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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.270

30.03.2010 09:51
#476 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Also doch! Der Dr. Kaan und die Frau Dr. Hassmann! Ich habe es gewusst. Stand ja auch in deren Horoskopen heute. Da liegt etwas in der Luft. Und die Karten haben mir neulich auch so viel verraten. Die Frau Doktor wollte mir ja nicht zuhören, aber als sie wild schimpfend aus dem Stationszimmer verschwunden ist, habe ich ein verdächtiges Leuchten in ihren Augen gesehen. Irgendwie ist sie auch netter geworden, nicht mehr ganz so griesgrämig und verbittert wie sonst. Und der Herr Doktor scheint in letzter Zeit auch verändert. Nicht mehr diese traurigen Augen. Er tat mir ja auch so leid. Die ganze Geschichte mit seiner Frau und seiner Tochter. Der Arme! Er hat es verdient, endlich wieder glücklich zu sein. Er ist doch so ein Lieber. Eigentlich müssten dem doch die Frauen reihenweise zu Füßen liegen. Aber die Frau Doktor Hassmann und er, das passt schon. Die beiden sehen aber auch niedlich zusammen aus. Hach... wie schön. Das ist wie in Dr. Rogelt, Bd. 5, „Aus Heimlichkeiten wird Liebe“. ... schwärmte Schwester Sabine, die angesichts der Neuausrichtung der Gesprächsinhalte ihrer Vorgesetzten neugierig geworden war und sich nun wieder näher an die beiden heran traute, aber immer noch mit gehörigem Sicherheitsabstand zu Dr. Meier...

S (mischt sich neugierig ein): Also ist der Herr Doktor Kaan jetzt mit der Frau Doktor Hassmann zusammen?
Boah Stasi-Sabsi such dir ein anderes Opfer!
M (funkelt sie böse an): Äh Sabine, hab ich Sie um einen belanglosen Kommentar gebeten? Nicht dass ich wüsste. Das hier ist ein Privatgespräch ja. Also suchen Sie das Weite!
S (mit Unschuldsmiene): Man wird ja mal fragen dürfen. Die Gerüchte brodeln ja schon länger.
G (wendet sich ihr neugierig zu): Ach da geht was rum?
M (schüttelt den Kopf): Oh Gott!
Das arme Schwein! Dann fliegt das mit Gaby sicherlich auch bald noch auf. Die Stasispitzel wittern doch schon. Herrlich! Ich hätte dann gerne einen Platz in der ersten Reihe.
S (kommt hibbelig auf die beiden zu gehüpft u. stellt sich neben G): Ja, also äh... naja... dass die beiden halt anbandeln.
M (lacht spöttisch): Anbandeln? Leben wir im Mittelalter? Werden jetzt schon die Kamele gezählt oder was? Wobei... er is ja halber Perser... Also... Hmm... Ach quatsch! Das ist ne lockere Affäre, mehr nicht.
Boah Marc, musst du das so laut rausposaunen? Das ist Medhi sicherlich nicht Recht.
G (verdreht die Augen u. schaut M vorwurfsvoll an): Marc! Das muss ja nun wirklich nicht gleich jeder wissen.
M (grinst): Was denn? Entspricht doch der Wahrheit.

Hmm... Also ich glaube ja, dass da doch mehr ist als nur eine heimliche Affäre. Die beiden sahen so süß zusammen aus, als sie vorhin geknutscht haben. Ich war ja anfangs schon skeptisch, ob das was werden könnte, aber jetzt? Ich weiß nicht. Maria hat sich verändert, also zum Positiven. Nicht mehr so grantig und schnippisch, eher nett und freundlich, also so für ihre Verhältnisse. Es kommen kaum noch spöttische Kommentare wegen meiner Liebe zu Marc und ich darf mehr machen im OP bei ihr. Schon komisch! Und sie wirkt auch irgendwie glücklich. Sie lacht sogar manchmal. Hätte nie gedacht, dass der gefühlskalte Roboter überhaupt zu so einer Emotion fähig wäre. Und wie eifersüchtig sie vorhin war! Hihi! Also ich würde schon behaupten, dass sie in ihn verliebt ist. Und Medhi? Hmm... keine Ahnung. Nachdenklich ist er immer noch, aber das war er ja schon immer. Ich werde einfach nicht schlau aus ihm. Ein Buch mit sieben Siegeln. Er verschließt sich. Seitdem die Sache mit Anna und Lilly passiert ist, kommt man kaum noch an ihn heran. Aber vor ein paar Tagen hat er sich mir ja endlich geöffnet und all seinen Kummer rausgelassen. Er hat danach sehr befreit gewirkt, naja zumindest bis sich Gaby und Maria zu uns gesetzt hatten. Hmm... Wenn er die Geschichte mit seiner Frau endlich hinter sich gelassen und akzeptiert hat, dass ich Marc liebe, vielleicht ist er ja jetzt bereit für etwas Neues. Ich will ihn endlich wieder glücklich sehen. Ich vermisse sein strahlendes Lächeln. Vielleicht lockt Maria es wieder bei ihm hervor. Wenn man die beiden so zusammen sieht, da sprühen schon ein paar Funken. Es war definitiv sehr heiß vorhin im Stationszimmer. Und wie zärtlich er sie gestreichelt hat, das sagt doch schon viel oder? Hmm... Werd bei Gelegenheit mal bei ihm nachhaken. Ich kriege das schon noch raus, was da genau läuft.

S (schaut Dr. Meier mit großen Augen an): Heißt das, die beiden sind gar nicht zusammen?
M (verdreht genervt die Augen): Boah Sabine, wie blöd sind Sie eigentlich? Eine kleine, heiße Affäre! Hallo!? Die poppen nur, mehr nicht!
Maaaarc, du blöder Idiot! Dass der auch nie seine Klappe halten kann! GGGGRRRR!!! Oh Gott, wenn das jetzt die Runde macht. Was denken denn dann alle von Medhi? Dass er jetzt der neue Casanova im EKH ist oder was? So ein Blödsinn! Das nimmt Sabine eh niemand ab. Hoffe ich mal.
S (rot wie eine Tomate): Oh!
G (empört): Maaarc! Das geht uns ja wohl gar nichts an.
M (funkelt sie an): Eben!
Vor allem dich nicht! Konzentriere dich mal lieber auf unser Liebesleben, anstatt das unseres ach so feinen Kumpels zu analysieren. Wenn du wüsstest, dass der auch noch heimlich regelmäßig das Dreckstück vögelt, dann wäre die Kacke ganz schön am Dampfen.
S (schwärmt u. gerät ins Träumen): Hach... Aber die beiden wären doch so ein schönes Paar.

Oh Gott, die dumme Kuh hat echt nen Vogel! Naja, wen wundert’s bei dem Namen! Boah die Hassi und der Frauenflüsterer, was für eine kranke Vorstellung! Dann müsste ich ja ständig mit der abhängen wegen Medhi. Und dann freundet die sich vielleicht auch noch mit Haasenzahn an. Der Horror! Der Feind in meinem Be....äh Haus. Uah! Nee vergiss es, Alter! Is ja schon schlimmer wie bei dieser Chantale von Barths Kumpel. Am Ende muss ich noch mit denen spazieren gehen. Hilfe! Nee Medhi, such dir mal lieber ne besser Partie! Oh, nicht dass er doch wieder beim Drecksstück landet... Äh... dann lieber doch Chantale!

G (schwärmt ebenfalls): Finde ich aber auch.

Tzz... Frauen! Die mit ihren romantischen Vorstellungen von Liebe, Sex und Zärtlichkeit und dem ganzen Kitschkram. Mein Gott, Medhi is endlich ein richtiger Kerl geworden. Der will nur seinen Spaß, ein bisschen Ablenkung von seinem beschissenen Leben. Wenn ihr wüsstet, was der gerade abzieht, dann ... Ich halt mal lieber die Klappe. Glaubt mir eh keiner, dass Medhi jetzt einen auf Haremsguru macht.

M (zu G): Eh, willst du jetzt den Kuppler spielen oder was?
Oh Gott! Lass es lieber. Das geht nicht gut.
G: Nein, will ich nicht, aber Medhi hat schon eine neue Liebe verdient. Findest du nicht?

Liebe? Warum muss es denn immer gleich Liebe sein? Frauenlogik echt! Unbegreiflich! Er will sich im Moment nicht verlieben, Haasenzahn. Ist vielleicht auch besser so. Beide Konstellationen wären der blanke Horror! Nee, lieber nicht vorstellen. Schlimm genug, dass die immer poppen. Boah, was zerbreche ich mir überhaupt ständig über ihn den Kopf? Muss endlich damit aufhören! Gibt Wichtigeres.

M: Mag ja sein, aber er wird schon selber wissen, wann er zu so nem Dingens...äh... na du weißt schon... bereit ist. Wo bleibt eigentlich dieser beschissene RTW? Hab keinen Bock hier ewig dumm rum zu stehen.
S (meldet sich aufgeregt zu Wort): Gordon, hat gerade durchgefunkt, dass die Straße zum EKH dicht ist. Unfall! Die kommen jetzt über...
Scheiße! Auch das noch.
M (unterbricht sie genervt): Ja, ja, schon gut.
Dann kann ich mich wenigstens mal schnell hier verdrücken. Dieses weibische Geschwätz macht einen ganz kirre. Brauche ganz dringend Nikotin! ... Scheiße, hab die Fluppen oben vergessen.
G (zupft an seinem Ärmel): Marc?
M (löst sich von ihr u. will gehen): Ich geh mal schnell eine rauchen. Piept mich an, wenn die endlich da sind.
S: Jawohl, Herr Doktor.
G (hält ihn an der Schulter fest): Maaarc? Warte mal!
M (dreht sich genervt zu ihr um): Was?
G (zeigt mit dem Finger Richtung Park): Da ... da kommt...
M (grinst): Wer? Der Eismann? Dann lasse es dir schmecken. Ich bin dann mal weg.
Lass deine blöden Sprüche, Marc! Es ist ernst. Sehr ernst. Oh Gott! Das geht nicht gut.
G (schüttelt heftig den Kopf): Marc! Deine...
M (dreht sich doch in die andere Richtung u. schaut zum Park): Nein, das glaube ich jetzt nicht.
Scheiße! Ich muss hier weg!

...



Uhhh.... was jetzt wohl ist? Viel Spaß beim Grübeln. Liebe Grüße Lorelei

Lorelei Offline

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30.03.2010 20:41
#477 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen. Dann werde ich das Geheimnis mal lüften. War ja auch nicht zu schwer ne!? Ihr lagt natürlich goldrichtig. Gratulation! Leider wird es nichts zum Feiern geben, denn die nächsten Teile werden eher unschön und teilweise auch traurig. Sorry! Ich hoffe, euch gefällt es trotzdem. Eure Lorelei



Als Marc Meier seine Mutter immer näher auf sich zu kommen sah, wollte er sich schon umdrehen und schnell im Gebäude verschwinden, wenn ihn Gretchen nicht am Ärmel seines Kittels festgehalten hätte...

M (faucht sie wütend an): Eh lass mich los, verdammt! Mit der werde ich ganz bestimmt kein Wort mehr wechseln.
G (beschwichtigend): Schatz, ich versteh ja, dass du sauer auf sie bist, aber...
M (fällt ihr aufgebracht ins Wort): SAUER? Sauer ist gar kein Ausdruck dafür. Ich bin weg.
G (hält ihn immer noch fest): Willst du gar nicht wissen, was sie hier sucht?
M (reißt sich schließlich los u. fuchtelt wild mit den Armen vor ihr herum): Na was wohl! Sie will ihr schlechtes Gewissen beruhigen und betteln, dass ich wieder angekrochen komme. Vielleicht braucht sie ja auch wieder einen dummen Idioten, der ihren Mist Korrektur liest. Aber das kann sie vergessen. Ich will nie wieder etwas mit ihr zu tun haben.
Das sagst du vielleicht jetzt, aber was ist später. Vielleicht bereust du das irgendwann, dass du mit ihr gebrochen hast. Ich mach mir doch nur Sorgen, Schatz.
S (verwundert über das abweisende Verhalten ihres Oberarztes): Aber was ist denn passiert?
M (schreit S an, die daraufhin zusammenzuckt u. beschließt, jetzt besser ihren Mund zu halten): Das geht Sie einen Scheißdreck an!
G (streicht ihm über den Arm): Marc, bitte beruhige dich!
Oje! Vielleicht ist das doch keine so gute Idee, dass die beiden jetzt aufeinander treffen. Marc ist ja mehr als geladen. Das geht nicht gut. Aber nun ist es zu spät. Ok, Augen zu und durch.

Da ertönte auch schon von weitem die krächzende Stimme von Elke Fisher....

E (mit ihrem Gucci-Täschchen wedelnd): Maaaarc!
Oh! Sie muss es wirklich ernst meinen. Sie nennt ihn nicht mal Marc Olivier! Und er... äh... wo will er denn jetzt hin?

Dr. Meier hatte sich umgedreht und stand mit einem Fuß bereits wieder in der Notaufnahme. Dr. Haase versuchte ihn aufzuhalten und stellte sich ihm in den Weg...

G (schaut ihm liebevoll in die Augen): Marc, bitte!
M (leise flehend zu G): Ich... ich kann das nicht.

Seine Freundin konnte in seinem Gesicht lesen, wie verzweifelt er war. Sein trauriger Blick ging ihr in Mark und Bein. Sie streichelte ihm zärtlich über die Wange und nickte ihm stumm verständnisvoll zu. Marc wollte seiner Mutter jetzt nicht begegnen, denn er wusste nicht, ob er sich dann noch beherrschen könnte oder ob er komplett ausrasten würde. Der sonst so toughe und coole Oberarzt spürte, wie diese unbändige Wut wieder in ihm aufstieg, die er vor zwei Tagen bei ihr herausgelassen hatte. Der Hass auf sie war unendlich. Er hatte dieses Gefühl in den letzten Tagen so gut es ging, ausblenden können, weil er einfach nicht mehr an sie denken wollte und Gretchen und sein Vater ihn davon abgelenkt hatten. Er war glücklich gewesen. Er hatte zu seiner eigenen Verwunderung feststellen müssen, dass er auch ohne sie glücklich sein konnte. War er es überhaupt jemals mit ihr gewesen? Er grübelte. Wohl eher nicht. Marc brauchte sie nicht in seinem Leben. Er hatte die Liebe seines Lebens an seiner Seite und seinen geliebten Vater. Und Medhi, auch wenn er die meiste Zeit eifersüchtig auf ihn war, so liebte er ihn dennoch als Freund. Ja selbst die nervige Familie seiner Freundin war ihm lieber als eine Begegnung mit seiner verhassten Mutter. Ein Blick auf die Frau, der er ein Leben lang blind vertraut hatte, die ihn aber sein ganzes Leben lang angelogen hatte, allein schon ihre Stimme zu hören, machte ihn wütend und verletzte ihn zugleich. Mit einem Schlag war alles wieder da. Ihre Lügen, ihre heuchlerischen Entschuldigungsversuche und ihre billigen Ausreden, der ganze beschissene Freitagabend, an dem er mit ihr gebrochen hatte. Er wollte sie nicht sehen. Nie mehr! Er hatte sie aus seinem Herzen gestrichen. Sie hatte ihn verraten, ihn und Olivier um ihre Liebe betrogen. Das konnte und würde er ihr niemals verzeihen. Sie sollte für immer aus seinem Leben verschwinden und ihn endlich in Ruhe lassen.

Es war zu früh für ein erneutes Aufeinandertreffen zwischen Mutter und Sohn. Das spürte auch Gretchen, die zwischen den beiden immer wieder hin und herblickte. Aber leider nahm das Unheil bereits seinen Lauf, denn Elke Fisher hatte mittlerweile die drei Personen, die vor dem Eingang der Notaufnahme standen, erreicht. Völlig außer Atem rang die Erfolgsautorin nach Worten. Marc stand mit dem Rücken zu ihr am Eingang und hielt sich am Türrahmen fest. Er konnte und wollte ihr nicht in die Augen sehen. Er wollte nur noch da weg, aber irgendetwas hinderte ihn noch daran zu gehen und das war nicht seine verständnisvolle Freundin, die immer noch hinter ihm stand, sozusagen als schlichtende Mauer zwischen ihm und seiner Mutter...

Lorelei Offline

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31.03.2010 09:23
#478 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Die Erfolgsautorin hatte lange mit sich gerungen, ob sie sich nach dem katastrophalen Abend, an dem ihr ganzes bisheriges Leben in tausend Stücke zerbrochen war, noch einmal ihrem Sohn stellen sollte. Seit zwei Tagen hatte sie nicht mehr geschlafen. Immer und immer wieder hatte sie die harten, eiskalten, abweisenden Worte ihres Sohnes im Kopf, die sie verzweifeln ließen. Marc hasste sie und das zu Recht. Sie hatte alles falsch gemacht, aber diese Erkenntnis kam leider zu spät. Er war weg. Er hatte sie verlassen. Das, wovor sie am meisten Angst hatte im Leben, war nun tatsächlich eingetreten und sie hatte es durch ihr eigenes Handeln selbst provoziert. Ihr einziges Kind wollte sie nie mehr wieder sehen. Diese Gewissheit brachte sie fast um den Verstand. Das ganze Wochenende hatte Elke Fisher in Selbstmitleid gebadet und fast ihre gesamten Alkoholvorräte vernichtet, um am Ende festzustellen, dass das ihr auch nicht wirklich weiterhalf. Heute Morgen hatte sie sich dann endlich aufgerafft, ihr zerbrochenes Leben wieder in den Griff zu kriegen. Sie hatte vier Stunden im Schönheitssalon verbracht, um einigermaßen wieder als menschliches Wesen erkennbar zu wirken, hatte schließlich ihren ganzen Mut und ihren letzten Rest an Selbstwertgefühl zusammengenommen und beschlossen, noch einmal mit ihrem geliebten Sohn zu sprechen. So konnten sie doch nicht auseinander gehen? Sie liebte ihn doch. Sie wollte ihn nicht verlieren, sonst hätte ihr Leben keinen Sinn mehr. Er war doch alles, was sie noch hatte.

Elke sprach ihn schließlich nach einer Minute des Zögerns an...

E (liebevoll u. flehend): Marc, bitte, lass uns noch einmal reden.

Doch ihr Sohn, immer noch mit dem Rücken zu ihr gewandt, schwieg. Er zuckte nicht einmal, als er ihre ihm so vertraute Stimme hörte. Äußerlich blieb er cool wie ein Eisberg, doch innerlich brodelte es in ihm... Kann sie nicht endlich aus meinem Leben verschwinden? Ich ertrage das nicht. Ich ertrage sie nicht. ... Gretchen spürte seinen inneren Kampf und versuchte zu schlichten, bevor der Vulkan vielleicht doch noch ausbrach. Sie stellte sich zwischen die Mittfünfzigerin und ihren Sohn und sprach sie schließlich mit ruhiger Stimme an...

