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Dieses Thema hat 326 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Gretchen81 Offline

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22.01.2009 19:40
#176 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Am Abend wird Gretchen von ihrer besten Freundin durch die Wohnung gehetzt. Vergiss das nicht, mach das noch und zu guter letzt schreibt sie ihr auch noch vor was sie anziehen soll. „Das ist jetzt aber nicht dein Ernst. Nicht die Röhrenjeans. Die hat ich das letzte Mal an Silvester an und da pass ich jetzt garantiert nicht mehr rein.“ Von wegen sie passt da nicht mehr rein.
Die passt sogar noch besser als das letzte Mal. Ist ja auch kein Wunder. Gretchens Mahlzeiten währen sogar einem Topmodel zu wenig. Es gibt Tage da ist sie noch nicht einmal etwas am Abend isst und ein Frühstück kennt sie auch nicht mehr. Dazu der ganze Stress und das gerenne im Krankenhaus führen dazu dass sie abgenommen hat. Nachdem sie endlich angezogen ist und auch versucht nicht mehr rum zu motzen. Sie musste es Steffi versprechen, können sie gehen.
Steffi will gerade die Türe abschliessen als ihr auffällt das sie etwas vergessen hat. Sie geht noch mal rein und als wieder raus kommt drückt sie Gretchen ein paar Gummis in die Hand: „Hier nur zur Vorsorge.“ „Spinnst du?“ „Nein ich spinne nicht. Das gehört heute dazu also klappe halten und ab zum Wagen. Ich fahre.“
Als die beiden in die Disco kommen legt der DJ gerade Circus auf und Steffi zieht ihre Freundin kurzer Hand auf die Tanzfläche. (http://www.youtube.com/watch?v=eEChRzwWtMg)
Nach anfänglichen Schwierigkeiten sich zu lockern klappt, das nach ein paar weiteren Takten schon ganz gut und sie sind bald von Verehren umzingelt. Steffis Blick schweifen ab und an durch den Raum um zu sehen ob Marc endlich kommt. Jemand legt eine Hand auf ihre Schulter, sie fährt erschrocken herum und hinter ihr steht David. „Hast du mich schon vergessen?“ Wenn David da ist kann Marc nicht weit weg sein, schliesslich sind sie Freunde denkst sich Steffi und begrüsst ihren Silvester flirt mit einem Küsschen links und rechts. Er fragt sie ob sie lust hat zu tanzen und sie nickt. (http://www.youtube.com/watch?v=wB85xYwLmeA) Warum war das ihr beim letzten mal nicht aufgefallen der Mann hat einen wirklich sexy Hüftschwung. Beinahe hatte sie vergessen das sie sich eigentlich um Gretchen kümmern wollte. Doch die hat sich kurzer Hand an die Bar verdrückt als sie gesehen hat das ihre Freundin beschäftigt ist.



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Gretchen81 Offline

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22.01.2009 22:52
#177 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

An der Bar bestellt sich Gretchen einen Eistee. Sie will bezahlen doch jemand reicht neben ihr einen 10 Euro schein. „Ich bezahle für sie gleich mit.“ Als sie sich umdreht steht Marc vor ihr.
„Was willst du den hier?“ „Ich dachte ich geh mal wieder mit meinem Freund aus.“ Dabei dreht er sich zur Tanzfläche um und steht mit dem Rücken zur Bar. Sie weiss nicht recht wie sie sich verhalten soll und zögert. Steffi sieht von der Tanzfläche rüber zur Bar. Sie sieht zwar dass Marc neben ihrer Freundin an der Bar steht, aber sie reden nicht mit einander. Nein, sie sehen sich noch nicht einmal an. David merkt schnell das seine Tanzpartnerin abgelenkt ist. „Die zwei sind ganz schön kompliziert.“ Sie sieht ihn erstaunt an: „Spricht er mit dir?“ Er lacht: „Guter Witz. Wir sind Männer, wir reden nicht über Gefühle.“ „Bist du auch so ein Macho der glaubt man müsse nicht über Gefühle reden. Die zwei gehören zusammen wie Ying und Yang. Und bringen es noch nicht einmal fertig jetzt mit einander zu reden.“ Er hört auf mit ihr zu tanzen und nimmt sie an der Hand. „Mach einfach das gleiche wie ich.“ Er geht auf Gretchen zu klopft auf ihr auf die Schulter: „Lust auf Tanzen?“ Sie nickt und geht mit ihm auf die Tanzfläche. (http://www.youtube.com/watch?v=kxfxDycUVnE) Steffi stellt sich neben Marc, beobachtet seine Blicke. Sie verfinstern sich als David tatsächlich langsam im näher an Gretchen ran tanzt und sie sich immer näher kommen. Die Hand seines besten Freundes liegt inzwischen auf ihrem Po und jetzt reicht es dem Oberarzt endgültig er stellt sein Glas auf den Tressen und geht auf die beiden zu. „Darf ich.“ Er wartet erst gar nicht auf ne Antwort, nimmt Gretchen an der Hand und tanzt mit ihr enger und das Lied wechselt erneut. (http://www.youtube.com/watch?v=-CRk_fyAZUQ&feature=channel) David grinst Steffi an als er zurück zu ihr kommt. „Na bin ich ein guter Armor?“ Sie küsst ihn „Du bist der Beste“ und zieht ihn zurück auf die Tanzfläche.
Marc und Gretchen sehen sich in die Augen und sie küssen sich zärtlich, als wäre es ihr erster Kuss.



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Gretchen81 Offline

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23.01.2009 08:09
#178 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen sitzt Gretchen in der Umkleide des Krankenhauses und hält ihre Gedanken fest.
Steffi hat mich in eine Disco geschleppt. Weil sie meinte wenn Marc meine es sei eine gute Idee das sie sich mit anderen Treffen. Dann sollten wir das gleich feiern. Mir war und mir ist nicht nach Feiern. Aber sie hört ja nicht auf mich. Sie hat mir sogar vorgeschrieben was ich anziehen soll. Weil ich mich zu schlabberig anziehe und ich müsse für diesen Abend einfach heiss aussehen.
Ach und sie meinte auch noch ich sei langsam wirklich dünn. So ein Blödsinn ich und zu dünn.
Kaum waren wir in der Disco wollte sie auch schon tanzen. Das einmal hab ich auch mitgemacht. Nach dem sie plötzlich einen Verehrer hatte. Zog ich es vor mir lieber etwas zu trinken zu holen.
Hätte ich gewusst das ich da Marc begegnen würde, wäre ich glaub lieber auf die Toilette verschwunden und hätte mich versteckt. Er hat mir meinen Eistee bezahlt und ich wusste nicht ob ich mit ihm reden soll oder nicht. Er zog es vor zu schweigen und ich auch.
Dann kam plötzlich sein Freund und wollte mit mir tanzen. In dem Moment dachte ich, einfach nur noch raus aus dieser peinlichen Situation. Weiss nicht was mich geritten hat. Aber der hat plötzlich immer enger getanzt und mich sogar begrabscht. Im Normalfall hätte ich da zu einer Ohrfeige ausgeholt und ihm eine gehörig gescheuert. Aber ich habs einfach ignoriert. Vielleicht weil ich wusste das Marc mich beobachtet. Es besteht die Möglichkeit dass ich ihn absichtlich Eifersüchtig machen wollte. Was anscheinend auch ganz kräftig gewirkt hat.
Den er kam auf uns zu nahm meine Hand und zog mich weg. Wenn ich ihn nicht schon lieben würde, dann wäre das der Moment gewesen in dem ich mich verlieben hätte können.
Seine Augen hatten dieses Strahlen das ich schon länger nicht mehr bei ihm gesehen habe.
Und dann haben wir uns geküsst. Wie hab ich das vermisst.
Eigentlich könnte man jetzt denken wir sind wieder in unser altes Muster verfallen und haben uns übereinander hergemacht. Nein, nichts da. Der eine Kuss. Mehr nicht.
Als ich nach Hause wollte war Steffi mal wieder verschwunden. War ja klar und sie hat das Auto.
Mir blieb nichts anderes übrig als den Bus zu nehmen. Bin da 10 Minuten gesessen und gewartet. Da kam Marc und bat mich einzusteigen. Ich habe nichts gesagt bin einfach nur zu ihm in den Wagen gestiegen. Er hat mich nach Hause gebracht und ich bin in mein Bett gefallen.
Es war die erste Nacht seit jenem Tag an dem ich nicht diesen Alptraum hatte und endlich mal durchgeschlafen habe.
Eigentlich war ich heute Morgen also entspannter als die letzten Tage und Wochen, wenn da nicht Steffi gewesen wäre die mir unbedingt ein Frühstück auf die Nase binden wollte. Ich hab ihr gesagt, dass ich im Moment keinen Hunger habe und im Krankenhaus dann etwas essen würde.
Sie hat sich danach aufgeführt als wäre ich Magersüchtig und mir einen Vortrag gehalten wie wichtig eine Gesunde und regelmässige Ernährung sei. Marc scheint besserer Laune zu sein als ich. Ich hör ihn jetzt schon über den Gang schreien.


„Hasenzahn, Visite! Romane schreiben kannst du auch nachher!“

Woher weiss der eigentlich das ich gerade beim Tagebuch schreiben bin? Der hat mich noch nicht einmal gesehen.
Sie legt ihr Buch zurück in den Schrank und macht sich an die Arbeit.



