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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.269

24.02.2010 16:02
#401 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Wollt ihr mehr? Na dann, will ich mal nicht so sein. Viel Spaß mit dem neuen Teil aus dem Girlscamp. Lorelei.



Maria (zu GK): Bitte? Ich weiß von nichts.
Gretchen: Ich auch nicht. Worum geht es denn, Gaby?
Will die mich verarschen? Die weiß doch sonst immer alles, was mit „ihren“ Männern zu tun hat. Wenn du ihn noch einmal so antatschst, dann reiß ich dir die Haare aus! (GK)
Gaby (GH böse anfunkelnd): Als ob Sie das nicht wüssten?!
Was fährt die mich denn jetzt so von der Seite an? Ich hab doch gar nichts gemacht. Und was soll ich wissen? (GH)
Gretchen (zu GK): Ach jetzt auch wieder Sie oder was?
Auf dein scheinheiliges Getue falle ich nämlich nicht noch einmal rein, du fette Planschkuh. (GK)
Gaby: Ja!
Gretchen: Ich dachte, seit dem Junggesellinnenabschied sind wir per du?
Gaby: Das nehme ich hiermit wieder zurück.
Die kann doch nicht wirklich immer noch sauer sein wegen der Geschichte mit Marc damals? (GH)
Maria (zu GH): Was denn für ein Junggesellinnenabschied? Sie haben doch gar keinen gemacht, soweit ich weiß. Oder haben Sie mich etwa nicht eingeladen?
Die blöde Kuh! Immer einen auf Freundin machen wollen und dann lädt die mich nicht ein? Was soll das? Hat Blondchen etwa gedacht, ich schnapp ihr ihren Bräutigam weg oder was? Wäre auf den Versuch angekommen! Aber ist ja jetzt auch egal. Hab ja jetzt Medhi! Also äh so halb. (MH)
Gretchen: Nein, habe ich nicht! Ich meine doch den von Schwester Gaby.
Maria (verwirrt): Wie jetzt? Aber die hat doch gar nicht geheiratet?
Daran müssen Sie mich auch nicht erinnern, blöde Kuh! (GK)
Gaby (sauer): Nein, hat sie nicht! Und raten Sie mal, wer daran schuld ist!
Maria (blickt verächtlich zu GH): Schon klar!
Blöde Sau! (MH)

Sie ist immer noch sauer. Oder vielleicht sogar eifersüchtig? (GH)
Gretchen: Gaby, ich dachte, wir hätten unsere Meinungsverschiedenheiten beigelegt?
Gaby: Ach haben wir das? Nur weil sie mir damals den Arsch gerettet haben in der Villa vor ihrer mordenden „Schwiegermutter“?
Gretchen (nickt): Unter anderem.
Gaby: Das macht uns noch lange nicht zu Freundinnen und das werden wir auch niemals sein. Sie haben mir doch alles genommen, was ich hatte. Und das werde ich Ihnen niemals verzeihen.
Jetzt fängt sie schon wieder so an! Wir haben damals alles dafür getan, dein Kind zu retten, Gaby, aber es war nun mal zu früh. Hätten wir dich sterben lassen sollen? Also euch beide? Und was Marc betrifft... (GH)
Gretchen: Gaby, sollte ich zusehen, wie du Marc in die Pfanne haust?
Maria (neugierig): Worum geht es hier eigentlich?
Gretchen / Gaby (fauchen MH laut an): NICHTS!!!
Maria (grinst): Aha! Darin seid ihr euch wohl einig, was?
Gaby (zu GH): Leute wie Sie haben immer Glück und dafür hasse ich Sie!
Also in diesem Sinne muss ich der dummen Schwester durchaus Recht geben. Treffend formuliert. (MH)

Ich bin in der Hölle!!! (MK)

Sie ist immer noch eifersüchtig! Hört das denn nie auf? (GH)
Gretchen: Ach, daher weht der Wind? Hast du deshalb die Geschichte über mich und Mehdi verbreitet?
Maria: Welche Geschichte?
Medhi: Nichts weiter!
Maria (zu MK): Ach, der werte Herr Doktor ist auch noch da? Was für eine Geschichte Medhi?
Hilfe! Ich kriege Kopfschmerzen! (MK)
Gaby (genervt zu MH): Mein Gott, jetzt regen Sie sich doch nicht so künstlich auf! Und überhaupt was geht Sie das denn an?
Gretchen: Gaby hat behauptet, ich hätte noch einmal mit Medhi ... äh ja ... Sie wissen schon.
Das ist nicht euer Ernst? Das glaub ich ja nicht! (MH)
Maria (schockiert): Bitte? Wann war das?
Gretchen: Vor knapp zwei Wochen.
Maria: Ach? Und wieso erzählst du mir das nicht, Medhi?
Keine Ahnung! Na da war ja auch nichts weiter, außer vielleicht der Kinnhaken vom Meier. (MK)
Medhi: Äh...
Gaby (fällt ihm ins Wort): Wieso sollte er auch?
Bin froh, dass das nicht so ne große Runde gemacht hat. Hätte peinlich für mich enden können. (GK)
Maria: Nur so halt.
Wieso erzählt mir eigentlich nie einer was? Aber wieso behauptet die blöde Schlampe das überhaupt? Medhi würde doch nicht…? Oder? … Doch er würde! So wie er sie schon wieder anschaut. GGGGRRRR!!!! Er ist noch nicht über sie hinweg. Scheiße! (MH)
Gaby (zieht eine Augenbraue hoch): Aha!
Schon komisch! Wieso interessiert sie das so sehr? Die war ja richtig schockiert. (GK)
Gretchen: Na die Geschichte stimmte ja auch nicht.
Gaby (eifersüchtig zu GH): Und was haben Sie dann so lange bei ihm im Sprechzimmer gemacht, Frau Doktor Haase?
Das glaube ich ja jetzt nicht! Das hat die nicht wirklich gefragt oder? Und was geht die das überhaupt an? (GH)
Medhi: Gaby ... äh Schwester Gaby, das ist jetzt nicht Ihr Ernst?
Gretchen: Ja, das geht Sie nämlich nichts an.
Ich erzähle der doch nicht Marcs Lebenstragödie! Der nicht! (GH)
Medhi: Eben!
Gaby: Wieso?
Die haben doch ein Geheimnis. Das riech ich doch bis hierher. (GK)
Maria: Wieder was Privates, he?
Ich hasse es, dass die so zusammenhocken. Da steckt doch mehr dahinter. Was hatte die bei ihm zu suchen? (MH)
Medhi: Sozusagen!
Warum sind die auch so neugierig? Das mit Marc geht nun mal niemanden etwas an. Außerdem killt er uns, wenn wir irgendwem etwas von seinem Vater erzählen. (MK)
Gretchen: Genau!
Maria (zu MK): Und wieso besprichst du das mit ihr?
Gretchen: Wieso sollte er nicht?
Weil du nicht seine Freundin bist! ... Äh hallo Maria, nur so zur Information: du auch nicht! ... Ja, scheiße! (MH)
Medhi: Ja, wieso nicht? Sind ja Freunde und so.
Freunde? Dass ich nicht lache! Ihr werdet nie „nur“ Freunde sein. Nicht solange du noch... Ist er doch noch oder? Klar, so wie der die anglotzt und verteidigt! Ich hasse sie! (GK)
Gaby (skeptisch): Freunde? Das sieht man.
Gretchen: Bitte?
Maria: Freunde? Aha! Und wieso kommt dann so ein Gerücht auf?
Ich würde mich freuen, wenn ihr „nur“ Freunde wärt, aber Freunde schauen sich nicht so an wie ihr. Er liebt sie immer noch! Das sehe ich doch. (MH)
Gretchen: Woher soll ich das wissen? Gaby hat das doch verzapft.
Maria (zu GK): Und warum haben Sie das nun behauptet?
Scheiße ey! Weil ich eifersüchtig war. Weil es ja wirklich so aussah. Weil ich ne blöde verliebte Kuh bin. (GK)
Gaby (verunsichert): Äh ja... äh das sah halt so aus.

Was? Das kann doch gar nicht sein! Wir sind ihr doch nur auf dem Gang entgegen gekommen. Wir haben doch gar nichts gemacht. Wie kann sie das nur denken? Außerdem müsste sie ja wohl am ehesten wissen, dass es für mich nur den Einen gibt, den, den sie auch immer wollte. … Klar, das ist es. Sie war eifersüchtig! Sie hat gedacht, Marc würde ihr glauben, mich verlassen und wieder zu ihr zurückkehren. Das ist es doch oder? Wie kann man nur so hinterhältig sein? Wieso kann sie nicht endlich akzeptieren, dass wir uns lieben? Und dann zieht die auch noch ihren Chef mit rein. Unmöglich! Also wenn ich er wäre, hätte ich sie dafür entlassen, abgemahnt oder auf eine andere Station versetzt. Wie kann er nur mit der zusammenarbeiten? Ich versteh ihn nicht. (GH)

Gretchen: Wie das sah halt so aus?
Gaby: Na das sah halt so aus, wie eben auch.
Gretchen (verwirrt): Hä? Wie eben auch?
Gaby: Die unnötig lange Umarmung.
Gretchen: Ja und?
Ich versteh nicht, was sie meint. (GH)
Medhi: Wir haben uns doch nur umarmt, Gaby. Mehr nicht!
Wieso regt sie sich jetzt darüber auf? Da war doch nichts dabei. (MK)

Aber viel zu lange halt und so zärtlich! So umarmt man sich nicht, wenn man „nur“ befreundet ist! Wie sie ihm den Rücken runtergegangen ist... GGGGGRRR!!! ... Ich könnte sie dafür umbringen! Niemand fasst meinen Medhi so an! Niemand! Und du sollst endlich deine Finger von ihm lassen, verdammt! Mein Medhi gehört zu mir. (GK)

Maria: Und warum?
So umarmt man sich doch nicht einfach so. Verdammt, sie soll ihn nie wieder so anfassen! Sonst macht er sich doch gleich wieder Hoffnungen und lässt sie nie los. Ich will nicht, dass irgendjemand meinen Medhi so berührt! … Oh Gott, Maria, er ist nicht dein Medhi! Soweit seid ihr noch lange nicht. … Ach wenn es doch nur schon soweit wäre! Wenn er mir doch auch so vertrauen könnte, wie er ihr vertraut! (MH)

Medhi (unschuldig): Nur so!
Gaby (skeptisch): Nur so?
Ich glaube dir kein Wort, Medhi. Du lässt dich nicht einfach so umarmen. Du wolltest das. Du hast das genossen. Das habe ich genau gesehen. Verdammt, wieso kann er die fette Kuh nicht endlich vergessen? (GK)

Ich glaube dir kein Wort, Medhi. Du wolltest das. Du hast das genossen. Das habe ich genau gesehen. Du hattest die Augen geschlossen. Du liebst sie noch! (MH)

Maria (skeptisch): Ja klar! Sah aber mehr als freundschaftlich aus.

....

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.269

25.02.2010 09:58
#402 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Was ist denn mit ihr los? Ist sie etwa eifersüchtig? Auf mich? Aber sie behauptet doch immer, Medhi sei nur eine Affäre, ein kleiner Spaß zwischendurch. Ich werde einfach nicht schlau aus dieser Frau. Obwohl… neulich während der OP, wo sie mir ihren Lebensplan vorgestellt hat, war doch eindeutig Medhi auf ihrem ersten Platz. Ich dachte, sie hätte das nicht ernst gemeint. Will sie vielleicht doch mehr von ihm, als sie immer behauptet? (GH)

Gretchen: Äh Entschuldigung, darf ich jetzt nicht einmal mehr meinen besten Freund umarmen, wenn er traurig ist?
Maria (zieht die Augenbraue hoch): Bester Freund?
Dass ich nicht lache! Ihr könnt nie auch „nur“ beste Freunde sein, solange er dich immer noch als seine „große Liebe“ ansieht. Ich könnte heulen, wenn ich daran denke. … Äh Maria hallo, das bist doch nicht du? … Ok, ich könnte kotzen, allein beim Gedanken daran. (MH)
Gaby (besorgt): Du... äh Sie sind traurig? Ist etwas passiert?
Also soweit sind wir noch lange nicht, wenn überhaupt je, dass ich euch das von Lilly erzähle. Ich kann das nicht. Bin froh, dass mir Gretchen zugehört hat. Jemand anderem hätte ich das nicht erzählt. Nur sie versteht mich wirklich. (MK)
Medhi (unsicher): Äh...
Gretchen (fällt ihm ins Wort): Könnt ihr ihn nicht einfach mal in Ruhe lassen? Was soll denn der Aufstand hier?
Das ist doch albern, wie die sich hier aufführen. Marc würde wohl sagen, „dieser frustrierte Hühnerhaufen ist echt unsexy!“ …Hach Marc, Schatz, wo steckst du nur? Rette uns vor wild gewordenen Hühnern!
Maria (unschuldig): Nichts.
Sonst denkt die noch, ich sei eifersüchtig oder so. Bin ich aber nicht! Diese Genugtuung gebe ich der nicht. (MH)
Gaby (unschuldig): Nichts.
Sonst denkt die noch, ich würde etwas von ihm wollen. Gut, will ich ja, aber das geht die nichts an. Diesmal schnappst du mir nicht den Kerl weg. Diesmal nicht! Auch wenn er vielleicht noch manchmal an dich denkt, er wird dich vergessen und sich dann in mich verlieben. (GK)

Ja klar! Nichts? Definitiv beide völlig durchgeknallt! (GH)
Gretchen: Ja, dann könnt ihr uns ja auch in Ruhe weiter essen lassen.
Gaby (biestig): Das hätten Sie wohl gerne.
Gretchen: Bitte?
Was soll das denn jetzt? (GH)
Maria (zickig): Damit ihr euer „privates“ Gespräch fortführen können, ja?
Das kannst du vergessen! Ich lass dich doch nicht mit Medhi alleine! DICH NICHT! (MH)
Gretchen (leicht eingeschüchtert): Äh ja!
Gaby: Und worum ging es nun? Ist etwas passiert?
Maria (zu GK): Seit wann interessieren Sie sich denn so für das Leben Ihres Oberarztes?
Gaby (grinst MH an): Mich interessieren die Probleme meiner Mitmenschen eben.
Maria (misstrauisch): Das ist ja mal was ganz Neues.
Ich glaube ihr kein Wort! Was soll das hier? (MH)
Medhi: Ja, das ist ja auch lieb und nett von euch, aber die Angelegenheit geht euch beide nichts an.
Gaby /Maria: Wieso?
Die geben einfach keine Ruhe! Ich fass es nicht! Wie werde ich die nur wieder los? (MK)
Medhi: Privat!
Maria: Das hast du schon einmal gesagt, Medhi. Also?
Was ist denn mit den beiden los? Die sind doch sonst nicht so neugierig. Außerdem geht sie das wirklich nichts an. Wollen die sich an Medhis Leid aufgeilen oder was? Das lasse ich aber nicht zu! Medhi muss endlich mal zur Ruhe kommen. (GH)
Gretchen (sauer): Verdammt und zugenäht, könnt ihr ihn nicht einfach in Ruhe lassen?
Medhi: Lass schon gut sein, Gretchen. Wenn die Tratschfraktion unbedingt etwas zu erzählen haben will, bitte!
Maria (empört): Ich gehöre nicht zur Tratschfraktion!
Gaby (sauer): Ich auch nicht.
Gretchen: Ja klar!
Maria (zu GH): Ey!!!
Medhi (verdreht die Augen): Ich habe zwar keine Ahnung, warum ihr das unbedingt hören wollt, aber bitte... ich habe Gretchen von Lilly erzählt, mehr nicht. Jetzt zufrieden?
Maria (peinlich berührt): Oh!

Ich bin so ne blöde Kuh! Wieso vertraue ich ihm nicht? Lilly! Verdammt, ich hab die ganze Geschichte schon wieder völlig vergessen. Ich bin so eine egoistische Kuh! Er leidet und ich merke das in meiner albernen Verliebtheit überhaupt nicht. (MH)

Lilly?! Wie konnte ich das denn vergessen? Er hat sein Kind verloren! Genauso wie ich. Gut nicht ganz so genau, seins ist ja nur verschwunden, meins ist... *schluck* ... Äh... Oh Gott, was heißt hier „nur“? Das ist das Schlimmste, was einem Elternteil passieren kann. Ich kann ihn doch verstehen wie kein Anderer. Das muss alles so hart für ihn sein. Und ich benehme mich hier wie so eine blöde verliebte Kuh! Ich muss ihm irgendwie helfen. Aber wie? (GK)


Gaby (beschämt): Oh! D...das wusste ich nicht. Gibt es denn Neuigkeiten?
Medhi (gefasst): Nein!
Oh Gott, der Arme! (GK/MH)
Gretchen (immer noch sauer auf die beiden): Also erteilt ihr mir jetzt die Erlaubnis, Medhi zu trösten?
Maria (verlegen): Äh... sorry, ich wollte Sie nicht so anfahren.
Gaby (peinlich berührt): Ich auch nicht! Tut mir leid!
Geht doch! (GH)
Gretchen: Gut! ... (leise zu MK) Kann ich dich mit den beiden Verrückten allein lassen? Muss zurück auf Station. Du weißt ja, meine beiden schweren Fälle.
Medhi (lächelt): Klaro! Ich werde schon mit dem Hühnerhaufen fertig. Bis später. Kannst mir ja dann erzählen, wie es ausgegangen ist.
Hoffentlich kommt er endlich zur Vernunft! Ich würde es ihm so wünschen. (MK)
Gretchen (erhebt sich von ihrem Stuhl): Mach ich.
Hoffentlich ist Marc wieder da. Ich schau gleich mal bei Olivier vorbei. Hauptsache ich komme hier endlich weg. Keine Ahnung, was mit den beiden los ist? Haben wahrscheinlich gerade ihre Tage oder so! Also nix wie weg! (GH)
Medhi: Danke noch mal fürs Zuhören!
Gretchen (lächelt und winkt ihm zu): Immer wieder gern. Tschüß!
Medhi (lächelt): Tschüß Gretchen!

Gretchen ließ Medhi schließlich mit „seinen“ beiden Frauen allein und verließ die Cafeteria.



Und da waren es nur noch zwei Hühner, aber ob das wohl besser für ihn ist?

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.269

25.02.2010 17:53
#403 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Willkommen zur Runde 2 im Zickenkrieg. Viel Spaß! Eure Lorelei.



Maria (aufgebracht): Hühnerhaufen was?
Medhi (hebt beschwichtigend die Hände): Ey, jetzt reg dich mal wieder ab ja!
Maria (eingeschnappt): Ich lasse mich nicht so beschimpfen.
Gaby (sauer): Ich mich auch nicht.
Herrgott im Himmel, wieso tust du mir das nur an? (MK)
Medhi (grinst): Sorry, aber so führt ihr euch gerade hier auf.
Maria (empört): Bitte?
Medhi: Egal! Komm lass stecken!
Gaby: Was meinte sie eigentlich für schwere Fälle? War doch heute ganz ruhig?
Medhi (grinst): Privat!
Maria: Privat?
Jetzt fängt der schon wieder so an! GGGGRRR!!!! (MH)
Gaby: Wieso bequatscht ihr hier so viel Privates?
Medhi: Weil sie meine Freundin ist!
Maria: Ex!
Medhi: Ja, danke, dass du mich immer wieder daran erinnerst.
Als ob ich das jemals vergessen würde! (MK)
Maria (grinst): Sonst checkst du das ja nie, Medhi.
Gaby: Genau!
Was mischt die sich denn schon wieder hier ein? Das geht die ja wohl überhaupt nichts an! (MH)
Medhi (genervt): Zum Mitschreiben, Ladys, Dr. Gretchen Haase ist meine Ex-Freundin. Das habe ich mittlerweile kapiert. Ich habe akzeptiert, dass sie mit Marc zusammen ist. Ok? Er und sie sind meine besten und engsten Freunde. Ergo bespreche ich auch mit ihnen meine und ihre Probleme. Verstanden?
Wie im Kindergarten hier echt! (MK)
Gaby (neugierig): Was denn für Probleme?
Gaby, verdammt, was soll das? (MK)
Maria (misstrauisch): Was geht Sie das denn an? Haben Sie nicht noch irgendwo ein paar Windeln zu wechseln oder Bettpfannen zu leeren?
Du blöde Schlampe! Lass mich endlich mit Medhi alleine, verdammt! (MH)

Frustrierte Ziege! Denkst du etwa, ich würde dich mit ihm allein lassen? Niemals! (GK)
Gaby (hämisch grinsend): Nein. Habe gerade Pause. Ich warte eigentlich nur auf meinen Chef, weil wir dann noch ... äh einen Kaiserschnitt haben.
Hä? Hab ich was verpasst? (MK)
Medhi (verwundert): Haben wir? Stand doch gar nichts auf dem Plan. Wann ist der denn reingekommen, Schwester Gaby?
Gaby (grinst): Doch haben wir, Dr. Kaan.
Du kommst jetzt mit mir mit, mein Süßer! Würde gerne da ansetzen, wo wir vorhin von der blöden Schöneberger unterbrochen worden sind. Wir waren definitiv noch nicht fertig, Schatz. Oh Gott, ich will dich, Medhi! Jetzt! (GK)

Gaby zwinkerte ihm provozierend zu. Medhi verstand die Andeutung sofort... Oh Gott, sie will... Hilfe!

Medhi (schwitzt): Oh!
Gaby: Der ist reingekommen, als d... äh Sie mit dem fetten Haasen Kuchen gefuttert haben.
Medhi: Eh ein bisschen mehr Respekt für die Kollegen ja!
Nun hab dich doch nicht so, Medhi! (GK)
Gaby (verdreht die Augen): Tschuldigung! Ich meinte doch mit ... *kotz* ... Dr. Haase.
Medhi (lächelt): Geht doch!
Maria: Und ihr habt wirklich keine Neuigkeiten wegen deiner Tochter?
Medhi (schüttelt traurig den Kopf): Nein! Ich will da ehrlich gesagt auch nicht weiter darüber reden, ok?
Maria (enttäuscht): Wie du meinst.
Wieso redet er nicht mit mir darüber? Ich bin doch seine... Nein Maria, das bist du nicht. Du bist nur seine Affäre, mit der er ab und zu mal etwas Spaß hat. Mehr nicht! Kapier das endlich! Den Stellenwert vom Haasen wirst du nie einnehmen. Also vergiss es! Scheiße! (MH)

Eine Sache will ich aber trotzdem noch genauer wissen. (GK)
Gaby (zu MK): Und gibt es sonst noch was Neues?
Maria (funkelt GK böse an): Sie sitzen ja immer noch hier?
Gaby (funkelt böse zurück): Wieso sollte ich nicht?
Maria: Weil wir uns hier gerade unterhalten.
Also zieh Leine, du dummer Schlampe! (MH)
Gaby (grinst): Das tue ich doch auch gerade.
Mach nen Abgang, blöde Ziege! Medhi gehört mir! (GK)

Gabys rechte Hand rutschte aus Versehen auf Medhis linkes Knie. Medhi zuckte kurz zusammen und schaute sie böse an, dass sie das lassen solle. Doch ihre Hand blieb an Ort und Stelle liegen. Ihm wurde heiß und kalt zugleich.

Maria (sauer): Hier unterhalten sich aber gerade die Erwachsenen. Also zischen Sie ab!
Medhi: Maria!
Scheiße! Langsam wird es, glaube ich, echt kritisch! Die schlagen sich gleich die Köpfe ein oder? WEGEN MIR? Äh... Oh Gott, Medhi, was hast du nur angerichtet? ... Gaby verdammt, nimm endlich deine Hand da weg! Muss nachdenken! ... Wo waren noch mal die Notausgänge? Hilfe! (MK)
Gaby (aufgebracht): Ich lass mir doch von Ihnen nichts sagen. Das ist ein freies Land und ich sitze, wo ich will.
Und genau hier gehör ich hin! Sie nicht! (GK)

Die tickt doch nicht mehr ganz sauber! Was zum Teufel soll das? (MH)
Maria: Medhi, sag doch auch mal was!

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, wanderte Marias linke Hand zu seinem rechten Knie und zwickte ihn leicht. Dann schaute sie ihn durchdringend an. ... Scheiße! ... Medhi war gefangen zwischen „seinen“ beiden Frauen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Er begann zu schwitzen und rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Er schaute sich hektisch um, aber einen Ausweg gab es keinen....

