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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

21.08.2010 20:05
#676 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc lief vor Wut schnaufend die Gänge zur Chirurgie hinunter, hielt kurz vor dem OP-Plan, den er sich rasch durchlas und darauf sah, dass gleich eine Hüftgelenkoperation anstehen würde. Die perfekte Gelegenheit, um sich bei ein paar Handwerkerarbeiten abzureagieren, dachte der aufgebrachte Chirurg und drehte sich um und lief schnurstracks Richtung Aufzug. Mit Schwung öffnete er einige Minuten später die Tür zum OP-Vorraum, wo Gretchen und Sabine schon auf ihren Oberarzt warteten. Seine Assistenzärztin wollte Marc erst freudestrahlend mit einem kleinen Küsschen begrüßen, aber erkannte in der Bewegung, dass er anscheinend auf 180 war und hielt sich sicherheitshalber zurück. Wie mies er wirklich drauf war, sollte sie einige Augenblicke später erfahren, als er während der Operation sein OP-Team grundlos und in bester Oberarschmanier runterputzte. Argwöhnisch beobachtete Gretchen ihren tobenden Freund, der diesmal alle Handgriffe selber machen wollte und sie lediglich die Sauger halten ließ. Nur so konnte er sich im Moment abregen und wenigstens für eine Stunde vergessen, was passiert war, aber die blonde Assistenzärztin verstand wieder einmal die Welt nicht mehr. Was war nur vorgefallen in der kurzen Zeit, in der er weg war, dass er jetzt völlig außer sich war und mal wieder alle anderen, und v.a. Schwester Sabine, deswegen zusammenschiss? Nachdem die Schrauben des neuen Hüftgelenks von Herrn Huber festgeschraubt waren, überließ der zornige Oberarzt wortlos die Naht seiner Assistenz und verließ unter den ungläubigen Blicken seiner Kollegen den OP.... Welche Laus ist dem denn über den Weg gelaufen? fragte sich Dr. Haase, als sie die OP-Naht setzte. Nach getaner Arbeit verließ sie ebenfalls schnell den OP-Bereich. Sie hatte Glück. Gretchen erwischte ihren Marc noch vor dem Fahrstuhl und zog ihren überrumpelten Freund an der Schulter zurück auf den Gang, als er diesen gerade betreten wollte. Sofort zeterte er los...

MM: Sag mal, spinnst du!
G (stemmt ihre Hände an ihre Hüfte u. faucht in derselben Lautstärke zurück): Das könnte ich dich auch fragen.
MM: Bitte?
G: Kannst du mir mal erklären, was das gerade im OP sollte? Ich dachte, die Zeiten sind vorbei, in denen du deinen Frust an uns auslässt.
MM (verschränkt die Arme u. funkelt sie an): Tja falsch gedacht. Ihr würdet doch keinen Finger krumm machen, wenn ich euch nicht triezen würde.
Eh! Also jetzt reicht’s!
G (stinksauer): Wie bitte? Du hast doch alles in einem Mordstempo allein erledigt, bevor überhaupt jemand etwas fragen, geschweige denn tun konnte. Du bist unser Ausbilder und...
MM (fällt ihr ins Wort): Spar dir deinen Vortrag, Haasenzahn! Beschwer dich doch bei deinem Papa! Ich geh jetzt eine rauchen.
Also das ist ja wohl die Höhe! So nicht, Marc Meier, Oberarsch!

Marc drehte sich wieder um und hämmerte mehrmals auf die Taste, um den Aufzug zu rufen. Fassungslos schaute Gretchen ihren Freund an und baute sich erneut vor ihm auf. Einige Kollegen und Patienten waren mittlerweile stehen geblieben und beobachteten amüsiert die Meier-Haaschen „Ehestreitigkeiten“....

G (tippt ihm wütend mit dem rechten Zeigefinger auf seine Brust): So nicht, mein Lieber! Du gehst nirgendwohin, bevor du mir nicht gesagt hast, was mit dir los ist.

Marc ließ sich von Gretchens harscher Ansage nicht aus der Ruhe bringen und funkelte seine wütende Freundin stattdessen sauer an, da er die neugierigen Blicke in seinem Nacken spürte...

MM (drängt sie mit seinem Körper gegen die Stahltüren): Sag mal, wie redest du eigentlich mit mir? Hier im Krankenhaus bin ich immer noch dein Oberarzt ja.
Der sich mal wieder wie ein Hornochse benimmt.
G: Dessen bin ich mir durchaus bewusst, Marc. Daran musst du mich nicht ständig erinnern. Aber ein bisschen mehr Respekt deinen Kollegen gegenüber würde ich schon vom Stationsleitenden Oberarzt der Chirurgie erwarten. ...(einige Kollegen stimmen ihr bei u. beginnen zu klatschen; G u. MM schauen sich verwirrt um, dann sich wieder an) .... Was ist los mit dir? Vorhin war doch noch alles in Ordnung.
MM (beruhigt sich langsam wieder u. dreht sich so, dass er ihr ins Ohr flüstern kann, um weitere Aufmerksamkeit zu vermeiden): Ja, das war es. Und ich würde es vorziehen, wenn du deine Beziehungsgespräche oder was auch immer besser auf zuhause verlegst oder gleich ganz bleiben lässt. Hab keinen Bock, dass wieder irgendein Mist rumgeht.
G (eine kleine unsichtbare Rauchwolke steigt über ihrem Kopf auf): Also das ist ja wohl.... Ich habe nur freundlich gefragt, welches Problem du hast. Und dass du eins hast, ist offensichtlich. Du bist doch derjenige, der hier grundlos hochgeht wie eine Rakete.
MM (beugt sich zu ihr vor u. kommt ihr dabei gefährlich nahe): Grundlos ja?
G (rückt irritiert ein Stück zur Seite u. schaut ihn an): Ja!? Vielleicht solltest du endlich mal lernen, deine Probleme nicht im OP auszutragen, sondern darüber zu reden.
Hab ja bei Mehdi gesehen, was Reden bringt! Nämlich nix!
MM: Boah lass dein Hausfrauengeschwafel ja! Da hab ich jetzt echt keinen Bock drauf.
G: Sag mal, kann es sein, dass du es geradezu drauf anlegst, mit mir zu streiten, hmm?
MM: Ja, wenn du mich nicht endlich in Ruhe lässt.
G (enttäuscht): Ach so ist das? Der werte Herr Oberarzt fühlt sich von mir mal wieder tierisch genervt ja? Dann werde ich dir deine so sehr gewünschte Ruhe gerne geben. Ich werde dich nämlich die nächsten Tage nicht wieder ansprechen...... und anrühren. Pah!

...fügte die blonde Frau noch leise hinzu, drehte sich dann schwungvoll um und lief wütend den Gang der Chirurgie hinunter. Marc schaute ihr nicht hinterher und war froh, dass im selben Augenblick endlich der Fahrstuhl kam und er darin verschwinden konnte. Ungläubig blickten die unfreiwilligen Zuschauer des Meier-Haaschen Schauspiels in beide Richtungen den zwei Ärzten hinterher. ... Besser als das Fernsehprogramm hier, sagte einer der Patienten schmunzelnd, als sich die Aufzugtüren schlossen und der uneinsichtige Oberarzt in den stählernen Katakomben verschwand. Marc fuhr bis in den 7. Stock hoch, stampfte dann noch immer auf 180 durch die Cafeteria zur Dachterrasse und rauchte dort eine Beruhigungszigarette nach der anderen. Sexelnde Eltern, ein depressiver Freund und eine nervige und eingeschnappte Freundin, wie viel sollte er denn heute noch ertragen, dachte er verzweifelt, als er über die Brüstung runter auf den Parkplatz schaute. Doch Marc Meier blieb nicht lange allein auf der Dachterrasse....

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

22.08.2010 13:20
#677 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen! Ich soll das also wieder geradebiegen, hmm? Ich glaube, da ist erst mal jemand anders dran, der was gerade zu biegen hat und dann sehen wir weiter. Schönen sonnigen Sonntag! Lorelei




Sein Vater hatte den Weg dorthin gefunden, nachdem er auf der Chirurgischen Station auf eine ziemlich wütende Assistenzärztin getroffen war, die er zögerlich nach seinem Sohn gefragt hatte, ohne auf den peinlichen Zwischenfall zu sprechen zu kommen, der für die unbändige Wut von Marc verantwortlich war. Gretchen hatte ihm mitgeteilt, dass er wohl oben eine rauchen würde und hatte ihn darauf hingewiesen, dass er ganz, ganz miese Laune hätte. Und bevor er sich nicht wieder beruhigt hätte, sollte er sich auch nicht wieder bei ihr blicken lassen, hatte sie ihrem Schwiegervater in spe noch mitgegeben. Olivier konnte sich denken, dass er wohl der Grund für die Meier-Haaschen Unstimmigkeiten war und hatte ihr mit einem eher gekünstelten Lächeln gesagt, dass er das schon wieder hinbiegen würde. Aber wie er das anstellen sollte, wusste der Professor nicht. Langsam schritt er auf seinen Sohn zu, der mit dem Rücken zu ihm an der Brüstung lehnte und in die weite Landschaft schaute. Er stellte sich neben ihn und sprach ihn schließlich vorsichtig an...

O: Marc, können wir reden?
M (kalt u. ohne ihn anzuschauen): Verschwinde!
O (fleht ihn an): Marc, ich bitte dich!
M (dreht sich dann doch zu ihm um u. funkelt ihn böse an): Und ich bitte dich zu gehen. Ist das angekommen?
O: Aber...
M (dreht sich wieder um u. spricht mit kalten Worten): Ach und ich wäre dir sehr verbunden, wenn du bei uns deine Sachen packen würdest.
Ich will dich nicht mehr sehen.
O (entsetzt über seinen Sturkopf): Du... du schmeißt mich raus? Aber das kannst du doch nicht machen.
M (entschlossen): Doch kann ich! Bis heute Abend bist du weg.
O: Marc, findest du das nicht etwas übertrieben, nur weil ich mit deiner...
M (dreht sich blitzschnell um u. fällt ihm aufgebracht ins Wort): Wag es ja nicht, das auch nur in den Mund zu nehmen!
O: Also dass gerade du jetzt einen auf Moralapostel machst, das kann ich kaum glauben.
Moralapostel? Sag mal, hakt’s? Wieso rafft er das nicht?
M (zynisch): Siehst du, in mir stecken noch viele verborgene Talente. Und jetzt verschwinde endlich! Ich will dich nicht mehr sehen.
O (sucht verzweifelt seinen Blick): Marc, ich liebe sie.
Ich hab’s befürchtet.
M (fassungslos): Was? Nach all dem, was sie uns angetan hat, liebst du sie noch? Das... das ist doch krank.
O (versucht sich zu erklären): Ja, sie hat Fehler gemacht, das gebe ich zu. Große Fehler sogar, die sie aber heute zutiefst bereut. Es ist an der Zeit, dass wir die alten Geschichten endlich ad acta legen. Wir haben viel zu lange in der Vergangenheit gelebt.
Nee, so einfach läuft das nicht.
M (schüttelt ungläubig den Kopf): Ich fass es nicht! Du bist wieder auf sie reingefallen, auf ihr scheinheiliges Getue, ihr angebliches schlechtes Gewissen und was weiß ich noch, womit sie dich um den Finger gewickelt hat.
Ich hasse sie dafür!
O: Wir haben lange geredet und ich habe ihr verziehen.
Geredet klar!? Hab ich gesehen!
M: Ja, und wie du ihr verziehen hast, das musste ich ja leider alles mit ansehen. Ihr seid so widerlich!
O (versucht sich zu verteidigen): Das ist halt irgendwie passiert. Du kennst das doch. Die alte Leidenschaft war mit einem Schlag wieder da und...
Boah! Ich könnte kotzen.
M (hebt abwehrend die Hände u. weicht einen Schritt zurück): Bitte erspar mir die ekligen Details. Mir ist schon schlecht genug.
O: Du solltest mit ihr reden, Marc, und dir anhören, was sie zu sagen hat.
Das habt ihr euch schön ausgedacht. Aber nicht mit mir. Ich bin nicht so blöd wie du.
M (verschränkt die Arme u. blockt ab): Niemals!
O: Junge, deine Mutter hat verstanden, dass sie falsch gehandelt hat. Es tut ihr unsagbar leid. Glaub mir! Sie will sich wirklich mit dir aussprechen.
M (trotzig): Aber ich mich nicht mit ihr. Es ist alles gesagt. Das weißt du doch. Ich will ihre Lügen nicht hören.
O: Das hat sie ehrlich gemeint.
M (schüttelt ungläubig den Kopf): Ehrlich? Das Wort existiert gar nicht in ihrem Wortschatz, Dad. Du siehst sie einmal nach zig Jahren, vögelst ein bisschen mit ihr rum und bist total vernebelt von ihr und ihrer beschissenen Art. Dad, du kennst sie doch gar nicht.
O: Doch! Ich hab es in ihren Augen gelesen, Marc. Das war die alte Elke, die die ich immer...
Dem ist echt nicht zu helfen. Verknallt der sich wieder in diese... diese Ziege!?
M (fällt ihm ins Wort): Du bist so ein Idiot. Die alte Version gibt es schon lange nicht mehr. Die gab es schon nicht mehr, als du damals deine Koffer gepackt hast. Wieso kapierst du das denn nicht?
O: Ich habe sie immer geliebt, Marc.
Boah! Ich glaube das alles nicht. Das ist doch jetzt ne schlechte Telenovela oder?

Alten Wunden brachen wieder bei Marc Meier auf. Wenn sein Vater nicht so ein elender Feigling gewesen wäre, dann hätten sie vielleicht schon viel eher wieder Kontakt haben können, dachte er aufgewühlt...

M: Wenn das so ist, wieso bist du dann nicht schon viel eher zurückgekehrt?
O (senkt seinen Blick): Ich weiß es nicht. Vielleicht weil ich Angst hatte vor eurer Reaktion.
M: Siehst du! Weil du genau weißt, wie sie in Wirklichkeit ist. Sie tut dir nicht gut. Sie tut niemanden gut. Deshalb will ich auch nicht... Ich dachte, du hättest das verstanden, Dad?

Marc schmiss seine Kippe über die Brüstung, schaute seinem Vater noch einmal traurig in die Augen und drehte sich schließlich um, um zu gehen. Olivier versuchte seinen Sohn noch aufzuhalten und hielt ihn an der Schulter fest...

O (schaut ihm direkt in die Augen): Marc, ich... Es ist eh... Sie will mich nicht.
M (lacht spöttisch auf u. reißt sich von ihm los): Tja, Sex und hopp! Das war schon immer ihr Lebensmotto. Ich hoffe, das war dir eine Lehre.

Marc ließ seinen verzweifelten Vater daraufhin stehen, öffnete die Glastür und betrat die Cafeteria, die er schnellen Schrittes durchquerte. Olivier blieb wie erstarrt auf der Terrasse zurück und schaute ihm nach. Hatte Marc etwa Recht? War das alles nur ein Spiel von ihr gewesen? Aber er hatte doch die tiefe Verbindung gespürt. Das war doch wie früher in den Anfangsjahren ihrer Beziehung gewesen. Das war kein Fehler. Nein, das war es nicht. Und das würde er seinem geliebten Mokkapralinchen auch schon noch beweisen. Und seinem Sohn ebenfalls. Olivier Meiers Entschluss stand fest: Er wollte seine Familie zurück.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

22.08.2010 19:35
#678 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Danke für eure aufrichtigen Worte. Eure Meinung bedeutet mir sehr viel. LG Lorelei




Nach dem stürmischen Wiedersehen mit ihrem Ehemann war Elke Fisher aufgewühlt und völlig durcheinander nach Hause gefahren. In ihrer Küche schenkte sie sich ein Glas Rotwein ein und ging dann damit direkt in ihr Büro, schloss die Tür hinter sich und dann die Gardinen und blieb im Dunkeln vor ihrem Laptop am Schreibtisch sitzen. Wie konnte das nur passieren? Wie konnte sie sich nur so gehen lassen? Ausgerechnet mit IHM? Warum musste sie nur seinem unwiderstehlichen Charme erliegen? Schon beim Kuss hätte sie abbrechen sollen. Damit rückte eine Versöhnung mit Marc Olivier sicherlich in weite Ferne, dachte die Erfolgsautorin verzweifelt und nahm einen Schluck aus ihrem Weinglas. Genau aus diesem Grund hatte sie ihren Oli auch abgewiesen. Eltern, die ihre Hormone nicht im Griff hatten, war das Letzte, was ihr Junge jetzt gebrauchen konnte. Seinen schockierten Blick würde sie mit Sicherheit nie wieder vergessen. Wie sollte sie jetzt überhaupt noch an ihn herankommen? Marc Olivier verabscheute sie doch sicherlich für das, was sie getan hatten. Aber warum hatten sie es überhaupt getan? Sie wusste es nicht. Elke redete sich ein, dass das, was sie mit Olivier erlebt hatte, einfach nur Erinnerungen waren, die alter Vertrautheit und Nähe von damals, mehr nicht. Das hatte nichts zu bedeuten. Sie waren nicht mehr dreizehn Jahre alt. Sie waren keine verliebten Teenys mehr. Sie mussten vernünftig sein. Für ihren Sohn, der ihretwegen schon so viel durchgemacht hatte. All das redete sie sich ein, während ihr immer wieder die Bilder von heute Mittag durch den Kopf gingen und sie ungläubig den Kopf schütteln musste, aber auch ein zaghaftes Lächeln verirrte sich in ihr Gesicht. Aber warum hatte sie sich dann wie ein verknallter Backfisch gefühlt? So lebendig, jung und wahnsinnig attraktiv. Die pure Leidenschaft, die unbändige Lust, die aufregende Erotik dieses unglaublichen Moments, sie spürte es immer noch in jeder Faser ihres Körpers. Schon lange hatte sie sich nicht mehr so frei gefühlt und auch irgendwie glücklich. Diese Gefühle hatte bisher immer nur einer bei ihr ausgelöst. Ihr Corazón. Elke seufzte einmal laut auf, schaltete dann ihren Computer an, trank noch einen Schluck und stellte das leere Weinglas dann auf dem Schreibtisch ab, rief schließlich ein leeres Worddokument auf und begann wie in Trance zu schreiben...... „Wie erstarrt blickte Monique in das Gesicht ihrer großen und einzigen Liebe, die ihr solange verwehrt geblieben war. Hatte ihre Liebe wirklich noch eine Chance oder war es dafür nicht schon längst zu spät?“

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.456

23.08.2010 12:16
#679 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Während Elke Fisher ihre Schreibblockade überwand, Olivier Meier nachdachte, wie er seine Frau zurückerobern und gleichzeitig seinen Sohn mit ihr versöhnen konnte und Marc Meier noch immer völlig fassungslos und wütend durch die Gänge des EKH schlurfte und nicht wusste, was er im Moment denken sollte, saß Gretchen Haase bei einer Tasse Kakao und Keksen am runden Tisch im Stationszimmer und grübelte darüber, was wohl in ihren Freund gefahren war, dass er sie so herablassend und abweisend behandelte. Dafür gab es doch überhaupt keinen Grund. Sie hatte nichts falsch gemacht. Er war hier derjenige, der völlig durchgedreht war, warum auch immer. Heute Morgen war doch noch alles in Ordnung gewesen. Er hatte sich doch nur küssend und sehr charmant kurz in die Pause verabschiedet, weil er sein Handy zuhause vergessen hatte. Gretchen konnte sich nicht wirklich Marcs plötzliche Verhaltensänderung um 180 Grad erklären. Irgendetwas musste auf dem Weg zu ihrer gemeinsamen Wohnung vorgefallen sein. Aber was? Und wieso redete er nicht mit ihr darüber? Stattdessen fiel er wieder in alte Muster zurück. Olivier, der auf der Suche nach ihm vorhin im Stationszimmer vorbei geschaut hatte, war auch so seltsam gewesen. War er die Wurzel allen Übels? Hatten sich die beiden etwa gestritten? Aber warum? Sie waren doch in letzter Zeit ein Herz und eine Seele gewesen. Und wieso ließ Marc seine schlechte Laune dann mal wieder an ihr aus? Die blonde Ärztin seufzte laut und zog damit die Aufmerksamkeit von Maria Hassmann auf sich, die gerade etwas aus ihrem Fach geholt hatte und auf dem Sprung war, und von Schwester Sabine, die an der Theke in ihrer Horoskopzeitschrift blätterte und sich jetzt neugierig zu ihr umdrehte...

S (besorgt): Alles in Ordnung, Frau Doktor?

Die blonde Krankenschwester hatte den aufbrausenden Dr. Meier im OP ja hautnah und in Farbe miterlebt und konnte sich denken, was die junge Ärztin gerade beschäftigte. Auch die Neurochirurgin ahnte, warum ihre Kollegin so nachdenklich wirkte, und pflanzte sich dreist neben sie und sprach sie unvermittelt an...

MH: Was hat er diesmal angestellt? Rumgepöbelt, alle zur Schnecke gemacht und dich stehen gelassen?
S (setzt sich ebenfalls zu den beiden an den Tisch u. stibitzt G einen Keks): Ja, etwa in der Reihenfolge.
Also... das ist ja wohl....
GH (wird abrupt aus ihren Gedanken gerissen u. schaut empört auf): Sabine!
S (klein mit Hut): Entschuldigung.
MH (schüttelt den Kopf): Der wird sich nie ändern.
GH (verteidigt ihn trotzdem): Doch hat er. Er hat nur... Probleme!?
Wenn ich nur wüsste welche! Wieso redet er nicht mit mir darüber? Ich dachte, mittlerweile würde er mir vertrauen. Anscheinend nicht!
MH (hebt eine Augenbraue u. schaut sie skeptisch an): Ja, sein riesiges Ego und null Taktgefühl.
S (kaut langsam auf ihrem Keks u. schaut G unschuldig an): Und Menschlichkeit.
Ihr kennt ihn doch gar nicht, so wie ich ihn kenne. Er ist lieb, einfühlsam, zärtlich, romanisch... An seinen guten Tagen.
GH (beleidigt): Also... jetzt hört auf damit!
MH: Jetzt mach dich mal nicht so klein, Gretchen. Du nimmst ihn schon wieder in Schutz, obwohl er anscheinend mal wieder scheiße gebaut hat.
Tue ich doch gar nicht!
S: Eben!
MH (funkelt S böse an): Hab ich Sie um ihre belanglose Meinung gefragt?
S (zuckt zusammen u. schaut betreten auf die Tischplatte u. den fast leeren Keksteller): Entschuldigung, Frau Doktor.
GH (nimmt sich noch einen Keks, den sie schnell herunterschluckt, u. seufzt): Wieso können Männer nie über ihre Probleme reden und lassen ihren Frust immer an uns aus?
MH: Weil sie Männer sind! Ist genetisch bedingt. Die Evolution hat nicht vorhergesehen, dass die mal ihr Maul aufbekommen. Sie sind aufs Jagen und Poppen ausgerichtet worden. Sicherung der Population, du verstehst schon! Sie sitzen ihre Probleme aus und schweigen darüber oder schieben ihren Frauen die Schuld in die Schuhe. Dann sind sie das Problem los und unsereiner schlägt sich dann damit rum. So wie du jetzt, obwohl du nicht mal weißt, welche Mücke ihn gestochen hat.
GH (sarkastisch): Danke für die ausführliche Analyse, Maria.
MH (grinst G schief an u. nimmt sich einen Keks von ihrem Teller): Immer wieder gern.
GH (schaut sie böse an, weil sie ihr den letzten Keks geklaut hat): Marc hat sich schon gebessert, wirklich. Er ist eigentlich nicht mehr der Stinkstiefel von früher. Er hat nur einen schlechten Tag heute.
Warum auch immer?
MH (bleibt skeptisch u. schüttelt den Kopf): Klar!?
Tja, bei ihr trifft das Sprichwort eindeutig zu: Liebe macht blind.

GK (spöttisch): Träum weiter, Gretchen! Marc Meier wird sich nie ändern.

Gaby Kragenow war gerade in der Umkleide gewesen, als sie durch die angelehnte Tür auf die illustere Frauenrunde im Schwesternzimmer aufmerksam wurde und es nicht lassen konnte, auch ihren Senf über die Männerwelt abzugeben. Die drei Frauen drehten sich synchron zu der brünetten Krankenschwester um, die am Türrahmen lehnte und sie abfällig musterte...