G: Frau Fisher, ich glaube, es wäre vielleicht besser....
E (fällt ihr ins Wort): Ich rede mit meinem Jungen, Frau Dr. Haase!
GGGGGGRRR!!!! Sie kann es nicht lassen! Dafür hasse ich sie.
M (kalt u. gefasst): Ich will aber nicht mit dir reden. Es ist alles gesagt. Also verschwinde!
E (zuckt zusammen angesichts der Kälte in seiner Stimme): Marc bitte!

Marc drehte sich schließlich doch noch zu ihr um und schrie seine Mutter nun an....

M (mit leerem Blick): Ich habe gesagt, du sollst dich verpissen!
E (eingeschüchtert u. verletzt): Aber ich...
M (fällt ihr wütend ins Wort): HAU AB, VERDAMMT!!! Von hier und aus meinem Leben!

Gretchen legte beruhigend ihre Hand auf seine Schulter. Marc bebte vor Wut. Das machte ihr Angst...

G: Marc, bitte beruhige dich!
M (schaut sie an u. wird wieder etwas ruhiger): Ich bin die Ruhe in Person.
Das merke ich!
E (fleht ihn verzweifelt an): Marc, bitte, lass es mich noch mal erklären. Wir können doch nicht so auseinander gehen?
Und ob! Du hast es nicht anders gewollt. Ich hasse dich! Ich kann dich nicht mehr ertragen. Verschwinde endlich!

Doch Marc sagte nichts weiter. Er warf ihr einen eiskalten Blick zu, der seine Mutter erschaudern ließ, und wandte sich von ihr ab. Er ging auf Schwester Sabine zu, die das ganze Szenario aus sicherer Entfernung verwundert beobachtet hatte...

M (in gewohnter Oberarztmanier, aber eiskalt): Sabine, wenn Sie bitte den Sicherheitsdienst informieren würden, dass diese Person hier ab sofort Hausverbot hat.

....

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.270

31.03.2010 22:32
#479 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Die drei Frauen schauten den jungen Arzt fassungslos an, der sich nun lässig an die Wand gelehnt hatte, seine Hände tief in die Kitteltaschen vergrub und teilnahmslos Richtung Park blickte. Er atmete schwer, aber man sah ihm dennoch an, wie ernst er das eben Gesagte meinte....

G (entsetzt): Was? Marc? Das kann doch nicht dein Ernst sein!
S (blickte sichtlich schockiert erst zu M, dann hilflos zu G): Aber... aber Herr Doktor, das... das ist doch ihre Mutter.
M (funkelt S an): Ich habe Ihnen eine dienstliche Anweisung erteilt. Also SOFORT!!!
E (ringt tief verletzt nach Worten): Aber Marc, du ... du kannst mich doch hier nicht rausschmeißen.
M (eiskalt): Und ob ich das kann. Schon geschehen! Du hast hier nichts mehr zu suchen. Ist das endlich bei dir angekommen?

Aber das kann er doch nicht machen. Klar, er ist verletzt. Das versteh ich doch. Aber das hier? Das geht doch zu weit! Er kann sie doch nicht ernsthaft des Hauses verweisen. Dieser eiskalte Blick, der macht mir Angst. Den habe ich noch nie zuvor bei ihm gesehen. Nicht mal bei Alexis oder als er über seinen Vater gesprochen hatte. Er hasst sie wirklich.

G (versucht zu schlichten): Marc, meinst du nicht, dass das etwas zu hart ist?
M (geht aufgebracht einen Schritt auf sie zu): Zu hart!? ZU HART? Im Vergleich zu dem, was sie mir angetan hat, bin ich noch nett.
Nett? Naja, das ist ja bei dir immer eher relativ.
E (fleht ihn an): Marc, ich wollte wirklich nicht, dass es soweit kommt. Ich... ich wollte dir die Wahrheit sagen, wirklich... ich...
Ich glaube dir kein Wort mehr! Du hast mich mein ganzes Leben lang angelogen, Mutter. Das verzeih ich dir nie. NIEMALS!!!
M (schreit sie an): ICH, ICH, ICH, das kotzt mich an. VERSCHWINDE! ICH WILL DICH NIE WIEDER SEHEN!
G (versucht ihn zu beruhigen u. ergreift seinen Arm): Marc, bitte!
Er ist verletzt, aber er kann sie doch nicht wirklich... Das wird er irgendwann bereuen. Was soll ich nur tun?

Durch das laute Geschrei wurde auch Professor Haase, der eigentlich Richtung Parkplatz unterwegs war, um zum sonntäglichen Mittagessen nach Hause zu fahren, auf das kleine Grüppchen vor der Notaufnahme aufmerksam....

F (geht schnellen Schrittes auf M zu u. schimpft in gewohnter Chefarztmanier): MEIER, was zum Teufel ist hier los? Sind Sie... äh...bist du von allen guten Geistern verlassen, hier so herumzuschreien. Das ist ein Krankenhaus und kein Tokio-Hotel-Konzert! Was sollen denn die Patienten denken, wenn du hier einen hysterischen Anfall bekommst?
M (immer noch aufgebracht): Hysterischen Anfall? Ich...
Oh Gott, ich muss ihn aufhalten. Das könnte böse enden.
G (ergreift seine beiden Hände u. schaut ihm direkt in die Augen): Schatz, bitte, beruhige dich! Sag jetzt nichts Falsches!
M (reißt sich los u. will gehen): Ich sag gar nichts mehr! ... (zu G)... Piep mich an, wenn Tolkin endlich mit dem RTW aufkreuzt. Ich bin in meinem Büro. ... (im Gehen zu S) ... Und Sabine, schmeißen Sie endlich diese Person hier raus! Sie hat Hausverbot bis in alle Ewigkeit.
S (blickt unsicher zu M, dann zu G, dann zu F): Aber... aber...
G (ruft ihm hinterher): Marc!
E (fleht): Marc, bitte!
F (schaut perplex M hinterher u. dreht sich dann zu G u. E um): Hausverbot? Was ist hier los? Kälbchen? Elke?

....

Lorelei Offline

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01.04.2010 08:20
#480 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dr. Meier hörte seinem Chef schon gar nicht mehr zu und war in der Notaufnahme des EKH verschwunden. Prof. Haase sah ihm nur verwundert hinterher und schüttelte den Kopf. Er war sich sicher, der eigentliche Notfall hier war mal wieder sein eventuell zukünftiger Schwiegersohn Marc Meier. Aber das war ja nichts Neues. Neu für ihn war dagegen der Anblick von Elke Fisher. Sie schien um Jahre gealtert zu sein. Die einst so stolze und attraktive Frau, die ihn mit ihrer toughen, selbstbewussten und verführerischen Art um den Verstand gebracht hatte, hatte tiefe Augenringe und eine Leichenblässe im Gesicht, die einem das Blut in den Adern gefrieren ließ, und es schimmerte verdächtig in ihren Augen. Waren das tatsächlich Tränen? So kannte er seine Ex-Geliebte gar nicht und dabei war ihre Affäre erst ein paar Monate her. Was war hier nur geschehen, dass sein bester Oberarzt so heftig reagierte und die Autorin in einer solch schlechten Verfassung war? Marcs Mutter war sichtlich verzweifelt und stand kurz vor einem Zusammenbruch. Doch diesmal schien es nicht einer ihrer typischen hypochondrischen Anfälle zu sein, nein, diesmal schien es echt zu sein. Elke Fisher zeigte tatsächlich echte und ehrliche Gefühle und das in aller Öffentlichkeit. Ihre harte Fassade war komplett in sich zusammengebröckelt. Sie konnte ihre Tränen kaum noch zurückhalten, was auch Gretchen sehr mitnahm. Aber diese Blöße wollte sich die Erfolgsautorin nicht geben, weder vor ihrem größten Fan, welche ihr Idol mittlerweile mit anderen Augen sah, ihrer Vielleicht-bald-Schwiegertochter, die sie nur mitleidig anschaute noch vor ihrer Ex-Affäre, der sie immer noch fragend anstarrte.

Da der Professor noch immer keine Antwort von seiner Tochter und seiner Ex-Geliebten bekam, die beide völlig in Gedanken versunken waren, wurde er lauter...

F: Bekomme ich endlich eine Antwort, was hier los ist?
E (völlig abwesend u. eher zu sich selbst sprechend): Das ist alles meine Schuld.
F (blickt sie verwirrt an): Bitte?
G (schaut E liebevoll in die Augen): Frau Fisher, er ist im Moment... also ich meine, geben Sie ihm einfach Zeit!
E (schaut G an): Er wird mir niemals verzeihen.
F (versteht allmählich, was hier gespielt wird): Das denke ich aber auch.
E (dreht sich erschrocken zu F um): Bitte?

Mittlerweile war auch Prof. Haase in die tragische Familiengeschichte der Meiers eingeweiht worden. Prof. Olivier Meier hatte ihm während des gemeinsamen Kaffeetrinkens heute Morgen in der Cafeteria und der anschließenden Führung durch das EKH so Einiges über sich und seinen Sohn erzählt. Jetzt verstand Franz auch endlich, warum sich sein bester Oberarzt so lange so abweisend gegenüber seinem im Koma liegenden Vater gezeigt hatte und warum Gretchen sich darüber immer in Schweigen gehüllt hatte. Er hätte ja seiner Ex-Affäre so Einiges zugetraut, aber dass sie ihren Sohn über all die Jahre aus kalter Berechnung und Stolz den Vater entzogen hatte, das war selbst ihm zu viel, denn gerade die Familie ging bei Franz Haase über alles und Marc Meier zählte nun mal jetzt auch zu seiner Familie...

F (kalt): Du sollest jetzt besser gehen, Elke!
G: Papa!
E: Aber...
F (energisch): Geh!

Im gleichen Moment huschte Bärbel Haase hektisch vorbei. Verwundert schaute sie zu dem kleinen Grüppchen vor der Notaufnahme und blieb abrupt stehen....

B: Franz, wo bleibst du denn so lange? Wir wollten doch...

Als sie die ehemalige Geliebte ihres Mannes entdeckte, schoss ihr Blutdruck sofort nach oben und ihr Familienverteidigungsmechanismus setzte sich in Gang. Auch wenn sie mittlerweile Marc Meier als Lebensgefährten ihrer Tochter akzeptiert hatte, würde seine Mutter ihr für immer ein Dorn im Auge bleiben...

B (funkelt E böse an): Was will DIE denn hier?
Oje, Mama! Wie viele Katastrophen können eigentlich auf einmal passieren? Gut, dass wir hier vor der Notaufnahme stehen.
G (beschwichtigend): Mama!
F: Frau Fisher hatte gerade vor zu gehen. Schwester Sabine, wenn Sie sie bitte zum Tor begleiten würden!
S (unsicher): Und ... und was ist mit ...mit...äh... dem Hausverbot?
B (verwirrt zu F): Hausverbot?
F (kalt): Das gilt ab sofort, wie Dr. Meier gesagt hat.
G (schockiert): Aber Papa!
Das kann er doch nicht auch noch ernst meinen? Äh... Seit wann verteidigt mein Papa eigentlich meinen Marc?
S (sichtlich enttäuscht): Oh! Wie Sie wünschen, Herr Professor! ... (wendet sich zögerlich ihrem ehemaligen Idol zu) ... Frau Fisher, wenn Sie mir bitte...
E (innerlich tief verletzt, äußerlich bewahrt sie Haltung): Ich kenne den Weg!
G (blickt E liebevoll an): Es tut mir wirklich leid!
E (schaut G noch einmal direkt an u. nimmt ihre Hand): Kümmern Sie sich gut um ihn!
G (mit wässrigen Augen): Das mache ich.
Es wird schon irgendwann wieder alles gut werden. Das hoffe ich. Für ihn. Und für sie.

...

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.270

01.04.2010 17:37
#481 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Innerlich war Elke Fisher tief verzweifelt. Ihr Herz war gebrochen. Alles, was sie je geliebt hatte, hatte sie durch ihr eigenes Fehlverhalten verloren. Sie war die Schuldige in dieser ganzen Angelegenheit und das war ihre gerechte Strafe, dachte sie. Elke musste akzeptieren, dass ihr Sohn nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte. Aber äußerlich zeigte sie sich wie gewohnt stark und stolz. Die Erfolgsautorin verabschiedete sich mit einem Kopfnicken und stöckelte dann hoch erhobenen Hauptes über die Wiese Richtung Ausgang. Erst als sie dort angekommen war und dachte, dass niemand sie mehr sehen konnte, ließ sie ihren Tränen freien Lauf. Sie hatte ihren Sohn endgültig verloren, glaubte sie. Dieser stand am Fenster seines Büros und hatte die Szenerie auf dem Hof weiter verfolgt. Jetzt blickte er seiner Mutter traurig nach... Ich kann nicht anders, Mutter. Es geht einfach nicht. .... Auch die anderen Beteiligten schauten der Mittfünfzigerin lange nach. Bärbel Haase war schließlich die Erste, die wieder zu Worten fand....

B: Kann mir mal jemand verraten, was hier los ist? Wieso erteilt er seiner Mutter hier Hausverbot?
Warum muss sie eigentlich immer so neugierig sein? Ich verschwinde mal lieber, ehe sie mit dem Verhör beginnt.
G: Mama, das ist eine lange Geschichte. ... (tippt S auf die Schulter)... Sabine, ich geh noch mal kurz hoch auf Station. Piepen Sie mich an, wenn der RTW da ist!
S (nickt ihr zu): Jawohl Frau Doktor.
B (verwundert zu G): Kommst du nicht mit zum Mittagessen nach Hause?
G (im Gehen): Mama, ich habe doch heute Dienst und ehrlich gesagt ist mir gerade der Appetit vergangen.
Und ich muss nach Marc schauen.

Gretchen lächelte ihre Mutter kurz an und ließ sie dann stehen. Bärbel schaute erst verwundert zu Schwester Sabine, die nur mit den Schultern zuckte, und dann zu ihrem Mann...

B: Was hat diese unsägliche Person denn getan, dass hier so eine Trauerstimmung herrscht?
F: So Einiges, was erklärt, warum Marc Meier so ist, wie er eben ist.
B/ S (verdutzt): Oh!

Ich glaube, ich muss wirklich mal für ihn backen. Der arme Junge braucht dringend Zuwendung. Ob wir diese schwarze Hexe jetzt endgültig los sind? Na hoffentlich!

Ich glaube, ich verbanne meine Dr. Rogelt-Bände eine Weile auf den Dachboden. Dann könnte ich endlich mal diese Stephenie-Meyer-Bücher lesen. Die sollen ja angeblich auch ganz gut sein, sagt meine Cousine.


F (liebevoll zu B): Komm, lass uns nach Hause fahren, etwas essen und dann vielleicht einen kleinen Ausflug machen. Was hältst du davon?
B (strahlt ihn an): Oh Franz, das haben wir ja seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht.
F (lächelt): Siehst du, dann wird es mal wieder Zeit. ... Butterböhnchen?
B: Ja, Franz?
F: Vergiss nie, dass ich dich liebe!
B (schaut ihm tief in die Augen): Ich liebe dich auch, Franz.

Prof. Haase gab seiner Frau einen kleinen Kuss auf den Mund, nahm sie in den Arm und sie liefen schließlich zusammen zu ihrem Wagen. Schwester Sabine schaute den beiden lange hinterher.... Hach... wie schön, wenn man sich nach so vielen Jahren noch immer so innig liebt. Ob das der Herr Doktor und die Frau Doktor auch schaffen werden? Ich wünsche es den beiden. Hmm... aber was ist nun mit seiner Mutter? Ob er jetzt die ganze Wahrheit kennt? Also ich hätte das der Frau Fisher niemals zugetraut. Sie war doch immer so eine nette Person. Hmm... Gedanken versunken lehnte die Krankenschwester an der Wand vor der Notaufnahme und wartete auf den RTW, während Dr. Haase leise das Büro ihres Chefs betrat. Sie sah Marc nachdenklich am Fenster stehen, ging auf ihn zu und umarmte ihn von hinten. Er ließ seinen Kopf auf ihre Schulter fallen. Sie strich liebevoll durch sein Haar... Er ist so unendlich traurig. Das tut mir alles so leid. Wie kann ich ihm nur helfen?

G (leise): Sie ist weg! Mein Vater hat....
M (unterbricht sie): Schon gut!
G (streichelt zärtlich seine Wange): Wie fühlst du dich?
Beschissen!
M (zögerlich): Ich... Äh... Findest du wirklich, dass ich... dass ich zu hart war?
G (weiß nicht, was sie sagen soll): Marc... ähm...
M: Ich kann... ich kann sie im Moment nicht ertragen. Ich... Es tut einfach... (bricht ab, weil ihm die Stimme versagt)
... so verdammt weh! Wieso tut es so verdammt weh, wo ich sie doch eigentlich hassen müsste?
G (drückt ihre Wange gegen seine): Hey Schatz! Ich versteh dich doch. Es ist ok. Sie wird damit erst mal klarkommen müssen.
Ich hoffe, er kommt damit auch klar.

Sie ist so lieb zu mir. Hab ich das überhaupt verdient? Hab ich sie verdient?

M: Hmm! Danke, dass du da bist!
G (drückt seine Hand): Ich bin immer für dich da, Schatz. Vergiss das bitte nie!
M (lächelt zaghaft): Ich weiß.

Marc drehte sich schließlich zu ihr um, blickte ihr lange in ihre schimmernden blauen Augen, strich ihr eine Strähne, die sich aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatte, aus dem Gesicht und küsste sie dann zärtlich auf den Mund. In der Ferne ertönte ein Martinshorn. Die beiden schauten aus dem Fenster. Der Krankenwagen erreichte gerade das Tor der Klinik. Im selben Moment gingen auch ihre Pieper los...

M (hat sich wieder gefasst u. nimmt ihre Hand): Dann wollmer mal, hmm!?
G (lächelt u. zieht ihn aus dem Büro): Ja. Auf in die Notaufnahme!

