und bei Freunden die notwendige Babyausstattung zusammengesammelt und hat, nachdem sie ihre Ausbildung wegen der Schwangerschaft unterbrechen musste, noch angefangen, Zeitungen auszutragen. Sie tut alles für ihr Kind.
MK (hat immer noch Bedenken): Aber in ihrem Zustand ist das nicht...
GK: Ja, aber bis vor kurzem hatte sie keine Beschwerden. Die Schwangerschaft verlief ganz normal. Heute wäre eh ihr letzter Arbeitstag gewesen. Außerdem hat sie alle notwendigen Untersuchungen gemacht, war in der Geburtsvorbereitung und ja... sie weiß Bescheid, wie das alles läuft. Sie wird eine tolle Mutter sein. Sie ist reifer, als es vielleicht im ersten Moment den Anschein hat.
MK (seufzt u. schaut kurz zu ihr rüber): Sie braucht trotzdem Unterstützung, Gabi. Die Leute vom Jugendamt wissen, wie....
GK (wird noch leiser u. kommt näher an sein Ohr heran; ihre Hand ruht immer noch auf seiner Brust, was ihn nicht stört): Sie hat Angst, dass man ihr das Kleine wegnehmen könnte.
MK: Aber davon ist doch überhaupt nicht die Rede. Wenn sie wirklich so gut vorbereitet ist, dann werden die auch nichts sagen. Es geht doch auch nur um die ersten Monate. Als Alleinerziehende hat man es doch schon eh nicht leicht und wenn sie niemanden hat, der...
GK (fällt ihm ins Wort): Ich kann das doch machen.
MK (schaut sie überrascht an): Du willst was? Aber du kennst sie doch gar nicht.
GK (von sich selbst überzeugt): Ja, aber wieso nicht? Ich bin Krankenschwester auf der Gyn und ich war selber mal schwanger.
Was ist heute nur los mit ihr? Solch einen Elan kenne ich so gar nicht von ihr. Aber gefällt mir.
MK (sichtlich beeindruckt von ihrem Engagement): Wieso hängst du dich so in die Sache rein, Gabi?
Ehrlich? Keine Ahnung!
GK (wird dann doch etwas verlegen u. beißt sich auf ihre Unterlippe): Ich... Ähm... Naja... sie... sie kommt halt aus derselben Gegend wie ich und ihr Elternhaus war auch nicht gerade... *räusper* ... Äh... Naja eben irgendwie aus Solidarität heraus. Weiß nicht.
Was war denn mit ihrem Elternhaus? Gabi hat noch nie über ihre Vergangenheit geredet. Was mag da nur passiert sein?
MK (sieht sie lange u. intensiv an): Ich bin beeindruckt.
Ich, ehrlich gesagt, von mir selbst auch.
GK (lächelt ihn kurz unsicher an): Tja, ich bin halt nicht das selbstgerechte Biest, für das mich alle halten.
MK: Ich hab dich nie so gesehen.
GK (sieht ihm lange in die Augen u. streicht sanft über seine Brust): Ich weiß.
Gott, hat er schöne Augen.
MK (für einen Moment gefangen von ihrem Blick, bis er merkt, wo er sich eigentlich gerade befindet, sich dann verlegen mehrmals räuspert u. einen Schritt zur Seite tritt u. sie ihre Hand von seiner Brust nehmen muss): Ähm... Also wenn du das wirklich willst, für’s erste kannst du dich ruhig um sie kümmern. Ich kläre das mit den Behörden.
Er ist großartig. Mein Held! Hach...
GK (strahlt ihn verliebt an): Danke!
Du überraschst mich immer wieder, Gabi Kragenow. Warum hast du diese Seite nicht schon viel eher gezeigt? Steht dir!

Mehdi lächelte die schöne Krankenschwester an, löste sich irgendwann nach unzähligen Sekunden von ihren wunderschönen Augen und ging dann langsam wieder zu der Patientin rüber, die ängstlich in ihrem Bett saß und die beiden die ganze Zeit mit großen Augen gespannt beobachtet hatte...

MK (lächelt zuversichtlich): Keine Sorge, Chantal, alles wird gut. Sie haben hier eine sehr gute Aufpasserin. Wenn Sie Fragen haben wegen dem Ablauf, können Sie sich guten Gewissens an Schwester Gabi wenden. Und wir beide haben ja sowieso später noch einen Ultraschalltermin und dann schauen wir mal, was der kleine Racker so macht, hmm.
CK: Also geht es bald los?
MK: Das wird die Untersuchung zeigen, aber laut Wehenschreiber ... (er wirft einen kurzen Blick darauf) ... kann das schon noch etwas dauern.
CK (stöhnt): Das hab ich befürchtet.
MK (lächelt): Das ist ganz normal. Ich muss jetzt leider weiter. Eine Patientin wartet. Bis später!

Mehdi verabschiedete sich freundlich von der Siebzehnjährigen, schaute noch einmal zu Gabi rüber, bei der er länger, als er wollte, mit seinen Augen hängen blieb, und schloss schließlich die Tür hinter sich. Chantal richtete sich langsam und stöhnend im Bett auf und sah die brünette Krankenschwester eindringlich an, die sich gerade neben ihr Bett auf einen Stuhl gesetzt hatte. Ihr Blick war aber noch immer zur Tür gerichtet, aus der ihr charmanter Traumprinz gerade verschwunden war. Die plötzliche Nähe zu ihm hat ihr, trotz ernstem Sachverhalt, mal wieder völlig den Kopf verdreht. Ihr Herz klopfte wie verrückt und sie lächelte sanft, was auch ihre Patientin verwundert bemerkte...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

10.11.2010 09:31
#811 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

CK: Gabi, du hast mir ja gar nicht verraten, was für eine Sahneschnitte dieser Frauenarzt ist. Da kann ich mich doch überhaupt nicht auf die Geburt konzentrieren, wenn ich ihm ständig auf seinen süßen Arsch kucken muss. Wobei, dann bräuchte ich vielleicht gar keine Schmerzmittel. Ist vielleicht auch nicht schlecht.
GK (hat ihr gar nicht zugehört u. brabbelt verträumt): Hmm!?
CK (erkennt das verräterische Lächeln in ihrem Gesicht u. spricht sie frech drauf an): Stehst du auf ihn?
Oh Gott!!!
GK (schaut erschrocken auf u. wird gegen ihre Gewohnheit leicht rot): Was? Quatsch! Wie kommst du denn darauf?
CK (hakt lachend weiter nach): Naja weibliche Beobachtungsgabe! So wie ihr euch vorhin angeschaut habt, als ihr da in der Ecke fast gekuschelt hättet, und jetzt dieses Glühen in deinen Augen, also ich finde das schon sehr eindeutig.
Scheiße! Ist das so offensichtlich?
GK (mittlerweile tomatenrot ringt sie nach einer passenden Ausrede, wird aber nicht fündig): Ähm...
CK (schaut sie gespannt an): Erzähl doch mal! Da läuft doch was?
Muss ich mich jetzt auch schon vor einem Teeny rechtfertigen oder was?
GK (weiß nicht so recht, ob sie sich ihr anvertrauen soll): Naja also... das ist kompliziert.
Bin ich bescheuert? Ich kann ihr doch nicht von mir und Mehdi erzählen. Er ist ihr behandelnder Arzt. Mein Chef! Was ist, wenn sie ihre Klappe nicht hält? Ich kenn sie doch gar nicht. Wenn sie das ausplaudert, wäre das der Supergau.
CK (immer neugieriger): Ist er zu schüchtern? Oder woran liegt’s? Er kam mir eigentlich sehr entschlossen vor.
Schön wär’s!
GK: Nein, doch, äh... eigentlich... ach ich weiß nicht.
Ja, das sagt eigentlich alles. Du bist so eine verknallte Kuh, Gabi.
CK (grinst): Oh! Du bist echt total in ihn verschossen?
Scheiße!
GK (lässt ihren Schutzmantel schließlich doch fallen): Das lässt sich wohl jetzt nicht mehr leugnen.
CK (grinst sie breit an): Nee, das steht dir ins Gesicht geschrieben.
GK (seufzt leise): Scheiße!
CK: Komm, erzähl mir von ihm!
Ich weiß nicht.

Die verknallte Krankenschwester sah die sympathische Siebzehnjährige verunsichert an, aber eigentlich war sie schon froh, endlich mit jemanden darüber reden zu können, was in ihr vorging. Es gab ja sonst niemanden, dem sie sich anvertrauen konnte. Sie hatte alle ihre Freunde vergrault. Der Einzige, der ihr geblieben war, in den war sie nun bis über beide Ohren verliebt, aber er zog sich jedes Mal zurück, wenn sie ihm näher kam und ihn darauf ansprechen wollte. Er fiel also als Gesprächspartner weg. Gabi lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück, schaute sich noch mal um, ob sie auch wirklich allein in dem Raum waren, und begann langsam über sich und Mehdi zu erzählen. Chantal war eine geduldige Zuhörerin...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

10.11.2010 22:43
#812 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Auf speziellen Wunsch der Naschkatze (Danke für das Kleeblatt , aus Schokolade hätte ich noch besser gefunden.) hier noch der Rest der Szene. Viel Spaß mit den Teenys. Schönen Abend noch. Eure Lorelei




CK (gibt offen ihre Meinung kund): Und er hat nicht zugeschlagen? Wo liegt sein Problem? Du bist doch eine heiße Braut.
GK (zuckt kurz mit den Schultern u. lässt sie dann hängen): Ich weiß es nicht. Er ist in der Vergangenheit mehrmals sehr enttäuscht worden.
CK: Wer ist das nicht?
Wie wahr!
GK: Er ist halt sehr sensibel und nimmt sich das alles zu Herzen.
CK: Ja, ich hab schon gemerkt, dass er eher der Denkertyp ist.
Leider! Wenn er endlich aufhören würde, darüber zu grübeln, was mit uns ist, und stattdessen handeln würde. Ich merke doch, wie sehr er mich mag.
GK (seufzt): Weißt du, er passt eigentlich so gar nicht in mein früheres Beuteschema, aber ich hab mich trotzdem verliebt.
CK (gerät ins Träumen): Klinkt mir schwer nach dem Richtigen.
Ja, er oder keiner!
GK: Ja oder? Wahrscheinlich musste ich erst so richtig auf die Schnauze fallen, bis mir klar wird, was ich eigentlich will. Ich hab mich zum ersten Mal in einen guten Kerl verliebt. Er tut mir gut. Und ich glaube, ich ihm auch. Wenn er nur nicht immer einen Rückzieher machen würde, so wie gestern.
CK: Wieso eigentlich? Also ich hatte schon den Eindruck, dass er dich sehr mag.
GK (schaut sie erstaunt an): Findest du?
CK: Hast du mal seine Augen gesehen?
GK (schmachtet wieder): Ich sehe nichts anderes.
CK (lächelt sie an): Was ist dann sein Problem? Hängt er noch an einer anderen?
Gretchen, die heilige Kuh!
GK (sieht CK eher gequält an): Naja seine letzte Freundin, die hat er heilig gesprochen. Ich hab irgendwie immer noch das Gefühl, dass er jede mit ihr vergleicht.
CK: Scheiße! Stellt die denn noch eine Gefahr dar?
GK: Gott sei Dank nicht! Die hat sich das größte Arschloch der Welt angelacht. Geschieht ihr recht.
CK: Du scheinst sie nicht sehr zu mögen?
GK: Ach das ist so eine, die jeder sofort in sein Herz einschließt. Jeder himmelt sie an, nur weil sie Ärztin ist und riesige Brüste hat. Sie ist ja ach so perfekt, wobei das gar nicht stimmt. Sie hat, glaube ich, ne Essstörung. Die ist ständig am Essen und wird immer fetter. Aber ist auch egal. Ich kann sie jedenfalls nicht leiden. Sie hat mir schon so viel kaputt gemacht in der Vergangenheit.
CK: Willst du darüber reden?
GK (schüttelt den Kopf): Nee, das ist Vergangenheit. Ich hab lange gebraucht, um das zu kapieren.
CK: Na dann ist doch alles super. Krall dir den Typen endlich!
GK (sieht sie verzweifelt an): Das ist nicht so einfach.
CK: Ja, ja, Liebe ist ein ewiger Kampf, aber manchmal muss man den Männern eben zeigen, wo es langgeht.
Ist die wirklich siebzehn?
GK: Da spricht jetzt die Expertin.
CK (lacht u. streicht sich über ihren Bauch): Na wenn ich meinen Ex nicht festgenagelt hätte, hätte ich jetzt nicht dieses kleine Wunder im Bauch.
GK: Aber er hat dich sitzen gelassen.
CK: Ja, weil er Schiss vor der Verantwortung hatte. Er war halt selber noch ein Kind.
GK: Hast du nicht gemeint, er wäre zehn Jahre älter als du?
CK (seufzt): Tja, manche werden halt nie erwachsen.
GK (kann schon wieder lächeln): Stimmt!
CK: Deiner scheint dagegen eine echte Perle zu sein?
GK (gerät wieder ins Träumen): Er hat zwar seine ganz speziellen Macken, aber das stört mich nicht. Für mich ist er perfekt, so wie er ist.
CK (lächelt): Dann lohnt es sich auch zu kämpfen.
GK: Ich will ja kämpfen, ich kämpfe schon seit Monaten um ihn, aber da ist noch...
CK (fällt ihr ins Wort): Was? Doch ne andere?
Ich hätte ihn gleich festnageln sollen und ihn nicht wieder zu ihr gehen lassen sollen.
GK (nickt leicht mit dem Kopf): Sagen wir mal so, es hat noch eine sein Potential erkannt.
CK: Scheiße! Und was ist das für eine?
GK (lässt ihren ganzen Frust raus): Eine blöde frustrierte Kuh, die denkt, sie könnte alles haben, nur weil sie Ärztin ist und sich für was Besseres hält. Ein ziemliches Miststück, das anscheinend niemand anderes haben will. Alt, frigide, scheinheilig, durchtrieben, hinterhältig. Nutzt seine Schwächen aus. Für ihre Zwecke. Die hört wahrscheinlich schon ihre innere Uhr ticken, keine Ahnung. Dabei hat sie doch schon ein Kind. Ihr Alter hat es wahrscheinlich auch nicht lange bei ihr ausgehalten. Kann ich verstehen. Zu dominant, perfektionistisch, bieder, spießig, total langweilig. Eigentlich passt sie überhaupt nicht zu ihm. Keine Ahnung, was er an ihr findet. Wahrscheinlich liegt es an ihrer Tochter. Sie ist, glaube ich, genauso alt wie seine. Weißt du, die die weg ist. Sie erinnert ihn wahrscheinlich an sein altes Leben. Er will ja auch nur, nach allem, was passiert ist, in die Normalität zurückfinden. Wobei die alte Emanze wirklich nicht ganz normal ist. Schnippelt in Gehirnen rum, weißt du.
CK (verzieht das Gesicht): Haben die was zusammen?
Oh! Erinnere mich bloß nicht daran, sonst gehe ich noch mit einem Messer auf sie los. Blöde Schlampe!
GK (sieht sie traurig u. verletzt an): Sie... sie hatten mal eine ... *schluck* ... Affäre oder was auch immer. Sie hat ihn getröstet, als das mit der anderen nichts wurde. Wie es jetzt aussieht, weiß ich nicht. Ich hab die beiden schon lange nicht mehr zusammen gesehen.
Ich weiß nicht, ob ich das positiv oder negativ werten soll. Wir hatten ja mal abgemacht, dass ich nichts mitbekommen will. War eine Scheißidee. Ich will das wissen, verdammt. Hmm... Die Gerüchteküche sagt ja auch nichts mehr dazu. Hat er vielleicht doch Schluss gemacht? Ich weiß es nicht. Das macht mich noch wahnsinnig.
CK (schaut sie aufmunternd an): Na das ist doch deine Chance.
GK (unsicher): Meinst du?
CK (macht ihr Mut): Klar!
Ich habe aber immer noch das Gefühl, dass da noch was läuft. Ich weiß nicht. Es ist so ein ungutes Gefühl. Vielleicht hält er sich ja ihretwegen bei mir zurück? Hat er sich etwa für sie entscheiden und traut sich nun nicht, das mir zu sagen? ... Nein, das glaube ich nicht. Das kann gar nicht sein. ... Oder bilde ich mir da nur was ein? Vielleicht hat er auch einfach nur Angst vor dem, was zwischen uns ist. Bei ihm hat sich doch auch etwas verändert. Das habe ich doch an seinen Augen gesehen. Vielleicht muss ich einfach nur mal mutig sein.
GK: Vielleicht hast du Recht. Ich muss ihm einfach zeigen, wie ernst mir das mit uns ist.
CK (klatscht begeistert in die Hände): Genau! Das will ich hören. Und damit fängst du heute noch an.
Oh Gott! Und wie? Nach der Pleite gestern und heute Morgen in der Cafeteria. Vielleicht bin ich doch nicht so mutig.
GK (fühlt sich dann doch leicht überrollt): Äh...
CK: Ja was? Willst du ihn oder willst du ihn nicht?
GK (entschlossen): Ja!
CK: Dann kriegst du ihn auch! Und ich will alle Details wissen. Es sieht ja so aus, als ob ich hier noch eine Weile liegen muss, und ich liebe nun mal schöne Liebesgeschichten.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