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Gretchen81 Offline

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23.01.2009 11:05
#179 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Im Stationszimmer angekommen scheint wieder alles seinen Normalen lauf zunehmen. Nur Schwester Sabine traut dem Frieden noch nicht wirklich. Sie ist zwar beruhigt darüber das ihre zwei Chefs scheinbar sich lieber wieder gegenseitig Sticheln anstatt sie anzuschreien,
sie fragt sich aber wie lange das so geht. „Hasenzahn würdest du bitte deinen Arsch etwas in Bewegung setzen. Wir liegen schon hinter der Zeit. Und heute sind ein paar OPs die etwas länger dauern könnten.“ „Wieso hast dus den so eilig? Hat dein geliebter Fahrbarer Untersatz mal wieder ein Wehwehchen?“ stichelt Gretchen zurück. Der Oberarzt grinst sie an und meint locker: „Neidisch auf mein Auto, was?“ „Ich? Sicher nicht.“ „Ja, dann wäre ja alles klar. Die Unterlagen von Frau Hofmann bitte?“ Er kann sich das grinsen einfach nicht verkneifen. Weil Gretchen tatsächlich etwas neidisch aussieht. Sie machen sich auf zur Visite und da geht das ganze Spiel weiter. Er fordert sie heraus und sie gibt ihm Kontra. So langsam finden beide das alte Spiel wieder interessant. Und auch Sabine wirkt inzwischen weniger nervös als am Morgen früh.
Bei der letzten Operation für diesen Tag. Läuft am Anfang alles nach Plan. Marc übergibt sogar einen Teil der Arbeit an seine Assistentin. Doch Gretchen wird es plötzlich schwindelig und sie fängt an zu zittern. Kalter Schweiss rinnt ihr die Stirne runter und sie verlangt das Sabine ihr doch bitte diesen Entfernen soll. Der Oberarzt beobachtet sie kritisch. Als sie dann beinahe ein Gefäss verletzt hätte nimmt er ihr das OP-Besteck aus der Hand und fordert sie auf den Raum zu verlassen. „Was soll das? Ich will meine Arbeit fertig machen.“ motzt sie dabei fängt sie schon fast an zu schwanken. Marc übergibt sein OP-Besteck und das von Gretchen an Sabine und weißt sie an. Ersatz zu rufen. Dann schnappt er sich Gretchen und zieht sie am Arm nach draussen in den Vorraum des Ops. „Hei, ich kann schon alleine laufen.“ Ihr wird schwarz vor Augen und er kann sie gerade noch Auffangen bevor sie auf den Boden fällt.
Er zieht sich den Mundschutz runter und den von Gretchen. Dann versucht er sie wieder wach zu bekommen. Tatsächlich schlägt sie schnell die Augen wieder auf und rappelt sich auf: „Was ist den passiert?“ Er sieht sie besorgt an: „Hast du heute eigentlich schon etwas gegessen? Oder andere Frage, wann hast du zuletzt etwas gegessen?“
Sie will aufstehen: „Das geht dich nichts an. Ich esse genug.“ Dabei wird ihr schon wieder schwindlig und sie hält sich am Waschbecken. „Jetzt reichts. Mitkommen.“ Befiehlt er ihr und geht mit ihr in die Cafeteria setzt sie an einen Tisch. Einen Augenblick später kommt er zurück mit einem Stück Früchtekuchen und einer heissen Schokolade. Sie motzt nochmals rum: „Ich hab aber keinen Hunger. Und was ich esse geht dich gar nichts an.“ Er schiebt ihr das ganze Essen vor die Nase: „Was du in deiner Freizeit machst ist mir im Moment egal. Aber wenn du im OP umkippst, nur weil du wieder mal das Gefühl hast zu dick zu sein. Geht mich das sehr wohl etwas an. Und jetzt iss was.“ Sie will noch mal rum motzen aber erhebt drohend den Finger: „Iss.“
Sie ist still und schiebt sich ein Stück Kuchen rein. Er ist beruhigt und geht. Als er ein paar Schritte gemacht hat dreht er sich wieder um geht auf sie zu und flüsstert ihr ins Ohr: „Nur zur Erinnerung. Ich steh auf Ärsche an denen was dran ist.“



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Gretchen81 Offline

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23.01.2009 19:34
#180 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Nachdem sie den Kuchen gegessen und die Schokolade getrunken hat. Macht sie sich auf zur Umkleide um sich Umzuziehen und dann nach Hause zu gehen. Sabine will ebenfalls in den Feierabend und fängt natürlich an zu fragen als sie die junge Ärztin entdeckt: „Frau Doktor, geht es ihnen besser? Sie waren vorhin aber ganz schön blass.“ Sie reagiert gereizt und erklärt das alles in Ordnung sei. „War nur ein kleiner Schwächeanfall. Ist wieder alles in Ordnung.“ Sie packt ihre Tasche und verlässt das Krankenhaus.

In ihrer Wohnung vergräbt sie sich wie schon seit Wochen in ihrem Zimmer. Ihre Trauer und Wut vertraut sie noch nicht mal ihrer besten Freundin an. Gretchen nimmt ihr Tagebuch aus der Tasche und beginnt zu schreiben.

Gebs ja zu ein kleinwenig daneben ist mein Essverhalten im Moment schon. Wenn man beim Nicht-Essen von einem Essverhalten sprechen kann. Ich sollte mich mehr dazu zwingen etwas zu mir zunehmen. Auch wenn ich gar keinen Hunger habe. Bin nämlich heute vor dem OP zusammen geklappt. Marc meinte darauf hin, dass er mein Held sein müsse und hat mir etwas zu essen organisiert. Der glaubt tatsächlich dass ich auf einem Magerwahn wäre. Nein, ich will nicht abnehmen, ich hab nur keinen Appetit. Gut dass mir sämtliche Klamotten so langsam zu gross werden find ich jetzt auch nicht sonderlich tragisch. Aber es muss doch nicht jeder gleich denken das ich plötzlich Krank wäre. Alleine die Tatsache dass bald die Verhandlung gegen Gabi ist verdirbt mir eben sämtliche Lust auf was Essbares. Ich hab richtigen Horror davor diese Frau wieder zu sehen. Denn ich weiss nicht was passiert, wenn ich mit ihr nur eine Sekunde alleine sein sollte. Und ich hab Angst davor, dass sie vielleicht ihrer gerechten Straffe entkommt. Der Staatsanwalt meinte beim letzten Vorgespräch, das es gut möglich sei das die Verteidigung auf unzurechnungsfähig plädiert. Somit würde ihre Straffe wohl milde ausfallen.
Das kann doch nicht wahr sein. Sie hat mein Kind auf dem Gewissen und soll ungeschoren davon kommen. Wenn das passiert werde ich einen Schreikrampf bekommen und ihr an die Gurgel gehen. Mal sehen wie sie sich dann fühlt wenn sie keine Luft mehr bekommt und das leben an ihr vor überzieht. Ich denke besser gar nicht mehr darüber nach. Sonst wird mir nur schlecht.
Was Marc und mich angeht, weiss ich immer noch nicht wo wir jetzt stehen. Wir necken uns wieder wie früher. Und das gefällt mir. Es ist in etwa so wie mit dem Kuss. Ich geniesse jede Sekunde davon. Nur als wir in der Cafeteria alleine waren sagte etwas zu mir das mich stutzig gemacht hat. „Dein Privatleben geht mich nichts an.“ Moment ich hab etwas vergessen. Er meinte wortwörtlich, im Moment ginge es ihn nichts an. Will er das es ihn wieder etwas angeht?
Da ist mein altes Leiden wieder. Ich denke über alles einfach zu viel nach. Vielleicht sollte ich statt zu denken besser handeln. Egal was aus uns wird oder nicht wird. Ich koste jeden Moment den ich mit ihm habe vollkommen aus.



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Gretchen81 Offline

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25.01.2009 13:57
#181 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Es klopft an der Türe und Steffi fragt ob sie raus käme zum Essen. „Komme gleich.“
Hab zwar immer noch keinen Hunger. Aber ich werd mich in Zukunft daran halten und regelmässig etwas essen. Wie ich aber Steffi kenne gibt’s ne Tiefkühlpizza, die sie auch noch zu lange im Ofen gelassen hat.
Sie geht nach draussen und auf dem Tisch stapeln sich kleine Kartonschachteln vom Asiaten um die Ecke. Gretchen wundert sich überhaupt nicht mehr und denkt sich nur, besser das als ne verkohlte Pizza. Kaum haben sie angefangen zu Essen sieht ihre Freundin auch schon die ganze Zeit auf die Uhr: „Was ist den los? Hast du ein Date?“ Steffi grinst, steht auf und gibt ihr ein Küsschen zur Verabschiedung. „Wird sehr wahrscheinlich spät. Mach dir keine sorgen.“ Kaum hat sie das gesagt hupt auch schon ein Auto und Steffi verschwindet zur Türe raus.
„Na toll und wer soll das jetzt alles essen?“ Sie sitzt vor einem riesen grossen Stapel mit Essen, das eigentlich für eine ganze Arme reichen würde. Wegwerfen will sie es nicht. Also schliesst sie alle Schachteln und hofft dass das ganze auch noch morgen essbar ist. Kurz bevor sie alles in den Kühlschrank stellen kann, klingelt es an der Türe. Ohne durch den Spion zu sehen öffnet sie diese: „Sag jetzt nicht du hast den Schlüssel vergessen?“ Doch vor ihr steht nicht ihre Freundin sondern ihr Chef. „Du?“ „Eh, ja. Wenn hast du den erwartet?“ fragt dieser sie und lächelt sie an. „Wenn ich ehrlich bin hab ich keine Ahnung. Komm schon rein.“ Dieser betritt die Wohnung und wirkt inzwischen sichtlich nervös. Sie bittet ihn sich zu setzen und fragt ob er etwas zu trinken möchte. „Nein, schon in Ordnung, bin gerade auf dem Nachhause weg. Wollte dir eigentlich nur schnell das hier geben. Der Umschlag wurde für dich abgegeben. Ich denke es ist das gleich wie bei mir. Die Vorladung für die Verhandlung.“ Sie nimmt den Umschlag und setzt sich erstmal erschrocken hin. Dann legt sie das Couvert schnell weg. Als könnte sie damit alles von sich wegschieben. „Hast du Hunger?“ Sie sieht auf die vielen Schächtelchen vor sich und Marc nickt. Stillschweigend machen sie sich gemeinsam über gebratenen Nudeln und das Sweet and Sour her. Die Stille ist beinahe unheimlich. Als sie aus versehen die gleiche Schachtel berühren durchfährt beide ein angenehmer Schauer. „Ich glaub, ich hab noch was in der Küche zu erledigen.“ Gibt Gretchen schnell zur Antwort und zupft an ihrem Pulli rum so das er ihre Gänsehaut nicht sieht. Und Marc schnappt sich seine Jacke: „Ich hab ganz vergessen bin noch verabredet. Danke fürs Essen.“ Sie sieht ihm verdutzt hinterher.
Also so schnell hätte er jetzt auch wieder nicht gehen müssen. Oder sich wenigstens anständig verabschieden.
Sie will in die Küche um noch ein Glaswasser zu holen als plötzlich Marc wieder vor ihr steht. Er zieht sie zu sich ran und küsst sie. Sie wäre am liebsten in Ohnmacht gefallen. Denn der Kuss zog ihr eindeutig den Boden unter den Füssen weg. Ein kleiner Teil in ihrem Kopf sah sich schon mit ihm zusammen ins Schlafzimmer torkeln und aufs Bett fallen. Aber nichts da. Als sie ihre Augen wieder öffnete, war er Weg.



