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Dieses Thema hat 1.603 Antworten
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 Erfindet eure eigene Fortsetzung!
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Lorelei Offline

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Beiträge: 7.274

07.02.2010 17:37
#351 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na, dann will ich mal auflösen. Es ist nicht Haasenzahn, falls ihr das gedacht habt! Wäre auch zu einfach gewesen. Wer könnte denn noch nach DEM Wochenende eine kleine Stärkung vertragen? Jetzt wird es lustig. Wie immer mit den beiden.



MK (grinst): Na Meierlein, hätte nicht gedacht, dass ich dich mal hier erwischen würde?
Scheiße!!!
MM (blickt ertappt auf die Tafel Zartbitter in seiner Hand): Äh nee, also die ... die ist für Gretchen!
Natürlich! Ich glaube ihm kein Wort. Die Tafel ist doch schon angeknabbert. Und er hat Schokosplitter am Mundwinkel. Sag ich ihm aber nicht. Hahaha!!!
MK (grinst): Aha! Und warum ist die Tafel schon angebissen?
MM: Äh...
Scheiße, er hat dich an den Eiern!
MK: Und?
MM: Wollte nur mal ... äh vorkosten, ob das die richtige Sorte ist.
Na klar! Der Meier futtert Schokolade! Und da sagt er immer, seine Figur sei sein Kapital. Tzz... Und ich hab mein Fotohandy oben vergessen. So ein Mist!!! Das Foto hätte ich an den Kühlschrank im Stationszimmer kleben können. So als abschreckende Warnung. Hahaha!!!
MK (grinst): Natürlich! Hättste auch auf der Packung lesen können. Nur so als Tipp! Sie mag übrigens Vollmilch am liebsten.
Jetzt komm mir hier ja nicht als Haasenexperte, du Arsch! Der bin ich nämlich. Merk dir das!
MM (grinst): Das denkst du vielleicht. Aber sie steht eher auf Zartbitter, weißte.
Seit wann das denn?
MK: Aha!
MM: Sag mal Medhi, wo hast du eigentlich das ganze Wochenende über gesteckt? Hab dich gar nicht gesehen. Hattest du nicht auch frei?

Scheiße!!! Nichts anmerken lassen, Kaan! Außerdem geht dich das gar nix an, Meier. Das muss er nun wirklich nicht wissen, dass ich erst unglaubliche Stunden mit Gaby und dann eine unglaubliche Nacht mit Maria verbracht habe. Oh Gott!!! Was ist nur mit mir los? So viel Sex auf einmal und mit so vielen Frauen hatte ich noch nie! Brauche ganz dringend eine Überdosis Vollmilch, sonst überlebe ich den Tag nicht.

MK (nervös): Äh ja.
Was stottert der denn jetzt so rum? Der war doch wieder bei ner Frau oder? Das sehe ich ihm doch an der Nasenspitze an, dass der gebumst worden ist.
MM (grinst): Und?
MK: Ich hatte auch frei.
MM: Medhi, ich bin nicht blöd ja.
MK: Ach, bist du nicht? Aber die Schokolade von Gretchen wegfuttern.
MM: Eh, was bist du denn so gereizt heute?
MK: Bin ich doch gar nicht! Mir geht’s gut. Ging mir nie besser.
Er hat gebumst!
MM (grinst): Aha! Wohl ne heiße Nacht verbracht, he?
MK (errötet leicht): Äh...
Ha, ich hab ihn an den Eiern! Dann mal schön nachhaken!
MM (grinst): Also doch! Lass mich mal raten! Das Drecksstück war es wohl nicht. Beim letzten Mal sahst du ja ziemlich beschissen aus, also...
MK: Eh lass deine Sprüche ja! Und Gaby musst du auch nicht ständig anfahren. Was sollte die Nummer in der Cafeteria?
Upps!!! Die dumme Sau hat ihm das gesteckt. Scheiße!! ... Leugnen!!
MM (unschuldig): Weiß nicht, was du meinst.
MK (sauer): Ey, du weißt das ganz genau. Wie war das doch gleich, sie soll die Finger von mir lassen? Was soll das, Marc?
Mist! Leugnen bringt nichts. Woher weiß der das immer? Is ja schlimmer als Haasenzahn!
MM: Ach, hat sich die dumme Nuss bei dir ausgeheult?
Ich hab’s geahnt, die dreckige Schlampe!
MK: Eh red nicht so schlecht über sie!
Oh Gott, jetzt fängt der schon wieder so an! Oder ist er etwa doch? Nee, nee, nee, ganz bestimmt nicht!
MM: Medhi, was soll das? Wieso verteidigst du sie ständig?
MK: Das mach ich doch gar nicht.
MM: Ja klar! Und was war das dann eben? Du willst doch nicht wirklich was von der oder?
Äh... naja ... keine Ahnung! Irgendwie ja schon, sonst wäre ich nicht das ganze Wochenende bei ihr geblieben. Ach ich weiß doch auch nicht! Und jetzt die Sache mit Maria hat mich noch mehr verwirrt. Keinen Schimmer, was mit mir los ist.
MK: Und wen es so wäre?
Scheiße! Die hat dem wirklich die letzte Gehirnzelle weggevögelt! So ein Idiot!
MM (schüttelt den Kopf): Du hast sie echt nicht mehr alle! Aber sag nachher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.
War ja klar, dass der das wieder sagen muss. Einfach nicht mehr darauf hören. Kommt eh immer nur Müll raus. Als ob ich mir Tipps von ihm geben lasse! Tzz... so verzweifelt bin ich dann doch nicht. Wird schon alles irgendwie gut. Hoffe ich mal... also... äh...
MK: Halt dich einfach aus meinem Leben raus! Ich weiß, was ich tue.
Nee, wenn du auf Gaby reinfällst, dann ganz bestimmt nicht mehr. Aber ich hab dich gewarnt. Und wenn du dann heulend angekrochen kommst, helfe ich dir bestimmt nicht mehr. Kannste echt vergessen.
MM: Ach wirklich? Bin mir da aber nicht so sicher, wenn man sich mit der einlässt.
MK: Das sagt genau der Richtige. Du konntest doch bis vor kurzem auch nie die Finger von ihr lassen.
Scheiße ja!!! Aber damals war ich jung und ... ach was weiß ich. Ich hätte mich nie darauf einlassen sollen. Hätte ja beinahe alles verloren wegen der dreckigen Schlampe.
MM: Äh ja... ich hab mir meinen Fehler jedenfalls eingestanden und teuer dafür bezahlt.
MK: Aha! Mir ist jedenfalls scheißegal, was du davon hältst.
Der will das wirklich durchziehen. Ich fass es nicht! Dann renn doch in dein Unglück, du blöder Idiot!
MM: Gut, dann wäre das ja auch geklärt.
MK: Eben!!!
MM: Also warst du doch bei der oder?
MK: Meier echt, du bist neugieriger als unsere Tratschweiber.
MM: Bin ich nicht! Den Rekordversuch im Dauertratschen stellt heute die Stasi-Sabsi auf. Ich glaube, bis auf den Idioten in der Pathe weiß schon jeder, wer gerade bei dir kalbt.
MK (grinst): Tja, ich bin halt der Arzt, dem die Promis vertrauen ne?
MM: Was biste denn heute so? Muss ja wirklich ne geile Nummer gewesen sein. Du läufst ja schon über vor Testosteron.
MK (grinst): Neidisch? Willste was abhaben?
MM (hebt abwehrend die Hände): Bäh, vergiss es! Nicht von der verseuchten Quelle, wo das herkommt!
MK: Ich glaube ja eher, du bist derjenige, der heute gereizt ist.
Ich bin nicht gereizt, verdammt!!!
MM: Bitte? Ganz bestimmt nicht!
MK (grinst): Mal wieder Stress mit Gretchen?
Arschloch!!!
MM (grinst): Hättste wohl gerne, was? Aber ganz im Gegenteil, uns ging es nie besser. Und danke noch mal für die sturmfreie Bude am Wochenende. Haben wir reichlich ausgenutzt, wenn du verstehst, was ich meine.
Oh Gott! Ich will das nicht hören!
MK (ihm vergeht das Lachen): Äh das muss ich wirklich nicht wissen.
MM (grinst): Stimmt!

Für einen kurzen Moment herrschte nun Stillschweigen zwischen den beiden Männern, die an der Wand neben dem Schokoautomaten lehnten. Der eine knabberte an seiner Zartbitterschokolade, der andere an seiner Vollmilchtafel. Plötzlich lief Dr. Maria Hassmann an den beiden vorbei und warf Medhi einen anzüglichen Blick zu, den der Frauenarzt auch mehr als eindeutig erwiderte. Er zog sie regelrecht aus mit seinen Blicken. Ein fettes Grinsen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Das fiel auch seinem besten Freund auf...

MM: Nee ne? Du warst gar nicht bei dem Dreckstück? Du hast die Hassi durchgevögelt!
MK (verschluckte sich an seiner Tafel): *Hust* ... Eh geht’s noch? ... *hust* ... Musst du das *hust* ... durch das halbe ... *hust* ... EKH brüllen?
MM (grinst): Also doch!!! Biste doch zur Vernunft gekommen, dass das mit dem Dreckstück ne Scheißidee war? Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Wobei die Hassi ja auch nicht gerade die beste Wahl ist, aber solange sie dich befriedigt. Und das scheint sie ja, so wie du die anglotzt!
MK (verlegen): Äh... halt einfach die Klappe, Meier!!!

Plötzlich ertönte Medhis Pieper... Gott sei dank! Rettung in letzter Sekunde! ... Er schaute aufs Display... Scheiße!! Gaby!! ... Egal!!! Was soll’s? ... Dann werden wir mal den nächsten Tennishelden holen gehen!

MK: So muss dann mal wieder los!
MM (grinst): Was denn? Wartet die Hassi in der Abstellkammer auf dich oder was?
Hahaha!!!
MK: Meier, ich weiß, in deiner beschränkten Welt gibt es nur ein Thema, aber ich werd jetzt mal was Sinnvolles tun und neues Leben auf die Welt holen.
MM (verdreht die Augen): Ah ja. Wobei... ob die Welt wirklich noch nen Becker oder Pocher braucht?
MK (winkt ihm zu): Tja, leider! Ich mach nen Schuh!
MM (lacht): Nen was? Ey du bist wirklich schon eine von ihnen!

... rief Marc seinem besten Freund noch hinterher. Und schon war Medhi im Fahrstuhl verschwunden. ... Echt, heute sind wirklich alle verrückt geworden. Tut der so, als ob der noch mit dem Dreckstück zugange ist, und vögelt stattdessen schon längst wieder die frustrierte Ziege. Boar echt, dein Leben will ich nicht mal geschenkt! Naja, wenigstens trauert er nicht mehr meiner Süßen hinterher. Hat wenigstens etwas Gutes die ganze Schose. ... Scheiße! Schon alle! Merk noch nicht wirklich ne Wirkung. Und nun? Ich könnte doch noch eine? Hmm... Wehe, das setzt an! ... Und so zog sich Dr. Meier die nächste Tafel Schokolade aus dem Automaten. Doch das blieb nicht unbeobachtet. Plötzlich spürte er, wie jemand an seinem Kittel zog... Hä? Welcher Idiot wagt es? Den mach ich fertig!!! ... Oh!!! ...



Tja, wer das wohl sein mag? Wer von euch darauf kommt, der hat wirklich eine Tafel Zartbitter verdient. Hiermit eröffne ich mal wieder eine lustige Raterunde. Ist wirklich eine kniffelige Angelegenheit. So leicht mache ich es euch nämlich nicht. Vorschläge gehen wie immer an meine Kommiseite. Freu mich auf hoffentlich rege Teilnahme. Hauptpreis neben der Tafel Schoki ist die morgige Auflösung des Rätsels. Liebe Grüße u. schönen Sonntagabend noch. Lorelei

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.274

08.02.2010 09:57
#352 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Morgen! Tja war wohl dann doch zu schwer. Sorry! Ich muss zugeben, es war auch etwas kniffelig, denn die Person ist bisher noch nicht in Erscheinung getreten. Nur so viel, es wird auf jeden Fall eine lustige und vielleicht auch etwas verwirrende Episode. Ich hoffe, ihr killt mich am Ende nicht. Ich zieh schon mal den Kopf ein. Viel Spaß! Bin gespannt, was ihr denkt. Ich wünsche euch trotzdem einen guten Wochenstart. Eure Lorelei.



... Marc drehte sich wütend herum und wollte schon losschimpfen, als er ein kleines dunkelhaariges Mädchen hinter ihm stehen sah, das sich an seinem Kittel festgekrallt hatte und mit großen unschuldigen Augen anblickte... Eh Scheiße, was soll das? Eh wenn die mir den Kittel dreckig macht, dann... Doch im selben Moment ertönte auch schon ihr süßes Stimmchen, das nach Schoki verlangte...

- Tschuldigung, krieg ich auch eine?
M (schaute sich verwundert um): Äh wo ist denn deine ... äh Dingens... äh Mutter?
- Weg!
Ach du Scheiße!
M: Wie weg? Und da lässt die dich hier einfach so allein?
- Sie hat gesagt, ich soll hier kurz warten. Sie kommt gleich wieder.
M: Aha!
Gut, nicht mein Problem. Also nix wie weg!

Er drehte sich wieder um und wollte gehen, aber die Kleine ließ ihn nicht los. Sie hing immer noch an seinem Kittel...

Was zum Teufel soll das? Unerzogenes Gör!!!
M: Äh wenn du so lieb wärst und mich loslassen würdest?
- Nein!
Was? Das ist ja wohl die Höhe!
M: Bitte? Kleine, hat dir deine Mutter nicht gesagt, dass du keine fremden Leute belästigen sollst.
- Doch schon!
M: Und? Dann lass mich mal los! Muss arbeiten.
- Nein!
M: Was?
- Erst wenn ich Schokolade bekomme.
Eh, das gibt es ja nicht. Wird das Erpressergen gleich mit der Muttermilch weitergegeben oder was?
M: Hat deine Mutter dir nicht verboten, Schokolade von Fremden anzunehmen?
- Doch!
M: Also!
- Aber du bist ja gar kein Fremder!

WAAAAS??? ... Oh Gott!!! ... Mal schnell nachrechnen. Wie alt könnte die sein? Hmm... so fünf oder sechs oder sieben. Was weiß ich. Kinder sind ja mal überhaupt nicht mein Ding. Hmm... von der Größe her eigentlich wie Lilly oder? Und wie alt war die noch mal? ... Ok, mit wem hast du vor etwa sieben oder acht Jahren alles so gevögelt? ... Scheiße, woher soll ich das denn wissen? Das waren die letzten Semester. Da war ich viel unterwegs. Hmm... War ich da nicht noch mit Nina zusammen? Aber schwanger war die nicht, als die mich rausgeschmissen hat. Wäre mir doch aufgefallen. Außerdem hätte die doch was gesagt, als die letztens hier in Behandlung war. So fies ist die doch nicht oder? ... Wer dann? ... Scheiße, scheiße, scheiße!!! ... Ey Meier, mach dich jetzt ja nicht verrückt! Das wird schon ne simple Erklärung haben. Hoffe ich mal. Herrgott im Himmel, das kannst du mir doch nicht antun? Nicht jetzt!!! Haasenzahn wird mich umbringen. Oh Gott, bitte nicht! Das darf einfach nicht sein! Ich bin doch noch viel zu jung. ... Bleib ruhig, Alter! Nicht ausrasten! Ey die hat braune Augen. Also kannst du gar nicht... Äh... Naja in Genetik war ich jetzt nicht so die Leuchte. ... Hör auf zu grübeln, Mann! Die kuckt schon so dämlich! ... Hilfe!!!


Lorelei Offline

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Beiträge: 7.274

08.02.2010 16:09
#353 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na alle vom Schock erholt? Kann ja alles möglich sein bei seinem Frauenverschleiß in der Vergangenheit. Ihr wollt also wissen, ob Marc still und heimlich Papi geworden ist? Bin ich wirklich so fies? Hat es ja bislang auch noch nicht in einer FF gegeben, zumindest in keiner, die ich gelesen habe. Ist wirklich eine Überlegung wert oder? Dann werde ich jetzt mal für Aufklärung sorgen. Naja vielleicht noch nicht so ganz. Obwohl die Andeutungen verraten es eigentlich schon. Viel Spaß!!




M (entsetzt): Bitte? Wüsste nicht, dass wir uns kennen?
- (lacht): Du bist aber lustig!
Jetzt reicht’s!
M: Was? Jetzt hör mir mal zu, du kleine..., ich kenn dich nicht und ich glaube, deine Mutter wäre bestimmt böse auf dich, wenn du von mir etwas annehmen würdest.
- Meine Mama ist bestimmt nicht böse. Sie hat gesagt, hier sind nur nette Doktors.
Is mir noch keiner begegnet, bis auf EINE vielleicht.
M: Äh ja und woher weiß das deine Mutter so genau?
- Weißt du, sie ist hier die beste Doktorin der Welt.
Kann gar nicht sein!
M (lacht): Das hat sie gemeint? Unter uns gesagt, der beste Doktor hier, das bin ich.
- (macht große Augen): Was echt? Dann bist du der Mädchendoktor oder?
M: Äh wer?
Die meint doch jetzt echt nicht den oder?
- Weißt du, meine Mama hat dich ganz doll gerne.
Waaas???
M (verwirrt): Bitte? Äh wer ist noch mal deine Mutter?
- Doktorin!
M: Ja äh, das sagtest du bereits. Was für eine Ärztin ist denn deine Mutter genau?
- Doktorin!
Oh Mann, jetzt weiß ich, warum ich nichts mit Kindern am Hut hab. Dumm wie Brot!
M: Weißt du, Kleine, es gibt ganz viele verschiedene Ärztinnen hier. Also welche für den Hals, die Nase und die Ohren, welche für den Kopf, welche für Bauch, Beine und Po...
- Aha!
M: Und? Was für eine Ärztin ist deine Mama?
- Weiß ich nicht.
Gib’s auf Meier!!!
M (verdreht die Augen): Na dann eben nicht.
- Bekomm ich deine Schokolade?
M: Äh nein!
- Büüüüttttte!!! Ich weiß dann auch, was für eine Doktorin meine Mama ist.
Boar, ich fass es nicht. Doch Erpressergen!!!
M: Gut, mir ist eh der Appetit vergangen.