11.11.2010 13:08
#813 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Etwas später

Ohne Anzuklopfen stürmte Dr. Gretchen Haase das Büro ihres Vorgesetzten und Liebsten, Dr. Marc Meier, der gerade an seinem Schreibtisch saß und lustlos Papierkram erledigte, aber nun überrascht aufschaute, und ließ sich mit einem lauten Seufzer auf dem Stuhl gegenüber von ihm fallen. Die Patientenmappen, die sie vor ihrem Bauch gehalten hatte, legte sie behutsam auf den Tisch ab. Marc legte seinen Stift beiseite und lehnte sich lässig in seinem Sessel zurück. Sein Mund war leicht geöffnet und er musterte argwöhnisch die dreiste Störerin, die sein Herz allein durch ihre Anwesenheit höher schlagen ließ...

MM: Äh... Aber sonst geht’s dir noch gut oder was?
GH (strahlt ihn zuckersüß an): Ja, bestens! Danke der Nachfrage.
Boah! Also sie legt heute ein Temperament an den Tag! Gefällt mir!
MM (beugt sich leicht nach vorn u. sieht den blonden Wirbelwind strafend an): Auch wenn du es bist, Haasenzahn, und ich dich jeder Zeit gerne hier sehe, aber Anklopfen wäre schon angebracht.
Er sieht mich gerne! Hach... Ich hab dich auch vermisst in der halben Stunde, die wir nicht zusammen waren.
GH (grinst ihn an): Hast du etwas zu verbergen?
MM (lehnt sich entspannt zurück, verschränkt seine Arme vor der Brust u. lässt den Oberarzt raushängen): Ich? Nö, aber wenn Patienten hier gewesen wären...
GH (fällt ihm frech ins Wort): Sind sie aber nicht. Außerdem wäre das ja dann auch quasi mit mein Job oder?
Du hast heute aber auch die Weisheit mit Löffeln gefressen oder was? Also wenn ich ihre Bewertung nicht schon längst abgeschickt hätte, würde ich jetzt glatt dazu tendieren, sie zu rüffeln. Widerspricht ihrem Ausbilder bei jeder Gelegenheit, weiß alles besser, hält nie ihre unverschämte Klappe und wenn sie was will, setzt sie auf ihre weiblichen Reize und flirtet dreist mit dem Oberarzt. Weiß nicht, was die Prüfungskommission dazu sagen würde.
MM (hebt seine rechte Augenbraue): Ah ja!?
GH (selbstsicher): Ja!
Du kleines Luder, man(n) muss dich einfach lieben.
MM (räuspert sich, weil er merkt, dass er wieder zum peinlichen Teeny mutiert u. sie anhimmelt, was ja eigentlich gänzlich gegen seine Natur ist ): Was gibt’s denn?
GH (lächelt ihn an u. zeigt mit ihrer rechten Hand auf die Patientenmappen, die vor ihr liegen): Nichts Besonderes! Die beiden Blinddärme liegen wieder auf ihren Zimmern. Hier sind ihre Akten. Ich habe die OP-Berichte schon beigefügt. ... (sie zieht eine Akte aus dem Stapel heraus u. hält sie ihm hin; er wirft einen kurzen Blick darauf) ... Und hier ist auch noch das MRT von Herrn Süß. Wie erwartet, es handelt sich nur um einen leichten Bandscheibenvorfall. Ich war schon bei ihm und mit unserem Physiotherapeuten habe ich auch schon telefoniert. Er schaut ihn sich heute Nachmittag mal an.
MM (verzieht keine Miene): Gut!
GH (hätte mehr von ihrem Oberarzt erwartet u. zieht eine enttäuschte Schnute): Mehr sagst du nicht dazu?
MM (zuckt mit den Schultern): Was soll ich noch dazu sagen? Die Diagnose war doch eindeutig.
Danke, Gretchen, das war hervorragende Arbeit. Du bist eine sehr gute Ärztin, wenn nicht sogar die Beste der Welt. Ist das zu viel verlangt? GGGRRR!!!
GH: Ja, schon. Aber ich meinte eigentlich... naja... (sie versucht über seinen Schreibtisch zu lugen, um zu sehen, woran er gerade arbeitet, aber er verdeckt die Papiere mit seinen Armen) ... du weißt schon.
Ach daher weht der Wind? Du willst wieder gelobt werden, hä? Muss ein Frauenproblem sein!
MM (grinst sie wissend an u. kippelt mit seinem Stuhl leicht nach hinten): Ach weiß ich das?
Er ist so gemein. Wieso sagt er nicht einmal, dass ich die beste Assi bin, die er je hatte.
GH: Marc, jetzt sag doch, wie du mich gefunden hast?
Was willst du denn hören? Dass du die beste Assi bist, die ich je hatte? Dass du eigentlich schon längst deinen Facharzt in der Tasche hättest, wenn es nach mir ginge und nicht nach den Flachwichsern an deiner beschissenen Uni? Dass du schon so gut bist, dass du eigentlich diesen Stuhl hier verdient hättest? Aber so schnell gebe ich den nicht her. Jedenfalls nicht, bis ein anderer, wesentlich bequemerer Stuhl frei ist. Hmm... Sollte vielleicht mal mit Franz quatschen, was sich so machen lässt bzw. wie sich die Sache beschleunigen lässt.
MM (feixt): Naja, du hast ja eher mich hier gefunden.
Blödmann!
GH (geht gleich an die Decke): Maaarc!
Hach... sie ist so süß, wenn sie sich aufregt! Zum Abknutschen!
MM (stöhnt laut aus): Mein Gott, soll ich dir jedes Mal einen Bienchenstempel in dein rosa Poesiealbum klatschen oder dir ne Goldmedaille basteln, wenn du bewertest wirst oder was?
Ja, ja, ja!!!
GH (grinst ihn breit an): Och, wenn du Zeit dafür hättest, dann...
Na soweit kommt’s noch!
MM (funkelt sie an): Haasenzahn!
Hihi! Aber er hat ja den Vorschlag gemacht. Außerdem habe ich bisher nur eine Medaille im Regal liegen und die ist von den Bundesjugendspielen vor ein paar Monaten.
GH (legt ihre Unterarme auf den Tisch u. schaut MM ernst an): Jeder verdient mal ein bisschen Bestätigung, Marc.
Schon klar, und du willst gleich eine LKW-Ladung davon, hä?
MM (lässt sich diese Vorlage natürlich nicht entgehen u. zwinkert ihr anzüglich zu): Die gebe ich dir doch jeden Tag ....... mehrmals.
Boah, dieser Idiot!
GH (blitzt ihn an): Marc, im Job versteht sich.
Das weiß ich doch. Wobei mir die andere Bestätigung bei weitem besser gefällt.
MM (zeigt mit dem rechten Arm auf seinen Computer): Ich hab deine Bewertung schon weggeschickt.
GH (sichtlich überrascht): Schon? Und was...
MM (unterbricht ihre zögerliche Frage): Süße, wann lässt du endlich mal deine Selbstzweifel fallen, hmm?
Na wenn du mich immer klein redest, mir nichts zutraust und immer mit blöden Machosprüchen kommst, da weiß Frau eben manchmal nicht, wie sie damit umgehen soll.
GH (schaut ihn traurig an): Na du fachst sie ja immer wieder an.
MM (fühlt sich gleich wieder angegriffen): Ach ich bin wieder Schuld?
GH: Du bist immer Schuld, Marc!
MM (sichtlich geschockt über ihre Aussage): Was?
GH (macht ihm Vorwürfe wegen seines Verhaltens während der Visite): Du hättest wenigstens deine völlig unnötigen Kommentare lassen können, wenn ich schon nicht um diese beiden ganz speziellen Zimmer herum gekommen bin. Das war eine Prüfung, Marc. Und ich war schon nervös genug und du musstest trotzdem deine blöden Späßchen machen. Ich mag es nicht, wenn du mich so verunsicherst. Erst recht nicht vor den Patienten. Nicht jeder von ihnen versteht die Ironie, die meist dahinter steht. Das war mir peinlich. Also halt dich bitte in Zukunft zurück, ok?
Puh! Das musste endlich mal gesagt werden.
MM (spürt dann doch ein wenig das schlechte Gewissen, ein Gefühl, das ihm eigentlich fremd ist): Das war doch gar nicht böse gemeint, Haasenzahn. Ich wollte dir nur helfen. Also dass du lockerer wirst.
Tolle Hilfe!
GH (schmollt): Ich war locker.
MM (muss dann doch schmunzeln, als er an die Visite zurückdenkt): Naja, bei dem Schäfer und...
GH (fällt ihm schnell ins Wort, weil sie nicht weiter darüber reden möchte): Eh! Das war ja auch eher eine Art äh.... Fremdschämen.
MM (hebt seine Augenbrauen): Ah ja!?
GH: Wirklich!
Na du bist ja süß!
MM: Naja, du hast die Sache ja dann ganz gut gemeistert.
Oh war das etwa...? Nein oder? Kann es wirklich sein, dass das Wort mit den drei schönen Buchstaben doch in seinem beschränken Wortschatz vorhanden ist? Ich glaube es erst, wenn er es noch einmal gesagt hat.
GH (sieht ihn mit großen Augen an): Findest du?
MM (lächelt kurz): Hmm!
GH (erwidert sein Lächeln): Dann bin ich beruhigt.
Als ob ich jemals etwas anderes über dich sagen würde, also zumindest anderen gegenüber.
MM (schaut ihr tief in die Augen): Du bist gut, ok.
Er hat es gesagt! Juhu!
GH (stolz wie Oskar): Wie gut auf einer Skala von eins bis zehn?
Hätte ich bloß nichts gesagt.
MM (rollt genervt mit den Augen u. lässt sich zurück in seinen Sessel fallen): Haasenzahn, treib es nicht zu bunt!
Einmal muss reichen. Bin ich Dr. Brinkmann, der jedem in den Arsch gekrochen ist? Pah!
GH (grinst u. lehnt sich ebenfalls auf ihrem Stuhl zurück): Einen Versuch war es wert. Aber ich weiß, wie du das alles wiedergutmachen kannst.
MM (glaubt sich verhört zu haben u. richtet sich wieder auf): Bitte? Ich wüsste nicht, warum ich das sollte? Du bist im finalen Stadium deines Facharztes, also musst du immer wieder mit solchen unangekündigten Prüfungen rechnen.
GH: Das weiß ich doch. Aber ich hab schon eine kleine Belohnung verdient, findest du nicht?
Das glaub ich ja jetzt nicht. Reich ihr den kleinen Finger und sie will gleich die ganze Hand. Aber nicht mit mir!
MM (grinst sie schweinisch an): Äh... hattest du die nicht schon letzte Nacht?
GH (verschränkt sauer die Arme): Boah Marc! Das ist jetzt nicht gerade romantisch.
MM (grinst noch mehr): Äh... also für meine Verhältnisse war das schon mehr als romantisch. Auf einer Skala von eins bis zehn, eine ... Hundert!
Hmm... Das war schon unglaublich schön, aufregend und romantisch. Aber das werde ich ihm sicherlich nicht auf die Nase binden.
GH (funkelt ihn an): Angeber!
MM (lacht): Eh! Also was willst du wirklich? Ich seh doch schon deine Augen so verdächtig leuchten. Soll ich Erdbeeren besorgen?
Er hat wirklich nur Eines im Kopf!
GH: Kannst du gerne machen, aber es geht eigentlich um etwas anderes.
Oh, oh, ich ahne das Schlimmste. Entweder hat es was mit meiner Mutter zu tun oder mit ihrer. Kann jetzt nicht ein Notfall reinkommen? Ich muss hier schleunigst verschwinden.
MM: Aha! Brauchst du wieder Geld für Schuhe?
GH: Maaarc!
Wenn du mir die Mütter ersparst, würde ich dir sogar meine Kreditkarte anvertrauen. Mit einem begrenzten Budget versteht sich. Bin ja nicht blöd!
MM: Na, dann sag es endlich, bevor ich hier noch Schimmel ansetze.
GH (zieht etwas aus ihrer Kitteltasche hervor u. wedelt dann damit vor seiner Nase herum): Hier!
MM (verfolgt ihre herumwirbelnden Arme mit den Augen): Was ist das? Soll ich dir deine Steuererklärung machen oder was?
Hmm... Danke für das Angebot. Werde bei Gelegenheit darauf zurückkommen. Hihi! Oh, ich bin so aufgeregt.
GH (legt den Umschlag mit seinem Namen auf seinen Platz u. schaut MM ungeduldig an): Nein! Mach ihn auf, dann weißt du mehr!
MM (mustert den Brief argwöhnisch von beiden Seiten u. durchleuchtet ihn mit seinen Adleraugen, aber als er den Absender liest, stöhnt er laut auf u. quengelt): Och nö! Das ist nicht dein Ernst?
Dann lieber beide Mütter zusammen!

