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Dieses Thema hat 618 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Dornröschen Offline

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28.01.2009 10:15
#476 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich das mal sagen würde, aber Marc scheint sich auch auf unser Kind zu freuen. War heute Mittag bei Mehdi zur Untersuchung. Anschliessend hat er noch ein CTG geschrieben. Die regelmässigen Herztöne unseres Baby´s wirken so beruhigend auf mich, dass ich anscheinend für einen Moment eingenickt sein muss. Marc muss wohl reingekommen sein und seine Hand auf meinen Bauch gelegt haben. Zum ersten Mal, seit er weis, dass ich schwanger bin. Bin dann darüber aufgewacht und ich sah, dass ihm das sichtlich peinlich war, denn er zog sofort seine Hand zurück. Aber das muss es nicht! Ich hab mich darüber sehr gefreut. Deshalb hab ich auch seine Hand genommen und sie zurückgelegt, aber ohne etwas zu sagen. Er sagte auch nichts. Wir genossen einfach den Moment. Ich glaube er wird ein guter Vater. Denn manchmal kann er echt einfühlsam und lieb sein. Ich denke nach wie vor, dass alles im Leben einen Sinn hat. Und auch wenn die Geschehnisse der letzten Zeit uns, vor allem mich, ziemlich aus der Bahn geworfen haben, hat es doch etwas bewirkt. Wir sind uns näher als je zuvor. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass ich Gabi dankbar dafür bin, aber ich denke mittlerweile, dass es Schicksal war. Denn anscheinend hat es auch bei ihm etwas bewirkt. Marc war noch nie so ehrlich zu mir, wie in der vorletzten Nacht und ich bin froh darüber. Apropos Gabi...die Verhandlung gegen Marc wegen dem getöteten Radfahrer findet nächste Woche statt und ich muss auch hin, als Zeugin, weil wir ihn geneinsam operiert haben. Er wollte mich eigentlich davor schützen, aber der Richter und der Staatsanwalt blieben hart. Naja, es wird zwar nicht einfach für mich werden, aber ich werde ihn unterstützen soweit ich das kann. Denn ich denke, dass er ebenfalls Angst davor hat, immerhin steht einiges für ihn auf dem Spiel. Vor allem wegen der Sache mit der Flucht, das könnte das Gericht falsch bewerten. Sein Anwalt machte uns zwar Hoffnung, dass es höchstwahrscheinlich auf eine Bewährungsstrafe hinausläuft, aber du kennst mich ja, ich rechne lieber immer mit dem schlimmsten, dann erlebe ich auch am Ende (meistens jedenfalls) keine bösen Überraschungen. So jetzt hab ich aber wirklich genug geschrieben. Werde mich jetzt umziehen und dann mit Marc nach Hause fahren. Mals sehen, was der Abend noch so hergibt...

Sie schloss das kleine rote Buch, zog sich um und machte sich anschliessend auf den Weg zu dem Büro ihres Chef́s.

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Dornröschen Offline

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28.01.2009 11:15
#477 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Kapitel 50 - Nach allem was war...

Die letzten Tage verliefen relativ ruhig und Gretchen schaffte es nach und nach mit den Erlebnissen fertig zu werden und ihre Ängste zu besiegen. An diesem Tag hatte es eine Massenkarombulage auf der Autobahn gegeben und die beiden Ärzte hatten einen regelrechten OP-Marathon hinter sich gebracht, der vor allen Dingen sehr an Gretchen´s Kräften gezerrt hatte. Immerhin war es nicht mehr lange bis zur Geburt. Dazu kam, dass auch bald ihre Facharztprüfung anstand und sie noch jede Menge lernen und Berichte schreiben musste. Nachdem auch Marc nach der letzten OP festgestellt hatte, dass sie langsam aber sicher fertig mit der Welt war, schickte er sie kurzerhand nach Hause. “Aber meine Schicht ist doch noch garnicht vorbei. Mein Vater...” weiter kam sie nicht, denn der Oberarzt unterbrach sie. “Mit dem rede ich!” sagte er, nahm seinen Autoschlüssel aus der Tasche und schlug vor sie nach Hause zu bringen. Okay...vielleicht hat er Recht. Das heute war wohl wirklich ein bisschen viel für mich... dachte sie und nickte stumm. Marc gab daraufhin Schwester Sabine Bescheid, dass er kurz weg wäre. “Wenn was wichtiges sein sollte rufen sie mich an.” fügte er noch hinzu und verliess das Stationszimmer. Gretchen folgte ihm und die beiden gingen gemeinsam zum Wagen. Nachdem Marc vor der Haustüre den Motor abgeschaltet hatte, lehnte er sich zu seiner Assistenzärztin herrüber, gab ihr einen Kuss und verabschiedete sich von ihr. “Bis später.” sagte auch Gretchen, stieg aus dem Wagen und schloss die Tür. Oben angekommen setzte sie sich erstmal auf die Couch, um zu verschnaufen, denn die Stufen hatten es verdammt in sich, vor allen Dingen wenn man ein paar Kilo mehr mit sich herrumtrug. Sie sass noch keine 5 Minuten, da klingelte es an der Türe. “Guten Tag. Ich bin Frau Schmitz, ihre Nachbarin (dabei deutete sie auf die Türe gegenüber vom Flur) hier...das ist heute morgen für sie abgegeben worden.” sagte sie und reichte der jungen Ärztin ein kleines Paket. Diese bedankte sich und schloss die Tür. Hmm...ein Paket für Marc von Sarah? Was da wohl drin ist? Überlegte sie, während sie zurück ins Wohnzimmer ging. Das Päckchen legte sie auf den Wohnzimmertisch vor sich. Zu gerne hätte sie gewusst, was da drin ist, aber sie wollte auch nicht “schnüffeln”. Deshalb beschloss sie ihn kurz anzurufen und zu fragen, ob er was davon wüsste. “Nein. Dann mach es doch einfach auf. Hab keine Geheimnisse.” sagte er und blieb am Telefon dabei. “Ein Buch.” sagte die junge Ärztin, nachdem sie den Karton geöffnet hatte. Jetzt fiel es auch dem Oberarzt wieder ein. “Ach ja. Das hatte ich vergessen. Stell es einfach zu den anderen ins Regal.” sagte er und legte wieder auf, da er zu einem Notfall gerufen wurde.

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28.01.2009 12:13
#478 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Gut dann werd ich mal versuchen was essbares auf den Tisch zu bekommen. So schwer kann das doch nicht sein. Dachte sie und ging zum Regal, um das Buch wieder zurück zu stellen. Jedoch war das Regal schon ziemlich voll und sie hatte Mühe es dazwischen zu quetschen. Bei einem erneuten Versuch, fiel dann ein Stück Papier auf den Boden. Die junge Ärztin legte das Buch beiseite und hob den zusammengefalteten Zettel auf. Was ist denn das? Fragte sie sich, während sie das Papier auseinanderfaltete. Bei näherem hinsehen erkannte sie, dass es ein Brief war. Soll ich den jetzt lesen? Er hat ja gesagt, dass er keine Geheimnisse vor mir hätte, also wird er denk ich nichts dagegen haben. Nach längerem Überlegen nahm sie dann den Brief und setzte sich auf die Couch. 30. April 1984? Oh! Der ist aber schon ziemlich alt. Also denke ich nicht, dass er an Marc adressiert ist. Trotzdem war ihre Neugier geweckt und sie lass weiter. Lieber Marc...also ist er doch für ihn oder eher gesagt war...denn...mal kurz überlegen, da war er acht Jahre alt. Sie las noch eine Weile weiter, aber nirgendwo fand sich ein Anhaltspunkt dafür, von wem er stammen könnte. Noch nicht mal unterschrieben war er. Sie las nur Wörter wie “es tut mir leid” und “Schuld”, konnte sich aber keinen Reim darauf machen. Hmmm...dann werd ich ihn einfach mal fragen, wenn er nach Hause kommt. Er muss ja schliesslich wissen von wem der ist. Sie faltete das DinA4 Blatt wieder zusammen und legte es in die Schublade der Kommode im Flur. Anschliessend ging sie in die Küche und schaute nach was sie essbares finden konnte. Also wir haben ein Stück Putenfleisch, ein bisschen Grünzeug und Reis...hmm...da muss sich doch irgendwas draus zaubern lassen. Schliesslich beschloss sie dann ihre Mutter anzurufen und sie zu fragen. Diese freute sich natürlich ausserordentlich, dass ihre Tochter nun endlich kochen lernen wollte und nannte ihr eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Ich denke ich fange mal mit dem einfachsten an. Ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Dachte sie, legte auf und machte sich sofort an die Arbeit.
“Du kannst kochen??” fragte Marc erstaunt, als er nach Hause kam und sah, dass Gretchen gerade dabei war den Tisch zu decken. Auch wenn sie sich noch nicht so ganz sicher war, ob das was sie gerade auf die Teller verteilte, wirklich schmeckte, gab sie es jedoch nicht zu und erwiederte fast eingeschnappt: “Na klar! Was hast du denn gedacht?” Der Oberarzt bemerkte den Unterton in ihrer Stimme sofort. Deshalb sagte er lieber nichts mehr und setzte sich einfach an den Tisch. Auch Gretchen sagte nichts weiter dazu, stellte einfach die wortlos die Teller auf den Tisch und setzte sich ihm gegenüber. Nachdem er den ersten Bissen im Mund hatte, schaute sie ihn erwartungsvoll an und wartete auf ein Urteil. “Schmeckt gut.” sagte er nach einiger Zeit. Die junge Ärztin lächelte ihn an und erwiederte: “Freut mich.” Marc konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen. “Gehörst wohl doch an den Herd und nicht an den OP-Tisch was?” sagte er und grinste sie dabei provozierend an. “Du kannst es echt nicht sein lassen, was?” sagte sie und versuchte dabei möglichst eingeschnappt zu wirken. Der Oberarzt sah sie erstaunt an und meinte: “Was denn? Das war ein Kompliment!” Gretchen stand daraufhin auf, räumte die Teller weg, grinste ihn ebenfalls an und sagte: “Weis ich doch SCHATZ!” Dabei betonte sie das letzte Wort besonders, weil sie wusste, dass sie ihn damit ärgert.