Marc drückte ihr schließlich seine Tafel Schokolade in die Hand. Sie strahlte ihn an...

- Danke! Du bist echt voll nett.
M: Äh ja, da bist du auch die Einzige, die das denkt. Wie heißt du eigentlich?
- Sarah. Und du?
Oje!!!
M: Dr. Meier.
S: Du bist ja lustig. Und dein richtiger Name?
M: Das ist mein richtiger Name.

Sarah fing schallend an zu lachen. Marc war die Situation mittlerweile ziemlich unangenehm. Er blickte sich hektisch um, in der Hoffnung irgendwo ihre Mutter zu erkennen, aber es war niemand weiter zu sehen. ... Verdammt! Wie werd ich die nur wieder los?

M: OK, hörst du dann auch auf zu lachen?

Sie nickte heftig mit dem Kopf und schaute ihn mit großen Augen an... Womit hab ich das heute verdient?

M: Ich heiße Marc. Nun zufrieden, du kleine Nervensäge?
S: Nein!
Oh Gott, was kommt denn noch? Soll ich noch die Adoptionspapiere unterschreiben oder was? Nee, ganz bestimmt nicht!
M: Bitte?
S: Du bist ja gar nicht der Freund von meiner Mama.
Welch weise Erkenntnis, junge Dame! Und zu wem gehört die Kröte dann?
M: Äh wer war noch mal deine Mutter?



Und wisst ihr es jetzt? Müsste jetzt eigentlich klar sein oder? Zur allgemeinen Beruhigung: Es laufen keine kleinen Meiers und Meierlinchens durch meine Geschichte (zumindest noch nicht! ). So fies wollte ich dann doch nicht sein. Ich hoffe, ihr habt mich immer noch lieb, obwohl ich solche Verwirrung gestiftet habe. Aber ich konnte es halt nicht lassen und das bot sich an der Stelle so gut an. Sorry! *Dackelblick* Eure Lorelei.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.274

08.02.2010 21:22
#354 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Na da werde ich jetzt mal endgültig auflösen, nachdem ich euch heute so gequält habe. Ihr hattet übrigens Recht! Viel Spaß und schönen Abend noch. Eure Lorelei

PS: Kate, der ist für dich. Du hast uns den Tag, den RTL mit seiner besch... Ankündigung vermiest hat, erhellt mit deiner genialen neuen Story! Danke!!!




Da hörte Marc plötzlich eine Frauenstimme hinter seinem Rücken...

MH: Sarah, kommst du bitte?
S: Ja, Mami.

Er drehte sich überrascht herum und schaute in das freundlich strahlende Gesicht von Dr. Maria Hassmann...

M: Äh DIE ist deine Mutter?
Oh Gott!!!! Das arme Kind!!!!
S (strahlt): Ja!!! Tschüß Marc!

Sarah drückte den perplexen Marc Meier herzlich an sich. Da sie zu klein war, schaffte sie es nur, seine Beine zu umschlingen. Dann rannte sie auf ihre Mutter zu, die sie hoch hob und herumwedelte. Maria setzte sie wieder ab und ging zusammen mit ihr auf Dr. Meier zu...

MM: Äh... ich wusste gar nicht, dass Sie ne Tochter haben?
MH: Tja, wer sich nicht für seine Mitmenschen interessiert,...
MM: Äh ja...
Oh Mann, Medhi, das arme Schwein!!!
MH (blickte liebevoll zu S): Und hast du Spaß gehabt, mein Engel?
S (strahlt): Ja und wie. Der Marc hat mir Schokolade geschenkt.
Peeeiiinlich!!!
MH (grinst M an): Ach? Hatte ich dir nicht gesagt, du sollst nichts von bösen Fremden annehmen?
S (lacht herzlich): Mama, der Marc ist doch nicht böse, der ist ganz doll lieb und nett und so und der mag dich ganz dolle. Der hat voll viele Fragen gestellt.
MM (entsetzt): Was?
MH (grinst ihn verführerisch an): Ach? Meier, das wusste ich ja gar nicht. Sie mögen mich also? Das beruht aber nicht auf Gegenseitigkeit.
Ich muss hier weg!! Aber sofort!!
MM: Dito!!!
MH: Aber es überrascht mich schon, dass sie so gut mit Kindern können. Da ist ja doch noch nicht Hopfen und Malz verloren für Ihren Haasen.
MM (schockiert): Bitte?
S: Was denn für Hasen? Habt ihr Hasen hier? Kann ich die sehen? Oh bitte Mama!
MH: Nee du, hier gibt es keine richtigen Hasen. Nur Verrückte! Wir können ja in den Zoo gehen, wenn du willst?
S (strahlt): Oh ja!!!
MH: Und Meier, falls ich mal wieder nen Babysitter brauche...
MM: ... dann rufen Sie lieber die Auskunft an.
MH (grinst): Ach wieso denn? Na Sarah, was hältst du davon? Wenn wir das nächste Mal hier sind, dann lasse ich dich wieder bei Marc, hmm?
MM (entsetzt): Was?
S (hüpft vor Freude auf und ab): Oh ja! Zeigst du mir dann die Hasen, Marc?
Oh Gott!!!
MM: Äh... mal sehen!
Ich muss schleunigst hier weg.

Marc warf Maria Hassmann noch schnell einen „Das-kriegen-Sie-alles-zurück!“-Blick zu, nickte Sarah zu und suchte das Weite... Das ist definitiv nicht mein Tag heute! ... Maria blickte ihm hämisch grinsend hinterher, nahm ihre Tochter an die Hand und sie verließen anschließend zusammen das Krankenhaus.

Lorelei Offline

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Beiträge: 7.274

09.02.2010 09:52
#355 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen! Schaumer doch mal, wer den Dr. Meier als nächstes nervt. Ich quäle ihn schon ganz schön viel oder? Aber es macht ja auch so viel Spaß! Vielen lieben Dank für eure Kommis. Die beste Motivation in trüben Zeiten! Lorelei



Dr. Meier hatte heute genug nervige Personen um sich herum gehabt und wollte nur noch eines: seine Ruhe! Er verbarrikadierte sich in seinem Büro und griff nach der ersten Akte, die unbearbeitet auf seinem Schreibtisch lag. Da fiel ihm plötzlich wieder etwas ein und er zückte sein Telefon. ... „Meier, hier! Herkommen aber ZZ!!! ... Nee nicht erst in fünf Minuten jetzt, verdammt!!! ... Wütend knallte er den Hörer wieder auf. Keine zwei Minuten später klopfte es leise an seiner Tür... „Ja, verdammt, die Tür hat ne Klinke, also betätigen und reinkommen, aber heute noch!!!“ Vorsichtig ging die Tür auf und eine sichtlich nervöse Schwester Sabine betrat zögerlich sein Büro. Sie blieb an der Tür stehen. Ihr Oberarzt verdrehte nur die Augen...

M: Ja, was ist jetzt? Wollen Sie da Wurzeln schlagen oder was? Herkommen und hinsetzen!
S: Ja, äh natürlich, Herr Doktor!

Langsam und mit gesenktem Blick schritt Sabine auf seinen Schreibtisch zu, nahm sich einen Stuhl und setzte sich. Mit überkreuzten Beinen, starren Blick auf ihre Füße und klein mit Hut saß sie nun vor ihm und wartete ängstlich auf die Ansage ihres Chefs. Nach seinem Auftritt vorhin im Stationszimmer rechnete sie mit dem Schlimmsten. Krampfhaft überlegte sie, was sie wohl diesmal falsch gemacht hatte, aber ihr viel einfach nichts ein. Bis ihr plötzlich ein Gedanke durch den Kopf schoss und sie noch nervöser werden ließ. Sie begann zu schwitzen und unruhig auf ihrem Stuhl hin- und herzurutschen. Das konnte alles nur eines bedeuten. Er wusste ES! Sie waren aufgeflogen! Ihr schossen schon die ersten Tränen in den Kanal. Sie sah sich schon zusammen mit Bärbel Haase und Gordon Tollkin in einer Gefängniszelle sitzen, auf der anderen Seite des Gitters ihre geliebte Frau Doktor mit einem mehr als enttäuschten Gesichtsausdruck, die sich für immer von ihr verabschiedete. Ihr Leben schien zu Ende zu sein. Doch Dr. Meier blieb ganz ruhig. Er nahm gar nicht wahr, dass sich die Gesichtsfarbe seiner Stationsschwester von einem anfänglichen aufgeregten Rotton in Sekundenschnelle in eine Leichenblässe verwandelte. Der junge Arzt kramte in seiner Schreibtischschublade und holte einen Umschlag heraus, den er auf den Tisch legte. Er lehnte sich dann lässig zurück und schaute die Krankenschwester mit ernstem Gesichtsausdruck an...

M: Schwester Sabine, ich habe mal wieder einen Spezialauftrag für Sie.

Überrascht hob Sabine ihren Kopf. Man hörte richtig, wie sich ein kiloschwerer Stein von ihrem Herzen löste. In Sekundenschnelle hatte ihr Gesicht wieder einen gesunden Farbton angenommen. Ein Strahlen zeichnete sich darauf ab, das Marc verwundert zur Kenntnis nahm... Meier, du hast sie echt nicht mehr alle, ausgerechnet die damit zu beauftragen. Scheiße! Da muss ich wohl jetzt durch.

S: Oh!!!
M: Äh ja. Also hören Sie, das ist echt top secret, wenn Sie verstehen, was ich damit meine?
S (grinst über beide Backen): Natürlich, Herr Doktor. Ich kann schweigen wie ein Grab.
Ja, das hab ich vorhin auch gemerkt!
M (zieht die Augenbraue hoch): Ah ja.
S (neugierig): Was planen Sie denn diesmal? Ein romantisches Picknick am See? Oder eine kleine Bootstour? Das wäre doch schön. Wissen Sie, das hat Dr. Rogelt mit der Monikwe auch gemacht in Band 29 „Eine Bootsfahrt, die ist lustig...“. Hach ja, das gefällt der Frau Doktor bestimmt!
Die Frau hat echt nicht mehr alle Latten am Zaun!!!
M (verdreht die Augen): Äh ja schön, also das ist es nicht.
S (aufgeregt u. hibbelig): Nicht? ... Oh! Sagen Sie es nicht! Sie wollen sie überraschen? ... Oh, doch nicht etwa mit ... mit... mit einem A...A...Antrag? Wie romantisch! Hach... ich hab es ja immer schon gewusst! Sie gehören einfach zusammen. ... Soll ich für Sie den Fahrstuhl schmücken? Da hat ja bei Ihnen alles angefangen. Oder doch drüben im Ostflügel? Brauchen Sie noch mehr Kerzen? Oder vielleicht Rosen? Wie viele denn? Hmm... wahrscheinlich zwanzig oder? Ach, da kommt mir noch eine viel bessere Idee. Vielleicht sollte ich mal in ihrer alten Schule anrufen, da könnten wir...

Lorelei Offline

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09.02.2010 17:14
#356 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

WAAAAASSSS????? Ist die noch ganz dicht? Wie kommt die denn auf so nen Scheiß? Die hat definitiv zu oft an Dr. Rogelt Bänden geschnüffelt. Ich muss meine Mutter mal auf die gefährliche Wirkung ihrer Arbeit hinweisen. Das geht echt zu weit. Ey, die ruft gleich noch den Pfarrer an. Hilfe!!!

M (laut): STOPP!!! Sabsi, halten Sie mal den Ball flach ja! Hier wird definitiv nicht geheiratet, nicht heute, nicht morgen und auch nicht nächsten Monat ja!
S (enttäuscht): Oh, aber ich dachte...
M: Das Denken überlassen Sie mal lieber dem, der sich damit auskennt. Also halten Sie einfach die Klappe und hören Sie zu, was Ihr Chef Ihnen zu sagen hat, ok?
S (eingeschüchtert): Ja natürlich. Entschuldigung!
M (lächelt): Geht doch! Also wie gesagt die Angelegenheit ist top secret. Nichts davon darf nach außen dringen. Ist das klar!
S: Ja natürlich, aber um was...
M (laut): Lassen Sie mich gefälligst ausreden!

Dr. Meier nahm den Umschlag in seine Hand und zog einen Stapel Papiere heraus. Sabine beobachtete ihn mit neugierigen Augen...

M: Ich möchte, dass das hier bis heute Abend Korrektur gelesen ist. Rechtschreibfehler in rot, Anmerkungen und Unklarheiten in gelb und am Ende ne kurze Zusammenfassung in grün, was Sie so davon halten und so. Haben Sie das verstanden?
S: Ja, aber was ist das denn?
M (grinst): Top Secret! Darüber wechseln nicht einmal wir ein Wort.
S (verwirrt): Äh...
M (drückt ihr die Papiere in die Hand u. steht auf): So ähm da überlasse ich Ihnen mal meinen Schreibtisch, aber mein Stuhl bleibt tabu. Und spioniert wird hier auch nicht. Ist das klar! Dr. Meier merkt alles.
S (verwirrter): Wie jetzt? Ich... ich soll hier... äh...?
M (droht mit erhobenem Zeigefinger): Ja! Das Manuskript verlässt diesen Raum nicht. Wenn ich Sie damit draußen erwische, wenn Sie irgendetwas daraus weitertratschen, im Internet veröffentlichen oder was weiß ich sonst noch, dann muss ich Sie leider entlassen und Sie bleiben auf einer fetten Konventionalstrafe sitzen.
S (macht große Augen): Manuskript? Ist das etwa...?
M (funkelt sie bedrohlich an): Noch ein Wort mehr und...
S (grinst stolz wie Bolle und hält sich die Papiere ans Herz): Es ist mir eine große Ehre, Herr Doktor Meier. Ich werde Sie nicht enttäuschen.
Oh Gott!
M (verdreht die Augen): Na das werden wir ja dann sehen.

Dr. Meier ging zur Tür und drehte sich davor noch einmal kurz um. Schwester Sabine war schon in die Lektüre vertieft. Als hielte sie einen goldenen Schatz in ihren Händen, blätterte sie vorsichtig Seite um Seite um. Marc schüttelte nur den Kopf... Wieso bin ich da eigentlich nicht schon viel früher darauf gekommen?

M: Ich bin dann erst mal beim Professor. Dienstbesprechung.
S (abwesend): Ja, ja. ... Oh nein, das gibt es ja nicht? Der kann doch nicht, aber...
Hmm... die steckt schon in ner anderen Welt. Also wie immer! Gut, dann wird die auch nicht mit dem Teil abhauen. Oh, ich bin so ein genialer Typ!!!

Er öffnete die Tür und ließ die blonde Krankenschwester in seinem Büro allein... allein mit Dr. Rogelt, Schwester Monique, Dr. Dracula und den anderen Vampiren aus dem neuesten Epos der Bestsellerautorin Elke Fisher, „Twilight 3. Der Vampirflüsterer“.

Lorelei Offline

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09.02.2010 21:06
#357 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hallo noch mal! Jetzt ist Schluss mit lustig!!! Nun kommen schwere Zeiten auf uns zu. Naja ich will nicht übertreiben, aber FFE wird es in nächster Zeit leider nicht. Ab jetzt kommt die Fortsetzung der Familiensaga der Meiers. Ich habe mich damit etwas schwer getan. Deshalb habe ich das auch ein wenig vor mir her geschoben und habe vorher noch ein paar lustige Szenen reingestellt. Aber diese Geschichte muss nun mal auch aufgeklärt werden, sonst kommen wir ja gar nicht mehr voran, und da müssen wir, aber vor allem ich, jetzt durch. Ich hoffe, euch gefällt’s!? Hier der erste Teil unter dem Titel „Aus dem Koma erwacht“. Lorelei.



Sieben Tage war es jetzt genau her, dass der berühmte Unfallchirurg Prof. Dr. Dr. Oliver Mayer, in einem früheren Leben auch als Olivier Meier bekannt, nach einem schweren Autounfall in das Elisabeth-Krankenhaus eingeliefert worden war. Nach einer erfolgreichen Notoperation war er in ein künstliches Koma versetzt worden. Heute war endlich der Tag gekommen, an dem er aus dem Koma geholt werden sollte. Dr. Gretchen Haase, die heute Dr. Rössels Team unterstützte, überwachte den ganzen Tag über schon die Apparate, an denen er angeschlossen war, doch er war noch immer nicht aufgewacht. Sie war aufgeregt, denn heute würde sie endlich Marcs Vater kennen lernen...

Der macht es aber spannend. Die Werte sind doch ganz ok. Eigentlich müsste er doch schon vor Stunden aufgewacht sein. Naja, ist nun mal ein Meier. Die lassen ja bekanntlich immer auf sich warten. ... Oh, er hat gerade seine Hand bewegt. Ja, ich glaube, jetzt wird er wach.

Gretchen hatte Recht, denn in dem Moment versuchte ihr Patient langsam seine Augen zu öffnen. Sie sprach ihn vorsichtig an...

G: Herr Prof. Mayer, können Sie mich hören?

Da er noch zu schwach war, um zu sprechen, konnte er ihr nur kurz zunicken.

G: Ich bin Dr. Gretchen Haase, ihre behandelnde Ärztin. Sie hatten einen Autounfall. Sie mussten operiert werden.

Oliver Mayer war verwirrt und wusste für den ersten Moment weder, was geschehen war, noch wo er war. Seine Pupillen versuchten sich in der ihm fremden Umgebung zu orientieren. Sein Herzschlag ging hoch. Das beobachtete auch die junge Assistenzärztin besorgt. Sie versuchte ihn zu beruhigen...

G: Prof. Mayer, bleiben Sie ruhig! Es ist alles gut. Sie sind bei uns in guten Händen.

Oliver schaute in die strahlenden Augen der blonden Ärztin und wurde gleich wieder ruhiger. Er versuchte, zu sprechen...