Lorelei Offline

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02.04.2010 10:53
#482 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen. Nicht wundern, dass es nicht in der Notaufnahme weitergeht. Hab ja gestern auf der Kommiseite angekündigt, dass es einen klitzekleinen Zeitsprung geben wird. Ich will ja auch endlich mal mit der Geschichte vorankommen. Wenn ich daran denke, was ich noch alles vorhabe, oje! Ab heute werden wir uns der Wohnungsproblematik zuwenden. Beginnen werden wir mit Sorgenkind Nummer 1: Dr. Medhi Kaan. Viel Spaß mit dem Umzug und allem Drumherum! Also das hier ist nur der Einstieg zu dieser Geschichte, deshalb auch so viel Martchen zu Beginn. Aber da habt ihr doch sicherlich nichts dagegen oder? Der eigentliche Umzug kommt noch. Liebe Grüße und einen wunderschönen sonnigen Karfreitag wünscht euch Lorelei




Am nächsten Tag in der Meier-Kaanschen WG

An einem verregneten Montagmorgen wachte Marc Meier durch seltsames Gepolter auf. Doch aufstehen und nachschauen kam für ihn nicht in Frage, denn auf seiner nackten Brust lag ein blonder Wuschelkopf gebettet. Er lächelte zufrieden und strich dem zauberhaften Wesen sanft durch die wilde Lockenmähne, die er so sehr an ihr liebte. Langsam regte sich auch Leben in der jungen Ärztin. Sie blinzelte kurz, drehte ihren Kopf und öffnete langsam ihre Augen. Sie blickte in das strahlende Gesicht ihres Oberarztes und lächelte ihn verliebt an.... Seufz...Träum...Schmacht... Wie kann man(n) so früh am Morgen schon so gut aussehen?

G (verschlafen): Guten Morgen, Schatz! Bist du schon lange wach?
M (grinst verschmitzt u. streicht ihr über die Wange): Och schon so ne Weile.
G: Hast du mich etwa beim Schlafen beobachtet?

Ja! Was dagegen? Du bist die süßeste schlafende Prinzessin, die das Märchenreich zu bieten hat. Oh Gott, wieso bin ich denn schon wieder so gefühlsduselig? Hilfe! Gut, dass heute das Metallica-Konzert auf MTV läuft. Das bringt mich hoffentlich wieder runter. Von dieser blöden Wolke!

M: Nö!
G (grinst): Natürlich.

Und ob er das hat! Oh Gott, habe ich schon wieder im Schlaf gesprochen? Vielleicht seinen Namen gestöhnt? Oder schlimmer, etwa geschnarcht? Ihn voll gesabbert? Hmm... seine Brust fühlt sich eigentlich ganz trocken an. Oh, seine Haut glüht ja richtig! Und sein Herz schlägt ganz schnell. Meins aber auch! Äh... wie sehe ich eigentlich aus? Ich muss sofort ins Bad, um mich zurechtzumachen. Strubbelpeter oder wohl eher Strubbelpetra ist nichts gegen mich. Oh Gott! Und hab ich etwa Mundgeruch? Nicht, dass er gleich tot umfällt, wenn er mich küsst. Ich kann ihn jetzt nicht küssen. Och menno! Aber ich will es doch so dolle. Bitte, küss mich, Schatz! Hach... Wie er mich schon wieder anschaut! Ganz verträumt! Er liebt mich wirklich! Marc Meier liebt mich! Juhu! Ihm ist es egal, wie ich aussehe oder ob ich noch nach der Pizza Speciale von gestern Abend rieche. Er sagt ja immer, er liebt mich, so wie ich bin. Gott, ist das ein tolles Gefühl. Ich bin im Himmel! Im siebten Himmel!

Gretchen kuschelte sich noch enger an ihn. Er legte seine Arme um ihren nackten Körper und zog sie zu sich hoch, um sie zu küssen. Zärtlich stupsten ihre Nasen aneinander. Beide mussten unweigerlich lachen und versanken schließlich in einem innigen Guten-Morgen-Kuss. Minuten lang küssten und kuschelten sie miteinander, bis sie plötzlich wieder durch lautes Gepolter unterbrochen wurden. Leicht genervt richtete sich der junge Chirurg auf....

MM: Boah, nimmt der die halbe Wohnungseinrichtung mit oder was? Na warte Kaan!

Marc sprang aus dem Bett und zog sich seine Boxershorts an. Gretchen begutachtete derweil verträumt seine knackige Rückenansicht, grinste vor sich hin und stand schließlich auch auf. Da war ihr Liebster aber schon aus dem Zimmer gerauscht und wütend in die Küche gestapft, aus der die lauten Geräusche kamen, um seinen zukünftigen Ex-Mitbewohner gehörig die Meinung zu geigen, an seinem und Gretchens freien Tag nicht früh um acht solch einen Terror zu verbreiten...

MM (baut sich wütend vor ihm auf): Willst du mich ausrauben oder was soll das, Medhi? ... Oooooooh!!!!


....

Lorelei Offline

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02.04.2010 14:31
#483 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Was ihr schon wieder denkt? Medhi ist zwar hormonell bedingt etwas durch den Wind, aber nicht so, dass er sich trauen würde, Meiers heilige Hallen zu schänden. Es ist alles ganz harmlos, so wie wir es von der sanften Natur des Dr. Kaan her kennen. Viel Spaß mit dem nächsten Teil. Lg Lorelei




Der junge Oberarzt unterbrach abrupt seine Schimpftirade, als er erkannte, was sein Kumpel gerade in der Küche machte. Mit offenem Mund und aufgerissenen Augen fuchtelte er mit seinem rechten Arm hin und her. Medhi drehte sich ertappt zu seinem Mitbewohner um und lächelte ihn jetzt verschmitzt an....

MK: Eh du bist zu früh! Hast du nicht frei? Du schläfst doch sonst immer aus.
MM (fassungslos): Äh jaaaa, das wollte ich auch, wenn du hier nicht mitten in der Nacht so nen Terror machen würdest. Äh... Was wird das, wenn es fertig ist?
MK (grinst): Wonach sieht es denn aus?
MM (blickt sich um): Willst du ne Party schmeißen? Mit dem ganzen Fresszeugs könntest du ein Dritte-Welt-Land vier Wochen lang ernähren.
MK: Sehr witzig, Meier! Seit wann bist du denn so politisch? Kenn ich gar nicht von dir. Aber jetzt ernsthaft, ich dachte mir, so zum Abschied könnten wir doch zusammen frühstücken. Also äh... so zum Dank, dass du mich und meine Launen monatelang ertragen hast.
Er ist doch eine von ihnen! Ich fass es nicht. Was der hier auffährt! Ist der irre? Will der uns mästen oder was? Ich glaube, ich brauche ganz dringend einen Termin bei Weight Watchers. Muss ich Haasenzahn mal fragen.
MM: Äh... ich weiß echt nicht, was ich sagen soll.
Super! Meier sprachlos! So soll es sein!
MK (grinst): Genau das wollte ich erreichen. Ich bin noch nicht ganz fertig. Äh... ist Gretchen auch schon wach?
G: Was ist mir?

In diesem Moment erschien auch Gretchen an der Küchentür, wie immer in Marcs Jogginghose und seinem M-T-Shirt gekleidet, was bei Marc wieder ein verliebtes Grinsen auslöste. ... Oh Mann, sie sieht so süß aus, wenn sie das trägt! Zum Auffressen echt! ... Als die junge Frau sah, was für Köstlichkeiten Medhi alles vorbereitet hatte, blieb ihr Mund offen stehen.... Das ist ein Traum oder? Ich bin im Schlaraffenland! Ich glaube das alles nicht. Kann mich mal jemand kneifen! Wahnsinn! Habe ich einen riesigen Hunger. Ob das alles reichen wird? Hmm... ich bezweifle es. Hach... Medhi ist ein Schatz! So möchte ich immer bedient werden. Kann sich Marc mal eine Scheibe abschneiden. Hmm... oder wir lassen Medhi gleich gar nicht ausziehen. Auch ne Idee! Nee Medhi, du kannst nicht gehen.

MM (grinst sie an): Mund zu, Haasenzahn! Ich seh auch so, dass dir der Mund wässrig läuft.
G (strahlt MK an): Medhi, das ist unglaublich.
MK (lächelt): Danke! Ich dachte mir, so ein Abschiedsfrühstück wäre doch nicht schlecht.
Wie süß von ihm!
G (lacht): Ja, da hast du Recht.
MM: War ja klar, dass du dich da freust. Ich weiß ja, dass ihr beide sehr viel verdrücken könnt ... (Gretchen rammte ihn eine Faust in die Rippen u. Medhi warf ihm einen bitterbösen Blick zu) ..., aber das hier, also das reicht noch bis Weihnachten echt.
MK (lacht): Na dann wirst du wenigstens nicht verhungern, wenn ich weg bin. Hab mir schon Sorgen gemacht.
MM: Eh!
MK: Die Reste könnt ihr ja einfrieren. Ich lass euch ein paar Tupperdosen da.
MM (lacht u. schüttelt den Kopf): Du bist echt eine von ihnen!
G: Marc!
MK (ignoriert seinen sarkastischen Kommentar u. schickt die beiden aus der Küche): Geht ruhig schon mal ins Wohnzimmer. Ich bring den Kaffee und den Rest gleich mit.

Marc zog seine Freundin kopfschüttelnd aus der Küche ins Wohnzimmer, wo den beiden wieder die Kinnlade runterklappte...

Lorelei Offline

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02.04.2010 23:28
#484 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

MM: Ist der irre? Hat der heimlich ne Bäckerei ausgeraubt?
G (fallen fast die Augen aus dem Kopf): Gott, wie lieb von ihm. Ich bin im Himmel.
MM: Wohl eher im Schlaraffenland.
MK (betritt lachend das Zimmer): Wenn ihr das denkt? Nun setzt euch doch endlich!
MM (setzt sich u. grinst ihn an): Ja doch, Mutti.
G (setzt sich ebenfalls u. stupst MM in die Seite): Marc!
MK (stellt die restlichen Sachen auf den reichlich gedeckten Esstisch u. wendet sich MM zu): Also wie gesagt, ich wollte mich hiermit einfach nur bei dir dafür bedanken, dass du mich aufgenommen hast, als ich am Boden lag, dass du dir immer meinen ganzen Scheiß angehört hast und äh... na dass du mich halt so lange ertragen hast und so.

Was muss der denn gleich so sentimental werden? Mädchen! War doch selbstverständlich, dass ich ihn aufgenommen habe. Mir ging es doch damals auch ziemlich bescheiden. Die Virus-Geschichte hatte ganz schön unsere Kräfte aufgezerrt. Und du musstest ja unbedingt mit diesem angeblichen Geldsack in die Flitterwochen auf die Malediven fahren. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid oder so. Außerdem konnte Medhi ja nicht ewig in dem Drecksloch, was sich Schwesternwohnheim schimpft, bleiben. Hätte in seinem momentanen hormonellen Zustand böse für ihn enden können. Ich sag nur Hühnerhaufen!

MM (verdreht die Augen): Äh ja, nicht gleich heulen ja! Gar nichts für!
MK (schaut ihn ernst an): Doch Marc! Du hast mich aufgenommen, obwohl wir so lange nicht so gut aufeinander zu sprechen waren ... also wegen Anna und ... äh... (blickt verstohlen zu Gretchen) ... na du weißt schon. Das hätte nicht jeder getan. Und dann hilfst du mir auch noch wegen Lilly. Du kriegst die Kohle irgendwann zurück. Versprochen! Ich ... ich steh auf ewig in deiner Schuld. ... Krieg ich das schriftlich? ... Also... äh ... *schnief* ... das hier ist das Mindeste, was ich dir zurückgeben kann.
Oh Mann, er ist doch ein Mädchen!
MM (verlegen): Ja äh... is ja gut jetzt. Lass uns endlich essen. Hab riesigen Kohldampf.
Ja nicht sentimental werden, Meier! Boah, wie konnte ich es eigentlich so lange mit dir aushalten, du Arschloch?

Marc senkte peinlich berührt seinen Kopf und wollte gerade nach dem ersten Brötchen greifen, als er plötzlich von der stürmischen Umarmung eines sentimentalen Frauenarztes überrumpelt wurde.... Hilfe! Ist der irre? Lass mich los, verdammt! Sind wir schwul oder was? Loslassen! AAAAAhhhh!!!

MK (drückt ihn fest an sich u. klopft ihm auf den Rücken): Danke, Mann!
MM (versucht sich aus der Umklammerung zu befreien): Eh lass mich los ja! Is schon peinlich genug, deine Mädchenaktion hier.
Hach Meier, ich mag deine schnippische Art, Gefühle zu zeigen. Du wirst mir echt fehlen, Mann. War ne schöne Zeit, auch wenn ich am Ende der Verlierer in dem Spiel war.
G (hat das Schauspiel gerührt beobachtet): Marc!
Also vor uns muss er nun wirklich nicht mehr den Gefühlsklotz mimen. Ich sehe doch, dass er auch bewegt ist. ... Huch... Hilfe! Jetzt bin ich wohl dran.
MK (lässt ihn los und umarmt nun Gretchen): Und dir auch noch mal danke, dass du immer für mich da bist. Du verstehst schon.
G (drückt ihn an sich u. streicht ihm über den Rücken): Gar nichts für, Medhi. Ist doch selbstverständlich.
MM (blickt verwirrt zu den beiden): Äh was?
G (lässt MK los u. schaut MM an): Marc, das verstehst du nicht.
MM: Hä?
Ham die etwa Geheimnisse vor mir? Was zum Teufel soll das?
MK (lacht): Frauensachen.
MM (kurz vor einer erneuten Eifersuchtsattacke): Bitte was? Eh ich hab dir schon mal gesagt, dass du deine dreckigen....
Da is er wieder, der Gockel! Dem ist echt nicht zu helfen.
MK (fällt ihm ins Wort): Wir haben geredet Marc, nur geredet, mehr nicht. Das macht man üblicherweise als Freunde.
MM (skeptisch): Aha! Aber trotzdem...
Der soll ja seine Finger von ihr lassen! Geredet? Wer’s glaubt! Wird wirklich Zeit, dass der hier endlich abhaut. Ein bisschen Abstand täte ihm wirklich gut.
MK (unterbricht ihn grinsend u. setzt sich auf seinen Stuhl): Guten Appetit zusammen.
MM (immer noch angesäuert): Eh, ich war noch nicht fertig!
G (ignoriert ihn): Ja, guten Appetit Medhi.
Boah! GGGGGRRRRRR!!!!!

Während Marc noch ein wenig weiter schmollte, griffen Medhi und Gretchen schon beherzt zu. Schokohörnchen, Croissants, Mehrkornbrötchen, diverse Müslisorten, heiße Waffeln, Kaffee, Espresso für Marc, Kakao für Gretchen, Orangensaft, Erdbeeren, Weintrauben, Nutella, Honig, verschiedene Marmeladen, Wurst- und Käsesorten und, und, und hatte Dr. Kaan für sein Abschiedsfrühstück aufgetragen. Und diese unglaubliche Vielzahl an Leckereien konnte der junge Chirurg auch bald nicht mehr länger ignorieren. Sein Magen hing nämlich schon in den Kniekehlen und machte sich nun lautstark bemerkbar. Medhi und Gretchen schauten verwundert von ihren Tellern auf, sahen ihren Freund an und prusteten laut los. Marc wollte sich erst betont cool geben, aber auch bei ihm setzte schließlich ein Lachflash ein. Nach ein paar Minuten, in denen sein Zwerchfell so einiges mitmachen musste, beruhigte er sich schließlich wieder und ließ es sich nun auch schmecken. Zufrieden wandten sich sein bester Kumpel und seine Liebste wieder ihren Tellern zu. Die drei Ärzte lachten, scherzten, aßen und verbrachten einen wunderbaren Vormittag zusammen....

Lorelei Offline

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03.04.2010 16:26
#485 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Vollgefressen und sichtlich zufrieden lehnten sich die drei Freunde schließlich in ihren Stühlen zurück...

G (schwärmt): Medhi, also das war fantastisch. Ich kann echt nicht mehr.
Gut, dass ich heute nicht arbeiten muss. Ich könnte mich keinen Zentimeter mehr fortbewegen. Nur noch auf der Couch lümmeln und nichts tun. Ja, das ist das restliche Programm für heute.
MK (lächelt sie an): Gern geschehen.
MM (hält sich seinen vollgefutterten Bauch u. flüstert G leise ins Ohr): Dass das mal klar ist, das wird heute noch abtrainiert ja!
G (stupst ihn empört in die Seite): Boah Maaarc!

Er kann es nicht lassen. Macho! Von dem bisschen Frühstück werd ich schon nicht... Also das ist ja wohl wirklich die Höhe! Das muss definitiv später noch gerächt werden, Herr Doktor Meier.

Hahaha! Hab doch gewusst, dass sie da hoch geht wie ne Rakete. Na hoffentlich behält sie die Betriebsgeschwindigkeit bei, wenn wir später... Also Kaan, mach endlich die Biege! Warst ja lange genug hier! Ich will meinen Haasenzahn alleine haben.

So Kaan, vorsichtig dein Anliegen vortragen! Er sieht ja im Moment ganz zufrieden aus. Also! Mehr als nein sagen kann er ja nicht.


MK (zögerlich): Äh duuu.... Maaarc, ich hätte da noch eine kleine Bitte.
Scheiße! Was ist denn jetzt noch?
MM (verschränkt die Arme u. lehnt sich zurück): Oh jetzt kommt’s! War ja klar, dass das hier alles nicht umsonst war, he?
MK: Äh... doch eigentlich schon. Also es geht darum... äh... Du hast doch heute frei oder? Könntest du vielleicht...
Ok, alles klar, du Weichei! Wenn’s unbedingt sein muss! Ich bin einfach viel zu gut für diese Welt.
MM (vollendet grinsend seinen Satz): ... meinen gestählten, muskelbepackten Astralkörper zum Einsatz bringen und dir, Schlaffi, die Kisten zum Auto schleppen?
Gestählt und muskelbepackt? Soso! In deinen Träumen vielleicht! (G/ MK)
MK (grinst): Äh wenn du mir das so nett anbietest, gerne. Aber was deine Muskeln betrifft, also...
MM (beleidigt): Nanana, ein Wort mehr und du kannst deinen Kram selber schleppen.
MK (hebt beschwichtigend die Arme): Äh nee, das darf ich nicht riskieren.
MM (grinst): Eben! Und in deinem Alter kriegt man ja schnell nen Bandscheibenvorfall, wenn man zu schwer hebt.
MK (empört): Hey, ich bin gerade mal zwei Jahre älter als du!
MM (lacht): Das reicht schon aus, um nach zwei Stunden Extremsport tot umzukippen.
MK: Was soll das denn heißen? Ich bin sehr gut trainiert ja!
Schon klar! Ich kenne ja deine Trainingsmethoden, du Gigolo!
MM (zwinkert ihm anzüglich zu): Natürlich! Jetzt wo du wieder regelmäßig ... „Sport“ ... treibst, he!?
G (hakt neugierig bei MK nach): Du machst Sport? Wusste ich gar nicht. Gehst du joggen?
MM (kann sich kaum noch das Lachen verkneifen): Nee, aber es ist schon eine Ausdauersportart, ne Medhi!?
Du Arschloch!
MK (wirft ihm einen panischen „Halt-ja-deine-Klappe!“-Blick zu): Meiiier!
Oh Mann, wie geil! Dem geht mal wieder der Arsch auf Grundeis. Hahaha! Geil, so kann ich ihn immer aufziehen und in Verlegenheit bringen. Selber Schuld, du Schmalspurcasanova. Da musst du jetzt durch!
G (neugierig zu MK): Was machst du denn?
Oh Gott! Mir fällt nichts ein. Ich kann sie nicht belügen. Sie nicht!
MK (gerät ins Schwitzen): Äh...
Oh, na gut, ehe er hier noch nen Herzinfarkt kriegt, dann muss ich wohl mal wieder mit ner Ausrede herhalten, hmm? Kann ja nicht riskieren, dass Haasenzahn wegen Medhis Harem vom Stuhl fällt.
MM (fällt ihm ins Wort): Squash!
MK (schaut verwundert zu MM): Squash?
Na Medhi, krieg ich jetzt keinen Knutscha, weil ich dich mal wieder gerettet habe?
G (überrascht): Oh! Na das wäre ja überhaupt nichts für mich.
MM (lacht): Ja, da hast du Recht. Bei deiner Tollpatschigkeit!
G (empört): Was? Ich bin nicht tollpatschig ja.
Ich kann ja nichts dafür, dass mir immer Fettnäpfchen in den Weg gelegt werden. Murphys Gesetz eben!

