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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

10.08.2010 11:07
#651 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey! Was ihr schon wieder denkt? Es ist nichts Schlimmes, das schon mal vorweg. Um die traurige Stimmung ein bisschen aufzulockern, die auch noch eine Weile anhalten wird (Für Mehdi wird es auch wieder sonnige Tage geben, äh... demnächst, also eventuell. Also die Idee ist schon in meinem Kopf.), lasse ich mal wieder einen kleinen Wirbelwind auftauchen. Viel Spaß mit der neuen Folge unter dem Motto „Sarah and Marc in love“. LG Lorelei




„Maaaaarc!!!!“ ... tönte es durch die ganze Wohnung von Maria Hassmann und ehe er sich versah, hatte Marc Meier einen kleinen dunkelhaarigen Wirbelwind an seinem Hals hängen...

MM (perplex): Äh... Was...?

Ungläubig, was sie sah, grinste Gretchen Haase ihren Freund an, den die kleine Tochter von Dr. Hassmann überhaupt nicht mehr loslassen wollte. Marc, starr und steif wie eine Eiche, wusste nicht wie ihm geschah und blickte verunsichert zu Maria, die ebenfalls nur schadenfroh grinste. Er versuchte, sie ungeschickt wieder abzusetzen, aber Sarah Hassmann hatte sich an ihm festgekrallt und drückte den Kollegen ihrer Mutter, den sie vor ein paar Wochen am Schokoautomaten im Krankenhaus kennen gelernt hatte, herzlich an sich. Marc konnte sich winden, wie er wollte, aber sie ließ ihn nicht mehr los...

MM (verunsichert u. leicht panisch): Äh... was wird das jetzt? Lässt du mich gefälligst los, du... du verzogenes Gör du!
MH: Eh!
G (tadelt ihn): Maaarc!
S (grinst ihn frech an u. legt dann glücklich ihren Kopf an seine Schulter): Nein!
Na super!
MM (schaut genervt zu MH): Boah jetzt fängt die wieder so an. Eh deine Tochter hat echt nen Klammeraffenkomplex.
Gott ist das süß, wie sie sich an ihn drückt! Hach... Er kann doch mit Kindern! Juhu! Hab ich immer gewusst.
G (schmunzelnd zu MM): Ihr kennt euch?
MM (grummelig): Unfreiwillig.
Die Hassi schuldet mir übrigens noch nen Schokoriegel!
MH (schmunzelnd zu G): Er ist mein neuer Babysitter.
G (grinst ihn an): Ach echt? Hab ich was verpasst?
Ich bring sie um!
MM (sauer zu MH, dann zu S): Bitte? Vergiss es! Und jetzt runter mit dir.

Marc packte Sarah unsanft an ihren dünnen Ärmchen und hob sie von seinem Schoss, auf dem sie sich gemütlich gemacht hatte. Das kleine Mädchen strahlte ihn immer noch vergnügt an, als sie wieder Boden unter ihren Füßen spürte. Er verdrehte nur die Augen und suchte panisch Augenkontakt mit Maria, die sich auf ihrem Stuhl zurückgelehnt hatte und dem Schauspiel amüsiert zusah....

MM (mit zusammengebissenen Zähnen leise zu MH): Jetzt mach was!
Ich denk nicht mal daran.
MH (grinst): Wieso?
MM (funkelt sie böse an): Eh!
MH (lacht): Sarah, kommst du bitte mal her!
S (strahlt sie an): Ja, Mami!
Gott sei Dank, ich bin den Quälgeist los!

Sarah hüpfte fröhlich zu ihrer Mutter, die ihr ein Glas Wasser einschenkte und es ihr in die Hand drückte.

S: Danke, Mami!

Ich hab mir ja Maria nie so richtig als Mutter vorstellen können, dachte Gretchen, als sie die beiden interessiert beobachtete. Sarah drehte sich wieder um und schwups hatte sie sich wieder bei Dr. Meier auf dem Schoss gesetzt, der gar nicht so schnell reagieren, geschweige denn dem etwas entgegensetzen konnte, außer ein verdutztes Gesicht vielleicht...

MM: Äh...

Marc wurde die ganze Geschichte allmählich unheimlich. Was wollte das Gör eigentlich von ihm? Er schaute das kleine Mädchen im rosa Prinzessin-Lilly-Nachthemd böse an, aber die Kleine ließ sich davon nicht verunsichern und trank langsam ihr Wasserglas aus. Der Oberarzt merkte ganz genau, wie Gretchen ihn von der Seite verzückt ansah und mal wieder ins Träumen geriet. Er ahnte, was sie sich gerade wieder in den schönsten Farben ausmalte, was ihn noch zusätzlich verunsichern ließ.... Na super! Sie plant doch jetzt sicherlich schon die Umgestaltung von Dads Zimmer in ein Kinderzimmer. Ich muss die kleine Göre endlich loswerden! ... Marc warf Maria einen hasserfüllten „Ich-mach-dir-dein-Leben-im EKH-zur-Hölle-wenn-du-mir-nicht-deinen-Zwerg-vom-Hals-schaffst!“-Blick zu, woraufhin ihn die Neurochirurgin, immer noch mit einem fetten Grinsen auf den Lippen, endlich erlöste....

MH: Sarah, es ist schon spät. Ab ins Bett jetzt!

Sarah grinste Marc an, hüpfte von seinem Schoss, was dieser erleichtert zur Kenntnis nahm, und lief zu ihrer Mutter, der sie ihr Glas in die Hand drückte. Maria gab ihre Tochter noch einen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn, dann drehte sich die Kleine noch einmal zu ihrem großen Freund um...

S: Aber nur, wenn Marc mir eine Geschichte vorliest.
Wie süüüüüüssss!!!! (G)
MM (perplex): Bitte?
Hat die einen Narren an mir gefressen oder was soll das?
MH (funkelt MM grinsend an): Wenn du das willst, Schatz? Dann frag den lieben Dr. Meier doch noch mal!
Ich bring sie wirklich um!

Sarah stürmte auf den verdutzten Oberarzt zu, nahm seine Hand und versuchte, ihn mit aller Kraft vom Stuhl zu ziehen. Doch Marc blieb stur sitzen...

S: Oh, bitte, bitte, bitte, Marc, liest du mir eine Geschichte vor?
MM (weiß nicht, wie er aus der Nummer wieder herauskommen soll u. starrt MH an, die ihre Arme verschränkt u. ihn amüsiert anblickt u. sich nicht mehr rührt): Och nee, kann das nicht deine Dingens hier äh... Mutter machen?
Nö! Also ich würde doch gerne mal sehen, wie sich der Macho so macht. Ich kenn doch meine Sarah. Die hat noch jeden klein gekriegt. Hihi!
S (entschlossen): Nein!
Ich hab’s befürchtet! Unerzogenes Gör!
MM (stöhnt): War ja klar, dass die Antwort kommen würde.
G (stupst ihn am Arm u. schaut ihn liebevoll an): Komm schon, Marc, tue ihr doch den Gefallen, hmm!
Och Mann, verdammt! GGGRRR!!!

Marc schaute seine Freundin gequält an, ließ kurz seinen Kopf hängen und blickte dann wieder in die Frauenrunde... Mir bleibt auch nichts erspart. Ich hasse es, in der Unterzahl zu sein. ... Er warf Maria und Gretchen einen bitterbösen Blick zu, dann schaute er zu Sarah, die ihn mit großen Kulleraugen erwartungsvoll anblickte. Der sonst so toughe Arzt gab es nur ungern zu, aber ihr Blick traf ihn mitten ins Herz. So stand er schließlich doch noch auf und ließ sich von der Sechsjährigen in ihr Kinderzimmer ziehen. Gretchen wurde richtig warm ums Herz, als sie den beiden, die sich an den Händen hielten, hinterher blickte... Von wegen er kann nicht mit Kindern. Die Kleine vergöttert ihn ja richtig. Es wäre doch gelacht, wenn wir das mit der Kinderschar nicht doch noch hinbekommen würden. Juhu!

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

10.08.2010 17:41
#652 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So meine Lieben! Danke für die Komplimente. Ich werd gleich ganz ! Und nein, also ich setze solche Cliffhanger natürlich nicht mit Absicht. Ich würde das nicht mal als Cliffhanger bezeichnen, sondern eher als überraschende Wendung. Es ist zwar noch nicht ganz Zeit fürs Sandmännchen, aber ich habe trotzdem jetzt schon eine kleine Gute-Nacht-Geschichte von dem lieben Dr. Meier für euch. Viel Spaß damit! Schönen entspannten Abend noch! Eure Lorelei




In Sarahs Kinderzimmer...

Während Sarah schnell unter ihre Bettdecke krabbelte, stand Marc unschlüssig am Türrahmen und beobachtete sie. Er wusste nicht so recht, was er jetzt tun sollte. Der Umgang mit kleinen Kindern war ihm eher fremd, es sei denn, es handelte sich um Patienten, die seine göttlichen Chirurgenhände bedurften. Aber privat vermiet er den Kontakt. Marc hatte zwar früher ein oder zweimal auf Lilly Kaan aufgepasst, aber viel Geschick hatte er dabei nicht bewiesen. Deshalb hatte Mehdi ihn auch nie wieder gefragt, ob er als Babysitter einspringen könnte. Und darüber war er insgeheim froh gewesen. Sarah klopfte jetzt auf ihr Bett und zeigte dem unsicheren Oberarzt damit, dass er sich setzen sollte. Marc richtete ein kurzes Stoßgebet an die Decke und ging dann langsam auf das kleine Bettchen zu. Er setzte sich zu ihr auf die Bettkante. Gespannt beobachtete sie ihn, was ihn zusätzlich verunsicherte. Er konnte sich einfach nicht erklären, wieso sie so einen Narren an ihm gefressen hatte. Zögerlich wandte Marc sich nun dem aufgeweckten Mädchen zu...

MM: Was willste denn hören? N’Märchen?
Das ist ja mal überhaupt nicht mein Ding. Sie hätte Gretchen fragen sollen. Die kennt sich mit so was besser aus. Sie lebt ja in einem.

Marc zeigte auf das Regal neben ihrem Bett, in dem mehrere Bücher standen, darunter auch Grimms Märchen. Sarah schüttelte heftig mit dem Kopf...

S: Nein! Eine neue!
MM (versteht nicht, was sie von ihm will): Hä?
S: Eine eigene Geschichte.
MM (sichtlich überfordert): Was? Ich muss mir erst was ausdenken?
Kann ich nicht. Äh... mach ich nicht.
S (klatscht begeistert in ihre Hände u. strahlt ihn an): Ja!
Scheiße! Was mache ich denn jetzt?

Während der sonst so schlagfertige und nie um ein Wort verlegene Oberarzt nervös Däumchen drehte und versuchte, sich krampfhaft etwas aus den Fingern zu saugen, musterte das kleine Mädchen ihren neuen besten Freund und Geschichtenerzähler eingehend...

S: Ist die blonde Frau in der Küche deine Freundin?
Neugierig ist die mal gar nicht oder?
MM (nickt, ohne sie anzusehen): Hmm!
S (grinst): Bist du verliiiiiiebt?
Also das geht mir jetzt echt zu weit.
MM (fährt sich nervös durchs Haar): Ich dachte, ich sollte dir eine Geschichte erzählen und keine dämlichen Fragen beantworten.
S (klatscht ganz verzückt in ihre Hände): Du ... bist ... verliiiiiebt! Maaaaarc ... ist ... verliiiiiebt!
Boah! Dieser kleine nervige Terrorzwerg! Echt worauf hab ich mich hier eigentlich eingelassen? Das kriegt die Hassi aber doppelt und dreifach wieder.
MM (genervt): Halt die... Äh... du nervst!
S: Wieso?
MM: Weil alle Frauen... äh... Mädchen nerven!
S: Wieso?
MM: Weil die Natur das so eingerichtet hat.
S: Wieso?
Boah diese Kleine.... GGGGGRRRRR!!!!
MM (zunehmend hilflos): Äh... Keine Ahnung. Weil... weil Gott nen schlechten Tag hatte. Was weiß ich denn.
S: Nervt deine Freundin auch?
MM: Die ist die Schlimmste von allen.
S: Wieso?
MM (stöhnt): Korrektur: du und ganz besonders deine Mutter nerven am allermeisten.
S: Gar nicht wahr!
MM: Doch!
S (dreht sich schmollend weg): Du bist blöd!
MM (steht wieder vom Bett auf): Danke, dann kann ich ja jetzt gehen.
S (dreht sich wieder um u. bettelt): Nein! Bitte, bitte, noch die Geschichte, Maaaarc!
Mist! Und ich dachte, ich wäre noch drumherum gekommen.
MM (stöhnt): Gibst du dann endlich Ruhe? Is nämlich echt schon ziemlich spät für kleine neugierige Prinzessinnen.

Sarah nickte heftig mit ihrem Kopf und schaute ihren Märchenonkel erwartungsvoll an. Marc grinste nur, als sie endlich still war, und setzte sich wieder zu ihr aufs Bett. Er fuhr sich noch einmal durch seine Haare und hatte dann doch endlich einen Geistesblitz, was er diesem kleinen Terrorkrümel erzählen könnte...

MM: Ok! Hör gut zu! Es war einmal ein kleines blondes Mädchen...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

10.08.2010 23:31
#653 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallihallohallöle noch mal! Ich mich immer wieder wie Bolle, wenn ich euch überraschen kann. Ihr hättet also gerne die ganze Geschichte gehört, hmm? Sorry, war so eigentlich nicht geplant. Denkt euch einfach Grimms Märchen (Also zumindest das, was Marc Meier davon weiß. Also nicht viel!) meets Haasenzahns Welt oder so, auf die Meier Art erzählt natürlich. Jetzt geht es aber erst mal mit den Mädels weiter. Es ist übrigens der letzte Teil aus der Hassmann Wohnung. Viel Spaß!

Lorelei





Derweil in der Hassmannschen Küche...

Gretchen deutete ungläubig Richtung Flur, in dem ihr sonst so störrischer und kinderfeindlich gesinnter Freund gerade mit der Tochter ihrer Kollegin verschwunden war...

G: Muss ich das verstehen?
MH (zuckt schmunzelnd mit den Schultern): Ich versteh’s ja selbst nicht, aber irgendwie hat sie einen Narren an ihm gefressen, seitdem sie sich neulich im EKH gesehen haben. Sie redet unentwegt von ihm und will mich immer in die Klinik begleiten, um ihn zu besuchen.
G (verzückt): Wie süß! Sarah and Marc in love.
MH (lacht): Es ist schon erstaunlich, dass sogar die Kleinsten der Kleinen auf ihn fliegen. Naja, die Familienplanung kannst du dir dann doch noch nicht ganz abschminken. Es besteht noch Hoffnung.
G (träumt): Stimmt!

Die beiden Frauen lachten sich an und tranken noch einen kleinen Martini zusammen. Dann siegte bei Gretchen doch die Neugier. Sie stellte sich an den Türrahmen des Kinderzimmers und lauschte Marcs Geschichte über schlafende Prinzessinnen und tapfere Prinzen, die sie vor schwarzen millionärischen Rittern und bösen alten Hexen retteten. Gebannt lauschte Sarah Hassmann seiner Erzählung und auch Gretchen geriet ins Träumen... Hach... wie süß! Ich hätte ja nie gedacht, dass er so gut mit Kindern kann. Wie sie ihn anstrahlt. Kinder wissen ja instinktiv, wie ein Mensch wirklich ist. Sie hat ihm auch ins Herz gesehen. Sie vertraut ihm. Kinder vertrauen Dr. Meier? Hmm... Die Evolutionsgeschichte muss umgeschrieben werden. Hihi! Hach... Marc wird mal ein toller Vater. Ganz bestimmt. Auch wenn er sich immer unnahbar und unsicher im Umgang mit Kindern gibt, eigentlich kann er es doch. Das steckt tief in ihm drin. Hach... Am liebsten hätte ich ja zwei Kinder mit ihm. Einen Jungen mit Marcs dunklen Haaren, den grünen Augen und seinem verschmitzen Lächeln und ein süßes blondgelocktes Mädchen mit den gleichen blauen Augen wie ich. Obwohl eine Mischung von uns beiden wäre natürlich auch toll. Wir würden... Während die blonde Ärztin ganz in ihrer Familienplanung versunken war, hatte Marc seine Gute-Nacht-Geschichte bereits beendet. Die kleine Sarah war eingeschlafen. Er hatte das schlafende Mädchen noch eine Weile ganz verzückt beobachtet, ihr dann die Bettdecke zurechtgerückt und ihr mit einem sanften Lächeln auf den Lippen noch eine Strähne aus dem Gesicht gestrichen. Dann war er leise aufgestanden und wollte sich rausschleichen. Dabei war ihm die nächste träumende Prinzessin ins Auge gefallen. Er musste unweigerlich lächeln, ging dann an ihr vorbei und zog sie aus dem Zimmer. Augenblicklich war die Assistenzärztin wieder hellwach... Upps! So wie er kuckt, weiß er ganz genau, was ich gerade gedacht habe. ... Und so war es tatsächlich...

MM: Komm jetzt ja nicht auf dumme Gedanken ja!
Das sind keine dummen Gedanken. So sieht unsere Zukunft aus, also wenn du das auch willst? Insgeheim will er das doch auch. Das spür ich doch. Er hat so einen verräterischen verträumten Blick drauf. Lass uns sofort mit der Planung anfangen! Oder wie er immer sagt, mit dem Üben! Hihi! ... Oh Gott, was denke ich denn da eigentlich?
G (errötet leicht): Ich weiß nicht, was du meinst.
Und ob du weißt, dass ich weiß, was du... Oh Gott, ich hab schon Gedankengänge wie sie. Hilfe! Ich muss dringend aus diesem weibischen und kindlichen Ambiente raus.
MM (schaut ihr tief in die Augen): Ich kenn dich doch.
G (versucht abzulenken): Äh... du ... du kannst gut mit Kindern.
Ich hab’s gewusst. Sie ist doch wieder in dem Thema drin. Dabei haben wir nicht mal ihre Mutter getroffen. Ich bin echt am Arsch!
MM: Gott kann alles.
G (grinst): Klar!
Womit habe ich nur diese Frau verdient?

Der Oberarzt gab ihr einen kleinen Kuss auf den Mund und zog sie vor in die Küche, wo Maria Hassmann immer noch am Tisch saß und über ihren heiß geliebten Mehdi und sein tragisches Schicksal nachdachte. Gretchen und Marc wollten sich jetzt von ihr verabschieden...

MH (schaut die beiden an): Schläft sie?
G (blickt lächelnd zu MM): Ja! Hat ja jetzt einen guten Geschichtenerzähler.
Das war ein fieser, gemeiner Lauschangriff von ihr. Das muss bestraft werden.
MM: Eh! Das war das erste und letzte Mal. Damit das klar ist.
MH (grinst): Schade! Ich habe übermorgen Nachtschicht und könnte noch einen Babysitter gebrauchen.
Diese miese, hinterlistige...
MM (funkelt sie an u. verschränkt abwehrend seine Arme): Vergiss es! Der kleinen Nervensäge fehlt wohl die männliche Bezugsperson, hmm?
MH (schaut ihn provozierend an): Willst du den Job übernehmen? Der ist noch frei.
Bloß nicht! Eine Nervensäge reicht.
MM: Nee, verzichte dankend. Du weißt ja, wo du einen potentiellen Bewerber für die Stelle finden kannst.
G (empört über seine Taktlosigkeit): Marc!
MH (ihr Lächeln verschwindet ebenfalls, als sie an Mehdi denkt): Der ist, glaube ich, noch nicht soweit.
MM: Wenn überhaupt je.
G: Marc!
Dieser unsensible Mistkerl! Darüber macht man momentan keine Scherze verdammt!
MM (merkt, dass er zu weit gegangen ist): Sorry! Äh... Der wird schon wieder.
MH (traurig): Hoffentlich.
G (zu MH): Schaust du morgen nach ihm?
MH (lächelt ihr kurz zu): Ich denke schon. Ja.
G (lächelt ebenfalls): Gut, das ist gut.
MM (nickt den beiden Frauen zu): Hmm!
G (drückt MH zum Abschied): Ja, dann gehen wir mal. War schön, wenn auch nicht gerade unter glücklichen Umständen.
MH (löst die Umarmung schnell wieder): Ja, das kann man sich halt nicht immer aussuchen. Kommt gut nach Hause. Wir sehen uns ja sicherlich morgen in der Klinik.
G: Wir können ja zusammen Mittag essen?
MH (öffnet den beiden die Wohnungstür u. verabschiedet sich lächelnd): Gerne! Tschüß!
G: Tschüß!
MM (nickt MH zu): Man sieht sich!

Marc schob seine Freundin schließlich zur Tür hinaus und Maria schloss sie seufzend hinter ihnen.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

11.08.2010 13:02
#654 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Am nächsten Tag

Nach einer eher unruhigen Nacht, in der sie von Albträumen über Mehdi und seiner Tochter heimgesucht wurde, in denen Klippen und schmale Brücken eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hatten, trat Dr. Haase müde die Frühschicht im EKH an. Sie war gerade in der Umkleide angekommen und zog sich um, als sie von Schwester Sabine überrascht wurde, die ebenfall zu dieser frühen Stunde ihren Dienst begann. Freundlich begrüßten sich die beiden Frauen und tranken anschließend im Schwesternzimmer noch einen stärkenden Kaffee zusammen. Nach einem zehnminütigem Schwätzchen über die heutigen Sternenkonstellationen, die nicht gerade günstig standen und Stress und viel Arbeit verheißen ließen, wollte sich Gretchen Haase schnell verdrücken, doch sie hatte die Rechnung ohne Sabine Vögler gemacht, die eindeutig ein früher Vogel war und gerade in den frühen Morgenstunden zur Höchstform auflief, während es die blonde Assistenzärztin am Morgen eher ruhig mochte.....

G: Falls etwas anliegt, Schwester Sabine, Sie finden mich auf der Gyn. Dr. Meier erscheint wie immer gegen Acht. Schönen Tag noch.
S (schaut sie verdutzt an): Aber ich dachte, Sie...
G (dreht sich im Gehen noch einmal zu ihr um): Jaaa?
S: Aber Dr. Kaan ist doch wieder da. Da dachte ich, Sie würden ab heute wieder hier...
G (fällt ihr verwundert ins Wort u. kommt einen Schritt näher): Mehdi... also Dr. Kaan arbeitet schon wieder?
Ist das nicht etwas zu früh? Er ist doch gerade erst zurückgekehrt. Und wenn er wirklich so fertig war, wie Maria und Marc gesagt haben, dann ist das, glaube ich, keine so gute Idee, so schnell wieder zu arbeiten. Er muss das doch erst mal alles verdauen. Also ich könnte das nicht.
S: Ja, wussten Sie das denn nicht? Laut Plan war er doch ab heute wieder eingetragen.
G (nachdenklich): Ja schon, aber ich dachte, er würde sich noch...
S (neugierig): Jaaa?
Upps nicht zu viel verraten. Es ist besser, es erfährt keiner, was wirklich passiert ist. Ich glaube, es ist nicht gut für ihn, wenn ihn wieder alle so mitleidig anschauen würden. Ich würde das auch nicht aushalten können.
G (wiegelt ab): Ach nichts! Haben Sie ihn heute schon gesehen, Schwester Sabine?
S: Nein, das nicht, aber Schwester Nikola meinte vorhin im Fahrstuhl, er würde schon seit halb fünf in seinem Büro sitzen und über den Akten brüten.
G (besorgt): Oh!
Ok! Er ist in der „Ablenkung durch Arbeit“-Phase. Ist das jetzt gut oder schlecht? Hmm... Ich weiß nicht so recht. Nun ja, zumindest vergräbt er sich nicht zuhause. Hmm... Ich muss sofort zu ihm.
S (ihre Neugier ist geweckt, die sie auch nicht vom Zaun hält): Was hatte er denn, wenn ich fragen darf? Er war ja wirklich sehr lange krankgeschrieben.
G (ignoriert ihre Frage u. geht zur Tür): Äh... Sabine, ich bin trotzdem noch einmal kurz auf der Gyn. Falls Dr. Meier mich sucht, sagen Sie ihm Bescheid, wo ich bin. Ich denke, zur Visite bin ich rechtzeitig wieder da.
S (etwas enttäuscht, dass sie sie nicht in das Geheimnis um Dr. Kaan einweiht, aber nickt pflichtbewusst): Jawohl, Frau Doktor.

Dr. Haase verließ daraufhin das Stationszimmer der Chirurgie und ließ eine grübelnde Schwester Sabine zurück, die noch einmal nach ihrem Astroblatt griff und sich die Horoskope sämtlicher Ärzte für den heutigen Tag durchlas.

Lorelei Offline

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11.08.2010 17:00
#655 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Fünf Minuten später klopfte es auch schon an der Bürotür von Dr. Mehdi Kaan. Da er nicht auf ihr hartnäckiges Klopfen reagierte, öffnete Gretchen leise die Tür und steckte ihren Kopf in das Zimmer, um zu schauen, ob alles in Ordnung war. Sie sah Mehdi an seinem Schreibtisch sitzen und abwesend in seinen Akten blättern. Er sah schlecht aus. Anscheinend hatte er kaum geschlafen, wenn überhaupt. Er war zwar frisch rasiert und die Haare waren gekämmt, aber tiefe Sorgenfalten und Augenringe zeichneten sein Gesicht. Aber am meisten erschütterten Gretchen seine traurigen, leeren Augen. Leise ging sie auf seinen Schreibtisch zu und setzte sich ihm gegenüber. Er hatte sie immer noch nicht bemerkt. Erst als sie nach seiner Hand griff und sanft darüber strich, schreckte er auf und sah sie an. Sein trauriger Blick traf sie bis ins Mark. Ein fetter Kloß bildete sich in ihrem Hals und am liebsten hätte sie losgeheult, aber sie musste stark sein für ihren Freund. Mehdi fühlte genauso. Am liebsten hätte er sich seiner besten Freundin in die Arme geschmissen und hemmungslos losgeweint. Die Tatsache, dass er mit seiner Intuition richtig gelegen hatte, die beiden aber knapp verpasst hatte, ließ ihn schier verzweifeln. Er hatte zulange gewartet. Anstatt sich mit zwei Frauen gleichzeitig zu vergnügen, hätte er sich schon viel eher auf die Suche nach seiner Familie machen und das nicht Dritten überlassen sollen. Warum hatte er nicht schon früher den Plan gehabt, dann hätte er die beiden vielleicht noch erwischt und könnte seine Tochter jetzt glücklich im Arm halten und alles wäre endlich gut. Aber nein, er war zu spät gekommen und es war seine Schuld. Jetzt gab es keinen Hinweis mehr, wo sie noch stecken könnten. Der gestrige Tag war furchtbar für ihn gewesen. Zum einen war da seine enttäuschende Rückkehr nach Berlin und zum anderen seine leere Wohnung, wo eigentlich hätte gefeiert werden sollen. Zum ersten Mal konnte er beim Geburtstag seiner kleinen Tochter nicht dabei sein. Bis zuletzt hatte er noch die leise Hoffnung gehabt, dass Anna doch ein Herz hat und Lilly an ihrem Geburtstag mit ihrem Vater telefonieren lässt, aber dem war nicht so gewesen. Was seine kleine Maus wohl jetzt dachte? Dass ihr Vater sie nicht mehr lieb hat? Allein dieser Gedanke ließ wieder die Tränen in ihm hoch steigen. Aber er musste stark sein. Er wollte kein Mitleid von seiner ehemaligen großen Liebe. Das könnte er nicht ertragen.

Nachdem sie einige Minuten nur still nebeneinander gesessen und sich bei den Händen gehalten hatten, traute sich Gretchen endlich etwas zu sagen....

GH (besorgt): Du arbeitest schon wieder?
MK (seufzt): Eh mir zuhause die Decke auf den Kopf fällt.
GH (nickt verständnisvoll): Hmm!

Mehdi blickte sie in diesem Moment so herzzerreißend an, dass es Gretchen nicht mehr auf ihrem Stuhl hielt. Sie lief um den Tisch herum, ging in die Knie und drückte ihren Freund ganz fest an sich. Liebevoll strich sie ihm über den Rücken und Mehdi stand kurz davor, doch noch in Tränen auszubrechen. Er lockerte die Umarmung schnell wieder, weil ihm das dann doch zu viele Emotionen auf einmal waren. Gretchen lehnte sich nun an seinen Schreibtisch und schaute ihn an. Mehdi erkannte an ihrem sorgenvollen Gesichtsausdruck sofort, dass Marc mit ihr geredet hatte. Es hätte ihn auch gewundert, wenn nicht.

MK: Du weißt es also?
GH (nickt). Ja! Mehdi, es tut mir so leid. Wenn du reden willst, ich bin immer für dich da.
MK: Das weiß ich doch, Gretchen, aber im Moment will ich einfach nicht darüber sprechen. Noch nicht. Ok?
GH (ergreift seine Hand u. tätschelt sie kurz): Verstehe!
MK (schaut ihr mutig direkt in die Augen, was er sich in den Minuten davor noch nicht getraut hat): Danke!
GH (blickt ihn verständnisvoll an): Ist schon ok, Mehdi. Dann lass uns ... äh... das Thema wechseln, hmm?
Du bist so eine tolle Frau, weißt du das eigentlich, Gretchen? Was würde ich nur ohne dich machen? Du verstehst mich ohne viele Worte. Das schätze ich so sehr an dir. Danke!
MK (lächelt zaghaft u. lehnt sich in seinen Stuhl zurück): Hmm! Wie... wie ist es hier gelaufen? Bist du klargekommen?
GH (setzt sich wieder auf ihren Stuhl u. lächelt ihn an): Ja, wie du siehst, deine Station steht noch.
Ach Gretchen! Du schaffst es immer wieder, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, egal wie beschissen es momentan läuft. Dafür danke ich dir.
MK (muss schmunzeln): Ich habe nichts anderes von dir erwartet. Du kannst immer noch zu mir wechseln, wenn du willst.
GH (lacht): In einem anderen Leben vielleicht. Ich glaube, mein Oberarzt würde dir den Kopf abreißen, wenn du mich ihm wegschnappst.
Ach Meier! Also hat sich wieder alles eingerenkt?
MK: Das sowieso. Bei euch läuft es also gut ja?
GH (ihre Augen beginnen zu strahlen): Wir sind glücklich.
MK: Das ist gut.
Ansonsten würde ich ihm den Kopf abreißen.

Die beiden Freunde und Kollegen lächelten sich kurz an und widmeten sich dann ihrer Arbeit. Die beiden gingen zusammen die Patientenakten durch und bereiteten die Visite vor. Gretchen machte Mehdi auf den einen oder anderen Patienten und deren Behandlung aufmerksam. Sie hatten die Übergabe fast beendet, als plötzlich Schwester Gaby ohne Anzuklopfen das Büro betrat. Mit Blick auf ein Klemmbrett gerichtet wandte sie sich an ihre Teilzeitchefin...

GK: Frau Dr. Haase, entschuldigen Sie bitte die Störung, aber bei Frau Neumüller haben jetzt die Wehen eingesetzt. Sie schreit schon die ganze Station zusammen und verlangt eine PDA. Wenn Sie bitte... bi... Mehdi? Du....?