GH (fühlt sich angegriffen): Gaby, du solltest langsam mal damit aufhören, ständig deine Geschichte mit meiner zu vergleichen.
Das hab ich doch schon längst, du hohle Nuss! (GK)
GK: Und du solltest endlich mal deine rosarote Brille abnehmen. Typen wie den kann Frau nicht ändern, nicht mal eine... (schaut sie spöttisch an) ... Heilige Theresa wie du.
Blöde, frustrierte, eifersüchtige Kuh! Kann die nicht endlich mal Marc loslassen und sich einen neuen suchen, den sie quälen kann? (GH)
GH (eingeschnappt): Mit dir rede ich doch gar nicht darüber!
GK (lacht u. musterte S u. MH von oben herab): Dafür aber mit den Klatschnasen des EKH?
MH (sauer): Bitte?
S (ebenfalls eingeschnappt): Ich tratsche nicht!
Klar!? (GH, GK, MH)
GK (grinst): Natürlich! Das übernehmen deine Spione, Stasisabsi.
S (dreht sich wütend mit ihrem Stuhl um u. faucht sie an): Also Gaby, wenn du Frust schiebst, dann lass den bitte bei jemand anders aus ja. Ich hab dir doch gar nichts getan.
Wow! So aufbrausend kenne ich Sabine gar nicht! (GH)
Respekt, Schwester Sabine, das hätte ich nicht besser sagen können. Wird Zeit, dass mein Mehdi die dumme Nuss endlich rausschmeißt. Die stört eindeutig die Stimmung hier. (MH)

MH (nickt anerkennend): Schwester Sabine, ich bin beeindruckt.
S (fühlt sich geschmeichelt u. streicht sich übers Gesicht): Oh! Danke, Frau Doktor!
Boah ich könnte kotzen! Muss sich dieses Miststück eigentlich immer und überall bei jedem einmischen? Ich hasse es. Ich hasse sie. Und lass gefällig deine schmierigen Finger von meinem Mehdi! Du kriegst ihn nicht. Er gehört mir. (GK)
GK (faucht ihre Konkurrentin bissig an): Warum müssen Sie eigentlich neuerdings überall ihren Senf dazugeben?
MH (überrascht über ihre Dreistigkeit): Bitte? Also ich kann mich nicht daran erinnern, mit Ihnen ein Gespräch angefangen zu haben.
GK (verschränkt die Arme u. mustert sie abfällig): Daran hab ich nun wirklich kein Interesse.
Hier in der Klinik ist definitiv kein Platz für uns beide! Such dir doch endlich deinen beschissenen Millionär und schieb Leine! Was willst du eigentlich von Mehdi? (GK)
MH (schnippisch): Ja, was machen Sie dann noch hier? Hat nicht irgendwo ein Säugling in die Windel geschissen? Da ist die Tür...
Ich bring sie um! (GK)
GK (aufgebracht): Eh! Sie... Sie...
Was haben die beiden eigentlich für ein Problem miteinander? (GH)
GH (schaut zwischen den beiden hin u. her u. versucht zu schlichten): Mädels, bitte, ich hatte heute schon genug Streit auf Station.
GK (richtet ihren Blick jetzt auf GH): Ja, davon tratscht schon die ganze Klinik.
GH (peinlich berührt): Äh... Das ... das geht rum?
Oh Gott! (GH)
GK (mit amüsierten, leicht abfälligen Blick): Du hättest vielleicht nicht in aller Öffentlichkeit vorm Fahrstuhl deine Beziehungsprobleme besprechen sollen.
GH (schnauft laut auf u. blickt sie böse an): Ich habe keine Beziehungsprobleme.
GK (spöttisch): Sicher!?
GGGRRRR!!! Diese Frau ist echt die Pest! Wir haben keine Probleme, nur ääähhh.... Meinungsverschiedenheiten..... glaube ich. Ich weiß nur noch nicht warum. Aber das finde ich schon noch heraus. (GH)
GH (stinksauer): Also.... das ist ja wohl...
Touché! Hihi! Ihr passt so gut zusammen. Klops und Gockel! Tzz... (GK)

Gaby schnappte sich einen Apfel aus der Schüssel, die auf dem Tisch stand, zwängte sich schelmisch grinsend an den drei Frauen vorbei, warf Maria dabei noch einen bitterbösen „Ich-behalte-dich-im-Auge!“-Blick zu und verabschiedete sich dann aus dem Stationszimmer...

GK: Schönen Tag noch!
MH (faucht ebenso böse zurück): Ja, Sie mich auch.
Ich weiß auch nicht, ich kann dieses Miststück einfach nicht ausstehen. (MH)
GH (blickt GK noch kurz hinterher, dann wendet sie sich wieder ihren Freundinnen zu): Also nur weil sie gerade keinen Partner hat, muss sie meine Beziehung nicht gleich schlecht reden. Ich... wir sind glücklich.
S: Da bin ich mir nicht so sicher.
GH (fassungslos über ihre Aussage): Was? Aber wir sind wirklich glücklich!
S (lächelt G an): Das weiß ich doch, Frau Doktor. Ich meinte eigentlich, dass Gaby keinen Freund hat.
GH (kleinlaut): Sag ich doch.
S (kratzt sich an ihrem Kopf): Äh... ich meinte das eigentlich andersherum.
MH (verdreht ihre Augen): Und das heißt jetzt was?
S (will die beiden aufklären, aber entscheidet sich dann doch anders): Also dass ich mir nicht sicher bin, ob sie nicht doch einen.... Äh... Ach nicht so wichtig.
MH: Dachte ich mir! Und jetzt zu dir, Gretchen. Weißt du, was dein Problem ist?
GH (verwirrt): Äh nein.
Oh Gott, was kommt denn jetzt?
MH: Ihr hängt euch zu sehr auf der Pelle.
GH (hebt ungläubig ihre Augenbrauen): Bitte?
Das geht sie ja wohl überhaupt nichts an, dass ich keine Minute ohne ihn sein kann. Also an seinen guten Tagen. Der heute zählt wohl leider nicht dazu.
MH (klärt sie auf): Machos wie den musst du an der langen Leine lassen. Die brauchen ihre Freiräume. Wildpferde lassen sich ja auch nicht so einfach einfangen und einsperren. Irgendwann wird ihnen die ungewohnte Enge zu viel und sie springen über den Zaun zurück in die freie Wildbahn...
Sie meint aber jetzt nicht, dass er ... Nein, das würde er niemals tun.
GH (irritiert): Äh...
MH (lacht): Nicht das, was du denkst. Wir wissen ja alle, dass er wie Pathex an dir klebt. Aber lass ihn doch erst mal seinen Frust schieben. Ignorier ihn. Irgendwann kommt er dann schon von alleine wieder reumütig angekrochen. Wildpferde ja auch, wenn sie fressen wollen.
S (klatscht begeistert in ihre Hände): Ja, Sexentzug!
GH (verschluckt sich an ihrem Kakao, hustet eine Minute lang, wischt sich dann mit einem Taschentuch ihren Mund ab u. schaut S völlig verdattert an): Bitte was?
MH (verzieht ihren Mund u. nickt anerkennend): Also das hätte ich jetzt nicht von Ihnen erwartet, Schwester Sabine. Aber sehr gute Idee.
GH (schaut ungläubig zwischen beiden hin u. her): Bitte?
S (lächelt MH an): Oh! Danke!
GH (sammelt sich u. schaut dann erwartungsvoll zu S): Woher wissen Sie das?
S (strahlt wie ein Honigkuchenpferd u. fasst sich mit ihrer flachen Hand an ihre Brust): Dr. Rogelt Bd. 36 „Sex ist auch nicht alles“.
GH (sprachlos): Ach?
Gretchen, du wirst dir jetzt nicht einen Vortrag von Sabine über dieses Thema anhören. Außerdem... oh Gott... die Bücher hat deine zukünftige Schwiegermutter geschrieben. Also das geht ja mal gar nicht!
MH: Aber sie hat Recht. Typen wie dein Meier sind im Prinzip ganz einfach gestrickt. Verweigert man ihnen das, was sie am meisten wollen, werden sie unsicher und ganz klein. Ihr Selbstbewusstsein geht flöten, weil sie sich in ihrer Anziehungskraft bedroht fühlen. Und dann ziehen sie schließlich blank, also auch was ihre Gefühle oder Probleme oder was auch immer betrifft.
Hmm... Klingt logisch. Männer sind ja wirklich ganz einfach gestrickt. Also alle, bis auf einen. Hmm...
GH: Und das funktioniert?
S: Ja, Dr. Rogelt hat...
GH (verleiert ihre Augen u. unterbricht S): Sabine, im Ernst jetzt!
MH: Das ist todsicher! Hast du das bei ihm noch nie probiert?
GH (verlegen): Doch schon, aber...
MH (grinst wissend): Klar. Einmal das Hemd gelüftet und du kannst ihm nicht widerstehen, hä?
Ich hasse es, wenn sie Recht hat.
GH (fühlt sich ertappt u. faucht trotzig zurück): Ich kann auch stark sein.
MH (fordert sie heraus): Beweis es!
GH (überfordert): Hä?
Also manchmal trifft das mit dem dummen Blondchen wie die Faust aufs Auge bei ihr zu. Wie hat die eigentlich ihr Studium geschafft?
MH (lacht u. zeigt zur Tür hinter ihr): Zielobjekt ist im Anmarsch. Mit mehr als eindeutigem Blick.
Oh, oh!

Noch bevor Gretchen überhaupt reagieren, geschweige denn einen Abwehrplan entwerfen konnte, kam auch schon ein aufgewühlter, aber dennoch entschlossener Oberarzt in das Stationszimmer gestürmt und blieb vor den drei Frauen stehen...

MM: Mitkommen!
S (schaut sich verwirrt um): Ich?
MM (verdreht die Augen u. stöhnt angesichts ihrer Blödheit): Nicht Sie, sie!

Er zeigte mit dem Zeigefinger auf Gretchen und drehte sich wieder um. An der Tür blieb er stehen und wartete ungeduldig...

GH (überrumpelt): Bitte? Marc, also...
Lass dich nicht um den Finger wickeln, Gretchen! Er war gemein zu dir. Er hat Strafe verdient. Du hast ihm gesagt, du würdest nicht mehr mit ihm reden und mehr. Also halt dich jetzt auch daran. Cool und unnahbar bleiben! Einfacher gesagt, als getan. Er ist immer so wahnsinnig sexy, wenn er so ... so fordernd und wild ist. Mist!
MM (dreht sich wieder zu ihr um u. schaut sie herausfordernd an): Keine Widerrede! Dienstlicher Befehl. Also mitkommen! ZZ!
Kann er das nicht auch etwas netter sagen? Wenigstens einmal! Und vor allem, wenn andere dabei sind. Ist das zu viel verlangt?
GH (erhebt sich langsam von ihrem Stuhl): Ok!?
MH (beugt sich zu ihr herüber): Von wegen du kannst auch stark sein.

... warf Maria ihr noch schmunzelnd hinterher, doch Marc hatte seine Freundin da bereits auf den Gang hinaus gezerrt und zog sie weiter zum Aufzug. Gretchen wehrte sich mit Händen und Füßen dagegen, hatte aber gegen den starken Handgriff ihres Freundes nicht den Hauch einer Chance. Im Aufzug angekommen, fauchte sie ihn dann auch dementsprechend an, doch das beeindruckte den grinsenden Oberarzt nicht die Bohne....

GH: Lass mich los, verdammt!
MM: Nö!
GH (schmollt u. dreht sich weg): Dein Neandertalerverhalten kannst du dir echt sparen. Ich bin immer noch sauer ja.
Schon klar! Aber ich liebe es, wenn du so temperamentvoll und widerspenstig bist.

Noch ehe die blonde Ärztin weiter meckern konnte, war der Fahrstuhl im Erdgeschoss angekommen. Marc zog sie genauso gefühlvoll heraus, wie er sie eben aus dem Stationszimmer entführt hatte, als sich die Türen des Aufzugs öffneten. Schmollend ließ Gretchen sich von ihm über den Parkplatz zerren. Sie ahnte, wo Marc mit ihr hinwollte. Aber da hatte er sich geschnitten. Sie würde ihren Plan durchziehen....

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.456

24.08.2010 09:57
#680 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Da hab ich ja gestern was losgetreten. Sorry! Aber manchmal fällt er eben immer noch in alte Muster zurück, aber Gretchen wird sich das schon nicht gefallen lassen. Keine Sorge! Ich will euch auch nicht länger damit quälen, deshalb gibt es gleich die ganze Szene in einem Rutsch. Ein großes Dankeschön noch mal an meine tollen Kommentatoren. Dieser Teil ist für dich liebes Dornröschen, aber das mit dem Heißmachen und Stehen lassen kann ich dir leider (noch) nicht erfüllen. (Heb ich mir mal für später auf.) Lorelei




Kaum war die Tür zu ihrem Liebesnest zugefallen, fiel der liebeshungrige Oberarzt auch schon wie ein wild gewordener Tiger gierig über sein Opfer her. Marc Meier brauchte nach dem aufwühlenden Gespräch mit seinem Vater Ablenkung und zwar sofort und auf seine Lieblingsart und Weise. Doch seine Liebste hatte dafür überhaupt kein Verständnis. So leicht ließ sich Gretchen Haase diesmal nicht verführen, so sehr sie auch seine wilde Seite an ihm liebte. Mit Händen und Füßen wehrte sie sich. Sie strampelte und zappelte und drängte ihren aufdringlichen Freund schließlich erfolgreich ab. Marc stolperte nämlich über eins der Kissen, die auf dem Boden lagen, und landete mit dem Gesicht zuerst unsanft, aber weich in ihrer orientalischen Kissenlandschaft. Gretchen konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, weil sein Sturz zu lustig aussah. Doch der Oberarzt, der eh schon mehr als gereizt war, fand das überhaupt nicht witzig. Sauer richtete er sich wieder auf und fauchte sie an...

M: Spinnst du?
G (blitzt ihn an): Du spinnst!
M: Bitte?
G (verschränkt ihre Arme vor ihrer Brust u. lehnt sich an die Tür): Hast du gedacht, mit ein paar Küssen und einer Runde Versöhnungssex ist alles wieder vergessen? Nein, mein Lieber! Ich habe noch lange nicht vergessen, wie du dich vorhin aufgeführt hast.
Boah! Muss das jetzt sein? Ich will doch nur... Muss sie immer alles und jeden Scheiß ewig lang durchdiskutieren? Mann, das nervt vielleicht.
M (steht wieder vom Boden auf, kommt langsam auf sie zu u. schaut sie fordernd an): Jetzt hab dich doch nicht so und komm her!

Blitzschnell schnappte sich Marc ihre Hand und zog sein überrumpeltes Mädchen hinunter auf die Kissenlandschaft. Kaum lag sie auf dem Boden, da hatte er sich auch schon auf sie gestürzt und begann sie wieder leidenschaftlich zu küssen, so dass ihr ganz anders wurde. Seine Lippen wanderten erst ihren Hals hinab, dann Richtung Dekolletee. Das Zeichen für die junge Ärztin ihrem widerspenstigen Tiger endlich Einhalt zu gebieten. Bestimmt legte Gretchen ihre rechte Hand auf seine Brust und hielt ihn damit auf Abstand. Sie spürte, dass sein Herz wie wild schlug und sein Puls bald die Schallmauer durchbrechen würde. Aber solange er nicht mit der Sprache rausrückte, was mit ihm los war, würde sie sich nicht auf mehr einlassen und das gab sie ihm auch deutlich zu verstehen...

G: Lass das verdammt noch mal! Ich bin nicht dein Druckablassventil ja.
M (schmunzelt): Mein was?
G (kurz unsicher, weil sie überlegt, was sich überhaupt genau hinter dem Begriff verbirgt): Du hast schon richtig verstanden.
Ich hoffe, er verlangt jetzt keine Erklärung oder so, weil ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was ein Druckablassventil in echt ist. Also jetzt mal abgesehen von einer blöden Redewendung.
M (seufzt u. will sie wieder befummeln): Jetzt mach dich doch mal locker!
Das glaub ich jetzt nicht. Hat er innerhalb eines Tages alles vergessen, was ich in mühseliger Arbeit äh... Beziehung in den letzten drei Monaten aufgebaut habe?
G (stößt ihn wütend von sich runter, setzt sich in den Schneidersitz u. gestikuliert wild mit ihren Armen vor ihm herum): So nicht mein Lieber! Ich lass mich nicht mehr so von dir behandeln ja. Ich bin deine FREUNDIN, die du liebst und die du respektieren solltest, und nicht irgendeins von deinen früheren billigen Flittchen, die du dir nimmst, wenn du dich abreagieren willst. Noch vor einer Stunde hast du mich grundlos angemotzt und jetzt das! Das ist.... Also.... Was ist verdammt noch mal los mit dir? Weil... ich versteh’s nicht.
M (zunehmend genervt, weil sein schöner Plan nicht aufgeht u. weil sich dieser Tag allmählich zu einem der schlimmsten Tage in seinem Leben entwickelt): Aber... Das war... Weil.... Mein Gott, sonst regst du dich doch auch nicht so auf, wenn ich mal etwas lauter werde.
Also jetzt schlägt’s dreizehn!
G: Ja, weil ich meistens die Ironie aus deiner Stimme heraushöre, aber heute warst du einfach nur verletzend und gemein und ich weiß nicht warum. Ich war darauf nicht vorbereitet. Heute Morgen war doch noch alles ok und ein paar Stunden später drehst du komplett durch. Was ist los? Hab ich... hab ich was falsch gemacht, dass du mich so anpflaumst?
Scheiße! Sie denkt....? Sag mal, wie blöd bist du eigentlich, Meier? Klar denkt sie das, du Hornochse!
M (rückt näher an sie heran, nimmt ihre Hand in seine u. schaut sie mit Dackelblick an): Nein, es liegt nicht an dir. Und es tut mir ja auch äh.... leid und so, dass ich im OP und dann am Aufzug... und äh... jetzt war auch nicht... Ich weiß doch auch nicht, was da in mich gefahren ist. Ich.... ich konnte halt nicht anders. Es ist einfach .... alles .... scheiße!
G (noch immer unzufrieden über seine Entschuldigung zieht sie ihre Hand wieder weg, lehnt sich an die Wand hinter ihr u. verschränkt abweisend ihre Arme vor ihrem Körper): Ach? Und deshalb machst du mich fertig, damit ich mich auch scheiße fühle? Herzlichen Glückwunsch, das hast du erreicht.
Scheiße! Das wollte ich doch nicht!
M (spürt dann doch das schlechte Gewissen seiner Freundin gegenüber u. schaut sie reumütig an): Ich weiß doch auch nicht. Ich... ich wollte das nicht. Bitte glaub mir! Ich... Sorry!
Mit einem einfachen Sorry ist es aber nicht getan, Marc. Ich hasse es, wenn du so mit mir umgehst. Dann kommen nämlich wieder die Zweifel und.... ich will das nicht.

Mittlerweile hatte sich Marc wieder ein wenig beruhigt und sah ein, dass er einen Fehler begangen hatte. Gretchen konnte doch am wenigsten dafür, dass er mit der verzwickten Situation um seine Eltern nicht klar kam. Der wilde, gierige, leidenschaftliche Blick war inzwischen einem traurigen und eher verzweifelten gewichen. Seine Freundin erkannte die Veränderung in seinem Gesicht. Besorgt fragte sie nach.....

G: Was ist los mit dir, Marc? Rede mit mir! Ich seh doch, dass irgendetwas nicht stimmt. Hat es etwas mit Olivier zu tun? Er war vorhin auch so komisch.

Marc blickte eine Weile in ihr fürsorgliches wunderschönes Gesicht, konnte aber nichts sagen. Zu tief saß der Schmerz, den seine Eltern ihm zugefügt hatten.....

G: Ich dachte die Phase des Schweigens und des Alles-in-sich-Hineinfressens hätten wir mittlerweile überwunden. Du kannst mit mir über alles reden. Ich dachte, das wüsstest du.

Marc lächelte zaghaft, rutschte zu ihr und lehnte sich neben sie an die Wand. Liebevoll strich er ihr über die Wange...

M: Ich weiß, Schatz, aber ich brauchte erst einmal einen Moment, um das alles sacken zu lassen und dabei bin ich wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen. Das wollte ich nicht und es tut mir aufrichtig leid. .... (fährt sich über sein Gesicht u. schüttelt dann immer wieder ungläubig den Kopf) .... Das ist nicht leicht für mich. Was er... sie... Ich.... Das ist alles so... so... unglaublich.... scheiße. Ich kann nicht...
Mein Gott, was ist denn passiert, dass er so völlig verzweifelt und durcheinander ist?
G: Was denn?
Ok, Augen zu und durch. Sie wird dich verstehen. Sie versteht dich ja immer. Keiner versteht dich so wie sie.
M (atmet tief durch u. schaut ihr dann in ihre zuversichtlichen Augen): Ich hab... ihn ... beim ... *schluck* ...Vögeln erwischt.
Äh... Das ist es? Er hat ihn... Äh... Und deshalb flippt er jetzt so aus? Ich weiß echt nicht, was ich sagen soll. Das ist wirklich... äh... ja, was eigentlich? Nein, nicht vorstellen, Gretchen, das geht dich eigentlich gar nichts an. Das ist Oliviers Sache.
G (überrascht): Oh! Aber... du bist doch sonst nicht so... äh.... prüde.
Was? Ich bin nicht prüde! Ganz im Gegenteil. Und von mir aus kann der poppen, wen er will, von mir aus das ganze Krankenhaus rauf und runter, aber meine... meine... Mir wird schlecht!
M (leicht beleidigt): Eh! Der Anblick wird mich noch bis ins Grab verfolgen.
G (grinst): So schlimm?
M: Schlimmer!
Och der Arme!
G: Und deshalb läufst du hier Amok und machst alle und v.a. mich doof an?
M: Du würdest doch auch austicken, wenn es um deine Eltern gehen würde oder?
Stimmt! Aber ich habe mit den Jahren gelernt, das geschickt auszublenden. Jegliche Geräusche... Oh! Äh... Nicht vorstellen, Gretchen! ... Und peinliche Kommentare meiner Mutter über ihren zweiten Frühling!
G (kichert verlegen): Äh... Gut, es könnte eventuell sein, dass ich die eine oder andere Therapiestunde gebrauchen könnte, wenn ich sie... aber naja wozu gibt es Ohropax.
Ohropax würde da nicht ausreichen. Eine Augen-OP! Nee, die Bilder haben sich fest in mein Hirn gebrannt. Oder gleich eine Gehirn-OP? Ja, diese Bilder müssen für immer gelöscht werden. Muss Hassi mal fragen, was da so alles möglich ist.
M (eingeschnappt): Das ist nicht witzig, Gretchen.
Doch, seine Reaktion schon!
G: Ich dachte, du und dein Vater versteht euch mittlerweile ganz gut. Ich verstehe nicht, warum du jetzt so einen Aufstand deswegen machst. Ist doch schön, wenn er jetzt jemanden hat.
Bitte? Das glaub ich jetzt nicht! Das kann sie doch nicht wirklich ernst meinen!?

Hmm... Ich bin ja von Natur aus überhaupt nicht neugierig, aber mich würde schon interessieren, wer es ist.