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Gretchen81 Offline

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25.01.2009 16:02
#182 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

21. Kapitel: Findelkind

Zwei Tage später. Gretchen und Marc scheinen bei der Arbeit wieder die Alten zu sein. Sie zicken sich gegenseitig an, harmonieren aber im Ernstfall hervorragend miteinander. In der Pause, die Marc mit einer Zigarette auf dem Balkon verbringt und Gretchen in der Cafeteria mit einem Magazin, kommt Sabine angehetzt: „Frau Doktor, kommen sie schnell.“ Sabine ist so ausser Atem das sie noch nicht einmal sagen kann was den passiert sei. Die Assistenzärztin glaubt an einen Notfall und rennt gleich hinter ihr her in die Notaufnahme. „Wo ist denn nun ihr dringender Notfall? Ich sehe hier niemanden.“ Sabine läuft um den Tresen herum und zeigt ein kleines Bündel. Bei genauerem hinsehen sieht Gretchen das sich dieses Bündel bewegt. Sie nimmt es hoch und ein kleines etwas sieht sie an. Beinahe hätte sie das kleine Fallen gelassen. Sie setzt sich erschrocken hin und in ihrer Erinnerung sieht sie wieder die Bilder ihres kleinen vor sich. Sabine holt sie aus ihren Träumen zurück: „Frau Doktor was machen wir den jetzt mit dem kleinen? Wir können es doch nicht einfach der Polizei geben.“ „Haben Sie den schon über Lautsprecher die Mutter ausgerufen oder Dr. Kaan? Vielleicht weiss er zu wem das kleine gehört.“ Die Krankenschwester sieht sie erstaunt an: „Sie haben immer so gute Ideen.“
Herr schick Hirn.
Das kleine fängt an zu quengeln und Gretchen schaukelt es instinktiv. „Haben Sie Dr. Kaan schon erreicht?“ „Ja, Frau Doktor. Er kommt gleich.“
Marc will zur nächsten OP aber weder seine OP Schwester noch die Assistenzärztin ist anwesend. Wütend macht er sich auf die Suche nach den beiden und findet sie im Stationszimmer. „Was macht ihr hier? Wir haben eine OP.“ Dann sieht er zu Gretchen die ein kleines Bündel in den Armen hält und es seelig angrinst. Als er neben ihr steht, sieht er das kleine und es lächelt ihn an. Für einen kurzen Moment lächelt er zurück, dann fährt er aus der Haut. „Wem gehört das Balg?“
Sie erklärt ihm das es hier ausgesetzt wurde und sie jetzt auf Dr. Kaan warten, der wüsste vielleicht zu wem das kleine gehöre. Der Oberarzt ist immer noch ausser sich und kocht: „Gib das Teil einer Krankenschwester und dann ab in den OP.“ Doch die Assistenzärztin denkt nicht daran das Baby aus den Händen zu geben. „Erstens ist das ein Mensch und kein Teil und zweitens wirst du wohl noch einen Blinddarm rausbekommen ohne Assistenz. Ich bleibe hier.“
Auch nach fünfminütigen Diskutieren gibt sie nicht nach und als Mehdi dann endlich im Stationszimmer ankommt, reicht es Marc: „Schwester Sabine mitkommen. Der Blinddarm wartet nicht länger.“



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Gretchen81 Offline

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26.01.2009 09:00
#183 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Mehdi sieht sich das kleine an. „Ich kann dir leider auch nicht weiterhelfen. So wie die Nabelschnur abgenabelt wurde, tippe ich auf eine Hausgeburt. Du musst leider die Polizei und das Jugendamt informieren.“ Gretchen sieht traurig den kleinen an und fragt ihn was wohl mit dem süssen Jungen passieren wird. Mehdi zuckt mit den Schultern: „Ich weiss es nicht genau. War noch nie in der Situation. Nehme an er kommt vorübergehend in eine Pflegefamilie oder vielleicht sogar ins Heim.“ Sie sieht in empört an: „Das ist jetzt nicht dein Ernst mit dem Heim. Das kann man so einem kleinen Wesen doch nicht antun.“ Er nimmt sich den Stuhl neben ihr und setzt sich: „Du kannst mir den kleinen geben. Werde das sonst erledigen. Ich hab nämlich das Gefühl, dass du dir gerade selbst wehtust.“ Sie schüttelt den Kopf und streicht dem kleinen über die Wange. „Nein, geht schon.“ In einem Arm hat die das Baby mit der anderen greift sie zum Telefon. Der Frauenarzt legt ihr die Hand auf die Schulter und flüstert ihr zu: „Falls du Hilfe brauchst, du weisst wo du mich findest.“
Mit einem mulmigen Gefühl ruft die Ärztin bei der Polizei an und meldet ein Findelkind.
„Herzlichen Dank für ihren Anruf. Ich werde dies an das Jugendamt weiterleiten und einen Streifenwagen zur Spurensicherung zu ihnen schicken. Es könnte aber etwas länger dauern. Wir sind im Moment überlastet.“ Gibt ihr die nette Stimme am Telefon bekannt. Gretchen bedankt sich ebenfalls und legt auf. Jetzt steht sie da mit einem kleinen Etwas das so langsam nach etwas essbaren verlangt. Sie beschliesst auf die Neugeboren Abteilung zu gehen und dort etwas zu organisieren. Denn sie kann schliesslich nicht den ganzen Tag mit dem kleinen durch die Gegend rennen. Dort wird sie von den Säuglingsschwestern gerade zu umzingelt. Die Nachricht vom Ausgesetzten Baby hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Jeder der Schwestern will den kleinen Mann mal halten. Der Kinderarzt Dr. Daniels sieht sich den kleinen ebenfalls um sich zu vergewissern das der kleine auch wirklich gesund ist. „So weit wie ich es erkennen kann, ist der kleine quick lebendig und gesund. Aber Frau Dr. Haase, sie wissen schon dass sie ihn nicht hier auf der Neugebornen Station lassen können. Sie müssten ihn in die Kinderabteilung bringen und meine Schwestern sind seit Wochen, wegen der Grippewelle im Dauereinsatz. Können sie sich nicht um den kleinen kümmern bis das Jugendamt kommt?“
Am liebsten würde sie jetzt durch die Gegend hüpfen und vor Freude schreien. Sie reisst sich zusammen und antwortet: „Wenn das so ist, werde ich das gerne machen. Ich brauche aber noch ein paar Kleinigkeiten.“ Der Arzt nickt und weisst eine der Schwestern an, alles nötige auf die Station von Dr. Haase zu bringen.



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Gretchen81 Offline

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26.01.2009 09:44
#184 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Erschöpft kommt Marc aus einem OP Marathon, den er ohne Assistenz durchgeführt hat.
Im Stationszimmer steht ein Bettchen und das kleine schläft friedlich darin. Von Gretchen fehlt aber jede Spur. Eigentlich müsste er sauer auf den Zwerg sein, weil er ihm so alles durcheinander gebracht hat aber als er ihn so friedlich vor sich hin schlafen sieht. Muss er lächeln.
Der kleine wacht auf und gähnt ihn an. Als der Oberarzt ihm den kleinen Finger reicht, greift das Baby nach ihm. „Hallo kleiner Fratz.“ Er beugt sich zu dem kleinen runter und streicht ihm über den dunklen Haarschopf. „So klein und schon so viel erlebt. Wo deine Mama wohl steckt.“
Er redet mit dem kleinen und bemerkt nicht das er schon die ganze Zeit beobachtet wird.
Gretchen die ein paar Windeln entsorgt hat sieht ihm zu.
„Du wärst ein guter Papa.“ Der Chirurg zuckt erschrocken zusammen. Er lässt den kleinen los und nimmt sich schnell einen Kaffee. „Stehst du schon lange da?“
„Lange genug.“ Gibt sie ihm zur Antwort. Bis vor ein paar Minuten war sie der Überzeugung das Marc kein Familienmensch sei und er den Verlust ihres Kindes auf die leichte Schulter nimmt.
Am liebsten hätte sie ihn für die neue Erkenntnis abgeknutscht aber Sabine kommt gerade ins Stationszimmer und sieht sich den kleinen an: „Hat der eigentlich einen Namen? Ich meine wir können doch nicht immer nur Baby zu dem Baby sagen. Und was ist es eigentlich.“
Marc hätte sich beinahe am Kaffee verschluckt weil Sabine beim Satz „was ist es eigentlich“ unter die Decke des kleinen gesehen hat. „Wenn sie ihn das nächste mal wickeln, werden sie erkennen das es ein Mensch ist mit männlichen Geschlechtsmerkmalen.“ gibt ihr der Oberarzt zur Antwort und verschwindet mit seinem Kaffee in seinem Büro. Gretchen sieht ihm noch etwas verträumt nach. „Und wie soll den der Junge heissen? Wenigstens übergangsweise.“ Die Assistenzärztin nimmt den kleinen auf den Arm und meint: „Wie wäre es mit Felix, der Glückliche. Na kleiner Mann, für heute heisst du Felix.“



