Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Willkommen im Doctor´s Diary Fan-Forum!
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 1.127 mal aufgerufen
 Abgeschlossene Fortsetzungen!
Crunchy Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 403

18.01.2017 00:00
Spezial zum einjährigen Jubliäum von Choconussa und Melli84 Thread geschlossen

(¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "" *.:。.`°¤,¸.•*´¯)




‘°ºO••.¸✿¸.••.❀•.••.¸✿¸.••.❀•. Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ -Alte Liebe - neues Glück?- Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ .•❀.••.¸✿¸.••.•❀.••.¸✿¸.••Oº°‘




(¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "" *.:。.`°¤,¸.•*´¯)



:*¨*:.¯`*•.¤*•..•*¨*•*(◠‿◠) Geburtstag (◠‿◠)*•*¨*•..•*¤.•*´¯:*¨**:.


.•´¯`•´¯`•˙·٠•● Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ .•.¸¸.•. Oma Haase - in Aktion .•.¸¸.•... Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ●•٠·˙•´¯`•´¯`•.



_¸.•’´*¸¸♬·♩¸¸♪··♫¸¸♪♫•*¨*•.¸¸¸¸.•*¨*•♫♪ I'm alive ♪♫•*¨*•.¸¸¸¸.•*¨*•♫♪¸¸♫··♪¸¸♩·♬¸¸*¸.•’´¯








Es gibt diesen einen Moment… Diesen einen entscheidenden Moment, der das Leben von jetzt auf gleich, auf den Kopf stellt. Es ist ein Rauschen, ein kaltes Gefühl auf der Haut und die ruhige Stimme des Arztes, der verkündet, „Sie sind schwanger. Herzlichen Glückwunsch.“ Die werdende Mutter, spürt in diesem Augenblick, unfassbares Glück. Schmetterlinge, überall in ihrem Körper und bedingungslose Liebe.


Frauenärzte erleben diesen Moment immer unterschiedlich. Meistens sind die werdenden Eltern zusammen bei der ersten Untersuchung und freuen sich gemeinsam über ihr kleines Wunder. Hin und wieder, kommen die Frauen allein, freuen sich darauf, es dem Vater zu sagen. Oder sie freuen sich allein. Entweder, weil sie wissen, dass es mit dem Mann nicht klappen würde oder weil sie nicht wissen, wer der Vater ist. Noch viel seltener jedoch, fangen Frauen bitterlich an zu weinen, weil sie nicht wissen, wie sie es dem Partner, der keine Kinder möchte, sagen sollen. Und noch viel seltener ist es, dass genau diese Frau, die gerade die schönste Nachricht der Welt bekommen hat, vor dem Arzt sitzt, verzweifelt weint, die beste Freundin und der werdende Vater, der beste Freund ist. Mehdi Kaan wusste, wie problematisch die Beziehung seiner besten Freunde war. Er kannte all die Strapazen, jedes Szenario hatte sich vor seinem Auge abgespielt und doch schockte es ihn sehr, Gretchen so entmutigt zu sehen. Sie war sonst immer so stark und voller Lebensfreude. Er hatte fest damit gerechnet, dass sie vor Glück platzen würde, doch jetzt saß sie vor ihm, so zerbrechlich wie noch nie. Ihm war bewusst, dass Marc Meier kein Familienmensch war, aber er war zuversichtlich.


Zuversichtlich, dass dieser Mann sich doch noch ändern konnte. Er hatte es schon einmal geschafft. Eine Beziehung, wollte er auch nie und doch waren Gretchen und er, mit den ein oder anderen Startschwierigkeiten und kleinen Problemchen, seit über zwei Jahren ein Paar.


Aber sie wurden bitter enttäuscht.



