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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

03.09.2010 17:34
#701 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huhu! Erst einmal Dankeschön an meine fleißigen Kommibienchen! Leider kann ich deinen ganz speziellen Wünschen nicht nachkommen, liebes Teufelchen. Aber ich halte den Gedanken mal fest. (Kopfkino ist schon was Tolles, ne!?) So weiter geht's: Ihr denkt doch nicht wirklich, dass er seinen Haasenzahn da ohne Schutz hingehen lässt, hmm? Marc Meier hat immer einen Plan B in der Tasche! Oder wohl eher einen Plan K! Viel Spaß mit dem nächsten Teil. LG Lorelei




Sein Weg führte ihn direkt ein paar Zimmer weiter..... auf die Gyn, wo er ohne Anzuklopfen in das Büro seines besten Freundes stürmte. Dr. Mehdi Kaan schaute überrascht von seinem Schreibtisch auf, als sein Kumpel so urplötzlich und wie ein Tornado sein Sprechzimmer in Beschlag nahm...

MM: Mitkommen Kaan! Aber zackig!
MK (schaut ihn erst mit offenem Mund an, dann faucht er ihn an): Was? Spinnst du, hier so reinzuplatzen? Du hast Glück, dass ich keine Patientin hier hatte. Und was heißt hier mitkommen? Ich hab noch zu tun, wie du siehst.
MM (blitzt ihn an): Ja, hast du und zwar mit mir! Jetzt! Also beweg deinen fetten Arsch hier raus! Aber zz!
MK (weiß nicht wie ihm geschieht u. sieht ihn dementsprechend verwirrt an): Bitte?
MM (zunehmend genervt stützt er sich mit seinen Händen auf dem Schreibtisch ab u. beugt sich mit drohendem Blick zu ihm herüber): Eh jetzt ist wirklich Schluss mit deiner Trauerarbeit hier! Du hast lange genug rumgeheult wie ein Mädchen. Du kommst jetzt mit. Keine Widerrede!
Geht es auch einen Ton freundlicher, Herr Dr. Meier?
MK (weiß, dass er gegen einen dermaßen entschlossenen Meier kaum eine Chance hätte u. ergibt sich seinem Schicksal): Und wohin, wenn die Frage erlaubt ist?
MM (stellt sich wieder gerade hin, verschränkt seine Arme vor seiner Brust u. grinst ihn triumphierend an): Wir machen jetzt einen drauf!
Das ist alles? Deshalb macht er so ein Fass auf? Der hat sie doch nicht mehr alle.
MK (klingt wenig begeistert): Männerabend? Heute? Och nö! Hab echt keinen Bock! Außerdem glaube ich, ich bin noch nicht soweit, so unter Menschen zu gehen und so. Verstehst du!?
MM (platzt der Kragen): Boah! Ich hab so die Schnauze voll, dass du hier einen auf weinerliches Weichei machst. Ja, du hast Anna und Lilly verpasst, das ist wirklich scheiße und es tut mir leid. Aber ändern kannst du es eh nicht mehr. Fang endlich wieder an zu leben, Mann!
MK (senkt trotzig seinen Blick): Mach ich doch.
MM (schüttelt den Kopf u. gestikuliert wild): Indem du dich den liebenlangen Tag in deinem Büro verkriechst und dich hinter Aktenbergen vor deinen Weibern versteckst?
MK: Eh! Ich verstecke mich nicht vor den beiden, ok?
Ich hab den Abstand gebraucht, um einen klaren Kopf zu kriegen. Das ist alles. Und so klar ist der jetzt auch noch nicht. Also lass mich in Ruhe damit, du Blödmann.
MM (lässt sich grinsend auf den Stuhl auf der anderen Seite des Schreibtischs plumpsen): Sah aber heute Morgen so aus, als ob du panisch vor der Hassi geflüchtet seiest nach eurem äh... Zusammenprall.
Scheiße! Er hat das gesehen? Oh!
MK (senkt seinen Blick u. starrt auf die offene Akte, die vor ihm liegt): Bin ich nicht! Ich war nur spät dran. Die Visite!
MM (zieht seine Augenbrauen hoch u. nickt ihm mit zusammengezogenen Lippen zu): Klar!?
Und eine verknallte Schwester, die nackig in deinem Büro wartet, hä? Hahaha!
MK (rollt mit den Augen): Jaaa! Was bist du eigentlich so gereizt?
MM (verschränkt die Arme vor seiner Brust u. schaut ihn böse an): Ich bin nicht gereizt!
Ist er doch! Und ich weiß auch ganz genau warum! Er hat das von seinen Eltern erfahren und will sich jetzt vollaufen lassen. Ich hab doch gewusst, dass ich das wieder ausbaden muss.
MK (lehnt sich in seinen Sessel zurück): Merkt man. Also weißt du es? Ist es deswegen?
MM (schaut ihn verdattert an): Wie du weißt davon? Und dann sitzt du noch hier rum?
Ich dachte, er ist in sie verknallt. Und dann sieht er zu, wie sie nen anderen Typen abschleppen geht? Seine Ruhe möchte ich haben.
MK: Im Grunde geht mich das doch auch gar nichts an.
Olivier hat mich ja gebeten, nichts zu verraten. Das muss Marc mit ihm und seiner Mutter klären. Aber vielleicht ist das ja auch die Chance, dass die ewigen Streitigkeiten endlich aufhören. Es ist doch wirklich nichts dabei, dass sich die beiden wiederzusammengerauft haben. Sie sahen doch wirklich glücklich aus. Und wenn er, der ja der Hauptleidtragende ihrer ganzen Lügen und Geschichten war, ihr verzeihen kann, dann kann Marc das auch.
MM (verwirrt): Wie? Aber ich dachte, neulich am Telefon hast du doch gemeint, dass du sie... Willst du sie jetzt doch nicht mehr?
Hä? Was soll ich denn mit seiner Mutter? Schlimm genug, dass sie jeden zweiten Monat bei mir in der Praxis auftaucht! Bin ich froh, dass mir ihr wehleidiger Auftritt heute erspart geblieben ist. Die Wechseljahre lassen sich nun mal nicht aufhalten. Das muss doch auch eine Erfolgsautorin wie sie endlich mal verstehen. Naja vielleicht hilft ihr ja jetzt ihr zweiter Frühling weiter. Eine Liebe, ob alt oder neu, weckt immer ungeahnte Kräfte.
MK (irritiert): Äh.... Wieso sollte ich dei....? Äh.... Worum geht’s hier eigentlich wirklich?
Kann es sein, dass er irgendetwas anderes meint?
MM (noch irritierter): Äh.... dein Harem!
MK (erstaunt): Mein.... was?
Ok, äh... kann es sein, dass er immer noch diese beschissenen Pillen nimmt? Der ist doch total verpeilt.
MM (stöhnt u. rollt mit den Augen): Na deine beiden Hühner! Sag jetzt nicht, du bist jetzt doch wieder hinter Gabi her? Mehdi, ich hab dir schon einmal gesagt...
Hä? Wie kommt er denn jetzt darauf?
MK (fällt ihm ins Wort): Nein, bin ich nicht. Ich bin gerade hinter niemanden her. Das weißt du doch.
Nein, weiß ich nicht! Bei dir weiß man ja nie. Der Typ ist echt komplizierter, als es Haasenzahn je sein könnte.
MM (schaut ihn ungläubig an, als er die Bombe platzen lässt): Äh... Also geht es dir wirklich am Arsch vorbei, dass deine Hassi sich gerade einen neuen Hengst aufreißt?
MK (reißt die Augen auf u. ihm klappt die Kinnlade runter): Bitte was?
MM (lehnt sich grinsend in seinen Stuhl zurück u. kippelt damit): Die sucht sich gerade einen neuen Stecher!
Der will dich verarschen!
MK (zeigt ihm den Vogel): Was? Du spinnst ja!
MM (grinst noch mehr): Doch beim Speeddating!
MK (ringt nach Luft): Bitte?
Und ob der dich verarscht! Wieso sollte sie zu so was gehen? Wir sind doch... Naja fast. Äh... Vielleicht. Aber.... Nein, das glaube ich nicht. Das würde sie nicht tun. Oder doch? ... Oh Gott! Ich hab sie doch nicht etwa zu lange zappeln lassen? Aber ich dachte, sie hätte verstanden, dass ich noch etwas Zeit brauche, bis ich mir überlegen kann, was das mit uns überhaupt ist. Sie war doch heute morgen noch so unheimlich süß, als sie versucht hat, mich zu streicheln. Und ich hab doch in ihren Augen gesehen, dass da... Oder ist sie etwa sauer, weil ich nicht weiter darauf eingegangen bin? Versteh einer die Frauen!
MM (klärt ihn auf): Na dieser Datingscheiß, wo dir gleich ein paar Sahneschnitten auf einmal auf dem Präsentierteller gereicht werden und äh... Typen halt auch.
MK (verdreht die Augen): Ich weiß, was Speeddating ist, Marc.
Ich wollte nur sichergehen.
MM (beugt sich zu ihm über den Schreibtisch): Ach? Woher denn? Warst du etwa schon einmal bei einem?
Oh Gott! Nicht die Geschichte!
MK (wiegelt verlegen ab): Äh... nein!
Ha! Er hat gezögert! Dich nagele ich fest.
MM (schadenfroh): Und warum läufst du gerade rot an, du Gigolo?
MK (trotzig): Tue ich nicht!
MM (lacht, weil Mehdi einen leichten Hauch von Rosa im Gesicht annimmt): Nee jetzt? Du hast den Scheiß mal mitgemacht?
Hahaha!!! Das glaub ich ja nicht. Tut erst auf unschuldig und dann... Hat er mit der Hassi und dem Dreckstück nicht schon genug Probleme am Hals?

Marc brach in schallendes Gelächter aus und Mehdi wurde immer kleiner in seinem Chefsessel....

MK (beschämt): Äh ja! Aber das tut hier nichts zur Sache.
Peinlich Mehdi, echt peinlich!

Wie verzweifelt ist der Kerl denn? Hassi, das Dreckstück, Speeddates!!! Ey was ist nur mit meinem Mehdi los? Der hat ja mehr Sex als ich!!! Das geht ja mal gar nicht!!!

MM: Wann?
MK (verschränkt abwehrend die Arme vor seiner Brust): Geht dich nichts an!
MM: Ey, mach das Maul auf! Wann?
Scheiße!!!
MK (stöhnt): Mann, wenn du es unbedingt hören willst, bitte, nachdem Gretchen diesen beschissenen Heiratsantrag von dem Millionär .... äh nee ... Betrüger angenommen hatte. Und später noch mal, als die einen auf glückliches Ehepaar gemacht haben. Ey wenn du das weitererzählst, bring ich dich um!
Das war ja auch nicht auszuhalten mit den beiden damals. Hach wir sind ja so glücklich und verliebt! Kotz!!! Mann, ging es mir beschissen zu der Zeit. Ich musste sie ja irgendwie vergessen. Wir haben ja alle geglaubt, dass es das nun war. Naja richtig geholfen hat es nicht. War echt ne blöde Aktion. Da kriegen mich keine zehn Pferde mehr hin.
MM (erstaunt u. ungewöhnlich ruhig): Oh! Ok, das kann ich verstehen. Hättest ja mal was sagen können! Wäre vielleicht mitgekommen. Und was abgegriffen?
MK: Marc!
MM: Ja, was denn? Man wird doch mal fragen dürfen.
MK (seufzt): Ist nicht so mein Fall.
MM: Wieso?
MK: Nur frustrierte Frauen über vierzig, die keinen mehr abbekommen haben. Zu alt für Kinder, zu nah an den Wechseljahren und Zysten. Nicht meine Zielgruppe, wenn du verstehst, was ich meine.
Boah eh Mehdi, lern endlich nen ordentlichen Beruf! Das ist ja widerlich!
MM (schmunzelt): Ach? Ich hab da aber was anderes gehört!
MK (irritiert): Von wem?
MM (grinst): Deinem Schatz oder was auch immer sie für dich ist.
Sie geht da wirklich hin? Oh!
MK (beugt sich neugierig über den Tisch): Meier, sprich Klartext!
So viel zum Thema, er würde niemandem hinterher rennen.
MM (grinst noch mehr): Die geht heute dort auf Männerfang! Hättest sie vielleicht nicht so lange hinhalten sollen mit deinem Selbstfindungstrip. Nun ist es zu spät und sie schaut sich anderweitig um.
MK (in seinem Kopf rattert es gewaltig): Was? Das... das glaube ich dir nicht!
MM: Kannst du aber. Die Hasen sind heute auf der Jagd!
MK (endlich fällt der Groschen u. er mustert ihn eindringlich): Die Hasen? Gretchen etwa auch?
Scheiße!
MM (schaut ertappt zur Seite u. spielt nervös mit seinen Fingern): Äääähhh...
MK (lehnt sich grinsend zurück): Ach nee? Da liegt also der Hund begraben. Der Herr Dr. Meier ist eifersüchtig und will sein Revier markieren.
MM (faucht zurück): Bin ich nicht!
MK (zieht sein Augenlid runter u. schmunzelt): Türlich! Und damit es keiner merkt, schickst du mich vor.
So ein blöder Idiot!
MM (wiegelt trotzig ab): Tue ich nicht! Ich will nur.... äh... was zum Lachen haben.
MK (schmunzelt noch mehr): Zum Lachen? Denkst wohl, Gretchen bekommt keinen ab was? Sei dir da mal nicht so sicher.
Du Arsch!
MM (bleibt cool): Hmm... das auch! Aber die wollen eigentlich die Stasisabsi an den Mann bringen!
Er verarscht dich doch!
MK: Nee jetzt? Du spinnst ja!
MM: Doch! Das ist der Haasenplan.
Gretchen will Sabine verkuppeln? Und Maria mischt da mit? Hmm... Is ja schon aufmerksam und irgendwie süß von den beiden. Sabine scheint ja auch ziemlich allein zu sein. Sie war ja auch heute Mittag so komisch drauf. Vielleicht braucht sie wirklich jemand. Hmm...
MK (grinst): Was echt? Das muss ich sehen!
Halleluja! Das war vielleicht eine schwierige Geburt.
MM (springt vom Stuhl auf): Na also, worauf wartest du dann noch? Los jetzt! Aber zackig!

Mehdi stand ebenfalls auf, schnappte sich seine Jacke und die beiden Männer verließen zusammen sein Büro. Vor der Tür trafen sie aber überraschenderweise auf Schwester Gabi, die ihren geliebten Oberarzt jetzt sehnsüchtig anlächelte...

G: Du gehst schon?
MK (lächelt verlegen): Ja! Schönen Abend noch... Gabi!
G (leicht enttäuscht): Schade! Dann bis ... morgen!?
MK: Ja, bis morgen... Gabi.
MM: Und tschüß! Komm endlich! Sind schon spät an.

Marc verdrehte nur die Augen bei diesem offensichtlichen Liebesgeplänkel und zog seinen besten Freund aus den Klauen der verknallten Schwester... Dem besorg ich heute ne richtige Frau! Das kann man sich doch nicht mehr mit ansehen hier. Bäh! ... Gabi sah den beiden noch lange verträumt nach, bis sie schließlich im Aufzug verschwunden waren. Sie ließ sich enttäuscht auf einen der Wartestühle auf dem Gang nieder und seufzte leise auf. Sie hatte sich das alles so schön ausgemalt. Sie würde bei ihm an der Bürotür klopfen, sich dann verführerisch an seinem Schreibtisch lehnen und solange auf ihn einreden, bis er endlich von seiner Arbeit abließ. Sein Workaholic-Ablenkungsprogramm tat ihm nicht gut. Und ihr tat die Distanz nicht gut. Sie vermisste ihn. Sie wollte ihn endlich aus seiner Lethargie reißen. Er sollte endlich zurück ins Leben finden. Mit ihrer Hilfe. Sie wollte ihn unter Leute bringen, vielleicht tanzen gehen, einen Cocktail trinken, einfach Spaß haben. Er sollte endlich seine trüben Gedanken vergessen. Zumindest mal für einen Abend. Aber anscheinend war ausgerechnet ihr Exverlobter ihr zuvorgekommen. Langsam zog Gabi sich ihre Jacke über und stand auf. Sie ging noch einmal in Dr. Kaans Büro und machte das Licht aus. Das hatte ihr Oberarzt bei seinem raschen Aufbruch vorhin anscheinend vergessen. Dann schloss sie die Tür wieder, strich einmal kurz über den Rahmen und ging langsam zum Aufzug vor. Wieder einmal fuhr Gabi Kragenow allein nach Hause, aber morgen, ja morgen, war ja auch noch ein Tag.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

03.09.2010 23:41
#702 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Meine Lieben ,
es ist endlich soweit. Willkommen beim Speeddating! Ich muss vorweg sagen, dass ich so etwas selbst noch nie besucht habe und keine Ahnung habe, wie das genau abläuft. Ich hoffe, es kommt trotzdem annähernd an die Wirklichkeit heran. Es wird auf jeden Fall ein langer, sehr spannender, überraschender und lustiger Abend (in mehreren Teilen, denn es gibt ja so viele tolle Typen in Berlin, die unbedingt Sabine kennen lernen wollen. Oder doch lieber Gretchen? )!

Lorelei

PS: Wollte eigentlich als Einstiegssong Beyoncés „Single Ladies“ verwenden, aber das Originalvideo ist bei YouTube unauffindbar (rechtliche Schwierigkeiten!?). Hab aber was anderes Lustiges gefunden. Ist nur ziemlich kurz. (Man achte auf den Protagonisten ganz links!) Der eigentliche Song zum Kapitel, „Girls just wanna have fun“, ist aber dann unter dem zweiten Link zu finden. Eine etwas eigenwillige Version, aber ich mag die Band.




http://www.youtube.com/watch?v=Tpm4eNKdndE&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=-RrRSPjLvWI




Inzwischen hatten die drei Mädels vom EKH das Restaurant „L’amour toujour“ erreicht, wo das Speeddating stattfinden sollte... Wie verzweifelt müssen Leute eigentlich sein, wenn sie so einen Mist mitmachen? ... dachte Gretchen Haase, als sie mit ihren beiden Kolleginnen das kleine Szenelokal in Mitte betrat und von einer älteren Dame in einem roten Kostüm und mit einer schicken femininen Kurzhaarfrisur freundlich begrüßt wurde. Die drei Frauen bekamen von der Veranstalterin des Abends, einer gewissen Erika Berger, Nummern zugewiesen und einen Zettel, auf dem sie später ihre Favoriten notieren sollten. Maria hatte sich schon an einen freien Tisch am Eingang gesetzt. Sabine freute sich wie ein kleines Kind und stolperte tollpatschig auf ihren Tisch zu. Gretchen schaute ihr nachdenklich hinterher.... Ich mache das nur für Sabine. Damit das mal klar ist. Womit habe ich das nur verdient? Könnte jetzt mit Marc im Bett liegen und kuscheln. Stattdessen muss ich mir jetzt diese Idioten hier antun. ... Sie setzte sich seufzend an einen der freien Tische im hinteren Bereich des Lokals und blickte sich zögerlich um... Ja, wirklich nur Idioten hier! Das kann ja ein „spannender“ Abend werden! Ich will hier weg!

Nach einer kurzen Rede, in der das Prozedere erklärt wurde, läutete Erika Berger mit einer kleinen Klingel das Speeddating ein... „Viel Spaß, meine Lieben! Und öffnet eure Herzen! Vielleicht ist ja die große Liebe dabei!“ ... Ja klar, ganz bestimmt! ... dachte Gretchen Haase genervt und nippte an ihrem Sektglas, das alle Teilnehmerinnen auf ihren Tischen stehen hatten, während alle anderen der Gastgeberin applaudierten. Und damit startete die erste Runde des Speeddatingabends. Der erste Kandidat setzte sich nun an Gretchens Tisch. Unsicher blickte die junge Ärztin auf und sah sich darin bestätigt, dass dieser Abend ein Fehler war. Vor ihr saß ein schlaksiger, dunkelblonder, blasser Typ mit einem sehr markanten Gesicht und einem ungewöhnlich großen Mundwerk in einem knallgelb karierten Hawai-Hemd und präsentierte ihr mit einem scheuen Lächeln seine ebenso gelben schiefen Zähne. An wen erinnerte er sie nur, dachte Gretchen stirnrunzelnd, als sie ihn kurz musterte. Dann fiel ihr plötzlich die alberne Comedysendung ein, die sie neulich gesehen hatte, bei der Marc sich schlappgelacht hatte. Ihr gegenüber saß eine Kopie von Maddin Schneider! Er hatte sogar denselben überdehnten eigenwilligen hessischen Dialekt drauf wie der bekannte Komiker. Nur hieß sein Doppelgänger nicht Maddin, sondern Horst und war passionierter LKW-Fahrer mit Vorliebe für dreckige Blondinenwitze, die er seinem schönen Gegenüber auch ungeniert mitteilen musste. Er kam sich dabei anscheinend wahnsinnig witzig und einfallsreich vor. Das war er aber nicht. Gretchen war einfach nur genervt und starrte gequält die Tischplatte an. Sie sagte keinen Ton, aber das störte Horst nicht im Geringsten. Der nervige Gesichtsakrobatiker textete Gretchen weiterhin zu, aber sie hörte ihm schon lange nicht mehr zu und überlegte ernsthaft, ob es unhöfflich wäre, wenn sie jetzt ihren I-Pod herausholen würde... Hoffentlich geht der Mist schnell vorbei. Dass fünf Minuten auch so lange dauern können! ... Sie fixierte mit ihrem Blick die Sanduhr auf der Theke, bis Erika Berger endlich Erbarmen mit ihr hatte und das Glöckchen läutete. ... Gott sei dank, ich bin erlöst! O...o...oder auch nicht! Hilfe! Was will DER denn hier?

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.456

04.09.2010 10:19
#703 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Ich bitte euch, zu so früher Stunde taucht doch noch kein Dr. Meier auf!




Horst verabschiedete sich und Kandidat Zwei setzte sich an Gretchens Tisch. Mit großen Augen schaute sie den schlanken braungebrannten jungen Mann an. Es handelte sich zu ihrer großen Überraschung um ihren alten Konkurrenten und ehemaligen Kollegen Maurice Knechtelsdorfer, der sie mit einem sanften Lächeln und seinem typischen österreichischen Charme begrüßte....