Ja klar ne!? Ich hab heute noch Kopfweh von dem Golfball, den du mir damals mit voller Absicht an den Kopf geknallt hast!
MM (grinst): Natürlich! Du würdest doch schon beim Schuhezubinden vom Ball erschlagen werden.
G (eingeschnappt): Gar nicht wahr!
MM (blickt sie provozierend an): Willste’s austesten?
Oh Gott, nein! Ich wusste doch, warum ich früher im Sportunterricht immer meine Tage hatte. Sport ist Mord!
G (mit leichter Panik im Blick): Äääähhhh....



Dreimal dürft ihr raten, was wohl als nächstes kommt! .....

Natürlich der Osterhase!

Lorelei Offline

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04.04.2010 12:43
#486 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Frohe Ostern! Der Osterhase hat ein besonders großes Überraschungsei für euch da gelassen. Dann knacken wir doch gleich mal die Schale auf. Einen Zuckermoment habe ich leider nicht zu bieten, dafür aber einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Wollt ihr das überhaupt noch? Kann auch gerne mit der eigentlichen Handlung weitermachen? Aber euch würde dann eine wirklich lustige, skurrile, stellenweise auch sehr fiese Anekdote aus Martchens Schulzeit entgehen, erzählt von Marc Meier persönlich. Also Zwerchfell festhalten (Vorher wäre vielleicht noch ein Gang auf die sanitären Einrichtungen von Vorteil!), es ist wieder FLASHBACKTIME! Viel Spaß! Freu mich auf euer Feedback. (Danke! ) Schönen Ostersonntag u. fleißige Eiersuche. Eure Lorelei



Wusste ich’s doch! Wie war noch gleich dein Motto zu Schulzeiten? Sport ist Mord! Wie wahr! Also was deinen tragischen Fall betrifft, Haasenzahn. Hahaha! Ich erinnere mich da an ein Sportfest oder waren das die Schulmeisterschaften? Äh.... Keine Ahnung! Es war jedenfalls in der Zehnten. ... Also du warst in der Achten und ich in der Zehnten. .... Wie du da beim Bockspringen alle Geräte mitgenommen hast, so als ob du beim Hürdenlauf die Hürden umgeworfen hättest, das war schon Weltklasse. Dafür hättest du echt ne Goldmedaille verdient. Sollte olympische Disziplin werden. Bocklaufen oder noch besser der spezielle Hasenlauf! Hahaha! Kann ja Jacques Rogge mal nen Brief schreiben, ne. Aber egal! Wo war ich? Ach ja! ... Du bist mit so einer uneleganten Leichtigkeit über die drei Böcke geflogen, die hintereinander aufgestellt waren. Also eigentlich flogst du nicht über sie, sondern hast sie im Rennen äh... umgerannt. Naja wobei also gerannt bist du eigentlich auch nicht. Das war eher wie in Zeitlupe. Selbst eine Schnecke wäre schneller als du gewesen. Ich frag mich noch heute, wie du die Dinger überhaupt umnieten konntest. Die sind verdammt schwer echt. Naja lag wohl an deinen extremen Körpermaßen damals. Also deine akrobatische Geschicklichkeit hat mich schon sehr begeistert und alle anderen Mitschüler auch, die grölend am Rand gestanden haben. Schade, dass es damals noch keine Handyvideos gegeben hat. Du hättest bei You Tube sicherlich wochenlang den ersten Platz belegt! Mann, war das geil. Also ich wusste ja schon immer, was für ein Temperament in dir steckt, aber so viel? Wow! Als du deinen Hürden- äh... Bocklauf beendet hattest und in den Seilen hingst, nee eigentlich hattest du dich mit deinem rechten Fuß im Netz vom Fußballtor verheddert und dich mit einem Hechtsprung langgelegt - du hattest wohl die Bremse nicht gefunden - und dann wie ein Karpfen laut nach Luft gejapst hattest, sahst du aus wie ein Farbkasten: blutrotes Gesicht, hämatomblaue Knie, leichte grün-gelbe Verfärbungen an den Ellenbogen. Das tat mir wirklich im Herzen weh. Gut, eigentlich tat mir eher mein Zwerchfell weh von dem extremen Lachflash, den ich wegen dir bekommen habe. Wegen dir hab ich übrigens beim Handball nicht das Tor getroffen, sondern Susanne Leibholz, die dann steif wie ein Brett umgefallen ist. Aber das kannte ich ja nicht anders von ihr. Eh die hat danach zwei Wochen kein Wort mehr mit mir gewechselt, weil ich angeblich ihr Gesicht verschandelt hatte. Ihre zukünftige Modelkarriere war in Gefahr, maulte sie. Als ob die Heidi die jemals als „Germanys Next Topf Moppel“ genommen hätte. Ach nee, gab’s ja Mitte der Neunziger noch nicht. Gott sei dank! Egal, so war ich die anhängliche, nervige, strohdumme Schlampe wenigstens endlich los. Müsste dir im Nachhinein eigentlich dankbar dafür sein. Statt mir hattest du also das Tor getroffen. Ein Bild für die Götter übrigens. Also für mich! Ich bewunderte noch heute deinen Mut und deinen sportlichen Ehrgeiz, dass du nach dem Teufelsritt durch die Halle wieder aufgestanden bist. Zwar wie eine fünfundachtzigjährige Uroma mit rheumatischen Beschwerden, aber du bist wieder aufgestanden. Du hast dich am Tor hochgezogen, das dabei beinahe noch umgefallen wäre, und hast dann gequält in die lachende Runde gekuckt. Du wärst am liebsten im Boden versunken. Den Blick kannte ich ja nur zu gut von dir. Armer Haasenzahn! Das hab ich wirklich für nen kurzen Moment gedacht, also so zwischen den einzelnen Lachsalven. Trotz der ganzen Schrammen und Demütigungen, für die ich diesmal nicht verantwortlich war - nein, das hatte die ewige Fettnäpfchenqueen diesmal ganz alleine geschafft -, hast du nicht aufgegeben. Naja Frau Bärenbusch konnte ja auch manchmal ganz schön knallhart sein. Das arme malträtierte Haasenzahn musste doch tatsächlich noch auf den Schwebebalken (Dass der unter ihrer ganzen Last nicht gleich zerbrochen ist? Und warum trug sie nicht das rosa Tütü von unserer zweiten Begegnung? Hätte hier super hingepasst. Es hätte den Farbkasten komplettiert! Fragen über Fragen, die alle unbeantwortet geblieben sind.), sonst wäre ihre Sportnote im Arsch gewesen. Obwohl zu retten war die bestimmt nicht mehr. Ich weiß auch nicht, was es war, aber irgendwie hast du mir leid getan. Bin deshalb, als du gerade deine Kür zur Musik von DJ Bobo aufgeführt hast, so als Aufmunterung oder Unterstützung oder was auch immer direkt am Schwebebalken vorbeigelaufen, hab kurz mein T-Shirt hochgezogen, um mir den Schweiß von der Stirn zu wischen, weil ich gerade ein ziemlich geiles Solo am Reck vollführt hatte. Also der Hambüchen wäre blass vor Neid geworden. Außerdem sahen meine Bauchmuskeln viel besser aus als seine heute. Jedenfalls hab ich dich wohl ein kleinwenig aus dem Konzept gebracht. Oder wohl eher aus dem Gleichgewicht. Du schwanktest wie die Titanic bei hohem Wellengang, als Bobo durch die Halle „Pray!“ rief. Ja, ich betete auch, dass du mich nicht gleich mit deinem schweren Kugelstoßerinnengewicht erschlägst. Ich war doch noch so jung. Ich wollte noch nicht sterben. Sollte das jetzt die gerechte Strafe für all meine Gemeinheiten sein, die ich dir in den letzten vier Jahren angetan hatte? Von dir flachgelegt... äh quatsch... platt gemacht zu werden? Aber meine Stoßgebete wurden diesmal erhört. Du bist ja Gott sei dank in die andere Richtung geflattert wie so ein übergewichtiger Pinguin (Geiler Trainingsanzug übrigens! Diesmal nicht Schweinchen Babe, sondern Sterbender Schwan!), der immer noch nicht kapiert hat, dass die Natur nicht vorhergesehen hat, dass er das Fliegen erlernt, und hast Karsten Neumann, der dich mal wieder notgeil angestarrt hatte, platt wie ne Flunder gemacht. Ich glaube, so nah war der dir noch nie gewesen und war es wohl auch später nie wieder. ... Jetzt verstehe ich auch erst, warum du einen immer so wild anspringst. Hmm... Das ist in der Schulzeit geprägtes Verhalten! ... War jedenfalls eine sehr geile Aktion von dir. Alle haben gejohlt und laut applaudiert. In der Turnhalle war eine Stimmung wie Jahre später beim Public Viewing bei der Fußball-WM in Deutschland, als Lehmann den kleinen Zettel aus seinem Schuh gezaubert und die Gauchos dann nach Hause geschickt hatte. Alle haben sich umarmt, Luftsprünge gemacht, sich den Bauch gehalten oder sich auf dem Hallenfußboden gekringelt vor Lachen. So ist komplett untergegangen, dass du wirklich Schmerzen hattest. Du hast geschrieen wie am Spieß, lauter noch als bei unserer unplanmäßigen Sprengung der Mädchenduschen ein paar Wochen zuvor, wovon ich übrigens immer noch ein Tinnitus hatte. Dein Geschrei und Geflenne hat aber bei dem Krach tobender Teenys leider keiner gehört, keiner außer deiner Mutter, die wie bei jeder Schulveranstaltung mal wieder auf sittsame Betreuerin machen musste. Sie hat den Notarzt, gut, eigentlich deinen Vater angerufen. Der hat Frau Bärenbusch dann ziemlich zur Schnecke gemacht. Sie hätte deine zukünftige Karriere als Chirurgin gefährdet, blablabla... Hast dir nämlich bei deinem Jungfernflug den kleinen Finger gebrochen. Das hab ich aber erst ein paar Tage später erfahren (sonst hätte ich dich eventuell sogar selbst erstversorgt, aber nur vielleicht, also äh... wenn keiner weiter in der Halle gewesen wäre), als der Artikel zum Sportfest in der Schülerzeitung erschien... „Fliegender Goldengel hat wieder zugeschlagen! Acht Goldmedaillen (wie immer an den Sportler des Jahres unserer Schule = MICH!!!) und zwei Leichtverletzte beim diesjährigen Sportfest.“ Haasenzahn hatte nämlich Karsten die Nase gebrochen! Machte den Waschlappen aber auch nicht attraktiver. Das Foto in der Zeitung zeigte jedenfalls Superman äh... -woman Gretchen Haase in ihrer Flugphase auf Karsten Neumann, der angesichts des drohenden Unheils in geduckter Haltung ein entsetztes, aber dennoch erfreutes Gesicht machte. Gewissermaßen in freudiger Erwartung oder so! Trottel! Ich glaube, der hat wirklich gedacht, Haasenzahn würde auf ihn fliegen, was natürlich nicht der Wahrheit entsprach, denn sie flog ja auf mich ne! Und das zweite Foto zeigte den heulenden Karsten Neumann mit blutiger Nase am Boden liegend. Komischerweise standen die Schnecken da drauf, also zumindest die aus der fünften und der sechsten Klasse. Weichei! Jedenfalls hatte selbst Frau Bärenbusch am Ende ein Erbarmen mit Haasenzahn - lag vielleicht auch an der Drohung von Dr. Haase, die unfähige Sportlehrerin und die ganze Schule auf Schmerzensgeld zu verklagen - und du musstest so nicht mehr an öffentlichen sportlichen Wettkämpfen teilnehmen. Es ging ja schließlich auch um die Sicherheit der anderen Schüler. Seitdem hast du im Sportunterricht und bei den Sportveranstaltungen unserer Schule immer am Rand auf der Bank gesessen und hast uns, schwitzende Jungs, beim Fußball beobachtet oder du musstest die dreckigen Handtücher in der Umkleide einsammeln, was aber für dich anscheinend auch ziemlich gefährlich war. Hast mich ja mal nackt unter der Jungsdusche vorgefunden (Damit waren wir wohl endlich quitt!) und bist vor lauter Schreck oder wohl eher in Trance wegen meines hammergeilen Anblicks rückwärts über eine Bank gefallen und hast dir den Kopf gestoßen, den ich natürlich sofort erstversorgen musste, aber das hast du, glaube ich, gar nicht mitbekommen, weil du ohnmächtig warst. Tja ich hab dich früher schon immer umgehauen, Haasenzahn. Es wäre also ein großes Risiko für dich, mich beim Sport herauszufordern. Aber bei akrobatischer Bettgymnastik zähle ich natürlich auf deine aktive und ebenso stürmische Beteiligung wie beim Sportfest 1993.

Lorelei Offline

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04.04.2010 22:47
#487 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Freut mich, dass ihr Spaß hattet. Mal sehen, ob ihr den jetzt auch wieder habt. Es geht nun weiter mit der eigentlichen Handlung. Zurück zum Frühstückstisch in der Meier-Kaanschen Wohnung. Viel Spaß! Eure Lorelei



MM (grinst): Also nicht!
G (beleidigt): Was jetzt nicht heißt, dass ich keinen Sport treiben würde.
MM (zwinkert ihr anzüglich zu): Ich weiß schon, welchen Sport du meinst, Haasenzahn. Können dann gerne noch ne Trainingseinheit einlegen, wenn du willst.
Oh Gott, ich will das gar nicht wissen. Ohrenschützer, Medhi!
G (verdreht die Augen): Maaarc! Ich meine eigentlich, dass ich regelmäßig ... naja eigentlich eher unregelmäßig, so aller viertel Jahre mal fünf Minuten ... joggen gehe.

Haasenzahn joggt? Ja klar ne?! Immer vor mir wegrennen ist kein Joggen, Süße!
MM (schaut sie ungläubig an): Ja klar! Und ich trainiere regelmäßig fürs Wasserballett.
G (grinst): Ach echt? Kann ich mal beim Training zusehen?
MK (hält sich den Bauch vor Lachen): Kann ich dann auch mitkommen? Würde dich gerne mal im rosa Badeanzug sehen!
MM (seine Miene verfinstert sich): Eh, das reicht jetzt ja!
MK (grinst): Nö wieso? Ist gerade so spannend hier. Besser als jede Comedyserie bei RTL.
Eh geht’s noch? Die machen sich über mich lustig oder? Na wartet!
MM (funkelt MK an): Hast du nicht gemeint, du hättest heute Mittag noch ne Geburt oder so was Ekliges?
MK (blickt ihn verdutzt an): Ja wieso?
MM: Naja, is schon halb zwölf und ich dachte....
MK (schaut auf seine Armbanduhr u. springt panisch auf): Was? Scheiße, scheiße, scheiße! Ich muss los.
Ha! Ich bin ihn endlich los! Haasenzahn, ab ins Schlafzimmer, aber zackig! Frühstück abtrainieren.
MM (blickt schadenfroh zu MK): Und wer räumt jetzt deinen Dreck hier weg?
G (vorwurfsvoll): Marc! ... (lächelt dann MK an) ... Ich mach das schon, Medhi. Geh ruhig!
MK (schnappt sich seine Jacke von der Garderobe u. lächelt G an): Danke! Also ich bin so gegen drei wieder da. Dann können wir starten.
G (nickt ihm zu): Geht klar!
Boah, da hab ich mal überhaupt keinen Bock drauf. Wieso hab ich überhaupt zugesagt? Mann, heute ist unser freier Tag! Da kann ich mir echt was Besseres vorstellen, als seine blöden Kisten zu schleppen. Ich will lieber Haasenzahn abschleppen.
MM (stöhnt genervt): Wenn es unbedingt sein muss.
G (blickt ihn böse an): Maaarc!
Wieso kann er nicht einmal nett zu ihm sein? Das kann doch nicht so schwer sein.
MK (öffnet die Wohnungstür u. dreht sich noch einmal kurz zu ihnen um): Bis später.
G: Bis dann, Medhi.
MM: Ja, ja, hau du nur ab, du Mädchen du.

Und schon fiel die Tür ins Schloss. Dr. Kaans Umzugshelferlein waren plötzlich allein in der Wohnung. Während Marc in Vorfreude auf drei sturmfreie Stunden mit seinem Mädchen ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen trug, funkelte Gretchen ihren Freund böse an...

G: Kannst du nicht einmal nett zu ihm sein, wo er sich hier so eine Mühe gemacht hat?
MM: Hab ihn nicht darum gebeten.
G: Marc, die Geste zählt.
Tzz... Frauenlogik!
MM: Aha!
Boah Männer echt!
G: Komm schon, gib es zu, du wirst ihn schon vermissen oder?
Wieso sollte ich? Damit ich mir wieder in Erinnerung rufe, wie ich ihn vorgestern nackt mit dir im Badezimmer vorgefunden habe. Nee danke. Der soll bloß endlich hier abhauen. Ich will endlich mit dir allein sein, Haasenzahn.
MM (grinst): Nö!
Ich glaube ihm kein Wort.
G (schaut ihn eindringlich an): Marc!

