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Dieses Thema hat 172 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Miss Blond Offline

PJler:


Beiträge: 1.205

28.09.2009 22:47
#126 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Als ich den Hörer auflege, spüre ich eine sehr sehr große Erleichterung. Marc ist gerettet. Er wird weder seine Zulassung verlieren, noch in den Knast kommen. Aber irgendwie ist es trotzdem komisch. Jetzt sitze ich nämlich hier neben seiner schwangeren Nicht-Frau, die sich seufzend auf dem Sofa zurück gelehnt hat und grimmig in die Luft schaut. Eigentlich sollte ich ja jetzt gehen, aber ich bin so müde. Irgendwie war das alles ziemlich viel an Ereignissen für eine Nacht. Ich hab gar keine Kraft jetzt durch die Nacht Fahrrad zu fahren. Deshalb bleibe ich einfach sitzen. Wir sind zwar Feindinnen, aber ich glaube im Moment hat keiner von uns Kraft weiter zu streiten.
„Sie dumme...Sau.“ kommt nach einiger Zeit von ihr. Gut, vielleicht hat sie doch noch die Kraft.
„Ach komm Gabi, vergessen wirs einfach. Für das Kind ist es sicherlich das beste so.“
„Verschwinde sofort aus meiner Wohnung!“
„Das ist Marcs Wohnung.“
„Schön, verschwinde sofort aus Marcs Wohnung!“
„Du Gabi, ich bin echt fertig. Ich bleibe hier.“ Irgendwann wird Marc ja wohl auch nach Hause kommen. Hoff ich mal. Ich will so sehr zu ihm.
„Ach leck mich doch. Ich geh wieder pennen.“ meint Gabi nur noch grummelnd, hieft sich dann schnaufend vom Sofa hoch und wandert zurück ins Schlafzimmer.
Schön. Bin ich wieder allein. Krass irgendwie, dass ich gerade die Polizei angelogen habe. Aber es war das richtige, oder? Ja, ganz sicher. O mein Gott, ich habe bestimmt gegen sämtliche Gesetze verstoßen.

Am besten vergess ich einfach diese scheiss Nacht.

Verstehe aber immer noch nicht wirklich wieso Marc mir nicht damals schon was gesagt hat. Aber nein, er lässt sich erpressen. Wieso hat er mir nicht vertraut? Also hat er ja, aber erst jetzt.
Also mal angenommen er hätte es mir erzählt, nachdem es passierte. Dann hätte er mir auch sagen müssen, dass Gabi schwanger ist. Und dann wäre ich sicherlich genauso ausgerastet.

Heißt das ich bin das Problem? Ne, oder? Das kann nicht sein.

Also nochmal von vorne: Marc und ich waren ja quasi zusammen. Ein paar Stunden, aber das zählt.
Also wir waren zusammen und dann kam der Antrag von Gabi. Da war ich natürlich völlig am Boden. Hätte er ihr den Antrag nie gemacht und mir alles erzählt, also auch von der Schwangerschaft, dann wär ich bestimmt genauso am Boden zerstört gewesen. Also käme überall das selbe raus. Insofern ist es auch Wurst, dass ers mir erst jetzt gesagt hat. Das Problem ist und bleibt dieses verdammte blöde Kind.

O Gott wie rede ich denn über ein unschuldiges Baby? Ich sollte mich schämen. Das Baby kann ja nun wirklich nichts dafür, dass es gezeugt wurde.

Gabi und Marc sind das Problem. Eindeutig. Er war immer das Problem. Mein ganzes Leben lang war er das Problem. Sogar als ich mit Peter zusammen war, wenn ichs mir recht überlege. Ich gebe zu ich hab manchmal beim Sex an ihn gedacht. Ich wusste nicht, dass ich an ihn dachte, das war nur so unterbewusst. Aber jetzt im Nachhinein weiß ich was ich mir da immer gewünscht habe. Und dadurch war ich nie bei der Sache und er hat die Arzthelferin genommen. Und ich hab sie erwischt und hab ihn verlassen und die ganze scheiss Hochzeit war im Eimer. An allem ist Marc Schuld.

Miss Blond Offline

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01.10.2009 21:08
#127 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Ich denke noch so ein bisschen vor mich hin, und auch wenn ich immer wieder zum selben Punkt komme, nämlich, dass Marc mit sehr viel Schuld an meinem nicht so super Leben belastet ist, kann ich trotzdem nicht aufhören mir zu wünschen, dass er endlich nach Hause kommt. Und ich will auch auf ihn warten, aber er kommt nicht. Ich warte und warte, gucke sogar noch etwas fern, um nicht einzuschlafen, wobei ich feststelle, dass Marc offenbar mehrere Pay-TV Sender besitzt, aber jedes mal, wenn ich denke einen Schlüssel an der Tür gehört zu haben, ist es doch nichts. Und irgendwann schlafe ich dann ein. Ohne ihn. Auf seinem Sofa, das nach ihm riecht. Zumindest das eine Kissen. Der Rest riecht irgendwie nach Kotze. Ich wette Gabi hats nach hormonell gesteuerten Fressattacken nicht mehr aufs Klo geschafft. Oder Marc hat Gabi nackt gesehen, also schwanger und nackt.
Und nach einer Nacht mit irrsinnigen Träumen von hunderten Polizisten, die sich auf dem Revier alle von Marc die Hühneraugen mit einem Küchenmesser wegschneiden lassen, von einer Gefängniszelle, in der ich hocke, warum auch immer, und versuche mit einer Nagelfeile verzweifelt das Gitter durchzusägen, während Gabi in der selben Zelle sitzt und die Wehen hat, wache ich auf und O Wunder...

Miss Blond Offline

PJler:


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01.10.2009 22:59
#128 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

...ich liege immer noch alleine auf dem Sofa. Kein Marc, der sich nachts heimlich neben mich gelegt hat, weil er es nicht ertragen konnte noch länger ohne mich zu sein und weil er mir so unglaublich dankbar ist, dass ich ihn quasi gerettet habe.
Etwas enttäuscht stehe ich auf, stelle fest, dass es schon verdammt spät ist und ich ja eigentlich arbeiten müsste. Ich schaue kurz ins Schlafzimmer, aber da liegt nur Gabi und schnarcht. Wo ist der Scheißkerl?
Mein Handy habe ich dummerweise auch irgendwo liegen lassen. Vielleicht hat er ja versucht mich anzurufen. Aber wieso ist er nicht nach Hause gekommen? Er muss doch irgendwo geschlafen haben.
Irgendwie ziemlich schlecht gelaunt fahre ich zu mir nach Hause. Ich rufe in der Klinik an, sage dass ich später komme, dusche, esse und so weiter, nur um dann völlig erschöpft im Krankenhaus anzukommen. Wenn Marc jetzt hier ist, dann kann er was erleben.
Und tatsächlich ist er der Erste Arzt, dem ich über den weg laufe. Er arbeitet. Er arbeitet einfach weiter, als ob nichts passiert wär. Was denkt er sich eigentlich?
„Marc!“ rufe ich ihm zu. Bin ja mal gespannt, was er jetzt zu sagen hat.
Sag mal ignoriert er mich? Er dreht sich nicht mal um. „Marharc?“
Er ignoriert mich.
„Marc jetzt bleib doch mal stehen.“ ich renne ihm hinterher und stelle mich vor ihn, so dass er mich anschauen muss.
„Was soll das?“ frage ich ihn ganz direkt und etwas böse.
„Was soll was?“
„Na das. Dein Verhalten.“
„Ich mach doch gar nichts.“
„Eben, das isses ja. Du machst nichts.“
Ein riesiges Fragezeichen erscheint in seinem Gesicht.
„Mann, Marc.“ in dem Moment rieche ich seinen Atem. „Wow...mein Gott, hast du gesoffen?“
„Ach ich bin also dein Gott ja?“
„Marc, jetzt mach keine Witze, du hast ne krasse Fahne. So darfst du doch gar nicht arbeiten.“
„Türlich.“ sagt er nur kurz, holt dann einen Kaugummi aus seiner Kitteltasche und steckt ihn sich provokativ in den Mund.
Ungläubig starre ich ihn an. Er ist so anders als gestern Abend. Was ist mit ihm passiert? Ich dachte er will mich wieder, aber jetzt scheint es mir, als würde ich ihn einen Scheiß interessieren.
„Sag mal, kann ich dich kurz sprechen?“ Ich glaub es ist jetzt Zeit für ein richtiges Gespräch. Er verschließt sich schon wieder vor mir, aber ich werde ihn schon knacken. Auch wenn ich sauer bin, so schnell gebe ich nicht auf.
„Wenn die Betonung auf kurz liegt, dann ja.“
„In deinem Büro?“
„Wenns sein muss.“

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04.10.2009 01:00
#129 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Als wir in seinem Büro ankommen, setzt er sich sofort an seinen Schreibtisch und macht es sich sozusagen bequem, als würde er sich auf ein langweiligen Monolog von mir vorbereiten. Er schaut so unglaublich arrogant zu mit rüber. Ich kann es immer noch nicht fassen. Irgendwas muss doch passiert sein.
Ich bleibe an der Tür stehen und weil er nicht den leisesten Ansatz macht irgendwas zu sagen, hole ich tief Luft und lege los.
„Gut Marc, ich versteh echt nicht, was du plötzlich für eine Sinneswandlung durchgemacht hast, aber ich..naja ich...würd es gern verstehen, weißt du. Sag mir doch einfach was jetzt ist.“
„Wovon genau sprichst du jetzt?“
„Och Maarc, das weißt du ganz genau. Ich mein gestern bist du noch extra zu mir gekommen und wir haben uns doch echt gut unterhalten, oder nicht? Und wenn nicht plötzlich die Polizei aufgetaucht wäre, dann...dann..“
„Dann was? Hätten wir gefickt?...ja , ich fands auch Scheiße, dass es dazu nicht mehr gekommen ist..“
„Was? Das wärs also wieder für dich gewesen, ja? Ein kleiner Fick zwischendurch?“
Von Marc kommt keine Antwort, was in den besten Fällen ja wohl Antwort genug ist.
„Gott, wie konnte ich so bescheuert sein? Das war ja wohl offensichtlich. Klar, du erzählst mir diese ganze scheiß Geschichte von dem Unfall und so, damit ich denke, dass du mir vertraust, und folglich mit dir schlafe. Das ist echt ein ziemlich guter Plan gewesen Meier. Respekt. Ich wette du hast dir natürlich auch noch überlegt gehabt, dass ich im besten Falle nicht nur mit dir in die Kiste steige, sondern dich auch noch aus deiner scheiß beschissenen Situation befreie!...Und ich blöde Kuh mach das auch noch. Ich bin echt so dämlich...Weißt du eigentlich was ich mir für Sorgen gemacht habe? Ich dachte du hockst einsam in einem dunklen Loch oder wirst von irgend einem Irren niedergemetzelt! ...“
„Gretchen, bitte..“
„Nein Marc. Kein bitte. Weißt du wenigstens was ich in der letzten Nacht alles für dich getan habe? Weißt du das? Natürlich nicht, woher solltest du auch? Aber ich gratuliere dir trotzdem, weil du jetzt nicht mehr heiraten musst und wieder so viel in der Gegend rumvögeln darfst wie du willst!
Aber bitte achte darauf, dass deine nächste Kandidatin die Pille nimmt, weil ich nämlich wirklich keine Lust darauf habe, dir nochmal den Arsch zu retten, wenn du auf dem Weg zur Abtreibung wieder jemanden umrast!“
Vor lauter Wut steigen mir schon wieder Tränen in die Augen. Ich hatte echt gedacht, er liebt mich doch. Aber jetzt sehe ich erst wie dumm und naiv ich die ganze Zeit war. Ruckartig drehe ich mich um und will das Büro verlassen. Aber als ich schon halb draußen bin, steht Marc plötzlich da, keine Ahnung wie er plötzlich so schnell da hin kommt. Er zieht mich zurück in den Raum und hält die Türe zu.
„Gretchen, das ist alles nicht so wie du denkst.“
„Ach ja? Besser wird’s wohl auch kaum sein.“
„Jetzt hör mir mal zu, ja?“
„Wozu sollte ich das tun? Ich glaube nicht, dass s da noch irgendwas zu sagen gibt.“
„Boa, du bist echt genau wie deine Mutter.“