Gaby stockte plötzlich in ihrem Redefluss und sah ihren geliebten Oberarzt mit großen Augen an, der am Schreibtisch saß und sie ebenfalls überrascht anschaute. Ihr Herz begann augenblicklich wie verrückt zu klopfen. Fast wäre ihr auch noch das Klemmbrett aus den Händen gerutscht. Jetzt war sie froh, sich daran festklammern zu können. Die brünette Krankenschwester war völlig überwältigt über das plötzliche unerwartete Wiedersehen mit ihrer großen Liebe. Ihre Augen glänzten regelrecht, ihr Puls ging nach oben und ihre Knie schlotterten. Gleichzeitig spürte sie aber auch ihr schlechtes Gewissen wegen der Sache mit Gordon. Ungläubig starrte sie Mehdi an, der ebenfalls eher unsicher auf die erste Begegnung mit ihr reagierte. Gretchen schaute zwischen den beiden hin und her und entschloss sich, aufzustehen und zu gehen, da beruflich alles geklärt war und sie irgendwie das Gefühl hatte, dass die beiden auch noch etwas zu besprechen hatten und sie wohlmöglich nur dabei stören würde. Sie ging noch einmal um den Schreibtisch herum und drückte Mehdi herzlich an ihre Brust, der zur Verabschiedung ebenfalls aufgestanden war...

G: Essen wir zusammen Mittag?
MK (zögert): Weiß nicht, eigentlich habe ich....
G (energisch): Keine Widerrede!
Er darf sich nicht verschließen und sich in seinem Büro verstecken. Das lasse ich nicht zu.
MK (seufzt u. ergibt sich seinem Schicksal): Ok! Bis später!
Geht doch!
G (lächelt glücklich): Ja bis später!

Gretchen winkte Mehdi noch einmal kurz zu, ging an Gaby vorbei, der sie mitteilte, dass ab sofort Dr. Kaan wieder zuständig sei, was diese aber gar nicht mitbekam, weil sie nur noch Augen für ihren Geliebten hatte, und verließ ihr ehemaliges Büro. Jetzt waren Gaby und Mehdi auf sich allein gestellt. Sie schauten sich an....

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.338

11.08.2010 23:43
#656 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Ja, ich weiß, ihr wartet sicherlich alle gespannt auf die erste Begegnung zwischen Mehdi und Gaby, aber der Spannung wegen kommt erst mal dazwischen eine kleine, aber feine Martchen-im-Op-Szene. Hatten wir lange nicht. Viel Spaß damit!

Lorelei




Dr. Haase machte sich sofort auf den Weg in den OP-Bereich. Sie hatte auf dem OP-Plan gesehen, dass in wenigen Minuten die Behandlung eines komplizierten Oberschenkelhalsbruchs stattfinden würde und sie brannte darauf, endlich wieder zu operieren, nachdem sie jetzt fast fünf Wochen lang nur auf der Gyn tätig gewesen war. Im Waschraum machte sie sich steril, zog ihre OP-Sachen an und schob dann die Schiebetür zum OP auf. Dr. Meier hatte bereits angefangen und schaute angesichts der unerwarteten Störung, die er in seinem Tanzbereich eigentlich nie erlaubte, überrascht vom Patienten auf. Innerlich musste Marc schmunzeln, dass sich seine Lieblingsassistenz in seinen OP verirrt hatte und nun entschlossen und in kompletter Montur vor ihm stand, aber nach außen gab er sich betont cool. Schließlich war zu viel Emotionalität in seinem OP nicht angebracht und dass Schwester Sabine, die ihm gegenüber am OP-Tisch stand, trotz Mundschutz grinste wie ein Honigkuchenpferd, nervte ihn tierisch....

M: Nanu, was machst du denn hier? Hast du dich verlaufen, Frau Gynäkologin?
G (stellt sich selbstbewusst neben ihn an den OP-Tisch u. funkelt ihn an): Sehr witzig, Herr Dr. Meier! Aber nein, ich stehe dir ab sofort wieder voll und ganz zur Verfügung.
Na das will ich ja wohl hoffen.
M (grinst sich eins): Ach?
G: Ja! Mehdi ist nämlich wieder da.
Juhu! Das heißt, ich hab Haasenzahn jetzt immer und... Äh... Du flippst jetzt nicht deswegen aus ja! Allein schon dass du das denkst, ist schon peinlich genug. Du bist Oberarzt hier! Wo ist deine Autorität geblieben?
M: Ja, das weiß ich doch. Hab ihn ja schließlich gestern abgeholt.
G: Ich meine doch, er arbeitet wieder.
Hmm... ein bisschen früh, nicht? Sollte vielleicht später mal bei ihm vorbeischauen.
M (macht plötzlich ein eher nachdenkliches, besorgtes Gesicht): Oh! Schon?
G (ebenfalls ernst): Er wirkt ziemlich fertig.
M (schaut ihr verständnisvoll in die Augen): Naja auch kein Wunder.
G (erwidert seinen Blick): Vielleicht tut ihm die Ablenkung ja gut?
M (nickt): Vielleicht!
Ablenkung tut immer gut.

Schwester Sabine, die die Unterhaltung ihrer beiden Lieblingsärzten die ganze Zeit gebannt verfolgt hatte, mischte sich nun neugierig ein...

S: Was ist denn mit dem Herrn Dr. Kaan?
Scheiße! Die Stasisabsi!
M (schnauzt sie in gewohnter Manier an): Habe ich Sie um einen belanglosen Kommentar gebeten? Nein, also Klappe halten!
G: Marc!
M (schaut G eindringlich an): Eh das geht niemanden was an! Lass uns später darüber reden.
G (nickt): OK! Wir haben uns zum Mittagessen verabredet.
M (hebt skeptisch die Augenbrauen): Du hast ihn dazu gezwungen was?
Gar nicht wahr!
G (ihre Augen formen sich zu kleinen Schlitzen): Liebevoll gefragt, Marc.
M: Sicher!?
G: Ehe er allein im Büro hockt und grübelt.
M (grinst): Na ob er da lange allein bleibt.
G: Wie meinst du das jetzt?
Upps, Klappe halten, Meier!
M (räuspert sich): Äh... Egal! ... Ok, du willst also wieder richtig arbeiten, hmm?
Was heißt denn hier „richtig arbeiten“? Ich habe die ganze Zeit richtig gearbeitet. Ich habe neues Leben auf die Welt geholt, während du altes zusammengeflickt hast.
G: Ja!
M (schaut erst in die Runde u. grinst dann G provozierend an): Gut! Wer sie noch nicht kennt, das ist Dr. Haase, ASSISTENZärztin. Sie macht heute hier ein Schnupperpraktikum.
Also das ist ja wohl...! Na warte! Das kriegst du auf jeden Fall wieder.
G (schnauft): Marc!
M (grinst): Dr. Meier!
Boah! Also seine Arroganz ist wieder mal... GGGRRR!!! Wie habe ich das vermisst!
G (funkelt ihren grinsenden Oberarzt an): Ich war nur fünf Wochen weg, Dr. Meier.
Ja, viel zu lange, meine Süße!
M: In fünf Wochen kann man viel vergessen, Scha... äh... Haasenzahn. Hmm... Mal sehen, ob du nicht alles verlernt hast bei deinem unsinnigen Praktikum.
G: Boah!
Ruhig bleiben, Gretchen! Das ist nur seine Masche. Der will doch nur, dass ich später wütend über ihn her falle. Vergiss es!

Dr. Meier drückte seiner Assistenz jetzt sein Skalpell in die Hand. Verwundert schaute sie ihn an...

G: Ich soll den ersten Schnitt machen?
M: Du sollst zeigen, was du bei Gott gelernt hast.
Irre ich mich oder war das jetzt wirklich nett gemeint?
G: Hmm!?

Konzentriert setzte Dr. Haase den Schnitt und zeigte ihrem Macho-Oberarzt ihr ganzes chirurgisches Können, der beeindruckt daneben stand und jeden Handgriff seiner Schülerin aufmerksam beobachtete, es aber auch nicht lassen konnte, ihr den einen oder anderen Spruch reinzudrücken oder sie ganz zufällig berührte, um sie aus dem Konzept zu bringen. Aber das gelang ihm nur teilweise. Gretchen brachte die OP zwar stark transpirierend, aber dennoch konzentriert zu Ende, wartete anschließend darauf, dass ihre Kollegen den OP-Bereich verlassen hatten und fiel ihrem Ausbilder im Waschraum gierig um den Hals. Eine wilde Knutscherei begann. Dr. Meier, der eine solch spontane leidenschaftliche Attacke seiner Liebsten nicht erwartet hatte, konnte sich bald kaum noch zurückhalten. Er hatte ihr die OP-Kleidung regelrecht vom Leib gerissen und seine Hände waren gerade unter ihr T-Shirt auf Wanderschaft gegangen, als plötzlich die Tür aufsprang und Schwester Sabine sich vor ihnen aufbaute. Verschämt blickte sie weg. Aufgeschreckt schauten die beiden Ärzte die knallrote Krankenschwester an, die unruhig von einem Bein zum anderen hopste...

M (schreit): RAUS!!!
S (zuckt eingeschüchtert zusammen): Aber die Visite...
M (fällt ihr schnell ins Wort): ... findet heute später statt. Ich muss Dr. Haase erst äh... einarbeiten.
S (nickt ihm zu u. verlässt mit einem wissenden Lächeln auf dem Gesicht den Waschraum): Ach so!?
G (legt grinsend ihre Arme um seinen Hals, als Sabine gegangen ist): Einarbeiten ja? So nennt man das heutzutage?
M (grinst ebenfalls u. fährt fordernd ihre Rundungen entlang): Jep! Und jetzt Klappe halten und mitkommen!
Oh! Ich habe den Tiger herausgefordert! Juhu!

Marc packte ihre Hand und zog seine Liebste mit Schwung aus dem Waschraum und dann den Gang entlang...

G: Wo willst du hin?
M (haucht ihr einen Kuss auf die Wange u. grinst sie an): Wir müssen doch deinen Neueinstand ausgiebig feiern, ne.
G (strahlt über beide Backen): Ach?
Er ist definitiv verrückt. Er erfindet auch immer wieder neue Anlässe, um zu „feiern“. Ich liebe es!

Gretchen lachte ihn wissend an, als sie auf den Fahrstuhl warteten. Kaum hatten sich seine Türen geöffnet, zog der Oberarzt seine Assistenz auch schon hinein. Eigentlich hatte er vorgehabt, mit ihr für ein Stündchen in ihrem Liebesnest zu verschwinden, aber soweit kamen die beiden nicht mehr, denn die Leidenschaft übermannte sie, als sich die Türen schlossen und sie allein im Aufzug waren. Marc drückte erst die Stopptaste und dann seine Freundin gegen die kalte Metallwand und eine kleine persönliche „Feier“ begann......

Lorelei Offline

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12.08.2010 13:12
#657 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huhu! Ihr wollt also gerne durchs Schlüsselloch kucken, hmm? Blöd nur, dass Aufzüge kein Schlüsselloch haben. Naja mal sehen, was sich technisch so machen lässt. Meld mich dann später noch mal! Und dafür könnt ihr schon mal diverse Sicherheitsvorkehrungen vornehmen. Den Kücken unter euch empfehle ich schon mal, lieber erst morgen wieder einzuschalten. So und jetzt geht es erst mal auf der Gyn weiter mit Mehby! Viel Spaß! Lorelei




Während Dr. Meier und Dr. Haase im OP 3 einen Schlagabtausch führten und danach knutschend im Aufzug verschwanden, standen sich Dr. Kaan und seine Stationsschwester immer noch schweigend gegenüber. Gaby war wie paralysiert und konnte ihren Blick nicht von dem attraktiven Gynäkologen abwenden. Einerseits waren da ihre tiefen Gefühle für diesen anscheinend für sie unerreichbaren Mann, die sie sich in den letzten Wochen erfolglos versucht hatte auszureden, weil sie mittlerweile die Hoffung auf ein gemeinsames Glück aufgegeben hatte, aber mit einem Blick in seine rehbraunen sanften Augen brachen sich diese Gefühle in noch größerem Ausmaß wieder Bahn. Ihr Herz klopfte wie verrückt, ihre Knie schlackerten und die Wiedersehensfreude überwog die Enttäuschung, die sie in den letzten Wochen empfunden hatte. Sie ging zwei Schritte auf ihren Traummann zu, verharrte dann aber in ihrer Bewegung, weil sie sich plötzlich wieder daran erinnerte, wie sehr er sie verletzt hatte. Er war von einem Tag auf den anderen ohne ein Wort des Abschieds verschwunden und hatte sich bis zum heutigen Tag nicht bei ihr gemeldet. Ihr fielen wieder die spitzen Bemerkungen von Marc Meier ein, aber auch die unbedachten Worte von Mehdis Nachbarin, die ihr das bestätigt hatte, wovor sie am meisten Angst hatte, nämlich dass er wohl doch mit Dr. Hassmann zusammen war. Wieder spürte sie den tiefen Schmerz in ihrem Herzen und auch die Eifersucht. Und das machte sie wütend. Sie hatte versucht, sich diesen Mann aus dem Kopf zu schlagen, hatte sogar unter Einfluss von Alkohol und Marihuana mehrmals mit einem anderen Mann geschlafen, um ihn endlich zu vergessen, aber eine einzige Begegnung mit Dr. Kaan brachte sie wieder völlig aus dem Gleichgewicht. Und diese Tatsache machte sie noch wütender. Wie konnte er einfach so wieder hier aufkreuzen, als sei überhaupt nichts geschehen? Gaby war auf ein Wiedersehen mit ihrer großen Liebe nicht vorbereitet gewesen. Sie war völlig überfordert von der Gefühlslawine, die sich gerade in ihrem Körper ausbreitete. Ihre Gefühle wechselten im Sekundentakt von Freude zu Enttäuschung, von Liebe zu Wut, von Sehnsucht zu Verletztheit und da waren auch noch ihre Schuldgefühle wegen Gordon. Am liebsten wäre sie jetzt aus dem Zimmer gerannt und hätte sich irgendwo verkrochen, aber sie konnte nicht. Wie festgetackert stand sie vor ihrem Oberarzt und konnte sich nicht rühren.

Doch auch Mehdi Kaan war von der plötzlichen Begegnung mit seiner Stationsschwester und heimlichen Affäre aufgewühlt. Auch er war unsicher, wie er sich ihr gegenüber verhalten sollte. Das schlechte Gewissen quälte ihn, weil er sich nicht getraut hatte, sich in der ganzen Zeit bei ihr zu melden, um ihr zu sagen, wo er war und was er fühlte. Hätte er ihr denn am Telefon sagen sollen, dass er sich in Maria Hassmann verliebt hatte und seit seiner Abreise an nichts anderes mehr denken konnte, als mit ihr zusammen zu sein? So eine telefonische Abfuhr hatte Gaby, mit der er ja auch eine schöne und aufregende Zeit verbracht hatte, nicht verdient. Er musste sich ihr doch erklären und zwar von Angesicht zu Angesicht. Aber dass dieser Augenblick so schnell auf ihn zukommen würde, darauf war er nicht vorbereitet und es überforderte ihn. Er hatte so viel anderes im Kopf, als jetzt die verquere Situation mit seinen beiden Frauen zu klären. Im Moment überwogen einfach die tiefe Traurigkeit und die Verzweifelung, dass er ohne seine Tochter nach Berlin zurückgekehrt war. Alles andere war ihm momentan zu viel. Er konnte sich jetzt keine Gedanken darüber machen. Es ging einfach nicht. Am liebsten wäre er jetzt allein, allein mit sich und seinen traurigen Gedanken. Aber die schöne Krankenschwester stand immer noch vor ihm und wartete anscheinend auf eine Reaktion seinerseits. Schüchtern schaute Mehdi Gaby an und wusste überhaupt nicht, was er ihr hätte sagen sollen.

Nach minutenlanger quälender Stille schaffte es Gaby irgendwie ihre durcheinander geratenen Gefühle zu sortieren und traute sich ihren Chef anzusprechen...

G: Du bist also wieder da?
Wo zum Teufel warst du und was hat das zu bedeuten?

Erleichtert, dass sie schließlich die Initiative ergriffen hatte, bejahte er und setzte sich in seinen Chefsessel. Er wagte die Flucht nach vorn und entschuldigte sich...

M: Gaby, es tut mir leid, dass ich mich so lange nicht bei dir gemeldet habe.
Es tut ihm leid? Das ist alles? Ich bin hier fast daran kaputt gegangen. Das Mindeste wäre doch eine Erklärung oder nicht?

Ihre Gefühle brachen sich endgültig Bahn. Sie knallte das Klemmbrett, an dem sie sich eben noch festgehalten hatte, mit voller Wucht auf den Schreibtisch und bäumte sich wütend vor ihm auf. Mehdi verstand gar nicht, wie ihm geschah, als ihn Gaby sauer anfuhr....

G: Das ist alles? Du speist mich mit einer läppischen Entschuldigung ab?
Was hat sie denn jetzt?
M (eingeschüchtert): Aber...
G (lässt ihn nicht zu Wort kommen u. lässt alles raus): Jetzt hörst du mir mal zu, du... du gemeiner Kerl! Hast du überhaupt eine Ahnung, wie ich mich gefühlt habe, als du so plötzlich mir nichts dir nichts abgehauen bist und dich fünf beschissene Wochen lang nicht gemeldet hast? Und erzähl mir jetzt nicht, dass du eine ansteckende Krankheit hattest. Ich weiß, dass das gelogen war. Wahrscheinlich heißt diese Krankheit Dr. Hassmann. Aber darüber reden wir noch. Ich will verdammt noch mal wissen, was das sollte? Wo zum Teufel hast du die ganze Zeit gesteckt?

Gaby hatte sich dermaßen in Rage geredet, dass sich die ersten Tränen der Wut ihren Weg nach oben suchten, die sie schnell mit ihrem Daumen wegwischte. Sie stemmte ihre Hände auf den Schreibtisch ab und beugte sich leicht darüber und funkelte ihren Vorgesetzten böse an. Mehdi war auf so eine heftige Reaktion nicht gefasst gewesen und zuckte angesichts ihres Temperaments kurz zusammen. Völlig überfordert versuchte er sich zu erklären...

M: Gaby, hör zu, es tut mir leid, wie das gelaufen ist, aber ich hatte Gründe, warum...

... Doch weiter kam er nicht, denn im gleichen Moment sprang sein Pieper an. Dr. Kaan wurde im Kreissaal erwartet. Im Eifer des Gefechts hatten nämlich beide vergessen, dass dort ja noch immer eine schwangere Patientin auf ihren Geburtshelfer wartete. Beschämt blickten sich die beiden kurz an. Gaby atmete immer noch schwer und versuchte, ein wenig runterzukommen. Mehdi nahm das Klemmbrett in die Hand, das auf seinem Schreibtisch lag, und las sich die Patienteninformationen durch. Dabei sprach er seine Stationsschwester erneut an...

M: Lass uns später reden, ok? Ich muss jetzt in den Kreissaal.

Gaby stand die Enttäuschung förmlich ins Gesicht geschrieben, aber sie wusste, dass die Arbeit vorging. Sie nickte ihm zu und ließ ihn ziehen...

G: OK!

Mehdi stand von seinem Schreibtisch auf und ging mit der Mappe in der Hand zur Tür. Dort drehte er sich noch einmal zu ihr um...

M: Gaby, bitte glaub mir, das alles hatte nichts mit dir zu tun. Es... es geht... ging um meine Familie.

... Dann wandte er sich von ihr ab, öffnete die Tür und verließ sein Sprechzimmer. Er ließ eine sichtlich verwirrte Krankenschwester zurück... Es ging um seine Familie? Heißt das, er hat seine Frau wieder gefunden oder was? ... Gaby verharrte noch einen Moment lang im Büro ihres Chefs und rekapitulierte die letzten Minuten, dann folgte sie ihm einige Augenblicke später in den Kreissaal.

Lorelei Offline

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12.08.2010 20:44
#658 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So meine Lieben, weiter geht's im Text.

Zu Mehby sag ich mal nix weiter, aber danke für die sehr hilfreichen Tipps. Habt ihr eigentlich schon mal auf die Aussprache von Mehby geachtet, also zumindest die Englischsprachler unter euch? Aber das nur am Rande. Jetzt geht es nämlich zurück in den Aufzug. Hab da nämlich doch noch eine technische Möglichkeit gefunden. Da wartet ihr doch sicherlich schon sehnsüchtig drauf oder? Ich wollte eigentlich erst nicht ins Detail gehen und euch die ganze Arbeit mit Kopfkino und so überlassen , aber dann dachte ich mir, warum eigentlich nicht. War mal wieder an der Zeit. Seit den Erdbeeren ist es schließlich schon eine ganze Weile her, ne? Ok, Eiswürfel und Kühlakkus bereit? Gut, na dann viel Spaß mit der heißen, FSK 21-verdächtigen Szene! Oder vielleicht sollte ich auch mal mutig sein und auf FSK 25 erhöhen, wie Kate neulich? Die Jüngeren unter euch sollten definitiv und ohne Widerworte sofort weiterklicken. Sonst muss ich schimpfen.

Eure Lorelei





Währenddessen stauten sich auf allen Etagen die Patienten und Angestellten vor dem Aufzug des EKH, der anscheinend mal wieder stecken geblieben war, aber in dem es in Wirklichkeit in den letzten Minuten eher heiß her gegangen war. Gretchen Haase und Marc Meier hatten mal wieder ihren Gefühlen freien Lauf gelassen und die reale Welt für einen kurzen Moment des puren Glücks verlassen....


Wie in Trance hatten sich die beiden Liebenden in dem winzigkleinen quadratischen Raum in Sekundenschnelle ihrer Kleider entledigt. Der sich nach seiner bildschönen Freundin verzehrende Oberarzt küsste Gretchen voller Begierde und strich gleichzeitig mit seinen zarten Chirurgenhänden über ihre samtweiche Haut langsam nach oben und hinterließ auf ihrem nackten Körper eine unendliche Gänsehautspur. Sein Blick haftete an ihren sehnsüchtigen blauen Augen, als er plötzlich ihre Handgelenke ergriff und ihre Arme nach oben drückte, um sie über ihrem Kopf zu fixieren. Marc drängte seine ihn vor glühendem Verlangen anschmachtende Geliebte mit seiner geballten männlichen Statur gegen die kalte Stahlwand des Fahrstuhls, die Gretchen noch zusätzlich erschaudern ließ, und bedrängte sie nun mit unzähligen wilden Küssen, die ihr regelrecht den Verstand raubten. Tief drang seine Zunge in ihre Mundhöhle ein und umschmeichelte die ihre, während seine Hände in rasender Geschwindigkeit wieder auf Wanderschaft gingen. Doch Zärtlichkeiten waren diesmal nebensächlich. Das unbändige Verlangen war einfach größer. Und das ging nicht nur von dem liebeshungrigen Oberarzt aus. Schon nach wenigen Sekunden waren beide bis aufs Höchste erregt gewesen und wollten nur noch das Eine: einander ganz spüren. Gretchen hielt die Anspannung kaum noch aus, als Marc schließlich ihre intimste Stelle erreicht hatte und sich seine Hand zwischen ihre Beine schob und seine Finger sie begannen intensiv zu reiben. Sie stöhnte leise und fuhr gleichzeitig mit ihren Händen über seinen knackigen Po und presste ihr Becken immer wieder ungeduldig gegen seines. Sie wollte ihn so sehr. Ihr Freund spürte deutlich, dass auch sie diesmal eindeutig auf Speedboatkurs war, was ihm eine gewisse Genugtuung verschaffte. Er schmunzelte kurz in sich hinein und ließ keine Zeit mehr verstreichen. Marc wollte sie. Jetzt und hier. Hart und schnell. Mit einem kraftvollen Ruck, der für Gretchen dann doch ein wenig überraschend kam, aber gleichzeitig auch ihre letzten Hemmungen löste, denn sie war bis in ihre Haarspitzen erregt und hatte schon längst ihren Verstand ausgeschaltet, hatte er ihr linkes Bein um seine Hüfte geschwungen und war eine Sekunde später schon tief in sie eingedrungen. Gretchen bäumte sich lustvoll auf und hielt sich krampfhaft an seiner Schulter fest. Sie wollte vor Lust laut aufschreien, aber Marc hatte rechtzeitig ihre Lippen mit seinen bedeckt, um unnötiges Aufsehen außerhalb der Stahlkammer zu vermeiden, und küsste sie jetzt so intensiv und leidenschaftlich, dass sie glaubte, ohnmächtig zu werden. Gretchen schlang ihre Arme um seinen Hals und presste sich an seinen erhitzten Körper, während er auch noch ihr rechtes Bein packte und um seine Hüfte wickelte. Sie verschränkte ihre Beine fest hinter seinem Rücken, um ihn intensiv in sich spüren zu können. Um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, stützte Marc ihren mittlerweile erhitzten und bebenden Körper gegen die eisige Metallwand hinter ihr, die ihr die nötige Abkühlung verschaffte. Denn mittlerweile glich der Fahrstuhl des EKH einer finnischen Sauna. Endlich hatten die beiden die richtige Position erreicht, um sich dem Reich der unbändigen Lust und Leidenschaft gänzlich hinzugeben. Marc hielt sein Mädchen mit beiden Händen an ihrem wohlgeformten Hintern fest, über den er auch hin und wieder strich oder in den er hinein kniff, wenn die Lust ihn übermannte. Immer wieder stieß er jetzt kraftvoll und forsch in sie, so dass Gretchen beinahe glaubte, innerlich zu zerspringen, als sie immer wieder gegen die kalte Wand gedrückt wurde. Je schneller er sich in ihr vor und zurück bewegte, umso mehr trieb er sie damit in Ekstase. Marc erstickte ihre lauten Lustschreie mit seinen Lippen, die noch immer über ihre strichen. Verlangend rieb Gretchen ihr Becken immer und immer wieder gegen seines und ging seine schnellen und teilweise heftigen, aber sehr befriedigenden Bewegungen mit. Marc verstand es perfekt, ihre Lust ins Unermessliche zu steigern. Er gab den Rhythmus vor und drang mal tief, mal weniger tief in sie ein. Immer tiefer krallte die stöhnende Frau ihre Fingernägel in den Rücken ihres unglaublichen Liebhabers, so dass sich langsam rote Striemen bildeten. Doch Marc spürte den Schmerz nicht. Längst hatten seine gierigen Augen ihre auf und ab wippenden Brüste erfasst, die seine schon unendlich große Erregung ins Unermessliche steigen ließ. Er löste sich von ihren Lippen und wanderte geradewegs mit seinem Mund zu ihren vollen weichen Brüsten, die er nun liebkoste. Er umschloss ihre rechte Brustwarze und saugte kraftvoll daran. Gretchen schnurrte wie ein kleines Kätzchen, als seine Zungespitze ihre Brustwarze immer wieder umkreiste. Laut keuchend trieb Marc das leidenschaftliche Liebesspiel allmählich in den Grenzbereich. Er streichelte mit einer Hand ihr linken Beins hoch, packte es schließlich, winkelte es ein wenig an und presste es so hoch es eben ging gegen seinen Oberkörper. Gretchen stöhnte laut auf, weil sie ihn plötzlich noch tiefer in sich spürte und er einen Punkt erreicht hatte, der sie in den Wahnsinn zu treiben schien. In wilder Ekstase schlugen ihre Hüften nun gegeneinander. Immer schneller und immer heftiger wurde Gretchen gegen die kalte Stahlwand gedrückt. Eine Kettenreaktion an gewaltigen Explosionen löste Marc damit in ihrem Körper aus, die die junge Frau nicht mehr beherrschen konnte. Gretchen entschwand in eine andere Welt. Eine Million Sterne funkelten über ihrem Kopf. Sie lächelte. Sie spürte den Boden unter ihren Füßen nicht mehr, den sie ja auch tatsächlich nicht mehr berührte. Gretchen schwebte. Weiße Wölkchen zogen an ihr vorbei. In immer weitere Höhen gelangte sie. Sie kam den Sternen immer näher. Gretchen blickte von oben auf die Erde, die sich immer weiter von ihr entfernte. So musste es sich anfühlen, wenn man von der ISS auf unseren blauen wunderschönen Planeten schaute. Alles schien ruhig und friedlich. Unendliche Stille. Die Zeit stand still. Die Meiersche Rakete hatte Gretchen Haase direkt in den Himmel befördert. Mit letzter Kraft stieß Marc Meier noch einmal in sie und dann spürte auch er dieses unglaubliche Gefühl, nicht mehr in dieser Welt zu sein. Auf Wolken tänzelnd flog er mit seiner Liebsten in die Galaxie, die in diesem Moment nur ihnen beiden gehörte. Marc spürte trotz geschlossener Augen, wie Gretchen am ganzen Körper zitterte, ihre Hände auf seinem Oberkörper abstützte und sich laut stöhnend ein letztes Mal aufbäumte. Dann sank ihr Kopf an seine starke Brust. Sie atmete schwer. Ihr Herz schien regelrecht zu zerbersten vor Glück. Im selben Moment war auch Marc zum Höhepunkt gelangt und bäumte sich laut stöhnend ein letztes Mal auf. Er drückte seine Liebste fest an sich. Er selbst ließ seinen Kopf in einem kurzen Moment der Atempause gegen die kühle Stahlwand des Aufzugs fallen, die seinem erhitzten Haupt Linderung verschaffen sollte. Immer noch waren sie vereint. Sie mochten sich nicht wieder trennen. Zu intensiv war das eben Erlebte für beide gewesen. Doch langsam sanken die Kräfte des Oberarztes. Er lockerte seine Umklammerung. Vorsichtig ermöglichte Marc seiner Geliebten wieder den Bodenkontakt, da er sie nicht mehr länger hätte halten können. Dann rutschten beide mit dem Rücken an die kalte Metallwand gelehnt zu Boden, weil sie kein Gefühl mehr in ihren Beinen spürten. Erschöpft, aber glücklich hielten sich der Oberarzt und seine Assistenz schließlich im Arm. Einmal mehr hatten sie ein unglaubliches Erlebnis miteinander geteilt. Wo sollte das noch hinführen, wenn es jedes Mal noch berauschender und intensiver wurde, wenn sie sich liebten? dachten beide atemlos.

Lorelei Offline

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13.08.2010 17:19
#659 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Weiter geht’s mit den dreisten Fahrstuhlbesetzern! Danke für eure tollen Kommentare , auch wenn ich gedacht habe, dass mehr Resonanz nach so einem Teil kommen würde. (Nur 3 Kommis? ) Habt ihr überhaupt noch Interesse an meiner Geschichte? Wäre schade, weil ich heute einen extrem kreativen Tag hatte. Aber für meine treuen Seelen mache ich natürlich weiter. Fühlt euch gedrückt. Hier habt ihr euren verdienten Nachschlag. Eure Lorelei




Marc kraulte verträumt Gretchens Nacken, auf den er anschließend immer wieder seine Lippen setzte und sie mit seinen feurigen Küssen verwöhnte. Gretchen hatte immer noch ihre Augen geschlossen und genoss seine zärtlichen Berührungen. Leise schnurrte sie vor sich hin, was ihm ein kleines Lächeln auf die Lippen zauberte. Erst nach und nach wachte die blonde Ärztin aus diesem wunderschönen Traum auf und sah ihren Liebsten voller Liebe an. Marc erwiderte ihren sehnsüchtigen Blick und küsste sie zärtlich auf den Mund. Gretchen strich ihm sanft über seine Wange und verharrte mit ihrer Hand an eben jener Stelle. Marc lächelte sie dabei schwerverliebt an. Sein Herz wummerte vor Glück. Auch ihres wies in diesem Moment eindeutig Rhythmusstörungen auf. Doch ihr Gesicht wirkte plötzlich eher ernst...