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

12.11.2010 09:37
#814 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Herzlichen Glückwunsch, Herr Fitz!!! Und euch wünsche ich viel Spaß mit dem nächsten Martchen-Teil und der Auflösung, was es mit der Einladung auf sich hat. Zum Rehleinkucken geht es leider nicht. Stürmische Grüße, eure Lorelei




GH (hibbelig u. voller Begeisterung): Doch! Gerade sind die Einladungen gekommen. Ich hab deine gleich mitgebracht.
Du hättest sie auch gleich in den Reißwolf stecken können.
MM: Du willst nicht ernsthaft dahin gehen?
GH (schaut ihn mit leuchtenden Augen an): Das wird ein riesen Spaß!
MM (hebt ungläubig seine Augenbrauen): Sicher!?
... NICHT!
GH (klatscht begeistert in die Hände): Doch! Also ich hatte letztes Jahr...
Boah nee, nicht die Geschichte!
MM (unterbricht genervt ihre Schwärmereien): Bitte erspar mir die schmutzigen Details!
Pah! Du hättest mich ja letztes Jahr fragen können. Ach nein, ich vergaß, du wolltest ja unbedingt Gabi... GGGRRR!!! Denk nicht mehr daran, Gretchen! Tue ich auch nicht.
GH (beugt sich über den Schreibtisch u. tippt mit dem Zeigefinger auf den Umschlag, den er mittlerweile achtlos auf seinen Tisch geschmissen hat): Jetzt mach doch den Umschlag endlich mal auf, Marc!
Ich will nicht! Weder den Brief aufmachen, noch dahin gehen. Nur über meine Leiche.
MM (hält ihrem auffordernden Blick nicht lange stand, reißt den Umschlag mit dem Finger auf u. überfliegt kurz die Einladung): Freitag?
GH (ihr ist die Vorfreude ins Gesicht geschrieben): Ja! Freust du dich?
Äh nein! Und werd ich auch nicht, da kannst du mich noch so süß anstarren. Ich geh da nicht hin. Basta!
MM: Haasenzahn, siehst du mich etwa hier auf und ab hüpfen?
Wenn er es gemacht hätte, hätte ich mich schon gewundert.
GH (schaut ihn gespannt an): Also was sagst du?
MM (wie aus der Pistole geschossen): Nein!
GH (getroffen): Wieso denn nicht?
MM: Weil ich schon seit Jahren solchen Veranstaltungen aus dem Weg gehe.
GH (enttäuscht): Und warum, wenn ich fragen darf?
Boah! Warum kann sie sich nie mit einem einfachen „Nein“ zufrieden geben?
MM (ihm gehen bald die Erklärungen aus): Weil... weil das dort an Spießigkeit nicht zu überbieten ist.
Blödsinn! Das war alles andere als spießig. Selbst meine Mutter war locker wie nie und hat aus voller Seele einen alten Schlager gesungen. Also ich hatte Spaß. Naja, am Anfang vielleicht nicht unbedingt, aber nach Mitternacht wurde es bei weitem besser. Hach ja! Aber das behalte ich mal lieber für mich. Ich weiß ja, dass das ein rotes Tuch für ihn ist.
GH: Also ich fand das jetzt nicht unbedingt spießig. Die Musik war toll, also richtig modern und so. Die Leute waren nett. Und das Essen hat super geschmeckt.
MM (grinst): Klar, dass das für dich das ausschlagkräftigste Argument ist.
Boah! Na warte!
GH (wirft ihm erst einen bösen Blick zu, dann versucht sie ihn aufzustacheln): Eh! ... Und ich dachte immer, du bist so auf deine Karriere bedacht.
Was wird das denn jetzt?
MM: Sicher bin ich das.
Ha! Ich glaube, so kriege ich ihn!
GH: Und warum gehst du dann einer Veranstaltung aus dem Weg, bei der du dich mit den Koryphäen unseres Fachs unterhalten könntest?
Ach nee? Daher weht der Wind. Als ob mich besoffene Ärzte, die eigentlich überhaupt nichts können, weil ich ja eh der Beste bin, mich in irgendeiner Weise beeindrucken würden. Da hast du dich aber geschnitten, Süße!
MM: War dein Bruder nicht letztes Jahr auch da?
Sehr witzig.
GH (blitzt ihn mit zusammengekniffenen Augen an): Ja, weil Papa keine Begleitung hatte, aber... Äh... Dafür, dass dich das nicht so sonderlich interessiert, weißt du ganz schön viel Bescheid darüber.
Meine Spione sind halt überall. Außerdem hat der Kaan ja gleich überall rausposaunt, dass er sich dich gekrallt hat. Da muss ich nun wirklich nicht auch noch den Ort des Geschehens kennen lernen.
MM (cool): Na hier wird ja auch getratscht ohne Ende.
Hmm.... Wenn das schon nicht funktioniert, dann muss ich eben andere Geschütze auffahren.
GH (beugt sich etwas über den Tisch, spielt mit einer Haarsträhne u. schaut ihn zuckersüß an): Ach komm doch bitte mit, Marc! Wir müssen auch nicht lange bleiben. Ich ziehe was Schönes an. Wir tanzen ein bisschen und essen schön... Ich will doch nur mal wieder ein bisschen Zeit mit dir verbringen.
MM: Machen wir doch schon die ganze Zeit.
GH (lässt sich eingeschnappt wieder auf den Stuhl zurückfallen u. verschränkt ihre Arme vor ihrem Körper): Du bist so unromantisch.
MM: Also ich würde den Ärzteball jetzt nicht unbedingt als romantisch bezeichnen.
GH (lächelt ihn an): Wenn wir eng aneinander gekuschelt tanzen würden, fände ich das schon sehr romantisch.
MM (muss dann doch schmunzeln): Oh! Jetzt fährst du aber die schweren Geschütze auf.
GH (grinst ihn breit an): Na, wenn es anders nicht funktioniert.
Du bist ja süß, aber trotzdem...
MM (atmet laut aus): Gretchen, ich...
GH (fällt ihm schnell ins Wort, bevor er wieder eine unakzeptable Antwort gibt): Bitte, Marc, tue es für mich! Wir waren so lange nicht mehr aus.
MM (kratzt sich am Kopf): Äh... also wenn ich mich recht erinnere, waren wir vorgestern zusammen beim Speeddating.
GH: Da war ich mit den Mädels aus. Das zählt nicht.
Aber am Ende bist du dann mit mir abgezogen. Oh ja! Das war schon heiß!
MM (schüttelt ungläubig mit den Kopf): Boah! Du bist echt ne harte Nuss.
GH: Du ja auch.

....

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

13.11.2010 09:56
#815 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich grüße alle diejenigen, die auch seit gestern endgültig vom Fieber gepackt worden sind. Stürmische Grüße von einer aufgekratzten Lorelei



Gretchen schaute ihren widerspenstigen Liebsten mit Schmollmund und ihrem unwiderstehlichen Dackelblick an. Marc konnte gar nicht anders und lächelte sie nach dem zweiten sexy Augenaufschlag ihrerseits verträumt an. Was sollte er nun tun? Ihr schon wieder nix abschlagen? Das lief doch jedes Mal so ab. Er konnte noch so sehr auf seiner eigentlich unantastbaren göttlichen Meinung beharren, am Ende war immer sie die Siegerin, egal worum es ging. Sie wickelte ihn jedes Mal um den Finger. Und jetzt war es schon wieder so. Das war so ungerecht, fluchte der verliebte Oberarzt in sich hinein. Er stand schon völlig unter ihrem Schlafittchen. Eine Tatsache, die sich der unverbesserliche Macho eigentlich niemals eingestehen wollte. Aber er konnte seiner Süßen nun mal nichts abschlagen. Ein Blick in ihre strahlendblauen treuen Augen und alle männlichen Vorsätze waren dahin. Aber Marc Meier hasste diese steife Veranstaltung wirklich wie die Pest. Er hatte es so satt, bei alles und jedem rumzuschleimen, wie zu der Zeit, als er noch Assistenzarzt war und der Ärzteball für ihn sozusagen eine unangenehme Pflichtaufgabe war, um nach oben zu kommen. Aber seitdem er Oberarzt geworden war, war er nicht mehr dort gewesen. Er hatte doch erreicht, was er immer wollte. Zumindest die erste Etappe der Karriereleiter war erklommen und die zweite Stufe stand schon in den Startlöchern. Und Prof. Haase brauchte er nun wirklich keinen Honig mehr ums Maul zu schmieren. Außerdem waren solche uncoolen Tanzveranstaltungen mit der ganzen Etikette und den aufgesetzten Höflichkeiten für ihn das Allerletzte. Schlimmer noch als jede Buchlesung seiner Mutter. Viel lieber würde er seine Zeit allein mit seinem Haasenzahn verbringen. Wenn sie ausgehen wollte, bitte, das würde er gerne über sich ergehen lassen. Sie hatte sich das schon verdient. Schick essen gehen, Fummeln im Kino oder ein schwuler Spaziergang durch den Schnee, warum nicht? Aber bloß nicht der Ball der Spießer, Oberlehrer und Langweiler! Das war nun wirklich nicht seine Welt. Marc rang wirklich mit sich. Er wusste, dass sein Mädchen sehr auf solche Veranstaltungen abfuhr. Das hatte ihm das oberpeinliche Klassentreffen vor ein paar Wochen gezeigt. Das war genau ihre Welt. Und sicher würde er auch gerne wieder mit ihr eng umschlungen tanzen wollen, sie in einem wunderschönen Ballkleid bewundern, aber allein schon der Gedanke an diese steife Alt-Herren-Veranstaltung ließ seinen Magen zusammenziehen. Für kein Geld der Welt würde er dahin gehen. Da übernahm er lieber noch eine Doppelschicht. Die letzten beiden Male konnte er sich noch rausreden. Mal war es eine stinklangweilige Buchpräsentation seiner Mutter, mal ein wissenschaftlicher Vortrag, so wie letztes Jahr. Und dieses Jahr? Er hatte völlig vergessen, dass dieses „Event“ noch stattfinden würde. Deshalb hatte er auch noch keinen Gegenplan entworfen. Er könnte ja wirklich noch freiwillig eine Schicht übernehmen. Leben retten war eh viel cooler als die blöde Arschkriecherei bei hundertjährigen Professoren, die mit ihren längst überholten Theorien schon den Zenit der Zeit erreicht hatten. Der Rössel würde doch sicherlich auch mit seinem Frauchen auf den Opernball gehen wollen. Dr. Meier würde dieses kleine Opfer gerne auf sich nehmen und es war schließlich immer gut, bei seinem älteren Kollegen ein Stein im Brett zu haben.

Während Marc darüber grübelte, wie er noch aus der Sache herauskommen könnte, und nach guten und v.a. plausiblen Alternativausreden suchte, schaute Gretchen ihn mit großen Augen erwartungsvoll an. Warum war er nur so verbohrt? Wieso musste er es ihr immer so schwer machen, wenn sie mal mit ihm ausgehen wollte? Das kam schon selten genug vor. Und jedes Mal das gleiche Theater. Als wäre er ein menschenscheuer Einsiedler, der nie seine Höhle verließ. Dabei wollte die schöne Assistenzärztin doch nur mal wieder etwas Zeit mit ihrem Liebsten außerhalb der Klinik verbringen, wo sie doch schon so wenig Freizeit hatten. Was war denn schon dabei? Gut, der Ärzteball war vielleicht nicht gerade eine Bambiverleihung, aber vom Ambiente her doch schon sehr angenehm und er passte so schön in die romantische Adventszeit, von der sie aufgrund ihrer langen Arbeitszeiten auch kaum etwas hatte. Ein bisschen Spaß, leckeres Gourmetessen, nette Gespräche mit Kollegen und ein Stehblues mit ihrem Oberarzt. Das wäre so schön, seufzte sie leise in sich hinein und sah Marc verträumt an.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

13.11.2010 20:42
#816 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal. Ihr denkt also, sie hätte ihn schon am Haken. Hmm... wenn ihr euch da mal nicht täuscht. Vielleicht kommt ja noch was dazwischen, was sich aber nicht unbedingt negativ auf ihren Plan auswirken muss. Genug verwirrt? Gut! Dann viel Spaß mit dem nächsten Teil. Schönen Abend noch. Eure Lorelei




Während beide still ihren Gedanken nachhingen, läutete plötzlich Gretchens Handy. Die blonde Ärztin schreckte auf und ging sofort ran, als sie die Nummer des Anrufers erkannte...

GH: Ja? ... Ich wollte gleich in die Mittagspause gehen, warum? ... Oh, ja, das hatte ich ja fast vergessen. ... Nein, kein Problem. Ich sag ihm Bescheid. ... In fünf Minuten, ja. ... Bis gleich, Papa!

Die blonde Ärztin legte seufzend auf und steckte ihr Handy wieder in ihre Kitteltasche. Dr. Meier schaute sie nun fragend an...

GH: Das war Papa.
MM: Das hab ich mir schon gedacht. Was wollte er denn?
GH (lächelt verschämt): Schon vergessen, dass wir in der Pause mit ihm verabredet waren?
MM (lässt sich stöhnend in den Sessel zurückfallen u. fährt sich mit der flachen Hand über sein Gesicht): Scheiße! Die Standpauke.
Dass der einem auch jeden Spaß verderben kann.
GH (zieht auch eine Schnute): Bingo!
MM (sieht sie gequält u. mit einen Hauch von Respekt für seinen Chef u. Schwiegervater in spe an): Und jetzt?
GH (schaut ihn ebenso wehleidig an): Na wir gehen jetzt zu ihm. Er wartet auf uns.
MM (der sonst so coole Oberarzt wirkt sichtlich angespannt u. nervös): Muss das sein?
Schon lustig, wie viel Angst er vor meinem Vater hat.
GH (grinst ihn plötzlich an): Schiss?
Woah, woah, woah, Haasenzahn! Du bist auch nicht ganz unschuldig an dem Schlamassel. Hättest ja auch einen Rollkragenpullover anziehen können!
MM (funkelt sie an u. verschränkt stolz seine Arme vor seinem Körper): Ich? Niemals!
GH (lacht): Das hab ich mir gedacht. Aber das nächste Mal lässt du vielleicht besser deine Hände bei dir.
Pah! Ich denke nicht mal daran.
MM: Du hast mich doch dazu provoziert.
Also das ist ja wohl...
GH (mit leichter Ironie in der Stimme): Sicher!?
MM (grinst): Natürlich! Wäre er nicht aufgetaucht, hättest du doch sicherlich den Stoppknopf gedrückt.
Boah! Wenn da mal nicht der Wunsch der Vater des Gedanken war.
GH (blitzt ihn an): Schön, dass du mir mal wieder die Schuld in die Schuhe schiebst, Marc.
MM (lässig): Immer wieder gern!
Dieser Idiot! GGGRRR!!!
GH (erhebt sich langsam von ihrem Stuhl u. steckt ihre Einladungskarte für den Ärzteball wieder in ihre Kitteltasche): Eh! Lass das bloß nicht meinen Vater hören! So und jetzt komm endlich! Papa mag es nicht, wenn er warten muss.
MM (tut es ihr seufzend gleich): Na dann. Wieder einmal ein Gang nach Canossa!
GH: Du kennst ja den Weg.
Du kleines Luder, ich fass es nicht.

Gretchen zwinkerte Marc frech zu. Dieser ließ sich das natürlich nicht gefallen, kam schnell um den Schreibtisch herum geschossen und packte sein grinsendes Mädchen an beiden Handgelenken. Er presste seinen Körper gegen ihren. Sie funkelte ihn verführerisch an und Sekunden später spürte sie schon seine feurigen Lippen auf den ihren. Der dreiste Küsser löste sich schließlich wieder von seinem blonden Engel, grinste sie verschmitzt an und nahm dann ihre Hand. Beide gingen zur Tür...

