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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.453

31.05.2010 00:07
#576 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen!

Da ich noch nicht weiß, ob ich es morgen schaffe, bin den ganzen Tag on the road , stelle ich den neuen Teil schon jetzt rein. Liebe Grüße u. schönen Wochenstart! Eure Lorelei





MH (unsicher, was sie darauf antworten soll, lenkt sie wieder auf das eigentliche Thema hin): Mehdi, denkst du etwa, ich wüsste nicht, dass Lilly bei dir an erster Stelle steht? Das weiß ich doch. Und ich würde dasselbe tun, wenn es um meine Sarah gehen würde.
MK (schaut sie mit großen Augen an): Wirklich?
MH: Ja!
Ich hab dich gar nicht verdient, Maria.
MK (stammelt verlegen): Wenn ich... also wenn ich wieder da bin ... ähm... dann... dann...
MH (aufgeregt): Ja? Was dann?

Gestehst du mir dann endlich deine Liebe? Gehen wir dann endlich eine richtige Beziehung ein? Ziehen wir zusammen? Machst du mir einen Antrag? Heiraten wir, gründen eine Familie und leben glücklich und zufrieden bis an unser natürliches Ende? ... Oh Gott! Maria, nie wieder Märchenmarathon mit Sarah! Ich hör mich ja schon schlimmer wie der Haase an. Hilfe! Hmm... Aber zumindest etwas von den ganzen Sachen wäre schon schön. Ach Mehdi! ... *schmacht* ... *träum* ... *seufz*

MK: Naja, ich schulde dir ja noch etwas.
Oh! Stimmt! Die Wette! Dann leg dich mal kräftig ins Zeug, mein Lieber!
MH (verführerisch): Ist das so?
MK (nervös): Na du weißt schon... wegen gestern... und so.
Er hat es nicht vergessen! Hach... Wie süß!
MH (strahlt vor Glück): Du meinst den Wunsch, den ich bei dir frei habe?
Ich muss mir unbedingt etwas Besonders für sie überlegen.
MK (verlegen): Ähm... ja! Du... du bekommst deine... deine äh... Überraschung, wenn ich wieder da bin, ok?
Oh Gott! Ob ich das bis dahin aushalten kann? Am liebsten würde ich jetzt zu ihm in den Wagen steigen und mitfahren, aber das kann ich nicht machen. Was würde denn dann aus Sarah? Morgen muss meine Mutter schließlich auch mal wieder arbeiten gehen. Ich kann sie doch nicht schon wieder zu ihr abschieben. Hab eh schon ein schlechtes Gewissen deswegen.
MH (lächelt verliebt): Da bin ich aber mal gespannt. Aber eigentlich wünsche ich mir nur eines.
MK (erwartungsvoll): Was denn?
MH (schaut ihm tief in die Augen): Dass du deine Tochter findest.
MK (blickt fasziniert zwischen ihren Augen hin und her): Ehrlich?

Selbst überrascht, über das was sie gerade gesagt hatte, nickte Maria dem Mann ihres Herzens schüchtern zu. Völlig überwältigt von ihren ehrlichen Worten, öffnete Mehdi die Fahrertür und zog seine völlig überrumpelte Geliebte zu sich hinein ins Wageninnere auf seinen Schoss. Maria schmiegte sich wie ein verschmustes Kätzchen an ihn und genoss es, ihm noch einmal so nah zu sein, ihn zu spüren, zu riechen und seinen Herzschlag zu hören, während er mit seiner Hand zärtlich die Konturen ihres Gesichts nachzeichnete und ihr dabei tief in ihre dunklen Augen blickte und darin zu ertrinken drohte. Und dann küsste er sie voller Gefühl und Hingabe. Ein Kuss, der beide wieder tief berührte und eine Sturmarmee an Schmetterlingen mitten im Winter aufflattern ließ. Beide lächelten sich danach verliebt an und hielten sich glücklich im Arm. Sie wollten diesen Moment festhalten und sich nie wieder loslassen...

MH (schwebt noch in anderen Sphären): Wow! Das... das war wirklich schön.
Wie kann das gehen, dass ein Kuss besser als der andere wird? Und wie er mich anschaut! Was passiert hier gerade?
MK (nicht minder überwältigt von seinen Gefühlen): Finde... finde ich auch. Du... du bist so wunderbar zu mir. Ich... ich hab das gar nicht verdient.
Was redest du denn da?
MH (nimmt seine Hand in ihre u. schaut ihn liebevoll an): Doch hast du! Ich will dich endlich wieder glücklich sehen, Mehdi. Das ist alles, was ich will.
Sie ist einfach zauberhaft. Ich habe das Gefühl, sie kann tief in mich rein schauen und versteht ganz genau, was ich gerade denke. Was hat das zu bedeuten? Was geschieht hier gerade? Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, aber ich muss doch! Es geht doch um meine Lilly!
MK (küsst sie erneut u. lächelt sie dann an): Das ist lieb von dir. Danke! Ich würde wirklich gerne noch bei dir... also noch länger hier bleiben, aber... aber ich muss jetzt wirklich los. Ich wollte eigentlich noch vor Mitternacht in Frankfurt sein. Verstehst du?
Hach... Schade! Aber er hat Recht. Ich muss ihn gehen lassen.
MH (nickt verständnisvoll): Schon klar! Pass auf dich auf und fahr vorsichtig ja! Und meld dich, wenn du... also du verstehst schon.
Oh Gott! Ich hör mich schon wie so eine Glucke an! Hilfe! Das bin doch nicht ich. Was machst du nur mit mir, Mehdi?
MK (lächelt): Mach ich.

Einen Moment lang sahen sie sich nur an und wussten nicht so recht, was sie noch sagen sollten. Maria war mittlerweile wieder aus dem Wagen ausgestiegen, auch wenn es ihr schwer fiel, ihren geliebten Schatz loszulassen. Mehdi hatte auch schon den Gurt wieder angelegt und seine Hand lag bereits am Zündschlüssel, aber irgendetwas hinderte ihn noch daran, ihn umzudrehen und loszufahren...

MH (blickt ihn verwundert an): Was ist? Kannst du dich jetzt doch nicht von mir losreißen? Da muss ich mich wohl geschmeichelt fühlen oder?
Das ist so süß von ihm! Oh nein, ich bin schon wieder auf den Schmachtmodus umgesprungen! Aaaahhhh!!!
MK (grinst verschmitzt u. schaut sie dann plötzlich sehr ernst an): Kannst du auch. Aber ich... also da... da ist noch eine Sache...
Oh Gott! Was kommt denn jetzt? Er wirkt plötzlich so ernst, gleichzeitig aber auch sehr nervös. Er wird doch nicht etwa...?
MH (ihr bleibt vor Aufregung die Stimme weg): Was? ... *räusper* ... Was ist?
MK: Ich... ich muss dir noch etwas sagen.
MH (schaut zwischen seinen Augen hin u. her u. versucht zu erraten, was er denkt): Oh!
Oh Gott! Er sagt ES wirklich oder? Darauf bin ich jetzt gar nicht vorbereitet. Wie seh ich überhaupt aus? Ich hab noch meinen Kittel an und darüber den hässlichen grauen Wintermantel. Oh Gott! So aufgeregt war ich das letzte Mal, als ich meine Doktorarbeit mit summa cum lauda bestanden habe.
MK (fixiert erst das Lenkrad, dann hebt er seinen Blick u. beginnt zögerlich zu sprechen): Ich... wir... also... ich meine, wir... wir sollten reden.
MH (zunehmend nervös): Reden?
Jetzt wird es ernst. Oh Gott!
MK (schaut sie jetzt direkt an): Ja, also... äh... wenn ich wieder da bin. Ich... ich muss dir etwas Wichtiges sagen.
Warum nicht gleich jetzt? Ich muss das einfach wissen.
MH (spricht, ohne groß darüber nachzudenken): Ich ... ich muss dir auch etwas sagen.
Das hab ich jetzt nicht wirklich gesagt? Das bekomme ich doch nie und nimmer über die Lippen.
MK (überrascht): Echt?
MH (blickt schüchtern auf ihre Füße): Hmm!
Oh Gott! Ich pack das nicht. Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet und jetzt bekomme ich doch Muffensausen. ... Mein Gott, Maria, das kann doch nicht so schwer sein? ... Doch! Ich habe das bisher erst einem einzigen Mann gesagt und das war mein Ehemann und wir wissen ja alle, wie das geendet hat. Scheiße! Er muss es zuerst sagen. Andernfalls würde ich wahrscheinlich umkippen. Wobei... selbst wenn er es sagen würde, ich würde sowieso umkippen. Das ist mal klar.
MK (lächelt verlegen): Dann haben wir uns ja viel zu erzählen, wenn ich wiederkomme.
Was? Wie erst dann? Ich weiß aber nicht, ob ich es solange aushalten kann.
MH (hebt zaghaft ihren Blick): Was denkst du, wie lange du weg sein wirst?
MK (zuckt mit den Schultern): Weiß nicht. Schwer einzuschätzen. Ich muss ja erst mal die ganzen Heime abklappern, um herauszufinden, in welchem sie überhaupt war, und dann werde ich weitersehen.
MH (sichtlich enttäuscht): Verstehe! Aber du kommst schon wieder oder?
Was ist, wenn er sie wirklich findet und dann bei ihr bleibt? Sie ist seine Frau und die Mutter seines Kindes. Er hat sie geliebt. Oder liebt er sie vielleicht immer noch? Die Kleine wird sie schließlich immer verbinden. Wer weiß, wie diese Anna ihn wieder um den Finger wickeln wird? Oh Gott! Ich mag gar nicht daran denken.

Sie ist so süß! Denkt sie etwa, ich würde bei Anna bleiben, wenn ich die beiden finde? Das mit Anna ist vorbei. Ich kann ihr nicht mehr vertrauen. Ich... ich liebe sie nicht mehr. ... Wow! Ich hab es zum ersten Mal ausgesprochen, zwar nur in Gedanken, aber es ist nun mal so. Ich liebe Anna nicht mehr! Ich will doch nur meine Tochter wiederhaben. Das ist alles, was ich will.

MK (streckt seine Hand aus dem Fenster, sie ergreift diese u. verschränkt sie mit ihrer Hand): Hey! Was denkst du denn gleich? Natürlich komme ich wieder. Ich will doch wissen, was du mir sagen willst und ich muss ja meine Strafe noch abarbeiten. ... (er lächelt sie verschmitzt an)
Gott, ist der süß! Frau muss ihn einfach lieben. Es geht gar nicht anders.
MH (lächelt ihn verliebt an u. führt seine warme Hand an ihre Wange): Okay!
MK (gibt ihr einen Kuss auf ihre Hand): Aber jetzt musst du mich endlich loslassen, sonst komme ich gar nicht mehr hier weg.
MH (beschämt): Oh! Tschuldigung!
Ich will nicht, dass du fährst. ... Nein, was denke ich denn da? Du bist so eine egoistische Kuh! Natürlich willst du, dass er fährt. Und dann kommt er wieder, zusammen mit seiner Tochter und endlich wird alles gut. Ich glaube nämlich, er... er liebt mich auch!

Als Maria gerade seine Hand loslassen wollte, wurde sie von dieser wieder nah an seinen Wagen heran gezogen. Mehdi lächelte sie an und nahm wieder ihren Kopf zwischen seine Hände und küsste sie noch einmal zärtlich auf den Mund, bevor er sie dann endgültig losließ, den Zündschlüssel umdrehte, das Fenster schloss und noch einmal durch die Scheibe zu ihr schaute. Traurig hob sie ihre Hand zum Abschied und legte diese an die Scheibe. Mehdi tat es ihr von innen gleich. Er nickte ihr schließlich zu und fuhr langsam los. Maria blickte ihm noch lange nach, als er vom Parkplatz in die Straße einbog und hinter der nächsten Ecke verschwand. Sie hielt sich ihre Wange, auf der eben noch seine Hand gelegen hatte, und lächelte. Eine einzelne Träne hatte sich in ihr Auge verirrt... Wie kommt die denn dahin? dachte sie verwirrt und wischte sie schnell weg. Sie seufzte kurz und blickte noch einmal zu der Stelle, an der gerade noch sein Wagen gestanden hatte und sagte leise... „Ich liebe dich!“ Dann drehte sie sich langsam um, holte ihre Sachen aus ihrem Auto, das die ganze Zeit offen gestanden hatte, und betrat das Gebäude.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.453

01.06.2010 09:37
#577 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Huhu! Da bin ich wieder. Ich freu mich riesig, dass euch die Abschiedsszene so gut gefallen hat, auch wenn immer noch alles unausgesprochen ist, was eigentlich schon offensichtlich ist. Hat Mehdi sich tatsächlich verliebt? Scheint so oder? Was die beiden sich sagen wollten (Bei Maria ist es ja eigentlich klar, aber was ist mit Mehdi? ) und was aus den beiden wird, also ob überhaupt etwas daraus wird, wenn er wiederkommt, also falls er wiederkommt , das weiß im Moment nur... äh... ICH! Jetzt klären wir erst einmal die Frage, was mit seiner zweiten Herzdame ist, die noch nicht den Hauch einer Ahnung hat, was ihren Liebsten gerade bewegt und umtreibt. Viel Spaß! LG Lorelei




Doch nicht nur die verliebte Maria Hassmann hatte es wie magisch zu ihrem Geliebten gezogen, auch die verliebte Gaby Kragenow hatte nach Dienstschluss sofort den Weg zu Mehdis Wohnung eingeschlagen, leider mit dem kleinen Nachteil, dass sie erst gegen Abend frei hatte. So schnell sie konnte, hatte sie sich aus dem EKH geschlichen, nachdem sie Dr. Kaans Büro nach seiner neuen Adresse durchsucht hatte und dabei fast von ihrer neuen Übergangschefin erwischt worden wäre. Aber da Gaby dort nicht fündig geworden war und sie Gretchen auch nicht unbedingt danach fragen wollte, hatte sie schließlich in einem unbeobachteten Moment im Stationszimmer in den Personalakten gestöbert, die aber leider so veraltet waren, dass sie darin nur seine alte „Ich bin noch glücklich mit Anna Kaan verheiratet“-Adresse gefunden hatte. Aber sie hatte dennoch einen glücklichen Riecher, weil sie gleichzeitig auch auf Dr. Hassmanns Adresse gestoßen war, die ja bekanntlich im selben Haus wie er wohnte, und hatte dann den nächsten Bus dorthin genommen. Nun stand Gaby ziemlich aufgeregt und bibbernd vor dem Mehrfamilienhaus in der Frauenhoferstraße. Jetzt verfluchte sie ihre alberne Idee, sich heute so knapp angezogen zu haben, um ihn endgültig rumzukriegen. Es war nämlich arschkalt an diesem trüben Novembertag. Sie zog den Kragen ihres Mantels nach oben und schaute sich um. Mittlerweile war es bereits dunkel geworden. Aus einigen Wohnungen erstrahlte Licht. ... Welche davon wohl seine ist, fragte sie sich. Gaby war sichtlich nervös. Wollte er sie überhaupt sehen? Er hatte sich ja immer noch nicht bei ihr gemeldet. Und wie ging es ihm überhaupt? Sie hatte sich den ganzen Tag schon Sorgen um ihn gemacht, weil keiner so genau wusste, was eigentlich mit ihm war. Die junge Krankenschwester ging die drei Treppenstufen bis zur Eingangstür hoch und tippelte nun vor den Klingelschaltern auf und ab, aber sie traute sich einfach nicht zu klingeln. Ihr Zeigefinger kreiste immer wieder über seinen Namen. Einerseits hatte sie Angst, dass er wirklich ernsthaft erkrankt war, schließlich waren es gerade einmal drei Monate her, dass er bei der Virusepidemie um sein Leben gekämpft hatte. Vielleicht hatte er ja einen Rückfall? Das konnte ja alles möglich sein, dachte Gaby besorgt. Aber andererseits überwog auch die Angst davor, was er über sein Verhältnis zu diesem bissigen Karrierebiest sagen würde. Sie war dermaßen beunruhigt über Marcs Worte, dass sie Gewissheit suchte. Sie wollte endlich wissen, woran sie bei Dr. Kaan war. Gaby spürte instinktiv, dass etwas nicht stimmte, da sich auch Gretchen Haase ihr gegenüber so seltsam verhalten hatte. Wusste sie etwa Bescheid? Die verunsicherte Krankenschwester sprach sich noch einmal Mut zu und klingelte dann doch bei ihrem Chef, aber es gab keinerlei Reaktion. Verwundert klingelte sie erneut. Wieder nichts! Sie trat noch einmal vor das Gebäude und schaute zu den hell erleuchteten Fenstern. ... Komisch! Aber er muss doch da sein. Er ist doch krank. Oder geht es ihm so schlecht, dass er das Bett hüten muss oder gar nicht aufstehen kann? Oh Gott! ... Bevor sie erneut Sturm klingelte, wählte sie seine Nummer auf ihrem Handy, doch abermals ging nur seine Mailbox ran. ... Das gibt’s doch nicht!? Erst ist den ganzen Tag besetzt und jetzt ist es ausgeschaltet. Verdammt, irgendetwas stimmt hier doch nicht. ... Da sie so langsam unruhig wurde, entschloss sie sich, diesmal doch auf seine Mailbox zu sprechen... „Hey Mehdi! Ich bin’s. Gaby! Wo steckst du? Ich mach mir so langsam Sorgen. Im Krankenhaus heißt es, du seiest krank. Und jetzt steh ich vor deiner Haustür und du machst nicht auf. Bitte melde dich doch mal bei mir! Tschüß!“ Seufzend legte sie wieder auf und setzte sich dann auf die Treppe vorm Eingang. Sie hatte beschlossen, auf ihn zu warten. Vielleicht war er ja nur kurz in der Apotheke oder beim Arzt und kommt gleich wieder, dachte sie. Doch lange hielt es Gaby nicht auf den kalten Treppenstufen aus. Die Kälte nahm sie immer mehr ein und sie zog ihren Mantel noch enger an ihren Körper. Sie stellte sich wieder an den Eingang, wo sie etwas vom eisigen Wind geschützt war. Sie war völlig in Gedanken versunken, so dass sie gar nicht bemerkte, wie sie von einer älteren Dame angesprochen wurde, die mit schweren Einkaufstüten in der Hand die Haustür aufschließen wollte, aber der Zugang wurde ihr von der dunkelhaarigen Frau versperrt...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.453

02.06.2010 09:25
#578 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Ich hatte ja bereits angekündigt, dass es für Gaby noch dicker kommen würde. Aber nicht, dass ihr jetzt denkt, ich hege irgendwelchen Groll gegen sie. Nein, überhaupt nicht, die „neue“ Gaby ist mir nämlich auch ans Herz gewachsen und sie tut mir auch Leid im Moment (auch wenn du mir das sicherlich nicht glauben wirst, liebe Kate ). Das hat alles seine Richtigkeit, so wie das hier und in nächster Zeit ablaufen wird. Alles eine Folge von Missverständnissen, Sticheleien, schlechtem Timing, Gerüchten und Gabys Charakter. Und falls ihr euch wundert, warum Mehdi, der sie ja eigentlich auch irgendwie mag, sich bisher noch überhaupt nicht bei ihr gemeldet hat, äh... nun ja, ich glaube, er hat sie im Eifer des Gefechts, also in der ganzen Hektik, was die Suche nach seiner Tochter betrifft, und dem ganzen Gefühlschaos, schlichtweg äh... vergessen. Schiebt ihm bitte nicht die Schuld zu, das ist alles nur äh... (meine) Taktik, meine Lieben! Und jetzt viel Spaß mit dem neuen Teil! Eure Lorelei




Else Müller, so hieß die ältere Dame, die seit über fünfzig Jahren hier lebte und von ihren Nachbarn als gute Seele des Hauses geschätzt wurde, stellte schließlich ihre schweren Einkaufstaschen auf den Boden ab und stupste mit dem Finger vorsichtig die junge brünette Frau an, die auf ihre Bitte, sie vorbeizulassen, überhaupt nicht reagierte...

EM: Entschuldigung? Würden Sie mich bitte vorbeilassen, junge Dame!
G (aufgeschreckt tritt sie ein paar Schritte von der Tür weg): Oh ja natürlich! Tschuldigung! Ich... ich hab sie gar nicht gesehen.
EM (lächelt ihr freundlich zu, als sie ihr den Weg freimacht): Dankeschön! Sie wohnen aber nicht hier oder?
G: Nein.
EM: Kann ich Ihnen vielleicht weiterhelfen? Zu wem wollen Sie denn?
G (verlegen): Äh ja... Zu Mehdi Kaan. Aber er scheint, nicht da zu sein.
EM (überlegt angestrengt): Kahn sagten Sie?
G (hoffend): Ja! Also Dr. Mehdi Kaan genauer gesagt.
EM (schüttelt den Kopf): Tut mir Leid, junge Frau, aber der Name sagt mir leider nichts.
Das wäre auch zu schön, um wahr zu sein. Naja, er wohnt ja auch erst einen Tag hier. Ich wohne seit einem Monat in meiner neuen Wohnung und kenne auch keinen meiner Nachbarn.
G (sichtlich enttäuscht): Oh! Also er wohnt noch nicht lange hier. Ist gestern erst eingezogen.
EM (denkt nach, dann erhellt sich ihr Gesicht): Ach? Ja, gestern standen hier zwei voll bepackte Autos vor der Tür.
G (aufgeregt): Ja, ja, das muss er sein.
EM (von der Neugier gepackt): Das ist so ein dunkeler Typ oder? Ausländer?
G: Also nicht direkt. Er ist halber Perser. Er ist aber in Deutschland geboren.
EM: Soso! Das ist aber interessant.
G: Und haben Sie ihn vielleicht heute schon gesehen?
EM (überlegt kurz u. lächelt sie dann an): Oh ja. Das ist noch gar nicht so lange her.
G (ihre Miene erhellt sich): Echt?
Also kann er nicht weit sein.
EM: Ja, da bin ich gerade los zum Supermarkt. So vor zweieinhalb Stunden vielleicht. Da habe ich ihn hier auf dem Parkplatz vorm Haus gesehen. ... (zeigt mit dem Arm in die Richtung, wo sein Wagen gestanden hat)
G (blickt ebenfalls kurz in die Richtung, dann schaut sie sie wieder gespannt an): Oh! Haben Sie vielleicht eine Ahnung, wo er hin wollte?
EM (schüttelt den Kopf): Nein, das tut mir leid, junge Dame. Aber er scheint, verreist zu sein.
G (schaut sie völlig entgeistert an): Bi...bi...bitte was? Das... das kann gar nicht sein.
Wieso sollte er verreisen? Wenn er krank ist!? Er würde mir doch Bescheid geben.
EM (verwundert über ihre Reaktion hakt sie nach): Und wieso, wenn ich fragen darf?
G: So viel ich weiß, hat er sich krank gemeldet.
EM (überrascht): Oh! Tatsächlich? Und Sie sind?
G (leicht nervös): Ich bin ... äh... seine F... äh... eine Kollegin von ihm.
EM (mustert sie eingehend): Ach? Dann sind Sie auch Ärztin?
G (räusperte sich): Äh ja. Wie... wie kommen Sie eigentlich auf den Gedanken, dass er verreist sein könnte?
EM (stöhnt kurz auf): Hach... Wissen Sie, ich bin zwar schon zweiundachtzig Jahre alt, aber blind bin ich noch lange nicht. Er hat doch eine große Reisetasche zu seinem Auto getragen.
Was? Aber...
G (kann das einfach nicht glauben): Sind Sie sicher?
EM (überzeugend): Ja!
G (murmelt völlig verunsichert vor sich hin): Komisch!
Aber das kann doch gar nicht sein. Ich dachte, du bist krank. Verdammt, ich hab mir Sorgen gemacht. Ich bin sogar vorhin noch in den kleinen Reformladen am EKH und hab dir Hühnerbrühe besorgt. Ich wollte doch.... Ich mach mich hier zum Trottel und du...du... Was soll das, Mehdi? Das ist doch sonst nicht deine Art. Und wieso meldest du dich nicht?
EM: Doch! Doch! Also ich habe ganz genau gesehen, wie sich seine Freundin noch von ihm verabschiedet hat und dann ist er weggefahren.
WAAAAAASSSSS?????? Jetzt hab ich mich verhört oder? Die hat jetzt nicht das F-Wort benutzt?
G (völlig schockiert geht ihre Stimme in ein Krächzen über): Seine ... WAS?
EM (lächelt freundlich): Seine Freundin! Sie wohnt auch hier im Haus.
Meint die jetzt...? Nein! Das ... das ist nicht wahr!
G (schluckt schwer u. hakt verunsichert nach): Freundin? Was... was denn für eine Freundin? Also soweit ich weiß, ist Dr. Kaan nicht ... liiert.
EM (schaut sie verwundert an): Oh? Doch! Also ich dachte eigentlich schon. Die beiden haben sich doch geküsst und das sehr innig, also soviel ich von hier aus sehen konnte. Und hier im Haus ist allgemein bekannt, dass die Frau Dr. Hassmann aus dem dritten Stock mit dem neuen Nachbarn verbandelt ist.
NEIIIN!!!
G (schüttelt ungläubig mit dem Kopf): Das... das glaube ich nicht.
EM (schwärmt): Hach... Wissen Sie, die Frau Doktor ist so eine Liebe. Sie hilft mir manchmal mit den Einkäufen, wenn ich es wieder mit dem Rücken habe. Ich kann gar nicht verstehen, dass so eine attraktive und intelligente Frau einfach keinen Mann findet. Sie ist schon so lange alleine. Und ihre Tochter braucht doch auch einen Vater. Aber dieser Dr. Kahn scheint ja ein ganz Netter zu sein. Die Frau Schmidhuber aus den zweiten Stock hat die beiden ja schon einmal zusammen gesehen. An dem Abend muss wohl die Wohnungsbesichtung gewesen sein. So ein schönes Paar, hat sie geschwärmt. Ja und gestern sprang die Frau Doktor auch mit Umzugskisten herum. Sie hatte noch eine hübsche blonde Freundin dabei. Hach... ich freu mich so für sie. Was mich aber schon wundert, ist, warum er nicht gleich mit hoch zu ihr in die Wohnung gezogen ist. Naja in meinem Alter versteht man die neuen Sitten und Moden nicht mehr. Aber wenn die beiden so glücklich sind.


....

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.453

03.06.2010 09:50
#579 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Tja, wenn es die lieben Nachbarn nicht gäbe, ne!? Und ausgerechnet Gaby musste so eine Redselige erwischen. Ja, das Leben ist hart und ungerecht. Aber es soll ja hier auch spannend bleiben, ne. Schauen wir doch mal, wie Gaby jetzt darauf reagiert. Dieses Missverständnis - naja eigentlich kann man es auch nicht wirklich als Missverständnis bezeichnen, denn sie hat ihr ja nur ihre Eindrücke geschildert, was sie gesehen und gehört hat, und ein Fünkchen Wahrheit lag ja auch darin - könnte durchaus Auswirkungen auf den labilen Gemütszustand einer gewissen zu aufbrausendem Verhalten und zur Eifersucht neigenden Krankenschwester haben, ja und auf die verzwickte Dreiecksbeziehung unseres Lieblingsgynäkologen eventuell auch. Gut, dass Mehdi davon vorerst nichts mitbekommen wird. Viel Spaß jetzt mit dem neuen Teil! Lorelei




Je mehr Frau Müller über das angebliche Pärchen schwärmte, umso mehr spürte Schwester Gaby wie sich die Eifersucht langsam durch ihre Eingeweide fraß und sich in ihrem ganzen Körper breitmachte. Das konnte doch alles nicht wahr sein, dachte sie verzweifelt. Nicht nur im EKH, auch hier wurden die beiden schon als Traumpaar gehandelt. Eine Welt brach in diesem Moment für die junge Krankenschwester zusammen. All ihre Hoffnungen lagen nun in Scherben am Boden. Tränen sammelten sich in ihren Augen. Krampfhaft versuchte sie, diese zu unterdrücken, aber es fiel ihr schwer. Sie hatte keine Kraft mehr. Langsam sank die über alle Maßen enttäuschte Frau zu Boden. Sie musste sich setzen. Die Tatsache, dass Mehdi und diese unmögliche Person tatsächlich ein Paar waren, zog ihr förmlich den Boden unter den Füßen weg. Besorgt bückte sich die ältere Dame zu ihr herunter....

