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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 1.839 mal aufgerufen
 Erfindet eure eigene Fortsetzung!
Choconussa Offline

Krankenschwester


Beiträge: 364

20.08.2018 16:08
Sommer-Spezial: Familiengeschichten Zitat · antworten

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『「Vorwort」


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Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine Fortsetzung der deutschsprachigen Serie; Doctors Diary - Männer sind die beste Medizin.
An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass wir uns die vorhandenen Charaktere der Serie, nur ausleihen.

Idee, Entwurf, frei erfundene Charaktere und fertige Geschichte gehören ©Choconussa und ©Melli84.


Die Geschichte setzt nicht am Ende der dritten Staffel an und bildet auch keinerlei Parallelen zu der Geschichte "Alte Liebe - Neues Glück".

Wir wünschen sehr viel Spaß beim Lesen!



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Sippin' on sunshine


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Der Wind peitschte dem ausgeglichenen Chirurgen mitten ins Gesicht – wenigstens ein bisschen Abkühlung! Seit Wochen stand die Hitze in und um Berlin und von Abwechslung, in Form von Regen, war nichts zu sehen. Die Patienten auf den Stationen wurden langsam ungehaltener… Immerhin verfüge das Elisabeth-Krankenhaus über keinerlei Klimaanlagen. Die Jalousien, die in den Zimmern hingen, konnten die Wärme nur teilweise aus den Räumen halten und somit glich das Krankenhaus einem riesigen Hochofen, der einfach nicht mehr abkühlen wollte. Natürlich hatten er und der Professor versucht, es den Patienten so angenehm wie nur irgend möglich zu machen und hatten Ventilatoren beschaffen lassen. Die wirbelten inzwischen allerdings auch nur noch die warme Luft durch die Gänge und Krankenzimmer.

Es war wirklich zum Haare raufen!

Alle miteinander schwitzten sie um die Wette. Ob nun auf Visite, in der Notaufnahme oder im OP. Der einzige, der die Ruhe weg hatte, war Günni Gummersbach… In der Pathologie war es doch tatsächlich auszuhalten! Als der Chirurg heute mit einem verstorbenen Patienten die Leichenkammer betreten hatte, wunderte sich der Pathologe über den leichten Schweißfilm, der die Stirn seines Kollegen benetzte. Insgeheim fragte Marc sich, wieso dem so war. Immerhin konnte Gummersbach unmöglich den ganzen Tag arbeiten… Doch schnell verwarf er den Gedanken wieder … Wahrscheinlich wohnt er auch in einem Keller!

Wenn Marc könnte, wie er wollte, würde er den gesamten Krankenhausbetrieb in den Keller verlegen. So schön die Idee auch war: Es ging einfach nicht!

Also musste der verschwitzte Chirurg, wohl oder übel, mit dem Fahrtwind vorlieb nehmen.

„Und nun zum Wetter“, ertönte aus dem Autoradio. „Heute Mittag erreichen wir Höchsttemperaturen um die 38°. Zum Abend hin kühlt es ein wenig ab, bei Temperaturen um die 28°. Heute Nacht überwiegend tropisch. Und auch morgen…“

Schnaubend schaltete er das Radio aus. Er musste nicht wissen, was morgen werden würde. Was heute war, war ihm viel wichtiger. Seit Wochen saßen er und seine Familie in der abgedunkelten Wohnung … Die Klimaanlage, die er bestellt hatte, ließ auf sich warten und die beiden Ventilatoren wirbelten nur noch „Miefquirl“, wie seine Frau es wütend nannte. Wenn er nicht bald etwas unternahm, würde sie sicherlich auf die Barrikaden gehen.

Für einen brauchbaren Einfall musste der Chirurg gar nicht lange überlegen und wunderte sich, dass er noch nicht früher auf diese glorreiche Idee gekommen war.

