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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

01.10.2010 16:43
#751 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Elke verharrte in ihrer Bewegung und setzte sich wieder auf ihren Platz. Marc drehte sich im selben Moment erschrocken um. Gretchen hatte sich doch noch entschlossen aufzustehen und wollte schauen, was im Wohnzimmer vor sich ging. Sie hatte Marcs laute aufbrausende Stimme gehört und ahnte, was hier vor sich ging. Er brauchte sie jetzt, bevor er etwas tat, was er vielleicht später einmal bereuen würde. Die blonde Ärztin hatte sich direkt hinter ihn gestellt. Sie trug eine legere Jeans und einen eng anliegenden lilafarbenen Rollkragenpullover, darüber einen breiten schwarzen Gürtel. Sie band sich gerade ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und sah ihren aufgebrachten Freund ernst und entschlossen an. Olivier lächelte seine Schwiegertochter in spe an und begrüßte sie freundlich...

O: Hallo Gretchen!
G (begrüßt die beiden ebenso freundlich): Hallo Olivier! ... Frau Fisher!
E (nickt ihr zu): Fräulein Haase!
M (von der Situation gänzlich überfordert): Gretchen, was soll das?
Ich rette dir jetzt deinen süßen Hintern, mein Schatz. Denn jetzt wird hier endlich mal Tacheles geredet. Es kann ja wirklich nicht mehr so weitergehen, dass er jedes Mal hochgeht wie eine Rakete, wenn sie in der Nähe ist.
G: Da nun mal alle Leidtragenden quasi an einem Tisch sitzen, könnt ihr euch auch endlich aussprechen.
M (denkt, er hätte sich verhört, u. starrt seine hübsche Freundin ungläubig an): Bitte?
Jetzt fällst du mir auch noch in den Rücken? Wieso, Haasenzahn? Ich dachte, wenigstens du verstehst mich.
G (verschränkt ihre Arme vor ihrem Körper u. schaut ihren Schatz durchdringend an): Ich mache das nämlich nicht mehr länger mit, Marc. Du kannst noch so oft sagen, dass es nicht so ist, aber es stimmt nicht. Sie fehlt dir.
M (verschränkt trotzig seine Arme u. blitzt sie an): Gar nicht wahr!
Ok, jetzt kommt also wieder die “Bockiges Kind“-Phase. Gut, dass die beiden Erziehungsberechtigten schon zur Stelle sind.
O (schaut ihn ebenfalls eindringlich an): Marc! Jetzt sei ehrlich mit dir.
Jetzt lasst mich doch endlich in Ruhe mit dem Scheiß! Ich will nicht mit der reden! Basta! Finito! Schlussstrich! Wieso will das nicht in euer Spatzenhirn?
G (schaut M liebevoll an u. ergreift seine Hand, die sie zärtlich streichelt): Marc, sie ist deine Mutter, verdammt noch mal. Sie hat dich auf die Welt gebracht. Sie hat dich Zeit deines Lebens begleitet. Und sie liebt dich, wie es jede Mutter tut. Äh... also ich meine jetzt damit .... nicht jede Mutter, sondern... im Allgemeinen .... auf Mütter ... bezogen. Äh... Du verstehst schon. ... Und ja, sie hat Fehler gemacht. Vielleicht sogar unverzeihliche Fehler. Aber sie bereut sie ehrlich und ich glaube ihr.

Elke Fisher verfolgte gebannt die Rede der jungen Frau und war tief bewegt. Gretchen Haase kannte ihren Jungen anscheinend besser, als sie gedacht hätte, und mit jedem Wort klang ihre aufrichtige Liebe mit. Sie verteidigte sie, obwohl sie seit dem Zwischenfall mit ihrem Vater nie gut aufeinander zu sprechen waren. Und plötzlich verstand die Autorin auch, was es war, dass ihren Jungen so in ihren Bann gezogen hatte. Es war ihre offene Ehrlichkeit und ihr Glaube an das Gute in den Menschen. Sie kämpfte für ihre Werte und für ihren Marc Olivier. Sie kämpfte gerade um das Glück ihres Jungen. Sie kämpfte eigentlich ihren Kampf. Sie müsste eigentlich da stehen und ihm ins Gewissen reden, doch noch fehlte ihr der Mut dazu. Bei ihr war die Message angekommen, aber bei ihrem sturen Sohn noch lange nicht...

M (lässt ihre Hand abrupt wieder los): Du kennst sie doch gar nicht richtig, Haasenzahn. Du weißt nicht, wie es sich anfühlt, zwanzig Jahre lang Tag für Tag angelogen worden zu sein.

Marcs Mutter schnürte es regelrecht die Kehle zu. Sie konnte es kaum ertragen, seinen Schmerz aus seiner Stimme herauszuhören. Ihr Herz blutete.

G (schaut M verständnisvoll an): Nein, das weiß ich nicht, aber ich sehe an deinem Gesicht, wie du gelitten hast, wie sehr du immer noch leidest. Und wenn du leidest, dann leide ich auch. Verstehst du!? Es tut mir im Herzen weh, wie du dich quälst, wie du mit dir ringst, wie du sie hassen willst, obwohl du sie immer noch liebst und immer lieben wirst. Du willst sie bestrafen für das, was sie dir angetan hat. Das kann ich auch durchaus verstehen, aber im Grunde genommen bestrafst du dich nur selbst damit. Ich kenne dich in und auswendig, Marc. Ich weiß, du willst das nicht hören, aber es ist nun mal so. Und wenn du endlich mal deinen Sturkopf ausblenden würdest, dann wüsstest du, dass es so nicht weitergehen kann.

Marc schaute seine Liebste mit großen Augen an, aber sagte nichts. Auch Olivier Meier war schwer beeindruckt von Gretchens gefühlvoller Rede. Er suchte noch einmal das Gespräch mit seinem Sohn...

O: Hör sie wenigstens an, Marc. Bitte!

Auch seine Frau traute sich endlich, etwas zu sagen...

E: Nur fünf Minuten, Marc. Dann kannst du mich immer noch rausschmeißen oder entscheiden, ob du mich wieder an deinem Leben teilhaben lassen willst oder nicht. Gib mir bitte nur diese eine Chance!

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

02.10.2010 09:17
#752 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc rang schwer mit sich. Von allen Seiten wurde auf ihn eingeredet und es fiel ihm immer schwerer, die coole Fassade aufrecht zu erhalten. Natürlich hatten sie Recht. Alle drei. So konnte es nicht mehr weitergehen. Auch wenn er sich das nicht wirklich eingestehen wollte. Sie war nun mal seine Mutter. Er konnte sie weder austauschen noch ignorieren. Sie war dreiunddreißig Jahre lang seine engste Bezugsperson gewesen, auch wenn es für Außenstehende nicht immer den Anschein hatte. Und irgendwo ganz tief in sich drin liebte er sie immer noch. Aber reichte dieser kleine Funken aus, um ihr diese große Lebenslüge zu verzeihen? Alle drei schauten Marc erwartungsvoll an, als er endlich Luft holte und leise zum Sprechen ansetzte....

M: Also gut. Ihr gebt ja sonst eh keine Ruhe.
Hach... so liebe ich ihn. Ich bin so stolz auf dich, Schatz. Jetzt wird sicher alles gut.
E (sichtlich erleichtert traut sie sich sogar, ihn zaghaft anzulächeln): Danke Marc!
Ich weiß jetzt schon, dass ich das bereuen werde.
M (um Distanz zu wahren, verschränkt er seine Arme vor seinem Körper u. bleibt cool u. reserviert ihr gegenüber): Aber nur fünf Minuten, mehr nicht!
Sie soll ja nicht glauben, dass ich es ihr leicht machen werde. Anhören. Rausschmeißen. Haasenzahn und Dad die Meinung geigen. Ja, das ist der Plan.
O (tippt ihm stolz auf die Schulter u. zieht sich dann dezent zurück): Ich lass euch dann mal allein.
M (dreht sich verunsichert zu ihm um): Dad?
Nein, du kannst mich doch mit der nicht alleine lassen.
O (lächelt): Schon gut, mein Junge. Aber das ist eine Angelegenheit zwischen euch beiden. Ihr müsst das klären.
M (der Mut schwindet): Aber...
G (lächelt die beiden Meiers zuversichtlich an): Ich finde das auch. ... Ich mache uns Kaffee, Olivier.
O (erwidert ihr strahlendes Lächeln): Gerne!
Aber ich brauche dich doch hier, Schatz.
M (leicht flehend): Haasenzahn?
G: Schatz, du schaffst das.

Gretchen lächelte ihren Liebsten an und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Wange. Dann zog sie sich dezent in die Küche zurück. Marc schaute ihr irritiert hinterher. Olivier folgte seiner Schwiegertochter in spe. Er setzte sich seufzend an den Küchentisch und beobachtete Gretchen, wie sie Kaffeepulver in die Maschine gab...

O: Wird er ihr verzeihen?
G (dreht sich zu ihm um u. schaut ihn hoffnungsvoll an): Ich weiß es nicht. Aber zumindest hört er sie einmal an. Das ist doch schon mal ein Anfang.
Der erste Schritt ist getan. Jetzt liegt es an ihr.
O (nachdenklich): Hmm!

...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

02.10.2010 16:46
#753 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nachdem seine beiden engsten Bezugspersonen ihn offensichtlich im Stich gelassen hatten, stand Marc nun hilflos und allein am Türrahmen und sah unsicher zu seiner Mutter, die ihm in der Vergangenheit so viel Leid zugefügt hatte. Ihre Anwesenheit war für ihn kaum zu ertragen. Es schnürte ihm regelrecht die Kehle zu. Aber seinem Vater und Gretchen zuliebe musste er wohl endlich über seinen Schatten springen. Er konnte sie ja kaum ignorieren, so präsent war sie hier. Elke schaute ihren Sohn erwartungsvoll an. Dieser konnte ihrem eindringlichen reumütigen Blick nicht standhalten und schaute zu Boden. Er hatte die Wahl... entweder er ging jetzt wirklich den letzten Schritt auf sie zu oder er nahm wie ein feiger Hund den letzten Fluchtweg... die Haustür, die so verlockend direkt neben ihm laut nach ihm rief. Leider war der Oberarzt nicht passend für einen möglichen Fluchtversuch gekleidet. Marc trug schließlich lediglich eine Boxershorts und ein Hemd. Er hatte nicht mal Schuhe an und welche anzuziehen würde sehr viel Zeit kosten. Außerdem war Dezember und es schneite immer noch, wie er durch das große Terrassenfenster sehen konnte. Vielleicht doch etwas zu kalt? Aber in der größten Not..., dachte er verzweifelt. Doch ehe er seinen kühnen Plan in die Tat umsetzten konnte, wurde er von seiner Mutter aus seinen Gedanken gerissen....

E: Willst du dich nicht zu mir setzen?
Scheiße!

Marc zögerte, was die sonst so selbstsichere Erfolgsautorin noch nervöser werden ließ. Sie rutschte unruhig auf der Couch hin und her und ließ ihren trotzigen Sohn nicht aus den Augen. Sie kannte ihn nur zu gut. Er war wie sie, handelte wie sie, dachte wie sie. Das hier würde nicht einfach werden, aber sie musste diese Chance nutzen. Vielleicht war es ja die letzte, die er ihr geben würde. Und sie wollte ihn nicht verlieren. Sie hatte zwar ihren Oli wieder, aber was war das wert ohne ihren geliebten Sohn? Gespannt wartete Elke auf seine Reaktion und presste ihre kleines Gucci-Täschchen eng an ihre Brust. Marc holte tief Luft und stieß sich schließlich von der Wand ab. Langsam kam er auf die Frau zu, die er eigentlich hassen sollte für das, was sie ihm und seinen Vater angetan hatte, aber dieses Gefühl stellte sich einfach nicht ein. Stattdessen fühlte er wieder diesen großen Schmerz und die tiefe Enttäuschung, die ihn ganz einzunehmen versuchten. Er ließ sich in den Sessel ihr gegenüber plumpsen und setzte sein bekanntes Oberarzt-Pokerface auf, als er sie ansprach...

M (verschränkt abweisend seine Arme u. fläzt sich breitbeinig in den bequemen Sessel): Ok! Dann fang mal an mit deinem Märchen. Die Uhr tickt.
E (schnappt hörbar nach Luft): Marc!
M (stöhnt genervt): Ja was? Du warst schon immer eine gute Geschichtenerzählerin, Mutter.
Wer weiß, was sie Dad alles eingetrichtert hat?
E (versucht die angespannte Situation mit einem Spruch aufzulockern): Ich wusste ja gar nicht, dass du meine Arbeit so schätzt?
Ok! Es reicht! Das ist absolut keine gute Idee hier. Was soll das überhaupt bringen?
M (atmet laut aus u. richtet sich auf): Mutter, bleib ernsthaft, sonst bin ich gleich wieder weg!
E (senkt kurz entschuldigend ihren Blick, dann schaut sie ihn wieder ernst an): Gut! Marc, ich weiß, dass das, was ich getan habe, unverzeihlich ist. Ich kann mir ja selbst nicht verzeihen. Und ich kann verstehen, dass du mich nicht mehr sehen willst....
Wow! Mutter, das Reumütige steht dir aber gar nicht. Macht dich irgendwie noch älter, als du eh schon bist.
M (zeigt mit steinerner Miene zur Tür): Ja, dann wären ja die wesentlichen Punkte auch geklärt und du kannst gehen. Da ist die Tür.
E (getroffen): Marc, bitte, hör mir doch nur einmal zu!
Ich denk nicht mal daran.
M (lehnt sich eingeschnappt wieder in seinen Sessel zurück): Das hatten wir doch schon. Es ist alles gesagt.
E (beugt sich leicht nach vorn u. schaut ihn mit traurigen Augen an): Nein, ist es nicht, Marc! Ich möchte mich aufrichtig bei dir entschuldigen. Bitte verzeih mir!

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

03.10.2010 10:35
#754 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einen wunderschönen sonnigen Sonn- und Feiertag wünsche ich euch! Eure Lorelei




Tzz... Denkst du wirklich mit so einer läppischen Entschuldigung wäre wieder alles FFE? Vergiss es! So leicht mache ich es dir nämlich nicht, Mutter. Dafür ist viel zu viel passiert.
M (kalt): Das ist alles? Da hätte ich aber echt mehr von dir erwartet.
E (schluckt schwer angesichts seiner kühlen Reaktion): Marc, mir fällt das hier auch nicht so leicht.
Spar dir deinen beschissenen Opferblick! Ich bin hier das Opfer, verdammt noch mal.
M (schnippisch): Ja klar, Dad hat dich dazu gezwungen, hmm? Na schönen Dank auch, dass du dich dazu aufgerafft hast.
E (atmet schwer): Ich bin aus freien Stücken hier. Genau wie letzte Woche auch.
M (verzieht angewidert sein Gesicht): Erinnere mich bloß nicht daran!
Ich muss gleich kotzen, wenn ich daran denke, wie die hier... Wäh!!!
E: Ich bin nicht stolz darauf, wie das gelaufen ist.
M (eingeschnappt): Kannst du auch nicht.
Werde für immer und ewig ein Trauma deswegen haben. Hmm... Sollte vielleicht doch die Couch austauschen!
E: Ich weiß, dass du das mit uns nicht gut heißt. Aber ich liebe deinen Vater. Wirklich! Ich habe nie aufgehört ihn zu lieben.
Ja, so musst du ja jetzt kommen. So was von scheinheilig. Aber darauf steht Dad ja anscheinend. Idiot!
M (lacht laut auf): Klar, was für eine große allmächtige Liebe! Deshalb hast du ja auch mit der Hälfte der besseren Gesellschaft Berlins geschlafen. Oder war es die Ganze?
E (schnappt schwer nach Luft): Marc, jetzt werde bitte nicht ausfallend.
Da hast du mich noch nicht wirklich in Aktion erlebt, Mutter.
M: Ich weiß nicht, wie du es wieder angestellt hast, ihn um den Finger zu wickeln, aber...
E (fällt ihm ins Wort): Er hat mich zurückerobert.
Das glaub ich jetzt nicht!
M (spöttisch): Ich bitte dich, jetzt werde nicht theatralisch! Wir sind hier nicht die Figuren in deinen beschissenen Liebesschmonzetten.
E: Mir ist das wirklich nicht leicht gefallen. Ich habe mich dagegen gewehrt. Deinetwegen! Weil ich ganz genau weiß, was du davon hältst. Aber Gefühle lassen sich auf Dauer nicht leugnen, Marc.
M (ironisch): Da spricht jetzt die Expertin, hä? Oder wie war das? Die Liebe ist frei und ungezwungen? Eine alberne chemische Reaktion des Körpers, die einem vom Wesentlichen ablenkt, nämlich von sich selbst? Soll ich weiter fortfahren?
E (seufzt): Marc, ich habe mir all die Jahre etwas vorgemacht. Die ganzen Affären waren doch nichts Ganzes und nichts Halbes und dienten nur der Ablenkung und Zerstreunung. Das hatte nichts Tiefsinniges, weil ich das nicht wollte. Das lässt sich doch mit dem, was ich mit deinem Vater hatte, überhaupt nicht vergleichen. Ich habe ihn nie vergessen. Er war immer da. Tief in meinem Herzen. Und jetzt, wo er wieder hier und so präsent ist und so echt und... (holt tief Luft) ... Ich konnte ihn nicht länger abweisen. Ich liebe ihn. Und ich will wirklich wieder mit ihm zusammen sein.
M (leise zu sich selbst): Ich hab’s befürchtet.
Was soll ich denn dazu sagen?
E (schaut ihn direkt an): Marc, ich verlange nicht, dass du dich freust oder uns beglückwünschst. Ich will nur, dass du es verstehst. Mich und deinen Vater verbindet so eine große Liebe...
Pff... Dass ich nicht lache.
M (fällt ihr ins Wort): Ja und wie groß diese unendliche Liebe ist, hab ich die letzten zwanzig Jahre eindrucksvoll gesehen.
E (spürt genau, was er gerade fühlt, da es ihr genauso geht): Ich würde alles dafür geben, dir diese zwanzig Jahre zurückzugeben.
M (der ganze Schmerz nimmt wieder von ihm Besitz): Was soll ich damit anfangen, Mutter, hä? Diese Zeit kannst du mir nicht zurückgeben. Das, was wir verpasst haben, lässt sich nicht zurückholen. Er war weg, all die Jahre. Und jetzt kommst du... und...
E (schaut ihn verständnisvoll an): Marc, ich will ihn dir doch nicht wieder wegnehmen.
Sie versteht es einfach nicht.
M: Das hab ich auch nicht gesagt. Es ist nur... Die ganze Situation.... Es ist nicht leicht für mich.
E: Das weiß ich doch. Ich will doch nur wieder an deinem Leben teilhaben, mein Junge, wenn du ... wenn du mich lässt. Ich weiß, das ist viel verlangt nach allem, was passiert ist. Aber ich bereue es wirklich zutiefst, dass ich dir den Kontakt zu ihm verwehrt habe, nur weil ich nicht mit der Situation klar kam. Das war egoistisch und selbstgerecht. Ich verzeih mir das ja selbst nicht, aber ich will dich nicht verlieren, Marc. Ich liebe dich doch.
Scheiße! Jetzt drückt sie auf die Tränendrüse. Aber mich kriegst du damit nicht klein.
M (senkt kurz seinen Blick u. schaut auf den Boden, dann schaut er sie wieder ernst an): Weißt du, dass du das in all den Jahren nicht einmal gesagt hast. Nicht mal in den Arm genommen hast du mich. Und jetzt willst du auf einmal die reumütige Supermama spielen? Darauf kann ich dankend verzichten. Das mag jetzt vielleicht hart klingen, aber ich kann nun mal nicht anders. Du hast mein Leben zerstört. Vieles wäre vielleicht anders gekommen, wenn es anders verlaufen wäre. Aber ich will da jetzt auch nicht weiter darüber spekulieren. Bringt eh nichts. Es ist nun mal so gekommen. Und damit müssen wir leben.
E (Tränen sammeln sich in ihren Augen): Du schickst mich weg?
Mann, ich weiß doch auch nicht, was gut und richtig ist.
M: Ich würde so vieles machen wollen, Mutter, aber das kann ich nicht. Ich will auch nicht mehr so jähzornig und stur sein. Ich hab mich weiterentwickelt und sehe manche Dinge jetzt anders. Aber der Punkt ist, ich kann dir diesen Verrat nicht verzeihen. Der sitzt einfach zu tief in mir drin und jedes Mal, wenn ich dich sehe, dann...
E (unterbricht ihn mit tränenerstickter Stimme): Schon gut! Ich habe verstanden. Ich gehe.