M (schnauft laut auf u. fährt sich aufgeregt durch seine Haare): Er hat nicht mit irgendwem gepoppt, Haasenzahn. Wenn es irgendne Krankenschwester gewesen wäre, würde ich sicherlich nichts sagen.
G (schaut ihn mit großen Augen an): Und?
Jetzt werde ich aber doch neugierig. Wer ist denn die Glückliche? Ich hatte ja eigentlich immer gedacht, dass Olivier seiner Frau hinterher trauern würde, aber wenn er jetzt jemanden gefunden hat, warum nicht. Er hat doch auch das Recht auf ein Stückchen Glück. Und das sollte Marc akzeptieren.
M (rüttelt an ihrem Arm u. schaut sie völlig verzweifelt an): Gretchen, verstehst du nicht, er hat mit meiner MUTTER geschlafen! In unserer Wohnung! In unserem Wohnzimmer! Auf unserem Teppich!
G (baff): Nein!
M: Doch!
G (hält sich die Hand vor den Mund): Nein!
M: Doch! Ich muss Mehdi nach der Nummer seines Therapeuten fragen.
Äh... was? Wie Therapeut? Mehdi geht jetzt doch zum Hirschhausen? Gut! Aber was hat das jetzt...? Oh!
G: Marc! Jetzt übertreibst du aber.
Ich übertreibe doch nicht. Ich bin völlig traumatisiert. Ich muss... Eh findet die das etwa witzig? Also das ist ja wohl...
M (sauer): Mehr hast du nicht dazu zu sagen?
G (zuckt unschuldig mit den Schultern): Ja, was soll ich denn dazu sagen?
Also ich finde es gut, dass die beiden sich anscheinend wieder versöhnt haben. Ist doch toll.
M: Das ist doch furchtbar. Ein Albtraum. Das kann einfach nicht sein.
G: Wieso?
M (fährt wieder hoch): Das sind meine Eltern verdammt! Oh Gott! Was für ein schreckliches Wort.
Oh Mann! Und ich dachte immer, ich sei die mit den schlimmsten Komplexen. Marc bricht heute definitiv alle Rekorde.
G: Marc, Olivier ist nicht nur wegen dir zurückgekehrt. Das wusstest du doch. Er wollte sie immer sehen.
Dieser verdammte Idiot!
M: Ja, aber musste er dann gleich mit ihr in die Kiste springen? Oder nein. Es war ja unser Teppich! Der muss entsorgt werden.
G: Marc!
M (gestikuliert wild vor ihr herum): Was? Der ist verrückt geworden. Sie hat ihn verhext. Er behauptet, er würde sie noch lieben.
G (ernst): Ja, er liebt sie!
M (schaut sie erst verdutzt an u. wird dann immer wütender): Du wusstest das? Geht das etwa schon länger mit den beiden? Eh wieso hast du nichts gesagt?
G (schaut ihn ruhig an): Ich weiß nicht, ob sie sich schon einmal getroffen haben. Eigentlich dachte ich nicht. Sie war verreist, als wir....
M (baut sich vor ihr auf u. funkelt sie sauer an): Als ihr was?
Oje! Jetzt gibt es Ärger!
G (blickt ihn unsicher an): Wir waren neulich an ihrem Haus.
M (aufgebracht): Ihr wart WAS?
Das glaub ich jetzt nicht. Wieso fällt sie mir in den Rücken? Wie kann sie mir das nur antun? Sie ist meine Freundin. Sie muss doch auf meiner Seite stehen. Sie weiß doch, dass ich nichts mehr mit ihr zu tun haben will.
G: Allein hätte er sich sicherlich nicht hingetraut, also bin ich mit.
Dass ich wegen Marc vermitteln wollte, lasse ich mal weg. Is grad kein guter Zeitpunkt dafür.
M (verschränkt eingeschnappt die Arme): Und wieso verschweigst du mir das? Du bist doch immer diejenige, die von Vertrauen spricht und jetzt...
Das glaube ich ja nicht. Ausgerechnet er kommt mir jetzt mit Vertrauen?
G: Weil ich ganz genau wusste, wie du reagieren würdest. Nämlich genauso wie du es jetzt tust.
M: Dann wäre ich aber darauf vorbereitet gewesen, was ich heute sehen musste. Obwohl nein, niemand kann auf so etwas Schreckliches vorbereitet sein.
G: Marc, es tut mir leid, dass wir dir das verschwiegen haben, aber du wusstest doch, dass er sie gern wieder sehen wollte. Daraus hat dein Vater nie ein Geheimnis gemacht.
M (einsichtig): Ja schon.
G (schaut ihn liebevoll an): Hast du denn nie gemerkt, wie er immer über sie geredet hat. So gefühlvoll und sentimental. Dass er sie immer noch liebt, habe ich deutlich gespürt.
M: Du bist ja auch eine Frau. Ihr habt Antennen für so was.
Ich versteh das einfach nicht, wie kann er sie, nach allem was war, immer noch lieben?
G (lächelt ihn kurz an): Genau! Und was hat Olivier gesagt? Hast du ihm etwa auch so eine Szene gemacht?
M: In etwa, ja.
Dieser Idiot!
G: Ach Marc! Wo liegt eigentlich dein Problem?
M: Äh... wie bitte? Hast du nicht zugehört? Nach allem, was sie uns angetan hat? Wie kann er ihr das verzeihen?
G: Vielleicht weil schon viel zu viele Tränen vergossen worden sind. Die Zeit heilt ja bekanntlich alle Wunden.
M: Komm jetzt werd nicht pathetisch ja!
G: Bin ich nicht. Ich finde das romantisch.
M (eingeschnappt): War ja klar.
G (schwärmt): Nach all den Jahren haben sie wieder zueinander gefunden und lieben sich immer noch. Das ist ja schon fast so wie bei uns. Die eine und wahre Liebe.
M (kann kaum glauben, was er da hört): Bitte? Ganz bestimmt nicht! Gott sei dank ist die Liebe, oder was auch immer sie dazu getrieben hat, nur einseitig.
G (schaut ihn verdutzt an): Wie meinst du das jetzt?
M (grinst schadenfroh): Tja meine Mutter hat sich von ihrer besten Seite gezeigt und ihn ordentlich verarscht.
G (sprachlos): Das glaube ich nicht.
M: Doch! Gepoppt und gleich wieder abserviert! Sie will nichts mehr von ihm. Damit muss er jetzt klarkommen.
Das tut mir so leid für Olivier. Und ich dachte wirklich, das könnte noch was werden. Gut, skeptisch war ich schon, weil es ja hier um Elke Fisher geht und die nun mal bekanntlich unberechenbar ist. Da hat Marc schon Recht. Aber Olivier so abzuservieren, finde ich echt traurig. So wie er immer über sie geredet hat, hat er sich bestimmt Hoffnungen gemacht. Sie ist so dumm, diesen tollen, charmanten, außergewöhnlichen Mann von sich zu stoßen. Naja, eigentlich hätte sie so einen lieben Mann auch wirklich nicht verdient. Aber trotzdem finde ich es echt schade.
G (mitfühlend): Der Arme!
M (rollt mit den Augen): Ja selber Schuld, wenn er sich auf sie einlässt. Er wusste doch, wie sie ist.
G: Er hat sich Hoffnungen gemacht.
M: Schön blöd.
Du unsensibler Mistkerl!
G: Marc, er braucht dich jetzt.
M (hebt ungläubig die Augenbrauen): Bitte? Soll ich ihm jetzt etwa sein verletztes Händchen halten oder was? Vergiss es! Er ist erwachsen. Er wird schon mit der Abfuhr klarkommen. War ja nicht die Erste.
G (schüttelt den Kopf): Du bist so unsensibel, weißt du das? Wie würdest du denn reagieren, wenn ich dich so sitzen gelassen hätte.
M (grinst): Hättest du nicht. Du bist nicht wie meine Mutter.
GsD!
G: Nein, das bin ich nicht! Vielleicht ist sie ja auch nur verwirrt. Es ist schließlich viel passiert in all den Jahren.
M (zeigt kein Verständnis): Sie hat es selber so gewollt.
G: Du solltest mit ihr reden.
M (wiegelt sofort an): Nee, vergiss es. Die ist bei mir unten durch. Und Dad...
G (vorwurfsvoll): Sag jetzt nicht, dass du ihn deshalb.... Marc, das ist doch kindisch.
M (trotzig): Ist es nicht!
Wenn er glaubt, dass er und Mutter wieder.... Nee, das ist echt zu viel!
G: Wieso sträubst du dich so gegen eine Versöhnung deiner Eltern?
M (verzieht sein Gesicht): Weil allein die Vorstellung schon völlig krank ist.
G: Ach? Das passt also nicht in das Meiersche Weltbild ja?
M: Genau! Ich bin zufrieden, so wie es ist.... äh... war.
Es wird nie wieder so sein wie in den letzten Wochen. Dad hat alles kaputt gemacht. An was soll ich denn jetzt noch glauben, wenn er sich auf den Feind einlässt? Ich hab doch immer nur ihn gewollt. Zusammen... das ist einfach unvorstellbar. Ich weiß doch, wie das damals war, das geht nie gut. Und dann packt er wieder seine Sachen und ist weg. Wahrscheinlich diesmal für immer.
G: Bist du nicht. Ich kenn dich doch.
M: Bitte? Also jetzt versuch dich mal nicht in einen Feingeist hineinzuversetzen. Schaffst du nämlich nicht.
Von fein und Geist kann hier keine Rede sein.
G (verzieht ihre Lippen zu einem schiefen Grinsen): Ach bei einem sturen Esel wie dir fällt mir das eigentlich ganz leicht.
M: Eh!
G (nimmt seine Hand u. sucht seinen Blick): Marc, wenn sich die beiden lieben, dann kannst du das nicht verhindern. Vielleicht kann gerade das euren ewigen Knatsch endlich beenden. Es wird Zeit, dass ihr alle mal zur Ruhe kommt.
M (beruhigt sich wieder ein wenig u. schaut ihr in die Augen): Ach ich weiß doch auch nicht. Ich hatte mich damit abgefunden, dass das eben so ist, wie es ist.
G (tätschelt seine Hand u. schaut ihn liebevoll an): Du hast deinem Vater vergeben. Meinst du nicht, dass du das auch bei deiner Mutter kannst? Ich weiß, dass das, was sie getan hat, eigentlich unverzeihlich ist, aber ich glaube, sie hat aus ihren Fehlern gelernt.
M (erwidert ihren Blick): Sie macht aber gleich wieder dieselben.
G: Vielleicht weil sie es nicht anders gelernt hat. Oder weil sie denkt, dass du das nicht willst.
M (trotzig): Ich will das ja auch nicht!
G (lächelt ihn sanft an): Siehst du, das spürt deine Mutter.
Meine Mutter hat noch nie gespürt, worum es mir eigentlich geht. Also warum ausgerechnet jetzt?
M: Wieso siehst du eigentlich immer nur das Gute in den Menschen?
G: Weil das vieles einfacher macht.
M: Meinst du?
G: Ja! Gib deinen Eltern noch eine Chance! Sie warten doch nur auf ein Zeichen von dir.
Ich kann das aber nicht.
M: Ich hasse es, wenn du...
G (lächelt ihn verschmitzt an): .... wenn ich Recht habe?
Hast du nicht!
M (funkelt sie an): Eh!
Ich glaube, er hat es endlich kapiert. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
G (schaut ihm tief in die Augen): Wieder beruhigt?
Hach... Ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen würde? Wie schaffst du das nur immer wieder, dass ich mich gut fühle, egal was für eine Scheiße um einen herum passiert?
M (schaut zwischen ihren Augen hin u. her; ein wohliges Gefühl steigt in ihm auf): Ein bisschen. Aber etwas fehlt noch.
G (hängt gefesselt an seinen Augen): Was denn?
M (ein breites schelmisches Grinsen erscheint auf seinem Gesicht): Also nach alldem, was ich heute sehen und ertragen musste, hätte ich schon ein bisschen Trost und ... äh.... ganz viel Liebe verdient.
Hach... Und schon ist er wieder der Alte. Eigentlich hat er ja keine Belohnung verdient für das, wie er sich heute verhalten hat. Darüber reden, kann doch auch Trost sein.
G (legt einen Finger unter ihr Kinn u. grübelt gespielt angestrengt): Meinst du? Ich finde eigentlich nicht.
So schon mal gar nicht, meine Süße! Mich hier ausquetschen und mit meinen .... Achtung, furchtbares Wort.... Eltern quälen, also nee, für den beschissenen Seelenstriptease hab ich doch echt einen richtigen Striptease von dir verdient.
M (drückt sie in die Kissen u. legt sich auf sie): Wenn wir einmal hier sind, Haasenzahn?
Klar! Das ist wieder Meierlogik! Nicht schwa.... schwach werden, Gretchen! Oh Gott, riecht der heute wieder gut!
G: Marc, Sex ist nicht für alles eine Lösung.
Außerdem muss ich mich doch an meinen Plan halten. Sonst hält mich Maria doch gleich wieder für ein schwaches Entlein, das ihm alles durchgehen lässt. Wieso riecht der, verdammt noch mal, so gut? Und seine Haut, die ist so... Ooooohhh!!!
M (fährt langsam mit seinen Lippen ihren Hals hoch u. verharrt an seiner Lieblingsstelle): Doch finde ich eigentlich schon. Und jetzt küss mich endlich!

Marc hatte seinen Kopf leicht angehoben und kam ihrem immer näher. Ihre Nasen berührten sich schon fast. Zärtlich stupste er ihre an, was sie zum lächeln brachte. Ihr Widerstand bröckelte von Sekunde zu Sekunde. Gretchen konnte angesichts seines verschmitzten Grinsens und seiner feurig leuchtenden Augen, die sie wieder einmal in seinen Bann gezogen hatten, dieser charmanten Aufforderung leider nicht mehr länger widerstehen. Ihr Plan war von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen, gestand sie sich ein, aber das musste ja ihre Freundin nicht erfahren.

Lorelei Offline

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25.08.2010 09:14
#681 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Danke für eure tollen Kommis. Heute kümmern wir uns endlich mal wieder um einen anderen Patienten. Viel Spaß damit. Eure Lorelei



Ein paar Tage später

Die Wogen in der Meier-Haaschen Beziehung waren wieder geglättet worden ebenso die zwischen Vater und Sohn, die sich an demselben Abend noch einmal zusammengesetzt und unter den Augen einer sehr schönen Schlichterin ausgesprochen hatten. Natürlich durfte Olivier Meier auch weiterhin Gast in der Wohnung seines Sohnes bleiben. Gretchen hatte hartnäckig darauf bestanden und Marc ordentlich den Kopf gewaschen, als sie von diesem kleinen Detail des Meierschen Familienstreits erfahren hatte, den ihr störrischer Freund ihr anscheinend noch verschwiegen hatte. Auch wenn Marc Meier sich mit seinem Vater wieder ausgesöhnt und das verhängnisvolle Aufeinandertreffen mit seinen Eltern in die hinterste Ecke seines Gedächtnisses vergraben hatte, aber auf seine Mutter wollte er immer noch nicht zugehen. Dazu war einfach zu viel passiert. Er konnte ihr nicht verzeihen. Es ging einfach nicht. Wenn Olivier sich mit Elke versöhnen und sie zurückerobern wollte, dann sollte er das tun, aber ihn sollte er damit vorerst in Ruhe lassen. Mit diesem Standpunkt musste sein Vater sich schweren Herzens zufrieden geben, auch wenn er gerne den Segen seines Sohnes gehabt hätte. Oliviers Projekt der Familienzusammenführung schien noch in weiten Sternen zu stehen, aber zumindest hatte Marc nicht kategorisch nein gesagt. Das war doch schon mal ein Anfang.


Es war Montagmorgen. Kurz vor Dienstbeginn. Dr. Meier schlenderte zusammen mit Dr. Kaan, den er im Aufzug getroffen hatte, den Gang der Chirurgie vor. Anschließend betraten sie zusammen die Umkleide. Marc hatte seinem Freund noch mal in der Kurzversion geschildert, wie die aktuelle Lage im Hause Meier war. Mehdi musste immer noch schmunzeln, wenn er an den seltsamen Auftritt seines besten Freundes vor ein paar Tagen zurückdachte, aber er hielt sich mit verbalen Spitzen zurück. Er sah Marc an der Nasenspitze an, dass er wegen einer potentiellen Wiedervereinigung seiner Eltern sehr schlecht drauf war und er wollte nichts heraufbeschwören. Mehdi öffnete seinen Spind, hing seine Jacke an einem Kleiderbügel auf und zog seinen Kittel heraus, den er sich überzog und zuknöpfte. Dabei wandte er sich interessiert an seinen besten Freund, der sich ebenso umzog...

MK: Und er will wirklich deine Mutter zurück?
MM (wühlt in seinem Spind u. grummelt schlecht gelaunt zurück): Sprich mich nie wieder darauf an ja!
MK (schließt seinen Spind, lehnt sich dagegen u. schaut MM verständnisvoll an): Okaaay!? Aber mit deinem Vater ist sonst wieder alles klar?
MM (knallt die Spindtür laut zu, hängt sich sein Stethoskop um den Hals u. dreht sich zu ihm um): Außer dass er einen unmöglichen Traum leben will, ja!
MK (seufzt): Ja, ja, alte Liebe rostet nicht.
MM (spöttisch): Ich bitte dich! Der wird sich an ihr die Krallen ausbeißen.
MK (zwinkert ihm zu): Manchmal lohnt es sich zu kämpfen, vergessen.
MM: Oh bitte, du spielst jetzt nicht auf...
MK (grinst): Vielleicht!
MM: Das lässt sich doch überhaupt nicht vergleichen.
MK (kleinlaut): Ihr habt dieselben Gene.
MM (fährt ihn erst sauer an, dann wird er sarkastisch): Eh! Spar dir deine unsinnigen Theorien für dein eigenes Liebesleben auf. Oh, ich vergaß, du hast ja gar keins mehr.
MK (beleidigt): Eh!
MM (verschränkt die Arme u. lehnt sich seitlich gegen seinen Spind): Na ist doch wahr. Du hockst doch eh nur noch in deinem Büro rum und setzt langsam Schimmel an.
MK: Gar nicht wahr! Ich nehme mir nur ne kleine Auszeit, um mich zu sortieren. Das weißt du doch.
MM (schüttelt den Kopf): Wird echt Zeit, dass du mal wieder ne ordentliche Nummer schiebst. Du bist echt schräg drauf.
MK (entrüstet): Marc!
MM: Ja was? Findest du nicht, du hast jetzt genug getrauert oder was auch immer? Das Leben bietet auch schöne Seiten, vergessen?

Marc zwinkerte ihm anzüglich zu und stieß sich mit Schwung von seinem Spind ab. Er ließ seinen Freund stehen und betrat durch die Zwischentür das Stationszimmer. Dort saß gerade Gabi Kragenow mit einer Tasse Kaffee am runden Tisch in der Mitte des Raumes. Sie rührte abwesend mit einem Löffel in ihrer Tasse und träumte vor sich hin. Gabi hatte die beiden Ärzte in der Umkleide gar nicht mitbekommen. Marc würdigte seine Ex keines Blickes und rümpfte nur seine Nase... Ich meinte eigentlich schöne Seiten und nicht schmutzige. ... Er blieb vor der Kaffeemaschine stehen, nahm sich die Kanne und goss sich eine Tasse mit dem aufputschenden Heißgetränk ein. Mehdi war Marc ins Stationszimmer gefolgt. Er bemerkte Gabi nicht, weil er seinen Freund im Blick hatte, der gerade den ersten Schluck aus seiner Tasse nahm und ihn frech angrinste. Der Frauenarzt baute sich vor im auf und blitzte ihn an...

MK: Ich weiß sehr wohl, dass das Leben schöne Seiten zu bieten hat.

In diesem Moment hatte auch Gabi Kragenow ihre heimliche Liebe bemerkt und schaute ihn intensiv an. Ihre Augen begannen regelrecht zu leuchten und ein Hauch von Rosa zierte ihre Wangen, als sie auf sein leckeres Hinterteil starrte. Denn Mehdi stand mit dem Rücken zu ihr. Marc hatte dagegen besten Blick auf seine verhasste Exverlobte und musste unweigerlich grinsen, weil ihr verliebtes Anglühen mehr als offensichtlich war, aber die Zielperson mal wieder überhaupt nichts checkte....

MM: Na das hoffe ich doch.

Mehdi funkelte ihn noch einmal böse an, dann nahm er sich ebenfalls eine Tasse aus dem Regal und goss sich Kaffee ein. Anschließend stellte er die nun leere Kanne wieder in die Maschine und griff beherzt in die Schüssel mit Süßigkeiten, die Schwester Sabine für Notfälle daneben gestellt hatte. Er füllte seine beiden Kitteltaschen damit, drehte sich dann um und lehnte sich mit der Tasse in der Hand lässig neben seinen Freund an den Schrank. Er wollte Marc noch etwas erwidern, da fiel ihm aber die hübsche Krankenschwester ins Auge, die ihn anscheinend die ganze Zeit über beobachtet hatte...

Lorelei Offline

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25.08.2010 17:14
#682 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

MK (errötet leicht u. fährt sich nervös über seinen Mund): Oh Gabi, ich hab dich gar nicht gesehen.
MM (grinst ihn schräg von der Seite an): Der erste Weg zur Besserung!
MK (blickt ihn vorwurfsvoll an): Marc!
MM (nippt unschuldig an seiner Tasse): Was denn?
Nicht dass er wieder auf dumme Gedanken kommt!

Gabi beobachtete die beiden Ärzte einen Moment lang, hatte aber bald nur noch Augen für ihren attraktiven Chef, in den sie sich unsterblich verliebt hatte. Sie strich sich immer wieder nervös mit der Hand übers Gesicht und spielte dann mit einer Haarsträhne. Gabi lächelte ihr Herzblatt die ganze Zeit an. Marc konnte nur mit den Augen rollen. Schließlich fiel Gabi ein, dass Mehdi sie ja angesprochen hatte und sie etwas erwidern musste. Mit klopfendem Herzen begrüßte sie ihren Traummann...

GK: Hallo ... Mehdi!

Das Schwärmerische in ihrer Stimme entging Marc Meier nicht... Oh Gott ich muss gleich kotzen! ... Er drehte sich auf der Stelle um, stellte seine leere Tasse in die Spüle, nahm sich einen Apfel aus dem Obstkorb und verließ das Stationszimmer. An der Durchreiche blieb er aber stehen, biss in den Apfel und wartete gespannt auf die Reaktion seines Kumpels. Mehdi begrüßte Gabi ebenso freundlich.....

MK: Hallo Gabi!
GK (schmachtend): Hi!

Mit einem breiten verliebten Grinsen erwiderte die brünette Krankenschwester seine Begrüßung, dann senkte sie ihren Blick wieder, weil sie gemerkt hatte, dass sie ihn wohl einen Moment zu lange angestarrt hatte, und strich sich verlegen über ihre Haare, die sie heute offen trug. Sie wollte ihren Kopf mit ihrer Hand abstützen, rutschte aber mehrfach ab und ließ es dann sicherheitshalber bleiben. Sie errötete leicht und schloss vor Peinlichkeit einen Moment lang ihre Augen. Sie versuchte sich dabei ein wenig zu sammeln.... Gott, was war das denn? Gabi reiß dich zusammen! Du bist doch sonst nicht so. ... Dann öffnete sie ihre Augen wieder, wagte einen kurzen Blick zu ihrem Liebsten, der sie immer noch verschmitzt lächelnd ansah, aber nichts sagte, und nahm sich dann eine Zeitschrift von Sabine, die auf der anderen Seite des Tisches lag und blätterte hektisch darin. Marc konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen... Gott ist die verknallt! Das arme Schwein! Mehdi wird sie nie wieder loswerden. Das ist schon mal klar wie Kloßbrühe. .... Er biss erneut von seinem Apfel ab, stützte dann seine Arme auf dem Tresen ab und blickte immer wieder zwischen den beiden hin und her. Mehdi hatte seine Stationsschwester eine Weile beobachtet und dabei immer wieder an seiner Tasse genippt, aber als sie dann anscheinend interessiert in einer Zeitschrift blätterte, wandte er sich wieder Marc zu, der seltsamerweise gar nicht mehr neben ihm stand, sondern draußen auf dem Gang, und ihn ganz komisch angriente. Verwirrt ging er auf ihn zu, stellte seine Tasse auf dem Tresen ab und kniete sich auf einen Stuhl, stütze seine Arme auf dem Schreibtisch vor der Durchreiche ab und schaute seinen Kumpel erwartungsvoll an. Sie redeten noch eine Weile leise über dies und das. Aber Gabi war gar nicht so sehr an Sabines Astroblatt interessiert, als wie es für Außenstehende den Anschein hatte, obwohl sie kurz an ihrem Horoskop hängen geblieben war, das ihr in nächster Zeit eine neue Liebe verkündete, um die sie aber kämpfen müsse, vielmehr interessierte sie der knackige Gynäkologenhintern, der ihr am Tresen entgegen gestreckt wurde. Immer wieder lugte sie schüchtern über den Rand der Zeitschrift. Sie konnte ihren Blick gar nicht mehr von ihm abwenden. Das Wasser lief ihr regelrecht im Mund zusammen. Schließlich legte sie das Magazin zur Seite, stützte ihr Gesicht mit beiden Händen ab und beobachtete fasziniert ihren Traummann. Dieser drehte sich nach einigen Minuten zu ihr um und lächelte sie verschmitzt an, so dass ihr Herz leicht aufhüpfte und sie verlegen wegkuckte. Aber als ihr Oberarzt plötzlich auf sie zukam, hielt sie ihren Atem an. Mehdi blieb direkt vor ihr stehen und schaute sie intensiv an...

Lorelei Offline

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26.08.2010 10:18
#683 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

@ Aza, ich habe deine versteckten offensichtlichen Andeutungen durchaus mitbekommen. Der Teil hier ist für dich! Und alle anderen, die diese Kombi bevorzugen. Es muss ja endlich mal vorankommen, was diese verzwickte Geschichte betrifft, findet ihr nicht? LG Lorelei




MK: Alles in Ordnung mit dir, Gabi?
GK (wischt sich nervös eine Strähne aus dem Gesicht u. schaut ihn mit großen Augen an): Äh ja... jetzt ja!

Gabi lächelte ihren Traumprinzen verliebt an. Mehdi erwiderte ihren Blick und ging vor ihr in die Knie, um mit ihr auf Augenhöhe zu kommen. Er ergriff unter ihren ungläubigen Blicken ihre zarte zittrige Hand und streichelte dann zärtlich mit dem Daumen über ihren Handrücken. Gabi bekam eine Gänsehaut am ganzen Körper davon. Sie hing gefesselt an seinen wunderschönen rehbraunen Augen, als er sie erneut ansprach...

http://www.youtube.com/watch?v=C924eNQwRm4

MK: Weißt du eigentlich, wie süß du bist, wenn du mich so anschaust.
GK (weiß nicht, wie ihr geschieht u. schaut ihn dementsprechend verwirrt an): Oh! Wie... wie schau ich denn?
MK (schmunzelt u. streichelt weiter ihre Hand): Weiß nicht. Sag du es mir!
Oh Gott! Was... was passiert hier gerade?

Gabis Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie biss sich auf ihre Unterlippe, schloss für einen kurzen Moment ihre Augen, dann traute sie sich endlich etwas zu sagen...

