Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 326 Antworten
und wurde 59.233 mal aufgerufen
 Abgeschlossene Fortsetzungen!
Seiten 1 | ... 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14
Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

29.01.2009 13:11
#201 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Ein wenig später im Vorbereitungsraum des OPs spricht Marc sie nochmals auf das Thema von vorhin an. Er kanns aber einfach nicht lassen und nennt sie wieder Kälbchen: „Na, Kälbchen du weisst schon das die Tagung morgen früh beginnt? Das heisst heute Abend abfahrt Richtung Hamburg.“ Sie spritzt ihm Wasser ins Gesicht: „Ich warn dich das letzte Mal. Ich machs und nenn dich vor den Patienten Schnuffel. Oder wäre die Hasi lieber?“ Er grinst sie an: „Kälbchen das getraust du dich eh nie.“ Das hätte er jetzt besser nicht getan. Sie sieht ihn nochmals böse an und geht in den OP. Dort wird gerade die Patientin Narkose gesetzt. Als Marc neben ihr steht lächelt Gretchen die inzwischen etwas benebelt Frau an und sagt: „Das ist Dr. Schnuffel, er wird sie heute operieren. Die Frau hat zwar nicht mehr alles mitbekommen dafür das restliche OP Personal. Alle kichern vor sich hin und der Oberarzt kocht vor Wut: „Ich schwör dir das kriegst du zurück.“ Dann nimmt er sich seine Kollegen vor: „Was gibt’s da zu lachen. Wir sind hier im OP und das eine ernste Angelegenheit.“ Die einzige die sich ein kichern nicht verkneifen und während der ganzen OP gackert wie ein Huhn ist Sabine. Irgendwann reicht es ihm mit ihr und er schreit sie an und schmeisst sie kurzer Hand aus dem Raum. „Spinnst du? Wenn du auf jemanden sauer sein willst, dann bitte auf mich. Und schrei sie nicht an.“ Ohne sie anzusehen gibt er ihr zur Antwort: „Du willst gehen. Dann geh.“ Damit das ganze jetzt nicht in einem Streit ausartet. Zieht es die Assistenzärztin vor ihr Besteck niederzulegen und zu gehen.
Im Stationszimmer bringt ihr eine der Lehrlinge der Administration die Hotelreservationen für Hamburg. Gretchen glaubt sie sehe nicht recht als sie die Zimmerreservation ansieht.
Ich glaube ich spinne. Das darf doch nicht wahr sein. Papa hat 2 Einzelzimmerreservieren lassen.
Und auch noch auf unterschiedlichen Etagen. Jetzt dreht er wirklich am Rad.
Der weiss doch das Marc und ich zusammen sind. Warum macht der den so einen Murks.
Jetzt reichts. Der wird jetzt meine Meinung hören.

Noch immer wütend durch den kleinen Streit mit Marc stapft sie Richtung Verwaltung davon.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

29.01.2009 14:21
#202 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Als Marc ein paar Minuten nach ihr ins Stationszimmer kommt sieht auch er die Reservationen.
Er fackelt nicht lange nimmt das Telefon und ruft das Hotel an. „Guten Tag, hier Dr. Meier. Es wurden 2 Zimmer bei ihnen gebucht für die kommenden Tage. Da muss ihnen leider ein Fehler unterlaufen sein. Es sollte ein Doppelzimmer sein und nicht zwei Einzelzimmer.“
Die Hotelangestellte entschuldigt sich und sieht in ihrem System nach ob noch Doppelzimmer frei sind. Nach einer Minute suchen entschuldigt sie sich erneut: „Wir sind ausgebucht. Ich könnte ihnen aber die Honeymoon Suite anbieten. Natürlich mit Rabatt, als kleine Entschuldigung.“
„Sehr gut. Mit der Anreise heute Abend klappt auch….Sehr gut. Herzlichen dank und bis heute Abend.“ Zufrieden legt er den Hörer auf die Gabel, nimmt sich einen Kaffee und geht in sein Büro.
Gretchen rauscht ohne anzuklopfen gerade zu in das Büro ihres Vaters.
„Papa, was soll der Kindergarten mit den Einzelzimmern. Marc und ich sind zusammen. Da brauchst du nicht deine Moral von anno 19 Hundert rauszuholen.“ Ihr Vater hört sich das ganz Ruhig und gelassen an. Als sie fertig ist mit schreien erklärt er ihr: „Ich hab das nur so gemacht, weil du etwas lernen sollst bei dieser Tagung. Sonst kriegt man euch ja gar nicht mehr auseinander. Muss mir inzwischen schon genug von euch hier im Krankenhaus anhören. Muss aber ehrlich sagen das ich noch nie auf die Idee gekommen bin mit der Abstellkammer. Ihr habt wirklich Fantasie.“ Die junge Frau macht grosse Augen und verflucht in Gedanken Schwester Sabine. „Solche Sachen gehen eben rum wie ein Lauffeuer. Ich hab bis jetzt geschwiegen weil ihr euch vor den Patienten zusammen reisst. Versteh mich doch, ich denke dabei auch an der Ruf der Klinik. Ihr repräsentiert uns in Hamburg und wenn man euch da nie sieht und statt dessen vernehmen muss das ihr nicht aus dem Hotelzimmer raus kommt. Wirft das kein gutes Licht auf mich. Also verstehst du mich jetzt.“ Sie will es nicht einsehen. „Was denkst du eigentlich von uns? Das mit der Abstellkammer war ein Missverständnis. Wir werden uns benehmen und jetzt bitte ändere die Reservation auf ein Doppelzimmer oder wenigstens Einzelzimmer mit Verbindungstüre.“ Nichts da Franz bleibt sturr und betont dass er nur das Beste will.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

30.01.2009 09:08
#203 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Nach der Arbeit holt Marc sie von zu Hause ab, zumindest hat er das vor. Denn ohne zu Fragen ist er der Meinung er fährt die doch recht lange Strecke rauf in den Norden. Er klingelt kurz und öffnet dann mit seinem Schlüssel, welcher er schon ne ganze Weile hat, die Wohnungstüre.
Was er besser nicht gemacht hätte. Vor ihm steht Steffi in einem hauch aus nichts und um die Ecke kommt sein bester Freund David gerannt, nur mit einer Schürze, ein paar Socken und einem Staubwedel in der Hand an.
Dem ist das ganze Extrem Peinlich wie auch Marc. „Ehm. Sorry. Ich wollte eigentlich Gretchen abholen.“ Steffi lächelt ihn an und meint völlig locker dass er sie gerade verpasst habe. Sie wolle nämlich ihn abholen. Sie kann sich ein grinsen ihrer seits nicht verkneifen und fügt an: „Vielleicht solltet ihr es mal mit Reden probieren.“ Er sieht sie abschätzend von oben bis unten an und dann seinen Freund. „Ach, ja und was macht ihr denn bitte?“ Dann geht er. „Das nenn ich Hausputz mit Extras.“ ruft ihm Steffi noch hinter her, doch der Oberarzt hört dies schon nicht mehr.
Bei seiner Hütte angekommen wartet seine Assistenzärztin bereits sitzend auf ihren Koffern. „Sag mal hast du immer solange. Ich warte hier schon ne Ewigkeit.“ Er geht auf sie zu, sieht ihren Stapel von Koffern: „Und du willst du eine Weltreise machen?“ „Ich bin ne Frau. Mir reicht halt nicht nur ne Zahnbürste und ein Deo. Könnte es sein das du gerne unseren Streit von heute Mittag weiterführen willst? Dann wird das ne lustige 3 Stunden fahrt.“
Er hebt seine Hände und meint dass er jetzt wirklich nicht streiten will. „Aber wie verflucht willst du die Koffer in mein Auto bringen?“ Diese nimmt ihren Autoschlüssel, drückt auf den Öffnungsknopf: „Gar nicht. Wir nehmen meinen. Da passt das alles rein. Schon mal was von Rückbank gehört.“ Er grinst: „Von Rückbank schon aber in einem anderen Sinn. Und was deine Knutschkugel betrifft. Nie im Leben!“
Sie regt sich darüber auf das er soeben ihr Auto beleidigt hat und will nun wissen was so schlimm daran sei ihr Baby zu nehmen. „Das ist einfach zu erklären. Käfer = Frauenauto und ich will mich auf dem Kongress nicht lächerlich machen.“ Die Diskussion wird immer hitziger bis die beiden bemerken das sie schon eine Stunde rum streiten und sie sich eigentlich langsam wirklich auf den Weg machen sollten. Sie einigen sich darauf das Gretchen ihre Kofferanzahl um die hälfte Dezimiert und sie somit alles in seinen BMW bekommen und Marc verspricht das er beim nächsten Mal sich ein Auto anschafft in dem für Frau und Gepäck genug platz wäre.
Obwohl der Schwur von ihm nicht wirklich ernst gemeint ist.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