O (leise): Was...?
G: Prof. Mayer, Sie hatten innere Blutungen. Eine Rippe hatte ihre Lunge angerissen. Wir haben Sie in ein künstliches Koma versetzt.
O (stockend): Wo...?
G: Sie sind im Elisabeth-Krankenhaus in Berlin.
O (unsicher): Berlin?
G: Ja! Erinnern Sie sich nicht daran?
Hoffentlich hat er keine Amnesie.
O (nachdenklich): Doch... doch! Ich muss ... Aaahh!!
G: Haben Sie Schmerzen, Herr Professor?
O (nickt): Ja.
G: Die Schwester bringt Ihnen gleich etwas.
O: Danke!
G: Ruhen Sie sich aus! Ich komme später noch einmal bei Ihnen vorbei.
O (lächelt): Danke, Frau Doktor...?
G: Haase!
O: Frau Dr. Haase. Freut mich!

Gretchen nickte ihm freundlich zu und verließ anschließend das Zimmer ihres Patienten... Puh, geschafft! Weiß gar nicht, warum ich so aufgeregt war. Er scheint ja eigentlich ganz nett zu sein. Naja, kann auch an der Überdosis Medikamente liegen. Aber er hat schon dasselbe verschmitzte Lächeln wie Marc. Daher hat mein Schatz also dieses süße unwiderstehliche Grinsen. Hmm... Marc? Soll ich? Aber so wie er das letzte Mal reagiert hat? Ich weiß nicht.

Lorelei Offline

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10.02.2010 10:49
#358 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen! Ja, Prof. Mayer ist endlich wieder wach und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Und es ist auch kein Zufall, dass er als erstes Gretchen erblickt hat. Bei mir gibt es nämlich keine Zufälle! (@ Momohase ) Ihr kennt ja Gretchen. Natürlich macht sie sich sofort auf den Weg in sein Büro, aber da sitzt ja gerade jemand ganz Anderes. Also wieder eine Begegnung der besonderen Art, ne!? Viel Spaß! Lorelei.



Kurz darauf klopfte es auch schon an der Bürotür von Dr. Meier. Ohne eine Antwort abzuwarten, betrat Dr. Haase das Zimmer....

G (strahlt): Hey Schatz! Ich habe gute Nachrichten. Dein... Schwester Sabine?
Was will die denn hier?

Verwundert deutete sie auf die Krankenschwester, die mit dem Rücken zu ihr am Schreibtisch ihres Chefs saß und jetzt überrascht von ihrer Lektüre aufblickte und sich schnell zu ihr umdrehte...

S (fühlte sich ertappt ): Oh, Frau ... Frau Doktor!
G (verwirrt): Was... was machen Sie hier?
S (leicht nervös): Äh...
G: Weiß Marc äh Dr. Meier, dass Sie hier sind? Oder spionieren Sie schon wieder herum?
S: Ich ... ich...
G (ernst): Schwester Sabine?
S: Ich ... ich darf darüber nicht sprechen.
G: Bitte? Haben Sie jetzt ein Schweigegelübte abgelegt oder was?
Die quatscht doch sonst immer wie ein Wasserfall.
S: So etwas in der Art.
G: Muss ich das jetzt verstehen?
S: Nein!
Was? So nicht! Bei aller Liebe, Sabine.
G (sauer): Sabine, was soll das? Sie können nicht einfach hier im Büro ihres Vorgesetzten herumspionieren.
S: Aber das mache ich doch gar nicht.
G: Ach und was dann?
S: Äh...
Also doch! Hmm... was hat die denn da? Die versucht doch irgendetwas vor mir zu verstecken? Aber nicht mit mir!
G: Was haben Sie denn da?

Gretchen ging langsam auf den Schreibtisch zu. Sabine schlug das Manuskript von Frau Fisher schnell zu und versteckte es hinter ihrem Rücken...

S (errötet ): Nichts, Frau Doktor.
Ja klar! Will die mich verarschen?
G: Das nichts, das Sie hinter Ihrem Rücken verstecken? Was ist das? Geben Sie schon her!
S (leicht panisch): Nein, d...d...das geht nicht!
Und ob das geht!
G (sauer): Püh, ich bin Ihre Vorgesetzte und ich sage, Sie geben mir das jetzt her!
M (laut): Also wenn schon, dann bin ich hier der Vorgesetzte. Ist das klar!?
Upps! Fettnapf! Und plumps... sitze ich auch schon drin!
G (überrascht): Marc?

Unbemerkt hatte sich Dr. Meier in sein Büro geschlichen und sich direkt hinter seine Assistenzärztin gestellt. Sabine atmete erleichtert aus...

M (grinst): Ja, genau der! Dr. Meier, Oberarzt, Chirurg und soweit ich weiß dein Chef, Vorgesetzter und so Einiges mehr ne! Also lass unsre liebe Sabine in Ruhe. Sie ist mit meiner Erlaubnis hier.
Hä? Hat der gerade „liebe Sabine“ gesagt? Seit wann sind die denn so dicke miteinander?
G (verwirrt): Aber ...
M: Nix aber! Sabine, wie weit sind Sie?
S: Äh so knapp die Hälfte.
Hä? Was wird das hier? Haben die etwa Geheimnisse vor mir? Oder...? Nee ne, der lässt die schon wieder seinen Job machen oder? Fauler Sack!!!
M (verblüfft): Schon?
Hätte ich jetzt nicht gedacht. Da ist die hohle Nuss tatsächlich mal zu was nütze. Dann weiß ich ja jetzt, wohin ich den ganzen Mist abschieben kann. Oh, ich bin so genial!!!
S (stolz): Ja, wissen Sie, ich...
M (abwehrend): Verschonen Sie mich mit Ihrem dummen Gequatsche ja! Äh da können Sie ja erst mal ne längere Pause machen. Wir machen dann später hier weiter.
S: Wie Sie meinen, Herr Doktor!

Marc nahm ihr das Dokument aus der Hand und verschloss es wieder in seiner Schreibtischschublade. Gretchen schaute ihm verwundert zu... Was versteckt er denn da? Er muss doch sonst keine Akten wegschließen. Was ist hier los? ... Sabine nickte ihm zu und verließ anschließend sein Büro...

G: Marc, was soll das? Habt ihr etwa Geheimnisse vor mir?
Die ist wieder neugierig! Unglaublich! Püh, das geht dich aber mal gar nicht an, Süße. Hast dich ja eh noch nie für Dr. Rogelt interessiert. Also was soll’s?
M (grinst): Nö!
Und ob! Die hecken doch etwas aus oder?
G: Ja klar! Und was sollte das dann? Was sind das für Zettel?
M: Nix für kleine Mädchen!
G: Maaarc!

...

Lorelei Offline

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10.02.2010 17:54
#359 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Damit sie keine weiteren Fragen stellen konnte, versuchte Dr. Meier ein äußerst bewährtes Ablenkungsmanöver bei seiner Assistenzärztin. Er überraschte sie einfach mit einem leidenschaftlichen Kuss, auf den sie auch sofort bereitwillig einstieg. Wild knutschend torkelten sie zur Couch. Gretchen vergaß mal wieder die Welt um sich herum. Doch als Marc ihr langsam den Kittel öffnete und unter ihr T-Shirt fasste, zärtlich ihren Busen streichelte und immer fordernder wurde, wachte sie aus ihrer Trance wieder auf...

G: Maaarc!
M (sie weiter küssend): Nicht jetzt!
G (ihn abwehrend): Doch jetzt! Lass das, verdammt!
Boar, was hat sie denn jetzt wieder?
M (schaut sie an): Was bist du denn heute so unlocker?
Waaas?
G (sauer): Unlocker? Hast du sie noch alle?
M (grinst): Also ich hätte jetzt nichts gegen sieben Minuten im Himmel. Obwohl... können auch ruhig ein paar Minuten mehr sein. Heute gehen mir irgendwie alle aufs Schwein. Brauche ganz dringend ein bisschen Aufmunterung!
Was? Und ich bin dann sein williges Sexspielzeug oder was? Aber nicht mit mir, Oberarsch!
G (empört): Ach und weil ich dir nicht aufs Schwein gehe, hast du dir gedacht, schnapp ich mir mal schnell meine Assi?
M (dreckiges Grinsen): Sozusagen! Hat ja auch nicht jeder so ne heiße, sexy, scharfe Assi wie ich!
Boar, du blöder Machoarsch! Bin ich jetzt nur noch gut für die Kiste oder was?
G: Maaarc! Du müsstest dich mal reden hören!
Mann, was ist die denn jetzt wieder so unentspannt? Da steh ich ja mal überhaupt nicht drauf.
M: Was ist denn jetzt wieder? Das hat dir doch die letzten Tage auch gefallen?
G: Ja schon, aber da waren wir zuhause und ungestört.
M: Ungestört sind wir jetzt auch.
G: Hier ist man nie ungestört, Marc. Du sagst doch immer, du trennst Berufliches vom Privaten.
Boar, was kommt die mir denn jetzt mit der alten Leier? Das trifft doch auf dich schon lange nicht mehr zu, Haasenzahn.
M: Ja schon, aber seit wann hörst du auf das, was ich dir sage?
G: Sehr witzig Marc!
M: Also bist du nicht in Stimmung?
G: Seh ich so aus?
Boar, voll die Zicke heute!
M (grinst): Bei dir ist man ja nie sicher.
Ey, das hat er jetzt nicht ernsthaft gesagt oder?
G: Maaarc!
M: Also nicht?
G: Er hat’s erfasst.
M (eingeschnappt): Na toll.
G: Bist du jetzt etwa beleidigt oder was?
Ja!!!! Gott wird nicht so einfach abgewiesen! Gott ist schließlich unwiderstehlich! Du machst mir meinen Ruf kaputt, Haasenzahn!
M: Ja... nein ... ach auch egal.
Er ist eingeschnappt! Wie ein kleiner Junge, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat.
G: Was bist du denn heute so gereizt?
ICH BIN NICHT GEREIZT!!!!
M (sauer): Ey der nächste, der mir mit dieser Frage kommt, der kriegt eine gescheuert.
G: Also wenn ich nicht wüsste, dass du ein Mann bist, würde ich sagen, du hast deine Tage.
Waaas? Jetzt reicht’s!
M: Ey Haasenzahn, geht’s noch?
Mann hat der heute eine Laune! Wie kann man nach DEM Wochenende nur so mies drauf sein? Also ich könnte heute die ganze Welt umarmen. Und ihn sowieso, aber dann interpretiert er das wieder so, als ob ich doch will. Nee, lieber nicht. Hab heute wichtigere Dinge mit dir zu bereden, Schatz.
G (verdreht die Augen): Is ja gut! Will gar nicht wissen, welche Laus dir über den Weg gelaufen ist.
M: Keine Laus, nur meine Mutter, dein Vater, die Stasi-Sabsi, der Frauenflüsterer und die Hassi mit ihrer Rotzgöre.
G: Oh!
Alles klar! Zu viel menschlicher Kontakt auf einmal! Der Arme!
M: Wusstest du eigentlich, dass die ein Kind hat?
G: Natürlich weiß ich das, aber du interessierst dich ja nicht sonderlich für deine Mitmenschen ne?
Wieso glaubt das eigentlich jeder? Bin ich wirklich so ein ignoranter Arsch?
M: Eh!!! Das hat die Hassi auch gesagt.
G: Weil’s stimmt!
Für dich zählt ja nur Marc Meier und sonst niemand. Naja ich hoffe ja, ich stehe auch irgendwo bei dir aufm Zettel.
M: Eh, Medhi hab ich immer aus der Patsche geholfen.
Mach ich ja immer noch irgendwie halt! Also was Gaby betrifft. Wobei das ja wohl jetzt hoffentlich gegessen ist. Und naja bei der Lilly-Geschichte sowieso. Und ich hab ihm in meiner bescheidenen Hütte Asyl gewährt. Das mach ich nicht für jeden.
G: Naja, wie man’s nimmt.
Du hast ihm zehn Jahre verschwiegen, dass er mit einer Prostituierten verheiratet ist und hast behauptet, du hättest mit Anna eine Affäre gehabt. Also ich weiß ja nicht, ob man das wirklich als Freundschaftsdienst bezeichnen kann.
M: Doch hab ich! Und bei dir naja...
G (grinst): Ach du hast dich für mich interessiert?
Ablenkungsmanöver Meier, sonst wird es peinlich!
M: Äh .... Weswegen warst du eigentlich noch mal hier?
Super, er lenkt wieder ab! Immer wenn es spannend wird.
G: Marc!
M (grinst): Hattest wohl schon Sehnsucht nach mir, he?
Doch so ein kleinwenig schon! Aber das binde ich dir natürlich nicht auf die Nase! Das wäre zu viel für dein übergroßes Ego. Das hast du nicht verdient. Heute nicht. Nicht nach dem Spruch vorhin.
G (grinst verführerisch): Das hättest du wohl gerne was?
Das ist eine Tatsache, Schatz. Seh doch, dass du nicht ohne mich kannst. ... Äh ich ja auch nicht. Aber das binde ich ihr ganz bestimmt nicht auf die Nase. Wäre zu viel für ihr Ego.
M (lacht): Also das gefällt dem Dr. Meier aber gar nicht, dass seine beste Assistenz ihm heute ihren Dienst verweigert und lieber dem Rössel nachläuft.
Dem blöden Arschloch!!!

Das hat er vorhin auch schon gesagt, aber ich höre es immer wieder gerne. Hach... er vermisst mich!!! Wie süß!!! ... Gretchen, schmachten einstellen!!! Sonst kommt er wieder auf dumme Gedanken! Du bist beruflich hier, naja zum Teil. Also professionell bleiben! Er sollte schließlich wissen, dass ER gerade wach geworden ist, auch wenn er es vielleicht nicht hören will. Er hat heute Morgen schon deswegen komplett dicht gemacht. Hat sich hinter seiner Zeitung versteckt und so getan, als ob er mich nicht hören würde. Und im Auto hat er stur nach vorne auf die Straße gekuckt. Er hat nicht mal gezuckt, als ich von seinem Vater angefangen habe. Also wenn er jetzt wieder so ein Theater macht wie vor ein paar Tagen, na dann gute Nacht. Hab ja ewig gebraucht, um ihn wieder auf Spur zu kriegen. Aber der olle Sturkopf will einfach nichts davon wissen.

Lorelei Offline

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11.02.2010 09:39
#360 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ich wünsche euch einen wunderschönen tief verschneiten () guten Morgen. Danke für eure lieben Kommis. Ihr könntet mit euren Vermutungen durchaus nicht Unrecht haben. Nach seinem besch... Start in den Tag nun diese Nachricht von seinem Erzeuger. Oje! Aber schaut selbst. Eure Lorelei



G (lächelt): Das hat ja auch seine Gründe, Schatz.
M (mit fragenden Blick): Ach?
G (ernst): Marc, du weißt ganz genau, dass wir heute deinen Vater aus dem Koma geholt haben.
Ach Scheiße, das war ja heute! Wen interessiert’s?
M (desinteressiert): Aha!

Dr. Meier stand von der Couch auf, setzte sich an seinen Schreibtisch und widmete sich wieder den Patientenakten... Das gibt es ja nicht. Es interessiert ihn nicht die Bohne. Dieselbe Taktik, Tatsachen komplett ignorieren und stur ausblenden. ... Gretchen folgte ihm und setzte sich zu ihm an den Tisch...

G: Und willst du gar nicht wissen, wie es ihm geht?
M: Nein!
Hoffentlich hat er so richtig Schmerzen!
G: Aber Marc, er ist dein Vater.
M: Erzeuger, Gretchen, nur mein Erzeuger. Mehr nicht. Der Rest ist mir egal. Das hab ich dir schon einmal gesagt.
Hoffentlich kriegen die ihn bald so gepampert, dass er hier endlich abhauen kann. Blödes Arschloch!
G: Aber...
M: Kein aber! Lass es einfach! Es interessiert mich nicht. Er interessiert mich nicht.
Wie kann man nur so kalt sein? Egal was damals war. Er ist verletzt. Ihr habt euch so lange nicht gesehen. Willst du nicht wissen, was er hier in Berlin will? Also ich schon!
G: Wie du meinst! Aber nur so viel: Er ist jetzt wach. Die Werte sind in Ordnung. Er wird wieder ganz gesund. In ein paar Tagen kann er auf die normale Station verlegt werden.
Scheiße! Könnt ihr den dann nicht einfach rausschmeißen oder in den nächsten Flieger nach Timbuktu stecken?
M: Ja und? War’s das dann? Hab noch zu tun.
Der blendet das schon wieder komplett aus. Ich dachte, nach dem Gespräch vor ein paar Tagen hätte er kapiert, dass man vor der Vergangenheit nicht weglaufen kann. Ich war so froh, dass er sich mir endlich mal geöffnet hatte. Und jetzt macht er schon wieder dicht.
G: Aber...
Verdammt, jetzt macht sie es schon wieder. Sie zerbricht sich meinen Kopf. Verdammt noch mal, ich will nicht, dass du dich da einmischst. Der Mistkerl kann dir doch egal sein. Warum interessiert er dich so? Die mit ihrer blöden Mutter-Theresa-Nummer. Ein Herz für Verbrecher und Betrüger! Tzzz...
M: Haasenzahn, lass mich einfach mit dem Thema in Ruhe ja!
G: Marc, du willst wirklich nicht...?
NNNNNNNNNNEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNN!!!!!!!!!!!!!!!!!
M (laut): Nein verdammt!!!
Es reicht, ein für alle mal!
G: Aber Marc, er ist allein hier. Irgendjemand muss sich doch um ihn kümmern. Ihr seid doch seine Familie.
M (legt den Stift beiseite u. schaut sie ernst an): Wir sind das schon lange nicht mehr, Schatz. Und du brauchst ihn auch nicht gleich adoptieren. Er hat sich gegen uns entschieden. Also gehört er nicht mehr dazu. Der wird schon alleine klar kommen. Sind wir ja schließlich die ganzen Jahre auch. Also lass es einfach!
G (mit sorgenvollem Gesichtsausdruck): Marc, er ist verletzt und verwirrt. Er wusste nicht einmal, dass er in Berlin ist.
Schön für ihn!
M: Gut, dann wird er uns ja auch nicht weiter belästigen. Hast du die Unterlagen für die Herz-OP schon durch? Du wolltest doch assistieren oder? Hab vorhin noch mal mit deinem Vater gesprochen. Er ist einverstanden. Könnte sich auch positiv auf deine Vita auswirken. Mit so ner OP bist du deinen Kommilitonen weit voraus. Dann wird es vielleicht doch noch was mit deinem Facharzt in ein paar Monaten. Ist mal an der Zeit, dass du Verantwortung übernimmst.
G: Das könnte dir auch gut stehen.
M: Bitte?
G: Das mit der Verantwortung.
M: Haasenzahn, was soll das?
G: Na die Verantwortung für dein Leben. Interessiert es dich wirklich nicht, warum er nach all den Jahren wieder in Berlin aufgetaucht ist? Und dann ausgerechnet hier. Vielleicht will er ja zu dir?
Dass ich nicht lache! Ganz bestimmt nicht! Dem hätte ich eh die Tür vor der Nase zugeschlagen.
M: Haasenzahn, ich hab dir schon einmal gesagt, dass das Thema gegessen ist.
G: Aber?
M: Nix aber, Süße. Der kann nicht denken, hier mir nichts dir nichts nach über zwanzig Jahren einfach so aus dem Nichts aufzutauchen und um Absolution zu bitten! Dafür ist es längst zu spät.
G: Wie kann man nur so hart sein?
M (aufgebracht): Hart? Du denkst, ich bin hart? Was denkst du dir eigentlich? Du hast doch keine Ahnung, was es heißt, wenn der eigene Vater...
Scheiße ey, stark bleiben Meier, lass dich von ihr jetzt nicht runterziehen!

Schatz, ich hab dich doch damals gesehen. Ich hab doch genau gespürt, wie du dich gefühlt hast, wie verzweifelt du warst. Und dein Zusammenbruch letzte Woche, der sagt mir auch so Einiges. Du hast damit noch nicht abgeschlossen. Das wirst du vielleicht nie, wenn du hier einen auf sturen Esel machst.

G: Marc, ich kann dich ja verstehen, aber...
M: Nichts kannst du, Haasenzahn.
G: Aber ich versuche doch nur...
M: Ja, ja, ja, mir helfen, aus mir nen besseren Menschen machen und so ne Scheiße. Weißt du eigentlich, wie sehr das nervt? Also lass es endlich sein!
Klar, wenn es eng wird, muss er wieder verletzend werden. Ich will dich doch gar nicht ändern, Marc. Du bist doch schon dabei, dich zu ändern. Du hast es nur selbst noch nicht gemerkt.
G: Marc, ich will dich doch gar nicht ändern.
Ja klar! Ich erkenn mich schon manchmal selbst nicht wieder. Wegen dir! Aber damit ist jetzt Schluss! Ich lass mich nicht verbiegen. Von niemanden!
M: Ach? Das ist ja mal was ganz Neues. Wer tanzt denn hier die ganze Zeit um mich herum und drängt mich, Dinge zu tun, die ich eigentlich gar nicht will.
Gretchen, ruhig bleiben! Jetzt ja nicht heulen!
G (verschränkt die Arme): Ach? So siehst du das? Ich nerve dich also. Na vielen Dank auch. Dann will ich dich auch nicht weiter zu deinem Glück zwingen.
Na toll, jetzt ist sie wieder beleidigt.
M: Haasenzahn, jetzt zieh doch nicht gleich wieder so ne Fresse! Du weißt doch ganz genau, wie ich das meine.
G: Nein, das tue ich nicht. Wenn dir was nicht passt, ziehst du dich immer gleich hinter deine Mauer zurück oder du beleidigst mich mal wieder. Woher soll ich denn dann wissen, woran ich bin?
M: Stellst du jetzt wieder unsere ganze Beziehung in Frage oder was? Ich dachte, den Punkt hätten wir endlich überwunden.
Ich hasse es, wenn sie so ist!

Das tue ich doch gar nicht. Aber ich lasse mich nicht mehr so behandeln.
G: Ja... nein... ach ich weiß doch auch nicht. Es verletzt mich halt, dass du mir nie vertraust.
M: Aber ich vertrau dir doch.
G: Ach? Davon hab ich wenig gemerkt.
M: Kann es sein, dass du in mir immer nur das Negative siehst? Der böse Marc Meier, der dich ein Leben lang gequält hat und der nichts mehr fühlt? Anscheinend hast du die letzten Tage alle schon wieder vergessen.
G: Du ja auch, wenn du die ganze Zeit hier rummotzt.
M: Das tue ich doch gar nicht. Aber du weißt ganz genau, dass mein Erzeuger ein rotes Tuch für mich ist und hakst trotzdem immer wieder darauf rum. Ich hasse das!
G: Das weiß ich doch. Das tut mir ja auch leid, aber ich will doch nur... also ich will dir doch nur helfen. Eine Beziehung heißt auch, für den anderen da zu sein. Und ich bin immer für dich da. Das weißt du. Ich hasse das, wenn du mich immer wieder genau dafür kritisierst.
M: Sorry, das wollte ich nicht, aber mir wird das eben alles zu viel. Meine Mutter ist mal wieder am Durchdrehen, ER ist jetzt auch noch wach und du fängst auch noch davon an.
G: Marc, aber das hat doch etwas zu bedeuten, dass er gerade jetzt hier wieder aufgetaucht ist. Das ist doch ein Zeichen.
M: Fängst du jetzt auch noch mit irgend so einer Schicksals-Scheiße an oder was? Da kannste dich ja mit der Sabsi zusammentun! Die hat mir heute Morgen auch schon so nen FFE-Mist prophezeit.
G: Vielleicht hat sie ja auch Recht damit.
M: Ach hör doch auf! Das ist doch lächerlich. Das ist einfach nur ein böser Zufall, mehr nicht.
G: Ich glaube nicht an Zufälle, Marc.
Sie ist wie Mutter! ... Nee Meier, das hast du jetzt nicht wirklich gedacht?
M: Hast du etwa mit meiner Mutter geredet?
G: Ja, wieso?
Ich fass es nicht!

....

Lorelei Offline

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11.02.2010 17:16
#361 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

M: Nee, sag jetzt nicht, die war wirklich bei dem Arschloch?
G: Doch! Aber sie war nicht in seinem Zimmer, wenn du das meinst.
Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Ich muss sie nicht von der nächsten Brücke ziehen.
M: Gott sei dank! Dann hat sie doch noch nen Rest Verstand im Kopf.
Sie macht sich wenigstens Sorgen um ihn. Egal, was damals war. Tja, Frauen können halt irgendwann verzeihen. Dir hab ich ja auch Millionen Mal verziehen, Marc Meier.
G: Was man von dir wohl nicht behaupten kann!
M (sauer): Bitte? Hast du sie noch alle?
Upps, Freund beleidigen, kommt gar nicht gut. Erst recht nicht, wenn er Gott und dein Oberarzt ist.
G: Sorry, war gerade irgendwie in Fahrt. Äh... wo war ich? Ach ja. Also sie hat nur nach dem Befinden deines Vaters gefragt, kurz durch sein Fenster geschaut und ist dann wieder gegangen.

War irgendwie eine ganz komische Situation. Hab sie schnell wieder alleine gelassen. War mir alles ziemlich unangenehm. Ich meine, so gut sind wir dann auch noch nicht miteinander. Hab immer noch diese blöde Situation von letzter Woche in seinem Büro im Kopf, wo sie mich so runtergeputzt hat. Obwohl... irgendwie war sie heute schon anders. Hat mich sogar angelächelt und mir zur Begrüßung so ne komischen französischen Bisous auf die Wange gedrückt. Naja hab ihr gesagt, dass er wach ist, alle Werte in Ordnung sind und er in ein paar Tagen auf die normale Station verlegt wird. Sie hat mir freundlich zugenickt, wieder so komisch gelächelt und hat sich dann an das Fenster gestellt und in sein Zimmer geblickt. Wirkte dann ziemlich abwesend. Deshalb bin ich dann auch gegangen. Hab nur noch gehört, wie sie irgendetwas geflüstert hat. Klang irgendwie wie „Verzeih mir“ oder so. Keine Ahnung. War schon zu weit weg. Und wieso sollte die sich auch bei ihm entschuldigen? Muss doch eher andersherum sein oder? Hmm... Egal!

Komisch! Und warum macht die dann erst so nen Aufstand? Ach was frag ich denn? Mutter eben! Hauptsache sie hält dem nicht seine dreckigen Wichsgriffel oder verzeiht ihm oder so.

M (erleichtert): Gut!
G: Marc, vielleicht ist jetzt ja endlich der Moment gekommen, um sich auszusprechen. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass das deine Mutter auch alles sehr belastet. Vielleicht solltet ihr...
Neeiinn!!!
M (schüttelt heftig den Kopf): Das will ich aber nicht. Er hat mit seiner Flucht damals deutlich gezeigt, was er von uns hält. Also!
G: Aber ich habe einfach das Gefühl, dass ... naja dass da vielleicht noch mehr dahinter stecken könnte.
Miss Marple, was soll denn da noch sein? Betrüger bleibt eben Betrüger und Rabenvater eben Rabenvater oder so. Der hat rumgehurt und ist dann abgehauen mehr nicht. Frauen, Geld und Karriere waren dem nun mal wichtiger als wir. Is halt so! Damit hab ich mich abgefunden.
M: Du mit deinem Gefühl! Du siehst ja in jedem Gangster und Betrüger noch den Gutmenschen, der nur durch eine dumme Aneinanderreihung von Zufällen so geworden ist. Hat man ja bei dem T-Aktien-Fuzzy auch gemerkt.
Ja aber Frank ist doch wirklich nur in die ganze Geschichte reingerutscht. Gut, er hätte auch... Ach egal!
G: Die Sache mit Frank kann man doch gar nicht damit vergleichen.
M: Oh doch! Dem hast du ja auch noch ein Alibi gegeben, die Absolution erteilt und was weiß ich sonst noch, obwohl er dich fast um die Ecke gebracht hat.
G: Ey, das war doch ganz anders. Das war einzig und allein Mechthild. Sie hat mich mit der Waffe bedroht. Wenn Frank nicht gewesen wäre, dann...
Ich mag gar nicht daran denken!
M: Ach erzähl doch keinen Mist! Wenn die Olle nicht aufgetaucht wäre, würdest du doch immer noch blind diesem Betrüger hinterherdackeln.
... und ich wäre an Liebeskummer und Alk krepiert! Wie ich den Arsch hasse! Hoffentlich kriegt der lebenslänglich und verreckt in seiner Zelle!

Das ist doch nicht wahr!
G: Marc, das ist doch jetzt albern.
M: Ja, das ist es in der Tat. Also lass mich endlich mit dem ganzen Scheiß in Ruhe ja!
G: Aber...
M (laut): Verdammt und zugenäht! Soll ich es dir noch aufschreiben oder was? Kein Wort mehr zu meinem Erzeuger! Basta! Finito! Wartet der Rössel nicht auf dich? Du weißt ja, wo die Tür ist.
G: Aber...
M: Noch ein Wort mehr und ich schmeiß dich wirklich raus!
G: Marc, ich will dir doch nur helfen.
M (springt wütend auf u. zeigt zur Tür): Ok, es reicht. Raus!
G: Was? Aber du kannst doch nicht?
M: Und ob ich kann! Raus jetzt! Und hör auf, mich so unter Druck zu setzen!



Sorry!!! Haut mich von mir aus! Ich halte das aus. Eure Lorelei

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12.02.2010 09:44
#362 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc deutete mit dem Zeigefinger zur Tür und gab Gretchen damit unmissverständlich zu verstehen, dass mit ihm heute nicht mehr zu reden war. Enttäuscht stand sie auf, warf ihm noch einen „Du-tust-mir-leid!“-Blick zu und verließ anschließend sein Büro. Sie lief Gedanken versunken den Gang hinunter Richtung Aufzug...

Wie kann man nur so sein? Klar, er ist verletzt. Er musste ohne Vater aufgewachsen. Der ist ja einfach so gegangen und hat sich nie wieder gemeldet. Das lässt sich nicht so leicht verzeihen. Würde ich ja auch nicht. Aber nach all den Jahren muss es doch möglich sein, sich irgendwie zu arrangieren. Ich verlang ja nicht, dass sie sich glücklich in die Arme schließen. Nicht nach all dem, was er ihm und seiner Mutter angetan hat. Aber Marc könnte ruhig mal einen Schritt auf ihn zu gehen, sich wenigstens seine Beweggründe anhören oder ihn einfach nur anschreien, alles rauslassen, was ihn all die Jahre bedrückt hat, was er in sich hineingefressen hat, ihm einfach all das Leid an den Kopf werfen, das er durch sein Verschwinden ertragen musste oder... ach was weiß ich. Danach würde er sich vielleicht besser fühlen und wäre nicht mehr so gereizt. Und er würde vielleicht nicht mehr alles an mir auslassen. ... Aber irgendwie tut mir der Mann ja auch leid. Ich weiß auch nicht so genau, was es ist, aber ich hab schon das Gefühl, dass er wegen Marc hier ist. Er hatte so etwas Trauriges in seinen Augen. Vielleicht will er sich ja wirklich mit ihm aussprechen, ihn um Verzeihung bitten oder so. Ich hab halt immer noch so ein komisches Gefühl im Bauch, was die ganze Geschichte betrifft. Frau Fisher war ja auch so seltsam vorhin. Und mein Bauchgefühl hat sich noch nie getäuscht. ... Aber dass Marc auch gleich wieder so ausfallend werden muss. Immer muss er alles an mir auslassen. Ich hasse das! Dieser blöde ignorante Gefühlskrüppel! Wieso versteht er das nicht, dass ich ihm einfach nur helfen will? Ich will doch nur, dass er glücklich ist.

Marc blieb nachdenklich in seinem Büro zurück. Wütend auf sie, sich selbst, die Welt, seinen Vater, schleuderte er ein paar Akten vom Tisch, lehnte sich anschließend in seinem Stuhl zurück und schloss für einen kurzen Moment seine Augen. Er hasste sich selbst dafür, wie er sich ihr gegenüber mal wieder verhalten hatte, aber zu vieles schwirrte ihm im Kopf herum. So reagierte er immer, wenn ihm alles zu viel wurde, und diesmal hatte es wie so oft in der Vergangenheit wieder einmal Gretchen getroffen, die Frau, die er eigentlich über alles liebte...

Wieso versteht sie das nicht, dass der mir am Arsch vorbeigeht? Ich hab ihr doch letztens alles erzählt und das hat mich schon große Überwindung gekostet. Ich dachte, sie hätte das alles verstanden. Und jetzt fängt die wieder damit an, nur weil der Arsch wieder unter den Lebenden weilt. Es ist mir so scheißegal. Ich hab vor langer Zeit mit dem Thema abgeschlossen und das war auch gut so. Sonst wäre ich vielleicht daran kaputt gegangen. So wie meine Mutter! Ich will das einfach nicht mehr hören. Als ob der hierher kommt, um sich mit uns auszusprechen. Das ist echt viel zu weit hergeholt. Außerdem ist es dafür längst zu spät. Ich werde ihm niemals verzeihen!!! Er wollte uns damals nicht und jetzt will ich ihn nicht mehr. Lass uns einfach in Ruhe, verdammt! ... Mit einer Armbewegung fegte Marc die restlichen Sachen vom Schreibtisch, die nun wild verstreut auf dem Fußboden lagen. Dann schlug er sich mit der flachen Hand gegen seine Stirn... Scheiße, jetzt hab ich sie schon wieder blöd angepampt. Das wollte ich doch gar nicht. Aber wenn ich schon seinen Namen höre, dann... GGGGRRRR!!! ... Er ballte eine Faust, beruhigte sich wieder und drehte sich schließlich mit dem Stuhl zum Fenster. ... Oh Gott, ich hab sie hier rausgeschmissen. Bin ich bescheuert! Sie will mir doch nur helfen. Sie macht sich doch bloß Sorgen. Sie spielt mal wieder den Engel. Und das liebe ich doch eigentlich immer so sehr an ihr. ... Ach Scheiße! Was für ein beschissener Tag! Zum in die Tonne treten! Fünf Tage Sonnenschein, fünf Tage Regen oder was? Warum kann das mit uns eigentlich nie glatt laufen? Ist das zu viel verlangt, einfach mal nur glücklich zu sein? Wieso muss das immer so kompliziert sein? ... Ach ist doch alles Scheiße!


Gedanken versunken blickte Marc Meier aus dem Fenster in den trüben Herbsthimmel über Berlin, als es plötzlich an der Tür klopfte. Er zuckte kurz zusammen und antwortete schließlich... „JA?“ ... Die Tür öffnete sich langsam. Noch bevor er überhaupt erkennen konnte, wer da sein Büro betrat, setzte der junge Arzt schon zu seiner Rede an... „Haasenzahn, es tut mir leid, ich wollte dich nicht so anfahren. Ich...“ Doch als er sich mit seinem Stuhl wieder herumgedreht hatte, stand da nicht Gretchen vor ihm, sondern Schwester Sabine, die ihn verwundert anblickte... Scheiße!

S: Oh Herr Doktor, wenn ich später wiederkommen soll, dann...
M (sichtlich enttäuscht): Sabine? Äh ... ja ... nein ... äh bleiben Sie ruhig hier.
S (besorgt): Ist alles in Ordnung mit Ihnen?
Nein!!! Seh ich so aus? Mir geht’s beschissen!!!
M (gequältes Lächeln): Ja, natürlich! Äh... ich bin dann mal eine rauchen.
S (blickt auf das Chaos in seinem Büro): Aber...
M: Jetzt glotzen Sie nicht so blöd! Sie werden hier nicht fürs Dumm-Rumstehen bezahlt. Also aufräumen und dann weiterarbeiten! ... Ach und hier das Manuskript!
S (nickt gehorsam): Ja, Herr Doktor.