GK: Mehdi, ich... ich bin schon so lange...

Mehdi legte ihr erst einen Finger an ihren Mund, dann seine warme Hand an ihre Wange. Gabis Herz klopfte wie verrückt....

MK (lächelt sie sanft an): Sssht! Ich weiß.
Er... er weiß es? Oooohhh!
GK (schaut ihn mit großen Augen unsicher an): Du ... du weißt es?
MK (streichelt zärtlich über ihre Wange u. schaut zwischen ihren leuchtenden Augen hin u. her): Denkst du, ich hätte das nicht gespürt?
GK (überwältigt u. überfordert zugleich): Aber... aber ich dachte.... *schluck* ... Du ... du schienst so unerreichbar für mich.
MK (lächelt): Aber jetzt bin ich doch hier.
GK (seufzt leise): Ja, endlich.

Gabi schaute zwischen seinen funkelnden Augen hin und her und legte ihre rechte Hand an seine Wange. Mehdi schloss seine Augen und genoss ihre zärtliche Berührung. Immer wieder strich die verliebte Krankenschwester gefühlvoll über die Wange ihres Liebsten und lächelte dabei glücklich, dann legte sie ihre Hand vorsichtig an seine stahlharte Brust. Obwohl Dr. Kaan einen Kittel über seinem grauen Pullover trug, konnte sie seinen Herzschlag deutlich spüren. Es wummerte wie wild in seiner Brust, was auch ihr Herz höher schlagen ließ... Oh mein Gott! ... Mehdi öffnete seine Augen wieder und schaute Gabi durchdringend an....

MK: Weißt du, warum mein Herz so stark schlägt, Gabi?
Das passiert jetzt nicht in echt oder?

Gabi hielt den Atem an. Mehdi erhob sich langsam aus seiner Hocke und nahm ihre Hand in seine. Er zog sie zu sich hoch. Sie ließ es geschehen. Jetzt standen die beiden sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Sie hingen gefesselt an den Augen des jeweils anderen und nahmen gar nicht wahr, wie Marc ungläubig am Türrahmen stand und zu den beiden blickte. Auch Sabine war auf dem Gang stehen geblieben und schaute neugierig durch die Durchreiche in das Stationszimmer, wo Dr. Kaan gerade auch die andere Hand seiner hübschen Stationsschwester ergriff und festhielt.....

MK: Warum hab ich nur solange gebraucht, das zu kapieren?
GK (sprachlos): Was?
MK (lächelt): Dass ich nur dich will.
Oh!

Gabi konnte kaum glauben, was ihr Oberarzt ihr soeben gestanden hatte, und starrte ihn mit großen Augen an. Dr. Meier fiel die Kinnlade runter und er musste sich am Türrahmen festhalten. Fassungslos schaute er die beiden an und schüttelte den Kopf. Auch Sabine blickte ungläubig zu Dr. Kaan und Schwester Gabi, zwischen denen nicht mal mehr ein Blatt Papier gepasst hätte, so nah standen sie sich gegenüber. Wieso hatte sie nur nie etwas gemerkt? fragte sie sich verwirrt. Mehdi ergriff nun mit beiden Händen Gabis Gesicht und blickte ihr tief in die Augen...

MK: ... Dass ich .... dass ich dich auch liebe.
Er liebt mich? Hat er gerade gesagt, dass er mich auch liebt? Er... er liebt mich!

Gabis Augen sammelten sich mit Tränen und sie schaute ihre große Liebe einfach nur glücklich an. Wie lange hatte sie auf diesen Moment gewartet? Mehdi strich ihr zärtlich die Tränen weg und lächelte sie verliebt an. Endlich hatte er sich getraut, ihr das zu sagen, was sie insgeheim schon längst gespürt hatte. Dann neigte er langsam seinen Kopf und kam mit seinen Lippen ihren immer näher. Gabi öffnete leicht ihren Mund und erwiderte leise sein Liebesgeständnis....

GK (völlig überwältigt): Ich.... ich liebe dich auch, Mehdi. Ich liebe dich so sehr.

Mehdi lächelte sanft, schloss seine Augen und berührte schließlich vorsichtig ihren Mund mit seinen warmen Lippen. Gabi erschauderte regelrecht. Noch nie hatte sie jemand so zärtlich geküsst. Noch nie hatte ihr jemand so gefühlvoll seine Liebe gestanden. Noch nie hatte sie jemanden so sehr geliebt wie Dr. Mehdi Kaan. Glücklich legte sie ihre Arme um seinen Hals und zog ihn ganz nah zu sich heran. Raum und Zeit schienen stillzustehen. Nie wieder würde sie ihn loslassen.

Die beiden küssten sich eine kleine Ewigkeit, bis sie eine Stimme langsam wieder in die Realität zurückholte...

Lorelei Offline

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26.08.2010 23:06
#684 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hach... ich freu mich grad einen Ast, dass der letzte Teil so gut angekommen ist. Aber wie kommt ihr bloß auf die Idee, dass ich euch veräppelt hätte? Würde ich doch nie tun. Ich kenne doch die Gefahren, die dann auf mich lauern. Aber die hier war mir neu: Mein liebes Karmegeenchen, ich kann mich eigentlich nicht daran erinnern, dass der Original Dresdner Stollen mit Fleischbeilage ist. Ich glaube, dass würde nicht so gut schmecken. Aber vielleicht schmeckt euch ja der nächste Teil? Äh.... Ich bin dann mal weg....




MK: Alles in Ordnung mit dir, Gabi?
GK (seufzt verträumt): Jetzt ja!

Dr. Kaan blickte seiner Stationsschwester irritiert ins Gesicht. Gabi schien mit offenen Augen zu träumen. Er ging vor ihr in die Hocke und rüttelte vorsichtig an ihrem Arm, mit dem sie noch immer ihr Gesicht stützte. Doch Gabi reagierte nicht. Nur ihr glückliches Grinsen wurde noch breiter. Mehdi schaute verunsichert über seine Schulter zu Marc, der nur grinsend am Türrahmen stand und mit den Schultern zuckte und dann den angeknabberten Apfel in den Mülleimer warf.... Herrlich! Die blöde Kuh sabbert ja schon fast. ... Mehdi strich mehrmals sanft über Gabis Hand. Sie erschauderte und bekam eine Gänsehaut davon....

GK (immer noch in ihrem Traum versunken): Oh Mehdi! Endlich!
MK: Äh... Endlich was?
GK (strahlt glücklich): Endlich bist du da.
MK: Aber... ich war doch die ganze Zeit hier. Am Tresen mit Marc.
GK (leicht irritiert): Marc? Wieso Marc? Was macht der Idiot denn....
MM (von weitem): Eh!
MK (schmunzelt): Sag mal, kann es sein, dass du träumst, Gabi?
GK (immer noch abwesend): Nein, kein Traum kann so schön sein, wie...
MK: Wie was?
GK (schmachtend): Das mit uns.
Oh!

Im Hintergrund hörte man Marc laut auflachen. Mehdi drehte sich um und warf ihm verärgert einen bösen „Halt-dich-zurück!“-Blick zu, aber der Oberarzt konnte sich das Lachen einfach nicht mehr länger verkneifen. Zu amüsant war die Szene, die sich gerade vor ihm bot. In diesem Moment kam auch Schwester Sabine den Gang entlang und blieb verwundert vor der Tür zum Stationszimmer stehen. Was gab es denn hier zu lachen? Neugierig stellte sie sich auf ihre Zehenspitzen und schaute durch die kleine Durchreiche in den Raum. Dr. Kaan war mittlerweile wieder aufgestanden, weil die hockende Position nichts für seinen Rücken war. Er streckte sich kurz und fuhr sich über seinen Rücken, dann lehnte er sich an den Tisch, direkt neben Gabis Stuhl und rüttelte nun mehrmals an der Schulter seiner Stationsschwester, die daraufhin ihre Augen weit aufriss und ihren Vorgesetzten völlig verdattert anschaute.... Wieso sitze ich denn immer noch? Wieso hält er mich denn nicht mehr im Arm und küsst mich? Der Kuss, der war so schön. ... Mehdi musste unweigerlich schmunzeln. Sie sah einfach zu süß aus in diesem Moment...

MK (überspielt die für sie peinliche Situation betont professionell): Schwester Gabi, wir müssen so langsam mal los. Die Visite macht sich nicht allein.
GK (schaut ihn immer noch völlig verdutzt an): Hä? Wieso Visite? Und was ist mit...? Oh!

So langsam dämmerte es bei ihr... Oh Gott! Ich hab das jetzt nicht... Ich hab das doch nicht etwa nur geträumt oder? Aber... aber das war so echt. Ich hab seine Lippen ganz genau gespürt. Sie haben nach Erdbeeren geschmeckt. Und er hat... Nein, er hat mir seine Liebe nicht gestanden. ... Sichtlich enttäuscht schaute sie jetzt zu ihm hoch.

MK: Ist wirklich alles ok mit dir?

.... fragte Dr. Kaan besorgt. Er konnte sich nicht wirklich einen Reim daraus machen, warum sie so verwirrt wirkte. Gabi schloss für einen kurzen Moment die Augen und wünschte sich an einen anderen Ort. Sie hatte sich nicht gerade vor ihrem Traummann, ihrem verhassten Ex und der Tratschnase der Nation zum Trottel gemacht? Doch das hatte sie! Langsam nahm ihr Gesicht eine zarte Röte an, die die sonst so abgebrühte Krankenschwester auch nicht verbergen konnte. Nervös strich sie sich über ihr Gesicht, atmete tief durch und stand schließlich von ihrem Stuhl auf. Sie wollte möglichst cool und selbstbewusst rüberkommen. Das alles war gar nicht passiert. Einfach ignorieren, sprach sie sich Mut zu. Aber da die verliebte Frau noch immer ganz weiche Knie hatte, schwankte sie ein wenig und musste sich im ersten Moment noch am Tisch festhalten. Mehdi blickte sie immer noch irritiert an. Gabi versuchte souverän zu wirken....

GK: Äh... Dr. Kaan, also äh... ja, es ist alles ok. Also mir geht’s gut.
MK: Sicher!?
GK (nervös): Ja, ich hab nur ääähhh...
Ausrede, Ausrede, Ausrede! Verdammt!
MK: Schlecht geschlafen?
GK: Äh ja, kann sein.
Ich vermisse dich halt nachts im Bett. Ist doch verständlich oder? Oh Gott! Ich muss endlich aufhören, ihn so peinlich anzuschmachten. Das bin doch nicht ich. Werde endlich wieder normal, Gabi! Er ist dein Oberarzt, dein Boss. Professionell bleiben und nichts anmerken lassen!

Die bis über beide Ohren verliebte Krankenschwester stieß sich vom Tisch ab, stöckelte selbstbewusst an ihrem Chef vorbei in Richtung Tür, wo Marc Meier sie frech angrinste.... Cool bleiben, nicht provozieren lassen! ... Dieser ließ es sich natürlich nicht nehmen, seiner Ex noch einen Spruch reinzudrücken, als sie sich hoch erhobenen Hauptes an ihm vorbeiquetschte....

MM: Tja Träume sind manchmal Schäume, liebe Gabi. Solltest du langsam mal gemerkt haben.
Ich bring ihn um!
GK (faucht ihn an): Leck mich, Marc!
MM (verzieht kurz angewidert sein Gesicht u. grinst sie dann weiterhin an): Nee danke, kein Bedarf! So wie du gerade gesabbert hast, das war wirklich ekelhaft. Da vergeht sogar mir die Lust.
GK: Arschloch!

Gabi warf ihm noch einen bitterbösen Blick zu und lief dann schnellen Schrittes den Gang hinunter.... Bloß schnell weg hier. Und dann den Rest des Tages irgendwo verkriechen. Ich kann doch nie wieder unter seine Augen treten. Wer weiß, was er jetzt von mir denkt? Oh Gott! Das war so peinlich. Schmachte ihn an wie der letzte Teeny! Nein!... Mehdi wollte ihr folgen. An der Tür des Stationszimmers blieb er aber noch einmal kurz stehen und wandte sich an seinen besten Freund...

MK: Was sie nur hat?
Gott wie blind ist der eigentlich?
MM (klopft ihm grinsend auf die Schulter): Tja, das mein Freund wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Wie die Frau im Allgemeinen.
S (mischt sich ein): Vielleicht ist sie ja krank. Sie wirkt schon seit Tagen so bedrückt.
MK (dreht sich überrascht zu ihr um): Ach? Ist mir gar nicht aufgefallen.
MM (schnauzt S in gewohnter Manier an): Haben wir Sie um Ihre belanglose Meinung gefragt? Nein!
S (klein mit Hut): Tschuldigung.
MK: Lass sie doch! Danke, Sabine.
S: Dr. Kaan!

Sabine nickte ihm freundlich zu, quetschte sich dann ängstlich an ihrem Chef vorbei ins Schwesternzimmer, wo sie sich in die hinterste Ecke verzog...

MK: Ich bin dann mal weg.
MM: Ja, besser so.
MK: Eh!

Mehdi funkelte Marc noch einmal an, dann lief er ebenfalls den Krankenhausflur vor. Er kam aber nicht weit, denn als er einen Nebengang kreuzte, lief er direkt Dr. Hassmann in die Arme, die natürlich die Gelegenheit beim Schopfe packte, um sich eng an ihr Herzblatt zu schmiegen. Verträumt schaute sie ihn an, strich ihm kurz über den Rücken und streifte seinen wohlgeformten Hintern....




Sorry! Bitte nicht böse sein! *mit den Wimpern unschuldig klimper*

Lorelei Offline

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27.08.2010 13:37
#685 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Juhu! Ich lebe noch, habe aber seltsamerweise ganz unruhig geschlafen. Habt ihr wirklich geglaubt, dass ich es den beiden äh... drei so leicht mache? Ich bitte euch, Mehdi ist doch noch viel zu aufgewühlt, als dass er irgendwelche, für andere mehr als offensichtliche Signale deuten könnte. Gut Ding will Weile haben! Das wird auch Maria gleich spüren. Viel Spaß jetzt mit dem nächsten Teil. Und danke noch mal für eure Kommis. Lorelei




MH: Na so stürmisch, schöner Mann?

Mehdi lächelte sie kurz verschämt an, löste sich aber dann schnell wieder von ihr...

MK: Entschuldige, ich hab dich nicht gesehen.
MH: Muss wohl ein Wink des Schicksals gewesen sein.
Du fehlst mir so!
MK: Äh ja, kann sein. Du... also äh... ich... ich muss wirklich weiter. Meine Frauen warten, also ich meine, meine Patientinnen.
MH: Natürlich. Aber vielleicht können wir ja....

Aber da war Dr. Kaan schon längst weitergegangen und am Ende des Ganges in seinem Sprechzimmer verschwunden.

MH: .... später was zusammen machen. Kino oder so.
Na toll. Und schon ist er mir wieder entwischt. Wie lange will er mich denn noch zappeln lassen? Ich werde noch verrückt ohne ihn.

Ihre eben noch so gute Laune verwandelte sich augenblicklich ins genaue Gegenteil. Frustriert lief Maria in schnellen Schritten den Gang vor und blieb direkt vor Dr. Meier stehen, der immer noch an der Tür des Stationszimmers stand und sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte... Oh Mann! GsD hab ich nicht seine Probleme. Zu komisch wie die beiden Hühner hinter ihm her flattern und sich völlig zum Affen machen. Und das ohne Erfolg. Hahaha! .... Sie sprach ihren Kollegen in betont unfreundlicher Art an...

MH: Meier, ist dein Haase irgendwo in der Nähe?
MM (grinst immer noch): Nö, aber deiner is wohl gerade wieder vor dir weggehoppelt, hä?
Nicht provozieren lassen! Ruhig und professionell bleiben! Deine Selbstverteidigungskünste kannst du auch später noch an ihm ausprobieren.
MH (wird langsam wütend): Eh! Krieg ich hier noch eine anständige Antwort von dir oder muss ich sie ausrufen lassen?
MM: Mein Gott, hast du wieder eine Laune. Kein Wunder, dass er schnell das Weite gesucht hat.
Ich bring ihn um!
MH: Eh, lass den Scheiß ja. Dr. Haase ist heute mir zugeteilt, also wo steckt sie?
MM (lässt sie zappeln): Ich helfe doch immer wieder gern.
MH (platzt bald der Kragen): Meier!
Oh na da ist ja mal jemand tierisch frustriert und untervögelt. Mehdi sollte sie schleunigst mal wieder ranlassen. Täte dem Arbeitsklima gut.
MM (lacht): Also wenn sie nicht schon wieder am Schokoautomaten steht, wird sie wohl noch immer mit Dad, also mit meinem Vater auf Visite sein.
Scheißvetternwirtschaft hier!

Aus dem Hintergrund ertönte plötzlich die piepsige Stimme von Schwester Sabine....

S: Also die Frau Doktor und der Herr Professor müssten gleich durch sein. Sie hatten noch zwei Zimmer vor sich, als ich die beiden vorhin verlassen habe. Aber ich musste hier noch zwei unvollständige Akten ergänzen, wissen Sie.

Dr. Meier drehte sich zu ihr um und warf Sabine einen bitterbösen „Klappe-halten!“-Blick zu. Sie senkte daraufhin ihren Blick und wandte sich wieder dem Computer zu, an dem sie gerade saß und die Patientenakten aufarbeitete. Dr. Hassmann nickte ihr zwar grimmig, aber dennoch dankbar zu und wandte sich wieder an ihren Machokollegen....

MH: Hochschicken, wenn sie fertig ist!
MM (verschränkt die Arme u. lehnt sich seitlich gegen den Türrahmen): Eh spar dir deinen überflüssigen Befehlston ja. Du hast mir gar nichts zu sagen. Wenn du frustriert bist, dann......
MH (faucht ihn an): Noch ein Wort und du fängst dir eine!
MM (hebt seine Hände in die Höhe u. grinst sie an): Uuuuhhh! Da bekomme ich aber Angst!

Bildschlagzeile vom Dienstag, 8. Dezember: junger, talentierter, hammermäßig gutaussehender Oberarzt der Chirurgie von untervögelter karrieregeiler Zimtzicke und neidischen Kollegin auf bestialische Weise niedergestochen und geweidet worden. Seine nicht minder talentierte und bildschöne Freundin und Assistenzärztin tritt eine schwere Nachfolge an...

Maria sagte nichts weiter dazu, warf ihm stattdessen noch einen abfälligen Blick zu und setzte sich wieder in Bewegung, da sie am Ende des Ganges Dr. Haase und Prof. Meier entdeckt hatte. Dessen Sohn hielt sich am Türrahmen fest und konnte sich gar nicht mehr einkriegen vor Lachen.... Hahaha! Ich sollte Schriftsteller werden! Ääähhh... Nee, ganz, ganz blöder Gedanke! ... Sabine kam nicht umhin, mitzulachen, weil das herzhafte Lachen ihres Oberarztes, das sie bisher so selten gehört hatte, einfach nur ansteckend war.

Lorelei Offline

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27.08.2010 22:45
#686 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gretchen und Olivier hatten soeben das letzte Patientenzimmer besucht und damit die Morgenvisite beendet und waren nun in einem Privatgespräch vertieft. Es ging wieder einmal um Oliviers Lieblingsthema: sein Mokkapralinchen! Elkes Zurückweisung letzte Woche machte ihm immer noch schwer zu schaffen. Gretchen versuchte ihn zu trösten und wieder aufzubauen...

G: Und wenn du doch noch mal zu ihrer Villa fährst?
O: Das bringt doch nichts. Sie lässt sich verleugnen. Ich war doch vor zwei Tagen bei ihr. Ich habe ihre Stimme deutlich im Hintergrund gehört, als sie ihrer Assistentin eingebläut hat, mich abzuwimmeln. Sie will mich nicht sehen. Sie will mich nicht.

Olivier ließ seine Schultern hängen. Sein trauriger Blick zerriss Gretchen mal wieder das Herz. Sie konnte es einfach nicht ertragen, wenn andere unglücklich waren...

G: Also ich versteh diese Frau nicht.
O (seufzt): Ich mittlerweile auch nicht.
G: Was du mir erzählt hast, das klang doch wirklich so, als ob sie noch....

Weiter kam sie aber nicht in ihren Überlegungen über die mögliche Gefühlslage einer bissigen Erfolgsautorin, weil die laute Stimme einer noch bissigeren Oberärztin über den Gang schallte....

MH: Haase, brauchst du eine Extraeinladung oder warum bist du noch nicht oben auf Station?
Upps, ich bin doch heute bei ihr...! Mist!

Dr. Haase rollte mit ihren Augen und verabschiedete sich schnell von ihrem Mentor und Schwiegervater in spe....

G: Ich muss los. Wir können ja heute Abend noch mal reden. Aber gib die Hoffnung nicht auf. Es lohnt sich immer zu kämpfen.
O (lächelt): Danke! Du bist ein Engel, weißt du das eigentlich?
G (errötet peinlich berührt): Oh danke!
Dieser Charmeur! Also ich würde ihn sofort zurücknehmen, wenn ich....

MH: HAAAAAASE!!!
G (genervt): JAAA doch! Komme!

... rief die blonde Assistenzärztin in Richtung ihrer brünetten Kollegin, die ungeduldig am Aufzug wartete.

O: Dann will ich dich nicht weiter aufhalten. Ich bin übrigens heute Abend nicht da. Dein Vater hat mich doch zum Ärztestammtisch eingeladen.
G (winkt ihm noch im Gehen zu): Oh! Na dann viel Spaß.
Der Arme!

Gretchen erreichte Maria im selben Moment, wie die Fahrstuhltüren sich öffneten. Sie schaute noch einmal kurz in Richtung Stationszimmer, wo Marc immer noch stand. Er lächelte sie charmant an. Sie winkte ihm zu, wurde aber dann unsanft von Maria in den Lift gezogen....

G (beschwert sich): Eh! Das tat weh. Hast du schlechte Laune?
Dann wird dieser Tag die Hölle. Kann ich heute nicht doch mit Marc arbeiten? Mit ihm ist es wesentlich entspannter.
MH (trotzig): Nein, hab ich nicht! Kann ja nicht jeder die Zeit so locker nehmen wie du.
G: Hey! Ich sollte erst um zwölf zu dir hoch kommen und jetzt ist es....
MH (blitzt sie an): Fünf vor zwölf.
G: Ja und?
MH: Auch für den Patienten.
G: Oh!

Im gleichen Augenblick vibrierte ihr Handy in ihrer Kitteltasche. Sie griff danach und stellte sich etwas abseits von Maria, die ihr verärgert hinterher blickte und sich dann schnell wieder umwandte, als sie sah, wie Gretchens Gesicht ein Strahlen annahm, das den ganzen Raum erhellte. Die Neurochirurgin konnte nur mit den Augen rollen.... Gott, wie ich den ihr Rumgeschmachte hasse. Wieso kann Mehdi nicht auch so....? Nein, nicht darüber nachdenken! Souverän bleiben! Er meldet sich schon. Irgendwann. In zehn Jahren oder so. ... Nein! ... Oh es fühlte sich so gut an, ihn zu berühren. Seinen knackigen Arsch... Maria geriet, obwohl sie es nicht gewollt hatte, ins Träumen. Und sie war nicht die Einzige in der kleinen Stahlzelle, die das gerade tat. Gretchen las sich die Nachricht, die sie soeben erhalten hatte, immer wieder durch und konnte nicht mehr aufhören verliebt zu grinsen. Sie drückte ihr Handy glücklich an ihr Herz. In der SMS von Marc stand nämlich Folgendes....