K: Ja mei, des nenn i ma a fesche Überraschung, die Frau Dr. Haase!
Das ist nicht wahr oder?
G (perplex): Äh... Knechtelsdorfer? Sie hier? Ich dachte, Sie leben jetzt wieder in ihrer alten Heimat?
K (lacht): Ja, des scho, oaber i bi of an Überraschungsbesuch in Berlin, wissen Sie.
G: Ach? Wollten Sie uns im EKH besuchen? Das ist aber nett.
K (senkt verlegen seinen Blick): Na, um ehrli zu san, hob i mi net higetraut.
G: Aber doch nicht etwa wegen Dr. Meier?
K (schaut betreten auf den Tisch): Äh.... Naja...
G (lächelt ihn zuversichtlich an): Er ist nicht nachtragend.
Äh... naja... meistens.
K (schaut ihr ins Gesicht): Ni? Wissen Sie, die Entlassung hat mi scho sehr mitgenomma. I hoab wirkli gern da gearbeitet mit ana.
G: Das tut mir leid, aber Sie müssen schon zugeben, dass da wirklich ein paar Sachen ziemlich schief gelaufen sind.
Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie einer wie er denken kann, überhaupt Arzt zu werden. Er war doch vollkommen deplaziert im OP, stand immer im Weg, hat sich ständig mit den Diagnosen vertan, hat die einfachsten Dinge vergessen und das Thema seiner Doktorarbeit... das hätte auch ein Abiturient im Grundkurs Bio schreiben können. Er war unpünktlich, unkonzentriert, untalentiert und hat mir ständig meine Patienten geklaut. Die Entlassung war gerechtfertigt. Also das ist jetzt meine Meinung.
K (senkt betreten seinen Blick): Des scho, oaber i hab mi scho angestrengt, aober a Sie koam i nie heran.
G: Ich bitte Sie.
K: Do Sie san a fantastische Ärztin und i muss no so viel lerna.
Das stimmt schon.
G: Sie sind jetzt in Wien an einer Klinik?
K (stolz): Ja, am Kaiserin-Elisabeth-Spital. Da hatte i ja damoals oach ma Ausbildung oangefanga. Die ham mi da mit offana Oarmen wieder aufgenomma und des Joahr im Ausland ka i oa anrechna.
G: Das ist schön.
K: Doanke! Auslandserfahrungen san ja imma a Pluspunkt, wissen Sie.
G (nickt ihm zu): Hmm! Und was machen Sie ausgerechnet beim Speeddating in Berlin, wenn Sie nur auf Stippvisite hier sind?
K (lacht): Noa i woallt ma Chance nutza. Wissen Sie, da Madel in mei Heimat sind von a goanz andres Format, eher bodenständig und altbacka und i woar scho imma begeistert von de lockere Madel in Berlin.
Muss ich das wirklich wissen? Uah! Nein! Wann kommt denn endlich die Klingel?
G (rückt unruhig auf ihrem Stuhl hin u. her): Ah ja!?
K (zwinkert ihr charmant zu): A Madel wie Sie san!
G (verschluckt sich an ihrem Sekt u. schaut ihn verdutzt an): Bitte? Das ist jetzt nicht Ihr Ernst?
Will der mich jetzt etwa anmachen? Oh Gott!
K (lächelt sie verschmitzt an): Do! Wissen Sie... äh... koann i Grätschen zu ana sogen?
G (blickt ihn unsicher an): Äh... Ich weiß nicht.
K: Mi san do in so a entspannter Atmosphäre und alle sprecha si do hier mit de Vornoma oa.
G (stöhnt genervt): Schon gut! Ich bin Gretchen!

Gretchen reichte ihm ihre Hand. Maurice lächelte dankbar...

K: Und i bi do Maurice!
G (rollt mit den Augen): Ich weiß.
K: Was i eigentli sogen wollt ... Grätschen, weischt du, i woar wirkli schwer enttäuscht, als du mi domoals abgewiesa hoast.
G (perplex): Ich hab was?
Hab ich was verpasst?
K: Noa im OP, weischt du no? A meina ersta Tog in do Chirurgie.
Wie konnte ich das vergessen? Marc wollte mich mit Knechtelsdorfer verkuppeln, damit ich über ihn hinwegkommen und er ohne schlechtes Gewissen die Erpresserin heiraten konnte. Idiot!
G (lacht): Ja, aber das war doch im Auftrag von Dr. Meier gewesen?
K (kratzt sich verlegen am Ohr): Joa scho, oaber i wär scho gern mit dir ausgegangea. Du bischt a wunderscheene Frau, Grätschen. Des wollt i dir scho imma ma sogen.
Oh Gott, er flirtet doch nicht etwa wirklich mit mir? Wo bleibt die Klingel?
G (verlegen): Äh... danke.
K (lächelt): Bitte! Stimmt des, dess du jetzt wirkli mit dem Dr. Meier zusamma bischt?
G (strahlt ihn glücklich an): Ja!
K: Und was moachst du dann hier?
G (fährt sich verlegen mit der Hand übers Gesicht u. kratzt sich dann hinter dem Ohr): Äh... Das frag ich mich mittlerweile auch.
K (irritiert): Wie meina?
G (schaut kurz in Richtung Sabine): Also ... äh... das ist eher als moralische Unterstützung für eine Freundin gedacht, weißt du.
K (lacht): Oh! Doas hab i o geplant, oaber do Gordon hatte ka Lust. Der is unglückli verliiebt, weischt du. I wollt ihn of andere Gedanka bringa, oaber er is anscheinend noch ni soweit.
G (überrascht): Oh!
Und ich dachte, der gräbt neuerdings an Gabi? Hmm... Also das sagt zumindest die Gerüchteküche.
K: Und da bi i halt allan hierher geganga. Oaber war a scheene Überraschung, di hier getroffa zu haben.
G (lächelt): Finde ich auch, Maurice. Ich glaube, wir haben noch nie so lange am Stück miteinander geredet.
K (lacht): Na! Scho komisch, findest du ni? I hoffe, du nimmst mir des ni übel wegen dem Konkurrenzkampf damoals.
G (zwinkert ihm zu): Schon vergessen.
K: Des is guat. I bi eigentli ni so a verbissena Kämpfa.
G (grinst): Wir waren ja quitt, ne?
K (denkt schmunzelnd an die vertauschten Tabletten): Joa, des san mir.
G: Vermisst du die Arbeit im EKH?
K: Scho a wenig, oaber in Wien da is es wesentli entspannter und ni so hektisch wie bei euch. Und der Drill is ni so schlimm wie bei... na du weischt scho.
G (lacht): Das kann ich mir vorstellen.
K: Äh... wenn du willst, du koannst mi gerne mal in Wien besucha komma. Is a scheene Stadt, weischt du.
Ich wollte schon immer mal nach Wien, aber...
G (zögerlich): Äh... danke Maurice, aber da muss ich erst mal meinen Freund fragen.
K (grinst): Verstehe! Hab ja imma gemerkt, wie eifersüchtig der Dr. Meier of andere Männa is.
G: Äh...

Gretchen wollte noch etwas darauf erwidern, aber in diesem Moment klingelte es wieder und die zweite Speeddatingsitzung war somit beendet. Maurice erhob sich von seinem Stuhl und reichte seiner ehemaligen Kollegin die Hand....

K: Schoad! I hät noch so gern weiter mit dir geschnackt.
Hmm... ich ehrlich gesagt auch. Hätte nicht gedacht, dass der so nett sein kann. Wenn der ewige Konkurrenzkampf nicht gewesen wäre, vielleicht hätten wir sogar Freunde werden können.
G (schüttelt zum Abschied seine Hand): Wir können ja mal telefonieren.
K (lächelt): Joa, des wäre scheen. Sag dem Dr. Meier scheene Grüße. I bi och ni nachtragend.
G (lacht): Mach ich! Auf Wiedersehen, Maurice!
K: Auf Wiedersehen, Grätschen!




Na ist die Überraschung gelungen? Eigentlich wollte ich Knechtelsdorfer nicht noch mal auftauchen lassen. Ich hatte ihn ja am Anfang meiner FF ziemlich schnell rausgeschrieben, weil ich ehrlich gesagt in der 2. Staffel überhaupt nichts mit dieser neuen Figur anfangen konnte. Ich fand ihn und seine Handlung völlig überflüssig, bis auf ein paar Lacher zwischendurch (Mehdi-Marc-Toilette-Knopferl! ). Aber jetzt, da ich die DVD schon mindestens fünfzig Mal rauf und runter geschaut habe, fehlt sie mir dann doch und ich hab mich für einen überraschenden Zwischenauftritt von ihm entschieden. Sorry für das echt miese Österreichisch, aber ich kenn mich da überhaupt nicht aus. Aber ich wollte trotzdem zumindest den Dialekt irgendwie rüberbringen, um es authentisch zu lassen. Ich hoffe, ihr verzeiht mir das. Verbesserungen bitte auf meiner Kommiseite hinterlassen. Liebe Grüße u. schönen Samstag. Lorelei

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

04.09.2010 14:09
#704 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nachdem sich Dr. Knechtelsdorfer charmant mit einem Handkuss von seiner ehemaligen Kollegin verabschiedet hatte, setzte sich nun Kandidat Drei zu Dr. Haase an den Tisch: ein unattraktiver, etwas pummeliger, pickliger, schüchterner Stubenhocker um die 30, der ständig seine Hornbrille zurechtrücken musste, die ihm immer wieder von seiner Nase rutschte, weil er stark transpirierte, der keinen Ton heraus brachte und der vor lauter Aufregung die kleine weiße Blumenvase auf dem Tisch, in der eine einzelne rote Rose steckte, mit seinem Blick fixierte, um die Schönheit ihm gegenüber, die ihm die Sprache raubte, nicht ansehen zu müssen. .... Herr Gott noch mal, womit hab ich das nur verdient? dachte Gretchen verzweifelt und nahm einen großen Schluck aus ihrem Sektglas. Es herrschte eisiges Schweigen zwischen den beiden. So hatte Gretchen Zeit, sich im Raum umzuschauen.... Die Hassi, ich fass es nicht! Die flirtet, was das Zeug hält. Ob Mehdi das weiß?

An Marias Tisch verlief das Gespräch derweil wie folgt...

MH (lächelt charmant): .... Ich bin Ärztin und Sie?
B: Mir gehören ein paar Banken.
MH (mustert ihn eingehend): Ach? Sie sind Bankier? Das ist aber interessant! Dann könnte ich ja bei Ihnen ein Konto eröffnen?
B: Jeder Zeit, meine Liebe.

Die beiden lächelten sich an. Gretchen schüttelte ungläubig den Kopf und dachte nur... Blöde Kuh! Armer Mehdi! Er hat definitiv was Besseres verdient. Ich kann echt nicht glauben, dass sie das hier wirklich so durchzieht und Mehdi sitzt zuhause und heult sich die Augen aus dem Kopf wegen Lilly. GGGRRR!!! Werde morgen in der Pause mit ihm Kekse essen gehen und dieses Mal lasse ich mich nicht abwimmeln.

Der schüchterne Paul P. saß immer noch auf der anderen Seite ihres Tisches. Er hatte mittlerweile den Mut gefunden, die bildschöne Frau ihm gegenüber anzuschauen und stierte sie nun unentwegt an, ohne etwas zu sagen. Das wurde Gretchen mit der Zeit äußerst unangenehm und so sprach sie ihn schließlich doch noch an...

G: Also wenn ich Ihnen einen Tipp geben kann, damit der Abend für Sie doch noch ein Erfolg wird: Ich würde es mal mit Reden versuchen!

In diesem Moment klingelte es auch schon und Gretchen wurde wieder erlöst. Aber nur für einen kurzen Augenblick... Gott sei Dank! Er ist weg. Meine Güte machen sich manche Leute das Leben schwer. Ich hoffe, der nächste ist wenigstens etwas gesprächiger, sonst wird das hier noch ein laaanger laaaangweiliger Abend. Hmm... Kann ja eigentlich nur noch besser werden! ... Nee, kann es nicht! Hilfe, ich muss hier weg!

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

05.09.2010 11:16
#705 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach einer laaaangen, ausschweifigen Familienfeier gestern bin ich so einigermaßen wiederhergestellt (Die Betonung liegt auf einigermaßen. ) und kann euch den nächsten Teil dieses wahnsinnig spannenden Speeddatingabends liefern. Danke für die tollen Kommentare übrigens. Wie's bei Sabinchen läuft, erfahrt ihr später noch. Jetzt schauen wir erst mal, wer sich hinter der nächsten Tür für Gretchen verbirgt. Horst Schlämmer ist es nicht! Ich hab mir gedacht, dass das Speeddating doch die perfekte Gelegenheit ist, um einige lange vermisste Personen wieder aufleben zu lassen. Spaßeshalber natürlich! Schönen Sonntag euch allen! Lorelei




Tja, Gretchen Haase hatte an diesem Abend einfach kein Glück mit den Männern, denn jetzt setzte sich Kandidat Vier an ihren Tisch. Auch er war ihr nur allzu gut bekannt. Leider! Es war Gunther Neumann, ein alter „Freund“ der Familie....

Gü: Ja, das ist aber eine Überraschung! Margarethe, du auch hier?
Oh Gott! Hilfe! Der Grabscher! Wo ist die Security, wenn man sie braucht?
G (zwingt sich zu einem gequälten Lächeln): Günni? Mensch! Schön!
Ganz bestimmt nicht! Wie werde ich den nur wieder los?
Gü (mit einem schmierigen Grinsen auf den Lippen versucht er ihre Hand zu erreichen, um sie zu begrüßen, die sie aber schnell vom Tisch zieht u. sicherheitshalber auf ihrem Schoss platziert): Du bist also auch wieder Single? Und dabei hatte ich doch gehört, dass du nach der Pleite mit dem Betrügermillionär jetzt mit diesem Oberarzt zusammen wärst? Naja, war ja auch ein ziemlich unangenehmer Kerl, nicht?
Bitte? Unverschämtheit! Der unangenehme Kerl hier, bist ja wohl eindeutig du!
G (cool u. bestimmt): Nein, ich bin NICHT Single!

Günni zwickte ihr daraufhin ins Knie und parkte seine Hand genau an dieser Stelle. ... Noch einmal und du bist tot! ... fluchte Gretchen innerlich.

Gü: Doch bist du!
G (stößt aufgebracht seine Hand weg): Wenn du mich noch mal antatschst, Günni, dann ruf ich die Polizei!
Gü (eingeschüchtert): Bitte?
G (um ihrer Drohung Nachdruck zu verleihen, rammt sie ihren Absatz in seinen Fuß, so dass er kurz leise aufjault): Du hast schon richtig verstanden.

Das saß erst mal. In ihren wütenden Augen konnte er deutlich lesen, wie ernst sie es meinte. Günni war ruhig gestellt und saß zusammengefaltet auf seinem Stuhl. Er traute sich nicht mal mehr, sie auch nur anzuschauen. Gretchen blickte ihr Gegenüber aber immer noch beunruhigt an.... Wo bleibt die verdammte Klingel?

Gott sei Dank klingelte es in genau diesem Moment... Meine Rettung!

Gü (erhebt sich schnell u. reicht ihr seine Hand zum Abschied): War schön, dich mal wieder gesehen zu haben, Margarethe.
G (reagiert nicht auf seine Hand u. schaut Hilfe suchend zur Gastgeberin): Das war auch das letzte Mal, dass du mich zu Gesicht bekommen hast, du GRABSCHER!!!

Das hatte Dr. Haase extra sehr laut gesagt. Alle Köpfe drehten sich zu den beiden um. Günni zog angsterfüllt seinen Kopf ein. Erika Berger kam sofort mit zwei Schränken (Türsteher!) auf Gretchens Tisch zu und verwies Gunther Neumann des Lokals. Sie hatte schon mit so einem Zwischenfall gerechnet, da es schon öfters vorgekommen war, dass Perverslinge solche Veranstaltungen schamlos zur Befriedigung ihrer eigenen kranken Bedürfnisse ausgenutzt hatten, und hatte sicherheitshalber zwei Sicherheitskräfte engagiert, um ihre liebesbedürftigen Schäfchen zu schützen. Gretchen lächelte Frau Berger dankbar zu, als sich Kandidat Fünf zu ihr an den Tisch setzte...

Lorelei Offline

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05.09.2010 16:15
#706 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Inzwischen an Sabines Tisch

Die blonde Krankenschwester war immer noch extrem gut gelaunt und aufgedreht, was nicht nur an den zwei Sektgläsern gelegen hatte, die sie mittlerweile schon intus hatte, um sich Mut anzutrinken und die Zunge zu lockern. Das Geburtstagskind war einfach nur glücklich, dass sie diesmal gewissermaßen im Mittelpunkt stand, auch wenn bisher noch kein passender Bewerber für die Stelle als bessere Hälfte für sie dabei gewesen war. Aber sie hatte sich schon ganz gut unterhalten in den letzten Minuten, hatte Horoskope verglichen, über Arztserien und -romane informiert, über dreckige Krankenschwesterwitze gelacht und Unwissenden die Sterne gedeutet. Doch jetzt war Sabine Vögler wirklich erstaunt und verwirrt, als sich plötzlich ein bekanntes Gesicht an ihren Tisch setzte. Ein kleines schüchternes Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht bemerkbar, das Dr. Maurice Knechtelsdorfer charmant erwiderte...

K: Ja mei, Schwester Sabine? Sie oa hier? Sie moacha woahl heut an Betriebsausfluag? Is woahl des hoalbe EKH hier? Die Maria... äh... die Frau Dr. Hassmann hab i o scho gesehen.
S (schaut ihn mit großen Augen an u. stammelt nervös): Herr... Herr Knechtelsdorfer!?
K (lächelt charmant u. reicht ihr seine Hand zur Begrüßung): Ja, der bi i! Oaber Sie köanna ruhig Maurice sogen. San ja privat hier, ne.
S (kichert verlegen u. stößt fast ihr Sektglas um, als sie seine Hand ergreift u. schüttelt): Sabine!
K (grinst verschmitzt): I woeiß! Des trifft si übrigens goanz guat, di hier anzutreffa. I woallt eh mol mit ana ... äh... mit dir reden.
S (überrascht): Wirklich?
K (kratzt sich am Kopf u. schaut sich kurz im Raum um): Ja, ähm... wegen dem... Geschäfterl?
S (verwirrt): Geschäft? Was...?
K (zwinkert ihr zu): Ja, du weischt scho!
Was wird das denn jetzt? Will der mich etwa ... bezahlen? Oh! Will der etwa...? Oooohhhh... Gott! Das hatten also die Karten zu bedeuten!
S (errötet u. weiß nicht, was sie sagen soll): Äh...
K (leise): Noa die Plantage!
S (laut): Die Plantage?

Einige im Raum drehten die Köpfe zu ihnen herum. Sabine errötete noch mehr, als sie merkte, was er eigentlich gemeint hatte und blickte sich nun ebenfalls unsicher im Lokal um. Knechtelsdorfer wurde zunehmend nervös...

K: Eh Sabine, ni so laut! Muass ja ni gleuch jeder mitbekoamma.
S (zieht ihren Kopf ein u. schaut ihn verschwörerisch an): Woher wissen Sie... äh du davon?
K (grinst stolz): Woar mei Idee.
S (verwirrt): Was?
K (rollt mit den Augen): Des is eigentli mei Geschäfterl gewesen. Des hoab i do domoal mit dem Gordon zusamma aufgezoga, oaber da i unta unglücklichen Umständen bei euch nausgefloaga bi, konnt i ni mehr mitmischa. ... (beugt sich zu ihr über den Tisch u. redet leise weiter) ... Hör zu, i will mi wiedor beteiliga. I hob von dem großen Coup gehört.
S (reißt schockiert die Augen auf): Was?
K: I woeiß Bescheid! Gordon hat mir erzählt, woas ihr zusamma mit der Frau Professor .... (schaut kurz zu Gretchen, dann wieder zu S) ... aufgezoga hoabt. Des is scho unglaubli.
S: Aber... aber das ist doch....
K: Top Secret! I woeiß. I hoab a zusätzliche Geschäfterlidee. Wir könnta expandiera?
S (schaut ihn ungläubig an): Bitte?
K (begeistert von seiner Idee): Joa! Ins Ausland!
S: A.... A... Ausland?
K: Joa! Ihr überlasst mir a paar Pflanzerl und Rezeptideen und i koa bei uns im Spital die Onkologie versorga. Was hältst du davo?
S (überfordert): Äh.... Aber die Einfuhr von Ha... Ma.... Cana... Kaka.... Äh... den Pflanzen ist doch auch bei euch verboten?
K: Joa scho, oaba seit da Schengena Abkomma da wird do on da Grenzen ni mehr kontrolliert. Des is vollkomma easy, glaub mir.
S (irritiert): Easy? Abkommen? Schweningen?
K (verdreht die Augen im Kopf u. blickt sie selbstsicher an): Äh... egal. I hoab des scho mol mit dem Gordon durchgequatscht. I zweig mir a paar Pflanzerl von euch ab und schmuggl die na Österreich. I hoab da a Garagerl angemietet. Ganz abgelega. Da kommt nie jemand hi. I bau da a neue Plantage oauf. Is oa a Bacherl in do Nähe mit Quellwasser. Des wird a Topqualität. Sicha! Und jetzt kommst du ins Spiel, Sabine. Wir müssa nur die Frau Haase ... (schaut wieder kurz zu G rüber) ... von da Vorteile unsrer deutsch-österreichischen Beziehunga überzeuga.
S (hört ihm gebannt zu): Und die wären?
K (stöhnt kurz auf): Na i beteilige euch natürli. Und vielleicht koa i no andere Spitäler anwerba wegen dem Spezialtee.
S (unsicher): Ich weiß nicht. Wir sind doch schon so überlastet und kommen mit der Produktion kaum noch nach. Und wenn dann auch noch...
K (fällt ihr ins Wort): Sicha, sicha, oaber I würd die Gewinne oa teilen. Wirkli! Oaba das dauert no, bis si die Plantage wirtschaftli rentabel entwickelt. Oalso woas is?
S (wird immer unsicherer u. rutscht unruhig auf ihrem Platz hin u. her): Äh... also ich weiß wirklich nicht. Ich...