Dr. Meier hatte das „Meisterwerk“ seiner Mutter bereits wieder aus seiner Schublade geholt, es ihr in die Hand gedrückt und war anschließend aus seinem Büro verschwunden. Es blieb eine sichtlich verwirrte Schwester Sabine zurück, die zunächst die auf dem Boden zerstreut liegenden Patientenakten aufhob, neu sortierte und schließlich ordentlich auf seinen Schreibtisch legte. Dann verschwand sie kurz aus dem Zimmer und kam Sekunden später mit einer Flasche Fleckenentferner, Marke Eigenkreation wohlgemerkt, und einem Lappen wieder zurück. Dr. Meier hatte in seiner Wut gar nicht bemerkt, dass seine halbvolle Kaffeetasse mit auf den Boden gefallen war und sich ein großer brauner Fleck auf der grauen Auslegware gebildet hatte. Nach fünfzehnminütiger intensiver Behandlung glänzte der Teppich wieder wie neu und eine völlig erschöpfte Schwester Sabine ließ sich auf den Stuhl vorm Schreibtisch fallen. Sie nahm das Manuskript ihre Lieblingsautorin in die Hand und schlug es auf... Warum können die beiden nicht einfach mal nur glücklich sein? So schwer kann das doch nicht sein?, fragte sich die blonde Krankenschwester kopfschüttelnd und begann schließlich zu lesen.



Sorry, dass es gerade nicht so harmonisch zwischen unseren Turteltäubchen ist. Könnte eventuell auch noch schlimmer werden. Ich hoffe, ihr verzeiht mir das. Dafür habe ich aber extra noch einen kurzen Sabine-in-Aktion-Teil eingeschoben. Ja, ich weiß, das entschädigt nicht viel, aber hoffentlich ein wenig. .... *Dackelblick*.... Aber das Thema „Olivier Meier“ ist nun mal der große wunde Punkt in seinem Leben. Aber es wird auch wieder Sonnenschein geben. Versprochen! Irgendwann dann mal, falls ich es schaffe, das ganze Thema durchzukriegen. Und das wird noch ne ganze Weile dauern. Sorry! Aber nicht das Ziel verlieren! Es geht ja um einen guten Zweck ne? Liebe Grüße. Eure Lorelei

Lorelei Offline

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12.02.2010 12:39
#363 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Da wir alle unter extremen Schneekoller leiden und ich euch gerade ganz schön mit der Handlung quäle, gibt es heute etwas mehr von mir. Hier der nächste Teil. Sorry, falls der ein oder andere gedacht hat, dass es eventuell zu einer heißen Versöhnungszene kommen könnte (ne Kate), ist vorerst leider nicht geplant. Lorelei.



Ein paar Tage waren nun vergangen, seitdem Prof. Dr. Dr. Oliver Mayer aus dem Koma erwacht war. Seine Genesung verlief überraschenderweise relativ schnell. Er war anscheinend hart im Nehmen, wie die anderen Mitglieder des Meier-Clans auch. Dr. Gretchen Haase besuchte ihn regelmäßig auf der IS, natürlich ohne Wissen ihres Freundes, der sich zwar nach seiner harschen Ansage vor ein paar Tagen bei ihr entschuldigt hatte, aber darum gebeten hatte, dieses Thema nie wieder in seiner Gegenwart anzuschneiden. Missmutig hatte Gretchen dem zugestimmt und eine gewisse trügerische Harmonie hatte sich zwischen den beiden wieder eingestellt. Da sie auch für den Rest der Woche dem Team von Dr. Rössel zugeteilt war, bis auf die Ausnahme der Herztransplantation am Mittwoch, die sie hervorragend mit Dr. Meier und ihrem Vater bewältigt hatte, fiel es Marc auch nicht weiter auf, dass sie öfters auf die IS verschwand und länger als notwendig in einem bestimmten Patientenzimmer verweilte. Gretchen suchte das Gespräch mit dem attraktiven Unfallchirurgen aus Amerika. Die beiden verstanden sich recht gut, was die junge Frau sehr überraschte. Oliver Mayer stellte sich als netter, charmanter, redegewandter Mann heraus. Er war ganz anders, als wie Marc ihn in seinen Erzählungen beschrieben hatte. Auch Oliver war beeindruckt von der jungen attraktiven Ärztin, die sich so rührend um ihn kümmerte. Sie zauberte ihm jeden Tag aufs Neue ein Lächeln auf die Lippen, wenn sie ihn besuchte.


Auch heute hatte Gretchens erster Weg wieder auf die Intensivstation geführt, um kurz bei Marcs Vater vorbeizuschauen. Sie wollte endlich Antworten auf ihre vielen Fragen. Da Marc sich in den letzten Tagen überhaupt nicht kooperativ gezeigt und auf schmollendes, bockiges Kind gemacht hatte, sobald sie auch nur einen winzigen Wink auf das Thema machte, hatte sie es schließlich aufgegeben. Marc war sturer als ein Esel. So blieb ihr nur noch Oliver Mayer, um Licht ins Dunkel zu bringen. Doch wie sie es genau anstellen sollte, wusste Gretchen nicht, als sie am Morgen vor Dienstbeginn sein Krankenzimmer betrat und ihn freundlich begrüßte...

Lorelei Offline

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12.02.2010 15:29
#364 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dann stelle ich euch jetzt mal den äußerst charmanten Prof. Oliver Mayer vor. Ich habe, glaube ich, schon einmal erwähnt, dass ich mir Sky du Mont sehr gut in der Rolle vorstellen könnte. Damit ihr auch ein Bild habt. Ach und eventuell auftretende Ähnlichkeiten mit gewissen anderen Protagonisten der Handlung sind nicht zufällig. Viel Spaß! Eure Lorelei



G (lächelt freundlich): Guten Morgen, Herr Professor.
O (strahlt sie an): Guten Morgen, Frau Dr. Haase. Wann wollen Sie mich denn endlich Oliver nennen? Der Professor macht mich irgendwie alt.
Ich kann ihn doch nicht einfach so Oliver nennen. Wie sieht das denn aus? Er ist doch mein Patient. Das geht doch nicht. Nicht solange er nicht weiß, wer ich bin.
G (lacht): Ach, Sie sind doch nicht alt. Sie sind doch in den besten Jahren.
Gretchen, nicht so viel schleimen!
O (lächelt): Meinen Sie?
Äh ja natürlich. Kann schon verstehen, dass dem früher die Schwestern hinterher gerannt sind. Wird wohl heute noch genauso sein. Sein Charme ist ja auch unwiderstehlich. Ein Meier eben!
G: Aber natürlich! Ihnen geht es anscheinend wieder blendend, Herr Prof... äh Oliver?
Gut, mache ich es eben. Muss Marc ja nicht wissen. Wo wir dann wieder beim Thema wären!
O (Meier-Grinsen): Kann nicht klagen. Wenn man jeden Morgen von so einer schönen Frau geweckt wird!
Huch!!! Was war das denn?
G: Äh gut! Ich denke, morgen können wir Sie dann auf die normale Station verlegen.
O: Oh! Dann sehen wir uns wohl nicht mehr so häufig? Schade! Kommen Sie mich denn da auch noch besuchen? Ich würde unsere Gespräche sonst wirklich sehr vermissen.

Ja, also ich ja auch irgendwie, aber er kommt ja eh zu uns runter. Also mich wird er nicht so schnell wieder los. Oh Gott, hoffentlich hat er nicht den Eindruck, dass ich ihn irgendwie nerve oder so. Ich war schon auffällig oft hier oder? Aber ich will ja auch etwas herausbekommen. Er hat ja überhaupt noch nichts weiter gesagt, weder zu Marc, Elke oder wieso er in Berlin ist. Ich meine, ich kann ihn ja auch nicht so direkt fragen. Das geht doch nicht. Dann merkt er doch, dass hier etwas nicht stimmt. Hach... ist das kompliziert. Hätte vielleicht doch häufiger CSI kucken sollen. Die finden doch sogar etwas heraus, wenn sie nur ein weggeworfenes Hustenbonbon haben. ... Gretchen, sehr blöder Vergleich! ... Äh ja.

G: Äh ja ... also natürlich komme ich Sie auch weiterhin besuchen. Sie werden in den dritten Stock auf die Chirurgie verlegt, also das ist meine, äh also das ist die Station von Ihrem ... Oh Gott, jetzt hätte ich mich fast verraten. Gretchen ruhig bleiben! Naja, Marc wird mich eh einen Kopf kürzer machen, wenn er hört, dass er auf unsere Station verlegt wird. Dann wird er ihm spätestens bei der Visite begegnen. Oje! Katastrophenalarm! Ich bin so hinterhältig. Äh naja nicht so ganz. Aber Rössel ist ab morgen im Urlaub und Oliver ... oh jetzt nenne ich ihn wirklich schon beim Vornamen ... äh also er ist ja auch mein Patient und so. Da kann äh darf Marc ja auch nichts dagegen haben. Also! ... äh das ist eigentlich die Station von meinem Chef. ... Gut, gerade so gerettet. Das war echt knapp, Gretchen.
O: Aha! Dann sind Sie also auch Chirurgin?
G: Naja, noch nicht ganz. Ich mache gerade meinen Facharzt.
O: Oh! Schön! Eine sehr gute Entscheidung. Ich bin auch Chirurg, wissen Sie?
Ja, das weiß ich doch!
G (gespielt überrascht): Ach? Wirklich?
Also so langsam wird es echt peinlich mit der Lügerei. Obwohl gelogen habe ich ja nicht, ich habe nur ein paar wesentliche Dinge verschwiegen. Ich sollte ihm vielleicht doch endlich mal sagen, wer ich bin und dass Marc hier ist. ... Nein, ich darf mich da nicht einmischen. Marc muss von selbst auf den Trichter kommen. Naja, wird vielleicht dann was, wenn er bei uns liegt. Oh Gott, wenn sie sich dann bei der Visite begegnen. Marc killt mich!
O (lächelt verschmitzt): Ja! Wir suchen übrigens in Seattle immer talentierte Ärzte wie Sie.
Hä??? Wieso?
G (verwundert): Äh ja?
O (zwinkert ihr zu): Interesse?
Huch... was ist denn mit dem los? Will der mir etwa einen Job anbieten? Wieso das denn? Der weiß doch gar nicht, was ich drauf habe. ... Oh! Oder flirtet der etwa mit mir? So wie der mich gerade ankuckt! Der Blick kommt mir irgendwoher bekannt vor! ... Quatsch! Das ist doch verrückt! Hallo, das ist mein Schwiegervater! Also vielleicht ... irgendwann mal ... so in zehn Jahren oder so. Er weiß ja noch nichts von seinem Glück.
G: Äh danke, aber ich bin eigentlich ganz glücklich hier.
O: Ach? Schade! Ich hätte gerne mal mit Ihnen zusammen operiert.
Äh ja, ich auch. Aber irgendwie ist das gerade ganz komisch hier!
G: Wissen Sie, meinem Vater gehört die Klinik hier.
O: Ach? Das ist aber interessant. Darf ich fragen, wer Ihr Vater ist?
G: Natürlich! Prof. Dr. Franz Haase.
O: Ja, ich glaube, ich habe den Namen schon einmal gehört. Wir sind uns schon einmal auf einem Kongress begegnet. Aber das ist jetzt bestimmt schon so acht oder neun Jahre her.
G: Aha!
Das ist ja verrückt. Wieso kreuzen sich eigentlich die Wege unserer Familien immer so oft? Gut, das mit Papa und Marcs Mutter, das war... äh ... Wieso denke ich denn jetzt daran? Uah, schnell wieder löschen!
O (lächelt verschmitzt): Sagen Sie, Frau Dr. Haase, wenn ich hier raus bin, würden Sie dann vielleicht einmal mit mir essen gehen?

Oh Gott, was wird das denn jetzt? Der will doch nicht ernsthaft...? Ist der verrückt geworden? Der flirtet ja wirklich mit mir! Und wie! Ich trau mich gar nicht, ihn wieder anzuschauen. Hilfe!!! Was mache ich denn jetzt?


....

Lorelei Offline

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12.02.2010 22:26
#365 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Freut mich, dass euch Oliver Mayer so gut gefällt. Is ja auch ein Netter ne!? Da ich so viel auf Vorrat habe, gibt es jetzt noch einen Teil. Viel Spaß und schönen Abend noch. Lorelei



Der charmante Chirurg flirtete tatsächlich mit der um einige Jahre jüngeren Ärztin. Er wusste ja immer noch nicht, um wen es sich bei ihr eigentlich genau handelte und dass sie in Wirklichkeit die Freundin seines Sohnes war und dass genau dieser nur ein Stockwerk tiefer seinen Dienst schob. Gretchen lächelte verlegen zurück...

G (leicht errötet): Äh also das ist wirklich sehr nett von Ihnen, aber...
O (Dackelblick): Aber? Sie wollen doch nicht ernsthaft meine Einladung ablehnen? Das können Sie mir doch nicht antun, liebe Frau Doktor Haase! Ich wollte mich doch nur in aller Höflichkeit bei Ihnen bedanken. Dafür, dass Sie sich so rührend um mich alten Mann gekümmert haben.
Oh Gott! Er ist so lieb!
G (verlegen): Äh dafür müssen Sie sich doch nicht bei mir bedanken. Das ist doch selbstverständlich. Das ist mein Job.
O (zieht ein enttäuschtes Gesicht): Sie geben mir also tatsächlich einen Korb?
Ja natürlich! Aber das kann ich ihm doch nicht so vor den Kopf werfen? Wie komm ich hier nur wieder raus?
G (unsicher): Also ich weiß nicht... ich... äh...
O: Sie sind schon vergeben oder?
Jaaaa! An Ihren Sohn!
G (nickt): Ja!
O: Das habe ich mir schon gedacht. Eine so attraktive und charmante junge Frau wie Sie ist sicherlich schon verheiratet?
G (kichert verlegen): Äh nein, also verheiratet bin ich ... (noch) ... nicht.
Aber wäre schon schön. Dann wären wir eine Familie. ... Gretchen, nicht schon wieder träumen!
O: Oh! Na da muss sich Ihr Freund aber ranhalten, nicht dass ein Anderer schneller ist.
Äh welcher Anderer? Aber ranhalten könnte sich Marc schon! Hör auf deinen Vater, Schatz!
G: Äh ja.
O: Aber einen Kaffee würden Sie doch mit mir, altem Herrn, mal trinken gehen oder?
G (lächelt): Gerne! Und noch einmal, Sie sind nicht alt, Oliver.
O (Meiergrinsen): Schön! Da freu ich mich aber.
G: Ich mich auch.

Jetzt weiß ich wenigstens, woher Marc das hat, also das Charmegen. Der Mann ist ja genau so unglaublich wie er. Der Blick! Wahnsinn! Also wenn ich nicht schon Marc hätte... Äh... Gretchen, geht’s noch? Das ist sein Vater! Dein zukünftiger, potentieller, eventueller Schwiegervater in spe! ... Ja doch, war ja auch rein hypothetisch gemeint.

O: Und haben Sie heute noch viel zu tun?
G: Ach heute steht nicht so viel auf dem Plan. Ein paar Routinesachen, Visite, Berichte schreiben. Es ist ruhig.
O: Aha! Gefällt Ihnen ihr Job? Ich kann mir vorstellen, dass es als Frau nicht so einfach ist, sich in der Chirurgie durchzusetzen.
Da kann ich ein Lied von singen, aber ich weiß ja jetzt, wie ich meinen Oberarzt um den Finger wickeln kann.
G: Ja, an manchen Tagen ist es schon schwer ... besonders wenn Marc mal wieder eine seiner Launen hat ..., aber es ist nun mal genau das, was ich immer machen wollte. Ich habe früher schon immer meinem Vater über die Schulter geschaut. ... Und als ich in der Sechsten Ihren Sohn wiederbelebt habe, bei uns auf dem Schulhof... da wusste ich es: Ich will Leben retten.
O: Hach ja, so war ich auch mal. So voller Enthusiasmus und Energie.
G: Und jetzt nicht mehr?
O: Doch! Aber man wird ja auch nicht jünger.
G: Ach, Sie sind doch nicht alt, Oliver. Was Sie in den letzten Jahren geleistet haben, ist schon beeindruckend.
O (überrascht): Sie kennen meine Arbeit?

Upps Gretchen, jetzt hast du dich aber verraten. Musstest ja unbedingt im Internet spionieren. ... Gut, Medhi hat recherchiert und es mir erzählt, aber das ist ja fast dasselbe. Ja mein Gott, woher soll ich sonst ein paar Infos bekommen. Marc erzählt ja nichts und ich glaube, er weiß auch wirklich nichts weiter über ihn. Interessiert ihn ja angeblich nicht. Blendet ja immer alles aus, was mit ihm zusammenhängt. Und mein Vater wusste auch nicht so viel. Oliver Mayer ist schon eine beeindruckende Persönlichkeit. Die Karriere muss ihm erst mal einer nachmachen. Toll!

G (lächelt verschämt): Äh ja als angehende Chirurgin stößt man ja auch irgendwann einmal auf Ihre Forschungen.
Gut herausgeredet, Gretchen!
O (lacht): Stimmt! Wenn Sie wollen, ich kann Ihnen gerne mehr darüber erzählen?
G: Oh, danke, das wäre sehr nett von Ihnen.
Muss man doch ausnutzen, wenn man hier so eine Koryphäe sitzen hat. Will ja schließlich bald mit dem Facharzt fertig werden. Und zwar als Beste! Von wegen ich besäße keinen Ehrgeiz. Euch werd ich’s beweisen.

Und so begann Oliver Mayer von seinem Beruf und seinen Forschungen in den USA zu berichten. Gretchen hörte begeistert zu und machte sich auch hier und da ein paar Notizen. Sie war beeindruckt von Marcs Vater. Doch je länger sie sich mit ihm unterhielt, umso mehr gewann sie den Eindruck, dass ein ganz anderer Mensch vor ihr saß. Er war so anders, als Marc ihn beschrieben hatte. War er vielleicht gar nicht der ignorante, ichbezogene, lügnerische Windhund, als den Marc ihn bezeichnet hatte? Gut, charmant war er ja. Da stand er seinem Sohn in nichts nach. Sie konnte schon verstehen, dass die Frauen auf den attraktiven Chirurgen flogen. Er war ein beeindruckender Mann in den besten Jahren, der sehr wohl um seine Attraktivität und seinen Anziehungskraft wusste. Doch in seinen Worten steckte auch so viel Wärme und Ehrlichkeit. Sie hörte ihm gerne zu, lachte über seine Witze, die er zwischenzeitlich einschob. Sie fühlte sich wohl in seiner Umgebung. Dieser Mann konnte kein schlechter Mensch sein, der kein Interesse an seiner Familie zeigte. Dieser Eindruck setzte sich immer mehr bei Gretchen fest...

Lorelei Offline

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13.02.2010 09:56
#366 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guddn Mooorschn!!!
Ich habe heute schon wieder eine kleine nette Episode aus einem ganz bestimmten Zimmer auf der IS für euch. Wir wollen ja auch etwas mehr über Oliver Mayer erfahren ne? Kate, du könntest eventuell Recht haben mit ihrem Hilfegen aufgrund des Karmegeens eines älteren Herrn. Also Gretchen Marple recherchiert heute investigativ. Und das ohne Journalismusstudium! Oje! Na ob das was wird? Seht selbst! Lorelei




Die blonde Ärztin war neugierig geworden und wollte mehr über die Vergangenheit von Oliver Mayer erfahren. Sie hatte das mulmige Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte, was die Geschichte betraf, die ihr Marc erzählt hatte. Deshalb beschloss sie, bei ihrem nächsten Besuch vorsichtig nachzuhaken, warum er nach all den Jahren nach Berlin zurückgekehrt war. Nachdem sie mit Dr. Rössel zwei kleine operative Eingriffe und die Visite absolviert hatte und nach einem kurzen Stopp am Schokoautomaten erschien sie in ihrer Mittagspause erneut im Zimmer von Marcs Vater. Und diesmal wollte sie nicht ohne Antworten da wieder herausgehen...

O (strahlt): Oh, Frau Doktor Haase? Das ist aber eine schöne Überraschung. Womit verdiene ich denn schon wieder ihre zauberhafte Anwesenheit?
Alter Charmeur! Warum ist das eigentlich bei Marc nicht so ausgeprägt? ... Ach so, bin ich blöd. Natürlich! Ihm hat ja die Vaterfigur gefehlt.
G: Äh ja, ich wollte nur noch mal Ihre Werte kontrollieren.
Superausrede Gretchen!
O (grinst): Aber das hat doch Dr. Rössel vorhin schon erledigt.
Upps! Peinlich!!! Und jetzt?
G (peinlich berührt): Oh wirklich? Da habe ich ihn wohl vorhin missverstanden. Entschuldigung! Da werde ich mal wieder...

Gretchen ging langsam zur Tür zurück und hoffte, er würde sie daran hindern. Das tat Oliver dann auch tatsächlich...

O: Frau Doktor?
Ha, ich wusste es. Klappt bei Marc auch immer!
G (dreht sich überrascht herum): Ja?
O: Haben Sie noch ein paar Minuten?
G: Ja schon, ich wollte eh gerade Pause machen.
O (strahlt): Schön! Wissen Sie, wenn man hier so alleine liegt, wird das mit der Zeit ganz schön langweilig. Und wir Ärzte sind ja bekanntlich immer ungeduldig, vor allem wenn man dann auch noch selber Patient ist.
Stimmt! Als ich damals wegen dem Virus als Patientin auf der IS lag, konnte ich es auch kaum erwarten, hier wieder rauszukommen. ... Ok, Gretchen, das ist doch jetzt die Gelegenheit, so ganz subtil mal nachzuhaken. Also auf geht’s!
G: Kommt denn Ihre Familie Sie nicht besuchen?
Hoffentlich war das jetzt nicht zu viel aufgetragen, aber der direkte Weg ist doch immer der Beste oder?
O (schluckt schwer): Nein! Ich habe keine... äh es weiß niemand, dass ich in Berlin bin.
Das hab ich mir schon gedacht.
G: Oh! Soll ich vielleicht jemanden benachrichtigen?
Fragen schadet ja nicht oder?
O (leichte Panik im Blick): Äh nein! Das...das ist wirklich nicht notwendig. Bin ja auch schon wieder so gut wie fit. Aber trotzdem danke der Nachfrage.
Also höfflich ist er ja. ... Marc, Scheibe abschneiden! ... Aber irgendwie hab ich doch einen wunden Punkt erwischt. Er wirkt auf einmal sehr nachdenklich und der traurige Blick ist wieder da. Das passt doch alles hinten wie vorne nicht. ... Gretchen Marple, weiterforschen!
G: Und was hat Sie dann nach Berlin geführt? Sind Sie geschäftlich hier?
Geschäftlich? Bist du blöd Gretchen? Hallo, er ist doch kein Geschäftsmann! Er ist Arzt!
O (ernst): Nein, eher privat.
Also doch. Ich hab es gewusst! Er will doch zu Marc oder?
G: Ach? Also sind Sie nicht zum ersten Mal in Berlin?
O (nachdenklich): Nein! Also ... ähm... ich bin hier geboren und aufgewachsen. Ich habe auch lange Zeit in der Charité gearbeitet.
G: Was echt?
Gretchen nicht so überschwänglich ja! Ist ja peinlich.
O: Ja!
Hmm, nicht sehr gesprächig. So bekomm ich ja nie was raus.
G: Ach und wie kommt es dann, dass Sie äh jetzt in Amerika leben?
O (nachdenklich): Oh, das ist eine lange Geschichte.
Oh, ich glaube jetzt bin ich dran. Mir gehen so langsam auch die Fragen aus. Hätte vielleicht als Studium generale Journalismus belegen sollen. Aber im Nachhinein ist man ja immer schlauer.
G (lächelt): Ich habe Zeit.
Naja, eigentlich nicht, aber wenn ich das nicht rausbekomme, werde ich noch wahnsinnig. Marc wird das schon verstehen. Irgendwann. Hoffe ich.
O: Müssen Sie nicht arbeiten?
G: Wissen Sie, die kommen auch mal eine Weile ohne mich aus. Ist gerade nicht so viel los in der Chirurgie. Kann ja dann immer noch behaupten, ich würde Ihre Werte kontrollieren.
Oh Gott Gretchen, was denkt er denn jetzt von dir? Du bist so was von neugierig! Das ist offensichtlich.
O (grinst): Ach so ist das? Warum interessiert Sie das eigentlich so?
Upps, jetzt wird es kritisch. Weil ich meinem Schatz helfen will. Und Ihnen vielleicht auch.
G: Ich interessiere mich halt für meine Patienten.
O: So war ich auch mal.
G: Echt?
Marc könnte sich wirklich eine Scheibe von ihm abschneiden.
O: Ja. Aber je länger man in dem Beruf steckt, geht das irgendwann verloren. Bei uns im Seattle Grace wird das schon gar nicht mehr so gehandhabt. Patient kommt rein, wird behandelt und geht wieder, ohne dass man etwas von ihm erfährt. Finde ich schade. Aber so sind die Amis nun mal. Aber schön, dass man hier in Deutschland noch so viel Wert auf Patientennähe legt. Bewahren Sie sich das!
G (lächelt): Äh ja.
Er ist wirklich nett. So wie er redet, könnte man gar nicht denken, dass Marc mit ihm verwandt ist. Dem sind die Patienten doch völlig egal. Hauptsache er kann Gott spielen. Aber sein Vater ist da ganz anders.
O: Sie wollen also wirklich meine Lebensgeschichte hören?
G: Wenn Sie sie erzählen wollen, gerne?
Oh bitte ja. Ich muss das alles wissen.
O: Gut, aber es ist eine traurige Geschichte.
Traurig? Für ihn auch? Aber das heißt doch, dass er... bereut er etwa seinen Schritt?
G: Oh!
O: Wo fange ich am besten an? Hmm... vielleicht damit. Mein richtiger Name ist eigentlich Olivier Meier...

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13.02.2010 15:09
#367 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

So dann werde ich jetzt mal die Sicht von Oliver Mayer darlegen. Aber ich habe mich relativ kurz gefasst, also für meine Verhältnisse, da ich aus der Vergangenheit der Meiers schon so viel erzählt habe und ich habe, ehrlich gesagt, auch nicht mehr so große Lust, da ewig drin rumzuwühlen. Irgendwann ist es auch genug. Aber ein paar neue Fakten habe ich schon noch eingeschoben. Also es ist wieder FLASHBACKZEIT!!! Lorelei



Und so begann Prof. Oliver Mayer stockend die Geschichte von seinem alten Leben als Olivier Meier und von seiner Familie zu erzählen, die er vor zwanzig Jahren zurückgelassen, aber die er nie vergessen hatte. Oliver konnte es sich selbst nicht erklären, warum er einer ihm völlig fremden Person aus seinem Leben berichtete, aber er war froh, das alles einmal rauslassen zu können. Denn seit er Berlin vor zwanzig Jahren verlassen hatte, hatte er nie wieder darüber gesprochen. Und so erzählte er Gretchen Haase, wie er sich als Teeny in ein zauberhaftes, temperamentvolles Mädchen verliebt hatte, mit der er dann die gesamte Schulzeit über zusammen war. Seine große Jugendliebe. Sie waren immer unzertrennlich gewesen, waren nach dem Abi mit dem Interrailticket durch halb Europa gereist und hatten spontan in Paris geheiratet. Ihre Eltern waren darüber weniger begeistert gewesen und hatten sie nach ihrer Rückkehr rausgeschmissen. Aber die beiden frisch Vermählten meisterten den Alltag gemeinsam. Sie nahmen sich eine kleine Wohnung in Neukölln, studierten zusammen, sie Germanistik und er Medizin, schon immer sein größter Traum. Im dritten Semester war seine Frau dann schwanger geworden. Ein Wunschkind. Sie bekamen einen wunderbaren Sohn, ihr größtes Glück. Während sie das Kind hütete, studierte er zu Ende, machte als Bester seinen Abschluss und fing dann als Chirurg an der Berliner Charité an. Dort widmete er sich intensiv seinen Forschungen, entdeckte eine Methode, die unfallchirurgische Eingriffe vereinfachte, und plötzlich ging der Erfolg los. Alle Krankenhäuser rissen sich um den talentierten jungen Arzt, selbst international, aber sein Leben war nun mal in Berlin. Er war glücklich und zufrieden, so wie es war. Er blieb an der Charité, wurde mit gerade einmal achtundzwanzig Jahren dort bereits Oberarzt der Chirurgie. Oliver zog mit seiner kleinen Familie schließlich an den Stadtrand von Berlin ins Grüne. Auch wenn er wegen seines Berufes nur wenig Zeit hatte, die Stunden mit seinem Sohn war immer die schönste gewesen. Er liebte ihn über alles und war furchtbar stolz auf ihn, vor allem auch weil dieser mit dem Gedanken spielte, später einmal in seine Fußstapfen treten zu wollen. Leider brachte die Karriere auch Schattenseiten mit sich. Er vernachlässigte seine Frau. Das war ihm erst sehr spät aufgefallen, wahrscheinlich zu spät. Sie entfremdeten sich immer mehr voneinander, bis er die Frau, die abends im Bett neben ihm lag, nicht mehr wieder erkannte. Sie war ihm völlig fremd geworden, seitdem sie ihren Durchbruch als Romanautorin geschafft hatte. Sie stritten sich immer häufiger. Er zog sich in seine Arbeit zurück, vernachlässigte auch zunehmend seinen Sohn, was er eigentlich nicht wollte, aber er wollte es einfach nicht wahrhaben, dass die große Jugendliebe einfach so nach all den Jahren erloschen war, dass seine Ehe am Ende war. Dann kam ein Angebot aus Harvard. Oliver sah es als Chance für einen Neuanfang, vielleicht auch um seine Ehe noch zu retten. Stattdessen war es aber der Anfang vom Ende. Es gab einen riesigen Streit. Er musste sich schließlich entscheiden zwischen Karriere oder Familie. Er wollte beides. Aber es ging einfach nicht. Seine Frau sah keine Zukunft in Amerika. Sie sah keine Zukunft mit ihm. Der Streit eskalierte und wurde am Ende auf dem Rücken ihres Sohnes ausgetragen. Oliver hätte ihn so gerne mitgenommen, er war schließlich sein ein und alles gewesen. Er wollte ihn nicht bei dieser egoistischen „Fremden“ lassen, aber sie ließ ihm keine andere Wahl. Sie setzte ihm die Pistole auf die Brust, drohte sogar mit dem Jugendamt und irgendwelchen Lügenmärchen. Er erkannte die zeternde Frau vor sich gar nicht mehr wieder. Und als diese ihm auch noch gestand, dass sie ihn seit Monaten, wenn nicht gar Jahren hinterging, brach eine Welt für ihn zusammen. Er konnte nicht mehr. Er hatte nur noch einen Gedanken im Kopf: Er musste weg. Sofort! Und das tat er dann auch schweren Herzens. Er ließ das zurück, was ihm am meisten auf der Welt bedeutete, seinen geliebten Sohn. Eine Entscheidung, die er bis zum heutigen Tage zutiefst bereute. ... Nun kamen die ersten Tränen bei Oliver Mayer. Gretchen drückte tröstend seine Hand. Auch sie hatte Tränen in den Augen. Zögerlich erzählte er weiter, dass er noch an demselben Tag in die Staaten geflogen war und dort an der Havard University seine Professur an der Medizinischen Fakultät antrat. Fünf Jahre war er dort tätig gewesen und hatte die zukünftige medizinische Elite Amerikas erzogen, dann wechselte er ein Jahr nach Princeton, dann folgten zwei weitere Jahre Yale. Die Lehrtätigkeit machte ihn aber nicht glücklich. Die jungen Studenten um ihn herum, erinnerten ihn an seinen Sohn, der mittlerweile auch in dem Alter war, um zu studieren. Ob er noch immer seinen Traum hegte, Arzt zu werden? Er wusste es nicht. ... Gretchen lächelte, denn sie wusste ja ganz genau, dass es tatsächlich so gewesen war. ... Oliver wollte wieder operieren, denn nur im OP fühlte er sich so richtig lebendig. Nur dort war er für einen kurzen Moment glücklich. Er ging nach Chicago und arbeitete dort fünf Jahre lang im Emergency Room des Chicago Hope. Dort lernte er dann eines Tages einen Kollegen aus Seattle kennen, der ihn dazu überredete, doch den freien Chefarztposten in der Unfallchirurgie am Seattle Grace zu übernehmen und dort war er nun seit sieben Jahren tätig und mehr oder weniger glücklich. Er fühlte sich wohl dort, wurde von den Kollegen geschätzt, auch wenn er ein ziemlich einsames Leben führte. Die meiste Zeit verbrachte er im Krankenhaus. Sein Job war sein Leben. Er hatte nie wieder geheiratet. Er hatte zwar einige mehr oder weniger glückliche Beziehungen geführt, aber die große Liebe war nie wieder dabei gewesen. Und so blieb er allein. Zwanzig Jahre waren es mittlerweile her, seitdem er Berlin den Rücken gekehrt hatte. Es gab keinen Tag, an dem er nicht an seinen Sohn und sein altes Leben gedacht hatte. Am schlimmsten für ihn war, dass er überhaupt nichts über ihn wusste, denn seine Ex-Frau wehrte seit der Scheidung jeglichen Kontakt ab. All die Briefe, die er seinem Sohn in all den Jahren geschrieben hatte, kamen ungeöffnet zurück. Oliver glaubte, dass er anscheinend nichts mehr von ihm wissen wollte. Er konnte es ihm nicht einmal verübeln. Er hätte an seiner Stelle wahrscheinlich genauso gehandelt. Die letzte Erinnerung, die er von seinem Sohn hatte, war ein Gespräch von dem Morgen, an dem er gegangen war. Er hatte ihm gesagt: „Und ich will, dass du eines weißt, ich bin immer bei dir! Du wirst nie allein sein!“ Er hat seinen fröhlichen Gesichtsausdruck von jenem Tag nie vergessen. Sein Sohn wusste ja nicht, dass sich sein Vater mit diesen Worten verabschiedet hatte. Heute schämte sich Oliver dafür, dass er damals keinen Ton gesagt hatte. Aber er war einfach feige gewesen. Er hätte es nicht ertragen können, ihn weinen zu sehen. Sein Sohn hätte ihn sicherlich aufhalten wollen und wahrscheinlich hätte er sich aufhalten lassen. Vielleicht wäre dann alles anders gekommen, er wusste es nicht, aber man konnte es nun mal nicht ändern. Er war gegangen. Er hatte ihn zurückgelassen. Oliver erzählte Gretchen mit wässrigen Augen, dass er seinen Sohn immer zu sich holen wollte. Vielleicht nach seinem Schulabschluss. Aber dazu war es nie gekommen, denn als seine Briefe an ihn immer wieder zurückkamen, wusste Oliver, dass er ihn für immer verloren hatte. Er verlor schließlich jegliche Hoffnung und hörte dann auch irgendwann auf, die Briefe an seinen Sohn abzuschicken. Mittlerweile waren es zwanzig an der Zahl. Einen für jeden Geburtstag, den er verpasst hatte. Und als sich jetzt im August die Trennung von seinem Sohn zum zwanzigsten Mal jährte, kam ihm immer wieder der Gedanke in den Sinn, dass er ihn sehen musste. Es ließ ihn einfach nicht mehr los. Die Sehnsucht nach ihm war unerträglich. Er konnte so nicht mehr weiterleben. Er musste zurück, wollte ihn sehen, alles erklären, ihn kennen lernen, auch wenn er im tiefsten Herzen ahnte, dass dieser ihm niemals verzeihen würde. ... Und wieder kamen die Tränen in ihm hoch. Gretchen, die gebannt jedes Wort von ihm verfolgt hatte, schaute ihm tröstend in die Augen und ergriff erneut seine Hand. Oliver wurde sofort ruhiger...

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13.02.2010 21:17
#368 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Danke für eure lieben Worte. Ich war echt skeptisch, wie die ganze Geschichte bei euch ankommen würde, ist ja auch ziemlich langatmig geraten und viele Sachen wiederholen sich. Aber jetzt bin ich doch froh, dass ich es so gemacht habe. ... *Schweiß von der Stirn wisch* ... Dann gibt es jetzt nur für euch den letzten Abschnitt von der IS. Morgen kommen dann auch mal wieder Neuigkeiten von Dr. Meier. Liebe Grüße und schönen Abend noch. Lorelei.



Gretchen konnte gar nicht glauben, was sie da alles zu hören bekam. Hatte Marc etwa nicht die Wahrheit erzählt oder kannte er die Wahrheit überhaupt nicht? Oder erzählte Oliver Mayer nicht die Wahrheit? Aber wieso sollte er lügen? Er wusste ja nicht, dass Gretchen Haase die Freundin seines Sohnes war. Oliver hatte ihn also nie vergessen, hatte ihm sogar jahrelang geschrieben, aber Marc hatte nichts von irgendwelchen Briefen erwähnt. Seine Mutter musste sie ihm vorenthalten haben. Anders konnte sich Gretchen das nicht erklären. Hatte sie ihn gar sein ganzes Leben lang belogen? All diese neuen Informationen schwirrten in ihrem Kopf herum. Sie konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Wie sollte sie Marc das alles nur beibringen? Würde er ihr überhaupt glauben? Wahrscheinlich nicht. Denn so gut kannte sie ihren Freund. Er liebte seine Mutter, auch wenn er das nie offen zeigte, aber sie war sein einziger Halt im Leben gewesen. Könnte er damit umgehen, wenn er erführe, dass sein bisheriges Leben auf einer Lüge aufgebaut war? Gretchen wusste es nicht.

Oliver erzählte ihr schließlich, dass er nach all den Jahren endlich den Mut gefunden hatte, seinen Sohn zu besuchen. Er hatte sich seinen Jahresurlaub genommen und war spontan in den nächsten Flieger nach Berlin gestiegen. Sein erster Weg hatte ihn direkt an den Stadtrand von Berlin zu seiner alten Villa geführt. Er wusste ja nicht, ob seine Familie noch dort leben würde. Das war sein einziger Anhaltspunkt gewesen. Und das Schicksal meinte es gut mit ihm, zumindest im ersten Moment. Er ging zum Eingangstor und da stand tatsächlich noch immer der Name „Elke Fisher“, der Name seiner Ex-Frau. Er war froh, sie wieder gefunden zu haben, aber da war gleichzeitig immer noch die Angst vor der ersten Begegnung. Sie waren schließlich im Streit auseinander gegangen. Er zögerte, ging ein paar Schritte zurück und erkannte dann auf der Terrasse seine Ex-Frau. Noch immer so schön wie damals. Er beobachtete sie eine Weile. Aber von seinem Sohn war keine Spur. Klar, er war erwachsen, lebte sein eigenes Leben, war vielleicht verheiratet, hatte Kinder. ... Gretchen lächelte bei dem Gedanken. ... Oliver wollte erst einmal seine Gedanken sammeln, überlegen, was er ihnen alles sagen könnte. So vieles brannte ihm auf der Seele. Er ging schließlich zu seinem Wagen zurück. Er war so in Gedanken versunken gewesen, dass er nicht bemerkte, dass ein Kleintransporter herangebraust kam, als er mit seinem Mietwagen aus der Parklücke wieder in die Straße einbog...

O: ... und dann passierte der Unfall und naja, jetzt liege ich hier.
G (sprachlos): Oh!

Er wollte also wirklich zu ihm. Er ist wegen ihm zurückgekehrt. Aber das muss Marc doch wissen. Ob ich Oliver sagen soll, dass Marc hier...? Ich weiß es nicht. Marc macht mich doch einen Kopf kürzer, wenn ich ihn so hintergehe. Das verzeiht er mir nie. Er muss es selber machen. Er muss von allein den Entschluss fassen, hierher zu kommen. Aber Marc muss auf jeden Fall die Wahrheit erfahren. Er darf mit dieser Lüge nicht weiterleben. Das ändert doch alles.

Plötzlich ertönte ihr Pieper. Dr. Haase schreckte aus ihren Gedanken auf. ... Mist! Naja, bin ja auch schon viel zu lange weg. Hoffentlich macht der Rössel keinen Ärger. ... Sie schaute noch einmal genauer auf die Nummer auf dem Pieper... Hä? Das ist doch Marcs Nummer. Oh Gott! Ich weiß gar nicht, ob ich ihm in die Augen schauen kann. Ich würde ihm am liebsten gleich alles erzählen, was ich gerade gehört habe.

G: Ich muss leider los. In den OP! Kann ich Sie...
O (unterbricht sie lächelnd): Keine Sorge! Gehen Sie ruhig.
G (zögert noch): Ok! Aber...
O (nickt ihr zu): Es ist alles in Ordnung. Danke fürs Zuhören. Ich glaube, das musste alles mal raus.
G (lächelt zuversichtlich): Es wird schon alles wieder gut werden, Oliver.
O (wieder den Tränen nah): Meinen Sie wirklich?
Ich werde schon dafür sorgen!
G: Ja. Ganz bestimmt.

Gretchen verabschiedete sich freundlich und verließ anschließend das Krankenzimmer von Marcs Vater. Dieser drehte sich im Bett herum und schaute nun traurig aus dem Fenster... Das hoffe ich auch.

Lorelei Offline

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14.02.2010 10:06
#369 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Guten Morgen,
danke für eure lieben Beiträge gestern. Ihr habt damit doch tatsächlich die Sonne aus ihrem Versteck gelockt. Kaum zu glauben, aber wahr, die Sonne scheint nach einer Woche Dauerberieselung. Juhu!!! Und es ist Sonntag, auch noch Valentinstag, da muss doch auch mal wieder etwas Neues von Dr. Meier kommen ne!? Aber ob euch das gefallen wird?




Dr. Marc Meier rang seit Tagen mit sich, ob er nicht doch zu seinem Erzeuger gehen sollte. Gretchen hatte immer wieder auf ihn eingeredet, aber er hatte sie immer wieder abgeblockt. Die Stimmung zwischen beiden war trotz einiger Versöhnungsversuche beiderseits mittlerweile auf dem Tiefpunkt angelangt. Sie zog sich zurück, ging lieber mit Dr. Rössel arbeiten und auch zuhause redeten sie nur das Nötigste miteinander. Zumindest war sie bei ihm in der Wohnung geblieben, aber an Zärtlichkeiten oder mehr war im Moment nicht zu denken. Keiner ließ den anderen an sich heran. Hinzukam, dass beide in anderen Schichten eingeteilt waren, sie in der Früh- und er in der Spätschicht, so dass sie sich auch nur selten über den Weg liefen. Er vermisste sie, schlich ihr sogar manchmal heimlich im EKH hinterher, nur um sie wenigstens einmal kurz gesehen zu haben. Wenigstens ein kleines Glücksgefühl, aber eben kein richtiges Glück. Diese Einsamkeit machte ihn fertig. So wollte er sich doch nie wieder fühlen. Und gerade in diesen einsamen Stunden kamen auch wieder die Erinnerungen an seinen Vater hoch. Es war wie verflucht. Er konnte sie nicht abstreifen. Sie waren ständig präsent. Mittlerweile ertappte er sich sogar immer wieder dabei, dass er darüber nachdachte, wie es wohl wäre, seinem Vater nach all den Jahren wieder zu begegnen. Was würde er sagen? Wie würde er reagieren? Der Gedanke ließ ihn einfach nicht mehr los. Vielleicht hatte Gretchen ja Recht, vielleicht sollte er sich doch endlich den Dämonen der Vergangenheit stellen. Was hatte er schon zu verlieren? ... Sie hat mir ja auch all das, was in der Vergangenheit war, verziehen? Aber kann ich ihm wirklich verzeihen, dass er uns verlassen und sich nie wieder gemeldet hat? ... Nein, das kann ich nicht! Verzeihen werde ich ihm ganz bestimmt nicht, aber ihm eine reinhauen oder ihn anschreien, was für ein mieses Arschloch er ist. Das ist schon ne Überlegung wert. So ne Art Befreiungsschlag und gut ist. Vielleicht sollte ich wirklich endlich mit all dem abschließen? Ein letzter klarer Schnitt. ... Ach scheiße, ich weiß doch auch nicht. Er ist ein Arschloch, verdammt noch mal!

Die Gedanken schwirrten nur so in seinem Kopf umher. An Arbeiten war kaum noch zu denken. Die Akten lagen noch genauso unbearbeitet auf seinem Schreibtisch wie noch zwei Stunden zuvor. ... Scheiße! Gut, dann mache ich es eben. Hab schließlich Eier in der Hose. So ne Scheiße zieht mich doch nicht runter. Mich nicht!!! ... Marc sprang von seinem Stuhl auf und hatte dabei einen solchen Schwung drauf, dass dieser gegen die Wand am Fenster prallte. Sein Entschluss stand fest. Heute würde es endlich soweit sein. Gedacht, getan! Er stürmte aus seinem Büro zur Intensivstation. Aber als er dort angekommen war, verließ ihn auch schon wieder der Mut. ... Scheiße, ich kann das nicht! Was mach ich eigentlich hier? ... Er wollte gerade wieder gehen, als sein Blick doch noch den Weg zum Fenster des Krankenzimmers seines Erzeugers fand. Doch was er da zu sehen bekam, ließ seinen Blutdruck wieder nach oben steigen. Marc sah, dass seine Freundin am Krankenbett seines Vaters saß und seine Hand hielt. Sie lächelte ihn an und er grinste zurück. Die beiden unterhielten sich anscheinend angeregt miteinander. Und wieder kam die Wut in ihm hoch, dass sich Gretchen wieder einmal ungefragt in alles eingemischt hatte... Sie kann es einfach nicht lassen! Wieso macht sie das? Wieso tätschelt sie dem Arschloch die Hand? Und mir sagt sie, sie sei den ganzen Tag mit dem Rössel unterwegs. Tzz... Stinksauer rauschte Dr. Meier wieder ab und wollte sich für die nächsten Stunden in seinem Büro einschließen. Er würde niemals auf seinen Erzeuger zugehen. Das stand für ihn in dieser Sekunde fest. Plötzlich ertönte sein Pieper... Scheiße! Notfall! ... Er sprang auf und verließ anschließend sein Büro.



Ihr könnt es euch sicherlich denken, dass die Begegnung im OP später kein Zuckerschlecken wird. Sorry! Bitte nicht böse sein! ... * Dackelblick* Lorelei

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14.02.2010 14:49
#370 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Im Waschraum des OPs trafen Dr. Haase und Dr. Meier schließlich aufeinander. Schüchtern blickte Gretchen ihren Freund an, während sie die OP-Kleidung anlegte und er sich die Hände desinfizierte. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie war noch zu aufgewühlt von dem Gespräch mit Oliver Mayer gerade eben. Und Marc wich ihrem Blick aus. Er kochte innerlich vor Wut, aber er wollte sich diesmal zusammenreißen und ihr nicht schon wieder eine Szene im OP hinlegen. Aber wie das so ist mit Vorsätzen, sie werden meistens wieder gebrochen und vor allem von einem Oberarzt im Gefühlschaos. Und so raunzte er seine Lieblingsassistenzärztin während der gesamten OP in gewohnter Manier an...

M (im gewohnten Oberarsch-Tonfall): Haasenzahn, hast du denn gar nichts von mir gelernt? Du sollst nicht den halben Mageninhalt wegsaugen, sondern nur die Sicht auf das Geschwür freihalten.
G (unschuldig): Mach ich doch.
M (laut): Mir wird im OP nicht widersprochen! Ist das klar!
Toll, der hat vielleicht wieder eine Laune.
G: Marc, was soll denn das?
M: Dr. Meier, wenn ich bitten darf.
Oh, die Tour! Super!
G: Was? Hast du sie noch alle?
M (aufgebracht): Ey, ich bin immer noch der Chef hier und ich habe das Sagen. Noch eine Beleidigung mehr und du kannst die nächsten Wochen Bettpfannen ausleeren.
Der dreht doch völlig am Rad! Was ist denn mit dem los? Wechselt tagelang kein Wort mit mir und jetzt motzt der mich hier wieder grundlos an? ... Wie habe ich das vermisst!!! Es herrscht doch noch Leben in seiner leeren Hülle.
G (sichtlich genervt): Können wir dann hier mal weitermachen?
M (trotzig): Na wenn du hier ständig den Verkehr aufhältst.
Ruhig bleiben Gretchen! Nicht aufregen! Das ist nur dein Oberarsch. Der ist immer so. Zuhause ist er wieder ganz zahm. Na hoffentlich. Wenn er mich noch will.
G: Ey!

Ohne weitere Wortgefechte brachten die beiden Ärzte die OP schließlich zu Ende. Gretchen konnte sich mal wieder das cholerische Verhalten ihres Oberarztes überhaupt nicht erklären und wollte ihn danach im Waschraum zur Rede stellen. Dabei wollte sie ihm auch gleich von der Unterhaltung mit seinem Vater erzählen, dass dieser eigentlich zu ihm wollte, als der Unfall geschah und ihn bitten, dass er doch endlich mit ihm reden solle, denn ihr waren so einige Ungereimtheiten hinsichtlich der Geschichte seiner Mutter aufgefallen, die ihn vielleicht interessieren könnten. Aber Marc hörte ihr überhaupt nicht richtig zu, als sie ihn schließlich darauf ansprach. Er fuhr sie wieder an, dass sie sich gefälligst nicht in seine Angelegenheiten einzumischen habe. Das verletzte Gretchen zutiefst. Sie dachte doch, dass er ihr endlich vertraute nach dem langen Gespräch vor ein paar Tagen, aber jetzt machte er wieder komplett dicht und wollte von allem nichts hören. Dabei würde sich doch alles ändern, wenn er erst einmal die ganze Wahrheit kennen würde. Aber Dr. Meier schmiss schnell seine OP-Kleidung in die Tonne und verschwand zügig aus dem OP-Bereich. Die beiden gingen wieder einmal im Streit auseinander...



Sorry, dass es gerade so mies zwischen den beiden läuft. Und das auch noch am Valentinstag! Gefällt mir ja auch nicht und es fällt mir auch echt schwer über Streitigkeiten zwischen den beiden zu schreiben. Hab mich deshalb auch zurückgehalten. Ehrlich gesagt, fiel mir auch nicht mehr ein. Liebes- und Comedy-Szenen schreiben sich irgendwie leichter. Naja kommt hoffentlich irgendwann mal wieder. Ich hoffe, ihr bleibt mir bis dahin trotzdem treu!? Schönen Sonntag noch! Eure Lorelei.

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14.02.2010 19:53
#371 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Dr. Haase und Dr. Meier gingen sich den Rest des Tages aus dem Weg. Während Marc sich mit Aktenarbeit in seinem Büro verschanzte, nahm Gretchen nach Dienstschluss bereitwillig die Einladung ihrer Mutter zum Essen an. Zuhause angekommen, zog sie als erstes ihre heißgeliebten rosa Puschen an und kuschelte sich mit einer flauschigen Decke auf die Couch im Wohnzimmer. Ihre besorgte Mutter setzte sich schließlich daneben...

B: Alles in Ordnung bei euch?
G (abwesend): Hmm?
B: Ob alles in Ordnung bei dir ist? Du wirkst so bedrückt.
G: Ach Mama, es ist alles ok. Ich wollte einfach mal wieder bei euch sein.
B: Hast du Probleme mit Marc?
Nein! Doch! Ach irgendwie schon!!! Aber ich werde hier nicht losheulen. Ganz bestimmt nicht. Nicht vor ihr. Und wegen ihm erst recht nicht. Ich hab mir schließlich geschworen, nie wieder wegen ihm zu heulen.
G: Mama, ich will da nicht darüber reden.
B: Also doch. Was hat er denn diesmal angestellt?
Nichts außer mal wieder grundlos rumzumotzen, weil er mit seinem eigenen Leben nicht klar kommt. Blöder Idiot!
G: Nichts Mama, es ist wirklich nichts.
B: Und wegen diesem Nichts sitzt du jetzt so traurig bei uns auf der Couch?
Sie hat ja Recht. Ich zerbreche mir mal wieder seinen Kopf. Aber wenn er das alles wüsste, was sein Vater mir erzählt hat, dann wäre doch alles anders. Dann sehe er ihn vielleicht mit ganz anderen Augen, könnte ihm verzeihen, könnte vielleicht wieder eine Bindung zu ihm aufbauen. Ich würde es den beiden so gönnen. Sie haben ja beide die ganzen Jahre still vor sich hin gelitten. Ach ich weiß doch auch nicht, was ich noch machen soll.
G (nachdenklich): Ach Marc ist einfach...
B: Was ist er?
G: Na Marc eben.
B (verwirrt): Aha! Und was ist da das Problem? Du sagst doch immer, du kannst in ihm lesen wie in einem alten Buch.
G: Ja, kann ich ja auch, aber er nicht.
B: Das verstehe ich jetzt nicht.
G: Ich will ihm doch nur helfen, aber er macht gleich komplett dicht.
B: Wobei denn helfen? Hat er Probleme?
G: Nein, ja, ach eigentlich schon.
B: Ja, was denn jetzt?
G: Ich darf darüber wirklich nicht reden, Mama.
Das habe ich ihm schließlich versprochen.
B: Ach und da machst du es jetzt wie er und frisst das Problem in dich hinein?
G: Nein, das tue ich nicht. Ich will ja mit ihm darüber reden, aber er nicht mit mir.
B: Wenn du mir sagst, worum es geht, vielleicht kann ich dir ja einen Tipp geben.
G: Mama, das ist wirklich lieb von dir, aber das ist eine Familienangelegenheit von Marc.
B: Ach? Geht es etwa um seinen Vater, der auf der IS liegt, was aber niemand wissen darf.
Na toll, eine Spürnase wie Sabine.

Gretchen schwieg.

B: Also doch. Was ist denn passiert? Was hat es mit der ganzen Geschichte auf sich? Warum will er nichts von ihm wissen?
G: Mama, bitte lass es! Marc will nicht, dass das jemand weiß. Bitte respektiere das! Das tue ich nämlich auch.
B: Aber...
G: Marc muss selber merken, dass er so nicht mehr weitermachen kann. Er kann nicht immer alles in sich hineinfressen. Irgendwann frisst es ihn von innen auf. Ich will das einfach nicht.
Er macht nicht nur sich damit kaputt, sondern uns auch, sofern es überhaupt noch ein „Uns“ gibt. Da hab ich so meine berechtigten Zweifel, so wie das gerade zwischen uns läuft. Ich will das nicht!
B: So sind nun mal die Männer, Margarethe. Sture Esel. Die muss man sich erst erziehen und das dauert halt alles seine Zeit. Wenn ich da an deinen Vater denke... Aber bei deinem Marc scheint ja wohl Hopfen und Malz verloren zu sein, bei dieser Furie von Mutter.
G: Mama!
B: Ist doch wahr.
G: Mama, ich will doch nur, dass er glücklich ist.
B (nimmt tröstend ihre Hand): Ich glaube ganz tief drin, weiß dein Freund das.
G (schaut sie mit wässrigen Augen an): Meinst du?
B (lächelt sie zuversichtlich an): Ja. Alles wird schon wieder gut werden. Ganz bestimmt.
G (lächelt): Dasselbe hab ich Oliver auch gesagt.
B: Wer ist denn Oliver?
Upps!!!
G: Äh...
B: Sein Vater?
Naja, leugnen bringt wohl jetzt nichts mehr.
G (nickt): Hmm!
B: Verstehe! Komm, lass uns erst einmal etwas essen und dann machen wir uns einen schönen Frauenabend, hmm? Dein Vater hat Nachtschicht. Das haben wir schon so lange nicht mehr gemacht. Vielleicht ein paar Videos kucken, damit du auf andere Gedanken kommst?
G: Mama, die Dinger heißen jetzt DVDs.
B: Ist doch egal. Hauptsache der George Pitt spielt mit.

Gretchen lächelte ihre Mutter an. ... Hach Mama! Sie schafft es auch immer wieder. Dafür liebe ich sie. ... Die beiden verbrachten noch einen schönen Abend zusammen. Doch nachts im Bett lag Gretchen noch lange wach. Sie vermisste ihn.

Einige Kilometer Luftlinie entfernt ging es Marc Meier nicht anders. Auch er lag wach in seinem Bett. Zum ersten Mal seit knapp drei Wochen Beziehung verbrachten die beiden eine Nacht getrennt. Er vermisste sie.

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15.02.2010 09:35
#372 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Am nächsten Tag gingen sich Gretchen und Marc in der Klinik weiterhin aus dem Weg, was den beiden aber zunehmend schwerer fiel. Die Sehnsucht war unerträglich für beide. Gretchen war vormittags mit einer ekelhaft gut gelaunten Dr. Hassmann unterwegs. Es galt einen Gehirntumorpatienten zu betreuen. Dr. Haase machte die Abläufe routiniert, ohne groß nachzudenken, und hörte Maria überhaupt nicht zu. Aber das fiel der verliebten Neurologin auch nicht weiter auf, denn sie dachte die meiste Zeit an einen charmanten Gynäkologen, mit dem sie mal wieder einen äußerst entspannten Abend und eine heiße Nacht verbracht hatte.

Dr. Meier erledigte seine täglichen Abläufe ebenfalls wie ferngesteuert. Erst Visite, dann zwei kurze OPs und ein kleiner Einsatz in der Notaufnahme. Danach hatte er sich mit einem Aktenberg in seinem Büro verschanzt mit ausdrücklicher Anweisung an Schwester Sabine, dass er von nichts und niemanden gestört werden wollte. Die blonde Krankenschwester hatte ihm nur stumm zugenickt. In Gedanken war sie nämlich schon längst bei der Frage gewesen, was bei ihren beiden Lieblingsärzten zurzeit schief lief. Sie wusste keine Antwort darauf. Auch ihre Karten nicht. Und in den Horoskopen der beiden stand auch nur etwas von Kommunikationsschwierigkeiten. Sie schüttelte nur den Kopf und zog sich ebenfalls zurück... zurück ins Stationszimmer und in die Gedanken an Dr. Rogelt, ihrem Helden, der im neusten Werk von E. Fisher, welches sie vor ein paar Tagen Probe lesen durfte, Großartiges leistete.



Sorry, etwas kurz geraten, aber da kommt dann noch was nach. Ich wünsche euch einen guten Wochenstart! Lorelei

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15.02.2010 10:28
#373 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Marc saß nun schon seit geraumer Zeit in seinem Büro über den Akten, aber so richtig konzentrieren konnte er sich nicht. Seine Gedanken sprangen zwischen seinem Haasenzahn und seinem Erzeuger hin und her. Die Kopfschmerzen waren bald nicht mehr zu ertragen. Eine Aspirin und das Öffnen eines Fensters hatten ihm zwar kurze Linderung verschafft, aber besser ging es ihm trotzdem nicht. Die kalte Herbstluft weckte seine Lebensgeister wieder, aber die Gedanken ließ sie nicht vertreiben. Warum war sie ständig bei ihm? Wieso verstand sie sich so gut mit ihm? Hat sogar mit ihm gelacht. Das hatte er gestern alles durch das Fenster sehen können. Marc verstand es einfach nicht. Gretchen erkannte doch schlechte Menschen immer zuerst. Sein Erzeuger war doch ein schlechter Mensch. Wieso behauptete sie dann immer und immer wieder, dass er eigentlich ganz nett sei? Das war doch völliger Blödsinn. Hatte sein Erzeuger sie etwa mit seiner ganzen Art schon eingewickelt, ihr irgendein Lügenmärchen aufgetischt, wie er es früher immer getan hatte? Oder hatte sie doch Recht, dass mit der ganzen Geschichte etwas nicht stimmte? Gestern nach der OP hatte sie wieder so eine komische Andeutung gemacht, aber er hatte ihr nicht zuhören wollen und auf Durchzug geschaltet, weil er sauer auf sie war, weil sie mal wieder heimlich bei ihm gewesen war. Wie so oft in den vergangenen Tagen. Fast jede Pause hatte sie bei ihm verbracht. Aber ihm hatte sie kein Wort davon erzählt. Aber Marc wollte ja nichts davon wissen. Sie hielt sich daran. Sie sagte nichts mehr dazu. Nein, sie redete gar nicht mehr mit ihm, verbrachte sogar die Nacht bei ihren Eltern anstatt bei ihm. Und das machte ihn fast wahnsinnig. Gretchen fehlte ihm so sehr. Aber er konnte einfach nicht über seinen Schatten springen. Weder was sie betraf, noch seinen Erzeuger. Er konnte nicht zu ihm gehen. Es ging einfach nicht. Er hatte Angst. Angst vor der Wahrheit. Angst vor der Vergangenheit. Angst vor ihm. Angst davor, dass alles was er bislang unterdrückt und verdrängt hatte, vielleicht bei einer Begegnung mit ihm ausbrechen könnte. Und das wollte er nicht. Er wollte ihm nicht zeigen, wie sehr ihn sein Verlust verletzt hatte. Und er wollte ihr nicht zuhören. Er hatte Angst davor, dass sie vielleicht Recht haben könnte. Was wäre, wenn sein Leben wirklich auf einer Lüge aufgebaut war? Aber wieso hätte ihn seine Mutter belügen sollen? Das ergab doch alles keinen Sinn. Er schüttelte den Kopf, schloss das Fenster und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch, um mehr oder weniger konzentriert weiter zu arbeiten.

Lorelei Offline

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15.02.2010 14:47
#374 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Hey! Ja, ich weiß, ich quäle euch ganz schön und das tut mir auch wahnsinnig leid, aber ich habe mit den Personen noch so viel vor und da muss es auch mal schlechte Tage geben. Da hilft auch kein Betteln und um Zucker flehen. Die Zuckerdose ist gerade leer und ich war noch nicht wieder einkaufen. Ich habe ja gesagt, ihr braucht einen langen Atem. Aber ein kleiner Hoffnungsschimmer ist in Sicht. Muss aber nichts heißen! Viel Spaß (oder auch nicht) mit dem neuen Teil. Und ein kleines Dankeschön geht an diejenigen, die mich für die DD-Forum-Awards nominiert haben. Ihr haltet mich also für intelligent? Da muss ich jetzt erst mal darüber nachdenken. LG Lorelei



Irgendwann hatte es Dr. Meier aber nicht mehr in seinem Büro ausgehalten. Er war raus in den Park gegangen, um den Kopf frei zu kriegen und um eine zu rauchen. Aber Probleme ließen sich nun mal nicht ausräuchern. Nach einer Weile ging er zurück in das Gebäude. Er sah, dass sich die Fahrstuhltüren gerade schließen wollten und schaffte es gerade noch so, seine Hand dazwischen zu halten. Die Türen öffneten sich erneut und er huschte noch mit rein. Doch als er sah, wer noch im Aufzug stand, machte sein Herz einen kleinen Hüpfer. Sein Haasenzahn stand in der hintersten Ecke und knabberte traurig an einer Tafel Zartbitter. Als Gretchen erkannte, wer da noch in den Aufzug geschlüpft war, machte auch ihr Herz einen Sprung. Die beiden sahen sich heute zum ersten Mal. Innerlich freuten sich beide riesig, doch äußerlich kam von beiden keine Reaktion. Weder Marc noch Gretchen wussten, wie sie mit der Situation umgehen sollten und so blieben beide stumm und richteten ihren Blick starr zu Boden. Als die Türen im dritten Stock aufgingen, huschte Marc schnell raus und verschwand sofort in seinem Büro. Gretchen blickte ihm noch lange sehnsüchtig nach, ging dann enttäuscht ins Schwesternzimmer, nahm sich einen Kaffee und setzte sich an den Schreibtisch am Fenster und blickte abwesend hinaus. Schwester Sabine, die die beiden aus dem Fahrstuhl kommen gesehen hatte, wunderte sich erneut über ihr Verhalten. Die beiden wirkten überhaupt nicht mehr so verliebt wie noch ein paar Tage zuvor. Was war da nur vorgefallen, dass sich die beiden nach drei Wochen Honeymoon plötzlich nichts mehr zu sagen hatten? Sie hakte schließlich vorsichtig bei Dr. Haase nach...

S (besorgt): Frau Doktor, ist mit Ihnen alles in Ordnung?

Doch Gretchen war so in ihrer eigenen Welt und ihren Gedanken versunken, dass sie die Krankenschwester gar nicht gehört hatte. Erst als diese ihr vorsichtig auf die Schulter tippte und die Frage erneut stellte, zuckte sie kurz zusammen und wachte aus ihren Gedanken auf...

G (abwesend): Was?
S: Ob alles in Ordnung ist, Frau Doktor?
G (peinlich berührt): Äh ja natürlich!
Ich glaube ihr kein Wort.
S: Und mit dem Herrn Doktor?
G (mit wässrigen Augen): Äh auch!
S: Und wieso gehen Sie sich dann seit ein paar Tagen aus dem Weg?
Fällt das etwa schon so auf? Oh Gott!!!
G (ertappt): Äh... also... das tun wir doch gar nicht.
S (ging in die Hocke, nahm zögerlich ihre Hand u. blickte ihr nun direkt in die Augen): Frau Doktor, ich bin nicht blind. Ich habe sie zwei doch gerade zusammen gesehen. Das wirkte jetzt nicht sehr harmonisch. Und wie der Herr Dr. Meier gestern wieder im OP getobt hat, also... Ist irgendetwas passiert?

Gretchen konnte ihr keine Antwort geben, denn im selben Moment brach alles aus ihr heraus. Sie schluchzte und die ersten Tränen suchten sich ihren Weg nach außen. Sabine nahm sie tröstend in den Arm und versuchte sie zu beruhigen, was ihr nach ein paar Minuten auch gelang. Sie schaute sie fürsorglich an und Dr. Haase konnte schließlich nicht anders und erzählte ihr die Geschichte um Prof. Oliver Mayer. Sabine war verblüfft. Sie hatte mit allem gerechnet, dass der Herr Doktor sie vielleicht betrogen hätte und die beiden vielleicht Schluss gemacht hätten, aber nicht dass so eine Tragödie dahinter steckte. Ihr kam die ganze Geschichte irgendwie bekannt vor und zwar beide Versionen. Gretchen schaute sie verdutzt an, als Sabine plötzlich aufgeregt und wild gestikulierend im Stationszimmer auf und ab lief und mit Dr. Rogelt anfing. Sie hörte ihr gar nicht weiter zu, als die Schwester irgendetwas von Band 7 „Trennung mit Hindernissen“ erzählte und dann gleich mit Band 34 „Der verlorene Sohn“ fortsetzte. Gretchen wollte das alles nicht hören. Ihr ging es schon schlecht genug. Da musste sie sich nicht auch noch die verrückten Theorien von Sabine Vögler anhören. Sie ließ sie schließlich einfach im Stationszimmer stehen und ging traurig den Gang hinunter in Richtung Fahrstuhl. Immer mehr kroch ein Gedanke in ihr hoch, der sie fast verzweifeln und die Tränen wieder hochkommen ließ. Sie hatte Angst, dass er vielleicht Schluss machen könnte. Derselbe Gedanke quälte auch Marc in seinem Büro. Wenn er so weitermachte, würde es wahrscheinlich irgendwann soweit kommen. Das war ihm klar. Und das wollte er auf gar keinem Fall. Er liebte sie doch. Heißt es da nicht, dass man in guten wie in schlechten Zeiten alle Probleme gemeinsam meistert. Genau das wollte sie doch. Sie zerbrach sich seinen Kopf, weil er zu feige war. Und er machte sie genau deswegen zur Schnecke. ... Ich bin so ein blöder Arsch! ... schoss es ihm plötzlich durch den Kopf.

Lorelei Offline

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15.02.2010 20:37
#375 RE: Fortsetzungsphantasie Gretchen und ihre Männer Zitat · antworten

Ihr könnt ganz schön hartnäckig sein, wisst ihr das eigentlich (ne Kate? danke für den Zucker! )? Na mal sehen, ob ich etwas Positives zu berichten habe. Viel Spaß mit dem nächsten Teil.



Kurze Zeit später betrat Dr. Meier das Stationszimmer. Die Sehnsucht war dann doch stärker gewesen als der eigene Stolz. Er wollte endlich über seinen Schatten springen und einen Schritt auf sie zu gehen, ihr zeigen, dass er ihr vertraute, und sich für sein blödes Verhalten in den letzten Tagen entschuldigen. Er wollte sie einfach nur wieder in seine Arme schließen, sie spüren, riechen und küssen. Und er wollte sich endlich der Vergangenheit stellen oder zumindest erst einmal das Lügenmärchen seines Vaters anhören, dass er ihr anscheinend aufgetischt hatte. Aber dazu kam er nicht, weil sich ihm eine wütende Schwester Sabine in den Weg stellte. Zum ersten Mal, seitdem sie auf seiner Station arbeitete, schnitt sie ihrem Oberarzt das Wort ab. Sie machte den verdutzten Dr. Meier tatsächlich rund! Mutig sagte sie ihm, dass er so nicht mit der Frau Doktor umzugehen habe. Sie sei doch seine Freundin. Sie meine es doch nur gut mit ihm. Und sie hatte Recht, dass irgendetwas mit den unterschiedlichen Versionen der Geschichte nicht stimme. Er solle sich doch einmal die Romane seiner Mutter genauer durchlesen und zwar die Bände 7 und 34. Das war dann zu viel des Guten für ihren Oberarzt. Dr. Meier verdrehte nur die Augen und hörte ihr gar nicht weiter zu. Er nahm sich eine Tasse Kaffee, zeigte der noch immer aufgeregt plappernden Krankenschwester den Vogel und verließ blitzschnell das Stationszimmer.


Marc war schließlich wieder in seinem Büro angekommen, setzte sich an seinen Schreibtisch und nippte an seinem Kaffee. Er rang mit sich. Hatten die beiden vielleicht doch Recht? Was wäre, wenn es stimmen würde, was Gretchen angedeutet hatte? Auch wenn er die genauen Details noch nicht kannte, war da doch dieser Zweifel. Genau denselben Zweifel hatte er damals schon gespürt, als seine Mutter mit der Geschichte über seinen Vater ausgepackt hatte. Was wäre, wenn das doch damals anders abgelaufen wäre? Er wusste es nicht, aber der Gedanke ließ ihn einfach nicht mehr los. Er kramte in seiner Erinnerung. Doch er fand nichts, was ihn beunruhigen ließ. Die Erklärungen seiner Mutter kamen ihm alle schlüssig vor. Sie konnte ihm nicht vorgespielt haben, wie dreckig es ihr damals ging. Sie hat doch genauso gelitten wie er, vielleicht sogar noch mehr, denn ihre Depressionen waren bis heute geblieben. Wieso sollte sie ihn angelogen haben? Das ergab doch alles keinen Sinn. Er grübelte. Sollte er es vielleicht doch wagen? Sollte er sich ihm stellen, ihn einfach fragen, was damals genau passiert ist, seine Sicht der Dinge anhören? Oder sollte er lieber erst die Sache mit Gretchen wieder gerade biegen? Er wollte sie doch nicht verlieren. Er liebte sie doch.



Tja, was wird Dr. Meier jetzt wohl tun, hmm? Nur so viel, bis es zu einer Aussprache kommt, welche auch immer, passiert noch so Einiges. .... Ich quäle euch schon oder? Ich geh schon mal in Deckung. .... Als nächstes kommt eine längere Cafeteria-Szene. Wer mit wem und warum, das seht ihr ja dann morgen. Aber es kommen so einige Wahrheiten auf den Tisch und etwas zum Lachen gibt es auch! Ja und Missverständnisse und Chaos. Also eigentlich wie immer! Eure Lorelei

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