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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.270

31.07.2010 09:56
#626 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Der Oberarzt drehte sich mehrmals um, um sicherzugehen, ob vielleicht doch jemand hinter ihm stand, den diese hysterische Person meinen könnte, aber dem war leider nicht so. Susanne Krupp meinte genau ihn und kam auch schon direkt auf ihn zugestürmt... Scheiße!!! Die schon wieder! Hilfe! Ich muss hier weg! ... Als sie schließlich strahlend wie die Sonne vor ihm stand, hob sie ihre Hände und schlug sich damit dann mehrfach auf ihre Knie, um ihr Erstaunen zum Ausdruck zu bringen...

S: Marc Meier! Du bist es wirklich! Was machst du denn hier? Das ist ja mal ein Ding! Du warst doch noch nie auf einem unserer Klassentreffen.
Das ist auch definitiv das erste und letzte Mal!
M (gequält grinsend): Tja, liebe Susanne, für alles gibt es ein erstes Mal, ne!? Äh... hast du vielleicht...?

Doch bevor er seine Frage zu Ende stellen konnte, hatte ihn Susanne schon am Arm gepackt und textete ihn ungefragt zu...

S: Hach, wenn du wüsstest, wer alles hier ist und wer mit wem. Also so viele waren noch nie da. Du der...

Marc schaltete sofort auf Durchzug und verleierte nur die Augen.... Womit hab ich das nur verdient? Das kriegst du alles wieder, Haasenzahn. Aber doppelt und dreifach.

Während er Hilfe suchend zur Decke starrte und Susannes ausführlichen Lagebericht konsequent ignorierte, kam auch schon die nächste Katastrophe auf den attraktiven Chirurgen zu: Seine alten Fußballkumpels von früher, die auch nichts Besseres zu tun hatte, als ihn mit ihren dümmlichen Fragen zur Weißglut zu treiben. ... Warum noch mal, war ich mit den Idioten befreundet? ... Marc Meier saß von allen Seiten eingekreist in der Falle. So bemerkte er auch nicht, wie sich Gretchen und ein charmanter Schwede langsam von ihren Stühlen erhoben hatten und auf die Tanzfläche gegangen waren... Scheiße, ich sitze wie die Maus in der Falle! Jetzt weiß ich, warum ich nie zu so nem Mist gehen wollte! Als ob mich ihr nichtiges Gerede irgendwie interessieren würde? Ihr wart früher schon Idioten und jetzt noch mehr. Und die hören einfach nicht auf, mich zuzutexten. Ich hasse es! Ich will hier weg! Sonne, Strand und Meer, mein nur in einem knappen Bikini bekleideter Haasenzahn. Hach... Während Marc damit beschäftigt war, sich in eine bessere Welt zu träumen, ging die Fragerunde munter weiter. Vor allem Karsten Neumann interessierte sich brennend dafür, was sein altes Idol und heimlicher Konkurrent um die Gunst von Gretchen Haase bisher erreicht hatte...

KN: Krass, du bist in deinem Alter schon Oberarzt? Mit wem hast du denn schlafen müssen, um die Stelle zu bekommen?
Eh geht’s noch!? Für wen halten die mich eigentlich? Trauen die mir das nicht zu, dass ich das aus eigener Kraft geschafft habe? Penner!
MM (betont cool): Mit niemanden! Das liegt einzig und allein an meinem außerordentlichen Talenten. Ich bin der beste, jüngste und erfolgreichste Chirurg, den Deutschland zurzeit zu bieten hat.
Also ein bisschen Ehrfurcht hätte ich schon erwartet.
SK (lacht): Und der mit der größten Klappe.
MM (grinst): Hat sich noch keiner beschwert.
KN (schüttelt ungläubig den Kopf): Du und dein Ego wie ein Tanker! Wie früher!
Tja wer hat, der hat. Kann ja nicht jeder so eine Lusche sein wie du, Karsten. Warum noch mal hat sich Haasenzahn mit dem abgegeben? Hmm... wahrscheinlich um mich zu provozieren oder so. Du bist so leicht zu durchschauen, meine Süße!
MM: Das hat nichts mit Ego zu tun, das ist die reine Wahrheit. Ich bin nun mal in allen Belangen die Nummer 1. Merkt euch das!

Marc hatte in seiner Lobhudelei nicht bemerkt, wie sich von hinten langsam eine Frau herangeschlichen hatte, die ihm nun unvermittelt verrucht ins Ohr hauchte, woraufhin er eine Gänsehaut bekam...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.270

31.07.2010 20:00
#627 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huhu ihr Süßen! Ihr wollt also, dass Marc nur von Gretchen eine Gänsehaut bekommen sollte? Wer hat denn gesagt, dass er gerade eine angenehme Gänsehaut verspürt? Es gibt ja auch solche, die einen eisigen Schauer den Rücken hinunter laufen lassen. Und genau so eine spürt er gerade. Denn ich finde auch, dass er ein bisschen leiden sollte. Tja, die alten Jugendsünden.... Schönen Abend euch allen! Lorelei




SL: Dann muss ich mich wohl an dich wenden, wenn ich den besten Arzt brauche? Du warst ja früher schon immer der Beste, was Doktorspiele betrifft.
Och nee, nicht die!? Bitte nicht Susanne Leibholz!!!

Der Oberarzt drehte sich mit einem unangenehmen Gefühl in der Magengegend langsam zu ihr um und schreckte dann zurück... Oh Gott, was ist denn mit DER passiert? Da ist ja Tine Wittler gertenschlank dagegen!

SL (strahlt ihn an): Marci Marc, das ist ja eine Überraschung!
Und was für eine schlechte! Ich muss hier weg.
MM: Ähm... hähä... Susanne, ähm... was ist ... schön dich zu sehen.
Nee ganz bestimmt nicht! Ich bin blind! Ey wie konnte ich nur mit der Presswurst? Das ist ja widerlich!
SL: Ich freu mich auch. Wollen wir vielleicht tanzen und alte Erinnerungen auffrischen?
Niemals! Muss erst mal kotzen gehen.

Die etwas in die Breite gegangene Susanne Leibholz zwinkerte ihm verführerisch zu und beugte sich lasziv nach vorn, damit ihr üppiges Doppel-D-Dekolletee gut zur Geltung kam. Marc drehte sich angewidert weg und blickte nun in das dämlich grinsende Gesicht von Karsten Neumann...

MM: Nee verzichte dankend. Aber überroll doch Karsten, der wollte doch schon immer mal mit dir.
KN: Eh!
SL: Arschloch!
MM: Ja, du mich auch!

Susanne Leibholz drehte sich wütend um und walzte davon. Susanne Krupp verriet Marc dann noch, dass seine ehemalige Flamme einen Metzger geheiratet und drei Kinder ausgebrütet hatte...

SK: ... Wohnt jetzt in irgend so einem kleinen Kaff im Brandenburgischen. Nix mit Modelkarriere. Wie es halt so kommt, nicht!?

Marc Meier, dem die Lebensgeschichte seiner ehemaligen Teilzeitaffäre nicht im Geringsten interessierte, war schnell wieder genervt von der schnatternden blonden Frau im schwarzen Minikleidchen... Och Mann, kann die nicht endlich mal aufhören zu quatschen.

MM: Du Susanne, halt endlich den Rand ja! Mich interessieren eure Tratschgeschichten nicht die Bohne. Ich will eigentlich nur wissen, ob du Gretchen irgendwo gesehen hast.

Susanne war sofort Ohr und grinste ihn wissend an...

SK: Ich dachte, da läuft nichts zwischen euch?
Verdammt!
MM (kratzt sich verlegen am Kopf): Äh....
SK (setzt ihre Rede unberührt fort): Obwohl mich euer Kuss damals im Krankenhaus schon fast vom Gegenteil überzeugt hätte. Aber Gretchen hat mir ja dann gestanden, dass ihr gar nicht heiraten würdet.
Bitte was? Bin ich jetzt im falschen Film? Wovon zum Teufel...?
MM (leicht schockiert fällt dann doch schnell der Groschen): Heiraten? ... Oh! Du meinst jetzt die Geschichte, die sie dir erzählt hat, als du...

Karsten blickte die beiden mit großen Augen schockiert an und fiel Marc sofort ins Wort...

KN: Wie heiraten? Du und Haasenzahn? Ihr... Ihr... Nein!?
Na super! So entstehen die beschissendsten Gerüchte! Was hat sie sich damals nur dabei gedacht, so nen Scheiß zu erzählen? Wahrscheinlich wie immer nichts! Oder sie wollte gegenüber von Susanne nicht abstinken? War ja früher auch schon so. Wenn ich da zurückdenke, wie sie an einer Mentholzigarette fast erstickt wäre, weil sie unbedingt cool sein wollte. Tzz... mein kleiner dummer Haase. Hach...
MM: Da hast du was falsch verstanden, Karsten! Das war eigentlich nur weil...
KN (ließ MM völlig erleichtert nicht ausreden): Oh! Na Gott sei dank! Das wäre schon zu schräg, wenn du und sie... Das ist doch völlig verrückt!
Was soll das denn heißen? Ist das so unvorstellbar, dass ich in Gretchen verliebt bin?
SK: Eben!
Jetzt kommt die mir auch noch so! Also jetzt reicht’s mir echt!
MM (funkelt SK an): Äh... Susanne, hast du sie nun gesehen oder nicht?
SK (grinst): Ja.
MM (genervt): Und?
SK: Die tanzte vorhin mit...

Marc Meiers Augen weiteten sich augenblicklich, sein Hals schnürte sich zu, so dass er die obersten beiden Knöpfe seines Hemdes öffnen musste und er spürte eine unangenehme Anspannung in seinem ganzen Körper. Seine Stimme ging eine Oktave höher, als er aufgeregt nachhakte...

MM: Die tanzt? Mit wem?
Welches Arschloch wagt es...?

Die Eifersucht kroch so langsam in ihm hoch und machte sich auch in seinem Gesicht bemerkbar, das allmählich einen tiefen Rotton annahm...

SK: Sieh doch selbst, da hinten!
MM: Was? Wo? Wer... wer zum Teufel ist das?

Der leicht zur Eifersucht neigende Oberarzt drehte sich schnell um und blickte nun in die Richtung, in die Susanne zeigte. Als er das tanzende Paar am anderen Ende des Saales entdeckte, wurde er noch wütender. Er ballte so fest seine Fäuste, dass die Fingerknochen weiß hervorstanden. Ihm gefiel weder, dass dieser Typ unverschämt gut aussah, noch dass dessen Hand auf dem nackten Rücken seiner Freundin geparkt war, noch dass er sie immer wieder schräg anlächelte und sie ihn ebenfalls... Verdammt noch mal, wer ist dieses miese Schwein, das da an MEINEM Mädchen gräbt? Den mach ich fertig! Die sollen in der Notaufnahme schon mal die Blutkonserven auffüllen! ... Während Marc Meier fleißig Mordpläne schmiedete, redete Susanne Krupp unberührt weiter und geriet dabei sogar ins Schwärmen...

SK: Hach... das ist Sven Sørenson. Weißt du noch, diese heiße schwedische Sahneschnitte äh... der Austauschschüler, der in der neunten... nein, in der zehnten zu uns gestoßen ist. Obwohl... war der nicht in deiner Klasse? ... Scheiße! Das ist der dreckige Lappen, der mir Haasenzahn ausgespannt hat. Dieser Elch! Wie der sie begrabbelt! Ich bring ihn um! Ich mach Köttbullar aus dem! ... Ist das zu fassen? Der ist tatsächlich aus Schweden gekommen! Extra wegen dem Klassentreffen. Weißt du, seine Ehe ist gerade gescheitert. Und da hat er sich wohl an seine große Liebe in Berlin erinnert! Die hängen schon die ganze Zeit zusammen. Ist das nicht schön? Also die waren ja schon damals so ein süßes Paar. Nicht wahr, Marc? ... Marc? ... Wo ist er denn hin? Der stand doch gerade noch hier.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.270

01.08.2010 11:11
#628 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

It’s Showtime, meine Lieben! Hier habt ihr ihn endlich euren ... äh... Marcs Gockelauftritt! Eins vorweg noch: Es hätte vielleicht auch noch einen Tick schärfer laufen können, aber ich habe mich dann doch zurückgehalten. Ganz so peinlich sollte es für Gretchen schließlich nicht werden. Und Marc ist ja auch ein bisschen reifer geworden, also nur ein klitzekleines Mikrobisschen natürlich. Schönen, sonnigen Sonntag euch allen. Lorelei




Große Liebe? Ich bin ihre große Liebe, verdammt! ... Bei Susannes Worten hatte sich bei Marc Meier der Magen krampfhaft zusammengezogen. Allein schon der Gedanke daran, dass es in Gretchens Leben noch andere Männer gegeben hatte, brachte ihn fast um den Verstand, aber dass dieser Typ es wagte, hierher zu kommen, um seiner Ex-Freundin nachzustellen, brachte das Fass zum Überlaufen. Marc konnte nicht mehr an sich halten, ließ die plappernde Susanne stehen und stapfte wutentbrannt Richtung Tanzfläche. Er bahnte sich einen Weg durch die tanzende Menge, die ihn verwundert anstarrten und in ihren Bewegungen innehielten, als sie erkannten, wer der laut schnaufende Mann war und wohin er lief. Und dann erblickte auch Marc Meier die blonde verführerische Frau in den Armen eines anderen Mannes. Er hielt mitten auf der Tanzfläche an und fasste sich an seine Brust. Er fühlte einen kleinen Stich tief in seinem Herzen, als er sah, wie sie ihre Arme um Svens Hals gelegt hatte und ihren Tanzpartner glücklich anstrahlte... Ich fass es nicht. Wieso macht sie das? Wieso tut sie mir das an? Ist das jetzt die Rache dafür, dass ich nicht mit wollte? Dieses Schwein! Jetzt legt der auch noch seine Hand auf ihren Rücken. Ey noch einen Zentimeter tiefer und du fängst dir eine, du... du beschissenes Unterwäschemodell! ... Marc war wie erstarrt und schaute den beiden entsetzt beim Tanzen zu. Erst als plötzlich das Lied umsprang, erwachte er aus seiner Schockstarre. (http://www.youtube.com/watch?v=bBP0ecrvlW4) Man spielte „Reality!“ von Richard Sanderson aus diesem peinlichen Teenyfilm, den er natürlich noch nie zuvor gesehen hatte. Aber die Erinnerung an seinen Tanz mit Gretchen Haase vor vierzehn Jahren zu eben jener Schnulze ließ ihn kurz auflächeln... Meine Chance! ... dachte der Chirurg und lief nun wild entschlossen auf die beiden Tänzer zu.

Gretchen hatte ihren eifersüchtigen Freund noch nicht bemerkt und tanzte unberührt weiter mit ihrer Jugendliebe. Die Überwältigung, Sven wieder getroffen zu haben, war einfach größer als das schlechte Gewissen Marc gegenüber... Selber Schuld, wenn er nicht mit mir hierher kommen wollte. Es wird ja nicht verboten sein mit meinem ersten festen Freund zu tanzen. Also natürlich nur der alten Erinnerungen wegen. Weswegen sonst? ... Doch auch bei ihr kamen bei diesem einen „La Boom“-Song die Erinnerungen zurück.... Die Erinnerungen an den Abiball vor vierzehn Jahren, den sie ja eigentlich auch mit Sven besucht hatte, wie dort plötzlich Marc Meier vor ihr gestanden hatte und um diesen einen Tanz gebeten hatte und wie sie ihrem großen ewigen Schwarm, der ihr sechs Jahre lang tagtäglich das Leben schwer gemacht hatte, so nah war wie nie zuvor in ihrem Leben. Ein breites Lächeln zog sich nun über Gretchens Gesicht... Hach... Wenn er doch heute auch hier wäre? Nur diesen einen Tanz will ich mit ihm tanzen. Das wäre mein größtes Glück. Dann bin ich ihm auch nicht mehr länger böse, dass er erst nicht mitwollte. Ach Marc! ... In ihren Gedanken an ihren Traummann versunken, hatte sich die blonde Ärztin unbemerkt etwas zu sehr an ihren Tanzpartner geschmiegt, der diese plötzliche, nur allzu vertraute Nähe sichtlich zu genießen schien. Sven drückte seine große Liebe glücklich an sich und sog ihren verführerischen Duft auf. Auch er schwelgte in Erinnerungen. Doch Gretchen fühlte sich sofort unwohl, als sie aus ihrem kurzen Tagtraum erwachte.... Upps! Was mache ich eigentlich hier? Ich kann doch nicht mit IHM zu DIESEM Lied tanzen! ... Die junge Assistenzärztin wollte sich gerade von ihrem Exfreund lösen, der ihr dann doch etwas näher gekommen war, als sie eigentlich beabsichtigt hatte. Das war ihr und Marcs Song! Den durfte sie nicht mit Sven tanzen, dachte sie. Doch im selben Moment klopfte auch schon ihr Oberarzt seinem Konkurrenten auf die Schulter. Diesmal aber etwas härter als damals bei ihrem ersten und einzigen gemeinsamen Tanz... So Finger weg, du Krabbeltier!

MM: Darf ich auch mal?
Oh .... mein .... Gott!

Gretchen blickte überrascht auf und ihr Gesicht nahm ein Strahlen an, das den ganzen Raum erhellte, als sie ihren Liebsten erkannte... MAAAAARC! Mein Marc! Er ist doch hier! Ich träume! Ein Déjà-Vu! Ja, genau wie damals! ... In Marcs Gesicht spiegelte sich das gleiche Strahlen wider... Wenn sie lacht, dann geht echt die Sonne auf, so beschissen kitschig das jetzt auch klingt. Ach Haasenzahn, es tut mir leid, dass ich vorhin so ein Idiot war. Ich weiß doch auch nicht, warum ich immer... Ach Scheiße! Bitte verzeih mir! ... So als ob Gretchen seine Gedanken hätte lesen können, nickte sie ihm lächelnd zu... Ich verzeih dir alles, du Idiot, wenn du mich nur endlich in den Arm nimmst. Ich will mit dir bis ans Ende der Welt tanzen. ... Das Herz des Oberarztes machte einen kleinen Hüpfer, als er verstand, dass seine Freundin ihm seine üble Laune verziehen hatte. Er trat lächelnd noch einen Schritt näher an sie heran. Doch die beiden Liebenden hatten die Rechnung ohne Sven Sørenson gemacht, der nicht daran dachte, seine ehemalige große Liebe wieder loszulassen, die er doch nach vierzehn Jahren der Trennung endlich wieder gefunden hatte....

S: Nee, Junge, das ist unser Lied. Diesmal kommst du uns nicht dazwischen, Marc Meier.
Hat der den Arsch offen? Aber nicht mit mir!

Sven hatte natürlich sofort erkannt, wer der wütend dreinblickende Mann war, der sich jetzt vor ihm aufbaute und um die Hand seiner Ex-Freundin bat. Triumphierend blickte er in das Gesicht seines Kontrahenten und hielt Gretchens Hand fest umschlossen. Aber wenn es um seinen Haasenzahn ging, gab ein Marc Meier nicht so schnell auf. Nein, das stachelte ihn nur noch mehr an...

MM (funkelt S böse an u. tippt ihm mit dem Zeigefinger auf die Brust): Ey, geht’s noch, du Möchtegern-Marcus-Schenkenberg für Arme! Wenn schon, dann ist das unser Lied, verstanden! Mein Baby gehört zu mir!
Oh Gott! Ich kipp weg! Das hat er jetzt nicht gesagt oder?

Marc schaute Gretchen jetzt tief in die Augen, um seiner Ansage Nachdruck zu verleihen. Eine Armee von Schmetterlingen in ihrem Bauch ließ die junge Frau fast abheben. Wie ferngesteuert griff sie nach Marcs Hand und streichelte mit dem Daumen zärtlich darüber. Allein diese kleine Berührung ließ ihr Herz schon höher schlagen und sie strahlte ihre große Liebe voller Glück an... Er ist doch hierher gekommen! Wegen mir! Weil er mich liebt. Er hat verstanden, wie viel mir das hier bedeutet. Marc Meier, jetzt liebe ich dich noch ein bisschen mehr, als ich es eh schon tue. ... Gretchen löste sich kurz von Marcs fesselndem Blick und schaute Sven an, der wie ein begossener Pudel daneben stand und nicht wirklich verstand, was hier gerade vor sich ging...

G: Sven, es ist schon ok. Ich möchte mit ihm tanzen.
S: Was? Aber ...? Ich dachte... wir...
Falsch gedacht! Elch!

Enttäuscht rang Sven nach Worten und sah seine Traumfrau an, doch diese hatte längst nur noch Augen für den dunkelhaarigen Mann neben sich, der ihre zarte Hand nie wieder loslassen wollte. Das blieb auch dem attraktiven Schweden nicht verborgen, wie auch einigen anderen ehemaligen Mitschülern, die den kleinen Zwist mitbekommen hatten und die drei jetzt neugierig anstarrten. Marc funkelte Sven dagegen triumphierend an... Ha!!! Blödes Elchgesicht! Die gehört jetzt mir! Für immer! Merk dir das! ... Er legte seine Hände um Gretchens Taille und zog sie mit Schwung ganz nah an sich heran, was ihr Herz für einen kurzen Moment aussetzen ließ. Sie kuschelte sich nun an ihn, legte ihren Kopf an seine starke Schulter und schloss ihre Augen, um diesen einzigartigen Moment in allen Einzelheiten zu genießen... Das ist ja wie damals. Nur viel, viel schöner. Weil ich jetzt weiß, dass er mich liebt. Dass er mich auch damals schon geliebt hat.

Ein betröppelter Sven Sørenson verließ daraufhin die Tanzfläche und setzte sich wieder an seinen Tisch, doch sein Blick blieb an dem anscheinend glücklichen Pärchen hängen... Sind die etwa...? So wie sie ihn ansieht? So wie er sich aufführt? Das kann doch nicht sein! Das darf einfach nicht sein! Nicht mit meinem Gretchen! ... Ungläubig verfolgte er den Tanz des ungleichen Paares. So erging es den meisten Anwesenden im Raum. Viele hörten auf zu tanzen und blickten die beiden erstaunt an. Sie tuschelten.... Marc Meier und Gretchen Haase? Wie konnte das denn sein? ... Doch die beiden Verliebten bekamen davon überhaupt nichts mit. Sie genossen einfach nur die Nähe des jeweils anderen und schalteten die Umgebung komplett aus. Die Zeit stand still. Langsam bewegten sie sich zum Takt der Musik. Ja, es war wahr. Träume konnten wahr werden, dachten Gretchen und Marc gleichzeitig, als sie der Musik lauschten und auf sich wirken ließen. Eng umschlungen tanzten sie sich in ihr eigenes Märchen. Doch irgendwann nach endlosen Minuten puren Glücks kam Gretchen wieder zur Besinnung. Sie lockerte den Griff um seinen Nacken, legte eine Hand an seine Wange und schaute ihren Traumprinzen verliebt an...

G: Warum bist du hier, Marc? Ich dachte, du...
M (lächelt verschmitzt u. legt ihr einen Finger auf ihre vollen Lippen): Wollte nur etwas zu Ende bringen?
G (gefesselt von seinen strahlenden Augen): Ach? Was denn?
M (nicht minder fasziniert von ihrem verliebten Blick flüstert er leise): Das hier!

Gretchen hielt den Atem an, als Marc ihren Kopf zwischen seine Hände nahm und ihre Wangen zärtlich mit seinen Daumen streichelte. Ihr Herz klopfte wie verrückt und sie verlor sich regelrecht in seinen funkelnden grünen Augen. Unfähig etwas zu sagen oder überhaupt zu reagieren, brachte sie nur noch ein leises „Was?“ über ihre Lippen, während die seinen immer näher kamen. Sie spürte schon seinen warmen Atem im Gesicht, was ihr eine Gänsehaut am ganzen Körper bescherte. Auch Marc Herz schien in diesem Moment einen Dauerlauf zu machen, als er der Frau, die er über alles liebte, tief in die Augen sah und darin genau las, dass sie dasselbe für ihn empfand. Leise hauchte er noch....

MM: Das wollte ich damals auch schon machen.
... wenn ich den Mumm dazu gehabt hätte.

Lorelei Offline

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01.08.2010 15:56
#629 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Ich bin mal wieder völlig geflasht von euren tollen Kommentaren. Danke! Ich weiß gar nicht womit ich das verdient habe? Weil ihr so lieb zu mir seid, bin ich es auch zu euch. Hier habt ihr den nächsten Schmachtteil. Viel Spaß! Vielleicht gibt es ja auch noch einen dritten Teil heute. Aber nur, wenn ihr wollt? LG Lorelei




Gretchen schaute ihren Liebsten erwartungsvoll mit großen Augen an, als sich seine feurigen Lippen langsam ihren näherten und sein erhitzter Atem ihren Mund leicht kitzelte, so dass sie unweigerlich lächeln musste. Automatisch schlossen sich ihre Lider und auch Marc hatte seine Augen mittlerweile geschlossen, als sich sein Kopf immer weiter neigte. ... Alle Augenpaare im Raum waren auf die beiden in der Mitte der Tanzfläche gerichtet. Die Gespräche verstummten. Die Luft war zum Zerreißen gespannt. Alle hielten den Atem an und beobachteten fasziniert die romantische Liebesszene, die sich ihnen bot. ... Und dann küsste Marc seinen Haasenzahn endlich ganz sanft und zärtlich. Für beide fühlte es sich so an, als sei es ihr erster Kuss gewesen. Unvergesslich und unbeschreiblich. Schauerwellen durchfuhren im Sekundentakt ihre beiden Körper, als sich ihre Lippen erst sanft streiften und ihre Zungenspitzen schließlich ein aufregendes Spiel begannen. Während Marc seine Hände immer wieder über ihren Rücken gleiten ließ, legte Gretchen ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn so ganz nah an sich heran und stieg ein in einen langen atemberaubenden Kuss, der ihre und Marcs Knie weich werden ließ. Sie entschwanden in eine andere Welt. Minutenlang küssten sie sich innig, ohne dass sie merkten, dass sie von allen Seiten neugierig beäugt wurden. Dieser einzigartige Moment gehörte nur ihnen.

Doch dann wechselte plötzlich das Lied. Beide hielten in ihrem Kuss inne und dachten... Wenn jetzt wieder Scooter kommt, bringe ich Holger (DJ!) um! ... Die beiden lächelten sich verliebt an, als sie hörten, wie Annie Lennox’ „Why“ sang (http://www.youtube.com/watch?v=ILJxICUIb...ex=0&playnext=1 Hab leider nur eine Live-Version gefunden, aber die hat es in sich. Gänsehaut pur!), das Lied, bei dem Marc bewusst geworden war, dass es nur die Eine für ihn geben konnte. Und auch Gretchen war hin und weg... Hach... Ich werde diesen Moment niemals wieder vergessen, dachte sie glücklich und ließ ihre Lippen erneut auf die von Marc senken, der sie fest an sich drückte und den Kuss gefühlvoll erwiderte. Eng umschlungen tanzten die beiden als einziges Paar allein weiter in der riesigen Aula. Auch als schnellere Musik gespielt wurde, tanzten sie einen langsamen Blues und genossen ihr Glück in vollen Zügen. Und dieses Glück der beiden erstrahlte den ganzen Raum und steckte andere Paare an, auch wieder die Tanzfläche zu betreten. Das glückliche Liebespaar nahm aber schon längst nicht mehr wahr, was um sich herum passierte. Denn sie hatten nur noch Augen für sich.

Irgendwann kam Gretchen Haase aber dann doch wieder zu sich und schaute in das verträumte Gesicht ihres Freundes, der sie immer noch eng an sich gedrückt hielt...

G: Wie hast du das vorhin gemeint?
M (streicht mit der Fingerspitze über ihren nackten Rücken u. lächelt dabei): Hmm? Was denn?
G: Na dass du das schon damals machen wolltest?
Mist! Erst denken, dann reden! Wobei denken in ihrer Gegenwart immer eine schwierige Angelegenheit ist.

Marcs Gesicht errötete leicht und er geriet ins Stammeln, weil er unsicher war, ob er ihr das so einfach sagen sollte...

M: Ähm....
G (grinst wissend): Auf einmal so nervös? Was ist denn los?
Scheiße! Mann, werd mal wieder normal! Das ist doch... GGGRRR!!!

Juhu!!! Er hat mich damals schon geliebt! Deshalb wollte er mich küssen. Wieso hat der Idiot das nicht gemacht? Dann wäre vielleicht vieles anders gekommen.
M (sichtlich nervös, aber versucht cool zu bleiben): Nichts! Äh... Das hab ich nur... äh... so gesagt, um... um dich äh... rumzukriegen.
Natürlich! Was sonst?
G (grinst noch mehr): Du lügst!
M (runzelt die Stirn u. schaut sie gespielt empört an): Neiiin!
Das kitzle ich jetzt aus ihm heraus. Ein für alle mal! Hihi!
G (schaut ihn mit großen leuchtenden Augen erwartungsvoll an): Warst du etwa damals schon in mich...?
Scheiße!
M (fällt ihr bockig ins Wort): Nein, war ich nicht!
Wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein, wenn er das mal offen zugeben würde! Das wäre schon ein tolles Gefühl zu wissen, dass er früher schon in mich verknallt war. Aber warum hat er mich dann immer so scheiße behandelt, anstatt mir das zu sagen? Du bist echt so ein Eimer, Marc Meier!
G (seufzt): Gut, wenn du meinst, es mir nicht sagen zu müssen, dann hake ich mal nicht nach.
Das kriege ich auch so irgendwann mal aus dir raus, mein Lieber! Da verwette ich meinen dicken äh... wohlgeformten Hintern drauf!
M (sichtlich erleichtert): Hmm!
Gott sei dank! Das muss sie nun wirklich nicht wissen! Sie würde doch unser ganzes Leben lang keine Ruhe mehr geben.
G: Und was machst du dann hier?
M (grinst meierlike): Dich vor aufdringlichen Typen retten.
Och wie niedlich! Er ist auf Sven eifersüchtig!
G (grinst): Etwa eifersüchtig, Herr Doktor?
M (errötet wieder ungewollt u. fast sich verlegen ans Ohr): Neiiin! Wieso auch?
Weil man dir das an der Nasenspitze ablesen kann. Hihi!
G (beugt sich ein Stück weit zu ihm vor u. schaut ihm direkt in die Augen): Vielleicht weil ich mit Sven getanzt habe.
Ja, das wird auch noch ein Nachspiel haben, meine Süße!
M (funkelt sie an): Nö, ist mir völlig wurst.
G (nickt wissend): Natürlich. Und warum hast du ihn dann mit hochrotem Kopf angemacht?
Mist! Mist! Mist! War ja klar, dass sie darauf herumreiten würde! Wieso konnte ich mich nicht zurückhalten? Das ist alles deine Schuld, Haasenzahn!
M (trotzig): Hab ich nicht!
G (grinst): Oh doch!
Jetzt fängt sie auch noch mit dem Kinderkram an. Nicht mit mir!
M (festigt seinen Griff um ihre Taille u. funkelt sie mit feurigen Augen an): Ey, niemand tanzt mit dir, verstanden! ... Also... zu diesem Lied ... meine ich!
Gott wie süüüüüß! Ich muss ihn knutschen!

Und überhaupt tanzt du mit niemand anderen als mit mir! Dich würde ich nicht mal meinem Vater anvertrauen. Und Mehdi sowieso nicht.
G (gibt ihrem überraschten Freund einen dicken Schmatzer auf den Mund u. lächelt ihn dann verliebt an): Hatte ich auch nicht vor.
M (stutzt): Wie meinst du das jetzt?
G: Ich wollte gerade zurück zu unserem Tisch gehen, als du Neandertaler angerauscht kamst!
M (zieht die Augenbrauen hoch): Ach? Wirklich?
Scheiße! Gratulation, Meier, du hast dich wieder mal völlig unnötig wie der letzte Trottel aufgeführt! Dir ist klar, dass du dich hier nie wieder blicken lassen kannst!? ... Hatte ich eh nicht vor!
G: Natürlich!
Ich will nur mit dir in den Sonnenuntergang tanzen.
M (blickt beschämt zu Boden, dann wieder zögerlich in ihr Gesicht): Dann hab ich mich wohl mal wieder für dich zum Trottel gemacht, was?
Er hat’s erfasst! Aber ich liebe es!
G (stupst grinsend mit ihrer Nasenspitze seine an): Hmm! Wie immer eigentlich!
M (beleidigt): Ey!
G (legt ihre Arme wieder um seinen Hals u. zieht ihn ganz nah an sich heran): Ich fand das unheimlich süß von dir!
Na klar! Dein Ruf ist so was von im Arsch echt!
M (legt seine Stirn an ihre u. funkelt sie an): Ey, du sollst nicht sagen, dass ich süß bin! Wenn schon, dann superscharf und supersexy. Andere S-Wörter sind verboten! Ich hab hier einen Ruf zu verteidigen.
Gott ist der süüüüüüüüüüüüüüüüüsssssssssssss!!!!!
G (lacht): Ja, als romantischer Romeo, der mit seiner Julia durch die Nacht tanzt.
Oh nein!
M (kitzelt sie kurz am Oberarm ohne Reaktion ihrerseits): Hey!
G (zieht ihn noch näher an sich heran u. strahlt ihn an): Das hat jeder gesehen.
M (ihm wird allmählich bewusst, dass sie gar nicht allein hier sind): Oh! Scheiße!
G: Muss dir nicht peinlich sein.
M: Ist es auch nicht.
G (grinst): Und warum läufst du dann gerade rot an?
M: Was? Das tue ich NICHT.
Ich muss hier schleunigst verschwinden!
G (stachelt ihn noch mehr an): Und ob! Rot wie eine Tomate!
M (wird allmählich sauer): Boah Haasenzahn!
G (verdreht die Augen u. säuselt): Maaarc!
M: Hör auf damit!
G: Nur wenn du es auch machst.
Mist! Immer diese Forderungen!
M (grummelig): Hmm!

Gretchen lächelte ihn verschmitzt an und besänftigte ihren süßen Romeo mit einem zärtlichen Kuss, den er ebenso liebevoll erwiderte...

G: So und jetzt hör auf zu stänkern! Das war gerade soooo schöööön! Du hast den Fluch besiegt. Weißt du das eigentlich?
M (perplex): Hä? Was für einen Fluch?
G (haucht ihm lächelnd ins Ohr): Mein Schultrauma.
M (immer noch verwirrt): Dein... dein Schultrauma?
G: Ja! Du hast mit deiner Aktion eben alle negativen Erinnerungen an dich gelöscht.
M (greift überrascht nach ihren Händen u. verschränkt seine Finger mit ihren): Ach? Echt?
G (schmachtet ihn an u. kann sich eine Bemerkung nicht verkneifen): Ja, jetzt kann ich beruhigt an meine Schulzeit zurückdenken, denn ich weiß ja jetzt, dass du früher auch schon unsterblich in mich verknallt warst, Marc Meier.
Sie hat dich so was von an den Eiern echt!
M (spielt mit ihren Händen u. leugnet wie immer): Ey ich hab gesagt, das war nicht so.
War es wohl!
G (lacht): Hmm... Ich glaub es jedenfalls. Ich sage nur, was sich liebt, das neckt sich.
Diese Frau macht mich wahnsinnig!
M: Ey das stimmt doch gar nicht.
G (grinst ihn frech an): Doch! Das ist auch so ein Naturgesetz, weißt du. Und jetzt Schluss damit! Die anderen kucken schon so komisch. Will nicht, dass die denken, wir würden uns immer nur streiten.
M (unsicher): Ähm...

Erst jetzt blickte sich Marc auch vorsichtig um. Alle Augenpaare waren immer noch auf die beiden gerichtet. Gretchen und er waren die Einzigen auf der Tanzfläche, denn es wurde mittlerweile keine Musik mehr gespielt. Jetzt lief der sonst so coole und schlagfertige Oberarzt wirklich rot an und wünschte sich schleunigst an einem anderen Ort... Scheiße!!! Peinlich Meier!!! Jetzt hast du das erreicht, was du immer vermeiden wolltest. ... Gretchen bemerkte seinen unsicheren Blick und konnte es nicht lassen, ihn noch weiter aufzuziehen....

G: Tja, du liebst es doch, im Mittelpunkt zu stehen, Schatz. Et voilà, das hast du wieder einmal mit Bravour geschafft.

Lorelei Offline

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01.08.2010 21:41
#630 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huch! Jetzt hätte ich beinahe vergessen, dass ich euch noch nen dritten Teil heute versprochen habe. Aber ich war so vertieft in eine Szene, die ich gerade schreibe und die ist ... nun ja .... was soll ich sagen... äh... ... nix für kleine Mädchen, wenn ihr versteht, was ich meine. Aber bis dahin ist es noch ne Weile. Jetzt schauen wir erst mal, wie die anderen auf Martchen reagieren. Viel Spaß und Lorelei




Bei dem sonst so coolen Chirurgen setzte automatisch sein angeborener Fluchtinstinkt ein, als er aus dem Augenwinkel heraus merkte, dass sie immer noch von allen Seiten ungläubig beäugt wurden, und er wollte sich mit seiner Julia so schnell wie möglich davon stehlen. Er packte Gretchen unsanft am Handgelenk und zerrte die überrumpelte Frau von der Tanzfläche Richtung Ausgang. Doch er hatte keine Chance. Marc hatte nicht mit der unbändigen Neugier seiner ehemaligen Mitschüler gerechnet. Susanne Krupp war die Erste, die auf die beiden zugestürmt kam. Er ließ Gretchens Hand augenblicklich los und sprach ein Stoßgebet gen Decke, als sich ihm die blonde Frau in den Weg stellte. Diese packte die nun frei gewordene Hand seiner Freundin und hüpfte schreiend auf und ab. Auch Gretchen war dieser Moment eher unangenehm und sie spürte plötzlich den unbändigen Drang, verschwinden zu wollen. Das war dann doch zu viel Aufmerksamkeit, die sie gewollt hatte. Sie blickte Marc unschlüssig an, der nur mit den Schultern zuckte und das Unheil auf sich zukommen ließ, denn er wusste ja, wenn Susanne erst mal mit dem Plappern begann, dann gab es kein Entrinnen mehr. So auch diesmal....

SK: Gretchen, ich fass es nicht. Du hast ihn wirklich rumgekriegt. Und da sagst du mir noch, ihr seid gar nicht zusammen. Du hast mich angeflunkert!
Ich hätte damals überhaupt nichts sagen sollen!
G (schaut unsicher zwischen MM u. SK hin u. her u. errötet leicht): Ähm... naja, also damals, da... da waren wir ja wirklich noch nicht...
SK (fällt ihr unvermittelt um den Hals): Danke!
G (schaut sie völlig entgeistert an): Äh... Wieso das denn?
SK (drückt ihre Hand u. lächelt G an): Du hast mich damit wieder aufgebaut. Dass wir beide Nullnummern waren, hat mir geholfen, mich aufzuraffen und endlich gegen den beschissenen Krebs zu kämpfen. Und ich habe gewonnen. Dank dir!
G (überwältigt u. gerührt): Oh!
Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet.

Gretchen wusste nicht so recht, was sie darauf sagen sollte. Ihr lief eine Träne der Rührung die Wange hinunter, die sie sich schnell wegwischte. Die beiden blonden Frauen umarmten sich schließlich herzlich. Marc verdrehte dabei nur die Augen... Weiber! Gretchen und ihr Mutter-Theresa-Syndrom! Unfassbar...... süß! Äh... nicht weich werden, Meier! ... Bestimmt nicht! ... Ach du Scheiße! ... Im selben Moment wurde der völlig überrumpelte Chirurg von seinen Kumpels von den Mädels ein Stück weggezogen. Sie stellten ihn fassungslos zur Rede...

- Ey Alter, ich fass es nicht. Du hast Haasenzahn geknallt! Wie krass ist das denn!?
Arschlöcher!

Marc funkelte einen seiner ehemaligen Fußballfreunde bitterböse an, während Karsten noch immer völlig geschockt daneben stand und einfach nicht glauben wollte, dass seine ehemalige Scheinfreundin, die ihn auch heute wieder bezaubert hatte, jetzt mit dem Obermacho der Schule zusammen war, der sie doch früher immer wie Dreck behandelt hatte...

MM: Hey, red nicht so abfällig über sie! Verstanden!?
- Is ja gut! Reg dich ab, Alter!
KN (hat die Fassung wieder gefunden u. mischt sich ein): Was hast du denn? Das klingt ja fast so, als ob du in sie verknallt wärst!?
Scheiße! ... Ach, was soll’s?
MM (cool): Und wenn schon!?
KN (bleibt der Mund offen stehen): Nee jetzt? Du... du bist wirklich in Haasenzahn verknallt? Das ist ja irre. Ey wie konnte das denn passieren? Ihr habt euch doch immer gehasst.
MM (funkelt ihn an): Das habt ihr vielleicht gedacht.
KN (überlegt angestrengt): Hä? Soll das etwa heißen, dass du früher auch schon...? Nee jetzt oder?
Mann! Wieso....? GGGRRR!!!
MM (stöhnt genervt): Quatsch! Das hat früher schon Spaß gemacht, sie zu piesacken und so, aber jetzt bin ich erwachsen und sehe die Dinge halt äh... anders!

Er zwinkerte seiner Freundin kurz zu, die, umringt von ihren Freundinnen, ihn anlächelte und versuchte, mit einem Ohr hinzuhören, was er mit seinen Kumpels besprach...

KN (überrascht): Ach?
- Mann, die muss ja ne Granate im Bett sein, wenn selbst du monogam wirst!

... sagte wieder einer seiner Freunde mit einem dreckigen Grinsen auf den Lippen und ließ damit das verträumte Gesicht des Chirurgen schnell wieder grimmig erscheinen. Marc fuhr ihn aufgebracht an....

MM: Hey, ich hab gesagt, du sollst nicht so über sie reden ja! Sonst fängst du dir eine! Klar!?
KN: Also doch!
MM (fragt genervt nach): Was?
KN (schaut kurz zu G, dann wieder zu MM): Sie ist doch ein Playboy Bunny! Naja, sie hat sich ja auch entwickelt. Sie sieht heute echt heiß aus! Wobei ich hab ja früher schon geahnt, dass sie... also wir waren ja auch...
MM (fällt ihm aufgebracht ins Wort): Ey Karsten noch ein Wort mehr und ich verpass dir eine. Niemand redet so über sie oder glotzt sie so an. Und du lässt ein für alle mal deine dreckigen Finger von ihr! Ist das klar!?

Karsten und einige andere hielten sich mittlerweile den Bauch vor Lachen. Mit allem hatten sie gerechnet, aber dass der obercoole Marc Meier von früher zu einem eifersüchtigen, liebeskranken Weichei mutiert war, war ihnen dann doch zu viel...

KN: Mann, du bist echt verknallt! Marc Meier ist in Gretchen Haase verknallt!

… schrie Karsten jetzt über den ganzen Saal, woraufhin wieder alle Augen auf den attraktiven Chirurgen gerichtet waren... Scheiße! Ich bring ihn um! Das wollte ich früher schon so oft tun, weil er sie immer begrabbelt hatte, aber jetzt mache ich es wirklich! Mach dich auf was gefasst, Karsten Neumann!

Auch Gretchen Haase hatte sich, nachdem sie ausführlich von den Mädels über Marc und ihre Beziehung ausgequetscht worden war, wieder zu ihrem Freund umgedreht, der gequält dreinblickte und Karsten vermutlich in der nächsten Sekunde an die Gurgel gesprungen wäre... Er rastet jetzt aus oder haut ab. Ganz bestimmt. Und mich lässt er dann stehen, damit sein Ruf als Quälkönig von Haasenzahn für immer bewahrt bleibt.

Lorelei Offline

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02.08.2010 10:35
#631 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Doch Marc Meier machte keine Anstalten, gehen zu wollen. Stattdessen griff er nach der Hand seine Freundin und zog sie wieder zu sich heran. Er stellte sich hinter sie und hielt sie nun an ihrer Taille fest. Gretchen schaute verunsichert über ihre Schulter in ein sehr entschlossenes Gesicht... Oh Gott! Was hat er denn jetzt vor? ... Und eine Sekunde später platzte es aus ihm heraus. Er schrie es regelrecht in die keifende Menge, die ihn und Gretchen eindringlich musterten....

MM: Boah, habt ihr kein eigenes Leben? Aber wenn ihr es unbedingt wissen wollt! Bitte, hier habt ihr eure Top-Klatsch-Geschichte für euer beschissenes Klassentreffenportal oder was auch immer! Ja, es ist wahr. Ich liebe Gretchen Haase. Seht sie euch doch mal an! Wie könnte man diese heiße Braut nicht lieben!? Also hört auf mit dem Scheiß! Ihr seid doch eh alle bloß neidisch, dass ich den heißesten Hasen der Schule abbekommen habe. Viel Spaß noch ihr... ihr.... ach auch egal. Haasenzahn, wir gehen.

Gretchen spürte, wie ihr Gesicht langsam rot anlief und sie sich vorsichtig im Saal umblickte. Alle Augenpaare waren auf sie gerichtet und sie fühlte sich noch ein bisschen unwohler als zuvor, auch wenn ihr Herz gerade wie verrückt klopfte, nachdem was er ihren ehemaligen Mitschülern gerade gesagt hatte... Er liebt mich! Und er hat das gerade vor allen gesagt, nein, er hat es regelrecht herausgeschrieen. Oh Gott, das hat er nicht gemacht? ... Noch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, hatte ihr Liebster sie auch schon am Arm gepackt und unsanft aus dem Saal gezogen. Alle starrten ihnen ungläubig hinterher... Marc Meier liebt Gretchen Haase! Diese Nachricht war es tatsächlich wert, getwittert zu werden. Einige zogen ihre Smartphones aus der Tasche und begannen zu schreiben. Währenddessen hatte der aufgewühlte Oberarzt seine Freundin schon Richtung Ausgang gezerrt. Völlig außer Atem schaffte sie es irgendwie, sich loszureißen und sich ihm in den Weg zu stellen. Sie legte eine Hand auf seine Brust und spürte, wie schnell sein Herz schlug. Aufgeregt fuhr er sich durch seine Haare und schaute in das ihn liebevoll anstrahlende Gesicht seiner Traumfrau, zu der er sich gerade eben vor aller Welt bekannt hatte. Er konnte auch nicht so richtig einordnen, warum er das getan hatte, aber es fühlte sich unheimlich gut an. Ihm war egal, was seine so genannten Freunde jetzt von ihm hielten. Haasenzahn war nun mal seine Freundin und er liebte sie über alles. Also konnte er auch dazu stehen. Gretchen legte ihre Arme um seinen Hals und strahlte ihn verliebt an...

G: Marc, das musstest du nicht tun. Allein schon, dass du überhaupt da warst, hat mich schon...
M (legt ihr einen Finger auf die Lippen, um sie zum Schweigen zu bringen): Psst! Den blöden Tratschtanten und Sprücheklopfern musste mal das Maul gestopft werden. Außerdem ähm... (Er beißt sich erst auf die Lippen, dann wirbelt er seine Freundin plötzlich unerwartet um die eigene Achse herum.) ... würde ich das mit uns am liebsten in die Welt hinausschreien. Ja, ich liebe dich, mein süßer kleiner Haasenzahn, mein Wirbelwind, mein Sonnenschein, meine Prinzessin! Das kann von mir aus jeder wissen.

Völlig überwältigt und schwindlig vor Glück liefen Gretchen die ersten Tränen die Wange hinunter...

G (schluchzt): Wirklich?
M (streicht ihr liebevoll die Tränen von der Wange): Hey, was flennst du denn schon wieder?
G (schnieft u. fällt ihm glücklich um den Hals): Das ist das Glück, Marc! Pures Glück! Und ich liebe dich auch über alles, mein Schatz.
M (grinst): Ich weiß!

Von seinen eigenen Gefühlen völlig überwältigt drückte Marc seine Julia jetzt gegen die Wand hinter ihr und begann, sie leidenschaftlich zu küssen. Seine Hände wanderten dabei fordernd ihre Rundungen entlang. Gretchen erwiderte seine Zärtlichkeiten mit voller Liebe. Auch sie konnte ihre Hände nicht bei sich behalten, die gefühlvoll über seinen muskulösen Rücken und seinen knackigen Hintern strichen. In einer kurzen Atempause blickte sie sich um und sah im Augenwinkel Sven im Treppenhaus sitzen. Als Marc erneut seine feurigen Lippen auf ihre setzen wollte, drückte sie ihn sanft, aber bestimmt von sich weg und deutete mit einem Kopfnicken Richtung Treppe. Er stöhnte auf...

M: Was?
G: Wärst du mir böse, wenn ich...
M (eingeschnappt): Ja!
G: Marc, ich muss es ihm erklären, ok?
Ist das nicht offensichtlich, dass wir zusammengehören? Soll er doch seinen schwedischen Knäcke-Hintern in den nächsten Flieger nach Lappland setzen!
M (verschränkt abwehrend seine Arme vor seiner Brust): Mach, was du nicht lassen kannst!
Na toll! Jetzt ist er sauer! Aber ich muss das trotzdem mit Sven klären. Ich bin ihm das schuldig.

Gretchen strich ihm liebevoll über den Arm und setzte ihr süßestes und überzeugendstes Lächeln auf, dem ihr Marcischnuckiputzi noch nie widerstehen konnte. Widerwillig ließ er seine Liebste ziehen und verließ das Schulgebäude durch die große schwere Eingangstür, die er laut zuknallen ließ, um draußen eine zu rauchen. Gretchen setzte sich derweil zu Sven auf die Treppe. Traurig blickte er auf...

S: Also du und das Arschloch?
G (nickt ihm schüchtern zu): Ja, ich wollte dir das eigentlich vorhin schon sagen, aber dann...
S (vollendet ihren Satz): ... dann hab ich dich in meiner Euphorie nicht zu Wort kommen lassen und dich auf die Tanzfläche gezerrt.

Er schaute unsicher in ihre strahlend blauen Augen. Sie erwiderte seinen Blick...

G (verlegen): Ähm ja. Du.... also .... ich....
S (legt seine Hand zögerlich auf ihren Arm): Nee, schon gut, du... du musst dich nicht erklären, Gretchen.
G (tätschelt kurz seine Hand, die er daraufhin von ihrem Arm löst): Doch das will ich aber, Sven. Ich hab nicht daran gedacht, dass du dir vielleicht Hoffnungen machen könntest. Es tut mir leid.
S (errötet leicht u. wiegelt ab): Das hab ich doch gar nicht.
G (zieht eine Augenbraue hoch): Nicht?
S (schüttelt verlegen den Kopf u. setzt ein eher gekünsteltes Lächeln auf): Ich... ich war einfach nur so froh, dich wieder zu sehen. Das ist alles.
Wieso glaube ich ihm das nicht so ganz?
G: Ach? Ok! Ich habe mich ja auch sehr gefreut, dich wieder zu sehen.

Sie zauberte damit ein kleines Lächeln auf Svens Gesicht, der nun seinen ganzen Mut zusammennahm und nachhakte...

S: Und ähm wie lange seid ihr also... hmm?
G (strahlt glücklich): Knapp sechs Wochen!
Naja eigentlich ja fünf Wochen, fünf Tage, drei Stunden und achtundzwanzig Minuten. Also kann man aufrunden, ne!?

Sven schaute seine Ex-Freundin überrascht an...

S: Echt? Also das hätte ich jetzt nicht gedacht. Ihr wirkt so vertraut und... Du warst doch damals schon... *schluck* ... und wie er sich immer aufgeführt hat, das sah ja auch immer so aus, als ob er auch... *räusper*
Tolle Beobachtungsgabe! Wenn ich die nur damals auch schon gehabt hätte!? Naja, Marc hätte es eh abgestritten und mich ausgelacht, also was soll’s. Hauptsache jetzt fluppt’s!
G: Naja, ich habe ja erwähnt, dass bei mir in der Vergangenheit so einiges schief gelaufen ist. Wahrscheinlich haben wir die Zeit gebraucht, um endlich... naja zusammenzufinden.
S (schluckt schwer): Oh! Und ähm bist... bist du glücklich?
G (ihre Augen beginnen zu leuchten): Ja, sehr glücklich.
S (bleibt skeptisch): Ausgerechnet mit ihm?
G: Er ist mein Schicksal, Sven. Immer schon! Warum sonst hätten wir uns nach all den Jahren wieder finden sollen?
S (nickt verständnisvoll, ist aber dennoch getroffen): Verstehe! Dann.... dann wünsche ich dir ... also euch... natürlich alles Gute. Ich hab mir immer gewünscht, dass du glücklich wirst, Gretchen.
G (lächelt): Danke! Du... du findest bestimmt auch irgendwann die Richtige, Sven. Ganz bestimmt!
S (leise eher zu sich selbst): Das hoffe ich auch.

Verschämt blickten sich die beiden an....

Lorelei Offline

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02.08.2010 17:07
#632 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Wie? Ihr wollt jetzt immer drei Teile pro Tag? Ähm... Sorry, das kann ich euch leider nur bei entsprechender Resonanz erfüllen, die, bis auf Miriam und Katha , nach gestern Nachmittag irgendwie eingebrochen ist. War wohl doch zu viel Zucker in den letzten Teilen? Das kann ich gerne ändern? Nee, Scherz beiseite. Ich habe heute wieder ein Schmankerl für euch. Es ist nämlich nach langer, langer Zeit mal wieder FLASHBACKALARM! Ich konnte mich mal wieder nicht zurückhalten. Dieser Meiersche Rückblick in Extralarge bezieht sich auf zwei Flashbacks, die Gretchen vor langer, langer Zeit hatte, zum einen über ihre zweite Begegnung mit Marc Meier an ihrem ersten Schultag auf dem Schulhof, zum anderen über Sven und Marcs Abiball. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran? Das hier ist sozusagen das Gegenstück dazu, also Marcs Sicht auf die Dinge. Viel Spaß! Freu mich auf eure Meinung. Bussi! Lorelei




Währenddessen hatte sich Marc Meier hinter die Hecke am Spielplatz zurückgezogen und rauchte genüsslich eine Zigarette. Anfangs war er noch auf und ab getigert, weil ihm der Gedanke, dass sein Mädchen gerade mit ihrem durchaus attraktiven Exfreund sprach, ganz und gar nicht gefiel. Aber er wollte sich nicht schon wieder wie ein eifersüchtiger Gockel benehmen. Sie wollte ja nur mit ihm reden. Mehr nicht. Und er vertraute ihr. Er setzte sich schließlich auf die Bank und ein kleines Lächeln zog sich über sein Gesicht, als er über das Holz strich. Seine Gedanken rückten in die Vergangenheit...


Genau hier, hinter der Hecke auf dem Schulspielplatz, an der kleinen Sitzecke hatte Marc Meier Gretchen Haase vor zwanzig Jahren wieder getroffen. Natürlich hatte er damals sofort die kleine Madonna vom Spielplatz wieder erkannt, die ihn ein paar Wochen zuvor liebevoll getröstet hatte, als sein Vater ihn verlassen hatte. Nur zugeben wollte er das damals noch nicht. Dennoch hatte er seine Chance genutzt und das blonde Mädchen mit dem seltsamen rosa Kleid, das ihr viel zu groß war, der Monsterzahnspange und der riesigen weißen Sonnenbrille angequatscht, die auf seiner Bank saß, etwas in ein kleines rosa Büchlein schrieb und leise vor sich hin schimpfte, weil ihr erster Schultag wohl ziemlich beschissen begonnen hatte. Er wollte doch nur noch einmal ihre sanfte Stimme hören. Ihre Stimme, die er seit jenem schicksalhaften Tag im August immer im Kopf hatte, wenn seine Gedanken mal wieder zu seinem Vater wanderten und die Wut in ihm aufstieg. Sie beruhigte ihn irgendwie. Er wusste auch nicht, was es genau war. Diese Gefühle hatte er noch nie zuvor gespürt. Dieses kleine verrückte, eher unscheinbare Mädchen hatte ihn komplett verwirrt. Er wusste nicht, wie er mit ihr umgehen sollte. Sie war so anders als die anderen Mädchen an seiner Schule. Sie sagte gerade heraus, was sie dachte und kümmerte sich liebevoll um ihre Mitmenschen, ohne etwas zu erwarten. Marc wollte es sich nicht eingestehen, aber er mochte sie von Anfang an irgendwie. Aber er konnte und durfte ihr das nicht zeigen. Ein echter Mann zeigte schließlich keine Gefühle. Gefühle waren etwas für Weicheier. Und was hätten dann die anderen gedacht? Dass gerade das unscheinbare hässliche Entlein, sein von ihm so getaufter Haasenzahn, sein Innerstes gesehen hatte. Das durfte niemand jemals erfahren. Deshalb stellte er sich stur und wies sie cool und bestimmt ab. Die ganzen Jahre lang. Er ärgerte sie in der Hoffnung, dass sie ihn irgendwann links liegen lassen würde und er sie vergessen konnte. Aber sie hatte es nie getan. Sie war immer auf seiner Seite gewesen, egal was er ihr angetan hatte. Er hatte in ihren sehnsüchtigen Blicken, die sie ihm zuwarf, immer gespürt, dass sie mehr für ihn empfand. Er konnte sich das einfach nicht erklären. So viele andere Mädchen waren auch in ihn verliebt gewesen, aber ihm war das immer egal gewesen. Nur bei Gretchen Haase nicht! Irgendwie gefiel ihm der Gedanke, dass er geliebt wurde. Das kannte er so nicht, weder von seiner karrieresüchtigen, depressiven Mutter, die lieber Kitschromane schrieb als sich um ihren Jungen zu kümmern, noch von seinem verschollenen, verhassten Vater, der der Karriere wegen seine Familie im Stich gelassen hatte. Und von den ganzen willigen Mädchen auch nicht, die ihn anhimmelten, weil er cool war und verdammt gut aussah. Sie waren ihm egal. Ein Kuss, eine kleine Nummer, mehr wollte er nicht. Nur Spaß und ein bisschen Bestätigung für sein übergroßes Ego. Aber mit Gretchen Haase war das anders. Er genoss ihre Aufmerksamkeit jeden Tag, auch wenn er auf die immer mit Gemeinheiten reagierte. Es reizte ihn ungemein, sie zu provozieren. Nur der Gedanke an sie und was er ihr heute antun könnte, ließen ihn morgens aufstehen und zur Schule gehen, die ihn so langweilte. Ja, all die Gemeinheiten und Demütigungen waren seine Art, die Art eines Marc Meiers, seine Zuneigung zu zeigen. „Addiere meine Gemeinheiten...“ Marc schüttelte schmunzelnd den Kopf.... Ich war so ein blöder Idiot, dachte er heute. Er wusste, dass es unfair war, das Mädchen, auf das er eigentlich irgendwie stand, so zu behandeln, aber er konnte einfach nicht anders. Er konnte einfach nicht aus seiner Haut. Auf diese Weise fühlte er sich mit ihr verbunden, auch wenn er sie damit zutiefst verletzte. Ihre unzähligen Tränen taten ihm auch immer leid, aber entschuldigt hatte er sich nie.

Doch was es heißt, selbst verletzt zu werden, spürte Marc Meier erstmals so richtig deutlich, als dieser blonde Schwede hier an der Schule aufgekreuzt war. Karsten Neumann war für ihn nie eine echte Konkurrenz gewesen. Er wusste ja, was für ein Idiot sein Freund sein konnte. Und seine lockeren Sprüche über Haasenzahn, seine angebliche Freundin, hatte er nie geglaubt. Er wusste ja insgeheim, wie Gretchen Haase wirklich tickte. Schließlich hatte er sie jahrelang heimlich beobachtet. Eine Tatsache, die er sich bis heute nicht erklären konnte. Denn Marc Meier zeigte doch nie Schwächen. Doch seine größte Schwäche waren seine unterdrückten Gefühle für seinen Haasenzahn. Und die brachen sich Bahn, als dieser Sven Sørenson in Gretchens Leben trat. Marc hatte ihren verträumten Blick sofort wahrgenommen, als sie ihn, hilfsbereit wie sie war, auf dem Schulflur erstversorgte, weil er die schwere Eingangstür mit seiner Nase geküsst hatte. Er hätte diesen Waschlappen am liebsten windelweich geprügelt, weil Gretchen ihn so ansah, wie sie ihn sonst immer angesehen hatte. Plötzlich schien er, Marc Meier, wie Luft für sie zu sein. Er konnte machen, was er wollte, aber sie sah ihn nicht mehr. Und dieses Gefühl hasste er wie die Pest. Aber Gretchen reagierte nicht mehr, weder auf seine Sprüche noch auf seine Fettnäpfchen. Marc fühlte sich elend, ungeliebt und allein, durfte und wollte es aber nicht zeigen. Er redete sich immer wieder ein, dass es ihm egal sei, mit wem sein Haasenzahn die Freizeit verbrachte... „Schlag sie dir endlich aus dem Kopf! Sei froh, dass du die Nervensäge endlich los bist. Du hättest dich sonst noch zum Trottel gemacht.“ Er verdrängte die Gedanken an sie und konzentrierte sich erst mal auf sein Abi. Ja, zum ersten Mal in zwölf Jahren Schulzeit lernte Marc Meier. Und diese Ablenkung funktionierte hervorragend. Keiner hätte geglaubt, dass der ewige Schulschwänzer so ein gutes Abi hinlegen und dann auch noch ein Stipendium an der HU für ein Medizinstudium erhalten würde.

Doch gerade in der Zeit seines schulischen Triumphlaufs kamen die Einsamkeit und dieses Gefühl der inneren Leere wieder in ihm hoch. Richtige echte wahre Freunde hatte er nicht, mit denen er seine Freude teilen konnte. Sein Haasenzahn hätte sich sicherlich für ihn gefreut, dachte der erfolgreiche Abiturient. Und so schlich sich Gretchen Haase wieder still und heimlich in seine Gedanken. Doch diese schien nur noch Augen für ihren schwedischen Knäcke-Typen zu haben. Marc konnte sich nicht wirklich vorstellen, dass Gretchen und dieser „Lappen“ mehr als nur Freundschaft verband. Dafür hielt er die kleine Zehntklässlerin für viel zu schüchtern und verklemmt. Doch als er die beiden dann tatsächlich zusammen sah, wie er sie küsste und begrabschte, da kochte es innerlich in ihm. Das Schlimmste für ihn war aber, dass sie seine Zärtlichkeiten offenbar erwiderte. Als er die beiden einmal hinter der Hecke an seinem Rückzugsort erwischte, wo er immer gestanden und sie heimlich auf dem Schulhof beobachtet hatte, war er schockiert und verletzt zugleich gewesen. Sein unschuldiger Haasenzahn war gar nicht so unschuldig, wie er immer geglaubt hatte. Irgendetwas brach damals in ihm zusammen. Wieso konnte er nicht dieser Junge sein? schoss es ihm durch den Kopf, als er panisch die Flucht ergriff. Wieso hatte er sich nur nie getraut, zu seinen Gefühlen zu stehen? In diesem Moment hasste er weniger sie und diesen blonden Schweden, als vielmehr sich selbst. Er hatte zu lange gewartet. Er war sich der Zuneigung von Gretchen Haase immer sicher gewesen und dieser Anblick, wie sie einen anderen küsste und begehrte, riss ihm förmlich den Boden unter den Füssen weg. Jetzt hatte er auch noch den letzten Menschen verloren, der ihn geliebt hatte. In seinem Stolz verletzt zog er sich in sein Schneckenhaus zurück und ließ niemanden mehr an sich heran. Er schwor sich, nie wieder jemanden so nah an sein Herz heran zu lassen. Liebe, was war schon Liebe? Pfff... Er konnte schließlich jede haben. Marc schwor sich, nie wieder einen Gedanken an dieses blonde verrückte Mädchen zu verschwenden. Das gelang ihm auch ganz gut. Durch die Abiturprüfungen musste er sie nicht mehr sehen. Dann war nur noch der Abiball und dann würde er endlich und für immer aus dieser verhassten Schule verschwinden. Aus den Augen, aus dem Sinn, dachte er.

Marc war nicht darauf gefasst gewesen, dass Gretchen auch auf seiner Abschlussfeier auftauchen könnte. Aber dann schritt sie plötzlich in diesem atemberaubend schönen roten Kleid in den Saal. Ihre goldene Lockenmähne hing locker auf ihren nackten Schultern. Die Welt schien für einen Moment still zu stehen, als er sie erblickte. Noch nie hatte er ein schöneres Wesen gesehen als seinen zauberhaften Haasenzahn. Fasziniert betrachtete er sie und ließ sie den ganzen Abend nicht mehr aus den Augen. Doch dass sie dort nicht mit ihm war, sondern mit diesem schwedischen Unterwäschemodell, das machte ihn rasend. Dass er sie anfassen, mit ihr tanzen und mit ihr lachen konnte, Marc Meier konnte es kaum ertragen. Er schluckte ein Bier nach dem anderen hinunter. Er wollte nicht an sie denken. Lenkte sich mit dem einen oder anderen Mädchen ab, aber seine Gedanken waren immer bei ihr. Sein Blick war regelrecht an sie gekettet. Und dann spielten die plötzlich auch noch dieses kitschige Lied aus diesem albernen Film. Er wusste nicht, wie ihm geschah. Er hatte plötzlich nur diesen einen Gedanken im Kopf: Nur einmal mit ihr tanzen. Sie einmal berühren. Spüren wie sie sich anfühlt. Sie riechen. Ihr nah sein. Das wollte er als Erinnerung speichern. Und so bewegte er sich fast schon automatisch auf das innig tanzende Paar zu, tippte dem blonden Wasa-Mann auf die Schulter und fragte entschlossen, ob er mit ihr tanzen könne. Und der Trottel ließ tatsächlich ihre Hand los und verschwand von der Bildfläche. Marcs Herz tanzte vor Glück, als er ihre Hand berührte und seine andere auf ihren Rücken legte. Gretchen schmiegte sich an ihn und legte ihre Arme um seinen Hals. Nie war er ihr näher wie in diesem einen Moment. Er fühlte sich um Jahre zurückversetzt. Es war wie damals auf dem Spielplatz, als dieses kleine zauberhafte Wesen ihn in der schlimmsten Stunde seines Lebens einfach so in den Arm genommen und getröstet hatte. Seitdem hatte sie sich still und heimlich in sein Herz geschlichen. Und er hatte es nicht gemerkt. Erst am Tag seines endgültigen Abschieds wurde ihm bewusst, was er wirklich für dieses Mädchen, diese mittlerweile junge wunderschöne Frau, empfand. Er war in sie verliebt! Und diese Erkenntnis riss ihm förmlich den Boden unter den Füssen weg. Ihr Blick, als sie ihn erkannte, den hat er nie wieder vergessen. Da lag so viel Glück und Zuneigung in ihren Augen. Wie hatte er das vermisst. Er schloss sie glücklich in seine Arme und zog sie ganz eng an sich heran. Und sie tanzten. Auch wenn es nur Sekunden waren, für ihn dauerte dieser Tanz eine ganze Ewigkeit. Er wollte sie nicht mehr loslassen. Nie mehr. Für einen Moment war ihm egal, was alle jetzt von ihm hielten. Er genoss den Augenblick, sein Gretchen nach sechs Jahren der stillen Sehnsucht endlich im Arm halten zu können. Er sog ihren Duft regelrecht auf. Er hat ihn nie wieder vergessen. Als er Jahre später plötzlich wieder diesen Duft roch, wusste er sofort, wer da im Fahrstuhl vor ihm stand, sein Haasenzahn. Die erste Frau überhaupt, die er irgendwie geliebt hat. Und all die Erinnerungen waren wieder da. Doch dieser unvergessliche Augenblick, als Marc Meier und Gretchen Haase tanzten, hielt nicht lange an. Nach 53 Sekunden ertönte plötzlich Scooters „Hyper Hyper“ und er wurde aus seinem wunderschönen Traum gerissen...

Ich hasse Holger noch heute dafür. Ich ließ Gretchen sofort los und trat einen Schritt zurück, schaute ihr dann tief in die Augen, es war das erste Mal, dass ich das getan hatte, und hoffte insgeheim, dass sie verstand, was das eben bedeutet hatte. Es sollte ein Abschied sein. Genauso wollte ich sie in Erinnerung behalten. Nicht als kleines verklemmtes dickes Mädchen mit Hornbrille und Zahnspange, das mich ständig nervte und das ich regelmäßig fertig gemacht hatte, nein, als junger wunderschöner blonder Engel, als mein Haasenzahn. Ich drehte mich schließlich um und ging einfach, ohne ein weiteres Wort zu sagen. Um ehrlich zu sein, ich hätte auch nicht gewusst, was ich ihr hätte sagen sollen. Ich war einfach sprachlos und mir fehlte die Luft zum Atmen. Ich nahm mir noch eine Flasche Bier mit, verkroch mich dann hinter der Hecke am Spielplatz und schoss mich ab. Ich wollte sie vergessen. Tja, und vierzehn lange Jahre ist das auch gut gegangen. Aus den Augen aus dem Sinn, wie man so schön sagt. Und wo stehe ich jetzt? Wieder an genau derselben Stelle und hänge albernen Erinnerungen nach. Was wäre gewesen, wenn ich damals meine Gefühle zugelassen hätte? Wären wir glücklich geworden? Wären wir dann jetzt immer noch zusammen? Wären wir immer noch dieselben Menschen, die wir jetzt sind? Ich weiß es nicht, wahrscheinlich kaum. Wir mussten uns erst zu den Menschen entwickeln, die wir heute sind. Ich glaube, wir waren damals noch nicht bereit, wobei sie wahrscheinlich schon, nur ich hatte mal wieder Schiss. Wenn ich daran denke, dass sie mit anderen Männern.... Dieser Gedanke macht mich rasend. Ich hätte das verhindern können. Aber ich hatte Angst, Angst vor meiner eigenen Courage, Angst vor meinen eigenen Gefühlen. Damals konnte ich noch nicht damit umgehen. Doch jetzt ist alles anders. Sie ist zu mir zurückgekehrt. Und ich werde sie niemals wieder hergeben.

Lorelei Offline

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02.08.2010 23:51
#633 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Danke für eure lieben Kommis. Es ist immer wieder eine Freude die zu lesen. Auf Wunsch von Andie91 stelle ich ausnahmsweise auch noch einen dritten Teil aus meinem reichen Vorrat rein, auch auf die Gefahr hin, dass die eine oder andere dann nicht mehr mitkommt. Achtung: Akute Zuckerschockgefahr! Zu Risiken und Nebenwirkungen... blablabla... !



Hä? Was? Da pustet mir doch jemand in den Nacken... dachte Marc Meier, der immer noch halb in seinen Gedanken, halb in der Realität weilte und schloss automatisch die Augen... Träume ich etwa immer noch? Krass! Fühlt sich total echt an. Wie oft hab ich mir vorgestellt, dass ich hier mit ihr... Plötzlich spürte er, wie sich langsam zwei schlanke Arme um seinen Bauch schlängelten und sich ein ihm wohl vertrauter Lockenkopf an seine Schulter legte. Er griff lächelnd nach ihren beiden Händen und hielt sie vor seinem Bauch fest. Auch Gretchen hatte ihre Augen geschlossen. Für einen Moment genossen sie die Stille der hereinbrechenden Nacht und die Nähe des jeweils anderen. Doch dann legte sich ein freches Grinsen auf Gretchens Lippen und ein verdächtiges Strahlen erschien in ihren Augen, als sie diese wieder öffnete. Mit einem Ruck hatte sie ihren verträumten Freund herumgedreht und Marc sah wieder in diese strahlendblauen Augen, die ihm tief in die Seele geblickt hatten und ihn wieder einmal so sehr fesselten, dass alles um ihn herum unwichtig erschien... Gott, wie ich diese Frau liebe, dachte er bewegt. Gretchen legte ihre Arme um seinen Hals und hauchte ihm verführerisch ins Ohr, woraufhin er eine Gänsehaut bekam...

G: Das wollte ich schon immer mal hier mit dir machen.

Marc schaute sie völlig verdutzt an und stotterte nur noch ein leises „Was?“ Zu mehr war er in diesem Moment nicht mehr in der Lage. Er konnte einfach nicht fassen, wie sehr er diese Frau liebte. Diese Frau, die sein Leben komplett auf den Kopf gestellt hatte, aber die er keine Minute mehr missen wollte. Sie war sein Leben. Seine große und einzige Liebe! Gedanken, die ein Marc Meier niemals für möglich gehalten hatte.

G (grinst): Na dich hier zu küssen. Im offiziellen Marc-Meier-Territorium!

Und schwups war er wieder in die Realität zurückgekehrt...

M (lacht): Im was?
G (zwinkert ihm zu): Na du verstehst schon. Todeszone, Sperrgebiet... zumindest für mich. Also bis jetzt!?
Diese Frau ist einfach unglaublich. Ich bin echt so ein Idiot, dass ich all die Jahre darauf verzichtet habe.
M (zieht die Augenbrauen hoch): Ah ja!?
Und das heißt jetzt was? Dass mir der Zutritt jetzt endlich gewährt wird oder was? Hmm... Den hol ich mir auch so.

Gretchen spitzte ihre Lippen und küsste ihn einfach. Ein unbeschreiblicher Kuss. Jeder Kuss von ihr war unglaublich und jedes Mal noch viel schöner, dachte der Oberarzt begeistert. Nach endlosen zärtlichen Minuten lösten sie sich wieder voneinander und schauten sich glücklich an. Jetzt war es Marc, den der Schalk packte. Er griff in seine Jackettasche und holte ein Taschenmesser heraus. Gretchen schaute ihn verwundert an...

G: Äh... Marc, was wird das, wenn es fertig ist?
M (grinst über beide Backen): Wirst du gleich sehen.
Oh ... mein ... Gott! Er ist verrückt!

Gretchens Augen weiteten sich, als ihr Freund ein kleines Herz in die Holzbank ritzte und anschließend die Buchstaben M + G sowie „in love since 1989“. Ihre Augen füllten sich einmal mehr mit Tränen, was auch Marc bemerkte, der kurz seufzte und sie dann in den Arm nahm und liebevoll anschmachtete....

M: Damit jeder sieht, dass das unser Ort ist und die Besitzverhältnisse endgültig geklärt sind, ne.

Er zwinkerte ihr frech zu und Gretchen musste unweigerlich über ihren Knallkopf lächeln, dem sie sogleich durch seine Haare wuschelte... Wie süß! Marc Meier ist einfach unbeschreiblich. Jeden Tag erkenne ich neue, faszinierende Seiten an ihm, die ich nie für möglich gehalten habe. Mit jedem Tag liebe ich ihn noch ein Stückchen mehr. ... Als Belohnung gab sie ihrem romantischen Romeo einen langen, zärtlichen Kuss, den er schnell in eine längere, nicht jugendfreie Knutscherei ausarten ließ. Und wieder packte ihn der Schalk, als er urplötzlich ihre Hand ergriff und sie mit sich zog...

M: Komm mit!
G (überrumpelt): Was hast du denn jetzt vor?
M (funkelt sie geheimnisvoll an): Keine Fragen. Mitkommen!

Also noch mehr Überraschungen überlebe ich nicht. So langsam erklimmt dieser Tag die Top 3 der schönsten Tage meines Lebens. Auf Platz eins steht unangefochten Rügen, der Abend, an dem wir zusammengekommen sind. Platz zwei ist unser erster Kuss vor sechzehn Jahren. Und bis heute war Platz drei unsere allererste Begegnung auf dem Spielplatz am 3.8.1989. Obwohl... Nee, haben eigentlich alle den ersten Platz verdient. Hmm... konnte mich ja noch nie entscheiden.

Marc zog seine Liebste wieder zurück ins Schulgebäude, dann den Gang hinunter, an den Vitrinen mit den Pokalen und Fotos vorbei, wo auch noch ein gerahmtes Bild von den beiden aus der Aufführung von „Hänsel und Gretel“ hing, in dem sie die böse Hexe und er den Hänsel gespielt hatte. Gretchen, die sein Tempo kaum mithalten konnte, verweigerte ihre Gefolgschaft und blieb genau vor dem unmöglichen Foto stehen, das ihr wieder die Schamesröte ins Gesicht trieb...

G: Marc, äh... das Foto also... äh...

Marc, der etwas verärgert über die unnötige Unterbrechung war, schaute sie verwundert an...

M: Was denn?
G (zeigt auf das Bild): Das muss entsorgt werden!
M: Bitte?

Erst jetzt erkannte er, was sie eigentlich wollte und musste unweigerlich schmunzeln...

Oh wie geil! Die peinliche Episode aus Gretchens Leben hatte ich ja schon fast wieder vergessen. Naja wer erinnert sich schon gern an seine peinlichen Jugendsünden. Also das muss nun wirklich niemand wissen, dass ich in der Theater-AG war. Das Resultat einer beschissenen Wette mit Didi. Bin dann irgendwie dabei hängen geblieben, keine Ahnung warum. Wahrscheinlich weil meine Mutter mich zwang, meine künstlerische Seite auszuleben oder so. So ein Quatsch! Lag eher daran, dass es hier Weiber en masse gab, die man(n) abknutschen konnte, ohne dass man gleich eine gescheuert bekam. Hähä! Also ich kann ja mal überhaupt nichts dafür, dass Haasenzahn immer nur die beschissenen Rollen abbekam. Ich hätte sie schon gerne geküsst. Aber die Hexe zu küssen stand ja auch nicht im Drehbuch und wäre schon irgendwie pervers gewesen oder? Es schauten ja auch noch Kinder zu, die an den ganzen Mist glaubten. Ich hatte da ja auch gewissermaßen eine Verantwortung ne. ... Oh wie sie schon wieder kuckt. Was denkt sie denn, soll ich ätzende Säure drüber kippen oder was?

G: Das geht auf gar keinem Fall. Das muss weg!
M (grinst): Meinst du? Wieso denn? Das ist doch unser erstes gemeinsames Foto!
Das ist es in der Tat!

Also das ist ja wohl nicht sein Ernst? Sich zuhause winden, nicht mit aufs Foto zu kommen und hierauf ist er stolz oder was?
G (stemmt ihre Hände in ihre Hüfte u. schaut ihn empört an): Sehr witzig, Marc! Ey, da ist nur mein Hinterteil zu sehen und du, wie du mir einen Fußtritt verpasst. Das geht gar nicht!
Und ob das geht! Ich erinnere mich noch ganz genau, wie das Publikum dabei gegrölt hat. Das Wiehern ihrer Mutter konnte man aber auch nicht überhören.
M (grinst noch mehr u. streicht provozierend über ihren Po): Wieso? Ist doch ein äußerst knackiges Hinterteil!
G: Ey!

Gretchen legte ein entsetztes Gesicht auf und kniff ihn in den Arm...

M (nimmt seine Hände von ihrem Hintern): Au! Keine Gewalt im Schulgebäude, wenn du dich erinnerst.
G (funkelt ihn an): Als ob du dich je daran gehalten hättest!
Nee, ganz bestimmt nicht!

Marc ergriff wieder ihre Hand und zog sie mit sich bis zu einer Tür...

M: Halt die Klappe und komm hier rein!
Das ist nicht sein Ernst!?
G (wehrt sich heftig): Was? Spinnst du? Wir können doch nicht...
M (ignoriert grinsend ihr Strampeln u. schiebt sie in den Raum): Wieso denn nicht? Hier stört uns keiner!
Oh Gott!
G (entsetzt): Stören? Wobei? Was hast du vor, Marc Meier?



Ja was hat er wohl vor, hmm? Dreimal dürft ihr raten! Lorelei

Lorelei Offline

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03.08.2010 14:15
#634 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Ja, was hat er wohl vor, hmm? Mal überlegen. Er ist ja gerade im absoluten Gefühlsrausch, also wird er wohl, wie Andie so schön beschrieben hat , sich ein Stück Kreide schnappen und in Bart-Simpson-Manier die Tafel mit „Marc Meier liebt Gretchen Haase“ vollkritzeln, damit es auch noch der Letzte endlich checkt, dass sein Baby jetzt zu ihm gehört. Aber wie kommt ihr eigentlich darauf, sie seien in einem leeren Klassenzimmer? Nicht traurig sein, das hier ist definitiv der letzte Klassentreffenteil. Sorry, aber ich muss ja auch irgendwann ein Ende finden oder? Und was die folgende Szene betrifft... Ich bin aber diesmal nicht ins Detail gegangen. Oder hättet ihr das gewollt? Ich denke aber, das funktioniert auch so mit Kopfkino und so! Viel Spaß! Lorelei



Der liebeshungrige Oberarzt schloss grinsend die Tür hinter sich und presste seine völlig überrumpelte Freundin mit seinem Körper gegen die nun geschlossene Holztür. Sie protestierte lautstark....

G: Marc, das ist jetzt nicht dein Ernst! Hier?
M (legt ein schmutziges Grinsen auf u. fährt fordernd ihre Rundungen nach): Jep! Das wollte ich schon immer mal hier machen!
Oh Gott! Entwickle mich langsam zum Schulluder. Nein, er entwickelt mich dazu! Vorhaben muss gestoppt werden, solange hier noch wenigstens einer äh... eine bei Verstand ist. Könnte sich nämlich in den nächsten Minuten eventuell ändern, wenn er so weitermacht. Hilfe!
G (schiebt entrüstet seine Hände von ihrem Körper): Aber.... Nein! Ey das geht doch nicht.
M (lässt sich nicht von seinem Vorhaben abbringen und schon hat er seine Freundin gekonnt von ihrem Mantel befreit, der zu Boden fällt): Und ob das geht. Der einzige Raum mit Couch.
G (schaut sich kurz im Raum um, dann wieder ihren liebeskranken Oberarzt): Was? Woher wusstest du das?
M (streicht grinsend mit dem Finger ihren nackten Arm hoch u. ruft damit eine Gänsehaut bei ihr hervor): Naja, war ja oft genug hier.
Das kann ich mir vorstellen.
G (verschränkt ihre Arme vor ihrer Brust u. wehrt seinen plumpen Annäherungsversuch so vorerst ab): Ja, und das auch zu recht!
M (schaut beleidigt auf): Ey, was soll das denn heißen?
G (funkelt ihn an): Das hast du schon verstanden! Willst du dir heute noch den nächsten Verweis einfangen?
M (auf seinem Gesicht zeichnet sich ein breites Grinsen ab u. seine Hände positionieren sich jetzt an ihrem Po, über den er immer wieder fordernd streicht): Hmm.... Also auf eine Stunde Nachsitzen mit dir hätte ich schon Bock.
Oh Gott! Irgendwie wird das gerade extrem warm hier. Man sollte den Heizungsregler herunter drehen.
G (errötet leicht u. stammelt nervös): Äh... Ich... ich musste noch nie nachsitzen.
M (grinst anzüglich, als seine Hände langsam ihren Rücken entlang nach oben wandern, er schließlich den Träger ihres Kleides und ihres BHs von ihrer linken Schulter streift u. sie an dieser Stelle sanft küsst): Schade! Du weißt ja gar nicht, was wir da damals schon so alles hätten machen können.
Oh ja! ... Oh Gott! Das hab ich jetzt nicht gedacht? Ich werde schwach. Ich werde schwach. Ich werde NICHT schwach! Nein! Nein! Nein!
G (schließt für einen kurzen Moment ihre Augen u. genießt seine sanfte Berührung, dann klatscht sie ihm auf seine Finger, die er sofort zurückzieht, rückt ihre Träger wieder zurecht u. schaut ihn keck an): Spinner!
M (hält seine Hände jetzt auf Hüfthöhe u. schaut sie eindringlich an): Das meine ich todernst! Also was ist jetzt?
G (traut sich nicht ihm in die Augen zu sehen, weil sie weiß, dass sie dann schwach werden würde u. spielt unsicher mit einer ihrer Haarsträhnen): Ich weiß nicht.
Der Reiz des Verbotenen ist schon irgendwie aufregend. Ich meine, wir sind ja jetzt auch erwachsen, also ich zumindest, und äh... Ich fasse es nicht, dass das hier gerade passiert! Im Lehrerzimmer!?

Hach... Ich liebe es, wenn sie sich erst ewig sträubt und dann doch schwach wird. Ich seh es doch in ihren Augen. Und ob sie will!!!
M (mit einem gewissen Funkeln in den Augen blickt er ihr tief in die Augen): Bereit die Geister der Vergangenheit endgültig zu vertreiben?

Gretchen biss sich auf ihre Unterlippe und überlegte noch kurz. Doch ihr anfänglicher Widerwille war schon längst gebrochen. Sie wollte ihn genauso sehr wie er sie. Gretchen setzte ihr verführerischstes Lächeln auf und zog ihren breit grinsenden Knallkopf schließlich am Kragen seines Jacketts auf die braune Ledercouch im Lehrerzimmer, die leise quietschte, als sie darauf fielen. Und so vertrieben sie schließlich auf sehr schöne Weise die letzten schlechten Erinnerungen an ihre gemeinsame Schulzeit...


Eine halbe Stunde später ging die Tür zum Lehrerzimmer langsam wieder auf und ein verliebtes Pärchen mit einem fetten Grinsen auf ihren roten Gesichtern betrat Händchen haltend den Schulflur....

Oh Gott, ist das zu fassen? Marc Meier hat mich gerade im Lehrerzimmer vernascht!!! Wie oft habe ich früher davon geträumt! Äh... Was habe ich gerade gedacht?

M (schmachtet sie verliebt an): Na bereit für einen letzten Tanz, Haasenzahn?
Hach... jaaaaa! Aber...
G (nickt begeistert u. streichelt kurz seine rechte Wange): Hmm! Aber nur wenn wir vorher noch das blöde Foto verschwinden lassen.
Die Frau ist unfassbar. Nach der heißen Nummer eben immer noch kriminelle Energie. RRRRR!!! Da steh ich drauf.
M (grinst): Ok!

Heimlich schlichen die beiden Hand in Hand den Gang hinunter. Marc schaute kurz über seine Schulter, ob sie beobachtet wurden, und nahm dann das kleine Bild von der Wand. Gretchen stand an der Ecke Schmiere. Keiner bemerkte ihren kleinen Diebstahl.... Oh wie aufregend, Marc kann auch ein böser Junge sein. Upps, was denke ich denn jetzt gerade? Er war doch schon immer böse ... also zu mir! Das heißt früher. ... Mit dem Bild unter seinem Jackett versteckt stahlen sie sich schließlich aus dem Gebäude. Sie verstauten es in seinem Kofferraum und knutschten dann noch eine weitere halbe Stunde wild und zügellos an Marcs Volvo. Als sie später zurück in die Aula gehen wollten, um ihren letzten Tanz nachzuholen, kam ihnen ein kleines Grüppchen entgegen... Susanne Krupp, Karsten Neumann, Sven Sørenson, und Ulla Schmidt....

SK: Na ihr zwei Turteltauben, Bock auf einen kleinen Absacker im „Mexicana“?

Marc schaute seine Freundin fragend an. Sie nickte ihm lächelnd zu...

M: Ok, auf geht’s!

Lorelei Offline

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03.08.2010 20:50
#635 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo schon wieder! Ich mich immer wieder über eure tollen Kommentare. Danke noch mal! Meine Motivation ist ungebrochen und mein Vorratslager dementsprechend gut gefüllt, um euch täglich reichlich zu beschenken. Also wenn ihr noch wollt? Ihr wisst ja, zu viel Harmonie ist nie gut und nach so viel Zucker und Kitsch (Ich hoffe, ich hatte, die Dosis nicht zu hoch angesetzt. War vielleicht doch ein Tick zu viel Hollywoodteenyhighschoolmusicalschmonzette oder? Aber ich neige nun mal gerne zu Übertreibungen.) kommt.... hmm.... meistens nichts Gutes! Die neue Episode, die unmittelbar an die Alte anschließt, würde ich aber eher mit unerwartet, verwirrend, überraschend, schockierend, vielleicht auch ein wenig bizarr und sehr speziell beschreiben. Ich will nicht zu viel verraten, sie ist auf jeden Fall inspiriert von der Las Vegas-Geschichte in der 2. Staffel. Ich hoffe, ihr seid nicht allzu schockiert darüber, was als nächstes kommt? Nix für schwache Nerven! Aber definitiv für’s Zwerchfell! Also für meins, wenn ich an eure Gesichter denke. Äh... Ich tauche dann mal besser schnell unter. Eure Lorelei



Am nächsten Morgen

http://www.youtube.com/watch?v=OmBxVfQTuvI


What a difference a day made. 24 little hours...


Mit einem dicken Brummschädel und einem seltsamen Geschmack im Mund wachte Dr. Gretchen Haase am nächsten Morgen auf. ... Auuuuuaaaa!!! ... Was ist denn mit meinem Kopf? ... Aaaaahhh!!! ... Der brummt vielleicht! ... Oooooooohhhh!!! ... Das waren dann wohl doch ein paar Tecilla zuviel gestern Abend, dachte die blonde Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht und öffnete langsam ihre Augen, um sich an das helle Tageslicht zu gewöhnen, welches das Zimmer durchströmte. Sie richtete sich schließlich vorsichtig im Bett auf und schaute sich um. Gretchen war verwirrt, denn der Raum, in dem sie lag, war ihr völlig unbekannt....

Hä??? ... Wo zum Teufel bin ich? ... Auuuuaaaaa! Mein Kopf! ... Keine... schnellen... Bewegungen, Gretchen! ... Was ist hier los? ... Oooooooooohhhh!!!! ... Das letzte Mal, als ich so einen Schädel hatte, da ... da ... habe ich betrunken Alexis äh... Frank geheiratet. ... Oh Gott! Ich habe ein Déjà-Vu! ... Ja, das ist es oder? .... Aber ich habe doch nicht etwa...? Nein, das kann nicht sein. Ich bin doch nicht in Las Vegas? ... Oder etwa doch? Aber wie soll ich so schnell über Nacht dahin gekommen sein? Marc besitzt doch kein Flugzeug! Er hat doch nur einen alten verbeulten Volvo, der es gerade noch so durch den TÜV geschafft hat. ... Und einen betrunkenen Elvis-Priester sehe ich auch nirgendwo. Hmm... aber muss ja nichts heißen. ... Oh mein Gott! Habe ich wirklich betrunken Marc Meier geheiratet? ... Wie konnte das denn passieren? Das... das kann ich doch nicht vergessen haben! Ich verpasse doch nicht meinen größten Traum! Äh... Aber wäre schon schön, wenn es so wäre, dann müsste ich ihn nicht mehr jahrelang deswegen anbetteln. Hmm... Dann wäre das Wichtigste schon mal auf meiner To-Do-Liste abgehakt: Marc Meier heiraten! Hihi! ... Äh nee oder? ... Ok, nachschauen, Gretchen! ... Also ich habe schon mal keinen Ring am Finger. Muss ich das jetzt positiv oder negativ werten? .... Äh... keine Ahnung! ... Aber was ist dann hier los? Was ist passiert? Wie bin ich hierher gekommen? Und wo ist hier? ... Denk nach, Gretchen! ... Aaaaaahhhh!!! ... Ja, das gestaltet sich mit dem Brummschädel etwas schwierig. ... Ok Gretchen, rekonstruiere die letzte Nacht! ... Hmm.... Ich war gestern auf dem Klassentreffen. In meiner alten Schule. Alleine wohlgemerkt, weil der sture Esel, warum auch immer, rumzicken musste und lieber Fußball kucken wollte! ... Muss mich unbedingt deswegen noch bei ihm rächen! ... Hmm... Was ist auf dem Jahrgangstreffen passiert? Der Reihe nach... Susanne wieder getroffen! Ihr geht’s wieder gut. Sie hat den Krebs endlich besiegt. GsD! Ich hatte wirklich Angst um sie. Sie wohnt jetzt mit ihrer Kleinen wieder bei ihren Eltern und hat auch einen neuen Job. ... Ulla, meine unfreiwillige Knutschpartnerin von früher, hat sich echt gemausert und sieht heute super aus. Arbeitet jetzt bei den Medien. Bild oder so. ... Steffi, meine beste Freundin aus Grundschulzeiten, war leider nicht da. Lebt ja jetzt in Amerika. Hat dort Aupair gemacht und ihren jetzigen Mann kennen gelernt. Haben wohl auch schon zwei oder drei Kinder. Hab ich gehört. Hmm... Ich sollte mich vielleicht doch auf Susannes Klassentreffenportal anmelden, um mit ihr in Kontakt zu bleiben. Steffi hat dort nämlich liebe Grüße hinterlassen. ... Tja und Karsten ist immer noch Karsten. Ich glaube, er ist immer noch ein bisschen in mich verliebt. Er hat mich immer so komisch von der Seite angeschaut. Hätte ihm vielleicht nicht gleich in die Arme flattern sollen. Blödes Kabel! Blöde Schuhe! Blöde Tollpatschigkeit! ... Äh... Was war noch? ... Oh! Habe Sven, meinen ersten richtigen festen Freund, wieder getroffen. Geschieden! Keine Kinder! Neurochirurg! Immer noch Schweden! Hach... Er sieht immer noch so verdammt gut aus wie damals. Marcus Schenkenberg eben! Wir haben uns nett unterhalten und dann zusammen getanzt. Hach... war irgendwie wie früher. Vielleicht auch ein bisschen zu sehr wie früher. Ich glaube, er hat sich ernsthaft Hoffnungen gemacht, als wir so eng... Äh... Muss das nächste Mal aufpassen, nicht zu undeutliche Signale zu senden. ... Oh! Und dann war plötzlich mein Marcischnuckiputzi auch da. Hach... Er ist fast geplatzt vor Eifersucht, als er mich mit Sven gesehen hat. Hihi! Geschieht ihm recht, wenn er mich erst allein dahin gehen lässt! Wegen Fußball oder was auch immer! Da greift sich Frau eben schnell eine andere Sahneschnitte aus dem leckeren Angebot. Jawohl! Wollte ja auch nicht alleine dastehen. ... Wow! Und wie Marc dann dastand. In diesem geilen schwarzen Designeranzug, den ich ihm rausgesucht hatte. Er hatte das Jackett offen und seine Brustmuskeln zeichneten sich unter dem weißen Hemd ab. Mmmhhhh!!! ... Wie ein griechischer Adonis baute er sich vor Sven und mir auf und nahm meine Hand. ... *seufz* ... Gott, habe ich mich vielleicht gefreut, dass er doch noch gekommen war. Ich schwöre, wenn er nicht aufgetaucht wäre, hätte ich mindestens einen Monat nicht mehr mit ihm gesprochen. Von Liebesentzug mal abgesehen... Aber es kam ja GsD anders. Wir haben dann eng umschlungen zu diesem einen „La Boom“-Song getanzt. Genau wie damals! Hach... Das war wie ein Traum. Und wie er mich dann vor allen Augen geküsst hat. Wow! Einfach nur wunderschön und einzigartig! Wie in so einem Teenyfilm, wenn der Held dann am Ende die Prinzessin küsst, nur eben diesmal in echt. Marc hat dann sogar in die neugierige Menge geschrieen, wie sehr er mich liebt. Wie die alle gekuckt haben. Gott, ich liebe diesen Mann einfach. Erst ein störrischer Esel und dann mein Romantikkönig der Welt. Hach... Dann waren wir draußen an unserer Hecke auf dem Spielplatz. Er hat doch tatsächlich ein kleines Herz mit unseren Initialen in die Bank geritzt. In love since 1989. Dieser verrückte Kerl! Hach... Das war sooooooo süüüüüüsssss von ihm!!! Und soooooo romantisch! Marc hat endlich zugegeben, dass er doch schon immer in mich verknallt war! Wie geil ist das denn bitte? ... Muss unbedingt herausfinden, wann es bei ihm gefunkt hat! ... Wie ging es dann weiter? Hmm... Dann sind wir zurück ins Schulgebäude. Er hat mich regelrecht da reingezerrt, weil... weil... Oh mein Gott! Haben wir wirklich .... im Lehrerzimmer...? Ich werde rot! Ich... ich hatte tatsächlich leidenschaftlichen Sex mit Marc Meier im Lehrerzimmer meiner alten Schule! Ist das zu fassen?! ... Wie in dem einen Traum, den ich seit der neunten Klasse immer mal wieder hatte! Uuuhhh, ist nicht jugendfrei! Äh... Gretchen, nicht in der Vergangenheit schwelgen! Du willst wissen, was gestern Abend war, also! ... Ok, ok, was war noch? Hmm ... Dann haben wir das Foto geklaut, also das mit meinem fetten Hintern und Marcs schlanker Fußballerwade! Das war vielleicht aufregend! Gut, jetzt nicht so aufregend wie die Sache im Lehrerzimmer, aber schon irgendwie. ... Wo war ich? ... Ach so, habe mit Marc eine Straftat begangen! ... Wie viele Jahre man wohl für so einen Diebstahl bekommt? ... Aber das Bild musste einfach weg. Konnte ja nicht angehen, dass das immer noch da hing. War ja auch nicht gerade die beste Aufführung, die wir... Egal! ... Wir sind dann noch mit der Clique ins „Mexicana“ gegangen. ... Habe ich gerade Clique gesagt? Ich war noch nie in einer Clique! Es sei denn, es zählt zu einer Clique, dass ich immer zusammen mit Steffi und Ulla am Loosertisch in der Mensa gesessen habe? ... Hmm... Haben jedenfalls unzählige Tecilla getrunken und... und... Äääääähhh... Ja, da hört dann meine Erinnerung auf.

Gretchen fuhr sich aufgeregt über ihr Gesicht und dachte weiterhin angestrengt nach...

Wo bin ich hier eigentlich? Und wo ist Marc? Ist das ein Hotelzimmer? Wie bin ich überhaupt hierher gekommen? Haben wir tatsächlich geheiratet? .... Oh diese ganzen Fragen verstärken meine Kopfschmerzen noch zusätzlich. ... Aaaaaahhhhh!!! ... Ok, ruhig bleiben Gretchen! Für alles gibt es eine logische Erklärung. Du hast keinen Ring am Finger. Es liegt kein besoffener Elvis in der Badewanne. Aber vielleicht sollte ich da erst mal nachkucken? Man weiß ja nie! Ach quatsch! Schau erst mal nach, ob du überhaupt ein Brautkleid oder einen Anzug anhast! ... Gedacht, getan! Sie hob die Bettdecke vorsichtig hoch. ... Gut, nichts dergleichen. Bin nackt! Also nur in Unterwäsche! Also nicht geheiratet! ... Sie stutzte entsetzt und schaute noch einmal nach... WAS??? ICH BIN NACKT??? Wie? Wer hat mich ausgezogen? Und wer hat mich hierher gebracht? Und warum? ... Ok, keine Panik! Wie gesagt, für alles gibt es eine ganz logische Erklärung. Denk nach, Gretchen, denk nach! Hmm… Wo ist eigentlich mein Marcischnuckiputzi? Ich schau besser mal neben mich.

Das tat sie dann auch gleich und erschrak fürchterlich...

NEEEEEIIIIIINNNNN!!!! WIE KONNTE DAS DENN PASSIEREN???? DAS IST NICHT WAHR!!!! NEIN, DAS KANN NICHT SEIN!!!!

Lorelei Offline

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04.08.2010 13:08
#636 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na alles klar? Ich weiß auch nicht, aber ich habe mit genau so einer Reaktion gerechnet. Ich habe wegen euch eine unruhige Nacht hinter mir, werde heute die Küche meiden (nicht dass aus dem Hinterhalt eine Bratpfanne geflogen kommt. *duck*) und auch sämtliche GEwässer (@ Kate: Die Elbe müsste eigentlich immer noch eine angenehme Temperatur haben.), aber das Grinsen in meinem Gesicht konntet ihr nicht vertreiben. Ach ich freu mich hier gerade wie Bolle, weil ich allein weiß, was Sache ist. Aber die eine oder andere Theorie von euch war schon gut. Ok, Mädels, stark bleiben! Bitte haltet die Bratpfannen zurück! Der Sommer kommt wieder und wie sieht das denn aus mit den ganzen blauen Flecken. Hier habt ihr den nächsten Teil. Kurz, aber effektiv! LG Lorelei




Gretchen schaute noch einmal vorsichtig auf die Bettseite neben sich, nur um sicher zu gehen, dass sie sich geirrt hatte, aber es war bittere Realität. Dr. Gretchen Haase lag halbnackt in einem ihr unbekannten Hotelzimmer und das nicht neben ihrem heißgeliebten Dr. Marc Meier, sondern neben Dr. Sven Sørenson, ihrer alten Jugendliebe aus Schweden, und der war splitterfasernackt! Sichtlich schockiert hielt sie sich eine Hand vors Gesicht...

HILFE! Was ist passiert? Wieso liege ich neben SVEN? Und wieso zum Teufel ist er NACKT? Mmmmhhh... Sein Hintern ist immer noch so knackig wie früher! ... Spinnst du! Wie kannst du das jetzt denken? Du findest nur einen Hintern knackig und der gehört Marc Meier! Deinem FREUND! ... Oh Gott! Ich... ich kann doch nicht wirklich...? Nein, das kann nicht sein! Ich kann doch nicht... *schluck* .... meinen Marc betrogen haben? Nicht nach dem schönen romantischen Abend gestern. Ich liebe ihn doch über alles! Seit gestern mehr als je zuvor! ... Oh Gott! Ich träume. Das ist ein böser Traum. Das ist es. Ja, ich träume. Ein Albtraum! Wach auf Gretchen! Wach auf! ... Mist, nichts passiert! Habe mich gerade gezwickt. Aua! Alles beim Alten. Verdammt! Ich liege immer noch halbnackt neben dem komplett entblößten Sven Sørenson. Ich... ich muss hier sofort weg. Das darf Marc niemals erfahren! Und Sven? Ääääähhhh... Ich werde mich einfach nie wieder bei ihm melden. ... Ja, so mache ich es.

Gretchen warf schnell die Bettdecke zur Seite, sprang mit Schwung aus dem Bett, stolperte über etwas und lag plötzlich lang gestreckt mitten im Zimmer... Aua! Immer diese verdammten Hindernisse! Argh! ... Sie rappelte sich langsam wieder auf, als sie plötzlich eine grummelige Stimme hinter ihrem Rücken aufschreien hörte.... „Au, verdammte Scheiße! Ey, geht’s noch!? Hast du sie noch alle?“ Gretchen riss ihre Augen weit auf...

MAAARC??? Oh Gott! Ich bin geliefert!

Die blonde Frau drehte sich erschrocken zu dem schimpfenden Spatz um und blickte nun tatsächlich in das schmerzverzerrte Gesicht von Marc Meier, der nur in schwarzen Boxershorts und geöffnetem weißen Hemd neben dem Doppelbett auf dem flauschigen roten Bettvorleger hockte und sich sein Bein rieb, über das sie soeben gestolpert war... Was ist hier los? Wieso ist ER auch hier? Was jetzt nicht heißt, dass ich mich nicht freuen würde, dass er auch hier ist. ABER.... Wieso bin ich NACKT mit ZWEI Männern in einem Hotelzimmer?


.....

Lorelei Offline

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04.08.2010 18:07
#637 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huch! Was ist los? Hab ich euch so umgehauen? Strike! Viel Spaß jetzt mit dem nächsten Teil von unserer verwirrten Chaosqueen und ihrem wilden Partyleben! Ich hab ihn auf jeden Fall! Denn ich weiß ja, warum sie mit zwei Männer.... *räusper* LG Lorelei



Mit der Gesichtsfarbe einer überreifen Tomate wagte es die junge Ärztin schließlich zögerlich, ihren Freund anzusprechen, aber sie konnte ihm dabei nicht in die Augen sehen und blickte betreten auf den Boden, auf dem sie saß...

G: Marc, äääähhh... du... du bist ja auch hier!?
M (schaut sie verwirrt an): Ääääähhh jaaaa, wo sollte ich denn sonst sein? ... Aua! Verdammt, wieso springst du denn wie ein wild gewordenes Känguru aus dem Bett?
Oh Gott, das Bett! Wenn er Sven sieht, dann bringt er uns um. Abhauen, Gretchen! Eine andere Taktik gibt es nicht!
G (schaut sich hektisch im Zimmer um u. stammelt): Ins Bad jetzt ... ähm... schnell.
M (verzieht angewidert das Gesicht): Och nee, musst du etwa reihern? Dann hau bloß schnell ab! Will nix abbekommen!
Sensibel wie eh und je!
G: Was? Ey, spinnst du! Nein!

Blicke Marc ziemlich schockiert an, als ich plötzlich eine tiefe männliche Stimme im Hintergrund wahrnehme, die irgendetwas in einer Fremdsprache laut flucht. Oh Gott, Sven ist wach! Gerate immer mehr in Panik. Bereite mich mental schon auf einen Tobsuchtsabfall von meinem Freund vor. Aber nichts dergleichen passiert. Verunsichert öffne ich langsam meine Augen, die ich aus Angst zusammengekniffen habe, und schaue verwirrt zwischen den beiden Männern hin und her....

S (mault verschlafen u. zieht sich die Decke über den Kopf): Ey, haltet die Klappe ja! Will noch pennen! Mein Kopf explodiert gleich!

Oh Gott! Oh Gott! Oh Gott! Eine Ausrede muss her! Schnell! Aber Denken bei ständigen Hammerschlägen gegen meinen Schädel gestaltet sich äußerst schwierig. Also bleibt nur noch die Unschuldstour mit betretenem Blick auf den Boden und einem leichten Schniefen, das einen potentiellen Heulkrampf andeutet. Aber mir ist auch wirklich zum Heulen zumute.

G: Äh... Marc, also das... das ist jetzt nicht so, wie es aussieht.

Wie soll ich ihm das nur erklären? Ich weiß ja selbst nicht, wie es dazu kommen konnte. ... Hilfe! Ich will hier weg! Ich bin ein Star, holt mich hier raus! ... Sch...!!! Funktioniert nicht! Wäre auch zu schön, um wahr zu sein!

M (kratzt sich am Kopf u. schaut verwundert immer wieder zwischen G u. S hin und her): Hä? Wie was aussieht?

Er hat es noch nicht gemerkt!? Aber er sieht ihn doch auch oder? Hab ich etwa aufgrund des hohen Alkoholpegels Halluzinationen? Bilde ich mir Sven etwa nur ein? Aber er fühlte sich doch so echt an!

G (riskiert einen verstohlenen Blick zu S, der anscheinend wieder ins Reich der Träume abgetaucht ist, blickt dann vorsichtig mit zusammengekniffenen Augen zu M u. beginnt stockend mit einer Entschuldigung): Also... also äh... Sven... Bett.... äh... weiß nicht. ... Blackout!? ... Bitte nicht böse sein!

Eine rhetorische Meisterleistung, Gretchen! Ich würde mit glatt verzeihen. Marc schaut mich aber dafür jetzt ganz komisch an und dann prustet er plötzlich laut los vor Lachen. Er kriegt sich gar nicht mehr ein. Ich verstehe gar nichts mehr.

M: Hahaha!!! Wie geil! Du denkst...? Nee jetzt oder? Das glaub ich nicht! Haasenzahn, du kannst doch nicht DIE NACHT vergessen haben!?

Häääääääääääää????? Wieso lacht er denn jetzt so blöd?

Wie geil ist das denn!? Meine Süße denkt tatsächlich, wir hätten in dieser Nacht einen flotten Dreier gehabt. Hahaha! ... Aber Moment mal! .... Ey, ich geh doch nicht mit nem Kerl in die Kiste! Bin ich schwul oder was? Wenn schon Dreier, dann mit zwei Weibern, aber so ganz bestimmt nicht!

Lorelei Offline

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04.08.2010 22:47
#638 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dann traue ich mich heute doch noch mal aus meinem Versteck. *vorsichtig um die Ecke guck* Bin ich froh, dass mir die Popohaue erspart geblieben ist, aber ich will es mal lieber nicht beschreien. Hier habt ihr den nächsten Teil, auf Wunsch auch ein bisschen länger. Damit ihr des Rätsels Lösung näher kommt. Lorelei




Völlig verwirrt sah Gretchen ihren Liebsten an, der sich kaum noch halten konnte vor Lachen und sich am Boden wälzte...

G: Maaarc, was hat das alles zu bedeuten?

Wieder etwas beruhigt, schaute Marc seine süße Freundin an, die auf ihn völlig verzweifelt und hilflos wirkte, was sein zwar nur schwach ausgeprägtes, aber dennoch vorhandenes Mitleidszentrum traf... Oh Mann, die Arme ist ganz verwirrt! Wie niedlich! Naja, sie hat ja auch gebechert! Mein lieber Scholli! So hab ich sie noch nie gesehen! Randvoll und voll geil! Immer auf unschuldig machen und dann so eine Nacht! Unglaublich!

M (richtet sich langsam auf): Süße, jetzt schau doch nicht so entsetzt.
G (kurz vorm Heulkrampf): Aber... ich... wie... *schnief* ...
M (blickt sie liebevoll an): Blackout was?

Ich nicke verschämt.

Ok, sie braucht wohl wirklich erst mal eine starke Hand. ... Achtung, der Prinz eilt zur Rettung der verwirrten Seelen oder so! ... Oh Gott, Meier, du hast wohl doch mehr intus als sie!?

M: Ok, komm mal her!

Marc steht langsam vom Fußboden auf und kommt auf mich zu. Er reicht mir seine Hand und hilft mir auf. Wir setzen uns zusammen auf die rote Couch gegenüber vom Bett und halten Händchen. Ich will ihn nicht loslassen. Er drückt meine Hand immer wieder sanft und fährt mit seinem Daumen darüber und schaut mich mit seinem süßen Dackelblick an, der mich irgendwie beruhigt. Ich lehne mich an seine starke Schulter und schließe für einen Moment meine Augen. Ich habe tierische Kopfschmerzen, aber als ich seinen ruhigen, gleichmäßigen Atem spüre, fühlen sie sich nicht mehr ganz so schlimm an. Ich beruhige mich also wieder ein wenig, auch das Gefühl, gleich losheulen zu wollen, ist mittlerweile wieder verschwunden, aber ich verstehe immer noch nicht, warum ich mit den beiden hier bin. Marc kann Sven doch nicht ausstehen. Und jetzt macht es ihm nichts aus, dass ich nur in Unterwäsche neben ihm geschlafen habe? Schon komisch! Der benimmt sich doch sonst immer bei jedem Mann, der mich auch nur schief von der Seite anschaut wie ein eifersüchtiger Gockel!

Das sollte sich aber bald zeigen...

Doch dann faucht Marc plötzlich Sven an, der wohl doch nicht mehr im Reich der Träume weilte und mich vom Bett aus die ganze Zeit über beobachtet hat, dass er mich gefälligst nicht so lüstern anstieren soll. Doch eifersüchtiger Gockel! Wenigstens etwas ist noch beim Alten geblieben. Ich bin beruhigt, bis mir etwas auffällt, was mir wieder die Schamesröte ins Gesicht treibt. ... Upps, ich bin ja immer noch halbnackt! Habe ich durch die Nachwirkungen des Alkohols gar nicht bemerkt. Tja, Alkohol macht wirklich locker. Nehme mir sicherheitshalber ein großes rotes Kissen vom Sofa und halte es mir vor meinen Körper, während Marc immer noch schimpft.

M: Ey, Svenyboy, glotz sie nicht so an ja! Die gehört mir! Ich dachte, wir hätten uns gestern verstanden.

Wie die Neandertaler! Äh... Svenyboy? Was soll das denn jetzt? Können die sich jetzt etwa leiden? Ein Albtraum! Was um Himmels Willen ist da nur letzte Nacht passiert?

S (nur sein Kopf lugt unter der Bettdecke hervor; er grinst M frech an): Keine Sorge. Ich schau mir schon nichts weg. Hab das doch alles schon gesehen! Zwar in einer jüngeren Version, aber genauso sexy!

Sven zwinkert mir anzüglich zu, was mich augenblicklich erröten lässt, da mir die eine oder andere Erinnerung an früher durch den Kopf schießt. Und ich spüre neben mir, wie jemand extrem unruhig wird und seine Fingernägel in die Couch rammt. Oje, jetzt gibt’s Kloppe! Marc und das Sofa sind nicht mehr zu unterscheiden, denn er hat mittlerweile dieselbe knallrote Farbe angenommen. Hilfe! Welcome back Mr. Marc Gockel! Ich nehme automatisch eine Duckposition hinter dem Kissen ein.

M (entsetzt): WAS???

Marc schaut mich, die unsicher hinter dem Kissen hervorlugt, völlig entgeistert an und flüstert mir leise etwas zu...

M: Wieso hat DER dich nackt gesehen?

Hä? Wieso tut er denn jetzt so blöd? Er weiß doch, das Sven mein Ex-Freund ist. Oder denkt er etwa, wir hätten damals nur Händchen gehalten? Ey, ich war 16. Das müsste er sich doch denken können! Oder?

G (schlingt ihre Arme über das Kissen vor ihrem Körper u. spricht leise zu M): Marc, hast du das vergessen, ich war mal mit ihm zusammen.
M (immer noch schockiert u. mit Schnappatmung): Aber... aber... ich dachte ... äh... das heißt... ihr... ihr habt also...?

Oh Gott, bitte nicht! Sie kann doch nicht ernsthaft mit DEM...? Sie war doch mein süßer kleiner unschuldiger Haasenzahn und die poppt nicht mit irgendwelchen Unterwäschemodels!

G: Marc, das geht dich nichts an. Ich frage dich ja auch nicht, mit wem du alles... na du weißt schon.
Nein, das muss ich nun wirklich nicht wissen! Sonst würde ich dir die Augen auskratzen, Marc Meier!
M (ganz klein u. unsicher): Aber... äh...
Oh Gott, das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Die ham...!!! Scheiße!!! Ich muss kotzen!

Also ich verstehe überhaupt nicht, wieso er sich jetzt so künstlich aufregt. Das war doch... Aber jetzt fällt mir plötzlich sein veränderter Gesichtsausdruck auf. Irgendwie enttäuscht und todunglücklich. So als ob gerade irgendeine Illusion von ihm geplatzt ist. ... Oh! ... Ok, er denkt es also wirklich. Der Arme! Jetzt ist er schockiert. Ja, mein Lieber, es gab auch andere Männer in meinem Leben. Hätte ich denn ewig auf dich warten sollen? Du wolltest mich doch damals nicht. Also dann komm mal jetzt schön damit klar, dass ich ... ähm ... mit Sven ... naja mein Erstes Mal und so hatte. ... So und jetzt will ich endlich wissen, was das hier verdammt noch mal soll.

G: Kannst du mir jetzt endlich erklären, was hier los ist? Was ist letzte Nacht passiert?

Lorelei Offline

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05.08.2010 10:33
#639 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Dann lasse ich heute mal die Katze aus dem Sack und löse endlich auf, was in der Nacht wirklich passiert ist, aber nur häppchenweise. Gretchen muss ja geschont werden! Und ihr auch!? Viel Spaß! Lorelei




Doch Marc reagiert einfach nicht. Er ist anscheinend noch viel zu geschockt über mein intimes Geständnis eben. Das muss erst mal im männlichen Macho-Hirn verarbeitet werden. Es macht ihn rasend, zu wissen, dass es bei uns nicht nur beim Küssen geblieben war. Sauer verschränkt er seine Arme vor seinem Körper, lehnt sich eingeschnappt auf dem Sofa zurück und kuckt demonstrativ in die andere Richtung. Typisch Marc Meier! Wenn ihm was nicht passt, auf bockiges Kleinkind machen. GGGGRRRR!!! ... Und jetzt meldet sich auch noch Sven zu Wort, der mich endlich aufklärt und mir die Antwort auf meine Frage liefert, die ich im Nachhinein lieber gar nicht gewusst hätte...

S (grinst): Strippoker!
G (klappt die Kinnlade runter): WAS???

Das glaube ich jetzt nicht! Niemals! Ich kann doch gar kein Poker. Ich kann gerade mal so Maumau! Und ich habe mich ganz bestimmt nicht ausgezogen! Äh... Moment! ... Ich habe keine Klamotten an! ... Nee oder? ... Ich habe doch nicht wirklich mit den beiden...? Nein!!! Niemals!!! Die verarschen dich, Gretchen!

Da erwachte auch das schmollende Kleinkind wieder zu Leben und fing lauthals an zu lachen. Der große Kummer von eben war so schnell, wie er gekommen war, wieder vergessen... Oh Mann, ihr Gesichtsausdruck ist für die Götter! Also für mich! Wie geil! Wie schockiert sie kuckt! Tja, meine Liebe, das hast du jetzt nicht von dir gedacht was? Ich ja auch nicht, gebe ich zu. Aber ich liebe es!

M (grinst): Jep! Und rate mal, wer gewonnen hat!
G (schaut völlig entsetzt zwischen den beiden hin u. her): Das ist jetzt nicht euer Ernst?
M: Nee, also du nicht! Du hattest echt ein mieses Blatt. Wie man auch sieht!
G: Was soll das denn jetzt heißen?
M (grinst noch mehr): Liebes, warum hast du wohl nur noch deine Unterwäsche an?

Oh Gott! Ich habe nur noch meine Unterwäsche an! Wie peinlich! Das geht doch nicht! ... Gott sei dank hatte ich gestern nicht meine fleischfarbene Bauchwegunterhose angezogen, sondern die fliederfarbene Spitzenunterwäsche, die mir Marc neulich geschenkt hat. Weiß auch nicht warum. Hat er mir einfach so mitgebracht. Konnte wohl meine Snoopy- und Hello-Kitty-Wäsche nicht mehr sehen. Hat ja mal gemeint, dass das überhaupt nicht sexy sei und er dann keinen ähm... Wo waren wir? ... Ich hatte miese Karten?

G (ungläubig): Ich habe verloren?
M (lacht sich scheckig): Natürlich! Wie immer!
G: Maaarc!!!
M (nimmt sie seufzend in den Arm u. schaut sie liebevoll an): Hey, kennst du nicht das Sprichwort „Pech im Spiel, Glück in der Liebe“?

Hach... Das hat er aber süß gesagt! Mein Marcischnuckiputzi! Da kann ich ja gar nicht mehr länger böse sein.

Gretchen grinste ihn verliebt an und Marc konnte einfach nicht anders und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss, was aber wiederum Sven auf den Plan brachte...

S: Ey Alter, du hast mir versprochen, nicht wenn ich in der Nähe bin!

Marc ließ abrupt von seiner Liebsten ab, die ihn daraufhin mit hoch gezogenen Augenbrauen verwundert anschaute. Als der deutsche Oberarzt zu seinem schwedischen Kollegen blickte, verzog er seinen Mund zu einem eher gequälten Lächeln...

M: Ok, ok, sorry Kumpel!
Kumpel? Sind die jetzt etwa befreundet? Ein Albtraum!
G (perplex): Kumpel? Seit wann das denn?
M: Äh... seit gestern! Ham doch Brüderschaft getrunken. Weißt du das denn nicht mehr?
Äh... nein! Oh Gott, so viel kann ich doch nicht getrunken haben?
G: Ach?
Hahaha! Sie war wirklich komplett dicht! Meine Fresse, einfach zu geil!
M (grinst): Jep! Aber nach 8 Tecilla hast du, glaube ich, nicht mehr viel mitgekriegt. Du und Ulla hattet ja auch wieder riesigen Spaß.

Dass die beiden mal wieder rumgeknutscht haben, erzähl ich mal lieber nicht! Haasenzahn flippt sonst noch mehr aus! Da hab ich echt keinen Bock drauf! ... Mann, war das geil! Hab ja schon geahnt, dass die damals im Kleiderschrank viel Spaß miteinander hatten, aber das jetzt live und in Farbe zu sehen! Wahnsinn! ... Und Ulla ist ja auch ein ziemlich heißes Eisen geworden. Tja, stimmt wohl doch, dass aus den hässlichen Entleins kleine Schwäne werden und so. ... Boah und der Kuss! Mannomann, das war vielleicht heiß! Die ham uns deshalb aus dem Mexicana geschmissen! Prüde Italiener! Dass meine Süße so ein scharfes Luder ist!? Einfach geil! Ich könnte sie auf der Stelle ver... Äh... Aber der blöde Wasa Knäcke ist ja auch noch da! Mist! Naja, hab ein Video gedreht. Werd ich mir in Zukunft zum Antörnen immer reinziehen.

G (verwirrt): Was? Wieso? Ulla?
M: Na wir waren doch alle im Mexicana nach dem Klassentreffen!
Ja, das weiß ich doch, also so zum Teil.
G: Wer alle?
M (lacht): Mann, du weißt ja wirklich nicht mehr viel! Wie krass ist das denn!? Aber hätte ich mir ja denken können, dass du nicht viel verträgst. Deshalb hast du wohl damals auch den Nicht-T-Aktien-Heini geheiratet. Anders als besoffen hätte er dich wahrscheinlich nicht dazu gekriegt.
G: Ey!
War ja klar, dass er mir wieder so kommt. Nie wieder Alkohol, Gretchen, dann passiert dir auch nicht so ein Mist! Das hattest du dir doch nach Las Vegas auch geschworen!
S (meldet sich neugierig zu Wort): Wie? Du hast mal betrunken geheiratet? Gretchen!?
Oh Gott! Nein, ich muss den Kontakt zu ihm abbrechen. Ich kann ihm nie wieder in die Augen sehen.
M (grinst ihn an): Äh ja, aber ist ne ganz, ganz blöde Geschichte. Also ja nicht weiter nachfragen, mein Freund! Komplexe!!!
S (verwundert): Äh... Okaaay!?
G (beleidigt): Maaarc!
M (stöhnt): Boah Gretchen, du verstehst auch keinen Spaß mehr oder?
G (verschränkt eingeschnappt ihre Arme u. lehnt sich auf dem Sofa zurück): Nein, nach der Nacht hier nicht mehr. Wo sind wir hier überhaupt? Und was ist noch passiert?

Und wie habe ich mich noch blamiert?

Lorelei Offline

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05.08.2010 13:50
#640 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc Meier grinste seine Freundin noch einmal provozierend an, legte dann seinen Arm um ihre Schulter und begann schließlich auf seine bekannt liebenswürdige Art zu erzählen…

M: Ok, also wir sind nach dem Abstecher ins Mexicana dann zu Sven ins Hotel gefahren. Er hatte doch noch den Selbstgebrannten von seinem Vater mit. Und da sagt ein Marc Meier nicht nein.
G (verdreht die Augen): Schon klar!?
M (funkelt sie an): Ey!
G: Und dann?
M (fährt sich mit der Hand über den Mund): Tja äh... Susanne hatte dann die geile Idee mit dem Strippoker!
G (perplex): Bitte was? Susanne?
Na die kann was zu hören kriegen!
M (grinst): Jep! Mann, die hat uns vielleicht abgezogen. Sie war die Einzige, die am Ende noch Klamotten anhatte. Ey, wo ist die eigentlich abgeblieben? Die war doch auch noch da? Und Karsten!
G: Was der auch?
Oh Gott, ausgerechnet der! Den hatte ich doch aus meinem Leben gänzlich verdrängt. Das was damals war, ist nie passiert! Oh nein, hoffentlich hat der mich nicht so gesehen! Ein Albtraum!
M (lacht sich schlapp): Der hat sich vielleicht geziert, sich auszuziehen! Immer auf cool tun und dann nicht die Hosen runterlassen wollen. Naja, er war ja schon immer so, nicht wahr Haasenzahn?
Oh! Oh!
G (blickt unsicher weg): Äh... keine Ahnung.

Also doch! Die ganzen Geschichten, die er immer von sich und Haasenzahn erzählt hat, waren alles gelogen. Verklemmtes Arschloch! Aber ist auch gut so, sonst hätte ich ihn wahrscheinlich umgebracht. Niemand außer mir tatscht meinen Haasenzahn an!

M: Aber du... also das war echt die Krönung, nicht Sven?
S (grinst schweinisch): Oh ja!!!

WAAAAAAASSSSSS???? Was denn noch? Oh Gott, was habe ich nur getan?

Lorelei Offline

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05.08.2010 17:50
#641 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

G (lockert sich aus Marcs Umarmung u. schaut ihn u. S vorwurfsvoll an): Das ist nicht witzig! Ich war... Also was ... was ... habe ich gemacht?
Ich will es lieber gar nicht hören.
M (grinst dreckig): Hmm.... Wie soll ich sagen? ... Ne ziemlich geile Show halt! Wie damals im Büro, weißt du noch, nur viel, viel schärfer!

Gretchen entglitten ihre Gesichtszüge und sie klammerte sich an ihrem Kissen fest... NEEEEIIIIINNNN!!!!! Ich hab denen doch nicht etwa den sexy Catwalk gemacht? Oh Gott, bitte nicht!!! Oder etwa die Nummer mit dem Stuhl? Wie konnte ich nur?

G (errötet u. wird immer kleiner auf der Couch): WAS??? Oh Gott!
S (grinst): Yeah, du bist auf den Tisch gestiegen und hast in bester 9 1/2 Wochen-Manier nen ziemlich geilen Striptease hingelegt. Also ich hätte nicht gedacht, dass du so was drauf hast, Gretchen. Mein lieber Scholli! War echt heiß! Kompliment!
WAS? Oh Gott! Das hab ich nicht gemacht! Niemals! Nein! Nein! Nein!
M (schaut S böse an): Hey, ich hab gesagt, du sollst sie nicht so gierig anglotzen, sonst bekommst du was aufs Maul.
S (hält sich schützend die Hände vors Gesicht): Ruhig Brauner! Ruhig!
G (fassungslos): Das hab ich nicht gemacht!
Hahaha! Ihr Gesicht zu geil! Fast besser als die Nummer gestern! Obwohl... nee, die ist echt nicht zu toppen. Mein scharfer Haasenzahn! RRRRR!!!!
M (grinst): Und ob! Soll ich dir das Video zeigen?
NEEEEIIIIINNNN!!!!!!!!!!! Das kann doch nicht wahr sein! Ein Albtraum! Schlimmer noch als Las Vegas damals!
G (schockiert): WAS??? Das ist nicht wahr!? Das hast du nicht gefilmt?

Doch! Brauchte doch einen Beweis! Das würde mir doch sonst niemand glauben, dass in meiner Süßen so ein scharfes Luder steckt, das Dita von Teese Konkurrenz machen könnte. Ey, was die da abgezogen hat! Wow! Der große Meier stand jedenfalls stramm! Und wenn wir allein gewesen wären, DIE NACHT hättest du auf keinem Fall vergessen, Haasenzahn!

M: Doch! Warte, ich hol nur schnell mein Handy. Das hatte ich doch ... Wo hab ich das noch mal...?

Gretchen starrte ihm fassungslos hinterher, als er nach seinem Jackett griff....

Wie kann er mir das nur antun? Er kann doch kein Video von mir drehen, wenn ich so ... äh ... na so halt bin! Obwohl... das ist ja mal wieder so typisch Marc Meier, also der alte von der Penne! Penner!!! Wäre er mal lieber zuhause geblieben, dann wären mir diese ganzen Fettnäpfchen erspart geblieben. Oh Gott, was denken denn die anderen jetzt von mir? Wahrscheinlich das mit den stillen Wassern und dem Schmutz! Wie konnte ich mich nur so gehen lassen?! Und dass er mich nicht aufgehalten hat? Ey, der will doch sonst immer, dass ich mich bis zum Hals zuknöpfe, ja keine Stelle Haut zeige, die auf andere Männer irgendwie aufreizend wirken könnte. Eifersüchtiger Macho!!! Neulich hat er mir doch tatsächlich einen neuen Kittel mitgebracht, weil er den anderen für viel zu kurz gehalten hat. Der spinnt doch!

G (faucht M sauer an): Marc, das wird gelöscht, aber sofort!
M (grinst): Wieso? Jetzt hab ich doch endlich den Beweis dafür, dass du in Wirklichkeit ein kleines Luder bist!
Ich bring ihn um.
G: Maaaaarcc!!!
Ok, bevor sie noch ganz ausrastet.
M (beugt sich zu ihrem Ohr u. haucht vorsichtig hinein): Ja doch! Das bleibt unser kleines ... schmutziges ... Geheimnis.
Oh!
S: Und meins!
Ich bring ihn um! Wenn ich gestern nicht so besoffen gewesen wäre, hätte ich das schon längst getan. Du Elch, du!

Oh Gott, der ist ja auch noch da! Verdammt! Was er jetzt wohl von mir denkt? Was ist nur aus der süßen kleinen blonden Streberin geworden? Marc Meier hat sie in ein Schlampe verwandelt.
M (faucht ihn böse an): Sven, halt den Rand ja!
S: Ist ja gut. Mensch Gretchen, hätte nicht gedacht, dass der so eifersüchtig sein kann.
Du hast ihn noch nicht in Aktion erlebt. Also pass lieber auf, was du sagst!
M (verteidigt vehement seinen Ruf): Ey, ich bin NICHT eifersüchtig ja!
S (nickt wissend): Ja schon klar!
G (schaut zwischen den beiden hin u. her): Ok, äh... ich glaube, mehr will ich auch wirklich nicht wissen. Ich verschwinde erst mal kurz im Bad.

Kalt duschen und hoffen, dass ich endlich aus diesem Albtraum aufwache! Das kann ich alles gar nicht glauben. Das kann doch alles nicht wahr sein. Ich hab doch nicht wirklich...? Ich würde am liebsten im Erdboden versinken und nie wieder auftauchen. Wie konnte ich nur? Was Alkohol nur aus mir macht? Wie damals in Vegas!!! Ich schwöre hiermit feierlich, ich rühre nie wieder einen Tropfen Alkohol an.

Gretchen stand entschlossen von der roten Couch auf, öffnete die Badezimmertür, schaute kurz hinein und schloss sie sofort wieder... Oh Gott, der Albtraum hört wohl nie auf. Hilfe! Das Bild hat sich fest in mein Hirn gebrannt! Ich will hier weg!

Lorelei Offline

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06.08.2010 08:24
#642 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc und Sven schauten die blonde Frau verwundert an, als diese sich wieder auf das Sofa pflanzte und dann stur geradeaus starrte und leicht abwesend wirkte...

M: Äh... alles in Ordnung, Schatz? Was hast du denn auf einmal?
G (schaut verschämt auf): Äh... also... ist besetzt!
M (kratzt sich am Kopf): Hä? Wieso? Kann doch gar nicht sein.

Der Chirurg stand vom Sofa auf, riskierte einen kurzen Blick ins Bad und kam dann mit einem fetten Grinsen im Gesicht zurück. Er musste sich stark zurückhalten, nicht laut loszulachen....

M: Hahaha!!! Wer hätte das gedacht? Der Karsten mit Susanne und Ulla! Zu geil! Oh Mann, ich werde diese Nacht niemals vergessen!
G (schmollt): Ich bin froh, dass ich davon nicht so viel mitbekommen habe.
M (setzt sich wieder aufs Sofa, zieht seine Freundin auf seinen Schoss u. hält sie an der Taille fest): Ja, ist vielleicht besser so! Komm mal her, meine Süße!

Aber so ne kleine private Striptease-Nummer in unserem Schlafzimmer, die ist doch schon noch drin oder? Oh ja!!! Unbedingt!!!

Marc gab ihr einen kurzen Kuss auf den Mund und schaute sie dann eindringlich an...

M: Aber jetzt ziehst du dir mal lieber etwas an, ja? Das gefällt dem Dr. Meier nämlich gar nicht, dass seine Assistenzärztin hier so halbnackt rumläuft.
G (grinst): Ach? Seit wann das denn?
M (runzelt die Stirn): Ey, ich hab dir schon mal gesagt, du stolzierst nicht nackt vor anderen Männern rum, ja!
Oh Gott, ich... ich bin die ganze Zeit... hier... vor Sven! Oh nein!!!
G (schaut zu S u. läuft rot an): Oh ja! Natürlich! Tschuldigung!

Gretchen sprang augenblicklich auf, suchte sich ihre Sachen zusammen und zog sich unter den interessierten Blicken der beiden Männer schnell wieder an...

M (flüstert ihr noch zu): Der Anblick ist allein für mich bestimmt, Kleines.
Hach... wie süß! Ich liebe es, wenn er solche Besitzansprüche hegt.

Jetzt meldete sich auch Sven Sørenson wieder zu Wort, der das Liebespaar die ganze Zeit über ganz genau beobachtet und fasziniert registriert hatte, dass die beiden anscheinend doch ganz gut zusammenpassten. Marc Meier war tatsächlich bis über beide Ohren in seine Exfreundin verliebt. Das war nicht zu übersehen. Und wenn die beiden wirklich glücklich miteinander waren, was sollte er dann noch groß dagegen haben. Die Liebe ging nun mal seltsame Wege. Bis gestern hätte er es niemals für möglich gehalten, dass Marc Gretchens Liebe jemals aufrichtig erwidern würde, aber nun hatten die beiden ihm das Gegenteil bewiesen. Dass Gretchen glücklich war, machte auch ihn glücklich. Aber Marc Meier noch einmal eins reinzuwürgen, dass ließ sich der schwedische Arzt nicht nehmen...

S: Tja, ich glaube, ich werde mir dann auch mal besser was anziehen, ne!
M (schaut verwundert zu ihm): Wieso?

Sven schlug grinsend die Bettdecke auf und zeigte sich nun in seiner ganzen Pracht. Marc fiel fast die Kinnlade herunter und er starrte ihn völlig verdattert an. Dann zeigte er mit seinem Zeigefinger abwechselnd auf seine Freundin und dann auf den nackten Mann im Hotelbett. Es schnürte ihn regelrecht die Kehle zu...

M (schockiert): Ähm.... du... du warst jetzt nicht.... ähm die ganze Zeit .... ähm also ähm... nackt im Bett oder?
S (blickt ihn unschuldig an): Doch wieso?
M (noch schockierter): Aber ... ähm Gretchen .... also .... du .... du ähm...
Was hat er denn auf einmal?
G (blickt ihn an, während sie ihr violettes Kleid zurechtzupft): Was ist mit mir?
M (schluckt schwer): Ähm ... du auch ... also fast nackt.
G (unschuldig): Ja und? War ja auch betrunken! Hättest mir ja was anziehen können!
Ja, das hätte er machen können!
M: Aber... aber....
G: Marc, sag jetzt nicht, du hast ein Problem damit, dass ich und Sven zusammen im Bett waren ... äh ... also fast bzw. ganz nackt.
Das klang jetzt irgendwie komisch!
M (fasst sich ertappt an den Hinterkopf): Äh... neiiin!? Lag ja erst auch mit im Bett, aber du musstest dich ja wieder so breit machen.
Wie bitte? Er lag auch mit im Bett? Wir waren zu dritt im Bett?
G: Was? Ich mach mich breit? Spinnst du!?
M: Und wieso lag ich dann heute Morgen am Boden?
G (zuckt mit den Schultern): Was weiß ich?
M (wütend): Ey, hat der dich etwa angekrabbelt?
G: Woher soll ich das denn wissen? Lag ja im Koma!
S (geht beschwichtigend dazwischen): Mann, reg dich mal ab! Ich hab sie nicht angefasst. Wie auch, so wie du sie umklammert hast!
M: Ähm...
G (grinst): Ach nee?
Wie niedlich! Erst so einen Aufstand machen und dann das! Hihi! Mein Klammeräffchen du!

Nichts anmerken lassen, Mann!

M (immer noch sauer auf S): Ey, wieso hast du keine Klamotten an?
S (kleinlaut): Schlafe immer nackt!
M (entsetzt): WAS???
S (zwinkert G zu): Nicht wahr, Gretchen?

Na toll, jetzt steigt er in den Testosteron-Kontest ein. Super! Herzlichen Glückwunsch, Gretchen Haase, du schaffst es auch immer wieder, dass sich alle Männer in deiner Umgebung wegen dir kloppen!

G (verlegen): Äh ja, kann mich dunkel daran erinnern.

WAS???? Oh Gott, ich will das nicht wissen. Die ham wirklich damals...? Och nee, ich krieg das Bild nicht aus meinem Kopf! Ey, verdammtes Kopfkino! Ich mach den platt, wenn er ihr noch mal zu nahe kommt! Mann, wieso sind wir bloß gestern mitgegangen? Ich könnte mich ohrfeigen dafür!

M (schnauzt ihn an): Ey das glaub ich jetzt nicht! Zieh dir gefälligst was an, du Arsch!
S (greift grinsend nach seiner Unterhose u. zieht sie an, dann steht er auf u. schaut ihn provozierend an): Kannst wohl mit Konkurrenz nicht umgehen was?
M (springt von der Couch auf u. droht ihm mit erhobenen Zeigefinger): Noch ein Wort und es knallt!
G (hält ihn davon ab, auf S loszugehen): Marc!
S (hebt beschwichtigend seine Hände, dann sucht er nach seiner Hose u. seinem Hemd): Ok, ok! Bleib ruhig Mann!

Alle drei zogen sich schließlich wortlos und ohne sich eines Blickes zu würdigen an. Dann sprang plötzlich auch die Badezimmertür wieder auf und Karsten, Ulla und Susanne kamen vergnügt in Svens Zimmer gestürmt. Sie grinsten die drei nur an und verabschiedeten sich schnell. Gretchen verschwand kurz im Bad und Marc zerrte seine Freundin danach regelrecht aus dem Zimmer seines Konkurrenten. Sven rief ihr noch hinterher, als die beiden schon fast zur Tür hinaus waren...

S: Sehen wir uns noch, bevor ich fahre?
Eigentlich würde ich schon gerne...
G (dreht sich zu ihm um, lächelt u. winkt ihm zu): Mal sehen!
M (funkelt G sauer an): Kommt nicht in die Tüte!
Oh! Der Gockel! Püh! Jetzt gehe ich erst recht.
G: Was hast du denn jetzt? Ich dachte, ihr hättet Brüderschaft getrunken?
M (schaut sie provozierend an): Ja, was man so alles im Suff macht ne.
G: Marc, du bist unmöglich!
M: Ja du doch auch, wenn du getrunken hast.

GGGRRRR!!! Ich beschloss dann erst mal nichts weiter dazu zu sagen und schmollte. Wenn er mich schon in solche Situationen bringt, bitte, selber Schuld!




Damit beende ich die lustige „Klassentreffen und ihre Nachwirkungen“-Episode. Ich hoffe, ihr hattet Spaß daran? Danke an meine fleißigen Kommentatoren (auch für die Teilnahme an meiner kleinen Umfrage ) und liebe Grüße auch an meine stillen Leser. Eure Lorelei

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06.08.2010 17:02
#643 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo! Hier bin ich wieder. Frisch gestyled vom Friseur habe ich mir gerade einen Kommentar meiner Mutter abgeholt, dass sich ja überhaupt nichts verändert hätte, obwohl die Haare fünf Zentimeter kürzer und gefärbt sind! Mütter!? Egal. Weiter geht’s mit einem neuen Kapitel und mit einem kleinen Zeitsprung. Aber damit wir nicht verpassen, was in den letzten drei Wochen in Gretchens Welt so passiert ist, fange ich die neue Episode mit einer Zusammenfassung in Tagebuchform an (wieder in mehreren Teilen. Konnte mich nicht zügeln.). Ich hoffe, euch gefällt’s. Liebe Grüße! Fühlt euch gedrückt! Eure Lorelei




Drei Wochen später

Dr. Gretchen Haase lag auf dem Bauch im Meierschen Bett, ihre Beine baumelten in der Luft und sie schrieb Tagebuch....



Mein liebes Tagebuch,

nach drei Wochen Funkstille habe ich es endlich wieder geschafft. Sorry! Aber anstrengende Stationsleitung und noch anstrengendere Beziehung fordern nun mal ihren Tribut. Aber heute habe ich frei und somit endlich mal ausreichend Zeit zu schreiben, was in den letzten Tagen so bei mir los war. Ich war ja das letzte Mal bei dem tollen Klassentreffen und dem peinlichen Morgen danach stehen geblieben. Ich bekomme jetzt noch rote Backen, wenn ich daran zurückdenke, wie ich nach einem nächtlichen Strippokerturnier (!!!), das ich anscheinend verloren hatte (Ich hatte noch nie Glück im Spiel!) sternhagelvoll (Nie wieder Alkohol!!!) neben dem nackten Sven Sørenson (!!!) aufgewacht war und der eifersüchtige Obergockel, der mich in diesen ganzen Schlamassel gebracht hatte, war auch nicht weit. Eigentlich hätte es ja einen Sonderbeitrag verdient, dass ich mit zwei attraktiven Männern im Bett war (Wer kann das schon von sich behaupten!!!), aber die widrigen Umstände, wie es zu diesem für mich oberpeinlichen Zusammentreffen gekommen war (Marc hat mich erst abgefüllt und dann auch noch gefilmt, wie ich auf einem Tisch gestrippt habe!!! Wenn er jetzt denkt, ich würde das mal privat nur für ihn wiederholen, da hat er sich aber geschnitten. Pah!!!), verdienen keinen Extrakommentar. Ich werde mich auch so noch in hundert Jahren daran erinnern. Also jetzt nicht an die Nacht, weil das kann ich ja nicht wegen Filmriss und so, aber der Morgen danach hat mir schon gereicht. Ich war jedenfalls mächtig sauer. Marc und ich haben dann Svens Hotel verlassen, sind schweigend nach Hause gefahren und haben uns dort schnell für die Arbeit umgezogen. Waren schon spät dran. Im EKH sind wir uns dann erst mal aus dem Weg gegangen. Es hat doch sein Gutes, dass ich momentan auf der Gyn tätig bin. Und dort war wirklich viel zu tun, so dass ich kaum Zeit hatte, darüber nachzudenken, was eigentlich passiert war. Das lief ungefähr zwei Tage so, dass Marc und ich uns angeschwiegen haben und uns, so gut es eben ging, aus dem Weg gegangen sind, weil ich einfach noch viel zu sauer war, dass er mich in so eine peinliche Situation gebracht und meinen unfreiwilligen, alkoholbedingten Striptease auch noch gefilmt hatte und weil er noch immer vor Eifersucht auf Sven schmollte. Aber irgendwann kam bei uns beiden der Moment, wo wir dachten, wie bescheuert das doch alles war. Hätte ich an jenem Abend nicht auch Spaß gehabt und mich wohl gefühlt, hätte ich das doch sicherlich gar nicht gemacht. Und dass Marc auf alle Männer in meinem Leben eifersüchtig ist, was ist daran jetzt neu? Wir standen uns jedenfalls im Gang der Chirurgie gegenüber und schauten uns eher schüchtern an und plötzlich war alles wieder klar. Wir schüttelten den Kopf, lachten uns an und fielen uns glücklich in die Arme... mit anschließender stürmischer Begegnung in unserem geheimen Liebesnest im Ostflügel. Nach diesem unglaublich aufregenden Erlebnis haben wir uns schmusend in den Armen gelegen und uns lange und ausführlich unterhalten, über alles, was uns auf der Seele lag. Das wirkte auf uns beide wie eine Befreiung. Marc hat mir zögerlich gestanden, was ihn wirklich bewegt und warum er sich manchmal so unmöglich aufführt, weil er es eben nicht anders kann oder gelernt hat und er es halt kaum ertragen kann, mich mit anderen Männern zu sehen, v.a. mit Männern, die mir mal etwas bedeutet haben. Ich glaube, er hat wirklich Angst mich zu verlieren. Auf mein Nachfragen hin hat er dann damit rausgerückt, dass es ihn rasend machen würde, dass ich mich mit dem (ich zitiere) „ Mr. Wasa Knäckebrot“ noch immer so gut verstehe. Marc war anscheinend schon früher mächtig eifersüchtig auf Sven gewesen. Irgendwie hatte ich ja die Anzeichen dafür damals auch gespürt. Deshalb hatte ich ihm ja immer wieder so auf die Nase gebunden, wie glücklich wir waren. Gut, ich hätte vielleicht nicht unbedingt in seinem Revier wildern sollen, äh... ich meine, im offiziellem Marc-Meier-Terrain hinter der Hecke wild mit Sven knutschen sollen, aber er sollte halt einmal mit eigenen Augen sehen, was er hätte haben können, wenn er mal die Klappe aufbekommen hätte. War das jetzt fies von mir? Nein, im Vergleich zu dem, was er mir immer angetan hatte, waren das nur lächerliche Peanuts. Ich habe Marc dann jedenfalls einen langen Vortrag gehalten, dass seine Eifersucht, ob nun wegen Sven oder Mehdi oder sonst wem, völlig unbegründet sei, weil ich nur ihn liebe und er mir wirklich vertrauen könne. Es gibt für mich keine anderen Männer. Sven ist, wie Mehdi, nur ein Freund für mich. Ich habe mich gefreut, ihn wieder zu sehen, mehr nicht, weil wir uns nach unserer Trennung aus den Augen verloren hatten. Ich schätze ihn, seine Meinung, und ich habe ihn gern, eben weil er mir mal etwas bedeutet hat. Aber das ist schon so lange her. Ich habe doch nur noch Augen für meinen Marcischnuckiputzi. Das habe ich ihm auch so gesagt und ihm dabei ganz tief in die Augen gesehen, wobei ich das putzige Kosewort wohl besser für mich behalten hätte, weil er gleich wieder einen Meierschen Tobsuchtsanfall bekam. Habe ihm dann nach einer fiesen Kitzelattacke seinerseits versprochen, das Wort nie wieder in meinen Mund zu nehmen. Aber in meinen Gedanken wird es wohl erlaubt sein oder? Er ist nun mal mein Marcischnuckiputzi. Hihi! Ich finde es ja auch irgendwie schmeichelhaft, aber vor allem niedlich, dass er immer so eifersüchtig reagiert, aber ich habe ihm gesagt, dass er da schon mal einen Gang runterschalten könnte, weil er sich dabei wirklich manchmal wie ein alberner Trottel aufführt. Marc hat zwar wieder energisch geleugnet, überhaupt eifersüchtig zu sein, meinte aber dann, nachdem ich ihm einen besonders skeptischen Blick zugeworfen hatte, dass er das mit dem aufbrausenden Verhalten anderen Männern gegenüber auch gerne abstellen würde, aber es funktioniere irgendwie nicht. Er könne einfach nicht aus seiner Haut, weil er immer noch so große Angst hat, dass er mich vielleicht doch irgendwann verlieren könnte. Dabei wurde er immer leiser und schaute mich mit so einem herzzerreißenden Dackelblick an, dass ich beinahe geweint hätte. Habe mich aber ihm zuliebe zusammengerissen, um ihn nicht noch mehr zu überfordern, und habe ihn liebevoll in den Arm genommen. Er hat dann leise weiter gesagt, dass er es einfach immer noch nicht fassen könne, dass ich wirklich ihn will, gerade weil ich ja auch sein exzessives Vorleben kenne. Aber das ist mir doch mittlerweile egal. Ich weiß doch, dass er sich geändert hat. Und ich liebe ihn. Immer schon und für immer und ewig. Als ich ihm das sagte, konnte er auch schon wieder lächeln. Hach... Ich war wirklich sehr überrascht über sein emotionales Geständnis. Ich hätte nie gedacht, dass er jemals so offen und ehrlich mit mir über seine Gefühle sprechen würde. Ich glaube, das Klassentreffen hat auch bei ihm ein paar Blockaden gelöst. GsD! Er hat endlich kapiert, dass sein Sturer-Esel-Verhalten und „Ich bin der Coolste und Tollste und echte Männer reden nicht über Gefühle“ nicht gerade konstruktiv für eine glückliche Beziehung sind. Es ist schon faszinierend, wie schnell er sich mittlerweile weiterentwickelt. Wäre schon eine kleine Forschungsstudie wert: „So zähme ich einen unverbesserlichen Macho“ von Dr. Gretchen Haase! Hihi! Aber Spaß beiseite, das war schon ein ernster Moment, als Marc mir leise gestand, dass er finden würde, dass Sven und Mehdi halt viel bessere Typen wären, also beziehungstechnisch und vom Charakter her auch viel besser zu mir passen würden. Er würde das sicherlich nie so gut hinbekommen. Bei uns fliegen ja schon bei Kleinigkeiten die Fetzen oder wir beiden Sturköpfe würde uns ewig lang wegen Nichtigkeiten anschweigen. Ich hätte echt nicht gedacht, dass ihn das so sehr beschäftigt. Marc Meier hat tatsächlich Angst, mich zu verlieren! Musste ihm natürlich erst mal seine Unsicherheit wegküssen und ihn davon überzeugen, dass es für mich nur ihn gibt. Er ist der Eine, der Richtige. Schon immer. Er muss sich mit niemand vergleichen und versuchen, es besser zu machen. Das verlange ich doch gar nicht. Ich will ihn doch gar nicht verbiegen. Er soll so bleiben, wie er ist. Gut, vielleicht ein bisschen charmanter könnte er schon sein, aber er gibt sich ja Mühe. Siehe die Romantikprinznummer auf dem Klassentreffen. Hihi! Außerdem machen doch gerade die Unterschiede erst diese besondere Anziehungskraft zwischen uns aus. Marc hat dann erst mal Ruhe gegeben und sich glücklich an mich gekuschelt, aber ich habe genau gemerkt, dass ihn das alles doch sehr beschäftigte. Und dann hat er doch tatsächlich auch noch nach meinen früheren Beziehungen gefragt. Ich dachte, dieses heikle Thema würde mir bei diesem eifersüchtigen Gockel erspart bleiben. Aber nein! Ich wollte ihm das erst nicht erzählen, weil ich doch insgeheim wusste, wie er darauf reagieren könnte, aber Marc wollte es hartnäckig wissen. Wenn das mit uns eine Zukunft haben soll, dann müsse er auch das von mir wissen, sagte er leise. Er wirkte dabei sehr ernst und gefasst. Ich war wirklich beeindruckt und auch ein kleinwenig stolz auf ihn. Marc Meier denkt tatsächlich an eine Zukunft mit Gretchen Haase! Diese welthistorische Nachricht musste ich erst mal auf mich wirken lassen.

Lorelei Offline

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07.08.2010 09:23
#644 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey Leute! Hier habt ihr den nächsten Teil. Kann euch heute leider nur diesen einen reinstellen, denn ich bin den Rest des Tages außer Haus. Gleich geht’s los zur Schuleinführung von meinem Patenkind. Hoffentlich hört es endlich auf zu schütten! Kommis zu euren Storys folgen dann morgen. Ich wünsche euch einen schönen Samstag. Eure Lorelei



Wir lagen eng umschlungen nebeneinander in unserem Kissenmeer. Marc hielt meine Hand und schaute mich wieder so fesselnd, aber auch ermutigend an, so dass ich dann doch zögerlich mit der Sprache rausrückte. So habe ich meinem Schatz offen und ehrlich erzählt, dass es in meinem Leben bislang nur fünf Männer gab, einschließlich ihm, die ich als meinen festen Freund bezeichnen konnte. Ich weiß ja nicht, was normal ist bei Frauen in meinem Alter, aber ich bin stolz darauf, denn es waren ja alles mehr oder weniger glückliche Beziehungen. Ich habe Marc wirklich alles gesagt. Wie das damals mit Sven in der Schule angefangen hat, dass ich ihn gleich von Anfang an sympathisch gefunden habe (Das mit der Liebe auf den ersten Blick, oder wohl eher Schlag - ich hab ihm ja die Tür gegen die Nase geschlagen -, habe ich mal vorsorglich weggelassen. Das würde er nicht verstehen.), aber auch dass er der erste Mann war, mit dem ich geschlafen habe. Marc musste sehr schlucken und ich habe ganz genau gesehen, wie er mit sich gerungen hat, aber er wollte ja, dass alles auf den Tisch kommt. Und das zählt nun mal bei grenzenlosem Vertrauen. Ich habe aber schnell wieder ein Lächeln auf seine Lippen gezaubert, als ich ihm gestanden habe, dass der Junge, der mir meinen ersten Kuss geschenkt hat, für mich mehr zählt als alles andere. Ich habe ganz genau mitgekriegt, wie er sich vor lauter Stolz wie ein Gockel aufgeplustert hat, weil er mich ja quasi wach geküsst hat. Marc kam aber schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, als ich ihm dann von meinem zweiten festen Freund erzählte, Peter, auch wenn mir das sehr wehgetan hat, noch einmal darüber zu reden, wie sehr es mich verletzt hat, dass er mich kurz vor unserer Hochzeit betrogen hat. Aber warum ich ihn überhaupt heiraten wollte, das konnte ich Marc nicht wirklich beantworten, denn ich wusste es ehrlich gesagt nicht. Was habe ich nur damals an ihm gefunden? Wir haben doch überhaupt nicht zusammengepasst. Peter hätte mich mit Sicherheit auf kurz oder lang unglücklich gemacht. Das weiß ich heute. Als ich dann auf Mehdi zu sprechen kam, wurde Marc wieder sehr, sehr, SEHR unruhig. Auch wenn die beiden die dicksten Freunde sind, so habe ich dennoch das Gefühl, dass er ihn immer als seinen ärgsten Konkurrenten sehen wird, auch wenn dafür überhaupt kein Grund ist. Mehdi wird immer nur mein Freund sein. Aber erkläre das mal einem von sich selbst überzeugten Macho, der denkt, dass Männer und Frauen niemals NUR Freunde sein können, weil irgendwann immer der Sex dazwischen kommen würde. Hmm... Da hat wohl jemand zu oft „Harry und Sally“ gekuckt? Wobei mit Mehdi hatte ich ja schon Sex, sehr oft wohlgemerkt, also müsste ja rein theoretisch, also nach Marcs Theorie, das mit der Freundschaft jetzt doch hinhauen oder? Marc blieb jedenfalls skeptisch, was wohl eher daran lag, dass ich Mehdi im Zusammenhang mit Sex erwähnt hatte. Das hätte ich lieber bleiben lassen sollen. Nachdem Marc wieder einigermaßen runtergekommen war, hat er mich dann zögerlich gefragt, ob ich Mehdi wirklich geliebt habe und ob ich denken würde, dass wir noch zusammen wären, wenn Anna damals nicht aufgewacht wäre. Ich glaube, das brannte ihm schon seit Monaten auf der Seele und war einer der Gründe, warum er gerade bei ihm immer so aufbrausend reagierte. Aber auch hier blieb ich ehrlich. Ich war wirklich sehr in Mehdi verliebt gewesen, gestand ich ihm, mehr als in Peter und Sven. Mehdi ist nun mal ein toller, charmanter, einfühlsamer, lieber Mann, der einem alle Wünsche von den Augen abliest. Jede Frau könnte sich glücklich schätzen, ihn an ihrer Seite zu haben. Und wenn es Marc nicht geben würde, wären wir sicherlich glücklich geworden. Aber wie das mit ihm weitergegangen wäre, wenn Anna nicht wieder aufgewacht wäre, konnte ich Marc nicht wirklich beantworten. Vielleicht wären wir noch ein paar Monate glücklich gewesen, das kann schon sein, aber der Gedanke an Marc hatte mich nie wirklich losgelassen, auch in der Beziehung mit Mehdi nicht. Das kam halt damals alles zusammen. Anna wachte plötzlich wieder auf, Mehdi fühlte sich verantwortlich und Marc sah mich plötzlich mit anderen Augen. Das habe ich ganz genau gespürt, damals im OP, als der Herzschrittmacher dieses Bauern aussetzte, genauso wie unsere Herzen in diesem Moment. Ich werde nie vergessen, wie Marc mich in diesem Moment angeschaut hat. Irgendwas war anders. Und wenn Gaby nicht... Aber das ist jetzt reine Spekulation. Ich habe Marc schließlich gesagt, dass ich mich mit Mehdi sehr verbunden fühle, weil wir uns vom Charakter her so ähnlich sind und dass ich deshalb so viel Wert auf seine Freundschaft und seine Meinung lege. Ich habe ihn unheimlich gern und damit muss Marc klarkommen, aber eifersüchtig braucht er nun wirklich nicht auf ihn zu sein. Das ist mittlerweile nur noch lächerlich. Marc hat dann gemeint, dass er das ja im Prinzip auch nicht mehr wäre und dann hat er irgendwas in seinen nicht vorhandenen Bart genuschelt, was ich nicht verstanden habe. Ich konnte ihm das zwar noch nicht so ganz abnehmen, aber ich denke, Marc fühlt sich momentan sicher, weil Mehdi ja mit Maria ... äh... was auch immer ist. Hihi! Als ich dann mit Frank, also mit Alexis, anfing, hat Marc schnell trotzig abgeblockt. Ich glaube, die Geschichte war ihm dann doch noch zu frisch. Er hat das mit ihm ja auch alles hautnah miterlebt. Deshalb haben wir das Thema dann ausgelassen. Ich habe Marc sogar noch gestanden, dass früher in der Schule mit Karsten nie etwas Ernstes war, da hat er nur breit gegrinst und gemeint, dass er das schon immer gewusst hätte. Naja das hat mich zwar schon gewundert, aber ich habe nicht weiter nachgefragt.

Da ich Marc nun alles von mir erzählt hatte, dachte ich, wenn er das mit meinen Männern so gut verkraftet hatte, dann konnte ich das auch, auch wenn bei ihm die Ausgangskonstellation etwas anders, also gelinde gesagt, gänzlich verschieden, war. Eigentlich muss ich nun wirklich nicht wissen, wie viele Frauen Marc Meier vor mir hatte, Hauptsache er hat keine mehr nach mir! Wäre aber dennoch eine Spitzenmillionenfrage für „Wer wird Millionär“. Hihi! Aber ich habe mich trotzdem getraut. Bin zwar ein Haase, aber kein Hase! Als ich ihn mit zittriger Stimme nach seinen früheren Freundinnen oder Affären oder was auch immer gefragt habe, hat er zwar erst skeptisch gekuckt, mir dann aber einen Finger auf den Mund gelegt und leise gesagt, dass das völlig unbedeutend sei, weil er in seinem ganzen Leben bisher nur eine einzige Frau wirklich geliebt hat und das sei ich. Gott, das kam so gefühlvoll und ehrlich rüber, dass mein Herz wie verrückt getanzt hat vor Glück und ich sofort wieder in Tränen ausgebrochen bin, weil ich einfach nur so unendlich glücklich war. Aber Marc habe ich damit schon wieder total überfordert und verunsichert. Er kann meine verschiedenen Tränenphasen noch nicht wirklich deuten. Das kann wohl keiner, nicht mal ich, aber er wird es schon noch lernen. Um mich wieder zu beruhigen, hat er mich ganz fest an sich gedrückt und mir sogar noch gestanden, dass es ihm so unendlich Leid tue, dass er damals so ein Arsch war und nicht den Mumm gehabt hatte, mir zu sagen, dass er mich auch irgendwie gut fand. Da war ich dann echt baff. Mit meinem verheulten Gesicht habe ich ihn angestarrt, als ob er ein Außerirdischer sei. Ich hatte ja schon beim Klassentreffen durch seine Gesten und Taten - dem Wahnsinnskuss auf der Tanzfläche und dem süßen Herz, das er als Zeichen unserer ewigen Liebe in die Bank geritzt hatte - geahnt, dass er damals schon in mich verliebt war, aber das jetzt wirklich so richtig aus seinem Mund gehört zu haben, das hat mich wirklich umgehauen. Ich glaube, wir waren uns noch nie zuvor so nah wie in diesen zärtlichen Stunden. Bis Dienstschluss lagen wir Arm in Arm in unseren kuscheligen Kissen in unserem Liebesversteck und haben uns einfach nur glücklich angestrahlt und unsere große unendliche Liebe genossen. Papa hat GsD nicht mitgekriegt, dass wir unseren Dienst geschwänzt haben, aber wir konnten nun mal nicht anders. Es war höchste Zeit, dass wir uns mal so richtig ausgesprochen haben. Jetzt weiß er alles über mich, naja vielleicht nicht ganz alles. Mein genaues Gewicht wird er jedenfalls niemals erfahren. Und ich weiß jetzt hoffentlich alles über ihn.

Seitdem läuft es wieder mehr oder weniger harmonisch zwischen uns, mal abgesehen von dem einen oder anderen Machoaussetzer, aber ich habe mittlerweile gelernt damit umzugehen. Um Marcs Gefühle nicht noch mehr zu strapazieren, habe ich mich nicht noch einmal mit Sven getroffen. Wir haben nur noch einmal kurz miteinander telefoniert und verabredet, dass wir über Facebook oder ÄrzteVZ in Kontakt bleiben. Er war zwar ein bisschen enttäuscht, aber er hatte ja den eifersüchtigen Gockel in Aktion erlebt und verstand, warum ich ihn nicht treffen konnte. Sven hat uns dann noch viel Glück gewünscht. Damit war auch Marc vorerst zufrieden. Aber die besten Freunde würden die beiden sicherlich nicht mehr werden. Das war ein einmaliges alkoholbedingtes Ereignis, das sich nicht noch mal wiederholen würde. Ich habe ja jetzt dem Alkohol abgeschworen, selbst den in Pralinen. Marc konnte ich leider noch nicht davon überzeugen, genauso wenig wie von einem Verzicht auf seine blöden Zigaretten. Dieses alberne „Zigarette danach“-Getue nervte vielleicht! Naja er raucht jetzt GsD nicht mehr in der Wohnung, sondern verzieht sich auf die Terrasse. Das konnte ich zumindest durchsetzen. Und wenn er danach seine Zähne putzt oder zumindest einen Kaugummi kaut, dann klappt es auch mit dem Küssen. Hmm... Ich könnte ja auch mit einem Kussverbot drohen, damit er endlich auf seine Glimmstängel verzichtet. Hmm... Muss ich mal darüber nachdenken. Blöd nur, dass ich mich ja quasi auch selbst bestrafe, wenn ich ihn nicht mehr küssen will äh... darf.

Lorelei Offline

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08.08.2010 10:13
#645 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich euch allen. Heute kommt ein bisschen was aus dem Meier-Haaschen Alltag. Viel Spaß damit. Lorelei




Was den Alltag bei uns zuhaue betrifft, läuft es eigentlich überraschenderweise ganz gut. Die bestellten Designermöbel sind mit einer Woche Verzögerung endlich geliefert worden und wir haben dann in gemeinschaftlicher Arbeit das Schlafzimmer umgeräumt. Wir haben danach natürlich ausführlich und stundenlang das neue Bett eingeweiht. Wir sind übrigens immer noch in der Testphase. Hihi! Das war natürlich auch der passende Anreiz für den Macho, endlich mal seinen Hintern hoch zu bekommten und etwas für die Verschönerung unserer Wohnung zu tun. Jedenfalls konnte ich endlich meine ganzen Sachen auspacken und verstauen. Damit bin ich nun auch offiziell so richtig bei Marc Meier angekommen. Als meine ganzen Kisten endlich weggeräumt waren, habe ich die Wohnung ein bisschen nach meinem Geschmack dekoriert, also mit den Sachen, die wir neulich gekauft hatten. Habe mich aber auf Marcs Wunsch, oder besser gesagt Flehen, hin sehr zurückgehalten. Er soll ja nicht gleich überfordert werden. Ich hoffe, das gibt sich dann irgendwann mit den Jahren. Und es ist wirklich gemütlich geworden. Minimalistisch ist doch immer noch besser als zuviel Kitsch. Arm in Arm auf dem Sofa liegend haben wir bei Kerzenschein mein Gesamtkunstwerk auf uns wirken lassen und Marc war tatsächlich zufrieden. Kein Gemecker und kein blöder Machospruch. Kannte ich so gar nicht von ihm. Er war wahrscheinlich zu überrascht darüber, dass ich keine rosa Plüschwiese aus seinem coolen Designerappartement gemacht habe. Aber Rosa hätte da nun wirklich nicht reingepasst. Da muss ich ihm schon Recht geben. Und Marc hatte wahrscheinlich auch die ganze Zeit Angst gehabt, dass ich ihm seine Modellautos in der Glasvitrine doch noch wegnehme, aber ich bin ja nicht lebensmüde. Das Theater wäre doch riesig gewesen. Und so schlimm sind die Dinger nun auch wieder nicht. Als Marc mir nämlich gesagt hat, was die kleinen Autos wert sind, war ich erst mal ruhig und konnte vor Schnappatmung nichts mehr sagen. Dahin verschwand also das hart verdiente Oberarztgehalt. Die einen geben es für Schuhe aus, die anderen für kleine Autos. Hmm...

Was die täglichen Abläufe anbelangt, da hapert es aber noch ein wenig. Ich habe meinen süßen Macho noch nicht dazu gebracht, mir jeden Morgen Frühstück ans Bett zu bringen. Leider! Aber die Ansätze sind schon da. Zumindest ist morgens immer schon der Kaffee fertig, wenn ich aus dem Bad komme. Marc ist nämlich ein Morgenmuffel der allerschlimmsten Sorte. Den darf man nicht vor der ersten Tasse Espresso ansprechen, sonst würde ich die geballte Ladung fieser Meiersche Sprüche an den Kopf geworfen bekommen und ich wäre den Rest des Tages beleidigt. Deshalb ziehe ich mich auch immer nach dem Aufstehen gleich ins Badezimmer zurück und lasse ihn erst mal in Ruhe wach werden. Leider weckt der morgendliche Kaffee bei ihm auch immer zusätzliche Kräfte, denen er sofort und überall nachgehen muss und wir schaffen es deshalb manchmal gerade noch rechtzeitig vor Dienstbeginn ins EKH. Ich kann ja eigentlich mit so viel Stress am Morgen überhaupt nichts anfangen. Ich bin ja eher dafür, dass wir uns später in der Mittagspause treffen, aber er... Naja wir treffen uns trotzdem immer mittags in unserer Liebeshöhle. Hihi!

Was die ganzen lästigen hausfraulichen Pflichten betrifft, haben wir jetzt so langsam ein System reingekriegt, also nachdem ich nach zähem Ringen und Abwägen einen Putz-, Koch- und Einkaufsplan aufgestellt habe. Klingt zwar jetzt wie bei einer WG, aber anders würde es nicht funktionieren. Und ich will auch nicht, dass alles an mir hängen bleibt und er sich wie ein Pascha aufführt. Der kleine Macho hat nicht mal dagegen protestiert, sondern grinsend irgendetwas über dieses von ihm so genannte „Emanzipationskramdinges“ referiert, über das er angeblich neulich was gelesen hätte. Tzz.... Typisch Marc Meier eben! Aber es war wirklich höchste Zeit, dass wir das geregelt bekommen haben. Nachdem ich drei Wochen bei ihm gewohnt hatte, hatte sich das Geschirr in der Küche gestapelt, so dass es keinen sauberen Teller mehr gab, der Kühlschrank war ständig leer, so dass wir regelmäßig nur noch in der Cafeteria gegessen haben und die Wäscheberge waren auch nicht mehr zu ertragen. Ich hätte wirklich nicht gedacht, wie schwierig sich das gestalten könnte, Job und Alltag zusammenzubringen, wenn wir beide bis spät abends in der Klinik sind und dann am nächsten Tag auch schon wieder früh raus müssen. Sonst hat das ja immer Mama für mich gemacht, aber ich glaube, sie hätte einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie das ganze Chaos bei uns gesehen hätte. Gestern hat sie ihren Anstandsbesuch bei uns gemacht. Wir konnten es leider nicht verhindern. Haascher Sturkopf eben. Aber sie war ganz zufrieden, denke ich. Ich habe ganz genau gesehen, wie sie mit dem Finger über die Schränke gestreift hat, um zu überprüfen, ob hier regelmäßig Staub gewischt wird. Hatte ich vorsorglich in der Nacht zuvor gemacht. Sicher ist sicher! Aber am meisten hat sie wohl mein Schnuckiputzi überrascht. Marc hat nämlich für uns gekocht! Ich bin jetzt noch fassungslos darüber. Hab ihn gestern Abend, nachdem meine Eltern weg waren, solange gekitzelt, bis er es unter Tränen gestanden hat. Das Zusammenwohnen mit Mehdi hatte anscheinend doch Früchte getragen. Juhu! Jetzt ist wohl klar, wer den Küchendienst in Zukunft übernimmt. Hihi!

Nun ja, alles in allem habe ich mich jetzt ganz gut hier eingelebt und ich fühle mich wohl. Wo Marc ist, ist nun mal mein Zuhause. Ich hätte ja vermutet, dass sich unser Zusammenleben schwieriger gestalten würde, bei unseren Sturköpfen und oft konträren Vorstellungen, aber es klappt perfekt. Muss wohl daran liegen, dass mein Marcischnuckiputzi so sehr in mich verliebt ist und keine Fehler machen will. Das ist so süß. Er bemüht sich wirklich. Er hat sogar akzeptiert, dass ich ein Knutschfoto von uns beiden auf den Kaminsims gestellt habe. Hat unser neuer Mitbewohner heimlich von uns geschossen und mir zugesteckt. Ach, das hätte ich ja fast vergessen. Wir wohnen ja jetzt nicht mehr ganz so allein, zum Leidwesen von Marc, weil wir jetzt nicht mehr überall in der Wohnung... naja ... äh... hihi...

Lorelei Offline

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08.08.2010 20:18
#646 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Tja wer war wohl so dreist und hat sich bei den Meier-Haases zuhause eingenistet, hmm? Schaumer mal! Schönen Abend noch. Eure Lorelei

PS: Diesen Teil widme ich meinem lieben Karmegeenchen, die sich heute mit einem unglaublich tollen Traumfinale verabschiedet hat. Image and video hosting by TinyPic Ich bin noch völlig hin und weg und muss mich erst noch sammeln, dann bekommst du auch meinen letzten wohlverdienten Kommentar zu deiner grandiosen Story. Eins möchte ich dir aber auch noch sagen. Danke für deine witzigen, spritzigen, analytischen, bedrohlichen, aber meistens unheimlich süßen Kommentare, die mir immer ein Lächeln auf die Lippen gezeichnet haben und die mich immer wieder motiviert haben, weiterzumachen und ich werde mit Sicherheit weitermachen. Das Fieber lässt einen nicht los, das weißt du ja auch. Im Forum wird echt was fehlen, wenn du jetzt für eine Weile untertauchst, aber ich gönne dir diese Auszeit von ganzem Herzen. Erhol dich gut! Was deinen Wunsch betrifft, das lasse ich mal offen, aber du weißt ja, was ich meiner PM neulich geschrieben habe. Also keine Sorge! Was noch? Ach! Ich hätte mich übrigens gerne von dir in die Elbe schupsen lassen. Und du kannst sicher sein, dass du beim Weiterlesen meiner FF noch oft genug die Gelegenheit dazu bekommen wirst. Dir bleibt also gar nichts anderes übrig, als bald wieder zu kommen. Hab dich lieb!





... Aber ich will ja auch nicht von Marcs Vater dabei erwischt werden. Peinliche Zusammenstösse mit unseren Eltern hatte ich, glaube ich, schon zur Genüge. Ja, du hast richtig gehört, Olivier Meier wohnt jetzt bei uns. In Mehdis altem Zimmer. Deshalb musste ich meine Pläne bezüglich eines begehbaren Kleiderschranks leider ad acta legen. Aber ich finde es schön, dass er jetzt bei uns ist. Marc war anfangs noch dagegen gewesen, seinen Vater nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus bei uns aufzunehmen, eben wegen der oben genannten Gründe. Er will halt immer und überall mit mir alleine sein. Schon süß, wie anhänglich er mittlerweile geworden ist. Und ich dachte immer, ich sei die größte Klette, die es gibt. Hmm... Aber die Familie geht nun mal vor. Wir konnten das Klammeräffchen dann doch noch überzeugen. Wo hätte Oliver denn sonst hingehen sollen? Nach seiner schweren Verletzung hätte ich ihn ungern in ein Hotel abgeschoben. Das hat dann auch Marc akzeptiert. Und insgeheim freut er sich riesig, dass sein Vater noch länger in Berlin bleiben will. Er möchte nämlich seinen Sohn näher kennen lernen und all das nachholen, was ihnen zwanzig Jahre lang verwehrt war. Hach... Die beiden sind so süß zusammen, wenn sie abends mit einem Bierchen auf der Couch sitzen, wie Zwillinge, nur eben in verschiedenen Alterebenen, und Anekdoten von früher erzählen. Es ist schon faszinierend, wie ähnlich sich die beiden sind, so in Gestik und Mimik, aber auch mit demselben Humor. Leider meistens auf meine Kosten. Worauf habe ich mich da nur eingelassen? Jetzt habe ich zwei von der Sorte am Hals. Das war jetzt eher ironisch gemeint, denn ich habe Olivier schon voll und ganz ins Herz geschlossen. Er ist so ein toller, faszinierender Mann. Wir reden viel miteinander, auch über Privates. Er hat mir neulich gestanden, wie gern er seine Exfrau wieder sehen möchte und dass er auch schon mehrmals bei ihr angerufen hat, aber sie nie zu erreichen war. Da habe ich mir dann auch langsam Sorgen gemacht, weil sie auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr bei uns angerufen hat. Nicht dass sie sich den Bruch mit Marc zu sehr zu Herzen genommen hat? Ich weiß ja von Marc, dass sie zu Depressionen neigt. Nicht dass sie sich zu einer Dummheit hinreißen lässt? Wir sind dann zusammen zu ihrer Villa am Stadtrand gefahren. Das haben wir Marc aber nicht gesagt, weil er immer noch nichts von ihr hören will. Und allein hätte sich Olivier eh nicht zu ihr getraut. ... Wieso sind die Meier-Männer eigentlich immer solche Feiglinge? Hmm.... Muss was Genetisches sein. Na hoffentlich vererbt sich das nicht weiter. ... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Olivier immer noch sehr an Elke hängt. Er war jedenfalls sehr enttäuscht und niedergeschlagen, als wir sie dort auch nicht angetroffen haben. Ihre Assistentin hat uns dann gesagt, sie sei auf unbestimmte Zeit verreist. Da war ich erst mal beruhigt. Zumindest hatte sie sich nichts angetan. Ich hoffe, sie meldet sich bald. Marc und sie müssen sich endlich aussprechen. Und Olivier möchte das auch. So kann es schließlich nicht mehr weitergehen. Auch wenn Marc es niemals offen zugeben würde, aber er leidet wirklich. Ich bin dafür, dass endlich ein Schlussstrich unter die ganze Angelegenheit gezogen wird. War ja schon immer ein eher familiärer Mensch. Und sie... naja... sie gehört ja auch irgendwie dazu oder nicht?

Dass Olivier jetzt bei uns wohnt, hat aber auch so seine Vorteile. Wie er uns jeden Tag betüddelt ist schon süß. Morgens steht das Frühstück immer bereit und abends, wenn wir geschafft von der Arbeit nach Hause kommen, steht auch immer etwas Leckeres auf dem Tisch. Und ich kann so viel von ihm lernen. Er hat mir verschiedene Operationstechniken erläutert und mehrere interessante Handkniffe gezeigt, die die Arbeit wirklich erleichtern. Marc ist zwar immer genervt davon, dass jemand etwas besser weiß und erklären kann als er, aber ich kann die zusätzlichen Lerneinheiten gut gebrauchen, jetzt wo ich nicht so häufig in der Chirurgie bin. Da Olivier vorhat, länger in Berlin zu bleiben, hat Papa schon vorgeschlagen, dass er vielleicht ab und zu auch bei uns in der Chirurgie aushilft, zumindest in der Ausbildung der Fachärzte oder bei komplizierten OPs. Das wäre schon toll. Er übernimmt vielleicht auch Papas Vorlesungen an der HU für eine Weile. Papa möchte nämlich etwas zurückschalten und mehr Zeit mit Mama verbringen. Seit sie auch wieder berufstätig ist, sehen sie sich so selten.

Bei mir läuft jobtechnisch momentan alles super, auch wenn mir die Arbeit mit Marc schon ein bisschen fehlt. Aber jeden Tag in die strahlenden Gesichter glücklicher Mütter und ihrer Babys zu sehen ist Entschädigung genug. Papa ist mächtig stolz auf mich, wie gut ich die Sache bisher gemeistert habe. Auch wenn Marc es nicht zugibt, er, glaube ich, auch. Er ist nur ziemlich angefressen, weil ich als seine weltbeste Assistenz wegfalle und er mit den Frischlingen zusammenarbeiten muss, bei denen die Handgriffe noch nicht so sitzen wie bei mir. Aber umso liebevoller geht er dann abends mit mir um. Was so ein bisschen Abstand ausmacht? Er vermisst mich tierisch. Seit zwei Wochen zerrt er mich täglich in der Mittagspause in unser Liebesnest im Ostflügel, weil er es ohne mich überhaupt nicht lange aushält. Hihi! Er fehlt mir ja auch. Sowohl privat, als auch beruflich. Ehrlich gesagt vermisse ich schon die OPs mit ihm. Je nachdem wie es der Zeitplan möglich macht, quetscht er mich sogar mit rein, wenn es einen spannenden Fall gibt. Ich will ja auch noch meinen OP-Plan vollkriegen, um vorzeitig an meinen Facharzt zu kommen. Ansonsten läuft die Arbeit auf der Gyn eigentlich ganz gut. Gaby hat sich wieder einigermaßen eingekriegt. Hatte vielleicht doch bloß ihre Tage gehabt und war deshalb so mies drauf. Man arrangiert sich halt. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sie etwas bedrückt. Sie schaut immer so traurig. Ich weiß nicht. Ob ich sie mal fragen soll, ob es ihr gut geht?

Aber am meisten Sorgen habe ich mir um Mehdi gemacht. Er war ja jetzt vier Wochen in Italien unterwegs auf der Suche nach seiner Frau und Lilly. Ob er mit seiner Intuition richtig gelegen hat, sie in der Geburtstadt von Annas Eltern zu suchen? Marc und ich, und auch Maria, wissen es nicht. Seit seinem letzten Telefonat mit Marc sind mittlerweile drei Wochen vergangen. Er hatte sich danach auch noch mal kurz bei Maria gemeldet, aber seitdem herrschte Funkstille. Hoffentlich geht’s ihm gut. Sein „Ausfall aus Krankheitsgründen“ im EKH ist ja geklärt. Papa hat auch keine weiteren Fragen gestellt, als Marc ihm Mehdis Attest gebracht hat. Hauptsache der Dienst auf der Gyn war geregelt. Aber ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, dass Mehdi sich so lange nicht bei uns gemeldet hat? Ich weiß es nicht. Es ist ja sonst nicht seine Art, so gar nichts von sich hören zu lassen. Hach... Die Ungewissheit hat mich richtig fertig gemacht.

Aber heute Morgen kam dann endlich der erlösende Anruf von ihm. Mehdi kommt heute noch zurück. Marc holt ihn gerade vom Flughafen ab. Er hat sich am Telefon ziemlich kurz gefasst. Er hat nur seine Ankunftszeit durchgegeben und gefragt, ob ihn jemand abholen könnte, dann hatte er auch schon wieder aufgelegt, bevor wir überhaupt nachhaken konnten. Komisch! Anscheinend will er es spannend machen. Wir wissen nicht, ob er die beiden gefunden hat. Ich hoffe es so sehr. Mehdi hat so große Hoffnungen in die Suche gesteckt. Ich will doch nur, dass er endlich wieder glücklich ist. Und ich vermisse die Kleine doch auch. Hmm... Aber so langsam müssten sie kommen. Seit zwei Stunden schaue ich aller fünf Minuten Richtung Tür. Ich hätte doch mit zum Flughafen fahren sollen. Oh! Moment! Das klingt so, als ob gerade die Tür geöffnet wird. Also mache ich jetzt Schluss für heute. Ich meld mich später mit Details.

Dein Gretchen



Gretchen schlug augenblicklich ihr rosa Tagebuch zu, legte den blauen Kuli auf das kleine Nachtschränkchen und hüpfte vom Bett. Sie öffnete ihren neuen Kleiderschrank, zog das Fach mit ihren Socken auf und legte ihr Tagebuch schnell zurück in ihr Geheimversteck. Dann schloss sie die Tür wieder, schaute sich noch einmal kurz im Spiegel an und richtete ihre Haare und verließ schließlich aufgeregt das Schlafzimmer....

Lorelei Offline

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08.08.2010 22:39
#647 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hab mich kurzfristig dazu entschlossen, euch den nächsten Teil auch schon reinzustellen. Wir haben IHN ja lange genug vermisst ne!? Juhu! Es ist endlich soweit. Mehdi Kaan ist wieder da! Aber ob ihr euch wirklich darüber freuen könnt? Lest selbst! Äh... Ich verkrieche mich mal lieber schnell in meinem Versteck. Lorelei




Als die blonde Frau das Wohnzimmer betrat, beschlich sie gleich ein mulmiges Gefühl. Die Bestätigung dafür lieferte ihr dann auch ihr Freund, der niedergeschlagen auf dem Sofa saß und die Decke anstarrte. Als Marc seine Liebste näher kommen sah, senkte er seinen Blick und schaute ihr nun direkt in die Augen. Gretchen deutete seinen leeren Blick sofort... Oh nein! Das verkraftet er nicht. ... Sie setzte sich neben Marc auf die Couch, griff nach seiner Hand und begann leise zu weinen. Er legte behutsam seinen Arm um ihre Schulter und zog sie zu sich heran. Gretchen weinte mittlerweile hemmungslos. Der Oberarzt drückte sie an sich und versuchte sie zu trösten. Aber die an seiner Brust heftig schluchzende Frau ließ sich kaum beruhigen. Er wischte ihr mit dem Daumen die Tränen aus dem Gesicht und suchte ihren Blick....

M: Hey! Nicht weinen, Schatz! Du weißt doch, das ertrag ich nicht.
G (schnieft u. versucht sich zu beruhigen): Was... *schluchz* ... Was ist passiert?

Marc atmete noch einmal tief durch und begann dann zögerlich über die vergebliche Suche seines besten Freundes in Italien zu erzählen. Auch ihm ging es nahe, dass Mehdis Bemühungen umsonst gewesen waren. Ungläubig lauschte Gretchen den Worten ihres Liebsten und wieder stiegen ihr die Tränen empor....

G: Er hatte sich solche Hoffnungen gemacht.
M (leise): Ich weiß!
G: Wo ist er jetzt?
M (kleinlaut): Na zuhause.
G (entsetzt): Was?

Gretchen löste sich aus seiner Umarmung und sprang vom Sofa auf. Marc wusste nicht, wie ihm geschah. Sie schaute ihn vorwurfsvoll an...

G: Du hast ihn allein gelassen? Wie kannst du ihn jetzt allein lassen? Spinnst du!
M (rechtfertigt sich): Hey! Er wollte das so. Er wollte allein sein. Ich habe ihm noch angeboten, mit herzukommen, aber er wollte nicht.
Oh Gott! Er verschließt sich. Das müssen wir verhindern.
G (besorgt): Marc, wir dürfen ihn heute nicht allein lassen.
M: Wieso? Wenn er nicht will, dann können wir ihn auch nicht dazu zwingen.
G: Aber...
M: Was?
G (schaut ihn mit wässrigen Augen an): Marc, Lilly hat doch heute Geburtstag!
Ach du Scheiße! Deshalb war er so... so... Scheiße! Und jetzt?
M (betroffen): Oh! Das... das wusste ich nicht. Er hat nichts gesagt.
G: Wir müssen zu ihm. Bitte!

Die junge Ärztin schaute ihren Freund flehend an. Er verstand sofort, worauf sie hinauswollte und stand ebenfalls vom Sofa auf. Er schnappte sich seinen Autoschlüssel, sie ihre Jacke und die beiden brachen sofort auf.....

Lorelei Offline

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09.08.2010 10:45
#648 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey Leute! Ich weiß, Mehdi hat schon sehr viel durchgemacht und wir alle wünschen uns sehnlichst, dass er endlich wieder Glück im Leben hat, aber die Chancen, seine Familie auf dieser italienischen Odyssee zu finden, waren von Anfang an eher gering. (Ich habe mit dieser Geschichte nämlich noch etwas vor! ) Wobei, das kann ich schon mal vorweg sagen, ganz so schlecht lag er mit seiner Intuition nicht, aber was genau in Italien vorgefallen ist, kläre ich erst in einem der nächsten Teile auf. Sorry! Es soll ja spannend bleiben. Erst einmal schauen wir nach, wie es unserem tragischen Helden im Moment geht. Liebe Grüße u. schönen Wochenstart. Eure Lorelei




Etwa zur selben Zeit öffnete Maria Hassmann die Tür zur Wohnung ihres Geliebten, um wie jeden Tag nach dem Rechten zu schauen und ihm seine Post hinzulegen, und ließ vor Schreck ihren Schlüsselbund fallen, als sie Licht im Flur sah. Vorsichtig ging sie Richtung Wohnzimmer und was sie dort vorfand, brach ihr das Herz. Ihr Liebster saß völlig niedergeschlagen auf der dunkelblauen Couch und hielt ein Foto seiner geliebten Tochter in seiner Hand. Zärtlich strich er immer wieder mit dem Daumen darüber und weinte still vor sich hin. Mehdi Kaan sah schlecht aus. Tiefe Augenringe und ein ungepflegter Dreitagebart zeichneten sein Gesicht. Seine Haare waren etwas länger und noch verwuschelter. Seine Kleidung war schmutzig. Seine Reisetasche stand noch unausgepackt neben der Couch. Seit seiner Ankunft schien er sich noch nicht wieder bewegt zu haben. Medhi war völlig in sich selbst versunken und hatte seine heimliche Beobachterin noch nicht bemerkt. Langsam ging Maria auf ihn zu. Erst als sie direkt vor ihm stand und sich zu ihm herunterbeugte und seine Hand ergriff, nahm er sie endlich wahr. Er zog sie sofort wieder zurück und drehte sich beschämt weg. Er wollte nicht, dass jemand ihn so sah. Und er wollte im Moment auch mit niemand reden, auch nicht mit ihr. Er wollte einfach nur mit sich und seinem Schmerz allein sein. Mit dem Rücken zu ihr gedreht, bat er sie mit kalter Stimme zu gehen...

MK: Geh!
MH (will ihn nicht allein lassen): Mehdi, aber....
MK (flehend u. immer leiser): Bitte geh!

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, erhob sich die Neurochirurgin und verließ seine Wohnzimmer mit einem flauen Gefühl in der Magengegend... Er hat sie nicht gefunden. Das bringt ihn um. ... An der Tür angekommen, drehte sich die besorgte Frau noch einmal zu dem verzweifelten Mann um. Er hielt Lillys Foto an seine Brust gedrückt und starrte abwesend aus dem Fenster. Sie seufzte leise, öffnete die Tür und ging. Erschüttert über seine schlechte Verfassung machte sie sich dementsprechend große Sorgen, aber im Moment konnte sie ihm anscheinend nicht helfen. Er wollte das nicht und das musste sie wohl oder übel akzeptieren. Völlig in Gedanken versunken griff sie nach den beiden Mülltüten, die sie vor seiner Wohnungstür stehen gelassen hatte, verließ das Gebäude und ging zu den Mülltonnen um die Ecke. Im selben Moment hielt ein weißer Volvo mit quietschenden Reifen vor der Haustür. Gretchen sprang, noch während der Motor lief, aus dem Wagen und stürmte die zwei Treppenstufen hoch. Dabei rannte sie fast ihre Kollegin über den Haufen...

MH (hat G noch nicht erkannt u. schnauzt sie an): Hey! Können Sie nicht aufpassen?
G (außer Atem): Maria! Tschuldigung!
MH (sichtlich überrascht): Gretchen? Was... was macht ihr hier?

Mittlerweile hatte sich ein grinsender Oberarzt zu den beiden gesellt, den die Neurochirurgin ungläubig anstarrte.

G: Wir wollen zu Mehdi.
MH (schaut sie ernst an): Das ist keine so gute Idee.
G (irritiert): Wieso?

Maria schilderte den beiden, wie sie ihren gemeinsamen Freund gerade vorgefunden hatte und dass er sicherlich niemanden sehen möchte. Marc nickte ihr wissend zu, während Gretchen tief bestürzt war. Sie wollte ihren besten Freund doch so gern in den Arm nehmen, ihm ein bisschen seines Kummers nehmen, für ihn da sein, gerade heute, an Lillys Geburtstag, aber der verzweifelte Gynäkologe wollte anscheinend allein sein und alles mit sich selbst ausmachen. Ob das so eine gute Idee war? Die drei Ärzte schauten sich ratlos an, bis Dr. Hassmann schließlich die Initiative ergriff...

MH: Kommt erst mal mit rein und erklärt mir, was genau vorgefallen ist und dann sehen wir weiter.

Lorelei Offline

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09.08.2010 17:15
#649 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na gut! Dann sorge ich mal für Aufklärung. LG Lorelei




Fünf Minuten später saßen die drei zusammen am Küchentisch in der Hassmannschen Wohnung. Die beiden Frauen schauten Dr. Meier durchdringend an, der daraufhin laut aufstöhnte und schließlich widerwillig Mehdis Story wiederholte. Marc erzählte den beiden alles, was er seinem Freund auf dem Weg vom Flughafen zu seiner Wohnung aus der Nase ziehen konnte. Mehdi war sehr niedergeschlagen und wortkarg gewesen. Die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit waren ihm förmlich ins Gesicht geschrieben und gingen auch dem sonst so toughen Oberarzt nahe...


Nachdem Mehdi und sein Privatdetektiv erfolglos drei Wochen lang halb Italien abgegrast hatten, war der vorletzte Ort auf ihrer Liste im tiefen Sizilien endlich ein Volltreffer gewesen. Im Gemeindeamt der Kleinstadt wurde den beiden Männern bestätigt, dass eine Sofia Calaprese, Annas Mutter, hier vor zweiundfünfzig Jahren geboren worden war und ihre Familie ganz in der Nähe gelebt hatte. Mehdi konnte sein Glück kaum fassen. Er konnte förmlich spüren, dass Anna und Lilly in der Nähe waren. Eine freundliche Mitarbeiterin hatte ihm dann eine ältere Adresse der Familie Calaprese mitgegeben, die die beiden Spürnasen sofort aufgesucht haben. Die Calapreses waren eine angesehene Familie in der Region und besaßen seit drei Generationen ein mittelgroßes Weingut in den Bergen, welches aber heute in anderem Besitz ist. Denn nach dem Tod von Sofias Eltern war es erst in den Besitz der Gemeinde gelangt und die hatte es später weiterverkauft. Die Tochter des Hauses war in den Siebzigern nach einem heftigen Streit mit ihren Eltern von zuhause abgehauen und anscheinend nach Deutschland gegangen. Worum es in dem Streit genau ging, konnte man Mehdi nicht mehr sagen. Wahrscheinlich war es ihr Drang, auszubrechen und die große weite Welt zu sehen, den die Familie entfremdet hatte. Man hatte seitdem nie wieder etwas von Sofia gehört. Bis jetzt. Der Verlust ihrer einzigen Tochter hatte den Calapreses das Herz gebrochen. Fünf Jahre nach ihrer überstürzten Abreise war ihr Vater an einem Herzinfarkt gestorben und seine Frau folgte ihm ein Jahr darauf. Sie war an Lungenkrebs erkrankt gewesen. Diese tragische Familiengeschichte erfuhren die beiden Deutschen von der Wirtin des kleinen Gasthofes, in dem sie Quartier bezogen hatten. Da es eher ungewöhnlich war, dass sich Touristen in den kleinen Ort verirrten, der auf kaum einer Landkarte vermerkt war, waren viele Einwohner neugierig geworden, was die beiden deutschen Männer hier wollten. In einer geselligen Weinrunde hatte Mehdi dann erzählt, dass er auf der Suche nach seiner Frau und seiner kleinen Tochter sei. Die Wirtin war sofort Ohr gewesen und als sie das Foto der beiden sah, bestätigte sie ihrem Gast, dass sie die beiden tatsächlich kannte. Sichtlich erleichtert war der Gynäkologe der älteren Frau spontan um den Hals gefallen, um im nächsten Augenblick gleich wieder bitterenttäuscht zu werden. Die Italienerin erzählte ihm, dass vor ungefähr einem halben Jahr eine junge Deutsche mit ihrem Kind hier im Lokal aufgetaucht sei und nach dem Weingut der Calapreses gefragt hatte. Sie habe ihr mitgeteilt, dass es das nicht mehr gäbe, weil die alten Besitzer verstorben seien. Daraufhin sei die Frau in Tränen ausgebrochen und habe schluchzend trotzdem nach dem Weg dorthin gefragt. Sie gab ihr die Adresse und die beiden waren wieder zur Tür hinaus. Etwa eine Woche später kamen die Deutschen wieder und die junge Frau fragte nach einem Zimmer und nach Arbeit. Die Italienerin konnte ihr die Bitte nicht abschlagen, nachdem Anna ihr gestanden hatte, dass sie die Enkelin der Calapreses sei. Sie war zunächst verblüfft gewesen, aber sie hatte nie an ihrer Geschichte gezweifelt, denn die Ähnlichkeit zu ihrer Großmutter war nicht zu übersehen und die kleine Lilly sah Sofia wie aus dem Gesicht geschnitten. Anna hatte dann die nächsten Wochen und Monate bei ihr im Gasthof als Kellnerin gearbeitet und auch hier gewohnt. Sie hatte sich relativ schnell eingelebt, auch wenn es anfangs sprachliche Schwierigkeiten gab, da sie kaum Italienisch sprach. Sie war freundlich und nett zu jedem. Jeder im Ort hatte sie sofort gemocht. Sie war eine von ihnen. Eine Calaprese eben. Das war schließlich seit Jahrhunderten eine geschätzte Familie im Ort gewesen. Viele waren neugierig, was die junge Frau nach all den Jahren zurück in die Heimat ihrer verstorbenen Mutter getrieben hatte, aber sie blieb sehr verschlossen. Anna hatte nicht viel von sich erzählt. Sie sei hierher gekommen, weil sie sich hier mit ihrer Familie verbunden fühlte. Sie sei auf der Suche nach ihren Wurzeln. Dass sie verheiratet war und in Deutschland von ihrem Mann gesucht wurde, das hatte sie mit keinem Wort erwähnt. Umso überraschter war man jetzt, als eben jener Ehemann vor ihnen stand. Mehdi hatte natürlich sofort nachgefragt, wie es seiner Lillymaus ging. Sie war zwar anfangs sehr zurückhaltend und schüchtern gewesen, da sie die Sprache nicht verstand, aber als dann die Tochter der Wirtin mit ihrem kleinen Mädchen, das genauso alt wie Lilly war, aus dem Urlaub zurückkehrte, war die Kleine nicht mehr ganz so allein und blühte richtig auf. Das machte Mehdi zumindest für einen kurzen Moment glücklich. Dass es seinem Mädchen gut ging, war das Wichtigste. Doch auch wenn Mehdi mit seiner Intuition richtig gelegen hatte, dass seine Frau wohlmöglich auf den Spuren ihrer Familie wandelte, umso schlechter war sein Timing, denn Anna und Lilly waren vor vier Wochen von einem Tag auf den anderen verschwunden, ohne eine Nachricht hinterlassen zu haben. Niemand konnte sich erklären, wieso sie so plötzlich abgereist waren und wohin sie gewollt hatten. Die Wirtin bedauerte es sehr, dass sie Dr. Kaan nicht weiterhelfen konnte, denn sie hatte den liebenden Familienvater schnell in ihr Herz geschlossen. Eine Woche lang sind die beiden Männer noch durch die Region gezogen, haben Nachbarn befragt, ob sie vielleicht etwas wussten, haben auch das alte Weingut noch einmal besucht, aber auch dort konnte man ihnen nicht sagen, warum die junge Frau so plötzlich wieder mit ihrer Tochter untergetaucht war.

Mehdi Kaan hatte seine Familie um exakt vier Wochen verpasst. Nun gab es überhaupt keine Spur mehr. Tief verzweifelt war er mit Didi dann zum Flughafen gefahren und zurück nach Rom geflogen. Der Privatdetektiv wollte dort noch seine Kontakt spielen lassen und sich vielleicht an die italienischen Medien wenden. Für den Frauenarzt gab es aber nichts mehr zu tun, als zu hoffen. Aber mittlerweile hatte er die Hoffnung, seine Familie jemals wieder zu sehen, komplett verloren. Mehdi war ein Frack gewesen, als Marc ihn vom Flughafen abgeholt hatte. Fast hätte der Chirurg ihn nicht wieder erkannt, so heruntergekommen sah er aus. Mehdi wollte erst gar nichts erzählen und schnell nach Hause, aber sein Freund war hartnäckig drangeblieben. Er hatte ihn in ein kleines Café am Flughafen gezerrt, ihm einen doppelten Espresso bestellt und zögerlich hatte Mehdi ihm dann alles erzählt. Marc wusste nicht, wie er ihn hätte trösten können. Deshalb hatte er ihn ausreden lassen und aufmerksam zugehört. Insgeheim hatte er ja geahnt, dass es so kommen würde. Er hätte ihm gerne die Enttäuschung erspart, aber das Schicksal ließ sich nun mal nicht steuern. Aber dass sein Freund die beiden so knapp verpasst hatte, daran hatte auch Marc Meier schwer zu knabbern...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.270

09.08.2010 22:38
#650 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

MM (seufzt): Mehr habe ich nicht aus ihm herausbekommen. Dann hat er auf stummen, sturen Esel gemacht, ist aufgestanden und hat mich regelrecht zum Wagen gezerrt. Während der Fahrt hat er nichts weiter gesagt, nur dass ich ihn nach Hause fahren soll. ... (atmet einmal tief durch u. spricht dann weiter) ... Scheiße! Boah die dumme Schlampe, kann die nicht einmal was richtig machen?

Während Marc auf Anna Kaan schimpfte, konnten die beiden Frauen nicht wirklich etwas dazu sagen. Beide waren tief bestürzt und den Tränen nahe. Wie viel Leid sollte der Arme denn noch ertragen, dachten sie verzweifelt. Er hatte so viele Hoffnungen in die Suche gelegt und auch sie hatten fest daran geglaubt, dass er seine Familie wieder finden würde. Eine Weile herrschte nun betretenes Schweigen in der kleinen Dreizimmerwohnung, bis Maria aufstand und eine Flasche Schnaps aus dem Küchenschrank holte und drei Gläser einschenkte. Stumm trank jeder sein Glas und dachte nach, wie man Mehdi am besten wieder aufbauen könnte, denn allen drei war klar, wenn sie nicht aufpassen würden, dann verschloss er sich wieder und griff vielleicht auch wieder zu seinen Beruhigungstabletten, die ihn schon vor einem Dreivierteljahr beinahe abhängig gemacht hätten, wenn Gretchen dem nicht Einhalt geboten hätte. Es war schließlich eben jene treue Seele, die die Stille nicht mehr länger aushielt und als Erste wieder zu Worten fand...

G: Wie können wir ihm nur helfen? Er darf nicht wieder in so ein Loch fallen wie vor ein paar Monaten. Nicht, dass er wieder auf dumme Gedanken kommt.
MH (schaut auf): Wie meinst du das jetzt?
MM (zu G): Eh komm, der wird doch nicht... Nein, ganz bestimmt nicht!
Diesmal lasse ich nicht zu, dass er scheiße baut. Diesmal nicht. (MM)
G: Weiß man’s!? Er ist nun mal eine sehr labile Person. Hast du vergessen, was damals war?
MH (schaut ungläubig zwischen den beiden hin und her): Wollt ihr mir damit sagen, dass er schon mal...
Nein, das glaube ich nicht. Mehdi doch nicht! (MH)
MM: Das geht Sie ... äh dich nichts an.
MH (hält sich bestürzt eine Hand vors Gesicht): OH Gott!
G (ergreift ihre Hand): Maria, das war damals eine ganz andere Situation. Als seine Frau ins Koma gefallen war, da hat er...
Er hat ihr das erzählt? (MM)
MM (fällt G ins Wort): Jetzt reg euch mal nicht so künstlich auf! Der wird schon keine Dummheiten machen. Außerdem weiß er ja jetzt, dass es den beiden gut geht und...
MH (unterbricht ihn): Ja, aber er weiß nicht, wo sie jetzt hin sind und warum.
Wie kann sie ihm das nur antun? Sie hat ihn doch auch mal geliebt. Sie müsste doch wissen, dass er ohne seine Tochter zugrunde geht! (MH/ G)
G (stellt ihre eigene Theorie auf): Vielleicht sind sie ja zurück.
MH (überlegt ebenfalls angestrengt): Du meinst, in Deutschland?
G (will die Hoffnung nicht aufgeben): Ja, kann doch sein.
Du Träumerin! (MM)
MM: Haasenzahn, in welcher Märchenwelt lebst du eigentlich? Wahrscheinlich ist ihr nur die Kohle ausgegangen oder sie hat wieder jemanden verarscht oder was weiß ich.
Wieso muss er immer so negativ sein? (G)
G: Aber dann kann es doch sein, dass sie sich bei Mehdi melden.
MM: Ham sie aber nicht.
G: Nicht mal heute?
MH: Wieso heute?
G (schluchzt): Heute wird Lilly acht Jahre alt.
MH (hält sich wieder die Hand vor den Mund): Scheiße!
Das verkraftet er nicht. Ich muss zu ihm. Jemand muss ihn doch trösten. (MH)
MM: Du sagst es.
MH (spricht eher leise zu sich): Kein Wunder, dass er im Dunkeln sitzt und weint.
G (wendet sich bestürzt u. den Tränen nah an MM): Er weint? Marc, wir dürfen ihn nicht allein lassen, nicht heute.
Ich weiß! (MM)
MM (tätschelt ihre Hand): Aber er will es so. Das sollten wir respektieren. Wenn wir ihn jetzt auch noch nerven, gibt ihm das den Rest. Er wird sich schon melden, wenn er reden will. Er ist ja ein Mädchen und Mädchen reden ja gerne ne.
G (zieht ihre Hand zurück u. funkelt ihn böse an): Marc, du bist unmöglich. Wie kannst du in der Situation...
Scheiße! Mann.... GGGRRR!!! (MM)
MM (weiß, dass es wenig taktvoll war, was er gesagt hat): Sorry! So war das nicht gemeint. Ich wollte nur äh... die Stimmung etwas auflockern. Wir müssen ja nicht auch noch Trübsal blasen, oder?
G: Marc, mir geht das aber nahe.
MM: Denkst du mir nicht?
G (verschränkt die Arme u. mustert ihn eingehend): Sieht nicht so aus.
Na toll! Ich will ihm helfen und sie macht mir Vorwürfe! Schönen Dank auch! (MM)
MM (beleidigt): Eh!
MH: Hey! Jetzt hört auf damit! Das bringt doch nichts, dass wir uns hier jetzt zerfleischen. Das hilft ihm erst recht nicht.
MM: Eben!
G: Hmm!

Die drei schwiegen sich jetzt wieder eine Weile an, bis Maria wieder zu der Flasche griff, die in der Mitte des Küchentischs stand...

MH: Noch ein Schnäpschen? Marc?
MM (grinst): Aber immer!
Ich fass es nicht. Wie können die trinken, wenn es Mehdi so schlecht geht? (G)

Gretchen schüttelte nur Kopf über die Gelassenheit ihrer Freunde. Das bemerkte auch Marc, der sie nun in den Arm nahm....

MM: Schatz, hey, jetzt kuck nicht so! Wir können ihm jetzt eh nicht helfen. Er muss das erst mal selber verarbeiten und dann wird er schon auf uns zu kommen.
G (schluchzt u. schaut ihn mit großen, traurigen Augen an): Meinst du?
MM (nickt u. gibt ihr ein kleines Küsschen auf die Wange): Hmm! Du kennst ihn doch.

Und wieder herrschte einen Moment lang Stille in der Hassmannschen Küche, die aber plötzlich durch einen lauten Schrei durchbrochen wurde....

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