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28.01.2009 13:33
#479 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten
Während sie gerade dabei war das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine zu räumen, kam Marc zu ihr in die Küche und umarmte sie von hinten. “Hast du mehr Qualitäten von denen ich nix weis?” fragte er sie mit einem grinsen. “Wer weis...kannst ja versuchen es herraus zu finden.” kam von ihr nur mit einem schelmischen grinsen. Der Oberarzt nahm ihr daraufhin den Teller aus der Hand, und flüsterte ihr ins Ohr: “Dann fang ich doch gleich mal damit an.” Anschliessend zog er sie in der Hand ins Schlafzimmer.
Der nächste Morgen verlief eher ruhig. Die beiden hatten heute Spätdiesnst und mussten erst zum Mittag in der Klinik sein. Deshalb hatten sie Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Dabei kam Gretchen dann wieder der Brief in den Kopf, den sie gestern völlig vergessen hatte. Also stand sie auf und holte ihn aus der Schublade. Mit den Worten: “Der war gestern in dem Buch, was Sarah dir geschickt hat. Weist du von wem der ist?” reichte sie ihm das zusammen gefaltete Stück Papier. Marc sah sie zwar erst erstaunt an, nahm den Brief aber dennoch entgegen. Je länger er ihn las, um so stiller wurde er. Was hat er denn? Wieso sagt der denn nichts? “Und? Von dem ist der?” fragte sie nach einiger Zeit. Doch der Oberarzt wirkte plötzlich irgendwie abwesend und sagte nichts mehr. Deshalb sparch sie ihn noch einmal an: “Marc? Alles in Ordnung?” Erst jetzt reagierte er und räusperte sich kurz. “Ja ja. Alles okay. Weis auch nicht was das ist.” sagte er schnell. Wieso glaub ich ihm das jetzt nicht?! “Aber er ist doch an dich addressiert...” versuchte sie erneut etwas aus ihm herraus zu kitzeln. Aber auch das blieb ohne Erfolg. “Hab keine Ahnung...ist auch nicht wichtig...und ausserdem... müssen wir auch langsam los.” sagte Marc legte den Brief schnell auf den Tisch und stand auf. Gretchen bleib noch eine Weile sitzen und schaute ihm misstrauisch hinterher. Hmmm...da steckt mit Sicherheit mehr dahinter. Aber was? Überlegte sie und ging ins Bad, um sich umzuziehen. Die ganze Zeit überlegte sie noch hin und her. Denn wenn es wirklich nicht wichtig gewesen wäre, hätte Marc anders reagiert. Das wusste sie mittlerweile. Also entschied sie sich dazu heute abend spät ein Telefongespräch nach Brasilien zu führen. Wenn Sarah etwas darüber weis, was ja eigentlich der Fall sein müsste, dann wird sie es mir mit Sicherheit sagen. Schliesslich war sie bis jetzt immer ehrlich zu mir. Beschloss sie, als die beiden auf dem Weg zur Klinik waren.

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28.01.2009 15:58
#480 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Beschloss sie, als die beiden auf dem Weg zur Klinik waren. Marc hatte heute wieder eine Doppelschicht, also blieb ihr genug Zeit, um seine Cousine anzurufen. Nachdem sie diverse Notfälle und ein paar kleinere OṔs hinter sich gebracht hatten, beschloss sie Feierabend zu machen. Also ging sie zu Marc, um sich zu verabschieden. In seinem Büro fand sie ihn dann, schlafend am Schreibtisch sitzen, über einem Berg von Akten. Soll ich ihn jetzt wecken? Hat ja immerhin noch ne harte Nacht vor sich. Hmmm...dann lass ich ihn lieber schlafen... überlegte sie und wollte wieder verschwinden. Als sie jedoch gerade rausgehen wollte, schreckte er hoch. “Gretchen...Du?...Hier?” sagte er noch ziemlich verschlafen und stand dabei noch völlig neben sich. Gut. Jetzt wo er einmal wach ist kann mich auch gleich verabschieden. Dachte sie und ging zurück zum Schreibtisch. “Ja. Ich wollte nur Tschüss sagen. Werd jetzt nach Hause fahren.” Langsam kam der Oberarzt wieder zu sich und schaute auf die Uhr. Anschliessend verabschiedeten sich die beiden voneinander und Gretchen ging zurück in die Umkleide. Als sie aus der Klinik kam, nahm sie den nächsten Bus und fuhr nach Hause. Mittlerweile war es nach 22 Uhr, als sie in die Wohnung kam. Deshalb nahm sie sich sofort das Telefon und versuchte Sarah zu erreichen. Nach mehrmaligem klingelnlassen ging sie dann auch dran.
Sarah: Casa del Quaddros...
Gretchen: Sarah? Ich bińs... Gretchen.
Sarah: Ja Mensch Gretchen! Schön mal wieder was von dir zu hören. Wie geht es dir?
Gretchen: Ja mittlerweile wieder ganz gut...
Sarah (besorgt): Was soll das heissen? Mittlerweile...
Gretchen: Ist ne verdammt lange Geschichte...ist viel passiert in den letzten 1 einhalb Monaten...
Sarah: Erzähl...
Gretchen stöhnte kurz und begann Sarah dann die Geschichte zu erzählen. Die war erst sprachlos und brachte nur ein “Oh mein Gott” über die Lippen.
Gretchen: Ja. Ich hätte ihr echt auch schon einiges zugetraut, aber DAS nicht!
Sarah: Wie geht es Marc denn? Hat er alles gut überstanden?
Gretchen: Ja. Er hat wohl mehr Glück als Verstand gehabt. Gott sei Dank!!
Sarah: Und wie läuft es zwischen euch?
Gretchen: Ganz gut soweit. Wir sind vor kurzem zusammengezogen...aber weswegen ich anrufe...in dem Buch, dass du Marc geschickt hast, war ein Brief und...
Sarah: Ja? Und?
Gretchen: Ich hab Marc gefragt, ob er weis vom der ist, aber er sagt er wüsste es nicht...
Sarah: Wieso wundert mich das nicht? Hab ich erwartet...
Hä? Jetzt versteh ich garnix mehr...
Gretchen: Wie meinst du das? Weist du was von diesem Brief und von wem er ist?
Sarah: Natürlich! Ich hab ihn ja selbst dort reingelegt.
Sie hat ihn darein gelegt? Aber warum denn?
Gretchen: Tschuldigung...aber jetzt versteh ich gerade überhaupt nix mehr?!
Sarah: Also...der Brief ist von Marćs Vater. Ich hab ihn dort reingelegt in der Hoffnung, dass er ihn findet und liest. Aber dieser Sturkopf kann wahrscheinlich wieder einfach mal nicht über seinen Schatten springen!
Wie immer eigentlich...
Sarah: Hast du den Brief auch gelesen?
Gretchen: Ja...hab ich.
Und jetzt verstehe ich einiges...
Sarah: Ich dachte echt, er würde sich mal Gedanken machen, aber nix!
Gretchen: Äh...ich glaub schon, dass er sich Gedanken drüber macht. Er war nachdem er den Brief heute morgen gelesen hatte völlig verändert...
Sarah: Hmmm...vielleicht ist ja doch noch nicht alles verloren...
Gretchen: Wie meinst du das?
Sarah (vorsichtig): Naja...ihr habt doch einen guten Draht zu einander...vieleicht könntest du...?
Gretchen: Was? Ich? Ich glaube nicht...
Sarah: Versuch́s doch wenigstens mal. Ich denke, dass die beiden sich mal richtig aussprechen müssen. Es ist soviel schief gelaufen...
Gretchen(stöhnte): Okay...ich versuch́s...aber versprechen kann ich nichts!
Sarah: Danke. So eine Frau wie dich hat Marc an seiner Seite gebraucht.
Gretchen: Gut. Dann leg ich jetzt mal wieder auf. Ist ja auch schon spät.
Sarah: Ja. Ich hab auch noch Arbeit. Dann bis demnächst und meld dich mal öfters.
Gretchen: Okay. Mach ich. Tschüss.

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28.01.2009 17:26
#481 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Anschliessend legte die junge Ärztin auf, zog sich um und ging ins Bett.
Bevor sie allerdings schlief beschloss sie noch einmal in ihr Tagebuch zu schreiben:

Liebes Tagebuch,
Kann mal wieder nicht schlafen...Hatte gerade ein langes Gespräch mit Sarah. Hab sie gefragt, ob sie vielleicht wüsste, von wem der Brief ist. Achso, das weist du ja noch garnicht. Zur Erklärung: Gestern Nachmittag hatte eine Nachbarin ein Paket abgegeben. Hab es dann auf gemacht und gesehen, dass ein Buch darin war. Marc sagte mir dann, dass er das bei Sarah vergessen hätte und ich es zurück ins Regal stellen sollte. Hab ich dann auch versucht. Aber das Regal war zu voll. Kleine Anmerkung: Ich denke entweder sollte er dringend mal “ausmisten” oder ein grösseres kaufen, denn es plattzt bald aus allen Nähten. Naja...auf jeden fall...als ich versucht hab das Buch noch irgendwie da rein zu quetschen, fiel ein Brief raus. Hob ihn auf und überlegte ob ich ihn lesen sollte. Schnüffel eigentlich nicht in anderer Leuts Privatkram rum, aber meine Neugier war irgendwie grösser. Muss ich wohl von meiner Mutter geerbt haben, die kann das ja auch so gut. Ich sag nur: Tagebuch. Hab ihn dann gelesen und konnte mir nicht recht einen Reim darauf machen. Das einzige was ich wusste, er muss ziemlich alt gewesen sein, das hab ich am Datum oben gesehen, 1984 stand da. Aber das war dann auch schon alles. Ausser vielen Worten der Endschuldigung, war da nämlich nicht mehr viel, noch nicht mal ein Absender. Hab mir nichts weiter dabei gedacht und Marc heute morgen danach gefragt. Er hat ihn dann gelesen und wurde auf einmal so merkwürdig. Fragte ihn was los wäre, aber er gab mir erst garkeine Antwort. Nachdem ich es nochmals versucht hatte, sagte er schnell, dass es nicht so wichtig sei und legte den Brief beiseite. Aber ich glaubte ihm nicht und beschloss Sarah anzurufen. Sie hat sich natürlich tierisch gefreut nochmal was von mir zu hören. Nachdem sie erstmal geschockt war, weil ich ihr von den ganzen Geschehnissen der letzten Wochen erzählt hab, erzählte sie mir dann, dass der Brief von Marćs Vater sei. Verstand zuerst garnichts, aber dann erzählte Sarah mir alles, was sie auch von damals wusste. Und ich muss sagen, mittlerweile wundert mich überhaupt nichts mehr. Wer weis wie ich wäre, wenn mein Vater abgehauen wäre und ne Mutter, die mich immer nur zum Erfolg “getrimmt” hätte, um ein “Vorzeigeobjekt” zu haben. Und da dachte ich, ich hätte es mit meinen Eltern schlimm getroffen, aber seine will ich nicht mal geschenkt haben. Naja...Sarah bat mich dann nochmals mit Marc zu reden, aber um ehrlich zu sein, wollte ich mich eigentlich da raus halten. Immerhin ist es seine Sache. Aber wie immer hatte Sarah einfach die besseren Argumente. Frag mich, wie diese Frau das immer schafft.Muss mir wirklich mal von ihr nen Trainingsplan geben lassen. Könnte vielleicht die Lösung meiner Proleme sein... So und nun...hab ich mich von ihr “breitschlagen” lassen und sitz jetzt ganz gehörig in der Tinte. Denn ich hab ja gesehen, wie empfindlich Marc auf dieses Thema reagiert und ich weis nicht wie ich es schaffen soll, ihn möglichst geschickt darauf anzusprechen. Aber ich werd́s versuchen...also wünsch mir Glück...

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28.01.2009 18:53
#482 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Mittlerweile war es mitten in der Nacht. Sie klappte das Buch zu und versteckte es, so dass Marc es nicht findet. Eigentlich hatte sie keine Geheimnisse vor ihm, aber dass er das mal liest, wollte sie dann doch nicht. Nachdem sie sich zurück ins Bett gelegt hatte, schlief sie dann endlich ein.
Am nächsten Morgen wurde sie dann wachgeküsst. “Morgen.” sagte Gretchen noch ziemlich verschlafen, nachdem sie Marc gesehen hatte. Der Oberarzt schien noch ziemlich munter zu sein, denn anstatt sich ebenfalls hinzulegen und zu schlafen, zog er es lieber vor die junge Ärztin Stück für Stück aus zu ziehen. Diese wusste natürlich genau was er wollte und war nicht abgeneigt davon. Sex am Morgen, vetreibt Kummer und Sorgen. Dachte sie sich. “Sarah hat gestern noch angerufen.” meinte Gretchen nach einiger Zeit, als sie sich nachher in den Armen lagen. Stimmt zwar nicht ganz, aber das muss er ja nicht unbedingt wissen. Doch egal was sie gesagt hätte, er hätte es sowieso nicht mehr mit bekommen, weil er schon halb eingeschlafen war. Gut. Dann eben später. Nahm sie sich vor und stand auf. Nachdem sie hier und da ein bisschen aufgeräumt hatte, ging sie auf die Terasse und setzte sich dort mit einer Zeitschrift bewaffnet auf die Hollywoodschaukel. Anscheinend musste sie dabei eingeschlafen sein, denn Marc kam am Nachmittag und weckte sie. Nachdem sie eine Kleinigkeit gegessen hatten sprach die junge Ärztin das Thema erneut an. Doch wieder mit dem gleichen Erfolg, denn von dem Oberarzt kam nur ein kurzes “Hmmm”. Na toll! Sehr gesprächig ist er ja nicht gerade. Und was mach ich jetzt? Aber das Problem schien sich von selbst zu lösen. Denn Marc nahm den Brief, der noch auf dem Tisch lag und wollte ihn gerade in den Müll schmeissen. Gretchen sprang sofort auf und sagte entsetzt: “Was machst du denn da? Du kannst doch nicht einfach den Brief von deinem V....” Scheisse verdammt! Er soll nicht wissen, dass ich Bescheid weis! Der Oberarzt drehte sich erstaunt um, sagte aber nichts. Den Rest des Tages redeten sie kaum noch mit einander.
Die nächsten Tage vergingen und Gretchen merkte, dass Marc wieder begann sich ihr zu verschliessen. Er redete kaum noch mit ihr, wenn er denn überhaupt mal zu Hause war, da er meistens Doppelschichten schob. Eines Abends reichte es der jungen Ärztin dann endgültig. Das kann doch nicht wahrsein?! Ich muss was dagegen unternehmen. Sonst ist meine ganze Mühe im letzten Jahr umsonst gewesen. Also zog sie sich an und fuhr mit dem Bus in die Klinik. Dort angekommen machte sie sich sofort auf dem Weg zu dem Büro des Oberraztes. Nachdem sie vorher angeklopft hatte, trat sie ein und blickte in sein erstauntes Gesicht. “Gretchen? Was machst du denn hier?” fragte er, nachdem er den Kugelschreiber weggelegt hatte. Die junge Blonde stützte sich mit den Handflächen auf der Schreibtischplatte ab und sagte nur: “Wir müssen reden!” Marc stöhnte leise und fragte: “Worüber?” Da fragt der noch?? “Was ist eigentlich los mit dir in der letzten Zeit?” wollte sie sofort wissen. “Nichts?! Ist halt viel Stress hier.” kam von dem Oberarzt nur. Das kann er seiner Mutter erzählen. Die glaubt das vielleicht!

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28.01.2009 19:59
#483 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Nachdem sie hin und her geredet hatten und Marc offenbar immer wieder eine neue Ausrede für sein Verhalten zu finden schien, reichte es Gretchen dann endgültig und sie liess die Katze aus dem Sack. “Wieso hast du mir nicht gesagt, dass der Brief von deinem Vater ist?” wollte sie wissen. Er schaute sie entsetzt an und fragte: “Woher weist du das?” Die junge Ärztin wunk schnell ab und meinte: “Ist ja auch egal jetzt. Wichtig ist nur, dass du offenbar keinerlei Vertrauen zu mir hast...sonst hättest du mit mir darüber gesprochen.” Erneute stöhnte Marc und erwiederte: “Es gibt nix zu reden. Das Thema ist durch!” Für mich aber nicht! “Wenn du das so siehst...dann will dich nicht länger stören.” sagte sie und ging zur Tür. Der Oberarzt sah ein, dass er wohl einen Fehler gemacht hatte und rief sie zurück. Nachdem Gretchen sich zu ihm umgedreht hatte, stand er auf und kam auf sie zu. Marc umarmte sie und wollte ihr einen Kuss geben, doch sie wich ihm aus. Er schaute sie zwar erstaunt an, sagte aber nichts. “Ich dachte wir könnten über alles reden und wir vertrauen uns....aber da hab ich mich wohl getäuscht.” sagte sie leise und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Das zeigte Wirkung, denn der Oberarzt zog sie an der Hand zurück zu seinem Schreibtisch und meinte: “Setz dich mal.” Nachdem sie Platz genommen hatte versuchte er ihr klar zu machen, dass diese Geschichte Vergangenheit wäre und er es auch gerne dabei belassen würde. “Aber deshalb kann man doch darüber reden.” erwiederte Gretchen. Wieder herrschte Schweigen. “Weist du noch was du zu mir gesagt hast. Man sollte darüber reden wenn man Probleme hat, anstatt sie zu verdrängen. Du hast selbst zu mir gesagt, dass es schlimm für dich war, als ich alles verdrängt hab...und genauso schlimm ist es jetzt für mich.” Eigentlich wusste Marc, dass sie Recht hatte, sagte aber dennoch nichts dazu, weil er einfach nicht darüber reden wollte. “Verstehst du das denn nicht? Ich will dir doch nur helfen.” “So wie ich Sarah kenne, hat sie dir doch eh schon alles erzählt, oder?” entgegnete der Oberarzt. “Ich würde es aber gerne von dir hören.” meinte Gretchen, stand auf und ging um den Schreibtisch rum auf ihn zu. Anschliessend umarmte sie ihn, um ihm zu zeigen, dass er ihr vertrauen könnte. “Würdest du sowieso nicht verstehen...” versuchte er auszuweichen. “Warum denkst du das?” Wieder schwieg er.

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29.01.2009 06:53
#484 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

“In jeder Familie gibt es Probleme. Glaubt́s du wirklich bei mir läuft immer alles prima? Das haben wir ja gesehen. Mein Vater ist fremdgegangen...und das nicht zum ersten Mal und meine Mutter ist mit ihrem eigenen Leben unzufrieden.” sagte sie. Marc schaute sie ungläubig an und begann dann langsam: “Also schön...reden wir...” Dabei stöhnte alerdings, weil ihm das alles andere als leicht fiel. Dennoch erzählte er ihr nach und nach alles was er wusste. Angefangen von dem Moment, als sein Vater einfach abgehauen war, über seine Kindheit, bis hin zu ihrem kurzen Wiedersehen nach so vielen Jahren. Danach sagten beide erstmal garnichts. Gretchen machte dann nach einiger Zeit den Anfang. “Willst du nicht noch mal mit ihm reden...in Ruhe?” fragte sie schliesslich. “Eigentlich hab ich kein Verlangen danach mir von dem irgendwelche Märchen erzählen zu lassen. Ich weis genug! Das reicht!” sagte er entschlossen. Nachdem sie noch ein paar mal versucht hatte ihn umzustimmen, jedoch ohne Erfolg, beschloss sie es dabei zu belassen und nach Hause zu fahren. Immerhin war es ja auch schon wieder sehr spät. Sie verabschiedete sich und ging zur Tür. Dort drehte sie sich noch einmal zu ihm um, und sah, dass er doch nachdenklich wirkte. Ein letztes Mal versuchte sie es und sagte: “Weist du...man sollte sich immer beide Seiten anhören, bevor man einfach so urteilt.” Anschliessend schloss sie die Türe hinter sich und verliess die Klinik. Zu Hause angekommen ging sie sofort ins Bett und nahm ihr Tagebuch herraus. Nachdem sie sich einen Stift genommen hatte, schrieb sie:

Liebes Tagebuch,
Komme gerade von Marc. Wir hatten ein langes Gespräch. Gott sei Dank! Ich dachte schon er wolle sich jetzt wieder einigeln. Deshalb bin ich auch eben zu ihm gefahren und hab ihm versucht klar zu machen, dass er mit mir über alles reden könnte. Musste erst auf ihn einreden wie sonst was, aber schliesslich kam er dann doch mit der Sprache raus. Sarah hatte Recht! Er braucht wirklich jemanden, der ihn von Zeit zu Zeit in den Hintern tritt! Also ich wusste das ja eigentlich alles schon von Sarah, aber das von seiner Sicht aus zu hören, war schon hart. Elke war mir nie sympathisch und dass sie an meine Mutter nicht im entferntesten rankommt war mir auch klar, aber dass sie so eiskalt ist hätte selbst ich nicht für möglich gehalten. Es muss schon schlimm sein, wenn man immer versucht einem alles recht zu machen, aber derjenige nur ständig auf einem rumhackt. Dann hab ich doch lieber so ne Glucke wie meine Mutter. Auch wenn sie mich manches mal genervt hat, aber wenn ich sie gebraucht hab, war sie immer für mich da, sogar noch heute...


Sie schloss das Buch wieder und schlief ein.
Währendessen sass Marc in seinem Büro und erledigte den liegengebliebenen Papierkram. Richtig konzentrieren darauf konnte er sich allerdings nicht. Gretchen´s Worte gingen ihm nicht mehr aus dem Kopf. Sollte er sich wirklich anhören, was sein “Erzeuger”, so wie er ihn nannte zu sagen hatte? Zumindestens was die Briefe anbetrifft, hatte er ja nicht gelogen. Die schien es ja wirklich zu geben. Zumindestens den einen. Nachdem er die halbe Nacht überlegt hatte und schon dreimal das Telefon in der Hand aber dann doch wieder weggelgt hatte, beschloss er ihn doch anzurufen. Er nahm sich den Hörer und wählte seine Nummer.

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29.01.2009 15:50
#485 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Olivier: Meier...
Marc: Hier ist Marc...du wolltest reden...dann rede! Du hast 5 Minuten! Also beeil dich!
Obwohl der alte Mann ziemlich überrascht war, etwas von seinem Sohn zu hören, freute er sich dennoch, dass er ihn angerufen hatte. Nach und nach erzählte Olivier dem Oberarzt alles aus seiner Sicht. Warum er damals gegangen ist und dass er sich immer gemeldet hätte, aber Elke den Kontakt vollkommen blockiert hätte, in dem sie die Briefe die er geschrieben hatte, einfach zurück gehen liess. Ein paar mal habe er sogar angerufen, aber immer wieder hörte er dasselbe. An eine Situation konnte sich der alte Mann noch ganz genau erinnern.
Olivier: Es war an deinem 10. Geburtstag. Ich hatte angerufen, aber deine Mutter sagte, dass sie zu tun hätte und du ausserdem nicht da wärst.
Auch wenn Marc nichts dazu sagte, aber er konnte sich ebenfalls genau an diesen Tag erinnern. Er hatte an dem Tag ein paar Freunde zu sich mit nach Hause gebracht. Nach langem betteln hatte seine Mutter dem endlich zugestimmt und hatte gesagt, dass sie etwas organisieren wollte. Doch als die Jungs kamen war alles beim alten und Elke war nirgends aufzufinden. Marc war stinksauer darüber, da sie es ihm versprochen hatte. Nachdem er seine Freunde wieder nach Hause geschickt hatte, kam dann Elke die Treppe herunter, leicht bekleidet, wohl gemerkt und mit einem komischen Typen im Schlepptau, der an ihr rumfummelte. Jetzt wo der Oberarzt erneut darüber nachdachte, hätte er kotzen können. Der Typ fragte dann, als er Marc erblickte, der fassungslos am Treppenabsatz stand, wer das wäre und seine Mutter hatte geantwortet: “Ach das ist nur mein Sohn.” Dieser Satz klang ihm heute noch in den Ohren. Anschliessend hatte sie ihm dann zu verstehen gegeben, dass er irgendwo hin verschwinden sollte, damit sie ihrer “Arbeit” nachgehen konnte. Als Olivier ihn fragte: "Marc? Bist du noch da?” weil der Oberarzt keine Reaktion auf all das gab, erwachte er aus seinen Gedanken und antwortete nur: “Ja.” Der alte Mann war froh, dass sein Sohn ihm doch so lange zu gehört hatte und meinte: “Marc. Es tut mir wirklich leid. Ich weis ich habe Fehler gemacht und die bereue ich auch zutiefst. Glaub mir...wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich vieles anders machen, aber dazu ist es zu spät. Aber vielleicht ist es noch nicht zu spät für einen Neuanfang.” Der Oberarzt schwieg erstmal. Alles was er in den letzten Minuten gehört hatte, warf ihn doch sehr aus der Bahn, auch wenn es niemals zugeben würde. “Marc? Hast du gehört was ich gerade gesagt hab?” fragte Olivier erneut. “Ja....hab ich.... Ach ich weis es nicht.” sagte Marc und legte auf.

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29.01.2009 16:55
#486 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Olivier wollte am anderen Ende noch etwas sagen, aber er hörte nur noch ein tuten. Nun blieb ihm nichts anderes übrig als abzuwarten, ob sein Sohn sich erneut melden würde. Aber um ehrlich zu sein machte er sich dabei nicht viel Hoffnungen.
Als Marc am anderen Morgen nach Hause kam schlief Gretchen noch tief und fest. Er legte sich neben sie und wollte ebenfalls schlafen. Aber auch wenn er von den Doppelschichten der letzten paar Tage ziemlich müde war, schaffte er es einfach nicht einzuschlafen. Nachdem er sich ein paar mal hin und her gewälzt hatte, stand er auf und machte sich einen Kaffee. “Willst du nicht schlafen gehen?” fragte die junge Ärztin, die mittlerweile auch aufgestanden war. “Frühstück?” fragte er nur daraufhin. “Hmmm..” erwiederte die Assistenzärztin und holte die Teller aus dem Schrank. Er weicht mir aus. Ob er sich meinen Rat von gestern abend doch zu Herzen genommen hat? Soll ich ihn fragen? “Und? War die Nachtschicht wenigstens ruhig?” fragte sie eher vorsichtig. “Joah...ging.” gab er ihr nur zur Antwort, nahm einen Schluck von seinem Kaffee und las die Morgenzeitung. “Ich wollte mal wieder in die Stadt...” sagte sie schliesslich in der Hoffnung er sagt er würde mitkommen. Doch Marc nahm nur die Zeitung kurz runter und wünschte ihr viel Spaß. Na toll! Das war ja wohl nix Gretchen Haase. Ärgerte sie sich im Stillen. Sie wollte sich gerade umziehen, als das Telefon klingelte. Gretchen ging hin und nahm ab. Am anderen Ende war ihre Mutter, die sie fragte, ob die beiden mal wieder zusammen unternehmen sollten. Warum eigentlich nicht? Hab Mama lang nicht gesehen. Die junge Ärztin sagte schliesslich zu. “Gut. Ich hol dich in einer halben Stunde ab.” sagte Bärbel. “Okay. Ich freu mich.” erwiederte Gretchen, legte auf und ging sofort ins Schlafzimmer, um sich umzuziehen. Kurz darauf klingelte es auch schon. Die junge Ärztin verabschiedete sich schnell und ging runter zum Wagen ihrer Mutter. Nachdem Bärbel endlich eine Parklücke gefunden hatte, in die sie ohne dabei die anderen Autos zu demolieren, reinpasste, schlug sie ihrer Tochter vor zu erst etwas trinken zu gehen. “Gute Idee.” kam von der nur. “Und? Wie läuft́s zwischen dir und Dr. Meier?” wollte die Mutter nach einger Zeit wissen. “Ganz gut soweit.” erwiederte die junge Blonde. Nachdem Bärbel sie misstrauisch angesehen hatte, fügte sie noch schnell zur Erklärung hinzu. “Weist ja viel Stress und so...” Doch auch das brachte nicht den gewünschten Erfolg. “Du weist...du kannst immer zu mir kommen wenn du Probleme hast.” erinnerte sie Frau Haase. “Ja weis ich...” sagte sie. Und dafür bin ich auch irgendwie dankbar...

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29.01.2009 18:35
#487 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

“Wie sieht es eigentlich mit euren Zukunftsplänen aus?” wollte Bärbel nach einiger Zeit wissen. “Wie meinst du das?” fragte die junge Ärztin. Sie wusste zwar was ihre Mutter ihr damit sagen wollte, versuchte dieses Thema aber vor sich her zu schieben. “Naja...bis zur Geburt ist es nicht mehr lange und ich dachte...” versuchte sie um den heissen Brei herum zu reden “Ein Kind braucht ja geordnete Verhältnisse und da sollte man...” Wieso sagt die nicht einfach, dass sie will, dass Marc und ich vor der Geburt heiraten?! “Ja was denn jetzt Mama?” fragte sie mittlerweile äusserst genervt. “Also gut. Papa und ich haben uns gefragt, wann ihr heiraten wollt.” rückte sie schliesslich mit der Sprache raus. “Mama. Wir leben im 21. Jahrhundert. Da muss man nicht mehr heiraten, wenn man schwanger ist!” erwiederte die junge Ärztin empört. “Und ausserdem weist du ganz genau, dass das nicht geht!” fügte sie noch zur Erklärung hinzu. Das zeigte Wirkung und Bärbel sah ein dass sie Recht hatte. “Aber wenn ihr vorhabt...” wollte sie noch sagen, wurde aber von Gretchen genervt unterbrochen: “Ja....dann seit ihr die ersten, die es erfahrt...” Die junge Ärztin war heilfroh, als sie endlich wieder zu Hause war. Marc lag noch im Bett und schlief, also nahm sie ihr Tagebuch aus der Schublade, ging damit auf die Terasse und schrieb:

Liebes Tagebuch,
Ich hätt́s wissen müssen. Wenn die schon sagt sie will was mit mir unternehmen, geht́s immer nur um das eine. Vorher hat sie immer versucht einen Mann für mich zu finden und jetzt drängt sie mich dazu, dass ich und Marc heiraten. Erstens ist er momentan sowieso noch verheiratet...mit Gabi...zumindestens im Moment noch. Zweitens hab ich keine Lust im Kartoffelsack zu heiraten, bei meiner momentanenen Figur. Ich will ein schönes weisses Kleid. Wenn schon Traummann dann auch Traumhochzeit! Und drittens weis ich garnicht wie Marc zu der ganzen Sache steht. Er hat bis jetzt noch nicht mal eine Andeutung gemacht, dass er vor hat zu heiraten. Weis ja auch eigentlich wie er dazu steht. Das mit Gabi war ja damals ne Ausnahme, die musste er ja gewissermassen heiraten. Ehrlich gesagt mach ich mir da auch nicht allzu große Hoffnungen. Hat ja mal gesagt, dass jede Ehe vor einen Baum führt. Das sagt ja wohl schon alles oder?


Nachdem sie ihr Tagebuch wieder geschlossen hatte, blieb sie noch ein bisschen draussen sitzen und schaute in den Himmel.

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29.01.2009 19:50
#488 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Kapitel 51 - Die Wahrheit...und nichts als die Wahrheit!

Die letzten Tage vor der Verhandlung vergingen wie im Flug, was nicht zuletzt an dem Stress lag, der zur Zeit in der Klinik herrschte. Andauernd kamen irgendwelche Notfälle, so dass die beiden kaum Zeit mit einander hatten. Trotzdem sah man beiden an, dass je näher der Termin rückte, sie um so nervöser wurden. Bei Marc bekam das Sabine mal wieder deutlich zu spüren. Während Gretchen ihrem Tagebuch alles anvertraute, liess der Oberarzt nämlich seine schlechte Laune an der Schwester aus und machte sie andauernd zur Schnecke. Nachdem sie mal wieder heulend aus dem OP gerannt war, stellte Gretchen ihn anschliessend im Aufzug auf dem Weg in die Cafeteria zur Rede. “Sag mal. Musste das eben sein? Sie hat dir doch garnichts getan!” Marc schaute sie erstaunt an und erwiederte: “Was kann ich dafür wenn sie zu blöd ist meine Anweisungen zu befolgen?!” Die junge Ärztin beschloss lieber nichts mehr dazu zu sagen und stieg, als sich die Türen öffneten ohne ein Wort aus.
Später stand noch eine OP an. Die beiden Ärzte hatten in der ganzen Zeit nicht sonderlich viel mit einander gesprochen, was beiden ein wenig zu schaffen machte. Als sie anschliessend zusammen am Waschbecken standen und sich die Hände wuschen, sahen sie sich für einen Moment an und sagten beide gleichzeitig: “Es tut mir leid...” Daraufhin mussten beide lachen, weil sie offenbar das gleiche gedacht hatten. “Du zuerst...” sagte Gretchen schliesslich. “Gut. Vielleicht hab ich wirklich heute Morgen ein wenig überreagiert.” Ein wenig ist aber noch untertrieben. Naja. Wenigstens sieht er es ein. Ist ja schon ein Anfang... “Marc...Ich weis ja, dass du nervös bist wegen dem Prozess...aber Sabine kann ja wohl am wenigsten dafür.” sagte sie nach einer längeren Pause. “Das weis ich auch.” erwiederte der Oberarzt. “Siehst du. Und deshalb würde ich vorschlagen, dass wir uns die zwei Tage vor dem Prozess frei nehmen.” schlug die junge Ärztin vor. Nachdem sie gesehen hatte, dass er wohl alles andere als begeistert von dieser Idee zu sein schien, fügte sie noch scherzend hinzu: “Sonst dreht Sabine noch völlig am Rad!” und lachte. “Noch mehr, als ohnehin schon? Das kann ich natürlich nicht verantworten.” entgegnete er ebenfalls mit einem Grinsen. “Gut. Dann gehe ich jetzt gleich zu meinem Vater und sag ihm Bescheid.” meinte sie, warf die schmutzige Wäsche in den Container und verliess den OP.

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29.01.2009 20:58
#489 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

“Was hast du deinem Vater eigentlich erzählt?” wollte Marc später wissen, als die beiden nach Hause fuhren. “Na...die Wahrheit natürlich!” kam von ihr nur. “Aha?!” sagte Marc daraufhin. “Ja was hätte ich ihm denn sonst erzählen sollen? Ausserdem lüge ich... fast ...nie!!” meinte Gretchen und klang dabei absichtlich etwas entsetzt. “Gut. Und was willst du in den zwei Tagen machen?” wollte der Oberarzt nach einiger Zeit wissen. “Wirst du dann sehen...” erwiederte sie grinsend.
Am nächsten Morgen war Gretchen schon sehr früh wach, denn sie hatte noch einiges vor, von dem Marc aber nichts wusste. Nachdem sie das Frühstück gemacht hatte, ging sie ins Schlafzimmer zurück und weckte ihn. “Aufstehen! Schlafmütze!” sagte sie. Von ihm kam nur ein kurzes “Hmmm”, denn eigentlich hatte er noch keine Lust aufzustehen. Deshalb zog er sie kurzerhand zurück ins Bett. Nach einer Weile stand sie dann wieder auf und sagte, dass sie jetzt wirklich aufstehen müssten. “Dass ihr Frauen immer so hetzen müsst.” sagte er mir einem grinsen. “Tja. Wenn wir es nicht machen, kämt ihr ja nie zu Potte!” erwiederte sie überheblich, lachte aber dabei. “Wie war das? Na warte!” sagte der Oberarzt, zog sie zurück ins Bett und kitzelte sie durch. “Gnade!” schrie sie, während Gretchen nach Luft schnappte. “Was krieg ich denn dafür?” wollte er wissen. “Einen Kuss und ein ausgiebiges Frühstück.” japste sie. Daraufhin liess er von ihr ab und sagte: “Ist ein Deal.” Sie küssten sich leidenschaftlich und standen dann schliesslich auf. Nachdem die beiden gefrühstückt hatten, ging Gretchen ins Bad, um sich umzuziehen. Marc hatte sich mittlerweile auch eine Jeans und ein Hemd übergezogen und las auf die Couch die Morgenzeitung. “Kommst du?” fragte die junge Ärztin, schnappte sich den Autoschlüssel von der Kommode und ging zur Tür. Nachdem sie im Auto sassen, wies sie ihn an zum nächsten Baumarkt zu fahren. Marc schaute sie erstaunt an und fragte: “Was willst du denn da?” Nun erzählte sie ihm von ihrem Plan. “Naja. Ich dachte, dass es mal langsam Zeit wird, dass wir das Kinderzimmer streichen.” sagte sie schliesslich. “Ah ja?! Und hast du dir auch direkt den Maler dazu bestellt?” fragte er. “Ne, dafür hab ich doch dich!” erwiederte sie , nachdem sie auf dem Parkplatz des Baumarktes angekommen waren. Dem Oberarzt fehlten erst die Worte: “Äh....” Daraufhin öffnete sie die Beifahrertür, beugte sich zu ihm herrüber und gab ihm einen Kuss. Dabei flüsterte sie ihm ins Ohr: “Ich find Männer mit Werkzeugen total sexy.” Sie grinste ihn kurz an, stieg anschliessend aus und liess den verdutzen Oberrazt im Auto zurück.

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29.01.2009 22:52
#490 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Nachdem sie beinahe eine halbe Stunde vor dem Verkäufer diskutiert hatten, welche Farbe sie denn nehmen sollten und dieser bald der Verzweiflung nahe war, schlug dieser dann schliesslich vor, dass sie einfach beide Farbtöne nehmen und das zu Hause allein in Ruhe entscheiden. So fuhren sie dann also mit zwei Eimern Farbe und diversen anderen Utensilien nach Hause.
In der Wohnung angekommen, stellte Marc erstmal alles in das zukünftige Kinderzimmer und die beiden zogen sich zunächst mal um. Nachdem sie damit fertig waren, ging die Diskussion um die Farbe dann in die nächste Runde. “Ich will kein Rosa!” sagte Gretchen wieder, nachdem der Oberarzt den Deckel abgenommen hatte und gerade anfangen wollte zu streichen. “Ey. Das wird ein Mädchenzimmer. Die sind alle rosa!” erwiederte er. Gretchen liess ihren Blick durch das Zimmer schweifen und sah den Rosa Himmel am Bett und die rosa-weissen Vorhänge, die noch eingepackt auf dem Bett lagen. Anschliessend öffnete sie den Deckel des anderen Farbeimers und wollte ihm erklären, dass Vanilliegelb viel besser dazu passen würde. Nachdem Marc sich überhaupt nicht überzeugen liess, sagte sie: “Ich hatte auch ein rosa Zimmer und siehst ja was aus mir geworden ist." Nach längerem Überlegen, grinste sie der Oberarzt an und meinte: “Na, dann kann ich ja beruhigt sein. Dann wird sie sich nicht bevor sie 30 ist so ner dahergelaufenen Knalltüte an den Hals schmeissen und warten bis der Beste kommt.” Bei den letzten Worten deutete er auf sich. “Macho!” erwiederte sie lachend. Daraufhin nahm sie sich etwas Farbe auf den Pinsel und bemalte ihn damit. Natürlich liess sich der Oberarzt das nicht gefallen. “Hey! Na warte! Das kriegst du wieder!” sagte er mit einem lachen und verpasste ihr kurzerhand auch einen Pinselstrich. Nachdem sie ein bisschen rumgealbert hatten, machten sie sich dann ans streichen. Sie einigten sich dann schliesslich auf Vanilliegelb und einem rosa Streifen, der durch́s ganze Zimmer ging. Beide waren zufrieden mit dem Ergebnis und nahmen sich anschliessend in den Arm. “So...jetzt will ich aber auch meine Belohnung.” sagte Marc schliesslich und fing an Gretchen den Hals zu küssen. Die junge Ärztin wusste genau auf was er hinaus wollte und scherzte: “Ey! Von Belohnung war aber nicht die Rede!” Sie drückte ihn leicht von sich weg und fügte noch hinzu: “Und ausserdem sind wir noch nicht fertig.” Dabei deutete sie auf das Chaos, dass die beiden angerichtet hatten. Der Oberrazt jammerte ein wenig, aber grinste dabei. “Du bist wirklich ne Skaventreiberin!” Sie girnste prozierend zurück, stubse ihm an die Nase und konterte: “Hab ich alles von dir gelernt, mein Schatz!” Anschliessend machte sie sich daran aufzuräumen.

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29.01.2009 23:41
#491 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Den letzten Tag vor der Verhandlung beschlossen die beiden dann etwas ruhiger anzugehen. Mitten in der Nacht stand Gretchen dann auf, weil sie nicht mehr schlafen konnte. Zuviele Gedanken kreisten ihr im Kopf herum. Was ist wenn Marc wirklich ins Gefängnis muss? Ausserdem graute es sie jetzt schon, morgen Gabi wiedersehen zu müssen. Überlegte sie während sie auf der Terasse sass und in den Himmel schaute. Marc war ebenfalls kurz aufgewacht und hatte gemerkt, dass seine Freundin nicht da war. Deshalb stand er auf und suchte sie. “Was machst du hier draussen?” fragte er als er sie schliesslich auf der Terasse erblickte. “Ich konnte nicht mehr schlafen.” gab sie ihm zur Antwort. Daraufhin setzte sich der Oberarzt zu ihr und legte seinen Arm um sie. Obwohl er sich selbst Gedanken machte, was morgen passieren wird, versuchte er ihr dennoch Mut zu machen. “Vertrau mir. Es wird alles gut.” sagte er schliesslich. Hoffentlich... dachte Gretchen und nickte nur stumm. Die beiden sassen noch eine Weile in der Hollywoodschaukel und machten sich Gedanken darüber, wie die morgige Verhandlung ausgehen würde.
Am nächsten Morgen standen beide schon relativ früh auf, denn der Termin war für 10 Uhr angesetzt. Das Frühstück liessen sie beide heute ausfallen. Denn weder Marc noch Gretchen bekamen wirklich etwas runter. Die junge Ärztin lief wie ein aufgescheuchtes Huhn von Zimmer zu Zimmer und der Oberarzt rauchte eine Zigarette nach der anderen. Eine halbe Stunde vor Verhandlungsbeginn stiegen dann beide in den Wagen und fuhren zum Gericht. Marc wurde von seinem Anwalt bereits erwartet. Die beiden Männer gingen in den Gerichtsaal und Gretchen setzte sich auf einen der Stühle im Flur, nachdem die beiden sich ausgiebig von einander verabschiedet hatten. Während sie darauf wartete endlich aufgerufen zu werden, spielte sie nervös an den Knöpfen ihres Blazers herrum.
Marc nahm in der zwischenzeit neben seinem Anwalt Platz. Der Richter, der mittlerweile auch den Saal betreten hatte, bat er den Oberarzt sich nach vorne in den Zeugenstand zu begeben. Nachdem er das getan hatte, begann er damit seine Peronalien festzuhalten.
Richter: Ihr Name ist Dr. Marc Meier, geboren am 2. Mai 1976 in Berlin. Sie sind in Berlin wohnhaft und arbeiten zur Zeit als Chirurg im Elisabeth-Krankenhaus.
Anschliessend erhob sich der Staatsanwalt und verlas die Anklageschrift:

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30.01.2009 08:50
#492 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten
Der Angeklagte Dr. Marc Meier war am Morgen des 13. März letzten Jahres zusammen mit seiner Ehefrau Gabriele Meier geborene Baumeister in seinem silbernen BMW Z3 unterwegs zu einem Schwangerschaftsabbruch auf der B63 in eine abgelegene Klinik. Nachdem seine Frau es sich offenbar doch anders überlegt hatte, stritten sich die beiden während der Fahrt. Dabei verlor der Angeklagte die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam von der Straße ab und kolledierte mit etwa 70 km/h mit einem Radfahrer. Nachdem die beiden die Erschütterung benerkt hatten, hielt der Angeklagte an, um zu sehen was passiert war. Doch anstatt dem schwerverletzten Mann zu helfen und einen Krankenwagen zu rufen, so wie es eigentlich seine Pflicht gewesen wäre, wollte er das Opfer nach einer kurzen Untersuchung am Unfallort liegen lassen und nahm dabei billigend seinen Tod in Kauf. Erst nachdem seine Frau ihn dazu drängte den Schwerverletzen mitzunehmen, lud er ihn in den Kofferraum seines Wagens und brachte ihn zum Krankenhaus. Dort versorgte er den Mann, machte aber keinerlei Angaben darüber, dass er der Unfallversucher ist. Einen Tag später erlag das Opfer dann im Krankenhaus seinen Verletzungen. Im Oktober letzten Jahres entschloss er sich dann doch dazu zur Polizei zu gehen und zeigte sich selbst an. Doch nachdem alle Beweise gegen ihn sprachen, flüchtete er im Januar diesen Jahres an einen bislang noch unbekannten Ort und wollte so seiner Strafe entgehen. Der Angeklagte wird daher der schweren Körperverletzung mit Todesfloge, in Tateinheit mit unterlassener Hilfeleistung in Tatmehrheit mit Flucht beschuldigt. § 87, 232 STGB.

Nachdem Marc das alles gehört hatte, musste er zunächst einmal schlucken. Der Richter riss ihn aus seinen Gedanken.
Richter: Herr Dr. Meier, es steht Ihnen frei, ob sie hier etwas zu den Anklagevorwürfen sagen. Sie können schweigen. Sie können selbstverständlich auch Stellung nehmen. Möchten sie sich dazu äußern?

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30.01.2009 12:52
#493 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Marc: Ja. Natürlich möchte ich dazu etwas sagen. Also, es stimmt, dass ich mit Frau Meier auf dieser Landstraße unterwegs war. Wir waren uns einig, dass wir das Kind beide nicht wollten und sind deshalb an diesem besagten Tag in diese Klinik gefahren. Plötzlich fing sie an mich während der Fahrt zu provozieren, indem sie mir ein Ultraschallbild des Kindes zeigte und mich beschuldigte, dass ich sie zu etwas drängen würde, was sie nicht wollte. Ich hab daraufhin versucht sie zu beruhigen, aber sie wurde nur noch wütender und griff mir ins Lenkrad. Nachdem ich den Knall bemerkt hatte, stieg ich aus und sah den Verletzten, der auf meinem Autodach lag und sich nicht regte. Ich hab ihn daraufhin dann runtergezogen und auf der Strasse neben meinem Wagen abgelegt. Nachdem ich ihn gründlich untersucht hatte und feststellte, dass er offenbar noch lebt wies ich Frau Meier....
Richter: Ihre Ehefrau??
Marc (mit knirschenden Zähnen): Ja noch. Wir leben in Trennung...wies ich sie an den Kofferrum meines Wagens zu öffnen und mir zu helfen ihn dort reinzulegen, da ich ihn ins Krankenhaus bringen wollte. (Pause) Ich weis. Ich hätte einen Krankenwagen rufen müssen, aber ich stand in diesem Moment selbst noch unter Schock. Aber sie müssen mir glauben! Ich wollte ihm helfen. Deshalb hab ich anschliessend versucht in einer Not-OP sein Leben zu retten.
Nun unterbrach ihn der Staatsanwalt: Da hat Ihre Frau uns aber etwas vollkommen anderes geschildert.
Marc: Sie lügt!! Sie wollte ihn liegen lassen und hat wortwörtlich zu mir gesagt: “Lass den liegen. Wenn der im Krankenhaus stirbt fragen alle was los ist!”
Richter: Wenn es so war, wie sie behaupten...warum sind sie dann nicht gleich zur Polizei gegangen und haben den Unfall dort gemeldet?
Marc (stöhnte kurz): Ja. Ich weis, dass das falsch war. Aber ich bin Arzt und hatte in dem Moment halt einfach Angst, dass mir das falsch ausgelegt würde und ich meine Zulassung somit verliere.

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30.01.2009 17:04
#494 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Staatsanwalt: Und deshalb haben sie sich dann auch im Januar diesen Jahres ins Ausland abgesetzt...
Marc: Sie müssen mir glauben! Das ist mir wirklich nicht leicht gefallen, aber mir hat ja niemand geglaubt. Alle Beweise sprachen gegen mich. Da hab ich halt einfach keinen anderen Ausweg mehr gesehen. Aber ich hab dann festgestellt, dass es keinen Sinn macht einfach davon zu laufen und bin zurück gekommen, um mich der Sache zu stellen.
Staatsanwalt: Ja. Nach drei Monaten. Da haben sie sich ja ganz schön lange Zeit gelassen. Von Reue also keine Spur.
Marc: Doch! Ich bereue es! Es war ein dummer Unfall und es tut mir leid. Ich hab eingesehen, dass ich einen Fehler gemacht habe. Wieso glauben sie mir denn nicht?
Staatsanwalt: Weil einfach alle Beweise gegen sie sprechen. Vielleicht haben sie ja sogar “nachgeholfen”, weil sie Angst hatten, dass Herr Breuer (so hiess das Opfer) sie anzeigt.
Marc: Nein! Wenn es so wäre, hätte ich ja wohl kaum versucht ihm das Leben zu retten! Frau Meier hat ihn auf dem Gewissen. Sie war nach der OP noch mal bei ihm. Und als er ihr gedroht hat, uns anzuzeigen, hat sie ihn eiskalt sterben lassen.
Staatsanwalt: Ihre Frau behauptet aber das Gegenteil...und es gibt keinerlei Beweise für ihre Theorie.
Marc: Doch. Die gibt es! Man hat ihren blutverschmierten Kittel gefunden!
Staatsanwalt: An dem, aber kleinerlei Beweis dafür zu finden war, dass sie die Täterin ist.
Nun meldete sich auch der Richter wieder zu Wort: Ich komme später darauf noch einmal zurück. Aber zunächst verlese ich mal den Obduktionsbericht des Gerichtsmedizinischen Instituts vom 18.03.2008. Die Obduktion des Leichnahms des 46 jährigen Peter Breuer hat als Todesursache einen Riss in der Milz festgestellt, verursacht durch eine stumpfe Gewalteinwirkung, wie etwa ein Fahrzeug. Der Tot trat ca. 20 Stunden nach der Tat ein. So und nun komme ich zu diesem Beweisstück. Das Gutachten vom LKA vom 24.10.2008 konnte leider keinen eindeutigen Beweis dafür finden, dass Frau Meier das Opfer wirklich umgebracht hat, da keinerlei DNS Spuren von ihr daran zu finden waren.

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30.01.2009 20:00
#495 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Marc: Aber sie war es! Sie hat es mir in einem anschliessenden Streit doch gesagt! Glauben sie mir, diese Frau ist krank! Sie hat das von Anfang an alles geplant, um mich an sie zu binden. Denn nachdem ich ihr gesagt habe, dass der Mann gestorben ist, hat sie mich erpresst, dass wenn ich sie nicht heirate, sie zur Polizei ginge und mich anzeigt.Nur deshalb hab ich sie geheiratet!
Anwalt: Herr Dr. Meier hat mir das ebenfalls so bestätigt und es gibt auch einige Zeugenaussagen, die dafür sprechen.
Staatsanwalt: Ich glaube Ihnen nicht. Und diese Zeugin, Frau Dr. Margarethe Haase. Es würde mich nicht wundern, wenn sie aus Gefälligkeit eine Falschaussage macht. Schliesslich erwartet sie in ein paar Wochen ein Kind von Ihnen und es wäre ihr sicher nicht daran gelegen, wenn sie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt würden.
Marc fuhr sich nervös durch die Haare und sagte: Nein! Das stimmt nicht! Sie ist ein ehrlicher Mensch und würde nie etwas sagen, was nicht stimmt.
Staatsanwalt: Dann streiten sie also ab, dass sie eine Affäre mit ihrer Angestellten haben?
Marc: Nein! Das streite ich keines wegs ab. Ausserdem ist sie nicht meine Affäre, sondern meine Freundin.
Staatsawalt: Das kommt für mich auf́s selbe raus. Ich sehe das so...sie sind verheiratet und führen eine aussereheliche Beziehung mit ihr. Als sie erfahren haben, dass sie ein Kind erwartet, wollten sie ihre Frau schnell loswerden und belasten sie nun hier schwer und ihre “Freundin” hilft ihnen dabei.
Marc wurde mittlerweile wütend, weil man ihm jedes Wort im Mund umzudrehen schien.
Marc: Das stimmt doch garnicht! Gabi kann es einfach nicht ertagen, dass ich sie nicht liebe. Und deshalb ist sie zu allem fähig. Vor ein paar Wochen, da wollte sie uns sogar umbringen, indem sie uns von der Strasse abgedrängt hat. Warum glauben sie mir denn nicht? Diese Frau ist zu allem fähig und sie hat den Mann umgebracht!
Richter: Gut. Ich denke wir kommen hier so nicht weiter. Dann können sie neben ihrem Verteidiger Platz nehmen und wir beginnen dann mit der Beweisaufnahme mit ihrer Frau, Gabriele Meier.
Die Türe ging auf und Gabi wurde in Begleitung eines Justizvollzugsbeamten in den Saal geführt. Ihr Blick fiel sofort nach links und sie sah Marc mit einem eiskalten Blick an. Eine Zeit lang blieb sie stehen, bis der Richter sie bat in der Mitte Platz zu nehmen, was sie schliesslich auch tat.

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30.01.2009 22:27
#496 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Richter: So...Frau Meier sie sind hier als Zeugin, weil sie mit im Wagen sassen und somit unmittelbar an dem Unfall beteiligt waren. Als solche müssen sie hier wahrheitsgemäss aussagen. Sie können sich andernfalls strafbar machen. Unabhängig davon, ob sie hier vereidigt werden oder nicht. Zunächst zu ihren Personalien. Sie heissen mit Vornamen Gabriele, sind 28 Jahre alt, verheiratet mit dem Angeklagten und haben somit ein Zeugnisverweigerungsrecht. Wenn sie allerdings hier etwas sagen muss es der Wahrheit entsprechen. Was machen sie beruflich?
Gabi: Ich bin gelernte Krankenschwester und habe bis vor kurzem im selben Krankenhaus gearbeitet wie mein Mann.
Richter: Frau Meier. Sie haben bei der Polizei ausgesagt, dass ihr Mann den Unfall verursacht hat und das Opfer sterben lassen wollte. Ist das richtig?
Wieder sah die Schwester mit einem eiskalten, aber auch berechneden Blick zu dem Oberarzt und sagte: Ja. Das ist richtig. Nachdem er den Mann von seinem Autodach gezogen hatte, wollte er ihn auf der Strasse liegen lassen. Schliesslich konnte ich ihn dann aber doch noch davon überzeugen, den Verletzen mitzunehmen.
Marc wollte etwas sagen, aber sein Anwalt hielt ihn davon ab, da es besser wäre zu schweigen. Er war in dem Moment voller Wut und ballte deshalb seine Hände zu Fäusten.
Warum dauert das denn so lange? Fragte sich Gretchen unterdessen, die vor dem Saal auf dem Flur sass. Thomas und Sabine kamen dazu und begrüssten sie. Der Chirurg nahm sie in den Arm. Erstens weil er sie lange nicht mehr gesehen hatte und zweitens, weil er festellte, wie fertig und nervös sie war. Anschliessend setzten sich beide zu ihr, sagten aber nichts.
Drinnen ging es unterdessen weiter. Gabi log, dass sich die Balken bogen und belastete Marc mit ihrer Aussage schwer. Sein Anwalt hatte ein paar mal versucht, sie unter Druck zu setzten, aber die junge Frau blieb eiskalt bei ihrer Aussage. Nachdem auch an sie keine weiteren Fragen mehr waren, rief der Richter den ermittelden Polizeibeamten in den Zeugenstand. Nachdem er auch seine Personalien aufgenommen und ihn auf seine Wahrheitspflicht hingewiesen hatte, erzählte er was er zu dem Fall beitragen könnte. Daraufhin erzählte der Beamte, dass Dr. Meier bei ihm gewesen wäre, um sich selbst anzuzeigen. Zunächst einmal habe er ihm geglaubt, als er seiner Frau die ganze Schuld gab, dass er sich aber nach Gabís Aussage nicht mehr so sicher gewesen wäre.
Richter: Warum waren sie sich nicht mehr sicher?
Polizist: Nun ja. Frau Meier hat uns glaubwürdig versichert, dass sie dem Opfer helfen wollte und ich glaubte ihr.

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31.01.2009 15:05
#497 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Anwalt: Herr Vogt. Wissen sie, dass sich Frau Meier Ende Januar diesen Jahres in psychatrischer Behandlung befunden hat, weil sie die Freundin meines Mandanten bedroht und festgehalten hat?
Polizist (erstaunt): Nein. Woher denn auch?
Anwalt: Gut. Dann wissen sie sicher auch nicht, dass sie versucht hat meinen Mandanten und seine Freundin umzubringen, in dem sie die beiden mit ihrem Wagen von der Strasse abgedrängt hat?
Polizist: Ich habe davon gehört. Mein Kollege Herr Cremer bearbeitet diesen Fall. Aber was hat das hiermit zu tun?
Anwalt: Nun ja. Das will ich Ihnen erklären...ich denke, dass sie nicht zurechnungsfähig ist. Der Mordanschlag vor 2 Monaten beweist das eindeutig. Ist es deshalb nicht möglich, dass sie eine Flaschaussage gemacht hat, um meinem Mandanten zu schaden?
Polizist: Also...ich denke nicht, dass sie die Unwahrheit gesagt hat. Ihre Schilderung des ganzen klang für mich äusserst plausibel und deshalb schenkte ich ihr Glauben.
Nachdem die Befragung des Beamten vorbei war, wurde Thomas in den Saal gerufen. Auch er nahm in der Mitte Platz und trug seinen Teil zur Verhandlung bei, genauso wie auch Sabine. Die beiden konnten zwar nicht sonderlich viel dazu beitragen, aber sagten zu Marćs Gunsten aus, was den Staatsanwalt aber nicht sonderlich zu beeindrucken schien. Er hatte sich sein Urteil längst gebildet und sah Marc schon hinter schwedischen Gardinen. Nachdem alle Zeugen ihre Aussagen gemacht hatten, wurde zu guter letzt Gretchen in den Zeugenstand gerufen. Mehr als nur nervös betrat sie nach kurzer Zeit den Saal. Marc bemerkte sofort, dass sie sehr nervös war und am liebsten hätte er ihr das erspart, aber das Gericht bestand auf sie als Zeugin. Einige Zeit stand sie vorne und liess ihren Blick durch den Saal schwenken. Als sie Gabi auf einem der Stühle erblickte, wäre sie am liebsten schreiend wieder raus gelaufen. Denn als sie Gabís dreckiges Grinsen bemerkte, tauchte plötzlich wieder alles vor ihren Augen auf. Der Richter riss sie aus ihren Gedanken und bat sie Platz zu nehmen. Nachdem er auch ihre Personalien festgehalten und sie auf ihre Wahrheitspflicht hingewiesen hatte, begann er mit der Vernehmung.
Richter: Was können sie denn zu der Sache beitragen?
Gretchen zitterten die Hände, die sie unter dem Tisch zu verstecken versuchte. Ihr Blick fiel zu Marc, der ihr versuchte Mut zu machen. Schliesslich begann sie dann langsam und zögerlich mit ihrer Aussage:

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31.01.2009 20:20
#498 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Also viel hab ich von dem ganzen Geschehen nicht mitbekommen. An dem Morgen hatte ich Dienst in der Klinik. Ich hab mich gewundert, als Dr. Meier zusammen mit Schwester Gabi mit einer Bare über den Flur geeilt kam und in den OP lief. Ich hab ihn dann noch gefragt, woher der Mann denn jetzt käme, aber er gab mir keine Antwort und hetzte nur in den OP. Ich wollte an der OP teilnehmen, aber er sagte, dass er das allein machen würde.
Staatsanwalt: Ja. Wahrscheinlich weil er keine Zeugen wollte, wenn bei der OP “ausversehen” etwas schief geht.
Gretchen: Nein! Das stimmt nicht! Er wollte ihm helfen! Das müssen sie mir glauben!
Staatsanwalt: Ich glaube ihnen nicht! Es ist doch richtig, dass sie beiden eine sagen wir mal “aussereheliche Beziehung” zueinander haben und sie sogar ein Kind von ihm erwarten. Nicht wahr?
Anwalt: Einspruch! Das Privatleben meines Mandanten tut hierbei überhaupt nichts zur Sache!
Richter: Stattgeben. Frau Dr. Haase. Wenn sie sagen, dass Herr Dr. Meier das Opfer erst allein operieren wollte, wieso haben sie dann letztendlich doch an der OP teilgenommen?
Gretcheńs Blick ging immer wieder rüber zu Marc. Sie war äusserrst nervös, weil sie genau wusste, was auf dem Spiel stand und hatte Angst etwas falsches zu sagen. Nachdem der Richter sie gebeten hatte ihn bei ihrer Aussage anzuschauen drehte sie sich zu ihm um und fuhr fort:
Als ich eigentlich Feierabend machen wollte, hab ich Dr. Meier gesehen, der vor dem OP an die Wand gelehnt war. Er schien auf mich gestresst und auch ein bisschen verzweifelt zu wirken. Deshalb ging ich zu ihm rüber und fragte ihn ob alles in Ordnung sei. Er versicherte mir zwar, dass er gut klarkäme, aber sein Verhalten sagte mir etwas anderes. Deshalb entschloss ich mich dazu ihm in den OP zu folgen, um ihm doch noch zu helfen.
Anwalt: Und wie wirkte er auf sie während des Eingriffs?
Gretchen: Also er hat seine Arbeit wie immer gut und gewissenhaft gemacht und er war froh, dass wir es geschafft hatten, den Mann zu retten.
Richter: Was passierte dann?
Gretchen: Nach der OP kam ich dann an der ITS vorbei und sah ihn bei dem Patienten am Bett sitzen. Ich war ehrlich gesagt ein wenig erstaunt darüber.
Richter: Warum?
Gretchen: Wissen sie...es ist normalerweise nicht üblich, dass wir Ärzte uns nach einer OP zu dem Patienten ans Bett setzen. Der Krankenhausalltag ist oft sehr stressig und da bleibt leider nicht viel zeit sich um die Patienten persönlich zu kümmern.
Richter: Und, warum denken sie dann, dass er es trotzdem getan hat?
Gretchen: Also ich kannte ja zu diesem Zeitpunkt die Hintergründe noch nicht, aber auf mich machte es den Eindruck, dass er sich Sorgen um den Mann macht.
Staatsanwalt: Oder wollte er vielleicht gerade “nachhelfen” und sie haben ihn dabei gestört?

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Dornröschen Offline

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31.01.2009 21:58
#499 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Gretchen: Nein! Auf keinen Fall!!
Sie drehte sich zu den Zuschauern um und zeigte auf Gabi.
Gretchen: Sie hat ihn umgebracht! Das müssen sie mir glauben! Diese Frau ist wahnsinnig!
Anwalt: Stimmt es, dass Frau Gabriele Meier Ihnen im Januar diesen Jahres aufgelauert und sie bedroht hat?
Gretchen: Ja. Das ist richtig.
Staatsanwalt: Frau Dr. Haase...wussten sie, dass Dr. Meier sich ins Ausland absetzen wollte? Oder wollten sie sogar mit? Und denken sie daran sie stehen hier unter Wahrheitspflicht.
Gretchen war jetzt ziemlich in der Zwickmühle. Sie wusste, dass sie die Wahrheit sagen musste. Aber wenn sie jetzt sagen würde, dass sie sich in Brasilien mit Marc ein neues Leben aufbauen wollte, würde ihm das sicher zum Verhängnis werden. Deshalb schwieg sie einige Zeit. Der Richter sprach sie daraufhin erneut an und wartete auf eine Antwort. Ihr Blick schwenkte noch einmal zu Marc, der ihr zu verstehen gab, dass sie die Wahrheit sagen sollte.
Gretchen: Ja. Ich hab davon gewusst, aber was sollten wir denn tun? Hier hat uns ja niemand geglaubt! Sie glauben ja lieber einer Frau, die total krank im Kopf ist und versucht hat uns umzubringen.
Mittlerweile wurde die junge Ärztin immer nervöser und betete, dass das ganze bald ein Ende hätte, aber ihre Aussage, war für den Staatsanwalt ein gefundenes Fressen, auf welches er sich auch gleich wie ein hungriges Raubtier stürzte.
Staatsanwalt: Der Polzei haben sie aber versichert, dass sie nicht wüssten, wo Dr. Meier sich aufhält, und das mehr als einmal. Sie sind sich hoffentlich im Klaren darüber, dass sie sich ebenfalls strafbar gemacht haben.
Gretchen nickte nur stumm und zitterte mehr als je zuvor.
Staatsanwalt: Wissen sie was ich glaube...ich denke, dass diese Flucht vielleicht sogar ihre Idee war. Immerhin sind sie schwanger und einen Vater für ihr Kind, der im Gefängnis sitzt wollten sie bestimmt nicht, also wollten sie es sich einfach machen.
Während Gabís Grinsen von Wort zu Wort breiter wurde, sah Marc mittlerweile rot. Die ganze Zeit über war er gefasst geblieben, aber als er seine Freundin sah, die da vorne wie ein Häufchen Elend sass und regelrecht fertig gemacht wurde, konnte er nicht mehr ruhig bleiben und sagte: “Lassen sie sie in Ruhe! Sie hat nichts damit zu tun!” Dabei stand er auf und schlug mit Faust auf den Tisch. Sein Anwalt zog ihn zurück auf den Stuhl und signalisierte ihm, dass er den Mund halten soll. Genauso wie der Richter, der ihn deswegen verwarnte.
Wieder begann der Staatsanwalt fragen zu stellen. Gretchen beantwortete diese alle ruhig, wenn auch mehr als nervös. Marc hatte sich inzwischen auch wieder einiger massen beruhigt und blieb sitzen. Doch als der Staatsanwalt ihr unterstellen wollte, sich an den Oberarzt rangeschmissen zu haben, weges des Geldes und deshalb ein Kind von ihm erwarten würde, platze ihm der Kragen. “Das stimmt nicht!” schrie er und stand erneut auf.
Richter: Setzen sie sich wieder hin! Ich mag es nicht, wenn man mich andauernd unterbricht!
Marc: Ja, aber...
Richter: Seien sie still! Sie hatten eben genug Gelegenheit sich zu dem Fall zu äussern! Wenn sie noch einmal ungefragt etwas sagen, müssen sie mit einer Ordnungsstrafe rechnen!
Der Oberarzt liess sich sich verzweifelt zurück auf seinen Stuhl fallen und sagte nichts mehr. Gretchen war in der zwischenzeit immer kleiner auf ihrem Stuhl geworden und war weiss wie eine Wand, was von Gabi zufrieden beobachtet wurde. Nachdem sie fast den Tränen nahe war, entliess der Richter sie endlich aus dem Zeugenstand. Der Richter war gerade dabei die Beweisaufnahme zu schliessen, wobei es nicht besonders gut für Marc auszusehen scheinte, als sie sich von dem Stuhl in der Mitte erhob und auf die Besucherbank wechseln wollte. Doch plötzlich wurde ihr schwarz vor Augen und ihre Beine sackten einfach weg. Die ganze Aufregung war einfach zu viel für sie gewesen und gegessen hatte sie auch länger nichts mehr.

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Dornröschen Offline

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31.01.2009 23:32
#500 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Als Marc das sah hielt ihn endgültig nichts mehr auf seinem Stuhl. Es war ihm auch egal, ob der Richter ihm ein Ordnungsgeld aufbrummen würde. Sofort eilte er zu ihr, um zu helfen. Gabi gefiel dieser Anblick natürlich überhaupt nicht. In ihrer Wut schrie sie durch den Saal und zeigte somit unwissentlich ihr wahres Gesicht. “Der fetten Kuh hilfst du? Ich hab und hätte alles für dich getan! Und das ist der Dank dafür!” Mittlerweile wurde der Staatsanwalt hellhörig, denn so kannte er die junge Frau nicht. Während Marc neben Gretchen am Boden kniete und sie wachrüttelte, konnte Gabi ihre Wut nicht mehr im Zaum halten. “Du müsstest mir dankbar sein. Denn wenn ich das nicht für dich erledigt hätte, würdest du längst im Knast verschimmeln. Der Typ konnte sich nämlich nach der OP noch zu gut an uns erinnern und von Dankbarkeit zeigte er keine Spur! Im Gegenteil! Er wollte uns anzeigen! Also sei froh, dass ich ihn hab abkratzen lassen!” Während Marc, der Schwester garnicht zuhörte, weil er mit Gretchen beschäftigt war, wurden die Ohren des Richters und auch des Staatsanwaltes immer grösser. Erst nachdem sie die junge Frau ansprachen und baten erneut in den zeugenstand zu treten, wurde ihr klar, was sie da gerade gesagt hatte. Zunächst versuchte sie sich noch rauszureden, aber das war sinnlos, denn ihre Worte von vorhin waren mehr als eindeutig gewesen. Als sie merkte, dass sie verloren hatte, fingen ihre Augen an zu funkeln, wie bei einem Teufel und sie legte los: “Ja. Ich hab́s getan! Der Typ wäre eh früher oder später abgekratzt. Ausserdem konnte ich doch nicht zulassen, dass sie irgendjemand zwischen Marc und mich stellt.” sagte sie und in ihrem Blick lag dabei nichts als Wahnsinn. “Er gehört mir...mir ganz allein! Und jeder der sich uns in den Weg stellt wird es bereuen!” Mittlerweile hatte Gretchen die Augen wieder geöffnet und Marc half ihr sich auf die Bank zu setzen. “Gabi du bist echt krank!” sagte er nur und kümmerte sich weiter um seine Assistenzärztin. Daraufhin drehte sich die junge Frau zu den beiden um und schrie regelrecht: “Es war alles in Ordnung, bis die da (dabei zeigte sie auf Gretchen) aufgetaucht ist! Ich hätte noch fester drücken müssen, dann würdest du dir jetzt die Radischen von unten angucken!” Marc verstand im ersten Moment garnichts mehr. Er wusste ja schliesslich nichts von dem erneuten Mordanschlag auf Gretchen. Gabi wollte noch mehr sagen, aber der Richter hatte mehr als genug gehört.
Richter: Ich denke es ist besser, wenn sie jetzt still sind.
Während der Justizvollzugsbeamte dabei war, Gabi erneut abzuführen, teilte der Staatsanwalt ihr noch mit, dass er ein Ermittlungsverfahren gegen sie einleiten wird, wegen Totschlag durch unterlassen. “Da werden dann sicher ein paar Jahre für sie bei rumkommen, in denen sie mal überlegen können, ob es ihnen das alles wert war.” sagte er schliesslich. “Das war es mir wert! Ich würde es immer wieder tun!” sagte die Schwester. Anschliessend brachte der Beamte sie dann endlich aus dem Saal. Als sie an Marc und Gretchen vorbeigebracht wurde sagte sie noch: “Wir sehen uns wieder. Verlass dich drauf.” Daraufhin lief beiden ein eiskalter Schauer über den Rücken. Nachdem Gabi weg war, wandte sich der Richter Marc zu und bat ihn sich erneut zu setzen, damit die verhandlung zu Ende geführt werden konnte.

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