MM: Das war für den Fall, dass wir das nicht mehr hier tun dürfen.
Verbote haben dich doch noch nie davon abgehalten.
GH (lächelt verträumt): Quatschkopf!

Marc öffnete lachend die Tür und überließ gentlemanlike seiner Freundin den Vortritt. Und so machten sich die beiden Ärzte Hand in Hand, aber mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend auf den Weg nach Canossa ... äh... zum Büro ihres Chefs und (Schwieger-) Vaters...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

14.11.2010 12:28
#817 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tja, was der große Chef von den beiden will, ob Moralpredigt, Knutschfahrtverbot oder ganz was anderes, verrate ich noch nicht. Jetzt geht es erst einmal auf der Gyn weiter. Da ich anscheinend diesmal schneller als die Realität bin, habe ich mich für einen Jungen entschieden. Stellt euch einfach Kaya Yanar in Mini vor oder Ralf Schmitz in gewohnter Größe. Viel Spaß! Und nicht vergessen, gleich Daumen drücken! Supersonnige Grüße! Eure Lorelei




Derweil auf dem Flur der Gyn

Nach einem kurzen Abstecher ins Stationszimmer und einen beherzten Griff in die Süßigkeitenschale von Schwester Sabine schlenderte ein zufriedener, an einem Duplo kauender Frauenarzt den Gang der Gynäkologie vor. Er hatte soeben Frau Boes von einem gesunden Jungen entbunden. Alles war komplikationslos verlaufen und die frischgebackenen Eltern waren überglücklich. Wie nach jeder Geburt, die er erfolgreich durchgeführt hatte, spürte Dr. Kaan auch diesmal wieder dieses ganz besondere Hochgefühl, das ein neugeborenes Leben bei ihm auslöste. Das würde heute wirklich ein guter Tag werden, auch wenn er vielleicht etwas verwirrend begonnen hatte, dachte Mehdi und biss erneut in den Schokoriegel. Er würde sein Gefühlschaos lösen, freundschaftliche Bande knüpfen und Marc Meiers „Macho“-Theorie widerlegen. Ja, er konnte auch mit Gabi Kragenow befreundet sein. Gut befreundet. Sehr eng befreundet. Ja, die besten Freunde würden sie werden, redete er sich immer wieder ein und lief entschlossen den Flur vor. Der Oberarzt kreuzte gerade einen Nebengang, blickte nach links und sah an dessen Ende Marc und Gretchen Händchen haltend in den Aufzug steigen, blieb stehen und winkte den beiden zu, aber sie bemerkten ihn nicht, denn sie hatten nur Augen für sich und dann schlossen sich auch schon die Fahrstuhltüren. Mehdi lächelte sanft und ging weiter, doch an der nächsten Ecke blieb er wieder abrupt stehen, denn er hatte eine Erscheinung. Er blickte interessiert den Gang vor und musste unweigerlich schmunzeln. Denn vor seiner Bürotür hatte er diejenige welche entdeckt, die gerade eben in seinen Gedanken herumgeschwirrt war. Sie hielt irgendetwas in ihrer linken Hand - er konnte es nicht genau erkennen, weil er noch zu weit entfernt stand - und griff immer wieder nach der Türklinke, aber, bevor sie diese herunter drückte, drehte sie sich Kopf schüttelnd wieder um und ging zwei Schritte den Flur Richtung Säuglingszimmer vor, um sich dann Sekunden später wieder umzudrehen und das seltsame Schauspiel zu wiederholen. Mehdi verschränkte seine Arme und lehnte sich seitlich an die Wand und beobachtete die schöne Brünette verträumt. Gabi war schon irgendwie süß, in ihrer ganzen Art, mal wild und verspielt, mal scheu und unnahbar, und jetzt wie sie da so unsicher vor seiner Tür herumlungerte. Was sie wohl von ihm wollte? fragte er sich. Sah sie schon immer so schön in dem weißen engen Kittel aus? Einerseits sexy, weil er ihre schlanken ellenlangen Beine betonte, aber andererseits auch professionell und seriös, wie es sich für eine Krankenschwester gehörte. Einfach nur süß, seufzte er verträumt, aber fasste sich eine Sekunde später verwirrt an seinen Kopf. Wie konnte er das denn schon wieder denken? Er konnte Gabi nicht süß finden! Sie war doch seine zukünftige neue beste Freundin und eine enge Freundin fand man nicht süß, also zumindest nicht die, mit der man nicht fest zusammen war und er war nicht mit Gabi zusammen. Wie kam er überhaupt auf diesen völlig abwegigen Gedanken? Mehdi knetete nervös seine Finger, hielt inne und betrachtete seine linke Hand, die Gabi heute Morgen so wahnsinnig sanft und gefühlvoll gestreichelt hatte. Er spürte wieder dieses warme wohlige Gefühl, dass das bei ihm ausgelöst hatte, und fuhr sich anschließend verwirrt durch seine Haare. Das konnte doch gar nicht sein? Er durfte das weder denken, noch fühlen. Gabi Kragenow war eine tolle Kollegin, eine gute Krankenschwester und irgendwann vielleicht auch eine enge Freundin. Mehr nicht! Er würde nicht noch mal schwach werden. Er hatte sich im Griff. Das gestern Abend war doch nur eine kurzfristige Verwirrung gewesen, ausgelöst durch den aufregenden Salsatanz, die damit verbundene Leidenschaft und das erotische Prickeln. Genau! Nur ein schöner Moment. Mehr war das nicht. Aber wieso hatte er sich dabei so wohl gefühlt? So beschwingt, so losgelöst, irgendwie glücklich. Plötzlich kamen dem nachdenklichen Frauenarzt wieder Marcs Worte von heute Morgen in den Sinn. Er schüttelte den Kopf. Blödsinn! Gabi hatte ihm weder den Kopf verdreht, noch würde sie es darauf anlegen, ihn wieder rumzukriegen. Sie hatten sich einfach nur gut verstanden. Deshalb würden sie schon noch irgendwann irgendwie Freunde werden können. Davon war Mehdi felsenfest überzeugt. Mit Gretchen hatte das doch auch irgendwann geklappt. Er hatte die Gefühle für sie fest in einer kleinen Ecke seines Herzens verschlossen und die schönen Erinnerungen unter dem Stichwort „Vergangenheit“ abgespeichert. Gefühle? Er dachte an Gefühle? Wieso dachte er jetzt an Gefühle? fragte er sich plötzlich. Hatte er etwa auch Gefühle für Gabi? Nein oder? Das konnte doch gar nicht sein und wenn dann höchstens freundschaftliche Gefühle. Oder war da doch mehr? Sie hatte schließlich irgendetwas an sich, das ihn immer wieder magisch zu ihr hinzog. Er konnte es nicht kontrollieren. Es war einfach da. Mehdi blickte verunsichert zu der schönen Krankenschwester, die gerade einen erneuten Versuch startete, sein Büro zu stürmen. Diesmal wollte sie klopfen, aber in der letzten Sekunde zog sie ihre Hand wieder zurück. Wieso war sie nur so nervös? fragte er sich. Es musste etwas Ernstes sein. War etwas mit dieser Chantal? Nein, dann hätte sie ihn sicherlich angepiept. Wenn es um die Patienten ging, legte sie ja neuerdings eine besondere Fürsorglichkeit an den Tag, die ihn sehr beeindruckte. Sie hatte sich schon sehr gemacht in den letzten Monaten. Sie war nicht mehr den Patienten gegenüber desinteressiert oder ging angewidert diversen Untersuchungen aus dem Weg. In solchen Momenten hatte er schon oft gezweifelt, ob Krankenschwester der richtige Beruf für sie war. Aber mittlerweile blühte sie richtig auf. Sie zeigte Engagement, bemühte sich, war aufmerksam. Der Halbperser hatte immer gewusst, dass das in ihr steckte. Und er war stolz auf sie. Mehr als nur stolz. Seufzend nahm er den nächsten Schokoriegel aus seiner Tasche, friemele das Papier ab und biss genüsslich hinein, während er sie immer noch beobachtete. Er musste schon wieder lächeln - das hatte sich mittlerweile zu einem Automatismus entwickelt, den er nicht mehr abstellen konnte -, als sie wieder vor seiner Tür stand, sich kurz umschaute, ob sie auch niemand beobachtete und die Klinke langsam nach unten drückte. Doch ein weiteres Mal schien sie den Mut zu verlieren und sie trat ein paar Schritte zurück. Sie ließ sich auf einen der leeren Wartestühle fallen, legte die Papiere oder was auch immer sie gerade in der Hand gehalten hatte, auf den Stuhl daneben und senkte ihren Kopf in ihre Hände. Was war nur mit ihr los? Also um einen Patienten ging es sicherlich nicht. Es musste... Er hielt den Atem an. Das war es! ... Sie war seinetwegen gekommen. Es ging um... um... Er spürte, wie sein Herz plötzlich schneller lief. Mehdi griff sich an seine Brust. Das konnte doch gar nicht sein? Wieso war er jetzt so aufgeregt? Das war doch nur Gabi! Die schönste Krankenschwester des EKH. Sie kannten sich doch schon ewig. Seit drei Jahren, vier Monaten, zwei Wochen und fünf Tagen, um genau zu sein. Sie hatten vor ein paar Wochen eine schöne aufregende Zeit verbracht, aber war ihre verbotene Affäre nicht schon längst Vergangenheit? Aber bevor er genauer darüber nachdenken konnte, was mit ihm und ihr los war, rief ihn eine tiefe Stimme abrupt in die Realität zurück...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

14.11.2010 21:13
#818 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einen wunderschönen Abend wünsche ich. Weil ich gute Laune habe (Wir sind Schlaaaand! Äh.... Weltmeister!!! ) und eine flehende Bittstellerin mich so herzzerreißend darum gebeten hat, gibt es den Montagsteil schon jetzt. Ich soll ja endlich mal in die Pötte kommen. Viel Spaß! Eure Lorelei




Es war die von Oberschwester Stefanie, die den dunkelhaarigen Oberarzt mit bitterböser Miene anstarrte und anscheinend auf Krawall gebürstet war...

SB: Sie schon wieder! Sie... Sie Wombat!
MK (sieht sie an, ohne wirklich zu erkennen, wer da eigentlich vor ihm steht, weil er viel zu sehr mit sich selbst u. seinem Gefühlschaos beschäftigt ist): Hmm?
SB (beleidigt, weil er mal wieder nicht auf sie reagiert; mustert ihn abfällig, schüttelt nach einer Weile den Kopf u. geht dann weiter; ihre laute Schimpftirade hört man noch mehrere Gänge weiter): Diese verdammten Akademiker werden auch nur fürs Rumstehen bezahlt. Unmöglich ist das. Und wir schuften uns hier zu Tode.......

Doch Mehdi Kaan hörte sie nicht. Er hatte seine Augen schon längst wieder in eine andere Richtung gelenkt. Gabi war gerade wieder aufgestanden und ging langsam auf seine Bürotür zu. Mit Spannung verfolgte er jede einzelne ihrer Bewegungen. Plötzlich drehte sie sich schnell wieder um und hechtete zu den Stühlen zurück, hob die Papiere auf, die sie auf dem Stuhl liegen gelassen hatte und drückte diese nun an ihre Brust. Und schon stand sie wieder vor seiner Bürotür. Der Frauenarzt lächelte verträumt. Irgendetwas hatte die seltsame Situation. Er konnte sich das auch nicht wirklich erklären. Aber er konnte einfach nicht aufhören, sie anzuschauen. So merkte er auch nicht, wie er plötzlich von Schwester Sabine angesprochen wurde, die verwundert stehen geblieben war, als sie den attraktiven Halbperser so abwesend an der Ecke lehnen gesehen hatte...

SV: Dr. Kaan, alles in Ordnung mit Ihnen?

Doch der Angesprochene rührte sich nicht. Besorgt fragte die blonde Krankenschwester erneut nach, aber er antwortete ihr immer noch nicht. Doch bevor sie ihn vorsichtig mit dem Zeigefinger antippen konnte, um zu kontrollieren, ob seine Lebenszeichen noch intakt waren, klingelte plötzlich ihr Handy mit einer spirituellen Melodie. Verwundert zog sie ihr Handy aus der Kitteltasche und nahm ab. Als sie die tiefe männliche Stimme des Anrufers erkannte, legte sich ein zartes Lächeln auf ihre Lippen und sie kicherte leise. Aufgeregt sprach sie in den Hörer...

SV: Günni! ... Äh... Günther, wie schön!

Ohne noch einmal nach Dr. Kaan zu schauen, schlenderte sie mit dem Handy am Ohr weiter. Von weitem hörte man noch ein paar Mal ein aufgekratztes Kichern, dann plötzlich einen lauten Rumms und daraufhin ein Klirren. Sabine war, vertieft in ihr Gespräch, gegen einen Essenswagen gelaufen. Peinlich berührt sammelte sie schnell die Scherben am Boden zusammen, dabei rutschte ihr auch noch ihr Handy aus der Hand, das sie hektisch wieder aufhob und in das sie sogleich hineinsprach, um zu testen, ob es noch funktionierte. Erleichtert fasste sich die tollpatschige Krankenschwester an ihre Brust, stand wie in Trance wieder vom Boden auf und ließ den schimpfenden Pfleger einfach stehen, der ihr nun Kopf schüttelnd hinterher blickte, als sie im Fahrstuhl verschwand, und sich dann daran machte, weiter das Mittagessen zu verteilen.

Das komische Handyklingeln hatte Mehdi aber dennoch zurück in die Realität katapultiert. Er sah noch einmal zu der nervösen brünetten Krankenschwester vor seiner Bürotür, lächelte und beschloss, endlich einzugreifen. Man konnte schließlich nicht mehr länger mitansehen, wie sehr sie sich quälte und außerdem war er neugierig, was genau sie von ihm wollte. Er stieß sich von der Wand ab und ging langsam auf Gabi zu. Dabei wischte er sich mehrmals über den Mund, um restliche Schokokrümel zu beseitigen. Dann strich er sich mehrmals durch sein Haar, das sich aufgrund der schlaflosen Nacht heute mehr als widerspenstig zeigte. Er gab schließlich entnervt auf und zupfte nun im Gehen seinen Kittel zu Recht. Er sah natürlich wie immer umwerfend aus, würden andere behaupten, aber Eigenkontrolle war besser. Vorsichtig schlich er den Gang vor. Gabi hatte ihn noch nicht bemerkt. Sie war viel zu sehr darauf fixiert, zu überlegen, was sie ihrer heimlichen Liebe gleich sagen wollte. Am Ziel seiner Begierde angekommen, atmete Mehdi noch einmal tief durch. Komischerweise verspürte er ein heftiges Herzklopfen in ihrer Gegenwart, das er sich zwar nicht erklären konnte, aber vorerst versuchte, zu verdrängen. Er stand nun direkt hinter der bildhübschen Frau, die ihm heute gehörig im Kopf herumspukte. Und jetzt, wo er in ihrer Nähe war, umso mehr. Er nahm ihr betörendes Parfum wahr und schloss für einen Moment seine Augen. Er sah sie wieder vor sich, wie sie gestern getanzt hatte, wie er sie herumgewirbelt hatte und wie sie wenig später vor ihrer Haustür gestanden hatten. Auch jetzt verspürte er wieder dieses unerklärliche Bedürfnis, sie unbedingt berühren zu wollen. Er öffnete seine Augen wieder. Ihr graziler Hals sah so verführerisch aus. Sie trug ihre langen glatten Haare heute in einen Pferdeschwanz. Am liebsten hätte er ihr jetzt mit dem Finger über die zarte Haut ihres Nackens gestrichen. Seine Hand kreiste schon darüber, doch als sie plötzlich selbst ihre Hand hob, zog er seine schnell zurück. Als Gabi, die sich endlich die richtigen Worte zurecht gelegt hatte, erneut zum Klopfen ansetzen wollte, trat er noch einen Schritt näher an sie heran - kein Blatt Papier hätte noch zwischen die beiden gepasst - und flüsterte ihr leise in ihr Ohr, auch wenn er nicht wirklich verstehen konnte, warum er das gerade tat und wieso er sich dabei so gut fühlte....

MK: Willst du zu mir?

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

15.11.2010 17:00
#819 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ja, ich stehe dazu. Ich bin wirklich gemein und ihr zappelt schon wieder vor Ungeduld, was Mehdi betrifft, aber ihr wollt doch sicherlich auch wissen, was Martchen im Büro vom Chef zu suchen haben oder? Jetzt erfahrt ihr es. Viel Spaß! Eure Lorelei





Zur gleichen Zeit erreichte ein schwer verliebtes Ärztepärchen die allmächtigen Pforten der Weisheit. Die beiden Doktoren warfen sich noch einen letzten aufmunternden Blick zu, dann klopfte Dr. Meier an die große Eichentür. Sie hörten ein lautes „Herein“ von ihrem Chefarzt und (Schwieger-) Vater. Marc nahm Gretchen wieder an die Hand, atmete noch einmal tief durch und drückte dann die Klinke herunter. Sie betraten gemeinsam mit leisen Schritten das Büro von Prof. Haase, schlossen die Tür, die ein wenig quietschte, und drehten sich anschließend mit einem mulmigen Gefühl und voller Erfurcht vor der nächsten Haaschen Moralpredigt herum. Überrascht nahmen die beiden Ärzte zur Kenntnis, dass vor dem großen Schreibtisch Jochen saß, der die beiden nun frech angrinste und mit der rechten Hand ein Peace-Zeichen zeigte. Gretchen lächelte erst ihn, dann ihren Vater freundlich an. Das ungute Gefühl von gerade eben löste sich in Wohlgefallen auf. Wenn ihr kleiner Bruder auch hier war, dann konnte es ja nicht allzu schlimm werden. Ihr Oberarzt und Freund blieb aber weiterhin skeptisch. Irgendetwas war doch hier oberfaul, wenn auch noch Gretchens dämlicher Bruder hier bei der Besprechung oder was auch immer anwesend war. Marc nickte Jochen erst zu, dann fiel ihm wieder die Geschichte von vorhin ein, dieser nervige Patient mit seinem ganz speziellen Problem und den dreisten Flirtversuchen bei seinem Haasenzahn, und er warf seinem Schwager in spe noch einen grimmigen „Schick-deine-beschissenen-Freunde-gefälligst-in-ein-anderes-Krankenhaus“-Blick zu, den der Student überhaupt nicht einordnen konnte und der daraufhin verunsichert seine Schwester anschaute, die aber nur mit den Schultern zuckte und sich dann auf den freien Stuhl neben ihn setzte. Marc machte es sich schließlich auf dem dritten Stuhl bequem, gleich neben seiner Süßen, und schaute nun fragend und immer noch leicht verunsichert zu Gretchens Vater, der die drei von seinem Chefsessel aus freundlich anlächelte und sich zur Begrüßung leicht über seinen Schreibtisch beugte...

F (ungewohnt fröhlich): Kinder, ich freue mich, dass ihr alle hierher gefunden habt.
Kinder? Äh... Was soll ich eigentlich hier? (M)
G (strahlt ihren Vater an): Ich freue mich auch, Papa. Was gibt es denn?
J (plappert frech dazwischen): Ja, das würde ich auch gerne erfahren. Du hast ja ein ziemliches Geheimnis daraus gemacht.
Hat er? Und ich hatte befürchtet, er würde uns eine Strafpredigt halten über Moral und Sitten im Krankenhaus. Hmm... Anscheinend nicht. Na GsD!!! (G)
F (schaut seine beiden Kinder verschwörerisch an): Das hat ja auch seinen Grund. Ihr habt doch eurer Mutter nichts gesagt von dem Treffen?
Äh... was wird das denn hier? Und was hat das mit mir zu tun? (M)
J (wundert sich u. schaut zu seiner Schwester, die ihn ebenfalls verwundert anschaut u. mit den Schultern zuckt): Nee, wie du gesagt hast.
G (schaut irritiert zu ihrem Vater): Wir sollten Mama nichts sagen?
Was ist hier los? Hat er wieder was angestellt? Ich will es gar nicht wissen. (G)
F: Nein!
Äh... vielleicht sollte ich mal nachhaken, nicht dass ich das hier falsch verstehe. (M)
M (schaut zwischen allen Parteien hin und her u. bleibt schließlich bei seinem Chef hängen): Also hat das hier gar nichts mit heute Morgen zu tun?
Oh Gott Marc! (G)
G (stupst ihn an den Arm, damit er die Klappe hält): Marc!
M (schaut sie sauer an u. reibt sich seinen schmerzenden Ellenbogen): Eh!
Bitte beschwör es nicht herauf, Marc! Papa ist gut drauf. Er hat es schon vergessen. (G)
J (lauscht interessiert auf): Was war denn heute Morgen?
Oh nein! (G)
F (funkelt M strafend an): Ich habe nicht vergessen, wie ich euch vorgefunden habe.
G (wird rot): Oh!
Verdammt! (M)
Er hat es nicht vergessen. Nein!!! (G)

J (lacht dreckig u. schaut zu seiner tomatenroten Schwester rüber): Gretchen, sag nicht, er hat euch schon wieder erwischt?
Hahahahaha!!! Ich fass es nicht. Ist das noch meine verklemmte Schwester? (J)
M (blitzt J sauer an u. dementiert im Flüsterton): Hat er nicht!
Danke, Schatz! (G)
F (wird etwas lauter u. erhebt seinen rechten Zeigefinger): Hat er sehr wohl und ich warne euch ein allerletztes Mal...
Oh, oh!!! (G)
Scheiße!!! (M)
Geile Show wieder! (J)

G (fällt ihrem Vater schnell ins Wort, um noch mehr Peinlichkeiten zu vermeiden): Papa, bitte lass gut sein! Wir werden uns in Zukunft zusammenreißen. Versprochen!
F (akzeptiert ihre Entschuldigung Stirn runzelnd u. fixiert jetzt den Schlawiner mit seinem tödlichen Blick): Gut!
M (räuspert sich u. schaut verlegen auf die massive Tischplatte, weil er dem durchdringenden Blick seines Vorgesetzten nicht standhalten kann): Äh... ja!
Schaffen wir eh nicht! Aber Gutwettermachen ist immer gut. (G/M)
J (lacht immer noch u. lümmelt auf seinen Stuhl): Das will ich sehen.
Arsch! (M)
So jetzt reicht’s, Bruderherz! (G)

G (tritt ihm auf den linken Fuß u. lächelt J dann unschuldig an): Eh!
J (regt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf): Sag mal, spinnst du? Der Verband ist erst seit gestern ab.
Upps! Der Hammer! (G)
G (dreht sich nuschelnd weg): Tschuldigung, hab ich vergessen.
Irgendwie ist er ja auch selber Schuld. Die Wand in meinem Zimmer wollte er ja unbedingt einreißen und nicht ich. Strafe muss sein! (G)
J (eingeschnappt): Ich bin auch immer wieder überrascht darüber, wie sehr du dich um deinen kleinen Bruder sorgst. Wann haben wir uns das letzte Mal gesehen?
Äh... Als ich ausgezogen bin, glaube ich. Oder? ... Oh Gott! So lange ist das her? Ich bin eine miese große Schwester. (G)
G (sieht ihren Bruder entschuldigend an): Jochen, jetzt lass gut sein, ok!
F (hat genug von dem ganzen Theater u. wird lauter): Kinder!
G (dreht sich wieder zu ihrem Vater um u. schaut ihn beschämt an): Ja, Papa?
F: Kommen wir zum eigentlichen Anliegen, warum ihr hier seid.
Na endlich! Ich schlaf sonst gleich ein. (M)
J (leicht gereizt): Ja, wurde auch Zeit. Als Praktikant hab ich nicht so lange Pause.
F (schimpft): Jochen, wie oft denn noch, MIR WIRD NICHT WIDERSPROCHEN!
J (plötzlich klein mit Hut): Jaaa!
Wieso fühl ich mich jedes Mal wie ein kleiner Schuljunge in seiner Gegenwart? (J)

Marc Meier grinste derweil schadenfroh leise in sich hinein, woraufhin Gretchen tadelnd mit ihrem Ellenbogen gegen seinen Arm stieß. Er funkelte sie böse an wegen der wiederholten Attacke und nun grinste auch sie. Fünf Sekunden später hielten sie sich unter dem Tisch wieder bei ihren Händen und lächelten sich versöhnlich an. Aber Franz hatte das alles gar nicht mitbekommen, weil seine Augen noch immer auf Jochen gerichtet waren. Er warf einen letzten bösen Blick auf seinen vorlauten Sohn, lehnte sich dann in seinem Chefsessel zurück und setzte seine Rede fort...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

16.11.2010 09:51
#820 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

F: Also ihr wundert euch sicherlich, warum ich euch drei hierher gebeten habe. Es geht um Folgendes: Wie ihr wisst, sind in letzter Zeit viele Veränderungen in unserer Familie aufgetreten. ... (Gretchen hörte ihrem Vater gebannt zu. Marc lümmelte gelangweilt auf seinem Stuhl und verstand nicht wirklich, was das jetzt mit ihm zu tun hatte. Und Jochen blickte desinteressiert aus dem Fenster hinter seinem Vater und verfolgte den Flockenwirbel. Franz schaute nun zu Marc und Gretchen, die immer noch Händchen hielten, was dem stolzen Familienvater nicht verborgen blieb.) ... Ihr beide habt endlich nach langem Auf und Ab zueinander gefunden. ... (Gretchen strahlte erst glücklich ihren Freund, dann ihren Vater an, der sie sanft anlächelte. Jochen verdrehte genervt die Augen über so viel Gefühlsduselei und Marc war das alles ziemlich unangenehm. Er wünschte sich zurück an seinen Schreibtisch zu seinen Dienstplänen.) ... Du gehst deinen eigenen Weg und bist ausgezogen. Jochen ist wieder eingezogen und studiert endlich etwas Richtiges. ... (Jetzt fühlte sich Jochen unangenehm angegriffen, während Marc und Gretchen schelmisch grinsten. Franz schaute wieder zu seinen beiden Kindern.) ... Und ich bin mächtig stolz auf euch. ... (Jetzt lächelten beide Haasen-Kinder. Marc gähnte hinter vorgehaltener Hand.) ... Tja, und eure Mutter hat auch einen großen Schritt gewagt und ist nach all den Jahren wieder ins Berufsleben zurückgekehrt, was ich natürlich an sich gut heiße. ... (Jochen, Marc und Gretchen warfen sich wissende Blicke zu, während Franz über sein Butterböhnchen schwärmte.) ... Sie ist richtig aufgeblüht und geht in ihre Arbeit auf. Das macht mich glücklich. Aber leider ist unser Eheleben dadurch etwas aus den Fugen geraten. ... (Alle drei schauten sich nun entsetzt an und wünschten sich an einen anderen Ort. Doch Franz sinnierte unberührt weiter.) ... Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten verbringen wir kaum noch Zeit miteinander, aber das möchte ich ändern. ... (Jetzt horchten die drei, und ganz besonders Marc, dann doch gespannt auf.) ... Ich gönne mir und Bärbel eine kleine Auszeit.
G/M/J (gleichzeitig überrascht): Oh!
F (strahlt die drei glücklich an): Ich werde eure Mutter auf eine Reise entführen.
Nein, wie süüüsss!!! (G)
Geil! Wann? Muss sofort meinen Kumpel Hotte anrufen. Partyplanung! (J)

G (sichtlich begeistert von seiner Idee): Du willst sie überraschen?
F: Ja, deshalb auch die Geheimniskrämerei. Und ich möchte euch bitten, Bärbel auch weiterhin nichts zu sagen.
G (grinst): Ok!
Hach... Papa ist so ein Schatz, ein wahrer Romantiker! (G)
Und was hat das jetzt alles mit mir zu tun? Sehe ich so aus, als ob mich interessieren würde, wie er das Butterböhnchen weich kocht. (M)

J (malt sich in Gedanken schon aus, wie er die sturmfreie Zeit ausgiebig nutzen kann): Wann soll’s denn losgehen?
F: Am Freitag.
M (wird dann doch hellhörig): Diesen Freitag?
F (schaut jetzt seinen Oberarzt direkt an): Ja! Das ist auch der Grund, warum ich dich mit hierher gebeten habe.
M: Oh!
Was wird das jetzt? Heißt das etwa, dass er will, dass ich...? (M)
F: Ich möchte, dass du mich hier während meiner Abwesenheit in der Klinik vertrittst, Marc.
Yeah, yeah, yeah!!! (M)
M (stolz wie Oskar platzt es aus ihm heraus): Gebongt!
Na super, ab jetzt wird er unausstehlich sein. Ich sehe doch schon, sein Ego platzt gleich. (G)
G: Wie lange seid ihr denn weg, Papa?
F: Zwei Wochen. Wir kommen an Heiligabend wieder.
G (in ihren Gehirnwindungen rattert es gewaltig): Oh!
In zwei Wochen ist schon Weihnachten? Oh Gott! Ich... ich habe noch gar keine Geschenke besorgt. Was mache ich denn jetzt? Und was soll ich überhaupt Marc schenken? Er hat doch schon alles. Hmm... Es muss auf jeden Fall etwas Besonderes sein.
F (schaut Jochen u. Gretchen eindringlich an): Ich möchte euch bitten, euch darum zu kümmern.
G (stutzt irritiert): Äh... Worum jetzt genau?
F: Um das Familienessen an Heiligabend.
J (lässt seine Mundwinkel hängen): Wir? Das Weihnachtsessen?
Oh Gott! (G)
Na GsD hat das nichts mit mir zu tun. Ich hasse Weihnachten. (M)

G (schaut ihren Vater ungläubig an): Meinst du das ernst?
F: Natürlich! Ich meine immer alles ernst. Und ihr wisst ja, wie pingelig eure Mutter ist. Wenn nicht alles durchorganisiert ist, dann kommt sie wohlmöglich nicht mit auf die Reise.
Das stimmt. Mama fängt schon Monate vorher mit den Vorbereitungen an. Äh... Moment! Wie stellt er sich das denn vor? Das schaffen wir doch nie in zwei Wochen. Und Jochen war, was Weihnachten betrifft, noch nie eine große Hilfe. Der zieht es doch vor, sich in das gemachte Nest zu setzen, um dann den halben Braten zu essen. Hmm... Ob ich Marc fragen soll? Aber ich glaube, er steht nicht so sehr auf das ganze Besinnliche des Wiegenfests. Hätte ihn vielleicht mal fragen sollen, was er davon hält. Ob er über die Feiertage mit zu uns kommt? Ich würde mich so freuen, aber ob ich ihm meine Familie drei Tage zumuten kann? Mama ist an Weihnachten unausstehlich und mehr als hysterisch. Das überlebt der Arme nicht. (G)
J (bekommt allmählich Panik u. rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her): Aber...
F (lässt keine Einwände zu u. beginnt knallhart mit der Aufgabenverteilung): Jochen, du kümmerst dich in unserer Abwesenheit um die Villa. Und zuallererst, die oberste Regel: keine Partys! Ist das klar?
Scheiße! (J)
J (eingeschüchtert): Äh...ja.
F (sieht ihn drohend an): Ich bekomme alles mit, das weißt du, also reiß dich zusammen!
J (rollt genervt mit den Augen): Jaaa!
F (führt seine Anweisungen fort): Gut! Dann weiter. Regelmäßig Blumen gießen. Besondere Sorgfalt gilt bei der Orchideensammlung deiner Mutter. Aller drei Tage feucht durchwischen und vergiss nicht das Badezimmer gründlich zu putzen. Auch in den Ecken. Dann Staub wischen und saugen. Wäsche machen. Ich will keine Berge deiner Schmutzwäsche sehen, wenn wir wiederkommen. Lass das dreckige Geschirr nicht stehen. Wie die Spülmaschine funktioniert, weißt du ja.
Das arme Schwein! Tut mir schon fast leid, aber nur fast. (M)
J (lässt den Kopf hängen u. sieht dann seinen Vater gequält an): Äh... kann das nicht Gretchen machen?
Boah! Dieser kleine Möchtegernmacho! (G)
G (funkelt J sauer an): Eh! Vergessen, ich wohne nicht mehr bei euch. Und als Student hast du ja eh mehr Zeit als ich.
J (faucht zurück): Eh! Ich arbeite auch noch zusätzlich.
G (mit leichtem ironischen Unterton): Sicher!?
M (grinst J frech an): Du schaffst die OP-Abfälle raus, Jochen. Also kennst du dich ja bestens mit Hausarbeiten aus, ne.
Arsch! (J)
G (beugt sich zu M rüber u. grinst ihn an): Der war gut.
M (streichelt ihre Hand u. lächelt sie an): Ich weiß.
F (richtet sich nun mit der Aufgabenverteilung an seinen Schwiegersohn in spe): Und Marc, du kümmerst dich um den Baum.
M (dreht sich in Zeitlupe zu F um u. starrt ihn irritiert an): Ich? Um was? Aber...
Damit hätte sich auch die Frage erledigt, ob ich ihn an Heiligabend zu uns einlade. Danke, Papa, hab dich lieb. (G)
F (schaut ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an): Ich gehe doch mal davon aus, dass du an Heiligabend bei uns sein wirst?
Äh... wieso sollte ich? Ich hasse Weihnachten. Ich hab seit mindestens zehn Jahren nicht mehr bei dem albernen Kram mitgemacht und damals nur, weil Mehdi mich dazu gezwungen hat. Gut, die Weihnachtsplätzchen seiner Mutter, die waren schon... Äh... Geht’s noch! Denk nicht mal daran! Gott feiert kein Weihnachten. Er feiert nur sich selbst. Jawohl! Soweit kommt’s noch. Sitze mit Haasen um eine Tanne und singe besinnliche Lieder. Nee, nicht in hundert Jahren. (M)
G (freudestrahlend): Natürlich!
Äh... hab ich was verpasst? (M)
M (schaut sie schockiert an): Aber ich... ich feiere ... eigentlich ... nicht.
G (hat seinen geflüsterten Einwand gar nicht mitbekommen u. geht wie selbstverständlich davon aus, dass ihr Freund sie zu ihren Eltern begleitet): Das mit dem Baum geht klar, Papa.
M (fühlt sich überfahren u. sieht seine Freundin ungläubig an): Äh...
Jetzt kuck nicht so, Schatz. Immer muss man dich zu deinem Glück zwingen. (G)
F (jetzt wendet er sich mit seiner Aufgabenverteilung an die Tochter des Hauses): Und du, Kälbchen, kümmerst dich um das Essen.
G (sieht ihren Vater mit offenem Mund an): Ich tue bitte was?
M (grinst vor Schadenfreude): Mit essen kennst du dich ja aus, ne Haasenzahn.
G: Maaarc!
J (meldet sich nach einer kurzen Schmollphase wieder zu Wort): Da hat er Recht.
Ihr seid doof! (G)
F (sieht seine Tochter aufmunternd an): Du weißt doch, wie Mutter den Braten gerne hat.
Ja, das schon, aber nicht, wie man ihn macht. (G)
G: Aber Papa, du weißt doch, dass ich nicht... gut ... kochen kann.
M (grinst): Endlich gibst du es mal zu!
G (funkelt ihn böse an): Eh!
F: Na dann hilft dir eben dein Freund dabei.
M (bleibt das Lachen im Hals stecken): Bitte?
F: Du hast uns doch neulich dein großes Talent in der Küche gezeigt.
M (überfordert): Äh...
Hätte ich es bloß gelassen. Scheiße! (M)
Hihi! Da kommst du wohl nicht mehr drum rum. Äh... das heißt, ich ja auch nicht! Mist! (G)

F (lehnt sich zufrieden zurück u. verschränkt die Arme vor seinem Körper): Gut, dann wäre das Wichtigste ja geklärt. Dann fehlt nur noch eines....

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

17.11.2010 09:52
#821 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Danke für die tollen Kommentare! Ich habe den Eindruck, dass ich ganz schön hohe Erwartungen an die Weihnachtsszene geweckt habe. Äh... mal sehen, ob ich die erfüllen kann, aber noch ist es nicht soweit. Davor steht nämlich noch ein anderes Ereignis an. Aber jetzt geht es erst mal im Büro vom Chefarzt weiter, der ja noch etwas auf dem Herzen hat, das eventuell auch mit jenem Ereignis zu tun haben könnte. Viel Spaß! Eure Lorelei




M (flüstert leise G ins Ohr): Was kommt denn jetzt noch? Soll ich bei euch noch den Müll raus tragen?
G (flüstert leise zurück u. grinst ihn dabei frech an): Machst du doch bei uns auch nie.
M: Gar nicht wahr!
Schön wär’s.
G (leise): Ich hab dir vor zwei Wochen gesagt, du sollst das Leergut wegbringen, aber die Flaschen stehen immer noch im Keller.
Och nee, jetzt kommt sie mir wieder so.
M: Haasenzahn, vergessen, ich arbeite.
G (blitzt ihn an): Ich auch.
M (schaut sie anzüglich an): Außerdem verbringe ich meine ach so knapp bemessene Freizeit lieber mit anderen Dingen.
G (muss unweigerlich schmunzeln): Schon klar.
M (beugt sich ganz nah zu ihr rüber): Dafür gehe ich sogar in den Biofeinkostladen.
Ooooohhhhh!

Gretchen lächelte ihren Liebsten verträumt an und verkreuzte ihre Finger mit seinen. Und auch Marc hing gefesselt an ihren Augen und träumte sich in eine andere Welt. Doch Franz, der nur die letzen beiden Wortfetzen mitbekommen hatte, hatte leider auch noch etwas dazu beizutragen und holte die Verliebten schnell wieder in die Realität zurück...

F: Biofeinkost klingt gut. Ist eingelockt.
Oh Gott, wenn er wüsste, was Marc eigentlich damit sagen wollte.
M (dreht sich verwirrt zu ihm um): Äh....
Peiiiinlich!!!
G (macht sich einen Heidenspaß daraus, ihn aufzuziehen): Na dann wäre die Arbeitsaufteilung ja jetzt geklärt. Du kümmerst dich um die Einkäufe und den Baum, ich mich um das Essen, auch wenn ich nicht wirklich eine Ahnung habe, wie ich das machen soll, und Jochen um den Rest.
M/J (zeigen wenig Begeisterung): Na super!
F (lächelt zufrieden): Finde ich auch.
Kann mir mal jemand verraten, wie ich aus der Scheiße wieder herauskomme? Ich hatte eigentlich etwas ganz anderes mit ihr geplant.
G (ihr fällt plötzlich noch etwas ein): Papa, was wolltest du eigentlich vorhin noch sagen?
F (überlegt kurz): Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Also wir fahren ja, wie gesagt, schon am Freitag.
G: Wo geht es eigentlich hin? Das hast du noch gar nicht verraten.
F (lächelt geheimnisvoll): Das bleibt auch ein Geheimnis, Kälbchen. Das soll doch für Bärbel eine Überraschung werden. Nicht, dass ihr das noch vorher ausplaudert.
Boah! Als ob ich eine Tratschliesl wäre.
G (eingeschnappt): Papa!
M (grinst sie frech an): Sicher ist sicher!
G: Eh!
F (stimmt ihm bei): Genau! Und da wären wir auch schon beim Thema.
M: Bitte?
F (platzt endlich mit seinem eigentlichen Anliegen heraus): Der Ärzteball!
Och nee, jetzt kommt der mir auch noch damit. Ich muss hier endlich raus aus dem Haasen-Theater. Is ja nicht auszuhalten.
G (wundert sich auch): Was war das denn für eine Überleitung?
F: Ja, das war vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Jedenfalls habe ich nicht bedacht, als ich die Reise gebucht habe, dass an dem gleichen Tag, wie wir abreisen, auch der Berliner Ärzteball stattfinden wird. Ich möchte aber, dass das EKH dort trotzdem Präsenz zeigt. Nach der ganzen Tropenvirusgeschichte brauchen wir endlich wieder gute Publicity.
M: Aha!
F (schaut M eindringlich an): Du wirst als offizieller Vertreter der Klinik dorthin gehen, Marc.
M (lässt seine Kinnlade fallen): Bitte?
Juhu! Danke Gott! Äh... Papa! Hätte vorhin also gar nicht so einen Aufstand machen brauchen. Hach... Besuche mit meinem Traumprinzen einen romantischen Ball. Fühle mich plötzlich wie Cinderella.

Scheiße! Hinter jeder Tür versteckt sich ein weiterer Alptraum! Hätte heute gar nicht erst aufstehen sollen.

G (schaut begeistert zwischen M u. F hin u. her): Das trifft sich gut. Wir wollten eh dahin gehen.
M (schaut sie mit großen Augen u. offenem Mund an): Wir... wollten..... was?
Also da hatten wir noch nicht das letzte Wort gesprochen, Fräulein.
G (lächelt ihn zuckersüß an u. tätschelt seine Hand): Ja, wollten wir!
Du hinterhältiges Biest! Das kommt dir jetzt gerade Recht, hä?
F: Dann wäre ja alles soweit geklärt.
M (fühlt sich überrumpelt): Aber...?
Kann ich nicht Dienst schieben? Ich erledige deinen ganzen Aktenkram für die nächsten fünf Wochen, Franz. Versprochen! Von mir aus mache ich auch das ganze Weihnachtstheater bei euch mit, aber bitte nicht der Ball der Oberspießer und Langweiler! Kann doch auch der Kaan machen. Der steht doch auf den ganzen Kitsch!
F (kramt in seiner Schreibtischschublade u. holt eine Mappe heraus, die er seinem besten Oberarzt in die Hand drückt, der ungläubig darauf schaut): Ach und vergiss nicht, die Leute vom Verwaltungsrat um den Finger zu wickeln. Ich will nächstes Jahr endlich das Projekt der Erweiterung der Neuro- und Unfallchirurgie starten. Mein letztes großes Projekt übrigens, bevor ich... *räusper* ... ihr wisst schon. Die Zeiten der knappen Kassen sind vorbei. Die Finanzkrise ist überwunden. Eigentlich steht dem ganzen Projekt nichts mehr im Weg. Ich habe potentielle Investoren aufgetan, wie du aus den Unterlagen herauslesen kannst. Die Berliner Baubehörde sieht dem ganzen zuversichtlich entgegen und würde sofort ihr Ok geben. Es fehlt eigentlich nur noch das Go von oben. Das EKH wird die Top-Adresse in Deutschland werden, was den chirurgischen Bereich anbelangt. Mit euch beiden und Frau Dr. Hassmann an der Spitze. Und vielleicht kann ich ja deinen Vater auch noch dazu gewinnen. Ich werde bei Gelegenheit mal mit ihm sprechen. Jedenfalls habe ich dir dieses Dossier hier vorbereitet mit den wichtigsten Informationen und den Bauplänen und ich möchte dich bitten es gründlich zu studieren...
M (fällt ihm aufgeregt ins Wort): Ich soll die...?
Wow! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.

Na das nenne ich mal eine Bewährungsprobe für meinen Marcischnuckiputzi. Papa hält wirklich große Stücke auf ihn. Hach... toll! Und es ist genau die richtige Methode, um ihn doch noch zu ködern. Er kann eigentlich gar nicht mehr nein sagen. Juhu!

F (schaut M vertrauensvoll an): Ja, das dürfte für dich doch kein Problem sein, Dr. Meier. Und in so lockerer Atmosphäre, wenn alle etwas getrunken haben, lässt sich doch besser verhandeln, hmm.
M (überrumpelt): Äh... kann sein.
G: Papa, wir machen das schon.
War ja klar, dass du dich darüber freust.

Aber es wird doch sicherlich nicht die ganze Zeit verhandelt? Das ist schließlich ein Ball. Ich will auch den einen oder anderen Walzer mit meinem Schnucki tanzen.

F (lächelt): Da bin ich beruhigt.
J (hat auch seinen Senf beizutragen): Ich wäre ja eher beunruhigt.
G (wirft ihm einen bösen Blick zu): Jochen!
F (schaut zu seinem Sohn u. merkt, dass sich dieser anscheinend als drittes Rad am Wagen fühlt): Wenn du willst, kannst du unsere Karten haben, Jochen?
J (sieht ihn mehr als überrascht an): Echt? Cool! Danke.
F: Dann kannst du deine Freundin mal ganz groß ausführen.
Peiiiinlich!
J (verlegen): Äh...
G (schaut erstaunt zu ihrem Bruder rüber): Du hast eine neue Freundin? Hast du gar nicht erzählt.
J (wird etwas rot u. versucht davon abzulenken): Na wenn du dich nie bei uns blicken lässt.
Jetzt hör auf, mir ständig ein schlechtes Gewissen einzureden!
G (hakt neugierig nach): Wie ist sie denn so?
Och nee, jetzt geht der Tratsch schon wieder los. Nichts wie raus hier. Muss ja eh noch die Dokumente hier lesen. ... Ich mit Dad und Haasenzahn an der Spitze... Hmm... geiler Gedanke!
M (wird langsam ungeduldig u. tippt auf seine Armbanduhr): Haasenzahn, wir müssen wieder runter.
G (schaut zwischen den beiden jungen Männern hin u. her): Oh ja! Aber wir reden noch, Jochen?
J (genervt): Wenn’s denn sein muss.
Interessiert dich doch eh nicht, Schwesterlein.
F (zu J): Bring sie doch an Heiligabend auch gleich mit, dann lernen wir sie alle kennen.
WAS?
J (fühlt sich überfahren u. zögert): Ich weiß nicht, ob sie...
G (würde sich auch freuen): Oh! Das wäre so schön Jochen.
M (schadenfroh): Ja, doch Jochen!
Wenn ich schon leiden muss, dann kannst du das auch. (M)
Arschloch! (J)

J (grummelig): Ich werd sie mal fragen.
... und mir eine gute Ausrede überlegen, warum sie nicht kommen kann.
F (lächelt zufrieden): Schön! Mama wird sich freuen, wenn wir dich auch noch unter die Haube bringen.
WAS?
J (reißt schockiert die Augen weit auf): Äh... soweit sind...
Och mein armer, armer Bruder! Geschieht ihm mal recht, dass sich die Aufmerksamkeit von Papa und Mama mal auf ihn richtet! Wobei das mit der Haube bei mir... Naja, mal sehen, was das neue Jahr so bringt. Hihi!
F (merkt nicht, wie J die Panik ins Gesicht geschrieben steht, u. erhebt sich von seinem Chefsessel): So Kinder, ich muss dann auch mal weiterarbeiten.
G: Sicher Papa! Meldest du dich noch mal, bevor ihr fahrt?
F: Natürlich!
G (steht ebenfalls auf u. gibt ihrem Vater zum Abschied die Hand): Gut! Tschüss Papa!
M (erhebt sich u. verabschiedet sich ebenfalls scheißfreundlich): Professor!
F (schüttelt ihm die Hand): Marc!
J (quält sich dann auch von seinem Stuhl hoch, winkt seinem Vater zu u. geht mit M u. G zur Tür): Papa!
F (lächelt): Tschüss Kinder!

Die drei wollten gerade das Chefarztbüro verlassen, als Franz noch einen letzten warnenden Satz hinterher schmiss, der dem turtelnden Pärchen gewidmet war...

F: Ach und ihr beide reißt euch ab sofort hier in der Klinik zusammen. Auch wenn ich nicht anwesend bin, krieg ich alles mit.
G (wird rot): Papa!
F (wird laut): Verstanden?
M (schaut ihn gequält an): Ist angekommen.
Naja mehr oder weniger! Eher weniger!
F (setzt ein breites zufriedenes Lächeln auf u. setzt sich wieder an seinen Schreibtisch): Gut! Wegtreten!

Die schwere Eichentür fiel schließlich ins Schloss. Alle drei atmeten erleichtert aus. Jochen suchte schnell das Weite und Marc und Gretchen schlenderten gemächlich Hand in Hand zum Aufzug vor...

M (schaut sie vorwurfsvoll an): Das hast du mal wieder ganz geschickt eingefädelt, Süße.
Hach... Das Glück steht auf meiner Seite. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Supi!!!
G (muss sich das Lachen verkneifen): Was denn?
M (hält sie am Arm fest u. funkelt sie an): Das weißt du ganz genau.
G (lächelt ihn zuckersüß an): Du weißt doch, dass ich immer um deine Karriere besorgt bin.
M (hebt die Augenbrauen): Sicher! Wenn für dich ein neues Kleid rausspringt.
Ja, ja, ja! Hihi!
G (legt ihren süßesten Dackelblick auf): Schenkst du mir eins?
M: Aber sonst geht’s dir noch gut?
G (grinst): Ja, ich freu mich nur so. Erst ein wunderschöner Ball, wir tanzen durch die Nacht, und dann verbringen wir unser erstes Weihnachten zusammen.
Einfach perfekt!

Na super! Und was ist mit...?

M (nuschelt nachdenklich vor sich hin): Das bringt meine ganzen Pläne durcheinander.
G (schaut ihn neugierig an): Wieso? Hattest du Heiligabend schon was vor?
Eigentlich schon! Sollte vielleicht noch mal mit Franz sprechen. Er macht ja schließlich auch so einen Aufstand, also... er müsste ja schon Verständnis haben, oder? ... Aber erst mal Haasenzahn ablenken! Nicht, dass sie noch was merkt.
M (etwas nervös): Äh... nö! ... Oder doch. Wollte eigentlich Dienst schieben. Du weißt ja, bringt Extrakohle.
G (perplex): Das glaub ich ja nicht.
M (gespielt genervt): Doch! Jetzt muss ich auch noch Ersatz suchen.
G: Ich freu mich auf jeden Fall auf einen Abend mit meinen Lieben.
Und was mach ich jetzt? Ich hab die Scheiße schon bezahlt.
M (schaut sie gequält an): Muss ich wohl durch, hmm?
G: Ja, Schatz!

Gretchen strahlte ihre große Liebe glücklich an und drückte Marc einen dicken Schmatzer auf den Mund, dann nahm sie seine Hand und zog ihn in den Aufzug, der gerade seine Türen geöffnet hatte.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

18.11.2010 09:05
#822 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen ihr Süßen! Ja, ihr habt richtig erraten, Marc plant etwas, aber was, das erfahrt ihr erst, wenn es soweit ist. Also ich versuche es so hinzubekommen, dass Weihnachten in etwa auch auf Weihnachten trifft. Kann ich aber jetzt noch nicht so genau abschätzen. Hängt davon ab, wie sich die Ärzteballszene entwickelt. Und bis dahin ist ja auch noch etwas hin. So aber genug mit der langen Vorrede. Die eine oder andere platzt doch sicherlich schon vor Neugier, was gerade auf der Gyn vor sich geht, ne? Viel Spaß! Eure Lorelei




Ein paar Minuten zuvor, ein paar Stockwerke tiefer

MK (haucht Gabi, die vor seiner Bürotür steht, leise ins Ohr): Willst du zu mir?

Schwester Gabi hielt in ihrer Bewegung inne und senkte langsam ihren Arm von der Tür. Ihr Puls beschleunigte sich. Ihr Herz raste. Sie glaubte zu träumen. Ihre Augen waren geschlossen und sie spürte seinen warmen Atem im Nacken. Ja, sie konnte nur träumen. Ihr Mehdi stand ganz bestimmt nicht hinter ihr. Das bildete sie sich doch sicher nur mal wieder ein, weil sie sich so sehr wünschte, dass er bei ihr war. Doch dann erklang die tiefe männliche Stimme erneut ganz nah an ihrem Ohr...

MK (verwundert, weil sie nicht auf ihn reagiert): Gabi?

Eine Schauerwelle nach der anderen durchzog ihren ganzen Körper. Wieso fühlte sich dieser Traum so verdammt real an? fragte sie sich verwirrt und fasste sich an ihr wild pochendes Herz. Sie roch sein betörendes Aftershave, das ihr beinahe die Sinne raubte. Gabi spürte seine Anwesenheit so deutlich, dass sie sogar weiche Knie davon bekam. Das konnte doch gar nicht sein. Diese alberne Verliebtheit machte die brünette Krankenschwester noch ganz kirre. Erst war sie voller Zuversicht hierher gekommen, um ihre große Liebe endlich festzunageln, wie ihre neue Freundin sagen würde, dann hatte sie aber schnell wieder den Mut verloren und sie lief wie ein verknallter Teeny aufgeregt vor seiner Bürotür auf und ab und traute sich nicht hinein, hatte alle Worte vergessen, die sie ihm sagen wollte, überlegte angestrengt hin und her und jetzt verfiel sie schon wieder in alberne Tagträume. Das musste endlich aufhören, sonst würde sie noch ganz verrückt werden, dachte sie verzweifelt. Gabi öffnete ihre Augen wieder und drehte sich langsam um, nur um sich zu vergewissern, dass sie wieder einmal nur unter einer Fata Morgana litt, aber umso größer war die Überraschung für die verliebte Frau, als das Objekt ihrer Begierde tatsächlich direkt vor ihrer Nase stand und zwar näher, als sie sich es erträumt hatte. Augenblicklich nahmen ihre Wangen einen zarten Rosaton an und ihr Herz setzte zum Dauerlauf an. Sie lehnte sich mit dem Rücken an die Tür, weil ihr fast die Knie wegbrachen, und schaute schüchtern zu Mehdi auf. Dieser lächelte sie verschmitzt an.

MK: Du willst doch zu mir oder?

... fragte er ein drittes Mal, aber diesmal etwas nervöser, weil die brünette Schönheit ihn nun mit ihren großen wunderschönen Kulleraugen direkt anblickte. Und Gabi spürte, wie immer mehr Blut in ihren Kopf schoss. Verlegen senkte sie ihren Blick und schaute schließlich zu Boden und suchte händeringend nach einer plausiblen Ausrede, warum sie hier war, die ihr aber auf die Schnelle leider nicht einfiel....

GK: Was? ... Äh... Nein!
MK (schmunzelt): Und warum tänzelst du dann seit ungefähr fünfzehn Minuten vor meinem Büro herum?
Oh Gott! Er hat mich gesehen? Wie peinlich! Ich kann ihm nie wieder in die Augen sehen. Ich will sofort und auf der Stelle für immer im Erdboden versinken.
GK (ihr ist das alles furchtbar peinlich, aber sie versucht, sich nichts anmerken zu lassen): Hast du... hast du mich etwa beobachtet?

... konterte die verliebte Frau aufgeregt und schaute vorsichtig in sein Gesicht. Und jetzt war es Mehdi, der leicht errötete, weil sie ihn ertappt hatte...

MK (räuspert sich verlegen): Ähm.... Nein, ich... ich war nur auf dem Weg... in mein Büro.
Nur irgendwie mit Zwischenstopp, keine Ahnung warum.

... sagte es, langte dann an der überraschten Frau vorbei und öffnete seine Bürotür. Gabi trat einen Schritt zur Seite, um ihn vorbei zu lassen. Der Oberarzt bat seine schöne Stationsschwester schließlich mit einer Armbewegung und einem verlegenen, aber dennoch süßen Lächeln hinein. Gabi lächelte verschämt zurück und kam seiner Aufforderung gerne nach, auch wenn ihr Herz nun von einem Dauerlauf in einen Marathon überging. Mehdi schloss die Tür hinter ihr, genoss noch einen kurzen Moment ihre schöne Rückenansicht und ging dann mit leicht geröteten Wangen an ihr vorbei und setzte sich an seinen Schreibtisch. Gabi folgte ihm wortlos, aber sichtlich nervös und blieb vor seinem Tisch stehen. Er sah zu ihr hoch....

MK: Setz dich doch!

Oh Gott! Wieso bin ich nur so furchtbar aufgeregt? Das gibt’s doch gar nicht.

Die Angesprochene zögerte einen Moment, weil sie einfach zu aufgeregt war, aber kam seiner charmanten Aufforderung dann doch nach. Die Papiere, die sie immer noch in ihren Händen hielt, legte sie auf ihren Schoss und verkreuzte ihre Arme darüber. Sie traute sich nicht, ihn anzusehen und fixierte mit ihrem Blick seinen penibel aufgeräumten Schreibtisch. Ihr Kopf war wie leer gefegt. Alle Worte, die sie sich vorhin noch zu Recht gelegt und mit Chantal durchgesprochen hatte, waren weg. Sie wusste nicht, was sie ihm sagen sollte. Und irgendwie war die Situation hier in seinem Sprechzimmer dann doch nicht so romantisch, wie sie sich das in ihren Träumen vorgestellt hatte. Romantisch schon irgendwie, weil er ja auch hier war und wieder so unverschämt gut aussah mit seinen verwuschelten Haaren, aber irgendwie fehlte etwas. Es war nicht perfekt. Die Stimmung war nicht gerade prickelnd, eher wieder angespannt, zwar nicht so sehr wie heute Morgen in der Cafeteria, aber doch schon ein wenig. Und wieder schwiegen sie sich an. Eine quälende Stille, die sie noch zusätzlich lähmte und sie unsicher werden ließ. Vielleicht hätte sie es doch lassen sollen? Vielleicht hätte sie noch eine Nacht darüber schlafen sollen, um einen besseren Plan auszutüfteln? Irgendwie fand sie die Idee jetzt doch peinlich und kleinmädchenhaft - was wohl nur dabei herauskommen konnte, wenn man sich ausgerechnet mit einem schwangeren Teeny beriet. Das war doch nicht sie! Gabi Kragenow, die früher jeden haben konnte, ohne groß etwas dafür zu tun, außer vielleicht sexy auszusehen. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Doch auch Mehdi Kaan war sichtlich verwirrt, versuchte es sich aber nicht anmerken zu lassen. Die ganze Situation hier war doch verrückt. Was hatte er sich nur dabei gedacht, als er sich hinter sie gestellt und sie angeflirtet hatte? Das machte man doch nicht, wenn man nur auf Freundschaft aus war! Er musste endlich wieder einen klaren Kopf bekommen. Sie waren im Dienst. Er musste professionell bleiben und Distanz wahren. Er räusperte sich einmal und sprach die schöne Krankenschwester schließlich im gewohnten Oberarztton an...

MK: Also was ist? Was wolltest du von mir, Gabi?
GK: Dich!

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

18.11.2010 20:56
#823 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

... sagte sie ganz spontan, ohne groß darüber nachzudenken, bis ihr plötzlich mit Schrecken auffiel, dass sie das tatsächlich gerade laut gesagt hatte. Mit knallrotem Kopf versuchte sie ihre eben getätigte Aussage schnell zu korrigieren, bevor ihr Herzblatt irgendetwas dazu sagen konnte....

GK (völlig durcheinander): Äh ... Ich... ich wollte dir...... die Post bringen. ... Ja genau, die... Post!
Puh! Gerade noch so gerettet. Du bist so eine bescheuerte Kuh!

Was hat sie gesagt? Hat sie wirklich gesagt...? Nein oder? Ich hab mich verhört.


Gabi atmete erleichtert aus und versuchte irgendwie Ruhe zu bewahren, auch wenn sie immer mehr ins Schwitzen geriet, während Mehdi immer noch leicht verwirrt dreinblickte und versuchte, ihre spontane Offenbarung zu verstehen. Er schaute sie durchdringend an, woraufhin sie verlegen ihren Kopf senkte, auf die Briefe auf ihrem Schoss aufmerksam wurde und diese, bis auf einen in einem gelben Umschlag, schnell auf Mehdis Schreibtisch legte. Ihr Blick blieb längere Zeit an einem der Umschläge hängen und sie fing an zu grübeln, verwarf den Gedanken aber schnell wieder, als sie merkte, dass ihr Traumprinz sie verwundert ansah und sie dadurch noch nervöser machte. Erst jetzt war auch ihm wieder eingefallen, dass sie ja etwas in der Hand gehalten hatte, als er sie vorhin verstohlen angeschmachtet äh... beobachtet hatte...

MK (nicht ganz von ihrer Aussage überzeugt): Ach so!?

Dr. Kaan nahm die Briefe entgegen und warf einen kurzen Blick darauf, dann legte er sie zur Seite und schaute Gabi fragend an, die mittlerweile wieder aufgestanden war und gehen wollte. Sie hatte den Mut verloren. Sie konnte jetzt nicht mit ihm reden. Sie versteckte den gelben Umschlag unter ihrem Kittel und drehte sich wortlos zur Tür um. Mehdi sprach sie verwundert an...

MK: Du gehst schon wieder?
Bleib doch noch! Äh... Das hab ich jetzt nicht wirklich gedacht?
GK (dreht sich noch einmal zu ihm um): Äh... ja. Das... das war eigentlich alles.
Und warum bist dann vorhin so verwirrt vor meiner Tür auf und abgelaufen? Da steckt doch noch mehr dahinter! Das habe ich mir doch nicht nur eingebildet.
MK (die Enttäuschung in seiner Stimme ist nicht zu überhören): Oh!

Gabi nickte ihm schüchtern zu und ging schweren Herzens zur Tür. Dort angekommen, atmete sie noch einmal tief durch. Sie griff nach der Klinke, aber zögerte plötzlich... Was bist du eigentlich für ein feiges Huhn? Du hast früher jeden Mann mit einem Fingerschnipser rumgekriegt und bei ihm entwickelst du dich zurück in einen verklemmten peinlichen Teeny? Was ist nur aus dir geworden, Gabi? Wo ist deine Selbstsicherheit geblieben? Er ist auch nur ein Mann. Simple gestrickt, aber man äh... Frau muss mit dem Finger drauf zeigen, was Sache ist. Er wartet doch nur auf ein Zeichen. Also gib ihm endlich die verdammte CD, frag ihn und gut ist. Das ist doch kein großes Ding. An seiner Reaktion wirst du dann sehen, ob da noch was geht. Dein Plan ist gut. Also sei endlich mal mutig! Es lohnt sich immer für die große Liebe zu kämpfen! ... Ok! Tschaka, Gabi, du schaffst das! ... sprach sie sich Mut zu und drehte sich dann doch wieder zu ihrem Liebsten um...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

19.11.2010 12:49
#824 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Den Kränkelnden unter euch wünsche ich gute Besserung. Ich versuche mein Bestes, um etwas zu eurer Genesung beizutragen. Denen, die sich gegrillt fühlen, sage ich, nur Geduld und wie das mit dem Senf funktioniert, wisst ihr ja ne. Und allen anderen, ob stille oder kommentierende Leser (Herzlich Willkommen (Angst-)Haase! ), ich hab euch nämlich alle lieb , wünsche ich viel Spaß jetzt und ein schönes Wochenende. Eure Lorelei




Die schöne Krankenschwester kam langsam wieder auf den Schreibtisch zu. Mehdi sah sie gespannt an... Also doch! Ich hab doch gewusst, dass sie noch etwas auf der Seele hat. ... Gabi richtete zögerlich das Wort an ihren Oberarzt...

GK: Du.... Mehdi?
MK (plötzlich sehr aufgeregt): Ja?

Sie hatte den Schreibtisch erreicht und schaute ihr Herzblatt, das sich nervös hinter dem Ohr kratzte, nun direkt an...

GK: Der Abend gestern, also den fand ich.... wirklich.... wirklich schön.
Oh! Das ist es also!
MK (lächelt): Ja, das war er.
Ein unglaublich wunderschöner Abend.
GK (wird nervös u. läuft vor seinem Schreibtisch auf u. ab, um sich zu beruhigen): Also du... du hast ja gemeint, dass du... ähm...
MK (schaut sie gebannt an): Ja?
Oh Gott! Wieso ist das nur so schwer?
GK (zupft nervös an ihrem Kittel herum u. rückt langsam mit der Sprache raus): Also wegen... wiederholen und so... Also ich hab da gestern so ein Prospekt mitgenommen, also von... von diesem komischen Tanztrainer. Der hat doch ein neues Fitness- und Tanzstudio aufgemacht. Und ich dachte... Also falls.... falls du Interesse hast.... Ich meine, du tanzt ja wirklich gut... also toll und so...
Das gibt es ja nicht!?
MK (schmunzelt): Danke! Aber worauf willst du hinaus, Gaby?
GK (holt tief Luft u. stammelt weiter): Ich ... ich hab mir folgendes gedacht... Äh... vielleicht könnten wir ja an einem der Salsakurse, die er anbietet, ähm... teilnehmen. Ich meine längerfristig... äh... hobbymäßig oder so. Also nur wenn du willst. Du bist ja Arzt und deine Zeit ist auch immer knapp und...
Wie süß!
MK: Gaby?
GK (redet unberührt weiter): Also das war nur so eine spontane Überlegung. Wäre ja schon irgendwie gut, wenn wir äh... einen Ausgleich hätten, also ich meine zu diesem ganzen Klinikstress und so. Einfach mal rauskommen aus dem Chaos hier und etwas ganz anderes machen. Und naja... das gestern hat ja auch wirklich viel Spaß gemacht. Ich mag die Musik und wir haben wirklich gut harmoniert und...
MK (versucht erneut zu Wort zu kommen): Gaby?
GK (hört ihn nicht, weil sie mit gesenktem Blick versucht, die Sätze zusammen zutragen, die sie sich vorhin zu Recht gelegt hat): Und ich hab mir gedacht, du hättest vielleicht auch dazu Lust. Dieser Brad hat ja auch gemeint, dass wir...
Sie ist ja eine richtige Plapperfee, wenn sie so nervös ist. Gefällt mir!
MK: Schwester Gaby?

... ertönte Mehdis tiefe Oberarztstimme schließlich etwas lauter, so dass auch sie endlich aufmerksam wurde und überrascht ihren Kopf hob...

GK: Ja?
MK: Lässt du mich vielleicht auch mal zu Wort kommen?
GK (beschämt): Oh! Ja, natürlich. Entschuldige.
Er sagt nein! Ganz sicher! Hätte ich doch bloß nichts gesagt.

Ich glaube jetzt echt nicht, dass ich das gleich tun werde, aber ich muss es einfach tun.

MK: Also zufällig ist mir dasselbe Heftchen von Brad in die Hand gedrückt worden.
GK: Oh!
MK (klärt sie auf, weil sie ihn so verwirrt anschaut): Als du an der Garderobe warst und deine Jacke geholt hast, hat er solange auf mich eingeredet, bis ich irgendwann..... zugesagt habe.
Ich verstehe es wirklich nicht, wie ich mich dazu hinreißen konnte. Na gut, er hat ganz schön genervt und... irgendwie konnte ich dann nicht mehr „nein“ sagen. Es hat ja auch wirklich Spaß gemacht, mit ihr Salsa zu tanzen und das mit der Harmonie stimmt ja auch irgendwie. Wir passen schon gut zusammen. Äh... tanztechnisch! Was sonst?
GK (versteht nicht, worauf er hinaus will): Zu was?
MK (schaut sie jetzt auch etwas verlegen an, weil er überhaupt nicht verstehen kann, wie er das überhaupt tun konnte): Also ich habe uns beide für den Kurs, der nächsten Dienstag beginnt, eingeschrieben. Da haben wir beide früh Schluss. Geht 17 Uhr los. Zwei Stunden. Der ganze Kurs dauert, glaube ich, sechs Wochen. Und rechne bitte damit, dass er uns wieder zwingen wird, als Vortänzer zu agieren. Aber darin haben wir ja jetzt Übung.
Nein, das glaube ich nicht.
GK (reißt überrascht die Augen auf): Hast du nicht?
MK (beschämt): Doch!
Keine Ahnung, welcher Teufel mich da geritten hat. Aber irgendwie hat der Gedanke, mit ihr zu tanzen, schon etwas Schönes an sich. Vielleicht lernen wir uns ja dadurch auch etwas besser kennen. Also jetzt ähm... rein freundschaftlich natürlich!
GK (sprachlos): Oh mein Gott!
Er ist so toll. Wir sind seelenverwandt!

Gabi brauchte einen Moment, bis die Botschaft auch wirklich bei ihr angekommen war. Begeistert lief sie nun um den Schreibtisch herum, sprang dem völlig überrumpelten Oberarzt auf den Schoss und legte ihre Arme um seinen Nacken. Immer wieder drückte sie ihm kleine Küsschen auf die Wange. Mehdi wusste überhaupt nicht, wie ihm geschah, und konnte nicht rechtzeitig reagieren, aber irgendwie gefiel ihm auch die spontane Umarmung seiner bildschönen Stationsschwester. Er genoss ihre verwirrende Nähe in vollen Zügen und auch sie war von der ganzen Situation überwältigt. Erst nach ein paar Minuten wurde Gaby beschämt bewusst, was sie da gerade getan hatte. Sie lockerte ihren Griff um seinen Hals und sprang peinlich berührt und mit tiefroten Wangen wieder auf. Dabei fiel ihr etwas aus dem Kittel...

GK: Entschuldige! Ich weiß gar nicht, was da gerade in mich gefahren ist. Das wollte ich nicht.
MK (kann es seltsamerweise nicht lassen u. flirtet mit ihr): Nicht? Schade!

Er lächelte sie verschmitzt an und ihr Herz schlug immer schneller. Sie schauten sich einen Moment lang tief in die Augen. Gabi war völlig hin und weg und konnte sich nicht mehr bewegen. Doch dann räusperte sich Mehdi plötzlich verlegen und stand von seinem Sessel auf. Dabei fiel ihm etwas Gelbes am Boden auf. Er bückte sich, um es aufzuheben und kam dann um den Schreibtisch herum. Gabis Wangen färbten sich wieder rosa, als er ihr den gelben Brief hinhielt...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.274

19.11.2010 21:14
#825 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ok, einen gibt’s heute noch. Bevor ihr noch umkommt vor Ungeduld, ihr euch noch mehr Schmerzen zufügt oder euch krank meldet. Ist übrigens der letzte Teil in dieser Konstellation. Äh... vorerst! Schönen Abend noch. Lorelei




MK: Für mich?
Oh Gott! Den hatte ich ja ganz vergessen. Wie peinlich!
GK (stammelt nervös): Äh... eigentlich... Das... das war nur eine... äh... alberne Idee.
MK (wird dann doch neugierig u. mustert den Brief von allen Seiten): Was denn? Was ist denn darin? Fühlt sich hart an.
Ich muss ihn mir wiederholen, sonst hält er mich doch für eine komplette Vollidiotin.
GK (will ihm den Brief entreißen u. kommt auf ihn zu): Das ist nichts. Gib ihn mir bitte!
MK (hält ihn grinsend hoch, damit sie ihn nicht erreichen kann; sie kommt ihm gefährlich u. für beide verwirrend nah, als sie ihm den Umschlag entreißen will): Erst wenn du mir verrätst, was da drin ist.
Verdammt!
GK (gibt schließlich auf, weil er erstens zu groß ist u. sie, zweitens, durch seine körperliche Nähe fast die Bodenhaftung verliert; beide schauen sich beschämt an, als sie einen Schritt zurücktreten): Nichts Besonderes! ... Mir ist eingefallen, dass ich die CD noch in meinem Spind hatte und ich dachte... naja... falls du üben willst.
MK (schaut sie verdutzt an): Eine CD?
GK (nickt verlegen): Hmm!
Peiiiiinlich!

Mehdi öffnete den gelben Brief schließlich und entdeckte tatsächlich eine CD darin mit dem vielsagenden Titel „Salsamix 2008“. ... Das ist ja wirklich süß von ihr.

MK (lächelt sie an): Oh! Danke!
GK (unsicher): Gefällt sie dir wirklich? Du kannst sie auch wegwerfen und...
MK (charmant): Quatsch! Übung hat noch niemand geschadet und ich will dir doch nicht noch mal auf die Füße treten.
Du kannst mir so oft auf die Füße treten, wie du willst, wenn du nur ENDLICH aufhörst, auf meinem Herzen herumzutrampeln.
GK (sieht ihn erstaunt an): Du willst den Kurs wirklich mit mir zusammen machen?
MK (blickt in ihren Augen hin u. her): Hab ich doch gesagt.
GK (glaubt immer noch nicht, dass ihr Traum wahr wird): Ich kann verstehen, wenn du nicht....
MK (geht einen Schritt auf sie zu u. nimmt ihre zitternde Hand in seine): Hey, ich habe ja gesagt. Ich gehe gerne mit dir tanzen.
GK (sieht ihn mit großen Augen an): Echt?
MK (schaut ihr tief in die Augen): Ja!

Wie zwei schüchterne Teenys standen sie sich plötzlich gegenüber, hielten sich immer noch an den Händen und schauten sich einfach nur an, bis sie nach unzähligen Minuten durch ein Geräusch aus ihren Gedanken gerissen wurden. Die Tür ging nämlich auf und die schwangere Chantal Kunze stand plötzlich in der Tür. Sie erfasste die Situation sofort und grinste die beiden frech an...

CK: Stör ich?
GK (schaut sie irritiert an u. muss erst mal sortieren, wer die junge Frau überhaupt ist): Was?
MK (lässt sofort Gabis Hand los, tritt zwei Schritte zurück u. fährt sich dann mehrmals nervös durch die Haare): Nein!
CK (grinst MK breit an): Gut! Ich dachte, ich hätte jetzt einen Termin bei Ihnen, Dr. Kaan, aber ich kann auch später wiederkommen? Also falls das Kleine... (sie streicht sich über ihren prallen Bauch) ... solange warten kann.
MK (schaut sie verlegen an): Nein, kommen Sie ruhig rein, Chantal! Setzen Sie sich schon mal auf die Liege! Ich bereite den Ultraschall vor.
CK: Okidoki!

Chantal ging grinsend an der sichtlich verwirrten Krankenschwester vorbei und zwinkerte ihr wissend zu. Gabi musste unweigerlich lächeln, was Chantal die Gewissheit gab, dass hier tatsächlich etwas Magisches im Raum lag. Zufrieden legte sie sich auf die Liege und Dr. Kaan begann mit der Untersuchung. Fasziniert schaute die Siebzehnjährige auf den Bildschirm des Ultraschallgeräts und bewunderte ihr Kind, das sie bald auf die Welt bringen würde, aber hin und wieder huschte ihr Blick auch zu den beiden Erwachsenen, die sich immer wieder verstohlene Blicke zuwarfen und eine Sekunde später mit roten Wangen wieder weg blickten. ... Gott, sind die zwei süüüüssss!!! Hier entwickelt sich ja wirklich eine wunderschöne Liebesgeschichte und ich bin mittendrin. Hach... wie schön! ... Nach zehn Minuten war die Untersuchung beendet und ihr behandelnder Frauenarzt gab erneut Entwarnung. Noch war es nicht so weit. Er half seiner jungen Patientin vorsichtig von der Liege herunter zu steigen. In dem Moment ging auch sein Pieper...

MK (plötzlich hektisch): Entschuldigt mich. Ich muss in die Notaufnahme. Gabi, kümmerst du dich.... äh... Sie sich bitte um die Patientin?
GK (lächelt): Natürlich, Me... äh... Herr Doktor.

Und schon war Dr. Kaan zur Tür hinaus. Die beiden Mädels schauten ihm seufzend hinterher und dann sich an. Die junge Schwangere platzte gleich vor Neugier....

CK: Ich hab dir doch gesagt, der ist total in dich verknallt.
GK: Meinst du?
CK: Aber hundert pro!
Das wäre so schön. Und wenn wir uns jetzt regelmäßig sehen, was, ich betone, allein sein Vorschlag war, werde ich es herausfinden. Oh, ich freu mich so. Endlich kommt er in die Gänge.

Lächelnd verließen auch die beiden jungen Frauen das Behandlungszimmer.

Seiten 1 | ... 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | ... 65
 Sprung  
Unsere offiziellen Partner
Türkisch für Anfänger
Weitere Links
Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen