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Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.349

21.06.2010 21:15
#601 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Eine Weile schwiegen sich die vier an. Die Blicke wanderten von dem einen zum anderen, bis Marc Meier schließlich der Kragen platzte...

MM (fährt GK in Oberarztmanier an): Sag mal, wie redest du eigentlich mit deiner Vorgesetzten, hä?
GK (gleich wieder auf 180): So wie’s mir passt! Wenn sie denkt, sie könnte sich alles herausnehmen, nur weil sie die Tochter vom Chef ist und unsereiner...
Äh .... Hallo? SIE ist persönlich anwesend!
GH (fällt ihr schnell ins Wort, da sie auch ziemlich genervt von ihren ständigen Sticheleien ist): Ja, ist ja gut jetzt, Gaby! Es tut mir leid. Wir hatten hier noch etwas... ach auch egal. Ich bin ja schon so gut wie auf dem Sprung. Und eins noch, gewöhn dir bitte einen anderen Ton an ja! Ich bin immer noch deine Vorgesetzte, merk dir das!

Triumphierend verschränkte die junge Ärztin ihre Arme und funkelte die dunkelhaarige Frau an, die kurz aufschnaubte und einen Schritt zurücktrat... Pff... von dir lasse ich mir nichts sagen. Never!

MH (sichtlich beeindruckt nickt sie ihrer jüngeren Kollegin anerkennend zu): Frau Dr. Haase, den autoritären Ton hätte ich dir gar nicht zugetraut. Aber steht dir!
Oh! Ein Kompliment von Maria! Welch seltenes Ereignis! Muss ich später gleich in meinem TB festhalten.
GH (fühlt sich geschmeichelt u. lächelt ihre sonst so griesgrämige Kollegin an): Oh! Danke!
Na super! Steck ihr Zucker in den Arsch und sie schwebt gleich davon! Aber ich geb’s zu, ich steh drauf, wenn mein Haasenzahn die selbstbewusste Domina gibt. Yeah! RRRR!!! Was ich ihr aber niemals auf die Nase binden werde. Bin doch nicht verrückt!
MM (grinst): Tja Hassi, da siehste mal, was ich tagtäglich zuhause zu ertragen habe.
GH (blickt ihn vorwurfsvoll an): Maaarc!
MH (grinst): Tut dir mal gut, Meier!
Hmm... Stimmt! Hihi! (GH)
MM (zieht die Augenbrauen hoch u. fixiert MH mit seinem Blick): Eh, was soll das denn bitte heißen?
MH (schaut kurz zu G, die sie angrinst, dann wieder amüsiert zu MM): Nichts!
Na toll! Ham die sich jetzt etwa gegen mich verschworen? Ich wusste doch, warum ich längere Gespräche bei weiblicher Überzahl bisher immer vermieden habe. Sollte vielleicht schleunigst das Weite suchen.

Äh... hallo? Ich bin auch noch da, ihr... ihr... Knallköpfe! ... Gaby war mittlerweile ziemlich genervt darüber, dass sie anscheinend mal wieder von allen Beteiligten komplett ignoriert wurde und sie hasste es, nicht im Mittelpunkt zu stehen, und deshalb fuhr sie ihre Teilzeitchefin auch wieder an...

GK: Ja, kommst du heute noch oder kann ich vorher noch nen Kaffee trinken?
GGGRRR!!! Diese Frau macht mich wahnsinnig! (GH)
MM (grinst GK provozierend an): Wo der Kaffeeautomat ist, weißte ja oder?
GGGRRR!!! Wie ich diesen Typen hasse! (GK)

Gretchen blickte kurz tadelnd zu ihrem immer noch grinsenden Freund, weil sie jeden neuen Ärger mit Gaby eigentlich vermeiden wollte, um einen ruhigen Job nachgehen zu können. Dann schaute sie ruhig und mit einem aufgesetzten Lächeln zu eben jener tyrannischen Nervensäge, die sich Krankenschwester nannte...

GH: Ja, mein Gott, ich komme ja gleich nach. Du kannst ruhig schon vorgehen, Gaaaby. Wir... wir haben hier noch kurz was zu äh... besprechen? ... (schaut vergewissernd zu MM u. MH, die ihr wissend zunicken)
MM/ MH (synchron): Eben!

Misstrauisch blickte Schwester Gaby zwischen den drei Ärzten hin und her, die in Reih und Glied auf der gegenüberliegenden Seite locker an den Spinden lehnten, ihre Hände in ihre Kitteltaschen gesteckt hatten, und sie erst intensiv musterten und sich dann komische Blicke zuwarfen. Die attraktive Krankenschwester fühlte sich irgendwie ausgeschlossen, weil die drei sich anscheinend blendend miteinander verstanden, während sie mal wieder alleine da stand... Irgendwas ist hier doch oberfaul. Die vertuschen doch was. So wie die neuerdings aneinanderkleben. Selbst die Hassi und der Meier! Die hassen sich doch eigentlich. Und was soll das heißen, sie müssten noch etwas besprechen? Ob es was mit Mehdi zu tun hat? ... Auf eben jenen charmanten Gynäkologen hatte die junge Frau momentan einen riesigen Hals. Seit seiner knappen SMS vor einer Woche hatte er sich nicht wieder bei ihr gemeldet und das machte sie rasend. Sie hatte keine Ahnung, wo er stecken könnte und warum er überhaupt wortlos verschwunden war. An die Krankengeschichte glaubte sie schon lange nicht mehr. Und auch was eine mögliche Beziehung zwischen ihm und der Neurochirurgin betraf, war sie unsicher. Diese ging nämlich wie gewohnt täglich ihrem Dienst nach und war ihm nicht hinterher gereist. Aber was war dann mit Dr. Kaan? Hier im EKH hielten sich alle bedeckt, allen voran Gretchen Haase und Maria Hassmann, die sie schon mehrmals in den letzten Tagen ausgehorcht hatte. Gaby setzte auf die gut bewährte Taktik, mach dir deine Feinde zu Freunden und versuchte sich beim Mittagessen immer betont freundlich mit den beiden zu unterhalten, doch bisher hatte es ihr noch nichts weiter gebracht. Jedes Mal bekam sie dieselbe nichts sagende Antwort, wenn sie das Gespräch geschickt auf Dr. Kaan lenkte, so als ob sie sich abgesprochen hätten. Auch Marc Meier hatte sie einmal abgepasst und ihn direkt nach seinem besten Freund gefragt, aber er hatte sie nur ausgelacht und blöde Sprüche wegen ihrer albernen Eifersucht gerissen. Vor Wut schäumend war sie dann abgerauscht und hätte am liebsten einen Punchingball mit seinem Gesicht drauf verkloppt. Ihren Ex würde sie sicherlich nicht noch mal fragen. Er war es doch gewesen, der ihr erst die Zweifel an Mehdis Gefühlen eingeredet hatte. Selbst das Klatschweib Nummer Eins, Sabine Vögler, wusste von nichts. Alle meinten, er sei krank und bräuchte viel Ruhe. Aber Gaby wusste insgeheim, dass das nicht stimmen konnte. Sie hatte sich ein paar Tage später noch einmal zu seiner Wohnung getraut. Er schien immer noch nicht da zu sein. Enttäuscht hatte sie wieder eine schlaflose Nacht mit ganz viel Alkohol und Schokolade verbracht. Sie wollte sich irgendwie betäuben, den unendlichen Herzschmerz verdrängen, aber es funktionierte einfach nicht. Ihr Liebeskummer war einfach größer und sie suhlte sich mal wieder im Selbstmitleid. Ihre Gefühlslage wechselte minütlich von verzweifelt bis sauer, von verletzt bis wütend, von verunsichert bis rasend. Und sie fühlte sich einsam und allein, wie schon lange nicht mehr. Sie wollte sich doch nach dem Verlust ihres Kindes nie wieder so verlassen fühlen. Gaby war einfach bitterenttäuscht von ihrem sonst so charmanten und einfühlsamen Traummann. Anscheinend bedeutete sie ihm wirklich nichts. Vielleicht hatte sie ihm ja nie etwas bedeutet? Diese Gedanken quälten die unglücklich verliebte Krankenschwester den ganzen Tag, so auch in dieser Minute. Sie dachte nicht daran, aus der Umkleide zu verschwinden. Den Triumph wollte sie den drei Freunden von Mehdi nicht geben. Gaby verschränkte ihre Arme, lehnte sich an den Türrahmen und behielt die drei argwöhnisch im Auge, in der stillen Hoffnung, dass einem von ihnen vielleicht doch noch herausplatzen könnte, was mit ihrem Geliebten war. So beobachtete die junge Frau, wie Maria Hassmann ihren Kittel zu Recht zupfte, Gretchen etwas ins Ohr flüsterte, woraufhin diese lächelte, dann Marc zunickte und das Zimmer verließ, ohne die Schwester auch nur eines Blickes gewürdigt zu haben. Die talentierte Neurochirurgin hatte nämlich genug von dem ganzen Schmierentheater hier. Gaby sah noch aus dem Augenwinkel heraus, wie ihre verhasste Konkurrentin um Mehdis Gunst ihr Handy aus der Kitteltasche zog, schnell eine Nummer wählte und es dann mit einem verdächtigem Grinsen auf den Lippen an ihr Ohr hielt. Während Marc Meier Gaby böse Blicke zuwarf, da er genau wusste, was seine verrückte Ex beschäftigte, kramte Gretchen Haase gemächlich in ihrem Spind, nahm ihr Handy sowie einen Schokoriegel aus ihrer Handtasche und schloss die Tür wieder. Die junge Assistenzärztin bemerkte erst jetzt, dass ihre nervige Stationsschwester noch immer am Türrahmen stand und sie mit ihrem misstrauischen Blick fixierte. Gretchen fühlte sich unweigerlich bedroht, zeigte aber selbstbewusst mit ihrer Hand Richtung Tür und funkelte die dunkelhaarige Frau an...

GH: Du bist ja immer noch da. Wenn du uns bitte alleine lassen würdest, Gaaaby! Sag der Frau Dr. Gerlach, dass ich in fünf Minuten nachkomme! Ok?

Ohne etwas darauf zu erwidern, verließ die Krankenschwester die Umkleide. Anscheinend war hier heute nichts herauszubekommen. Aber sie kam nach ein paar Sekunden noch einmal zurück und steckte ihren Kopf durch die offene Tür. Dr. Meier hatte mittlerweile sein Mädchen wieder in den Arm genommen und schaute sie schwerverliebt an. Gaby rollte nur angewidert mit den Augen und legte nach, woraufhin die beiden Verliebten erschrocken auseinander gingen...

GK: Ach und Frau Doktor Haase, falls es dich interessiert, du wirst in einer halben Stunde im Kreissaal erwartet. Die Schöneberger liegt in den Wehen und ist auf 180, weil Dr. Kaan nicht da ist. Völlig hysterisch! Aber damit kennst du dich ja aus ne!?
GH (stöhnt genervt u. lässt den Kopf hängen): Na super!
MM (fährt GK genervt an): Verzieh dich, Schlampe!
GH (weist ihn zurecht): Marc!
GK (verzieht keine Miene): Schönen Tag noch!

Gaby Kragenow hatte erreicht, was sie wollte. Sie grinste das Ärztepaar süffisant an und verschwand dann endlich aus der Tür. Ihre Laune war zwar immer noch auf dem Tiefpunkt, aber sie hatte ja jetzt jemanden gefunden, an dem sie sie auslassen konnte...

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.349

22.06.2010 14:06
#602 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Tja, unsere liebe Gaby kann im Umgang mit Mehdi ein liebevoller Engel sein, aber wenn sie auf den Meier oder Gretchen trifft, schlägt immer noch das bissige, von Neid zerfressene Biest durch. Es tut mir leid, dass ich sie wegen Dr. Kaan so im Ungewissen halte, aber das dient alles einem höheren Zweck. (Karmegeenchen, ich hab keine Angst vor kaltem Wasser!) Ich glaube, jetzt haben wir uns erst mal einen zünftigen Martchen-(fast)-allein-in-der-Umkleide-Teil verdient oder? Hier habt ihr ihn. Viel Spaß damit! Lorelei



Als Schwester Gaby die Umkleide endlich verlassen hatte, ließ Gretchen ihren Kopf auf die starke Schulter ihres Freundes fallen, der sie immer noch an der Taille festhielt und sie jetzt ganz nah zu sich heranzog...

G (stöhnt, hebt ihren Kopf leicht u. blickt ihn wehleidig an): Na das kann ja ne Schicht werden.
Wieso kann diese Frau nicht einfach mal nur nett sein? Ist das zu viel verlangt? Kann ich doch auch. Ich bemüh mich zumindest. Wie hält es eigentlich Mehdi den ganzen Tag mit dieser Zicke aus?
M (zuckt mit den Schultern u. grinst sie an): Tja, du wolltest ja unbedingt deinen Ex vertreten, jetzt haste den Salat. Also viel Spaß mit dem Miststück und der Societydiva!
G (schmollt): Du bist so gemein!
M: Das Dreckstück ist gemein.
G (nickt): Hmm! Wer weiß, was die wieder hat.
Das kann ich mir schon denken. Mehdi-Frust vom Allerfeinsten! Und den muss die frustrierte Kuh ausgerechnet an meiner Süßen rauslassen. Die Arme muss ganz dringend auf andere Gedanken gebracht werden.

Marc festigte seinen Griff um ihre Taille und drückte sie nun mit seinem Körper gegen den Spind hinter ihr. Gretchen ließ es ohne Widerworte geschehen, denn schon längst hing sie an seinen funkelnden grünen Augen, die sie fesselten und bewegungsunfähig machten. Den Oberarzt reizte es ungemein, dass sein sonst so bissiger Haasenzahn ihm heute so gefügig war...

M (funkelt sie verführerisch an): Haasenzahn? Wir haben uns heute noch gar nicht so richtig begrüßt.
G (lächelt verträumt): Oh stimmt! Hallo Schatz!
Gott ist die süß! Zum Knuddeln! Äh... hab ich gerade "knuddeln" gedacht? Nein, es heißt natürlich auffressen!
M (muss unweigerlich schmunzeln): Süße, das können wir doch noch besser oder?
Oh Gott! Wie peinlich! Er meinte eigentlich...? Aaaahhh, wie blond und blöd bin ich eigentlich? Da hätte ich auch gleich drauf kommen können. Vor allem wenn er so kuckt! RRRRR!!! Zum Auffressen!
G (legt ihre Arme um seinen Hals, verschränkt ihre Finger hinter seinem Nacken u. schaut ihm intensiv in die Augen): Meinst du!? Na dann, lass es uns mal ausprobieren, hmm?
M (grinst anzüglich): Na, geht doch!

Gretchen lächelte ihren Freund verführerisch an, nahm seinen Kopf zwischen ihre beiden Hände und zog ihn ganz nah an sich heran. Sie spürte, wie sein Atem schneller ging und sie im Gesicht kitzelte und wie sein Herz mächtig in seiner Brust pulsierte. Ihr ging es da nicht anders. Schnell drückte sie ihm einen zärtlichen Kuss auf den Mund, den er mit großer Freude erwiderte. Für einen kurzen Moment ließen sie Krankenhaus Krankenhaus sein und konzentrierten sich nur noch auf sich. Aber auch der schönste Moment ging irgendwann wieder zu Ende. Irgendwer musste sich schließlich um die Patienten kümmern. Die blonde Assistenzärztin schaffte es mit Müh und Not, sich von seinen feurigen Lippen zu lösen und in die Realität zurückzufinden. Sie lockerte ihren Griff um seinen Hals und strahlte ihren Oberarzt glücklich an, der sie immer noch fest umschlungen hielt und sie voller Liebe sehnsuchtsvoll anblickte... Wie schafft sie es nur immer, mir völlig den Kopf zu verdrehen? Das ist doch verrückt. Wie kann man nur einem Menschen so hoffnungslos mit Haut und Haaren verfallen sein?

M (fährt sich verträumt mit der Zunge über die Lippen): Du schmeckst immer noch nach Erdbeeren.
Oh Gott! Ich glaube, Erdbeeren sind jetzt kein gutes Thema. Wie soll ich mich sonst auf meine Arbeit konzentrieren, wenn ich ständig daran denken muss, wie er mich berührt hat und wie er... GRETCHEN AUFHÖREN!
G (errötet schamhaft): Hör auf damit! Sonst kann ich nicht...
Wie süß! Sie wird rot!
M (grinst sie verschmitzt an): Was?
G (nervös u. kurz vor einem erneuten Schweißausbruch): Na halt äh... arbeiten.
M (platziert seine Hände provozierend neben ihrem Kopf an den Spind, an den sie gelehnt steht, u. beugt sich mit fesselndem Blick zu ihr herunter): Soso! Mach ich dich etwa nervös?
Oh Gott ja!!!
G (die ersten Schweißperlen bilden sich u. ihr Gesicht hat mittlerweile ein gesundes kräftiges Rot angenommen): Was? Nein! Ü...ü...überhaupt nicht! Nein! Ganz und gar nicht! Ich bin völlig ... am Ende ... locker.
M (grinst): Merkt man(n)! Und was hast du an deinem freien Vormittag gemacht? Warst du einkaufen?
G (völlig verwirrt u. durcheinander): Äh... wie? Wieso einkaufen? Nur weil ich deine äh... eine Frau bin, heißt das nicht, dass ich dir gleich den ganzen Haushalt schmeiße. Ich bin doch gerade erst angekommen.
M (sein Grinsen wird anzüglicher): Oh ja und wie du gekommen äh... angekommen bist. Ich dachte nur, vielleicht hast du ja wieder Bock auf Erdbeeren?
Oh Gott ja! ... Nein, nicht schon wieder! Nicht daran denken, Gretchen! Denk an etwas Unverfängliches! Hmm... Jochen, Eiterpickel, Grünkohl, Gaby, Fußpilz, die letzte Gehaltsabrechnung,... Ja, funktioniert doch! ... Marc, wie er mit einer Erdbeere über meinen... Aaaaaaaaaaaahhhhhhhh!!!!
G (drückt ihn mit der Hand ein wenig von sich weg u. fleht ihn an): Marc, bitte, wenn ich ständig daran denken muss, was wir am Wochenende hm... hm... du weißt schon...
M (lächelt verträumt u. streicht mit einem Finger gefühlvoll über ihren Hals): ... getrieben haben? Wie ich dir mit der Erdbeere über...
Hilfe!
G (fällt ihm aufgeregt ins Wort): Maaaarc!
Hab ich schon erwähnt, wie süß sie ist, wenn sie sich aufregt? Aber ich gebe es ja zu, das in der Nacht zum Sonntag in der Küche, also wow... das war echt das geilste, heißeste, aufregendste, verführerischste, erotischste, sinnlichste, was ich bisher erlebt habe. Scheiße! Jetzt treibt mir allein der Gedanke daran, schon wieder den Schweiß auf die Stirn. Cool bleiben, Meier!
M: Ok, du süßes Früchtchen! Aber das holen wir bald mal wieder nach, hmm?
Oh Gott ja bitte! ... Nein! ... Ich geb’s auf! Ich glaube, selbst wenn ich nur ein Foto von einer Erdbeere sehen würde, würde ich gleich in den nächsten Supermarkt rennen und dann Marc... äh... Aber dann mit Sahne! ... Oh Gott, was denke ich da eigentlich? Hilfe! Schluss damit, Gretchen!
G (schaut leicht verlegen weg): Anderes Thema!
Das heißt dann wohl ja.
M (grinst): Schade!

Einen Moment lang herrschte betretenes Schweigen zwischen den beiden, sie sahen sich einfach nur an und hingen ihren Gedanken nach, bis Gretchen plötzlich wieder etwas einfiel, was es ja auch noch zu klären galt...

G: Duuuuu!?
M: Jaaa?
Ich glaube, sie will was von mir, was mir teuer zu stehen kommt.
G: Wegen dem Schlafzimmer...
M (grinst anzüglich): Du kannst auch nur an Sex denken, was? Wie war das noch gleich, anderes Thema?
Mist! Muss üben, mich klarer auszudrücken! V.a. in Extremsituationen, wenn er so nah vor mir steht, dass mir die Knie weich werden.
G: Marc! Hast du mal in den Ikeakatalog geschaut, den ich dir hingelegt habe? Also da gibt es so ein süßes...
M (lässt sie nicht zu Ende reden): Vergiss es! So ein Plunder kommt mir nichts ins Haus.
Wieso denn nicht? Aber ich muss doch irgendwohin mit meinen ganzen Sachen. Oder will er nicht, dass ich mich häuslich einrichte. Aber...?
G (enttäuscht): Ja und wie stellst du dir das sonst vor? Sollen die Kisten ewig im Gang und im Wohnzimmer herumstehen, bis wir uns alle Knochen gebrochen haben?
M: Nein, das nicht!
G: Na also! Und was schlägt der werte Designermöbelspezialist dann vor?
Ich muss verrückt sein!
M (stöhnt): Ok! Hör zu, Haasenzahn, falls ich mal ne freie Minute habe, was ich nicht denke, weil ich bin ja der Chef hier, schaue ich eventuell mal online, ob es noch passende Stücke zu meinen anderen Möbeln gibt. Und vielleicht ist ja auch noch ein neues Bett drin.
Gott, ich liebe diesen Mann!
G (strahlt begeistert): Echt? Du bist so süß!
Na super! Wie schafft sie es nur immer wieder, dass ich ihr nichts abschlagen kann? Das ist doch nicht normal! Sie kostet mich noch mein letztes Hemd echt!
M (tadelt sie): Eh dieses böse Wort ist innerhalb unserer heiligen Hallen strengstens verboten! Ist das klar!?
G (grinst): Schon gut. Ich will dir ja deine Autorität oder was auch immer nicht streitig machen. Ich freu mich doch nur so, dass wir jetzt endlich zusammenwohnen, dass ich meinen eigenen Platz bei dir bekomme, dass wir ein neues Bett einweihen äh... haben werden und ich einen begehbaren, beleuchteten Kleiderschrank kriege.
M (stutzt): Einen was?
Upps, erst nachdenken, dann reden! Dieses Thema sollte geschickt und klammheimlich, also ohne dass er es merkt, angegangen werden, um ihn später vor vollendete Tatsachen zu stellen.
G (fasst sich gekünstelt lächelnd an den Hinterkopf u. spielt die angestrengt Denkende): Also wenn wir deinen Schrank etwas Richtung Fenster rücken und die Kommode an die andere Wand stellen, dann müsste doch eigentlich genug Platz für einen zweiten sein.
Hat er was gemerkt?

Also wenn du nicht aufpasst, krempelt sie dir dein ganzes Leben um!

Mist, er kuckt immer noch so skeptisch! Muss ihn ablenken!

Oh Mann, diese Frau ist echt... Äh... was? ... Mmmmmhhhh!!!


Gretchen fiel ihrem Liebsten aus taktischen Gründen und wegen seines Entgegenkommens hinsichtlich ihrer gemeinsamen Liebeshöhle schnell um den Hals und küsste ihn stürmisch. Doch Marc wollte es nicht bei diesem einen lustvollen Kuss belassen. Er gierte nach mehr, denn die Gedanken an das aufregende leidenschaftliche Wochenende, an dem sie keine Minute ungenutzt gelassen hatten, schwirrten immer noch in seinem Kopf herum und ließen ihn kaum an seine Arbeit denken. Verlangend presste er das verführerische Wesen vor seinen Augen gegen die Spinde, fuhr mit seinen Händen fordernd ihre Rundungen entlang, die in ihrem engen Kittel hervorragend zur Geltung kamen, bis er ihre Arme erreicht hatte, die er sanft hoch streifte. Er verschränkte seine Finger mit ihren und hielt ihre Arme über ihren Kopf an den Spind gepresst. Beide atmeten schwer, denn ihre leidenschaftlichen Küsse nahmen ihnen die Luft zum Atmen. Der Verstand der beiden war gerade dabei herunterzufahren. Marc schob sein Knie zwischen ihre Beine und drückte sein Becken noch enger an ihres. Er packte ihr rechtes Bein und legte es um seine Hüfte. Immer fordernder wurden seine Küsse, aber das unbändige Verlangen der Liebenden wurde durch ein leises Räuspern unterbrochen....

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.349

23.06.2010 09:44
#603 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ein Satz mit x, das war wohl nix. Es kann ja nicht jeden Tag Erdbeeren geben oder? And the winner is... jemand, den wir alle ganz doll lieb haben. Viel Spaß! Und danke für eure lieben Kommis immer. Fühlt euch gedrückt. Lorelei



Mit hochrotem Kopf und weit aufgerissenen Augen stand Schwester Sabine neben ihren sich wild küssenden Lieblingsärzten, die erschrocken auseinander fuhren. Widerwillig ließ der schwer keuchende Chirurg von seinem süßen Früchtchen ab, während sich Gretchen mit einem ähnlich erröteten Gesicht wie ihre Lieblingsschwester und heftigem Herzklopfen ihre Haare zurecht strich und ihren zerknitterten Kittel richtete... Peiiiiinliiiich!!!

M (genervt): Was Sabine? Sehen Sie nicht, dass wir äh... beschäftigt sind.
S (blickt peinlich berührt zu Boden): Entschuldigung, ich... ich wollte wirklich nicht..., aber... aber der Herr Tolkin hat gerade durchgefunkt, dass...
Verdammte Scheiße! Auch das noch! Puh! Mann, das war vielleicht wieder heiß! Du schaffst mich echt, Haasenzahn!
M (unterbricht ihren stockenden Wortschwall): Bin schon unterwegs!
G (wieder einigermaßen akklimatisiert): Ich sollte dann auch mal!
Auch wenn es mir schwer fällt.
M (beißt sich auf die Lippen u. nickt ihr leicht wehmütig zu): Jep!
Scheiße! Ich hasse es, dass sie nicht hier arbeitet. Kaan soll endlich seinen dicken Hintern hierher schwingen und... ach ist doch alles kacke!
S (wendet sich schüchtern wieder an ihren Oberarzt): Ach und Herr Doktor, ihr... ihr Vater, also der Herr Professor Meier, der ... der würde Sie gerne sprechen, also wenn Sie Zeit haben.
Dad? Nanu?
M (stöhnt): Was will der denn?
S (mit monotoner Stimme): Das weiß ich leider nicht, Herr Doktor.
Na super! Die weiß doch sonst immer alles schneller als dieses Blondchen von Exclusiv!
M (atmet einmal tief durch u. gibt ihre dann eine Antwort): Sagen Sie ihm, dass ich vielleicht heute Nachmittag mal vorbeischneie, je nachdem was hier noch so los ist.
S (nickt ihm freundlich zu): Jawohl, Herr Doktor!
G (zu M): Wie geht es ihm denn?
S: Also der Herr Professor...
Boah die Frau ist echt...
M (schnauzt S in gewohnter Manier an): Sie hat mich gefragt, Sie dumme... äh... Sabine!
S (blickt beschämt zu Boden u. weicht einen Schritt zurück): Oh! Tut... tut mir leid, Herr Doktor.
M (ignoriert S u. wendet sich G zu): Soweit ganz gut.
G (erleichtert): Wie lange willst du ihn noch hier behalten?
M: Ich denke mal, Ende der Woche können wir ihn entlassen, also wenn die von der Pneumologie auch ihr ok geben.
G (lächelt): Schön! Vielleicht schau ich später auch mal nach ihm.
M: Äh... Mach, was du nicht lassen kannst. Und falls er wieder einen auf oberpeinlich macht und zu flirten versucht, hau ihm ruhig auf die Finger!
Damit wird er uns noch ewig aufziehen oder? Was kann ich denn dafür, dass er... ich meine, er kannte mich doch da noch nicht. Ich habe nun mal eine anziehende Wirkung auf attraktive, charmante Chirurgen, die auch noch ganz zufällig den gleichen Nachnamen tragen. Hihi!
G (zwinkert ihm wissend zu): Ich muss jetzt wirklich los, bevor Gaby... na du weißt schon.
M: Klar! Lass dich von der blöden Kuh nicht unterkriegen. Du bist der Chef, das kann sie ruhig spüren.
G: Dass ich das mal von dir hören würde.
M (verwirrt): Bitte?
G (grinst): Dass ich der Chef bin!
Na soweit kommt’s noch!?
M: Ich hab Mehdi schon so oft gesagt, dass er seine Einstellungsmodalitäten verbessern sollte, wenn da jede dahergelaufene...
Boah! Das hat er jetzt nicht gesagt oder?

Gretchen warf ihm einen bitterbösen Ich-warne-dich!-Blick zu, den Marc nur mit einem frechen Grinsen kommentierte...

M: ... ich meinte eigentlich untalentierte...
Das wird ja immer besser! Na warte!
G (zwickt ihn in den Arm): Eh!
M (reibt sich die schmerzende Stelle u. schaut sie gespielt wehleidig an): Au! Das tat echt weh! Mann, ich wollte Krankenschwester sagen.
G (zieht skeptisch die Augenbrauen hoch): Das will ich ja wohl hoffen! So! Ich mach nen Schuh!
M (lacht herzhaft): Haasenzahn, der Spruch war schon vor zwanzig Jahren uncool!
G (funkelt ihn beleidigt an): Pff...
Gar nicht wahr!
M (schaut ihr liebevoll tief in die Augen): Na hau endlich ab! Sonst lass ich dich nämlich nicht mehr hier gehen!
Wie süß!

Gretchen zog ihren Liebsten am Kittelkragen zu sich heran und flüsterte ihm noch leise ins Ohr, wie sehr sie ihn liebte, und verließ dann mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen die Umkleide. Ohne groß darüber nachzudenken und ohne zu bemerken, dass Schwester Sabine, die das Liebespaar verzückt beobachtet hatte, immer noch neben ihm stand, tat er es ihr gleich, wenn auch etwas lauter als sie...

M: Ich liebe dich auch. Wir sehen uns später.

Die junge Ärztin drehte sich noch einmal zu ihrem Oberarzt um, der jetzt lässig am Türrahmen lehnte und dabei unverschämt gut aussah, lächelte ihn verliebt an und machte sich dann auf den Weg in die Gynäkologie. Marc schaute ihr seufzend hinterher, bis sich Sabine plötzlich ungefragt bemerkbar machte...

S (völlig verzückt hüpft sie auf der Stelle auf und ab): Hach... ich freu mich so für Sie beide, dass sie jetzt zusammen gezogen sind.
M (kratzt sich verlegen am Hinterkopf u. motzt sie dann an): Äh... Ham Sie sonst nichts weiter zu tun? Ich bin jetzt kurz in der Notaufnahme und schau mir an, was der Idiot auf der Barre hat, von da geh ich dann gleich weiter in den OP und Sie bewegen ihren kleinen dicken Hintern in Zimmer 309. Der Schuster hat sich aufs Klo gesetzt und jetzt sind ihm die Nähte an seinem fetten Arsch geplatzt. Desinfizieren! Und nehmen Sie einen von den neuen nichtsnutzigen Assis zum Nähen mit! Aber ZZ!

Die Frau Doktor sollte schnell wieder von der Gynäkologie zurückkommen. Dr. Meier ist viel entspannter, wenn die beiden zusammenarbeiten. Aber es stand ja in meinem Horoskop, dass sich Venus und Saturn heute kreuzen würden und dann ist auch noch Neumond. Da kann es zu überraschenden Stimmungsschwankungen und unüberlegten Handlungen kommen. Man sollte Personen, die zu so einem Verhalten neigen, heute besser meiden. Hmm...

S (zuckt angesichts des plötzlichen Stimmungsumschwungs kurz zusammen u. nickt dann pflichtbewusst): Jawohl, Herr Doktor!

Schwester Sabine verließ augenblicklich die Umkleide Richtung Stationszimmer. Dr. Meier atmete erleichtert noch einmal tief durch und machte sich dann ebenfalls wieder an seine Arbeit.

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.349

23.06.2010 17:08
#604 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen noch mal! Ja, er lebt noch, er lebt noch... Äh... Sorry falsche Songauswahl! Es muss eigentlich heißen... Schland oh Schland.... Weil wir dann gleich hoffentlich ins Achtelfinale einziehen werden, gibt es heute wieder einen zweiten Teil von mir. Viel Spaß damit! Es gibt nämlich wie gewünscht News von einer weiteren interessanten Person, von der wir schon lange nichts mehr gehört haben: Sky DuMont lässt grüßen!!!



Am frühen Nachmittag hatte Dr. Meier endlich eine freie Minute gefunden, um bei seinem Vater vorbeizuschauen, der nach seinem schweren Autounfall und dem einwöchigen künstlichen Koma noch immer im Krankenhaus lag und dafür sorgte, dass die eine oder andere Krankenschwester verträumt über den Gang der Chirurgie schwebte, so auch an diesem wunderschönen sonnigen Nachmittag. Vor dem Zimmer des weltbekannten Chirurgen Prof. Dr. Dr. Olivier Meier lungerten mal wieder mehr als auffällig drei Krankenschwestern, unter ihnen auch Schwester Stefanie, die mit einer Cola in der Hand gebannt durch das Fenster auf den attraktiven graumelierten Mittfünfziger blickten, der im Bett in einer medizinischen Fachzeitschrift blätterte und gar nicht bemerkte, was vor seiner Zimmertür vor sich ging. Marc Meier rümpfte ungläubig die Nase, als er die aufgescheuchten Hühner sah... Hier ist ja mehr los als bei meinem Antritt vor fünf Jahren vor meinem Büro. Dad ist so ein Schlawiner. Selbst der frustrierte Eisblock Brinkmann hängt hier ab. Ich dachte, die steht nicht auf Wombats? Irre!

M (im autoritären Oberarztton zu den drei Schwestern): Is schon Schlussverkauf oder was ist hier los? Haben Sie nichts Besseres zu tun, als MEINEN Vater anzugaffen wie ein wildes Tier im Zoo? Gehen Sie Nilpferde hüten, Schwester Stefanie!
SB (schnauft laut auf, scharrt mit den Hufen u. geht ihn wütend an): Also das ist ja wohl... Sie... Sie.... Sie sind keinen Deut besser als ihr Vater.
M: Hä?
Was soll das denn heißen? Kennen die sich etwa näher? Wohl kaum!

Verwirrt schaute der junge Oberarzt der bissigen Oberschwester hinterher, die ihre beide jüngeren Kolleginnen mitschleifte und anschnauzte, gefälligst auf ihre Stationen zurückzukehren und dann selbst den Rückzug antrat, schüttelte den Kopf und betrat anschließend das Krankenzimmer seines Vaters. Dieser blickte sofort von seinem Magazin auf, legte es beiseite und lächelte seinen Sohn an, der langsam auf sein Bett zukam und ihm wohlwollend zunickte...

O: Marc! Wie schön!

Marc ging bis zum Fenster vor, drehte sich dann um und setzte sich aufs Fensterbrett. Dabei ließ er seinen Vater nicht aus dem Auge. Seit knapp zwei Wochen hatte er ihn nach zwanzig Jahren Trennung endlich wieder und konnte nicht umhin, ihn ständig anzusehen, weil er es sonst einfach nicht glauben konnte, dass er wirklich wieder da war...

M (lächelt zaghaft): Dad! Du wolltest mich sprechen?
O (erwidert das Lächeln): Ich wollte dich auch mal wieder zu Gesicht bekommen.
M (zieht eine Augenbraue hoch u. überlegt): Wieso? Ich war doch vorhin erst mit der Visite hier.
O: Da hast du noch nicht mal von deiner Mappe aufgeblickt. Dein Assistenzarzt, wie hieß er noch gleich, ich hab seinen Namen vergessen, egal, hat die Fragen gestellt und du bist gleich wieder zur Tür raus. Nennt ihr das Dienst am Patienten?
Och nee! Nicht so ne Rede!?
M (stöhnt u. rollt mit seinen Augen): Bitte? Soll ich mit jeden Patienten noch nen Kaffee trinken und über das beschissene Wetter tratschen oder was?
O: Zumindest ein bisschen Interesse zeigen wäre schon angebracht.
Na super! Der ist ja schon schlimmer als Haasenzahn!
M (verschränkt die Arme u. schaut ihn mit hoch gezogenen Augenbrauen an): Hätte ich vor meinem Personal eine kleine Anekdotenstunde halten sollen, wie ich früher nackt durch unseren Garten gerannt bin oder was? Das geht nun wirklich niemand was an.
O (grinst): Och du, deine weibliche Belegschaft hätte sich sicher darüber gefreut.
M (grinst ebenfalls): Sehr witzig! So wie sich die wilden Hühner vor deinem Fenster darüber freuen, wenn du ihnen dank der sehr gut geschnittenen Patientenkluft deinen falt... äh... knackigen Hintern entgegenstreckst?
O: Das ist das Resultat harter Arbeit, mein Junge. Also wenn du in zwanzig Jahren auch noch...
Gott bewahre! Nicht daran denken!
M (fällt ihm ins Wort): Halt die Klappe! Ist schon schlimm genug, dass du so in den Krankenhausbetrieb eingreifst.
O (verwirrt): Bitte? Wie meinst du das jetzt?
M: Noch nicht mitbekommen? Das gesamte weibliche Personal campt schon seit Tagen vor deinem Zimmer.
O (lächelt verschmitzt): Ach? Das gesamte? Aber die charmante süße blonde Assistenzärztin war schon länger nicht mehr hier.
M (hebt seinen Zeigefinger u. warnt ihn): Eh!
O (grinst): Was denn?
M (funkelt ihn böse an): Die gehört mir, verstanden!
O (grinst noch mehr): Wenn du das sagst!?
M (schüttelt ungläubig den Kopf): Es ist mir unbegreiflich. Selbst der bissige Feuerdrachen hat schon angebissen.
O (klopft sich auf die Brust): Man(n) tut, was man kann.
Also echt! Kann mich nicht daran erinnern, dass Dad früher auch schon so war. Drei Wochen im Krankenhaus und er kommt schon nach mir! Ich bin so stolz auf ihn!
M (lacht): Du bist echt unverbesserlich.
O: Das sagt gerade der Richtige. Ich hab gehört, dass du hier auch nichts anbrennen gelassen hast.
Na super! Kommt jetzt ne Moralpredigt?
M (fasst sich an seinen Hinterkopf, schaut kurz zu Boden, dann wieder zu seinem Vater): Äh... hähä... Gretchen hat wohl gepetzt, hmm?
Na die kann was erleben!
O (lacht): Sie hat mir zwar so Einiges über dich erzählt, aber in dieser Hinsicht war sie eher verschlossen. Aber diese kleine tollpatschige liebe Schwester Sabine, die...
Ich bring sie um!
M (fällt ihm genervt ins Wort): Boah dieses blöde Tratschweib! Die kann was erleben.
O: Ach lass sie doch. Sie hat es doch nur gut gemeint.
M (skeptisch): Gut gemeint? Hat sie dir auch noch deine Sterne gedeutet?
O (schaut ihn verdutzt an): Äh nein, wieso?
Na Gott sei dank, sonst hätte ich sie wirklich... Hmm... Wird morgen zum Bettschüsseln entleeren eingeteilt!
M: Ach nix! Was wolltest du jetzt eigentlich von mir?
O (wirkt plötzlich sehr ernst): Reden!
M (stöhnt): Reden?
Er ist wie Haasenzahn echt!
O (atmet tief durch u. legt sein Anliegen dar): Es gibt da noch eine Sache, über die wir noch nicht gesprochen haben, mein Sohn.
Scheiße! Mutter oder? Nee echt, das kann er sich wirklich sparen! Da hab ich wirklich keinen Bock drauf.
M (wiegelt ab): Äh... du, keine Zeit, ich muss schon wieder los. Äh... OP... gleich... Also... Tschüß!

Marc senkte seinen Blick, sprang vom Fensterbrett herunter und ging schnell an dem Bett seines Vaters vorbei zur Tür. Olivier hielt ihn jedoch auf...

O: Marc, wieso sprichst du nie über Elke? Wir haben in den letzten beiden Wochen zwei Jahrzehnte aufgearbeitet, aber um das Thema machst du immer einen riesigen Bogen. Wieso? Was ist mit ihr? Gretchen wollte mir auch nichts weiter dazu sagen.
Scheiße!
M (dreht sich überrascht wieder zu ihn um): Du hast mit Gretchen über SIE geredet?
O (schaut ihn eindringlich an): Ja! Sie hat mir erzählt, dass sie zweimal hier war, als ich noch im künstlichen Koma lag. Deine Mutter weiß also, dass ich hier bin. Wieso kommt sie nicht mehr her, Marc?




So das war's für heute und jetzt ist Daumen drücken angesagt! Schland oh Schland.... Schönen Fußballabend wünsche ich euch! Lorelei

Lorelei Offline

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24.06.2010 08:13
#605 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich hoffe, ihr habt das Drama gestern Abend gut verdaut und freut euch auch so sehr wie ich auf den Klassiker am Sonntag. Jetzt geht es weiter mit dem Vater-Sohn-Gespräch. Viel Freude damit. LG Lorelei




Weil sie hier nichts mehr zu suchen hat! Weil ich es nicht ertrage, sie zu sehen! Weil sie alles kaputtgemacht hat! Weil sie einfach ... hmm... ja eben halt Mutter ist ... also so ist, wie sie ist und ich hasse das. Wieso musst du damit ankommen? Ich hab in den letzten Wochen gemerkt, dass ich auch ganz gut ohne sie klarkomme. Sie gehört nicht mehr zu meinem Leben. Basta!

M (hält sich krampfhaft an der Türklinke fest u. mustert den Fußboden): Was weiß ich denn? Is mir auch so ziemlich scheißegal, was sie macht.

Marc wollte und konnte einfach nicht über dieses Thema reden und blockte wieder einmal stur ab, aber diesmal blieb Olivier hartnäckig. Zwanzig Jahre hat es gedauert, bis er sich endlich getraut hat, sich seiner Vergangenheit zu stellen und dazu gehörte nun mal auch seine ehemalige große Liebe, Elke Fisher. Er musste einfach wissen, ob es ihr gut ging...

O (schaut ihn sehnsüchtig an): Wie geht es ihr?
Hoffentlich so richtig beschissen!
M (blickt auf u. antwortet kühl): Keine Ahnung!
O: Ihr habt keinen Kontakt?
Besser so!
M (verschränkt seine Arme u. lehnt sich an die Tür): Nee, verzichte dankend.
O (mit sorgenvoller Miene): Was ist passiert? Irgendetwas ist doch vorgefallen, das spür ich doch. Gretchen hat gemeint, ihr hättet zwar ein sehr spezielles, aber schon recht enges Verhältnis.
Mann, wieso redet sie mit ihm über uns? Sie soll sich da nicht einmischen, verdammt.
M (fährt ihn sauer an): Sag mal, was fällt dir eigentlich ein, mit MEINER Freundin über diese PERSON zu reden?
O (bleibt ruhig): Sie ist deine Mutter, meine Frau.
M: Ex!
O (schluckt schwer u. hebt dann seine Hand, um ihn zu sich zu winken): Ja! Wie auch immer! Komm, setz dich zu mir! Und erzähl mir, was vorgefallen ist!
Nein, ich will aber nicht.
M (stöhnt laut aus u. blickt ihn eher wehleidig an): Boah Dad!
O (im väterlichen Befehlston): Hinsetzen! Jetzt!
Verdammt!

Marc rollte genervt mit seinen Augen, nahm dann seine Hand wieder von der Türklinke und ging doch einen Schritt auf seinen Vater zu. Dieser lächelte ihn zuversichtlich an. Sein Sohn stöhnte erneut, nahm sich einen Stuhl und setzte sich dann neben das Kopfende seines Krankenbettes. Olivier ergriff seine Hand und tätschelte sie kurz...

O: Gut! Dann fang an!
Scheiße!
M (aufgewühlt fährt er ihn an): Ja, was hast du denn gedacht? Ich erfahr mal soeben, dass sich meine Mutter eine kleine Geschichte über dich ausgedacht und mich mein ganzes Leben lang angelogen hat und wir machen weiter wie bisher, Friede Freude Eierkuchen, als sei überhaupt nichts geschehen? Vergiss es! Diese Frau ist für mich GESTORBEN! Ein für alle mal!
O (legt seine Hand behutsam auf seinen Arm u. schaut ihn liebevoll an): Marc!

Marc hatte sich dermaßen in Rage geredet, dass in ihm Tränen der Wut aufstiegen. Er hatte nicht gewollt, dass ihm das so vor seinem Vater herausplatzte. Das war eine Angelegenheit zwischen ihm und seiner Mutter. Er wollte ihn da eigentlich nicht mit hineinziehen, auch wenn er der Hauptgrund für den Bruch mit seiner Mutter war. Aufgewühlt fuhr er sich durch seine Haare und versuchte, sich zu beruhigen. Er atmete noch einmal tief durch und sah dann wieder in das mitfühlende Gesicht seines Vaters, der erschüttert über das heftige Verhalten seines Sohnes war. Sein Blick ging ihm durch und durch. Vielleicht sollte er ihm wirklich erzählen, was ihn bewegte. Bei Gretchen hatte er es schließlich auch geschafft. Es war doch eigentlich gar nicht so schlimm, über seine eigenen Gefühle zu sprechen. Und Olivier war nun mal sein Vater. Er machte sich doch bloß Sorgen. Das hatte bisher, außer Gretchen oder Mehdi, noch niemand getan. Marc schaute seinen Vater wieder an und begann, stockend zu berichten, was an jenem Abend vor zweieinhalb Wochen noch passiert war, als sich Vater und Sohn endlich wieder gefunden hatten, er aber so urplötzlich aus dem EKH verschwunden war, nachdem er die ganze Wahrheit erfahren hatte und wie er sich gefühlt hatte. Dann erzählte er von dem Streitgespräch mit seiner Mutter, als sie ihm endlich alles gestanden hatte, nachdem er ihr mittels seiner Briefe ihre Lügen aufgezeigt hatte, und dem schmerzhaften Bruch mit ihr; von ihrem kläglichen Versuch, sich ihm ein paar Tage später zu erklären, woraufhin er sie des Geländes verwiesen hatte und von ihren ständigen Anrufen, auf die er aber nicht reagierte, weil er es einfach nicht konnte und davon, dass sie es anscheinend endlich kapiert hatte, dass er nichts mehr mit ihr zutun haben wollte, da seit drei Tagen Funkstille herrschte. Marc ließ alles raus, was ihn belastete und war am Ende selbst von sich überrascht, wie erleichtert er sich danach fühlte. Sein Vater war erschüttert, dass seine Versöhnung mit ihm nun zu einem Bruch mit seiner Mutter geführt hatte. Das hatte er mit seinem Auftauchen nicht gewollt. Aber Olivier konnte seinen Sohn auch verstehen, dass er momentan Abstand von ihr brauchte und fuhr ihm mitfühlend über seinen Arm, was Marc kurz auflächeln ließ. Still sahen sie sich an. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Auch Olivier war zwiegespalten, was Elke betraf. Einerseits müsste er sie dafür hassen, was sie Marc und ihm angetan hatte, dass sie ihm all die Jahre ihren gemeinsamen Sohn vorenthalten hatte, andererseits war sie immer noch Teil seines Herzens und seitdem er in der gleichen Stadt wie sie war, spürte er diese heimliche Sehnsucht umso mehr. Er musste sie einfach sehen. Nur ein einziges Mal. Und diesen stillen Wunsch teilte er auch seinem Sohn mit, der darüber nur fassungslos mit dem Kopf schütteln konnte...

M: Du spinnst doch!
O: Sie ist meine Frau.
M: Das war sie vor über zwanzig Jahren, Dad. Du weißt doch, wie sie damals war. Deshalb bist du doch gegangen. Wenn du denkst, sie hätte sich in all den Jahren geändert, dann muss ich dich leider enttäuschen. Sie ist vielleicht sogar noch schlimmer geworden. Das geht nicht gut.
O: Ich möchte sie doch nur einmal sehen, Marc. Mehr will ich doch gar nicht.

Marc wurde immer ungehaltener und sprang aufgebracht von seinem Stuhl auf. Er lief hektisch im Zimmer auf und ab und sah ihn immer wieder ungläubig an. Er konnte einfach nicht verstehen, warum sich sein Vater nach alldem, was vorgefallen war, mit Elke treffen wollte. Er wusste, dass sie ihn nur unglücklich machen würde...

M (hält sich am Bettgestell fest u. schaut ihn warnend an): Mach, was du nicht lassen kannst, aber halt mich da raus! Ich bin fertig mit ihr. Akzeptier das bitte!
O: Marc bitte!
M (entschlossen): Nein! Mehr kann ich dir dazu nicht sagen! Sie ist... ach auch egal. Ich muss jetzt los. Haasenzahn ... äh... Gretchen wartet sicherlich schon auf mich.
O (sichtlich enttäuscht): Oh! Na dann!? Danke, dass du ... na dass du es wenigstens versucht hast.
M: Hmm!
O: Grüß Gretchen schön von mir! Sie fehlt mir übrigens. Ist ganz schön langweilig ohne sie. Hab sie schon lange nicht mehr hier gesehen.
M: Die ist momentan auf der Gyn und spielt Chefin.
O (überrascht): Ach?
M (löst sich vom Bettgestell u. geht langsam zur Tür): Lange Geschichte. Erzähl ich vielleicht beim nächsten Mal. Und wenn du Gesellschaft brauchst, draußen warten ein paar willige Schwestern auf dich. Die können ja Nummern ziehen und...

Marc war schnell wieder zum Alten mutiert und grinste seinen Vater frech an, der ihn nur tadelnd anblickte...

O: Marc!
M (grinst noch mehr): Ich wollte nur sichergehen, dass du es weißt ne! Also damit du nicht mehr in fremden Gewässern fischst. So äh... genug gescherzt. Man sieht sich!
O (schüttelt den Kopf u. lacht): Tschüß, mein Sohn!

Die letzten Worte ließen Marcs Herz kurz aufhüpfen. Wie sehr hatte er das in all den Jahren vermisst. Er lächelte seinem Vater zu, drückte die Türklinke herunter, hielt aber in der Bewegung inne und sagte noch etwas, ohne ihn anzusehen. Er wusste auch nicht, warum er das tat...

M: Wenn du Mu... Elke erreichen willst, frag einfach Schwester Sabine nach ihrer Nummer. Sie ist... naja ihr größter Fan oder was auch immer.
Was war das denn jetzt, Meier?
O (sichtlich bewegt): Danke!

Ohne eine weitere Reaktion abzuwarten, verließ der junge Chirurg das Krankenzimmer seines Vaters. Olivier lehnte sich in seinem Bett zurück und dachte nach. Konnte er es wirklich wagen, seine Ex-Frau anzurufen, um sie um ein Treffen zu bitten?

Lorelei Offline

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24.06.2010 21:51
#606 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Ich habe ein bisschen Vorrat angehäuft und schenke euch heute auch ausnahmsweise einen zweiten Teil. Ich lass mal offen, wie es mit Oliver und Elke weitergeht. Denn es ist mal wieder Zeit für einen zünftigen Martchen-Teil. Viel Spaß und schönen Abend noch! Lorelei



Kurze Zeit später

Dr. Meier hatte sich mit ausdrücklichem Wunsch, nicht gestört zu werden, in sein Büro zurückgezogen. Eigentlich hatte er vorgehabt, die Akten nachzuarbeiten, die in den letzten Tagen liegen geblieben waren, aber er konnte sich nicht wirklich darauf konzentrieren, denn er dachte die ganze Zeit über das Gespräch mit seinem Vater nach. Eine Begegnung seiner Eltern war das letzte, was er sich im Moment vorstellen konnte. Hatte es in letzter Zeit nicht schon genug Katastrophen gegeben? Er hatte seine Mutter in den letzten Tagen soweit ausgeblendet, dass er wirklich nicht mehr an sie dachte und er fühlte sich gut dabei. Er war glücklich auch ohne sie. Er hatte sein Mädchen (fast) immer bei sich und die Zeit mit ihr war aufregender und noch schöner, als er sie sich in seinen kühnsten Träumen vorgestellt hatte. Und auch mit seinem Vater verstand er sich prima, so als ob er nie weg gewesen wäre. Wieso sollte er dann irgendeinen Gedanken an seine Mutter verschwenden, die ihn und seinen Vater um zwanzig Jahre ihres Lebens betrogen hatte? Warum wollte er sie so unbedingt sehen? Er schien doch ein gutes Leben auch ohne sie geführt zu haben? Und wie würde sie reagieren? Marc mochte sich das gar nicht vorstellen. Noch zu frisch waren die Erinnerungen an jenen schicksalhaften Freitagabend vor zwei Wochen. Er wollte doch nicht mehr an sie denken, auch nicht daran, wie traurig sie drei Tage später durch den Klinikpark Richtung Ausgang gelaufen war, weil er sie hier nicht mehr sehen wollte. Aber Gott sei dank gab es ja noch diesen blonden Wirbelwind, der sein Herz im Sturm erobert hatte und genau jetzt, wo er sie brauchte, wie eine Naturgewalt ohne Anzuklopfen in sein Büro hereingeschneit kam und sich laut aufschnaubend auf seine Couch fallen ließ und ihn damit von seinen trüben Gedanken ablenkte. Marc musste unweigerlich schmunzeln, als sie sich auf dem kleinen Kanapee langlegte, ihre Finger in eins der Kopfkissen krallte und ihre Augen schloss. Er rollte mit seinem Bürostuhl ein Stück zurück, stand auf, ging um den Schreibtisch herum und auf das Sofa zu. Auch wenn nur wenig Platz darauf war, quetschte er sich dennoch daneben. Gretchen legte automatisch einen Arm um seine Hüfte, öffnete ihre strahlendblauen Augen und sah ihren Liebsten lächelnd an. Marc strich ihr liebevoll über den Arm. Er merkte, dass sie irgendetwas zu beschäftigen schien und hakte nach...

M: Was ist denn los?
G (schnauft auf): Gaby ist die Pest!
M (grinst): Sag ich auch immer.
G (seufzt): Wie hält es Mehdi nur den ganzen Tag mit der aus?
Ein Quickie am Morgen vertreibt...
M (muss sich das Lachen verkneifen): Äh... hähä... das musst du ihn schon selber fragen.
G (nickt kurz mit dem Kopf u. kuschelt sich an seine starke Brust): Hmm! Was ist bloß los mit ihr? Letzte Woche ging es doch auch. Sie war überfreundlich und hat sich bemüht, meine Anweisungen zu erfüllen. Aber heute... heute motzt sie die ganze Zeit rum und treibt mich in den Wahnsinn. Es macht überhaupt keinen Spaß mehr.
Hmm... kann mir schon denken, warum die so drauf ist. Mehdi hat sie sitzen gelassen. Und mit Abfuhren konnte sie ja noch nie umgehen. Na der kann was erleben, wenn er wiederkommt. Das arme Schwein!
M (streichelt ihr sanft über den Rücken u. blickt sie liebevoll an): Ach Süße! Dann kommst du eben zu mir zurück.
G (lockert ihre Umklammerung einwenig u. schaut ihn ernst an): Marc, das ist lieb, aber ich kann nicht schon nach einer Woche das Handtuch werfen, nur weil mir eine Schwester auf der Nase herumtanzt. Wie sieht das denn aus?
M (drückt sie leicht enttäuscht wieder an sich): Wenn du meinst? Aber du wirst auf Station schon sehnsüchtig vermisst.
G (strahlt ihn an): Echt? Du vermisst mich?
Wie süß! Ich ihn auch!
M (kratzt sich verlegen am Kopf): Äh... das hab ich jetzt nicht direkt gesagt. Sabine und Dad...
G (fällt ihm ins Wort): Ach ja! Warst du bei deinem Vater?

Marc löste seine Umarmung und richtete sich plötzlich auf. Starr blickte er zum Fenster und schwieg. Gretchen schaute ihn verwundert an und setzte sich ebenfalls aufrecht auf das Sofa. Intuitiv griff sie nach seiner Hand und drückte sie sanft...

G (besorgt): Was ist? Geht’s ihm schlechter? Aber die Lunge war doch...
M: Nicht körperlich, Haasenzahn, eher psychosomatisch.
G (versteht nicht ganz, was er ihr damit sagen will): Wieso?
M (seufzt u. schaut sie wehleidig an): Er will Mutter sehen.
Das habe ich erwartet.
G (überrascht): Oh! Er hat mich letzte Woche auch schon nach ihr gefragt.
M (schaut sie entgeistert an): Wieso hast du mir das nicht erzählt?
G (errötet leicht u. erklärt sich stockend): Weil... weil naja du willst doch momentan nicht über sie sprechen und da dachte ich... Oder willst du jetzt über sie reden?

Sie blickte ihn erwartungsvoll an...

M (kühl): Nein!
Das habe ich mir schon gedacht. Dieser verdammte Sturkopf! Ich merke doch, dass ihn das fertig macht.
G: Und was hat er jetzt vor?
M (zuckt gleichgültig mit den Schultern): Keine Ahnung! Das ist sein Ding! Geht mich nichts an.
G: Doch ich denke, eigentlich schon.
Bitte, lass das ja! Ich will das nicht.
M (flehend): Haasenzahn!
G (senkt ihren Blick): Tut mir leid!
Er ist noch nicht soweit. Also fällt Olivier als Anschub auch weg. Und nun?
M (zögerlich): Ich... ich hab ihm gesagt, was an dem Freitag noch vorgefallen ist.
G (tätschelt erleichtert seine Hand): Gut, das ist gut.
Das ist wenigstens ein Anfang.
M (nickt zaghaft u. schaut sie eindringlich an): Hmm! Anderes Thema ja?
Ja, ist vielleicht besser.
G (stimmt ihm bei u. schmiegt sich wieder an ihn): Ok! Hast du schon mal wegen neuen Möbeln geschaut?
Das hatte ich jetzt eigentlich nicht damit gemeint.
M (stöhnt): Falls du’s vergessen hast, auf meiner Station wird auch gearbeitet.
G: Denkst du auf meiner nicht!?
M (findet schnell zu seinem alten Sarkasmus zurück): Das ist nicht deine, sondern Mehdis, falls du’s vergessen hast. Und ich dachte, da herrscht gerade Zickenkrieg?
Das ist nicht witzig! Ich bin eigentlich hierher gekommen, um den Stress mit Zickenbarbie zu vergessen. Vielen Dank, Mr. Obersensibel!
G: Marc!
Mist! Ich wollte sie doch gar nicht auf die Palme bringen.
M (zieht sie ganz nah an sich heran): Ach lassen wir das! Lass uns die Pause lieber anderweitig nutzen!
Oh ja!
G (erkennt den verräterischen Blick in seinen Augen): Was hast du vor?
So einiges!
M (legt sein schmutzigstes Grinsen auf u. tippt mit der Fingerspitze ihren Arm hoch): Hmm... Vielleicht da ansetzen, wo wir letzte Nacht aufgehört haben?
Juhu! Äh... Gretchen, du wolltest nicht mehr daran denken! ... Ach scheiß drauf! Ich will!
G (zwinkert ihm zu u. streicht verführerisch über seine Brust): Ach, du hast Erdbeeren hier?
Du kleines Luder!
M (sein Grinsen wird breiter): Du bist wohl doch auf den Geschmack gekommen, was?
Oh ja! Ich will meeeeehr!
G (haucht verführerisch): Ich liebe Erdbeeren!
M (beißt sich auf die Unterlippe u. starrt sie fasziniert an): Wenn ich es mir so recht überlege, ich eigentlich auch, v.a. wenn sie dir über...
G: Klappe, Meier!
Woah! Was....?

Weiter kam Dr. Meier nicht mit seinen Erklärungen zur anderweitigen Nutzung süßer Früchte, denn Dr. Haase hatte sich schon auf ihn gestürzt und küsste ihn wild und zügellos. Marc zog sie auf seinen Schoß und strich verlangend mit seinen Händen über ihren wohl proportionierten Po. Gretchen fuhr mit ihren zarten Händen über sein Gesicht und krallte sich schließlich in seinen Haaren fest. Die beiden waren völlig in ihr leidenschaftliches Zungenspiel vertieft, dass sie gar nicht bemerkten, wie es mehrmals an seiner Bürotür klopfte. Da sie keine Antwort von drinnen bekam, öffnete Bärbel Haase schließlich unaufgefordert die Tür....

Lorelei Offline

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25.06.2010 13:33
#607 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Wie ich sehe, freut ihr euch genauso sehr wie ich darüber, dass es Neuigkeiten von unserem Butterböhnchen gibt. Na dann will ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Viel Spaß! Lorelei




Erst als sich Gretchens Mutter mehrmals laut geräuspert hatte, bemerkte das verliebte Paar, dass sie nicht mehr ganz so alleine waren in Marcs Büro. Erschrocken fuhren die beiden auseinander und richteten sich auf. Mit hochrotem Kopf zupften die beiden Ärzte ihre Kittel zu Recht. Während Marc einen Punkt an der gegenüberliegenden Wand anvisierte, fuhr Gretchen sich immer wieder durch ihre von Chirurgenhänden zerwühlten Haare und wollte wieder einmal am liebsten im Erdboden versinken. Aber Bärbel Haase blieb für ihre Verhältnisse ziemlich ruhig und beobachtete amüsiert das ertappte Paar. Gretchen biss sich auf ihre Lippe und wagte schließlich mit starrem Blick auf das Laminat gerichtet das Wort zu ergreifen...

G (peinlich berührt u. rot wie eine Tomate): Mama, was...?
M (ebenfalls leicht beschämt): Äh... Frau Professor! Also Bärbel!?
Es ist ein Albtraum!
B (lächelt verzückt u. streicht sich eine Strähne hinters Ohr): Stör ich?
Mama hatte schon immer ein Talent dafür, immer und überall ungefragt aufzutauchen und zu stören. Also wieso überrascht es mich nicht, dass sie gerade jetzt hier aufgetaucht ist?

Ist die Panne? Fünf Minuten später und wir wären nackt gewesen! Und sie hätte mich wieder... Aaaaahhhh! Ich werde der nie wieder unter die Augen treten! Das schwör ich hiermit feierlich.

M (hat die Fassung schnell wieder gefunden u. verschränkt abwehrend die Arme): Ja!
Marc! Sie denkt doch sonst, wir hätten hier gewollt zu... zu... hm... hm... Natürlich denkt sie das! Das war doch offensichtlich. Oh Gott!
G (errötet noch mehr): N...n...nein, duuu doch nicht!
Schleimerin!
B (grinst die beiden an): Schön! Ich suche dich nämlich schon den halben Tag. Aber ich hätte mir ja gleich denken können, dass du hier bist. Arbeitest du jetzt wieder hier? Dein Vater hatte doch gemeint, du würdest diesen Dr. Laan vertreten.
Oh Mann! Hahaha! Genauso verpeilt wie... äh ich denk mal nix!
G (verdreht die Augen): Kaan, Mama! Er heißt Dr. Mehdi Kaan!
B (fuchtelt mit der Hand vor ihr herum): Wie auch immer. Ich wollte dich sprechen.
Oh Gott! Was kommt jetzt?
G (schaut sie erstaunt an): Oh! Was gibt es denn?

Bärbel zog einen kleinen Stapel Briefe aus ihrer Kitteltasche hervor und ging damit auf die Couch zu, auf der die beiden noch immer wie kleine Kinder saßen, die etwas ausgefressen hatten...

B: Du hast deine Post vergessen!
Ach? Mensch! Stimmt! Das hatte ich doch noch auf meiner imaginären Liste stehen.
G (lächelt dankbar): Oh! Danke Mama!

Bärbel reichte ihre Tochter lächelnd die Briefe und quetschte sich dann zwischen die beiden auf das Sofa, was von einem ungläubigen Blick der beiden Ärzte begleitet wurde...

Na super! Mama ist in Tratschlaune. Ich will hier weg!

Hat die sie noch alle? Das hat schon was von Anstandswauwau, wenn die sich so dreist dazwischen quetscht. Hilfe!

M (verunsichert): Äh... was wird das jetzt, wenn ich fragen darf?
B: Och ich dachte, wir reden mal.
M (schluckt entsetzt): Wir? Reden?
Jetzt weiß ich, woher Haasenzahn das ständige Bedürfnis hat, immer und überall über alles Unsinnige dieser Welt zu quatschen.

Hilfe suchend blickte der Oberarzt zu seiner Freundin, die auch nicht gerade begeistert dreinblickte...

G (versucht ihre Mutter abzuwimmen): Mama, äh... eigentlich haben wir gar nicht so viel Zeit. Ich muss doch gleich wieder rüber auf die Gyn. Die Babys kommen heute im Eiltempo.
B: Ach? Was du nicht sagst?

Doch Bärbel machte keine Anstalten gehen zu wollen...

B: Stimmt es eigentlich, dass die zauberhafte Frau Schöneberger heute ihr Kind bekommen hat?
Och nee, weibischer Tratsch und Klatsch! Ich bin in der Hölle!
G (perplex): Äh... Woher...? Das... das war doch eigentlich top secret!
B: Schwester Sabine hat das vorhin erzählt.
Klar! Wer sonst?
G: Das hätte ich mir ja denken können. Die steckt ja ihre Nase immer überall hinein.
B (blickt ihre Tochter neugierig an): Was ist es denn?
G: Hmm?
B: Das Kind?
G (kratzt sich hinterm Ohr u. schaut sie verunsichert an): Oh! Äh... ich weiß nicht, ob ich dir das sagen darf.
Will ja keine Klage an den Hals kriegen.
B (legt ihre Hände auf die Knie ihrer Tochter u. schaut sie eindringlich an): Margarethe, das bleibt doch unter uns.
Sicher!
M (lacht laut auf): Ha!
G (schaut ihn tadelnd an u. wendet sich ihrer Mutter wieder zu): Marc! ... Mama, es ist ein Junge. Aber erzähl das nicht weiter, sonst bekomme ich Ärger.
B (hebt erfreut ihre Hände u. gerät ins Träumen): Oh wie schön! Ein Junge!
Naja! Wie man’s nimmt! Aber wenigstens ein richtiges Kind! Wobei... bei der Mutter? Armes Schweinchen!

Oh nein! Mama hat schon wieder den „Ich will sofort ein Enkelkind!“-Blick drauf!


Marc wirkte zunehmend genervt von den Tratschgeschichten der beiden Haasenfrauen und sein angeborener männlicher Fluchtinstinkt machte sich immer lautstärker bemerkbar, aber seine Schwiegermutter ins spe hatte plötzlich Gretchens und auch seine Hand ergriffen, auf die er nun panisch blickte, und ließ ihn so nicht mehr gehen... Hilfe! Ich sitz in der Schwiegerfalle! Haasenzahn, mach was, verdammt!

B (blickt glücklich zwischen den beiden hin u. her): Und bei euch? Alles in Butter?
M (Angstschweiß bildet sich auf seiner Stirn): Äh... das... das hast du wohl gerade gesehen oder? Ich... äh... müsste dann mal...

Dr. Meier versuchte, sich aus ihrem Klammergriff zu befreien, aber Bärbel hielt seine Hand fest umschlossen und tätschelte sie nun auch noch. Verzweifelt blickte er zur Decke... Hilfe!

B (dreht ihren Kopf zu ihrer Tochter): Und mein Schatz, hast du dich schon schön eingerichtet?
G (wird wieder rot, weil sie an das leidenschaftliche Wochenende zurückdenkt): Äh...
M (spricht für sie, weil sie kein Wort herausbekommt): Wie man’s nimmt, nicht, Haasenzahn?
G (wird noch röter im Gesicht): Marc!
Oh Gott! Bloß nichts anmerken lassen! Wieso ist das auf einmal wieder so warm hier?
B: Wann können wir denn mal bei euch vorbei kommen? Ich bin schon so gespannt auf eure Wohnung.
Niemals! Ich muss ganz dringend die Sicherheitsschlösser austauschen lassen!
M (leichte Panik spiegelt sich in seinem Blick wider): Äh...
G (erlöst ihren ängstlichen Freund): Mama, ich bin vorgestern erst umgezogen.
B (lässt sich nicht beeindrucken): Ja und? Braucht ihr vielleicht noch Hilfe? Also Franz und ich, wir könnten...
M (wiegelt panisch ab u. blickt dann über Bärbels Schulter zu seiner Freundin): Äh... nein danke, das... das kriegen wir schon alleine hin.
G (lächelt ihm zu): Ja, Marc und ich wollen ja auch noch neue Möbel bestellen, also das könnte noch...
B (fällt ihr überrascht ins Wort): Ach? Verstehe!
M (zu G): Was?
G (schaut ihn eindringlich an): Ja, das hatten wir doch abgemacht, Maaarc.
Na super! Also doch! Ein Monatsgehalt geht flöten!
M (grummelig): Hmm!
Was hat er denn jetzt schon wieder?
B (mustert eingehend ihre Tochter): Kriegst du denn überhaupt genug zu essen, Kind? Ich habe noch Reste vom Samstag eingefroren, die könntet ihr...
Boah die Frau nervt ohne Ende! Denkt die echt, ich würde meinen Haasen verhungern lassen? Wir leben doch von Lust und Liebe äh... Luft und Liebe. Da ist noch keiner dran gestorben. Oder? Äh.... Hmm... muss ich mal den Experten fragen, wenn er wiederkommt.
G: MAMA!
B (ist sich keiner Schuld bewusst): Ja, was? Ich will doch nur nicht, dass du vom Fleisch fällst.
Diese Frau macht mich noch wahnsinnig! Gut, dass mir das jetzt zumindest zuhause erspart bleibt.

Jo! Äh... das will ich eigentlich auch nicht. Der Prachthintern ist genau richtig so.

M: Keine Sorge, ich kümmere mich schon gut um deine Tochter, Butter... äh Bärbel.
Wie süß! Marc verteidigt mich! Hach... Ich würde ihn am liebsten abknutschen.
G (strahlt ihn an): Ach!?
M (grinst zurück): Haasenzahn, vergessen? Ich hatte sogar Obst besorgt!
Oh Gott! Da sind sie wieder... Die Bilder, die... Hilfe!
G (wird in Sekundenschnelle wieder knallrot im Gesicht): Marc!
B (nickt anerkennend): Ja, das ist gut. Obst ist immer eine gute Basis für den Tag.
M (zwinkert G anzüglich zu): Oder für die Nacht!
Oh nein! Jetzt hat er wieder was gefunden, womit er mich quälen kann.
G: Maaarc!
B (zu M): Wie meinen?
G: Nichts Mama!
Ich bring ihn um!
B: Also wann denkt ihr denn, können wir euch mal besuchen?
Na super! Die ist nicht abzuwimmeln! Warum muss ich mich ausgerechnet in DIE Familie einhei... äh... kann sie keine normalen Eltern haben? So wie äh... äh... hmm... Mehdi? Zwar auch aufdringlich, aber nicht zu viel. Ohne die Backkünste seiner Mutter wären wir nicht über den Winter 98 gekommen. Äh ja...
G (schaut panisch zu M, weil ihr nichts einfällt): Äh...
M (wiegelt mit Panik in den Augen ab): Oh! Das... das kann wirklich noch dauern. So ein paar ... Jahre! ... Wochen!? Wir... wir müssen ja auch noch... äh...
G: ... tapezieren!
M (zieht die Augenbrauen hoch u. schaut ungläubig zu G): Tapezieren?
Aber sonst geht’s noch oder? Schöne Blümchentapete oder rosa Hasen? Nur über meine Leiche!
G (ignoriert seinen skeptischen Blick u. schaut B an): Ja, bevor die neuen Möbel kommen. Und du weißt ja, das dauert alles immer ewig. Also auf Möbelhäuser ist ja heute auch kein Verlass mehr und so.
Gretchen, du bist heute mal wieder schlagfertig. Der Wahnsinn!

Ok! Nur ne Finte! Hatte schon Angst um meine schönen weißen Wände. Da bin ich aber beruhigt! Hatte letztens erst Albträume wegen Tauben.

B (leicht enttäuscht, aber einsichtig): Ja, da hast du Recht. Wir wollten ja neulich auch neue Bezüge für die Sofas im Wohnzimmer. Das war ein Ärger! Also...
Hilfe! Ich bin ein Chirurgengott, holt mich aus der Schwiegerhölle raus!
G (verleiert die Augen): Schon gut Mama!
Wenn sie nicht gestoppt wird, hört sie nie wieder auf.
B: Gut! Aber ihr meldet euch, wenn ihr...
G (freundlich): Natürlich...
... nicht! (G/M)
B: Gut! Und zum Mittagessen am Sonntag kommt ihr aber wie gehabt?
Scheiße! Ich brauche ganz dringend den OP-Plan. Damit ich ein paar ganz wichtige OPs auf die Mittagsstunden legen kann.
M (stöhnt u. schaut hilfesuchend zu G): Äh...
G (sagt mit wenig Begeisterung in ihrer Stimme zu): Natürlich! Wie immer! Wir... (schaut kurz zu M, der sie gequält ansieht)... freuen uns.
... nicht! (M)
Hmm... hab ich Sonntag eigentlich Dienst? Wenn nicht, könnte ich ja mit der Gerlach tauschen. (G)
B (freut sich sichtlich): Schön! Na dann, werd ich mal wieder!
Gott sei dank! Halleluja! Wo ist der Champus, wenn man mal welchen braucht? (M)

Die Schwesternschülerin ließ die Hand ihres Schwiegersohns in spe endlich wieder los, der daraufhin erleichtert ausatmete und schnell von der Couch aufsprang, und erhob sich schwerfällig. Gretchen tat es ihnen gleich. Bärbel gab ihrer Tochter noch ein kleines Abschiedsküsschen auf die Wange. Sie wollte das gleiche auch bei Marc tun, aber der hatte sich sicherheitshalber schnell hinter seinem Schreibtisch verschanzt und kramte nun gespielt beschäftigt in einer Akte. Gretchen verleierte nur die Augen und verabschiedete sich von ihrer Mutter...

G: Tschüß, Mama!
B: Tschüß, mein Kind! Marc!?
M (blickt kurz von der Akte auf u. nickt ihr zu): Bärbel!
Gott ist das bescheuert, die beim Vornamen zu nennen!
B (lächelt ihn an): Du kannst auch Mama zu mir sagen. Wir sind ja jetzt eine Familie.
Grundgütiger! Ich glaube, ich lebe in einer beschissen schlechten Sitcom! Aber darüber kann ich nun wirklich nicht lachen.
M (entsetzt): Was?
Hihi! Mama ist heute wirklich in Bestform!
B (hat seine panische Reaktion nicht bemerkt, denn sie hat sich schon ihrer Tochter zugewandt, die ebenso überrascht schaut wie ihr Freund): Und du Kind, vergiss deine Post nicht! Nicht dass du eine Rechnung übersiehst! Darum musst du dich jetzt selber kümmern. Das kann dein Papa nicht mehr...
G (genervt): Jaaa Mama!
B (lächelt): Gut!

Sichtlich zufrieden wollte die Krankenschwester das Büro ihres hoffentlich bald Schwiegersohns verlassen, als ihr noch etwas einfiel...

B: Ach? Habt ihr zufällig Schwester Sabine gesehen?
M/G (gleichzeitig): Nein!
B (zuckt mit den Schultern u. klemmt eine Strähne hinter ihr Ohr): Na, ich werde sie schon finden. Schönen Tag noch.
Du mich auch! (M)

... und verließ dann endgültig das Zimmer. Gretchen und v.a. Marc atmeten erleichtert aus...

M: Ist die immer so?
G (lacht): Wie sie leibt und lebt.
M (stöhnt): Na super! Ich werde sie aber ganz bestimmt niemals „Mama“ nennen. Falls doch, bitte erschieß mich!
G (grinst): Wenn du meinst!?

Mittlerweile hatte sich Gretchen ebenfalls an Marcs Schreibtisch gesetzt. Während er seine Akten durchging und überlegte, was an diesem Nachmittag noch alles zu erledigen war, schaute seine Assistenzärztin Gedanken versunken ihre Post durch....

G: Werbung,..., Werbung,..., Rechnung,..., Werbung, ..., oh der ist von der Versicherung,..., hmm... Werbung. Die hätte sie aber ruhig aussortieren können. ... Nanu, was ist das denn?

Überrascht schaute sie auf und sah sich einen der Briefe etwas genauer an. Sie riss ihn sofort auf, als sie den Absender gelesen hatte. Marc achtete nicht darauf, was seine Freundin gerade tat, und arbeitete konzentriert weiter. Gretchen legte schließlich den kleinen Stapel akribisch sortierter Briefe auf den Tisch, aber einen behielt sie in ihrer Hand und las ihn ausführlich durch. Dann schrie sie plötzlich auf...

G: Das gibt es doch nicht! Kuck mal!
M: Hmm?

Marc schaute kurz von seiner Arbeit auf, weil es ihm dann doch seltsam vorkam, dass seine Liebste mit einem Brief hektisch vor seinen Augen herumwedelte....

Lorelei Offline

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26.06.2010 10:19
#608 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tja was hat es wohl mit dem ominösen Brief auf sich? Schaumer doch mal! Ich wünsche euch allen ein wunderschönes sonniges Sommerwochenende! LG Lorelei



M: Is was?
G (strahlt ihn begeistert an): Der ist von Susanne!
M: Was für eine Susanne?
G: Susanne Krupp!
M (zuckt gleichgültig mit den Schultern): Ach? Die mit den Mentholzigaretten und dem Krebs?
Wie war das noch mal mit dem Taktgefühl?
G (schaut ihn empört an): Maaarc!
M (stöhnt): Und? Für die Onkologiepatienten ist das schwäbische Huhn zuständig! Also was geht mich das an?
G: Dr. Steigerle, Marc!
M (widmet sich wieder seinen Akten): Wie auch immer!?
G: Wir sind mit ihr zur Schule gegangen.
M (blickt von seinen Akten wieder auf u. schaut G ungläubig an): Mit der Steigerle? Ist die nicht schon fünfundsiebzig?
G: Marc! Nicht sie! Susanne!
M (stöhnt u. zeigt mit dem Kugelschreiber auf sie): Die ist mit dir in die Klasse gegangen und nicht mit mir. Also geht mich nichts an.
G (funkelt ihn an): Aber mit ihr geknutscht hast du trotzdem!?
M (genervt): Boah Haasenzahn, jetzt fang nicht wieder mit den alten Geschichten an! Außerdem war ich da .... besoffen.
G (verschränkt ihre Arme u. lehnt sich im Stuhl zurück): Natürlich! Wie bei deinen anderen hundert Knutschpartnerinnen auch?
M (grinst): Zweihundert!
Wieso frag ich überhaupt?
G (empört): Maaarc!
M (grinst sie frech an): Ja was? Ich bin stolz auf meinen Rekord, mit allen Schnallen der Schule...
G (ihre Augen formen sich zu kleinen Schlitzen): Nicht mit allen!
M (legt seinen Stift beiseite u. lehnt sich zurück): Doch! Eigentlich... Naja fast, aber Ulla Schmidt zählt ja nicht, weil die knutscht ja lieber mit... (blickt G an u. grinst) ... Äh und außerdem, hast du vergessen, dass wir auch... also hmm...?
Er hat ihn also doch nicht vergessen! JUHU!!!
G (grinst ihn an): Nein, habe ich nicht. Aber ich hätte nicht gedacht, dass du DEN mitzählst.
M: Wieso nicht? War doch unser Erster und Schö... äh ja ne!?
G (lächelt verzückt): Hmm! So siehst du das also, ist ja interessant.
Toll! Meier, jetzt hast du dich verraten. Na dann sieh mal zu, wie du aus der Nummer wieder herauskommst.
M: Äh... Hähä... War ja klar, dass du den nicht vergessen konntest.
G (grinst noch mehr): Du ja auch nicht!
Mist!
M: Naja war ja auch ganz ... nett, ne?
G: Nett?
Wieso glaube ich ihm das nicht?
M: Also die Netten vergisst man ja nicht so schnell.
Wahnsinn! Deine Schlagfertigkeit heute wieder! Du pendelst dich langsam auf ihrem Niveau ein. Mist!
G (funkelt ihn an): Dann wird es dich ja freuen, deine ganzen NETTEN Eroberungen von früher wieder zu sehen.
Hä? Was’n jetzt?
M (perplex): Wieso sollte ich?
G (wedelt mit dem Brief vor seiner Nase herum): Schau doch mal genauer hin! Das ist eine Einladung zu einem Klassentreffen. Susanne organisiert das ganze.
M (fasst sich an die Stirn): Oh Gott!
Und Haasenzahn denkt jetzt, wir würden da hingehen?
G (strahlt vor Freude): Ist das nicht toll?
M (schüttelt heftig mit dem Kopf): Nein, ganz bestimmt nicht.
Ein Albtraum!
G: Hast du auch eine bekommen?
M: Was?
G: Na eine Einladung?
M: Wieso? Waren wir in einer Klasse? Nicht dass ich wüsste.
G: Aber die Einladung ist für die Abijahrgänge 1995 bis 1997. Also müsstest du ja auch..., aber du hast ja deine Post nicht durchgeschaut. Vielleicht hast du sie übersehen.
Na Gott sei dank, dass ich das nicht gesehen habe. Kommt als erstes in den Aktenvernichter.
M (gleichgültig): Na und?
G (legt ihr strahlendstes u. überzeugendstes Lächeln auf): Gehen wir da zusammen hin?
Ich hab es befürchtet!
M: Nur über meine Leiche!
G (enttäuscht): Was hast du denn? Das wird doch bestimmt lustig.
Bei den Idioten? Sicherlich nicht!
M (verschränkt seine Arme u. lehnt sich in seinem Bürostuhl zurück): Ganz bestimmt! Vor allem wenn sich der kleine süße Haasenzahn mal wieder auf die Nase legt!
G (sauer): Eh!
So ein Idiot! Der kann einen den ganzen Spaß verderben.
M (will vom Thema ablenken): Musst du nicht wieder Kinder kriegen?
G: Du lenkst ab! Wieso willst du denn nicht hingehen?
M (greift wieder nach seinem Kuli und blättert beschäftigt in einer Akte): Darum!
Sturkopf! Aber ich krieg dich noch!
G: Also ich fände es schon schön, unsere alten Schulfreunde wieder zu sehen.
M (hebt kurz seinen Blick u. grinst sie an): Hattest du überhaupt welche?
G (beleidigt): Maaarc! Ich hatte sehr wohl Freunde. Sehr enge sogar!
M (grinst noch mehr): Ach ich vergaß, dein treudoofer Scheinfreund Karsten Neumann! Kannst ja den fragen, ob er mit dir hingeht.
Woher weiß er, dass Karsten und ich nur scheinzusammen waren?
G (schmollt): Du bist gemein. Aber vielleicht mach ich das ja.

Gretchen funkelte ihren Freund provozierend an, der sie nur völlig unbeeindruckt weiterhin ansah. Sie verschränkte ihre Arme und schmollte ein wenig. Dabei las sie sich die Einladung noch einmal genauer durch, musste aber dann schockiert feststellen, dass das Klassentreffen schon an diesen Freitag stattfinden sollte. Eine leichte Panik überfiel sie und sie plapperte einfach drauflos...

G: Verdammt, das ist ja schon am Freitag. Oh Gott! Ich brauche ein neues Kleid, am besten auch noch neue Schuhe dazu. Ich sollte vielleicht auch noch einen Termin beim Friseur machen. So kann ich ja kaum dahingehen. Hmm... bei der Kosmetikerin könnte ich auch noch vorbeischauen....

Während Gretchen gedanklich schon völlig in der Planung ihres Aufhübschens für Freitagabend beschäftigt war und ihren trotzigen Freund dabei komplett ignorierte, rollte dieser nur genervt mit den Augen und schaltete auf Durchzug. Er hatte nun mal überhaupt kein Interesse daran, seine alten Mitschüler wieder zu sehen. Das waren doch nur oberflächliche Beziehungen gewesen. Freundschaften konnte man das nicht wirklich nennen. Sie hatten sich mit ihm abgegeben, weil er als cool galt, immer die neusten Markenklamotten trug, die tollsten Sprüche klopfte und die heißesten Mädels abschleppte. Sie interessierten ihn nicht. Sie waren ihm egal. Außerdem was sollte er da? Die Penne war ihm eh immer lästig gewesen. Ein unwichtiges Detail auf der Karriereleiter nach oben. Deshalb konnte er auch nicht nachvollziehen, dass Gretchen jetzt so einen Aufstand deswegen veranstaltete. Sie hatte doch die Schule auch immer gehasst, was aber eher mit seinem uncharmanten Verhalten ihr gegenüber zusammenhing. Doch für seine Freundin schien dieser Abend anscheinend wichtig zu sein. Gretchen wollte doch so gerne mit ihrer Eroberung angeben. Sie hatte das geschafft, was ihr nie einer zugetraut hatte. Sie war Ärztin und sie hatte den coolsten und heißesten Jungen der Schule erobert. Marc Meier und sie waren ein glückliches Paar. Das musste doch öffentlich gemacht werden. Und es wäre eine Genugtuung für die Horrorschulzeit, die sie durch Marc erleben musste. Er hatte sich zwar schon mehrfach für seine Gemeinheiten bei ihr entschuldigt, aber vergessen hatte sie diese trotzdem nicht. Aber Marc schaltete mal wieder auf stur, was Gretchen zunehmend verärgerte. Auf der Einladung stand schließlich, man solle mit Partner da erscheinen und das würde sie auch. Irgendwie würde sie ihren störrischen Schatz schon rumkriegen. Marc dachte dagegen, dass er sie schon irgendwie von diesem albernen Plan abbringen würde...

M: Haasenzahn, hör auf mit der albernen Planung! Ich geh da nicht hin. Ende der Durchsage!
G (sichtlich enttäuscht): Marc! Aber...
Ich will doch nur allen zeigen, wie glücklich wir sind. Mehr will ich doch gar nicht.
M: Nee, echt jetzt! Ich muss das hier noch fertigmachen und dann hab ich noch ne OP.
G: Können wir später noch mal reden?
M: Ja, aber nicht darüber.
G: Pff...

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, stand Gretchen auf und verließ das Büro ihres Oberarztes und Freundes. Sie machte sich wieder auf den Weg zu ihrem Arbeitsplatz. Dabei überlegte sie, wie sie ihren Liebsten doch noch rumkriegen würde, mit ihr auf das Klassentreffen zu gehen....

Lorelei Offline

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27.06.2010 09:31
#609 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Bis zum Klassentreffen dauert es noch ein wenig, aber es kommt. (Aber ob Marc mitkommt? ) Diese Szene wartet schon seit über einem halben Jahr auf meinem PC, aber hatte bisher noch nicht so richtig in die laufende Handlung gepasst. Aber bald ist der geeignete Zeitpunkt dafür gekommen. Heute geht es erst mal mit einer anderen jungen Dame weiter. Viel Spaß!



Etwa zur selben Zeit stand eine brünette Krankenschwester im Aufzug des EKH und war mal wieder in ihrer Gedankenwelt versunken, die sich nur um ein einziges Thema drehte, nämlich ihren attraktiven Chef und heißblütigen Geliebten, Dr. Mehdi Kaan. Ihre Enttäuschung über den untergetauchten Oberarztes wich allmählich der Wut darüber, dass sie ihm anscheinend überhaupt nichts bedeutete, sonst hätte er sich doch sicherlich bei ihr gemeldet. Und irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los, dass Gretchen und Marc ganz genau wussten, was mit ihm war und warum er es nicht tat, ihr aber die Wahrheit aus irgendwelchen Gründen nicht sagen wollten. Ihre Verbitterung darüber ließ Gaby deshalb an eben jener ehemaligen Konkurrentin aus. Sie hatte genug davon, Gretchen Haase freundlich einzulullen, um zu erfahren, was mit ihrem Geliebten war. Nein, sie machte keinen Hehl mehr daraus, was sie von ihr hielt und ihr war es auch egal, dass sie ihre Chefin auf Zeit war und ihr desinteressiertes und schnippisches Verhalten ihr gegenüber vielleicht berufliche Konsequenzen haben könnte. Gaby war momentan einfach alles egal. Sie war genervt von ihr, eigentlich von der ganzen Welt und ganz besonders von Mehdi Kaan. Wieso waren alle um sie herum glücklich, nur sie nicht? Sie hatte sich doch geändert. Die letzten Monate hatten sie reifer werden lassen. Der Verlust ihres Babys war ein Schnittpunkt in ihrem Leben gewesen. Sie wollte es besser machen. Und dass sie sich in Mehdi verliebt hatte, war doch ein Zeichen dafür, dass endlich alles besser werden würde. Er hatte als Einziger ihre Veränderung bemerkt. Er hatte den Menschen hinter der Fassade hervorgekitzelt. Er war der Einzige, der sie wirklich verstand, dachte sie zumindest und jetzt warf er das einfach ohne Grund weg. Sie wollte doch auch nur ein kleines Stückchen vom Glück abhaben und Glück bedeutete für sie im Moment Dr. Mehdi Kaan. Sie vermisste ihn mit jeder Faser ihres Körpers. Dass Sehnsucht auch körperliche Schmerzen hervorrufen würde, hatte sie vorher nicht gewusst. Und sie hasste diesen Schmerz. Denn je mehr sie sich nach diesem untreuen Hund sehnte, umso wütender wurde sie. Und ihre miese Laune übertrug sich auf jeden, der ihr über den Weg lief, ihre Kollegen, die Patienten, aber die Hauptleidtragende war Dr. Gretchen Haase, die sie immer noch für ihr ganzes Unglück verantwortlich machte. Wegen ihr war Mehdi liebestechnisch so verkorkst, dachte sie zornig. Und dass gerade diese Person mit ihrer ekelhaft guten Laune tagtäglich vor ihrer Nase herumlief und sich als Chefin aufspielte, machte die junge Krankenschwester rasend. Gaby hatte die Chance genutzt, dass ihre Vorgesetzte für eine Weile verschwunden war und wollte kurz frische Luft schnappen, sonst würde sie noch explodieren. Eine Zigarette war genau das, was sie jetzt dringend benötigte und dann würde sie weiter sehen, wie sie irgendwie noch über den Rest des Tages kam. Doch gerade als sich die Fahrstuhltüren im Erdgeschoss öffneten und sie aussteigen wollte, stand ihre verhasste Konkurrentin im Kampf um Dr. Kaan, Maria Hassmann, vor ihr, die sie herablassend musterte und dann mit hoch gezogener Nase an ihr vorbei in den Fahrstuhl trat. Eisiges Schweigen herrschte zwischen den beiden Frauen. Gaby konnte einfach nicht verstehen, was Mehdi an ihr fand. Am liebsten hätte sie ihr an den Kopf geworfen, dass sie ebenfalls eine Affäre mit Dr. Kaan führte. Das würde für sie viele Probleme lösen. Aber was wäre dann, wenn Mehdi erführe, dass sie es der Hassmann gesagt hätte? Mehdi würde ihr diesen Vertrauensbruch sicherlich niemals verzeihen. Aber konnte sie ihm seinen Vertrauensbruch verzeihen, dass er einfach so ohne ein Wort verschwunden ist und sich dann nicht mehr bei ihr gemeldet hat? Völlig in Gedanken versunken, stand sie zwischen den beiden Türhälften und blickte Dr. Hassmann mit Eiseskälte an, bis eben diese sie aus ihren Gedanken riss....

MH: Wollen Sie jetzt noch mit hoch oder nicht? Oder überanstrengt die Entscheidung darüber ihr kleines Gehirn?
GGGGGRRRRRR!!!! Dieses Miststück!
GK (zischt sie wütend an): Ich verzichte dankend. Auch wenn Sie glauben, gerade obenauf zu sein, irgendwann kommt jeder wieder unten an.
MH (verwirrt): Bitte?

Ohne ein weiteres Wort verließ Gaby Kragenow hoch erhobenen Hauptes den Fahrstuhl und ging Richtung Ausgang. Maria Hassmann blickte ihr noch verwundert hinterher, bis sich die Türen geschlossen hatten, und schüttelte den Kopf... Was für eine bescheuerte Kuh! Wie Mehdi es nur mit der aushält?



Und jetzt heißt es wieder.... Schland oh Schland.... Je nach Laune stelle ich danach noch einen Teil rein. Schönen Fußballsonntag euch allen! Lorelei

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27.06.2010 19:59
#610 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dadadadadada.... Dadadadadada.... Ich ... liebe.... deutsche.... Land! Sorry! Musste mal gesagt werden! Da ich immer noch completely shocked bin, habt ihr hier ohne Kommentar den nächsten Teil. Ich denke, morgen bin ich wieder ansprechbar. Was nächsten Samstag wird, wenn wir Argentinien raushauen, lässt sich jetzt noch nicht prognostizieren. Feiert schön! Lorelei




Währenddessen starrte Prof. Dr. Dr. Olivier Meier seit einer geschlagenen Stunde auf das Telefon neben ihm. Er haderte mit sich. Sollte er SIE wirklich anrufen? Wie würde SIE reagieren? Würde SIE überhaupt mit ihm reden wollen? Was würde er überhaupt sagen? Immer wieder blickte er auf den kleinen Zettel in seiner Hand. Olivier hatte den versteckten Tipp seines Sohnes befolgt und diese sonderbare blonde Schwester gefragt, ob sie ihm vielleicht die Telefonnummer der Mutter seines Sohnes besorgen könnte. Freudestrahlend hatte Sabine sie ihm gegeben. Seltsamerweise wusste sie sie auswendig und ließ es sich dann auch nicht nehmen, ihm von seiner Frau vorzuschwärmen, dieser beeindruckenden Erfolgsautorin, gefolgt von einer Auflistung der besten Dr. Rogelt Bände samt Inhaltsangabe. Als ob er die nicht gekannt hätte. Natürlich hatte er von Amerika aus ihre Karriere verfolgt. Elke hatte es tatsächlich auf die Bestsellerlisten geschafft. Heute bereute er, dass er sich damals über ihre ambitionierten Pläne lustig gemacht hatte. Er hatte nie wirklich verstanden, was sie an diesem Schürzenjäger von Rogelt gefunden hatte, bis er sich irgendwann einmal dazu durchgerungen hatte, einen ihrer Bände zu lesen. Dank Internet war es heute kein Problem mehr, in den USA auch an europäische Literatur heranzukommen. Er hatte mittlerweile fast alle Bände gelesen und zu seiner Überraschung festgestellt, dass in ihren Romanen auch sehr viel aus ihrem eigenen Leben drinsteckte. Das waren also die tiefen Sehnsüchte seiner Frau, dachte er. Auch wenn sie sich bei ihrer schmerzhaften Trennung kalt und unnahbar gegeben hatte, war da noch immer die leidenschaftliche, verführerische Frau, die er einmal geliebt hatte, zwischen den Zeilen zu lesen. Sie sehnte sich nach Liebe. Diese Monique war ihr wie auf den Leib geschrieben. Und sie übte eine Faszination auf ihn aus, die er auch bei dieser verrückten Krankenschwester spürte, die seine Frau anscheinend wie eine Göttin verehrte. Als er Schwester Sabine endlich abgewimmelt hatte, hatte er nach dem Hörer gegriffen und Elkes Nummer gewählt, aber gleich darauf wieder aufgelegt. Er hatte Angst. Denn er wusste überhaupt nicht, was er ihr hätte sagen sollen... „Hallo Elke, ich bin’s Olivier. Kennst du mich noch? Wir waren mal glücklich verheiratet.“ ... Nein, das war Schwachsinn. Er hatte den Kopf geschüttelt und sich wieder in sein Bett gelegt. Seit über einer Stunde grübelte er nun schon, was die beste Begrüßungsfloskel sein könnte, aber ihm fiel einfach nichts ein. Immer wieder strich er sich durchs Haar, dann schaute er aus dem Fenster, sah vor seinem geistigen Auge wieder seinen verzweifelten Jungen vor sich, der seinetwegen mit ihr gebrochen hatte. Auch ihm tat es im Herzen weh, denn in seinen Augen hatte er die tiefe Verzweifelung und Unsicherheit gelesen. Marc wollte nicht, dass sich seine Eltern wieder sahen. Aber Olivier war nun mal nicht nur wegen seinem Sohn zurück nach Deutschland gekommen, nein, auch wegen seiner einstigen großen Liebe, die ihm auch nach zwanzig Jahren Trennung nicht aus dem Kopf ging. Er hatte zwar in Amerika die eine oder andere Beziehung geführt, auch überwiegend glücklich, die längste ging fast sieben Jahre, aber die große Liebe war nie wieder dabei gewesen. Denn keine Frau kam an diesen trotzigen, wunderschönen, aufregenden Wirbelwind Elke Fisher heran. Olivier atmete noch einmal tief durch, richtete sich auf und griff wieder zum Telefon und wählte ihre Nummer doch. Spontan war schon immer die beste Taktik gewesen, dachte er aufgeregt, als es bereits tutete...

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28.06.2010 08:32
#611 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

... Oliviers Herz schlug höher, als er ein Klicken vernahm, aber die Euphorie verschwand in der nächsten Sekunde wieder, als lediglich ihr Anrufbeantworter ranging. Er lauschte fasziniert ihrer rauchigen tiefen Stimme, die schon immer eine gewisse Erotik ausgedrückt hatte, aber als das Signal kam, dass er jetzt sprechen konnte, legte er schnell wieder auf. Er ließ sich seufzend zurück auf sein Bett fallen, wovon er einen kurzen Stich in der Seite spürte. Seine verletzte Rippe machte sich wieder bemerkbar. Er rieb sich die schmerzende Stelle. Dieser Schmerz verschwand schnell wieder, doch der Schmerz in seinem wild pochenden Herzen ließ sich nicht so schnell wieder leugnen. Die Gefühle, die er für die Frau empfand, die ihn mit ihren Affären und ihrem Stolz so tief verletzt hatte, waren immer noch da. Nein, eigentlich waren sie nie weg gewesen.


Am anderen Ende des Krankenhauses, genauer gesagt im ungenutzen Ostflügel, ging es an diesem Nachmittag eher hektisch zu. Während Pflanzenfee Bärbel Haase mit dem Düngen ihrer Pflänzchen beschäftigt war, mischte Teeexpertin Sabine Vögler die abendliche Teeration für die Onkologie zusammen. Ihr Kompagnon, Gordon Tolkin, saß etwas abseits an einem Tisch in der Ecke und zählte fleißig Geldscheine, während er mit einem potentiellen Neukunden Vertragsverhandlungen führte. Das Hanfgeschäft der drei lief relativ gut. Bärbel hatte schon ein kleines bescheidenes Sümmchen beiseite gelegt, aber noch hatte sie das Geld nicht zusammen, um ihre gestohlene Rentenkasse wieder aufzufüllen. Franz und Gretchen ahnten Gott sei dank nichts von ihrem illegalen Nebengeschäft. Während die Schwesternschülerin fröhlich summend Gang für Gang ihrer kleinen Plantage entlangging, fing sie ein paar Wortfetzen des Telefonats von Gordon auf...

GT: Also 25 Euro pro Tee ist mein letztes Wort. Wir haben ja auch...

Bärbel ließ die Sprühflasche fallen und riss ihm abrupt das Telefon aus der Hand. Gordon protestierte noch, aber hatte gegen den Haaschen Sturkopf nicht den Hauch einer Chance...

BH (ins Tel.): Hallo!? Was mein Kollege eigentlich sagen wollte, wenn sie die 35 Euro nicht akzeptieren wollen, dann kommen wir leider nicht ins Geschäft. ... Nein, Sie haben sich nicht verhört. 30 Euro waren einmal. Die Finanzkrise wissen Sie! ... Gut! Herr Tolkin meldet sich dann wieder bei Ihnen. Auf Wiederhören!
GT (schnauft vor Wut, als sie ihm lächelnd sein Telefon wiedergibt): Sind Sie von allen guten Geistern verlassen? Sie können dem doch nicht meinen echten Namen verraten. Wollen Sie, dass wir auffliegen?
BH (hält sich die Hand vor den Mund): Oh! Das tut mir leid. Das war mir nicht bewusst.
GT (stinksauer): Genauso wenig wie die Tatsache, dass ich für das Geschäftliche zuständig bin?
BH: Ja, aber wollen Sie uns denn ruinieren? Sie können den Preis doch nicht noch weiter runterdrücken. Wir haben auch anfallende Kosten.
GT (ihm platzt der Kragen): Ja, weil Sie neuerdings mit dem teuren Biodüngerzeug spritzen.
BH (verteidigt ihr Vorgehen): Sonst wären unsere zarten Pflänzchen schon längst mit Insekten befallen. Wissen Sie, in der letzten Ausgabe von „Mein schöner Garten“ stand, dass dieses Biomittel das einzig wirksame Mittel dagegen ist, v.a. nachdem Statistiken bewiesen haben, dass diese afrikanischen Fliegen zunehmend auch in Europa heimisch werden. Und wenn hier sogar afrikanische Viren das Krankenhaus lahm legen, dann...
GT (stöhnt u. rollt genervt mit den Augen): Ja, ja, sparen Sie sich ihren bescheuerten Vortrag! Ich hab schon verstanden, aber halten Sie sich in Zukunft raus, was die Vertragsverhandlungen betrifft. Das ist mein Job! Das war gerade die Charité. Wenn wir die als Kunden gewinnen, haben wir ausgesorgt.
BH (lächelt): Eben! Deshalb die 35 Euro.
GT: Das machen die nie! Sie können nicht...
BH (fällt ihm ruhig u. bestimmt ins Wort): Doch! Wenn Sie das nächste Mal in der Charité sind, sollen Sie sich mit dem Kontaktmann in Verbindung setzen. Die Nummer haben Sie ja.
GT (schaut sie entgeistert an): Wie jetzt? Die akzeptieren DEN Preis?
BH (lächelt triumphierend): Sag ich doch! Und jetzt weiter mit der Arbeit! Ich muss in einer halben Stunde wieder auf der Onkologie sein, sonst bekomme ich wieder Ärger mit dieser boshaften Oberschwester.
GT (grummelig): Hmm!
SV (strahlt B an): Die heutige Teeration ist gleich fertig, Frau Professor.
BH (nickt ihr anerkennend zu): Gut! Aber Sabine, Sie dürfen mich hier ruhig Bärbel nennen.
SV (stolz): Wirklich? Oh, das ist mir eine Ehre.
GT (leise zu sich selbst): Ich fass es nicht! Bin ich hier im Irrenhaus?

Gordon hatte genug gehört, er rollte nur genervt mit den Augen, packte die Geldbündel wieder in den Sack und versteckte diesen in dem Loch in der Wand hinter dem Giftschrank. Dann schlenderte er zur Tür, drehte sich aber davor noch einmal zu den beiden nervigen Frauen um....

GT: Ich mach Schluss für heute. Man sieht sich.
... hoffentlich nicht!

Sabine und Bärbel schauten ihn verwundert an...

S/B: Schon?
GT (stöhnt): Ja, meine Bereitschaft fängt gleich an und ich will vorher noch was schnabulieren, wenn’s recht ist.
BH: Oh! Natürlich! Sie sind recht dünn geworden in letzter Zeit. Das ist mir schon aufgefallen.
Ich muss hier raus, sonst flipp ich noch aus!
GT: Und tschüß!

Gordon schob die mit Holz verkleidete Schiebetür auf und verschwand schnell aus der Plantage. Er hatte so einen Hals. Seitdem sein Kumpel Mo unfreiwillig das gemeinsame Geschäft aufgeben musste, weil Dr. Meier ihn kurz vor Abschluss seiner Facharztausbildung wegen Talentfreiheit rausgeschmissen hatte, lief es eher suboptimal für den blonden Sanitäter. Die beiden verrückten Frauen raubten ihm den letzten Nerv. Als er über den Parkplatz Richtung Haupteingang lief, zückte er sein Handy und rief seinen besten Freund an, der durch einen glücklichen Wink des Schicksals noch eine freie Assistenzstelle an einer Klinik in seiner Heimatstadt Wien bekommen hatte, und klagte ihm sein Leid....

Lorelei Offline

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29.06.2010 10:58
#612 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Ich habe mir gedacht, Gordon ist bisher in meiner Geschichte viel zu kurz gekommen. Deshalb wird er zumindest in den nächsten Teilen eine tragende Rolle übernehmen. Ob die euch gefällt, äh... mal sehen. Viel Spaß jetzt mit dem nächsten Teil. LG Lorelei




Gordon hatte gerade aufgelegt und wollte das EKH betreten, um sich einen kleinen Nachmittagssnack zu genehmigen, als ihm eine attraktive junge Frau an der Raucherecke ins Auge fiel. Eigentlich wäre doch eine Zigarette jetzt genau das Richtige nach dem ganzen Stress mit seinen Drogengehilfinnen, dachte er grinsend. Er stellte sich neben sie und zündete sich ebenfalls eine Kippe an...

GT (lächelt verschmitzt): Na, schöne Frau, so ganz allein hier?
GK (genervt): Boah Gordon, quatsch mich nicht voll!
GT: So gereizt? Ist doch ein wunderschöner Tag heute.
GK (sieht ihn abfällig an): Spar’s dir! Die Tour läuft bei mir nicht.
GT: Ich wollte nur freundlich sein. Wer ist dir denn quergekommen, dass du hier so rummotzt?
GK (stöhnt): Gordon, halt einfach die Klappe! Ich bin an Smalltalk oder was auch immer nicht im Geringsten interessiert.
Der Tag läuft schon beschissen genug, da muss ich mich nicht auch noch von diesem Schmalspurcasanova schräg anquatschen lassen.

Die beiden Raucher schwiegen sich jetzt eine Weile an und zogen jeweils an ihren Zigaretten, bis Gordon ein neues Thema gefunden hatte, das ihn sehr interessierte, aber Gaby noch mehr auf die Palme brachte...

GT: Ich hab gehört, die Haase arbeitet jetzt auf der Gyn?
GK (rollt genervt mit den Augen): Ja, leider!
Muss mich jeder daran erinnern? Ich hasse es!
GT: Oh! Läuft wohl nicht so gut mit ihr, hä?
GK: Die spielt sich mal wieder als Professorentöchterlein auf. Das kann ich gar nicht ab.
GT: Ach komm! Beruflich hat die schon was drauf!
Gott wie ist der denn drauf?
GK (fährt ihn gereizt an): Gordon, spar dir dein Rumgeschleime! Das kannste machen, wenn die fette Kuh in der Nähe ist.

Während Gaby frustriert aufstöhnte und ihre Wut auf die blonde Assistenzärztin wieder in ihr aufstieg, geriet Gordon dagegen ins Schwärmen, denn er war schon seit Monaten heimlich in die angehende Chirurgin verknallt, aber sie sah ihn einfach nicht. Seine blonde Traumfrau lächelte zwar immer über seine Komplimente, ein herzhaftes Lachen, das sein Herz immer höher schlagen ließ, aber gebracht hat ihm seine Charmeoffensive bisher noch nichts. Gretchen Haase hatte ihn nie zurückgerufen, obwohl er ihr doch seine Nummer gegeben hatte. Er hatte gehofft, nachdem ihre „Ehe“ mit dem Scheinmillionär in die Brüche gegangen war, dass jetzt endlich seine Stunde gekommen wäre, aber nein, sie zog es ja lieber vor, sich diesem Machooberarsch an den Hals zu werfen. Der hatte diese wunderbare Frau doch überhaupt nicht verdient. Dr. Meier würde sie doch nur unglücklich machen, dachte er.

GT: Ist sie oben?
GK: Ja, sie muss ja immer betonen, dass sie jetzt oben ist. Blöde Kuh!
GT: Gaby!
GK (funkelt ihn sauer an): Ja was?
GT: Ich hab gefragt, wo sie gerade steckt?

Gordon wollte Gretchen gerne einen Besuch abstatten und abchecken, ob vielleicht doch noch was ginge. Doch Gaby verdarb ihm die Vorfreude darauf, als sie ihm nur eine schnippische Antwort zurückgab....

GK: Was weiß ich? Die vögelt wahrscheinlich gerade ihren Stecher.
GT (schaut verletzt zu Boden): Also so genau wollte ich das jetzt nicht wissen.
GK (mustert ihn eingehend): Warum fragst du dann? ... Oh! Nee? Bist du etwa eifersüchtig?
GT (ertappt): Was? Ich? Auf den? Ganz bestimmt nicht!
GK (zieht eine Augenbraue hoch): Sieht aber so aus.
GT (spricht eher zu sich): Was findet die nur an dem Mistkerl?
Oh Mann! Ein hoffnungsloser Fall!
GK: Tja, das, was alle an ihm finden, Gordon! Find dich damit ab! Marc hat’s halt drauf, auch wenn er das größte Arschloch ist, das ich kenne. Wahrscheinlich ist es gerade das, was die Weiber in Scharen anlockt. Sie wollen ihn retten, aus ihm einen besseren Menschen machen oder was auch immer.
Ich war ja auch mal so bescheuert.
GT: Irgendwann wird er sie verletzen. Das hat sie nicht verdient.
Und ob sie das verdient hat. Das wird ein Feiertag, wenn er sie verarscht!
GK: Kannst sie ja dann trösten, wenn’s passiert.
GT: Hmm!

Die beiden schwiegen sich wieder eine Weile an. Gaby hatte ihre Zigarette mittlerweile zu Ende geraucht und schnippte sie weg. Sie beobachtete Gordon aus dem Augenwinkel heraus. Sie kannte diesen Blick nur allzu gut. Es gab Zeiten, da hat Mehdi Kaan auch immer so gekuckt. Sie entschied sich, ihren Kollegen noch mal darauf anzusprechen, weil sie merkte, dass ihn das doch sehr zu beschäftigen schien...

GK: Gordon, ich will dir zwar nicht zu nahe treten, aber du weißt schon, dass der Haasenbraten eine Nummer zu groß für dich.
GT (schlägt schnippisch zurück): Genauso wie der Meier für dich oder was?
GK (lacht): Ach der? Pff... der kann mich mal!
GT (zieht seine Augenbrauen hoch u. mustert sie eingehend): Ach? Na das ist ja mal was ganz Neues. Aber verstehe! Der ist ja nicht mehr aktuell bei dir! Du dackelst ja neuerdings deinem Chef hinterher.

Gaby blickte ihn entsetzt mit offenem Mund an. Woher wusste er das? Sie hatte doch niemanden von ihrer Liebe zu Dr. Kaan erzählt....

GK (verunsichert): Bitte? Woher...? Wie...?

Dass sich die verliebte Frau damit verraten hatte, merkte sie erst, als er plötzlich zu grinsen anfing. Bisher war es nämlich nur eine Vermutung von ihm gewesen. Er hatte neulich eine sehr vertraute Situation zwischen den beiden beobachtet. Eigentlich konnte er sich nicht wirklich vorstellen, dass da ernsthaft was dran war, aber so wie sie jetzt reagierte, schien da doch mehr zu sein als ein normales Schwestern-Oberarzt-Verhältnis....

GT (mit breitem Grinsen auf den Lippen): Ach nee? Also doch!
Scheiße!
GK (fühlt sich ertappt u. versucht ihn abzuwimmeln): Das geht dich nichts an. Also lass dein dämliche Grinsen!
GT: Ich hätte dir ja eigentlich einen besseren Geschmack zugetraut.
Was soll das denn heißen? Es gibt keinen besseren Mann als ihn! Also das dachte ich zumindest bis vor kurzem.

Gaby verschränkte beleidigt ihre Arme und funkelte ihn böse an. Sie beschloss, zu gehen, aber dann kam Gordon auf eine Tatsache zu sprechen, die den kleinen Vulkan in ihrem Bauch wieder brodeln ließ...

GT: Aber hat der nicht gerade was mit der hübschen Hassi am laufen? Hab da was läuten gehört.
GK (aufgebracht u. eifersüchtig): Bitte? Du findest DIE hübsch? Diese frustrierte Gewitterziege?
GT (grinst): Ach, schau mal einer an, etwa eifersüchtig?

Gordon stachelte Gaby damit noch mehr an. Sie kochte mittlerweile vor Wut und stand kurz davor, zu explodieren...

GK (faucht ihn laut an): Ich bin NICHT eifersüchtig!
GT (lacht): Sieht aber ganz danach aus.
Verdammt! Reiß dich zusammen Gaby!
GK: Lass mich endlich in Ruhe, du Arsch!
GT (hebt beschwichtigend die Arme): Bleib mal locker, Liebes! Wir als Leidensgenossen müssen doch... Hmm... Vielleicht hätte ich da was, was dir helfen könnte, auf andere Gedanken zu kommen.
GK (zieht die Augenbrauen hoch und sieht ihn skeptisch an): Was? Nee, komm!? Sag nicht, du dealst immer noch mit dem Zeug?
GT (schaut sich hektisch um, ob sie auch keiner gehört hat): Hey, hey! Nicht so laut! Nicht hier! Komm mit!
Was? Eh!

Gordon packte Gaby am Arm und zog sie mit sich. Während die beiden über den Parkplatz liefen, hakte die brünette Krankenschwester neugierig nach...

GK: Wo hast du das Zeug eigentlich her?
GT (grinst sie an): Betriebsgeheimnis!
GK: Hast du ne Plantage bei dir in der Wohnung oder was?
GT (mit leichter Panik in der Stimme): Eh halt bloß die Klappe ja!
GK (grinst): Also doch! Klar, das ist dieser komische Biologiestudent oder Umweltaktivist, mit dem du dir ne WG teilst.
GT (hebt eine Hand u. wirbelt damit herum): Gott bewahre, der wohnt schon lange nicht mehr bei mir. Der war mir zu strange drauf, selbst ohne Stoff.
GK: Ach?
GT: Hat halt nicht gepasst. Ich hab doch jetzt ne neue Wohnung, weißt du.
GK (lächelt): Ich auch.
GT (überrascht): Echt? Du wohnst nicht mehr im Schwesternwohnheim?
GK: Nee, die hysterischen Schwestern können mir gestohlen bleiben.
GT: Verstehe! Wohnst du allein?
GK: Ja, wieso?
GT (grinst): Och nur so!
GK: Und du?
GT: Ich? Naja, seitdem Mo so abrupt die Stadt verlassen musste, lebe ich auch wieder allein.
GK: Schön!
GT (lächelt sie an): Hmm! Kannst ja mal vorbeikommen, wenn du magst!
Wimmel ihn ab, Gaby! Der Zug war schon zu Schulzeiten abgefahren.
GK: Vergiss es, Gordon!
GT (grinst): Schade!
GK: Gordon, ich hab dir schon mal gesagt, die Tour kannst du dir bei mir sparen. Zeig mir lieber, was für Stoff du hast!
GT: Okidoki!

Lorelei Offline

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29.06.2010 21:57
#613 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Mittlerweile hatten die beiden das Ende des Parkplatzes erreicht, gingen eine Treppe hinunter und stellten sich hinter den Krankenwagen, der vor einem Nebeneingang des EKHs geparkt war. Hier blieben sie ungestört und ungesehen, dachte der blonde Sanitäter, denn der ungenutzte Ostflügel des Krankenhauses war nur wenigen Leuten bekannt. Und das war auch gut so! Gaby sah zu, wie Gordon einen Joint aus seiner Hosentasche zog, den sie nun zusammen rauchten. Die beiden setzten sich auf die kleine Treppe und zogen abwechselnd an dem Joint. Gaby wirkte schnell sichtlich ruhiger und entspannter. Wenigstens für einen kurzen Moment konnte sie ihre Sorgen und ihren Liebeskummer vergessen. Sie lehnte sich zurück und stützte ihre Ellenbogen auf der kalten Treppestufe ab. Sie spürte die Kälte nicht und streckte ihre Beine aus. Dabei rutschte ihr kurzer Rock noch ein Stückchen höher. Gordon, der schon ein bisschen umnebelt war, nahm Witterung auf. Er legte sein schönstes Lächeln auf und schaute die attraktive Frau, die neben ihm saß, intensiv an. Er versuchte, das Gespräch wieder in Gang zu bringen, woraufhin Gaby wieder aus ihren Gedanken erwachte....

GT: Wieso sucht sich eine Wahnsinnsfrau wie du immer solche Vollpfosten aus?
GK (perplex): Bitte?
GT: Na erst der Fuchs, dann dieser trottelige Pfleger, hab seinen Namen vergessen, dann den Meier, dann diesen komischen Schrotthändler Marke Ludolf und jetzt den Kaan.
Verfolgt der mich etwa?
GK (faucht ihn bissig an): Das geht dich einen Scheißdreck an, Gordon!
GT (grinst): Solltest vielleicht mal deine Ansprüche etwas runterschrauben. Es muss ja nicht immer gleich ein Oberarzt sein.
GK: Arschloch! Du rennst doch auch nur der weiblichen Ärzteschaft hinterher. Oder wer flirtet hier ständig mit der Tochter des Chefs?
GT (grinst u. zieht erneut an seinem Joint): Man(n) tut, was man(n) kann. Sie ist nun mal ne Granate. Da kann man(n) eben nicht widerstehen. Aber unter uns, ausgerechnet diesen Pflegefall Kaan? Der hat doch sicherlich nichts drauf, wenn ihm seine Frauen immer gleich abhauen.
GK (aufgebracht): Das ist nicht witzig, Gordon! Er leidet, weil sein Frau mit seiner kleinen Tochter abgehauen ist. Sie ist an allem schuld. Also hör auf, ihn schlecht zu machen. Du kennst ihn doch gar nicht
GT: Aber du oder was?
GK: Ich kenne ihn ganz gut ja.
Dachte ich zumindest.
GT (zieht skeptisch die Augenbrauen hoch): Nur wenn man jeden Tag zusammenarbeitet, heißt das noch lange nicht, dass man sich auch wirklich kennt. Außerdem gehen Beziehungen zwischen Krankenschwestern und ihren Oberärzten nie gut aus. Und ich kann mir nur sehr schlecht vorstellten, dass einer wie DER der Typ für eine heimliche Affäre ist. Die Rolle der Geliebten steht dir nämlich nicht. War schon peinlich genug, wie du immer dem Meier hinterher gewatschelt bist, obwohl der nie ernsthaft Interesse gezeigt hat. Wie hast du den eigentlich dazu gebracht, dich heiraten zu wollen?
GGGRRRR!!! Dieser Arsch! Was fällt dem eigentlich ein, mich beurteilen zu wollen. Nur weil das mit Marc nicht funktioniert hat, heißt das noch lange nicht, dass das mit Mehdi auch nichts wird, auch wenn die Situation gerade mehr als unsicher erscheint. Ich glaube immer noch daran, dass das wieder wird, wenn er wieder... also wenn er sich meldet und... Ach Scheiße!
GK: Gordon, du weißt doch gar nicht, worum es mir geht, also was Mehdi betrifft. Das ... also das kann man überhaupt nicht damit vergleichen, was mit Marc war.
Marc war eine fixe Idee. Ich wollte ihn haben, weil er... weil... ach ich weiß doch auch nicht. Er war ... ist heiß und ich hab ihn als Tor für ein besseres Leben gesehen. Ich hab erst viel zu spät gemerkt, wie sehr ich mich da verrannt hatte. Das mit dem Samenraub und später mit der erzwungenen Verlobung, da war ich... nicht ich selbst. Keine Ahnung, was da in mich gefahren ist. Liebe kann man nun mal nicht erzwingen. Das weiß ich jetzt. Auf irgendeine verquere verrückte Art habe ich ihn wirklich geliebt, aber so tiefe Gefühle, wie ich für Mehdi hege, waren es nie, weil ich immer irgendwie geahnt habe, dass Marc mich nie lieben würde.
GT: Ah ja!? Komm, das liegt doch auf der Hand. Du suchst dir nen reichen Oberarzt und hast dann ausgesorgt fürs Leben. Schicke Villa im Grünen und dann im Designerfummel die Beine hoch und Champagner schlürfen. Sayonara billige Krankenschwesternkluft! Aber... der Kaan? Ist der nicht ziemlich abgebrannt?
Na toll! So sehen mich also alle, hmm? Paris Hilton für Arme oder was? Na schönen Dank auch!
GK: Du glaubst also, mich zu kennen ja?
GT (grinst): Hab ne gute Beobachtungsgabe!
GK (funkelt ihn an): Ich sag dir jetzt mal was! Es geht mir nicht um Geld und Ansehen, Gordon.
GT (zieht die Augenbrauen hoch): Ach? Seit wann das denn? Beim Meier warst du doch auch nur auf sein Geld scharf. ... Oh! Nee ne!? Sag bloß, eh, du bist wirklich in DEN verknallt?

Gordon schaute Gaby ziemlich überrascht an. Er hatte genau ins Schwarze getroffen. Die Bestätigung dafür gab ihm seine Gesprächspartnerin gleich selbst, denn ihr Gesicht nahm einen zarten Rotton an und sie blickte verlegen zu Boden. Sie wollte doch nicht, dass jemand davon erfuhr, gerade jetzt wo das mit Mehdi eher suboptimal lief. Sie wollte es erst leugnen, aber dann dachte sie, wieso sollte sie das eigentlich. Auch wenn Gordon jetzt nicht gerade der perfekte Vertraute für sie war, war sie dennoch erleichtert, dass sie es einmal aussprechen konnte....

GK (schaut ihn jetzt direkt an): Und wenn’s so wäre?
GT (hält sich ungläubig die Hand vor den Mund): Ach du scheiße, du meinst es echt ernst, was? Du bist echt in den Kaan verknallt? Alter Schwede!
Na toll! Jetzt macht er sich auch noch lustig darüber. Als ob das so abwegig wäre, sich in Mehdi zu verlieben. Jede Frau würde sich in so einen Mann wie ihn verlieben. Jede! Auch die... GGGGRRRR!!!
GK (tippt ihm mit dem Finger auf die Brust): Eh! Nicht so laut! Erzähl das bloß nicht rum! Sonst... sonst... muss ich dich töten!
GT: Wow! Eh Gaby, das hätte ich jetzt echt nicht von dir gedacht. Seit wann...?
GK (gerät unbewusst ins Schwärmen): Er ist etwas ganz Besonderes, weißt du.
GT (nickt verständnisvoll): Verstehe!

Plötzlich schwenkte die Stimmung um. Auch Gordon wirkte plötzlich sehr nachdenklich...

GT: Tja, manchmal kann man sich eben nicht aussuchen, in wen man sich verliebt, hä?
GK (schaut ihn verwundert an): Auf einmal so sentimental?
GT (grinst): Bin ich doch immer. Ist dir nur nie aufgefallen, weil ich kein richtiger Arzt bin.
GK: Bitte?
GT: Du hast schon richtig verstanden.
GK: Wie hast du das eigentlich gemeint, dass man sich nicht aussuchen kann, in wen man sich verliebt? Hast du da Erfahrungen drin?
GT (zieht am Joint u. gibt ihn weiter): Wie man’s nimmt.
GK (zieht ebenfalls daran u. lässt GT nicht aus den Augen): Oh! Nee, sag jetzt nicht... deine peinlichen Sprüche beim fetten Haasen.... Du bist wirklich in die verknallt oder? Ach du Scheiße!
GT: War!
GK (blickt ihn skeptisch an): Ach?
GT (klärt sie auf): Hab mich entliebt.
Ich wünschte, ich könnte das auch. Würde vieles einfacher machen.
GK: Wie...?
GT: Na wenn man tagtäglich deren Turteleien auf dem Präsentierteller präsentiert kriegt, da kommt man nicht umhin.
Weiß nicht, ob ich das auch so leicht könnte. Allein schon der Gedanke daran, wie Mehdi mit ihr... das macht mich wahnsinnig!
GK (leise): Verstehe!
GT (seufzt u. nimmt noch einen Zug): Komm! Lass uns von was anderem reden. Das zieht einen bloß runter.
GK (seufzt ebenfalls u. schaut ihn direkt an): Wie wahr! Und worüber?
GT: Was?
GK: Reden?
GT (denkt kurz nach, dann zeichnet sich ein Lächeln auf seine Lippen): Weiß nicht. Wie wäre es denn, hmm... zum Beispiel über dich.
GK (weicht überrascht aus): Über mich? Da gibt es nicht viel zu erzählen.
GT (mustert die Frau neben ihm intensiv): Och ich finde eigentlich schon.
Äh... irgendwie gefällt mir das nicht, in welche Richtung sich das gerade entwickelt. Ich glaube, er hatte genug von dem Zeug!
GK: Was wird das, Gordon? Flirtest du etwa mit mir?
GT (zwinkert ihr zu): Und wenn’s so wäre?
GK (nimmt ihm den Joint weg u. zieht selber noch mal daran): Was hast du in den Joint gemischt?
GT (grinst): Sonderspezialmischung!
GK: Ach? Um unschuldige Frauen flachzulegen oder was?
GT (gespielt empört): Für wen hältst du mich eigentlich?
GK: Du bist ein Mann, Gordon!
GT (grinst noch mehr u. wagt mutig, einen ersten Annäherungsversuch, indem er seine Hand provozierend auf ihr Knie legt): Gut zu wissen. Aber ich gebe zu, die Wirkung kann schon berauschend sein.
GK (schaut kurz misstrauisch auf seine Hand auf ihrem Knie u. lächelt ihn dann doch verführerisch an): Ach?
Ich spüre es auch schon. Wo soll das nur hinführen?

Der kleine Flirt der beiden unglücklich Verliebten wurde mit einem Mal immer intensiver. Gaby ging auf die eindeutigen Avancen des attraktiven blonden Rettungsassistenten ein, der ihr immer wieder über das Knie strich und sie anlächelte. Die Krankenschwester wusste auch nicht so genau, warum sie das tat, aber sie fuhr sich trotzdem mit der Zunge verführerisch über ihre Lippen und räkelte sich lasziv neben ihn. Eine Hand hatte sie schon auf seinen Oberschenkel gelegt. Sie zwinkerte dem blonden Mann zu. Gaby suchte Bestätigung und endlich bekam sie diese auch, wenn auch nicht von dem Mann, von dem sie sich das so sehnsüchtig gewünscht hatte. Für einen kurzen Moment vergaß sie ihre große Liebe, die sie so bitterenttäuscht hatte. Gordon hatte schnell angebissen und warf ihr ebenso verlangende Blicke zu. Verführerisch strich er ihren Arm hoch und schaute ihr dabei tief in die Augen...

GT: Ich wüsste da was, bei dem die berauschende Wirkung des Krautes besonders gut zur Geltung kommt. Interesse?

Er warf ihr erneut einen eindeutigen Blick zu und wartete gespannt auf eine Reaktion ihrerseits. Gaby wusste, worauf das hinauslaufen würde. Aber wollte sie das wirklich? Einen kurzen Moment zögerte sie noch, dann antwortete sie...

Lorelei Offline

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30.06.2010 16:19
#614 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Äh... hähä... ich stell euch mal kommentarlos den neuen Teil rein. *Duck und weg* Lorelei




GK (lächelt verführerisch u. streicht ihm den Oberschenkel hoch): Ich stehe Forschungszwecken immer und überall gerne zur Verfügung.
GT (mit breitem Grinsen auf den Lippen): Ich sehe, wir verstehen uns.

Gordon drückte den Joint aus und kickte ihn achtlos in Richtung eines Gullys. Dann stand er von der Treppe auf und reichte Gaby seine Hand, die diese lächelnd ergriff. Er zog sie zum RTW, öffnete die Heckklappe und die beiden verschwanden darin. Keine fünf Minuten später begann der schwere Wagen verdächtig zu wackeln, so dass die Vögel, die auf einem Baum saßen, dessen Äste über den Krankenwagen reichten, aufgescheucht davonflogen. Im gleichen Moment kamen zwei schnatternde Krankenschwestern aus dem Gebäude. Sie stutzten und unterbrachen ihre angeregte Unterhaltung, die ihr kleines Hanfgeschäft betraf, zum einen weil sie entsetzt darüber waren, dass ihr Kompagnon seinen RTW direkt vor dem Eingang zu ihrer geheimen Plantage geparkt hatte - Es hätte nur noch ein großes Schild „Hanf im Sonderangebot“ gefehlt. Wie konnte er nur so leichtsinnig sein? So würde der Professor doch sofort Wind von der Sache bekommen. Na der kann später noch was zu hören bekommen, dachten Sabine und Bärbel gleichzeitig. - Zum anderen stellten sie mit Verwunderung fest, dass sich der Wagen ruckartig bewegte, obwohl kein Fahrer vorne drin saß. Das kam den beiden Plantagenbesitzerinnen dann doch spanisch vor. Sie beobachteten das Schauspiel eine Weile, bis der RTW plötzlich nach fünf Minuten Schaukeln im Stillstand verharrte. Dann hörten sie ein Poltern und plötzlich ging die hintere Wagentür wieder auf. Zu ihrem großen Erstaunen war es Schwester Gaby, die hektisch den Wagen verließ und anschließend schnellen Schrittes über den Parkplatz Richtung Park lief und sich dabei ihren Rock zurecht zupfte, die Bluse zuknöpfte und ihren Mantel wieder überzog. Die brünette Frau hatte nicht bemerkt, dass sie beobachtete wurde. Sabine und Bärbel schauten sich an und zuckten unschlüssig mit den Schultern. Dann sahen sie, wie zwei Minuten später Gordon mit einem fetten, zufriedenen Grinsen auf den Lippen aus dem RTW ausstieg, verträumt Richtung Parkplatz schaute und der verführerischen Krankenschwester, die ihm gerade ein einmaliges unglaubliches Erlebnis beschert hatte, sehnsüchtig hinterher blickte und sich dann die obligatorische Zigarette danach anzündet...

B: Das schlägt ja dem Fass den Boden aus.

... schimpfte Bärbel Haase, als sie wütend auf den Sanitäter zulief. Sabine dackelte ihr treu ergeben hinterher. Gordon schwebte immer noch in einer anderen Welt und hatte seine beiden Geschäftspartnerinnen noch nicht bemerkt. Aber das verträumte Lächeln auf seinen Lippen sollte ihm gleich vergehen, denn Bärbel schnappte sich seine Zigarette und warf sie achtlos zu Boden. Gordon erschrak fürchterlich und fühlte sich, als ob er gerade von einer Wolke geschupst worden war und nun auf dem Boden aufschlug. Die Schwesternschülerin schnaufte vor Wut und brüllte ihn an, aber in gemäßigter Lautstärke, es sollte ja niemand etwas mitbekommen, was im Ostflügel des EKHs vor sich ging....

B (zeigt Richtung Parkplatz): Was... Was... haben Sie mit dieser intriganten Person zu schaffen, die meiner Tochter und ihrem Freund so übel mitgespielt hat?
G (grinst): Nichts!
B (stinksauer): Ach halten Sie mich nicht für blöd, Herr Tolkin! Ich weiß, was hier vorgefallen ist.
G: Na dann brauchen Sie auch nicht so blöd zu fragen.
B: Also das ist ja wohl...
S: Ruhig Bärbel! Lassen Sie mich das mal diplomatischer angehen.

Sabine stellte sich auf ihre Fußspitzen und packte den überraschten Gordon Tolkin am Kragen seiner Sanijacke, die er sich gerade übergezogen hatte...

G (blickt sie schockiert an): Eh! Was soll denn das, Sabine?
S (mit tötendem Blick): Hast du ihr was erzählt?
G (empört über die Beschuldigung): Was? Nein!
B (skeptisch): Wirklich? Und was ist dann das hier?

Bärbel bückte sich und hob den Joint auf, der neben dem Gullydeckel lag, auf dem sie gerade stand. Gordon, der mittlerweile von Sabine wieder losgelassen worden war, fuhr sich ertappt durchs Haar...

G (hebt wild gestikulierend die Arme): Mein Gott, wir haben nur nen Joint zusammen geraucht wie in alten Zeiten. Sie weiß, dass ich immer einen einstecken habe, aber nicht, dass wir hier im großen Stil...
B: Ja, ja, ja, halten Sie den Mund, Sie... Sie... Flegel! Ich will hier auch nicht weiter wegen ihrem unzüchtigen Verhalten... *räusper* ... aber hier ist sicherlich nicht der geeignete Ort, um Ihren RTW zu parken. Noch mehr Aufmerksamkeit wie der wackelnde... äh... Sie wissen schon, können wir nicht gebrauchen.
G (salutiert ihr grinsend): Jep! Is angekommen! War nur vorhin in Eile und... is auch egal. Muss eh jetzt zum Dienst.

Doch Gordon hatte Sabines Neugier unterschätzt...

S: Also du und Gaby, ja?
G (stöhnt): Liebe Sabine, das geht dich nichts an.
S: Aber...
G: Den Tratsch kannste dir schon mal abschminken ja! Das war nur Spaß!

Nein, eigentlich viel mehr! Mal sehen, was da noch geht! Wow! Was für eine Frau! ...dachte er insgeheim verträumt, ließ die beiden Frauen, die ihn skeptisch musterten, allein und stieg in das Führerhaus seines RTW ein und brauste eine Minute später auch schon mit quietschenden Reifen davon. Bärbel schüttelte nur mit dem Kopf... Also ich werde das nie verstehen, wie die... Naja, sie sind jung. Franz und ich waren ja auch kein unbeschriebenes Blatt damals. ... Auch Sabine hing ihren Gedanken nach... Das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht, dass Gaby und Gordon eine Affäre führen. Hmm...

Dass dem aber gar nicht so war, wusste nur eine der Beteiligten. Schwester Gaby bereute ihr kleines Abenteuer mit dem blonden Sanitäter. Sie hatte sich mittlerweile auf eine Parkbank gesetzt und hielt sich die Hände vors Gesicht. Immer wieder schüttelte sie ungläubig den Kopf. Wie hatte es nur dazu kommen können? Und sie dachte unentwegt an Mehdi, den sie doch eigentlich über alles liebte... Oh Gott! Was habe ich nur getan? Ich habe ihn betrogen. Das verzeiht er mir doch nie, falls er mich überhaupt noch will.

Lorelei Offline

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01.07.2010 10:54
#615 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Irgendwie habe ich das Gefühl, die letzte Szene ist nicht so gut angekommen. Woran das wohl lag? Hmm... Aber ich hatte ja angekündigt, dass Gaby die Situation eventuell noch verschlimmern könnte. Oder hat sie damit die Sache für Mehdi sogar erleichtert? Es ist auf jeden Fall komplizierter denn je! Ich hoffe, ich kann mit dem nächsten Teil den einen oder anderen wieder gnädig stimmen. Es ist ein extralanger Martchen-Teil! Viel Spaß! Eure Lorelei



Nach vier Geburten, alles Jungs, einschließlich des VIP-Sprösslings, einer OP, ganz viel Aktenarbeit und einer ewig mürrischen Schwester Gaby an ihrer Seite war bei Dr. Gretchen Haase Schicht im Schacht. Gähnend betrat sie kurz vor halb sechs die Umkleide und ließ sich stöhnend auf die Sitzbank in der Mitte des Raumes fallen. Das ließ auch Dr. Marc Meier aufhorchen, der im Stationszimmer saß und in einem medizinischen Fachblatt las. Eigentlich hatte er schon seit zwei Stunden Dienstschluss, aber er hatte beschlossen auf sein Mädchen zu warten, um gemeinsam nach Hause zu fahren. In ihr Zuhause wohlgemerkt, musste er schmunzelnd feststellen. Der Gedanke, dass seine Liebste jetzt bei ihm lebte und er sie nun ständig um sich hatte, ließ sein Herz höher schlagen. Lächelnd stand er vom Tisch auf und betrat durch die Zwischentür die Umkleide, wo seine Süße mit dem Rücken zu ihm mit ausgestreckten Beinen und geschlossenen Augen auf der Bank saß. Die perfekte Position für einen heimtückischen Angriff zweier großer starker männlicher Arme, die sich nun von hinten kommend um ihre schlanke Taille legten. Aber Gretchen hatte ihren Liebsten schon längst kommen gespürt. Sie wusste immer, wann er in ihrer Nähe war. Und sie hatte sein verführerisches Aftershave gerochen. Die blonde Frau griff nach seinen Händen und hielt sie fest. Marc ging hinter ihr in die Knie und schmiegte sich an ihren Rücken. Er legte seinen Kopf an ihre Schulter und hauchte ihr zärtlich ins Ohr...

M: Na alles klar?
G (lächelt u. genießt seine Nähe): Hmm! Jetzt ja!
Sie ist so süß, wenn sie so verträumt ist.
M: Noch sauer wegen vorhin?
Ein bisschen schon, aber jetzt will ich mich nicht streiten. Das mit dem Klassentreffen kann ich auch noch später mit ihm klären. Jetzt will ich nur noch meine Ruhe und ihn ganz fest halten.
G: Nein, nicht auf dich.
M (verdutzt): Nicht?
G (stöhnt): Auf Gaby!
Diese miese Schlampe kann es nicht lassen!
M (steht vom Boden auf u. setzt sich zu ihr auf die Bank, ohne ihre Hände loszulassen): Was hat die hohle Nuss jetzt wieder angestellt?
G (seufzt): Nichts!
M (schaut sie verwundert an): Nichts? Aber du bist doch...
G: Sie ist nach ihrer Pause einfach nicht wieder aufgetaucht, obwohl sie noch bis 16 Uhr Dienst gehabt hätte. Ich weiß echt nicht, was ich noch mit ihr machen soll.
M: Dann schmeiß sie raus!
G (schaut ihn ernst an): Das kann ich nicht. Das muss Mehdi entscheiden. Sie ist doch seine... Und wenn schon, dann höchstens abmahnen oder so. Ich weiß doch auch nicht. Das wird schon seinen Grund haben, dass sie gegangen ist und den ganzen Tag über schon so komisch war. Vielleicht hat sie ja Probleme.
Ja und was für welche! Es ist groß, dick und hat lockiges Haar! Und es frisst sich gerade durch halb Italien. Das Dreckstück ist definitiv CUV! ( chronisch untervögelt)
M (drückt G seitlich an sich): Du bist einfach zu gutherzig. Vorhin wolltest du ihr noch an die Gurgel und jetzt hast du Mitleid?
G: Sie hat es halt auch nicht leicht.
Sie hat Marc nicht gekriegt, hat ihr Baby verloren und Mechthild wollte sie umbringen. Vielleicht ist sie ja noch nicht darüber hinweg. Sie war doch schon immer aufbrausend und unberechenbar, wenn sie was nicht bekommen konnte, was sie wollte und... ach ich weiß doch auch nicht. Irgendwie tut sie mir leid.
M: Leicht genug, um dich mit ihren Sprüchen fertig zu machen.
G (lächelt ihn frech an): Bin es ja gewohnt, dass man mir ständig Sprüche reindrückt.
Gar nicht wahr! Also ich hab mich schon zurückgehalten. Also heute!
M (kitzelt sie): Hey! Nicht frech werden ja! Sonst muss ich auch mal wieder in meiner Sprüchekiste kramen.
G (funkelt ihn an): Untersteh dich!
M (hebt seine Hände, um Waffenstillstand zu signalisieren): Und was machen wir jetzt? Nach Hause?
G: Nein!
Hä? Wie nein!?
M (erstaunt): Wieso? Hast du noch was vor?
Außer dich nackt auszuziehen und dich in unser Bett zu legen!
G (legt ihr süßestes Lächeln auf, um ihn zu überzeugen): Na ich hab gedacht, wir könnten noch in die Stadt fahren, ein paar Sachen besorgen, um es uns zu Hause gemütlich zu machen.
M (grinst): Erdbeeren!?
War ja klar, dass er mal wieder nur an das Eine denkt, aber heute nicht. Können doch nicht ständig nur unsere wenige freie Zeit im Bett verbringen. Ich will auch mal im angezogenen Zustand Zeit mit ihm verbringen. Aber falls es irgendwo Erdbeeren geben würde, würde ich es durchaus in Erwägung ziehen, welche mitzunehmen. Aber diesmal mit Sahne! Hihi!
G: Nein! Du bist unmöglich, Marc.
Und du mein Erdbeerluder! Muss unbedingt meinen Vitaminvorrat wieder auffüllen. Und zwar sofort.
M (gibt ihr einen kurzen Kuss auf den Mund u. grinst noch mehr): Och ich hatte eigentlich den Eindruck, dir hätte das gefallen.
Und ob! Äh... aber nicht heute. Marc muss lernen, was es heißt, eine richtige Beziehung zu führen. Das wird Lektion 1.
G (hält ihn auf Abstand): Genug jetzt, Marc! Ich hab gedacht, wir schauen uns in ein paar Läden um, ob wir noch was Schönes für unsere Wohnung finden.
Oh Gott! Ich ahne Fürchterliches!
M (trotzig): Meine Wohnung ist schön!
Na super! Das wird ein hartes Stück Arbeit! Aber ich liebe ja Herausforderungen. Herausforderungen machen stark!
G: Ja, aber sie könnte auch noch ein bisschen schöner sein. So ein paar Bilder an den Wänden, Blumen, einfach ein bisschen Farbe rein bringen.
Oh Gott! Bitte nicht! Der Horror hat einen Namen: Shopping in der Krimskramsabteilung von Ikea! Nur über meine Leiche!
M (verschränkt die Arme): Farbe reinbringen? Ach komm schon, Gretchen, muss das sein? Ich hab doch gesagt, dass so ein besch... Dekokram nicht in mei... äh... unsere Bude kommt.
War ja klar, dass er sich querstellen würde. Aber ich bleibe hartnäckig.
G (legt einen süßen Schmollmund auf): Aber sonst fühl ich mich nicht wohl da.
Das ist nicht wahr oder?
M (unsicher): Aber... aber ich bin doch da.
Wie süß! Er bricht schon ein wenig ein. Hihi! Ich krieg dich noch so weit.
G: Das reicht mir aber nicht.
M (schnappt hörbar nach Luft): Bitte?
ICH reiche ihr nicht? Was soll das denn heißen?
G (schaut ihn an): Ich will mich auch einbringen, Marc, sonst fühlt es sich so an, als wäre es immer noch nur deine Wohnung und ich wäre nur zu Besuch da. Das gefällt mir nicht.
M: Aber ich hab uns doch ein Namensschild angebracht.
G (tätschelt seine Hand u. lächelt ihn an): Ja, das war ja auch süß.
Das klang jetzt irgendwie wie ein Aber!?
M: Und ich bestell dir ja auch so nen blöden Schrank und ein neues Bett.
Er versteht mich einfach nicht.
G (nimmt auch seine andere Hand in ihre u. schaut ihn an): Ja, aber es sind auch die kleinen Dinge, die eine Wohnung gemütlich machen, Marc.
M (zieht unschlüssig die Augenbrauen hoch): Ah ja!?
Das ist jetzt wohl Frauenlogik! Muss ich nicht verstehen.
G (versucht sich zu erklären): Jetzt ist die Wohnung kalt und steril, ich weiß nicht, eben ohne Gefühl....
M: Aber mit Stil!
G: Jetzt klingst du wie deine Mutter.
Bitte? Also das ist ja wohl...
M (eingeschnappt): Eh! Gar nicht wahr! Ich finde die Wohnung cool und genial, so wie sie ist. Du hast dich doch bisher auch nie beschwert.
G: Ja, da habe ich ja auch noch nicht offiziell drin gewohnt. Ich will halt, dass auch erkennbar wird, dass das auch meine Wohnung ist.
M: Und deshalb willst du jetzt rosa Wände oder was?
Boah dieser Mann ist einfach... ggggrrrr!
G: Das hab ich nicht gesagt.
M: Du hast aber gesagt, dass du tapezieren willst.
Ich werde noch wahnsinnig hier!
G (stöhnt): Das war ein Ablenkungsmanöver für meine Mutter, Marc. Seit wann legst du denn jedes Wort von mir auf die Goldwaage?
M (grinst): Machst du doch auch.
Ich geb’s auf!
G: Marc, mit dir kann man kein konstruktives Gespräch führen.
Ja, Gespräche werden ja auch überbewertet.
M (zwinkert ihr anzüglich zu): Dann lassen wir es eben. Kann mir was Besseres vorstellen.
G (wird langsam sauer angesichts seiner Sturheit): Marc, es geht nicht immer nur um Sex. Verdammt, ich bin nicht als dein ewig williges Betthäschen zu dir gezogen, sondern weil ich immer mit dir zusammen sein will, weil ich dich liebe. Ich dachte, du siehst das genauso.
M: Tue ich doch auch.
G: Aber du kommst mir trotzdem nicht entgegen. Marc, ich habe weder vor dir deine Modellautosammlung wegzunehmen, noch rosa Tauben auf die Wände zu pinseln. Es geht mir doch nur um ein bisschen Gemütlichkeit. Eine weibliche Note. Ein paar Kerzen, eine bunte Tischdecke, vielleicht ein Bild an der Wand. Einfach nur ein kleiner Farbtupfer. Mehr will ich doch gar nicht.
M: Ach Mann, Gretchen, das ist halt für mich auch alles Neuland. Du musst bedenken, dass ich vorher Gaby bei mir wohnen hatte und das war schon... Ich bin halt vorbelastet.
Das weiß ich doch! Deshalb bin ich doch schon diplomatischer als es geht.
G: Ich bin aber nicht wie Gaby. Ich dachte, das wüsstest du.
M (legt seinen Dackelblick auf): Tut mir Leid, ok? War heute ein beschissener Tag.
G: Für mich nämlich auch. Und deshalb ist eine kleine Shoppingtour genau das, was ich jetzt brauche.
M: Das ist jetzt Frauenlogik oder? Also ich brauch das nicht, mir würde schon...
Ja Sex und Erdbeeren, hmm?
G: Ich kann mir schon denken, was du dir schon wieder ausmalst. Aber mein Plan sieht anders aus. Außerdem kann ich so gleich ein paar Fliegen auf einmal schlagen.
M (verwirrt): Hä?
G: Na wenn wir in die Stadt fahren, kann ich auch gleich noch nach einem neuen Kleid schauen.
Na super! Erst war es nur Ikea, jetzt ein ganzer Shoppingtrip oder was? Nee echt, da hab ich wirklich keinen Bock drauf.
M (grinst): Wozu? Ich bin ja eher dafür, dass du etwas weniger trägst.
G: Boah Marc! Für das Klassentreffen.
M: Ich dachte, das wäre gegessen?
Noch lange nicht mein Lieber! Ich krieg dich noch dazu!
G (funkelt ihn böse an): Für dich vielleicht. Ich geh dahin und wenn ich Karsten fragen muss.
Das wagst du dich eh nicht.
M: Untersteh dich!
G (legt ihr überzeugendstes Lächeln u. Wimpernklimpern auf): Also kommst du mit?
M (entschlossen): Nein!
G: Ich meinte eigentlich in die Innenstadt?
M: Hab ich ne andere Wahl?
G (grinst): Nein!
M (stöhnt): War ja klar. Na das kann ja heiter werden.
Das kriegst du alles wieder, Süße, das schwör ich dir!
G: Oh ich freu mich so.

Begeistert sprang Gretchen von der Holzbank auf, riss mit Schwung ihren Spind auf, hing ihren Kittel auf und nahm ihre Tasche und ihre Jacke heraus. Marc hatte sich bereits umgezogen und schlüpfte nur noch schnell in seine Jacke und legte dann seinen Arm um sein Shoppinggirl. Gemeinsam verließen sie erst die Umkleide, dann das EKH...

Lorelei Offline

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01.07.2010 21:53
#616 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Hab gerade die Klassentreffenepisode, die in ganz, ganz naher Zukunft kommt, überarbeitet und somit ganz viel Vorrat angehäuft. Deshalb gibt es heute noch einen zweiten Teil. Mal sehen, wie der Shoppingtrip von Martchen endet. Viel Spaß! Eure Lorelei




Nach drei Stunden Powershopping, in denen Gretchen Haase gefühlte zweihundert Geschäfte aufgesucht und ihrem ständig nölenden Freund gefühlte zwanzig Taschen in die Hand gedrückt hatte, mit seiner Meinung nach völlig unsinnigem Dingen, die man(n) nicht brauchte, von bunten Kerzen in den schlimmsten Duftnoten, dekorativ dazu passenden silbernen Kerzenständern, weinroten Übergardinen und dazu passenden Tischdecken und Kissen in derselben Farbe, Wandbildern (Die schwarz-weiße Hochhauskulisse von New York fürs Wohnzimmer fand er ja selbst nicht so schlecht, was er aber niemals offen zugeben würde, und fürs Schlafzimmer hatten sie sich auf den Pariser Eifelturm ebenfalls in schwarz-weiß entschieden. Das gab einen Hauch von Romantik, aber nicht zu viel, sagte Gretchen, grenzwertig würde Marc dagegen sagen.) bis hin zu mehreren Grünpflanzen und Blumensträußen (weiße Lilien, ihre Lieblingsblumen) und den dazu passenden Übertöpfen und Vasen, war für Marc Meier Schicht im Schacht. Keinen Zentimeter würde er sich mehr fortbewegen, dachte er verzweifelt. Er war widerwillig auf den einen oder anderen Kompromiss eingegangen, um seine Freundin milde zu stimmen, solange sie keine peinlichen Fotos oder Figürchen aufstellte, wie kleine Engel, die er seit der gemeinsamen Zeit mit Nina über alle Maßen hasste. Taktisch geschickt hatte der Chirurg seine dekosüchtige Freundin, die mittlerweile nicht den Hauch von Müdigkeit mehr aufzeigte und ihn von Geschäft zu Geschäft geschleift hatte, nun zu seinem Auto gelotst. Ihm fiel nämlich schon der Arm ab von dem ganzen Taschenschleppen und er wollte sie endlich loswerden. Außerdem freute er sich schon riesig auf Zuhause, Füße hochlegen (Er hatte sich eine Blase gelaufen.) und Fußball kucken bei einem kühlen Bierchen. Das hatte er sich nach dem lästigen unmännlichen Shoppingtrip reichlich verdient. Und später wollte er sich noch für diese Quälerei bei seinem Mädchen rächen. Auf die Meier-Art natürlich. Mit einem fetten Grinsen auf den Lippen verstaute er die Taschen im Kofferraum seines Volvos und wollte jetzt den Weg nach Hause einschlagen, aber Marc Meier hatte die Rechnung ohne Gretchen Haase gemacht. Dieselbige hatte sich nämlich in Luft aufgelöst. Marc schloss den Kofferraum und drehte sich um. Seine Freundin war nicht mehr hinter ihm, stellte er überrascht fest... Hä? Wo ist sie denn jetzt schon wieder? Die war doch gerade noch hinter mir. Och nee, die wird doch nicht etwa in diesen beschissenen Schuhladen rein sein? Verdammt! Dann kommen wir ja vor Mitternacht nicht mehr nach Hause. Scheiße! ... Der Oberarzt schaute sich hektisch um und entdeckte sie schließlich, wie sie gebannt in das Schaufenster eines Modegeschäfts blickte. Marc stöhnte auf, schloss den Wagen wieder ab, was von einem lauten Hupkonzert begleitet wurde, weil mehrere andere Fahrer es schon auf seinen Parkplatz abgesehen hatte. Er grinste diese schadenfroh an, drehte sich um und zeigte ihnen noch über seine Schulter hinweg den Mittelfinger, dann lief er zu seiner Freundin. Als er sie schließlich erreicht hatte, sprach er sie an...

M: Kommst du?

Doch Gretchen reagierte überhaupt nicht darauf. Sie schaute gebannt auf das wunderschöne knielange, rückenfreie, lila Trägerkleid, das die Schaufensterpuppe trug und träumte mit einem sanften Lächeln auf den Lippen vor sich hin, wie es wohl wäre, wenn sie es tragen und mit ihrem Liebsten über die Tanzfläche schweben würde. ... Super! Haasenzahn träumt schon wieder! ... Da sie überhaupt nicht auf ihn reagierte, stupste Marc sie vorsichtig am Arm an...

M: Alles in Ordnung?
G (verträumt): Hmm?
M (streichelt ihr über den Arm): Was hast du denn?

Die blonde Frau drehte sich zu ihrem Freund herum und strahlte ihn an...

G: Nichts! Wir... wir... können.
M: Gut!

Noch einmal schaute Gretchen auf ihr Traumkleid und hakte sich dann bei Marc unter, der ungeduldig wartete. Ihren sehnsüchtigen Blick hatte er aber durchaus wahrgenommen. Er kniff die Augen zusammen und drehte sich mit seinem Mädchen noch einmal zu dem Schaufenster um. Verwundert blickte Gretchen ihm ins Gesicht...

G: Was ist?
M (zeigt mit dem Finger auf das Kleid): Gefällt es dir?
Hach ja! Ein Traum!
G (bekommt ein Strahlen in ihren Augen, das auch M nicht verborgen bleibt): Ja, aber das ist viel zu teuer. Also lass uns...
M (fällt ihr ins Wort): Egal! Ich kauf’s dir!
Das ist nicht sein Ernst?
G (völlig überrascht): Was? Nein! Marc, das ist verrückt.
Ja, ich muss definitiv verrückt sein. Verrückt nach dieser Wahnsinnsfrau!
M (hebt mit dem Zeigefinger ihr Kinn an, damit sie ihm jetzt direkt in die Augen sehen kann): Schatz, ich kenn dich doch, du wirst doch die nächsten Tage über nichts anderes mehr reden.
Äh... könnte stimmen. Aber trotzdem...
G (schaut ihn liebevoll an): Marc, das ist viel zu teuer. Du musst mir nicht so teure Geschenke machen.
M: Ich will dir aber eine kleine Freude machen.
G (strahlt ihn glücklich an): Echt?
Wer ist dieser Mann? Und was hat er mit Marc Meier gemacht?
M (gibt ihr einen kleinen Klaps auf den Hintern): Jep! Also ab, rein da! Anziehen! Und zuhause zieh ich es dir wieder aus.
Es ist immer noch Marc Meier. GsD! Hab mir schon Sorgen gemacht.
G: Marc!
M: Keine Widerrede! Du sollst doch deinem Oberarzt nicht widersprechen.
Er ist unverbesserlich! Aber dafür liebe ich ihn.

Mit einem verschmitzten Grinsen auf den Lippen schob er seine Liebste in die kleine Boutique hinein. Er hatte vorher noch nicht den Zauber des Kleides wahrgenommen, aber als Gretchen nach einigen Minuten in diesem lilafarbenen Traum aus der Kabine schritt, war er wie verzaubert. Marc Meier hatte eine Erscheinung. Er sah sich in einem leeren Ballsaal unter einem goldenen Kronleuchter mit seinem wunderschönen Haasenzahn tanzen. Erst als er von Gretchen am Ärmel gezupft wurde, wachte er aus seinem Tagtraum wieder auf...

M (schaut sich verwirrt um): Was? Wie? Hä?
G (kann seinen Blick nicht richtig einordnen u. wird unsicher): Es sieht blöd aus oder?
M (hat sich wieder gefasst u. schaut sie an): Was? Nein! Es... es ist ... perfekt!
Wunderschön! Ein Engel!
G: Wirklich?

Gretchen drehte sich immer wieder und schaute sich skeptisch im Spiegel an. Marc schüttelte daraufhin den Kopf, sprang von seinem Stuhl auf und stellte sich hinter sie. Er umschlang sie mit seinen Armen, die er auf ihren Bauch legte, und flüsterte ihr ins Ohr...

M: Haasenzahn, wann legst du endlich deine Selbstzweifel ab?
G (schaut ihn im Spiegel ungläubig an): Du findest mich also nicht zu dick in dem Kleid?
Oh Mann! Gretchen und ihre Komplexe! Das muss endlich aufhören.
M (haucht ihr verführerisch ins Ohr): Nein, du siehst rattenscharf darin aus.

Zur Bestätigung küsste er sie auf ihren Hals und fuhr langsam mit seiner Hand den Stoff des Kleides entlang...

M: Sogar so scharf, dass ich es dir am liebsten jetzt und hier vom Leib reißen möchte.
Oh Gott!
G (windet sich aus seinen Armen u. schaut ihn empört an): Maaarc! Du bist unmöglich. Hör auf damit, die Verkäuferin kuckt schon so komisch!
M (grinst): Die ist doch nur neidisch, dass sie nicht so nen geilen Typen am Hals kleben hat.
G: Maaarc! Ich... ich werd dann mal...

Gretchen wollte gerade wieder in die Kabine zurückgehen, um sich umzuziehen, wurde aber von Marc am Arm festgehalten...

M: Stopp! Du behältst das gleich an!
G (schaut zwischen ihm u. der Verkäuferin hin u. her): Was? Aber...?
M (brüllt zur Verkäuferin): Das geht doch klar oder?

Die blonde Verkäuferin, die das verliebte Paar schon die ganze Zeit verzückt beobachtete hatte, nickte ihm freundlich zu.

M: Gut! Was kostet denn der Fetzen?

Mit diesen Worten ging Marc Meier zur Kasse. Ihm fiel zwar fast die Kinnlade runter, als er den Preis hörte, aber für seinen Haasenzahn war ihm das Wert. Gretchen hatte mittlerweile ihre Sachen aus der Kabine geholt und sich schüchtern neben ihren großzügigen Freund gestellt. Dieser nahm die vor Glück strahlende Frau dann an die Hand und verließ die kleine Boutique. Die Verkäuferin blickte den beiden noch neidisch hinterher... Warum schenkt mir mein Freund eigentlich nie so ein Kleid? Hach...

Gretchen wollte eigentlich schon die Richtung zu ihrem Wagen einschlagen, wurde aber von Marc konsequent in die andere Richtung gezerrt...

G: Wo willst du denn hin? Unser Wagen steht doch...

Sie zeigte mit ihrer Hand in die andere Richtung. Der Oberarzt grinste nur...

M: Da steht er auch gut.
G: Was hast du vor?
M: Die Wirkung deines Kleides testen.
G: Bitte?
M (grinst): Lass dich überraschen!
G: Aber...
M: Nicht so skeptisch, mein Fräulein! Mitkommen!

Also dieser Mann ist mir manchmal echt ein Rätsel. Erst murrt er ständig rum, weil ich ihn zum Shopping genötigt habe, dann kauft er mir dieses Wahnsinnskleid, das er mir wohlgemerkt gleich wieder vom Leib reißen wollte, und jetzt will er doch nicht nach Hause?

Arm im Arm schlenderte das verliebte Pärchen über den abendlich beleuchteten Kudamm. Sie hielten ab und zu inne und küssten sich zärtlich auf den Mund. Dann ging es Hand in Hand weiter. Nach ein paar Minuten hatten sie schließlich ein kleines französisches Restaurant erreicht. Gretchen staunte nicht schlecht, als Marc mit ihr das romantische Lokal betrat...

Ok! Zwischen Möbelladen und Blumengeschäft muss irgendjemand Marc entführt und ihn durch einen Klon ersetzt haben! Das träum ich doch heute oder?

G (strahlt über das ganze Gesicht): Marc Meier, in dir steckt doch ein kleiner Romantiker.
M (haucht ihr zärtlich ins Ohr, als er ihr aus dem Mantel hilft): Verrat’s keinem!
G (lächelt ihn verliebt an, als er ihr den Stuhl hinhält): Das bleibt mein... unser kleines Geheimnis.
M (setzt sich ebenfalls): Das hoff ich doch!
G: Marc, sag bloß, du hast dich nach zwanzig Jahren endlich dazu entschlossen, unser erstes Date nachzuholen?
M: Vielleicht!

Marc lächelte sie verschmitzt an, nahm ihre Hand und gab ihr einen kleinen Kuss auf den Handrücken. Gretchen sah ihn ganz verzückt an... Dieser Mann ist einfach unglaublich. Er überrascht einen an Tagen, an denen man überhaupt nicht mit so etwas rechnet. Wobei... eigentlich hätte ich nicht in hundert Jahren mit so etwas gerechnet. Aber es ist soooo schöööön!!! ... Die beiden sahen sich lange und intensiv in die Augen und hielten die ganze Zeit Händchen. Der Kellner hatte reichlich Mühe, sich bemerkbar zu machen. Erst nach dem fünften lauten Räuspern nahm der verliebte Oberarzt ihn wahr und gab schließlich seine Bestellung auf. Gretchen und Marc verbrachten anschließend einen wunderschönen entspannten Abend in dem romantischen Restaurant, der später noch in einer zärtlichen Liebesnacht seinen Ausklang fand.

Lorelei Offline

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18.07.2010 16:51
#617 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

edit Lorelei

Lorelei Offline

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27.07.2010 14:17
#618 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Süßen!

Ja, ihr seht richtig. Es ist keine Fata Morgana. Nein, ich bin tatsächlich kurzfristig wieder da und sogar noch mit zwei neuen Teilen.

Aber erst mal ein fettes SORRY, SORRY, SORRY für die unfreiwillige, ungeplante, technisch bedingte, ewig lange Funkstille. Ihr wisst ja warum. Und die technischen Probleme sind immer noch nicht behoben. Die Firma mit V ist auch nicht besser als die mit T. Also ich kann euch leider nicht sagen, wann ein nächster Teil kommen wird. Aber ich wollte euch nicht mehr länger auf dem Trockenen sitzen lassen.

Wo waren wir eigentlich stehen geblieben? Gretchen Haase ist endlich bei Marc Meier eingezogen; hat Erdbeeren genossen; vertritt ihren besten Freund auf der Gyn, weil dieser nach Italien geflogen ist, um seine verschollene Familie zu suchen; muss sich deswegen mit einer zickigen und unglücklichen Gaby Kragenow herumschlagen, die mit Gordon Tolkin im RTW eine ganz spezielle Rundfahrt gemacht hat; hat schließlich ihren Marcischnuckiputzi zum Powershopping zwecks Wohnungsverschönerung genötigt; hat ein Kleid für ihr sehr bald anstehendes Klassentreffen abgestaubt, dem der coolste Junge von der Schule eher abgeneigt entgegensieht; und ist am Ende sogar noch von ihren sonst so störrischen Romantikkönig überrascht worden. Hab ich was vergessen? Die folgenden zwei kleinen Szenen gehören noch zu demselben Abend, an dem Gretchen und Marc im Restaurant saßen. So genug der Vorrede. Viel Spaß jetzt mit dem neuen Teil. Freu mich auf eure Kommentare. Die habe ich nämlich sehr vermisst in meiner forumsfreien Zeit. Danke auch noch mal für die lieben GB-Grüße. Ich freu mich immer wieder, wenn sich neue (und die alten natürlich auch) Fans melden. Ich hab den Strich auf der Gahdi-Fraktion notiert. Ich hoffe, ihr bleibt mir auch weiterhin treu.


Eure Lorelei.




Am späten Abend trieb die tiefe Sehnsucht nach ihrem Geliebten Maria Hassmann wieder einmal in seine kleine Wohnung im Erdgeschoss. Sie legte sich im Schlafzimmer in sein Bett und kuschelte sich in seine weichen, nach ihm duftenden Kissen. Die verliebte Neurochirurgin war gerade dabei in ihre Traumwelt zu entschwinden, als plötzlich ihr Handy klingelte. Als sie Mehdis Nummer erkannte, erstrahlte augenblicklich ihr Gesicht und ihr Herz schlug einige Takte schneller. Maria hatte ihren Liebsten am Mittag nicht mehr erreicht. Wahrscheinlich hatte er da schon im Flieger nach Rom gesessen. Sie hatte eine Nachricht auf seiner Malbox hinterlassen und jetzt rief er endlich zurück. Aufgeregt drückte sie die grüne Taste und hielt ihr Handy an ihr Ohr...

MH: Mehdi!
MK (leise): Hey!
MH (schmachtend): Hey!

Einen Moment lang herrschte Stille zwischen den beiden Ärzten, weil beide unendlich glücklich darüber waren, die Stimme des jeweils anderen zu hören. Es war schließlich Maria, die als Erste ihre Sprache wieder fand...

MH (räuspert sich kurz verlegen): Bist du gut angekommen?
MK: Ja, wie man’s nimmt. Wir sitzen am Flughafen fest, weil die Fluglotsen, Bus- und Taxifahrer und ... ach eigentlich streiken die alle hier.
MH: Oh! Du Armer!
MK (stöhnt genervt): So wie es aussieht, soll das die ganze Woche noch so gehen. Hab mir echt den perfekten Zeitpunkt ausgesucht, um nach Italien zu fahren! Naja was soll’s, kann man eben nicht ändern. Didi versucht gerade noch zwei Hotelzimmer für die Nacht zu kriegen und morgen schauen wir dann weiter. Wir werden uns wahrscheinlich einen Mietwagen nehmen und dann Richtung Süden fahren.
MH: Hmm! Und wie sieht euer Plan genau aus? Wollt ihr jetzt alle Orte mit dem Namen anfahren oder wie?
MK: Du scheinst ja bestens informiert zu sein?
MH (lacht): Tja, ich habe so meine Methoden, das aus dem störrischen Macho herauszukitzeln.
MK (lacht ebenfalls): Ach?
MH: Zeig ich dir vielleicht, wenn du wieder da bist.
Ach wenn es doch schon so weit wäre!
MK: Freu mich drauf.
MH (lehnt sich sehnsuchtsvoll im Bett zurück u. starrt verträumt an die Decke): Ich mich auch. ... Mehdi ..... also ich ... ich .... vermisse dich.
MK: Ich... ich dich auch.
Er vermisst mich auch!!! Ja!
MH (haucht verführerisch ins Telefon): Weißt du eigentlich, wo ich gerade bin?
MK: Nein! Wo denn?
MH: Du wirst lachen. Das war schon irgendwie wie Gedankenübertragung. Also ... das mit uns beiden! Also ... jetzt ... hier. Ich... ich bin nämlich gerade ... in deiner Wohnung.
MK (stutzt): Echt? Aber... aber... wie kommst du überhaupt da rein?
MH (schmunzelt): Ich habe den Schlüsseldienst gerufen und gesagt, ich muss da jetzt rein. War quasi ein Notfall!
Anders umschrieben, ein akuter Anfall von Liebeskrankheit!
MK (sprachlos): Was?
MH (lacht u. spielt mit dem Schlüssel an ihrer Kette): Quatsch! Ich habe doch einen Schlüssel. Vergessen?
MK: OH! Den, den du neulich heimlich an dich genommen hast?
MH: Wieso heimlich? Ich habe dir doch gesagt, dass ich den nicht wieder hergeben werde.
Den Schlüssel zu deinem Herzen!
MK (lacht): Du Biest! Aber gut, dann... dann schenke ich ihn dir eben. Also für den Notfall ... und so.
Hach... Er schenkt mir sein Herz!? Nicht ausflippen, Maria! Ruhig blieben!
MH (lächelt glücklich): Danke!
MK: Du bist also tatsächlich gerade in meiner Wohnung?
MH (dreht sich auf den Bauch, baumelt mit den Füßen in der Luft u. haucht verführerisch in ihr Handy): Ja, ich räkele mich gerade halbnackt in deinen Laken.
MK: Oh!

Maria hörte deutlich, wie ihr Liebster am anderen Ende der Leitung schwer schluckte und vor Nervosität fast keinen anständigen Satz mehr zusammenbrachte...

MK: Du... du.... du... echt... nackt?
MH (verrucht): Noch nicht ganz, aber wenn du willst, dass ich mir jetzt meine sexy schwarze Spitzenunterwäsche, du weißt schon, die, die du so gerne hast, ausziehe und Dinge mit mir mache, die...

Tut... tut... tut...

MH (richtet sich verunsichert auf): Äh... Hallo!? ... Mehdi? ... Schatz, bist du noch dran? ... *seufz* ... Na super, die Verbindung ist abgebrochen! Mist! Ausgerechnet jetzt, wo... Aber es war so schön seine Stimme zu hören. Hach... Er fehlt mir so.

... sagte sie noch leise zu sich selbst, dann ließ sie sich mit dem Handy an ihrem Herzen auf das Bett zurückfallen. Mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen schlief sie sofort ein.


Ein paar Straßen weiter trieben ihr schlechtes Gewissen und ihre tiefe Sehnsucht nach ihrem Geliebten auch Gaby Kragenow ans Telefon. Sie hatte sich eigentlich geschworen, ihren verschwundenen Oberarzt nicht anzurufen. Er sollte sich gefälligst selbst bei ihr melden und erklären, was Sache war, aber sie hielt die Ungewissheit einfach nicht mehr länger aus. Sie brauchte Gewissheit, dass es ihm gut ging und dass er sie noch wollte. Als Geliebte, als Freundin, als Frau an seiner Seite! Gaby hatte sich genug Mut angetrunken und wählte nun aufgeregt seine Nummer. Aber sie wurde wieder einmal enttäuscht, denn es war besetzt. Nachdem sie es noch einmal versucht hatte und diese ekelhaft penetrante Stimme ihr erneut mitteilte, dass „The person you’ve called is temporarily not available.“, warf sie ihr Handy wutentbrannt durch ihr Schlafzimmer. Es zerschellte an der gegenüberliegenden Wand in tausend Stücke. Ihre Wut wich nun wieder tiefer Verzweifelung. Weinend krallte sie sich in ihr Kopfkissen. Sie versuchte sich an die schönen Zeiten mit Mehdi zu erinnern, wie sie sich zum ersten Mal geküsst und geliebt hatten. Sie rief sich seine wunderschönen sanften, rehbraunen Augen in Erinnerung, in die sie sich unsterblich verliebt hatte. Aber immer wieder tauchten auch die Bilder von heute Nachmittag auf, wie sie in den Krankenwagen gestiegen war und mit Gordon Tolkin, ihrem ehemaligen Schulkameraden und jetzigen Kollegen, geschlafen hatte. Sie schämte sich in Grund und Boden. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Eigentlich nicht viel. Vielleicht wollte sie sich so an Mehdi rächen, weil er sie so verletzt hatte? Aber vielleicht war es auch einfach nur das Gefühl, begehrt zu werden? Oder hatte es an den Drogen gelegen? Sie wusste es nicht. Alles, was sie wusste, war, dass es ein Fehler war. Ein Fehler, von dem niemand jemals etwas erfahren durfte. Und so fiel die junge Frau wenig später in einen eher unruhigen Schlaf.

Lorelei Offline

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27.07.2010 15:04
#619 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Da ich, wie gesagt, noch nicht weiß, wann ich wieder online bin (sitze gerade im PC-Pool meiner Uni u. die ist eine dreiviertel Stunde Autofahrt entfernt!), habt ihr hier auch gleich noch den nächsten Teil. Mit einem klitzekleinen Zeitsprung switche ich jetzt zum Wochenende vor. Das Klassentreffen steht kurz bevor. Viel Spaß mit der ersten Vorepisode! Die eigentliche Klassentreffen-Szene kommt dann, wenn ich wieder online bin. Also bis bald dann mal. Ich hoffe, ihr vergesst mich nicht. Eure genervte Lorelei aus dem Tal der Ahnungslosen

PS: Was die Gaby-Mehdi-Sache betrifft, das scheint euch anscheindend nicht so gut zu gefallen, hmm? Aber ich hab ja schon öfters mal gesagt, es ist manchmal nicht so wie es scheint. Die GEschichte ist noch lange nicht zuende! Und ich bin da gerade dabei etwas zu schreiben, das äh... Mehr verrat ich nicht! Jetzt ist erst mal Martchen dran. Ein echter Leckerbissen, naja zumindest zu Beginn!





Am Freitag war es endlich soweit. Das Klassentreffen stand an und Gretchen Haase, die sich für diesen Tag extra frei genommen hatte, huschte seit Stunden aufgeregt durch die Meier-Haasche Wohnung und trieb ihren Freund damit zur Weißglut. Von seiner negativen Position hatte sich der störrische Oberarzt nicht abbringen lassen. Ein Klassentreffen und Deutschlands erfolgreichster und coolster Chirurg waren definitiv nicht kompatibel. Gretchen konnte sich noch so sehr anstrengen, um ihn mit ihren weiblichen Reizen und unter Zuhilfenahme von einem Kilo Erdbeeren zu überreden, aber der Sturkopf blieb hartnäckig. Für kein Geld dieser Welt würde er auf diese peinliche Veranstaltung gehen. Um seinen Widerwillen Ausdruck zu verleihen, hatte er sich vor einer Stunde das Trikot seines Lieblingsvereins übergezogen und mit Bier und Chips vor die Glotze gepflanzt, um Fußball zu kucken. Immer wieder schaute er grinsend Richtung Flur, als er mal wieder ein Poltern oder ein Fluchen von seiner Liebsten hörte, die seine Ignoranz immer mehr zur Weißglut trieb. Wie konnte er ihr das nur antun? Sie freute sich schon die ganze Woche auf das Wiedersehen mit ihren alten Schulfreunden. Wie sah das denn aus, wenn sie da schon wieder ohne Partner auftauchen würde wie die letzten beiden Male auch schon? Alle hatten sie da mitleidig angesehen, peinliche Sprüche gerissen und sie war nach einer Stunde wieder traurig gegangen. Und wie sollte ihr heute Abend jemand abnehmen, dass sie tatsächlich mit ihrem ewigen Jugendschwarm, Marc „the body“ Meier, eine waschechte Beziehung führte? Sie hatte doch Susanne vor einem dreiviertel Jahr noch genau vom Gegenteil überzeugt. Es war zum Verzweifeln. Aber einen letzten Versuch wollte Gretchen noch starten und zwar auf die Art und Weise, auf die Marc Meier immer reagierte. Sie stellte sich nur in fliederfarbener sexy Spitzenunterwäsche vor den Spiegel im Schlafzimmer und flötete mit einem Hauch von Hilflosigkeit in ihrer Stimme nach ihrem störrischen Freund, der im Wohnzimmer laut über den Schiedsrichter meckerte...

G: Maaarc! Schaaaatz? Kaaaaanst du mir mal biiiiiitte heeeelfen?
Was hat sie denn jetzt schon wieder? Das ist doch bestimmt wieder irgend so ein listiger Trick von ihr? So leicht kriegst du mich nicht rum, Haasenzahn! Vergiss es!
M (stöhnt auf u. blickt unsicher Richtung Flur): Was ist? Is grad echt spannend?
Hier gibt es aber auch was Spannendes zu sehen, du blöder Idiot! Nicht aufgeben, Gretchen! Gib ihm einen kleinen Anreiz!
G: Maaarc, bitte! Ich krieg das Kleid nicht allein zu.
Oh Mann! Es ist definitiv ein hinterlistiger Trick der ganz gemeinen Sorte.

Marc überlegte kurz das Für und Wider, entschied sich schließlich für das Für, stand dann doch widerwillig von der Couch auf und ging ganz langsam zum Schlafzimmer. Die ersten Schweißperlen hatten sich schon auf seiner Stirn gebildet, noch bevor er sie überhaupt in ihrem knappen Outfit gesehen hatte...

M (ruft vom Flur): Eh wenn ich wegen dir ein Tor verpasse, dann kannst du aber was erleben.
G (verleiert die Augen): Jaaa!
Und du kannst hier auch gleich was erleben, mein Lieber.

Als Marc die Tür erreicht hatte und zögerlich in das Zimmer hineinblickte, hatte er eine Erscheinung. Venus höchstpersönlich hatte sich in sein Schlafzimmer verirrt. Gierig wanderten seine Blicke über den atemberaubenden kurvigen Körper seiner Freundin, die in einem Hauch von violettem Nichts vor dem Spiegel stand und ihr lilafarbenes Trägerkleid in der Hand hielt. Er biss sich auf die Unterlippe und versuchte sich zu konzentrieren...

Ein ganz, ganz billiger Trick, Haasenzahn! Aber das funktioniert bei mir nicht. Nein, ganz und gar nicht. Gott kann auch standhaft bleiben und das werde ich dir auch beweisen, du hinterhältiges, scharfes Luder, du!

Gretchen konnte im Spiegel ganz genau beobachten, wie ihr Freund mit sich rang und lachte still in sich hinein...

Ha! Hab ich doch gewusst, dass das bei ihm zieht. Gut, dass ich ihm den schwarzen Anzug schon rausgelegt habe.

Auch Marc fiel sein dunkler Anzug ins Auge, der an einem Kleiderbügel an der Tür seines Kleiderschranks hing...

Dieses kleine Biest! Aber da hast du dich geschnitten, Süße! Ich geh da nicht hin. Auch nicht, wenn du dich hier nackt hinstellen würdest. Pah!

Siegesgewiss lief der Fußballfreund auf seine Liebste zu, riss ihr unsanft das Kleid aus der Hand und fuhr sie wenig charmant an...

M: Arme hoch! Aber zackig!
G (völlig überrumpelt): Marc was...?
M: Stillhalten!
G (hebt zögerlich ihre Arme): Geht das auch ein bisschen freundlicher?
M: Nein!

Auch wenn ihr betörender Duft ihm fast die Sinne raubte, blieb der Oberarzt standhaft...

Boah! Echt! Dass ich ihr mal ein Kleid anziehen würde, hätte ich auch nie gedacht. Scheiße! Konzentrier dich! Nicht ablenken lassen von ihrem rattenscharfen, heißen, wohlgeformten, geilen Körper.

Behutsam zog er ihr das Kleid über den Kopf. Als er zu ihren Brüsten und ihrem nackten Bauch kam, hielt er kurz den Atem an und versuchte, es mit halb geschlossenen Augen darüber zu streichen. Er ging leicht in die Knie und zog es ihr schließlich über ihren wohlgeformten Po, den er nur allzu gern angefasst hätte...

Scheiße! Ist das eine Tortur! Ich glaube, ich muss gleich erst mal kalt duschen gehen.

Gretchen genoss seine zärtlichen Berührungen, als er ihr das Kleid überstreifte, ihr dann vorsichtig die Haare nach vorn strich und dann langsam und gefühlvoll den Reißverschluss hochzog. Sie schloss ihre Augen, neigte ihren Kopf ein wenig und ihr entfuhr ein leises Stöhnen, was Marc amüsiert zur Kenntnis nahm...

Da hat sich wohl jemand selbst mit seinen eigenen Waffen geschlagen, hä? Am liebsten würde ich jetzt... Nein! Geh ja nicht darauf ein, Meier! Das wäre genau das, was sie damit erzielen wollte. .... Gott ist sie schön! So wunderwunderschön! .... Ey Schmachten ist auch nicht angesagt! ... Jaaa! ... Oh Mann, selbst ihr ein Kleid anzuziehen ist ein erotisches Feuerwerk. Diese Frau ist einfach der Wahnsinn!

Er stellte sich schließlich hinter sie, strich mit zittrigen Händen ihre wallende Mähne wieder auf den Rücken und packte sie nun an ihren nackten Armen. Leise flüsterte er ihr ins Ohr:

M: Fertig!

Gretchen wurde abrupt aus ihren erotischen Phantasien gerissen, in denen Marc ihr das Kleid gleich wieder gierig vom Leib riss und sie sich dann leidenschaftlich an die Kommode gelehnt liebten. Sie räusperte sich verlegen und versuchte, nicht rot zu werden, was ihr aber misslang, öffnete dann vorsichtig ihre Augen und sah sich und Marc nun im Spiegel an... Wir sind das perfekte Paar, dachte sie verzückt und lächelte sanft. Marc tat es ihr gleich. Auch wenn er es in diesem Moment nur ungern zugab, seine Freundin sah in dem knielangen lila Kleid bildschön aus, das er ihr vor ein paar Tagen einfach so geschenkt hatte, weil er ihr eine kleine Freude machen wollte...

G (schaut ihn eindringlich an): Marc?
Nicht ablenken lassen, Meier!
M (versucht die Fassung wieder zu kriegen): So! Ääähhh... War’s das dann?
G (enttäuscht): Aber...?
M (lässt ihre Arme los u. tritt einen Schritt zurück, dann zeigt er auf ihr Kleid): Damit kannste dich sehen lassen! Karsten werden die Augen rausfallen.
Ich will aber, dass dir die Augen rausfallen, Marc!
G: Ich will aber mit dir dahin gehen, Marc.

... sagte sie traurig, aber da war Marc schon längst wieder aus dem Schlafzimmer verschwunden und hatte sich seufzend wieder auf das Sofa im Wohnzimmer gesetzt. Er schnappte sich seine Bierflasche und leerte sie in einem Zug. Gretchen war ihm gefolgt und musste enttäuscht feststellen, dass er anscheinend wirklich keine Anstalten machen wollte, mit ihr zu dem Klassentreffen zu gehen. Wütend sprach sie ihn an...

G: Fußball ist dir also wichtiger als ich, ja?
Boah! Ich hab gewusst, dass das so laufen würde.
M (zeigt mit der freien Hand auf den Fernseher): Eh! Das ist ein Endspiel. Die stehen quasi vorm Abstieg und...
G (fällt ihm ins Wort): Das ist mir egal, Marc. Genauso egal, wie ich dir anscheinend bin.
M: Das stimmt doch gar nicht.
G: Und wieso willst du dann nicht mit auf das Klassentreffen?
M (stöhnt): Das hab ich dir doch diese Woche schon tausend Mal erklärt. Weil... weil.... Mann, ich hab halt keinen Bock auf die ganzen Torfnasen von früher.
G: Das ist doch kindisch, Marc.
Ist es nicht! Ich hab wirklich keinen Bock auf die blöden Idioten und den ganzen peinlichen Scheiß.
M: Boah! Jetzt komm mir nicht so ja! Ich will nicht dahin. Ende der Durchsage!
G (ihre Augen werden wässrig): Gib’s doch zu. Ich bin dir peinlich.
Oh! Bitte nicht die Tour?
M (stellt die Bierflasche auf dem Couchtisch ab u. schaut sie eindringlich an): Was? Nein!
G (fuchtelt wild mit den Armen vor ihm herum): Doch! Wie sieht es denn aus, der coole Macho erscheint mit seinem ehemaligen Opfer auf dem Ball? Du mit deinem beschissenen Ruf!
Ich bin echt sauer! Wie kann er mich nur so im Stich lassen?
M: Mann, das hat doch überhaupt nichts mit dir zu tun, Haasenzahn. Ich hab mir nur damals geschworen, nie wieder die Penne zu betreten und daran werde ich mich halten. Basta!
G (schaut ihn erst enttäuscht an, wirkt dann schnell ziemlich entschlossen): Ich dachte doch nur, ich... du... du könntest mir wenigstens diese kleine Freude machen, aber nein Macho Meier muss ja cool und unnahbar bleiben. Ja, dann erfrier doch an deinem Stolz. Ich werd schon Spaß haben. Vielleicht schick ich dir ja ne MMS, wie viel Spaß wir dort haben, wie wir über dich lachen und... ach auch egal! Ich gehe jetzt!

Wütend schnappte sich Gretchen ihre kleine lila Handtasche und ihren schwarzen Mantel und zog mit einem kräftigen Schwung die Tür hinter sich zu... Das wird noch ein Nachspiel haben Meier. Liebesentzug ist da noch die geringste Strafe. Nein, ich werde dich mit Missachtung strafen, bis du auf Knien angekrochen kommst und bettelst. Du blöder, blöder Idiot! Du zerstörst meinen schönsten Traum. Ich wollte doch nur mit dir dahin gehen und den Tanz zu Ende tanzen, den wir damals begonnen hatten. Wieso verstehst du das denn nicht? .... Als die Tür laut ins Schloss knallte, rief Marc ihr noch hinterher...

M: Ja, dann viel Spaß bei was auch immer! Gruß an Karsten!

Die hat vielleicht Nerven! Pff... Als ob man mit den Idioten Spaß haben könnte. Mit den Sparkassenangestellten, Supermarktverkäuferinnen und Friseurinnen. Tzz... ich hab auch so Spaß! Jawohl! ... Scheiße! Gegentor! So ne Kacke!

Marc ließ sich auf das Sofa zurückfallen, legte seine Füße auf den Couchtisch und leerte die nächste Bierflasche, während es für seine Mannschaft eher suboptimal lief.

Lorelei Offline

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28.07.2010 14:50
#620 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo meine Lieben!

Ihr seht richtig, ich bin wieder hier in meinem... äh... ja ne!? Aus dem kurzfristig von gestern machen wir mal ganz schnell ein langfristig!!! Internet geht endlich und somit habt ihr mich wieder am Hals. Anscheinend wollt ihr mich ja noch, wie ich an der Kommiseite gesehen habe. Ihr seid so süß! Danke!

Und nun endlich zurück zum Geschehen: Habt ihr echt gedacht, der Meier geht freiwillig auf so eine peinliche Veranstaltung? Da kennt ihr ihn aber schlecht. Aber vielleicht kennt ihn ja jemand anderes besser. Viel Spaß mit dem nächsten Teil! Bussi! Eure Lorelei, die endlich nicht mehr im Tal der Ahnungslosen weilt





Gretchen Haase war kaum zur Tür hinaus, da klingelte auch schon Marcs Telefon... War doch klar, dass sie es nicht lange ohne mich aushält. Na dann entschuldige dich mal schön, Liebes! ... Marc verschränkte die Arme und lehnte sich grinsend zurück. Er dachte nicht im Geringsten daran, ranzugehen und so sprang der Anrufbeantworter an, aber es war nicht sein Haasenzahn, die sich meldete, sondern sein bester Freund, der seit fünf Tagen in Italien unterwegs war, um seine Familie zu suchen, und sich nach tagelanger Funkstille zum ersten Mal wieder bei ihm meldete...

MK: Marc? Gretchen? ... *seufz* ... Schade, ihr seid wohl nicht da. Versuch ich es eben ein anderes Mal...

Marc sprang sofort vom Sofa auf und rannte im Sprint zum Telefon und nahm ab...

MM: Alter, wo zum Teufel steckst du? Hat dich die Mafia einkassiert?
MK: Hey! Du bist ja doch da! Wieso gehst du denn nicht gleich ran?
MM (räuspert sich): Äh... Egal! Und was geht ab?
MK (stöhnt): Naja! Es läuft eher schleppend. Das Land ist doch größer, als ich dachte.
MM (lacht): Tja im Geographieunterricht nicht aufgepasst, hä?
MK: Sehr witzig! Hab deinen Humor vermisst!
MM (fläzt sich mit dem Telefon in der Hand auf einen Sessel): Ja, ja, ich deinen nicht vorhandenen nicht! Also wie sieht’s aus? Dein Betthäschen hat gemeint, die Spaghettifresser würden mal wieder die Beine hoch legen.
MK: Hör bloß auf! Der Streik der Fluglotsen hat sich mittlerweile zum Generalstreik entwickelt. Nichts geht mehr! Wir haben uns jetzt einen extrem verteuerten Mietwagen genommen und sind gen Süden unterwegs. Ist vielleicht auch praktischer so, wenn auch zweitaufwendiger. Ein paar Ortschaften haben wir schon abgeklappert.
MM: Lass mich raten! Ohne Erfolg!
Is eh alles ne Schnapsidee!
MK: Weil wir das richtige Dorf noch nicht gefunden haben. Wenn dieser Scheißstempel auf der Akte nur etwas deutlicher wäre, dann wüssten wir wenigstens die genaue Region, aber nein, so müssen wir wirklich alle Orte abfahren.
MM: Scheiße! Hättest dich ruhig mal öfter melden können. Haasenzahn und deine Hassi kauen mir jeden Tag ein Ohr ab wegen dir.
MK: Sorry! Mein Akku war alle und ich hab das Ladekabel zuhause in Berlin vergessen.
Typisch Mehdi! Total verpeilt!
MM (grinst): Schön blöd!
MK (genervt): Jaaa!? Ich hab mir jetzt hier ein Neues besorgt. Die Nummer...
MM: Ja, seh ich auf dem Display.
MK: Ok! Kann aber öfter mal vorkommen, dass wir in ein Funkloch geraten und dann nicht zu erreichen sind. Also nicht wundern.
MM: Schon klar! Dritte Welt hä?
MK (ignoriert seinen Sarkasmus): Und bei dir? Alles klar?
MM: Jep! Alles bestens, außer dass Herta gerade verliert.
MK: Hmm! Und Gretchen?
Es hätte mich auch gewundert, wenn er nicht nach ihr gefragt hätte.

Marc stöhnte laut ins Telefon, was auch Mehdi nicht verborgen blieb, der vorwurfsvoll nachhakte...

MK: Was ist los? Was hast du wieder angestellt?
MM (faucht aufgebracht ins Telefon): Ich? Sag mal, hackt’s? Wieso soll ich schon wieder an allem Schuld sein?
MK: Weil 98 Prozent ihrer Tränen immer deine Schuld sind.
MM (sauer): Bitte? Eh! Jetzt halt mal den Ball flach ja! Deine Ferntherapie kannste dir echt sparen.
MK: Aber irgendwas ist doch?
MM: Nee alles wie immer... Läuft supi!
MK (merkt, dass etwas nicht stimmt u. bleibt dran): Maaarc!
MM (genervt): Boah Alter!
Dieser verdammte Frauenarzt mit seinem sechsten Sinn! Woher weiß der das immer? Hat der heimlich eine Kamera hier installiert, als er ausgezogen ist, und sitzt jetzt vor seinem Läppi?
MK: Rede! Wenn du weiter so rumstammelst, wird’s teuer für mich.
MM (trotzig): Dann lass es doch.
MK: Was hast du verbockt?
MM (wütend platzt es aus ihm heraus): Ich hab nichts verbockt! Haasenzahn wollte heute nur auf dieses affige spießige Klassentreffen. Da hab ich ja mal überhaupt keinen Bock drauf.
MK: Wieso?
MM (stammelt): Weil das halt bescheuert ist und... is doch auch egal.
MK (klingt vorwurfsvoll): Du hast sie also alleine hingehen lassen?
MM: Jep! War eh Fußball!
MK (ihm platzt der Kragen u. er weist ihn zurecht): Boah Marc, ich fass es nicht! Hast du vielleicht mal darüber nachgedacht, was das für Gretchen bedeutet?
MM: Sie interessiert sich nicht für Fußball.
MK: Marc! Ich meine das Klassentreffen. Denkst du nicht, du bist ihr das schuldig?
MM: Bitte? Ich bin ihr überhaupt nichts schuldig, außer vielleicht diesen bescheuerten Wunsch von deiner Einweihungsparty.
Obwohl der hatte sich, glaube ich, erledigt, als ich ihr den heißen Fummel geschenkt habe und wir dann in dieses teure Restaurant sind. Hätte vielleicht mal nachfragen sollen, ob wir jetzt quitt sind. Mist!
MK: Eben! Damit hättest du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
MM (steht auf dem Schlauch): Hä?
MK: Sag mal, bist du so blöd oder tust du nur so? Gretchen ist seit der fünften Klasse in dich verknallt, aber anstatt ihr zu sagen, dass du’s auch immer warst, hast du sie die gesamte Schulzeit fertig gemacht und sie zur Lachnummer der ganzen Schule gemacht. Du bist ihr das schuldig, verdammt!
Boah dieser verdammte.... Ich hätte ihm das nie... GGGGRRR!!!
MM: Ach auf einmal wieder der Frauenversteher, was?
MK: Ja, ich gebe mir Mühe!
MM: Dir ist echt nicht zu helfen. Bei den dummen Puten weißt du nicht weiter, aber wie der Haase läuft, das hast du nicht vergessen.
MK: Wer hat denn gesagt, dass ich mit Gaby und Maria nicht weiterwüsste?
MM (verwirrt): Äh... Hä? Was soll das denn jetzt heißen? Hast du dich etwa...? Nee ne?
Das glaube ich nicht. Hat er in Italien den Stein der Weisen gefunden oder was?
MK: Vielleicht!
MM (lehnt sich entspannt im Sessel zurück): Oh! So wie es aussieht, ist es wohl dann nicht das Dreckstück, weil die kurz vorm finalen Amoklauf steht, weil du dich seit zwei Wochen nicht mehr bei ihr gemeldet hast.
MK: Scheiße!
MM: Jep! Hättest ihr ja sagen können, was Sache ist. Gretchen hat ganz schön unter ihrem Zickenterror zu leiden.
MK: Mann, ich hab’s ja versucht. Jeden Tag wollte ich sie..., aber... ich... ich kann das nicht. Ich weiß nicht, was ich ihr sagen soll.
MM (schüttelt den Kopf): Äh... dass jetzt Schluss ist mit den flotten Dreiern?
MK: Marc, ernsthaft jetzt!
MM: Ich bin ernst!
MK: Mann, ich kann ihr das nicht am Telefon erklären. Dafür ist sie mir zu wichtig.
MM (ungläubig): Bitte? Gaby ist dir wichtig?
Dem ist definitiv nicht zu helfen. Anstatt ihr mal ne ordentliche Ansage zu machen, strauchelt er immer noch.
MK: Natürlich! Sonst hätte ich doch nicht... na du weißt schon. Weißt du, momentan ist einfach die Suche nach Lilly und Anna wichtiger, als mir auch noch Gedanken zu machen,...
MM: ... wen du wirklich willst?
MK: Ja! Findest du das blöd?
MM: Äh... naja eigentlich ist ja deine Frauenauswahl im Allgemeinen...
MK: Maaarc!
MM (rollt mit den Augen): Ja, is ja gut jetzt! Konzentrier dich erst mal auf die Bella Italia Sache und was du mit deinem Harem machst, kannst du ja immer noch später klären. Gaby wird dir so oder so den Kopf abreißen. Hähä!
An dem Tag nehme ich mir sicherheitshalber frei.
MK: Sehr witzig! Das wird dir Gretchen übrigens auch, wenn du nicht endlich mal über deinen Schatten springst.
Boah! Jetzt kommt der mir wieder so?
MM: Mehdi, ich glaube, es wird Zeit, dass du auflegst.
MK: ... und dass du dich auf den Weg in deine alte Penne machst!
MM: Vergiss es!
MK: Wenn du’s nicht für Gretchen machen willst, dann tue’s für mich?
MM: Bitte?
MK: Na wenn ich in Berlin wäre, hätte ich Gretchen sicherlich auf die Party begleitet.
MM: Sicher!
Du suchst doch immer noch eine Möglichkeit, mit ihr allein zu sein. So sieht es nämlich wirklich in dir aus, du Möchtegerncasanova.
MK: Naja vielleicht trifft sie ja noch eine andere Jugendliebe von früher wieder. Also ich würde es ihr jedenfalls wünschen.
MM (aufgebracht): Eh geht’s noch!?
MK (verabschiedet sich lachend): Schönen Abend noch, Marc! Ich melde mich, wenn ich Neuigkeiten habe. Grüß Gretchen von mir, also falls sie dann noch ein Wort mit dir spricht, was ich kaum glaube. Äh... Na dann... Tschüß!
MM (legt auf): Ja du mich auch!
So ein Arsch! Denkt wohl, er wüsste alles besser! Tzz... Was denn für eine alte Jugendliebe? Sie hatte doch nur die Eine!? Pff... Ich lass mir doch von Mr. Ich-weiß-nicht-was-oder-wen-ich-will nichts einreden.

Marc steckte das Telefon wieder in die Station, schmiss sich dann mit einem Hechtsprung wieder aufs Sofa und starrte zum Fernseher, wo Herta Berlin gerade das nächste Gegentor kassierte... Na super! Ist doch alles Scheiße!

Lorelei Offline

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28.07.2010 23:12
#621 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Süßen! Jetzt kommen wir endlich zur heiß ersehnten Klassentreffenepisode, die schon seit Monaten auf meinem Läppi vor sich hin dümpelt und auf Veröffentlichung wartet. Ich muss dazu sagen, dass die gesamte Szene mit eine der ersten überhaupt war, die ich für diese FF geschrieben habe, aber irgendwie hat sie bislang noch nicht so richtig in die Handlung reingepasst. Aber ich denke, jetzt ist ein guter Moment dafür. Teilweise wird im Verlauf des Abends auf den einen oder anderen Flashback hingewiesen, die irgendwann am Anfang meiner Geschichte waren, was damit zusammenhängt, dass ich die Idee mit dem Klassentreffen gleich danach hatte und auch sofort aufgeschrieben habe. Ich hoffe, der eine oder andere erinnert sich noch daran. Wenn nicht, ist nicht so schlimm. Ist auch so einigermaßen verständlich geworden. Hoffe ich! Also viel Spaß jetzt mit dem ersten Teil des Klassentreffens!

Lorelei




Etwa zur selben Zeit erreichte ein Taxi ein großes altehrwürdiges Schulgebäude in Berlin Mitte. Eine gut aussehende schlanke Blondine, in einem schwarzen Mantel gekleidet, entstieg dem Wagen mit einem zarten Lächeln auf den Lippen und schaute sich um. Sie fühlte sich in eine andere Zeit zurückversetzt, was nicht nur daran lag, dass aus dem Gymnasium laute 80er Jahre Musik herausschallte. Alles erinnerte sie an früher... der verrostete Zaun, die großen Bäume und Sträucher, der asphaltierte Schulhof, wo sie Marc Meier in der sechsten Klasse wiederbelebt hatte, die Fahrradständer, wo ihr ein dummer Junge mehrfach die Reifen zerstochen hatte, die alte Eiche in der Mitte des Hofes, an die sich Marc mit Vorliebe herangeschlichen hatte, um ihr dann ihr Mettbrötchen an die Brille zu schmieren oder sie mit Wasserballons zu bewerfen. Ihr Blick schweifte weiter zum Spielplatz und der kleinen, jetzt aber hoch gewachsenen Hecke, wo sie vor über 20 Jahren nach sechs langen sehnsüchtigen Ferienwochen den traurigen Jungen wieder getroffen hatte, der sie aber nicht zu erkennen schien. Sie sah den kleinen James Dean wieder vor sich, der lässig in einer schwarzen Lederjacke gekleidet am Klettergerüst gelehnt stand und sie erst als „Frischling“ bezeichnete und dann nach einem kleinen Rededuell „Haasenzahn“ taufte. Ein Lächeln zeichnete sich auf Gretchens Gesicht ab. So viele zwar überwiegend negative, aber dennoch irgendwie schöne Erinnerungen teilten die beiden hier miteinander, aber der werte Herr Doktor schien ja überhaupt kein Interesse daran zu haben, ihre gemeinsame Vergangenheit aufarbeiten zu wollen... So ein sturer Idiot! Was hätte ich dafür gegeben, mit ihm jetzt hier zu stehen, ihn im Arm zu halten und über die alten Scherze von damals zu lachen. Aber nein, er wollte ja nicht. Das zahl ich dir noch heim, Marc Meier, dass du mich hier allein lässt. Für Fußball! GGGRRRR!!! Bitte, wenn du das unbedingt willst, aber ich werde heute Spaß haben, aber so richtig. ... sprach sie sich Mut zu und lief nun wild entschlossen über den Schulhof zum Eingang des Schulgebäudes. Sie schaute noch einmal an sich herunter, zupfte ihre Kleidung zu Recht und klemmte sich eine Strähne hinter ihr Ohr... Hmm... Ich sehe doch super aus. Kein Vergleich zu dem kleinen pummligen Mädchen mit riesiger Hornbrille und Zahnspange im rosa Tütü von damals. Ihr werdet noch vor Neid erblassen. Jawohl! ... Dann öffnete Gretchen Haase die schwere Tür und betrat das Gebäude. Die Musik wurde lauter. Durch die Gänge strömten schon die ersten Gäste. Lächelnd lief sie auf die improvisierte Garderobe zu und gab dort ihren Mantel ab. Sie klemmte das Namensschild, das man ihr in die Hand gedrückt hatte an ihrem Kleid fest und schaute sich noch einmal in einem großen Spiegel an. Sie trug ein knielanges, rückenfreies, lila Trägerkleid, schwarze Pumps und hatte die Haare offen gelassen. Gretchen Haase sah an diesem jungen Abend bezaubernd aus, was ihr auch die Männer bestätigten, die sich nach der bildschönen blonden Frau umschauten. Sie fühlte sich geschmeichelt und lächelte freundlich zurück... Tja, Marc Meier, wer nicht will, der hat schon. Diesmal wird alles anders. Ich bin eine selbstbewusste toughe Ärztin und nicht mehr das tollpatschige Haasenzahn, das in jedes Fettnäpfchen tritt, was sich ihr bietet. Der fiese Fallensteller ist ja heute nicht hier. ... Leider! ... seufzte sie leise.

Aber wie das so war, wenn man mit der Vergangenheit konfrontiert wurde, die Geister von damals wurde man nicht so leicht los. Denn kaum hatte Gretchen Haase einen Fuß in ihre alte Schule gesetzt, setzten auch die Fettnäpfchen wieder ein. Die blonde Frau wollte gerade die große Aula betreten, wo das Klassentreffen stattfinden sollte, da stolperte sie auch schon mit ihren Stöckelschuhen über ein loses Kabel und fiel direkt in die Arme eines Mannes...

Lorelei Offline

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29.07.2010 10:25
#622 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Für alle die geraten haben, ihr hattet Recht! Marc ist es nicht! Viel Spaß mit dem neuen Teil! Danke an meine fleißigen Kommibienchen und liebe Grüße auch an meine stillen Leser. Eure Lorelei



Verdammt! Ich hätte doch die Ballerinas anziehen sollen. Die hätten die Sturzgefahr sicherlich minimiert. Hoffentlich hat das jetzt niemand gesehen. Niemand außer... äh wer ist das noch mal? ... Oh nein! ... Mit hochrotem Kopf schaute Gretchen zögerlich in das Gesicht des jungen Mannes, der sie immer noch an den Armen festhielt und sie verschmitzt anlächelte. Die blonde Assistenzärztin hatte ihren Retter sofort erkannt, was ihr Peinlichkeitsgefühl noch weiter nach oben steigen ließ. Dieser wilde Lockenkopf konnte nur zu einem Menschen gehören, dachte sie verzweifelt: Karsten Neumann, ihrem alten Scheinfreund, der sie wie erstarrt anstierte und ihr damit noch zusätzlich die Schamesröte ins Gesicht trieb. Er dagegen hatte sie nicht wieder erkannt, aber war dennoch fasziniert von dem wunderschönen Engel, der ihm quasi direkt in die Arme gefallen war und startete sofort einen Flirtversuch...

K: Na schöne Frau, nicht so stürmisch! Ich weiß, ich bin ein toller Typ und die Frauen fliegen auf mich, aber...
Ja, man merkt, er ist bei Marc Meier in die Lehre gegangen.

Gretchen hatte sich mittlerweile aus seinem Klammergriff befreit, hatte ihm dankbar zugenickt und war einen Schritt zurückgetreten. Sie wollte gerade etwas auf seinen peinlichen Anmachversuch erwidern, als sie plötzlich eine kreischende Stimme hinter sich hörte.... „Huhu! Gretchen!“ ... Das ist doch....? Meine Rettung! ... Sie drehte sich um und sah zwei schlanke Arme wild in der Luft herumwedeln, die anscheinend zu Susanne Krupp gehörten, die sie nun stürmisch umarmte und an sich drückte, so dass Gretchen kaum noch Luft bekam...

G: Susanne!
S (hüpft mit G an der Hand auf u. ab): Gretchen! Wie schön, du bist doch gekommen.
G (leicht außer Atem): Ja, wie du siehst.

Während sich die beiden Frauen freundlich begrüßten, stand Karsten mit offenem Mund daneben. Er musterte die blonde Frau eingehend. War das wirklich das Mädchen, in das er seit der sechsten Klasse unsterblich verliebt war, das ihn aber nur als ihren Alibifreund haben wollte?

K (perplex): Du... du bist Gretchen Haase?
S (zeigt mit einem Arm auf sie): Ja, das ist sie!
K (gerät ins Träumen): Wow! Also du siehst äh... toll aus.
G (leicht beschämt): Danke!
K: Bist du... bist du alleine hier?
S: Ja, das würde mich aber auch interessieren.
Mist! Das ist genau die Situation, die ich unbedingt vermeiden wollte, indem ich Marc hierher lotse. Das kriegst du alles wieder, Meier!
G (errötet u. ringt nach Worten): Äh...

Gretchen wollte gerade darauf antworten, als weitere ehemalige Mitschüler auf das kleine Grüppchen am Eingang der Aula zu kamen und sie herzlich begrüßten. Susanne und Karsten waren sofort abgelenkt und Gretchen konnte das Tohuwabohu ausnutzen, um sich still und heimlich zu verdrücken. Sie drehte anschließend eine kleine Runde in dem großen Saal, sagte ein paar Freunden Hallo, schnappte sich ein Canapé und ein Glas Sekt und wandelte dann verträumt durchs Schulhaus...

Lorelei Offline

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29.07.2010 17:48
#623 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach einer halben Stunde Besichtigungstour inklusive schöner, aber auch negativer Erinnerungen an einen gemeinen Jungen, der sie immer gequält und gedemütigt hatte, hatte Gretchen Haase ihren Weg zurück in die Aula gefunden, in der sich immer mehr Leute versammelt hatten. Einige tanzten, andere standen am Buffet, wieder andere unterhielten sich an den Tischen angeregt mit ehemaligen Mitschülern und erzählten sich Anekdoten von früher. Lautes Lachen, Gerede und achtziger Jahre Musik erschallten den Raum. Gretchen hatte sich auch etwas vom kalten Buffet geholt und sich an einen der freien Tische gesetzt. Während sie die vielen glücklichen Paare beobachtete, schweiften ihre Gedanken mal wieder ab, zu dem Mann, der sie an diesem eigentlich schönen Abend im Stich gelassen hatte. Sie war enttäuscht. Wie sehr wünschte sie sich, dass er auch hier wäre, mit ihr lachte, mit ihr tanzte, ihren ehemaligen Mitschülern zeigte, wie glücklich sie doch miteinander waren. Aber nein, der Sturkopf wollte ja unbedingt Fußball kucken. Und jetzt war sie wieder allein hier. Eine der wenigen Unverheirateten und Kinderlosen im Raum. Wahrscheinlich tuschelte man schon hinter vorgehaltener Hand, dass Gretchen Haase als eiserne Jungfer in die ewigen Jagdgründe eingehen würde. Selbst mit ihrem Job hatte sie kaum jemanden beeindrucken können. Naja sie hatte ja auch seit der fünften Klasse jedem auf die Nase gebunden, dass sie später einmal Ärztin werden würde. Verträumt stocherte die blonde Frau in ihrem Nudelsalat herum und nippte hin und wieder an ihrem Glas Sekt, als sie plötzlich eine Stimme aus ihren trüben Gedanken riss...

- Wollen wir tanzen?
Hmm? Warum eigentlich nicht! Bevor ich hier noch ewig gelangweilt und allein herumsitze, kann ich auch Spaß haben.
G (lächelt): Gerne!

Gretchen griff nach der starken Hand, die ihr hingehalten wurde, und stand von ihrem Stuhl auf. Langsam blickte sie auf. Ein wirklich gut aussehender Mann Anfang Dreißig im schicken dunklen Hugo Boss Anzug lächelte sie freundlich an... Hmm... Kann mich gar nicht daran erinnern, dass es neben Marc noch so ein Schnuckelchen auf unserer Schule gab. ... Gretchen überlegte angestrengt, wer dieser fremde Mann sein könnte, der sie gerade auf die Tanzfläche zog, doch sie erkannte ihn nicht. Er kam ihr irgendwie vertraut vor, doch sie konnte nicht wirklich einordnen, warum das so war. Langsam begannen die beiden zu tanzen. Er tanzte wirklich gut, musste sie nach einigen Minuten feststellen. Gretchen schaute ihn immer wieder verstohlen ins Gesicht. Dieses verschmitzte Lächeln und seine tiefblauen Augen zogen sie regelrecht in ihren Bann. Wer er wohl war? Endlich traute sie sich nachzufragen...

G: Kennen wir uns?
- Ja, das würde ich schon behaupten.

Der attraktive blonde Mann lächelte sie an. Fasziniert beobachtete sie, wie seine Augen zu strahlen begannen... Die Stimme, die kenn ich doch. Die Augen... Und plötzlich machte es klick... Oh mein Gott! ... Gretchen riss ihre Augen auf und schaute sich den Mann, mit dem sie gerade tanzte, noch einmal genauer an... Aber... aber das... das ist doch...? Nein, das kann nicht sein! Oder etwa doch?




Und habt ihr eine Ahnung, wer der geheimnisvolle Fremde sein könnte? Wer darauf kommt, hat einen Bienchenstempel verdient. Viel Spaß beim Knobeln! LG Lorelei

Lorelei Offline

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30.07.2010 10:03
#624 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Gratulation an diejenigen, die richtig lagen: @ Pinklady, du hast auch immer wieder den richtigen Riecher. Aza, du machst mich baff und auch ein kleinwenig beschämt. Also du hättest wirklich nicht noch mal die Story von vorn durchwursteln brauchen. Selbst ich war zu faul dazu und weiß gerade noch so grob, wann die Szene war. Mein liebes Karmegeenchen, ich hoffe, ich rufe mit Gretchens Klassentreffen keine weiteren Traumata bei dir hervor. Ich wäre echt untröstlich. Und liebe Andie91, er heißt nicht Lars. Aber ich bin wirklich beeindruckt, dass ihr euch noch an ihn erinnert. Denn es ist wirklich schon ewig lang her. Zur Erinnerung für diejenigen, die immer noch auf dem Schlauch stehen, es gab irgendwann im ersten Drittel meiner FF (am ersten oder zweiten Arbeitstag nach Rügen während einer kleinen Pause in der Wäschekammer) mal einen Flashback, in dem ein ganz bestimmter junger Mann eine tragende Rolle in Gretchens Leben gespielt hat. Und ich glaube, mich erinnern zu können, dass einige von euch ihn gerne noch mal in der Geschichte gesehen hätten. Et voilà, hier habt ihr ihn in ganzer Montur und sprühendem Charme..... Ich sage nur Marcus Schenkenberg in jung! Na klingelt es jetzt? Viel Spaß mit dem nächsten Teil! Lorelei




Mit offenem Mund starrte Gretchen ihren attraktiven Tanzpartner an. Sie hatten mittlerweile aufgehört zu tanzen. Er lächelte sie immer noch verschmitzt an. Konnte er es wirklich sein? Sven Sørenson, ihre erste erwiderte Liebe, mit dem sie Marc Meier zumindest für eine kurze Zeit aus ihrem Herzen verbannt hatte? Mit klopfendem Herzen fragte sie nach...

G (verblüfft): Sven?
S (strahlt): Die Kandidatin erhält 100 Punkte. Hallo Gretchen, meine Schöne!
G: Oh mein Gott!

Sprachlos fiel sie ihrem ersten festen Freund um den Hals und strich ihm liebevoll über den Rücken. Auch Sven freute sich riesig, seine große Jugendliebe wieder zu sehen und drückte sie glücklich an seine starke Brust. Gretchen lockerte schließlich ihren Griff und trat einen Schritt zurück, um ihn besser ansehen zu können...

G (überwältigt): Das gibt es ja nicht! Was machst du denn hier?
S (greift nach ihren beiden Händen u. hält sie fest): Dem Schicksal etwas nachhelfen.
G (verwirrt): Bitte?
S (fasst sich verlegen ans Ohr): Naja... äh... ich bekomme jedes Jahr eine Einladung zum Treffen der Ehemaligen und ich war auch schon zweimal hier, du aber nie. Aber als ich gelesen habe, dass dieses Jahr dein Jahrgang dran ist, hab ich eben mein Glück versucht und lag damit anscheinend genau richtig. Denn du bist wirklich hier.
G (überrascht): Oh! Ja, wie du siehst.
Wie süß von ihm. Mein Gott! Sven Sørenson! Ich glaub das nicht!
S (geht ebenfalls einen Schritt zurück u. schaut sie eingehend an): Du... du... wow... also du siehst echt toll aus.
Wow! Er hat nichts von seinem Charme verloren!
G (wird etwas rot): Ähm... danke! Du... du aber auch.
Marcus Schenkenberg, nur viel, viel besser! Upps! Gretchen, nicht ins Schwärmen geraten! Du hast einen Freund! Ja, aber der wollte ja nicht mit herkommen. Kucken wird ja wohl noch erlaubt sein? Wow! Ich kann es gar nicht glauben. Sven ist wirklich hier. Und er sieht immer noch so unverschämt gut aus. Verrückt! Es ist noch gar nicht so lange her, da hab ich an ihn gedacht und mich gefragt, was aus ihm geworden ist.
S: Wollen wir uns vielleicht setzen?
G (lächelt): Ja, gerne.
Ich will unbedingt wissen, was er jetzt macht, ob er verheiratet ist, einfach alles halt. Ich hab ja erst gedacht, dass der Abend ohne Marc langweilig werden würde, aber es scheint ja doch noch ein spannender Abend zu werden.

Der blonde Schwede führte seine Exfreundin von der Tanzfläche. Die beiden setzten sich an einen freien Tisch und stießen lächelnd mit einem Glas Sekt auf ihr Wiedersehen an...

S: Wie ist es dir ergangen in all den Jahren, Gretchen?
G (blickt erst peinlich berührt zu Boden, dann wieder in seine stahlblauen Augen): Oh, Sven du, das ist eine lange Geschichte.
Eigentlich eine Million Geschichten. Würde für hundert Bände Dr. Rogelt reichen! Oh Gott, was denke ich da eigentlich!?
S (lächelt): Ich hab Zeit. Ich bin noch die ganze Woche in Berlin.
G (strahlt begeistert): Echt? Wie schön!
Könnten ja mal wieder in den Zoo gehen oder Eisessen?
S (schaut sie verträumt an): Finde ich auch.
Oh Gott, der flirtet doch jetzt nicht mit mir oder? Vielleicht sollte ich ihm doch zuerst die wichtigste Veränderung in meinem Leben erzählen? Marc Meier! Aber dann rauscht er vielleicht enttäuscht ab? Hmm…
G: Und Sven, was ist bei dir so passiert?
S: Tja, was soll ich sagen? Medizinstudium erfolgreich beendet. Ich arbeite jetzt als Neurologe in einer Privatklinik am Stadtrand von Göteburg.
G (beeindruckt): Schön!
Er ist sexy, erfolgreich,... Gretchen! ... Jaaa!
S: Und du?
G (lächelt): Unfallchirurgie! Ich bin noch Assistenzärztin, aber in ein paar Monaten habe ich endlich meinen Facharzt in der Tasche.
Also hoffe ich.
S (begeistert): Toll! Also trittst du dann in die Fußstapfen deines Vaters?
Wenn er mich lässt!
G (lacht): Sozusagen.
S: Schön! Gretchen Haase geht ihren Weg. Ich habe nichts anderes von dir erwartet. Und ich dachte schon, du landest in einer Landarztpraxis als Frau von irgendeinem Kinderarzt.
Oh Gott!
G (peinlich berührt): Oh! Woher ähm... weißt du das? Also das heißt ähm... fast wäre es so gekommen. Ja!
Eines der ganz dunklen Kapitel meines Lebens!
S: Hat mir Karsten letztes Jahr erzählt.
Und woher wusste der das schon wieder?
G (wedelt aufgeregt mit ihrer rechten Hand vor ihrem Gesicht hin u. her u. hätte dabei fast ihr Sektglas umgeworfen, das sie nun mit beiden Händen fest umschlossen hält): Oh! Ach das... das war eine ganz, ganz blöde Geschichte, aber sie hat mich dazu gebracht, über mein bisheriges Leben nachzudenken und mich endlich meinem großen Traum zu widmen und der war und ist es, Chirurgin zu werden.
... und Marc Meier zu heiraten, zwei zuckersüße Kinder zu bekommen, mit ihm Papas Lebenswerk zu führen, ein Häuschen im Grünen zu... Äh... Nicht abschweifen, Gretchen!
S: Ich freu mich für dich.
G (fühlt sich geschmeichelt): Danke! Ja und bei dir? Bist du... äh... mit jemand zusammen, also äh... verheiratet?
Toll Gretchen, gleich mit der Tür ins Haus fallen! Aber es interessiert mich schon irgendwie ... also ja.
S (leicht wehmütig): War ich.

Gretchen musste schlucken… Er hat eine andere geheiratet! Er hat mich vergessen! Macht mich schon irgendwie traurig. Aber egal. Das Schicksal wollte nun mal nicht, dass wir zusammen bleiben. Und das ist auch gut so. Ich habe ja jetzt meinen Marcischnuckiputzi!
G: Oh!
S: Ja, das ist letztes Jahr ziemlich böse auseinander gegangen. Die Scheidung war jetzt vor ein paar Wochen.
G (betroffen): Das..... das tut mir wirklich leid, Sven.
Dabei ist er doch so ein Lieber. Jede Frau sollte sich glücklich schätzen, so einen Mann an ihrer Seite zu haben.
S (lächelt zaghaft): Das muss es nicht. War halt nicht die Richtige, wie man so schön sagt.

Dabei schaute ihr der charmante Neurochirurg direkt in die Augen, was sein attraktives Gegenüber etwas nervös werden ließ.

G: Und ääähhh... habt ihr Kinder?
S (schüttelt sichtlich erleichtert den Kopf): Nein. Das war das einzig Gute daran. Auch wenn ich immer gerne welche gehabt hätte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Hach... der perfekte Mann!

Der schwedische Arzt lächelte Gretchen jetzt verschmitzt an und schaute unentwegt zwischen ihren wunderschönen blauen Augen hin und her, bis sie seinem hartnäckigen Blick nicht mehr Stand halten konnte und ihren Kopf leicht verlegen etwas senkte... Huch… Aber jetzt flirtet er mich doch an oder? Er denkt doch jetzt nicht etwa...? Vielleicht sollte ich doch so langsam mal mit der Wahrheit rausrücken? ... Aber bevor die blonde Assistenzärztin etwas erwidern konnte, setzte Sven die Quizrunde selbst fort...

S: Und bei dir? Also... ähm bist du ... *schluck*... verheiratet? Hast du ... *schluck*... Kinder?

Oh Gott! Das kann ich ihm doch jetzt nicht alles erzählen oder? Also das mit den drei äh... naja eigentlich ja vier (wenn ich jetzt die Kurzzeit- äh... Scheinaffäre äh... Beziehungsdings äh... was auch immer mit Marc dazurechne) gescheiterten Beziehungen in weniger als zwei Jahren, den vier Heiratsanträgen, drei Hochzeitskleidern, einer geplatzten Verlobung, einer durchgezogenen, aber nicht rechtskräftigen Heirat, einer Scheinschwangerschaft, einer dreiwöchigen Stiefmutterschaft und ... ja äh... Marc! Immer wieder Marc Meier!

G (dreht nervös Däumchen): Tja, äh ... bei mir ist ... äh ... viel schief gelaufen in der Vergangenheit, aber ich möchte da eigentlich nicht so gerne darüber reden.
Bin schon froh darüber, dass mich hier noch niemand auf die Falscher-Millionär-Geschichte angesprochen hat. Obwohl die Medien ja damals voll damit waren. Oh Gretchen, schwöre es bitte nicht herauf!
S (ein leichter Hoffnungsschimmer spiegelt sich in seinen Augen wider): Das heißt also nein?
G (verlegen): Ähm ja.

Sven Sørenson atmete erleichtert aus. Genau wie damals hatte ihn diese wunderschöne, aufregende, blonde Frau vom ersten Augenblick an sofort in ihren Bann gezogen. Er hatte Gretchen Haase, seine erste große Liebe, nie vergessen. Und seitdem seine erste Ehe gescheitert war, musste er auch öfters wieder an sie denken. Was wäre gewesen, wenn er sie damals nicht hätte gehen lassen? Aber vielleicht gab ihnen das Schicksal ja jetzt endlich eine zweite Chance, dachte der charmante Schwede verträumt, als er sie immer wieder anschaute und sich jeden Zentimeter ihres wunderschönen Gesichts und ihres atemberaubenden Körpers einprägte. Die beiden unterhielten sich noch eine Weile über Gott und die Welt und die Stimmung war bald so gelöst wie früher, als sie als Teenager zusammen Berlin unsicher gemacht hatten. Sie lachten über ihre gemeinsamen Erinnerungen, wie sie sich damals kennen gelernt hatten, als Gretchen ihm die schwere Tür quasi an die Nase gehauen hatte und ihn dann so liebevoll erstversorgt hatte; ihre gemeinsamen Unternehmungen, die Ausflüge, die Gespräche und darüber, wie aus der engen Freundschaft dann plötzlich mehr wurde und wie sie schlussendlich zusammenkamen, aber auch darüber, wie alles auseinanderbrach, weil die große Entfernung einfach unüberbrückbar war.

Dann wurde plötzlich die „LaBoom“-Platte aufgelegt und Sven schlug Gretchen vor, wieder zur Tanzfläche zurückzukehren, die sich bereits mit immer mehr Paaren gefüllt hatte....

S: Willst du tanzen? Der guten alten Zeiten willen?
G (lächelt ihn an): Ja, warum eigentlich nicht.
Oh Gott, das ist ja wie damals. Aber egal, ich liebe diese Musik nun mal.

Sie gingen zusammen zur Tanzfläche. Gretchen legte eine Hand an seine Schulter, die andere locker an seine Hüfte. Sven hielt seine ehemalige große Liebe mit etwas Sicherheitsabstand vorsichtig an der Taille fest. Nur nicht zu forsch herangehen, dachte er mit pochendem Herzen und lächelte sie an, während sie langsam begannen, sich zum Rhythmus der Musik zu bewegen. Sven hatte wahrlich nichts verlernt. Er war immer noch ein ausgezeichneter Tänzer und die beiden hatten sichtlich Spaß miteinander, was nicht unbeobachtet blieb....

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30.07.2010 17:25
#625 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hach... ich bin immer noch ganz beseelt von Kates wahnsinnig tollen, heißen, längst überfälligen Versöhnungsteil! Image and video hosting by TinyPicImage and video hosting by TinyPicImage and video hosting by TinyPic Ich bekomme das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Und weil ich jetzt so gute Laune habe, gibt es jetzt schon den nächsten Teil von mir. Wollte euch ja eigentlich noch eine Weile auf die Folter spannen. Ihr (außer Aza ) denkt also, Marc Meier wäre in the house? Hmm... Keine Ahnung, wie ihr darauf kommt? Ihr müsst mich missverstanden haben. Das schöne deutsch-schwedische Paar zieht halt von allen Seiten Aufmerksamkeit auf sich. Sven ist ja auch ein leckeres Sahneschnittchen, ne!? Und Marc... wer will schon Marc? Aber bevor ich gleich mit Bratpfannen oder sonstigem malträtiert werde, halte ich mal lieber die Klappe! Viel Spaß!




Einige Minuten zuvor hatte es einen kleinen Menschenauflauf auf dem Schulhof gegeben. Die weiblichen Ehemaligen waren in Scharen vor die Tür gerannt, um zu überprüfen, ob das Gerücht stimmte, was seit einer Weile die Runde gemacht hatte. War ER wirklich gekommen? Zum ersten Mal! Wie gebannt schauten die Frauen zum Spielplatz. Am Klettergerüst lehnte der attraktive Körper eines rauchenden Mannes. Man nahm in der Dunkelheit nur seine Konturen wahr. Aber alle spürten es. ER war es tatsächlich. Der Jahrgangsbeste von 1995, der Sportler des Jahres 1993, der Kapitän der Fußballmannschaft, der Hauptdarsteller unzähliger Theateraufführungen, der Gewinner der alljährlichen Wahl des heißesten und coolsten Schülers der Jahre 1987 bis 1995. Der Traum einer jeder pubertierenden Schülerin von der fünften bis zur zwölften Klasse sowie der Mehrzahl der weiblichen Lehrerschaft, v.a. der Referendarinnen. Doch der preisgekrönte junge Mann nahm von dem Getuschel abseits des Spielplatzes überhaupt nichts wahr. Denn er haderte mit sich. Er hatte mittlerweile seine dritte Zigarette aufgeraucht und war sich immer noch unsicher, ob er da wirklich reingehen sollte. In die Höhle des Löwen! Wo die Meute danach gierte, zu erfahren, was er hier wollte. Wo die meisten der Frauen, und eine ganz besonders, nach ihm gierten. Sollte er sich wirklich vor seinen ehemaligen Schulkameraden zum Trottel machen und allen zeigen, dass das unscheinbare, tollpatschige Haasenzahn von früher jetzt zu ihm gehörte?


Marc Meier hatte seinen inneren Schweinehund doch noch überwunden und war auf den Rat seines besten Freundes hin zu seiner alten Schule gefahren. Mehdi hatte Recht, er war ihr das schuldig. Hier war der Ort, an dem er sie täglich gequält und fertig gemacht hatte, nur zum Amüsement der anderen und weil er davon ablenken wollte, dass er schon längst in dieses zauberhafte, einzigartige kleine Mädchen verliebt war. Im Prinzip hatte ja genau hier alles angefangen. Hier hatte er das Mädchen, das ihn in seiner schlimmsten Stunde getröstet hatte, näher kennen gelernt. Hier hatte sie ihn zum ersten Mal in ihren Bann gezogen und nie wieder losgelassen. Jetzt verstand er erst, warum ihr dieser Abend so wichtig war. Hier hatte ihre Liebe ihren Anfang genommen, auch wenn er sie hier immer geleugnet hatte. Marc fasste sich an seinen Kopf, schnippte seine vierte Zigarette weg, schmiss sich einen Kaugummi ein und lief entschlossen über den Platz zum Eingang. Die Frauenmeute, die dort stand, hielt den Atem an, als ihr persönlicher „George Clooney“ schnurstracks auf sie zukam. Marc Meier sah immer noch so knackig aus wie früher, dachten alle begeistert. Er trug eine schwarze, eng anliegende Stoffhose, ein strahlendweißes Hemd und das zur Hose passende dunkle Jackett, das er offen trug. Er achtete nicht auf die Frauen, die ihn wie einen Superstar anhimmelten, bahnte sich einen Weg durch die Massen und betrat das Gebäude, nachdem er noch einmal tief durchgeatmet hatte, und schaute sich um, ob er irgendwo seine Freundin entdecken konnte... Das mache ich nur für dich, Haasenzahn. Damit das mal klar ist. ... Er lief den Gang hinunter Richtung Aula, aus der peinliche achtziger Jahre Schnulzen dröhnten. ... Gott, ich wusste, dass das grausam werden würde, aber so grausam? Da bekommt man ja Ohrenkrebs davon. Ich glaube, ich brauche erst mal eine gehörige Portion Alk, um den Abend überhaupt zu überstehen. ... Immer wieder drehten sich Menschen nach ihm um und begannen leise zu tuscheln. Er ignorierte das peinliche Gerede, denn er hatte schließlich nur ein Ziel vor Augen: seinen Haasenzahn glücklich zu machen. Frauen mussten sich an ihren Männern festklammern, als Marc Meier betont cool und lässig gottesgleich an ihnen vorbei schritt, dass es ihnen den Atem raubte... Wie ich solche Veranstaltungen hasse! dachte der junge Chirurg dagegen, als ihm immer wieder Leute übertrieben freundlich zunickten, die er überhaupt nicht kannte. ... Ach wir haben uns ja alle so lieb. Blödsinn! Verlogenes Pack! Früher hat man sich gehasst und jetzt macht man auf beste Freunde. Pff... Ach und der und der haben die und die geheiratet, zehn Kinder ausgespuckt und leben jetzt von Hartz4 und Kindergeld! Blablabla!!! Wen interessiert’s? Also mich nicht! Was machen wir eigentlich hier? Die wären doch eh alle nur neidisch, wenn die hören, was ich und mein Haasenzahn alles erreicht haben, während sie immer noch an der Kasse von Penny oder Mediamarkt sitzen. Ich schnapp sie mir einfach und dann hauen wir hier wieder ab. Ich muss nun wirklich nicht an den Mist von früher erinnert werden. Dann ist sie doch gleich wieder sauer, was sie ja eh schon ist, weil ich nicht mitgegangen bin. Scheiße! Oh der böse Marc Meier, was hat er mir früher nur alles angetan? Nee, meine Gute, die Zeiten sind vorbei. Also haben wir auch keinen Grund, länger hier zu bleiben. Äh... Wo ist sie jetzt eigentlich? ... Mittlerweile hatte Marc die Schulaula erreicht, lehnte sich lässig an den Türrahmen und schaute sich in dem riesigen Saal um, der mit Menschen gefüllt war, die sich angeregt unterhielten, sich am Buffet den Bauch voll schlugen oder zu der oberpeinlichen Musik komische Verrenkungen machten... OH Gott! Ich bin definitiv in der Hölle! Und ich dachte immer, die wäre die Haasche Küche. Haasenzahn, Süße, wo hast du dich versteckt? ... Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen, aber Gretchen konnte er nicht entdecken. ... Komisch! Und ich hätte schwören können, ich finde sie am Büffet. ... Er wollte gerade seinen Fuß in den Saal setzen, als er plötzlich eine blonde Frau wahrnahm, die wild mit den Armen herumwedelte und direkt auf ihn zukam....



Reingelegt! Es geht natürlich nicht ohne ihn. Schönen Abend noch! Lorelei

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