Miss Blond Offline

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15.10.2009 00:07
#130 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

„Was? Wie kommst du denn jetzt bitte auf meine Mutter?“
„Ja ihr Haasen seid doch echt alle gleich. Mit eurem moralische Getue. Euer Ach-wir-sind-so-gute-Menschen-und-tun-nie-was-Schlechtes-Gelaber.“ sagt Marc und wird ziemlich sauer irgendwie. Dann fängt er an meine Mutter nachzuäffen: „Marc Meier, Sie haben hier nichts zu suchen. Sie sind ein schlechter Mensch und in diesem Hause, sind solche Menschen nicht willkommen. Sie haben unser Tochter sooo oft weh getan, blablabla, Sein sie froh, dass sie überhaupt noch Ihren Job haben....Echt ey. Und dann nicht mal zuhören, wenn ich vielleicht ganz zufällig auch was zu sagen habe, ja. Das ist so typisch für euch.“
Er hat mit meiner Mutter geredet? Oder besser gesagt, meine Mutter mit ihm?
„Ähh...wann..wann hat sie das gesagt?“
„Pff, frag sie doch selbst.“
„Marc bitte.“
„Ne Gretchen echt. Ich hab da keine Lust mehr drauf.“
„Du kannst dir doch nicht von meiner Mutter irgendwas einreden lassen. Ich mein es ist doch wichtig was ich denke oder?“
„Das sagst du jetzt. Aber ich weiß genau, dass du im Grunde immer noch nur das tust, was deine Eltern sagen.“
„Hä? So ein Quatsch. Ich bin kein Kind mehr. Ich tu sehr wohl das was ich selber für richtig halte. Wenn es nach meiner Mutter ginge, dann hätte ich nie hier in der Chirurgie angefangen.“
„Hättest du mal lieber auf sie gehört.“
„Bitte?“
„Ach nichts. Das..das.. ist mir jetzt nur so rausgerutscht. War nur Spaß.“
„Sag mal Marc was ist eigentlich dein Problem mit mir?“ bringe ich noch heraus, bevor mir wieder Tränen in die Augen schießen.
„Ich..ich hab kein Problem mit dir.“
„ Sag es jetzt sofort!“
„Okay? Du willst es wirklich wissen? Bitte: gestern als mich deine Mutter so angemacht hat ist mir echt so einiges klar geworden. Die Welt in der du lebst ist ziemlich unerträglich für mich. Da pass ich eigentlich nicht rein. Es nervt mich einfach, dass ihr so viel Wert auf Moral und diese ganze wertlose Scheiße legt. Es nervt mich, dass du zu allen Leuten immer so nett bist, sie alle retten willst. Es nervt mich, dass du alles analysierst, alles genau wissen musst, wie du versuchst eine Logik zu erkennen, wo es gar keine gibt. Wie du jetzt in deinem Alter noch Tagebuch schreibst oder wie du in deinem rosa Zimmer lebst. Oder dich mit Schokolade vollfrisst. Und wie die immer gleich anfängst zu weinen. Das ist doch nicht normal. Es ist nicht normal, wie du lebst. Mir ist echt noch nie sowas untergekommen.“ er schüttelt irgendwie fassungslos den Kopf und sieht mich an. Ich selber bin sprachlos, schlucke, damit ich nicht losheule. Doch dann wird sein Gesicht plötzlich ernster und er redet ruhiger weiter. „Und ich hasse es, dass ich trotz diesem ganzen Irrsinn, nicht aufhören kann an...an dich zu denken. Ich krieg dich nicht aus meinem Kopf. Ich..ich hab alles versucht. Alkohol hilf auch nicht... .Und was ich noch hasse ist, dass ich dich...egal was du tust...irgendwie immer..süß finde.“
Okay, jetzt ist es mit mir vorbei. Ich fange an zu schluchzen.
„Und es mir echt weh tut dich weinen zu sehen.“
Er kommt auf mich zu und nimmt mich in den Arm.
„Ich hab dich so lange vermisst...genau so wie du halt bist....hey das reimt sich.“ flüstert er mir ins Ohr und bringt mich damit trotz allem zum lächeln.

Miss Blond Offline

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15.10.2009 22:26
#131 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten


Für einige Zeit hält er mich einfach nur im Arm, streicht mir über die Haare und über den Rücken und ist so lieb. Seine Nähe hat so was unglaublich beruhigendes.Und es ist unglaublich, wie er es immer wieder schafft mich innerhalb so kurzer Zeit zum Heulen zu bringen und dann darauf wieder Glücksgefühle in mir entstehen lässt.
Langsam fange ich an über seine Worte nachzudenken. Irgendwie versteh ichs ja noch nicht so wirklich.. Er hasst mich, aber irgendwie mag er mich trotzdem? Und da soll noch mal einer sagen Frauen tragen so viele Widersprüche in sich.
Doch viel weiter komme ich auch gar nicht, weil Marc sich etwas von mir löst, mein Kinn sanft anhebt, mich ansieht und mich dann ohne Vorwarnung küsst. Und zwar nicht nur irgendwie, sondern so richtig richtig. So, dass man innerlich schmilzt. So, dass man alles um sich herum vergisst. Halt so, als wollte er im Prinzip mal wieder nur das eine. Und man selber will plötzlich auch nur noch das. Marc ist so manipulativ.
Leidenschaftlich küssend drückt er mich durchs Zimmer und wir landen auf seiner Couch. Hier hatten wir ja schon einige schöne Schäferstündchen, aber ich spüre, dass dieses Mal noch was sehr besonderes wird. Vielleicht weil bei uns beiden so viel gestaute Energie liegt. Oder weil ich weiß, dass Marc jetzt eigentlich nur mir gehören könnte.
Also jetzt geht es endlich wieder heiß her in Marcs Büro. Wie er küsst, ein Traum. Und dass ein Mann talentierte Hände hat, kann sich halt nicht nur im Bereich der Chirurgie bemerkbar machen.
Aber so wunderbar es auch anfängt, das Schicksal scheint es auch heute nicht gut mit uns zu meinen. Um genau zu sein, kommen wir nichtmal zu der Stelle, wo es gestern geendet hat. Denn genau als ich beginne Marc sein Hemd über den Kopf zu ziehen, fliegt die Tür auf und wer steht da? Gabi.
Wir erschrecken uns beide so, dass er von mir runter springt und ich mich hektisch aufrichte und mein halb aufgeknöpftes Hemd wieder schleiße.
Gabi scheint auch irgendwie schockiert, macht angewiederte Geräusche und dreht sich um.
„Dicki und Mistkerl sind wieder vereint. Wie schön.“ höre ich sie sagen. Irgendwie klingt ihre Stimme komisch.
„Gabi was willst du?“ raunt Marc sie an.
„Dich will ich ganz sicher nicht, falls du das denkst.“
„Na, da bin ich aber traurig.“
„Falls dus wissen wills: Ich fand dich immer grottig im Bett. Ich wollte schon immer bloß dein Geld. Und was ich dir noch sagen..“
„Boa Gabi muss das jetzt sein?“
„Ja und zwar weil..“ Plötzlich stöhnt Gabi auf und hält sich den Bauch. „..meine Fruchtblase vorhin geplatzt ist und..ich die Wehen habe..“bringt sie unter schmerzverzerrtem Gesicht hervor.

Miss Blond Offline

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26.10.2009 22:19
#132 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Marc und ich sehen uns kurz an. Er schaut ganz schön geschockt. Frage mich echt ob er gedacht hat, dass das Kind sich irgendwann von alleine in Luft auflöst. War doch klar, dass es jetzt irgendwann mal rauskommen würde. Also was hat er?
Okay, ich gebe zu, dass ich mindestens genauso geschockt bin. Das Kind kann doch jetzt nicht einfach so kommen. Doch nicht jetzt, wo ich mich gerade wieder mit Marc zusammen gefunden habe. Aber gut, werde mich mit der Situation abfinden. Jetzt heißt es, bloß keine Panik bekommen.
„Hallo? Ich wiederhole: Ich habe Wehen!“ meldet sich Gabi unter Stöhnen wieder zu Wort.
Von Marc kommt immer noch keine wirklich brauchbare Reaktion. Ich höre nur wie er vor sich hinflucht, als ob er durch geheime Zauberformeln alles ungeschehen machen könnte. Deshalb bin ich diejenige, die auf Gabi zugeht, anfängt zu stützen und dabei Mehdi anpiepe. Ich führe sie den Gang entlang und rufe einigen Schwestern zu, sie sollen mir einen Rollstuhl oder eine Liege bringen. Es dauert keinen Moment, da kommt auch schon Mehdi angerannt.
„Mehdi, es ist so weit.“ sage ich schnell zu ihm.
„Okay, ich übernehm sie.“ meint er noch zu mir und ehe ich mich versehe rast er auch schon mit ihr davon. Wow, Mehdi ist ja schon ein toller Arzt. Der quatscht nicht rum, sondern macht einfach seinen Job. Im Gegensatz zu Marc. Wo bleibt der überhaupt?
Ich gehe zurück ins Büro und sehe wie er auf der Couch sitzt und abwesend in die Luft starrt. Sein Gesicht ist kreidebleich.
„Marc?..Marc!“
„Ja...“
„Kommst du jetzt vielleicht mal?“
„Gretchen, ich kann das nicht.“
„Marc, da wird gleich dein Kind gebohren. Gabi will, dass du dabei bist, sonst hätte sie dir wohl kaum Bescheid gesagt. Und ich finde auch du sollest dabei sein.“
„Ich kann da aber nicht so einfach hingehen, zusehen wie ein Kind geboren wird, das angeblich von mir ist, aber von einer Frau die ich gar nicht..nicht liebe und mir der ich echt kein Kind haben will. Ich werde dieses Kind nicht wie mein Kind sehen können, verstehst du?“
„Irgendwie schon. Aber es ist nunmal so. Und seit wann ist es dir überhaupt wichtig, dass Menschen sich lieben? Sowas war dir doch immer total egal.“
Ich gehe zu ihm hin und setze mich neben ihn.
„Nicht mehr seitdem ich weiß wie sowas ist.“
„Wie was ist?“
„Na dings. Ver..ver..verliebt zu sein.“ sagt er leise und sieht mir vorsichtig in die Augen.
Gott, er ist so süß. Am liebsten würde ich ihn jetzt schon wieder küssen. Aber ich darf nicht vergessen worum es hier eigentlich geht.
Eine Weile sage ich trotzdem nichts, sondern gucke ihn nur an. Dann nehme ich seine Hand und ziehen ihn hoch. „Marc du musst da jetzt hin. Ob du willst oder nicht. Das ist deine Verpflichtung.“