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.269

25.02.2010 20:56
#404 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na dann auf in Runde 3. Medhi im Schwitzkasten! Also irgendwie tut er mir ja schon leid! Der Arme! Schönen Abend noch. Lorelei



Medhi (eingeschüchtert): Ja, ähm ... wenn sie hier unbedingt sitzen will... also... äh warum nicht.
Maria (zwickt erneut sein rechtes Knie): Medhi!
Was soll das, Medhi? (MH)
Gaby (tätschelt sein linkes Knie): Danke! Und was ist nun mit meiner Frage?
Medhi (verwirrt): Frage? Äh welche Frage?
Schon süß, wenn er so nervös wirkt. Hach... ich hab ihn schon gut im Griff. Er kann mir einfach nicht widerstehen. Soll ich mit der Hand noch weiter nach oben gehen? Hmm... (GK)
Gaby: Ob es was Neues gibt?
Medhi: Äh... weiß nicht, also ich bin immer der Letzte, der irgendetwas mitbekommt.
Gaby: Ach? Aber dass du plötzlich eine neue Wohnung hast, das weißt du schon?
Scheiße! Woher weiß sie das denn? (MK)
Maria (misstrauisch): Seit wann duzt DIE DICH?
Scheiße! Es ist aus! (MK)
Medhi (schwitzt): Äh...
Oh, das hätte ich jetzt vielleicht nicht sagen sollen oder? Er wollte es ja in der Klinik beim Sie belassen. Warum auch immer? Obwohl... die kann das ruhig wissen. Dann weiß sie wenigstens, was Sache ist und lässt ihn endlich in Ruhe. (GK)
Gaby (grinst hämisch): Ach privat duzen wir uns eigentlich schon eine ganze Weile.
Scheiße Gaby, was wird das jetzt? (MK)
Maria (böser Blick zu MK): Privat? Was hast du denn mit DER privat zu schaffen?
Oh Gott, jetzt ja nichts Falsches sagen, Medhi! (MK)
Gaby (kommt MK zuvor): Wissen Sie, Frau Doktor Hassmann, Medhi und ich sind auch „befreundet“. Haben ja schließlich auch eine ganze Weile zusammen gewohnt.
Gott sei dank, sie hält die Klappe, was die andere Sache betrifft! Scheiße eh, ich sterbe hier tausend Tode. (MK)
Maria (schockiert): Wie du hast mit der zusammengewohnt? Wann das denn?
Das kann nicht sein! Das glaube ich nicht. (MH)
Medhi (beschämt): Äh ja...also im Schwesternwohnheim. Also nach der Sache mit Anna, da war ich kurzfristig obdachlos und... äh...
Gaby (unterbricht ihn): Ich konnte ja meinen Oberarzt schlecht auf der Straße schlafen lassen. Wie sieht das denn aus? Und da hab ich ihn mit ins Schwesternwohnheim genommen und wir haben uns dann eine Weile ein Zimmer geteilt.
Och menno, wieso hab ich ihn eigentlich damals nicht schon in mein Bett gezogen? ... Scheiße, war ja schwanger und dämlicherweise in den Oberarsch verschossen. So ein Mist aber auch! Ich war echt krank damals! Wieso habe ich nur nicht meine Augen aufgemacht, dann wäre mir vieles erspart geblieben? Naja, jetzt wird ja endlich alles gut. Hoffe ich. (GK)

WAAAS??? Die haben sich ein Zimmer geteilt? ER und DIE??? Aber das geht doch nicht! Das kann doch alles nicht wahr sein. (MH)
Maria (verwirrt): Wie im Schwesternwohnheim? Da ist doch männerfreie Zone. Dafür sorgt doch dieser ärztehassende Drachen.
Gaby (grinst): Nicht wenn man Schwester Stefanie mit den richtigen Mitteln besticht. Nicht wahr, Medhi?
Medhi: Äh ja.
Wie bestochen? Doch nicht etwa? Meeedhi? (MH)
Maria (schockiert): WAAAS???
Gaby: Die hat so nen dämlichen Tick. Wenn Sie was von der wollen, bringen Sie ihr einfach eine Nilpferdfigur mit. Da steht die voll drauf. Krank ja! Wahrscheinlich irgendwelche Komplexe, weil sie ihr Abi nicht geschafft hat. Was weiß ich.
Maria: Muss ich das verstehen?
Medhi: Nein!
Maria (unsicher): Und ihr habt euch da ... äh ... wirklich nur... äh ein Zimmer geteilt?
Gaby (triumphierend): Ja! Da sind wir uns dann näher gekommen, wissen Sie.
Medhi (leicht panisch): Gaaaby!
Scheiße! Sie verrät es ihr noch! Ganz bestimmt. Sie hat so nen komischen Blick drauf! Oh Gott, ich hätte auf Marc hören sollen! (MK)
Maria (geschockt): Nä...näher gekommen?

Lorelei Offline

Mitglied


Beiträge: 7.269

26.02.2010 10:07
#405 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ihr denkt also jetzt kommt der Urknall, hmm? Na dann, schaumer mal!



Gaby (grinst): Freundschaftlich! Was sonst? War ja damals auch noch schwanger. Und da ist es ja nicht schlecht, wenn man einen Frauenarzt in der Nähe hat.
Freundschaftlich! Tzz... Das galt zumindest für die Zeit damals. Heute ist ja alles anders, nicht wahr, Medhi? (GK)

Oh Gott, Gaby bringt mich noch ins Grab! Echt! Das war knapp! (MK)

Gott sei dank und ich dachte schon... Blödsinn! Die ist doch überhaupt nicht sein Kaliber. Medhi steht doch nicht auf billige Schlampen. (MH)

Gaby zwinkerte Medhi provozierend zu, der unruhig auf seinem Stuhl hin- und herrutschte, hoffend, dass sich irgendwo ein Loch auftun würde, dass ihn verschlucken könnte...

Medhi (schwitzt): Ja, nur als Freunde. Und dann bin ich ja auch bald zum Meier gezogen.
Maria (misstrauisch zu MK): Naja, komische Freunde hast du.
Gaby (MH böse anfunkelnd): Was soll das denn heißen?
Maria (grinst GK hämisch an): Das meine ich allgemein.
Aber im Speziellen meine ich Sie damit, Sie hohle Nuss! (MH)

Gaby: Und was ist jetzt mit der Wohnung?
Maria (grinst triumphierend): Er zieht zu mir!
Gaby (entsetzt): WAAAS???
Aber das kann er doch nicht machen! Das kann er doch nicht ernsthaft bringen! NICHT BEI DER! (GK)

Na toll, jetzt fängt Maria auch noch mit der Reviermarkiererei an. Du bist so im Arsch, Kaan! (MK)
Medhi: Es handelt sich um eine kleine Einzimmerwohnung bei ihr im Haus. Also in einem Mehrfamilienhaus hier in der Nähe. Nichts Besonderes also!
Maria (grinst): Klein aber fein.
... für hoffentlich noch viele stürmische Nächte! Oh ja, Medhi! Das muss unbedingt wiederholt werden. Hmm... Hab ja auch noch deinen Zweitschlüssel! Hihi! (MH)
Gaby (misstrauisch): Wieso ausgerechnet bei der?
Maria: Wieso nicht?
Medhi: Das war die Einzigste, die ich mir leisten konnte.
Gaby: Hättest ja auch in eine WG ziehen können, wenn es dir nur um die Kohle geht.
Wir hätten ja zusammen eine aufmachen können. Hätte mich gefreut, dich immer bei mir zu haben. Eine kleine, feine WG unter „Freunden“, Medhi. (GK)
Maria: Schwester Gaby, ich glaube, Medhi ist aus dem Alter raus, in dem man noch in WGs wohnt.
Gaby: Und was ist das dann mit dem Meier?
Maria: Deshalb zieht er da ja auch aus.
Und das ist auch gut so. Bloß weg vom Haasen! Direkt in meine Arme! Hach ja... Seufz... (MH)
Gaby: Ach?
Medhi: Äh ja! Außerdem war das bei ihm eh nur als Übergangslösung gedacht und jetzt wo er mit Gretchen... ja also... äh... ich hatte halt einfach mal Lust auf was Neues.
Gaby: Aha! Und wann ist es soweit?
Maria (schlägt verführerisch die Beine übereinander u. schaut ihn anzüglich an): Das würde mich aber auch brennend interessieren, Medhi.
Oh Gott! Sie wird mich doch in der Wohnung überfallen! Sie hat den Blick drauf! Hmm... Hätte nichts dagegen einzuwenden. ... Upps, das waren jetzt wohl wieder die Hormone oder? ... Äh hat Maria nicht auch noch meinen Zweitschlüssel? (MK)
Gaby (misstrauisch zu MH): Wieso das denn?
Maria (unschuldig): Nur so!
Das nehme ich dir nicht ab, du blöde Kuh! Die hat doch was vor oder? (GK)
Gaby: Aha!? Also Medhi?
Medhi: Äh vielleicht nächste Woche oder so. Mal sehen, je nachdem, ob ich es schaffe.
Gaby: Schon?
Maria: Erst?
Medhi: Äh geht nicht eher. Muss die nächsten Tage ein paar Doppelschichten schieben.
Gaby: Oh!
Na da werde ich dann gleich mal den Plan suchen gehen und mich ganz unauffällig für ein paar Nachtschichten mit ihm eintragen. Oh ja! (GK)
Maria (enttäuscht): Schade!
Ich hätte mir so gewünscht, wir könnten das Wochenende zusammen verbringen. Naja läuft ja nicht weg, wenn er dann erst mal so richtig bei mir eingezogen ist. Oh Gott, ich freu mich so. ... Maria, nicht gleich ausflippen. Ruhig bleiben! Stay cool! (MH)
Gaby (blickt MK verführerisch an): Also wenn du Hilfe brauchst beim Umzug und so weiter, ich muss mich ja eh noch bei dir revanchieren, nicht?
Oh Gott! (MK)
Medhi (errötet leicht): Nicht nötig, Gaby. Das musst du nicht. Das habe ich doch gerne gemacht.
Hä? Was jetzt? (MH)
Gaby (grinst): Ich weiß.
Und in gewisser Weise hab ich mich ja auch schon erkenntlich gezeigt! Würde ich gerne jeden Tag wiederholen, Herr Doktor Kaan. (GK)
Maria (misstrauisch): Äh für was sollte die sich denn bei dir revanchieren?
Oh Gott! (MK)
Medhi (ertappt): Ääähhh... nichts weiter!
Gaby (grinst MH hämisch an): Er hat mir ja auch bei meinem Umzug geholfen. Sie wissen ja, eine Hand wäscht die andere.
Maria (blickt ungläubig zu MK): Was? Das ist nicht wahr oder?
Scheiße! Ruhig bleiben, Kaan! Nichts anmerken lassen! ... Das sagt sich so leicht! (MK)
Medhi (schwitzt): Äh doch!
Maria (funkelt MK böse an): Wann war das?
Oh nein! Jetzt ist alles aus. (MK)
Medhi (panisch): D...das spielt doch keine Rolle.
Gaby: Letzten Freitag!
Scheiße! Medhi, du bist aufgeflogen. Hau ab, wenn du lebend davonkommen willst! (MK)
Maria (schaut ihn unsicher an): Aber warst du da nicht...
Aber er hat doch gesagt, dass er mit einem alten Schulfreund unterwegs sei. Hat er mich etwa angelogen? Aber wieso? (MH)

Verdammt, wieso hab ich sie nur angelogen? Ich bin so ein mieser Arsch! (MK)
Gaby (blickt verwirrt zwischen beiden hin und her): Wo soll er denn sonst gewesen sein?
Scheiße, wie soll ich ihr das nur erklären? Ich wusste ja in dem Moment auch nicht, warum ich das gesagt habe. Das mit Gaby war ja zu dem Zeitpunkt noch gar nicht geplant. Das wäre mir ja auch nie in den Sinn gekommen, dass ich mit Gaby im Bett äh auf der Couch landen würde. Das ist ja erst dann irgendwie passiert. Oder hat das mein Unterbewusstsein schon vorausgesehen? Quatsch! So ein Blödsinn. So verrückt bin ich dann doch nicht. (MK)
Medhi (hypernervös): Äh Maria, das war so... also... äh...
Maria (verletzt): Du hast mich angelogen!
Gaby: Du hast sie angelogen? Wieso das denn?
Scheiße, scheiße, scheiße! (MK)
Medhi: Maria, ich...
Maria (enttäuscht): Spar’s dir!
Das hätte ich nie von ihm gedacht! Wieso hat er das getan? Wieso verheimlicht er mir, dass er Gaby geholfen hat? (MH)

Maria Hassmann sprang von ihrem Stuhl auf und verließ wortlos den Tisch. Medhi blickte ihr hilflos hinterher... Das wollte ich doch nicht. Es tut mir leid, Maria! ... Gaby grinste nur glücklich vor sich hin...

Gaby: Endlich allein!



Und da war es nur noch eine! Muss aber nichts heißen. Denn der Gedanke, dass Medhi etwas mit Gaby haben könnte, kam Maria überhaupt nicht in den Sinn. Sie ist einfach nur enttäuscht, dass er sie wegen seiner kleinen „Möbelzusammenschraubaktion“ bei Gaby angelogen hat. Mehr nicht! Also die Dreiecksgeschichte ist noch lange nicht aufgeflogen. Sie wird nur immer schwieriger für Medhi. Außerdem macht sie mir viel zu viel Spaß, um dem jetzt schon ein Ende zu setzen. Ich habe nämlich noch viel vor mit den Dreien. Und es soll ja auch spannend bleiben ne? Liebe Grüße. Eure Lorelei .

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26.02.2010 22:43
#406 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Sorry etwas spät, aber er kommt noch, der letzte Teil aus der Cafeteria. Viel Spaß!



Die dunkelhaarige Krankenschwester strich ihrem Geliebten verlangend mit der Hand langsam den Oberschenkel hoch und lächelte ihn dabei verführerisch an. Doch Medhi stieß ihre Hand sofort von sich und blickte sie wütend an....

Medhi: Was sollte das?
Gaby: Was?
Medhi: Dein Auftritt eben!
Gaby: Woher sollte ich denn wissen, dass du die blöde Ziege angelogen hast? Warum eigentlich? Ist es dir peinlich, mit mir gesehen zu werden oder warum erfindest du eine Ausrede?
Scheiße!
Medhi (senkt den Blick): Nein, das ist es nicht. Ich... Ach, keine Ahnung!
Gaby: Was ist denn los mit dir? Warum bist du denn auf einmal so unentspannt? Also ich wüsste da ein Gegenmittel. (zwinkert ihm anzüglich zu)
Das ist jetzt nicht ihr Ernst?
Medhi (fuchtelt aufgebracht mit seinen Händen vor ihr herum): Unentspannt? Na wenn ihr hier so ein Theater aufführt.
Gaby (verschränkt eingeschnappt ihre Arme): Na die hat doch damit angefangen. Wird Zeit, dass die auch mal einen abbekommt. Die ist doch völlig frustriert, die Alte.
Medhi (funkelt sie an): Hey, rede nicht so abfällig über sie ja!
Gaby (schnippisch): Was fährst du mich denn jetzt an? Kann dir doch eigentlich egal sein. Ihr seid ja nicht zusammen.......ODER ETWA DOCH?
Jetzt wird Klartext geredet, Herr Doktor! Ich hab euch schließlich neulich zusammen gesehen.

Scheiße, sie ahnt doch etwas oder? Verdammt! Was mach ich denn jetzt? ... Leugnen? ... Mann, ich bin so schlecht im Lügen.
Medhi (nervös): Äh... Wie kommst du denn darauf?
Gaby (fixiert ihn mit ihrem Blick): Weiß nicht, sag du es mir!
Medhi: Ich weiß nicht, was du meinst!
Leugnen bringt nichts, Medhi! Ich weiß es!
Gaby (sieht ihm direkt in die Augen): Ich hab euch zusammen gesehen.
Scheiße! Sie bringt mich um!!!
Medhi (unsicher): Gaby, ich...
Gaby: Du musst mir nichts erklären, Medhi.
Hä? Ich dachte, die zieht mir gleich eins über. Was hat das jetzt zu bedeuten?
Medhi: Nicht?
Gaby: War ja vor unserem ersten kleinen „Abenteuer“.
Wie davor?
Medhi (verwirrt): Äh... wann...wann hast du uns denn gesehen?
Wieso fragt er das denn jetzt? Er wird doch wohl noch wissen, wann er mit der...? GGGGRRRR!!! Nicht daran denken, Gaby!
Gaby: Äh naja den genauen Tag weiß ich jetzt auch nicht mehr. Ich glaube, an dem Tag sind Hanni und Nanni aus den Flitterwochen wiedergekommen.
Medhi: Oh!!!
Also heißt das jetzt, dass sie von den anderen paar Mal nichts weiß oder wie?
Gaby: Kann schon verstehen, dass du da vor lauter Frust... äh naja du verstehst schon... also einmal schwach geworden bist, aber lass es nicht zur Gewohnheit werden ja! Ich glaube, die Frau ist schon ein bisschen verrückt. Also wenn ich mitkriege, dass da wieder was läuft, bist du dran, Herr Doktor!

Medhi schluckte schwer... Oh Gott! ... Gaby grinste ihn verschmitzt an. Um ihrer Drohung Nachdruck zu verleihen, fasste sie Medhi an seine Hose. Er zuckte kurz zusammen und errötete leicht...

Gaby (flüstert leise in sein Ohr): Und Herr Doktor, noch ein paar Minutchen Zeit für ein paar kleine Doktorspielchen?
Äh ... Hilfe!
Medhi (überfordert u. unsicher): Gaby, ich... ich muss arbeiten. Ich...
Gaby (lächelt verführerisch und streicht sein Bein hoch): Komm schon!
Verdammt!
Medhi: Später vielleicht.
Was? Später? Kaan, du bist verrückt!

Tja, wie gesagt, du kannst mir nicht widerstehen, Medhi! Ich dir ja auch nicht. Ich will dich!
Gaby: Gut! Na dann bis später! Dr. Kaan!
Medhi: Schwester Gaby!

Grinsend erhob sich die attraktive Krankenschwester von ihrem Stuhl, warf ihrem Oberarzt noch einen „Gleich-bist-du-fällig!“-Blick zu und verließ anschließend die Cafeteria. Medhi ließ seinen Kopf auf die Tischplatte fallen... Alter, in was für eine Scheiße hast du dich da nur geritten? Das war echt knapp! Das hat mich mindestens drei Jahre meines Lebens gekostet. Echt! ... Puh!!! ... Gut, Gretchen hat nichts gemerkt. Gaby ist immer noch scharf auf dich und ahnt anscheinend nichts weiter. Aber ihre Drohung, die war schon... Oje! Hilfe! Und Maria? Sie ist sauer! Aber ist sie jetzt sauer, weil ich sie angelogen habe oder weil sie denkt, dass an dem Abend was mit Gaby gelaufen ist? Oder beides? Scheiße, was mach ich denn jetzt? Ich kann sie doch nicht so gehen lassen? ... Super Medhi, aus der Nummer kommst du nicht wieder raus! Mit Maria willst du dich wieder versöhnen und wahrscheinlich gleich noch eine Versöhnungsnummer schieben und Gaby hast du auch schon wieder Sex versprochen. Schön! ... Ich bin so ein Arsch! Ich bin so am Ende! ... Er schnappte sich seinen Teller und futterte die restlichen Kuchenkrümel auf, anschließend nahm er auch noch den Teller, den Gretchen stehen gelassen hatte und aß den Rest ihres Schokokuchens auf. Ein eindeutiger Fall von Frustfutterattacke. Aber nach dem Tag war es ihm auch nicht zu verübeln. Der Karren hatte sich eindeutig noch fester in den Dreck gefahren als vorher.



Tja, da ist er doch tatsächlich noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Noch!!! Er hat aber auch mehr Glück als Verstand! Und damit ihr beruhigt schlafen könnt, morgen kommt wieder Marc Meier dran! Lorelei

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27.02.2010 10:19
#407 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So ihr musstet lange darauf warten, aber das mit Medhi musste auch mal sein. Hat ja auch Spaß gemacht. Also uns, ihm weniger! Jetzt geht es aber weiter mit den Meiers. Während Dr. Kaan mit seinen Zicken kämpfte, hatte sich Dr. Meier auf dem Weg zu seiner Mutter gemacht, um endlich Tacheles zu reden. Viel Spaß mit dem ersten Teil! Eure Lorelei



Am Abend kurz nach halb acht erreichte ein aufgewühlter Marc Meier sein ehemaliges Elternhaus am Stadtrand von Berlin. Er war geladen. Er war mehr als geladen nach all dem, was er heute erfahren hatte. Wie konnte SIE ihm das nur antun? Auch wenn sie es vielleicht nicht oft zeigte, hatte er doch eigentlich immer geglaubt, dass sie ihn liebte. Auch wenn sie ihn manchmal mit ihren Neurosen und Launen regelrecht auf die Palme brachte, so war sie dennoch seine Mutter und er liebte sie, eben so viel, wie er für sie aufbringen konnte. Er war immer für sie da gewesen. In all den dunklen Stunden, in denen sie am Abgrund stand, wenn sie aus dem tiefen, tiefen Deprital keinen Ausweg mehr fand und im Selbstmitleid zu ertrinken drohte. Er war für sie da, immer, so wie es sich für einen Sohn auch gehörte. Er hatte sie beschützt vor der Welt, aber auch vor sich selbst. Er hatte das aus Liebe getan, aus Liebe eines Sohnes für seine Mutter. Und sie gab ihm diese Liebe zurück, wenn auch eher indirekt. Aber Marc wusste ihre Zeichen und Gesten zu deuten. Sie war stolz auf ihn, auf all das, was er erreicht hatte. Das wusste er. Er schätzte ihre Meinung. Sie hatte in all den Jahren keinen seiner Vorträge verpasst. Im Gegenzug dazu hatte er sie auf Lesungen, Buchpräsentationen und Messen begleitet, sie hatte mit ihm als ihren perfekten, wohlgeratenen, intelligenten Arztsohn angegeben, er hatte ihre Werke Korrektur gelesen, sie teilweise auch selbst geschrieben, wenn es ihr mal wieder schlecht ging. Und diese Phasen gab es oft. Für all ihr Leid hatte Marc immer IHN verantwortlich gemacht. Weil er sie betrogen und verlassen hatte, war sie so geworden: eine verzweifelte, einsame und verbitterte Frau, die keine Gefühle mehr zuließ, auch nicht für ihren Sohn. Er hatte mit der Zeit gelernt, damit leben zu können. Er war ja selbst kaum fähig zu aufrichtigen Gefühlen gewesen, bevor er Gretchen Haase wieder traf. Marc hatte seinen Vater dafür gehasst, dass Elke seinetwegen so geworden war: gefühlskalt, ichbezogen und zynisch. Sie versteckte sich hinter ihren Büchern. Das war schon immer ihre eigene kleine heile Welt, wo sie sie selbst sein konnte. Nur wenn sie schrieb, schien sie glücklich. Und das machte ihren Sohn auch irgendwie glücklich. Auch wenn er Dr. Rogelt über alle Maßen hasste - war doch die Figur an seinen Vater angelehnt -, war er dennoch stets froh, wenn sie ein neues Werk vollendet hatte und es ihm voller Stolz zur Korrektur gab. So hatten sie sich arrangiert all die Jahre. Auch wenn man ihr Verhältnis zueinander nicht gerade als normal bezeichnen konnte, denn manchmal brachte ihn seine Mutter dermaßen zur Weißglut, dass er tagelang kein Wort mehr mit ihr redete, oder wenn man sie zusammen meist nur streitend und schimpfend sah, so waren sie dennoch eine Familie, die einzige Familie, die Marc Meier kannte.