Wahrscheinlich, weil er, seitdem der Professor beschlossen hatte, weniger zu arbeiten, selten zu Hause war und somit oft nicht mitbekam, wie warm es in ihrer Wohnung wirklich war. Dabei dachten sie wirklich, dass es im Sommer auszuhalten wäre…

Doch jedes Mal, wenn er zum Mittag zu Hause war, traf ihn die Hitze wie ein Schlag ins Gesicht. Bei jeder kleinen Bewegung fing man zu schwitzen an und die unliebsame Arbeit am PC wurde nur noch unliebsamer! „Homeoffice!“, hatte er heute geantwortet, als Sabine ihn fragte, wo er so früh schon hin wollte. Anders als vor ein paar Jahren, arbeitete er gern von zu Hause aus. Es war zwar nicht unbedingt ruhiger als im Krankenhaus, aber er konnte am Familienleben teilnehmen. Besonders jetzt, in den Sommerferien, war ihm das sehr wichtig. Er wollte nicht einer der Väter sein, die ihre Kinder nicht richtig kannten und über jede Information mehr als nur überrascht sind!

Und obwohl die Zeit für seinen Geschmack viel zu schnell umgegangen war, könnte er zufriedener nicht sein. Maximilian, der Erstgeborene, würde nach den Sommerferien dasselbe Gymnasium besuchen, welches er und Gretchen besucht hatten. Er war ein unglaublich aufgewecktes Kind… Schon im Kindergarten war sein Sohn neugierig gewesen und hatte erst aufgehört Fragen zu stellen, wenn der Wissensdurst gestillt worden war. Dabei hatte Marc mehr als einmal versucht, die penetranten Fragen zu ignorieren… Vergeblich! Und nun glänzte der Junge mit hervorragenden Noten und war nicht nur ein sehr guter Schüler… Nein! Er war auch ein wundervoller großer Bruder, der seine kleine Schwester wie ein Löwe beschützte.

Sarah-Marie sah zum ihm auf und wollte ihm immer alles nachmachen… Er selbst wusste nicht, wie es war, Geschwister zu haben und stellte sich dieses Verhalten äußerst nervig vor, was Gretchen ihm mehrmals bestätigte. Doch Max ließ sich nicht aus der Ruhe bringen! Er verbrachte viel, und gerne, Zeit mit seiner kleinen Schwester… Auch wenn seine Freunde dabei waren. Marc war sich ziemlich sicher, dass sich das nun legen werden würde, wenn Maximilian auf die weiterführende Schule ging.

Vollkommen in Gedanken versunken, öffnete er, mit seiner Ausbeute unterm Arm, die Wohnungstür und wurde gleich mit einem herzlichen Freudenschrei begrüßt.

„Papa!“, rief Sarah aufgeregt und war drauf und dran, dem braunhaarigen in die Arme zu springen.

„Halt, halt! Nicht so stürmisch, Prinzessin. Erst mal reinkommen lassen…“, hielt er den blonden Wirbelwind freundlich zurück und stellte die Einkäufe ab. „Wir haben gleich eine Menge zu tun!“

„Was denn?“, fragte Sarah verwundert. „Mama hat gesagt, dass sie heute nichts mehr machen wird. Wenn du Hunger hast, sollst Du was bestellen.“

Schmunzelnd nickte der Chirurg… Was für wundervolle Einfälle seine Frau doch hatte! Ganz davon abgesehen, dass er es niemals erwarten würde, dass sie sich bei dieser Hitze an den Herd stellte, hatte ohnehin Bärbel für sie mitgekocht! Zwar hatte Gretchen beim Kochen schon Fortschritte machen können, allerdings war es in ihrem momentanen Zustand unzumutbar, sie etwas kochen zu lassen.

„Natürlich bestellen wir heute Abend… Aber die Mama meinte ich auch gar nicht“, zwinkerte er und zeigte auf den Pool, den er vor einer halben Stunde gekauft hatte. „Dein Bruder, du und ich, wir werden das Teil gleich in den Garten bringen und eure Mutter kann sich in den Schatten setzen bis wir fertig sind.“

„Cool!“, hauchte Sarah und stürmte direkt in Maximilians Zimmer. „Max! Papa hat uns einen Pool gekauft… Komm schnell“, hörte Marc sie aufgeregt rufen und musste beinahe lachen, als sein Sohn, mit einem erschöpften „Na endlich!“, hinter seiner Schwester her trottete…


Zweieinhalb Stunden später war es vollbracht! Der Pool stand und seine Kinder spielten ausgelassen im Wasser. Seine Frau hatte es sich in einer spritzfreien Zone gemütlich gemacht und er… Er saß auf seinem Gartenstuhl, hatte seinen neuen Laptop auf dem Schoß und hielt seine Füße ins ausrangierte Kinderplanschbecken.

So ließ es sich aushalten!!! Und sein Gretchen kam auch endlich mal wieder an die frische Luft und war nicht mehr gezwungen, den halben Tag im Bett zu liegen, weil ihr Kreislauf verrückt spielte. Nachdenklich betrachtete er seine hochschwangere Frau… Sie tat ihm leid. Eine Risikoschwangerschaft. Bei den Temperaturen! Mit beiden Kindern zu Hause… Allein. Auf die Idee mit dem Pool, hätte er wirklich eher kommen müssen…

„Wie lang kannst du die Luft anhalten, Papa?“, fragte sein Sohn interessiert und unterbrach die trüben Gedanken des Mittvierzigers.

„Da ich seit Jahren rauche“, antwortete er langsam, „befürchte ich, nicht allzu lange.“

„Du musst nur in den Pool kommen, Schatz, dann kann ich dir dabei helfen“, flötete Gretchen belustigt.

Kurz überlegte er, eine Anzeige zu schalten und seine Frau, mitsamt dem vorlauten Mundwerk, zu verschenken … besann sich dann jedoch eines Besseren, legte den Laptop an die Seite und schloss sich seiner Familie an.

„Genug gearbeitet!“, lachte er und mopste seiner Tochter die Wasserpistole, um Gretchen ein bisschen zu foppen …


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Choconussa Offline

Krankenschwester


Beiträge: 364

24.08.2018 22:11
#2 RE: Sommer-Spezial: Familiengeschichten Zitat · antworten

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Summer Paradise


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Eine Weile alberten Marc und Gretchen, wie ein frisch verliebtes Paar, durch den Pool … Doch lange sollte der Spaß nicht anhalten, denn bereits nach zehn Minuten bekam Gretchen Kontraktionen. Nichts Beunruhigendes, wie Mehdi ihnen immer wieder sagte. Sie befand sich in der 38ten Schwangerschaftswoche und so langsam sollten sie anfangen, sich daran zu gewöhnen. Der hat leicht reden!, dachte Marc ein wenig verstimmt, während er Gretchen zärtlich massierte. Wie schon bei den ersten beiden Schwangerschaften, tat er alles in seiner Macht Stehende, um es seiner Frau so angenehm wie nur irgend möglich zu machen. Es war nicht immer einfach, doch jede Mühe und jeder verloren gegangene Nerv, waren es wert. Sie und seine Kinder waren es wert!!! Er liebte die drei, bald vier!, von ganzem Herzen und würde sein letztes Hemd für sie geben.

Genießerisch stöhnte Gretchen auf und verstimmte damit ihren Sonnenschein. Sarah-Marie Meier war ein wahres Freudenkind. Selten hatte sie schlechte Laune und konnte sich an den kleinsten Dingen des Lebens ebenso erfreuen wie Marc an einer Testfahrt in einem Ferrari. Doch wenn sie ihre Mutter solche Laute von sich geben hörte, war der Spaß anscheinend vorbei, wie das Chirurgenpaar, welches vollkommen vom Hocker gerissen wurde, an diesem Nachmittag erfuhr.

„Also wirklich!“, schimpfte der kleine Lockenkopf drauf los. „Ich weiß, was das wird…!“

„Und was wird das, mein Schatz?“, fragte Gretchen ihre Tochter verträumt. Noch immer war Marc mit seinen geschickten Händen an ihrem Rücken beschäftigt und sie würde ihn erschlagen, wenn er sein Tun unterbrechen sollte.

„Ich habe im Sachkundeunterricht gut aufgepasst“, erklärte Sarah stolz. „Ich weiß, dass ihr bestimmt gerne Sex machen würdet … Aber ich möchte keine Geschwister mehr haben, also wäre es ganz nett, wenn ihr dieses rumsexen lassen würdet!“

Geschockt sahen die Eltern ihre Tochter an, während Max sich im Hintergrund lachend den Bauch hielt. Und Sarah, sich keinerlei Schuld bewusst, verstand die Welt nicht mehr. Was war daran bitte so witzig?

„Hör auf zu lachen, Max!“, maulte sie beleidigt drauf los und bespritzte ihn mit einer ordentlichen Ladung Wasser. Sofort entwickelte sich unter den Geschwistern eine wilde Wasserschlacht. Die beiden kreischten und lachten um die Wette. Für Marc waren diese Momente, die schönsten in seinem Leben! Er liebte es, wenn er seine Kinder so ausgelassen sehen konnte oder die beiden sich lautstark zankten.



Was die beiden ihrem Papa kurze Zeit später mal wieder unter Beweis stellten. Es wurde Zeit fürs Abendessen und die Frage, was sie bestellen sollten. Natürlich wollte sein Sohn Pizza von seinem Lieblingsitaliener.

„Aber die hatten wir doch beim letzten Mal“, protestierte Sarah. „Diesmal darf ich aussuchen und ich möchte Pommes!“

„Die kannst du dir da auch bestellen“, zickte Max zurück.

„Schmeckt aber nicht genauso wie von Rita“, giftete Sarah ihren Bruder an und stampfte mit dem Fuß auf. „Papa, sag was!“

„Oar! Wenn du deinen Willen nicht bekommst, rennst du gleich zu Papi!!!“

„Halt, halt!“, sagte Marc geduldig und hielt noch immer das Telefon in der Hand. „Ich werde dazu überhaupt nichts sagen. Wenn ihr euch nicht einigen könnt, entscheidet Mama gleich was gegessen wird.“

Er wusste, dass er seine Kinder so dazu bringen würde, sich zu entscheiden. Würde er Gretchen die Entscheidung lassen, würden sie beim Chinesen bestellen und das wollten weder Sarah noch Max. Er konnte sich noch gut an ihr erstes chinesisches Essen erinnern. Immerzu hatte seine Frau beteuert, wie lecker es schmecken würde und so warteten ihre Kinder, voller Vorfreude, auf das bestellte Essen. Was kam, gefiel ihnen aber überhaupt nicht. Sie hatten ordentlich bestellt, weil Gretchen sich, wie so oft, einfach nicht entscheiden konnte. Bami Goreng, Hong-Kong Ente, verschiedene Krabbengerichte und einige Suppen. Sarah und Max probierten von allem etwas, doch beließen sie es nachher dabei, den Reis zu essen und schafften ein bisschen Bami Goreng herunterzuwürgen. Danach hatten sie nie wieder chinesisch gegessen, wenn die Kinder dabei gewesen waren. Und auch heute, sollte er nicht enttäuscht werden …

„Dann bestell halt Pommes“, gab Max sich endgültig geschlagen, nachdem seine Schwester angefangen hatte zu weinen und er sie unbeholfen tröstete. Doch nachdem Marc die Bestellung aufgegeben hatte, lachte seine Tochter laut auf und rannte schleunigst in ihr Zimmer. „SARAH!“, rief der ältere der Meier-Geschwister empört und stampfte ihr wütend hinterher.

Für das Oberhaupt der Familie die perfekte Gelegenheit, endlich mal nach seiner Frau zu schauen, die eigentlich nur kurz unter die Dusche wollte. Das lauwarme Wasser beruhigte nicht nur sie, sondern auch das ungeborene Kind. Danach konnte sie wenigstens einige Stunden abschalten, bevor die Strampelei in ihrem Uterus von neuem begann.

Als Marc ins Badezimmer kam, prasselte das Wasser noch immer in der Dusche und ein mulmiges Gefühl überkam den reservierten Chirurgen.

„Gretchen?“, fragte er unsicher. Man konnte in den letzten Wochen einer Schwangerschaft nie vorsichtig genug sein. Doch seine Frau beschränkte sich auf ein gemurmeltes „Mhm?!“, was ihren Mann dazu brachte, sie vorwurfsvoll zu fragen, was sie so lange unter der Dusche machte…

„Was machst du denn so lange?! Ich mache mir Sorgen, verdammt!“

„Ich mache ein Peeling, Marc. Meine Haut ist ganz trocken und schuppt!“, antwortete sie lächelnd. Er konnte so süß sein – wenn er wollte! Und gerade jetzt, wollte er nicht. Er musste hier der Starke sein und wollte es sich nicht erlauben, Schwächen zu zeigen.

„Ist bei Drachen so üblich!“, maulte er und bekam gleich eine ganze Ladung an Wörtern an den Kopf geknallt, als Gretchen aus der Dusche stieg. „Das ist nicht witzig, Olivier! Weißt Du… Es gibt Frauen, die auf jedem einzelnen Bild perfekt posieren und es gibt mich … Meistens habe ich einen knallroten Kopf auf den Fotos, meine Haare stehen wirr in alle Himmelsrichtungen ab und ich versuche ein zerlaufendes Eis würdevoll zu essen … Und wenn du jetzt nicht sofort aufhörst zu grinsen, greife ich die Idee von Sarah auf. Dann hat sich das mit dem rumsexen für dich erledigt!“

„Was im Moment so oder so nicht funktioniert“, murmelte er und nahm sein Gretchen von hinten in den Arm. „Aber genau, weil du so bist, wie du bist und unelegant dein davonlaufendes Eis isst, liebe ich dich, Gretchen! Und nicht anders …“ Liebevoll sah er sie an, als er sich das Babyöl schnappte und anfing, ihren Bauch einzuschmieren, damit die Haut nicht riss. Etwas, was er sich, seitdem die Hebamme Gretchen damals dazu geraten hatte, nicht nehmen ließ. Zurzeit war es ein wunderbarer Ausgleich zu den fehlenden Zärtlichkeiten. Gretchen konnte sich sexuell nicht verausgaben und das wollte er auch gar nicht. Selbstverständlich fehlte ihm der Sex und die damit verbundene Nähe zu seiner Frau. Doch solche Momente, wie dieser, in denen er vor ihr kniete, zärtlich das Babyöl auf ihrem Bauch verteilte und sie ihm vorsichtig durchs Haar strich, reichten ihm vollkommen aus, um seiner Frau nah zu sein.

Doch wie es eben war, wenn man Kinder hatte, blieben solche Momente nicht immer ungestört…

Mit einem lauten Krachen flog die Badezimmertür auf und eine aufgeregte Sarah rief völlig aus dem Häuschen: „Das Essen ist da, Papa!!! Komm schnell …“

Grinsend drückte der glückliche Chirurg der Mutter dieses Wirbelwindes, einen Kuss auf die Nase. „Beeil dich, sonst haben die Monster alles verschlungen“, zwinkerte er belustigt.



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Choconussa Offline

Krankenschwester


Beiträge: 364

09.10.2018 01:00
#3 RE: Sommer-Spezial: Familiengeschichten Zitat · antworten

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Slipped away


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„Setz dich vernünftig an den Tisch, Max“, maulte Marc seinen Sohn an. Der elfjährige saß kniend auf dem Stuhl, und wenn Marc Meier eines hasste, dann waren es Albernheiten bei Tische. Gruselig … Wenn er darüber nachdachte, dass er früher nicht viel anders gewesen war und seine Mutter ihn immer und immer wieder zur Vernunft rufen musste. Seine Mutter! Wie lang hatte er nun schon nicht mehr an diese extravagante Nervensäge gedacht? Kurz dachte er nach und zählte die verstrichenen Monate … Nächsten Monat wäre es ein Jahr! Seit einem Jahr kein lästiges „Olivier!“ mehr – es sei denn, er hatte seine Frau mal wieder verärgert. Doch das geschah, zu seinem Glück, nur sehr selten. Seit einem Jahr keine mysteriösen Erkrankungen oder Folgeerkrankungen mehr. Was blieb, war eine geschlossene Krankenakte und Erinnerungen … Gute und schlechte. Das Erbe. Videos und Bilder. Eingerahmt auf der Anrichte … Marc erlaubte es sich, seinen Blick schweifen zu lassen. Elke Fischer stand prunkvoll eingerahmt auf dem Sideboard und lächelte ihn an. Ein ehrliches Lächeln. Die echte Elke. Seine Mutter! Der Chirurg schluckte hart und musste sich eingestehen, dass er sie vermisste. Wollte er wirklich so sein, wie seine Mutter es war? Seine Kinder dazu zwingen, sich zu Hause an Restaurant Gepflogenheiten zu halten?! Zwar hatte es ihm nie geschadet, doch … Seine Kinder waren nun einmal Kinder! Sie sollten Spaß haben, zanken und vielleicht auch einfach mal kleckern. „Wisst ihr was?“, fragte er seine Kinder, die ihn augenblicklich erwartungsvoll ansahen. „Wir essen heute ganz gemütlich im Wohnzimmer und schauen dabei einen Film!“

„Au ja“, freute Sarah sich. „Bitte, bitte ‚Das große Krabbeln‘.“

Hilfe! Wenn ich diesen Film noch einmal sehen muss, bekomm ich das große Kotzen, dachte Marc. Aber er konnte seinen Wirbelwind von Tochter nicht mehr halten. Geschwind war sie von ihrem Stuhl gesprungen und ins Wohnzimmer geeilt, um den Film, bevor irgendjemand Einwände haben konnte, in den DVD-Player zu legen. Max hingegen, dem der Blick seines Vaters keinesfalls entgangen war, nahm dem Chirurgen die Arbeit ab und brachte das Abendessen, samt Geschirr und Besteck, in den Wohnbereich. Der elfjährige wusste, wann es an der Zeit war, zu schweigen und seinem Vater den Raum zu lassen, den er brauchte. Ihn und seine Mutter allein zu lassen, wenn sie reden mussten. Ganz besonders dann, wenn sein Vater unterdrückte Emotionen zuließ! Maximillian Meier erinnerte sich, als wäre es gestern gewesen, als sein Papa mit der schlechten Nachricht nach Hause gekommen war.


Flashback

Laut flog die Wohnungstür auf und ebenso laut schloss sie sich wieder. Ohne einen Gruß, stiefelte der Chirurg mit steifer Miene in sein Arbeitszimmer und knallte die nächste Tür. Verwundert sahen Gretchen, Sarah und Max sich an. Mit so schlechter Laune war Marc das letzte Mal nach Hause gekommen, als eine Lernschwester ihm seinen Kaffee zwar gebracht, aber über die Patientenakten verteilt hatte.

„Was hat Papa denn?“, fragte Sarah, als Marc nach zehn Minuten noch immer nicht aus seinem Zimmer gekommen war.

„Wahrscheinlich Ärger auf der Arbeit und er muss jetzt noch etwas erledigen, mein Schatz“, antwortete Gretchen einfühlsam. „Du weißt doch, dass der Papa viel Verantwortung hat.“

Damit gab Sarah sich vorerst zufrieden und ließ sich von ihrem großen Bruder wieder für ihre Schularbeiten begeistern. Verliebt sah die Chirurgin ihren Kindern dabei zu, wie sie gemeinsam die Matheaufgaben lösten. Bis sie aus dem Arbeitszimmer ihres Mannes lautes Gepolter und ein Klirren, als etwas zu Bruch ging, hörte und sie sich, ebenso wie ihre Sprösslinge, erschreckte.

„Das hört sich aber nicht nach Ärger auf der Arbeit an“, zweifelte Max. „Eher nach Renovierung!“

„Ihr wartet hier und macht weiter“, sagte Gretchen jedoch nur. „Ich gucke mal, was da los ist.“

Vorsichtig öffnete die Blondine die Tür, die sie direkt in die Höhle ihres Löwen bringen würde. Noch immer, nach all den Jahren, war sie besonders achtsam im Umgang mit einem schlecht gelaunten Marc Meier. Auf seine verbalen Spitzen konnte sie heute, wenn sie besonders ehrlich war, wirklich verzichten und würde ihn, wenn er das wünschen sollte, wüten lassen. Jedoch nicht, ohne seine Kinder vernünftig begrüßt zu haben.

„Ja sach mal Marc, kannst Du nicht mal mehr ‚Hallo‘ sagen, wenn du nach Hause kommst?“, fragte die Chirurgin ihren Mann. Soviel zur Vorsicht, Gretchen Meier! Da hättest du auch gleich nackt anstiefeln können, mit dem Vorsatz, garantiert nicht mit ihm zu schlafen! „Deine Kinder fragen sich, was mit dir los ist und ich mich, wenn ich mich hier mal umschaue, auch. Wer soll die Sauerei denn wieder wegmachen?“

Ungeachtet der Tatsache, dass Marc, mit aufgestützten Ellenbogen und in den Händen vergrabenem Gesicht, an seinem Schreibtisch saß, begann die Chirurgin die Papiere vom Boden aufzulesen und versuchte dabei nicht in die Scherben zu treten. Bei genauerem Hinsehen stellte sie jedoch fest, dass die Scherben ehemals Marcs Kristall Aschenbecher gewesen waren, den er von seiner Mutter geschenkt bekommen und wie seinen Augapfel gehütet hatte … Plötzlich kam ihr ein Verdacht.

„Um Gottes willen!“, stöhnte sie. „Was hat deine Mutter jetzt schon wieder angestellt?“

„Sie stirbt!“, seufzte Marc schwach.

„Also das ist ja wohl noch lange kein Grund…“, plapperte die Blondine, die noch immer fleißig am Aufräumen war, drauf los. Bis die Worte, die sie soeben gehört hatte, ankamen. „Warte mal bitte! Was?!“

„Meine Mutter stirbt“, wiederholte der Chirurg und gab sich die größte Mühe, nicht allzu betroffen zu wirken. „Und diesmal keinen Heldentod! Es ist ernst.“

„Ja - und was bitte, machst du dann zu Hause?“

„Äh – ich wohne hier?!“, antwortete er konfus.

„Du solltest jetzt aber nicht hier sein, sondern bei deiner Mutter, Marc! Ich rufe jetzt meine Eltern an, dass sie Sarah und Max abholen und dann fahren wir zu ihr. Sie sollte nicht allein sein.“

„Werde ich vielleicht auch noch mal gefragt, ob ich das überhaupt möchte?“

„Nein!“, entgegnete sie entschieden. „Du würdest ohnehin sagen, dass du das nicht willst. Du würdest zynisch werden und es später trotzdem bereuen. Egal was du sagst, ich weiß, dass du jetzt gern bei ihr wärst. Und ich weiß, dass dich das erschüttert. Deswegen holen meine Eltern unsere Kinder ab und dann fahren wir gemeinsam zu Elke. Das lass ich dich sicher nicht allein machen!!!“

Flashback Ende

Auch wenn er es nie vor ihnen zugab, wusste Max, dass sein Vater ordentlich am Tod seiner Mutter zu knabbern hatte … Noch – oder gerade besonders jetzt, wo sich ihr Todestag zum ersten Mal jährte. Er selbst vermisste seine Oma auch. Oma Elke war immer anders als Oma Bärbel … Strenger! Aber ebenso leicht zu besänftigen. Und er vermisste es, wie sein Vater mit ihr zanken konnte … Sarah bekam von alledem zum Glück nichts mit. Sie tanzte ausgelassen zu der Musik, die im Titelmenü der DVD lief. Gretchen jedoch wusste sofort, dass etwas faul war. Dafür hätte sie ihren Mann nicht einmal sehen müssen, der mit unergründlicher Miene vor dem Bild seiner Mutter stand.

„Sie hat dich nicht allein gelassen“, flüsterte sie ihm zu, als sie sich zu ihm stellte und bei ihm einhakte. „Sie war krank und schwach … Gib ihr nicht die Schuld und auch nicht dir selbst. Es konnte keiner wissen … Auch du nicht!“

„Ich vermisse sie“, hauchte er.

„Ich weiß … Wir auch!“, sagte die Blondine ehrlich und drückte ihrem Mann einen Kuss auf die Wange, ehe sie sich zu ihren Kindern gesellte, um ihrem Mann Zeit zu geben, sich zu sammeln.




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