EM: Geht es Ihnen nicht gut, Mädchen? Wollen Sie vielleicht ein Glas Wasser? Kommen Sie ruhig mit rein! Ich wohne gleich hier im ersten Stock. Ich kann Ihnen...

http://www.youtube.com/watch?v=WdHcflbH3P4

Abrupt wurde Gaby wieder aus ihren Gedanken gerissen. Sie starrte die ältere Frau einen Moment lang völlig verstört an, dann sprang sie plötzlich auf, rückte sich ihren Mantel zurecht und stiefelte ohne ein weiteres Wort wütend davon, ohne Frau Müller auch noch einmal eines Blickes zu würdigen. Kopf schüttelnd schaute diese ihr noch hinterher... Die Jugend von heute. Tzz... Keine Manieren! ... Dann schloss sie die Haustür auf, griff nach ihren Einkaufstüten und verschwand damit im Inneren des Gebäudes. Gaby hatte mittlerweile die Straße erreicht und lief schnellen Schrittes zur nächsten Bushaltestelle. Sie wollte hier nur noch weg. Sie konnte einfach nicht fassen, was sie gerade gehört hatte. ... Wieso schläft er dann noch mit mir, wenn er sich offensichtlich schon längst entschieden hat? Der hat mir glatt ins Gesicht gelogen. Von wegen er wüsste nicht, was er will. Blöder Arsch! Und ich dachte, wir wären glücklich. Er wäre auch glücklich mit mir. Wieso macht er das jetzt alles kaputt? Hab ich mir das vor zwei Tagen wirklich alles nur eingebildet? Nein, das kann nicht sein. Das fühlte sich doch alles so echt an. Wie er mich angeschaut hat!? Er hat mir tief in die Seele geblickt. Das habe ich ganz genau gespürt. Und wie er mich geliebt hat!? Erst wild und leidenschaftlich und dann so unglaublich zärtlich und einfühlsam. Da kam so viel Gefühl und Liebe rüber. Das war echt! Mehdi ist doch keiner, der einem Gefühle vorspielen kann. Ich habe doch in seinen Augen gelesen, dass da auch bei ihm mehr war. Er konnte doch kaum die Finger von mir lassen, selbst im EKH nicht, obwohl wir da doch nicht mehr wollten. Wie er mich vorm Fahrstuhl angeflirtet hat! Der Wahnsinn! Ich kriege jetzt noch weiche Knie, wenn ich daran denke. Er wollte mich! Und nicht diese... diese... GGGGGRRRRR!!! Was hat die mit ihm angestellt, dass er plötzlich...? Das darf einfach nicht wahr sein. Erst küsst er mich, als ob es kein Morgen gibt, und jetzt, zwei Tage später, ist alles aus oder was? Er taucht einfach ab und lässt mich mit den Tatsachen allein. Der spinnt doch! ... Oder hat die Alte gesponnen? ... GGGGGRRRRR!!! Was hat das nur alles zu bedeuten? Wieso meldet er sich krank, wenn er doch eigentlich verreisen will? Und wohin überhaupt? Wenn er einen *kotz* Liebesurlaub mit seiner neuen *kotz* Freundin geplant hat, warum fährt sie dann selber nicht mit? Ich habe die blöde Kuh doch heute noch in der Klinik gesehen, als sie mit dem fetten Haasen getuschelt hat. Das kam mir ja auch gleich so seltsam vor. So als ob sie etwas zu verheimlichen hätten. GGGGGRRRRR!!! ... Oder wollen die beiden mich nur in Sicherheit wiegen und sie fährt später nach, damit es nicht auffällt, dass sie zusammen sind? Aber wenn das eh schon jeder denkt, warum dann dieser ganze Aufwand? Das passt doch alles gar nicht zusammen. Hmm... Aber vielleicht ist alles auch ganz harmlos. Vielleicht ist er ja wirklich krank und nur zu ... zu seinen Eltern oder zu was weiß ich wem gefahren, damit sich jemand um ihn kümmert, und ich zerbreche mir hier völlig unnötig den Kopf. Ich meine, die Alte war ja wirklich schon steinalt, so um die Hundert, wer weiß, wen die gesehen hat. Muss ja alles nicht heißen. Hmm... Wobei ihre Erklärungen über Hassi und Mehdi schienen schon irgendwie einleuchtend. Aber wenn ich daran denke, dass seine Lippen, die eben noch meine liebkost haben, ihre auch... dann... dann... GGGGGRRRRR!!! Das... das macht mich rasend. Er macht mich rasend! Oder ist der elende Feigling abgehauen, weil er einfach nur Schiss hat, mir zu sagen, dass mit unserer kleinen, für ihn anscheinend völlig unbedeutenden Affäre Schluss ist? Das würde zumindest erklären, warum Mehdi den ganzen Tag nicht zu erreichen war. Verdammt! Diese Ungewissheit macht mich noch ganz verrückt. Und dann kommt auch noch Marc und dann diese Frau und ... und das ist... das ist doch alles ... scheiße! ... Völlig aufgewühlt und durcheinander fuhr sich Gaby durch ihre vom Wind zerzauste Mähne. Diese quälenden Fragen und ihr Misstrauen Mehdi gegenüber schienen sie regelrecht von innen aufzufressen. So viele Hoffnungen hatte sie in die Sache mit ihrem Oberarzt gelegt und jetzt schien alles in einem großen schwarzen Loch zu verschwinden. Als Gaby das Buswartehäuschen endlich erreicht hatte, schmiss sie mit Karacho ihre Gucci-Imitat-Handtasche auf die Sitzbank und setzte sich daneben. Sie fluchte eine Weile leise vor sich hin, beruhigte sich aber nach einigen Minuten langsam wieder. Aber je ruhiger sie wurde, umso stärker spürte sie den Schmerz in ihrem Herzen. War wirklich schon alles wieder vorbei?

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.453

04.06.2010 10:43
#580 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Tja, ist wirklich schon alles vorbei mit Mehby bzw. Gahdi? Ein Satz mit x! Aber manchmal oder sehr oft trügt der Schein. Beruhigt dich das ein wenig, liebe Kate? Hab mich übrigens geirrt, Martchen gibt es erst ab morgen. Sorry! Hab mich verzählt. Aber das kann ja mal passieren, wenn man seit Tagen auf so einer wackligen Boje festsitzt. So genug gescherzt, jetzt geht es erst mal mit dem nächsten Teil weiter. Es ist übrigens der letzte zu diesem Kapitel. Viel Spaß!




Im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses in der Frauenhoferstraße hüpfte währenddessen eine gut gelaunte brünette Mittdreißigerin im grauen Jogginganzug die Treppe hinunter, huschte an Frau Müller vorbei, mit der sie sich kurz unterhielt und verwundert zur Kenntnis nahm, dass sich gerade eine sonderbare dunkelhaarige junge Ärztin nach ihrem Freund erkundet hatte. ... Hmm... wer soll das sein? Könnte eigentlich jede sein. Hmm... Aber egal! Das hier ist wichtiger. ... Zuerst musste sie schmunzeln und wollte aufklären, dass sie gar nicht mit Dr. Kaan zusammen war, aber dann setzte die nette ältere Frau zu einer Charmeoffensive über und da konnte sie nicht anders. Außerdem war der Gedanke auch zu verlockend... Die Freundin von Dr. Kaan! Klingt doch gut oder? ... Mit einem verliebten Grinsen auf den Lippen verabschiedete sich Maria Hassmann von Frau Müller, deren Taschen sie ihr noch schnell in die Wohnung getragen hatte, und sprang noch fröhlicher die Treppen hinunter. An der Eingangstür blieb sie dann aber stehen. Eigentlich wollte sie ja noch schnell eine Runde um den Block laufen, aber dann fiel ihr Blick auf Mehdis Wohnungstür. Sie konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen, holte ihre silberne Kette hervor, an der sein Wohnungsschlüssel baumelte, den sie seit ihrer stürmischen Wohnungsbesichtigung vor zwei Wochen kitschigerweise immer an ihrem Herzen trug. Sie fand das ja eigentlich selber peinlich, aber in diesem Moment war es einfach nur praktisch. Langsam öffnete Maria seine Wohnungstür und tastete nach einem Lichtschalter, den sie schließlich auch fand und anknipste. Sie schaute sich um. Alles schien noch genauso wie heute Morgen zu sein, als sie die Wohnung verlassen hatte. Die noch nicht ausgepackten Umzugskartons standen in Reih und Glied im Flur und im Wohnzimmer an der Wand, auf dem Esstisch standen noch immer die schmutzigen Teller und Gläser von gestern Abend. Selbst der ekelhaft süße Geruch der Jellyshots lag noch in der Luft. Der Gedanke an seine Tochter hatte ihn anscheinend alles um sich herum vergessen lassen. Und irgendwie berührte das die junge Ärztin. Lächelnd ging sie zu einem der Fenster und öffnete es, um frische Luft in das Wohnzimmer zu lassen. Sie schnappte sich dann das dreckige Geschirr, das sie schnell aufwusch und abtrocknete, und machte dann ein wenig Klarschiff in der Wohnung... Mehdi soll es ja gemütlich haben, wenn er wieder kommt, dachte sie schmunzelnd. Aber auch über sich selbst wunderte sie sich. Sie war doch sonst nicht so hausmütterlich veranlagt. Maria blieb dann noch eine Weile auf der Couch im Wohnzimmer sitzen und schaute sich zufrieden um... Das haben wir gestern schon gut hinbekommen. Also ich würde mich hier sicherlich wohl fühlen. Und Sarah bestimmt auch. Er wäre ihr ein guter Vater. So wie er sich um sein eigenes Kind sorgt, obwohl es immer noch sein könnte, dass es nicht von ihm ist. ... Oh Gott, ich mache mir schon wieder viel zu viele Gedanken. Soweit sind wir noch lange nicht. Obwohl... ich glaube, wir sind heute schon einen großen Schritt vorangekommen. Wie er mich geküsst hat! Wahnsinn! Und wie er dann gekuckt hat! Das war so als ob... als ob er wirklich auch... Hach... das wäre zu schön, um wahr zu sein. Oh ich liebe ihn so sehr. Ich hätte nie gedacht, dass es mich noch mal so sehr erwischen könnte. Und fast hätte ich es ihm auch gesagt. ... Sie schüttelte ungläubig den Kopf bei dem Gedanken, stand dann vom Sofa auf, löschte das Licht und ging in sein Schlafzimmer, wo sie sich auf sein ungemachtes Bett fallen ließ, auf dem eine Menge Klamotten wild verstreut lagen. Ein Pullover fiel ihr sofort ins Auge... Das ist doch der, den er an dem Abend anhatte, als wir uns das erste Mal geküsst und geliebt haben. Hmm... Maria schnüffelte daran. Er roch noch immer nach seinem Aftershave. Eine wohlige Wärme durchfuhr ihren Körper, als sie sich den Pullover überzog. Dann kroch sie unter seine Bettdecke und schlief sofort mit einem süßen Lächeln auf den Lippen ein.


Ein paar Straßen weiter fand eine andere brünette Frau nicht so schnell ihren wohl verdienten Schlaf. Sie wälzte sich unruhig in ihrem Bett hin und her, bis sie sich schließlich entnervt aufrichtete. Sie schaute furchtbar aus, denn sie hatte die letzte halbe Stunde nur geweint und ihre Augen waren dementsprechend völlig verquollen und gerötet. Sie nahm wieder ihr Handy vom Nachtschränkchen und schaute erneut auf die SMS, die sie vor etwa einer halben Stunde erhalten hatte... „Mach dir bitte keine Sorgen! Mir geht es gut! M.“ ... Mehr nicht! Mehr bin ich ihm nicht wert? Weder wo er steckt, noch ob er krank ist oder ob er wirklich mit ihr zusammen ist. Was soll das Mehdi? Ich will nicht, dass Schluss ist. Ich will das einfach nicht. Ich kann nicht ohne dich. Es geht einfach nicht. Ich liebe dich zu sehr, um dich jetzt einfach so gehen zu lassen. Das mit uns hat doch gerade erst begonnen. Und das lasse ich mir von so einem hinterhältigen Biest sicherlich nicht nehmen. Ich werde kämpfen, Mehdi. Um uns! Um unsere Liebe! ... Und mit ihrem neu gewonnenen Kampfgeist und mit ihrem Handy an ihre Brust gedrückt fand auch Gaby Kragenow endlich ihren Schlaf.


Am anderen Ende der Stadt, genauer gesagt am Prenzlauer Berg, verließ zur selben Zeit ein glücklich verliebtes Pärchen eine kleine Cocktailbar. Arm in Arm schlenderten Marc Meier und Gretchen Haase die dunklen Gassen entlang, immer wieder unterbrochen von heißen, innigen Küssen, die aber eher dem Aufwärmen dienten, da die Temperaturen mittlerweile den Gefrierpunkt erreicht hatten. Die Barbesitzerin, die sich tatsächlich als Annas ehemalige „Kollegin“ herausgestellt hatte, konnte den beiden zwar nicht wirklich weiterhelfen, wo Mehdis Frau stecken könnte, da sie seit zehn Jahren nichts mehr von ihr gehört hatte, aber eine Vermutung hatte sie dann doch gehabt. Sie glaubte, sich an etwas erinnern zu können, wovon Anna früher immer gesprochen hatte, was den skeptischen Dr. Meier zwar nicht sonderlich überzeugte, aber seine Freundin dennoch zum Grübeln verleitete. Es könnte doch tatsächlich eine Spur sein oder zumindest ein weiterer Ansatzpunkt, dachte Gretchen hoffnungsvoll. Sobald sich Mehdi bei ihnen melden würde, würden sie ihm mitteilen, was sie herausgefunden hatten. So hatten es die drei heute Mittag bei ihrem Kurzbesuch abgesprochen. Die blonde Frau in den Mittdreißigern, Sonja Krause hieß sie übrigens, hatte inzwischen auch geheiratet und führte ein stinknormales, gutbürgerliches Leben. Nichts deutete mehr darauf hin, dass sie früher dem gleichem Gewerbe nachging wie Anna Kaan. Sonja hatte dem verliebten Ärztepaar, das ihr gleich von Anfang an sympathisch erschien, noch ein bisschen von sich erzählt, wie es ihr in den letzten Jahren ergangen war. Sie hatte diesen kleinen Szeneladen aus eigener Kraft aufgebaut und mittlerweile lief er wirklich gut. Sie und ihr Mann konnten gut davon leben. Ihrem Mann hatte sie gleich zu Beginn ihrer Beziehung gestanden, womit sie früher ihr Geld verdient hatte. Er war zwar nicht gerade begeistert darüber gewesen und ihre junge Beziehung wäre fast daran zerbrochen, aber er hatte irgendwann verstanden, dass dieses Leben mittlerweile Vergangenheit war. Und diese Offenheit und ihr grenzenloses Vertrauen zueinander machten ihre glückliche, bislang aber noch kinderlos gebliebene Ehe aus. Mittlerweile hatten sie schon das verflixte siebte Jahr überstanden und sie waren noch immer verliebt wie am ersten Tag. Sonja hatte die beiden noch auf ein paar Cocktails eingeladen und ihnen anschließend viel Glück bei der Suche nach Anna gewünscht. Sie war erschüttert gewesen, in welche tragische Richtung sich das Leben ihrer ehemaligen „Kollegin“ und Freundin entwickelt hatte und machte sich nun auch große Sorgen. Und sie wollte ihr gerne irgendwie helfen. Anna solle sich doch bei ihr melden, wenn sie wieder in Berlin sei, hatte sie den beiden Ärzten noch nachgerufen, als sie die Bar verließen. Irgendwann weit nach Mitternacht fielen schließlich auch Gretchen und Marc leicht angetrunken, aber zufrieden in ihr warmes, kuscheliges Bett und schliefen sofort Arm in Arm ein.


Etwa zur selben Zeit erreichte ein gewisser Dr. Mehdi Kaan endlich sein Hotel in der Nähe vom Frankfurter Flughafen. Erschöpft und todmüde von der langen Fahrt fiel auch er ins Bett und schlief noch in seinen Klamotten sofort ein. Und er brauchte diesen Schlaf auch, denn die Suche nach seiner Familie hatte gerade erst begonnen.


To be continued...


Wen es interessiert, ich werde gleich auf meiner Kommiseite noch einen kleinen Beitrag hinterlassen, was den weiteren Verlauf meiner Geschichte betrifft. Keine Sorge, ich mache noch lange nicht Schluss! Fühlt euch gedrückt! Ich wünsche euch allen ein wunderschönes sonniges erstes Sommerwochenende! Eure Lorelei

Lorelei Offline

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05.06.2010 10:04
#581 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Einen wunderschönen, sonnigen Guten Morgen! Na freut ihr euch alle schon? Es ist endlich wieder soweit. It’s Summer and Martchen Time! Zum Einstieg in das neue Kapitel habe ich mir gedacht, fange ich mal mit einem längeren TB-Eintrag von Gretchen an. Ich habe ja bereits angekündigt, dass es einen Zeitsprung geben wird. Mehdis Abreise ist jetzt eine Woche her. Ich wollte eigentlich erst Gretchens Einzug bei Marc und alles Drumherum in Dialogform schildern, aber dann würden wir wahrscheinlich noch bis Weihnachten hier sitzen. Deshalb habe ich mich dann doch dazu entschlossen, das alles Gretchen rückblickend in Tagebuchform erzählen zu lassen. Ich hoffe, euch gefällt’s. Das zieht sich jetzt wieder über mehrere Teile hin. Und jetzt viel Spaß mit dem ersten davon! Danke noch mal für eure lieben Kommis gestern. Ich hoffe, ich konnte euch zumindest ein bisschen verständlich machen, wie der Kaan im Moment tickt. Dickes Bussi! Eure Lorelei




Eine Woche später

In der Meier-Haaschen-Wohnung


Am Montagmorgen kurz vor acht wachte eine junge blonde Assistenzärztin durch Sonnenstrahlen, die ihr Gesicht kitzelten, auf. Sie verzog ihr Gesicht zu einer Grimasse, zog schnell die Bettdecke über ihren Lockenkopf und versuchte, noch ein bisschen zu dösen, was ihr aber nicht gelang, denn sie war schon hellwach. Die Sonne, die sich in den letzten Tagen rar gemacht hatte, hatte ihre Lebensgeister geweckt. Sie schlug die Bettdecke wieder auf, räkelte und streckte sich kurz, setzte sich dann aufrecht aufs Bett und schaute sich um. Ihr Liebster hatte sich schon zur Frühschicht im Krankenhaus verabschiedet. Sie hatte im Halbschlaf noch gemerkt, wie er ihr einen kleinen Kuss auf die Wange gedrückt hatte und dann unsanft die Schlafzimmertür zugefallen war. Dr. Gretchen Haase war also an diesem wunderschönen sonnigen Morgen alleine in ihrer neuen Wohnung. Sie musste erst später ins EKH. Es hatte doch so seine Vorteile, dass sie jetzt Dr. Mehdi Kaan auf der Gyn vertrat und somit zumindest zeitweise ihr eigener Chef war. So hatte sie noch den ganzen Vormittag Zeit, um sich endlich ihren Umzugskartons zu widmen, die seit Samstag noch völlig unberührt und unausgepackt, überall in der nun Meier-Haaschen Wohnung wild verstreut herum standen. Die Ärztin war bisher noch nicht dazu gekommen, sie auszupacken und sich nach ihrem Geschmack in der ehemaligen Junggesellenbude einzurichten, denn etwas oder besser gesagt jemand war ihr dazwischen gekommen: Marc Meier, die Liebe ihres Lebens, mit dem sie jetzt endlich nach all den Jahren der Entbehrung und der Sehnsucht zusammengezogen war und der ihren Einzug auf seine ganz spezielle Weise feiern wollte. Gretchen musste noch immer grinsen, wenn sie daran dachte, was für ein Kindskopf ihr verliebter Machomann doch war, der freiwillig und ohne groß zu murren für sie Platz in seiner Räuberhöhle geschaffen hatte, und wie glücklich sie in den letzten beiden Tagen gewesen war, die den Startschuss für ihr gemeinsames Leben bedeuteten. Sie schälte sich schließlich langsam aus dem Bett, gähnte einmal laut, wickelte dann das Bettlaken um ihren nackten Körper und ging ins Badezimmer, um zu duschen und sich morgenfertig zu machen. Eine halbe Stunde später setzte sie sich in Marcs kuscheligen Bademantel gekleidet im Wohnzimmer an den Esstisch und frühstückte erst einmal. Naja viel hatte der Meiersche Kühlschrank nicht mehr hergegeben, da die beiden in ihrer Euphorie einfach vergessen hatten, einzukaufen, aber ein trockenes Müsli, das sie in einem Küchenschrank entdeckt hatte und das sogar noch haltbar war, und Messereintunken in das riesige Nutellaglas, das von Mehdis Abschiedsfrühstück vor einer Woche übrig geblieben war und das er ihnen, also eigentlich ja eher ihr, großzügig überlassen hatte, taten es in der größten Hungersnot auch. Nebenbei ließ sie sich vom Fernseher berieseln, wo gerade eine Wiederholung ihrer Lieblingssoap lief. Nachdem sie fertig gefrühstückt hatte, schaltete sie den Fernseher aus und blickte sie sich um. Irgendwie hatte Gretchen doch keine Lust, auszupacken, als sie auf die vielen Kisten um sich herum schaute. Stattdessen fixierte sie ihre rosa Handtasche, die über einem Stuhl hing und die sie sich auch sofort schnappte, dann darin kramte und schließlich ihr schon leicht eingestaubtes Tagebuch herauszog. Die blonde Ärztin fläzte sich damit auf die Wohnzimmercouch, zückte ihren rosa Hello-Kitty-Stift und begann zu schreiben...


Mein liebes, liebes Tagebuch,

ja, tut mir leid. Ich war mal wieder nachlässig, aber seitdem ich endlich ein einigermaßen geregeltes Privatleben habe, bleibt mir eben kaum noch Zeit zum Schreiben. Sorry! Und ehrlich gesagt verbringe ich meine arbeitsbedingt verursachte wenige Freizeit dann doch viel lieber mit MEINEM herzallerliebsten, schnuckeligen, süßen, sanften, schmusigen, scharfen, heißen, wilden, zügellosen, unersättlichen, unglaublichen MARC MEIER.

Es ist viel passiert seit meinem letzten Eintrag und ich weiß gar nicht so recht, wo ich eigentlich anfangen soll. Hmm... vielleicht damit. Mit dem Allerallerallerallerallerallerwichtigsten! Jetzt ist es nämlich endlich offiziell. Also so ganz offiziell. Also so ganz richtig. Also das mit uns! Nein, Marc hat mir keinen Antrag mit Streichorchester und weißen Tauben im Mondschein gemacht, auch wenn das wirklich schön gewesen wäre, wenn ich mir das so recht überlege. Ich in diesem traumhaft schönen knielangen lilafarbenen Trägerkleid, das ich neulich in der Innenstadt gesehen habe. Ein laues Lüftchen umschmeichelt meine zarte Haut. Im Hintergrund ist Meeresrauschen zu hören. Der Vollmond spiegelt sich im Wasser. Die Sterne funkeln so hell wie Marcs strahlendgrüne Augen. Er trägt einen dunklen sexy Anzug und hält eine einzelne rote Rose in der einen Hand und in der anderen ein kleines blaues Kästchen. Ein Gitarrenspieler spielt unser Lied... Äh... Upps, ich schweife schon wieder ab. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, jetzt wo der erste und wichtigste Schritt gemacht ist. Hihi! Ich wohne nämlich seit zwei Tagen ganz offiziell und mit fettem Namensschild bei Dr. Marc Meier. Wir sind am Samstag endlich endgültig und für immer und ewig zusammengezogen. Auch wenn ich gelegentlich zu Übertreibungen neige, sind diese diesmal durchaus angebracht, denn ein Traum ist wahr geworden. Mein größter Lebenstraum! Ich bin mit meiner großen einzig wahren Liebe zusammen, die mich ebenso aufrichtig und von ganzen Herzen liebt wie ich ihn. Wir leben jetzt auch zusammen und verbringen somit nicht nur im EKH jede einzelne Minute zusammen. Und wir sind wirklich glücklich. Er auch! Er hat keinen Rückzieher gemacht wegen evolutionsbedingtem Fluchtinstinkt, Einengung oder fehlender Freiräume und so. Nein, er will das wirklich. Marc Meier will mich. MICH! Er will mit mir sein Leben verbringen. Der Wahnsinn! Es ist einfach perfekt! Und es fühlt sich genauso gut an, wie ich es mir immer in meinen kühnsten Träumen vorgestellt habe.

Aber von Anfang an...

Lorelei Offline

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06.06.2010 10:46
#582 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Freut mich, dass euch der Einstieg in dieses Kapitel gefallen hat. Dankeschön an meine charmanten Kommentatorinnen, die sich trotz Supersommersonnenwetter hinsetzen, um Gretchens verrückte Welt zu analysieren! Ich kann mir schon denken, dass es euch vielleicht brennend interessieren könnte, auf welche ganz spezielle Weise Marc Meier den Einzug seines Haasenzahns zelebriert hat. Vielleicht kommt Gretchen ja in ihrem Tagebuch noch darauf zu sprechen. Mal sehen! Jetzt auf jeden Fall noch nicht. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß mit dem nächsten Teil aus Gretchens Welt. Ich wünsche euch einen schönen sonnigen Sonntag! Eure Lorelei




Marc hat sich am Wochenende extra für mich frei genommen, damit wir endlich meine restlichen Sachen bei meinen Eltern abholen konnten. Ein paar Sachen, hauptsächlich Klamotten, hatte ich ja schon nach und nach bei ihm deponiert. Hat er gar nicht mitbekommen, glaube ich. Männer eben! Die kann Frau so leicht überlisten und schon hat sie das Kommando übernommen, wie es die Emanzipation gewollt hat. Hihi! ... Gut, Marc ist anders als andere Männer und lässt sich nicht so leicht die Zügel aus der Hand nehmen... naja eigentlich ja eher nie. Aber das kriege ich schon irgendwann mal hin. Hoffe ich! Ich habe ihn ja auch schon in eine gute Richtung erzogen. Er redet ja schließlich jetzt auch über seine Gefühle und so. Das ist schon ein Fortschritt. Marc frisst mir gewissermaßen schon aus der Hand und erfüllt mir alle meine Wünsche ........ in meinen Träumen! ... *seufz* ... In der Realität meckert er ja eher gewohnt lässig und selbstgefällig an allem herum. Wie zum Beispiel, als ich letzte Woche sein Badregal leer geräumt habe, um dort meine Kosmetiksachen aufzubauen. Da fing er doch glatt an, er wolle nicht so einer werden, dem die Freundin nur ein kleines Brett im Badezimmer überlässt. Pff... muss ihm bei Gelegenheit die Mario-Barth-DVDs wegnehmen. Der spinnt doch! Marc Meier ist doch schön genug. Er braucht doch den ganzen Verschönerungskram gar nicht, aber ich muss schon hart daran arbeiten, jeden Tag so fantastisch gut auszusehen. Der kleine süße Macho hatte sogar eine Anti-Falten-Creme da stehen! Hat er zwar noch versucht, vor mir zu verstecken, aber ich war schneller als er und habe sie ihm aus der Hand gerissen und dann stolz damit vor ihm herumgewedelt. Er war dann eine Weile bockig, aber das Badregal habe ich schließlich für mich erobert. Ziemlich beleidigt und wortkarg hat er dann seine Tuben und Cremes usw. in den kleinen Schrank unter dem Waschbecken eingeräumt. Ich habe ihm aber erlaubt, sein verführerisches Aftershave auf mein Regal zu stellen. Ich rieche doch immer so gerne daran. Hach... das macht süchtig. Tja, die erste Schlacht hatte ich für mich gewonnen und denn Rest der Wohnung würde ich auch noch unter meine Kontrolle kriegen. Ich habe schließlich auch so meine Mittel und Wege, um ihn rumzukriegen. Hihi!

Aber Marc ist schon ein Spezi für sich. Der kleine Pedant will nichts, aber auch gar nichts verändert haben in seiner Machoräuberhöhle. Dabei hat er noch nicht einmal gemerkt, dass sich allein schon durch meine Anwesenheit alles verändert. Aber so ist mein Marci eben. Der Meister im Tatsachen-Ignorieren und -Stur-Ausblenden. Aber mir soll es recht sein. Bis jetzt ist er noch verdächtig ruhig geblieben und hat mich noch nicht rausgeschmissen. Obwohl ich auch schon die linke Kleiderschrankhälfte ganz für mich in Beschlag genommen habe. Leider quillt die jetzt schon über und ich habe keinen Schimmer, wo ich mit meinen restlichen Klamotten hin soll, die noch in den zehn Koffern stecken, die sich jetzt im Flur stapeln (und da ist noch nicht einmal meine hundertteilige Schuhkollektion eingerechnet!). Marc hatte mich ja zuhause bei meinen Eltern unter Androhung einer Kitzelstrafe und OP-Verbot im gewohnten Oberarschton dazu aufgefordert, Sachen auszusortieren und die zur Kleiderspende zu geben oder an die Penner aufm Alex zu verschenken, aber das konnte ich nicht machen. Ich hänge nun mal an meinen Sachen, ob das meine Hello-Kitty-Unterwäsche ist oder die Designerroben, die ich in meiner kurzen ersten „Ehe“ von Alexis äh...Frank geschenkt bekommen habe. Ich kann davon nichts weggeben. Ich meine, vielleicht wird ja die Mode der Achtziger und Neunziger und frühen Nuller noch mal trendy. Weiß man’s? Frau muss schließlich auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Gut, ich würde dann bestimmt nicht mehr so optimal reinpassen, weil irgendwelche Heinzelmännchen nachts immer meine Kleider enger nähen, aber vielleicht kann Frau sie ja doch noch mal gebrauchen. Also später an unsere Kinder vererben oder so. Ich habe ja auch, als die Siebziger mal angesagt waren, im Kleiderschrank meiner Mama gekramt und doch so das eine oder andere durchaus tragbare Modell herausgezogen. Wusste gar nicht, dass Mama in ihrer „wilden“ Hippiephase so einen interessanten Geschmack hatte. Leider haben mir die Sachen aber nicht gepasst. Die Heinzelmännchen! Aber Marc hat nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt, als ich ihm die Sorgen und Nöte einer modernen, modebewussten Frau erklärt habe, und ist erst mal eine rauchen gegangen. In der Zwischenzeit habe ich dann doch drei Jahrzehnte Modegeschichte in meine Koffer gepackt. Selbst diesen hässlichen rosa Schlafanzugstrampler mit den Teddybärchen, den ich von Papa zum vierzehnten Geburtstag geschenkt bekommen habe (Papa hat wohl gedacht, damit könnte er jedes männliche Wesen, das seinem kleinen Mädchen zu nahe kommen würde, vergraulen. Hätte es vermutlich auch! Als ob ich mich mit dem Liebestöter irgendeinem Jungen gezeigt hätte. Aber erstens hat sich außer Karsten eh keiner für mich interessiert, bis ich sechzehn war und zweitens wer hätte sich denn nachts in mein Zimmer schleichen sollen, hmm? Gut, wenn Marc bei mir gefensterlt hätte, hätte ich schon..., aber beim Anblick von dem Teil wäre er vermutlich die Leiter hinuntergefallen.), obwohl ich den sicherlich in den nächsten dreitausend Jahren nicht wieder anziehen werde. Schlafe eh zurzeit immer nackt! Aber ich hänge nun mal an dem Teil. Viele, sehr, sehr viele tränenreiche Nächte hat er mit mir durchlebt. Oh! Aber hoffentlich kriegt Marc den niemals zu Gesicht. Dann müsste ich wahrscheinlich auswandern und er bräuchte ein neues Zwerchfell.

Jedenfalls ist die KS-Frage immer noch ungeklärt. Habe Marc deshalb ein Ikeaheft zwischen seine Post geschmuggelt. Die Seite mit den Schlafzimmermöbeln habe ich extra aufgeschlagen gelassen. Ich hoffe, er versteht den Wink mit dem Zaunpfahl. Hmm... Leider hat er seit letztem Mittwoch nicht mehr seine Post durchgeschaut. Die stapelt sich nämlich mittlerweile auf der Kommode im Flur. Muss der nicht auch mal seine Rechnungen bezahlen? Komisch! Muss ich bei Gelegenheit mal ganz subtil nachhaken. Da fällt mir ein: Muss ich die jetzt eigentlich mitbezahlen? Äh... keine Ahnung! Wobei Marc inclusive ... äh... quatsch ... all inclusive wäre schon schön. Ich bin doch nur eine schlecht bezahlte Assi, die kurzfristig einen kleinen Karrieresprung gemacht hat - vertrete nämlich seit einer Woche Mehdi auf der Gyn!!!! Ich bin also sozusagen Chefarzt... äh... nein, ich meine eigentlich Stationsleitende Ärztin. Vorübergehend, aber Hauptsache ich bin es. Hmm... muss Papa mal fragen, ob ich für diesen Sonderdienst ein bisschen mehr Gehalt bekomme. Ich meine, wäre schon angebracht oder? Ich leiste da ja sozusagen Schwerstarbeit und damit meine ich jetzt nicht nur Schwester Gaby, die gerade irgendwie ziemlich schräg drauf ist (Die setzt sich neuerdings immer zu mir und Maria an den Tisch in der Cafeteria. Sucht sie etwa Anschluss, weil sie sonst keine Freunde hat? Aber ich will doch gar nicht mit der befreundet sein, nach all dem, was sie mir und Marc angetan hat. Auch auf Station ist sie immer so übertrieben freundlich. Das ist mir schon richtig unheimlich. Sie hat mir sogar das Du wieder angeboten und hat sich tatsächlich entschuldigt für das, was in der Vergangenheit war. Meint sie das wirklich ernst? Ich traue dem Frieden noch nicht. Marc übrigens auch nicht. Und dann fragt sie ständig nach, ob wir Neuigkeiten von Mehdi haben. Was interessiert sie denn der? Ich weiß schon gar nicht, was ich ihr noch sagen soll. Das geht sie ja auch eigentlich gar nichts an. Sagen Marc und Maria auch. Und neulich hat Gaby beim Mittagessen gefragt, ob wir schon Urlaubspläne hätten. Sie hat dann Maria so komisch angefunkelt. Hatte irgendwie etwas Boshaftes im Blick. Ich weiß auch nicht. Seltsam! Aber wir haben doch schon November. Urlaub ist für keinen von uns mehr drin. Papa würde doch sonst im Dreieck springen. Also was soll dann dieses komische Ausgequetsche immer? Maria ist auch schon ziemlich genervt von ihr. Hmm... Ich werd sie mal im Auge behalten. Die führt doch irgendwas im Schilde.), sondern die Tatsache, dass die Berliner Bevölkerungsstatistik gerade einen rasanten Anstieg erlebt. Wowi wird sich freuen. Aber genug davon. .... Ich habe jedenfalls den Ikeakatalog jetzt oben drauf gelegt und ganz dezent meine Wunscheinrichtung (Ein neues Bett wäre ja eigentlich auch nicht schlecht. Wer weiß, mit wie vielen Frauen Marc hier schon in dem alten... Äh.... Nein, ich denke nicht mehr daran. Nie, nie mehr!) mit einem rosa Leuchtstift markiert. Leuchtet sogar im Dunkeln! Hmm.... Müsste er eigentlich heute Morgen gesehen haben? Da fällt mir ein. Der Katalog war ja zugeschlagen, als ich vorhin daran vorbeigegangen bin. Der wird doch nicht etwa...? Marc Meier! Und wo soll ich sonst mit meinen ganzen Sachen hin? Das hat sich der werte Herr Doktor wohl noch nicht überlegt, hä? Warum ist er nicht so ein verständnisvoller Freund wie Mr. Big, der seiner Carrie zur Verlobung einen begehbaren, beleuchteten (!!!!) XXL-Kleiderschrank schenkt? Hmm... Mehdis Zimmer steht doch jetzt leer. Da könnte man doch... Also ist schon eine Überlegung wert oder? Marc, bitte sei mein Mr. Big!

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Lorelei Offline

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07.06.2010 14:33
#583 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Freut mich, dass ihr Spaß habt , obwohl Gretchens Gedanken manchmal schon etwas verwirrend und konfus sind. Aber so ist sie nun mal. Nicht wundern, sie schreibt das natürlich nicht alles in ihr TB, vielmehr vermischen sich ihre Gedankengänge mit ihren Aufzeichnungen. Viel Spaß jetzt mit dem neuen Teil. Heute mal mit musikalischer Untermalung. Ich hoffe, der Link funktioniert, wenn nicht, ich liefere eine Textzeile mit, dann ist das Lied eh im Ohr. Liebe Grüße u. schönen Wochenstart! Eure Lorelei




Upps, da bin ich doch glatt schon wieder mit meinen Gedanken abgeschweift. Passiert mir doch sonst nie. Ich wollte doch eigentlich von meinem Umzug erzählen. Also! Wo war ich? Ach so! Im Prinzip habe ich ja eigentlich schon die ganze Zeit hier bei ihm gewohnt. In den fünf Wochen (Wow! Stelle gerade fest, das wir tatsächlich schon fünf Wochen geschafft haben!? Wahnsinn! Ich bin seit FÜNF WOCHEN glücklich mit Marc Meier vereint.

http://www.youtube.com/watch?v=8QSgNM9yNjo&feature=related

Wenn ich nicht so faul und das Sofa so gemütlich wäre, würde ich es durchaus in Erwägung ziehen, jetzt einen kleinen Freudentanz durch die Wohnung aufzuführen. Bin ja GsD unbeobachtet. Und es läuft gerade ein super Song dafür im Radio... „Love, oh, love, I gotta tell you how I feel about you...“), die wir jetzt schon zusammen sind, war ich, wenn ich mich recht erinnere, nur zwei oder drei Mal nachts nicht bei ihm. Ich kann halt nicht ohne ihn. Er ist das beste Schlafmittel, das ich kenne. Äh... das heißt jetzt nicht, dass er langweilig wäre oder so. Marc Meier doch nicht! Nein, ich kann halt nur in seinen Armen so fantastisch gut schlafen. Das wollte ich damit sagen. Mein Liebesurlaub bei Marc hat sich anfangs noch etwas kompliziert gestaltet, weil Mehdi ja auch noch hier wohnte und wir - also eher ich, denn Marc war das ja eh egal - wollten ihn ja auch nicht verletzen, aber er hat das offensichtlich ganz gut weggesteckt. Ich denke mal, das hängt mit einer ganz bestimmten Ärztin zusammen (also nicht mit mir!), die ihm ganz schön den Kopf verdreht hat. Aber ich freu mich für ihn. Er ist endlich über mich hinweg. Aber ich glaube, das ist noch nicht so ganz bei Marc angekommen. Ich finde es ja eigentlich ganz süß, dass er so eifersüchtig auf ihn ... und alle anderen männlichen Wesen in meiner Umgebung ... ist, aber so langsam ist mal gut damit. Das ist mir jedes Mal ziemlich unangenehm, also Mehdi gegenüber. Denkt er etwa, ein Blick in Mehdis wunderschöne rehbraune Augen und ich werde wieder schwach? Ach Marc, du bist so ein Idiot, aber ein Süßer! Ich habe doch nur Augen für dich. Es herrschte jedenfalls schon eine gewisse Anspannung im Raum, wenn wir alle drei zusammen waren oder ich und Mehdi und Marc kam dann rein. Naja und dann gab es ja mal so eine peinliche Begegnung im Badezimmer, wo ich und er... nackt ... und dann Marc ... aber egal. Mehdi ist jedenfalls letzten Montag bei Marc ausgezogen. Er hat jetzt eine kleine Wohnung ganz in der Nähe der Klinik, in demselben Haus, wo auch Maria Hassmann wohnt (Ob das Zufall oder Absicht war? Muss ich bei Gelegenheit mal nachhaken!). Es ist wirklich schön da, also schön ruhig, familien- und kinderfreundlich und so. Ich bin richtig stolz auf ihn. Mehdi nimmt endlich sein Leben wieder in die Hand und zwar in allen Bereichen. Hihi! Auch wenn die beiden es vielleicht noch nicht öffentlich zugeben, vielleicht haben sie sich das selber auch noch gar nicht eingestanden, keine Ahnung, ich kann ja schlecht in ihre Köpfe schauen, aber ich denke schon, dass die beiden ineinander verliebt sind. Ich konnte sie einen Abend lang beobachten - wir haben Mehdi beim Einzug geholfen - und diese magischen Schwingungen waren eindeutig zu spüren. Und die zwei sind so süß zusammen. Maria hat mir zwar irgendwie verklickern wollen, dass sie immer noch nur eine unverbindliche Affäre führen würden, aber ich habe doch Augen im Kopf. Wie sie ihn angehimmelt hat! So wie ich immer Marc anhimmele! Hach... Ich freu mich so für ihn. Er wirkt auch schon viel glücklicher. Dieser immer währende traurige Blick ist verschwunden, auch wenn er mich anschaut. Und Maria ist so eine tolle Frau, auch wenn sie sich immer so unnahbar gibt. Wir haben uns jetzt auch ein bisschen angefreundet. Gut, die besten Freundinnen werden wir sicherlich nicht werden, dazu sind wir einfach zu verschieden und ich habe ihr ja auch noch nicht verziehen, dass sie mich damals aus dem Flugzeug gestoßen hat, aber ansonsten finde ich sie schon nett. Wenn sie mal aus ihrer Gefriertruhe gestiegen und aufgetaut ist, kann man sich eigentlich ganz gut mit ihr unterhalten. Ich glaube, sie braucht auch mal jemanden zum Reden, v.a. jetzt wo Mehdi nicht da ist. Er hat sich nämlich endlich dazu aufgerafft, auf eigene Faust nach Anna und Lilly zu suchen. Echt mutig von ihm! Und auch richtig! Ich hatte von Anfang an kein gutes Gefühl dabei, dass Marc und er ausgerechnet Detlev ‚Didi’ Soost mit der Suche beauftragt haben. Dieser Vollidiot ist doch tatsächlich Privatdetektiv geworden. Tzz... der hat früher schon viel zu oft „Magnum“ gekuckt. Aber wie Tom Selleck sieht der jetzt nicht aus. Eher wie ... wie hmm... dieser komische dicke Coach oder Tänzer oder was auch immer bei „Popstars“, aber was hat das jetzt damit zu tun? Egal! Wen will der eigentlich mit diesem Job beeindrucken? Das war vielleicht in den Achtzigern cool, aber jetzt? Als ob Frauen darauf abfahren würden, tzz... der hat doch schon früher nie eine abbekommen, weil Marc alle... äh ja. Jedenfalls konnte ich Didi noch nie leiden. Der hat doch früher Marc immer dazu angestachelt, mich noch mehr zu quälen und zu demütigen. Blöder Arsch! Er war neben Marc immer derjenige, der am lautesten gelacht hat, wenn ich wieder einmal in eine ihrer hinterhaltigen Fallen getreten bin. Pff... keinen Gedanken werde ich mehr an diesen Penner verschwenden. ... Also ich finde Mehdis Alleingang jedenfalls sehr mutig. Ich hoffe so sehr, dass er die Maus findet. Ich würde Lilly so gerne wieder in meine Arme schließen. Sie fehlt mir doch auch. Mehdi ist jetzt schon fast eine ganze Woche in Frankfurt. Aber bisher war die Suche leider erfolglos. Ich glaube, er hat zusammen mit Didi schon so um die dreißig Heime im Großraum Frankfurt abgeklappert, aber noch immer kein Hinweis auf Anna. Seit zwei Tagen herrscht jetzt Funkstille. Er hat sich noch nicht wieder gemeldet, auch nicht bei Maria. Ich hoffe mal, das ist kein schlechtes Zeichen.

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Lorelei Offline

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08.06.2010 09:41
#584 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Ich entschuldige mich schon mal im Voraus, dass ich mal wieder ein wenig abgeschweift bin, aber jedes Mal, wenn ich den Text überarbeitet habe, kamen noch ein paar bescheuerte Ideen mehr dazu. Ein Teufelskreis! Viel Spaß! Eure Lorelei




Aber zurück zu unserer Wohnung.... Unsere erste gemeinsame Wohnung! Wie das klingt? Ich kann es noch immer kaum fassen, dass wir hier jetzt tatsächlich zusammenleben werden. Das fühlt sich alles noch so unreal an. Als wäre ich nur zu Besuch bei ihm, obwohl es doch eigentlich durch die ganzen Kisten und Taschen, die quer verstreut überall in der Wohnung herumstehen, offensichtlich ist, dass ich hier gerade eingezogen bin. Der Umzug selbst verlief, wie vermutet, chaotisch, schmerzhaft und tränenreich. Schon komisch bei Peter und Alexis alias Frank hat Mama nicht so einen Aufstand gemacht. Da hatte ich immer das Gefühl gehabt, sie wollte mich irgendwie loswerden, also an den Mann bringen und so. Ich weiß auch nicht, bei Marc ist das jetzt ganz anders. Ob sie immer noch ein Problem mit ihm hat? Oder spürt sie auch, dass das mit uns etwas Großes ist und ist deshalb so wehmütig? Als sie mich zur Begrüßung über eine halbe Stunde lang an ihre Brust gedrückt hat, so als ob ich am nächsten Tag nach Timbuktu auswandern würde, und mich unter dicken Elefantentränen gar nicht mehr loslassen wollte, war ich schon sehr gerührt, aber ich ... also wir ... naja v.a. Marc ... wollte ja auch schnell vorankommen. Ich hatte ihm doch versprochen, dass das alles nur den Vormittag dauern würde und den Rest des Tages hätten wir dann für uns. Aber kaum hatte Mama mich endlich losgelassen, saßen wir auch schon, ohne bisher einen Finger krumm gemacht zu haben, am Mittagstisch, wo sie ein Festtagsgelage veranstaltete, so als ob sie zwei ganze Fußballmannschaften während einer WM verköstigen wollte. Unglaublich! Und alles meine Lieblingsspeisen! Das fand ich schon sehr süß, aber etwas übertrieben war das schon. Wollte sie mir damit zeigen, was ich alles verpassen werde, wenn ich nicht mehr hier wohne, oder wollte sie Marc zeigen, womit er mich glücklich machen kann? Als ob er das nicht wüsste! Hihi! Jedenfalls packten Mama und Papa, während wir zu Mittag aßen, ihre Anekdotenkiste aus und erzählten zu unserem Leidwesen, wie es doch damals, vor dem Krieg, war, als sie zusammen ihre erste gemeinsame Wohnung bezogen hatten. Mama musste natürlich betonen, dass sie da schon verheiratet waren. Marc stöhnte nur leise in sich hinein und drückte meine Hand, die er schon die ganze Zeit gehalten hatte, noch fester. Ich rollte nur mit den Augen, schaute ihn ebenso wehleidig an, wie er mich, und habe gleich auf Durchzug geschaltet. Er wahrscheinlich auch. Während Mama also begeistert davon erzählte, dass sie in den ersten Monaten nur eine kleine Matratze, einen Tisch, zwei Stühle und einen Camping-Kocher als ihr Eigentum nennen konnten, da Geld und Zeit fehlten, um ihre Wohnung gemütlich einzurichten, sie aber trotzdem glücklich miteinander waren, und sie dann auch noch immer anzüglicher wurde, als sie schmunzelnd berichtete, dass die beiden ihre wenige Freizeit außerhalb des Krankenhauses damit verbrachten, mich zu zeugen, und Papa ihr immer wieder mit so einem seltsamen Strahlen in den Augen zunicke, wollte ich am liebsten peinlich berührt im Erdboden versinken. Also wenn sie noch mit der „Der kleine Schuppen an der Spree“-Geschichte gekommen wäre, wäre ich sicherlich schreiend raus gerannt und doch noch nach Timbuktu ausgewandert. Es geht schließlich niemanden etwas an, wo und wie ich gezeugt wurde. Und Marc schon mal gar nicht! Ich will ja auch nicht wissen, auf welchem Trip Elke Fisher damals war, als sie.... Steht wahrscheinlich in Dr. Rogelt Bd. So und soviel. Muss ich Sabine mal fragen! Äh... nein, lieber nicht! Hallo!? Das sind schließlich Dinge, die Kinder von ihren Eltern bzw. potentiellen Schwiegereltern nicht wissen sollten. Ich wusste insgeheim, dass ich Marc nach diesem Tag wahrscheinlich nie wieder freiwillig in dieses Haus kriegen würde. Aber mir ging es da nicht anders, vor allem als Mama dann anfing zu erzählen, dass es fast fünf Jahre gedauert hatte, bis sie endlich schwanger geworden war. Und dann fügte sie auch noch die völlig unnötige Erklärung hinzu, dass das bei allen Wolff Frauen so lange dauern würde. Bei meiner Oma, Gott hab sie selig, hatte es sogar fast zehn Jahre gedauert, bis sie mit meiner Tante Elsa schwanger war. Aber da ich ja eher nach meinem Vater kommen würde und die Haase Frauen sehr gebärfreudige Frauen seien, würde es sicherlich nur noch eine Frage der Zeit sein, bis ich auch..., erklärte Mama mit stolz geschwellter Brust weiter. Ich konnte nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Ich muss adoptiert worden sein. Diese verrückte Frau kann nicht meine Mutter sein, dachte ich. Und ab diesem Moment fühlte ich meine Hand nicht mehr. Marc hatte sie nämlich zerquetscht. Ich habe ihn noch nie so schweigsam erlebt. Aber ich muss zugeben, ich war auch sprachlos. Ich war nur noch dazu fähig, Mama mit meinem Blick Giftpfeile zuzuwerfen, aber das hat sie erst sehr spät verstanden. Sie war ja schon immer blind für die Gefühle und Meinungen ihrer Tochter. Papa war mittlerweile auch sehr ruhig geworden. Ich glaube, der Gedanke, dass er bald Großvater werden könnte, behagte ihm auch nicht sonderlich. Die Betonung lag auf Konjunktiv! Hier war noch überhaupt nichts in Planung. Marc ist noch nicht soweit. Noch lange nicht! Und ich ehrlich gesagt auch nicht, auch wenn ich gerade auf der Gyn arbeite und das Glück der Mütter hautnah mitbekomme. Aber selbst ein Baby zu haben, ich weiß nicht, ob ich dem schon gewachsen wäre, auch wenn es die Krönung unserer großen Liebe wäre. Aber das hat doch alles noch Zeit. Wieso kapierte das meine Mutter nicht? Nur weil sie so jung schwanger geworden war und auch eine junge Oma werden wollte? GGGRRR!!! Das regte mich tierisch auf. Ich hatte schon Angst, Marc würde sich das mit dem Zusammenziehen jetzt doch noch mal anders überlegen. Ich wollte ihm doch keinen Druck machen. Aber meine Mutter hatte ihn mit voller Breitseite erwischt. Auch wenn Marc nichts dazu erwiderte, nicht mal ein flotter, witziger Spruch, wirkte er schon ziemlich angespannt. Ich glaube, er hat gedanklich die Abrechnung vom letzten Monat durchgerechnet. Ich bin währenddessen nämlich den OP-Plan auf der Gyn durchgegangen. Marc starrte jedenfalls die ganze Zeit wie gebannt auf seinen vollen Teller und futterte dann wie ein Scheunendrescher in sich hinein. Er hätte selbst mir Konkurrenz machen können. Ha! Jetzt fällt es mit auf. Es liegt nicht an mir, dass ich ein paar Pfunde zu viel drauf habe. Nein, das liegt einzig und allein an meiner Mutter und ihren Tischgesprächen. Dreißig Jahre gemeinsame Mittag- und Abendessen, zwei Diätcamps, drei erzwungene Reiterferien, fünf Jahre Weight Watchers und achtunddreißig Diätversuche von Brigitte bis FDH habe ich für diese Erkenntnis gebraucht. Deshalb musste ein letzter Nachschlag dann auch bei mir unbedingt sein. Mama hatte schließlich so lecker gekocht. Ein Teufelskreis!


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Lorelei Offline

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08.06.2010 21:46
#585 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na wollt ihr noch einen an diesem gewittrigen Abend? Gut, ich will mal nicht so sein. Hier habt ihr noch mehr aus meiner äh... Gretchens Welt. Lorelei



Mein ach so toller Bruder, der sich auch mal wieder blicken ließ (Wollte der sichergehen, ob ich auch wirklich auszog? Der hatte ja schon beim letzten Mal, also bei Alexis, mit Papa gewettet! Eh! Wehe!), hatte sich gleich verzogen, als er sah, dass wir alle gemütlich und gequält am Mittagstisch beieinander saßen. Hatte mich eh gewundert, warum der schon wieder zu Hause war. Als wir uns dann endlich von meinen Eltern loseisen konnten und die Treppe zu meinem Zimmer hoch sind, wusste ich dann auch warum. Jochen hatte doch tatsächlich alle meine Möbel samt Inhalt auf den Gang raus gestellt (Wie hat der Hänfling das geschafft? Und wieso? Der hat doch hier noch nie einen Finger krumm gemacht und jetzt wollte er uns helfen? Das Wort war doch ein Fremdwort für ihn. Außerdem wie kam er überhaupt auf die Idee, ich würde meine Möbel mitnehmen wollen? Marc hat doch schon alles... außer einem begehbaren Kleiderschrank!) und war gerade dabei mit so einem riesigen Hammerding ein Loch in MEINE Wand zu hauen. Der wollte sich doch tatsächlich MEIN Zimmer unter den Nagel reißen und mit einem Durchbruch sein Zimmer vergrößern! Geht’s noch? Wozu? Jochen wohnte doch auch nicht mehr hier. Der studierte doch Medizin in Köln. Oder hatte ich wieder einmal etwas nicht mitbekommen? Hat der etwa schon wieder sein Studium abgebrochen? Zum dritten Mal in vier Jahren!? Aber nicht mit mir, Freundchen! Ich schrie jedenfalls laut auf, woraufhin er seinen Hammer fallen ließ und damit seinen rechten Fuß traf. Jetzt war es Jochen, der laut aufschrie und humpelnd durch mein Zimmer stolperte und dann nach hinten umkippte, aber meine Wand war gerade noch so gerettet worden. GsD! So ein Idiot! Das würde noch ein Nachspiel haben, dachte ich stinksauer, als ich auf ihn zu lief, ihn am Ohr packte und den wie am Spieß schreienden Bengel vom Boden hochzog. Marc hatte sich währenddessen lässig an den Türrahmen gelehnt, die Arme vor seinem Körper verschränkt und lachte sich schlapp, aber das Lachen sollte ihm bald schon wieder vergehen. Jochen hatte sich nämlich den kleinen Zeh gebrochen, wie ich - ihn weiter zusammenstampfend - bei seiner Erstuntersuchung feststellen musste. Geschah ihm Recht! Was bildete der sich auch ein, mir ungefragt mein Zimmer wegnehmen zu wollen? Vor Schmerzen jaulend saß er jetzt auf meinem Bettgestell und versuchte sich zu erklären. Er bräuchte ein größeres Zimmer, jetzt wo er wieder in Berlin lebte, und da ich anscheinend endlich für immer und ewig ausziehen würde, hat er eben seine Chance gesehen. Ich fand das ja unheimlich süß von meinem kleinen Bruder, dass er dachte, dass das mit mir und Marc für immer halten würde, aber das hier ging dann doch zu weit. Das war schließlich dreißig Jahre lang mein Kinderzimmer, mein kleines Reich, mein Rückzugsort. Das würde ich nicht so schnell aufgeben. Und schon gar nicht für meinen Bruder. Äh... Was heißt hier eigentlich, er lebt jetzt wieder in Berlin, fiel mir plötzlich auf. Und so stammelte Jochen weiter unter Schmerzen, die sein Fuß und mein drohender Blick bei ihm hervorriefen. Er habe letzten Monat die Uni gewechselt. Köln sei irgendwie uncool, die Seminare scheiße und es gäbe nicht genügend Praktikantenstellen an der Uniklinik. ... Komisch, bei mir damals lief das eigentlich alles immer ganz gut. Hmm... Deshalb habe er sich hier an der HU beworben und er sei im Nachrückverfahren tatsächlich genommen worden. Also das machte mich dann doch stutzig. Bei den schlechten Noten! Hmm... da hat doch bestimmt Papa seine Finger im Spiel. Klar, das ist es! Jochen erhofft sich, dass Papa ihn schon irgendwie durchs Studium lotst, weil er es in Köln allein nicht schaffen würde. GGGRRR!!! Dieser Schleimer! Das ist wieder so typisch mein Bruder. Hoffentlich ist es ein komplizierter Bruch und er hat höllische Schmerzen, wünschte ich ihm. Marc ist dann widerwillig mit ihm ins EKH gefahren.

Na toll, jetzt blieb der Umzug wieder allein an mir hängen. Das konnte ja noch heiter werden...

Lorelei Offline

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09.06.2010 10:42
#586 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey ihr Lieben! Ich wage heute mal wieder einen Blick in die Vergangenheit. Bin gespannt, was ihr davon haltet. Aber Warnung: Angesichts der schweißtreibenden Temperaturen heute lieber im Sitzen genießen! Zwerchfellschaden möglich! Ist etwas skurril geworden, aber nicht dass ihr denkt, die Lorelei ist jetzt völlig durchgeknallt, nein, ich wollte nur auf amüsante Weise etwas über die zauberhafte Geschwisterbeziehung der Haasen-Kinder berichten. Viel Spaß! Und liebe Grüße aus dem Saunaofen Sachsen! Eure Lorelei



Da Jochen mein ehemaliges Kinderzimmer ungefragt fast komplett ausgeräumt hatte - nur das Metallgestell meines Prinzessinnenbettes stand noch drin -, konnte ich mir einen besseren Überblick verschaffen. Müsste ihm im Nachhinein sogar dankbar dafür sein, so konnte ich mir nämlich genau überlegen, was ich noch alles mitnehmen wollte in mein neues Königreich. Aber es war schon komisch, sein eigenes Kinderzimmer so leer zu sehen. Es war doch größer, als ich immer gedacht hatte, stellte ich überrascht fest, als ich mich in dem mit dunkelblauem Teppich ausgelegten und mit dekorativer Taubenmotivtapete ausgestatteten rosa Zimmer wehmütig umschaute. Warum hatte ich mich eigentlich damals für Tauben entschieden? fragte ich mich in diesem Moment peinlich berührt. Hmm... Pferde waren gerade aus gewesen, glaubte ich mich zu erinnern. Aber eine Pferdetapete konnte ja jede haben und hatte auch jede aus meiner Klasse! Aber ich war ja schon immer anders als die anderen. Eine Alternative wären noch Zwergkaninchen gewesen, aber das wäre dann wohl zu viel des Guten gewesen. Haasenzahn mit Hasen an den Wänden! Meine Mitschüler hätten sich doch nicht mehr eingekriegt vor Lachen, wenn sie mich mal besucht hätten. (Haben sie aber nicht!) Meine Schulzeit wäre die Hölle geworden. Und da ich eh einen Vogel hatte, genauer gesagt einen Kanarienvogel, den ich in der sechsten Klasse von Papa geschenkt bekommen hatte, weil ich immer so traurig war, passten Tauben doch ganz gut. Der Vogel sollte mich ein wenig über meine unerwiderte Liebe zu einem ganz bestimmten Jungen aus der achten Klasse hinwegtrösten, der mich immer gequält und gedemütigt hat, anstatt mir zu sagen, dass er mich eigentlich doch ganz gut fand. Das war so süß von meinem Papa. Es fiel ihm wohl schwer zu akzeptieren, dass ich so langsam erwachsen wurde und mir mittlerweile andere Jungs, und einer ganz besonders, im Kopf herumspuckten. Er sah halt immer noch das kleine unschuldige Mädchen in mir, das er vor allen Gefahren der Welt beschützen musste. Ich habe meinen Kanarienvogel trotzdem Marc genannt, was ich dem echten aus guten Gründen niemals erzählen werde. Dieses Geheimnis nehme ich mit in mein Grab! Das ist schon mal sicher. Aber er hat mir wenigstens zugehört, wenn ich über seinen Namensvetter geschwärmt habe und gab keine Widerworte und Moralpredigten ab wie meine Eltern, die immer versucht haben, mir meine alberne Schwärmerei auszureden. Marc ist aber leider schon nach drei Monaten trotz intensiver Pflege durch Haasenzahn eingegangen. Ich habe lange gebraucht, um darüber hinwegzukommen. Ich gab mir die Schuld, mich nicht gut genug um ihn gekümmert zu haben. Selbst der kleine sechsjährige Jochen hat versucht, mich zu trösten. Er hat mir einen Ersatz-Marc geschenkt. Ein großes Taubenkuscheltier, das er auf den weißen Käfig gesetzt hat, den ich als Erinnerung an Marc immer noch in meinem Zimmer stehen hatte. Das fand ich so süß von Jochen. In dieser schweren Zeit haben wir beide uns richtig gut verstanden. Ich konnte ihn ja eigentlich noch nie sonderlich leiden. Er war ein Junge, ein kleines Baby eigentlich noch, ein hässliches muss ich dazu sagen. Ich konnte nicht wirklich etwas mit ihm anfangen. Er war halb so alt wie ich, schrie die ganze Zeit, war hyperaktiv, hatte ADS und nervte ohne Ende. Aber in der Zeit, als mein Marc starb, mochte ich ihn schon irgendwie ein bisschen. Er war so lieb zu mir, gab mir sogar die roten Gummibärchen aus der Haribotüte ab, die ich doch so gerne aß, teilte mit mir sein Nutellabrötchen und er kuschelte sich beim Sandmännchenkucken immer an mich. Das hatte er vorher noch nie getan. Und nur von mir wollte er seine Gute-Nacht-Geschichte hören. Ich habe gedacht, vielleicht ist er jetzt doch endlich in die Entwicklungsphase gekommen, in der sich entscheidet, ob ein Junge ein Vollidiot oder doch ein menschliches Wesen mit echten Gefühlen wird. Aber ich habe mich getäuscht. Ich habe nämlich Monate später durch Zufall erfahren, dass es wohl sein schlechtes Gewissen gewesen war, das ihn zu dieser positiven Verhaltensänderung bewegt hatte. Jochen hatte Marc umgebracht! Als meine Mutter und ich für vier Wochen in diesem blöden Diätcamp waren, weil Mama dachte, ich hätte mal wieder eine Typveränderung nötig, da sollte er sich um meinen Marc kümmern. Und dieser barbarische, tierquälerische Vollidiot hat ihn gemästet, weil er wissen wollte, wie es aussieht, wen jemand platzt, weil mir das ja auch irgendwann mal drohen würde, wie Papa immer sagte, wenn ich zu viel gegessen hatte, gestand er mir in seiner kindlich doofen Art. Ich raste vor Wut und hätte ihn am liebsten im nächsten Kinderheim abgegeben mit dem Hinweis, „umstandshalber abzugeben“ und „Rücksendung unerwünscht“. Jochen hatte noch zwei Tage, bevor wir aus unserem missglückten Diäturlaub wiederkamen - ich hatte aus Sehnsucht nach meinen Marcs drei Kilo zugenommen, aber das ist eine andere Geschichte -, mit Papa einen neuen Marc besorgt. Mir ist auch anfangs nichts aufgefallen, nur dass er immer so komisch gezwitschert hat, wenn ich anfing von meinem heiß geliebten Marc Meier zu erzählen. Mein alter Marc hätte nie einen doofen Kommentar abgegeben. Eine Woche später war auch der neue Marc tot. Ich habe wirklich eine Zeitlang gedacht, ich hätte ihn totgequatscht. Vielleicht herrschte ja doch ein Fluch auf meiner Liebe zu Marc Meier? dachte ich verzweifelt. Wenn Jochen bei seiner Schuleinführung bei seinen neuen Klassenkameraden nicht damit angegeben hätte, wie er meinen Vogel gequält hatte, hätte ich die Wahrheit sicherlich nie erfahren. Ich habe den dummen Jungen dann an den Ohren über den ganzen Schulhof gezogen und habe ihn verbal fertig gemacht, bis er wie ein kleines Mädchen in Tränen ausgebrochen und weggerannt ist. Seine Mitschüler haben alles mit angesehen und haben sich totgelacht. Jochen hatte dann einen schweren Stand in der Grundschule. Naja ist halt nicht so cool, wenn einen seine große dicke Schwester mit Hornbrille und Zahnspange vor aller Augen zur Schnecke macht. Von meinen Eltern (Papa hatte von Jochens frühkindlicher Forschungsstudie an meinem Vogel nichts gewusst!) hat er drei Monate Hausarrest aufgebrummt bekommen, genauso lange wie mein Marc bei mir gelebt hatte, und ich bekam den Inhalt seiner Zuckertüte zugesprochen. Nichts hätte mich besser trösten können als das. Seit diesem Tag herrschte jedenfalls Krieg zwischen uns. Aber das war ja auch verständlich. Niemand nimmt mir meinen Marc weg! Und da brauchte er auch nicht mit so einer dicken Taube kommen. Wir haben uns dann irgendwann nach ein paar Jahren Kriegshandlungen wieder eingekriegt. Mit dem Alter kommt schließlich auch die Weisheit. Selbst bei ihm! Er war halt ein kleiner dummer Junge damals. Gut, das ist er auch heute noch die meiste Zeit, aber ich liebe ihn trotzdem. Er ist halt mein Bruder. Umtausch ausgeschlossen!

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Lorelei Offline

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10.06.2010 10:09
#587 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ohne große Vorrede geht es weiter! Viel Spaß und genießt das tolle Wetter! LG Lorelei



Schon komisch, woran man sich erinnert, wenn der Abschied naht. Dabei war das doch kein Abschied für immer. Ich zog doch nur ans andere Ende der Stadt und nicht nach Timbuktu. Aber trotzdem empfand ich diesen stillen Moment in meinem leeren Kinderzimmer, so als ob eine Phase meines Lebens zu Ende gegangen war. Und das war sie in der Tat. Ich bin jetzt dreißig und es wurde höchste Zeit, dass ich endlich das wohlig warme Nest verlasse und mein eigenes Leben lebe. Ich würde mit dem Mann zusammenziehen, den ich seit zwanzig Jahren abgöttisch liebe und mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte. Der Mann, dem ich schon mit elf restlos verfallen war. Schon verrückt oder? Ich weiß nicht, wie lange ich dort in meinem Zimmer gestanden habe, aber irgendwann spürte ich plötzlich die starke Hand meines Vaters auf meiner Schulter. Ich drehte mich mit Tränen in den Augen langsam zu ihm um und blickte ihn liebevoll an. Ich merkte, dass auch er bewegt war. Ich glaube, es fiel ihm schwer, mich endgültig ziehen zu lassen und in die Hände von Marc Meier zu geben, ausgerechnet dem Jungen, der mich und damit auch meinen Vater in meiner Teenagerzeit terrorisiert hatte. Papa wusste ja nur allzu gut, wie sehr ich manchmal wegen ihm gelitten habe. Riesige Regentonnen habe ich damals voll geheult, aber damit war wenigstens unser schöner Garten in trockenen Sommern gerettet. Aber seitdem ich und Marc so richtig zusammen sind, hat er noch kein böses Wort gegen ihn gesagt (außer vielleicht die eine Moralpredigt im EKH, als er uns inflagranti in Marcs Büro erwischt hat). Ich glaube ja, Papa hat auch Marcs menschliche Seite wahrgenommen wie ich. Wahrscheinlich hat er ihn deshalb zu mir nach Rügen geschickt. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass er ihn endlich als Mann an meiner Seite akzeptiert und das macht mich glücklich. Und seitdem Marc ihm offen und ehrlich gestanden hat, wie sehr er mich liebt und wie ernst er es mit unserer Beziehung meint, hat er ihn auch ganz in sein Herz geschlossen. Ich finde das großartig. Ich könnte schon wieder heulen, wenn ich daran zurückdenke. Papa und ich haben uns eine Weile lang stumm in die Augen geschaut, dann hat er mich plötzlich an sich gedrückt, mir kurz über den Rücken gestrichen und dann etwas peinlich berührt wieder losgelassen. Ich glaube, er hatte wässrige Augen. Papa hat sich dann schnell umgedreht und deutete mit dem Finger auf den Flur. Ich folgte ihm hinaus. Während er dann laut über Jochen schimpfte, der immer noch mit Marc im EKH war, habe ich schnell meine restlichen Sachen, die noch in meinem Kleiderschrank und der Kommode waren, eingepackt und Dekoartikel, Bücher und anderen Krimskrams, den ich unbedingt zu Marc mitnehmen wollte, in Kisten eingeräumt. Und dann habe ich mit Papas Hilfe meine Möbel wieder in mein Zimmer zurückgeschleppt, wo sie auch hingehörten. Tzz... Ich gebe doch mein Zimmer nicht kampflos an meinen kleinen Bruder ab. Niemals! Papa war außer sich gewesen, dass Jochen so einen Alleingang gewagt hatte. Ich will gar nicht wissen, was für eine Standpauke den noch erwartet hat. Sein kleines Mädchen brauchte doch ein Zimmer in ihrem Elternhaus, wenn es mal zu Besuch kam, sagte er mit belegter Stimme, als er mir über meine blonde Mähne strich. Das fand ich so süß von ihm. Ich habe ihn gleich noch einmal umarmt. Und ich glaube, er hatte auch diesmal wieder Tränen in den Augen. Ich übrigens auch! Mein Papa! Außen hart, aber weicher Kern! Hach... Wie mein Marc! Aber mein Vater hatte ja auch Recht. Auch wenn ich jetzt bei Marc wohne, mein altes Kinderzimmer war und ist doch noch immer mein Zuhause. Und das wird es auch immer bleiben.

Es herrschte jedenfalls eine ziemlich sentimentale Stimmung, als Marc plötzlich wieder im Raum stand. Peinlich berührt löste sich mein Vater von mir, nickte Marc kurz zu und verließ mein Zimmer. Gott sei Dank ließ uns meine Familie dann allein, weil Mama noch in der Küche zu werkeln hatte, Essensreste einfrieren und so, Jochen mit Gipszeh auf dem Sofa lümmelte und die Glotze anbetete, aber nicht lange, denn Papa hatte ja noch ein Hühnchen mit diesem Spezi zu rupfen. Geschah ihm recht! Marc und ich reagierten aber nicht weiter auf die Schimpftirade, die von unten zu uns hoch dröhnte. Wir knutschten erst mal ausgiebig, weil wir uns so lange nicht gesehen hatten, und widmeten uns dann irgendwann auch mal meinen Umzugskisten. Das, was ich noch alles mit zu Marc nehmen wollte, hatte ich ja bereits mit Papa im Flur gestapelt. Marc stöhnte sofort genervt, als er den Berg an unnützem Kram sah. Das war sein Wortlaut! Aber Frau besitzt nun mal viele Dinge, die sie glücklich machen, gab ich schnippisch zurück, woraufhin er erwiderte, dass er eigentlich dachte, er allein genügte, um mich glücklich zu machen. Ist dieser Mann nicht süß, dachte ich verzückt, drückte ihm spontan einen kleinen Schmatzer auf seinen Mund und dann den ersten Karton in seine Hände. Ich schnappte mir auch einen, grinste den völlig überrumpelten Mann frech an und stiefelte dann zuerst die Treppe hinunter, natürlich schön lasziv und mit Hüften und Po wackelnd, damit er auch dazu animiert wurde, mir zu folgen, was er dann auch ohne Murren tat. Hach... Marc Meier ist so leicht zu manipulieren!

Die Kisten, Koffer und Taschen waren schnell in Papas und Marcs Wagen verstaut. Erschöpft fielen wir schließlich auf mein rosabezogenes Prinzessinnenbett und starrten in den Sternenhimmel an meiner Zimmerdecke...

Lorelei Offline

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11.06.2010 09:42
#588 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Na habt ihr noch Spaß? Ich schon! Ich konnte es mal wieder nicht lassen, ein Martchen-Dialog musste in Gretchens Erzählungen noch mit rein. Ich hoffe, er ist wie immer nach eurem Geschmack!? Dankeschön auch noch mal an meine fleißigen Kommibienchen und liebe Grüße auch an meine stillen Leser! Fühlt euch gedrückt! Eure Lorelei



Eine Weile lagen wir einfach nur so Händchen haltend und schweigend nebeneinander, bis sich Marc plötzlich zu mir auf die Seite drehte, mit seiner rechten Hand sanft über meine Wange strich, dort verharrte und mich mit diesem verliebten Hundeblick ansah, bei dem ich immer sofort Herzklopfen bekam. Mein fürsorglicher Freund hatte wohl gemerkt, dass ich ein bisschen wehmütig und traurig war. Hach... Mein Marcischnuckiputzi kennt mich schon in und auswendig! ... *Schmacht* ... Dann begann er zögerlich zu sprechen...

M: Und? Bereust du’s schon?

Ich robbte ein bisschen näher an ihn heran und lag nun ebenfalls auf der Seite. Mit einer Hand stützte ich meinen Kopf, die andere legte ich an seine Hüfte und schaute ihn mit großen Augen an...

G: Was? Dass ich meinen blöden kleinen Bruder daran gehindert habe, sich MEIN Zimmer unter den Nagel zu reißen?
M (lacht): Nein! Das nicht. Wobei das schon eine coole Aktion war, wie er da erst wie ein Flummi auf und ab geditscht ist und dann wie ein nasser Sack zu Boden gefallen ist und vor Schmerzen geflennt hat wie ein kleines Mädchen. Ging im Krankenhaus übrigens genauso weiter. Und der will wirklich Arzt werden? Oh Gott, die armen Patienten! Naja, man merkt, dass ihr verwandt seid.
G (empört): Eh!

Ich stupste ihn kräftig in die Seite, was ihn aber nicht sonderlich beeindruckte, denn er sprach ungehindert weiter, wenn auch etwas ernster...

M: Ich meinte eigentlich das hier alles! Also dass du dein altes rosa Leben hier zurücklässt.

Wie süß! Worüber er sich alles Gedanken macht? Hach...Schmacht...Träum...

G (grinst): Na du hast mir doch verboten, irgendetwas, das auch nur ansatzweise rosa aussieht, mit in deine... äh... UNSERE Wohnung mitzunehmen.
M (grinst ebenfalls): Hey! Nicht frech werden ja! Rosa passt nun mal nicht in mein Designerluxusappartement. Mein Architekt würde sich doch im Grabe umdrehen, wenn er schon tot wäre, wenn er so einen Stilbruch bei mir sehen würde. Weißt du doch.

Meine Augen formten sich zu kleinen Schlitzen und ich hob meine Hand von seinem Hintern, wo sie eigentlich gerne noch etwas länger verharrt hätte, und zeigte nun mit ausgestrecktem Zeigefinger auf ihn...

G: Das sagt gerade der Richtige. Trägst du nicht auch manchmal rosa Shirts?
M (räuspert sich u. kratzt sich verlegen am Kopf): Äh... da... da musst du dich verkuckt haben.
G (grinse wissend): Natürlich!

Ha! Ich hatte ihn! Er besitzt nämlich eine ganze Schublade mit den Dingern! Habe ich entdeckt, als ich in seiner Kommode nach Stauraum für meine Klamotten gesucht habe. Die oberste Schublade habe ich feierlich zu meiner eigenen erklärt, in der zweiten liegen seine Ohnmachtsanfälle auslösenden, sexy, eng anliegenden, schwarzen Calvin-Klein-Boxershorts (Hach... Schmacht!!!), in der dritten seine blauen Poloshirts und in der untersten seine rosa T-Shirt-Kollektion. Er hat anscheinend versucht, sie darin zu verstecken, denn oben drauf lagen seine schwarzen Fünfzehn-Jahre-Rock-am-Ring-und-Park-Gedächtnis-Metallica-Schmuddel-Shirts und sein äh... MEIN süßes M-Shirt. (Dieses hat natürlich sofort seinen Weg in meine oberste Schublade gesucht und gefunden!) Hihi! Leugnen ist nicht, mein Lieber. Ich finde alles heraus. Merk dir das! Marc beschloss aber peinlich berührt das Thema schnell wieder zu wechseln....

M: Äh... ja! Also was ist nun? Bereust du’s schon?

Ich strich sanft mit meiner Hand seinen Arm hoch und verharrte dann an seiner Wange. Er verlagerte seinen Kopf ein wenig. So konnte ich noch besser in seine sanften grünen Augen schauen, die mich wieder einmal in ihren Bann zogen...

G: Keine Sekunde! Ich bereue nichts, um es mit den Worten von Edith Piaf zu sagen. Und nach dem Mittagessen mit meiner Mutter erst recht nicht.

Ich lächelte ihn verschmitzt an, was er mit diesem strahlenden, ansteckenden Lachen erwiderte, das ich so sehr an ihm liebe und an dem ich mich nicht satt sehen kann, weil dann seine süßen Grübchen immer so schön zur Geltung kommen. Hach...

M: Ach?
G (verträumt): Ich freue mich auf uns.
M (streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht u. lächelt ebenso verträumt): Uns, hmm?

UUUUUUUUNNNNNNNNNNSSSSSSSSSSSS!!!!!! Hätte nie gedacht, dass Marc und ich mal ein UNS sein würden. Was wohl unsere ehemaligen Klassenkameraden dazu sagen würden, wenn sie erführen, dass der coolste und begehrteste Junge unsere Schule jetzt mit seinem ewigen Quälgeist, also seinem Opfer-Haasenzahn, zusammen ist? Es gab doch keinen, der sich nicht darüber lustig gemacht hat, dass ich ihm jahrelang vergeblich hinterher gelaufen bin und mir fast alles von ihm gefallen lassen habe, ohne Hoffnung, jemals mit ihm glücklich zu werden. Aber ich habe trotzdem nie aufgegeben. Ich meine, er hat mir ja auch Signale gesendet. Gut, die waren so winzig klein, dass nicht mal Hubble sie entdeckt hätte. Ich war anscheinend die Einzige, die sie wahrgenommen hat, Marc wahrscheinlich selbst nicht, aber heute kann er mir nichts mehr vormachen, dass er damals nicht schon in mich... Was die alle wohl jetzt denken würden? Hmm... würde wahrscheinlich eh keiner glauben, dass das unscheinbare dicke Vierauge von damals tatsächlich den Hauptpreis abbekommen hat. Hmm...Susanne hätte es ja auch nicht geglaubt, wenn ich ihr nicht von der angeblichen Hochzeit erzählt und Marc nicht dazu überredet hätte, mich zu küssen. Hach... das war vielleicht ein Kuss! Wahnsinn! .... Äh... ich schweife schon wieder ab. Wo war ich? Ach ja! ... UNS! Das ist so ein tolles Gefühl. Auch wenn mein Schatz evolutionsbedingt immer einen auf harten Kerl machen muss, in diesem Moment war auch er ganz weich. Nicht minder verträumt wie ich auch würde ich sagen. Und ich spürte einmal mehr, wie sehr er mich liebt und wie sehr er das mit uns will. Warum konnte er nicht früher schon so sein, wie er jetzt ist? dachte ich. Wie viel Zeit haben wir mit unseren unnötigen Zankereien, Sticheleien, Fettnäpfen, Streichen und Verletzungen vergeudet? Zeit, die unbedingt nachgeholt werden muss. Deshalb drehte ich ihn auf den Rücken und legte mich auf seinen Bauch, nahm seine Hände in meine und verschränkte meine Finger mit seinen. Dann schaute ich ihn mehr als verliebt an. Er erwiderte meinen Blick und lächelte verträumt...

G (gerate ins Schwärmen): Ja, uns! Unser neues Leben. Unser gemeinsames Zuhause.

Ich hätte erwartet, dass jetzt wieder irgendein blöder Machospruch von ihm käme, aber nichts dergleichen geschah. Stattdessen verschränkte er seine Arme hinter meinem Rücken und drückte mich noch fester an seine starke Brust und schaute mich so eindringlich an, dass ich in seinen grünen Augen zu ertrinken drohte...

M: Klingt gut oder?
G (verträumt): Das klingt zauberhaft.

Ich geriet mal wieder ins Träumen, wie so oft in Marcs Gegenwart, v.a. wenn er seine von ihm immer strikt geleugneten sanften Phasen hatte, und nahm so gar nicht richtig wahr, wie er mich langsam zur Seite drehte und sich dann aufrichtete. Erst als er mir seinen knackigen Hintern entgegenstreckte, weil er unter mein Bett kuckte, merkte ich, dass hier etwas nicht stimmte. Ich richtete mich ebenfalls auf und rutschte zu ihm an die Bettkante, von wo aus ich fassungslos beobachtete, wie Marc meine große geheime Schatzkiste unter dem Bett hervorzog, welche mein gesamtes Leben beinhaltete (Marcs inklusive!). Woher wusste er davon? Und warum hatte ich die Kiste vorhin nicht mit Papa zusammen auf den Dachboden in Sicherheit gebracht? Hmm... weil ich sie nun mal seit zwanzig Jahren genau an diesem Platz aufbewahrt habe. Sie gehörte zum Inventar meines Zimmers wie meine Pferdeposter, die Taubentapete, „Marcs“ Käfig oder wie mein hübsches Nachtschränkchen, das die Form eines Pferdekopfes hatte. Verdutzt starrte ich in das über beide Backen grinsende Gesicht meines Machomannes, der auf die mit meinen Lieblingspop- und -filmstars beklebten und mit fünf Schlössern vor den neugierigen Blicken meiner Mutter ... und Marc ... gesicherten Kiste deutete...

Lorelei Offline

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12.06.2010 09:37
#589 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen! Glaubt ihr wirklich, Gretchen würde ihm ihre Tagebücher so einfach zeigen? Da kennt ihr sie aber schlecht! Trotzdem werden so einige Geheimnisse gelüftet, also zumindest für uns! Viel Spaß jetzt mit dem nächsten Teil aus Gretchens Traumreich. Ich wünsche allen meinen Kommentatoren und Lesern ein wunderschönes sonniges WM-Wochenende. Eure Lorelei




M (grinst): Und deine große Zauberkiste hier, die willst du nicht mitnehmen?

Damit er spioniert und dann über meine albernen kindlichen Schwärmereien über den sexiest, coolsten und gemeinsten Schuljungen lacht? Niemals! Könnte ihm doch nie wieder unter die Augen treten. Und das wäre echt schade! Musste also ganz dringend unbemerkt kontrollieren, ob die Schlösser noch sicher waren. Ich warf einen kurzen Blick auf mein unknackbares Sicherungssystem. GsD! Sie waren noch unberührt. Die Sicherheitsvorkehrungen, die ich, nachdem Jochen mal das eine Schloss geknackt und in einem der Bücher gelesen und dabei fast einen Zwerchfellbruch erlitten hatte, installiert hatte, waren alle noch intakt. Wieder etwas beruhigt nahm ich seine Hand von meiner Truhe und schob dieselbige mit meinen letzten Kraftreserven wieder unter mein Bett. Dann legte ich meinen Arm um Marcs Taille und meinen Kopf an seine Schulter...

G: Nein, das ist mein altes Leben.

Und das war es ja auch. Wozu träumen, wenn ich das Original jetzt neben mir sitzen habe?

M (schaut mich überrascht an): Ach? Heißt das, du hörst jetzt auch mit deiner albernen Tagebuchschreiberei auf?

Wieso albern? Irgendwem musste ich ja meine tiefsten Sehnsüchte und Geheimnisse anvertrauen. Aber woher wusste er überhaupt, dass darin alle meine Tagebücher lagen und all die anderen Dinge, die mich in all den Jahren der Trennung an ihn erinnert haben? Angefangen mit der nicht aufgehängten Suchanzeige nach einem süßen etwa dreizehnjährigen Jungen, den ich am 3.8.1989 auf einem Spielplatz in Mitte kennen und lieben gelernt habe; dann die alberne riesengroße weißumrahmte Paris-Hilton-Sonnenbrille, die ich wegen meiner Bindehautentzündung an meinem ersten Schultag am Gymnasium tragen musste, als ich David Hasselhoff in jung hinter der Hecke am Schulspielplatz wieder getroffen habe; ein Duplopapier, das ich dank Origami zu einem Schmetterling gefaltet hatte, damit ich mich an die Millionen Schmetterlinge erinnere, die ich in meinem Bauch gespürt habe, als ich Marc Meier auf dem Schulhof reanimiert habe; den Geldschein, den er mir zugesteckt hat, als ich vor seiner Haustür gestanden und mich nicht getraut habe, ihn ins Kino einzuladen und er mich dann für eine Zeugin Jehovas gehalten hat, weil ich vor Aufregung nichts sagen konnte; der peinliche Bravo-Leserbrief, in dem ich mir mein erstes Mal mit Marc im Heu vorgestellt habe; das Handtuch, das ich mir um meinen Körper gewickelt habe, nachdem Marc und seine Fußballclique die Mädchenumkleide gesprengt haben und er mich gesehen hat, wie Gott und die Schokoladenindustrie mich geschaffen hatten; der Eislöffel, den ich abgeschleckt habe, als Marc in unseren Garten gestürmt kam und mir meinen ersten Kuss gegeben hat; das rote Kleid, das ich auf seinem Abiball getragen habe, als er mich so plötzlich und völlig unerwartet zum Tanzen aufgefordert hat und ich zum ersten Mal in seinen Armen lag, wenn auch nur für ein paar Sekunden; der Golfball, mit dem ich Marc niedergestreckt habe, als ich von meiner Mutter gezwungen worden war, mit Grabsch-Günni zu golfen; die Haarspange, die Marc mir aus den Haaren gezogen hat, bevor wir uns im EKH nach vierzehn Jahren Trennung zum ersten Mal so richtig wild und zügellos geküsst haben... Hach... Ich könnte noch tausend andere Dinge aufzählen, z.B. die ganzen Geburtstagsgeschenke, die auf unserem Dachboden noch auf ihren Empfänger warten oder die Hausaufgaben, die ich für ihn gemacht habe, aber ihm nie zurückgegeben habe, weil er mich mal wieder geärgert hatte... Oh Gott! Wie verrückt war ich eigentlich nach diesem gemeinen Kerl? Ich glaube, es ist doch besser, er weiß nichts von alledem. Ich habe schon seine selbstgefälligen Sprüche im Ohr... Aber dass er von meiner TB-Kiste wusste, machte mich dann schon stutzig. Er hatte doch spioniert oder? Neulich, als wir zum Abendessen bei meinen Eltern hier waren und er mich am nächsten Morgen heimtückisch unter der Dusche verführt hat. Das war ein Ablenkungsmanöver! Klar! Aber was für eins! Wie er mich gegen die Duschwand gedrückt hat und... Äh... nicht daran denken, Gretchen, sonst wird dir wieder warm! Toll, mir war eh schon warm, weil er so nah neben mir saß, sich wie ein verschmuster Kuschelbär an mich schmiegte und weil er von meinem geheimen TB-Versteck wusste...

G (irritiert): Äh... Woher weißt du eigentlich, dass da meine Tagebücher drin sind? Hast du etwa...?
M (schüttelt grinsend den Kopf): Nein, ist doch gut gesichert mit deinen tausend Schlössern und der Bombendrohung.
G (drohe selbstbewusst mit dem Zeigefinger): Eh! Ich will ja nur nicht, dass da jemand rangeht.
M: Jemand wie ich?
G: Jemand wie meine Mutter!
M (lacht): Ach? Also ich dürfte dann schon...?

Das hätte er wohl gerne!

G (blicke ihn verschwörerisch an): Vielleicht... äh... wenn wir dann irgendwann Goldene Hochzeit feiern oder so, aber auch nur dann... eventuell.

Ein bisschen Zappeln lasse ich ihn schon. Warum soll ich ihm meine Tagebücher geben, wenn er nicht mal offen zugeben kann, dass er schon damals unsterblich in mich verknallt war? Ich denke ja nicht mal daran. Außerdem hatten wir ja als Tauschgeschäft abgemacht, dass ich erst meine fehlenden 44 Liebesbriefe von ihm bekomme. Also!

M (funkelt mich böse an): Hey! Jetzt kommst du mir auch schon so wie deine Mutter vorhin.
G (grinse ihn provozierend an): Sie hat halt Angst um ihre guten Gene.
M: Wenn schon, dann habe ich die guten Gene.

Ja, das hat er in der Tat! Hach... ich will hundert kleine Marc Juniors.

G (grinse noch mehr): Ich kenne deine Mutter.
M (stöhnt): Eh! Jeder hat ein schwarzes Schaf in der Familie.
G: Ach? Und wer wäre das dann bei meiner Familie?

Jochen! Hmm... oder Papa? Er hatte ja drei Affären. Eine mit Marcs Mutter! Äh... ganz, ganz blöder Gedanke! Hmm... Mama hatte aber auch eine, eine, die ihr auch noch die Rentenkasse geklaut hat. Hmm... Nee, doch Jochen! Er hat Marc umgebracht und wollte sich hinterlistig mein Zimmer erschleichen. ... Aber hey! Wieso kuckte Marc mich eigentlich so komisch an? Ey, der dachte doch jetzt nicht etwa...? Marc Meier!

M (mustert mich kurz, grinst u. verschränkt dann gleichgültig die Arme): Äh... ich sag mal nix dazu.
G (verschränke beleidigt meine Arme): Eh!

Hatte er tatsächlich mich gemeint? Nein oder? GGGRRR!!! Was konnte ich denn dafür, dass ich immer die schwarzen Schafe anzog... Peter, Alexis äh... Frank... Mehdi ist ja eher ein Lämmchen. Wie ich! Hihi! Und Marc? Hmm... Der Wolf, der die Lämmer reißt. ... Während ich mir schon wieder die abstrusesten Gedanken machte, schaute sich Marc naserümpfend in meinem frisch wieder eingeräumten Zimmer um...

M: Is eigentlich doch ganz nett ... äh... gemütlich hier, wenn ich so recht überlege.

Hä? Meinte er das jetzt ernst oder war das wieder ironisch gemeint? Musste ausgetestet werden. Deshalb krabbelte ich wieder hinter ihn, schlang meine Arme um seine Taille, legte meinen Kopf auf seine Schulter und hauchte ihm dann zärtlich ins Ohr....

G: Wir können auch hier einziehen, wenn du willst? Jochen hat den Hammer stehen gelassen. Wir könnten ja jetzt sein Zimmer einnehmen. Und Mama würde sich sicherlich auch freuen, wenn sie Familienzuwachs bekäme.
M (blickt mich leicht panisch bis ängstlich an): Äh... lieber nicht! Tägliche Mästereien und unsinnige Beziehungstipps müssen nun wirklich nicht sein.

Hach ja... Da hatte er Recht. Das war auch so ein Grund, warum ich hier endlich raus wollte.

G (grinst): Eben!
M (quengelt erst u. grinst mich dann eindeutig anzüglich an): Na was is jetzt? Wollen wir mal los? Ich hätte da nämlich noch so eine Idee, wie wir den Rest des Nachmittags gestalten könnten.

Juhu! Ich auch! Äh... Aber die Bestätigung wollte ich ihm aus taktischen Gründen ... noch ... nicht geben! Sein männliches Ego würde wieder platzen und ich fände nie meinen Raum in mei... äh... unserer Wohnung.

G: Ach wirklich? Eigentlich wollte ich ja noch mal auf den Dachboden schauen.
M (leicht schockiert): Äh... wieso? Ich dachte, wir hätten jetzt alles? Also noch mehr und ich muss uns ne Lagerhalle anmieten.

Sehr witzig! So viel Kram war das doch jetzt nicht oder? Die paar Koffer und Kisten! Haben doch perfekt alle Leerräume von Papas und Marcs Wagen ausgefüllt. Passte zwar nur noch der Fahrer rein, wenn er sich schlank machte, aber alles, was ich wollte, konnte mit. Juhu!

G: Sehr witzig Marc! Aber ich will nur noch mal schauen, ob... vielleicht könnte ich noch... Ach ich weiß doch auch nicht.

Lorelei Offline

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13.06.2010 09:35
#590 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich ließ den Kopf hängen und blickte Marc an, der fragend mit den Schultern zuckte. Ob ich ihm doch davon erzählen sollte? Gehörten ja im Prinzip ihm. Aber wenn er davon wüsste, dann würde er mich doch bestimmt gleich wieder aufziehen, wie verknallt und bescheuert ich doch damals war. Das ist mir schon peinlich genug, dass ich die all die Jahre aufgehoben habe. Nein, lieber nicht! Ein paar Geheimnisse müssen schließlich gewahrt bleiben. Ich schaute ihn trotzdem etwas traurig an, woraufhin er mir seinen Arm um meine Schulter legte, mein Kinn leicht anhob und zu ihm drehte, damit ich ihn direkt ansehen konnte. Hach... er hat wieder gekuckt wie so ein Teddybär, den man die ganze Zeit nur knuddeln und knutschen will...

M: Haasenzahn, wenn du äh... hier Dings... äh... Sehnsucht hast nach ... nach was auch immer, kannst du doch jederzeit herfahren. Deine Eltern sind doch nicht aus der Welt. Wir wohnen doch nur ne halbe Stunde voneinander entfernt. Ist doch alles gar nicht so schlimm oder?

Gott ist dieser Mann süß und verständnisvoll und toll und großartig und goldig und unglaublich. Hach... Marc Meier for Bundespräsident!

G (lächle zaghaft): Du hast Recht. Ich wollte das ja auch nicht.
M: Was?
G (blicke schüchtern zu Boden): Sentimental werden! Ich weiß auch nicht, irgendwie fühlt sich das so endgültig an. Aber gleichzeitig freue ich mich auch so sehr darauf, mit dir zusammen zu sein.
M (drückt mich an sich): Schatz, du bist erwachsen. Kinder ziehen nun mal irgendwann bei ihren Eltern aus. Naja die Mehrheit ja eher ... äh... eher. Das ist Naturgesetz. Und das ist auf jeden Fall besser, als sich jeden Tag in sein Leben reinquatschen zu lassen.
G (schaue ihn wieder an): Stimmt! Aber dass ich noch bei meinen Eltern wohne, liegt ja eher daran, dass ich... äh... na du verstehst schon.
M (grinst): ... zu oft ins Klo gegriffen hast?
G (empört): Maaarc!
M: Ja, is doch wahr! Wenn du nicht so rumgezickt hättest...
G (unterbreche ihn u. fauche trotzig zurück): Wenn du mal den Mund aufgemacht hättest...
M (grinst anzüglich): Äh... ich hab ihn doch aufgemacht! Kann ich dir gerne noch mal demonstrieren, wenn du willst.

Boah dieser Mann regte mich dermaßen auf! Hab ihm sofort den Kuss verweigert, den er mir aufdrücken wollte.

G: Boah Maaarc, ich meinte Reden und keine Zungenspiele.
M (kommt mir wieder gefährlich nahe mit seinen feurigen Lippen): Die kann ich besser!

Oh jaaaa! Äh... wäre fast darauf eingegangen. Muss der mich immer so verwirren? GGGRRR!!! Ablenkungsmanöver starten, sonst bestand die Gefahr, dass ich doch noch schwach wurde!

G: Apropos Eltern, Marc. Was ist eigentlich mit deiner...

Weiter kam ich nicht, denn ich hatte die erhoffte Wirkung erzielt. Er nahm seine Griffel von mir und schaute eingeschnappt weg...

M (murmelt grummelig in seinen nicht vorhandenen Bart): Nix!
G (bleibe hartnäckig): Das ist aber auch noch so ein Thema, über das wir reden sollten.

Seit Marc seine Mutter neulich vor versammelter Meute vorm EKH des Hauses verwiesen hatte, reagierte er sehr reserviert ... naja eher gar nicht auf dieses heikle Thema. Aber dabei spüre ich doch, dass ihm das nicht egal ist. Ich sehe doch seinen herzzerreißenden Blick, wenn wieder mal das Telefon klingelt, er kurz zusammenzuckt, mit sich ringt, dann widerwillig rangeht und gleich wieder auflegt, weil man sich angeblich verwählt hat. Ich weiß auch nicht, wie ich das Thema angehen soll. Ob ich mal mit Olivier reden soll? Der hat am Freitag schon wieder nachgefragt, warum seine Ex-Frau ihn bisher noch nicht besucht hat, seitdem er aus dem Koma erwacht ist. Konnte ihm leider nicht darauf antworten, weil Marc plötzlich im Raum stand. Hmm... echt verzwickte Situation. Ich glaube, Olivier würde sie schon gerne wieder sehen. Im Gegensatz zu Marc, der alles abblockt...

M (ernst u. abweisend): Sollten wir nicht! So und jetzt pack endlich deinen restlichen Kram zusammen und dann hauen wir hier endlich ab. Hab keinen Bock mehr!

Oje! Er schmollte! Dann war er immer unausstehlich. Sollte das Thema erst mal ruhen lassen. War vielleicht doch noch zu früh. Ich nickte ihm zu, konnte es aber nicht lassen, um ihn auf andere Gedanken zu bringen, ihn noch einmal aufzustacheln und zeigte mit meinem Finger auf meinen Pferdekopfnachttisch...

G (zuckersüß u. hinterlistig): OK! Du Schaaatz, was hältst du eigentlich davon, wenn ich noch mein Nachtschränkchen hier mitnehme, hmm? Ich brauche ja eh noch ein bisschen äh... Stauraum...

Lorelei Offline

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13.06.2010 17:12
#591 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen noch mal! Zur Feier des Tages, weil heute unser Durchmarsch ins Finale beginnt , schenke ich euch noch einen zweiten Teil. Es ist übrigens der letzte, der in der Haase Villa spielt. Viel Spaß damit und schönen WM-Sonntag! Eure Lorelei



Das erzielte genau die Reaktion, die ich erwartet hatte. Wie von der Tarantel gestochen, schoss er hoch und schaute mich entsetzt an...

M (seine Stimme geht eine Oktave höher): Der mit dem Pferdekopf?
G (grinse ihn frech an): Ja, genau der!
M (verschränkt die Arme u. funkelt mich böse an): Nix!
G (verwirrt): Wie nichts?
M (stöhnt genervt u. fuchtelt dann sauer mit dem Zeigefinger vor mir herum): Ich halte überhaupt nix davon, Haasenzahn. Nur über meine Leiche! Mein Designerschlafzimmer wird nicht mit so nem albernen Kleinmädchenkram verschandelt. Ist das klar!? Wir hatten uns doch darauf geeinigt, dass du keine deiner Prinzessinnenmöbel mitnimmst. Also was soll das jetzt, hä? Außerdem trübt das die Stimmung. Oder willst du ernsthaft riskieren, auf unsere täglichen marathonverdächtigen Gymnastikübungen zu verzichten? Darauf würde es nämlich zwangsläufig hinauslaufen, denn der „große Meier“ wäre sicherlich nicht sonderlich begeistert. Der würde sich wahrscheinlich gar nicht mehr rühren, wenn er das hässliche Ding sieht. Also schlag dir das aus deinem süßen Kopf, Haasenzahn!

War ja klar, dass er mit solchen Argumenten kommen würde. Tzz.... typisch Macho Meier! Seine Meinung zählt immer und siegt gegen den Rest der Welt. Der Zorro der enterbten Schlafzimmer oder so! Habe wirklich kurzfristig überlegt, das Teil doch noch mitzunehmen, nur um ihn dann tagtäglich damit zu ärgern. Hmm... Am besten meinen affengeilen Wecker auch noch! Den mag er doch auch so gerne, aber dann mit einem anderen Text. Irgendwo konnte man doch den Text ändern. Wie ging das noch mal? Mist, Frauen und Technik! Da trifft echt jedes Klischee auf mich zu! Hmm... und was würde ich dann drauf sprechen? Hmm... Irgendetwas in der Art wie... „Morgen Machomann, mach Frühstück!“ und das in zehnminütiger Dauerschleife. Hihi! Allein schon für seinen Gesichtsausdruck wäre es wert. Aber zurück zum Wesentlichen... Was hat eigentlich jeder gegen meinen hübschen Nachttisch? Ist ja im Prinzip auch ein Designerstück. Unikat. Extraanfertigung nur für mich zum elften Geburtstag. Das war nämlich das einzige Jahr, in dem ich Pferde gut fand und zumindest eine Zeit lang gerne mit meiner Mutter reiten ging. Das Zwanghafte kam erst von ihr, als ich nicht mehr mitgehen wollte, aber Mama das einfach nicht kapieren wollte. Denn eine einzige Begegnung am 3.8.1989 warf meine Freizeitplanung schlagartig und für immer über den Haufen. Ab da an verbrachte ich nämlich meine Nachmittage damit, mich auf fremden Spielplätzen, auf einem ganz bestimmten an der Ferdinand-Dingens-Straße genauer gesagt, rumzutreiben, um einen ganz bestimmten Jungen wieder zu sehen, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls dachte meine Mutter damals begeistert, als ich wirklich mal Interesse an ihren hausfraulichen Hobbys zeigte, wahrscheinlich in der stillen Hoffnung, dass ich durch das Reiten doch noch ein paar Pfunde abnehmen würde oder dass ich ihr als Gewinnerin von Juniorenturnieren nachfolgen würde, was ich nicht tat, da ich ziemlich unbegabt war und mein Pferd mich nicht mochte, dass mir das Pferdekopfnachtschränkchen gefallen könnte. Hat es aber nicht! Anfangs fand ich es wirklich scheußlich. Es passte irgendwie nicht in meine Prinzessinnensvorstellungen von einem Zimmer aus tausend und einer Nacht. Das Prinzessinnenbett hatte ich ja schon und Papa hatte auch einen Sternenhimmel an meine Decke gezaubert, aber ist dann leider mit seinem Kunstwerk nie fertig geworden, weil er von der Leiter gestürzt war, als ich aufgeregt ins Zimmer gestürmt kam, um ihm zu erzählen, dass ich meinen zukünftigen Ehemann kennen gelernt hatte. Er schmollte dann erst mal vier Wochen lang, weil er den Arm gebrochen hatte und somit nicht operieren konnte. Da war er immer unausstehlich. Jedenfalls weigerte er sich dann, meinen Nachthimmel zu vollenden. Die Milchstraße fehlte zwar, aber schön war er trotzdem. Schöner als das Pferdekopfschränkchen auf jeden Fall, aber mit der Zeit gewöhnte man sich schließlich an alles und ich wollte Mama nicht noch mehr kränken. Mit den Jahren ist es mir wirklich ans Herz gewachsen. Ich glaube, meinem Zimmer würde etwas fehlen, wenn es nicht mehr hier stehen würde.

G: Jetzt übertreibe mal nicht so! Außerdem hänge ich an dem Teil.
M (zieht skeptisch die Augenbrauen hoch): Wieso? War das der Trostpreis beim Reiten, weil der Gaul dein Gewicht nicht überlebt hat?

GGGRRR!!! Ich hasse es, dass er seine Sprüche wegen meinem Gewicht nicht lassen kann. Dabei weiß ich doch ganz genau, wie sehr er meinen wohl proportionierten Körper liebt. Der gerät doch schon ins Träumen, wenn ich nur ein klitzekleines Stückchen Haut zeige. So ist es nämlich!

G: Maaarc!
M (grinst schelmisch): Wie hieß es denn? Mr. Ed!?

Ich gebe es ungern zu, aber der war so gut, dass ich auch lachen musste und zwar mit allem, was mein Zwerchfell hergab. Er setzte sofort in mein Gelächter mit ein, nahm mich dann in den Arm, als ich mich ein wenig beruhigt und meine Lachtränen weggewischt hatte, und küsste mich wieder so sanft und zärtlich, dass mir einfach die Luft wegblieb und ich alles um mich herum vergaß. Ich gestand ihm schließlich mit einem frechen Grinsen auf den Lippen, dass ich ihn damit doch nur aufziehen wollte, woraufhin er mich erst grimmig anblickte und dann wissend nickte. Konnte er mich wirklich so leicht durchschauen?

G (grinst): Ja, so hieß es!
M (grinst): Gut, zu wissen. Und nur damit du es weißt, in meinem äh... unserem Schlafzimmer gibt es nur einen Hengst! Ist das klar!?

Als ob ich das nicht wissen würde. Du süßer, kleiner, selbstüberschätzender Macho, du!

G (funkle ihn verführerisch an): Ach? Wirklich? Und wie heißt der? Marci? Süßer? Schatzi? Schnuckiputzi? Spatzemuckel?

Er hasst es, wenn ich ihm kitschige Kosenamen gebe (Die hält er für schwul und sie würden seine Autorität untergraben! Pff... da pfeif ich drauf!), aber ich kann es nun mal nicht lassen, denn ich liebe es, wenn er sich deswegen aufregt. Dementsprechend reagierte er dann auch. Nämlich gar nicht! Zumindest nicht verbal. Körperlich aber schon. Sein Kopf lief rot an und seine Halsschlagader pulsierte mächtig und er kuckte mich nicht an. Er schmollte wie ein kleines Kind! Wie er es immer tat, wenn er beleidigt war. Hach... Der Arme! Er hat es schon nicht leicht mit mir! Nach einer Weile hatte er aber seine Sprache wieder gefunden. - Habe ihm verführerisch den Oberschenkel hoch gestrichen und dabei sexy gekuckt. Darauf reagierte er immer! - Er drängte dann zum Aufbruch...

M: Aber jetzt ist genug ja! Will zumindest heute noch in unserer Wohnung ankommen.

Na gut, ich ließ ihn in Ruhe, vorerst, aber nur weil ich so überrascht war, welche Worte er gewählt hatte...

G (verzückt): Du hast es zum ersten Mal gesagt.
M (schaut mich völlig verwirrt an): Äh... was?
G (strahle wie die Sonne): Na dass das UNSERE gemeinsame Wohnung ist.

Juhu! Ich stand schon wieder kurz davor, gleich einen Freudentanz aufzuführen, aber ich hielt mich Marc zuliebe zurück. Es war ihm wohl peinlich, dass er mal wieder etwas von sich preisgegeben hatte, denn er fasste sich an die Stirn, stöhnte laut auf und rutschte unruhig auf dem Bett hin und her. Ich liebe es! Vor allem wenn er dann aus Nervosität heraus wieder auf coolen Macho umschwenkt, er aber genau weiß, dass ich weiß, was er eigentlich sagen wollte. Hach...Träum...Seufz... Marc ist so ein unglaublich toller Mann. Wusste ich immer schon.

M: Äh... ich hätte auch Meierschen Liebestempel sagen können.
G (grinse über beide Backen): Hast du aber nicht!

Ganz hibbelig rutschte ich auf dem Bett hin und her und strahlte ihn an, was ihn noch unruhiger werden ließ, denn er fuhr sich nervös durch seine Haare und schüttelte dann den Kopf. Ich glaube, ich habe ihn mal wieder tierisch genervt. Hmm... hat ihn aber bisher noch nicht davon abgebracht, mich nicht haben zu wollen. Vielleicht sollte ich es aber nicht zu sehr heraufbeschwören.

M (genervt): Schluss jetzt und komm endlich! Aber ZZ!
G (gebe klein bei): Ok!

Ich sollte vielleicht doch endlich Entgegenkommen zeigen, dachte ich mir. Ich küsste ihn auf die Wange, strich zärtlich darüber und dann standen wir von meinem Bett auf. Ich strich die Bettdecke zurecht, damit es ordentlich aussah, schloss das Fenster, schaute mich noch ein letztes Mal in meinem rosa Prinzessinnenreich um und dann schloss ich die Tür zu meinem alten Leben endgültig hinter mir. Ich war nicht mehr das kleine dreizehnjähriges Mädchen, das sich hier nach der Schule heulend verkrochen hatte und nie wieder herauskommen wollte, weil ihr Schwarm ihr mal wieder das Leben zur Hölle gemacht hatte, nein, ich war eine erwachsene dreißigjährige Frau, die mit eben jenem Schwarm von damals ein neues Leben beginnen würde. Glücklich schritt ich neben dem Mann all meiner Träume die Treppe herunter. Dann gingen wir ins Wohnzimmer und verabschiedeten uns von meinem „schwer verletzten“ Bruder, den ich noch mal mit einem bösen Blick strafte, aber dann doch herzlich umarmte, und meinen Eltern, die zusammen am Kaffeetisch saßen. Und bevor meine Mama wieder wie ein Schlosshund zu heulen begann und das Wohnzimmer unter Wasser setzte, uns ein Fresspaket mit den Resten vom Festgelage vom Mittag in die Hände drücken oder Papa eine seiner üblichen peinlichen Reden schwingen konnte und Marc damit indirekt drohen wollte, mich gefälligst glücklich zu machen, hatte mich eben jener tapfere Prinz schon zur Tür hinausgezogen, um mich in sein Königreich zu entführen. Vorm Tor küsste er mich noch einmal innig und stieg dann auf sein weißes Ross... äh... in seinen weißen Volvo. Ich blickte ihm eine Weile sehnsüchtig hinterher, bis ich merkte, dass ich ihm ja eigentlich mit Papas Wagen hinterherfahren wollte, was ich augenblicklich nachholte...

Lorelei Offline

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14.06.2010 13:22
#592 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So meinen Lieben, dann schauen wir doch heute mal, was an jenem besagten Wochenende noch so in der Meier-Haaschen Wohnung passiert ist. Viel Spaß mit dem nächsten Haaschen TB-Eintrag! Und Dankeschön an meine lieben motivierenden Kommischreiblinge und liebe Grüße auch an alle anderen Leser. Ich wünsche euch einen wunderschönen Wochenstart. Die Woche kann nur gut werden nach dem fantastischen Spiel gestern. Eure Lorelei



Als anderthalb Stunden später endlich meine letzte Kiste in unsere neue ... also Marcs alte ... Wohnung geschleppt war, fielen wir beide erschöpft aufs Sofa. Gott sei dank lag die Wohnung im Erdgeschoss, also Treppen hätte ich sicherlich nicht geschafft. Völlig kaputt schaute ich mich um. Das Wohnzimmer glich einem riesigen Schlachtfeld, weil meine Sachen kreuz und quer herumstanden. Ich wusste gar nicht, dass ich so viel Zeug besaß. Ich hätte vielleicht doch vorher etwas aussortieren sollen, dachte ich schuldbewusst. Ich traute mich gar nicht, in Marcs Gesicht zu sehen, der neben mir saß und schwer aufschnaufte. Insgeheim erwartete ich schon einen blöden Spruch von ihm, aber er blieb völlig ruhig und entspannt. Eine Weile saßen wir still nebeneinander, die Beine weit ausgestreckt und unsere Köpfe an die Rückenlehne der Couch gedrückt. Wir hielten Händchen und jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Doch irgendwann zog mich mein Freund dann zu sich heran, so dass ich meinen Kopf auf seinen Schoß betten konnte. Sanft fuhr er mit seiner Hand durch mein Haar, wickelte sich eine Locke um seinen Finger und spielte verträumt damit. Fasziniert schaute ich in sein schwach lächelndes Gesicht, das Liebe und Zufriedenheit ausstrahlte. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden. Marc musste in diesem Moment nichts sagen, denn alles an ihm sprach Bände... sein verträumter Blick, seine mit Liebe erfüllten Augen, seine nach oben gezogenen Mundwinkel, sein wild pochendes Herz... Marc Meier war glücklich und ich war der Grund dafür. Diese Erkenntnis traf mich wie ein Blitz. Mein Herz schlug plötzlich Purzelbäume, die Schmetterlinge in meinem Bauch flatterten wild umher und ich hätte heulen können vor Glück. Das war wieder einer dieser seltenen Augenblicke, in denen Marc mich tief berührte, weil er mir eine Seite von sich zeigte, die ich so noch nicht von ihm kannte, die wohl kaum einer von ihm kannte. Ich spürte eine unendliche Geborgenheit und tiefe Zufriedenheit und hielt seine andere Hand fest umschlossen. Ich würde ihn nie wieder loslassen. Ich war endlich angekommen. Genau hier gehörte ich hin. Zu ihm! Dem Mann all meiner Träume und Sehnsüchte! Und das war er immer schon für mich gewesen, egal ob ich nun mit Sven, Peter, Mehdi oder Frank zusammen war, es war immer Marc, nach dem ich mich heimlich gesehnt habe. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir dort so gesessen haben. Es kam mir wie Stunden vor. Ich war unendlich glücklich, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Marc hielt mich einfach nur still im Arm und strahlte dieselbe tiefe und aufrichtige Liebe aus, die ich für ihn empfand. Mit keinem anderen Mann als mit Marc Meier hätte ich glücklich werden können, wurde mir einmal mehr bewusst. Eine Gefühlslawine unmessbaren Ausmaßes erfasste mich. Ich richtete mich blitzartig auf, woraufhin mich Marc ziemlich verwirrt anblickte. Hatte er etwa geträumt? Marc Meier verfiel tatsächlich in Tagträume? Das konnte ich gar nicht glauben. Diesem Phänomen würde ich später noch einmal genauer nachgehen. Im Moment war etwas anderes wichtig. Ich setzte mich jetzt auf seinen Schoss, schmiegte mich an seine starke Brust, legte meine linke Hand an sein Herz, das wie wild für mich schlug, die andere positionierte ich in seinen Nacken. Dann sah ich ihm tief in die Augen, bevor ich ihn zärtlich auf den Mund küsste. Mein Liebster erwiderte den Kuss ganz sanft und gefühlvoll. Die eine Hand hatte er an meine Hüfte gelegt und mit der anderen hielt er meinen Kopf. Minuten lang strichen seine warmen Lippen über die meinen und eine wohlige Wärme machte sich in meiner Magengegend breit.

Irgendwann lösten wir uns dann wieder und schauten uns einfach nur lächelnd an. Eine einzige Frage schwirrte in diesem besonderen Moment in meinem Kopf umher...

G: Bist du glücklich?

Lorelei Offline

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15.06.2010 09:50
#593 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc grinste mich schräg an, drückte mich mit seinem Arm, der fest meine Taille umschlang, noch enger an sich, strich mir mit der anderen Hand liebevoll über meine Wange, verharrte dort und schaute mich mit einem Blick an, der keiner Worte mehr bedurfte. Er war glücklich! Und als er mir das auch noch auf seine ganz spezielle Art bestätigte, indem er erst mit seiner Fingerspitze langsam meinen Hals empor strich und dann seinen Kopf vorsichtig zu meinem Ohr neigte, mir hineinpustete, so dass ich kurz zusammenzucken musste, dann eine Strähne meiner Haare hinter mein Ohr klemmte und anschließend mit seinem Mund über mein Ohrläppchen fuhr und dann leise ein „Ja, Haasenzahn! Ich bin glücklich!“ flüsterte, ging mir das durch und durch. Eine kleine Freudenträne stahl sich in mein Auge und ich schmiegte mich lächelnd noch enger an meinen Traummann, der nun zärtlich mit seinen Lippen meinen Hals liebkoste. Ich neigte meinen Kopf ein wenig, schloss meine Augen und genoss seine sanften Berührungen...

G: Ich auch. Ich .... ich bin so unendlich glücklich, Marc.

Ich merkte, wie er kurz von mir abließ. Seinen schweren Atem spürte ich aber weiterhin auf meiner empfindlichen Haut. Irritiert öffnete ich meine Augen wieder und sah, wie er mich frech angriente...

M: Das hoffe ich wohl!

Und bevor er mit seinen Tätigkeiten fortsetzen konnte, hatte ich auch schon meine Arme um seinen Hals gelegt, zog ihn zu mir herunter und küsste ihn zärtlich auf den Mund. Für einen kurzen Moment schienen Zeit und Raum wirklich still zu stehen. Ja, bis zu dem Augenblick, als Marc anscheinend einen Geistesblitz bekam und unseren Schmusereien abrupt ein Ende setzte. Verwundert schaute ich ihn an. Ich hätte doch so gerne noch weiter rumgeknutscht...

G: Was hast du?

Mein Marcischnuckiputzi wirkte plötzlich irgendwie nervös...

M: Äh... Ich... ich äh... hab was ... äh vergessen.
G: Was denn?

... fragte ich neugierig nach. Marc kratzte sich verlegen am Hinterkopf und schien irgendwie krampfhaft über etwas nachzudenken. Dann packte er mich an meinen Hüften und schob mich vorsichtig von seinem Schoss herunter. Ich schaute ihn verunsichert an, als er plötzlich von der Couch aufsprang, sich hektisch im Zimmer umblickte und mich dann so komisch von der Seite angrinste. Das war schon irgendwie ein seltsames, marcuntypisches Verhalten. Er stellte sich schließlich hinter die Couch, legte seine warmen Hände auf meine Augen und befahl mir, dass ich meine Augen einen Moment lang geschlossen halten sollte. Ich verstand überhaupt nicht, was das jetzt sollte....

G: Wieso?
M: Frag nicht! Machen!

Widerwillig folgte ich seiner harschen Aufforderung, aber ich platzte vor Neugier. Was hatte er nur vor? Würde er jetzt etwa seinen Wetteinsatz einlösen? Er schuldete mir ja seit Mehdis Einzugsparty noch eine Überraschung. - Wir, also Maria und ich, hatten gewettet, dass wir Mehdis Möbel schneller zusammenbauen könnten, als die beiden Jungs. Und wie sollte es auch anders sein, natürlich hatte das weitaus talentiertere und mutitaskingfähige Frauenteam gewonnen. Hihi! Jetzt hatten wir zwei Wünsche frei bei unseren Männern. Da fällt mir ein, den muss ich ja dringend noch bei Mehdi einlösen, wenn er wieder da ist. Obwohl... eigentlich wünsche ich mir ja nichts sehnlicher, als dass er heil und gesund mit seiner Lillymaus wiederkommt. Hmm... - Unruhig wippte ich nun auf dem Sofa hin und her, aber ich behielt meine Augen geschlossen. Ich vernahm seltsame Geräusche aus Richtung Flur, ein Poltern oder Rascheln. Ich konnte es nicht so richtig einordnen und wollte schon blinzeln, aber da hörte ich ihn auch schon rufen. Konnte er etwa Gedanken lesen?

M: Und wehe, du schummelst, Haasenzahn, dann muss ich dich wohl doch noch übers Knie legen!

Pff... Würde er eh nicht schaffen, aber ich gehorchte brav. Ausnahmsweise! Dann hörte ich, wie Marc die Wohnungstür öffnete. Wollte er mich jetzt etwa alleine lassen oder was? Das konnte er doch nicht machen! Wir mussten doch noch Kisten auspacken und dann vielleicht äh... kuscheln und so! Ich wurde immer unruhiger. Geduld war noch nie eine Tugend von mir. Aber dann hörte ich wieder laute Geräusche. Gut, er war also noch da. Ich musste keine Suchanzeige aufgeben. Beruhigt lehnte ich mich wieder zurück und wartete. Aber was zum Teufel machte er da draußen? Das klang doch wie eine Bohrmaschine? Jetzt verstand ich gar nichts mehr. Ich geriet ins Träumen... Mmmhhh.... Mein Marcischnuckiputzi in sexy Handwerkerkluft... Sein nackter verschwitzter Körper unter so einer Latzhose, ein Träger hängt locker herunter und gibt den Blick frei auf seine gestählte Brust... Mmmhhh... Um seine Hüfte hängt so ein komischer breiter Gürtel mit diversen männlichen Werkzeugen... Er hebt seinen Arm, präsentiert seine Muskelpracht... Mmmhhh... und streicht sich ein paar nasse Stirnfransen aus dem Gesicht.. Dann greift er nach einer Cola, die er an seinem verführerischen Mund ansetzt und in einem Zug leert... Ein paar Tropfen des kalten Getränks perlen seinen Hals hinunter... Mmmhhh lecker! ... Und dann hält er die Bohrmaschine hoch und stellt sie an... RRRR!!! ... Männer mit Werkzeugen sind irgendwie total sexy! ... Ich strich mir mit meinem Zeigefinger aufreizend über mein Dekolletee und war gerade dabei völlig verzückt in einen romantischen Tagtraum zu verfallen, als ich plötzlich merkte, dass es wieder still geworden war. Ich hörte nichts außer meinem lauten Seufzen und meinem wild pochenden Herzen. Dann spürte ich, wie Marc langsam wieder näher kam. Sekunden später ließ mich sein warmer Atem in meinem Nacken erschaudern. Und schon legte er seine starken Hände wieder auf meine Augen. Ich zitterte. Ich glaube, ich bin auch ein bisschen rot geworden. Ich hatte nämlich immer noch das Handwerkerbild vor Augen. Er flüsterte mir leise ins Ohr und bat mich, aufzustehen, was ich auch wie ferngesteuert sofort tat. Dann schob er mich langsam durch unser Wohnzimmer. Ich stieß dabei aber gegen eine der vielen Kisten, die hier herumstanden. Ich bin so ein Tollpatsch, dachte ich, als ich mein schmerzendes Schienbein rieb. „Sorry!“ sagte mein fürsorglicher Freund... „Hab ich nicht gesehen.“ Als kleine Entschuldigung gab er mir einen Kuss auf mein Haar. Der Schmerz war sofort wieder vergessen. Ich war eh viel zu aufgeregt. Was hatte er nur für mich gebastelt? Vielleicht hätte ich ihm doch seine neunzehn Geburtstagsgeschenke geben sollen, überlegte ich mir schuldbewusst. Er wollte mich überraschen und ich hatte dem nichts entgegenzusetzen. Aber ob ihm ein von mir selbst im Kunstunterricht der siebten Klasse getöpferter rosa Aschenbecher gefallen würde? Wohl eher nicht! Wir hatten mittlerweile die Wohnungstür erreicht. Während er mir mit der einen Hand immer noch meine Augen zuhielt, öffnete er mit der anderen die Tür und schob mich anschließend über die Schwelle hinaus. Was hatte der Knallkopf nur mit mir vor? Ich war dermaßen aufgeregt, dass ich dachte, ich würde gleich hyperventilieren und wenn er mich nicht festgehalten hätte, wären mir sicherlich schon längst die Beine weggesackt. Marc hatte wieder beide Hände vor meine Augen gelegt und drehte sich mit mir im Arm schließlich in Richtung Tür, glaubte ich. Ich spürte seinen warmen Atem neben meinem Ohr. Und wieder ging ein Kribbeln durch meinen Körper. Dann raunte mein Schatz leise hinein...

M: Bereit?
G (unsicher): Marc, was...?
M (legt mir einen Finger auf den Mund u. flüstert): Sht! Mach die Augen auf, Kleines!

Mein Herz klopfte wie verrückt, als Marc schließlich seine Hände von meinen Augen nahm. Ich blinzelte kurz, dann öffnete ich sie langsam. Aber was ich jetzt zu sehen bekam, haute mich wirklich um....

Lorelei Offline

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16.06.2010 09:53
#594 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Dankeschön für eure lieben Kommis! Eure tolle Motivation trägt Früchte. Ich schreibe und schreibe und schreibe.... Aber jetzt zum heutigen Teil: Was hat unser äh... Gretchens „Romantik- äh... Handwerkerkönig“ wohl vorbereitet, hmm? Euch kann man anscheinend nicht hinters Licht führen! Hätte vielleicht an einer anderen Stelle abbrechen sollen. Hmm... vielleicht das nächste Mal. Viel Spaß jetzt! Bussi! Eure Lorelei



Ungläubig warf ich einen Blick über meine Schulter zu meinem Freund, der hinter mir stand und, wenn ich mich nicht getäuscht hatte, tatsächlich ein bisschen rot im Gesicht geworden war. Marc hielt mich mit beiden Händen an meiner Taille fest. Unsicher blickte er zu Boden und setzte ein eher gekünsteltes Lächeln auf, als er merkte, wie ich ihn intensiv ansah. Ich drehte mich wieder um und starrte erneut auf unsere Wohnungstür. Marc hatte ein neues Namensschild angebracht. In großen verschnörkelten Lettern standen da unsere beiden Namen... Dr. M. Haase / Dr. M. Meier .... auf einer ovalen silbernen Platte. Es hatte durchaus etwas Künstlerisches. Es war nicht kitschig, nein, es war einfach nur wunderschön. Ich konnte kaum fassen, dass er das wirklich getan hatte und schaute ihn wieder völlig überwältigt an. Er hatte mittlerweile meine Taille wieder losgelassen und war einen Schritt zurückgetreten. Unsicher tippelte der sonst so coole Oberarzt auf und ab und knetete nervös seine Finger. Ich glaube, ihm war diese Aktion furchtbar peinlich. Dachte er etwa, ich würde ihn jetzt für ein Weichei halten? Nein, das würde ich mit Sicherheit niemals tun. Marc Meier war doch mein Romantikkönig der Welt, der jetzt aller Welt zeigen wollte, das wir für immer zusammengehörten. Ich griff nach seinen beiden leicht verschwitzen Händen. Endlich richtete er seinen Blick wieder auf mich und fragte zögerlich nach...

M: Gefällt’s dir?

Ich konnte darauf nichts sagen. Stattdessen sprang ich ihm an den Hals und küsste ihn stürmisch. Er wirbelte mich laut lachend herum. Mein Kuss war ihm anscheinend Antwort genug gewesen...

M: Anscheinend ja!

Marc strahlte mich glücklich an, als wir unsere Lippen voneinander gelöst hatten und ich wieder Bodenhaftung gefunden hatte. Dieser Mann war einfach unglaublich. Mit so etwas hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Schon allein die Tatsache, dass er mich bei sich wohnen lässt, war eine Sensation für mich. Aber das hier übertraf alles. Er hatte tatsächlich ein Zeichen unserer Liebe gesetzt. Mit meinem Zeigefinger fuhr ich langsam die Schrift auf dem Metallschild entlang, dann drehte ich mich vor Glück strahlend wieder zu ihm herum...

G: Danke! Das ist so süß von dir.

Tja, das war dann wieder das Wort, was er eigentlich nicht hören wollte. Aber egal, es war nun mal unheimlich süß von ihm und ich würde das sicherlich nie wieder vergessen.

M (räuspert sich peinlich berührt): Ääähhhh... Das... das ist doch nur ein Schild. Mehr nicht! Damit äh... ja, damit du weißt, dass du... also wo du hingehörst. Du verläufst dich ja leicht, ne.
G: Marc! Aber es ist trotzdem süß.
M (seufzt u. kratzt sich verlegen am Hinterkopf): So äh... Aber jetzt genug der peinlichen Sentimentalitäten ja!

Fordernd fasste Marc mir jetzt an meinen Hintern und drückte mich mit seinem festen Griff ganz nah an sich heran. Sein Kopf näherte sich in Zeitlupe meinem Mund. Ich hatte dem nichts entgegenzusetzen. Meine Arme legten sich wie automatisch um seinen Hals und ich presste mich an seinen muskulösen Körper. Verführerisch funkelte ich ihn an, als sich unsere Lippen dann endlich trafen. Diesmal wurden unsere Küsse gleich leidenschaftlicher. Meine Hände wühlten in seinem Haar, als seine Zunge immer tiefer in meinen Mund fuhr und ein aufregendes Spiel begann. Wild knutschend und meinen Hintern begrabbelnd schob mich mein Freund zurück in unsere Wohnung. Mit einem gekonnten Fußtritt schloss er die Tür hinter uns. Unsere Lippen hingen wie festgeklebt aneinander. Marc versuchte mit geschlossenen Augen, die Couch anzusteuern, aber weit kamen wir leider nicht, denn wir stolperten über einen meiner Kartons und gingen lachend zu Boden, wo Marc nicht aufhörte, mich wild zu küssen und verlangend über meinen Körper zu streichen. Wir rollten über den Boden, bis wir an die nächste Kiste stießen. Lachend zog er mich vom Boden hoch und wir torkelten dann irgendwie den Rest des Weges zur Couch, auf die wir uns schließlich fallen ließen und wo wir dann begannen, meinen Einzug zu feiern... auf die ganz spezielle Meier-Art selbstverständlich.

Lorelei Offline

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17.06.2010 13:07
#595 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na Interesse zu erfahren, wie der Meier eine zünftige Einweihungsparty schmeißt? Natürlich mit Konfetti, Luftballons und lustigen Hüten! Hahaha! Nee, natürlich nicht! Viel Spaß mit dem neuen Martchen-Teil. Ich habe mich (noch) zurückgehalten, aber die Kühlakkus könnt ihr schon mal vorsorglich rauskramen! Ich weiß auch nicht warum, aber irgendwie haben sich diverse Autoren im Forum gleichzeitig dazu entschlossen, in dieser Woche den Temperaturregler nach oben zu drehen. Seltsam! Aber Liebe Grüße! Eure Lorelei




Nach wenigen Minuten hatte Marc mich komplett entblättert und ich ihn, dann legte er sich vorsichtig auf mich. Pures Verlangen stand in seinen Augen geschrieben. Er konnte gar nicht damit aufhören, mich am ganzen Körper mit gierigen Küssen zu bedecken, was ich in vollen Zügen genoss, während ich verlangend über seinen muskulösen Rücken und seinem knackigen Hintern strich... Und wieder erlebten wir ein unvergessliches Mal voller Liebe, Lust und Leidenschaft. Es sollte nicht das letzte an diesem Tag gewesen sein. Dieser unersättliche „Gott“ (Ich benutze diesen Ausdruck eher selten wegen Marcs Egoproblemen, aber in diesem Fall war es einfach angebracht! Hihi!) erklärte mir doch tatsächlich grinsend in einer Atempause seinen irrwitzigen Plan, dass ich doch meine neue Heimstätte etwas genauer kennen lernen sollte... *Augenzwinker* ... Dieser verrückte Kerl! Aber es hat sehr viel Spaß gemacht, seine Räuberhöhle mal auf eine eher unkonventionelle Art und Weise zu ... äh... besichtigen. Hihi! Nach einem längeren Stopp im Bad hatten wir auch irgendwann das Schlafzimmer erreicht. Ein Bett war definitiv bequemer als die wackelige Kommode im Flur, stellte ich erleichtert fest. Äh... Nicht gleich wieder rot werden, Gretchen! Man muss sich schließlich nicht dafür schämen, was man in den eigenen vier Wänden so alles äh... anstellt. ... Wir sind jedenfalls nach diesem guinnessbuchverdächtigen Marathonversuch sofort eingeschlafen. Ein bisschen Schlaf würde uns sicherlich gut tun. Aber ich wachte so gegen Mitternacht noch einmal auf, als sich der kleine Hunger lautstark bei mir meldete. Ich hatte schließlich seit dem Mittagessen bei meinen Eltern nichts weiter gegessen. Ich schaute zur Seite. Marc schlummerte tief und fest. Tja nach einem Besuch bei meinen Eltern, Kistenschleppen und Liebesmarathon ist auch der selbsternannte Sexgott völlig platt. Der Arme! Ich beobachtete ihn eine Weile ganz verzückt beim Schlafen. Dann zog ich vorsichtig meinen Kopf unter seinem Arm, den er um mich gelegt hatte, hervor, stand auf und schlüpfte in eins von Marcs blauen Hemden, das auf einem Stuhl neben dem Bett gelegen hatte, und schlich mich leise und auf Zehenspitzen aus dem Zimmer. Aber ganz so leise war ich dann doch nicht. Da es dunkel war und ich im Flur nicht gleich den Lichtschalter fand, stieß ich natürlich mit meinem nackten Fuß an einen meiner zahlreichen Koffer. Ich hielt mir die Hand vor den Mund, damit ich nicht laut aufschrie und humpelte in die Küche, wo ich den Kühlschrank öffnete und zu meiner Überraschung sogar etwas Essbares darin fand. Neben einem vor drei Monaten abgelaufenen Magerquark, mehreren Bifis, einem Hanuta, dessen Verpackung ich sofort gierig aufriss, und zehn Bierflaschen entdeckte ich aber auch eine leckere Schale süßer Früchte, die so gar nicht in den Haushalt des ewigen Machos und Junggesellen passte. Ich konnte das erst gar nicht glauben. Ich schloss den Kühlschrank, schluckte die Reste des Hanutas hinunter und hielt dann die Schale hoch. Ich betrachtete sie von allen Seiten. Dann nahm ich mir eine heraus und kostete sie. Es war tatsächlich eine und sie schmeckte richtig gut. Wie ein Hauch von Frühsommer! Ich ließ sie mir genüsslich auf der Zunge zergehen und geriet dabei ins Träumen... In einem luftigen Blümchenkleid hüpfte ich fröhlich über eine Wiese mit Mohnblumen. Mein Marcischnuckiputzi, der eine eng anliegende schwarze Hose trug und ein weißes Hemd, dessen oberste Knöpfe geöffnet waren, lief einige Schritte hinter mir mit einem Picknickkorb in der Hand. Unter einer großen Weide machten wir halt. Marc breitete eine große rot-blau-karierte Decke aus, auf die wir uns legten und dann fütterte er mich lächelnd mit den roten Früchten, auf die er jedes Mal einen kleinen Sahneklecks gab. Hach...Träum...Seufz... Äh ja, ich schwebte mal wieder in anderen Sphären. Es war vielleicht doch an der Zeit, schnell wieder ins Bett zu gehen. Mich interessierte nämlich brennend, wie der Traum noch weiterging. Hihi! Ich schüttelte grinsend den Kopf, als ich wieder auf das kleine Schälchen in meiner Hand schaute. Marc Meier hatte tatsächlich Erdbeeren besorgt! Wie süß! Wo er die wohl her hatte mitten im Winter? Aber egal, ich dachte nicht weiter darüber nach, denn mein Magen hing schon in den Kniekehlen und machte sich wieder lautstark bemerkbar. Wollte ja nicht, dass Marc durch seltsame Bärengeräusche aufwachte. Ich stellte die Schachtel auf den Küchentisch, kramte in einem Schrank nach einer Schüssel und stieß dabei auch auf eine Packung Cornflakes. Super! Ein Früchtemüsli war genau das, was ich nach diesem anstrengenden Tag brauchte. Leider gab es keine Milch in Marcs ehemaligen Junggesellenhaushalt, aber ich würde es auch ohne überleben, denn ich hatte ja die leckeren Erdbeeren.

Ich stand mit dem Rücken zur Tür am Küchentisch und schnitt gerade die erste Erdbeere klein, als mich plötzlich von hinten zwei große starke Arme wie ein Krake umschlossen. McDreamy war aufgewacht! Er nahm mir das Messer aus der Hand, verkreuzte meine Finger mit seinen und stützte seinen Kopf auf meine Schulter. Dann raunte er mir ins Ohr...

M: Sag mal, was fällt dir eigentlich ein, mich allein im Bett zurückzulassen?

Wie süß! Ich musste unweigerlich lächeln. Mein Marcischnuckiputzi konnte ohne mich nicht schlafen. Hach... Schmacht... Ich ließ mir aber nicht anmerken, wie verzückt ich darüber war und fuhr ihn sauer an, weil er mir das Messer weggenommen hatte...

G: Hey! Was soll denn das? Ich wollte mir doch nur etwas zum Essen machen. Also lass mich!
M (hält mich im Klammergriff): Nix da! Lass mich mal machen!
G: Ma....!

Noch ehe ich etwas darauf erwidern konnte, hatte Marc mich auch schon herumgewirbelt, so dass ich nun mit dem Rücken zum Tisch stand und ihn ansehen musste. Er hatte wieder dieses gewisse Funkeln in den Augen, als er mich hochhob und auf den Küchentisch absetzte. Mein Herz klopfte wie verrückt und ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden. Naja, das war auch kein Wunder, denn er trug nur eine knappe Unterhose. Ein paar Stirnfransen hingen ihm ins Gesicht. Er sah einfach zum Anbeißen aus. Mir lief förmlich das Wasser im Mund zusammen. Und als er immer näher an mich heranrückte, indem er meine vom Tisch herunterbaumelnden Beine mit seinem rechten Knie auseinander schob, um sich dazwischen zu stellen, war es ganz um mich geschehen. Ich entschwand mal wieder in eine andere Welt, was auch mein Schatz bemerkte und gegen mich verwendete. Grinsend griff Marc nach einer der Erdbeeren, die in der Schale hinter meinem Rücken lagen, und steckte sie sich provozierend vor mir in den Mund. Schmatzend fragte er dann...

M: Du hascht alscho Hunger, hmm?
G (funkle ihn gespielt böse an): Ja! Also gib mir bitte die Erdbeeren!

Ich versuchte mit einer Hand nach der Schale hinter mir zu greifen, aber dieser gemeine Schuft war einfach schneller. Er nahm sie in seine Hand und hielt sie demonstrativ vor mir hoch, so dass ich sie nicht mehr erreichen konnte...

M (lacht): Nein! Die sind ... äh... nicht für dich bestimmt.

Jetzt verstand ich gar nichts mehr. Wieso hatte Marc Meier, für den gesunde Ernährung und Obst Fremdwörter waren, Erdbeeren in seinem Chauvikühlschrank, die nicht für mich bestimmt waren?

G (verwirrt): Hä? Wie nicht?
M (gerät ins Stammeln): Nein... also doch... also nicht direkt... ach scheiße... ich meine, die... die waren eigentlich für einen anderen Anlass bestimmt, aber irgendwie sind wir dann nicht mehr dazu gekommen, weil... weil DU so gierig warst.

Ich stand immer noch auf der Leitung. Was wollte er mir damit sagen? Und überhaupt, er war doch derjenige gewesen, der gierig nach mehr gerufen hatte, bis er nicht mehr konnte. Erwartungsvoll blickte ich ihn an...

G: Bitte? Was denn für ein Anlass?
M (stöhnt erst, aber grinst mich dann schelmisch an): Äh... Verrat ich nicht! Ist jetzt eh zu spät dafür.

Wieso wollte er mir das nicht sagen? War ihm das jetzt etwa peinlich?

G (grinse ebenfalls): Dann kann ich sie ja jetzt auch essen, wenn sich die Sache eh erledigt hat.
M: Untersteh dich!

Ich versuchte wieder, nach der Schale in seiner Hand zu greifen, aber wieder ohne Erfolg. Er hielt sie triumphierend noch höher...

G: Eh!

Ich streckte mich noch mal, kam aber wieder nicht heran und ließ dann enttäuscht meine Arme schlaff herunter fallen. Och menno! Wieso war er so gemein zu mir? Ich würde noch verhungern, wenn er so weiter machte. Er kann vielleicht nur von Luft und Liebe leben, ich aber nicht! Der gemeine Kerl grinste mich nur schräg an...

M: Magst du Erdbeeren?

Was für eine blöde Frage!

G: Was soll denn die Frage jetzt? Natürlich! Jeder mag Erdbeeren.
M: Also ich finde die ja widerlich süß.
G: Ja klar!? Und warum hat der feine Herr Doktor dann welche im Kühlschrank?
M: Äh... Erdbeeren sind äh... gesund!?

Oh! Seit wann war Marc Meier denn Gesundheitsexperte? Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen...

G (sarkastisch): Oh! Na das hätte ich jetzt nicht gedacht.
M (beleidigt): Eh! Hör auf, so beschissen zu lachen!
G (lache noch mehr): Ich denke nicht mal daran. Wenn du die Dinger so ekelhaft süß findest, warum hast du dann gerade eine gegessen?
M (wirkt zunehmend nervöser): Äh... nur so! Äh... nur mal kucken, ob die äh... noch ok sind, also genießbar ... ohne Tierbeilage ... also äh... Maden und so.
G (ziehe meine Augenbrauen hoch): Aha!? Wie fürsorglich von dir! Und was hattest du nun damit vor? Wolltest du mir morgen Frühstück ans Bett bringen?

Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen schaute ich ihn erwartungsvoll an. Frühstück im Bett wäre schon toll gewesen. Marc schluckte erst, fuhr sich dann durch sein Haar und räusperte sich, ehe er mir betont cool darauf antwortete...

M: Sonst noch Wünsche?
G (grinse noch mehr): Och wenn du mich so lieb fragst!? Hmm... Solange auch genügend Schokocroissants und Nutella da ist, bin ich wunschlos glücklich.
M (rollt mit den Augen): War ja klar! Aber nee, so was Schwules hatte ich nicht vor.

Ein bisschen enttäuscht war ich dann schon...

G: Was dann?
M: Boah Gretchen, du nervst!
G (verschränke beleidigt meine Arme u. funkle ihn an): Und du hältst mich vom Essen ab.

Marc trat einen Schritt zurück, warf seine Arme in die Luft, um sie kurz darauf wieder an seine Seite fallen zu lassen. Er fasste sich an seinen Hinterkopf, schaute kurz an die Decke, stöhnte leise und kam dann wieder auf mich zu, so dass er jetzt zwischen meinen Beinen direkt an der Tischkante stand...

M: Na gut, wenn du es unbedingt hören willst. Ich hab den Champagner vergessen.
G (blicke ihn verdutzt an): Hä? Den Champagner?
M (stöhnt): Ja, das prickelnde Zeug, das...
G (falle ihm genervt ins Wort): Ich weiß, was Champagner ist, Marc.
M (grinst): Gut! Das billige Sektzeug deiner Mutter kommt mir nämlich nicht ins Haus.

Ich achtete nicht weiter auf seinen Spirituosenvortrag, denn in meinen Gehirnwindungen ratterte es gewaltig... Erdbeeren, Champagner,...? Hmm...

G: Heißt das, du... du wolltest...?
M (stöhnt): Nein, wollte ich nicht!

Lorelei Offline

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18.06.2010 08:16
#596 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Tja was wollte der Meier dann bzw. was denkt Gretchen, was ihr Marcischnuckiputzi gewollt hat, hmm? Schaumer mal! Ich habe gerade festgestellt, dass ich mich in der Aufteilung meiner Teile wieder mal verzählt habe. Der von dem einen oder anderen von euch schon heiß ersehnte Teil steht eigentlich erst morgen auf dem Plan. Aber ich habe mir überlegt, wenn Jogis Jungs heute wieder aller Welt beweisen, dass wir die Besten auf dem Platz in Südafrika sind, dann könnte ich ja mal eine Ausnahme machen. Würde aber dann erst nach 20 Uhr kommen, denn eher dürfte das nicht gesendet werden. Aber jetzt erst mal viel Spaß mit diesem Teil hier! Eure Lorelei



Ohne groß darüber nachzudenken, was ich da gerade von mir gab, platzte es auch schon aus mir heraus...

G: Doch das wolltest du! Du wolltest Champagner aus meinem Bauchnabel trinken!
M (grinst): Was?

Marc starrte mich amüsiert an und ich spürte, wie ich langsam rot wurde. Hatte ich etwa was Falsches gesagt? Aber die Vorstellung war schon irgendwie äh... aufregend. Peinlich berührt versuchte ich, einigermaßen cool zu bleiben und vom Thema abzulenken....

G: Äh... dann... dann solltest du dir vielleicht das nächste Mal äh... einen Einkaufszettel schreiben. Schlagsahne fehlt übrigens auch! So äh... gibst du mir jetzt bitte meine Erdbeeren!

Ich weiß auch nicht, ich kam mir in diesem Moment ziemlich blöd vor, da Marc mich immer noch so komisch anstierte. Was er jetzt wohl von mir dachte? Das sollte ich keine zwei Sekunden später auch erfahren. Marc schloss mich mit seinen beiden Armen ein, mit denen er sich an der Tischkante abstützte und beugte sich provozierend zu mir herunter. Sein Kopf kam meinem gefährlich nahe. Mein Herz klopfte wie verrückt und ich zwang mich, ihn nicht anzusehen, aber ich konnte es nicht. Ich biss mir auf meine Unterlippe und hielt den Atem an. Ich war wie erstarrt und konnte mich nicht rühren. Wie auch? Er hielt mich ja gefangen, sowohl mit seinem Körper als auch seinem gierigem Blick...

M (grinst mich anzüglich an u. zeigt mit einer Hand zwischen uns beiden hin u. her): Moment Haasenzahn! Du hast gedacht, ich hab gedacht, wir könnten...?

Er schnappte hörbar nach Luft, fuhr sich mit einer Hand über seinen Mund und lachte. Und ich hatte es mal wieder geschafft und meiner Top Ten an peinlichen Begegnungen mit Marc Meier eine neue hinzugefügt. Beschämt blickte ich zu Boden, während er mich weiter quälte...

M (sein Grinsen wird noch breiter): Wusste gar nicht, dass du so ein kleines Luder bist? Obwohl... doch wusste ich eigentlich schon! Aber gut, wenn du das unbedingt willst, aber ich hab nur noch ein paar Pullen Bier da, aber in der größten Not geht das auch. Schmeckt auf jeden Fall besser als die elende schwule Plörre.

Marc zwinkerte mir anzüglich zu, packte mich am Po und strich fordernd darüber. Empört stieß ich seine Hand weg und klopfte mit meinem Zeigefinger bedrohlich auf seine nackte gestählte Brust. Leider hatte ich dabei nicht bedacht, dass jedes Mal, wenn ich seine nackte Haut berührte, Stromstöße meinen Körper durchfuhren. Mit Müh und Not versuchte ich, meine Empörung zum Ausdruck zu bringen...

G: Maaarc! Wag es ja nicht, mir Bier auf den Bauch zu kippen!
M (grinst noch mehr u. legt jetzt beide Hände an meine Taille): Wieso? Bier soll ja auch gut für die Haare sein? Also warum nicht auch für deinen hammergeilen Körper?

Marc musterte mich von oben bis unten und fuhr provozierend mit der Fingerspitze meine Seite entlang, was leider zu einer Gänsehaut meinerseits führte. Aber ich wehrte mich gegen diesen plumpen Verführungsversuch und klopfte ihm auf seine Finger, die er augenblicklich zurückzog...

G: Maaarc!

Er stöhnte entnervt auf, hielt dann seine beiden Hände hoch und versuchte sich nun doch noch zu erklären. Und das fand ich einfach nur zuckersüß....

M: Ok, sorry, das war jetzt nicht so... äh... nett!? N’Scheeerz! Also reg dich ab! ...*räusper* ... Ich... ich hatte halt gedacht, wir könnten, wenn wir von deinen nervigen Eltern zurück sind, naja halt so... äh... zur Feier des Tages, dass du jetzt hier... ääähhh... wieder so ein äh... *räusper* ... Romantikdingens machen... Na du verstehst schon... so mit Erdbeeren, Champagner, Kerzen und Vö... äh... Kuscheln und so? Is halt blöd gelaufen. Und wir hatten ja dann... Äh... *räusper* .... Ich... ich hab halt nicht... Ach scheiße! Die Idee hatte ich heute Morgen beim Aufstehen... Frag mich nicht, warum! ... Und irgendwie fehlte dann die Zeit, das ... äh ja... so mit Plan und allem Drumherum vorzubereiten. ... *stöhn* ... Vergiss es einfach!

Gott, ist dieser Mann zauberhaft. Das würde ich mit Sicherheit nicht vergessen. Allein schon der Versuch zählt! Mein Romantikkönig der Welt! Hach... *Schmacht* ... Ich strahlte ihn verliebt an, legte meine Arme um seinen Hals und zog ihn ganz nah an mich heran, um ihn sanft zu küssen...

G: Hach... du bist so süß!
M (lächelt verschmitzt): Nicht so süß, wie die Dinger hier.

Marc hielt mir wieder eine Erdbeere vor die Nase, mit der er dann die Konturen meiner Lippen nachzeichnete. Ich wollte danach beißen, aber er zog sie grinsend zurück. Dieser Schuft! Immer wieder hielt er sie mir hin und ich versuchte, sie mit meinen Zähnen zu fassen, bis er sie mir doch noch an meine Lippen legte und ich sie endlich erwischte. Den süßen Geschmack dieser leckeren Frucht genoss ich in vollen Zügen. Ich schloss meine Augen und leckte mir verführerisch über meine Lippen, spürte aber gleichzeitig ganz genau, dass sein Blick immer noch an mir haftete...

Lorelei Offline

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18.06.2010 20:37
#597 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So meine Lieben

ich hoffe, ihr habt die kalte Dusche so einigermaßen verdaut? War halt heute nicht unser Tag. Zur Aufmunterung stelle ich meine Lieblingsepisode aber doch noch rein. Wird euch sicherlich auf andere Gedanken bringen.

Ich widme diesen Teil meinem lieben Karmegeenchen Kate, die mich mit ihren tollen Analysen und regelmäßigen Drohungen, mich in der Elbe zu ertränken, zu mehr motiviert und die am Dienstag mit ihren aufregenden Wasserspielchen die Polkappen zum Schmelzen gebracht hat. Ich trete in sehr große Fußstapfen, aber ich versuche der allgemeinen Stimmung im Forum einigermaßen gerecht zu werden. Bereit? Na dann....

Ein fast nackter Marc Meier, Erdbeeren, kein Champus, keine Sahne, ein Küchentisch, eine blonde verführerische Ärztin... Weißte Bescheid! Sonnenbrillen auf! Kühlakkus raus! Und ab in eine mit Eiswürfeln gefüllte Badewanne! Auch wenn sich wahrscheinlich eh keiner von euch daran halten wird, muss ich aus Jugendschutzgründen diesen Teil trotzdem mit FSK 18 überschreiben!!! Also die Jüngeren unter euch, Augen zu und durch oder einfach ganz schnell weiterklicken! Lange Rede, kurzer Sinn, viel Spaß jetzt im Erdbeerparadies! (@ Schleumel, ja man kann noch so einiges anderes mit Erdbeeren anstellen! ) Lasst es euch schmecken!

Lorelei





M: Was hast du da überhaupt an? Is das meins?

... fragte mich Marc plötzlich und riss mich so aus meinen süßen Früchtchenträumen. Ich öffnete meine Augen wieder und bemerkte seinen eindringlichen Blick, der nur eines bedeutete. Wieder spürte ich, wie mir warm wurde und mein Herz einige Takte schneller schlug. Dieses Gefühl verstärkte sich noch, als er begann, langsam meine Seite hoch zu streichen. Schon wanderte seine Hand unter sein hellblaues Hemd, welches ich trug. Mit einem anzüglichen Grinsen auf den Lippen ging er immer höher und umfasste schließlich meine nackten Brüste. Ich schnurrte leise wie ein Kätzchen unter seinen zärtlichen Berührungen. Auch seine andere Hand suchte den gleichen Weg nach oben. Ich stöhnte leise auf, als seine beiden Daumen vorsichtig meine Brustwarzen massierten. Meine Lippen suchten die seinen und vereinigten sich leidenschaftlich zu einem aufregenden Zungenspiel. Schwer atmend ließ Marc nach einigen Minuten von meinen Brüsten ab, aber nur um kurz darauf an dem Hemd zu zupfen, das ich nur mit zwei Knöpfen zugeknöpft hatte. Schon spürte ich seine warmen Hände wieder auf meinem erhitzen Körper. Er fuhr sanft meine Rundungen entlang nach oben und streifte schließlich das Hemd von meinen Schultern, auf die er jeweils einen kleinen Kuss gab, als das Stück Stoff meine nackten Schultern preisgab. Dann schaute er mich mit seinen feurigen Augen an. Ich erwiderte seinen Blick...

M: Haasenzahn, du bist doch ein Luder!

... raunte er mir noch keuchend zu, bevor er seine Lippen auf meinen Hals setzte und diesen empor fuhr und schließlich meine empfindlichste Stelle erreichte, die er mit seiner Zunge liebkoste. Wieder entfuhr mir ein Stöhnen. Ich beugte ihm meinen Körper leicht entgegen und öffnete meine Schenkel, damit er noch näher an mich und den Tisch heran kommen konnte. Marc trug nur eine enge schwarzen Boxershorts und sein Anblick ließ mich heiß und kalt zugleich werden. Meine Hände wanderten begierig über seinen nackten Rücken, hinunter zu seinem knackigen Po, den ich sanft knetete und immer enger an mein Becken drückte. Marc stöhnte leise. Deutlich spürte ich seine Erregung und glaubte, fast den Verstand zu verlieren. Zärtlich zeichnete ich die Konturen seiner Wirbelsäule nach, Wirbel für Wirbel, während er mit seinem Mund über mein Dekolletee zu meinen Brüsten wanderte. Er strich mit seinen Händen gefühlvoll die Seiten meines Körpers hoch, während sein Kopf schon längst in der Mulde zwischen meinen Brüsten versunken war. Meine Fingernägel krallten sich in seinen Rücken und ich stöhnte leise auf, so erregt war ich. Marc hob seinen Kopf ein wenig und grinste mich leicht von schräg unten an. Dann griff er plötzlich hinter mich in die kleine Schale und nahm eine einzelne Erdbeere heraus. Ich hielt den Atem an. Mit dieser fuhr er mir dann wieder die Lippen entlang. Ich schmeckte ihren süßen Saft und wollte danach beißen, aber Marc hatte mit der Erdbeere etwas anderes vor, wie ich Augenblicke später begeistert feststellte. Langsam strich er damit meine Halsschlagader entlang. Kurz drauf spürte ich auch schon seine Zunge an eben jener Stelle, wo er die süßen Spuren beseitigte. Ich stützte meinen Körper mit meinen Unterarmen ab und machte ein Hohlkreuz, als er mit der Erdbeere und anschließend mit seinen Lippen erst über mein Dekolletee, dann über meine Brüste strich. Ich bebte vor Erregung, als er mit der Erdbeere im Mund über meine Brustwarzen fuhr, die sich augenblicklich aufstellten und hart wurden. Als er die süße Frucht hinuntergeschluckt hatte, verwöhnte er mit seiner Zungenspitze meine Brustwarzen. Ich krallte mich an der Tischkante fest und stöhnte laut aus vor Lust. Ich glaube, das war das erste Mal, dass ich einen Orgasmus allein durch seine Berührungen bekam. Zufrieden schaute mich Marc mit funkelnden Augen an, als er nach der nächsten Erdbeere griff und das aufregende Spiel wiederholte. Das war mit Abstand das Erotischste, was ich bisher in meinem ganzen Leben erlebt hatte. Und ich gierte nach mehr. Ich weiß nicht mehr, wie viele Beeren es insgesamt waren, aber die Schale war irgendwann leer. Mit einer unglaublichen Geduld spielte er dieses alle Sinne berauschende Spiel, obwohl ich ganz genau spürte, dass er selbst bis in die Haarspitzen erregt war. Natürlich bekam ich auch die eine oder andere Erdbeere ab. Ich hatte schließlich noch immer einen Beeren- äh... Bärenhunger! Marc reichte mir das, wonach ich mich verzehrte, wie sollte es auch anders sein, gentlemanlike mit seinem Mund. Nie haben seine Lippen süßer geschmeckt. Irgendwann wanderten diese auch wieder meinen Hals hoch und verharrten neben meinem Ohr. Mein Liebster hauchte mit rauer Stimme hinein...

M: Verstehst du jetzt, was ich eigentlich damit vorhatte.

Ich konnte nur noch leicht mit dem Kopf nicken. Zu etwas anderem war ich nicht mehr fähig. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und mein Verstand hatte sich schon längst verabschiedet, doch alle meine Sinne waren noch hellwach. Ich roch noch immer den süßen Geruch der Erdbeeren, der mich zusätzlich betörte. Und ich spürte, wie seine Hände wieder verlangend meine Brüste kneteten, dann über meinen Bauch strichen und immer weiter in südlichere Gefilde vordrangen. Unbändiges Verlangen erfasste mich, als seine Hand schließlich ihr Ziel erreicht hatte und er mich durch geschicktes Fingerspiel an den Rand des Wahnsinns trieb. Ich richtete mich auf und fuhr gierig seinen muskulösen Körper entlang, bis meine Hand seine Boxershorts erreichte und hinein fuhr. Marc stöhnte laut auf, als ich dem erregten „kleinen“ Dr. Meier einen Besuch abstattete. Auch meine zweite Hand griff nun nach seiner Boxer und schob sie langsam Zentimeter für Zentimeter über seinen wohlgeformten Po. Marc schlüpfte hinaus und warf sie mit seinem Fuß achtlos in eine Ecke der Küche. Dann packte er mich mit beiden Händen an meiner Hüfte, sah mich kurz mit seinen feurigen Augen an und bat mich wortlos um mein Einverständnis, das ich ihm in Form eines leidenschaftlichen Kusses augenblicklich gab, und positionierte mich dann so, dass er in mich eindringen konnte, einem Verlangen, dem er Sekunden später auch nachkam. Ich schrie laut auf, als ich ihn endlich in mir spürte und er sich langsam zu bewegen begann. Ich verschränkte meine Beine fest hinter seinem Rücken, um ihn noch enger an meinen Körper zu pressen, denn ich wollte ihn intensiv spüren und das tat ich dann auch. Meine Fingernägel krallten sich tief in sein Fleisch, als er kraftvoll immer wieder in mich stieß, und ich hatte das Gefühl, innerlich zu zerspringen. Ich legte meinen Kopf leicht in den Nacken und Marc knabberte an meinem Hals, während sich unsere Becken immer schneller aneinander rieben. Eine Hitzewelle nach der anderen durchfuhr meinen bebenden Körper. Mit einer Hand hielt mich Marc an der Hüfte fest, mit der anderen fuhr er gierig meinen Bauch hoch und legte sie anschließend auf meine rechte Brust, wo sie während unseres leidenschaftlichen Liebesspiels verharrte. Minuten später bäumte sich mein Körper schließlich ein letztes Mal lustvoll auf, als wir gleichzeitig zum Höhepunkt kamen. Marc zog mich mit letzter Kraft an sich, drückte mir einen dicken Schmatzer auf den Mund und raunte mir leise „Ich liebe dich!“ ins Ohr, was mein Glücksgefühl noch vervollständigte. Dann zog er mich vom Küchentisch auf den kalten Boden, wo wir die nächsten Minuten schwer atmend eng umschlungen liegen blieben...


Puh! Jetzt ist mir aber wieder warm. Hihi! So ausführlich wollte ich das doch gar nicht aufschreiben. Ein Wunder, dass ich das überhaupt in Worte fassen konnte. Denn dieses einzigartige Erlebnis war einfach so unglaublich, aufregend, wunderschön, grandios, gigantisch, phänomenal, exorbitant, sensationell, galaktisch,... Mir fallen gar nicht so viele Adjektive ein, um zu beschreiben, wie toll es war. Ich schwöre, ich habe unzählige kleine leuchtende Sternchen um meinen Kopf herum tanzen gesehen und süße weißgekleidete goldlockige Englein mit goldenen Flügeln haben mit goldenen Trompeten eine Fanfare gespielt... Der Wahnsinn! Ich glaube, ich kann nie wieder ohne hochroten Kopf durch die Obst- und Gemüseabteilung eines Supermarktes gehen. Hihi! Oh ja, ich habe schon wieder Lust auf Erdbeeren. Mmmhhh lecker! Oh Gott, ich kann einfach nicht genug kriegen von diesem Wahnsinnskerl. Deshalb habe ich gestern auch noch die restlichen unbefleckten Ecken unserer Wohnung auf eher unkonventionelle, aber sehr, sehr schöne Art und Weise kennen gelernt. Hihi! Jedenfalls ist Marc „the body“ „Sexgott“ Meier der alleinige Grund dafür, warum es hier immer noch wie bei Hempels unterm Sofa aussieht. Er wird mir zwar den Kopf abreißen, dass ich immer noch keine Ordnung in dieses unübersichtliche Chaos gebracht habe, aber jetzt fehlt mir einfach die Zeit dafür. Es ist schon Mittag. Ich muss gleich los zum Dienst. Deshalb mache ich jetzt auch Schluss für heute. Du bist ja jetzt wieder auf den neuesten Stand. Hihi!

Dein liebestrunkenes Gretchen



Gretchen Haase klappte ihr Tagebuch wieder zu, steckte es zurück in ihre rosa Handtasche und kuckte kurz auf ihr Handy, ob sie eine Nachricht von ihrem Liebsten bekommen hatte. Hatte sie nicht, stellte sie etwas enttäuscht fest und ließ es ebenfalls in ihre Handtasche fallen und stand anschließend von der Couch auf. Sie streckte sich kurz, gähnte einmal laut und schaute dann an sich herunter. Lächelnd musste sie feststellen, dass sie immer noch Marcs dunkelblauen kuscheligen Bademantel trug. Sie zog den Kragen hoch und roch daran, um den betörenden Duft seines Duschgels einzusaugen. Augenblicklich stieg ihre Körpertemperatur wieder auf über 40 Grad und die Gedanken an die letzten beiden leidenschaftlichen Tage trieben ihr wieder den Schweiß auf die Stirn... Vielleicht sollte ich doch besser noch mal duschen gehen, bevor ich in die Klinik aufbreche!?

Lorelei Offline

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19.06.2010 17:19
#598 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na, haben euch die Erdbeeren gemundet? Gut, dann geht es jetzt weiter mit dem alltäglichen Kliniktrott und wir hören endlich Neuigkeiten von unserem zweiten verführerischen Lieblingsarzt. Viel Spaß! Großes Dankeschön an meine lieben Kommibienchen. Ihr seid so lieb. Danke für eure Treue! Liebe Grüße auch an meine stillen Leser. Genießt das schöne, wenn auch kühle Wochenende! Die kleine Abkühlung haben wir uns verdient oder? Eure Lorelei



Eine Stunde später betrat Dr. Gretchen Haase frisch geduscht und gut gelaunt das Elisabeth-Krankenhaus. Bevor sie allerdings ihren Dienst auf der Gynäkologie antrat, wollte sie noch schnell bei ihrem herzallerliebsten Oberarzt auf der Chirurgie vorbeischauen. Sie hatte ihren Erdbeerliebhaber schließlich schon einen halben Tag nicht mehr gesehen. Eine Tatsache, die die verliebte Assistenzärztin so nicht akzeptieren konnte und wollte. Sie verschwand schnell in der Umkleide, warf sich ihren Kittel über und ging dann ins Stationszimmer, wo sie wie jeden Tag von Schwester Sabine überschwänglich begrüßt wurde, die gerade Mittagspause machte und Horoskop lesend mit einer Gabel in ihre Fünf-Minuten-Terrine stocherte. Sie stellte die noch halbvolle Plastikbox auf den Tisch, erhob sich von ihrem Stuhl und drückte ihre Lieblingsärztin herzlich an ihre Brust...

S: Frau Doktor, Frau Doktor, hach ist das schön, Sie auch mal wieder hier zu sehen. Sie fehlen uns hier, wissen Sie, seitdem Sie den Dr. Kaan vertreten.
Ob Marc auch so eine Sehnsucht nach mir hat?
G (befreit sich peinlich berührt aus der überraschenden Umarmung): Ha...Hallo Schwester Sabine! Danke für... äh ja. Aber ich bin doch gar nicht aus der Welt. Ich bin doch nur... äh... quasi um die Ecke.
Also ich hab es noch nicht mit einem Maßband gemessen, weil ich hab ja dummerweise keins dabei, wieso eigentlich? Jedenfalls ist es Pi mal Daumen äh... nicht weit!? Also wenn man jetzt von Marcs Büro aus messen würde. Glaub ich!
S (setzt sich seufzend wieder auf ihren Stuhl, legt ihre Hand unter ihr Kinn u. schaut sie schwärmerisch an): Es fehlt trotzdem was, wenn Sie nicht da sind. Sie sind doch das Herz der Station.
Oh Gott! Ist das liiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeb!!!
G (fühlt sich geschmeichelt u. wird etwas rot): Was echt?
S (strahlt sie an): Ja, aber natürlich. Die Patienten fragen schon nach Ihnen. Einige dachten, jetzt hätte es der Herr Doktor endlich geschafft, Sie zu vergraulen.
Hmm... ist ja auch nicht ganz abwegig, so wie er mich auf Arbeit immer anmotzt. Aber das ist schon weniger geworden. Also wenn man das jetzt mit der täglichen Dosis Meierscher Küsse aufwiegen würde, dann würden schon die Küsse überwiegen. Äh... statistisch gesehen. Und ein Kuss ist die einzige Währung, die ich akzeptiere, wenn er sich für einen seiner blöden Machosprüche entschuldigt.
G: Ach was!? Aber ich bin doch bald wieder da.
S (freut sich wie ein Honigkuchenpferd): Oh wie schön! Wie lange ist denn der Herr Doktor Kaan noch krankgeschrieben?
Upps! Jetzt nichts Unüberlegtes sagen! Hmm... Schwierig! Wir haben hier ja die Tratschfee Nummer eins, nämlich die allseits beliebte Stasisabsi, vor uns sitzen. Hmm... Mögliche Taktik: Ablenkungsmanöver einleiten! Oder am besten gleich ganz abhauen! Ja, gute Idee!
G (kratzt sich leicht nervös hinter ihrem Ohr): Äääähhh, das... das weiß ich jetzt nicht so genau. Könnte vielleicht noch äh... ein Weilchen dauern? *räusper* Haben Sie Ma... also Dr. Meier irgendwo gesehen, Schwester Sabine?
Besser ich haue hier schnell ab, bevor sie wirklich noch ihre Stasi-Protokolle rausholt!
S: Der wollte, glaube ich, eine rauchen gehen.
Hmm... Dieses Laster muss ich ihm auch noch abgewöhnen. Wo hab ich eigentlich mein Mundspray? Ich hasse es, wenn er nach Aschenbecher schmeckt.
G: Hmm... Da werde ich mal auf der Dachterrasse vorbeischauen. Hatte eh noch nichts zum Mittag. Hat mich gefreut, Sabine.

Gretchen wollte gerade das Stationszimmer verlassen, da wurde sie noch einmal von der blonden Krankenschwester angesprochen...

S: Frau Doktor?
Mist! War ja klar, dass sie nicht so schnell aufgeben würde.
G (dreht sich noch einmal zu ihr um): Jaaa, Schwester Sabine?
S (lehnt sich neugierig über den Tisch): Stimmt es, dass Sie jetzt bei Dr. Meier eingezogen sind?
G (schaut sie überrascht an): Äh... woher?
S (lächelt): Erzählt man sich!
Woher wissen das die Tratschtanten eigentlich schon wieder? Ach so, ich vergaß, ich habe ja selbst so ein Exemplar in meiner Familie. Mama!
G: Das geht rum? Das ging aber schnell.
S: Ihr Bruder war doch am Samstag in der Notaufnahme und...
Nein, ich vergaß, es gibt zwei Exemplare von dieser seltenen Spezies in meiner Familie!
G: Diese Tratschnase!
S (blickt sie erwartungsvoll an): Also stimmt es? Der Herr Doktor hat sich ja noch sehr bedeckt gehalten, aber ihr Bruder hat es dann ausgeplaudert. Geht es seinem Zeh wieder gut?
Hmm... Marc hat sich bedeckt gehalten? Wieso? Will er etwa nicht, dass das jemand weiß? Aber dann hätte er auch nicht das große Schild... Hmm... Naja Marc ist ja auch wieder Marc und will ja nie, dass irgendetwas an die große Glocke gehängt wird, also was sein für Außenstehende nicht vorhandenes Gefühlsleben betrifft. Hmm... Vielleicht mach ich mal ein Foto von unserem Namensschild. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen.
G: Ja, äh... aber nur weil Sie es sind, Sabine, meine... also meine neue Adresse ist die von Dr. Meier, also falls... äh... falls Sie mir mal schreiben wollen oder so.
S (rutscht auf ihrem Stuhl hin u. her u. klatscht aufgeregt mehrmals in die Hände): Ich darf Ihnen schreiben?
Oh Gott! Was hab ich denn jetzt wieder angerichtet? Nicht dass sie mir in Zukunft ihre ganzen Horror- äh... Horoskopzeitschriften schickt oder so!
G (fasst sich an ihre Stirn): Äh... das war jetzt eigentlich eher theoretisch gemeint, also für die Post im Allgemeinen.
S (ein bisschen Enttäuschung schwingt mit): Ach so!

Sabines strahlendes Lächeln verschwand augenblicklich aus ihrem Gesicht. Sie nahm ihre mittlerweile kalt gewordene Terrine wieder in die Hand und versuchte, eine kleine Nudel auf ihre Gabel zu bekommen. Gretchen beobachtete sie... Na toll, jetzt hab ich Sabine beleidigt!

G: Ja äh... also falls Sie mal in den Urlaub fahren, können Sie mir gerne eine Postkarte schreiben.
S (schaut sie wieder an): Echt?
G (nickt ihr freundlich zu u. will dann gehen): Ja! So äh... ich werd dann mal nach Marc schauen. Tschü....

Im selben Moment kam eben dieser laut mit seinem Handy diskutierend in das Stationszimmer gestürmt....

M (am Tel.): ... Alter, meinst du nicht, das ist ein bisschen vorschnell? Du kannst doch nicht... Aber...

Marc nickte seinem Haasenzahn nur kurz zu, achtete aber nicht weiter auf Schwester Sabine, die ihn mit großen Augen anstarrte, und verschwand dann in der Umkleide, dessen Tür er hinter sich zuschlug...

Was war das denn jetzt?
G (zu S, die ihren Kopf Richtung Umkleide gedreht hat): Äh ja... ich habe ihn ja jetzt gefunden. Sabine, wenn Sie uns bitte für einen Moment alleine lassen könnten?
S (nickt ihr wissend zu, steht auf u. wirft die nun leere Plastikbox in den Mülleimer): Selbstverständlich, Frau Doktor. Ich muss eh noch die Verbände von Frau Huber wechseln.
G: Machen Sie das!

Die blonde Krankenschwester verließ anschließend schmunzelnd das Stationszimmer. Dr. Haase griff nach der Türklinke zur Umkleide, lauschte kurz an der Tür und hörte, dass Dr. Meier immer noch lautstark mit jemanden diskutierte. Von Neugier gepackt öffnete sie vorsichtig die Tür und betrat leise die Umkleide. Sie sah, wie ihr Freund und Vorgesetzter hektisch im Zimmer auf und ab lief und mit lauter, fester Stimme in sein Handy sprach....

M: ... Mehdi, verdammt, das ist eine Schnapsidee. ...

Oh wie schön! Er hat Mehdi am Apparat! Ob es Neuigkeiten von Anna und Lilly gibt? ... Gespannt lauschte die blonde Ärztin dem Gespräch...

M (fährt sich immer wieder durchs Haar u. stöhnt hin und wieder auf): ... Nur weil die gesagt haben, dass sie immer davon gesprochen hätte, muss das doch nicht gleich heißen, dass sie wirklich dort sind. ... Intuition? Was denn für eine Scheißintuition? Eh dein weibisches Gerede bringt dich doch auch nicht weiter. ... Ja, Mann, reg dich ab! Ich wollte doch nur... Boah is gut jetzt ja!? ... Wie wollt ihr das überhaupt anstellen? Wollt ihr das ganze Land abklappern oder was? .... Das ist ja wie die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Also lass den Scheiß und komm wieder nach Hause! Von hier aus könnten wir doch auch.... Wie jetzt? Was soll das heißen, du bist schon am Flughafen? ... Bist du irre? Ihr wollt heute noch? ... Alter, du buchst jetzt sofort auf einen Flug nach Berlin um! Hast du verstanden? ... Ja, ich bin nicht blöd, Mehdi, natürlich versteh ich, dass du sie vermisst aber... du musst doch nicht gleich... Das ist Irrsinn! ...

Was hat Mehdi denn vor, wenn Marc so aufgebracht ist? Und wieso Flughafen? Wo will er denn hin? ... dachte Gretchen besorgt, die sich an den Türrahmen gelehnt hatte und ihren Freund beobachtete. Aber aus den Wortfetzen seines Gespräches mit Mehdi konnte sie sich nicht wirklich zusammenreimen, was los war. Sie lauschte weiter gespannt...

M (immer aufgebrachter): ... Eh nur weil diese Sonja das auch gesagt hat, muss das doch nicht... Alter, verdammt, ich rede mit dir! ... Pfff... dann bewirb dich doch bei der Kripo, wenn du... Ok, ok! Sorry, ich wollte nicht... Gut, wenn du nicht auf mich hören willst, bitte, tue, was du nicht lassen kannst, aber sag nachher nicht, ich hätte dich nicht... Jaaaa, is ja gut jetzt! Meld dich, wenn du gelandet bist! Gretchen reißt mir sonst den Kopf ab. ... Ja, mach ich! ...

Marc hatte mittlerweile gemerkt, dass er nicht mehr allein in dem Zimmer war und warf seiner Freundin einen kurzen liebevollen Blick zu, den sie mit einem Lächeln erwiderte...

M (wieder etwas ruhiger): Ja, mach’s gut! Tschö!

Stöhnend legte Dr. Meier auf. Er ließ sein Handy in seine Kitteltasche fallen und fuhr sich aufgeregt durch seine Haare. Ein paar widerspenstige Strähnen fielen immer wieder in sein Gesicht, was ihn zusätzlich nervte. Dann schüttelte er mehrmals den Kopf und ließ sich auf die Bank in der Mitte der Umkleide fallen. Mit einem eher gequälten Lächeln schaute er nun zu seiner Freundin, die nach seinem kleinen Gefühlsausbruch langsam auf ihn zu kam, sich dann neben ihn setzte und seine Hand in ihre nahm. Sie drückte sie leicht und blickte ihren Schatz nun erwartungsvoll an. Marc fuhr sich kurz mit der freien Hand über seinen Mund, rollte mit den Augen und sah sie nun direkt an...

M: Liebesgrüße aus ... äh.... liebe Grüße!
G (lächelt kurz): Hmm! Was...?
M (stöhnt): Italien!
G (schaut ihn verwundert an): Italien?
M (nickt): Jep! Italien!

Lorelei Offline

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20.06.2010 15:18
#599 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich sehe schon die vielen Fragezeichen in euren Gesichtern. Deshalb kläre ich heute auf, was Mehdi bislang herausgefunden hat und was das mit Bella Italia zu tun hat. Viel Spaß damit!




Marc ließ die Hand seiner Liebsten wieder los, sprang von der Holzbank auf und schloss die beiden Türen der Umkleide, damit niemand etwas von ihrem Gespräch mitbekam. Schließlich hatten die Wände im EKH Ohren. Dann lehnte sich der junge Oberarzt lässig gegen einen der Spinde, fixierte mit seinem Blick seine hübsche Freundin, lächelte kurz und begann schließlich zögerlich zu erzählen, was er gerade eben von seinem besten Freund erfahren hatte. Gretchen ließ ihren aufgewühlten Freund nicht aus den Augen und hörte ihm aufmerksam zu.


Dr. Mehdi Kaan hatte nach einwöchiger vergeblicher Suche im Raum Frankfurt am Main gestern endlich das Kinderheim gefunden, in dem seine Frau aufgewachsen war. Eine Erzieherin von damals, die heute das Heim leitete, konnte sich noch gut an das dunkelhaarige kleine Mädchen erinnern und hatte ein bisschen erzählt, also so viel, wie ihr noch zu ihr eingefallen war. Außerdem hatte sie im Archiv die alten Akten herausgesucht und Mehdi überlassen. Darin fand sich ein Hinweis auf die leiblichen Eltern der kleinen Anna Koslowski. Sofia und Rainer Koslowski waren tatsächlich bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als das Mädchen gerade einmal drei Jahre alt war. Die Geschichte, die Mehdis Frau ihm und Marc aufgetischt hatte, stimmte also in dieser Hinsicht, so tragisch sie auch war. Die Heimleiterin hatte dann erzählt, dass es dem Kind sehr schwer gefallen war, sich an die neue Situation, ein Leben im Heim, zu gewöhnen. Anna war schon immer ein eher zurückhaltendes Mädchen gewesen und pflegte kaum Kontakt zu den anderen Heimkindern. Es hatte sehr lange gedauert, bis sie das Trauma um den tragischen Verlust ihrer Eltern überwunden hatte. Anna hatte mit in dem Wagen gesessen, mit dem sie verunglückt waren, war aber ohne Schrammen davon gekommen. Sie hatte wohl einen Schutzengel gehabt, sagte die ältere Frau. Die Wunden auf ihrer kleinen Seele ist sie nie wirklich losgeworden. Wahrscheinlich war sie auch deshalb so schwer zu vermitteln. Potentielle Adoptiveltern interessierten sich nun mal nicht für ein traumatisiertes Mädchen und so blieb sie ihre gesamte Kindheit und Jugend im Heim. Sie war eine gute Schülerin. Aus ihr hätte wirklich etwas werden können, wenn sie nicht so introvertiert gewesen wäre und in ihrer eigenen kleinen Welt gelebt hätte. Sie war eine Einzelgängerin. Erst mit zunehmendem Alter wurde sie zugänglicher. Sie war ein hübsches Mädchen. Die Jungs waren ihr sehr zugetan. Sie war sich ihrer Wirkung auf sie durchaus bewusst, nutzte sie aber nicht aus. Sie zog es lieber vor, in ihrer eigenen heilen Traumwelt zu leben, in der Ballett und Tanz immer eine große Rolle gespielt haben. Die Heimleiterin konnte es sich auch nicht erklären, woher das Interesse dafür kam. Mehdi glaubte, sich zu erinnern, dass ihre Mutter wohlmöglich auch Tänzerin gewesen war, aber sicher war er sich nicht, denn die Vergangenheit seiner Frau war für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Die redselige Leiterin des Kinderheims fuhr dann fort, dass Anna in den Rollen, in die sie fürs Schulmusical schlüpfte, immer so richtig aufblühte. Ohne Zweifel, sie hatte Talent, aber ihre Möglichkeiten im Heim waren eher begrenzt gewesen. Die Mittel waren immer knapp bemessen, als dass man die Begabungen der Kinder hätte fördern können. Das bedauerte die freundliche Frau heute. Vielleicht wäre die kleine Anna dann nicht diesen Weg gegangen? Mit 16 Jahren war sie von einem Tag auf den anderen aus dem Heim abgehauen, ohne Abschiedsbrief oder Hinweis wohin. Sie haben nie wieder etwas von ihr gehört. Anscheinend wollte Anna endlich frei sein, frei wie ein Vogel im Wind, wie sie immer gesagt hat. Mehdi hatte dann noch erfahren, dass es tatsächlich keine noch lebenden Verwandten gab, zu denen man sie nach dem Tod ihrer Eltern hätte geben können. Man hatte damals alles versucht, aber alles, was man herausfinden konnte, war, dass ihre Mutter Italienerin war, die in den Siebzigern zum Studieren nach Deutschland gekommen war, hier ihren Mann kennen gelernt und geheiratet hatte. Annas Eltern waren beide Einzelkinder und deren Eltern waren beide bereits verstorben. Das Jugendamt hatte keine andere Wahl, als sie ins Heim zu stecken...


M: Anna war schon echt ne arme Sau.

... sagte Marc monoton, wofür er aber von seiner Freundin einen bösen Blick kassierte. Der unsensible Chirurg rollte nur mit den Augen und fuhr fort...

M: Und plötzlich stand Italien im Raum. Nur weil seine Schwiegermutter, die er nie kennen gelernt hat, aus dem Spaghettiparadies kam. Pfff....


Mehdi glaubte sich, zu erinnern, dass Anna immer von Italien geschwärmt hätte. Das war eines der Themen gewesen, über das sie sich auf Marcs legendärer Sylvesterparty 1999/2000 angeregt unterhalten hatten, als sie sich kennen lernten und ineinander verliebten. Der angehende Gynäkologe hatte damals gedacht, eine Seelenverwandte gefunden zu haben, so wie sie über das Land sprach. Er war zu diesem Zeitpunkt gerade erst von einem Auslandssemester in Italien zurückgekehrt und hatte das Land und ihre Leute lieben gelernt. In den ersten Monaten ihrer Beziehung hatte das verliebte Paar immer rumgeblödelt, dass sie irgendwann mal nach Italien gehen würden, um dort auf einem kleinen Weingut zu leben und frei und glücklich zu sein. Jetzt verstand Mehdi auch, warum ihr dieses Thema immer so wichtig war. Aber dass sie selbst italienisches Blut in den Adern hatte, hatte sie ihm nie erzählt. Über ihre Eltern hatte sie nie gesprochen. Er hatte immer gedacht, dass es ihr das einfach schwer fiel und ließ es beruhen. Das war ein Fehler, dachte er jetzt im Nachhinein. Auf die Italienspur hatte ihn auch Annas ehemalige „Arbeitskollegin“ gebracht, der Marc und Gretchen vor einigen Tagen einen Besuch in ihrer Szenebar in Prenzlau abgestattet hatten. Sonja Krause hatte ihnen erzählt, dass Anna immer gesagt hätte, wenn sie einen beschissenen „Arbeitstag“ hatte, dass sie am liebsten ihren Sachen zusammenpacken würde, um nach Italien abzuhauen. Einfach alles hinter sich lassen. Den beschissenen Job. Alle Sorgen und Probleme. Aber auch auf der Suche nach den Wurzeln ihrer Familie. Viel schien sie selbst nicht darüber gewusst zu haben. Sie kannte nur den Ort, der in der Geburtsurkunde ihrer Mutter stand, die sie wie einen kleinen Schatz hütete. Sonja konnte sich nicht mehr daran erinnern, aber Mehdi hatte ihn in Annas Akte gefunden. Er stand auf dem Totenschein ihrer Mutter. Zusammen mit dem Detektiv Detlev Soost, der ihn bei seiner Suche in Frankfurt unterstützte, hatte er gestern Abend noch im Internet recherchiert und herausgefunden, dass es ungefähr zwanzig Orte mit demselben Namen gab, überwiegend in Süditalien, und die wollten die beiden Männer nun alle abklappern, bis sie den Richtigen gefunden hätten. Denn irgendwie hatte der Gynäkologe das Gefühl, dass seine Frau genau diesen Weg gegangen sein könnte. Neun Jahre Ehe ließen sich nicht leugnen. Er fühlte sich immer noch mit ihr verbunden. Auch wenn der Plan irrwitzig war und die Erfolgschancen gering, er wollte es wenigstens versuchen, denn die Hoffnung, seine geliebte Familie wieder zu finden, war einfach zu groß, um diesen Hinweis ungenutzt zu lassen. Und so stand Dr. Mehdi Kaan nun am Frankfurter Flughafen, von dem aus er gerade seinen besten Freund angerufen hatte, und wartete zusammen mit „Didi“ auf seinen Abflug nach Rom...


Marc wurde immer ungehaltener, als er das alles seiner Freundin berichtete, und schüttelte immer wieder ungläubig mit dem Kopf....

M: Der ist doch völlig irre!

Gretchen hatte Marcs Vortrag ruhig verfolgt und durchdacht. Sie stand nun ebenfalls von der Bank auf, ging auf ihn zu und legte ihre Hand auf seine Schulter, um ihn zu beruhigen...

G: Also ich kann ihn schon verstehen. Ich würde wahrscheinlich das gleiche tun.
M (seufzt): War ja klar, dass du auf seiner Seite stehst.
Ach Marc!
G (läuft mit ihren Händen herumwedelnd im Zimmer auf u. ab u. erklärt ihm ihre Theorie): Was soll das denn wieder heißen? Eh, das ist doch eine echte Spur. Komm, wo sollte Anna denn sonst hin, hä? Sie denkt doch, dass ihre ehemaligen Zuhälter immer noch hinter ihr und der Kleinen her sind. Also wird sie Deutschland sicherlich schnell den Rücken gekehrt haben. Didi hat doch hier überhaupt nichts herausfinden können, außer das mit München. Und wo liegt München? Auf direktem Weg Richtung Italien oder? Also! Mehdi hat ja auch gemeint, sie hätten außerhalb Berlins keine weiteren Freunde, also zumindest keine, von denen er weiß, zu denen sie hin sein könnten. Und dein Bericht eben beweist ja auch, dass sie eher eine Einzelgängerin ist, die sich lieber allein durchkämpft. Also alte Freunde aus Heimzeiten fallen auch flach. Bleibt nur diese eine Spur. Ich denke ja, sie wird irgendwohin gegangen sein, wo sie sich sicher fühlt, wo sie zur Ruhe kommen kann, wo sie überlegen kann, wie es weitergehen soll. Ich glaube nicht, dass sie für immer weg wollte. Dass sie damals einfach so gegangen ist, war doch eher eine Torschlussreaktion. Sie hatte Angst und ist ohne Plan weg. Und wenn sie sich mit Italien verbündet fühlt, warum sollte sie dann nicht in die Heimat ihrer Mutter gereist sein?

Gretchen hatte sich mittlerweile wieder etwas beruhigt und sich seitlich gegen den Spind neben ihren Freund gelehnt. Sie schaute ihn nun erwartungsvoll an. Marc hatte ihre durchaus schlüssige Analyse gebannt verfolgt und blickte ihr nun direkt in die Augen...

M: Du bist eine Träumerin, Haasenzahn!
G (lächelt verschmitzt): Ja, deshalb liebst du mich ja auch so sehr.
Ach Haasenzahn!

Marc musste unweigerlich lächeln und nahm sie in seinen Arm...

M (sanft streicht er ihr über den Rücken): Woher nimmst du eigentlich diese Hoffnung?
G (zuckt mit den Schultern u. schaut ihn verträumt an): Weiß nicht! Das ist halt so ein Gefühl.
M (lächelt): Vielleicht hättest du mit ihm gehen sollen und nicht Didi. Zwei mit eurem weibischen Intuitionsdingsda und ihr würdet selbst Osama Bin Laden aufspüren.
G (nimmt entrüstet ihre Arme von seinem Hals): Eh, das ist nicht witzig, Marc!
M: Nein, ist es nicht. Ich hab halt nur schiss, dass er enttäuscht wird.
G (nimmt seine Hände in ihre u. blickt ihn mitfühlend an): Das habe ich auch, aber wenn er es nicht versuchen würde, würde es ihm noch schlechter gehen.
M (nickt verständnisvoll u. fährt mit dem Daumen über ihren Handrücken): Hmm... Vielleicht hast du Recht!

Gretchen gab ihrem Liebsten daraufhin einen kleinen Kuss auf den Mund, aus dem er schnell eine längere Knutscherei machte. Irgendwann lösten sich die beiden aber wieder. Schließlich rief noch die Arbeit nach den beiden Ärzten...

G (lächelt verträumt): Ich sollte dann vielleicht mal so langsam meinem Job nachgehen.
M (hängt gefesselt an ihren Augen): Hmm!
G: Gibst du mir Bescheid, wenn er sich aus Italien gemeldet hat?

Marc wollte gerade darauf antworten, als ihm eine Stimme zuvor kam...

- Wer ist in Italien?



Tja, dann ratet mal schön, wer jetzt in die Umkleide geplatzt ist! Wie immer gibt es dann einen neuen spannenden Teil zu gewinnen. Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Sonntag. Eure Lorelei

Lorelei Offline

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21.06.2010 10:32
#600 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen ihr Lieben! Danke für eure lieben Kommis! Ich hoffe, die Geschichte um Anna entwickelt sich nicht zu konfus und abwegig für euch? Ich habe mich ein bisschen schwer damit getan, aber wie schon erwähnt, ich brauchte nun mal einen triftigen Grund dafür, dass Mehdi eine längere Zeit abwesend ist. Ob die Spur Erfolg versprechend ist, lasse ich erst mal offen. Jetzt geht es nämlich weiter mit dem lästigen Störenfried. Und die Gewinnerin des Sonntagsrätsels ist.... *Trommelwirbel* .... mein liebes Karmegeeenchen und zwar mit beiden Tipps! Die zweite Person taucht nämlich gegen Ende der Szene auch noch auf. LG Lorelei



... fragte Dr. Maria Hassmann neugierig nach, die gerade die Umkleide betreten hatte. Sie griente ihre beiden Kollegen freundlich an, die auf der anderen Seite des Raumes an den Schränken lehnten, öffnete ihren eigenen Spind und holte sich einen neuen Kittel heraus, denn der alte war mit Blutspritzern von dem Notfall bedeckt, den sie gerade versorgt hatte. Marc und Gretchen sahen sich erst an, dann ihre Kollegin, die gerade ihren Spind schloss und sich ihren neuen Kittel überzog. Mit einem gekonnten Fußtritt schloss der Oberarzt die Tür zum Stationszimmer, die Maria offen gelassen hatte, und stellte sich wieder zu seiner Assistenz. Verwundert beobachtete die Neurochirurgin das Handeln ihres jungen Kollegen...

MH (zeigt mit dem Finger auf MM): Äh... muss ich das jetzt verstehen? Auch wenn du dich hier vielleicht für den allergrößten Hengst im Stall hältst, an einen flotten Dreier mit euch beiden bin ich nun wirklich nicht interessiert. Nein danke!
Also das ist ja wohl...!? (G)
G (schnauft empört auf): Maria!
MM (hebt abwehrend die Hände): Gott bewahre! Wenn ich die OP gleich überstehen will, muss ich bei Bewusstsein sein.
G: Maaarc!
MH (zwinkert MM anzüglich zu): Ach, hat Mehdi dir von meinen Talenten erzählt, hmm?
MM (dreht sich angewidert weg): Mir wird schlecht!
Wie ist die denn drauf? Wird Zeit, dass der Frauenverführer von seinem irren Trip wiederkommt und es ihr mal wieder ordentlich besorgt. Die ist so was von rollig! (MM)
MH: Wo die Toiletten sind, weißt du ja sicherlich oder?
G (stampft wütend auf): Jetzt hört endlich auf mit dem Quatsch ja!
MM (zeigt mit dem Finger auf seine Kollegin): Die hat doch angefangen.
MH (funkelt ihn böse an): Eh!
G (genervt): Marc!
MM (genervter): Ja was?
Also die zwei darf man nicht alleine in einem Raum lassen. Unmöglich! Wie die kleinen Kinder! (G)
MH (stöhnt genervt): Mann, ich wollte ja nur wissen, was das mit der Geheimnistuerei gerade sollte? Die Stasisabsi ist nicht im Schwesternzimmer, falls du Sorge hast, das sie was auch immer mitbekommt.
G: Man weiß ja nie, wer hier was mithört.
MM: Eben!
MH (zieht die Augenbraue hoch): Aha!? Wollt ihr etwa verreisen? Also für mich wäre Italien ja nichts. War da mal als Teeny und das hat mir fürs ganze Leben gereicht.
MM (fällt ihr lachend ins Wort): Also vorm Krieg!
G: Marc!
MH (funkelt ihn böse an u. kontert seinem spöttischen Kommentar): Pff... Nee, als du noch in die Windel geschissen hast. .... (Marc schnauft nur kurz auf, aber Gretchen kann sich ein Lachen nicht verkneifen) ... Aber zurück zum Thema: Also Bella Italia oder sollte ich besser Schmuddelitalia sagen? Ich weiß nicht, was alle daran finden. Da ist alles so ekelhaft dreckig und heruntergekommen, dann das viele fettige Essen und diese schmierigen Italiener, die denken, sie könnten jede mit ihrem peinlichen penetranten Machogetue rumkriegen. Hmm... Zu dir ... (sie zeigt auf MM), würde es ja eigentlich irgendwie wie Arsch auf Eimer passen, ne Meierlein. Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, aber nichts dahinter. Nein, Italien ist echt nicht mein Fall! Aber euch wünsche ich mal eine gute Reise.
MM (grinst): Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber wir bleiben dir noch eine Weile erhalten. Und was dein Lieblingsurlaubsparadies betrifft, wenn du mit deinem Mehdischnuckischatzi oder was auch immer glücklich werden willst, musst du dich leider an das Mafialand gewöhnen.
Soll das heißen, Mehdi mag Italien? Wusste ich gar nicht. (MH)
MH (eine leichte Röte ziert ihr Gesicht, da sie ihren potentiellen festen Freund anscheinend doch nicht so gut kennt, wie sie gedacht hat): Hä? Wie jetzt? Meier, was soll das denn heißen?

Um unnötige weitere längere Diskussionen zu verhindern, kam Gretchen ihrem Freund zuvor...

G (an MH gewandt): Mehdi fliegt nach Rom.
Waaas? Das würde ja bedeuten, er wird noch länger weg sein. Nein! Ich zerfließe hier noch vor Sehnsucht. Upps, ja nichts vorm Meier anmerken lassen! (MH)
MH (schaut G völlig konsterniert an): Wieso das denn? Ich dachte, er wäre noch in Frankfurt?
MM (meldet sich auch wieder zu Wort, um seinen Senf dazuzugeben): Äh ja, im Moment ist er das ja auch noch.
Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. (MH)
G (klärt MH ruhig u. bestimmt auf): Er hat das Heim gefunden, in dem Anna aufgewachsen ist.
MH (überrascht): Echt? Ja und? Wieso will er dann jetzt nach Italien? Ist die Schla... äh... seine ... *schluck* ... Frau etwa da untergetaucht?
MM (zuckt mit den Schultern): Keine Ahnung! Er hat halt die irrwitzige Idee...
G (unterbricht ihn): Marc, lass mich mal erzählen!
MM (beleidigt): Wieso?
G: Bitte, Marc! Hier ist mehr Taktgefühl angesagt.
MM (verschränkt eingeschnappt die Arme u. lehnt sich an den Spind hinter ihm): Ach und das fehlt mir oder was?
MH (schaut ihn amüsiert an): Wusstest du das noch nicht?
MM (funkelt MH böse an): Eh!
MH (blickt erwartungsvoll zu G): Jetzt sag schon, Gretchen!

Dr. Haase klärte ihre Freundin und Kollegin schließlich in der Kurzversion darüber auf, was sie gerade eben von Marc erfahren hatte. Gespannt lauschte die Oberärztin, die sich auch an den Spind hinter ihr gelehnt hatte, jedem Wort. Gretchen hatte ihren Vortrag gerade beendet und Marc wollte noch in gewohnter Manier seinen Senf dazugeben, als plötzlich die Tür wieder aufsprang und eine ziemlich genervt dreinblickende brünette Krankenschwester die Umkleide betrat...

GK (funkelt GH gereizt an): Hier bist du ja! Ich such dich schon überall. Die Gerlach hat gleich noch einen Hausbesuch und will schleunigst die Übergabe machen, aber das werte Frau Professorentöchterchen glänzt ja mal wieder mit Abwesenheit. Ich will auch mal Mittag machen, verdammt! Also kommst du endlich?

Schwester Gaby hatte sich dermaßen in Rage geredet und ihren gesamten Frust an ihrer Teilzeitchefin abgelassen, dass ihr erst, nachdem sie ihre Ansage beendet hatte, auffiel, dass eine Totenstille in dem kleinen Raum herrschte und die drei Ärzte sie anstarrten, als hätte sie einen riesigen Pickel auf der Nase. Verunsichert hakte die junge Krankenschwester nach...

GK: Äh... is was?

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