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Gretchen81 Offline

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26.01.2009 10:50
#185 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Auch gegen Ende ihrer Schicht ist noch keine Polizei oder Jugendamt aufgekreuzt. Ein paar OPs konnte sie durchführen, da sich Sabine während der Zeit um Felix gekümmert hat. Aber was sollte sie machen wenn sie Feierabend hätte. Sie beschloss kurzer Hand bei ihrem Vater anzuklopfen und ihn zu Fragen was sie machen soll.
„Papa, Entschuldige dass ich störe.“ Der Professor sieht von seinen Unterlagen hoch und setzt die Brille ab: „Kälbchen, du störst doch nicht. Setz dich doch bitte. Wie kann ich dir helfen?“
Die Assistenzärztin setzt sich hin und fällt gleich mit der Tür ins Haus. „Weder die Polizei noch das Jugendamt hat sich blicken lassen. Und ich kann nicht länger auf den kleinen Felix aufpassen.“
Er sieht sie zuerst erstaunt an, versteht dann aber was sie damit andeuten will: „Ich werde mich darum kümmern das in der nächsten Stunde jemand kommt. Vielleicht tut ein Spaziergang gut.“
Sie bedankt sich und verlässt den Raum. Der Professor lehnt sich in seinem Stuhl zurück. Er kann sich so etwa in die Situation seiner Tochter rein versetzen. Aber er kann ihr nicht den Grund dafür nennen. Bevor er der Polizei Feuer macht ruft er seine Frau an und bittet sie um einen Gefallen: „Ich glaube es Zeit das Margarethe es erfährt. Sprichst du mit ihr?“ Bärbel stimmt ihm zu und meint dass sie mit ihrer Tochter reden werde. Und zwar noch heute.
Gretchen kommt zurück ins Stationszimmer und Sabine drückt ihr völlig überfordert den kleinen Felix in die Arme. „Hier nehmen sie. Ich kann das nicht mehr. Er schreit die ganze Zeit. Flasche wollte er nicht, die Windeln sind gewechselt und er schreit immer noch.“
Die Ärztin will sie noch aufhalten aber die Krankenschwester hat ihre Sachen schon gepackt und verschwindet. Da steht sie nun mit dem Kleinen, der inzwischen gar nicht mehr schreit.
„Ja, toll. Das hast du wohl absichtlich gemacht. Was?“ „Endlich ruhe. Schwester Sabine wie haben sie das geschafft?“ Marc der in seinen Unterlagen liesst kommt ins Stationszimmer, er bemerkt erst als er auf sieht das Sabine gar nicht da ist und statt dessen Gretchen den kleinen hält. „Sabine ist schreiend davon gerannt. Wenn du sie suchst. Ich glaube Felix mag sie nicht.“ Er geht zu ihr hin und streichelt dem kleinen über die Wange. „An was das wohl liegt? Wann kommt denn endlich die Polizei oder die Frau von der Fürsorge?“ Gretchen legt den kleinen wieder zurück in sein Bett. „Ich hoffe bald. Dann lange übersteh ich das auch nicht mehr. Ich glaub ich heule wenn sie ihn holen.“ Marc verlässt das Stationszimmer, nur um einen Augenblick später mit einer Krankenschwester wieder zurück zu kommen.
„Schwester Ann-Kathrin passen sie auf das Kind auf. Und wenn die Polizei oder jemand vom Jugendamt kommt piepen sie mich an. Nicht vorher. Verstanden?“ Die Schwester sieht ihn mit grossen Augen an und Gretchen fragt: „Was wird das wenn du fertig bist?“
„Du machst dich jetzt nicht selber fertig. Frische Luft tut gut und ich wollte so oder so gerade eine rauchen.“ Er zieht sie mit nach draussen.



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26.01.2009 11:49
#186 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Draussen setzt sich Gretchen auf eine Bank und Marc zieht es vor seine Zigarette im stehen zu rauchen. Nach dem sie sich eine ganze weile nur angeschwiegen haben, dreht sie sich zu ihm um. „Kann ich dich mal etwas fragen?“ Er zertritt den Rest seiner Zigarette und setzt sich zu ihr hin. „Was willst du wissen?“ „Warum hast du so gelassen reagiert als ich dich um abstand gebeten habe?“ Dabei beobachtet sie ihn von der Seite. Er dreht sich zu ihr um und sieht ihr in die Augen: „Wieso glaubst du das ich gelassen war?“ Er denkt an seinen Kugelschreiber, der jetzt leider in irgendeiner Mülldeponie auf sein Aschengrab wartet. In ihr steigen Tränen auf und sie versucht sie zu unterdrücken. „Vielleicht weil du einfach nur „gut“ gesagt hast?“ Er streicht ihr eine wilde Haarsträhne aus dem Gesicht: „Vielleicht hab ichs nur gesagt um dir nicht im Weg zustehen.“ Als sie sich immer näher kommen geht der Pieper des Oberarztes los. Er macht einen kurzen Blick auf das Display und sieht das die kurze Mitteilung.
Danach steckt er ihn wieder weg und fragt: „Willst du dich noch verabschieden?“
Sie atmet tief ein und sagt dass sie ihn gerne ein letztes Mal drücken würde. „Dann geh. Ich bleibe noch ne weile hier.“ Gretchen macht sich auf den Weg zum Stationszimmer um sich von dem kleinen Findelkind zu verabschieden. Was nicht ganz ohne Tränen abläuft. Die Frau vom Jugendamt entschuldigt sich dafür, dass es etwas länger gedauert habe. Aber dafür hätten sie die Mutter des kleinen gefunden. Das 17 Jährige Mädchen habe ein schlechtes Gewissen bekommen und sich bei der Polizei gemeldet. „Wenigstens etwas Positives. So einen süssen Kerl muss man einfach lieben.“
Marc sitzt immer noch draussen auf der Bank und hängt seinen Gedanken nach.
Vor allem fragt er sich ob es richtig ist auf Abstand zu gehen. Die letzten paar Mal in denen sie sich nahe gekommen sind, hat er so schnell wie möglich versucht alles zu verdrängen. Es sollte keinen Neustart geben. Doch der Neustart ist schon längst im Gang und warum sollte er sich dagegen länger wehren.



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26.01.2009 16:38
#187 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Am Abend kommt die Assistenz Ärztin müde in ihrer Wohnung an. Eigentlich will sie nur noch schlafen. Aber ihr Handy gibt nicht auf und klingt wie verrückt. Genervt nimmt sie ab.
Bärbel: „Ich bins Kind. Sag mal arbeitest du wieder Tag und Nacht? Das ist aber nicht gut für dich.“
Gretchen gibt müde und gereizt zur Antwort: „Also dann nerv mich nicht länger und lass mich schlafen.“
Bärbel gibt nicht auf: „Wir sind der Meinung das du etwas wissen solltest. Und ich will das nicht mit dir am Telefon besprechen. Kommst du morgen Abend zum Abendessen vorbei?“
Gretchen: „Mama, ich hab morgen Nachtdienst. Sag schon was du sagen willst.“
Bärbel: „Also gut. Dann komme ich morgen Mittag ins Krankenhaus und wir reden da.“
Sie legt auf und überlegt was wohl so wichtig ist, dass ihre Mutter so einen Aufstand macht und es ihr nicht am Telefon sagen kann. Doch für heute ist sie definitiv zu Müde um noch länger Gedanken nach zu hängen und da morgen Früh und Nachtschicht auf sie warten. Zieht sie ein warmes, kuscheliges Bett vor.

Der nächste Tag hält so einiges an Arbeit für die Ärzte bereit und lässt Gretchen kaum zur Ruhe kommen. In einer kurzen Verschnaufpause zwischen zwei Notfällen nimmt sie schnell ihr Tagebuch zur Hand.
Ich fasse mich möglichst kurz. Keine Ahnung wie lange ich zeit habe für. Ein Notfall jagt den anderen. Kaum wird’s langsam Frühling fangen die Menschen an zu spinnen. Felix ist inzwischen wieder bei seiner Mutter. Sie kam tatsächlich heute Morgen schnell mit dem kleinen vorbei. Um sich zu bedanken das wir uns um ihn gekümmert haben. Wir haben sie dann gefragt wie der kleine den jetzt heisse. Und sie meinte dass ihr unser Namensvorschlag sehr gefallen habe und darum bleibe es bei Felix. Als ich sie zur Seite genommen habe und ihr gesagt habe, das falls sie mal Hilfe brauche sie jederzeit auf mich zurück kommen könnte, meinte sie das es lieb von mir sei. Aber sie wolle es zuerst lieber alleine Versuchen.
Glaube sie wird’s schon schaffen. War ja nur eine Kurzschluss Handlung von ihr das sie den kleinen ausgesetzt hat. Ich wüsste nicht was gewesen wäre wenn ich mit 17 Mutter geworden wäre. Schule noch nicht fertig und von erwachsen genug einem Kind halt zu geben red ich jetzt besser nicht. Ging mir noch nicht einmal besser als ich selbst vor kurzem gehört habe das ich schwanger sei. Inzwischen tut die Erinnerung nicht mehr ganz so weh. Irgendwann werde ich sicher mal Mutter werden und dann will ich es geniesen und nicht immer an Konsequenzen denken müssen. Apropos Mutter, meine Mutter hat sich gestern auch noch angemeldet. Sie war richtig komisch. Frag mich was sie mir so dringendes erzählen will.