Boah Haasenzahn, du nervst! Gut, wenn du unbedingt willst, bitte, ich gebe es zu. Hat schon Spaß gemacht mit ihm. War irgendwie wie früher in unserer alten Studi-WG. Mann, das geht auf keine Kuhhaut. Das sind jetzt tatsächlich schon fast dreizehn Jahre, die ich mich mit dem Idioten rumquäle. Die längste Beziehung, die ich je hatte. ...



Na was denkt ihr wohl, was als nächstes kommt, hmm?

Lorelei Offline

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05.04.2010 10:25
#488 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Es ist wieder FLASHBACKTIME. Mir war mal wieder danach. Hab mir gedacht, eigentlich wäre es doch ganz witzig, zu erfahren, wie sich unsere beiden Lieblingsärzte kennen gelernt haben. Ich freu mich darauf, zu hören, was ihr von meiner Interpretation dieser ganz speziellen Beziehung haltet. Ich wollte es eigentlich erst ganz kurz halten, aber dann sprudelten plötzlich die Ideen und schon hatte die Handlung ein richtiges Eigenleben entwickelt. Der Rückblick wird uns so ungefähr die ganze Woche begleiten. Ich hoffe, das ist euch nicht so lang. Aber so werden noch ein paar mehr Geheimnisse über Marc in seiner „wilden“ Studentenzeit und über Medhis Vergangenheit, die ich bisher noch gar nicht angeschnitten hatte, aufgeklärt. Viel Spaß mit dem ersten Teil dieser ganz speziellen Männerfreundschaft! Eure Lorelei




Es war, glaube ich, an einem Dienstag oder nee Donnerstag, als mir an der Uni so ein seltsamer Vogel direkt vor die Füße fiel. Ich war gerade im dritten Semester meines Medizinstudiums und stand kurz davor, alles hinzuschmeißen. Ich hasste die Kurse, den Krankenhausmief und meine Kommilitonen, die sich alle für die Allerschlausten hielten. Es war zum Kotzen. Aber das lag vor allem auch daran, dass mich alles, aber wirklich alles hier an meinen Vater erinnerte, der an der HU wie eine Koryphäe gelobpreist wurde, aber die Geschichte hatten wir ja schon. Jedenfalls steckte ich gerade in meiner Null-Bock-Phase. Uni, Stipendium, Scheine, Professoren, meine Karriere, das alles war mir völlig egal. Ich ließ mich treiben, von einer Party zur nächsten und von einer Frau zur nächsten. Mein lockerleichtes Studentenleben sollte sich aber bald rächen, wie ich in jenen Tagen schmerzlich feststellen musste. Beim letzten traditionellen Freitagsdiner hatte ich meiner Mutter gesteckt, dass ich eventuell mein Studium abbrechen würde. Ich hatte an dem Tag Post von der Fakultätsleitung bekommen. Wenn ich nicht endlich die fehlenden Scheine der ersten Semester nachreichen würde, dann wäre mein Stipendium Geschichte. Ich nahm das ziemlich locker. Ehrlich gesagt ging mir das am Arsch vorbei. Aber meiner Mutter anscheinend nicht. Ich hab echt gedacht, ihr sei das egal, weil ihr ja nie recht gewesen war, dass ich unbedingt dieselbe Laufbahn wie mein verschollener Vater einschlagen wollte, aber die hat mich vielleicht zur Schnecke gemacht. Ich hatte noch Tage danach heiße Ohren. Sie drohte mir, den Geldhahn zuzudrehen, wenn ich nicht endlich meinen Arsch hochkriege. Sie hätte doch nicht umsonst die letzten zwei Jahre in meine Zukunft investiert. .... „Du wolltest doch immer Mediziner werden, also zieh das jetzt auch durch. Ein Meier gibt nicht auf! Hast du denn gar nichts von mir gelernt, Junge? Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann dass man seinen Träumen und Zielen nachgehen sollte ohne Rücksicht auf die anderen und sich selbst. Du bist stark genug. Du kannst es allen beweisen. Vielleicht kannst du es auch so deinem Vater zeigen. Ich weiß doch, wie sehr dich das alles an ihn erinnert. Ich kenn dich doch. Du musst das ausblenden. Du schaffst das. Werde besser als er. Du hast das Zeug dazu. Noch dazu mit meinen Genen!“ ... Ich konnte kaum glauben, was ich da alles von ihr zu hören bekam. Ich dachte immer, ihr sei es zuwider, dass ich unbedingt denselben Weg wie Dad gehen wollte. Ich dachte, das würde sie vielleicht verletzen. Sie wollte doch immer einen deutschen John Grisham aus mir machen. Ich hab mir mal das Vorlesungsverzeichnis der Germanisten durchgeblättert. War ja alles auch nicht so schlecht. Vor allem die Frauenquote der germanistischen Fakultät. Das wäre das Paradies auf Erden gewesen. Ich hab mich sogar meiner Mutter zuliebe mal in eine Einführungsveranstaltung gesetzt. Fünf Minuten hab ich es da ausgehalten, dann hatte ich aber Susanne Leibholz gesichtet und bin ungesehen geflüchtet. Die Schriftstellerei lag mir einfach nicht. Aber das ist eine andere Geschichte. Kommen wir zum Wesentlichen zurück. Den Spako, der über seinen Turnbeutel gestolpert war und mir nun die Füße küsste...

Lorelei Offline

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05.04.2010 17:43
#489 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich stand gerade vorm Schwarzen Brett in der Mensa und studierte die Wohnungsanzeigen. Das war insgesamt gesehen eine echt beschissene Woche für mich. War nämlich an jenem Donnerstag auch noch aus dem Studentenwohnheim geflogen. Ob es jetzt an der wilden Strippokerparty vom letzten Wochenende gelegen hatte, die ein wenig ausgeufert war (Polizei!), oder den verrückten blonden Zwillingen aus dem zweiten Stock, die ich gleichzeitig beglückt hatte, also ohne Wissen der jeweils anderen natürlich... äh... egal..., keine Ahnung. Jedenfalls kam ich gerade leicht torkelnd von der letzten Campusparty heim. (Hätte nie gedacht, dass angehende Juristinnen so wilde Partys schmeißen können.) Es war 9.30 Uhr, als ich mein Wohnheim erreichte (war erst beim Falschen gelandet!) und dort fand ich alle meine Klamotten und meinen ganzen Kram wild verstreut auf der Wiese vorm Eingang liegen. Die Geier machten sich schon darüber her. Meine schönen blauen Peek & Cloppenburg-Hemden waren ruiniert, mein Computer und somit auch meine letzten Hausarbeiten, die ich vor Monaten mal angefangen hatte und die mir vielleicht noch mein Stipendium hätten retten können, waren im Arsch und meine Medizinbücher lagen durchweicht und teilweise zerfetzt in Pfützen. Es regnete nämlich in Strömen. Toll, das zweite Mal, dass ich aus nem Wohnheim rausgeflogen war. (Ich hatte mit der süßen siebzehnjährigen Tochter des Hausmeisters geschlafen.) Es gab kein anderes in Berlin, das mich noch hätte aufnehmen wollen und zu meiner Mutter wäre ich nach ihrer harschen Ansage neulich sicherlich nicht zurückgekrochen. (War froh, dass ich da seit zwei Jahren raus war.) Ich sammelte also meinen Kram ein, der noch nicht geklaut worden war, und verstaute ihn erst mal in meiner alten Karre, den weiße Volvo, den ich übrigens zwangsweise noch heute fahre. (Geschenk meiner Mutter zum 18.!) Ich bin dann den ganzen Tag rumgelaufen und hab Schnecken abgeklappert, die mich vielleicht hätten aufnehmen wollen. Aber jede, wirklich jede schlug mir die Tür vor der Nase zu. Es war zum Mäusemelken. Wieso wollten die mich gerade heute nicht? Sonst flogen die doch auch immer alle auf mich. Ein Kommilitone, den ich noch aus den Einführungsveranstaltungen kannte, aber dessen Name ich wieder vergessen hatte, klärte mich schließlich auf. Das mit den Zwillingen und meinem Rauswurf hatte schon die Runde gemacht. Super! Mein Ruf als frauenverschlingendes Arschloch war geboren. Aber gerade an dem Tag konnte ich das überhaupt nicht gebrauchen. Ich brauchte dringend ein Dach über den Kopf. Aber die eifersüchtigen Weiber sämtlicher Fakultäten wollten mich nicht und die paar Kumpels, die ich an der HU hatte, hatten wahrscheinlich Schiss, dass ich ihnen ihre Schnallen wegschnappe. So ne Arschlöcher echt!

Und so stand ich nun da. In der Mensa, kurz vor Toresschluss. Mittlerweile war es schon Abend geworden. Ohne Zimmer. Ohne saubere Klamotten. Und ohne Hausarbeit, die ich nächsten Dienstag abgeben sollte. Boah, warum musste man eigentlich im Grundstudium so nen blöden Gynäkologiekurs machen? Auch noch ne Pflichtveranstaltung! Tzz... Als ob ich mich mit der weiblichen Anatomie nicht auskennen würde. Also die weiblichen Bewohner meines Ex-Wohnheims wussten ganz genau, wie gut ich mich darin auskannte. Aber musste ich deshalb auch noch eine Arbeit über den weiblichen Uterus schreiben? Nee! Scheiße! Ich war echt im Arsch! Und zu meinen Füßen lag so ein komischer Volltrottel in Ökoklamotten, mit dicker Hornbrille und er war fett, aber so richtig. Da war das kleine Haasenzahn gertenschlank dagegen. Ach ja, Haasenzahn, was sie wohl gerade so machte? Süße Achtzehn war sie jetzt. Ob sie noch manchmal an mich dachte? Knapp zwei Jahre war es jetzt her, das wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Auf meinem Abiball! Keine Ahnung, warum ich gerade in dem Moment an sie denken musste. Ich schüttelte das Lächeln ab, das sich seltsamerweise in mein Gesicht verirrt hatte, und riss jedenfalls ein paar Adressen vom Schwarzen Brett ab. Dann drehte ich mich um und wollte gehen, stolperte aber dummerweise über den hässlichen Zwerg, der sich gerade aufrichten wollte. Ich motzte ihn an... „Geh mir aus dem Weg, du Idiot!“ ... und verschwand dann in die dunkle Nacht. Ich klapperte also die drei Adressen ab, aber etwas Gescheites war nicht dabei. Alles nur solche verrückten, ungewaschenen Ökofutzis, die die Welt retten wollten und mich für Greenpeace werben wollten. Ich war schneller wieder weg, als die „Regenwald“ buchstabieren konnten. Mir blieb also nichts anderes übrig, als nach meinem Notfallplan zu greifen, mein kleines schwarzes Notizbuch, das schon reichlich mit Nummern gefüllt war. Ja das Studentenleben brachte es echt. Ein paar Namen hatte ich am Morgen noch nicht abgeklappert. Bin dann bei Susi gelandet. Irgend so ne blonde Schnalle, die ich auf der Party letztes Wochenende kennen gelernt hatte. Sie war keine Studentin, sondern, ich glaube, Kassiererin bei Fressnapf oder Schlecker oder was auch immer. Daher kannte sie meine tragische Geschichte noch nicht. Leider konnte die mich nur eine Nacht aufnehmen (Sie hatte nen Freund!) und die Nacht hatte es wirklich in sich gehabt. Aber egal! Hab die Frau nie wieder gesehen. War auch besser so. Schien ziemlich anhänglich zu sein. Wollte schon ihren Freund für mich verlassen. Das war dann das Signal für mich, schleunigst zu verschwinden. Und so war ich am nächsten Tag schon wieder obdachlos...

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05.04.2010 23:01
#490 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich brauchte also immer noch dringend eine neue Bleibe. Mutter ging ja mal gar nicht, Kumpels hatte ich nicht und alte Flammen aufwärmen wollte ich dann lieber doch nicht. Gott sei dank war Freitag. Der neue Immobilienteil war draußen. Eigentlich hätte ich ja liebend gern auf weitere WG-Erfahrungen verzichtet - insgeheim war ich doch froh aus dem Stundentenwohnheim raus zu sein - und hätte mir lieber mein eigenes kleines Reich aufgebaut, aber meine Mutter hatte ja seit letztem Freitag die wöchentlichen Zahlungen außer Kraft gesetzt, wenn ich nicht endlich mal wieder positive Ergebnisse liefere (Die wollte doch allen ernstes meine Scheine sehen! Hallo!? Zwölf Jahre lang hatte sie sich nicht im Geringsten für meine schulischen Leistungen interessiert und jetzt das. Jetzt war sie definitiv durchgeknallt, aber so richtig!) und mich weniger dem Partyleben und den Studentinnen widmen würde. Also doch WG! Am liebsten ja eine Frauen-WG. Vielleicht könnte man(n) dann auch wegen der Miete verhandeln. Ich hätte gerne andere Gegenleistungen erbracht. Schließlich konnte mir ja keine Frau widerstehen, dachte ich. Das hab ich dann auch bei zwei Wohnungen versucht, wo wirklich ein paar süße Schnecken wohnten, aber statt des Zimmers bekam ich nur Backpfeifen. Selber Schuld, wenn ihr nicht in den Genuss des heißesten Medizinstudenten Berlins kommen wolltet. Hab mir dann überlegt, dass das mit ner Frauen-WG wohl doch mehr Stress bedeuten würde, als mir lieb wäre. Irgendwann verliebte sich nun mal jede Schnalle in mich und auf Zickenterror hatte ich echt keinen Bock. War ja schon mit meiner Mutter gestraft. So machte ich mich eben wieder auf die Suche nach einer bezahlbaren Studentenbleibe. Und wie sollte es auch anders sein, die billigsten Wohnungen waren echte Drecklöcher und nach Neukölln wollte ich echt nicht zurück. (Kindheitstrauma!)

Also stand ich am Freitagabend wieder in der Mensa vorm Schwarzen Brett. Die besten Sachen waren schon weg. War ja klar. Ich hatte ja noch nie Glück im Leben gehabt. Da fiel mir plötzlich ein kleiner rosa Zettel ins Auge. Der war gestern noch nicht da gewesen. Konnte ja nur von einer Tussi stammen. Wollte ich mir eigentlich ersparen nach den Erfahrungen des Tages, aber ich hatte wohl keine andere Wahl. Also Ansprüche runterschrauben und nehmen, was man kriegen kann. Auf dem Zettel stand: „Männlicher Mitbewohner gesucht. Medizinstudenten bevorzugt zwecks gemeinsamer Prüfungsvorbereitung. Ruf mich an. ...“ Super! Das einzige freie WG-Zimmer in Campusnähe war wohl bei einer frigiden Streberin. Medizinstudentinnen waren nach meinen Erfahrungen der ersten Semester unerträgliche Biester (Amsel- und Hassmanntypen!) und überhaupt nicht mein Beuteschema. Naja mir blieb aber wohl oder übel nichts anderes übrig, wenn ich nicht unter ner Brücke schlafen wollte, und so fuhr ich doch noch zu der rosa Adresse. Mitte. Mietshaus. Altbau. 5. Stock ohne Fahrstuhl. Ich klingelte und machte mich schon auf das Schlimmste gefasst, aber was mich dort erwartete, übertraf noch meine schrecklichsten Vorstellungen...

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06.04.2010 09:40
#491 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Vor mir stand der trottelige, fette Typ von gestern. Der Turnbeutelflieger mit der riesigen Hornbrille, den hässlichen Ökoklamotten und den wild abstehenden Locken. Mit einem echt fiesen, ekelhaften, dummdämlichen Grinsen auf der Backe, das man ihm am liebsten aus dem Gesicht schlagen wollte. Dunkelhäutig. Definitiv Ausländer! Das hatte ich gestern noch nicht gesehen, als der mir unfreiwillig die Füße geküsst und seinen fetten Hintern entgegengestreckt hatte. Der kalte Schweiß stand mir auf der Stirn. Eine Terrorzelle mitten in Berlin! Oh Gott! Ich wollte schon schreiend wegrennen, aber der Idiot lächelte mich nur freundlich an und sprach mich zu meiner Verwunderung in perfektem Hochdeutsch an...

- Hallo! Kommst du wegen dem WG-Zimmer?

Mir hatte es den Hals zugeschnürt, so konnte ich ihm nicht gleich antworten. Panisch starrte ich den hässlichen Typen an, der mich plötzlich so sonderbar von oben nach unten musterte.

- Wir kennen uns doch. Standest du nicht gestern Abend auch am Schwarzen Brett in der Mensa der HU?

Scheiße, er hatte mich wieder erkannt. Wo waren die Notausgänge? Ich musste hier sofort weg.

MM (kratzt sich nervös am Kopf): Äh... kann sein.

- Ich wollte dich schon ansprechen, weil du anscheinend nach einem WG-Zimmer gesucht hast, aber dann warst du auch schon wieder verschwunden.

Das hatte ja auch einen guten Grund, du Trottel. Auch jetzt fühlte ich wieder diesen heftigen Fluchtinstinkt in mir aufsteigen. Ich würde garantiert nicht in seine Wohnung gehen. Nur über meine Leiche. Wer weiß, was dieser Norman Bates mit dir anstellt. Das roch irgendwie ganz komisch hier. War das seine tote Mutter? Oder doch Duftkerzen? Ich spürte schon den Brechreiz. Ich wollte nur noch da weg, aber der Irre hörte nicht auf, mich zuzuquatschen.

- Tut mir übrigens leid, dass ich dich angerempelt habe. Manchmal bin ich auch echt tollpatschig. Sorry!

Na bei der Witzfigur auch kein Wunder. Ok, Rückzugsplan, aber zackig!

MM: Äh... ich glaube, ich bin hier falsch. Hab mich wohl in der Tür geirrt. Tschüß!

Ich wollte mich schon umdrehen und die Treppen hinunter rennen, als er mich plötzlich am Arm packte und so komisch angrinste. Hilfe! Der zerrt dich jetzt in sein Motel und bringt dich um. Ich war doch noch viel zu jung zum Sterben. Ich hatte mein Studium noch nicht beendet, noch keine chirurgischen Höchstleistungen vollbracht und ich wollte doch wenigstens noch mal Haasenzahn wieder gesehen haben. Hä? Wieso dachte ich denn jetzt schon wieder an sie? Seltsam!

- Und warum hast du dann meinen rosa Zettel in der Hand?