Und knappe drei Monate später, war das Chaos perfekt. Gretchen war fast im sechsten Monat schwanger und arbeitete noch immer wie eine Verrückte. Marc war weg, der blonde Schönling wurde der neue Mann an Gretchens Seite, Bärbel drehte durch und Franz wusste vor lauter hin und her, weder ein noch aus. Nachdem Gretchen die ersten Wochen nach Marcs Flucht, mehr oder weniger gut, mit vielen Tränen und Wutausbrüchen überstanden hatte, wollte sie sich von niemandem mehr etwas sagen lassen. Was sich, in Anbetracht der Tatsache, dass sie bei ihren Eltern wohnte, als ziemlich schwierig erwies. Jeden Morgen stand Bärbel mit einer großen Tasse Bio-Tee am Bett ihrer Tochter und weckte sie liebevoll, weil Franz ihre Nachtschichten, auf Bärbels Drängen hin, gestrichen hatte. Drei Tage musste Bärbel auf ihren Mann einreden, der hin- und hergerissen war, weil auch Gretchen ihn ordentlich in die Mangel genommen hatte. Sie wollte unbedingt arbeiten und auch Thorben, der ganz auf Bärbels Seite stand, konnte nicht zu ihr durchdringen. Sie war unfassbar leicht zu reizen und Bärbel trieb sie, mit ihrer Fürsorge, in den Wahnsinn. Und als ihr mitten auf dem Krankenhausgang der Kragen platzte, zog Franz einen Schlussstrich. Er ging zwar nicht auf Bärbels Forderung, Gretchen vorzeitig in den Mutterschutz zu schicken, ein, doch strich er sämtliche Nachtschichten und anstrengenden OPs. Was er vielleicht noch einmal besser überdacht hätte, wenn er hätte ahnen können, was ihn am Abend zu Hause erwartete.


„Jetzt koche ich uns erst einmal leckeren Schokopudding und dann reden wir weiter mein Schatz“, flötete Frau Professor Haase fröhlich und war schon drauf und dran, in die Küche zu schweben, doch ihre Tochter, die sich schon seit Stunden echauffierte, war davon gar nicht begeistert.


„Mensch Mama, ich will keinen Pudding“, brüllte sie, „Das ist nicht für alles die Lösung! Wann fängst du endlich an, dich aus meinem Leben rauszuhalten?“


„Kind, ich will doch nur das Beste für euch. So viel Arbeit ist nicht gut für dich. Nicht gut für dein Kind.“


„Deine Mutter hat recht Schatz und die Aufregung tut euch auch nicht gut“, schaltete sich Thorben ein und brachte seine Freundin nur noch mehr auf die Palme.


„Ich will mich aber aufregen. Es ist das eine, meine Ernährung umzustellen oder mir fünf Tüten voll mit Schwangerschaftsbekleidung vor die Nase zu stellen, ja? Es ist aber was ganz anderes, ewig bei MEINEM Frauenarzt aufzutauchen, ewig alles zu erfragen oder zu hinterfragen und dann auch noch meinen Papa zu zwingen, mir OPs wegzunehmen und Schichten zu streichen.“


„Margarethe, du bist schwanger. Willst du im neunten Monat noch immer Organe entnehmen? Oder Körperteile abschneiden?“


„Natüüüüürlich!“, äußerte sie ironisch und schlug sich leicht mit der flachen Hand vor die Stirn, „Und wenn mir die Fruchtblase platzt, werde ich eine komplizierte Aortenklappenresektion vornehmen. Nur um DICH zu ärgern!“


„Engel, jetzt beruhige dich doch. Deine Eltern, dein Frauenarzt und ich, wir meinen es doch nur gut mit dir.“


„MAN DAS WILL ICH ABER NICHT!“


Wütend lief sie hinauf in ihr Zimmer und knallte die Tür mit einer solchen Wucht zu, dass das Glas in der Vitrine, die im Flur stand, wackelte. Und Bärbel ließ nicht locker. Regelmäßig nahm sie Maß von Gretchens Bauchumfang, ging neue Kleider kaufen und platzte in jede Ultraschalluntersuchung.



„Willst du das Geschlecht wissen Gretchen?“, fragte Mehdi lächelnd, „Das Kind liegt gut. Ich kann es eventuell sehen!“


Doch anstelle von Gretchen, antwortete Bärbel wie aus der Pistole geschossen, „Natürlich wollen wir das Geschlecht wissen!“


„MAMA! Wie wäre es, wenn du mich das selbst entscheiden lassen würdest?“


„Ach ich hab dich doch neulich in dem Laden gesehen, als wir den Kinderwagen gekauft haben“, vergnügt kniff die Hausfrau ihrer Ältesten in die Wange, „Du warst ganz verzaubert von den rosafarbenen Decken und Schleifchen.“


„Liegt nahe Mama. Rosa ist meine Lieblingsfarbe.“


„Na also. Würdest du gern ein Mädchen bekommen. Nicht das wir über einen Jungen traurig wären“, versicherte sie, „Hauptsache gesund.“


„Wollt ihr denn nun wissen, ob ihr rosa oder hellblau streichen müsst?“


„Ja Mehdi. Ich möchte es gerne wissen“, lächelte Gretchen glücklich.