Der nächste Notfall kommt rein. Sie verräumt ihr Buch und geht an die Arbeit.



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Gretchen81 Offline

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26.01.2009 17:25
#188 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Die Assistenzärztin kommt zeitgleich mit ihrem Oberarzt in der Notaufnahme an und sagen beide wie aus einem Mund: „Was ist passiert?“ Gordon muss über die Tatsache erstmal lachen. Denn die beiden sehen sich böse an und behaupten das jeder dem anderen Nachredet. Dann reicht er die Unterlagen Marc und ergänzt zu Gretchen: „Frau Doktor heute sehen sie wieder mal umwerfend aus.“ Bei dem Kompliment wird sie rot und er wütend: „Wars das oder haben sie noch so ein paar Unqualifizierte Äusserungen?“ Der Sanitäter grinst ihn an und sagt dann zur Ärztin: „Falls sie irgendwann mal Lust auf einwenig Abwechslung brauchen? Sie haben ja meine Nummer.“ Als die beiden mit dem Unfallpatienten zusammen nach oben fahren, kann es Marc nicht lassen: „Was will dieser Spasti eigentlich die ganze Zeit von dir?“ Sie verdreht die Augen: „Willst du das jetzt wirklich vor dem Patienten geklärt haben?“ Am liebsten hätte er am liebsten Gordon den Hals umgedreht vor lauter Eifersucht. Jetzt sieht er ein das sein Verhalten daneben ist und schweigt. Der Skateboarder der zwischen den beiden liegt, sieht verwirrt die beiden Ärzte an und versteht kein Wort. Den gebrochenen Arm sowie das gebrochen Bein wird mit einer OP gerichtet und verschraubt. Als Gretchen endlich aus dem OP kann und in die Mittagspause wartet ihre Mutter schon ungeduldig. Sie nehmen sich einen abgelegenen Tisch und kaum hat sich die junge Frau eine Ladung Nudeln rein geschoben fängt ihre Mutter an zu erklären warum sie mit ihr Reden wollte. „Margarethe, ich weiss wie du dich in den letzten Tagen gefühlt hast.“ „Ja sicher, Mama. Du weisst wie es ist wenn man sein Kind verliert. Bei dir war doch immer alles Perfekt.“ Sie sieht hoch und sieht das ihre Mutter tränen in den Augen hat und bereut es sie gerade so zickig behandelt zu haben. „Wir haben damals geheiratet weil ich schwanger war.“ Beginnt sie erneut und Gretchen versteht die Welt nicht mehr wirklich. Ihre Eltern sind 35 Jahre verheiratet und sie ist 30. Also wo bitte bleibt den Kind nur eins. „Weisst du zu dieser Zeit durfte man nicht sagen dass man trotz Kind noch nicht heiraten möchte. Dein Vater steckte mitten im Studium und wir hatten kein Geld. So hab ich durchgearbeitet damit wenigstens etwas zum Essen da war. Als unsere Tochter dann zur Welt kam, waren wir so unendlich glücklich. Was wir nicht wussten war das sie einen Herzfehler hatte. Sie war keine zwei Monate als ich sie Tod in ihrem Bettchen gefunden habe.“ Jetzt ist es mit ihrer Kurasche vorbei und die ältere Frau weint hemmungslos. Die Assistenzärztin nimmt ihre Mutter in den Arm: „Warum sagst du das erst jetzt?“ Bärbel wischt sich die Tränen weg und schnäuzt in ihr Taschentusch: „Wir wollten euch Kinder nicht mit alten Sachen belasten. Ich will nicht das du dir die gleichen Vorwürfe machst wie ich mir damals und vor allem will ich dir beistehen. Weisst du als du 5 Jahre später auf die Welt gekommen bist, warst du unser kleines Wunder. Irgendwann wirst du den Schmerz den du jetzt fühlst ablegen. Glaub mir mein Kind.“
Jetzt würde Gretchen am liebsten anfangen zu heulen. Denn so ein offenes Gespräch hatte sie bis jetzt noch nie mit ihrer Mutter und sie hätte auch nie gedacht dass sie ihrer Mutter so ähnlich ist.



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Gretchen81 Offline

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27.01.2009 11:06
#189 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

22. Kapitel: Verhandlung

Es ist eine Woche vergangen seit dem mir meine Mutter erzählt hat, dass ich eine ältere Schwester hätte. Die aber als sie 2 Monate alt war gestorben ist. So ehrlich war sie glaub ich noch nie zu mir. Als Kinder dachten Jochen und ich immer das in unserer Familie alles immer glatt laufen würde und es nie Probleme gebe. Wir fanden das schon fast langweilig.
Heute weiss ich dass es ganz und gar nicht so war.
In einer Perfekten Familie geht der Vater nicht fremd und Babys sterben nicht einfach. Und doch haben es meine Eltern über alle Krisen hinweg geschafft. Ihre Ehe hatte mächtig Schlagseite und sie haben es doch immer wieder auf den richtigen Kurs gebracht. Wenn sie das konnten dann werde ich das erst recht schaffen.
Obwohl sie mussten auch keine Gerichtsverhandlung durchstehen. Ich werde vor Gabi meine Aussage wiederholen müssen und ich hab das ungute Gefühl das es nicht so enden wird, wie ich mir das vorgestellt habe. Auch wenn sie in meinen Augen mein Kind umgebracht habe, sieht dass das Gericht sicher nicht so. Der Staatsanwalt hat uns versucht auf das schlimmste vorzubereiten. Seine letzten Worte waren: „Es kann auch gut möglich sein das sie nachher freigesprochen wird.“
Ist die Welt wirklich so ungerecht. Ich kann jemanden Manipulieren und ihn Körperlich verletzen und komme frei. Das Gesetz muss definitiv geändert werden. Wenn Sie wirklich frei kommt, muss ich dann immer angst haben das sie mir mein Glück nicht gönnen wird.
Ich weiss nicht wie nahe Marc und ich uns wieder kommen werden. In den letzten Tagen und Wochen sind wir uns ein paar Mal näher gekommen. Zwar mehr oder weniger aus Zufall aber so unangenehm war mir das ganze dann auch wieder nicht.


Mit diesen Worten legt sie das Buch weg und macht sich auf den Weg zur Arbeit.



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27.01.2009 13:41
#190 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

„Schwester Sabine, sind die Werte vom Patienten Müller schon da?“ Gretchen sieht sich das Chaos auf dem Schreibtisch der Krankenschwester an und denkt sich dabei so ihren Teil. Auch Marc der gerade ein paar Versicherungsunterlagen zurück bringen will sieht die Bescherung: „Wehe sie sagen jetzt sie können nichts für diese Unordnung. In einer halben Stunde ist hier alles Tipp Top. Hasenzahn Visite wartet.“ Dabei betont er das Hasenzahn so dass es die Assistenzärztin erst recht ärgert. Auf dem Weg zu den Patienten, reagiert sie dann auch prompt mal wieder auf seine Provokation: „Sag mal muss das immer sein?“ Er grinst sie an und fragt was sie den meine. „Ich meine das Hasenzahn getue. Du weisst genau das ich den Name hasse.“ Sein grinsen wird noch einmal breiter und er meint ganz locker im gehen: „Ich weiss. Aber deine Augen werden immer so schön dunkelblau wenn du sauer wirst.“
Etwas verwirrt bleibt sie stehen und sieht ihm hinter her. Kurz vor der Zimmertüre eines Patienten bleibt er stehen und dreht sich um: „Kommst du?“ Sie sieht ihn fragend an: „Meine Augen werden dunkelblau?“ Der Oberarzt beschliesst das unter 4 Augen zu klären und zieht sie in die Abstellkammer auf der anderen Seite des Gangs. Er schliesst die Türe und sieht ihr in die Augen. „Und was willst du mir jetzt in der Besenkammer sagen?“ Sie scheint immer noch Sauer auf ihn zu sein. Da er keine Antwort gibt sondern sie einfach nur ansieht will sie wieder raus: „Die Patienten warten lass mich raus.“ Doch er denkt im Moment gar nicht daran. Er nimmt ihre Hand von der Türfalle und zieht sie näher zu sich ran. „Marc?“ Sie kann seinem Blick einfach nicht mehr ausweichen und sie kommen sich immer näher. Bis ihre Lippen sich berühren. Doch lange küssen sie sich nicht, denn wie immer fängt der Pieper an zu rebellieren. Der Oberarzt löst sich und stöhnt: „War ja klar.“
Was war das? Also das war jetzt definitiv kein Zufall mehr.
Als sie ins Stationszimmer rennen und Sabine fragen wo der Notfall sei erklärt diese: „Ich habe die Laborergebnisse von Herrn Müller und der Schreibtisch ist aufgeräumt.“ Die beiden sehen sich an und dann Sabine: „Und darum piepen sie uns an?!?“
Sie bemerkt das es wohl ein Fehler war und versucht sich rauszureden: „Ich dachte es sei wichtig mit den Unterlagen. Und da ich sie bei der Visite nicht gefunden habe, dachte ich…“ „Sie denken? Das ist mir auch neu.“ Er schnappt sich die Labormappe und geht diesmal auf direkten weg zur Visite. Und seine Assistenzärztin ihm hinterher.



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27.01.2009 14:45
#191 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Für den restlichen Tag reden die beiden wieder nicht gerade viel mit einander. Es scheint als wenn sie jedes Mal wenn sie sich für einen kurzen Moment näher kommen, sie im nächsten Moment wieder auseinander gehen würden.

Manchmal versteh ich Marc Meier wirklich nicht. Da erklärt der einem ich habe dunkelblaue Augen wenn ich sauer sei und befördert mich in die Besenkammer und schweigt. Wenn man dann wieder raus will küsst er einem. Um Himmelswillen, das klingt beinahe so als ob ich den Kuss nicht gewollt hätte. Ich will solche Küsse jede Sekunde in meinem Leben. Nur warum tut er dann den restlichen Tag wieder so als ob nichts wäre?

Doch Gretchen fasst ihren Mut zusammen und fragt Marc ob er mit ihr nach der Arbeit etwas Trinken ginge. Er sieht sie zuerst verwundert an und willigt dann ein. „Vor dem Krankenhaus in einer halben Stunde. Geht in Ordnung.“
Ihr Herz macht einen kleinen Hüpfer.

Ich hab meinen Mut zusammen genommen und bin vorhin in sein Büro gegangen.
Und hab ihn mehr oder weniger zu einem Kaffee eingeladen. Er hat mich angesehen als wäre ich der Kaffee. Auf jedenfall hat er ja gesagt und das ist wohl das wichtigste. Er ist sogar auf die Idee gekommen in die Stadt zufahren um nicht immer im Krankenhaus abzuhängen.
Es gibt noch etwas das mich beschäftig. Soll ich ihn fragen ob wir gemeinsam morgen zum Gericht fahren?
Phu, ich hatte gerade einen Anruf von Alex. Er kommt morgen für die Verhandlung auch nach Berlin und hat mich gefragt ob ich mit Marc zusammen hinfahren werde. Musste ihm dann doch die Wahrheit sagen. Er wirkte erstaunt. Ich meine ich hab ihm nur gesagt das ich noch nicht weiss ob ich zusammen mit Marc hinfahre oder nicht. Ich hab ihm nichts von unserer „Trennung“ gesagt. Jetzt frag ich mich ob ich dieses kleine Detail hätte sagen sollen.
Ach, egal. Alex und ich sind Freunde das ist das einzige was zählt.
So muss jetzt. Es sieht zwar immer besser aus wenn der Mann auf die Frau warten muss. Aber ich bin ja schliesslich nicht meine Mutter



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27.01.2009 15:56
#192 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Gretchen geht nach unten und sucht Marc auf dem Parkplatz. Kann ihn aber im ersten Moment gar nicht finden. (Soviel zum Thema unpünktliche Frauen). Marc schleicht sich von hinten an sie ran: „Buh!“ Beinahe hätte sie einen Herzinfarkt gekriegt, so hat sie sich erschreckt. „Spinnst du.“ „Wenn das so ist kann ich gleich wieder gehen.“ Er dreht sich um und tut so als wolle er wieder ins Krankenhaus rein. Als sie ihn zurück ruft muss er grinsen. „Also gut. Ich fahre, du zahlst.“
„Also verarschen kann ich mich auch alleine. Wer von uns hat wohl den grösseren Lohn?“ Gibt sie ihm zur Antwort. Und er fragt sie: „Und wer ist wohl auf die Schnapsidee mit dem Kaffee gekommen?“ Sie ist wütend auf ihn und stapft in Richtung ihres Autos: „Wenn das so ist. Schönen Feierabend.“ Er geht ihr nach und hält sie auf. „Ich habs nicht so gemeint. Komm mit.“ Sie zögert und zickt noch einwenig rum. „Also gut. Ich lad DICH ein und zwar zum Nachtessen. Kommst du jetzt mit?“ Sie lächelt ihn an, verschliesst ihren Wagen wieder und meint das sie bei einem solchen Angebot nicht nein sagen könnte. Er verdreht darauf hin die Augen: „Seit wann bist du eigentlich so schwer rum zu kriegen?“ Erst als sie in seinem Auto sitzt erklärt sie ihm Taff: „Ich war noch nie leicht rumzukriegen. Das solltest du inzwischen wissen. Also wir gehen essen und anschliessend fährst du mich hier hin zurück. Ende.“ Er hält in einem Wald Zwischenstück an, sieht verwundert zu ihr rüber. „Ehm, was denkst du eigentlich was ich mit dir heute Abend vor habe?“ In Gretchens Kopf läuft gerade ein Film ab der nicht ganz Jugendfrei endet. „Hast du was gesagt? Und warum stehen wir jetzt plötzlich?“ Vor lauter träumen hat sie gar nicht mitbekommen das Marc angehalten hat und sie etwas gefragt hat.
Er muss lachen: „Kann das sein, das du gerade geträumt hast?“ Sie sieht ihn gespielt entsetzt an und lügt das sich die Balken biegen. „Ich geträumt!?! Bitte von was den?“
Er zwinkert ihr zu und meint sie wüsste schon von was. Darauf hin verpasst sie ihm einen kleinen Stoss: „Hei, schliess nicht von dir auf andere.“ Er glaubt ihr nicht, dreht sich leicht zu ihr rüber und sieht ihr in die Augen: „Bist du dir sicher das du nicht das gleiche willst?“



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27.01.2009 16:52
#193 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Die Sonne geht beinahe schon wieder auf und ich hab mich im Badezimmer von Marc eingeschlossen. Ja, von Marc Meier, meinem Oberarzt und EX. In den letzten paar Stunden ist ne Menge passiert. Zuerst hab ich mich mit ihm vor dem Krankenhaus gestritten, weil er der Meinung war das ich ihn eingeladen hätte und ich darum bezahlen könnte. Bin doch nicht dämlich, der verdient locker das Doppelt was ich. Bin ihm dann davon gelaufen und er mir hinter her. Schliesslich hat er mich dann zum Abendessen eingeladen. Kann sein das ich ein kleines Biest bin aber eigentlich hatte ich das von Anfang an vor. Kaum sass ich ihm Auto fing ich Huhn auch schon wieder an zu träumen. Ich träume nicht von einem gemeinsamen Haus mit Kindern und Hund. Oh nein, ich träume davon wie er mich küsst, streichelt und ins Ohr haucht das er mich will. Meine Träumerei muss ihm aufgefallen sein. Keine Ahnung was ich für Geräusche von mir gegeben habe. Könnte die Möglichkeit bestanden haben das ich „Oh, Marc“ gestöhnt habe. Er darauf hin angehalten und ich hab natürlich abgestritten das ich gerade von ihm und mir geträumt habe. Als er mir in die Augen gesehen hat und mich noch irgendwas gefragt hat, was ich ehrlich gesagt schon wieder nicht mehr mitbekommen habe. Konnte ich mich nicht mehr zurück halten. Staune gerade immer noch über mich selber. Wir haben angefangen wild rum zu knutschen. Bin übrigens erstaunt wie geräumig so ein BMW doch sein kann. Werde wohl die Muskelschmerzen, von den Verrenkungen im Auto erst in ein paar Tagen richtig spüren. Als die erste, ich betone die erste, Runde vorbei war, haben wir uns entschlossen doch noch etwas zu Essen. Haben uns also wieder zusammen gerappelt. Unsere Klamotten und Frisuren halbwegs in die Richtige Position gebracht. Und sind in ein kleines Restaurant gegangen. Wo wir jetzt inzwischen sehr wahrscheinlich Hausverbot haben. Also weiter. Wir sind noch nicht mal bis zur Hauptspeise gekommen. Sollte mich schämen, aber ich hatte Sex auf der Toilette eines Restaurants und ich bereue nichts. Verdammt war das genial. Haben dann schnell bezahlt und sind abgehauen. Dieses Mal haben wir es doch tatsächlich bis rein in die Wohnung von Marc geschafft. Obwohl wir beinahe wieder bei der Nummer im Auto geblieben wären. Aber bis ins Schlafzimmer sind wir dennoch nicht gekommen. Draussen sieht es aus als ob eine Bombe eingeschlagen hätte.
Könnte es sein das wir die verpassten Wochen gerade nach holen? Und das im Express-Tempo?
Wir haben schon häufiger miteinander geschlafen, aber so was wie die letzten Stunden war da nie wirklich dabei. Marc war definitiv in Bestform.
Wenn nicht die verdammte Verhandlung in ein paar Stunden wäre, könnte ich jetzt mit stolz behaupten ich bin die glücklichste Frau der Welt.



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28.01.2009 10:42
#194 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Marc klopft an die Badezimmertüre: „Ich weiss das gerade in dein Tagebuch schreibst. Du brauchst dich nicht zu verstecken.“ Gretchen erschrickt schliesst schnell ihr Buch. Drückt die Spülung: „Wie kommst du auf die Idee das ich Tagebuch schreibe, ehm jetzt?“
Sie versteckt das Buch hinter ihrem Rücken und dem T-Shirt das sie von ihm bekommen hat. Und öffnet langsam die Türe. Er steht an den Türrahmen gelehnt: „Weil ich dich kenne. Oder was versteckst du jetzt hinter deinem Rücken?“ „Nichts.“ Doch seinem Kitzelangriff hält sie nicht lange statt und gibt auf. Das Buch fällt mit samt Kugelschreiber zu Boden. Das wird aber mächtig ignoriert und die beiden fallen schon wieder übereinander her.
Später liegen die beiden auf dem Boden und sehen sich erschöpft an. Als ihm das rosa Buch auffällt: „Hatte doch recht.“ „Was?“ Jetzt sieht sie das ihr Buch wirklich neben ihnen liegt und gibt ihm einen Schubs das in eine Ecke rutscht. „Ich glaube dein Tagebuch entwickelt sich zu einem Porno?“ Dabei muss Marc grinsen, als ob er ihre Gedanken lesen könnte. „Wie kommst du immer wieder auf die Idee, dass ich über dich etwas schreibe. Geschweige den von den letzten kleinen Nummern.“ Sie sieht ihn provozierend an. Lehnt sich über sie und stützt sich links und rechts von ihr ab: „Kleinen Nummern? Mein Gott, bist du ein Biest.“ Sie grinst ihn an und zieht ihn zu sich runter. „Und was für eins.“ flüstert sie ihm ins Ohr und küsst ihn. Die beiden sind wieder ganz mit sich beschäftigt, als ein klingeln durch den Raum schallt. „Scheisse, wie spät ist es?“ Sie verdreht Marc den Arm und auf seine Uhr zu sehen. Schnell schnappt sie sich ihre Kleider die ihm ganzen Raum verteilt ist und grübelt ihr Handy aus der Tasche. Gehetzt nimmt sie ab: „Haase.“
„Kälbchen, wo steckst du? Die Verhandlung fängt in einer halben Stunde an.“ Ein erneutes „Scheisse“ entfährt ihr. Schnell ergänzt sie: „Ich bin gleich da.“ Hecktisch rennt sie um her und sucht ihren zweiten Schuh. Marc grinst sie an und versteckt hinter seinem Rücken den Turnschuh. „Suchst du irgendwas?“ „Ja, verflucht meinen Schuh.“ Sie sieht zu ihm rüber und entdeckt einen Schnürsenkel hinter seinem Rücken. „Gib ihn schon her.“ Er hält den Schuh in die Höhe so das sie nicht rankommt: „Zuerst will ich einen Kuss. Schliesslich hast du mich vorhin auch einfach kalt gestellt.“ Sie stöhnt: „Wir haben keine Zeit für dumme Spielchen. Wir müssen in 20 Minuten im Gericht sein.“ Er wirft ihr den Schuh entgegen: „Verdammt, warum sagst du das nicht gleich.“ Sie gibt ihm patzig zur Antwort: „Was glaubst du den was ich mit SCHEISSE gemeint habe!?! Ach, verdammt ich kann doch nicht so da aufkreuzen.“ Sie sieht an sich runter. Ihre Kleider sind zerknittert ihre Haare zerwühlt und von einem Makeup reden wir besser gar nicht. Er wirft einen kurzen Blick auf sie: „Wieso? Sieht doch gut aus.“



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28.01.2009 15:47
#195 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Marc parkiert noch den Wagen und Gretchen rennt schon mal in das Gerichtsgebäude rein. Nur noch wenige Minuten und dann würde der Prozess beginnen. Etwas ausser Atem kommt sie vor dem Saal an. Ihre Eltern warten bereits auf sie: „Endlich. Wir dachten schon dir wäre etwas passiert. Aber Kind was ist den mit deinen Haaren passiert?“ Sie wuschelt an ihren Locken rum. „Nichts. Die sind eben durch das rennen durcheinander geraten.“ Sie setzt sich zum Verschnaufen erstmal hin. Ihre Mutter setzt sich neben sie und nimmt sie in den Arm: „Du schaffst das schon. Wir stehen hinter dir.“ Da ihre Eltern nicht als Zeugen geladen wurden dürfen sie von Anfang in den Gerichtssaal. Gerade noch rechtzeitig kommt auch der Oberarzt die Treppe rauf: „Herr Professor und Frau Haase guten Tag.“ Begrüsst er die beiden bevor sie in den Saal reingehen. Als er sich zu Gretchen hin setzt und den Arm um sie legt. Atmet Bärbel erleichtert auf. „Ich wusste es doch, dass sie es schaffen werden.“ Franz sieht sie etwas verwirrt an und schiebt sie rein auf ihre Plätze. Mehdi trifft zusammen mit Dr. Hartmann ein. Die Begrüssung unter den Männern läuft sehr kühl ab, es grenzt an ein Wunder das sie sich überhaupt die Hand reichen.
Sie ziehen es daher vor auf der anderen Seite des Ganges zu warten. Gabi kommt zusammen mit ihrem Anwalt mit einem fiesen Lächeln angelaufen. Als die Assistenzärztin sie sieht fängt sie an zu zittern und ihr Freund nimmt sie nochmals fester in den Arm. Ausser der Hörweite ihres Anwalts zischt sie den beiden zu: „Ihr werdet schon noch sehen was ihr davon habt.“
Bei diesen Worten läuft sogar dem Oberarzt ein kalter schauer über den Rücken.
„Bitte sag mir das sie nicht davon kommen wird.“ Flüstert die junge Ärztin ihrem Chef zu. Doch sie bekommt keine Antwort. Denn so langsam hat auch er das Gefühl das sich Gabi da raus winden könnte. Im Gerichtssaal beginnt wenig später die Verhandlung.



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28.01.2009 16:27
#196 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Der Richter bittet Gabi in den Zeugenstand und klärt sie nochmals über ihre Rechte und Pflichten auf und dann beginnt das Verhör der beiden Anwälte.
Der Staatsanwalt geht Forsch zur Sache und fragt sie gleich am Anfang: „Was haben sie gegen Frau Dr. Margarethe Haase?“
Diese macht einen Unschuldigen Augenaufschlag: „Ich gegen Dr. Haase? Wie kommen sie auf so was?“
Der Staatsanwalt weisst sie noch einmal darauf hin das sie die Wahrheit sagen muss.
Darauf hin korrigiert sie ihre Aussage: „Würden sie jemanden mögen der ihnen den Freund ausspannt? Ich jedenfalls nicht.“
Der Staatsanwalt bohrt nach: „Sie geben also zu Frau Dr. Haase zu hassen?“
Gabi sieht hilfesuchend zu ihrem Anwalt, der Spricht dazwischen: „Das gehört hier nicht hin.“
Staatsanwalt: „Dies gehört hier sehr wohl hin. Denn sie hat soeben zugegeben das Frau Haase ihr angeblich den Freund ausgespannt haben soll. Und das ist ein gutes Motiv für die darauf folgenden Taten. Wieder zu ihnen. Sie haben Anfang diesen Jahres noch auf der Gynäkologischen Abteilung des Elisabeth Krankenhauses gearbeitet. Ist dies Korrekt.“ Gabi nickt.
„Da haben sie unter anderem auch die Pillen nach dem Rezept von Dr. Kaan bereitgestellt Ist das ebenfalls korrekt?“ Sie nickt erneut.
„Unter anderem auch die Antibabypille für Frau Haase?“ Dieses Mal kommt kein nicken von der Krankenschwester und der Staatsanwalt fordert sie nochmals auf hier die Wahrheit zu sagen.
Sie ballt die Hände zu Fäusten. Ihre Knöchel werden immer weisser. Bis es aus ihr rausplatzt. „Ja, ich hab die Pillen vertauscht. Ich wollte dass sie genau so leidet wie ich. Er sollte sie abservieren. Wie er es mit mir gemacht hat.“
Bärbel sitzt nur noch mit offenem Mund da. Sie wusste ja bis jetzt nicht das Gretchen nicht durch einen Zufall schwanger war, sondern aus eiskalter Berechnung einer Geistesgestörten Frau.
Der Staatsanwalt versucht auch noch ein weiteres Geständnis aus ihr rauszukitzeln. Aber die junge Frau schweigt nun eisern.



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28.01.2009 16:47
#197 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Es bleibt ihm nichts anderes übrig als die erste Zeugin aufzurufen. Gretchen betritt den Saal zaghaft und man merkt ihr die Anspannung an. Auch ihr werden ihre Rechte und Pflichten erläutert. Dann wird sie ruhig und gelassen vom Staatsanwalt befragt wie sich das ganze von ihrer Sicht abgespielt hat. Ohne zu zögern erzählt sie alles was er wissen will.
Der Verteidiger hingegen fast sie nicht mit samt Handschuhen. „Die Angeklagte hat zugegeben Ihnen die falschen Pillen ausgehändigt zu haben, wo durch sie dann nachher Schwanger wurden, das wissen wir inzwischen zu genüge. Jedoch möchte ich jetzt von ihnen wissen was weiter abgelaufen ist. Ihr Freund und sie haben sich doch auf das gemeinsame Kind gefreut. Ist das so richtig.“ „Ja, sicher. Wenn man sich liebt dann freut man sich auf ein Kind. Auch wenn das vielleicht nicht gerade zur richtigen Zeit passiert. Ich wusste ja nicht …“
Er unterbricht sie: „Also sollten sie der Angeklagten also dankbar sein. Und stattdessen Zeigen sie sie an?“ „Sie verdrehen mir ja die Worte im Mund.“ Will sie sich wehren doch der Rechtsanwalt hat blutgeleckt und weiss wie er weiter vorgehen kann. „Ich verdrehe hier gar nichts Fräulein Haase. Aber sie anscheinend. Sie behaupten weiter das meine Mandantin verantwortlich für den Apport ihres Kindes sei. Sie vergessen dabei zu erwähnen das sie nur ein paar Tage zuvor mit dem Krankenwagen eingeliefert wurden weil sie Blutungen hatten und wehen. Man kann also auch sagen ihre Schwangerschaft war ein Risikofaktor und eine frage der Zeit bis sie das Kind auch so verloren hätten.“ In ihren Augen glitzern Tränen sie hält es nicht länger aus. „Das wäre aber alles nicht passiert, wenn sie nicht ständig Intrigen gesponnen hätte.“
Gabi wirft triumphierend dazwischen: „Du bist wohl nicht so stark wie du immer tust was. Ich habe mein Kind verloren und das du deins verloren hast. Ist nichts anderes als Gerecht. Du solltest dich eben nicht auf einen Kampf unter Erwachsenen Einlassen, wenn du dafür noch nicht gewachsen bist.“
Der Richter mahnt die Angeklagte: „Wenn sie es noch einmal wagen dazwischen zu reden. Werden sie eine Ordnungsstrafe erhalten.“ Sie grinst böse zu Gretchen und meint das ihr das Ganze wert ist.



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28.01.2009 19:22
#198 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

Gretchen verlässt den Zeugenstand und setzt sich als ein Häufchen Elend auf die Bank im Hintergrund. Als nächstes wird Mehdi aufgerufen. Dieser wird ebenfalls durch den Wolf gedreht.
Er jedoch bricht nicht ein, sondern erläutert alles gelassen und ruhig.
Unter anderem bestätigt er das Gretchen unter extremen Psychischen Druck gestanden hat der auch durch die Krankenschwester verstärkt wurde.
Und das ihm Schwester Gabi alles gestanden habe, als er ihr auf die schliche gekommen war.
Seine Aussage belastet diese nun sehr. Denn sie bestätigt alles Vorhergehende.
Auch Marcs Aussage mildert das ganze nicht. Nein, es bringt die junge Frau erneut zum Ausrasten als er vor Gericht erklärt das es nie so was wie eine Beziehung gegeben hätte. „Wie kannst du das nur sagen? Wir wollten heiraten! Du bist das grösste Arschloch der Welt. Bin nur froh das ich das Kind nicht bekommen habe. Sonst würde ich die Aktion mit der künstlichen Befruchten heute noch mehr Bereuen!“ Es reicht dem Richter und sie erhält eine Geldstraffe. Marc wollte eigentlich noch ergänzen dass er sich Schuldig gefühlt habe, und ihr falsche Hoffnungen gemacht hat. Doch er findet das gehört hier jetzt nicht hin und das Thema mit der künstlichen Befruchtung hat er überhört. Als dann auch noch Dr. Hartmann seine Aussage macht und bestätigt das er durch Gabi nach Berlin gelockt wurde um die Beziehung zu stören. Hält der Staatsanwalt sein Plädoyer. Er stellt Gabi als Psychopatin hin und vergleicht sie mit einem Stalker. „Diese Frau ist gemein Gefährlich.“ Der Verteidiger versucht nochmals Gabi als Unschuldig hinzustellen und als das eigentliche Opfer. Doch Gabis letzte Reaktion überzeugt den Richter vom Gegenteil. „Es tut mir nur eines Leid. Das ich diese verdammte Liege nicht noch heftiger in dich gestossen habe. Es wäre zu schön gewesen wenn du deinem Balg gefolgt wärst.“
Nach einer kurzen Unterbrechung kommt der Richter wieder in den Saal und verkündet das Urteil.
„5 Jahre Gefängnis.“ Gretchen ist erleichtert darüber das es doch Gerechtigkeit gibt auf der Welt.



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29.01.2009 09:57
#199 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten

23. Kapitel: Forschungen und Vorträge

Ich steh immer noch etwas neben mir. Es ist zwei Tage her seit dem Prozess. Gabi hat 5 Jahre bekommen. Hätte sie ihre Klappe gehalten wie es ihr Anwalt ihr die ganze Zeit eingeredet hatte. Würde sie jetzt nicht gesiebte Luft atmen. Denn am Meisten ausgetickt ist sie als Marc im Zeugenstand erklärte das es zwischen etwas besonders sei und das mit Gabi ein riesen Fehler war. Das war also so eine Art Liebesgeständnis von ihm an mich. Gerade in dem Moment hab ich so was wirklich gebraucht. Denn ihr Anwalt hat mich so durch die Mangel gedreht bis ich einfach nur noch geheult habe. Bin ja so was von Selbstbewusst. Ihre letzten Worte waren dann aber ihr Todesurteil. Sie sagte allen ernstes das es ihr Leid tut das ich nicht auch gestorben sei. Die Frau ist wirklich krank. Nicht einmal mehr ihr Anwalt konnte ihr nach dieser Aussage helfen.
Hoffe im Knast trifft sie auf ein paar Frauen wie in der Serie Frauenknast. Die ihr das Leben zur Hölle machen, wie sie meins.
Was meine Beziehung zu Marc angeht. Das komische ist das es sich alles nochmals besser an als beim ersten Mal. Bei der Arbeit versuchen wir professionell zu sein. Also keine Wilden Knutschereien oder ähnliches. Das Problem ist nur das wir die Finger einfach nicht von einander lassen können wenn wir alleine sind. Und das führt dann hin und wieder zu peinlichen Zwischenfällen. Letztens musste ich was aus dem Lager holen. Als ich in der kleinen Kammer war ging plötzlich das Licht aus und etwas packte mich von hinten. Hab mich natürlich zu erst erschreckt und versucht zu schreien. Als Marc mir dann einen Kuss gab, wusste ich dann aber dass es er war. Von seinem Aftershave krieg ich irgendwie nicht genug. Könnte das ständig inhalieren. Wieder zurück zur Kammer. Wir waren etwas unvorsichtig und ein Regal ist umgestürzt. Schliesslich seh ich im Dunkeln ja auch nichts, kann ja mal passieren. Wenn nicht Sabine in dem Moment das Rumpel gehört hätte. Sie hat die Türe auf gemacht und das Licht angeschaltet. Das Gesicht werde ich nie mehr vergessen. Zuerst sah sie Marc an mit einem „Oh mein Gott“-Blick, kein Wunder den seine Hose hing auf halb Mast. Und dann hat sie mich gesehen. Hatte es grade noch geschafft mein wieder Raufzuziehen. Sie stotterte „Tschuldigung“ und machte die Türe wieder zu. Von draussen hörten wir dann nur noch ein poltern. Als wir nach sahen war sie in Ohnmacht gefallen.
Ich bin gerade in extremer Schreiblaune. Muss mich aber bald bremsen weil ich ja schliesslich auch noch Arbeiten muss und ich hab noch meinen Bericht den ich verfassen muss für meinen Facharztabschluss. Ich hasse solche Berichte. Die Doktorarbeit zu schreiben ist dagegen ein Witz. Aber stundenweise Abhandlungen über OPs zu texten ist wirklich das letzte. Könnte eigentlich auch Marc um Hilfe bitten. Der hat seinen Abschluss als bester abgeschlossen, wie alles was er gemacht hat. Bestes Abi seines Jahrgang, beste Doktorarbeit und bester Facharztabschluss Chirurgie. Und ich? Beim Abi kann ich ja gerade noch mithalten. War ebenfalls Jahrgangsbeste, bei der Doktorarbeit war ich zwar unter den besten aber eben nicht die Beste. Was den Facharzt angeht, da hab ich meine Zweifel. Im Moment fehlt mir einfach der Antrieb.
So jetzt ist es so weit. Marc hat schon wieder über den ganzen Gang geschrieen ich soll nicht auf meinen Ohren sitzen, sondern endlich mal zur Arbeit erscheinen. „Oh wie ich den Mann liebe.“



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Gretchen81 Offline

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29.01.2009 11:15
#200 RE: Fortsetzung Nr. 2 von Gretchen81 Zitat · Antworten
Im Stationszimmer warten mal wieder alle nur noch auf sie. Diesmal ist sogar ihr Vater anwesend für die Visite. Der ist gar nicht erfreut gerade auf seine Tochter warten zu müssen und das sagt er ihr auch deutlich. „Margarethe, Pünktlichkeit ist eine Tugend.“ Sie verdreht die Augen, diese Ansprache hat ihr Vater ihr mindestens schon gefühlte 10 Millionen mal gesagt und jedes Mal hat sie dann demütig zu Boden gesehen und versprochen das es nie wieder vorkommt. Nur heute macht sie das nicht: „Entschuldige, musste noch was erledigen. Bin aber eigentlich schon länger hier.“ Er blitzt sie böse an: „Wenn es nur die Pünktlichkeit wäre. Mir ist zu Ohrengekommen das du mit einen Berichten für deinen Facharzt hinterher hängst.“ Er nimmt sie zur Seite und redet weiter auf sie ein: „Du hast mit Dr. Meier eine Koryphäe in dem Gebiet als Chef. Frag ihn doch ob er dir hilft.“ Marc muss grinsen und verklemmt sich einen Kommentar. Die Assistenzärztin wird sauer: „Ich will es aber alleine schaffen.“ „Die Einstellung lob ich mir mein Kind. In dir Steckt ein richtiger Haase. Nur damit du endlich weiter kommst schick ich dich zusammen mit Meier auf die Chirurgen Tagung nach Hamburg. Du kannst da eine Menge lernen und es hilft für die Berichte.“
Ich zusammen mit Marc in Hamburg? Scheisse, ich glaub der Schuss geht nach hinten los. Wie soll ich den da etwas lernen. Kaum sind wir alleine Fallen wir übereinander her wie ausgehungerte Wölfe.
„Kälbchen, stimmt etwas nicht?“ Ihr Vater bemerkt ihre Abwesenheit. Schnell schüttelt sie den Kopf. „Nein, alles in Ordnung. Du wirst den Bericht dann bekommen. Das ist kein Problem. Ich freu mich.“ „Dann ist ja alles in Ordnung. Also auf zur Visite.“
Auf dem Weg zum ersten Patienten flüstert der Oberarzt ihr zu: „Kälbchen, ich geh sonst auch ohne dich an diese Tagung. Mir wird in Hamburg schon nicht langweilig.“ Dabei grinst er von einem Ohr zum anderen. „Wenn du mir noch einmal Kälbchen sagst, dann nenn ich dich Schnuffel. Ist das klar? Und was Hamburg angeht. Das hättest du wohl gerne das du da alleine hin kannst. Ne mein lieber ich komme mit und werde einen 1a Bericht schreiben.“



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