30.01.2009 11:48
#204 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Während der Fahrt sind beide eher ruhig im Gegensatz zu vorher. Es gibt noch ein kleineres Streitgespräch betreffend Musik und beste Route. Aber sie entscheiden sich dann dass sich das Navigationssystem am besten auskennt und Musiktechnisch gibt sich Marc geschlagen.
Sobald die Strecke offen ist fährt er am oberen Limit was seiner Beifahrerin regelrechte Schweissperlen auf die Stirn bringt. „Muss du so schnell fahren?“ „Ich fahre der Situation angepasst und keines wegs zu schnell. Also beruhig dich.“
Eingeschnappt sagt sie schliesslich gar nichts mehr. Als sie im Hotel angekommen, räumen sie alle Koffer gleich aus und nehmen sie mit rein. An der Rezeption erwartet Gretchen schon die 2 Schlüssel und das Marc erstmal nochmals sauer wird. Aber sie wird überrascht.
„Guten Abend Dr. Meier ihre Suite ist für sie bereit der Page hilft ihnen beim Gepäck.“
Die Assistenzärztin flüstert: „Was meint die den mit Suite?“ „Lass dich überraschen.“
Und das ist sie dann auch als sie den Raum, denn sie jetzt für ein paar Tage bewohnen wird, sieht. Eine Flasche Sekt steht bereits gekühlt bereit und die Karte mit den Menüs fürs Abendessen. Sie kann es gar nicht fassen. „Aber es waren doch 2 Einzelzimmer gebucht. Wie so jetzt plötzlich dass?“ Marc gibt dem Pagen ein Trinkgeld und dieser Verschwindet. Dann geht er zu Gretchen hin und nimmt sie in den Arm. „Hasst du echt das Gefühl ich lass mir das hier entgehen?“ Es geht nicht lange und sie landen im grossen Bett im Schlafzimmer. Vergessen ist aller Streit der letzten Stunden. Zu mindest jetzt. Denn kaum liegen sie 5 Minuten nur so nebeneinander fängt die junge Frau das ganze an zu verfluchen: „Scheisse, mein Vater hatte recht. Das geht so nicht. Ich muss sofort an meine Berichte.“ Sie stürmt gerade zu aus dem Bett. Und er versteht die Welt nicht mehr. „Was soll das jetzt? Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder. Die lässt mich schon wieder eiskalt abblitzen.“ Sie hat sich bereits auf die Koffer gestürzt und packt aus. „Wieso eiskalt abblitzen? Wir haben doch gerade und wenn mein Vater rausfindet das wir ausser mal kurz bei irgendwelchen Vorträgen aufgekreuzt sind uns nur im Bett gewälzt haben. Bringt er zuerst dich und nachher mich um. Mir reichts schon das er von uns und der verfluchten Kammeraktion gehört hat.“ „Bitte?“ Marc muss lachen, doch als sich das Gesicht von Gretchen von suchend in entsetzen wandelt, steigt er auch aus dem Bett und fragt was den jetzt passiert sei. „Nur fürs Protokoll. Du wolltest das ich auf die hälfte von meinen Sachen verzichte. Mir fehlt mein Kulturbeutel und meine Aufzeichnungen für den Bericht.“ Er küsst sie zärtlich auf den Hals und flüstert: „Das ist kein Problem. Kannst meinen Laptop und meine Zahnbürste haben. Und was deinen Bericht angeht da helf ich dir.“ Sie weicht ihm aus. „Die Zahnbürste ist nicht das Problem, kann mir schnell unten eine neue holen. Aber meine Pille war da drin.“
Jetzt vergeht auch ihm das Lachen. „Eh, warum hast du die den nicht in deiner Handtasche?“
„Das ist jetzt nicht dein Ernst? Jetzt bin ich schuld. Ja, toll.“ Sie ist sauer und setzt sich mit verschränkten Armen aufs Bett. Er fährt sich durch die Haare und überlegt wie sie aus der Situation jetzt wieder raus käme, ohne dass sie jetzt schon wieder extrem sauer wäre. Denn irgendwie hat er im Moment so gar keine Lust zum Streiten. Und morgen soll er auch noch einen Vortrag halten über Unfallchirurgie. Er beschliesst es diplomatisch anzugehen. „Also erstmal jetzt keine Panik. Deine letzte war heute Morgen, die hast du genommen. Morgen schauen wir also nach einer Apotheke bevor wir zum Vortrag gehen. Warum auch immer gleich auf Panik machen. Es passiert schon nichts. Lass uns jetzt etwas Essen gehen, frische Luft tut uns jetzt gut.“
„Sorry, dass ich so ausgetickt bin. Ich meine nur wir hatten das ganze schon mal und im Moment möchte ich nicht wieder in diese Situation kommen.“ Mit voller Absicht erwähnt sie die Schwangerschaft nicht beim Wort. Sie ziehen sich etwas schickeres an und machen sich auf den Weg in ein Restaurant.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 07:13
#205 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Im Restaurant entspannt sich die Assistenzärztin langsam wieder. Der Ausblick auf den Hafen ist beeindruckend und sie kommt ins träumen. Vor dem Dessert verdrückt sich Marc mal schnell und Gretchen schaut weiter verträumt aus dem Fenster. Bis sie eine bekannte Stimme aus der Trance holt: „Gretchen?“ Sie dreht sich um und vor ihr steht der Neurochirurg Dr. Alexander Hartmann. „Alex, was machst du den in Hamburg?“ Er lächelt sie an und sagt ihr dass er für die Internationale Fachtagung hier sei. „Die Welt ist klein.“ Marc kommt immer noch gut gelaunt von der Toilette, doch seine Laune ändert sich schlagartig als er Alex am Tisch von Gretchen sieht. Und vor allem als er sie wieder mit ihm Lachen sieht. „Bist du alleine hier?“ Fragt die Assistenzärztin ihren Ex-Freund und der deutet auf einen Tisch im hinteren Teil des Restaurants. „Nein, ich bin mit Maja hier. Sie ist meine…“ Zu mehr kommt er nicht den Marc setzt wieder an den Tisch und linst ihn böse an: „Dr. Hartmann, sie hier. Welche Freude!“ Alex verzieht ebenfalls das Gesicht und schneidet eine Grimasse: „Ach, sie gibt es auch noch. Tschüss Gretchen, wir sehen uns sicher morgen.“ Er gibt Marc noch mal die Hand und geht zurück zu seinem Tisch.
Sie sieht ihn fragend an und er zuckt nur mit den Schultern: „Sag mal wo bleibt den der Nachtisch.“ „Der Kellner kommt sicher gleich.“ Sie verzichtet darauf ihn wegen seiner unnötigen Eifersucht anzusprechen und geniesst lieber das Dessert, das kurze Zeit später gebracht wird.
Auf dem kleinen Fussweg zum Hotel nimmt sie allerdings doch einen Anlauf um ihm zu sagen das es keinen Grund zur Eifersucht gibt. Doch er will ihr gar nicht zu hören und lenkt ab. „Hast du die Sternschnuppe vor hin gesehen?“ „Wenn ich dich nicht schon so lange kennen würde, dann hätte ich jetzt tatsächlich geglaubt, dass du die Nummer mit der Sternschnuppe ernst meinst. Marc, bitte. Zwischen mir und Alex besteht nur Freundschaft, mehr nicht. Denn einzigen den ich liebe bist du.“ Statt ihr zu sagen dass er sie auch liebt zieht er sie zu sich hin und küsst sie. Dann zieht er sie gerade wegs ins Hotel zurück.
Türe fällt ins Schloss und er überfällt sie mit küssen. Dabei landen sie schon wieder auf dem grossen Bett. Wie ein paar Stunden zu vor schon. Im Hinterkopf hat sie nur immer ein Gedanke.
Es ist ein Fehler, wir müssen aufhören. Doch über ihre Lippen kommen diese Worte nie. Stattdessen küsst sie ihn und stellt mit erstaunen fest: „Du schmeckst nach Schokolade.“
„Ich dachte mir schon, dass bei dir das mehr zieht als mein Aftershave. Ich sollte wohl öfters ein Schokoladendessert nehmen.“ Er zieht aus seiner Tasche ein Kondom. Als er allerdings in ihre Augen sieht verwirft er es und küsst sie erneut.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 09:00
#206 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen führt sie der erste Weg in eine Apotheke. Sie hat Marc schlafen lassen und ist alleine auf die Suche gegangen. Dank der Wegbeschreibung des Portiers hat sie diese auch auch schnell gefunden. Jedoch stellt sich der Apotheker extrem daneben an.
„Gute Frau, ich kann ihnen ohne Rezept nicht einfach diese Pille geben.“ Sie erklärt ihm dass sie selber Ärztin sei. Aber der Mann will das nicht glauben: „Sie sehen aber gar nicht wie eine aus.“
„Ärzte sind auch nur Menschen. Und ich bin im Moment nahe zu an der Verzweiflung. Ich hab unter Zeitdruck meine zu Hause liegen gelassen, also stellen sie sich nicht so an.“ Der Mann hinter der Theke nimmt seine Brille ab und putzt sie an seinem Kittel: „Wenn sie mir wenigstens Beweisen können das sie Ärztin sind.“ „Ja, toll und wie soll ich das anstellen?“ Sie überlegt und kommt auf die Idee ihren Frauenarzt anzurufen. Sie nimmt ihr Handy und wählt die Nummer von Dr. Kaan. „Mehdi, ich hab nicht lange zeit zum Reden. Müsste eigentlich schon an einem Vortrag sein. Ich hab meine Pille zu Hause vergessen und brauche jetzt eine neue. Doch der Apotheker hier in Hamburg will sie mir nicht geben.“ Mehdi klingt noch einwenig verschlafen und vor allem ist er komplett überfahren und hat nur die hälfte verstanden. „Noch mal langsam. Du brauchst neue Antibabypillen weil du deine zu Hause vergessen hast. Und warum nimmst du die nicht einfach in deine Handtasche?“ Sie stöhnt: „Männer. Ich geb dir jetzt den Apotheker und du sagst ihm das ich Ärztin bin und das er mir die Dinger ruhig geben kann.“ Sie streckt das Telefon dem Ahnungslosen Mann rüber. Er nimmt dieses und hört aufmerksam zu. Dann legt er auf und gibt ihr das Handy wieder zurück. Dann geht er ins Lager und kommt wenige Minuten später wieder zurück. Zeitgleich mit dem Ping der Kasse kommt auch noch das Fax von Dr. Kaan in der Apotheke an. „Wollen sie vielleicht eine Kopie des Rezeptes haben?“ Die junge Ärztin schüttelt den Kopf und meint dass sie jetzt wirklich keine Zeit mehr hätte.
Auf den letzten Drücker kommt sie noch auf der Tagung an und schnappt sich einen leeren Stuhl. Marc der auf dem Weg nach vorne an ihr vorbei kommt sieht sie und gibt ihr einen kleinen Wink.
Sie lächelt ihn an und er geht zum Rednerpult.
Während seiner Rede wird Gretchen bewusst wie gut Marc wirklich in seinem Beruf ist.
„Nur wenn wir sofort handeln und keine Zeit verlieren können wir unsere Patienten retten.“
Fasziniert hört sie ihm zu. Er redet über seine Forschungen und darüber wie sehr er seinen Beruf liebt. Als der Vortrag vorbei ist sitzt sie immer noch da und bewundert ihn. Erst als er sie anspricht bemerkt sie das er gar nicht mehr auf der Bühne steht. „Und wie war ich.“ „Willst du darauf jetzt wirklich eine Antwort?“ Er sieht sie etwas verunsichert an: „Eh ja.“ Dann lächelt sie ihn an: „Mein Vater hat recht, du bist der Beste.“ Er grinst sie an und gibt ihr einen kurzen Kuss. „Komm lass uns verschwinden.“ Doch zu früh gefreut ein paar Ärzte fangen die beiden an der Türe ab und wollen mehr über seine Forschungen wissen. Etwas gequält lässt er sich breitschlagen und diskutiert mit den meist sehr viel älteren Männern. Als einer der Ärzte das Namensschild der Assistenzärztin sieht ist auch sie plötzlich mitten in einer hitzigen Diskussion über die neusten Operationstechniken. „Haase? Sind sie nicht die Tochter von Professor Franz Haase. Ihr Vater hat mir von ihnen auf der letzten Tagung erzählt. Sie sollen sein Talent geerbt haben.“ „Ich weiss nicht.“ Gibt sie bescheiden von sich und Marc sieht sie kurz an und meint dann: „Doch das stimmt schon. Sie ist nur zu bescheiden es zu zugeben.“ Darauf hin ist das Eis gebrochen. Sie stellt sich neben Marc und philosophiert angeregt mit.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 10:56
#207 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Zwischenzeitlich können sie sich mal zum Buffet durch kämpfen, nur um wenig später wieder von neuem in Beschlag genommen zu werden. Es ist schon fast wieder Abend als sie es endlich aus dem Saal rausschaffen. „Hast du auch so Hunger wie ich.“ Ihr Magen knurrt laut als Antwort. „Was hältst du davon wenn wir heute im Hotel essen und morgen Vormittag sehen wir uns die Stadt an?“ Sie stützt sich an ihm ab und zieht sich einer ihren hohen Schuhe aus: „Gute Idee. Denn meine Füsse bringen mich um. Warum mussten die den im Stehen diskutieren. Dabei hatte es so schöne bequeme Sofas.“ Er schüttelt lachend den Kopf. „Komm jetzt.“ Im Hotel angekommen geht’s mit dem Aufzug nach oben in ihr Zimmer. Als erstes muss sie dringend aus ihren Schuhen und er macht sich hinter die Speisekarte. Nach einer halben Stunde kommt der Zimmerkellner dann auch mit dem Essen. Gretchen ist inzwischen vor lauter Müdigkeit auf dem Sofa eingeschlafen, auch der Oberarzt merkt das der heutige Tag doch anstrengender war als Gedacht. Er weckt sie in dem er ihr ein Stück Gemüse unter die Nase hält. „Schokolade wäre mir jetzt lieber gewesen.“ Sie grinst ihn an und macht sich an den Tisch. „Schoko-Junkie. Gemüse ist gesünder.“ Sie sieht ihn verwundert an: „Seit wann machst du auf Gesund?“ Mit einem lächeln auf den Lippen beisst er in sein saftiges Steak. Nach dem Essen gehen die beiden Müde und voll gegessen ins Bett.
Am nächsten Morgen gehen die beiden wirklich auf Erkundungstour durch Hamburg und am Nachmittag dann an weitere Vorlesungen. Dieses Mal können sie sich zurück lehnen und einfach nur zur hören. Nach den diversen Vorträgen verdrücken sie sich möglichst schnell um nicht wieder in Diskussionen verwickelt zu werden. Im Zimmer will sich die Assistenzärztin endlich um ihre immer noch ausstehenden Berichte kümmern. Zähneknirschend schaltet Marc ihr den Laptop an, er hätte lieber an einem anderen Punkt weiter gemacht. Sie will gerade damit beginnen ihren Bericht zu tippen, da unternimmt er einen letzten versuch sie davon abzuhalten.
Er küsst ihren Nacken und den Hals. Gegen dieses Ablenkungsmanöver kann sie sich nicht wehren, so klappt sie den Computer zu und lässt die küsse zu.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 11:41
#208 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Mitten in der Nacht schleicht sie sich aus dem Schlafzimmer und geht wieder an ihren Bericht. Denn obwohl sie sich mühe gegeben haben und auch wirklich an jedem Vortrag waren, könnte ihr Vater den fehlenden Bericht ihr mächtig übel nehmen. Zudem weiss sie endlich wie sie das ganze angehen kann. Marcs Vortrag hat sie inspiriert. Als sie beinahe fertig ist wird ihr Freund durch das Geklapper der Tasten aus dem Wohnzimmer wach. Er beobachtet sie einen Moment von der Türe aus. „Du arbeitest an deinem Bericht?“ Vor Schreck kommt sie auf die Delete Taste und löscht einen grossteil ihres Werkes. „Scheisse, musst du mich so erschrecken. Oh, nein jetzt muss ich alles noch mal schreiben.“ Er geht zu ihr hin und sieht sich das ganze mal an. „Das ist nicht so schlimm, du kannst es hier wieder herstellen.“ Er macht das Löschen wieder rückgängig und speichert sicherheitshalber auch gleich mal. „Ich wollte dir doch helfen. Warum schleichst du den mitten in der Nacht aus dem Bett raus.“ Sie schreibt ihren letzten Satz, speichert und macht die Klappe zu: „Du hast mir schon geholfen.“ Er grinst sie an und nimmt sie in den Arm: „Sag bloss, Sex mit mir sei deine Inspiration.“ „Einbildung ist auch ne Bildung. Nein, ich meine deinen Vortrag gestern. Der Rest hat mir nur geholfen die Wörter zu Formulieren.“ Er sieht sie gespielt erschrocken an: „Du willst doch nicht ernsthaft sagen das du mit dem Kopf die ganze Zeit beim Schreiben warst.“ Er fängt sie an wie wild zu kitzeln und sie kabbeln sich. „Frauen sind eben wahre Multitasking Genies.“ „Aha. Na warte.“ Er nimmt sie auf den Arm und trägt sie ins Schlafzimmer. Vom letzten Tag und den letzten Vorträgen bekommen sie nichts mehr mit. Sie verlassen am darauf folgenden Tag das Hotel. Auf dem nach Hause weg machen sie bei einer kleinen Raststätte halt und essen etwas.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 13:32
#209 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Die letzten Tage waren einfach nur klasse. Gebe zu, dachte schon das schlimmste als ich das Hauptthema dieser Ärztetagung gelesen habe an der grossen Glastüre „Vergangenheit und Zukunft der Chirurgie“. Und der Fehlstart gleich am Anfang waren auch nicht gerade besonders Begeisterungs- fördernd. Marc hat nämlich darauf bestanden das ich mein Gepäck halbiere. Männer! Ganz zu schweigen von der Zimmerreservation von meinem Vater. Der wollte uns ja tatsächlich in Unterschiedlichen Etagen und Einzelzimmer einsperren. Nur damit ich mich auf meine Ausbildung konzentriere. Ich weiss nicht wie es Marc fertig gebracht hat, aber wir hatten keine Einzelzimmer sondern die Honeymoon-Suite. Ich kann nur sagen Gigantisch. Champagner stand gekühlt bereit und auf dem Bett lagen Rosenblätter verstreut.
Sogar die Tagung selbst war sehr interessant. Man konnte mit Kollegen über verschiedene Methoden und über alternative Medizin diskutieren. Aber mein persönliches Highlight war Marcs Vortrag. Ich wusste doch schon immer dass er ein Gott in seinem Bereich ist.
Gut, er ist nicht nur Chirurgen technisch einer, denn er schafft es mich auch in allen anderen Bereichen immer wieder zu überraschen. Wir haben alles gemacht was wir machen sollten und auch noch ein bisschen mehr. Mein Bericht liegt fix fertig ausgedruckt vor mir. Wir haben uns Hamburg angesehen und zwar in einem Höllen Tempo so dass wir am Abend einfach nur noch schlafen wollten. Behaupte jetzt einfach dass wir uns alle Sehenswürdigkeiten angesehen haben. Und am letzten Tag sind wir, dann aber nur noch im Bett geblieben. Schliesslich soll so eine Flitterwochen Suite doch auch genutzt werden.
Ich glaube wir haben den Rekord, von allen Paaren die bis her in diesem Zimmer waren, in einem Tag gebrochen. Als wir vorhin endlich wieder bei Marc ankamen, zog ich es vor dann lieber wieder in meine eigenen vier Wände zu gehen. Am liebsten würde ich jetzt die nächsten Tage durchschlafen. Beim nächsten Mal nehme ich die darauf folgenden Tage auch noch gleich mit Frei. Aber jetzt ist es zu spät dafür und ich muss mich morgen früh gleich für eine Frühschicht aus dem Bett quälen.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 14:11
#210 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