G: Marc, das muss aufhören.
Nein, das darf nie, nie wieder aufhören.
M (verdutzt über ihren plötzlichen Sinneswandel): Was? Wieso? Es fängt doch gerade erst an.
Wie Recht er doch hat! Hach... Aber...

Der Oberarzt grinste seine Freundin frech an und schon küsste er wieder ihren Hals, was eine Gänsehaut bei ihr hervorrief. ... Nicht aufhören! flehte Gretchen still für sich selbst und genoss anfangs sein zärtliches Zungenspiel, aber die Vernunft war dann doch stärker und sie drehte sich so, dass sie ihrem Liebsten jetzt direkt ins Gesicht sehen konnte...

G: Wir können uns nicht immer gehen lassen, wenn uns danach ist.
M (pustet ihr verlangend ins Ohr): Oh doch! Das können wir.

Marc setzte zu einem wilden Kussangriff an, den sie aber diesmal bestimmt abwies. Sie hielt ihn auf Abstand, indem sie ihre rechte Hand gegen seine Brust stemmte, in der sein Herz wie wild pochte, was auch ihres heftig flattern ließ... Oh!

G: Ich meine das ernst, Marc. Wir sind im Dienst. Wir müssen vernünftig bleiben.
M (kleinlaut): Das ist die vernünftigste Sache der Welt, die wir hier machen.
Oh ja! Äh... Nicht schwach werden, Gretchen!
G (schmunzelt): Das ist jetzt Männerlogik.
M (grinst): Nein, göttliches Naturgesetz.
G (sprachlos): Also das... Du bist unverbesserlich.
M (grinst noch mehr): Unersättlich trifft es eher.
Stimmt! Unersättlich, leidenschaftlich, wild, nimmersatt, liebeshungrig, sexsüchtig. Unverbesserlich eben.

Und schon hatte sich der Oberarzt wieder über seine Assistenz gebeugt und küsste sie, so dass sie für einen kurzen Moment wieder alles um sich herum vergaß und ihren Gefühlen freien Lauf ließ. Bis plötzlich ihr Handy unentwegt zu klingeln begann. Marc knabberte gerade genüsslich an ihrem Ohr und dachte nicht daran, sein Mädchen jetzt loszulassen. Doch Gretchen Haase war nun mal die Vernünftigere der beiden...

M (haucht ihr flehend ins Ohr): Nicht rangehen!
G (lässt sich nicht von ihm ablenken): Doch Marc! Das könnte ein Notfall sein. Also lass mich bitte!
Ich bin der Notfall hier, vergessen? ... Och menno!

Gretchen löste sich aus dem Klammeraffengriff ihres Oberarztes und krabbelte auf allen Vieren zu ihrem Kittel, der in der anderen Ecke des Fahrstuhls lag und fischte ihr Handy heraus. Ohne auf die Nummer zu schauen, ging sie sofort ran, während Dr. Meier eine enttäusche Schnute zog, sich gegen die Stahlwand des Fahrstuhls lehnte und sie beobachtete...

G: Dr. Gretchen Haase. Hallo!?

Am anderen Ende der Leitung meldete sich zu ihrer Überraschung eine eher genervt klingende Neurochirurgin...

MH: Ich störe euch ja nur ungern bei euren äh... zwischendienstlichen Aktivitäten oder was auch immer, aber auf anderen Stationen wird noch gearbeitet, wenn ich euch daran erinnern darf. Ich stehe jetzt schon seit etwa fünfzehn Minuten mit einem Patienten auf der Liege vorm Aufzug, in den ich euch vor etwa einer dreiviertel Stunde rein schleichen sah. Und ich habe echt keinen Bock den Patienten, mit einer offenen Schädelfraktur wohlgemerkt, durchs Treppenhaus zum OP zu hieven. Also kommt mal bitte etwas schneller zu Potte ja!
G (wird rot): Maria! Äh...
MH (wirkt noch genervter): Ja, ja, spar’s dir! Ach und eins noch, ich rate euch, nicht im Erdgeschoss auszusteigen. Da steht der Professor mit seiner Frau, also sprich deine Eltern, mit dem halben Verwaltungsrat. Kommt vielleicht nicht so gut, wenn gerade ihr beide aus dem Fahrstuhl steigt, der fast ne Stunde außer Betrieb war. Der Techniker ist übrigens auch schon informiert. Also wenn ihr eine peinliche Begegnung der dritten Art vermeiden wollt, dann solltet ihr vielleicht besser eure Klamotten wieder anziehen.
Oh Gott! Wie peinlich!
G (beschämt): Äh... Danke!
MH: Ja, kannst ja dann das Mittagessen zahlen oder so. Und jetzt macht hinne ja! Tschüß!
G: Tschüß!

Gretchen legte schnell wieder auf und fasste sich an ihre schweißnasse Stirn. Marc beobachtete amüsiert, wie seine Freundin immer roter im Gesicht wurde, dann vom Boden aufsprang und hektisch ihre Klamotten zusammensuchte....

M (bleibt stur sitzen u. grinst sie an): Wer hat was von anziehen gesagt?
Das glaub ich ja jetzt nicht! Wieso hat der die Ruhe weg?
G (funkelt ihn sauer an): Marc, es reicht jetzt echt. Das halbe Krankenhaus ist lahm gelegt, weil wir hier... hm...hm... äh... wegen uns und... äh... zieh dich endlich an!
M (verschränkt die Arme vor seiner Brust u. schaut sie provozierend an): Will aber nicht!
Boah dieser.... GGGGRRRR!!!
G (mit tötendem Blick): Maaarc!
Schade! War doch gerade so schön! Hach...
M (salutiert ihr dreckig grinsend): Ja, Chef! Wenn du dich gleich in meinem Büro wieder ausziehst!
G (entrüstet): Maaarc!
Sie ist so süß, wenn sie sich aufregt. Erst das heiße, nimmersatte Luder geben und dann wieder prüdes, verklemmtes Landei. Oh Mann, anscheinend hat sie eine gespaltene Persönlichkeit. Aber ich liebe es!
M (lacht): Mann, jetzt bleib doch mal locker.
G (faucht ihn an): Ich... bin... locker! Aber ich habe keine Lust wieder von Papa erwischt zu werden. Der steht übrigens mit dem halben Verwaltungsrat vorm Aufzug und...
M (wird dann doch etwas nervös): Oh!
Äh... wir sollten vielleicht doch die Biege machen. Mist!
G: Ja oh! Also mach hin! Du kannst froh sein, dass das nur Maria am Apparat war.
Elende Spielverderberin! Die ist doch nur neidisch, weil ihr Stecher gerade verhindert ist. Nee, der war nicht gut. Sorry!

Während Dr. Haase mittlerweile komplett wieder angezogen war und sich ihre durch Chirurgenhände zerzausten Haare im Spiegel richtete und zu einem Pferdeschwanz zusammenband, stand Dr. Meier gemächlich auf, streckte sich erst einmal und stellte sich dann in seiner ganzen Pracht provozierend vor seine Freundin und grinste sie frech an. Gretchen hielt entsetzt den Atem an, konnte aber ihren Blick nicht von dem attraktiven nackten Mann abwenden und errötete leicht. Eine Genugtuung für den liebeskranken Oberarzt! Gretchen lief wieder das Wasser im Mund zusammen und die ersten Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn, als sie den muskulösen Adoniskörper ihres Liebsten Zentimeter für Zentimeter betrachtete. Doch nach fünf Sekunden hatte sie sich wieder gefangen und funkelte ihren Schatz böse an...

G: Marc, lass das verdammt noch mal!
Den Versuch war’s wert. Sie kann mir nicht widerstehen.
M (lehnt sich grinsend an die kalte Fahrstuhlwand): Was denn?
G (faucht ihn an): Zieh dir gefälligst etwas an, sonst... sonst....
M (grinst noch mehr): Jaaa?
G (stellt ihre Schlagfertigkeit mal wieder eher schlecht als recht zu Beweis): ... passiert was, aber so richtig.
Hahaha! Ich liebe es, wenn sie nicht mehr weiter weiß.
M (zwinkert ihr anzüglich zu): Na das will ich doch hoffen.
GGGGRRRR! Der Mann macht mich wahnsinnig!
G: Ey!

Beleidigt drehte sich Gretchen um und starrte gebannt auf die Etagenanzeige an der Fahrstuhlwand. Marc lachte nur, schnappte sich seine Boxershorts und schlüpfte hinein. Kurz darauf folgten seine weiße Hose und das rosa Poloshirt und anschließend sein Kittel. Auch er richtete seine zerzauste Haarpracht noch einmal, hing sich sein Stethoskop um den Hals und stellte sich dann neben Gretchen, die immer noch schmollte und ihn konsequent ignorierte. Er gab ihr schmunzelnd einen kleinen Klaps auf den Hintern, den sie mit einem bitterbösen Blick kommentierte und löste dann die Sperrfunktion. Der Aufzug setzte sich endlich wieder in Bewegung. Als sich im fünften Stock seine Türen öffneten, flüchtete die blonde Assistenzärztin regelrecht vor der anziehenden Aura ihres liebeshungrigen Oberarztes und bahnte sich schnell einen Weg durch die wartende Menge, die ihr verdutzt hinterher blickte. Natürlich musste sie auch noch direkt Dr. Haasmann in die Arme laufen, die immer noch mit einer Patientenliege vor dem Aufzug wartete und sie nun wissend angrinste. Gretchen verzog das Gesicht zu einem schiefen, eher gequälten Lächeln und lief ohne ein Wort zu sagen schnell an ihrer Kollegin vorbei den Gang hinunter. Dr. Meier ließ sich dagegen mehr Zeit. Betont lässig und cool verließ er den Fahrstuhl, steckte seine Hände in seine Kitteltaschen und lief grinsend an den wartenden Patienten vorbei, die ihn neugierig musterten. Marc nickte Maria nur kurz zu und wollte schon an ihr vorbei gehen, aber die Neurochirurgin ließ es sich natürlich nicht nehmen, einen spitzen Kommentar abzugeben...

MH: Na, Spaß gehabt?
MM (mit breitem dreckigen Grinsen auf den Lippen): Aber immer! Etwas beengt, aber bei der aufreizenden äh... charmanten Begleitung...
MH (grinst ebenfalls): Schon klar!
Vögelt die Haase am hellerlichten Tag bei vollem Betrieb ihren Stecher im Aufzug! Ich fass es nicht! Sie wird mir tatsächlich immer ähnlicher äh... sympathischer.
MM: Aber vielleicht sollte mal jemand die Technik überprüfen.
MH (lacht): Tja ist schon nicht mehr normal, wie oft der in letzter Zeit stecken bleibt, ne? Aber solange man(n) in guter Gesellschaft ist.
MM (setzt sein dreckigstes Grinsen auf): Eben! Ist nur zu empfehlen.
MH (grinst noch mehr, weil sie an ein einschneidendes Erlebnis mit ihrem Traummann zurückdenkt): Ich weiß.
Äh... Soll das etwa heißen, die hat hier drin auch schon...? Doch nicht etwa mit...? Nee!? Das will ich mir lieber nicht vorstellen. Schnell weg hier, ehe die mir hier noch mit Details kommt. Hat echt seine Nachteile, jetzt mit der irgendwie befreundet zu sein. Als wir uns noch gehasst haben, war alles einfacher. Was nicht heißt, dass ich sie jetzt leiden könnte. Nee, ganz bestimmt nicht. Es ist ja nur wegen ihm halt ne.
MM (verzieht sein Gesicht u. verabschiedet sich schnell): Äh ja... also äh... Man sieht sich!
...hoffentlich nicht.
MH: Ja! Die Arbeit ruft, hä?

Dr. Meier nickte seiner Kollegin noch kurz zu, warf einen kurzen, aber dennoch interessierten Blick auf die Kopfverletzung ihres Patienten und lief dann ebenfalls schnell den Gang hinunter. Vielleicht konnte er ja seine Freundin noch einholen, die vorhin im Treppenhaus verschwunden war. Sie war schließlich nur ein Mädchen und konnte noch nicht weit sein. Maria schaute ihm lachend und kopfschüttelnd hinterher und schob dann die Liege mit dem Verletzten vorsichtig in den Aufzug, dessen Türen sich augenblicklich hinter ihr schlossen.

Lorelei Offline

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13.08.2010 22:31
#660 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gut, weil ihr's seid, habe ich hier noch einen Teil! Die heißen Teile sind jetzt erst mal vorbei, die Kücken unter euch können also wieder die Augen aufmachen. Danke noch mal für die Blumen! Ihr wisst ja, wie sehr mich eure Kommis motivieren.

Lorelei





In der Zwischenzeit hatte Dr. Kaan ein gesundes Mädchen auf die Welt geholt und seiner glücklichen Mutter in die Arme gelegt. Danach verließ er den Kreissaal wieder und machte sich auf dem Weg zu seinem Büro. Schwester Gaby folgte ein paar Schritte hinter ihm, was den Frauenarzt zusätzlich nervös machte. Vor seiner Bürotür angekommen drehte er sich schließlich zu ihr um und blickte in ihr fragendes Gesicht...

GK (zögerlich): Wie hast du das vorhin gemeint, Mehdi?
MK (ringt mit sich): Gaby, das... das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt zum... Lass uns ... Also lass uns später reden, ok? Ich will die Visite noch vor der Mittagspause durchbekommen und dann... dann bin ich ja auch noch mit Gre... äh... Dr. Haase zum Mittag verabredet. Ich... du... wir... äh... später.
Was hat er denn? Wieso ist er denn plötzlich so nervös? Er kann doch mit mir reden. Ich bin doch seine... ääähh ja... Ich will doch nur wissen, was ihn so beschäftigt.
GK (irritiert): Okaaay!?
MK (sichtlich erleichtert): Gut! Legst du mir bitte die Mappen für die Visite hin und suchst die Assis zusammen. Wir können dann gleich los. Ich... ich brauche nur noch einen Moment.

Die brünette Krankenschwester nickte ihm pflichtbewusst zu und ging zurück zum Schwesternzimmer. Dr. Kaan verschwand schnell in seinem Büro. Nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte, ließ er sich an der Tür langsam zu Boden sinken und hielt sich seine Hände vors Gesicht. Vielleicht war es doch zu früh gewesen, gleich wieder arbeiten zu gehen, dachte er. Aber zu Hause war ihm in der leeren Wohnung die Decke auf den Kopf gefallen. Er musste sofort da raus, auch wenn es mitten in der Nacht gewesen war. Und hier im EKH hatte er das Gefühl, dass die Wände langsam auf ihn zu rücken würden. War er dem Druck wirklich schon gewachsen? Ein Druck, der durch Gabys bohrende Fragen noch zusätzlich erhöht wurde. Er brauchte jetzt einem Moment für sich. Nach einigen Minuten erhob er sich wieder, lief langsam zum Fenster und öffnete es. Er atmete tief ein und aus. Die kalte Luft tat ihr übriges. Sie machte seinen Kopf zumindest kurzfristig wieder etwas frei. Er würde es schaffen. Er würde irgendwie über den Tag kommen. Und dann konnte er an den nächsten denken und dann an den übernächsten. Er würde es auch ohne Lilly schaffen. Irgendwie. Er hatte es doch das letzte dreiviertel Jahr auch hinbekommen. Wenn nur der Schmerz in seinem Herzen nicht so unerträglich wäre. Er wischte sich die einzelne Träne weg, die sich auf seine Wange verirrt hatte und atmete noch einmal tief durch. Dann schloss er das Fenster wieder und ging langsam zur Tür. Davor warteten bereits seine Kollegen. Die Visite konnte somit beginnen.


Eine Stunde später saß Schwester Gaby allein bei einer Tasse Tee im Schwesternzimmer der Gynäkologie. Sie hatte den ganzen Vormittag über ihren Liebsten ganz genau beobachtet, der ihr immer noch eine Erklärung für sein fünfwöchiges Verschwinden schuldig war. Er sah schlecht aus. Das war ihr erst jetzt so richtig aufgefallen. Seine rehbraunen Augen hatten ihren funkelnden Glanz verloren und strahlten eine tiefe Traurigkeit aus, die sie bis ins Mark erschütterte. Was war nur in den letzten Wochen mit ihm passiert, dachte sie besorgt. Mehdi war mit hängenden Schultern über die Gänge der Gyn geschlichen. Auch während der Visite hatte er kaum etwas gesagt. Er hatte die Arbeit überwiegend seinen Assistenten überlassen. Er wirkte dabei ziemlich abwesend. Nachdem sie das letzte Zimmer aufgesucht hatten, hatte er sich schnell in die Mittagspause verabschiedet.

Gedanken versunken rührte Gaby jetzt in ihrem Tee. Allmählich machte sie sich wirklich Sorgen... Was ist nur vorgefallen? Warum ist er so anders? So traurig und irgendwie verzweifelt? Und wieso redet er nicht mit mir darüber? Er weicht mir aus. Das spüre ich doch. Wenn er Probleme hat, kann er doch mit mir reden. Ich bin doch immer da für ihn. Aber er traut sich ja nicht mal, mich anzusehen. Gut, er hat eigentlich niemanden angesehen, nicht mal die Patienten, aber trotzdem.... Wenn ich nur wüsste, was los ist. Ob er seine Frau tatsächlich gefunden hat? War er etwa die letzten Wochen bei ihr? Konnte er sich deshalb nicht melden? Will sie ihm die Kleine wegnehmen? Diese Schlampe! Ist er deshalb so todtraurig? Oh Gott! Wieso bin ich da eigentlich nicht gleich drauf gekommen, dass er wegen seiner Familie so plötzlich weg musste? Ich bin so eine blöde Kuh. Ich mache ihm Vorwürfe und ihm geht es schlecht. Ich hab mal wieder nur an mich und meine Bedürfnisse gedacht. Meine Scheißeifersucht und... Ich... Oh Gott! Und ich hab... ich hab... Wie konnte ich nur? ... Wütend auf sich selbst fuhr sie sich durch ihre Haare. Ihr schlechtes Gewissen meldete sich wieder zu Wort. Während er vermutlich wie ein Löwe um seine Tochter gekämpft hatte, hatte sie sich aus verletztem Stolz und verschmäht geglaubter Liebe auf Gordon Tolkin eingelassen. Sie schämte sich mittlerweile in Grund und Boden dafür, dass sie Mehdi nicht vertraut hatte und auf die dummen Gerüchte über ihn und Dr. Hassmann gehört hatte. Wie sollte sie das je wieder gut machen? dachte die verzweifelte Krankenschwester. Hatten sie sich nicht Offenheit geschworen, nachdem sie hinter seine Zweitaffäre gekommen war? Sie wollten doch offen und ehrlich zueinander zu sein und keine Geheimnisse mehr haben. Aber konnte sie ihm das mit Gordon wirklich gestehen, jetzt wo Mehdi so labil wirkte? Eigentlich wollte sie sich damit an ihm rächen. Aber von Rache konnte mittlerweile keine Rede mehr sein. Vielmehr überwogen jetzt die Sorge und das Mitgefühl und ihre Liebe. Sie musste mit ihm reden, aber nicht über die Geschichte mit Gordon. Das konnte sie ihm auch irgendwann später gestehen, wenn überhaupt. Jetzt brauchte er sie. Sie wollte doch für ihn da sein, gerade jetzt, wo es ihm so schlecht ging. Das tat man doch gewöhnlich für die Menschen, die man liebte. Und sie liebte Mehdi Kaan über alles. Das wollte sie ihm jetzt auch beweisen. Sie sprang von ihrem Stuhl auf, stellte die Tasse mit dem mittlerweile kalt gewordenen Tee in die Spüle und verließ das Schwesternzimmer. Sie machte sich auf den Weg in die Cafeteria. Gaby wusste ja, dass Mehdi dort gerade mit dem dicken Haasen saß....

Lorelei Offline

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14.08.2010 09:59
#661 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Inzwischen hatten es sich Dr. Haase, Dr. Meier und Dr. Hassmann in der Cafeteria gemütlich gemacht. Heute war Pastatag und alle drei hatten verschiedene leckere Nudelgerichte auf ihren Tellern. Gretchen hatte sich als Nachtisch, wie sollte es auch anders sein, einen Schokopudding auf ihr Tablett gestellt, was natürlich sofort von einem spitzen Kommentar von Maria begleitet wurde, die ihre Anspielungen auf die vormittägliche Aufzugfahrt ihrer Kollegen nicht lassen konnte. Doch Marc Meier, der am Gesichtsausdruck seiner peinlich berührten Freundin ablesen konnte, wie unangenehm ihr die ganze Geschichte war, wechselte schnell geschickt das Thema. Er informierte die Neurochirurgin darüber, dass Mehdi Kaan endlich wieder einer geregelten Arbeit nachging. Maria schaute ihn völlig überrascht an, ließ sich das Meiersche Gerede von einem zögerlichen Kopfnicken von Gretchen bestätigen und mit einem Schlag war die eben noch so lockere Stimmung dahin. Jeder blickte nun betreten auf seinen vollen Nudelteller, aber der Appetit war jedem vergangen. Sie stocherten eine Weile in den Nudeln herum, dann legten sie ihre Gabeln weg und lehnten sie sich seufzend zurück. Alle drei schauten sich mit traurigen Augen an. Gretchen ergriff das Wort...

G (schaut zu MH): Eigentlich wollte er auch zum Mittagessen kommen. Aber wahrscheinlich versteckt er sich wieder in seinem Büro.
Scheiße! (MM)
MM (nickt wissend): Hmm!
MH (zu G): Du hast ihn gesehen? Wie geht es ihm heute?
G (mit besorgter Miene): Er gibt sich tapfer, aber innerlich... ich weiß nicht.

Gretchen erzählte dann, wie sie ihren besten Freund am Morgen zu Dienstbeginn in seinem Büro angetroffen hatte und dass sie kurz miteinander geredet hatten, aber nicht darüber, was in Italien passiert war. Er wollte das nicht. Er war noch nicht soweit. Maria nickte ihr verständnisvoll zu, aber die Sorge um ihre große Liebe blieb. Die drei schwiegen sich wieder an, bis Marc plötzlich mit einem Kopfnicken Richtung Eingang wies. Die beiden Frauen schauten auf. Mehdi betrat in diesem Moment die Cafeteria. Mit hängenden Schultern und auf den Boden gerichteten Augen schlurfte er zum Tisch seiner Freunde. Essen wollte er nichts. Er bekam schon seit Tagen nichts hinunter. Und eigentlich wäre er auch jetzt am liebsten wieder allein geblieben, da er ganz genau wusste, dass die drei ihn auf seine Italienreise ansprechen würden. Als er im siebten Stock aus dem Fahrstuhl getreten war, hatte er kurz gezögert und wäre am liebsten gleich wieder eingestiegen und nach unten gefahren. Aber er konnte sich seinen Freunden nicht entziehen, umso mehr Sorgen würden sie sich machen und das wollte er nicht. Insgeheim wusste er ja, dass sie ihm doch nur helfen und ihm beistehen wollten. Das hatte er auch in Gretchens Augen gelesen, als sie ihn heute Morgen zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen hatte. Mittlerweile hatte er den Tisch seiner Freunde erreicht und setzte sich wortlos dazu. Er sprach sich innerlich noch einmal Mut zu, dann blickte er vorsichtig auf. Das zauberhafte Lächeln von Maria und Gretchen gaben ihm irgendwie Kraft ebenso das spitzbübische Grinsen von Marc, der sich mit seiner Meinung mal wieder nicht zurückhielt...

MM: Du bist zu spät!
G (vorwurfsvoll): Maaarc!
MK: Lieber zu spät kommen, als gar nicht.

Die drei blickten ihn perplex an und waren für einen kurzen Moment sprachlos. Mit so einem Spruch hätten sie heute nun wirklich nicht von ihm gerechnet, wenn überhaupt je, aber es gab ihnen wenigstens die leise Hoffnung, dass es ihm doch den Umständen entsprechend gut ging. Mehdi legte ein kurzes künstliches Grinsen auf und schaute auf die vollen Teller seiner Kollegen und Freunde...

MK: Was ist? Ihr hättet mit dem Essen wirklich nicht auf mich warten müssen.
G: Das haben wir nicht.
MM: Schmeckt scheiße!
MH: Keinen Appetit!
MK: Echt? Naja ich ehrlich gesagt auch nicht.
Oje! Er sieht schon ein bisschen dünn aus, obwohl er ja gerade fast einen ganzen Monat in Italien war. Das ist nicht gut. (G)

Sofort spürte Dr. Kaan wieder die sorgenvollen Blicke auf sich gerichtet, die er kaum ertragen konnte und wollte...

MK: Jetzt kuckt nicht so! Mir geht’s gut.
G (besorgt): Wirklich?
Ach Gretchen, vor dir kann man anscheinend nichts verbergen. Aber ich will nicht, dass du dir... ihr euch Sorgen macht. Ich komm schon irgendwie klar. (MK)
MK: Ja!
MH: Das ist gut.

Maria strahlte ihn liebevoll an. Mehdi erwiderte kurz ihr Lächeln, was ihr Herz höher schlagen ließ. Insgeheim hatte sich die Neurochirurgin aber ihr Wiedersehen mit ihrem Herzblatt anders vorgestellt, eher romantisch und leidenschaftlich, aber die momentane Situation ließ einen Gefühlsrausch anscheinend nicht zu. Solange es ihm einigermaßen gut ging, war sie beruhigt. Mit Liebesbekundungen konnten sie ja noch warten. Das lief ihnen doch nicht weg. Sie hatten doch alle Zeit der Welt. Maria wusste doch insgeheim, dass er sie auch liebte. Das hatte sie bei ihrem emotionalen Abschied vor fünf Wochen deutlich gespürt. Auch Gretchen war sichtlich erleichtert, dass Mehdi einigermaßen mit der Situation klar kam und sich nicht vor seinen Freunden verschloss. Und auch der sonst so unsensible und gefühlskalte Dr. Meier war froh darüber, dass sein Kumpel nicht mehr in der miserablen Verfassung war, in der er ihn gestern vom Flughafen abgeholt hatte. Er hatte sich wirklich Sorgen um Mehdi gemacht, der so große Hoffnungen in die Italiengeschichte gelegt hatte und nun so bitter enttäuscht worden war. Marc würde nicht zulassen, dass er wieder in so ein Tief stürzte, wie zu der Zeit, als seine Anna im Koma lag. Und ganz bestimmt würde er es nicht zulassen, dass er wieder zu diesen beschissenen Glückspillen greifen würde, die ihn nach Annas und Lillys überstürzter Abreise beinahe zum Süchtigen werden ließen. Marc Meier würde Mehdi Kaan in nächster Zeit nicht aus den Augen lassen. Das schwor er sich in diesem Moment. Leider war das mit dem Aufpassen so eine Sache, wenn die Notaufnahme nach ihm rief. Gretchens und Marcs Pieper waren angesprungen. Damit war ihre Mittagspause zu Ende. Sie standen sofort von ihren Stühlen auf...

MM (klopft MK kurz freundschaftlich auf die Schulter): Sorry Mann, der Dienst ruft.
MK (lächelt kurz): Schon ok!

Gretchen drückte den überraschten Mehdi noch einmal an ihre Brust...

G: Du weißt, wenn du reden willst, kannst du immer....
MK (rollt mit den Augen u. fällt ihr lächelnd ins Wort): Ja! Danke! Und jetzt geht! Eure Patienten sind wichtiger als meine kleinen Problemchen.
Was redet er denn da für einen Unsinn? (G)
G: Das ist nicht wahr, Mehdi. Red dir das bitte nicht ein! Du bist uns wichtig.
Ich weiß! (MK)
MK: Ich... Äh... Bis bald, Gretchen.
MM (steht bereits am Ausgang der Cafeteria u. ruft genervt nach seiner Assistenzärztin): Haasenzahn, kommst du endlich mal!
G (verdreht die Augen): Ja doch! Tschüß, Mehdi! Pass auf dich auf.
MK (lächelt zögerlich): Hmm!?
MH (verabschiedet sich von G): Mach’s gut, Gretchen! Ich kümmere mich noch ein bisschen um ihn.
Das ist gut. Er braucht sie jetzt. (G)
G (nickt ihr zu): Gut! Tschüß Maria!

Gretchen lächelte die beiden noch einmal an und verabschiedete sich dann winkend. Marc, der ungeduldig am Ausgang auf sie wartete, packte sie schließlich an der Hand und zog sie aus der Cafeteria. Maria und Mehdi schauten ihnen kurz nach, dann richteten sie ihre Blicke wieder aufeinander...

Lorelei Offline

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14.08.2010 14:31
#662 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Die schöne Oberärztin war erleichtert, dass sie endlich mit ihrem Herzblatt allein war. Allmählich machte sich nämlich in ihr die Wiedersehensfreude breit und sie strahlte Mehdi schwerverliebt an. Als dieser ihre sehnsüchtigen Blicke erwiderte, fing ihr Herz wie verrückt an zu klopfen und sie konnte nicht mehr aufhören zu lächeln. Endlich hatte sie ihn wieder und endlich konnte ihre Liebe ihren Anfang nehmen, dachte sie verträumt. Aber sie wollte auch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Sie wollte ihn nicht überfordern. Der Schmerz und die Enttäuschung wegen Lilly saßen noch zu tief, um hier jetzt irgendwelche Beziehungsfragen zu klären. Das hatte noch Zeit. Sie räusperte sich einmal kurz und wandte sich schließlich an ihn...

MH: Der Haase kann manchmal echt nerven oder?
MK: Sie meint es doch nur gut.
MH: Zu gut, für meine Begriffe.
MK: Hmm!

Eigentlich wollte sie damit nur die angespannte Stimmung auflockern, die seit Marcs und Gretchens Abgang herrschte, aber sie hatte damit das genaue Gegenteil bewirkt. Nun herrschte wieder peinliches Schweigen zwischen den beiden und Mehdi schaute abwesend Richtung Dachterrasse, auf der einige Vögel in den Blumenkästen pickten. Maria wagte schließlich einen Schritt nach vorn...

MH: Wie geht es dir wirklich, Mehdi?

... fragte sie ihn nun direkt. Aber genau diese Frage war die letzte, die Mehdi im Moment hören wollte, denn es ging ihm nicht gut. Das hatte sie ja gestern Abend gesehen, als er sie quasi aus seiner Wohnung geschmissen hatte, weil er einfach nur allein sein wollte mit seinem unendlichen Schmerz. Er wusste, dass er ihr deswegen noch eine Entschuldigung schuldig war und schaute sie nun wieder ernst an...

MK: Maria, ich... Es tut mir leid, wie ich mich gestern dir gegenüber verhalten habe. Ich wollte dich nicht... Also das war kein guter Moment. Weißt du, gestern war ihr... ihr... *schluck* ... und ich stand irgendwie neben mir. Ich war so... so...

Da Maria merkte, wie schwer es ihm fiel, darüber zu reden, übernahm sie für ihn das Sprechen...

MH: Du musst mir nichts erklären, Mehdi. Weder wegen gestern Abend, noch wegen Italien.
MK (schaut sie erstaunt an): Das haben die beiden schon getan oder?
MH (nickt): Ja! Sie standen gestern Abend bei dir vor der Tür und wollten schon Sturm klingeln, aber ich habe ihnen gesagt, dass du momentan niemanden sehen willst.
MK: Echt?
MH: Ja! Es tut mir leid, also das, was passiert ist. Wenn du reden willst ... Oh Gott, jetzt höre ich mich auch schon wie Gretchen an. Ähm... Entschuldige. Also du... du kannst immer zu mir kommen.
MK: Ich weiß!

Mehdi lächelte sie zaghaft an. Maria rückte daraufhin mit ihrem Stuhl ein Stückchen näher an ihn heran und strich ihm dann liebevoll mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen über seine Wange. Er zuckte zusammen und wich überfordert ein Stück zurück. Das war ihm momentan einfach zu viel Nähe, mit der er nicht umzugehen wusste. Maria ging daraufhin ein wenig auf Abstand, ließ ihn aber nicht aus den Augen. Sie war nicht enttäuscht, sie verstand, dass er noch Zeit brauchte, um sich nach der Pleite in Italien wieder zu sammeln. Sie zeigte Verständnis, lächelte und griff nach seiner Hand. Tröstend strich sie ihm mit dem Daumen über seinen Handrücken. Mehdi ließ diese Berührung zu und schaute in ihr fürsorgliches Gesicht...

MK (unsicher): Maria, ich...
MH (legt einen Finger an seine Lippen): Sssht! Du musst nichts sagen, Mehdi. Wir können auch einfach nur hier sitzen. Ich will für dich da sein, wenn du mich lässt.

Damit zauberte sie ein kleines Lächeln auf seine Lippen, was die junge Frau glücklich erwiderte. Das war mehr, als sie erwartet hatte. Und so saßen sie eine Weile nur Händchen haltend stumm nebeneinander und schauten sich einfach nur an.


Diese liebevolle Szene wurde aber von einer ganz bestimmten, zu aufbrausendem Verhalten neigenden Frau eifersüchtig beobachtet. Gaby Kragenow hatte nämlich mittlerweile ebenfalls die Cafeteria erreicht und war im Eingangsbereich stehen geblieben, als sie die beiden in der Mitte des Raumes entdeckt hatte. Sie blickte zu dem Paar, das so vertraut miteinander wirkte, und konnte kaum glauben, was sie da sah. Der Anblick der beiden versetzte ihr kleine Stiche in ihr in letzter Zeit arg gebeuteltes Herz. Nachdem sie den ersten Schockmoment überwunden hatte, setzte sie sich an einen Tisch am Eingang und behielt die beiden misstrauisch im Auge...

Lorelei Offline

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14.08.2010 19:53
#663 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nachdem sich Mehdi und Maria minutenlang nur schweigend angesehen hatten und beide wieder diese enge Verbundenheit spürten, die sie schon vor seiner Abreise vor fünf Wochen wahrgenommen hatten, taute der Frauenarzt so langsam auf, auch wenn er es eigentlich nicht vorgehabt hatte, sich jemandem in seinem Schmerz anzuvertrauen...

MK: Weißt du, der Schmerz, der... der ist so unerträglich. Ich war den beiden so nah. Und doch ist alles... alles umsonst gewesen.

Überrascht, dass Mehdi sich ihr doch noch geöffnet hatte, legte sie auch noch ihre andere Hand auf seine und schaute ihn mitfühlend an...

MH: War es nicht! Du weißt jetzt, dass es den beiden gut geht. Das ist doch schon mal was. Du hattest den richtigen Riecher.
MK (macht sich Vorwürfe): Aber ich war zu spät. Ich hätte viel eher... Es ist alles meine Schuld. Wenn ich nicht...
MH (drückt seine Hand u. schaut ihn eindringlich an): Hey! Hey! Hey! Rede dir das bitte nicht ein! Dich trifft wirklich keine Schuld. Deine Frau ist diejenige, die sich zu verantworten hat, wenn... also... du verstehst schon.
MK (schaut sie mit großen Augen an u. weiß nicht, was er sagen soll): Aber...
MH (tätschelt seine Hand): Mehdi, es wird schon alles wieder gut werden.
MK (löst sich von ihr u. gestikuliert wild mit seiner Hand): Das sagt sich so leicht. Ich steh jetzt genau da, wo ich schon vor einem dreiviertel Jahr gestanden habe. Das war meine einzige Chance, jetzt... jetzt hab ich gar nichts mehr.
MH (betroffen): Ich weiß. Das tut mir leid.
Wenn ich nur wüsste, wie ich ihm helfen könnte.
MK: Warum ist sie da wieder abgehauen? Den beiden ging es doch gut dort. Keiner kann sich das erklären. Was ist, wenn Anna wieder in Schwierigkeiten steckt?
MH: Ich weiß es nicht, Mehdi. Aber bitte male dir jetzt keine Schreckensszenarien aus!
MK (seine ganze Verzweifelung bricht aus ihm heraus): Wie kann sie Lilly nur so ein Leben zumuten? Ein Leben auf der Flucht. Dabei ist doch schon längst alles geklärt. Wenn sie nur einmal hier anrufen würde, dann könnte ich ihr sagen, dass wirklich alles geregelt ist und sie wieder zurückkommen kann. Aber nein, sie taucht wieder unter. Was soll denn das? Ich dachte, sie hätte zumindest ein bisschen Verantwortungsgefühl, aber das jetzt... das ist echt zu viel. Lilly braucht doch ein geregeltes Leben. Sie muss doch auch zur Schule gehen. Sie braucht doch ihre Freunde und ihre vertraute Umgebung. Sie braucht mich doch. Ich hätte nie gedacht, dass Anna so herzlos sein kann. Gestern war Lillys Geburtstag. Was denkt meine Maus denn jetzt von mir, wenn sich ihr Papa an ihrem großen Tag nicht bei ihr meldet? Sie denkt doch jetzt sicherlich, dass ich sie nicht mehr lieb habe.

Eine kleine Träne lief seine Wange hinunter. Maria strich sie ihm zärtlich weg und schaute ihn fürsorglich an. Auch ihr gingen seine Worte nahe. Sie mochte sich nicht ausmalen, was sie empfinden würde, wenn es hier um ihre Tochter gehen würde. Sie könnte es sicherlich nicht aushalten...

MH: Hey! Gib die Hoffnung nicht auf! Deine ... *schluck* ... Frau wird sich schon noch melden. Irgendwann. Ganz bestimmt.
MK: Sie hätte ja wenigstens hier anrufen können, aber nein. Ich habe heute Morgen fast jede Station abtelefoniert, ob sich vielleicht meine Frau gestern gemeldet hat, aber nichts. Ich bin ihr egal. Weißt du, was für ein beschissenes Gefühl das ist, nicht zu wissen, was mit den beiden ist?
MH: Nein, das weiß ich nicht.
MK: Ich fühl mich so leer, so einsam und allein. Es ist kaum auszuhalten.
Oh Gott! Das ist so schlimm. Ich würde am liebsten heulen, aber damit wäre Mehdi sicherlich nicht geholfen.
MH (tröstet ihn): Hey! Du bist nicht allein, Mehdi. Ich bin da. Ich li... *räusper* ... Äh... Und Gretchen und Marc. Wir sind immer für dich da. Vergiss das bitte nie!
MK (schaut sie mit wässrigen Augen an): Ehrlich?
MH (streicht ihm liebevoll eine verirrte Träne weg): Ja! Auch wenn es im Moment Scheiße aussieht, du darfst dich nicht wieder hängen lassen, hörst du! Das Leben geht weiter. Irgendwie.
Ich weiß! Aber das sagt sich so leicht. Ich weiß einfach nicht wie. ... Verdammt, ich muss endlich aufhören, mich selbst fertig zu machen. Das bringt doch nichts. Das macht es nur noch schlimmer. Sie ist so lieb zu mir und ich zieh sie nur mit runter. Das muss aufhören!
MK (lächelt): Hast du eine Therapiestunde bei Gretchen genommen, als ich weg war?
Hach... da ist er wieder! GsD! Alles wird gut!
MH (grinst ihn verschmitzt an): Siehst du, du kannst auch schon wieder lächeln. Aber ich muss zugeben, dass ich in letzter Zeit etwas zu häufig mit ihr Kontakt hatte. Wenn sich das schon abfärbt, dann muss sich schleunigst was ändern.
MK: Quatsch! Im Grunde genommen versteht ihr euch doch ganz gut oder? Selbst du und Marc.
MH: Äh ja, das täuscht, aber in der Not frisst der Teufel ja bekanntlich Fliegen.

Beide lachten und plötzlich war da wieder diese vertraute Nähe....

Lorelei Offline

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15.08.2010 09:51
#664 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hier habt ihr Teil 4 der Cafeteria-Szene. Ich traue mich eigentlich gar nicht, den reinzustellen, weil ich befürchte, dass die liebe Aza danach sicherlich ganz abspringt. Ich geh schon mal in Deckung, da jetzt etwas aufgedeckt wird, was viele überraschen wird und einer ganz bestimmten Fraktion ganz und gar nicht gefallen wird. Aber es ist nun mal so. Er war schließlich fast fünf Wochen weg und ihr wisst ja, wie SIE manchmal reagiert. Nicht böse sein! *mit den Wimpern unschuldig klimper* Schönen Sonntag euch allen. Lorelei



Diese zögerliche Annäherung der beiden Oberärzte blieb leider auch Gaby Kragenow nicht verborgen, die noch immer im Eingangsbereich der Cafeteria saß und mittlerweile vor Eifersucht kochte, als sie mitbekam, wie Maria Hassmann ihren Traummann tröstete. Ihr gebührte doch eigentlich dieser Job zu. Sie sollte ihm sein zauberhaftes Lächeln wieder auf die Lippen zeichnen und nicht diese unmögliche Person. Ihr Herzschmerz wurde immer größer, als sie beobachtete, wie die beiden eine Weile Händchen hielten, Dr. Hassmann ihm immer wieder über die Wange strich und ihn regelrecht anschmachtete. Und Mehdi schien das auch noch zu genießen. Keine Spur mehr von dem todtraurigen, verzweifelten, unglücklichen Mann von heute Morgen... Was soll das? Sind die jetzt doch zusammen oder was? Bitte, bitte nicht! Das ertrag ich nicht. .... Die Krankenschwester war so tief in ihren Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkte, wie sich jemand an ihren Tisch setzte und sie jetzt frech angrinste....

GT: Na, schöne Frau. So alleine hier?
Oh nein! Ausgerechnet er!
GK (fährt ihn an): Verpiss dich, Gordon!
GT (hebt beschwichtigend die Hände): Woah! Warum denn gleich so aufbrausend? Schlecht geschlafen? Wobei... ich hatte ja den Eindruck, dass du ganz gut geschlafen hast.

Gordon zwinkerte ihr anzüglich zu, was Gaby nur noch wütender werden ließ. Sie hätte sich niemals auf ihn einlassen sollen. Das hatte sie sich doch schon nach dem ersten Mal im Krankenwagen geschworen. Aber nach der wilden Geburtstagsparty von Schwester Jacqueline und Schwester Chantal, die heimlich im Keller des Schwesternwohnheimes stattgefunden hatte, als Oberschwester Stefanie Nachtschicht hatte, war sie gestern wieder bei ihm gelandet und bereute es jetzt zutiefst....

GK (schaut kurz zu MK, dann wieder zu GT): Halt die Klappe, Gordon! Und zeih Leine!
GT (lässt sich von ihrem abweisenden Verhalten nicht aus der Ruhe bringen, ganz im Gegenteil, das spornt ihn nur noch zusätzlich an): So wie du heute Morgen? Hättest ruhig noch ein bisschen länger bleiben können.
Verdammt! Wie werde ich diesen Idioten nur wieder los?
GK: Ich hatte Frühschicht. Und damit du es endlich kapierst... Ich will nichts von dir. Das war definitiv das letzte Mal ja!
GT (grinst): Das hast du beim letzten Mal auch schon gesagt.
So jetzt reicht’s!
GK (beugt sich sauer zu ihm rüber): Eh! Noch mal zum Mitschreiben für Lega.... Legasmat....äh... Legastiker ... (überlegt angestrengt, ob das das richtige Wort ist, beschließt, dass es so ist u. fährt ihn weiter an).... Vögeln ist nicht! Und jetzt hau endlich ab! Ich will nicht mit dir gesehen werden.

Mittlerweile war dem jungen Sanitäter das Lachen vergangen. Wieso war sie auf einmal wieder so abweisend zu ihm? Sie hatten sich doch immer gut verstanden. Und nachdem sie erneut auf seine Flirtversuche eindeutig reagiert hatte, war er davon überzeugt gewesen, dass das mit ihnen noch etwas werden könnte. Sie waren doch auf einer Wellelänge. Sie hatten doch Spaß zusammen. Wieso dann jetzt diese erneute Abfuhr? Gordon schaute in die Richtung, in die Gaby immer wieder verstohlen blickte und verstand endlich. Er machte seiner Enttäuschung Luft...

GT: Ach, so ist das also? Solange ER weg war, war ich gut genug zum Vögeln zwischendurch, aber jetzt wo der ach so tolle Dr. Kaan wieder da ist, bin ich abgeschrieben oder was?
Halleluja! Er hat’s kapiert. Und ich dachte schon, der ganze Stoff, den er sich immer reinzieht, hätte ihm die letzten Gehirnzellen weggebrannt.
GK: Jetzt mach mal hier nicht so ein Fass auf, Gordon! Wir hatten zwei-, dreimal unverbindliche Sex, mehr nicht!
Und der war nicht mal gut. Also eine Erfahrung, die ich schnell wieder vergessen möchte.
GT (lässt seinen Frust raus): Du bist so dumm, Gaby. Siehst du das denn nicht? Er flirtet doch schon wieder mit der Hassmann. Er will dich nicht. Wieso kapierst du das denn nicht?
GK: Spar dir deine Psychoanalyse! Du verstehst das nicht.
GT: Ja, ich versteh so vieles nicht, was dich betrifft, Gaby. Du bist eine tolle Frau. Du hast es nicht verdient, so behandelt zu werden.
GK (fährt ihn an): Ich brauche keinen Beschützer oder als was auch immer du dich siehst. Ich komme sehr gut allein klar. Und ich weiß, was ich hier tue.
GT (eingeschnappt): Dann renn doch in dein Unglück, Gaby! Brauchst aber später nicht mehr angekrochen kommen, wenn er dich nicht will.
GK (zischt zurück): Hab ich auch nicht vor, Gordon. Und eins noch, Mehdi will mich!
Er weiß es nur noch nicht. Ich muss nur noch ein wenig nachhelfen. Irgendwie. Ach ich weiß doch auch nicht. Aufgeben werde ich ihn keinesfalls.

Gaby funkelt den blonden Mann böse an, der daraufhin von ihrem Tisch aufstand. Gordon konnte angesichts ihrer Naivität nur mit dem Kopf schütteln und verließ die Cafeteria schnell wieder... Und ob sie irgendwann wieder angekrochen kommt. Ich werde sie mit offenen Armen empfangen.

Lorelei Offline

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15.08.2010 17:39
#665 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ihr seid so süß, wenn ihr euch aufregt. Aber bevor gleich das nächste Donnerwetter (im wahrsten Sinne des Wortes) kommt, habt ihr hier den fünften und letzten Teil der Cafeteria-Szene. Viel Spaß damit! Lorelei



Während Gaby sich über ihren nervigen Verehrer ärgerte, hatte sie aus den Augen verloren, was ein paar Tische weiter vor sich ging. Nach einem kurzen Moment der Nähe hatten Mehdi und Maria ihre Hände wieder losgelassen und starrten nun beschämt den Tisch an, auf dem immer noch die mittlerweile kalt gewordenen Mittagsreste ihrer Kollegen standen. Beide wussten nicht so recht, wie sie jetzt miteinander umgehen sollten. So viel war noch unausgesprochen zwischen den beiden, vieles, was bei seiner Abreise vor ein paar Wochen, so offensichtlich erschien. Eigentlich war alles klar gewesen. Drei kleine Worte hatten noch gefehlt und sie wären zusammen gewesen. Für Maria Hassmann war alles klar, aber ging es Mehdi Kaan genauso? Natürlich hatte er sich in den ersten Tagen seiner verzweifelten Odyssee auch Gedanken über diese aufregende Frau gemacht, die ihn mit ihrer fürsorglichen und verständnisvollen Art den Kopf verdreht hatte, und darüber, wie es mit den beiden weitergehen sollte. Er hatte ja den magischen Moment auch gespürt und das Herzklopfen, das seitdem nicht wieder aufgehört hatte. Er wollte sie in diesem Augenblick so sehr. Er hatte sich verliebt. Die Schmetterlinge in seinem Bauch, wenn er an sie dachte, ließen sich nicht mehr länger leugnen. Dieses unglaubliche Gefühl war auch ein wichtiger Antrieb für seine Reise gewesen. Der Gedanke an Maria gab ihm die nötige Kraft und Zuversicht, dass alles gut werden würde. Aber je länger er unterwegs war und je hoffnungsloser seine Odyssee wurde, umso mehr verblasste auch die anfängliche Euphorie. Und dass er seine beiden Mädchen so knapp verpasst hatte, raubte ihm nun jede Hoffnung. Sein Herz, das sich nach den ganzen Enttäuschungen der Vergangenheit gerade erst erholt hatte, lag wieder einmal in Trümmern. Die plötzliche Nähe zu Maria, die auch irgendwie schön war, überforderte ihn in diesem Moment. Er wusste, dass sie eine Antwort auf die vielen ungestellten Fragen haben wollte, aber er konnte sie ihr im Augenblick nicht geben. Es ging einfach nicht. Er musste erst einmal selber wieder irgendwie klarkommen nach dieser bitteren Enttäuschung. Er wollte sie da nicht weiter mit reinziehen. Wenn er sich auf sie einlassen würde, dann nur wenn er mit ganzem Herzen dabei wäre. Maria hatte seine ganze uneingeschränkte Aufmerksamkeit verdient. Und die konnte er dieser zauberhaften Frau im Moment nicht geben. Denn alle seine Gedanken, Gefühle und Sorgen lagen momentan bei seiner verschollenen Tochter. Mehdi ergriff wieder Marias Hand und suchte ihren Blick. Zögerlich begann er zu sprechen...

MK: Ich ... ich kann das im Moment nicht.

Insgeheim ahnte die brünette Ärztin, worauf er damit hinauswollte, aber sie fragte trotzdem zögerlich nach...

MH: Was?
MK (zunehmend nervös): Ich weiß, ich hatte dir vor meiner Abreise versprochen, dass wir reden würden, also über das, was... wie soll ich sagen ... ähm...
MH (mit klopfendem Herzen fragt sie nach u. schaut gebannt zwischen seinen Augen hin u. her): Über uns?
MK (blickt sie schüchtern an): Ja! Es ist so viel passiert und ich wollte dir auch so viel sagen, aber... aber...
Er ist noch nicht so weit.
MH (leicht enttäuscht, aber verständnisvoll fällt sie ihm ins Wort): Schon gut.
MK (mit flehendem Blick): Verstehst du das?
MH (gefasst): Natürlich!
Wieso haben wir immer so ein beschissenes Timing? Alles war doch klar gewesen. Und jetzt? Was wird jetzt?
MK (senkt seinen Blick): Es tut mir leid.
MH (tätschelt seine Hand u. sucht seinen Blick): Muss es nicht. Ich weiß doch, dass du Zeit brauchst, um das alles zu verdauen. Ginge mir doch nicht anders.
Sie ist so verständnisvoll, so liebevoll, so fürsorglich, so unglaublich. Sie versteht mich. Wieso ist das nur so? Woher kommt nur dieses unendliche Vertrauen?
MK (leise): Danke!
Ich muss hier weg. Wenn ich ihn noch länger anschaue, kann ich mich nicht mehr beherrschen. Und das wäre sicherlich der falsche Weg zu ihm.
MH (zieht ihre Hand zurück u. beißt sich auf ihre Unterlippe): Ich ... ich sollte dann mal so langsam wieder auf Station gehen. Mein Patient wacht gleich aus der Narkose auf und da sollte ich vor Ort sein.
MK: Hmm!
MH (erhebt sich von ihrem Stuhl): Meld dich, wenn du... Meld dich mal!
MK (verabschiedet sich lächelnd von ihr): Mach ich! Schönen Tag noch.
MH (erwidert sein Lächeln u. verabschiedet sich ebenfalls): Du auch. Tschüß!

Maria ließ ihren Liebsten schweren Herzens an seinem Tisch allein zurück. Natürlich konnte sie seine Entscheidung verstehen, aber trotzdem war sie traurig und ein bisschen enttäuscht. Die Oberärztin hatte sich ihr Wiedersehen in den schönsten Farben ausgemalt und die Ernüchterung jetzt war nur schwer zu verkraften. Sie hatten sich so nahe gestanden beim Abschied auf dem Parkplatz vor ihrem Haus und jetzt zog er sich in sein Schneckenhaus zurück. Alles auf Anfang! Aber sie wollte ihm die Zeit geben, die er brauchte, um seine Enttäuschung zu verarbeiten, auch wenn ihr die unendliche Sehnsucht nach ihm fast den Verstand raubte. Sie hätte ihn so gerne in den Arm genommen und geküsst. Aber die Hoffnung war ja immer noch da. Sie war ihm nicht egal, sonst hätte er sie nicht in sein Gefühlschaos eingeweiht. Er vertraute ihr. Das war doch der Anfang zu mehr. Nur leider hatte ihre Liebe mal wieder ein ganz schlechtes Timing. Am Ausgang drehte sich die Neurochirurgin noch einmal kurz zu ihrem Herzblatt um und sah, dass er schon wieder völlig in seinen Gedanken versunken war. Sie hätte ihm so gerne etwas von seinem Leid genommen, dachte sie seufzend und verließ anschließend die Cafeteria... Verschließ dich nicht vor mir, Mehdi! Ich bin immer da für dich. Ich liebe dich doch.

Natürlich tat es Mehdi leid, Maria vorerst zurückzuweisen, aber er konnte einfach nicht aus seiner Haut. Lilly und seine gescheiterte Italienreise beherrschten seinen Gedanken und eine neue Liebe war für ihn im Augenblick einfach undenkbar. Er konnte sich nicht vorstellen, ein neues Leben zu beginnen, solange er nicht wusste, was mit seiner kleinen Tochter war. Sie gehörte doch zu seinem Leben dazu. Sie war doch sein Fixstern. Ohne sie konnte er einfach nicht glücklich sein. Wenn er sich jetzt auch noch Gedanken um Maria oder Gaby machen müsste, die er mittlerweile am Eingang hat sitzen sehen und der er ja auch noch eine Erklärung schuldig war, würde er vermutlich völlig durchdrehen. Das war einfach zu viel im Moment. Als Mehdi das nächste Mal aufschaute, war auch Gaby Kragenow aus der Cafeteria verschwunden. Sie hatte bemerkt, wie er sie angeschaut hatte und konnte nicht anders. Sie musste einfach raus hier und ihre Gedanken sortieren. ... Wieso muss das Leben immer so kompliziert sein? dachten beide gleichzeitig. Dr. Kaan stand schließlich ebenfalls auf und machte sich auf den Weg zu seiner Station. Seine Mittagspause war nämlich mittlerweile auch beendet.

Lorelei Offline

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16.08.2010 10:32
#666 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen. Tja, bei Dr. Kaan ist gefühlstechnisch noch lange nichts geklärt. Da fängt es gerade erst so richtig an. Und wie sieht es zurzeit bei den Meier-Haases aus? Stasi-Sabsi wird es sicherlich herausfinden. Viel Spaß mit diesem Teil in XXL zum Wochenstart! Eure Lorelei



Dr. Meier und Dr. Haase kamen den Rest ihrer Schicht kaum zur Ruhe, weil ein Notfall den nächsten jagte und dementsprechend auch eine OP nach der anderen folgte, bei denen die beiden Höchstleistungen abliefern mussten. Dr. Hassmann und selbst der Professor wurden kurz vor Dienstschluss auch noch hinzugezogen, weil doch ein paar Hände mehr gebraucht wurden. An einer U-Bahnstation ganz in der Nähe des EKH war durch einen Kurzschluss ein Feuer ausgebrochen. Zahlreiche Menschen hatten Rauchvergiftungen erlitten und mehrere Knochenbrüche wurden eingeliefert, da viele panisch die Treppen in die rettende Freiheit hoch gerannt, dabei ins Straucheln geraten und gestolpert waren. Das Feuer konnte schnell wieder gelöscht werden, aber das Verkehrsnetz Berlins war an diesem Nachmittag komplett zum Erliegen gekommen. Aber Gott sei Dank waren, bis auf drei Schwerverletzte und zehn Leichtverletzte, keine Todesfälle zu verzeichnen, was auch dem Team um Dr. Meier zu verdanken war.

Erschöpft fiel das Grüppchen Ärzte nach mehreren Stunden im OP auf die Stühle im Stationszimmer der Chirurgie. Schwester Sabine schenkte allen erst einmal einen Beruhigungstee ein, den sie alle dankbar annahmen. Franz wollte sich nach der kleinen Stärkung gerade von seiner Tochter und ihrem Lebensgefährten verabschieden, als noch eine weitere Person zu ihnen stieß. Es handelte sich um Prof. Dr. Dr. Olivier Meier, dem in der Meier-Haaschen Wohnung die Decke auf dem Kopf gefallen war und der endlich wieder Krankenhausluft schnuppern wollte. Er hatte von dem Umglück gehört und fragte nun, ob vielleicht noch eine zusätzliche helfende Hand benötigt würde. Er wollte endlich wieder etwas Sinnvolles tun und Leben retten. Das war schließlich seine Berufung und er fühlte sich wieder fit genug. Und da Prof. Haase ihm angeboten hatte, wenn Not am Mann im EKH war, einzuspringen, wollte er nun auf dessen verlockendes Angebot eingehen. Olivier sprach kurz mit Franz und Marc ein paar Details ab und Schwester Sabine besorgte dem neuen Vertretungsarzt einen passenden Kittel. Gretchen saß ruhig daneben und war einfach nur glücklich und stolz, dass so eine große Koryphäe der Medizin jetzt im EKH als Unterstützung zur Verfügung stand, wenn auch nur vorübergehend. Auch Dr. Hassmann war sichtlich beeindruckt von dem stattlichen Mediziner. Sie kannte seine Arbeiten und wusste, dass er eine Bereicherung für die Klinik sein würde, zumindest beruflich. Für seinen Namen konnte er ja nichts. Die Meiers waren nun mal bekannt dafür, mit allem, was einen Rock trug, auf Teufel komm raus zu flirten, auch wenn er dabei charmanter vorging als sein Sohn damals auf der Weihnachtsfeier vor zwei Jahren. Aber Olivier Meier war nun mal nicht ihr Typ. Ihr Herz schlug für einen anderen Arzt. Deshalb verabschiedete sich die Neurochirurgin auch schnell wieder. Sie hatte eigentlich schon seit einer Stunde Dienstschluss und wollte so schnell wie möglich nach Hause. Vielleicht war Mehdi ja auch schon zu Hause. Sie wollte noch einmal kurz nach ihm sehen, bevor sie dann später ihre Tochter von ihrer Oma abholte. Auch Franz Haase verabschiedete sich schließlich, nachdem seine Frau bereits das dritte Mal am Stationszimmer vorbeigekommen war und ungeduldig zum Aufbruch gedrängt hatte. Heute war genug Hanftee für die nächsten Tage hergestellt worden und sie wollte endlich mal wieder etwas Zeit mit ihrem Mann verbringen, der ständig nörgelte, dass sie so selten zu Hause sei. Die heimliche Plantagenbesitzerin wollte schließlich nicht, dass er Verdacht schöpfte, womit sie in letzter Zeit ihre schon so knapp bemessene Freizeit verbrachte. Dieser noch junge Abend sollte der Beziehungspflege im Hause Haase dienen. Jochen hatte sie sicherheitshalber ein bisschen Geld zugesteckt und ins Kino geschickt. Er würde die Nacht dann bei einem Studienfreund verbringen, hatte er ihr vorhin grinsend mitgeteilt. Bärbel nickte Sabine noch einmal kurz zu und küsste dann ihre Tochter zum Abschied, während Franz seinen besten Oberarzt damit beauftragte, seinen Vater noch schnell in die täglichen Abläufe hier einzuweisen und die abendliche Visite zusammen mit ihm durchzuführen, damit auch die Patienten den neuen Vertretungsarzt kennen lernten. Marc kam dem gerne nach. Auch er war stolz drauf, zumindest solange sein Vater in Berlin weilte, mit ihm zusammenzuarbeiten. Davon hatte er schließlich schon als Kind geträumt. Und jetzt war es endlich soweit. Die beiden Meiers ließen Gretchen schließlich allein im Stationszimmer zurück. Die abschließende Visite konnte Marc auch gut mit seinem Vater machen. Er hatte gemerkt, dass seine beste Assistenz am Ende ihrer Kräfte war. Das war dann doch ein anstrengender Tag gewesen. Gretchen hatte heute genug geleistet und konnte ruhig schon Feierabend machen. Ihr fürsorglicher Freund überließ ihr sogar den Schlüssel zu seinem Wagen, damit sie bei dem Mistwetter nicht noch mit dem Fahrrad nach Hause fahren musste. Mit einem kleinen zärtlichen Kuss verabschiedeten sich die beiden Liebenden voneinander, was Olivier und auch Sabine, die die liebevolle Szene beobachtet hatten, ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Nachdem Marc und Olivier das Zimmer verlassen hatten, schlich Gretchen in die Umkleide, öffnete ihren Spind und holte ihre Sachen heraus. Dann ließ sie sich schwerfällig auf die Sitzbank in der Mitte des Raumes fallen und zog sich langsam um. Sie war gerade fertig geworden und zum Aufbruch bereit, als plötzlich die Tür aufsprang und Schwester Sabine in der Umkleide erschien. Auch sie hatte nach einem langen Arbeitstag endlich Dienstschluss, aber die blonde Krankenschwester hatte noch etwas auf der Seele...