Miss Blond Offline

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27.10.2009 01:16
#133 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Als wir im Kreißsaal ankommen ist die Geburt schon in vollem Gange.
„Der Muttermund ist schon ziemlich weit geöffnet.“ meint Mehdi. „Das Kind scheint es eilig zu haben. Wahrscheinlich freut es sich so auf die intakte Familie, die auf ihn wartet.“
„Sehr lustig“ ist alles was Marc dazu sagen kann. Er stellt sich an die Wand neben der Liege. Als Gabi mich erblickt hört sie einen Moment auf zu keuchen und sieht mich böse an.
„Raus hier!“ fängt sie an mich anzuschreien. „Sie dumme Gans, verschwinden Sie! Das....ist eine Familienangelegenheit, bei der Sie nichts zu suchen haben!! Ich bekomme hier Marcs Kind nicht Sie!!“
„Ja, das ist mir schon klar.“
„Ich..hab..gesagt..Raus! Raus..“
„Schwester Gabi, atmen nicht vergessen...Gretchen, du solltest wirklich..“
„Ja ich versteh schon..“ sage ich noch und verlasse dann langsam den Raum, wobei ich noch einmal in Marcs gequältes Gesicht schaue.
Vor der Tür bleibe ich stehen. Ich kann hier nicht weg. Immerhin ist es das Kind von meinem „Freund“. Und obwohl ich Geburten nicht wirklich gut leiden kann, bleibe ich, um sie wenigstens von hier aus mit zu bekommen. Erinnert mich irgendwie teilweise an die Kassetten, die mir mein Vater manchmal zum einschlafen gegeben hat.
„Dr. Kaan, ich schaff das nicht!!“
„Sie schaffen das Schwester Gabi. Marc verdammt jetzt unterstütz sie doch wenigstens etwas.“
„Drück doller...Gabi.“
„Das ist doch eine ungerechte Scheiße, Dr. Kaan!!! Wieso müssen Frauen das machen? Männer sollten die Kinder kriegen!!“
„Also ich hätte nichts dagegen.“höre ich Mehdi sagen und kann mir vorstellen, wie er jetzt grinst.
„Ich schon.“ grummelt Marc aus der Ecke. Er sagt noch irgendwas, was ich leider nicht verstehe, was aber von Gabi eine eindeutige Reaktion kommen lässt.
„Marc! Ich haaasssseee diiiich!!“
„Sehr gut Gabi. Das funktioniert gut. Weiter so. Und pressen!“
„Marc du bist soooo ein AAAArrrsch!!“
„Dr. Kaan der Kopf kommt...“ meint die Hebamme.
„Iiich kaaannn diich niiicchht ausstehen! Ich hasse hasse hasse diiich!!“
„Schwester Gabi..Atmen nicht vergessen. Ein und aus..Ein..und..aus..ein..“
„Ich...weiß ...wie man atmet, Dr. Kaan.“
„So mir reichts.“meldet sich Marc wieder zu Wort.
„Marc du bleibst hier.“
„Mehdi halt die Klappe, du bist nicht meine Mutter.“
„Ne, aber du bist der Vater. Also von dem Kind...nicht von mir.“
„Geh mir aus dem Weg.“
„Marc, du musst bei der Geburt deines Kindes dabei sein.“
„Muss ich nicht..Mehdi, fass mich nicht an!“
„Au! Sag mal, was soll das? Was wird Gretchen wohl denken, he? Wollte sie nicht auch, dass du hier bleibst?“
„Das geht dich n Scheißdreck an.“
„Herr Doktor...Herr Doktor..wir haben den Kopf. Irgendwie..“
„Wie? Und wo ist der Rest?!“ ruft Gabi schockiert.
„Schwester Gabi der Rest kommt schon noch. Ganz ruhig und weiter pressen..So Marc, willst du nicht schon mal das Gesicht deines Erben sehen?“
„Her Doktor..ich wär mir nicht sooo sicher mit dem Erb...“
„Marc na los, ich glaub er hat deine dunklen Haare.“
„Dunkle Haare ja Dr. Kaan, aber ich weiß nicht so recht..“
„Was sagen Sie Anne?“
„Schauen Sie mal...warten Sie, jetzt ist es gleich ganz da.“
Dann höre ich nur noch wie Mehdi „O“ sagt. Und dann wie Marc „O“ sagt.
Dann fängt das Baby an zu schreien. Und Gabi auch.

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30.10.2009 00:02
#134 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Okay, was ist jetzt los? Irgendwas stimmt nicht. Soll ich einfach mal reingehen und nachsehen ob alles in Ordnung ist? Gabi wird mich schon nicht umbringen. So kurz nach einer Geburt ist sie dazu eh nicht in der Lage.
Langsam öffne ich die Tür und mache einen Schritt hinein. Aber das Bild, das mich dort erwartet, lässt mich schon nach diesem Schritt erstarren. Ich erstarre irgendwie genau wie alle Personen in diesem Raum. Zumindest alle erwachsenen. Als hätte hier drin jemand die Zeit angehalten. Dieser jemand ist aber selber ganz und gar nicht mit erstarrt. Er reckt und streckt sich in den Armen der Hebamme und schreit dabei was das Zeug hält. Und dieser jemand ist hat eine ganz andere Farbe, als man vielleicht erwartet hätte. Gabis Baby ist ein kleines schwarzes Schokokind.
Der erste, der aus seiner Starre erwacht ist Mehdi. „Mensch, na schau mal einer an. Wen haben wir denn da? Schwester Gabi? Äh gibt es da etwas, was wir über den Vater wissen sollten? Oder haben Sie während der Geburt einfach etwas viel Schokolade gegessen?“
Gabi fängt unter Tränen an zu stottern. „Ich..ich..das kann gar nicht sein. Ist das wirklich mein Kind?“
„Ja, Gabi, wir waren alle bei der Geburt dabei. Marc, sag mal hast du irgendwelche afrikanischen dunklen Vorfahren, von denen keiner was weiß?“
„Äh....nein.“ antwortet Marc kurz und in seinem Gesicht macht sich ein Grinsen breit.
„Schwester Gabi, ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Dr. Meier wahrscheinlich eher nicht der Vater ist.“
„Um genau zu sein, zu fast hundert Prozent nicht.“ sagt Marc und das Grinsen auf seinem Gesicht wird immer breiter.
Die Hebamme legt Gabi das Kind in den Arm. Obwohl es wirklich nicht so ist, wie wir es alle erwartet haben, wahrscheinlich besonders nicht Gabi selbst, nimmt sie es und sieht es an. Sieht es an wie eine Mutter ihr Kind nunmal ansieht. So viel Liebe habe ich in dem Blick von dieser biestigen, hinterhältigen Schwester noch nie gesehen. Das geht mir echt ans Herz.
„Schwester Gabi, nun sagen Sie doch mal, mit wem hatten Sie den noch alles...Geschlechtsverkehr?“
„Wollen Sie damit sagen, dass ich eine Schlampe bin, Dr. Kaan?“
„Quatsch, wie käme ich denn dazu..?“
„Findet ihr nicht auch, dass seine seine Nase Ähnlichkeiten mit der von Dr. Burke aus der Kinderchirurgie hat? Also von der Hautfarbe mal abgesehen?“ schaltet sich Marc ein.
„Gott sei Dank hat es nicht deine Nase.“ zickt Gabi ihn an.
„Na säh auch irgendwie komisch aus. Ein schwarzes Kind mit weißer Nase?“ sagt er noch und macht sich dann auf, den Raum zu verlassen. Er kommt aus mich zu. Ich weiß immer noch nicht, was ich jetzt sagen oder tun soll. Ich kanns noch gar nicht fassen. Deshalb lasse ich zu, dass Marc mich bei der Hand packt und mit nach draußen zieht.

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05.11.2009 23:01
#135 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Nachdem er die Tür geschlossen hat, lässt er mich los und sieht mich an. Er grinst immer noch wie ein Honigkuchenpferd. Naja er hat ja auch allen Grund dazu. Er kommt näher zu mir. Aus irgendeinem Grund weiche ich aber immer wieder zurück. Es ist einfach so ein inneres Gefühl, das mir sagt, dass es nicht gut wäre jetzt wieder sofort was mit ihm anzufangen. Es ist einfach in letzter Zeit so viel passiert und vielleicht brauch ich erst mal wieder einen klaren Kopf. Und den hat man bei Marc Meier nie. Außerdem wäre es rein erziehungstechnich unklug, Marc jetzt das zu geben was er will. Bei der Sache mit dem Kind hat er ein riesen Schwein gehabt. Und er soll das nicht für selbstverständlich halten. Er soll nicht denken, dass er sowieso immer das bekommt was er will, ohne was dafür zu tun. Natürlich würde ich mich ihm jetzt gerne hingeben, aber wenn ich mal mit Marc eine anständige Beziehung führen will, dann liegt es jetzt an mir diesen Mann zu erziehen und ihm zu zeigen wo es lang geht.
Als er mich küssen will drehe ich meinen Kopf zur Seite.
„Was ist denn?“ fragt er etwas verwirrt, versucht aber trotzdem weiter mich zu küssen.
„Marc nicht.“
„Wieso nicht, hm? Wenn du Angst hast, dass uns jemand sieht, dann können wir gerne in mein Büro gehen und da weiter machen wo wir vorhin aufgehört haben.“ flüstert er mir ins Ohr, während er mich sanft gegen die Wand drückt.
„Hör auf...komm lass das jetzt.“ ich schubse ihn leicht von mir weg.
„Was hast du denn? Ich mein jetzt ist doch eigentlich nichts mehr im Weg oder? Das Kind ist nicht von mir, falls du es nicht mitbekommen hast.“
„Och Marc, das weiß ich. Aber es ist einfach so viel passiert in letzter Zeit und ich glaube , dass es jetzt nicht gut ist, wenn wir gleich...sofort ...also wenn wir....du weißt schon...“
„Zusammen kommen?“
„Würdest du das den wollen?“ frag ich ihn etwas überrascht von seiner Formulierung. „Also so richtig?“
Marc sagt erstmal nichts. Fühlt er sich vielleicht unter Druck gesetzt? Das war doch aber eine ganz normale Frage...
„Also...ich weiß nicht...aber ich glaube irgendwie schon..ja.“
Jetzt muss ich lächeln. Ich denke mal für Marc ist das schon eine ganz viel bedeutende Antwort.
„Okay, das ist..schön. Aber weißt du ich hätte einfach jetzt gern mal wieder etwas Normalität in meinem Leben und dehalb fänd ich es gut wenn wir..“
„Neu anfangen?“ Er kommt mir wieder näher.
„Ja...aber langsam, okay? Und ganz normal halt...“
„Was heißt normal?“
„Na normal halt..so wie man eine Beziehung halt anfängt..“
„Ja weiß ich doch nicht wie das geht..“ Marc guckt völlig verzweifelt.
„Marc, bitte.“
„Was denn?..Meinst du...meinst du mit Erstem Date und so?“
„Ganz genau...“
„Boa ne echt ey..“
„Und kein Sex vor dem dritten Date.“
„Bitte was?!?“
„Marc, ich glaub die Patienten warten.“ sage ich triumphierend grinsend, wende mich von ihm ab und mache mich auf den Weg ins Stationszimmer.

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08.11.2009 21:59
#136 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Liebes Tagebuch,

jetzt nach den ganzen Ereignissen, hab ich beschlossen, mit Marc einen Neuanfang zu machen. Also ich gebe ihm noch eine Chance, weil es einfach immer noch das ist, was ich will. Ich will einfach richtig mit ihm zusammen sein. Und er will das auch. Glaubt er zumindest. Wissen wär zwar besser als glauben, aber Marc weiß so viel über Medizin und so, da ist in seinem beschränkten männlichen Gehirn nicht viel platzt für weiteres Wissen. Obwohl, über anständigen Sex und darüber was Frauen im Bett wollen, weiß er auch ziemlich viel. Oh er ist so verdammt gut im Bett. Warum wollte ich unsere Beziehung noch mal langsam angehen? Wenn ichs mir recht überlege, finde ich meine Prinzipien gerade ziemlich bescheuert und unüberlegt. Kein Sex mit Marc vor dem dritten Date? Bin ich irgendwie gestört?
Naja, jetzt hab ich diese Regel aufgestellt, um Marc zu erziehen und werde das auch durchziehen. Wenn ich das jetzt rückgängig machen würde, wäre das nicht förderlich für seine Entwicklung. Und drei Dates sind jetzt auch nicht sooo viel. Wenn er mich doch bloß schon wegen einem ersten Date gefragt hätte...
Stattdessen hat er den ganzen Tag geschmollt. Ich glaub er ist sauer, weil ich sowas von ihm verlange. Oder er will mir jetzt beweisen, dass er auch gut eine Zeit lang ohne mich auskommt. Wehe er will das jetzt so lange durchziehen, bis ich meine Forderungen zurücknehme.
Egal, da kann er lange drauf warten. Entweder er macht das jetzt wie ich sage, oder er kann sich ne andere suchen. O Gott vielleicht macht er das wirklich. Scheiße.
Nein das macht er bestimmt nicht. Er ist in mich verliebt, das hat er selbst gesagt. O das war soo süß als er das gesagt hat. Aber wenn das wirklich stimmt, hält ihn das davon ab mit einer anderen Frau zu schlafen? Bei Marc weiß man nie..verdammt.
Nein, ich werde die Prinzipien einhalten. Und er wird das auch tun. Genau, andere Paare schaffen das ja auch.