24. Kapitel: Irgendwann triffts jeden

Mühevoll kraxelt sie am darauf folgenden Morgen aus dem Bett. Verschlafen trottet sie ins Badezimmer und macht sich für den Arbeitsalltag fertig. Als sie in den Spiegel sieht erschrickt sie erstmal vor sich selber. Sie ist richtig gehend blass. Sie probiert es mit etwas Schminke zu verbessern. Doch jetzt wirkt sie wie angemalt. So schminkt sie sich wieder ab und legt ihr normales leichtes Tages Makeup auf. Im Stationszimmer meldet sie sich bei der Schwester Sabine kurz an um sich gleich wieder ab zu melden: „Ich muss noch ein paar Unterlagen in der Verwaltung abgeben.“ Sie in den Fahrstuhl rein und ihr Oberarzt hält sie zurück. „Wo willst du denn hin, die Visite wartet?“ Sie dreht sich um und Marc sieht in ihr immer noch recht blasses Gesicht: „Wow. Geht’s dir gut?“ „Mit mir ist alles in Ordnung. Hab nur zuwenig geschlafen.“ Sie drückt den Fahrstuhlknopf „Ich geh mal schnell meine Unterlagen abgeben, komme dann gleich zur Visite.“ Ein zögerliches „OK“ kommt über seine Lippen und er sieht ihr besorgt zu wie sie in den Aufzug steigt. In der Verwaltung angekommen klopft sie an die Türe ihres Vaters. „Herein.“
Sie geht rein und über gibt ihm den Umschlag mit dem Bericht mit einem Lächeln im Gesicht. „Wie von dir Verlangt meine Arbeit für den Fachabschluss. Ich hoffe der genügt dir.“ Erstaunt darüber das sie es tatsächlich geschafft den Bericht fertig zu schreiben nimmt er sich zu erst einmal die Unterlagen vor. Dann sieht er auf und sieht seine Tochter etwas besorgt an. „Kälbchen geht es dir gut? Du bist so blass.“ Sie verdreht die Augen und wiederholt auch ihm gegenüber dass sie nur zuwenig geschlafen habe. „Und haben dir die letzten Tage etwas gebracht.“
Sie nickt: „Ja, danke vielmal du hattest recht ich brauchte nur einwenig Inspiration. Und ich hab noch ein paar Studienkollegen von dir getroffen, ich soll dich ganz herzlich von ihnen grüssen.“ Sie hofft damit sei dann auch seine Vermutung die er vor der Abfahrt hat zerstreut.
Und sie hat richtig gehofft. Ihr Vater scheint erleichtert zu sein: „Das freut mich. Dann will ich dich nicht länger aufhalten.“ Sie verabschiedet sich und geht zurück in ihre Station.
Das sie anscheinend nicht nur zuwenig geschlafen hat, merkt sie als sie sich schnell nach ihrem runter gefallen Kugelschreiben bücken will. Ihr wird schwarz vor Augen und sie wäre beinahe umgefallen. Gerade noch so kann sie sich am Bett eines Patienten halten.
Marc sieht sie wieder besorgt an und fragt wieder nach ob es ihr wirklich gut ginge. Sie schüttelt wieder den Kopf und meint es ginge ihr bestens. Er kann ihr nicht wirklich glauben und beobachtet sie noch eine weile. In der Pause lädt er sie in die Cafeteria ein zum Essen.
„Ich habe keinen Hunger.“ Doch er lässt sich nicht von der Idee abbringen das sie schon wieder nichts gegessen habe und darum so blass ist. „Nichts da du isst jetzt was und wenn ich dir das selber einschaufeln muss.“



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 15:02
#211 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Wie ein rettender Engel erscheint Steffi in der Cafeteria. Diese grinst Marc an: „Na, wieder ein bisschen Gott spielen was?“ Der giftet zurück: „Wie ich sehe hast du wieder mal richtige Kleider an.“ Die Assistenzärztin sieht beide Fragend an und Steffi gibt Marc jetzt definitiv zu verstehen das er verschwinden soll: „Das soll ein Frauengespräch werden. Wenn du also nicht jeden Monat deine Tage bekommst und im sitzen Pinkelst gehörst du hier nicht hin.“
„Geh ja schon. Muss noch ein paar Unterlagen überarbeiten.“ Er gibt Gretchen einen flüchtigen Kuss und macht sich davon. Gretchen sieht ihre Freundin immer noch fragend an: „Muss das immer sein. Könnt ihr nicht normal miteinander umgehen.“ Steffi zuckt mit den Schultern: „Nö, wieso sollte ich. So ist es viel witziger.“ Sie nimmt einen kurzen Schluck von ihrem Tee. „Seit wann trinkst du Tee?“ Sie sieht sich kurz um und flüstert dann: „Darum wollte ich ja mit dir reden. Aber zuerst was anderes. David hat mir einen Antrag gemacht.“ Gretchen hätte sich beinahe an ihrer heissen Schokolade verschluckt: „Bitte wie? Vor kurzem hast du noch behauptet er sei nur ein One-Night-Stand und nach dem Reinfall mit Nick, oder wie der hiess, willst du dich nicht mehr binden.“ Sie nimmt einen erneuten Schluck von ihrem Tee und setzt die Tasse ab: „Ich weiss. Aber ich wollte mich nur selber vor weiterem Enttäuschen bewahren. Eigentlich hab ich mich schon am ersten Abend heillos in ihn verliebt. Und ihm geht es gleich. Sonst hätte er mir nicht vorgestern einen Antrag gemacht.“ Die Ärztin starrt ihre Freundin nur noch an. Sie kann es nicht glauben. Ihre beste Freundin redet von Liebe auf den ersten Blick und will heiraten. Bis vor kurzem war sie ein überzeugter Single und so was wie die Samantha Jones von Deutschland.
„Das ist noch was. Ich bin Schwanger.“ „Du bist Schwanger!?!“ Schreit sie ihre Freundin an.
„Gings noch lauter. Könnte sein das sie dich in Australien noch nicht gehört haben. Toll jetzt weiss es gleich jeder.“ Beleidigt steht sie auf und will gehen. Gretchen hält sie zurück: „Entschuldige, du kannst mich doch nicht einfach so mit der Neuigkeit überfahren. War das der Grund für den Antrag?“ Steffi schüttelt den Kopf. „Nein, ich weiss erst seit gestern das ich schwanger bin. Und bevor du fragst, ja David weiss es und er ist auch wirklich der Vater.“ Sie räuspert sich noch mal und setzt zu einer neuen Frage an: „Ich wollte dich noch etwas Fragen. Würdest du meine Brautjungfer machen. Bevor du etwas sagst. David ist gerade bei deinem Marci und fragt ihn dasselbe.“ Die Assistenzärztin wischt sich eine Träne weg, die vor lauter Rührung ihre Wange runter kullert: „Ja, ich bin gerne deine Brautjungfer.“ Sie fallen sich in die Arme und Steffi atmet erstmal erleichtert auf. Auch Marc willig ein Trauzeuge zu sein. Jedoch zweifelt er daran dass diese Ehe lange halten wird. Und sein bester Freund hat ihm verschwiegen dass Steffi schwanger ist. Weil er sich schon denken kann was dieser sagt, wenn er davon erfährt.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 16:15
#212 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

So langsam kriegt Gretchen auch wieder Farbe ins Gesicht. Was Marc in seiner Meinung bestärkt das sie einfach wieder mal nichts gegessen hat. Am Ende der Schicht bittet der Oberarzt sie für ein Gespräch in sein Büro. „Du wolltest noch mit mir reden.“ Sie steht halb im Türrahmen halb im Zimmer. Als ob sie am liebsten gleich wieder davon rennen möchte. Er zieht sie kurzer Hand rein und schliesst die Türe. „Huch. Was ist den los?“ Er lächelt sie an und zieht sie näher an sich heran. „Och, eigentlich nichts. Wollte nur wieder einwenig die Erinnerung auffrischen an Hamburg.“ Sie weicht zurück: „Nicht hier. Mir hat die Ansage von meinem Vater gereicht.“ Er lässt sie los und geht zu seinem Schreibtisch: „Also gut. Was Professor Haase angeht. Hab ich hier etwas für dich.“ Er hält ein Schreiben hoch, als sie danach greifen will zieht er es weg: „Was krieg ich eigentlich dafür, wenn ich dir das jetzt gebe.“ Sie schaut ihn etwas durcheinander an und schlägt dann vor das sie gleich mit zu ihm komme und sogar etwas kochen würde. „Einverstanden.“ Er reicht ihr das Blatt und sie liesst es aufmerksam durch. Dann schaut sie ihn mit grossen Augen an: „Hast du da deine Finger drin?“ Er hebt die Hände in die Höhe und schwört: „Ich bin völlig unschuldig daran.“ „Ich soll tatsächlich noch dieses Jahr meinen Fachabschluss machen. Zwei Jahre früher als vorgesehen. Ich kanns kaum glauben.“ Sie fällt ihm und den Hals. „Hei, wie gesagt ich habe nichts damit zu tun. Dein Vater meinte dass dem Prüfungsausschuss deine letzte Arbeit imponiert habe. Was hast du eigentlich geschrieben?“
Sie setzt sich auf seinen Schoss und küsst ihn. „Ach, nur von der Begeisterung für die Arbeit als Chirurg und das man eben viel von anderen lernen kann.“ „Ach so.“ Dann küsst er sie auch und will ihr die Bluse öffnen. Schnell rutscht sie von seinem Schoss runter und erklärt: „Ne, mein lieber heute gibt’s das Dessert nicht vor dem Hauptgang.“
Dann verschwindet sie um sich umzuziehen und noch ein paar Kleinigkeiten zu organisieren.
Am nächsten Morgen wacht sie mal wieder in Marcs Armen in seiner Wohnung auf. So langsam könnte sie beinahe hier einziehen. Das ewige hin und her schleppen von Kleidern ist Mühsam.
Sie verzieht sich zusammen mit ihrem Tagebuch ins Bad. Auch wenn Marc immer wieder betont dass er eh wisse das sie Tagebuch führe will sie nicht vor ihm schreiben.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 17:50
#213 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Gestern hat mir Steffi tatsächlich gesagt dass sie heiratet. Anscheinend erwischt es irgendwann jeden. Scheint so als wäre ich langsam die letzte in meinem Freundeskreis die noch nicht geheiratet oder wenigstens mit seinem Freund zusammen gezogen ist. Was meine Wohnsituation angeht. Könnte ich echt so langsam ein paar Klamotten bei Marc bunkern. Jeden Tag das hin und her geschleppe ist echt nervend. Was mich aber noch mehr beschäftig als die Hochzeit von Steffi und David, ist die Tatsache dass sie auch noch gleich schwanger geworden ist.
Noch vor kurzem hat sie behauptet sie verhütte lieber doppelt. Zitat: „doppelt gemoppelt hält besser.“ Tja, allem Anschein nach ist die Kombination aus Diafragma und Kondom auch nicht wirklich sicher. Oder ob sie wohl einfach leichtsinnig war und beides vergessen hat. Mir kanns ja egal sein. Frag mich nur wie sie das jetzt alles hinkriegen will. Arbeit und Kind. Was die Hochzeit angeht meinte sie dass sie das alles noch möglichst vorher durchziehen möchte. Bevor man etwas sieht. Das heisst im Klartext: Sie will eine riesen Hochzeit mit allem Tamtam und vor allem weissem Brautkleid. Mir tut David jetzt schon leid. Ne Braut mit Stimmungsschwankungen, na prost. Und ich soll auch noch ihre Trauzeugin sein.
Dafür weiss ich seit gestern Abend das ich meinen Facharzt noch früher in der Hand habe als erwartet. Ich freu mich tierisch. Wenigstens etwas scheine ich im Moment auf die Reihe zu kriegen. Wenn ich meinen Facharzt habe krieg ich automatisch mehr Lohn was bedeutet, ich muss mir keinen Nachmieter für Steffis Zimmer suchen, wenn sie auszieht. Dann steh ich wirklich auf eigenen Füssen und kann mit stolz behaupten das ich selbstständig bin.
Bin doch nicht ganz so traurig das es die anderen erwischt und nicht mich. Will meine Unabhängigkeit noch einwenig geniesen. Werde auf keinen Fall wie meine Mutter oder Jochen.
Ich sehs kommen, wenn Jochen von zu Hause auszieht dann gleich zu einer neuen Mutter Figur.
Schliesslich muss ihm ja jemand das Essen kochen, putzen und Wäsche waschen.
Was mich gerade daran erinnert das ich doch wie Mutti werde. Hab vorhin wirklich noch ne Trommel Dreckwäsche von Marc gewaschen. Und gestern Abend hab ich tatsächlich die Küche geputzt. Das muss aufhören. Ich will doch kein Bärbel-Klon werden.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

02.02.2009 19:54
#214 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Sie klappt das Buch zu und geht duschen. Als sie aus der Dusche kommt ist der Spiegel beschlagen und sie wischt ihn frei. Beruhigt stellt sie fest dass sie heute nicht mehr ganz so blass ist wie gestern morgen. Sie greift in ihre Handtasche und sucht nach ihrer Pille. Zuerst erwischt sie die alte Packung und stellt fest dass sie da seit 5 Tagen hinterher hängt. Dann sucht sie die neue Packung und lässt sie vor schreck fallen. Als sie diese wieder aufhebt und ansieht stellt sie fest, dass sie anscheinend genau so vergesslich und leichtsinnig ist wie ihre beste Freundin.
Ihr wird schlecht und sie übergibt sich.
Scheisse, wie konnte das passieren. Ich hab doch das Ding doch noch in der Apotheke geholt. Warum hab ich die letzten Tage keine einzige geschluckt?
Nein, das darf nicht sein. Nicht schon wieder. Und jetzt bin ich auch noch selber schuld.