S: Frau Doktor, haben Sie vielleicht noch eine Minute?
G (zieht gerade ihre Jacke an u. schaut zu S): Ja natürlich. Was gibt es denn, Schwester Sabine?
S (tippelt vorsichtig auf sie zu u. schaut sie schüchtern an): Es geht um den Herrn Doktor.
G (verwundert): Ja, was ist denn mit Dr. Meier?
S (wirkt nervös): Also ich meinte eigentlich nicht direkt ihn, sondern.... sondern seine Mutter.
G (überrascht): Oh!
Was hat jetzt Sabine mit Marcs Mutter am Hut, naja außer dass sie ihre Buchverkäufe nach oben treibt? Obwohl.... Eigentlich habe sich sie schon lange nicht mehr mit einem Dr. Rogelt-Band gesehen. Sie liest doch jetzt diese Vampirgeschichten von dieser einen Amerikanerin. Wie hieß die noch mal? Hmm...
S (sichtlich aufgeregt): Die Frau Fisher hat heute hier angerufen und wollte ihren Sohn sprechen, aber sie beide waren ja gerade im OP beschäftigt und... Äh.... Also das habe ich der Dame auch mitgeteilt und jetzt weiß ich nicht... Also der Herr Doktor hatte ja vor ein paar Wochen gemeint, dass sie... sie... Also naja... Ich stand ja dabei, als er sie... äh... quasi aus dem Krankenhaus geschmissen hat und... und...
G (fällt ihr ins Wort): Ja, ich weiß. Kommen Sie zum Punkt, Sabine!
S (fährt sich peinlich berührt über ihr Gesicht): Oh ja natürlich. Entschuldigung! Also ich... ich weiß nun nicht, ob ich ihn darüber informieren soll, weil er ja auch gesagt hat... also naja eher befohlen hat, dass er keine Gespräche mehr von ihr durchgestellt haben möchte.
Also ich glaube, es wird endlich mal Zeit, dass die beiden sich aussprechen. So wie es jetzt läuft, kann es definitiv nicht mehr weitergehen. Das ist doch albern mit dem Hausverbot.
G: Das übernehme ich, Schwester Sabine.
S (ihr fällt ein Stein vom Herzen, da ihr so eine weitere Ansage von ihrem Vorgesetzten erspart bleibt): Wie Sie wünschen, Frau Doktor. Ich möchte ja nicht neugierig erscheinen, aber was ist denn da genau vorgefallen, dass er nicht mehr... also äh... Hat das immer noch mit dem Herrn Professor zu tun? ... Also dem Mann von der Frau Fisher. .... Also ich meine, dem Vater von Dr. Meier? Ich freue mich ja, ehrlich gesagt, dass er jetzt hier...
Akuter Anfall von Stasitätigkeiten im EKH muss verhindert werden.
G (rollt mit den Augen): Sabine, Sie sind neugierig!
S (weicht ertappt einen Schritt zurück): Oh! Das... das tut mir leid. Ich wollte nicht... Ich mache mir nur Gedanken... äh... Sorgen, weil man ja von der Frau Fisher auch nichts mehr gehört hat. In der „Frau Aktuell“ stand, dass die Pläne für einen neuen Dr. Rogelt-Roman auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt worden sind und...
G (überrascht): Oh! Das wusste ich nicht.
Also scheint sie doch abgetaucht zu sein. Hmm... Die beiden brauchten den Abstand.
S (neugierig): Geht es ihr gut? Also ich meine der Frau Fisher?
Das wüsste ich auch gern. Aber sie hat sich doch jetzt gemeldet. Sie hat den ersten Schritt getan.
G: Äh... das weiß ich nicht. Aber Sie haben doch mit ihr gesprochen?
S: Ja schon!
G (hakt neugierig nach): Was hat sie denn genau gesagt?
S: Nicht viel.
G: Und?
S: Nur dass sie ihn sprechen möchte.
Ob sie sich mit ihm versöhnen möchte? Ich muss sofort mit Marc reden.
G: Oh! Wie klang sie denn?
S: Wie immer.
G (zieht eine Augenbraue hoch): Wie immer?
S: Eine rauchige, tiefe, sehr erotische Stimme eben.
G: Hmm! Hat sie noch etwas gesagt?
S (überlegt angestrengt): Nein! ... Oder doch! Sie murmelte leise, wahrscheinlich zu sich selbst, dass der Herr Doktor wohl mehrfach bei ihr angerufen haben muss, weil es seine Nummer auf ihrem Display angezeigt hat. Er hätte aber keine Nachricht hinterlassen.
Komisch! Marc hätte doch niemals freiwillig zum Hörer gegriffen. Er ist doch viel zu stolz dafür, den ersten Schritt zu machen.
G (spricht eher zu sich selbst): Das glaube ich kaum.
S: Doch! Es gibt doch Geräte, die...
G (fällt ihr schnell ins Wort): Sabine, ich meinte eigentlich, dass Marc sie sicherlich nicht angerufen haben kann.
S: Warum?
G: Äh... weil er doch keinen Kontakt wünscht.
S (betroffen): Oh! Aber die Nummer...
G (überlegt unbeabsichtigt laut): Das muss Olivier....
S (hakt neugierig nach): Wie meinen?
Hab ich das eben etwa laut gesagt? Upps!
G (lenkt ab): Ach nichts! Danke Sabine, dass Sie mir das gesagt haben.
S (strahlt sie glücklich an, weil sie ihrem Idol offensichtlich geholfen hat): Gern geschehen!
Also ist Elke Fisher wieder in Berlin. Hmm... Ob ich das Marc sagen soll? Oder vielleicht besser erst mal Olivier? Ich weiß es nicht. Auf jedem Fall muss die Geschichte endlich geklärt werden.

Gretchen war so in ihren eigenen Gedanken vertieft, dass sie gar nicht bemerkte, wie sich die blonde Krankenschwester von ihr verabschieden wollte...

S: Frau Doktor?
G (abwesend): Hmm?
S: Ich geh dann.
G: Ja. Schönen Abend noch, Sabine.
S (lächelt): Sie auch!

Schwester Sabine knöpfte den letzten Knopf ihres gelben Mantels zu, schnappte sich ihre ebenso gelbe Handtasche und ihren regenbogenfarbenen Knirps und verließ die Umkleide. Sie ließ die Tür laut ins Schloss fallen. Da wachte Gretchen Haase aus ihren Gedanken auf. Sie schaute sich hektisch im Zimmer um, schloss ihren Spind schnell ab, packte ihre rosa Handtasche, die auf der Holzbank lag, und lief ihrer Kollegin hinterher. Kurz vorm Fahrstuhl hatte sie Sabine eingeholt...

G (atemlos): Wir können ja zusammen gehen, Sabine.
S (freut sich wie ein Sonnenkönig): Ja, das wäre schön.

Zusammen stiegen sie in den Aufzug. Gretchen drückte die Taste für das Erdgeschoss und stellte sich dann neben Sabine, die sie freundlich anlächelte...

G: Soll ich Sie vielleicht irgendwohin mitnehmen, Schwester Sabine? Es regnet ja in Strömen draußen. Also ich habe Dr. Meiers Wagen und... wenn Sie wollen?
S (klatscht begeistert in ihre Hände u. strahlt sie an): Danke, Frau Doktor, das wäre sehr nett von Ihnen. Um diese Zeit fährt mein Bus ja auch immer so unregelmäßig. Und jetzt, wo das schlimme Unglück passiert ist, weiß man ja auch nicht, ob der überhaupt kommen würde.
G (lächelt): Ich nehme Sie doch gerne mit.

Und so verließen die beiden Frauen kurz nach halb sechs Uhr abends das EKH. Gretchen setzte Sabine an ihrer Wohnung ab, die überraschenderweise gar nicht mal so weit von ihrer eigenen entfernt war, und fuhr dann ebenfalls nach Hause, wo sie sich anschließend zur Entspannung ein warmes Vollbad einließ...

Lorelei Offline

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16.08.2010 23:27
#667 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich denke, es ist endlich mal an der Zeit, dass auch Gaby Kragenow in Mehdis Schicksal eingeweiht wird. Ein aufwühlendes Gespräch beginnt. Also ich hoffe zumindest, dass es so geworden ist. Hab mich ein bisschen schwer getan mit der Szene. Aber es war nun mal eine Schlüsselszene in der Kaan-Handlung und konnte dementsprechend nicht ausgelassen werden. Und ein bisschen Martchen habe ich auch noch für euch gegen Ende dieser Episode mit Überlänge. Hab irgendwie keine passende Stelle gefunden, wo ich hätte unterbrechen können. So bekommt ihr eben alles in einem Rutsch. Viel Spaß!

Lorelei





Auf der Gynäkologischen Station des EKH ging es im Gegensatz zur Notaufnahme an diesem verregneten Nachmittag eher ruhig zu, was Dr. Kaan zugute kam. Dieser war nämlich heute an seinem ersten Arbeitstag nicht auf menschlichen Kontakt erpicht, weil er sonst eine freundliche Miene hätte aufsetzen müssen und die fiel ihm immer noch schwer. Es ging ihm nicht gut und er wollte nicht, dass er damit seine Patienten verunsicherte. Die Aktenarbeit in seinem Büro lenkte ihn wenigstens ein bisschen von seinen Problemen ab. Schwester Gaby, die ihm heute Vormittag mit sorgenvoller Miene wie ein Schatten überall hin gefolgt war, hatte ihn glücklicherweise den Rest des Tages in Ruhe gelassen, was aber eher daran gelegen hatte, dass sie erst eine anstrengende Dienstbesprechung mit Oberdrache Stefanie hatte, die den halben Nachmittag gedauert hatte, und dann auch noch zusätzliche Kräfte in der Notaufnahme benötigt wurden, wo sie bis eben aushelfen musste. Auch sie war froh über diese Ablenkung gewesen. Aber der Gedanke an Mehdi Kaan ließ sie trotzdem nicht mehr los. Nachdem alle Patienten versorgt worden waren und sich die Ärzte zu einem netten Kaffeekränzchen im Stationszimmer der Chirurgie verabredet hatten, hatte sie sich schnell wieder auf die Gyn verdrückt. Seit zehn Minuten tigerte die brünette Krankenschwester nun schon vor dem Büro ihres Chefs auf und ab, aber sie hatte sich noch immer nicht rein getraut. Sie wusste, dass er dort drin saß und über den liegengebliebenen Akten der letzten Wochen brütete, aber irgendetwas hinderte sie daran, anzuklopfen und ihn zur Rede zu stellen. Gaby wollte endlich wissen, was mit ihm los war, warum er wirklich so lange weg war und was das mit seiner Familie zu tun hatte? Aber vor allem brannten ihr die Fragen auf der Seele, was ihre besondere „Beziehung“ betraf und was er genau mit Maria Hassmann am Laufen hatte. Die unglücklich verliebte Frau war immer noch sehr aufgewühlt über die Szene, die sie heute Mittag in der Cafeteria beobachten musste. War er doch mit dieser Schreckschraube zusammen, wie alle behaupteten, oder nicht? Die brünette Krankenschwester sprach sich mehrmals Mut zu, atmete tief durch, richtete ihren Kittel, dann klopfte sie vorsichtig an seiner Tür. Keine Reaktion. Sie klopfte erneut. Wieder nichts. Gaby legte ihr rechtes Ohr an seine Bürotür und lauschte. Nichts zu hören! ... Komisch! Er muss doch da sein. Er hat doch noch eine Stunde Dienst. ... Irritiert öffnete sie vorsichtig seine Bürotür und steckte ihren Kopf hinein. Wie vermutet, saß ihr Chef an seinem Schreibtisch und schien schwer beschäftigt zu sein. Dass er dabei weniger bei seinem Job, als vielmehr mit seinen Gedanken bei Lilly war, ahnte Gaby nicht, als sie das Zimmer betrat. Mutig ging sie einen Schritt nach vorn, schloss die Tür hinter sich und räusperte sich schließlich, als sie seinen Bürotisch erreicht hatte. Mehdi hob überrascht seinen Kopf und schaute ihr nun direkt ins Gesicht. Gaby, die unsicher von einem Fuß auf den anderen tippelte, biss sich auf ihre Unterlippe, atmete noch einmal tief durch und begann zögerlich zu sprechen. Auch wenn sie aufgewühlt war und ihr Gefühlschaos mal wieder Überhand nahm, wollte sie doch vorerst ruhig bleiben und ihrem Herzblatt zumindest die Chance für eine Erklärung geben...

G: Mehdi, hast du mal eine Minute?
M (legt seinen Stift beiseite, schließt die Akte u. schaut sie an): Klar! Was gibt’s?

Auch wenn sich Dr. Kaan betont cool gab, wusste er insgeheim, dass er jetzt Klartext mit seiner heimlichen Geliebten reden musste. Sie hatte eine Erklärung für sein Fehlverhalten in den letzten Wochen verdient. Doch gerade seine betont lässige und unschuldige Art ließen bei Gaby urplötzlich alle Sicherungen durchbrennen. Alle Vorsätze, ruhig zu bleiben, wurden von ihr mit einem Mal über den Haufen geworfen. Sie machte ihren Frust lautstark Luft. Die enttäuschte Krankenschwester konnte sich einfach nicht mehr länger zurückhalten und ließ ihren verletzten Gefühlen freien Lauf, wobei sie vollkommen übersah, wie sehr sie Mehdi damit überforderte. Wütend fauchte Gaby ihren untreuen Traummann an, warum er ihr den ganzen Tag aus dem Weg gegangen sei und sie überall wortlos stehen ließ, sich vor einer Erklärung drückte und stattdessen in aller Öffentlichkeit mit der Hassmann flirtete. Der Oberarzt spürte die tiefe Verletztheit in ihrer Stimme, aber er wusste nicht, was er ihr darauf hätte sagen sollen....

G: Sei ehrlich Mehdi, wenn ihr jetzt zusammen seid, dann kannst du mir das ruhig sagen. Weiß hier ja eh schon jeder.
M (sprachlos): Bitte?
G (wird angesichts seiner Unschuldsmiene immer wütender): Das weißt du ganz genau. Und ich bin nicht blöd, Mehdi. Ich weiß doch, was ich gesehen und gehört habe.

Mit offenem Mund starrte Mehdi die zeternde Frau auf der anderen Seite seines Schreibtisches an. Mit diesem Thema hatte der verunsicherte Frauenarzt nämlich überhaupt nicht gerechnet. Er hatte sich doch gerade erst die richtigen Worte zusammengelegt, um ihr zu sagen, dass er seine Familie gesucht hatte und wieder einmal bitterenttäuscht worden war und es ihm einfach schwer fiel, darüber zu reden. Aber wie kam sie überhaupt auf den Gedanken, dass er mit Maria Hassmann zusammen wäre und was sollte das bedeuten, das wüssten bereits alle? Außer mit Marc hatte er doch mit niemanden über seine sich vertiefenden Gefühle für die schöne Neurologin gesprochen. Er hatte doch gerade erst mit Maria geklärt, dass er momentan noch nicht zu mehr bereit sei. Und sie hatte das doch auch so verstanden oder? Mehdi wusste nicht, wie ihm geschah, als sich Gaby wütend vor ihm aufbaute, die Arme vor ihrem Körper verschränkte und ihm tödliche Giftpfeile zuwarf. Er ahnte, dass vielleicht die vertrauten Gesten in der Cafeteria heute Mittag bei ihr zu dieser Schlussfolgerung geführt haben könnten. Völlig überfordert versuchte der Gynäkologe Gaby zu beruhigen und sich zu erklären, dass das überhaupt nichts zu bedeuten hatte, was sie beobachtet hatte...

M: Wir haben doch nur wegen Lilly geredet. Sie hat versucht, mich zu trösten.
Lilly? Wie Lilly? Also jetzt doch oder wie? Ich verstehe gar nichts mehr.
G (immer noch auf 180): Ach sie wusste also Bescheid ja? Und bei mir fünf beschissene Wochen Funkstille! Verdammt, ich hab mir wirklich Sorgen um dich gemacht und mir sonst was ausgemalt. Und dann warst du plötzlich von der Bildfläche verschwunden und meldest dich nicht. Jeder erzählte hier irgendetwas von wegen, du seiest ernsthaft erkrankt, aber in Wirklichkeit bist du irgendwo in der Weltgeschichte herumgegondelt. Deine Nachbarin hat mir das erzählt, als ich dir einen Krankenbesuch abstatten wollte. Ach und die hat mir übrigens auch gesteckt, dass du schon länger mit der blöden Kuh zusammen bist. Wahrscheinlich bist du ja deshalb in ihr Haus eingezogen. Also lüg mich nicht an!
M (verwirrt): Was? Aber das stimmt doch gar nicht
G (kommt langsam wieder runter u. schaut ihn ungläubig an): Und warum erzählt die das dann?
M (zuckt unschuldig mit den Schultern): Was weiß ich denn. Vielleicht hat sie mal gesehen, wie wir uns geküsst haben. Keine Ahnung.
Also doch! Er liebt mich nicht!
G (schluckt schwer u. dreht verletzt ihren Kopf zur Seite): Ihr... ihr habt euch geküsst?
Verdammt! Das entwickelt sich alles so langsam in eine Richtung, in die ich überhaupt nicht gewollt habe.
M: Das sind vor allem ältere Leute in dem Haus. Die verstehen das vielleicht nicht, wie das heutzutage läuft... also äh... du verstehst schon.
Nein, ich verstehe gar nichts, du Mistkerl.
G (fährt wieder hoch u. faucht ihn an): Ach und wie läuft das deiner Meinung nach heutzutage, hmm? Dass der ach so tolle und charmante Herr Doktor lieber auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzt und sich nicht entscheiden kann oder will?
Oder hat er sich mittlerweile doch entschieden? Gegen mich!?

Ich hab gewusst, dass das so kommt. Verdammt! Ich will das nicht.

M (versucht sie irgendwie zu beruhigen): Gaby, hör zu, das Thema ist... Ich... ich kann da jetzt nicht drüber reden, geschweige denn darüber nachdenken, weil... weil mir im Moment andere Sachen im Kopf herumschwirren.
Du willst dich doch nur wieder um einen Entscheidung drücken.
G (eingeschnappt): Ach ja?
M: Ich dachte, wenigstens du könntest das verstehen. Das mit meiner Tochter macht mich fertig. Da hab ich echt keinen Nerv, mir jetzt auch noch Gedanken zu machen, was mit uns ist und mit Maria und... Das wird mir einfach zu viel im Moment.
Zu viel ja? Denkst du mir nicht? .... Moment... Was ist denn jetzt eigentlich mit seiner Tochter?

Gaby beruhigte sich wieder ein wenig, als sie seinen verzweifelten Gesichtsausdruck wahrnahm, und setzte sich jetzt ihm gegenüber an den Tisch...

G: Aber ich verstehe doch, dass das schwer für dich ist, aber du hättest dich wenigstens melden können oder mir zumindest sagen, was los ist. Denkst du, ich hätte dafür kein Verständnis gehabt? Mittlerweile müsstest du mich doch eigentlich besser kennen oder?
M (schuldbewusst): Es tut mir leid. Das war halt so eine spontane Eingabe gewesen, wo ich vielleicht mit der Suche ansetzen könnte und wir haben den Plan dann sofort umgesetzt...
G: Wer wir?
M: Marc und Di... äh... der Privatdetektiv.
G (schaut ihn völlig perplex an): Privatdetektiv?
Was wird das jetzt für eine Geschichte?
M (seufzt): Ja. Gaby, das ist eine lange Geschichte.
Ich will... ich kann da nicht darüber reden. Es tut einfach so verdammt weh.
G: Aber wieso hast du denn nichts gesagt?
M (schaut betreten zu Boden): Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht. Ich hatte an dem Montag am Morgen nur noch diesen einen Gedanken im Kopf und bin nachmittags dann gleich nach Frankfurt gefahren. Da blieb einfach keine Zeit, jeden in meinen Plan einzuweihen. Ich wollte auch nicht, dass gleich jeder...
G (fällt ihm aufgeregt ins Wort): Jeder? Bin ich jetzt nur noch „jede“? Vertraust du mir nicht?
M: Doch schon!
Er vertraut mir nicht!
G: Denkst du, ich hätte das gleich ans schwarze Brett gemeißelt, dass du nach deiner Familie suchst oder was? Na schönen Dank auch.
M: Gaby, es tut mir leid ok. Das ging halt alles so wahnsinnig schnell und in Frankfurt dann....
G (unterbricht seine stockende Erklärung): Moment! Die beiden sind in Frankfurt? Warst du die ganze Zeit da?
M (fährt sich mit der Hand über sein Gesicht u. seufzt): Nein! Da war nur... Also ich will das jetzt auch nicht alles.... Es ist einfach noch zu frisch. Ich bin gestern erst aus Italien wiedergekommen und....
G (verwirrt): Wie? Ich verstehe nicht ganz. Wieso jetzt Italien?
Verdammt! Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als ihr alles zu sagen. Warum könnt ihr mich nicht einfach damit in Ruhe lassen?
M (atmet einmal tief durch u. beginnt dann leise u. stockend zu erzählen): Annas Mutter war Italienerin und wir haben gedacht, dass sie vielleicht dort... Und das waren sie ja dann auch, aber ich hab die beiden verpasst und... *schluck* ... Es ist schwer für mich. Ich... Ich kann nicht... Mehr kann ich dir im Moment nicht dazu sagen, weil... weil... Ich pack das nicht. Verstehst du!?

Mehdi blickte ihr verzweifelt in die Augen und hoffte inständig, dass sie verstand, dass er nicht weiter darüber reden wollte. Gaby traf sein Blick in Mark und Bein...

G (bestürzt): Moment, du hast die beiden verpasst? Aber.... das ist ja schrecklich! Die waren wirklich da in Italien?
M (schnieft): Ja.
Oh Gott! Der Arme muss ja völlig fertig sein und ich blöde Kuh mach ihm auch noch Vorwürfe. Wie konnte ich nur?
G (hält sich fassungslos die Hand vor den Mund): Scheiße! Und jetzt?
M (zuckt traurig mit den Schultern): Ich hab keinen Schimmer. Sie waren schon wieder weg und niemand weiß wohin. Es gibt keine Spur mehr. Es ist aus und...

Mehdi wollte noch etwas sagen, aber dann versagte ihm die Stimme und er sackte wie ein Häufchen Elend in seinem Bürostuhl zusammen. Betroffen stand Gaby von ihrem Stuhl auf und lief um seinen Schreibtisch herum. Ihr ging das Schicksal ihres Liebsten wirklich nahe, aber sie wusste nicht, was sie ihm hätte sagen können. Also hatte Gaby entschlossen zu handeln. Sie ging vor ihm in die Knie und nahm seine Hand in ihre und drückte sie sanft. Dabei schaute sie ihm liebevoll in seine mittlerweile wässrig gewordenen Augen. Für einen kurzen Moment erwiderte er ihren Blick und ließ die zarte Berührung zu. Aber als sie sich immer weiter nach vorn beugte und ihre weichen Lippen sanft die seinen streiften, zuckte er erschrocken zusammen und wies sie schroff zurück. Mehdi zog seine Hand abrupt weg und rollte mit seinem Stuhl ein Stück zurück. Er drehte ihn zum Fenster und wandte Gaby somit den Rücken zu. Sie war wie vor den Kopf gestoßen. Es war nicht böse gemeint, aber ihre Nähe erdrückte ihn irgendwie und er wollte nach seinem erneuten Gefühlsausbruch lieber alleine sein...

M: Lass mich bitte! Ich kann das im Moment nicht.
G (erschrocken über seine kühle Reaktion steht sie langsam wieder auf): Aber ich wollte doch nur ... dich ... dich... trösten.
M (dreht sich im Chefsessel wieder zu ihr um u. schaut sie kurz an, dann senkt er seine Blick wieder, er bleibt auf Abstand): Das ist ja auch lieb von dir, aber ich ertrage das im Moment nicht. Ich will das nicht... euer ganzes Mitleid. Lasst mich doch einfach alle in Ruhe! Ihr könnt mir nicht helfen. Ich muss alleine damit klarkommen.
So habe ich ihn noch nie erlebt.
G (geht einen Schritt auf ihn zu u. sucht seinen Blick): Aber du bist nicht allein, Mehdi. Ich will doch nur äh... irgendwie helfen.
Was soll ich denn noch machen, damit er mir glaubt?
M: Das kannst du nicht. Mir kann niemand helfen.
G (bestürzt): Aber...

Überfordert wies Mehdi Gaby von sich....

M: Lass mich bitte allein, ok!
Aber er darf sich nicht verschließen. Das bringt doch nichts. Das habe ich nach meiner Fehlgeburt auch gemacht. Es hat mir nicht geholfen, sondern alles nur noch schlimmer gemacht, weil man so immer und überall ins Grübeln gerät.
G (lässt nicht locker): Hältst du das für eine gute Idee, dich hier einzuschließen? Also ich...
M (fällt ihr trotzig ins Wort): Lass mich einfach!
G (gibt zögerlich nach): Wenn du das willst, aber... Ähm... Und... und was ist jetzt mit... mit uns?
Das ist jetzt nicht ihr ernst?
M (schaut sie vorwurfsvoll an): Gaby, das ist jetzt wirklich nicht der Moment, um... um... Verstehst du das denn nicht? Ich kann das im Moment nicht. Weder das mit uns, noch mit... *räusper* .... Ich muss das erst mal alles verdauen. Ich muss erst mal selber wieder irgendwie klarkommen. Sex ist echt das letzte, woran ich momentan denke.
Reduziert er mich jetzt nur noch auf die sexuelle Ebene oder was? Was soll das? Hat er vergessen, was zwischen uns war?
G (weicht verletzt einen Schritt zurück, lehnt sich nun an seinen Schreibtisch u. ringt nach Worten): Aber das... das wollte ich doch gar nicht. Dir geht es schlecht. Ich will doch nur für dich da sein. Als .... *schluck* ... Freund!
Oder als was auch immer du mich siehst.

Ich bin so ein blöder Idiot. Ich stoße sie weg, weil ich mit mir selber nicht mehr klarkomme, und sie ist die ganze Zeit so lieb zu mir.

M (leise): Ich weiß. Entschuldige.
G: Es tut mir leid, dass ich dich vorhin so angepampt habe. Ich weiß doch auch nicht, was da mit mir los war. Wenn ich gewusst hätte, dass du... ich meine, dann hätte ich nicht... wirklich nicht.
Scheißeifersucht!
M: Schon gut! Vergessen wir das! Lässt du mich jetzt trotzdem bitte allein?
Ungern!
G: Ok! Aber wenn du mal äh... reden möchtest, dann... also du kannst immer zu mir kommen. Ich bin für dich da.
M (lächelt zögerlich): Danke! Aber momentan kann ich das noch nicht. Es ist so viel passiert.
G (verständnisvoll): Verstehe! Ich will nur, dass du das weißt.
M (nickt ihr zu): Wenn etwas ist, piep bitte die Gerlach an! Ich werde vielleicht doch schon nach Hause gehen. War ein langer Tag.
G (weiß nicht, was sie ihm noch sagen soll u. verabschiedet sich von ihm): Ok! Schönen Abend dann.

Mehdi erhob sich schließlich von seinem Sessel und verließ, ohne ein weiteres Wort zu sagen, mit gesenktem Blick sein Büro, um anschließend nach Hause zu gehen. Schwester Gaby blieb nachdenklich zurück. Sie ließ sich seufzend in seinen Bürostuhl fallen und drehte ihn zum Fenster, gegen das die Regentropfen prasselten, welche sie eine Weile beobachtete, wie sie die Scheibe in Rinnsalen hinunter glitten. Die sonst so coole und abgebrühte Krankenschwester war tief bewegt von Mehdis tragischer Geschichte, auch wenn er nicht viel dazu sagen konnte. Sie hatte seine tiefe Verzweifelung regelrecht körperlich gespürt und konnte verstehen, dass er sich jetzt zurückzog. Er war eben ein Mann und die machten nun mal bekanntlich alles lieber mit sich selbst aus, anstatt Hilfe anzunehmen. Sie durften keine Schwäche zeigen und schon gar nicht vor einer Frau, die einem vielleicht etwas bedeutete. Gaby musste akzeptieren, dass er erst einmal seinen eigenen Weg gehen wollte und ihre „Affäre“ zunächst aufs Eis legte. Die verliebte Frau machte sich aber dennoch große Sorgen. So niedergeschlagen und verzweifelt hatte sie ihr Herzblatt noch nie gesehen. Damals, als seine Frau ihn verlassen und seine über alles geliebte Tochter mitgenommen hatte, war sie so sehr damit beschäftigt gewesen, Marc zu halten, dass sie gar nicht mitbekommen hatte, wie schlecht es ihrem Chef wirklich ging. Erst als sie ihn obdachlos in seinem Wagen vorgefunden hatte und aus Mitleid mit zu sich ins Schwesternwohnheim genommen hatte, hatte sie bemerkt, dass etwas nicht stimmte, aber auch damals schon hatte er nicht darüber reden wollen. Sie hatte das hingenommen, weil sie selbst zu sehr mit ihren eigenen Problemen (einer Schwangerschaft ohne den Partner, den sie gewollt hatte, und ihre chronischen Finanznöte) beschäftigt war. Heute wollte sie das ändern. Sie wollte für ihn da sein und ihm über seinen Kummer hinweghelfen, aber er ließ sie nicht an sich heran. Er schien meilenweit von ihr entfernt zu sein. Nichts schien mehr da zu sein von der enormen Anziehungskraft, die sie einmal verbunden hatte. Gaby, die sich über ihre Lippen strich, die soeben für eine Mikrosekunde die seinen berührt hatten, konnte ihn ja verstehen, dass er im Moment lieber allein sein wollte, aber trotzdem war die Sehnsucht nach ihm unerträglich für die unsterblich verliebte Frau... Wieso verschließt er sich vor mir? Ich will ihm doch nur helfen, für ihn da sein. Ich liebe ihn doch. ... Seufzend erhob sie sich von ihrem Stuhl, schob ihn an den Schreibtisch zurück und verließ ebenfalls das Sprechzimmer. Gaby wollte ihrem Mehdi die Zeit geben, die er brauchte, um mit alledem fertig zu werden. Was mit ihnen beiden war, konnte ja auch noch später geklärt werden. Er hatte gesagt, dass er nicht mit der Hassmann zusammen war. Also konnte sie vorerst beruhigt sein. Und sie vertraute ihm. Es bestand immer noch die Hoffnung, dass am Ende alles gut werden würde.

Während Gaby Gedanken verloren den Gang der Gynäkologie hinunter schritt und dann in den Fahrstuhl stieg, um damit in die Cafeteria zu fahren, hatte Mehdi schon längst das EKH verlassen. Er hatte sich entschlossen, seinen Wagen stehen zu lassen und lief zu Fuß im strömenden Regen nach Hause. Der Spaziergang in der feuchtkalten Novemberluft sollte seinen Kopf frei machen, was ihm aber nur teilweise gelang. Seine Gedanken schweiften immer wieder ab. Er konnte die Gedanken an Lilly einfach nicht abstellen, genauso wenig wie die Gedanken an seine beiden Haremsdamen. War es die richtige Entscheidung, Maria und Gaby auf Abstand zu halten? Oder hätte er sich doch trösten lassen sollen? Er wusste es nicht. Plötzlich wurde der Oberarzt aus seinen Gedanken gerissen, als jemand neben ihm laut hupte. Erschrocken drehte er sich um. Neben ihm stand mit laufendem Motor das mausgraue Auto von Maria Hassmann, die ihn durch die heruntergelassene Beifahrerscheibe freundlich anlächelte und fragte, ob sie ihn mit nach Hause nehmen soll, weil es doch in Strömen regnete. Aber Mehdi winkte ebenso freundlich ab. Er hatte sich doch für den Abstand entschieden. Sichtlich enttäuscht schloss die junge Frau wieder die Scheibe, trat aufs Gaspedal und brauste davon. Der Frauenarzt atmete erleichtert aus. Wer weiß, worauf das hinausgelaufen wäre, wenn er jetzt zu ihr in den Wagen gestiegen wäre, dachte er. Nein, er musste sich erst einmal auf sich selbst konzentrieren, bevor er überhaupt auch nur wieder an die Frage denken konnte, ob er wirklich mit ihr zusammen sein wollte und welche Rolle Gaby Kragenow in seinem Leben spielte. Mehdi zog seinen Mantelkragen hoch und lief schnellen Schrittes weiter. Der kalte Wind peitschte ihm den Regen ins Gesicht, aber er spürte ihn nicht. Fünfzehn Minuten nachdem Maria Hassmann ihren Wagen auf ihrem Parkplatz abgestellt hatte, hatte auch Mehdi Kaan das Haus in der Frauenhoferstraße erreicht. Er schloss die Haustür auf, nahm sich seine Post aus dem Briefkasten und verkroch sich dann in seiner Wohnung. Mal sehen, was der Kühlschrank so zu bieten hat, dachte er. Die schwerverliebte Neurologin hatte traurig am Fenster gestanden und beobachtet, wie ihr Liebster nach Hause gekommen war. Sein herzzerreißender Anblick trieb ihr einmal mehr die Tränen in die Augen.... Mann, ich bin doch sonst nicht so rührselig! Aber ich ertrage es nicht, ihn so zu sehen. Ich ertrage es nicht, dass er mich zurückweist. Wieso lässt er sich nicht trösten? Von mir trösten! Ich liebe ihn doch. ... Ihre Tochter, welche ihre Mutter gerade vorbei gebracht hatte, nahm sie tröstend in den Arm, was wiederum ein kleines Lächeln auf ihre Lippen zauberte. Maria drückte Sarah liebevoll an sich und folgte ihr dann ins Kinderzimmer zum Spielen. Mehdi würde schon mit der Zeit darüber hinweg kommen, dachte die allein erziehende Mutter. Und dann würde endlich alles gut werden.

Auch am anderen Ende der Stadt wurde an den verzweifelten Familienvater gedacht. Gretchen Haase lag nach einem anstrengenden Arbeitstag in ihrer warmen Badewanne. Sie hatte ein paar Kerzen auf dem Wannenrand gestellt und genoss das heiße Wasser auf ihrer zarten Haut. Der Regen peitschte noch immer gegen das kleine Fenster, aber sie hörte ihn nicht. Gretchen grübelte über ihren besten Freund. Auch wenn er sich stark gab, spürte sie, dass es ihm nicht gut ging. Aber wie hätte sie ihm helfen können? Erstens wollte er ihre Hilfe nicht und zweitens konnte sie ja schlecht Anna und Lilly herzaubern und alles wäre wieder gut. Die Macht besaß sie leider nicht. Verträumt spielte Gretchen mit dem weißen Schaum, der ihren Körper umhüllte. Sie erinnerte sich an die schöne Zeit mit Lilly damals, als sie noch mit Mehdi zusammen war. Die Kleine hatte es geliebt zu baden. Einmal hatten sie bei einer gemeinsamen Wasserschlacht Mehdis Wohnung beinahe unter Wasser gesetzt, wenn dieser nicht rechtzeitig die Notbremse gezogen hätte, sprich den Wasserhahn zugedreht hätte. Das zauberte auch bei Gretchen wieder ein kleines Lächeln auf ihre Lippen. Das Schicksal würde die beiden schon wieder zusammenbringen. Die blonde Frau war fest davon überzeugt. Alles würde schon wieder gut werden.

Während die wunderschöne nackte Aphrodite ihren Gedanken nachhing, wurde sie schon eine ganze Weile von Marc Meier beobachtet, der am Türrahmen stand und sie einfach nur fasziniert anstarrte. Er konnte seinen Blick einfach nicht von ihr abwenden. Womit hatte er nur diese Wahnsinnsfrau verdient, dachte er verträumt. Er sammelte sich schnell wieder, zog sich ebenfalls aus und schlüpfte zu der überraschten Badenixe in die Wanne. Heute Abend waren die beiden endlich mal wieder allein in ihrer Wohnung. Sein Vater hatte sich spontan dazu entschlossen, eine Nachtschicht im EKH zu übernehmen. Also hatten die beiden Verliebten Zeit für sich, was unbedingt intensiv ausgenutzt werden musste, dachte der junge Oberarzt verschmitzt grinsend, als er sanft die schon etwas schrumpelig gewordene Haut seiner schönen Freundin mit den Fingern entlang fuhr. Gretchen genoss anfangs die zärtlichen Berührungen ihres attraktiven Gegenübers, der sich nun hinter sie gesetzt hatte und ihren weichen Körper mit seinen Beinen und Armen umschlang, doch dann fiel ihr plötzlich noch etwas ein, was sie Marc ja unbedingt noch mitteilen wollte, auch wenn der Augenblick gerade nicht der Beste dafür war....

G: Deine Mutter hat angerufen.

Äh... Könnte eventuell sein, dass ich gerade unbeabsichtigt auf die Lustbremse getreten bin. Mist! Warum kann ich nicht einmal meine Klappe halten?

Lorelei Offline

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17.08.2010 16:04
#668 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Süßen! Wie es in der Badewanne weiterging, lasse ich mal offen (> Kopfkino!), denn jetzt lasse ich endlich zwei Personen aufeinander treffen, die sich schon lange, sehr, sehr lange nicht mehr gesehen haben. Der eine oder andere von euch freut sich sicherlich schon auf dieses sehr spezielle Aufeinandertreffen. Aber vorher kommt noch eine kleine Zusammenfassung, was in letzter Zeit bei beiden los war. Viel Spaß damit! Liebe Grüße an meine fleißigen Kommibienchen und meine stillen Leser. Lorelei




Eine Woche später

Es war ein klarer, aber kühler, eigentlich stinknormaler Dezembertag, der das Leben der Mitbewohner der fröhlichen Meierschen Wohngemeinschaft an der Spree auf den Kopf stellen sollte. Marc Meier und Gretchen Haase waren wie jeden Tag gemeinsam zur Frühschicht ins EKH aufgebrochen, während Olivier Meier den Haushaltsplan der Familien-WG abarbeiteten wollte. Wenn er hier schon Asyl bekam, dann wollte er sich zumindest auch ein wenig einbringen. Heute war der renommierte Chirurg nicht als Vertretungsarzt und Lehrkraft für die neuen Assistenzärzte eingeteilt und genoss stattdessen einen freien Tag in der leeren Wohnung seines Sohnes, in der er seit knapp einem Monat lebte. Prof. Meier hatte sich sehr schnell im EKH eingelebt. Er liebte die freundliche und familiäre Atmosphäre dort, die sich doch sehr von der Hektik an seinem Arbeitsort Seattle unterschied. Die Arbeit machte ihm Spaß, auch wenn er hier nur vertretungsweise tätig war und nicht wie im Seattle Grace als leitender Chefarzt der Unfallchirurgie. Aber er wollte nun mal eine Weile in Berlin bleiben, seinen Sohn näher kennen lernen, von seinen Träumen und Hoffnungen erfahren, einfach alles nachholen, was er in den letzten zwanzig Jahren verpasst hatte. Und er wollte Zeit mit seiner zauberhaften Schwiegertochter in spe verbringen, die er mit ihrer Lebensfreude und ihrem unwiderstehlichen Charme schon längst in sein Herz geschlossen hatte. Seattle konnte warten. Eigentlich war er froh darüber, von den Umstrukturierungen dort nichts mitzubekommen. Und vielleicht blieb er ja auch gleich ganz in Berlin. Er wusste es noch nicht. Momentan genoss es Olivier Meier jedenfalls, nach knapp zwei Monaten unfreiwilliger Zwangspause und täglicher Physiotherapie endlich wieder in einem OP zu stehen. Und es machte ihm große Freude, mit seinem Sohn zusammen zu operieren. Jahrelang hatte er davon geträumt und jetzt wurde sein größter Traum endlich wahr: Vater und Sohn gemeinsam im OP. Olivier war mächtig stolz auf Marc und sehr beeindruckt von seinem medizinischen Können. Das Talent musste er eindeutig von ihm haben, dachte er schmunzelnd. Auch wenn sein Junge im zwischenmenschlichen Bereich manchmal eher ungeschickt und taktlos reagierte, war er in seinem Job meisterlich. Er war talentiert, wenn nicht sogar talentierter als er. Er musste seinem Sohn nichts mehr beibringen, auch wenn er es gern getan hätte, aber das hatte er sich schon alles selbst erarbeitet. Und Gretchen Haase stand ihrem geliebten Oberarzt in nichts nach. Sie war eine begnadete Assistenzärztin. Sie besaß das, was seinem Sohn noch fehlte. Wahrscheinlich harmonierten die beiden deshalb so gut miteinander. Sie ging liebevoll mit den Patienten um. Sie kümmerte sich um deren Sorgen und Nöte und zauberte jedem auch noch so Schwerverletzten ein Lächeln auf die Lippen. An erster Stelle stand bei der zauberhaften Tochter von Prof. Haase immer der Patient und nicht das, was sie leisten konnte, wie bei Marc Meier zum Beispiel. Aber er würde das sicherlich auch noch von ihr lernen. Er war auf einem guten Weg. Auch Dr. Haase lernte schnell. Viel konnte Olivier auch ihr nicht mehr beibringen. Das EKH konnte sich glücklich schätzen so ein tolles Chirurgenteam zu haben. Aber es war auch eine Wonne, die beiden verliebten Ärzte zu beobachten. Immer wieder warfen sie sich verstohlene Blicke zu, ließen keine heimliche Berührung aus und kaum fühlten sie sich unbeobachtet, hingen die beiden an ihren Lippen wie festgeklebt. Olivier ging jedes Mal das Herz auf, wenn er die beiden so sah. Und auch im Zusammenleben zuhause gingen die beiden äußerst liebevoll miteinander um, auch wenn manchmal wegen Kleinigkeiten, wie einem angeknabberten Nutellabrötchen, die Fetzen flogen. Aber umso stürmischer waren dann immer ihre Versöhnungen, Momente, in denen sich Olivier Meier jedes Mal diskret zurückzog. Er lebte nun mal mit einem glücklichen Liebespaar zusammen und da musste man eben auch gewisse Einschränkungen, wie ein stundenlang blockiertes Badezimmer, in Kauf nehmen. Aber es machte Olivier glücklich, seinen Sohn so glücklich zu sehen. Was gab es Größeres auf der Welt? Vielleicht das eigene Glück, welches dem Chirurgen in den letzten Jahren verwehrt geblieben war. Aber er hatte die Eine nie vergessen. Seine Elke! Olivier hatte von Gretchen erfahren, dass sie sich letzte Woche im Krankenhaus gemeldet hatte und dass Marc eher teilnahmslos darauf reagiert hatte. Er hatte seine Mutter nicht zurückgerufen und wies immer noch jegliches Gespräch über sie ab. Das verunsicherte Olivier in seinem Plan, sich mit seiner Ex zu treffen. Er hatte seinen Sohn noch einmal auf sein Vorhaben angesprochen, was dieser erst nur mit einem Kopfschütteln und dem Rückzug in sein kleines Büro kommentierte, aber dann war er nach stundenlanger Grübelei dort wieder herausgekommen und war, begleitet von einigen sarkastischen Spitzen, mit einigen Geschichten über sie rausgerückt, die seine Frau in keinem guten Licht dastehen ließen. Elke Fisher war eine ichbezogene, selbstverliebte, egoistische, egozentrische Frau, die sich nahm, was oder wen sie wollte, auch auf Kosten anderer und deren Karriere und ihr Aussehen über allem standen, auch über ihrem Sohn, den sie in der wichtigsten Phase seines Lebens, in der eigentlich die Weichen für die Zukunft gestellt werden, meist sich selbst überlassen hatte. Sie allein war schuld daran, dass er so verkorkst geworden ist. Sie war an allem schuld, auch am Unglück seines Vaters. Hatte er das etwa schon wieder vergessen? hatte Marc ihm direkt ins Gesicht geschrieen und anschließend wutschnaubend seine Wohnung verlassen. Daraufhin hatte Olivier wieder den Mut verloren, sich seiner Exfrau zu stellen. Seine Schwiegertochter in spe, der er seine Sorgen anvertraut hatte, konnte ihm dabei auch nicht wirklich weiterhelfen, auch wenn sie ihm immer wieder Mut zusprach. Er solle auf sein Herz hören. Was hatte er schon zu verlieren? Und sie hatte Recht. Er wusste doch, wie Elke sein konnte. Warum also diese Angst? Er war doch auch wegen ihr zurückgekehrt. Aber als er dann erneut vor ihrer Villa gestanden hatte, hatte er sich wieder nicht getraut zu klingeln und war feige gegangen. Er hatte weder Gretchen noch Marc davon erzählt.


Auch die andere Hälfte der beiden Meiers hatte in den letzten Wochen viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Elke Fisher war nach sechswöchiger Kur in der Schweiz nach Berlin zurückgekehrt. Sie hatte sich zu dieser therapeutischen Maßnahme entschlossen, als sie nach Marcs Hausverbot und mehrmaligen telefonischen Kontaktversuchen enttäuscht feststellen musste, dass ihr Sohn sie anscheinend wirklich nicht mehr sehen wollte. Sie konnte das nur schwer akzeptieren. Marc war doch ihr ein und alles. Sie konnte nicht ohne ihn. Doch er hatte jedes Mal wieder aufgelegt, ob sie nun in seiner Wohnung oder im Krankenhaus angerufen hatte. Elke hatte ihren Kummer zunächst im Alkohol ertränkt, aber ihre Schuldgefühle, die sie mit jedem Tag mehr erdrückten, wurde sie damit nicht los. Ihre eigenen Fehler und Lügen hatten diese harte Reaktion ihres Sohnes bewirkt. Das wurde ihr immer mehr bewusst. Albträume suchten sie heim. Immer wieder sah sie ihren anscheinend schwer verletzten Ehemann auf einer Barre in der Krankenhauskapelle liegen. Mit einer weinenden Trauergemeinde um ihn herum, denn er war nicht verletzt. Alle zeigten mit dem Finger auf sie. Marc, Gretchen, Franz und seine Frau, selbst ihr verrückter Fan Sabine Vögler. Sie sei schuld, sagten sie monoton im Chor. Olivier Meier war an gebrochenem Herzen gestorben. Jedes Mal war sie daraufhin schweißgebadet aufgewacht. Elke fand keine Ruhe mehr. Nicht einmal mit Schlaftabletten oder Valium. Sie vernachlässigte ihre Arbeit. Neben Marc hatte sie nämlich auch ihre Muse verlassen. Ihre wochenlange Schreibblockade beunruhigte zunehmend auch ihre Verleger. Frau Neumann, ihre treue Lektorin, setzte ihr schon die Pistole auf Brust, dass ein neuer Twilight-Teil dringend in die Buchläden kommen musste. Ihre Fans gierten danach, aber Elke Fisher war das egal. Und das teilte sie Simone auch mit. Die Erfolgsautorin war völlig ausgebrannt und konnte sich in dieser Verfassung nicht darauf konzentrieren, über irgendwelche verknallten Vampire zu sinnieren. All ihre Gedanken kreisten um ihren Sohn und wie sie ihn zurückgewinnen könnte. So hatte sie unter dem ungläubigen Blick ihrer Verlegerin ihre Koffer gepackt und war abgereist. Sie wollte in einer Spezialklinik in der Schweiz wieder zu sich selbst finden. In mehrstündigen Sitzungen mit renommierten Therapeuten hatte Elke Fisher ihre Vergangenheit aufgearbeitet, ihre Fehler analysiert und Strategien entwickelt, um in ein besseres Leben zurückzufinden. Fazit ihrer abschließenden Sitzung vor ein paar Tagen war, dass sie ihren Sohn und vor allem ihren Mann um Vergebung bitten müsse, um den endgültigen Weg der Befreiung zu finden. Und dem war sie auch sofort nachgegangen. Gleich nach ihrer Ankunft am Flughafen Tegel war sie zum EKH gefahren, wurde aber dort vom Pförtner unsanft abgewiesen. An das von Marc auferlegte Hausverbot hatte sie nicht mehr gedacht. Enttäuscht war sie dann wieder ins Taxi gestiegen und ließ sich zu ihrer Villa fahren, wo sie von ihrer Haushälterin und ihrer Assistentin freudig empfangen wurde. Diese wollte sofort über eine neue Terminabsprache mit ihrem Verlag sprechen, aber soweit war Elke noch nicht. Sie brauchte einen Moment der Ruhe, um sich neu zu sortieren und einen neuen Plan zu entwerfen. Sie entschloss sich, zunächst in der Klinik anzurufen und die aktuelle Stimmungslage zu sondieren, wo sie aber von ihrem nervigen Fan, Schwester Sabine, zwar freundlich, aber dennoch bestimmt abgewiesen wurde, da Dr. Meier im OP war. Elke bedankte sich in ihrer gewohnt unfreundlichen Art und bat sie, ihren Sohn doch über ihren Anruf zu informieren. Es sei wichtig. Marc sollte erfahren, dass sie wieder in Berlin weilte. Vielleicht würde er sich ja bei ihr melden. Eine kleine Hoffnung hegte sie schon, schließlich war mittlerweile sehr viel Zeit vergangen. Doch Marc hatte nicht zurückgerufen. Die ganze Woche nicht! Fast wäre sie in ihre alte Lethargie zurückgefallen, aber als sie von ihrer Assistentin erfuhr, dass eine gewisse Gretchen Haase etwa vor einem Monat mit einem älteren Herren vor ihrem Haus gestanden hatte, gewann sie neue Hoffnung. Vielleicht war Marcs Freundin die Tür, die sie öffnen musste, um an ihren Sohn heranzukommen. Einen Versuch war es wert. Dass der ältere Herr ihr eigener Ehemann gewesen sein könnte, fiel ihr in diesem Moment nicht auf. Entschlossen hatte sie an diesem Samstagmorgen den Weg zur Haase-Villa gesucht. Vielleicht konnte ihr ja ein klärendes Gespräch mit Franz’ Tochter weiterhelfen. Dafür nahm sie sogar eine Begegnung mit der Furie Bärbel Haase in Kauf. Diese war natürlich nicht sonderlich erfreut gewesen, die Exgeliebte ihres Mannes, die ihr in der Vergangenheit soviel Leid zugefügt hatte, an ihrer Haustür vorzufinden. Sie wollte ihr schon die Tür vor der Nase zuschlagen, aber Elke Fisher stellte sich ihr entschlossen in den Weg, indem sie mutig ihr Gucci-Täschchen in den Türspalt steckte, und der verdutzt dreinblickenden Frau kurz ihr Anliegen erklärte. Bärbel schaute sie argwöhnisch an. Was wollte diese unmögliche Person nur von ihrer Tochter? Es konnte nur mit ihrem Schwiegersohn zusammenhängen, dachte sie sich. Inzwischen hatte Gretchens Mutter nämlich ebenfalls die ganze tragische Meiersche Lebensgeschichte erfahren. Franz hatte den amerikanischen Professor schon mehrmals zum Essen eingeladen und Gretchen hatte auch so einiges erzählt. Der arme Junge hatte so eine schreckliche Mutter nicht verdient, dachte Bärbel und musterte ihre ehemalige Konkurrentin abfällig. Deshalb war sie auch nicht gerade begeistert darüber, dass sich Elke nun an ihre Tochter wandte, um eine Versöhnung mit ihrem Sohn zu forcieren. Bärbel war aber dennoch überrascht darüber, dass die stolze Mittfünfzigerin so ehrlich mit ihr über ihre Pläne sprach. Und sie hatte sich sogar noch für ihr Fehlverhalten von damals entschuldigt. Hatte Elke Fisher eine Gehirnwäsche durchführen lassen oder warum war sie plötzlich so nett und einsichtig? Bärbel konnte ihr Misstrauen zwar nicht ganz ablegen, aber sie teilte ihr kühl mit, dass Gretchen seit einigen Wochen bei ihrem Lebensgefährten wohnte. Elke schaute ihr Gegenüber erst überrascht an, aber dann fiel ihr wieder ein, dass ihr Sohn ja solche Pläne gehegt hatte, als sie noch nicht zerstritten waren. Die Autorin verabschiedete sich daraufhin freundlich von Bärbel Haase und stieg wieder in ihren Wagen. Eine direkte Konfrontation mit ihrem Sohn würde sich also nicht vermeiden lassen, dachte sie, als sie in die Straße einbog, in der er lebte. Sie parkte ihren Wagen und ging langsam auf das Gebäude zu. Vor seiner Wohnungstür angekommen, atmete sie noch einmal tief durch und strich sich über ihre Lippen, dann bewegte sich ihr Finger langsam auf die Klingel zu. Da fiel ihr auch das silberne Namensschild auf... Sie wohnt also tatsächlich schon bei ihm. Und Marc Olivier steht dazu. Das hat er bei keiner Frau zuvor getan. Er muss sie wirklich sehr lieben. Gut, wenn er glücklich ist, geht das hier vielleicht leichter. Tschaka Elke, du schaffst das. Offen, ehrlich und direkt. Das ist der einzige Weg. Auf geht’s! ... Mit zittrigen Fingern drückte Elke schließlich den Klingelknopf. Keine Minute später öffnete sich die Tür. Die Erfolgsautorin wich einen Schritt zurück, weil sie nicht glauben konnte, was sie da vor sich sah. Zu ihrer eigenen Überraschung hatten weder Marc noch Gretchen die Tür geöffnet, sondern der Mann, den sie vor vielen Jahren vertrieben und ein halbes Leben lang in der hintersten Ecke ihres Herzens in ein Verließ gesperrt hatte. Es traf sie wie ein Schlag. Ihr Atem setzte kurzfristig aus. Sie musste sich mit ihrem mit Strasssteinchen besetzten Guccitäschchen Luft zu fächeln, um nicht in Ohnmacht zu fallen. Wie erstarrt blickte die Mittfünfzigerin in das Gesicht ihrer ersten und einzigen großen Liebe. Olivier Meier war nicht minder überrascht darüber, so plötzlich und unerwartet seine ewige Herzdame vor sich zu sehen. Noch vor ein paar Tagen hatte er vor ihrem Haus herumgelungert und war feige wieder gegangen und jetzt stand sie plötzlich vor ihm wie eine Erscheinung des Himmels. Auch ihm blieb die Luft zum Atmen weg. Beide standen sich stumm gegenüber, rangen nach Worten und wussten nicht, wie sie reagieren sollten. Es war schließlich die auch sonst nicht auf den Mund gefallene Erfolgsautorin, die als Erste ihre Stimme wieder fand....

E: Du? Was machst du hier?

Lorelei Offline

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17.08.2010 21:56
#669 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen noch mal! Danke für eure lieben Worte. Ich freu mich, dass ihr euch freut , dass ich euch endlich Olivier und Elke im Doppelpack präsentiert habe. Jetzt kommt dann auch endlich die Auflösung meiner kleinen Umfrage vor ein paar Tagen. Ich hoffe, ihr seid mit meiner Auswahl zufrieden? Wenn nicht, sagt mir Bescheid. Ich kann das immer noch ändern, ihr kennt ja die Liste, aber ich glaube eigentlich, das trifft ihren herben Charakter ganz gut. Danke noch mal fürs Mitmachen. Fühlt euch ganz doll gedrückt. Eure Lorelei




O (sprachlos u. völlig überwältigt): Mokkapralinchen!

Olivier musste sich am Türrahmen festhalten, als er zum ersten Mal wieder in das Gesicht seiner noch immer bildschönen Frau blickte. Auch wenn sich die einstigen Eheleute in den vergangenen zwanzig Jahren sehr verändert hatten, so erkannten sie sich sofort. Längst verdrängte Gefühle brodelten bei beiden wieder hoch. Doch Elke Fisher fand schnell die Beherrschung wieder und zeigte sich ihrem Exmann betont distanziert und abweisend...

E: Nenn mich nicht so, Olivier Meier!
O (lächelt sie zaghaft an): Früher hast du das gern gemocht.
E (kühl): Das ist schon lange her.
O (leise): Das stimmt. Viel zu lange.

Auch Olivier Meier war von der unerwarteten Begegnung mit der Liebe seines Lebens, die er doch so lange herbeigesehnt, aber vor der er dann letztendlich den Mut verloren hatte, sehr aufwühlt, denn er hatte dieses Rasseweib einst abgöttisch geliebt. Auch jetzt noch schlug sein Herz wie verrückt in ihrer Gegenwart. Er konnte es kaum kontrollieren. Und auch Elke Fisher spürte für eine Zehntelsekunde ein seltsames Glücksgefühl, das sie überhaupt nicht einordnen konnte. Beide schwelgten für einen kurzen Moment in alten Erinnerungen, wie sie sich noch als Kinder kennen und lieben gelernt hatten, nach dem Abi durchgebrannt sind und spontan in Paris geheiratet hatten, dachten an die gemeinsame Studienzeit in Berlin, die Geburt ihres einzigen wunderbaren Sohnes, ihr größtes Glück, an all die schönen Jahre, die sie als Familie zusammen verbracht hatten, aber auch an die unglücklichen Momente, die sich immer mehr häuften, als sie sich mit der Zeit auseinander gelebt hatten und ihre einst so große Liebe schließlich auf der Strecke geblieben war, mit der bitteren Trennung am Ende. Eine Trennung, die beide nie verwunden hatten, aber die alles zerstört hatte, was sie mal verbunden hatte. Beide standen immer noch an der Wohnungstür und sahen sich lange und intensiv an. Sie waren älter geworden. Die Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen. Oliviers Haare waren ergraut. Elkes Fältchen ließen sich auch mit Botox nicht mehr glätten. Aber das spitzbübische Lächeln ihres Mannes und seine kleinen Grübchen waren dieselben geblieben und ließen Elkes Herz für einen kurzen Moment höher schlagen, auch wenn sie es nicht wollte und sich verunsichert über ihr Gesicht strich. Aber sie durfte jetzt keine Gefühle zeigen. Sie musste unnahbar bleiben. Olivier musterte sie eingehend. Sie war immer noch eine bildschöne, zierliche Frau, sehr elegant und stilvoll gekleidet, auch wenn ihre Augen ihr spezielles Leuchten verloren hatten, das er immer so sehr an ihr geliebt hatte. Auch er versuchte seine Nervosität zu überspielen, was ihm aber nur teilweise gelang. Denn innerlich freute er sich wie ein kleines Kind, dass das Schicksal nun von allein seinen Lauf nahm, ohne großes Zutun seinerseits. Aufgeregt bat der erfolgreiche Chirurg die Autorin schließlich in die Wohnung ihres gemeinsamen Sohnes...

O: Willst du nicht reinkommen?
E (schaut ihn mit großen Augen an u. zögert noch): Sind Marc und diese Person äh... diese Frau Dr. Haase nicht da?
O: Nein, die arbeiten heute.
E (macht auf der Schwelle kehrt u. will aus der Situation fliehen): Oh! Dann gehe ich besser wieder.
O (will sie leicht enttäuscht aufhalten u. ergreift ihren rechten Arm): Nein! Bleib doch noch!
E (schaut unsicher auf seine Hand an ihrem Arm u. blickt ihn dann skeptisch an): Ich glaube, das ist keine so gute Idee.
O (blickt ihr tief in die Augen): Warum? Wir haben uns so lange nicht gesehen, Elke. Meinst du nicht, es ist endlich an der Zeit zu reden?

Elke Fisher war überrascht über das ruhige Verhalten ihres Exmannes. Sie hätte gedacht, dass er ihr sofort Vorwürfe machen würde, für das, was sie ihm und Marc angetan hatte. Aber er lächelte sie immer noch verschmitzt an, so wie er es früher immer getan hatte, und sie liebte dieses ganz besondere Grinsen, das Marc von ihm geerbt hatte. Zögerlich ging sie einen Schritt auf ihn zu und legte eine Hand an den Türrahmen...

E: Vielleicht hast du Recht, Olivier. Es ist wirklich an der Zeit. Mein Therapeut hat auch gemeint, dass ich endlich mit der Vergangenheit abschließen muss, um....
O (zieht eine Augenbraue hoch): Dein Therapeut?
E (um ihre Unsicherheit zu überspielen, reagiert sie gleich wieder aufbrausend): Ja, was denkst du denn, wie man den ganzen Stress als allein erziehende Mutter und Erfolgsautorin verarbeitet, wenn nicht mit... na du verstehst schon.
O (lacht erst, dann wird er wieder ernst): Du hättest es auch anders haben können.
E (vorwurfsvoll): Du bist gegangen!
O (leise u. mit gesenktem traurigen Blick): Du weißt warum.
E (noch leiser u. mit Blick auf den Boden): Ja.

Insgeheim hoffte der erfolgreiche Chirurg auf eine Entschuldigung ihrerseits, denn das war das Mindeste für das Leid, das er in all den Jahren durchstehen musste, weil er seinen geliebten Sohn nicht aufwachsen sehen durfte. Doch die Erfolgsautorin war zu stolz. Sie wusste, dass sie mit dem Abbruch jeglicher Kontakte einen riesigen, unverzeihlichen Fehler begangen hatte, dessen hohen Preis sie jetzt tragen musste. Sie hatte ihren einzigen Sohn verloren. Sie allein war dafür verantwortlich. Doch Elke konnte und wollte sich das vor Olivier nicht eingestehen. Nicht vor dem Mann, den sie einst geliebt hatte und der auch jetzt noch ihr Herz berührte. Allein durch seine Anwesenheit. Peinliches Schweigen herrschte nun zwischen den beiden Mittfünfzigern. Keiner traute sich, etwas zu sagen. Zu tief saß noch der Schmerz auf beiden Seiten. Still hatte Olivier seine Exfrau zur Couch im Wohnzimmer geführt, auf die sie sich zögerlich setzte. Ihre Finger krallten sich tief in ihr Handtäschchen, welches ihr irgendwie als Schutzschild diente. Er verschwand für einen kurzen Moment in der Küche, den sie zum Durchatmen nutzte. Sie schaute sich um. Marcs Wohnung hatte sich verändert. Man spürte, dass jetzt eine Frau hier lebte. Aber sie verdrängte den Gedanken schnell wieder, da alle ihre Gedanken gebündelt bei dem stattlichen Mann in der Küche lagen, der jetzt mit einer Wasserflasche und zwei Gläsern wiederkam. Er schenkte ihr ein Glas Wasser ein, das sie mit einem Kopfnicken entgegennahm, wobei sich kurz ihre Finger berührten, was eine Schauerwelle bei ihr auslöste, und austrank. Olivier, den die kurze Berührung auch erschaudern ließ, setzte sich mit seinem Glas in der Hand neben sie. Wie zwei schüchterne Schulkinder saßen sie nun steif nebeneinander und blickten starr geradeaus auf den Kamin, auf dem ein gerahmtes Bild ihres Sohnes stand, der glücklich seine Freundin küsste. Ein kleines Lächeln huschte Elke über die Lippen, als sie das sah. Das nahm auch Olivier wahr und traute sich endlich etwas zu sagen...

O: Sie sind ein schönes Paar, nicht?
E (zieht die Augenbrauen hoch u. runzelt die Stirn): Naja!?
O (schaut sie von der Seite an): So skeptisch?
E (senkt ihren Blick): Er ist nicht gut im Zwischenmenschlichen.
O (ironisch): Woher er das wohl hat?
E (beleidigt): Olivier!
O: Sie tut ihm gut.
E (seufzt): Ich weiß. Auch wenn ich nicht wirklich verstehen kann, dass es ausgerechnet sie sein muss.
O: Marc ist glücklich. Das ist alles, was zählt.
E (endlich schaut sie ihn auch an): Ist er das?
O (lächelt sie an): Ja, sehr! Ich habe noch nie ein verliebteres Paar gesehen. Außer uns vielleicht. Also am Anfang!
E (ernst): Dann habe ich hier wohl nichts mehr zu suchen.

Lorelei Offline

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18.08.2010 14:04
#670 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hach.... ich mich so, dass das Mokkapralinchen so gut angekommen ist. Hab mich ja mit der Auswahl etwas schwergetan, was wohl eher an dem schwierigen Charakter von Elke Fisher liegt als an der Vielzahl an amüsanten Kosewörtern, die ich gefunden habe, wie Elfenpopöchen, Lustmörchelchen oder Amazönchen. In der engeren Auswahl waren aber auch Lotusblüte und Pfirsichblüte, aber ich fand dann Mokkapralinchen doch einen Tick treffender und er reiht sich gut ein in die DD-Kosenamen wie Butterböhnchen, Kälbchen oder Haasenzahn. Hmm... Jetzt bräuchte ich eigentlich nur noch was Passendes für Marc, Olivier und Mehdi, aber... das wäre dann eine andere GEschichte. Jetzt geht es erst mal mit Elki und Oli weiter. Viel Spaß! GLG Lorelei




Elke stand entschlossen von der Couch auf, klemmte sich ihre Gucci-Tasche unter den Arm und wollte gehen. Olivier sprang ebenfalls auf und hielt sie am Arm fest...

O: Das stimmt doch nicht.
E (blickt ihn mit traurigen Augen an): Doch! Bis diese Person hier aufgetaucht war, war er immer unglücklich gewesen, auch wenn er es hinter seiner Coolness nicht gezeigt hat. Und das war meine Schuld. Ich allein bin Schuld, dass er so.... so....
O (schaut sie liebevoll an u. drückt sie wieder auf das Sofa): Red dir das nicht ein!
E (blickt ihn ernst an): Müsstest du mir nicht den Hals umdrehen, anstatt mich hier zu trösten.
O (lächelt): Eigentlich schon.
E: Siehst du! Ich hab alles falsch gemacht. Ich bin eine schlechte Mutter.
O (schüttelt energisch den Kopf): Ach komm! Das stimmt doch nicht. Er ist ein großartiger Mann geworden, der zu seinen Gefühlen steht.
E (blickt beschämt zu Boden): Das hat sie erreicht, nicht ich. Ich hab ihm immer das Gegenteil erklärt.
O: So tiefgründig kenne ich dich gar nicht.
E: Mach dich nur lustig. Ich hab es nicht anders verdient. Ich hab es nicht verdient, dass Marc mir verzeiht.
O: Er ist verletzt, aber...
E (fällt ihm aufgewühlt ins Wort): Er hasst mich.
O (legt ihr einen Finger unters Kinn u. zwingt sie, ihm direkt in die Augen zu schauen): Das tut er nicht.
E (kann seinem liebevollen Blick nicht standhalten u. dreht sich weg): Doch! Er hat es mir mehr als einmal an den Kopf geworfen. Und ich kann ihn verstehen.
O: Das hat er nicht so gemeint. Das war der Moment. Er... Er... Tief im Herzen liebt er dich.
E (ihre Augen werden wässrig; sie versucht, es vor ihm zu verbergen): Das sagst du doch nur so. Du warst nicht dabei. Du hast nicht gesehen, wie er.... Seine Augen waren leer.
O (dreht ihren Kopf so, dass sie ihn wieder ansehen muss u. streicht ihr eine Träne aus dem Augenwinkel, was sie zusammenzucken lässt): Nein, das weiß ich. Er braucht Zeit.
E (entzieht sich seiner Nähe u. rutscht auf die andere Ecke des Sofas): Wie lange denn noch? Ich ertrage das nicht mehr. Ich fühle mich wie gelähmt, seit er nicht mehr..... Ohne ihn! Es geht nicht ohne ihn!
O (rutscht ihr nach): Ich kann dir nicht sagen, wie lange er brauchen wird, aber jetzt, wo du hier bist, da...
E (will wieder aufstehen, er hindert sie daran): Das war keine gute Idee.
O (schaut ihr tief in die Augen u. hält sie an ihren Oberarmen fest): Doch! Sonst hätten wir uns nicht wieder getroffen.
E (erwidert seinen Blick): Warum jetzt?
O (wird nervös; lässt sie los u. fährt sich durch seine Haare): Äh... weil ich bei den beiden untergekommen bin.
E: Nein, ich meine doch, warum kommst du erst jetzt?
O (schaut erst auf den Teppich, dann zögerlich wieder zu ihr): Vielleicht weil ich auch Zeit brauchte.
E (die Verzweifelung schwingt in ihrer Stimme mit): Soll das heißen, Marc wird mir erst in zwanzig Jahren verzeihen?
O: Aber ich schon!
E (erstaunt): Du verzeihst mir? Einfach so. Ich hab so viel falsch gemacht und...
O (hält ihr einen Finger an ihre Lippen): Shht! Lass mich ausreden! .... Ja, ich verzeihe dir. Ich glaube, wir sind zu alt, um uns noch länger zu bekriegen. Das hat doch keinen Sinn.
E (schnauft beleidigt auf): Ich bin nicht alt, Oli. Mein Fitnesstrainer meint, ich hätte den Körper einer Fünfundzwanzigjährigen.
O (muss unweigerlich den Kopf schütteln u. mustert sie grinsend): Da muss ich ihm zustimmen, aber die kleinen Fältchen um deine Augen machen dich noch viel attraktiver.
E (empört): Ich habe keine Falten! Du bist ein alter Mann. Solltest dir vielleicht eine Brille zulegen.
O (lacht glücklich auf, weil endlich das Eis gebrochen ist): Ich habe deinen Humor vermisst.
E: Jetzt werde nicht albern!
O (nimmt ihre Hand in seine u. sieht sie eindringlich an): Ich meine das im Ernst, Elke. Ich habe dich vermisst ... all die Jahre. Und ich bin nicht nur wegen Marc zurückgekehrt.
E (schluckt schwer, schaut ihm in die Augen u. verliert sich regelrecht darin): Nicht?

Lorelei Offline

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18.08.2010 22:43
#671 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

O (schaut ihr auch tief in die Augen u. bleibt gefesselt daran hängen): Nein! Ich wollte dich sehen, weil... weil ich dich... nie vergessen habe.
E (tief bewegt, aber immer noch eher reserviert): Ach komm Olivier, du willst mir jetzt nicht ernsthaft sagen, dass du immer noch Gefühle für mich hast?
O (streichelt ihr immer wieder mit dem Daumen über ihre Hand, die er immer noch hält): Und wenn es so wäre?
E (zieht überfordert ihre Hand zurück): Wir sind keine Teenys mehr. Das ist doch albern.
O (gibt nicht auf): Na und? Nur weil wir älter geworden sind, heißt das noch lange nicht, dass wir nicht mehr zu Gefühlen fähig sind. Mokkapralinchen, ich...
E (fällt ihm aufgeregt ins Wort u. dreht sich von ihm weg): Sag jetzt bitte nichts.
O (nimmt wieder ihre Hand in seine u. streichelt diese sanft; sie lässt es geschehen): Wieso sträubst du dich so dagegen? Spürst du das denn nicht auch? Diese Magie, dieses Feuer, diese Leidenschaft, diese enge Verbindung zwischen uns....
E (gerührt, denn sie spürt es auch, aber sträubt sich noch dagegen): Du warst schon immer ein unverbesserlicher Romantiker, Oli. Aber... Denkst du ernsthaft, du kannst nach all den Jahren hier wie Phönix aus der Asche auftauchen und da ansetzen, wo wir damals aufgehört haben? Dafür ist es längst zu spät. Das würde auch nie funktionieren, genauso wenig wie damals. Wir können nicht miteinander.
O (lässt tief getroffen ihre Hand wieder los, aber noch gibt er nicht auf): Aber auch nicht ohneeinander! Ich weiß, ich bin dir nicht egal, Elke. Du warst an meiner Seite, als ich im Krankenhaus im Koma lag...
E (dreht sich überrascht wieder zu ihm um): Du weißt davon?
O: Gretchen hat...
E (sauer): Kennt die keine Schweigepflicht?
O: Elke, sie hat es doch nur gut gemeint! Warum warst du da, wenn nicht weil du....
E (schneidet ihm das Wort ab): Schlechtes Gewissen!
O (erstaunt über ihre Ehrlichkeit): Schlechtes Gewissen? Ehrlich?
E: Ich bin nicht herzlos, Olivier, auch wenn Marc das sicherlich behauptet hat. Aber wenn mein Exmann im Koma liegt, dann...
O (fällt ihr aufgeregt ins Wort): Exmann? Wir sind nicht geschieden, Elke.
E (fasst sich an ihre Brust u. dreht sich beschämt weg): Ich weiß.
O (hakt aufgewühlt nach): Du hast dir die Mühe gemacht, all meine Briefe an Marc abzufangen und zurückzuschicken, aber die Scheidungspapiere hast du nicht unterschrieben. Warum?
E (wird nervös): Ich... ich hatte deine neue Adresse verloren. Du hattest doch die Stelle gewechselt.
O (schüttelt ungläubig den Kopf): Ich habe dir dreimal die Unterlagen geschickt. Und die neue Adresse in Seattle stand in der obersten Zeile der Papiere und ist bis zum heutigen Tag dieselbe geblieben.
E (dreht sich wieder zu ihm um): Ach?
O: Ich habe mich nicht getraut, umzuziehen, weil ich dachte, vielleicht kommt Marc... kommt ihr doch noch nach. Irgendwann.
E (tief getroffen versucht sie sich zu entschuldigen, bringt es aber nicht über ihre Lippen): Ach Oli, es... es...
O (lächelt): Ich weiß.
E: Du weißt doch gar nicht, was ich sagen wollte.
O (grinst sie verschmitzt an): Schon vergessen, dass ich dich in und auswendig kenne, Mokkapralinchen.
E (kann seinem intensiven Blick kaum noch widerstehen): Ich hab dich betrogen und angelogen.
O: Und ich habe dich vernachlässigt und dir nicht den nötigen Respekt entgegengebracht, den du verdient hattest, was deine Schriftstellerei betraf. Weißt du, ich bin wirklich stolz auf dich. Es ist zwar nichts für den Feuilleton der FAZ, aber deine Fans lieben dich. Den größten habe ich bereits kennen gelernt. Schwester Sabine! Ich muss dir gestehen, ich habe sie alle gelesen.
E (schaut überrascht zwischen seinen Augen hin und her): Wirklich?
O (lächelt): Ja. Liest sich gut. Fesselnd! Stellenweise zwar etwas zu kitschig, aber da du mit Romantik noch nie etwas anfangen konntest, kann ich schon verstehen, dass du den Part etwas überziehst.
E (in ihrer Ehre verletzt, verteidigt sie sich und ihr Werk): Tue ich nicht.
O (grinst): Wenn du meinst. Aber der letzte Teil hat mich dann schon überrascht. Vielleicht etwas zu obszön und frauenverachtend.
E: Marc hat mich beim Schreiben unterstützt.
O (erst perplex, dann muss er aber schmunzeln): Marc? Hmm... Ich sollte vielleicht mal mit ihm über sein getrübtes Frauenbild sprechen. Nicht dass er es bei der Haltung noch mit seinem Haasenzahn verscherzt.
E (muss ebenfalls lachen): Du bist unverbesserlich, weißt du das eigentlich, Oli?
O: Jep! Jahrelanges hartes Training.
E (plötzlich wieder sehr ernst): Du hast mir auch gefehlt.
O (lächelt glücklich): Das wollte ich hören.
E: Warum haben wir nur solange gebraucht?
O (schaut sie liebevoll an): Ich weiß es nicht.
E: Ich hab nicht gewollt, dass das alles so kommt. Das musst du mir glauben. Ich hab mich dafür gehasst, dass ich dir damals nicht nach bin. Was ich dir alles an den Kopf geworfen habe, das tut mir schrecklich leid. Und ich wollte dir Marc niemals wegnehmen. Aber ich weiß doch auch nicht. Du hattest dich entschieden. Du warst plötzlich weg. So unerreichbar und ich wollte dich irgendwie vergessen. Ich wollte es Marc leichter machen .... ohne dich.... und hab deshalb diese ganzen Geschichten über dich erzählt und ihm die Briefe vorenthalten. Ich weiß jetzt, dass das falsch war. Ich war egoistisch und hab nur an meine eigenen Gefühle gedacht und nicht an die von Marc. Ich kann das nie wieder gut machen.
O: Sag ihm einfach das, was du mir gerade gesagt hast.
E: Das hab ich doch schon so oft versucht. Aber er hört mir nicht zu. Er hat meinen Sturkopf.
O (lächelt): Ich weiß.
E: Er wird mich hier auch wieder rausschmeißen. Ganz bestimmt! Er will mich nicht sehen, das sollte ich respektieren.
O: Ich bin doch auch noch da ... und Gretchen.
E (hakt neugierig nach): Ihr wart an meiner Villa, nicht?
O: Ja. Ich musste dich sehen und Gretchen ging es vor allem um Marc. Auch wenn er es nicht zugibt, er leidet. Insgeheim will er sich auch aussprechen.
E (ihre Augen werden wässrig, sie wischt sich hastig die ersten Tränen weg): Wirklich?
O (felsenfest davon überzeugt): Ja.
E (wagt einen vorsichtigen Blick in seine smaragdgrünen Augen): Und du? Verzeihst du mir wirklich?
O (lächelt): Das habe ich schon, als ich dir vorhin an der Tür in die Augen geschaut habe.

Olivier rückte näher an Elke heran und nahm wieder ihre Hand. Die stolze Frau wollte sie erst verunsichert wieder wegziehen, aber er hielt sie entschlossen fest. Er hatte sie längst in seinen Bann gezogen. Ohne Ausweg auf Rettung! Die sonst so toughe und wortgewandte Autorin war wie Wachs in seinen Händen und konnte sich seinen intensiven Blicken kaum noch entziehen...

E (verunsichert): Oli, was...
O (schaut sie gefühlvoll an): Mokkapralinchen? Und hast du es?
E (blickt zwischen seinen Augen hin u. her): Ich versteh nicht ganz.
O: Hast du mich vergessen?
E (versinkt in seinen tiefgrünen Augen u. seufzt): Nicht einen einzigen Tag, mi Corazón.
O (lächelt glücklich): Das hab ich immer gespürt.
E: Ach hör auf mit deinem Intuitionsgehabe! Das habe ich dir früher auch schon nicht abgenommen.
O (legt seinen Arm vorsichtig um ihre Schulter u. zieht sie an sich; sie lässt es ohne Widerworte geschehen): Nicht? Also ich kann mich da an Momente im Sandkasten erinnern, in denen du...
E (lacht über ihren unverbesserlichen Knallkopf, berührt mit ihrem Finger seine Lippen u. bringt ihn zum Schweigen): Halt die Klappe, Oli!
O: Hey! Spricht man so mit seinem Ehemann?
E (lacht erneut laut auf u. drückt ihn an sich): Es gibt nur eine Sprache, die du verstehst, mi Corazón.

Lorelei Offline

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19.08.2010 14:39
#672 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Etwa zur gleichen Zeit betrat Dr. Meier das Stationszimmer der Chirurgie, wo er liebevoll mit einem Küsschen von seiner Freundin begrüßt wurde, die hier zusammen mit Schwester Sabine eine Tasse Kaffee trank...

M (schiebt G sanft, aber bestimmt ein Stück von sich u. grinst sie an): Das muss leider warten, Haasenzahn. Kannst du für etwa eine Stunde die Station übernehmen? Ich hab mein Handy zuhause vergessen. Bin gleich wieder zurück.
G (grinst wie ein Honigkuchenpferd): Du vertraust mir tatsächlich dein Heiligtum an?
Na super! Höhenrausch sofort stoppen!
M: Nicht gleich abheben ja! Visite wirst du ja wohl noch alleine schaffen. Und ansonsten? Notfälle werden zur Hassi umgeleitet. Hab ihr schon Bescheid gesagt.
G (seufzt): Ich bin auch immer wieder beeindruckt, wie viel Vertrauen du in mich legst.
M (grinst über beide Backen): Siehste! Bis gleich!

Dr. Meier kam seiner Lieblingsassistenz noch einmal ganz nah, gab ihr einen süßen Schmatzer auf ihre vollen Lippen und flüsterte ihr noch leise etwas ins Ohr...

M: Wenn dir langweilig ist, kannste ja dann in meinem Büro auf mich warten. Zum Diktat... oder so!
G (lacht): Spinner!

Marc grinste seine Liebste frech an, die ihm die Zunge raussteckte, und verschwand dann aus dem Stationszimmer, mit dem Autoschlüssel in seiner Hand spielend. Gretchen schaute ihm vom Tresen aus verträumt hinterher. Schwester Sabine, die die Liebesszene verzückt beobachtet hatte, konnte ihre Meinung mal wieder nicht für sich behalten...

S (schwärmt): Hach.... Ich bin jedes Mal von Neuem beeindruckt, wenn ich sehe, wie entspannt der Herr Doktor ist, seitdem er mit Ihnen zusammen ist, Frau Doktor.
G (abwesend): Ich auch.
Äh... Was hab ich gesagt?

Peinlich berührt stand die verliebte Assistenzärztin schließlich auf, schnappte sich die Patientenmappen, die auf dem Tresen lagen, und startete zusammen mit Schwester Sabine und dem auf dem Gang wartenden Ärzteteam die Visite, während Dr. Meier schnell nach Hause fuhr, wo auf ihn eine riesige Überraschung wartete...


Seine Eltern zelebrierten nämlich gerade hinter der Couch im Meier-Haaschen Wohnzimmer auf ihre ganz spezielle Weise ihre Wiedersehensfreude. Elke Fisher hatte sich dem unwiderstehlichen Charme ihres Mannes nicht länger entziehen können. Ihre längst verdrängten Gefühle brodelten schlagartig wieder hoch. Auch wenn der erste Kuss noch von ihr ausgegangen war, so war das, was darauf folgte, seiner Initiative entsprungen. Die jahrelange stille Sehnsucht brach regelrecht aus den beiden heraus. Zwei schlafende Vulkane wurden geweckt, als sich ihre Lippen zum ersten Mal seit über zwanzig Jahren berührt hatten. Die Erfolgsautorin konnte sich auch noch so sehr wehren, indem sie mit ihrem Gucci-Täschchen mehrfach gegen die gestählte Brust des Mediziners schlug, um ihn von seinem gierigen Vorhaben abzubringen, aber der geballten Meierschen Leidenschaft konnte und wollte sie schließlich nicht mehr entkommen. Zu groß war die Sehnsucht nach dem Mann, den sie immer geliebt hatte und den sie immer noch liebte. Olivier Meier reizte es ungemein, dass sich seine Frau anfangs noch gegen diese unbändige Gefühlslawine gewehrt hatte, die sich von Minute zu Minute immer weiter ausbreitete. Die alternde Furie, die er immer noch über alles liebte, hatte tatsächlich die Kampfkraft einer Fünfundzwanzigjährigen und er konnte sie kaum bändigen. Er packte sie schließlich unsanft an ihren Handgelenken, woraufhin ihr ihre Handtasche aus den Händen rutschte, und zog sie schwungvoll ganz nah an sich heran. Längst hatte die Mittfünfzigerin den ungleichen Kampf aufgegeben. Wie gefesselt hing sie an den smaragdgrünen Augen ihres Mannes, der seinen Kopf leicht neigte und dann seine feurigen Lippen auf die ihren presste. Olivier küsste seine Herzensdame so intensiv und wild, dass sie endgültig den Boden unter ihren Füßen verlor. All die so lange unterdrückten Gefühle und die alte Anziehungskraft brachen sich endgültig Bahn. Und sie liebten sich schließlich, als sei es ihr erstes Mal.

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19.08.2010 22:22
#673 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen meine Süßen! Eure schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Achtung: Ich will hier eigentlich keine FSK-Grenze setzen , aber dieser Teil könnte eventuell bei dem einen oder anderen traumatische Folgen auslösen , deshalb nur unter Zuhilfenahme einer Schutzbrille zu genießen und dann schnell wieder löschen. (Das Bild in eurem Kopf, nicht meine Geschichte! ) In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß mit der versammelten Familie Meier! LG Lorelei




Marc Meier öffnete wenig später seine Wohnungstür und begab sich schnurstracks in sein Schlafzimmer, wo er sein Handy vermutete. Und tatsächlich fand er es auf dem kleinen Nachtschränkchen neben dem Bett. Er schaute kurz nach, ob ihn jemand angerufen hatte, dann steckte er es in seine Jackentasche und wollte so schnell wie möglich wieder zurück in die Klinik. Es war ihm dann doch ein kleinwenig unheimlich, seine heiß geliebte Station einer zwar talentierten, aber manchmal eher tollpatschigen Assistenzärztin, die gleichzeitig auch noch seine Freundin war, anvertraut zu haben. Die Chirurgie gehörte nun mal nicht in die Hände einer Frau, sondern in die eines Mannes. In seine göttlichen Hände! Der Oberarzt lief grinsend den Flur vor, hielt aber plötzlich inne und lauschte. Seltsame Geräusche, etwa in der Art von grunzenden Wildschweinen beim Fressen, drangen aus dem Wohnzimmer an sein Ohr... Hä? Was zum...? ... Langsam und auf Zehenspitzen schlich er vor und schaute sich dort um. Er sah nichts Ungewöhnliches. Nur ein paar Kleidungsstücke wild auf der hellen Couch verteilt. Anscheinend hatte sein Vater heute die Wäsche gemacht. Ohne sich groß weiter Gedanken darüber zu machen, drehte er sich wieder zur Wohnungstür um und griff nach der Klinke, als er plötzlich ein tiefes Röcheln vernahm, das so klang, als ob gleich jemand einen qualvollen Erstickungstod sterben würde. Der junge Chirurg drehte sich wieder verwundert um und plötzlich ragte ein nacktes schlankes Bein hinter dem Sofa empor und die ungewöhnlichen Geräusche wurden lauter. Marc hielt sich eine Hand vor den Mund, um nicht laut loszuschreien....

Alter Schwede! Kaum ist der Sohn aus dem Haus, treibt’s der Alte hinter der Couch. Krass! Ich bin so stolz auf ihn. Wurde Zeit, dass er endlich mit dem Leben weitermacht und nicht ständig über Mutter sinniert. Ich hasse es! .... Wer die Schnalle wohl ist? Wahrscheinlich eine von den willigen Krankenschwestern, die ihn so anhimmeln. Vielleicht die süße Noel aus der Pädiatrie, mit der er gestern so unnötig lange und peinlich geflirtet hat? Ein bisschen jung vielleicht!? Hmm.... Aber die Alten suchen sich ja immer was junges Knackiges. Fürs erschlaffende Ego! Hmm... Oder ist es der Hausdrache Stefanie? Ich werde das Gefühl nicht los, dass die in ihn verknallt ist, so wie die um ihn herumschleicht. Die hängt doch wie ein zweiter Schatten an ihm. Wie liebevoll sie über ihn schimpft und wie die zwei sich immer anzicken. Is schon sehr verdächtig auffällig. Und er hat doch mal erwähnt, dass er „Steffi“ noch aus Charitézeiten kennen würde. Wäre damals als süße achtzehnjährige Schwesternschülerin ein echt steiler Zahn gewesen! Pfff... Dad braucht wohl doch so langsam mal ne Brille! .... Nee, die olle Schrulla ist definitiv nicht seine Liga. Und allein die Vorstellung ist schon .... Woah..... Da läuft es mir ja kalt den Rücken runter. Bäh! ... Oh! Die werden noch lauter. Krass! Scheinen gleich fertig zu werden. Ich hau mal besser ab. Will ja nicht traumatisiert werden!

Marc grinste sich eins, doch sein schelmisches Grinsen sollte ihm einen Moment später im Hals stecken bleiben. Das alternde Liebespaar, das ihren heimlichen Spanner noch nicht bemerkt hatte, schnellte urplötzlich hoch. Der glühende Vulkan speite die letzte Lava. Olivier presste seine Frau kraftvoll gegen die Rückwand der Couch, die daraufhin quietschend ein Stückchen nach vorn rutschte. Die beiden Liebenden stöhnten laut auf. Ihrem entsetzten Jungen fielen augenblicklich sein Autoschlüssel und seine Kinnlade herunter. Jetzt kam ihm auch der Duft eines ihm nur allzu bekannten Parfums in die Nase, das er über alle Maßen hasste. Völlig geschockt wich Marc einige Schritte zurück, er hielt sich die Augen zu und knallte gegen die geschlossene Wohnungstür. Durch das laute Poltern hatten auch seine Eltern ihre Köpfe gewendet und schauten ihren Sohn nun direkt an. Beiden stieg augenblicklich die Schamesröte ins Gesicht. Angewidert über den Anblick, den seine Eltern ihm boten, rutschte dem sonst so redegewandten Oberarzt nur ein ungläubiges „Mutter?“ über die Lippen. Marc schnappte sich panisch seinen Schlüssel, dann griff er nach der Türklinke, die er schnell herunterdrückte. Olivier und Elke brauchten einen Moment, um ihre Gedanken zu sortieren, dann riefen sie fast gleichzeitig „Marc!?“ und bedeckten ihre nackten Leiber mit der Decke, die über der Couch lag. Doch Marc hatte bereits hektisch die Tür geöffnet und sie laut hinter sich wieder zugeknallt. Wie in Trance stolperte er zu seinem Auto und fuhr mit quietschenden Reifen davon, während ihm Olivier, noch nackt wie er war, hinterherlief, aber da war er bereits um die nächste Ecke gefahren. Unter den neugierigen Blicken der Nachbarn lief der nackte Professor schnell wieder zurück in die Wohnung seines Sohnes. Elke hatte sich bereits wieder angezogen. Sie stand im Flur und wollte gerade gehen...

O: Was hast du vor?

Die Autorin fuhr ihm noch einmal zärtlich mit der rechten Hand über die Wange, woraufhin Olivier glücklich seine Augen schloss, doch dann ließ sie ihn abrupt los und öffnete die Wohnungstür. Ein letztes Mal drehte sie sich zu ihrem Ehemann um, der sie jetzt mit großen Augen verunsichert anschaute...

E (leise): Es tut mir leid, mi Corazón. Das... das war ein Fehler.
O (verletzt): Aber...

Elke konnte ihm nicht mehr länger in die Augen sehen und schloss die Tür hinter sich. Sie ließ einen betröppelten nackten Mann zurück, der sich auf das helle Sofa fallen ließ und sich aufgeregt durch seine Haare fuhr und seine durcheinander geratenen Gedanken sortierte. So hatte sich Olivier zwar in seinen kühnsten Träumen das Wiedersehen mit seiner Traumfrau vorgestellt, aber sicherlich nicht die erste Begegnung zwischen Mutter und Sohn nach den ganzen Streitigkeiten.

Lorelei Offline

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20.08.2010 15:51
#674 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen meine Lieben

wie, euch hätte nur ein Kuss gereicht? Vielleicht beim nächsten Mal, falls es ein nächstes Mal gibt. Jetzt geht es erst einmal mit einer Art Überblick weiter, also was gerade auf allen Stationen des EKH los ist, um nicht den Faden zu verlieren, bevor wir später dem völlig schockierten Dr. Meier wieder begegnen, was kein Zuckerschlecken wird. Für den einen und die andere! Viel Spaß mit dieser Episode in XXL. Eure Lorelei





Im Elisabethkrankenhaus ging in der Zwischenzeit jeder mehr oder weniger konzentriert seiner Arbeit nach. Dr. Mehdi Kaan verließ gerade den OP 1, wo er vor wenigen Minuten einer fünfunddreißigjährigen Mutter eines dreijährigen Sohnes ein bösartiges Karzinom aus der linken Brust entfernen musste. Diese konnte zwar erhalten bleiben, denn der Tumor hatte nicht gestreut, aber der jungen Frau standen anstrengende Monate bevor. Um eine Chemotherapie und Bestrahlung würde sie leider nicht herumkommen, hatte ihm Frau Dr. Steigerle, die die Nachbetreuung seiner Patientin übernehmen würde, soeben ein weiteres Mal bestätigt und war dann mit einer Probe der Geschwulst im Labor verschwunden. Mehdi ging das Schicksal der jungen Mutter sehr nahe. Sie war in seinem Alter und allein erziehend. Was würde denn aus dem Jungen werden, wenn sich seine Mutter der nicht unkomplizierten Therapie unterziehen musste? Gaby, die ihm während der Operation als OP-Schwester assistiert hatte, ahnte, was in seinem Kopf vorging. Sie hätte ihn auch gerne getröstet. Ihr war die Patientin ja auch nicht egal. Sie kannte sie von der mehrjährigen Betreuung durch Dr. Kaan und hatte sich öfters nett mit ihr unterhalten. Sie war wie sie in Berlin Hellersdorf aufgewachsen. Das verband. Aber es stand Gaby nicht zu, als einfache Krankenschwester hier einfach so in aller Öffentlichkeit ihrem Oberarzt um den Hals zu fallen. Seit seiner Rückkehr aus Italien vor einer Woche hatte er sich zurückgezogen und bestand auf ein rein kollegiales Verhältnis. Er wollte Abstand und sie hatte das akzeptiert, auch wenn es ihr schwer fiel, denn allein schon seine Nähe führte bei ihr zu akutem Herzflattern und Konzentrationsstörungen. Aber ihr Chef brauchte eben noch ein bisschen Zeit, um wieder der Alte zu werden. Sie hoffte inständig, dass er wieder der Alte werden würde. Momentan sah es eher nicht danach aus. Sie konnte seine traurige Miene kaum noch ertragen. Und es schmerzte sie, zu sehen, wie er sich oft stundenlang und manchmal bis spät in die Nacht in seinem Büro verschanzte und sich hinter seinem Papierkram versteckte. Wahrscheinlich fiel ihm in der leeren Wohnung die Decke auf den Kopf und er versuchte, sich so abzulenken, dachte die brünette Krankenschwester besorgt, die sich jetzt in diesem Moment mit einer Tasse Kakao im Schwesternzimmer der Gyn an einen Tisch setzte. Zunehmend machte sich Gaby Kragenow Sorgen um ihren charmanten Oberarzt und ihre heimliche Liebe. Lange konnte er nicht mehr so weitermachen.

Ihr Sorgenkind verließ währenddessen den OP-Bereich und lief direkt Gretchen Haase und Maria Hassmann in die Arme, als diese gerade ein Motorradunfallopfer mit schweren Kopfverletzungen in den OP 3 schieben wollten. Er nickte den beiden freundlich zu, aber beide bemerkten, dass sein Lächeln eher aufgesetzt war und er bedrückt wirkte. Auch die beiden Ärztinnen ließ die Sorge um den attraktiven Frauenarzt nicht los. Während Gretchen verstand, dass seine Zurückhaltung seine Art war, mit allem fertig zu werden, und fest daran glaubte, das ihr bester Freund bald wieder der Alte sein würde, machte Maria sein abweisendes Verhalten ihr gegenüber zunehmend zu schaffen. Sie wusste ja, dass er Zeit brauchte, um die Geschichte mit seiner Frau und seiner Tochter zu verdauen, und hatte auch Verständnis dafür, aber wenn man verliebt ist, möchte man nun mal jede freie Minute mit seinem Liebsten verbringen und alle Sorgen und Nöte teilen. Aber Mehdi ließ sie nicht an sich heran. Sie hatte das akzeptiert, auch wenn ihr Herz ihr etwas anderes sagte. Deshalb war Maria ihm auch erst einmal aus dem Weg gegangen, aber komischerweise lief er ihr trotzdem jeden Tag im EKH zufällig über den Weg, egal wo sie gerade war. Das war ihr mittlerweile schon richtig unheimlich, aber sie freute sich jedes Mal und hätte ihn am liebsten in den Arm genommen. Aber Mehdi gab sich betont distanziert und professionell. Wenn sie miteinander redeten, dann ging es meistens um ihre Patienten oder irgendetwas Belangloses, nie über ihre sich eventuell anbahnende Beziehung. Die verliebte Oberärztin hatte sogar das Gefühl, dass er es geradezu darauf anlegte, nicht darüber zu reden und das verletzte sie. Maria musste sich nun mal in Geduld üben. Doch Geduld war noch nie ihre Stärke gewesen. Mehdis traurigen Blick, den er seinen beiden Kolleginnen auch jetzt wieder zuwarf, konnte die Neurologin kaum noch ertragen. Sie hätte ihm so gerne etwas von seinem Schmerz abgenommen. Die beiden hatten zwar letzte Woche darüber geredet, wie er sich fühlte, aber seitdem machte er komplett dicht. Wohl oder übel musste Maria seine Zurückhaltung akzeptieren. Mehdi musste erst einmal selber über die erneute Enttäuschung in seinem Leben hinwegkommen. Irgendwann würde schon alles wieder gut werden. Davon war die brünette Ärztin überzeugt und schob jetzt entschlossen die Patientenliege in den OP-Bereich, nachdem sich Dr. Kaan schnell von den beiden Frauen verabschiedet hatte. Hoch konzentriert begann die Neurochirurgin zusammen mit Dr. Haase die komplizierte Operation am offenen Schädel. Die blonde Assistenzärztin war natürlich begeistert, dass sie bei so einem schwierigen Eingriff assistieren durfte und bei ihrer Kollegin auch überraschenderweise viel allein machen durfte, aber auch ihr war der Anblick des traurigen Gynäkologen nahe gegangen. Seit Mehdi aus Italien zurückgekehrt war, hatte Gretchen keine ruhige Minute gehabt. Es gab keinen Moment, an dem sie nicht an ihren verzweifelten Freund gedacht hatte und sie hatte sich schon mehrfach dabei ertappt, spontan auf der Gyn vorbeizuschauen. So langsam gingen ihr aber die Ausreden aus und Mehdi schien auch zunehmend genervt von ihrer übertriebenen Fürsorge. Aber Gretchen konnte nun mal nicht aus ihrer Haut. Sie machte sich nun mal Sorgen. Und damit schien sie nicht allein zu sein, da Schwester Gaby ihr auch ihre Sorge zum Ausdruck gebracht hatte, als diese ihr mitteilte, dass ihr Chef momentan zu viel arbeiten würde. Mit Maria kam Gretchen während der OP auch wieder deswegen ins Gespräch. Wie konnte man diesen Mann nur aus seiner Lethargie reißen? dachten beide.

Mehdi Kaan hatte sich inzwischen müde und geschafft in sein Büro zurückgezogen. Auch wenn es vielleicht nicht gerade die richtige Taktik war, seinen besorgten Freunden aus dem Weg zu gehen, die doch nur für ihn da sein wollten, wie ihm auch sein Therapeut, zu dem er seit zwei Tagen wieder ging, bestätigt hatte, so wollte er dennoch vorerst lieber allein sein. Er legte sich jetzt auf seine Patientenliege, zog den Vorhang zu und schloss seine Augen. Sofort hatte er wieder sein lächelndes Mädchen vor seinem geistigen Auge. Was sie wohl gerade machte? Ging es ihr gut? Sie war doch bestimmt schon gewachsen. Wie sehr hatte sie sich wohl in den letzten Monaten verändert? Ob sie ihn vermisste? Wenn sie doch nur hier wäre! Mit diesem Gedanken schlief Mehdi schließlich erschöpft ein.

Nachdem die mehrstündige Gehirn-OP erfolgreich überstanden war und eine Schwester den frisch operierten Patienten auf die Intensivstation geschoben hatte, verabschiedeten sich die beiden Ärztinnen voneinander. Gretchen und Maria waren übereingekommen, dass sie Mehdi noch ein paar Tage Zeit geben würden und falls er dann immer noch so verschlossen wäre, würden sie sich ein Freizeitprogramm überlegen, das sich gewaschen hatte, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Irgendwie würden sie schon das süße Lächeln wieder auf Mehdis Gesicht zaubern. Während sich Dr. Hassmann nun auf den Weg in ihr Büro machte, um den Abschlussbericht zu schreiben, war Dr. Haase in die Cafeteria gegangen. Nachdem sich Marc am Vormittag kurzfristig nach Hause verabschiedet hatte, war Gretchen nämlich ihrer Mutter über den Weg gelaufen, die sie zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen hatte. Seitdem ihre Tochter bei ihrem neuen Freund wohnte, würde sie sich nämlich rar machen, diente der älteren Schwesternschülerin als Begründung und schürte damit Gretchens schlechtes Gewissen. Sie wollte doch so gerne die ganze Familie mal wieder beisammen haben, hatte Bärbel gemeint. Ihre Tochter konnte sich dem nicht entziehen. Als sie die Cafeteria betrat, sah Gretchen auch schon ihren Vater und Jochen, der vor ein paar Tagen sein Praktikum im EKH wieder aufgenommen hatte, an einem Tisch in der Mitte sitzen und setzte sich lächelnd dazu. Begeistert erzählte sie den beiden von der schwierigen Operation, die sie gerade fast im Alleingang mit Bravour gemeistert hatte, womit sie ihrem vor Stolz strotzenden Vater ein breites Lächeln auf die Lippen zeichnete. Ihr Bruder wirkte eher gelangweilt und desinteressiert. Er beobachtete viel lieber die drei süßen Schwesternschülerinnen einen Tisch weiter. Aber die Person, die die Einladung zum gemeinsamen Familienmittagessen ausgesprochen hatte, ließ auf sich warten.

Bärbel Haase hatte nämlich völlig die Zeit vergessen, als sie zusammen mit Schwester Sabine die Hanfteerationen für den heutigen Tag vorbereitete. Mittlerweile hatte sich ihr kleines Privatgeschäft in ein Großunternehmen verwandelt und sie kamen mit der Produktion kaum noch hinterher, da sie jetzt auch noch die Charité als Großkunden dazu gewonnen hatten. Der Hanftee fand auf den Onkologien Berlins reißenden Absatz. Das Sümmchen Scheine im geheimen Tresor an der Wand hatte sich schon fast verdoppelt. Nur noch ein paar Wochen und Bärbel hätte die viertel Million, die sie unter widrigen Umständen verloren hatte, wieder rein, wenn nicht sogar noch mehr. Das Rentnerdasein in Florida war nahezu gesichert, dachte sie begeistert. Noch war ihnen niemand auf die Spur gekommen. GsD! Aber Gordon Tolkin entwickelte sich zunehmend zum Risikofaktor. Er wirkte in letzter Zeit sehr abwesend und unkonzentriert und zog es lieber vor, das Gras selbst zu rauchen, als es in die Fabrikation der beliebten Teemarke zu stecken. Das beunruhigte seine beiden Komplizinnen zunehmend. Doch warum er so schlecht drauf war, das ahnten die beiden Krankenschwestern nicht. Gordon trauerte nämlich Gaby Kragenow hinterher. Die letzte Abfuhr vor einer Woche hatte ihn schwer getroffen. Der unglücklich verliebte Sanitäter hatte seine Traumfrau aus der Ferne noch eine Weile sehnsüchtig beobachtet, aber sie beachtete ihn nicht mehr. Sie hatte nur noch Augen für ihren zurückgekehrten Oberarzt, der seltsamerweise mit einer noch mieseren Stimmung als er durch die Gänge des EKHs schlurfte. Da Gordon dieses Bild nicht mehr länger ertragen konnte, zog er es vor, seine Pausen völlig lustlos in der Hanfplantage abzuhängen. Nur widerwillig ließ er sich zur Mitarbeit zwingen. Er war schließlich der Lieferant des Cannabis und die Kontaktperson für die anderen Krankenhäuser. Mittlerweile schien ihm jedoch alles egal zu sein. Das war damals eine Schnapsidee von ihm und Knechtelsdorfer gewesen, dieses Geschäft aufzuziehen. Eigentlich waren sie nur auf ein bisschen zusätzliche Kohle aus gewesen, um sich eine längere Auszeit in Thailand zu finanzieren. Als Assi und Sani verdiente man nun mal nicht sehr viel. Aber aus den gemeinsamen Reiseplänen war nichts geworden. Maurice Knechtelsdorfer war vor drei Monaten von Dr. Meier rausgeschmissen worden und lebte wieder in Österreich und Gordon Tolkin hatte nun das kleine Nebengeschäft an der Backe und damit auch seine nervigen Komplizinnen, die ihm tierisch aufs Schwein gingen. Er hatte einfach keinen Bock mehr. Aber seine beiden Geschäftspartnerinnen hatten ihn nun mal in der Hand. Mit gehangen, mit gefangen! Bärbel Haase hatte ihm heute ordentlich den Kopf gewaschen und er hatte sich wieder aufgerafft. Sie wollte auf gar keinem Fall, dass wegen eines Fehlers seinerseits alles aufflog. Jetzt, wo sie fast am Ziel waren.

Franz, Jochen und Gretchen ahnten von alledem nichts, auch wenn sie enttäuscht waren, dass Bärbel ihre Verabredung hat platzen lassen. Vor allem der Professor war sauer. Er bekam seine Ehefrau kaum noch zu Gesicht, seitdem sie wieder berufstätig war. Er vermisste sie und den geregelten Tagesablauf von früher. Er kam abends nach Hause und das Essen stand bereits auf den Tisch, die Hemden waren gebügelt und das Haus glänzte. Jetzt musste er vieles davon selber erledigen, weil sie manchmal noch später als er nach Hause kam. Das verwunderte ihn zwar sehr, aber anscheinend machte ihr die Arbeit wirklich Spaß. Was konnte er da groß dagegen sagen? Die anderthalb Jahre, bis er seinen Ruhestand antrat, würde er das schon noch aushalten. Als er daran dachte, konnte er auch schon wieder lächeln und so aß er eben mit seinen beiden Kindern allein zu Mittag. Sein Kälbchen machte sich schließlich, seitdem sie beim Meier wohnte, auch sehr rar und so genoss er jede auch noch so kleine Möglichkeit, mit ihr Zeit zu verbringen.

Während das Haasche Ärzteduo und der Praktikant gemütlich beim Essen in der Cafeteria beieinander saßen, Bärbel Haase und Sabine Vögler ihre teuren Pflänzchen gossen und Gordon Tolkin zur Auslieferung des Hanftees schickten, Schwester Gaby im Schwesternzimmer verträumt mit einem Löffel in ihrem Kakao rührte und dabei aus dem Fenster schaute, Maria Hassmann die letzte Patientenakte auf den Stapel „erledigt“ legte, sich kurz streckte und gähnte und Dr. Kaan in seinem Büro einen erholsamen Mittagsschlaf machte, schlurfte ein zerzauster und grummliger Oberarzt durch die Gänge des EKH. Immer wieder fuhr sich Dr. Meier durch seine Haare und schüttelte den Kopf. Das eben Gesehene wollte einfach nicht in seinen Kopf. Wie konnte es nur soweit kommen? Seine Eltern!? Dieses Wort hatte er zum letzten Mal vor zwanzig Jahren in den Mund genommen. Das konnte doch nur ein schlechter Scherz sein? Das durfte einfach nicht wahr sein! Schließlich blieb der immer noch sichtlich schockierte Chirurg vor einer Tür stehen und schaute sich noch einmal um. Eine junge Schwesternschülerin blickte unsicher auf den verwirrt dreinblickenden Arzt. Er funkelte sie böse an, so dass sie schnell das Weite suchte und öffnete dann ohne Anzuklopfen mit Schwung die Tür....

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.338

21.08.2010 13:02
#675 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Weiter geht’s im Text. Wegen dem tollen Wetter gibt’s heute wieder einen extralangen Teil. Aber es gibt nun mal sehr viel zu besprechen. Aza, du hattest mal wieder Recht! Sollte vielleicht öfters auf dich hören. Viel Spaß jetzt mit unseren verzweifelten Jungs! Ein wunderschönes sonniges Supersommerwochenende wünsche ich euch allen. Lorelei




Ohne aufzuschauen, ob überhaupt jemand im Zimmer war, schlurfte Marc Meier in das Büro seines besten Freundes und ließ die Tür hinter sich zuknallen...

MM: Alter, stell dir das Schlimmste vor, was du dir vorstellen kannst und multipliziere es mal fünf oder gleich mal hundert. Das ist so was von krass. Ich check das einfach nicht. ... (schaut langsam auf) ... Mehdi? Wo...? Hä?

Die blöde Kuh hat doch gemeint, er sei hier. Mann, läuft heute denn gar nichts rund? Verdammte Scheiße!

Der verzweifelte Oberarzt ging einige Schritte nach vorn und schaute sich um. Dr. Kaans Chefsessel war leer. Keine Spur von seinem Freund...

MM (stöhnt): Na super! Wenn man ihn EINMAL braucht, ist er nicht da.

Er drehte sich wieder um und wollte gerade wieder gehen, als es plötzlich hinter dem Vorhang raschelte und sich eine grummelige, verschlafene Stimme bemerkbar machte...

MK: Notiz an mich: Besser Zimmer vorher abschließen!
MM (kratzt sich verwirrt am Kopf u. schaut um die Ecke): Hä? Was zum ....?

Mehdi Kaan erhob sich langsam von der Patientenliege, auf der er gerade noch friedlich geschlummert hatte. Er streckte sich kurz und gähnte einmal laut, dann öffnete er die Vorhänge. Marc war zum Fenster gelaufen, wo er sich lässig ans Fensterbrett lehnte mit direktem Blick auf den Patientenpavillon, dessen Stoffvorhänge sich gerade öffneten und einen verschlafen dreinblickenden Frauenarzt preisgaben. Er grinste seinen besten Freund an....

MM: Muss ich mir jetzt Sorgen machen, weil du am hellerlichten Tag wie eine alte Oma ein Mittagsschläfchen hältst?
MK (dreht sich in seine Richtung u. lässt die Beine von der Liege baumeln): Du kannst es dir vielleicht nicht vorstellen, aber hier wird gearbeitet und ich hab schon eine anstrengende OP hinter mir. Ich brauch das jetzt.
MM (grinst): Ja, alter Mann!
MK (beleidigt): Eh! Lieber eine kleine Siesta jetzt als abends Schlaftabletten.
Scheiße! Er ist immer noch....
MM (ernst): Schläfst du immer noch so schlecht?
MK (schaut ihn eher gequält an u. nickt): Hmm! Immer wieder dasselbe Bild, wie die beiden in den Zug steigen und ich noch hinterher renne, dann verblassen die Bilder. Ich stehe auf einem leeren Bahnsteig mitten in der Nacht und dann wache ich schweißgebadet auf und kann die ganze Nacht nicht mehr einschlafen.
MM: Scheiße!
MK (verzweifelt): Ich werde die Bilder einfach nicht los.
MM: Und was sagt dieser Psychopath äh... Psychoonkel, zu dem du dich neuerdings schleppst?
MK (klärt ihn auf): Dr. von Hirschhausen.
MM: Wie auch immer.
MK (seufzt): Das würde sich schon mit der Zeit legen. So wie vor ein paar Monaten auch.
MM: Und dafür kassiert der so viel Kohle? Also den Tipp hättste auch umsonst von mir...
MK (fällt ihm ins Wort): Aber er hat doch Recht.
MM (zieht die Augenbrauen hoch): Bitte?
Psychologen sind doch keine richtigen Ärzte!
MK: Ich bin aufgewühlt nach der Sache in Italien und durchlebe das alles noch einmal. Die ganze Gefühlspalette. Das ist ganz natürlich. Damals hab ich das nur nicht so bewusst mitbekommen, weil ich mit den Zuhältern zu schaffen hatte und die Tabletten geschluckt habe und alles verdrängt habe.
MM: Ah ja!?
Sind immer noch keine richtigen Ärzte!
MK: Momentan stecke ich in der Akzeptanzphase. Die Nicht-wahrhaben-Phase, in der ich in den letzten Wochen und Monaten festgesteckt habe, habe ich mittlerweile überwunden, indem ich direkt nach den beiden gesucht habe. Ich habe etwas getan. Ich habe meine unbegründeten Schuldgefühle dadurch überwunden.
Der redet vielleicht eine Scheiße! Was denn für eine Schuld? Du dumme Schlampe hat das doch alles verbockt!
MM: Aber hast du nicht gemeint, du würdest dir, unverständlicherweise, die Schuld geben, weil du zu spät da unten angekommen bist?
MK: Ja, das war ja auch im ersten Moment so. Ich war halt so enttäuscht. Aber ich habe jetzt lange darüber nachgedacht. Ich bin nicht schuld. Anna ist die ... Naja du verstehst schon. Ich muss mir keine Vorwürfe machen. Ich hab sie gesucht. Ich hab alles Mögliche auf die Beine gestellt. Sie ist jetzt am Zug.
MM: Aber du gibst dich jetzt nicht der Illusion hin, dass sie urplötzlich irgendwann wieder vor deiner Tür stehen?
MK: Das ist die einzige Hoffnung, die ich noch habe.
Hmm... Was soll ich jetzt davon halten?
MM: Hmm!?
Stimmt schon irgendwie.
MK: Jetzt bin ich endlich bereit zu akzeptieren, dass ich auch ohne sie klarkommen kann. Ich muss einen Weg in mein altes Leben zurückfinden. Und ich weiß, dass ich das schaffen kann.
Äh ... ja!? Er sollte vielleicht nicht so häufig zu diesem, wie hieß er noch? Hund? Hase? Quatsch! Huhn? Nee Hirsch oder so gehen. Mehdi muss schleunigst wieder unter normale Menschen. Der redet eine gequirlte Scheiße. Jetzt weiß ich, warum ich damals die Psychokurse an der Uni immer geschwänzt habe bzw. mich nur in die Anwesenheitslisten eingetragen habe und dann gleich wieder verkrümelt habe.
MM: Aha? Also das Psychogequatsche ist so ein Schrott. Soll das etwa heißen, du sollst akzeptieren, dass die beiden nie wieder auftauchen oder was? Blödsinn! Das ist ganz bestimmt der falsche Weg.
Die Hoffnung hat ihn doch immer oben gehalten.
MK: Aber ich muss aufhören, mich an diesem kleinen Funken Hoffnung festzuklammern, dass Anna und Lilly irgendwann wieder vor meiner Tür stehen werden, und mein ganzes Leben davon abhängig zu machen. So werde ich immer unglücklich bleiben. Das Leben geht auch so weiter. Ohne sie. Irgendwie.
MM (verdreht die Augen): Den Tipp hätte ich dir auch geben können. Also willst du wieder dein neues altes Leben mit Wein und Weib äh... Weibern aufleben lassen, hä?
MK (eingeschnappt): Marc! Es geht nicht immer nur um Spaß und Sex ja.
MM (skeptisch): Nicht?
Er war wesentlich entspannter, als er noch durch alle Betten hüpfte. Das wäre die richtige Therapie für ihn.
MK: Ich brauche jetzt einfach Zeit für mich, verstehst du?
Äh... nee! Will der jetzt etwa Mönch werden oder was? Naja, er redet ja auch schon so komisches Esoterikzeug und... Ach Quatsch? Was der wirklich braucht, ist ne ordentliche Nummer!
MM (grinst): Na ob das deine Haremsmädels verstehen werden.
Die laufen doch schon seit Wochen wie läufige Hündinnen durchs EKH und warten auf die passende Gelegenheit, ihn wieder zu bespringen.
MK: Ja, das tun sie. Sie akzeptieren, dass ich erst mal zu mir selbst finden muss.
Zu sich selbst finden? Dem Quacksalber aus dem 2. Stock gehört die Lizenz entzogen! Definitiv Sektenslang! Da kann sich Mehdi auch einfach nur nen Tom-Cruise-Film reinziehen! Hmm... Könnten mal wieder ne Action-Film-Nacht machen. Aber mit richtigen Männern, wie Bruce Willis und so. Ja, das machen wir! Ehe Haasenzahn sich ihn schnappt und irgendnen peinlichen Mädchenkram mit ihm macht, um ihn auf andere Gedanken zu bringen.
MM (zieht eine Augenbraue hoch): Ah ja!? Und deshalb vergräbst du dich hier mit Arbeit, hältst wie ein kleines Mädchen ein Mittagsschläfchen und gehst uns aus dem Weg?
MK (seufzt): Ja, das ist eben meine Art, damit fertig zu werden. Und bevor du und irgendeine von den Mädels wieder fragt, mir geht es gut. Ich komm klar. Wirklich!
Sieht man!
MM: Und damit ist dein Guru einverstanden?
MK: Dr. von Hirschhausen ist kein Guru, sondern Diplompsychologe.
MM: Trotzdem Guru! Wie dem auch sei, solange du nicht in Depressionen verfällst oder wieder zu den beschissenen Pillen greifst, scheint ja alles ok zu sein.
Kann es sein, dass sich Marc ernsthaft Sorgen um mich macht? Wer ist dieser Mann und wer hat ihn durch einen Klon ersetzt?
MK: Werd ich nicht. Keine Sorge! Den Fehler hab ich einmal gemacht. Die bringen eh nichts. Lässt die Wirkung nach, geht es einem noch beschissener. Also macht euch nicht so viele Sorgen und sag bitte Gretchen, sie muss hier nicht aller paar Minuten auftauchen. Es geht mir den Umständen entsprechend gut.
Die rennt hier immer noch rum? Sie hat mir doch versprochen, dass sie das endlich bleiben lässt. Soll sich doch die Hassi um ihn kümmern.
MM: Mir brauchst du das nicht sagen, aber Mutter Theresa tickt nun mal anders. Die ist erst wieder beruhigt, wenn du mit ihr lachend alle Schokovorräte der Klinik vernichtest.
MK: Sehr witzig. Aber Schokolade kann ich im Moment nicht sehen.
Nicht? Er sieht schon ein bisschen abgemagert aus. Oh Gott! Jetzt denke ich schon wieder wie Haasenzahn. Aaahhh!
MM: Siehste! Und genau deswegen wird dir Gretchen auch weiterhin mir ihrer übertriebenen Fürsorge aufs Schwein gehen.
MK (lächelt): Genau deswegen lieben wir sie ja.
Hat der gerade lieben und Gretchen in einem Satz gesagt?
MM (hebt den Zeigefinger u. droht ihm verschmitzt grinsend): Äh... Das Wort Lieben im Zusammenhang mit Haasenzahn löschst du aber sofort wieder, sonst setzt es was.
MK (lacht): Du wirst dich nie ändern.
MM (eingeschnappt): Na du anscheinend auch nicht.

MK (lenkt ab): Was wolltest du eigentlich hier?
Scheiße! Für eine Mikrosekunde hatte ich dieses beschissene Bild wirklich vergessen. Danke du Arsch!
MM (schaut ihn gequält an): Bitte erinnere mich bloß nicht daran!
Was hat er Gretchen schon wieder angetan? Können die nicht einfach mal nur glücklich sein. Ist das so schwer?
MK: Was ist denn los?
Scheiße! Scheiße! Scheiße! Dieses beschissene Kopfkino ist echt das Allerletzte. Ich bin für mein ganzes Leben traumatisiert. Ich kann denen nie wieder in die Augen sehen. Eh! Das will ich ja auch nicht. Können mir gestohlen bleiben. Jawohl!
MM (fährt sich laut aufschnaubend durch seine Haare): Mann, für fünf beschissene Minuten hatte ich das traumatische Bild verdrängt, aber jetzt... jetzt.... Scheiße! Äh... Ich brauche vielleicht doch die Nummer von diesem Hirschdoktor.
MK (schaut ihn völlig verwirrt an): Hä?
MM (seufzt, verdreht die Augen, atmet einmal tief durch u. schaut ihn dann wieder gequält an): Stell dir das Schlimmste vor, was du dir vorstellen kannst!
MK (noch verwirrter): Wieso?
MM (genervt): Nicht blöd fragen, machen! .... Hast du’s?
Maria bekommt das von mir und Gaby raus! Aber... da läuft ja im Prinzip auch nichts mehr, seit ich mich in sie ver... Äh... Wobei... Naja ich war ja jetzt auch lange weg und ich wollte ja auch nicht mehr mit ihr... Und seit ich wieder da bin, ist mit Maria ja auch nichts... Ach Mann, ist das kompliziert. Und jetzt kommt er auch noch mit seiner komischen Frage.
MK (schaut ihn unsicher an): Äh... jaaa!?
MM (nickt anerkennend): Dann verdoppele es oder am besten verfünffachst du es!
MK: Marc, was soll das?
MM (schreit ihn genervt an): Jetzt mach!
Mann, was ist denn mit dem los? Welche Laus ist ihm denn über den Weg gelaufen?
MK (verdreht die Augen): Ok!? Das ist echt ein schräger Auftritt von dir, Marc.
Jetzt mach dich ja nicht lustig über mich ja! Das ist verdammt noch mal ernst!
MM (funkelt ihn böse an): Alter! ... Ok! Hast du’s im Kopf?
MK: Jaaa!?
Das Schlimmste wäre, wenn ich meine Lillymaus nie wieder sehen könnte. Aber was hat das jetzt mit Marc zu tun?
MM (verschränkt seine Arme vor seinem Körper u. setzt ein künstliches Lächeln auf): Gut! Genau das ist mir passiert.
MK (verwirrt): Äh... wie jetzt?
Mann bist du blöd!? Das ist doch wohl klar oder?
MM (sein Wutpegel steigt langsam, während er stockend zu erzählen beginnt): Ich hab... also... Boah... Dieses beschissene Bild wird mich bis in mein Grab verfolgen. Ich hab... Ich... Nee, ich kann es nicht sagen.... Das ist einfach zu.... Scheiße!
Ok! Es ist kaum für möglich zu halten, aber jetzt ist er definitiv durchgedreht! Die Gene seiner Mutter schlagen durch.
MK: Was ist? So schlimm? Hast du Gretchens Tagebücher gelesen und weißt jetzt, was sie früher wirklich von dir gehalten hat?
MM: Das wäre mir bei weitem lieber.
MK (erstaunt u. zunehmend ungeduldig): Marc, jetzt spann mich nicht ewig auf die Folter. Ich hab nur noch zehn Minuten Pause.
Eh! Verdammt noch mal, raffst du es nicht? Ich könnte jetzt wirklich einen Freund gebrauchen und ein bisschen Trost. Scheiß auf deine Weiberarbeit! Frauen haben schon vor Jahrhunderten ihre Kinder alleine zur Welt gebracht, da wird das hier ja wohl auch mal gehen.
MM (schließt die Augen für einen Moment u. schaut nach oben, dann wieder zu MK): Ok! Aber wehe du stellst dir das bildlich vor!
Dann muss ich dich leider töten!
MK (verunsichert): Ok?

Was er bloß hat? Hat er Gretchen mit einem anderen...? Nee, das glaube ich nicht. Erstens liebt sie ihn abgöttisch und zweitens hätte ich sicherlich gehört, wenn es in der Notaufnahme ein Blutbad gegeben hätte. Was dann? Is ihm wer weggestorben? Nee, ihm stirbt nie einer weg! Und wenn, würde ihm das nicht so nahe gehen. Hmm... Will sein Vater wieder die Biege machen? Das wäre schon schrecklich für ihn, aber ... Nee, dann würde er nicht so reagieren, dann wäre er eher niedergeschlagen. Hmm... Oder hat sich seine Mutter bei ihm gemeldet und die nächste Lebenslüge aufgedeckt? ... Mann, aus dir wird man einfach nicht schlau, Meier. Wie Gretchen das immer hinbekommt, ist mir ein Rätsel. Apropos Gretchen, wieso kommt er zu mir und nicht zu ihr? Schon komisch! Also muss es doch etwas mit ihr zu tun haben. ... Oh! ... Nein!? Sie ist doch nicht etwa... und er will... Nein! Und wieso darf ich mir das nicht bildlich vorstellen? Ich versteh’s nicht.

MM (hält sich krampfhaft am Fensterbrett fest u. beginnt stockend und mit gesenktem Blick zu erzählen): Also... ich... ich... hab gerade... *schluck* ... meinen Dad.... Mutter.... Scheiße... meine.... meine Eltern.... Äääähhhh... Oh Gott, ist das furchtbar. ... Äääähhh... *schluck*... Na halt hier .... Ääääähhhh... Na dabei erwischt!!! ... Puh! Es ist raus.
Is mir schlecht!
MK (steht auf dem Schlauch): Äh... wobei jetzt?
MM (läuft rot an): Mehdi! Na DABEI!!!
MK (versteht immer noch nicht u. schaut ihn verdutzt mit großen Augen an): Hä?
MM (mittlerweile auf 180): Sag mal, ham sie dir ins Hirn geschissen? Sind dir in der Hitze Siziliens ein paar Gehirnzellen weggebrannt oder wieso stehst du so auf dem Schlauch? DABEI als Synonym für... hm... hm... na du weißt schon.
Äh... nein!!!
MK: Ihr habt endlich miteinander geredet? Ist doch gut!
Sag mal! Eh! Ich schlag dich gleich windelweich! Wie blöd bist du eigentlich? Ich dachte, du bist vom Fach?
MM (rastet aus u. schreit ihn an): MANN, ich hab die beiden gerade beim POPPEN in MEINER Wohnung erwischt. ... Oh Gott! Ich... ich brauch ein neues Sofa. Nee einen neuen Teppich! Am besten beides oder gleich ein ganz neues Wohnzimmer. Nee, ich muss meine Wohnung aufgeben. Ich geh da nicht mehr rein! Nie mehr!
MK (fällt die Kinnlade runter u. starrt ihn völlig perplex an): Oh! Dein Vater und deine Mutter....? Äh... Wirklich? Was soll ich da sagen?
MM (lässt die Schultern hängen u. schaut ihn verzweifelt an): Nichts! Das ist doch krank!
MK: Das ist die natürlichste Sache der Welt.
MM (funkelt ihn böse an): Eh, reiz mich nicht noch mehr, du Arsch!
MK (hebt beschwichtigend die Arme): Woah! Ruhig Brauner!
Also irgendwie tut er mir schon leid, aber andererseits ist die Vorstellung schon irgendwie naja amüsant.
MM (murmelt verzweifelt in seinen nicht vorhandenen Bart): Das kann einfach nicht wahr sein.
MK (mitfühlend): Wieso? Ist doch gut, dass deine Eltern... nach all den Jahren...
MM (fällt ihm aufgewühlt ins Wort): Gut? GUT????? Das ist der blanke Horror! Was hat der sich dabei gedacht? Eh diese Frau hat uns zwanzig Jahre lang angelogen. Wegen ihr ist mein Dad damals weggegangen und sie hat jeglichen Kontakt zu mir abgeblockt. Und er bedankt sich jetzt noch dafür? Der spinnt doch!
Oh, oh, oh! Das klingt nicht gut. Nicht, dass er seinen Vater wieder...
MK (steht von der Liege auf u. stellt sich neben ihn ans Fensterbrett): Marc, solltest du nicht besser mit deinem Vater darüber reden oder deiner Mutter?
MM (trotzig): Niemals! Mit ihr werde ich ganz bestimmt nie wieder reden. Und mit ihm... Der kann sich gerne dazu gesellen.
MK: Das ist doch jetzt kindisch.
MM (faucht zurück): Nenn mich nicht kindisch ja!
MK (schmunzelt): Kindisch, trotzig, bockig, stur, rechthaberisch, eingeschnappt.
MM: Eh!
MK (fasst ihn an der Schulter an): Ich kann ja verstehen, dass der Anblick für dich nicht gerade ... äh... angenehm war. Ist es wahrscheinlich für niemanden, der seine eigenen Eltern ... dabei .... na erwischt. Aber du solltest erst mal ihre Position hören, eh du komplett dicht machst.
MM (schlägt seine Hand weg u. funkelt ihn an): Spar dir deine Meinung für deinen Therapeuten auf!
Elender Sturkopf!
MK (seufzt): Und warum bist du dann hierher gekommen, hmm?
Ja, das frag ich mich auch! Eigentlich müsstest du auf meiner Seite stehen, du Arsch.
MM: Ach leck mich doch!

Marc stieß sich mit Schwung vom Fensterbrett ab und lief immer noch sehr aufgebracht zur Tür, die er laut hinter sich zuknallte. Mehdi konnte gar nicht so schnell reagieren, da war sein Freund auch schon wieder verschwunden. Er schüttelte lachend den Kopf und ging auf seinen Schreibtisch zu, an den er sich jetzt setzte... Deine Probleme möchte ich haben. Wobei... Frau Fisher und.... Uah! Lieber nicht daran denken. ... Oh Mann, Marc wird die nächste Zeit unausstehlich sein.

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