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08.11.2009 23:06
#137 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Am nächsten Tag warte ich in jeder Minute sehnsüchtig darauf, dass er mich endlich fragt, ob ich mit ihm ausgehen will. Aber es kommt nichts. Ich halte mich extra immer in seiner Nähe auf. Ich höre bei allem was er sagt aufmerksam hin, um nicht eine dezente Einladung zu überhören. Aber er tut so, als wär nichts. Als wüsste er gar nichts mehr von dem was ich gesagt habe. Es ist zum verzweifeln. Was ich aber wohl bemerke, ist, dass er mich die ganze Zeit anschaut. Also wenn er denkt ich seh das nicht. Und dann schaut er schnell weg, wenn ich ihn anschaue.
Als wir nachmittags nach einer Op beide beim Waschbecken stehen, spüre ich, dass er mich durch den Spiegel schon wieder anschaut. Ich lächel ihn an, natürlich mit meinem verführerischsten Lächeln, und ziehe dann mein T-Shirt um ein paar Zentimeter runter, damit mein Ausschnitt noch etwas provokanter wird. Ich will ihn nur daran erinnern, was er alles haben könnte, wenn er endlich mal Initiative ergreifen würde.
Dann räuspert er sich. „Du Gretchen?“ fängt er an. Will er mich jetzt fragen? Bestimmt, sonst würde er nicht solche Formulierungen benutzen. Also ich meine „du“ und „Gretchen“ sind ja jetzt auch nicht so alltäglich, ne?
„Jaha?“
„Ähm, sag mal hast du heute abend schon was vor?“
Jaa, Endlich! Innerlich tanze ich Freudentänze, während ich äußerlich natürlich Fassung bewahre. Okay, ein Grinsen lässt sich nicht vermeiden..hach Marc ist so süß. Er scheint irgendwie schüchtern.
„Bis jetzt noch nicht. Wieso?“
„Naja...kurzfristig wird heute Abend noch eine höchst interessante Op durchgeführt. Ich dachte das könnte dich interessieren.“ Jetzt ist er derjenige der grinst.
„Äh..ja..ja...toll.“ stotter ich etwas fassungslos, bevor er immer noch grinsend aus dem Raum geht. Gut, ich gebs zu. Ich bin total fassungslos. Er wusste genau, was ich erwartet habe. Von wegen schüchtern. Er spielt verdammmt nochmal ein Spiel mit mir. Hallo? Das geht so nicht. ICH spiele hier das Spiel mit ihm. Nicht umgekert.

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14.11.2009 19:00
#138 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Die höchst interessante Op am Abend stellt sich als eine langweilige Gallenstein-Op raus. Ich könnte Marc echt umbringen. Damit wäre mir dann aber auch nicht geholfen. Was ist denn schon dabei, sich mal ganz normal zu verabreden? Ich versteh sein Problem nicht. Aber wahrscheinlich geht es ihm nur um sein Image. Ein Marc Meier läd eine Frau nunmal nicht ein. Wenn dann kommt sie sofort und freiwillig ohne Bedingungen zu ihm ins Bett oder eben gar nicht. Er will nicht nach Regeln spielen. Aber er muss es halt diesmal. Und irgendwie werde ich ihn schon dazu bringen.

Gutes Aussehen wird mein erster Schachzug sein. Ich denke mal, wenn ich unwiderstehlich aussehe, wird er alles tun um mich zu kriegen. Problem dabei: Wie kann ich bitte von einem Tag auf den anderen zum Model mutieren? Ein etwas schwer zu erreichendes Ziel. Aber nicht gänzlich unmöglich. Muss nur schnell eine chemische Formel für die neue Blitzdiätpille erfinden. Damit könnte ich dann auch reich werden. Auf „30 über Nacht“ kann man gut verzichten. Was die Menschheit braucht ist „Schlank über Nacht“.
Naja vielleicht sollte ich doch lieber mit etwas eher Realisierbarem anfangen. Zum Beispiel meine Haare. Man wird sie ab morgen früh nicht länger als Mähne bezeichnen, ich mein hallo? Ich bin kein Löwe. Meine Haare werden von nun an eine glänzende Pracht sein. Sämtliche Haarprodukte kommen mal wieder zum Einsatz und nachdem ich dann auch noch mühsam Lockenwickler reingedreht habe, falle ich müde in mein Bett. Ich frag mich ja schon wie ich so schlafen soll, aber mit Gedanken an Marc, gelingt es mir schließlich.
Extra frühes Aufstehen tue ich mir am nächsten Morgen an. Eigentlich ziemlich schlecht gelaunt betrete ich das Bad. Als ich dann aber feststelle, dass meine Haarbehandlung und eine unbequeme Nacht doch was gebracht haben, bin ich schnell wieder gut drauf. Meine Haare sehen wirklich ziemlich gut aus. Dazu trage ich etwas mehr Makeup als sonst auf und ziehe meine coolsten Sachen an. Also cool ist relativ. Eigentlich sind es auch mal wieder nur Jeans und T-shirt, aber eben ein etwas schöneres Shirt, was ich nicht so oft anhabe, weil es für ein Krankenhaus eigentlich echt zu schade ist. Kommt ja nämlich nicht gerade selten vor, dass einen die Arbeit buchstäblich ankotzt oder Scheiße ist.
Als Quasi-Model stelle ich also an diesem Tag mein Fahrrad in den Ständer und schreite dann erhobenen Hauptes richtung Krankenhaus. Und wie sollte es auch anders sein, blickt mir schon der erste Mann hinter her. Zwar ist es nur Gordon, der lässig an seinem Krankenwagen lehnt, aber der zählt auch.
„Na aber Hallo, Frau Doktor, wie sehen Sie denn aus?“ ruft er mir zu.
„Äh wie seh ich denn aus? “ frage ich. Gordon macht mir ja grundsätzlich nur Komplimente, aber irgendwie bin ich mir gerade unsicher, ob ich mich nicht vielleicht verschminkt habe oder so.
„Wie nach einer Vorher-Nachher-Show.“
Ein kurzes schnaubendes Auflachen von der anderen Seite lässt mich stoppen. Ich drehe mich um und sehe Marc an, wie er noch an seinem Auto steht. Als er mich von vorne sieht, verschwindet das Lachen aber von seinem Gesicht und es tritt ein sehr erstaunter, verwunderter Ausdruck darauf ein. Man könnte meinen ihm fällt gleich sein Unterkiefer ab. Tja, da kann er mal sehen. Ich lächel ihn an, zwinker ihm zu und gehe dann weiter auf den Eingang zu. Dann werfe ich Gordon noch ein Lächeln zu, wobei ich hoffe, dass er das nicht als irgendein Zeichen deutet.
Ich spüre, dass dieser Tag, erfolgreich enden wird. Er muss einfach. Ich will an meinem Dreißigsten kein Single mehr sein und der ist immerhin in ein paar Tagen.

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23.11.2009 00:06
#139 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Schon etwas blöd, dass ich als Ärztin einen weißen Kittel anziehen muss. Naja, das wichtigste sieht man ja eigentlich immer noch. So warte ich die ganze Visite schon wieder darauf, dass Marc wenigstens eine kleine wörtliche Bemerkung macht und nicht immer nur die Augenbrauen hochzieht oder mir zuzwinkert.Die Patienten, die diese Mimik von ihm mitbekommen, schauen dann immer abwechselnd von mir zu ihm. Sagen tut aber keiner was, nur einer, der dann unbedingt will, dass seine Wunde untersuche.
„Wenn Sie wollen, dass Dr. Haase ihre Wunde untersucht, dann müssen Sie sie erst drei mal zum Essen einladen. Sie ist sehr altmodisch und fässt nicht gerne Männer an, die sie nicht gut genug kennt..“ erklärt Marc ihm daraufhin dem Typen, den wir beide vor zwei Tagen noch auf dem Op-tisch liegen hatten.
Ich spüre wie innerlich langsam eine Wut hochkommt. Ich bin doch nicht altmodisch. Was denkt der sich eigentlich?
„Und außerdem, kann sie sich von ihrem kleinen Einkommen als Assistenzärztin kein Restaurant leisten, was ein weiterer Grund dafür ist, dass sie Leute zwingt sie auf ein Date einzuladen.“ fügt Marc noch hinzu.
So, das ist ja wohl eine Unverschämtheit. Ich zwinge ihn doch ganz und gar nicht. Oder?
Der Patient guckt Marc und dann mich nur komisch an, sagt dann aber: „Naja, wenn das so ist Frau Doktor, wie wärs morgen Abend?“
O mein Gott. Ich verschlucke mich vor Schreck fast an am Nichts.
„Äh...hmm..ja..also...Marc..kann ich mal kurz mit dir reden?“ Ich ziehe ihm am Arm mit in Richtung Tür. Beim Rausgehen ruft er dem Patienten noch zu: „Vergessen Sie´s!.. also das mit morgen Abend.“
Vor der Tür sehe ich Marc dann wütend ins Gesicht. „Was sollte das gerade?“
„Naja, ich dachte der Patient hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren.“gibt er locker zurück und lehnt sich an die Wand.
„Welche Wahrheit denn? Die, dass ich altmodisch bin? Oder die, dass ich kein Geld habe?! Das stimmt doch überhaupt nicht! Und außerdem zwinge ich dich zu gar nichts.“
„Doch irgendwie schon.“
„Nein, tu ich nicht. Ich gebe dir nur eine Möglichkeit, verdammt!“
„Eine Möglichkeit? Ich geb dir jetzt auch mal eine Möglichkeit..Und zwar die, dass du die ganze Sache mit den drei Dates vergisst.“
„Das werd ich nicht tun Marc. Und weißt du was? Wir könnten jetzt schon mindestens bei Date zwei sein, wenn du nicht so verdammt stur wärst!“
„Siehst du, du zwingst mich.“
Okay Gretchen, ganz ruhig bleiben. Dies soll kein Streit werden. Ich muss an meinen Plan denken. Diese unbequeme Nacht, soll nicht völlig umsonst gewesen sein. Also wieder zurück zur alten Strategie...
„Marc..“ Ich gehe ein Schritt auf ihn zu und sehe ihm verführerisch in die Augen. Ich komme ihm ganz nah..
„Ja?“ haucht er nur.
Dann lege ich meine Hand an seinen Bauch und fahre damit unter sein T-Shirt. Gut, dass er seinen Kittel nie zuknöpft, aber scheiße fühlt sich das gut an.
„Warum machst du es mir so schwer?“ flüster ich in sein Ohr.
Marc räuspert sich und guckt dann zu beiden Seiten, um schnell mal zu schauen, ob das hier auch keiner sieht, was mir ja eigentlich total egal wär.
„Du bist diejenige, die es mir schwer macht.“ murmelt er zurück, wobei ich seinen Atem auf meinem Gesicht spüren kann. Meine Lippen nähern sich seinen und ich hauche ihm einen Kuss darauf. „Gar nicht..wie gesagt, wir wären mindestens schon bei Date zwei..“ erwiedere ich und bevor er sich wieder aufregen kann, küsse ich ihn nochmal, diesmal etwas länger. Er fängt an den Kuss zu erwidern und dann dreht er mich auch noch so, dass er mich gehen die Wand drückt und weiter küssen kann. O man, das fühlt sich so unglaublich an. Ich darf jetzt bloß nicht schwach werden.
„Scheiß doch auf die Dates....ich hab ein neues Sofa...!“ sagt er und küsst mich dann wieder leidenschaftlich.
Ich gebe zu, ich würde jetzt nur zu gerne nachgeben. Aber das würde bedeuten, dass ich ihn gewinnen lasse und das kann ich nicht tun. Ich muss meine Würde auch irgendwie verteidigen.
Deshalb, so schwer es mir auch fällt, drehe ich meinen Kopf wieder zur Seite und drücke mich von ihm weg. „Das geht nicht..“ bringe ich hervor, etwas schwer atmend.
Marc sieht mich irgendwie enttäuscht an. „Na gut..“ er schluckt und begutachtet mich dann irgendwie von oben bis unten. „Weißt du was...du hast gewonnen.“ sagt er, dreht sich dann um und geht weg.
Wie ich hab gewonnen? Was soll das denn jetzt heißen? Und wo ist denn dann die Einladung? Hallo? Oder bedeutet gewonnen soviel wie: super, du hast es geschafft, ich will dich nicht mehr..?

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05.12.2009 12:40
#140 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Den ganzen Tag quält mich die Ungewissheit. Ich habe Angst, dass ich jetzt durch meine blöden Vorschriften alles kaputt gemacht habe. Ich hab Angst, dass er sich durch das Aufstellen dieser etwas altmodischen Regeln zu sehr zu irgendwas gezwungen fühlt und jetzt noch mehr Angst vor einer Beziehung hat als vorher. Irgendwie redet er jetzt auch gar nicht mehr mit mir. Er grinst mir auch nicht mehr zu.
„Ist alles in Ordnung Frau Doktor?“ fragt mich Sabine, als ich mir im Stationszimmer einen Kaffee mache.
„Ach, ich weiß es auch nicht. Ich dachte es würde jetzt alles bestens werden. Aber irgendwie..ich glaub ich war zu hart. Ich hatte wahrscheinlich zu hohe Erwartungen gestellt. Vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig...Das braucht vielleicht einfach mehr Zeit. Wenn man sein Leben lang so ist, kann man nicht plötzlich anders werden..Verdammt, ich hab ihn zu heiß gemacht.“
„Frau Doktor das geht mir auch immer so. Die Kaffeemaschine ist auch nicht mehr die Jüngste. Bei der dauert alles etwas länger. Und dann kommt der Kaffee viel zu heiß raus...jaja.“
Okay. So kann man es auch sehen. Ich sollte mir in Zukunft andere Gesprächspartner suchen.
So neigt sich mein Arbeitstag dem Ende zu. Hab heute Gott sei Dank schon etwas früher Schluss. Es ist halb fünf, als ich auf mein Fahrrad zu gehe. Schon von etwas weiter weg sehe ich, dass ein Zettel an meinem Sattel klebt. Scheiße, seit wann gibt es für Fahrräder Strafzettel?
Aber es ist gar kein Strafzettel. Es ist eine geheime Botschaft von Marc. Mein Herz macht Sprünge, als ich den Zettel in die Hand nehme.

Ich hol dich um sieben ab. Und wehe du ziehst wieder was mit zu großem Ausschnitt an! Ich dachte du wärst so ein rücksichtsvoller Mensch. Aber von Rücksicht auf ungewollte männliche Reaktionen auf solche Reize (nur ungewollt in der Hinsicht, dass es einem verboten wird) hast du wohl noch nicht viel gehört.
xxMarc


OMG! Wie süß ist das denn? Also hat mein Plan doch funktioniert. Er hat zwei Xe vor seinen Namen gesetzt. Soweit ich weiß steht das für küssen. Er ist eigentlich so lieb. Wo wir wohl hingehen? Um sieben also. Scheiße, um Sieben??!! Das ist ja bald! O Gott was zieh ich denn an??
Wie soll ich wissen was ich anziehen soll, ohne dass ich weiß wo wir hingehen?

Zu Hause muss mein Kleiderschrank dran glauben. Nahezu der gesamte Inhalt landet auf meinem Bett. Einiges sortier ich dann auch gleich wieder aus: Zu großer Ausschnitt, also ich nur weil ich so rücksichtsvoll bin, oder einfach nur total hässlich oder peinlich.
Das Problem ist aber einfach, dass ich nicht weiß wofür ich was anziehen muss. Ich mein wenn ich ein Abendkleid anziehe und wir dann aber ins Kino gehen...etwas unpassend oder? Warum gibt es eigentlich keine wandelbare Kleidung? So ein T-shirt, das sich durch Ziehen einer Schnur in ein glamouröses Kleid verwandelt, das wär doch mal eine sinnvolle Erfindung.

Eine Stunde später bin ich immer noch nicht weiter. Und ich werde auch nicht weiter kommen. Das weiß ich jetzt schon. Deshalb habe ich den Plan ihn anzurufen und ganz unauffällig rauszubekommen wo er mit mir hingehen will. Dazu muss ich allerdings ein paar Regeln beachten:
1.Nicht offensichtlich machen, dass ich mich total über den Zettel gefreut habe und es kaum erwarten kann, dass er mich abholt.
2.Nicht darlegen, dass ich ein Problem bei der Kleiderwahl habe. Muss verhindern, dass sich Klischees über Frauen für ihn bestätigen.
3.Es darf nicht so aussehen, als ob ich ihm hinterher spioniere. Ich will nur wissen, was ich anziehen soll. Ob er darüber wohl auch nachdenkt? Bestimmt. Er ist doch so eitel.

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05.12.2009 14:27
#141 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

„Meier?“
„Marc?“
„Ja..?“ O Gott warum keucht er so? Was tut er gerade? Jetzt ist es raus...Klar, wenn ich ihm Sex verweigere, holt er sich den woanders. Ich hätte es wissen müssen...
„Was machst du gerade? Wo bist du?“ frage ich mit etwas zitternder Stimme.
„Ich bin beim Squash, wieso?“ Beim Squash? Faule Ausrede..
„Sicher. Du kannst mir auch einfach sagen, wenn du dir den Sex woanders holst!“
„Bitte? .bist du bescheuert? Gretchen, ich spiele wirklich gerade Squash..mit Mehdi....Mehdi, sagst du bitte mal Hallo zu Gretchen..“
„Hallo Gretchen...ich wünsch dir viel Spaß mit dem Arsch...wow, ich sollte Poet werden.“
Oh..er sagt wohl doch die Wahrheit. Mit Mehdi wird er ja wohl keinen Sex haben. Hoff ich doch.
„Gretchen? Was wolltest du denn jetzt?“ ertönt wieder Marcs Stimme am Telefon.
„Äh...ich...tut mir Leid...Du kommst also um sieben, ja?“
„Ja, das hab ich dir doch geschrieben. Hast du den Zettel gefunden?“
Wenn ich an den Zettel denke, wird mir immer noch ganz warm. Ach mein Marc...
„Ja, hab ich. Ich freu mich schon total! Du bist echt süß, weißt du?“
„Ich weiß. Du auch.“ Ich kann mir genau vorstellen, wie er jetzt dasteht und grinst. Was hab ich nur aus ihm gemacht? Er hat sich schon total verändert. Sowas hätte er früher nie gesagt.
„Aber Marc?“
„Ja?“
„Sag doch mal...wo gehen wir hin?“ Toll Gretchen, das war jetzt ganz unauffällig.
„Tja...lass dich überraschen.“
„Aber man, so weiß ich nicht was ich...naja..was ich anziehen soll.“
Ich höre wie er lacht. „Dann nimm halt irgendwas.“
„Toll.“
„Gretchen?“
„Hmm?“
„Ich...“ hör ich noch von Marc und dann knallt irgendwas.
„Marc? Maarc?“ ich glaub er hört mich nicht mehr? Hoffentlich ist nichts passiert.
„Boa Mehdi bist du scheiße?! Du hast mein iPhone zerstört!“
„Ups. Das tut mir jetzt aber total Leid.“ hör ich Mehdis Stimme von weitem.
„Arschloch, weißt du was son Scheiß kostet? Toll, jetzt ist sie weg. ..Gretchen? Hallo?“
„Ja. Marc ich bin noch da!“
„Haaaloo? Fuck, jetzt funktioniert nichts mehr. Und der Display ist auch total kaputt. Das ersetzt du mir, klar?“
Ich rufe noch ein paar mal nach ihm, aber er scheint mich wirklich nicht zu hören. Dafür höre ich ihn immer noch...vielleicht ist das meine Gelegenheit..
„Man Mehdi, was sollte das?“
„Sorry, hab dich nicht mit Absicht getroffen.“
„Wers glaubt.“
„Okay, okay, ich gebs zu. Ich konnt es einfach nicht mehr hören.“ Er fängt an Marc nach zu äffen: „Lass dich überrachen, du bist auch toll, ich liebe dich.“
„Ey das hab ich überhaupt nicht gesagt.“
„Aber du wolltest es sagen.“
„Stimmt gar nicht.“
„Du hättest es aber tun können, weil du weißt, dass sie dich auf jeden Fall liebt. Und du sie doch auch.“
„Man Mehdi. Hör jetzt auf rumzusülzen. Es tut mir ja auch Leid für dich, aber da kann ich doch nichts dafür. Und mein Handy schon gar nicht.“
„Okay. Okay, ich freu mich ab jetzt für dich. Es ist gut, wenn du jetzt jemanden hast, der dich endlich mal zur Vernunft bringt. Sie hat dich gerettet, das musst du zugeben. Dein vereinsamtes Herz lässt durch sie endlich die Mauer fallen.“
„Du klingst wie meine Mutter. Also hör bitte auf damit und sag mir lieber wo ich mit ihr heute Abend hingehen soll.“

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20.12.2009 23:38
#142 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Wie bitte? Hab ich das gerade richtig verstanden? Marc weiß selber noch nicht wo er mit mir hingehen will? Ey dieser kleine miese....Okay ich darf nicht ausrasten. Nachher hört er mich doch und dann wärs nicht gut. Männergespräche sind nämlich bestimmt nicht für weibliche Zuhörer gedeacht.
Wenigstens bin ich nicht die einzige, die überrascht ist, und das nicht gerade positiv. Mehdi scheint das genauso zu sehen. Ich liege weiter auf meinem Bett und höre dem Gespräch zu.
„Wie, das weißt du noch nicht? Dir ist schon klar, dass du sie in einer Stunde abholen wolltest oder?“
„Ja Mann, das weiß ich. Deshalb frag ich dich doch. Glaubst du ich weiß nicht, dass ich ziemlich in der Scheiße stecke? Aber ich lade Frauen normalerweise nicht zu Dates ein. Höchstens zu nem Drink, um sie dann ins Bett zu kriegen.“
„Und Gretchen willst du nicht ins Bett kriegen? Also ich weiß ja, dass ihr schon mal was zusammen hattet und naja ich hab mich jetzt damit abgefunden, aber nachdem sie eure kleine heiße Affäre beendet hat, lief da doch nichts mehr oder?“
„Natürlich lief da nichts mehr. Sie wollte ja nicht. Naja schon, aber dann ist was dazwischen gekommen und danach hat sies sich offenbar anders überlegt.Sie hat jetzt diese scheiß Kein-Sex-vor-dem-dritten-Date-Regel ausgegraben. Verdammt, ich weiß gar nicht wie ich das heute aushalten soll.“
Mehdi fängt an lauthals zu lachen.
„Das ist nicht witzig Mann.“ höre ich Marc.
„Doch das ist es!“ lacht Mehdi weiter.
Also ich weiß auch nicht was daran so lustig ist. Das ist eine Sache, die ich sehr ernst meine.
„Boa Alter, das bringt mich nicht weiter.“
„Okay okay....Hach..herrlich. Marc Meier lässt sich Sex verbieten. Deshalb hast du heute so nen dollen Schlag drauf, weil du auf Entzug bist.“ Mehdi lacht weiter. „Also bei mir ist sie gleich beim ersten Mal mit ins Bett gekommen. Du arme Sau echt.“
Okay, das musste er jetzt auch nicht unbedingt preisgeben. Wie steh ich denn jetzt da? Langsam werde ich unsicher, ob ich wirklich weiter zuhören will. Wer weiß, was Mehdi noch alles über mich erzählt.
„Beim erstem Mal? Ey, das ist nicht fair!“ regt Marc sich hörbar auf.
„Tja Meier. Mir kann man halt vertrauen. Aber jetzt mal zum Thema zurück: Um in irgendein Restaurant zu gehen, ist es jetzt zu spät. Bei den guten kriegst du keinen Tisch mehr.“
„Scheiße, ich weiß.“
„Du kannst ihr doch was kochen. Sowas würde auch als Date zählen.“
„Meinst du? Aber muss das erste Date nicht normalerweise irgendwie großartig, glamourös und so sein?“
„O Marc. Okay, kleiner Crashkurs: Alles wobei du dir was gedacht hast und was ihr gefällt wird sie als Date zählen. Also kannst du ihr auch was kochen.“
„Schön wenn so was auch zählt. Aber mal eine Sache: Seh ich aus als könnt ich kochen? Wenn ich das mache, kann ich ihr gleich gebratene Schuhsohle mit Schnürsenkeln servieren.“
„Das ist nicht gut. Ich glaub bei Gretchen sollte man kochen können.“
„Pff...du kannst es doch auch nicht..und das obwohl du Frauenarzt bist.“
„Ja mich hat sie auch verlassen. Aber warte mal..ich glaube ich hab da was für dich..“
Oh jetzt bin ja gespannt. Macht er ihm jetzt einen richtig guten Vorschlag? Hm, ich kanns immer noch nicht glauben, dass Marc sich nicht selber was aussuchen konnte. Aber er ist Anfänger. Und ich will mal nicht so sein. Freundschaftliche Hilfe ist ja erlaubt. Ein ganz schönes Wunder eigentlich, dass die beiden wieder so gut befreundet sind. Naja ist mir jetzt auch egal, Hauptsache ich weiß was ich anziehen soll.
Wieso sagt Mehdi denn jetzt nichts mehr?
Ne oder?
Die Verbindung ist tot.
Scheiße verdammte.