Sabine hielt inne, da Maurice plötzlich seine Hand auf ihre legte und ihr tief in die Augen schaute. Sie errötete und eine leichte Schauerwelle durchfuhr ihren Körper. Er ließ seinen ganzen österreichischen Charme spielen, um sie zu überzeugen....

K: Soanst müasst i dem Professor leida an Tipp geba, woas si im Oastflügel so oalles oabspielt. Wäre, glaub i, ni so guat für sei Ehe und für dei Job o ni, liebste Schwester Sabine!
S (zieht schockiert ihre Hand weg u. starrt ihn an): Wollen Sie mich etwa erpressen?
K (schüttelt den Kopf u. sieht sie jetzt sanftmütig an): Na, eigentli wollt i net zu solcha Mittelchen greifa, oaba i bi total blank im Moment. Da Umzug na Österreich hat a tiefes Locherl in mei Portmonee gerissa und i brauch die Kohle. Und als Gründungsmitglied und Mitwissa steht mir scho a Anteil vom Gewinn zu oder ne?
S: Ääähhh...


Gretchen Haase beobachtete die beiden „Turteltauben“ inzwischen schon eine Weile ganz interessiert... Na, das ist ja mal ein Ding! Der Knechtelsdorfer und Sabine? Wie er ihre Hand hält! Schon süß die beiden! ... Der durchaus attraktive Kandidat Fünf, der schon seit dreieinhalb Minuten ihr gegenüber saß, wurde von der blonden Ärztin gar nicht richtig wahrgenommen. Der groß gewachsene junge Mann mit den stoppelkurzen dunkelbraunen Haaren, den rehbraunen Augen und dem verwegenen Dreitagebart, der ein eng anliegendes schwarzes Hemd, das seine ausgeprägten Muskeln betonte, und eine dunkle Jeans trug, versuchte verzweifelt ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, aber Gretchen reagierte überhaupt nicht auf seine Handbewegung und schaute weiterhin gebannt zu dem Tisch ihrer Freundin und Kollegin. Er gab schließlich enttäuscht auf, seufzte, verschränkte seine Arme und schaute nun ebenfalls in die Richtung, in die die wunderschöne Blondine die ganze Zeit blickte. Er wurde plötzlich ganz bleich um die Nase und konnte seinen Blick nun auch nicht mehr abwenden.

Eine Minute später klingelte es schließlich und der schöne Mittdreißiger wurde abrupt aus seinen Gedanken gerissen. Er erhob sich von seinem Stuhl und schaute noch einmal kurz zu Gretchen, die ihn jetzt völlig verdutzt anschaute, weil er ihr irgendwie bekannt vorkam, aber sie nicht zuordnen konnte woher. Er verabschiedete sich freundlich mit einem Kopfnicken und einem kleinen verschmitzten Lächeln von seinem schweigenden Gegenüber. Die blonde Frau schaute ihm verwirrt nach, als er sich an den nächsten Tisch setzte, schüttelte dann ihren Kopf und wandte ihren Blick wieder Sabine und Maurice zu.

Nachdem ein Kellner Gretchen ein neues Glas Sekt gebracht hatte, gesellte sich Kandidat Sechs zu ihr an den Tisch und sprach sie auch gleich direkt an... „Ach? Hallo!“ Doch auch diesmal zeigte die blonde Assistenzärztin nicht das geringste Interesse. Sie hatte nach Günnis Abgang vorhin beschlossen, die völlig vergeudete Zeit hier abzusitzen und lieber die anderen beim Flirten zu beobachten, als selber mitzumischen und das teilte sie auch ihrem überraschten Gegenüber mit... „Nicht stören! Ich beobachte gerade meine Freundin!“ sagte Gretchen ohne Aufzuschauen. Ihr neues männliches Gegenüber reagierte sichtlich enttäuscht und ließ die Schultern hängen... „Ach so!“ Die schöne Ärztin hatte nicht gemerkt, wer sich da gerade zu ihr gesetzt hatte, denn ihr Blick war an den Tisch von Sabine gefesselt, die immer noch angeregt mit Knechtelsdorfer diskutierte und ihren neuen Bewerber (den schüchternen Paul P.!) mit einem abfälligen Blick weggeschickt hatte. Gretchen schmunzelte. Marias spontane Geburtstagsüberraschung schien tatsächlich zu funktionieren. Aber wenn Gretchen gewusst hätte, wer dieser dunkelblonde Mann war, der ihr nun gegenüber saß, hätte sie sich wahrscheinlich gleich ganz zu ihrer Kollegin gesellt....

Lorelei Offline

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06.09.2010 09:12
#707 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Surprise, surprise! Ich glaube, ich habe gestern schon zu viel verraten. Schönen Wochenstart euch allen. Lorelei




Denn bei Kandidat Numero Sechs handelte es sich nämlich ebenso um einen alten Bekannten von Dr. Gretchen Haase. Es war Peter! Dieser freute sich riesig, seine wunderschöne Ex-Verlobte hier zu sehen und sprach sie noch einmal an....

P: Gretchen!

Die Stimme kenn ich doch! Das ist doch? Nein, das kann nicht sein?

Die blonde Ärztin drehte sich erschrocken um und riss ihre Augen weit auf, denn sie blickte nun direkt in das Gesicht ihres Ex-Verlobten Peter, der sie damals in Köln kurz vor ihrer gemeinsamen Hochzeit mit seiner Sprechstundenhilfe betrogen hatte....

G (entsetzt): Pe... Pe... Peter!
P (lächelt): Hallo! Das ist aber eine schöne Überraschung, dich hier zu treffen. Wie geht’s dir?

Nee jetzt oder? Das ist nicht wahr! Das ist jetzt ein schlechter Scherz! Will mich heute jemand ärgern? Stecke ich in einer Zeitschleife fest? Oder was soll das alles? Nein!!! Ausgerechnet DER!!! Der Letzte, den ich je wieder sehen wollte. Und wie der mich anklotzt! Hilfe! Ich will hier weg! Sofort! Nee Sabine, bei aller Liebe, aber das tue ich mir nun wirklich nicht an! Und Tschüß!

Gretchen schaute sich hektisch in dem kleinen Lokal um, um herauszufinden, wo sich die Notausgänge befanden, während Peter seine Ex intensiv musterte und sich ein immer breiteres Grinsen auf seinem Gesicht bemerkbar machte...

Mist! Alles durch diese blöden Tische versperrt! Wieso müssen auch so viele Singles in Berlin leben? GGGRRR!!! Was mache ich denn jetzt? ... Erst Günni, der Grabscher, dann Peter, der Betrüger! Jetzt fehlen eigentlich nur noch...

In diesem Moment schaute die verzweifelte Frau zufällig zur Tür des Restaurants, die sich gerade öffnete....

NEEEEIIIIINNN!!!

Lorelei Offline

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06.09.2010 16:18
#708 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Ja, irgendwie ist es schon eher eine Horrorfreakshow als ein Speeddating , aber das kann sich ja noch ändern. Denn die Liebe hält Einzug! Schon komisch, dass keiner von euch auf die Idee gekommen ist, wer gerade das Lokal betreten könnte. Oder hätte ich vorher noch ein paar schräge Typen mehr einschieben sollen? Wen hätten wir denn da noch? Alexis alias Frank, der vielleicht auf Freigang draußen ist und auf der Suche nach einer neuen wahren Liebe ist, mit der er dann einen regen Briefverkehr halten könnte, um sich seinen trögen Knastalltag zu versüßen. Oder Karsten! Mensch, dass ich den vergessen habe, kann gar nicht sein. Er ist doch eigentlich der Prototyp eines verzweifelt Suchenden. Hmm... ist schon eine Überlegung wert. Nee, lieber nicht, sonst wird der Abend hier ja nie fertig. Die Szene ist schon lang genug. Hier habt ihr sie endlich, unsere zwei Lieblingsgockel auf der Pirsch! Viel Spaß! LG Lorelei




Zwei äußerst attraktive junge Männer, die unterschiedlicher nicht sein konnten, betraten das kleine Szenelokal in Berlin Mitte und zogen nun die Aufmerksamkeit sämtlicher anwesender weiblicher Kandidatinnen auf sich, einschließlich der blonden Ärztin, die im hinteren Teil des Restaurants saß. Gretchen ließ ihren Kopf auf den Tisch fallen... Gott, warum strafst du mich heute so? ... Ihr Gegenüber schaute sie beunruhigt an...

P: Alles ok mit dir, Gretchen? Hätte nicht gedacht, dass dich mein Anblick so umhaut!

Doch seine Ex-Verlobte reagierte überhaupt nicht auf ihn... In welches Mäuseloch kann ich mich nur schnell verkriechen? Was zum Teufel machen die hier? .... Sie schüttelte mehrmals ungläubig den Kopf.... Er bringt tatsächlich Mehdi mit! Ich fass es nicht. War ja klar, dass er nicht ruhig zuhause sitzen kann, wenn er weiß, wo ich heute bin. Hätte ich mir doch gleich denken können. Der will mir doch garantiert hinterher spionieren. Hmm... Und er vertuscht es als Sauftour mit Mehdi! Unglaublich! So ein blöder Idiot! Er ist so was von eifersüchtig! Er will nicht, dass ich mich mit anderen Männern treffe. Ach, schon irgendwie süß! Der kleine Macho Meier! Hihi! Hach... Er liebt mich halt über alles! Ich dich auch, du Gockel! ... Gretchen geriet schließlich ins Schwärmen und grinste verträumt vor sich hin, was von Peter begeistert aufgenommen wurde....

P: Hey, du freust dich ja wirklich, mich zu sehen.

Äh... Bitte was? .... Erst jetzt blickte Gretchen ihr Gegenüber wieder an. Ihr Lächeln verschwand augenblicklich... Oh! Peter ist ja auch noch hier! Hab ich ganz vergessen! Mist! Was mache ich denn jetzt mit dem?


Währenddessen an der Tür...

Dr. Mehdi Kaan und Dr. Marc Meier, die gerade das kleine französische Restaurant betreten hatten, schauten sich neugierig um....

Ach da hinten sitzt sie ja, meine Süße! Äh... Was’n das für’n Spako? Hmm... Eigentlich nur Idioten hier! Gut, bin beruhigt. Also können wir jetzt spion.... äh... was trinken.

Die Gastgeberin des Abends begrüßte die beiden heißen Sahneschnitten mit einem verführerischen Lächeln...

EB: Hallo, meine Herren! Das ist eigentlich eine geschlossene Gesellschaft heute.
Pfff... ganz sicher nicht für mich! Mir stehen immer alle Türen offen! Klar!?
MM (lächelt sie mit typischem Meiergrinsen an): Deswegen sind wir ja auch hier. Können wir noch äh.... mitmischen? .... (MK zupft ihm hektisch am Ärmel seines Jacketts u. schaut ihn mit großen Augen ungläubig an) .... Also äh... Wir sind doch auch noch auf der Suche nach unserem äh... Dings hier... äh.... Herzblatt! .... (funkelt MK provozierend an, dem die Kinnlade runterklappt) .... Nicht wahr, Mehdi?
Ich bring ihn um!
MK (schaut verlegen zu EB): Ääähhh... (dann wendet er sich leise u. angesäuert an MM): Spinnst du? Ich dachte, wir gehen nur einen trinken und beobachten die Schose ein Weilchen und zwar aus sicherer Entfernung.
Weichei!
MM (leise zu MK): Nun hab dich doch nicht so? Hast du keine Eier in der Hose? Das wird eine Mordsgaudi. Ganz bestimmt! Außerdem brauchst du ganz dringend ne richtige Frau.
Völlig untervögelt der Kerl! Ich will ihm doch nur was Gutes tun.

Halt dich mit deinen blöden Sprüchen zurück, du... du Hornochse, sonst... GGGRRR!! Außerdem hab ich eine Frau... äh... naja dachte ich zumindest. Und was heißt hier „richtig“?

MK: Eh!

Mehdi warf seinem Kumpel einen bösen „Du-kannst-mich-mal!“-Blick zu und drehte sich wieder zu Erika Berger um, die die beiden zuckersüß anlächelte...

EB: Gut! Die Männer sind hier eh in der Unterzahl. Es gab da vorhin einen Zwischenfall. Und es soll ja gerecht zugehen. Bei solch charmanten Exemplaren wie Ihnen beiden mache ich doch gerne eine Ausnahme.

Erika zwinkerte Marc anzüglich zu, dem daraufhin die Augen quer im Kopf standen und der schnell seinen Blick wieder auf Mehdi richtete.... Boah, hör endlich auf so blöd zu quatschen, du alte Schabracke! Ich will zu meinem Haasen! Aber zackig!

MM (murmelt): Wie Sie meinen.
MK (schaut sie auch eher gequält an): Ja äh... danke!
Mir bleibt auch nichts erspart. Nur weil er mal wieder grundlos eifersüchtig ist, muss ich... GGGRRR!!! Aber das kriegst du wieder Meier, das schwör ich dir.
EB (reicht den beiden zwei Zettel und zwei Nummern): Sie müssen aber noch eine Nummer ziehen. Sie sind ziemlich spät dran.
MM (grinst sie schief an): Tja, das Beste kommt immer zum Schluss, nicht? Geben Sie schon her!

Marc riss der überraschten Gastgeberin unsanft seine Nummer und den Bewertungsbogen aus der Hand und blickte sich wieder in dem Raum um. Sein Blick blieb an Gretchens Tisch kleben. Mehdi, der sich inzwischen seine Nummer an sein schwarzes Hemd geklebt hatte, schaute nun fragend zu seinem Freund...

MK (planlos): Und nun?
MM (grinst ihn frech an): Ein paar Hasen abgreifen!
Ist er als Kind auf den Kopf gefallen? Der hat sie doch nicht mehr alle.
MK: Was? Spinnst du?
Mein Gott, wie viel muss ich dem denn noch beibringen? Ich dachte, er sei von Berufswegen her der Frauenversteher unter uns. Idiot!
MM (grinst noch mehr u. lässt G dabei nicht aus den Augen): Mach sie ein bisschen eifersüchtig und sie werden ganz wild.
Womit hab ich das nur verdient? Ich könnte jetzt in aller Ruhe die Dienstpläne für nächstes Jahr schreiben.

Haasenzahn, was du kannst, kann ich schon lange! Du wirst mich noch anflehen, dass ich dich abschleppe! Pah!

MK (schaut kurz zu G, dann wieder zu M u. schüttelt den Kopf): Bitte? Meier echt, du hast sie doch nicht mehr alle.
Aus dem Alter des „Was sich neckt, das liebt sich“ sind wir doch alle schon längst raus, oder?
MM (sein Blick schweift durch den Raum u. bleibt bei MH hängen): Wenn ich du wäre, was ich Gott sei Dank nicht bin, weil ich deine Probleme nun wirklich nicht..., äh... würde ich mich aber beeilen. Deine Süße hat anscheinend schon einen an der Angel. Ne ganz schöne Granate! Also pass auf, dass sie dir nicht doch noch abhaut! Obwohl... dann wärst du wenigstens eine schon mal los. Gabi bringen wir auch noch um die Ecke. Versprochen!
MK (irritiert): Äh... Was?

Marc grinste seinen besten Freund herausfordernd an, der ihn immer noch völlig perplex anstarrte und nicht wirklich verstand, was er eigentlich von ihm wollte, und verwies dann mit einem Kopfschlenker in eine ganz bestimmte Richtung. Erst jetzt schaute sich der gut aussehende Frauenarzt so richtig in dem kleinen Lokal um. Sein Mund klappte herunter und er schnappte hörbar nach Luft, als er an Marias Tisch hängen blieb. Ein seltsames unangenehmes Gefühl machte sich in ihm breit. Ein großes solariumgebräuntes Muskelpaket ohne ein einziges Haar auf dem Kopf und in einem viel zu engen grauen T-Shirt saß der schönen Neurologin gegenüber und präsentierte ihr gerade seinen gewaltigen Bizeps, den sie mit einem eher gequälten Lächeln bewunderte und anfassen durfte. ... Das darf doch nicht wahr sein? ... Der Gynäkologe spürte dann doch ein klein wenig die Eifersucht in ihm hochkommen, was ihn irgendwie irritierte... Sie wird doch nicht wirklich...? Aber ich hab doch nur... Es war doch nur wegen... Und mir geht’s doch wieder... Ich will doch... Wirklich! ... Verdammt! ... In seinem Kopf ratterte es gewaltig. Er schaute mit einem flauen Gefühl im Magen wieder zu Marc, der die Augen im Kopf verdrehte und ihm einen kleinen Schubs nach vorn gab. Erika Berger stand ihm nämlich im Nacken und zeigte auf zwei leere Plätze. Die beiden Männer folgten ihrer Aufforderung und setzten sich jetzt jeweils an einen Tisch, Mehdi zu einer Rothaarigen und Marc zu einer Blondine. Wie konnte es auch anders sein. Sie sprach ihn auch sofort begeistert an....

Blondi (mit verruchter Stimme): Na Süßer!
M (lehnt sich lässig zurück u. schaut B eher genervt an): Hey!
Blondi: Hätte nicht gedacht, dass so ein scharfer Typ wie du noch zu haben ist.
Scharf schon, aber nicht mehr zu haben, Barbie!

Die auffällig geschminkte Blondine musterte den äußerst heißen Typen vor sich mit ihrem „Ich-check-dich-ab-und-wenn-du-Glück-hast-schlepp-ich-dich-ab!“-Blick und ein fettes anzügliches Grinsen zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab. Sie war sich sicher, heute Abend würde sie nicht allein nach Hause gehen. Barbie starrte ihn lüstern an und streckte ihm ihre ausschlagkräftigsten Argumente entgegen. Marc warf ihr aber nur einen kurzen, eher desinteressierten Blick zu... Schon ne heiße Braut! Obwohl die Implantate vielleicht auch eine Nummer kleiner... Äh... Hmm... Hätte ich früher sofort mitgenommen. ... Aber jetzt hatte eine andere, weitaus faszinierendere Frau ihn völlig in ihren Bann gezogen. Der junge Chirurg beobachtete unentwegt seinen süßen Haasenzahn am anderen Ende des Raumes. Da waren ihm andere Frauen, selbst jene, die früher seinem Beuteschema entsprochen hatten, vollkommen egal. Er nahm sie gar nicht richtig wahr, weil ihm andere Dinge im Augenblick viel mehr beschäftigten... Dieser Widerling! Wieso lacht die den denn so dämlich an? fragte er sich angesäuert. Auch wenn er es eigentlich nicht gewollt hatte, denn der kleine Mann, der bei seiner Angebeteten saß, stellte nun wirklich keine Konkurrenz für ihn dar, aber so langsam kroch das von ihm stets geleugnete Gefühl der Eifersucht Zentimeter für Zentimeter seine Eingeweide hoch. Dr. Meier konnte also gar nicht anders und ließ sein Mädchen nicht mehr aus den Augen. In diesem Moment schaute auch Gretchen verstohlen in seine Richtung, senkte ihren Kopf aber sofort wieder, als sich ihre Blicke trafen... Ok, jetzt hat sie dich gesehen. Also Frau abchecken! ... dachte er triumphierend, setzte ein falsches Lächeln auf und wandte sich wieder der Blondine vor ihm zu...

MM: Tja, schon ein Wunder nicht? Aber dass du auch solo bist?

Barbie kicherte albern und lächelte Marc dann verführerisch an...

Lorelei Offline

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06.09.2010 23:17
#709 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ihr wollt noch einen? Ok! Wenn man mich so lieb bittet. Hier habt ihr ihn! Aber dann wird geschlafen, klar!




Am anderen Ende des Raumes kochte allmählich eine junge blonde Assistenzärztin vor Wut und Eifersucht. Nicht nur, dass Marc sie kontrollieren musste, nein, jetzt musste er sie auch noch öffentlich provozieren, indem er mit einer anderen flirtete. Einer sehr attraktiven Anderen wohlgemerkt! ... Wie der die anstiert! Und wie diese billige Person mit ihren Silikonmöpsen vor seiner Nase herumwedelt! GGGGRRR!!! Das war... ist genau sein Beuteschema! Schlampe! ... Während Gretchen unentwegt mit ihren Blicken Marcs Tisch fixierte und mit giftgetränkten Pfeilen bewarf, wurde Peter allmählich unruhig....

P: Hey, sagst du vielleicht auch mal was oder warum schaust du die ganze Zeit zur Tür?

Wenn er Krieg haben will, den kann er haben! Pah!

Gretchen wandte sich nun mit einem aufgesetzten Lächeln wieder ihrem Ex-Verlobten zu...

G: Entschuldige! Ich war nur so... so geschockt .... dich hier zu sehen.
P: Ich auch!
Wer’s glaubt!? Ok, was mache ich jetzt mit ihm? Hmm... Erst mal Interesse heucheln.
G (rückt ihren Stuhl zurecht, setzt sich wieder aufrecht hin u. legt ihre Hände auf den Tisch): Was machst du eigentlich hier in Berlin, Peter?
P (lächelt): Neuer Job, neue Stadt.
Äh... Soll das etwa heißen, er bleibt in Berlin? Oh Gott, bitte nicht!
G: Aha!? Und was machst du jetzt, wenn ich fragen darf?
P: Immer noch Kinderarzt.
G (irritiert): Ach? Ich dachte, die hätten dir die Zulassung weggenommen, nachdem rausgekommen ist, dass du beim Examen geschummelt hast?
P (erstarrt kurz, dann lächelt er verlegen): Äh ja, blöde Geschichte, aber ich konnte das wieder gerade rücken.
Na klar!? Kann mir schon denken wie! Arschloch! Also dass ich den mal heiraten wollte? Ich muss geisteskrank gewesen sein. Nur schnell verdrängen! Hoffentlich haut der bald ab. Sind die fünf Minuten nicht schon lange um?
G (ironisch): Hast wohl mit einer von der Ärztekammer geschlafen, hmm?
P (schnappt empört nach Luft): Was... was denkst du denn von mir?
G (verschränkt die Arme u. lehnt sich zurück): Peter, das müsstest du eigentlich ganz genau wissen. Du hast mich schließlich betrogen.
P (senkt seinen Blick u. rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin u. her): Ja, das ... das tut mir ja auch immer noch schrecklich leid, Gretchen.
Komm jetzt ja nicht mit der Mitleidstour! Der Zug ist längst abgefahren.
G (ernst): Mir nicht! Sonst wäre ich wahrscheinlich nicht wieder in Berlin gelandet und hätte nicht... Äh... Eigentlich müsste ich dir ja dankbar dafür sein.
Sonst hätte ich Marc nicht wieder getroffen und würde jetzt todunglücklich als Hausfrau in einem Reihenhaus in Köln leben. Furchtbare Vorstellung!
P (verwirrt): Äh... echt?
Aber meine große Liebe, Marc Meier, lasse ich mal weg. Das geht ihn nichts an. Hmm... Wieso klingelt das denn nicht?
G (rollt mit den Augen): Und wen hast du nun bestochen, um wieder an deine Zulassung zu kommen?
P (fährt sich nervös durch seine Haare): Äh... Ich ... ich musste nur die Prüfung noch mal wiederholen und naja ne eigene Praxis darf ich leider nicht mehr aufmachen.
G (kleinlaut): Ist auch besser so!
P (fühlt sich getroffen): Hey, ich hab deinen Eltern die Kohle für unsere gemeinsame Praxis zurückgezahlt.
G (funkelt ihn böse an): Ja, nachdem der Zwangsvollstrecker bei dir vor der Tür stand, Peter.
P (plötzlich klein mit Hut): Ähm... sorry echt! Wie das mit uns gelaufen ist, das war echt .... scheiße!
Was hab ich nur jemals an ihm gefunden?
G (ignoriert seinen entschuldigenden Dackelblick u. schaut hoffnungsvoll zum Tresen, auf dem die Sanduhr steht): Du sagst es!

