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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

26.11.2017 00:13
#101 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Fünfundneunzig - Smackdown




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…immerhin war es nicht das erste Mal, dass er sie, forsch wie er nun einmal war, aufforderte ihm zu geben was er wollte. Und das ohne unangenehme Fragen zu stellen. Schon damals, als er sein FSJ im Elisabeth-Krankenhaus gemacht hatte, war Sabine da gewesen. Sie war es gewesen, die ihm damals in ihrem Praktikum das Krankenhaus gezeigt und ihm dessen Eigenheiten erklärt hatte. Schon damals war ihm, während der mehrstündigen Führung, aufgefallen, wie devot die zierliche Krankenschwester war. Dies lernte er nicht nur zu schätzen, sondern auch für seine Zwecke zu nutzen.

Eine Woche nach seinem Einstieg, hatte Sabine den nötigen Respekt vor ihm. Dafür musste er zwar mehrere Male, unangebracht, laut werden und ihr androhen, ihre Bücher, die sie in ihren Pausen ständig las, zu verbrennen. Noch konnte er ja nicht ahnen, dass sie ein eingefleischter Groupie seiner Mutter werden würde. Hätte er das vorausahnen können, hätte er die Bücher unter Garantie verbrannt. Doch auch ohne diese drastische Maßnahme, tat sie was er wollte. Es war ein ungeschriebenes Gesetz. Sie war seine Isabell.

Ein Marc Meier merkte sich keine Termine oder Geburtstage. Da tat er sich immer schwer, weil es ihn, meistens, einfach nicht interessierte. Er hatte andere, weitaus interessantere, Dinge im Kopf. Die einzigen Geburtstage, die er sich merkte, waren der seiner Mutter und der von Mehdi. Doch wie bei allen anderen, besorgte Sabine auch für diese beiden die Geschenke. Sie verpackte sie und schrieb die Karten, die er am Tag der Übergabe nur noch zu unterschreiben brauchte. Für ihn war es ein Segen, jemanden wie Sabine Vögler zu haben, die ihn, wenn bereits alles Nötige in die Wege geleitet war, an seine Termine erinnerte. Wenn er gewollt hätte, hätte er sie sicherlich auch zum Putzen einstellen können. Vollkommen unbezahlt, versteht sich.

Ebenso verhielt es sich, wenn er etwas wissen wollte. Oft genug war es vorgekommen, dass die Schwestern zusammengesessen und getuschelt hatten, aber augenblicklich verstummt waren, wenn er zu nahe kam. Einer inneren Eingebung folgend, ging er später zu Sabine, um zu erfahren, worum es in den Gesprächen ging. Anfänglich versuchte die Krankenschwester sich zu wehren. Manchmal sogar mit Händen und Füßen. Doch ein oder zwei böse Blicke, gemischt mit der ein oder anderen Drohung, lockerten ihre Zunge und er erfuhr aus erster Hand was im Krankenhaus, hinter hervorgehaltener Hand, getratscht wurde. Vielleicht wusste sie deshalb immer genau über alles Bescheid?

Jedenfalls war Sabine für ihn, seitdem Gretchen Haase im Elisabeth-Krankenhaus beschäftigt war, von unschätzbarem Wert. Sie wusste einfach alles über seine Kollegin und war tatsächlich dazu in der Lage, sich das alles auch zu merken. Welche Mahlzeit, sie zu welcher Uhrzeit am liebsten mochte. Ihre Konfektionsgröße, über die sich Gretchen die meiste Zeit über bedeckt hielt, die Schuhgröße, der Lieblingsschauspieler und Sänger… Selbstverständlich wusste Marc vieles davon selbst. Allerdings wechselte Frau Doktor Haase ihre Meinung so oft, wie ihre Unterwäsche und da auch er nur ein Mann war, fiel es ihm hin und wieder schwer, dem Wechsel auch zu folgen.

Was aber noch viel wichtiger war: Sabine wusste über jeden Gefühlszustand ihrer Lieblingsärztin genauestens Bescheid. Meistens sogar besser, wie Gretchen und ihr rosa Katzenblock selbst. Und genau das war es, was die, zugegeben, merkwürdige kleine Krankenschwester so unersetzbar machte. Gerade für ihn, der unbedingt mehr über Gretchens Gefühlswelt wissen musste. Denn anders als Gretchen und Thorben dachten, hatte er sich noch immer nicht damit abgefunden, dass die Blondine sich für den einfacheren Weg entschieden und ihn zurückgewiesen hatte. Das würde er auch nie.

Ja, er hatte verdammt nochmal einen Fehler gemacht und diesen bereute er zutiefst. Ändern konnte er daran jedoch nichts mehr. Das was er machen konnte und durchaus bereit war zu tun, war, es jetzt besser zu machen. Für Gretchen und für ihre gemeinsame Tochter da zu sein. Für die beiden zu sorgen, wie es sich für einen Familienvater gehörte und das alles ohne einen störenden, blonden Schönling. Alles was er tun musste, war, über seinen inneren Schweinehund zu springen und dies fiel ihm unglaublich schwer. Nicht nur, weil es sich hierbei um Sabine handelte, sondern eben auch, damit die Leute nichts Falsches dachten und möglicherweise noch etwas vollkommen Falsches durch die neue Elisabeth-Touch ging. Doch wenn er seinen Plan in die Tat umsetzen wollte, musste er einfach alles wissen. Wie Gretchen und Thorben sich kennengelernt hatten, wie die ersten Treffen waren und wann sie schlussendlich, und zu seinem Leidwesen, zusammengekommen waren.

Also fasste sich der Chirurg ein Herz und nahm die kleine, quirlige, blonde Krankenschwester beiseite, um ihr eine ernst gemeinte Frage zu stellen: „Schwester Sabine?“

„Ja Doktor Meier?“, antwortete sie devot wie immer und wenn es nicht sie wäre, hätte es ihm durchaus gefallen.

„Würden Sie mich... Chrm... Chrm... heute Abend eventuell... Chrmmm... zum Essen begleiten?“

Noch nie im Leben, war ihm etwas so schwer über die Lippen gekommen. Gut, das lag wahrscheinlich daran, dass er Gretchen noch nie gesagt hatte, dass er sie liebte – aber das war ein vollkommen anderes Thema und gerade in diesem Moment auch vollkommen unwichtig, denn die Antwort, die er bekam, ließ ihn beinahe umfallen.

„Also Doktor Meier“, peinlich berührt grinste Sabine auf verstörende Art und Weise. „Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee wäre... Die Frau Doktor wäre darüber sicherlich nicht erfreut und die Lokale, die Sie für gewöhnlich auswählen, kann ich mir auch gar nicht leisten...“

Wissend kniff er sein linkes Auge zusammen, zog die rechte Augenbraue hoch und nickte grinsend. Sie traute sich nicht, ihm zu sagen, dass sie nicht mit ihm essen gehen wollte und versuchte ihre Absage, so freundlich wie es ging, zu verpacken. Doch den Zahn würde er ihr ziehen.

„Wissen Sie was? Sie haben recht!“, antwortete er belustigt. „Sie können sich das wirklich nicht leisten und deswegen werde ich, selbstverständlich, für uns beide zahlen. Sie können bestellen was immer Sie wollen und es ist natürlich auch vollkommen egal, wie viel es kostet. Da Hasenzahn mit ihren Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt ist, wird das also gar kein Problem darstellen. Mal ganz abgesehen davon, dass dieses Essen rein freundschaftlicher Natur sein wird. Für alles andere müsste man mich vorher auf sehr starke Medikamente einstellen. Also keine Widerrede. Ich hole Sie dann um acht ab.“

War doch wirklich nicht zu fassen. Da nahm er sich schon zusammen und war dabei auch noch freundlich und Sabine wollte ihm einfach absagen.

Kopfschüttelnd, ließ er die überfahrene Krankenschwester im Gang stehen und stellte sich seelisch und moralisch darauf ein, ihre monotone und einschläfernde Stimme, einige Stunden zu ertragen. Was ließ man nicht alles über sich ergehen, um die Frau seiner Träume irgendwie wieder an seiner Seite zu wissen? Also wenn sie wüsste, was er im Begriff war zu tun, gäbe es doch wohl eigentlich keinen Zweifel mehr. Aber so wie er sie kannte und er kannte sie sehr gut, würde sie selbst jetzt noch einen Grund finden, ihn in die ewigen Jagdgründe zu schicken...

Er war wirklich gespannt, was er alles erfahren würde und wie er es letztendlich nutzen konnte. Und obwohl es nur Sabine war, mit der er essen ging, legte er sehr viel Wert auf sein Äußeres. Bei seiner Mutter angekommen, entledigte er sich seiner Jacke und sprang augenblicklich unter die Dusche.

Nachdem er sich ausgiebig gewaschen hatte, putzte er sich die Zähne, korrigierte seine Augenbrauen, die abstanden und frisierte seine Haare. Wenn sie nicht ordentlich lagen, wurde er wahnsinnig. Den leichten Drei-Tage-Bart ließ er wissentlich stehen. Er wusste, dass er damit einfach zum Anbeißen aussah. Viele Frauen in München würden diese These bestätigen. Eine dünne, schwarze Stoffhose über seine schwarzen Boxershorts gezogen, das hellblaue Poloshirt angezogen und dazu seine weißen Lacoste-Schuhe... Zufrieden sah er in den Spiegel und fragte sich, für wen er sich hier eigentlich so herausputze – es war verdammt nochmal nur Sabine!

Doch egal was er sich vormachen würde - Eitel würde er immer bleiben. Eine der wenigen schlechten Eigenschaften, die er eindeutig von seiner Mutter übernommen hatte. Von der er sich nur kurz verabschiedete und nicht auf ihre Fragen, wo er hingehe und ob er allein zurückkomme, eingehend, zog er die Tür hinter sich zu und lief schnellstmöglich zu seinem Wagen, damit er nicht zu spät kam.

Hinter seinem Steuer sitzend, schloss er die Augen und atmete einmal tief durch, bevor er den Schlüssel im Zündschloss drehte und sich auf den Weg machte – direkt in ein Abenteuer, dessen Ausgang noch in den Sternen stand.




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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

30.11.2017 19:39
#102 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Sechsundneunzig – Voices in my head




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Sabine sah sich in dem italienischen Lokal eingeschüchtert um und sagte kein Wort, als sie sich setzten. So war auch die Fahrt verlaufen: Schweigend. Ein Zustand, der Marc nicht nur missfiel, er würde ihm recht wenig bringen. Irgendwie musste er die Stimmung zwischen ihnen lockern oder er hätte einfach nicht so grob sein sollen in all den Jahren. Doch auch um dies zu ändern, war es eindeutig zu spät und er war sich nicht sicher, ob er es jemals schaffen würde, sich Sabine gegenüber anders zu verhalten. Heute Abend musste er sich jedoch am Riemen reißen und seine Gemeinheiten, wenigstens ein kleines bisschen, runterschrauben. Nicht, dass Sabine am Ende noch heulend das Weite suchen würde. Aber zuerst hieß es, Schadensbegrenzung!

„Sabine - jetzt sitzen Sie doch nicht so steif auf ihrem Stuhl. Machen Sie sich ein bisschen locker, hm?“, sagte er mit samtweicher Stimme und wurde mit tellergroßen Augen angesehen.

Was ist denn heute mit dem Herrn Doktor los? Er ist freundlich und... Was machen wir hier? Ist das etwa ein Date? Und wenn er nachher, mit mir, zu sich nach Hause fahren will? Was mach ich denn dann? Ich habe heute noch gar nicht in mein Horoskop geschaut – vielleicht stand da etwas drin?! Ich habe doch noch nie mit einem Mann... Und dann mit einem solchen Mann? Der schon so unverschämt viele Frauen hatte? Und die Frau Doktor. Die wäre sicherlich böse mit mir, wenn ich mit Doktor Meier eine Affäre? Beziehung? eingehen würde. Nein. Das kann ich nicht machen.

Verwundert beobachtete Marc das Mienenspiel seiner Begleitung und war sich nicht mehr ganz so sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, sie überhaupt zu fragen. Einfacher wäre es wahrscheinlich gewesen, Mehdi zu fragen oder mit ihm zusammen Gretchens Tagebuch zu stehlen. Wenn sie nicht gerade in einem vollbesetzten und teuren Lokal sitzen würden, würde er einmal laut in die Hände klatschen oder sie anfahren, denn sie schien auf einem anderen Planeten zu sein und hatte ihm noch immer keine Antwort, auf die Frage, was sie denn trinken wolle, gegeben.

„Schwester Sabine? Was wollen Sie trinken?“, fragte er nun etwas eindringlicher.

Oh. Ich trinke wohl nur Wasser. Das ist das Beste. Jeder weiß wie Männer auf alkoholisierte Frauen reagieren – oh... Und er schaut so böse. Sein Kiefer mahlt... Ach. Ich hab ja auch noch gar nicht geantwortet – ich Schussel.

„Ich nehme nur ein Wasser - danke“, sagte sie kleinlaut und verhinderte gerade ebenso eine mittelschwere Katastrophe.

Der Abend hatte noch gar nicht richtig begonnen und Marc war jetzt schon genervt. Warum musste diese Frau auch so seltsam sein?

„Sie wollen sicherlich wissen, was der Grund für unser Treffen ist und ich möchte Ihnen unbedingt sagen, dass es nichts mit irgendwelchen Gefühlen zu tun hat. Ich habe einfach ein paar Fragen an Sie, die Sie mir hoffentlich beantworten können“, sagte er ruhig und hoffte, ihr so ein bisschen ihre Unsicherheit zu nehmen. „Es geht um Frau Doktor Haase.“

Ah. Ja, das macht auch mehr Sinn. Ach ich bin so dumm. Welcher Mann würde sich schon freiwillig auf mich einlassen?

Aber, aber Bienchen. So sollst du doch nicht denken.

Ist doch so. Nie hat mich jemand gefragt...

Warum fragst du dann nicht einfach selbst? Du musst selbstbewusster werden Sabine.


„...und Thorben, ich mein – das kann doch nicht ihr Ernst sein oder?“, redete Marc noch immer auf sein Gegenüber ein, doch Sabine schielte unaufmerksam in die Ferne. „Hören Sie mir zu oder versuchen Sie gerade nach Hause zu telefonieren?“

„Oh! Entschuldigung Herr Doktor Meier. Ich habe mich gerade unterhalten.“

Verwirrt sah er sich zu seiner Rechten und seiner Linken um. Oh mein Gott, dachte er. Das konnte ja heiter werden.

„Mit wem? Führen Sie Selbstgespräche?“, lachte Marc.

„Manchmal schon“, antwortete Sabine vorsichtig und brachte ihren Chef damit, innerlich, zum Verzweifeln, „Wissen Sie... Es kommt nicht oft vor, dass sich jemand mit mir unterhalten will. Über ernste Sachen. Meistens soll ich nur zuhören und ganz selten kann ich auch mal was dazu sagen. Ob nun in der Klinik oder zu Hause. Meine Meinung interessiert niemanden.“

Traurig sah sie in ihr Glas und Marc war vollkommen baff. Er kannte Sabine nun schon seit ewig langer Zeit und wusste nichts über sie. Jedenfalls nichts, was darauf schließen ließ, dass sie ein Lebewesen von diesem Planeten war. Er wusste nur, dass sie Horoskope las, nicht nur ihre eigenen, und daran glaubte. Dass sie sich, ausschließlich, bei Vollmond die Haare schnitt und damit einem uralten Aberglauben folgte, wie er und Gretchen, eines Abends dank Google, herausgefunden hatten. Und sie legte unglaublich viel Wert auf Naturheilkunde. Für ihn alles nur Quacksalberei, aber für Sabine war es eine nicht medizinische Methode, Menschen heilen zu können, anstatt sie für diese Heilung mit Chemie vollzupumpen und damit, nach und nach, Organe und Nerven zu schädigen. Und was noch viel trauriger war: Er hatte sich in all den Jahren, nicht einmal die Mühe gemacht, Sie vielleicht doch kennenlernen zu wollen. Einfach weil sie zusammen arbeiteten und somit auch viel Zeit miteinander verbrachten. Und auch jetzt war er sich nicht wirklich sicher, ob er das überhaupt wollte. Doch vielleicht wäre das eine Möglichkeit, Sabine ein bisschen lockerer zu machen...

„Hm... Wissen Sie was? Vergessen wir vorerst Gretchen, Thorben und all das, was ich gern wissen möchte und reden einfach mal über Sie“, lächelte er gespielt freundlich. Was man nicht alles über sich ergehen ließ. „Erzählen Sie ein bisschen was über sich.“

Toll! Jetzt denkt er, er müsse nett zu mir sein.

Mal was anderes.


„Das müssen Sie wirklich nicht tun. Ich kenne es nicht anders.“

„Ich möchte es aber so!“, erwiderte er bestimmt und gab ihr somit zu verstehen, dass er keinen weiteren Widerspruch dulden würde. „Na los. Erzählen Sie über sich und plaudern ein wenig aus dem Nähkästchen.“

Während sie auf ihr bestelltes Essen warteten, packte Sabine aus und fing an, über sich und ihr Leben, ein bisschen was zu erzählen. Na schau einer an, dachte Marc. Er konnte also auch mit marsianischen Frauen umgehen. Für ihn, eine wirklich wichtige Erkenntnis. Man wusste nie, was noch so alles passieren würde und ob man nicht vielleicht doch noch intelligentes Leben auf dem roten Riesen finden würde und ihn besiedeln konnte. Und Marc war sich ziemlich sicher, dass er sich ein VIP-Ticket für die erste Reihe besorgen würde, wenn die Aussiedlung zum Mars beginnen sollte. Trotz seiner wirren Gedanken, schaffte er es, sich auf die Erzählungen seiner Stations- und OP-Schwester zu konzentrieren und ganz entgegen seiner niedrigen Erwartungen, war einiges davon sogar interessant.

Sie war eine der besten Schülerinnen auf ihrem damaligen Gymnasium, glänzte ausschließlich mit Bestnoten und wollte, sobald sie ihr Abitur in der Tasche hatte, ebenfalls Medizin studieren und Ärztin werden. Doch leider kam alles ganz anders als erwartet. Ihre gesamte Kindheit und ihre Jugend waren nicht so wohl behütet wie das Leben von Gretchen Haase. Zwar hatte Sabine einen liebevollen und fürsorglichen Vater, den sie über alles geliebt hatte, doch hatte sie auch eine sehr herrische Mutter, gegen die ihr Vater sich nur selten durchsetzen konnte. Sie zweifelte nicht an der Liebe ihrer Eltern, doch manches Mal, als sie schließlich älter wurde, war sie sich fast sicher, dass es besser gewesen wäre, wenn sie sich nicht geliebt hätten. Kurz vor Beginn des dreizehnten Schuljahres änderte sich alles. Ihr Vater starb. Eines Nachts bekam er einen Herzinfarkt und am nächsten Morgen war es bereits zu spät. Von da an, war nichts mehr wie es einmal war. Ihre Mutter verfiel einer tiefen Depression und Sabine war gezwungen, die Schule zu vernachlässigen und sich um ihre Mama zu kümmern. Dabei hatte der Verlust ihres Vaters auch ihr sehr schwer zugesetzt. Sie hatte niemanden mehr, mit dem sie reden konnte, also fing sie an, sich mit sich selbst zu unterhalten. Stimmen in ihrem Kopf zu hören, die gar nicht da waren. Schlussendlich bekam sie zwar ihr Abitur und auch ihrer Mutter ging es immer besser, dafür musste sie sich jedoch in psychiatrische Behandlung begeben und ihr Traum vom Studium war passé und sie wurde nur eine einfache Krankenschwester. Nachdem ihre Mutter zwei Schlaganfälle bekam und sich mehrmals die Hüfte brach, beschloss sie, zu Hause wohnen zu bleiben und ihre Mutter zu pflegen.

„Seit dem letzten Sturz kann sie nicht mehr richtig laufen“, schloss die Krankenschwester traurig. „Ohne mich, ihrer Gehhilfe und dem Rollator, wäre sie unfähig, sich selbst zu versorgen.“

„Warum bringen Sie ihre Mutter nicht mal ins Elisabeth-Krankenhaus? Ich könnte mir das zusammen mit Professor Haase anschauen und vielleicht gibt es doch noch eine operative Möglichkeit, damit Ihre Mutter selbstständiger wird und Sie ein eigenes Leben anfangen können“, schlug er vor, denn es machte ihn fassungslos, dass eine zweiunddreißig Jahre alte Frau vor ihm saß und so viel Selbstbewusstsein wie eine Teenagerin hatte.

„Ich bin mir zwar sicher, dass sie das nicht wollen wird, aber ich kann es ihr ja mal vorschlagen.“

„Unbedingt. Die Medizin ist wirklich weit fortgeschritten und wenn es da eine Möglichkeit gibt, die Ihnen beiden das Leben erleichtert, sollte man diese unbedingt nutzen.“

„Das ist wirklich lieb von Ihnen!“, enthusiastisch hüpfte Sabine beinahe vor Freude auf ihrem Stuhl. Das ging nun aber wirklich ein bisschen zu weit, dachte Doktor Meier sich und machte daraus auch gar keinen Hehl: „Na, jetzt aber nicht gleich mit Konfetti werfen, Schwester Sabine.“

Und ZACK, da war sie wieder – die devote Sabine Vögler: „Selbstverständlich Herr Doktor Meier. Sie hatten mich aus einem bestimmten Grund herbestellt?“

„Nein. Nicht herbestellt. Das klingt so negativ. Aber Sie haben durchaus recht. Ich möchte mit Ihnen über Frau Doktor Haase und Herrn Martens reden. Ich will alles von Ihnen wissen. Wie die beiden sich kennengelernt haben und sowas. Sie verstehen?“, fragte er, mit hochgezogener Augenbraue, skeptisch. Denn auch wenn Sabine ein Abitur hatte und durchaus mittelmäßig gute Fähigkeiten als Krankenschwester besaß, war sie noch immer Sabine…


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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

10.12.2017 11:10
#103 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Siebenundneunzig – Try




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Bereitwillig gab Sabine ihrem Oberarzt alles, was er wissen wollte, preis. Nicht weil sie, wie er dachte, noch immer eine Heidenangst vor ihm hatte, sondern weil sie ihm wahrhaftig helfen wollte. Anscheinend mochte sie Thorben ebenso wenig wie alle anderen – außer Bärbel und Gretchen.

„Frau Doktor und Herr Martens haben sich kennengelernt, als seine Mutter bei uns auf der Station lag“, erzählte Sabine, mit ihrer monotonen Stimme, leise, „Frau Martens war oft Patientin bei uns, wegen ihrer Diabetes. Doch Herrn Martens, ihren Sohn, hat man anfänglich selten gesehen. Doch bei dem letzten Krankenhausaufenthalt seiner Mutter, war es anders…“

„Warum? Wollte niemand mehr seine überteuerten Versicherungen kaufen oder gab es Papier umsonst im Krankenhaus, auf das er seine bescheuerten Verträge drucken konnte?“, fragte Marc gereizt. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, was Thorben dazu bewegte, länger als eine Woche in Berlin zu sein. Immerhin kümmerte es ihn auch nicht, dass Gretchen mit den Vorbereitungen für diese bescheuerte Hochzeit komplett allein dastand.

„Na ja, Frau Martens wurde mit einem leichten Herzinfarkt eingeliefert und diagnostiziert wurde schlussendlich ein bösartiges Leberkarzinom, welches bereits in Lunge und Knochen metastasiert hatte“, zuckte Sabine jedoch nur mit den Schultern. „Sie war wirklich schwer krank und hatte körperlich abgebaut.“

„Toll. Eine im Sterben liegende Mutter also. Genau das richtige für Mutter Theresa und ihrem stark ausgeprägten Helfersyndrom“, stöhnte Marc auf. Das erklärte so einiges – leider! Wenn Gretchen nur ein bisschen mehr von ihm hätte, wäre das sicherlich nicht passiert.

„Ja also… Der Herr Martens, der war von Anfang an irgendwie auf die Frau Doktor fixiert, aber ein absoluter Widerling. Ich verstehe manchmal gar nicht, wieso…“

„Na warum wohl?“, unterbrach der Chirurg die Krankenschwester. „Ich bin auch nicht immer hundertprozentig nett zu ihr und trotzdem war, Schrägstrich ist, sie in mich verliebt. Klingelts?“

„Aber Herr Martens war nicht einfach nur unhöflich. Er war eingebildet und wollte immer nur das Allerbeste für seine Mutter, auch wenn es vielleicht nicht möglich war. Frau Doktor war manchmal richtig genervt von ihm und die Schwangerschaft machte ihr sehr zu schaffen in dieser Zeit.“

„Warum? Was war los?“, fragte er alarmiert. Wenn Thorben auch nur irgendwas gemacht haben sollte, was Gretchen oder Sarah in irgendeiner Art und Weise in Gefahr gebracht hätte, würde er ihn eigenhändig in die Pathologie befördern!

„Nichts Schlimmes“, sagte Sabine schnell und sah freudig, wie sich die Gesichtsmuskulatur ihres Chefs deutlich entspannte. „Es waren einfach die Hormone, die Achterbahn gefahren sind. Manchmal hat sie einfach so angefangen zu weinen…“

„Na das ist jetzt nicht wirklich außergewöhnlich oder auf Schwangerschaftshormone zurückzuführen. Hasenzahn heult ständig.“

Zwar sah Sabine ihn nach dieser Aussage vorwurfsvoll an, sparte sich jedoch jeden Kommentar dazu und fuhr unbeirrt fort.

„Jedenfalls war die Frau Doktor, nachdem sie Frau Martens die schlimme Nachricht überbringen musste, am Boden zerstört und auch Herr Martens war nicht mehr Herr seiner Sinne. Er übernachtete im Zimmer seiner Mutter, aß und duschte in der Klinik. Frau Doktor Hassmann hatte Wetten entgegengenommen, wann er wohl ein- oder wieder ausziehen würde…“

Sieht ihr ähnlich, dachte er lachend.

„Und von dem Zeitpunkt an, sah man die beiden fast täglich zusammen. Sie gingen oftmals gemeinsam essen und die Frau Doktor redete immerzu gut auf ihn ein. Dabei war allen anderen Ärzten klar, dass es wenig Hoffnung gab. Auch nicht mit meinem selbstgebrauten Johanniskrauttee, der bei zunehmendem Halbmond aufgesetzt wird und zwei Tage kochen muss, damit sich die Wirkung der Kräuter…“

„Schwester Sabine“, unterbrach Marc forsch. „Sie faseln!“

„Oh Entschuldigung Doktor Meier. Wo war ich? Ach ja. Nachdem Frau Martens gestorben war, hat sich die Frau Doktor um die schriftlichen Dinge, sowie um die Beerdigung gekümmert, weil Herr Martens dazu nicht in der Lage war.“

„Genauso wie der Lackaffe nicht dazu in der Lage ist, ihr bei Weihnachtsvorbereitungen, Taufvorbereitungen oder Hochzeitsvorbereitungen zu helfen“, stieß Marc wütend aus. „Ist der Vogel eigentlich zu irgendwas, außer dämlich Aussehen, in der Lage?“

Mit einem solchen Gefühlsausbruch hatte Sabine wohl nicht gerechnet, denn sie sah Marc an, als würde er, und nicht sie, von einem anderen Stern kommen. Was ihn schließlich dazu veranlasste, entschuldigend die Hand zu heben und ihr anzudeuten, mit ihren Erzählungen fortzufahren.

„Natürlich mussten die beiden sich öfter treffen, um alles für die Feierlichkeiten zu besprechen. Er holte sie ab und ging mit ihr essen. Schließlich lud er sie auch zur Beerdigung ein. Als seine Begleitung“, ergänzte sie erklärend. „Danach waren die beiden dann unzertrennlich.“

Das war es also? Seine Mutter starb und Hasenzahn machte es sich zur Aufgabe, die Retterin für seine, ohnehin schon verkümmerten, Seele zu spielen? Konnte ja wohl nur ein schlechter Witz sein. Und er, der Vater ihrer Tochter, die Liebe ihres Lebens, musste so erbittert kämpfen, wo irgendein Vollidiot einfach daher gestiefelt kam, um sich hinterhältig in ihr Herz zu schmuggeln?!

Zugegeben, dass seine Mutter gestorben war, dafür konnte Thorben ja nichts. Aber das Drumherum war, in seinen Augen, ein abgekartetes Spiel. Der Schleimer hatte allem Anschein nach, genug Zeit, Gretchen zu beobachten und zu sehen, dass sie ein herzensguter Mensch war, der niemandem etwas Schlechtes wünschte. Es musste ihm einfach klar gewesen sein, dass sie ihn unterstützen würde und das hatte Thorben, da war sich Marc sicher, schamlos ausgenutzt! So nicht. Nicht mit ihm. Wenn er ein Hausmütterchen haben wollte, sollte er sich verdammt nochmal eines suchen und es auch bezahlen und sich nicht bei Gretchen einnisten.

Egal was nun zu tun war, um sie zurückzugewinnen… Er würde es tun und wenn sie sich dann noch immer dem Wiesel an den Hals werfen wollte, dann hatte er es wenigstens versucht!


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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

06.01.2018 22:09
#104 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Achtundneunzig – Stressed out




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Sein Plan, den er sich nach dem Abendessen mit Sabine zurechtgelegt hatte, ließ sich ziemlich schnell in die Tat umsetzen. Er musste einfach nur eine Woche lang betteln, an Türen kratzen, sich unterwerfen oder auf Besuch aus München warten, der im richtigen Moment kam. Sonst hätte er sich wahrscheinlich vom Krankenhausdach gestürzt. Normalerweise bekam er, was er wollte oder er holte es sich einfach woanders.
Diesmal war es aber nicht ganz so einfach.

Er wollte einen wunden Punkt treffen und dabei konnte ihm nur eine helfen. Diese Frau jedoch, war mal so gar nicht begeistert von seiner Idee und riet ihm, sich einmal gründlich auf neurologische Defizite untersuchen zu lassen. Natürlich wusste er, dass seine fixe Idee ziemlich perfide war, doch was störte ihn denn bitte, was andere dachten? Er hatte dabei ein klares Ziel vor Augen und das war es mehr als wert, einfach mal über seinen inneren Schweinehund zu springen. Dieser Meinung war auch das Objekt seiner vorübergehenden Begierde, als sie Sebastian kennenlernte, der aus München zu Besuch kam.

Thorben hatte ihn, auch auf die Gefahr hin, dass dies nicht erwünscht war, zur Taufe eingeladen. Natürlich wollte sich Sebastian dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Der Gefäßchirurg hatte das aufschlussreiche Gespräch, mit dem betrunkenen Marc Meier, nicht vergessen. Er wusste also, dass nur Gretchen der Grund für sein Verschwinden gewesen sein konnte und laut den Aussagen von Thorben, hatte sein Chirurgenfreund große Schwierigkeiten bei seiner Verflossenen erneut zu punkten. Er würde sich wohl Popcorn, Cola und einen Klappstuhl besorgen müssen, um einen VIP-Platz zu bekommen. Denn wie sich schnell herausstellte, war die Stimmung eher – explosiv.

Gretchen Haase war äußerst reizbar. Selbst Thorben und Sabine kamen selten ungeschoren davon, wenn sie einmal mit dem Hammer zum Rundumschlag ausholte. Der Grund für ihre, zumeist unkontrollierten Wutausbrüche, bei denen hin und wieder auch die ein oder andere Träne floss, war Stress. Sie hatte noch so unglaublich viel für die Taufe vorzubereiten und da Elke nun auch erscheinen würde, musste sie das komplette Buffet überdenken. Ganz abgesehen davon, dass Thorben bald seine Wohnungsschlüssel abgeben musste und sie noch lange kein Land sahen, bei dem ganzen Krempel, den er noch von seinen Eltern aufgehoben hatte und sein Umzug sich dadurch in die Länge zog.

Dabei hatte eigentlich alles so harmlos angefangen...



Flashback


Zusammen mit Thorben und Marc saß sie an ihrem Küchentisch und wollte mit ihnen die Vorbereitungen für die Taufe noch einmal durchgehen. Es sollte an diesem besonderen Tag absolut nichts schieflaufen.

„Das kalte Buffet ist sicherlich keine schlechte Idee“, sinnierte die Blondine, ohne von ihren Notizen aufzusehen. „Jeder kann sich nehmen, was er will und...", unterbrach sie ihre Ausführungen schließlich, weil sie doch kurz aufgesehen hatte, um zu prüfen, ob die Männer ihr auch wirklich zuhörten. Dabei war ihr Marcs Gesicht besonders ins Auge gesprungen. „Was grinst du denn jetzt so dämlich?“

„Ein kaltes Buffet? Das steht wirklich noch auf der Liste?“, fragte er belustigt.

„Natürlich“, antwortete sie verständnislos. „Wie gesagt, jeder kann sich nehmen, was er will und dadurch wird es weniger stressig. Ich dachte, da wären wir uns alle einig?!“

„Ich sehe das so wie Gretchen. Warum willst du das jetzt ummodeln?“, wollte auch Thorben von seinem Kontrahenten wissen.

„Tja - wir können das auch so beibehalten. Ich habe damit sicherlich kein Problem“, erklärte Marc mit erhobenen Händen und brachte damit ein zufriedenes Grinsen in das Gesicht seiner Ex-Freundin. Doch er war noch nicht fertig und als er seine Erklärung beendet hatte, verschwand das Grinsen ebenso schnell, wie es gekommen war. „Ich bin einfach nur gespannt, wie ihr das meiner Mutter erklären wollt.“

„Mist! An die hab ich gar nicht mehr gedacht“, stöhnte Gretchen genervt auf und Thorben verstand die Welt nicht mehr.

„Ja und was ist daran jetzt so schlimm?“

Die Antwort darauf bekam er, als Marc vorschlug, einfach mal bei Elke anzurufen, um ihre Meinung zu dem Ganzen zu hören und die war ziemlich eindeutig.

„Ein kaltes Buffet?“, schrie die Erfolgsautorin schrill in ihr Telefon und hätte beinahe eine ganze Seite ihres neuen Romans gelöscht. „Wollt ihr mich etwa mästen?“

„Um Gottes willen Elke, nein!“, sagte Gretchen mit Nachdruck. „Wir denken einfach, dass es eine Menge Arbeit und Nerven spart, wenn sich einfach jeder selbst bedienen kann, niemand unnötig viel hin- und herlaufen muss und...“

„Dabei würde dir das gar nicht schaden mein Kind“, erwiderte Marcs Mutter gehässig. „Ein kaltes Buffet kommt für mich nicht in Frage. Wenn ihr wollt, dass ich auf dieser Wasserzeremonie erscheine...“

„Mutter? Es ist eine Taufe!“

„Wie auch immer! Wenn ihr wollt, dass ich erscheine, muss das Essen schon etwas mehr Klasse und Qualität haben und da brauchst du jetzt auch nicht die Augen zu verdrehen, Olivier!“, schimpfte Elke mit ihrem erwachsenen Sohn, der tatsächlich die Augen verdreht hatte. „Allein wenn ich an all die versteckten Kalorien denke, muss ich morgen früh eine extra Stunde beim Spinning buchen. Und wie ihr ja sicherlich wisst, wobei ich für Gretchen nicht unbedingt die Hand ins Feuer legen möchte, ist Weizen böse. Also fällt das auch weg.“

„Sollen wir dir was zu essen stricken?“, fragte Gretchen gereizt und musste tatsächlich den Raum verlassen, weil Marc vor Lachen beinahe vom Stuhl gekippt wäre. Und sollte jemals irgendwer vorgehabt haben, sie zu einer Ernährungsberatung zu schleifen: Nach diesem Telefonat, brauchte sie diese nicht mehr.

Also hatten sie sich kurzerhand dazu entschlossen, vielleicht doch ein Restaurant auszusuchen, indem Elke sich einige Feinschmeckergerichte zu Gemüte führen konnte. Doch auch hier gab es Probleme. Allerdings mit Marc. Die ersten vier Lokale, in denen sie waren, und die durchaus im Budget der Chirurgin lagen, kamen ihm vor wie mittelmäßige Ruhrpott-Pommesbuden und er machte daraus keinerlei Hehl.

„Zumindest wissen wir jetzt, wo wir drei nie wieder essen gehen können“, erwähnte Thorben vorwurfsvoll, nachdem sie auch aus dem fünften, hochkant rausgeflogen waren. Darauf konnte Marc jedoch nur mit den Schultern zucken und hielt Gretchen die Beifahrertür seines VOLVOS auf.

Zwei Stunden später hatten sie endlich ein Lokal gefunden, in dem das Ambiente für den Chirurgen stimmte und er studierte äußerst sorgfältig die Speisekarte. Hätte man ihn nur davon abgehalten!

„Was soll´n der Scheiß hier kosten?“, fragte er ruppig.

„Das kommt ganz darauf an, was Sie zu zahlen bereit sind“, meinte der schmierige Besitzer mit einem anzüglichen Augenzwinkern. „Wir berechnen nach Zeit, Speisen und der Größe der Räumlichkeiten, die benötigt werden. Auf Wunsch können wir das Lokal auch schließen. Natürlich nur gegen einen Aufpreis. Ich denke jedoch, dass unsere Preise mehr als human sind.“

Noch immer hing Marc mit seiner filigranen Nase tief in der Speisekarte und anscheinend schmeckte ihm das, was er sah, absolut nicht.

„Ich sehe es“, murmelte er, ehe er lauter wurde und somit Gretchens letzte Hoffnung, auf einen entspannten Ausgang dieses Tages, zunichtemachte. „Ein komplettes Gericht für vier Euro? Was ist da drauf? Ein Salatblatt, vielleicht ein bisschen Dressing und wenn man lieb fragt, bekommt man auch noch die Schale einer Tomate? Sorry, also das ist...“

„Mensch Marc!“, unterbrach Gretchen ihn schnell, bevor sie auch noch in diesem Lokal Hausverbot bekamen. „Es soll durchaus auch noch zu bezahlen sein. Ich habe auch noch eine Hochzeit auszurichten, wie du sicherlich weißt.“

„Mhm - erinnerst mich ja ständig dran“, fauchte er, nicht minder gereizt, zurück. „Mal ganz abgesehen davon, dass das nun wirklich nicht mein Problem ist, spielt Geld in diesem Fall keine Rolle, Gretchen.“

„Und ich habe dir gesagt, dass ich kein Geld von dir haben will. Mehr als einmal und ich denke auch deutlich genug!“

„Das Geld ist ja auch nicht für dich und deine Hochzeit, sondern für die Taufe unserer Tochter und da gibt es keine Widerrede. Da kannst du mir noch so oft erzählen, dass du mein Geld nicht willst, in dieser Beziehung werde ich dich auch nicht mehr fragen!“

„Aha. Stattdessen triffst du ab jetzt alle wichtigen Entscheidungen allein?“

Vorsichtig stupste der Lokalbesitzer den, etwas bekümmert aus der Wäsche blickenden, Versicherungskaufmann an und fragte, ob dieses Verhalten normal sei.

„Leider ja und jedes Mal, wenn bei den beiden das Temperament zum Vorschein kommt, bin ich Luft.“

„Verstehe. Aufgestaute und unterdrückte Gefühle. Ja so ist das manchmal, wenn Paare sich, trotz eines gemeinsamen Kindes, trennen.“

„NEIN GRETCHEN!“, brüllte Marc sie zum ersten Mal, seit langem, richtig an. „Sie ist meine Tochter und ich werde mir sicherlich nicht anschauen, wie du und Thorben sämtliche Kosten tragt. Von jetzt an, bin ich die erste Anlaufstelle für dich, wenn du finanzielle Unterstützung brauchst und damit BASTA! Wir gehen in ein anderes Lokal“, sagte der Chirurg laut, aber gefasst, zu dem verdutzten Lokalbesitzer und ließ Thorben und Gretchen allein zurück.

Er musste dringend an die frische Luft, sonst würde er noch jemandem an die Gurgel gehen und dieser jemand kam gerade, bereitwillig und offenbar in Kämpferlaune, auf ihn zu.

„Sag mal, hast du sie noch alle? Du kannst sie doch nicht so anbrüllen und das vor fremden Menschen! Weißt du, wie beschämend das ist?“, fragte Thorben aufgebracht.

„Ganz dünnes Eis, Thorben. Verdammt dünn und das mit heißen Sohlen! Vergiss es einfach oder ich vergesse mich...“


Flashback Ende



Damit wurden die Vorbereitungen zu einer reinen Tortur für die drei Elternteile...



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Choconussa Offline

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04.02.2018 18:19
#105 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Neunundneunzig – Thunder




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Jetzt musste Gretchen, weil sie noch immer kein passendes Lokal gefunden hatten, welches den finanziellen Rahmen nicht sprengen würde, das komplette Buffet noch einmal überdenken. Sie hatte sich mit Marc darauf einigen können, jegliche finanzielle Unterstützung anzunehmen, jedoch nur bis zu einem bestimmten Betrag. Thorben hatte vorgeschlagen, dass Marc einfach den Betrag einer Unterhaltszahlung übernehmen würde und darüber hinaus, nur kleine Geschenke zu holen, damit der Blondine nicht auch noch im Wagen der Kragen platzte. Zwar hatte er murrend zugestimmt, aber wenigstens war das Thema vom Tisch und die lieben Seelen einigermaßen beruhigt.

Bis zum heutigen Tage, an dem Marc seiner Ex-Freundin mal wieder keine große Hilfe war.


„Lass die Kalorienbomben doch einfach stehen, Gretchen. Vielleicht ist meine Mutter ja mal ein bisschen ausgeglichener, wenn sie ordentlich gegessen hat“, sagte er belustigt, während er versuchte Sarah zu beruhigen, die fürchterlich schrie, weil sie wohl ihren ersten Zahn bekam. Anscheinend war es ihm egal, dass Gretchen das alles mal so gar nicht witzig fand. Denn er ignorierte gekonnt Thorbens vorwurfsvollen Blick in seine Richtung und ebenso Gretchens Schlag auf die Sofalehne.

„Genauuuuu“, sang sie. „Vielleicht kommt es aber auch ganz anders und wir haben sie keine sechsundzwanzig Stunden später mit einem eingebildeten Magengeschwür auf Station stehen. Und rate mal, wer dann wieder unausstehlich wird!“

„Meine Mutter, wer sonst?“, erwiderte er unbeeindruckt mit einem leichten Schulterzucken, während er, noch immer mit seiner Tochter auf dem Arm, im Wohnzimmer, schunkelnd, auf und ab lief. Sehr zur Freude seinerseits, hielt sich Gretchen in Gegenwart ihrer Tochter, mit ihren Wutausbrüchen, immer zurück. Sarah war die einzige Person, die es schaffte, ihren Gemütszustand wieder abzukühlen. Vollkommen egal, wie sauer sie eigentlich war.

Und sehr zu Thorbens Leidwesen, wusste Marc dies perfekt für sich zu nutzen.

Am nächsten Abend, als sie sich endlich darauf einigen konnten, dass sie die Taufe doch eigenständig ausrichteten und das Buffet stand, schrieb Gretchen gerade eine neue Einkaufsliste, als Thorben ihr eröffnete, dass er eventuell doch noch jemanden zur Taufe einladen wollte. Beeindruckt von seinem Mut, dies so kurzfristig noch zu erwähnen, nickte Marc, als er sich einen Schluck seiner Cola gönnte. Doch als er das angespannte Gesicht seiner Ex-Freundin wahrgenommen hatte, verschwand er schnell, um Sarah ins Bett zu bringen.

„Sag mal, spinnst du?“, hörte er Gretchen in der Küche schreien. „Das fällt dir JETZT ein? Nachdem wir alles sechsmal umgemodelt haben?“

„Reg dich doch nicht so auf Schatz“, konnte Thorben nach diesem Wutausbruch nur noch kleinlaut entgegnen.

„Ooooooh doch! Und wie ich mich aufrege. Jeder hat irgendwelche Extrawünsche, die ich berücksichtigen und den Wünschen der anderen anpassen muss! Aber fragt mal irgendjemand, was Marc und ich uns vorgestellt haben?“, warf die aufgebrachte Mutter ihrem Verlobten an den Kopf.


Ein Zimmer weiter, führte Marc innerlich einen Freudentanz auf. Thorben hatte in den letzten Wochen ein überdurchschnittlich gutes Gespür dafür, seiner Verlobten in den ungünstigsten Augenblicken auf den imaginären Schlips zu treten. Immer wenn dies der Fall war oder Marc auch nur eine leise Ahnung hatte, dass Gretchen bald wieder die Sicherungen durchbrennen würden, schnappte er sich ihre Tochter. Meistens verschwand er im Kinderzimmer, weil Sarah auf keinen Fall etwas von den Streitigkeiten ihrer Mutter mitbekommen sollte und immer, wenn Gretchen dann nach ihrer Tochter schauen wollte, hatte er die starke Schulter, an der sie sich anlehnen konnte.

Für Thorben hingegen, war es fast unmöglich, Sarah als Beruhigungsmittel einzusetzen, weil Marc neuerdings ständig bei ihnen war. Manchmal hatte er das Gefühl, dass dieser Mann gar nicht ging und unbemerkt bei ihnen eingezogen war. Grund dafür war Sarahs Zahnungsschmerz. Einzig und allein bei ihrem Vater nahm sie ihre Zahnungskügelchen und beruhigte sich schnell wieder. Seiner Meinung nach, war es absolut nicht gesund, wie sehr sich Sarah auf ihren Papa fixierte, doch davon wollte Gretchen nichts hören. Sie schnitt ihm augenblicklich das Wort ab und empfahl ihm, dieses Thema nie wieder anzusprechen. Aufgrund ihres explosiven Verhaltens, nahm er ihre Empfehlung sehr ernst. Er wollte nicht in der Badewanne schlafen müssen.

Doch heute hatte er die Nase gestrichen voll. Es störte ihn nicht, dass seine Verlobte leicht zu reizen war. Es störte ihn und das gewaltig, dass es niemanden mehr interessierte, was er wollte. Er wollte mal wieder einen Abend allein mit seiner Liebsten verbringen. Von einem ruhigen und romantischen Frühstück mal ganz abgesehen. Das alles war nicht mehr möglich, weil sie ständig zu dritt waren. Immer und überall war Marc mit von der Partie und zu einer komplizierten Dreiecksbeziehung war er definitiv nicht bereit.

„Wen zur Hölle interessiert es denn, was der Gockel sich vorstellt?“, fragte er aufgebracht und brachte somit das Fass endgültig zum Überlaufen.

„Mhm... Lass mich darüber mal kurz nachdenken. MICH interessiert es!“, brüllte sie aufgebracht. „Er ist der Vater meiner Tochter und hat ebenso ein Recht dazu, Entscheidungen zu dieser Taufe zu treffen wie ich!“

Daraufhin ließ sie Thorben einfach stehen und lief direkt ins Kinderzimmer, um ihrer Tochter eine gute Nacht zu wünschen. Natürlich sah sie das schadenfrohe Grinsen in Marcs Gesicht sofort, doch sie versuchte es weitestgehend zu ignorieren.
Gemeinsam wuschen sie ihre Tochter, zogen sie um und legten sie in ihr Bettchen. In der Zeit, in der Marc nun wieder in Berlin war, hatte sich zwischen ihnen eine Art Routine eingespielt.

Alles ging Hand in Hand.

Auch das war etwas, was Thorben absolut nicht in den Kram passte, doch das interessierte Gretchen nicht die Bohne.
Was Sarah brauchte, war ein geregelter Tagesablauf und dieser Bestand nun einmal darin, dass ihre Eltern sie gemeinsam ins Bett legten und ebenso gemeinsam am Morgen für den Tag fertig machten. Da konnte ihr zukünftiger Ehemann noch so viel meckern. Sarahs Wohlergehen war das einzige, was Gretchen interessierte und damit musste er sich abfinden.

Ob er wollte oder nicht!

Doch genau das war es, was ihm so unglaublich schwerfiel. Vor der Geburtstagsfeier von Olivier war alles so einfach zwischen ihnen gewesen. Sie hatten nicht ein einziges Mal wirklich gestritten und um Sarah kümmerten sie sich zusammen. Vor ein paar Monaten noch, war er es gewesen, der mit Gretchen zusammen auf dem Boden gesessen und ihr eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hatte. Das heutige Bild jedoch, versetzte seinem Herzen einen gewaltigen Stich. Wie eng seine Verlobte und ihr Ex dort zusammensaßen und wie vertraut sie waren. Er musste unbedingt eine Möglichkeit finden, einen Keil zwischen die beiden zu treiben und den Chirurgen wieder loszuwerden. Er war sich ziemlich sicher, dass Olivier seinen Sohn, mit Kusshand, wieder in seiner Klinik beschäftigen würde und seine Tochter konnte er an den Wochenenden und in den Ferien zu sich nehmen. So machten es viele Familien, in denen die Eltern getrennt oder geschieden waren. Warum also funktionierte das nicht auch bei ihnen?

Er erkannte die Frau, in die er sich verliebt hatte, kaum wieder. Wo bitte war das Gretchen geblieben, das felsenfest davon überzeugt war, dass Marc sich nicht ein Stück für seine Tochter interessieren würde?




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Choconussa Offline

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11.07.2018 21:36
#106 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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Diese Frage musste Thorben sich unglaublich oft gestellt haben. Auf der einen Seite, vollkommen verständlich... Doch auf der anderen wusste ich einfach nicht, warum er sich so anstellte. Marc war, und ist, ein wundervoller Vater. Natürlich hat niemand wirklich daran geglaubt, dass er dieser Rolle auch nur im Ansatz gerecht werden würde, immerhin war er Marc... Aber genau deswegen hätte es uns von vornherein klar sein müssen. Marc war immer für einige Überraschungen gut. So auch, als Sebastian auftauchte...

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Choconussa Offline

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11.07.2018 21:46
#107 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundert - Can't fight the moonlight




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Vor gut zehn Minuten sprang der Pieper von Doktor Marc Meier an und verkündete ihm, dass demnächst ein Schlaganfallpatient eingeliefert werden würde. Kurzerhand hatte der begehrteste Junggeselle Berlins seine Ex-Freundin beim Ellenbogen gepackt und sie mit nach draußen geschliffen. Denn obwohl Marc nun schon seit längerem nicht mehr rauchte, hatte er es sich noch immer nicht abgewöhnen können, an der frischen Luft zu stehen während er auf den Rettungswagen wartete. Und wenn er ehrlich zu sich selbst war, hatte er schon lange nicht mehr ein so starkes Verlangen nach Nikotin gehabt. Seine Nerven waren seit Tagen so angespannt, dass er dachte, sie würden jeden Moment reißen. Noch immer hatte er keinerlei Erfolg bei der Umsetzung seines Planes, um Gretchen Haases Herz wieder für sich zu gewinnen. Nicht nur, weil sie vollkommen mit den Vorbereitungen für die Taufe beschäftigt waren, es selten ein anderes Thema gab und Sarah ihren ersten Zahn bekam und somit ihre volle Aufmerksamkeit abverlangte... Noch immer biss er auf Granit, wenn er um Unterstützung bat.

Doch sein persönlicher Tiefpunkt der letzten Tage war das Taxi, oder besser gesagt, dessen Insassen, welches gerade die Auffahrt entlanggefahren kam. Normalerweise nichts Ungewöhnliches. Viele Schwangere, deren Wehen gerade eingesetzt hatten oder deren Fruchtblase überraschend geplatzt war, ließen sich von einem Taxi ins Krankenhaus chauffieren. Schon mit dem Pieper in der Hand, um Mehdi mitzuteilen, dass Arbeit auf ihn zukam, schlürfte Marc an seinem Kaffee und verschluckte sich sogleich an selbigem, als ein, ihm sehr bekannter, Gefäßchirurg aus dem eierschalenfarbenen Wagen ausstieg und hinter ihm, unverständlicherweise, eine rothaarige Krankenschwester.

„Was willst du denn hier?“, fragte Marc seinen ehemaligen Kollegen erstaunt, der Gretchen, die mindestens genauso verdutzt aus der Wäsche schaute wie der Vater ihrer Tochter, zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange drückte.

„Dir auch einen schönen Tag, Marc“, überhörte Sebastian den anklagenden Tonfall des Chirurgen und zog ihn, freundschaftlich, in eine ziemlich peinliche Männerumarmung. „Eigentlich wollte Thorben mich vom Flughafen abholen, aber anscheinend ist ihm was dazwischengekommen. Ich hab eine SMS von ihm erhalten, dass ich hierherkommen soll.“

„Und was will DIE zur Hölle hier? Hast du den Arsch offen?“, fuhr Marc den Gefäßchirurgen aus München an und wies mit einer abweisenden Handbewegung zu Marina herüber.

„Herrgott nochmal, Marc! Die, hat auch einen Namen“, rügte Sebastian seinen Freund. „Sie wollte einfach nur mal sehen, wie es dir hier geht, nachdem du dich so sang- und klanglos aus dem Staub gemacht hast. Keine Sorge, morgen fährt sie schon wieder zurück, weil sie keine Urlaubstage mehr hat, die sie nutzen konnte.“

„Das erklärt noch immer nicht, wieso du sie, aber nicht dein Hirn mitgebracht hast! Du weißt ganz genau, dass ich dieses Weibsbild nicht ertrage“, schimpfte der Chirurg weiter und bezweifelte bei dem riesigen Koffer, der der Krankenschwester aus dem Kofferraum gereicht wurde, dass sie wirklich am nächsten Tag wieder abreisen würde.

„Sie hat mir versprochen, sich zu benehmen. Also gehe ich einfach mal nicht davon aus, dass sie dir gleich wieder um den Hals fallen wird. Meine Hand allerdings, werde ich dafür nicht ins Feuer legen“, erklärte er.

Als Marina es jedoch geschafft hatte, die kleine Erhebung zur Eingangstür zu erklimmen, was bei den hohen High Heels und dem engen Minirock ein wahres Wunder war, warf sie sich direkt in Marcs Arme und drückte ihm, mit geschlossenen Augen, einen Kuss auf den Mund. Nicht nur der Chirurg bekam große Augen, sondern auch Gretchen und Sebastian schauten nicht schlecht aus der Wäsche und amüsierten sich vorbildlich. Der rothaarigen Münchnerin war es natürlich vollkommen egal, dass weder sie noch ihre Annäherungsversuche erwünscht waren und drückte Marc fest an sich. Wie eine Ertrinkende, klammerte sie sich an den braunhaarigen. „Ich habe dich so sehr vermisst, Marc. Es ist so schön, dass es dir gut geht“, jammerte sie beinahe. Sie machte auch nicht den Eindruck, als wolle sie den Chirurgen in den nächsten fünfzig Jahren loslassen oder ihm die Möglichkeit geben, sich zu ihrem Verhalten zu äußern. „Du kannst doch nicht einfach so gehen und niemandem Bescheid geben. Wir haben uns solche Sorgen um dich gemacht, als du nicht zur Arbeit gekommen bist und man dich nicht erreicht hat. So oft bin ich an deiner Wohnung vorbeigefahren, aber nie warst du da. Bis man uns dann endlich gesagt hatte, dass du wieder in Berlin seist und hier aushelfen wolltest. Wann kommst du denn jetzt wieder mit nach Hause?“

„Äh, gar nicht!“, stieß er ruppig aus und Marina von sich. „Was glaubst du eigentlich, was du hier tust? Hatte ich mich nicht klar und deutlich ausgedrückt?“

„Also deine Aussagen können manchmal schon ziemlich zweideutig sein“, zuckte Gretchen mit den Schultern. Sebastian pflichtete ihr nickend bei und Marc wäre beinahe alles aus dem Gesicht gefallen. Das alles konnte wirklich nur ein sehr geschmackloser Scherz sein. Und da sich alle gegen ihn verschworen zu haben schienen, kam es gleich noch ein bisschen dicker! Er selbst hatte in München noch niemandem von seiner Vaterschaft erzählt und wenn es nach ihm ginge, müsste es dort auch niemand wissen. Doch gerade jetzt, wo Sebastian aufgetaucht war, und das auch noch mit seiner Ex-Affäre, kam kein Geringerer als sein Kontrahent Thorben Martens, mit Sarah auf dem Arm, angelaufen. Allem Anschein nach ziemlich im Stress. Vollkommen außer Atem und mit leicht besorgter Miene, drückte der Versicherungskaufmann dem völlig verdutzten Oberarzt seine Tochter und die Wickeltasche in den Arm und aus seinem Mund ergoss sich ein wahrer Ozean aus Wörtern, „Ihr müsst Sarah für eine, vielleicht auch eineinhalb Stunden nehmen. Vor gut vierzig Minuten hat Bärbel mich angerufen und mir gesagt, dass ich Sarah abholen muss, weil sie einen Friseurtermin hat, den sie nicht mehr verschieben kann. Also habe ich Sebastian eine SMS geschickt, dass er hierherfahren soll und ohne an meine Termine zu denken, die Kleine abgeholt. Und glaubt mir... Ich hätte wirklich kein Problem damit, sie zu nehmen. Aber der Termin ist wichtig. Ich muss heute wirklich arbeiten!“

„Ach - und wir arbeiten nicht, oder was?“, fragte Marc, dem das ganze Spektakel zu viel wurde, aufgebracht. „Wir stehen hier jeden Tag mit Kittel in der Auffahrt für die Rettungswagen und warten uns nen Pin in den Hintern? Wo zum Teufel bleibt Gordon eigentlich?“

„Meier! Das hier sieht für mich zurzeit eher aus wie ein Kaffeekränzchen. Ich würde sie ja auch mitnehmen. Die Frau, zu der ich allerdings fahre, ist eine etwas ältere Dame und sie mag keine Kinder. Wie soll ich“, wollte er sich erklären, doch Gretchen fiel ihm ins Wort. „Wie? Du hast einen Termin bei Elke?“

„Hasenzahn!“

„Entschuldige. Wir bekommen das schon irgendwie hin, hm? Haben schon ganz andere Sachen gewuppt.“

„Und wie stellst du dir das bitteschön vor? Sollen wir sie steril waschen, uns auf den Rücken binden und mit in den OP nehmen? Wäre machbar, dann dürfen wir nur die Infusion zu deinen Brüsten nicht vergessen, damit sie auch regelmäßig was zu trinken bekommt. Oder hast Du in der Zwischenzeit ganz abgestillt?“, höhnte der Chirurg gleich drauf los und nahm der Blondine sämtlichen Wind aus den Segeln, die direkt verzweifelt anfing, an ihrer Unterlippe zu knabbern. Er stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch! Wenn Thorben nicht noch immer da wäre, er Sarah nicht gerade auf dem Arm hätte und Sebastian und Marina nicht als nicht zahlendes Publikum anwesend wären, würde er sämtliche Vernunft über Bord werfen. Es machte ihn wahnsinnig, wenn Gretchen an ihrer Unterlippe knabberte...

„Was machen wir denn jetzt?“, fragte Thorben und sah nervös auf seine Armbanduhr. „Ich kann sie definitiv nicht mitnehmen. Zu jedem anderen Termin gerne, aber nicht zu diesem.“

„Rein theoretisch können wir sie auch nicht nehmen. Wir warten hier gerade auf einen Patienten und es stehen noch etliche OPs an. Aber egal...“, erwiderte Marc und lächelte seine Tochter an. „Ich geb meine OPs ab und jetzt sieh zu, dass du Land gewinnst!“

Um ihn herum herrschte, augenblicklich, Totenstille. Einzig und allein Sarah, die wie immer begeistert an den Ohren ihres Vaters zog, giggelte vergnügt vor sich hin. Sie konnte ja auch nicht wissen, was ihr werter Herr Papa da eben vom Stapel gelassen hatte. Alle um ihn herum kannten ihn mehr als genug, um zu wissen, dass er seine OP-Planung bis zum Letzten, mit nur einer intakten Hand, allein durchführen würde. Vor allem für Sebastian und Marina war dieses Verhalten mehr als nur befremdlich. Sie hatten Marc als immer arbeitenden, sich vor jeder Verantwortung drückenden und narzisstischen Kerl kennengelernt. Ganz davon abgesehen, verstanden sie nicht, was hier im Allgemeinen vor sich ging. Skeptisch beobachtete Marina, wie Marc mit Sarah scherzte und ihr einen Kuss auf die Stirn drückte. Sie verstand nicht, was das sollte. Wohingegen Sebastian ziemlich schnell schaltete und der rothaarigen somit den Boden unter den Füßen wegriss.

„Ne oder? Das glaub ich ja jetzt wohl nicht. Warum hast du Arsch denn nichts gesagt?“, fragte Sebastian seinen Freund leicht beleidigt. „Das hätte man, so unter Männern, richtig feiern müssen. Und warum sagst du nichts?“, wandte er sich an Thorben, der Marc noch immer ansah wie ein Minivan – allerdings nicht so schnell und ohne zu hupen.

„Ja... also... Gretchen und ich... wir wollten nicht...“

„Ist ne lange Geschichte, Sebastian“, unterbrach Marc das peinliche Gestammel seines Kontrahenten. „Lass es einfach darauf beruhen. Ich bring Sarah jetzt rein. Wenn mich wer sucht oder irgendwas Wichtiges ansteht, sollen die Kollegen eben Rössel anpiepen. Wir sind in der Pädiatrie. Die haben wenigstens altersgerechtes Spielzeug da.“

Mit einem kräftigen Klaps auf den Rücken, verabschiedete Marc sich von Sebastian während er Marina nicht weiter zu beachten versuchte. Gretchen jedoch, bekam von alldem recht wenig mit. Sie war tief berührt. Noch nie zuvor hatte Marc so aufopferungsvoll gehandelt. Zwar wusste sie, dass er das nur Sarah zuliebe tat und nicht etwa, um Thorben einen Gefallen zu tun, aber das war ihr ganz egal. Er tat es. Ganz ohne mit der Wimper zu zucken oder zu meckern, weil man ihm seinen Tagesplan versaut habe.

Doch Thorben gefiel es gar nicht, wie verliebt seine Verlobte ihrem Oberarzt hinterher lächelte. Zum ersten Mal, seitdem Gretchen sich für ihn und gegen Marc entschieden hatte, hatte er das Gefühl, dass sie diese Entscheidung vielleicht irgendwann bereuen würde und das durfte unter gar keinen Umständen passieren. Jedoch kam er auch nicht umhin, zu bemerken, dass da immer etwas sein würde, was die beiden so stark miteinander verband, dass sie immer wieder zueinander finden würden. Vollkommen egal, wie weit sie auseinandertrieben. Und dagegen würde er auch nie etwas unternehmen können. Das wurde ihm immer bewusster. Doch konnte er sich ebenso um Gretchens Gunst bemühen, wie Meier es tat.

„Geb mir eine Dreiviertelstunde.“, sagte Thorben schnell zu seiner Verlobten, drückte ihr einen Kuss auf den unbeweglichen Mund und verschwand.

Da standen die drei Zurückgebliebenen nun, wie bestellt und nicht abgeholt, in der Kälte und die eine war mehr wie die anderen, damit beschäftigt, zu begreifen, was da gerade passiert war. Doch ehe sie dazu kam, einen klaren Gedanken zu fassen, ertönte hinter ihnen das Martinshorn.

Der Patient!

„Hört zu... ich würde mich jetzt wahnsinnig gern um euch kümmern. Euch alles zeigen oder anderweitig beschäftigen, aber der Patient kommt und ich muss noch Doktor Rössel anpiepen, der noch gar nichts von seinem Glück weiß“, sprach sie zu Sebastian und Marina. „Wie wäre es, wenn ihr einfach mit reinkommt und im Schwesternzimmer auf Marc wartet?“

„Mach dir keinen Stress, Gretchen“, beruhigte Sebastian die Blondine. „Wir kommen schon irgendwie klar. War ja zu erwarten, dass irgendwas dazwischenkommt. So ist das eben in unserem Beruf, aber dass es eine Tochter ist, von der wir nichts wussten, hätten wir jetzt so auch nicht gedacht.“

„Ja, das war alles auch irgendwie ganz anders geplant“, lächelte Gretchen entschuldigend, als der Krankenwagen in der Einfahrt zum Stehen kam und die Sanitäter augenblicklich raussprangen, um den Patienten schnellstmöglich in die Klinik zu bringen.

„56 Jahre, männlich, Schlaganfall. Lag einige Stunden bewusstlos in seinem Badezimmer, ehe ihn eine Nachbarin dort gefunden hat“, erklärte Gordon mit Blick auf das Klemmbrett. „Familienangehörige hat er nicht.“

„Danke Gordon. Dann muss ich wohl auch noch Frau Hassmann anpiepen“, stöhnte sie und folgte ihren Kollegen.

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『「Kapitel № Einhundert.1 - Blank Space



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Während sich Gretchen innerlich schwarz ärgerte, weil Marc ihr nicht gesagt hatte, was für einen Patienten sie erwarteten und sie nun mit Frau Doktor Hassmann im OP stand, spielte der Übeltäter ziemlich ausgelassen mit seiner Tochter. Jedenfalls versuchte er Sarah von anderen Dingen, wie seinem Stethoskop, zu begeistern. Sie hatte regelgerecht einen Narren an den Krankenhausutensilien gefressen.

„Morgen melde ich dich auf der Uni an, dabei wollte ich dich doch so gern aufwachsen sehen, ehe du in die weite Welt hinaus gehst.“, meinte er leicht beleidigt zu seinem Sprössling und überließ ihr das Objekt ihrer Begierde. „Und Sabine kann dir aus Laken einen Kittel nähen. Was hältst du davon?“

„Damit sähe sie sicherlich süß aus!“, ertönte es von der Tür und Marc blieb nichts anderes übrig, als entnervt aufzustöhnen.

„Was willst du hier?“, fragte er Marina sauer.

„Das habe ich dir bereits gesagt. Ich wollte dich besuchen und endlich wissen, wann du wieder nach Hause kommst. Ich vermisse dich wirklich sehr...“

„Ich glaube, wir zwei sollten mal ein ernsthaftes Gespräch miteinander führen“, erwiderte Marc und deutete seiner Verflossenen an, sich zu setzen. „Du machst dir da was vor, Marina. Die ganze Zeit schon. Es mag vielleicht sein, dass du etwas mehr für mich empfindest, als du eigentlich solltest, aber das ist und bleibt nun einmal aussichtslos. Ich mag dich. Ich schätze dich als Krankenschwester. Auch wenn du mal mehr Energie in deine Arbeit, als in dein äußeres Erscheinungsbild, stecken solltest. Mehr ist da von meiner Seite jedoch nicht und da war auch nie mehr.“

Unfähig etwas zu sagen, starrte sie den Chirurgen an. Es tat ihr weh, diese Worte so direkt und unvermittelt von ihm zu hören und er war noch lange nicht fertig.

„Der Sex mit dir war gut und sollte ich dir, in irgendeiner Art und Weise, einen Grund dazu gegeben haben, zu glauben, dass daraus mal mehr werden könnte, tut es mir aufrichtig leid“, sagte er ehrlich und sah ihr dabei tief in die Augen. „Ich bin nach München gekommen, um vor den Dingen hier in Berlin wegzulaufen. Vor meiner Mutter, die mir noch heute den letzten, noch vorhandenen, Nerv raubt. Vor der Arbeit hier, die mich einfach nicht mehr ganz ausgefüllt hat und vor allem, vor Gretchen. Wir waren lange zusammen. Es wurde mir jedoch alles zu eng, also hab ich schnell das Weite gesucht. Aufgehört sie zu lieben, habe ich jedoch nie und ich möchte ganz ehrlich zu dir sein... Selbst wenn wir uns früher kennengelernt hätten, wäre da nichts draus geworden.“

„Verstehe. Ich bin also nur der Typ für eine Nacht?“, fragte sie verletzt.

„So meine ich das nicht. Du bist sicherlich eine tolle Frau und wirst schon noch jemanden finden, nur halt eben nicht mich. Mit zurück nach München werde ich auch nicht kommen. Warum, erklärt sich denke ich von selbst“, sagte er lächelnd und nahm seine Tochter auf den Arm, die schon wieder drauf und dran war, aus dem kleinen Spielzimmer zu krabbeln.

„Natürlich. Sie ist deine Tochter, auch wenn ich das kaum glauben kann“, lächelte Marina nun doch. „Sie ist zauberhaft. Die beiden können sich wirklich glücklich schätzen, einen Mann wie dich an ihrer Seite zu haben.“

Balsam auf seiner Seele. Wenn Gretchen das nur genauso sehen würde. Dann wäre einiges einfacher und er müsste sich nicht idiotische Dinge einfallen lassen, um sie vielleicht doch zurückzubekommen. Noch stand alles in den Sternen. Aber wichtig war jetzt gerade nur eines... Das klärende Gespräch mit Marina, damit sie wieder zurück nach Hause fuhr und auch für immer dort bleiben würde. Sie sollte sich keine Hoffnungen machen, dass sie doch irgendwann einmal die Frau an seiner Seite werden konnte. Das konnte, bis auf Gretchen, niemand mehr. Allein diese Erkenntnis und das Ergebnis ihrer Liebe, welches ihm schon wieder in die Nase kniff, waren der Antrieb zu kämpfen. Bis zum bitteren Ende.

„Dann fahre ich heute noch zurück“, sagte Marina traurig, als Marcs Pieper ansprang und ihm mitteilte, dass Gretchen in der Cafeteria auf ihn und ihre Tochter wartete. „Ich hatte mir meinen einzigen Urlaubstag zwar ein bisschen anders vorgestellt, aber man kann ja nicht alles haben.“

„Ich bestelle und zahle das Taxi“, meinte Marc, nachdem er Gretchen eine kurze SMS geschrieben hatte, dass er auf dem Weg sei.

„Das musst du nicht machen. Ich bin ja selbst schuld, dass ich mitgefahren bin.“

„Bist du nicht“, widersprach er ihr. „Ich hätte einfach, von Anfang an, Klartext mit dir reden sollen. Ich zahle das Taxi!“

Damit war die Unterhaltung für ihn beendet. Er begleitete sie noch zum Schwesternzimmer, drückte Sabine das Geld in die Hand und bat sie darum, mit Marina auf das Taxi, welches sie bestellen sollte, zu warten.

„So viel dazu, dass du das Taxi bestellst und bezahlst“, zwinkerte die rothaarige dem Chirurgen zu.

„Es geht nichts über ein paar waschechte Minions“, lachte er zurück und drückte sie zum Abschied kurz an sich. Sarahs kleine Hand nahm er und winkte ihr mit dieser zu. „Sag mal Tschüss Marina... Tschüss. Na ja. Das mit dem Sprechen bekommen wir auch noch irgendwie hin.

„Tschüss du kleine Zaubermaus. Halt den Papa schön auf Trab, hörst du?“, setzte sie der kleinen, Flausen in den Kopf. „Danke Marc. Auch für deine Ehrlichkeit.“

Mit diesen Worten verließ sie ihn und er war sich ziemlich sicher, dass er sie diesmal nie wieder sehen würde. Zwar hatte sie sich für seine Ehrlichkeit bedankt, doch war sie ganz und gar nicht dankbar. Es war für ihn klar ersichtlich gewesen, dass er sie mit seinen Worten verletzt hatte. Ein klarer Schnitt war jedoch wichtig. Marc wollte endlich seine Vergangenheit hinter sich lassen und dazu gehörten eben auch die Frauen, mit denen er geschlafen hatte. Natürlich nicht alle. Aber die, die Gefühle für ihn entwickelt hatten, schon.

„Hoffentlich sind das nicht zu viele“, sagte er zu Sarah, die ihn mit ganz großen Augen ansah. „Irgendwie hat dieser Blick was von den vorwurfsvollen Blicken deiner Mutter und ich möchte nicht, dass meine Tochter mich so ansieht. Also lass das, sonst fress ich dich auf...“

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『「Kapitel № Einhundert.2 - Stand by you



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Gretchen und Sebastian warteten bereits in der Cafeteria auf ihn. So wie er es von der Tür her beurteilen konnte, bei einer lockeren Unterhaltung, denn Gretchen legte ihm lachend die Hand auf den Unterarm. Sie war wirklich unglaublich. Heute sah sie diesen Mann zum zweiten Mal in ihrem Leben und war automatisch vertraut mit ihm. Sie sah nicht, was für ein Schleimer Sebastian war. In keinem Fall war er ein schlechter Mensch. Das konnte Marc gut beurteilen, denn sie hatten viele Abende miteinander verbracht. Dennoch hatte der Gefäßchirurg bei seinem Freund einen dicken Stein im Brett. Er stand auf seine Schwester und machte sich nicht einmal die Mühe, dies zu verbergen. Und er war geizig. Immer wenn er Melanie um ein Rendezvous gebeten hatte, wollte er mit ihr nur ganz locker eine Pommes an der Ecke essen gehen anstatt sie ordentlich auszuführen, wie sie es verdient hätte. Sie sah nicht seine krankhafte Neugier, die er mit Wissbegierde verwechselte. Sie sah nur das Gute an ihm. Keine Frage... Er war witzig und charmant, aber vor allem war er eines: Chirurg!

„Na, worüber redet ihr zwei gerade?“, fragte Marc lächelnd, als er sich zu ihnen setzte und Sarah bequem auf seinem Schoß positionierte.

„Ach! Da seid ihr ja. Gib sie mir mal her“, verlangte die Chirurgin. „Sebastian hatte gerade die Güte, mir zu verraten, wie witzig du sein kannst, wenn du betrunken bist.“

Alarmiert sah er zu seinem Freund und fragte entsetzt „Bitte?“

„Keine Sorge, Marc. Ich habe nicht zu viel verraten“, beruhigte Sebastian sein Gegenüber schnell. „Sie soll ja selbst irgendwann noch einmal in den Genuss kommen können. Jetzt erzähl du aber mal. Wie kann das hier“, zeigte er, fragend, mit dem Finger auf Sarah, „eigentlich sein und wo hast du Marina gelassen?“

„Der rothaarige Alptraum ist in einem Taxi, auf dem Weg zurück nach München. Was die erste Frage angeht: Allem Anschein nach hatte ich Sex. Wie konnte mir das nur passieren?“, erklärte Marc scherzend, ehe er ernst wurde. „Wir wissen es nicht genau. Jedenfalls nicht, warum Gretchen schwanger wurde. Es ist nun einmal passiert.“

„Entschuldige mal bitte“, warf Gretchen ein. „Das hört sich ja schon fast wie ein Vorwurf an.“

„Gretchen!“, presste er angestrengt zwischen seinen weißen Zähnen hervor. „Es ist kein Vorwurf. Entschuldige, wenn es so rübergekommen ist. Es gibt auch niemanden, dem man etwas vorwerfen könnte. Aber wir wissen es eben nicht. Du hast die Pille genommen!“

„Aber ihr beiden habt schon irgendwann mal was von Kondomen gehört, oder?“, sah Sebastian auf, der sich zu Sarah heruntergebeugt hatte, um ein wenig mit ihr zu schäkern.

„Hielten wir nicht für nötig“, knurrte Marc. Er musste sich vor niemandem rechtfertigen. Ganz zu schweigen davon, dass es niemanden etwas anging, wie er und Gretchen miteinander geschlafen hatten. Die Zeugung seiner Tochter war nicht gewollt, sondern ein Unfall, wie man so schön sagte. Aber es war das Beste, was ihm passieren konnte und er scheute sich auch nicht, das zuzugeben und Gretchen damit gleich wieder in den siebten Himmel zu befördern. „Sarah war eine Überraschung. Allerdings die schönste, die man haben kann. Es ist alles gut so, wie es ist. Könnten wir dann jetzt ein anderes Thema anschneiden?“

„Okay“, stimmte Sebastian zu, doch nachdem er kurz die Lippen zusammengekniffen und seinen Blick durch die gut besetzte Cafeteria hatte schweifen lassen, konnte er sich nicht zurückhalten. „Und wie funktioniert das jetzt so? Seid ihr so ein verrücktes Dreieckspärchen und ihr wechselt euch beim "Knick Knack" ab?“

„Um Gottes willen, Sebastian!“, fuhr Marc sogleich aus der Haut. „Was zur Hölle ist los mit dir? Musst du dich direkt unbeliebt machen?“

„Entschuldige. Man wird ja wohl noch fragen dürfen“, zuckte der Gefäßchirurg mit den Schultern.

Doch Gretchen schien seine unverschämte Art gar nichts auszumachen. Sie erklärte, dass Marc zum Frühstück bei ihnen war, um Sarah zu füttern und sie sie danach umzog, wie die beiden sie zusammen ins Bett brachten und badeten.

„Thorben kümmert sich auch noch um sie, aber diese bestimmten Dinge machen Marc und ich gemeinsam.“, schloss sie.

„Damit Sarah weiß, wer von den beiden ihr biologischer Vater ist, oder...?“, fragte Sebastian.

„Auch. Es hat sich einfach so eingespielt über die letzten Monate. Wie du weißt, ist Thorben viel unterwegs.“

„Mhm. Seine Eltern hätten ihn besser darauf vorbereiten und vielleicht Zweigstellen in mehreren Städten einrichten sollen. Aber wer konnte denn ahnen, dass die beiden schon so früh abtreten würden? Was sagt Thorben denn dazu, wenn Marc so oft bei euch ist?“

„Es ist kein Problem für ihn.“, antwortete Gretchen, wie aus der Pistole geschossen.

„Ich bitte dich, Gretchen“, prustete Marc drauf los, gerade als Mehdi sich zu ihnen gesellen wollte. „Du weißt ganz genau, dass ich ihm ein Dorn im Auge bin und er nur nichts sagt, weil er dich nicht wieder verärgern will.“

„Wer will wen nicht verärgern?“, fragte er vergnügt und streckte Sebastian die Hand entgegen. „Ich glaube, wir kennen uns noch nicht. Mehdi Kaan.“

„Achso ja. Der Gynäkologe“, beherzt griff der Gefäßchirurg die Hand, die ihm entgegengestreckt wurde. „Ich habe schon viel von Ihnen gehört. Sebastian Gesenhues.“

„Ach wirklich, haben Sie?“ fragte Mehdi mit einem Schmunzeln in Marcs Richtung. „Ich habe jetzt noch nicht so viel von Ihnen gehört. Wann hat Thorben Sarah gebracht?“

„Vor einer Stunde“, sagte Marc, nachdem er auf die Uhr geschaut hatte.

„Ja und wer passt dann jetzt den heutigen Tag auf sie auf? Ihr habt doch beide Dienst.“

„Was für ein schlaues Kerlchen du wieder bist, Mehdi“, nahm Marc seinen besten Freund auf die Rolle. „Ich passe heute auf sie auf.“

Mehdi verschluckte sich, nach dieser Aussage, vorbildlich an seiner Pasta. Langsam nervte es Marc, dass es alle für so unmöglich hielten, was er tat. Warum sollte er sich nicht den Tag freinehmen, um auf seine Tochter Acht zu geben?

„Und wer macht dann jetzt deine OPs?“, fragte Mehdi, als er sich beruhigt hatte und schob sich gleich den nächsten Nudelberg in seine Futterluke.
„Rössel bis auf weiteres.“

„Eigentlich wollte Thorben ja auch schon wieder hier sein. Na ja, wer weiß, wie die Dame drauf ist“, zuckte Gretchen mit den Schultern. „Entweder sie bietet ihm noch Kaffee und Kekse an oder aber er muss alles zehnmal erklären.“

„Du findest immer irgendeine Entschuldigung für seine Unzuverlässigkeit, oder?“, echauffierte Marc sich. Er sollte sich sowas mal wagen... Sie würde mit ihm durch die gesamte Klinik tanzen und das sicherlich nicht zum Vergnügen.

„Das stimmt doch gar nicht“, wehrte sich die Chirurgin sogleich gegen den Vorwurf. „Du weißt doch selbst, wie ältere Menschen sein können. Wir behandeln täglich welche und denen muss man manches auch mehrmals erklären oder aber sie erzählen einem Geschichten aus ihrem Leben.“

„Bei denen nur du begeistert zuhörst! Das ist alles schön und gut, Gretchen... Aber was, wenn wir uns auf ihn verlassen hätten und ich, in weiser Voraussicht, nicht die OPs abgegeben hätte?“, fragte Marc und ahnte nicht, welche Wendung dieses Gespräch gleich nehmen würde.

„Es gibt halt Menschen, die komplizierter sind als andere, Marc, und das weißt du auch“, warf Sebastian unterstützend ein.

„Wie auch immer“, sagte Marc und fuhr, ohne auf Sebastian einzugehen oder Mehdis vergnügtes Schmatzen wahrzunehmen, fort. „Wir müssen da eine Lösung finden. Langfristig. Es kann nicht sein, dass Sarah jedes Mal von A nach B gereicht wird und sie keine wirklichen Bezugspersonen hat. Heute Morgen war sie bei ihrer Oma, dann bei Thorben und bei mir. Jetzt ist sie wieder bei dir und irgendwann holt Thorben sie ab oder dein Vater nimmt sie mit, wenn ich nicht kann. Das funktioniert so nicht!“

„Du hast ja recht“, jammerte sie. „Vielleicht sollte ich mich einfach freistellen lassen bis Sarah in den Kindergarten geht.“

„Ich bitte dich! Das ist doch Schwachsinn. Du hörst nicht auf zu arbeiten!“

„Und wie soll das sonst klappen, Marc?“, ihre Stimme zitterte und Marc wusste genau, dass sie kurz vorm Heulen stand. Deswegen stand er auf, drückte Sebastian sein Kind auf den Arm, kniete sich vor Gretchen hin und nahm ihre Hände fest in seine. „Uns fällt da schon was ein, hm?“

„Marc! Das würde nur funktionieren, wenn wirklich immer einer von uns beiden da ist. Wie willst du das machen? Auch alle zwei Tage, wenn ich arbeiten bin, zu Hause bleiben und das Kind hüten?“, lachte sie unter Tränen, denn allein die Vorstellung, Marc könnte das Hausmütterchen spielen, war absolut lächerlich. Doch den Aufwind nahm er ihr gleich wieder, „Wenn es nicht anders geht, würde ich das sogar machen, Gretchen!“

„Ab... Bitte?“, er erstaunte sie immer wieder aufs Neue.

„Es geht hier nicht darum, OPs abzugreifen, die Vita aufzubessern oder ein Fellowship zu bekommen, Gretchen. Es geht hier um unsere Tochter verdammt.“, langsam ging es ihm wirklich gewaltig gegen den Strich, dass er von ihr nur auf seinen Job reduziert wurde. „Mir gefällt es einfach nicht, dass sie immer herumgereicht wird und wenn der eine nicht kann, dann wird eben der nächste gesucht, der eventuell Zeit hat. Stell dir doch mal vor, Thorben steht hier auf Station und drückt mir mein Kind in die Hand während ihr alle im OP seid und ein Notfall reinkommt... Was dann?“

„Warum nehmt ihr euch nicht einfach eine Tagesmutter?“, schlug Sebastian vor, „So muss keiner von euch aufhören zu arbeiten und die Kleine muss nicht immer durch die Gegend gereicht werden.“

„Ja, aber was das auch wieder kostet. Ich mein, die Taufe wird ja schon nicht billig und wenn ich dann noch an die Hochzeit denke. Also ich weiß ja wirklich nicht...“, stammelte die Blondine nachdenklich und brachte Marc beinahe zum Explodieren, „Sag mal, hast du vielleicht nen Riss im Schädel? Hasenzahn, dann bezahl ich das eben, wenn Herr Martens sich zu fein ist, dir da mal etwas finanziell unter die Arme zu greifen. Außerdem ist sie ja wohl meine Tochter!“

Liebevoll strich er ihr eine Haarsträhne hinters Ohr und musste sich am Riemen reißen, nicht auch noch ihre Tränen weg zu küssen.

„Du musst einfach mal aufhören, Thorben ständig zu verteidigen. Er kann sich erlauben, was er will. Was wäre, wenn ich jetzt nicht hier wäre? Wer würde dann auf Sarah aufpassen? Das funktioniert so einfach nicht. Er kann nicht seinen Beruf vor deinen stellen. Du rettest Menschenleben und er zockt die Leute reihenweise ab“, während er sprach, wurde er immer lauter. Ihn ärgerte es, dass Gretchen schon wieder darüber nachdachte, das Handtuch zu werfen.

„Können wir da bitte später drüber sprechen?“

„Gut! Sprechen wir da heute Abend zu Hause drüber.“

„Du meinst, wir sprechen bei mir darüber“, verbesserte sie Marc. Doch der grinste sie nur keck an.

„Was immer du meinst. Jetzt nimmst du dir den Rest des Tages frei. Bist ja schon wieder vollkommen durch den Wind.“

„Okay. Ich ziehe mich nur schnell um, dann hole ich Sarah und...“

„Nee, nee, nee meine Liebe“, unterbrach er sie schleunigst. „Du fährst allein nach Hause. Sarah bleibt bei mir. Nehm dir den heutigen Nachmittag einfach frei und lass mal ein bisschen die Seele baumeln. Du hast es echt nötig.“

„Genau“, schmatzte Mehdi. „Kannst ja Melanie fragen, was sie heute vorhatte. Ich hab Spätdienst und sie langweilt sich zu Hause bestimmt schon, weil Lilly heute Nachmittag bei Anna ist.“

„Siehst du? Da hast du auch schon deine Beschäftigung. Und jetzt hau ab“, flüsterte er ihr zu und drückte ihr nun doch einen Kuss auf die Stirn. „Bevor ich es mir noch anders überlege und dich in meinem Büro einsperre.“



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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

29.07.2018 20:54
#108 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertundeins – Lass uns gehen




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Kurze Zeit später war er wirklich kurz davor, Gretchen in seinem Büro einzuschließen und sie erst wieder rauszulassen, wenn sie versprach, endlich den Mund zu halten. Sie machte ihn wahnsinnig. Erst brauchte sie gefühlt Stunden bis sie sich endlich umgezogen hatte und dann, als sie endlich damit fertig war, war sie der Meinung, sie müsse ihm erklären, was alles in der Wickeltasche war und wozu er es brauchen würde.

„Jetzt wo sie zahnt, ist sie öfter mal ein bisschen wund. Nehm einfach das Puder... Ich hab aber auch noch Wundheilsalbe irgendwo hier drin. Ihr Beißring liegt im Eisfach. Falls Sabine ihn auch wirklich reingelegt hat. Du weißt ja, wie vergesslich sie sein kann. Ansonsten Windeln, Feuchttücher und ihr Tee. Die Zahnungskügelchen steck ich dir am besten in den Kittel und wenn die nichts bringen, dann kannst du...“

„Gretchen!“, unterbrach Marc ihren Redeschwall gereizt. „Ich weiß, was zu tun ist - okay? Ich mache das hier, heute nicht zum ersten Mal. Wir kommen klar und jetzt geh doch bitte endlich!“

„Willst du mich etwa loswerden?“, fragte sie beleidigt und zog demonstrativ eine Schnute, was Sebastian, der im sich im Hintergrund hielt, zum Schmunzeln brachte.


„Jetzt gerade? Ja! Du raubst mir den letzten, noch vorhandenen, Nerv. Ich will, dass du nach Hause gehst und dich ausruhst. Einfach mal die Seele baumeln lassen, Doktor Haase. Sarah und ich kommen super klar.“

„Ja Marc... Das glaube ich dir ja auch. Aber was, wenn doch mal was ist und du nicht weißt, was du machen sollst?“, fragte sie besorgt. Zwar war Marc ein wirklich guter Vater, wenn man bedachte, dass er diese Rolle noch gar nicht so lange bekleidete... Jedoch wusste sie aus der beruflichen Erfahrung, dass auch die besten Eltern manchmal an ihre Grenzen stießen.

„Das wird aber nicht passieren“, griente Marc die zweifelnde Blondine an.

„Und was bitte, macht dich da so sicher?“, fragte sie, spitzte die Lippen, zog eine Augenbraue nach oben und verschränkte ihre Arme vor der Brust.


Flashback

Immer wieder sah er über seine Schulter, als er auf den Gängen der Gynäkologie herumschlich. Er wollte die Gunst der Stunde nutzen, um sich mal ein wenig umzusehen. Im Nebengebäude eines Geburtsvorbereitungskurses war eine Gasleitung explodiert und viele Schwangere waren eingeliefert worden. Die meisten leichtverletzt oder hyperventilierend. Marc hatte Glück, dass vier Gynäkologen an diesem Nachmittag im Dienst waren und er in der Notaufnahme die Patientinnen nur erstversorgen musste. Soviel wie er wusste, waren zwei Gynäkologen im OP, einer im Kreissaal und die vierte rannte in der Notaufnahme Rillen in den Boden. Die Kinderärzte standen alle auf Abruf bereit, falls eine der Schwangeren sich doch noch entschied, plötzlich entbinden zu wollen. Er selbst hatte mit diesen Fällen nichts zu tun, der Praxispolitik seines Vaters sei Dank, und für ihn selbst standen keine wichtigen OPs an. Also schlich er durch die Gänge der Gynäkologie und der Pädiatrie, auf der Suche nach einigen Fachbüchern. Schwangerschaft. Vorbereitung. Kindermedizin. Frühkindliche Erziehung. Was er hier nicht finden würde, würde er sich in der angrenzenden Universitätsbibliothek ausborgen. Nach wie vor war dem Chirurgen sehr daran gelegen, dass nichts aus seinem Privatleben in der Klinik bekannt wurde. Dies war der Grund für seine Heimlichtuerei. Nicht mal seine Schwester und sein Vater wussten von seinen Plänen. Er wollte zurück. Zurück nach Berlin. Zu Gretchen. Und seiner Tochter. Jedoch nicht, ohne vorher ordentlich was übers Vatersein zu wissen. Was er in den Büchern nicht finden würde, würde er sich halt im Internet heraussuchen. Vielleicht gab es ja auch Videos.

Tagelang brütete er über den verschiedensten Büchern und studierte diese ausgiebig. Wenn Fragen offenblieben, zog er das Internet zurate und sah sich das ein oder andere Video an. Er wollte perfekt vorbereitet sein und keinerlei Fehler machen, wenn er den Weg zurück antrat, um der Mann im Leben seiner Frauen zu sein. Weswegen er auch nicht Halt davor machte, seinen Vater mit Fragen zu löchern...

„Marc! Ich versuche hier zu arbeiten“, schimpfte Olivier und legte den Kugelschreiber, mit dem er Versicherungsfälle unterzeichnete, beiseite. „Was ist denn los mit dir?“

„Wirst du sehen, wenn es soweit ist“, antwortete Marc knapp und stand auf, um sich zu verabschieden. „Viel Spaß noch bei deinen Akten, Herr Professor!“

Konfus sah der Professor seinem Sprössling hinterher und schüttelte ungläubig den Kopf. Sein Sohn war ihm wirklich ein Rätsel...

Flashback Ende


Er würde es mit ins Grab nehmen, dass er sich erst gründlich informiert hatte, ehe er seine Sachen gepackt und zurückgefahren war. Deswegen antwortete er ihr nur grinsend, „Weil ich der Beste bin!“, ließ seine Grübchen und seine Augenbrauen tanzen und rieb seine Nase an der von Sarah.

„Blödmann!“, lachte Gretchen vergnügt und, allem Anschein nach, endlich beruhigt. „Na gut... Ihr zwei schafft das schon. Seid ja ein super Team.“

„Na geht doch!“, stöhnte der Chirurg erleichtert und nahm, wie zuvor bei Marina, Sarahs Hand und winkte mit dieser zum Abschied, „Tschüss Mami. Bis bald Mami. Bis heute Abend Mami. Och komm schon. Sag was. Irgendwas.“

„Hmm... sie will noch nicht“, zwitscherte Gretchen vergnügt. „Nicht verzweifeln, Marci. Irgendwann wird dein Intellekt aus ihr herausbrechen und dann wirst du dir wünschen, sie würde nicht sprechen können.“

„Wenn sie dein Mundwerk hat, auf jeden Fall“, scherzte er. „Und jetzt hau ab. Ich bring sie dir um 19 Uhr zurück.“

„Okay. Aber wenn was ist, rufst du an. Verspreche es mir.“

„Versprochen. Hoch und heilig und jetzt mach die Biege. Ich zeig Sebastian noch die Klinik und dann sind wir hier auch weg. Mal schauen, was wir anstellen“, sagte Marc, ließ Gretchen ihre Tochter zum Abschied knuddeln und drückte die verdutzte Chirurgin ebenfalls kurz an sich, bevor er ihr einen Klaps auf ihr properes Hinterteil gab, damit sie sich auch wirklich in Bewegung setzte.

Sebastian, der mit ihnen im Schwesternzimmer saß und darauf wartete, dass Marc sich ihm annahm, schmunzelte bei dem Bild, welches die kleine Familie ihm bot. Sie schienen glücklich zu sein. Nicht nur Gretchen und ihre Tochter, sondern auch sein Freund. Marc wirkte auf ihn viel ausgeglichener als damals in München. Dort war er immer schnell gereizt gewesen, hatte selten gute Laune und stürzte sich in die Arbeit. Wirklich selten hatte er es geschafft, all die Anspannung, die ihn den Tag über auf Trab hielt, abzuschütteln und einfach mal Spaß zu haben. Wenn doch, war dabei immer eine Menge Alkohol im Spiel gewesen. Ihm behagte es nie, wenn Marc wieder einmal etwas tiefer ins Glas schaute, jedoch wusste Sebastian nicht, wie er seinen Freund davon hätte abbringen können. Egal wie oft er gefragt hatte – Marc hatte ihm nie gesagt, was ihn umtrieb. Wahrscheinlich wusste der Chirurg es selbst nicht oder wollte es einfach nicht wahrhaben ... aber er hatte etwas vergessen, als er nach München aufgebrochen war. Das wurde Sebastian klar, als Marc die Blondine an sich drückte.

Marc hatte sein Herz zurückgelassen!

„Was grinst du denn so dämlich?!“, fragte Marc ruppig und riss den Gefäßchirurgen aus seinen Gedanken. „Beweg dich mal lieber. Sarah ist schon wieder viel zu lang hier, und auch wenn es von außen nicht so aussieht, wird es ein bisschen dauern bis ich dir alles gezeigt habe.“

„Ja ja! Jetzt hetz mich alten Mann mal nicht so“, scherzte Sebastian und gewann seinem Kollegen tatsächlich ein belustigtes Grunzen ab. „Ich bin bis kurz nach der Taufe hier, mein Guter. So schnell wirst du mich also nicht los. Schnapp dir deine Tochter und lass uns hier verschwinden. Die Klinik kannst du mir auch noch morgen zeigen. Kinder haben, gerade in dem Alter, nichts in einem Krankenhaus zu suchen. Bei den ganzen Erregern hier. Nicht, dass die Prinzessin sich noch was wegholt.“

„O-okay“, brachte der Chirurg nur verwundert zum Ausdruck und runzelte die Stirn. „Da du dich ja so gut auszukennen scheinst, kann ich sie dir ja kurz anvertrauen, damit ich mich umziehen kann. Und Sebastian? Ein Kratzer und ich lasse dir die Samenleiter veröden!“

Mit erhobenem Finger sprach Marc diese Drohung, die für Sebastian ein klares Versprechen war, aus und lief schnellen Schrittes in die Umkleide, um seinen Kittel abzulegen und in seine Jacke zu schlüpfen. Mit einer leicht kindlichen Vorfreude schloss er seinen Spind auf und pfiff dabei recht ausgelassen die Titelmelodie zu Knight Rider. Selten hatte der Chirurg seine Tochter ganz für sich allein und wenn, dann auch nur für kurze Zeit. Meistens entschwand Gretchen im Bad oder ging schnell an den Briefkasten. Aber heute, gehörte sie nur ihm. Wenn da nicht auch noch Sebastian wäre, der auch beschäftigt werden wollte.

„Und was machen wir drei jetzt?“, fragte der frischangereiste Gefäßchirurg seinen Kollegen, als dieser, noch immer fröhlich pfeifend, zurück ins Schwesternzimmer kam.

„Ich könnte dir ein bisschen was von Berlin zeigen“, zuckte der Angesprochene nur kurz mit den Schultern.

„Ey! Ich leb nicht hinterm Mond, ja?!“, echauffierte Sebastian sich. „Ich war schon mal in Berlin.“

„Wahrscheinlich zu irgendeiner Tagung und nicht um dir die Stadt anzusehen. Also beschwer dich nicht, Sebas-TINA!“, maulte Marc zurück und nahm seinem Freund seine Tochter ab, die mit ausgestreckten Armen auf dessen Arm zappelte, weil sie schnell zurück zu ihrem Papa wollte. „Ich zieh die Schnecke kurz an, dann machen wir uns los. Vielleicht sollte ich sie auch noch einmal wickeln...“, überlegte er und kam zu dem Entschluss, dass es keine so schlechte Idee wäre, auf Nummer sicher zu gehen. Ohne auf die Einwände der Oberschwester zu achten, stiefelte der selbstbewusste Papa schnurstracks auf die Damentoilette.

„Doktor Meier! Kommen Sie sofort wieder da raus! Das ist eine Damentoilette“, schrie Stefanie wie von Sinnen. Sebastian musste sich kurz darauf zusammenreißen, um nicht einem Lachanfall zu unterliegen, als er aus dem Inneren der Toiletten, gedämpft, Marcs unbeeindruckte Antwort vernahm: „Und? Ist meine Tochter etwa keine Dame?“




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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

11.08.2018 16:29
#109 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertundzwei – Irgendwas das bleibt...




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Wie er es versprochen hatte, stand er pünktlich um 19 Uhr vor Gretchens Wohnungstür und brachte Sarah nach Hause. Dabei handelte es sich um eine einmalige Ausnahme, denn für gewöhnlich musste Sarah um diese Zeit bereits gegessen haben und gebadet sein. Gretchen achtete penibel darauf, dass ihre Tochter einen geregelten Tagesablauf hatte und Marc unterstützte sie dabei. Doch heute ging es einfach nicht anders... Dem Chirurgen ging einfach nicht aus dem Kopf, wie überemotional seine Ex-Freundin in den letzten Wochen geworden war. Sie hatte einfach viel zu viel zu tun und gar keine Zeit mehr für sich selbst. Diese wollte er ihr gönnen. Gretchen war seiner Tochter eine wundervolle Mutter und in der Klinik gab sie noch immer Vollgas. Sie hatte sich einen freien Nachmittag wirklich mehr als nur verdient und er war sich ziemlich sicher, dass es ihr gut getan hatte. Um einen erneuten Streit zu vermeiden und sie nicht unnötig aufzuregen, nutzte der stolze Papa an diesem Abend sogar die Klingel anstelle des Schlüssels, den er von Gretchen für Notfälle bekommen hatte.

„Oh! Du bist es nur“, sagte Gretchen schon fast enttäuscht, als sie die Tür öffnete. Ihr Gesicht wirkte leicht aufgedunsen und ihre sonst so seidigen und vollen Haare hingen platt an ihrem Kopf herunter... Auf ihn machte sie eher einen niedergeschlagenen Eindruck und war nicht, wie von ihm gewünscht, ausgeruht und voller Energie. Sie trug sogar noch dieselbe Kleidung wie am Morgen.

„Uff. Das tat weh“, sagte er zerknirscht und griff sich theatralisch ans Herz. „Ich dachte, du freust dich, uns zu sehen.“

Das erhoffte Lachen, über seinen Scherz, blieb aus. Sie erwiderte nur, „Das tu ich auch. Es ist nur... ach ist eigentlich auch egal.“ Sie trat einige Schritte zurück um Marc, der Sarah auf dem Arm trug, Einlass zu gewähren. Hinter ihm schob sie ihre Hände in ihre Hosentaschen, nachdem sie die Tür geschlossen hatte und ihm langsam ins Wohnzimmer folgte, wo er seiner Tochter Jacke und Mütze abnahm, sie in ihren Laufstall setzte und sich umsah... Überall lagen gebrauchte Taschentücher herum. Ihre Kuscheldecke lag benutzt auf dem Sofa, daneben ihr Tagebuch - geöffnet. Auf dem Couchtisch stand eine halbleere Tasse Kakao und im Fernseher lief der Film Titanic.

Hier war etwas faul!

„Was ist hier los, Gretchen? Und wo ist Thorben?“, stellte Marc, ohne zu zögern, die Fragen, die ihm auf der Seele brannten und öffnete die Schleusen zu Gretchen Haases, schier unendlich gefüllten, Tränendrüsen. Zwar hatte sie sich von ihm abgewandt, doch er wusste einfach, dass sie weinte. Ihr Körper zuckte leicht und sie gab, zwar sehr leise, aber durchaus vernehmbar, seltsame Grunz-Geräusche von sich. „Schau mich an, Gretchen, und sag mir, was hier los ist!“, befahl er streng und fasste sie nur ganz leicht an der Schulter an, um sie zu sich umzudrehen. Doch damit brachte er eine unaufhaltsame Lawine ins Rollen. Dicke Krokodilstränen bahnten sich ihren Weg aus ihren wunderschönen Augen direkt auf sein Hemd, als sie sich, laut schluchzend, in seine Arme stürzte. Geschockt sah er an sich herunter. Es überforderte ihn in keinster Weise. Oft genug hatte Gretchen in seiner Gegenwart einen Nervenzusammenbruch bekommen. Aber das hier fühlte sich anders an als sonst. Es erschreckte ihn und es überkam ihn ein beklemmendes Gefühl in der linken Brusthälfte. „Hey, hey, hey!“, sagte er vorsichtig, während er seinen rechten Arm um ihre Taille schlang und mit der freien Hand ihren Kopf fester an seine Brust drückte. „Ist gut... Pscht! Bitte erzähl mir, was los ist...“

„Wir haben uns tierisch gestritten“, brachte die Chirurgin nur stockend hervor und klammerte sich, wie eine Ertrinkende, an ihren Ex-Freund. „Und dann ist er einfach abgehauen!“

„Was? Warum habt ihr euch denn schon wieder gestritten, Gretchen?!“, erwiderte er fassungslos, wobei es ihm eigentlich nur recht sein konnte, wenn es bei ihnen kriselte. Aber Gretchen ging es zunehmend schlechter und das war ein Umstand, den er einfach berücksichtigen musste. Weswegen er sich seine Schadenfreude letztendlich auch schenkte.

„Ich weiß es doch auch nicht. Ich wollte mich einfach nur ein paar Stunden hinlegen und nachdem ich ihm das gesagt habe, schrie er mich ohne Punkt und Komma an.“, jammerte Gretchen, während Marc sie vorsichtig zur Couch geleitete, damit sie sich setzen konnten. Sanft drückte er sie auf die weiche Garnitur aus Naturfasern, soweit er bisher erfühlen konnte, war es wohl Baumwolle, legte ihre Beine hoch und deckte sie zu. „Du ruhst dich jetzt aus“, sagte er bestimmt. „Ich bringe Sarah ins Bett, mache dir einen Kakao und dann sagst du mir ganz in Ruhe, was vorgefallen ist. Okay?“ Stumm nickte sie ihm zu und schloss für einen Moment ihre malträtierten Augen. Sie taten ihr jetzt schon höllisch weh. Der Schädel brummte ihr vom vielen Weinen und dem Nachdenken. Sie wollte unbedingt zur Ruhe kommen und lauschte dem Treiben in ihrer Wohnung.

Marc hatte unterdessen wirklich Schwierigkeiten, sich zu beeilen und darauf zu achten, dass es Sarah an nichts fehlte. Er wollte sie unbedingt wie jeden Abend zu Bett bringen. Sie sollte nicht das Gefühl bekommen, dass etwas anders war als sonst. Dabei hatte sie, seiner Meinung nach, schon viel zu viel mitbekommen. Eigentlich hatte Gretchen sich vor ihrer Tochter immer gut im Griff und riss sich zusammen. Er machte sich wirklich Sorgen um sie und diese Sorge wurde gleich noch um einiges größer, als er, nachdem er sicher war, dass Sarah schlief, durchs Wohnzimmer in die Küche lief, wo er Gretchen einen frischen Kakao machen wollte. Sie lag da, rührte sich nicht, mit geschlossenen Augen und Tränen rannen ihr über die Schläfen.

„So. Dann versuch mir mal zu erklären, was hier passiert ist“, sagte er, so ruhig er konnte und setzte sich zu ihr auf die Couch. Eigentlich hatte er ihre Füße auf seinen Schoß legen wollen, doch Gretchen richtete sich auf und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.

„Thorben kam ungefähr fünfzehn Minuten nach mir hier an“, begann sie ihre Erzählung nach kurzem Zögern...


Flashback

„Huch!“, ließ Thorben überrascht verlauten, als er das Badezimmer betrat und seine Verlobte vor dem Spiegel stehen sah. „Was machst du denn hier?“

„Ich creme mich ein, Schatz... Unglaublich wie trocken meine Haut geworden ist“, murmelte sie und nahm sich ihr Stupsnäschen vor. Sie sprach mehr zu sich selbst als mit ihrem Verlobten, der noch immer, wie vom Blitz getroffen, in der Tür stand und die Klinke in der Hand hielt.

„Ich weiß zwar nicht, was hier los ist“, sagte er, „aber eigentlich wollte ich mich schnell frisch machen. Du kennst ja den Geruch in den Wohnungen älterer Leute und der haftet an mir wie Pattex. Danach wollte ich Sarah abholen und mit ihr auf den Spielplatz gehen.“

„Achso... Mh. Sarah musst du aber nicht abholen. Sie bleibt heute bei Marc.“, antwortete Gretchen abwesend und brachte Thorben damit noch mehr zum Staunen.

„Ich dachte, der Herr muss arbeiten und kann heute gar nicht?!“

„Hätte er eigentlich auch nicht gekonnt, Thorben. Es wäre übrigens nett, wenn du deine Termine im Kopf hast, damit sowas nicht noch einmal vorkommt. Das geht so zwar hin und wieder, aber eben auch nicht immer... Jedenfalls so lange, wie Marc und ich da noch keine andere Lösung gefunden haben“, erklärte Gretchen. „Marc hat das heute mit Doktor Rössel abgeklärt. Der übernimmt seine Schicht und Marc muss dafür nächste Woche eine Doppelschicht schieben. Aber das macht er gern.“

„Jetzt mach mal nen Punkt, Gretchen... Was für eine andere Lösung wollt ihr denn da finden? So lang wie du noch arbeitest und Sarah nicht in den Kindergarten geht, wird es immer kompliziert bleiben. Das versuche ich dir ja schon seit Monaten zu erklären.“

„Mhm. Mag sein... Wir sind aber der Meinung, dass ich auf keinen Fall aufhören sollte zu arbeiten und wir stattdessen vielleicht eine Tagesmutter nehmen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Da müssen Marc und ich uns erst noch einmal zusammensetzen...“, erzählte sie unbekümmert und achtete nicht darauf, wie sich das Mienenspiel ihres Verlobten kurz veränderte. Doch Thorben fasste sich relativ schnell wieder und verdrängte das beklemmende Gefühl, was ihn nun schon seit längerem begleitete. Immerhin wusste er, dass Marc schlechte Karten bei seiner Verlobten hatte.

„Na gut. Wenn Sarah dann heute bei ihrem Vater ist, können wir beide ja mal wieder einen Nachmittag zusammen verbringen. Was hältst du von einem Kinobesuch und danach könnten wir essen gehen?“

Beschwingt hatte er sich auf den Badewannenrand gesetzt und begann, seine Schuhe auszuziehen, um schnellstmöglich unter die Dusche zu kommen. Der Geruch war wirklich penetrant und er wollte nicht noch länger als nötig, so herumlaufen.

„Das ist wirklich eine nette Idee, mein Schatz“, lächelte Gretchen. „Aber ich werde mich wohl doch besser ein bisschen hinlegen. Marc hat mir für heute freigegeben, damit ich mich mal ausruhe. Ich muss Schlaf nachholen und wenn er heute Abend mit Sarah nach Hause kommt, wollten wir noch einmal kurz wegen der Situation sprechen.“

Prompt hielt Thorben in seinem Handeln inne und sah die Blondine verständnislos an, „Bitte? Du hast einen Tag, einen einzigen Tag frei... Du musst nicht mehr in die Klinik, deine Mutter tänzelt hier nicht rum und hilft dir oder treibt dich in den Wahnsinn, Sarah ist gut versorgt bei ihrem Papa und du willst dich hinlegen? Entschuldige mal bitte... Wann haben wir zwei denn mal wieder ein bisschen Zeit für uns? Wann machen wir mal wieder etwas zu zweit, ohne deinen Marc, hm?“

„Würdest du mich bitte nicht so anschreien?“, stellte Gretchen zuerst eine Gegenfrage. „Das ist wirklich unnötig. Ich weiß ja, dass wir beide in letzter Zeit ein bisschen zu kurz kommen, aber ich brauche das heute wirklich. Durch die Taufe und den ganzen anderen Kram, den wir noch vor uns haben, bin ich aufgewühlt. Ich weiß teilweise nicht, wo mir der Kopf steht.“

„Da geb ich dir einen Tipp“, fauchte der Versicherungskaufmann. „Vielleicht solltest du dir weniger Gedanken darüber machen, wie du diesen Versager noch mehr in unser Leben einbinden kannst, damit er auch immer schön in deiner Nähe ist!“

„Bitte, was mache ich?“

„Du merkst es wirklich nicht, oder? Das ist ja toll... Muss ich ihn also selbst fragen, wann er denn wieder auszieht!“

„Was ist denn jetzt mit dir los?“, fragte Gretchen weinerlich und wurde sogleich niedergebrüllt...

„Das verrate ich dir sehr gern, meine Liebe...!!!“

Flashback Ende

„Und mit welcher Begründung hat er dich angebrüllt?“, fragte Marc, ohne jegliche Art von Verständnis für dieses Verhalten.

„Er meinte, ich würde mich ihm entziehen. Seitdem du da bist, würden wir nur noch aufeinander hocken. Immer bist du da, wenn er da ist und er hat ja gar nichts mehr von mir. Aber das ist doch Schwachsinn“, sagte sie und richtete sich auf, um Marc anzusehen. Für ihn hörte es sich eher an wie eine Frage und als er gerade antworten wollte, sprach sie weiter. „So oft sind wir doch gar nicht zusammen. Alle zwei Tage sehen wir uns nur morgens zum Frühstück und dann abends. Ansonsten bist du in der Klinik. Pff. Er meinte, er hätte das Gefühl, dass du hier eingezogen wärst, so oft würde er dich sehen. Das ist doch lächerlich. Oder nicht?!“





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Choconussa Offline

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28.08.2018 03:33
#110 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertunddrei – Halt Dich an mir fest...




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„Reg dich nicht auf“, sagte er und zog sie wieder in seinen Arm. „Kaum zu glauben, was ich jetzt sage... aber wir müssen die Dinge auch mal aus seiner Sicht sehen.“

„Ich weiß, dass es nicht leicht für ihn ist. Er weiß, was zwischen uns war... Wie tief das ging.“, hauchte sie. „Aber das war und ist doch nicht mehr. Versteh mich nicht falsch. Natürlich finde ich es schön, Zeit mit dir zu verbringen. Ich liebe es, wie glücklich Sarah bei dir ist und wie gut ihr euch versteht... Aber das ändert doch nichts daran, dass ich ihn liebe. In knapp einem Monat ist die Hochzeit und ich werde immer fetter, weil ich so viel Schokolade in mich reinstopfe, weil ich nicht weiß, wo mir der Kopf steht!“

„Können wir bitte nicht über die Hochzeit reden? Das geht mich wirklich nichts an“, warf Marc schnell ein. „Leg dich hin und versuch ein bisschen zu schlafen. Ich mach hier Ordnung und dann fahre ich.“

„Nein!“, rief sie und setzte sich wieder auf. „Geh nicht.“

„Gretchen, ich muss aber. Ich habe noch was mit Sebastian vor und ich sollte eigentlich auch gar nicht hier sein. Das weißt du.“

„Kannst du nicht einfach bleiben?“, weinte sie. „Warum machst du das immer? Warum verschwindest du immer dann, wenn ich dich am meisten brauche? Warum?“

Erschrocken sah er sie an und wusste nicht, was er sagen oder tun sollte. Ein dicker Kloß bildete sich in seiner Kehle und schnürte sie zu. Er war doch wirklich der größte Vollidiot unter der Sonne! Einem inneren Reflex folgend, nahm er sie in den Arm und hielt sie so fest umschlungen wie noch nie zuvor. Es tat weh, sie so zu sehen. Sein starkes Gretchen, so vollkommen am Ende. So kannte er sie nicht. Doch zum ersten Mal hatte er eine klare Vorstellung davon, wie sie sich gefühlt hatte, als er einfach abgehauen war und sie, mit all den kleinen und großen Problemen, allein gelassen hatte. Jetzt wo er Gretchen so sah, hasste er sich einmal mehr dafür.

„Warum lässt du mich immer allein?“, flüsterte sie, weinend, in seine Halsbeuge. Ihr ganzer Körper bebte und ihre Fingernägel gruben sich an seinen Schultern in sein Fleisch, so sehr klammerte sie sich an ihn.

„Ich lass dich nicht allein, Gretchen. Ich bin hier“, antwortete er ihr mit brüchiger Stimme. Er musste sich wirklich zusammenreißen. Zum ersten Mal seit langem, standen ihm Tränen in den Augen. Sanft schob er ihr Haar zurück, drückte ihren Kopf immer fester an seinen Hals und presste ihr einen Kuss auf den Scheitel. Er würde nicht mehr weglaufen. Nie wieder! Auch wenn er viel aufgegeben hatte und nun erbittert kämpfen musste, um sie zurückzubekommen... Er würde nicht wieder aufgeben.

„Ich fühl mich so ausgelaugt... Ich kann nicht mehr, Marc. Lass mich nicht wieder allein...“

„Ich weiß. Ich bin da und ich lass dich nicht allein, okay?!“, sagte er bestimmt und nahm ihren Kopf in seine Hände. Tief sah er ihr in die, vom Weinen, verquollenen Augen. „Nie wieder! Ich bleibe so lang, wie du willst.“

Doch seine Worte machten es nur noch schlimmer. Ihr Heulkrampf wurde immer heftiger und sein Hemd immer nasser. Und in seinem Kopf kreisten die Gedanken... Was hatte er ihr nur angetan? Es zerriss ihn, wie sehr sie sich an ihn klammerte. Wie stark ihr Körper durchgeschüttelt wurde und sie wirklich Probleme beim Atmen bekam. Er musste jetzt einfach die Nerven bewahren und strich ihr beruhigend über Kopf und Nacken, während er sie in seinen Armen hin und her wiegte. Endlich verstand er, warum sie ihn so sehr abwies... Er hatte sie zerbrochen. Das, was er damals unbedingt vermeiden hatte wollen, war unweigerlich eingetroffen. Aus Angst vor seinen eigenen Schwächen, hatte er sie verlassen und beschützen wollen. Wollte nicht, dass er ihr irgendwann das Herz so sehr brach, dass es nicht mehr richtig heilen würde. Jetzt hielt er seine große Liebe, herzzerreißend weinend, in seinen Armen und wusste instinktiv, dass ihr Herz noch immer gebrochen war und auch Thorben es noch nicht geschafft hatte, es wieder zu kleben.



„Es tut mir leid, Marc. Ich weiß wirklich nicht, was mit mir los ist“, sagte sie, als sie sich wieder beruhigt hatte, peinlich berührt und traute sich kaum, ihrem Seelentröster ins Gesicht zu sehen. „Ich sitze hier und heule dir was vor... Dabei wolltest du noch weg und jetzt?“

„Hey!“, grinste er. „Sebastian versteht das schon. Vielleicht hast du mir sogar den Abend gerettet.“

„Wieso?“, fragte sie und war sofort Feuer und Flamme. Ihre Neugier war geweckt und nur zu gern stillte Marc diese. Er würde alles tun, nur um sie wieder lachen zu sehen. Es dauerte nicht lang und schon saßen sie, halb liegend, Arm in Arm auf ihrer Couch und Marc erzählte ihr die Geschichte von Sebastian und Melanie.

„Schon als ich in München angekommen bin, war er total verschossen in Melanie“, erzählte er ruhig und kraulte, abwesend, Gretchens Rücken, die sich an seine Brust gekuschelt hatte und aufmerksam zuhörte. „Für mich, nachdem Melanie und ich dann endlich einen gemeinsamen Nenner gefunden und uns blendend verstanden hatten, ziemlich schwierig. Ich weiß nicht warum, aber auf einmal war da dieser Beschützerinstinkt. Sie ist meine kleine Schwester... Und Sebastian? Na ja - er ist eben, wie er ist. Ein bisschen eingebildet, schleimt gern rum und ist ausgesprochen geizig. Aber eben das war, glaube ich, auch sein Problem. Melanie hat gewisse Ansprüche und gibt sich nicht damit zufrieden, wenn sie zum Essen eingeladen wird, aber sich nur auf eine Pommes freuen kann. Sie will vernünftig ausgeführt werden wie eine kleine Prinzessin“, lachte er. „Das hat mich immer an dich erinnert, wobei dir die Pommes wohl auch gereicht hätte.“

Für diese Aussage kniff Gretchen ihm spielerisch in die Seite und nachdem er ihr, entschuldigend, einen Kuss auf den Scheitel gedrückt hatte, erzählte er weiter, wie oft Sebastian abgeblitzt war und trotzdem einfach nicht aufgeben wollte. Auch heute noch nicht. Er wollte mit allen Mitteln der Mann an Melanies Seite sein. Allerdings wusste der Gefäßchirurg noch nichts von Mehdi...

„Ich hätte es ihm sagen können, als er mich nach Melanie gefragt hat. Aber ich hab es wirklich vergessen.“, erklärte er und Gretchen ließ ihn unterdessen nicht einmal aus den Augen. Tief sog sie den Geruch seines Aftershaves ein. Er roch wie immer. Leicht herb, mit einer ganz eigenen, undefinierbaren, Note. Es war wirklich unglaublich lange her, dass die beiden so entspannt beieinander waren und den Augenblick genossen hatten. Doch gerade jetzt erinnerte Gretchen sich daran, als wäre es erst gestern gewesen.


Flashback

Sie hatten einen schweren Arbeitstag hinter sich, als sie am Abend in die dunkle Wohnung des Chirurgen kamen. Nach einem Brand im Park Inn Hotel war in der Notaufnahme die Hölle los gewesen. Zahlreiche Patienten, mit leichten bis schweren Brandverletzungen, wurden eingeliefert. Ebenso zahlreiche Rauchvergiftungen. Das gesamte Küchenpersonal des Hotels wartete in der Notaufnahme auf die Behandlung. Der Koch hatte Verbrennungen dritten Grades. Sie rotierten, weil auch Gäste des Hotels betroffen und sie unterbesetzt waren. Franz hatte noch immer keinen neuen Assistenzarzt eingestellt, die erste Assistenz von Doktor Rössel war im Urlaub und die zweite vor einigen Stunden erst nach Hause gefahren. Zwar konnten sie Frau Doktor Hassmann hinzuziehen und auch Mehdi schaute das ein ums andere Mal vorbei, aber es reichte nicht. Sie und Marc versorgten an die 30 Patienten. Und das waren nur die aus dem Hotel. Sie mussten Operationen verschieben und kamen erst knapp vier Stunden nach ihrem Schichtende in ihren Feierabend.

„Ich bin total platt“, schnaufte Gretchen auf, als sie sich neben ihren Freund auf die Couch fallen ließ. Ihr schmerzten die Füße. Viel gegessen oder getrunken, hatte sie auch nicht. „Noch eine Stunde länger und du könntest mich neben Herrn Clever besuchen.“

„Hm? Der liegt doch auf der ITS, oder?“, murmelte Marc mit geschlossenen Augen.

„Eben! Das letzte Mal etwas gegessen, habe ich zum Frühstück. Zum Frühstück, Marc“, wiederholte sie, um die Dramatik des Ganzen zu verdeutlichen und brachte Marc zum Lachen.

„Du bist also ausgehungert, hm?“, fragte er und zog sie in seinen Arm. „Vielleicht können wir noch was bestellen.“

„Italienisch bitte“, gähnte sie zufrieden. Mit geschlossenen Augen lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter und auch Marc bekam seine Augenlider nicht mehr auf, als er nuschelte, „Die 84 nehm ich an. Pasta mit extra Käse...“.

„Genau. Und ein Rotwein. Irgendeinen...“

Doch keiner von beiden stand auf, um beim Italiener anzurufen und die Bestellung aufzugeben. Stattdessen schliefen sie, Arm in Arm, ein.

Flashback Ende


Es war knappe drei Wochen vor seinem Verschwinden gewesen. Am nächsten Morgen taten ihnen sämtliche Gliedmaßen weh, weil sie so unkomfortabel geschlafen hatten. Aber sie hatten es genossen. Das wusste Gretchen, egal wie viel Marc an diesem Tag zeterte.

„Na ja... Als ich dann vorhin noch mal mit ihm zur Klinik bin, weil ich den Beißring im Eisfach vergessen habe, den ich übrigens nicht brauchte, hat Melanie Mehdi abgeholt und Sebastian hat die beiden, wild knutschend, auf dem Parkplatz gesehen. Da war das Chaos natürlich perfekt. Aber was denkt er sich auch? Mehdi ist, auch wenn ich es selbst nicht glauben kann, eindeutig die bessere Wahl. Irgendwer wird sicherlich, irgendwann mal auf Sebastia...“

„Warum kann es nicht immer so schön sein?“, fiel Gretchen ihm nachdenklich ins Wort.

„Bitte?“

„Warum es nicht immer so schön sein kann, habe ich dich gefragt“, wiederholte sie. „Warum ist zwischen uns immer alles so schwer und nicht so einfach wie jetzt?“

Darüber musste er nicht lange nachdenken...




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Choconussa Offline

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11.09.2018 13:59
#111 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertundvier – Was wirklich bleibt...




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Jedoch konnte er ihr nicht die Wahrheit sagen. Sie würden sich nur wieder streiten und sie hatte gerade erst aufgehört zu weinen. Er wollte nicht schon wieder schuld an ihren Tränen sein. Das würde er heute nicht mehr ertragen. So hielt er sich bedeckt...

„Zwischen uns ist einfach unglaublich viel passiert, Gretchen“, sagte er ruhig. „Dann sind da noch unausgesprochene Dinge, Thorben und eure Hochzeit. Ich mein, was erwartest du denn da von mir oder uns beiden?“

„Ach, ich weiß doch auch nicht“, jammerte die Blondine drauf los und Marc fiel beinahe aus allen Wolken. „Weißt du... Es tut einfach so gut, jetzt mit dir hier zu sitzen und einfach zu reden. So wie wir es immer getan haben. Mit Thorben kann ich das nicht.“

„Warum nicht?“, fragte er vorsichtig, denn sie sah schon wieder traurig zu Boden. Aber seine Sorge, die Schleusen würden sich gleich wieder öffnen, war unbegründet...

„Ich bitte dich, Marc. Er arbeitet als Versicherungskaufmann und ich als Ärztin im Krankenhaus. Wir haben nicht dieselben Interessen, nicht ansatzweise vergleichbare Erlebnisse. Von den Freunden, mal ganz abgesehen. Er trifft doch eigentlich nur Schlipsträger. Wir reden fast nur über Sarah“, echauffierte sie sich beinahe.

„Und das ist jetzt so schlimm, weil...?“

„Weil Thorben und ich nie über UNS reden. Was uns bewegt, was wir erleben. Du und ich, wir haben das gemacht. Weil wir es konnten. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich das vermisse.“

„Doch kann ich“, sagte er ehrlich und verwunderte Gretchen mit dieser Aussage. „Aber Gretchen, wenn ich noch öfter hier bin und wir, so wie jetzt, zusammen auf der Couch liegen, dreht Thorben irgendwann endgültig durch. Darauf werden wir also weiterhin verzichten müssen.“

Abwesend spielte er mit ihren langen Locken. Er hasste es, dass es nicht so bleiben konnte.

„Ich weiß“, flüsterte sie leise zur Antwort, kuschelte sich noch dichter an ihn und schob, als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt, ihre Hand unter sein, aus der Hose gerutschtes, Hemd. „Aber jetzt gerade finde ich es schön und genieße es.“ Es fühlte sich richtig an, hier bei ihm, obwohl es so falsch war. Sie war unentschlossen. Eigentlich war sie sich ziemlich sicher gewesen, Thorben von ganzem Herzen zu lieben und ihn heiraten zu wollen. Aber immer, wenn Marc einmal mehr bewies, dass er sich geändert hatte, schwand dieses Gefühl. Dann wollte sie immer genau da sein, wo sie jetzt gerade eben war. In seinen Armen. Wie gern würde sie endlich eine richtige Familie sein. Mit Marc an ihrer Seite. Doch wer garantierte ihr, dass er sie nicht wieder im Stich ließ? Zwar hatte er gesagt, dass er bei ihr ist und so lange bleibt, wie sie möchte... doch war das wohl eher auf den Moment bezogen als auf die Ewigkeit. Sich darüber den Kopf zu zerbrechen, würde ihr jetzt nichts bringen. Ihr Kopfschmerz hatte gerade etwas nachgelassen, da wollte sie ihren Denkapparat nicht gleich wieder anstrengen und nachher doch noch zu Medikamenten greifen. Außerdem fühlte sie sich schrecklich beobachtet, also hob sie den Kopf leicht an.

Undurchdringlich sah Marc sie an. Seine Miene spiegelte keinerlei Gefühlsregung wieder, und hätte sie ihm nicht in die Augen schauen können, hätte sie Angst bekommen. Er dachte nach, dass wusste sie. Wie es schlussendlich für sie ausgehen würde, wusste sie jedoch nicht. Meist kam für sie nichts Gutes dabei rum. Aber sie sah seine Gefühlswelt in seinen Augen. Darin lag so viel Sehnsucht, dass sie allein von diesem Anblick beinahe zerflossen wäre. Genoss er diesen Moment genauso wie sie? Vermisste er sie? Und bevor sie dazu einen klaren Gedanken fassen konnte, riss sie Marcs kratzige Stimme in die Realität zurück.

„Schau mich nicht so an“, hauchte er ihr zu. „Leg dich wieder hin und versuch jetzt endlich mal ein bisschen zu schlafen.“

„Nein. Noch nicht“, widersprach sie ihm, wie so oft. Sie wusste, sie brachte ihn damit zur Weißglut. Aber sie wusste auch, wie sie ihn wieder besänftigen konnte. Gretchen sehnte sich so sehr danach, dass sie ohne darüber nachzudenken, oder auf Marcs verdutztes Gesicht zu reagieren, ihre hungrigen Lippen auf seine legte. Sämtliche Vernunft und jeder einzelne Gedanke an Thorben war vergessen. Unkontrolliert fuhren die Hände der Blondine durch die Haare des Chirurgen, der sie, mit seiner linken Hand, fest an sich drückte. Es fühlte sich fast so an, als hätte er Angst, sie könne ihm davonlaufen. Die rechte nutzte er, um ihre Wange zärtlich zu streicheln. Sie verloren sich ineinander.

Marc wusste ganz genau, worauf das hier hinauslaufen würde, wenn sie es nicht unterbinden würden. Irgendwann würden sie an einem Punkt ankommen, an dem sie sich nicht mehr zurückhalten konnten und da er Gretchen kannte, wusste er, was für ein schlechtes Gewissen sie haben würde. Die Nacht in München war unglaublich und zu gern würde der verhungernde Chirurg das wiederholen... Doch es durfte nicht passieren.

Und trotz dieser Einsicht, dauerte es noch einige Minuten bis sie sich endgültig und schwer atmend voneinander lösten. Er konnte selbst nicht glauben, dass er einen Schlussstrich zog.

„Gretchen... ich...“, versuchte Marc sich zu äußern, denn er war noch immer wie vom Blitz getroffen. Doch Gretchen legte ihm nur den Zeigefinger auf die Lippen und sagte: „Nicht reden. Lass uns das hier einfach genießen und in Erinnerung behalten.“

„Aber...“

„Nein Marc“, unterbrach sie ihn erneut. „Ich will nicht darüber reden oder nachdenken. Ich will das hier genießen und genauso schön, wie es ist, in Erinnerung behalten. In ein paar Jahren, wenn ich dann auf mein Leben zurückschaue, habe ich immer diesen wunderbaren Moment mit dir. Nur mit dir!“

„Okay...“, schoss es aus ihm wie aus einer Pistole. Wenn sie es so wollte, dann würden sie es so tun. Er konnte nicht klar denken. Was war hier gerade geschehen, fragte er sich, als Gretchen vorsichtig ihren Kopf auf seiner Brust ablegte und mit einem seiner Hemdknöpfe spielte. Sonst war er doch immer derjenige gewesen, der die Beherrschung verloren und auf sämtliche Vernunft gepfiffen hatte. War das nun etwa ein gutes Zeichen? Für ihn und gegen Thorben? Oder waren ihre Gefühle so durcheinander, dass sie gerade selbst nicht mehr wusste, was sie wollte?

Den restlichen Abend über, redeten die beiden kein Wort mehr miteinander. Sie saßen nur da und tauschten, in eiserner Verschwiegenheit, Zärtlichkeiten aus. Gretchen streichelte über seine Brust, zog mit dem Fingernagel Kreise um seinen Bauchnabel herum und kuschelte sich immer näher an ihn heran. Während Marc weiterhin ihren Rücken kraulte, mit ihren Haaren spielte und immer, wenn sie sich mit seinem Bauchnabel beschäftigte, schmunzelnd, leichte Küsse auf den Hinterkopf oder in ihrem Nacken verteilte. Irgendwann schliefen sie, Arm in Arm und völlig im Einklang mit sich selbst, ein...




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25.09.2018 07:54
#112 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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Wer nun denkt, dass es das gewesen ist, der irrt sich gewaltig. Ich hatte wirklich nicht gedacht, dass dies möglich sein würde, doch es wurde alles noch viel komplizierter, als es ohnehin schon war. Jedenfalls für Marc, Thorben und mich. Aber wie sagt man so schön? "Es muss erst schlimmer werden, bevor es besser wird!" Diese Weisheit lässt sich in allen Bereichen des Lebens anwenden. Wenn ich heute zurückdenke, muss ich wirklich sagen, dass ein jeder, der Angst bei den Kabbeleien von Nordkoreas Rumkugel und dem laut schnatternden Enterich der Vereinigten Staaten bekommt, froh sein kann, dass er oder sie niemals auf Marc Meier und Thorben Martens getroffen ist...



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25.09.2018 07:57
#113 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertundfünf – Opinion overload




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Schon um halb sechs in der Früh, am nächsten Morgen, tat sich in der sonst so ruhigen Spielstraße, in der Frau Doktor Margarethe Haase wohnte, das Vortor zur Hölle auf. Überraschenderweise hatte Thorben Martens den Weg nach Hause gefunden, nachdem er am gestrigen Abend fluchtartig die Wohnung verlassen hatte und rastlos durch Berlin gelaufen war.

Eigentlich hatte er den Drang verspürt, direkt die erstbeste Bar anzusteuern und sich volllaufen zu lassen, doch das wäre weit unter seinem Niveau gewesen. Er wollte sich einfach nicht mit Marc auf eine Stufe stellen und er glaubte auch nicht, dass es der angespannten Situation helfen würde, wenn er betrunken nach Hause kommen würde. Also beließ er es bei einem längeren Spaziergang, um den Kopf freizubekommen. Er musste die wirren Gedanken sortieren. Besonders jetzt, da ihm klar wurde, dass er sagen können würde, was immer er wollte... Marc würde bleiben! Würde dieser eingebildete Egomane sich nicht so zwischen ihn und seine Verlobte drängen, wäre es ihm sogar egal. Er selbst hatte verstanden, dass Sarah beide Elternteile brauchte und es gut war, dass Marc sich doch dazu entschlossen hatte, zu seiner Tochter zu stehen. Trotzdem funktionierte es einfach nicht, wie er das Leben von ihm und Gretchen einfach okkupierte. Es musste eine Einigung her, die alle zufrieden stellte. Natürlich ging Sarahs Wohl vor und er würde einen Teufel tun, dieses hintenanzustellen... Doch würde sich nicht bald etwas ändern, würde das alles vielleicht ein böses Ende nehmen. Das musste Gretchen doch einsehen! Er zermarterte sich den Kopf... Zu einem logischen Schluss kam der Versicherungskaufmann jedoch nicht, weswegen er schließlich den Rückweg antrat.

Um die Aussprache mit Gretchen etwas versöhnlicher zu gestalten, schlug er einen kleinen Umweg ein und ging, bevor er zu Hause aufschlug, zum Bäcker. Bei einem ruhigen Frühstück würden sich die Wogen sicherlich wieder glätten.

„Geh schon mal durch ins Wohnzimmer“, sagte Thorben, als er die Tür öffnete, zu Sebastian, den er beim Bäcker getroffen hatte. Der Gefäßchirurg wohnte im Hotel Bonverde, welches nicht weit von Gretchens Wohnung entfernt war. Doch sein langjähriger Freund hielt dies für unangemessen. Er war sein Gast, also konnte er auch bei ihnen übernachten, insofern er dies wollte und es für seine Verlobte kein Problem darstelle. Doch hätte er auch nur im Ansatz geahnt, was ihn zu Hause erwartete und was Sebastian mit seinem gemurmelten „Oh je!“ gemeint hatte, wäre er gar nicht erst in die Wohnung gegangen.

Da lag seine Verlobte in den Armen von Marc Meier, ihrem Ex-Freund, und schlief den Schlaf der Gerechten.

„Das kann ja wohl nicht euer Ernst sein!!!“, schrie der Versicherungskaufmann, nach einem kurzen Schreckmoment, aufgebracht und weckte so nicht nur die Übeltäter auf der Couch, sondern auch die kleine Sarah, die seelenruhig geschlafen hatte. Von dem Gebrüll, des vor Wut schäumenden Blonden und dem Weinen ihrer Tochter, schreckten Marc und Gretchen auf. Unglücklicherweise ziemlich blitzartig, weswegen sie mit den Köpfen zusammenstießen.

„Aua!“, jammerte die Blondine verschlafen und hielt sich mit einem zusammengekniffenen Auge den Kopf. Unterdessen sah Marc bereits, ohne auf Thorben einzugehen, nach der malträtierten Stelle. Mehr als eine Beule hatte Gretchen jedoch nicht zu befürchten. Ein anderer hingegen würde augenblicklich schlimme Qualen durchmachen.

„Was ist denn hier los?“, wunderte Gretchen sich über den spontanen Besuch am frühen Morgen.

„Die Frage steht ja wohl mir zu! Tickt ihr noch ganz sauber?“, meckerte der blonde direkt drauf los. Er wollte eine vernünftige Erklärung von seiner Zukünftigen. Stattdessen ging jedoch Marc direkt auf ihn los und bugsierte ihn durch die Tür nach draußen auf die Straße. Sarah, die nach Thorbens lauter Aussprache schrie wie am Spieß, sollte nicht noch mehr Aufregung an diesem Morgen haben.


„Sag mal, hackts bei dir? Am frühen Morgen so ein Theater veranstalten und das, obwohl du ganz genau weißt, dass Sarah um diese Uhrzeit noch schläft! Viel hab ich von dir nicht erwartet, aber so ein kleines bisschen Verstand ist ja wohl drin, oder?“, fuhr Marc den Versicherungskaufmann wutentbrannt an und schubste ihn unsanft vor sich her.

„Komm du mir mal nicht krumm!“, spie Thorben gleichermaßen zurück und drehte sich zu dem erbosten Chirurgen um. „Machst dich hier ungeniert an meine Frau ran, wenn ich mal eine Nacht nicht da bin.“

„Leidest du unter Sauerstoffmangel?“, fragte Marc aufgebracht. „Ich habe hier, im Gegensatz zu dir, aufgepasst, dass Gretchen mal ein bisschen schläft und nicht die ganze Nacht durch die Wohnung tigert, Titanic schaut und sich die Augen ausheult! Merkst du noch was? Ihr geht es beschissen und du Karussellbremse hast nichts Besseres zu tun, als sie blöde anzumachen und sitzen zu lassen!“

„Ich glaube nicht, dass ich mich vor dir rechtfertigen muss. Gretchen weiß ganz genau, worum es mir geht und kaum bin ich mal eine Nacht nicht zu Hause, bist du da!“

„Was ich nicht gewesen wäre, wenn du dich nicht einfach verpisst hättest, nur weil sie keine Lust hatte, dir den behaarten Bauch zu kraulen und die Suppe ans Bett zu bringen, sondern nach dem ganzen Trubel einfach mal schlafen wollte!“, gab der Chirurg mit Nachdruck zu verstehen.


Die Männer gifteten sich so lautstark an, dass zwei Stockwerke über ihren Köpfen, wo Gretchen und Sebastian ausharrten, jedes Wort deutlich zu verstehen war. In peinlichem Schweigen standen die beiden im Wohnzimmer. Sebastian hielt noch immer die Brötchentüte in der Hand, während Gretchen Sarah auf dem Arm hielt und tröstete, die sich furchtbar erschrocken hatte und noch immer weinte.


„Das geht dich doch alles nen feuchten Dreck an! Was bildest du dir eigentlich ein? Meinst du im Ernst, dass bei euch wieder alles gerade läuft, nur weil du es schaffst, dich ein bisschen zusammenzureißen? Ich weiß, wie du eigentlich bist!“

„Du weißt nicht im Geringsten über mich Bescheid, Freundchen... Das, was du weißt, weißt du aus Erzählungen. Im Gegensatz dazu weiß ich allerdings, dass du nicht der tollte Knecht bist, für den Bärbel dich hält.“

„Und wie kommst du zu dieser These?“, fragte Thorben überheblich.

„Ich war hier, als Gretchen allein war und du deine Versicherungen verscherbelt hast. Ich habe gesehen, was diese Frau tagtäglich allein meistert - trotz ihrer Arbeit im Krankenhaus. Wo warst du denn bitte, als sie Hilfe bei den Weihnachtseinkäufen brauchte? Beim Dekorieren?! An Heiligabend?! Du warst nicht da, weil es dir wichtiger war, zu verkaufen anstatt bei deiner Verlobten und ihrem Kind zu sein“, zählte Marc aufgebracht auf.

„Damit Gretchen irgendwann nicht mehr arbeiten muss!“

„Hast du Intelligenzallergiker es noch immer nicht geschnallt?“, brüllte der Chirurg ungehalten und ging noch einen Schritt auf Thorben zu. „Sie will verdammt nochmal nicht aufhören zu arbeiten und das muss sie auch nicht, wenn du Flachpfeife endlich mal deinen Pflichten nachkommen würdest!!!“

„Ach komm! Erzähl du mir nichts von meinen Pflichten!“, erwiderte Thorben und wurde gehässig. „Wir wissen ja, wer sich feige verpisst und eine Schwangere auf die Straße gesetzt hat!“


„Scheiße!“, fluchte die Blondine in ihrer Wohnung leise, drückte Sebastian ungefragt ihre Tochter in die Arme und stürzte nach unten, um ein Unglück zu vermeiden. Sie wusste genau, wie Marc reagierte, wenn man ihm seine Fehler vor Augen hielt. Besonders dann, wenn er unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde.


„Überspann den Bogen nicht!“, knurrte Marc mit erhobenem Finger und wollte schon einen weiteren Schritt auf Thorben zugehen, als Gretchen sich zwischen sie stellte und ihn mit beiden Händen an der Brust leicht zurückdrückte. „Lass mich!“, forderte er, wutschnaubend, von ihr. Wenn er könnte, wie er wollte, würde er ihren Verlobten auf der Stelle in der Luft zerreißen. Wenn Sarah nicht wäre, würde er ohne mit der Wimper zu zucken zuschlagen. Zu Geschnetzeltem, würde er den Versicherungskaufmann verarbeiten, wenn nicht ein Blick in die blauen Augen seiner Herzdame genügen würde, um ihn zu beruhigen.

„Ich kläre das mit ihm“, sagte Gretchen entschlossen zu ihrem Oberarzt. „Geh du nach oben und kümmer dich um Sarah. Wir kommen dann gleich nach. Bitte.“


Nur widerwillig ließ Marc die beiden allein. Am liebsten würde er bei diesem Gespräch dabei sein und den Schiedsrichter spielen. Allerdings wusste er auch, dass Gretchen niemals in seinem Beisein ein klärendes Gespräch mit ihrem Verlobten führen würde. Es war nun einmal eine Sache zwischen ihm und ihr. Da hatte er, wenn er mal ehrlich mit sich selbst war, einfach nichts zu suchen. Langsam trottete er zur Haustür, jedoch nicht ohne Thorben einen unmissverständlich, tötenden Blick zuzuwerfen, und war Gretchen insgeheim dankbar, als er die neugierigen Nachbarn sah, die sich ihre Nasen an den Fensterscheiben platt drückten. Dieser Umstand machte ihn gleich noch wütender. Nicht nur, dass er sich in aller Öffentlichkeit zum Trottel gemacht hatte. Er hasste es, wenn die Leute sich nicht um ihre eigenen Angelegenheiten kümmerten.

So wie Sebastian, der ihn sogleich mit Fragen bombardierte, als er ins Wohnzimmer kam und dem überforderten Gefäßchirurgen das schreiende Kind abnahm.

„Was ist denn mit euch los?“, fragte er aufgewühlt. Doch Marc hatte absolut keine Lust zu reden oder irgendjemandem auch nur im Ansatz zu erklären, was gestern Abend in diesen vier Wänden vor sich gegangen war. Viel lieber schunkelte er seine Tochter auf seinem Arm und stellte sich unauffällig ans Fenster, um Gretchen und Thorben zu beobachten.

„Warum?“, stellte Marc Gegenfragen, um nicht antworten zu müssen. „Was soll sein?“

„Na ja... wir kommen hier an, ihr liegt zusammen auf dem Sofa und sofort bricht hier der dritte Weltkrieg aus. Ehe ich mich versehe, hab ich dein Kind auf meinem Arm, welches mir das Trommelfell wegbrüllt. Könntest du mir das alles vielleicht mal erklären?“

„Warum? Hörst doch eh nichts mehr“, nuschelte der aufgewühlte Chirurg.

Für Sebastian fast ein Grund, aus der Haut zu fahren. Schon in München hatte er Marc für seine abweisende Haltung innerlich verflucht...




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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

06.10.2018 22:48
#114 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertundsechs – Lucky One




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„Marc! Kannst du deinen Sarkasmus auch mal für dich behalten und vernünftige Antworten geben?“

„Man Sebastian“, schnaubte Marc auf. „Ab einem gewissen Punkt im Leben ist das ein Reflex. Kann man nichts gegen machen. Hättest du jetzt die Güte, deinen Hintern auf der Couch zu parken und mich hier in Ruhe zu lassen?!“

„Ist ja gut. Reden wir eben später“, antwortete Sebastian beleidigt, zog seine Jacke aus und machte es sich bequem. „Oder wir reden gar nicht. Wir können uns auch anschweigen. Ich bin zwar nicht lange hier... aber ich komme bestimmt noch einmal wieder. Weißt du eigentlich, wie lange wir uns nicht mehr gesehen haben?“

„In einem menschlichen Körper sind mehr als sieben Trillionen Nerven!“, presste Marc zwischen den Zähnen hervor und drehte sich leicht zur Seite, um seinen ehemaligen Kollegen ansehen zu können. „Und doch schaffst du es, mir den letzten zu rauben. Halt die Klappe jetzt!“

Als er jedoch wieder aus dem Fenster sah, wünschte er sich, er hätte sich zu Sebastian gesetzt und ihm seine Lebensgeschichte erzählt. Ihm gefror das Blut in den Adern. Sein Herz, welches schwer wie Blei wurde, schlug hart gegen seinen Brustkorb. Seine Kehle wurde trocken. Sein Puls raste und die Ader auf seiner Schläfe pulsierte heftig. Bei dem Anblick blieben Sebastian die Worte, die er dem Chirurgen mitgeben wollte, im Halse stecken. Langsam erhob er sich, damit er nachsehen konnte, was den Gemütszustand seines Freundes so drastisch verändert hatte.

Dort wo zwischen Gretchen und Thorben vorhin noch eine Lücke war, als sie wild gestikulierend miteinander diskutierten, standen die beiden nun eng umschlungen und küssten sich. Das konnte sich doch kein Mensch ansehen ohne einen Brechreiz zu bekommen. Ausnahmslos jeder, würde nun vom Fenster weggehen und sich anderweitig beschäftigen, um dieses Bild aus dem Kopf zu bekommen. Doch nicht Sebastian Gesenhues. Bei ihm war es wie bei einem Autounfall. Man konnte einfach nicht wegschauen. Marc hingegen wusch, wickelte, cremte Sarah ein und zog sie um. Sie hatte sich inzwischen beruhigt und konnte auch schon wieder vergnügt quietschen und herumzappeln, damit ihr Vater es besonders schwer hatte, ihr die Strumpfhose anzuziehen, weil sie immer wieder das Bein anwinkelte und der Fuß wieder herausrutschte. Nach dem siebten Versuch fand Marc dieses Spielchen allerdings nicht mehr ganz so witzig. Er drückte ihre kleinen, pummeligen Beinchen sanft nach unten und sorgte mittels seines Unterarmes dafür, dass sie auch so liegen blieben. Im Nu hatte er die Strumpfhose über ihr Popöchen gezogen. Nun zurrte und zerrte er noch daran rum, weil er unbedingt wollte, dass sie ihr bis über die Nieren ging, denn es war noch immer ziemlich kalt in Deutschland. Freudig kicherte Sarah immer dann, wenn sie ein Stückchen nach oben flog. Und je schneller Marc die Strumpfhose hochzog, desto lauter wurde das herzerweichende Gekicher seiner kleinen Tochter. Leider konnte sie nicht Sebastian übertönen, der aus dem Wohnzimmer rief, „Sag mal – frisst der sie gleich auf?“.

Augenrollend nahm sich der Chirurg einen Body mit Herzchen-Aufdruck aus der Schublade. Seit einigen Wochen mussten er und Gretchen ihrer Tochter den Body über die Strumpfhose ziehen, weil Sarah einen Heidenspaß daran hatte, diese auszustrampeln. Inzwischen war auch Marcs schlechte Laune wie weggeblasen. Belustigt zog er den Body nur zur Hälfte über Sarahs Köpfchen und fragte ganz verwundert, „Huch! Wo ist denn meine Prinzessin?“. Sie zappelte aufgeregt mit ihren Ärmchen und wollte nach seiner Nase greifen, als er den Body herunterzog und rief, „Aaaaah, da ist sie ja!“.

Er liebte es, sie lachen zu hören. Es war das aufrichtigste Geräusch, welches er bisher gehört hatte. Weil er davon nicht genug bekommen konnte, beugte er sich zu Sarah herunter, um an ihrem Hals ein wenig zu knabbern und zu prusten. Dabei hätte es dies gar nicht gebraucht, um sie zum Lachen zu bringen, denn sein Dreitagebart kitzelte sie ohnehin. Mit ihren kleinen Händen versuchte sie, vergeblich, ihren gut gelaunten Papa von sich zu drücken. Allerdings hatte sie keinerlei Chance ihn auch nur davon zu überzeugen, aufzuhören. Immer wieder klatschte ihre Hand gegen seinen Kopf oder sein Ohr und stachelte ihn somit an, weiterzumachen bis ihm die Puste ausging.

Marc war so sehr damit beschäftigt, seine Tochter zu bespaßen, dass er nicht mitbekam, dass Sebastian inzwischen in der Tür stand und ihn beobachtete.

„Sehen Sie heute: Marc Meier, Ex-Machina, in – die Super Nanny“, scherzte der Gefäßchirurg belustigt. Doch er meinte dies keinesfalls zynisch. Soweit er es beurteilen konnte, machte Marc einen super Job... Das kleine Mädchen, was vergnügt lachte, gab ihm keinerlei Zweifel daran. „Egal was zwischen euch vorgefallen ist... Egal was dich dazu bewegt hat, zu gehen... Es war verdammt richtig, wiederzukommen! Auch wenn du sie nicht zurückbekommst. Du hast eine wundervolle Tochter, Marc!“

„Die habe ich“, grinste Marc seinen kleinen Engel an. „Alles andere werde ich dir trotzdem nicht beantworten!“

„Brauchst du auch nicht. Es geht mich nichts an... Das ist eine Sache zwischen dir und Gretchen, die ihr allerdings schleunigst klären solltet. So wie es hier, heute Morgen, zugegangen ist, kann es nicht weitergehen, Marc. Das ist nicht gut für euch und am allerwenigsten für eure Tochter“, meinte Sebastian ernst.

„Seit wann denn so erwachsen?“

„Nur weil ich mich bisher nicht fest binden konnte, diesem Gynäkologen sei Dank, und eher flapsig durchs Leben gehe, heißt es nicht, dass ich nicht erwachsen bin. Ich bin einfach nicht in einer solchen Situation. Warum also, soll ich mich verhalten wie ein alter Knacker?“

„Na ja... Vielleicht hättest du bessere Chancen bei Melanie gehabt, wenn du diese Seite mal gezeigt hättest?!“, gab Marc seinem Freund zu bedenken. „Und was Mehdi angeht... Er tut ihr gut! Ich war damit auch nicht einverstanden. Er ist mein bester Freund, sie meine Schwester. Aber es ist gut so, wie es ist. Schließ damit endlich mal ab... Es gibt auch noch andere Frauen.“

„Das sagt der Richtige!“, zwinkerte Sebastian.

Damit waren sie bei einem Thema angekommen, welches Marc Meier sicherlich nicht mehr anschneiden würde. Nicht heute! Nicht nachdem, was gestern Abend passiert war und dem, was er gerade sehen durfte. Er verstand Gretchen einfach nicht und er würde sich hüten, dem heute noch auf den Grund zu gehen. Viel lieber würde er sich darum kümmern, endlich voranzukommen. Es bestand keinerlei Zweifel daran, dass Gretchen noch tiefe Gefühle für ihn hatte... Wenn sogar er dies mehr als deutlich bemerkte. Es fehlte eigentlich nur noch der Schubs in die richtige Richtung.

Nachdem Gretchen und ihr blonder Schönling endlich wieder nach oben kamen und Sarah für den Morgen soweit fertig war, beschloss Marc, dass es an der Zeit war, zu gehen.

„So! Ich werde jetzt nach Hause fahren, duschen, mich umziehen und dann mal in der Klinik vorbeischauen. Müssen ja nicht schon wieder auf mich verzichten. Du hast ja heute frei“, sagte er zu Gretchen. „Und allein bist du ja auch nicht. Hast ja wundervolle Unterstützung.“

„Deine Ironie kannst du dir sparen, Meier!“, giftete Thorben drauf los. Was bei Gretchen zu einem genervten Stöhnen führte. Aber bei den beiden Streithähnen würde sie so oder so nur gegen eine unsichtbare Wand laufen, also ließ sie die beiden gewähren... Wenn es zu bunt werden würde, könnte sie noch immer eingreifen.

Doch soweit kam es gar nicht erst. Marc beschränkte sich auf ein „Doch nicht so blöd, wie du aussiehst.“, schnappte sich seinen Freund aus München und verließ, wie der Wind, die Wohnung.




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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

16.10.2018 14:37
#115 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertundsieben – Whatever it takes




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Nach einer schnellen Dusche und einer kurzen Auseinandersetzung mit seiner Mutter, stiefelte Marc beschwingt durch die Gänge seiner Station. Hier und da gab er klare Anweisungen, scheuchte das Personal auf und ließ sich, wie ein König, bedienen. Bisher bemerkte Sebastian keinerlei Unterschied zu dem Marc, den er in München kennengelernt hatte. Jedenfalls was die Arbeitsweise anging. Selbst die Krankenschwestern, eine nach der anderen, wurden rot, kicherten verliebt oder fingen an zu tuscheln, wenn der braunhaarige näher kam. Nur eine nicht. Eine sehr stark geschminkte, auf ihn eingebildet wirkende, Krankenschwester bedachte seinen Freund mit bösen Blicken. Und trotzdem hatte er das Gefühl, dass sie immer dort war, wo sie gerade waren. Ihm wurde ein bisschen unbehaglich bei dem Gedanken, von ihr verfolgt zu werden. Natürlich war auch Marc ihr Anhängsel aufgefallen und innerlich feixend, zog er den einzig logischen Schluss, der ihm in den Sinn kam. Nun würde sich das Blatt doch noch wenden...

„Und was willst du jetzt machen?“, fragte Melanie ihren großen Bruder beim Mittag. Marc hatte ihr und seinem besten Freund erzählt, was zwischen ihm, Gretchen und Thorben vorgefallen war. „Hört sich jetzt nicht danach an, als würde sie den Schleimer in den Wind schießen.“

„Ich werde tun, was nötig ist“, grinste der Chirurg schadenfroh. „Ich hab schon seit einiger Zeit eine genaue Idee und seit heute Mittag, als Sebastian da war, auch endlich eine Möglichkeit, diese umzusetzen. Wenn alles gut läuft, dauert es nicht lange und wir sind den Bettvorleger wieder los.“

„Dein Wort in Gottes Gehörgang“, antwortete Mehdi. „Wenn ich auch nur an sein Grinsen denke, überkommt mich körperlicher Ekel!“

„Mhmm... Was dich aber nicht davon abhält, Erdbeerpudding in die Futterluke zu schieben“, nuschelte Marc, ehe er an seinem Kaffee nippte. Den er beinahe über sein neues Hemd gekippt hätte, weil ihn seine freche Schwester unterm Tisch getreten hatte. Entgeistert schaute er sie an, wurde jedoch nur freundlich lächelnd angesehen. Wenn nicht gerade das Objekt seiner vorübergehenden Begierde an seinem Tisch vorbeigelaufen wäre, hätte seine Schwester sich warm anziehen können. So jedoch entschuldigte er sich mit einem kurzen „Ich muss los!“ und ließ zwei überraschte Ärzte zurück.

Schnell hatte der Chirurg sein Ziel erreicht und zog eine zeternde Krankenschwester mit sich in die nächste Besenkammer.

„Was willst du schon wieder von mir, Marc?“, maulte Gabi ihren Entführer beleidigt an. Erntete jedoch nur ein belustigtes Grinsen, „Dasselbe wie schon vor ein paar Tagen. Deine Hilfe.“

„Das kannst du sowas von vergessen, Meier!“

„Okay... Dann anders. Wenn du mir hilfst, helfe ich dir. Ich finde, das ist ein fairer Deal. Nachdem was zwischen uns beiden vorgefallen ist“, zuckte er mit den Schultern.

„Mal ganz abgesehen davon, dass ich wirklich nicht weiß, wie du mir helfen wollen würdest, bist du doch selbst schuld.“

„Das sehe ich anders. Außerdem bin ich weder blind noch auf den Kopf gefallen.“

„Was ich nicht unterschreiben würde, bei dem Terz, den du veranstaltest, nur um Moppelchen wieder ins Bett zu bekommen“, zweifelte Gabi an und wollte gerade wieder gehen, als Marc seinen Trumpf aus dem Ärmel zog, „Ich hab gesehen, wie du Sebastian angeschaut hast, Gabi, und glaube mir, den Blick kenne ich. Hilfst du mir mit Gretchen, spiel ich für dich den Kuppler.“

Schlagartig hielt die Krankenschwester in ihrer Bewegung inne und drehte sich langsam zu ihrem verhassten Ex-Zwangsverlobten um. Bei ihm hatte sie keinerlei Chancen mehr, das wusste sie und auch bei Doktor Kaan wurden die Chancen von Tag zu Tag geringer. Marcs Begleitung am Vormittag war ihr schon am Tag zuvor aufgefallen und was sie sah, gefiel ihr. Vielleicht würde sich hier die Möglichkeit ergeben, doch noch glücklich zu werden? Wenn das einzige Übel war, Marc zu helfen... Würde sie es nicht tun, würde dieser gemeine Schuft seinem Freund wahrscheinlich Gruselgeschichten über sie erzählen. Von denen die ein oder andere sogar wahr sein würde.

„Was muss ich genau tun?“, fragte sie schnippisch und innerlich machte ein sehr glücklicher Chirurg Luftsprünge.

„Du spielst meine, bis über beide Ohren verliebte, Freundin.“

Gabi fiel die Schminke aus dem Gesicht. Das konnte unmöglich sein Ernst sein!

„Und du meinst, das wird dir bei dem dicken Haasen helfen? Hast du vergessen, was war oder bist du mit dem Kopf irgendwo aufgeschlagen?“

„Natürlich habe ich es nicht vergessen und glaube mir, würde ich eine andere Möglichkeit sehen, würde ich die eher nutzen, als dich zu fragen.“, sagte Marc schnell. „Aber überleg doch mal... Sie behauptet Thorben, und nur Thorben, von ganzem Herzen zu lieben. Kann ich widerlegen, aber das reicht einfach nicht. Wenn sie uns beide zusammen, scheinbar glücklich, sieht, wird sie eifersüchtig. Thorben merkt das, die beiden trennen sich, ich bin ihr Retter in der Not.“

Mit hochgezogener Augenbraue starrte Gabi ihr Gegenüber fassungslos an. Noch immer konnte sie nicht glauben, was er da soeben vorgeschlagen hatte. Außerdem zweifelte sie ernsthaft an seinem Geisteszustand. Vielleicht steckte die zartrosa Blümchenwelt von Gretchen Haase aber auch an? Dann würde sie sich hüten, bei dem Theater zu lange mitzumachen.

„Wenn das alles gut läuft, dann erzähl ich Sebastian, dass du ne tolle Frau bist und dich gern mit ihm treffen würdest. Damit wären wir eindeutig quitt.“

„Gut“, stimmte Gabi zu. Trotzdem war sie davon noch nicht ganz überzeugt. „Geb ihm meine Nummer. Wenn er sich meldet, dann bin ich dabei. Und jetzt guck mich nicht so an. Ich brauche schon einen kleinen Vertrauensbeweis...“

„Na, den bräuchte ich wohl eher von dir...“

„Willst du dich jetzt streiten oder das ich dir helfe? Wir können es auch gerne so belassen, wie es ist. Dann bekomme ich zwar nicht das, was ich haben will... Aber auch du leidest weiter und dabei habe ich dir in den letzten Monaten eigentlich sehr gern zugeschaut“, grinste sie schadenfroh.

Grummelnd gab Marc nach und schickte Sebastian, der vor dem Mittagessen die Biege gemacht hatte, weil er ja eigentlich Thorbens Gast war, eine SMS mit Gabis Nummer und der Bitte, sich doch mal bei ihr zu melden.

„Zufrieden?“, fragte er schließlich.

„Wenn er sich gemeldet hat, sicherlich. Ab wann soll der Zirkus denn steigen? Muss mich ja irgendwie darauf vorbereiten. Nicht, dass ich noch aus meiner Rolle falle...“

„Ab übermorgen. Da ist Gretchens nächste Schicht und Gabi“, warnend hielt er sie am Handgelenk zurück, als sie Anstalten machte zu gehen, „Mach keinen Scheiß. Ich kann deine Träume ganz schnell zu Schäumen werden lassen!“

Das war einfach, dachte Marc sich am Abend auf dem Heimweg. Warum konnte Sebastian nicht schon eher hier aufschlagen? Dann wäre er wahrscheinlich schon längst fertig und hätte nicht Tage damit zubringen müssen, vor Gabi zu Kreuze zu kriechen. Natürlich verstand er ihre Zweifel und wusste, dass sie jeden Grund hatte, ihm nicht zu helfen. Er war ja selbst nicht sonderlich erpicht darauf. Doch außer ihr, fiel ihm niemand ein, auf den Gretchen eifersüchtig werden würde und er hatte sich geschworen, alles in seiner Macht stehende zu tun, um sein Gretchen wieder bei sich zu wissen.

Die Blondine, die noch nichts von ihrem baldigen Glück ahnte, sah enttäuscht auf ihr Smartphone, welches ihr vor zwei Minuten den Eingang einer Nachricht angezeigt hatte.

Schaffe es heute Abend nicht mehr. Fahre direkt nach Hause. Drück Sarah von mir. -Marc.

Seitdem er aus München zurück war, gab es selten einen Abend, an dem er nicht bei ihnen war. Natürlich hat es solche Abende auch gegeben, aber nicht in letzter Zeit und vor allem nicht ohne Begründung. Meistens war es ein Notfall gewesen. Dann würde sie ihre Tochter heute Abend wohl allein ins Bett bringen...

Hoffentlich bleibt das nicht so...




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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

02.11.2018 22:59
#116 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertundacht – The Take Over, The Break Over




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Es blieb nicht dabei. Am nächsten Morgen stand Marc, der wieder klingelte und nicht einfach mit seinem Schlüssel reinplatzte, gestriegelt im Kinderzimmer und kümmerte sich vorbildlich um seine Tochter, ehe er zu seiner Schicht verschwand. Und auch am Abend war er für Sarah da. Trotzdem blieb Gretchen ein bitterer Beigeschmack. Nur wenn Sarah dabei war, befasste sich der Chirurg auch mir ihr selbst und scherzte mit ihr... Doch sobald sie im Bett war, verabschiedete er sich ziemlich kühl von ihr. Nichts war mehr geblieben von der Herzlichkeit, was besonders Thorben freudig auffasste. Gretchen hingegen war einfach nur verwirrt. Sie erkannte Marc gar nicht wieder. Auch Mehdi, Melanie und Sebastian konnten ihr nicht sagen, was mit ihm los war. Sie verstand die Welt nicht mehr und am nächsten Tag sollte es für sie noch viel dicker kommen.

Gut gelaunt, wie immer, trat sie ihre Schicht an und grüßte Marc freundlich. Der jedoch sah sie nur kurz an, murmelte etwas Unverständliches und verschwand, nachdem Sabine ihm seinen Kaffee gereicht hatte, in sein Büro. Konfus sah die Chirurgin ihm hinterher, denn für gewöhnlich saßen sie noch zehn Minuten gemeinsam im Schwesternzimmer und gingen die Visite durch. Irgendwas schien ihrem Ex-Freund gegen den Strich zu gehen und sie würde herausfinden, was es war. Auf diese unentspannte Atmosphäre hatte sie absolut keinen Nerv. Nicht nach dem ganzen Stress der letzten Tage und bei dem, was in den nächsten noch auf sie zukommen würde. Sie hatte nur noch eine Woche bis Thorbens Wohnung ausgeräumt sein musste und drei Tage später war bereits die Taufe.

Doch schon nach dem zweiten Patientenzimmer war der glücklich verlobten Mutter klar, dass mit Marc Meier nicht gut Kirschen essen war. Frau Koch erzählte ihnen von ihrer Hochzeit, nachdem sie Gretchens Verlobungsring gesehen hatte und die Chirurgin war sofort Feuer und Flamme.

„Da hat man ja gleich Schmetterlinge im Bauch“, seufzte sie und maß den Blutdruck. Wohingegen Marc ruckartig von seiner Akte aufsah und „Meine Güte... Du frisst auch wirklich alles!“ spie.

Doch damit noch lange nicht genug. Bei Herrn Grünling, dessen Blutwerte verrückt spielten, fragte sie unbedacht „Weißt du, was ich nicht verstehe?“

„Gott! Das dürfte in deinem Fall ein ziemlich breites Feld sein“, stöhnte Marc genervt auf.

„Hä?! Was denn für ein Feld?“

„Siehst du?! Da geht es schon los. Keine Sorge, Herr Grünling“, wandte er sich, übertrieben freundlich, an den Patienten. „Wir haben auch kompetentes Personal. Welches nicht den ganzen Tag Hunger hat...“, fügte er, mit vorwurfsvollem Blick an Gretchen gerichtet, an. Ihr Magen hatte wirklich laut gegrummelt und beinahe schämte sie sich dafür. Sie war aber auch verdammt sauer auf ihren Oberarzt.

„Oh entschuldige, Marc... Aber im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen, wenn er leer ist“, fauchte sie ihm entgegen und ließ ihn einfach stehen. Noch eine Sekunde länger mit ihm in einem Raum und sie würde ihn erschlagen oder heulen. Beides, in Anwesenheit von Patienten, nicht sonderlich angebracht. Und so wie sie ihn kannte, würde es, nach ihrer Aussage, heute nicht viel besser werden. Die Chancen auf ein klärendes Gespräch mit ihm waren schwindend gering. Tendenz fallend! Was hatte sie sich auch dabei gedacht? Sie wusste ganz genau, wie er war. Vielleicht sollte sie sich bei ihm entschuldigen...

Doch daraus wurde nichts, denn gerade als sie ihn ins Schwesternzimmer verschwinden sah, kam Thorben auf sie zu und brachte ihr ihr Handy, welches sie am Morgen zu Hause vergessen hatte und eine aufgeregte Frau, die sie nicht direkt sehen konnte, schrie über den Flur, „Herr Doktor! Hey Sie! Entschuldigen Sie, ich hab ihren Namen vergessen...“ Neugierig sahen Thorben und Gretchen nach, wer dort so einen Tumult machte und zumindest die Blondine war überrascht, dass es sich dabei um Gabi handelte. Wahrscheinlich wieder irgendein kindischer Schwachsinn, um Marc zu nerven. Aber der schien alles andere als genervt, als er antwortete „Kann nicht sein. Der steht doch an jeder Wand!“. Er lächelte sogar.

„Besonders an meiner Schlafzimmerwand“, hauchte die Krankenschwester anzüglich und wurde von Marc zu einem leidenschaftlichen Kuss herangezogen.

Gretchen klappte die Kinnlade hinunter und es kam ihr vor, als würde sie ein Déjà-vu erleben. Augenblicklich schossen ihr Tränen in die Augen... Ob vor Wut oder Enttäuschung, konnte sie selbst nicht sagen. Und warum sie enttäuscht sein sollte, wusste sie auch nicht. Sie waren nicht zusammen. Er konnte küssen, wen er wollte... Aber zu sehen, wie Marc seine Zunge in den Rachen dieser hinterhältigen Ziege schob, war wie ein Schlag in die Magengrube.

„Das ist jetzt nicht dein Ernst?“, fragte sie Marc mit brüchiger und ziemlich schwacher Stimme. „Nach allem, was sie getan hat und was wir getan haben, damit du sie endlich loswirst, schmeißt du dich ihr wieder an den Hals?!
Spinnst du?“

„Gretchen, nun lass ihn doch“, grinste Thorben zufrieden. Somit wäre vom Tisch, dass er sich Sorgen machen musste.

„Da hältst du dich diesmal raus“, fuhr Gretchen ihren Verlobten an, der ganz verwundert zu ihr herübersah und feststellen musste, dass sie weinte. „Das geht nur Marc und mich etwas an.“

„Falsch Hasenzahn... Das geht dich gar nichts an. Ich glaube nicht, dass ich dich um Erlaubnis fragen muss, wenn ich etwas mit einer anderen Frau anfange.“

„Jede andere - ja! Aber Gabi?! Maaarc... Das kann doch unmöglich dein Ernst sein und wie lange geht das bitteschön schon?“, fragte die Chirurgin aufgebracht.

„Wie Sie sehen, Frau Doktor“, höhnte Gabi und ließ Marc gar keine Möglichkeit zu antworten, „ist es sein Ernst. Sein voller Ernst. Er liebt mich eben doch... Und wenn Sie es genau wissen wollen, sind wir seit ein paar Tagen bereits wieder zusammen.“

„Deswegen bist du den einen Abend also nicht mehr vorbeigekommen. Weil du der Schnepfe das letzte bisschen Hirnmasse rausvögeln musstest“, stellte Gretchen empört fest.

„Hör ich da etwa Eifersucht? Ernsthaft Hasenzahn?“, beinahe hätte Marc angefangen zu lachen. Es war einfach zu typisch für Gretchen Haase. „Oh Gott... Ich dachte, das wäre durch. Du bist glücklich, ich bin glücklich. Wo ist dein Problem?“

„Erstens: Ich bin nicht eifersüchtig. Bin ich wirklich nicht“, sagte sie zu ihrem Verlobten, der durchaus eine andere Meinung hatte, „Und zweitens: Das kannst du auch sein. Mit jeder Frau. Ist mir egal. Aber nicht mit ihr!“

„Pass mal auf... Von dir lasse ich mir gar nichts sagen! Komm, Gabi, wir gehen und lassen die Heulboje den nächsten Schokoautomaten ansteuern.“

Lachend ließ sich die Krankenschwester an der Hand mitziehen. Zurück blieb ein, vor Verzweiflung, heulendes Gretchen und ein wütender Thorben, der absolut nicht verstand, was ihr Problem war.

„Da reden wir heute Abend drüber“, knurrte er ihr ins Ohr und trat ebenfalls die Flucht an.

Das konnte doch alles nur ein schlechter Traum sein, dachte die Chirurgin sich und nahm Sabine, die herbeigeeilt kam, dankend, das Taschentuch ab. Ein echt toller Tag. Thorben war sauer, Marc entwickelte sich zurück, mal wieder hatte das halbe Personal sie heulen sehen, Gabi war schadenfroh und wer noch nicht Bescheid wusste, der würde von Sabine bestens unterrichtet werden. Wenn dieser Tag also schon die Hölle war, wollte sie gar nicht wissen, wie die nächsten Tage auf Station für sie werden würden...

Warum immer ich?




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Choconussa Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 369

02.11.2018 23:02
#117 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einhundertundneun - Worte die bleiben...




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Es gab viele schreckliche Tage in ihrem Leben, die sie liebend gern vergessen hätte. Zahlreiche Schultage, die der blanke Horror waren. Meistens dank Marc. Mal abgesehen von den Bundesjugendspielen und die Vorbereitung darauf. Da war eindeutig Frau Beerenbusch dran schuld. Während ihrer Studienzeit gab es auch den ein oder anderen Tag oder besser gesagt, die ein oder andere Party und den darauffolgenden Kater, den sie nur zu gern aus ihrem Gedächtnis gelöscht hätte. Der Tag, an dem sie gesehen hatte, wie Peter sie betrog und sie wieder zu ihren Eltern ziehen musste. Die Scheinverlobung von Marc und Gabi und danach eigentlich jeder Tag bis zu ihrer Falschaussage. Und natürlich der Tag, an dem Marc sie verlassen hatte... Aber der heutige Tag gehörte eindeutig unter die Top drei der schlimmsten Tage in ihrem Leben. Nicht nur, dass sie sich am heutigen Abend auf eine erneute Grundsatzdiskussion einstellen konnte... Sie durfte ihrer Mutter am Telefon erklären, warum ihr Verlobter so verstimmt war, als er Sarah bei ihr abgeholt hatte. Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, schlug ihre Mutter vor, als Streitschlichterin aufzukreuzen und den beiden zu helfen. Diese fixe Idee konnte nur ihr Vater seiner übereifrigen Frau ausreden, was natürlich Marc wieder auf den Plan gerufen hatte. Der war mehr als nur belustigt gewesen und hatte Gretchen, mal wieder, als das Professorentöchterchen hingestellt.

Nach der zweiten OP wollte sie ihm den Hals umdrehen. Neben diversen Sticheleien und Gemeinheiten, durfte sie sich die Abendplanung ihres Oberarztes anhören und er hatte eine Menge mit seiner Gabi vor. Neben einem romantischen Essen bei seinem Lieblingsitaliener, kamen natürlich die Aktivitäten in der Horizontalen nicht zu kurz. Marc hatte genaue Vorstellungen und er wusste ja, worauf die Krankenschwester stand.

„Aber sie ist auch nicht vergesslich“, zwinkerte der Chirurg seinem Anästhesisten zu, dem die Unterhaltung mehr als nur unangenehm war. „Eine Kostprobe hatte ich schon und ich muss wirklich sagen, dass sie noch besser geworden ist.“

Gretchen Haase, die mal wieder nur Haken halten durfte, kochte vor Wut. Sie wollte das alles nicht wissen... Weder die Geschichten aus der Vergangenheit noch was aktuell zwischen den beiden lief. Zumal es ihr absolut gegen den Strich ging, dass Marc seinen gesamten Abend verplant hatte...

„Und wo passt, bei deiner so perfekt ausgearbeiteten Abendgestaltung, Sarah noch mit rein?“, fragte sie schnippisch. „Oder willst du dich jetzt nur noch mit Gabi beschäftigen und Sarah nimmst du, wenn dein Betthäschen mal keine Zeit für dich hat, weil sie auf einem anderen sitzt?!“

So schnell wie Marcs Kopf hochschoss und er in seinem Tun innehielt, konnte sie gar nicht gucken. Doch seinem wütenden Blick hielt sie stand. Wohingegen Sabine, die neben ihr stand, in Deckung ging. Dabei hatte sie wohl wenig zu befürchten. Jedenfalls weniger als Gretchen, die sich, ihrer Meinung nach, heute genug von Marc hatte herumschubsen lassen.

„Mal abgesehen davon, dass ich dir das sicherlich nicht auf die Nase binden würde...“, setzte Marc außergewöhnlich ruhig zu einer Erklärung an, wurde jedoch sogleich, lachend, von seiner blonden Ex-Freundin unterbrochen, „Ha! Aber alles andere schon? Ich bitte dich, Marc, das ist doch wirklich lächerlich.“

„Lächerlich ist, wie du dich hier gerade verhältst. Es geht dich, nach wie vor, nichts an. Um Sarah werde ich mich weiterhin kümmern“, knurrte er. „Ich werde nur nicht mehr jeden Tag, 24 Stunden, für DICH da sein. Damit wir uns verstehen.“

„Das werden wir ja dann sehen. Als ob du das wirklich durchhalten würdest. In ein paar Wochen siehst du nur noch Gabi. Und genau aus diesem Grund, weil du eben so bist und du dich niemals ändern wirst“, weinte Gretchen hinter ihrem Mundschutz, „habe ich dir nichts erzählt!“

Damit war sie zu weit gegangen... Doch leider bemerkte sie dies erst viel zu spät. Marc machte sich nicht einmal die Mühe, sie aus dem OP-Saal zu brüllen, damit sie unter vier Augen streiten konnten. Er explodierte an Ort und Stelle.

„Was bitte, willst du mir hier unterstellen? Dass ich mich nicht um mein Kind kümmern würde, nur weil ich eine neue Frau an meiner Seite habe? Dass ich meine Arbeit meinem Kind vorziehe und nicht dazu in der Lage bin, beides unter einen Hut zu bekommen? Ich bin nicht dein Verlobter, Gretchen“, schrie er außer sich. „Du kannst von mir halten, was immer du willst. Du kannst dich Gabi gegenüber geben, wie du willst. Das geht mir alles am Arsch vorbei. Aber wage es dich nie wieder, mich als Vater in Frage zu stellen. Sonst bekommen wir beide richtig Probleme!“

„Pff... Da man mit dir grundsätzlich richtige Probleme hat, müssen wir diese gar nicht erst bekommen. Wir beide schwimmen in Problemen!“

„Mh. Dafür hängst du mir aber schon verdammt lang am Rockzipfel... Wenn ich ein so schrecklicher Kerl bin, dann geh einfach. Sowie ich die OP ohne dich fertig bekomme, da du meistens eh nur im Weg herumstehst, werde ich auch allein mit Sarah klarkommen. Ich brauche dich nicht, Gretchen!“, brüllte Marc ungehalten weiter und scherte sich noch immer nicht um das unfreiwillige Publikum, dass sich so klein wie möglich machte, damit sie nicht auch noch in die Schussbahn gerieten.

„Ich hänge dir am Rockzipfel?“, fragte Gretchen ungläubig. „Ich habe dich nicht darum gebeten, wieder nach Berlin zu ziehen. Von mir aus, hättest du in München bleiben und dort versauern können.“

„Hätte ich vielleicht wirklich besser machen sollen!“

„Dann pack doch bitte deine Koffer und gehe zurück, damit wir dich hier nicht mehr ertragen müssen. Gabi kannst du mitnehmen... Die kann sich dann mit Marina abwechseln“, höhnte sie. „Es ging auch vorher ohne dich. Thorben ist ein wundervoller Verlobter, wird ein wundervoller Ehemann und Sarah mit Sicherheit immer ein guter und vielleicht sogar besserer Vater sein!“

„Verschwinde“, knurrte Marc bedrohlich und Gretchen hätte sich am liebsten geohrfeigt, für das, was sie da eben vom Stapel gelassen hatte. „Seh zu, dass du deine Schicht beendest und deinen fetten Arsch von der Station bewegst. Ich will dich weder sehen noch hören, sonst vergesse ich mich.“

„Marc... So meinte ich das wirklich ni...“, wollte sie sich entschuldigen. Weil es ihr wirklich leid tat und sie so auch gar nicht über ihn dachte. Doch damit hatte sie eindeutig eine unsichtbare Grenze zwischen ihnen überschritten. Denn Marc ließ nicht nur, nicht mehr mit sich reden...

„RAUS HIER, JETZT!“, brüllte er ihr ins Gesicht und als sie, noch immer, wie angewurzelt an ihrem Platz stand, legte er wütend sein OP-Besteck beiseite und bugsierte sie eigenhändig zur Tür raus. Von außen hörte sie noch, wie er Sabine anschrie, „Streichen Sie Doktor Haase für den Rest der Woche, vielleicht auch für die nächste, aus dem Schichtplan, damit ich ihr verheultes Gesicht nicht sehen muss!“

Seufzend packte sie im Schwesternzimmer ihre Tasche zusammen und wischte sich immer mal wieder die Tränen aus dem Gesicht. Damit war sie eindeutig viel zu weit gegangen und es würde einiges an Zeit ins Land gehen, bis sich das wieder einrenken würde...




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