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21.12.2009 23:51
#143 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Na gut. Marc hat gesagt ich soll irgendwas anziehen. Dann tu ich das jetzt auch. Wenn er selber noch nicht weiß wohin, was mich jetzt doch etwas ärgert irgendwie, dann zeig ichs ihm jetzt mal und ziehe was total unspezielles an. Und wenn er dann mit irgendeinem tollen Tipp von Mehdi ankommt, dann kann er mal sehen was er macht, wenn ich in Jeans und T-Shirt da stehe.
Hmm, vielleicht nehm ich doch lieber eine etwas schönere Bluse.
Aber mehr nicht. Ich mach mir doch keine großartige Mühe für jemanden, der sich für diesen Abend auch keine große Mühe macht. Ich mein Marc spielt gerade immer noch Squash. Er sollte schon längst aufgeregt durch seine Wohnung rennen und sich fragen ob er alles dabei hat. Wobei ich glaube, dass das einzige wonach Marc sich vor einer Verabredung je gefragt hat, ob er das dabei hat, sind Kondome. Naja und vielleicht sein Handy, damit er jemand anderes anrufen kann, wenns schlecht war.

Eine Stunde später, um genau zu sein eine Stunde und zehn Minuten später, klingelt es an der Tür.
O mein Gott, jetzt ist er da. Habe jetzt wirklich eine Jeans an, dazu ein schwarzes T-Shirt (hab keine passende Bluse gefunden, die waren alle zu groß- ist es zu fassen?), das mit kleinen Steinchen besetzt ist, wobei ich leider Gottes ganz vergessen hab, dass ich ja nichts mit Ausschnitt anziehen sollte, was mir jetzt echt total Leid tut, und flache Schuhe. Beim Makeup konnte ich leider nicht so dezent bleiben wie ich es wollte, aber dunkel betonte Augen sehen am Abend einfach besser aus. Außerdem war das Licht im Bad irgendwie nicht ganz funktionsfähig. Meine Haare hab ich einfach zusammengebunden, was ja wohl unglamouröser kaum geht. Bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit meiner Wahl und öffne so die Tür. Und da steht er vor mir. Und er sieht so gut aus. Nein, er hat keinen Anzug oder so an, sondern genau wie ich Jeans und T-shirt. Hab ich jetzt nicht erwartet. Wollte ihn ja eigentlich schocken, aber anscheinend verbindet uns doch irgendwas, dass wir ohne Absprache was passendes anziehen. Ich wusste es. Marc und mich haben eine seelische Verbindung.
Okay, jetzt das Problem: wie begrüß ich ihn? Naja er muss mich ja eigentlich begrüßen.
„Hey.“ sagt er total cool. Ich vergesse einfach immer wieder, dass das Marc Meier hier vor mir ist. Der coole Marc Meier, der sowas einfach mal total locker nimmt. Und überhaupt nicht nervös ist. Oder er ist nervös und kann es dann aber sehr gut überspielen.
„Hi.“ gebe ich zurück.
Okay, er macht keine Anstalten mich irgendwie körperlich zu begrüßen. Naja, muss ja auch nicht zwingend sein.
„Ähm...muss ich dich jetzt irgendwie küssen oder so? Damit es für dich wie das erste Date wird, was du dir in deinen Träumen immer vorgestellt hast?“ fragt er grinsend.
„Nicht unbedingt. Nur wenn du willst.“ sage ich und lächle ihn an.
Daraufhin macht er einen kleinen Schritt auf mich zu und küsst mich. Viel zu gut. Viel zu leidenschaftlich für einen Begrüßungskuss. Vor allem viel zu lange...
„Margarethe, wen küsst du denn da???“ hör ich plötzlich meine Mutter über den Gartenzaun rufen, die gerade mit einem Korb im Arm vom Einkaufen wiederkommt.

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24.12.2009 15:39
#144 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

so meine lieben Leser, hier ein kleines Weihnachtsgeschenk für euch. Ihr werdet endlich erfahren wohin es zum "Ersten Date" geht...
Wünsche euch allen ein schönes Fest!!!



Ich kneife meine Augen zusammen und hoffe, dass ich mir das jetzt nur eingebildet habe, aber nein, meine Mutter steht wirklich da. Marc dreht sich etwas beschämt um und lacht dann meine Mutter an. „Hallo, Frau Haase.“
„Nanu. Dr. Meier?“
„Ja Mama, wir sind gerade am gehen.“ Ich schnappe mir schnell meine Tasche und ziehe Marc dann an meiner Mutter vorbei, die uns verwundert hinterher schaut. Als ich schnell in Marcs Auto steige, läuft sie mir aber hinterher und ruft mir zu: „Gretchen, ich dachte du hast mit ihm abgeschlossen. Wollte er nicht Schwester Gabi heiraten?“
„Marc, kannst noch einen kleinen Moment warten, ich muss mal kurz mit meiner Mutter reden.“ sage ich und steige wieder aus dem Auto aus.
„Mama, musst du mich immer blamieren?“
„Aber ich will doch nur sicher gehen, ob du weißt was du da tust.“
„Glaub mir, ich weiß was ich tue. Hör mal, das mit Marc und Gabi hat sich geklärt, okay? Und ich will es einfach nochmal mit Marc versuchen. Ich hab sonst niemanden und außerdem will er es diesmal auch.“
Meine Mutter scheint nicht sehr überzeugt zu sein. „Woher willst du das denn wissen? Er ist wirklich sehr charmant, aber trotzdem nicht für eine Beziehung gemacht. Und das ist es aber was du jetzt mal langsam wieder haben solltest. Mensch du wirst in drei Tagen dreißig. Ach die Feier ist übrigens schon in höchster Planung.“
„Ne oder? Ich hab dir doch gesagt ich will keine große Feier.“
„Aber Schatz man wird doch nur einmal im Leben dreißig.“
„Mama bitte, ich will meinen Dreißigsten nicht groß feiern. Das deprimiert mich nur.“
„Das versteh ich.“
„Bitte?“ O man, ich klinge schon wie Marc. Egal, ich mag das.
„Ja Gretchen in deinem Alter war ich schon verheiratet. Aber was auch immer, ich hab die Einladungen schon verschickt. Es kommt sogar Tante Gerda aus Polen.“
„Mama nein! Sag mir dass das nicht wahr ist. Du kannst nicht einfach alle einladen, ohne mich zu fragen.“
„Nun, ich dachte du freust dich.“
„Oh ne.. Na egal, ich muss jetzt los. Und wenn dus noch nicht getan hast, dann setzt Marc bitte auf die Gästeliste. Tschüss.“

Im Auto muss ich mich erstmal kurz aufregen. „Diese Frau macht mich echt noch mal wahnsinnig!“
„Sie hält nicht viel von mir oder?“ fragt Marc und klingt dabei etwas besorgt.
„Naja das auch. Sie weiß halt, dass du mich schon öfters...naja du weißt schon. Aber jetzt hat sie auch noch tausend Leute eingeladen, obwohl ich ihr gesagt hab, dass ich das nicht will.“
„Wozu lädt sie denn bitte tausend Leute ein?“
War ja klar, dass er nicht weiß dass ich Geburtstag habe. Hab ich was anderes erwartet?
„Ach nur so.“ Er müsste es wissen. Ich werds ihm auf jeden Fall nicht sagen.
„Hasenzahn, ich weiß doch, dass du Geburtstag hast.“
„Echt?“
„Ja, in drei Tagen.“
„Wenn du es weißt wieso fragst du dann?“
„Naja, um dich zu ärgern. Außerdem hab ich keine Einladung bekommen. Da dacht ich, dass muss eine andere Feier sein. Weil ohne mich läuft ja mal gar nichts.“
„Och Marci, du bekommst natürlich auch noch eine. Eine ganz persönliche.“
„Dann ist ja gut.....Warte mal, wie hast du mich gerade genannt?“
„Marc?“
„Nein, irgendwas mit i am Ende.“
„Quatsch, das bildest du dir doch nur ein.“
„Nein, tu ich nicht. Ich bin doch nicht bescheuert.“
„Ich hab dich Marc genannt, aber du wünschst dir anscheinend was anderes.“
„Sicher Hasenzahn. Du hast mich Marci genannt! Wenn du das nochmal tust, dann...gibt’s Ärger.“
„Okay...Marci Marc.“ Sein Gesichtsausdruck ist einfach göttlich. Ich muss mich wirklich bemühen nicht laut loszulachen. Es ist eigentlich schon ganz schön leicht ihn zu ärgern. Aber weiter sollte ich es wohl lieber nicht treiben, sonst versau ich noch den Abend.
Marc schüttelt fassungslos seinen Kopf und schaltet dann dröhnend laut seine Musik an. Ziemlich miese Musik, die einfach nur laut und sonst nichts ist. Mein armes Trommelfell. Aber das scheint seine Rache zu sein.
„Muss das sein?!“ schreie ich schon fast.
„Was sagst du?“
„Marc! Hast du keine andere Musik?!“
„Waaas?! Du willst dich entschuldigen?“
„Nein! Die Musik! Die ist schlimm!“
„Du schwörst, dass du nie wieder diese Wort sagst?“
„Neihein..“ Ich finde Marci süß. Außerdem bin ich keine Frau, die so einfach aufgibt. Als Danke für diese Antwort dreht Marc die Musik noch etwas lauter, was mich fast dazu bringt zu kapitulieren, aber dann lasse ich sie doch den Rest des Weges über mich ergehen. Früher oder später muss ich mich eh an seinen nicht vorhandenen Musikgeschmack gewöhnen.
Als er seinen Wagen dann parkt, bin ich so unglaublich aufgeregt. Wo wir hier wohl sind?


„Kochschule...“ lese ich auf einem goldenem Schild, als wie direkt vor einem roten Backsteingebäude stehen
„Wow, du kannst lesen.“
„Ja ne? Hättest du nicht gedacht oder? Ne jetzt mal ernst, wir gehen in eine Kochschule?“
„Ja, ich hab da so einen Gutschein für einen Kurs – Kochen im Wok- oder so, und da dachte ich, ….weil du ja nicht kochen kannst,...solltest du etwas üben.“ Er guckt mich unsicher an.
„Marc, das ist echt eine tolle Idee von dir. Ich liebe asiatisches Essen.“ sage ich und lächel ihn an. Ja, ich weiß, dass die Idee nicht von ihm ist, aber ich finde es trotzdem toll, dass er sowas überhaupt macht. Er hätte mich auch in ein billiges Restaurant einladen können, aber das hier wird bestimmt viel lustiger. „Also los, lass uns kochen lernen.“ füge ich hinzu und öffne die Tür des Gebäudes.
„Wer redet hier von uns? Ich kann natürlich schon kochen.“ behauptet er und folgt mir.
„Ach echt?“
„Natürlich, was denkst du denn? Dr. Meier kann alles.“
„Ach wie konnte ich das vergessen? Aber wieso bringst du es mir dann nicht selbst bei, hm?“
„Also ich kann mich auch nicht um alles kümmern. Es reicht wohl nicht, dass ich dir beibringe wie man operiert, nein, jetzt soll ich dir auch noch kochen beibringen? Also das geht dann doch etwas zu weit.“
„Marc, du brauchst hier nicht ein auf cool tun. Ich weiß, dass du nicht kochen kannst. Und ich wette es gibt noch mehr Dinge die Dr. Meier nicht kann.“
„Und die wären? Außerdem kann ich kochen. Das weißt du nur nicht.“
„Na dann werd ichs ja jetzt gleich sehen, oder? Und die anderen Dinge die du nicht kannst sag ich dir wann anders.“

