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Dieses Thema hat 618 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Dornröschen Offline

Gynäkologe:


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19.12.2008 20:30
#276 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Nachdem Dr. Kaan geschaut hatte, nickte er nur kurz. „Könntet ihr mir vielleicht auch mal sagen was los ist?! Sonst guck ich selbst!“ forderte die junge Ärztin. Sie wollte gerade aufstehen, aber da überkam sie wieder der ziehende Schmerz. Mehdi wies die Schwester an ein wehenhemmendes Mittel aufzuziehen und spritze es Gretchen. Kurz danach ging es ihr schon etwas besser. Franz schickte den Gynäkologen wieder weg und bat ihn sich bereit zu halten, wenn er ihn nochmal bräuchte. Dieser nickte und verliess den Raum. Danach wies er auch alle anderen Anwesenden im Raum an diesen zu verlassen. Als die beiden alleine waren, wandte er sich seiner Tochter zu und nahm ihre Hand. „Du bist schwanger.“ sagte er nur und drehte den Ultraschallmonitor zu ihr, so dass sie das Bild sehen konnte. Sofort stiegen ihr wieder die Tränen in die Augen. „Das kann nicht sein.“ sagte sie leise vor sich hin. „Doch. Ich dachte erst ich irre mich, aber Dr. Kaan, hat es mir eben auch nochmal bestätigt.“ Die junge Ärztin schüttelte nur ungläubig mit dem Kopf und sagte immer wieder: „Nein. Das darf nicht sein.“ Sie dachte sie wäre in einem Alptraum, aus dem sie jeden Moment erwachen würde. Sie war schwanger von einem Mann, der tausende von Kilometern weit weg auf der Flucht war, von dem sie weder eine Telefonnummer geschweige denn irgendein Lebenszeichen hatte. Nachdem der Professor die Verzweiflung seiner Tochter erkannte fragte er: „Er ist der Vater. Stimmt´s?“ Gretchen nickte und brach erneut in Tränen aus. „Was soll ich denn jetzt machen?“ fragte sie. Doch Franz nahm sie in den Arm und sagte nichts. Nach einiger Zeit stand er auf und sagte: „Ich rufe jetzt wohl mal besser deine Mutter an.“ Anschliessend ging er zur Tür und verliess den Raum. Gretchen lag da und dachte nach. Wie soll das gehen? Ich wollte meinen Facharzt machen und nicht Mutter werden. Ich kann das nicht! Marc wo bist du bloss?
20 Minuten später ging die Türe auf und Bärbel kam reingestürmt. Sofort lief sie auf ihre Tochter zu und nahm sie in den Arm. „Wir schaffen das!“ sagte sie nachdem sie losgelassen hatte. „Wie denn?“ fragte die junge Ärztin. In ihrer Stimme klang nichts als Verzweiflung. Obwohl Bärbel selbst noch keinen genauen Plan hatte, versuchte sie Gretchen weiterhin Mut zu machen und erwiederte: „Mach dir keine Sorgen.“ Die hat gut reden. Sie hatte ja einen Mann für ihre Kinder. „Jetzt bringen wir dich erstmal nach Hause.“ sagte Frau Haase schliesslich. Während der ganzen Fahrt über sagte Gretchen kein Wort. Sie konnte es immernoch nicht fassen. Wie konnte das nur passieren? Ich hab doch immer die Pille genommen? Zu Hause angekommen lief sie direkt ins Bad und kontrollierte den Riegel mit den Tabletten. Alle weg! Ich versteh das nicht! Doch plötzlich fiel ihr die andere Packung mit den Tabletten auf, die Marc ihr gegeben hatte, als sie krank war. Ein schrecklicher Verdacht beschlich sie, der sich bestätigte als sie sich anschliessend den Beipackzettel durchlas. Kann die Wirkung von Hormonpräperaten wie z.B. der „Anti-Baby-Pille“ beeinträchtigen stand da in fettgedruckten Buchstaben. Scheiße, scheiße, scheiße! Dachte die junge Ärztin und liess sich an der Badezimmertüre entlang zu Boden gleiten. Dort saß sie einfach nur ein paar Minuten und starrte auf den Boden.

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Dornröschen Offline

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19.12.2008 21:59
#277 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Dann stand sie auf und ging zurück in ihr Zimmer. Dort holte sie sofort ihr Tagebuch herraus und schrieb:

Liebes Tagebuch,
Also solangsam glaub ich echt, dass der da oben irgendwas gegen mich hat. Ich weis zwar immer noch nicht was ich ihm getan habe, dass er mich so bestraft, aber mittlerweile reicht es mir. Da hab ich mich gerade wieder dazu aufgerappelt mein Leben wieder einigermassen in den Griff zu kriegen und dann das. Ich bin schwanger...von Marc. Ich kann´s immer noch nicht glauben. Wie soll das gehen? Ich bin doch noch garnicht bereit für ein Kind, und schon garnicht in so einer Situation! Ausserdem bin ich gerade auf dem Weg Marc endlich zu vergessen, was mir ohnehin schon schwer fällt, aber wenn dieses Kind da wäre, könnte ich das garnicht. Denn immer wenn ich in seine oder ihre Augen sehen würde, müsste ich automatisch an ihn denken. Und das wäre das schlimmste für mich! Wie konnte ich auch nur so blöd sein?! Jeder Laie weis doch normalerweise, dass sich bestimmte Medikamente nicht mit der Pille vetragen. Und ich als Arzt hätte das doch erst recht wissen müssen! Oh Man! Ich bin echt noch blöder als ich gedacht hab! Verdammte Scheiße! Was soll ich tun? Ich kann dieses Kind nicht kriegen! Was soll ich ihm denn erzählen wenn es in ein paar Jahren nach seinem Vater fragt? Der lebt am anderen Ende der Welt, weil er damals geflüchtet ist, um nicht für eine Sache bestraft zu werden, die er nicht verschuldet hat? Aber, das ist so kompliziert, dass du es eh nicht verstehen würdest? NEIN! Das geht nicht...


Gretchen legte ihr Tagebuch wieder weg und liess sich rückwärts auf Bett fallen. Sie dachte darüber nach, was wäre, wenn sie ein paar Tage früher erfahren hätte, dass sie schwanger ist. Ob er dann auch gefahren wäre? Doch dann stellte sie fest, dass es nichts bringt darüber nachzudenken, was wäre wenn,denn die Realität sah anders aus. Ich muss eine Entscheidung treffen und das ganze so schnell wie möglich. Oh Gott! Wie ich Entscheidungen hasse! Da war ich noch nie gut drin... Mit diesem Gedanken schlief sie schliesslich ein.

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19.12.2008 22:19
#278 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

„Morgen Kind. Konntest du schlafen?“ fragte Bärbel als Gretchen in die Küche kam. Naja, schlafen kann man das nicht unbedingt nennen... „Ja. Einigermassen.“ erwiederte die junge Ärztin. Da Frau Haase nun bescheid wusste, was die Morgenübelkeit ihrer Tochter anging, hatte sie vorsorglich den Frühstückstisch abgedeckt. „Ich nehme ja an, dass du nichts essen willst.“ sagte sie zur Erklärung. „Nein. Bloss nicht. Mir ist schon schlecht genug.“ entgegnete Magarethe Haase. Um ihre Tochter auf andere Gedanken zu bringen, schlug Bärbel vor, dass die beiden etwas unternehmen könnten. Oh Nein! So wie ich sie kenne schleppt sie mich von einem Babygeschäft ins nächste und sucht schon die Erstausstattung aus. Dabei bin ich mir noch nicht mal sicher, ob ich dieses Kind überhaupt bekommen werde! „An was hattest du denn dabei gedacht?“ fragte Gretchen vorsichtig an. „Wir könnten doch mal wieder einen Stadtbummel machen.“ schlug die alte Frau vor. Ich wusste es! „Aber nur unter einer Bedingung.“ erwiederte die junge Ärztin. „Und die wäre?“ wollte Bärbel erstaunt wissen. „Du schleppst mich nicht in irgendwelche Babygeschäfte oder so...(Pause)...ich bin mir nämlich noch garnicht sicher ob ich...“ weiter kam sie nicht, denn ihre Mutter unterbrach sie mehr als entsetzt: „Ja, aber Magarethe! Du kannst doch nicht...“ Die alte Frau konnte ihren Satz nicht zu Ende bringen, weil sie zu geschockt darüber war, dass ihr Tochter tatsächlich an eine Abtreibung dachte. „Mama. Versteh mich doch bitte! Ich will meinen Facharzt machen und keine alleinerziehende Mutter werden!“ versuchte Gretchen ihren Gedanken zu rechtfertigen.
Aber Frau Haase blieb stur und versuchte die junge Ärztin erneut vom Gegenteil zu überzeugen. „Du bist doch nicht allein. Ich bin noch da und Papa auch.“ machte sie ihr Mut. Gretchen schwieg daraufhin. „Ich weis dass du über dieses Thema nicht sprechen willst, aber es ist nicht nur dein Kind allein, sondern auch das von Dr. Meier und es wäre ungerecht so eine Entscheidung einfach alleine zu treffen.“ „Ja du hast ganz recht. Ich WILL über dieses Thema nicht sprechen! Und jetzt endschuldige mich bitte.“ erwiederte Gretchen patzig und ging hoch in ihr Zimmer. Hoffentlich hat sie es jetzt verstanden! Gretchen schaltete die Musik an und legte sich auf´s Bett. Dort dachte sie erneut nach. Es hilft alles nichts. Ich muss eine Entscheidung treffen und das ganze so schnell wie möglich! Nur welche?

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20.12.2008 09:22
#279 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Unten im Haus klingelte das Telefon. Bärbel nahm ab und es meldete sich eine Servicemitarbeiterin des Flughafens. „Sind sie Magarethe Haase?“ wollte sie wissen. „Nein. Das ist meine Tochter. Die ist aber im Moment nicht zu sprechen. Kann ich ihr was ausrichten?“ fragte die Mutter. „Ja. Sie können ihr sagen, dass sie ihr Gepäck hier am Serviceschalter abholen kann.“ erwiederte die junge Frau. „Muss sie das selbst machen oder kann ich das auch?“ erkundigte sich Bärbel, weil sie Angst hatte, dass ihre Tochter das wieder zurückwerfen würde. „Nur mit Vollmacht.“ erklärte die Servicemitarbeiterin. „Gibt es denn keine andere Möglichkeit?“ wollte Frau Haase wissen. „Leider nein.“ bekam sie draufhin zur Antwort. Bärbel sagte ihr daraufhin, dass sie morgen vorbeikämen und legte auf. Während sie wieder in die Küche ging stöhnte sie leise. Sie wusste nicht recht wie sie das Gretchen beibringen sollte und beschloss deshalb erstmal nichts zu sagen.
Franz machte sich auf den Weg in die Chirugie, um Dr. Gundlach zu sagen, dass Gretchen wohl für die nächsten Tage ausfallen würde. „Gut. Dann bestellen sie ihr gute Besserung.“ erwiederte Thomas freundlich. Auch wenn Sabine immer noch nicht wusste warum Dr. Meier nicht mehr kam, war sie dennoch irgendwie froh darüber. Der neue Oberarzt war wesentlich netter und hatte ihr in den zwei Tagen, in denen sie mit ihm arbeitete, mehr Respekt geschenkt, als Marc in all den Jahren. Er brüllte sie weder an noch wurde sie von ihm herrumkommandiert. Sein Ton ihr gegenüber war stets freundlich und höflich. Gestern da war ihr zum Beispiel ein kleiner Fehler unterlaufen, weil sie mal wieder etwas in Gedanken war. Dr. Gundlach hatte das sofort bemerkt, doch anstatt sie runterzuputzen, meinte er, dass jedem mal ein Fehler passieren könnte und es nicht so schlimm wäre. Die Schwester dachte sie wäre im Himmel gelandet. Und wünschte sich insgeheim, auch wenn es ihr für Gretchen schrecklich leid tat, dass Marc nicht mehr zurückkäme.

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20.12.2008 10:41
#280 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Nachdem Franz auch noch den letzten Berg Akten bearbeitet hatte, zog er seine Jacke an und verliess sein Büro, um nach Hause zu fahren. Dort kam ihm direkt Bärbel völlig aufgebracht entgegengerannt. Sofort erzählte sie ihm, was Gretchen ihr heute morgen gesagt hat. „Franz! Du musst sie davon abhalten!“ flehte die alte Frau ihn an. Doch der Professor war anderer Meinung und meinte, dass er sich da nicht einmischen würde und wenn er ehrlich wäre sogar ebenfalls Gretchen´s Meinung teilen würde. Schliesslich wollte sie im nächsten Jahr ihren Facharzt machen und da stünde ein Kind doch nur im Weg. Bärbel war daraufhin völlig entsetzt. „Das kann nicht dein Ernst sein?!“ sagte sie empört. „Doch ist es. Ich bin froh dass Magarethe so darüber denkt und werde sie unterstützen.“ erwiederte der alte Mann. Frau Haase schüttelte daraufhin nur mit dem Kopf, stand auf und ging hoch ins Schlafzimmer. Als sie im Bett lag, beschloss sie, dass wenn ihr Mann ihr nicht dabei helfen wollte, sie alleine versuchen würde ihre Tochter davon abzuhalten.
Gretchen hatte mittlerweile einen Entschluss gefasst und machte sich auf den Weg in die Klinik. Da das Auto ihrer Mutter nachdem Unfall schrottreif war und sie nicht mit dem Rad fahren wollte, nahm sie den Bus. Gott sei Dank war der nicht so überfüllt wie sonst immer. Vor dem Krankenhaus angekommen, ging sie sofort zu Mehdi´s Büro. Sie klopfte an und wurde von dem Gynäkologen hereingebeten. Als sie den Raum betrat, sprang er sofort von seinem Stuhl auf und begrüsste sie herzlich. „Gretchen. Schön dich zu sehen. Wie geht es dir...äh euch?“ sagte er. „Hallo. Deswegen bin ich hier. Ich würde dich um einen Gefallen bitten.“ erwiederte die junge Ärztin. Mehdi sah sie an und ihm fiel auf, dass sie sich komisch verhielt. „Setz dich doch erstmal.“ bot er ihr daraufhin an. Nachdem die junge Ärztin platz genommen hatte, wollte Dr. Kaan ihre Hand nehmen, aber sie zog sie weg und sah zu Boden. „Um was geht es denn?“ fragte er schliesslich. Gretchen atmete einmal tief durch, weil sie ja genau wusste , wie er zu dem Thema stand. „Ich möchte dich bitten bei mir eine Abtreibung vorzunehmen.“ sagte sie schliesslich mit leiser Stimme. „Du weist, dass ich das nicht gerne mache, wenn keine trifftigen Gründe vorliegen. Überleg es dir doch noch mal.“ versuchte er sie umzustimmen. Keine trifftigen Gründe? Tzz...Wenn der wüsste! „Doch die hab ich.“ erwiederte sie nur. Der Gynäkologe schaute sie erstaunt an und fragte: „Und welche? Wenn ich fragen darf?“ Ich kann ihm doch jetzt nicht sagen WER der Vater ist. „Du weist doch, dass ich meinen Facharzt machen will.“ erwiederte die junge Ärztin. „Ja, aber das ist doch kein Grund.“ Er stand auf und ging rüber zu ihr. „Gretchen! Ein Kind ist Leben. Das wirft man nicht einfach so weg. Nur weil es einem gerade nicht in den Kram passt. Und ausserdem hast du doch noch deine Mutter und einen Vater muss es ja auch geben.“ sagte Mehdi und schaute ihr dabei in die Augen. Ich wusste, dass er das sagt. Gretchen schwieg und schaute nur zu Boden. „Was sagt er denn dazu?“ wollte Dr. Kaan wissen. Die junge Ärztin schaute auf und fragte: „Wer?“ „Der Vater des Kindes natürlich.“ erwiederte der Gynäkologe. „Er weis es nicht.“ gab sie mit gesenktem Blick zur Antwort. Als er diese Worte vernahm, bestätigte sich sein Verdacht, den er schon die ganzen Wochen über hatte und seine Miene wurde ernst. „Achso...verstehe...“ sagte er nur. Was versteht der? Überhaupt nix versteht er! Da sie über seine Reaktion mehr als sauer war fragte sie patzig: „Was ist jetzt? Machst du es sonst gehe ich wo anders hin!“ Über diese Aussage wurde Mehdi allerdings wütend und erwiederte: „Nur weil sein Vater das größte Arschloch auf Erden ist und die Mutter wieder so dumm war auf ihn reinzufallen, kann das Kind nichts dafür! Ich dachte du wärst anders aber da hab ich mich wohl getäuscht.“ Wie bitte?! „Du scheinst dir ja deiner Meinung ziemlich sicher zu sein, was? Dann hat es wohl keinen Zweck weiter mit dir zu reden. Ich geh jetzt besser.“ sagte sie, stand auf und ging zur Tür. Als sie gerade rausgehen wollte vernahm sie wie er sagte: „Ich mach ihn fertig...“ Gretchen sagte nichts weiter dazu und verliess wortlos das Büro ihres Freundes.

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20.12.2008 11:49
#281 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Von dort aus ging sie ins Stationszimmer. Sabine war mehr als überrascht sie zu sehen. „Frau Doktor? Sie hier? Ich dachte sie wären noch krankgeschrieben?“ „Bin ich auch. Muss nur kurz was erledigen.“ erwiederte die junge Ärztin und setzte sich in die Umkleide. Dort holte sie ihr Tagebuch raus und fing an zu schreiben:

Liebes Tagebuch,
Komme gerade von Mehdi und bin total aufgeregt. Was glaubt der eigentlich wer der ist und sowas will mein Freund sein? Nein danke! Da kann ich drauf verzichten! Habe ihn gebeten bei mir eine Abtreibung vorzunhmen. Er hat mich dann nach dem Grund und dem Vater gefragt. Nachdem ich nicht viel dazu gesagt habe, hat er sich natürlich eins und eins zusammengezählt, dass nur Marc derjenige sein kann. Daraufhin war er total verändert und hat mich sogar angemault. Von wegen, dass das Kind nichts dafür könnte, dass Marc ein Arschloch wäre. Aber das ist er nicht. Wieso denken das alle? Wenn sie ihn so gut kennen würden, wie ich mittlerweile, würden sie ihre Meinung bestimmt ändern. Jetzt hab ich ein Problem. Ich will dieses Kind nach wie vor nicht haben, aber zu Mehdi kann und will ich nicht mehr gehen, nachdem was er gesagt hat. Muss ich mir dringend etwas anderes einfallen lassen, aber was? Soviel Zeit hab ich ja nicht mehr...


Nachdem sie den Stift in das Buch gesteckt hatte, packte sie es wieder in ihre Tasche und verliess das Stationszimmer. Sie wollte nur noch eins, nach Hause und in ihr Bett. Als sie zu Hause ankam war es schon spät. Sofort ging sie in ihr Zimmer, zog sich um und legte sich ins Bett. Nocheinmal dachte sie über Mehdi´s Worte nach und bekam tatsächlich ein schlechtes Gewissen. Sie wollte ihren MP3-Player aus der Schublade nehmen, um sich mit ein bisschen Musik abzulenken. Doch als sie zu ihrem Nachttisch rübersah, bemerke sie ein Bild darauf. Sie nahm es in die Hand und stellte fest, dass es das Ultraschalbild ihres Kindes war, dass Franz am Tag des Unfalls ausgedruckt hatte. Einige Zeit betrachtete sie es und sagte schliesslich: „Auch wenn du nichts dafür kannst, aber ich kann dich nicht behalten. Ich wünschte dein Vater wäre jetzt hier. Was er wohl gerade macht?“ sagte sie. Mit diesem Gedanken schlief sie ein.

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20.12.2008 12:53
#282 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Marc hatte heute zum ersten mal seit Tagen frei und wollte eigentlich ausschlafen. Aber Sarah machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Sie hatte sich für heute vorgenommen ihrem Cousin die Stadt zu zeigen, um ihn endlich mal auf andere Gedanken zu bringen und bei der Gelegenheit vielleicht doch etwas aus ihm herrauszukriegen. Sie klopfte an die Türe. „Herrein.“ kam von dem Oberrazt verschlafen. Als sie das Zimmer betrat, war noch alles dunkel und Marc lag noch im Bett. „Aufstehen Schlafmütze.“ sagte sie, zog die Rolladen hoch und riss die Fenster auf. „Was willst du?“ fragte der Oberarzt und blinzelte sie an. „Ich wollte deinen freien Tag nutzen, um die die Stadt zu zeigen.“ Marc stöhnte und erwiederte: „Muss das sein?“ „Ja. Es muss!“ gab Sarah ihm zur Antwort. Daraufhin stand er auf und sagte ihr, dass er gleich kommen würde. „Okay. Ich warte unten am Wagen auf dich.“ erwiederte sie und verliess das Appartment. Eigenlich hatte der Oberarzt überhaupt keine Lust dazu, aber damit sie endlich Ruhe gab, tat er ihr den Gefallen. Denn er wusste seine Cousine konnte sehr hartnäckig und stur sein. Wenn sie etwas wollte, gab sie so schnell nicht auf. Wie Gretchen. Nachdem er sich angezogen hatte, ging er runter zum Auto. „Da bist du ja endlich.“ sagte Sarah, als er nach einer halben Stunde endlich runterkam und beide stiegen ein. Während der Fahrt in die Stadt sprach wieder keiner von beiden. Sarah lugte ab und zu auf den Beifahrersitz und beobachtete Marc. Nachdem sie nun ein paar Tage wortlos seine Launen ertragen hatte, reichte es ihr jetzt endgültig, dehalb fragte sie direkt: „Wieso ist deine Freundin eigentlich nicht mitgekommen?“ „Oh Sarah! Nerv mich bitte nicht!“ erwiederte der Oberarzt und sah aus dem Fenster. „Man wird doch wohl nochmal fragen dürfen?!“ entgegnete sie ein wenig beleidigt. „Das Thema ist durch okay?“ sagte Marc, klang dabei aber wenig überzeugend. „Scheint mir aber nicht so zu sein.“ meinte seine Cousine. Marc sagte dazu nichts mehr, weil er eigentlich wusste, dass sie recht hatte. Sarah beschloss vorerst nichts dazu zu sagen, weil sie ankamen. Aber später würde sie dieses Thema nochmal aufgreifen. In der Stadt angekommen suchte sie sich einen Parkplatz und beide stiegen aus. „Lass uns zuerst einen Kaffee trinken gehen.“ schlug sie vor.

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20.12.2008 14:22
#283 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

„Hast du sie denn wenigstens mal angerufen? Um ihr zu sagen wie es dir geht. So ein Flug ist ja ganz schön lang.“ wollte sie wissen, nachdem sie sich gesetzt hatten. „Wenn du mich nur hierher geschleift hast, um mich über Gretchen auszuquetschen, können wir auch gleich wieder gehen. Ausserdem hab ich noch was zu tun.“ erwiederte der Oberrazt mittlerweile wütend, weil sie einfach nicht verstehen wollte, dass er über dieses Thema nicht reden wollte. Doch diesmal gab Sarah so schnell nicht auf, das hatte sie sich vorgenommen. „Gretchen? Schöner Name. Hast du auch ein Bild von ihr?“ fragte sie erneut. Marc stöhnte daraufhin nur und hob die Hand. „Pagar por farvor.“ rief er dem Kellner zu. Da er in den letzten Tagen nachts nicht sonderlich gut schlafen konnte, hatte er sich mit dem Wörterbuch ein wenig beschäftigt, welches er sich schon in Deutschland gekauft hatte, damit er sich wenigstens einigermassen mit den Schwestern und Patienten verständigen konnte. „Wo willst du denn jetzt hin?“ fragte Sarah erstaunt, doch der Oberarzt gab ihr keine Antwort. Nachdem er bezahlt hatte, stand er auf und verliess das Café. Seine Cousine schüttelte nur mit dem Kopf und lief ihm hinterher. „Warum willst du nie darüber reden?“ wollte sie wissen. „Weil ich keine Zeit für sowas hab. Fahren wir jetzt wieder?“ erwiederte er genervt. „Dann eben nicht!“ sagte sie beleidigt und ging zum Wagen. Wenn ER nicht mit ihr darüber reden wollte, müsste sie es eben auf anderem Wege herrausfinden.
Am nächsten Morgen stand Gretchen noch verschlafen auf. Die Nacht war der Horror gewesen. Immerwieder ist sie wachgeworden und dachte nach, wie sie sich entscheiden würde. Auch wenn es ihr nicht gefiel, aber der Gedanke an eine Abtreibung bereitete ihr mehr und mehr ein schlechtes Gewissen, seitdem sie das Bild gesehen hatte. Das hat doch bestimmt Mama hier hingelegt. Ich kenn sie doch. Die junge Ärztin schnappte sich das Foto und ging runter zu ihrer Mutter. „Was soll das?“ fauchte sie ihre Mutter an, nachdem sie ihr das Bild auf die Arbeitsplatte geworfen hatte. Doch Bärbel blieb ganz ruhig und erwiederte: „Ich dachte du solltest es mal sehen, bevor du so einfach über Leben und Tod entscheidest.“ Einfach? Die hat Vorstellungen. „Gib´s zu. Du wolltest mir nur ein schlechtes Gewissen verschafen!“ fauchte sie erneut zurück. Und das ist ihr auch prima gelungen...Bärbel bemerkte, dass ihre Tochter nachdenklich wirkte und erwiederte: „Ganz sicher scheinst du dir aber nicht zu sein.“ Sie fasste sie an den Oberarmen an, so als ob sie sie durchschütteln wollte, damit sie endlich zur Vernumpft kam. „Kind! Glaub mir...ich weis wovon ich rede...du wirst es später immer bereuen!“ Wie die weis wovon sie redet?? Gibt es da vielleicht etwas was ich nicht weis?! „Mama?“ sagte Gretchen und schaute Bärbel mehr als erstaunt an. „Komm wir setzen uns:“ schlug die alte Frau vor und ging mit ihrer Tochter ins Wohnzimmer.

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20.12.2008 15:35
#284 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Langsam begann sie zu erzählen, dass sie ein paar Jahre, nachdem sie zur Welt gekommen war, erneut schwanger war. Da sich aber Anfang der 10. Woche herrausgestellt hatte, dass dieses Kind schwerbehindert zur Welt kommen würde, haben sich Franz und sie schweren Herzens dazu entschieden, es wegmachen zu lassen. Gretchen konnte nicht glauben was sie da gerade gehört hatte, sah ihre Mutter nur völlig entsetzt an und sagte nichts dazu. „Dein Vater hatte damals große Pläne. Er wollte seinen Professorentitel ablegen und eine eigene Klinik gründen. Du warst gerade mal 2 Jahre alt und wir haben befürchetet, dass wir dem Stress nicht gewachsen wären.“ fügte sie noch zur Erklärung hinzu. Gretchen war total geschockt darüber und musste erstmal in Ruhe nachdenken, dass sie eigentlich noch eine Schwester oder einen Bruder gehabt hätte. Bärbel wollte sie noch zurückhalten, aber die junge Ärztin reagierte überhaupt nicht darauf. Im Zimmer angekommen, führte sie ihr erster Weg direkt zu ihrem Tagebuch. Sie musste das irgendwem anvertrauen.

Liebes Tagebuch,
Bin gerade total geschockt. Meine Mutter hat mir eben offenbart, dass sie damals auch ein Kind abgetrieben hat und es bis heute noch bereut. Das heisst also ich hätte theoretisch noch eine Schwester oder einen Bruder der/die fast 3 Jahre jünger wie ich wäre. Das ist ein Hammer, den ich erstmal verdauen muss! Frage mich aber ob sie recht hat und ich es wirklich irgendwann einmal bereuen würde. Warum musste das auch verdammt noch mal passieren?? Bin ich nicht schon genug gestraft, dass man mir auch noch das antun muss? Gestern war ich mir noch sicher, aber mittlereile denke ich anders darüber. Ich kann und will das nicht einfach entscheiden! Wieso hilft mir denn keiner dabei??

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20.12.2008 16:33
#285 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Um auf andere Gedanken zu kommen, beschloss die junge Ärztin ihr Zimmer einmal gründlich aufzuräumen. Vieles von dem Kram, der da rumstand, brauchte sie sowieso nicht mehr und unter ihrem Bett stapelten sich schon die Kisten. Sie legte sich eine CD ein und fing bei ihrem Schreibtisch an. Denn Morgen müsste sie wieder in die Klinik und dann hätte sie keine Zeit mehr dazu. Bevor Mama mal auf die Idee kommen sollte, was ja bei ihrem Ordnungstick nix neues wäre, mach ich es lieber selbst. Sonst schnüfelt sie nachher wieder rum. Nachdem sie eine Ecke fertig hatte, setzte sich eine Zeit lang auf´s Bett und machte eine Pause. Oh je. Da hab ich mir ja noch einiges vorgenommen. Hat sich ganz schön viel angesammelt in den letzten paar Jahren...
Währendessen wurde Marc nachts wach. Er versuchte schnell wieder einzuschlafen, aber das klappte nicht. Deshalb nahm er sich eine Zigarette und ging auf die Terasse seines Appartments. Er überlegte wie er Sarah davon abbringen könnte weiter fragen zu stellen, sonst wäre es nämlich nur eine Frage der Zeit, bis sie alles herrausfinden würde. Deshalb beschloss er sich so schnell wie möglich eine andere Bleibe zu suchen, damit er sie nicht mehr jeden Tag sehen würde. Marc warf die Zigarette von der Brüstung, ging wieder rein und legte sich zurück ins Bett. Aber schlafen konnte er immer noch nicht. Deshalb nahm er sich erneut das Wörterbuch und lernte noch etwas portugiesisch.
Mittlerweile war es Nachmittag und Gretchen war fast fertig. Bärbel kam hoch, nachdem sie unten etwas poltern gehört hatte. Als sie sah was ihre Tochter da machte sagte sie entsetzt, dass sie nicht so schwer heben dürfte und wollte ihr helfen. Doch Gretchen hatte sie schnell wieder rausgeschickt und wollte nun weitermachen. Das schlimmste hatte sie sich bis zum Schluss aufgehoben. Ihr Bett. Nachdem sie die erste Kiste unter ihrem Bett hervorgeholt hatte und ihr dabei Marc´s Jacke entgegengekommen war, die sie in der einen Nacht dort vesteckt hatte, aber wohl völlig vergessen hatte, sie ihm zurückzugeben, war ihre Laune wieder auf dem Tiefpunkt.

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21.12.2008 13:26
#286 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Kapitel 32 – Ich kann das nicht tuen!

Langsam liess sie sich zu Boden gleiten und betrachtete das Kleidungsstück. Sofort erinnerte sie sich wieder an all das, was sie in den letzten Tagen krampfhaft versucht hatte zu vergessen. Ein neues Lied begann. http://de.youtube.com/watch?v=FL0bjwez8mg Sie schloss ihre Augen und sofort sah sie wieder all die Momente vor sich. Die wunderschönen, aber auch die schrecklichen in der letzten Zeit. Es dauerte nicht lange und ihr kamen erneut die Tränen. Erneut dachte sie darüber nach was sie letztendlich tun sollte und kam zu einem Entschluss. Ich kann das nicht tun! Auch wenn es schwierig wird, aber dieses Kind ist die einzige Erinnerung, die mir noch geblieben ist. Anschliessend legte sie sich ins Bett und schlief ein.
Marc stand am nächsten Morgen verschlafen auf und genehmigte sich erstmal eine Tasse Kaffee. Erst gegen 5 Uhr morgens war er endlich eingeschlafen und dann klingelte um halb 7 schon wieder der Wecker. Er nahm sich seine Sachen und machte sich auf den Weg in die Klinik. Kaum war er weg, da nutzte Sarah die Gelegenheit und schlich in sein Appartment. Die Türen der Appartments waren alle mir Kartenschlössern versehen und da sie ja die Chefin der Hotelanlage war, hatte sie natürlich eine Generalkarte, mit der sie alle Zimmer betreten konnte. Auch das ihres Cousins. Drinnen angekommen suchte sie nach irgendwelchen Hinweisen. Im Koffer fand sie die Bröschüre einer Klinik.Sie schaute sie sich an und entdeckte, dass sie in Berlin lag. Das war bestimmt das Krankenhaus, in dem er gearbeitet hatte, vermuete sie, nahm das kleine Heft mit und verliess das Zimmer. In ihrem Büro warf sie nochmal einen Blick drauf und fand auch eine Telefonnummer darin. Von Marc wusste sie lediglich, dass Gretchen seine Kollegin war, also müsste sie auch dort zu finden sein. Deshalb nahm sie sich vor, heute abend spät mal ein Telefongespräch nach Deutschland zu führen. Die Broschüre liess sie schnell in ihrer Schreibtischschublade verschwinden und ging zurück an die Rezeption.

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21.12.2008 15:06
#287 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

„Morgen Mama. Ich habe eine Entscheidung getroffen.“ begrüsste Gretchen Bärbel am nächsten Morgen, nachdem sie runtergekommen war. Frau Haase befürchete schon das schlimmste und fragte vorsichtig nach. Doch als ihre Tochter ihr sagte, dass sie das Kind behalten wolle, fiel sie ihr erleichert in die Arme. „Ich bin so froh, dass du es dir anders überlegt hast mein Kind. Glaub mir...wir schaffen das.“ sagte sie. „Du hattest Recht. Ich darf das nicht einfach alleine entscheiden und will es auch nicht. Meinen Facharzt werde ich aber trotzdem machen. Ich will ihm oder ihr ja schliesslich später mal etwas bieten können.“ erwiederte die junge Ärztin. „Ich werde dir helfen wo ich nur kann.“ versprach Bärbel und umarmte sie erneut. „Danke Mama.“ entgenete Gretchen. „So. Jetzt muss ich aber los. Will ja nicht zu spät kommen.“ fügte sie noch hinzu und ging zur Tür. Nachdem Frau Haase noch mit ihr gegangen war rief sie ihr noch hinterher: „Passt auf euch auf.“ als Gretchen schon auf dem Fahrrad sass. Anschliessend ging sie rein, kramte die alten Fotoalben ihrer Kinder raus und schwelgte in Erinnerungen. In ein paar Monaten würde sie den kleinen Fratz im Arm halten. Wie dieses Kind wohl aussehen wird? Überlegte die Mutter. Bestimmt gut...bei den guten Genen. Sie stand auf, ging zurück in die Küche und lächelte zufrieden.
„Morgen Frau Doktor. Schön, dass sie wieder da sind.“ begrüsste sie Schwester Sabine, als sie ins Stationszimmer kam. „Morgen Sabine. Ja ich freu mich auch.“ erwiederte die junge Ärztin. Die Schwester bemerkte, dass sie heute gut gelaunt wäre. Sie wollte gerade einen Versuch starten um sie zu fragen woran das liegt, aber da kam Gabi nach langer Zeit wieder ins Schwesternzimmer. Musste das jetzt schon wieder sein? Gabi schien unheimlich sauer zu sein und keifte Sabine an. „Wo ist mein Mann?“ wollte sie wutentbrannt wissen. Denn sie war gestern abend von ihren Eltern zrückgekommen und wollte zurück in die Wohnung. Nachdem sie 2x versucht hatte aufzuschliessen, stellte sie fest, dass offenbar die Schlösser ausgetauscht worden waren. Sofort hatte sie den Verdacht, dass Marc dahinter steckt, aber diesmal täuschte sie sich. Diesmal war es Elke gewesen, die kurz nachdem sie die Schlüssel aus dem Briefkasten genommen hatte, die Schlösser auswechseln lassen hatte. „Ja, wird’s bald!“ fauchte die Schwester erneut, nachdem Sabine sie nur ratlos angesehen hatte. „Der ist nicht mehr hier. Weis auch nicht warum.“ erwiederte Sabine nur kleinlaut und verliess ebenfalls das Stationszimmer. „Wie nicht mehr da?“ zischte Gabi und rauschte davon. Sie dachte er wäre wieder in seinem Büro und machte sich sofort auf den Weg dorthin. Doch als sie die Türe aufriss ohne vorher anzuklopfen und ins Zimmer stürmte, erlebte sie eine Überraschung.

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21.12.2008 19:18
#288 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Was hatte die denn? Ich dachte die platzt gleich vor Wut. Was auch nicht schlimm wäre. Dann hätte ich wenigstens ein Problem weniger. Marc kann echt froh sein, dass er die endlich los ist! Das klingeln des Telefons riss sie aus ihren Gedanken. Da Sabine nicht anwesend war nahm sie ab. Sie meldete sich mit dem Namen der Klinik und anschliessend mit ihrem. Doch als sie hörte WER da am anderen Ende der Leitung war, fiel ihr fast der Hörer aus der Hand und sie musste sich erstmal setzen. „Hallo? Ist da jemand?“ fragte Sarah. Nach einiger zeit meldete sich Gretchen dann wieder. „Ja.“ „Ich suche eine junge Frau namens Gretchen. Sie soll hier bei ihnen arbeiten.“ erwiederte die Cousine schliesslich. Erst hatte sie gedacht, es würde es sich um Zufall handeln, aber nachdem diese Frau ihren Namen kannte, war sie sich sicher, dass es sich nur um Marc´s Cousine handeln könnte. Wieso ruft sie denn hier an und fragt nach mir? Ihm wird doch wohl nichts passiert sein...Bitte Lieber Gott! Ich bitte dich wirklich dieses eine Mal..bitte lass es ihm gut gehen! „Das bin ich! Was ist mit Marc? Geht es ihm gut?“ fragte sie völlig aufgeregt. „Bis auf die Tatsache, dass er sie offenbar vermisst, aber mit niemandem darüber reden will, schon.“ erwiederte Sarah. Gretchen fiel in diesem Moment einen riesengroßer Stein vom Herzen und sie atmete erleichert auf. Im ersten Moment konnte sie nichts sagen. Sabine kam wieder ins Stationszimmer und sah, dass die Gesichtsfarbe der jungen Ärztin, dere einer Kalkwand glich. „Was ist denn passiert und wer ist da am Telefon?“ wollte die Schwester wissen. Doch Gretchen gab ihr keine Antwort und hielt sich den Hörer wieder ans Ohr. „Kann ich ihn sprechen?“ wollte sie wissen. Sabine verstand in der zwischenzeit nur noch Bahnhof und setzte sich dazu. „Nein. Er weis garnicht, dass ich sie anrufe. Ich wollte gerne mal mit ihnen reden...von Frau zu Frau.“ erwiederte Sarah. Sie will mit mir reden? Worüber denn? Die junge Frau war mehr als erstaunt, denn eigentlich hatte sie damit gerechnet nie wieder etwas von ihm zu hören. Dennoch war sie froh, dass sie nun endlich wusste, dass es ihm offenbar gut ging. Sarah fragte sie nach ihrer Handynummer und schlug ihr vor sie heute abend anzurufen, da es ja in Brasilien schon fast nacht war und sie schlafen gehen wollte. Gretchen stimmte zu und gab ihr die Nummer durch. Anschliessend verabschiedete sie sich und legte auf.

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21.12.2008 20:16
#289 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

„Wer sind sie? Und hat man ihnen nicht beigebracht vorher anzuklopfen, wenn man einen Raum betritt?“ fragte Dr. Gundlach, der gerade dabei war den Papierkram zu erledigen. Gabi war die Situation peinlich und sie entschuldigte sich. „Ich dachte sie wären jemand anders.“ sagte sie und wollte wieder gehen. „Jetzt wo sie schon mal hier sind.“ sagte er, stand auf und ging auf sie zu. Thomas reichte ihr die Hand und fügte hinzu: „Kann ich mich auch direkt vorstellen. Dr. Thomas Gundlach neuer Oberarzt der Chirugie. Und sie sind?“ In dem Moment als Gabi das hörte war sie vollkommen durcheinander. Neuer Oberarzt? Wo war Marc? Dachte sie erwiederte nur kurz „Schwester Gabi“ und verliess das Büro wieder schnell. Thomas setzte sich zurück an seinen Schreibtisch. Was war das bloss für ein Krankenhaus? Seine Assistenzärztin behandelte ihn als ob er eine ansteckende Krankheit hätte und diese Schwester kam einfach ohne vorher zu klopfen in sein Büro gestürmt. Die Frage die ihn aber am meisten beschäftigte war, was war vorgefallen bevor er gekommen war? Und wieso wusste niemand wo dieser Dr. Meier war oder wollte es nicht sagen? Da er sich in so einer Sitution nicht wohlfühlte beschloss er in der nächsten Zeit mal ein ernstes Wort mit seinem Professor zu wechseln. Aber bevor er das tat, stand jetzt noch eine OP an. Im Stillen graute es ihn schon wieder sich mit Gretchen an einen Tisch zu stellen.
Doch als er in den OP, erlebte er seine Assistenzärztin ganz anders. Sie war wie ausgewechselt und lächelte ihn sogar kurz an. Um die gute Stimmung nicht wieder zu gefährden, stellte er keine großen Fragen und ging in den OP Saal. Die OP verlief gut und Gretchen´s Laune war nach wie vor unverändert gut. Deshalb beschloss er einen erneuten Anlauf zu wagen, sie näher kennenzulernen und lud sie zu einem Kaffee in der Cafeteria ein. Zu seiner Verwunderung stimmte sie nach längerem Überlegen zu und die beiden machten sich auf den Weg. Er scheint ja doch ganz nett zu sein... dachte sie nachdem sie sich eine Weile unterhalten hatten. Auch Thomas fand zusehends Gefallen an ihr, nachdem er gemerkt hatte, dass sie offenbar doch nicht so eine Furie ist, wie anfangs angenommen. Nachdem sie ihren Kaffee getrunken hatte, stand sie auf und sagte, dass sie jetzt wieder los müsste. Dr. Gundlach nickte und blieb noch eine Weile sitzen.

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21.12.2008 21:31
#290 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

In der Umkleide angekommen setzte sie sich sofort auf die Bank und nahm ihr Tagebuch aus dem Spind.

Liebes Tagebuch,
Wie schnell sich Dinge ändern können. Gestern abend dachte ich noch ich würde nie wieder etwas von Marc hören, aber heute rief mich Sarah, seine Cousine an. Zuerst dachte ich ja an einen dummen Zufall. Gibt ja viele Sarah´s aber als sie dann nach mir fragte, wusste sich dass das kein Missverständnis sein könnte. Fragte mich warum sie mich sprechen will und dachte schon mit Marc wäre etwas pasiert. Man hatte ich in diesem Moment eine Angst. Du kannst mir glauben mein Herz ging eins zu tausend. Aber Sarah beruhigte mich schnell und sagte es würde ihm gut gehen. Allerdings würde er mich offensichtlich vermissen. Ausserdem sagte sie noch, dass sie mit mir von Frau zu frau sprechen will. Frage mich nur warum? Ich weis es ist total abwegig, aber in mir stieg für einen klitzekleinen Moment die Hoffnung auf, dass Marc doch wieder zurückkommen würde und doch noch alles gut wird. Deshalb war ich auch anschliessend bei der OP gutgelaunt und ausnahmsweise mal freundlich zu Dr. Gundlach. Anscheinned hat ihn das gefreut, denn er lud mich sofort zu einem Kaffee ein. Dachte dann: Warum eigentlich nicht und hab zugestimmt. Wir haben uns eine Weile unterhalten und ich habe festgestellt, dass er ja eigentlich ganz nett ist. Aber nicht dass su jetzt denkst, ich würde auch etwas mit ihm anfangen. Er könnte lediglich ein guter Freund werden mehr nicht. Denn den Fensterplatz in meinem Herzen hat immernoch Marc und daran wird sich auch so schnell nichts ändern...


Sie schaute auf die Uhr und stellte fest, dass es schon ziemlich spät war, deshalb fuhr sie nach Hause. Dort angekommen wollte Bärbel nochmal mit ihr reden, wie es weitergehen soll, aber sie sagte nur, dass sie jetzt keine Zeit hätte und ging hoch in ihr Zimmer. Dort nahm sie ihr Handy herraus, legte sich ins Bett und starrte wie gebannt auf´s Display, in der Hoffnung Sarah würde endlich anrufen. Zehn Minuten später klingelte es und sie nahm erwartungsvoll ab.

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21.12.2008 22:31
#291 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Gretchen: Haase. Hallo.
Sarah: Hallo. Hier ist Sarah, Marc´s Cousine. Entschuldigung, dass es etwas später geworden ist, aber ich hatte noch etwas zu tun. Ich hoffe sie haben noch nicht geschlafen.
Gretchen: Nein. War noch wach. Weshalb wollte sie mich denn sprechen?
Sarah: Sie können auch ruhig du sagen...ich bin Sarah
Gretchen: Okay Sarah...ich bin Gretchen, aber das weist du ja schon.
Sarah: Ja. Mehr aber auch nicht. Sobald ich sie erwähne blockt Marc total ab. Ich komm einfach nicht an ihn ran, obwohl wir eigentlich ein gutes Verhältnis zueienander haben. Aber in dem Punkt bleibt er stur. Ich hab ihn schon ein paar mal gefragt, warum du nicht mitgekommen bist, aber entweder schnautzt er mich an oder gibt mir einfach keine Antwort und lässt mich stehen.
Gretchen: Das ist eine lange Geschichte...
Sarah: Erzählst du sie mir?
Gretchen überlegte eine Zeit lang, ob sie das einer für sie fremden Frau wirklich alles erzählen sollte und begann dann aber schliesslich. Sarah schien nett zu sein und sie hoffte dass sie jemanden gefunden hatte mit dem sie endlich darüber reden könnte. Die junge Ärztin begann zu erzählen und Sarah hörte aufmerksam zu. Doch als sie an die Stelle des Unfalls und somit auch Gabi kam, war Sarah total geschockt.
Sarah: Er ist verheiratet?? Davon hat er mir ja garnichts erzählt!
Gretchen: Ich kann mir auch denken wieso...er wolte Gabi nicht heiraten...sie hat ihn erpresst...
Die junge Frau wurde immer hellhöriger und wollte nun alles ganz genau wissen. Nachdem Gretchen alles erzählt hatte,war es schon 12 Uhr in der Nacht.
Sarah: So könnt ihr das doch nicht stehen lassen! Ihr müsst nochmal miteinander reden!
Gretchen: Was soll das denn bringen? Selbst wenn er wieder nach Deutschland zurückkäme...Die Polizei würde ihn sofort ins Gefängnis stecken...und das will ich ihm nicht zumuten und auch dem Kind nicht...Scheiße! Jetzt hab ich mich verraten. Ich wollte doch davon garnichts erzählen!
Sarah: Kind? Bist du etwa schwanger?
Zu leugnen bringt jetzt nichts mehr...
Gretchen: Hmmm.
Sarah: Also das ist ja wirklich das allerletze. Der hat dich einfach sitzengelassen?!
Gretchen: Nein!! Er weis das garnicht und er soll es auch nie erfahren.
Sarah: Aber warum denn nicht? Vielleicht ....
Gretchen (unterbrach sie): Nein! Bitte! Glaub mir es ist besser so...Ich will nicht, dass er für etwas bestraft wird, was er nicht getan hat...lass es so wie es ist...es wäre mir nur lieb wenn du mich ab und zu mal anrufen würdest, damit ich weis ob es Marc gut geht..
Sarah: Ja, werde ich machen...
Gretchen verabschiedete sich und legte auf. Hoffentlich war das kein Fehler und sie sagt es ihm nicht. Dachte die junge Ärztin und nahm erneut ihr Tagebuch herraus. Auch wenn sie schon sehr müde war, schrieb sie trotzdem noch ein paar Zeilen.

Liebes Tagebuch,
Hatte gerade mit Sarah ein ziemliches langes Gespräch. Normalerweise bin ich ja nicht der Typ dafür, aber ich habe ihr alles erzählt. Sie war total geschockt darüber, so schien es mir. Dummerweise ist mir rausgerutscht, dass ich schwanger bin. Sie meinte, dass ich es Marc sagen solle, aber das will ich nicht! Denn selbst wenn er zurückkäme, würde man ihn sofort festnehmen und ins Gefängnis stecken. Und davon haben wir alle drei nichts...weder ich, noch das Kind und schon garnicht Marc. Also lassen wir lieber alles so wie es ist. Auch wenn es mir schwerfällt...

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22.12.2008 09:20
#292 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Nachdem sie das Buch wieder weggelgt hatte schlief sie sofort ein. Denn es war schon mitten in der Nacht und morgen müsste sie wieder zum Frühdienst.
Währendessen sass Sarah vor dem Eingang des Hotels und wartete auf Marc. Nachdem sie das alles erfahren hatte, fand sie dass es an der Zeit war endlich mit offenen Karten zu spielen. Sie würde ihn schon dazu bringen mit ihr zu reden und wenn sie ihn zwingen müsste. Gegen Nachmittag fuhr der Oberrazt dann mit seinem Wagen vor. Sarah ging direkt auf ihn zu und forderte ein Gespräch. Marc verdrehte nur die Augen, sagte: „Ich bin echt kaputt.“ und wollte sie stehen lassen. Doch seine Cousine folgte ihm und setzte sich auf´s Bett. „Ich werde nicht eher hier weggehen, bis du mir ein paar Fragen beantwortet hast und wenn ich die ganze Nacht hier sitzen muss!“ forderte sie. Ihr gegenüber stöhnte leise und erwiederte: „Wenn du meinst das bringt was.“ und setzte sich zu ihr. „Ja das meine ich.“ sagte Sarah und schoss sofort mit ihrer ersten Frage los, die direkt mitten ins Schwarze traf. „Wer ist Gabi?“ Gretchen hatte ihr zwar alles erzählt, aber sie wollte es gerne von ihm selbst hören. Als Marc diese Worte vernahm, zeigte das sofort Wirkung. Er hatte so gehofft diesen Namen nie wieder hören zu müssen, denn mit ihm kam die Erinnerung an Berlin und somit auch automatisch an Gretchen. Dementsprechend war seine Reaktion darauf. Er sass nur da, schaute auf den Boden und schwieg. Sarah machte diese Reaktion wütend. Sie kam sich verarscht und ausgenutzt vor. „Hast du wirklich geglaubt, dass du so deine Probleme lösen könntest? Bestimmt nicht!“ Mittlerweile konnte Marc sich denken, woher sie das alles wusste. „Verdammt noch mal! Ich hatte einfach ne scheiß Angst!“ erwiederte der Oberarzt und wurde dabei auch etwas lauter, gleichzeitig klang er aber auch verzweifelt, weil ihm bewusst wurde, dass ihn seine Vergangenheit schneller eingeholt hatte, als ihm lieb war. Seine Cousine bemerkte das und ihre Wut wandelte sich langsam ein bisschen in Mitleid um. Sie legte den Arm um ihn und sagte: „Du musst zurück nach Deutschland fliegen und dich sehr Sache stellen. Oder willst du den gleichen Fehler machen, den Onkel Olivier gemacht hat?“

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22.12.2008 13:03
#293 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Als der Oberarzt den Namen seines Vaters hörte, ging er sofort an die Decke. Er sprang vom Bett auf, als ob ihn eine Tarantel gestochen hätte und riss Sarah dabei fast mit. „Ich hab dir damals schon gesagt, dass ich nichts von ihm wissen will!“ schrie er sie förmlich an und droht ihr mit em Finger, dass sie endlich den Mund hält. Sarah kannte die Geschichte von damals nur teilweise. Sie wusste lediglich, dass er Franzose war und ebenfalls damals einfach abgehauen ist, als Marc noch ein Kind war. Marc hatte damals eine sehr schwere Zeit durchgemacht. Die einzige, die noch Kontakt zu ihm hatte, war ihre Mutter. Deshalb entschied sich vorerst dazu lieber zu gehen. Bevor sie allerdings das Zimmer verliess, schaute sie ihren Cousin nochmals an und sagte: „Denk mal drüber nach, ob du diesem Kind wirklich das gleiche antun willst.“ mit diesen Worten verschwand sie durch die Türe und liess den mehr als verblüfften Oberarzt sitzen. Der wusste nämlich überhaupt nicht was er mit diesen Worten anfangen sollte. Er setzte sich an den Schreibtisch und wollte einige Akten bearbeiten, aber ihre Worte kreisten ihm immer wieder im Kopf. Welches Kind meinte sie? Und warum sollte er ihm irgendwas antun? Er legte die Akten wieder weg und grübelte. Wenn sie wirklich sein Kind meinte, würde das bedeuten, dass Gretchen schwanger wäre. Nachdem er zehn Minuten hin und her überlegt hatte und es ihm einfach keine Ruhe liess, was seine Cousine damit gemeint hatte, verliess er sein Zimmer und ging runter zur Rezeption. Er fand Sarah schliesslich in ihrem Büro und fragte sie wie sie das eben gemeint hätte. Sie wusste im ersten Moment nicht was sie dazu sagen sollte, denn eigentlich hatte sie Gretchen versprochen, ihm nicht zu sagen, dass er Vater wird. Doch in dem Moment hatte sie einfach nicht nachgedacht und es war ihr so rausgerutscht. Der Oberarzt ging auf sie und stütze sich mit den Handflächen auf ihrem Schreibtisch ab. „Sarah! Was hat Gretchen gesagt? Du hast doch mit ihr telefoniert sonst wüsstest du das alles garnicht!“ Die junge Frau bemerkte, dass ihr wohl nichts anderes übrigblieb als Marc die Wahrheit zu sagen. „Ja hab ich.“ erwiederte sie nur. „Und was hat sie gesagt?“ wollte er ungeduldig wissen. Wieder schwieg sie. „Jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen! Ist Gretchen schwanger?“ wollte der Oberarzt direkt wissen. Sarah sagte nichts und nickte nur. Als Marc das sah, liess er sich erstmal rückwärts auf den Stuhl fallen, der hinter ihm stand. Diese Neuigkeit musste er erstmal verdauen. Einige Zeit lang sass er schweigend da und starrte Löcher in die Luft. Seine Cousine stand auf, kam zu ihm und legte ihren Arm um ihn. „Ich weis, dass du kein schlechter Mensch bist...Also tu das einzig Richtige und flieg zurück.“ Der Oberarzt sah sie nur kurz an und ging zurück in sein Appartment. Dort legte er sich ins Bett und dachte erneut über alles nach. Wenn er zurück nach Deutschland fliegen würde, müsste er bestimmt ins Gefängnis und das wäre doch auch keine Lösung. Anderseits hatte Sarah recht. Er wusste wie schlimm es ist, ohne Vater aufzuwachsen und das Gefühl zu haben von der eigenen Mutter gehasst zu werden. Das wollte er seinem Kind ersparen. Aber was zum Teufel sollte er tun? Wenn es doch nur eine andere Möglichkeit gäbe...

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22.12.2008 14:36
#294 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

„Was hattest du denn gestern noch so wichtiges zu tun, dass du es so eilig hattest?“ wollte Bärbel wissen nachdem Gretchen in die Küche kam. Ich kann ihr doch jetzt nicht sagen, dass ich ein Gespräch mit Marc´s Cousine hatte. „Musste noch was für die Klinik erledigen...Papierkram.“ erwiederte die junge Ärztin. Frau Haase sah sie daraufhin besorgt an und meinte, dass sie in der nächsten Zeit etwas kürzer treten soll, wenn sie das Kind nicht gefährden wollte. Gretchen versrehte nur die Augen und sagte: „Mama. Ich bin nur schwanger und nicht krank! Da kann man durchaus noch arbeiten gehen.“ Oh Gott! Ich seh es schon kommen. Sie wird mich in der nächsten Zeit nicht aus den Augen lassen und mich ohne ende nerven. Am besten mach ich so schnell wie möglich, dass ich hier wegkomme... Sie verabschiedete sich schnell von ihrer Mutter und fuhr in die Klinik.
Dort angekommen begrüsste sie Schwester Sabine sofort freundlich wie immer. „Morgen Frau Doktor. Wie geht es ihnen?“ fragte sie. Warum fragt die mich wie es mit geht? „Gut?! Wie immer.“ erwiederte die junge Ärztin. „Dann haben sie die Magenverstimmung also hinter sich? Also ich hab ja mal vor ein paar Monaten auch was falsches gegessen und...“ weiter kam sie nicht denn Gretchen unterbrach sie. „Ich kanns mir vorstllen.“ Eigentlich nicht, aber wenn ich ehrlich bin will ich es auch garnicht wissen. Sabine wollte gerade noch etwas sagen, aber Dr. Gundlach kam ins Stationszimmer und begrüsste sie freundlich. Gretchen warf er dabei einen besonderen Blick zu und sagte: „Dr. Haase. Schön sie zu sehen.“ Dabei lächelte er sie an. Was wird das denn wenn es fertig ist? Wenn der jetzt auch noch anfangen will mit mir zu flirten, ist er aber bei mir eindeutig an der falschen Adresse! „Schwester Sabine? Haben sie dann alles, dass wir anfangen können?“ fragte die junge Ärztin, um Thomas zu signalisieren, dass sie keine Lust auf seine Flirtversuche hatte. „Ja sofort.“ kam von der Schwester nur. Sie nahm sich die Akten und die drei verliessen das Stationszimmer.

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22.12.2008 17:14
#295 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Nach der Visite wollte Thomas seine Assistenzärztin erneut zu einem Kaffee einladen, aber die lehnte ab mit der Begründung, dass sie noch etwas zu erledigen hätte. „Schade. Dann vielleicht später nach der OP.“ erwiederte der Oberarzt. „Mal sehen.“ sagte Gretchen und ging Richtung Aufzug. Sie stieg ein und fuhr in die Gynäkologie. Dort ging sie zu Mehdi´s Büro. Ich bin zwar immernoch sauer auf ihn, aber zu jemand anderem will ich nicht gehen. Dachte sie klopfte an. „Herrein.“ hörte sie wie der Gynäkologe von drinnen rief. Zaghaft betrat sie sein Büro und begrüsste ihn. Der Oberrazt war mehr als erstaunt, als sie vor ihm stand, begrüsste sie aber dennoch wie immer freundlich. „Was kann ich für dich tun?“ wollte er wissen. Daraufhin bat sie ihn, sie gründlich zu untersuchen, ob mit dem Kind alles in Ordnung wäre. „Heisst das etwa..?“ fragte Mehdi erstaunt aber auch froh. Gretchen nickte und erwiederte: „Hmmm.“ Sofort breitete sich ein lächeln auf dem Gesicht des Oberarztes aus und er bat sie sich freizumachen, damit er einen Ultraschall machen könnte. Während er das Gel auf dem Ultraschallkopf veteilte sagte er: „Ich bin so froh, dass du dich doch noch umentschieden hast.“ Die junge Ärztin nickte nur und schaute gespannt auf den Bildschirm. „Und? Ist alles in Ordnung?“ wollte sie nach einer Weile wissen. „Ja. Alles in Ordnung. Das Herz schlägt schön kräftig.“ sagte er und deutete dabei auf den Monitor. Zum Schluss druckte er das Bild noch aus, holte einen Mutterpass aus seiner Schreibbtischschublade, füllte ihn aus und gab ihn der jungen Ärztin. Das ausgedruckte Bild gab er ihr in die Hand mit den Worten: „Wenn du Hilfe brauchst ich bin immer für dich da.“ „Danke. Das weis ich.“ erwiederte sie und verliess das Büro.

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22.12.2008 19:34
#296 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Kapitel 33 – Er gehört mir ganz allein!

Draussen vor der Türe betrachete sie eine Zeit lang dieses kleine Wesen auf dem Foto und träumte vor sich hin. Wie Marc wohl reagiert hätte, wenn er es erfahren hätte? Bei Gabi hatte sich ja seine Freude in Grenzen gehalten. Gelinde ausgedrückt. Überlegte sie. Gretchen steckte das Bild und den Mutterpass in ihre Kitteltasche damit es keiner sah und ging in den OP. Im Vorbereitungsraum wartete Thomas schon auf sie. Die beiden begrüssten sich kurz und gingen in den Saal. Der Eingriff war reine Routine und dauerte auch nicht lange. Nach der OP ging sie ins Stationszimmer und nahm ihr Tagebuch herraus.

Liebes Tagebuch,
War heute Morgen bei Mehdi und hab mein erstes richtiges Ultraschallbild bekommen inklusive Mutterpass. Er hat sich total gefreut, als ich ihm erzählt habe, dass ich mich doch dazu entschieden habe das Kind zu behalten. Als ich auf dem Bildschirm dieses kleine Herz hab schlagen gesehen , da wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war nicht abzutreiben. Ich glaube solangsam gewöhne ich mich an den Gedanken Mutter zu werden. Auch wenn es nicht geplant war, aber mittlerlerweile freue ich mich auf dieses Kind. Ausserdem habe ich beschlossen, dass ich ihm später, wenn es mal alt genug ist, um das zu verstehen von seinem Vater erzählen werde. Denn ich denke ich hab das Richtige getan und auch in seinem Sinne gehandelt...


Sie klappte das Buch wieder zu und es legte es zurück in den Spind. Den Mutterpass und das Ultraschallbild liess sie unauffällig in ihrer Tasche verschwinden.
Der restliche Tag verlief eher ruhig und die junge Ärztin konnte pünktlich nach Hause gehen. Dort angekommen liess sie sich erstmal ein heisses Bad ein, entspannte sich eine halbe Stunde darin und ging schliesslich ins Bett.
Während sie einschlief wachte Marc auf, das heisst wenn man das schlafen nennen konnte. Denn er hatte die halbe Nacht wachgelegen, war zwischendurch auf die Terasse frische Luft schnappen gegangen und hatte über alles nachgedacht. Warum war sie nicht einfach mit ihm gekommen? Dann wäre vieles einfacher gewesen. Oder hatte er es sich vielleicht doch wieder mal zu einfach gemacht und Sarah hatte am Ende Recht? Hatte er überlegt. Kurz bevor der Wecker klingelte war der Oberarzt dann endlich eingeschlafen. Wobei, das hätte er sich auch sparen könne, denn er war noch müder als zu Studienzeiten, in denen er öfters die ganze Nacht durchgemacht hatte. Trotzdem zog Marc sich an und quälte sich zur Arbeit, um dort vielleicht auf andere Gedanken zu kommen. Aber Fehlanzeige! Denn in jeder freien Minute überlegte er erneut, ob es eine Lösung gäbe. Doch wie auch schon in Berlin fiel ihm keine ein.
Die Tage vergingen und Gretchen fühlte sich langsam aber sicher immer besser. Die Morgenübelkeit war fast ganz verschwunden, dementsprechend war es auch wieder um ihren Appetit bestellt. Dann kam der 13. Januar, der Tag an dem eigentlich Marc´s Verhandlung stattfinden sollte. Gabi war nach wie vor der Meinung, dass Marc nicht da wäre und keiner etwas davon erzählen wollte, läge daran, dass er in U-Haft sass. Deshalb traf sie fast der Schlag, als sie vor dem Grerichtsgebäude stand und der Richter auf sie zukam und sagte, dass die Verhandlung nicht stattfinden würde, weil der Oberarzt nicht erschienen wäre. Gleichzeitig fragte er die junge Frau direkt, ob sie vielleicht wüsste wo Marc wäre. „Ich dachte er wäre längst im Gefängnis.“ erwiederte Gabi erstaunt. Doch der Richter verneinte und sagte ausserdem, dass wenn er sich binnen 24 Stunden nicht bei ihm oder der nächsten Polizeidienststelle melden würde, er die bundesweite Fahndung einleiten müsste. Die Schwester konnte nichts mehr dazu sagen und ging.

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22.12.2008 21:41
#297 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Wut stieg in ihr hoch, dass er sich einfach so aus dem Staub gemacht hatte und somit ihre Rachepläne duchkreutzt worden waren. Als sie dann auch noch „zufällig“ ein Gespräch zwischen Gretchen und Mehdi mitbekam, in dem es um eine Schwangerschaft ging, drehte sie komplett durch. Sie wartete bin die junge Ärztin alleine im Stationszimmer war und schrie sie an: „Du hinterhältige Schlampe! Hat dir wohl nicht gereicht, dass du ihn mir ausgespannt hast, musstest ihm auch noch ein Kind andrehen!“ „Ich soll hinterhältig sein? Schau mal in den Spiegel dann siehst du wer hänterhältig ist!“ erwiederte Gretchen. Das war anscheinend zuviel für Gabi. Sie ging auf die junge Ärztin los, schrie sie erneut an: „Wenn ich kein Kind von ihm haben kann, sollst du auch keins haben!!“ und gab ihr einen kräftigen Schubs, so dass Gretchen zu Boden fiel. Die junge Ärztin lag auf dem Boden und konnte nicht aufstehen, weil sie Schmerzen hatte. Gabi schaute sie von oben herrab an und sagte: „Ich hab dir damals schon mal gesagt, du sollst nicht in fremden Gewässern fischen. Er gehört mir ganz allein! Und niemandem sonst!!“ Mit diesen Worten verliess sie das Stationszimmer. Draussen auf dem Flur rannte sie fast Sabine um, die auf dem Weg dorthin zurück war. Als sie reinkam sah sie sofort Gretchen auf Boden liegen, die sich immernoch krümmte. „Was ist denn mit ihnen passiert?“ fragte sie völlig geschockt. „Holen sie Dr. Kaan.“ hauchte Gretchen mit letzter Kraft. Ohne zu zögern rannte Sabine sofort in Gynäkologie. Mehdi, der ihr entgegenkam, fragte sie was los ist, nachdem sie nur gesagt hatte, dass er ganz schnell mitkommen sollte. „Die Frau Doktor...“ weiter konnte sie nicht sprechen, denn sie war zu aufgeregt. Dr. Kaan folgte ihr daraufhin sofort auf dem schnellsten Weg ins Stationszimmer der Chirugie. „Gretchen! Was ist passiert?“ fragte er besorgt, als er sie auf dem Boden erblickte und wies Sabine an sofort eine Trage zu holen. Mehdi spritze ihr erstmal etwas gegen die Schmerzen und brachte sie dann in den Untersuchungsraum.

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22.12.2008 23:13
#298 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Mit wachsamen Blick führte er anschliessend den Ultraschall durch und konnte schnell Entwarnung geben. „Es ist alles in Ordnung....Aber wenn du willst, dass das so bleibt musst du in Zukunft etwas vorsichtiger sein.“ Gretchen nickte nur stumm. „Was ist denn überhaupt passiert?“ wollte der Gynäkologe. Was sag ich ihm denn jetzt?Ich kann ihn doch nicht ständig anlügen?! Und deshalb sag ich ihm jetzt auch die Wahrheit. Vielleicht versteht er mich ja dann besser... „Gabi war das.“ sagte sie mit leiser Stimme. Mehdi war vollkommen verwirrt und fragte nach: „Wie Gabi? Was hat die denn damit zu tun?“ „Sie kam ins Schwesternzimmer und schrie mich an, dass ich hinterhältig wäre, daraufhin hab ich mich gewehrt und ihr gesagt, sie solle mal in den Spiegel schauen, denn würde sie sehen, wer hinterhältig ist. Plötzlich ist die total ausgetickt und ist auf mich los. Bin dann hingefallen und hatte Schmerzen.“ Ausserdem erzählte sie ihm, was Gabi danach noch gesagt hatte. Frage mich aber schon die ganze Zeit woher die weis, dass ich von Marc schwanger bin. Ich hab es doch niemandem ausser meinen Eltern und Mehdi gesagt. „Ich hab ihr ja gleich gesagt, dass Meier kein guter Ehemann ist, aber sie wollte einfach nicht hören.“ gab der Oberarzt zur Antwort. „Ja, weil sie krank ist. Sie kann es einfach nicht ertragen, dass...“ plötzlich brach sie ihren Satz ab, weil sie eigntlich nicht vor hatte Mehdi die ganze Geschichte zu erzählen. Aber dieser wurde daraufhin hellhörig und fragte: „Das was?“ ohne auf eine Antwort der Assistenzärztin zu warten, fuhr er fort. „Dass er dich liebt vielleicht? Oh Gretchen, wach auf! Meier wird nie jemanden lieben können, ausser natürlich sich selbst.“ Wieso glaubt der das? Ich hab es doch selbst gespürt. Kann ich mich denn wirklich so in einem Menschen irren?? „Das stimmt nicht! Sonst wäre er ja wohl kaum wegen mir zur Polizei gegangen?!“ erwiederte sie. „Wie? Polizei? Hab ich was verpasst?“ fragte Dr. Kaan erstaunt. Mist! Jetzt muss ich ihm wohl doch die ganze Geschichte erzählen... Daraufhin leg sie los. In Grobfassung erzählte sie ihm was in den letzten paar Monaten passiert war. Angefangen von dem Unfall, der Erpressung, der Hochzeit und den Problemen mit der Polizei, wegen Gabi´s Falschaussage. Nur von der Flucht erzählte sie vorerst noch nichts, da sie feststellte, dass die Augen des Frauenarztes ohnehin schon immer größer und größer wurden mit jedem Satz den sie erzählte. „Und? Bist du jetzt immernoch der selben Meinung?“ fragte sie nachdem sie alles erzählt hatte. Im ersten Moment war er so geschockt, dass ihm die Worte fehlten. „Wenn das alles so ist, wie du sagst...Warum ist er dann nicht hier und unterstützt dich?“ fragte der Gynäkologe nachdem er seine Sprache langsam wiederfand. Der glaubt mir immernoch nicht! Wie vernagelt ist der eigentlich?! Dann eben nicht! „Das geht dich ja überhaupt nichts an!“ erwiederte Gretchen wütend und stürmte aus dem Büro.

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Dornröschen Offline

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23.12.2008 09:26
#299 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Nach diesem Gespräch war die junge Ärztin wieder vollkommen durch den Wind, was auch Thomas nicht verborgen blieb, denn er war derejnige, der ihre schlechte Laune wieder ertragen musste. Wie immer versuchte er freundlich zu sein, aber das prallte diesmal an Gretchen ab. Sie brachte die OP hinter sich und verschwand sofort in die Umkleide. Dort holte sie erstmal ihr Tagebuch raus, um das Geschehene irgendwem anzuvertrauen.

Liebes Tagebuch,
Manche Menschen sind so verbohrt. Mehdi und Gabi sind zwei davon. Zu Gabi: Sie hat mich heute morgen angegriffen und gesagt, wenn sie kein Kind von Marc haben könnte, dann solle ich auch keins haben. Er würde nur ihr allein gehören. Ich korregiere mich: Gabi ist nicht nur verbohrt, sondern krank. Ich glaub sie braucht dringend eine Therapie, wenn das überhaupt noch was bei der bringt. Werde mich auf jeden Fall in Zukunft von ihr fernhalten, denn zu was sie fähig ist, hat man ja gesehen. So...nun zu Mehdi: Mich würde nach wie vor gerne interessieren, was Marc ihm so schlimmes angetan hat, dass er ihn so hasst. Er hat mich gefragt, was passiert wäre und daraufhin hab ich ihm einfach die Wahrheit erzählt, sowie auch die ganze Geschichte der letzten Monate. Nur die Sache mit der Flucht hab ich ausgelassen. Ich dachte dadurch würde er endlich seine Meinung ändern, aber Pustekuchen!! Der ist nach wie vor der meinung, dass Marc mich nur ausgenutzt hat. Hab ihn dann einfach in dem Glauben gelassen und bin einfach gegangen. War mir dann irgendwie zu blöd. Bin ihm ja auch eigentlich keine Rechenschaft schuldig. Nächste Woche muss ich wieder hin, denn dann steht die nächste Untersuchung an. Bin mal gespannt, ob er mir dann wieder versucht irgendwas einzureden. Dementsprechend war ich danach wieder schlecht gelaunt und wer hat´s wieder abbekommen? Dr. Gundlach. Trotzdem ist er freundlich geblieben. Ich glaube den könnte ich anschreien, und der würde mich noch anlächeln. Ehrlich gesagt tut er mir ja ein bisschen leid, dass er meine Launen immer ertragen muss. Werde wohl in Zukunft versuchen müssen ihn freundlicher zu behandeln, denn eigentlich hat er das nicht verdient....

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Dornröschen Offline

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23.12.2008 19:55
#300 RE: Vanny´s Fortsetzung.... Zitat · Antworten

Nachdem sie den letzten Satz geschrieben hatte, steckte sie das kleine rote Buch zurück in ihre Tasche, dabei fiel ihr das Ultraschallbild ihres Kindes erneut ins Auge. Sie hielt nach Sabine Ausschau und nahm es erneut raus. Für einen Moment schaute sie das schwarz-weiss-Bild verträumt an. Sie war so in ihrer Welt, dass sie garnicht bemerkte, dass Sabine reinkam, sich hinter sie stellte und sie beobachtete. Nachdem sie den Namen und das Datum darauf gesehen hatte fragte sie erstaunt: „Sie sind schwanger?“ In dem Moment kam Gretchen wieder zu sich. Scheisse! Warum muss diese Frau sich auch immer so anschleichen? Schnell drehte sie sich um, verstaute das Bild schnell wieder in ihrer Tache und erwiederte verschwitzt: „Nein!? Das ist nicht von mir...“ Die Schwester sah sie mehr als ungläubig an und fragte: „Von wem ist es denn dann?“ Jetzt muss dir schnell was einfallen Gretchen Haase...sonst gibt sie sowieso keine Ruhe. „Äh...das ist...von einer Freundin...ja genau von meiner Freundin.“ Hoffentlich kauft die mir das ab... Aber die Schwester hatte sich ihre Meinung schon längst gebildet. So blöd war sie dann doch nicht, schliesslich hatte sie ja eindeutig Gretchen´s Namen darauf gelesen. „Wer ist denn der Vater?“ wollte sie deshalb wissen. Sie glaubt mir nicht...war ja klar! Na ja...in ein paar Monaten sieht man es sowieso und dann weis es ohnehin jeder... „Schön....es ist meins...“ erwiederte die junge Ärztin. Hoffentlich fragt sie jetzt nicht schon wieder nach dem Vater... Aber Gretchen hatte Pech und Sabine fragte erneut, obwohl sie schon eine Vermutung hatte, wer es sein könnte. Die junge Ärztin schaute sie nur an und sagte nichts. Damit wurde ihre Vermutung nur bestärkt und sie grinste. „Ja. Ich muss dann jetzt auch mal....nach Hause.“ sagte Gretchen schliesslich, schnappte sich schnell ihre Sachen und verschwand. Gott sei Dank bin ich die los! Aber leider nur für heute....und was sag ich ihr morgen? Dachte sie als sie in den Aufzug stieg.
Sarah war schon früh am nächsten Morgen aufgestanden. Nachdem sie Marc in den letzten Tagen, immer versucht hatte ins Gewissen zu reden, dass er umkehren solle, dies aber nichts gebracht hatte, beschloss sie zu anderen Mitteln zu greifen, um ihm endlich sie Augen zu öffnen, auch wenn ihm das höchstwahrscheinlich überhaupt nicht Recht wäre. Sie war extra früh aufgestanden, damit sie mit ihrer Mutter in Deutschland telefonieren konnte. Sie wählte ihre Nummer und die alte Frau nahm ab. Sie freute sich ausserordentlich nach längerer Zeit mal wieder was von ihr zu hören und fragte wie es ihr ginge. „Danke. Gut Mama. Ich hoffe dir auch.“ erwiederte Sarah und kam sofort zu ihrem Anliegen. „Mama. Ich hätte eine Bitte.“ sagte sie. „Welche denn? Mein Kind.“ „Du hast doch noch Kontakt zu Onkel Olivier, oder?“ fragte sie. Die alte Frau war mehr als erstaunt, weil ihre Tochter sich plötzlich für ihn interessierte. „Ja. Aber warum interessierst du dich plötzlich für ihn?“ fragte sie. Daraufhin erzählte Sarah ihr die Geschichte, liess aber ein paar Details dabei aus. Die Mutter war sich nicht ganz sicher, ob das so eine gute Idee ist und zögerte ihr seine Adresse zu verraten. „Mama! Bitte! Es ist wirklich sehr wichtig! Ausserdem was soll denn daran so schlimm sein, wenn die beiden sich mal aussprechen?“ fragte die junge Frau erstaunt. „Ich glaube nicht, dass das nach so vielen Jahren noch was bringen würde. Und ausserdem, weist du was deine Tante mit mir macht, wenn sie das herrausfindet? Du kennst sie doch.“ erwiederte ihre Mutter.

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