Doch von einen Tag auf den anderen war jetzt plötzlich alles anders. Sein Vater war wieder da. Der Vater, den er eigentlich immer gehasst hatte, den er aus seinem Herzen verbannt hatte und dem er eigentlich nie wieder begegnen wollte, weil er sein Leben und das seiner Mutter zerstört hatte an dem Tag, als er ging. Und nun war es gerade einmal zwei Stunden her, dass sie sich wieder gesehen hatten, nach zwanzig langen Jahren. Olivier Meier war nicht der Mann, für den Marc ihn all die Jahre gehalten hatte. Nein, er war kein Lügner und Betrüger, er war kein Rabenvater, er war der Vater, der er schon immer gewesen war. Seine tiefe Stimme, sein verschmitzes Lächeln, seine liebevollen Worte, alles war wie früher. Er war der Vater, dessen Erinnerungen Marc tief in seinem Herzen versteckt hatte und die nun wie eine riesige Welle zurückschlugen. Jahrelang hatte er sich eingeredet, dass sein Erzeuger ein schlechter Mensch sei und er war dermaßen überzeugt davon gewesen, dass er ihn wirklich hasste. Nie hatte er einem Menschen mehr gehasst als ihn. Doch die Begegnung mit seinen Vater gerade eben hatte die meterdicke Mauer um sein Herz zum Einsturz gebracht. Marc hasste ihn nicht. Nein, ganz im Gegenteil, er liebte ihn noch immer. So wie ein Sohn eben seinen Vater liebte. Gefühle, die er noch heute Morgen nicht für möglich gehalten hätte. Er hatte ihn wieder. Seinen Vater. Olivier hatte ihn nicht vergessen. Er liebte ihn. Er hat ihn immer geliebt. Und SIE hatte ihn um diese Liebe betrogen.

WARUM? Warum zum Teufel hat sie das getan? ... Diese Frage quälte den jungen Oberarzt, seitdem er in sein Auto gestiegen war. Er hatte sich kaum auf den Verkehr konzentrieren können, weil ihm tausend Dinge gleichzeitig durch den Kopf schossen... der Inhalt der Briefe, Oliviers liebevolle Rede gerade eben, aber auch all die bösen Worte, die seine Mutter ihm damals über seinen Vater eingetrichtert hatte. Marc hatte ihr geglaubt, obwohl da immer wieder dieser Zweifel gewesen war, dass irgendetwas an ihrer Geschichte nicht stimmte. Aber er hatte ihn nie an sich herankommen lassen. Er hatte ihre Geschichte als Tatsache akzeptiert. Denn für ihn stand immer fest, dass er seine Mutter liebte und seinen Vater hasste. Klar hatte er sich oft gewundert, warum Elke immer noch so an IHM hing, jedes Jahr am Jahrestag der Trennung zusammenbrach und ihn immer Olivier nannte, obwohl sie IHN doch eigentlich dafür hassen müsste, dass er sie betrogen und verlassen hatte. Marc konnte sich ihr Verhalten überhaupt nicht erklären. Aber je mehr er jetzt darüber nachdachte und je näher er der Villa Fisher kam, desto mehr spürte er eine unbändige Wut in ihm aufsteigen. Den Hass, den er heute Morgen noch für seinen Vater empfunden hatte, fühlte er jetzt, wenn er an seine Mutter dachte. Sie hatte ihm den Vater genommen. Die Person, die er über alles geliebt hatte. Das würde er ihr niemals verzeihen.

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27.02.2010 19:20
#408 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Nun stand Marc Meier bereits seit einer Viertelstunde vor dem Haus seiner Mutter, doch er war noch immer nicht aus seinem Wagen ausgestiegen. Er traute sich nicht. Irgendetwas hinderte ihn noch daran. Er wusste auch nicht, was es war. War es der Gedanke, dass es vielleicht endgültig sein würde, dass er vielleicht zum letzten Mal hier sein würde? Hier an seinem Elternhaus. Er schaute hinüber zur Villa. Plötzlich tauchten Bilder von früher vor seinem geistigen Auge auf. ... Bilder, als er noch glücklich als kleiner Junge mit seinem Vater durch den Garten tobte, aber auch dunkle Bilder aus der Zeit, als er mit seiner Mutter hier allein leben musste. Die Lebensfreude und Wärme, die früher in dem Gemäuer geherrscht hatte, war damals mit seinem Vater gegangen. Eigentlich hatte er dieses Haus immer gehasst. Schließlich hatte seine Mutter ihn oft genug allein dort zurückgelassen, wenn sie mal wieder wegen Dr. Rogelt unterwegs war oder sich mit einem ihren zahlreichen Verehrern traf. Marc hatte es nie lange allein in diesem Haus ausgehalten. Wahrscheinlich war er deshalb immer stundenlang mit dem Fahrrad in den Straßen Berlins unterwegs gewesen, um andere Menschen zu sehen, das pulsierende Leben der Metropole zu spüren und sich nicht mehr so einsam und leer zu fühlen. Er hatte sich wahrscheinlich deshalb hinter hohen Hecken versteckt und kleine, blondgelockte Mädchen, die ihn eigentlich nervten, aber an die er unentwegt denken musste, beobachtet und heimlich fotografiert. Wahrscheinlich hatte er deshalb abends neidisch in die hell erleuchteten Wohnungen und Häuser glücklicher Familien geschaut, die zusammen am Esszimmertisch saßen und miteinander lachten. Ein Leben, das Marc Meier nicht kannte oder das zumindest in seinen Erinnerungen Jahrhunderte zurücklag. Er wusste es nicht. Aber genau jetzt in diesem Moment spürte Marc wieder diese Kälte, die dieses Haus immer ausgestrahlt hatte. Er bekam eine Gänsehaut. Er schaute wieder auf die Straße vor sich. Sollte er wieder fahren oder doch endlich reingehen und sie zur Rede stellen? Aber er hatte Angst. Angst vor dem, was dann passieren würde. Aber neben dieser Angst spürte er auch diese unbändige Wut. Seine Mutter hatte ihn all die Jahre belogen, ihn um sein Leben betrogen. Das konnte er nicht so stehen lassen. Er wollte eine Erklärung. Jetzt! Das war das Mindeste, was sie ihm noch schuldig war. Doch diesen Verrat würde er ihr niemals verzeihen. Marc krallte sich am Lenkrad fest, rüttelte daran, schlug aufs Armaturenbrett, ließ seiner Wut freien Lauf und atmete dann tief durch. So wollte er ihr nicht begegnen. Er wollte ihr noch eine einzige letzte Chance geben. Wenn sie ihm jetzt die Wahrheit aus freien Stücken heraus oder zumindest mit Hilfe eines kleinen Winks seinerseits erzählen würde, ihm ihre Beweggründe glaubhaft darlegen würde, dann würde er es eventuell nicht zum Äußersten kommen lassen. Aber wenn sie ihn weiterhin anlügen würde, dann wäre sie für ihn gestorben und zwar für immer.


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28.02.2010 12:47
#409 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Elke Fisher saß währenddessen auf ihrer weißen Designercouch im Wohnzimmer mit einem Glas Rotwein in der Hand. Sie wartete schon ungeduldig auf ihren Sohn und seine neue Freundin, denn es war Freitagabend und sie hatte die beiden eigentlich für 19 Uhr zum Essen eingeladen, aber sie waren nicht pünktlich erschienen. Elkes Laune war dementsprechend auf dem Tiefpunkt. Sie hasste es zu warten. Eine Erfolgsautorin ließ man nicht warten. Das wusste ihr Sohn ganz genau, aber dieser war zum ersten Mal seit Jahren nicht pünktlich. Das machte sie wütend und beunruhigte sie zugleich. Sie blickte immer wieder zur Tür, aber nichts passierte. Dann richtete sie ihren Blick ins Esszimmer, wo ein reichlich gedeckter Tisch auf sie und ihre Gäste wartete. Der Cateringservice hatte mal wieder hervorragende Arbeit geleistet. Elke machte sich schließlich schon seit Jahren in der Küche nicht mehr die Hände schmutzig. Als Vorspeise sollte es einen Salat Niçoise und als Hauptgang eine Fischplatte mit Wildreis geben und nur für ihre Schwiegertochter in spe hatte sie Mousse au Chocolat als Nachspeis bestellt. Obwohl sie Kakao, Schokolade und alle Produkte aus Zucker ebenso wie alles aus Weizen für böse hielt, war sie diesen Kompromiss eingegangen. Elke wollte sich schließlich von ihrer besten Seite zeigen. Denn es sah nicht so aus, als ob sie Gretchen Haase so schnell wieder loswerden würde. Ihre Haushälterin hatte sie bereits vor einer halben Stunde nach Hause geschickt. Elke hatte sich wirklich auf einen ruhigen Abend mit ihrem Sohn gefreut. Auch wenn sie es nie offen zugab, denn Gefühlsäußerungen waren ihr zuwider, sie liebte ihren Sohn. Er war der wichtigste Mensch in ihrem Leben und der Freitagabend war für sie immer der schönste Tag der Woche. Dann hatte sie ihren Marc Olivier für sich, naja nur heute Abend eben nicht so ganz.

Elke Fisher hatte viel nachgedacht in den letzten Tagen. Ihr Sohn hatte sich verändert, seitdem er mit dieser Frau zusammen war. Er blühte regelrecht auf. So fröhlich und voller Lebensfreude kannte sie ihn gar nicht. Er strahlte innerlich wie äußerlich. Wann hatte sie ihren Sohn das letzte Mal so lächeln gesehen? Sie wusste es nicht. Ihr Marc Olivier war tatsächlich verliebt, zum ersten Mal in seinem Leben. Das war nicht zu übersehen. Selbst für sie nicht. Denn so hatte er noch nie eine seiner zahlreichen Eroberungen angesehen. Ihr waren die zärtlichen Gesten und die verliebten Blicke zwischen den beiden nicht entgangen. Eigentlich hatte Elke die junge Ärztin schon sehr früh als Gefahr empfunden und das nicht, weil sie sie damals im Fitnessstudio fast umgebracht hatte, nein, ihre verstohlenen Blicke, sein Verhalten ihr gegenüber, ihr gesamter Umgang miteinander, auch im Krankenhaus, das alles war irgendwie anders. Damals verstand Elke noch nicht, was es genau war, doch heute war sie schlauer. Marc liebte diese Frau und zwar nicht erst seit gestern. Diese Liebe ging tiefer und länger zurück. Seine Mutter hatte überhaupt keine Ahnung gehabt, dass sich die beiden schon von ihrer gemeinsamen Schulzeit her kannten. Wusste sie wirklich so wenig über ihn? War sie wirklich so eine schlechte Mutter? Dieser Gedanke hatte die Erfolgsautorin tief erschüttert. Und ausgerechnet ihre missglückte Affäre und ehemalige Muse Prof. Dr. Franz Haase, gleichzeitig auch noch ihr Vater, musste sie darauf hinweisen. Als er ihr das am Montag gesagt hatte, war das wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. Und sie fühlte sich zurückversetzt in ihre eigene Schulzeit. In die Zeit, als sie ihren Olivier kennen gelernt hatte. Klar, der Vergleich war eigentlich irrsinnig, denn Marc schien ja damals noch kein Interesse für Franz’ Tochter gehabt zu haben. Aber jetzt war dieses Interesse umso größer. Er liebte sie. Er meinte es ernst, sehr ernst, denn er hatte die Beziehung öffentlich gemacht. Er stand zu ihr. Er wurde sogar von Franz geschätzt. Sie hatte den Stolz in seinen Augen lesen können. Und Marc schätzte anscheinend auch ihre Familie. Er verbrachte Zeit mit ihr und das freiwillig. Selbst mit dieser hysterischen Furie Bärbel Haase! Wann hatte er das letzte Mal freiwillig mehr als zwei Stunden mit seiner eigenen Mutter verbracht? Elke wusste es nicht. Marc verteidigte das Mädchen sogar wie ein Löwe vor ihr. Er würde wahrscheinlich alles für sie tun. Plötzlich gab es einen wichtigeren Menschen in seinem Leben als seine eigene Mutter. Das hatte Elke sehr verunsichert. Und sie war eifersüchtig auf diese Frau, die ihn in ihren Bann gezogen hatte. Er hatte nur noch Augen für sie. Seine Mutter schien ihm völlig egal zu sein. Nie zuvor hatte er sich ihr gegenüber so abweisend gezeigt. Elke drohte ihn zu verlieren, aber das wollte sie nicht. Ohne ihn wäre sie doch verloren. Marc war schließlich das Einzigste, was ihr geblieben war. Ihr einziger Halt im Leben. Was hatten die beiden schon alles zusammen durchgemacht. Er war immer für sie da gewesen, wenn es ihr schlecht ging, wenn sie wieder einmal drohte zu ertrinken im Selbstmitleid oder in ihren Depressionen. Er war immer zur Stelle gewesen. Rund um die Uhr. Aber jetzt gab es plötzlich diesen anderen Menschen in seinem Leben, der ihm wichtiger war als alles andere auf der Welt. Das machte ihr Angst. Was würde aus ihr werden, wenn er diese Frau tatsächlich heiraten und mit ihr eine eigene Familie gründen würde? Dass Marc es ernst meinte, hatte sie sich spätestens am Montag schmerzlich eingestehen müssen. Irgendwann würde es dazu kommen. Das hatte sie in seinen Augen gelesen, auch wenn er es sich selbst vielleicht im Moment noch nicht eingestehen würde. Aber den ersten Schritt hatte er bereits getan. Er wollte freiwillig mit einer Frau zusammenziehen. Er, der ewige Single und beziehungsscheue Frauenheld. Bald wäre sie sicherlich schwanger, dann würde er sie wahrscheinlich auch heiraten und Elke wäre für immer abgeschrieben. Ihr blieb nichts anderes übrig. Sie musste sich mit ihr arrangieren. Irgendwie. Sie wollte ihn schließlich nicht verlieren. Und irgendwie mochte Elke die blonde Frau ja schon. Seine Freundin kümmerte sich wenigstens um ihren geliebten Ex-Mann. Das hatte sie irgendwie beeindruckt. Dr. Gretchen Haase war ein herzensguter und liebevoller Mensch. Damit hatte Marc durchaus nicht Unrecht. Eigentlich war sie genau das Gegenteil von ihm. Sie hatte das, was ihm an Menschlichkeit und Gefühl fehlte. Sie ergänzten sich perfekt, wie auch die Figuren in Elkes Liebesromanen. War es das, was eine große Liebe ausmachte? Die Autorin wusste es nicht. Solche Gefühle beschrieb sie eigentlich nur in ihren Romanen. Und irgendwie hatte sie es auch noch nicht ganz verinnerlicht, dass ihr Sohn tatsächlich zu solchen Gefühlen fähig war. So hatte sie ihn doch eigentlich nicht erzogen. Sie hatte ihm doch immer wieder eingebläut, dass Liebe nur ein Trugbild sei, eine chemische Reaktion des Körpers, die vom Wesentlichen ablenkte. Nämlich von sich selbst. Elke wollte doch nur nicht, dass er verletzt wird. Sie wollte ihn doch beschützen. Sie war doch schließlich seine Mutter und Mütter beschützen nun mal ihre Kinder vor den Gefahren, die das wahre Leben zu bieten hat. Aus eigener Erfahrung wusste sie ja, wozu Frauen fähig waren. Sie wollte ihm Gleiches ersparen. Fast wäre er ja auch auf so ein hinterhältiges Biest hereingefallen. Elke Fisher war außer sich gewesen, als sie die Einladung zu seiner Hochzeit mit dieser biestigen Krankenschwester im Briefkasten gefunden hatte. Sie kannte diesen Typ Frau ganz genau. Für Geld und Macht würden sie alles tun. Und so war es ja dann auch gewesen. Woher sie das wusste? Sie war damals genauso gewesen und hatte mit ihrem Verhalten ihren Olivier verloren. Eigentlich hatte Elke gedacht, dass Marc aus der Geschichte mit diesem erpresserischen Miststück gelernt hatte. Aber anscheinend nicht. Seine blonde Assistenzärztin hatte ihm dermaßen den Kopf verdreht, das er blind ins Unglück zu laufen drohte. Das hatte sie zumindest bis jetzt gedacht. Erst jetzt konnte sich Elke Marcs aggressives Verhalten und seine miese Laune im letzten halben Jahr erklären. Er war eifersüchtig und litt unter dem schlimmsten Liebeskummer seines Lebens. Warum war ihr das damals nicht aufgefallen? Warum war er nicht zu ihr gekommen? Sie war doch seine Mutter. Diese Frau hatte ihn zutiefst verletzt, sie hatte ihn, ihren Jungen, abgewiesen und einen anderen geheiratet. Genau diese bittere Erfahrung wollte sie ihm doch immer ersparen mit ihren abstrusen Theorien über die Liebe. Aber Marc konnte diese Frau anscheinend nicht vergessen. Was hatte sie nur an sich, das er so fasziniert von ihr war? Er hatte tatsächlich um sie gekämpft, genau wie Dr. Rogelt immer um Monique gekämpft hatte. Diesen Kampfgeist hatte Elke zum ersten Mal aufblitzen gesehen, als sie ihn vor ein paar Wochen schlafend in seinem Büro vorgefunden hatte. Immer wieder hatte er im Schlaf ihren Namen gemurmelt und dabei gelächelt. Sie hielt das anfangs für eine alberne Verliebtheit, aber es war ihm wirklich ernst. Keine zwei Wochen später waren sie endlich zusammen. Ihr Sohn hatte tatsächlich gewonnen. Er hatte ihr Herz erobert, welches sie anscheinend schon längst an ihn verschenkt hatte, schon damals zu Schulzeiten, wie Franz behauptet hatte. Diese Frau hatte tatsächlich das geschafft, was schon so viele vor ihr versucht hatten und daran gescheitert waren, sie hatte ihn gebändigt und aus ihm einen besseren Menschen gemacht. Zum ersten Mal in seinem Leben stand er zu seinen Gefühlen, ließ jemanden hinter seine harte Fassade blicken. Und das war nicht der Verdienst seiner Mutter. Dieses Strahlen in seinen Augen, wenn er über sie sprach, das hatte Elke noch nie zuvor bei ihm gesehen. Ihr Marc Olivier war tatsächlich glücklich. Was sollte sie noch dagegen einwenden? Als Mutter will man doch nur, dass die eigenen Kinder glücklich sind. Und das war er nun mal. Wenn es der Weg war, den er unbedingt gehen wollte, dann musste sie es wohl oder übel akzeptieren. Marc hatte das gefunden, was sie vor zwanzig Jahren verloren hatte: die große, einzig wahre Liebe!

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28.02.2010 17:31
#410 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Aber noch eine andere Sache beschäftigte die Erfolgsautorin. Dass ER ausgerechnet jetzt wieder hier aufgetaucht war, hatte Elke Fisher förmlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Ihr Olivier war nach all den Jahren zurückgekehrt. Aber wieso? Was wollte er in Berlin? Was würde er schon wollen? Natürlich wollte er zu Marc! Wie in all den Jahren zuvor auch, doch sie hatte den Kontakt abbrechen lassen. Aus Angst. Aus Angst davor, dass Marc sie auch verlassen könnte. Und jetzt, da sie wusste, dass Olivier wieder aus dem Koma erwacht war, wuchs diese Angst ins Unermessliche. Es war nur eine Frage der Zeit, bis alles ans Tageslicht kommen würde. Das war auch kein Wunder, lag er doch ausgerechnet im EKH und sollte auch noch auf Marcs Station verlegt werden. Das war ein Zeichen. Das Schicksal wollte es so. Das Schicksal hatte ihn direkt auf Marcs OP-Tisch geführt. Tagelang hatte Elke nicht schlafen können, hatte alle möglichen Varianten in ihren Gedanken durchgespielt, aber eine Lösung fand sie nicht. Sie wollte mit Olivier reden und ihn daran hindern, mit Marc zu sprechen. Natürlich könnte sie das nicht verhindern. Das konnte sie nicht von ihm verlangen. Er hatte alles Recht der Welt, ihn zu sehen. Aber sie wollte zumindest vorher selbst mit ihrem Sohn über alles gesprochen haben. Aber vor Oliviers Tür hatte sie dann doch der Mut verlassen. Sie hatte durch sein Fenster geblickt. Er war noch immer ein stattlicher Mann. Er sah blendend aus. Unwiderstehlich. Zum Verlieben eben. Er hatte nichts von seinem alten Charme verloren. Das hatte sie alles nur durch einen einzigen Blick durch sein Fenster erkannt. Ihr Herz schlug höher, als sie ihn sah. Wie hatte sie ihn nur damals gehen lassen können, schoss es ihr durch den Kopf. Sie wünschte sich aus tiefsten Herzen, dass er ihr verzeihen würde, was sie ihm angetan hatte, aber sie wusste ganz genau, dass er das niemals tun würde. Der Verrat war zu groß. Schließlich hatte sie ihm das weggenommen und jahrelang vorenthalten, was ihm am meisten auf der Welt bedeutete. Einzig und allein aus verletztem Stolz und Eitelkeit. Sie hatte die Liebe ihres Lebens einfach so gehen lassen. Nein, sie hatte ihn zurückgewiesen, ihn betrogen und zu diesem einsamen Schritt getrieben. Er ist gegangen, weil sie das so gewollt hatte. Weil sie in ihrem blinden Erfolgswahn vergessen hatte, was wirklich im Leben zählte: ihre Familie. Ihre Liebe. Ihr Olivier. Doch er war schon lange nicht mehr ihr Olivier. Sie hatte ihn weggeworfen wie ein Stück Dreck, weil er nicht mehr in ihren Lebensentwurf gepasst hatte. Sie hatte ihm das Herz gebrochen und das hatte sie erst verstanden, als er die Tür für immer hinter sich geschlossen hatte. In dem Moment wusste sie, dass sie einen riesigen Fehler begangen hatte. Doch diese Einsicht kam zu spät. Er war weg. Für immer. Er würde niemals zu ihr zurückkehren. Eine Welt brach damals für sie zusammen. Auch ihr Herz zersprang in tausend Stücke. Es sollte nie wieder heilen. Und ihre Schuldgefühle stiegen ins Unermessliche. Sie waren manchmal unerträglich und nur mit Alkohol und vielen Tabletten zu ertragen. Sie wollte ihn vergessen, hatte es aber nie wirklich geschafft. Ihr Sohn erinnerte sie jede Minute an ihn. Sah sie ihn, dann sah sie Olivier vor sich. Den Olivier, in den sie sich mit zwölf unsterblich verliebt hatte. Ihre große Jugendliebe. Elke versuchte, sich die Erinnerungen aus dem Herz zu reißen, aber es gelang ihr nicht. Sie baute eine riesige Mauer um ihr Herz. Sie wollte niemanden mehr an sich herankommen lassen, selbst ihren Sohn nicht, dem sie mit Kälte und Lieblosigkeit begegnete, ihm sogar ein Lügenmärchen auftischte, dass sein Vater ein Lügner und Betrüger sei, dessen Briefe sie zurückschickte, denn sie wollte ihn nicht mehr an ihr Herz lassen. Er sollte verschwinden, aus ihrem Leben und aus ihren Gedanken. Nur so dachte sie, über ihn hinwegkommen zu können. Nur so dachte sie, würde auch ihr Sohn mit dem Verlust fertig werden. Ohne jeglichen Kontakt würde er ihn irgendwann vergessen. Das war besser für ihn und für sie, glaubte Elke damals. Es hatte sie beide hart werden lassen. Unfähig für jegliche Gefühlsregung. Alle beide hatten eine meterdicke Mauer um ihr Herz hochgezogen und eine Maske aufgesetzt. Die Fassade funktionierte perfekt. Niemand hatte es je geschafft, dahinter zu blicken. Und das galt auch für Mutter und Sohn. Wie sich der jeweils andere tatsächlich fühlte, ahnten beide nicht. Ein normales Familienleben war seitdem nicht mehr möglich gewesen. Elke hätte es auch nicht ertragen können. Eine heile Familienwelt wäre ihr zuwider gewesen und Marc wahrscheinlich auch. So führten die beiden eine gefühllose Zweckpartnerschaft. Sie hatte ihren Sohn seit damals nie wieder in den Arm genommen. Sie hätte es nicht ertragen können. Ihr Sohn erinnerte sie viel zu sehr an Olivier. Mit der Zeit hatten sich die beiden damit arrangiert. Elke kümmerte sich um ihre Karriere und ließ Marc sein Ding machen. Ohne jeglichen Regeln und Einschränkungen. Dass er eigentlich noch ein Kind war und viel zu früh auf die eigenen Beine gestellt wurde, war ihr dabei egal gewesen. So war er sehr schnell selbständig und erwachsen geworden. Marc wuchs trotzdem zu einem prachtvollen Mann heran, studierte, machte Karriere, war in allem immer der Beste. Er machte sie stolz, auch wenn sie das nie offen zugab. Doch den leeren Blick in seinen Augen, den hatte sie nie wirklich wahrgenommen. Denn sie war ja selbst unfähig zu Gefühlen. Die steckte sie nur in ihre Arbeit. Es ist schon erstaunlich, dass eine Frau, die Liebesromane schrieb, selbst nicht zu echten Gefühlen fähig war.