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28.12.2009 00:07
#145 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Die Kochschule, in der wir uns befinden scheint ziemlich angesagt zu sein. Mit uns sind es mindestens 15 Personen im Raum, in dem jeder seine eigene Kochstelle mit eigenem Wok hat. Und es sind nicht alles alte Leute, die nichts besseres zu tun haben. Viele sind in unserem Alter, teilweise auch jünger. Die meisten sind alleine hier, aber neben Marc und mir gibt es noch zwei andere Pärchen, allerdings schon verheiratet. Das sehe ich an den Ringen. Naja noch kann man Marc und mich ja nicht zu den Pärchen zählen. Immerhin sind wir noch keins, nicht wirklich. Aber diesmal habe ich ein gutes Gefühl, ein sehr gutes...solange ich mich hier nicht vollkommen blamiere.
Unser Kurs wird von einem asiatischen Mann und einer Frau, vermutlich von der selben Herkunft, geleitet. Sie sind wirklich sehr nett und helfen auch wo sie können. Außerdem haben sie keine Scheu auch gutaussehenden Oberärzten wie Marc zu zeigen wo es in der Küche lang geht.
„Wie halten Sie denn ihr Messer? Sie müssen anders halten. Kräftige Griff.“ So wird Marc schon beim Schneiden einer Paprika unterbrochen.
„Ich halte es doch kräftig. Sehr kräftig sogar.“
„Nein. Das ist schwache Griff. Sehr sehr schwach. Sie seien Arzt nicht wahr?“
„Wieso?“
„Alle, die seien Ärzte, halten Messer so. Aber das ist kein Skapell.“
„SkaLpell..es heißt SkaLpell mit L.“
„Wie auch immer, Sie müssen Messer anders halten. Sonst das nix werden. Sehen Sie wie Ihre Freundin. Die machen das sehr gut.“
Ich grinse in mich hinein. Ich wusste es. Ich bin ein unentdecktes Kochtalent. Muss man ja auch sein, wenn die eigene Mutter nichts anderes tut.
„Ja das erklärt, wieso sie kein Skalpell halten kann.“ sagt Marc noch, bevor er seinen Handgriff um das Messer ändert, weiter auf das Gemüse einhackt und der Koch weiter seine Runde geht.
„Marc, wir sind hier nicht beim Holzhacken.“ erinnere ich ihn.
„Ja, aber auch nicht im Streichelzoo.“
„Ich schneide so, wie die es vorgemacht haben. Du musst sanfter mit dem Essen umgehen, sonst verliert es sein Aroma.“
„Und ich verlier mein Aroma, wenn man mich zu lange warten lässt. Und zu deiner Info, ich mag es ganz gerne nicht soo sanft. Aber das weißt du ja.“ Er zwinkert mir zu. Das ist doch wirklich unglaublich. Egal wo, er denkt immer nur an das eine, auch beim Schneiden von Gemüse...
ich räuspre mich und rufe den Koch zu mir, damit Marc sein Gerede bloß nicht fortsetzt.
„Äh Entschuldigung, können Sie mir nochmal zeigen wie ich genau schneiden muss. Angeblich bin ich nämlich zu sanft.“ bitte ich ihn, worauf er seine Hand auf meine legt und mir die Messerführung nochmal zeigt.
„Bei Gemüse Sie nicht können sanft genug sein. Gutes Gemüse will zart behandelt werden.“
„Ja, da haben Frauen wohl mehr gemeinsam mit Gemüse als Männer was?“ gebe ich lachend dazu. O Gott, habe ich uns Frauen gerade wirklich mit Gemüse verglichen? Ich hoffe das hat Marc nicht gehört. Sonst wird sein neuer Spitznahme für mich noch „Paprika“ oder „Zwiebelzahn“. Ich schaue zu ihm, merke aber, dass ihn überhaupt nicht interessiert, was ich gesagt habe, sondern er nur mit etwas starrem Blick auf meine Hand schaut, auf der immer noch die des Koches liegt.Dieser steht mir auch ganz schön nah, was Marc sehr zu beschäftigen scheint. Er räuspert sich laut. „Tschuldigung! Ich hab leider schon wieder vergessen wie ich das Messer halten muss.“ sagt er laut.
Der Asiat wendet sich zu Marc und kriegt natürlich überhaupt nicht mit, dass Marc die Eifersucht im Gesicht stehen hat.
„Meine Güte, sie haben Kochstelle ja zu einem Schlachtfeld verwandelt. Kräftige Griff, das heißt kräftig und kontrolliert. Aber nicht so kräftig zuhacken. Sie müssen sich vorstellen, diese Paprika ist ein bisschen eine Frau...“
„Glauben sie mir, das wollen Sie nicht, dass ich mir das vorstelle.“

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28.12.2009 23:50
#146 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Der Koch lässt Marc weiter auf das Gemüse einhacken und widmet sich dem Ehepaar neben uns, nachdem er mir im Vorbeigehen nochmal lobend auf die Schulter klopft.
Marc schaut ihm nach und murmelt dann sowas wie „Blöder Typ“ vor sich hin.
„Marc, jetzt sei bitte nicht eifersüchtig.“
„Pff..auf was sollte ich denn eifersüchtig sein? Darauf wie du dein Gemüse streichelst? Aber eins sag ich dir: Wenn der Typ dich nochmal so antatscht, dann kann er von Glück sprechen wenn er nicht Opfer meines erst zu schwachen, dann plötzlich zu kräftigen, unkontrollierten Messergriffs wird und anschließend schön in diesem Wok vor sich hinbrutzelt.“
Ist er nicht reizend, wenn er eifersüchtig ist?
„Also Marc bitte.“
„Ist doch so. Der macht sich hier an jede Frau ran.“
„So ein Quatsch. Er hilf nur und dafür sollte man eigentlich dankbar sein.“
„Du solltest MIR dankbar sein. Ich schütze dich hier immerhin vor sexueller Belästigung.“
„Also du hast doch echt einen Schuss im Ofen. Und jetzt lass deine Aggressionen nicht an dem armen Pilz...oder was auch immer das ist..aus!...Behandelst du so etwa Frauen? Du hast doch gehört was der Koch gesagt hat, du musst das Gemüse so behandeln wie eine Frau.“
„Hasenzahn, wenn ich mir vorstelle, dass dieses pilzartige Ding eine Frau ist, eine gut aussehende wohl bemerkt, dann werde ich damit den Raum verlassen und das nächste Bett in diesem Haus suchen...obwohl die Toilette wahrscheinlich auch gehen würde...“
O man, er ist wohl wirklich auf Entzug.
„Und Hasenzahn, ganz ehrlich, du würdest auch nicht wollen, dass ich mir beim nächsten Mal..also beim nächsten mal..du weißt schon...vorstelle, dass du ein Pilz bist oder?“ Bei dem Gedanken fängt er an zu lachen.
„Okay Marc, lassen wir diesen Vergleich.“
„Siehst du, die Lehrmethoden hier sind idiotisch.“
„Ja gut, diese eine vielleicht wirklich. Aber das ändert nichts daran, dass du das hier einfach nicht so gut kannst wie ich.“
„Erstens kann ich das hier sehr wohl besser als du und zweitens wär es auch nicht schlimm, wenn nicht, weil Kochen eh was für Frauen ist.“
„Entschuldigung, für viele Frauen vielleicht, aber nicht unbedingt für mich. Weil ich nämlich emanzipiert bin.“
„Wer hat dir das denn eingeredet? Die Hassmann?“
„Nein. Niemand. Das ist eine Tatsache.“ betone ich und um das zu beweisen, dass ich keine „zarte“ Hausfrau bin, hacke ich meine Zwiebel mit etwas mehr Power. Frauenpower.
Es stellt sich leider heraus, dass das wohl etwas zu viel Kraftaufwand war, denn im nächsten Moment fliegt die eine Hälfte der Zwiebel durch die Luft und trifft meinen Vordermann am Hinterkopf.

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31.12.2009 00:30
#147 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Das Opfer meiner Zwiebelattacke dreht sich um und schaut mich schockiert an. Der Mann ist vielleicht etwas älter als ich, und sieht irgendwie ganz schön böse aus. Vielleicht ist das ein Bodyguard?
„Äh...also...tschuldigung. Das..das tut mir echt Leid...Ich wollte Sie natürlich nicht treffen..also, ich bin ja nicht irre. Wer schießt denn bitte fremde Leute absichtlich mit Zwiebeln ab? Niemand oder? Also ich werde in Zukunft besser aufpassen. Ich versprechs.“ stottre ich vor mich hin. Man ist das peinlich. Und warum guckt der jetzt immer noch so böse? Ich hab mich doch entschuldigt.
„Äh..Sie können dann weiter kochen?“ füge ich unsicher hinzu, woraufhin er sich mit zu Schlitzen geformten Augen wieder umdreht. Will der mir Angst machen oder was? Das mit der Zwiebel kann doch jedem mal passieren. Ich schaue Marc unsicher an, der sich sichtlich bemüht nicht laut loszulachen. Ich stoße ihm mit meinem Ellenbogen in die Seite.
„Au!“
„Ja Pschsch. Hör auf zu lachen.“ flüstere ich.
„Wieso?“
„Weil der Typ da sonst denkt du lachst über ihn.“
„Tu ich ja auch. Und über dich. Aber hast du seinen Blick gesehen?“
„Marc, ich will nicht wissen wozu der fähig ist. Also jetzt gib ihm nicht das Gefühl, dass du dich über ihn lustig machst.“
„Also ich würd gerne wissen wozu der fähig ist....“ sagt Marc, nimmt sich eine Zwiebel aus dem Korb neben ihm und macht sich zum Wurf bereit.
„Bist du bescheuert???“ Ich schmeiße mich quasi auf seinen Arm und umklammere seine Hand in der er die Zwiebel hält. „Marc, gib die her. Wir sind hier nicht in der Schule.“
„Ja deshalb will ich ja auch nicht mit Papierkügelchen werfen, sondern mit einer Zwiebel. Komm jetzt sein nicht so eine Spielverderberin.“
„Hör bitte auf damit. Das ist kein Spiel. Außerdem sind wir hier um zu kochen und nicht irgendwelche Leute zu bewerfen. Wenn dir so langweilig ist, dann ärgere halt mich, aber doch nicht wildfremde Menschen. Und schon gar nicht den da, Marc, der hat ein Messer in der Hand.“
„Wir haben doch auch welche. Aber gut, okay, und jetzt lass mich los..“
Wieso habe ich das Gefühl, dass es keine gute Idee ist ihn loszulassen?
„Ich lass dich los, wenn du mir die Zwiebel gibst.“
„Du traust mir nicht.“
„Natürlich trau ich dir...nicht.“
„Gut, das solltest du auch nicht. Also...aber nur in diesem...Zwiebelfall. Sonst traust du mir doch..oder?“ Er schaut mich ganz ernst an.
„Vielleicht... Und jetzt gib mir die verdammte Zwiebel!“ sage ich etwas zu laut. Denn jetzt gucken uns alle an.
„Sie müssen nicht streiten um eine Zwiebel. Hier vorne wir noch haben genug!“ ruft uns die Asiatin zu.
Marc lässt sich widerwillig die Zwiebel aus der Hand nehmen und fängt an das Fleisch zu schneiden. Was hat er denn bitte jetzt? Ist er jetzt sauer? Beleidigt? Weil ich ihm sein Spielchen nicht erlaubt habe?