„Gretchen, alles in Ordnung bei dir?“ Marc hat von draussen ihr würgen gehört und macht sich schon wieder so seine Gedanken. Sie ruft schnell: „Alles in Ordnung. Komme gleich.“ Sie packt alle Sachen zusammen in ihre Tasche und putzt sich noch schnell die Zähne.
Als sie sich an den Frühstückstisch setzt will sie nur eine Glas Milch trinken und sonst nichts.
„Wie viele male muss ich das eigentlich noch sagen. Du brauchst nicht abzunehmen.“ Sie sieht ihn fragend an. „Meinst du ich merke das nicht? Gestern bist du beinahe umgekippt und heute Morgen übergibst du dich.“ Sie greift sich ein Brötchen und beschmiert es mit Butter: „Glaubst du mir jetzt das alles in Ordnung ist. Ich versuche nicht abzunehmen. Es war nur einwenig viel die letzten Tage. Und jetzt auch noch die Express Hochzeit von Steffi.“ Marc schüttelt den Kopf: „Ja, genau. Ich frage mich warum alles innerhalb von ein paar Wochen durch muss. Die haben doch alle zeit der Welt. Vor allem begreife ich nicht wie man überhaupt heiraten will.“
Reiss dich zusammen, du fängst jetzt nicht gleich an zu heulen.
Redet sie sich in Gedanken ein. Und es klappt. „Ich begreife Steffi schon. Welche Frau will schon in einem Kartoffelsack heiraten. Und was das heiraten angeht, ist es sinnvoll wenn ein Kind unterwegs ist. Alleine schon wegen der rechtlichen Absicherung.“ Ihm wäre beinahe der Bissen im Hals stecken geblieben, denn von der Schwangerschaft wusste er bis vor hin nichts. Dann fängt er an sich aufzuregen „Ich glaubs nicht. Ich sag dem schon seit Jahren, das sein sorgloser Umgang im Bezug auf Verhütung gefährlich ist.“
Am liebsten würde sie ihm jetzt dasselbe an den Kopf schmeissen. Da sie aber findet, dass sie genau so schuldig ist, verkneift sie sich das und sieht ihn einfach nur vorwurfsvoll an.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

03.02.2009 08:36
#215 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Wenige Stunden später im Krankenhaus quält sie ihr gewissen und sie will nur noch eins Gewissheit. Sie schleicht sich beinahe auf die Gynäkologische Station. Klopft zaghaft an und geht rein als sie ein herein hört. „Gretchen? Ich freue mich dich mal wieder zu sehen.“ Als er ihr in die Augen sehen will schaut sie nur zu Boden und knubbelt mal wieder verlegen an ihren Fingern rum. Er bemerkt sofort dass etwas nicht stimmt. „Setz dich.“ Sie setzt sich verkrampft auf den Stuhl ihm gegenüber. „So und jetzt will ich wissen was los ist.“ Sie druckst rum. Er rollt zu ihr hin: „Lass mich raten. Stress mit Meier?“ „Nein, es ist alles mehr als er in Ordnung.“ Sie schweigt kurz um dann endlich mit der Sprache rauszurücken. „Mehdi, ich glaube ich bin schwanger. Schon wieder.“ Er sieht sie für einen Moment sprachlos an, dann will er wissen warum sie auf die Idee komme: „Hast du irgendwelche Symptome?“ Sie schüttelt den Kopf: „Ich hab inzwischen 6 Antibabypillen nicht geschluckt und ich hatte Sex. Und das nicht gerade wenig.“ Das Gretchen mit Marc Sex hat ist ihm bewusst, aber das sie auch noch sagen und betonen muss, ist dann doch einwenig zu viel Information für seinen Geschmack. „Aber ich hab doch noch das Rezept gefaxt.“ „Es liegt nicht daran das ich keine hatte. Ich hab sie schlicht weg vergessen. Mehdi ich will wissen ob etwas passiert ist oder nicht. Wenn nicht gut, wenn ja keine Ahnung. Aber ich muss es wissen.“ Er sieht ihre Verzweiflung in ihren Augen und steht auf und geht zu seinem Schrank. „Das ist ein Schwangerschaftsschnelltest. Denn haben wir neu hier. Aber ich kann nicht sagen ob er eine Schwangerschaft in so einem Frühenstadium bestimmen kann. Zusätzlich werde ich dir noch Blut abnehmen.“ Sie nickt stumm, lässt sich Blut nehmen und nimmt den Schnelltest mit.
Vor der Türe läuft sie in Steffi rein. Schnell versucht sie den Test hinter ihrem Rücken zu verstecken. Leider platzt auch noch Mehdi dazwischen: „Gretchen, was die Labor Ergebnisse angeht. Ich schaue das ich sie heute noch bekomme.“ „Danke.“ Steffi sieht ihre Freundin fragend an und greift hinter ihren Rücken die Schachtel mit dem Test. „Du bist?“ Dann fängt sie an rum zu hüpfen wie ein kleines Kind. „Wir sind zusammen schwanger, ist das nicht schön?“ Sie zieht sie einen versteckten Winkel im Gang und flüstert: „Psst. Ich weiss nicht ob ich es bin oder nicht. Darum ja der Test. Ich bitte dich sag niemanden was.“ „Meine Lippen sind versiegelt.“ Sie legt symbolisch auch noch den Finger auf die Lippen und Gretchen sieht sie böse an: „Ich warne dich. Nicht so wie beim letzten Mal. Schwör es.“ Ihre Freundin schwört. Und Gretchen macht sich auf zur Toilette und Steffi folgt ihr mit einem Sicherheitsabstand. Auf der Toilette angekommen schliesst sie sich ein und ihre Freundin wartet draussen. Als sie wieder raus kommt er schrickt sich die Assistenzärztin erstmal ganz schön. „Bist du mir gefolgt?“ „Ja, ich bin deine Freundin und steh dir bei als zeig schon her das Ding.“ Sie nimmt ihr den Test aus der Hand und sieht es an. Doch darauf zeichnet sich noch gar nichts ab. „Bist du dir sicher dass du den Richtig angewendet hast?“ Gretchen nimmt den Stift ähnlichen Test wieder an sich. „Da steht drauf dass es 10 min dauert bis sich etwas tut.“
Beide starren gebannt auf das kleine Sichtfenster. Langsam zeichnet sich der erste Strich ab. Sie halten den Atem an. Wenig später erscheint auch im zweiten Kästchen ein Strich ab. Fein aber er ist vorhanden. Ungläubig starrt sie den Test an. Ihre Freundin ist überglücklich und umarmt sie freudig. „Wir sind schwanger. Ach das wird so toll.“ „Vielleicht ist das einfach nur ein falsches Ergebnis. Mehdi hat selber gesagt das die auch mal falsch liegen können.“ Sie steckt den Stift in ihre Kitteltasche und mahnt ihre Freundin noch einmal niemanden etwas zu erzählen.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

03.02.2009 10:39
#216 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
25. Kapitel: Verlockendes Angebot

Am Abend bestätigt Mehdi Gretchen auch noch das Resultats des Schnelltest. Und wieder warnt er sie dass zuviel stress nicht gut für sie sei. Er betont auch dass es ein Glück ist, das sie kurz nach der Fehlgeburt wieder schwanger sei. Und das aber auch dadurch ein höheres Risiko bestehe wieder eine Fehlgeburt zu erleiden. Die einzige der sie das Resultat erzählt ist Steffi. Die ihr erneut um den Hals fällt: „Ist das nicht klasse. Wir können gemeinsam Babysachen shoppen gehen und unsere kleinen gehen später zusammen in die Schule. Ich kann es kaum erwarten.“
Gretchen hingegen graut es davor Marc zu erzählen dass sie schwanger ist.
So verdrängt sie das ganze vorerst einfach und geht nach Hause.
In ihrem Zimmer steckt sie sich die Kopfhörer ihres MP3-Players in die Ohren und hört Musik. Sie versucht sich abzulenken, doch ihre Gedanken kreisen immer noch um das kleine Wesen das in ihr ist.

Mein Verdacht hat sich bestätigt. Ich bin schwanger. Das kleine in mir ist zwar erst ein paar Tage alt aber da ist es. Abstreiten ist nicht möglich. Und dieses Mal kann ich niemandem die Schuld in die Schuhe schieben. Ich hätte selber merken sollen, dass ich etwas wichtiges Vergessen habe. Ich weiss nicht ob ich vor Freude weinen soll oder aus Wut. Die einzige die sich freut ist Steffi.
Die führt sich auf als wäre es das normalste der Welt, das wir gemeinsam Kinder erwarten. Ich hab letztens geschrieben dass es irgendwann jeden trifft. Anscheinend bin ich wohl auch an der Reihe. Frag mich nur wann ich ganz laut hier geschrieen habe. Gott wenn es dich gibt, schaff dir gefälligst ein Hörgerät an.
Zu allem dem macht mir Mehdi auch nicht gerade Mut. Er hat mich vorhin noch einmal gebeten mich einwenig zurück zu halten im Beruf. Auf eine Fehlgeburt könne schnell eine zweite folgen.
Dann herzlichen Dank. Wie ich nicht schon genug Angst und sorgen hätte. Und so soll man sich dann auch nicht stressen lassen.
Aus diesem Grund habe ich beschlossen, werde ich Marc vor erst mal nichts sagen. Schlafende Hund sollte man nicht wecken. Der ist schon genug aus getickt als er gehört hat das Steffi schwanger ist. Von wegen man könne ja auch einfach aufpassen. Ungewollte Schwangerschaften gäbe es nicht mehr.
Und Steffi, die musste mir schon wieder versprechen, dass sie es niemandem erzählt.
Ich fühl mich elend, die nächsten Wochen werde ich wohl alle die ich liebe anlügen müssen.
Steffi hat mir den Vorschlag gemacht, dass jedes Mal wenn ich zum Untersuch muss sie ihren dann auch auf das gleiche Datum legt. Und wenn jemand fragt, dann halte ich einfach nur ihre Hand. Ich hoffe nur das geht gut. Weil lange kann ich das sicher nicht aushalten.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

03.02.2009 13:10
#217 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Vier Wochen lang funktioniert die Geheimnis Krämerei ganz gut. Die erste Untersuchung der beiden Schwangeren zeigt dass alles in Ordnung ist. Gemäss Berechnungen hat Steffi einen kleinen Vorsprung aber nicht gravierend. Gretchens einziges Problem ist das sie Marc immer noch nichts gesagt hat. Und dem kommt das ganze langsam Verdächtig vor.
Gretchen hat mal wieder bei Marc übernachtet. Die beiden sind gemeinsam im Bad. Sie putzt sich die Zähne und er rasiert sich. Als ihm auffällt das sie ja gar nicht die Pille genommen hat. „Sag mal hast du jetzt nicht was vergessen?“ Sie stellt sich dumm, regt sich aber auf das ihm das nicht schon vor ein paar Wochen aufgefallen ist, dann wäre sie jetzt nämlich nicht in dieser Verzwickten Situation. „Was denn?“ „Ich meine das kleine runde Ding das du jeden Morgen schluckst. Damit wir noch lange Spass haben.“ Dabei grinst er sie an. „Spass? Weiss nicht was du meinst.“ Sie will aus dem Badezimmer raus, denn wenn sie eins nicht kann dann lügen.
Etwas nicht sagen ist nicht unbedingt lügen. Aber wenn sie jetzt erklären soll das sie die Pille schon längst geschluckt hat. Glaubt er ihr das nie und die Ausrede mit den Tagen funktioniert schon mal gar nicht. Er hält sie zurück. „Was ist eigentlich los? Seit ein paar Tagen verhältst du dich so seltsam.“ Sie reisst sich los. „Steffi und Davids Hochzeit schlauchen einfach. Die Kontrolluntersuchungen, der Weddingplaner und das ganze drum herum.“
„Ist ja gut. Sage ja schon nichts mehr.“ Sie geht in die Küche und bereitet das Frühstück vor.
Wenn es beim letzten Mal der Kaffeeduft war, so ist es dieses Mal alles andere was duften kann, dass sie zum Erbrechen bringt. Sogar ihre heiss geliebte Schokolade kann sie nicht riechen.
Sie schafft es gerade noch an Marc vorbei ins Badezimmer zu rennen und die Türe hinter sich ins Schloss zu schmeissen. Dem reicht es jetzt endgültig. Er hat eine Vermutung und die will er jetzt bestätigt haben. Als Gretchen wieder aus dem Bad raus kommt fragt er sie direkt: „Bist du schwanger?“ Sie sieht ihn mit grossen Augen an: „Wie kommst du auf so eine Idee?“
Er sieht sie ernst an: „Weil wir das ganze Spiel schon mal hatten. Und ich dich inzwischen genau kenne.“ Doch sie schweigt eisern weiter. Er sieht ein dass sie es ihm so auf keinen Fall sagen wird. Also setzt er sich an den Frühstückstisch und erzählt ganz Nebenbei dass er ein Angebot von einem anderen Krankenhaus bekommen hat. Sie setzt sich ihm gegenüber auf einen Stuhl und sieht ihn ungläubig an. Er linst kurz neben der Zeitung rüber um ihre Reaktion zu sehen und erzählt weiter: „Ja, von einer Privat Klinik in München. Du hast den Leiter übrigens in Hamburg kennen gelernt. Er will mich unbedingt haben und hat mir ein drittel mehr Lohn geboten als ich hier habe.“ Sie kriegt keinen Bissen mehr runter und starrt ihn einfach nur an.
Eigentlich wollte er ihr davon gar nichts erzählen weil er schon im Voraus abgelehnt hat. Aber die Tatsache dass sie ihm gerade etwas verheimlicht macht ihn so sauer, dass er sie provozieren will.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

03.02.2009 18:26
#218 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Bei der Arbeit wirkt Gretchen unkonzentriert. Alleine die Tatsache das Marc überhaupt darüber nachdenkt nach München zu wechseln macht sie fertig. Zu alle dem hat er noch ein paar Bemerkungen dementsprechend gemacht, das München doch so ein paar Vorteile hätte.
Nicht zu schweigen davon das sie, wenn der Oberarzt nach München wechselt, dann mit dem Kind alleine da sitzt. In der Pause setzt sie sich zu Steffi an den Tisch die gerade damit beschäftigt ist Brautmoden Zeitschriften zu wälzen. Was nicht gerade Stimmungs- aufbessernd bei der Assistenzärztin wirkt. „Was grummelst du den so rum?“ Fragt ihre Freundin als sie die schlechte Laune bemerkt. Die junge Ärztin nippt an einem Tee und starrt Löcher in die Gegend. „Los raus damit. Was hat Marc gemacht?“ „Warum denken immer alle sie wissen was in mir vorgeht?“ Ihre Freundin stöhnt kurz auf und gibt ihr einen Schups: „Weil wir dich kennen und jetzt sag schon.“ Sie erzählt ihr die Geschichte von heute Morgen und das sie beinahe aufgeflogen wäre. Steffi begreift immer noch nicht warum sie ihm das alles verschweigt: „Jetzt denkt er es schon selber. Also sag es ihm.“ „Das ist ja nicht das schlimmste. Er hat ein Angebot aus München erhalten und ich glaube er will es annehmen. Was soll ich den jetzt machen?“ Steffi räumt ihre Sachen zusammen und steht auf: „Sag es ihm.“ Dann geht sie und lässt Gretchen alleine zurück.
Sie sitzt noch ein paar Minuten da und rührt in ihrem inzwischen leeren Glas.
Schwester Sabine setzt sich zu ihr an den Tisch und beobachtet sie eine weile wie sie gedanken versunken Rührt: „Sie wissen aber schon das ihr Glas leer ist?“
Ein kurzes „Hmm“ kommt über ihre Lippen. Dann steht sie wie vom Blitz getroffen auf und geht zum Aufzug. „Was hab ich den jetzt schon wieder angestellt.“ Sabine versteht nicht warum die Assistenzärztin plötzlich aufgesprungen und davon gelaufen ist. Gretchen versteht sich selber auch nicht. Sie weiss nur eins, dass sie nicht will dass Marc weg geht und das wird sie ihm jetzt sagen. Vorausgesetzt sie findet ihn. Denn sein Büro ist leer und auch im Stationszimmer ist er nicht. So langsam bekommt sie Angst.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

03.02.2009 18:53
#219 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Sie macht sich Gedanken, ob Marc vielleicht gerade bei ihrem Vater ist und ihm sagt dass er nach München geht. Schnell macht sie sich auf den Weg Richtung Verwaltung.
Die Fahrstuhltür öffnet sich und sie geht rein, ohne zu sehen das schon jemand drin ist.
„Wohin willst du den?“ fragt Marc sie. Erschrocken dreht sie sich um. „Du bist hier?“ Er sieht sich um und meint „Ja so wie es aussieht schon.“ Erstmal ist sie erleichtert, dass er scheinbar doch nicht bei ihrem Vater ist. Jetzt ist es an ihr endlich mit der Sprache rauszurücken. „Marc, ich denke wir müssen reden.“ Er sieht sie skeptisch an und schweigt erstmal. „Was das Angebot aus München angeht. Ich verstehe schon dass dich das Angebot reizt. Aber…“
Er zieht sie zu sich hin und flüstert ihr ins Ohr: „Mich reizt etwas anderes?“ „Marc?“
„Also gut reden wir, aber nicht hier.“ Sie gehen in sein Büro und nehmen nochmals einen Anlauf um miteinander zu reden. Der Oberarzt hofft dass sie ihm jetzt endlich die Wahrheit sagt.
Wenn sie das getan hat würde er ihr gestehen, dass er mit München gar nichts anfangen kann.
Leise kommt über ihre Lippen die Worte: „Ich will nicht das du gehst. Bitte bleib.“
Er sieht sie mit einem Blick an den sie beinahe weg schmelzen lässt. Doch er hat immer noch nicht gehört was er hören will. Darum versucht er es mit einem Ultimatum: „Ich bleibe wenn du mir die folgende Frage beantwortest.“ Sie nickt und sieht verlegen auf ihre Füsse. Das reicht ihm und er fragt zum zweiten Mal für diesen Tag die Frage: „Bist du Schwanger?“
Dieses Mal druckste sie nicht mehr rum. Wenn es das einzige ist was sie machen muss damit er nicht geht, dann würde sie jetzt die Wahrheit sagen: „Ja.“
Sie wartet auf eine Reaktion seinerseits doch er sieht sie einfach nur an. Erst als sie ihn anspricht „Marc“ reagiert er. „Warum hast du das nicht schon heute Morgen gesagt?“ Sie lässt sich auf einen der Stühle sinken und legt ihren Kopf in die Hände: „Ich hab angst. Angst davor das ich es wieder verlieren könnte. Darum wollte ich niemandem etwas sagen bevor nicht die kritischste Zeit vor bei ist.“ „Seufz“ Er kniet sich zu ihr runter und nimmt sie in den Arm.
„Ich versprechs, dieses Mal passiert nichts. Versprich mir dass du in Zukunft keine wichtigen Details mehr verschweigst. Und was München angeht. Was soll ich denn da ohne dich?“