Die Klingel läutete... Gott sein Dank! ... Gretchen war mehr als erleichtert, dass das Gespräch mit ihrem Ex nun vorbei zu sein schien. Aber sie hatte nicht mit der Hartnäckigkeit eines Peter Lustig gerechnet....

Lorelei Offline

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07.09.2010 09:22
#710 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

G (reicht P die Hand zum Abschied): Du musst weiter! Tschüß Peter! Schönes Leben noch!
P (nimmt nicht ihre Hand u. schaut sie durchdringend an): Was? Nein! Kö...können wir nicht noch ein bisschen weiter reden? Wir haben uns so lange nicht gesehen. Und... es ist hier eh nichts Richtiges für mich dabei und ... für dich ja wohl auch nicht ... oder?

Naja, wie man’s nimmt. ... Gretchen blickte wieder sehnsüchtig zu Marc Meier, der sich, anstatt sich in ihre Richtung zu bewegen, gerade an den Tisch der nächsten Frau gesetzt hatte und diese nun anlächelte. Sie überlegte kurz das Für und Wider und ließ dabei ihren Liebsten nicht aus den Augen... Den werde ich jetzt quälen! Mir hier so eine peinliche Eifersuchtsszene zu machen! Meier, du hast es nicht anders gewollt. ... Dann wandte sie sich wieder an Peter, der sie hoffnungsvoll ansah...

G: Ok, wenn du meinst!
P (erleichtert u. irgendwie glücklich): Wirklich?
Hoffentlich werde ich das jetzt nicht bereuen.

Peter strahlte seine schöne Ex-Verlobte überrascht an. Er konnte sein Glück kaum fassen, während sie eher gequält die Tischdeko anstarrte. Im gleichen Moment erschien Kandidat Sieben an Gretchens Tisch und baute sich neben Peter auf. Es war der blonde Bankier im schicken graugestreiften Anzug, der Maria Hassmann mit seinen Anlagefonds vorhin so beeindruckt hatte....

B (unfreundlich zu P): Hey, ich bin jetzt dran.

Gretchen verdrehte die Augen im Kopf angesichts dieser unverschämten Dreistigkeit und wandte sich mit einem aufgesetzten hämischen Lächeln an den aufgeplusterten Bankfutzi....

G: Nee, verzieh dich, Mr. Wichtig! Hab mein Herzblatt schon gefunden.

Peter machte große Augen, als seine Ex das sagte, und schaute dann triumphierend zu dem überrumpelten großen Mann neben ihm, der mit einer solchen Abfuhr nicht gerechnet hatte. Das war bereits seine zweite heute Abend nach der von der biestigen brünetten Ärztin vorhin.

P (verschränkt abwehrend seine Arme): Ja, mach nen Abgang!

Der arrogante Bankier schnaufte laut auf, blickte abfällig auf den kleinen blassen Hänfling und die schöne Blonde und zog dann wortlos ab und setzte sich an den nächsten freien Tisch. Es war der von Sabine Vögler.


Auch Marc Meier hatte sich inzwischen an den nächsten Tisch gesetzt und zwar an den der schlanken Rothaarigen mit den vielen Sommersprossen im Gesicht, bei der Mehdi gerade gesessen hatte. „Hey Süßer!“ sprach sie ihn auch schon direkt verführerisch an. Marc verdrehte nur die Augen und richtete still ein Stoßgebet gen Decke... Fällt den Schnecken kein anderer Spruch ein? Ham wohl alle ihr Hirn zuhause gelassen, wenn die überhaupt jemals eins hatten. Was mach ich eigentlich hier? ... Er schaute wieder verstohlen zu seinem Haasenzahn und stutzte entsetzt... Wieso sitzt der Hampelmann denn immer noch bei ihr? Was will sie von dem Waschlappen? ... Eine unsichtbare Rauchwolke stieg langsam über seinem Kopf empor. Es brodelte gewaltig in ihm, als er sich Ester zuwandte, die sich ihm gerade vorgestellt hatte. Er reichte ihr seine Hand, ohne sie dabei anzuschauen... „Marc! Tach!“


Mittlerweile hatte auch Maria Hassmann bemerkt, dass Mehdi Kaan anwesend war. Sie warfen sich immer wieder verstohlene Blicke zu. Die Neurologin freute sich innerlich riesig, blieb aber nach außen hin cool und reserviert. Er sollte ja nicht denken, dass sie nur auf ihn gewartet hatte. Doch ihr Herz dachte da anders und tanzte einen Liebeswalzer nach dem anderen... Dass er hier ist? Damit hab ich nun wirklich nicht gerechnet, als ich vorhin den Gockel aufgehetzt habe. Er sieht so gut aus. Er lächelt sogar. Das hab ich so vermisst. Er ist über dem Berg oder? Endlich! Ob er ... ob er wohl eifersüchtig ist und deshalb mit Meier hier...? Heißt das jetzt, dass er doch endlich zu mehr bereit ist? Oh Gott, bitte ja! ... Mit einem verräterischen Leuchten in ihren Augen und heftigen Herzklopfen schaute sie wieder in Mehdis Richtung.

Lorelei Offline

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07.09.2010 16:03
#711 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen hatte inzwischen mitbekommen, dass ihr herzallerliebstes und nie und nimmer eifersüchtiges Marcischnuckiputzi immer wieder verstohlen zu ihr herschaute und eine mehr als gesunde Gesichtsfarbe angenommen hatte. Sie freute sich innerlich wie Bolle und beschloss, noch eine Schippe draufzusetzen. Strafe musste schließlich sein! ... Oh, er kocht vor Eifersucht! Das spür ich bis hierher! Das hast du jetzt davon, wenn du mir heimlich nachspionierst und mir nicht vertraust! Macho!!! ... Sie wandte sich wieder gespielt interessiert Peter zu, der sie fasziniert anstarrte...

G: Also Peter, du wolltest reden? Dann schieß mal los!
P (wacht abrupt aus seinen Schwärmereien auf u. weiß im ersten Moment nicht, was er sagen will): Ähm...
G (leicht genervt): Sind dir jetzt die Worte ausgegangen?
P: So schlagfertig kenne ich dich ja gar nicht.
G (grinst ihn gekünstelt an): Ja, du weißt so vieles nicht von mir, Peter.
P: Du hast dich verändert.
Ich bin immer noch ich. Wahrscheinlich hatte ich mich damals verstellt, weil du und Mama mich in eine Rolle zwängen wolltet, die mir gar nicht gepasst hat. Bei Marc kann ich dagegen so sein, wie ich bin. Er liebt mich bedingungslos, ohne Vorbehalte, mit allem Drumherum. Naja und das mit der Eifersucht, das kriegen wir auch noch therapiert.
G: Hab ich das?
P (ein bisschen eingeschüchtert): Ja. So tough, selbstbewusst und ...
Sag jetzt ja nichts Falsches!
G (blitzt ihn an): Und was?
P (nervös): Wu... wunderschön!
G (faucht ihn beleidigt an): Ach? Sah ich damals scheiße aus oder was?
P (gestikuliert wild vor ihr herum): Nein, nein, so... so meine ich das doch gar nicht.
G (ihre Augen formen sich zu kleinen Schlitzen): Und wie dann?
P: Na so ein inneres Strahlen. Glücklich und zufrieden halt.
G: Scharfe Beobachtungsgabe!
So ein Idiot!
P (leicht irritiert, aber er fasst sich schnell wieder): Danke! Du, was ich dich eigentlich fragen wollte... Äh... wollen wir vielleicht später noch was trinken gehen, wenn der ganze Quatsch hier vorbei ist?

Gretchen glaubte, sich verhört zu haben und schaute ihren Ex dementsprechend völlig perplex an.... Was wird das denn jetzt? Der will mit mir ausgehen? Wie ist der denn drauf? Und wie der mich anschaut! Das ist ja fast wie damals, als wir uns kennen gelernt haben. An der Uni.... im OP-Saal.... bei Professor... Äh egal. Im Hintergrund lief Aerosmith... Eine Erinnerung, die ich erfolgreich verdrängt habe. Schluss jetzt damit! Wo ist Maaarc?

Um dem eindringlichen Blick von Peter auszuweichen, schaute sie sich wieder nach Marc um, der gerade bei einer kleinen Rothaarigen saß, die ihn anhimmelte... Nee, nicht sein Typ! Bin beruhigt! ... Gretchen bemerkte aber auch, dass ihr Schatz schon wieder verstohlen zu ihr herüber blickte und musste unweigerlich über ihren eifersüchtigen Knallkopf schmunzeln... Oh, er ist auf 180! Er ist doch eifersüchtig! Kann er gar nicht leugnen, sieht doch ein Blinder mit Krückstock, was in ihm vorgeht. Herrlich! So aber jetzt werde ich trotzdem Peter abwimmeln. Das nervt doch so langsam.

G: Peter, das ist, glaube ich, keine so gute Idee. Ich bin nicht allein hier.
P (enttäuscht): Ach? Hast du etwa doch jemanden gefunden?
Ja, und der sitzt da drüben und wird dir gleich an die Gurgel springen, wenn du nicht bald die Biege machst.
G: Ja ... äh... nein, also ich meine, ich bin mit zwei Freundinnen hier und...
P (nickt verständnisvoll): Ach so! Da würde ich dann wohl stören oder?
Du störst schon die ganze Zeit über, Peter.
G: Hmm!
P: Schade! Aber was ist denn mit morgen Abend?

Peter schaute sie hoffnungsvoll an, während Gretchen nur ungläubig mit dem Kopf schütteln konnte.... Das glaube ich jetzt nicht. Der gibt nicht auf. Der will tatsächlich mit mir ausgehen! Wie dreist ist das denn? Der kann doch nicht ernsthaft denken, das ich jemals wieder mit ihm... Wäääh! Niemals! Eher friert die Hölle zu.

G: Äh... Peter, ich glaube, du verstehst nicht ganz.
P (sichtlich geknickt): Ich verstehe schon. Du bist immer noch sauer wegen damals, aber ich bin auch ein anderer Mensch geworden. Ich habe mich auch verändert. Das damals, das... das war einfach nur Torschusspanik. Ich weiß doch auch nicht. Karin hat mir nichts bedeutet. Wirklich! Das war nur.... *räusper* ... Entschuldige. Jetzt bin ich mir sicher.
Äh... Was?
G (hebt ungläubig ihre Augenbrauen): Was bist du dir sicher, Peter?
P (schaut ihr tief in die Augen): Naja, dass das mit uns, also das könnte eine Zukunft haben.
Wie bitte? Der ist doch verrückt geworden! Der hat sie doch nicht mehr alle! Ich will keine Zukunft mit dir. Schlimm genug, dass ich fünf Jahre meines Lebens mit dir verplempert habe.

Um seiner Aussage Nachdruck zu verleihen, legte Peter seine Hand auf ihre.


Das hatte auch Marc Meier von weitem beobachtet und das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. ... Den mach ich alle! Niemand tatscht ungefragt mein Mädchen an, verstanden! ... Wütend sprang er von seinem Stuhl auf und ging schnurstracks zur nächsten Kandidatin nebenan. Die Rothaarige, bei der er eben noch gesessen und eine belanglose Unterhaltung geführt hatte, fühlte sich völlig überrumpelt und schaute ihm irritiert hinterher. Doch der aufgebrachte Oberarzt merkte das nicht. Alles, was er wollte, war, so schnell wie möglich an Gretchens Tisch heranzukommen. Da galt es noch ein paar Hühner zu umspringen...

Lorelei Offline

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07.09.2010 22:38
#712 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben , weil ihr, und eine ganz besonders ( Meld mich gleich noch bei dir!), so doll gebettelt habt , bekommt ihr natürlich noch einen Teil von mir, aber nur einen kurzen. Ging nicht anders, aber ich höre halt gerne an den spannenden Stellen auf. Viel Spaß u. gut's Nächtle. Lorelei




Marc wollte sich schon an den nächsten Tisch setzen, aber da die Zeit noch nicht ganz um war, saß dort noch ein anderer Kandidat, der ihn jetzt erbost ansah... „Hey, die Zeit ist noch nicht um!“

MM (faucht ihn an): Für dich schon, Freundchen! Also zieh Leine!

Das tat der eingeschüchterte Typ mit den langen, ungepflegten Haaren dann auch augenblicklich. Der vor Wut laut aufschnaufende muskulöse junge Mann hatte ihm dann doch Angst gemacht und er ging schnell zum nächsten Tisch weiter und wartete dort geduldig, bis er an die Reihe kam. Leider hatte Dr. Meier nicht gemerkt, zu wem er sich da gerade gesetzt hatte...

MH (schaut ihn mit verschränkten Armen amüsiert an): Meierlein, ich wusste gar nicht, dass du so scharf auf mich bist, dass du hier gleich reihenweise deine Konkurrenten aus dem Weg räumst. Aber bei meiner unwiderstehlichen Ausstrahlung auch kein Wunder.
MM (irritiert): Was?

Maria Hassmann grinste sich eins und lehnte sich lässig auf ihrem Stuhl zurück. Marc riss entsetzt die Augen auf und blickte die dunkelhaarige Frau gequält an, die ihm jetzt gegenüber saß. ... Scheiße! Die frustrierte untervögelte Emanze! ... Er ließ seinen Kopf auf den Tisch knallen.... Mir bleibt auch nichts erspart.

MM: Hassi!
MH: Maria!
MM (hebt langsam seinen Kopf): Hä?
MH: Waren wir nicht schon längst beim Du?
MM (fährt sich durch seine Haare): Äh... ja, hab ich wohl verdrängt.
Zu Recht!

Maria ging nun in die Offensive und legte ihre Hand auf seine, welche Marc schockiert sofort wieder wegziehen wollte, aber die schöne Neurologin krallte sich an ihrem attraktiven Gegenüber fest. Ungläubig starrte er auf ihre Hand und fauchte Maria aufgebracht an...

MM: Ey, was wird das denn jetzt?
MH (zwinkert ihm verschwörerisch zu): Na was wohl?
MM (irritiert): Hä?
Die will doch nicht...? Ey, wie krank ist die denn? Ist die so untervögelt, seitdem Mehdi sie nicht mehr ranlässt, dass sie jetzt mit mir...? Boah, ich muss kotzen gehen!

Lorelei Offline

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08.09.2010 10:04
#713 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gott, ist das ein Idiot! Der schaut mich an, als ob ich ihn gleich in die nächste Toilette ziehen will. Sorry, aber nicht mal nach zehn Flaschen Schnaps wäre ich so verzweifelt, um mit dem... Bäh!
MH (grinst spitzbübisch u. streicht ihm provozierend über seine zitternde Hand): Die Mission „den Haasen auf die Palme bringen“, was sonst!
MM (schaut sie mit großen Augen an): Bitte?
MH (rollt mit den Augen): Eh, das sieht doch ein Blinder, dass du vor Eifersucht gleich hochgehst.
Oh! Sie will... Das ist nur Show? Aber... Eh ich brauche doch keine Hilfe um... Und außerdem .... BIN ICH NICHT EIFERSÜCHTIG!
MM (funkelt sie sauer an): Tue ich nicht!
MH (lacht): Ach und wieso bist du dann hier und starrst die ganze Zeit zu ihrem Tisch rüber? Und dein Puls? Lass mal fühlen! ... (greift nach seinem Handgelenk u. misst seinen Puls) ... Woah, der durchbricht gleich die Schallmauer! Doch eifersüchtig!
MM (versucht vergeblich seine Hand aus ihren Krallen zu bekommen): Eh lass das verdammt noch mal!


Gretchen Haase blickte derweil entsetzt zu dem Tisch von Maria und Marc.... Was packt die ihn denn jetzt an der Hand an? Die blöde Kuh! Die macht ihn doch an! Maria macht MEINEN Marc an! Und was ist mit... Eh wie die den anschaut und er sie! Das glaub ich ja nicht! Und da sagt die immer, dass er ihr am Arsch vorbeigehen würde. Ich bring sie um!


Mehdi Kaan, der gerade bei der attraktiven aufgetakelten Blondine saß und ihren Bericht über die aktuellsten Frisuren- und Schönheitstrends über sich ergehen ließ, beobachtete seine beiden Freunde auch ganz interessiert... Was wird das, Meier? Hast du sie noch alle?


Und auch Peter Lustig meldete sich wieder zu Wort und strich Gretchen immer wieder über ihre zarte Hand, die er immer noch hielt, was sie aber überhaupt nicht mitbekam...

P: Gretchen, hörst du mir überhaupt zu?

Nein, sie hörte Peter nicht zu, sondern fixierte mit ihrem Blick Marias Tisch und platzte fast vor Eifersucht...

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08.09.2010 17:05
#714 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Erst einmal ein großes Dankeschön für eure tollen Kommentare. Ich fühle mich ganz geschmeichelt. Und ich bin echt froh, dass ihr immer noch dranbleibt. Habe gerade festgestellt, dass diese ganze Episode hier doch "etwas" länger geworden ist, als anfangs geplant , aber ich reize ja gern alles bis zum bitteren Ende aus, was jetzt nicht heißt, dass der Abend ein böses Ende nimmt. Es wird auch keine weitere neue Überraschung geben, der Cast ist jetzt vollständig anwesend. Dass dabei eine ganz bestimmte Person noch fehlt, hat andere Gründe. Sie kommt schon noch irgendwann zum Zug, aber hier hat sie nicht reingepasst. Viel Spaß jetzt mit dem neuen Teil! Wenn GA und PP durch ist, gibt's vielleicht noch einen Dritten heute. Bis später. Lorelei




Maria löste nach endlosen Sekunden endlich ihren festen Griff, was Marc erleichtert zur Kenntnis nahm. Er strich sich mehrmals über sein Handgelenk und schaute böse zu seiner aufdringlichen Kollegin. Doch diese lachte nur herzhaft...

MH: Es wirkt!
MM (irritiert): Was?
MH: Sie ist schon auf 180! Also wenn du mich fragst, sie würde mir am liebsten die Augen auskratzen.
MM: Echt?
MH (lacht): Ja! Siehst du die Rauchwolke nicht, die da hinten aufsteigt?
Wie geil! Das hast du nun davon Haasenzahn! Hahaha!
MM (schaut kurz verstohlen zu G, dann schnell wieder zu MH): Du hasst sie wirklich oder?
MH (schüttelt den Kopf): Ach quatsch, hassen ist übertrieben. Ich hab es einfach nur satt, dass sie immer alles kriegt, was sie will. Ein kleines widerliches Lächeln da, ein unschuldiger Augenaufschlag dort, ein Wackler mit ihrem fetten Hinterteil und ihr Männer macht alles für sie. Sie hat mal einen kleinen Denkzettel verdient. Das ist alles.
Im Grunde genommen sind wir doch schon irgendwie Freundinnen geworden, auch wenn ich nicht unbedingt ein Fan von solchen Mädchenfreundschaften bin. ... Also seitdem Mehdi nicht mehr so fixiert auf sie ist. Das versteckte Sehnsüchtige ist aus seinen Augen verschwunden, selbst wenn sie in seiner Nähe ist. Ich glaube, er ist wirklich endgültig über sie hinweg. Und wenn er die Sache mit seiner Tochter so einigermaßen verdaut hat, können wir doch endlich.... Ja, das wäre schön. Hach...
MM (schaut sie eindringlich an u. bemerkt ein verräterisches Funkeln in ihren Augen): Ist es wegen Mehdi? Bist du.... etwa eifersüchtig auf sie? ... Oh! ... Nee jetzt oder? ... Du bist tatsächlich in ihn verschossen? Das ist es doch oder? Du willst mehr als nur eine kleine dreckige Affäre!
Wie krass ist das denn? Gretchen hatte immer Recht. Die blöde Kuh ist tatsächlich in ihn verknallt! Und wie! Die wird ja richtig rot. Für diese Eismaschine eigentlich sehr ungewöhnlich. Oh Mann! Jetzt hab ich endlich was gegen sie in der Hand! Yeah!

Äh... Was redet der denn da für einen Blödsinn? Das ist doch... Verdammt, das geht ihn nichts an! Da rede ich doch mit ihm nicht drüber.


Maria fühlte sich ertappt und das gefiel der tougen Oberärztin ganz und gar nicht und schon gar nicht, dass der Oberarsch des EKH, der doch selbst erst seit ein paar Monaten wusste, was echte Liebe bedeutete, sie durchschaut hatte. So griff sie auf eine bewährte Waffe zurück, ihren Zynismus, und versuchte so, von dem eigentlich Offensichtlichen abzulenken...