„Holde Prinzessin, wenn du vom fiesen Drachen erlöst werden willst, musst du nur den tapferen und hammermäßig gutaussehenden Prinzen anpiepsen. Er schwingt sich dann sofort auf sein weißes Ross und entführt dich in sein teures Schloss. Er hat nämlich soeben erfahren, dass er heute Abend sturmfrei hat. Hol dich nach der Schicht in der Umkleide ab. Kuss M.“

Lorelei Offline

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28.08.2010 10:28
#687 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey! Bis Schichtende ist leider noch etwas hin. Sorry! Und was dann passiert, behalte ich (noch) für mich. Es kommt auf jeden Fall anders, als er vielleicht gerade geplant hat. Durch gewisse unglückliche Umstände, obwohl für jemand sind sie schon glücklich, aber soweit sind wir ja noch nicht. Jetzt kümmere ich mich erst einmal um ein anderes „Pärchen“, das dringend Hilfe benötigt. Viel Spaß und schönen Samstag. Lasst euch durch das fiese Novemberwetter da draußen nicht ärgern! Lorelei




Einige Stunden später

Schnelle Stöckelschuhschritte hallten durch die heiligen Hallen des EKH. Immer wieder verstummten diese, weil die Person, zu der die klappernden Absätze gehörten, an jeder Ecke stehen blieb, um vorsichtig zu schauen, ob sie nicht beobachtet wurde. Sie wollte nicht gesehen werden, weder von IHM noch von ihrem Sohn, der zwar mittlerweile das Hausverbot gegen sie aufgehoben hatte, wie ihr eine aufdringliche Schwester vorgestern am Telefon mitgeteilt hatte, aber immer noch keinen Kontakt mit ihr wünschte. Marc Olivier war nun mal stur, sturer als sie es je gewesen ist. Sie wollte ihn nicht brüskieren, indem sie hier unangemeldet auftauchte, aber den Vorsorgetermin bei Dr. Kaan hatte sie schon vor Monaten ausgemacht. Dieser leidigen Geschichte mit dem Klimakterium musste schließlich mit allen verfügbaren Mitteln entgegengewirkt werden. Sie war unendlich froh darüber, dass sie sich keinen neuen Gynäkologen suchen musste. Elke Fisher wollte nun mal keinen x-beliebigen Arzt, sondern den Besten, und Dr. Kaan war der Einzige, der ihr bisher eine wirkungsvolle Therapie gegen ihre lästigen Wechseljahre geliefert hatte. Die Erfolgsautorin schaute um die nächste Ecke. Niemand war zu sehen. Sie huschte ungesehen am Büro ihres Sohnes vorbei und wollte gerade am Stationszimmer vorbei, als sie plötzlich direkt in die Arme ihres größten Fans lief, der gerade über die Schwelle schritt. Schwester Sabine hatte einen Stapel Akten auf dem Arm getragen und hatte die Mittfünfzigerin deshalb nicht gesehen. Natürlich hatte die tollpatschige Krankenschwester die Mappen fallen gelassen. Sie murmelte ein leises „Entschuldigung“ und kniete sich dann auf den Boden, um die über den halben Gang zerstreuten Papiere wieder einzusammeln. Sabine hatte noch nicht bemerkt, zu wessen Füßen sie gerade herumrutschte und wem sie ihren properen Hintern entgegenstreckte. Elke wurde allmählich ungeduldig, weil der blonde Tollpatsch ihr den Weg versperrte und unnötiges Aufsehen verursachte. Wütend fuhr sie die Schwester an....

E: Sie!!!

Sabine zuckte erschrocken zusammen, als sie die tiefe rauchige Stimme ihrer Lieblingsautorin erkannte.... Oh Gott, oh Gott! ... Sie wagte einen vorsichtigen Blick auf die lilafarbenen Manolo Blaniks, die direkt vor ihr standen, dann langsam die mit schwarzen Nylonstrümpfen bedeckten schlanken Beine hoch und bewunderte schließlich das dunkellila Kostüm, welches Elke Fisher sehr elegant aussehen ließ. .... Oh Gott, oh Gott! Oh Gott, oh Gott! .... Wie in Zeitlupe erhob sich die nervöse Schwester und starrte ihr großes Idol jetzt voller Ehrfurcht an....

S (errötet): Oh! Frau... Frau Fisher!

Sie streckte ihr aufgeregt ihre kleine Hand hin, um sie zu begrüßen, aber Elke musterte die dicke Frau vor sich erst eingehend, rümpfte ihre Nase und schaute dann abfällig auf die Hand, die sie nicht schüttelte...

E (funkelt sie drohend an): Ruhig, Sie.... Sie unmögliche Person! Wenn Sie meinem Sohn sagen, dass ich hier war, wird das für sie berufliche Konsequenzen haben. Haben Sie mich verstanden?
Oh, oh!

Sabine wich eingeschüchtert zwei Schritte zurück und stieß gegen die Wand neben der Tür zur Umkleide. Sie verzog ihr Gesicht zu einer Grimasse...

S: Ja, ja natürlich, Frau... Frau Fisher. Sie... Sie können sich immer auf mich verlassen. Von mir erfährt niemand, dass Sie.... Sie hier waren.
E: Gut! Wenn Sie dann die Güte hätten, mich vorbeizulassen!

Die aufgeregte Krankenschwester sprang vor die Füße ihres Idols, sammelte hektisch die restlichen Papiere zusammen und ließ die bekannte Autorin schließlich vorbeiziehen. Doch der große Dr. Rogelt-Fan ließ sich die Gelegenheit natürlich nicht entgehen, nach ihrem neuesten Werk zu fragen. Mutig trat sie noch einmal an sie heran....

S: Frau Fisher?
E (dreht sich genervt noch einmal zu ihr um): Was denn noch, Kindchen?
S (tippelt mit gesenktem Blick auf sie zu, bleibt vor ihr stehen und schaut sie schüchtern an): Ich... ich hätte da noch... noch eine Frage. Also... äh... jetzt nicht als Krankenschwester, sondern als.... als Ihr Fan.
E (legt ihre Stirn in Falten u. mustert sie von oben herab): Wenden Sie sich an meinen Fanclub! Auf Wiedersehen!
S: Aber... aber ich ... ich bin doch die Vorsitzende des Berliner Dr. Rogelt Fanclubs. Haben Sie das vergessen, Frau Fisher?
E (stöhnt genervt u. schaut sie sich schließlich noch einmal genauer an): Großer Gott! .... Oh ja, stimmt ja! Aber schnell, ich will nicht, dass Marc Olivier mich hier sieht.
S (strahlt sie glücklich an): Ja, Frau Fisher. Es geht nur kurz um Ihren neuen Roman. Ich... ich habe auf Ihrer Homepage gelesen, dass ein neues Werk in Arbeit ist und da dachte ich... also wir... Ääähhh.... der Fanclub, vielleicht könnten Sie mir und meinen Mitgliedern schon ein paar Details verraten. Wir brennen so sehr darauf zu erfahren, wie es in Ihrer Vampirsaga weitergeht. Mit Verlaub ... also wenn Sie mir gestatten das zu sagen, aber ihr erstes Twilight-Werk war mit Abstand das Beste, was ich jemals gelesen habe.
E (fühlt sich geschmeichelt u. schwellt ihre Brust an): Selbstverständlich! Aber das Epos, meine Liebe, war nur eine Sonderedition außer der Reihe. Quasi ein Versuch, etwas Neues, etwas Weltbewegendes zu schaffen. Ich weiß noch nicht, ob ich das weiterführen werde. Meine Prioritäten liegen momentan woanders, jetzt wo ich meine Muse wieder.... *räusper* .... Wissen Sie, Schwester Susi, jetzt sprießen ja aus allen Ecken solche Vampirgeschichten, schlechtgemachte wohlgemerkt, aus den Staaten. Ich habe da wohl einen Trend geschaffen, aber dass das so ausufern würde, hätte ich nicht gedacht, als ich damit begonnen habe. Da geht irgendwie die Lust verloren. Ich werde mich erst mal wieder der Fortsetzung der normalen Dr.Rogelt-Reihe widmen.
S (folgt gebannt jedes Wort ihrer Lieblingsautorin): Oh, das ist aber schade! Aber ich finde diese amerikanischen Nachmachungen auch nicht gerade sehr... realistisch. Vampire sind ja im Allgemeinen nicht sehr äääähhhh.... lebendig! Und wie... wie geht es denn jetzt mit Renee und Monikwe weiter, jetzt wo sie sich am Kilimandscharo verloren haben?
E (rollt mit den Augen): Kindchen, ich bin vertraglich verpflichtet, nichts weiter dazu zu sagen.
S (leicht enttäuscht): Es bleibt natürlich alles top secret, Frau Fisher. Das verspreche ich Ihnen. Es ist doch nur für unseren Newsletter, wissen Sie.
E (stöhnt leise auf u. überlegt kurz): Gut! Ich habe jetzt noch einen Termin bei Dr. Kaan, danach könnte ich vielleicht fünf Minuten meines knapp bemessenen Zeitbudgets opfern, aber nicht hier. Sie wissen, mein Sohn! Draußen am Taxistand?
S (lächelt glücklich): Danke Frau Fisher, ich werde da sein. Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf, ich finde es ganz.... ganz toll, dass sie jetzt wieder....

Doch Elke Fisher hörte ihrem nervigen Fan bei ihrer Bauchpinselei schon gar nicht mehr zu, denn ihr war am Fahrstuhl jemand ins Auge gefallen, den sie um keinen Preis sehen wollte und der sie erst recht nicht sehen sollte. Sie presste sich mit ihrem Körper gegen die Wand und versteckte sich hinter dem Rücken der dicklichen Krankenschwester, deren Körpergröße aber nicht ihren hoch gewachsenen Maßen entsprach. Sie lugte mehrmals vorsichtig hinter der Schwester hervor und blickte sich dann hektisch auf dem Krankenhausflur um. Elke entschloss sich schließlich, sich in der Umkleide zu verstecken, vor deren Tür die beiden Frauen gerade standen. Sabine konnte gar nicht so schnell kucken, da war die Erfolgsautorin auch schon darin verschwunden. Sie drehte sich um und schaute ihr verdutzt hinterher, als ihr großes Idol ihr die Tür der Umkleide vor der Nase zuschlug. Sabine wollte ihr noch nach, aber da wurde sie auch schon von jemand angesprochen....


Prof. Meier hatte natürlich bemerkt, wer da vor der Umkleide bei Schwester Sabine gestanden und sich so schnell verdrückt hatte, als sie ihn erkannt hatte. Er schüttelte schmunzelnd den Kopf.... Mein Mokkapralinchen, jetzt entkommst du mir nicht! ... Er beschleunigte seinen Schritt und blieb vor der blonden Krankenschwester stehen....

O: Schwester Sabine, könnten Sie mir bitte einen Gefallen tun?
S (schaut ihn erst perplex an, dann schaltet sie schnell): Aber sicher, Herr Professor.
O: Sehr gut!

Olivier grinste sie verschmitzt an, als er ihr seinen Plan ins Ohr flüsterte....

Lorelei Offline

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28.08.2010 19:32
#688 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Sabine musste immer wieder leise kichern, verschwand dann für einen kurzen Moment in der Abstellkammer und kam mit einem Schrubber zurück, den sie jetzt unter die Klinke der Tür zur Umkleide stemmte. Olivier nickte ihr anerkennend zu, dann betrat er das Stationszimmer, dessen Tür er hinter sich verschloss. Die aufgeregte Krankenschwester positionierte sich direkt davor und schaute nun gespannt durch die Durchreiche in das Schwesternzimmer und sah noch im Augenwinkel, wie Marcs Vater die Umkleide durch die Zweittür betrat. Sie stützte ihre Arme auf der Theke ab und geriet ins Schwärmen..... Hach, das ist ja wie bei Dr. Rogelt Bd. 4, „Die Zähmung der widerspenstigen Furie“.

Olivier Meier schloss leise die Tür hinter sich. Sicherheitshalber verschloss er diese und steckte den Schlüssel in seine Kitteltasche. Sein Mokkapralinchen würde sich sicherlich nicht leicht zähmen lassen. Dazu kannte er sie zu gut. Mindestens ein Fluchtversuch sei sicherlich zu erwarten, dachte er schmunzelnd. Die Umkleide schien auf den ersten Blick verlassen zu sein, aber er wusste ja, dass sie hier war. Es sei denn, sie wäre aus dem Fenster gesprungen, was aber, da sie sich im dritten Stock befanden, eher unwahrscheinlich war. Seine Elke war hier. Er spürte ihre Anwesenheit regelrecht körperlich. Er roch ihr verführerisches Parfum. Der ganze Raum war von ihrer außergewöhnlichen Aura erfüllt, auch wenn man sie selbst nicht auf den ersten Blick sah. Erst hatte Olivier geglaubt, dass er jeden Spind nach ihr absuchen müsste und hatte sich von Schwester Sabine sicherheitshalber eine Haarnadel mitgeben lassen, aber dann hatte der Vorhang zweimal verdächtig gewackelt. Er schaute zum Fenster. Hinter der bodenlangen Gardine blitzten zwei lilafarbene Schuhspitzen hervor. Olivier musste unweigerlich schmunzeln. Sein Mokkapralinchen war schon ein verrücktes Huhn. Versteckte sie sich einfach vor ihm wie ein schmollendes Kleinkind? Er schüttelte den Kopf und beschloss, sie eine Weile zappeln zulassen. Er lehnte sich lässig gegen einen Spind, verschränkte grinsend seine Arme und starrte gebannt zum Vorhang.

Elke Fisher hatte natürlich bemerkt, dass jemand das Zimmer betreten hatte. Sie betete innerlich, dass dieser jemand schnell wieder verschwand, aber er tat es nicht. Es war seltsamerweise sehr still in dem kleinen Raum. Das konnte nur Eines bedeuteten. Sie ahnte, dass nur ER es sein konnte, der dieses winzige Zimmer mit seiner unwiderstehlichen Aura in Beschlag genommen hatte, denn nur einer schaffte es, sie so nervös zu machen. Und das war sie in diesen Moment. Sie konnte ihre Hände kaum noch ruhig behalten und so wackelte die Gardine immer mehr, was Olivier amüsiert zur Kenntnis nahm. Nach ungefähr zwanzig Minuten intensiven Belauerns beschloss der Arzt jedoch, endlich zu handeln und sprach sie an....

O: Mokkapralinchen, wie lange willst du das Spielchen denn noch treiben? Ich hab in fünf Minuten Dienstschluss und wollte dann essen gehen. Kommst du mit?

Stille!

Er ist es! ... dachte sie mit klopfendem Herzen. Elke Fisher verfluchte in diesem Moment ihre Entscheidung, heute das EKH betreten zu haben. Warum musste sie ausgerechnet heute einen Termin bei diesem attraktiven persischen Frauenarzt haben? Sie hätte ihn doch verschieben können. Ihre Fingernägel bohrten sich tief in ihre lilafarbene kleine Handtasche. Sie biss sich auf ihre Unterlippe. Sie versuchte, ruhig zu bleiben, was sich aber angesichts der Tatsache, dass sich der Mann all ihrer Sehnsüchte nur wenige Meter entfernt von ihr befand, und der nervigen Fliege, die hinter ihrem Rücken am Fenster entlang flog und unentwegt summte, als äußerst schwierig erwies. Sie traute sich nicht, sie zu erschlagen, auch wenn sie am liebsten mit ihrer Handtasche wild auf sie eingedroschen hätte, weil sie sich sonst ihrem Ehemann offenbaren müsste. Aber Elke Fisher würde sich nicht die Blöße geben, jetzt hervorzutreten. Niemals. Da konnte Olivier Meier schwarz werden. Und wenn sie gekonnt hätte, hätte sie jetzt mit ihrem Fuß auf dem Boden aufgestampft.

Nach drei Minuten eisernen Schweigens, das nur durch das Summen der Fliege durchbrochen wurde, fragte Olivier wieder nach....

O: Gibt es eigentlich diesen netten kleinen Italiener am Prenzlauer Berg noch? Das war doch dein Lieblingsrestaurant, nicht?

Stille!

Er gibt nicht auf! Er wird niemals aufgeben! Das ist schließlich Olivier Meier, der da vor dir steht. Er hat noch nie aufgegeben. ... Elke stockte in ihrem Gedankenfluss... Außer an dem Tag, als er ging. Als er uns... Nein! Ich kann das nicht zulassen. Ich darf das nicht zulassen. ... Aber dafür war es schon längst zu spät... Hach... der Italiener! Seit zwanzig Jahren war ich nicht mehr da. ... Elke schloss für einen kurzen Moment ihre Augen. Bilder von damals erschienen vor ihrem inneren Auge, wie sie beide als Studenten fast jeden Abend dort verbracht hatten. Das war die glücklichste Zeit in ihrem Leben gewesen, dachte Elke bewegt. Dass ihr Oli das noch wusste, ließ ihr Herz für einen Augenblick höher schlagen. Doch dann wurde sie schnell wieder ernst. Sie konnte und wollte ihre aufkeimenden Gefühle nicht zulassen. Marc wollte das nicht. Er würde das niemals akzeptieren. Einmal wollte sie alles richtig machen. Wenigstens einmal in ihrem Leben würde Elke auf die Meinung ihres Sprösslings hören. Olivier und sie, das war Vergangenheit und das sollte der Meiersche Sturkopf doch eigentlich auch kapiert haben, als sie ihn vor einer Woche nach dem unglaublichen Sexabenteuer stehen gelassen hatte.

Lorelei Offline

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29.08.2010 10:50
#689 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Doch dieser Sturkopf gab nicht auf, denn ein verliebter Meier gab niemals auf, wenn er sich einmal seine Gefühle eingestanden hatte. Olivier wollte seine Frau zurück und heute war durch eine glückliche Fügung des Schicksals die Chance gekommen, das auch zu bewerkstelligen...

http://www.youtube.com/watch?v=Bul2b6uT2QU


O (lehnt immer noch verträumt am Spind u. schaut zur Gardine): Erinnerst du dich noch an den einen Abend vor fünfunddreißig Jahren? Es war auch Dezember, zwei Tage vor Sylvester. Es schneite ohne Unterlass. Das war für Berlin ja schon immer eher ungewöhnlich. Wir saßen dort fest und mussten die Nacht in dem Restaurant verbringen, weil wir nicht mehr zu meinem Auto durchgekommen waren und Taxis fuhren bei dem Wetter auch keine mehr. Irgendwann fiel dann der Strom aus. Es gab keine warmen Speisen und Getränke mehr. Nur der Steinofen funktionierte noch, an dem wir uns wärmten und die letzte Pizza, die noch darin lag, aßen. Wir waren die einzigen Gäste bei Luigi. Ich habe geschimpft und geflucht wie ein Rohrspatz, weil an dem Tag anscheinend alles schief ging. Ich hatte alles so schön geplant. Alles sollte so romantisch wie möglich sein, auch wenn du nicht unbedingt auf die Romantikschiene gestanden hast. Es sollte einfach alles perfekt werden, wenn ich dir einen Antrag mache. Und jetzt saßen wir da fest, mitten im Nirgendwo in einen klitzekleinen italienischen Restaurant. Draußen tobte der Schneesturm. Wir saßen im Dunkeln an einem schmutzigen alten Ofen in alte Decken gewickelt. Ich traute mich nicht mehr, etwas zu sagen. Ich dachte, das war’s jetzt gewesen. Luigi hatte uns dann allein gelassen. Er hatte aber vorsorglich noch ein paar zusätzliche Kerzen auf die Tische gestellt, damit wir wenigstens ein bisschen Licht hatten. Ich hielt dich im Arm. Dir war kalt. Du zittertest. Ich drückte dich immer fester an mich und habe dich mit meinem Körper gewärmt. Ich fand das wunderschön. Wir haben nicht geredet. Es war mucksmäuschenstill, nur das Geräusch der Holzscheitel im Ofen war zu hören. Die Kerzen hüllten den Raum in ein ganz besonderes Licht. „Magisch“, hast du gesagt. Weißt du noch? Und dann schaute ich dich an. Du sahst so wunderschön aus im Kerzenlicht und da wusste ich es. Dieser Abend war perfekt. Denn alles, was ich immer wollte, war bei mir: Du! Ich wollte immer nur dich, Elke. Seit dem ersten Tag, als du mir auf dem Spielplatz ein Bein gestellt hattest, weil ich deinen kleinen Cousin auf dem Bolzplatz verprügelt hatte. Ich gebe zu, das war keine Glanzleistung von mir, aber er stand nun mal im Abseits. Da musste ich doch handeln. Jedenfalls bereue ich es nicht. Ansonsten hätten wir uns nie kennen gelernt und wir hätten unseren tollen Jungen nicht. Ich habe mich an jenem verschneiten Abend im Dezember dann doch noch getraut, dich zu fragen. An die Nacht, die auf dein Jawort folgte, muss ich dich sicherlich nicht erinnern. Zwei Tage später sind wir dann nach Paris durchgebrannt, haben das Feuerwerk am Eifelturm bewundert und an Neujahr dort geheiratet. Das war der glücklichste Tag in meinem Leben.

Lorelei Offline

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29.08.2010 16:15
#690 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Elke hatte ihrem Mann ruhig zugehört und musste sich jetzt stark zurückhalten, nicht gleich in Tränen auszubrechen. Denn genau jener Abend vor fast fünfunddreißig Jahren war auch für sie einer der glücklichsten und schönsten in ihrem Leben gewesen. Tief bewegt hielt sie ihr Handtäschchen an ihr Herz und schwelgte in Erinnerungen. Dass seine Frau immer noch keine Reaktion zeigte, beunruhigte Olivier zunehmend. Was sollte er denn noch alles machen, um sie zu überzeugen, dass sie zusammengehörten? Er seufzte leise und stieß sich schließlich vom Spind ab. Langsam ging der weltbekannte Chirurg auf den Vorhang zu und zog ihn schließlich auf. Eine zierliche, sehr elegante Frau kam zum Vorschein, die sich krampfhaft an ihrer Gucci-Tasche festklammerte und schwer atmete. Elke traute sich nicht, ihn anzusehen, weil sie ganz genau wusste, wenn sie es täte, dass es dann um sie geschehen wäre. Olivier stand jetzt unmittelbar vor ihr, sah sie sanft an und sprach sie schließlich an....

O: Elke, dieses unglaubliche Gefühl jener Nacht, das können wir wieder haben.

Elke schloss für einen Moment ihre Augen. Sie versuchte ihr wild pochendes Herz zu besänftigen, doch es gelang ihr nicht. Seine Nähe ließ es einfach nicht zu, dass sie sich beruhigte. Sie atmete tief durch, sah ihn jetzt ernst an und schüttelte langsam den Kopf...

E: Nein, Olivier, das können wir nicht.

... gab sie kühl und gefasst zurück. Die stolze Autorin hatte die Erinnerungen an damals wieder in eine der hinteren Ecken ihres Gedächtnisses verdrängt. Selbstbewusst schritt sie nun an ihm vorbei zur Tür. Olivier reagierte sichtlich enttäuscht und fasste sich an seine linke Brust...

O: Wieso nicht? Das Neulich war doch...
Wunderschön!
E (fällt ihm schnell ins Wort): Nicht von Bedeutung.

Olivier lief ihr nach und stellte sich ihr in den Weg. Er suchte ihren Blick. Doch sie blickte stur in die andere Richtung...

O: Das glaube ich dir nicht.
E (abweisend): Ach glaub doch, was du willst. Ich muss jetzt gehen. Ich habe noch einen wichtigen Termin. Leb wohl!

Entschlossen drückte Elke die Türklinke nach unten. Sie bewegte sich nicht. Verwundert versuchte sie es erneut. Die Tür öffnete sich nicht. Immer wieder rüttelte sie daran. Nichts passierte. Sie blieb verschlossen. ... Dieser miese Schuft! Das hat der doch absichtlich gemacht. Aber nicht mit mir. NICHT MIT MIR!!! ... Elke warf Olivier einen Blick zu, der hätte töten können und ging hoch erhobenen Hauptes zur nächsten Tür, die direkt auf den Flur führte. Als sie diese benutzen wollte und wieder nicht weiterkam, wurde sie noch wütender... Was fällt diesem hinterlistigen Kerl eigentlich ein, sie hier festzuhalten? Wenn der denkt, dass mich das beeindrucken würde, dann hat er sich aber geschnitten. ... Elke drehte sich um und fauchte ihren Exmann aufgebracht an....

E: Du lässt mich jetzt sofort hier raus, Olivier Meier!
O (entschlossen): Nein!

Lorelei Offline

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29.08.2010 19:52
#691 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Es war doch wohl klar, dass Elke es ihrem Oli nicht leicht machen würde oder? Wie Sabine so schön sagen würde: „die Zähmung der widerspenstigen Furie“. Mal sehen, was der nächste Teil so bringt. Viel Spaß u. schönen Abend noch! Und dickes Bussi an meine fleißigen Kommibienchen. Lorelei




Fassungslos starrte Elke Fisher ihren Mann an, der seine Arme vor seinem Körper verschränkt hatte und sich schelmisch grinsend mit dem Rücken an die andere Tür gelehnt hatte, die ins Schwesternzimmer führte....

E (kommt mit erhobenen Zeigefinger auf O zu): Olivier, ich warne dich! Ich schrei die ganze Klinik zusammen und zeige dich wegen Freiheitsberaubung an.
O (grinst sich eins, was sie immer mehr zur Weißglut treibt): Das beeindruckt mich jetzt eher weniger.
Dieser.... GGGRRR!!!! Wieso versteht er das nicht? Das mit uns, das funktioniert nicht.
E (versucht es jetzt ruhiger und diplomatischer): Oli, es bring doch nichts, an Altem festzuhalten.
O (fängt sie mit seinem Blick ein): Wieso nicht? Seitdem ich dich wieder gesehen habe, fühle ich mich erst so richtig lebendig. Ich lebe endlich wieder. All die Jahre hat mir ein Teil gefehlt. Du und Marc.
E: Aber du hast doch jetzt Marc.
O (schaut ihr tief in die Augen): Es fehlt aber noch immer ein Puzzlestück.
E (hält seinem Blick nicht stand u. geht einige Schritte zurück): Ach komm, Oli, du willst nicht ernsthaft unsere verrückte Familie zurück?
O (lächelt): Und wenn doch?
E (senkt ihren Blick): Das ist schon einmal schief gegangen. Belassen wir das!
O: Damals waren wir andere Menschen.
E (setzt sich auf die Holzbank in der Mitte des Raumes): Marc wird das niemals akzeptieren.
O (kommt langsam auf sie zu u. geht vor ihr in die Knie): Er weiß Bescheid.
E (lacht spöttisch auf, dann wird sie wieder ernst): Ja, das weiß ich. Seinen Gesichtsausdruck, wie er uns erwischt hat, werde ich niemals wieder vergessen.
Da lag so viel Verachtung, Abscheu und Enttäuschung darin. Das lasse ich nicht noch einmal zu.
O (ergreift ihre Hand u. schaut sie ebenso ernst an): Ich meinte damit eigentlich, dass er weiß, dass ich dich noch immer liebe und dich zurück will. Er ist nicht dagegen, er muss sich nur erst an die neue Situation gewöhnen. Mit der Zeit wird er...
Er liebt mich!? Er kommt mir hier mit Liebe? Was soll das? Das geht nicht! Nein, das geht einfach nicht.
E (zieht überfordert ihre Hand zurück): Es gibt keine neue Situation, Olivier.
O: Und warum versteckst du dich dann hier vor mir?
Ich hätte wegrennen sollen.
E (schaut trotzig weg): Hab ich nicht.
O (schmunzelt): Hast du wohl.
E (blitzt ihn an): Oli, treib mich nicht zur Weißglut.
O: Dafür, dass dir das mit uns völlig egal ist, regst du dich aber ganz schön auf.
E (faucht zurück): Ja, das ist ja auch kein Wunder, wenn man hier auf engstem Raum so bedrängt wird. Also lass mich endlich gehen!

Das leichte Flehen in ihrer Stimme entging Olivier nicht, aber er wollte nicht aufgeben und wenn sie noch morgen oder nächste Woche in diesem Raum sitzen müssten. Er wollte diese sture Frau um jeden Preis zurück. Er schüttelte energisch den Kopf, entriss ihr ihre Handtasche, an die sie sich verzweifelt geklammert hatte, und legte diese neben sie auf die Bank. Olivier ignorierte ihre tödlichen Giftpfeile und ergriff jetzt todesmutig ihre beiden Hände. Er suchte ihren Blick....

O: Nein! Das kann ich nicht. Hast du überhaupt gehört, was ich dir gerade gesagt habe?

Natürlich hatte Elke seine liebevollen Worte gehört, die mitten in ihr Herz getroffen hatten, aber sie konnte und wollte sich das nicht eingestehen. Stur wich sie seinen sehnsüchtigen Blicken aus und starrte zum Fenster...

E: Du hast in alten Erinnerungen geschwelgt. Erinnerungen, hörst du, mehr nicht!
O (streicht vorsichtig mit den Daumen über ihre Handrücken): Diese Gefühle sind keine Erinnerungen, sie sind so präsent wie nie zuvor.
Was... was redet er denn da? Ist er verrückt geworden? Er soll endlich damit aufhören. Das macht es doch nur noch schwerer.
E (reißt sich von ihm los u. springt von der Bank auf): Oli, bitte lass das! Rede nicht von Gefühlen.

Aufgewühlt tigerte die Erfolgsautorin in dem kleinen Zimmer umher. Olivier war mittlerweile auch wieder aufgestanden und beobachtete sie ganz genau...

O: Wieso nicht? Ich sehe dir doch an der Nasenspitze an, dass du genauso fühlst.
Da irrst du dich aber gewaltig, mein Lieber!
E (dreht sich zu ihm um u. schaut ihn an): Ich hab dir doch gesagt, du brauchst eine Brille. Du irrst dich.
O: Ich irre mich nie, Mokkapralinchen. Außer .... naja die Entscheidung damals, das war ein Fehler. Ich hätte mehr um dich kämpfen sollen. Ich ... ich hätte nicht....
E (senkt ihren Blick u. schaut auf den Boden): Das hätte nichts gebracht.
Selbst der verständnisvollste Mensch der Welt hätte mir nicht verziehen, was ich dir damals an den Kopf geworfen habe. Du hast das einzig Richtige getan und das solltest du jetzt auch.
O (wendet seinen Blick auch kurz ab, dann schaut er sie plötzlich sehr entschlossen an): Ich weiß. Aber jetzt.... Es ist nie zu spät, zu kämpfen.
E (fasst sich an ihre linke Brust): Ich will aber nicht, dass du kämpfst, Olivier.
O (steht ihr jetzt wieder direkt gegenüber u. sieht sie sehnsüchtig an; leise fleht er sie an): Komm zu mir zurück!

http://www.youtube.com/watch?v=pVESzTCqc50

E (kämpft gegen ihre aufkommenden Tränen u. wehrt sich immer noch heftig gegen das Herzklopfen in ihrer Brust): Ich kann nicht.

Lorelei Offline

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30.08.2010 09:50
#692 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huhu! Entschuldigt die Musikauswahl in den Mokkapralinchen-Szenen, aber es musste unbedingt etwas aus der Zeit sein, in der ihre Liebe am größten war, also Mitte der Siebziger. Ich habe die Charts jener Jahre durchstöbert und das genommen, was ich kannte. Im letzten Teil Barry White und heute Umberto Tozzi, denn den Howie Karpfenteich wollte ich euch nicht antun. Ich wäre sonst vermutlich aus dem Forum geschmissen worden. Und das Original ist meilenweit besser. Viel Spaß mit dem nächsten Teil und schönen Wochenstart. Lorelei




http://www.youtube.com/watch?v=ZBFo9XCmSXs


O (mit sanfter Stimme): Schau mich mal an!

Olivier ergriff mit beiden Händen das Gesicht seiner überrumpelten Frau und schaute ihr tief in die Augen. Sie wollte es nicht. Sie versuchte ihre Augen zu schließen, um ihn nicht ansehen zu müssen, doch es war schon längst um sie geschehen. Elke hing gefesselt an seinen smaragdgrünen Augen...

O: Was siehst du?
E (irritiert): Ich... weiß nicht.

Ihr charmanter Mann lächelte und führte nun ihre rechte Hand an seine linke Brust...

O: Was fühlst du?
E (überfordert): Oli, lass die albernen Spielchen. Ich bin zu alt für so was.
O (legt seine Hand auf ihre, die immer noch auf seiner Brust liegt, u. schaut sie eindringlich an): Das ist mein Herz, Elke. Es hat Jahre gebraucht, um zu heilen und doch ist es nie ganz genesen. Ich habe nie wieder eine Frau so nah an mein Herz gelassen wie dich. Nie hat eine Frau den Stellenwert innegehabt, den du immer bei mir hattest. Meine wunderschöne Lotusblüte, dieses Herz schlägt nur für dich. Es hat nie für jemand anderes geschlagen, weil es dir ganz gehört. Ich habe es dir vor zweiundvierzig Jahren auf dem Spielplatz geschenkt, als ich dir das erste Mal in deine zauberhaften rehbraunen Augen geblickt habe. Es war immer bei dir, auch wenn ich nicht bei dir sein konnte. Egal was war, es hat dir alles verziehen. Alles hörst du! Es erträgt deine Launen und Macken. Du bist sein Lebenselixier. Ohne dich hört es irgendwann auf zu schlagen.

Elke hörte seinen gefühlvollen Worten, die auch ihr Herz tief berührten, bewegt zu. Tränen sammelten sich in ihren Augen, doch noch weinte sie nicht. Was konnte sie diesem unglaublichen Mann noch entgegensetzen, der doch schon längst ihr Herz im Sturm zurückerobert hatte? Ihre vor Jahrzehnten errichtete Schutzmauer bröckelte langsam immer mehr, doch noch war sie nicht ganz eingerissen. Elke drückte sanft seine Hand und schaute ihn liebevoll an....

E: Oli, das.... das war wunderschön, wirklich.
O: Das klingt mir aber immer noch nach einem Aber?
E (legt ihre Hand an seine Wange u. streichelt zärtlich darüber): Ich tue dir nicht gut.
O (schaut sie gerührt an): Lass das mal meine Sorge sein. Elke, du gehst mir nicht mehr aus dem Kopf, seitdem wir uns wieder gesehen haben. Und das liegt sicherlich nicht nur an dem grandiosen Erlebnis, was ich mit dir teilen durfte, was jetzt nicht heißt, dass mir das nichts bedeutet hat.... Also das war wirklich sensationell. .... Verdammt! Was ich damit sagen will: Ich will dich. Ich will mit dir zusammen sein. Und ich geh hier nicht ohne dich aus diesem Raum. Also lass es uns noch mal versuchen!

Elkes anfänglicher Widerstand bröckelte immer mehr, aber da war immer noch die eine, alles entscheidende Sache, die sie nicht vergessen konnte....

E: Was ist mit Marc?
O (blickt sie verständnisvoll an u. drückt ihre Hand): Sein Widerstand bröckelt. Wir haben lange darüber geredet. Er versteht es vielleicht noch nicht ganz, aber er wird es akzeptieren.
E: Wie kannst du so davon überzeugt sein? Er will mich nicht sehen und das wird sich sicherlich auch nicht ändern, wenn wir zusammen wären.
O (streichelt ihre Hand): Er hat doch schon mal das Hausverbot hier aufgehoben. Zwar nur durch Druck von Gretchen, aber... (lächelt verschmitzt) .... Es war also dementsprechend Meiersche Vorhersehung, dass wir uns hier begegnen.
E (muss unweigerlich schmunzeln): Ach red keinen Unsinn! Was machst du überhaupt hier?
O: Arbeiten! Vertretungsweise.
E (hebt skeptisch die Augenbrauen): Hier? In dieser mickrigen Dorfklitsche? Ist das nicht ein bisschen unter deinem Niveau, Chefarzt?
O (lacht): Lass das mal nicht deinen Sohn hören. Oder den Professor! Aber hier habe ich die Chance mit Marc zusammenzuarbeiten.
E (tief bewegt): Das hat er sich immer gewünscht.
O (lächelt glücklich): Ich mir auch.
E (leise): Ich weiß.
O (zögerlich): Elke, was... was würdest du davon halten, wenn ich.... in Berlin bleiben würde?
E: Für wie lange?
O (nimmt wieder ihre Hand u. schaut ihr tief in ihre Augen): Für immer!
E (ihr stockt der Atem u. sie schaut ihn mit großen Augen an): Für... für immer? Heißt das du....? Und was ist mit deinem tollen Job in Amerika? Das war doch auch dein Traum.
O: Was hat man von seinen Träumen, wenn man sie nicht mit den Menschen teilen kann, die man über alles liebt?
E (streicht ihm zärtlich über die Wange): Tue das bitte nicht für mich.
O (schaut ihr intensiv in die Augen): Ich tue das für mich, für Marc und für dich. Mokkapralinchen, ich....
E (hält ihm einen Finger vor den Mund): Sag es bitte nicht!
O (irritiert): Aber warum?
E (senkt ihren Blick): Weil ich dann nicht mehr nein sagen kann.

Lorelei Offline

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30.08.2010 17:02
#693 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ein zaghaftes Lächeln lag auf dem Gesicht von Prof. Meier, als er seiner Frau tief in die Augen blickte und sich ihr doch widersetzte....

O: Ich liebe dich!
E: Du Schuft!

Elke schlug ihren Mann mit ihrer kleinen Gucci-Tasche auf den Arm. Er zuckte kurz erschrocken zurück, dann erkannte er aber ihr verräterisches Funkeln in den Augen und strahlte über das ganze Gesicht. Die Autorin schlang schließlich ihre Arme um den Hals des attraktiven Mediziners und küsste ihn innig auf den Mund. Glücklich hielt Olivier seine Frau im Arm und lächelte sie an....

O: Heißt das ja?
E (funkelt ihn mit feurigen Augen an). Bild dir mal ja nichts darauf ein, Olivier Meier!
O (grinst): Ich deute das jetzt einfach mal als ein klares Ja.
E (zwickt ihn in den Arm u. will sich aus seiner Umklammerung lösen): Ja, du Idiot! Ich liebe dich auch. Aber jetzt lass mich endlich hier raus. Ich habe wirklich noch einen Termin.
O (hält sie fest umschlungen): Meine schöne Lotusblüte, du willst mich doch jetzt nicht etwa schon wieder allein lassen?
E (schaut ihn entschlossen an): Oli, bitte!
O: Und ich bitte dich um eine Verabredung.
E (ungläubig): Jetzt?
O: Ja, wie wäre es mit Luigi?
E (strahlt ihn begeistert an): Bei Luigi? Dann sollte ich mich wohl warm anziehen.

Olivier lachte herzhaft und drückte sie noch einmal glücklich an seine Brust. Endlich hatte er sie wieder. Sein Mokkapralinchen! Er würde sie nie wieder hergeben. Oli senkte erneut seinen Kopf und küsste sie zärtlich auf ihren Mund. Elke erwiderte seinen Kuss mit voller Liebe und Hingabe.


Derweil auf dem Flur der Chirurgie

Schwester Sabine hatte sich mittlerweile einen Stuhl aus dem Stationszimmer geholt und hatte ihn direkt vor der Tür platziert, damit niemand hineingehen oder herauskommen konnte. Unruhig kippelte sie hin und her. Der Stuhl quietschte dabei ein wenig. Einige Patienten und Kollegen hatten sie daraufhin komisch angestarrt, aber sie ließ sich nichts anmerken, hielt ihr Astroblatt vor ihr Gesicht und machte sich unsichtbar. Vor wenigen Minuten wäre die tapfere Schwester aber beinahe an den Folgen eines schweren Herzinfarkts erliegen, als sich plötzlich die Bürotür von Dr. Meier geöffnet hatte und derselbige heraustrat und mit schnellen Schritten direkt auf sie zukam. Die Akten, er wollte doch die Akten, fiel ihr schlagartig ein. Sabine geriet in Panik und kippelte noch mehr, so dass sie fast nach hinten umgekippt wäre. Sie konnte sich gerade noch so am Türrahmen festhalten. Ihre Zeitschrift flog aber in hohem Bogen durch die Durchreiche in das Stationszimmer. Somit hatte sie nichts mehr, hinter dem sie sich vor ihrem Chef verstecken konnte. Verzweifelt suchte sie nach einer Ausrede und geriet immer mehr ins Schwitzen. Doch urplötzlich war ihr Oberarzt auf halbem Weg wieder herumgeschnellt und in die entgegengesetzte Richtung gegangen und war schließlich im Treppenhaus verschwunden. Erleichtert atmete Sabine auf. Doch noch war die Gefahr nicht gebannt, denn die Operation „Rückeroberung von Monikwe“ schien doch länger zu dauern, als sie gedacht hätte. Aber ihr großes Idol hatte nun mal denselben Dickschädel wie ihr Sohn. Also könnte das hier noch Stunden dauern. Aber sie tat es gern. Sabine fühlte sich als wahre Heldin, als Hüterin des Tors zu einer magischen Welt.... der fabelhaften Welt des Dr. Rogelt. Sie schloss für einen kurzen Moment ihre Augen und träumte vor sich hin. Doch plötzlich horchte sie auf, denn es kamen schnelle Schritte den Gang hinunter. Sie hörten abrupt vor ihr auf....

Lorelei Offline

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31.08.2010 10:01
#694 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Haha! Reingelegt! Er ist es nicht! Marc wird es schon noch zu gegebener Zeit erfahren. Aber das gleich folgende Gespräch hat es trotzdem in sich. Passt auf euer Zwerchfell auf! Sabinchen zeigt sich nämlich mal wieder von ihrer besten Seite. Ausreden will halt gelernt sein. Viel Spaß! Und danke für eure lieben Kommentare. Lorelei




Dr. Kaan war vor Schwester Sabine stehen geblieben und schaute sie verdutzt an. Wieso blockierte sie denn das Stationszimmer? fragte er sich verwundert. Aber noch irritierter war er dann, als er sah, dass die Tür zur Umkleide ein paar Schritte weiter mit einem Schrubber versperrt war.... Was ist denn hier los? ... Oh! ... Der Meier wird doch nicht....? Haben die sich etwa schon wieder gestritten und feiern jetzt Versöhnung oder was? Boah! Und Sabine bewacht die beiden Schlawiner? Ich fass es nicht! Diese Ferkel! ... Mehdi schüttelte ungläubig den Kopf und sprach Sabine schließlich an, die erschreckt aus ihren träumerischen Fantasien aufwachte und vorsichtig ihr Augen öffnete.....

MK (zeigt abwechselnd auf den Schrubber u. den Stuhl, auf dem sie sitzt): Schwester Sabine, was hat das hier zu bedeuten?
S (errötet peinlich berührt): Oh! Oh! Äh.... nichts! Ich .... ich... also da.... da kann grad keiner rein.
MK: Wieso?
S (rutscht nervös auf ihrem Stuhl hin und her u. stammelt weiter): Äääähhhh... weil.... weil... ich.... ich hab doch... äääähhh.... gebohnert!
MK (hebt ungläubig seine Augenbrauen): Gebohnert? Sie? Aber macht das nicht eine Firma? Und zwar nachts!
S (rot wie eine überreife Tomate flunkert sie weiter): Äääähhhh jaaaa.... sonst schoooon. Aber... äääähhh... aber weil... äääähhhh.... neulich war doch... also da hat ein Patient hier so viel Blut verloren und das.... das ging doch nicht mehr weg.... und da... da habe ich eben mein... mein Spezialmittel ausprobiert.
MK: Spezialmittel?
S (redet sich um Kopf u. Kragen): Ja, ääähhhh... Sie wissen schon, so mit Essig... und ein paar Spritzer Zitrone... und nicht vergessen, die Chemie... und so. Chemie ist ja ganz, ganz wichtig... bei so ... so blutigen Böden.
MK: Ah ja!?
Also ich dachte Marc übertreibt, aber diese Frau ist wirklich komplett verrückt.
S (die Unsicherheit in Person): Jaaaa!
MK (zeigt auf die Tür zur Umkleide): Und warum haben Sie den Schrubber unter die Türklinke gestemmt?
S (kneift ihre Augen zusammen): Ääääähhhh.... Oooohhhh, den hab ich wohl etwas blöd hingestellt oder?
MK: In der Tat.

Mehdi starrte für einen kurzen Moment argwöhnisch auf die völlig hibbelige und extrem transpirierende blonde Krankenschwester, kratzte sich dann am Hinterkopf und wollte sich wieder umdrehen, um zu gehen, aber dann fiel ihm wieder ein, warum er überhaupt hierher gekommen war. Das hatte er während dieses sehr, sehr seltsamen Gesprächs beinahe vergessen.....

MK: Ach Schwester Sabine, fast hätte ich es vergessen.
S (stirbt gerade tausend Tode): Jaaa, Herr Dooooktooor?
MK (verschränkt seine Arme u. schaut sie fragend an): Haben Sie zufällig Frau Fisher gesehen? Sie hätte seit einer halben Stunde einen Termin bei mir.
Oh oh!
S (errötet wieder u. schaut sich unsicher um): Äääähhhh... *schluck* ... neiiin!
MK (spricht eher mit sich selbst): Hmm.... Komisch! Wenn es um ihre Gesundheit geht, ist die doch sonst immer so hypochondrisch. Sie lässt doch nie einen Termin aus. Oder ist sie nicht gekommen wegen Marcs Hausverbot? Dieser Idiot!
S (hebt vorsichtig ihren Kopf): Oh! Aber das hat der Herr Doktor doch aufgehoben.
MK (sehr überrascht): Echt?
Also ist er endlich zur Vernunft gekommen. Halleluja!
S: Das hat die Frau Doktor neulich gemeint.
Gretchen hat ihm den Kopf gewaschen. Gut so!
MK: Naja wer weiß, was war. Muss ich eben einen neuen Termin mit ihr ausmachen. Ich geh jetzt erst mal Mittag machen.

Sabine atmete erleichtert aus. Mehdi wollte sich gerade von der blonden Krankenschwester verabschieden, als plötzlich die Tür des Stationszimmers hinter ihr aufgerissen wurde. Sabine schreckte erschrocken auf, stolperte über ein Stuhlbein und riss den Stuhl mit sich. Mehdi fing sie gerade noch so auf. Er war ebenso erschrocken, aber nicht über die tollpatschige Krankenschwester, die sich inzwischen wieder aufgerichtet und den Stuhl beiseite geschoben hatte, sondern über das Bild, das sich ihm gerade bot. Arm in Arm und mit einem verträumten Lächeln auf ihren Lippen betraten Elke und Olivier Meier den Krankenhausflur. Sie nickten Dr. Kaan freundlich zu, dem die Kinnlade runterklappte...

E: Dr. Kaan!? Welch eine Freude! Es tut mir leid wegen dem Termin, aber mir ist etwas.... (sie schaut kurz zu Olivier, der sie anstrahlt) ... dazwischen gekommen.
MK (sieht sprachlos zwischen den beiden hin u. her): Verstehe!
O (wendet sich an MK): Sagen Sie bitte Marc noch nichts. Das möchten wir gerne selber machen.
MK (perplex): Ok!?
O (lächelt ihn dankbar an, dann schaut er verliebt zu seiner Frau): Gut! Und jetzt lade ich meine schöne Frau zum Essen ein.
E (kichert wie ein kleines Mädchen): Oli!?
Oli!? Irre ich mich oder ist Frau Fisher tatsächlich verliebt? Marc wird ausrasten. Und wer muss sich sein Gestöhne wieder anhören? Sein Frauenarzt!
O (verabschiedet sich von MK u. S): Dann einen wunderschönen Tag noch. Dr. Kaan! Ach und Schwester Sabine, danke noch mal!
S (fährt sich geschmeichelt über ihr Gesicht u. errötet leicht): Gern geschehen, Herr Professor!
E (funkelt erst O an, dann wendet sie sich an S): Frau Vögler, ich melde mich wegen einem Termin für ein Fantreffen. Das ist doch besser, als ein Treffen zwischen Tür und Angel. Und dann erfahren Sie und ihre Mitglieder auch Details wegen dem neuen Roman, dem noch sehr viele folgen werden. Das verspreche ich Ihnen. ... (sie schaut verliebt zu O) ... Ich habe ja jetzt meine neue alte Muse wieder gefunden.
S (perplex): Oh!

Die Erfolgsautorin kuschelte sich verliebt in den Arm ihres Ehemannes und sie schritten langsam den Gang hinunter und verschwanden schließlich im Aufzug. Mehdi und Sabine schauten den beiden verdutzt hinterher, dann sich an....

MK (zeigt ungläubig Richtung Lift): Äh.... War das jetzt echt oder eine Fata Morgana?
Diese nette Person kann nie und nimmer Marcs Mutter sein.
S (schwärmt): Hach... was für ein wunderbarer Tag, aber es stand ja in meinem Horoskop, dass heute das Glück überall lauern würde.
Marc wird definitiv ausrasten! Ich sollte mir vielleicht heute frei nehmen! Oder erst mal was essen? Auf diesen Schreck! Die haben doch nicht wirklich gerade hier in der Umkleide...? Ich muss hier weg!
MK (verdreht die Augen u. geht): Äh ja, schön für Sie.
S: Wissen Sie, Herr Doktor, ich hab doch heute....

Doch ehe die Krankenschwester ihren Satz beenden konnte, war Dr. Kaan auch schon wieder verschwunden. Enttäuscht, dass ihr mal wieder niemand zuhörte, ging sie zur Tür der Umkleide, an der immer noch der Schrubber lehnte. Sie nahm ihn in die Hand und huschte damit schrubbend über den Flur zur Abstellkammer, in die sie ihn wieder hineinräumte. Ein verträumtes Grinsens zog sich wieder über ihr Gesicht, als sie die Tür schloss und an Frau Fisher und Prof. Meier dachte....

S: Hach.... Endlich hat Dr. Rogelt seine Monikwe wieder. Jetzt wird endlich alles gut!

Lorelei Offline

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31.08.2010 19:22
#695 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Süßen! Danke für die Blumen! Wie Marc auf die neue familiäre Konstellation reagiert, lasse ich (noch) offen. Oli und Elke sollten erst mal ein bisschen Zeit für sich haben, ne. Jetzt geht es mit einer anderen Person weiter, die wir auch über alles lieben. Das hat mir eure Resonanz auf die letzte Folge gezeigt. Ich finde, sie hat schon ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verdient. Aber ob sie die auch wirklich bekommen wird? Wir werden sehen. Die XXL-Episode, die ab heute folgt (und die im Anschluss daran auch), ist eine von denen, die ich schon vor längerer Zeit geschrieben habe, die aber nie so wirklich in die laufende Handlung gepasst hat. Aber ich fände es sehr schade, wenn sie unverwendet auf meinem Rechner verstauben würde. Weil ich wirklich sehr viel Gaudi hatte, sie zu schreiben, will ich sie euch nicht vorenthalten. Ich musste sie aber ein bisschen überarbeiten und an das aktuelle Geschehen, was zwei, drei Personen betrifft, anpassen. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Viel Spaß damit. Freu mich auf euer Feedback. Eure Lorelei




Kurz vor Dienstschluss

Aufgeregt hüpfte eine jung gebliebene blonde Krankenschwester durch das Stationszimmer der Chirurgie. Und das lag nicht nur daran, dass sie heute Teil einer romantischen Eroberung gewesen war, nein, sie hatte heute auch noch Geburtstag. Ihren 32. wohlgemerkt! Sabine Vögler hatte ihre liebsten Kollegen nachmittags zu Kaffee, Kuchen und Sekt ins Schwesternzimmer eingeladen. Allmählich wurde das fröhliche Geburtstagskind jedoch unruhig, denn mittlerweile war es bereits kurz nach 17.30 Uhr und noch keiner ihrer Gäste war aufgetaucht. Gut, Dr. Kaan wollte sie eigentlich nach ihrem peinlichen Auftritt heute Mittag nicht unbedingt noch einmal begegnen, genauso wenig Oberschwester Stefanie, die sie vorhin wegen ihrer angeblichen „Bohneraktion“ und dem deswegen blockierten Stationszimmer zusammengefaltet hatte. Und mit Schwester Gabi war im Moment auch nicht gut Kirschen essen. Dann eben nur eine kleine Runde, dachte die blonde Krankenschwester. Die Frau Doktor hatte den ganzen Tag mit Dr. Hassmann im OP gestanden, aber die OP war jetzt auch schon seit über einer Stunde vorbei. Und Dr. Meier müsste eigentlich auch schon Dienstschluss haben. Wo waren die nur alle abgeblieben? Oder bereiteten sie etwa eine Überraschungsparty für sie vor? Sabine wusste es nicht, aber sie freute sich trotzdem wie ein kleines Kind und tanzte in einem bunten Blümchenkleid durch das Schwesternzimmer. Doch plötzlich hörte sie Stimmen auf dem Gang, die immer näher kamen. Sie verharrte in ihrer Bewegung und lauschte gespannt...

G: Und wenn du mal mit ihm redest? Ihm geht’s doch anscheinend wieder besser.
MH (immer noch frustriert): Püh! Ich renn ihm doch nicht nach. Bin ich du?
G (beleidigt): Eh!
MH: Wenn er Abstand will, bitte, den kann er haben.
G (verteidigt ihren besten Freund): Aber das ist doch nur weil....
MH (stöhnt genervt): Ja, ja, ja, er braucht Zeit... Blablabla.... Ich kann es nicht mehr hören. Klar verstehe ich, dass er es schwer hat wegen seiner Frau und so, aber muss er deshalb gleich alle Kontakte abbrechen oder wegrennen, wenn er mich mal sieht. Als ob ich ihn gleich anfallen würde! Tzz... Heute Morgen sind wir zufällig ineinander gerannt und er hat wieder nicht die Zähne auseinander bekommen. Also wenn er denkt, er könnte mich ewig zappeln lassen, dann hat er sich aber geschnitten.
Na da ist ja mal jemand frustriert! Hihi! Gott, sie ist so verknallt in ihn! Wie süß!
G (grinst): Du vermisst ihn schon sehr, hmm?
Diese Frau macht mich wahnsinnig.
MH (funkelt G böse an, weil diese direkt ihren wunden Punkt getroffen hat): Haase, was immer du dir da gerade wieder in deinem Prinzessinnenhirn zusammenreimst, es geht dich nichts an. Klar? So! Genug jetzt! Ich mach Feierabend!
Ich renne ihm nicht nach! Er muss den ersten Schritt machen. Ich mache mich doch für ihn nicht noch mehr zum Trottel. Nee, er ist am Zug. Aber wie lange braucht er denn noch? Jetzt sind schon fast zwei Wochen rum und er... wir... Ach scheiße! ... Naja insgesamt gesehen sind es ja eigentlich schon fast sieben Wochen, die wir uns nicht mehr geküsst haben. Oh Gott! Das ist ja schon länger, als wie wir überhaupt zusammen... äääähhhhh... nicht zusammen sind.... also jetzt affärentechnisch und so. Es ist nicht zum Aushalten. Ich vermiss ihn so!
G (schüttelt schmunzelnd den Kopf): Ok!?
Und ob sie ihn vermisst! Ihre „gute“ Laune spricht doch Bände.

Dr. Gretchen Haase und Dr. Maria Hassmann betraten nun zusammen das Stationszimmer der Chirurgie und setzten sich erschöpft an den runden Tisch in der Mitte des Raumes, auf dem mehrere Gläser Sekt bereit standen. Schwester Sabine, die am Fensterbrett lehnte, schaute die beiden erwartungsvoll an. Aber es kam keinerlei Reaktion von den beiden Ärztinnen, außer vielleicht hier und da ein leiser Seufzer oder lautes Ausatmen...

Hääää??? Was kuckt sie denn so komisch? Hab ich etwa einen Fleck auf meinem Kittel oder was? Das Blümchenkleid, das sie trägt, schaut wirklich süß aus, aber ist vielleicht ein bisschen luftig für Anfang Dezember. Hmm... Egal! Was für ein Tag! Ich bin so kaputt! Nur noch Beine hoch und schlafen, mehr will ich heute nicht. Wenn man(n) mich lässt! Hihi! Wo ist der eigentlich? Wollten wir nicht 18 Uhr los? Der plant doch schon wieder etwas oder? Erst die wunderschöne Märchen-SMS heute Mittag und dann hat er vorhin, als wir uns im OP-Bereich begegnet sind, auch so komische Andeutungen gemacht und die ganze Zeit frech gegrinst. Hmm... Aber wahrscheinlich will er nur die sturmfreie Bude auf die Meiersche Art und Weise ausnutzen, weil Olivier ja heute mit Papa unterwegs ist. Juhu! Äh ja! GsD hat Papa Marc nicht auch noch gefragt wegen dem Ärztestammtisch. So ein bescheuertes Ritual. Besoffene Koryphäen der Medizin unter sich. Pfff... Also mir kann das gestohlen bleiben. Mir reicht schon eine. Also jetzt nüchtern und nicht besoffen, meine ich. Wenn schon, dann trunken vor Liebe. Oh Gott! Wird Zeit, dass ich hier wegkomme. Kann schon keinen klaren Gedanken mehr fassen und rede Blödsinn. Jetzt könnte er aber schon endlich mal hier auftauchen. Habe das ungute Gefühl, Sabine will etwas von mir. Aber ich habe jetzt wirklich keine Lust auf irgend so ein Kartenlegspektakel. Nee echt nicht! Ich weiß doch wie meine Sterne stehen. Hihi! Hmm... Was soll eigentlich der ganze Sekt hier? (G)

Und wo ist jetzt meine Überraschung? (S)

Boah, die olle Schwester hat echt nen Schuss weg! Was glotzt die denn so deppert? Will die mich hypnotisieren? Die soll mich bloß in Ruhe lassen! Ich hab schon genug Probleme. Äh... Was soll eigentlich der ganze Sekt hier? Egal! Nach dem besch.... Tag kann ich mich eh nur noch besaufen. Also weg damit! (MH)


Und schon war das erste Glas verschwunden.

Mmmhhh... Das tat gut. Ich könnte gleich noch eins vertragen. Interessiert hier ja eh keinen, ob ich besoffen vom Stuhl kippe. ... *seufz* ... Wenn er nur hier wäre! Hat er jetzt nicht auch Dienstschluss? Hmm... Keine Ahnung! Ich sehe ihn ja kaum noch und wenn doch, dann verdrückt er sich immer gleich wieder. Toll! So baut man eine Beziehung auf. Ach Scheiße! Ich halte das nicht mehr länger aus, dass er mir ständig aus dem Weg geht. Was soll denn das? Ich hab ja wirklich Verständnis für seine Situation und es tut mir auch wirklich alles sehr leid, was ihm passiert ist, aber sich gleich total zurückzuziehen und niemanden an sich heranzulassen, das ist doch auch nicht der richtige Weg. Diese Einsamkeit muss ihn doch fertig machen? Also mich macht sie fertig. Am liebsten würde ich ihn packen, unter die Dusche stellen und ihn mit kaltem Wasser schockfrosten und dann rütteln und schütteln, damit er kapiert, dass er endlich weiterleben soll. So ist doch weder ihm noch Lilly geholfen. Sie würde doch auch nicht wollen, dass ihr sonst so starker Vater sich so gehen lässt. Ach Mehdi, komm zurück! Zurück ins Leben! Zurück zu mir! Hach... Er ist so weit weg und doch so nah. Das ist kaum auszuhalten. Gestern hab ich schon wieder vor seiner Wohnungstür gestanden, aber ich hab mich nicht reingetraut. Ich will mich ihm ja auch nicht aufdrängen oder ihn unter Druck setzen. Er muss schon von allein auf mich zukommen. Aber er macht es nicht. Stattdessen flüchtet er vor mir, als ob ich eine ansteckende Krankheit hätte. Das ist doch albern. Wenn er mir doch nur ein winzigkleines Zeichen geben würde, dass zumindest das mit uns noch ok ist. Es muss ja nicht mal ein Kuss sein, auch wenn das schön wäre, denn er kann so verdammt gut küssen. Hach... Er hat sich so gut angefühlt, als ich ihn heute kurz berühren durfte. Und sein Aftershave! Mmmhhh lecker! Das riecht nach mehr. ... Oh Gott! Ich gerate schon wieder ins Schwärmen. Das ist nicht gut. Das muss aufhören. Umso mehr will ich ihn sonst. ... Oh ja und wie ich ihn will. Mit Haut und Haaren könnte ich ihn auffressen. ... Verdammt! Reiß dich zusammen, Maria! Er braucht Zeit. Viel Zeit! ... Aber wie viel denn noch? Ich renne ihm jetzt schon fast drei Monate hinterher! 3 Monate? Quatsch! Ich renne ihm doch nicht hinterher! Nein, so eine bin ich nicht. Ich sondiere nur meine Chancen. Und ich habe..... hatte ja Chancen bei ihm. Er steht auf mich. Das weiß ich..... wusste ich. Zumindest vor sieben Wochen war ich ganz sicher, dass er mich auch will. Wie er mich da angeschaut hat! Als ob er mich gleich heiraten wollte. Und ich hätte es getan, vom Fleck weg, mit Amt und Siegel, wenn er nicht schon verheiratet wäre. Das ist doch verrückt! Wir sind noch nicht mal richtig zusammen und ich träume schon von Heirat? Und was kommt als nächstes? Dass du dir ein Kind von ihm wünschst? Deine Uhr tickt! Hmm... Ehrlich gesagt... Nein, du denkst jetzt nicht daran, wie es wäre, ok! Das ist jetzt definitiv nicht der richtige Zeitpunkt für solche albernen Kleinmädchenphantasien. Außerdem bist du Maria Hassmann und nicht Gretchen Haase! Schluss jetzt damit! ... Was hilft am besten gegen trübe Gedanken? Außer Sex natürlich! ... Ha! Perfekt!

Maria Hassmann schnappte sich das nächste Glas und leerte es unter den ungläubigen Blicken ihrer beiden Kolleginnen in einem Zug...

Ja, was kuckt ihr denn so blöd!? Ihr habt ja nicht mit Liebeskummer zu kämpfen. Noch nicht! Beim Haase ist das nur noch eine Frage der Zeit und bei der Stasisabsi ist eh Hopfen und Malz verloren. ... Habe ich gerade ernsthaft gedacht, ich hätte Liebeskummer? Ich habe keinen Liebeskummer! ... Naja, vielleicht ein bisschen Herzschmerzen und ein leichtes Ziehen in der Magengegend, aber ansonsten geht’s mir blendend. Alles ist gut! Äh... Maria, das ist Selbstbeschiss! ... Ist es nicht! Nur weil ich Sehnsucht nach ihm...... nach seinen sanften Küssen, seinen Berührungen und Zärtlichkeiten habe, heißt das noch lange nicht.... Doch das heißt es! Gott, Maria, du bist unrettbar verloren. Von wegen du rennst ihm nicht nach! Du sabberst ihm schon hinterher. Du himmelst ihn an. Du stehst auf ihn. Du bist scharf auf ihn. Du bist bis über beide Ohren in ihn verschossen. ... Nein, das bin ich nicht! Nein, es ist viel, viel mehr. Ich liebe ihn! Wahrscheinlich auch noch in hundert Jahren. Dabei wollte ich doch nie wieder einem Vertreter der männlichen Spezies hinterher rennen. Die Männer sollten mir doch nachlaufen!

Maria schüttelte schmunzelnd den Kopf, schloss dann für einen kurzen Moment ihre Augen, seufzte leise und blickte dann wieder auf die Tischplatte vor ihr und unweigerlich auch auf Schwester Sabine, die ihr an anderen Seite des Tisches gegenüberstand und sie eindringlich musterte, was ihr zunehmend auf die Nerven ging....

Boah, die blöde Kuh stiert immer noch so dämlich. Hat man der das Hirn raus genommen oder was? Als ob man da überhaupt eins gefunden hätte! Definitiv ein hoffnungsloser Fall, aber das sagte ich ja bereits. Vielleicht sollte ich doch so langsam mal aufbrechen. Ich könnte ja doch noch mal kurz an seinem Büro.... Aber vorher gönne ich mir noch ein weiteres Glas. Auf Mehdi, auf dass er endlich wieder der Alte wird und auf uns, auf unsere wunderbare, einzigartige Liebe! ... Maria, du bist definitiv weich geworden. Butterweich! Tja, da muss ich jetzt wohl durch.

Und schon war das dritte Glas Sekt auf mysteriöse Weise verschwunden.

Lorelei Offline

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01.09.2010 09:32
#696 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Also nicht, dass ihr jetzt denkt, dass sich unsre liebe Hassi zum Alki entwickelt und es so bei Mehdi versaut , nein, keine Sorge, sie ist nur ein bisschen traurig und trinkt sich einen über den Kummer. Die Arme! Aber ihre Stimmung wird sich bald schon bessern. Jetzt geht es erst mal mit Sabines Geburtstag weiter. Vielleicht checken die beiden es ja noch? LG Lorelei



Gretchen Haase achtete nicht weiter darauf, dass ihre Freundin und Kollegin neben ihr ein Glas Sekt nach dem anderen vernichtete. Die Assistenzärztin war todmüde. Ihre Augenlider klappten immer wieder zu. Sie schloss ihre Augen schließlich ganz, gähnte mehrmals laut und streckte ihre schmerzenden Beine aus. Jeder Knochen in ihrem Körper tat ihr weh nach der anstrengenden fünfstündigen Gehirn-OP mit Dr. Hassmann. Nach einer Weile öffnete sie ihre Augen aber doch wieder, weil sie spürte, dass sie immer noch von zwei Augenpaaren intensiv beobachtet wurde. Gretchen sprach Schwester Sabine dann doch endlich darauf an, da diese nicht damit aufhörte, sie fröhlich anzugrinsen und zu hypnotisieren...

G: Sabine, alles in Ordnung mit Ihnen?
S (strahlt): Ja!
G (runzelt die Stirn u. mustert sie eingehend): Und wieso kucken sie dann so komisch?
S: Ich warte!
MH (wacht aus ihren trüben Gedanken auf u. sprüht vor Sarkasmus): Auf was? Die Erleuchtung?
G (wirft MH einen kurzen bösen Blick zu, dann wendet sie sich wieder an S): Worauf denn Schwester Sabine?
S: Die Überraschung!
G (verdutzt): Äh... Welche Überraschung denn?
S (immer noch debil grinsend): Na meine Überraschung.
MH (kratzt sich am Kopf u. schaut sie ebenso verdattert an): Hä?
Kommt jetzt der Weihnachtsmann oder was? Hat die mal in den Kalender geschaut? Ach nee, die ist ja zu blöd, die Zahlen richtig zu deuten. (MH)

Also dass Sabine immer so in Rätseln sprechen muss! Alles muss man ihr aus der Nase ziehen. Das nervt! (G)

G (seufzt): Sabine, in ganzen Sätzen bitte!
S (hüpft jetzt hibbelig vor den beiden Ärztinnen auf u. ab, was diese noch mehr irritiert): Ich habe doch heute Geburtstag.
OH!! Scheeeeeiiiiiißßßßße!!! Das hab ich ja völlig vergessen! Oh nein! Was mach ich denn jetzt? (G)
G (springt sofort von ihrem Stuhl auf, geht um den Tisch herum und umarmt sie beschämt): Oh! Na dann wünsche ich Ihnen natürlich alles Gute zum Geburtstag, viel Glück, Gesundheit und ganz viel Liebe und naja was Sie sich so wünschen .... und so.
Peinlich, Gretchen, echt peinlich!
MH (bleibt sitzen u. kaut an ihrem Apfel weiter, den sie sich vorhin aus dem Obstkorb genommen hat): Ach? Sie haben Geburtstag? Glückwunsch! Der wievielte ist es denn?
S (strahlt sie stolz an): Der 32!
MH (verschluckt sich an einem Apfelstück, hustet kurz u. schaut sie dann überrascht an): Oh?!

Scheiße! Ich dachte, die wäre älter als ich. Verdammt! Dann bin ich ja immer noch die älteste.... ääähhh... Och nee!!! ... Na gut so richtig bin ich es ja auch nicht. Also wenn das mit Mehdi und mir dann endlich mal... Naja, wenn er seine Krise dann endlich mal überwindet, dann... ääähhh... dann wäre das ja eh gegessen. Hmm... Ich brauche nen Sekt!!! Intravenös! Aber sofort!

Dr. Hassmann seufzte leise und nahm sich ihr mittlerweile viertes Glas. Sabine dachte, sie wollte mit ihr anstoßen und nahm sich ebenfalls eins und hielt es ihr hin, aber Maria hatte ihres längst hinuntergekippt und schaute sie jetzt verdutzt an...

MH: Is was?
S: Äh...

Wie bestellt und nicht abgeholt starrte Sabine die brünette Oberärztin an, die ihr leeres Glas zurück auf den Tisch stellte und sich nun entspannt auf ihrem Stuhl zurücklehnte und ihre Augen schloss. Die blonde Krankenschwester zog peinlich berührt ihren Arm zurück und trank schnell einen großen Schluck, um die unangenehme Situation zu überspielen. Gespannt wartete das Geburtstagskind nun auf die Übergabe ihrer Geschenke, aber noch immer kam keinerlei Reaktion von ihren beiden Kolleginnen. Sabine nippelte nervös an ihrem Glas Sekt und schaute zu Gretchen, die unsicher zwischen Maria und ihrer Stationsschwester hin und her blickte. ... Was mache ich denn jetzt? Ich will Sabine doch nicht enttäuschen. ... Panisch zupfte Gretchen unter dem Tisch am Ärmel von Marias Kittel. Die Assistenzärztin hatte eine Idee und stimmte ein „Happy Birthday“ an, aber die Neurologin dachte überhaupt nicht daran, mit einzusteigen und verschränkte ihre Arme vor ihrem Körper und schaute sie an, als sei sie jetzt völlig verrückt geworden. Gretchen errötete, als sie leise weiter sang, aber Sabine war glücklich und strahlte ihre Lieblingsärztin an...

Warum muss Maria immer so... so... Argh! Das war so peinlich! Hoffentlich hat mich keiner gehört! Aber Sabine scheint zufrieden zu sein. Noch! Wenn sie erfährt, dass ich sie.... Nein! Verdammt! Ich brauche ganz dringend ein Geschenk für Sabine. Aber was? Und woher auf die Schnelle? Oh Gott, wenn sie mitkriegt, dass wir das vergessen haben, fängt sie doch bestimmt an zu weinen. Das will ich nicht.

Als die Krankenschwester kurz in der Umkleide verschwand, flüsterte Gretchen Maria zu, dass sie unbedingt noch ein Geschenk für sie bräuchten. Aber sie erntete wieder nur ein spöttisches Kopfschütteln von der Neurologin…

MH: Wieso sollte ich der was schenken? Bin ich mit der befreundet? Nicht dass ich wüsste.
Argh! Nicht aufregen, Gretchen! Ruhig und überlegt bleiben!
G: Aber sie hat mir doch damals auch etwas geschenkt.
MH (lacht hämisch): Ja, die stinkende Fuß- oder Gesichtscreme oder was auch immer, die du am nächsten Tag mit den OP-Abfällen im Sondermüll entsorgt hast.
Ja, die stank aber auch fürchterlich. Musste meine Handtasche danach auch gleich mit wegschmeißen, weil der Geruch einfach nicht mehr raus ging. Aber egal! Die Geste zählt schließlich. Sabine hat auch etwas Kleines verdient. Sie ist doch so ein Engel, auch wenn sie immer nervt ohne Ende. Sie hat schon so viel für mich getan, hört mir immer zu und tröstet mich, wenn Marc mal wieder... Naja, ich brauche ein Geschenk. Jetzt! Sofort! Und originell! Super! Auch noch anspruchsvoll? Und woher nehmen?
G (entschlossen): Trotzdem! Sie ist immer so lieb zu uns, da müssen wir ihr doch auch mal was Gutes tun.
MH (verdreht genervt die Augen): Also ich muss schon mal gar nichts. Weiß nicht, wie es bei dir aussieht, Mutter Theresa?
Blöde Kuh!!! (G/ MH)
G (panisch): Maria, bitte, sie kommt gleich wieder. Ich brauch jetzt ganz dringend eine gute Idee. Schnell!!
MH (ironisch): Sonst noch was?
G: Also es muss schon etwas Besonderes sein.
Gott, diese Frau macht mich wahnsinnig! Irgendwann ist mal Schluss mit dem ewigen Samaritertum!
MH (genervt): Ey, was fragst du mich denn? Mich interessiert das Leben dieser verrückten, tollpatschigen Trantüte, Kitschromanfetischistin und Horoskop lesenden, Karten legenden und den Mond anbetenden alten Jungfer nen feuchten Dreck.
Also diese Frau... Argh! Nur weil Mehdi nicht so spurt, wie sie will, muss sie an uns ihren ganzen Frust auslassen. GGGRRRR! Was findet Mehdi nur an der? Sie ist so unsensibel, taktlos und gemein, ja eigentlich wie ein weiblicher Marc Meier. Also von der alten Sorte natürlich.
G (ihre Augen formen sich zu kleinen Schlitzen u. sie fährt sie sauer an). Ey, mal ein bisschen Respekt, Maria! Kann ja nicht jeder so ein perfektes Leben führen wie du. Obwohl so perfekt ist das ja auch nicht oder? So als allein erziehende Singlemutter und Karrierefrau. Du bist doch noch Single? Oder was ist das mit Mehdi? Eine Affäre nicht? Hmm... Weiß nicht, was besser ist? Keinen Mann oder einen nur halb.
Gretchen, jetzt hast du es ihr aber mal so richtig geben. Glückwunsch! Ich bin so stolz auf mich!

Ey, du blöde, blöde, blöde Kuh! Das mit Mehdi, das wird schon noch ... also bald ... demnächst dann ... irgendwann halt ... ganz bestimmt! Du kannst mich mal, Blondi!
MH (funkelt sie böse an u. grummelt vor sich hin): Kann sich ja noch ändern.
G (zieht die Augenbrauen skeptisch hoch): Naja!? ... Und?
MH (stöhnt genervt): Was und?
G (schaut sie hypnotisierend an): Idee?

In genau demselben Moment betrat Schwester Sabine mit einer großen Schokotorte den Raum, die sie direkt vor den beiden Mädels auf den Tisch abstellte. Beiden klappte augenblicklich die Kinnlade herunter und das Wasser lief ihnen im Mund zusammen. Für einen kurzen Augenblick vergaßen Dr. Haase und Dr. Hassmann ihren kleinen Disput....

Mmmhhh ... Lecker!!! Also ein Stück gönne ich mir. Trainiere das ja dann bestimmt später mit Marc wieder ab. Hihi! Mmmhhh... Da könnte ich ja eigentlich auch gleich zwei Stück nehmen, oder?

Och nee, ne Kalorienbombe! Scheiße!!! So frustriert wie ich gerade bin, könnte ich gleich das ganze Ding verputzen. Danke Mehdi, wegen dir werde ich noch fett und hässlich! Naja, in Verbindung mit Sekt müsste sich das doch eigentlich schnell wieder abbauen lassen oder? Andere Trainingsmöglichkeiten fallen ja leider flach. Ja, leider! ... *seufz*


S (fragt neugierig nach): Was denn für eine Idee, Frau Doktor?

Upps! Stasi-Sabsi hat uns belauscht! Mist! Und nun? Ich hab immer noch keine Idee. Nicht mal für ein Ablenkungsmanöver.

G (spielt nervös mit einer Haarsträhne): Ääähhhh....
MH (rollt mit den Augen, als sie G sieht u. wendet sich mit einem aufgesetzten Lächeln an S): Wegen Ihrer Geburtstagsüberraschung!
G (schaute verwirrt zu MH): WAS?
Was hat sie denn jetzt vor?

Lorelei Offline

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01.09.2010 17:36
#697 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Tja, was hat sich wohl die liebe Frau Dr. Hassmann so auf die Schnelle für unser hibbeliges Geburtstagskind ausgedacht? Steigt jetzt die ultimative Party der Partys, die die Wände des EKHs zum Einsturz bringen wird? Schaut selbst! Schönen Abend noch! Lorelei



Sabine bekam ganz große glänzende Augen und sprang wie ein Flummi vor den beiden auf und ab und klatschte dabei begeistert immer wieder in ihre Hände....

S: Was... was ist es denn?
G (immer noch ratlos): Ääähhhh...
MH (schaut grinsend zu G): Ein Mann!
G (klappt die Kinnlade runter u. starrt MH perplex an): Bitte was?
Das ist nicht ihr Ernst?
MH (cool): Ein homo sapiens, männlich!
S (hält in ihrer Begeisterung inne u. schaut verlegen zu MH): Oh!
G (flüstert MH leise zu): Was soll das, Maria? Willst du ihr jetzt etwa einen .... *räusper* .... Stripper bestellen oder was?
Also manchmal ist die echt versaut. Unglaublich! Muss wohl am Einfluss vom Meier liegen.
MH (grinst): Also Frau Doktor Haase! Du wieder! Auch ne Superidee! Aber ich dachte da eigentlich an etwas Längerfristiges.
G (erst verwirrt, dann schaltet sie langsam): Hä?
Oh Gott, doch nicht etwa einen... einen...? Nee jetzt oder? Das... das kann sie doch nicht bringen? Oder etwa doch? Für Sabine? Ich brauche nen Sekt! Aber sofort!

Gretchen nahm einen großen Schluck aus ihrem Sektglas und schaute betreten auf die Schokotorte, die noch immer unberührt war. Maria lachte sich derweil innerlich schlapp....

Herrlich!!! So wie die gerade kuckt, denkt die doch sicherlich, ich will dem kleinen verklemmten Huhn nen Callboy besorgen! Echt Haase, seit du nur noch mit dem Meier vögelst, hast du nur noch Schweinkram im Kopf! Unglaublich! Die Frau wird mir immer sympathischer. Uhhh, schreckliche Vorstellung! Naja... äh ... wo lag noch mal mein Anliegen? Ach ja!

MH (verteidigt stolz ihre geniale Idee u. zeigt mit ausgestrecktem Arm auf S): Unsre Sabine muss doch an den Mann gebracht werden! Findest du nicht?
S (errötet u. lässt sich auf einen der Stühle fallen): Oh! Äh...
G (schaut entsetzt zu MH): Bist du verrückt geworden?
MH (grinst): Nö, aber ich glaube, sie hat es mal dringend nötig.
G (leise): Spinnst du? Das kannst du doch nicht...
Die will wirklich Sabine verkuppeln? Äh... was soll ich denn jetzt davon halten?
S (fragt unschuldig bei MH nach): Was habe ich nötig?
Oh Gott, die Olle ist wirklich verklemmt bis ins geht nicht mehr! Die braucht wirklich ganz dringend nen Kerl!
MH: Ein bisschen Spaß, Schwester Sabine.
S: Oooohhh jaaaaa!!!

Die beiden Ärztinnen schauten Sabine irritiert ins Gesicht. Maria warf Gretchen einen „Hat-die-das-wirklich-gerade-gesagt“-Blick zu. Gretchen nickte nur ungläubig, denn bis eben hatte sie auch gedacht, dass die Krankenschwester nicht wirklich verstanden hatte, worauf Maria eigentlich mit ihrer Aussage hinaus wollte. Aber jetzt war sie sich da auch nicht mehr ganz so sicher. Gretchen nahm noch einen Schluck aus ihrem Glas. Maria zog dagegen die Torte vor, packte sich ein großes Stück auf ihre Gabel und schluckte es genüsslich hinunter. Gretchen beobachtete sie neidisch, nahm sich auch ein Stück auf ihren Teller und stocherte mit ihrer Gabel darin, während sie ihre Kollegin ansprach...

G: Du willst ihr wirklich einen Mann besorgen?
MH: Jep! Und zwar heute Abend.
G: Heute?
MH (schiebt lächelnd ihren leeren Teller weg u. schaut S u. G herausfordernd an): Ja! Also macht euch schick, Mädels! In einer halben Stunde geht’s los!

Was? Wie? Was macht die denn jetzt so eine Hektik? Erst keinen Plan haben und jetzt soll es schon in dreißig Minuten losgehen? Und was überhaupt? Wo will die denn so schnell nen Kerl für Sabine herkriegen?

G (fühlt sich überrollt): Was? Aber wohin denn?
MH (steht auf, schiebt ihren Stuhl an den Tisch u. hält sich an der Lehne fest): Das Zauberwort heißt Speeddating, meine Liebe.
WAAAS??? Oh Gott! Ich muss mich wohl verhört haben!
G (verschluckt sich an einem Kuchenstück, hustet sich die Seele aus dem Leib u. hakt dann ungläubig nach): Speeddating?
MH (zwinkert ihr zu): Na du weißt schon!
Das kann nicht ihr Ernst sein? Hat die zu tief ins Sektglas gekuckt? Definitiv!

Während Gretchen noch zweifelte, war Sabine hellauf begeistert von der Idee und hüpfte nun aufgeregt durch das Schwesternzimmer...

S (strahlt wie die Sonne): Oh ja! Das wollte ich schon immer mal machen. Und das funktioniert wirklich, Frau Dr. Hassmann?
MH (lehnt sich lässig an den Tisch u. fixiert G mit ihrem Blick): Naja zum Poppen hab ich immer jemanden gefunden!
G (verschluckt sich an dem nächsten Tortenstück u. schaut schockiert auf): WAS????
War ja klar! Armer Mehdi! Er hat was Besseres verdient. Und ich hab wirklich gedacht, sie würde ihn lieben.
S (schluckt ebenfalls schwer u. fragt dann neugierig nach): Ach? Sie haben das schon einmal gemacht, Frau Doktor?
MH (cool): Geh da jede Woche hin!
G (klappt endgültig die Kinnlade runter u. schiebt den Tortenteller weit von sich): Bitte? Aber ich dachte.... Und was ist mit...?
MH (funkelt sie an): Das geht dich nichts an!

Das kann doch nicht sein? Sie geht doch nicht wirklich hinter Mehdis Rücken mit anderen Männern aus oder etwa doch? Hmm... Zuzutrauen wäre es ihr ja. Früher war sie ja wirklich ständig auf Beutezug. Hat sogar von Swingerclubs und so geredet. Aber seit sie mit Mehdi... Ich dachte wirklich... Manchmal... und vorhin ja auch.... macht sie doch den Eindruck, als ob sie wirklich etwas für ihn empfinden würde und dass sie es ernst mit ihm meint. Aber jetzt.... Oh Gott, der arme Mehdi! Noch so eine Niederlage hat er echt nicht verdient! Wie kann sie ihm das antun, wo es ihm gerade so schlecht geht? Hab ich mich wirklich so in ihr getäuscht?

Wie die wieder kuckt! Allein für diesen Blick war es mir wert. Muss sie ja nicht wissen, dass ich seit ich mit Mehdi also äh... „nicht“ zusammen bin, da nicht wieder war. Warum auch? Mehdi ist viel heißer als die ganzen verzweifelten Luschen, die da hingehen. Aber für unsre Sabsi wird es schon reichen, denke ich mal!

Gretchen wollte gerade noch etwas dazu sagen und ihrer Freundin den Kragen zurechtrücken, als plötzlich eine ihr nur allzu vertraute Person ins Stationszimmer gestürmt kam und wie gewöhnlich alle Aufmerksamkeit auf sich zog...

Lorelei Offline

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02.09.2010 10:09
#698 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mooorschn! 7 Männer in 7 Minuten? Mein liebes Teufelchen, findest du nicht, die Zeit ist etwas zu eng bemessen? Einerseits wegen der Tarotkarten, andererseits wegen der Sternkonstellationen. Wenn Sabine erst einmal anfängt, ihren "Männern" das Horoskop zu deuten, dauert das schon seine Zeit, ne!? Aber vielleicht schaffen es die drei vom EKH auch gar nicht zu der Veranstaltung. Könnte ja eventuell noch das eine oder andere Hindernis dazwischenkommmen. Vielleicht in Form eines äußerst attraktiven, heißen Oberarztes, der Konkkurrenz so gar nicht abkann? Weiß nicht! Hier habt ihr den nächsten Teil. Eure Lorelei




Dr. Marc Meier hatte sich zu den drei Damen gesellt, was er aber schon bald wieder bereuen würde. Eigentlich wollte er nur schnell seine Freundin entführen, um mit ihr einen wunderschönen Abend in der vaterfreien Wohnung zu verbringen, aber nun war er in eine Verkupplungsaktion geraten, dessen Ausmaße er noch nicht kannte und die er auch nicht kennen wollte. Er blickte sich misstrauisch im Stationszimmer um...

Och nee, der versammelte Haasenzirkus! Mir bleibt auch nichts erspart. ... *stöhn* ... Was’n hier los? Sie ist schon wieder am Schokolademampfen. Das geht ja mal gar nicht. Da muss ich endlich mal ein Machtwort sprechen. Die und ihre Schokosucht! Das ist ja mal gar nicht sexy! Am Ende wird sie wirklich noch fe.... äh... rund...um... glücklich! Hmm... Wobei... Da müssen wir wohl nachher eine zusätzliche Trainingsstunde einlegen. Oder auch zwei oder drei. Juhu!!! Gut, dass Dad mit Franz unterwegs ist. Das kann dauern. Wenn der erst mal seine Anekdoten auspackt, dann... Egal! Und was’n mit der Hassi los? Die ist doch...? Der glasige Blick! Die ist doch zu bis an den Rand! Wie krass! Muss die sich jetzt Mehdi schön saufen oder was? Hahaha!!! Ey und die Sabsi, was hüpft die denn hier rum wie’n Hühnchen auf Speed? Boah Haasenzahn, wird Zeit, dass du dir mal andere Freunde suchst! Die gehen ja mal gar nicht.

Marc verdrehte die Augen im Kopf und lehnte sich lässig an den Tresen, als er die drei ansprach...

MM (grinst): Na Ladys, was liegt an?
G (streicht sich nervös zweimal eine widerspenstige Strähne aus dem Gesicht u. schaut MM unschuldig an): Nichts!
Nix? Ja klar!? Und was sollen dann die Torte und der ganze Sekt hier? Nee, nee Süße, ich glaube dir kein Wort! Die hecken doch hier was aus!? Aber egal! Ich erlöse dich dann mal von den bösen Hexen und dann geht’s ab nach Hause in die Meiersche Liebeshöhle! Wir haben noch viel vor.
MM (zieht ungläubig eine Augenbraue hoch): Nix? ... Naja!? ... Na dann pack deinen Kram zusammen und mitkommen! Aber zackig!
Dass er immer einen auf Chef machen muss! GGGRRR! Aber ist ja auch irgendwie wieder unheimlich sexy! Und wie! So richtig... RRRRRR!!! ... Äh ja! ... Aber er könnte ruhig auch mal wieder etwas romantischer sein. So wie in der SMS heute Mittag. Hach... Was er wohl vorhat? Hmm... Naja... Hauptsache ich komme hier noch rechtzeitig weg, bevor Maria mich noch zwingt bei der peinlich Verkupplungsaktion mitzuwirken. Wenn Marc das wüsste, oh Gott, oh Gott, dann gäbe es erst so richtig Ärger. Also cool bleiben, Gretchen! Nichts anmerken lassen! Und dich entführen lassen! Ok, der Part hat dann schon wieder was Romantisches. Hach Marc!
G: Äh ja, Schatz.

Nix da! Erst ständig rumnerven, weil du kein Geschenk hast für Miss Tollpatschig und jetzt, wo ich eine geniale Idee aufgetan habe, abhauen? So haben wir nicht gewettet, Fräulein Doktor.

Dr. Meier hatte nicht mit einer entschlossenen Dr. Hassmann gerechnet, die ihn von seinem Entführungsplan leider abgehalten wollte....

MH (grinst ihn schelmisch an): Sorry, aber ich muss Romeo leider enttäuschen. Julia hat nämlich heute schon was vor!
MM/ G (gleichzeitig): Bitte?
Spinnt die? Mit dir schon mal gar nicht, du frustrierte Kuh! Geh den Pflegefall trösten! Mein Haasenzahn kommt jetzt mit mir mit. Basta!

Ey, ich geh da nicht mit. Das kann sie mal ruhig alleine mit Sabine machen. War doch eh ihre bescheuerte Idee. Außerdem brauche ich keinen Mann mehr. Hab ja meinen süßen Marcischnuckiputzi hier.

MH (fixiert MM mit ihrem Blick): Frauensachen!
Was? Ey, was soll der Scheiß? Was’n für Frauenkram? Ganzkörperenthaarungsaktion bei Vollmond oder was? Wääähhh!!! Wobei... Haasenzahn so ganz ohne...? Hmm...
MM (schaut ungläubig zwischen den Mädels hin u. her): Ach?
G (wird rot): Äh... also eigentlich...
S (klärt ihn schließlich auf u. strahlt ihn dabei glücklich an): Ich habe doch heute Geburtstag, Herr Doktor!
Oh Gott! Bloß weg hier! Sonst muss ich der noch ein Ständchen singen! Oder noch schlimmer, die holt ihre Flöte wieder raus. Aaaahhhhh!!! Mein Tinnitus kommt wieder. Viel Spaß in der Hölle, Haasenzahn! Und dabei wollte ich dich doch in den Himmel entführen! Tja, Pech gehabt.
MM: Oh! Na dann! Viel Spaß noch!

Gretchen funkelte Marc böse an, der sich offensichtlich verdünnisieren wollte, woraufhin dieser aufstöhnte und seine Augen verdrehte. Er kam zwei, drei Schritte auf die drei Frauen zu und gratulierte Sabine dann doch..

MM: Ach und Sabine ... äh ... ja Glück und so ne!

Schwester Sabine strahlte ihren Oberarzt glücklich an: Danke, Herr Dr. Meier!

Ich muss hier schleunigst weg! Nicht dass die dumme Nuss noch auf die bescheuerte Idee kommt, so ne Knuddelnummer abzuziehen. Meier, Rückwärtsgang einlegen! Aber ZZ!

MM (dreht sich um u. will gehen): Ja äh... ich bin dann mal weg.
Was? Aber? Marc? Lässt er mich jetzt hier etwa stehen? Ich will nicht hier bleiben.

G (flehend): Maaarc!

Marc drehte sich noch einmal zu seiner Liebsten um, die mittlerweile ebenfalls vom Tisch aufgestanden war, ging schmunzelnd auf sie zu, nahm ihre Hand, die er kurz streichelte, und flüsterte ihr leise etwas Anzügliches ins Ohr...

MM (grinst): Schade übrigens! Verpasst was! Eine heiße Nummer mit Gott! Also wenn Stasi-Sabsi zu sehr nervt, weißt du ja, wo du mich finden kannst.

Gretchen griente ihn verschmitzt an und drückte seine Hand ganz fest an ihr Herz... Der wieder! Hmm... Aber ist schon eine Überlegung wert. Jedenfalls wesentlich besser, als zu diesem peinlichen Datingmist zu gehen. Ich will da nicht hin! Was fällt Maria überhaupt ein, mich einfach so als Kupplerin zu verpflichten? Ich hab nicht ja gesagt.

Ich krieg sie schon weich. Einfach lange genug anstarren. Meinen Blicken konnte sie noch nie widerstehen! ... Folge mir unauffällig, Haasenzahn!

Wie er schon wieder schaut! Hach... Ich bekomme ganz weiche Knie. Ich will mit! Also zu ihm, nicht zu dem Date. Äh... ich hab doch gar keins. Also nicht dort. Sondern mit Marc. Und unserer Badewanne. Hihi!

Boah, dieses Angeschmachte ist ja nicht auszuhalten. Ich könnte kotzen! Ich muss Casanova endlich loswerden, sonst wird das ja nie was. Ich weiß auch schon wie. Hihi!

Lorelei Offline

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02.09.2010 15:43
#699 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Maria Hassmann konnte das offensichtliche Geturtel ihrer beiden Kollegen, die schon wieder dabei waren, die Realität komplett auszublenden und sich verliebt in die Augen schauten, nicht mehr länger ertragen und nutzte die Gunst der Stunde, um Dr. Meier eins reinzuwürgen, indem sie ihm einfach kleinlaut erzählte, was sie eigentlich heute Abend mit seinem Haasen und Sabine vorhatte...

MH (legt ein zuckersüßes, aufgesetztes Lächeln auf): Ach, Dr. Meier, willst du gar nicht wissen, was wir heute Abend vorhaben?
Äh... Was? Wer? Hä?

Der verträumte Oberarzt löste sich schweren Herzens von Gretchens intensiven Blicken und warf Maria einen bösen „Du-störst!“-Blick zu, während sich seine Freundin am liebsten im nächsten Erdloch verkriechen wollte und nervös Däumchen drehte... Oh nein!!! Die steckt ihm das jetzt oder? Die blöde Kuh kann es nicht lassen. Marc wird ausrasten! Definitiv!

MM (verschränkt seine Arme u. schaut MH desinteressiert an): Nö, wieso? Kein Interesse an Fußnägellackiererei bei Vollmond oder Hellseherei bei offenem Lagerfeuer oder mit was auch immer euch Sabine quälen will.
Hauptsache ich komme hier noch rechtzeitig weg, bevor sie die Flöte rausholt.
S (irritiert): Aber wir gehen doch gar nicht zum Wahrsager. Da war ich doch erst gestern. Und er hat mir gesagt, dass heute eine große Überraschung auf mich warten würde.

Großer Gott!.... Alle blickten sie verwundert an und verdrehten die Augen.

Boah ey, die wird mit jedem zusätzlichen Jahr noch dämlicher! Ein Jahr mehr, eine Gehirnzelle weniger! Ich hau jetzt ab! Viel Spaß in der Hölle, Haasenzahn! Hast es dir ja so ausgesucht. Selber Schuld!

MH: Seid ihr jetzt endlich fertig mit dem Smalltalk? Wir müssen uns noch aufhübschen, Mädels.
MM (dreht sich im Gehen noch einmal zu den drei um u. grinst sie frech an): Sorry, das bringt bei euch auch nix mehr.
G (beleidigt): Maaarc!
MH (wirft ihm einen gehässigen Blick zu u. verschränkt dann triumphierend die Arme): Naja, fürs Speeddating reicht es alle mal!
Oh Nein! Sie hat es gesagt. Ich muss weg!
MM (hält entsetzt in seiner Bewegung inne u. starrt sie an): WAS???
MH (grinst schadenfroh, als sie ihn noch einmal aufklärt): Speeddating!

Maria genoss es sichtlich, wie ihrem selbstverliebten Kollegen allmählich die Gesichtzüge entglitten und er langsam rot anlief.... Hahaha! Du verliebter Trottel! Das wäre dann mal die perfekte Retourkutsche für deine blöden Sprüche wegen Mehdi und mir immer. Strike!

Lorelei Offline

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02.09.2010 23:16
#700 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich noch mal! Ausnahmsweise habe ich heute noch einen dritten Teil für euch. Aber nur weil ich gerade eine der tollsten Geschichten gelesen habe, wie man ins Forum finden kann. Ich bin immer noch völlig sprachlos . @ Jule, ich habe mich gleich mal mit "aufstehen Traumfrau Wecker" gegoogled und tatsächlich findet man mich. Dieser Teil ist für dich. Der Gockel kräht. Viel Spaß u.




Marc Meier rang sichtlich nach Fassung. Aber die Tatsache, dass sich sein Haasenzahn heute Abend ohne seine Aufsicht mit anderen Männern treffen würde, ließ nun mal sein Blut kochen und trieb seinen Puls gewaltig nach oben. Der Mädelsabend musste unbedingt verhindert werden, hämmerte es in seinem Kopf. Sauer baute sich der Chirurg vor seiner Freundin auf, die ihre Augen zusammengekniffen hatte und ängstlich auf seinen drohenden Gockelauftritt wartete...

MM: Was? Ihr wollt WAS? Kommt gar nicht in die Tüte!
Jetzt spiel dich mal nicht so auf, Marc „Ich bin überhaupt nicht eifersüchtig“ Macho Meier.
G (hat sich wieder beruhigt u. schaut ihn unschuldig an): Wieso?
MM (verschränkt seine Arme vor seiner Brust u. funkelt sie böse an): Darum!
G: Warum?
GGGRRR!!! Haasenzahn, treib es nicht zu bunt ja!
MM (fuchtelt wütend mit seinen Händen vor ihr herum): Ey, du gehst da nicht hin! Ende der Durchsage!
Hat der sie noch alle? Ich gehe, wohin ich will! Äh.... auch wenn ich jetzt nicht unbedingt genau dahin gehen möchte. Aber das muss er ja nicht wissen. Hier geht es schließlich ums Prinzip! Wo leben wir denn, dass er mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe? Nicht mit mir, Freundchen!
G (funkelt ihn selbstbewusst an): Was? Du hast mir gar nichts zu sagen! Du... du Gockel du!
Ha! Jetzt hab ich es ihm aber gegeben.
MH (schaut lachend zwischen den beiden hin u. her): Eifersüchtig Meier, dass vielleicht eine bessere Partie für deinen Haasen dabei sein könnte?
EIFERSÜCHTIG??? ICH BIN NICHT EIFERSÜCHTIG!!!
MM (blitzt MH böse an): Was? Nein! Sie braucht den Scheiß nicht! Klar!
Dem ist echt nicht mehr zu helfen. (MH)

Oh wie süß, er ist eifersüchtig! Hach... ich liebe es, wenn er seine berühmten Gockelauftritte hinlegt. Den werde ich jetzt noch ein bisschen ärgern. Hat er mal verdient. Hihi!

G (grinst): Warum?
GGGGRRRR!!! Eh du sollst damit aufhören, verdammt noch mal! Was soll denn das? Wie stehe ich denn da, wenn sich MEINE Freundin auf solchen Fleischbeschaupartys rumtreibt. Nee meine Liebe, du kommst jetzt sofort mit nach Hause. Keine Widerrede!
MM: Äh... na weil du doch zu mir gehörst!
Hach... er hegt Besitzansprüche! Mal wieder! Wie süß ist das denn? Aber ich lass dich noch etwas zappeln, du süßer Gockel, du!
G: Ach? Sag mal, bin ich jetzt dein Eigentum oder was?
MM (leicht irritiert über ihre Hartnäckigkeit): Äh ja, irgendwie schon.
G (klappt der Mund auf u. sie schnappt nach Luft): Was?
Boah! Macho! So nicht! Du... du kriegst gleich die Torte ins Gesicht, wenn du so weiter redest, du Neandertaler.
MM (knickt langsam ein): Kommt schon! Was soll das denn jetzt? Das ist doch nicht wirklich euer Ernst?
Doch jetzt erst recht!
G: Ist doch für Sabine.
MM (schaut kurz zu S, dann wieder zu G): Hä? Wieso Sabine? ... Oh! Ihr... ihr wollt Sabine...?
Nee ne, die wollen die verschrobene Stasi-Sabsi an den Mann bringen? Ein unmögliches Unterfangen!
G: Ja!
MM (erleichtert u. gleichzeitig amüsiert): Ach wirklich? Das wird aber ein hartes Stück Arbeit!
Hahaha!!! Das will ich sehen. Äh... Nee, lieber nicht. Die Niederlage tue ich mir nicht an. Die beiden werden auch so morgen die ganze Zeit deswegen rumheulen. Sollte mir vielleicht frei nehmen!
G: Maaarc!
Ok, alles andere hätte mich auch wirklich gewundert. Warum sollte sie sonst auf so ne bescheuerte Veranstaltung gehen? Hat ja den geilsten Hengst schon im Stall. Hmm... Also von mir aus kann sie sich ruhig das Elend ansehen. Läuft, glaube ich, auch noch Champions League im Fernsehen.
MM (zwinkert den drei zu): Na dann! Wenn das so ist, viel Spaß Ladys beim Männerfang und äh... bei was auch immer!
Das schafft ihr nie!

Bevor Marc dann endgültig das Stationszimmer verließ, flüsterte er noch etwas seinem Herzblatt zu, die ihn enttäuscht anschaute, weil er sie wohl doch nicht nach Hause entführen würde und sie wohl doch gezwungen war, ihre beiden Kolleginnen zum Speeddating zu begleiten. Gretchen fand sich damit ab. Es ging schließlich um Sabine und die hätte schon ein bisschen Glück in der Liebe verdient, dachte sie und konnte so auch wieder etwas lächeln, was wiederum ihren Freund irritierte...

MM (flüstert): Und du, Haasenzahn, fasst mir keine anderen Männer an, lässt dich nicht begrabschen, anglotzen und doof anquatschen ja? Absolutes Flirtverbot! Und bis Mitternacht bist du wieder zuhause! Ist das klar?!
Ooooch, wie süß! Er ist soooo eifersüchtig! Hihi! Ich hab dich auch lieb, Marci.
G (grinst): Ja Papa!
MM (funkelt sie an): Ey!

Gretchen setzte ihren besten Schäkerblick auf und lächelte ihren Machomann verführerisch an. Marc gab ihr daraufhin einen unglaublichen Kuss, um seiner Ansage Nachdruck zu verleihen, zwinkerte ihr dann zu und verließ anschließend das Stationszimmer der Chirurgie....

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