....

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

03.10.2010 17:23
#755 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Elke stand von der Couch auf und klemmte ihre Handtasche unter ihren Arm. Ihr Sohn sprang ebenfalls von seinem Sessel auf und schob seine überraschte Mutter zurück auf das weiße Sofa. Dann fläzte er sich wieder in seinen Sessel...

M (mit deutlich ruhigerer Stimme): Jetzt warte mal! Nichts hast du verstanden. Ja, ich kann dir im Moment nicht verzeihen und ich kann dir auch nicht versprechen, dass ich es jemals kann, aber ich kann akzeptieren, dass du und Dad... dass ihr wieder... Du verstehst schon. Ihr habt meinen Segen oder was auch immer ihr von mir wollt, weil ihr hier heute aufgetaucht seid. Aber einen auf Happy Family spielen, das könnt ihr euch sparen, denn das sind wir nicht und werden wir auch nie wieder sein. Ehrlich gesagt, graust es mir allein bei der Vorstellung daran.
E (nickt ihm einsichtig zu): Und was ist ... mit uns?
M: Was soll da sein? Du musst doch zugeben, dass wir noch nie ein wirklich gutes Verhältnis hatten oder?
E: Aber...
M (wird wieder etwas lauter): Mann, jetzt lass mich doch einmal ausreden, verdammt!
E (senkt ihren Blick u. hört ihm jetzt aufmerksam zu): Entschuldige!
M (setzt in einem gemäßigten Ton seine Rede fort): Wir hatten weder nach außen noch nach innen ein gutes Verhältnis. Alles war oberflächlich und ehrlich gesagt, hat mir das auch genügt. Ich kannte es nun mal nicht anders. Ich hab dir zwar deine beschissenen Romane Korrektur gelesen und dich auf Lesungen und was sonst noch für langweilige Society-Events begleitet, aber im Grunde genommen war und ist mir noch heute deine Arbeit scheißegal. Jeder hat sein eigenes Leben gelebt und das ist auch gut so. Du hast dich doch nie wirklich für meine Träume und Wünsche interessiert und...
E (fällt ihm aufgewühlt ins Wort): Aber das stimmt doch nicht.
M (ebenfalls aufgewühlt): Doch! Du kamst immer an, wenn du etwas von mir wolltest oder du mit mir angeben konntest. Das spricht doch nicht wirklich für ein normales Mutter-Sohn-Verhältnis. Das musst du doch zugeben? Und das ändert sich auch nicht, wenn du hier jetzt reumütig auftauchst, auf den Knien rumrutschst und mir was vorheulst, wie sehr du mich brauchst und mich liebst. Hier drin ...(er tippt auf seine linke Brust)... ist schon lange was kaputtgegangen. Jetzt weiß ich nur endlich auch den Auslöser.
E (tief bewegt u. den Tränen nahe): Und das heißt?
M (atmet tief durch u. schaut sie ernst an): Jeder lebt wie gehabt sein eigenes Leben. Mir ist klar, dass ich dich nicht ganz ausschließen kann. Das will ich auch nicht. Schon allein Dad zuliebe. Aber so Geburtstage und Ostern sind schon drin.
E (schluckt schwer, aber akzeptiert sein hartes Urteil): Verstehe! Ok!

Doch plötzlich ertönte eine dritte Stimme aus dem Hintergrund...

O: Marc, findest du das nicht noch immer etwas zu hart?
M (dreht sich überrascht um): Dad, was...?

....

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

04.10.2010 09:15
#756 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Unbemerkt hatten sich Gretchen und Marcs Vater wieder ins Wohnzimmer geschlichen. Die Unterredung der beiden Streithähne war dann doch länger gegangen, als sie vermutet hätten, und sie wollten nach dem Rechten schauen. Nicht dass es von den beiden unbemerkt nebenan ein Blutvergießen gegeben hatte? Gretchen kniete sich nun neben den Sessel, nahm Marcs Hand in ihre und streichelte zärtlich darüber. Er schaute seine Liebste kurz an und lächelte, wurde aber schnell wieder ernst, als er seinen Vater hinter ihr bemerkte. Dieser sah ihn ruhig, aber bestimmt an...

O: Ich weiß, wie schwer dir das fällt, überhaupt einen Schritt auf sie zu, zu gehen. Mir ist das ja auch nicht leicht gefallen.
Ja klar! Das ist doch überhaupt nicht zu vergleichen. Außerdem hast du dich doch gleich gierig auf sie gestürzt und hast sie durchge... Bäh!
M (schmollt): Ach komm schon, Dad. Du hast dir doch gleich deine Klamotten vom Leib gerissen, als du sie...
G (unterbricht ihn, ehe er was Falsches sagt): Marc, jetzt lass ihn doch mal ausreden.
O (lächelt G an): Danke, mein Sonnenschein.
M (platzt bald der Kragen): Eh! Und hör auf, sie ständig deinen Sonnenschein zu nennen!
Also mir gefällt’s.
O (grinst ihn frech an): Aber das ist sie nun mal. Oder soll ich sie auch Haasenzahn nennen?
Eh du fängst dir bald eine.
M (fährt ihn sauer an): Dad, es reicht ja!
O (hebt abwehrend seine Hände u. stellt sich nun zwischen Sofa u. Sessel): Ok, ok! Was ich eigentlich sagen wollte... Ob du willst oder nicht, wir sind noch immer eine Familie. Lass die Vergangenheit endlich ruhen! Das bringt nur noch mehr Kummer und davon hatten wir schon genug.
G (nickt O anerkennend zu u. schaut dann erwartungsvoll zu M): Finde ich auch.
M (fühlt sich mal wieder überrollt): Das will ich ja auch, aber...
O (ernst): Kein Aber, Marc! Deine Mutter bereut aufrichtig, was sie getan hat. Mir ist schon klar, dass man die ganze Geschichte nicht so leicht vergessen kann. Das kann ich auch nicht. Aber Familie heißt auch Verzeihen zu können. Und ich habe ihr verziehen. Ich will dich nicht unter Druck setzen, Marc. Das war nie meine Absicht. Eigentlich waren wir ja auch nur hier, um dir zu sagen, dass wir uns lieben und zusammen leben wollen.
Zusammen leben? Heißt dass, er will...?
M (ironisch): Ich hab die frohe Botschaft schon mitbekommen.
G (vorwurfsvoll): Marc!
O (schaut M direkt an): Wir sind also wieder ein starkes Band. Und da du der Knoten bist, kannst du dich auch nicht so leicht davon stehlen.
Ich bin der Knoten?
M (muss unweigerlich schmunzeln): Dad, das mit den Metaphern überlasse bitte Mutter. Du warst noch nie gut darin.
Oh, Marc taut langsam auf. GsD!
O (grinst zurück): Das weiß ich selber. Aber da du wieder zu Scherzen aufgelegt bist, sind wir doch schon mal auf einem guten Weg.
Ich hasse es, wenn er Recht hat. Aber trotzdem...
M: Und was soll ich jetzt tun, hmm? Ihr um den Hals fallen oder was?
Vergiss es!
Also ich würde mich darüber freuen. Komm schon, Schatz, spring endlich über deinen Schatten. Du willst es doch auch.

E (lächelt ihn zaghaft an): Ein Händedruck würde mir schon genügen.

Lorelei Offline

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04.10.2010 16:53
#757 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc rang wirklich mit sich. Er hatte eigentlich nicht vorgehabt, so schnell die Waffen zu strecken. Alle Augenpaare waren gespannt auf ihn gerichtet. Er atmete laut aus und stand schließlich auf. Gretchen erhob sich ebenfalls. Marc ging tatsächlich auf seine Mutter zu, die wieder den Tränen nah war. Sie drückte ihre kleine Gucci-Tasche fest an ihr pochendes Herz und stand ebenfalls von der Couch auf. Mutter und Sohn standen sich nun direkt gegenüber und schauten sich lange in die Augen. Elkes Schleusen waren weit geöffnet und die ersten zwei dicken Tränen liefen ihr die Wange hinunter. Sie wischte sie schnell mit einer Hand weg. Dieser Anblick ging auch an Marc nicht spurlos vorbei. Dieses Mal zögerte er nicht. Er streckte seine Hand aus, die sie glücklich entgegennahm und festhielt...

M: Von mir aus. Aber eins solltest du wissen. Ich hab die Sache noch lange nicht vergessen und verziehen schon mal gar nicht. Und wenn du Dad das Herz brichst, dann ist endgültig Schluss mit lustig. Dann wirst du mich nicht mal mehr auf deiner Beerdigung sehen.
G (empört): Marc!
M: Ja, was!? Ist doch wahr. Das hier ist lediglich ein Waffenstillstand, aber noch lange keine Friedensverhandlung. Ist das klar!?
Oje! Den Hang zur Theatralik hat er eindeutig von seiner Mutter.
O (lächelt glücklich): Aber es ist zumindest ein Anfang.

Olivier ging auf die beiden zu und drückte sie glücklich an seine Brust. Gretchen konnte ihre Tränen kaum noch zurückhalten. So sehr ging ihr dieser Anblick zu Herzen. Aber Marc befreite sich schnell wieder. Das war dann doch zu viel Familie auf einmal...

M: Was soll das denn? Von Gruppenkuscheln war hier keine Rede.
O (überwältigt von seinen Gefühlen): Mir war halt danach, meine beiden liebsten Menschen in den Arm zu nehmen.
Na super! Ich hätte doch energischer vorgehen sollen.
M (ironisch): Gott, sind wir wirklich verwandt?

Gretchen lächelte Marc an und umarmte ihn glücklich...

G: Hmm! Du bist doch auch bei jeder Gelegenheit verschmust.
M (hebt seine Augenbrauen): Bitte? Das musst du dir eingebildet haben.

Alle drei lachten. Marc zog eine eingeschnappte Schnute, kostete aber Gretchens Umarmung genüsslich aus. Olivier nahm Elkes Hand und stellte sich mit ihr zusammen vor das verliebte Paar...

O: Da gibt es noch etwas, was wir dir sagen wollten.

Lorelei Offline

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05.10.2010 10:02
#758 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Das wäre dann endlich der letzte Teil dieser aufwühlenden Szene! Ist etwas länger und damit auch der einzige Teil heute. Viel Spaß! Ein fettes Bussi an meine fleißigen Kommibienchen! Und die stillen Leser seien auch herzlich gegrüßt. Eure Lorelei




M (löst sich abrupt von G u. schaut seine Eltern ernst an): Aber nicht, dass du sie gleich vor den nächsten Traualtar schleifen willst?
Bei aller Liebe, das gibt mir den Rest.
O (verzieht keine Miene): Das muss ich nicht.
M (schaut irritiert zwischen den beiden hin u. her): Bitte?
O (schaut glücklich zu seiner Frau): Wir sind noch verheiratet!
M (klappt die Kinnlade runter): Wollt ihr mich verarschen?
G (legt besänftigend ihre Hand auf seinen Arm): Marc!
M (funkelt E böse an): Ich dachte, du hättest gesagt, ihr wärt geschieden. War das noch so eine Lüge von dir?
Oje! Bitte nicht noch mal alles von vorn!
E (schaut verlegen auf): Ich habe es damals nicht übers Herz gebracht, die Scheidungsunterlagen zu unterschreiben.
M (schüttelt immer wieder den Kopf): Das glaub ich ja jetzt nicht.
Das ist heute echt ein schlechter Film.
G (kuschelt sich an seinen Arm u. schwärmt): Wie romantisch!
M (runzelt die Stirn u. schaut G an): Haasenzahn!
O (räuspert sich u. sucht den Blick seines Sohnes): Was wir dir eigentlich sagen wollten, ist Folgendes... Also ich ... ich werde zu deiner Mutter ziehen.
Das ist echt der beschissenste Film, den ich je gesehen habe.
M: Das ist jetzt nicht dein Ernst?
O (hält seinen bösen Blick nicht stand u. schaut zu G): Ich habe euch doch schon viel zu lange auf der Tasche gelegen.
G (lächelt O an): Aber das stimmt doch nicht. Du bist hier wirklich immer willkommen.
O (erwidert ihr Lächeln): Danke!
M (schmollt): Er ja, sie...
G (fällt ihm schnell ins Wort): Maaarc!
Heute ist echt jeder gegen mich. Sollte wieder ins Bett gehen und mir die Decke über den Kopf ziehen und nie wieder rauskommen.
E (drückt glücklich Oliviers Hand): Wir wollen einfach jede Minute zusammen verbringen.
Gott! Sind die beiden süß zusammen.
Oh Gott! Sie ist wirklich verknallt oder? Ein Alptraum!

O (zu M): Das verstehst du doch oder? Und insgeheim bist du doch froh, dass du wieder sturmfrei hast und ihr euch wieder frei entfalten könnt.
M (peinlich berührt): Äh... Dad!
G (errötet leicht u. schaut zu Boden): Oh!
Oh Gott! Er hat doch was mitbekommen, was wir vorhin... ähm... hm...hm... Ist vielleicht doch besser, wenn wir wieder für uns sind.
O (lacht): Meine Tasche ist schon gepackt.
Er kann doch jetzt nicht so einfach gehen?
M: Meinst du nicht, dass das etwas zu schnell geht?
O (legt eine Hand auf seine Schulter u. schaut ihm in die Augen): Ich habe zwanzig Jahre auf diesen Moment gehofft. Ich bin mir sicher, das ist genügend Zeit.
M (bleibt skeptisch): Aber...
O: Junge, du bist immer willkommen bei uns.
G: Und ihr bei uns.
M (überrollt): Gretchen!
E (zögerlich zu M): Wenn du willst, also das ist jetzt nur ein Vorschlag, du musst ihn nicht annehmen, aber ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn wir unsere Freitagabenddiner wieder aufnehmen würden.
Vergiss es! Waffenstillstand und Friedenspfeife von mir aus, aber Friedensfestmahl, nein danke!
M: Mutter, du weißt, dass ich da nie sehr viel Wert darauf gelegt habe.
E: Aber ich schon.
O: Also ich finde das eine hervorragende Idee.
Boah, nee echt!
E: Deine Freundin ist natürlich auch herzlich eingeladen.
G (lächelt): Danke schön, Frau Fisher. Ich komme gerne.
M (leicht panisch): Haasenzahn....
E (überhört Marcs Einwand u. spricht unberührt weiter mit G): Sie... Also du kannst mich gerne Elke nennen.
Sie ist ja heute richtig handzahm. Gefällt mir.
G (überrascht u. gerührt): Oh! Das ist wirklich nett, Elke. Ich bin Gretchen.

Gretchen reichte Marcs Mutter ihre Hand, die diese mit einem Lächeln schüttelte...

M (leise u. angefressen zu G): Haasenzahn, was wird das hier für eine Verschwörung?
G (lacht): Schatzi, das ist doch keine Verschwörung. Ich finde, das ein hervorragendes Versöhnungsangebot.
Hat die mich gerade vor meinen *schluck* Eltern Schatzi genannt? Und seit wann trifft sie denn unsere Entscheidungen allein? Doch eine Verschwörung!
M (schmollt): Aber... reicht es nicht, dass ich sonntags schon bei deinen Eltern antanzen muss?
G (funkelt ihn fröhlich an): Also ich hatte immer den Eindruck, dass du gerne bei uns isst.
M: Ja, weil deine Mutter die Einzigste in der Familie ist, die kochen kann.
G (grinst über das ganze Gesicht): Oh! Ich leite das Kompliment gerne weiter.
M (blitzt sie an): Haasenzahn, treib es nicht zu bunt ja!
Hihi! Er ist so süß, wenn er schmollt.

Elke und Olivier hatten sich etwas abseits hingestellt und beobachteten die beiden amüsiert...

E: Läuft das zwischen den beiden immer so ab?
O (lacht): Oh! Das ist noch harmlos. Du müsstest sie mal erleben, wenn es wirklich ein ernsthaftes Problem gibt.
E: Die beiden sind ja wie wir früher.
O: Treffend beobachtet, mein Mokkapralinchen.

Er gab ihr einen kleinen Kuss auf den Mund. Sie lächelte ihn verliebt an. Im selben Moment drehte sich ihr Sohn abrupt um und lachte laut auf...

M: Nee jetzt, Dad? Du nennst sie nicht ernsthaft immer noch so? Wir sind nicht mehr in den Achtzigern und das war schon damals megapeinlich. Wisst ihr noch, dass mich meine Mitschüler mindestens ein halbes Jahr lang deswegen gehänselt haben, weil du sie auf meiner Einschulung so durch die halbe Aula gerufen hast.
G (verzückt): Wie süß! Erzählst du mir die Geschichte, Marc!
M: Aber sonst geht’s dir noch gut, Haasenzahn? Das war echt traumatisch für mich.
G (verschränkt die Arme u. grinst ihn an): Was ist schon ein halbes Jahr im Vergleich zu sechs Jahren Meiersche Demütigungen und Quälereinen.
M: Eh!
O (lacht): Touché!
E (zu O): Muss ich das verstehen?
O (flüstert): Erzähle ich dir mal in einer ruhigen Minute.
M (droht O u. G mit ausgestreckten Zeigefinger): Nichts wirst du tun, Dad! Und du auch nicht, Haasenzahn! Ich dachte, ihr wolltet endlich die Vergangenheit ruhen lassen?
G (stellt sich hinter ihn u. legt ihre Arme um seine Taille): Wir wollten nur sichergehen, dass es auch bei dir angekommen ist.
E (beeindruckt): Meine Güte, ich habe Sie... dich wirklich völlig unterschätzt. Marc, mit ihr hast du wirklich deinen Meister gefunden.
Äh... was wird das jetzt hier? Doch Verschwörung!
M (eingeschnappt): Bitte? Soweit kommt’s noch. Äh... und seit wann lässt du eigentlich das böse O-Wort weg?
E (senkt ihren Blick): Ich dachte, du willst nicht, dass ich...
M (seufzt): Ja, das hat auch zwanzig Jahre gedauert, bis du es endlich kapiert hast.
G (gibt ungefragt ihren Senf dazu ab): Aber jetzt, wo du keinen Groll mehr auf deinen Vater hegst, könntest du doch...
M (dreht sich zu ihr um u. funkelt sie an): Haasenzahn!
G (grinst): Schon gut! Ich halte ja schon die Klappe.
Ausnahmsweise! Hihi!
M (schaut zufällig auf seine Armbanduhr): Gut! Und jetzt mach hinne. Wir müssen gleich los.
G: Ist es schon so spät?
O: Oh! Wir wollten euch nicht aufhalten.
M (zwinkert G anzüglich zu): Naja wir waren ja schon durch ne!?
G (empört): Maaarc!
M (lacht): Jetzt hab dich doch nicht so. Ich hab doch gesagt, dass man dich bis Potsdam gehört hat.
Oh Gott!
G (löst sich eingeschnappt von ihm u. zieht sich sauer ihren Mantel über): Blödmann!
O: Also wir haben überhaupt nichts gehört. Ich weiß gar nicht, was du meinst, Marc.
Sicher!?
M (lacht): Ja, hör auf dich bei deinem Sonnenschein einzuschleimen und sieh zu, dass du endlich mit deiner Praline Land gewinnst.
G (weist ihn zurecht u. wendet sich dann an O): Marc! ... Olivier, du, ihr fahrt doch sicherlich am Krankenhaus vorbei oder?
O: Ja, das liegt auf dem Weg.
G (strahlt): Perfekt!
M (irritiert): Haasenzahn, was soll das?
Also so langsam reicht es mit dem beschissenen Versöhnungsscheiß.
G (grinst ihn frech an): Schon vergessen, dass dir etwas Entscheidendes fehlt und damit meine ich jetzt nicht deine Hose, die du dir übrigens anziehen solltest, wenn du bei den Schwesternschülerinnen keinen Aufruhr verursachen möchtest?
Scheiße!
M (schaut an sich herunter): Upps! Bin gleich wieder da.

Alle drei lachten. Marc verschwand schnell im Schlafzimmer, um sich anzukleiden, während die drei an der Wohnungstür auf ihn warteten...