Doch seitdem Elke wusste, dass Olivier Meier wieder in Berlin war, krochen die Erinnerungen und die alten Gefühle wieder in ihr hoch. Die Schuldgefühle machten sie fertig. Ihre Fassade begann zu bröckeln. Sie wusste, dass sie Marc endlich die ganze Wahrheit sagen musste. Die Wahrheit, die sie in ihrer Verzweiflung all die Jahre selbst nicht mehr als Wahrheit empfunden hatte. Die Autorin hatte lange mit sich gehadert. Aber nach dem Gespräch mit Marc am Montag, wo er wieder einmal seinen Hass auf seinen Vater deutlich gemacht hatte, den Hass, den sie mit ihrem Lügenmärchen künstlich geschürt hatte, nach dem Gespräch mit seiner fürsorglichen Freundin, die ihm Halt geben würde, wenn er die Wahrheit erführe, und nach dem Blick in das Zimmer von Olivier Meier, der Liebe ihres Lebens, einer Liebe, die sie verspielt hatte, wusste sie, dass sie Marc alles sagen müsste. Heute! Sie wollte an diesem Abend endlich mit ihm darüber sprechen. Und vielleicht war es ja auch gar nicht so schlecht, dass sie eine schlichtende Person in der Mitte hätten, Gretchen Haase, die Frau, die er liebte. Die ganze Woche über hatte Elke sich überlegt, was sie ihm sagen könnte, aber es gab keine Worte, die ihren Verrat mildern könnten. Sie kannte ihren Sohn gut genug. Sie wusste, er würde sie dafür hassen. Sie ahnte, dass sie ihn schlimmstenfalls für immer verlieren würde.

Seit einer halben Stunde saß Elke Fisher nun schon wie auf glühenden Kohlen. Warum kam Marc Olivier gerade heute zu spät? Er war doch immer pünktlich gewesen. Lag es etwa an dieser Frau? Hatte sie ihn dazu überredet, doch nicht zum traditionellen Fisher-Freitagsdiner zu kommen? Das beste Verhältnis hatten die beiden ja nicht nach der Geschichte mit ihrem Vater und der unschönen Begegnung letzte Woche in seinem Büro, als Elke schockiert feststellen musste, dass ihr Sohn tatsächlich mit dieser Person zusammen war und sie sie in gewohnter Manier beleidigt hatte, weil sie einfach nicht glauben konnte, was sie da gehört und gesehen hatte. Aber Gretchen Haase war doch am Montag noch so überaus freundlich zu ihr gewesen, als sie sich wegen Olivier erkundigt hatte. Elke hatte sich doch ihr gegenüber kompromissbereit und von ihrer netten Seite gezeigt. Wieso sollte sie nicht kommen wollen? Was war nur geschehen? Und wieso meldete er sich nicht? So war er doch sonst nicht. Einen Rest Manieren hatte sie ihm doch beigebracht. Er würde sich doch bei ihr melden, wenn er nicht kommen würde. Die Erfolgsautorin spürte instinktiv, dass etwas nicht stimmte. Das ließ ihre Anspannung ins Unermessliche steigen. Irgendetwas würde heute noch geschehen. Das beunruhigte sie noch zusätzlich zu ihrem bevorstehenden Geständnis. Unruhig rutschte sie auf der weißen Couch hin und her, hatte mittlerweile das dritte Glas Bordeaux auf Ex hinuntergekippt, aber Marc und Gretchen waren immer noch nicht erschienen...



Hey!!! Sorry, dass der Elke-Teil so lang geworden ist und noch immer nichts zum Showdown Meier vs. Fisher kam, aber ich dachte, es wäre vielleicht nicht schlecht, vorher noch mal die Gefühlslage von Elke Fisher zu analysieren. Sofern mir das gelungen ist? Aber ab morgen geht’s dann wirklich ans Eingemachte. Versprochen! Schönen Sonntag noch. Ich hoffe, ihr seid nicht vom Winde verweht! Lorelei.

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01.03.2010 13:20
#411 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo zusammen! Vielen Dank für eure lieben Worte. Eure Meinung motiviert ungemein. Aber ich will euch jetzt nicht mehr länger auf die Folter spannen. Wie versprochen, zum stürmischen Wochenstart gibt es den ersten Teil Meier vs. Fisher. Passt ja auch irgendwie. Ihr denkt also, dass es so richtig rappelt im Karton? Na mal sehen, ob ich das hinbekommen habe. Es fängt erst mal gemächlich an. Nicht wundern! Marc will ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Lorelei



Elke wollte sich gerade, das nächste Glas Wein einschenken, als plötzlich die Terrassentür aufgerissen wurde und ihr Sohn in den Wohnbereich gestürmt kam. Sie bemerkte ein seltsames Funkeln in seinen Augen. Was hatte er denn? Und wo hatte er seine Freundin gelassen? ... fragte sich die Erfolgsautorin. Das beunruhigte sie ein wenig, aber trotzdem sprang sie von der Couch auf, um ihren Sohn zu begrüßen...

E (überschwänglich): Marc O... *räusper* ... Marc! Da seid ihr ja endlich! Wo hast du denn deine ... deine Ass... äh deine...*schluck* ... hübsche Freundin gelassen?

Marc, der innerlich noch so in Rage war wegen dem, was er soeben erfahren hatte, sich aber dennoch zunächst zurückhalten wollte, um ihr noch eine letzte Chance zu geben, wusste im ersten Moment nicht, was seine Mutter meinte... Hä? Ist die blöd? Wieso sollte ich hier mit Gretchen auftauchen? Sie hasst sie doch.

M (verwirrt): Was? Wieso? Was sollte denn Gretchen hier wollen?
E (erstaunt): Aber ich habe euch doch beide für heute Abend zum Essen eingeladen.
Hä? Ist die irre? Wieso sollte sie...? Oh, Moment... Ja, da war doch was. ... Scheiße!!! Heute ist Freitag oder? So ein Mist verdammter! Aber das ist jetzt eh egal. Ich will die Wahrheit hören, Mutter. Und wenn ich dich dafür über den Gartenzaun hängen muss!
M (kratzt sich am Kopf): Äh war das heute?
E (funkelt ihn böse an): Natürlich heute! Es ist Freitag. Ihr seid zu spät. Ich hasse es zu warten. Das weißt du doch!
Hör auf damit! Du bist die Letzte, die hier Forderungen stellen kann, Mutter!
M (äußerlich ruhig, innerlich brodelnd): Äh ja ... also Gretchen wird nicht kommen.
E (aufgebracht): Wie bitte? Das ist eine Unverschämtheit. Ich zeige hier Entgegenkommen und SIE kommt nicht. Eine unmögliche Person! Also Junge...

Das brachte bei Marc das Fass zum Überlaufen. Aufgebracht unterbrach er sie... So jetzt reicht’s!!! Du machst sie nicht noch mal schlecht. Hast du verstanden!?

M: MUTTER, HALT DEN RAND!
E (weicht erschrocken über seinen plötzlichen Ausbruch einen Schritt zurück): Wie...wie redest du denn mit mir?
M (funkelt sie wütend an): So wie du es verdient hast.
E: Marc, was zum Teufel soll das?
M (verschränkt die Arme): Das könnte ich dich auch fragen.
E (unsicher): Bitte? Ich verstehe nicht, was du meinst.

Ok Meier, ruhig bleiben! Nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, dann packt die sonst gar nicht aus. Du wolltest ihr noch eine Chance geben. Also! Subtil nachhaken, was damals wirklich war. Wenn sie dann immer noch lügt, kannst du sie immer noch umbringen. Aber vorher muss ich sie noch wegen Haasenzahn ruhig stellen. Da ich ja bei der Meisterin des Lügens gelernt habe, wird mir das ja wohl nicht so schwer fallen oder?

M: Du sollst verdammt noch mal damit aufhören, sie ständig schlecht zu machen. Gretchen ist in der Klinik aufgehalten worden. Ein Notfall!
Der ja dann wohl mal wieder ich bin, aber egal, muss Mutter nicht wissen. Sie braucht ja später vielleicht selber nen Notarzt.
E (setzt sich beruhigt wieder auf die Couch): Oh! Na dann sag das doch gleich und fahr mich nicht so unnötig an.
GGGGRRR!!! Ich würde sie am liebsten.... Nein! Stay cool, Meier!
M (verdreht die Augen): Ja, wenn du gleich so ausflippst, wenn mal was nicht nach deinem Plan läuft. Außerdem bist du doch eh froh darüber, dass sie nicht mitgekommen ist.
E: Das stimmt doch nicht.
Lügnerin!!!
M: Ach red keinen Scheiß! Du kannst sie nicht leiden. Du konntest sie noch nie leiden. Dein scheinheiliges Getue kannst du dir jetzt, wo sie nicht hier ist, echt sparen.
E: Nein, das ist nicht wahr, Junge. Ich mag sie schon ... äh irgendwie.
Will die mich verarschen?
M (blickt sie ungläubig an): Ach komm schon! Du willst dich doch nur wieder bei mir einschleimen.
E: Gut, ich gebe ja zu, unser Start miteinander war vielleicht denkbar schlecht ... äh also wegen der Sache mit Franz und... ach auch egal, aber was sie für deinen Vater tut, das finde ich schon sehr beeindruckend. Sie ist eine sehr gute Ärztin. Naja, sie hat ja auch von dir gelernt, nicht?!

Da stimm ich ihr zu. Aber trotzdem seltsam. So eine Lobeshymne auf Haasenzahn? Von ihr? Am Montag wollte sie sie noch verfluchen, als sie gehört hat, dass wir zusammenziehen. Das ist doch jetzt auch wieder so ein hinterhältiges Spiel von ihr oder? Aber da mach ich nicht mehr mit, Mutter. Mich kannst du nicht mehr an der Nase herumführen. MICH NICHT!!! Und da sie eh gerade das Thema angeschnitten hat, da kann ich doch auch so langsam mal die Katze aus dem Sack lassen. Hab keinen Bock, mir hier noch ewig lang ihre blöden Lügenmärchen anzuhören. Genug ist genug!

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01.03.2010 17:56
#412 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Viel Spaß mit Teil 2 Meier vs. Fisher! Ihr wisst ja gar nicht, was hier gerade los ist. Wintergewitter vom aller Feinsten. Passt irgendwie zur Geschichte gerade! Ihr könntet eventuell damit Recht haben, dass Marc bald der Kragen platzt. Er setzt seiner Mutter so allmählich die Pistole auf die Brust. Aber sie hat es ja auch nicht anders verdient oder? Lorelei



Marc hatte sich inzwischen in den Sessel ihr gegenüber gefläzt. Der Couchtisch stand zwischen ihnen, als eine Art natürliche Begrenzung, damit er sich nicht gleich wütend auf sie stürzte. Der junge Oberarzt kochte innerlich, zeigte sich aber äußerlich immer noch ruhig, als er seine Mutter schließlich auf die Sache ansprach, wegen der er eigentlich hier war, nämlich seinen Vater...

M (fixiert sie mit seinem Blick): Du warst also bei ihm?
E: Bitte?
M: Bei IHM!!!
E (schaut ihn verwundert an): Ich dachte, das interessiert dich nicht sonderlich.
Das denkst du vielleicht! Mach die Klappe auf, verdammt!
M (verschränkt die Arme u. tut gelangweilt): Tut es ja auch nicht. Ich frage nur so. Deswegen warst du doch am Montag im EKH oder?
E (leicht verunsichert): Äh ja, also ich habe deine Assistenzärztin ... also deine Freundin gefragt, was mit ihm ist.
Das weiß ich auch. Nichts anmerken lassen, Meier!
M: Soso! Und?
E: Ja, was und? Ihm geht’s gut.
M: Gut!
E: Na dann.
So leicht lasse ich mich nicht abspeisen, Mutter. Erst in Sicherheit wiegen lassen und dann zuschlagen!
M: Aber mich würde schon noch etwas interessieren?
E (unruhig): Was denn?
M: Warum scharwenzelst du so um ihn herum?
E: Bitte?
Eh, das weißt du ganz genau, Mutter!
M: Ich meine, er hat dich betrogen und belogen, ist dann einfach so abgehauen und hat sich nie wieder gemeldet, aber kaum ist er wieder in Berlin, stürmst du die IS, um zu erfahren, was mit ihm los ist.
Oh, sie wird langsam nervös. Gut so! Rück endlich mit der Sprache raus, Mutter!
E (rutscht nervös auf der Couch hin und her): Ja ... äh ... wir waren ja einmal verheiratet.
M (zieht eine Augenbraue hoch): Aha! Und das ist alles?
E (räuspert sich): Ja, was soll da sonst noch sein? Nach all den Jahren kann man sich doch mal erkundigen, wie es ihm so geht oder?
Tzz... Ich glaube dir kein Wort. Ich wette, sie wollte irgendwie verhindern, dass wir aufeinander treffen oder so. So was Scheinheiliges. Es kotzt mich an.
M: Und warum fragst du ihn nicht direkt?
E (unsicher): Äh er ... er war noch bewusstlos, als ich dort war.
M (blickt sie durchdringend an): Wirklich?
Das ist eine Lüge! Der war da schon lange wach. Das hat mir Gretchen gesagt. Sie lügt! Sie lügt mich immer noch an. Ist das zu fassen? Ohne mit der Wimper zu zucken.
E (hält seinem Blick nicht stand u. blickt stattdessen auf ihr Weinglas): Ja!
Sie kann mir nicht in die Augen sehen. Das sagt ja wohl alles.
M: Hättest ja später noch mal hingehen können.
E: Marc, wieso fragst du das jetzt auf einmal? Ich dachte, du willst nichts mehr von ihm wissen?
M (funkelt sie an): Hmm... stimmt, aber nach all den Jahren kann man sich doch mal erkundigen, wie es ihm so geht ne?
E (blickt ihn schockiert an): Machst du dich etwa über mich lustig? Was soll das?
Ihr geht der Arsch auf Grundeis. Super! Dann pack endlich aus, verdammt!
M (sarkastisch): Nein! Würde ich doch niiiiie tun! Ich wundere mich nur. Kaum lag er im Koma, da hängst du an seinem Bett und hältst sein Patschehändchen, tauchst dann im EKH auf an dem Tag, wo sie ihn aus dem Koma holen und wenn er dann doch endlich wach ist, traust du dich nicht zu ihm rein. Das ist schon seltsam oder?
E (sichtlich nervös): Äh ja, denkst du etwa, ich hätte vergessen, was früher war? Das ist auch nicht leicht für mich, dass er so plötzlich wieder hier ist.
Nicht leicht ja? Und was soll ich da sagen? Du hast ihn mir jahrelang vorenthalten verdammt! ... So jetzt aber genug drumherumgedruckst. Ich will endlich die Wahrheit!
M: Hmm... was ist eigentlich damals genau passiert?
E (schaut ihn überrascht an): Junge, das weißt du doch!
M (blickt sie durchdringend an): Ich würde es aber gerne noch einmal von dir hören, Mutter.

Elke geriet immer mehr ins Schwitzen. Nervös nippte sie an ihrem Wein und stellte das Glas mit zittriger Hand wieder auf den Tisch. Marc beobachtete jede Bewegung von ihr ganz genau. Dass sie angespannt war, war nicht zu übersehen, auch von ihm nicht. Die Erfolgsautorin konnte sich überhaupt nicht erklären, was mit ihrem Sohn heute los war. Zwanzig Jahre lang wollte er nichts mehr davon hören, noch am Montag hat er jegliches Gespräch dazu abgeblockt und jetzt hakte er so genau nach... Ob er...? War er etwa doch schon bei ihm? Hat Olivier ihm irgendetwas erzählt? Aber wieso ist er dann jetzt so ruhig? ... Großer Gott!!! Er weiß ES oder? ... Ich muss es ihm jetzt sagen oder? Das hatte ich ja eigentlich auch vorgehabt. Aber so wie er gerade reagiert... Ich kann das nicht. Ich will ihn nicht verlieren. Er ist doch mein Kind.

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01.03.2010 22:46
#413 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Abend zusammen! Ich bin heute echt gut zu euch oder? Ich habe sogar noch den dritten Teil Meier vs. Fisher im Gepäck. Wird Elke doch noch auspacken oder feige in ihr Unheil rennen? Seht selbst! Lorelei



E (hypernervös): Junge, wieso denn jetzt auf einmal? Das hat dich doch die letzten Jahre auch nicht weiter interessiert. Und ich will auch nicht alte Wunden aufreißen.
Alte Wunden ja? GGGGGRRRRR!!!!
M: Wieso? Welche Wunden sollten denn da aufgerissen werden?
E (wusste für den Moment nicht, was sie sagen sollte): Äh...
Ok, sie wird nervös. Prima! Dann mal weiter Pistole auf die Brust!
M (lacht innerlich): Also wie war das noch gleich? Du bist an dem Sonntag nach Hause gekommen und seine Sachen waren alle weg. Richtig?
E (unsicher): Äh ja. Aber das hast du doch auch gesehen.
M: Ja, aber ich bin erst Stunden später nach Hause gekommen. Da lagst du schon besoffen auf der Couch und hast was gefaselt, dass er uns verlassen hätte.
Also was ist zwischen Vormittag und Nachmittag noch alles passiert?
E: Ja, hat er doch auch.
M: Und wie kamst du darauf? Er hatte ja keine Nachricht hinterlassen oder? Er hätte ja auch auf ner Dienstreise sein können oder so.
E (rutscht unruhig hin und her): Äh ja also... ich... ich hab ja dann auch in der Klinik angerufen und die haben mir gesagt, dass er gekündigt hatte, um in die Staaten zu gehen.
So ein Blödsinn! Hörst du eigentlich selbst, was für einen Scheiß du erzählst?
M: Ach? So hast du mir das aber nicht erzählt.
E (nervös): Bitte? Aber... aber natürlich.
M (fixiert sie mit seinem Blick): Von einem Telefonat weiß ich nichts.
E: Äh doch... hmm... dann hab ich das wohl ... äh vergessen zu erwähnen.
Ja klar! Du lügst!
M (zieht die Augenbraue hoch): Aha! Und der Streit?
Woher weiß er das? Das habe ich ihm nie erzählt!
E (leicht panisch): Wel... welcher Streit? ... Äh du meinst den wegen Harvard oder? ... Äh ja ... das ... das hab ich dir doch gesagt. Die Karriere war ihm halt wichtiger und...
M (fällt ihr ins Wort): Aber er wollte uns doch dabei haben.
E: Ja, das hat er gesagt, aber ob er das ernst gemeint hat, äh ... also das weiß ich jetzt nicht mehr.
Tzz... das weiß sie also nicht mehr! Dass ich nicht lache. Dir gehen so langsam deine Lügenmärchen aus was? So ist es doch eigentlich oder?
M (funkelt sie böse an): Ach, das weißt du jetzt nicht mehr? Das ist aber seltsam. Hast du nicht gemeint, Harvard sei nur ein Vorwand gewesen, um endlich von uns abhauen zu können? Dass du nicht mitwolltest, hast du ihm ja an jenem Abend deutlich ins Gesicht geschrieen. Und wie war das noch gleich? Mein Erzeuger hätte es ja schon immer gut gewusst, die Wahrheit so hinzubiegen, dass sie ihm in den Kram passte. Ist das wirklich die Wahrheit, Mutter?
Wer ist denn hier eigentlich diejenige, die sich die Wahrheit zu ihren Gunsten zurechtlegt, hä?
E (unsicher): Marc, ich... wieso weißt du das alles noch so genau? Ich dachte, die Geschichte...
Schluss jetzt! Hab keinen Bock mehr auf ihre billigen Ausreden!
M (unterbricht sie wütend): Ja, du dachtest, ich hätte das alles vergessen, verdrängt oder was weiß ich. Nein, dem ist nicht so! ICH WILL JETZT VERDAMMT NOCH MAL DIE WAHRHEIT, MUTTER!!!!
Er war wirklich bei ihm! Großer Gott! Und jetzt?
E (eingeschüchtert, aber dennoch gefasst): Was hat er dir erzählt?
Sie hat es kapiert! Halleluja!!! Da bin ich doch jetzt mal gespannt, Mutter!
M (funkelt sie an): Was hätte er mir denn erzählen sollen, Mutter?
E (ringt nervös um Fassung): Marc, ich... äh... er ist ein...
M (springt aufgebracht aus dem Sessel): WAS IST ER? Ein Lügner und Betrüger? Ein Windhund? Ein eiskalter Karrieremensch, dem wir am Arsch vorbei gehen? Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Also? Wer ist hier der oder die wahre Lügner(in), Mutter?

Elke rutschte unruhig auf der Couch hin und her. Sie konnte dem stechenden Blick ihres Sohnes nicht mehr länger standhalten....

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02.03.2010 15:02
#414 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben!!! Viel Spaß mit Teil 4 Meier vs. Fisher oder besser gesagt mit der bitteren Wahrheit. Das wird kein Zuckerschlecken! Für beide nicht, aber für Elke Fisher wohl am wenigsten. Lorelei



E (flehend): Junge, du musst mir glauben, ich...
M (dreht sich von ihr weg und geht zum Fenster): ICH GLAUBE DIR KEIN WORT MEHR, MUTTER!!!
E: Ich habe das doch nur gemacht, um...
M (dreht sich wieder zu ihr um): Um was? Um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen oder was? Du hast ihn von zuhause weggetrieben mit deiner ganzen beschissenen, egoistischen, selbstfinderischen Art. Und ich war so blind. Blind vor Wut auf ihn. Dabei hab ich es immer gewusst. Irgendwas hat bei der ganzen Geschichte hinten und vorne nicht gestimmt. Mein Vater ein Betrüger, der jedem Rock nachsteigt! So ein Blödsinn! Ja, er hat nur für die Arbeit gelebt, das mag schon sein, aber ihm dann aus verletzter Eitelkeit so eine Scheiße zu unterstellen. Ich fass es nicht!!! Was bist du eigentlich für ein Mensch?
E (steht auf, geht auf ihn zu u. legt ihre Hand auf seine Schulter): Junge, es tut mir leid. Das war doch nur... ich... ich dachte, so wäre es leichter... für alle Beteiligten.
M (schaut sie schockiert an u. stößt ihre Hand von sich): Bitte? Leichter? Spinnst du?
E: Ich dachte, wenn du... wenn du ihn hasst, dann ... dann ... äh würdest du vielleicht besser mit seinem Verlust klarkommen und...
M (fällt ihr aufgebracht ins Wort): WAS? Was geht eigentlich in deinem kranken Hirn vor sich? Nur weil du ihn gehasst hast, muss ich es nicht auch tun.
E: Ich habe ihn nicht gehasst, Marc, ich habe ihn geliebt.
M (lacht höhnisch): Du hast ihn geliebt? Das nennst du Liebe? Ihn betrügen und ihm die Schuld in die Schuhe schieben. Mutter, du weißt doch gar nicht, was Liebe bedeutet.
E: Ja, ich habe einen Fehler gemacht, aber...
M (schreit sie an): Einen Fehler? EINEN FEHLER? Du hast mir meinen Vater weggenommen! Das ist das Schlimmste, was man einem Kind antun kann. Ich hab ihn geliebt, verdammt. Er hat mir alles bedeutet. Das wusstest du! Wie konntest du mir das antun? Und ich hab mir einreden lassen, dass er mich nicht lieben würde, dass ich ihm egal wäre, dass ich ihm immer egal gewesen wäre und ich hab dir jedes beschissene Wort geglaubt. Ich hab ihn wirklich gehasst. Ich hätte ihn umgebracht, wenn er je wieder bei uns aufgetaucht wäre. Ich hab dich aus jedem beschissenen Loch gezogen und dabei hast du mir die ganze Zeit nur Theater vorgespielt...
E (verletzt): Das habe ich nicht! Ich habe auch gelitten.
M (schüttelt den Kopf): Dass ich nicht lache. Von wegen gelitten, dir hat es doch Spaß gemacht, mich anzulügen. So konntest du mich immer erpressen. Die arme verbitterte, verlassene Frau, die immer und überall die Hilfe ihres einzigen treuen Sohnes brauchte, um sie mal wieder aus dem tiefen, tiefen Deprital zu holen. Und ich hab dir die Scheiße auch noch abgenommen. Eh, ich hab mir sogar Sorgen gemacht. Mann, es gab Tage, da dachte ich, wenn ich von der Schule nach Hause komme, da liegst du vielleicht tot in irgendner Ecke. Verdammt, ich war noch ein Kind!!!
E (mit wässrigen Augen): Marc, Junge, ich... ich kann nur sagen, dass es mir leid tut.
M (blickt sie abfällig an): Dir tut es leid? Nichts tut es dir! Du bist doch unfähig zu irgendeiner ehrlichen Gefühlsregung. Du hast ja nicht mal gemerkt, wie beschissen es mir ging. Stattdessen hast du mir immer in den Arsch getreten. Ich sollte immer und in allem der Beste sein, damit du stolz warst. Tzz... Ja dein Image war dir ja immer wichtiger als ich. Für dich zählte doch immer nur du selbst. Das kotzt mich an. Das hat mich schon immer angekotzt, aber ich bin trotzdem bei dir geblieben, weil ich dachte, ohne mich schaffst du es nicht.
E: Marc, du warst mir immer wichtig.
M: Wann? Als ich für dich mal wieder deine beschissenen Groschenromane Korrektur lesen oder selber schreiben musste, weil du mal wieder vor Selbstmitleid betrunken in einer Ecke lagst? Als du mich deinen Kollegen und Verlegern und anderen Arschkriechern als deinen perfekten wohlgeratenen Arztsohn, den jüngsten und besten Oberarzt Deutschlands, präsentieren konntest? Als ich mal wieder einen Preis für meine Forschungen gewonnen hatte und du Stolz heucheln konntest? Als ich als Bester Absolvent meinen Abschluss gemacht hatte und du mal wieder mit mir angeben konntest? Hast du dich wenigstens einmal gefragt, wie es mir wirklich ging?
E: Aber du wolltest doch immer Arzt werden? Ich dachte, das war dein Traum. Ich hab dich immer und in allem unterstützt.
M: Ja, deine Kohle kannst du dir sonst wohin stecken. Das bringt mir auch nicht meine verlorene Kindheit zurück.
E: Bitte?
M: Wegen dir bin ich so geworden.
E: Marc, ich versteh nicht.
M: Tja, du hast mich ja noch nie verstanden, Mutter.
E: Marc, das ist doch nicht wahr.
M (tief verletzt): Doch das ist die bittere Wahrheit. Du kennst mich gar nicht. Ich hab immer gedacht, das liegt daran, dass du nie über den Verlust von Olivier hinweggekommen bist, dass du einfach Angst vor Gefühlen hast... ach keine Ahnung... bin schließlich kein Psychoklempner. Ich hab das akzeptiert. Du warst eben anders als andere Mütter. Ich hab mich damit abgefunden. Ich hab dich trotzdem geliebt irgendwie halt.
E (weint leise): Marc, ich...
M (schreit sie an): LASS MICH AUSREDEN, VERDAMMT!!! Aber jetzt sehe ich klarer. Du hast mich nie geliebt, denn eine liebende Mutter hätte niemals so eine Scheiße verzapft. Und dafür hasse ich dich!

