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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
Karo Offline

PJler:


Beiträge: 652

24.10.2018 14:34
Letztes Jahr - der 25. Dezember Zitat · antworten

Ihr - also @JackySunshine wollte Weihnachten. Von wegen Grinch...

Wie gesagt, es sollte sich eigentlich an den Adventskalender 2017 anschließen



Montag, 25. Dezember



Gretchen war still und nachdenklich. Marc war sich sicher, dass es nichts mit dem Tod von Frau Römer zu tun hatte. Die alte Dame war am späten Heiligabend verstorben. Das Heim hatte Gretchen angefunkt, als sie in der Kulturkirche waren. Schon da hatte Gretchen bedrückt gewirkt. Und irgendwie erleichtert, als der Anruf kam.

Sie hatten keine Ahnung, wie Haase-Fishers den Abend verbracht hatten. „Es ist auch egal.“ Das war alles, was Gretchen dazu sagte. Statt zu sprechen, suchte sie immer wieder die Nähe ihres Freundes. „Können wir heute nochmal zu dem Haus gehen?“
„Klar – wenn Du mir sagst, was los ist?“
„Fahren wir wirklich mit Deiner Mutter in Urlaub?“
„Ja, Prinzessin. Aber das ist hoffentlich nicht der Grund, warum Deine Stimmung auf Talfahrt ist?“
„Nein. Es ist kaum vorstellbar, dass Deine Mutter diesmal die Unkomplizierteste ist!“
„Vielleicht, weil sie keine Erwartungen an Weihnachten hat?“
„Sie hatte keine andere Erwartung außer ihren Sohn zu treffen.“
„Weil sie will, dass er sie auf einer Kreuzfahrt begleitet.“ Marc grinste. Ganz uneigennützig waren die Absichten seiner Mutter nie.
„Sie will Zeit mit Dir verbringen. Im Gegensatz zu meiner Familie. Papa geht es nicht um Weihnachten oder um Zeit mit seiner Tochter. Ihm geht es um das Krankenhaus und seinen Nachfolger. Oma geht es um die Klinik und deren Leitung. Von wegen Weihnachten mit der Familie.“ Sie schüttelte den Kopf und sah Marc traurig an. „Ich glaube, deswegen passte mir von Anfang an der Gedanke nicht, dass sie kommen. Ich wollte mit Dir alleine sein und das...“
„...das war ja auch fast so.“
„Du meinst, ich sollte Frau Römer dankbar sein?“ Gretchen schmunzelte. „Dass sie mir meinen Wunsch irgendwie erfüllt hat?“ Marc war natürlich mit ihr ins Heim gefahren.

***
Das Sterbezimmer war weihnachtlich geschmückt. Ein Weihnachtsbaum mit roten Kugeln, ein LED-Stern im Fenster. Tannengestecke an den Wänden, ein Adventskranz auf dem Tisch. Aus dem Radio erklangen leise Weihnachtslieder. Frau Römer schlief die meiste Zeit. Für Gretchen und Marc war es ein friedlicher Heiligabend. Fast so, wie sie es sich gewünscht hatte.
Als Gretchen kurz bei den Schwestern im Stationszimmer war, sprach die alte Dame Marc an. „Doktor Meier? Versprechen Sie mir, dass Sie gut auf Doktor Haase aufpassen? Ich sehe, dass Sie sich sehr gern haben. Und sie ist ein wundervoller Mensch.“
„Oh ja, das ist sie. Frau Römer, das Versprechen will ich Ihnen gerne geben.“

***
Auch der frühe Nachmittag war anders verlaufen als gedacht. Gretchen musste in die Praxis, sodass Marc sich entschlossen hatte, das Gespräch mit seiner Mutter zu suchen.

„Warum bist Du hier?“
„Mein Sohn fährt wieder einmal weg ohne seine Mutter in Kenntnis zu setzen.“
„Erstaunlicherweise wusstest Du aber, dass ich bei Gretchen bin?“
„Hat mir Deine Nachbarin mitgeteilt. Dass Du eine wundervolle Freundin hast. Schön, dass Deine Mutter mal wieder die Letzte ist, die das erfährt.“
„In der Tat stehst Du nicht an erster Stelle der Telefonliste. Warum nur?“
„Bin ich so schrecklich?“
„Ach Mutter...“ Was sollte er auf eine solche Frage antworten. Er sah sie an. „Wie hättest Du denn reagiert, wenn ich Dir vor einem halben Jahr gesagt hätte, dass ich sie zurück gewinnen will.“
„Ich hätte Dir ins Gewissen geredet.“
„Siehst Du...“
„Marc, sie hat Dich schon mal ins Verderben geschickt.“
„Nein, Mutter. Das war ich alleine. Rückblickend betrachtet war einfach unsere Zeit noch nicht so weit. Du weißt wie ich bin. Alles oder nichts. Für „Alles“ war ich noch nicht bereit. Gretchen ebenso wenig.“
„Und jetzt bist Du es?“
„Ja. Es ist anders.“
Ihr Sohn sprach so ernsthaft. Vor allem aber – überzeugt. Überzeugend.
„Ich wünsche es Dir von Herzen, Marc. Ich glaube da nicht mehr dran. Männer und Frauen, das funktioniert nicht!“
„In diesem Glauben bin ich groß geworden. Das habe ich perfektioniert, würde ich sagen. Glücklicherweise wurde ich eines Besseren belehrt.“
„Aber wegen einer Freundin muss man doch nicht gleich sein ganzes Leben über den Haufen werfen?“
„Doch, Mutter. Abgesehen davon – ich betrachte Gretchen weniger als meine Freundin. Auch wenn es wohl so ist. Ich finde die Ausdrücke „Partnerin“ oder „Gefährtin“ viel besser. Lebensgefährtin. Ja, das soll es sein...“ Marc dachte an das Haus.

***
Der Sohn des Eigentümers hatte sie am Samstag noch angerufen, dass sein Vater jetzt doch lieber verkaufen als vermieten würde und laut seinem Makler ginge das besser, wenn es nicht vermietet sei.
„Hat der Makler denn schon einen Auftrag?“ – „Nein. Wie gesagt, es sind alles noch Überlegungen.“ – „Gut, dann können Sie sich eventuell die Courtage sparen – wenn Ihr Vater sich entschieden hat, informieren Sie uns bitte bevor Sie den Makler anrufen.“

***
„Woran hast Du jetzt gedacht?“
„An das Haus, das Gretchen und ich haben möchten.“
„Mein Gott Marc. Ich dachte, das wäre jetzt erst wieder ganz frisch?“
„Ich habe mich damals schon auf der Schultreppe in Gretchen verliebt. Nur wusste ich leider nichts damit anzufangen.“
„Marc-Olivier!“
„Seit zwei Wochen!“
„Großer Gott.“
„Du kannst Dein Leben gestalten wie Du willst – ich tue es ebenso. Was mich wieder zu der Frage treibt, was Du von mir wolltest, dass Du tatsächlich den Weg zu meiner Hamburger Wohnung gefunden hast.“

(„Und nach Köln!“)

„Ich wollte Dich bitten, mich auf einer Kreuzfahrt zu begleiten.“
„Ach... also ging es mal wieder um Dich?“
„Es geht nach Südamerika. Und Du hattest mal gesagt, dass Du Brasilien und Argentinien sehen möchtest.“
„Da ging es um die Teams bei der Fußball-WM?“
„Oh...“ Einen winzigen Augenblick sah Elke wirklich bekümmert aus. Nicht winzig genug, denn Marc sah es. Überrascht.

„Wann wäre das?“
„Über Silvester und danach. Am 29.12 geht der Flug nach Rio de Janeiro, wo ich Silvester verbringen wollte. Am 2.1. beginnt dann die Kreuzfahrt. Dann sind zwei Seetage, an denen meine Lesungen stattfinden. Am 5.1. steht Montevideo im Fahrplan und am Tag darauf Buenos Aires. Dort habe ich auch drei Tage geplant, bevor es wieder nach Hause geht.“
„Hm.“
„Kannst Du Worte benutzen?“
„Gretchen und ich hatten überlegt, nach Weihnachten in Urlaub zu fahren. Dann kam uns das Haus dazwischen.“
Elke sah Marc prüfend an. „Dann hätte ich also doppelte Gesellschaft?“
„Wenn überhaupt – ja. Aber das muss ich mit ihr besprechen. Wie eilig ist das?“
„Naja... die Kabinen auf dem Schiff sind nicht das Problem, die sind reserviert. Problematisch könnten die Flüge werden.“
„Hm. Wenn die nicht utopisch teuer sind.“
„Vielleicht... gestattet ihr, dass ich sie euch schenke. Da Du neuerdings ein Fan von Weihnachten bist – als Weihnachtsgeschenk?“
„Lass mich mit Gretchen reden, okay? Und apropos Weihnachten... hast Du vor, Dich den Haase-Meiers anzuschließen?“
„Franz sagte, ihr wollt in eine Kirche...?“

***
Marc zog seine blonde Herzdame nochmal fest an sich. „Was hältst Du davon, wenn wir nach der Kreuzfahrt mit Mutter noch eine Woche richtig Urlaub machen?“
„Richtig Urlaub?“
„Naja, mit Strand und so. Vor allem „und so“. Ich meine, die Karibik ist ja quasi in der Nähe.“
Plötzlich war das Leuchten wieder da. „Kuba?“
„Alte Autos, Zigarren und „Rum-machen“?“ Marc grinste. „Sehr, sehr gerne!“

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