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01.01.2010 23:51
#148 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Ich beschließe seine Stimmungsschwankung fürs erste zu ignorieren und mich auf die Zubereitung meines Essens zu konzentrieren. Wenn Marc ein Problem hat, dann kann ers mir ja sagen.
Man, warum sind denn alle schon so weit? Die haben alle schon Essen in der Pfanne. Schnell schneide ich irgendwie das Fleisch in kleine Stücke und nehme dann alle Zutaten und schmeiße sie in den Wok. Ich weiß, man soll eigentlich erst das Fleisch anbraten und dann das Gemüse dazu tun. Oder wars andersrum? Egal, wenn ich das ganze etwas beschleunigen will geht das bestimmt auch so. Außerdem hab ich langsam echt Hunger. Und kulinarische Kreativität ist doch immer erlaubt. Solange das Endprodukt schmeckt...
Hmm, bei Marc sieht das Essen irgendwie anders aus. Um ehrlich zu sein, seins sieht leckerer aus.
„Du Marc?“
„Was ist?“
„Was hastn du da alles für Gewürze reingetan? Deins sieht irgendwie so...naja..so..“
„So lecker aus?“
„So würzig, wollte ich sagen...“
„Ah...Ähm..also erst mal ganz viel von dem da. Und auch eine großzügige Portion von diesem Zeug. Und von den anderen Gewürzen halt etwas weniger.“
„Oki Doki.“
Weil ich ehrlich gesagt nicht mehr weiß, was der Koch uns vorhin über die Zugabe von den Gewürzen erzählt hat (was ja wohl völlig okay ist, ich meine mein Gehirn muss sich schon merken aus welchen Knochen unser Körper alles besteht), folge ich den Tipps von Marc und koche fröhlich vor mich hin. Hmmm, das wird bestimmt köstlich.
So neigt sich unser Kochkurs dem Ende zu. Marc ist wieder besser gelaunt und grinst die ganze Zeit vor sich hin. Ich glaub das vorhin war nur eine kurze Phase. Sowas haben Männer ja manchmal. Und er macht auch keine weiteren versuche den bösen Bodyguard zu bewerfen.
Viele haben ihr Essen schon vom Feuer hinunter genommen, aber ich glaub mein Fleisch ist noch nicht ganz durch, deshalb warte ich vielleicht noch ein zwei Minuten. Aber probieren könnte ich ja vielleicht trotzdem schonmal. Deshalb nehme ich ein bisschen auf meinen Kochlöffel, puste etwas und nehme es in den Mund. Und es schmeckt gut. Das denke ich zumindest in den ersten Sekunden. Doch dann spüre ich es. Ein höllisches Brennen im Mund, Flammen zerreißen meine Zunge...Mein Essen ist sau scharf. Ich würge es so schnell wie möglich runter. Toll, jetzt brennt auch noch meine Kehle wie Feuer. Das ist so unerträglich! Ich atme laut ganz viel Luft ein und aus in der Hoffnung es wird besser. Aber es brennt so höllisch..ich glaub ich muss sterben.
„Wasser! Ich brauch Wasser!! Hallo? Gibt es hier irgendwo Wasser??!!“ Schön jetzt schauen mich alle an. Bewegen tut sich aber keiner. Hallo? Ich verbrenne.
„Du vertraust mir ja doch.“ meint marc neben mir. Was soll das denn jetzt heißen?
„Wer brauchen Wasser?“ höre ich die Stimme vom Koch aus der Speisekammer.
„Ich!! Ganz ganz ganz dringend..Ich brenne!!“
„Sie brennen?? Wir haben auch Feuerlöscher. Phi!“ ruft er in den Flur und dann ruft er irgendwas auf Chinesisch oder Vietnamesisch oder sowas in der Art.
„Nein verdammt mein Mund brennt. Das Essen ist so scharf!“ Aus lauter Verzweiflung nehme ich eine Paprika und beiße hinein.
Ich muss hier raus. Vorne im Raum sehe ich zwar ein Waschbecken, aber ich kann mich jetzt hier nicht vor allen Leuten zum Affen machen. Ich stürme aus dem Raum in den Flur und entdecke Gott sei Dank sofort die Toiletten. Dort trinke ich dann so viel Wasser wie ich noch nie in meinem Leben getrunken habe. Danach geht es etwas besser. Und ich kann wieder Gedanken fassen...Marc dieser Arsch...

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04.01.2010 22:36
#149 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Wütend stoße ich die Toilettentür auf. Und vor der Tür steht er. Dass er sich überhaupt noch in meine Nähe traut? Ist ja sehr mutig von ihm...
„Ist alles okay?“ Jetzt lacht er auch noch...
„Du verdammter Mistkerl!“ Ich laufe auf ihn zu und schlage ihm gegen die Brust.
„Gehts noch?!“
„Nein verdammt! Sag mal wolltest du mich umbringen?! Weißt du eigentlich wie scharf dieses Zeug ist, wovon ich eine großzügige Portion in mein Essen tun sollte? Und dann noch ganz viel von dem da...Das war Curry oder Schilli oder so oder? Marc, mein Mund brennt immer noch wie Sau.“
„Ja tut mir Leid. Ich dachte, kluge Menschen lesen erstmal auf dem Etikett was genau sie in ihr Essen schütten.“
„Soll das heißen dass ich dumm bin?“
„Nein!....naja..“
„Marc ich habe dir vertraut. Und du wusstest genau was du mich da kochen lässt. Du hast zugesehen wie ich quasi den Tod für meine Zunge, für meinen Hals und überhaupt für meinen ganzen Mund koche!“
„Gretchen komm, ich wusste doch nicht, dass es soo scharf ist. Ich wollte doch nur ein bisschen Spaß machen und außerdem wollte ich sehen ob du mir...vertraust...“
„Schön. Dein Spaß war aber nicht lustig okay? Und wieso willst du sehen ob ich dir vertraue?“
„Du hast °vielleicht° gesagt..“
„Was?“
„Du hast vielleicht gesagt...als ich dich gefragt habe.“
„Als du mich bitte was gefragt hast?“ Habe ich einen Heiratsantrag verpasst?
„Na ob du mir vertraust...vorhin.“
„Und da testest du mein Vertrauen auf diese Weise?“
„Ja, aber hey es tut mir echt Leid okay? Vergessen wir die ganze Sache doch einfach.“
Ich sage erst mal nichts. Soll ich das durchgehen lassen?
„Gretchen, hab ich jetzt das ganze Date versaut? Bitte sag mir wie ich es wieder gut machen kann hmm?“
Oh er schaut so süß. Ich hasse es wenn er diesen Hundebabyunschuldsblick aufsetzt.
„Okay...“ fange ich an. „Aber nur unter einer Bedingung...Ich kriege dein Essen!“

Es stellt sich leider heraus, dass Marcs Essen auch nicht gerade der Burner ist. Dabei sieht es wirklich lecker aus.
„Eurr...Marc, was hast du da gekocht? Schmeckt irgendwie...schei...komisch.“
„Boa du stellst dich aber auch an. Sei doch nicht so pingelig. Gib mal her, ich will auch mal probieren.“
Gierig reißt mir Marc den Teller weg. Genüsslich schiebt er sich etwas in den Mund...und sieht aus als müsse er gleich kotzen.
„Siehst du, du findest es auch eklig.“
„Naja...also...es gibt schlimmeres. Außerdem bin ich nicht daran Schuld. Ich habe richtig gekocht, aber es liegt halt einfach daran, dass...naja...dass..“
„Na sag schon. Bin ich wieder Schuld oder was?“
„Nein...das..das Fleisch. Das ist Gammelfleisch. Eindeutig.“
„Gammelfleisch? Meinst du wirklich? Vielleicht sollten wir eine Laborprobe mitnehmen.“
„Hmm..“ macht er nur, während ich anfange ein Stückchen Fleisch in meine Serviette einzuwickeln.
„Na Sie Ärzte, tut Essen gut schmecken?“ kommt plötzlich der Koch vorbei.
„Hmmm ja suuper lecker. Also da hat sich mein..mein..Dr. Meier echt Mühe gegeben. Sie sind ein guter Lehrer.“
Der Koch ist so nett. Ich will ihn nicht beleidigen, indem ich sage, dass das Essen nicht schmeckt. Deshalb lächel ich ihn nochmal schön dankbar an. Und Marc muss natürlich alles wieder zunichte machen. Wahrscheinlich steht der Koch mir wieder zu nahe..
„Äh hören Sie...kann es sein das das Gammelfleisch ist?“
„Hammelfleisch? Nein, Sie Dummerchen, das ist Hähnchen. Vielen Appetit noch.“ Damit verabschiedet er sich wieder in die Küche und ich schaue Marc kopfschüttelnd aber grinsend an.
„Ja was? Lass uns jetzt das Esses - wenn man es denn so nennen darf – jetzt entsorgen und dann verschwinden wir hier. Ich hol uns ne Pizza.“
„Gute Idee.“

Miss Blond Offline

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05.01.2010 23:03
#150 RE: Fortsetzung von Miss Blond Zitat · Antworten

Kurze Zeit später sitzen wir in Marcs Auto.Und da erst merke ich wie anstrengend Kochen ist. Bin schon etwas erschöpft. Und Hunger hab ich auch immer noch. Aber Marc kennt sich aus und zusammen bestellen wir zwei Pizzen bei einem guten Italiener. Zum Mitnehmen. Er gibt nämlich auch zu, dass er jetzt lieber nach Hause will, weil „er sich von den komischen Leuten erholen muss.“ Und da man auf die Pizza ja doch etwas warten muss, mache ich den genialen Vorschlag, uns bei VideoWorld nebenan eine DVD auszuleihen. Marc ist zwar nicht so begeistert, aber er willigt ein. Vielleicht hat er noch Schuldgefühle.
„Aber eins leg ich jetzt mal fest: Wir schauen keine Liebesschnulze, wo du danach die ganze Zeit heulend im Bett sitzt.“
„Marc, in dein Bett kriegst du mich nicht. Schon vergessen? Und wir werden uns schon auf einen Film einigen.“
„Tja mein neuer Fernseher steht aber leider im Schlafzimmer. Und nur der hat einen Dvd-Player...und einen Mega-Flachbildschirm. Jetzt sag aber nicht, dass ich ein Angeber bin. Ein Mann muss sich auch mal was leisten.“
„Ich sag ja gar nichts. Außerdem wundert es mich nicht, dass nur der Fernseher im Schlafzimmer einen Player hat. Ich mein jetzt wo Gabi weg ist und ich nicht mit dir...“
„Ja gut Hasenzahn, lass uns jetzt ne Dvd suchen und gut ist.“
Gemeinsam betreten wir die Videothek. Seltsamer weise trennen uns unsere Richtungen schon nach dem ersten Dvd-Regal. Aber egal, Männer haben eh keine Ahnung was gute Filme angeht.
Nach fünf Minuten habe ich bereits eine super Auswahl an tollen Filmen und bin bereit sie Marc zu präsentieren:
„Aaalso Marc, pass auf: Was hältst du von...voilà...Tatsächlich Liebe? Ich weiß, ist eigentlich irgendwie ein Weihnachtsfilm, aber der ist echt schön und sehr lustig.“
„Äh Nein. Ganz ehrlich..Wenn ich den Titel lese, muss ich schon kotzen.“
„Ach komm, deutsche Übersetztungen von Titeln sind sowieso immer völlig falsch und unpassend.“
„Aha, wie ist denn der Originaltitel?“
„Ähmm..Love Actually.“
„Kotz. Okay, was hast du noch?“
„Hier...Schlaflos in Seattle!“
„Nein!“
„Dann vielleicht..Pretty Woman?“
„Bloß nicht. Also Julia Roberts war ja mal ganz heiß, aber immer wenn sie lacht, wird sie zum Pferd.“ Gut, dann kann ich Notting Hill wohl auch vergessen...
„Du bist so fies. Aber das heißt ja...du hast den Film schon mal gesehen? Ohhh Marcii..!“
„Nein, habe ich nicht. Nur die ersten zehn Sekunden..“
„Na gut, weiter im Text....Titanic?“
„Nein.“
„Stolz und Vorurteil?“
„Gretchen, verarsch mich nicht.“
„Hier, den Film hab ich schon echt lange nicht mehr gesehen..Romeo und Julia...hach..“
„Okay, hör bitte auf. Gib mal her was hat du denn da noch für ne Kacke zusammen gesucht?“ Er reißt mir den Stapel Dvds aus der Hand und fängt an zu lesen....“Casablanca, Harry und Sally, Frühstück bei Tiffany, Ghost..sieht nicht aus wie ein Gruselfilm, also nein...Findet Nemo?!“
„Ja, der ist doch süß.“
„Gretchen, muss ich mir Sorgen um dich machen?“
„Haha..was hast du denn so ausgesucht, du..du Kulturbanause?!“
„Naja..hier..Das Schweigen der Lämmer, Terminator, Transporter, Transformer, Stirb langsam 1, 2 und 3...“
„Okay Stop, das reicht! Nicht mit mir Marc.“
„Toll und jetzt?“
Wir haben noch ein paar Auseinandersetzungen über Filme, bevor wir uns unter Aufforderung der Ladenbesitzerin, die extra aus dem Hinterraum kommt, entscheiden. Und ich bin eigentlich auch ganz zufriefen damit. Ist zwar total unrealistisch, dass ein Typ von einer Spinne gebissen wird und dann zu einem Helden wird, aber wenigstens hat er noch sowas wie Gefühle. Da gibt es doch diese tolle Kusszene. Vielleicht kann ich Marc ja überreden, dass er sich nachher kurz mal vom Dach hängen lässt. Aber nur wenn es regnet.

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