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02.03.2010 22:50
#415 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich schon wieder! So dann werden wir mal den Sack zumachen. Ihr wollt ja sicherlich wissen, wie der Schlagabtausch ausgeht oder? Also viel Spaß (oder auch nicht ) mit dem fünften und letzten Teil Meier vs. Fisher. Ihr ahnt es bereits. Es kommt, wie es wohl kommen musste. Aber schaut selbst! Bin wie immer sehr auf eure Meinung gespannt. Eure Lorelei



Seine Worte trafen Elke mitten ins Herz. Sie hatte immer gewusst, dass Marc genauso reagieren würde, wenn er die Wahrheit erführe. Sie wusste schon damals, dass es ein Fehler gewesen war, ihm so eine Geschichte über seinen Vater zu erzählen. Doch sie konnte es nicht mehr rückgängig machen. Sie wollte ihn doch nicht verlieren. Er wäre mit Olivier mitgegangen. Marc hatte seinen Vater schon immer mehr geliebt als sie. Das Verhältnis zu ihr war schon damals nicht das Beste gewesen. Aus verletztem Stolz und Egoismus hatte sie so gehandelt und jetzt stand sie vor den Scherben ihres Lebens. Es gab keine Worte, die ihren Verrat rechtfertigen ließen....

E (tief verletzt): Junge, ich... es tut mir so leid. Bitte sag so etwas nicht!!!
M (mit Tränen der Wut in den Augen): Doch!!! Denn das ist genau das, was ich im Moment für dich empfinde. Abscheu, Hass, die ganze Palette halt. Du hast mich um mein Leben betrogen, Mutter. Und das verzeih ich dir nie!
E: Denkst du, mir ist das nicht schwer gefallen? Jeden einzelnen Tag hab ich gedacht, dass es nicht richtig war. Ich hätte dich ihm nicht entziehen sollen, aber...
M (fällt ihr ins Wort): Warum hast du es dann getan?
E: Ich wollte dich nicht verlieren, Marc.
M: Nicht verlieren? Tzz... Und da erfindest du Lügenmärchen, um mich an dich zu binden? Das ist doch krank, Mutter! Krank und egoistisch!!!
E: Er hätte dich mitgenommen.
M: Ich wäre mitgegangen.
E: Ich weiß. Das konnte ich doch nicht zulassen. Ich liebe dich doch.
M (weicht ihrem flehenden Blick aus): Deine geheuchelte Liebe brauche ich nicht. Jetzt nicht mehr. Die hätte ich damals gebraucht. Aber heute ist es zu spät. Heute weiß ich, wer mich wirklich aufrichtig liebt und immer geliebt hat.
E (schaut ihm direkt in die Augen): Marc, ich habe dich, was meine Gefühle betrifft, nie angelogen.
Gefühle? Welche Gefühle? Du kennst doch gar keine Gefühle, Mutter!
M (blickt sie traurig an): Und warum hast du sie dann nie gezeigt? Du hast mich nicht einmal in den Arm genommen, nie wieder seit damals. Und sag jetzt nicht, ich sei ein starker Junge gewesen und hätte das nicht gebraucht. Ich hab das gebraucht, verdammte Scheiße. Ich war nicht stark. Das war ich nie. Alles nur Fassade. Aber damit ist jetzt Schluss. Ich verstell mich nicht mehr. Für niemanden. Und für dich schon mal gar nicht. Mit dir bin ich fertig!
E (fleht ihn an): Junge, nein, bitte, lass es mich erklären!
Da gibt es nichts mehr zu erklären! Obwohl...
M (blickt sie verächtlich an): Spar’s dir!!! Ich glaube dir kein Wort mehr. Du hast mich jahrelang angelogen. Von wegen er hätte sich nie gemeldet...
E: Aber das hat er nicht...

Diese erneute Lüge seiner Mutter ließ das Fass gänzlich überlaufen...

M (schreit): WAAASSS??? ICH FASS ES NICHT!!! Selbst jetzt kannst du nicht damit aufhören!
E (geht erschrocken einen Schritt zurück): Womit?
M: DU LÜGST, VERDAMMTE SCHEISSE NOCHMAL!!!
E (versteht nicht, worauf er hinaus will): Bitte? Aber das stimmt doch nicht!
M (blickt sie durchdringend an): Wirklich? Es gab keinen Abschiedsbrief oder so?
Oh! Er weiß davon! Jetzt ist alles aus! Ich hätte nicht... Wieso hab ich nur...? Das verzeiht er mir nie!
E (ertappt): Äh...
M: SAG DIE WAHRHEIT, VERDAMMT!!!
E (blickt betreten zu Boden): Marc, ich wollte nicht...ich...
M (mit Tränen der Wut in den Augen): ICH, ICH, ICH!!! DAS KOTZT MICH AN!!! Was hast du mit dem Brief gemacht? Etwa verbrannt?
E (kann ihm nicht in die Augen sehen, aber nickt zögerlich): Ja!
Ich fass es nicht! Wie konnte sie nur?
M (aufgebracht): Du miese Lügnerin!!! Und wieso hast du es mit den anderen nicht auch gemacht?
E (schaut ihn verwirrt an): Bitte? Welche anderen?
Sie kann es nicht lassen! Selbst jetzt nicht!
M: Mutter, ey lüg mich nicht an! Du weißt ganz genau, dass er mir jahrelang geschrieben hat.

Marc holte die Briefe seines Vaters hervor und warf sie ihr auf den Couchtisch. Elke blickte ihn nur fassungslos an. Sie kannte die Briefe sehr wohl. Und das erkannte auch Marc an ihrem schockierten Gesichtsausdruck. Doch sagen konnte seine Mutter im ersten Moment nichts. Das übernahm wieder Marc....

M: Wolltest du ihn damit quälen, dass du die Briefe zurückschickst oder was? Das hast du ja dann wohl auch erreicht.
Oh Gott!!! Wie konnte ich nur!? Was hab ich nur getan?
E (zögerlich): Ist er...?
M (mit ernstem, gefassten Gesichtsausdruck): Das geht dich nichts an! Wir gehen dich nichts mehr an! Wie kann man nur so kaltherzig sein? Ich fass es einfach nicht. Ich erkenn dich gar nicht wieder. Du hast mein... unser Leben ruiniert, weißt du das eigentlich? Und dafür hasse ich dich! Ich bin fertig mit dir! Du wirst mich nie wieder sehen!
E (verzweifelt): Aber... Junge, bitte, lass es mich erklären. Das war doch nur zu deinem Besten. Ich...

Doch Marc hörte ihr schon gar nicht mehr zu. Er wollte nichts mehr mit ihr zu tun haben. Er hatte sich umgedreht und stand schon an der Terrassentür. Er hielt sich am Türrahmen fest. Er zögerte noch einen kurzen Moment, doch dann verließ er sein Elternhaus. Er hatte nicht vor, jemals wieder zurückzukehren. Tief verletzt brach Marc Meier mit seiner Mutter. Ohne sich auch nur einmal umzudrehen, rannte er zu seinem Auto, stieg ein und fuhr mit quietschenden Reifen davon.

Er ließ eine verzweifelte Elke Fisher zurück. Sie hatte durch ihr eigenes Handeln das erreicht, was sie nie gewollt hatte. Ihr Sohn hatte sie verlassen. Anscheinend für immer. Er würde ihr ihren Verrat niemals verzeihen. Sie stand auf und ging zur Minibar. Sie schenkte sich einen Whiskey ein. Es würde nicht der Letzte an diesem schicksalhaften Abend sein... Ich wollte doch nur, dass es dir gut geht, dass du nicht leidest, dass du ihn vergisst. Ich dachte, so wäre es leichter für dich. Ich dachte, so wäre es leichter für mich.

Lorelei Offline

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03.03.2010 16:04
#416 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben

Ich hoffe, mit der folgenden Episode in XXL werden alle wieder etwas glücklich gestimmt. Alle außer Elke Fisher wohl gemerkt, die in nächster Zeit etwas weniger bis gar nicht in Erscheinung treten wird, was jetzt nicht heißt, dass sie gar nicht wieder auftaucht. Die Gemüter müssen sich erst mal wieder beruhigen. Aber wenn ein wenig Gras über die Sache gewachsen ist... Aber es gibt ja auch noch Olivier Meier und dem wenden wir uns jetzt zu. Ich wollte den folgenden Teil nicht trennen, deshalb kommt gleich alles in einem Rutsch. Ich hoffe, euch gefällt’s. Damit beende ich nämlich das anstrengende Marc-Olivier-Meier-Reunion-Kapitel. Hätte nicht gedacht, dass wir jemals bis hierhin kommen würden. DANKE für euer Durchhaltevermögen und eure lieben Worte immer. Ihr könnt also endlich wieder ausatmen. Und ich erst! Mein Schokikonsum war enorm. Seid gedrückt! Eure Lorelei




In der Zwischenzeit hatte sich Dr. Gretchen Haase wieder in das Zimmer von Prof. Olivier Meier begeben. Sie wollte ihm beistehen. Noch immer hatten beide keine Nachricht von Marc erhalten. Seit über vier Stunden war er wie vom Erdboden verschluckt. Olivier war verzweifelt und hatte jegliche Hoffnung auf eine Versöhnung mit seinem Sohn aufgegeben. Niedergeschlagen hatte er sich in seine Bettdecke gewickelt und starrte abwesend aus dem Fenster. Gretchen ertrug den Anblick des gebrochenen Mannes nicht mehr länger. Wie konnte sie ihm nur helfen? Ihre tröstenden Worte wollte er nicht hören. Sie hatte ihre Hand auf seine Schulter gelegt, aber er hatte sie sofort wieder weggestoßen. Olivier glaubte ihr nicht, dass Marc sicherlich bald wieder auftauchen würde, dass er nur ein wenig Zeit bräuchte, um das alles zu verarbeiten. Er hatte sich wieder von ihr weggedreht und wollte einfach nur allein gelassen werden. Aber da kannte er Dr. Haase schlecht. So leicht machte es ihm die junge Ärztin nämlich nicht. Sie wollte nicht, dass er sich aufgab und noch mehr im Selbstmitleid ertrank. Sie nahm sich einen Stuhl und setzte sich direkt an sein Kopfteil. Er drehte sich auf die andere Seite, wollte ihr nicht in die Augen sehen, aber Gretchen ließ sich nicht entmutigen. Sie wusste, wie sie sein Herz erreichen könnte. Die blonde Ärztin begann wieder zu erzählen, wie schon ein paar Stunden zuvor, als sie aber von Marc dabei unterbrochen worden war. Sie erzählte ihm von Marc, von sich, von ihrer gemeinsamen Kindheit und von ihrer tiefen Liebe zueinander. Nach ihren ersten Worten drehte sich Olivier langsam wieder zu ihr herum. Seine Tränen waren mittlerweile wieder versiegt. Gretchen lächelte. Ihre Taktik war erfolgreich. Olivier setzte sich jetzt aufrecht aufs Bett, schaute sie mit großen Augen an und hörte ihr nun gebannt zu. Gretchen erzählte ihm schließlich ihre Geschichte, die Geschichte von Marc Meier und Gretchen Haase. Sie begann mit ihrer ersten Begegnung auf einem Spielplatz vor zwanzig Jahren und schilderte ihm auch Marcs Verzweifelung an jenem Tag, weil er ein paar Stunden zuvor so plötzlich seinen Vater verloren hatte. ... Olivier stiegen wieder Tränen in die Augen. Er spürte wieder einen Stich im Herzen, weil er seinen Sohn mit seinem Weggang so tief verletzt hatte. Aber die Gewissheit, dass ein zauberhaftes, kleines, blondes Mädchen ihm in diesen schmerzhaften Stunden beigestanden hatte, ließ ihn nicht ganz verzweifeln. ... Gretchen berichtete ihm, dass sie Marc damals getröstet und sich unsterblich in ihn verliebt hatte. Ein Gefühl, das bis zum heutigen Tag angehalten hat. ... Das zauberte wieder ein kleines Lächeln auf Oliviers Lippen. ... Dann erzählte sie von ihrer zweiten Begegnung auf dem Schulhof ein paar Wochen später, als er so getan hatte, als ob er sie nicht kennen würde, aber sie hatte natürlich sofort gemerkt, dass er sie nur angeflunkert hatte. Er war nun mal der coolste Junge der Schule und der gab sich nicht mit kleinen unscheinbaren Mädchen ab. Stolz und ein bisschen wehmütig berichtete sie ihm, dass Marc sie seit diesem Tag mal mehr oder weniger liebevoll „Haasenzahn“ nannte. ... Olivier blickte sie verwundert an. Gretchen lächelte nur verlegen und setzte ihre Rede fort. Sie erzählte ihm nun ein paar Anekdoten aus ihrer gemeinsamen Schulzeit. Sie ließ nichts aus, auch nicht, dass Marc sie immer gepiesackt und gedemütigt hatte. ... Olivier blieb der Mund offen stehen, als er das hörte und Gretchen lachte herzhaft, als sie ihm seine schlimmsten Gemeinheiten schilderte. Auch Olivier brach nun herzhaft in schallendes Gelächter aus, auch wenn er anfangs schockiert darüber gewesen war, wie sein Junge mit Gretchen in der Schulzeit umgegangen war. Aber wie war das noch gleich, was sich liebt, das neckt sich? Und da musste auch Gretchen wieder schmunzeln, denn aus diesem Blickwinkel heraus, hatte sie ihre gemeinsame Geschichte noch nie gesehen. Ihr fielen wieder die zahlreichen magischen Momente zwischen ihr und Marc ein, in denen sie immer gespürt hatte, dass sie doch mehr verband als nur eine Schulkameradschaft, was sie Olivier aber verschwieg. Er musste ja schließlich auch nicht alles wissen. Ja, innerlich wusste Gretchen Haase immer, dass Marc Meier auch etwas für sie empfand. Warum hätte er sie sonst im Garten küssen sollen oder hätte ohne doofen Spruch so eng mit ihr auf seinem Abiball getanzt? Ja, da war schon immer mehr zwischen ihnen, auch wenn Marc das immer wieder abstritt. Dessen war sich die blonde Frau sicher. Da sie auf einmal anfing zu strahlen wie ein Honigkuchenpferd, wurde auch Olivier schnell klar, dass Gretchen wohl damals schon sehr in seinen Jungen verliebt gewesen sein musste. Das machte ihn irgendwie glücklich, denn er wusste nun, dass es jemanden gegeben hat, der ihm die Liebe gegeben hat, die ihm durch seine Abwesenheit verwehrt geblieben war, auch wenn sein Sohn damals wohl ein ziemlicher Vollidiot gewesen sein musste, weil er diese zarte Liebe nicht erwidert hatte. ... Schließlich erzählte ihm Gretchen von ihrem Wiedersehen vor über einem Jahr hier im Fahrstuhl des EKH und dass sie schon in diesem ersten Moment gespürt hatte, dass die Gefühle für ihm immer noch da waren, wenn nicht sogar noch stärker als je zuvor, dass er sie aber immer noch regelmäßig auflaufen ließ, sich als Chef und Macho aufspielte, aber dass sie sich dann doch irgendwann endlich näher gekommen waren. Die schmerzhafte Geschichte mit Gaby ließ sie wohlwissendlich aus. ... Olivier verfolgte gebannt jedes einzelne Wort von ihr. ... Sie gestand ihm zögerlich, dass sie lange Zeit sehr unsicher gewesen war, was Marcs Gefühle für sie betraf, dass sie nicht noch einmal so verletzt werden wollte wie damals, als ihre Liebe unerfüllt geblieben war. So hatte sie versucht, ihn aus ihrem Herzen zu streichen, wandte sich jemand Anderem zu und hatte diesen Mann dann auch tatsächlich geheiratet. ... Olivier blickte sie mehr als überrascht an. Gretchen nickte ihm schüchtern zu, sagte aber dann, dass sie sehr schnell gespürt hatte, dass er nun mal nicht der Richtige war. Die Anziehungskraft zu Marc war nie ganz verschwunden. ... Die Details der Trennung von Alexis bzw. Frank ließ sie aber weg. Diese tragische Geschichte musste Olivier nun wirklich nicht wissen. ... Tja und irgendwann hatte das Schicksal dann doch endlich Erbarmen mit ihr. Sie hatte erkannt, dass Marc tatsächlich ehrliche Gefühle für sie empfand. Er hatte um sie gekämpft und ihr vor drei Wochen endlich seine Liebe gestanden und seitdem waren sie nun zusammen und unendlich glücklich, abgesehen von den letzten vier Tagen. Aber auch das ließ sie lieber aus. Je mehr sie von sich und Marc preisgab, umso mehr spürte Gretchen ein wohlig warmes Gefühl in ihrer Magengegend und umso mehr erstrahlte auch ihr Gesicht. Das blieb auch ihrem „Schwiegervater“ nicht verborgen. Olivier hatte gebannt jedes Wort von ihr verfolgt. Er war glücklich, dass er jemanden wie sie an Marcs Seite wusste, dass sein Sohn nicht allein war, dass er aufrichtig und aus tiefsten Herzen geliebt wurde und dass er glücklich war. Gleichzeitig war er aber auch immer noch unendlich verzweifelt, weil er ihn damals einfach so im Stich gelassen hatte. Er bereute es zutiefst und würde am liebsten die Zeit zurückdrehen. Diese ganzen Momente hätten sie vielleicht gemeinsam erleben können. Wie sehr hätte er sich gewünscht, ihn aufwachsen zu sehen, zu sehen, wie er seinen Abschluss macht und sein Studium meistert, wie er seine erste Freundin kennen lernt, aber er hätte ihm auch gern die Leviten gelesen, was den Umgang mit Gretchen Haase in der Schule betraf. Er hätte so gerne gesehen, wie Marc seine ersten Schritte im OP gemacht hat. Früher hatten die beiden immer darüber gelacht, wie das dann wohl wäre, und hatten davon geträumt zusammen im OP zu stehen. Er hätte ihm liebend gern alles beibringen wollen. Nichts hätte er sich mehr gewünscht auf der Welt. Und er hätte so gerne miterlebt, wie sich sein Sohn das allererste Mal so richtig verliebt, hätte ihm Tipps gegeben, sich mit ihm gefreut. Er hätte so gerne sehen wollen, wie er glücklich durchs Leben schritt. Doch all diese Erinnerungen sind ihm verwehrt geblieben.

Gretchen merkte, dass Olivier wieder nachdenklich war und wässrige Augen bekam. Sie strich ihm tröstend über die Hand und blickte ihn liebevoll an. Er schluckte schwer, als er seinen Blick wieder auf die blonde Frau neben seinem Bett richtete. Er hoffte, in ihren strahlendblauen Augen wieder die Hoffnung und Zuversicht lesen zu können, die sie immer ausstrahlte...

O: Wird er mir verzeihen?
G: Ich weiß es nicht. Aber ich denke...

In diesem Moment ging plötzlich langsam die Tür auf. Die beiden starrten gebannt zur Tür. Marc stand im Türrahmen und schaute die beiden an. Ein zaghaftes Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Olivier liefen sofort wieder die Tränen. Gretchen ging es genauso. Sie sprang auf und umarmte ihren Freund stürmisch....

M (überrumpelt): Hey, nicht so stürmisch, Haasenzahn. Ich hab dich doch auch vermisst.
G (strahlt ihn glücklich an): Ehrlich?

Er küsste sie kurz zärtlich auf den Mund und lächelte sie dann verschmitzt an. Das war ihr Antwort genug. Marc schob sie ein Stück von sich weg, um ihr in die Augen sehen zu können...

M (grinst meierlike): Und lässt du mich jetzt endlich auch reinkommen?
Upps! Gretchen, nicht so überschwänglich! Ihr seid hier schließlich nicht alleine. Aber ich freu mich so, dass er wieder da ist. Da konnte ich halt nicht anders.
G (peinlich berührt): Oh! Natürlich!

Gretchen machte ihm den Weg frei und Marc betrat schließlich zögerlich den Raum. Olivier ließ ihn nicht aus den Augen. Auch Marc blickte ihn diesmal direkt an. Er hatte keine Angst mehr. Er fühlte sich sicher, denn er hatte die beiden Menschen um sich herum, die ihm alles auf der Welt bedeuteten. Langsam trat er an sein Bett heran. Gretchen blieb an der Tür stehen und beobachtete jede Bewegung ihres heiß geliebten Oberarztes und Freundes. Marc ließ sich schließlich auf den Stuhl fallen, auf dem gerade eben noch seine Freundin gesessen hatte. Endlich hatte er den Mut ihn anzusprechen...

M: Dad!

... doch mehr brachte er nicht heraus. Ihm versagte die Stimme und ein Wasserfall an Tränen lief ihm plötzlich die Wange hinunter. Olivier ging es da auch nicht anders. Er ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Minutenlang schauten sie sich nur an und weinten still. Vater und Sohn hatten sich endlich wieder. Gretchen, der der Anblick der beiden auch das Herz zerriss, beschloss die beiden lieber allein zu lassen. Das sagte ihr ihr Taktgefühl. Dieser Moment gehörte nur den beiden. Leise verließ sie das Zimmer und schloss die Tür. Sie blieb noch einen kurzen Moment am Fenster stehen.

Olivier fand nach Minuten der Stille als Erster die Fassung wieder...

O (grinst verschmitzt): Mein Junge, also ich wüsste nicht, dass ich dir damals beigebracht hätte, in aller Öffentlichkeit wie ein Mädchen zu heulen.
M (schluckt die letzte Träne hinunter u. lacht dann herzhaft): Weißt du, mir hat mal jemand gesagt, dass das irgendwie eine reinigende Wirkung hätte, wenn man aller zwanzig Jahre mal die Schleusen öffnet. Außerdem so öffentlich war das ja jetzt auch nicht ne!?
O (lacht): Aber du weißt schon, dass du jetzt vor Gretchen als Weichei dastehst.
M (kratzt sich erst verlegen am Kopf, aber grinst dann): Äh ja ... ich glaube, das bin ich schon länger für sie. Aber ich weiß da so ein paar Druckmittel, damit sie das nicht weiter rausposaunt.
O (grinst): Soso!
M: Du weißt ja, ein Meier kennt keinen Schmerz.