Gretchen und Thorben kamen gerade ins Haus, als ihre Eltern sich über die Umgestaltung des Gästezimmers unterhielten, „Und ein kleineres Fenster muss eingebaut werden. Nicht vorzustellen, was da alles passieren könnte. Den Teppich natürlich nicht zu vergessen. Unsere kleine Raupe soll ja nicht auf dem kalten Holzboden sitzen“, sabbelte Bärbel fröhlich vor sich hin.


„Was hättest du denn gern für einen Teppich Butterböhnchen? Du musst da schon ein bisschen konkreter werden.“


„Frag mich doch einfach Papa, immerhin geht es hier um meine Tochter“, kühl sah Gretchen von einem Elternteil zum anderen, „Vielleicht finde ich ja was Schönes, was ihr mir zum Einzug in meine erste eigene Wohnung schenken könnt. Ich habe gerade einen Mietvertrag unterschrieben.“


Geschockt, sahen Franz und Bärbel sich an. Von einem Auszug, war nie die Rede gewesen. Es war eigentlich klar, dass Gretchen mit ihrem Kind weiterhin bei ihnen wohnen würde. Bärbel könnte sich nach der Elternzeit um das Enkelkind kümmern, wenn Gretchen wieder arbeiten ging. Sie würde von der Hausarbeit verschont bleiben und würde ihre gesamte freie Zeit mit ihrem Kind verbringen können.


„Aber Kälbchen, du musst doch nicht ausziehen!“


„Genau!“


„Siehst du Schatz. Übereile nichts. Ein Kind ist schon Umstellung genug und du hast doch noch nie allein gewohnt“, liebevoll legte Thorben seine Hände, von hinten, auf ihre Schultern, drückte sie zärtlich und hauchte ihr einen kleinen Kuss auf den Kopf.


„Bei Marc habe ich gewohnt.“


„Ja aber Margarethe, der hatte doch eine Haushälterin.“


„Der hatte was?“, das verunsicherte Thorben nun doch ein kleines bisschen – alles, schien er also doch noch nicht über den geheimnisvollen Feigling zu wissen, aber er wurde überhört.


„Die kam irgendwann nur noch einmal die Woche!“


Für Bärbel „Butterböhnchen“ Haase, war dies kein geltendes Argument. Sie schickte ihren Mann hinunter in den Keller, um eine Flasche Wein zu holen, kochte ihrer Tochter einen ihrer Bio-Tees und kramte noch zügig einige Kekse aus dem Schrank, ehe sie den Pudding stülpen ging. Sie war vollkommen vor den Kopf gestoßen. Das musste aus der Welt geschafft werden und als sich Gretchens Gemüt, ein kleines bisschen abgekühlt hatte, kramte sie in ihrer großen Kiste der Gegenargumente. Was wäre denn, wenn es brannte? Wenn sie einen Wasserschaden haben würde? Was würde sie machen, wenn das Baby oder sie selbst krank werden würde?


„Ähm Mama, ich bin Ärztin und die Klinik ist von der Wohnung aus, mit dem Auto, in zwei Minuten zu erreichen.“


„Das ist ja alles schön und gut Kälbchen, aber du hast kein Auto.“


„Und keine Möbel. Wie willst du das denn alles bezahlen? Viel Gehalt bekommst du ja nicht“, vorwurfsvoll sah Bärbel hinüber zu ihrem Gatten, „bei dem Knochenjob.“


„Ich greife ihr natürlich unter die Arme, damit sie keinen Kredit aufnehmen muss. Würde sie sich verschulden, wäre keinem damit geholfen“, versicherte Thorben und ging sogar noch ein Stück weiter, „Zudem werde ich mich natürlich um die Versicherungen kümmern. Ich kann sie bei eurer Versicherung zu günstigeren Konditionen unterbringen oder ich mache es kostenlos, über meine.“