O (neugierig): Was ist denn mit seinem Wagen?
E: Ich hab ihm ja schon so oft gesagt, dass er einen Neuen braucht. Was sollen denn seine Patienten denken, wenn ihr Oberarzt mit so einer Dreckschleuder...
O (weist sie zurecht): Mokkapralinchen!
E (verdreht die Augen u. lässt sich von O in ihren Mantel helfen): Ja, schon gut. Ich halte mich ja zurück.
O (lächelt sie an u. gibt ihr ein kleines Küsschen auf die Wange): Gut!
G (klärt die beiden auf, während sie ihren Mantel zuknöpft): Marc spart ja schon auf einen Neuen und so lange geht der alte Volvo ja noch. Leider hat Mehdi ihn gestern äh... ausgeliehen und somit stehen wir jetzt ohne da.
O: Ach so!
E: Da fällt mir ein. Ich muss ja Dr. Kaan noch wegen einem neuen Termin anrufen. Das hab ich ganz vergessen, als wir gestern... ähm... (sie wird rot u. bricht ihre Rede abrupt ab)
G (lächelt verzückt, als sich die beiden verliebte Blicke zuwerfen): Das kann ich doch erledigen, Frau Fisher äh... Elke.
E (erwidert ihr Lächeln): Das würdest du tun? Du bist wirklich ein Engel.
O: Sag ich doch immer.
G (verlegen): Oh!
M (meckert genervt): Ja, hört auf mit dem Einschleimen. Abmarsch, aber zz!
O (salutiert ihm): Zu Befehl, mein Junge!

Elke und Gretchen schüttelten nur den Kopf. Olivier schnappte sich seine beiden Koffer, die bereits im Flur standen. Gretchen hielt ihm freundlicherweise die Tür auf. Marc schoss ungeduldig an den beiden vorbei. Elke folgte ihrem Sohn auf dem Fuße. Olivier stöhnte nur, weil die Koffer dann doch schwerer waren, als er gedacht hatte und Gretchen schloss mit einem Lächeln auf den Lippen die Wohnungstür.... Ich liebe diese Familie.

Lorelei Offline

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06.10.2010 10:37
#759 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey, hey ihr Mäuse! Da wir ENDLICH mit dem leidigen Thema durch sind (*Schweiß von der Stirn wisch* ), geht’s jetzt erst mal mit zwei anderen Süßen weiter. Viel Spaß! Ich hoffe, der Link funktioniert, aber auf Youtube gab’s das Original leider nicht. Denkt euch die lästige Werbung einfach weg! mich über euer Feedback! Lorelei



Wenig später im Elisabeth-Krankenhaus

Schwester Sabine saß am Schreibtisch im Stationszimmer und betrachtete verträumt den großen Strauß rosa Rosen, die sie heute Morgen überraschenderweise an ihrem Platz vorgefunden hatte. Ein kleines Briefchen in einem ebenso rosafarbenen Umschlag hatte zwischen den Blüten gesteckt. Immer wieder las sie sich die liebevollen Worte des Absenders durch.... „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Fräulein Vögler. Hochachtungsvoll, Ihr Dr. Gummersbach“. ... „Hach...“ seufzte die blonde Krankenschwester leise vor sich hin. Das ließ auch Dr. Mehdi Kaan kurz aufhorchen, als er einen Ohrwurm pfeifend aus der Umkleide kam und das Schwesternzimmer betrat....

http://www.myvideo.de/watch/7702676/Juli...risches_Gefuehl

MK: Einen wunderschönen guten Morgen, Schwester Sabine!

... begrüßte er seine Kollegin freundlich, doch diese reagierte überhaupt nicht auf die sanfte Stimme des attraktiven Gynäkologen. Mehdi blickte sie kurz irritiert an, nahm sich dann eine Tasse aus dem Regal und goss sich Kaffee ein. Er drehte sich wieder zu Sabine um und lehnte sich lässig an die Spüle. Nachdem sich die sonst so redegewaltige Krankenschwester noch immer nicht gezuckt hatte, was eigentlich sehr ungewöhnlich für ihre Natur war, sprach Mehdi sie erneut an...

MK: Für wen sind denn die schönen Blumen?

Erst jetzt merkte die verträumte Schwester, dass sie gar nicht mehr allein im Stationszimmer war. Sie errötete, als sie sich langsam mit ihrem Drehstuhl zu dem charmanten Oberarzt umdrehte, der sie interessiert anschaute und ab und zu an seinem Kaffee nippte...

S: Oooohhh, Herr Dr. Ka...Ka... Kaan! Ich... ich habe Sie gar nicht.... Ähm... *räusper* ... Gu... guten Morgen, Herr Doktor.
MK (lächelt): Das wünsche ich Ihnen auch, Schwester Sabine. Und verraten Sie mir jetzt, für wen die Rosen sind?
S (das Blassrosa ihrer Wangen färbt sich dunkelrot u. sie beißt sich auf ihre Unterlippe): Oh! Die.... Die sind ... für ... mich.
MK (erstaunt): Ach?
S (lächelt ihn verlegen an): Ich hatte doch gestern Geburtstag, Herr Doktor.

Dr. Kaan verschluckte sich an seinem Kaffee, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund und stellte seine Tasse auf dem Tresen ab. Dann ging er mit gesenktem Haupt auf das Geburtstagskind zu, um ihr zu gratulieren...

MK: Oh! Das wusste ich nicht. Ich wünsche Ihnen natürlich nachträglich alles Gute, Schwester Sabine.

Sabine nahm seine Glückwünsche dankbar an und strahlte den verspäteten Gratulanten mit einem zauberhaften Zahnpastalächeln glücklich an...

S: Danke, Herr Doktor.

Mehdi nickte ihr freundlich zu und ging zurück zum Tresen, wo seine heiße Kaffeetasse auf ihn wartete. Er nahm einen Schluck. Sabine drehte sich auf ihrem Stuhl unruhig hin und her und beobachtete den schönen Arzt aus dem Augenwinkel heraus. Nach einem Moment peinlichen Schweigens wagte die verliebte Krankenschwester schließlich, ihm ihr Glück mitzuteilen...

S: Kennen Sie sich in der Sprache der Blumen aus, Herr Dr. Kaan?
MK (senkt seine Tasse u. blickt S verdutzt an): Äh... nein!?
S (zeigt auf ihre Rosen): Sie sind rosa!
MK (schaut erst zu den Blumen, dann in ihr verklärtes Gesicht): Ja... und?
S (klärt ihn auf): Rosa Rosen bedeuten doch... zum einen Jugend und Schönheit, zum anderen aber auch zarte Gefühle.
MK (nippt sichtlich überfordert an seiner Kaffeetasse): Ah ja!?
S (schaut ihn erwartungsvoll an): Heißt das jetzt, er will mir sagen, dass ich mich trotz meines Alters ... Wobei zweiunddreißig Jahre meiner Meinung nach jetzt noch nicht wirklich alt ist oder? ... äh... noch gut gehalten habe... oder dass er mich mag? Ich meine... in der Mitte steckt ja auch eine einzelne rote Rose. Das hat doch auch etwas zu bedeuten. Finden Sie nicht, Herr Doktor?
MK (sprachlos): Äh....
Ok! Das ist mal wieder ein sehr schräger Auftritt von ihr.
S (redet unbeirrt weiter): Aber er hat mir ja auch den Dr. Rogelt-Sonderband geschenkt. Ihm muss also schon etwas an mir liegen.
MK (verwirrt): Äh... wem jetzt?
S (legt einen verträumten Blick auf): Dr. Gummersbach!
MK: Gummersbach? Ist das nicht....
S (strahlt ihn wie eine Sonne an): Ja, der neue Pathologe.
Ach du meine Güte!
MK (grinst): Äh... Schwester Sabine, kann es sein, dass Sie einen Verehrer haben?
S (wird wieder rot im Gesicht und kichert peinlich, was sie aber sofort zu unterdrücken versucht): Was? ... Nein! Wie... wie kommen Sie denn darauf?
Ah... jetzt verstehe ich. Deshalb ist sie so... so... na so halt. Sie hat sich verliebt! Wie niedlich!

Mehdi musste unweigerlich schmunzeln, stellte seine leere Tasse in die Spüle und ging einen Schritt auf die verliebte Schwester zu....

MK: Äh... nur so. Aber es sind auf jeden Fall sehr schöne Blumen.
S (lächelt): Ja, nicht, oder? Hach...

Sabine war schon wieder dabei, in eine andere Welt zu entschwinden und Dr. Kaan wollte auch schnell weiter zu seiner Besprechung, aber an der Tür angekommen, fiel ihm noch etwas ein und er drehte sich noch einmal zu der Schwester um....

MK: Ach Schwester Sabine, ist Dr. Meier schon im Haus?

Sabine drehte sich mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen wieder zu dem charmanten Frauenarzt um...

S: Der steht direkt hinter Ihnen, Herr Doktor.
MK (perplex): Äh... Was?

MM (leicht angesäuert): Kaan!

Mehdi drehte sich überrascht um. Und tatsächlich ... Marc und Gretchen standen direkt hinter ihm... Scheiße! Ruhig und cool bleiben! Er kann dir nichts. Außer ein blöder Spruch vielleicht. Ich überlebe das schon. Er hat sich schon viel größere Dinger geleistet. Jetzt bin ich auch mal dran. Naja, aber ob sein Auto zu knacken, so eine gute Idee war?

MK (freundlich, aber mit gequältem Lächeln): Marc! ... Gretchen! Schönen guten Morgen!
G: Guten Morgen, Mehdi!

Während Gretchen ihren besten Freund mit einem strahlenden Lächeln und zwei Küsschen auf die Wange begrüßte und dann schnell in der Umkleide verschwand, starrte ihn Marc dagegen mit bedrohlichem Blick an. Mehdi wich verunsichert zwei Schritte zurück.... Ok! Ähm... Es könnte eventuell sein, dass er doch mehr als sauer ist. Ich muss hier weg.

MM (Zähne knirschend): Kaan!
MK (rollt leicht ängstlich mit den Augen u. versucht die angespannte Situation mit einem lockeren Spruch zu überspielen): Na hattet ihr gestern noch einen schönen Abend?
MM (blitzt ihn immer noch böse an): Ja, hatten wir, SCHATZ, bis wir in die Geschwister-Scholl-Straße eingebogen sind und ich die Polizei rufen musste.
Oh Gott! Nein!? Bitte nicht!

Lorelei Offline

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07.10.2010 09:49
#760 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Freut mich, dass ihr Spaß habt. Hier habt ihr den nächsten Teil. Rache ist süß! Wusste nicht so recht, wo ich den Teil trennen sollte, deshalb gibt es heute etwas mehr zu lesen. Schönen Tag noch! Eure Lorelei




Mehdi riss seine Augen weit auf und schaute Marc entsetzt an...

MK: Du... du hast die Polizei gerufen? Aber... aber hast du denn meine SMS nicht bekommen?
MM (versucht, ein Grinsen zu unterdrücken u. spielt den Unwissenden): SMS? Was für ne blöde SMS?
Oh Gott! Oh Gott! Oh Gott! Das kann doch nicht wahr sein?
MK (wird immer nervöser): Äh... Dass ich.... wir ... dein Auto... Äh...
MM (stemmt seine Hände an seine Hüfte u. baut sich bedrohlich vor ihm auf): Was ist mit MEINEM Auto?
Oh, oh! Wir hätten das nicht tun dürfen! Was haben wir uns nur dabei gedacht? Ich hab doch gewusst, dass er so reagieren würde. Gut, dass er gleich die Polizei rufen würde, haben wir jetzt nicht einkalkuliert. Verdammt!
MK (ihn plagt das schlechte Gewissen u. er schaut MM mit großen Kulleraugen schuldbewusst an): Es tut mir so leid, Marc. Wir wollten dich ja noch fragen, aber du warst schon an Gretchens Tisch und hast diesen Cordanzugträger angemacht. Also... wir wollten da nicht dazwischen gehen. Und... ich hatte ja noch deinen Schlüssel in meiner Tasche und irgendwie... mussten wir ja auch nach Hause kommen und... Sag, du hast jetzt nicht ernsthaft Anzeige erstattet?

Dr. Kaan schaute seinen besten Kumpel flehend an. Doch dieser verzog keine Miene, was Mehdi noch mehr verunsichern ließ. In dem Moment kam Gretchen in perfekt sitzender Assistenzärztinnenkluft zurück ins Zimmer und stellte sich zu den beiden Männern. Sie ahnte, was Marc mit seinem Freund vorhatte und machte ihm einen Strich durch die Rechnung...

G: Marc, jetzt quäle ihn doch nicht so. Du hattest deinen Spaß!
Elende Spielverderberin!
MK (schaut sie mit offenem Mund an): Hä?
MM (verräterisch funkelnd): Hatte ich den?
G (vorwurfsvoll): Marc!

Jetzt konnte es der Oberarzt nicht mehr länger zurückhalten und brach in schallendes Gelächter aus...

MM: Hahaha! Du müsstest mal dein Gesicht sehen, Mehdi. Wie geil!
MK (verwirrt): Wie jetzt? Doch keine Polizei?
MM (lacht immer noch): Doch! Dahinten kommt der Wachtmeister! Hahaha! ....... Ach nee, is Schwester Stefanie!

Mehdi drehte sich erschrocken um und sah sich hektisch um. Marc konnte nicht mehr. Er hielt sich mittlerweile den Bauch vor lauter Lachen. Gretchen konnte sich aber auch ein Schmunzeln nicht verkneifen, weil Mehdi gerade zu verdutzt dreinblickte... Der Arme! Aber Strafe muss schon sein. Was klaut er auch unser Auto? Na gut, in der Liebe sind bekanntlich alle Mittel erlaubt, aber erkläre das mal einem störrischen Macho mit Autotick.

G (streift beruhigend über Marcs Arm): So genug jetzt, ja! Ich freue mich ja, dass du nach der Stummfahrt gerade wieder ins Leben zurückgefunden hast, aber Mehdi hat jetzt wirklich genug gelitten, ok?
MM (grinst u. zwinkert ihm anzüglich zu): Na gut. Es sei dir verziehen, wenn es sich wenigstens gelohnt hat.
MK (schaut immer noch doof drein): Gelohnt?
MM (richtet seinen Blick kurz stöhnend zur Decke, dann wieder in sein Gesicht): Mann, ob sich dein Gockelauftritt und die peinliche Anmache wenigstens gelohnt haben?
G: Der Gockel war wohl eindeutig jemand anders.
MM (funkelt sie böse an): Haasenzahn!
Ja, ist doch wahr.
MK (schaut MM an): Wenn du damit anspielen willst, ob ich und Maria noch einen schönen Abend hatten, dann kann ich nur sagen, der Gentleman schweigt und genießt.
Na also! Ham die ganze Nacht durchgevögelt, hä? Er wirkt auch sichtlich entspannter.

Mehdi zwinkerte Marc zu und als er an die letzte Nacht und die Begegnung vorhin zurückdachte, schlich sich ein sehr verräterisches Grinsen auf sein Gesicht, das er nicht mehr wegbekam. Sein Freund rollte nur mit den Augen und konnte sich einen spitzen Kommentar nicht verkneifen...

MM: Aber meine Karre ist sauber geblieben?
Sag mal, was denkst du eigentlich von mir, Marc?
G (weist ihn zurecht): Marc!
MK (grinst ihn an): Die ist noch genauso unschuldig wie zu dem Zeitpunkt, als du mir deine Schlüssel anvertraut hast.
Wobei unschuldig im Zusammenhang mit Marc Meier eher unwahrscheinlich ist.
MM (fährt ihn sauer an): Die du dreist an dich gerissen hast, als wir an der einen Ampel gestanden haben.
MK (verdreht die Augen im Kopf): Ich wollte nur lebend ankommen.
G (stellt sich vor MM hin u. schaut ihn vorwurfsvoll an): Marc, jetzt sag nicht, du hast den Stadtring wieder mit der Autobahn verwechselt?
MM: Hab ich nicht!
MK (zu G): Er hatte nur Sehnsucht nach dir.
MM (kneift ihn in den Arm): Eh!
G (strahlt MM an, wird dann aber schnell wieder ernst): Ach? Wie süß! Aber das ist kein Grund, hier einen auf Schumi zu machen. Ich will nicht irgendwann in die Notaufnahme kommen und dich auf der Trage haben.
MM (rollt genervt mit den Augen): Mann, jetzt macht euch doch mal locker.
G: Das ist mein Ernst, Marc.

Marc richtete seinen Blick gen Decke und grummelte etwas Unverständliches in seinen nicht vorhandenen Bart und verdrückte sich schnell aus der Gefahrenlage ins Nebenzimmer, um sich für seinen Dienst umzuziehen. Gretchen und Mehdi sahen ihm kopfschüttelnd hinterher, dann sprach der Frauenarzt seine hübsche Kollegin wieder an...

MK: Hat er sich gestern wenigstens noch gut benommen?
Hach... Und wie! Äh...

Gretchen errötete etwas, weil sie an die Sache in der Damentoilette zurückdenken musste. Ihr wurde immer wärmer unter ihrem Kittel und dem Rollkragenpullover, den sie trug, und fächerte sich nervös mit der Hand Luft zu, was Mehdi verunsichert beobachtete, aber nicht weiter kommentierte. Sie räusperte sich mehrmals...

G: Ähm ja... also... nachdem Peter weg war, war er eigentlich ganz ... handzahm.
Gut, also seine Hände waren jetzt eher weniger zahm, sondern überall und... äääääähhhh... Schluss!
MK: Peter?
G (beißt sich auf ihre Lippe u. schaut MK an): Ja, mein... mein Ex... Ex-Verlobter war auch da. Und... naja ... du weißt ja, wie Marc reagiert, wenn er auf Konkurrenz trifft.
MK (sieht kurz lachend zur Umkleide, wo MM sich gerade den Kittel überzieht): Verstehe! War das der Mann in dem beigen Cordanzug?
G (nickt schüchtern): Hmm!
MK: Ihr habt euch ziemlich lange unterhalten. Kein Wunder, dass Marc da... naja ... leicht... überreagiert.
Wem sagst du das?
G (errötet wieder etwas): Naja, ich bin da auch nicht ganz unschuldig daran. Als er mit Maria zusammen saß, bin ich auch... äääääähhhhh... Ich hab den Bogen vielleicht ein wenig überspannt. Und dann wollte Peter nicht mehr gehen und Marc musste mich weiter provozieren. Kennst ihn doch.
MK (grinst): Das typische Hin- und Her also?
G (schaut ihn mit zusammengekniffenen Augen an): Albern oder?
MK: Nö! Eben typisch Gretchen und Marc.

Mehdi lächelte sie charmant an und Gretchen stupste ihn spielerisch in den Arm, musste aber auch schmunzeln...

G: Und du und Maria?
MK (senkt verlegen den Blick): Ähm...
G (grinst wissend): Du musst nichts sagen, wenn du nicht willst. Dein Strahlen verrät dich eh.

Mehdi fuhr sich beschämt über sein Gesicht...

MK: Echt? Merkt man das?
G (lächelt): Na ich kenn dich halt gut.
MK (wird leicht rot): Oh! Du, ich weiß auch nicht, was das...

Mehdi wollte seiner besten Freundin gerade noch etwas über sein besonderes Verhältnis zu einer schönen brünetten Oberärztin erzählen, als ein motzender Oberarzt zurück aus der Umkleide kam, sich neben die beiden stellte und besitzergreifend seine Arme um Gretchens Taille legte, die ihn daraufhin Augen rollend ansah...

MM: Na was tuschelt ihr beiden Tratschweiber schon wieder?

Gretchen und Mehdi schauten sich an und antworteten gleichzeitig und leicht verschwörerisch...

G/MK: Nichts!
Och nee! Bitte nicht! Kann sie nicht einmal ihre süße Schnute halten.
MM (riecht den Braten, löst abrupt seine Umarmung u. schaut G vorwurfsvoll an): Boah Haasenzahn, du hast ihm das nicht gleich gesteckt?
MK (schaut neugierig zwischen den beiden hin u. her): Was denn?
G (verteidigt sich): Hab ich doch gar nicht.
MM (droht ihr mit ausgestrecktem Zeigefinger): Eh ich will nicht, dass hier wieder was rum geht. Ist das klar? Kann doch nicht angehen, dass ich, du oder Dad hier immer Gesprächsthema Nummer Eins sind.
Was macht er denn jetzt so ein Fass auf? Also ich finde, das ist eine schöne Nachricht.
MK (blickt zu G): Was geht denn rum?
MM (verschränkt abweisend seine Arme): Nichts!
G (atmet laut aus): Marc, er ist dein bester Freund. Findest du nicht, du könntest es ihm sagen? Was ist denn schon dabei?

Marc schaute unsicher zwischen den beiden hin und her, dann fiel sein Blick kurz auf seine Stationsschwester, die immer noch völlig abwesend am Schreibtisch am Fenster saß und ungewöhnlicherweise noch nicht einmal ihre Ohren gespitzt hatte und stattdessen verschwörerisch einen albernen Blumenstrauß fixierte und an den Blütenblättern zupfte...

MM: Denkst du wirklich, ich plaudere hier offen DARÜBER in der Stasihauptzentrale?

Alle drei sahen nun zu Schwester Sabine, die ihren Kopf mit beiden Armen auf dem Tisch abgestützt hatte und vor sich hin träumte....

G (flüstert leise zu MK): Was hat sie denn?
MK (lächelt): Ich glaube, sie ist verliebt.
G (ihre Augen beginnen zu leuchten): Oh wie schön!
MK: Die Rosen sind von ihrem geheimnisvollen Verehrer aus der Pathologie.
G: Also doch!
Ich hab doch gespürt, dass da was Magisches im Raum war.
MK: Wusstest du davon?
G: Die beiden haben sich gestern Abend beim Speeddating kennen gelernt. Ich glaube, der Funke ist gleich übergesprungen.

Mit offenem Mund stand Dr. Meier neben den beiden Tratschnasen und wurde langsam ungeduldig...

MM (fuchtelt mit den Händen vor den beiden herum): Äh... hallo!? Hier spielt die Musik.
G: Marc, du könntest dich ruhig auch ein bisschen für Sabine freuen.
MM (abfällig): Pff... Hab meinen Freudentanz gestern schon aufgeführt.
G: Ah ja? Ich erinnere mich dunkel.
MK: Was bist du denn heute so gereizt?
MM: Bin ich doch gar nicht! Nur weil mir nicht gleich die Hummeln aus dem Hintern fliegen und ich nicht verknallt durchs EKH tanze wie du und die Stasi-Sabsi... Das ist ein Krankenhaus und keine verfluchte Singlebörse.
MK (lacht): Dafür hast du aber gestern beim Speeddating kräftig mitgemischt.
MM (tippt ihm mit den Zeigefinger auf die Brust): Eh! Wenn du das jemandem sagst, bist du so was von tot.
G: Maaarc!
MK (lässt sich von dem zeternden Oberarzt nicht beeindrucken, hakt aber dennoch leise bei G nach): Was hat er denn?
MM (funkelt beide böse an): Das hab ich gehört.
G (ignoriert MM u. klärt MK auf): Elke und Olivier waren vorhin da.
Ok! Alles klar!

Mann, muss sie mir immer in den Rücken fallen?

MM: Haasenzahn!
MK: Ah... Das ist es also. Sie haben es dir gesagt oder!?

Marc klappte augenblicklich der Unterkiefer runter und er starrte seinen Kumpel mit offenem Mund an...

MM: Wie? Woher? Du weißt...?
MK: Ich hab die beiden gestern hier zusammen gesehen.
MM (erst völlig perplex, dann immer wütender): Was? Hier? Die ham ... hier...? Und du Arsch sagst mir nichts? Eh wir waren gestern den ganzen Abend zusammen und du machst nicht einmal dein Maul auf? ... (verschränkt trotzig seine Arme vor seinem Körper u. schaut zur Seite) ... Schöner Freund bist du.
Na super! Eine Dramaqueen ist nichts gegen ihn.


....

Lorelei Offline

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07.10.2010 21:03
#761 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Um euch ein wenig die Zeit zu versüßen, bis der werte Herr Fitz zur Ina in die Kneipe kommt, hätte ich da noch einen kleinen Teil für euch. Viel Spaß!




MK (schaut ihn ruhig an): Marc, jetzt sei doch nicht gleich wieder beleidigt.
MM (sauer u. enttäuscht): Ich bin nicht beleidigt. Ich hätte nur erwartet, dass du, als mein so genannter bester Freund, offen und ehrlich mit mir umgehst.
Mann, jetzt mach doch aus einer Mücke keinen Elefanten.
MK: Das tue ich doch. Dein Vater hatte mich gebeten, noch nichts zu sagen. Sie wollten es dir gemeinsam sagen.
MM (schmollt weiterhin): Na toll. Hättest du mir gestern was gesagt, wäre mir heute Morgen eine Begegnung der dritten Art erspart geblieben.
Oje! Der Arme hat es doch noch nicht verkraftet. Er braucht heute ganz viel Zuwendung von mir.
G (streicht beruhigend über seinen Arm): Marc, jetzt lass gut sein!
MM: Nix is gut!
Hätte mich auch gewundert, wenn er es gleich akzeptiert hätte.
MK (mitfühlend): Und was denkst du darüber?
Verknallte Eltern - ich hasse das Wort - sind echt das Letzte.
MM (hebt kraftlos seine Arme u. lässt sie wieder schlaff gegen seinen Körper fallen): Was soll ich schon denken? Ich hab ja keine andere Wahl.
Er wird es schon noch irgendwann akzeptieren. Hauptsache er weiß jetzt erst mal Bescheid und die Fronten sind mehr oder weniger geklärt. Das sind sie doch oder?
MK: Was ist mit deiner Mutter?
Boah, lasst mich doch endlich damit in Ruhe, verdammt!
MM (genervt): Komm, lassen wir das! Ich will da nicht weiter...
Er ist eine richtige Mimose.
G (seufzt): Es herrscht Waffenstillstand.
MM (sprachlos): Haasenzahn!
G: Du hast es selber so bezeichnet.
Na toll, jetzt dreht sie dir auch noch nen Strick draus.
MK: Also ich finde es gut. Wurde mal Zeit, dass ihr zur Ruhe kommt.
Boah nee, echt jetzt, nicht du auch noch, Mehdi?
MM (angesäuert): Ja, ja, du Schmalspurtherapeut. Lassen wir das Thema endlich ruhen, verdammt noch mal.
Ja, besser ist.
MK (nickt ihm verständnisvoll zu, dann wendet er sich an G): Wenn du das willst? Ich muss eh gleich los. ... Ach Gretchen?
G (schaut ihn mit großen Augen an): Ja?
MK: Wir holen gleich die Drillinge von Frau Michaelis. Du hast doch die Erstbetreuung übernommen, als ich nicht da war. Sie hat angefragt, ob du vielleicht bei der Entbindung dabei sein möchtest. Und ich könnte deine tatkräftige Unterstützung wirklich gebrauchen. Wird ein umfangreicher Eingriff.
MM (kommt G zuvor u. fährt MK an): Eh jetzt hör auf, mir ständig meine Leute abspenstig zu machen.
Mein Gott, hat er heute eine Laune. Ich hab ja Verständnis für deine Situation, aber musst du unbedingt deinen Frust wegen deinen Eltern an mir und Gretchen auslassen?
G (weist MM zurecht u. sagt MK zu): Marc! ... Ich bin gerne dabei, Mehdi. ... (schaut grinsend zu MM) ... Hier liegt doch heute Vormittag eh nichts Größeres an.
MK (lächelt sie an): Super! Ich freu mich.
G (erwidert sein Lächeln): Ich mich auch.
MM (eingeschnappt): Eh! Das hat gefälligst dein Oberarzt zu entscheiden. Klar!?
Doch Mimose!
G (rollt mit den Augen): Gut! Dann eben so.... Lieber Herr Dr. Meier, ich möchte Sie ganz herzlich darum bitten, ob ich gleich Dr. Kaan bei der Drillingsgeburt meiner früheren Patientin assistieren könnte?
Das glaube ich jetzt nicht.

Marc schnappte hörbar nach Luft und schaute seine Assistenz ungläubig an. Mehdi und Gretchen lachten innerlich und schauten ihren verdutzten Freund und Kollegen erwartungsvoll an...

MM (grummelig): Haasenzahn, spar dir das Theatralische!
Hihi! Jetzt hab ich ihn.
G (grinst): Ich wollte nur förmlich sein.
MM (zerknirscht): Hmm! Dann zisch ab, ehe ich es mir anders überlege.
Juhu! Ich könnte dich knutschen. Ach was sag ich „könnte“?
G (strahlt glücklich): Danke, Scha... Dr. Meier!
Gerade noch so gerettet, Fräulein!

Dr. Haase sprang ihrem geliebten Oberarzt an den Hals und drückte ihm einen fetten Schmatzer auf den Mund. Mehdi schmunzelte, als er sah, dass sein Freund leicht rot wurde und sich verlegen über das Gesicht strich, als Gretchen ihn losgelassen hatte...

MM: Äh... Haasenzahn, wie war das noch mal mit den Förmlichkeiten Vorgesetzten gegenüber?
Die gelten für mich nicht. Ist quasi eine Sonderregelung nur für mich. Hihi!
G (grinst ihn frech an u. schlingt ihre Arme um seinen Hals): Ach wir sind doch hier unter uns. Unter Freunden.
Hätte mich auch gewundert, wenn sie dafür nicht auch noch eine Ausrede hätte.
MK (steht amüsiert daneben): Also wegen mir müsst ihr euch nicht zusammenreißen.
Na soweit kommt’s noch!
MM (sucht verzweifelt nach seinem Oberarzt-Pokerface, findet es aber nicht): Eh lasst mir wenigstens noch ein bisschen Autorität ja. Ich bin immer noch der Chef hier.
G (treibt es schließlich auf die Spitze): Klar, Schnuckiputz!
Boah dieses Luder! Na warte, du kriegst heute noch deinen süßen Popo verhauen, Haasenzahn. Das schwör ich dir.

Gretchen kicherte und Mehdi lachte laut auf. Marc, dessen Halsschlagader gewaltig pulsierte, schaute beide bitterböse an und klatschte dann seiner Freundin dreist auf den Hintern...

MM: Haasenzahn, treib es nicht zu bunt ja! Und jetzt raus hier, aber zz!
Er ist so süß, wenn er sich aufregt. Hab dich auch lieb, Schatz.
G (streckt MM die Zunge raus u. wendet sich dann MK zu): Bin schon weg! Kommst du, Mehdi?
MK: Bin schon unterwegs. Du kannst ruhig schon vorgehen. Wir treffen uns alle in fünf Minuten in meinem Büro.
G: Geht klar!

Gretchen zwinkerte Marc noch einmal zu und verließ dann mit schnellen Schritten das Stationszimmer der Chirurgie. Mehdi folgte ihr einige Sekunden später. Er war schon auf dem Flur draußen, als er noch einmal die laute Stimme seines besten Freundes vernahm...

MM: KAAN!
MK (dreht sich seufzend um): Ja... Dr. Meier?
MM (lehnt lässig am Türrahmen des Stationszimmers u. schaut ihn ruhig an): Hast du nicht was vergessen?
MK (steht für einen Moment auf dem Schlauch): Äh... was?
MM (rollt mit den Augen u. grinst ihn dann schelmisch an): Soll ich doch noch die Polizei rufen?
Oh! Scheiße! Sein Wagen!
MK (fasst sich an den Hinterkopf u. quält sich zu einem Lächeln): Upps! Sorry, fast vergessen. Dein Schätzchen steht frisch gewaschen und betankt auf deinem Parkplatz.
MM: Gut! Hab ich schon gesehen. ... Ach? Was ist das eigentlich für eine Schramme am Außenspiegel?
Ach du Scheiße! Aber wir... wir haben doch aufgepasst. Äh... war der Kratzer nicht schon vorher da?
MK (ist sich keiner Schuld bewusst): Äh... Weiß nicht. Also ich bin sehr sorgsam mit deinem Baby umgegangen. Also .... wirklich! Ich weiß wirklich nichts von...
MM (lacht): Schon gut, schieb keine Panik, Mann! Dass die von Gretchen ist, weiß ich schon.
Auch wenn sie’s mir verheimlicht hat. Als ob ich das nicht gemerkt hätte.
MK (lacht ebenfalls kurz auf): Oh! Ähm... ja? ... Ich muss dann... Ach warte mal! Dein Schlüssel!

Mehdi wühlte in seinen Kitteltaschen und zog mit einem erleichterten Lächeln Marcs Schlüsselbund heraus. Er wollte ihn ihm zuwerfen und stellte sich in Position. Er schaute dabei kurz zu Boden. So merkte der Gynäkologe aber nicht, wie Marc plötzlich seine Augen weitete, heftig mit den Armen winkte und murmelte, dass er das besser lassen sollte. Doch Mehdi setzte trotzdem zum Wurf an. Er warf seinen rechten Arm weit nach hinten. Aber anstatt dass der Schlüssel in Marcs Richtung flog, traf dieser, in seiner Faust versteckt, hinter ihm einen Gegenstand. Ein lauter Rumms war zu hören, dann Marcs Stimme...

MM: Ich hab doch gesagt, du sollst das lassen. Jetzt hast du das Huhn erlegt. Ich wusste gar nicht, dass schon wieder Moorhuhnsaison ist.

Lorelei Offline

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08.10.2010 10:54
#762 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallihallohallöle! Na, schon alle wieder wach nach der genialen Flo-Nachtschicht gestern? Hier habt ihr den nächsten Teil: Die Ratefüchse unter euch hatten natürlich Recht! Glückwunsch! Weil ihr sie so sehr vermisst habt, hier kommt ihr großer Auftritt. Naja äh... falls sie noch bei Bewusstsein ist. Viel Spaß u. schönes WE! Eure Lorelei




MK: Scheiße!

Erschrocken drehte sich Mehdi um und ließ Marcs Autoschlüssel aus seiner Hand fallen, als er erkannte, was gerade passiert war... Oh Gott! Oh Gott! ... Er kniete sich sofort neben die Person, die am Boden lag. Es war Gabi Kragenow, die kleine Vögelchen um ihren Kopf herum flattern sah und sich mit einer Hand ihre Nase hielt. Sie blutete. Mehdi beugte sich besorgt über ihr leicht malträtiertes Gesicht. Er nahm ihre blutverschmierte Hand von ihrer Nase weg und drückte sie kurz. Er spürte einen Gegendruck. Dann legte er seine rechte Hand an ihre Wange und streichelte sie sanft zur Beruhigung mit dem Daumen. Er versuchte, einen Blick von ihr zu erhaschen und kroch näher an sie heran. Gabi stand noch unter Schock und starrte Mehdi mit großen Augen an. Sie sah ihn nur durch einen Nebelschleier, musste aber nichtsdestotrotz lächeln, als sie ihn durch seinen verführerischen Duft wahrnahm und erkannte, dass es tatsächlich ER war. Ihr Traumprinz! Es war gar nicht so leicht, zu lächeln, wenn man gerade ausgeknockt worden war, aber sie konnte es nun mal nicht verhindern, denn sie musste jedes Mal lächeln, wenn sie ihn sah. Das war wie ein nicht zu stoppender Automatismus. Doch durch den Schmerz, den sie mit ihrer unbedarften Gesichtsverrenkung erzeugte, stöhnte sie laut auf und verzog ihr Gesicht. Mehdi, vom schlechten Gewissen zusätzlich geplagt, litt mit ihr mit und strich ihr zärtlich eine Strähne aus dem Gesicht und schaute sie besorgt an. Dann untersuchte er vorsichtig ihre Nase, die seine Faust ungewollt touchiert hatte, und wischte Blut von ihrer Oberlippe...

MK (besorgt u. aufgeregt): Gabi, alles in Ordnung? Es tut mir so leid. Ich hab nicht gesehen, dass du hinter mir gestanden hast.

Als Gabi die sanfte Stimme ihres Oberarztes vernahm, waren ihre anfänglichen Schmerzen wie weggeblasen. Verträumt schaute sie ihn an und seufzte leise seinen Namen...

GK: Mehdi!

Mehdi beunruhigte es, dass Gabi ihn so verklärt anschaute und nichts weiter sagte. Er versuchte, sie vorsichtig aufzurichten und stützte sie am Rücken. Sie stöhnte kurz auf und fasste sich an ihren Hinterkopf. Er bemerkte das und schaute sich diesen sogleich an. Doch es schien alles in Ordnung zu sein. Sanft strich er ihr über ihre langen glatten Haare, dann legte er seine Hand wieder beruhigend an ihre Wange und streichelte diese...

MK: Hast du Schmerzen?

Gabi, die seine zarten Berührungen trotz der Schmerzen genoss, schaute ihm direkt in die Augen und sprach leise...

GK: Mir ist ein bisschen schummrig, aber ansonsten geht’s. Glaub ich.
MK (sichtlich erleichtert): Gut! Und ich hab schon gedacht, du hättest deine Zunge verschluckt.

Gabi wollte wieder lächeln, verzog aber schnell ihr Gesicht, weil es einfach zu wehtat. Sie fasste sich wieder an ihre Nase. Sie blutete immer noch. Hilflos schaute sie ihren Oberarzt an und strich ihre blutigen Finger an ihrem Kittel ab. Mehdi kramte derweil in seiner Kitteltasche und holte mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen eine Packung Tempos hervor. Er hielt ihr vorsichtig eins davon an die Nase, woraufhin sie kurz aufschrie....

GK: Aua!

... und instinktiv wieder an ihre Nase fassen musste. Sie berührte aber stattdessen Mehdis Handrücken. Ein zusätzlicher Schauer durchfuhr ihren Körper und sie sah ihn wieder verliebt an. Er lächelte sanft.

MM: Du hast einen echten Schlag bei Frauen, Kaan.

... kam plötzlich von einem lachenden Oberarzt aus dem Hintergrund. Mehdi warf ihm einen „Halt-bloß-deine-Klappe“-Blick zu, was Marc aber nicht sonderlich berührte. Dann stand er auf und reichte Gabi seine Hand...

MK: Kannst du aufstehen, Gabi?
GK (unsicher): Ich... ich denke schon.

Gabi versuchte aufzustehen. Als sie leicht schwankte, griff Dr. Kaan beherzt unter ihre Achseln und zog sie langsam hoch. Sie drehte sich dabei und sah ihrem Oberarzt jetzt direkt ins Gesicht, sagte dabei aber nichts. Sie sah ihn einfach nur an und genoss das warme Gefühl in ihrer Magengegend. Mehdi lächelte und hielt Gabi weiterhin an ihrem Arm fest, für den Fall, dass sie doch noch umkippte oder ihr schlecht wurde...

MK: Ist dir schwindelig?

Gabi schüttelte vorsichtig ihren Kopf, legte aber ihre Hände an seine starke Schulter, um sich abzustützen. Sie drückte sich eng an seinen Körper und kostete es aus, ihm nach so langer Zeit endlich wieder so nah zu sein. Sie sog seinen Duft regelrecht auf und schloss ihre Augen. Richtige Purzelbäume schlug ihr Herz in diesem Moment, was verbunden mit den hämmernden Kopfschmerzen, die durch den Sturz auf den Hinterkopf ausgelöst worden waren, zu einem regelrechten Gefühlschaos bei ihr führten. Aber sie versuchte, so gut es eben ging, sich nichts anmerken zu lassen. Hauptsache, sie konnte bei Mehdi sein. Da ertrug Frau auch den einen oder anderen zusätzlichen Schmerz. Gabi Kragenow war schließlich hart im Nehmen...

GK: Geht schon!
MK (hebt skeptisch seine Augenbrauen u. nimmt ihre linke Hand von seiner Schulter, um ihren Puls zu messen): Wirklich? Dein Puls rast nämlich.
GK (errötet): Oh!
Beruhige dich, Gabi! Er hat dich nur umgehauen. Diesmal aber im wörtlichen und nicht im metaphorischen Sinne. Ja, Mehdi Kaan ist einfach umwerfend.
MK: Komm mal mit!

Mehdi führte die verletzte Krankenschwester an einem breit grinsenden Unfallchirurgen vorbei ins Stationszimmer. Marc beobachtete die beiden intensiv und biss genüsslich von seinem giftgrünen Apfel ab. Die Show würde er sich sicherlich nicht entgehen lassen. Hier lag doch was in der Luft, bemerkte er argwöhnisch.

Lorelei Offline

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09.10.2010 12:32
#763 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Hach... da gibt man ihnen das, was sie wollen, nämlich Bidi, und dann wird gleich schon wild über Mehdis Gefühlslage spekuliert. But So hier habt ihr die heiß ersehnte Fortsetzung. Ob da wirklich was in der Luft liegt, wie Marc vermutet? Mal sehen. Bussi an meine fleißigen Kommibienchen. Eure Lorelei




Mehdi setzte die wackelige Gabi auf einem Stuhl vorm Tresen ab und hockte sich vor ihr hin. Er legte seine Hände auf ihre zitternden Knie und schaute ihr liebevoll ins Gesicht...

MK: Lass mich mal deine Nase genauer anschauen, hmm!?

Die verliebte Frau ließ die Untersuchung durch ihren Traummann bereitwillig über sich ergehen. Mehdi nahm das blutgetränkte Taschentuch, das Gabi die ganze Zeit an ihre Nase gehalten hatte, aus ihrem Gesicht und begutachtete ihre Nase, die immer noch stark blutete, von allen Seiten ganz genau. Auch wenn er dabei ganz behutsam und zärtlich mit ihr umging, zuckte sie dennoch jedes Mal zusammen, wenn er mit seinen Fingern ihre Nase berührte. Doch die tapfere Krankenschwester biss ihre Zähne zusammen und verhielt sich ganz ruhig. Sie vertraute ihrem Oberarzt und schaute ihn weiterhin mit großen Augen an. Ihr Blick hing regelrecht gefesselt an seinen wunderschönen sanftmütigen rehbraunen Augen, die sie irgendwie beruhigten. Mehdi ließ schließlich von ihr ab und lächelte sie an...

MK: Es scheint nichts gebrochen zu sein. Noch mal Glück gehabt.
GK (leicht abwesend): Hmm!?
MK: Aber gegen die Blutung müssen wir was unternehmen. Da scheinen ein, zwei Äderchen geplatzt zu sein.

Mehdi stand aus der Hocke auf und kramte in seinen Kitteltaschen. Gabi, immer noch leicht verwirrt, und Marc, der am Türrahmen lehnte und das Schauspiel der beiden argwöhnisch verfolgte, beobachteten ihn gespannt. Schließlich hatte der Gynäkologe gefunden, was er gesucht hatte und hielt zwei Minitampons hoch. Marc verschluckte sich an einem Apfelstück und hustete sich sekundenlang die Seele aus dem Leib. Bis er sich wieder beruhigt hatte, hatte Mehdi die kleinen Wattestäbe schon vorsichtig in Gabis Nasenlöcher geschoben, um die Blutung zu stillen...

MK: Die behältst du jetzt ein paar Minuten drin. Fall es dann immer noch....

Der sanftmütige Frauenarzt wollte gerade mit seinen Erklärungen fortführen, als er plötzlich von einem lachenden Oberarzt unterbrochen wurde...

MM: Mehdi, eine Frage!
MK (dreht sich Augen rollend zu ihm um): Danke der Nachfrage, Marc, aber deine Dienste werden hier nicht gebraucht.
Die hätte ich auch sicherlich nicht angetatscht.
MM (grinst ihn provozierend an): Äh... wenn die nen Schönheitschirurgen sucht, soll sie sich bitte an jemand anderes wenden. In Polen soll es ja billige Kliniken geben, die solche hoffnungslosen Fälle....
MK (fährt ihn harsch an): Maaarc!
MM (verdreht die Augen im Kopf): Ja, is ja gut, Mann. Eigentlich wollte ich ja wissen, wieso du hier ... die Dingens hier äh... Tampons in deiner Tasche hast? Bist wohl doch ein verkapptes Mädchen, ne Mädi!?
Hahahahahahahahaha!!!

Also irgendwann bring ich ihn um!
MK (seufzt genervt): Ich bin Frauenarzt, du Depp.
MM (hebt die Augenbrauen u. feixt leise weiter): Ah ja!?
Ich bin auch immer wieder beeindruckt von deinen beruflichen Neigungen.
MK: Man muss schließlich für alle Fälle gewappnet sein.
MM (grinst u. zwinkert ihm wissend zu): Klar! Und Gabi ist ja eh ein ganz spezieller Notfall. Ein hoffnungsloser...
Also wenn ich weiter zusehen muss, wie die ihn peinlich anhimmelt, muss ich kotzen.
MK (weist seinen Freund zurecht): Jetzt lass deine blöden Sticheleinen und halt die Klappe, Marc. Ich muss meine Patientin versorgen.
Patientin!? Klar!? Sonderbehandlung inklusive, hmm? Betäubt ist sie ja schon mal. Wusste gar nicht, dass der Möchtegerngigolo zu solchen Methoden greifen muss, um Frauen flachzulegen. Hmm... die Hassi hat ja auch so was Dominahaftes an sich. Tja und bei Gabi wissen wir ja alle, dass sie so was... Wir ham ja auch mal so... Oh Gott, bloß nicht dran denken, wie wir damals... Äh... Mir wird schlecht!
MM (lacht): Ja, die freut sich bestimmt über eine ... (zeigt Gänsefüßchen an) ... „Sonderbehandlung“ von dir. Hast du eigentlich auch Kondome in deiner Kitteltasche?
Ok, ich tue es, ich bringe ihn um!
MK (platzt bald der Kragen): Marc, es ist gut ja!
Alte Spaßbremse!
MM (lacht immer noch): Wollte ja nur wissen, was du sonst noch so in deiner Wundertüte hast, falls ich hier mal schnell welche...
MK (geht gleich an die Decke): Maaarc!
Uuh! Na da ist ja mal einer gereizt. Woran oder besser gesagt an wem das wohl liegt? Gib’s zu, du willst kuscheln.
MM (verdreht die Augen u. grinst dann dreckig): Ja, is ja gut jetzt. Ich lasse euch Turteltauben dann mal allein. Für deine äh... Behandlung? .... Mal kucken, wo die Luschen von Assis sind. Ich hab jetzt so richtig Bock, ein paar Frischlinge zusammenzuscheißen, jetzt wo Haasenzahn mal ne Weile nicht da ist. Ähm... Ja dann... Viel Spaß noch mit deiner ... (zeigt Gänsefüßchen an) ... „Patientin“!

Dr. Meier warf seinen angebissenen Apfel in den Mülleimer und verließ breit grinsend das Stationszimmer. Mehdi atmete erleichtert aus und wandte sich wieder Schwester Gabi zu...

MK: Hör einfach nicht auf ihn! Seine Mutter war heute da, da reagiert er meistens sehr äh... angespannt.

Gabi, die von Marcs Sticheleien kein Wort mitbekommen hatte, weil sie die ganze Zeit ihren attraktiven Oberarzt verliebt angehimmelt hatte, wachte abrupt aus ihren Schwärmereien auf und schaute ihn verwirrt an...

GK: Äh... wer?
Scheiße! Und wenn sie doch was am Kopf hat?

Mehdi beugte sich wieder zu ihr herunter und schaute mit einem kleinen Lämpchen, das er ebenfalls aus seiner Kitteltasche gezaubert hatte, in ihre Augen. Sie blinzelte.

MK (beunruhigt): Ist wirklich alles in Ordnung mit dir, Gabi? Vielleicht sollten wir doch noch ein CT machen lassen. Du bist ziemlich hart mit dem Kopf auf dem Boden aufgekommen.

Er stand auf und drehte sich zu Schwester Sabine um, die die ganze Zeit ruhig an ihrem Schreibtisch gesessen und von dem kleinen Zwischenfall überhaupt nichts mitbekommen hatte. Ihre Gedanken waren nämlich ganz bei einem äußerst attraktiven dunkelhaarigen Pathologen und der Frage, was der gestrige Abend und diese schönen Blumen, die in einer weißen Vase vor ihr standen, bedeuteten...

MK: Schwester Sabine, würden Sie bitte...

Sabine drehte sich überrascht um, als sie ihren Namen vernahm. Erschrocken schaute sie auf ihre verletzte Kollegin und sprang sofort von ihrem Stuhl auf und lief auf die beiden zu...

S: Mein Gott, Gabi, was ist denn passiert? Wer hat dich denn so übel zugerichtet?

Lorelei Offline

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09.10.2010 19:42
#764 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

noch mal! Da ihr gerade soooooooo liiiiiiieb zu mir seid - ich koste das wirklich sehr aus - hätte ich eventuell noch nen neuen für euch. Schönen Abend! Lorelei




Mit ihren unbedarften Worten hatte Schwester Sabine direkt Mehdis Gewissenszentrum getroffen. Er fühlte sich schlecht, weil Gabi seinetwegen Schmerzen hatte. Er errötete leicht, als Sabine ihn mit großen Augen fragend anstarrte, fuhr sich verlegen über sein Gesicht und schaute dann wieder zu seiner hübschen Patientin. Diese kam seiner Erklärung aber zuvor...

GK: Hab die Glastür am Eingang übersehen.

Mehdi blickte sie überrascht an. Gabi versuchte sich wieder an einem Lächeln, scheiterte aber kläglich daran und verzog das Gesicht. Sabine war sichtlich betroffen...

S: Oh! Das ist mir auch schon mal passiert.

Mehdi und Gabi schauten erst sich an, dann Sabine und verleierten gleichzeitig die Augen...

GK: Ähm... ja, blöd ne!?
S (spürt plötzlich auch ein Zucken an ihrer Nase u. reibt daran): Hmm!
MK: Sabine, würden Sie Schwester Gabi bitte hoch in die Radiologie bringen und...

Dr. Kaan hielt in seiner Rede inne, als er Gabis Hand auf seinem Arm spürte und ihren flehenden Blick wahrnahm...

GK: Ich glaube, das ist wirklich nicht nötig, Dr. Kaan.
MK (schaut sie besorgt an): Bist du dir sicher?
GK (streicht sanft über seinen Arm u. schaut ihm direkt in die Augen): Ja, mach dir bitte keine Sorgen. Mir geht es bis auf die Nase und ein bisschen Kopfschmerzen ganz gut.
MK (atmet erleichtert aus): Das ist gut. Ich hab wirklich ein schlechtes Gewissen deswegen.
Er ist so fürsorglich, so liebevoll, so sanft, so zärtlich, so lieb, ... so süüüüüüsssssss! Hach... Mehdi!
GK: Musst du nicht. Ich halt schon was aus.
MK (lächelt): Ich weiß.
... so anziehend, so charmant, so gefühlvoll, so aufregend, so sexy, so heiß... Einfach umwerfend! Hab ich was vergessen?

Sabine, die leicht irritiert das vertraute Verhältnis der beiden beobachtet hatte, meldete sich wieder fachmännisch zu Wort...

S (beugt sich zu G herunter): Soll ich dir eine Aspirin besorgen, Gabi?
GK (will S schnell loswerden, um mit ihrem Herzblatt allein zu sein): Das wäre nett von dir, Sabine. Danke!
Du sollst gefälligst Land gewinnen, Sabine.
MK: Das ist nicht nötig.
GK: Aber...
... ich hab doch Schmerzen! Besonders in der Herzgegend.

Die beiden Frauen schauten ihren Oberarzt erstaunt an. Dieser kramte wieder in seiner Kitteltasche und holte eine Packung Schmerztabletten hervor. Er löste eine Brausetablette aus der kleinen Tüte...

MK: Ein Glas Wasser reicht, Sabine.
S: Jawohl, Herr Doktor. Kommt sofort.

Sabine nickte ihm freundlich zu, nahm ein Glas aus dem Regal und stellte es unter den Wasserhahn. Dann reichte sie das volle Wasserglas Dr. Kaan, der das Tab darin auflöste und das Glas mit einem sanften Lächeln auf den Lippen Gabi gab. Sie nahm es aus seiner Hand. Dabei berührten sich für eine Mikrosekunde ihre kleinen Finger. Ein Schauer durchfuhr ihren Körper und sie sah Mehdi verträumt an...

GK: Danke!

Mehdi lächelte sie charmant an und Sabine meldete sich wieder zu Wort...

S: Kann ich sonst noch etwas tun?
MK: Nein, danke, Schwester Sabine.

Sabine nickte ihm pflichtbewusst zu und wollte sich wieder an ihren Schreibtisch setzen. Im selben Moment erklang ein lauter, leicht genervter, aber wohl bekannter Ruf über die Flure der Chirurgie... „SAAAAABINE!!!!“ ... Die blonde Krankenschwester zuckte erschrocken zusammen und schaute leicht panisch auf die Wanduhr über der Tür...

S: Oje! Oje! Dr. Meier!? Ich... ich hab die Visite vergessen.

Mehdi und Gabi schauten ungläubig dabei zu, wie die blonde Schwester sich einen Stapel Patientenakten schnappte, der auf ihrem Schreibtisch lag, dabei die Hälfte verlor, sich dann hysterisch auf den Boden warf, um die Papiere wieder einzusammeln und neu zu sortieren, dann mit einem Satz aufsprang und in Lichtgeschwindigkeit damit zur Tür hinaus stolperte. Erleichtert sah Gabi Kragenow ihr hinterher... Endlich allein!

Lorelei Offline

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10.10.2010 10:34
#765 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich euch allen. Lorelei




Erwartungsvoll blickte die verletzte Krankenschwester ihren Oberarzt an, der ebenfalls Sabine Kopf schüttelnd hinterher geschaut hatte und jetzt auf seine silberne Armbanduhr sah...

MK: Ich sollte jetzt auch gehen.
GK: Geh nicht!

... flehte Gabi Mehdi mit Dackelblick und sanfter Stimme an und ergriff seine Hand, die sie sanft drückte. Mehdi ging wieder runter in die Knie und sah ihr besorgt ins Gesicht...

MK: Hast du immer noch Schmerzen? Soll ich jemand Bescheid geben, der auf dich aufpasst?
GK (sehnsüchtig): Kannst du das nicht machen?
Na du bist ja süß!
MK (muss unweigerlich schmunzeln, aber angesichts der Tatsache, dass er gleich in den OP muss, kann er ihr nur absagen): Gabi, wenn ich könnte, würde ich...
GK (fällt ihm ins Wort): Kein könnte oder würde! Da du derjenige warst, der mich äh.... bewusstlos geschlagen hat, hab ich schon irgendwie das Recht, darauf zu bestehen, dass du dich um mich kümmerst.
MK (quält das schlechte Gewissen): Es tut mir so leid. Ich wollte das wirklich nicht. Wenn ich gesehen hätte, dass du hinter mir stehst, dann....
GK (streichelt beruhigend seine Hand u. zwinkert ihm frech zu): Kannst es ja wieder gut machen. Wir könnten ... hmm... die Reste von Sabines Geburtstagskuchen klauen und es uns vielleicht in deinem Büro gemütlich machen.
Und dann kuscheln wir und küssen uns und vielleicht... Ach das wäre so schön. Du fehlst mir so!
MK (grinst verschmitzt über ihren Vorschlag): Ich glaube nicht, dass das Sabine recht wäre.
GK: Ach, die bekommt das gar nicht mit. Die ist heute schon den ganzen Morgen nicht bei der Sache und himmelt das Gestrüpp da an.
MK (lacht erst, ist dann aber schnell wieder ernst): Ich hab davon gehört. Aber... Gabi...
GK (legt ihren süßesten Dackelblick auf, um ihn zu überzeugen): Kein aber!
Nun mach es mir doch nicht so schwer! Die Arbeit wartet und ich kann mich jetzt nicht um dich kümmern. Außerdem wäre es wirklich keine so gute Idee, allein ... mit dir... äh... jetzt wo ich und Maria... Äh... Ich weiß doch auch nicht. Es geht einfach nicht. Da kannst du auch noch so süß schauen, Gabimaus. Das muss einfach aufhören. Ich kann nicht immer an dich denken.
MK (atmet noch einmal ganz tief durch u. schaut sie an): Und was sage ich Frau Michaelis und meinem zwanzigköpfigen Team? Die warten auf mich und die drei kleinen Zwerge auch.
Oh? Scheiße! Scheiße! Scheiße! Oh nein! Das hab ich ja völlig vergessen. Oh Gott, ich will keinen Ärger bekommen. Verdammt und zugenäht! Mist! Mist! Mist!
GK (schaut ihn schuldbewusst an): Oh Gott! Die hab ich ja ganz vergessen. Ich hatte dich doch vorhin gesucht. Die warten schon mindestens zwanzig Minuten auf dich.
MK (schmunzelt, als er bemerkt, wie sich ihre Wangen leicht rosa färben): Siehst du!
GK (will aufstehen): Ich komm mit.
MK (drückt sie mit einer Hand sanft auf den Stuhl zurück): Nichts da! Du bleibst erst mal hier sitzen, trinkst das Glas hier noch aus und ruhst dich dann aus. Vielleicht legst du auch die Beine hoch, damit sich dein Kreislauf wieder einpendelt.
Aber ich will doch bei dir sein.
GK: Aber ihr braucht doch heute alle Hände und...
MK (in Oberarztmanier): Dein Pflichtbewusstsein in allen Ehren, Schwester Gabi! Aber keine Widerrede! Das ist eine dienstliche Anweisung. Wir sind genug Leute und kommen auch einmal ohne dich aus.
Blöder Sturkopf! Aber ich hol mir schon noch meine gemütlichen Pflegestunden von dir. Davor kannst du nicht wegrennen, Mehdi. Das bist du mir schuldig. Jawohl!
GK (gibt schließlich enttäuscht nach): Ok!
MK (lächelt sie zufrieden an): Gut! Wenn das Nasenbluten nicht aufhört, wendest du dich aber an Dr. Meier.
GK (schaut ihn entsetzt an): Vergiss es!
Selbst wenn ich halbtot im Straßengraben liegen würde, würde ich den Arsch nicht rufen. Nie, niemals!
MK (rollt mit den Augen): Ok, war ein blöder Vorschlag. Dann aber Dr. Rössel oder wer auch immer gerade Dienst in der Notaufnahme hat. Ok?
GK (blickt ihn mit großen Kulleraugen an): Bin ich so ein Notfall? Sehe ich so schlimm aus?

Mehdi lächelte sanft und strich ihr immer wieder mit der rechten Hand zärtlich über die Wange. Gabi schloss ihre Augen...

MK: Du bist genauso wunderschön wie immer.
GK (versucht zu lächeln): Charmeur!
MK: Ich meine das völlig ernst. Da Marc immer sagt, ich würde wie ein Mädchen werfen, war der Schlag wohl wirklich nicht so kraftvoll.
GK (startet einen Flirtversuch): Ich würde es eher als umwerfend bezeichnen. Das nächste Mal bevorzuge ich aber sanftere Methoden, wenn du mir näher kommen willst.
MK (lacht): Ich werde mich bemühen.
GK (schaut sehnsüchtig zwischen seinen Augen hin u. her): Du haust mich auch so jeden Tag um.
MK (erwidert ihren sehnsüchtigen Blick): Tue ich das?
GK: Da reicht schon ein Blick aus deinen wunderschönen Augen aus, Mehdi.
MK (errötet leicht u. wirkt sichtlich nervös): Oh! Gabi, ich...
GK: Sssht! Sag nichts! Halt mich einfach nur fest!

Gabi legte ihre Hand auf die seine, die noch immer auf ihrer Wange ruhte. Beide schauten sich jetzt lange und intensiv in die Augen. Ihre Herzen schlugen im Gleichklang. Mehdi lächelte die strahlendschöne Frau sanft an und beugte sich noch ein Stück weit nach vorn, bis seine Lippen die ihren erreicht hatten und zärtlich darüber streiften. Gabi zuckte kurz zusammen, weil sie einen stechenden Schmerz von ihrer verletzten Nase spürte. Mehdi öffnete seine Augen und wich etwas zurück...

MK (besorgt): Hab ich dir wehgetan?
GK (schüttelt den Kopf u. sieht ihn mit funkelnden Augen an): Nein, wenn du bei mir bist, vergesse ich jeden Schmerz.

Mehdi lächelte. Gabi legte ihre Hand in seinen Nacken und zog seinen Kopf wieder ganz nah an sich heran und dann küsste sie ihn ganz sanft und zärtlich, als sei es ihr allererster Kuss.

Lorelei Offline

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10.10.2010 16:42
#766 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Oh, ich verspüre einen leichten Unmut. Da bedarf es wohl einer erneuten Aufklärung. Ich hab da wohl einen falschen Eindruck vermittelt, aber der nächste Teil wird für ein bisschen Klarheit sorgen. Schon verwunderlich. Selbst die Skeptikerin der Skeptiker unter euch hat es nicht gemerkt. Strike! Äh... Ich bin dann mal weg. .... *das Gaspedal bis zur Stoßstange durchtret* ... Eine flüchtende Lorelei




MK: Gabi?
GK (verträumt): Hmm!?
MK: Die Bändchen!
GK (irritiert): Bändchen? Welche Bändchen?
MK: Von... von den Tampons.
GK (fasst sich an ihre Nase u. ertastet die besagten Tampons): Oh! Die! Ähm... Kitzeln die dich?
MK (verwirrt): Äh... mich? Wieso sollten die...? Ähm... Aber dich vielleicht.
GK (noch verwirrter): Mich?
Stören die beim Küssen? Also mich nicht. Komm, weiterküssen, Mehdi! Das war gerade so schön.
MK (räuspert sich): Lässt du... lässt du mich die Bändchen abschneiden?
GK: Wie? Was abschneiden?

Gabi öffnete endlich ihre Augen und sah Mehdi mit einer Schere vor ihrem Gesicht herumhantieren. Sie wich erschrocken mit ihrem Stuhl ein Stück zurück... Was soll das denn jetzt? ... Mehdi schaute seine Patientin fragend an...

MK: Ich will nur schnell noch die Bändchen von den Tampons abschneiden. Es sieht dann doch etwas albern aus.
Oh Gott! Ich... ich hab wirklich Tampons im Gesicht. Ich will sofort und auf der Stelle tot umfallen.

Gabi sah ihren Traumprinzen mit großen Augen an und fasste sich wieder an ihre Nase. Da wusste sie es plötzlich. Sie hatte wieder einmal alles nur geträumt! Diese verdammten Tagträume machten sie noch wahnsinnig. Manchmal waren sie so real, dass sie wirklich seine warmen vollen Lippen auf ihren spürte und immer tiefer in eine andere Welt abtauchte. Aber Mehdi Kaan dachte anscheinend nicht mal im Traum daran, sie zu küssen und sie so auf sanfte und gefühlvolle Weise von ihrem Schmerz zu erlösen. Die enttäuschte Schwester seufzte leise und richtete sich auf ihrem Stuhl wieder gerade hin...

GK: Ok! Wie lange soll ich die Dinger noch drin behalten? So gehe ich sicherlich nicht raus auf den Gang.
MK (schmunzelt): Noch ein paar Minuten. Dann müsste die Blutung eigentlich gestoppt sein. ... Hoffe ich. ... So und jetzt kurz stillhalten, Gabi!

Gabi rührte sich nicht und sah ihr Herzblatt nur an. Mit zwei gekonnten Schnitten hatte er sie von den lästigen blauen Bändchen erlöst und lächelte sie wieder an...

MK: Das war’s auch schon. Ich lasse dir noch zwei da, falls noch was ist.

Mehdi kramte wieder in seiner Kitteltasche und reichte ihr anschließend zwei neue Tampons, die sie mit leicht geröteten Wangen entgegennahm...

GK: Danke!
Gab es jemals etwas Peinlicheres als das? Sicher nicht! Ich kann ihm doch nie wieder unter die Augen treten. Das überlebe ich nicht.

Mehdis Pieper ertönte. Er sah auf das Display und erkannte Gretchens Nummer...

MK: Oh! Die anderen werden so langsam unruhig. Ich muss los. Ich kann dich wirklich hier allein lassen, Gabi?
Hab ich denn eine andere Wahl? Hach... Das war so schön, wie er sich um mich gekümmert und um mich gesorgt hat. Ich lasse ihn nur ungern gehen.
GK: Geh schon! Nicht dass ich Schuld bin, wenn der Zeitplan nicht mehr hinhaut. Ich kann ja später noch zu euch stoßen.
MK: Aber nur wenn du dich wirklich wieder fit fühlst. Und dann nur im Sitzen, Papierkram machen, mehr nicht.
Wie süß er sich aufregt. Er macht sich wirklich Sorgen. Das bedeutet doch was?
GK: Ja, Herr Doktor!
MK (grinst): Gut! Ich bin dann mal weg, die Mädels holen.
GK (schaut ihn liebevoll an): Viel... viel Glück!
MK (streichelt ein letztes Mal ihre Wange u. steht auf): Danke! Und du schonst dich!
GK (leiert mit den Augen): Jaaa! Und jetzt hau ab, bevor ich es mir noch anders überlege.

Mehdi lächelte sie noch einmal an und verließ dann mit schnellen Schritten das Stationszimmer. Gabi schaute ihm sehnsüchtig hinterher und seufzte leise... Ich krieg dich heute schon noch dazu, mich zu küssen, Mehdi. Du entkommst mir nicht noch mal. Ab heute ist Schluss mit der Schonkur! Du hast mich doch auch nicht geschont.

Lorelei Offline

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11.10.2010 09:16
#767 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey, hey! Bitte nicht böse sein! (Karmegeenchen büüüüütte,büüüüütte, rede wieder mit mir! ) Das konnte doch nur ein Traum sein. Mehdi hat ja die ganze Zeit über nicht einmal irgendein Signal gesendet, das darauf hindeuten könnte. Naja.... Was seine ständigen Berührungen anbelangt, betone ich noch mal, er ist Frauenarzt! Ein Arzt, dem die Frauen vertrauen, und er geht mit jeder seiner Patientinnen so fürsorglich um. Wobei im Umgang mit Gabi eventuell noch etwas Unbewusstes mitschwingt, was er vielleicht selber nicht merkt. Oder nicht merken will? Und da er ein Mann ist, merkt er auch nicht, was er dabei bei der verliebten Schwester auslöst. Ich versuche mich aber möglichst bedeckt zu halten, was seine aktuelle Gefühlslage betrifft. Will ja nicht zu früh, zu viel verraten. Und außerdem sehe ich da manchmal selber nicht mehr so genau durch. Wäre seine Figur aber real, würde ich sein „Verhältnis“ zu zwei Frauen natürlich in keinster Weise tolerieren.

Zur Beruhigung der Gemüter hätte ich heute eine Zwischenepisode im Angebot, in der es um die entscheidende Frage geht, will er oder will er nicht und was will er überhaupt? Und was machen eigentlich die anderen gerade? Viel Spaß! Eure Lorelei





Einige Stunden später

Gretchen Haase saß zusammen mit Schwester Sabine am Kaffeetisch im Schwesternzimmer. Die Reste des Geburtstagsschokoladenkuchens mussten ja noch möglichst unauffällig beseitigt werden. Gespannt lauschte die junge Ärztin den Ausführungen der verliebten Krankenschwester über ihr Mittags-Rendezvous in der Cafeteria mit ihrem charmanten Blumenkavalier aus der Pathologie...

G (schaut S interessiert an): Das hat er wirklich gesagt?
S (mit vollem Mund): Hmm!
G (nimmt sich ein großes Stück Torte auf die Gabel, spricht u. schiebt sich die Gabel danach in den Mund): Und was denken Sie darüber?
S (schaut sie fragend an): Das war schon sehr direkt oder?
G (zuckt mit den Schultern): Naja, besser direkt als ein ewiges Hin und Her.
S (schaufelt eine weitere Ladung Kuchen auf ihre Gabel): So wie bei Ihnen?
G (lässt empört ihre Gabel auf den Teller fallen): Sabine!
S (zieht ihren Kopf ein u. verschließt ihren vorlauten Mund mit einem Stück Kuchen): Tschuldigung!
G (hat ihr schnell wieder verziehen): Mögen Sie ihn?
S (ihre Augen beginnen verdächtig zu leuchten u. ihre Wangen färben sich rosa): Ja!
Er ist der Märchenprinz, auf den ich mein ganzes Leben lang schon gewartet habe. Plötzlich war er da und ich hab es gar nicht gemerkt.
G (lächelt): Na dann, ran an die Buletten!
S (schaut sie unsicher an): Meinen Sie?
G (sieht sie direkt an): Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Sabine, Sie mögen ihn, er mag Sie. Das hat er Ihnen doch unmissverständlich mitgeteilt und die schönen Blumen hier sprechen doch auch Bände. Also wo liegt das Problem?
S (blickt sie schüchtern an u. wird immer leiser, als sie spricht): Ich war so lange alleine. Ich bin so viel Aufmerksamkeit gar nicht gewöhnt.

Die Arme! Ich war so sehr mit mir und meinen Mä... äh... Problemen beschäftigt, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass sie einsam ist. Was weiß ich eigentlich über sie? Außer dass sie fanatische Dr. Rogelt-Anhängerin ist, gerne Karten legt, Horoskope liest, stinkende Cremes fabriziert und sich bei Vollmond ihre Haare schneidet. Hmm... Sollte vielleicht irgendwann mal was mit ihr unternehmen. Aber etwas, was von dieser Welt ist und nicht äh... Egal. Jetzt muss erstmal diese Geschichte in Gang gebracht werden. Sie darf sich diesen charmanten Schnuckel nicht entgehen lassen. Er scheint es wirklich ernst mit ihr zu meinen. So wie sie über ihn redet. Hmm... Sollte vielleicht mal unauffällig eine Stippvisite in die Pathologie unternehmen. Nur so kontrollmäßig. Bin ja nicht neugierig. Es geht nur um Sabines Wohl. Oh! Sollte vielleicht endlich mal antworten. Sie kuckt schon so ungeduldig.

G (lächelt sie zuversichtlich an): Aber das ist doch gerade das Schöne daran, wenn man sich kennen lernt. Genießen Sie das! Ich wäre froh, wenn Marc mir öfters...
M: Öfters was?

Dr. Meier war in diesem Moment ins Stationszimmer getreten und hatte den Wortfetzen, in dem es um ihn ging, gerade noch so mitbekommen. Er legte eine Patientenmappe auf den Tresen, lehnte sich dann lässig an den Türrahmen, verschränkte seine Arme vor seinem Körper und starrte interessiert zu den beiden Blondinen am Kuchenbasar. Gretchen errötete leicht, biss sich auf die Unterlippe und schaute ihren Liebsten verlegen an...

G: Äh... nichts!
M (hebt die Augenbrauen u. schaut sie durchdringend an): Nichts? Redet ihr etwa über mich?
Warum muss er auch immer in den ungünstigsten Momenten auftauchen?
G (von seinen funkelnden grünen Augen kurz abgelenkt, fängt sie sich aber schnell wieder u. versucht betont cool zu kontern): Nein! Die Welt dreht sich nicht immer nur um dich, Marc.
M (grinst u. plustert sich selbstbewusst auf): Da ich hier der Chef bin, eigentlich schon.

B: Mit Verlaub, Dr. Meier, aber soweit ich weiß, ist immer noch mein Mann der Chef hier.
Scheiße! Mir bleibt heute auch nichts erspart.

Unbemerkt hatte sich auch Gretchens Mutter herangeschlichen und stand nun direkt hinter ihrem von sich selbst überzeugten Schwiegersohn in spe, der sich überrascht zu ihr umdrehte, bei ihrem Anblick mit den Augen rollte und ihr dann mit einem gequälten entschuldigenden Lächeln auf den Lippen gentlemanlike den Weg ins Schwesternzimmer freimachte. Gretchen schmunzelte nur...

G: Touché! Danke, Mama!
Boah! Dieses Luder! Das schelmische Grinsen treib ich dir heute noch aus. Das verspreche ich dir.
B (lächelt u. gibt ihrer Tochter einen Kuss aufs Haar): Immer wieder gern, mein Schatz.
Ah! Ich vergaß, daher kommt das Hinterhältische. Wie die Mutter, so die.... Ach du Scheiße! Lieber Herrgott im Himmel, bitte mach, dass Haasenzahn nie so wird wie ihre Mutter!
M (sprachlos): Äh... Wird hier... äh... wird hier eigentlich auch mal gearbeitet oder nur dummgeschwätzt?
Oh seine Ehre ist angekratzt. Gut! Oh ich bin so fies. Hihi!
G (sieht ihn mit blitzenden Augen an): Ich hab jetzt meine mir vertraglich zustehende Pause und da mache ich, was ich will. Und die Pause hab ich mir reichlich verdient. Ich bin erst vor zehn Minuten aus dem Kreissaal gekommen.

Der Oberarzt funkelte seine Freundin angesäuert an. Er hasste es, wenn sie vor anderen, vor allem vor dem weiblichen Personal der Klinik und ihrer Mutter, seine Autorität untergrub und ihm selbstbewusst Kontra gab. Das war genau der Grund, warum er Privates und Berufliches eigentlich immer gern trennte. Er hatte sich zwar damit abgefunden, dass er mittlerweile unter seinen Kollegen den Ruf eines verknallten Weicheis innehatte, aber seine Chefstellung hier auf Station ließ er sich nicht nehmen, auch nicht von seiner Liebsten. Aber vor seiner Schwiegermutter in spe, die sich gerade neben ihre Tochter setzte und Marc dabei nicht aus den Augen ließ, musste er sich gezwungenermaßen zurückhalten...

M (verzieht keine Miene): Ach?
G (da ihr Freund ungewohnt ruhig bleibt, beschließt sie, ihm alles zu erzählen, was bei dem Kaiserschnitt gerade passiert ist): Marc, das war so aufregend, wie wir die drei Würmchen...
M (stöhnt, weil die Details ihn nicht die Bohne interessieren): Haasenzahn, das kannst du deinem Gynäkologen erzählen. In zehn Minuten will ich dich bei der Darmspiegelung von Frau Schneider sehen.
G (eingeschnappt): Ich bin auch jedes Mal aufs Neue überrascht darüber, wie sehr du dich für meinen Beruf interessierst.
M (grinst sie frech an): Man(n) tut, was man kann.
Blöder Blödmann!
B (dreht sich zu G um): Ach hast du heute wieder diesem Dr. Lan ausgeholfen? Der hat’s ja auch nicht leicht.
G (entrüstet): Mama!
M (gibt ungefragt seinen Senf bei): Wem sagst du das!
Eine flachgelegte Krankenschwester weniger! Hahaha! Aber er hat eine starke Rückhand. Respekt! Sollten vielleicht mal wieder squashen gehen.
G (funkelt M böse an): Eh! Dr. KAAN geht es wieder sehr gut, falls es euch interessiert.
S: Das ist gut.
M (zu G): Sag mal, warum machst du dir eigentlich nie Sorgen um mich?
Boah, das glaube ich ja jetzt nicht!
G (sprachlos): Äh... Soll ich dich daran erinnern, was heute Morgen war?
Oh bitte nicht! Hab das Trauma gerade erst für ein paar Minuten vergessen!
B (spitzt ihre Ohren u. schaut M neugierig an): Was war denn heute Morgen?
Oh nein, Mama! Aber geschieht ihm recht!
M (wirkt sichtlich unruhiger u. schaut zwischen den beiden Haasen-Damen hin u. her): Haasenzahn! ... Ähm... da war ... nichts.
B (mustert M kurz argwöhnisch, dann schaut sie wieder zu G): Oh!
Na gut! Solange das Thema noch nicht ganz bei ihm angekommen ist, sollte er vielleicht doch noch geschont werden. Ich weiß doch, was meine Mutter dann über Elke sagen würde. Das wäre nicht gut für den Familienfrieden. Ich muss sie ablenken, bevor sie weiter nachhakt, sonst wird Marc noch unausstehlicher, als er eh schon ist.
G (nimmt die Hand ihrer Mutter in ihre u. streichelt diese kurz): Mama, hast du mich gesucht oder warum bist du hier?
B (gerät ins Schwitzen u. entzieht sich ihr): Äh... Eigentlich wollte ich...

.....

Lorelei Offline

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12.10.2010 09:08
#768 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Bärbel schaute unsicher zu Schwester Sabine, die als Einzige ihren seltsamen Blick deuten konnte...

S (redet unaufgefordert für B weiter): Oh ja, das hatte ich ja fast vergessen. Wir wollten ja zusammen äh... äh... äh... in die ... Konditorei.
G (blickt ungläubig zu S, die leicht errötet u. sich wegdreht): Konditorei?
B (versteht zwar nicht, was S damit sagen will, aber unterstützt ihre Aussage Kopf nickend): Jaaa!?
S (notlügt für B weiter): Ja, wegen dem... dem Rezept.
G (wird langsam neugierig): Was denn für ein Rezept?
S (schaut kurz auf ihre Kuchenplatte, dann wieder zu G): Für... für die Torte!
G: Aber ich dachte, die hätten Sie selber gebacken?
Oh, oh!
S (gerät allmählich ins Schwitzen, weil sich G einfach nicht überzeugen lässt): Ja... nein, also... äh... hihi ... da hab ich wohl... ein wenig... geflunkert.
G (sichtlich überrascht): Oh!
Das hätte ich jetzt nicht gedacht.

Beschämt blickte Sabine auf ihre Hände, die sie nervös knetete, während Gretchen mit ihren Blicken das letzte Tortenstück fixierte... Hmm... Aber es hat doch wie selbstgemacht geschmeckt. ... Nun meldete sich Bärbel wieder zu Wort, die endlich verstanden hatte, was Sabine ihr mit ihrer seltsamen Ausrede mitteilen wollte....

B (unterstützt ihre Kollegin mit gespielter Begeisterung): Ja, und die war doch so lecker und da wollte ich eben das Rezept.
G (hebt ihre Augenbrauen u. sieht ihre Mutter misstrauisch an): Aha!?
Als ob Mama nicht schon genug Kuchenrezepte hätte. Drei Ikearegale sind mit Kochbüchern voll gestellt. Aber der Schokokuchen hier war schon lecker. Also da hätte ich schon gerne mal wieder einen. Sollte gleich einen bei ihr für Sonntag bestellen. Hihi!

Marc, der immer noch an den Tresen gelehnt stand, verleierte genervt seine Augen angesichts dieses todlangweiligen Hausfrauengeschwafels...

M (tippt auf seine Armbanduhr u. ruft in gewohnter Oberarztmanier seine Assistenz): Haasenzahn, willst du jetzt auch noch einen backen oder kommst du endlich, mit dem Schlauch suchen, wo die ganze Schokolade letztendlich endet.
G (verzieht angewidert das Gesicht): Du bist so ekelhaft, Marc.
M (feixt): Oh! Heute bist du aber großzügig mit deinen Komplimenten.
Boah! Und du mit deinen dämlichen Sprüchen! Was soll denn meine Mutter denken?
G (weist ihn zu recht): Marc!
M (drängt ungeduldig zum Aufbruch): Haasenzahn, die Uhr läuft nicht rückwärts.
G (erhebt sich langsam von ihrem Stuhl): Ok, ok, ich komm ja schon, Dr. Meier. ... (tippt ihrer Mutter auf die Schulter) ... Entschuldige Mama, ich muss wieder los.
B (drückt ihre Hand u. lächelt): Ja, Schatz, aber überarbeite dich nicht.
Tja, Darmspiegelung, mein Highlight des Tages. Juhu!
M (lässt noch einen spitzen Kommentar fallen u. grinst seine Freundin dabei an): Das tut sie sicher nicht.
Korrektur: Mein Highlight des Tages: ein motzender Oberarzt in Bestform. Na super!

Gretchen funkelte ihren grinsenden Oberarzt bitterböse an, quetschte sich dann an ihm vorbei und lief in schnellen Schritten den Gang hinunter. Marc folgte ihr auf dem Fuße. Er hatte sie schnell wieder eingeholt und ergriff ihre Hand. Sie ließ es geschehen und verschränkte ihre Finger mit seinen. So liefen die beiden dann eher gemächlich zusammen zum OP-Bereich.

Zurück blieben nur die beiden blonden Krankenschwestern, die den beiden Kopf schüttelnd hinterher geschaut hatten...

B: Also manchmal hab ich wirklich Zweifel daran, ob das mit den beiden gut gehen wird.
S (tätschelt beruhigend ihre Hand u. schaut sie zuversichtlich an): Ach Bärbel, machen Sie sich nicht so große Sorgen. Die müssten sie sich machen, wenn es nicht mehr so zwischen den beiden zugeht.
B (lächelt glücklich): Vielleicht haben Sie Recht! .... (beugt sich verschwörerisch zu ihr hinüber) ... Und nun zu Ihnen. Also Sie wollten mich sprechen, Sabine! Was war gestern mit dem Maurice Knechtelsdorfer? Und was soll das für ein Abkommen sein?
S (hält aufgeregt ihren Finger an ihre Lippen): Ssshht! Nicht hier, Schwester Bärbel! Lassen sie uns in die... (schaut sich um, ob ihnen nicht vielleicht doch jemand zugehört hat, u. erhebt sich von ihrem Stuhl) ... in die ... Konditorei gehen.
B (nickt ihr wissend zu u. steht auf): Einverstanden!

Die beiden Plantagenbesitzerinnen wollten gerade das Stationszimmer verlassen, als sie direkt Prof. Haase in die Arme liefen, der seine Frau nun glücklich anstrahlte und sie umarmen wollte, weil er sie heute noch nicht gesehen hatte. Bärbel wich aber erschrocken einen Schritt zurück und sah ihre Komplizin unruhig an, die vor Nervosität errötete und ins Schwitzen geriet...

F: Butterböhnchen, da bist du ja!
B (drängt zum Aufbruch): Oh Franz, wie schön, aber jetzt ist ganz schlecht. Später ja!?
F (überrumpelt): Aber...

Bärbel gab ihrem Ehemann einen flüchtigen Kuss auf die Wange, schnappte sich Schwester Sabine und war ruckzuck zur Tür hinaus. Sprachlos stand der Professor an der Tür zum Stationszimmer und schaute den beiden Frauen nach, wie sie in den Aufzug stiegen...

F (fasst sich an sein Herz u. spricht leise): Du arbeitest zu viel, mein Butterböhnchen!

Seufzend ging Franz Haase zur Kaffeemaschine, nahm sich eine Tasse aus dem Regal und goss sich Kaffee ein. Dann ging er zu dem runden Tisch in der Mitte des Raumes und setzte sich auf einen Stuhl. Er nippte einmal an seinem Heißgetränk und stellte dann die Tasse ab. Er sah das letzte Stück auf der Kuchenplatte vor sich liegen, welches Gretchen und Sabine übrig gelassen hatten, schaute sich kurz um, ob jemand ihn beobachtete, nahm eine Gabel in die Hand und gönnte sich einen Bissen von Sabines leckerer Schokotorte. Der Chefarzt war enttäuscht. Seitdem seine Frau wieder berufstätig war, sein Kälbchen ausgezogen war und Jochen sich nun doch endlich mit großer Begeisterung in sein Medizinstudium gestürzt hatte, fühlte er sich oft sehr einsam. Ein Gefühl, das er bisher noch nie gekannt hatte. Er würde so gerne wieder etwas mehr Zeit mit seiner geliebten Ehefrau verbringen. Aber jedes Mal, wenn er das vor Bärbel ansprach, war sie schon wieder sonst wohin verschwunden oder war abends todmüde vorm Fernseher eingeschlafen. Als Franz das nächste äußerst leckere Kuchenstück auf seiner Zunge zergehen ließ, kam ihm plötzlich eine Idee, die seine trüben Gedanken mit einem Mal wegblies. Und je mehr er darüber nachdachte, umso begeisterter war er davon. Er nahm den letzten Schluck Kaffee aus seiner Tasse, schluckte den letzten Bissen von Sabines Schokoladenkuchen hinunter und stand schließlich auf. In dem Moment betrat Schwester Gabi das Stationszimmer. Irritiert darüber, den Professor hier vorzufinden, begrüßte sie ihn freundlich mit einem aufgesetzten Lächeln. Überschwänglich sprach dieser sie an. Er bemerkte in seiner Euphorie gar nicht, dass Gabi vor Scham ihre Nase, die immer noch leicht gerötet war, aber nicht mehr blutete, mit ihrer Hand verdeckte...

F: Schwester Gabi, suchen Sie mir bitte die Nummer des besten Reisebüros Berlins heraus.
G (sichtlich überfordert starrt sie ihren Chef an): Äh...
F: Danke! In zehn Minuten in meinem Büro! Ach und jemand sollte hier mal aufräumen! Nicht dass unsere Patienten denken, die Schwestern feiern hier wilde Kuchenschlachten.

... sagte es und war auch schon mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen aus dem Schwesternzimmer verschwunden, bevor Schwester Gabi überhaupt reagieren konnte...

G: Ok!?

Die schöne Krankenschwester blieb noch einen Moment lang wie erstarrt stehen, dann ging sie zum Spiegel über dem Waschbecken und kontrollierte zum hundertsten Mal heute ihre malträtierte Nase, dann setzte sie sich an den Computer am Fenster und machte sich an die Arbeit.

Lorelei Offline

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12.10.2010 22:17
#769 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Süßen! Auch für den Fall, dass ich mich mal wieder wiederhole, aber ich danke euch für eure tollen Kommis. Deshalb habe ich heute noch einen Nachschlag für euch. Aber vorher noch eine Anmerkung zu den letzten beiden Teilen: Was Franz’ mögliche Urlaubspläne anbelangt, dazu kann ich momentan noch nichts verraten. Das erfahrt ihr noch früh genug. Das gleiche gilt für die sich anbahnende Lovestory von Sabine und Günni. Da wird ab und zu mal ein kleines Häppchen kommen. Was Sabine und Bärbel zu bequatschen haben, könnt ihr euch sicherlich denken. Es geht nicht um Haschkekse! (Wäre aber eine geile Idee zur Ausdehnung des Hanfgeschäfts. ) Sabine muss doch ihre Kollegin noch über Knechtelsdorfers dreisten Vorschlag aufklären, aber ich werde darauf nicht näher eingehen (dazu fehlt mir einfach die Zeit ). Die gesamte letzte Szene war eh nur als eine Art Übergangszene geplant. Aber auf die verschiedenen Nebenplots musste ja mal wieder hingewiesen werden, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Noch ist die Plantage nicht aufgeflogen und das wird sie so schnell auch nicht. (Aber ich habe einen Plan!) So und jetzt kommen wir endlich wieder zum Wesentlichen, nämlich Mehdi und die Liebe. Nicht böse sein, weil Martchen jetzt etwas in den Hintergrund tritt (Ich schiebe aber vielleicht noch eine kleine Szene dazwischen, damit keine Entzugserscheinungen aufkommen.), aber die verzwickte Dreiecksgeschichte mit unserem charmanten Frauenversteher muss ja endlich mal angegangen werden. Viel Spaß jetzt mit dem neuen Teil! Ich ziehe mich sicherheitshalber schon mal zurück.

Lorelei





Derweil im Büro von Dr. Kaan

Nach der anstrengenden Drillingsgeburt und dem anschließenden Eingriff am offenen Herzen bei einem der drei Mädchen, der Gott sei dank sehr gut verlaufen war, hatte sich Dr. Kaan in sein Büro zurückgezogen. Diese Atempause brauchte er jetzt, bevor der zweite Teil seiner Schicht anstand, der überwiegend aus Schreibkram bestehen würde. Er lehnte sich gemütlich in seinen Sessel zurück, stocherte hin und wieder mit einer Gabel in einer Plastixbox und fischte die Salatblätter heraus. Aber anstatt sich zu ärgern, dass die Küche des EKH mal wieder seinen heißgeliebten Fetakäse vergessen hatte, war er ganz gut aufgelegt. Mehdi stellte die leere Schüssel schließlich auf seinem Schreibtisch ab und zog mit einem sanften Lächeln auf den Lippen sein Handy aus seiner Kitteltasche hervor. Er wählte eine Nummer. Es wurde sofort abgenommen. „Hey!“ antwortete eine zarte Frauenstimme und Mehdis Lächeln wurde noch breiter. Er drehte sich mit seinem Handy am Ohr verträumt mit seinem Stuhl hin und her und begrüßte seine Gesprächspartnerin ebenso freundlich...

MK: Hey!
MH (haucht verliebt seinen Namen, räuspert sich verlegen u. wirkt dann wieder etwas ernster): Mehdi! ... Wie ist es gelaufen?
MK (erklärt ihr kurz den Lagebericht): Ganz gut. Alle drei wohlauf. Wir haben den Eingriff am Herzen auch gleich noch durchgeführt. Ein tapferes kleines Mädchen.
MH (beeindruckt): Das ist gut.
MK (stimmt ihr bei): Hmm! ... Was machst du gerade?
MH (schmunzelt u. legt ihre verruchteste Stimme auf): Gib’s zu, du willst doch nur wissen, ob ich immer noch nackt in deiner Wohnung herumlaufe.
MK (grinst verschmitzt u. hat sofort das verlockende Bild von heute Morgen wieder vor sich): Eine schöne Vorstellung.
MH (säuselt verführerisch in den Hörer): Wenn du ebenso nackt dabei sein würdest, wäre sie noch schöner.
Oh Mann!
MK (mal wieder sprachlos angesichts ihrer Direktheit): Ähm...
MH: Was denn? Mache ich dich etwa nervös, Mehdi Kaan?
Ja! Du machst mich ganz verrückt, Maria.
MK (ihm wird immer wärmer): Ein bisschen vielleicht.
MH: Gut!
Am liebsten würde ich ja, ... Hmm?
MK (überlegt kurz, dann platzt es aus ihm heraus): Ich hab grad Pause. Ich... ich könnte schnell vorbeikommen.
Das wäre so schön, aber...
MH: Na da hat aber jemand Sehnsucht.

Mehdi errötete leicht, nahm sein Handy in die andere Hand und wischte sich erst mal den Schweiß seiner rechten Hand an seinem Kittel ab. Marias Herz klopfte heftig in ihrer Brust. Nichts wäre ihr im Moment lieber gewesen, als ihren Liebsten jetzt bei sich zu haben, aber da gab es noch ein klitzekleines, nicht zu überhörendes Problem. Im Hintergrund war plötzlich die Stimme eines kleinen neugierigen Mädchens zu hören... „Mami, mit wem redest du denn da?“ ... Maria wurde etwas nervös und geriet ins Stammeln...

MH (leise, da sie ihre Hand vors Mikrophon hält): Ähm.... Das ist ... ähm... jemand vom Krankenhaus, weil... wegen dem Urlaub. Weißt du?

Mehdi schmunzelte und hörte weiter gebannt zu. Diese Seite kannte er von der toughen Oberärztin noch nicht - die Seite als liebende Mutter - und die wollte er unbedingt näher kennen lernen, denn sie erinnerte ihn an sein altes Leben. Er wurde etwas wehmütig und dachte an seine Tochter. Was sie wohl gerade machte? Ging es ihr gut? Wo waren die beiden nur? Würde er sie jemals wieder sehen? Da erklang plötzlich wieder Sarahs fröhliche Stimme und Mehdi wurde schnell aus seinen trüben Gedanken um sein verlorenes Leben gerissen...

S (unbeschwert u. aufgekratzt): Ach so! Kommst du dann spielen?
MH: Gleich, mein Schatz. Mama muss hier noch schnell etwas klären.
S: Okidoki!

Das kleine Mädchen war nicht mehr zu hören, dafür aber ein Rascheln und ein lautes Aufseufzen ihrer Mutter. Mehdi versuchte, das Gespräch wieder aufzunehmen...

MK: Maria? Bist du noch dran?
MH: Ja!
MK: Ist etwas passiert?
MH (stöhnt): Das übliche Chaos, wenn man es überhaupt nicht gebrauchen kann.
MK: Oh!
MH (klärt ihn auf): Du warst keine fünf Minuten zur Tür raus, da haben die mich vom Kindergarten angerufen. Wasserrohrbruch! Das ganze Erdgeschoss stehe unter Wasser. Wir sollten doch unsere Kinder so schnell es geht abholen und für eine Betreuung sorgen. Da meine Mutter, bei der Sarah letzte Nacht geschlafen hat, aber schon auf Arbeit war und meine Babysitterin an die Uni musste, musste die Mama selbst ran.
MK (mitfühlend): Das tut mir leid.
MH (seufzt): So wie es aussieht, ist der Kindergarten für die nächsten Wochen unbewohnbar. Ich telefoniere schon den halben Tag herum und baue mir einen Zeitplan auf, wie das mit Sarahs Betreuung bis Weihnachten funktionieren soll. Aber in ganz Berlin sind alle Kindergartenplätze belegt und in so kurzer Zeit eine gute Tagesmutter zu finden, ist genauso schwierig wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ich weiß echt nicht, wie das funktionieren soll. Mit meinen Arbeitszeiten. Meine Mutter fährt morgen für vier Tage auf eine Messe und meine Nanny schreibt bis Weihnachten noch zig Klausuren. Die kann ich nicht den ganzen Tag einspannen. Ich habe jetzt erst mal zwei Tage Urlaub genommen. Geht nicht anders.
MK: Verstehe! Wenn du Hilfe brauchst, ich könnte...
Das ist so lieb von ihm! Aber ich glaube nicht, dass wir schon soweit sind, dass ich ihm Sarah vorstelle oder ihn mit ihr allein lasse. Klar würde sie ihn sofort ins Herz schließen, wer würde das nicht, aber das mit seiner Tochter ist noch so frisch. Ich weiß nicht, ob er schon soweit ist. Und ich will nichts kaputt machen. Es läuft doch gerade so gut zwischen uns.
MH (fällt ihm ins Wort): Danke, das ist lieb von dir! Aber lass mal gut sein. Wir wuppen den Laden schon allein. Sind wir ja gewohnt.
Schade! Ich würde die Kleine schon gerne kennen lernen, aber vielleicht hat sie Recht. Ich würde meine Kleine *seufz* auch nicht mit einem Wildfremden allein lassen.
MK: Ich könnte dir die Nummer von einem Kinderhort hier ganz in der Nähe geben. Da war Lilly immer nachmittags nach der Schule, zum Hausaufgaben machen. Die sind sehr entgegenkommend, was die Betreuungszeiten anbelangt. Die Kids können dort auch übernachten, wenn ihre Eltern Nachtschicht haben.
Er ist so süß! Dass er sich solche Gedanken macht. Hach... Ein Traummann wie er im Buche steht. Oh, oh, falle schon wieder in den Schmachtmodus!
MH (schmilzt dahin, fasst sich aber schnell wieder): Ja, das wäre nett von dir.

Mehdi kramte in seinem Adressbuch und gab ihr schließlich die Nummer von dem Hort durch...

MH: Danke! Ich kann’s ja mal probieren.
MK: Mach das!
MH (nachdenklich): Schade, dass das mit dem hausinternen Kindergarten im EKH immer noch nicht geklappt hat. Das wäre die perfekte Lösung gewesen. Naja, GsD hab ich gerade keinen schwerwiegenden Fall auf meiner Station liegen und kann ein paar Tage pausieren.
MK: Die Pläne gab es ja schon, als meine Lillymaus noch klein war. Aber du kennst doch die Haushaltslage der Klinik. Selbst für ein neues Ultraschall musste ich kämpfen wie ein Tiger.
MH (macht ihren Frust Platz): Leider! Scheiß-Wirtschaftskrise. Scheiß-Rohrbruch! Scheiß-Wetter! Dabei war es noch nicht mal so richtig kalt. ... (seufzt leise u. wird etwas wehmütig) ... Ich hätte mich so gefreut, dich heute noch mal zu sehen.
MK (sehnsüchtig): Ich mich auch.
Du fehlst mir so sehr. Dabei sind es gerade einmal ein paar Stunden her, seitdem wir uns getrennt haben. Hach... Mehdi!
MH: Aber solange Sarah da ist, da... Verstehst du!?
Sarah weiß zwar, dass ich einen netten Mann kennen gelernt habe, aber wie soll ich ihr denn erklären, dass er... also falls er hier übernachten würde, was das zu bedeuten hat. Ach ich weiß doch auch nicht. Das wäre der nächste große Schritt nach... nach gestern. Ich hab’s ihm ja immer noch nicht gesagt. Also noch mal! Ich muss doch erst mal seine Reaktion abwarten, bevor ich überhaupt unsere Zukunft planen kann. Ach ist das verzwickt!
MK (zeigt Verständnis): Ist schon gut, Maria. Das läuft uns doch nicht weg.
Hauptsache du läufst mir nicht weg! Ach was denke ich denn da? Wieso sollte er wegrennen?
MH (verträumt): Stimmt! ... Mehdi! Ähm... Es war schön, deine Stimme zu hören.
MK (lächelt): Das finde ich auch.
MH (greift lachend diese Steilvorlage auf): Ich wusste gar nicht, dass du dich so gerne selbst reden hörst.
Also diese Frau ist wirklich... unglaublich!
MK (muss selber schmunzeln): Ähm.... Du weißt, wie ich das meine.
Weiß ich das? Manchmal ist er so weit weg und dann frage ich mich, ob er wirklich auch..., aber dann ist er wieder so... so charmant und aufmerksam, wie gerade eben, und dann bin ich mir schon eher sicher, dass er auch... Wenn er sich doch nur einmal klar dazu äußern würde.
MH (wieder ernst): Mehdi, ich...

Ein lauter Kinderschrei unterbrach ihre Überlegungen...

S: MAAAAAMIIIIIIIII!!!!!!

MH (ruft genervt in Richtung Sarah): Jaaaa, Schatz! Ich komm ja gleich. ... (wendet sich seufzend wieder an MK) ... Du, Mehdi, ich... ich muss Schluss machen.

Im selben Moment klopfte es an Mehdis Bürotür. Er richtete sich auf und fixierte mit seinem Blick die Tür, die sich langsam öffnete...

MK: Schon gut! Bei mir hat es eh gerade an der Tür geklopft. Ich... ich muss auch...

Er brach seine Rede ab, als er erkannte, wer da gerade sein Büro betrat...

MH: Klar! Ich... ich... (zögert einen Moment, dann sagt sie es doch)... küss dich!
MK (muss unweigerlich lächeln, traut sich aber nicht, dasselbe zu sagen, weil ein Augenpaar ihn neugierig mustert): Tschüß!

Mehdi drückte die rote Taste seines Handys, legte es anschließend auf seinen Schreibtisch und rückte mit seinem Stuhl näher an seinen Arbeitsplatz heran. Er atmete tief durch, dann wandte er sich seiner Besucherin zu....

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13.10.2010 15:32
#770 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Es war Gabi Kragenow, die leicht nervös vor dem Schreibtisch ihres Vorgesetzten auf und ab tippelte und ihn etwas unsicher anblickte. Sie hielt eine Teetasse in ihren Händen. Warmer Dampf stieg empor. Dr. Kaan lächelte, als er seine schöne Stationsschwester ansah. Gleichzeitig meldete sich aber auch wieder sein schlechtes Gewissen, das nicht nur daher rührte, dass er ihr noch nicht gesagt hatte, dass er und Maria sich wieder sehr nah gekommen waren, sondern vor allem weil er sie heute Morgen unbeabsichtigt ausgeknockt hatte. Nach einem kurzen Moment peinlicher Stille merkte Gabi wieder, was sie eigentlich hier wollte. Sie stellte die Tasse mit dem Heißgetränk auf seinem Platz ab und lächelte ihn verlegen an. Mehdi zeigte mit einer Hand auf die Tasse...

MK: Ist der für mich?
GK (nickt ihm schüchtern zu): Hmm! Ich dachte, du könntest den jetzt vielleicht gebrauchen, nach dem langen Eingriff.
MK (lächelt sie freundlich an): Danke! Lieb wie du dich um mich sorgst, aber eigentlich müsste ich mich ja um dich kümmern. Wie geht’s dir? Hast du noch Schmerzen?
GK (erwidert zaghaft sein Lächeln u. schüttelt den Kopf): Nein, alles ist gut. Bist ja auch nicht Klitschko.
MK (lacht): Da du wieder zu Scherzen aufgelegt bist, scheint es ja wirklich nicht so schlimm gewesen zu sein. Und ich hatte wirklich ein schlechtes Gewissen deswegen.
Hmm... Das muss ich ausnutzen.
GK (reibt sich vorsichtig an der Nase): Du, jetzt wo du es sagst, also ich hab da immer noch so ein leichtes Ziehen in der Nase. Vielleicht solltest du doch noch mal schauen?

Gabi lächelte ihn verführerisch an. Mehdi erwiderte ihren Blick und stand auf. Er ging um seinen Schreibtisch herum und blieb direkt vor ihr stehen. Er senkte seinen Kopf ein wenig und sah sich das Korpus Delicti näher an...

MK: Also ich kann nichts erkennen. Aber leg dich mal auf die Liege, dann schaue ich noch mal mit dem Lämpchen.

Gabi strahlte innerlich und tat wie ihr von ihrem Leibarzt befohlen wurde... Das läuft ja wie geschnürt. Hihi! ... Sie legte sich mit dem Rücken auf die Patientenliege und wartete gespannt auf die heilenden Hände ihres Traumprinzen. Mehdi beugte sich leicht über sie, legte eine Hand an ihre rechte Wange und drehte ihren Kopf ein wenig seitlich in seine Richtung. Mit der anderen Hand leuchtete er in beide Nasenlöcher. Er konnte nichts Gravierendes erkennen und steckte die kleine Lampe wieder in seine Kitteltasche. Dann tastete er ihre Nase äußerst behutsam mit seinen zarten Fingern ab. Gabi zuckte kurz zusammen und schloss ihre Augen. Sie kostete seine betörende Nähe in vollen Zügen aus. Ihr Herz raste und sie bekam jedes Mal eine Gänsehaut, wenn er sie sanft berührte. Verwundert schaute Mehdi sie schließlich an...

MK: Also ich kann nichts Besonderes erkennen. Wo tut’s denn genau weh, Gabi?
Mein Gott, wie lange braucht der Idiot denn noch?

Gabi öffnete ihre Augen und sah ihn sehnsüchtig an...

GK: Vielleicht musst du noch etwas näher herankommen.

Die verliebte Krankenschwester schaute in seinen Augen hin und her. Erst jetzt machte es bei dem aufmerksamen Frauenarzt klick. Mehdi lächelte Gabi charmant an und beugte sich noch ein Stück weit über ihr wunderschönes Gesicht ...

MK: Sag mal, versuchst du mich etwa zu verführen?


...

Lorelei Offline

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14.10.2010 09:07
#771 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gabi strahlte über das ganze Gesicht, versuchte aber, cool zu kontern...

GK: Was du mir immer gleich unterstellst!
MK (mustert sie skeptisch): Bei dir ist man(n) ja nie sicher.
Damit könnte er durchaus Recht behalten.
GK: Deshalb bin ich ja auch mit voller Absicht gegen deine Faust gelaufen.
MK: Bist du?
GK: Mehdi! So verrückt bin ich dann doch nicht, dass ich freiwillig meine Nase riskiere.
Ich kenne da weitaus bessere Methoden, um dich rumzukriegen.
MK (richtet sich wieder auf u. schaut sie ernst an): Du hast wirklich noch mal Glück gehabt, Gabi. Hat es denn noch lange geblutet?
GK: Nein! Du hast sehr saugkräftige Tampons.

Mehdi konnte es nicht verhindern, er musste einfach laut auflachen, woraufhin Gabi plötzlich merkte, was sie da gerade gesagt hatte und langsam rot anlief. Ein Phänomen, das eher selten bei ihr auftrat, denn ihr war eigentlich nie etwas peinlich... Oh Gott! Du hast sehr saugkräftige Tampons! AAAAAHHHHHH!!!!! Selbst wenn er in Stimmung gewesen wäre, ist die spätestens jetzt komplett weg. Ich blöde Kuh!

MK (schmunzelt immer noch): Bin halt Profi und weiß, was Frauen wollen.
Na toll! Macht er sich jetzt lustig oder was? Dr. Kaan, der Arzt, dem die Frauen vertrauen, der für jedes Frauenwehwehchen ein Mittelchen in seinen großen Kitteltaschen mit sich trägt.
GK (immer noch von Scham gezeichnet, versucht sie abzulenken): Lassen wir das! Das war mir schon peinlich genug. Selbst der Professor hat mich vorhin so komisch angesehen.
MK (grinst): Hat er? Ich finde ja, es ist überhaupt nichts mehr zu sehen an deinem süßen Stupsnäschen.
Hat er das wirklich gerade gesagt? Ooohhh!!!

Die schöne Krankenschwester sah ihren „Lebensretter“ mit großen Augen an. Mehdi legte erneut seine warme Hand an ihre Wange und begutachtete interessiert ihre perfekte Nase. Gabi, deren Herz von 0 auf 100 mal wieder einen Dauerlauf veranstaltete, ergriff die Chance, die sich hier gerade bot, legte ihre Hand auf seine und streichelte diese sanft. Dabei sah sie ihrem Traumprinzen tief in die Augen...

GK: Und ich spüre auch überhaupt nichts mehr.
Mal abgesehen von den Schmetterlingen und meinem wild klopfendem Herzen.
MK (lächelt verschmitzt u. schaut ihr länger in die Augen, als er müsste): Na da hat meine Therapie wohl gewirkt.
Hach... Und wie! Ich will mehr davon.
GK (seufzt): Die wirkt immer. Weißt du doch!
Oh!

Gabi sah ihr Herzblatt sehnsüchtig an und fuhr weiterhin zärtlich über seine Hand, die immer noch an ihrer Wange ruhte. Allmählich wurde dem charmanten Oberarzt die Situation dann doch zu gefährlich und er zog seine Hand vorsichtig unter ihrer hervor. Er richtete sich wieder auf und trat einen Schritt von der Liege zurück. Mehdi fuhr sich nervös durch seine Haare und senkte für einen Moment seinen Blick. Von dem plötzlichen Rückzug enttäuscht, setzte sich Gabi aufrecht hin und ließ ihre Beine von der Liege herunterbaumeln. Beide sahen sich jetzt unsicher an. Minutenlang herrschte betretenes Schweigen zwischen den beiden...

Lorelei Offline

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14.10.2010 17:34
#772 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mehdi hatte sich mittlerweile noch weiter zurückgezogen und an das Fensterbrett gegenüber dem Patientenpavillon gelehnt. Gabi, die hibbelig ihre Finger knetete, hielt die unerträgliche Stille schließlich nicht mehr länger aus und sprach den nachdenklichen Mann an...

GK: Was hast du?
Ich weiß es nicht.
MK (fährt sich mit einer Hand über sein Gesicht u. räuspert sich mehrmals): Ähm... nichts.
Klar hat er was! War ihm diese kleine Berührung schon zu viel? Aber das war doch noch nichts. Ah! Nichts!
GK (mustert ihn eindringlich): Nichts? Du bist auf einmal so komisch.
Ich weiß doch auch nicht, was gerade mit mir los ist.
MK (überfordert von der plötzlichen Nähe sucht er die Distanz): Es ist alles in Ordnung, Schwester Gabi. Ich muss nur... ich muss dann auch mal wieder an die Arbeit.
Hat er mich gerade Schwester genannt? Was ist denn auf einmal mit ihm los? Wieso zieht er sich zurück?

Dr. Kaan stieß sich vom Fensterbrett ab, ging auf den Schreibtisch zu und setzte sich in seinen Chefsessel. Gabi schaute ihm traurig hinterher... War ich zu direkt? Fand ich eigentlich nicht. Ich wollte doch nur... nur einen Kuss. Einen einzigen sanften Kuss! Ich sehn mich so sehr nach ihm. Seit unserem äh... Aufeinandertreffen heute Morgen hab ich nur noch diesen einen Gedanken im Kopf. Aber vielleicht ist das doch noch zu früh? Vielleicht hab ich mich getäuscht, dass es ihm in den letzten Tagen wieder gut ging? Ich weiß es nicht. Aber ist er gestern nicht mit Marc um die Häuser gezogen? Ich hab doch gesehen, wie die beiden zusammen los sind. Ich glaube, er hat sich richtig gefreut. Und wer trinken kann, der kann doch auch...? Ach verdammt... ich will doch nur ein Zeichen von dir. Ein winzigkleines Zeichen. Aber er ist wie ein Buch mit sieben Siegeln, das sich nicht hinter die Fassade schauen lässt. ... Sie seufzte leise und sprang schließlich von der Liege herunter.

Mehdi versuchte, betont beschäftigt zu wirken und blätterte in einer Akte hin und her, aber wirklich viel bekam er nicht mit. Er war viel zu verwirrt über die plötzliche so vertraute Nähe zu seiner hübschen Stationsschwester. Er konnte sich überhaupt nicht erklären, wie er das zulassen konnte. Eigentlich hatte er gedacht, dass er mit dem Thema „Zweitaffäre“ endgültig abgeschlossen hatte, nachdem er Maria Hassmann wieder näher gekommen war. Aber die schöne Krankenschwester übte noch immer diese gewisse Anziehungskraft auf ihn aus, die er sich einfach nicht erklären konnte und der er sich entziehen musste, bevor er einen Fehler beging, den er vielleicht nicht mehr rückgängig machen könnte. Mehdi wollte nicht, dass es wieder so lief wie vor seiner verzweifelten Reise, als er zwischen den beiden Frauen hin und her gerissen war und seine Finger nicht von ihr lassen konnte. Das musste aufhören! Er war sich doch so sicher gewesen, dass Maria diejenige welche war. Und das, was sie seit gestern Abend miteinander hatten, das sich so gut anfühlte, so richtig und perfekt, einfach schön, das wollte er nicht noch einmal aufs Spiel setzen.

Lorelei Offline

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14.10.2010 23:14
#773 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Auf Wunsch meiner ärgsten und liebsten Kritikerin hab ich noch was Kleines für euch. Viel Spaß u.




Mehdi war so sehr in seinen eigenen diffusen Gedanken versunken, dass er gar nicht bemerkt hatte, dass sich die Person, um die sich seine Gedanken momentan kreisten, ihm gegenüber gesetzt hatte und ihn jetzt eindringlich ansah...

GK: Du arbeitest zu viel, Mehdi!

... platzte es plötzlich und ungeniert aus der jungen Frau heraus. Mehdi schaute überrascht von seinen Unterlagen auf und legte den Stift beiseite, den er in seiner Hand gehalten hatte...

MK (verteidigt sich): Das stimmt doch gar nicht.
GK (sieht ihn durchdringend an): Mehdi, ich hab dich beobachtet.
MK (überrascht u. irritiert): Oh!
GK (äußert, ohne groß darüber nachzudenken, ihre Besorgnis): Seitdem du von deiner... *räusper* ... Reise zurück bist, hast du fast nonstop durchgearbeitet. Ich mache mir wirklich Sorgen.
MK (erstaunt, dass sie sich solche Gedanken macht): Gabi, das... das musst du nicht. Das ist mein Job und...
GK (fällt ihm ins Wort): Ja, aber der Job ist nicht alles, Mehdi. Du musst endlich mal raus hier.
MK (sprachlos): Gabi!?
GK: Mehdi, ich weiß, was in dir vorgeht. Dir fällt wahrscheinlich zu Hause die Decke auf den Kopf. Das ging mir auch schon mal so, als ich... als ich mein... *räusper* ... Äh... Was ich damit sagen will? Es ist wirklich schlimm, dass du wieder so enttäuscht worden bist, dass du sie nicht gefunden hast, aber das Leben geht weiter. Und irgendwann, vielleicht schneller als du momentan denkst, da stehen sie vielleicht vor deiner Tür und... (holt tief Luft u. schaut ihn zuversichtlich an) ... Deine Lilly hätte sicher nicht gewollt, dass ihr Papa so... so... Du verstehst schon.... sich kaputt macht.

Mehdi war sichtlich bewegt von ihrer gefühlvollen Rede, in der so viel Wahres steckte, und sah ihr nun direkt in die Augen...

MK: Die Ablenkung tut mir aber gut.
GK: Tut sie nicht, Mehdi. Ich hab doch gesehen, wie du in den letzten Tagen bis zur Erschöpfung gearbeitet hast und dann am Schreibtisch eingeschlafen bist und am nächsten Tag ging es genauso weiter. Das muss aufhören, Mehdi. Du bist keine Maschine.
MK: Gabi, das ist wirklich lieb von dir, dass du dir solche Gedanken machst, aber das musst du nicht. Mir geht es wirklich gut. Ich komm klar.
GK (schaut ihn herausfordernd an): Beweis es mir!

Mehdi verschluckte sich an seinem kalten Tee, den er gerade trinken wollte, und sah Gabi mit großen Augen fragend an...

MK: Wie... wie meinst du das jetzt?

Lorelei Offline

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15.10.2010 13:42
#774 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gabi musste unweigerlich schmunzeln. Er sah einfach so süß aus, wie er da verunsichert dreinblickte...

GK: Nicht das, was du denkst! Es sei denn, du hättest wirklich Interesse?
Würde mich zwar überraschen, aber ich wäre sofort dabei. Hihi!

Sie zwinkerte ihm anzüglich zu und beugte sich ein wenig über den Schreibtisch, wobei er einen verlockenden Einblick in ihr atemberaubendes Dekolletee bekam. Mehdi lief rot wie eine Tomate an und schüttelte verlegen den Kopf. Sein Blick sprach Bände. Deshalb schaltete die verführerische Frau auch schnell einen Gang zurück...

GK (lehnt sich lässig zurück): Schade! Ich dachte da eher an das, was ich vorhin gesagt habe, dass du mal hier rauskommen solltest. Unter Menschen, die nicht deine Patienten oder Kollegen sind!
MK (unsicher): Ähm... Gabi, ich weiß nicht...
GK (schaut ihn aufmunternd an): Aber ich weiß! Sei kein Frosch, Mehdi! Also schlag die Akte zu und komm mit!
MK (fühlt sich überrollt): Äh... jetzt?
GK (rollt erst mit den Augen, dann lächelt sie ihn an): Nein, in zwei Monaten! Natürlich jetzt! Ich hab seit fünf Minuten Feierabend und soweit ich informiert bin, du auch gleich.
Hab ich eine andere Wahl?
MK: Was hast du überhaupt vor?
Juhu! Er knickt ein!
GK (strahlt ihn an): Lass dich überraschen!

Gabi sprang von ihrem Stuhl auf, stützte sich mit beiden Armen auf dem Schreibtisch ab und sah ihren zögerlichen Oberarzt herausfordernd an. Mehdi verleierte die Augen angesichts ihres Übermuts, atmete tief durch, schlug die Akte zu und legte sie auf den Stapel zu den anderen und stand schließlich auch auf. Gegen diese unbändige Naturgewalt hatte er einfach keine Chance und vielleicht war das ja jetzt auch die perfekte Gelegenheit, um mit ihr in Ruhe zu reden. Irgendwann musste er schließlich das Gespräch mit Gabi führen, vor dem er so große Angst hatte. Zusammen verließen die beiden sein Büro.


Zehn Minuten später stand Dr. Kaan im olivgrünen Parka mit seiner in einer kurzen schwarzen Lederjacke gekleideten Stationsschwester an seinem Wagen. Sie hielt ihm auffordernd ihre kleine Hand hin...

GK: Gib mir deinen Schlüssel!
MK (reißt die Augen weit auf u. schaut sie verdutzt an): Was? Wieso?
GK (geheimnisvoll): Du weißt ja nicht, wo es hingehen soll.
MK: Kannst es mir ja verraten.
GK: Nichts da!

Gabi grinste ihn frech an und Mehdi schaute immer noch skeptisch zwischen ihr und seinem Auto hin und her...

GK: Keine Sorge! Ich hab einen Führerschein.
MK (hebt seine Augenbrauen): Ach?
Boah! Ich fass es nicht. Er ist doch ein kleiner Macho!? Eine Seite, die ich auch sehr an ihm liebe.
GK (funkelt ihn an): Und das nicht nur für meinen Roller. Also gib ihn mir bitte!
Oh Mann, gegen ihre Entschlossenheit ist kein Kraut gewachsen. Was mach ich denn jetzt? Ich glaube, das ist vielleicht doch keine so gute Idee. Ich hätte nicht mit ihr mitgehen sollen. Wer weiß, was sie vorhat. Aber jetzt komme ich aus der ganzen Situation nicht mehr raus. Sie würde eh nicht locker lassen. Ich kenn sie doch. Also gut!

Mehdi zögerte ein letztes Mal, dann gab er ihr seinen Autoschlüssel und ging zur Beifahrertür. Triumphierend wedelte die hübsche Krankenschwester damit in der Luft herum und kassierte einen weiteren bösen Blick ihrer heimlichen Liebe. Sie griente ihn an und öffnete schließlich die Autotür. Der brünette Wirbelwind stieg ein und knallte die Fahrertür laut zu. Mehdi tat es ihr seufzend gleich. Nachdem er sich angeschnallt hatte, drehte er sich zu ihr und fragte erneut nach..

MK: Und wo soll’s nun hingehen?
GK (lächelt ihn an): Das wirst du schon noch rechtzeitig erfahren, Mehdilein.
Sie spielt mit dir! Aber du wolltest ja unbedingt in den verbotenen Apfel beißen. Jetzt sieh mal zu, wie du den Fängen der verführerischen Teufelin wieder entkommst.

Gabi startete den Wagen und fuhr problemlos aus der Parklücke. Mit einem leicht mulmigen Gefühl in der Magengegend sah der junge Arzt zu, wie sie in die Hauptstraße einbog und schließlich Gas gab. Worauf hatte er sich hier nur eingelassen?

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.336

15.10.2010 20:44
#775 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Das mulmige Gefühl verstärkte sich noch, als Mehdi irritiert bemerkte, dass Gabi die Gegend ansteuerte, in der sie lebte. Sie hatte doch nicht etwa doch vor, ihn zu verführen? Zunehmend nervös sprach er sie darauf an...

MK: Ähm.... Gabi, sind wir hier nicht...?
Hihi! Er hat’s gemerkt! Er wird ja richtig nervös. Süüüüüüüüssss!!!!
GK (kann sich denken, was er sich gerade ausmalt, geht aber nicht darauf ein): Wir sind gleich da.
Oh Gott! Was mache ich denn jetzt?
MK (schluckt schwer u. versucht der Venusfalle mit verbalen Mitteln zu entkommen): Das... das hab ich mir schon gedacht. Gabi, du, ich... ich glaube, das ist keine so gute Idee.
GK (grinst noch mehr): Wieso? Du weißt doch noch gar nicht, was ich von dir will.
Wobei die Alternative, dich in mein Schlafzimmer zu schleppen auch nicht so übel ist. Aber wer weiß, was der Abend noch so bringt. Hihi!
MK (gerät zunehmend ins Schwitzen): Ähm... ich kann’s mir denken.
Oh, den lass ich jetzt zappeln!
GK (fordert ihn mit einem sexy Augenaufschlag heraus): Ach wirklich? Was denn?
Oh Mann! Sie bringt mich völlig durcheinander. Ich glaube, ich muss doch schon jetzt mit ihr reden. Es geht einfach nicht anders, bevor noch etwas passiert, was uns beiden dann Leid tut.
MK (atmet tief durch u. schaut sie von der Seite an): Ich glaube, ich muss da etwas klarstellen, Gabi.
GK (hat ihm nicht zugehört, weil sie gerade eingeparkt hat): So wir sind da!
MK (vergisst irritiert, was er eigentlich sagen will): Äh... echt?

Mit Bravour hatte Gabi Mehdis Wagen seitlich eingeparkt und schnallte sich gerade ab. Mehdi blickte überrascht auf und schaute sich um. Das war nicht der Wohnblock, in dem sie wohnte. Verunsichert hakte er nach...

MK: Und wo sind wir hier?
GK (zieht den Zündschlüssel ab u. reicht ihm diesen, dann schaut sie ihm in die Augen): Ich hab doch gesagt, ich bringe dich unter Leute. Oder hast du wirklich gedacht, ich verschleppe dich gleich in meine Liebeshöhle?
Oh! Und ich hab wirklich gedacht, dass... Wie peinlich!
MK (wird etwas rot u. schaut verlegen zum Fenster hinaus): Naja äh...
Och ist er süß, wenn er verlegen ist. Zum Knutschen! Hach...
GK (legt beruhigend ihre Hand auf seinen Oberschenkel, woraufhin er kurz zusammenzuckt u. abwechselnd auf ihre Hand u. in ihr Gesicht schaut, woraufhin sie wiederum die Hand schnell wieder zurückzieht): Mehdi, jetzt mach dich doch mal locker! Ich hab nicht vor, dich zu irgendetwas zu drängen, was du nicht willst. Ich will doch nur einen schönen Abend mit dir verbringen. Als... (zögert kurz u. presst ihre Lippen aufeinander) ... Freunde!?
Freunde? Das will ich doch auch.
MK (schaut sie überrascht an u. wirkt sichtlich entspannter): Wirklich?
Nur nicht zu forsch herangehen und mal kucken, was der Abend so bei ihm bewirkt.
GK (schaut in seinen Augen hin u. her): Oder sind wir das nicht?
MK: Doch schon!
Ich hätte nicht gedacht, dass sie es so leicht nehmen würde. Dabei habe ich doch noch gar nichts zu dem Thema gesagt. Aber wenn sie das auch will, dann... dann geht das heute auf jeden Fall leichter.
GK (lächelt): Na also. Dann lass uns jetzt ein bisschen Spaß haben, hmm?
MK: Äh... wobei jetzt ... genau?
Oje! Ich glaube, das wird heute Abend ein hartes Stück Arbeit werden. Aber was tut Frau nicht alles für die Liebe ihres Lebens.
GK (lacht): Ach Mehdi, du bist wirklich süß, wenn du so verpeilt bist.
MK: Eh nicht frech werden, junge Dame!
Na geht doch. Er entspannt sich. Der Abend kann beginnen. Oh, ich freu mich so.
GK (öffnet die Autotür u. steigt aus, beugt sich aber noch einmal in den Wagen): Kommst du dann?
MK (schaut sie unsicher an u. öffnet dann langsam seine Tür): Äh ja!?

...

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