Upps scheiße! Den hatte ich ja völlig vergessen. An dem Tag war echt der Wurm drin. Eine Ausrede musste her. Scheiße, mir fiel in dem Moment einfach nichts ein. Wieso ausgerechnet jetzt vor dem Psychopathen? Mir fiel doch sonst immer bei jeder Gelegenheit ein Spruch ein. Ich hatte ihn noch nicht mal wegen seines Äußeren beleidigt. Was war nur los mit mir? War wahrscheinlich die Panik oder Schockstarre oder was auch immer. Scheiße und in dem Moment ging auch noch das Licht im Treppenhaus aus. Nur ein unheimlicher Lichtstrahl drang aus seiner Wohnung ins Treppenhaus. Jetzt hatte wohl wirklich mein letztes Stündlein geschlagen, dachte ich. Ich hatte schon die BILD-Schlagzeile vor Augen... „Talentierter angehender Jungmediziner mit riesigem Karrierepotential und äußerst attraktiver zwanzigjähriger Sohn der Erfolgsautorin Elke Fisher tot und ausgeweidet in Mietshaus in Berlin Mitte gefunden!“ ...

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06.04.2010 16:03
#492 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

MM (blickt nervös zwischen ihm und der Treppe hin und her): Äh... oh... dann ... dann bin ich wohl doch richtig, aber trotzdem ich... ich muss dann mal...

Ehe ich meinen Satz vollenden konnte, dass ich hier lieber abhauen wollte, unterbrach er mich, immer noch so dämlich grinsend, und zog mich einfach so am Ärmel in seine Wohnung. Hilfe!

- Ach komm nur rein! Nur keine falsche Scheu! Schau dich ruhig um! Ich zeig dir alles. Ist zwar klein, aber fein.

Und schon war ich in den Klauen eines dicken Halbiraners. Ich sah mich schon als Rekrut in einem Terrorcamp. Dabei stand mir doch grün überhaupt nicht. Das hatten die beim Bund doch auch erkannt und mich ausgemustert. Unsicher blickte ich mich also in dem Loch um. Das schummrige Licht in der Wohnung irritierte mich ein wenig und ich erschrak fürchterlich, als ich wieder in seine hässliche grinsende Visage schaute. Boah musste der so übertrieben freundlich sein? Da war doch was faul dran oder? Er führte mich schließlich durch seine 35 m² große Zweizimmerwohnung. Komischerweise war die sogar ganz menschlich eingerichtet. Spießig und typisch deutsch. Aber Terroristen und Massenmörder verhalten sich ja meistens unauffällig, ne. Ich fühlte mich sehr unwohl in seiner Umgebung und schwieg während der extrem langweiligen Zimmerbeschau. Wollte ihn ja nicht provozieren oder so. Aber ich hielt schon mal sicherheitshalber nach Waffen Ausschau und ich überlegte krampfhaft, wie ich den Sumoringer überwältigen könnte, falls er mir zu nahe kommen würde. Hätte doch damals den Karatekurs mit meiner Mutter machen sollen, aber dafür war es jetzt leider zu spät. Scheiße! Der Klops textete mich die ganze Zeit mit Nichtigkeiten zu, irgendwas, was seine Wohnung betraf, keine Ahnung, habe ihm nicht zugehört. Wollte hier ja eh nicht bleiben. Aber das schien der Idiot überhaupt nicht zu checken.

- Du bist übrigens, der Erste, der sich auf meine Anzeige hin meldet.

Na auch kein Wunder, du Spako! In Charlies Schokoladenfabrik würde ja auch keiner freiwillig einen Fuß setzen. Jetzt verstand ich auch, warum der so fett war. In jeder Ecke stand eine kleine Schüssel mit Schokokram. Der war ja schlimmer als ein Mädchen echt! Was die Wohnung betraf... Nun ja, die Bude war echt mickrig. Da ist mein jetziges Büro ein Palast dagegen. Zwei Zimmer, Küche, Bad. War ja auch alles ganz nett (nett im Sinne von scheiße, versteht sich!), irgendwie alles fraulich eingerichtet, also Kitschdekokram, Gardinen, Grünzeug usw., und es roch auch so. Doch Duftkerzen! War der etwa schwul? Oh Gott! Noch ein Grund, um hier schnell das Weite zu suchen. Aber er ließ mich nicht und quatschte mich immer weiter zu. Hab ihm nicht zugehört, weil ich mich immer wieder umdrehte, um die Wohnungstür im Blick zu behalten, um im Notfall schnellstens verschwinden zu können.

Als er seine Besichtigungstour endlich beendet hatte, setzte er sich laut schnaufend im Wohnzimmer, das wohl sein Zimmer sein sollte, auf das bunte Schlafsofa und klopfte auf den freien Platz neben sich. Er bat mich mit seinem treudoofen Blick, mich doch auch zu setzen und reichte mir einen Duplo und ein Bierchen. Das fand ich schon irgendwie nett. Trinken Schwule eigentlich Bier? Ich dachte, die schlürfen nur Prosecco? Egal! Ich setzte mich schließlich doch zu ihm. Keine Ahnung warum. Nach dem ersten Schluck fühlte ich mich auch schon wesentlich wohler. Der Fluchtdrang hatte nachgelassen, aber bleiben wollte ich hier trotzdem nicht. Ich musste ihm das nur noch irgendwie verklickern. Dann fing Dirk Bach plötzlich schon wieder an, mich zuzutexten. Also so viel wie der quatschte, konnte er eigentlich nur ein Mädchen sein....

Lorelei Offline

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06.04.2010 23:03
#493 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallöchen! Zur späten Stunde noch ein Betthüpferl für euch. @ Pinklady166, ich will ja nicht, dass du vor Neugier nicht schlafen kannst, deshalb stelle ich dir und allen anderen jetzt den ominösen Meier-Entführer und Duplo-Liebhaber (Den Duplo-Spruch solltest du dir patentieren lassen oder ich engagiere dich demnächst als Ideenschreiberin. Warum bin ich da eigentlich nicht drauf gekommen?) vor. Viel Spaß mit dem nächsten Streich. Eure Lorelei.



- Ach ich habe mich ja noch gar nicht richtig vorgestellt.

Der Dicke reichte mir seine fetten Wurstgriffel, die ich zögerlich ergriff und schüttelte.

MK (lächelnd): Medhi Kaan.

Gott, das arme Schwein! Was war das denn für ein bescheuerter Name, mit dem er gestraft war? Klang ja fast wie Mädchen! Oh Gott, wahrscheinlich war er wirklich eins. Das erklärte zumindest die spießbürgerliche Wohnungseinrichtung und seine ekelhafte Freundlichkeit, die mich zunehmend nervte. Aber ob ich wollte oder nicht, nun war ich auch gezwungen, mich vorzustellen. Ich lehnte mich lässig zurück und nuschelte meinen Namen.

MM: Marc Meier!
MK (richtet sich auf u. schaut mich ziemlich verdutzt an): Der Marc Meier?

Verwundert blickte ich ihn an. Hä? Woher kannte der mich denn? Das kam mir echt spanisch vor, weil ich mit so uncoolen Typen wie dem eigentlich sonst nie etwas zu tun hatte, was auch gut war. Und schon verspürte ich wieder diesen heftigen Drang, hier schleunigst zu verschwinden.

MM: Kennen wir uns? Nicht, dass ich wüsste.

Ich musste hier weg. Sofort! Doch Terrorist. Oder Stalker oder was weiß ich.

MK (lacht): Nein, das nicht, aber ein unbeschriebenes Blatt bist du ja nicht gerade auf dem Campus.
MM (verwirrt): Bitte?
MK: Na die ganze Fakultät redet darüber, dass du wegen deiner Weibergeschichten aus dem Wohnheim geflogen bist.

Na super! Selbst die uncoolen Idioten lachten über mich.

MM: Ach du Scheiße! Äh...

Ich wusste echt nicht, was ich ihm daraufhin sagen sollte. Das alles ging ihn ja eigentlich auch überhaupt nichts an. Das Reden übernahm dann wieder der Spacko für mich. Aber komischerweise war das dämliche Grinsen aus seinem Gesicht verschwunden und er schaute mich plötzlich irgendwie ernst an. Das beunruhigte mich. Ich nahm noch ein Duplo.

MK: Ok, hör zu, Marc. Ich darf doch Marc sagen oder?
MM: Klar.

Na hoffentlich würde ich das nicht noch bereuen.

MK: Mir ist eigentlich egal, was du wann mit wem und warum machst und was der wahre Grund für deinen Rausschmiss ist. Du suchst eine Bleibe und ich händeringend einen Mitbewohner. Kommen wir ins Geschäft?

Oh Gott! Der dachte doch nicht ernsthaft, dass ich mit ihm ne WG aufmache? War der blöd? Konnte er mal getrost vergessen. Gott und Vollidiot, das ging ja mal gar nicht. Das schadete nur meinem eh schon leicht angeknacksten Ruf. Ich hätte doch nie ne Schnalle mit herbringen können, wenn ich wüsste, dass der nebenan hocken würde. Nee! Vergiss es, Spacko!

MM: Äh... hör mal, wie war noch gleich der Name?
MK: Medhi.
MM (verdreht die Augen): Mädi! Äh... Ich glaube, das funktioniert nicht mit uns beiden. Das spürst du doch auch oder? Das sind einfach nicht die gleichen Vibes hier.

Der irre Typ starrte mich an wie ein Fahrrad.

MK: Oh! Wenn du die Wohnungseinrichtung meinst, äh... das können wir gerne ändern. Aber ich hab halt im Moment nicht so viel Kohle. Deshalb auch die Anzeige. Ich bin eigentlich ganz froh darüber, dass Gundis ihre Möbel dagelassen hat.

Jetzt guckte ich wie ein Fahrrad.

MM: Gundis? Wer ist das jetzt, wenn ich fragen darf?

Lorelei Offline

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07.04.2010 10:43
#494 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo! Danke für eure lieben Kommentare. Ich hatte echt Zweifel, wie die Kennenlerngeschichte der beiden ankommen würde. Ich dachte schon, das sei zu crazy und abgedreht. Aber ich übertreibe ja gerne ein bisschen und es hat sauviel Spaß gemacht, das alles zu schreiben. Ich hoffe, ihr habt jetzt kein falsches Bild vom „Frauenflüsterer“. Ich wollte euch wirklich nicht so schockieren. Kaum zu glauben, aber wahr, Mehdi Kaan sah früher echt sch**** aus (eine Mischung aus Steve Urkel in fett und dem Typen aus "Loser-Auch Verlierer haben Glück" mit Jason Biggs in der Hauptrolle), aber Gretchen war ja damals auch nicht gerade die Schönste ne. Aber aus ihm ist ja am Ende noch ne Sahneschnitte geworden ne. Und richtig erkannt, ich bringe die Ökotussi Gundis ins Spiel, weil ich schon in der Serie den Eindruck hatte, dass Mehdi und sie sich näher kennen würden. Und wie nah, das erfahrt ihr jetzt. Viel Spaß mit dem nächsten Teil! Lorelei




Ich wollte eigentlich nur Interesse heucheln und ihn dann ganz abwimmeln, aber plötzlich fing der Kerl neben mir an, heftig zu heulen. Und ich wollte nur noch weg. Wollte ja nicht ertrinken. Aber das Mädchen nahm mich plötzlich völlig unerwartet in den Arm und machte mein letztes Hemd nass. Ich dachte nur, Hilfe Schwulettenangriff! Ich stieß ihn dann unsanft von mir und sprang von der Couch auf.

MM: Eh, was soll denn das?

Die Heulboje beruhigte sich wieder und sah mich Mitleid suchend mit großen Kulleraugen an. Wie dieser gestiefelte Kater in Shrek. Scheiße, wieso war ich eigentlich so ein Tierfreund? Ich wusste auch nicht warum, aber ich setzte mich wieder hin und ließ ihn ausreden, was ich aber bald schon bereute.

MK (schnäuzt laut in sein Taschentuch): Sorry, ich... ich wollte das nicht. Ich... ich bin noch etwas neben der Spur. Das ist alles auch noch so frisch.
MM (verwirrt): Äh was?
MK (schnieft u. schaut mich dann traurig an): Es ist erst einen Monat her, dass sie ausgezogen ist.

Ach du Scheiße! Ein Frauenopfer! Na super! Womit hatte ich das nur verdient? Aber Moment, das hieß ja, der war doch nicht schwul oder? Erleichtert atmete ich aus. Kein Bin Laden, Norman Bates, Ringer, Stalker, irrer Fan oder Dirk Bach, nein, nur das Resultat dessen, was dieser ganze Beziehungs- und Gefühlsscheiß, welchen ich mir Gott sei dank immer erspart hatte, aus einem gestandenen Kerl (Aber ob der überhaupt jemals so einer gewesen war?) machte, nämlich ein verheultes Weichei und Waschlappen.

MM: Äh wer jetzt?
MK (träumerisch): Na Gundis.
MM: Äh ja das sagtest du bereits. Und die ist jetzt wer?

Das interessierte mich eigentlich nen Scheißdreck, was der liebeskranke Irre zu sagen hatte, aber ich war nun mal gefangen in seiner Höhle. Er hielt mir das zweite Bierchen hin, das ich sofort auf ex leerte, und klärte mich schließlich leider darüber auf, wer diese ominöse Schnalle war, die bei ihm sinnflutartige Regenfälle auslöste.

MK: Meine Verlobte!
MM: Oh!

Ach du Scheiße! Ein Beziehungsfrack! Aber jetzt hatte ich wenigstens die endgültige Gewissheit. Gott sei dank, der Dicke war wirklich nicht schwul. Ich hatte echt schon Panik. Nichtsdestotrotz wollte ich schleunigst hier weg. Anscheinend wollte er mich als seinen Seelentröster oder Paartherapeuten oder was auch immer einstellen. Keine Ahnung. Er hörte einfach nicht auf, mich mit diesem belanglosen Kram zuzuquatschen. Ich ergab mich schließlich meinem Schicksal. Solange es noch Alkohol gab! Ich öffnete die dritte Flasche.

MK: Naja eigentlich waren wir nicht wirklich verlobt. Noch nicht. Ich hab ihr einen Antrag gemacht, weißt du, so ganz romantisch mit Kniefall, Kerzen und Rosen und so, aber sie hat nur gelacht. Sie hat das wohl für nen albernen Scherz gehalten. Keine Ahnung. Am nächsten Tag ist sie ausgezogen.

Oh Gott! Das arme Schwein. Wieder so ein unschuldiges Frauenopfer. Ich wusste doch, warum ich mich niemals auf so nen Beziehungsmist einlassen wollte. Der Typ war echt ein Frack. Und schon schnappte er sich einen Schokoriegel nach dem anderen aus der Schüssel, die auf dem Couchtisch stand, bis sie leer war. Wahrscheinlich Frustfuttern oder so. Gott, war der fett! Anscheinend wollte Ottfried Fischer, dass ich ihm antwortete oder was weiß ich, weil er mich plötzlich so eindringlich ansah. Also heuchelte ich wieder Interesse.

MM: Äh .... also das war deine äh... Dingens hier... äh... Freundin oder wie?

Hätte ich mal nicht nachgefragt, denn der liebeskranke Halbperser erzählte mir nun seine halbe Lebensgeschichte. Warum strafte mich Gott eigentlich immer so, dass mir immer die Loser an der Backe klebten?

MK (nickt traurig): Hmm! Wir waren seit der zehnten Klasse zusammen. Sie ist ... *schluck* ... war meine große Jugendliebe. Das mit ihr sollte wirklich für immer sein.

Oh Gott! Was für’n Scheiß! Gut, dass ich nie so ne Erfahrung gemacht habe. Tzz... Weichei! Aber komischerweise musste ich in dem Moment wieder an Haasenzahn denken. Was sollte das denn?

MM: Äh ja und?
MK (nachdenklich): Warum wollte sie mich nicht? Was habe ich denn falsch gemacht? Es war doch immer alles in Ordnung gewesen. Wir haben uns geliebt, haben immer alles zusammen gemacht. Schule, Abi, erste Wohnung, die ersten Semester hier an der Uni. Ich bin ihr zuliebe sogar Vegetarier geworden und in diese Umweltaktivistengruppe eingetreten, für die sie sich seit Monaten engagierte. Eine Hochzeit und Kinder wären doch der logische nächste Schritt gewesen oder?

Was fragte der mich das denn? War ich Paartherapeut? Ruf doch Domian an und heul dich bei dem aus! Ich war froh, dass ich bisher um die Psychologiekurse herumgekommen war. Ich zuckte also mit den Schultern und nahm einen großen Schluck aus meiner Bierflasche.

MM: Äh keine Ahnung!?

Anscheinend reichte ihm das als Antwort, denn er quatschte weiter ohne mich anzusehen.

MK: Und plötzlich war sie weg. Von einen Tag auf den anderen. Sie sagte, ich würde sie einengen, ihr die Luft zum Atmen nehmen. Sie wollte ihr Leben genießen. Sich selbst finden. Reisen. Die Welt retten. Hat irgendwas von Kibutz oder Kommune, freier Liebe und Greenpeace gefaselt. Ich verstehe wirklich nicht, was plötzlich mit ihr los war. Das war ihr doch sonst nie wichtig gewesen. Wir waren doch immer glücklich. Hatten einen gemeinsamen Lebensplan. Erst Uni, dann Job und Familie. Und von jetzt auf gleich wollte sie das alles nicht mehr. Sie sagte, sie sei doch erst Anfang zwanzig. Das wäre viel zu früh, um sich festzulegen.

Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Und so mischte ich mich doch noch in seinen Monolog ein und gab ihm eine gehörige Portion Meier-Weisheiten mit auf den Weg.

MM: Na da hat sie aber auch Recht. Eh wie alt bist du? Dreißig?
MK (schaut mich empört an): Zweiundzwanzig!
MM (zieht die Augenbraue hoch): Ach wirklich? Sieht man dir gar nicht an.

Und ich wollte schon fünfunddreißig sagen, so beschissen wie der aussah.

MK (beleidigt): Eh!
MM: Junge, ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber meinst du nicht auch, dass das ganze Familienquatschdingens was ist, was du auch gut und gerne noch in zehn Jahren machen könntest, wenn überhaupt je. Kein Wunder, dass dir die Kleine abgehauen ist. Wir leben nicht mehr in den Fünfzigern, wo nach der Schule gleich Familie und Haushaltsgründung kommt mit Heimchen am Herd und der Papa bringt die Kohle heim. Die Frauen von heute wollen Spaß, Sex, Sich-Ausleben und ganz bestimmt keinen Bausparvertrag und Haus im Grünen. Das wirkt echt unsexy.

Genauso unsexy wie der Typ selber. Ein Wunder, dass der überhaupt eine abbekommen hatte. Naja die Ökotussi sah wahrscheinlich genauso scheiße aus wie er.

MK (trotzig): Ach und da bist du der Experte drin oder was?
MM (grinst): Tja, ich weiß eben, was Frauen wollen.
MK: Ach? Bist du deshalb aus dem Wohnheim rausgeflogen, weil du ganz genau wusstest, was all deine Mitbewohnerinnen wollen oder was?
MM: Sozusagen!
MK: Boah, wie kann man nur so eingebildet und von sich selbst überzeugt sein?
MM (grinst): Jahrelanges hartes Training. Könnte dir auch nicht schaden.
MK: Du bist so armselig echt.

Was war denn auf einmal mit dem los? Solche Reden schwang doch sonst immer nur... Upps und schon schweiften meine Gedanken wieder ab.

MM (sauer): Eh geht’s noch!
MK: Kennst du das nicht, wenn man die einzig wahre Liebe gefunden hat? Sie war die Richtige, Mann. Meine Seelenverwandte.

Oh Gott, seelenverwandt!? Wenn ich das schon höre, könnte ich kotzen. Der war ja schlimmer drauf, als der schwule Typ in Mutters Kitschromanen. Hat der die etwa gelesen? Noch ein Grund mehr, hier endlich zu verschwinden. Wie ich naive, liebeskranke Menschen hasste.

MM: Äh nee! Kein Bedarf.

Plötzlich schaute er mich ganz komisch an.

MK: Warst du noch nie so richtig verliebt?

Lorelei Offline

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07.04.2010 16:49
#495 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Oh Mann, der dicke Kerl ging mir vielleicht auf den Sack mit seinem ganzen Liebesscheiß. In dem Moment war mir endgültig klar, ich würde für kein Geld der Welt hier bei dem einziehen. Das würde nie funktionieren. Verliebt? Tzz... Was heißt schon verliebt? Nur weil ich mal ab und zu Haasenzahn länger als nötig hinterher geschaut habe, sie unverständlicherweise heimlich beobachtet und fotografiert habe und dieses Bild vom Abiball nicht mehr aus dem Kopf bekam, hieß das noch lange nicht, dass ich... Moment mal, der irre Typ hat dich tatsächlich dazu gebracht, wieder über den Scheiß nachzudenken. Ey du wolltest sie vergessen, du Idiot! Schnell wieder auf Normalmodus umschalten! Ok, erledigt!

MM (cool): Nö! Wieso auch? Das ist doch eh alles nur Schall und Rauch und lenkt dich vom Wesentlichen ab. Ich hab jedenfalls meinen Spaß, wie du ja sicherlich schon gehört hast.
MK: Aber das ist doch nichts Wahres, jeden Tag ne Andere flachzulegen.

Oh Gott! Das war anscheinend einer von denen, die in ihrem ganzen Leben erst mit einer Frau geschlafen haben. Armes Schwein! Du weißt ja gar nicht, was dir entgeht. Also ich war zufrieden mit meinem leichten Leben und heulte nicht wegen irgend so ner blöden Kuh rum. Das würde mir sicherlich nie passieren.

MM: Also für mich schon. Wer braucht schon den ganzen Kitschkram? Das ist doch so was von idiotisch.
MK: Ich schon. Also das Gefühl, am Morgen aufzuwachen, die Frau, die man liebt im Arm zu halten, das ist doch das Größte, was es gibt.

Oh Mann! Was für ein Träumer! Ich konnte kaum glauben, in was für ein Gespräch mich dieser fette Idiot verwickelt hatte. Ich fühlte mich mehr als unwohl. Welcher normale Mann Anfang zwanzig redete denn über so nen Scheiß? Definitiv gestört der Typ. Wahrscheinlich doch ein Mädchen.

MM: Und was dabei rauskommt, sieht man ja an dir. Schau dich doch mal an. Du bist fett und heulst hier rum wie ein Mädchen, weil sie dir trotz ewiger Liebesschwüre abgehauen ist.
MK: Bitte? Ey ich hab Liebeskummer, du Arschloch, da ist das ja wohl ganz normal, dass man sich gehen lässt.
MM: Aber du siehst aus, als leidest du schon dein ganzes Leben lang unter Liebeskummer.
MK (sauer): Was bist du denn so beleidigend? Ich hab dir doch gar nichts getan. Wir kennen uns doch gar nicht.
MM: Eben! Und ich hab auch überhaupt kein Interesse daran, dich näher kennen zu lernen. Tschüß!

Ich stand auf und wollte gehen.

MK: Und was ist mit dem Zimmer?

War der blöd? Ja, Dick und Doof in einer Person! Das hatte ich vergessen.

MM: Eh hast du das nicht gerafft? Das mit uns, das funktioniert nicht.
MK: Wieso denn nicht?

Boah war der schwer von Begriff. Die Betonung lag auf schwer! Ich musste also zu anderen Geschützen greifen. Er hatte es ja nicht anders gewollt.

MM: Weil ich solche Waschlappentypen wie dich nicht ab kann und gewöhnlich fertig mache, aber da du anscheinend schon fertig genug bist, mach ich heute mal ne Ausnahme und verschone dich. Aber einen Tipp hätte ich dann doch noch für dich. Werd endlich ein richtiger Kerl! Denn das ist es, was die Frauen wollen und nicht so ne verweichlichte Heulsuse wie dich.
MK: Arschloch!
MM (grinst): Danke für das Kompliment. Ich hau ab. Auf nimmer Wiedersehen.

Hurra! Endlich konnte ich hier weg, dachte ich. Aber an der Wohnungstür hielt er mich noch einmal auf.

MK: Und wo willst du jetzt hin?
MM: Das geht dich nen Scheißdreck an. Und wenn ich unter ner Brücke schlafen muss, hier bleibe ich ganz bestimmt nicht.
MK (verschränkt eingeschnappt die Arme): Ich hätte dich auch ganz bestimmt nicht genommen.
MM: Tzz...

Ich sagte nichts weiter dazu und war schon fast zur Tür raus, als mir ein Stapel Bücher im Flur ins Auge fiel... „Weibliche Anatomie“, „Grundstudium Gynäkologie“, „Die Frau, das unergründliche Wesen“, ... Diese Steilvorlage ließ ich mir natürlich nicht entgehen und drehte mich noch einmal zu dem Mädchen um...

Lorelei Offline

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08.04.2010 09:26
#496 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

MM: Anscheinend lernst du ja doch noch dazu. Aber ob das die richtige Literatur ist, um das komplexe weibliche Wesen gänzlich zu verstehen, bezweifle ich.

Ich hielt mir schon den Bauch vor Lachen angesichts meiner wiedergewonnenen Schlagfertigkeit, als ich plötzlich verstummte und ihn verdutzt anstarrte, denn mir war ein Licht aufgegangen.

MK (zeigt auf die Bücher): Ach die? Die sind nur für den Gynkurs. Für ne Seminararbeit.
MM: Der Kurs am Dienstag?
MK: Ja, bei Dr. Schwerthoff. Warum?

Oh Mann, hatte Fortuna vielleicht doch noch zugeschlagen? Das gab es ja nicht. Der Typ war anscheinend meine letzte Rettung! Und jetzt?

MM: Du bist auch in dem Kurs?
MK (verwundert): Ja. Äh... Was heißt auch? Ich hab dich da noch nie gesehen.

Wie schon erwähnt, ich steckte gerade in meiner Null-Bock-Phase, aber irgendwie hatte mich in den letzten Tagen dann doch wieder mein Ehrgeiz gepackt. Der kam immer dann zum Tragen, wenn die Situation mehr als aussichtslos erschien. Komisch! Naja jedenfalls war Chirurg zu werden immer noch mein oberstes Lebensziel, das ich um jeden Preis erreichen wollte. Da ergriff man auch gut und gerne eher unorthodoxe Methoden.

MM: Äh ja... äh Doppelbelegung.
MK (zieht die Augenbraue hoch): Doppelbelegung? Soweit ich weiß, ist in der Stunde überhaupt kein weiterer Kurs, außer vielleicht der Pathologiekurs, aber vor dem drückt sich ja bekanntlich jeder.

Scheiße, der Typ hatte mich tatsächlich durchschaut.

MM: Äh... mein Gott, ich hatte halt in der Zeit was Besseres vor.
MK (grinst): Was? Saufen, pöbeln, stänkern, Frauen abschleppen?

Also jetzt schlug es ja wohl dreizehn! Wieso wurde der Typ, den ich gerade noch runtergemacht hatte, denn plötzlich so aufmüpfig? Das hatte sich noch keiner getraut, bis auf..., aber das war ja schon lange her. Ich wollte schon zum Gegenschlag ansetzen, als mir einfiel, dass er vielleicht wirklich meine letzte Karte sein könnte, die ich noch ziehen könnte, um mich vor dem drohenden Verlust meines Stipendiums zu retten. Vielleicht war es ja ein Wink des Schicksals, der mich zu ihm geführt hatte. Ach Quatsch! An so nen Hokuspokus-Mist glaubte ich nun wirklich nicht. Das war einfach nur verdammt viel Glück. Meine Pechsträhne musste ja auch mal ein Ende finden oder nicht? Ich funkelte ihn böse an und kam auf das eigentliche Thema zu sprechen.

MM: Halt die Klappe! Äh... was ich eigentlich fragen wollte, du hast die Arbeit schon fertig?

Er schaute mich verwundert an.

MK: Ja, die habe ich schon vor zwei Wochen abgegeben. Wieso?

Scheißstreber! Ich könnte kotzen.

MM: Äh naja, ich brauche ja auch noch den Schein... äh...
MK (steht auf dem Schlauch u. starrt mich an): Jaaaa?
MM: Naja die Fakultätsleitung macht Druck wegen meines Stipendiums und... äh...
MK (fällt mir ungläubig ins Wort): Du hast ein Stipendium? Das hätte ich DIR gar nicht zugetraut.
MM: Was soll das denn heißen?
MK: Naja, du machst mir eher den Eindruck, als ob dir das Studium eigentlich scheißegal ist. Also so der Party- und Frauentyp und so.
MM: Na und? Was ist denn an ein bisschen Party auszusetzen?
MK (ernst): Mit der Einstellung schaffst du nicht mal die Zwischenprüfung. Du bist doch noch im Grundstudium oder?
MM: Ja, 3. Semester. Warum?
MK: Nur so. Und welche Scheine fehlen dir noch so?

Äh bis auf die paar Scheine im ersten Semester, als ich noch mit vollem Elan eingestiegen bin, fast alle. Aber das verriet ich dem Streber natürlich nicht.

MM (lehnt lässig am Türrahmen u. schaut ihn an): So ein paar.
MK (schüttelt den Kopf): Die Hälfte des Semesters ist schon fast rum.
MM (cool): Na und? Alle Fristen kann man verlängern.

Ich wusste ganz genau, dass das nicht der Fall war. Das wurde mir erst in dem Moment so richtig bewusst. Ein leichtes Gefühl von Panik befiel mich. Ich wusste, dass mir das Wasser wirklich bis zum Hals stand. Wenn ich so weitermachte, dann könnte ich meinen Traum von der Chirurgie wirklich für immer begraben. Denn keine Uni der Welt hätte mich noch genommen, wenn ich schon im Grundstudium so versagt hätte. Wie konnte es nur soweit kommen? Ich weiß es echt nicht, selbst heute im Nachhinein kann ich mir das nicht wirklich erklären. Chirurgie, Gott spielen, Leben retten und das alles, das war doch eigentlich das, was ich immer gewollt hatte. Verschollener Vater hin oder her. Aber warum musste mir ausgerechnet ein völlig Fremder gerade jetzt den Kopf waschen? Ich konnte das alles nicht verstehen.

MK: Das denkst du vielleicht. Das hier ist kein Spaß, Meier. Wenn es dir wirklich ernst wäre mit dem Medizinstudium, dann solltest du dich wirklich auf deinen Hosenboden setzen.
MM: Eh du klingst ja schon wie mein Va... äh meine Mutter. Kann dir doch egal sein.
MK (wild mit den Armen gestikulierend): Ist es mir eigentlich auch. Weißt du, unsereiner reißt sich ein Bein aus, um den Platz hier an der Fakultät zu kriegen, muss sich mit zwei Jobs über Wasser halten, weil man kein Bafög gekriegt hat und weil irgend so ein Idiot, dem das Studium anscheinend am Arsch vorbei geht, den Stipendiumsplatz bekommen hat, für den man sich drei Jahre lang beworben hat.
MM: Und dafür machst du mich jetzt verantwortlich oder was?
MK (immer wütender): So Typen wie du, ihr kriegt doch immer alles in den Arsch geschoben. Meine Eltern waren achtzehn Jahre lang nicht im Urlaub und haben jeden Pfennig zweimal umgedreht, damit ich eine gute Ausbildung bekomme.
MM (verdreht die Augen): Ja und? Du sitzt doch jetzt auch hier. Also was regst du dich so künstlich auf?
MK: Ja, aber nach drei Jahren Wartezeit, die ich mit ner Ausbildung zum Physiotherapeuten überbrücken musste.
MM: Hättste mal ein besseres Abi gemacht.
MK (aufgebracht): Eh ich war der Beste an meiner Schule ja.
MM: Ja klar. Wer’s glaubt!?

Wahrscheinlich auf der Rütlischule!

MK (funkelt mich böse an): Willste meine Zeugnisse sehen. Bitte!? Kann ich dir gerne zeigen.
MM (abwehrend): Kein Interesse!

Wir hatten uns mittlerweile wieder ins Wohnzimmer gesetzt und diskutierten eine Weile über die ach so schrecklichen Studienbedingungen an deutschen Unis. Gott sei dank hatte er sich dann irgendwann wieder abgeregt. Schokoriegel sei dank! Ich hatte echt keinen Bock, noch ewig lang als sein Frustableiter zu dienen. Dem ging’s doch gut, außer dass er beschissen aussah und die Weiber ihn nicht mal mit dem Arsch anguckten. Meine Probleme waren doch viel größer. Kein Zimmer, keine Seminararbeiten, kein Stipendium, kein Chirurg, kein Gott. Ich war wirklich im Arsch und hätte ein kleinwenig Mitleid verdient ...

Lorelei Offline

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08.04.2010 17:16
#497 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nach seinem dritten Bierchen und der zweiten geleerten Schüssel Schokoriegel wirkte Mehdi Kaan wieder ganz entspannt...

MK: Was für ne Fachrichtung willst du eigentlich machen, wenn ich fragen darf?
MM: Die Königsdisziplin.

... sagte ich mit stolz geschwellter Brust. Ihm fiel fast die Kinnlade runter und er starrte mich nur überrascht an.

MK: Du? In der Chirurgie? Das schaffst du nie im Leben.

Seine Worte kratzten dann doch irgendwie an meinem Ego. Wieso traute mir das eigentlich niemand zu? Meine Mutter hatte anfangs auch gemeint, ich solle doch lieber was Einfaches machen. Zahnarzt oder Allgemeinmedizin. Ich hatte nur heftig mit dem Kopf geschüttelt. Das konnte ja jeder Idiot mit nem Hauptschulabschluss. Ein Meier war nun mal für Höheres bestimmt. Als Gott im OP eben. Damit gab sie sich schließlich auch zufrieden. Sie wollte doch immer, dass ich in allem der Beste war. Also! Sie konnte ja nichts dafür, dass ich mal kurz äh... vom rechten Weg abgekommen war.

MM (schaut ihn provozierend an): Willst du wetten oder was?
MK (schüttelt mit dem Kopf u. grinst): Nee, ich bin gegen Glücksspiel und ich will dir ja nicht auch noch das letzte Hemd nehmen, wo du doch jetzt schon unter der Brücke schlafen musst.

Ich schaute den Typen mit offenem Mund und Schnappatmung an und war echt sprachlos. Wo hatte der denn die ganze Zeit die Ironie und den Sarkasmus versteckt? In seinen Speckrollen? Ich gab es nur ungern zu, aber irgendwie mochte ich den Kerl plötzlich. Ich kann mir das bis heute nicht erklären. Aber das war ja mit Haasenzahn genauso. Ich schnappte mir noch ein Bierchen und begann, ihn zu meiner eigenen Verwunderung auszuquetschen. Seit wann interessierte ich mich denn für das Leben der Anderen?

MM: Und du? Was willst du machen?
MK: Ich schnuppere noch.

Oje! Ich hatte es geahnt. Das war so ein entscheidungsunsicherer Typ. Wie ich solche Menschen hasse, die sich nicht entscheiden können, was sie eigentlich wollen.

MM: Ach? Da kann sich wohl jemand nicht entscheiden was?
MK: Ich habe auch lange Zeit mit der Chirurgie geliebäugelt und Prof. Haase vom EKH, bei dem ich ein Stationspraktikum gemacht habe - ich kann ihn dir wirklich empfehlen, er ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Unfallchirurgie - hat mir auch zugeredet, dass ich die Hände dafür hätte, aber das ist doch nicht das Wahre. Ich glaube, ich wäre dem Stress nicht gewachsen. Da geht es manchmal Schlag auf Schlag und irgendwie bleibt der Patient dabei auf der Strecke, weil du schon über dem nächsten Fall hockst. Ich will lieber direkt mit den Menschen Kontakt haben. Den Krankheitsverlauf und Heilungsprozess längerfristig beobachten. Vielleicht geh ich ja in die Pädiatrie. Ich mag Kinder. Da mach ich gerade ein Stationspraktikum, weißt du.

Och nee, ein Idealist! Aber ich musste zugeben, ich war echt beeindruckt von seiner Rede. Aber ein Name ließ mich dann doch aufhorchen. Haase? Das kam mir irgendwoher bekannt vor. Aber war ihr Vater nicht Notfallarzt, so oft wie er wegen dem tollpatschigen Haasenzahn in der Schule aufkreuzen musste? Hmm... Aber ich dachte nicht weiter darüber nach, sondern konzentrierte mich wieder auf den dicken angehenden Kinderarzt oder was auch immer.

MM (grinst): Warum nicht gleich die Gynäkologie? Wenn du hier schon die ganzen Bücher rumliegen hast. Vielleicht bringt dich das ja frauentechnisch weiter. Dr. Mehdi Kaan, der Arzt, dem die Frauen vertrauen.

Hahaha! Das war als Scherz gemeint. Ich hätte ja nicht ahnen können, dass der das wirklich in Erwägung ziehen würde.

MK: Hmm... vielleicht auch ne Idee. Da mach ich nächstes Semester ein Praktikum.

Oh Gott, der war definitiv irre. Aber vielleicht konnte er mir ja doch weiterhelfen.

MM: Äh... hör mal, Mehdi, du hast anscheinend Ahnung von der Materie und am Dienstag muss ich die Arbeit abgegeben. Könntest du...

Doch mit einem Mal drehte sich die gerade noch so lockere Stimmung um 180 Grad und er fuhr mich grundlos an.

MK (fällt mir pampig ins Wort): Was geht mich das an? Da du offenbar an einer Freundschaft oder Wohnungsgemeinschaft nicht das geringste Interesse hast, weil das mit uns beiden nicht funktionieren würde, wegen der ganzen schlechten Vibes und so, seh ich gar nicht ein, warum gerade ich dir helfen sollte.

Lorelei Offline

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08.04.2010 22:22
#498 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Upps! Was war denn jetzt los? Hat der sein Tage gekriegt oder was? Was zickte der mich denn jetzt so von der Seite an? Mädchen! War doch nur ne ganz harmlose Frage. Seit wann wurde mir, Marc Meier, eigentlich eine Bitte abgeschlagen? Andere würden mir für eine Zusammenarbeit mit mir die Füße küssen. Ach so, hatte er ja gestern schon unfreiwillig getan. Hmm... Eine Strategie musste her. Die harte, naja eigentlich ja weiche, Nuss würde ich schon knacken. Aber ich hatte wie immer keinen Plan wie und sog mir schließlich irgendeinen Mist aus den Fingern.

MM (verunsichert): Äh... weil ich dir vielleicht auch helfen könnte.
MK (neugierig): Ach? Inwiefern?
MM: Äh... Nun ja... Hmm... Vorschlag: Ich zahl dir zwanzig Mark mehr Miete, als du gefordert hast, aber erst mal nur für einen Monat, falls das mit uns doch nicht klappt. Und du hilfst... äh....
MK (unterbricht mich): Äh bitte was? Jetzt willst du das Zimmer doch oder wie?

Klaro. Könnte doch ganz lustig werden, dachte ich mir. Irgendwas hatte der Typ an sich, aber ich wusste noch nicht was es war. All meine Zweifel, die mir noch eine Stunde zuvor den Hals zugeschnürt hatten, waren wie weggeblasen. Ich brauchte nun mal ein Dach über den Kopf und hatte echt keinen Bock, noch ewig lange weiterzusuchen. Da gab man sich eben auch mit weniger zufrieden. Ich hatte schon Schlimmeres überlebt, da würde ich doch wohl auch mit dem liebeskranken fetten Spacko fertig werden. Außerdem wäscht ja bekanntlich eine Hand die andere oder so. Und wenn ich durch ihn doch noch den Gynkurs bestehen würde, wäre doch super. Eine Sorge weniger in meinem Sorgenpool.

MM (grinst): Äh... ja! Und als unentgeltliche Zusatzleistung mach ich noch nen anständigen Kerl aus dir.
MK (stutzt): Bitte was? Du hast sie ja nicht mehr alle! Und überhaupt, wieso sollte ich das wollen?

Oh wie geil! Angesicht seiner heftigen Reaktion war mir klar, dass ich genau seinen wunden Punkt getroffen hatte. Das hieß, noch mal schön in der Wunde rumstochern!

MM: Naja, wenn du jemals wieder einen Stein im Brett haben willst bei den Weibern, dann solltest du schleunigst etwas an dir verändern.

Angefangen mit Spendensammeln in der Innenstadt, um die Kohle für eine Schönheits-Op zusammenzubekommen. Aber ob das reichen würde? Ich bezweifelte es. Bei dem war eh schon Hopfen und Malz verloren. Aus nem trockenen, verbrannten, alten Stück Rührkuchen würde nie ne Sahneschnitte wie ich werden.

MK (schaut mich empört an): Spinnst du!? Eh ich verbiege mich doch nicht für eine Frau. Außerdem habe ich nie gesagt, dass ich eine neue Liebe will. Das mit Gundis ist doch gerade erst passiert. Vielleicht kommt sie ja wieder zu mir zurück und...
MM (schüttelt heftig mit dem Kopf): Sag mal, wovon träumst du denn nachts, he? Die will dich, dicke Heulboje, nicht. Die ist abgehauen, Mann, und vögelt wahrscheinlich gerade mit irgend nem Grünen auf ner Eisscholle in Grönland und die Pinguine schauen dabei zu.
MK (eingeschnappt): Eh! Gar nicht wahr! Außerdem leben Pinguine auf der Südhalbkugel.

Klugscheißer!

MM (verdreht die Augen): Wie auch immer! So wie du aussiehst, kuckt dich nie wieder eine mit dem Arsch an.
MK (verschränkt beleidigt seine Arme u. nuckelt an seiner Bierflasche): Mir doch egal!

Boah! Dem Typen war anscheinend nicht zu helfen. Aber hoffnungslose Fälle waren ja bekanntlich die Spezialität von „Dr.“ Meier, ne.

MM: Junge, ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber kuck dich doch mal im Spiegel an! Nicht mal Angela Merkel würde mit dir ausgehen wollen, so scheiße wie du aussiehst.

Jetzt schaute er ganz betröppelt aus der Wäsche. Ein Bild für die Götter übrigens! Ich glaube, das hatte ihm wohl noch keiner so ehrlich ins Gesicht geschmissen. Aber es stimmte nun mal. Mehdi Kaan war pottenhässlich! Und das Schlimmste daran war, anscheinend wusste das arme Schwein das gar nicht. Ich konnte angesichts seiner kindlichen Naivität nur mit dem Kopf schütteln.

MK (mustert sich von oben nach unten): Aber... aber ich seh doch ganz normal aus.
MM (schüttelt mit dem Kopf u. schaut ihn eindringlich an): Normal ist auch relativ, Alter. Du bist FETT, trägst die Klamotten deines Großvaters auf, hast Theo Weigel die Augenbrauen und Puck der Stubenfliege die Brille geklaut und deine Frisur, wenn man das überhaupt Frisur nennen kann, also ein Wischmopp is nichts dagegen.

Das arme dicke Moppelchen wurde immer kleiner auf der Couch und schaute mich plötzlich ganz komisch an. Ich flehte innerlich, bitte nicht gleich wieder losheulen!

MK (eingeschüchtert): Also ich... ich weiß nicht, ich glaube nicht, dass das mit uns funktioniert. Ich will nicht....

Ich ahnte, was er sagen wollte und fiel ihm schnell ins Wort.

MM: Ok! Fünfzig DM mehr! Ich brauche das Zimmer wirklich dringend und äh... deine... *schluck* ... Hilfe für die Arbeit. Soll ich auch noch betteln oder was?

Das hatte ich doch nicht wirklich gesagt oder? Gott, was man alles in verzweifelten Situationen für Versprechungen macht. Unglaublich! Aber anscheinend erzielte das bei ihm genau die richtige Wirkung. Denn plötzlich zog sich ein breites Grinsen über sein Gesicht, das ich ihm am liebsten aus der Fresse poliert hätte.

MK: Wenn du unbedingt willst? Tue dir keinen Zwang an!

Boah der Typ ging mir wirklich tierisch auf den Sack, aber wir hatten uns verstanden.

MM: Vergiss es! Also was is nun? Deal?

Mehdi lehnte sich auf der bunten Couch zurück, nahm einen großen Schluck aus seiner Bierflasche, überlegte noch einmal kurz und reichte mir dann schließlich seine Hand. Ich schlug ein.

MK: Deal! Aber was dein Verschönerungsprogramm angeht, da reden wir noch mal drüber ja.

Lorelei Offline

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09.04.2010 10:03
#499 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Fünf Minuten später hatte ich meine wenigen Habseligkeiten aus meinem Auto geholt und bezog mein neues Zimmer. Korrektur: Es war Gundis ehemaliges Zimmer. Alles war in oliv und ocker. Von den Gardinen über den Teppich bis zu den Möbeln. Mit der Hängematte, die quer durchs Zimmer hing, wie im Urwald echt! Ich wollte schon auf der Schwelle kehrt machen. Da sah ich wieder in das Gesicht dieses dicken Medizinstudenten, der jetzt mein neuer Mitbewohner war. Er stand wieder kurz vor einem Heulkrampf. Ich verzog mein Gesicht und blickte nach oben. Herrgott warum tue ich mir das nur an? So eine Heulsuse echt! Mehdi erzählte mir dann stockend, dass er, seitdem sie abgehauen war (Die rettete, glaube ich, gerade mit nem Typen namens Ralf in der Arktis Robbenbabys oder so.), keinen Fuß mehr in ihr Zimmer gesetzt hatte. Oh Mann, der war echt gestört! Aber so würde er mich wahrscheinlich nicht in meinem Zimmer belästigen. Gott sei dank! Eine Nacht hielt ich es im Regenwald aus. Das Geplätscher des Zimmerspringbrunnens hatte vielleicht genervt und am schlimmsten war der Gestank von dem ganzen Grünzeug, das da rumstand. Bäh! Und ich bin dreimal aus dieser beschissenen Hängematte gefallen. Am nächsten Morgen schnappte ich mir fluchend und schimpfend Mehdi, der sich anfangs heftig dagegen wehrte, und wir fuhren in den nächsten Baumarkt. Nachmittags war unsere Bude endlich einigermaßen bewohnbar und vor allem männlich und cool. Nichts erinnerte mehr an seine Verflossene und den Regenwald. Und Mehdis Laune war auch dementsprechend besser. So gut, dass wir endlich auch mein kleines HA-Problem angehen konnten. Der Typ war zu meinem Erstaunen ein wandelndes Lexikon, also was diesen ganzen Frauenkramdingens betraf. Unglaublich! Wir haben zwei Nächte komplett durchgearbeitet und Montagabend lag mein Meisterwerk schon auf dem Schreibtisch meines mehr als überraschten Professors, der mich nur ungläubig anstarrte... „Na gerade noch rechtzeitig, Meier.“ ... Ich gab es ungern zu, aber Mehdi hatte mich echt gerettet. Zumindest was diesen Kurs betraf. Hab ihn dann auf ein Danke-Bier in eine Bar mitgeschleppt, aber nicht ohne ihn vorher neu eingekleidet zu haben, anders hätte ich mich mit dem bestimmt nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Und wir hatten wirklich Spaß, vor allem ich, weil der schüchterne Mehdi Kaan plötzlich von ein paar Schnecken angesprochen und auf ein Gläschen Prosecco eingeladen wurde. Waren nicht so mein Fall, aber für ihn ganz passabel. Naja dick und dick gesellt sich gern oder so. Der hat vielleicht nervös rumgestammelt und geschwitzt. Ein Bild für die Götter. Aber die Mäuse fanden das anscheinend ganz süß. Verstehe einer die Frauen! Tzz... Er kassierte tatsächlich zwei Telefonnummern, während ich an dem Abend leer ausging. Aber mir war das in dem Moment egal, denn ich hatte einen Entschluss gefasst. Ich würde mein Studium packen, ich würde es ihm und all den anderen Idioten an der Uni zeigen, die mir nichts zutrauten. Ich war schließlich ein Meier und der gab sich nun mal nur mit dem Besten zufrieden. Und ich würde der Beste sein, das schwor ich mir.

Ich bin dann tatsächlich den Rest des Semesters nicht mehr weggegangen. Auch wenn die eine oder andere Verflossene an der Tür gekratzt hatte, ich blieb standhaft. Ich war fast vierundzwanzig Stunden täglich in der Bibliothek, schrieb innerhalb von vier Wochen alle Seminararbeiten, die mir noch fehlten und bewarb mich auch um eine Stationspraktikumsstelle im EKH. Und am Ende des Semesters stand ich plötzlich in der kleinen Küche unserer WG. Mehdi blieb fast die Mohrrübe quer stecken, an der er wunderlicherweise gerade knabberte, und er starrte mich völlig verdutzt an, weil er gar nicht mitbekommen hatte, dass ich überhaupt noch bei ihm wohnte, da ich mich in den letzten Wochen überhaupt nicht mehr blicken lassen hatte. Aber ich schaute ihn genauso verwundert an. Vor mir saß ein gestandener Mann. Der hatte mindestens zwölf Kilo runter. Der Bauch schwabbelte zwar immer noch über den Hosenbund, aber wenn ich ne Frau gewesen wäre, hätte ich durchaus behauptet, er wäre halbwegs attraktiv. Natürlich nicht so attraktiv wie ich, da lagen noch Welten auseinander, aber er lag schon über dem Durchschnitt. Mehdi sah wirklich gut aus. Er hatte sich auch von der Hornbrille und den Schlabberökoklamotten verabschiedet, trug Fielmann und H&M, aber er war nun mal nicht Krösus und deshalb akzeptierte ich diesen Stilbruch. Ich nickte anerkennend und warf ihm einen Stapel Zettel auf den Tisch, genauso wie ich es nur eine Stunde zuvor bei meiner Mutter getan hatte. Dasselbe erstaunte Gesicht machte auch mein nun nicht mehr ganz so dicker Mitbewohner. Vor ihm lagen all die Scheine, die mir noch gefehlt hatten, sogar noch zwei mehr als nötig gewesen wäre, und alle mit Bestnote bewertet...

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09.04.2010 17:21
#500 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

MK (lehnt sich lässig zurück u. grinst mich an): Hast du mit der halben Professorenschaft geschlafen oder wen hast du bestochen, damit du die Noten kriegst?

Ich musste lachen, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass der Streber auch schlagfertig sein konnte. Wo hatte er denn plötzlich diesen Witz und Humor her? Hatte er neben seinen Weight-Watchers-Treffen heimlich auch ein Comedyseminar belegt? Oder ist Lachen jetzt die neue Waffe im Kampf gegen extremes Übergewicht? Sollte er sich patentieren lassen.

MM (grinst): Mehdischatz, du solltest mich niemals unterschätzen. Ich hab dir das bei meinem Einzug nicht gesagt, um dich nicht noch mehr einzuschüchtern als du eh schon warst, aber ich bin nun mal in jeder Lebenslage der Beste. Und den Rang lasse ich mir von niemandem streitig machen. Ist das klar?
MK (räuspert sich): Ääähhh okaaay... das hatte ich auch nie vor, Marc. Woher kommt denn dein plötzlicher Sinneswandel?

Ich setzte mich auf den Stuhl ihm gegenüber und schaute ihn an.

MM: Mir hat jemand gehörig den Kopf gewaschen. Und mir ist endlich klar geworden, was ich wirklich will. Äh das war mir auch schon vorher klar, aber jetzt eben erst so richtig.
MK (erstaunt): Ach? Und das wäre?
MM: Na der beste Chirurg der Welt zu werden, was sonst.

Ich nahm einen Apfel aus der Schüssel, die auf dem Küchentisch stand (Wo war eigentlich der ganze Süßkram hin? Mir fiel erst in dem Moment auf, dass die ganzen Schokoschüsseln weg waren. Mein Gott, der meinte das wirklich ernst. Respekt Alter!), lehnte mich lässig zurück und biss ab. Mehdi lachte nur und knabberte weiter an seiner Mohrrübe.

MK: Na da ziehst du dir ja ganz schön große Schuhe an. Nicht dass die dir zu eng werden.
MM: Junge, ich trag sie schon. Und das hat Prof. Haase auch erkannt.
MK (überrascht): Oh, du hast...
MM (stolz): Jep, ich hab das Stationspraktikum in der Chirurgie. Morgen geht’s los.

Ich freute mich schon wie Bolle darauf. Gott betritt sein Himmelreich. Juhu!

MK: Mein Gott, du legst aber plötzlich ein Tempo an den Tag, unglaublich. Eh vor ein paar Wochen hingst du mir noch mindestens fünf Semester hinterher und ich bin erst im vierten Semester. Und jetzt hast du schon mehr Scheine zusammen als ich. Sag bloß, du machst jetzt auch noch die Zwischenprüfung? Wird knapp. Aber das scheint ja gerade deine Spezialität zu sein, auf den letzten Drücker in die Pötte zu kommen. .
MM (cool): Gemach, gemach! Alles der Reihe nach. Das reicht auch nächstes Jahr noch. Ich liege gut in der Zeit. Erst mal OP-Luft schnuppern und dann geht’s ans Eingemachte.
MK: Du weißt schon, dass du nicht gleich in den OP gelassen wirst. Da müsstest du schon im Hauptstudium sein.
MM: Das werden wir ja sehen. Ich bekomm immer alles, was ich will.
MK: Aha!
MM: Ich wollte ja auch das Zimmer.
MK (lacht): Komm schon, du wolltest doch schon wegrennen, als du mich das erste Mal gesehen hast.

Upps, er hatte es gemerkt. Würde ich aber niemals zugeben!

MM: Äh ... ich hab halt das Potential erkannt.
MK (schaut mich verdutzt an): Ich hab Potential?
MM (lacht): Nee du ganz bestimmt nicht, aber die Wohnung schon!
MK: Spinner!
MM: Eh Gott, wird nicht beleidigt ja.
MK (zieht die Augenbraue hoch): Gott? Auf welchem Trip bist du denn?
MM: Dem Erfolgstrip, mein Lieber. Ich kann es schon riechen.
MK: Was?
MM: Na die OP-Luft, die ganze Atmosphäre, die Macht, die einen da umschwebt. Glaub mir, Alter, das ist genau mein Ding. Und ich werde der beste, jüngste und erfolgreichste Chirurg Deutschlands werden. Das schwör ich dir.
MK (schüttelt mit dem Kopf): Boah, dein Ego müsste man haben.
MM: Rat ich dir lieber nicht zu, wo du doch gerade erst ein paar Pfunde verloren hast. Was ist passiert? Hast du meinen Ratschlag mit „Popp dich schlank“ wahrgenommen?
MK (verschluckt sich an der Mohrrübe): Nee, *hust* Weight *hust* Watchers, *hust* Hometrainer und *hust* Joggen. Vielleicht fang ich auch mit Squash an, mal sehen. Ausdauersportarten sind die effizientesten Fettverbrenner, weißt du.

Oh Gott! Weichei!

MM: Aha! Und das funktioniert? Also mir wäre ja die Sextherapie lieber. Apropos... Komm, wir ziehen heute um die Häuser! Zur Feier des Tages.
MK (wiegelt ab): Och nee, keinen Bock und keine Zeit. Nächste Woche sind die Prüfungen und...

Scheißstreber! So würde das doch nie was werden mit den Weibern. Der wäre ja noch als eiserne Jungfrau in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Das musste verhindert werden.

MM (fällt ihm ins Wort): Keine Widerrede, du musst mal raus hier, du Streber, unter Leute, abchecken wie dein neues „Selbstbewusstsein“ so bei den Schnecken ankommt.
MK (skeptisch): Äh du meinst...?
MM: Genau! Außerdem muss ich meinen Erfolg feiern. Und da wären ein paar Mädels ja nicht schlecht. Ich bin mal nett und gebe dir auch eine oder zwei ab. Mein Gott, so lange hab ich noch nie enthaltsam gelebt.

Scheiße! Das hatte ich wohl laut gesagt, weil er mich plötzlich so komisch von der Seite angrinste.

MK: Hab ich mir schon gedacht.
MM: Eh!

Fünf Minuten später gingen wir auf die Piste.

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