„Du bist ihr ja schon einmal eine größere Hilfe als Marc!“


„Das reicht Mama! Ich werde ausziehen, da gibt es nichts mehr dran zu rütteln und das ist auch gar nichts gegen euch. Ich denke einfach, ich bin langsam alt genug und habe jetzt meine eigene, kleine Familie.“


„Gut Kind, dann helfe ich dir, aber und ich will jetzt absolut keine Widerrede hören. Gleich morgen fahren wir Gardinen und Vorhänge kaufen!“


Doch dabei blieb es nicht. Sie kauften Deko, Besteck, Küchengeräte, von deren Existenz Gretchen nicht einmal wusste, Waschlappen, Handtücher, Badetücher, Geschirrtücher, Platzdecken und Teppiche. Bärbel hatte ordentlich zugegriffen und dass alles, bevor Gretchen auch nur ein Möbelstück hatte.


„Dir ist aber schon bewusst, dass erst die Sanitäranlagen und die Elektronik ausgetauscht werden müssen?“, fragte Franz seine Gattin, als sie zu Bett gingen.


„Ach nicht nur das. Die Wohnung ist komplett baufällig. Thorben konnte noch neue Fenster und einen neuen Boden raushandeln.“


Diese Information bekam auch Gretchen von ihrem Freund.



„Du hast bitte was? Ey, die Fenster waren doch okay!“


„Bis was passiert und deine vollkommen überteuerte Versicherung, für eventuelle Schäden nicht aufkommt“, noch immer war er etwas gekränkt, weil Gretchen nicht wollte, dass sie kostenlos versichert wurde und auch nicht wollte, dass er seine Kontakte spielen ließ, damit sie günstiger versichert war, „Der Boden ist vollkommen zerkratzt und uneben. Ich möchte nicht, dass du dich verletzt.“


„Wieso? Hast du Angst, dass meine Krankenversicherung für einen Krankenhausaufenthalt nicht aufkommt?“


„Selbstverständlich nicht. Ich mache mir nur Sorgen um dich und deine Tochter. Ich möchte nicht, dass euch etwas passiert“, erläuterte er liebevoll und Gretchen musste sich eingestehen, dass sie doch manchmal ein bisschen hart zu ihm war. Er hatte seine Eltern in kürzester Zeit verloren und konnte nichts dagegen tun. Bei ihr, konnte er ein wenig die Kontrolle behalten und war fürsorglich, damit nichts passierte, „Ihr seid mir wichtig Gretchen. Und wenn ich sehe, dass die Fenster undicht sind oder nicht doppelt verglast, dann gehe ich hin und spreche den Vermieter darauf an. Niemand will dich davon abhalten, in deine eigenen vier Wände zu kommen. Im Gegenteil, auch wenn ich denke, dass es am Anfang schwer für dich werden wird, finde ich es lobenswert, dass du dich ein kleines bisschen von deinen Eltern abkapselst. Aber nicht auf deine Kosten – ich mache mir wirklich nur Sorgen Schatz!“



Die machte sich auch Bärbel, als Gretchen gegen Ende der Schwangerschaft, Mehdi beim Streichen half. Sie wollte unbedingt die Sterne an der Bettseite des Kinderzimmers „ausmalen“ und hatte sich erfolgreich, gegen Thorben, der in der Küche den Herd anschloss und die Schränke aufhing und gegen den ärztlichen Rat, durchgesetzt.


Die Wohnung war wirklich ein Glücksgriff gewesen. Günstig und in guter Lage, fand man in Berlin nicht oft und die Leute gingen über Leichen, um eine solche Wohnung zu beziehen. All die Mühen, waren es wert gewesen. Sie hatte die heiß begehrte Wohnung bekommen, sie fühlte sich wohl und dank der Hilfe von Thorben und Mehdi, war soweit alles fertig. Sogar die Telefonleitung stand schon und den Kühlschrank hatte Herr Martens auch schon aufgefüllt. Die beiden wollten immerhin dieses Wochenende, das erste Mal in der neuen Heimat nächtigen.


Gretchen war überglücklich und Bärbel gönnte ihrer Tochter wirklich alles Glück dieser Welt, doch dass sie da auf einer Trittleiter stand und Malerarbeiten verrichtete, ging eindeutig zu weit. Was sie auch ziemlich deutlich zum Ausdruck brachte, doch ihre engstirnige Tochter, wollte davon nichts hören und die Männer wünschten sich zeitweise an einen anderen Ort. Dass die beiden sich selbst nicht wirklich verstanden, machte die ganze Angelegenheit, nur noch unangenehmer. Mutter und Tochter schrien sich gegenseitig nieder. Keiner wollte nachgeben, aber jeder wollte unbedingt recht behalten.


„Kind du musst doch an Sarah denken.“


„Ja das tue ich doch auch. Von dem bisschen Sterne auspinseln, wird schon nichts passieren!“


„Nein, nein. Die Sterne mache ich. Du kannst ja noch einmal feucht über die Schränke wischen.“


„Jawohl Oberbefehlshaa – aaaah“, krümmend hielt Gretchen sich den Bauch, woraufhin Bärbel sie mit großen Augen ansah und Thorben gleich zu ihr eilte, „Alles okay Schatz?“


„Geht schon wieder. Ne Magenverstimmung oder so.“


„Das war eine Wehe“, grinste Mehdi fröhlich.


„Quatsch!“


„Hattest du schon mal Wehen? Heute, gestern?“


„Na ja, immer mal wieder. Seit ein paar Wochen, aber das ist doch ganz normal. Ich habe Senkwehen. Gestern und heute, etwas öfter wie sonst. Aber immer nur ganz kurz und das hier war ja jetzt auch nicht…“


„Wir fahren sofort ins Krankenhaus Margarethe!“


Just als Gretchen protestieren wollte, weil ihre Mutter sie schon seit zwei Wochen regelmäßig in die Klinik fuhr, bekam sie eine erneute Wehe und keine fünf Minuten nachdem man sie auf die Couch gesetzt hatte, folgte die nächste.


„Gretchen, wir sollten wirklich fahren. Es sei denn, du willst eine Haus- oder Sturzgeburt. Letzteres würde ich wirklich ungern riskieren wollen“, Mehdi hatte bereits sein Stethoskop geholt und horchte routiniert Gretchens Bauch ab, „Sie wird auf jeden Fall in den nächsten Stunden kommen. Vielleicht ist der Schleimpfropf schon abgegangen. Die Fruchtblase kann dir platzen. Ich bitte dich wirklich, jetzt zu fahren. Der Rest hier, macht sich nachher von allein und Thorben und ich, werden natürlich weiter machen.“


„Selbstredend mein Schatz. Komm, wir fahren jetzt los . Deine Tasche ist ja schon gepackt oder?“


„Es fehlt nur noch Zahnbürste und sowas. Ich mach das schnell.“


„Aber garantiert nicht. Du fährst mit deiner Mutter und Doktor Kaan schon einmal los, ich komme später nach. Werde schon alles finden. Wenn du dann aus dem Kreissaal kommst, ist dein Krankenzimmer schon für dich hergerichtet“, zärtlich küsste er seine Prinzessin auf die Nase, „Wird schon alles gut gehen.“


„Kommst du nicht mit? Deine Freundin gebärt gleich ein Kind. Dieses Kind wird auch dein Leben beeinflussen.“


„Mama, wir sind der Meinung, dass er nicht dabei sein sollte. Er ist nicht der Vater und bisher weiß er zwar, dass da ein kleiner Mensch ist, aber er hat doch noch gar keinen richtigen Bezug dazu. Er war nicht bei den Untersuchungen dabei, er hat mich bereits schwanger kennengelernt und ich wollte diesen Moment, immer mit dem Vater des Kindes erleben.“


„Ja aber, aber… Er wird doch der Stiefvater“, entsetzt sah sie ihre Tochter an, „Gretchen wie kannst du nur, nach allem was Thorben für euch getan hat?“


„Bärbel, es ist vollkommen okay und ich verstehe das, auch wenn ich es begrüßen würde, wenn der Kerl dazu steht.“


„Darauf können wir aber lange warten und jetzt würde ich doch gern los“, so schnell ihr Pinguintanz es ihr zuließ, watschelte sie aus ihrer Wohnung, durch das Treppenhaus, zum Auto ihrer Mutter und musste sich anstrengen, nicht gleich wieder in Tränen auszubrechen. Dies war der entscheidende Moment. Sie würde ihr gemeinsames Kind auf die Welt bringen und Marc wusste nichts davon.
„Soll ich ihn vielleicht doch anrufen Gretchen“, liebevoll versuchte Mehdi ihren Blick einzufangen, „Er schafft es vielleicht nicht mehr zur Geburt, aber danach wäre er da. Vielleicht nimmt er sich auch einen Flieger.“



„Mehdi, du kennst ihn doch. Selbst wenn wir ihn jetzt anrufen würden, würde er nicht kommen. Er würde es erst nicht glauben, dann abstreiten und wenn es ihm zu viel wird, wird er beleidigend und legt irgendwann auf. Marc ist für sowas einfach nicht gemacht.“


„Das sehe ich aber genauso. Doktor Laan, Gretchen möchte das nicht und ich kann sie verstehen. Immerhin ist er einfach abgehauen, als…“


„Nicht als Mama, er weiß davon nichts. Ich kam ja gar nicht mehr dazu, es ihm zu sagen.“


„Und ich kann ihm doch nicht sein Kind verschweigen. Gretchen, ich weiß wie schwer es ist und war, aber weißt du denn auch, was du da von mir verlangst?“


„Oh je, oh je, oh je – ich find die Autoschlüssel nicht“, aufgeregt wühlte Oma Haase in ihrer Handtasche. Sie konnte gar nicht ruhig stehen und war den Tränen nahe, „Ach, was machen wir denn jetzt?“


„Kommt, ich fahre. Ist vielleicht auch besser so, Sie sind ja vollkommen aufgewühlt. Gretchen setz dich nach hinten und leg die Beine hoch.“


„Mensch Mehdi, sie hängt mir ja wohl noch nicht im Geburtskanal!“


„Musst du immer widersprechen? Mach doch einmal das, was dein Arzt dir sagt. Wir haben so oft den Ernstfall geübt Gretchen. Also lege bitte die Beine hoch und achte auf deine Atmung. Lege deine Hände an den Bauch, dann spürt Sarah dass du bei ihr bist und ihr hilfst.“


„Mama? Ich kann schlecht reinkrabbeln und sie an einem Tau rausziehen“, meckerte sie – weil sie es nicht mehr länger ertrug, immer und immer wieder bemuttert zu werden, „Ich weiß, wie man ein Kind zur Welt bringt. Ich habe es selbst schon getan und durch die ganzen Kurse und Bücher, die ich dank dir besucht und gelesen habe, bin ich wahrscheinlich für eine gynäkologische Facharztprüfung ausgebildet!“



Als sie in der Klinik ankamen, half Mehdi der werdenden Mutter aus dem Wagen und Bärbel eilte gleich in die Klinik, um Sabine den Camcorder in die Hand zu drücken. Gretchen wollte unbedingt ein Video von der Geburt und da sie selbst viel zu sehr damit beschäftigt sein würde, ihrer Tochter beizustehen, sollte Sabine doch einfach als Kamerafrau dazustoßen. Schwester Gabi, die unterwegs von Mehdi angepiept wurde, brachte einen Rollstuhl und legte noch auf dem Parkplatz die Infusion.


„Danke Schwester Gabi, Sie können dann schon einmal den Kreissaal vorbereiten. Ich übernehme hier“, langsam schob Doktor Kaan den Rollstuhl in Richtung Krankenhauseingang, „Deine Mutter meint es nur gut Gretchen. Sie wird zum ersten Mal Oma. Auch sie ist aufgeregt, hm?“


„Ja Mehdi, sie meint es immer nur gut und ich bin ja auch froh, dass sie eben ist wie sie ist. Aber sie übertreibt es in den letzten Wochen einfach.“


„Dann warte mal ab, was passiert, wenn Sarah und du erstmal wieder zu Hause seid…..“


„Wie? Mehdi, was meinst’n damit jetzt?“, irritiert und ängstlich sah sie sich um, aber sie stand allein auf dem Flur, ihr Frauenarzt war geradewegs auf die Anmeldung zugelaufen und hatte sie einfach stehen lassen, „Mehdi was…“


„Komm mein Kind, ich fahre dich auf die Gyn. Papa kommt auch gleich runter, der hat aber grad noch die OP beim Herrn Schulte.“



Im Elisabeth-Krankenhaus, standen alle auf Bereitschaft. Das Labor wartete, mit der Arbeit, auf das Blut von Frau Doktor Gretchen Haase, um es schnellstmöglich untersuchen zu können. Der Kinderarzt, hatte seine OPs an seinen Kollegen übergeben, um sofort für die Tochter von seiner Lieblingschirurgin da zu sein. Doktor Rössel hatte alle weiteren Operationen, die auf dem Plan standen, übernommen, dem werdenden Opa alles Gute gewünscht und versprochen, mal bei Gretchen vorbeizuschauen.


Und im Kreissaal machten Gretchen die Wehen zu schaffen, doch nicht nur der Schmerz schien sie in den Wahnsinn zu treiben, „Also, wenn die Presswehen genauso wehtun, dann…“


„Gretchen das ist von Frau zu…“


„Also ich hatte ja sehr starke Presswehen. Und so wie mir damals mein Gynäkologe sagte, seien die wirklich immer sehr schmerzhaft und es ist wirklich sehr wichtig, dass du richtig atmest mein Kind“, quatschte Bärbel schon zum vierten Mal ungefragt dazwischen und wurde von allen mit großen Augen angesehen, „Das ist nicht nur wichtig für dich, sondern auch für Sarah. Die falsche Atmung kann schwerwiegende Auswirkungen auf den Verlauf der Geburt nehmen oder Doktor Laan?“


„Äh Kaan.. Ähm, ja – also, im Großen und Ganzen, haben Sie da schon Recht Frau Haase. Aber eine jede Frau hat ein anderes Schmerzempfinden. Die einen verspüren schnell Schmerzen..“


„Ach, früher war unser Gretchen ja eine richtige Heulsuse…Aber das hat sich mit der Zeit gelegt. Wir haben uns ja auch erkundigt und wir möchten nicht, dass das Kind mit einer PDU betäubt wird.“


„PDA Mama!“, quetsche Gretchen heraus, die von einer erneuten Wehe heimgesucht wurde und Mehdi, der gerade den Muttermund untersuchte, versuchte gar nicht erst darauf einzugehen, „Joa, zwei Zentimeter noch, dann können wir los pressen.“


„Oh Margarethe, ist das aufregend. Haben Sie auch alles gut im Bild Schwester Sabine?“


Eifrig nickte die quirlige Krankenschwester und wischte sich vorsichtig eine kleine Freudenträne aus dem Auge.


„Hier, ihr Wasser Frau Doktor Haase“, grinste Gabi überfreundlich und drückte Gretchen grob den Becher in die Hand, welcher ihr von Bärbel gleich entrissen wurde, die erst einmal kosten wollte, „Also wirklich Schwester Gabi! Das ist doch kein Eiswasser. Das ist lauwarm. Holen Sie neues und diesmal bitte wirklich kühl.“


Mehdi, der von Gabi entsetzt angesehen wurde, nickte ihr unauffällig zu. Anscheinend war mit der Frau vom Professor wirklich nicht gut Kirschen essen, jetzt wo ihre Enkeltochter in den Startlöchern steckte.


„Also Gretchen, du kannst jetzt gleich bei der nächsten Wehe, pressen. Es ist wirklich wichtig, dass du ruhig atmest. Wir sind alle hier und versuchen dir das Prozedere so angenehm wie möglich zu gestalten – wenn du irgendwelche Wünsche hast dann..“


„Wir machen dir einfach Cindy Lauch an Kind. Da entspannt sie immer am besten“, erklärte Bärbel dem überforderten Gynäkologen, „Sie war ja schon immer so ein großer Fan von ihr. Zu jedem Anlass hat sie sich genauso verkleidet und sah immer ganz bezaubernd aus. Ich hab sogar ein Foto davon dabei, wollen Sie mal sehen?“


„Nein Mama! Ich möchte einfach nur, dass du neben mir stehst und meine Hand hältst. Keine Musik, keine Fotos und keine Kindergeschichten mehr“, sie war schon jetzt vollkommen aus der Puste und ganz verschwitzt, „Wisch mir einfach die Haare aus dem Gesicht, tupf mit einem kalten Lappen über meine Stirn und rede mir gut zu. Den Rest machen Mehdi und Gabi schon – ich vertraue ihnen.“


„Aber das tue ich doch auch mein Schatz. Ich wollte dich doch nur ein bisschen ablenken.“


„Dafür ist jetzt aber keine Zeit mehr, da kommt die Wehe und jetzt pressen Gretchen!!!“


Schnell griff die Chirurgin nach der Hand ihrer Mutter, die auf einmal ganz ruhig wurde und sie anfeuerte, anstatt ihr zuzureden, „Ja los Gretchen! Feste! Und Luft holen. Und dann wieder pressen Gretchen. Los!“


Mit aller Kraft drückte Gretchen die Hand ihrer Mutter, presste die Augen fest zusammen, sie drückte ihren Kiefer zusammen und presste. Der Schmerz war unerträglich. Sie schrie. Auf dem Gang, sahen der nervöse Opa und der nun doch etwas verunsichert wirkende Thorben, auf die verschlossene Tür und drinnen, passierten Dinge, mit denen niemand gerechnet hätte.


„Sehr gut machst du das Gretchen. Schwester Gabi, kommen sie…“, Mehdi unterbrach sich, als er aufsah, denn links von Gretchen stand Gabi, mit schmerzverzerrtem Gesicht. Die Blondine hatte ohne zu fragen oder darüber nachzudenken, nach der Hand der verhassten Krankenschwester gegriffen und mit aller Kraft zugedrückt. Und Gabi, die eigentlich spinnefeind mit ihr war, strich ihr beruhigend über den Arm, ohne die Monitore aus den Augen zu lassen, „Gut. Bleiben Sie wo Sie sind Gabi.“


„Doktor Kaan, da kommt die nächste Wehe.“


„Margarethe du musst jetzt wieder pressen. Schreie ruhig, aber atme langsam.“


„Deine Mutter hat recht“, wackelte der schwarze Lockenkopf, zwischen Gretchens Beinen, „Du hilfst niemandem, wenn du hyperventilierst. Ganz ruhig und jetzt pressen Gretchen!“



Keine fünf Minuten später, ertönte ein kräftiger Schrei, der bis hinaus auf den Flur zu hören war, „Schwester Gabi, holen Sie den Professor rein. Er möchte doch bitte die Nabelschnur durchtrennen.“


„Ja okay.. Ich, ich piep dann auch gleich Doktor Koch an.“


Gretchen Haase war überglücklich, als Mehdi ihr ihre Tochter in die Arme legte. Sie war wunderschön und so unglaublich klein. Verzaubert, nahm sie die kleinen Finger in ihre Hand und streichelte sie liebevoll, bis Doktor Koch in den Kreissaal kam, um die kleine Patientin zu untersuchen. Bärbel schniefte gerührt in ihr Taschentuch und ließ ihre Enkeltochter nicht mehr aus den Augen. Franz setzte sich zu seiner Tochter ans Bett und wusch ihr mit einem kühlen Waschlappen über das verschwitzte Gesicht.


„Wie soll sie denn heißen?“, fragte die Kinderkrankenschwester.


„Sarah-Marie Haase!“


„Was? Wie kommst du denn jetzt auf Marie, Kälbchen?“


„Na ja, Marcs Großmutter hieß Marie und ich dachte, so hat sie wenigstens etwas von ihrer Familie, väterlicherseits. Ist doch auch ein schöner Name – oder?“


„Ja, das ist ein schöner Name“, lächelte der frischgebackene Opa.


Die Untersuchungen waren alle schnell abgeschlossen und die kleine Sarah-Marie erfreute sich bester Gesundheit. Schnell schlief sie auf dem Arm ihrer Mama ein und auch Gretchen, fielen immer wieder die Augen zu.


„Wir lassen euch dann jetzt mal schlafen Kindchen. Papa und ich kommen später noch einmal wieder“, sanft küsste Bärbel ihre Tochter auf den Scheitel, strich Thorben über den Rücken und schob dann ihren Mann aus dem Raum, um die drei ein wenig zur Ruhe kommen zu lassen.




.¯`*•.¸,¤°´`*•.¸¸.•.¸*(◠‿◠) lıll|̲̅̅●̲̅̅|̲̅̅=̲̅̅|̲̅̅●̲̅̅|llıl (◠‿◠)*¸.•.¸¸.•*´`°¤,¸.•*´¯.

 Sprung  
Weitere Links
| Sicher und kostenlos Bilder hochladen|Kreative Wunderwelt|
zum Impressum | 2008- © Doctor's Diary FanForum | Admins JackySunshine & Greta | Moderatoren Lorelei & Melli84 | Gründerin des Forums Flora
Legende : Admin| Mods| Mitglieder| Oldies| Nullposter|
Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz