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Choconussa Offline

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Beiträge: 330

26.11.2017 00:13
#101 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Fünfundneunzig - Smackdown




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…immerhin war es nicht das erste Mal, dass er sie, forsch wie er nun einmal war, aufforderte ihm zu geben was er wollte. Und das ohne unangenehme Fragen zu stellen. Schon damals, als er sein FSJ im Elisabeth-Krankenhaus gemacht hatte, war Sabine da gewesen. Sie war es gewesen, die ihm damals in ihrem Praktikum das Krankenhaus gezeigt und ihm dessen Eigenheiten erklärt hatte. Schon damals war ihm, während der mehrstündigen Führung, aufgefallen, wie devot die zierliche Krankenschwester war. Dies lernte er nicht nur zu schätzen, sondern auch für seine Zwecke zu nutzen.

Eine Woche nach seinem Einstieg, hatte Sabine den nötigen Respekt vor ihm. Dafür musste er zwar mehrere Male, unangebracht, laut werden und ihr androhen, ihre Bücher, die sie in ihren Pausen ständig las, zu verbrennen. Noch konnte er ja nicht ahnen, dass sie ein eingefleischter Groupie seiner Mutter werden würde. Hätte er das vorausahnen können, hätte er die Bücher unter Garantie verbrannt. Doch auch ohne diese drastische Maßnahme, tat sie was er wollte. Es war ein ungeschriebenes Gesetz. Sie war seine Isabell.

Ein Marc Meier merkte sich keine Termine oder Geburtstage. Da tat er sich immer schwer, weil es ihn, meistens, einfach nicht interessierte. Er hatte andere, weitaus interessantere, Dinge im Kopf. Die einzigen Geburtstage, die er sich merkte, waren der seiner Mutter und der von Mehdi. Doch wie bei allen anderen, besorgte Sabine auch für diese beiden die Geschenke. Sie verpackte sie und schrieb die Karten, die er am Tag der Übergabe nur noch zu unterschreiben brauchte. Für ihn war es ein Segen, jemanden wie Sabine Vögler zu haben, die ihn, wenn bereits alles Nötige in die Wege geleitet war, an seine Termine erinnerte. Wenn er gewollt hätte, hätte er sie sicherlich auch zum Putzen einstellen können. Vollkommen unbezahlt, versteht sich.

Ebenso verhielt es sich, wenn er etwas wissen wollte. Oft genug war es vorgekommen, dass die Schwestern zusammengesessen und getuschelt hatten, aber augenblicklich verstummt waren, wenn er zu nahe kam. Einer inneren Eingebung folgend, ging er später zu Sabine, um zu erfahren, worum es in den Gesprächen ging. Anfänglich versuchte die Krankenschwester sich zu wehren. Manchmal sogar mit Händen und Füßen. Doch ein oder zwei böse Blicke, gemischt mit der ein oder anderen Drohung, lockerten ihre Zunge und er erfuhr aus erster Hand was im Krankenhaus, hinter hervorgehaltener Hand, getratscht wurde. Vielleicht wusste sie deshalb immer genau über alles Bescheid?

Jedenfalls war Sabine für ihn, seitdem Gretchen Haase im Elisabeth-Krankenhaus beschäftigt war, von unschätzbarem Wert. Sie wusste einfach alles über seine Kollegin und war tatsächlich dazu in der Lage, sich das alles auch zu merken. Welche Mahlzeit, sie zu welcher Uhrzeit am liebsten mochte. Ihre Konfektionsgröße, über die sich Gretchen die meiste Zeit über bedeckt hielt, die Schuhgröße, der Lieblingsschauspieler und Sänger… Selbstverständlich wusste Marc vieles davon selbst. Allerdings wechselte Frau Doktor Haase ihre Meinung so oft, wie ihre Unterwäsche und da auch er nur ein Mann war, fiel es ihm hin und wieder schwer, dem Wechsel auch zu folgen.

Was aber noch viel wichtiger war: Sabine wusste über jeden Gefühlszustand ihrer Lieblingsärztin genauestens Bescheid. Meistens sogar besser, wie Gretchen und ihr rosa Katzenblock selbst. Und genau das war es, was die, zugegeben, merkwürdige kleine Krankenschwester so unersetzbar machte. Gerade für ihn, der unbedingt mehr über Gretchens Gefühlswelt wissen musste. Denn anders als Gretchen und Thorben dachten, hatte er sich noch immer nicht damit abgefunden, dass die Blondine sich für den einfacheren Weg entschieden und ihn zurückgewiesen hatte. Das würde er auch nie.

Ja, er hatte verdammt nochmal einen Fehler gemacht und diesen bereute er zutiefst. Ändern konnte er daran jedoch nichts mehr. Das was er machen konnte und durchaus bereit war zu tun, war, es jetzt besser zu machen. Für Gretchen und für ihre gemeinsame Tochter da zu sein. Für die beiden zu sorgen, wie es sich für einen Familienvater gehörte und das alles ohne einen störenden, blonden Schönling. Alles was er tun musste, war, über seinen inneren Schweinehund zu springen und dies fiel ihm unglaublich schwer. Nicht nur, weil es sich hierbei um Sabine handelte, sondern eben auch, damit die Leute nichts Falsches dachten und möglicherweise noch etwas vollkommen Falsches durch die neue Elisabeth-Touch ging. Doch wenn er seinen Plan in die Tat umsetzen wollte, musste er einfach alles wissen. Wie Gretchen und Thorben sich kennengelernt hatten, wie die ersten Treffen waren und wann sie schlussendlich, und zu seinem Leidwesen, zusammengekommen waren.

Also fasste sich der Chirurg ein Herz und nahm die kleine, quirlige, blonde Krankenschwester beiseite, um ihr eine ernst gemeinte Frage zu stellen: „Schwester Sabine?“

„Ja Doktor Meier?“, antwortete sie devot wie immer und wenn es nicht sie wäre, hätte es ihm durchaus gefallen.

„Würden Sie mich... Chrm... Chrm... heute Abend eventuell... Chrmmm... zum Essen begleiten?“

Noch nie im Leben, war ihm etwas so schwer über die Lippen gekommen. Gut, das lag wahrscheinlich daran, dass er Gretchen noch nie gesagt hatte, dass er sie liebte – aber das war ein vollkommen anderes Thema und gerade in diesem Moment auch vollkommen unwichtig, denn die Antwort, die er bekam, ließ ihn beinahe umfallen.

„Also Doktor Meier“, peinlich berührt grinste Sabine auf verstörende Art und Weise. „Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee wäre... Die Frau Doktor wäre darüber sicherlich nicht erfreut und die Lokale, die Sie für gewöhnlich auswählen, kann ich mir auch gar nicht leisten...“

Wissend kniff er sein linkes Auge zusammen, zog die rechte Augenbraue hoch und nickte grinsend. Sie traute sich nicht, ihm zu sagen, dass sie nicht mit ihm essen gehen wollte und versuchte ihre Absage, so freundlich wie es ging, zu verpacken. Doch den Zahn würde er ihr ziehen.

„Wissen Sie was? Sie haben recht!“, antwortete er belustigt. „Sie können sich das wirklich nicht leisten und deswegen werde ich, selbstverständlich, für uns beide zahlen. Sie können bestellen was immer Sie wollen und es ist natürlich auch vollkommen egal, wie viel es kostet. Da Hasenzahn mit ihren Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt ist, wird das also gar kein Problem darstellen. Mal ganz abgesehen davon, dass dieses Essen rein freundschaftlicher Natur sein wird. Für alles andere müsste man mich vorher auf sehr starke Medikamente einstellen. Also keine Widerrede. Ich hole Sie dann um acht ab.“

War doch wirklich nicht zu fassen. Da nahm er sich schon zusammen und war dabei auch noch freundlich und Sabine wollte ihm einfach absagen.

Kopfschüttelnd, ließ er die überfahrene Krankenschwester im Gang stehen und stellte sich seelisch und moralisch darauf ein, ihre monotone und einschläfernde Stimme, einige Stunden zu ertragen. Was ließ man nicht alles über sich ergehen, um die Frau seiner Träume irgendwie wieder an seiner Seite zu wissen? Also wenn sie wüsste, was er im Begriff war zu tun, gäbe es doch wohl eigentlich keinen Zweifel mehr. Aber so wie er sie kannte und er kannte sie sehr gut, würde sie selbst jetzt noch einen Grund finden, ihn in die ewigen Jagdgründe zu schicken...

Er war wirklich gespannt, was er alles erfahren würde und wie er es letztendlich nutzen konnte. Und obwohl es nur Sabine war, mit der er essen ging, legte er sehr viel Wert auf sein Äußeres. Bei seiner Mutter angekommen, entledigte er sich seiner Jacke und sprang augenblicklich unter die Dusche.

Nachdem er sich ausgiebig gewaschen hatte, putzte er sich die Zähne, korrigierte seine Augenbrauen, die abstanden und frisierte seine Haare. Wenn sie nicht ordentlich lagen, wurde er wahnsinnig. Den leichten Drei-Tage-Bart ließ er wissentlich stehen. Er wusste, dass er damit einfach zum Anbeißen aussah. Viele Frauen in München würden diese These bestätigen. Eine dünne, schwarze Stoffhose über seine schwarzen Boxershorts gezogen, das hellblaue Poloshirt angezogen und dazu seine weißen Lacoste-Schuhe... Zufrieden sah er in den Spiegel und fragte sich, für wen er sich hier eigentlich so herausputze – es war verdammt nochmal nur Sabine!

Doch egal was er sich vormachen würde - Eitel würde er immer bleiben. Eine der wenigen schlechten Eigenschaften, die er eindeutig von seiner Mutter übernommen hatte. Von der er sich nur kurz verabschiedete und nicht auf ihre Fragen, wo er hingehe und ob er allein zurückkomme, eingehend, zog er die Tür hinter sich zu und lief schnellstmöglich zu seinem Wagen, damit er nicht zu spät kam.

Hinter seinem Steuer sitzend, schloss er die Augen und atmete einmal tief durch, bevor er den Schlüssel im Zündschloss drehte und sich auf den Weg machte – direkt in ein Abenteuer, dessen Ausgang noch in den Sternen stand.




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Choconussa Offline

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Beiträge: 330

30.11.2017 19:39
#102 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Sechsundneunzig – Voices in my head




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Sabine sah sich in dem italienischen Lokal eingeschüchtert um und sagte kein Wort, als sie sich setzten. So war auch die Fahrt verlaufen: Schweigend. Ein Zustand, der Marc nicht nur missfiel, er würde ihm recht wenig bringen. Irgendwie musste er die Stimmung zwischen ihnen lockern oder er hätte einfach nicht so grob sein sollen in all den Jahren. Doch auch um dies zu ändern, war es eindeutig zu spät und er war sich nicht sicher, ob er es jemals schaffen würde, sich Sabine gegenüber anders zu verhalten. Heute Abend musste er sich jedoch am Riemen reißen und seine Gemeinheiten, wenigstens ein kleines bisschen, runterschrauben. Nicht, dass Sabine am Ende noch heulend das Weite suchen würde. Aber zuerst hieß es, Schadensbegrenzung!

„Sabine - jetzt sitzen Sie doch nicht so steif auf ihrem Stuhl. Machen Sie sich ein bisschen locker, hm?“, sagte er mit samtweicher Stimme und wurde mit tellergroßen Augen angesehen.

Was ist denn heute mit dem Herrn Doktor los? Er ist freundlich und... Was machen wir hier? Ist das etwa ein Date? Und wenn er nachher, mit mir, zu sich nach Hause fahren will? Was mach ich denn dann? Ich habe heute noch gar nicht in mein Horoskop geschaut – vielleicht stand da etwas drin?! Ich habe doch noch nie mit einem Mann... Und dann mit einem solchen Mann? Der schon so unverschämt viele Frauen hatte? Und die Frau Doktor. Die wäre sicherlich böse mit mir, wenn ich mit Doktor Meier eine Affäre? Beziehung? eingehen würde. Nein. Das kann ich nicht machen.

Verwundert beobachtete Marc das Mienenspiel seiner Begleitung und war sich nicht mehr ganz so sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, sie überhaupt zu fragen. Einfacher wäre es wahrscheinlich gewesen, Mehdi zu fragen oder mit ihm zusammen Gretchens Tagebuch zu stehlen. Wenn sie nicht gerade in einem vollbesetzten und teuren Lokal sitzen würden, würde er einmal laut in die Hände klatschen oder sie anfahren, denn sie schien auf einem anderen Planeten zu sein und hatte ihm noch immer keine Antwort, auf die Frage, was sie denn trinken wolle, gegeben.

„Schwester Sabine? Was wollen Sie trinken?“, fragte er nun etwas eindringlicher.

Oh. Ich trinke wohl nur Wasser. Das ist das Beste. Jeder weiß wie Männer auf alkoholisierte Frauen reagieren – oh... Und er schaut so böse. Sein Kiefer mahlt... Ach. Ich hab ja auch noch gar nicht geantwortet – ich Schussel.

„Ich nehme nur ein Wasser - danke“, sagte sie kleinlaut und verhinderte gerade ebenso eine mittelschwere Katastrophe.

Der Abend hatte noch gar nicht richtig begonnen und Marc war jetzt schon genervt. Warum musste diese Frau auch so seltsam sein?

„Sie wollen sicherlich wissen, was der Grund für unser Treffen ist und ich möchte Ihnen unbedingt sagen, dass es nichts mit irgendwelchen Gefühlen zu tun hat. Ich habe einfach ein paar Fragen an Sie, die Sie mir hoffentlich beantworten können“, sagte er ruhig und hoffte, ihr so ein bisschen ihre Unsicherheit zu nehmen. „Es geht um Frau Doktor Haase.“

Ah. Ja, das macht auch mehr Sinn. Ach ich bin so dumm. Welcher Mann würde sich schon freiwillig auf mich einlassen?

Aber, aber Bienchen. So sollst du doch nicht denken.

Ist doch so. Nie hat mich jemand gefragt...

Warum fragst du dann nicht einfach selbst? Du musst selbstbewusster werden Sabine.


„...und Thorben, ich mein – das kann doch nicht ihr Ernst sein oder?“, redete Marc noch immer auf sein Gegenüber ein, doch Sabine schielte unaufmerksam in die Ferne. „Hören Sie mir zu oder versuchen Sie gerade nach Hause zu telefonieren?“

„Oh! Entschuldigung Herr Doktor Meier. Ich habe mich gerade unterhalten.“

Verwirrt sah er sich zu seiner Rechten und seiner Linken um. Oh mein Gott, dachte er. Das konnte ja heiter werden.

„Mit wem? Führen Sie Selbstgespräche?“, lachte Marc.

„Manchmal schon“, antwortete Sabine vorsichtig und brachte ihren Chef damit, innerlich, zum Verzweifeln, „Wissen Sie... Es kommt nicht oft vor, dass sich jemand mit mir unterhalten will. Über ernste Sachen. Meistens soll ich nur zuhören und ganz selten kann ich auch mal was dazu sagen. Ob nun in der Klinik oder zu Hause. Meine Meinung interessiert niemanden.“

Traurig sah sie in ihr Glas und Marc war vollkommen baff. Er kannte Sabine nun schon seit ewig langer Zeit und wusste nichts über sie. Jedenfalls nichts, was darauf schließen ließ, dass sie ein Lebewesen von diesem Planeten war. Er wusste nur, dass sie Horoskope las, nicht nur ihre eigenen, und daran glaubte. Dass sie sich, ausschließlich, bei Vollmond die Haare schnitt und damit einem uralten Aberglauben folgte, wie er und Gretchen, eines Abends dank Google, herausgefunden hatten. Und sie legte unglaublich viel Wert auf Naturheilkunde. Für ihn alles nur Quacksalberei, aber für Sabine war es eine nicht medizinische Methode, Menschen heilen zu können, anstatt sie für diese Heilung mit Chemie vollzupumpen und damit, nach und nach, Organe und Nerven zu schädigen. Und was noch viel trauriger war: Er hatte sich in all den Jahren, nicht einmal die Mühe gemacht, Sie vielleicht doch kennenlernen zu wollen. Einfach weil sie zusammen arbeiteten und somit auch viel Zeit miteinander verbrachten. Und auch jetzt war er sich nicht wirklich sicher, ob er das überhaupt wollte. Doch vielleicht wäre das eine Möglichkeit, Sabine ein bisschen lockerer zu machen...

„Hm... Wissen Sie was? Vergessen wir vorerst Gretchen, Thorben und all das, was ich gern wissen möchte und reden einfach mal über Sie“, lächelte er gespielt freundlich. Was man nicht alles über sich ergehen ließ. „Erzählen Sie ein bisschen was über sich.“

Toll! Jetzt denkt er, er müsse nett zu mir sein.

Mal was anderes.


„Das müssen Sie wirklich nicht tun. Ich kenne es nicht anders.“

„Ich möchte es aber so!“, erwiderte er bestimmt und gab ihr somit zu verstehen, dass er keinen weiteren Widerspruch dulden würde. „Na los. Erzählen Sie über sich und plaudern ein wenig aus dem Nähkästchen.“

Während sie auf ihr bestelltes Essen warteten, packte Sabine aus und fing an, über sich und ihr Leben, ein bisschen was zu erzählen. Na schau einer an, dachte Marc. Er konnte also auch mit marsianischen Frauen umgehen. Für ihn, eine wirklich wichtige Erkenntnis. Man wusste nie, was noch so alles passieren würde und ob man nicht vielleicht doch noch intelligentes Leben auf dem roten Riesen finden würde und ihn besiedeln konnte. Und Marc war sich ziemlich sicher, dass er sich ein VIP-Ticket für die erste Reihe besorgen würde, wenn die Aussiedlung zum Mars beginnen sollte. Trotz seiner wirren Gedanken, schaffte er es, sich auf die Erzählungen seiner Stations- und OP-Schwester zu konzentrieren und ganz entgegen seiner niedrigen Erwartungen, war einiges davon sogar interessant.

Sie war eine der besten Schülerinnen auf ihrem damaligen Gymnasium, glänzte ausschließlich mit Bestnoten und wollte, sobald sie ihr Abitur in der Tasche hatte, ebenfalls Medizin studieren und Ärztin werden. Doch leider kam alles ganz anders als erwartet. Ihre gesamte Kindheit und ihre Jugend waren nicht so wohl behütet wie das Leben von Gretchen Haase. Zwar hatte Sabine einen liebevollen und fürsorglichen Vater, den sie über alles geliebt hatte, doch hatte sie auch eine sehr herrische Mutter, gegen die ihr Vater sich nur selten durchsetzen konnte. Sie zweifelte nicht an der Liebe ihrer Eltern, doch manches Mal, als sie schließlich älter wurde, war sie sich fast sicher, dass es besser gewesen wäre, wenn sie sich nicht geliebt hätten. Kurz vor Beginn des dreizehnten Schuljahres änderte sich alles. Ihr Vater starb. Eines Nachts bekam er einen Herzinfarkt und am nächsten Morgen war es bereits zu spät. Von da an, war nichts mehr wie es einmal war. Ihre Mutter verfiel einer tiefen Depression und Sabine war gezwungen, die Schule zu vernachlässigen und sich um ihre Mama zu kümmern. Dabei hatte der Verlust ihres Vaters auch ihr sehr schwer zugesetzt. Sie hatte niemanden mehr, mit dem sie reden konnte, also fing sie an, sich mit sich selbst zu unterhalten. Stimmen in ihrem Kopf zu hören, die gar nicht da waren. Schlussendlich bekam sie zwar ihr Abitur und auch ihrer Mutter ging es immer besser, dafür musste sie sich jedoch in psychiatrische Behandlung begeben und ihr Traum vom Studium war passé und sie wurde nur eine einfache Krankenschwester. Nachdem ihre Mutter zwei Schlaganfälle bekam und sich mehrmals die Hüfte brach, beschloss sie, zu Hause wohnen zu bleiben und ihre Mutter zu pflegen.

„Seit dem letzten Sturz kann sie nicht mehr richtig laufen“, schloss die Krankenschwester traurig. „Ohne mich, ihrer Gehhilfe und dem Rollator, wäre sie unfähig, sich selbst zu versorgen.“

„Warum bringen Sie ihre Mutter nicht mal ins Elisabeth-Krankenhaus? Ich könnte mir das zusammen mit Professor Haase anschauen und vielleicht gibt es doch noch eine operative Möglichkeit, damit Ihre Mutter selbstständiger wird und Sie ein eigenes Leben anfangen können“, schlug er vor, denn es machte ihn fassungslos, dass eine zweiunddreißig Jahre alte Frau vor ihm saß und so viel Selbstbewusstsein wie eine Teenagerin hatte.

„Ich bin mir zwar sicher, dass sie das nicht wollen wird, aber ich kann es ihr ja mal vorschlagen.“

„Unbedingt. Die Medizin ist wirklich weit fortgeschritten und wenn es da eine Möglichkeit gibt, die Ihnen beiden das Leben erleichtert, sollte man diese unbedingt nutzen.“

„Das ist wirklich lieb von Ihnen!“, enthusiastisch hüpfte Sabine beinahe vor Freude auf ihrem Stuhl. Das ging nun aber wirklich ein bisschen zu weit, dachte Doktor Meier sich und machte daraus auch gar keinen Hehl: „Na, jetzt aber nicht gleich mit Konfetti werfen, Schwester Sabine.“

Und ZACK, da war sie wieder – die devote Sabine Vögler: „Selbstverständlich Herr Doktor Meier. Sie hatten mich aus einem bestimmten Grund herbestellt?“

„Nein. Nicht herbestellt. Das klingt so negativ. Aber Sie haben durchaus recht. Ich möchte mit Ihnen über Frau Doktor Haase und Herrn Martens reden. Ich will alles von Ihnen wissen. Wie die beiden sich kennengelernt haben und sowas. Sie verstehen?“, fragte er, mit hochgezogener Augenbraue, skeptisch. Denn auch wenn Sabine ein Abitur hatte und durchaus mittelmäßig gute Fähigkeiten als Krankenschwester besaß, war sie noch immer Sabine…


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Choconussa Offline

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Beiträge: 330

10.12.2017 11:10
#103 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Siebenundneunzig – Try




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Bereitwillig gab Sabine ihrem Oberarzt alles, was er wissen wollte, preis. Nicht weil sie, wie er dachte, noch immer eine Heidenangst vor ihm hatte, sondern weil sie ihm wahrhaftig helfen wollte. Anscheinend mochte sie Thorben ebenso wenig wie alle anderen – außer Bärbel und Gretchen.

„Frau Doktor und Herr Martens haben sich kennengelernt, als seine Mutter bei uns auf der Station lag“, erzählte Sabine, mit ihrer monotonen Stimme, leise, „Frau Martens war oft Patientin bei uns, wegen ihrer Diabetes. Doch Herrn Martens, ihren Sohn, hat man anfänglich selten gesehen. Doch bei dem letzten Krankenhausaufenthalt seiner Mutter, war es anders…“

„Warum? Wollte niemand mehr seine überteuerten Versicherungen kaufen oder gab es Papier umsonst im Krankenhaus, auf das er seine bescheuerten Verträge drucken konnte?“, fragte Marc gereizt. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, was Thorben dazu bewegte, länger als eine Woche in Berlin zu sein. Immerhin kümmerte es ihn auch nicht, dass Gretchen mit den Vorbereitungen für diese bescheuerte Hochzeit komplett allein dastand.

„Na ja, Frau Martens wurde mit einem leichten Herzinfarkt eingeliefert und diagnostiziert wurde schlussendlich ein bösartiges Leberkarzinom, welches bereits in Lunge und Knochen metastasiert hatte“, zuckte Sabine jedoch nur mit den Schultern. „Sie war wirklich schwer krank und hatte körperlich abgebaut.“

„Toll. Eine im Sterben liegende Mutter also. Genau das richtige für Mutter Theresa und ihrem stark ausgeprägten Helfersyndrom“, stöhnte Marc auf. Das erklärte so einiges – leider! Wenn Gretchen nur ein bisschen mehr von ihm hätte, wäre das sicherlich nicht passiert.

„Ja also… Der Herr Martens, der war von Anfang an irgendwie auf die Frau Doktor fixiert, aber ein absoluter Widerling. Ich verstehe manchmal gar nicht, wieso…“

„Na warum wohl?“, unterbrach der Chirurg die Krankenschwester. „Ich bin auch nicht immer hundertprozentig nett zu ihr und trotzdem war, Schrägstrich ist, sie in mich verliebt. Klingelts?“

„Aber Herr Martens war nicht einfach nur unhöflich. Er war eingebildet und wollte immer nur das Allerbeste für seine Mutter, auch wenn es vielleicht nicht möglich war. Frau Doktor war manchmal richtig genervt von ihm und die Schwangerschaft machte ihr sehr zu schaffen in dieser Zeit.“

„Warum? Was war los?“, fragte er alarmiert. Wenn Thorben auch nur irgendwas gemacht haben sollte, was Gretchen oder Sarah in irgendeiner Art und Weise in Gefahr gebracht hätte, würde er ihn eigenhändig in die Pathologie befördern!

„Nichts Schlimmes“, sagte Sabine schnell und sah freudig, wie sich die Gesichtsmuskulatur ihres Chefs deutlich entspannte. „Es waren einfach die Hormone, die Achterbahn gefahren sind. Manchmal hat sie einfach so angefangen zu weinen…“

„Na das ist jetzt nicht wirklich außergewöhnlich oder auf Schwangerschaftshormone zurückzuführen. Hasenzahn heult ständig.“

Zwar sah Sabine ihn nach dieser Aussage vorwurfsvoll an, sparte sich jedoch jeden Kommentar dazu und fuhr unbeirrt fort.

„Jedenfalls war die Frau Doktor, nachdem sie Frau Martens die schlimme Nachricht überbringen musste, am Boden zerstört und auch Herr Martens war nicht mehr Herr seiner Sinne. Er übernachtete im Zimmer seiner Mutter, aß und duschte in der Klinik. Frau Doktor Hassmann hatte Wetten entgegengenommen, wann er wohl ein- oder wieder ausziehen würde…“

Sieht ihr ähnlich, dachte er lachend.

„Und von dem Zeitpunkt an, sah man die beiden fast täglich zusammen. Sie gingen oftmals gemeinsam essen und die Frau Doktor redete immerzu gut auf ihn ein. Dabei war allen anderen Ärzten klar, dass es wenig Hoffnung gab. Auch nicht mit meinem selbstgebrauten Johanniskrauttee, der bei zunehmendem Halbmond aufgesetzt wird und zwei Tage kochen muss, damit sich die Wirkung der Kräuter…“

„Schwester Sabine“, unterbrach Marc forsch. „Sie faseln!“

„Oh Entschuldigung Doktor Meier. Wo war ich? Ach ja. Nachdem Frau Martens gestorben war, hat sich die Frau Doktor um die schriftlichen Dinge, sowie um die Beerdigung gekümmert, weil Herr Martens dazu nicht in der Lage war.“

„Genauso wie der Lackaffe nicht dazu in der Lage ist, ihr bei Weihnachtsvorbereitungen, Taufvorbereitungen oder Hochzeitsvorbereitungen zu helfen“, stieß Marc wütend aus. „Ist der Vogel eigentlich zu irgendwas, außer dämlich Aussehen, in der Lage?“

Mit einem solchen Gefühlsausbruch hatte Sabine wohl nicht gerechnet, denn sie sah Marc an, als würde er, und nicht sie, von einem anderen Stern kommen. Was ihn schließlich dazu veranlasste, entschuldigend die Hand zu heben und ihr anzudeuten, mit ihren Erzählungen fortzufahren.

„Natürlich mussten die beiden sich öfter treffen, um alles für die Feierlichkeiten zu besprechen. Er holte sie ab und ging mit ihr essen. Schließlich lud er sie auch zur Beerdigung ein. Als seine Begleitung“, ergänzte sie erklärend. „Danach waren die beiden dann unzertrennlich.“

Das war es also? Seine Mutter starb und Hasenzahn machte es sich zur Aufgabe, die Retterin für seine, ohnehin schon verkümmerten, Seele zu spielen? Konnte ja wohl nur ein schlechter Witz sein. Und er, der Vater ihrer Tochter, die Liebe ihres Lebens, musste so erbittert kämpfen, wo irgendein Vollidiot einfach daher gestiefelt kam, um sich hinterhältig in ihr Herz zu schmuggeln?!

Zugegeben, dass seine Mutter gestorben war, dafür konnte Thorben ja nichts. Aber das Drumherum war, in seinen Augen, ein abgekartetes Spiel. Der Schleimer hatte allem Anschein nach, genug Zeit, Gretchen zu beobachten und zu sehen, dass sie ein herzensguter Mensch war, der niemandem etwas Schlechtes wünschte. Es musste ihm einfach klar gewesen sein, dass sie ihn unterstützen würde und das hatte Thorben, da war sich Marc sicher, schamlos ausgenutzt! So nicht. Nicht mit ihm. Wenn er ein Hausmütterchen haben wollte, sollte er sich verdammt nochmal eines suchen und es auch bezahlen und sich nicht bei Gretchen einnisten.

Egal was nun zu tun war, um sie zurückzugewinnen… Er würde es tun und wenn sie sich dann noch immer dem Wiesel an den Hals werfen wollte, dann hatte er es wenigstens versucht!


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