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

04.02.2009 08:14
#220 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Noch eine weile sitzen sie einfach nur so da und schweigen sich gegenseitig an. Das klingeln von Marcs Telefon hallt durch die Stille und sie rappeln sich auf. „Ich muss noch was erledigen.“ Die Assistenzärztin verlässt das Büro und der Oberarzt nimmt ab.
Marc: „Dr. Meier“
Dr. Luginbühl: „Hier ist Dr. Professor Luginbühl. Sie erinnern sich sicher noch an mich. Ich bin der Mann der sie unbedingt haben will.“
Marc: „Herr Professor. Wie kann ich ihnen helfen?“
Dr. Luginbühl: „Am meisten helfen können sie mir in dem sie mein Angebot annehmen.“
Marc: „Es tut mir leid. Wie ich ihnen bereits …“
Dr. Luginbühl: „Ja, ja. Das haben sie schon mal gesagt. Ich biete ihnen das doppelte Gehalt.“
Marc muss schwer schlucken: „Das doppelte? Entschuldigen sie aber …“
Dr. Luginbühl: „Kann mir vorstellen warum sie nein sagen wollen. Wenn es wegen Frau Dr. Haase ist. Dafür hab ich eine Lösung. In ein paar Monaten wird bei uns eine Stelle frei und ich biete ihr das gleich an wie ihnen.“
Jetzt ist Marc tatsächlich sprachlos. Das Angebot war so ca. das Beste das er je bekommen hat.
Aber dennoch glaubt er das Gretchen ihm das nicht verzeihen könnte wenn er das annehmen würde.
Dr. Luginbühl: „Ich deute jetzt mal ihr Schweigen als durch aus Positiv. Sie denken darüber nach, stimmts? Ich möchte ihnen die Entscheidung noch etwas erleichtern. Und zwar werden sie die nächsten 2 Wochen probe halber bei uns arbeiten. Mit Professor Haase ist bereits alles besprochen.“
Marc: „Das ist jetzt nicht ihr ernst?“
Dr. Luginbühl: „Ich beliebe nicht zu scherzen. Wir sehen uns am Montagmorgen hier in München. Was ihre Unterkunft über die 2 Wochen angeht. Die Hotelreservierung wird ihnen in den nächsten Stunden per Fax zu gestellt. Ich freue mich auf die gute Zusammenarbeit. Bis Montag.“
Marc verabschiedet sich ebenfalls und ist immer noch wie von den Socken.
Was würde wohl Gretchen sagen. Ihm um den Hals fallen sicher nicht.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

04.02.2009 09:49
#221 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Als Gretchen in die Umkleide kommt erschrickt sie zu erstmal und dann fängt sie an zu schreien: „Jochen! Was machst du an meinem Schrank?“ Etwas verlegen steht er zurück: „Ich hab nur ein paar Kondome gesucht.“ „Und warum bitte gerade in meinem Schrank. Schliesslich gibt es auch Automaten dafür und seit wann hast du wieder ne Freundin? Die letzte hat doch vor einer Woche den Flug gemacht.“ Sauer geht sie auf ihn zu und schlägt die Türe des Schranks zu, dabei fällt etwas runter und Jochen bückt sich schnell danach. Erstaunt sieht er sich den Stift an. „Ich dachte es sei billiger bei seiner Schwester zu klauen. Und so wie es aussieht brauchst du die eh nicht mehr.“ Dabei grinst er sie fiese an.
Ja toll, noch einer mehr der es weiss.
„Weiss das Mama schon?“ Triumphierend hält er ihr den Schwangerschaftstest unter die Nase.
„Nein, weiss sie nicht und du wirst es ihr auch nicht sagen. Haben wir uns da verstanden?“ Sie nimmt ihm den Stick wieder weg und verräumt ihn im Schrank. „Was krieg ich dafür?“
Jetzt ist sie wirklich sauer und zwar stinksauer. „Sag mal spinnst du jetzt?!? Du kriegst von mir sicher nichts.“ Als sie in ihrem Schrank sieht entdeckt sie tatsächlich noch ein paar Gummis. „Ich geb dir doch was. Die hier und einen guten Rat. Komm nicht noch mal auf die Idee mich zu erpressen. Sonst lernst du mich kennen.“ Jochen sieht sie etwas verängstigt an. So hat er seine Schwester noch nie gesehen. Die Drohung nimmt er definitiv ernst. Er packt sich die Verhüterli und macht sich aus dem Staub. „Schwangere und ihre Hormone sind der Horror.“ Flucht er noch beim rausgehen vor sich hin. Gretchen nimmt schnell ihr Tagebuch raus.

So jetzt ist raus. Ich habe Marc gesagt dass ich schwanger bin. Hätte mit einem riesen Aufstand gerechnet. Aber nichts da. Stattdessen hat er mir, auf seine Art und weise, eine Liebeserklärung gemacht. Eigentlich müsste ich jetzt mal wieder auf Wolke sieben schweben. Aber mein Bruder hat mich da im Expressgang wieder runter geholt. Hab ihn beim Schnüffeln in meinen Sachen erwischt. Er behauptete er habe nach Kondomen gesucht. Das glaub ich dem nie im Leben.
Der hat bestimmt mein Tagebuch gesucht. Kenne mein Brüderchen schon gut genug.
Dummerweise hat er dann meinen positiven Schwangerschaftstest gefunden. Wieso hab ich das teil nicht einfach in den Müll geschossen. Der wollte mich doch allen ernstes Erpressen das er es Mama und Papa sagt. Was sollen die den machen? Ich bin 30 und im Moment erfolgreich im Beruf. Lasse mir doch nicht von meinen Eltern rein reden.
Okay rein reden vielleicht schon. Wenn meine Mutter davon erfährt packt sie wieder alle Babysachen aus. Zurzeit zieht sie die Nummer gerade mit Steffi ab. Da ihre Eltern verstorben sind und sonst keinen hier hat, findet sie das aber ganz angenehm. Und meine Mutter ist begeistert, dass Steffi sofort heiraten will, damit alles seinen richtigen weg geht.
Werde wohl auch in den sauren Apfel beissen müssen und meinen Eltern auch von der Nachricht erzählen müssen. Hab zwar Jochen ganz schön angst gemacht mit meiner Ansage, aber wie ich den kenne verpetzt der mich so oder so. Dann will ich ihm lieber zu vor kommen.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

04.02.2009 11:53
#222 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Im Stationszimmer ist Marc gerade damit beschäftigt den OP Plan durchzugehen.
Um zu sehen was vielleicht vorgezogen oder verschoben werden könnte. Denn Rössel vertraut er nicht wirklich und darum versucht er möglichst viel zu erledigen bevor er weg geht.
„Was machst du den da?“ Gretchen versucht ihm über die Schultern zu sehen. Er dreht sich schnell um und nimmt sie in den Arm. Es wäre der Moment im dem er ihr sagen müsste das er für 2 Wochen weg geht. Aber kann es einfach nicht tun und lenkt lieber vom Thema ab in dem er sie küsst. „Du hast glück das ich mich gerade nur zu gern ablenken lasse. Weil ich hab noch einen angriff auf dich vor.“ Er grinst sie breit an: „Bin für jede Schandtat bereit.“ „Ich glaube die aussage bereust du gleich. Ich will meine Eltern für Heute Abend einladen zu mir und ihnen sagen das sie Grosseltern werden. Darum möchte ich dass du auch kommst.“ Er lässt sie los und steht da wie geohrfeigt. „Wieso?“ „Kurz gesagt ich will bevor es Gerüchte gibt es ihnen sagen. Bitte tu mir den gefallen. Du hast nachher auch einen Wunsch frei.“ Sie sieht ihn mit einem klein Mädchenblick an und er lässt sich erweichen. „Also gut. Aber kein wenn und aber wenn ich meinen Wunsch einlöse.“ „Ich schwöre.“ Ihre Pieper gehen los und sie machen sich auf Richtung Notfallannahme. Nach kleineren und grösseren Notfällen hat sie endlich zeit ihre Mutter anzurufen. Ihre Mutter ist von der Idee begeistert jedoch hat sie für heute Abend schon Steffi und David zu sich eingeladen. Aus diesem Grund schlägt sie ihrer Tochter vor einfach auch dazu zu kommen „Und bring bitte Dr. Meier auch gleich mit.“ Sie fragt sich was jetzt schlimmer ist.
Ihren Eltern alleine zu erzählen das sie schwanger ist oder das auch noch vor ihrer besten Freundin zu machen. Damit sie ein wenig Schützenhilfe hat erzählt sie kurzer Hand ihrer Freundin vor Feierabend schnell davon. „Kein Problem, steh dir gerne bei. Ich finds klasse das du endlich dazu stehst. Es wird schon nichts passieren mit dem kleinen. In einem Monat ist meine Hochzeit und vielleicht feiern wir dann gleich doppelt.“ Gretchen starrt sie an: „Spinnst du jetzt? Nur weil Marc und ich ein Kind bekommen, heisst das noch lange nicht wir heiraten gleich. Wir sind nicht mehr im Mittelalter.“ Ihre Freundin sieht sie böse an: „So denkst du also von mir. Toll wirklich.“
Gretchen verdreht die Augen: „Die paar Wochen Vorsprung du die du hast machen wohl doch was aus, Hormon technisch auf jedenfall.“ Sie atmet tief ein und redet weiter: „Reiss dich zusammen ich hab nicht gesagt, dass ich es nicht schön finde das du heiratest. Schliesslich hat David dir den Antrag gemacht bevor er wusste, dass du schwanger bist. Also hättet ihr auch ohne Kind geheiratet. Aber bei Marc und mir ist das anders. Ich kann schon froh sein das er für mich da ist und nicht gleich davon rennt. Wenn ich daran denke das er ein gutes Angebot aus München wegen mir abgelehnt hat. Finde ich das ist fast schöner als ein Heiratsantrag.“