Die Stimmung war mit einem Schlag locker und gelöst, als wären sie nie getrennt gewesen. Die alte Vertrautheit war sofort wieder da. Sie lachten und scherzten miteinander, so wie sie es früher schon immer getan hatten. Doch plötzlich schaute ihn sein Vater mit ernster Miene an...

O (blickt ihn durchdringend an): Verzeihst du mir?
M (wieder mit leicht wässrigen Augen): Ja!

Marc wusste nicht, wie ihm geschah. Es hielt ihn nicht mehr auf seinem Stuhl. Er fiel seinen Vater um den Hals und die beiden hielten sich minutenlang einfach nur fest. Beiden liefen wieder ein paar Freudentränen die Wange hinunter. Sie hatten sich wieder nach über zwanzig Jahren der Trennung. Nichts und niemand stand im Moment mehr zwischen ihnen.

Als Gretchen sah, wie sich die beiden umarmten, trat sie beruhigt vom Fenster zurück und lief glücklich den Gang der Chirurgie hinunter. Auch sie ließ ihren Freudentränen freien Lauf. Die beiden Meier-Männer ließen sich peinlich berührt wieder los. ... „So genug der Sentimentalitäten! Sind schließlich Männer und keine Heulsusen ne!“, sagte Marc mit einem frechen Grinsen auf den Lippen. Olivier nickte ihm grinsend zu. Marc hatte endlich seinen Vater wieder. Nie war er glücklicher wie in diesem Moment, auch wenn er einen faden Beigeschmack hatte, denn er hatte nur eine Stunde zuvor mit seiner Mutter gebrochen. Ein Thema, auf das die beiden an diesem Abend aber nicht zu sprechen kamen. Sie waren einfach nur glücklich über ihre Versöhnung und unterhielten sich bis spät in die Nacht.

Gretchen hatte inzwischen das Stationszimmer erreicht, wo sie sich erschöpft, aber glücklich auf einen Stuhl fallen ließ. Im gleichen Moment betrat auch Medhi das Stationszimmer, der sich mit einem extrastarken Kaffee, Marke Sabine , auf die kommende Nachtschicht vorbereiten wollte. Er setzte sich neben seine Freundin. Besorgt fragte er sie, warum sie geweint hatte. Denn das war offensichtlich. Ihre Wimperntusche hatte sich verselbständigt, aber Gretchen war das in diesem Moment egal. Glücklich berichtete sie ihm, was gerade eben passiert war. Und auch auf Medhis Gesicht zeichnete sich ein Strahlen ab. Er drückte sie freundschaftlich, wischte ihr dabei sanft die verwischte Schminke aus dem Gesicht und stand anschließend wieder auf, denn man erwartete ihn bereits auf der Gyn. Gretchen verabschiedete sich mit einem Küsschen auf seine Wange und schon war Medhi wieder aus dem Stationszimmer verschwunden. Leider hatten beide nicht bemerkt, dass noch eine weitere Person in der Umkleide nebenan war und die beiden durch den Türspalt beobachtet hatte. Schwester Gaby kochte mal wieder vor Eifersucht und folgte ihrem Chef auf die Gyn. Sie hatte sich ebenfalls für die Nachtschicht eingetragen, aber an arbeiten hatte sie eigentlich weniger gedacht und nach dem eben Gesehenem erst recht nicht. Gretchen blieb schließlich allein im Stationszimmer zurück. Eigentlich hatte sie schon seit Stunden Dienstschluss und sie spürte auch, wie ihr (und Marcs) Bett lautstark nach ihr rief, aber sie wollte einfach noch nicht gehen. Sie nahm sich ebenfalls einen Kaffee und verließ anschließend das Stationszimmer....

Lorelei Offline

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04.03.2010 10:03
#417 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen! Ab heute habe ich eine weitere schicksalhafte Begegnung für euch im Angebot! Oh, ich sehe in panische Gesichter ne!? Bitte nicht gleich in Schockstarre und Schnappatmung verfallen! Es taucht jetzt kein weiteres verschollenes Familienmitglied der Meiersippe auf (3 sind wirklich 3 genug!) oder gar ein unehelicher Sprössling von Franz Haase (Obwohl wäre schon eine Überlegung wert ne!?). Aber nein, es ist etwas ganz anderes. Nur so viel zur neuen Episode (in mehreren Teilen!): Es musste ja irgendwann einmal so kommen. Und folgende Warnhinweise gelten für die gesamte Episode: Setzt euch vielleicht lieber! Ich will ja nicht riskieren, dass ihr umkippt oder irgendwelche Herzschrittmacher aussetzen. Ja und wegen der Schnappatmung sowieso. Fenster und Türen schließen, nicht dass eure Nachbarn denken, bei euch wird gerade jemand abgemurkst, weil ihr so laut schreit. Und ganz viel Schokolade bereithalten. Eventuell auch ein kleines Schnäpschen, aber nur die Erwachsenen! So genug der Vorrede. Viel Spaß mit dem ersten Teil! Der ist noch harmlos, also nicht wundern wegen der Warnhinweise. Die sind schon mal für später. Lorelei




Dr. Medhi Kaan saß seit einigen Minuten wieder am Schreibtisch in seinem Büro. Er haderte einmal mehr mit sich. Der katastrophale Nachmittag mit seinen drei Herzdamen in der Cafeteria hatte endgültig bewiesen, dass er sich in eine mehr als besch... Situation manövriert hatte. Nach vier Stück Schokokuchen, zwei davon leider nur noch in Krümelform, fünf Stopps am Schokoautomaten - danach waren die Vollmilchtafeln übrigens alle - und einem kurzen Abstecher zum Dönermann um die Ecke und auf dem Rückweg davon einem Halt an Annettes Curryschranke fühlte er sich zwar besser, aber eine Lösung für sein „kleines“ Frauenproblem hatte er immer noch nicht gefunden. Mit Gaby Schluss zu machen, schien ihm zu gefährlich, wusste er doch aus den Erfahrungen von Dr. Meier und ihrer Drohung vorhin in der Cafeteria, dass sie zu Überreaktionen neigte. Sie würde es wahrscheinlich auch niemals dazu kommen lassen. So gut kannte er sie schon. Wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, blieb sie meistens dabei. Die Erfahrung hatte er schon gemacht. Außerdem reagierte er sowieso beim kleinsten Reiz ihrerseits mit der Komplettabschaltung seiner wichtigsten Hirnfunktionen. Andere Körperteile übernahmen dann die lebenserhaltenden Maßnahmen. Medhi wusste innerlich, dass er ihr nicht widerstehen konnte. Sie war einfach zu heiß. Allein schon der Gedanke an sie trieb seinen Blut- und seinen Hormonspiegel wieder nach oben. .... Gaby Kragenow, was machst du nur mit mir?... seufzte er leise. Und mit Maria sah es im Moment mehr als düster aus. Sie wusste nun, dass er sie wegen Freitagabend angelogen hatte. Er wollte sich ihr ja auch erklären. Dreimal hatte der Oberarzt heute Abend schon vor ihrer Bürotür gestanden, aber er hatte sich einfach nicht reingetraut. Wie sollte er ihr nur glaubhaft machen, dass da mit Gaby nichts weiter war, wo er doch ganz genau wusste, dass da mehr als etwas gelaufen war, aber genau das hatte er ja in dem Moment nicht vorherahnen können, als er ihr das mit seinem alten Schulfreund erzählt hatte. Medhi könnte sich jetzt noch für seine eigene Blödheit ohrfeigen. Es war einfach zu kompliziert. Er hatte es zu kompliziert werden lassen. Aber hätte, wäre, wenn, bringt einen nun mal nicht weiter. Mehdi fuhr sich durch sein zerzaustes Haar. Er mochte Maria. Er wollte sie nicht verlieren, weder als gute Freundin, die ihn über den schlimmsten Liebeskummer seines Lebens hinweghalf, noch als seine heiße Affäre. Auch ihr konnte er nur schwer widerstehen. Ein verführerischer Blick ihrerseits und schon rannte er ihr willig hinterher. Medhi lehnte sich in seinem Stuhl zurück, drehte sich zum Fenster und schaute hinaus. Es regnete. Das Wasser lief langsam die Scheibe hinunter. Er verfolgte einige Tropfen mit seinem Blick. Er wurde ruhiger, griff schließlich nach seinem Handy und wählte Marias Nummer. Er musste das jetzt einfach klären. Doch leider ging nur ihre Mailbox ran. Das beruhigte ihn einerseits, andererseits wollte er es schon loswerden. So sprach er dann doch nach dem Piepton eine kurze Nachricht auf ihre Mailbox... „Maria, hör zu! Ich... Es tut mir leid. Ich weiß, ich hätte dir sagen sollen, dass ich Schwester Gaby beim Umzug helfen würde, aber ... ich weiß auch nicht... ich dachte, du verstehst das vielleicht falsch, wenn ich nach ... äh ... unserem kleinen Stelldichein ... äh du weißt schon ... äh in der Wäschekammer ... *räusper* .... also äh... wenn ich dann abends noch zu Gaby gehe. ... Medhi, hörst du dir überhaupt zu, wenn du redest? Das klingt total bescheuert. Du weist ja mit dem Zielfernrohr schon direkt darauf hin. Da kannst du ihr auch gleich sagen, was Gaby für Unterwäsche getragen hat. ... Schluss, verdammt, ich muss mich konzentrieren! ... Ich weiß, das klingt total hirnrissig, aber ich hab halt nicht nachgedacht.... Ich ... äh es tut mir wirklich leid, dass du das so erfahren musstest. Ich hätte mit dir reden sollen. Lass uns... äh... lass uns morgen darüber reden. Bitte! Ich hab heute Nachtschicht. Ich meld mich dann morgen, ok? Schlaf schön! Medhi.“ ... Medhi legte wieder auf. Er atmete erleichtert aus, legte das Handy wieder beiseite und sah wieder in den verregneten Nachthimmel über Berlin. Ihm fielen schließlich die Augen zu...


Dr. Kaan war noch nicht ganz eingenickt, als er plötzlich seine Bürotür knarren hörte. Dann kamen langsam Schritte auf ihn zu. Er sagte kein Wort und ließ seine Augen geschlossen. Er roch ihr Parfum, als sich die Person seinem Schreibtisch genähert hatte. Er spürte ihren warmen Atem im Nacken, als sie plötzlich hinter ihm stand. Er bekam eine Gänsehaut davon, tat aber weiterhin so, als ob er selig schlafen würde. Dann spürte er plötzlich, wie zarte Frauenhände langsam von hinten über seinen Oberkörper glitten und wie sich ihre warmen, vollen Lippen zaghaft auf seinen Hals setzten und langsam und zärtlich nach oben wanderten, schließlich sein Ohrläppchen erreichten und daran zu knabbern begannen. Medhi genoss die zärtlichen Berührungen der Frau. Er hatte schon längst gemerkt, dass SIE es war. Zärtlich flüsterte sie ihm etwas ins Ohr....

Lorelei Offline

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04.03.2010 18:01
#418 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na, wer das wohl ist? Zu deiner Beruhigung, liebe Kate, es ist nicht Bärbel oder Elke. Schade oder? Was deine Spendensammlung für Medhi betrifft, ich würde mich da gerne beteiligen. Irgendwo habe ich bestimmt noch nen Euro! So aber jetzt weiter im Text! Zu den oben genannten Sicherheitshinweisen schicke ich noch einen dringenden FSK16-Hinweis hinterher (im letzten Drittel!). Das sagt eigentlich schon alles oder? Viel Spaß! Lorelei




G: Meeedhi, wie lange willst du eigentlich noch den schlafenden Prinzen geben? Du schuldest mir noch was! Und ich möchte jetzt gerne dein Versprechen von vorhin einfordern. Wo warst du eigentlich die ganze Zeit? Ich such dich schon den halben Abend lang.
M (seufzt leise und öffnet die Augen): Gaby, kann ich nicht einmal schweigend genießen?
G (perplex): Äh... wie jetzt?

Medhi drehte sich zu ihr herum und blickte verschmitzt grinsend in ihr überraschtes, leicht errötetes Gesicht. Dann wanderte sein Blick jedoch südlicher und ihm blieb der Mund offen stehen. Sein Blutdruck schoss augenblicklich nach oben, als er sah, dass sie unter ihrem geöffneten Kittel nur eine rote Spitzenkorsage, die ein beeindruckendes Dekolleté offenbarte, und einen schwarzen kurzen Minirock trug. Wobei man das schon gar nicht mehr als Rock, sondern wohl eher als etwas zu breit geratenen Gürtel bezeichnen konnte. Medhi suchte nach Worten, denn für den Moment hatte er vergessen, was er gerade sagen wollte...

M (schwitzt u. stottert): Äh... ja... also äh...du...du ... äh... Versprechen?

Gaby musste grinsen, als er so verlegen vor ihr nach Worten rang. Medhi war einfach zu süß in diesem Moment. Es hatte sich also gelohnt, nach dem peinlichen Zickenkaffeeklatsch nachmittags noch einmal kurz nach Hause zu fahren, um sich passende Arbeitskleidung für die Nachtschicht anzulegen. Gott sei dank konnte sie den Dienst mit Schwester Nikola tauschen. Diese hatte sich zwar gewundert, weil Gaby eigentlich nie besonders scharf auf Nachtschichten war, aber ihr konnte es Recht sein. So konnte sie wenigstens etwas mehr Zeit mit ihrem Mann, Dr. Robert Schmidt, verbringen. Schwester Gaby war also heute Nacht mit Dr. Medhi Kaan ganz allein auf der Station, abgesehen von den vierzig Baby, die nebenan im Säuglingszimmer friedlich schlummerten. Aber darum kümmerte sich ja Schwester Sabine, die auf Gabys dringende Bitte hereingefallen war, sie kurz zu vertreten, da sie zu Hause das Bügeleisen angesteckt gelassen hatte und jetzt ganz schnell noch einmal zurück müsste. Ihr Plan war perfekt. Jetzt würde ihr ihr heißer, persischer Schah nicht entkommen können. Gaby drückte Medhi in den Stuhl zurück und setzte sich auf seinen Schoss...

G (haucht ihm verführerisch ins Ohr): Hmm...was für ein Versprechen war das wohl? Hmm...

Sie begann, ihn leidenschaftlich zu küssen, wobei ihre Hand flink in seine Hose wanderte und den kleinen Dr. Kaan aktivierte. Und wie es immer war, wenn der attraktive Gynäkologe der verführerischen Reizumgebung einer ganz bestimmten Krankenschwester ausgesetzt war, schalteten seine Hirnfunktionen sofort auf Sparmodus. Medhi stieg voll auf ihre stürmischen Küsse ein. Er strich ihr den Kittel von der Schulter, streichelte mit seinen starken Händen zärtlich über ihren Rücken, wovon sie eine Gänsehaut bekam. Seine Lippen saugten sich an ihrem Hals fest. Die junge Frau schnurrte wie ein Raubkätzchen lustvoll unter seinen sanften Berührungen. Medhis Pulsfrequenz durchbrach allmählich die Schallmauer. Beide packte die Leidenschaft. Gaby versuchte sich jetzt rittlings auf seinen Schoss zu setzen, scheiterte aber an der Armlehne seines Bürostuhls, der die ruckartigen Bewegungen der Schwester nicht aushielt und mit beiden schließlich nach hinten umkippte. Medhi knallte beim Sturz unglücklich mit dem Kopf gegen die Wand unterhalb des Fensterbrettes. Gaby warf sich sofort besorgt auf ihn und streichelte sanft über die schmerzende Stelle an seinem Hinterkopf...

G: Scheiße Medhi, hast du dir wehgetan?

Medhi konnte ihr nicht antworten, aber nicht weil er vor Schmerzen ganz benebelt war, sondern weil die Situation einfach zu absurd war. Die schärfste Frau des Universums hockte halbnackt auf ihm, untersuchte fürsorglich seinen Hinterkopf und mit dem rechten Bein hing sie noch immer in der Armlehne des Stuhls fest, was sie aber aus lauter Sorge um ihren Geliebten gar nicht bemerkt hatte. Dieser wiederum brach in schallendes Gelächter aus, was Gaby zunächst verunsichern ließ. Er könnte ja wirklich etwas Ernsthaftes am Kopf haben. Wäre vielleicht ein CT angebracht? Doch als er sie plötzlich unsanft von sich runterschubste und sich vor Lachen den Bauch hielt, merkte auch sie endlich was los war. Gaby begann ebenfalls herzhaft zu lachen. Medhi half ihr schließlich aus ihrer peinlichen Lage heraus und befreite sie von dem gefährlichen Stuhl. Beide waren mittlerweile rot angelaufen vor lauter Lachen und atmeten schwer. Medhi stand auf, reichte Gaby seine Hand und half ihr hoch. Als die brünette Krankenschwester dann wieder in die rehbraunen Augen ihres Oberarztes blickte, die durch das viele Lachen wässrig geworden waren, verlor sie sich einmal mehr darin. Auch Medhi war wieder etwas ernster geworden und schaute sie an. Gaby näherte sich ihm langsam, legte ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn, diesmal aber ganz sanft und zärtlich. Ihr brachen regelrecht die Knie weg, als sie seine warmen, vollen Lippen auf ihren spürte. Und das Knistern, das vor ihrem kleinen Unfall den Raum beheizt hatte, war sofort wieder da. Medhi zog sie ganz nah an sich heran und erwiderte leidenschaftlich ihren Kuss. Er schob sie langsam Richtung Patientenliege, legte sie sanft darauf, zog den Vorhang zu und glitt über sie. Im Nu hatten sie sich ihrer Kleider entledigt und verschwanden in eine andere Welt. Sie begannen langsam, loveboatmäßig. Gabys Körper brannte unter den heißen Küssen ihres Chefs. Jeden einzelnen Zentimeter ihres schlanken Körpers berührte er mit seiner Zunge. Sie bebte vor Erregung, wollte ihn spüren, doch er ließ sich genüsslich Zeit. Doch Gaby konnte und wollte nicht mehr länger warten. Die Leidenschaft packte sie, mit einem Ruck hatte sie ihn auf den Rücken gedreht und saß nun auf ihm. Medhi ließ es geschehen, schloss seine Augen und überließ ihr nun das Kommando, das in Richtung Speedboat tendierte. Sie strich mit ihren Händen über seinen nackten muskulösen Oberkörper und bedeckte ihn mit feurigen Küssen. Sie genoss es, wie sich ihr Traummann komplett fallen ließ. Nichts hielt sie mehr. Sie wollte ihn endlich ganz spüren. Jetzt!!! Doch als sie es gerade zum Äußersten kommen lassen wollten, schreckte Medhi urplötzlich hoch. Er hatte ein Geräusch gehört. Das Knarren seiner Bürotür! Gaby schaute ihn nur verwundert an. Sie verstand nicht, warum er so plötzlich abbrechen wollte. Sie spürte doch unter sich mehr als deutlich, wie erregt er war. Er wollte es doch genauso sehr wie sie auch. Aber plötzlich hörte auch sie das Klappern von Absatzschuhen, die langsam näher kamen...



Ich kann so gemein sein ne? Ja, äh abwarten und Teetrinken!!!

Lorelei Offline

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05.03.2010 09:59
#419 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen, ihr wollt also wissen, zu wem die störenden Absatzlatschen gehören. Das könnt ihr euch doch sicherlich denken oder? Als Prinz aus Tausend-und-einer-Nacht lebt man nun mal gefährlich. Aber er hat es nun mal so gewollt. Da muss er jetzt wohl durch. Bis auf den FSK-Hinweis gelten bis auf Weiteres noch immer alle oben genannten Sicherheitsvorkehrungen. Viel Spaß! Eure Lorelei



Etwa eine halbe Stunde zuvor hatte eine junge brünette Oberärztin einen Anruf erhalten. Maria hatte Medhis Nummer sofort erkannt. Den ganzen Abend lang hatte sie schon darauf gewartet. Sie war sauer gewesen, stinksauer wohlgemerkt, und enttäuscht, bitterenttäuscht. Sie hatte sich sogar für eine halbe Stunde auf der Toilette eingeschlossen, als sie gemerkt hatte, wie langsam Tränen in ihr aufstiegen. Das hatte sie noch wütender werden lassen. Sie wollte doch nie wieder wegen einem Mann heulen. Das hatte sie sich doch damals geschworen. Ihr wurde ja tagtäglich auf dem Präsentierteller vorführt, was dabei herauskam. Oder wann hatte Gretchen Haase mal nicht geheult? So wollte sie doch nie wieder enden. Ganze Bäche hatte Maria Hassmann verheult, als sich ihr Mann damals als Ehebrecher und Lügner herausgestellt hatte. Nie wieder wollte sie auf so einen Typ Mann hereinfallen. Und dann musste sie plötzlich feststellen, dass der ehrlichste, charmanteste und liebevollste Mensch, den sie kannte, sie auch belogen hatte. Das hatte sie verletzt. So hätte sie ihn nie eingeschätzt. Hatte er nicht immer Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit gepredigt? Und jetzt das?! Was sollte das? Eigentlich wollte Maria ihn nach dem peinlichen Zickentreff am Nachmittag in der Cafeteria nicht mehr sehen. Er konnte ihr gestohlen bleiben, aber dann schlich sich immer mehr der Gedanke in ihren Kopf, dass er sich gefälligst bei ihr zu entschuldigen habe. Sie hätte zumindest eine Erklärung verdient, warum er unbedingt die Kisten dieser Schlampe schleppen musste, anstatt mit ihr in die Kiste zu springen, und warum er ihr diese billige Ausrede aufgetischt hatte, aber nichts Dergleichen kam. Stundenlang hatte sie auf ihre Bürotür gestarrt, aber Medhi kam einfach nicht. Nicht einmal eine Nachricht von ihm. Es war mittlerweile schon halb elf Uhr abends und ihr Dienst seit zwei Stunden vorbei, aber sie wollte ihm aus unerklärlichen Gründen noch eine Chance geben. ... Ich muss bescheuert sein. Scheiß-Liebesmist! ... fluchte sie vor sich hin. Doch kurz vor elf packte Maria dann doch enttäuscht ihre Sachen zusammen. Sie wollte gerade zur Tür hinaus, als plötzlich ihr Handy klingelte. Hektisch wühlte sie in ihrer Handtasche. Doch als sie es endlich gefunden hatte, war bereits die Mailbox rangegangen und der Teilnehmer hatte wieder aufgelegt. Als sie Medhis Nummer erkannte, machte ihr Herz sofort einen riesigen Hüpfer. Aufgeregt drückte sie die Taste und hörte seine Nachricht ab. Ein Strahlen zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab. Sie fand seine gestammelte Entschuldigung so was von süß, dass sie ihm einfach nicht mehr länger böse sein konnte, obwohl sie es doch eigentlich sein wollte. Während ihr Verstand nur fassungslos, ihre Reaktion hinnahm, hatte ihr Herz Medhi schon längst wieder verziehen und sie unbewusst auf die Gyn geführt. Da er Nachtschicht hatte und wie es auf dem Gang den Anschein hatte, es auch ziemlich ruhig auf der Gyn war, könnte man doch die Gelegenheit nutzen, um ordentlich Versöhnung zu feiern. Sie wollte nicht bis morgen warten, sie wollte ihn jetzt!!! Maria öffnete zwei Knöpfe ihrer Bluse, setzte ein ernstes Gesicht auf, denn so leicht wollte sie es ihm dann doch nicht machen. Ein bisschen zappeln lassen hatte er sich schon verdient. Leise öffnete sie die Tür....

Lorelei Offline

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05.03.2010 18:28
#420 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So dann will ich euch nicht mehr länger auf die Folter spannen. Wird hier wirklich gleich jemand inflagranti erwischt? Spannend ist es allemal. Es ist wirklich nichts für schwache Nerven und ich kann mir vorstellen, dass ihr danach echt schockiert sein werdet. Ich habe auch lange überlegt, ob ich es wirklich so bringe oder nicht doch lieber eine entschärfte Variante reinstelle, aber ich habe es dann doch so belassen. Medhi spielt nun mal mit dem Feuer und das wird er wohl nach dieser Szene auch endlich mal begriffen haben. Hoffe ich mal. Hier noch einmal die Sicherheitshinweise und mögliche Risiken : FSK 16+ (im mittleren Teil), Baldriantropfen und Schnaps bereitstellen (nur die Erwachsene!!! Den Jüngeren empfehle ich ihr Lieblingsgetränk oder so. ), aber Schoki und andere Genussmittel lieber vorerst weglassen, da aufgrund plötzlichen Verschluckens Erstickungsgefahr drohen könnte, Fenster und Türen schließen wegen der Schreie, unbedingt sitzend genießen, Gefahr von Knochenbrüchen aufgrund plötzlichen vom Stuhlkippens und nicht zuletzt plötzliches Auftreten von Schockstarre und Schnappatmung. Weißte Bescheid, Schatzilein. So und jetzt zurücklehnen und viel Spaß!





Dr. Medhi Kaan war gerade mit heißen Doktorspielchen mit seiner Stationsschwester beschäftigt, als Dr. Maria Hassmann ohne Anzuklopfen in sein Sprechzimmer geschlichen kam. Verwundert nahm diese zur Kenntnis, dass Medhi nicht an seinem Platz war. Aber hatte er in seiner Nachricht nicht gesagt, dass er Nachtschicht hätte? Als sie aus dem Fahrstuhl getreten war, hatte sie doch gesehen, dass im Kreissaal kein Licht brannte, im Säuglingszimmer saß auch nur eine über einem Dr. Rogelt-Band brütende Schwester Sabine und auf dem Gang war niemand weiter zu sehen gewesen. Eigentlich müsste er doch in seinem Büro sein. Sie ging mit langsamen Schritten auf seinen Schreibtisch zu, sah um die Ecke, doch niemand war zu sehen. Sie drehte sich wieder zur Tür, niemand. Maria schaute sich in seinem Büro um. Hinter dem Schreibtisch lagen zwei Patientenakten auf dem Boden, die sie aufhob. Sein Bürostuhl lag umgekippt unter dem Fenster. Sie stellte ihn wieder auf. ... Hmm... Komisch! Naja wahrscheinlich ein Notfall in der Ambulanz oder so. Muss wohl schnell aufgebrochen sein, so wie das hier aussieht. Der wird schon wieder auftauchen. So schnell wirst du mich nicht los, Medhi Kaan! .... Maria setzte sich auf seinen (kreuzgefährlichen) Bürostuhl und beschloss, hier auf ihn zu warten...


Währenddessen schaute eine bis in die Haarspitzen erregte und auf Vollzug wartende Schwester Gaby hinter dem Vorhang noch immer in das schockierte Gesicht von Dr. Kaan, der keinen Mucks von sich gab und sich nicht mehr rührte. Dieser hatte sofort instinktiv gespürt, wer die Person in seinem Büro war. Sein schlimmster Albtraum schien Wirklichkeit zu werden. Medhi hielt den Atem an. Er schwitzte Blut und Wasser, was angesichts der Tatsache, dass eine nackte Frau auf ihm saß, auch kein Wunder war. Gaby las die Panik in seinen Augen. Das war mehr als nur die Angst, von irgendwem in eindeutiger Pose erwischt zu werden, dachte die brünette Krankenschwester. ... Wer zum Teufel ist das? ... Vorsichtig lugte sie hinter dem Vorhang hervor und musste schockiert feststellen, dass ihre nervige Konkurrentin auf seinem Stuhl saß und sich langsam damit um die eigene Achse drehte. Maria Hassmann schien keine Anstalten machen zu wollen, wieder zu gehen. Doch nicht nur das beunruhigte Gaby. Am meisten verunsicherte sie die Tatsache, wie Medhi darauf reagierte. Er schien ganz genau zu wissen, wer das war. Der Gynäkologe hatte sie ja sogar noch daran hindern wollen, dass sie den Vorhang eine Spalt öffnete. Doch Gaby hatte seine Hand blitzschnell weggeschlagen. Irgendetwas stimmte hier doch nicht. Ihre Signallampen gingen wieder an. War da vielleicht doch mehr zwischen den beiden, als wie er heute Nachmittag noch behauptet hatte? Und das Verhalten der verrückten Neurologin kam ihr auch ziemlich komisch vor. Was machte sie um diese Uhrzeit bei ihm im Büro? Und wieso drehte sie sich so debil grinsend mit seinem Stuhl? Den Blick kannte sie doch. Und da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Die frustrierte Schnepfe war offensichtlich in ihn verknallt. Deshalb auch diese alberne Szene heute Nachmittag in der Cafeteria, dachte die junge Krankenschwester entsetzt. Die Oberärztin war eifersüchtig gewesen und hatte deshalb ihre Krallen ausgefahren. Das war es doch oder? Aber was war mit Medhi? Empfand er genauso für sie? Waren die beiden vielleicht doch zusammen? Aber wieso stieg er dann regelmäßig mit ihr ins Bett oder auf Patientenliegen? Gaby spürte, wie langsam ein beunruhigendes Gefühl von Misstrauen und Zweifel und eine gehörige Portion von Wut und Eifersucht in ihr aufstiegen. Was für ein Spiel trieb er hier mit ihr? Sie musste es austesten. Sie musste ihn herausfordern und sie wusste ganz genau wie. Sie nutzte die Tatsache aus, dass er sich nicht laut wehren konnte. Und wenn doch, dann hätte die frustrierte Ziege wenigstens die Gewissheit, zu wem Dr. Kaan in Wirklichkeit gehörte. Nämlich zu niemand Anderem als Gaby Kragenow! Mit einem triumphierenden Grinsen im Gesicht machte sie genau da weiter, wo die beiden vor wenigen Minuten aufgehört hatten. Sie hockte schließlich immer noch rittlings auf seinem Schoss. Die perfekte Position, um ihn ein kleinwenig zu quälen, dachte die Krankenschwester. Gaby beugte sich nun nach vorn und bedeckte seine muskulöse Brust wieder mit feurigen, fordernden Küssen. Ihre Zunge umspielte seine Brustwarzen, während ihre Hände langsam die Innenseite seiner Schenkel hoch strichen. Medhi war in Schockstarre verfallen und konnte sich nicht dagegen wehren. Er betete innerlich, dass Maria endlich das Zimmer verlassen würde, aber diesen Gefallen tat ihm die junge Ärztin leider nicht. Hinzukam, dass Gaby einfach nicht damit aufhörte, ihn anzumachen. Sie machte ihn fertig, sowohl physisch als auch psychisch. Aber er konnte sich nicht rühren. Die Gefahr war einfach zu groß, dass Maria dann etwas mitbekommen würde. Außerdem spürte er, dass sich sein Verstand mit jeder weiteren Berührung Gabys zu verabschieden drohte. Aber das konnte er nicht zulassen, das würde wohl dann den Supergau bedeuten. Er kämpfte still und leise einen aussichtslosen Kampf und so ergab er sich schließlich seinem Schicksal. Gaby reizte es ungemein, dass ihr Oberarzt ihr so wehrlos ausgeliefert war. Sie wollte ihn um jeden Preis provozieren. Ihr Mund wanderte immer weiter gen Süden. Dabei blickte sie auch immer wieder herausfordernd in Medhis Gesicht, das sie nur panisch anstarrte, weil er einfach nicht fassen konnte, was sie da tat. Zu einer anderen Reaktion war er nicht fähig. Gut, er nicht, aber der kleine Dr. Kaan schon. Das war eine Genugtuung für die angekratzte Seele von Schwester Gaby. Und sie ließ Medhi nun deutlich spüren, dass mit ihr nicht zu spaßen war. Als Gaby ihn endlich ganz spürte, begann sie sich langsam rhythmisch zu bewegen, strich dabei auch immer wieder lustvoll über seinen Brustkorb, ohne auch nur einen Mucks von sich zu geben, auch wenn es ihr schwer fiel, denn das Gefühl, das sich gerade in ihr ausbreitete, war einfach unbeschreiblich. Sie wollte es am liebsten hinausschreien, wie sehr sie doch diesen Mann begehrte und wie sehr er sie auf Touren brachte, auch wenn dieser sich, bis auf die Ausnahme eines gewissen Körperteils in der Leistengegend, kaum merklich daran beteiligte. Medhi hatte mittlerweile die Augen geschlossen, weil er hoffte, dass sich so herausstellen würde, dass er das alles nur träumte. Aber Pustekuchen! Kein Albtraum konnte schlimmer sein als die bittere Realität. Das spürte er deutlich, als sich Gaby immer schneller bewegte, sich am Ende lustvoll aufbäumte und schließlich erschöpft auf seinen Oberkörper fiel. Aber das Schlimmste für ihn war nicht, dass er gerade oder besser gesagt, dass Gaby gerade mit ihm heißen, zügellosen, verbotenen Sex hatte, während keine drei Meter entfernt seine andere, noch Gott sei dank völlig ahnungslose Affäre saß, sondern dass er überfordert und fassungslos feststellen musste, dass ihn das alles tatsächlich irgendwie erregt hatte.


Von alle dem bekam Maria Hassmann aber überhaupt nichts mit, wie auch, sie hatte wieder ihre rosarote Brille aufgesetzt und hörte himmlische Geigen, die ein Liebeslied spielten. Sie hatte Medhi schon längst wieder verziehen. Sehnsüchtig wartete sie nun schon seit über einer halbe Stunde auf ihren Traumprinzen, doch er tauchte einfach nicht wieder auf. Es musste wohl doch ein schwerer Notfall gewesen sein, der ihn aufhielt. Da es nun schon halb zwölf war, sie eine anstrengende Vierzehnstundenschicht hinter sich hatte und sie letzte Nacht aufgrund akrobatischer Völkerverständigung mit einem Halbperser so gut wie gar nicht geschlafen hatte, spürte sie nun umso mehr die Müdigkeit in sich aufsteigen. Maria stand schließlich doch auf und hinterließ Medhi eine kurze Notiz... Ok, lass uns morgen reden. Wie immer Mittagspause bei mir. Maria ... welche sie in die Seitentasche seiner Jacke steckte, die über einem Stuhl hing. Sie überlegte kurz, grinste in sich hinein und zog seine Jacke an. Sie sog seinen Duft ein, als wäre es ihr Lebenselixier, und dann tänzelte sie kurz, eingemummelt in seiner Jacke, durch das Zimmer. Sie fühlte sich ja unbeobachtet... Maria, du bist so was von peinlich echt! Werd mal wieder normal! ... Peinlich berührt hing sie die Jacke wieder über den Stuhl und verließ anschließend sein Büro....




Ich glaube, nach dem Teil braucht ihr erst einmal eine Pause oder? Ich hoffe, ihr fandet das nicht zu krass, aber Medhi hat es nun mal hier mit Gaby zu tun und mit der ist bekanntlich nicht zu spaßen! Selber Schuld, würde ich mal sagen. Morgen geht es weiter. Medhi sollte schon mal sicherheitshalber eine schusssichere Weste anlegen! Lorelei

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06.03.2010 09:51
#421 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben! Angesichts der „Vielzahl“ an Kommis gestern muss ich wohl davon ausgehen, dass wirklich der ein oder andere in Schockstarre verharrt ist oder umgekippt ist. Das tut mir leid. Zur Entschädigung gibt es jetzt den nächsten Teil. Eine keifende Krankenschwester setzt ihrem Oberarzt die Pistole auf die Brust. Wer sich schützend vor Medhi werfen will, ihr wisst ja wohin ihr euch wenden könnt. Viel Spaß! Ach und Vorsicht: dazwischen kommt auch noch etwas Skurriles. Also lieber sitzend genießen! Lorelei




Das Zufallen der Tür ließ Medhi aus seiner Starre erwachen. Er atmete erleichtert aus, schloss für einen kurzen Moment wieder seine Augen und ließ seinen Kopf auf die harte Pritsche zurücksinken. Er war aus welchen Gründen auch immer doch nicht aufgeflogen, obwohl alle Anzeichen dafür gestanden hatten, aber er fühlte sich mies. Er war ein Betrüger. Und was für einer. Er schlief sogar mit einer Frau, während die andere nebenan saß. Was war nur aus ihm geworden? Er war ja schon schlimmer als der Meier in seinen besten Zeiten, dachte er verzweifelt. Medhi war dermaßen über sich selbst schockiert, zu was er überhaupt alles fähig war, dass er keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Könnte er Maria überhaupt jemals wieder unter die Augen treten? Er war so mit seinen eigenen Gedanken und Schuldgefühlen beschäftigt, dass er gar nicht mitbekam, dass Gaby, die noch immer erschöpft, aber befriedigt auf seinem Schoss saß, ihren heißblütigen Liebhaber böse anfunkelte. Sie hatte Recht mit ihrer Vermutung. Er hatte wohl doch mehr mit der Hassi am Laufen, als er vorhin behauptet hatte. Da war definitiv mehr zwischen den beiden, als die eine Nummer, die sie vor knapp zwei Wochen genau hier in seinem Büro beobachtet hatte. Sie schäumte vor Wut und rammte ihre Faust mit voller Wucht in seine Rippen. Ein tierähnliches Jaulen ertönte in der Frauenarztpraxis des EKH, welches Schwester Sabine, die im Säuglingszimmer nebenan saß, die Nackenhaare zu Berge stehen ließ... Die Werwölfe sind da! Ich muss die Kinder schützen. ... Panisch vor Angst verbarrikadierte die blonde Krankenschwester die Tür, indem sie eine Wickelkommode davor schob, die Jalousien am Gangfenster herunterließ, die Babybettchen zusammen schob und sich mit ihrem Stuhl in der Mitte dazwischen setzte. Die vierzig kleinen unschuldigen Würmchen bekamen von ihrer Hilfsaktion Gott sei dank nichts weiter mit und schlummerten weiterhin friedlich neben der verängstigten Schwester. Gut, dass sie zur Vorbeugung vor bösen Geistern immer eine Knolle Knoblauch in ihrer Kitteltasche trug. Wieder etwas beruhigt schlug Sabine den neuen Dr. Rogelt-Band 53 „Dr. Rogelts Kampf gegen Riesenspinnen und Werwölfe“ wieder auf.... Wo war ich gleich stehen geblieben? ... Ach ja. Hier! .... Laut jaulten in den Bergen Transsilvaniens die Werwölfe auf. Das Zeichen für den bevorstehenden Kampf der Werwölfe gegen die Vampire. Panisch vor Angst hielt sich Schwester Monique an Dr. Rogelts Kittel fest,.... Medhi war nach Gabys brutaler Attacke sofort wieder hellwach und richtete sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf...

M (fasste sich an seine schmerzenden Rippen): Aua!!! Sag mal, hast du sie noch alle?
G (keifend u. wild um sich schlagend): Das müsste ich dich eigentlich fragen, Medhi!
M (wusste nicht, wie ihm geschah): Bitte?
Das glaub ich ja jetzt nicht!
G (aufgebracht): Willst du mich verarschen?
Was ist denn jetzt los? Was hat sie denn auf einmal? Hat sie mich nicht schon genug gequält gerade eben? Fühl mich schon beschissen genug.
M (verwirrt): Was? Nein, wieso? Was hast du denn auf einmal?
G (schreit fassungslos): WAS ICH HABE? Was zum Teufel sollte das eben?
Äh... Hä??? Das hat sie jetzt nicht wirklich gefragt oder? Sie hat doch damit angefangen! Sie hat mich doch quasi äh... hier... also... äh... Oh Gott, ich kann nicht glauben, dass das wirklich passiert ist.
M: Das könnte ich dich auch fragen, Gaby. Eh wir waren nicht allein hier und du machst trotzdem weiter. Spinnst du?
Arschloch!!!
G (mit leicht sarkastischem Unterton): Hättest dich ja auch wehren können, Medhi!
Hat die sie noch alle?
M (fassungslos): Dann wären wir doch aufgeflogen.
Also doch! Du mieses Schwein!!!
G (blickt ihn durchdringend an): Na und wenn schon? Was wäre denn da so schlimm daran gewesen?
Scheiße!!! Ich kann ihr das doch nicht sagen. Die killt mich doch!
M (nervös): Äh...
G (funkelt ihn stinksauer an): Weil dann vielleicht herausgekommen wäre, dass du noch in anderen Gewässern fischst!?
SIE WEIß ES!!!! Verdammt!!! Was mach ich denn jetzt? Ich muss hier weg! Scheiße! Aber sie sitzt ja noch auf mir drauf! Oh nein! Ich bin so gut wie tot!
M (mit einer verräterischen Panik in seinem Blick): Woher...? Wie... wie kommst du denn darauf?
Will der mich jetzt verarschen? Du kannst mir nichts mehr vormachen, Medhi! Ich weiß ganz genau, dass du noch was mit dem frustrierten Miststück hast.
G: Medhi, ich bin nicht blöd ja! Dein Blick hat doch Bände gesprochen, als du mitgekriegt hast, dass die Hassi vorm Vorhang hockt.
M (leise): Scheiße!!!
Es ist aus! Sie bringt mich um!
G (fuchtelt wütend mit den Händen vor ihm herum): Jetzt ist die Kacke aber so richtig am Dampfen, Medhi! Da sagst du mir heute Nachmittag noch scheinheilig ins Gesicht, dass da nichts mehr zwischen euch läuft und jetzt muss ich das so erfahren. Was soll das verdammt?
M (schaut sie beschämt an): Äh... das hab ich doch gar nicht. Du... du wolltest doch keine weiteren Erklärungen hören.
Wie bitte? Als ob du mir dann die Wahrheit gesagt hättest! Du bist doch genauso ein beschissener Lügner wie alle anderen Männer auch.
G (aufgebracht): Was? Jetzt bin ich schuld oder was?
M (beschwichtigend): Nein, so meine ich das nicht. Ich... äh....
Scheiße, wie soll ich ihr das nur erklären?
G (die Enttäuschung schwingt in ihrer Stimme mit): Komm schon Medhi, insgeheim warst du doch froh darüber, dass ich nicht weiter nachgehakt habe und deine heilige weiße Weste sauber geblieben ist. Du wärst doch nie mit der Wahrheit rausgerückt. Sei ehrlich!
Da hat sie wohlmöglich Recht! Ich bin so ein mieses Arschloch!
M (blickt betreten zu Boden): Äh ja wahrscheinlich schon.
G (schreit ihm verletzt ins Gesicht): Du bist so ein Arsch, Medhi, echt!
Als ob ich das nicht selber wüsste!

...

Lorelei Offline

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06.03.2010 16:23
#422 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Enttäuscht stieg Gaby von Medhi herunter. Sie sammelte ihre Klamotten zusammen und zog sich schnell wieder an. Medhi stand schließlich auch langsam von der Liege auf und zog sich ebenfalls an. Er konnte ihr nicht in die Augen sehen. Minutenlang herrschte eisiges Schweigen zwischen den beiden. Die brünette Krankenschwester, die sich zwischenzeitlich von ihrem Chef abgewendet hatte, hatte sich wieder ein wenig abgeregt und drehte sich zögerlich wieder zu ihm herum...

G (schaut ihm enttäuscht direkt in die Augen): Warum Medhi?
M (unsicher): Was?
G: Warum hast du nicht einfach gesagt, dass ihr zusammen seid? Dann hätte ich mich gar nicht erst... ach auch egal.

Gott, wie blind war ich eigentlich? Ich hab doch die ganzen Zeichen gesehen. Die Gesten und Blicke letztens im Fahrstuhl. Dann erwische ich die beiden hier auch noch beim Poppen und er hatte sichtlich Spaß daran. Das hab ich ganz genau gesehen. Und dann die Nummer heute Nachmittag in der Cafeteria. Die hat doch eindeutig ihr Revier markiert. Er zieht ja sogar zu ihr. Wie blöd bin ich eigentlich? Die Alarmglocken haben doch ohne Unterlass gebimmelt. Nur ich wollte sie nicht hören, hab ihm geglaubt, dass das alles nichts weiter zu bedeuten hat, weil ich eine bescheuerte, verknallte Kuh bin. So ist es nämlich. Wieso fall ich nur immer wieder auf solche Typen rein? Dabei dachte ich doch, er wäre anders. Er war doch immer so lieb zu mir, hat mich nach dem Verlust meines Babys getröstet, sich nach meiner Entführung so liebevoll um mich gekümmert, mich im Job gelobt, mir beim Umzug geholfen. Und wie er mich immer angesehen hat, da war doch was? Hab ich mir wahrscheinlich alles nur eingebildet. Scheiße! Aus der Traum!

M: Wir sind nicht zusammen.
Hä? Will der mich verarschen? So wie die sich aufgeführt hat vorhin in der Cafeteria und gerade eben hier. Die ist doch bis über beide Ohren in dich verliebt, Medhi.
G (verwirrt): Wie jetzt? Klar seid ihr zusammen! Komm schon, so wie die sich heute Nachmittag aufgeführt hat. Die war doch eindeutig eifersüchtig.
M (schüttelt ungläubig den Kopf): Quatsch!
Maria war doch nicht eifersüchtig. Wieso sollte sie auch? Wir sind doch gar nicht zusammen.
G: Doch Medhi! Ich bin nicht blind. Und ich lass mich nicht mehr weiter von dir verarschen. Das hatte ich in der Vergangenheit zur Genüge.
M: Aber ich habe dich nicht verarscht, Gaby.

Naja!? Oder etwa doch? Aber ich bin doch eigentlich immer gerne mit ihr zusammen. Also mal abgesehen von der Sache gerade eben. Das war schon krass. Den Blick, den die da draufhatte, wie so eine besessene Hexe oder so. Scheiße klar, sie wollte mich provozieren, weil sie das mit mir und Maria kapiert hatte. Das war ihre Rache! Oh Gott!!! Was kommt da wohl noch alles nach?

Du lügst! Ich weiß nicht, was schlimmer ist, dass du mich die ganze Zeit betrogen hast oder dass du mich immer noch anlügst wegen der Sache.
G (enttäuscht): Ich glaube dir kein Wort mehr, Medhi. Hast du mit ihr geschlafen?
Scheiße! Ich habe keine andere Wahl. Sie wird mich umbringen. So oder so.
M (mit gesenktem Blick): Ja.
Neeeeeiiiiiin!!!!!
G (spürt einen tiefen Stich im Herzen, gibt sich aber gefasst): Mehr als das eine Mal, von dem ich weiß?
Scheiße! Abstreiten bringt eh nichts mehr.
M: Ja.
Also doch! Wie konnte er nur?
G (verletzt): Verstehe! Und das nennst du also Nicht-Verarschen ja?! ... Wann?
M: Bitte? Gaby, also das... das tut doch nichts zur Sache.
Doch! Ich muss das wissen. Damit ich einen detaillierten Mordplan für euch beide entwerfen kann. Scheiße, wieso tut er mir das an?
G: Doch das tut es. Wann Medhi? Wann habt ihr das letzte Mal... also ... du verstehst schon?
Ich kann ihr das doch nicht sagen. Wie komme ich hier nur wieder raus? Scheiße! Das hab ich nun davon, wenn man auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Was hab ich mir nur dabei gedacht? Das musste doch so kommen!
M (nervös): Gaby... also...
G (laut): Sag es, verdammt!
M (leise; schaut sie nicht an): Letzte Nacht.

Nein!!! Das kann nicht sein. Der poppt erst die ganze Nacht mit der vertrockneten Pflaume und dann heute Morgen und jetzt mit mir hier? Und das ohne mit der Wimper zu zucken! Ich fass es nicht. Wer zum Teufel bist du? Wo ist der sanfte, gefühlvolle, treuliebe Medhi Kaan abgeblieben, in den ich mich verliebt habe? Ich will keinen neuen billigen Meier-Verschnitt, der einen ständig verarscht und dann wegwirft wie ein Stück Dreck. Ich will verdammt noch mal auch endlich einmal glücklich sein und geliebt werden! Ist das denn zu viel verlangt?

G (tief verletzt): Was? Das glaube ich ja nicht! Und wieso... wieso hast du dich dann auf mich eingelassen, wenn du doch sie... sie... *schluck* ... liebst? Ich kann es nicht aussprechen, es tut so verdammt weh. ... Ich versteh das nicht, Medhi.
M (fährt sich durch die Haare): Ich versteh das ja selbst nicht.
Will der mich verarschen?
G (ungläubig): Bitte? Du wirst ja wohl wissen, mit wem du in die Kiste springst, Medhi.
M (versucht sich zu erklären): Gaby, das mit uns, das war so nicht geplant.
Wie das war so nicht geplant? Du bist doch über mich hergefallen wie ein ausgehungertes Tier. Du wolltest das doch genauso.
G: Du hast trotzdem mit mir geschlafen und sag jetzt nicht, dass es dir keinen Spaß gemacht hat.
M: Natürlich habe ich gerne mit dir geschlafen, aber das war halt einfach nicht geplant.
Ich versteh ihn einfach nicht. Was willst du von mir, Medhi?
G (sieht ihn eindringlich an): Was Medhi, was?
M (atmet tief durch): Na dass das mit uns noch mal passiert. Du weißt doch noch, was ich dir im Fahrstuhl gesagt habe oder?

Bin ich wirklich nur ein Ausrutscher für ihn gewesen? Ein kleiner unbedeutender One-Night-Stand? Aber wieso hat er dann trotzdem noch mal mit mir geschlafen? Und das nicht nur einmal. Hat er wirklich nur mit mir geschlafen, weil ich ihn immer wieder dazu gedrängt habe? Das glaube ich nicht. Da muss doch mehr sein. Das hab ich doch gespürt. Das letzte Wochenende zusammen mit ihm, das war so schön. Nie war ich glücklicher wie an den beiden Tagen. Das kann doch nicht alles nur einseitig gewesen sein oder?

G: Ja, das habe ich nicht vergessen. Aber du hättest auch jeder Zeit nein sagen können, wenn du das mit mir nicht willst. Hast du aber nicht.
Stimmt! Ich versteh das doch selber nicht. Aber wenn du vor mir stehst dann... Ach Scheiße! Für Ausreden ist es eh zu spät. Ich habe es nun mal getan. Und ich habe es auch gewollt.
M (schaut sie an): Nein, hab ich nicht.
G (mit traurigem Blick): Und wieso nicht, Medhi? Und sag jetzt nicht, du seiest immer noch verwirrt. Du hast bei jedem einzelnen Mal ganz genau gewusst, was du tust.
M (unsicher): Weil ... weil....
G (blickt ihn durchdringend an): Weil?

...

Lorelei Offline

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07.03.2010 10:25
#423 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Medhi hielt ihrem Blick nicht länger stand und lief aufgeregt im Zimmer auf und ab. Er fuhr sich durch seine Haare, blieb am Fenster stehen und drehte sich wieder zu ihr herum. Gaby schaute ihn immer noch unsicher an. Schließlich platzte es doch aus ihm heraus...

M (stammelt nervös): Weil du... weil du verdammt noch mal eine Wahnsinnsfrau bist und ich ... Mann, Scheiße, wie soll ich dir denn widerstehen, wenn du so (zeigt auf ihr knappes Outfit) vor mir herumläufst. Ich bin auch nur ein Mann.
Das ist jetzt echt nicht wahr oder?
G (verdutzt): Du bist scharf auf mich?
M (schaut sie eindringlich an): Ja verdammt!
G (innerlich enttäuscht, äußerlich cool): Das ist alles? Du springst einfach nur mit mir in die Kiste, weil du Bock auf mich hast oder was?
M (verlegen): Ja äh... eigentlich schon. Ich weiß, ich hätte mir das ja auch nie vorstellen können. Also so eine unverbindliche Affäre und so. Mir waren ja eigentlich früher immer zuerst Gefühle wichtig und...
Heißt das jetzt, er hat überhaupt keine Gefühle für mich, wenn wir...? Er liebt mich nicht!
G (fällt ihm ins Wort): Und jetzt nicht mehr oder was? Du willst nur unverbindlichen Sex?
Ja! Oh Gott, wie sich das anhört! Ich wollte doch nie so einer werden. Solche Typen hab ich doch immer gehasst! Wann ist das passiert? Und wie kann man das wieder rückgängig machen? Will ich das überhaupt rückgängig machen?
M (unsicher): Ja, du nicht? Ich dachte... äh... Wir hatten doch ... äh eine Vereinbarung.
Was? Vereinbarung? Aber das war doch nur ... äh... provisorisch gedacht, also eine Art Notlösung, weil er sonst am Samstag nicht mit mir mitgegangen wäre. Ich hab doch nicht gedacht, dass er das am Ende ernst meint. Scheiße, er meint das wirklich ernst oder? Der sensible Frauenarzt will einfach nur ne kleine Affäre ohne Verpflichtungen, ohne Beziehung, ohne Liebe. Ich krieg das einfach nicht in meinen Kopf! Was ist mir ihm passiert, dass er plötzlich so denkt?
G (beleidigt): Boah Medhi, du müsstest dich mal reden hören. Als ob der Meier, das Arschloch, vor mir stehen würde. Hat der dich einer Gehirnwäsche unterzogen?
Was hat sie denn jetzt wieder? Aber wir hatten das doch wirklich geklärt mit dem unverbindlichen Sex und so. Was will sie denn sonst von mir? Ich versteh sie einfach nicht! Tzz... Frauen!
M: Was? Nein, komm, bleib bitte ernsthaft ja!
G (eingeschnappt): Das sagt gerade der Richtige. So eine Nummer, das bist doch nicht du!
Das hast du richtig erkannt! Ich bin doch sein Alter Ego. Oh Gott!
M (wild gestikulierend): Mag ja sein, aber ... ich will halt nicht mehr... äh naja... der alte, langweilige, naive Medhi Kaan sein, der alles mit sich machen lässt, auf dessen Gefühlen man rumtrampelt und den man am Ende sitzen lässt. Hab ich nicht auch mal ein Recht auf einfach nur Spaß?
Spaß? Er ist doch Meier!!! Haben die die Körper getauscht oder was? So bodyswitchmäßig oder wie? Er will nicht, dass Frau ihm auf den Gefühlen rumtrampelt, aber er darf das oder was? So ein Arsch!
G (aufgebracht): Und den holst du dir jetzt, indem du abwechselnd mich und die blöde Schnepfe bespringst oder was?
Und ich dachte gerade sie kann das nachvollziehen. Wer hat denn gesagt, wir sitzen im selben Boot, lass uns unseren Kummer mit ein bisschen Spaß vertreiben? Ich halte mich doch an die Spielregeln. Gut, dass da auch noch Maria ist, das ist schon blöd, aber mit ihr ist es doch... ach scheiße, ich kann ihr halt genauso wenig widerstehen wie dir auch.
M: Jetzt spiel doch hier nicht den Moralapostel! Du wolltest doch eine lockere Affäre.

Ja, das sollte der Anfang von etwas Großem sein, Medhi. Ich dachte, du brauchst noch Zeit, um die ganze Scheiße mit dem fetten Haasen und deiner Nuttenfrau zu verarbeiten. Ich dachte, du wolltest nur nicht gleich wieder verletzt werden, obwohl ich das niemals tun würde, weil ich dich wirklich liebe, und hast dich deshalb hinter dieser „Ich-lasse-keine-Gefühle-zu!“-Mauer versteckt. Ich dachte, nach ein bisschen Ablenkung mit mir würdest du endlich loslassen, dich auf etwas Neues einlassen, dich auf uns einlassen. Und jetzt spielst du, gerade du, dich hier als schlechter Machosexgottverschnitt auf und fährst ne zweigleisige Tour. Also ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll. Das ist doch ein schlechter Witz.

G: Ja schon. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich dich gleich mit Gott und der Welt teilen will.
Und schon gar nicht mit der frustrierten Zicke! Die treibt dich ganz gewiss ins Unglück.

Oh! Sie will mich nicht teilen? Aber sie hat ja auch Recht damit. In dem Sinne bin ich schon ein Betrüger! Schluss aus und fertig! Das ist die genaue Definition dafür. Und was soll ich jetzt machen?
M: Aber...
G (mit ernster Miene): Ich meine das ernst, Medhi. Sie oder ich?
Oh Gott, wie sich das anhört! Sie oder ich? Wie in einem peinlichen Dreiecksverhältnis zwischen Hinz und Kunz und äh... Schulze(?) ... in so ner albernen Abendserie bei RTL.

Scheiße, sie will eine Entscheidung! Kann ich ihr ja nicht mal verübeln. Würde wohl jeder in so einer Situation verlangen. Aber ... verdammt ... ich weiß nicht, wen ich will. Sie sind doch beide ... Granatenfrauen... und ... ach... Was soll ich nur tun?

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Lorelei Offline

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07.03.2010 19:39
#424 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

M (mit Dackelblick): Komm schon, sag doch nicht so was!
G (ernst): Doch! Es wird mal Zeit, dass ich so etwas sage! Weißt du, ich hab schon viel zu viel durchgemacht in der Vergangenheit. Du bist nicht der Erste, den ich mit einer anderen teilen musste, aber ich habe immer darüber hinweg gesehen, weil ich dachte, nach einer Weile wird er schon merken, dass ich die bessere Partie bin. Das ist aber nie geschehen. Ich hatte immer die Arschkarte. Immer war ich die Geliebte, die Betrügerin, die schnelle Nummer von irgendwem. Ich will das nicht mehr. Ich will auch einmal Forderungen stellen können und wenn es „nur“ für eine Affäre ist.
M: Das versteh ich ja, Gaby. Für mich ist das auch nicht einfach. Ich finde die Situation ja auch beschissen....
G: Beschissen is noch milde ausgedrückt, Medhi.
M: Das weiß ich selber. Aber im Moment... ich... äh...
G (schaut ihn erstaunt an): Sag jetzt nicht, du weißt nicht, was du willst?
M (nickt verlegen): So ist es.
Was? Wie? Er weiß nicht, was er will? Was soll denn an der Backpflaume so besonders sein, dass er sich jetzt nicht zwischen uns beiden entscheiden kann?
G: Und was soll ich jetzt davon halten? Soll ich warten, bis du es weißt oder was? Da hab ich echt keinen Bock drauf.
Ich warte schließlich schon viel zu lange auf dich!
M (fährt sich nervös durch die Haare): Ja... nein... ach, ich weiß doch auch nicht.
Das ist doch echt die Höhe! Soll ich ihm noch die Entscheidung abnehmen oder was? Was soll ich denn noch alles machen, damit er endlich kapiert, dass ich die Richtige bin? Soll ich dreißig Kilo zunehmen oder was? ... Oh! Oder liegt es genau daran? ... Er ist so ein blöder Idiot!
G (schüttelt den Kopf): Tzz... weißt du was, das wird mir jetzt echt zu albern hier. Vielleicht solltest du endlich mal aufhören, alten Träumen nachzujagen. Er wird sie nicht mehr gehen lassen. Das musst du endlich einsehen. Und für die Warteposition bin ich mir echt zu schade.
Warteposition? Hä? Was meint sie denn?
M (verwirrt): Ich versteh nicht, was du meinst.
Doch! So wie du mit ihr umgehst, sie in Watte packst, sie sehnsüchtig anschaust. Vorhin im Stationszimmer hast du ihr doch auch wieder liebevoll über ihre dicken Backen gestreichelt. Er wartet doch nur darauf, dass Meier nen Fehler macht. Deshalb will er sich nicht ganz auf eine neue Beziehung einlassen. Stattdessen lebt er seine sonstigen Bedürfnisse an mir und *** aus. Gott, wie krank ist das denn.
G: Doch das tust du! Du solltest vielleicht endlich mal wieder deinen Kopf einschalten und nicht anderen Körperteilen die Arbeit überlassen.
Was soll das denn jetzt heißen? ... Oh! Ich hab sie ausgenutzt oder? Sie ist verletzt. Kaan, du bist echt so einfühlsam wie ne stinkende Socke. Und so was schimpft sich Frauenarzt. Ich würde mal sagen, Beruf verfehlt.
M: Gaby, es tut mir leid, wenn ich dich verletzt habe, ich... äh...
Das kannst du dir jetzt echt sparen, Medhi! Für scheinheilige Entschuldigungen ist es zu spät.
G: Spar’s dir Medhi! Sei das nächste Mal einfach ehrlich zu mir und führ nicht so einen peinlichen Eiertanz auf. Steht dir nicht! Ach eigentlich steht dir die ganze Nummer hier nicht. Dr. Kaan, der Arzt, dem die Frauen vertrauen, fährt zweigleisig. Tzz... wie in einer geschmacklosen, billigen Vorabendserie.
M: Was bist du denn jetzt wieder so biestig?
So jetzt reicht’s. Ich war eh viel zu sanft zu ihm. Das hast du nach der ganzen Nummer echt nicht verdient.
G (sauer): Biestig? Ich hätte dich vorhin auflaufen lassen sollen, Medhi. Weiß nicht, was die feine Frau Doktor dann gesagt hätte.
Oh Gott!
M: Willst du mir jetzt drohen oder was?
G: Gedroht habe ich dir schon heute Nachmittag und gerächt gerade eben, aber... Ach Scheiße! Die frustrierte Tante wird schon noch selber merken, was für eine Tour du hinter ihrem Rücken fährst. Auf das Gesicht freu ich mich schon.
Wird Zeit, dass mal jeder hier mitkriegt, was für ein mieses Arschloch sich hinter dem ach so sensiblen Frauenarzt verbirgt. Von wegen Gott in weiß!

Na toll, jetzt macht sie dich doch noch fertig. Hab die ganze Zeit schon darauf gewartet. Aber ich hab es ja auch nicht anders verdient. Obwohl...
M: Gaby! Eh, ich bin weder mit dir noch mit ihr irgendwelche Verpflichtungen eingegangen. Eine lockere Affäre ohne Beziehung und das ganze Drumherum. Das hatten wir doch so besprochen. Mehr ist echt nicht drin. Ich kann dich gerne an deinen Wortlaut erinnern.
Oh Gott, Kaan, wie das klingt? Du bist doch ein Machoschwein!

So ein Arschloch! Aber gut zu wissen, dass er mit der Schnepfe das gleich abzieht. Er liebt sie nicht!!! Wenigstens ein kleiner Trost. Aber trotzdem lasse ich mich nicht mehr wie eine kleine billige Schlampe behandeln, die man(n) sich nimmt, wenn er mal Lust dazu hat.
G (aufgebracht): Ich fass es nicht. Im ersten Moment hab ich echt gedacht, gut, er ist nur verwirrt oder im Hormonstau, keine Ahnung, da nimmt man(n) vielleicht alles, was man(n) kriegen kann, selbst frustrierte Schnepfen, oder vielleicht ist er ja auch noch frustriert, weil der fette Haase ihren dicken Hintern jetzt auf Marcs Matratze wälzt, aber nein, es ist mehr als offensichtlich, du bist längst eins von ihnen geworden...
Hä? Was kommt denn jetzt?
M: Bitte? Gaby, was soll das?
G (faucht ihn an): Du bist ein Machoarschloch!!! Könntest Meier durchaus Konkurrenz machen. Kannst Marc sagen, dass du dein Diplom mit Bravour bestanden hast.
M: Ey!
G (warf sich ihren Kittel über und ließ ihn stehen): Meld dich, wenn du wieder normal geworden bist!
Äh was soll das denn jetzt?
M (rief ihr noch hinterher): Gaaaby!
Scheiße!


....

Lorelei Offline

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08.03.2010 08:57
#425 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Kopf schüttelnd verließ Gaby Kragenow das Sprechzimmer ihres Oberarztes und knallte wütend die Tür hinter sich zu, was dazuführte, dass nebenan plötzlich vierzig Babys gleichzeitig anfingen zu schreien und Sabine vor lauter Schreck ihren Dr. Rogelt herunterfallen ließ und nun hektisch zwischen den einzelnen Babybettchen hin und her hüpfte, um die Kleinen wieder zu beruhigen. Ein unmögliches Unterfangen! Das musste die panische Schwester nach einigen Minuten schmerzlich erkennen. Medhi ließ sich erschöpft in seinen Bürostuhl fallen. Er schlug sich mit der flachen Hand mehrfach gegen die Stirn... Gott, was ist nur aus dir geworden? Bin ich wirklich schon so ein mieses Arschloch? Was kann ich denn dafür, dass ich jedes Mal solche Aussetzer habe, wenn ihr mich immer so anmacht. Das bin ich doch gar nicht gewohnt. Früher hat sich doch keine einzige Frau nach mir umgedreht. Und jetzt kann ich mich vor ihnen nicht mehr retten. Das ist doch verrückt! Aber so kann es definitiv nicht mehr weitergehen. Irgendwann breche ich wahrscheinlich erschöpft zusammen. Gaby hat Recht. Ich muss mich entscheiden. ... Aber verdammt für wen soll ich mich denn entscheiden? Ihr seid doch beide... der Wahnsinn! ... Ein tiefer Seufzer war in dem Raum zu hören. Medhi stand von seinem Stuhl auf. Er musste raus, frische Luft schnappen, kurz durchatmen und nachdenken. Er schnappte sich seine Jacke, griff auf der Suche nach einem Schokoriegel in die Jackentasche und fand zu seiner Verwunderung einen kleinen Zettel darin... Oh! Von Maria! Sie will doch mit mir reden. Gott sei dank! Ob sie meine Entschuldigung angenommen hat? Hmm... Warum wäre sie sonst vorhin in mein Büro gekommen? Oh Gott, hoffentlich hat sie nichts gemerkt. ... Gedanken versunken verließ Dr. Kaan schließlich sein Büro.


Tief verletzt rannte Schwester Gaby den in der Nacht nur spärlich beleuchteten Gang der Gynäkologie hinunter Richtung Aufzug. Sie huschte schnell hinein, als sich seine Türen öffneten. Sie war froh, dass niemand weiter darin war. Niemand sollte sie so sehen. So verletzt und gedemütigt. Ein paar Tränen bahnten sich ihren Weg nach außen. Vor Mehdi hatte sie sie noch zurückhalten können, die Blöße wollte sie ihm nicht geben, aber jetzt ließ sie ihnen freien Lauf. ... Was für ein Arschloch! ... dachte sie. Die Gewissheit, dass Medhi Kaan sie doch nicht so liebte wie sie ihn, dass er anscheinend überhaupt keine Gefühle für sie hatte, sonst hätte er ja wohl gemerkt, worum es ihr wirklich gegangen war, und dass er tatsächlich nur an einer kleinen unverbindlichen Sexaffäre mit ihr interessiert war, machte sie unendlich traurig und wütend zugleich. Aber sie war nicht nur wütend auf ihn, sondern vor allem auch auf sich selbst, weil sie ihm blind vor Liebe vertraut hatte... Wieso macht er das? Wieso kann er mich nicht so lieben wie ich ihn? Was will er von der blöden Schnepfe? Die kann ihm doch überhaupt nichts bieten. Er hat doch mich! Und ich dachte die ganze Zeit, er hängt noch der fetten Kuh nach. Wobei er das wahrscheinlich auch noch immer tut. Scheiße! Ich war so blind und blöd. Dabei vögelt der die ganze Zeit immer noch mit der Gewitterziege rum. Wie kann er mir das nur antun? Ich dachte, er wäre anders, anders als die ganzen Dreckschweine, mit denen ich früher... Aber er ist echt kein Deut besser. Und ich dachte wirklich, er wäre eine treue Seele. Aber so eine Nummer hätte ich ihm niemals zugetraut. ... Einsam und allein saß sie nun in der menschenleeren dunklen Cafeteria und knabberte traurig an einem Schokoriegel. Sie erinnerte sich an die traumhaftschöne Begegnung mit ihm letzten Freitag, die für sie alles geändert hatte. Sie war sich so sicher gewesen, dass da doch mehr zwischen ihnen war. Das hatte sie sich doch nicht nur alles eingebildet. Er hatte sie doch zuerst geküsst, obwohl sie sich den ganzen Abend über wie ein verliebter Trottel benommen hatte. Und er wollte genauso sehr mit ihr schlafen wie sie mit ihm. Das hatte sie in seinen Augen gelesen. Sein feuriger Blick ließ sie noch jetzt erschaudern. Er hatte sich zwar am nächsten Tag schüchtern und verwirrt gegeben, aber er hatte sich trotzdem wieder auf sie eingelassen und war mit ihr mitgegangen. Er war doch sogar fast das gesamte Wochenende bei ihr geblieben. Sie hatten sich unzählige Male geliebt, mal leidenschaftlich und zügellos, mal sanft und zärtlich, sie hatten miteinander gekuschelt, zusammen gelacht. Er war so locker und entspannt gewesen. Sie hatten sich sogar eingewickelt in einer Decke auf das Sofa gekuschelt und wie ein stinknormales Pärchen mit Wein und Knabberkram die ganze, unendlich lange, neueste DSDS-Episode angeschaut. Gut, nicht die ganze. Dreimal hatte sie zwischenzeitlich wieder die Lust überkommen. Es fühlte sich so gut an mit ihm, so richtig, so vertraut, als würden sie jeden Morgen gemeinsam nebeneinander aufwachen, als wären sie tatsächlich so richtig zusammen als Liebespaar. Dieses Mal war er nicht gleich wieder abgehauen wie nach ihrer ersten Nacht. Sie waren zusammen aufgewacht, hatten sich lange tief in die Augen geschaut, sich wieder stürmisch geliebt, dann gefrühstückt und den Rest des Nachmittags im Bett verbracht. Gaby hatte doch geglaubt, dass er auch glücklich war, dass er vielleicht doch mehr wollte. Aber dann war er abends ohne Angabe eines Grunds gegangen und an den nächsten Tagen herrschte Funkstille. Sie hatte gedacht, es läge an dem ganzen Stress, da er ununterbrochen im Kreissaal gebraucht wurde und abends einfach nur müde ins Bett gefallen war, aber nein, wahrscheinlich hatte er es in seinen wenigen freien Minuten mit der frustrierten Backpflaume getrieben. Wie konnte er nur? Alles hatte Gaby versucht. Sie hatte ihm die neue, zurückhaltende, gefühlvolle Gaby präsentiert, die sie auch wirklich sein wollte, aber als das nicht mehr so richtig funktionierte, wieder die alte, verruchte, böse Schlampen-Gaby raushängen lassen, obwohl sie die eigentlich für immer an den Nagel hängen wollte. Aber wenn er nicht auch darauf stehen würde, hätte ihm der kleine Dr. Kaan vorhin sicherlich den Dienst quittiert. Wieso wollte er sich nicht ganz auf sie einlassen? Das konnte doch nicht nur an der blöden Hassmann liegen? Da steckte doch noch mehr dahinter oder? Er war einfach noch nicht bereit für etwas Neues. Sein zertretenes kleines süßes Herz ließ noch keine stärkeren Gefühle zu. Weder für Hassi noch für sie. Deshalb beharrte er so krampfhaft auf dieser Affäre oder? Und er hatte sich wirklich nur an die Spielregeln gehalten. Gut, vielleicht hätte sie ihn vorher mal auf das Thema Fremdvögeln ansprechen sollen. Aber woher sollte sie auch ahnen können, dass er zweigleisig fahren würde. Ausgerechnet er! Nein, Gaby Kragenow wollte ihn nicht kampflos aufgeben. Nicht an diese Person! Sie würde kämpfen mit allen Waffen, die eine Frau zu bieten hatte. Diesmal würde sie nicht die Waffen strecken, wie sie es am Ende bei Dr. Meier getan hatte, nein, sie würde alles unternehmen, um sein verletztes Herz zu heilen und für sich zu gewinnen. Sie wollte ihn haben. Dr. Medhi Kaan war ihre Zukunft. Ihre Zukunft auf ein glückliches und erfülltes Leben. Gaby würde ihren Oberarzt schon mit der Zeit von ihren Qualitäten überzeugen, die nicht nur im Horizontalen lagen. Sie würde sich von ihrer besten Seite zeigen und zunächst das akzeptieren, was er wollte, also falls er ihre Affäre fortsetzen wollte. Da war ja auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Hatte er nicht gemeint, dass sie eine Wahnsinnsfrau sei, der er nur schwer widerstehen könne. Das müsste sich doch für ihre Zwecke nutzen lassen können. Sie würde ihn schon irgendwann zurechtbiegen und mit ihm die Familie haben, die sie sich immer gewünscht hatte... Ich gebe ihn nicht auf. Niemals! Nicht für die! Er wird mich lieben! Nur mit mir kann er glücklich werden. Und ich nur mit ihm. ... Mit dieser neu gewonnenen Zuversicht verließ die junge Krankenschwester schließlich die Cafeteria. Sie hatte ja trotz alledem noch Nachtschicht auf der Gyn, wo Sabine dringend ihre Hilfe gebrauchen könnte.



Tja, so schnell wird Medhi Gaby nicht los, aber will er das überhaupt?! Fortsetzung folgt.... Das war es erst mal von der persischen Haremsfront. Ihr könnt euch sicherlich denken, womit es dann als nächstes weitergeht! Ihr wisst ja, was ihr machen müsst, wenn ihr heute noch einen Teil haben wollt. Für nichts, gibt’s nichts! Ich wünsche euch einen wunderschönen, hoffentlich nicht verschneiten Wochenstart. Lorelei

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