MH: Nein, ich bin nicht eifersüchtig! Gibt ja nicht mal nen Grund für. Die Show überlasse ich liebend gern dir. Und überhaupt ... also äh... *räusper* ... Es macht einfach nur Spaß, sie ab und zu mal auflaufen zu lassen. Darin sind wir beide uns wohl ziemlich ähnlich.
MM (hebt ungläubig seine Augenbrauen u. zeigt mit dem Zeigefinger abwechselnd auf sich u. sie): Bitte? ... Wir beide? ... Blödsinn!

Ich glaub ihr kein Wort! Die will doch nur ablenken oder selbst eine ganz bestimmte Person hier im Raum eifersüchtig machen! Ha! Genau, das ist es. Die ist verknallt und wie! Sie will ihn einfangen, ihn in eine Zelle sperren, kleine Kähnchen und Hassmänner ausbrüten und ihn vor den nächsten Traualtar schleifen. Deine harte Schale ist doch alles nur Show, Hassi! Ich hab dich durchschaut. Oh Mehdi, du armes Schwein! Die wirst du auch nicht mehr los! Und ich hätte schwören können, dass die ihn nur für die Kiste will. Ich hatte schon Sorgen, als er mir neulich am Telefon durch die Blume zu verstehen gegeben hat, dass er sich wohl doch in sie verschossen hat. Hmm... Fazit: zwei schwer verknallte Hühner und ein leicht verknallter Gockel. Wobei... so abweisend wie er in letzter Zeit tut, ist schwer einzuschätzen, ob er’s noch ist. Hmm... Aber so wie er gerade herkuckt? Hoffentlich hat er kein Skalpell dabei. Ich hätte vorher seine Taschen kontrollieren sollen. Mist!

MH (beugt sich zu ihm über den Tisch u. flüstert): Komm! Wir legen noch einen Zahn zu!
Äh... Was geht denn jetzt ab?
MM (fährt erschrocken zurück): Was? Spinnst du? Willst du jetzt mit mir ne Nummer schieben oder was?
Boah! Was hab ich eigentlich erwartet? Der denkt auch nur mit seinem Zweithirn in der Hose! Hmm... Aber solange er aufhört, mich wegen Mehdi auszuquetschen. Nicht dass er ihm was steckt, bevor wir überhaupt miteinander geredet haben. Das geht schließlich nur uns was an. Basta!
MH (verrucht u. mit sexy Augenaufschlag): Interesse?
Boah, ich könnte kotzen! Vielleicht hab ich mich doch geirrt, was Mehdi betrifft.
MM (entsetzt u. angewidert): Was? Hast du sie noch alle?
MH (lehnt sich grinsend zurück): Ey, die hat dich wirklich komplett umgedreht. Ist das zu fassen! Ein eifersüchtiges Weichei aller erster Sahne! Werd wieder normal, Meier! Dich würde ich nicht mal anpacken, wenn du der letzte Kerl auf Erden wärst!
Ich dich auch nicht, blöde Schnepfe! Wäähh, dann geh ich lieber gleich ins Kloster!
MM (schnappt nach Luft): Bitte?
MH: Mann, bist du so blöd oder tust du nur so?
Jetzt reicht’s mir aber so langsam!
MM (sauer u. genervt): Verdammt was willst du, Maria?
MH: Willst du, dass sie hierher kommt oder willst du dich wie ein eifersüchtiger Trottel auf den Waschlappen stürzen?
MM: Äh...
MH (grinst): Na also! Nimm meine Hand!
MM (schaut empört auf die Hand, die sie ihm reicht): Was? Nein!
Mein Gott, der Typ ist echt nicht zu retten. Da will man ihm einmal einen Gefallen tun. Das wird auch das erste und letzte Mal sein!
MH (seufzt): Also wer ist hier der eigentliche Waschlappen? Du oder er?
MM (wirft ihr Giftpfeile zu u. packt unsanft ihre Hand): Eh! ... Wenn du das jemanden erzählst, bist du so was von tot!
Doch Weichei!
MH (grinst ihn frech an): Geht doch!

GGGRRR! Das kriegt die dumme Pute irgendwann wieder. Darauf kann sie ihren beschissenen Doktortitel verwetten! ... Oh Gott! Worauf hab ich mich hier nur eingelassen? Wäre ich doch mal lieber zuhause geblieben. Ich kann nicht fassen, wozu die mich bringt. Haasenzahn, das ist alles deine Schuld! Du bist Schuld!

Die beiden „befreundeten“ Ärzte stützten jetzt ihre Ellenbogen auf dem Tisch ab und hielten sich an beiden Hände fest. Sie verschränkten ihre Finger miteinander und beugten sich ein Stückchen nach vorn und schauten sich an. Die eigentliche gegenseitige Abneigung, die in ihren Augen zu lesen war, war für Außenstehende aber nicht zu erkennen. Ihre Köpfe kamen sich gefährlich nahe, so als ob sich die beiden gleich küssen wollten....

Lorelei Offline

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08.09.2010 22:49
#715 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Maria Hassmann hatte durchaus nicht unrecht mit ihrer gewagten Theorie. Die Mission „den Haasen auf die Palme bringen“ lief hervorragend. Gretchen Haase rutschte unruhig auf ihrem Stuhl hin und her und ließ die beiden nicht mehr aus den Augen. In ihr brodelte es gewaltig...

Das glaub ich jetzt nicht! Wie die den anfasst! Will die ihn etwa...? Ich bring sie um! Und ihn gleich mit! Doppelt hält besser!

G (flucht aufgebracht leise vor sich hin): Ich fass es nicht.
P (lächelt sie verträumt an): Ich auch nicht.

Upps, das hatte ich dann wohl laut gesagt? Mist! Der ist ja auch noch da! Wollen mich heute etwa alle auf die Palme bringen? Herzlichen Glückwunsch, das ist euch gelungen! GGGRRRR!

G (abwesend u. mit den Gedanken ganz woanders): Was?
P (schmachtet sie an): Na, dass ich dich hier wieder getroffen habe. Das ist Schicksal, findest du nicht?
G: Was? Äh... Hä?

Gretchen schaute Peter jetzt völlig verwirrt an, dann blickte sie wieder kurz zurück zu Marias Tisch. Im gleichen Moment wagte auch Marc mit einem leicht verräterischen Grinsen auf den Lippen einen zögerlichen Blick zu seiner Freundin. Gretchen schnallte sofort, was dieser mehr als eindeutige Blick zu bedeuten hatte... Nee jetzt? Die verarschen dich, Gretchen! Das Meier-Grinsen! Der will mich eifersüchtig machen! Mit Maria? Meiner zwar nicht besten, aber doch schon guten Freundin! Nicht mit mir, mein Lieber! Wenn schon, dann mach ich dich eifersüchtig! Pah! ... Sie lächelte Marc hämisch an, der daraufhin schnell wieder wegkuckte. ... Na warte, Freundchen! Was du kannst, kann ich schon lange. ... Gretchen nahm demonstrativ Peters Hand und drehte den Spieß einfach um....

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09.09.2010 10:49
#716 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Das Glöckchen ertönte wieder und Kandidat Acht erschien auf der Bildfläche. Unsicher blickte ein langhaariger, in Öko-Klamotten gekleideter, offensichtlicher Geschichtsstudent oder Greenpeace-Anwerber auf das ungleiche Paar, das ihn nicht einmal eines Blickes würdigte und anscheinend nur Augen für sich hatte. Gretchen Haase würde nie erfahren, wer er war und was er machte, da sie nicht weiter nachgefragt hatte, denn sie hielt gerade mit ihrem Ex-Verlobten Händchen, um Marc Meier eifersüchtig zu machen. Ohne aufzuschauen, schickte sie den schlaksigen Typen wieder weg...

G: Entschuldigung, aber wir sind beschäftigt, wie du siehst.
P (macht große Augen u. drückt glücklich ihre Hand): Gretchen, ich hab es immer gewusst...
G (irritiert): Äh.... Was...?


MK: Nimm sofort deine Finger weg!
MM: Mehdi!?

Marc schaute erschrocken in das zornige Gesicht seines besten Freundes, der sich gerade mit verschränkten Armen bedrohlich vor ihm aufgebaut hatte, und ließ sofort die Hand seiner biestigen Kollegin wieder los. Maria lächelte den sexy Gynäkologen unschuldig an, während ihr Herz mal wieder Purzelbäume schlug...

MH: Hallo Mehdi! Du auch hier? Das ist ja mal eine nette Überraschung!
Und was für eine! Ich könnte dich dafür abknutschen! Naja, aber nicht unbedingt vorm Meier! Nee! Diesen Triumph gönne ich ihm nicht. Das holen wir später nach.
MK (zwinkert ihr kurz zu u. blickt dann sauer zu MM): Ich bin jetzt an der Reihe! Also verzieh dich, Marc!
Gott, ist er heute männlich und so machohaft. Ich könnte ihn sofort mit Haut und Haaren auffressen. RRRR!!! Das holen wir später auch noch nach.

Upps! Hätte vielleicht daran denken sollen, dass er eventuell so reagieren könnte. Aber sein Gefühlsleben ist so verwirrend, da sieht man(n) eben nicht durch. Sorry! Kannst die blöde Tussi sogar geschenkt haben.
MM (mit unschuldigem Dackelblick): Mehdi, ich ... äh... du verstehst da .... was ... falsch.
MK (blitzt ihn an): Ach tue ich das?
MM (blickt unsicher zwischen MH u. MK hin u. her u. versucht sich zu erklären): Maria und ich ... äh... Das ist so....
MH (unterbricht den stotternden Mann u. fixiert MK mit ihrem verführerischen Blick): Sind wir etwa eifersüchtig, Dr. Kaan?

Maria strahlte ihn glücklich an. Es war kaum zu übersehen, dass sie in ihn verliebt war. Mehdi lächelte verlegen zurück... Ich weiß es nicht. Es ist schon irgendwie komisch. Aber die albernen Spielchen, um Gretchen eifersüchtig zu machen, könnt ihr euch so langsam mal sparen. Jetzt bin ich dran, Marc.

MK (fährt sich ertappt durch seine Mähne): Äh... Ich? Ganz bestimmt nicht!
MM (grinst ihn von schräg unten an): Türlich!
Und wie der eifersüchtig ist! Sag bloß, der ist jetzt doch noch in die verknallt oder wie? Und was ist mit seinem Abstandsgetue, dem Selbstfindungstrip, den Freiräumen und dem verknallten Dreckstück? Sind denn heute alle verrückt geworden?
MH (blickt kurz zu MM, dann lächelt sie MK an): Bin nur die moralische Unterstützung für Meier. Kannst also beruhigt sein, Mehdi.
MM: Bitte?
MK (lacht): Ja, hab schon gemerkt, dass er am Rad dreht.
MM (schaut irritiert zwischen den beiden hin u. her): Was?
MH: Ist ein richtiger Waschlappen geworden. Da steh ich ja gar nicht drauf!
MK: Ach und worauf stehst du dann?
Oh Gott! Endlich ist er wieder da! Ich hab dich so vermisst.

Die beiden flirteten sich offensiv an und hatten ihren verdutzt dreinblickenden Freund schnell ausgeblendet... Boah, ich könnte kotzen! Wenn ihr poppen wollt, dann geht gefälligst nach Hause! Ist mir jetzt echt zu blöd hier. ... Marc Meier konnte das offensichtliche Liebesgeschwafel der beiden nicht mehr länger ertragen und räumte seinen Platz. Er wanderte einen Tisch weiter und pflanzte sich dort auf den freien Stuhl. Sein Blick haftete aber immer noch an seinem Haasenzahn, die noch immer Peters Hand hielt... Was soll das? Wieso hält die seine dreckigen Wichsgriffel? Was will die von dem Schlaffi? Wieso sitzt der denn immer noch da? Der sitzt doch schon mindestens drei Runden dort. ... Doch der verwirrte Oberarzt konnte nicht mehr länger darüber nachdenken, denn er wurde plötzlich durch ein schüchternes Stimmchen aus seinen Gedanken gerissen... „Hallo!“ ... Hmm... Diesmal kein „Hey Süßer!“. Schon mal ein Pluspunkt! Wollmer doch mal schauen! ... Er blickte neugierig auf... Och nee! Ne kleine dicke Brillenschlange mit blonden Splisshaaren! Haasenzahn in klein und hässlich! Wie früher! ... Marc musste unweigerlich schmunzeln, als er das dachte. Sie stellte sich ihm vor... „Ich bin die Lisa! Und du?“

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09.09.2010 18:22
#717 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallihallohallöchen! Es ist vollbracht. Ich habe fertig! Aber nicht so, wie ihr vielleicht denkt. Ich mich nur gerade wie Bolle. Endlich habe ich den Rest der Speeddatingszene überarbeitet. Ihr könnt euch sicherlich denken, dass da noch allerhand passieren wird. Ach, ihr hattet nach Lisa gefragt, hmm? Sie ist hier als Statistin tätig und hat früher bei einer großen Berliner Modefirma gearbeitet. Wer sie genauer kennen lernen will, dem empfehle ich 365 Folgen einer bekannten TN. Den nächsten Teil widme ich meinem lieben engelsgleichen Teufelchen , das mir heute diese tolle Sigi erstellt hat. Nach fast einem Jahr im Forum war es wirklich höchste Eisenbahn, dass ich mir endlich was überziehe. Danke Spatzel! Lorelei




Derweil rückte Peter Lustig Gretchen immer mehr auf die Pelle. Langsam wurde ihr die Nähe zu ihrem Ex-Freund ziemlich unangenehm... Da hast du dir jetzt ein Eigentor geschossen, Gretchen. Herzlichen Glückwunsch! Den wirst du diesmal nicht so schnell wieder los wie damals. Verdammt!

G (schaut auf ihre Hand, die P zärtlich streichelt): Was wird das jetzt?
P (hält irritiert inne): Ich dachte...
G (rollt mit den Augen): Peter, Denken war schon immer nicht deine Stärke!
P (blickt unsicher auf ihr Hand, die er immer noch hält): Aber du hast doch meine Hand genommen.
Upps! Äh... ja! Das hätte ich lieber nicht tun sollen. Ich hab keine Lust mehr auf dieses alberne Spielchen.
G (lässt ihn abrupt los): Ja äh... sorry! Reflex ... äh... Krampf im Arm!
P (glaubt ihr kein Wort): Ach? ... Du, was ich eigentlich noch sagen wollte, ich fang bald bei euch an.
G (perplex): Was fängst du wo an?
P (lächelt): Bei euch im EKH!
G (klappt entsetzt die Kinnlade runter): Was?
Das gibt’s doch nicht! Der kann doch nicht...? Bei uns? Das muss ein Irrtum sein.
P (schaut sie zuversichtlich an): Ja, ist doch toll oder? In der Pädiatrie war noch eine Stelle als Kinderarzt frei und da hab ich mich bei deinem Vater beworben.
Nein, ganz bestimmt nicht! Das ist ein Albtraum! Ich muss Papa anrufen.
G (beugt sich ungläubig zu ihm rüber): Mein Vater hat dich eingestellt? Spinnt der jetzt völlig?
P (irritiert über ihre ablehnende Haltung): Wieso? Er hat mich immer geschätzt.
G (muss kurz auflachen, dann schaut sie ihn ernst an): Hat er nicht, Peter! Er hat dich gehasst! Von Anfang an. Er wollte immer was Besseres für mich. Er hat immer gewollt, dass ich in die Chirurgie gehe und nicht in einer Kinderarztpraxis irgendwo im Nirgendwo versauere.
P (sichtlich gekränkt): Aber...
Jetzt ist endgültig Schluss mit den Sentimentalitäten. Was denkt der sich eigentlich, sich wieder in mein Leben drängen zu wollen?
G: Ich weiß nicht, wie du das wieder angestellt hast, aber du fängst ganz bestimmt nicht bei uns an. Hast du verstanden! Du sagst das ab! Ich will dich dort nicht sehen. Klar?
P (völlig verunsichert von ihrer harschen Ansage): Aber wir verstehen uns doch gerade super und es wäre doch schön, wenn wir...
G (richtet ein Stoßgebet gen Himmel): Das siehst du ganz falsch!

Es klingelte endlich... Gott sein dank! Jetzt muss ich ihn aber endgültig loswerden!


Das ist meine Chance! ... dachte Marc Meier und näherte sich Gretchens Tisch im Sturmangriff.

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09.09.2010 21:23
#718 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich lasse mich einfach zu leicht überreden. Aber das ist heute wirklich das letzte Mal. Ich muss jetzt endlich mal hart durchgreifen, sonst stehe ich bald ohne Material da, wo ihr mir doch schon wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht habt. Was soll das heißen, ihr wollt keinen neuen Kinderarzt? So genug der Vorrede, hier habt ihr den nächsten Teil. (Sorry Aza! ) LG Lorelei



Derweil an Marias Tisch...

Maria und Mehdi hielten sich an ihren Händen und schauten sich einfach nur an. Seit Marc sie vor einigen Minuten verlassen hatte, hatten sie noch kein Wort miteinander geredet. Erst als es erneut geklingelt hatte, waren sie auseinander gefahren und schauten verlegen auf den jungen Mann mit den stoppelkurzen Haaren und dem Dreitagebart, der jetzt vor ihrem Tisch stand. Sie hatten ihn kurz irritiert gemustert, weil er ihnen irgendwoher bekannt vorkam, dann schauten sie sich fragend an. Der extrem gutaussehende Mittdreißiger hatte nichts weiter gesagt und war lächelnd zum nächsten freien Tisch weitergegangen, weil er gespürt hatte, dass hier etwas Besonderes in der Luft lag. Sie schauten ihm verwirrt hinterher, hatten aber bald nur noch Augen für sich. Maria traute sich schließlich als Erste, etwas zu sagen....

MH: Sag mal, war das nicht der neue...
MK (hat ihr nicht zugehört u. schaut sie nun dementsprechend verdutzt an): Äh... wer?
Er ist so süß, wenn er so deppert kuckt!
MH (schmunzelt): Egal! Sag mir lieber, was du wirklich hier zu suchen hast?
MK (grinst sie verschmitzt an): Quasi auch als moralische Unterstützung für Marc.
Dass ich eigentlich sehen wollte, was du hier machst, lasse ich mal dezent weg. Sonst denkt sie gleich wieder, ich sei eifersüchtig. Bin ich aber nicht! Das wäre ja auch noch schöner. Ich vertraue ihr doch.
MH (lacht): Ach?
Lügner!
MK: Du hast ihn nicht gesehen, wie er vorhin mein Büro gestürmt hat. Irgendjemand muss ja hier das Schlimmste verhindern, also falls er ihr ne Szene macht.
Hmm... das stimmt schon. Aber... Gib’s zu, du wolltest wissen, was ich hier mache. Er ist doch eifersüchtig! Juhu! Er liebt mich.
MH (grinst): Dann hatte es wohl doch etwas Gutes, dass ich ihm gesteckt habe, was wir heute Abend eigentlich vorhaben.
MK (funkelt sie an): Ach so ist das? Du wolltest mich aus meinem Büro kriegen, gib es zu!
Gut, im Hinterkopf hatte ich schon den Gedanken, dass er eventuell zu dir rennen könnte, aber so... Muss ich jetzt Marc dankbar die Füße küssen? Nö! Ich hab ja quasi meinen Job schon erledigt, als wir vorhin... Ach egal! Hauptsache Mehdi ist hier. Es geht ihm wieder besser. Und er schaut mich immer noch so verträumt an. Ich hab solange auf ihn warten müssen. Jetzt lasse ich ihn nicht mehr gehen.
MH (schaut ihm intensiv in die Augen): Vielleicht!?
MK (lächelt kurz, dann senkt er seinen Blick): Bist du sauer?
MH (erstaunt über seine Vermutung): Was? Nein! Wieso sollte ich?
MK (schaut sie unsicher an): Naja ich war nicht gerade zugänglich in letzter Zeit.
Das stimmt schon, aber... Er musste die Enttäuschung doch erst mal sickern lassen. Dafür hab ich doch Verständnis.
MH (nimmt seine Hand u. streichelt diese sanft): Du hast mich um Zeit gebeten, die habe ich dir gewährt.
MK (lächelt u. legt seine Hand auf ihre): Danke!
MH (erwidert sein Lächeln u. schaut zwischen seinen Augen hin u. her): Gar nichts für.
MK (ernst): Doch! Ich hab überhaupt nicht verdient, dass du noch mit mir sprichst. Ich kann verstehen, wenn du dir hier jetzt...
MH (fällt ihm irritiert ins Wort): Was redest du denn da? Ich habe doch Verständnis für deine Situation. Und das hier ist wirklich nur so eine bescheuerte Idee für Sabine und ihren Geburtstag gewesen. Aus einer Sektlaune heraus. Ich brauche keinen neuen Mann.
Ich hab doch dich!

Sie ist einfach toll. Und ich geh ihr aus dem Weg und lass sie zappeln. Du bist so was von bescheuert, Kaan!
MK (immer noch verunsichert): Aber... Du hast dir sicherlich unser Wiedersehen anders vorgestellt?
MH (lächelt sanft): Das schon, aber man kann alles nachholen.
MK (schaut sie intensiv an): Findest du?
MH (strahlt ihn mit leuchtenden Augen an): Klar! Jetzt bist du doch hier.
MK (lächelt): Wahrscheinlich hab ich wirklich Marcs Arschtritt gebraucht.
MH (zwinkert ihm anzüglich zu): Hättest du von mir sanfter bekommen können.
MK (lacht über das ganze Gesicht): Das kann ich mir vorstellen.
Wie hab ich sein Lachen vermisst! Hach... Ich hab ihn wieder! Meinen Mehdi!
MH (schaut ihn mit Schäkerblick an u. schlägt verführerisch ihre Beine übereinander): Ich kann mir noch so vieles anderes mehr mit dir vorstellen.
MK (beobachtet sie fasziniert): Ach? Was denn?
Er springt echt darauf an! Oh Gott! Darauf bin ich gar nicht vorbereitet.
MH (wird dann doch etwas nervös u. schaut sich im Lokal um): Äh... Erzähle ich dir vielleicht in einer ruhigen Minute.
MK: Willst du woanders hingehen?
MH (ihr Herz klopft wie verrückt): Weiß nicht! Willst... willst du?

Mehdi blickte kurz in Marcs Richtung und musste schmunzeln, als er erkannte, was dieser gerade vorhatte... Dieser Idiot! ... Dann lächelte er Maria verschmitzt an...

MK: Ich glaube, er braucht unsere Hilfe nicht mehr.

Maria schaute ebenfalls kurz zu ihrem eifersüchtigen Kollegen, der nur noch einen Meter von Gretchens Tisch entfernt war... So ein Trottel! GsD brauche ich solche albernen Vorspiele nicht.

MH (grinst): Du hast Recht. Ich hab mich heute schon genug für ihn fremdgeschämt.
MK (lacht): Tja, das hier ist nun mal seine Art, ihr zu zeigen, wie sehr er sie liebt.
MH (zwinkert ihm verführerisch zu): Also ich kenne da bei weitem bessere Techniken.

Lorelei Offline

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10.09.2010 10:22
#719 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Bevor ich noch mehr von der Gabi-Fraktion drangsaliert werde, biete ich euch neben einem weißen Fähnchen, das ich gerade wie wild schwenke , einen Kompromiss an: Hier habt ihr endlich euer lang ersehntes Aufeinandertreffen von Haasenzahn und ihrem Gockel. Die Sache mit Mehria lasse ich noch offen. Besser ist (also für mich )! Viel Spaß mit dem nächsten Teil u. schönen sonnigen Freitag! Eure Lorelei




Derweil an Gretchens Tisch...

G: Du solltest jetzt besser gehen, Peter!
P (irritiert von der Kälte in ihrer Stimme): Aber...
Wieso versteht er nie, wenn Schluss ist? GGGRRR!!!
G (seufzt laut auf u. schaut ihn aufordernd an): Das Gespräch ist beendet!

Plötzlich ertönte eine laute männliche Stimme direkt hinter Peters Stuhl.... „Das denke ich aber auch!“

Der Kinderarzt drehte sich überrascht zu dem unverschämt gutaussehenden jungen Mann in der dunklen Jeans und dem hellblauen Hemd, dessen oberste zwei Knöpfe offen standen, um und musterte ihn argwöhnisch. Gretchen biss sich auf ihre Unterlippe und machte große Augen, als sie langsam aufschaute, und grinste schließlich in sich hinein. Denn Kandidat Neun war endlich erschienen. Es handelte sich um keinen geringeren als die süßeste Versuchung seit es Ärzte gibt: Dr. Marc Meier!

G: Ach?
Juhu! Juhu! Juhu!

Gretchen strahlte ihren Liebsten mit leuchtenden Augen an. Marc, der mit verschränkten Armen neben ihrem Tisch stand, erwiderte ihren Blick und zwinkerte ihr frech zu, was Peter aber nicht bemerkte. Ob sie wollte oder nicht, Gretchens Herz geriet mal wieder in einen Ausnahmezustand...

Da hat es wohl einer nicht mehr länger ausgehalten, was? Wie süß!!! Mein Schatz! Mein Held! Mein tapferer Prinz! Hach.... Schmacht.... Träum.... Seufz.... Er sieht so unheimlich männlich und verwegen aus, wie er so dasteht... mit seinem fordernden „Die gehört aber mir!“-Blick, meinem Lieblingshemd (das Blaue, das ich DANACH immer gerne überstreife, wenn ich noch zusätzlichen Hunger bekomme! Hihi!), durch das seine Muskeln durchschimmern, und der engen Jeans, die seinen Hintern so gut zur Geltung bringt, dass ich am liebsten gleich hinein beißen würde. Mmmmhhhh... so lecker! Äh... Upps! Hey Gretchen, nicht gleich schwach werden! Der kann ruhig noch etwas zappeln! Die Frage ist nur, wie lange ich ihn zappeln lassen kann, bevor ich mich auf ihn stürze. Äh... Nichts da! Dann hätte er ja gewonnen. Nö! Wenn schon, dann fällt er gefälligst über mich her. Jawohl!

Peter Lustig bekam von der Gefühlslawine, die sich gerade wieder in Gretchens Körper ausbreitete, und den sehnsüchtigen Blicken, die die beiden miteinander austauschten, nichts mit. Er war blind vor dem, was so offensichtlich erschien. Der Kinderarzt richtete sich auf und baute sich vor dem unverschämten Fremden, der die Unterhaltung mit seiner Exfreundin störte, auf. Dass er einen Kopf kleiner als der dunkelhaarige Mann, der ihn jetzt abfällig musterte, war, störte ihn in diesem Moment nicht. Peter war felsenfest davon überzeugt, dass da noch etwas mit seiner schönen Ex zu klären war....

P (zeigt abwechselnd zu sich u. G): Entschuldigung, aber wir kennen uns und wir sind hier noch nicht fertig.
Sag mal, Peter, geht’s noch?

Äh... was? Der Hänfling wagt es... WAS?

M (schaut verdutzt zu G; seine Stimme geht eine Oktave höher): Ihr... ihr kennt euch?
Na toll! Ich dachte, wir würden die albernen Spielchen hier endlich beenden, aber jetzt gehen die Eifersüchteleien erst recht los. Meisterleistung, Gretchen Haase! Du hättest Peter schon viel früher abwimmeln sollen. Was soll ich denn jetzt sagen? Marc lacht mich doch aus, wenn er erfährt, dass das Peter ist und ich ihn mal heiraten wollte. Oh Gott! Ist das peinlich.
G (schaut betreten auf die Tischplatte u. ihr leeres Sektglas): Äh ja .... von früher!
Wie? Die kennen sich von früher? Wer zum Teufel ist der Schwachmat und wieso spielt der sich hier so auf, als ob sie sein Eigentum wäre?
M (fixiert sie mit seinem Blick, was sie noch nervöser werden lässt): Ach? Das ist aber mal interessant!
Oh nein, jetzt kommt er mir wieder so! Was mache ich denn jetzt? ... Ich will nach Hause.
P (schaut irritiert, dann fordernd zu M): Was geht Sie das denn an? Gehen Sie einfach zum nächsten freien Tisch!
Oh, oh, jetzt gibt es Ärger! Kopf einziehen, Gretchen!

Was fällt diesem Gnom eigentlich ein? Ich glaube, der braucht erst mal eine Gebrauchsanweisung, wie der Haase hier wirklich läuft. So ein Arschloch!

M (baut sich bedrohlich vor P auf): Ich glaube, Sie haben die Regeln von dem Dings hier äh... Speeddating nicht richtig verstanden. Fünf Minuten pro Frauchen! Und du... du hast deinen Spielrahmen hier schon weit überzogen. Ich bin jetzt dran. Also zisch ab!
Ja, gib’s ihm, Marc! Hach... mein Ritter in goldener Rüstung! Mein Held! Mein Marcischnuckiputzi! Hab dich lieb, Schatz!

Gretchen lächelte Marc verliebt an, während sich ihr Ex-Verlobter diese weitere Unverschämtheit nicht gefallen ließ. Peter plusterte sich auf und ging noch einen Schritt auf seinen Konkurrenten zu, der überrascht einen Schritt zurückwich und dann irritiert zu seinem Haasenzahn schaute, die unschlüssig mit den Schultern zuckte...

P: Du ziehst Leine, Freundchen!
Woah! Der Kleine muckt auf! Aber nicht mit mir, Gollum.

Also so langsam reicht es mir auch. Was spielt der sich denn jetzt hier auf, als ob ich immer noch sein Besitz wäre? Ich hab ihm doch klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass ich nicht im Geringsten mehr an ihm interessiert bin. Oder etwa nicht?
G: Peter, was soll das denn jetzt? Wir haben alles geklärt! Also geh endlich!
M (blickt verwirrt zwischen den beiden hin u. her): Peter?
Oh! ... Nee ne? Das ist... Nein!
G (senkt beschämt ihren Blick): Ja!
M: DER PETER???

Mit offenem Mund schaute er erst Gretchen an, die ihm verlegen zunickte, und dann musterte er Peter noch einmal eindringlich von oben bis unten....

Das ist ja mal interessant. Das ist also der Wicht, der Haasenzahn betrogen hat. Was für ein Arschloch! Wie kann man so eine Traumfrau hintergehen? Ich tret dir in die Eier, du mieses Schwein!

P (beobachtet M argwöhnisch): Was geht Sie an, wie ich heiße?

Obwohl ... wegen dem Frotti ist sie ja erst wieder zu mir... äh... nach Berlin zurückgekehrt. Also wenn er nicht gewesen wäre...? Hmm... müsste dem eigentlich dankbar dafür sein und ein Bierchen ausgeben. .... Nee! Aber wieso hält sie dann die ganze Zeit mit der hässlichen Grinsebacke Händchen? Und was ist das überhaupt für ein komischer Typ? Marke Waschlappen, Turnbeutelvergesser, Beamter... Ach nee, der war ja Kinderarzt oder? Zu mehr hat der es nicht gebracht. Total langweilig! Was wollte sie denn mit so einem Looser und dann auch gleich noch heiraten? Dieses Rumpelstilzchen? Bäh! Wurde Zeit, dass Haasenzahn mal an einen richtigen Kerl wie mich oder Mehdi gerät. Äh... Hab ich jetzt tatsächlich Mehdi gesagt? Nee Meier, echt jetzt! Muss an der schwulen Aura hier liegen! ... Oh, wie sie schon wieder kuckt, als ob sie kein Wässerchen trüben könnte. Ja, aber mich mit so einem grottenhässlichen Hampelmännchenverschnitt versuchen, eifersüchtig zu machen, was selbst mit George Clooney nicht funktionieren hätte, weil ich es nun mal generell überhaupt nicht bin! Nee, nee, so haben wir nicht gewettet, Süße. ... Ok, dann lassen wir Madame mal zappeln. Sie wird schon noch die Gelegenheit bekommen, mir das hier alles zu erklären. Wegen dem Sitzpinkler, mach ich mir doch nicht die Hände schmutzig! Da würde ich ja Ausschlag von bekommen.

Marc grinste seine Freundin jetzt schelmisch an, die verunsichert jegliche Gesichtsregung von ihm studierte, um herauszufinden, was er als nächstes vorhatte. Aber das Einzigste, was sie feststellen konnte, war, dass er etwas vorhatte... Was schaut er denn jetzt so komisch? ... Übertrieben freundlich wandte sich der attraktive Chirurg nun seinem Konkurrenten zu, der ihn nicht minder verunsichert anschaute...

MM: Eigentlich gar nichts!

Marc nickte Peter zu, ging grinsend an ihm vorbei und ließ die beiden verdutzt stehen. Er setzte sich an den nächsten freien Tisch ... direkt nebenan. Gretchen schaute fassungslos zu ihm herüber....

G: Äh... was soll das denn jetzt? Ich dachte...
Wieso geht er denn jetzt wieder? Er ist doch jetzt dran. Er ist doch mein Herzblatt.
M (zwinkert ihr frech zu): Ihr wolltet doch reden. Also!
G (sprachlos): Was? Aber...
Ich will nicht mit dem Nullraffer reden. Ich will lieber dich in den Arm nehmen, Marc.
P (schaut ebenso verwirrt zu dem anderen Tisch, dann wendet er sich wieder seiner schönen Ex zu): Äh... danke! ..... (setzt sich wieder) .... Was war das denn für ein Trottel?
G (sauer): Peter!

Marc Meier hatte sein Ziel erreicht und wandte sich nun der nächsten Dame zu, aber nicht ohne vorher Gretchen noch einmal hämisch anzugrinsen. Jetzt verstand sie erst.... Das macht er doch mit Absicht? Der will mich quälen! Boah! .... Mit offenem Mund schaute die blonde Ärztin zu, wie ihr Freund eine andere Frau ansah und dieser nun gespielt interessiert zuhörte...

MM: Na Süße! Wen haben wir denn hier? ... Ach Uschi! Schöner Name!

Gretchen kochte inzwischen vor Wut und krallte ihre Fingernägel in die Tischplatte... Er will mich auf Teufel komm raus provozieren! GGGGGRRRRR!!! Er will mir also eins auswischen ja? Mal wieder! Das kann ich aber auch! Hmm... Der Nächste sieht ja gar nicht mal so übel aus. ... So Meier, das hast du jetzt davon. Was du kannst, kann ich schon lange! Pah!

Lorelei Offline

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10.09.2010 17:36
#720 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Das kleine Glöckchen ertönte wenig später und Marc Meier zog grinsend zum nächsten Tisch weiter. Gretchen Haase schaute ihm mit funkelnden Augen hinterher und beschloss, Peter nun endgültig abzuwimmeln, um dann ihren süßen Racheplan endlich umsetzen zu können...

G: Peter, du solltest jetzt wirklich gehen!
P: Aber...
G (kalt): Es war schön dich wieder gesehen zu haben, aber mehr auch nicht! Schönes Leben noch! Ach und klär das bitte mit meinem Vater. Das mit dem EKH ist keine gute Idee. Ich hoffe, du hast das endlich kapiert. Tschüß!
P (steht traurig und geknickt von seinem Stuhl auf u. verabschiedet sich): Wie du meinst, Gretchen. Ich... ich hab mich wirklich gefreut, dich zu sehen. Ähm... Na dann... tschüß!

Gretchen verschränkte abweisend ihre Arme vor ihrem Körper und schaute demonstrativ in eine andere Richtung. ... In die von Marc Meier, wie sollte es auch anders sein. ... Peter senkte enttäuscht seinen Blick und zog mit hängenden Schultern davon. So konnte sich Kandidat Zehn endlich an ihren Tisch setzen: ein gutaussehender dunkelblonder Mittdreißiger in einem legeren, aber dennoch eleganten hellen Anzug. Gretchen reichte ihm ihre Hand und begrüßte ihn freundlich mit einem aufgesetzten Lächeln...

G: Hallo, ich bin Gretchen Haase.
HS (lächelt charmant): Holger Schön. Freut mich! Interessanter Name! Sind ihre Eltern Schriftstellter?
G (perplex): Äh... nein, warum?
Oder hätte ich meine Schwiegermutter in spe erwähnen sollen? Gretchen, ernst bleiben! Du hast ein Ziel vor Augen. Ok, Mission „Marc Meier auf die Palme bringen! Reloaded.“ kann starten. Hihi! Ist schon albern, was wir hier aufführen oder? Aber trotzdem, Rache ist süß, mein Schatz!
HS: Na das hat schon etwas Poetisches!
G (erstaunt): Ach?
Komischer Vogel! Hoffentlich ist das nicht so einer, der mit so albernen Sprüchen kommt, wie.... „Ich bin Schriftsteller und schreibe gerade an einem Telefonbuch. Kann ich vielleicht deine Handynummer haben?“ Bäh! Solche Typen sind die Schlimmsten. Darauf fällt doch heutzutage niemand mehr rein. Hmm... Sollte Sabine vielleicht vorwarnen.
HS: Ja, Goethe!
Kann der nicht in ganzen Sätzen sprechen, damit man äh... Frau auch versteht, was er will. Was hat jetzt Goethe mit meinem Namen zu tun?
G: Und?
HS (lächelt immer noch): Goethes „Faust“! Gretchen! Sie verstehen schon.
G (klappt ungläubig ihre Kinnlade nach unten): Was? Sie meinen die, die ihr Kind umgebracht hat?
Also.... das... das ist ja wohl das Unverschämteste, was mir ein Mann bisher gesagt hat. Und ich hab schon viele Dinge von Marc Meier gehört, die als Synonym für Unverschämtheit gelten. Was ist das denn für ein Irrer? Hilfe! Dann doch lieber Peter! Aber den hab ich ja erfolgreich verkrault. Sitzt an der Bar und nippt traurig an einem Bier. Mist!
HS (gestikuliert wie wild mit seinen Händen vor ihr herum): Oh nein! Entschuldigung, das... das habe ich doch gar nicht so gemeint. Das muss wohl an der Aufregung liegen. Äh... Ich... ich wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen, wie bezaubernd doch Ihr Name ist. Genauso wie die Trägerin selbst. Bitte vergessen Sie das mit Goethe! Das ist mir jetzt richtig unangenehm. Aber manchmal bin ich mit meinen Gedanken schon weiter und merke gar nicht, was ich gerade von mir gebe. Bringt der Beruf so mit sich.
Doch kein Irrer! Naja ich warte mal ab. Aber die Komplimente waren schon schön. Krieg ja so selten welche zu hören.
G: Ach und was machen Sie beruflich, wenn ich fragen darf?
HS (lächelt zögerlich): Ich bin Verleger. Also ich habe da so einen kleinen Verlag in Mitte.
G: Interessant!
Ob er Marcs Mutter kennt?

Gretchen unterhielt sich eine Weile angeregt mit dem jungen Mann. Das bemerkte auch Marc, der sich gerade auf den nächsten freien Stuhl gesetzt hatte, aber ohne seinen Blick von seiner Liebsten abzuwenden.... Das kleine hinterlistige Luder! Jetzt will sie es mir aber zeigen. Aber nicht mit mir! Die nächste schnapp ich mir! Pah! Das hast du jetzt davon ... also von deinen albernen Spielchen hier. ... Er wandte sich nun seiner nächsten Kandidatin zu.... Wen haben wir denn hier? ... und riss entsetzt die Augen weit auf, als er erkannte, bei wem er gerade saß... Oh!!! ... Scheiße!!! ... Mir bleibt auch nichts erspart.

Lorelei Offline

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11.09.2010 10:36
#721 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hach.... Schadenfreude ist schon was Schönes! Viel Spaß mit Mabine! LG Lorelei



Marc Meier ließ verzweifelt seinen Kopf hängen, während Sabine Vögler ihm aufgeregt ihre kleine Hand entgegenstreckte und ihn breit grinsend wie eine große Sonne anstrahlte....

S: Herr Dr. Meier! Das ist aber eine Überraschung!
Eine böse, fiese, gemeine Überraschung! Womit hab ich das nur verdient? Haasenzahn lacht sich doch schlapp, wenn sie mich hier sieht.

Und das tat sie wirklich, aber dezent. Gretchen musste unweigerlich schmunzeln, als sie im Augenwinkel sah, dass ihr Schatz sich unbeabsichtigt zu Sabine gesetzt hatte.... Hihi!!! Wie geil ist das denn? Er hat gar nicht gemerkt, dass er sich zu Sabine gesetzt hat! Tja Rache ist süß, mein Lieber! ... Nach einigen Sekunden hatte sich der niedergeschlagene Oberarzt wieder einigermaßen gefasst und schaute seine tollpatschige und über alle Maßen nervige Stationsschwester nun eher gequält an, die ihn neugierig anvisierte....

M: Und Sabine, war schon was Brauchbares dabei?
S (errötet leicht, schaut zur Seite u. stutzt kurz, dann sieht sie M wieder zögerlich an): Naja, wie man’s nimmt!
Oh Gott, ich will’s gar nicht wissen.
M (verschränkt abweisend die Arme u. lehnt sich zurück): Ach? Das heißt?
S: Ich hab den Maurice wieder getroffen!
M (runzelt die Stirn): Wen?
S (lächelt): Na den Dr. Knechtelsdorfer!
Ach du Scheiße!
M (sichtlich überrascht): Was den? Hier? Ist der nicht ausgewandert?
S (überlegt angestrengt, erinnert sich an das Gespräch von vorhin u. wird etwas nervös): Äh... Hat er jetzt nicht erzählt. Aber er arbeitet doch wieder in seiner Heimatstadt in Österreich, wissen Sie.
Wen interessiert’s? Viel lieber würde ich wissen, was Haasenzahn da mit diesem komischen Knilch zu bequatschen hat. GGGRRR!!!
M (schaut kurz verstohlen zu G, die immer noch in ihr Gespräch mit HS vertieft ist, dann wieder zu S): Sie und der Knechtelsdorfer also?

Marc konnte sich, trotz der angespannten Situation mit seiner Freundin, ein Lachen nicht verkneifen. Die Vorstellung der beiden als Paar, das war einfach zu krank. Doch Sabine wiegelte schnell erschrocken ab und gestikulierte wie wild mit ihren Händen vor ihrem Chef herum...

S: Äh... neiiiin, also soooo jetzt nicht.
M (grinst sie verschmitzt an, was sie noch nervöser werden lässt): Wie denn dann, liebste Sabine?

Sabine lief sofort rot an und rutschte hibbelig auf ihrem Stuhl hin und her.... So hat der Herr Doktor aber noch nie mit mir geredet! ... Sie kicherte verlegen. Marc verleierte nur genervt die Augen.... Was grinst die denn jetzt so dämlich? Wie gesagt, ein Jahr älter, eine Gehirnzelle weniger, naja vielleicht auch gleich zwei weniger! Definitiv nicht mehr ganz von dieser Welt.

S: Äh... Also das... das war nur reiiin geschäftlich, Herr... Herr Doktor.

Gott sei dank konnte ich ihn von diesem albernen Plan abbringen. Nicht auszudenken, wenn er erwischt worden wäre. Damit hätte er uns doch auch mit rein gezogen. Aber wie wir das jetzt mit seinem Anteil händeln, den er ja schon irgendwie verdient hätte, Erpressung hin oder her, das muss ich erst mit der Bärbel klären. Die Gewinne sind ja schon reichlich, also könnten wir schon etwas abzweigen... Und dann sollten wir endlich Schluss damit machen. Das geht schon viel zu lange gut und unser Glück ist so langsam ausgereizt. Das ungute Gefühl wächst von Tag zu Tag. Und die Sterne... Nein, daran mag ich jetzt gar nicht erst denken.

M (perplex): Rein geschäftlich? Heißt das, er will... Nee!

Dr. Meier klappte die Kinnlade runter, dann prustete er laut los vor Lachen... Oh Gott! Nicht bildlich vorstellen, Meier! Wie verzweifelt ist der Typ denn, dass er Sabine dafür bezahlen muss. Bäh! Gibt’s hinter den Bergen bei den sieben Zwergen keine Betthaserln? Oh Mann, mein Zwerchfell! Aua!

Sabine riss entsetzt die Augen weit auf, als sie merkte, was sie da gerade, ohne nachzudenken, von sich gegeben hatte.... Oh Gott, oh Gott! Jetzt hab ich mich doch glatt verraten. Das... das geht doch nicht. Wenn der Herr Doktor von unserer ganz speziellen Geschäftsbeziehung erfährt, dann... dann... owe, owe, dann fliegt ja alles auf. Hilfe! Was... was mache ich denn jetzt? ... Notlügen! Bin ich ja geübt drin.

S: Äh... Ich meine, äh... ich... ich hatte doch noch.... noch äh... Schulden bei ihm.
M (sprachlos): Bitte? Und die ... die wollen Sie jetzt .... bei ihm .... abarbeiten ... oder was?
Hahaha! Wer hätte das gedacht? Die stillen unschuldigen Gewässer sind ja bekanntlich immer die Schmutzigsten. Bäh! Ist das ekelhaft. Wie werde ich die Vorstellung nur wieder los? ... Erdbeeren!
S (verwirrt): Äh.... neiiin. Wir.... äh.... Ich bezahle das.
M (lacht): In Naturalien?
Oh Meier, schalte bloß das Kopfkino aus! Das traumatisiert dich für dein ganzes Leben. Hahaha!
S: Wie meinen Sie das jetzt?
Gott, wie blöd ist die eigentlich? .... Was frag ich überhaupt?
M (rollt mit den Augen u. starrt verzweifelt zur Decke): Äh... egal! Ihr Se... äh... Dings hier... äh... Liebesleben interessiert mich nicht die Bohne. Ich will hier eigentlich nur meine Zeit absitzen. .... Bis Haasenzahn den Schleimer abserviert. ... Also Klappe halten!

Wie Liebesleben? Was meint er denn jetzt damit? Es geht doch ums Geschäft!
S: Oh!

Jetzt herrschte eine Minute lang eisernen Stillschweigens zwischen den beiden, während der Marc immer wieder Richtung Gretchen schaute und allmählich vor Wut platzte, weil sie immer noch offensiv mit dem schmierigen Anzugmann flirtete und er hier bei der durchgeknallten Stasi-Sabsi sitzen musste und dem nichts entgegenzusetzen hatte. Und das machte ihn rasend. Schwester Sabine blickte dagegen immer wieder verstohlen zu Dr. Meier und beobachtete interessiert seine sekündlich wechselnden Gesichtsausdrücke. Die seltsamen Spielchen, die ihre beiden Lieblingsärzte miteinander spielten, hatte sie schon längst aufgegeben zu verstehen. Sie seufzte leise, nippte an in ihrem Sektglas und drehte dann Däumchen. Ihr Blick huschte kurz zum Nachbartisch und blieb schließlich daran hängen. Der wahnsinnig gutaussehende Mann mit den stoppelkurzen dunkelbraunen Haaren und dem verwegenen Dreitagebart, der gerade bei Uschi Polauke saß, kam ihr irgendwoher bekannt vor. Sie kratzte sich hinter dem Ohr und überlegte angestrengt. Und wieso starrte er die ganze Zeit in ihre Richtung und lächelte dabei so komisch? fragte sie sich verunsichert. Sabine errötete und drehte sich schnell wieder zu Dr. Meier um, der sie jetzt mit hochgezogenen Augenbrauen anschaute....

M: Is was?
S (blickt betreten auf die Tischplatte): Äh... nein!
M (schaut irritiert wieder weg): Gut!
S (hebt plötzlich wieder ihren Blick): Oder doch!
Na toll! Was frag ich überhaupt?
M (stöhnt genervt): Was?
S (beugt sich leicht über den Tisch u. flüstert verschwörerisch): Könnten Sie vielleicht mal unauffällig zur Seite schauen!
M (schaut sie ungläubig an): Bitte?
Will die mich jetzt als Stasi-Agent anwerben oder was?
S (versucht mit einer Kopfbewegung in die andere Richtung zu zeigen): Ja!?
M: Wollen Sie mich verarschen?
S (gestikuliert mit ihren Händen): Oh! Nein, nein, es ist nur... bitte schauen Sie doch mal!
M (rollt mit den Augen): Mein Gott, von mir aus.
Solange sie nicht auch noch ihre Karten rausholt.

Dr. Meier blickte kurz zur Seite. Sabine zupfte hektisch an seinem Ärmel....

M (schaut sauer auf ihre Hand an seinem blauen Designerhemd): Eh geht’s noch! Flossen weg, aber zz!
S (zuckt zusammen u. zieht ihre Hand weg): Ni...nicht die Seite, die... die andere, wo auch die Frau Doktor sitzt.
M (blickt schnell zur anderen Seite): Ja was? Was soll da sein? Außer der Spako, der gerade meine Sü.... äääähhhh... *räusper* ... ääähhh... da is nix.
S (verschwörerisch): Kennen Sie den Mann?
M (schaut noch einmal schnell zu G): Nein, aber der wird mich schon noch kennen lernen, wenn der weiter so an ihr... *räusper* ...
... rumgrabbelt! Arschloch!
S (schmunzelt): Ich meine nicht Holger, sondern....
M (fällt ihr aufgeregt ins Wort): Holger wer?
S (weist mit einem Kopfnicken zu G): Na der nette Buchhändler, mit dem sich die Frau Doktor gerade unterhält.
Buchhändler? Holger? Wie langweilig! Ob Mutter den kennt? Wenn ich wüsste, wo sein Haus wohnt, dann könnte ich...
M (eifersüchtig): Nett? Ich würde eher sagen aufdringlich und schleimerisch.
S (lacht): Herr Doktor, bitte konzentrieren Sie sich! Sie müssen nicht eifersüchtig sein, die Frau Doktor liebt sie doch.
M (funkelt S sauer an u. hebt drohend seinen Zeigefinger): Also erstens, Schwester Sabine, bin ich nicht eifersüchtig, weder auf den, noch sonst wen!
S (kleinlaut): Klar!?
M (wird noch wütender u. droht ihr): Sabine! Und zweitens, geht Sie das hier überhaupt nichts an.
S (lenkt ängstlich das Thema schnell wieder auf das Wesentliche): Äh... ok!? Aber jetzt ... jetzt schauen Sie doch endlich mal zur Seite, Herr Dr. Meier, bevor die Zeit rum ist.
Was soll die Scheiße hier?
M (will aufstehen u. gehen): Also mir reicht das jetzt echt hier.
S (hindert ihn daran, indem sie wieder ihre Hand auf seine legt u. ihn mit flehendem Dackelblick anschaut): Bitte, Herr Doktor!
Mann, wieso...? GGGRRR!!! Ich bin einfach zu gut für diese Welt.
M (droht ihr, die Hand wegzunehmen, dem sie sofort nachkommt): Ja, was soll da sein?
S (legt ihren Zeigefinger an ihre Lippe): Psst! Nicht so laut, Herr Doktor! Ich meinte eigentlich... also äh... Der schöne Mann nebenan, kommt der Ihnen nicht auch bekannt vor?
Schöner Mann? Wo? Ich seh keinen. Hier hängt ja auch nirgendwo ein Spiegel.

Lorelei Offline

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11.09.2010 20:28
#722 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

N'Aaaabeeend! So dann kläre ich endlich mal auf, wer der ominöse Fremde ist, der die ganze Zeit schon durchs Lokal gegeistert ist. Ist es .... *Trommelwirbel* .... Brad ...... Pitt? George Clooney? Robbie Williams? Schweini? Oder doch Alexis in einer neuen schrägen Verkleidung? Nein! Es ist.... Surprise, surprise! Schönen Abend noch! Lorelei



M (mustert den Typen neben sich argwöhnisch): Nö! Und jetzt Schluss mit den albernen Verkupp....
S (fällt ihm hibbelig ins Wort): Finden Sie nicht, dass er große Ähnlichkeit mit dem neuen Pathologen hat, der seit einem Monat bei uns im Keller arbeitet?
Woher soll ich denn wissen, wer bei ihr im Keller haust? War mir schon immer klar, dass die auch so total spooky ist und diverse Leichen im Keller hat.
M (hat keinen Bock mehr): Äh... wer? ... Ich fass es nicht, dass ich hier mit Ihnen über andere Typen tratsche. Wer bin ich denn? Haas.... Äh... Das kriegen Sie schon alleine gebacken, Sabine. Sie sind ja auch eine... äh... Dings hier... äh... Frau, ne!?
Naja da bin ich mir manchmal nicht so sicher.
S (irritiert): Äh...

Das Glöckchen erklang erneut. Marc blickte erleichtert Richtung Bar, wo Erika Berger die letzte Runde des Speeddatings einläutete....

M: Gott sei Dank! Ich hab echt keinen Bock mehr auf den ganzen Mist hier. Ich brauche dringend was Hochprozentiges.

Marc Meier wollte gerade aufstehen, als sich eine kleine Hand, zum mittlerweile dritten Mal, auf seine zu bewegte. Er warf Sabine einen bitterbösen „Wenn Sie das wagen, sind Sie so was von tot!“-Blick zu, aber da war es auch schon zu spät. Die blonde Krankenschwester packte die Hand ihres Chefs und drückte fest zu. Fester als er es erwartet hätte. Verärgert schaute er auf ihre Hand...

M: Au! Verdammt, Sabine!
S (aufgeregt u. sehr nervös): Oh Gott, oh Gott! Er... Er kommt hierher! Was... was mache ich denn jetzt?
Tickt die noch ganz sauber? Die kann sich morgen auf was gefasst machen! Zwei Wochen Bettpfannendienst ist noch das Geringste, was sie zu erwarten hat.
M (blitzt sie böse an): Eh lassen Sie sofort meine Hand los, Schwester Sabine, sonst.... sonst...

Marc wollte schon laut loszetern, als er plötzlich einen Schatten neben sich bemerkte und innehielt. Er schaute auf und erkannte den blassen Mann von nebenan, auf den Sabine ihn vorhin unbedingt aufmerksam machen wollte. Marc schaltete schnell.... Och nee, wird das jetzt hier so ne alberne Liebesschnulze oder was? Wäh! ... Der dunkelhaarige Mann lächelte die blonde Krankenschwester charmant an und begrüßte sie freundlich...

GG: Hallo!
S (zieht errötet ihre Hand von MM weg u. schaut schüchtern hoch): Hallo!
MM (blickt ebenso irritiert zu dem Fremden): Äh... Hallo?
Ich muss hier dringend weg!
GG (nickt MM freundlich zu): Guten Abend! Dr. Meier, nicht?
MM (perplex): Äh... Woher kennen Sie...?
GG (fällt ihm lächelnd ins Wort u. klärt ihn auf): Ich glaube, wir hatten noch nicht das Vergnügen. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Dr. Günther Gabriel Gregorius Gummersbach. Ich bin der neue Pathologe am Elisabeth-Krankenhaus.
Aus welchem Irrenhaus ist der blasse Vampir denn ausgebrochen? Und der Name ist ja mal voll uncool.
S (macht große Augen u. errötet noch mehr): Oh!
Er ist es wirklich!

Marc schaute irritiert zu Sabine, dann erhob er sich von seinem Stuhl und schüttelte seinem neuen Kollegen die Hand....

M: Dr. Marc Meier! Oberarzt in der Chirurgie. Und das ist Schwe... äh.... Stasi... äh... Sabine Vögler. Sie arbeitet bei mir auf Station.
Naja arbeiten kann man das fast nicht nennen.
GG (lächelt sie charmant an u. reicht ihr seine Hand): Ich weiß.
S: Oh!

Er kennt mich? Oh mein Gott! Die Karten! Die Überraschung! Damit war nicht meine Geburtstagsüberraschung von den Frau Doktors gemeint, nein, er ist es. Der bekannte Unbekannte, der mir seit Tagen in diversen Horoskopen angekündigt worden ist! Oh! Ich glaube, ich kipp gleich weg.

Wie in Trance reichte Sabine ihrem attraktiven Gegenüber ihre Hand. Er gab ihr lächelnd einen Handkuss zur Begrüßung. Sabine kicherte verlegen. Marc verdrehte nur ungläubig seine Augen, als er zwischen den beiden hin und her blickte... Oh Gott, was wird das denn für eine peinliche Casanova-für-Arme-Nummer hier? Bäh! Lieber drei Stunden Notting-Hill-Terror mit Haasenzahn als das hier. Nichts wie weg! .... Er schüttelte den Kopf, schob sich an Dr. Gummersbach vorbei und lief direkt zur Bar, wo er sich ein Bier bestellte und sofort einen großen Schluck davon nahm. Von dort schaute er noch einmal kurz zu Sabine und ihrem peinlichen Verehrer, der sich inzwischen zu ihr an den Tisch gesetzt hatte, dann wanderte sein Blick weiter nach links. Marc beobachtete nun intensiv Gretchen und ihren Buchhändler, der gerade von seinem Stuhl aufstand und sich anscheinend verabschieden wollte..... Gut für ihn! Was für ein Vollpfosten! ... Und nun zu dir, meine Liebe, gleich bist du fällig!

Lorelei Offline

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12.09.2010 11:12
#723 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Derweil an Gretchens Tisch....

Holger Schön, der charmante und wortgewandte Berliner Verleger verabschiedete sich in der Tat gerade schweren Herzens von seinem bildschönen Gegenüber, die leider schon vergeben war, wie sie ihm vor ein paar Minuten gestanden hatte. Auch er gab ihr einen kleinen Handkuss, was Marcs Wutpegel kurzfristig extrem nach oben steigen ließ, aber der eifersüchtige Oberarzt hielt sich diesmal zurück, um eine Szene zu vermeiden. Er kannte sein Mädchen nur zu gut, als dass sie das nicht auf die Palme gebracht hätte, möglicherweise mit tagelangen Streitigkeiten als Folge. Lieber nicht, dachte er und nahm erneut einen langen Zug aus seiner Flasche und bestellte danach gleich die nächste. Gretchen lächelte Holger charmant an und verabschiedete sich. Während der attraktive Verleger sich an den nächsten freien Tisch nebenan setzte, blickte sich die schöne Blonde verunsichert im Lokal um. Sie war die Einzigste, bei der kein neuer Bewerber aufgetaucht war. Enttäuscht schaute sie zu Erika Berger, die nur mit den Schultern zuckte und sich dann wieder dem Kleiderschrank zuwandte, mit dem sie gerade intensiv flirtete. Gretchen seufzte und nippte an ihrem Sektglas. Anscheinend waren der Veranstaltung zwei männliche Kandidaten abhanden gekommen. Mehdi konnte sie nirgendwo mehr entdecken. Gretchen hätte so gerne noch mit ihm getratscht. Schade, seufzte sie leise. Und der andere stand mittlerweile lässig an der Bar, zischte ein Bier und fixierte sie mit seinen feurigen Blicken, dass sie ganz schwindelig zu werden drohte. Gretchen wurde heiß und kalt zugleich und schluckte schnell zur Beruhigung und Abkühlung den letzten Rest Sekt hinunter. Schwungvoll stellte sie das leere Glas wieder auf ihrem Bistrotisch ab und hätte dabei fast die kleine weiße Vase mit der roten Rose umgeschmissen. Mit hochrotem Kopf hielt sie beide Gegenstände fest und platzierte diese wieder akkurat in der Mitte des Tisches. Jetzt war der blonden Ärztin erst recht warm. Um den aufdringlichen Macho zu provozieren und sich seinen ausziehenden Blicken zu entziehen, schaute Gretchen demonstrativ in die andere Richtung und was sie dort sah, beruhigte sie und ging ihr richtig ans Herz. Anscheinend hatte Marias verrückte spontane Geburtstagsüberraschung doch noch gefruchtet, denn Sabine unterhielt sich angeregt, oder wohl eher aufgeregt, denn sie war knallrot im Gesicht und kicherte die ganze Zeit verlegen, mit dem attraktiven Fremden, den Gretchen immer noch nicht richtig zuordnen konnte. Irgendwoher kannte sie ihn, überlegte sie angestrengt. Sie beobachtete die beiden eine Weile. Und Marc beobachtete seine Freundin beim Beobachten. Die junge Ärztin nahm deshalb bald wieder einen zarten Hauch von Rosa auf ihren Wangen an, denn sie spürte seine intensive Blicke ganz genau im Rücken. Blicke, die sie regelrecht auszuziehen versuchten. Gretchen konnte sich dem nicht mehr länger entziehen. Langsam drehte sie sich zu ihm um. Marc schaute sie immer noch durchdringend an und strich sich mehrfach mit der Zunge über die Lippen. Gretchens Knie schlotterten und ihr Herz hüpfte vor Aufregung. Sie zögerte noch einen Moment. Aber seine unbändige Anziehungskraft war einfach stärker. Langsam erhob sie sich, schob ihren Stuhl zurück, nahm ihre Handtasche von der Lehne und ging um den kleinen Bistrotisch herum. Gretchen atmete noch einmal tief durch und lief dann direkt auf die kleine Bar an der Seite zu. Sie hatte Marc, der sie nun triumphierend angrinste, fest im Blick und mit jedem Schritt, den sie ihm näher kam, klopfte ihr Herz umso lauter. Gretchen lächelte ihn verführerisch an, so dass auch sein Herz kurzfristig in einen Ausnahmezustand versetzt wurde. Doch kurz bevor sie ihren Freund erreicht hatte, wandte sie ihren Blick ab und trat ein paar Schritte zur Seite. Marc war irritiert und verschluckte sich an seinem Bier. Gretchen grinste innerlich, beugte sich über den Tresen und sprach den nicht unattraktiven blonden Barkeeper an...

G: „Einen Caipi bitte!“

Sie ist so ein Luder! Na warte, Haasenzahn, und ob ich dich heute abschleppe. Da kannst du all deine Schokoladenvorräte drauf verwetten. Ha!

Cool und unnahbar bleiben, Gretchen. So schnell lasse ich mich nämlich nicht rumkriegen, Marc Meier. Pah!


Einen Moment später hielt die blonde Frau auch schon ihr Glas in der Hand. Sie lehnte sich lässig mit dem Rücken an die Theke und nahm einen Schluck mit dem Trinkhalm. Keine Sekunde später wurde die bildschöne Ärztin auch schon von einem unverschämt gutaussehenden dunkelhaarigen Mann offensiv angeflirtet....

Lorelei Offline

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12.09.2010 17:46
#724 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen noch mal! Ich weiß, ich weiß, ihr brennt darauf, zu erfahren, wie Dr. Meiers Anmache fruchtet (hätte vielleicht besser hervorheben sollen, dass der unheimlich gut aussehende Typ neben ihr Marc ist ), aber ich möchte euch vorher erst noch die neue Figur im Cast vorstellen: Dr. Günther Gabriel Gregorius, kurz „Günni“, Gummersbach. (Der Spitzname muss ja von irgendwoher kommen, ne? ) Ich hatte eigentlich in der Ursprungsszene vom Speeddatingabend einen anderen Kandidaten für Sabine im Auge (Knechtelsdorfer! Aber nur für diesen einen Abend!), aber jetzt sind ja schon Details bekannt, dass es in der dritten Staffel diesen Love Interest für Sabinchen geben wird und das möchte ich gerne hier auch aufgreifen. Ich weiß ja nicht, wie Bora die Figur angelegt hat (wahrscheinlich eher schräg und durchgeknallt, überspitzt CSImäßig, messerwetzend, vampirig, geheimnisvoll und wahrscheinlich erst nicht an unsrer Sabsi interessiert), aber bei mir wird es eher ein normaler, bodenständiger Typ werden, nur eben mit einem ungewöhnlichen Beruf (kenn mich ja in dem Metier auch nicht so aus ). Ein Romantiker der alten Schule mit dem Herz am rechten Fleck. Mal sehen, was ihr davon haltet. Es wird eine sehr, sehr lange Szene werden. Ich hoffe, das stört euch nicht. Und jetzt viel Spaß! Schönen Rest-Sonntag noch. Eure Lorelei




Inzwischen an Sabines Tisch....

Nachdem Dr. Meier seine nervige Stationsschwester verlassen hatte, herrschte einen Moment lang betretenes Schweigen zwischen Sabine Vögler und Günni Gummersbach. Keiner traute sich etwas zu sagen, geschweige denn sich anzuschauen. Zu aufgeregt waren beide. Sabine drehte nervös Däumchen und fixierte mit ihrem Blick den Bistrotisch und ihr leeres Sektglas, während Günni ein kleines Päckchen, das er unter dem Tisch versteckt hielt, hin und her drehte und mit starrem Blick die weiße Blumenvase anvisierte. In beiden Köpfen ratterte es gewaltig.

Obwohl sie seit einem Monat zusammen im EKH tätig waren, waren sich die beiden bisher nur drei- oder viermal zufällig auf dem Gang, im Fahrstuhl und in der Cafeteria begegnet. Sie hatten eigentlich nichts miteinander zu tun und kannten sich daher nicht. Das Reich von Dr. Günther Gabriel Gregorius Gummersbach, von seinen wenigen Freunden kurz Günni genannt, der vor vier Wochen die durch den Weggang von Prof. Karl-Friedrich Boerne, den es in die Rechtsmedizin nach Münster gezogen hatte, freigewordene Stelle des Pathologen angetreten hatte, lag in den tiefen Katakomben des EKH, wo sich noch nicht einmal Oberschwester Stefanie Brinkmann gerne hintraute. Günni lebte zurückgezogen und unbemerkt von allen, abseits der täglichen Hektik und des Chaos in der Notaufnahme und war zufrieden mit seiner selbst auferlegten Isolation und der Stille in der Pathologie, dem Reich der Toten, das doch so vielen Menschen befremdlich und unangenehm erschien.

Schwester Sabine, die allem Mystischen eigentlich nicht abgeneigt war, fürchtete sich dagegen vor den dunklen Kellergewölben des EKH, in dem einer alten Krankenhaussage nach angeblich schon die eine oder andere Schwester unter mysteriösen Umständen verschwunden und nie wieder aufgetaucht war. Deshalb war sie froh darüber, dass in letzter Zeit auf der Chirurgie kein Patient verstorben war und ihr somit der Weg in die Pathologie erspart geblieben war. Sabine konnte den neuen Kollegen daher gar nicht kennen. Er war genauso unauffällig wie ihre geheime Hanfplantage im Ostflügel. Der schöne Pathologe war sich zwar durchaus seiner äußeren Attraktivität bewusst, aber er machte sich nicht viel daraus. Auf Arbeit versteckte er sich hinter seiner zu groß geratenen Brille. Und mit Arztkittel sah Dr. Gummersbach wie einer von vielen aus. Er war Sabine somit nicht weiter sonderlich aufgefallen.

Auch wenn die blonde Krankenschwester die Dr. Rogelt-Romane wie ihr Lebenselixier aufsog und an dem verwirrenden Liebesleben von Dr. Meier und Dr. Haase rege Anteil nahm, hatte sie für sich selbst beschlossen, dass die Klinik als Partneragentur für sie nicht in Frage kam. Zu viele Paare hatte sie hier zusammenkommen und wieder auseinander gehen sehen. Das wollte sie einfach nicht. Sie wollte keinen allmächtigen Gott in weiß, für den die Arbeit über allem stand. Nein, sie wollte jemand Normales. Jemand Bodenständiges mit einem stinknormalen Job mit einem geregelten Tagesablauf, der nicht mitten im Rendezvous plötzlich aufspringt, weil er zu einem Notfall gerufen wird und sich dann nicht mehr bei ihr meldet. Jemand, der ihre Interessen teilt und nicht laut auflacht, wenn sie von Horoskopen und Mondphasen oder Dr. Rogelt anfängt. Jemand mit dem sie Pferde stehlen kann, aber der dennoch am Boden geblieben ist. Jemand, der sie mit all ihren Macken und Verrücktheiten bedingungslos liebt und zu ihr steht. Aber wo findet man so jemanden? Sabine hatte sich nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Sie war eigentlich immer zufrieden mit ihrem Leben gewesen. Sie war es gewohnt, allein zu sein. Ihre letzte richtige Beziehung war schon Jahre her. Jürgen Decker hieß er, ein Kioskbesitzer am Potsdamer Platz. Er war lieb und nett, zuvorkommend und durchaus romantisch, intelligent und bodenständig. Er hatte das Herz am rechten Fleck. Dennoch hatte es nicht lange gehalten, weil auch er sich irgendwann von Oberflächlichkeiten ablenken ließ und das lag nicht nur daran, dass eine bekannte Modemarke direkt gegenüber ihren Firmensitz hatte, wo berühmte Models und andere Schönheiten ein und aus gingen. Sabine wusste, dass sie keine Schönheit war und das wahrscheinlich auch nie sein würde. Aber vielleicht würde irgendwann jemand ihre innere Schönheit entdecken. Der Eine, der sie so liebt, wie sie ist. Sabine war nicht auf der Suche nach der einen wahren Liebe. Sie glaubte fest daran, dass der Richtige sie finden und irgendwann an ihre Tür klopfen würde. Aber das war bisher nie geschehen. Wenn sie sich allein fühlte und das kam ziemlich oft vor, dann ging sie wieder in die Klinik, setzte sich in die Cafeteria oder ins Stationszimmer und beobachtete die vorbeilaufenden Menschen, dachte sich Geschichte zu ihnen aus oder träumte sich in ihre magische Dr. Rogelt-Traumwelt, in der alles wie rosa Zuckerwatte war. Nur in letzter Zeit hatte sie immer öfter gemerkt, dass ihr doch etwas fehlte. Jedes Mal, wenn sie Dr. Meier Gretchen Haase küssen oder die Frau Dr. Hassmann sehnsüchtig Dr. Kaan hinterher blicken sah, spürte sie, dass sie das auch wollte. Jemanden, der sie in den Arm nahm, wenn sie traurig war. Jemanden, den sie immer und überall küssen konnte, wenn sie es wollte. Jemanden, der sie liebte. Sabine war heute zweiunddreißig Jahre alt geworden. Das Alter, in dem die meisten ihrer Altersgenossinnen bereits eine Familie gegründet hatten oder es zumindest planten. Aber sie war immer noch allein. Sie hatte keine Familie mehr. Ihre Eltern waren früh gestorben und sie hatte keine Geschwister. Sie musste sich immer allein durchschlagen. Und echte Freunde hatte sie auch keine. Das EKH war ihr Zuhause und ihre Mitarbeiter waren irgendwie ihre Familie. Sie sorgte sich eher um deren Glück, als um ihr eigenes. Erst seitdem ihre Frau Doktor in der Chirurgie arbeitete, interessierte sich auch endlich mal jemand für ihr Wohl. Dass sie und die Frau Dr. Hassmann sich um ihr Glück sorgten, hatte sie tief bewegt und deshalb war sie auch so begeistert von der Idee gewesen, hier mitzumachen. Und es hatte sich anscheinend gelohnt. Jetzt saß da dieser durchaus attraktive Mann ihr gegenüber, den sie eigentlich überhaupt nicht kannte, aber der irgendetwas Geheimnisvolles ausstrahlte, etwas, das sie nicht wirklich beschreiben konnte. Er zog sie an. Gleichzeitig strahlte er aber auch so eine tiefe Vertrautheit aus, die sie sich nicht wirklich erklären konnte. Als ob sie sich in einem früheren Leben schon einmal begegnet wären, dachte Sabine. Ein Blick in seine wunderschönen rehbraunen Augen hatte vorhin genügt, um sie in seinen Bann zu ziehen. Er ließ sie nicht mehr los. Sie musste ihn unbedingt kennen lernen.

Günni Gummersbach ging es da nicht anders. Auch er spürte eine seltsame Vertrautheit und tiefe Verbundenheit mit der hibbeligen Krankenschwester ihm gegenüber, aber das nicht erst seit dem heutigen Abend, nein, schon seit seinem ersten Arbeitstag. Denn während er ihr bisher nicht aufgefallen war, war sie es ihm schon. Sie war die erste Person gewesen, die er im EKH gesehen hatte und ihre erste Begegnung hatte schon etwas Magisches an sich. Die kleine blonde Frau war im direkt in die Arme gelaufen, oder besser gesagt gefallen. Als Günni gerade durch die Glastüren im Eingangsbereich seine neue Wirkungsstättebetreten wollte, war sie über die Schwelle gestolpert und hätte beinahe die nächste Glasscheibe geküsst, wenn er sie nicht noch rechtzeitig am Arm festgehalten und abgefangen hätte. Er selbst war dadurch ins Straucheln geraten und hatte sich mit ihr im Arm einmal um die eigene Achse gedreht, um das Gleichgewicht zu halten. Dabei hatte er ihr direkt in ihre schönen Augen geschaut. Auch wenn die Drehung nur einen Hauch von einer Sekunde gedauert hatte, so hatte es sich für ihn so angefühlt, als ob sie tanzen würden. So etwas hatte er noch nie zuvor erlebt. Aber bevor Günni überhaupt registrieren konnte, was da gerade passiert war, war ihm auch schon eine andere Hand zu Hilfe gekommen und hatte das zierliche Persönchen gestützt. Sie gehörte zu der attraktiven blonden Assistenzärztin, die, wie er später gehört hatte, wohl schon so einigen Männern in der Klinik den Kopf verdreht hatte, aber anscheinend nur den ständig motzenden Oberarzt der Chirurgie liebte. Sie war es auch gewesen, durch die Günni erfuhr, wie der blonde Tollpatsch mit Namen hieß... „Sabine, haben Sie sich wehgetan?“ hatte sie besorgt gefragt. Sabine also! Und dann hatte er zum ersten Mal ihre sanfte Stimme gehört... „Nein, alles in Ordnung, Frau... Frau Doktor.“ Sabine hatte ihren starken Retter noch einmal irritiert angeschaut und ihm dankbar zugenickt. Er hatte dabei ihren süßen Silberblick bemerkt und sie freundlich angelächelt. Günni hätte gerne noch etwas erwidert, aber da waren die beiden Frauen auch schon zur Tür hinaus gestürmt. Er hatte einen Moment gezögert, um seine Gedanken zu sortieren, dann war er ihnen schnell nachgelaufen, doch sie waren bereits um die nächste Ecke verschwunden. Aufgewühlt hatte Günni sofort den Pförtner am Eingang gefragt, wer denn die zauberhafte blonde Frau eben gewesen sei. Er hatte ihm mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen geantwortet, dass das die Frau Dr. Gretchen Haase gewesen sei, die Tochter des Hauses sozusagen. Verwundert hatte Günni das zur Kenntnis genommen. Für eine Ärztin hätte er sie nun wirklich nicht gehalten. Aber keine zehn Minuten später hatte der Pathologe erfahren, dass er mit seinen Zweifeln durchaus nicht Unrecht hatte, denn auf dem Schreibtisch seines neuen Chefs, Prof. Franz Haase, stand ein Familienfoto, welches die andere Frau zeigte. Da dieser ein Loblied auf seine Tochter sang, erfuhr Günni schließlich, dass diese in der Chirurgie arbeitete. Deshalb hatte ihn sein erster Weg nicht direkt in die Pathologie im Keller geführt, sondern zunächst mit einem kleinen Umweg in den dritten Stock. Und tatsächlich. An der Anmeldung saß SIE. Der kleine blonde Wirbelwind, der ihn durcheinander gebracht hatte. Seitdem hatte ihn sein Weg öfters in die Chirurgie geführt, wo er Sabine heimlich beobachtete, wie sie freundlich und liebevoll mit den Patienten umging, wie sie mit der blonden Ärztin scherzte, verträumt in einem Roman blätterte oder von dem arroganten Oberarzt der Station grundlos zur Schnecke gemacht wurde, was ihm jedes Mal im Herzen wehtat. Aber Günni hatte sich bis heute nie getraut, sie anzusprechen. Er zog es lieber vor, im Stillen zu schwärmen, und wartete auf einen Schritt ihrerseits. Aber sie schien ihn gar nicht wahrzunehmen. So hatte er schließlich den Mut verloren und hatte seine heimlichen Besuche auf ein Minimum reduziert. Auch wenn Günni Gummersbach gut aussah, war er im Umgang mit Frauen eher ungeübt. Das brachte wohl sein einsiedlerischer Job mit sich. Mit der Pathologie konnte man keine Frau beeindrucken. Ganz im Gegenteil! Diese bittere Erfahrung hatte er schon so oft gemacht. Aber er liebte nun mal seinen Beruf. Tote Menschen hatte etwas Faszinierendes an sich, was kaum jemand in seinem Umfeld verstehen konnte. Es hatte ihn zum Einzelgänger gemacht. Aber für ihn gab es nun mal nichts Spannenderes, als herauszufinden, warum Gott einen Menschen so urplötzlich zu sich geholt hatte. Neben der medizinischen Komponente seines sehr speziellen Berufs war die Forensik sein Spezialgebiet. Er hatte schon den einen oder anderen ungeklärten Mordfall für die Berliner Kripo aufklären können. Franz Haase hatte durch ihn wieder einen Glücksgriff für das EKH getätigt und der Charité den besten Rechtsmediziner und Pathologen weggeschnappt, den es zurzeit in Deutschland gab. Dr. Gummersbach war müde gewesen. Das Arbeitsklima in der Charité war ihm unangenehm und seine Forschungen waren ins Hintertreffen geraten. Deshalb hatte er auf einer Tagung vor ein paar Wochen einer Eingebung folgend spontan das Angebot des EKH angenommen. Aber nicht die spannende Geschichte um die Virusepidemie vor ein paar Monaten hatte für ihn den Ausschlag gegeben. Franz Haase hatte immer wieder davon gesprochen, dass dort alle eine Familie wären, jeder gleichwert wäre, vom Hausmeister bis zum Chirurgengott, und er sich voll und ganz seinen Forschungen widmen könnte. Das hatte ihn überzeugt. Doch auch wenn dieser Job spannend war, so machte er auch einsam. Günni war den ganzen Tag allein im Keller und wenn er abends in seine leere Wohnung zurückkehrte, war er auch dort wieder allein. Auch ihm fehlte etwas im Leben. Der attraktive Pathologe war jetzt dreiunddreißig Jahre alt und sehnte sich nach ein bisschen Geborgenheit und Normalität, die ihm sein Beruf nicht liefern konnte.

Als Günni durch Zufall erfahren hatte, dass „seine“ Sabine heute Geburtstag hatte, wollte er endlich die Gelegenheit beim Schopfe packen. Zielstrebig hatte er sich nach oben in den dritten Stock begeben. Als er gerade aus dem Fahrstuhl treten wollte, hatte sie plötzlich wie eine Erscheinung direkt vor ihm gestanden, mit Dr. Haase und der einen biestigen Ärztin, deren Namen ihm momentan entfallen war, im Schlepptau. Sie sah wunderschön aus in dem bunten Blümchenkleid und dem gelben Mantel, den sie sich gerade überzog. Kichernd gingen die drei Frauen an ihm vorbei in den Lift, ohne ihn auch nur anzuschauen. Günni konnte gar nicht so schnell reagieren, so hin und weg war er mal wieder von dieser faszinierenden Krankenschwester, und die Türen schlossen sich langsam wieder. Er hörte nur noch, wie die dunkelhaarige Ärztin sagte, dass das ein riesen Spaß werden würde, und wie ihre blonde Kollegin skeptisch erwiderte, dass Speeddating eigentlich nicht so ihr Ding wäre... und dann waren die Türen auch schon endgültig zugefallen. Speeddating? Günni schaltete schnell. Er legte den Blumenstrauß, den er hinter seinem Rücken versteckt hatte ins Stationszimmer auf ihren Platz, dann rannte er zum Treppenhaus und nahm zwei Stufen gleichzeitig. Kurz nach den drei Damen hatte auch er das Erdgeschoss erreicht. Er lief ihnen unbemerkt hinterher. Sie stiegen in ein Taxi. Er nahm sich das nächste und beauftragte den Fahrer, der ihn ungläubig mit großen Augen anstarrte, dem anderen Wagen zu folgen. Als er wenig später das kleine französische Restaurant betrat, hatte sich seine Angebetete schon in die hinterste Ecke verzogen. Er wollte zu ihr, aber jemand anderes war leider schneller als er. Die aufdringliche Gastgeberin wies ihm schließlich einen anderen Tisch zu. Und so verstrich der Abend und Kandidatin um Kandidatin, aber er kam einfach nicht an Sabine heran. Er hätte zwar schon eher einmal die Gelegenheit gehabt, zu ihr zu gehen, aber dann hatte er gesehen, wie sie sich angeregt mit einem sehr attraktiven braungebrannten Mann unterhielt. Sie schienen sich gut zu verstehen und hielten sogar eine Weile Händchen miteinander. In diesem Moment wollte Günni schon enttäuscht aufgeben und gehen. Aber dann hatte er eine Weile fasziniert beobachtet, wie sich die blonde Assistenzärztin und ihr Oberarzt belauerten. Die Anspannung war förmlich im ganzen Raum zu riechen. Die Funken flogen in alle Richtungen umher und es knisterte gewaltig, als säße man vor einem großen Lagerfeuer. Die beiden kämpften um ihre Liebe, zwar mit unfähren Mittelchen, aber sie kämpften. Günni beschloss daraufhin, diese eine Chance hier nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Was hatte er schon zu verlieren? Und sein Mut wurde endlich belohnt. Er war nur noch einen Tisch von Sabine entfernt gewesen, als er zum ersten Mal bemerkte, wie sie öfters verstohlen zu ihm herüber sah und das lag sicherlich nicht an der unangenehmen Situation, dass ihr ihr griesgrämiger Chef gegenübersaß und sie die ganze Zeit aus welchen Gründen auch immer auslachte. Nein, Günni spürte deutlich, dass etwas Besonderes in ihrem Blick lag. Und jetzt, da er ihr direkt gegenübersaß, war die gegenseitige Anziehung noch deutlicher. Aber sie machte ihn noch zusätzlich nervöser, so dass er bald alles vergessen hatte, was er ihr noch vor Stunden sagen wollte. Da nahm er plötzlich das kleine Paket wahr, das er noch immer auf seinem Schoss liegen hatte. Günni nahm daraufhin all seinen Mut zusammen und sprach seine Angebetete an...

Lorelei Offline

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13.09.2010 11:14
#725 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

GG: Herzlichen Glückwunsch, Schwester... äh... Fräulein Vögler.
S (schaut ihn irritiert an): Wie... Wieso?
GG (reicht ihr lächelnd das kleine Paket): Das... das ist für Sie. Sie ... Sie haben doch heute Geburtstag, nicht?
Er hat an meinen Geburtstag gedacht? Oh! Wie zuvorkommend! Wie bei Dr. Rogelt Bd. 2, „Kann denn Liebe Sünde sein“, als Renee Monikwe völlig überraschend... Egal! Nicht ablenken lassen, Sabine! Diesmal nicht.
S (überrascht): Ja, aber woher.... woher wissen Sie das?
GG (lächelt charmant): Ich habe Sie heute Morgen mit einer großen Tortenschachtel kommen sehen. Und dann hat der Pförtner Ihnen gratuliert und da war mir klar, dass ... dass Sie... ähm... *räusper* .... Ja, und da habe ich mir erlaubt, Ihnen ein kleines Präsent zu besorgen, Fräulein Vögler.
Hach... Wie romantisch!
S (errötet u. nimmt das Geschenk in ihre Hand): Oh! Da... Danke!
GG: Gern geschehen!
Oh ist das aufregend!
S (rüttelt daran, um herauszufinden, was sich darin befindet): Was ist es denn?
GG (fährt sich nervös über seine Haarstoppeln u. schaut verlegen auf den Tisch): Äh... Also ... ich.... ich hoffe, es ist das Richtige. Also ich meine, nicht, dass sie das schon haben. Äh... ich habe den Kassenbon noch, den kann ich Ihnen gerne geben, wenn Sie...
S (schaut ihn beruhigend an): Lassen Sie mich doch erst einmal schauen. Dann sehen wir weiter.
GG (schaut sie mit zusammengekniffenen Lippen beschämt an): Ja.

Sabine riss mit zitternden Händen das bunte Geschenkpapier auf und machte große Augen, als sie erkannte, was sich darin befand...

S (überwältigt): Oh! Aber das.... das wäre wirklich nicht nötig gewesen, Herr... Herr Doktor .... Gummersbach. Wir.... Wir kennen uns doch gar nicht.
GG (grinst verschmitzt): Noch nicht! Aber das können wir doch jetzt nachholen. Dafür ist der Anlass hier doch da, Sabine. Ich darf doch Sabine zu Ihnen sagen?
S (errötet, als sie ihm die Hand erneut reicht u. ihm zunickt): Natürlich!
GG (schüttelt ihre zitternde Hand u. hält sie einen Moment länger fest, als es nötig gewesen wäre): Nennen Sie mich doch einfach Günni.
Günni! Hach...
S (zieht kichernd ihre Hand zurück, legt sie auf ihren Schoss u. streicht mit ihrer anderen über die Stelle, die GG gerade berührt hat): Gerne! Wo...woher wussten Sie eigentlich, dass wir.... Oh! Sie... Sie waren vorhin auf Station und haben uns gehört, nicht?
Er stand am Aufzug. Warum ist er mir nicht schon eher aufgefallen?
GG (errötet leicht): Genau! Und ich dachte schon, Sie hätten mich wieder nicht bemerkt.
S (verwirrt): Wieder?
GG (stammelt nervös): Äh... Ach nichts. Ich... ich wollte zu Ihnen. Also vorhin. Ich... ich hatte gehört, dass sie im Stationszimmer eine kleine Feier veranstalten und da dachte ich, ich... ich könnte vielleicht mal vorbeischauen.
S (lächelt): Echt?
GG (hat sich wieder gefangen u. schaut sie nun direkt an): Wäre ich Ihnen sonst bis hierher gefolgt?
Oh! Wie romantisch! Das ist ja wie in Dr. Rogelt, Bd. 12, „Der heimliche Verehrer“. Ach Quatsch! Dr. Gumm... äh... Günni ist doch kein heimlicher Verehrer. Ich hatte noch nie einen Verehrer, weder heimlich, noch überhaupt. Und so gut, wie der aussieht, kann er doch eigentlich jede haben. Also was will er von mir?
S (wird unsicher): Aber .... wieso?
GG: Weil ich Sie kennen lernen möchte, Sabine.
Ehrlich? Das kann ich gar nicht glauben. Wieso sollte er mich, ausgerechnet mich, kennen lernen wollen? Hmm... Aber wieso schenkt er mir dann die goldene Sonderedition der ersten drei Bände von Dr. Rogelt mit dem weinroten Samteinband und dem bisher unveröffentlichten Zusatzkapitel über das dunkle Leben von Monikwe vor ihrer ersten Begegnung mit Dr. Rogelt, die es erst seit heute zu kaufen gibt. Die hätte ich mir doch heute auch noch selber geschenkt, wenn mich die Frau Doktor und die Frau Doktor nicht hierher gelotst hätten. Das ist schon irgendwie charmant, aber gleichzeitig auch sehr irritierend. Wieso will er gerade mich kennen lernen? Die Oberärzte des EKH fliegen doch in der Regel auf die Frau Doktor und nicht auf unscheinbare Schwestern. Ich... bin... verwirrt.
S: Aber wieso?
GG (lächelt sie an): Weil ich Sie für eine unglaublich faszinierende Persönlichkeit halte.
Ob Dr. Meier ihn auf mich angesetzt hat, um mich zu veralbern? Ist er deshalb so schnell verschwunden und hat mich so komisch angeschaut?
S (ungläubig): Mich?
GG: Ja!
S (funkelt ihn an): Also wenn Sie mich verhohnepiepeln wollen, das können Sie sich...
GG (wiegelt getroffen ab): Nein, mit Nichten, Sabine. Ich komme mit ehrlichen Absichten.
S: Wirklich?
Ich muss meine Karten befragen! Mist! Die liegen noch im Stationszimmer. Und mein Horoskop? Was stand da noch mal genau drin? Überraschung, Überraschung,... Nein! „Ein bekannter Unbekannter betritt heute ihre Welt... Nein, ... wird Ihnen eine neue Welt zeigen. Die Tore stehen weit offen. Lassen Sie das Schicksal nicht einfach so vorüber ziehen. Nutzen Sie die Chance, die sich Ihnen bietet. Er könnte der Richtige sein.“ Oh ... mein ... Gott!
GG (blickt sie sanft an): Ich wollte Sie schon seit meinem ersten Tag im EKH kennen lernen, Sabine, als Sie in meine Arme gestolpert sind.
S (überrascht): Oh! Sie... Sie waren das?
Es war doch Schicksal!
GG (lächelt): Ja!
Wieso hab ich das nicht gemerkt? Der Sturz hatte doch gewissermaßen etwas Magisches an sich. Hmm... Ach, da war Neumond oder? Die Sterne standen gerade äußerst ungünstig über dem EKH und ich hatte an dem Tag noch nicht mein Horoskop gelesen. ... Mein Horoskop?
S: Darf ich fragen, was Sie von Sternzeichen sind, Günni?

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