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

04.02.2009 14:55
#223 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Am Abend bei den Haases. Gretchen musste Marc einen zweiten Wunsch zu gestehen, nur dass er auch wirklich mit zu ihren Eltern kommt und jetzt sitzen sie alle am grossen Esstisch und schweigen. Steffi haut mit ihrem Fuss ihrer Freundin ans Bein und erwischt aus versehen Marc. Der haut unter dem Tisch zurück und trifft David. „Au. Was soll das?“ Bärbel und Franz sehen die vier fragend an. Als keiner Antwortet entscheidet sich Frau Haase erstmal den Hauptgang zu servieren. „Franz wärst du bitte so lieb und schenkst schon mal den Wein ein.“ Er nimmt die Weinflasche und geht von einem zum anderen. Bei Steffi will er einschenken doch sie zieht ihm schnell das Glas weg: „Für mich nicht. Sie wissen ja, Schwangere und Alkohol vertragen sich nicht.“ Dabei sieht sie ihre Freundin auffordernd an. Die verzieht aber keine Miene. Als er am Schluss seiner Ausschankrunde bei seiner Tochter ankommt, winkt diese auch ab: „Danke Papa, ich möchte aber lieber ein Glas Wasser.“ Bärbel die gerade aus der Küche kommt mit der Gemüseplatte in der Hand bleibt kurz stehen und beobachtet das Ganze. „Nein, Papa, mir geht’s gut. Ich möchte nur lieber Wasser statt Wein.“ Dann schreit die alte Frau kurz vor Freude auf stellt die Platte auf den Tisch und umarmt ihre Tochter. Ihr Mann versteht nicht warum seine Frau plötzlich so ausgelassen ist. „Bärbel geht’s dir gut.“ Seine Frau gibt ihm einen Kuss und huscht schnell in die Küche um die restlichen Speisen zu holen. Er steht immer noch da wie bestellt und nicht abgeholt und sieht abwechselnd zu seiner Tochter und zu seiner Frau. „Scheinbar weiss jeder bescheid nur ich nicht. Was wird hier gespielt?“ Gretchen packt unter dem Tisch die Hand von Marc und drückt sie: „Papa, ich bin schwanger.“ Der werdende Grossvater schnappt sich sein Weinglas und leert es in einem Zug. „Franz?“ Er wirkt abwesend und leicht irritiert. Dann schenkt er sich nochmals ein und setzt sich an den Tisch. „Gut, dann essen wir mal.“
Die restlichen am Tisch machen es ihm nach und schöpfen vom Essen. Bärbel kneift ab und zu ihre Tochter während dem Essen in die Wange und betont das sie sich wahnsinnig freue. „Ich freu mich ja so, es ist fast so als wären 2 meiner Töchter in anderen Umständen. Schliesslich ist Steffi für mich schon fast so was wie eine Tochter. Ach wie süss wenn die kleinen dann miteinander in die Schule gehen. Vielleicht wird’s ja ein Pärchen und sie verlieben sich in einander. Oh wie schön.“ Bärbel schwärmt selbst beim Nachtisch weiter. Denn anderen ist das ganze Gerede inzwischen zu viel. Franz führt alle ins Wohnzimmer. Er schenkt Marc und David einen Schnaps ein und stösst mit ihnen auf das „Kommende Unheil an. In der heutigen Zeit sich für Kinder zu entscheiden ist ganz schön mutig.“ Marc lächelt gequält und auch sein Freund sieht nicht viel besser aus. „Meier, ich muss Ihnen ein Kompliment machen. Wenn sie los legen dann richtig. Nicht nur mit der Familiengründung sondern auch Karriere technisch. Mein Kollege hat mir von seinem Angebot an sie erzählt. Doppeltes Gehalt kann ich ihnen nicht bieten. Ich hoffe natürlich dennoch das sie nach den 2 Wochen Probearbeiten wieder zurück kommen.“
Gretchen sieht zu Marc und glaubt sich zuerst verhört zu haben: „Doppeltes Gehalt, Probearbeiten? Hab ich irgendetwas verpasst?“ Er stellt sein Glas ab und geht auf sie zu: „Ich wollte den richtigen Moment abwarten um es dir zu sagen.“ Sie sieht ihn durchdringend an: „Wann fährst du?“ „Montag früh muss ich anfangen.“ Sie scheuert ihm eine. „Du bist so ein egoistisches Arschloch.“ Sie schnappt sich ihre Sachen und stürmt aus dem Haus.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

04.02.2009 18:25
#224 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Für einen kurzen Moment zögert er, doch dann rennt er ihr hinter her. Sie ist gerade mal bis zur nächsten Ecke gekommen. Als er sie zurück hält: „Warte bitte?“

Bärbel gibt Franz einen schups: „Warum musstest du das jetzt sagen?“ Er zuckt mit den Schultern: „Kann ich ahnen das er Margarethe nichts gesagt hat. Ich dachte sie wüsste bescheid.“ Bärbel macht ihm weiter Vorwürfe: „Und warum lässt du überhaupt zu das er weg geht? Ich dachte er sei dein bestes Pferd im Stall. An unsere Tochter und das kleine denkst du überhaupt nicht. Ich glaube ich weiss wer egoistisch ist. DU!“
Steffi und David machen sich aus dem Staub ohne sich zu verabschieden. Sie haben keine Lust zwischen den beiden zu stehen wenn sie richtig loslegen.
Franz schreit die Treppe rauf, da seine Frau inzwischen nach oben gerannt ist: „Wie bitte hätte ich das verhindern sollen! Mit mir redet ja niemand!“

„Auf was soll ich warten? Darauf das du mich nicht mehr anlügst? Du warst der jenige der mir am morgen noch gesagt hat, dass er ohne mich nirgendwo hin will. Und jetzt muss ich mir das anhören.“ Gretchen kullert eine Träne runter. Sie ist verletzt und hat das Gefühl das alles was Marc ihr am morgen gesagt hat gelogen war. Sie dreht sich um und läuft wieder von ihm davon. Es hat angefangen zu regnen, aber auch das hält sie nicht davon ab sich immer wieder von ihm loszureisen und weiter zu gehen. So langsam reicht es ihm. Er rennt voraus und stellt sich vor sie. „Ich hab dich nicht angelogen.“ Sie will an ihm vorbei doch er zieht sie näher zu sich. „Hör mir doch verdammt noch mal zu.“ „Ich hab keine Lust mehr dir zu zuhören. Geh nach München und werde glücklich mit deinem ach so grossen Lohn und lass mich in ruhe.“ Sie gibt ihm keine Chance das er ihr das ganze erklären kann. Darum lässt er sie weiter gehen. Als ein Wagen näher kommt winkt sie ihm. Steffi hält an und lädt sie auf. Marc steht nur da und sie zu wie sie davon fahren. Er bemerkt nicht dass sein Freund mit einem Regenschirm hinter ihm steht. „Lass sie. Komm wir gehen zusammen noch was trinken.“ Die beiden Männer gehen zurück zum Haus der Haases. Marc ist klitschnass, normalerweise würde er jetzt so nicht in sein Auto steigen. Weil er angst hätte das es flecken auf den Leder geben könnte. Aber im Moment ist es ihm so was von egal. Er öffnet den Wagen und fährt mit David zusammen in seine Hütte.



Mitglied im We Marc Club

Gretchen81 Offline

Alter Ha(a)se:

Beiträge: 3.117

04.02.2009 19:28
#225 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

In der Hütte zusammen mit David angekommen. Gibt ihm sein bester Freund einen rat: „Wenn sie nicht reden will dann schreib es auf. Auch auf die Gefahr hin das sie den Brief erst nächsten Montag liest. Aber tu es.“
„Schreiben, ich. Nein.“ Er geht raus und lässt seinen Freund mitsamt dem Bier in der Hand einfach stehen. Er muss mit Gretchen reden. In ihre Wohnung rein zukommen ist nicht das Problem. Schliesslich hat er einen Schlüssel. Aber Gretchen hat sich in ihrem Schlafzimmer verschanzt und will einfach nicht die Türe aufmachen. „Ich würde zwar lieber mit dir direkt reden aber vielleicht hörst du mir so wenigstens zu. Ich will nicht nach München. Professor Luginbühl hat keine Ausrede durchgelassen. Er meinte sogar wenn du die Bedienung für meinen Wechsel seist dann würde was für mich gilt auch für dich gelten.“ Von drinnen hört er sie fragen was er damit meine. Er ist einwenig beruhigt den anscheinend hört sie ihm zu. „Er will dir ebenfalls eine Stelle anbieten mit dem doppelten Gehalt wie jetzt.“ „Im Gegensatz zu dir bin ich nicht käuflich. Meine Familie und Freunde sind hier und will nicht noch mal weg von hier.“ Sie lehnt innen an die Türe und weint. „Ich werde am Montag nicht nach München gehen.“ Er geht von der Türe weg, als er diese hört knacken dreht er sich erstaunt um. Vor ihm steht eine verheulte Gretchen. „Du bleibst hier?“ Er geht langsam auf sie zu: „Ich hab doch gesagt das ich ohne dich nirgendwo hin gehe. Ich hab dich angelogen und ich werd dich nicht anlügen. Dafür bist seit ihr mir viel zu wichtig.“ Sie ist gerührt. Das zweite Mal an diesem Tag steht Marc vor ihr und sagt ihr das er ohne sie nicht sein kann. Sie schluchzt kurz. „Ich liebe dich.“ Er nimmt ihr Gesicht in seine Hände und küsst sie. Als sie sich lösen flüstert Gretchen: „Und du fährst am Montag früh nach München und ziehst die Probezeit durch.“ Er sieht sie erstaunt an und sie ergänzt: „Zeig ihnen das du der Beste bist und dann komm zurück.“ Er küsst sie erneut und sie stolpern küssend in ihr Schlafzimmer.
Steffi horcht einen Moment an der Türe und freut sich darüber das sie sich wieder vertragen.
Sie bekommt Sehnsucht nach ihrem David und ruft ihn an. Der erklärt dass er nicht zu ihr komme könne da er ohne Auto in Marcs Hütte feststecke. „Wenn du nicht kommst, komme ich eben zu dir.“ Sie schleicht sich aus der Wohnung und fährt zu ihrem Freund.
Die einzigen bei denen der Haussegen immer noch mächtig schief hängt sind Bärbel und Franz.
Denn Bärbel hat ihn kurzer Hand ausquartiert und ihm gesagt das er erst wieder mit ihr in einem Bett schlafen kann, wenn er dafür gesorgt hat das sein Schwiegersohn nicht nach München geht.



Mitglied im We Marc Club

Seiten 1 | ... 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14
 Sprung  
Weitere Links
| Sicher und kostenlos Bilder hochladen|9-1-1 FanSeite|
zum Impressum | 2008- © Doctor's Diary FanForum | Admins JackySunshine & Seppy | Moderatoren Lorelei & Mellow | Gründerin des Forums Flora
Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz