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 Erfindet eure eigene Fortsetzung!
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Choconussa Offline

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Beiträge: 311

11.12.2016 12:13
#76 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Einundsiebzig - That's christmas to me」




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„Wo bitte warst du so lange?“, zischte Gretchen ihm zu, als er mit Sarah auf den Füßen, langsam die Gänge entlang gewatschelt kam – doch anstatt eine Antwort zu bekommen, lächelte er sie nur fröhlich an, „Mal im Ernst Marc. Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht!“


„Quatsch nicht, zieh dich an. Wir haben noch einiges zu erledigen heute“, zeigte er mit einer kurzen Kopfbewegung zu der Umkleide, „Im Auto besprechen wir dann alles Weitere – hopp!“


Sauer funkelte sie ihn an. Er wusste ganz genau, wie sehr sie es hasste, warten zu müssen, gerade wenn es um ihre Tochter ging. Aber eigentlich war ihre Sorge, wenn sie ehrlich zu sich selbst war, vollkommen unbegründet. Noch immer hielt er Sarah an ihren kleinen Händen und lief mit ihr auf seinen Füßen, durch das Krankenhaus – immer darauf bedacht, dass ihn niemand anrempelte.


„Na, damit hast du wohl nicht gerechnet“, flüsterte Mehdi ihr von der Seite zu und erschreckte sie somit, „Da ist er nun und ist ein Vater wie aus dem Bilderbuch. Und ganz ehrlich, damit hat sicher niemand gerechnet. Einige hätten wahrscheinlich ihr letztes Hemd darauf verwettet, dass er es ordentlich verbockt. Aber er macht sich nicht schlecht.“


„Meinst du, er ist auch noch für sie da, wenn er wieder in München ist?“


Besorgt, sah sie zu ihrem besten Freund auf, der ihre Sorge eine Zeit lang geteilt hatte. Zwar konnte Marc ihn bisher überzeugen, jedoch verstand er auch Gretchens Zweifel. Außerhalb seiner Arbeit, übernahm der Chirurg wenig, bis gar keine Verantwortung und niemand wusste, wie es weitergehen würde, wenn er zurück nach München ging. Dort hatte er ebenfalls eine Station zu leiten, doch war dies, laut den Erzählungen von Melanie, ein ganz anderes Kaliber. Er würde viel weniger Zeit haben. Doch hier, hatte er eine klare Meinung…


„Ganz sicher. Ich mein, sieh ihn dir an“, inzwischen hatte Marc die kleine Sarah in die Luft gehoben, hielt sie sich über den Kopf und scherzte mit ihr, „Er liebt sie – mindestens genauso wie dich Gretchen.“


„Och Mehdi, nicht schon wieder“, wiegelte sie sofort ab und flüchtete in die Umkleide, „Ich will da nicht mehr drüber reden. Der Zug ist schon lange abgefahren und ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr es endlich mal dabei belassen würdet.“


„Was macht denn der Meier da mit Ihrem Kind Frau Haase?“, fragte Maria neugierig – die anscheinend auf dem Mond zu leben schien.


„Wow, Frau Doktor Hassmann! Das ist ja mal wieder die volle Packung Ignoranz. Sarah ist zufällig SEINE Tochter?!“


„Bitte? Und der ist noch nicht kreischend, wie ein Mädchen, weggelaufen? Na dann, herzlichen Glückwunsch. Haben Sie ihren blonden Schönling wohl wieder abgeschossen. Hat eh nicht zu Ihnen gepasst!“


Das glaube ich ja jetzt wohl nicht. Was nehmen die sich denn alles raus?


„Ich denke, das kann ich ganz gut für mich selbst entscheiden“, fauchte sie zurück, „Und jetzt muss ich auch los, immerhin habe ich noch einiges zu tun. Wenn ihr mich also entschuldigen würdet.“


Bevor sie jedoch flüchten konnte, hielt Mehdi sie noch einmal zurück.


„Erinnere Marc bitte daran, dass er noch mit Melanie was für Olivier besorgen wollte“, flüsterte er ihr ins Ohr, „Nicht dass sie sauer wäre, aber ich glaube, sie vermisst ihn ein bisschen.“


„Wer vermisst wen?“, stieß Marc hinzu – der Ohren wie ein Elefant bekam, wenn er jemanden in seiner Nähe flüstern sah.


„Deine Schwester vermisst dich.“


„Ich bitte dich Mehdi. So weichgespült bist vielleicht du, aber im Leben nicht Mel. Immerhin bin ich doch hier.“


Grinsend sah Gretchen zu Boden, denn Marc verstand mal wieder nicht, was gemeint war. Er war wirklich intelligent, das vermochte sie gar nicht zu bezweifeln – doch was Zwischenmenschlichkeiten betraf, war er strohdoof. Weswegen auch Mehdi, schmunzelnd, den Kopf schüttelte und die beiden den Chirurgen, somit ziemlich verwirrten.


„Könnt ihr zwei mir mal sagen, was jetzt so lustig ist?“


„Marc, Melanie vermisst dich, weil ihr nicht so viel Zeit zusammen verbracht habt, seitdem du hier bist“, erklärte Gretchen ihm und wischte Sarah einen Krümel von der Wange, „Ihr habt euch eigentlich nur hier in der Klinik gesehen und wenn man so an ihre Erzählungen denkt, ist das eigentlich ganz anders.“


Mit großen Augen, sah er abwechselnd zu seinem besten Freund und seiner Ex-Freundin. Natürlich stimmte, was sie sagte, jedoch wäre er ja eigentlich gar nicht hier. Wenn Franz nicht unbedingt Hilfe benötigt hätte, wäre er wieder in München – vielleicht wäre er an einem der Weihnachtsfeiertage nach Berlin gefahren, um Melanie zu besuchen und dann ein böses Erwachen zu erleben. Dass sie nun mit Mehdi eine Beziehung führte und sogar schon bei ihm wohnte, saß noch immer und vielleicht war dies auch der Grund, weswegen er sich ein wenig zurückhielt.


„Fahr uns nach Hause und dann hol deine Schwester ab, hm?“


„Äh, wir hatten was vor?“, schnellte sein Kopf zu ihr – immerhin wartete der Weihnachtsbaum und weil er zumindest ehrlich mit sich selbst war, er genoss die Zeit, die er mit Gretchen verbringen konnte, in vollen Zügen.


„Das können wir auch noch morgen erledigen, ich bin auch schon müde und will eigentlich nur noch meine Füße hochlegen.“


„Du lügst“, grinste er – sie sah ihn nicht an, sondern beschäftigte sich lieber mit Sarahs Mütze, die zur Abwechslung mal nicht verrutschte, „Aber damit du deinen Frieden hast – wir fahren jetzt zu dir und dann holen wir Melanie ab und nehmen sie einfach mit.“


„Dann verschwindet jetzt mal“, merkte Mehdi mit einem Blick auf die Uhr an, „Eine Stunde hat Melanie noch Schicht und der Professor wird sehr ungehalten, wenn er Gretchen hier noch stehen sieht. Sie sollte eigentlich schon längst wieder zu Hause sein.“


„Stimmt. Und wir wollen den Opa doch nicht verärgern, oder?“, fragte er seine Tochter grinsend, „Ich geh schon mal zum Wagen, beeil dich bitte und bleib nicht wieder zehn Minuten mit dem Kopf in deinem Spind hängen, Schokolade liegt im Handschuhfach!“


Also, das ist ja wohl – Moment?! Schokolade? Im Handschuhfach?


Als Gretchen einstieg, war Sarah bereits sicher angeschnallt und auch Marc, hatte sich den Sicherheitsgurt bereits angelegt. Was eigentlich nicht seine Art war. Dies tat er meist erst, nachdem er vom Klinikgelände gefahren war. Mit aller Kraft, wehrte sich Gretchen nach dem Drang, das Handschuhfach zu öffnen. Nicht nur, um zu schauen ob Marc wirklich Wort hielt oder er sie nur auf den Arm nehmen wollte. Sie konnte einfach nicht widerstehen, wenn es irgendwo Schokolade gab – die offensichtlich auch noch für sie war. Die Blöße, wollte sie sich aber nicht geben. Nicht vor Marc, weswegen sie lieber noch einmal nachfragte, was er denn so lang gemacht habe.


„Ich habe ein paar Besorgungen gemacht und deine Mutter hat mich zum Kaffee gezwungen. Außerdem hast du jetzt bestimmt ein Kilo Schokopudding im Kühlschrank stehen“, antwortete er, ohne von der Straße zu sehen und öffnete routiniert sein Handschuhfach.


Indem sich nicht nur Schokolade befand, sondern auch Feuchttücher, Schnuller und Spielzeug. Verwundert sah sie zu ihrer Linken, doch Marc zog es vor, sie zu ignorieren. Niemals hätte sie auch nur im Ansatz daran geglaubt, dass er eines Tages so vorausschauend denken würde. Immer hatte er alles auf sich zukommen lassen und lieber an einer Tankstelle angehalten, um noch die letzten Besorgungen für den Abend zu machen und heute, lag alles bereit. Auch wenn man es eventuell gar nicht brauchen würde. Lächelnd, lehnte sie ihren Kopf an das Fenster und sah verträumt der kleinen Schneelandschaft beim Vorbeifliegen zu. Wie oft hatte sie davon geträumt? Und jetzt war er einfach hier und überraschte sie jedes Mal aufs Neue.


So auch, als sie bei ihr zu Hause ankamen, sie hinter Marc, der Sarah trug, die Wohnungstür schloss und in ihrem Wohnzimmer plötzlich ein riesiger Tannenbaum stand. Mit großen Augen und offenem Mund, lief sie auf die Tanne zu und einmal um sie herum. Sie konnte gar nicht glauben, dass das Marc gewesen sein sollte. Allein die Kugeln, Engelchen, Sterne und Schlitten. Selbst an die Lichterketten hatte er gedacht – auch wenn sie Kerzen bevorzugen würde, was bei Sarah jedoch viel zu riskant war.


Als sie sich umdrehte, stand Marc bereits mit Sarah auf dem Arm und dem Weihnachtsstern in der Hand, lächelnd hinter ihr. Ohne Worte, verstand sie, dass er damit extra gewartet hatte und deswegen unbedingt noch zu ihr wollte.


Zusammen mit der kleinen Sarah auf den Armen, setzten sie den Weihnachtsstern auf die Tanne und als Marc die Stecker der Lichterketten einsteckte, erleuchtete der Baum so hell, dass er die Tränen, in Gretchens Augen, bunt glitzern sah. Mit einem dicken Kloß im Hals, drückte er sie an seine Seite.


Sie war so gerührt, sie fand nicht die richtigen Worte, um sich bei ihm zu bedanken, weswegen sie ihm einfach einen kurzen Kuss auf die Wange drückte.


Und ihn dann unkommentiert stehen ließ, um sich im Bad einmal aufzufrischen und selbst zu beruhigen. In ihr geschahen Dinge, die sie nicht zulassen wollte und durfte. Doch ihr Spiegelbild, konnte ihr auch keine Antworten auf die vielen Fragen in ihrem Kopf geben, die sie sich stellte. Es wurde wirklich Zeit, dass Thorben nach Hause kam und das war ja schon bald. In ein paar Tagen war Weihnachten und sie wären endlich wieder zusammen…




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Choconussa Offline

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Beiträge: 311

11.12.2016 12:13
#77 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Zweiundsiebzig - I#ll be home for christmas」




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Der gute Vorsatz, Marc nun mit Kälte und leichter Ignoranz zu begegnen, verflog ziemlich schnell. Sie war gerade aus dem Bad gekommen, wollte ihn anfauchen, ob sie dann mal loswollten, da blieben ihr ihre Worte auch schon wieder im Halse stecken.


Marc lag mit Sarah auf dem Boden und die beiden fixierten sich mit ihren Blicken, wobei Sarah immer wieder in seine Nase kniff. Wie die beiden da so, sich gegenüber, auf dem Bauch lagen und wie er mit ihr lachte – es machte sie so glücklich, dass sie gar nicht anders konnte, als sich auf seinen Rücken zu setzen, sich nach vorn zu beugen, seine Hände festzuhalten und ihrer Tochter somit freie Bahn zu geben. Die Proteste des Chirurgen, gingen in dem fröhlichen Giggeln der kleinen Sarah unter, die damit ihre Mutter ebenfalls zum Lachen verleitete.


Sie hatten Spaß, so viel, wie schon lang nicht mehr und der Chirurg fühlte sich besser, als noch vor ein paar Wochen.



Was auch Melanie bemerkte, die schon fast lachen musste, als sie ihren Bruder so dümmlich vor sich hin grinsen sah, „Na – mit nem Kleiderbügel im Mund geschlafen?“, war ihre Begrüßung und „Halt die Klappe“, der weniger schlagfertige Konter.


„Und was habt ihr drei so getrieben?“, wollte die Münchnerin wissen – denn sie stand fünfzehn Minuten in der Kälte, ehe sie sich entschloss, noch einmal auf Station zu gehen, damit sie sich nicht komplett unterkühlte.


„Wir haben noch ein bisschen mit Sarah gespielt und total die Zeit vergessen“, lächelte Gretchen ihrer Freundin entschuldigend zu und ließ bewusst aus, dass die beiden nicht Sarah wegen, die Zeit vergessen hatten…




Flashback


Nachdem Gretchen nicht nur seine Arme festhielt, sondern auch zunehmend schwerer wurde, bat Marc sie aufzustehen. Allerdings nur, um sie im nächsten Moment umzuschmeißen und ordentlich durchzukitzeln. Was Sarah mit großen Augen beobachtete. Die kleine Maus, wusste gar nicht was vor sich ging – denn sie hatte ihre Mutter noch nie, solche Geräusche von sich geben gehört. Marc nahm Sarah an sich und ließ auch sie Gretchen kitzeln, wenn auch weniger erfolgreich. Doch die Chirurgin wusste worauf er hinauswollte und lachte herzlich weiter.


Schließlich lagen die drei, ruhig und zufrieden, vor dem riesen Weihnachtsbaum, auf dem flauschigen Langflor Teppich. Sarah in ihrer Mitte, lagen die beiden sich, zugewandt, gegenüber und sahen sich tief in die Augen. Wieder lag dieses Knistern in der Luft, was sie beide, alle Schwierigkeiten vergessen ließ. Wie von selbst, fanden ihre Hände sich über ihren Köpfen und umschlungen sich eng, nur um sich dann zärtlich zu streicheln.


Doch ein Blick auf die Armbanduhr und ein laut gefluchtes „SCHEIßE!“, beendeten diesen Moment abrupt und holten sie zurück aus ihrer Traumwelt…


Flashback Ende



Marc, der weiterhin eisern schwieg, warf einen kurzen Blick in den Rückspiegel – denn Gretchen hatte sich unterwegs entschlossen, sie wolle sich zu Sarah setzen, weil diese unruhig zu werden schien. Doch er konnte ihren Blick nicht einfangen, weil sie überall hinsah, nur nicht zu ihm. Kopfschüttelnd schnaufte er auf, biss sauer die Zähne zusammen und legte den nächsten Gang ein.


Was Melanie verwunderte. Er hatte vorher so glücklich auf sie gewirkt – was zur Hölle war vorgefallen?


Das versuchte sie bereits im ersten Laden in Erfahrung zu bringen, als Gretchen schnell noch einmal zurück zu den Geschenktüten eilte und sie mit ihrem Bruder und ihrer Nichte allein war.


„Raus mit der Sprache“, kam sie direkt zum Punkt, „Was ist passiert?“


„Ich weiß nicht wovon du sprichst.“


„Bitte Marc. Ich kenne dich nicht erst seit gestern. Erst strahlst du bis über beide Ohren und jetzt bist du die ganze Zeit wieder so distanziert. Also, was hat euch wirklich so viel Zeit gekostet?“


„Sarah“, antwortete er kurz und knapp, „Sonst noch Fragen?“


„Jede Menge“, verschränkte sie die Arme vor der Brust und funkelte ihn sauer an, „So warst du wahrscheinlich auch, als Gretchen, nachdem ihr miteinander geschlafen habt, abgehauen ist.“


„Woher weißt du davon?“, bekam Marc ganz große Augen. Er hatte seiner Schwester gegenüber, nie ein Wort darüber verloren.


„Ich weiß es halt. Und ich weiß auch, dass du nicht ohne Grund deine imaginäre Sonnenbrille aufsetzt und den coolen spielst. Auf dem Weihnachtsmarkt haben wir auch genau gesehen, dass ihr euch beinahe geküsst habt – also rück endlich mal mit der Sprache raus und erzähl mir, was los ist!“


„Melanie, das geht dich nichts an und wenn du es ganz genau wissen willst, ist es sogar vollkommen egal. In ein paar Tagen ist der Schleimer wieder da und dann wird munter geheiratet.“


Vorsichtig streckte Melanie ihren Hals, um zu schauen, ob Gretchen schon wieder auf dem Weg zurück war, „Nicht, wenn du endlich mal die Arschbacken zusammenkneifst und um dass, was dir wirklich am Herzen liegt, kämpfst. Damit meine ich zur Abwechslung mal nicht deinen Job!“


„Ja, danke für die Paartherapie“, höhnte er, „Wie wäre es denn, wenn Du Dich mal mehr auf die Uhren konzentrieren würdest?“


Noch immer war nicht klar, was die Geschwister ihrem Vater zu Weihnachten schenken wollten. Melanie war für eine neue Digitaluhr, während Marc eher zu einem Buch a la „Kamasutra im Alter“ tendierte. Dafür hatte er auch sogleich einen ordentlichen Rüffel bekommen und das nicht nur von seiner weniger begeisterten Schwester, auch Gretchen hatte ihm eindeutig zu verstehen gegeben, dass es außerordentlich geschmack- und respektlos von ihm war, so etwas auch nur in Erwägung zu ziehen.


Natürlich gab er nicht sonderlich viel um deren Meinung, doch damit die beiden Frauen endlich Ruhe gaben, ließ er sich zum nächsten Juwelier schleifen, um dort nach einem ordentlichen Uhrwerk zu schauen.


„Kann man Ihnen irgendwie behilflich sein?“, sprach sie der Verkäufer an, denn er hatte nicht das Gefühl, dass sich die Kunden noch vor Ladenschluss, würden entscheiden können, „Was suchen Sie denn?“


„Mhmm.. Wir stehen hier vor Armbanduhren“, überlegte Marc und wurde dann ziemlich schnell bissig, „Natürlich suchen wir nach einem Wohnmobil!“


„Olivier“, motze Gretchen ihn an, die soeben mit mindestens zwanzig Geschenktüten neben ihm stand, „Kannst du dich nicht einmal benehmen?“


„Äh…“, das verschlug ihm nun die Sprache. Sehr zur allgemeinen Belustigung der anderen. Der Verkäufer schmunzelte hinter hervorgehaltener Hand, während Melanie grinsend nickte. Da hatte sie mal wieder ihre Bestätigung: Gretchen war der einzige Mensch, der eine solche Wirkung auf ihren Bruder hatte – der sich viel zu schnell wieder fing, „Was willst du mit so vielen Tüten? Und NENN MICH NICHT OLIVIER!“


Kurz und bündig erklärte die Blondine, dass sie vorhabe, auch einigen Kollegen eine Kleinigkeit zu schenken und sie solche Tüten eben schöner auf dem Schreibtisch fand, als Geschenkpapier. Außerdem, könne man diese auch viel besser wiederverwerten. Was auch gleich Melanie auf den Plan rief, die ihrer Freundin aufopferungsvoll beipflichtete und schon waren die beiden Frauen, sehr zu Marcs Ärgernis, mit Haushaltstratschereien beschäftigt.


„Wir kommen hier nie wieder raus“, wandte er sich an Sarah, die ihren Papa mit großen Augen ansah, „Ich hoffe du hast Vorräte dabei!“


Und als er sich in dem Laden umsah, fiel ihm auf der anderen Seite ein Armband ins Auge. Die Werbung darunter lautete „Anhänger individuell veränderbar“ und ihm kam eine Idee. Unauffällig, stahl er sich hinüber, die Frauen immer im Auge und fragte die Verkäuferin, in welchen Varianten sie dieses Armband zum Verkauf hatte und welche Anhänger denn in Frage kamen. Er entschied sich für ein etwas dickeres Band, Echtsilber, mit fünf Anhängern und bezahlte auch sogleich.


„Wollen Sie es gleich mitnehmen?“, freute sich die Verkäuferin, heute wenigstens ein gutes Geschäft gemacht zu haben, doch der Kunde wollte seinen Einkauf nicht mitnehmen, „Ich lasse es abholen.“


So hatte er zumindest schon einmal ein Geschenk sicher und musste sich nicht mehr um viele kümmern. Wenn denn seine Schwester sich endlich mal entscheiden könnte, welche Uhr sie ihrem Vater holen wollte. Sie konnte sich einfach nicht entscheiden, ob das Band aus Leder, Silber oder Gold sein sollte. Kunststoff, kam für sie überhaupt nicht in Frage. Ihrer Meinung nach, hatte dies einfach keine Klasse.


Was Marc dazu brachte, Gretchen dreckig anzugrinsen, weil er genau wusste, aus welchem Material ihre Armbanduhr war.


„Schau nicht so Marc. Wenn es mal kaputtgehen sollte, ärger ich mich nicht so sehr darüber. Immerhin ist Sarah noch klein und da passieren solche Unfälle schon einmal“, erklärte sie sich verlegen – was ihn nur noch breiter grinsen ließ.


„Ich habe Ihnen nun alle Bänder gezeigt, die wir dahaben“, warf der Verkäufer verzweifelt ein, als Marc und Melanie darüber diskutieren, dass es nicht unbedingt eines von den dreien sein musste, „Sie müssen sich schon zwischen den dreien entscheiden. Wobei Sie ja schon ziemlich deutlich gemacht hatten, dass Gold nicht in Frage käme, weil es zu „prollig“ wäre“, was für ihn, bei den Personen vor ihm, eigentlich nicht abwegig war.


„Vielleicht holen wir auch einfach nur einen neuen Arztkoffer.“


„Ja oder vielleicht doch lieber ne Finka in Spanien“, maulte der gereizte Chirurg, „Entscheide dich Melanie und zwar jetzt!“


„Jetzt pamp sie doch nicht so an. Du bist ihr ja auch keine große Hilfe.“


„Weil ich ja auch das Buch kaufen wollte“, drehte er sich zu Gretchen um, „Was einfacher wäre, als zu überlegen, ob Glitzerscheiß oder Kuhhaut!“


„Was schenkst du denn deiner Mutter?“


„Eine Woche Wellnessurlaub in ihrem heißgeliebten Spa in Hamburg.“


„Schon wieder?“, reagierte Gretchen empört, „Das hast du ihr doch erst.. Oh, warte mal. Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Du schenkst ihr jedes Jahr dasselbe, damit sie dich in Ruhe lässt?“


„Na das sieht ihm ähnlich. Papa sollte aber schon etwas Besonderes bekommen – deswegen nehmen wir jetzt auch die silberne und gut ist“, warf Melanie schnell ein, denn so wie sie ihren Bruder kannte, lagen ihm, nach seinem Schulterzucken, nur wieder Gemeinheiten auf der Zunge und die, würden ihm wahrscheinlich nicht helfen, ihr Herz zurückzuerobern.


Mehdi würde vielleicht nicht so begeistert sein, wenn sie ihm davon erzählte, doch ein kleines bisschen konnte man schon intervenieren. Sonst würden die beiden es wohl nie schaffen, auf eine Bahn zu kommen, doch als Gretchens Handy klingelte und George Michael fröhlich „Last Christmas“ trällerte, warf es sie einige Schritte zurück.


„Thorben Schatz, schön dass du anrufst… Ja uns geht es gut, wir kaufen grad ein paar Geschenke und dann werden Sarah und ich uns zu Hause, mit einem großen Kakao, aufwärmen…“, ganz verliebt lächelte sie, was bei Marc beinahe einen Brechreiz auslöste, „Sicher freuen wir uns schon. Klar. Wann landest du denn? Vielleicht kann ich Papa bitten, dich abzuholen. Mhmm.. Gut, dann meldest du dich einfach morgen noch einmal…Jap.. Ja.. Ja ich liebe dich auch mein Schatz“, bevor sie auflegte, hauchte sie viele kleine Küsse in den Hörer und strahlte dann bis über beide Ohren und wieder zurück.


Für Marc, war dieser Abend gelaufen.


Er wusste, dass Thorben bald zurückkommen würde, immerhin hatte Gretchen es oft genug erwähnt. Allerdings immer mehr beiläufig, als wirklich interessiert und er wusste auch, dass die beiden verlobt waren und heiraten wollten – doch so eine Szene, vor seiner Nase, war einfach zu viel des Guten.


Da war dieser Wichtel zwei Monate weg, ließ sie mit allem allein und trotzdem freute sie sich so sehr ihn wieder zu sehen. Die Feiertage mit ihm zu verbringen und einen auf heile Familie zu machen. Dabei war er es gewesen, der sie unterstützt hatte. Er hatte ihr die Einkäufe getragen, er hatte ihr ihren dämlichen Baum gekauft und geschmückt und er war es auch gewesen, der sie jeden Tag zur Arbeit abholte.


„Ich bezahl den Scheiß und dann fahr ich euch nach Hause“, brachte er seinen Ärger zum Ausdruck, „Den Rest machen wir morgen Hasenzahn, ich muss noch einmal in die Klinik, die Arbeitspläne überfliegen.“


Vollkommen von den Socken gerissen, folgten die Frauen dem Miesepeter und wussten gar nicht, was nun schon wieder mit ihm los war. Zumindest Gretchen wusste es nicht, Melanie hingegen, konnte sich denken, warum er so reagierte. Was sie ihren Bruder auch wissen lassen wollte, nachdem sie Gretchen und Sarah sicher zu Hause abgesetzt hatten.


„Nimm es dir nicht so zu Herzen Marc“, sagte sie ihm liebevoll, als er vor dem Haus hielt, in dem Mehdi und Melanie residierten, „Irgendwann wird sie sicherlich ihre rosarote Brille abnehmen und dann merkt sie endlich, dass sie dich liebt und nicht ihn. Du musst einfach nur Geduld..“


„Halt endlich mal den Mund Melanie“, unterbrach er sie forsch, „Meinst du, ich reiß mir hier aus Spaß den Arsch auf? Denkst du echt, ich bin nur zufällig wieder hier? Wenn sie nicht will, dann nicht – noch habe ich meine Stelle in München! Jetzt mach die Tür zu, ich will weiter.“


Wehmütig, ließ sie ihn ziehen. Sie wusste, wenn er so schlecht gelaunt war, hatte es wenig Sinn mit ihm zu sprechen und vielleicht, würde sie es am nächsten Morgen noch einmal versuchen.




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Choconussa Offline

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Beiträge: 311

13.12.2016 17:42
#78 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Dreiundsiebzig - Santa tell me」




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Doch als sie zu ihrer Schicht antrat, war bereits alles zu spät. Marc hatte nicht gelogen. Er war wirklich in die Klinik gefahren und hatte den Arbeitsplan geändert. Sehr zur Freude vom Professor und sehr zu Gretchens Ärgernis.


„Du kannst mich doch nicht einfach so aus drei Schichten streichen Marc!!!“, brüllte sie ihn nieder und seine Antwort war nicht minder leiser, „Siehst du doch! Du bist in erster Linie Mutter und ein bisschen was zu planen hast du ja auch noch nebenbei.“


Ohne stehen zu bleiben oder mal von seinen Papieren aufzusehen, lief er weiter in das Schwesternzimmer, indem Mehdi und Sabine hofften, unsichtbar bleiben zu können. Kurz nach Gretchen, folgte Melanie und fragte leise, „Was ist denn hier los?“


„Er hat sie ohne plausiblen Grund, einfach so, aus dem Plan gestrichen und sich zudem ihre OPs gekrallt.“


„Aha, ohne plausiblen Grund – dass glaubst du doch wohl nicht wirklich, oder?“, sah sie ihren Freund durchdringend an – denn den Grund, schienen sie beide zu kennen.


Sabine, die ihre Ohren spitzte, sah verwundert von dem einen Arzt – zum anderen. Was war denn nun schon wieder zwischen der Frau Doktor und dem Herrn Doktor vorgefallen? Sie hatten sich in den letzten Tagen doch außerordentlich gut verstanden, auch wenn die üblichen Sticheleien nicht ausblieben.


„HASENZAHN“, ertönte es laut aus der Umkleide – ehe Marc im Stechschritt aus eben dieser hinauskam, „Ich werde darüber NICHT mit dir debattieren. Die Sache ist mit deinem Vater besprochen und er hat es abgesegnet.“


„Ach, wenn du nicht mehr weiter weißt, rennst du zu meinem Vater? Was fällt dir eigentlich ein?“


„Du, das sagt gerade die Richtige! Ich bin dein Chef und du machst, was ich dir sage!“


Sauer funkelten die beiden sich an und es war gar nicht auszumachen, wer von den beiden wütender war. Nur ein geschultes Auge, erkannte den Schmerz in diesen Blicken. Mehdi, der besorgt zu seiner Freundin aufsah, verstand das hier eindeutig mehr im Busch war und wenn er die nächste Gelegenheit bekommen würde, würde er seinem besten Freund mal ordentlich den Kopf waschen.



Zusammen mit Melanie, stürmte er am Nachmittag das Büro des Oberarztes und was die beiden zu hören bekamen, als sie ihn ordentlich in die Mangel genommen hatten, konnten sie fast gar nicht glauben.


„Meint ihr, mir macht das Spaß? Ich würde sie auch lieber länger und öfter arbeiten lassen, aber zum einen, hat Franz da noch immer den Finger drauf und zum anderen, habt ihr sie euch mal genauer angeschaut in der letzten Zeit? Sie ist blass, fängt für jeden Scheiß an zu heulen und ist meistens gar nicht richtig bei der Sache. Sie soll nach dem ganzen Stress erst einmal wieder runterkommen. Dann sehen wir weiter – vielleicht kann ich sie in die ein oder andere Schicht mogeln, ohne das Franz davon Wind bekommt.“


„Aber warum sagst du ihr dann nicht, warum du das tust?“, fragte Melanie verwundert und anstelle von Marc, antwortete Mehdi, „Weil er sie kennt. Weil er genau weiß, dass sie das noch weniger akzeptieren würde. So macht er sie zwar für einige Zeit wütend, aber sie beugt sich.“


„Oh ist das süüüß.“


„Mel!“, warnte Marc mit erhobenem Finger, „Darüber haben wir schon einmal gesprochen. Keine bösen Wörter in meiner Gegenwart und kein Wort zu Hasenzahn.“


„Das hättest du wohl gern. Meinst du echt, sie fährt gleich mit dir die restlichen Geschenke holen, wenn sie so sauer auf dich ist? Bestimmt nicht! Also sagst entweder du ihr, was Sache ist oder ich fahre gleich zu ihr und erzähle ihr genau das, was du uns hier gerade erzählt hast“, stellte Melanie ihm ein Ultimatum – welches ihn nicht die Bohne interessierte.


Er stiefelte geradewegs in den OP und ließ Melanie und Mehdi einfach stehen.


„Ich fahre jetzt zu ihr und sage ihr, was los ist. Das geht so nicht weiter mit den beiden, sonst heiratet sie Thorben nachher wirklich noch“, schmiss sie Mehdi ihren Kittel zu, „Drück mir die Daumen, dass sie mir zuhört“, und mit einem flüchtigen Kuss, auf seine unbeweglichen Lippen, ließ sie ihn zurück.



Zu ihrem Glück, war Gretchen zu Hause und nach einer schnellen Tasse Kaffee, kam die Kinderchirurgin schnell zu ihrem eigentlichen Anliegen. Wie erwartet, wollte ihre Freundin erst nichts davon wissen und blockte konsequent ab, doch nachdem Melanie einwarf, „Er macht sich Sorgen um dich“, wurde Gretchen hellhörig. Als sie von der Münchnerin die Karten auf den Tisch gelegt bekommen hatte, sprang sie übereilt auf, zog sich und ihre Tochter an und völlig außer Atem fragte sie, „Nimmst du uns gleich mit in die Klinik?“


Da konnte Melanie gar nicht ‚Nein‘ sagen. Lächelnd, nickte sie ihr zu und half ihr, Sarah sicher in ihr Maxi-Cosi zu setzen und die Wickeltasche zu packen, damit sie schnell losfahren konnten.



Marc, dem die Worte seiner Schwester noch immer tief im Magen lagen, trottete, mit festem Blick auf sein Handy, zurück in sein Büro. Würde Melanie recht behalten und Gretchen wollte ihn gar nicht mehr sehen? Noch hatte sie ihn nicht angerufen, obwohl er bereits eine Stunde zu spät dran war. Aber vielleicht konnte sie sich auch denken, dass es bei ihm etwas später werden könnte. Sie kannte den OP-Plan. Missmutig betrat er also sein Büro und stockte, „Was macht ihr denn hier?“


„Zum einen, holen wir dich ab und zum anderen, muss ich mich bei dir entschuldigen Marc“, schon wieder füllten ihre Augen sich mit Tränen, dabei hatte sie sich fest vorgenommen gehabt, wenigstens einmal, standhaft zu bleiben, „Es ist so lieb von dir, dass du Rücksicht auf mich nehmen willst und ja, vielleicht war der Stress in den letzten Tagen ein bisschen viel. Vielleicht setzt mir das ja wirklich alles zu“, ihre Unterlippe bebte und die ersten Tränen bahnten sich ihren Weg über ihr hübsches Gesicht, „Alles allein zu machen. Die Hochzeit, die Taufe und Sarahs erstes Weihnachten. Es soll perfekt sein und ich weiß gar nicht, wie ich das alles machen soll und..“


„Hey!“, unterbrach er sie schnell – denn er bezweifelte, dass Sarah bereits schwimmen konnte und wenn sie so weiter machte, würde er hier bald ein Hallenbad eröffnen können, „Ich bin doch da. Warum lässt du dir nicht helfen Gretchen?“


„Ich kenn dich doch Marc. Als ob du dir daraus irgendetwas machen würdest. Du verschanzt dich doch eh wieder in deinem Büro. Hauptsache du musst von den Feiertagen nichts mitbekommen.“


Sie weinte immer mehr. Zum einen, stieg ihr wirklich langsam alles über den Kopf und zum anderen, war sie wütend auf sich selbst, weil sie Marc mal wieder zeigte, wie recht er doch mit seiner Annahme hatte. Doch diesem, war vollkommen egal, dass sein Ego soeben eine ordentliche Portion Adrenalin gespritzt bekam. Liebevoll, zog er sein Gretchen, in seine Arme und drückte sie fest an sich. Wenn er eines hasste, dann sie weinen zu sehen.


„Du musst dir helfen lassen“, hauchte er ihr ruhig zu, „Da hinter dir, steht ein Mensch, der dich von allen am meisten braucht. Und wenn du so weitermachst wie bisher, wirst du, über kurz oder lang, nicht mehr können. Ich weiß, du bist stark, aber du bist jetzt nicht mehr allein.“


Schniefend, hob sie ihren Kopf, sah zuerst ihn und dann ihre Tochter an und Marc hatte Recht. Auch wenn Thorben nicht da war, um ihr zu helfen, war sie keineswegs allein. Sie hatte Melanie, Mehdi, Sabine und so wie es aussah, auch Marc an ihrer Seite – sie musste nur fragen.


„Und jetzt fahren wir Geschenke kaufen“, grinste er fröhlich, „Aber erst gehen wir essen – ich hab Hunger. Und die kleine Prinzessin, bestimmt auch.“



An diesem Nachmittag, hatte Gretchen das Gefühl, er wäre nie gegangen.


Nachdem Marc ihr eine Packung Taschentücher gereicht, sich umgezogen und sich das Maxi-Cosi geschnappt hatte, fuhren sie zum Griechen. Zu eben jenem Griechen, bei dem sie immer essen waren, wenn sie mal wieder keine Lust hatten zu kochen oder die Patienten Marcs Nerven so sehr strapaziert hatten, dass er nicht mehr zu ihren Eltern fahren wollte. In dem Lokal erinnerte man sich gut an sie. Die Belegschaft freute sich, die beiden zu sehen und noch mehr freuten sie sich über die kleine Sarah-Marie, die nach der längeren Autofahrt, ruhig schlief. Ausgiebig aßen sie zu Mittag und wie immer zahlte Marc die Rechnung. Gretchens Proteste, wollte er gar nicht hören und gab ihr zu verstehen, dass noch immer er der Mann war. Anschließend klapperten sie die verschiedensten Läden ab und nicht ein einziges Mal, meckerte der, sonst so shoppingfaule, Chirurg. Viel eher genoss er es, mit Gretchen zu lachen. Gegen ihren Willen, setzte er ihr einfach eine Weihnachtsmütze auf und ruinierte so, ihre, mehr oder weniger aufwendige Frisur und auch Sarah blieb nicht verschont. Durch die Kälte, war ihre kleine Nase ganz rot und Marc fand auch hier den passenden Kopfschmuck.


„Schau mal Gretchen“, rief er quer durch das Geschäft, „Ich habe Rudolf gefunden!“


Er hatte seiner Tochter einen Geweih-Haarreifen aufgesetzt und hielt sie lachend in die Luft, damit Gretchen, die sich in Grund und Boden schämte, auch sehen konnte, wie niedlich Sarah mit ihrer „Dekoration“ aussah. Und weil Marc gerade guter Laune war, setzte sie auch ihm eine der vielen Weihnachtsmützen auf und bestand auf ein Foto.


„Dann müsstest du aber auch ein Geweih tragen Hasenzahn.“


„Meine Nase ist aber nicht rot!“


„Och, das können wir ändern“, grinste er und setzte zum Saugangriff an – doch Gretchen klatschte ihm die flache Hand auf die Stirn und hielt ihn zurück, „Wag es dich nicht Marc!“


Schließlich gab Marc nach und sie nahmen Sarah in ihre goldene Mitte, um das erste, richtige Familienfoto zu schießen. Von dem der Chirurg gleich einen Abzug einforderte.


Zusammen suchten sie für Jochen eines der neuesten Medizinbücher heraus und Gretchen kaufte noch einen Kittel, den ihre Mutter mit seinem Namen besticken würde, damit er seinen ersten eigenen bekam und nicht immer die aus der Uniklinik tragen musste. Marc hielt hierbei, als Versuchskaninchen her. Er und Jochen waren zwar nicht von der gleichen Statur, aber anhand seiner Maße, konnte Gretchen gut abschätzen, welche Größe sie für ihren Bruder kaufen musste. Und auch bei den Geschenken für Bärbel, war Marc ihr eine ungewohnte Hilfe.


Nachdem sie mehrere Blusen begutachtet hatte, entschied sie sich für eine mintgrüne aus leichter Seide. Doch ihr Begleiter befand dies für keine gute Idee, immerhin würde ihrer Mutter beige viel besser stehen. Zudem würde es auch ihrem Vater wesentlich besser gefallen, wenn der Stoff leicht durchsichtig wäre. Bärbel trug unter ihren Blusen meist eh ein Trägertop.


„Marc, die beiden sind doch keine fünfzehn mehr.“


„Ach und nur, weil dein Vater die Sechzig bereits geknackt hat und deine Mutter an ihr kratzt, haben die beiden keinen Sex mehr?!“, lachte er und trieb ihr mal wieder die Schamesröte ins Gesicht, „Die beiden vergnügen sich genauso, wie jeder andere auch, in der Waagerechten, also pack das Teil da weg und nehm die andere.“


Bei den Ziervasen und der Deko, nahm der Mittdreißiger dann doch lieber Reißaus. Was zu viel war, war einfach zu viel und so stolzierte er geradewegs, mit seiner Tochter im Schlepptau, in die Kinderabteilung. Doch wo er vorher noch selbstbewusst schien, war er, kaum dass er im zweiten Gang stand, vollkommen überfordert und zückte sein Smartphone.


„Kaan“, wurde nach dem fünften Freizeichen abgenommen und Marc fiel gleich mit der Tür ins Haus, „Ich hab ein Problem!“


„Oh nee Marc, jetzt sag nicht, du hast Gretchen schon wieder vergrault – also langsam müsstest du doch wirklich wissen..“


„Nein, nein, hol mal Luft. Nichts wegen Gretchen. Ähm, was kann man Sarah so zu Weihnachten holen?“


„Du hast noch kein Geschenk für deine Tochter?“, fragte der Gynäkologe schockiert und sah mit großen Augen zu Melanie, die auch nur mit den Schultern zucken konnte, „Hast du wenigstens schon was für Gretchen?“


„Ja für Gretchen hab ich was. Holt Sabine später ab. Aber jetzt mal zurück zum Thema, denn ich habe wirklich keine Ahnung. Stofftiere hat sie glaube ich, mehr als genug. Hasenzahn hat wohl ihr Kinderzimmer geplündert und..“


„Kauf ihr ein Lernspielzeug. Etwas was die Motorik fördert. Damit kann man eigentlich nichts falsch machen, für den Anfang.“


„Kaan“, schnauzte er ins Telefon, „Ich bin nicht der nette Onkel von nebenan – ich bin ihr Vater, da sollte schon ein bisschen was mehr bei rumkommen.“


„Ich sagte ja auch, für den Anfang. Morgen schauen wir zwei zusammen, was wir deiner Tochter holen – wenn du es allein machst, kommt da nichts Gutes bei rum.“


„Was soll das denn jetzt heißen?“


„Das ich dich kenne Marc! Nachher kommst du noch auf die Idee, ihr einen rosanen Spielzeugarztkoffer zu kaufen“, seufzte Mehdi am anderen Ende der Leitung und in der Spielzeugabteilung sah der Chirurg geschockt von dem rosanen Spielzeugarztkoffer auf, den er in seiner Hand hielt, „Du hast bereits einen in der Hand – stimmt’s?“


„Quatsch, wie kommst du denn auf so einen Unsinn. Als ob ich meiner Tochter so einen Schund kaufen würde“, räusperte Marc sich, „Dann also morgen – vergiss das bloß nicht!“





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Choconussa Offline

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18.12.2016 16:07
#79 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Vierundsiebzig - Auf der Suche nach Weihnachten」




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Doktor Mehdi Kaan, war die Geduld in Person. Wahrscheinlich hatte er auch aus diesem Grund den gynäkologischen Fachbereich gewählt. Wer so ein ruhiges, sonniges Gemüt hatte, war doch wirklich wie geschaffen für den Beruf. All die Frauen, mit ihren alltäglichen Neurosen, die bei ihm ein und ausgingen, sogar Frau Fischer, brachten ihn einfach nicht aus der Ruhe. So auch nicht sein bester Freund, der sich nicht nur langsam mit seiner Vaterrolle immer mehr anfreundete – sondern auch die Beziehung von Mehdi und Melanie zu akzeptieren schien – vorerst!


Heute jedoch, bei ihrem äußerst männlichen Einkaufsbummel durch die verschiedensten Spielzeugabteilungen der Berliner Kaufhäuser, war Marc auf dem besten Wege, Mehdi den letzten Nerv zu rauben. Offenbar hatte der Starchirurg beschlossen, Papa des Jahres zu werden und nichts war ihm gut genug für seine Tochter.


Auf der einen Seite, rührte es Mehdi sehr, zu sehen, wie viele Gedanken sich sein bester Freund um Sarah machte. Auf der anderen, machte es ihn jedoch auch wahnsinnig. An allem hatte er etwas auszusetzen. Dabei waren einige Ideen des Gynäkologen wirklich nicht schlecht gewesen.


Der 1,40 cm große Teddybär zum Beispiel. Mehdi war der festen Überzeugung, dass dies ein gutes Geschenk wäre, welches Sarah sicherlich noch in zwanzig Jahren, in Ehren halten würde.


Doktor Meiers Ausführungen dazu waren jedoch, „Hasenzahn schüttet das arme Kind schon mit Stofftieren zu. Wenn ich jetzt auch noch damit anfange, finden wir unsere Tochter bald nicht mehr wieder zwischen all den hässlichen Staubfängern!“


„Du sollst sie ja auch nicht damit zudecken.“


„Hast du Sellerie in den Ohren? Überleg dir einfach was Besseres Kaan!“


Entschlossen, lief der Chirurg weiter und ließ seinen besten Freund kopfschüttelnd stehen. Mehdi ermahnte sich, einfach ruhig zu bleiben und mal zu schauen, wie weit sie kommen würden – denn, wenn Marc so weitermachen wollte, würden sie hier heute, ohne ein Geschenk aus den Läden gehen.


Bei den Puppen, blieben sie eine Zeit lang hängen, denn Mehdi wollte Lilly noch ein paar Utensilien für ihre neue Baby Born holen. Skeptisch, sah der Chirurg dabei zu, wie der große Halbperser mit seinem Zottelkopf zwischen den Windeln steckte – SO, würde er dann doch nicht enden wollen. Doch ehe er sich versah, kam Mehdi die nächste Idee – eine Puppe!


„Süüücher“, sagte Marc, zeigte Mehdi einen Vogel und holte dann doch noch ein bisschen weiter aus, „Damit Sarah am Ende ebenso eine verklärte Sicht auf die Welt hat, wie ihre liebe Mutter? Dann habe ich die nächste Träumerin zu Hause, die lieber heiraten und Kinder bekommen will, als wirklich mal was in ihrem Beruf zu erreichen. Häuschen bauen, Bäumchen pflanzen, nen Zaun ziehen und nen dämlichen Köter kaufen, mit dem dann der Papa, der den Hund gar nicht wollte, Gassi gehen darf. Soweit kommt’s noch! Was grinst du mich so dämlich an?“


Ganz im Gegensatz zu dem Chirurgen, der einfach hoffnungslos verliebt war, hatte Mehdi ganz genau mitbekommen, was sein bester Freund da eben vom Stapel gelassen hatte. Und weil er sonst nie die Gelegenheit dazu bekam, ergriff er sie diesmal und zog Marc ein kleines bisschen auf.


„Die nächste kleine Träumerin bei dir ZU HAUSE also“, überlegte Mehdi laut und Marc bekam neben ganz großen Augen, sein Nasenzucken – welches ihn, so oder so, immer verriet, „Ich dachte eigentlich, dass ihr beide euch getrennt hattet oder war das nur ein schlechter Traum?“


„Halt die Klappe!“


Wütend, durchstöberte der Chirurg nun doch die verschiedenen Puppen die in den Regalen standen und versuchte angestrengt, das wissende Nicken des Gynäkologen auszublenden. Er könnte sich ja selbst in den Hintern treten, damals so gehandelt zu haben, da brauchte er es nicht noch aufs Brot geschmiert bekommen. Als er sich umdrehte und vor einem Puppenhaus aus Pappe stand, fiel ihm endlich ein, was er seiner Tochter zu Weihnachten schenken konnte…



Flashback


„Das Ding kommt mir nicht mit Gretchen“, meckerte er und zeigte mit seinem Finger auf das Puppenhaus, welches sie angesteuert hatte.


Es war aus Holz, groß, total verstaubt, sperrig und ROSA! Er konnte sich lebhaft vorstellen, wie der dicke Haase mit ihren vierzehn Jahren und der übergroßen Zahnspange, in ihrem rosa Zimmer davorgesessen und Mutter, Vater, Kind mit diesem Monster gespielt hatte. Natürlich hatte sie die Rolle der Mutter inne und die männliche Puppe hatte dann wohl den Part des Vaters übernommen. Ebenso ahnte er, dass diese Puppe wohl ihn darstellen sollte – denn sie trug eine verschlissene Lederjacke, wie er es in seiner Jugend getan hatte.


„Ja aber wieso denn nicht? Das sind Kindheitserinnerungen Marc. Die würde ich schon gern behalten“, jammerte sie, während ihr Vater ihren Freund ermutigend anlächelte und sich die nächste Kiste suchte, welche ihren Weg in den VOLVO finden sollte.


„Es sagt ja auch niemand, dass du dieses hässliche Ding wegschmeißen sollst. Ich nehme es einfach nur nicht mit“, erklärte er ruhig und eilte seinem Schwiegervater in spe zur Hilfe, „Kindheitserinnerungen, bleiben hier!“


Und dann passierte es! Franz hatte gerade den Karton hochgehoben, drehte sich um und stieß dabei, unglücklich, gegen Gretchens heiß geliebtes Puppenhaus. Ein lautes Poltern, ein kleiner Aufschrei der Chirurgin, welches auch die besorgte Professorenfrau auf den Plan rief und geschockt ausgetauschten Blicken, der männlichen Fraktion, später, war das Chaos perfekt: Das Puppenhaus war kaputt!


„Toll! Jetzt hast du ja deinen Willen“, weinte Gretchen und lief die Treppen vom Dachboden hinunter, direkt durch in ihr Kinderzimmer, wo sie sich auf ihr Bett schmiss und ihr hübsches Gesicht tief in ihre Kissen drückte.


Bärbel wollte ihr gerade hinterhereilen, als Marc sie an der Schulter zurückhielt, „Ich mach das schon!“ und seiner aufgelösten Freundin folgte…


Flashback Ende



Er konnte sich noch genau daran erinnern, wie sie dagelegen und geweint hatte. Wie er sich zu ihr gesetzt hatte und eine halbe Stunde warten musste, bis sie mit ihm gesprochen hatte. Zwei Wochen lang, hatte sie diesem dämlichen Haus nachgetrauert und ihn beinahe in den Wahnsinn getrieben. Dabei hatte er zusammen mit ihrem Vater versucht, das gröbste zu reparieren. Doch länger wie fünf Minuten, hielt es schlussendlich nicht mehr.


„Ich muss los“, sagte Marc kurz angebunden zu Mehdi und lief dann, ungeachtet der Proteste, weil er ja noch gar kein Geschenk habe, aus dem Laden raus und stieg zügig in seinen Wagen. Jetzt musste er nur noch wissen, wo er so ein antikes Puppenhaus herbekommen würde und wer könnte ihm da besser helfen als Bärbel Haase?


Anstatt sie anzurufen, fuhr er direkt zur Villa, packte die überrumpelte Hausfrau gleich ein und kam auch gleich zu seinem Anliegen – welches die rothaarige verliebt lächeln ließ.


Zusammen fuhren sie in einen kleinen Spielzeugladen am Rande Brandenburgs, in welchem Marc sich vollkommen fehl am Platze fühlte. Zum Glück, hatte er Frau Haase dabei, die sogleich auf die Verkäuferin zustürmte und sie gleich einspann.


Keine Dreiviertelstunde später, saßen Marc und Bärbel wieder in dem warmen VOLVO und hatten auf der Rückbank ein altes, jedoch sehr gepflegtes Puppenhaus aus Holz. Zwar war es weiß, aber das war nichts, was man nicht mit ein bisschen Farbe würde ändern können. Es war auch nicht genau das Puppenhaus, welches Gretchen hatte, aber es sollte auch nicht ersetzt werden. Damit wollte Marc ein Zeichen setzen – außerdem fand er es wesentlich schöner als dieses ganze Papp- und Plastikzeug, welches man den Kindern kaufen konnte.


Neben dem Haus stand eine große Kiste mit sämtlichem Zubehör. Möbel, Puppen – Ersatz für jedes einzelne Teil. Decken, für die Bettchen. Tischdeckchen. Er wusste gar nicht, was man alles für so ein Teil brauchte und er war froh, dass Bärbel nicht gleich wieder ausgestiegen war. Sie bot ihm sogar an, das Haus neu zu lackieren und die Sachen zu verpacken – er bräuchte es nachher nur bei ihr abholen.


Dankend nahm er das Angebot an und fuhr gleich in den Grassoweg…





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Choconussa Offline

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18.12.2016 16:13
#80 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Fünfundsiebzig - A wonderful Dream 」




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Er hatte gerade die Tür aufgeschlossen, als er ein äußerst gereiztes „Aar Mist!“, aus dem Bad hörte. Kurz überlegte Marc, ob es nicht vielleicht besser wäre, einfach die Flucht zu ergreifen. Mit Gretchen war in den letzten Wochen wirklich nicht zu spaßen gewesen. Sie ging schneller als sonst an die Decke und auch die Wasserschleusen, öffneten sich öfter und schneller wie sonst. Als Zielscheibe, wollte er dann doch nicht dienen, aber das Glück war ihm einfach nicht hold.


Gretchen kam grad aus dem Flur, der zu Kinderzimmer, Schlafzimmer und Bad führte und wollte nach dem Telefon greifen, als sie ihn in der Tür entdeckte, „Oh Gott sei Dank bist du da Marc. Ich wollte dich gerade anrufen. Mir fehlt noch so viel für über die Feiertage und ich wüsste wirklich nicht, wie ich das alles allein besorgen sollte. Ich zieh schnell Sarah an und dann können wir los, ja?“, stürmte sie auf ihn ein, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass er schon am Anfang nicht mehr mitgekommen war und lief direkt darauf schon in Richtung Kinderzimmer.


Marc schüttelte einmal schnell den Kopf, fast so, als wolle er ein lästiges Insekt verscheuchen – welches Gretchen durchaus darstellen könnte, wenn sie denn noch ihre hässliche Brille tragen würde. Dass, was hier gerade geschehen war, hatte er noch immer nicht verstanden und lief langsam durch die Wohnung, um mal dezent nachzufragen, was sie denn nun genau vorhabe.


„Einkaufen Marc, was denkst Du denn?“, antwortete sie ihm, drückte ihm im Vorbeigehen seine Tochter in den Arm und lief im Stechschritt durch die Wohnung, um die Wickeltasche zu packen und sich selbst warm anzuziehen.


„Schon wieder?“


„Was heißt denn hier, „Schon wieder?“ – Nerv ich dich?!“


„Nein“, verdrehte er die Augen und zuckte mit seinem Kopf immer wieder zurück, denn Sarah wollte unbedingt die Nase ihres Papas ein wenig malträtieren, „Was brauchst du denn? Dann fahr ich schnell allein. Es ist wirklich kalt und Sarah muss sich ja wohl nicht erkälten!“


„Nett von dir, aber ich will morgen backen und die Sachen dafür würde ich gern selbst kaufen.“


„DU WILLST BACKEN?“, lachte der Chirurg seine Ex-Freundin aus, die empört die Hände in die Seite stemmte und ihn nur noch böser ansah, als er anfing mit Sarah zu sprechen, „Hast du das gehört? Da will die Mama backen und dich vergiften… Soll ich dir schon mal ne Wohnung kaufen?“


„Das ist nicht witzig Marc! Du könntest mit ihr ja schon einmal zum Auto gehen – hm? Dann kann ich die Einkaufsliste in Ruhe suchen…“


„Schau in deinem Tagebuch“, rief er ihr nach – ehe er mit seiner Tochter auf dem Arm, die Wohnung verließ und mit klein Sarah, die in ihrem rosa Schneeanzug aussah, wie ein Eskimo, am und im Wagen auf Gretchen wartete… Als sie fünf Minuten später noch immer nicht unten war, schaltete er die Heizung ein und begann seiner Tochter, Operationsmethoden zu erklären. Von einer Mandel-OP, über die Blinddarm-OP bis hin zur Nierentransplantation, war alles dabei gewesen und als Doktor Haase außer Atem einstieg, platzte ihm beinahe die Hutschnur, „ZWANZIG MINUTEN – Gretchen!“


„Ja, tut mir ja auch leid, aber jetzt bin ich ja da“, nuschelte sie sich in den Schal und bevorzugte es, ihre, sich knetenden Hände anzusehen und nicht ihren Ex-Freund, der grummelnd den Motor startete und vorsichtig aus der Parklücke, hinein in den Berliner Feierabendverkehr lenkte.


Sein Hochgefühl, endlich ein Geschenk für seine Tochter zu haben, erhielt schon im zweiten Laden einen neuen Tiefpunkt. Dabei hatte er geglaubt, nachdem sie ihn so lange im Wagen hatte warten lassen, würde nichts Schlimmeres mehr kommen können. Doch da hatte er sich gewaltig getäuscht, denn auch wenn sie heute nicht im Krankenhaus war, wusste sie bestens über die Vorfälle dort Bescheid. So auch über seine Auseinandersetzung mit Mehdi und seiner Schwester – die nicht gerade leise, oder ohne das etwas zu Bruch gegangen war, ausging.


„Ich mein, du kannst doch nicht einfach gegen irgendwelche Wände schlagen!“, bedachte Gretchen ihn mit einem bösen Blick und griff gleich noch zweimal zu den Schokoriegeln – vier Pakete, schienen wohl doch noch zu wenig zu sein und Marc, der den Einkaufswagen schob, erwiderte, „Gut. Dann schlage ich das nächste Mal einfach den stammelnden und stotternden Mehdi. Ich musste dreimal nachfragen, wie lange das mit den beiden schon geht, ehe ich mal eine Antwort darauf bekommen habe.“


„Und das rechtfertigt jetzt wie genau, das Loch in der Wand?“


„Immerhin lebt Mehdi noch und seine Nase ist auch noch intakt. Da ist ein kleines Loch, in irgendeiner Wand, ja wohl das geringere Übel. Zudem dein Vater ja auch bombig versichert ist, oder?“, hakte er nach und der Tonfall triefte nur so vor Sarkasmus und Verachtung.


„Mein Vater ist noch immer so versichert, wie er es war, bevor du gegangen bist. Er hat sich von Thorben nichts Neues versichern lassen, auch wenn er es das ein oder andere Mal versucht hat“, ging sie, entgegen aller inneren Proteste, doch auf die Aussage ein, allerdings ohne ihn anzusehen.


Ihr Vater gab sich die allergrößte Mühe, Thorben so zu nehmen, wie er war und trotzdem fiel es des Öfteren auf, dass er ihn vielleicht doch nicht mochte – zumal dies bei Peter auch oft genug der Fall gewesen war und sie seine Reaktionen gut einschätzen konnte. Es störte sie allerdings auch nicht weiter, denn wie ihr Vater schon ganz richtig erkannt hatte, musste nicht er, sondern sie mit Thorben glücklich werden. Und das war doch am Ende, dass, was wirklich zählte – oder? Dass sie glücklich war. Das war sie – da war sie sich ganz sicher. Warum sonst, freute sie sich so sehr, ihren Verlobten am nächsten Abend endlich wieder bei sich zu wissen und von ihm wieder in die Arme geschlossen zu werden?


Voller Vorfreude lief sie durch die Gänge, steckte mit ihrer guten Laune sogar Marc an und nahm gleich noch ein bisschen mehr mit, als sie eigentlich vorhatte. Sehr zum Ärger von Marc, der schon beim bloßen Anblick des Einkaufwagens, Rückenschmerzen, wenn nicht sogar einen Bandscheibenvorfall bekam. Später, genau genommen drei Stunden später, trottete der Chirurg, vollbepackt mit Taschen und Tüten, seiner Ex-Freundin, die Sarah trug, die Treppen hinauf in den zweiten Stock, hinterher. Vollkommen außer Atem, stellte er die Einkäufe in die Küche und ließ sich danach müde aufs Sofa fallen. Ungefragt, drückte der seinen Kopf in das weiche Kissen, um ein kleines Päuschen zu machen, welches ihm seine Tochter jedoch nicht gönnte.


Nachdem Gretchen sie ausgezogen und auf den Boden zum Spielen gesetzt hatte, war Sarah zügig zur Couch gekrabbelt, hatte sich daran hochgezogen und starrte den Chirurgen nun unentwegt an. Marc, der sich beobachtet fühlte, öffnete seine Augen und blickte in einen Spiegel.


So nah, war sie ihm wie aus dem Gesicht geschnitten. Grinsend, drehte er sich auf den Rücken und platzierte Sarah, nachdem er sie hochgehoben hatte, auf seinem Bauch. Und während die beiden spielten, lief Gretchen wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Wohnung, um ihre Einkäufe zu verstauen. Als sie sich am Wohnzimmerschrank bückte und Marc eine verblüffende Sicht auf ihr Hinterteil hatte, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.


„FETT“, rief er aus, schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn und erschreckte die beiden Frauen.


„Bitte?“


„Ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, wieso du in die Ecke hier gezogen bist. Dabei ist das so offensichtlich.“


„Gut und wenn du jetzt auch noch ein bisschen ausführlicher wirst“, meckerte sie – unwissend, dass sie sich wünschen würde, er wäre es nicht geworden, „verstehe ich dich vielleicht auch“, genervt drehte sie sich wieder zum Schrank und wühlte weiter darin herum.


„Der Straßenname Gretchen!“


„Ja, was ist denn damit?!“


„So lang standest du schon lange nicht mehr auf dem Schlauch. Grasso, Hasenzahn, und jetzt pass gut auf, bedeutet in der italienischen Sprache „Fett“.


Schlagartig stoppte Gretchen in ihrem Tun und als sie sich mit ihrem entsetzten Gesichtsausdruck umgedreht hatte, musste Marc herzlich lachen, was sie nur noch ungläubiger dreinschauen ließ. Noch immer lachend, ging er, mit ihrer Tochter auf dem Arm, auf sie zu, drückte ihr einen Kuss auf die Stirn und meinte, „Nur ein Scherz. Ich bring den Wurm ins Bett, dann kannst du hier in Ruhe weiter Chaos verbreiten.“


„Aber… MARC! Du hast das doch noch nie gemacht“, rief sie ihm hinterher – aber da war er schon im Kinderzimmer und hatte die Tür hinter sich geschlossen.


Wäre ja wohl gelacht, wenn er das nicht auf die Reihe bekommen würde. Im Internet, sah das alles nicht schwer aus und so machte sich Doktor Meier voller Tatendrang daran, seine Tochter zum Schlafen fertig zu machen. Ausgezogen, war sie relativ schnell, obwohl er sehr vorsichtig vorging, damit er ihr auch wirklich nichts brach – was, wenn er mal ehrlich zu sich selbst war, vollkommener Blödsinn war. Bei der Windel gab es schließlich die ersten Probleme. Falsch herum, die Klipps abgerissen – doch schlussendlich, mit viel Geduld und Spucke, konnte er auch dieses Hindernis, erfolgreich überwinden. Gegessen, für ihn eher getrunken, hatte Sarah zuletzt erst im Wagen. Und so legte der stolze Papa seinen kleinen Engel in ihr Bettchen, ließ das Mobile laufen, schaltete die Spieluhr ein und hockte sich vor die Gitterstäbe, um noch eine Weile ihre kleine Hand zu halten.


Gretchen, die nach einer dreiviertel Stunde mal nach den beiden sehen wollte, stand in der Tür und beobachtete die Szene gerührt. Wie er dasaß, vor dem Babybett, Sarahs Hand hielt, sie streichelte und ihre kleine Maus ganz verliebt ansah. Verstohlen, wischte sie sich immer wieder über das Gesicht, um die Glückstränchen, die unweigerlich rollen mussten, wegzuwischen. Ihr Schniefen, konnte sie jedoch nicht unterdrücken und prompt war der Chirurg aufgesprungen, mit einem „Halt bloß die Klappe“ an ihr vorbei und mit einem „Bis morgen!“, aus der Wohnung verschwunden.


Männer!


Aber so ließ sie es nicht stehen – er sollte schon noch ein bisschen leiden. Und die SMS, die sie ihm schrieb, ließ keinen Zweifel zu, dass er dies auch tun würde.


Zur Strafe (wegen dem Straßennamen), kommst Du morgen schon gegen Mittag vorbei und hilfst beim BACKEN! - Gretchen




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Choconussa Offline

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20.12.2016 16:38
#81 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Sechsundsiebzig - It’s Christmas in my heart 」




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Verliebt lächelte sie, als sie am nächsten Morgen durch ihr Wohnzimmer tanzte. Den ganzen restlichen Vorabend, nachdem Marc so überstürzt gegangen war, hatte sie damit zugebracht, die letzten Dekorationen aufzustellen. Endlich konnte sie wieder ihre, erfolgreich erbeutete, Weihnachtsdeko genießen. Sie war so glücklich und schüttelte mehrmals das glückliche Paar in ihrer Schneekugel, welches noch immer, Arm in Arm, vor der reichlich geschmückten Tanne saß. Heute Abend, würde ihr Verlobter wieder da sein und so wie sie ihn kannte, würde ihm das hier, richtig gut gefallen.


Ganz anders als dem Chirurgen, der gerade zur Tür hineinkam. Lange hatte er überlegt, ob er wirklich erst am Mittag bei seinen Frauen aufschlagen sollte – aber ein kleines Frühstück sollte Gretchen doch auch wieder friedlich stimmen. Wie selbstverständlich, nutzte er seinen Schlüssel, den er von Gretchen für Notfälle bekommen hatte und erstarrte, als er das geräumige Wohnzimmer betrat.


Er war in einem kunterbunten Märchen gelandet und die blonde Prinzessin, summte tanzend einige Weihnachtslieder.


Mehrmals ließ er seinen Blick über die Deko schweifen, die ihm sehr bekannt vorkam. Das waren die Sachen, die sie damals gemeinsam gekauft hatten. Die Deko, die an ihrem ersten gemeinsamen Weihnachten, seine Wohnung in ein lieblich warmes Licht gehüllt hatte. Momentaufnahmen, blitzten vor seinem inneren Auge auf.



Flashback


Die Geschenke waren ausgepackt, der Braten von Bärbel verputzt und die Kerzen auf dem Adventskranz neigten sich ihrem Ende zu. Doch Doktor Meier und Doktor Haase störten sich überhaupt nicht daran, während sie eng umschlungen vor dem kleinen Weihnachtsbaum, den die Blondine kurzfristig noch besorgt hatte, langsam tanzten. Ganz anders als er gedacht hatte, war dieser Abend verlaufen und wenn man ihn nun fragen würde, ob er glücklich war – er würde mit „JA“, antworten. Er stand hier, hielt seine Traumfrau in seinen Armen und wollte sie nie wieder loslassen.


Flashback Ende



Das Strahlen in ihren blauen Augen, würde ihn für den Rest seines Lebens verfolgen.


Und auch heute, lag ein Hauch von diesem Ausdruck in ihrem Gesicht, als sie sich umdrehte und Marc mit einer großen Brötchentüte mitten im Raum stehen sah. Am liebsten würde er die Tüte in die Ecke feuern und sie hier und jetzt küssen. Sie standen sich gegenüber, sahen sich nur an und wenn Sarah nicht gerade wach geworden wäre, hätte Marc sich Gretchen geschnappt und sie so liebevoll, wie schon lange nicht mehr, niedergeknutscht. Doch so schnell wie Gretchen verschwunden und ihm zugerufen hatte „Was machst du denn schon hier?“, konnte er gar nicht reagieren.


„Ich dachte halt, ich komm früher, wir frühstücken und je schneller wir diese Backerei hinter uns haben, desto besser“, rief er ihr nach und begann sich, wie selbstverständlich, in der Wohnung zu bewegen, Schränke zu öffnen und den Tisch einzudecken. Er würde lügen, wenn er sagen würde, dass er sich hier nicht wohl fühle. Es war zwar ein bisschen zu weihnachtlich für ihn, aber was hielt man nicht alles aus?


„Das wird lustig. Wirst schon sehen“, zwinkerte sie ihm zu, als sie Sarah in ihren Laufstall setzte, „Kannst du kurz ein bisschen auf sie achten? Dann geh ich schnell ins Bad, ja?“


„Klar. Dafür muss sie aber nicht in diesem Käfig sitzen. Gib sie her, ich kann den Kram hier auch mit einer Hand erledigen.“


„Pass aber auf Marc. Wirklich“, sorgte sich Gretchen und stützte Sarah noch immer am Rücken, wobei sie schon sehr sicher bei ihrem Papa auf dem Arm saß, der sich elegant ein Stück nach hinten und runter beugte, um die Teller abzusetzen, „Nicht dass sie sich zu ruckartig bewegt oder…“


„GRETCHEN! Schwirr ab! Ich mach das hier schon. Wir beide sind ein super Team, oder?“, fragte er seine Tochter und spielte mit ihrer kleinen Hand.



Mit einem letzten Blick auf ihren Ex-Freund und ihre Tochter, die ihrem Papa vergnügt am Ohr zog, lief sie schnell ins Bad und als sie die Tür hinter sich schloss, lehnte sie sich dagegen, um einmal tief durchzuatmen. Marc war in dieser kurzen Zeit, in der er nun hier in Berlin war, immerhin waren es gerade einmal knapp über zwei Wochen, so gut in die Vaterrolle hineingewachsen, es überforderte sie maßlos. Sie hatte fest damit gerechnet, dass ihm alles ziemlich schnell zu viel werden würde, er die Kleine nicht einmal nehmen und sie vielleicht sogar bald als lästiges Übel empfinden würde.


Aber nichts davon war eingetroffen. Wenn sie ganz mutig war, würde sie sogar behaupten, dass er seine Tochter liebte. Sich gar nicht mehr vorstellen konnte, wie es ohne sie wäre. Und diese vage Vermutung wurde nur bestätigt, als sie zurück in den Essbereich kam. Sarah auf seinem Schoße, fütterte er sie spielend mit ihrem Brei – den er anscheinend selbst zubereitet haben musste, denn sie konnte sich nicht daran erinnern, irgendwann welchen aufgesetzt zu haben. Vollkommen von den Socken gerissen, ließ sie sich, den beiden gegenüber, auf ihren Stuhl fallen und wusste gar nicht mehr, was sie zuerst sagen oder denken sollte.


„Alles klar?“, ergriff als Erstes Marc das Wort, sah sie kurz an und direkt wieder zu seiner Tochter, die fröhlich vor sich her schmatzte und drückte ihr einen Kuss auf den Kopf.


Allein dieses Bild, wühlte die Chirurgin so sehr auf, dass sie anfing zu weinen. Wie automatisiert, öffneten sich die Schleusen und dicke Krokodilstränen, ronnen über ihr wunderhübsches Gesicht. Woraufhin Marc ruckartig zu ihr aufsah und die Welt nicht mehr verstand.


„Äh, geht’s noch?“, war die weniger einfühlsame Art, Gretchen auf ihren momentanen emotionalen Zustand anzusprechen, weswegen sie gleich noch ein bisschen mehr schluchzte, „Och nee, Gretchen nicht. Bitte!“


„Ge..ge..Geht gleich wieder.“


Mehrmals atmete sie tief ein und aus, fächelte sich mit den Händen Luft zu und blinzelte die, noch immer aufsteigenden Tränen einfach weg. Marc jedoch, der sich das einfach nicht mit ansehen konnte, stand mit Sarah auf, setzte sich neben Gretchen und zog sie an seine Schulter, wo sie sich in Ruhe beruhigen konnte.


Nach dem Frühstück, schlief Sarah auf Marcs Arm ein und nachdem man sie noch einmal in ihr Bett gelegt hatte, räumten die glücklichen Eltern den Tisch ab, die Spülmaschine ein und Gretchen traf die ersten Vorbereitungen zum Backen.


Schüsseln, in verschiedenen Größen und kunterbunt, fanden ihren Weg auf den Tisch. Ebenso die Waagen, das Mehl, der Zucker und die Förmchen. Ganz große Augen bekam Marc, als sie die vielen bunten Kugeln und andere zuckerhaltige Verzierungen aus der Schublade zog. Auf seine Argumentationen, dass so viel Zucker nicht gesund sei, ging Gretchen gar nicht erst sein, lief, sich die Ohren zuhaltend und laut singend, an ihm vorbei.


Ungeachtet der dummen Kommentare, des vorwitzigen Chirurgen, trug Gretchen die Stühle vom Esstisch ins Wohnzimmer, um genug Bewegungsfreiraum beim Backen zu haben. Sie versuchte wirklich, so gut es ging, seine Aussagen zu ignorieren. Als er jedoch dicht hinter ihr stand und ihr ins Ohr hauchte, „Wir könnten, solang Sarah schläft, den Tisch auch anders nutzen.“, tanzten die Schmetterlinge in ihrem Bauch Lambada. Schnell suchte sie das Weite, was ihren unverschämten Ex-Freund gehässig auflachen ließ.


Zu ihrem Glück, wurde Sarah kurz darauf wach, sonst hätte sie nicht gewusst, wie lang sie den Annäherungsversuchen noch hätte ausweichen sollen.


„Warst auch schon mal spontaner“, rief er ihr belustigt hinterher und schob den Hochstuhl an den Tisch, damit Sarah nicht nur besser sehen, sondern auch besser helfen konnte. Aber seine Herzdamen, ließen sich besonders viel Zeit. Verwundert, lief er ins Kinderzimmer um nachzusehen, wo sie denn blieben und musste gleich genervt aufstöhnen, „Du sollst sie doch nicht mehr so oft stillen, Hasenzahn.“


„Solange ich noch kann, werde ich das aber noch tun Marc. Das Stillen festigt die Bindung von Mutter und Kind. Außerdem hat Doktor Koch ja nicht gesagt, dass ich es gar nicht mehr machen soll – einfach nur weniger. Einmal am Tag, ist doch wohl wirklich nicht viel.“




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Choconussa Offline

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23.12.2016 18:39
#82 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Siebenundsiebzig - In der Weihnachtsbäckerei」




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Da dies ein Thema war, über welches er nicht mit der Mutter seiner Tochter diskutieren musste, zog er es vor, in der Küche, bei der ein oder anderen Tasse Glühwein, auf sie zu warten. Vielleicht würde er ihr Vorhaben besser ertragen können, wenn er ein paar Promille mehr im Blut hatte.


Dies sollte allerdings, wie er feststellte, als Gretchen ihre Anlage anschmiss und ihn Weihnachtslieder aus allen Ecken und Enden beschallten, ein fast unmögliches Unterfangen werden.


Ihr und Sarah zuliebe, lachte und scherzte er mit, machte sogar ein Video, wie Gretchen mit Sarah versuchte den Teig zu kneten und half schließlich die Kekse, mithilfe von den Förmchen, professionell auszustechen. Aber auch der weniger kreative Teil wollte heraus und so stand er, über den Tisch gebeugt, vor dem Mürbeteig und stocherte mit einem Küchenmesser, mehr oder weniger erfolgreich, darin herum. Er wollte seiner Tochter einen Lokomotiven-Keks ausstechen, doch die passende Form hatte Gretchen nicht da. Also mussten die filigranen Chirurgenhände, ihre Arbeit tun – die anscheinend aber nur im OP zu was zu gebrauchen waren. Marc war so vertieft in seinem Tun, dass er gar nicht registrierte, wie Gretchen die geschmolzene Kuvertüre vom Herd holte und ihm eine Fingerspitze auf die Nase schmierte.


Entsetzt sah er den frechen Haasen an, sah wie sie frech lächelte und lasziv den Rest der Schokolade von ihrem Finger leckte und tunkte einmal seine ganze Hand in die Schüssel, um sie ihr einmal über das Gesicht zu ziehen. Zur allgemeinen Überraschung jedoch, wich sie geschickt aus und krabbelte unter dem Esstisch auf die andere Seite – direkt in die Küche. Natürlich blieb Gretchen der frontale Schokoladenangriff erspart, denn so eine Schokoladenverschwendung wollte der Oberarzt seiner Assistenz nicht zumuten.


Sarah jedoch, blieb nicht von den Albernheiten ihrer Eltern verschont, die vergnügt Unsinn trieben. Schnell bastelte Marc aus Draht und Servietten Engelsflügel, Gretchen lieferte mit einem Haarreifen den Heiligenschein und als sie fertig waren, saß Sarah als kleiner Engel in ihrem Hochstuhl. Jedoch nicht wie ein Engel, den man so kannte, aus Kinderbüchern. Die Chirurgen hatten es sich nicht nehmen lassen, ihr mit der Kuvertüre, auf die Wangen, zwei Querstreifen zu zaubern, sodass sie etwas von einem Indianer hatte. Lachend, zauberte Marc sich ebenfalls eine Kriegsbemalung und Gretchen hatte die Ehre, von ihren starken und mutigen Indianern, ein Foto zu schießen.


Direkt danach jagte sie Marc in die Küche, das Blech mit den fertigen Keksen aus dem Ofen zu holen und das neue gleich reinzuschieben. Immerhin hatte sie noch einiges vor heute und weil sie doch so tollpatschig war, was Marc nicht abzustreiten wagte, sondern fröhlich lächelte und nickte, sie sich verbrennen könnte, sollte er doch bitte, als starker Mann der zarten Dame einen kleinen Gefallen tun. Was er bei dieser Ansprache, nur zu gern tat. Sonst würde sie ihn wahrscheinlich an Neujahr noch zutexten.


Noch immer sang Rolf Zuckowski fröhlich seine Weihnachtslieder und Gretchen sang und summte, völlig talentfrei, mit. Wie er in der Tür stand und sie beobachtete, fiel ihm auf, dass sie sogar ein bisschen tanzte – jedenfalls wippte ihr Hinterteil zum Takt der Musik mit und seine Tochter?


Die war unheimlich still geworden.


Neugierig, streckte er seinen Kopf und sah in dem Hochstuhl einen kleinen Schneemann sitzen. Sarah hatte sich wohl, unbemerkt, die Mehltüte geschnappt und sie sich kurzerhand über den Kopf geschüttet. Für den verspielten Oberarzt, die perfekte Inspiration. Auf leisen Sohlen, schlich er sich hinter seine, noch immer summende, Ex-Freundin, griff in einer eleganten Bewegung nach einer noch vollen Mehltüte und schüttete sie, mit einem laut gesungenem, „Leise rieselt der Schnee“, einfach über sie.


Grinsend, stand er hinter ihr und wartete ihre Reaktion ab, denn zuerst bewegte sie sich nicht einen Millimeter. Wahrscheinlich kniff sie gerade die Augen zusammen. Doch dann schnaubte sie, prustete das Mehl aus ihrem süßen Mund, von ihren vollen Lippen und drehte sich empört zu Marc um, „Na warte…!“


Gerade als er spöttisch antworten wollte, worauf er denn bitteschön zu warten hatte, landete der Inhalt der vorletzten Mehltüte, direkt auf seinem gestriegelten Haar und die Mehlschlacht im Hause Haase, war offiziell eröffnet. Sie jagten sich gegenseitig um den Tisch herum, in die Küche, wieder zurück, einmal quer durchs Wohnzimmer und das frohlockende Aufquietschen der Chirurgin, erhellte die Wohnung mit einer lieblichen Melodie. Zusammen lachten sie aus voller Kehle und Sarah beobachtete, mit großen Augen, belustigt das frohe Treiben ihrer Eltern.


Auf dem Tisch entdecke die Chirurgin schließlich noch eine letzte Schüssel, in der Mehl war, beugte sich quer darüber, drehte sich zum Überraschungsangriff um – doch da stand Marc schon direkt vor ihr und drückte sie zurück auf die Tischplatte.


Über sie gebeugt, die Hand schon bereit, ihr die nächste Ladung Mehl ins Gesicht zu schleudern, stand er schwer atmend zwischen ihren Beinen und vergaß, was er tun wollte. Aber wie ihre Augen über sein weißes Gesicht huschten, wusste er, was er viel lieber tun würde. Einen geeigneteren Zeitpunkt, sie voller Liebe zu küssen, würde es wohl nicht geben und sie machte auch keinerlei Anstalten, sich dagegen zu wehren, als er seinen Kopf lächelnd, tiefer zu ihr beugte. Sie kam ihm, eine Hand in seinem Nacken, sogar ein Stück entgegen und als ihre Lippen sich hauchzart berührten – unterbrach das Klingeln des Telefons die romantische Stimmung.


Als hätte man sie bei etwas Unanständigem erwischt, zuckte sie zurück, drückte Marc weg und eilte schnell ins Wohnzimmer, um den Anrufer nicht zu verpassen und schon nach dem ersten Satz wollte der Mittdreißiger, die Leitung kappen.


„Thorben – Schatz, wie schön. Bist du schon gelandet? Soll mein Vater dich…“


„Liebling, hol mal Luft und überfall mich doch nicht immer so, ich komme ja gar nicht mehr mit“, lachte ihr Verlobter am anderen Ende der Leitung und wurde direkt wieder Ernst, „Ich stecke mitten in einem Schneesturm.“


„Oh Gott! Ist dir was passiert?!“


„Nein, mir geht es gut – na, ja… Den Umständen entsprechend.“


„Was? Wieso denn?“


„Ich kriege keinen Flug mehr. Stehe hier nun seit acht Stunden am Flughafen und warte darauf, dass irgendeine Maschine abhebt, aber da kommt nichts mehr und so wie die Leute hier sagen, wird das auch während der Feiertage nichts mehr werden.“


„Heißt dann jetzt, du kommst erst NACH WEIHNACHTEN?“, hysterisch jammerte sie in die Hörmuschel – allerdings nicht leise genug, wie sie es sich eigentlich gedacht hatte, denn in der Küche feixte Marc fröhlich vor sich her, „Mensch, ich hatte mich so gefreut“, flüsterte sie schließlich, den Tränen nahe.


„Mausi, ich weiß. Ich mich auch. Heute Morgen bin ich direkt los, habe gestern Abend noch meine Koffer gepackt und dann kam der Sturm. Mir würde das alles anders, auch besser passen – aber es gibt keine Möglichkeit. Selbst einen Privatjet, habe ich nicht bekommen. Die fliegen alle nicht mehr.“


„Das ist so unfair – warum bist du denn nicht schon eher wiedergekommen? Ich vermisse dich so sehr und…“


„Mensch Hasenzahn“, rief Marc laut aus der Küche, „beweg deinen dicken Hintern wieder her. Du hast doch mit der Backscheiße angefangen, jetzt bring den Mist hier auch zu Ende.“


„Äh, wer war das?“, Thorben drückte sich das Handy noch näher ans Ohr, um vielleicht besser hören zu können.


„Niemand – ich glaube, wir schreiben später einfach noch, ja? Ich muss nach Sarah sehen und ja – ich liebe Dich…tut…tut…tut…“, war das Letzte, was er an diesem Tage von seiner Verlobten hörte – denn die war damit beschäftigt, sich bei Marc aufzuregen und nachdem die beiden Sarah gebadet und ins Bett gebracht hatten, beseitigten sie das Chaos, welches sie hinterlassen hatten.



„Du sollst dich nicht so viel aufregen Hasenzahn, darüber haben wir erst gesprochen“, predigte Marc ihr in diesem Monat schon zum zehnten Mal, als er sich den Schal um den Hals band.


„Was genau machst du da eigentlich?“


„Ich ziehe mich warm an. Draußen ist es kalt und auch wenn ich im Auto sitze, würde ich gern meine Mandeln schützen.“


„Hast du mal aus dem Fenster geschaut? Es schneit und das nicht gerade wenig. Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ich dich so und in Anbetracht dessen, dass du viel Glühwein getrunken hast, fahren lasse?“


„Äh, ja?!“, sah er sie fragend an, „Seh ich so aus wie Mehdi oder dein Waschlappen von Thorben? Ich kann noch fahren, so viel war es nun auch nicht und das bisschen Schnee..Pff.“


„Bisschen Schnee? EIN BISSCHEN SCHNEE? Marc, in der letzten halben Stunde sind dreizehn Zentimeter NEUSCHNEE gefallen und es ist noch immer am schneien“, fauchte sie ihn nieder, „Du fährst heute nirgendwo mehr hin, die Couch ist bequem. Warte hier, ich bin gleich wieder da.“


Und tatsächlich, sie war schneller wieder im Wohnzimmer, als er gucken konnte. Allerdings hätte sie auch im Schlafzimmer bleiben können und das lag wirklich nur an dem schwarz, grau, braun, rot karierten Schlafanzug, den sie hochhielt.


„Ist zwar von Thorben, aber ihr zwei solltet ja eigentlich so ziemlich dieselbe Größe haben.“


„Das ist jetzt nicht dein Ernst“, sah er sie schockiert an, „Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ICH etwas von diesem Stinktier anziehe – oder? Außerdem weißt du, dass ich nur in Boxershorts schlafe!“


„Ja aber doch nicht, wenn du woanders bist“, lachte sie nervös – auf einen halbnackten Marc Meier konnte sie heute Abend, nachdem sie sich schon wieder so nahe gekommen waren, wirklich verzichten.


Aber Marc durchschaute sie.


Fröhlich meinte er, sie habe gewonnen und fing langsam an, sich zu entkleiden. Stück für Stück flog in die Ecke und durch einen kleinen Schlitz, denn sie kniff die Augen zu, sah sie praktisch nur noch nackte Haut. Damit war es Marc aber noch nicht genug. Schnell lief er auf sie zu und legte ihre Hand an seine Brust. Und auch das, mit der äußerst dreisten Aussage, sie hätte wohl vergessen, wie sich eine richtig männliche Brust anfühlte, reichte ihm noch nicht. Er ließ ihre kleine Hand mit seiner Hilfe, immer weiter über seinen Körper wandern, zog sich leise die spannenden Boxershorts aus und stand, als Gretchen sich endlich traute die Augen zu öffnen, in seiner gesamten Männlichkeit vor ihr.


„DAS kannst du von nun an, jeden Tag haben Hasenzahn“, hauchte er ihr rau zu und glaubte schon, sie überzeugt zu haben – doch sie drehte sich einfach auf dem Absatz um, lief in ihr Schlafzimmer, schlug die Tür zu und drehte den Schlüssel im Schloss herum…





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Choconussa Offline

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24.12.2016 19:28
#83 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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Ich konnte Marc also erfolgreich davon überzeugen, bei dieser Witterung nicht mehr nach Hause zu seiner Mutter zu fahren. War ich ja schon ein bisschen stolz auf mich. Dabei war ich mir gar nicht mal so sicher, ob er mich wirklich ernst genommen hatte oder ob die Chance, Elke nicht ertragen zu müssen, so schmackhaft war, dass er mir einfach nicht widersprach. Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich, nachdem ich mich über meinen zukünftigen Ehemann aufgeregt, Marc damit an den Rand der Verzweiflung, bereit zum Sprung von der nächsten Klippe und eine Stunde lang geheult hatte, nicht wirklich damit gerechnet, dass er zusagt, Weihnachten mit uns zu verbringen. Viel eher hatte ich geglaubt, er würde mich fragen, ob ich zu viel am Kinderpunsch geschnuppert hätte.


Ich war einfach überglücklich. Sarahs erstes Weihnachten, welches ich mit meiner kleinen Familie, in vollen Zügen genießen wollte.


Allerdings hätte ich mir nicht einmal in meinen Träumen, und das soll schon was heißen liebes Tagebuch, vorstellen können, wie schön es wirklich werden würde. Und als der Heiligabend am nächsten Tag anbrach, verspürte ich einen kleinen Wunsch: Dass dieser Tag, niemals enden sollte.





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24.12.2016 19:48
#84 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Achtundsiebzig - On the best side of life - this ist christmas, to me」




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Im zweiten Stock des Berliner Altbaus, herrschte an diesem Morgen eine herrliche Stille. Draußen war es noch stockduster, die Straße wurde nur von den Laternen und der Weihnachtsdeko, in den Fenstern der Nachbarn, erleuchtet und der Schnee, der in dieser Nacht nicht zu knapp gefallen war, wurde in ein liebliches orange getaucht. Noch vollkommen unberührt, glitzerte die Schneedecke an diesem Morgen und der wahrscheinlich einzige Mensch, der um diese Uhrzeit schon auf den Beinen war, fragte sich, wann er das letzte Mal eine weiße Weihnacht erlebt hatte.


Noch immer nur in seinen Boxershorts bekleidet, stand Marc am Wohnzimmerfenster und beobachtete das leise Schneetreiben, welches immer mehr an Intensität abnahm. Schon seit einer halben Stunde, stand er hier und der Kaffee, welchen er sich zur Abwechslung mal selbst gekocht hatte, weckte langsam seine Lebensgeister. Als viel arbeitender Chirurg, genoss man es in der Regel immer, seinen ersten Kaffee in aller Ruhe trinken zu können – doch heute, war er dafür auch überaus dankbar.


Immer wieder versuchte er sich daran zu erinnern, wann er das letzte Mal ein richtiges Weihnachten gefeiert hatte. Gemeinsames Essen und die Bescherung danach… Je mehr er jedoch versuchte, sich zu erinnern, desto schwieriger wurde es.


Das Einzige was ihm in den Sinn kam, waren die Abendessen bei seiner Mutter, wo nach einem üppigen Festmahl, Umschläge ausgetauscht wurden und man nach dem ein oder anderen Absacker, getrennte Wege ging.


Sein letztes Weihnachten war er in der Klinik gewesen und das davor, hatte er zwar mit Gretchen verbracht, doch da waren sie noch allein gewesen. Da war damals kein Kind… Jetzt war allerdings eines da und auch wenn er wusste, dass Sarah nicht viele Erwartungen an diesen Tag haben würde, wusste er ebenso, dass Gretchen sehr wohl Erwartungen hatte. Am meisten wohl an sich selbst.


Sie liebte es, die Feiertage mit ihrer Familie zu verbringen und nun, wo sie ihre eigene kleine Familie hatte und das erste Mal als Mutter ein Fest ausrichtete, würde sie unglaublich nervös sein, weil sie Angst hatte, irgendetwas falsch zu machen und jedes Fettnäpfchen, mehr als einmal mitnehmen. Und gerade er, der von solchen Feierlichkeiten absolut keine Ahnung hatte, sollte ihr heute beistehen? Sie davor bewahren, mit Anlauf und einer äußerst schmerzvollen Arschbombe in die Fettnäpfchen zu hüpfen, wie niemand sonst es tat? Er war sich nicht sicher, ob er dazu wirklich in der Lage war und er hatte durchaus Grund zur Annahme, sich mit Gretchen zusammen auf Fettnäpfchen-Kurs begeben zu können. Obwohl er dabei durchaus einen souveräneren Eindruck hinterlassen würde.


Zumindest in dieser Sache, war sich der Chirurg sicher, der gedankenverloren durch die Wohnung gelaufen war und sich nun in der Küche wiederfand. Als er, noch immer in seinen Gedanken gefangen, die Tasse in die Spüle stellte, fiel sein Blick auf den Kühlschrank und ihm kam eine Idee, wie er den Morgen, zumindest schon einmal, richtig beginnen lassen konnte. Mehdi hatte es ihm mehr als einmal eingetrichtert – Frauen liebten es, ein Frühstück zu bekommen, welches sonst nur Königinnen serviert werden würde. Damals war er dieser Schnapsidee natürlich nicht nachgekommen und hatte Gretchen zum Valentinstag nur ein Schokocroissant gekauft – aber wie pflegte sein Vater zu sagen, als er ihm erzählte, dass er nach Berlin wolle?


„Besser spät als nie“, grinste der Chirurg und öffnete voller Tatendrang den Kühlschrank und nebenbei den Webbrowser auf seinem Smartphone – heute wollte er zur Abwechslung alles richtig machen und suchte nach einem Bild von einem reichlich gedeckten Frühstückstisch. Die fehlenden Brötchen und Croissants, würde er einfach beim Bäcker, zwei Straßen weiter, holen. Zum Glück war Gretchen bei ihrem Einkauf mehr als gründlich gewesen und hatte alles, was er brauchte, da.


Zügig zog Marc sich an und eilte leise zur Tür hinaus, immer darauf bedacht, weder Sarah noch Gretchen zu wecken. Immerhin hatte die Blondine in den letzten Wochen, mehr als genug Stress und Ärger gehabt – heute, sollte sie einmal richtig ausschlafen. Vorsichtig stapfte er durch den Schnee, den Wagen hatte er stehen lassen. Nicht alle Tage konnte man eine unberührte Schneedecke bewundern und Gretchen, als hoffnungslos romantischer Mensch, würde das sicherlich gefallen.



Eine Stunde später, hoffte Doktor Meier, Gretchen würde nicht durch die wundervollen Düfte, die sich auf die ganze Wohnung verteilten, wach werden. Er musste ein bisschen in den Schränken wühlen, um auch wirklich alles zu finden, doch war er zum Schluss seiner Suchaktion, um einiges reicher. Ebenso der Esszimmertisch, der schon reichlich befüllt und dekoriert war.


In der Mitte des Tisches, thronte der Adventskranz mit den dicken roten Kerzen und weil er das Loch in der Mitte des Kranzes weniger ansprechend fand, platzierte er dort eine Schüssel, in die später die Eier kommen würden, die hinter ihm im Topf fröhlich vor sich her kochten. Links und rechts vom Adventskranz lagen Kuchenplatten, auf denen Marc, getrocknete Orangen, Zimtstangen, Tannenzweige und Tannenzapfen, die er vorhin in den Schränken gefunden hatte, drapiert hatte. Immer wieder lugte er verstohlen, als wenn ihn jemand beobachten würde, auf sein Smartphone nach den gefundenen Bildern, um nichts zu vergessen.


Das hier, sollte perfekt werden, denn wenn er diesen Tag mit den beiden Engeln verbrachte, dann ganz oder gar nicht.


Er hatte gerade die Aufschnittplatten auf den Tisch gestellt, die Herdplatte, auf dem der Kakao stand, ausgeschaltet und Sarahs Frühstücksbrei zum Abkühlen ans Fenster gebracht, da hörte er seine Tochter schon fröhlich in ihrem Zimmer quaken. Mit einem letzten, zufriedenen Blick auf den gedeckten Tisch, ging er ins Kinderzimmer, um sich um sein Mädchen zu kümmern – welches schon ganz aufgeregt in ihrem Gitterbettchen stand, sich festhielt und Kniebeugen zu machen schien.


„Na früh übt sich“, gluckste Marc belustigt auf und überlegte, Gretchen vorzuschlagen, sich mal ein Beispiel an ihrer Tochter zu nehmen, doch als er Sarah auf den Arm genommen und ihr einen kurzen Kuss auf die Stirn gedrückt hatte, verwarf er diesen Gedanken schnell wieder, „Dann wollen wir Zwei mal schauen, wo wir landen, hm? Dürfte ja nicht so schwer sein.“


Der selbstbewusste Papa, der in seiner sehr kurzen Zeit, sehr viel gelernt hatte, hatte wohl an diesem Morgen vergessen, dass auch er noch nicht alle Vorzüge des Vaterseins kennengelernt hatte. So machte die Windel, wobei er seine Tochter nun schon mehr als einmal gewickelt hatte, zum ersten Mal Probleme und nicht nur diese, sondern auch Sarah, die weiter aufgeregt strampelte, erschwerten sein Vorhaben. Er war Arzt und hatte schon viele Dinge sehen müssen, Erbrochenes zum Beispiel, er musste es allerdings NIE selbst wegmachen.


Es war nicht einfach, seine Tochter festzuhalten und sie nebenbei trocken zu legen. Sie zappelte ungewohnt viel herum, weil sie spürte, dass heute etwas anders war. Zwar gab Marc betont den Coolen, doch vor seiner Tochter konnte er nichts verbergen, denn sie spürte, wie nervös er eigentlich war. Seine innere Unruhe ließ er eine Stunde später, nachdem er nicht nur erfolgreich beim Wickeln war, sondern sie auch ziemlich zügig angezogen und ihr ihre Frühstücksmilch gegeben hatte, an den Orangen aus, die er frisch für den Saft presste. Nebenbei kochte er neuen Brei für Sarah, denn als er endlich fertig geworden war, war der Brei, der am Fenster stand, nicht nur kalt, man konnte ihn auch nur noch als Tapetenkleister benutzen.


Grinsend sah der Chirurg zu seiner Tochter, die auf seinem Arm, mit ganz großen Augen, die vielen Lichter auf dem Tisch ansah, „Merk dir: Papa ist einfach in allem der Beste! Auch darin, Mama aus dem Bett zu schmeißen.“


Gemeinsam mit Sarah, machte sich Marc daran, Gretchen zu wecken.


Die holde Schönheit schlief, mit leicht geöffnetem Mund, den Schlaf der Gerechten und der ungekrönte Sprücheklopfer, der schon lospoltern wollte, als er die Tür geöffnet hatte, stand verwundert direkt vor ihrem Bett. Das Schlafzimmer war nicht, wie eigentlich von ihm erwartet, schweinchenrosa, sondern wurde mit einem zarten Vanillegelb gestrichen. Das große Himmelbett musste wohl aus ihrem Kinderzimmer sein, jedenfalls hatte es in etwa dieselben Maße und war ebenfalls weiß. Der ganze Raum war in so hellen Farben gehalten, wenn er nun das Rollo hochziehen würde, würde er geblendet werden. Kurzerhand entschloss er sich für die „schnelle Tour“, schaltete das Deckenlicht aus, zog der schlummernden Prinzessin die Decke weg und zog zügig die Rollläden hoch.


„HOPP!“, maulte er, „Genug gepennt. Aufstehen und das alles ein bisschen schneller als sonst Hasenzahn!“, wies er sie an und drehte sich auf dem Absatz um, damit er Sarah schon einmal in den Hochstuhl setzen und füttern konnte.


Gretchen hingegen, wusste gar nicht wie ihr geschah. Völlig verschlafen, rieb sie sich die Augen und tapste dann langsam hinterher. Doch als sie vor dem gedeckten Tisch stand, ungläubig die Dekoration bewunderte und Sarah schon genüsslich ihren Brei aß, vergaß die Blondine glatt, den ungehobelten Kerl, der es wagte, sie einfach so unsanft zu wecken, anzuschnauzen. Sie konnte gar nicht glauben, dass das Marc gewesen sein sollte.


Da hat er doch bestimmt jemanden für bezahlt und wenn nicht, dann sollte man sich vielleicht doch einmal Gedanken darüber machen, ihn bei Frau Doktor Hassmann in die Röhre zu schieben. Mensch ist das schön. Die Kerzen – sogar Orangenscheiben und Zimtstangen. Wo ist nur der echte Marc Meier geblieben? Und Sarah ist auch schon soweit fertig. Ob er sie gewickelt hat oder hat er das vergessen? Verdammt! Wie lang ist er denn schon wach? Wie spät ist es eigentlich? Hoffentlich nicht zu spät, ich muss noch das Essen für heute Abend kochen und -


„Hasenzahn, auch wenn dir ein paar Stunden mehr nicht schaden würden, dein Schönheitsschlaf ist zu Ende. Hör auf zu träumen und setz dich, bevor du noch anfängst zu sabbern, weil du all die Schlemmereien am liebsten sofort inhalieren würdest“, leise, jedoch nicht unüberhörbar, nuschelte er sich in seinen Drei-Tage-Bart, der ihm unglaublich gut stand, „Wie eigentlich alles andere auch.“


Wäre sie eine Comic-Heldin, wäre ihre rosa Blase, in der sie gerade schwebte, mit einem lauten „PLOPP“ geplatzt und sie ziemlich unsanft, auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Nachdem sie sich beleidigt an den Tisch gesetzt, sich eines der Schokocroissants geschnappt und beherzt davon abgebissen hatte, sah sie mit vollen Wangen trotzig zu Marc herüber.


„Zieh nicht so ein Gesicht oder muss ich dir erst eine Kakaoinfusion legen, damit du lächelst?“


„Du könntest deine dummen Sprüche sein lassen“, fauchte die Chirurgin zurück, dabei war sie eigentlich alles andere als ein Morgenmuffel, „Ich hab da heute wirklich keine Lust zu!“


Fehlt nur noch, dass er mir vorhält, wie viel ich doch zugenommen habe und dass ich nicht so viel essen soll!


Gen Ende, fing ihr zartes Stimmchen an zu flattern. Was Marc jedoch herzlich wenig interessierte, weswegen er genervt aufstöhnte, sie würde wohl keinen Spaß mehr verstehen und dann seiner Tochter erzählte, was für ein Sensibelchen ihre Mutter doch geworden war, seitdem sie mit dem Weichspüler zusammen war. Zwischendrin, ließ er immer mal wieder gemeine Spitzen über ihr Essverhalten und die dadurch wohl immer mehr entstehenden „Fettpölsterchen“.


Was ein Arsch er doch war. Es war Weihnachten und nicht einmal heute schaffte er es, seine Gemeinheiten für sich zu behalten. Nein! Anstatt sich einmal in seinem Leben zurückzuhalten, streute er immer mehr Salz in die Wunde. Gut, sie hatte ordentlich zugenommen in den letzten Wochen – aber war das weiter verwunderlich? In emotionalen Ausnahmezuständen, bekam sie immer einen furchtbaren Heißhunger und die waren, seitdem Marc wieder in Berlin war, an der Tagesordnung – mal wieder! Quasi war er also ganz allein schuld daran, dass sie aufging wie ein Hefekuchen, da brauchte er auch gar nicht so dümmlich grinsen. Eisern hielt sie ihr Schweigen, sah nicht zu ihrem unverschämten Ex-Freund herüber und nahm sich fest vor, nach den Feiertagen mal wieder bei Brad vorbeizuschauen.


Marc beobachtete unterdessen die blonde Naschkatze mit Argusaugen. Sie aß wirklich viel an diesem Morgen. Gerade griff sie beherzt zu ihrem dritten Schokocroissant und begann daran herum zu moppeln, wie ein Hamster. Er persönlich nannte es liebevoll „Schmollen“ und beschäftigte grinsend Sarah ein wenig, die an diesem Morgen, auch wenn sie noch nicht sprechen konnte, am meisten kommunizierte. Fröhlich brabbelte und quakte sie in ihrem Hochstuhl herum und unterhielt so ihre Eltern. Der Chirurg, der selten frühstückte, nahm sie schlussendlich auf den Arm und setzte sich mit ihr zum Spielen auf den Boden, während Gretchen, die sich anscheinend, nach einigen Brötchen und dem ein oder anderen Orangenstückchen, dazu entschlossen hatte, genug gegessen zu haben, nahm den Anruf ihrer Mutter entgegen, die sie unbedingt daran erinnern wollte, dass Jochen am zweiten Weihnachtsfeiertag zu Hause war und sie doch bitte daran denke möge, pünktlich zu sein.



„Du weißt doch Kind, der Braten“, zwitscherte Bärbel fröhlich in den Hörer, „Und wann genau kommt Thorben nun wieder nach Hause?“


„Er hat gesagt nach den Feiertagen“, nuschelte Gretchen hingegen in die Hörmuschel, damit Marc nicht mitbekam, worüber sie sprachen, doch der bekam schon wieder ganz große Ohren, „Also, wenn dann mal wieder was fliegt.“


„Ach das ist aber auch immer so eine doofe Sache mit dem Schnee da im Amiland. Warum er sich kein Schiff nimmt?“


„Äh Mama? Dann wäre er auch nicht eher wieder hier gewesen. Mit nem Schiff hätte er noch länger gebraucht.“


„Aber Gretchen, das ist doch euer erstes gemeinsames Weihnachten, als Familie. Da muss er doch einfach da sein oder interessiert dich das gar nicht mehr, wo Marc jetzt da ist?“


„Natürlich interessiert mich das noch“, empörte sie sich, „aber was soll ich denn bitte machen? Ihn zu mir beamen? Wenn es nicht anders geht, dann eben nicht. Sarah und ich sind ja nicht allein. Marc ist hier und hilft mir heute ein bisschen. Du, ich muss jetzt auch langsam anfangen. Ich hab dich lieb Mama, bis übermorgen!“


„Ja Kind, bis dahin“, zusammen hauchten die beiden Frauen ein paar Küsse in die Telefone und nachdem Gretchen resigniert aufgelegt hatte, wollte sie direkt anfangen, die Wohnung auf Vordermann zu bringen und vielleicht auch schon ein bisschen was in der Küche erledigen, damit sie heute Abend nicht mehr allzu viel kochen musste.



Doch da hatte sie die Rechnung ohne Marc gemacht, der schon eine Idee hatte, wie sie nicht nur die eben angefutterten Kalorien, gar nicht erst an ihr Ziel, ihre Hüften, kommen lassen und auf andere Gedanken kommen würde. Er wollte raus. In der Nähe des Grunewaldes, gäbe es eine kleine Piste, wo man super Schlitten fahren konnte und direkt an dieser Piste wäre eine kleine Bude, in der es leckeren, selbstgemachten Kakao gab. Die frische Luft, würde ihr und Sarah guttun und außerdem wäre es doch wirklich ein Hohn, wenn Sarah an ihrer ersten weißen Weihnacht, keinen Schneemann bauen würde.


„So und jetzt hör auf zu schauen wie ein Fisch und zieh dich an, ich mache Sarah fertig“, endete er seine Ausführungen, schnappte sich seine Tochter und machte sich daran, sie wetterfest anzuziehen.


Gretchen, die immer noch ein kleines bisschen verwundert war, konnte jedoch nur ein „Ooookay“, herausdrücken.


Was ist denn heute nur mit ihm los?



Zwei Stunden später, war Thorben vergessen. Sie waren, nachdem sie alles eingepackt hatten, noch bei ihren Eltern vorbeigefahren und hatten sich den Schlitten abgeholt, den Franz mühsam, zusammen mit Marc, aus dem Keller holen musste. Er war so lang ungenutzt gewesen, er lag vergraben unter all den anderen Dingen, die sich in den Jahren angesammelt hatten. Bärbel ließ es sich nicht nehmen, den Schlitten zu säubern und schon war die Zeit verflogen wie nichts.


„Das wird alles viel zu spät Marc, wollen wir das nicht lieber auf morgen verschieben?“, zurecht hatte sie Bedenken. Immerhin hatte er sie viel zu lang schlafen lassen und das Frühstück hatte auch seine Zeit gebraucht, „Wir haben jetzt bereits fünfzehn Uhr. Sarah schläft uns sonst nachher ein.“


„Sie wird uns nicht einschlafen. Wenn wir zurückfahren, schläft sie im Auto und bleibt heute mal länger wach. Und nein“, hielt er seine Hand hoch, weil die Plapperschnute neben ihm, schon wieder Einwände hatte, „es wird sie nicht umbringen, wenn der Tagesablauf mal ein bisschen anders ist, wie gewohnt!“


Immer auf die Geschwindigkeitsbegrenzung achtend, lenkte er den geräumigen Wagen durch die frisch gepflügten Straßen Berlins und Gretchen konnte, je näher sie dem Grunewald kamen, nicht mehr widersprechen. Die Idee war einfach Gold wert gewesen.


Gemütlich schlenderten sie durch die Schneelandschaft, Marc trug Sarah, weil er den Kinderwagen bewusst nicht mitnehmen wollte und Gretchen zog den Schlitten hinter sich her. Da es jedoch ein etwas längerer Fußmarsch wurde und die Füße der Blondine, die laut dem Chirurgen, so oder so immer Eiszapfen waren, immer kälter und schwerer wurden, verfrachtete er seine beiden Frauen auf den Schlitten und zog sie durch den Schnee. Natürlich nicht ohne vorher ein vernünftiges Foto zu schießen, wie Sarah und Gretchen, fest zusammen eingemummelt, auf dem Schlitten saßen und beide ausgelassen lachten. Doch schon bald, war zumindest Gretchens Lachen verstummt, denn immer, wenn Marc mit Sarah den kleinen Berg hinunter fuhr, blieb ihr Herz stehen. Sie hatte sich ja ohnehin schon Sorgen gemacht, weil Sarah noch so klein war und so wie Marc dann die kleine Erhebung hinunter raste, wurde ihre Sorge nur noch größer. Und nachdem sie mit dem Vater ihrer Tochter darüber diskutieren wollte, schob er sie, eine Hand in ihrem Rücken, auf den Schlitten zu, drückte sie darauf, setzte Sarah zwischen ihre Beine, sagte ihr, sie solle sie einfach festhalten, als er sich hinter Gretchen gesetzt hatte und rutschte einfach drauf los.


Ihr Herz schlug, als hätte sie gerade einen Marathonlauf hinter sich gebracht. Doch Marc grinste sie über ihre Schulter hinweg nur an, „War doch gar nicht so schlimm“. Sie antwortete darauf jedoch nur mit einer Handvoll Schnee, direkt in seinem wunderschönen Gesicht. Ausgelassen tobten die drei im Schnee, bauten eine Schneemannfamilie, schossen die ein oder anderen Fotos und traten schließlich, glücklich, wenn auch ein bisschen nass, den Heimweg an, denn Gretchen musste nicht nur noch kochen, Sarah musste nach diesem Nachmittag auch noch in die Wanne.



„Diesmal stehe ich dir auch bei“, grinste Gretchen den Grummelkönig an, der sie schon zweifelnd angesehen hatte und erwähnte dabei nicht, dass sie Sarah meinte und nicht ihn. Denn als die Chirurgentochter anfing zu planschen, half ihre Mutter ihr, ihren Papa ordentlich nass zu machen. Marc hatte diesmal jedoch, vorsorglich, seinen Pullover ausgezogen und so litt nur das T-Shirt unter der fiesen Wasserattacke der Haase-Frauen.






Als Gretchen Sarah eincremte, wickelte und ihr ein wunderschönes, rosafarbenes Kleidchen anzog, stand Marc im Türrahmen und beobachtete jeden einzelnen Handgriff der Chirurgin. Zuerst trocknete sie Sarah gründlich ab, scherzte mit ihr, kitzelte sie hin und wieder ein bisschen – bis sie die Creme liebevoll einmassierte und dabei beruhigend vor sich hin summte. Weil Sarah die Angewohnheit hatte, die Strumpfhosen immer auszustrampeln, folgte diese vor dem Body. Eine schöne weiße Wollstrumpfhose, mit einem eingewebten Muster. Über den Body zog Gretchen einen weißen Pullover, mit rosa Absätzen an den Ärmelenden und darüber zog sie das Kleidchen, welches Sarah im Sommer eigentlich schon hätte tragen sollen, doch da war sie noch zu klein gewesen.


Marc war hin und weg. Die beiden waren wunderschön und eine strahlte mehr wie die andere, wenn sie zusammen waren. Sarah kam, auch wenn sie eindeutig immer grünere Augen bekam, eindeutig nach ihrer Mutter. Sie war einfach bildhübsch und während er da so stand und dabei zusah, wie Gretchen ihre gemeinsame Tochter auf den Arm nahm und ihr einen Kuss gab, wünschte Marc sich nichts mehr, als die Zeit zurückdrehen zu können. Nicht nach München zu gehen, auf das Fellowship zu pfeifen und alles zusammen mit Gretchen erleben zu können. All das, was er verpasst hatte, nachzuholen. Sich vernünftig, mit ihr, auf das gemeinsame Kind vorzubereiten und nicht so wie er in den Wochen, bevor er nach Berlin gekommen war, mit Büchern, allein. Ihr während der Geburt die Hand zu halten, anstelle von Bärbel, die dann das Video aufgenommen hätte und Gretchen in allem zu unterstützen.


„So nimmst du sie bitte?“, drückte Gretchen ihm Sarah, völlig unvorbereitet, auf den Arm, „Ich muss jetzt wirklich langsam anfangen zu kochen.“


„Sicher dass du nicht lieber was bestellen willst, damit man auch wirklich essen kann oder soll ich mich nicht besser an den Ofen stellen?“


„Marc, wir wissen du bist in allem der Beste – aber“, hauchte sie liebevoll, „ein trojanisches Pferd stellt man nicht an den Herd!“, ehe sie eilig in die Küche lief und kurz darauf schon mit den Töpfen und Schüsseln klapperte.


Da hatte sie ihm einfach einen dummen Spruch gedrückt und ihn stehen lassen. Fassungslos stand er nun allein mit Sarah, die fröhlich giggelte, auf dem Arm, im Flur. Gerade wollte er, wie eh und je, einen dummen Kommentar ablassen, als ihm etwas Wichtiges einfiel.



„Hasenzahn? Ich muss weg!“


Oh nein! Jetzt ergreift er doch die Flucht.


Erschrocken drehte sie sich zu ihm um, aber als sie sah, dass er nicht nur sich, sondern auch Sarah anzog, wollte sie doch mal nachfragen.


„Wird dir wohl doch alles ein bisschen viel, was?“


„Spinnst du?“, fuhr er zu ihr herum und sah sie an, als wäre sie verrückt geworden, „Ich hab was bei meiner Mutter vergessen und das hole ich ab. Sarah nehme ich mit, dann kannst du hier in Ruhe“, kurz überlegte er auszusprechen, was ihm auf der Zunge lag, besann sich dann aber doch noch eines Besseren, „tun, was auch immer du tust!“


„Du willst sie wirklich mitnehmen? Ich mein, glaubst du, dass es eine gute Idee ist?“


„Was meinst du?“


„Na, Sarah mit zu deiner Mutter zu nehmen. Du weißt doch, was sie von Kindern hält.“


„Sie wird es überleben“, zwinkerte er ihr zu, ließ sie Sarah zum Abschied küssen und drückte der verdutzten Blondine, ebenfalls einen flüchtigen Kuss auf die Stirn.


„Fahr bitte vorsichtig“, hörte er sie noch rufen, ehe er hinter sich die Tür schloss.


Kopfschüttelnd, lief sie zurück in die Küche, um nach dem Krustenbraten zu sehen und vielleicht das ein oder andere Mal bei ihrer Mutter anzurufen, damit sie auch wirklich nichts falsch machte. Die Klöße kochten heiter vor sich her und auch die Bohnen im Speckmantel waren schnell zubereitet. Die Soße würde sie später aus dem Sud des Bratens zaubern. Ganz nach Wolf’scher Art, wie ihre Mutter und Großmutter es immer taten. Sie konnte nur hoffen, dass das Essen nachher in etwa so schmecken würde, wie bei ihren Eltern. Aber sie war zuversichtlich. Bisher lief alles wie geschmiert. Die Wartezeit verkürzte sie sich, indem sie sich selbst umzog und ihr Make-Up auffrischte und als sie ihr Spiegelbild als annehmbar empfunden hatte, begann sie damit, den Tisch einzudecken. Heute kramte sie das feine Porzellangeschirr, welches sie von ihren Eltern und Jochen zum Aus- und Einzug geschenkt bekommen hatte, aus den Schränken. Jetzt musste sie nur noch die guten Weingläser von Mehdi finden.


Die weinrote Tischdecke mit den dunkelroten Ornamenten, welche Mistelzweige darstellen sollten, fand als erstes ihren Weg auf den Tisch, quer darüber legte sie einen langen, weiß-beigen Tischläufer, der dank ähnlichen Ornamenten, super mit der Tischdecke harmonierte. Der Adventskranz fand, wie schon zuvor am Morgen, seinen Platz in der Tischmitte, doch anders als Marc, drapierte sie Blaufichtenzweige daneben, die sie ein halbes Vermögen gekostet hatten. Weil aber der Adventskranz, den sie zusammen mit ihrer Mutter selbst gebastelt hatte, auch aus Blaufichte war, griff sie gern ein bisschen tiefer in die Taschen. Zwischen und auf die Zweige, legte sie ihre silberne Glöckchenkette, welche eigentlich an einen Tannenbaum gehörte und verteilte großzügig die Organgenscheiben, Zimtstangen und Tannenzapfen.


Nachdem sie Teller, Besteck und Gläser auf dem Tisch hatte, kramte sie in ihrem Wohnzimmerschrank nach den Servietten, die sie, farblich auf den Tischläufer abgestimmt, besorgt hatte, rollte und faltete diese wie einen Rosenstrauß zusammen und fixierte dies mit einem silbernen Serviettenring, der einen kleinen Strass Hirsch auf der Vorderseite hatte.


Um achtzehn Uhr wollte Marc, laut SMS, wieder zurück sein, doch so wie sie ihn und Elke kannte, würde daraus wohl eher neunzehn Uhr werden, also setzte sie extra für den Grummelkönig eine Flasche Glühwein auf. Wie nötig er diese haben würde, konnte sie ja nicht ahnen.




So lange hatte er wirklich noch nie für den Weg zu seiner Mutter gebraucht. Fünfundvierzig Minuten statt der üblichen fünfzehn, die er benötigte, um an der Fischervilla anzukommen. Aber wenn er Sarah dabei hatte, hielt er sich an die Straßenverkehrsordnung. Es war wirklich glatt auf den Straßen und er würde es sich nie verzeihen, wenn er mit dem kleinen Engel einen Unfall verursachen würde.


Mit einem beklemmenden Gefühl, irgendwo in der Magengegend, sah er zur Haustür, von dieser zu Sarah und wieder zurück. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen, gerade heute mit Kind bei seiner Mutter aufzutauchen, sie zur Oma zu machen und ganz beiläufig zu erwähnen, dass er den heutigen Abend, sowie den Nachmittag morgen, bei Gretchen verbringen würde. Seine werte Frau Mama hatte bestimmt schon das Essen und den Kellner bestellt. Das tat sie nun schon seit Jahren. Selbst, würde sie wohl nie wieder einen Handschlag in der Küche tun, was die, auf Hochglanz polierte Kücheneinrichtung, vollkommen nutzlos machte. Und sich dann an Weihnachten, wo sie diese Essen immer in der Villa und nicht in einem ihrer Stammlokale verbrachten, selbst zu bedienen, kam für die mehrfach ausgezeichnete Erfolgsautorin ebenfalls nicht in Frage. Weswegen Marc jedes Jahr an Weihnachten, eine hübsche Kellnerin in der Wohnung vorfand, die ihn nicht nur vorzüglich bediente, sondern später auch verführte. Die ständig wechselnden Frauen, waren für ihn der einzige Grund, nach Dienstschluss, zu seiner Mutter zum Essen zu fahren. Doch Elke war es irgendwann leid gewesen, sich immer wieder für das nymphomanische Verhalten ihres Sohnes zu rechtfertigen, weswegen sie die Kellnerinnen strich und diese durch junge Kellner ersetzte. Marc war sich, obwohl er es nicht so genau wissen wollte, ziemlich sicher, dass diese über Nacht blieben. Gerade jetzt nicht, wo er mit einem leichten Anflug von Migräne, die Tür aufschloss. Er hatte absolut keine Lust auf die Diskussion mit Elke. In Gedanken verfluchte er seine Spontanität und überlegte, wie er ungesehen, mit Sarah, die Geschenke holen und verschwinden konnte, doch da hörte er hinter sich auch schon einen erschrockenen Ausruf, sah vor seinem inneren Auge, wie seine Mutter sich ans Herz fasste und noch ehe er sich umdrehen konnte, ertönte ihre rauchige Stimme.


„Marc Olivier, was macht dieses Kind hier?“


„Mutter, deine Begrüßungen waren irgendwie auch schon mal liebevoller“, grinste er dreckig, „Das ist deine Enkeltochter und bitte, nenn mich nicht immer Olivier.“


Nach einem beinahe Exitus, sechs Gläsern Scotch, einem kontrollierenden Blick in den Spiegel und mehreren „Oh mein Gotts“, hatte Marc, der sich gerade in seinem Zimmer umzuziehen versuchte, die Befürchtung, nie wieder aus diesem Haus zu kommen. Sehr zu seinem Nachteil, war seine Mutter alles andere als dumm, auch wenn man beim Lesen ihrer Romane, hin und wieder schon an ihrem geistigen Gesundheitszustand zweifeln konnte.


„Das ist das Kind von Frau Doktor Haase“, zählte sie eins und eins zusammen, „Du hast es befruchtet!“


„Oh bitte Mutter“, drehte er sich wütend um, während er sich sein Hemd zuknöpfte, „Das hatten wir schon einmal. Leg mal eine andere Platte auf.“


Doch die frischgebackene Oma, hörte ihm gar nicht zu und betrachtete die kleine Sarah, die auf dem Boden mit Marcs alten Hot-Wheels Autos spielte, wie ein ungeliebtes Insekt.


„Deswegen bist du nach München gegangen!“


„Nein, deswegen bin ich nicht nach München gegangen.“


„Ich bitte dich“, echauffierte Elke sich, „weswegen sonst, solltest du dich von deinem unsoliden Erzeuger blenden lassen?! Jetzt kommst du auf einmal zurück und ruinierst dir deine Karriere wegen eines Kindes?“


„Sie ist nicht EIN Kind, sie ist MEIN Kind“, fuhr er seine Mutter gereizt an, „Können wir das bitte besprechen, wenn Sarah nicht dabei ist?“


Vorsichtig nahm er seine Tochter auf den Arm, nachdem er sich sein Jackett übergezogen hatte und lief geradewegs aus seinem Zimmer, wieder hinunter in den Wohnbereich, wo schon die Geschenke darauf warteten, in sein Auto zu kommen.


„Dann bring sie wieder zu Gretchen oder drückt sie dir das Kind aufs Auge, damit sie sich einen schönen Tag machen kann?“, folgte Elke auf dem Fuße, immerhin wollte sie wissen, was das nun schon wieder von ihrem eigenwilligen Sohn sollte – doch der hatte eigene Pläne.


„Wie du siehst, hole ich nur die Geschenke“, antwortete er kühl, „Wir reden morgen. Den heutigen Abend verbringe ich mit meiner Familie – frohe Weihnachten!“




Er war stinksauer und musste sich wirklich zusammenreißen, weder das Lenkrad, noch das Gaspedal zu misshandeln. Sauer ließ er seinen Kiefer mahlen und Sarah verstand die Welt nicht mehr. Mit großen Kulleraugen, sah sie ihn an.


„Schau nicht so“, sagte er ruhig, obwohl ihm nach schreien zumute war, „so ist sie schon immer gewesen und ich glaube nicht, dass sich daran etwas ändern wird!“


Die Wut über das Verhalten seiner Mutter, ließ nicht nach. Am liebsten würde er zurückfahren und die Frau einmal ordentlich durchschütteln, damit sie mal wieder gerade denken konnte und nicht ständig Doktor Rogelt hinterher himmelte, der ihr ja all das gab, was ihr sonst kein anderer Mann geben konnte. Und dieses Gefühl in seinem Bauch, verpuffte erst im Nichts, als er die Tür zu Gretchens Wohnung aufschloss und sie in ihrem violetten Kleid, mitten im Wohnzimmer stehen sah.



Er war hingerissen. Das Kleid schmiegte sich eng an ihre Haut, die durch das warme Licht der vielen Lichterketten, hell leuchtete. Ihr Gesicht sah, trotz des leicht aufgelegten Make-ups, so natürlich aus wie nie und ihre Wangen, hatten die Farbe eines Pfirsichs. Die blonden Locken, die glänzten wie Goldbarren, fielen ihr in weichen Wellen über die Schultern. Fast könnte man meinen, sie hätte sich einer Gehirnwäsche unterzogen, denn die letzten Wochen hatte sie immer pingelig darauf geachtet und beharrt, die Haare hochzustecken und heute, trug sie sie wirklich offen. Er müsste lügen, wenn er sich nicht eingestehen würde, sich gerade eben, erneut in sie verliebt zu haben.


Und auch sein Erscheinungsbild, erschlug die Chirurgin.


Er wird noch in zwanzig Jahren in diesen Anzug passen und wie gut ihm das steht. Schade das er sowas nur so selten trägt – kann man sich gar nicht dran satt sehen. Ob er noch mehr davon hat oder nur den einen? Sollte ich bei Gelegenheit mal nachfragen…


„Hasenzahn!“


„Mhm“, schreckte Gretchen auf und sah zwei funkelnde Augenpaare direkt vor ihrer Nase.


„Hör auf zu schmachten“, grinste Marc ihr entgegen und als er einen Schritt zurückgegangen war sagte er, „Steht dir wirklich gut. Und diese Farbe.“


„Ja es ist violett, und? Besser wie knallrot. Ich finde, im Allgemeinen passt die Farbe doch ganz gut, oder? Ich hab nämlich ein ähnliches Kleid im Auge für die Taufe und…“


„Gretchen, du siehst gut aus und die Farbe gefällt mir auch. Das war ausnahmsweise Mal nicht spöttisch gemeint. Von mir aus, kannst du auch das Kleid zur Taufe tragen.“


„Meinst du?“, zweifelnd zuppelte sie am Stoff herum, „Ich weiß nicht. Vielleicht doch ein bisschen fröhlicher?“


„So und nicht anders! Aber sag mal, was riecht hier, mal abgesehen von dir, so gut?“


Leicht errötend und grinsend, antwortete sie, „Mhm, könnte vielleicht das Essen sein?!“


„Na dann wollen wir uns mal vollschlagen – mir hängt der Magen in den Kniekehlen!“



Ganz im Gegensatz zum Frühstück, war das Abendessen ausgesprochen harmonisch und das erfreute Gretchens kleines Herz, ungemein. Anscheinend hatte Marc doch sowas wie Manieren. Er war wirklich charmant und hin und wieder ertappte sie sich dabei, wie sie sich fragte, ob er nur so tat, wie er es wahrscheinlich bei Elke zu tun pflegte.


„Boar“, quetschte Marc zwischen zwei Bissen Braten heraus, „seit wann zum Teufel, kannst du so gut kochen?“


„Also..ähm.. Meine Mama hat mir das Rezept aufgeschrieben und der Braten war soweit schon fertig, ich musste ihn nur in den Ofen schieben.“


„Dann hast du ein außerordentlich gutes Talent dafür, Braten in die Röhre zu schieben.“


„Ja also das – äh..“


„Gretchen“, er nahm zärtlich ihre Hand in seine, „Damit meine ich nicht den unglaublich süßen Braten neben dir – sondern den hier auf dem Tisch und dass was ich damals in München gesagt habe, das…“


„Ich weiß“, lächelte sie ihn an, „Du warst wütend und hast in dem Moment einfach nicht weiter darüber nachgedacht. Ich kenne dich Marc, du musst dich weder erklären, noch entschuldigen.“


„Danke, aber das Essen ist wirklich gut. Wenn du in Zukunft immer so kochst, komm ich gern vorbei. Unfassbar“, schmatzte der ausgeglichene Chirurg munter weiter und griff ordentlich zu, während sie miteinander scherzten und lachten.


Liebevolle Blicke und zärtliche Berührungen wurden hier und da ausgetauscht und als Marc der Meinung war, die Hose würde am Stoff leicht spannen und er den letzten Tropfen seines Glühweins heruntergespült hatte, war es an der Zeit, die Geschenke unter dem Baum zu drapieren.


„Du Marc, ich mach das eben schnell. Wärst du wohl so lieb und würdest das Geschirr einmal in die Spülmaschine stellen. Morgen spül ich das alles weg, ich glaube nicht, dass ich das Zeug hier in der Spülmaschine machen kann und ich will ja nicht, dass es kaputt geht. Es soll aber auch nicht die ganze Zeit da rumstehen und stören. Ja?“


„Hasenzahn, diese Hände sind für weitaus wertvollere Dinge gemacht. Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ich...“


„Ich weiß, deine Gott gegebenen Hände, sind, in allem was sie tun, gut und ich weiß wovon ich rede, immerhin kenne ich dich ja schon eine Weile, aber eben, weil sie in allem was sie tun, gut sind und alles was sie anfassen zu Gold machen, bist du wie gemacht für diesen kleinen Job, hm?!“


Da fiel selbst ihm nichts mehr zu ein. Widerwillig murrend, fing er an den Tisch abzuräumen und als er die Küchentür öffnete und das Schlachtfeld vor ihm sah, konnte er dann doch nicht seinen Mund halten, „Hasenzahn! Ich dachte du wolltest kochen und nicht etwa einen Bombenanschlag nachstellen!“


Während Gretchen kopfschüttelnd die Geschenke unter den Baum legte, grummelte Marc in der Küche vor sich her und ließ seine dummen Kommentare, gleich seine Tochter wissen – besonders als Gretchen die Weihnachtsmusik einschaltete.


„Die spinnt doch! Deine Mutter hat zu viel am Kakao geschnuppert. Erst soll ich hier hausfrauliche Sklavendienste ableisten, was an sich schon eine Beleidigung ist und jetzt dudelt hier auch noch so eine Halloweenmusik vor sich hin. Das war das erste und letzte Mal, dass ich so Weihnachten gefeiert habe, damit euch das mal klar ist. Ich bin hier doch nicht beim Christopher Street Day!“, meckerte er in einer Tour und seine Tochter lachte ihn fröhlich an – was er als auslachen empfand, „Du bist genauso frech wie deine Mama.“


Doch all sein Ärger, über die kurzfristige Entmannung war, als er Gretchen und Sarah, mit leuchtenden Kulleraugen, die in dem hellen Licht leuchteten wie Sterne, vergessen. In diesem kleinen Moment, wo er hinter den beiden stand und sie beobachtete, war er nicht nur glücklich – er war stolz. Stolz auf Gretchen, weil sie so stark war. Weil sie das alles mit Sarah, ohne mit der Wimper zu zucken, managte. Und stolz auf seine kleine Tochter, die mit Sicherheit eine bemerkenswerte Frau werden würde. Das was er eigentlich nie wollte, eine Familie, eine richtige Familie, hatte er einfach so geschenkt bekommen. Jetzt konnte er nur noch hoffen, es richtig zu machen. Anders zu machen, als seine Eltern und dieses unfassbare Glück nicht in die Ecke zu werfen.


Der große Baum, welcher die einzige Lichtquelle war, war von Marc so wundervoll geschmückt worden, er erleuchtete den ganzen Raum. Und Gretchen, die diesen Augenblick festhalten wollte, drückte ihrem Ex-Freund, grinsend, eine Videokamera in die Hände.


„Wir nehmen das auf. Dann kann Sarah, wenn sie älter ist, sich ihr erstes Weihnachten, wann immer sie möchte, ansehen.“


„Gut.“


„Und du musst gar nicht meinen, dich drücken zu können, wenn Sarah mein Geschenk auspackt, hilfst du ihr dabei.“


„Ja dann sollte vielleicht ich anfangen“, ohne auf eine Antwort zu warten, nahm er ihr Sarah ab und setzte sich an ihrer Stelle vor den Baum – wenn Gretchen das Puppenhaus auspacken würde, wäre sie danach sicher nicht mehr in der Lage, die Kamera ruhig zu halten.


Zusammen packten Vater und Tochter, zwei Stofftiere, eine Spieluhr, mehrere Rasseln und einen rosanen Arztkoffer aus. Verwundert sah Marc zu Gretchen auf, die daraufhin nur mit den Schultern zucken konnte und Sarah fand, mal abgesehen von den Rasseln, das raschelnde Geschenkpapier viel interessanter. Also ließ Marc sie ein bisschen damit spielen, ehe er Gretchen die Kamera abnahm.


„Der Arztkoffer, war eigentlich meine Idee“, flüsterte er ihr ins Ohr.


„Oh nein, jetzt sag nicht, sie bekommt zwei.“


„Sieht das riesige Ding da aus, wie ein Arztkoffer?“


„Na bei dir weiß man ja nie. Dein Ego wächst ja auch immer wieder über sich hinaus.“


Sie bekam daraufhin, einen freundlichen Klaps auf ihr properes Hinterteil, „Geh Geschenke auspacken – Prinzessin Naseweis.“


Ganz vorsichtig half sie Sarah dabei, das Puppenhaus auszupacken und wusste, dass Marc unmöglich selbst Verpacker gewesen war. Er konnte vieles, im OP, außerhalb jedoch war er geradezu unbrauchbar. Schon den ganzen Abend, seitdem Marc dieses Monstrum in ihre Wohnung getragen hatte, fragte sie sich, was wohl drin war und als sie es nun sah, glaubte sie ihren Augen kaum.


„Marc das ist ja... Das ist wunderschön und… Fast wie das…“


„Was dein Vater und ich kaputt gemacht haben – ja“, grinste er, „Ich dachte, das wäre eine nette Idee.“


„Eine nette Idee? Marc, das ist unglaublich! Wow!!“


Den restlichen Abend verbrachten sie in Sarahs Kinderzimmer und damit, das Puppenhaus aufzustellen. Alles sollte seine Ordnung haben und weil Marc fand, er habe heute genug „schwule“ Tätigkeiten ausgeübt, ließ er seine beiden Frauen machen und filmte weiter. Irgendwann nickte Sarah immer wieder auf Gretchens Schoß ein und sie beschlossen, es für den Tag gut sein zu lassen. Der Tag war lang und anstrengend für die kleine Maus gewesen, die, keine zehn Minuten, nachdem Marc und Gretchen sie gewickelt und umgezogen hatten, friedlich in ihrem Bettchen einschlief. Leise schaltete Marc das Nachtlicht und das Babyphone an und schob Gretchen aus dem Zimmer, denn die war schon wieder drauf und dran, sich vor das Puppenhaus zu setzen.


„Das kannst du auch noch morgen machen“, lachte er leise.


Zu zweit beseitigten sie das Geschenkpapierchaos und ließen dann, bei einem Glas Wein, den Abend gemütlich auf der Couch, vor dem Weihnachtsbaum, ausklingen. Und natürlich mussten auch noch Geschenke ausgetauscht werden. Marc bekam einen neuen Schal und einen sündhaft teuren Kugelschreiber, in den seine Initialen eingraviert waren, weil er sich immer beschwerte, dass ihm seine Kulis geklaut werden würden. Und Gretchen packte mit zitternden Händen das Armband aus, welches er gekauft hatte. Mit Tränen in den Augen, bestaunte sie die Anhänger. Ein „M“, ein „S“, zwei Schutzengel und ein Herz in der Mitte. Es war wunderschön und gerade als sie sich bedanken wollte, hielt er ihr ein weiteres Geschenk unter die Nase.


„Ein Tagebuch?“, fragte sie verwundert.


„Jap. Ich hab gesehen, dass dein Katzenblock fast voll ist und ich dachte, da kann so ein neues nicht schaden. Nicht das du nachher noch auf die Idee kommst, uns mit deinen unglaublich vielen Gedanken, zu behelligen“, scherzte er.


Sie war unglaublich glücklich und das erste Mal seit langer Zeit, hatte sie das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Lächelnd, spielte sie mit dem Armband, als sie sich an ihm anschmiegte und wurde von jetzt auf gleich, todernst.


Mit festem Blick, sah sie zu ihm auf und sagte ganz ehrlich, „Danke!“





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Choconussa Offline

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20.01.2017 23:11
#85 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Neunundsiebzig - The sound of silence」




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Alles in allem, verliefen die Weihnachtsfeiertage ruhig und harmonisch.


Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages, saßen Mehdi und Melanie gemütlich in ihrem Bett und frühstückten ausgiebig. Melanie wurde am späten Abend noch zu einem Notfall in die Klinik gerufen und stand bis mitten in der Nacht, im OP. Weil sie den Heiligabend nicht miteinander verbringen konnten, zauberte der, bis über beide Ohren, verliebte Gynäkologe seiner Freundin ein Frühstück der Extraklasse. Brötchen, Croissants, Marmelade, Nutella, Aufschnitt, Käse, Kaffee, Kakao, frisch gepresster Orangensaft – er hatte an alles gedacht und natürlich durfte die rote Rose auf dem Tablett nicht fehlen.


Zärtlich hatte er sie geweckt und das Leuchten in ihren Augen, erwärmte sein Herz. Seit über einer Stunde saßen sie nun zusammen in ihrem Bett, aßen und sprachen miteinander. Die beiden alberten herum, neckten sich ein wenig und ehe Mehdi sich versah, bekam er ein riesiges Kopfkissen ins Gesicht. Nach einem kurzen Schockmoment, seitens des Halbpersers, entbrannte eine wilde Kissenschlacht. Ausgelassen tobten sie über das Bett. Durchs Schlafzimmer und hatten dabei so viel Spaß, wie schon lange nicht mehr. Von langer Dauer, war der kindliche Spaß jedoch nicht, denn nach kurzer Zeit, schnappte Mehdi sich flink die frechen Hände seiner bezaubernden Freundin und drückte sie vorsichtig zurück auf die Matratze.


Zärtlich küsste er ihre Finger, die Innenfläche ihrer Hände und arbeitete sich langsam, über ihre Arme und die Schultern, bis zu ihrem Hals vor. Anfangs hatte es Melanie gekitzelt, doch mit jedem Millimeter Haut, den Mehdi mit Küssen übersäte, genoss sie es mehr und mehr. Wohlig seufzte sie auf, räkelte sich unter seinen Berührungen und wie so oft, verlor sie sich. Unkontrolliert, fuhren ihre Hände über seinen Rücken, bis sie sich festhielt und sich ihre Nägel tief in sein Fleisch bohrten.


Mit Mehdi wurde es im Schlafzimmer nie langweilig. Er konnte verspielt, romantisch und wild sein – doch war er, bei allem was er tat, zärtlich. So auch an diesem Morgen und wenn es nach ihr gegangen wäre, hätten sie ewig so weitermachen können. Aber die Zeit war ihr Feind.


Mehdi hatte Melanie lang schlafen lassen, das gemeinsame Frühstück, die Alberei danach und ihr zärtliches Liebesspiel, hatten den kompletten Vormittag verschlungen. Bald schon, würde Anna Lilly bringen und sie mussten nicht nur noch ins Bad, sondern auch noch die Wohnung auf Vordermann bringen.


„Du, den Sex hätten wir auch mit dem Duschen verbinden können. Dann hätten wir ne Menge Zeit gespart“, scherzte Melanie, als sie sich aufraffte, um sich zu waschen.



Während im Hause Meier/Kaan fleißig geduscht und geputzt wurde, schloss ein überaus schlecht gelaunter Chirurg die Tür zur Villa seiner Mutter auf und betete still und heimlich, dass seine Frau Mama noch schlief. Doch diesen kleinen Gefallen, tat Elke ihrem unverschämten Sohn nicht. Sie hatte einige Fragen, auf die sie unbedingt Antworten wollte und stürmte sogleich auf Marc ein. Was er sich dabei gedacht habe und warum sie erst so spät davon erfahren hatte.


„DAS wundert dich nach deiner gestrigen Reaktion wirklich?“, schnaubte er verärgert auf, „Du hast Sarah angesehen, als würdest du ihr die Pest an den Hals wünschen!“


„Olivier“, hauchte Elke, ungeachtet des Augenrollens ihres Sohnes, „du hast mich einfach auf dem falschen Fuß erwischt. Außerdem mache ich mir Sorgen um deine Karriere. Aber da habe ich schon die ein oder andere Lösung ausgearbeitet. Wenn du sie bei dir hast, dann nimmst du dir einfach eine Tagesmutter und…“


„Ach, ich soll es so machen wie du und meine Tochter von der einen in die andere Hand reichen?“


„Wäre es möglich, dass wir uns heute nicht streiten?!“


„Dann halt einfach deinen Mund! Akzeptiere es oder lass es bleiben. Mir ist es relativ egal was du dazu sagst, aber versuche nicht, dich einzumischen. Ich gehe mich duschen und umziehen.“


Sie wusste, wenn sie jetzt ein weiteres Wort verlieren würde, würde sich ihr Sohn vielleicht ganz von ihr abwenden. Beim Abendessen, wollte sie ihn noch einmal darauf ansprechen. Doch vorher hatte sie ein Hühnchen, mit einem gewissen Professor in München, zu rupfen.



Melanie turnte inzwischen mit Handtuchturban durch die Wohnung und staubte die Regale und die Schränke ab. Die Spülmaschine lief bereits und die Kinderfilme stapelten sich vor dem Fernseher. In nicht einmal zwanzig Minuten, würde Lilly kommen und weil Melanie das Gefühl nicht loswurde, dass Anna sie nicht mochte, wollte sie unbedingt einen guten Eindruck machen. Dieses bedrückende Gefühl, wurde nur noch einmal bestätigt, als Anna schließlich da war. Voller Vorfreude, war Lilly in die Wohnung gestürmt und Mehdi, der an der Tür noch mit seiner Ex-Frau sprach, wollte sie unbedingt einladen. Doch mit einem kurzen Blick auf Melanie, lehnte sie dankend ab. Sie hätte noch etwas vor und sie wolle nicht stören.


„Aber du störst doch nicht, hm“, schmunzelte Mehdi einfühlsam, „Komm schon. Lilly würde sich sicher freuen.“


„Das weiß ich, aber ich muss wirklich los. Meine Eltern warten. Wir wollen zu meiner Tante fahren. Es ist ihr letztes Fest.“



In der Fischervilla, herrschte Eiszeit. Marc war gar nicht begeistert darüber, dass Elke seinen Vater angerufen hatte. Immerhin hatte Olivier ihm immer freie Entscheidungsgewalt gelassen und nie versucht, ihn zu manipulieren. Dies aber, schien Elke nicht zu verstehen oder es zumindest nicht zu wollen. Ihr lieber Sohn, dem seine Karriere alles bedeutet hatte, auf einmal von der Idee einer Familie begeistert. So hatte sie ihn nicht erzogen, also musste ihr Ex-Mann Schuld am plötzlichen Sinneswandel des Chirurgen haben.


„Es war meine eigene Entscheidung, okay?“, fest schlug er mit der Hand auf die Sessellehne, „Ebenso war es allein meine Entscheidung, nach München zu gehen. Mir ist die Beziehung einfach zu viel geworden, ich habe mich eingeengt gefühlt und…Ich wusste aber nichts von Sarah und noch bevor ich es wusste, ist mir in München immer klarer geworden, dass ich ohne sie nicht leben will!“


„Heißt das, dass du diese dicke Ärztin liebst?“



Lilly bestaunte den Weihnachtsbaum, an dem die von ihr selbstgebastelten Weihnachtssterne hingen, als Mehdi gerade die Wohnungstür geschlossen hatte und ins Wohnzimmer kam. Freudig hüpfte seine Tochter ihm in die Arme, knuddelte ihren leicht überrumpelten Papa ordentlich durch und drückte ihm einen dicken Kuss auf die Wange. Sie hätte nicht gedacht, dass ihr Papa die Sterne noch hatte. Immerhin hatte sie die Sterne vor einigen Jahren im Kindergarten gebastelt und er erinnerte sich noch genau an das Leuchten in ihren Augen, als sie ihm die bunten Sterne gegeben hatte. Auf seinem Schoß, bewunderte Lilly weiter den bunten Baum. Ihre Mutter hatte schon einen großen gekauft, doch dieser hier, übertraf einfach alle. Melanie beobachtete gerührt , die Szenerie die sich ihr bot, doch plötzlich durchbrach Mehdis warme Stimme, die Stille.


„Was haltet ihr davon, wenn wir zum Eislaufen gehen?“



Marc, der heute Morgen gar nicht zu seiner Mutter hatte fahren wollen, weil er den Feiertag viel lieber mit Gretchen und Sarah verbracht hätte, verfluchte in Gedanken seine Verflossene dafür, dass sie ihn doch überredet hatte. Seine Mutter fing an, an seinem Verstand zu zweifeln und wollte ihn zu ihrem Therapeuten schleifen.


„Der konnte Dir bisher auch nicht helfen!“


„Jetzt werd nicht frech.“, schimpfte sie, den Hörer noch immer am Ohr – doch Marc nahm ihn ihr einfach ab, „Mutter? Ich brauche keinen Therapeuten. Bei dir hilft nur Bourbon!“


„Whisky?“


„Nein – Muttermilch natürlich.“


„Ooooooar!“, mit einer theatralischen Geste, gefolgt von einem Kopfschütteln, welches die Infrastruktur, in ihrem so perfekt gestylten Haar, beinahe zum Einsturz brachte, lief sie in der Küche geradewegs auf die Minibar zu.



Lilly hingegen stürmte in die Eishalle, weil sie es gar nicht mehr erwarten konnte, endlich mal aufs Eis zu gehen. Es stellte sich jedoch, nachdem sie sich Schlittschuhe ausgeliehen hatten, heraus, dass die übereifrige Lilly Kaan ziemlich wacklig und unsicher auf den Beinen war. Mehdi und Melanie zögerten jedoch nicht und nahmen ihre Tochter in ihre Mitte. Einige Runden drehten sie zusammen, bis Lilly der Meinung war, sie könne allein laufen. Es wurde ein unglaublich schöner, entspannter Nachmittag und als sie wieder zu Hause waren, sich aufgewärmt hatten, bei Tee und Kakao, wollten Melanie und Mehdi gerade anfangen zu kochen, als das Telefon klingelte. Am Apparat war Schwester Ingeborg, die mitteilte, dass eine Patientin in den Wehen lag und keinen anderen Arzt als Doktor Kaan bei der Geburt dabeihaben wollte. Natürlich sagte er zu und machte sich sogleich auf den Weg. Zwar hatten sie sich auf das gemeinsame Kochen gefreut, doch wie es als Arzt nun einmal war, kam es meist anders als erwartet und so schnappte sich die Kinderchirurgin ihre Ziehtochter und kochte mit ihr zusammen. Ihre Sorge, Mehdis Tochter könne sie nicht mögen, war vollkommen unbegründet. Lilly erzählte, dass Mehdi mit ihr über Melanies Ängste gesprochen hatte und einmal mehr wurde ihr bewusst, was für ein wundervoller, ehrlicher, liebevoller Mann und Vater ihr Mehdi doch war. Lilly nahm ihr endlich ihre Angst. Sie sagte Melanie, wie gern sie sie hatte und wie schön es war, Zeit mit ihr zu verbringen. Das ehrliche Gespräch, lockerte die Atmosphäre zwischen ihnen auf und schon bald war die Wohnung von ihrem fröhlichen Lachen erfüllt.



Von Fröhlichkeit war am anderen Ende von Berlin, keine Spur zu sehen. Man beschränkte sich darauf, das Essen vom Caterer zu verspeisen. Seit Stunden schwiegen Marc und Elke sich nun an und es sah noch lange nicht danach aus, als würde einer der beiden, das Schweigen sobald brechen wollen. Aber dann geschah etwas Seltsames. Ohne ein Wort zu verlieren, sprang Elke von ihrem Platz auf, eilte in ihr Wohnzimmer und kam mit zwei Dingen zurück. Einem verpackten Geschenk und einem rosafarbenen Schnuffeltuch, welches verdächtig nach einem Tuch seiner Tochter aussah.


„Mutter, das sieht absolut… Mir fehlen die Worte, so falsch sieht das aus!“, lachte Marc, doch dieses erstarb, als Elke behutsam anfing zu sprechen.


Sie sagte, sie würde ihn, in allem was er tun wolle, unterstützen und wenn er sich seiner Tochter annehmen wollen würde, würde sie ihm auch dort nicht im Wege stehen.



Nicht nur dem Chirurgen blieb die Spucke weg, sondern auch dem Gynäkologen, der schon im Treppenhaus den wundervollen Duft des Essens vernommen hatte. Der Tisch war eingedeckt und seine Freundin flechtete seiner Tochter gerade eine komplizierte Hochsteckfrisur. Dieses Bild machte ihn unheimlich glücklich.


Der gemeinsame Abend hätte nicht besser ablaufen können und nachdem sie Zoomania zum dritten Mal geschaut hatten, war es für Lilly an der Zeit, ins Bett zu gehen. Sie wollten am nächsten Tag Mehdis Eltern besuchen. Für diesen Anlass musste Melanie versprechen, Lilly die Haare genauso hochzustecken, wie sie es ein paar Stunden zuvor schon getan hatte.



Marc saß inzwischen in seinem Zimmer und konnte noch immer nicht glauben, was seine Mutter ihm gesagt hatte. Für den morgigen Tag, setzte er sich ein ganz klares Ziel….


Nachdem der Unrat der Bescherung beseitigt, die Kakaotassen in der Spüle und die Wolldecken wieder an ihrem Platz waren, gingen auch Mehdi und Melanie zu Bett. Die Chirurgin schlief relativ schnell ein und nachdem Mehdi ihr ein „Ich liebe Dich“ ins Ohr gehaucht hatte, folgte er seinen Frauen ins Land der Träume.






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Choconussa Offline

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23.01.2017 17:50
#86 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № - Achtzig - My heart will go on 」




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Liebes Tagebuch,

die letzten Tage kommen mir vor, als wären sie ganz weit weg. Als hätte ich sie nicht erlebt, sondern nur geträumt. Weihnachten war schon immer etwas ganz Besonderes – zumindest in meiner Familie. Wir kamen alle zusammen, aßen gemeinsam, lachten, scherzten und am späten Abend saßen wir alle zusammen unter dem reichlich geschmückten Weihnachtsbaum zur Bescherung. Alles hätte ich in meiner Jungend dafür gegeben, dieses Fest einmal mit Marc Meier zu feiern. Genauso, wie ich es in meiner Familie gelernt hatte. Jetzt war es so gewesen und ich kann noch immer nicht glauben, was da geschehen ist. Der heutige Abend hat sein Übriges dazu getan, dass mir der Heilige Abend, wie in weiter Ferne vorkommt…




Aus der Küche drang ein verführerischer Duft zu ihr herüber, als sie im Flur ihre Schuhe auszog. Natürlich stand Bärbel Haase noch immer mit ihrer karierten Schürze in der Küche und war mit dem Essen beschäftigt. So war es schon immer gewesen. Stunden brachte sie damit zu, alles perfekt zu gestalten. Den Braten nicht einfach nur in den Ofen zu schieben und ihn danach auf den Tisch zu stellen – nein. Er wurde auf eine riesige Glasplatte gelegt, darunter ein Teppich aus Salatblättern, in einem gesunden Grün. Manchmal hatte Gretchen geglaubt, ihre Mutter hätte Rosen unter den Braten gelegt, denn genauso sahen die Salatblätter aus. Dann bestreute ihre Mutter den Braten mit Kräutern, legte Zitronenscheiben drum herum, Lauch gesellte sich hinzu und auch einige geschälte und hauchdünn geschnittene Möhrenstäbchen. Während der gesamten Zeit, war die Küche für den Rest der Familie, absolutes Sperrgebiet und keiner der Haases wagte es sich, auch nur in ihre Nähe zu kommen.



Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Jochen war in diesem einen Jahr zwölf Jahre alt geworden und hatte seine „rebellische“ Phase. Wegen der er nicht verstand, warum er nicht in die Küche durfte. Dass es ihn nicht sonderlich interessierte, demonstrierte er und bereute es sogleich. Unsere Mutter hatte ihn mit der Bratengabel quer durchs Haus gescheucht. Noch heute ging Jochen lieber auf Abstand, wenn seine Mutter eine Bratengabel in der Hand hielt…



„Kälbchen, da bist du ja endlich“, riss Franz seine Tochter aus ihren Gedanken, „Mama hatte ja schon Sorge, du würdest heute nicht kommen, weil du doch die letzten Tage so viel mit dem Meier gemacht hast.“


„Ja genau Schwesterherz… Was läuft denn da wieder zwischen dir und Marc?“


„Äh, gar nichts?! Was soll denn da bitte laufen? Er ist zurzeit hier in Berlin um Doktor Schrenk zu vertreten und sobald der wieder da ist, ist Marc wieder in München“, verteidigte Gretchen sich, „Er ist nun mal Sarahs Vater. Soll ich ihm verbieten, Weihnachten mit seiner Tochter zu verbringen?“

Wissend grinste Jochen seine große Schwester an, denn den leichten Rotton in ihrem Gesicht, konnte sie schlecht verbergen. Aber ausnahmsweise, wollte er heute keinen Streit. Viel zu lang hatte er auf seine zickige Schwester und seine bezaubernde Nichte verzichten müssen, also schloss er sie, ganz zu Gretchens Überraschung, fest in seine Arme und widmete sich schließlich dem Wurm im Maxi-Cosi, der ihn mit großen Augen anfunkelte.

„Mensch Margarethe, da bist du ja endlich“, schimpfend lehnte sich Bärbel Haase aus der Küchentür und Gretchen schaute verwirrt auf ihre Uhr, denn eigentlich dachte sie, sie wäre pünktlich, „Wir haben es bereits viertel nach. Wo warst du denn wieder so lange? Doch wohl nicht mit dem Meier unterwegs, oder?“


„Nein.. ich hab Sarah noch gewickelt und ihr die Flasche gegeben. Entschuldige.“


„Du kannst mir gleich in der Küche ein bisschen zur Hand gehen!“


Blankes Entsetzen stand ihr ins Gesicht geschrieben, als ihr Vater sie herzlich in seine Arme schloss und sich dann ziemlich zügig mit seinem Sohn und seiner Enkelin in das angrenzende Wohnzimmer verzog. Wenn seine Frau wollte, dass Gretchen ihr zur Hand ging, dann konnte dies nur eines bedeuten.



Schon immer, wenn meine Mutter mit mir unangenehme oder sensible Themen besprechen wollte, zitierte sie mich in die Küche. Als ich meine erste Periode bekam, meinen ersten Freund hatte, ich mal wieder wegen Marc eine Diät anfangen wollte, entschloss mein Studium in Köln zu Ende zu bringen, Peter kennenlernte, als ich mich mit Peter verlobt hatte, als ich mich von Peter getrennt hatte und meinen Facharzt machen wollte… Die Liste war unendlich lang und ich konnte an einer Hand abzählen, weswegen sie mich diesmal in die Küche lotste.



Niemand, der die Kochstätte Bärbel Haases betrat, würde auch nur im Entferntesten darauf kommen, dass hier gerade gekocht wurde. Die Ablagen glänzten, es fand sich keinerlei Geschirr auf der Spüle und auch die Spülmaschine wartete bereits mit gähnender Leere auf ihren nächsten Einsatz. Insgeheim war Gretchen schon immer neidisch auf das Talent ihrer Mutter gewesen, immer alles unter einen Hut zu bekommen. Der Braten war im Ofen, die Soße und die Kartoffeln köchelten ruhig in den Töpfen, ebenso der Rosenkohl. Der Rotkohl garte im Dampfgarer und so wie Gretchen ihre Mutter kannte, stand der Schokopudding bereits gestülpt im Kühlschrank. Gerade drapierte sie akkurat die letzten Möhrenstangen auf der Glasplatte, weswegen Gretchen sich, naiv wie sie manchmal war, fragte, warum ihre Mutter sie nun in der Küche brauchte.


„Warum stillst du Sarah nicht mehr?“, startete Bärbel ihren ersten Vorstoß auf die junge Mutter, „Ich dachte, ich hätte dir klar und deutlich gesagt, dass das Stillen die Bindung zwischen Mutter und Kind festigt.“


„Hast du ja auch.“


„Warum gibst du ihr dann die Flasche Margarethe? Hat das was mit diesem Meier zu tun?“


„Sag mal… Nein hat es nicht. Ich war mit ihr kurz vor Weihnachten bei Doktor Koch und der ist der Ansicht, dass ich nicht mehr so viel stillen sollte. Deswegen bekommt Sarah nur noch einmal am Tag die Brust. Meistens abends, kurz bevor ich sie zu Bett bringe“, erklärte Gretchen, „Und das hat rein gar nichts mit Marc zu tun. Wie kommst du eigentlich darauf?“


„Na ja, man erzählt sich halt so einiges Kind und du solltest wirklich aufpassen. Im Krankenhaus gehen immer wieder Gespräche um und es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass ihr viel Zeit miteinander verbringt.“


Sie verstand die Welt nicht mehr. Seit wann interessierte ihre Mutter sich für den Tratsch auf den Krankenhausfluren und wieso wusste sie nichts davon? Natürlich war die Klinik meist schneller wie die InTouch um Schlagzeilen zu machen, aber meist war sie nicht ganz unbeteiligt daran. Sie hatte allerdings wirklich viel Zeit mit Marc verbracht, in den letzten Wochen. Jeden Morgen fuhr er mit ihr in die Klinik. In seiner Mittagspause fuhr er sie nach Hause oder er holte sie ab, um sie dann am Abend wieder nach Hause zu fahren und meistens kam er dann auch mit hoch und blieb zum Essen. An ihren freien Tagen, ging sie trotzdem in die Klinik, um ihn zu besuchen und er freute sich jedes Mal, wenn er Gretchen mit dem Kinderwagen auf den Fluren vorfand. An den Wochenenden, war er fast täglich bei ihnen und verbrachte seine freie Zeit mit den beiden.


„Wie soll es denn jetzt mit Thorben weitergehen Kind? Was, wenn der Meier sich entschließt in Berlin zu bleiben? Da kann er doch nicht jeden Tag bei euch sein. Nicht das du mir nachher noch die Hochzeit platzen lässt!“


„Mama! Lass das alles mal bitte meine Sorge sein“, wütend öffnete Gretchen den Kühlschrank und nahm sich ungefragt eine Puddingschale heraus, „Ich mein, Marc wird nie und nimmer hierbleiben. Wenn Doktor Schrenk wieder da ist, dann fährt er zurück. Er hat ja in München eine feste Stelle. Mit wesentlich mehr Gehalt und Möglichkeiten als hier.“


„Das klingt ja fast, als wärest du traurig darüber. Margarethe, wirst du denn nie lernen“, echauffierte sich die Hausfrau, „Der Mann ist in einer Nacht und Nebelaktion geflohen und hat dich mit nichts als einem Brief und einem Kind zurückgelassen.“


„Ja Mama! Das weiß ich. Danke dass du mich immer wieder daran erinnerst, dass ich ihm nicht wichtig genug war und dass ich nicht einmal die Möglichkeit hatte, mich ihm zu erklären, weil er auf und davon war. Ich weiß, dass er mir nicht gut tut und ich weiß, dass ich Thorben liebe. Wenn ihr aber immer wieder alle darauf herumreitet, wird es nicht leichter. Ich habe Marc geliebt und ich war sehr glücklich mit ihm. Natürlich tut mir das alles noch immer weh und manchmal wünschte ich mir, dass es eben nicht so geschehen wäre, wie es geschehen ist. Aber dann wird mir wieder klar, dass es früher oder später, eben genauso gekommen wäre. Lass uns das Thema Marc einfach lassen, bitte. Um die Hochzeit musst du dir wirklich keine Gedanken machen. Ich liebe Thorben und ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit ihm.“


Es riss mir mal wieder das Herz aus der Brust. Warum in Gottes Namen tat es noch immer so weh, wie an dem Morgen, an dem ich anstelle der Liebe meines Lebens, einen Brief vorfand? Ich konnte es mir nicht erklären…



Über die aufbrausende Haltung ihrer Tochter, wunderte sich Bärbel im Stillen. Eigentlich war Gretchen immer umgänglich gewesen, wenn sie mit ihr mal wieder über ihre Liebesgeschichten sprechen wollte und auch wenn sie dann mal ein wenig aus der Haut gefahren war, war sie immer sofort wieder ruhig geworden. Was zur Hölle, war also mit ihrer Tochter los? Besorgt sah die Übermutter dabei zu, wie ihre Älteste, zehn Minuten später, das Baguette misshandelte. Sie musste unbedingt herausfinden, was los war. Vielleicht würde sie mal einen Abstecher in die Klinik wagen und Marc ein bisschen auf den Zahn fühlen. Auch wenn sie ihn nicht besonders mochte, nachdem was er ihrer Tochter angetan hatte, so war er ihr gegenüber doch immer sehr freundlich gewesen und wusste sich zu benehmen.


Wie nah sie ihrem Ziel war, konnte sie ja gar nicht ahnen.



Das Essen war natürlich, wie immer, der reinste Gaumenschmaus. Und nicht nur das, auch die Gespräche waren angenehm. Jochen erzählte einige Anekdoten aus der Uni, bei denen wir herzlichst lachen mussten und mein Vater klärte ihn über einen seiner Professoren auf, mit dem er zusammen studiert hatte. Es war wirklich schön, endlich mal wieder mit der gesamten Familie zusammen zu sitzen. Oft hatten wir ja leider nicht die Gelegenheit dazu. Ich genoss es richtig, den Gesprächen zu lauschen und in dieser entspannten Atmosphäre, normalisierte sich auch wieder mein Essverhalten – doch schon keine fünf Minuten, nachdem ich diesen Gedanken hatte, wollte ich im Erdboden versinken und nie wieder zum Vorschein kommen…



Die Türglocke läutete und die gesamte Familie Haase sah konfus in den Flur. Noch nie hatten sie an den Weihnachtsfeiertagen Besuch bekommen. Als jedoch niemand Anstalten machte, aufzustehen und die Tür zu öffnen, stand Gretchen schnaufend auf und eilte in den Flur. Schwungvoll öffnete sie die Haustüre und hätte sie liebend gern gleich wieder mit Schwung zugeschlagen, doch sie war in eine Schockstarre verfallen. Ihre Augen wurden ganz groß, ihr Mund wurde trocken und ihr Atem ging ganz flach.


„Doktor Meier“, erfreute sich Franz, mit seiner Enkeltochter auf dem Arm, an dem Besucher, an dem auch Sarah sich zu erfreuen schien, denn sie streckte die Arme nach ihrem Papa aus, „Mal nicht so schnell meine kleine Prinzessin. Komm rein Marc. Es ist kalt, Sarah soll uns nicht krank werden. Bärbel hat so oder so wieder zu viel gekocht.“


„Gerne, also – wenn es wirklich keine Umstände macht.“


„Wenn es keine Umstände macht?“, erwachte die Blondine aus ihrer Starre und wäre Marc am liebsten an die Gurgel gegangen, „Was zum Teufel machst du denn hier?!“


„Kälbchen, jetzt lass den Mann doch erst mal reinkommen.“


Grinsend, schob sich Marc an der Mutter seiner Tochter vorbei, zog die Jacke aus und nahm Franz, scherzend, Sarah ab, die sich sogleich wieder an seiner Nase zu schaffen machte. Prustend, drückte der Chirurg ihr einen Kuss auf die Wange, der sie zu einem niedlichen Lachen verleitete und Gretchen hinauf in die rosaroten Wolken katapultierte. Augenblicklich fing sie verträumt an zu schauen und lächelte ganz verliebt.


„Na kommt Kinder, bevor das Essen kalt wird“, lächelte Franz, denn den Ausdruck, auf dem Gesicht seiner Tochter, kannte er, seitdem sie auf die weiterführende Schule gekommen war und insgeheim freute es ihn.


Es war ein Alptraum. Marc musste meiner Mutter Rede und Antwort stehen. Am liebsten wäre ich schreiend rausgerannt, so sehr nahm sie ihn in die Mangel. Doch er blieb ganz ruhig und erklärte ihr, dass er eigentlich nur kurz Sarahs Kuscheldecke rumbringen wollte, die sie wohl bei ihm verloren hatte. Anscheinend ließ er bewusst aus, dass er derzeit noch bei seiner Mutter wohnte. Nachdem er ihr versichert hatte, dass ihm auf halber Strecke zu mir, eingefallen war, dass ich heute bei meinen Eltern war, beließ sie es endlich dabei. Doch ihre tötenden Blicke in seine Richtung, immer, wenn er mit Sarah spielte, verrieten mir, dass sie keinesfalls einverstanden damit war, ihn heute hier zu haben. Mein Vater jedoch, bestand darauf, dass Marc blieb und als Jochen damit beschäftigt war, meiner Mutter beim Abdecken zu helfen, schleppte er Marc in sein Büro.



Quälend langsam, goss Franz Haase den Cognac ein und ließ seinen früheren Schützling ein wenig schmoren. Er schätzte Marc und seine Fähigkeiten im OP sehr, weswegen es ihm eigentlich leichtfallen sollte, auf das zu sprechen zu kommen, was ihn seit einigen Tagen beschäftigte und doch war er sich nicht sicher. Einen großen Fehler mit schweren Folgen zu tun, lag nun näher wie je zuvor und er wählte seine Worte mit Bedacht, als er, seinem wohl besten Mitarbeiter, gegenüber Platz nahm.


„Hör zu. Ich weiß, es war nicht immer leicht für euch und ich bin der festen Überzeugung, dass es das jetzt auch noch immer nicht ist und wohl auch nie sein wird. Wir beide wissen ganz genau, warum du damals nach München gegangen bist“, sauer sah er Marc an, „Anstatt deine Wut und deine Frustration, die durchaus verständlich gewesen waren, an mir auszulassen, packst du deine Sachen und lässt meine Tochter mit einem Brief und einem Kind von dir sitzen“, er hob die Hand, denn Marc wollte protestieren, „Ich weiß, dass sie nicht mehr dazu gekommen ist, dir etwas davon zu erzählen. Aufgelöst, kam sie damals in mein Büro und weinte, weil sie nicht wusste, wie sie es dir beibringen soll. Sie war der festen Überzeugung, du würdest sie verlassen und ich habe ihr gut zugeredet. Weil ich wirklich in dem Glauben war, du hättest dich geändert. Weil du zu deiner Liebe gestanden hast, auch wenn es dir auszusprechen schwerfällt.“


„Franz ich will wirklich nicht…“


„Lass mich bitte ausreden Marc“, unterbrach der Ältere den aufkommenden Redeschwall sogleich, „Nachdem du gegangen bist, war es ein harter Weg, Gretchen genau hierhin zu bringen. Sie aufzubauen, war unheimlich schwer und sie davon zu überzeugen, dass alles gut werden würde, umso schwerer. Ich bitte dich, das nicht kaputtzumachen. Ich bitte dich aber auch, für sie und Sarah immer da zu sein, egal wer dazwischen steht, wenn du verstehst?“, kurz wartete er Marcs Nicken ab und fuhr dann fort, „Ich sage dir das, weil ich vor einem größeren Problem stehe. Doktor Schrenk wird nicht mehr praktizieren können und einen geeigneten Ersatz zu finden, hat sich auch nach deinem Weggang, mehr als schwierig gestaltet. Ich bin mir deiner Verantwortung, in der Klinik deines Vaters, durchaus bewusst und auch dessen, dass du dort besser bezahlt wirst, als bei uns. Dein Vater und ich, stehen schon seit längerem in Gesprächen und wir sind uns sicher, dort eine Einigung zu finden, die allen gerecht wird. Die Ärztekammer hat den Vorschlag, deine Stelle, mit der Neueinstellung deiner Schwester, zu besetzen, abgelehnt. Weswegen du deine Stelle bei uns noch immer hast und wohl auch behalten wirst. Ich biete dir deine alte Stelle mit einigen Zusätzen an. Mehr Gehalt, mehr Verantwortung und meine offizielle Stellvertretung.“


„Danke“, äußerte Marc sich schnell und wurde dann ganz nachdenklich, „Ich weiß aber wirklich nicht, ob das eine so gute Idee wäre. Ich meine, ich bin gerne in Berlin. Gerne bei Gretchen und Sarah. Und auch die Arbeit macht mir Spaß. Doch zwischen deiner Tochter und mir… Da ist so viel passiert und so viel unausgesprochen – ich weiß nicht, ob ich dir das Versprechen geben kann, nichts kaputtzumachen. Allem voran, Gretchen und ihre Träume. Ich werde natürlich über dein großzügiges Angebot nachdenken, aber mache dir bitte nicht allzu große Hoffnungen und suche trotzdem weiter nach einem Ersatz.“


„Es liegt an Thorben, oder?“


Zögerlich nickte der Chirurg und wusste, wenn ihn einer verstand, dann dieser Mann vor ihm.



Mit allen Mitteln, habe ich versucht zu erfahren, was im Büro meines Vaters geschehen war. Doch die beiden hüllten sich in eisernem Schweigen. Wie als wenn man versuchen würde, den besten Freund seines Schwarmes auszuquetschen. Mir war wirklich zum Heulen, aber der Abend wurde trotz allem, trotz der ganzen Schwierigkeiten, unheimlich schön. Die Männer pokerten eine Weile, bis Sarah, die unbedingt auf Marcs und nicht auf meinem Schoß sitzen wollte, unruhig wurde. Zwinkernd hielt Marc sie mir vor die Nase und brach beinahe in schallendes Gelächter aus, als mein Bruder mit hochrotem Kopf, motzend, in sein Zimmer flüchtete, weil ich meine Tochter im Sessel stillte. Auch mein Vater genierte sich und gab vor, ein wenig frische Luft zu benötigen. Nur Marc blieb seelenruhig auf der Sessellehne sitzen und beobachtete uns. Wenn ich jetzt so daran denke, war sein Blick fast verliebt gewesen und es macht mich unheimlich glücklich, dass er so für unsere Tochter empfindet. Man sagt ja, Kinder sind die einzigen, die man wirklich bedingungslos lieben kann. Davor war wohl auch ein Marc Meier nicht gefeit. Denn liebevoll wickelte er Sarah und legte sie schließlich in ihr Reisebett. Einige Zeit noch, blieb er bei ihr stehen, ehe er das Babyphone anstellte und wir zusammen zu meinen Eltern hinuntergingen, die bereits mit einem Glas Rotwein auf uns warteten. Dankbar hatte ich eines entgegengenommen und fest beschlossen, in der nächsten Zeit, wirklich mit dem Stillen aufzuhören. Gerade als ich mich setzen wollte, fiel mir ins Auge, dass mein Vater den Kamin angezündet hatte. Ein Highlight! Früher war es eine heiße Tasse Kakao gewesen, mit der ich mich am Weihnachtsabend vor den Kamin gesetzt hatte – ruhige Weihnachtsmusik im Hintergrund und der riesige Weihnachtsbaum neben mir. Wie oft hatte ich mir vorgestellt, eines Tages mit Marc vor dem Kamin zu sitzen und einfach seine Nähe genießen zu können? Niemals, wirklich niemals hätte ich gedacht, dass dieser Wunsch irgendwann mal in Erfüllung gehen konnte… Doch er tat es. Er setzte sich einfach zu mir und legte seinen Arm um mich. Ich hörte meine Eltern tuscheln, anscheinend wollte meine Mutter dem ungehobelten Kerl an die Gurgel gehen und ich konnte es ihr nicht mal verübeln. Immerhin war ich verlobt und das nicht mit dem Mann neben mir, an dessen Schulter mein Kopf sich wie von selbst bettete. Es war so schön, wir hatten gar nicht auf dem Schirm, wie schnell doch die Zeit verging. Ewig, hätten wir so dort sitzen können. Jedenfalls bis Sarah wach wurde. Schnell wollte ich zu ihr, um mich um sie zu kümmern – aber mein Vater hatte sich bereits meine Mutter geschnappt und orderte sie hinaus. Sie würden das schon machen. Auf die Proteste meiner Mutter, ging er gar nicht erst ein und zwinkerte uns zu, ehe sie die Treppe hinauf verschwanden… Ich wünschte, sie wären nicht gegangen…



Lachend drehte sie ihren Kopf zu Marc und wollte ihm gerade sagen, wie süß ihre Eltern doch waren, als sie seinen ernsthaften Blick wahrnahm und plötzlich Angst bekam. Immer wenn er sie so ansah, lag etwas in der Luft und dieses „etwas“, hätte sie keine zwei Sekunden später, mit bloßen Händen packen können.


Sie atmeten flach, das Licht des Feuers umrahmte ihre Silhouetten, die sich langsam näherkamen. Marc berührte sanft ihre Wange, strich mit dem Daumen vorsichtig über ihre helle Haut und musste fest schlucken. Sie machte ihn wahnsinnig. So willenlos, war er nur in ihrer Gegenwart. Die letzten Tage hatten ihm eindeutig bewiesen, wie wichtig die beiden ihm waren und wie viel sich für ihn verändert hatte, seitdem er wusste, dass er hier eine Tochter hatte. Zu seiner Verwunderung, wehrte Gretchen sich nicht und mutig nahm er ihren Kopf in die Hände. Lächelte sie zaghaft an, sah ihr tief in die Seele und küsste sie mit einer solchen Hingabe, dass es ihr beinahe schwarz vor Augen wurde. So oft waren sie sich in den letzten Wochen nahegekommen, heute würde er denjenigen, der es wagen würde sie zu unterbrechen, eigenhändig töten. Es war ihm egal, dass Bärbel ihn häuten, seine Mutter ihn enterben und Franz ihn sterilisieren würde. Es war ihm auch egal, dass sie Thorben hatte. Jetzt gerade, waren nur sie beide wichtig und sie legten all ihre Gefühle, in diesen einen Kuss. Der Ewigkeiten anzuhalten schien. Auch als der Sauerstoff in ihren Lungen weniger wurde, lösten sie sich nicht voneinander und Marc war zärtlich wie noch nie. Hier war kein Hintergedanke. Kein Verlangen sie sofort mit Haut und Haaren zu vernaschen. Hier saßen zwei Menschen, die sich, trotz aller Widrigkeiten, liebten. Sich blind vertrauten. Zumindest war dies dem spannenden Ehepaar Haase bewusst geworden und Franz konnte über seine Tochter nur den Kopf schütteln.


Vorsichtig lehnte Marc, mit geschlossenen Augen, seine Stirn an ihre. Von ihm aus, hätten sie noch ewig so beisammen sein können, doch plötzlich löste Gretchen sich von ihm, küsste ihn noch einmal kurz, strich über seine stoppelige Wange und sagte schließlich, mit Tränen in den Augen, „Es tut mir Leid Marc, aber ich kann das einfach nicht!“


Wie einen begossenen Pudel, ließ sie ihn zurück und weinte allein in ihrem Bett.



Ich könnte mich noch immer ohrfeigen, dabei ist das nun schon sechs Stunden her und Marc ist schon lange nicht mehr da – jedenfalls hat meine Mama gesagt, dass er ziemlich geknickt gegangen ist. Hoffentlich macht er keine Dummheiten…



Davon war Marc Meier weit entfernt. Zwar war die Minibar seiner Mutter immer gut befüllt und sicherlich würde es ihn nicht in den Ruin treiben, wenn er die teuren Getränke ersetzen musste – doch er brachte es einfach nicht fertig. Er brachte es nicht einmal fertig, sich auszuziehen und in sein Zimmer zu gehen. Gleich nachdem er die Tür aufgeschlossen hatte, schlurfte er ins Wohnzimmer und ließ sich auf die Couch fallen. Das konnte nur ein böser Traum sein. Er küsste sie mit voller Liebe und sie rannte weg. Wovor? Diese Frage beschäftigte ihn so sehr, dass er nicht mitbekam, wie seine Mutter sich besorgt neben ihn setzte, auf ihn einredete und ihm behutsam über den Rücken strich.


In Gedanken, ging er so viele Möglichkeiten durch, doch immer nur kam er zu einem Schluss – das musste endlich ein Ende haben!!!




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Choconussa Offline

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29.01.2017 01:36
#87 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einundachtzig – Come on get higher 」




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Gretchen Haase liebte Überraschungen. Schon als kleines Kind hatte sie in den Nächten vor Ostern, Weihnachten und ihrem Geburtstag nicht einschlafen können. Immer hatte sie an der Tür gelauscht, in den Flur gespäht oder war zu ihren Eltern geeilt, um sie zu fragen, wann sie denn endlich aufstehen durfte.


Und auch heute, mehr als zwanzig Jahre später, liebte sie Überraschungen. Also steuerte er geradewegs den Blumenladen, in der Nähe des Krankenhauses, an und ließ einen bunten Blumenstrauß zusammenstellen. Er sollte prunkvoll sein und möglichst Eindruck hinterlassen. So hatte er sich geäußert und als ihm die Verkäuferin, eine knappe halbe Stunde später, den Strauß unter die Nase hielt, glaubte er seinen Augen kaum, „Ja und die Rosen? Herrgott! Der Strauß ist für eine Dame. Rote und weiße – nicht zu wenig!“ Angespannt, tippelte er mit seinen Fingern auf der Verkaufstheke herum und es gab wirklich nicht viele Augenblicke in seinem Leben, an denen er, voller Spannung, beinahe die Nerven verlor. Dieser hier jedoch, war einer von ihnen und als die Dame endlich den fertigen Blumenstrauß überreichte, klatschte er ihr, anstelle der geforderten 27,89 Euro, einen Fünfzigeuroschein auf die Theke und lief schnellen Schrittes zur Klinik, treppauf, direkt auf die chirurgische Abteilung. Allem Anschein nach, war zu dieser frühen Stunde schon mächtig was los, denn einige Schwestern liefen aufgehetzt an ihm vorbei, nur eine schien absolut nichts und niemand aus der Ruhe zu bringen. Schwester Sabine saß seelenruhig vor ihrem Computer an der Anmeldung, knabberte an einer Stulle und war ganz vertieft in eines ihrer neuen Bücher. Wahrscheinlich einer der grausamen Rogelt-Bänder, mit denen sie alles und jeden behelligte. Außer ihr, würde ihm jedoch kaum jemand sagen können, wo sich das Objekt seiner Begierde aufhielt, weswegen er nicht drum herumkommen würde, Sabine aus ihrer Traumwelt zu reißen. Doch bevor er auch nur dazu kam, den Mund zu öffnen, brüllte eine sehr erbost wirkende Neurochirurgin über die Gänge, „Wo zur Hölle steckt denn schon wieder Haase?“


Erschrocken zuckte Schwester Sabine zusammen und als sie schließlich sah, wer dort vor ihr stand, kippte ihr die Kinnlade herunter.


Marc, der geradewegs, gut gelaunt, ins Stationszimmer marschierte, brüllte ebenso laut zurück „Die legt gerade nen Katheter“, schnappte sich einen Apfel und wollte eigentlich gerade wieder zur Tür heraus, als er abrupt abbremste, einen Schritt zurücktat und sich in Zeitlupe umdrehte. Mit Genugtuung stellte der Chirurg fest, dass ihn sein gegenüber ansah, wie eine Erscheinung und dieser konnte es wirklich nicht fassen.


Marc Meier stand vor ihm. Im Kittel! Mit Doktorschildchen, auf dem klar und deutlich die Worte „Lt. Oberarzt“ prangten. Hatte er am Telefon also doch richtig gehört und seine Verlobte hatte ihm NICHTS gesagt. In seiner grenzenlosen Enttäuschung, bekam er nicht mit, wie der Blumenstrauß zu Boden fiel und mit einem leisen Rascheln zwischen ihm und Marc liegen blieb.


„Du, dein Frühstück ist dir runtergefallen. Solltest du aufheben, bevor noch jemand drauftritt. Ziemlich viel Verkehr hier, wenn du verstehst was ich meine“, gluckste Marc belustigt und ließ nicht nur seine Augenbrauen, sondern auch seine unwiderstehlichen Grübchen tanzen, bevor er todernst wurde, „Hör auf zu glotzen wie ein entgleister Zug. Seh zu, dass du den Biomüll aufhebst und deinen Arsch hier rausschiebst. SABINE! OP vorbereiten, Doktor Haase einsammeln und dann ran an den Speck! Aber BITTE, nehmen Sie das nicht wörtlich.“


Thorben wusste noch immer nicht, wie ihm geschah. Mehrmals öffnete er den Mund um nach seiner Verlobten zu fragen, doch es hatte ihm augenscheinlich die Sprache verschlagen. Einen kurzen Moment noch wartete Marc, ob da nicht vielleicht doch noch Leben in diesen Angeber kommen würde, doch dann entschloss er sich, schnaubend und kopfschüttelnd, das Weite zu suchen. Niemand wusste, ob solche Ausfälle ansteckend waren und für das, was er sich ausmalte, brauchte er wirklich ein funktionierendes Sprechorgan und einen freien Kopf. Sabine, die ihm schnell hinterhergeeilt war, wies er an, Gretchen nichts davon zu sagen, dass da ihr Verlobter auf sie wartete. Sie solle sich doch einfach überraschen lassen. Und die Überraschung würde riesig werden, denn so schnell hatte Marc nicht vor, Gretchen auch nur eine Zehenspitze ins Schwesternzimmer setzen zu lassen. Nach der OP, die sie erfolgreich über die Bühne gebracht hatten, rief er direkt zur Visite auf und als sie am Schwesternzimmer vorbeikamen, zog er sie einfach an der Taille mit sich. Er wusste einfach, wie er sie ablenken konnte und so kam es, dass er gleich noch eine OP ansetzte und mit ihr die Treppen, anstelle des Aufzuges, nahm.


Die Warterei machte Thorben unterdessen wahnsinnig. Hier und da, malte er sich das Schlimmste aus und dass ihm hier anscheinend niemand sagen konnte oder wollte, wie lang der Meier schon wieder hier war, machte es nicht einfacher. Seit dem Telefonat vor Heiligabend, fragte er sich nun schon, was in Berlin vor sich ging. Eigentlich hatte er ja schon fest daran geglaubt, Marc hätte seine Schwester über die Feiertage besucht und es wäre nur ein Zufall gewesen, dass er bei Gretchen war. Aber dass er nun hier arbeitete? Das hatte er ganz weit von sich geschoben. Diesen Gedanken wollte er gar nicht an sich heranlassen. Verträumt spielte er mit einem Zipfel der Tischdecke, als er sie lachen hörte. In Windeseile schnellte sein Kopf nach oben und ein kleines Lächeln zierte seinen Mund, welches allerdings schleunigst wieder verschwand, als er sah, dass Marc seinen Arm um ihre Schulter gelegt hatte. Niemand, nicht einmal Gretchen, schien Notiz von ihm zu nehmen. Sie unterhielten sich, lachten und als Marc sich auf der Anmeldung ablehnte und seine Verlobte verführerisch ansah, merkte auch er endlich, dass der Kerl flirtete…


„Du könntest mich ja auch mal so zärtlich streicheln. Weißt du, so am Rücken. Ich bin ganz verspannt vom Schleppen der vielen, wirklich sehr vielen Einkaufstüten“, hauchte er ihr zu, sodass sie ihn auf jeden Fall hören konnte, denn Thorben, hatte er keineswegs vergessen.


„Marc Meier, ich glaube Sie sollten sich mal einer gründlichen Computertomographie unterziehen“, lachte sie herzlich zurück und stupste gegen seine Nase, „Mal sehen, vielleicht lässt sich ja mal eine Massage einrichten. So als kleines Dankeschön?!“


„Da würden mir auch noch andere Dinge einfallen Hasenzahn!“


Thorben stand mit offenem Mund im Raum und musste mit ansehen, wie der Ex seiner Verlobten, sie mit seinen Blicken auszog und dabei anscheinend noch zu punkten schien. Was war hier nur los? Auf solche billigen Anmachen, ging sie doch sonst nicht ein.


Sich laut räuspernd, machte er auf sich aufmerksam und Gretchen wäre beinahe in Ohnmacht gefallen, wenn Marc sie nicht noch rechtzeitig gestützt hätte, so sehr hatte sie sich erschrocken.


„Thorben! Schatz! Ja Mensch! Das ist ja mal ne Überraschung!!!“


„Störe ich?“, fragte er scheinheilig und sie antwortete eilig „Nein“, während Marc sich auf ein bedrohlich, genervtes „JA“ beschränkte.


Vernichtend, wurde er von den beiden angesehen, was ein Augenrollen seinerseits auslöste und als Gretchen dem Versicherungskaufmann in die Arme sprang, bekam er beinahe einen Brechreiz. Doch lange hielt dieser Zustand nicht an, denn es gab jemanden, der Erklärungen brauchte…


„Sag mal, arbeitet der etwa wieder hier?“, vorsichtig löste er sich von Gretchen und schob sie ein Stück von sich.


„Quatsch, wie kommst du denn darauf. Ich verteil hier Strafzettel, für zu schnelles Gehen, auf den Fluren“, motzte Marc jedoch gleich drauf los, „Bist du blind, blöd oder beides? Der Kittel ist sicherlich kein Kostüm du Armleuchter.“


„MAAAARC!“


„Ist doch so…“


„Ja Schatz, er arbeitet zurzeit hier. Er vertritt Doktor Schrenk, der im Moment in einer Reha-Maßnahme ist und er hat mir ein bisschen mit Sarah geholfen.“


„Aha“, antwortete er nur und beschloss, das Ganze lieber zu besprechen, wenn sie allein waren, „Wie geht es meiner kleinen Prinzessin?“


Die Antwort folgte auf dem Fuße, als Bärbel Haase, mit ihrer Enkeltochter auf dem Arm, aus dem Aufzug stieg. Ein paar Schritte kam sie weit, ehe Marc ihr entgegenlief und ihr seine Tochter abnahm.


„Das ist lieb von dir, danke“, schnaufte die Hausfrau und kramte in ihrer Handtasche, um vielleicht doch noch einmal frisches Make-Up aufzulegen.


„Bärbel! Du sollst doch nicht mehr so schwer heben“, scherzte Marc unheimlich ernst, weswegen Thorben direkt wieder Luft war und Gretchen entgegnete, „SCHWER? Unsere Tochter ist ja wohl nicht schwer.“


„Immerhin fällt der Apfel ja wohl nicht weit vom Stamm, Hasenzahn“, lachte er und bekam einen zärtlichen Klaps auf den Oberarm, bevor sie sich zu ihm stellte und ihre Tochter knuddelte, „Na! Ich weiß, sie ist Zucker – abschlabbern, musst du sie deswegen aber noch nicht!“


Diese Vertrautheit zu sehen, verletzte Thorben sehr. Noch vor einigen Monaten waren sie sich in München beinahe an die Gurgel gegangen und hatten sich gegenseitig zerfleischt und heute? Heute schien es ihm, als wäre nie etwas zwischen ihnen vorgefallen. Bärbels herzliche Begrüßung war zwar goldig und er war froh, eine solch wunderbare Schwiegermutter zu haben, doch die Erkenntnis, dass die Eltern der kleinen Sarah-Marie nicht einmal das mitbekamen, schmerzte ihn. Viel zu sehr waren die beiden mit sich selbst beschäftigt, denn Sarah war drauf und dran, dem Oberarzt sein Doktorschild zu klauen und Gretchen versuchte natürlich ihrer Tochter zu helfen.


„Das legt sich gleich wieder“, besänftigte Bärbel Thorben ein wenig, „Du weißt doch, sie können nicht ohne sich zu streiten.“





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Choconussa Offline

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07.02.2017 09:10
#88 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Zweiundachtzig – To many broken hearts」




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Das konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen, auch wenn er es eigentlich besser wissen müsste, nach dem unschönen Zusammentreffen in München. Er sah vor sich nicht mehr Marc Meier und Gretchen Haase, die sich die Köpfe einschlugen. Vor ihm standen Eltern – Eltern eines Babys, die sich zu allem Überfluss auch noch gut verstanden. Sie lachten zusammen, als Marc der kleinen Sarah sein Stethoskop um den Hals legte und eine Schwester aufforderte, einen Kittel und ein Doktorschild für die Prinzessin zu kaufen.


„Wirst bestimmt mal eine so gute Ärztin wie deine Mama“, hörte er den Chirurgen schleimen und wäre ihm am liebsten an die Kehle gegangen. Da hatte dieser Kerl doch tatsächlich die Nerven, nach seinem absolut indiskutablen Abgang, hier aufzuschlagen und so widerlich rum zu schleimen. Und der Alptraum wurde für Thorben nur noch um einiges schlimmer, denn Marcs Eltern kamen, einer nach dem anderen, auf sie zu.


„Marc Olivier…“, rief Elke leidend, „Was macht denn der Drückeberger von Meier hier?“


„Hä?“


„Na dein Vater!“


„Olivier ist hier?“, fragte Gretchen verwundert, „Davon hast du mir ja gar nichts erzählt.“


Bärbel sah sich in ihrer Annahme bestätigt und zwinkerte ihrem zukünftigen Schwiegersohn aufmunternd zu.


„Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich es dir gesagt“, umständlich wühlte Marc in seinen Kitteltaschen nach seinem Handy, „Woher weißt du das eigentlich, Mutter? Ah Mist! Gretchen, kannst du mal bitte kurz?“


Ohne Umschweife, lief sie hinter ihn, drückte sich nahe an ihn und begann von hinten in seinen Kitteltaschen zu wühlen – was nicht nur Thorbens Augäpfel auf das Doppelte vergrößerte, auch Marc schien irritiert, „Äh, Hasenzahn? Ich meinte eigentlich Sarah nehmen, aber so geht es natürlich auch, wenn du mein Handy findest und das, was du da gerade fühlst, ist es ganz sicher nicht!“


Augenblicklich lief sie knallrot an, „Oh Tschuldige…“


„Also Junge, was will er hier?“


„Wenn ich das wüsste, würde ich es dir sagen – ich habe aber keine Ahnung. Uns vielleicht besuchen?“


„UNS?“, Thorben verlor nun endgültig die Geduld und bemerkte weder Mehdi und Melanie, noch seinen Onkel, der mit steifer Miene den „Wutausbruch“ beobachtete, „Hast du nen Knall? Verpisst dich einfach, lässt sie schwanger sitzen und dann, wenn du siehst, dass sie glücklich ist, kommst du zurück – für was? Willst du sie um deinen Finger wickeln? Ich sag dir mal was, lass es einfach. Lass sie und unsere Tochter in Ruhe!“


Keiner der hier Anwesenden, hielt es für sonderlich klug, Marc irgendwelche Vorträge halten zu wollen. Besonders Melanie nicht. Sie hatte ihren Bruder von Tag eins in München an begleitet und die Trennung, war nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Auch Bärbel und Gretchen sahen ängstlich zu dem Chirurgen, warteten eine Standpauke ab und Elke und Olivier, zählten die Sekunden bis – „WENN HIER EINER DEN ARSCH OFFEN HAT, DANN JA WOHL DU! WAGST ES DICH, HIER ÜBERHAUPT NOCH AUFZUSCHLAGEN, NACHDEM DU WOCHENLANG ÜBER DEN GROßEN TEICH GESCHIPPERT BIST UND DEINE VERLOBTE, ICH BUCHSTABIERE DIR DEN BEGRIFF BEIZEITEN MAL, HIER ALLEIN GELASSEN HAST. UND DANN BESITZT DU AUCH NOCH DIE DREISTIGKEIT, MIR WAS ERZÄHLEN ZU WOLLEN? VOR MEINER FAMILIE ZU BEHAUPTEN, SARAH WÄRE DEINE TOCHTER? DU SOLLTEST GEWALTIG DEN BALL FLACH HALTEN FREUNDCHEN, BEVOR ICH MICH VERGESSE UND DEIN BABYFACE IM NÄCHSTEN MIXER LANDET!!!“, kurz wandte er sich an Gretchen, „Ich warte mit Sarah und meinen Eltern in meinem Büro auf dich! Kommt!“



Kaum war Marc außer Hörweite, nahm Gretchen ihren Verlobten in die Mangel, „Geht’s noch? Was ist denn da bitte in dich gefahren?“


„Entschuldige, dass ich mir nicht gerne anhöre, wenn er mit dir OFFENSICHTLICH flirtet. Dass ich es nicht gerne sehe, wenn du halb kuschelnd in seinen Kitteltaschen rumfummelst und ich mir nicht gerne anhöre, dass sein Vater EUCH besuchen kommt!“


„Schon einmal auf die Idee gekommen, dass Marc sich und Melanie gemeint hat, die seit einiger Zeit auch in Berlin wohnt? Du musst Marc seine Fehler nicht vor Augen führen. Er weiß, dass er Mist gebaut hat und er steht dazu. Er steht zu seiner Tochter.“


„Pff und wie lang hat das gedauert? Warum sagst du ihm eigentlich davon? Ich dachte, wir waren uns in der Angelegenheit einig gewesen, dass es das Beste für Sarah ist und für dich“, zum ersten Mal, seitdem sie zusammen waren, war er sauer auf sie.


Sie hatte ihn angelogen.


Ihm etwas vorgemacht.


„Hör auf sie hier so blöde von der Seite anzumachen, Thorben“, schaltete sich Mehdi nun doch ein, wobei er sich immer gerne heraushielt, wenn andere stritten, „Ich habe es ihm gesagt. Er ist mein bester Freund und noch länger, hätte ich ihn einfach nicht anlügen können und wollen.“


„Ach und du denkst nicht, dass diese Entscheidung allein bei Gretchen und mir liegt?“


„Man Thorben! Es war nicht falsch von Mehdi und wenn ich ehrlich sein soll, bereue ich es, dass ich nicht schon vorher ehrlich war und es ihm gesagt habe. Sie ist seine Tochter und wenn du die beiden in den letzten Wochen zusammen gesehen hättest, wüsstest du wovon ich spreche. Die beiden lieben sich und wir hätten da wirklich niemals einen Keil zwischen treiben dürfen. Und jetzt fahr nach Hause, wir sprechen heute Abend weiter“, kopfschüttelnd ließ sie ihn stehen und eilte zu Marc, denn mit ihm, hatte sie auch noch ein Hühnchen zu rupfen.



Geknickt sah Thorben in die Runde. Von Mehdi und Melanie, hatte er keinerlei Mitleidsblicke erwartet – zu groß war der Bezug zu Marc und zu wenig hatten sie sich kennengelernt. Doch bei Bärbel, sah dies ein wenig anders aus. Zumindest von ihr, hätte er ein wenig Verständnis erwartet, als sie ihn allerdings nach Hause fuhr, las sie ihm ordentlich die Leviten. Es wäre vollkommen unverantwortlich von ihm gewesen, sich vor Sarah so gehen zu lassen, Gretchen Vorwürfe zu machen und Marc ausschließen zu wollen.


„Er ist jetzt nun einmal ein wichtiger Teil in Sarahs Leben. Die beiden haben viel Zeit miteinander verbracht. Es wäre nicht zu ihrem Wohl, ihnen das nun zu verwehren und das weißt du auch“, sagte sie liebevoll, „Ich weiß, dass du Angst hast, sie könnte sich wieder in ihn verlieben und ich zweifle manchmal auch daran, ob es wirklich gut ist, dass er wieder in Berlin ist, aber…“


„Warte mal, langsam. Warum sollte es in dieser Beziehung ein „aber“ geben?“


„Na ja“, schmunzelte die Hausfrau und wurde ganz melancholisch, „Seitdem er hier ist, ist mein Mann viel öfter zu Hause. Marc leistet sehr gute Arbeit und mein Mann vertraut ihm.“


Das glaubte er nicht, „Was ist denn an dem bitte vertrauenswürdig, nach allem was er eurer Tochter angetan hat? Wer gibt ihm denn die Garantie, dass er sich nicht gleich wieder aus dem Staub macht?“




Stinksauer wie sie war, platzte sie einfach in sein Büro und beachtete nicht mal Elke, als sie ihn anfuhr, „Sag mal, musst du dich immer wieder wie so ein Platzhirsch aufführen? Ist ja nicht auszuhalten!“



„JA solange der Wi...“, er unterbrach sich kurz, sah zu seiner Tochter, drückte ihren Kopf gegen seine Brust und hielt ihr anderes Ohr mit der Hand zu, „Wichser meint, MEINE Tochter als SEINE auszugeben, MUSS ich das!“


„Du kannst doch wirklich nicht dafür.“


„Er ja wohl noch weniger. Ich mein, was soll das? Ich steh direkt daneben, meint der ich bin blöde?“


„Du im Moment, könnte ich da nur zustimmen. Du hast hier eine leitende Stellung, da kannst du nicht einfach mal so explodieren. Mitten auf Station und wenn deine Assistenten dabei sind. Das war dir doch sonst auch nicht egal“, funkelte sie ihn böse an, „und jetzt gib Sarah her, sie hat bestimmt Hunger!“


„Ja dann mach ich das halt mal!“


„Und wie stellst du dir das vor? Soll ich dir meine Brüste hierlassen oder was?“



Während Marc, mit geschürzten Lippen, ihre Brüste regelrecht anstarrte, den Kopf dabei hin und her bewegte, als würde er tatsächlich überlegen, platzte Gretchen beinahe die Hutschnur.



„Du denkst da jetzt nicht wirklich drüber nach, oder?“


„Ja, wenn du mir schon das Angebot machst. Da muss man schließlich schon mal drüber nachdenken...Aber du kannst sie doch auch hier..?!“


„Marc, ich werde sie sicherlich nicht hier vor dir und deinen Eltern stillen?!“


„Zier dich doch nicht so. Da gibt es nichts, was dir peinlich sein müsste, eher im Gegenteil...“


„Marc Olivi... Ja.. Marc konnte davon nie genug bekommen.“, funkte Elke dazwischen, ehe Gretchen was sagen konnte. Geschockt sah er seine Mutter an und Gretchen sagte fast schon leidend, „Ja das erklärt so einiges!“


„Es gibt doch Milchpumpen“, warf Olivier plötzlich in den Raum.


„Ja ich weiß, aber eigentlich wollte ich sie ja auch gar nicht mehr stillen. Außerdem fand ich immer, dass das unheimlich weh tut…“


„Nicht mehr als wenn“, wollte Olivier gerade ansetzen, aber da hatte ihm Marc auch schon feixend das Wort abgeschnitten, „ ..Ich daran sauge...“


„MARC!!!“


„Was denn?“, fragte er scheinheilig und ließ ergeben den Kopf hängen, als sie ohne ein weiteres Wort sein Büro verließ. Schnaufend, plumpste er einfach in die kleine Lücke zwischen seinen Eltern und rieb sich angestrengt über das Gesicht. Vielleicht hatte er vorhin wirklich ein kleines bisschen überreagiert. Aber wenn er diesen Schwachmaten auch nur hörte, sah er rot. Da musste man dringend Abhilfe schaffen…






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Choconussa Offline

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12.02.2017 11:37
#89 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Dreiundachtzig – Ring frei




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Er konnte es einfach nicht fassen. Anstatt ihr hinterherzueilen, bearbeitete sein sturer Sohn Akten. Dabei redete sogar Elke auf ihn ein, dass er die Unterhaltung nicht einfach so stehen lassen konnte. Er wäre ja wohl nicht von gestern und hätte um einiges mehr auf dem Kerbholz, als jeder andere Mann, der seiner Ex-Freundin über den Weg laufen würde. Gelangweilt, sah er immer mal wieder auf und wünschte sich an einen Ort, wo ihm niemand in seine Entscheidungen reinreden konnte.


„Mein Gott, wenn ich ihr jetzt hinterherlaufe, liegen wir uns nachher nur wieder in den Haaren“, wütend schlug er, nachdem er seinen Wilhelm gesetzt hatte, die letzte Akte zu, „Wisst ihr, auch wenn ihr es euch kaum vorstellen könnt – aus den Fehlern der Vergangenheit, kann man vieles lernen.“


„Also lässt du das hier jetzt einfach so stehen und das Thema ist für dich beendet? Junge, zieh dir doch endlich mal den Stock aus deinem zu stolzen Arsch und bewege selbigen!“


„Olivier!“


„Mutter“, sprach er angespannt in seine Hände, die er sich vor das Gesicht hielt, ehe er aufsah, „Du sollst mich nicht immer so… Ach so! Du meintest ihn… Ja dann ist auch egal – aber lasst euch gesagt sein, beendet ist hier noch lange nichts! Ich fange gerade erst an.“


„Das ist mein Junge“, freudig klopfte Olivier seinem Sprössling auf die Schultern, „Dann können wir ja jetzt zu Franz gehen und deinen Arbeitsvertrag unterschreiben, oder?“


Diesen Entschluss hatte er schon gestern Abend gefasst, als er sich einhundert Mal gefragt hatte, warum in drei Teufels Namen, Gretchen diesen Kuss einfach beendet und geflüchtet war. Zu einem Schluss, war er nicht gekommen, denn es war ihm einfach vollkommen unverständlich. Immer wieder hatte er angestrengt darüber nachgedacht, was er ihr geschrieben hatte. Wie er das alles wieder gut machen konnte. Denn er wollte nicht nur für seine Tochter da sein – er wollte auch Gretchen immer bei sich haben. Das zumindest, hatten ihm die letzten Tage gezeigt. Die beiden waren sein Ein und Alles und wenn Gretchen der Meinung war, sie könne das nicht, dann würde er um sie kämpfen und ihr endlich beweisen, dass sie sehr wohl konnten. Und gleich heute, würde er damit loslegen. Angefangen damit, seine Stelle im Elisabeth-Krankenhaus offiziell und endgültig wieder anzutreten.


Nachdem er unterschrieben hatte, ließ er zufrieden Sabine ihre erste Amtshandlung als seine persönliche Sklavin verrichten und schickte sie, die bearbeiteten Akten aus seinem Büro zu holen und sie dem Professor zu bringen. Franz war mehr als zufrieden, ihn endlich wieder in seiner Klinik und in der Nähe seiner Tochter zu haben, denn noch immer war er sich nicht ganz sicher, ob sie mit der Verlobung und der bevorstehenden Hochzeit, nicht den größten Fehler ihres Lebens begehen würde.



Welchen Marc unbedingt verhindern wollte, komme was wolle. Nach seiner Schicht fuhr er noch in den Supermarkt und besorgte eine Tafel Schokolade, um sich bei Gretchen für sein Verhalten vom Nachmittag zu entschuldigen und als er einen Blick auf seine Rückbank warf, schlich sich ein gehässiges Grinsen auf sein Gesicht. Er fühlte sich abgrundtief böse, als er den Schlüssel zu Gretchens Wohnung in seiner Hand hin und her drehte – aber es war ein gutes Gefühl. Sie kannte ihn nicht anders…





Und trotzdem fiel sie beinahe von der Couch, als sie den Schlüssel in ihrem Türschloss hörte. Panisch drehte sie sich um und sah nach, ob Thorben noch immer im Bad war, doch da brüllte Marc schon in die Wohnung, „Sarah hat ihre Spieluhr in meinem Wagen vergessen und ich dachte, ich….“, er unterbrach sich, denn das, was sich ihm bot, verschlug ihm die Sprache. Gretchen stand in aufreizenden Dessous vor ihm. Der knallrote BH mit der schwarzen Spitze war von ihren prallen Brüsten bis zum Reißen gespannt und er war sich ganz sicher, wenn sie sich zu ruckartig bewegen würde, würde er platzen und ihm uneingeschränkte Sicht auf die zwei schönsten Brüste der Welt ermöglichen. Ihr nackter Bauch, war keinerlei Scham wert. Sie war noch immer so knackig wie vor der Schwangerschaft. Und als sein Blick auf ihr Höschen fiel, verschluckte er sich beinahe. Es war klein, sehr klein und durchsichtig. Wenn dieser fahle Beigeschmack, Thorben hier in der Wohnung zu wissen, nicht gewesen wäre, hätte er sie hier und jetzt, mit Haut und Haaren, verschlungen.


„Schatz? Wer…“, eilte Thorben schnellen Schrittes, mit seiner Zahnbürste in der Hand, zu ihnen und fiel aus alles Wolken, „Wie kommt der denn hier rein?“


Unschuldig hielt Marc seinen Ersatzschlüssel in die Luft und zuckte mit den Schultern. Konnte er ja nicht ahnen, dass die beiden hier schmutzige Spielchen spielen wollten und genau wissen, wollte er es dann auch nicht. Allein bei dem bloßen Gedanken daran, lief ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken. Doch ein kurzer Seitenblick auf die scharfe Blondine neben ihm, machte dieses Gefühl wieder weg, denn hier würde heute Abend, garantiert nichts mehr laufen…


„Hast du dem nen Schlüssel gegeben?“


„Ja, also – eigentlich ja nur für Notfälle. Also, damit er nicht schellen muss, wenn was mit Sarah ist oder so und ich wollte dir das auch eigentlich noch gesagt haben, aber irgendwie hab ich das vergessen und so schlimm ist es ja auch eigentlich gar nicht, denn er benutzt diesen Schlüssel einfach NIE WIEDER wenn du hier bist“, fauchte sie Marc an, der daraufhin nur schmunzeln konnte, weil sie ganz genau wusste, dass er darauf keinen Pfifferling gab.


„Ich glaube es einfach nicht Gretchen“, schimpfte Thorben, „Was erfahre ich als nächstes? Dass er hier eingezogen ist? Die Vaterschaft offiziell anerkannt hat?“


„Da haben wir morgen nen Termin oder Hasenzahn?“


„Das kann nicht euer Ernst sein?! Mensch Gretchen, ich dachte wir reden über alles. Wie oft haben wir telefoniert, als ich unterwegs war, hm? Da hätte man ruhig mal das ein oder andere erwähnen können. Ich steh hier wie der letzte Depp!“


„Ein Zustand, an den du dich eigentlich gewöhnt haben müsstest!“


„MARC! Kannst du nur einmal deine Vorlaute Klappe halten?“, sie war vollkommen durch den Wind – Thorben stand hier nur in seiner Schlafanzughose, sie stand nur in Dessous im Wohnzimmer und im Hintergrund fing Sarah an zu weinen…


„Ich bin dann mal bei meiner Tochter. Ihr habt ja so oder so noch was zu klären“, zwinkerte Marc den Streithähnen zu und ergriff die Flucht, bevor er noch vor den beiden einen Lachanfall bekam. Es war urkomisch, wie der blonde Briefmarkenbefeuchter, halb nackt, an die Decke ging. Nur wegen ihm, dabei hatte er gar nichts verwerfliches getan. Mal abgesehen davon, dass er vor ein paar Monaten mit seiner Verlobten geschlafen hatte, sie immer wieder küsste und ausgesprochen viel Zeit mit ihr verbrachte. Den Wohnungsschlüssel, hatte sie ihm für Notfälle gegeben und wenn Sarah ihre Spieluhr nicht hatte, sah er dies als einen solchen auch an.


Seiner Tochter durfte es einfach an nichts fehlen. Seiner Meinung nach, hatte sie Hunger – denn nichts, was er mit ihr veranstaltete, half. Zweimal wickelte er sie. Er spielte mit ihr und trotzdem blieb sie knatschig. Also nahm er sie wieder auf den Arm und lief geradewegs mit ihr durchs Wohnzimmer, in dem Gretchen und Thorben noch immer zankten, in die Küche, „Alter, zieh dir mal was über deine Hühnerbrust! Ich will meiner Tochter ein frühes Kindheitstrauma ersparen“, gab er seinem zukünftigen Rivalen, im Kampf um Gretchen Haases Herz, mit auf den Weg und die Blondine ließ ihren Verlobten stehen um zu schauen, was Marc vorhatte.


Der wühlte sich durch die Schränke und bereitete alles dafür vor, seiner kleinen Maus ein Brot mit Nutella zu schmieren.


„Marc, sie hatte heute schon zwei!“, merkte Gretchen nebenbei an und kramte einen kleinen Löffel aus der Schublade, um sich auch etwas von dem braunen Gold zu gönnen.


„Ja und? Wenn die Mama das darf, dann darf sie.. Oh Gott! Ich hoffe sie hat meinen Stoffwechsel!“


„Das ist Babyspeck...“


„Ich hab dir schon mal gesagt, ich stehe auf Ärsche an denen was dran ist. Also mach dir nicht ins Hemd!“


„Ja, das ist aber meine Frau!“, äußerte sich Thorben absolut nicht amüsiert, ganz im Gegensatz zu Marc, der schon wieder vor Lachen platzen könnte, denn der Versicherungskaufmann hatte sich tatsächlich etwas übergeworfen. Gretchen hingegen, schwang sich, in einer unerwartet lässigen Bewegung, neben Marc auf die Arbeitsplatte und ließ ihre Beine vor und zurück baumeln, während sie mit Sarah scherzte.


„Noch mein Lieber“, griente er Thorben an und konnte sich ein, „Oder Schatz?“, in Gretchens Richtung nicht verkneifen.


„Marc! Provoziere ihn doch nicht…“


„Pah! Was soll ich bei dem Gartenzwerg denn provozieren? Den Rat solltest du ihm lieber mit auf die Reise geben, wenn ihm sein Leben lieb ist.“


„Ich stehe mit euch im Raum!!!“, meldete er sich ungehalten zu Wort. Er mochte es absolut nicht, wenn man über ihn redete, wenn er dabei war und so tat, als wäre er Luft.


„Ich verstehe noch immer nicht warum, wie du siehst, kommen wir drei ganz gut ohne dich aus – also mach die Biege!“


Eine halbe Stunde später, hatte Marc die Nase gestrichen voll. Thorben folgte ihm auf Schritt und Tritt. Vor der Badezimmertür hatte er das erste Mal, mit der flachen Hand, eine vor die Stirn bekommen, ehe ihm Marc sehr deutlich einen Vogel gezeigt hatte. Und als er auch noch Schmiere stehen wollte, als Marc, wie jeden Abend, an Sarah Bett saß und ihre Hand hielt bis sie eingeschlafen war, explodierte der Chirurg. Kräftig schubste er den blonden Vollidioten zurück ins Wohnzimmer.


„Pass mal auf du Flachpfeife, wenn ich bei meiner Tochter bin, setzt du dich schön brav auf deinen wabbeligen Hintern und hältst die Füße still, sonst bekommen wir beide ganz schnell ein Problem“, er hatte wirklich Mühe, nicht zu schreien, damit er Sarah nicht gleich wieder aufweckte, „Merk es dir Freundchen. Noch, hast du mich von meiner netten Seite kennengelernt, aber wenn du es unbedingt haben willst, kann ich auch ganz andere Geschütze auffahren! Wir sehen uns morgen in der Klinik Hasenzahn“, fügte er an, ohne seinen kühlen Blick von Thorben abzuwenden, ehe er ihn sang und klanglos stehen ließ und nach Hause fuhr.


„Er hat recht Schatz. Du musst nicht auf ihn aufpassen, er macht das schon vernünftig – hm?“


Das würde man noch sehen, dachte Thorben im Stillen und schwor sich, ihn so lange zu provozieren, bis er einen Fehler machte…




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Choconussa Offline

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19.02.2017 20:40
#90 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Vierundachtzig – All about that bass




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Die letzten Tage vor Silvester waren wie eine wilde Achterbahnfahrt und das nicht nur für Gretchen Haase, ihren eifersüchtigen Verlobten und den leicht reizbaren Chirurgen, sondern auch für jeden anderen, der auch nur im Ansatz mit einem der dreien in Berührung kam.


Thorben Martens war fest entschlossen, einen Keil zwischen seine zukünftige Ehefrau und ihren Ex-Freund zu treiben. Er hatte das Gespräch mit seinem Freund Sebastian in der Cafeteria der Münchner Uniklinik keineswegs vergessen und somit auch nicht, dass Marc Meier noch immer tiefe Gefühle für sein Gretchen hegte. Thorben nahm sich Urlaub und überließ einer seiner Mitarbeiterinnen die komplette Verantwortung für das Versicherungsunternehmen, damit er sich um Frau und Kind kümmern konnte. Gretchen freute sich wie eine Schneekönigin, als er ihr dies beim Frühstück in der Kantine erzählte und hätte den halben Tag Bäume ausreißen können. Jedoch war diese Euphorie nur von sehr kurzer Dauer, denn Thorben folgte ihr auf Schritt und Tritt. Egal wo sie hinging, er klebte ihr an den Fersen wie Kaugummi. Ganz zu seinem Nachteil, trieb er, mit seiner ständigen Anwesenheit, nicht nur Marc in den Wahnsinn.


Das gesamte Krankenhauspersonal war genervt. Sogar Sabine verdrehte ungehalten ihre Augen, wenn sie ihn pfeifend aus dem Fahrstuhl steigen sah und antwortete auf die Frage, wo Frau Doktor Haase sich aufhalten würde, gereizt – bis ihr der Kragen platzte, „Vielleicht sollten Sie Ihrer Verlobten einen Peilsender einpflanzen oder ihr Fußfesseln anlegen!!!“, fuhr sie ihn kühl an und war verwundert über sich selbst. Jedenfalls bis Marc ihr, der sich gerade umgezogen und alles gehört hatte, mit Lachtränen in den Augen, um den Hals fiel und ihr einen dicken Schmatzer auf die Wange drückte. Dieses Verhalten verwunderte nicht nur die beiden Anwesenden, sondern auch Gretchen, die gerade des Weges kam, um zu schauen, wie weit ihr Oberarzt war. Der aber hatte gar nicht erst vor ihr zu erzählen, was denn los war, sondern schob sie an der Hüfte neben sich her, um möglichst schnell ihrem Anhängsel zu entkommen, welches ihnen schon wieder an den Fersen hing. Erst vor den Operationssälen wurden sie ihn los. Fest entschlossen, wollte er mit und zusehen. Alle Argumente, weswegen das absolut nicht in Frage kam, waren reinste Sauerstoffverschwendung. Thorben war von seinem Vorhaben vorerst nicht abzubringen, also informierte Marc umgehend Professor Haase.


„Hast du mich gerade bei meinem Schwiegervater verpetzt?“


„Ja, das wollen wir erst noch sehen“, antwortete Marc beiläufig, „Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder, du verziehst dich jetzt freiwillig – ODER Franz lässt dich entfernen. Und glaube mir, dass wird nicht schön.“


„Ich sag es dir, fasst du meine Frau an, dann…“, grinsend wurde er von Marc unterbrochen, „Dann WAS?“


„Dann Gnade dir Gott!“


„Hör mal“, trat er einen Schritt vor und beugte sich nah an Thorben heran, „Wäre ich nicht gnädig, würdest du schon nicht mehr hier stehen – merk dir das, falls du mir mal wieder krumm kommen willst. Wir gehen nämlich jetzt operieren, bevor der Patient wegen deiner Aktion aus der Narkose aufwacht und die OP verschoben werden muss.“


Mit einem letzten kühlen Blick in seine Richtung, zog er Gretchen an ihrem Handgelenk in den OP und schwor sich, sie dort so schnell auch nicht wieder rauszulassen. Gemeinsam wuschen sie sich steril, ließen sich von den Schwestern in die OP-Kittel helfen und als sie sich schließlich am Patienten gegenüberstanden und sich in die Augen sahen, wünschte Marc sich nichts mehr, als dass dieser Schleimbolzen endlich verschwand. Diese blauen Augen würden ihn bis ans Ende seiner Tage verfolgen… Sowie die nervtötende Stimme Thorbens, der es sich nicht hatte nehmen lassen, auf seine Herzdame zu warten, sie und ihren Oberarzt zum Frühstück zu begleiten und darüber hinaus zu fragen, ob er sich denn mal ihre Arbeit genauer ansehen könne. Die flehenden Blicke des Oberarztes in Richtung der blonden Schönheit, die wirklich zwischen den Stühlen stand, ignorierte Thorben gekonnt und nahm sie zärtlich in seine Arme, nur um sie stürmisch zu küssen. Was bei Marc durchaus hätte einen Brechreiz auslösen können, wenn nicht plötzlich ihre Pieper losgegangen wären und sie zu einem Notfall gerufen hätten. Ehe der Versicherungskaufmann es sich versah, hatte der, bis aufs Fleisch gereizte Oberarzt, seine erste Assistenz unter der Achsel von ihrem Verlobten weggezogen und schließlich durch die Gänge geschleift.


Wie erstarrt blieb der blonde Schönling, wie ihn die Meierbrut unter sich nannte, stehen und glaubte seinen Augen kaum, als er sah, wie Marc seinem Gretchen einen Klaps auf den Hintern gab.



Die Tage zogen sich für Thorben wie Kaugummi, denn immer, wenn er in der Klinik aufschlug, waren die Doktoren Meier und Haase bei der Visite, im OP, hatten einen Patienten oder mussten dringend Akten bearbeiten. Und wenn er dann geglaubt hatte, sie wenigstens zu Hause für sich zu haben, hörte er auch schon sein, für ihn, widerliches Lachen durchs Fenster zu ihm wehen.



An Tag drei machte er jedoch einen folgenschweren Fehler. Mal wieder hatte man ihm äußerst unfreundlich mitgeteilt, dass seine Verlobte hier arbeitete und logischerweise mit ihrem Oberarzt im OP stand. Zeitweise zweifelten die Schwestern an seinem Verstand, immer, wenn er Fragen stellte wie „Schon wieder?“, oder, „Immer noch?“. Auch heute ließ er sich zu einer solchen Frage hinreißen und diesmal war es Gabi Kragenow, die er hatte fragen müssen. Sie machte ihm, an diesem Tag, die erste Ansage. Eine, die sich gewaschen hatte. Er solle sich bestenfalls vom Klinikgelände entfernen, denn wenn der Meier ihn heute schon wieder hier antreffen würde, müssten wohl sämtliche Chirurgen der Welt antreten, um ihm sein Leben zu retten. Was ihm denn einfallen würde, seiner Verlobten nachzustellen? Ob er ihr denn nicht vertrauen würde? Dass er es schaffte, dass gesamte Krankenhauspersonal nicht nur von der Arbeit abzuhalten, sondern auch noch mit seiner Anwesenheit und Fragerei so sehr nervte, dass sich die ersten Schwestern krank gemeldet hatten und sie seinetwegen Überstunden schieben musste. Damit war allerdings noch nicht genug. Bei Schwester Ingeborg hatte er sich sagen lassen, in welchem OP seine Verlobte steckte und sich schließlich auf die Lauer gelegt. Er wollte wissen, was zwischen den beiden lief, wenn sie sich sicher waren, dass er brav zu Hause auf seine zukünftige Frau wartete. Und was er sah, brachte ihn beinahe aus der Fassung.


Sichtlich geschafft, traten die beiden aus dem OP-Saal und schlenderten eng beieinander den Gang entlang. Noch vor Beginn ihrer Schicht war ein schwerer Unfall eingeliefert worden und ohne Umschweife war beiden klar, dass sie sofort mit der Patientin in den OP mussten. Sie kamen nicht einmal mehr dazu, ihre Jacken in der Umkleide zu verstauen – oder sie auch nur auszuziehen. Ohne Umwege, rannten sie los, wuschen sich, zogen sich in Windeseile um und standen sich wieder einmal gegenüber. Zwischen ihnen, eine Patientin die sterben würde, wenn sie sich nicht beeilten. Sie wussten, sie würden nicht viel zum Reden kommen. Es war keine Zeit, Handgriffe zu erörtern oder absegnen zu lassen. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf Gretchens Stirn und zum ersten Mal in ihrem Leben, sah sie sich der Aufgabe nicht gewachsen – doch Marc sah nicht ein, dass sie zweifelte. Ohne groß darüber nachzudenken, wies er Sabine an, Gretchen das Skalpell zu reichen und als sie verwundert in seine Augen blickte, wusste sie, dass hier, würden die beiden Hand in Hand meistern, auch ohne miteinander zu reden. Sie verstanden sich blind. Ohne miteinander zu sprechen, arbeiteten sie hoch konzentriert. Stunden vergingen und trotz der aussichtslosen Lage, atmeten die beiden erleichtert aus, als die Patientin, zugenäht und mit guten Vitalzeichen, auf die Intensivstation gefahren wurde. Als die beiden schließlich aus dem Waschraum auf den Gang traten, fiel eine unglaublich schwere Last von ihnen. Das Mädchen war gerade einmal vierzehn Jahre alt und dem Tode so unglaublich nahe gewesen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sie ihnen unter den Händen weggestorben wäre. Gretchen hätte Sturzbäche geheult und auch Marc musste sich eingestehen, dass es nicht kalt an ihm vorbeigegangen wäre. Zwar war dieses Mädchen, wie alle anderen auch, nur eine Patientin – aber auch er hatte nun eine Tochter. Hinter dieser Kleinen standen Eltern, die sie liebten und die todtraurig über den Verlust ihres Kindes gewesen wären. Schon wieder überkam ihn der dicke Kloß im Halse. Nicht vorzustellen, was er fühlen würde, wenn man seine Tochter in einem solchen Zustand einliefern würde. Seite an Seite schlenderten sie gemächlich durch den OP-Trakt und sprachen kein Wort miteinander, denn auch Gretchen hatte gemerkt, dass den Mann neben ihr, etwas beschäftigte. Wahrscheinlich fühlte er in diesem Moment so wie sie. Irgendwann würde Sarah flügge werden und mit Freundinnen und Freunden um die Häuser ziehen. Sie würde die ein oder andere Party besuchen, Alkohol trinken, Sex haben. Es könne ihr immer etwas zustoßen und es machte ihr Angst. Niemals würde sie es zulassen, dass ihrem Mädchen etwas passieren würde, auch wenn sie sicher wusste, dass sie nicht immer an ihrer Seite stehen und Wachhund spielen konnte. Die beiden waren so sehr in ihren Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkten, wie dicht sie nebeneinander hergingen.


Als Marc seinen Kopf zur Seite drehte, machte es ihn nicht nur fuchsteufelswild, dass die blonde Schönheit schon wieder heulte – er musste sich auch anstrengen, nicht gleich umzudrehen und dem Idioten, der schon wieder hinter ihnen herlief wie ein streunender Köter, das Gesicht zu verbeulen. Wie konnte dieser Auffahrunfall nur annehmen, dass man es nicht merken würde, wenn er ihnen hinterher spionierte? Aber gut, wenn er eine Show wollte, sollte er diese bekommen…


Vorsichtig beugte er sich zu Gretchen herüber, legte ihr seine Hand in den Rücken und flüsterte ihr, lächelnd, etwas ins Ohr, was Thorben rasend werden ließ. Doch als er sah, wie sein Gretchen anfing verliebt zu lächeln und ihrem Oberarzt einen Kuss auf die Wange drückte, glaubte er sein Blut würde jeden Moment überkochen. Er beschleunigte seinen Gang, wollte sie unbedingt noch erreichen bevor sie in dem Aufzug verschwanden, dessen Türen sich gerade öffneten – doch er war zu langsam. Vor seiner Nase, schlossen sich die Türen und das letzte was er sah, war das dreckige Grinsen des Oberarztes.




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Choconussa Offline

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27.02.2017 17:55
#91 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Fünfundachtzig – Blah, blah, blah




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Verzweifelt sah er auf die Anzeige, die ihm verriet, dass die beiden wohl auf dem Weg in die Cafeteria waren und sprintete los. Immer zwei Treppen auf einmal nehmend, rannte er, als wäre der Teufel hinter ihm her und als er japsend ankam, packte ihn ein eiskalter Schauer. Als wenn ihm jemand einen Eimer mit kaltem Wasser übergeschüttet hätte, blieb er stehen und stellte fest, dass der Aufzug noch nicht da war.


„Auf den müssen Sie verzichten“, ertönte die monotone Stimme der nervigen Krankenschwester, „Der hat einen technischen Defekt“, zwinkernd ging Sabine weiter ihres Weges. Sie konnte ja nicht ahnen, was den armen Thorben beschäftigte. Doch keine zwei Minuten später, wusste nicht nur Sabine, warum der Versicherungskaufmann sich aufführte wie Rumpelstilzchen persönlich – er hatte das gesamte Krankenhaus in Aufruhr versetzt. Wie ein Wahnsinniger lief er vor dem Fahrstuhl hin und her, schüttelte die Schwestern durch, schrie sie an, wie lang es denn noch dauern würde und pampte jeden an, der es auch nur wagte, zu erwähnen, was die Doktoren schon für schmutzige Dinge in dem Aufzug getrieben hatten. Die Eifersucht brodelte in ihm und als sich die Türen plötzlich mit einem lauten „Pling“ öffneten, brach der Vulkan in einer unglaublichen Gewalt aus, denn Marc sowie auch Gretchen lächelten glückselig vor sich hin.


„Hab ich dir Arsch nicht gesagt, du sollst die Griffel von meiner Verlobten lassen“, spie er dem sichtlich verwirrten Chirurgen entgegen und störte sich nicht an seiner feuchten Aussprache, „Ist dir Penner eigentlich nichts heilig? Und duuuuu“, fuhr er nun auch Gretchen an, „du sagst, du willst mich heiraten, schiebst dann aber seelenruhig eine Nummer mit deinem Ex in einem Aufzug? In einem öffentlichen Gebäude? Mit mir wolltest du es ja nicht einmal im Auto machen!“


Schützend stellte Marc sich vor Gretchen, „Ey, ey, ey Freundchen – jetzt mach mal halblang hier und schalt nen Gang runter sonst schepperts!“


„Ich glaube nicht, dass ich dich um ein Gespräch gebeten hätte, Meier“, blaffte er todesmutig zurück und voller Sorge beobachtete Sabine, wie die Ader auf Marcs Schläfe verdächtig anfing zu pochen. Hier würde es gleich Verletzte geben. Vielleicht sollte sie auf schnellstem Wege in die Notaufnahme laufen und die nötigen Materialien besorgen, um Halbtote zu behandeln. Oder aber sie könnte schon einmal in der Pathologie anrufen und danach schnellstmöglich einen Termin beim Bestattungsinstitut machen. Auch Gretchen war sich nicht ganz sicher, ob Thorben es überleben würde, so mit Marc zu sprechen, denn das hatte sich bisher immer nur sie gewagt. Selbst Mehdi hielt sich zurück, wenn er seinen besten Freund mal wieder in die Mangel nahm. Oft genug hatte er die ungebändigte Wut des Oberarztes zu spüren bekommen und das schon in der Uni. Marc stand kurz vor der Kernspaltung, das war jedem, bis auf Thorben, ziemlich klar und liebend gern würden sie sich vor dem sich nahenden Ausbruch in Sicherheit bringen – doch zu groß war die Neugierde. Unbeeindruckt gifteten die beiden sich an, provozierten sich gegenseitig, schaukelten sich immer weiter hoch und bemerkten in ihrer grenzenlosen Sturheit nicht einmal, wie Gretchen, die sich wirklich bemüht hatte die beiden zu beruhigen, kopfschüttelnd verschwand. Es war schwierig genug, Marc runterzukochen und Thorben machte es nicht einfacher. Immer weiter musste er stacheln und ihren Oberarzt zur Weißglut treiben, dann sollte er eben zusehen, wie er mit ihm fertig wurde…


„Leidest du unter einem akuten Hirnzellenfallout oder brennt dir der Tamponfaden, Prinzessin Thorbina?“, wütete Marc ungehalten und musste sich wirklich bemühen, seine, zu Fäusten geballten Hände, in der Kitteltasche zu halten und nicht besinnungslos auf das fleischgewordene Chromosomchaos vor ihm, einzuschlagen, „Wir sind hier in einem Krankenhaus und nicht auf dem Markt, also fahr mal die Lautstärke deines Organs ein bisschen runter. Wir haben jetzt verstanden, dass du brüllen kannst wie ein frisch geworfenes Kätzchen und nicht etwa winselst wie eine Maus!“


„Ich frag mich wirklich, was diese bezaubernde Frau an dir gefunden hat. Du bist bekloppt im Schädel, kennst keinerlei Formen des Respektes oder der Höflichkeit. Von deiner eingeschränkten Menschlichkeit, mal ganz abgesehen!“


„Mit Komplimenten erreichst du bei mir nichts. Und jetzt seh zu, dass du Flügel bekommst, sonst helfe ich dir dabei…“


Mittlerweile waren auch Mehdi und Melanie vor dem Fahrstuhl angekommen und in Gedanken feuerte die Kinderchirurgin ihren großen Bruder an. Sollte er dem Thorben doch einfach mal ordentlich eine langen, vielleicht würde er daraufhin endlich mal zur Besinnung kommen und erkennen, dass es für Gretchen Haase nur einen perfekten Mann geben konnte und der war nun einmal Marc. Jeder hier schien es zu wissen, nur der eine war noch immer der festen Überzeugung, der Nabel der Welt zu sein. Immer wieder musste sie Mehdi zurückhalten, der dem ganzen Einhalt gebieten wollte – doch das hatte bereits Schwester Sabine in die Hand genommen. Ungesehen war sie verschwunden und hatte den Professor über den Tumult vor der Cafeteria unterrichtet. Dieser hatte es sich nicht nehmen lassen, sofort seine Akten links liegen zu lassen, um die Streithähne, wenn nötig, an den Fußgelenken, kopfüber aus dem Fenster baumeln zu lassen, bis sie sich beruhigt hatten.


„Was ist das hier für ein Aufruhr?“, schimpfte der Hausherr halb belustigt, als er seinen zukünftigen Schwiegersohn sah, wie er sich verzweifelnd die Haare raufte, „Habt ihr etwa vergessen, dass ihr euch hier in einem Krankenhaus befindet? Wo sich kranke Menschen auskurieren sollen? Wo Ärzte zu arbeiten haben und nicht wie wild aufgescheuchte Hühner gackern? Geht euch verdammt noch einmal in eurer uneingeschränkten Freizeit auf einem Spielplatz austoben, aber wagt es euch NIE WIEDER einen solchen Zirkus zu veranstalten. Sonst werde ich dich“, wandte er sich an Marc, „zu nie endender Aktenarbeit verdonnern und du“, drehte sich der Ältere zu Thorben um, „bekommst lebenslanges Hausverbot! HABEN WIR UNS DA VERSTANDEN?!“


„Ja aber Franz. Es kann doch nicht sein, dass der Meier mit meiner…“


„Ich will nichts hören“, hob Franz Haase die Hand, „Ich will Ruhe in meinem Krankenhaus. Seh zu, dass du nach Hause kommst und lass mein Personal hier in Frieden arbeiten!“


Ungesehen, zwinkerte der Professor seinem Oberarzt belustigt zu, ehe er sich murmelnd wieder auf den Weg in sein Büro begab. Diese kleine Geste brachte Marc dazu, Thorben grinsend auf die Schulter zu klopfen und dann auch schleunigst die Biege zu machen und Gretchen zu suchen. Weit konnte sie ja nicht gekommen sein, denn sie hatte, soviel er wusste, heute nicht wirklich etwas gegessen. Die Traube rund um Thorben herum, löste sich in Wohlgefallen auf, bis er allein im Gang stand und sich vor Augen rief, was hier gerade geschehen war.


Marc Meier war so präsent, es jagte ihm fast Angst ein und zu allem Überfluss, war seine Verlobte einfach so verschwunden, ohne ihm beizustehen. Das konnte alles nur ein äußerst schlechter Traum sein und zum ersten Mal in seinem Leben, verfluchte er seinen Job. Wäre er nicht so lange weg gewesen oder noch besser, gar nicht erst geflogen, hätte sich das alles nicht so entwickeln können. Gretchen hätte weiterhin an ihrer Theorie festgehalten, dass Marc Meier kein Mensch aus Fleisch und Blut mit Gefühlen war und somit nicht dazu in der Lage, fester Bestandteil im Leben ihrer Tochter zu werden. Sie wären glücklich und würden sich nicht streiten, so wie es seit einigen Tagen leider immer öfter der Fall gewesen war. Er nahm sich fest vor, seiner Verlobten mal ordentlich den Kopf zu waschen wenn sie nach Hause kam. So konnte und sollte es zwischen ihnen nicht weitergehen. Egal was der Meier nun für eine Rolle in ihrem Leben spielte. Die Musik spielte immer noch zwischen ihnen und er duldete keinen schiefen Ton in seiner perfekten Melodie.


Am Abend sprachen sie miteinander und Gretchen legte die Karten auf den Tisch. Für sie kam es nicht in Frage, Marc in irgendeiner Art und Weise auszuschließen und selbst wenn er sich mit Händen und Füßen wehren würde, sie würde ihrer Tochter nicht den Vater nehmen. Er müsse sich damit abfinden und zumindest ihr und Sarah zuliebe, versuchen, ein freundschaftliches Verhältnis zwischen ihm und Marc aufzubauen, denn er würde noch oft bei ihnen ein und aus gehen. Er wäre bei allen Festlichkeiten fest eingeplant. Nicht als Gast, sondern als Familienmitglied.


Sie sagte ihm, dass er sich keine Sorgen machen brauchte, weil sie nur ihn liebe und das mit Marc, längst vorbei war. Er war ihr ein sehr guter Freund geworden und was sie verband, war für sie nicht etwa die lange Vergangenheit, die tiefe Verbundenheit, die sie einmal hatten, sondern einzig und allein ihr gemeinsames Kind. Thorben sicherte ihr zu, sich die größte Mühe zu geben. Sie solle allerdings keine Wunder erwarten, denn das die beiden sich abgöttisch geliebt hatten, konnte sie nicht abstreiten. Doch dann hielt sie ihm den Brief vor die Nase, „Ich habe geliebt – niemand sonst! Und jetzt liebe ich dich und will dich heiraten…“


Trotz der Tatsache, dass Thorben Martens wieder fester Bestandteil in Gretchen Haases Leben war, änderte sich zwischen ihr und Marc nichts. Wie selbstverständlich, holte er sie zu ihren Schichten ab, natürlich nicht ohne vorher noch ein bisschen mit seiner Tochter zu spielen und nach ihren Schichten, fuhr er sie wieder nach Hause. So ließ er es sich auch nicht am letzten Abend vor Silvester nehmen, ihren persönlichen Chauffeur zu spielen und noch einen Kaffee mit ihr zu trinken…




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Choconussa Offline

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06.03.2017 14:24
#92 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Sechsundachtzig – Minne




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Angefangen hatte alles in der Küche, als er sich mehrmals streckte und dabei das Gesicht verzog. Natürlich konnte er der Blondine nichts vormachen und schon hatte sie angefangen, hinter ihm, seine Schultern zu massieren. Mehrmals musste er ein zufriedenes Aufstöhnen unterdrücken und als er glaubte, es wäre endlich vorbei, zog sie ihn vom Stuhl, direkt ins Schlafzimmer aufs Bett.

Quälend langsam, hatte sie ihm sein Hemd aufgeknöpft und von den Schultern gestrichen. Der intensive Blick aus ihren blauen Augen, brannte auf seiner Haut. Sein Atem ging schneller und ehe er es sich versah, saß Gretchen auf seinen Oberschenkeln, während er bäuchlings die Massage genoss, die ihm zuteil wurde. Ihre kleinen Hände fuhren nun schon seit gut einer Stunde über seinen verspannten Rücken und kneteten ihn ordentlich durch. Langsam entspannten sich die verhärteten Muskeln unter ihren Berührungen – bis auf einen. Dieser ging eindeutig in Gefechtsstation.

Ihr Gewicht, welches ihn tief in die Matratze drückte, machte die ganze Situation jedoch alles andere als angenehm für ihn und als wenn sie es spüren würde, ließen ihre Hände von ihm ab und sie begann seinen Rücken mit Küssen zu übersäen. Wohlig stöhnte er auf und er störte sich keineswegs an der Lautstärke. Diese Frau war etwas Besonderes. Sie konnte ruhig wissen, wie sehr er es liebte, von ihr geliebt zu werden und sie zu lieben. Denn als sie anfing an seinem Hals zu knabbern, ihre Zunge eine feuchte Spur entlang seiner Halsschlagader zog und ihr kühler Atem dieses Nass einen kurzen Augenblick später auf seiner Haut brennen ließ, schubste er sie liebevoll von sich herunter. Vorsichtig zogen sie sich aus, warfen ihre Klamotten quer durchs Schlafzimmer und ließen kein einziges Stück der Haut, des anderen, unberührt. Leidenschaftliche Küsse, leises Schnurren, tiefes Grollen – die Geräuschkulisse, entwickelte sich zu einem atemberaubenden Konzert und als er ihr tief in die Augen blickte, endlich in sie eindrang, verschlug es beiden für einen Augenblick den Atem.


Andächtig bewegte er sich auf ihr, küsste ihren Hals, ihre Nase und entlockte ihr mit jeder Berührung ein kleines Lächeln.


„Ich will dich“, raunte er heiser in ihr Ohr und ihre Antwort, „Dann nimm mich!“, haute ihn beinahe um.


Aber er kam dem zu gern nach und schon bald, war der Raum erfüllt von ihrem gleichmäßigen Stöhnen. Das Bett schlug mehrmals hart gegen die Wand, das Gestell knarzte, das Lattenrost quietschte. Ihre Fingernägel hinterließen feuerrote Striemen auf seinem Rücken. Ihre Zähne hinterließen tiefe Spuren an seinen Schultern und immer wenn sie sich festbiss, stieß er härter zu. Dieser blonde Engel würde ihn noch an den Rand eines Nervenzusammenbruches bringen, so sehr genoss er diese verruchten Spiele mit ihr.


Flugs stieß sie ihn von sich, positionierte sich über ihm und als sie seinen fragenden Blick sah, ließ sie sich auf ihm nieder. Laut stöhnte er auf, drückte seinen Oberkörper durch und sie fester auf sich. Dieser Moment sollte ewig anhalten, doch die Blondine auf ihm, begann langsam ihr Becken kreisen zu lassen – ehe sie sich hemmungslos auf ihm bewegte. Er konnte seine Blicke nicht von ihr abwenden. Zu schön war sie… Wie sich unter ihren Bewegungen die blonden Locken aus der Spange lösten und wie ihre weichen Brüste, rhythmisch auf und abtanzten. Wie sie sich einfach fallen ließ und sich nicht genierte. Sich nach hinten beugte, mit ihren Händen an seinen Oberschenkeln abstützte, ihre Wirbelsäule durchdrückte und hemmungslos stöhnte.


Er richtete sich auf, um sie noch näher an sich drücken zu können, um ihre Brüste zu liebkosen, ihren Bauch zu streicheln und sie zu küssen. Doch Gretchen Haase war auf einem anderen Planeten…


Sie wollte es nicht beenden und doch wollte sie Erlösung. Sie führte einen unerbittlichen Kampf mit sich selbst. Und ihr Gespiele, machte es nicht unbedingt leichter. Mal reizte er es aus und im nächsten Moment, nahm er den Wind aus den Segeln. Es machte sie wahnsinnig und ihre Verzweiflung war genährt von einer unbändigen Sehnsucht. Seine festen Hände, auf ihrem Körper, fuhren unkontrolliert ihre Rundungen entlang – machten Rast an ihrem Rücken, wanderten tiefer, legten sich auf ihren Hintern und kneteten diesen ungeduldig, bis sie ihre Wanderung über ihren Körper fortsetzten und sie mit einem Ruck, plötzlich wieder unter ihm lag.


„Gretchen Haase, du machst mich wahnsinnig“, keuchte er ungehalten und wusste langsam nicht mehr, wo oben oder unten war, „Du bist unglaublich!“


„Nicht reden… Bitte“, flehte sie vollkommen außer Atem und zog ihn an seinem Nacken, zu einem stürmischen Kuss, zu sich hinunter.


Ihr weicher Erdbeermund brachte ihn nun endgültig um den Verstand. Zärtlich tippte seine Zunge gegen ihre Lippen und bat um Einlass, den sie ihm nur zu gern gewährte, damit sie sich zu einem heißen, feuchten und unkontrollierten Liebesspiel zusammenfinden konnten. Genüsslich stöhnte sie in seine Mundhöhle, kreuzte ihre Beine hinter seinem Rücken, um ihn noch intensiver zu spüren. Und sie war in diesem Augenblick, einfach nur zufrieden. Dieser Mann wusste genau, wo, wie und wann er sie berühren musste, um sie zu einem unglaublichen Höhepunkt zu treiben – den sie um alles in der Welt zu unterdrücken versuchte. Doch er stimulierte sie so sehr, dass sie nicht länger dagegen ankämpfen konnte. Erregt biss sie ihm in die Unterlippe, damit sie nicht laut aufschrie und heizte ihm dadurch erst richtig ein. Fest presste sie ihn an ihren Körper, vergrub ihr Gesicht in seiner Halsbeuge, biss, kniff und krallte sich an jedem Stück Fleisch, welches sie fand, fest – ehe sie sich erschöpft zurück in die Kissen fallen ließ. Mit geschlossenen Augen, genoss sie weiterhin seine Bewegungen auf ihr und kam ziemlich zügig selbst wieder auf Touren. Für einen kleinen Augenblick, erkannte sie sich selbst kaum wieder… Doch es gefiel ihm. Er wollte sie so sehr. Sie jeden Tag zu sehen, hatte ihm beinahe Schmerzen bereitet, so sehr sehnte er sich nach dieser Nähe zu ihr.


Einige Stunden wälzten sie sich in dem großen Bett hin und her, bis auch er Erlösung fand und erschöpft in die Federn fiel. Ihre Herzen klopften ihnen bis zum Hals und drohten aus ihren Brüsten herauszuspringen, um am Boden zu zerbersten. Seine Reise war eindeutig zu lang gewesen und für den Fall, dass er noch einmal um die halbe Welt fliegen würde, machte er seiner Verlobten einen Vorschlag, den sie erst abzuschlagen versuchte, „Wir könnten uns doch filmen, was meinst du? Dann habe ich Dich immer bei mir, egal wo ich bin. Es war schrecklich so lang auf dich verzichten zu müssen und ich dachte schon, ich müsse platzen. Andere Frauen wollte ich mir aber nicht ansehen, um ein bisschen Druck abzulassen….“


Sie glaubte sich zu verhören, auf der anderen Seite war es aber auch unglaublich süß von ihm. Weswegen sie sich schlussendlich auch auf seinen Wunsch einließ und sie sich noch einmal, zügellos liebten…


Selig lächelnd, legte Gretchen ihren Kopf auf seine Brust. Es war so unglaublich schön gewesen. Unter dem leisen Herzschlag, der sich langsam wieder beruhigt hatte und seinen kraulenden Fingern in ihrem Nacken, glitt sie ins Land der Träume. Ihre Gedanken in diesem Moment, hätte sie keine Sekunde länger ertragen können.





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Choconussa Offline

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12.03.2017 18:41
#93 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Siebenundachtzig – Silvesterspezial - Don't Speak




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Am Silvestermorgen war die Welt, auch wenn sie wegen der Strapazen der Nacht noch ein wenig gerädert waren, für Thorben Martens und Gretchen Haase perfekt. Besonders Thorben war mehr als glücklich, als er in die Küche kam und seine Verlobte, ein Käsebrötchen verschlingend, die Zeitung las. Grinsend stellte er sich hinter sie, legte seine warmen Hände auf ihre Schultern und drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel, „Na schöne Frau – gut geschlafen?“. Ihr Lächeln war für ihn Antwort genug. Wenn sie ihn so ansah, ging für ihn, am noch so verregneten Horizont, die Sonne auf. Alles andere schien unwichtig, wenn er nur dieses unglaubliche Lächeln, mit diesen unglaublich ehrlich strahlenden Augen, sehen konnte. Diese Frau auf Händen tragen und ihr jeden noch so kleinen Wunsch von den Lippen abzulesen. Mit einem weiteren Kuss, nahm er ihre leere Tasse vom Tisch und lief zu dem Kaffeevollautomaten, den Franz ihr geschenkt hatte. Gretchen Haase konnte von dem frischen Kakao bei ihrem Lieblingsbäcker, zwei Straßen weiter von Marcs alter Wohnung entfernt, einfach nicht genug bekommen. Zwar schmeckte dieser, nicht ganz genauso – aber er kam dem sehr nahe. „Du bekommst jetzt erstmal noch einen Kakao und ich mache mir einen Kaffee“, hauchte er ihr liebevoll zu und kaum als er an der Maschine stand und den Küchenschrank, in dem die Tassen standen, geschlossen hatte, hörte er den Schlüssel im Schloss der Wohnungstür verdächtig knarzen, „Oder ich mach halt zwei Tassen.“, schnaubte Thorben verärgert auf und nahm eine weitere Tasse aus dem Schrank. Mehr als genervt, schaltete er den Automaten an und versuchte nicht daran zu denken, wie es war, als Marc Meier nur ein Gespenst der Vergangenheit war. Denn dieser war so allgegenwärtig, wie der Klimawandel. Er hasste es, diesen Mann jeden Tag zu sehen, zu hören und den Umstand hinnehmen zu müssen, dass er wohl so schnell nicht wieder locker lassen würde. So auch an diesem Silvestermorgen…


Fröhlich pfeifend, kam er in die Küche und was er sah, hätte ihn beinahe erschüttert – wenn er denn nicht sofort für Abhilfe hätte schaffen können. Schadensbegrenzung am „Arbeitsplatz“, würde er es nennen. Sein Hasenzahn knabberte doch tatsächlich an einem Vollkornbrötchen herum. Schmunzelnd nahm er ihr dieses, nicht auf ihre Proteste, sie habe noch Hunger, eingehend, aus der Hand und hielt ihr ein Schokocroissant vor die Nase. Es war noch warm und sofort schwebte Gretchen „Hasenzahn“ Haase gen Himmel, bereit auf Wolke Sieben Platz zu nehmen. Und Doktor Meier, war noch lange nicht am Ende. Nachdem er sich frech neben sie gesetzt hatte, zauberte er aus seiner mitgebrachten Tüte, einen dampfenden Kakaobecher hervor.


„Ist der etwa?“, zappelte sie aufgeregt und Marc musste sich ein Lachen verkneifen, „Japp. Frau Ludwig hat mich genötigt, dir einen Kakao mitzubringen und bitte, bitte fahr bei ihr vorbei und sag ihr, dass es dir mehr als gut geht. Sonst erschlägt sie mich irgendwann, weil sie dich Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat!“


„Stimmt doch gar nicht“, meckerte sie, „Ich war doch erst vorletzte Woche bei ihr!“


„Äh ja.. Sonst warst du aber JEDEN MORGEN bei ihr und hast mit ihr geschwätzt. Stundenlang“, verdrehte er die Augen und nahm leicht skeptisch die Tasse Kaffee entgegen, die Thorben ihm unter die Nase hielt. Grummelnd roch er daran, ehe er sich einen Schluck gönnte. Wer wusste schon, was Thorben mit ihm vorhatte?


„Du warst morgens ja auch nicht sonderlich gesprächig“, verteidigte sie sich kleinlaut, „Seit wann hast du morgens eigentlich so eine ekelhaft gute Laune?“


„Wirst du noch früh genug erfahren UND ich für meinen Teil, hatte nach dem Aufstehen andere Dinge im Sinn, als mit meiner Bäckerin zu reden – an deren Lippen, wollte ich garantiert nicht hängen…“


Schlagartig wurde Gretchen rot wie eine überreife Tomate, bekam eine Gänsehaut, leichte Schweißtropfen sammelten sich auf ihrer Stirn und sie rutschte unruhig auf ihrem Stuhl hin und her. Ihr inneres Auge, war ein mieser Verräter. Momentaufnahmen, die sie wohl nie wieder vergessen würde, blitzten in ihrem Kopf auf. Ein strubbeliger Kopf, der sich tiefer ins Kissen drückte – weil er den Wecker nicht hören wollte. Einen starken, muskulösen Arm, der forsch auf den Radiowecker schlug, während sich sein Gegenstück auf eine endlose Reise über ihren Körper begab. Ein seliges Lächeln. Vor Glück sprühende, grüne Augen, die sie, wenn sie die Augen aufschlug, anfunkelten. Seinen Bauch, wie er sich langsam und vollkommen im Einklang mit ihrem eigenen Atem, auf und ab bewegte, während eine Chirurgenhand ihre nackte Schulter zärtlich kraulte. Warme, weiche Lippen, die sie zum Schweigen brachten, wenn sie mal wieder meckern wollte und sie sofort in ihren Bann zogen…


„Schatz? Ist alles in Ordnung?“, fragte Thorben nun schon zum dritten Mal und bekam, wie schon die Male davor, keinerlei Reaktion von Gretchen, „Hast du Fieber?“


„Pff.. Wahrscheinlich ein akuter Anfall von Tagträumereien“, schnaubte Marc auf – rieb seine Hände aneinander, bis sie warm genug waren, hielt ihr eine an die Stirn und die andere bahnte sich einen Weg unter ihr T-Shirt, „Temperatur ist normal. HASENZAHN! Bring mir mal nen nassen Waschlappen…“, sagte er ernst zu Thorben und als dieser mit Gefordertem wiederkam, hätte er sich ohrfeigen können, dem Meier einen Gefallen getan zu haben. Ohne Rücksicht auf Verluste, klatschte er der, wie hypnotisiert wirkenden, Blondine den Waschlappen ins blasse Gesicht. Die beiden Männer hörten einen tiefen, erschrockenen Atemzug, bevor Gretchen mit einem lauten „MARC MEIER!“, empörend ihre Hand auf die Tischplatte hämmerte und im Kinderzimmer, in dem Sarah zuvor noch seelenruhig geschlummert hatte, der Alarm losging. Und fünf Minuten später, wusste Thorben nicht, wer lauter brüllte – Sarah, Marc oder doch eher Gretchen, die ihrem Oberarzt ausgiebig einen Vogel zeigte und ihm, als er sich entschuldigen und ihr die gemeinsame Tochter abnehmen wollte, mit Schmackes gegen das Schienbein trat. Wieder einmal kam er sich vor wie Luft. Man sollte ihn nicht falsch verstehen, Sarah hatte in allen Belangen, absoluten Vorrang. Er würde sich niemals zwischen die kleine Prinzessin und ihre Mutter drängen. Er wollte einfach nur miteinbezogen werden, so wie es immer gewesen war. Doch noch während sie diskutierten und sich immer weiter hochschaukelten, wusch und wickelte Gretchen ihre Tochter, zog sie an und Marc begann in der Küche das Frühstück für seine Tochter vorzubereiten. Aber vielleicht war es auch gar nicht verkehrt, mal ein bisschen Mäuschen zu spielen?! Noch immer wusste er nicht, was in den Wochen, in denen er in den Staaten war, bei seinen Frauen passiert war. Was sich alles geändert hatte und vor allem, inwieweit der Meier in diese Veränderungen verwickelt war.


Das demonstrierten ihm die Eltern der kleinen Sarah Marie Haase, ziemlich schnell. Mit ihrer Tochter auf dem Arm, betrat Gretchen die Küche und drückte die kleine Prinzessin, ohne was zu sagen oder Anweisungen zu geben, auf Marcs Arm, der sofort damit begann, sein Töchterchen mit dem frischen Schokoladenbrei zu füttern. Allem Anschein nach, hatte Gretchen dann aber doch noch etwas zu sagen, als sie sich umdrehte, „MARC, ihr Schlabberlatz – sonst brauche ich drüben gar nicht erst aufräumen!“. Der Chirurg schmunzelte, als er ihr Gekeife leise vor Sarah nachäffte und bekam direkt einen Nackenschlag von der Blondine. Anstatt, wie Thorben es eigentlich erwartet hatte, loszubrüllen, bat Marc freundlich danach, ihm ein solches Schlabberauffangtuch, wie er es nannte, zu bringen und als Gretchen nahe genug an ihm vorbeilief, kniff er ihr zärtlich in die Pobacke. Ohne etwas dagegen tun zu können, merkte Thorben Martens wie ihm das Herz in die Hose rutschte. Vor ihm stand eine glückliche Familie. Eine Mutter, mit einem Herzen aus reinem Gold. Mit Augen, die funkelten wie die schönsten Diamanten dieser Welt. Mit einem offenen Ohr, für jeden der es brauchte. Eine Frau, die so viel Liebe zu geben hatte und nichts mehr erwartete, als wiedergeliebt zu werden. Eine Tochter, die, wenn sie älter wurde, mit hundertprozentiger Sicherheit ein ebenso wunderschöner Engel werden würde, wie ihre Mutter es bereits war. Und ein Vater, der trotz all der menschlichen Unkenntnis, sein Bestes gab. Marc Meier mochte vieles sein, allem voran, das größte Arschloch welches unter der Sonne wandelte – aber er sah ihn, den liebenden Vater. Wie er den Hubschrauber-Löffel mit einem lauten „Proooproooproooproooo“ fliegen und in Sarahs Zuckerschnute landen ließ. Wie er glücklich lächelte, immer dann, wenn der kleine Wurm im Hochstuhl aufgeregt zappelte und in die kleinen Patschehändchen klatschte. Ihm blieb beinahe die Luft weg, als er sah, wie Gretchen fragte, ob es denn schmecken würde und Marc mit ihr dasselbe Spielchen spielte, wie mit seiner Tochter. Ihr spielend den Löffel in den Mund schob, dabei lachte und die Chirurgin ihn verliebt anlächelte, während sie sich mit einer Hand an seiner Schulter abstützte. Er fühlte sich wert- und nutzlos in dieser Idylle. Aber er würde nicht kampflos das Feld räumen. Ihm war bewusst, dass allein der Gedanke, Marc könne sich nicht für seine Tochter interessieren und ihr Vorwürfe machen, ihre einzige Angst gewesen war, doch wer sagte denn, dass der Umstand, nichts von dem bestätigt zu sehen, Grund genug für sie war, ihm eine weitere Chance zu geben? Heute Abend würde er ihr die Welt zu Füßen legen. Sie hatten besprochen, Sarah im Klinikkindergarten unterzubringen, der extra für die bevorstehende Silvesterparty, die Franz Haase in der Cafeteria organisiert hatte, eine Übernachtungsmöglichkeit geboten hatte. Marc hatte Bereitschaftsdienst und würde ihm, wenn alles gut lief, nicht sonderlich viel in den Karren fahren können und er wollte sich, so hatte er sich geäußert, regelmäßig um seine Tochter kümmern. Gretchen sollte mal wieder ausgelassen mit ihrer Familie feiern können und einfach mal abschalten. So hatte er freie Bahn und er würde keine einzige Gelegenheit auslassen, um seiner Verlobten zu zeigen, wie sehr er sie liebte und begehrte. Vorerst musste er jedoch den mehr als hektischen Aufbruch überstehen, bei dem die Chirurgen beinahe den Verstand zu verlieren schienen. Grinsend hatte Marc auf seine Armbanduhr gelinst, sein Lächeln gefror augenblicklich und hätte der Stuhl keine Lehne gehabt, wäre er mit aller Wahrscheinlichkeit hintenübergekippt, „SCHEIßE!“, hatte er ruppig geflucht, „Wir sind schon zehn Minuten zu spät!“ Und schon wusste Thorben nicht, wie ihm geschah. In aller Eile, hatte Gretchen Sarah aus dem Hochstuhl gehoben, sie Thorben an die Brust gedrückt und war wie ein blonder Blitz ins Badezimmer entschwunden, in das Marc ihr gefolgt war. Durch die angelehnte Tür konnte er beobachten, wie seine Verlobte sich ein leichtes Make-up auflegte und der knallharte Chirurg sich als Friseur versuchte. Vorsichtig bändigte er die wilde Lockenpracht. Wortlos huschten die beiden durch die Wohnung. Gretchen zog sich an, störte sich überhaupt nicht an dem Umstand, dass Marc ebenfalls im Raum stand und lief nur im BH an ihm vorbei.


„Mensch, was soll ich denn anziehen?“, winselte sie beinahe, als sie vor dem prall befüllten Wäscheständer stand und ehe Thorben ihr antworten konnte, sie würde in der cremefarbenen Bluse sehr elegant aussehen, moserte schon der Oberarzt durch die halbe Wohnung, „Meine Fresse, von mir aus nehm ich dich nur in diesem sündigen Stofffetzen mit. Hauptsache wir können mal langsam los. Dein Vater grillt uns. Das ist schon das dritte Mal in dieser Woche!“ Ungeachtet der harschen Worte, die ihr entgegengepeitscht kamen und des unglaublich bösen Blickes, tätschelte sie ihm, noch immer nur mit ihrem BH am Oberkörper, die Wange, „Nicht aufregen Marci. Wir wollen doch nicht, dass du morgen dein erstes graues Haar findest. Ich wickel Papa im nu um den Finger…“


„Das will ich auch für dich gehofft haben“, schnaubte er auf und sah ihr noch immer nur in die Augen, „Und jetzt schnapp dir einfach irgendwas – egal was.“


Thorben war verblüfft. Da lief eine wunderschöne Frau, in dem gewagtesten Büstenhalter, vor der Nase des sexsüchtigen Marc Meier herum und der hatte nur Augen für ihre – Augen! Dabei war er eigentlich davon ausgegangen, dass er sabbernd in ihren Ausschnitt glotzen würde. Vielleicht sogar die Kontrolle verlieren und ungeachtet seiner Anwesenheit, über sie herfallen würde, wie ein hungriges Tier. Der Meier hat sich im Griff, dachte er vergnügt und wollte Gretchen zum Abschied küssen, die in voller Montur vor ihm stand, aber auch da machte der Chirurg ihm einen Strich durch die Rechnung. Mit den Worten, „Sabbern könnt ihr später auch noch“, zog er seine Liebste am Handgelenk aus der Wohnung und bugsierte sie, soweit Thorben es aus dem Fenster erkennen konnte, diskutierend in den großen VOLVO – bevor er kopfschüttelnd die Beifahrertür zuknallte, um seinen Wagen herumeilte, einstieg, den Motor aufheulen ließ und mit quietschenden Reifen das Weite suchte.


„Na dein Papa hat es aber eilig – nicht mal Tschüss kann er dir sagen“, sprach er seiner Stieftochter mitfühlend zu, doch die hatte nur noch Augen für Marcs Jackett, welches er in seiner Eile hatte liegen lassen…






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Choconussa Offline

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19.03.2017 05:56
#94 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Achtundachtzig – Silvesterspezial - Firework




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Sie hingen während der gesamten Schicht aufeinander und drohten sich zu zerfleischen. Andere Menschen waren vielleicht dafür gemacht, sich vierundzwanzig Stunden auf der Pelle zu hocken, doch Marc Meier und Gretchen Haase, war dieses Glück nicht gegönnt. Ebenso nicht dem Personal, welches ungewollt mit den Chirurgen konfrontiert wurde. Die Blondine hatte es nicht geschafft, ihren Vater um den Finger zu wickeln, auch wenn sie ziemlich überzeugend auf die Tränendrüse gedrückt hatte. Ihr freier Tag an Neujahr, war zwar noch gesichert, immerhin wollte Franz sich nicht mit seiner Gattin anlegen, doch der Tag danach würde für die beiden der blanke Horror werden.


All ihre Operationen wurden gestrichen, kein Stationsdienst – nur Akten. Die etwas älteren Kurven mussten nachgebessert werden, weil man die Schrift kaum noch lesen konnte und weil die beiden sich den nächsten Fauxpas geleistet hatten, der mit Sicherheit nicht der letzte gewesen war, verdonnerte er sie zu dieser undankbaren Arbeit. Nach einer mehr als ausgiebigen Standpauke des Chefarztes, sah Gretchen rüber zu ihrem Oberarzt, der mit geschlossenen Augen und aufeinandergepressten Lippen, tief die Luft durch seine Nase einatmete und kurz vor einer Implosion zu stehen schien. Seitdem war er wie eine Dampfwalze durch das Krankenhaus gedüst und hatte alles niedergemäht, was sich ihm auch nur im Entferntesten in den Weg gestellt hatte. Selbst seine Mutter war von seiner überaus schlechten Laune nicht verschont geblieben und gerade eben so, konnten Elke Fischer und Gretchen Haase eine wilde Schlägerei zwischen Marc und Olivier verhindern, nachdem der Professor seinem Sohn die Ohren hatte langziehen wollen, für das unmögliche Verhalten seiner Mutter gegenüber. Im OP, würden nach unzähligen Operationen wohl nicht nur die Instrumente generalüberholt werden müssen, auch Marcs Stimmbänder lechzten nach der ein oder anderen Ölung, nachdem er die gesamte Belegschaft hundertfach niedergebrüllt hatte.


Und Gretchen Haase spielte in dem vorüberziehenden meierschen Blitzgewitter, eine nicht gerade unwichtige Hauptrolle. Bei jeder sich ihm bietenden Gelegenheit, schnauzte er sie an, entriss ihr beinahe sämtliches OP-Besteck und zweifelte an ihrer Kompetenz. Sie wurde aufs Übelste von ihm diskreditiert und das vor dem gesamten OP-Team. Mit knirschenden Zähnen, hatte sie all das ertragen – mal wieder! Ja, sie kannte ihn einfach nicht anders. Wann immer ihm etwas quer schlug, schlug er mit ebenso verbaler Kraft zurück. Nach der vierten OP jedoch, hatte sie die Nase mehr als gestrichen voll. Sie hatte ihn nie darum gebeten, am Morgen Frühstück mitzubringen oder zum selbigen zu erscheinen. Ebenso hatte sie nicht nach einem Kakao der lieben Frau Ludwig gefragt oder ihn dazu verdonnert, seine Tochter zu füttern.


Er allein war auf diese Ideen gekommen und er war es auch gewesen, der der Meinung war, morgendliche Hubschraubertestflugstunden mit Schokoladenbrei und seltsamen Geräuschen, wären genau das Richtige! Genau genommen, waren sie also wegen IHM zu spät zu ihrem Dienst erschienen, also konnte er aufhören auf ihr herumzuhacken, wie ein rolliger Hahn der gerade sein Korn aufpickte. Mit großen Schritten eilte sie über die Chirurgie, nur um ihrem Vorgesetzten die Meinung zu geigen.



Dieser allerdings, saß seelenruhig mit seinem besten Freund in der Cafeteria und schlürfte genüsslich an seinem Kaffee herum, der ihm, nach dem frischen Kaffee von der Bäckerin seines Vertrauens, widerlich bitter schien. Doktor Mehdi Kaan hingegen, hatte mal wieder der Heißhunger gepackt, also hatte er sich sein Tablett mit den verschiedensten Leckereien vollgepackt. Kaffee, zwei große Stücke Schwarzwälder-Kirschtorte, Salat, ein Glas Limonade und der riesige Berg Spaghetti Bolognese auf seinem Teller, an dem er sich gerade verging. Angeekelt, beobachtete Marc Meier die Szenerie und wäre mit Sicherheit geflüchtet, wenn ihn denn nicht ein verlockender Gedanke gepackt hätte. So hatte er Mehdi nur einmal gesehen, seitdem dieser abgenommen hatte – als er sich von Anna getrennt hatte!



„Läuft wohl nicht so gut mit meiner Schwester, he?“, wollte er grinsend wissen, „Ja, ja – sie ist halt ne Rassefrau, nichts für Weicheier!“


Schmatzend sah Mehdi sein Gegenüber fragend an, „Wasch meinscht’n damit jetscht? Bei Melanie und mir läuft alles hervorragend“, führte er fort, nachdem er seine Mundfüllung heruntergeschluckt hatte, „Wir harmonieren perfekt miteinander und ja, sie ist eine Rassefrau. Nichts was ich nicht bändigen könnte. Denn wie du weißt, habe ich sehr genau Ahnung von Frauen!“


„Und was stopfst du dich hier so voll?“, staunte Marc nicht schlecht, deutete mit seinem Zeigefinger auf das Buffet vor Mehdis Nase und runzelte die Stirn, „Bist du etwa schwanger Mehdi?!“


„Witzig du Armleuchter. Heute Abend steigt hier doch die Silvesterparty und man sollte keinen Alkohol konsumieren ohne vorher ordentlich gegessen zu haben. Auf Fisch verzichte ich freiwillig, Melanie wird …“


„Ihr wird davon schlecht – ich weiß!“, unterbrach Marc und versuchte nicht an das Malheur zu denken, als er ihr frischen Aal serviert hatte, „Das heißt also, ihr turnt hier heute Abend auch rum?!“


Es war mehr eine Feststellung, als eine Frage gewesen. Das bemerkte auch Mehdi, der nachdenklich zu seinem Freund blickte, „Du etwa nicht?“


„Um Himmels willen, NEIN! Meine Mutter wird hier auch rumfleuchen und die treibt mich momentan in den Wahnsinn. Wird wirklich Zeit, dass ich eine neue Wohnung finde, sonst drehe ich ihr irgendwann den Hals um.“


„Du willst aus Hotel Mama ausziehen?“, flötete Gretchen ihm kühl entgegen, die sich mit einem Schokoriegel bewaffnet, endlich ihrem, wohl schlimmsten, Alptraum stellen wollte, „Hatte eigentlich gedacht, dass es dir an ihrem Rockzipfel relativ gut gefällt! Aber ich kann ja mal Thorben fragen. Der sucht nämlich noch dringend einen Nachmieter, jetzt wo er zu mir ziehen will.“


Eine Kettenreaktion folgte, die keiner hätte vorhersehen können.


Marc Meiers Gesicht, war immer ungläubiger geworden, während er nicht merkte, wie die Tasse mit dem kochend heißen Gebräu, immer mehr der Erdanziehungskraft trotzte. Der Kaffee ergoss sich an Stellen seines Körpers, die nur Zärtlichkeiten erfahren sollten und er stand innerhalb von Sekunden, laut fluchend, wie eine Eins am Tisch. Nur um wutentbrannt mit seiner Faust auf eben diesen zu schlagen und aus voller Kehle, „DAS IST NICHT DEIN ERNST?!“, zu brüllen. Totenstille herrschte in der gefüllten Cafeteria und der neue Pathologe Doktor Günther Gummersbach, war der festen Überzeugung, in seinem Arbeitsbereich würde wesentlich mehr Leben herrschen als hier, weswegen er gleich die Kehrtwende machte, um in seinem gewohnten Umfeld zu dinieren. Und Gretchen Haase, die meistens mit einem riesengroßen Lastkraftwagen auf der Leitung stand, machte alles nur noch schlimmer als besser.


„Ja ich weiß. Ich hätte da ja auch früher dran denken können, aber es war ja auch so viel los in den letzten Wochen. Tut mir leid.“, hauchte sie nun doch leicht eingeschüchtert, denn wenn dieser Mann wirklich sauer war, war mit ihm nicht zu spaßen und das sollte sie auch diesmal am eigenen Leibe zu spüren bekommen, denn Marc Meier fühlte sich, als hätte man ihm ein Messer in die Brust gejagt, es genüsslich mehrmals um dreihundertsechzig Grad gedreht und zurückschnellen lassen.


Sie waren sich in den Wochen, in denen er hier in Berlin war, so oft, so unglaublich nahe gewesen. Er hatte ihre Blicke gesehen, gespürt und instinktiv gewusst, dass da mehr zu sein schien. Dass sie ihn noch immer liebte und jetzt wollte sie ihm erzählen, dass sie mit ihrem Verlobten ernsthaft zusammenziehen wollte und ER sollte den Nachmieter geben, damit alles noch schneller vonstattenging? Den Zahn würde er ihr gehörig ziehen, doch noch nicht jetzt. Jetzt hieß es, sich erst einmal abzureagieren, bevor er noch jemandem, vorzugsweise seiner blonden Assistenzärztin, die Kehle durchschnitt.


Zornig rauschte er aus der Cafeteria, hinunter in die Chirurgie, schnurstracks in die Umkleide und entledigte sich seiner, mit Kaffee durchtränkten, Hose. Natürlich nicht, ohne seine Sachen mit Schmackes durch die Gegend zu pfeffern und den ein oder anderen Kraftausdruck, murmelnd, zu fluchen. Wie konnte sie es wagen? Wie konnte sie es sich wagen, ihn zu küssen, mit ihm zu schlafen, ihn wieder und wieder zu küssen, wunderbare Stunden mit ihm zu verbringen und trotzdem einen auf heile Welt zu machen bei ihrem Versicherungsschönling, der für ihn nicht mehr war als eine Strafe der Natur? Er konnte, wollte es einfach nicht glauben und hatte das erste Mal seit langem das Gefühl, dieses blonde Biest endgültig verloren zu haben. Und es tat weh. An dieses Gefühl der Leere, konnte sich der verwirrte Chirurg jedoch nicht gewöhnen, denn die grinsende Visage des Versicherungskaufmannes, riss ihn aus seinen Gedanken.


„Wo ist Gretchen?“, fragte er gut gelaunt – nicht ahnend, dass dies der schlimmste Tag in seinem Leben werden könnte, „Sie hat sich heute Nacht so verausgabt, da wollte ich mal nach ihr sehen.“


Interessiert horchte er auf, „Verausgabt?“


„Na ja, sie hat mich wirklich überrascht. Erst war alles ganz harmlos, eine nette Massage und von einem auf den anderen Moment, verwandelt sich diese Frau in ein richtiges Luder. Ich glaube, so hemmungslos hat sie mich noch nie geritten und als sie dann dem Video zugestimmt hat – puuuh. Ich sag dir, ich hatte den besten Sex meines Lebens!“



Detonation!




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Choconussa Offline

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26.03.2017 19:25
#95 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Neunundachtzig – Silvesterspezial - Best of me




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In seinem überaus schlauen und wertvollen Köpfchen, war jede einzelne Synapse kollabiert. Sein Kopf war wie leer gefegt. Und dabei war dieser Zustand einer der letzten, den er, gerade wo er doch die Informationen sortieren musste, gebrauchen konnte. Ja, er hatte sich mehr oder weniger damit abgefunden, dass sie den Antrag angenommen hatte. Dagegen wollte er tatkräftig etwas unternehmen, denn zu spät war es für ihn erst, wenn sie „JA“ gesagt hatte – vor Gott!


Ihm war auch klar, dass verheiratete oder verlobte Paare meistens zusammen wohnten. Nur hätte er nicht gedacht, dass ihn diese Neuigkeit so eiskalt erwischen würde und ihm war auch bewusst, dass die beiden sicherlich nicht nur Händchen halten würden. Es aber so unverblümt vor den Kopf geknallt zu bekommen, traf ihn wie ein deftiger Schlag in die Magengrube, noch mehr allerdings störte ihn eine ganz bestimmte Information, die er der fröhlichen Blondine, die ihrem Verlobten einen schüchternen Kuss auf die Wange gedrückt hatte, knurrend vorhielt, „Ein Video? Ein SEXVIDEO? Mit dem da? Mir hast du die verfickte Digitalkamera aus der Hand getreten Hasenzahn!“


„Maaahaaarc“, flehte die Chirurgin, die mittlerweile wieder puterrot angelaufen war und sah vorsichtig zu ihrem Verlobten herüber, der allerdings ziemlich vergnügt grinste.


„Nix da Maaaahaaaarc“, äffte er ihr Betteln, schäumend vor Wut, nach, „Ich glaub, ich spinne. Mit unserer Tochter im Nebenzimmer, wo du jetzt Mutter bist und Verantwortung hast, fickst du dich durch dein Schlafzimmer und nimmst dich dabei auf? Stell dir mal vor, Sarah kriegt die Scheiße in die Hand. Sie wäre bis an ihr Lebensende traumatisiert. Deswegen auch heute Morgen dein verklärter Blick, du hast an Schweinereien gedacht!“


„Wer? Iiiiiiiiiich“, stammelte sie mehr als nur ertappt – allerdings hatte sie dabei wenig Thorben und ziemlich viel Marc im Sinn gehabt, so wie schon in der Nacht, als Thorbens Mund sich an ihrem Hals festgesaugt hatte, „Nö also chrm, chrm – sollte ich?“, endete sie scheinheilig und hoffte, Marc würde es ihr abnehmen – oder es zumindest darauf beruhen lassen. Aber sie hatte eindeutig die Rechnung ohne Thorben gemacht, der auf die Andeutung ansprang, wie ein räudiger Köter das Bein eines Passanten, um es – lassen wir das…


„Hast du?“, fragte der Versicherungskaufmann anzüglich und erntete ein erbostes „Nein, natürlich nicht!“, während Marc sich ein schnaubendes, „Wer’s glaubt!“, nicht verkneifen konnte.


Es wurden qualvolle Minuten für Gretchen Haase, in denen Thorben und Marc sich wieder einmal angifteten.


Der blonde Schönling war der Auffassung, es würde Marc nichts angehen, wann, wie oft und warum sie es trieben. Wohingegen Marc ihn aufforderte, mal ein wenig über seinen Denkfehler zu sinnieren, denn wenn es ihn nichts angehen würde, hätte er ihm davon auch nicht zu erzählen brauchen, weil es ihn eigentlich ebenso sehr interessierte, wie warme Semmeln. Sie schaukelten sich immer weiter hoch. Von „Deswegen bist du heute so platt!“, über „Sie ist die schönste Frau, die ich je nackt gesehen habe!“, bis „Weil du sonst auch nur deine Mutter im Kleid der Natur, welches sie sicher hätte bügeln müssen, nackt bewundern durftest!“ – war alles dabei gewesen und für Letzteres, erntete Marc von Gretchen eine schallende Ohrfeige.


„Marc Meier, wage es dich nie wieder, dich so respektlos gegenüber meiner Schwiegermutter zu äußern, wenn ich in deiner Nähe bin. Ich schwöre dir, eine Vasektomie an dir durchzuführen, OHNE Narkose“, schrie sie ihn nieder, „Falls du es vergessen haben solltest, sie ist verstorben! Würdest du es lustig finden, wenn man deiner Mutter gegenüber so ausfallend werden würde?“


Mit ihren Blicken, stampfte sie ihn in den Boden, bis er so klein war wie ein Floh mit Fingerhut und sicherlich nicht einmal mehr über einen Teppichrand hätte schauen können. Er hatte wirklich nicht mehr daran gedacht. Warum auch? Dieser Typ war ihm vollkommen schnurzpiepegal. Was interessierten ihn seine Verwandten? Aber hätte er in seinem Oberstübchen gekramt, hätte er es nicht verdrängt, wäre ihm so etwas nie über die Lippen gekommen. Auch wenn er ein sehr zynischer, sarkastischer und ignoranter Mensch war – Respekt vor den Verstorbenen und ihren Hinterbliebenen, hatte er auf ganzer Linie. Und weil er auf dem Weg war, ein besserer Mensch zu werden und sich hier die beste Gelegenheit bot, Gretchen genau davon zu überzeugen, passierte etwas Unglaubliches: Mit ausgetreckter Hand stand Marc Olivier Meier vor seinem, über ein paar Ecken irgendwie Verwandten, Cousin und entschuldigte sich mit einem todernst gemeinten, „Es tut mir leid!“


Nicht nur Thorben stand in diesem Augenblick wie vom Blitz getroffen neben seiner Herzdame, auch Gretchen entglitten sämtliche Gesichtszüge. Sie konnte es gar nicht glauben. Vor ihr stand der einzige Mensch den sie kannte, der so mit Ignoranz gegenüber den Gefühlen anderer Menschen vollgestopft war und er entschuldigte sich. Wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben. Und noch mehr irritierte sie der Umstand, dass Thorben diese Entschuldigung mit einem warmen Lächeln annahm und die beiden Waffenstillstand vereinbarten. Vielleicht sollte sie doch mal nachschauen, ob die beiden nicht irgendwo einen Flachmann versteckt und schon den ein oder anderen Hieb getrunken hatten?



Auch ihre mittlerweile beste Freundin Melanie, glaubte ihren Ohren kaum, als Gretchen ihr davon am Abend bei einem Gläschen Sekt berichtete. Mit großen Augen, sah sie die Blondine an und schlug dann vor, ihn zu narkotisieren und einem gründlichen CT zu unterziehen. Noch nie hatte sie es miterlebt, wie ihr Bruder sich aufrichtig entschuldigt hatte und es haute sie so sehr von den Socken, dass sie Mehdi nicht einmal erzählen konnte, was die Damen denn so zu bereden hatten.


„Vielleicht wird er ja doch endlich erwachsen“, schmunzelte er, nachdem Gretchen ihn aufgeklärt hatte, „Ein bisschen spät – aber besser spät als nie, wenn ihr mich fragt!“


Heißblütig diskutieren die drei über den sonst so unausstehlichen Chirurgen, während die Party um sie herum, in vollem Gange war.


Maria Hassmann hatte sich Doktor Fuchs von der Radiologie geschnappt und legte mit ihm einen wilden Discofox hin, während sich Bärbel ihren zukünftigen Schwiegersohn geschnappt hatte, um mit ihm lustige Gymnastikübungen zu vollziehen, weil ihr Mann in einer hitzigen Unterredung mit dem Professor des Neustadtkrankenhauses steckte, von dem er ihr allerdings nicht erzählen wollte, worum es ging. Sabine stand mit einem alkoholfreien Cocktail an der Bar und schmachtete, in der gegenüberliegenden Ecke, den neuen Pathologen an, der mit einem komischen Grinsen das bunte Treiben um ihn herum verfolgte und sich nicht imstande sah, mitzumischen.


Gordon Tolkien, versuchte unterdessen die Aufmerksamkeit von zwei Schwestern gleichzeitig zu erhalten. Schwester Ingeborg himmelte ihn für seine vielen Komplimente an, wohingegen Schwester Gabi angewidert an ihrem Champagner schlürfte. Dieses störrische Verhalten, animierte den selbstbewussten Rettungssanitäter, etwas mehr in die Offensive zu gehen und darüber hinaus Schwester Ingeborg wie einen begossenen Pudel, im Regen stehen zu lassen. Jochen Haase, der sich entschlossen hatte, sein Medizinstudium in Berlin fortzuführen, wo es doch gerade interessant in seiner Heimatstadt wurde, versuchte angestrengt den nervigen Avancen von Schwester Stefanie zu entgehen, ohne sie, zu einem nicht enden wollenden Wutausbruch zu animieren. Elke Fischer wedelte sich mit ihrer kleinen Handtasche, leidend, Luft zu. Sie war der festen Überzeugung, wenn sie dies nicht tat, würde sie einen qualvollen Erstickungstod sterben.


Da konnte Olivier noch so sehr lachen und versuchen, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Wahrscheinlich war dies sein genialer Plan, sie endgültig zur Strecke zu bringen. Mit gequält, rauchiger Stimme, orderte sie einen Scotch auf Eis von einer ziemlich verstört dreinblickenden Lernkrankenschwester, die ihrer Freundin etwas Unverständliches zuflüsterte und ziemlich geschwind das Weite suchte. Dabei hatte der leitende Professor des Universitätsklinikum München, mehrfach angeboten, seiner ehemaligen Gemahlin, ein kühlendes Getränk, von der, zur Bar umfunktionierten, Kantinentheke zu holen. Doch das störrische Weib entgegnete ihm, sie wolle lieber sterben als von ihm einen Gefallen anzunehmen und lief, erhobenen Hauptes und mit einem deftigen Hüftschwung, selbst los um ihrer Kehle den erlösenden Tropfen Alkohol zu spendieren. Mit großen Augen, verfolgte Franz das Treiben seiner ehemaligen Affäre, bis sein Blick am Eingang hängen blieb, an dem sein bester Oberarzt, mit strahlenden Augen, sein Kälbchen beobachtete, die gerade aus vollem Herzen lachte, während sie mit Melanie Meier einen Ententanz aufführte.


Ja, Marc Meier war bis über beide Ohren verliebt und nicht einmal er konnte es in diesem Augenblick, überzeugend abstreiten. Sein Herz klopfte ihm bis zum Halse, er bekam Atemnot und wünschte sich nichts mehr, als diese Frau einfach in seine Arme zu zerren und sie besinnungslos zu küssen. Dabei wollte er sich nur eine schnelle Auszeit gönnen, denn seine Tochter beanspruchte jeden seiner Muskeln. Sarah Marie war ein Wirbelwind. Alles wollte sie sehen, ausprobieren und war mit einer grenzenlosen Neugierde gesegnet, die die ihrer Mutter, ohne Frage, in den Schatten stellte. Ihre Mutter, dachte Marc verzaubert. Doch sein Blick blieb nicht lange an Gretchen kleben, denn er hörte ihn.


Dieses schleimige Lachen, würde er unter Hunderten wiedererkennen und es lief ihm wie ein kalter Regenschauer, eiskalt den Rücken hinunter. Suchend schweifte sein Blick durch die Cafeteria, die als solches, im ersten Moment gar nicht wieder zu erkennen war. An der Decke hingen fünf Discokugeln von verschiedener Größe, in gebührendem Abstand und ließen viele bunte Kreise im abgedunkelten Raum erscheinen. Die umfunktionierte Theke, war mit schwarzen Samt-Tüchern überzogen und davor standen einige Barhocker, auf denen es sich mittlerweile Doktor Hassmann und Konsorten aus der Neurologie bequem gemacht hatten und einen Cocktail nach dem anderen hinuntergossen. Die Tische waren gewichen und nur an der großen Fensterfront hatten einige Standtische ihren Platz gefunden. Aus allen Ecken beschallte ihn Musik und noch bevor er raus auf die Dachterrasse stiefeln konnte, um ein wenig frische Luft zu inhalieren, hatte Professor Haase seinem Schützling die Hand auf die Schulter gelegt, „Ich glaube JETZT, ist ein geeigneter Zeitpunkt!“…





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Choconussa Offline

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31.03.2017 20:57
#96 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

[quote=Choconussa|p584257](¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "¯`*•.¸,¤°´.。.:* "" *.:。.`°¤,¸.•*´¯)




『「Kapitel № Neunzig – Silvesterspezial - Dust and Gold




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Die Musik verstummte und auch die Gespräche fanden ein jähes Ende, als der Chef der Klinik, mit einem Mikrofon bewaffnet, in der Mitte des Raumes stand. An seiner Seite Doktor Marc Olivier Meier und sein Vater Professor Doktor Olivier Meier. Niemand wusste, was sie nun erwartete, bis auf gesagte Personen und Elke Fischer.


Sie dachten, nun wird ein Dankesgebet gesprochen, für Meiers aufopfernde Taten in den letzten Wochen, dass man ihn sehr vermissen würde und ihm alles Gute wünschte.


Doch es kam ganz anders.


Mit einem Hauch Wehmut in der Stimme, verkündete Franz Haase seinem Personal und seiner Familie, dass Doktor Schrenk schlimm erkrankt war. Die Reha-Maßnahme, hatte nur wenig Erfolge verbuchen können und der Chirurg fühle sich nicht mehr in der Lage, zu praktizieren. Es täte ihm außerordentlich leid und er würde seine lebensfrohe Art sehr vermissen. Doch man brauche sich nicht um einen möglichen Engpass zu sorgen, denn der passende Ersatz war schon gefunden.


Mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen, verkündete er stolz, „Ich freue mich, Doktor Meier im Elisabeth-Krankenhaus herzlich willkommen zu heißen. Besser gesagt, herzlich Willkommen zurück, Marc!“ Tosender Beifall blieb jedoch aus. Nur ein paar wenige, ließen sich zu einem kleinen Applaus hinreißen. Maria Hassmann zum Beispiel, schwor sich, sich selbst in ein künstliches Koma zu versetzen, sollte noch ein Meier seinen Dienst in diesem Krankenhaus antreten. Mehdi prostete seinem besten Freund belustigt zu, wohingegen Bärbel und Thorben aufgeregt anfingen miteinander zu tuscheln.


Sabine wischte sich mehrere Freudentränen aus dem Gesicht und Melanie fiel ihrem großen Bruder, freudestrahlend um den Hals. Was sogar bei der sonst so taffen Elke, einen Hauch Sentimentalität aufkommen ließ, den sie allerdings mit einem großen Schluck Scotch wieder herunterschluckte.


Und Gretchens Sektglas, zerschellte am Boden in tausend Einzelteile, so wie ihr Herz, als ihre Blicke sich endlich fanden.


Die Zeit schien still zu stehen und nur am Rande bekam die Chirurgin mit, wie Thorben auf sie einredete, ob sie davon gewusst habe und ob sie denn nicht etwas dagegen unternehmen wollte. In ihrem Kopf fand nur ein einziger Gedanke Platz: Marc würde bleiben. Bei ihr. Bei ihrer Tochter. Sie musste hier raus. Raus aus dieser Irrenanstalt, in der alle mit Engelszungen auf sie einredeten. In der alle versicherten, das Beste aus dieser verfahrenen Situation machen zu wollen. In der es niemanden interessierte, dass sie überfahren wurde, von ihren Gefühlen.


Sie hasste sich.


Sich und ihre Angst.


Eigentlich sollte sie nun glücklich sein und sich für ihre Tochter freuen, doch sie konnte es einfach nicht. Zu groß waren die Schuldgefühle Sarah und Marc gegenüber. Zum ersten Mal, seit langem, war sie sich nicht mehr sicher, ob er wirklich gegangen wäre, wenn sie denn nur den Mund aufgemacht und von ihrer Schwangerschaft erzählt hätte. Es hätte alles ganz anders kommen können. Stattdessen schwieg sie und nahm Vater und Tochter die Möglichkeit, alle Momente gemeinsam zu erleben. Dabei war Marc ihrem Kind ein so wundervoller Vater. Ein besserer, als er es in ihren Träumen war. Wie konnte sie nur so selbstgerecht und egoistisch handeln? Warum hatte sie nicht viel früher auf Mehdi gehört; zum Beispiel am Tag von Sarahs Geburt, als er ihr angeboten hatte, den Vater zu informieren? Sie hatte einen riesengroßen Fehler gemacht. Der Gedanke daran, schnürte ihr die Kehle zu und nur mühsam konnte sie die kalte Dezemberluft in ihre Lungen pumpen.


Siedend heiß, rannen ihre Tränen an ihren unterkühlten Wangen herunter. Mit fahrigen Fingern, strich sie ihre langen blonden Haare zurück, sah hinauf in den Himmel und betete zu Gott, dass sie einfach einmal ihre Gefühle ausschalten konnte. Die, die ihr das Herz zerrissen, immer, wenn sie an den Morgen zurückdachte, an dem sie nichts als einen Brief vorgefunden hatte. Die, die ihr Herz aber auch höher schlugen lassen. Die vielen unglaublich schönen Momente, die sie in den zwei Jahren mit Marc gehabt hatte. Und diese, die sie beinahe in den Wahnsinn trieben, weil sie sich selbst in den Hintern beißen konnte, die vielen Chancen nicht genutzt und ihn einfach geküsst zu haben.


Sie verfluchte ihn.


In dieser Cafeteria stand ein Mann, der sie liebte. Der ihr in ihren schwersten Stunden beigestanden hatte, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Ein Mann, der keine Beklemmungen empfand, wenn er zu seinen Gefühlen stand und der sie endlich zu einer ehrbaren Frau machen wollte und was tat sie? Sie hinterging ihn, schlief mit ihrem Ex-Freund, küsste ihn, wünschte sich, ihn zu küssen und nie wieder loslassen zu müssen. Warum zum Teufel kam sie einfach nicht von ihm los? Was hatte er an sich, dass sie so sehr in seinen Bann zog – wie in diesem Moment.


Er hatte gesehen, wie sie überstürzt aus der Cafeteria, auf die Dachterrasse gestürmt war, hatte sie beobachtet und wusste, hier war ein klärendes Gespräch von Nöten. Leise, hatte er die Tür geöffnet. Lautlos, hatte er sie ins Schloss fallen lassen. Kein Ton kam über seine Lippen, er bewegte sich wie ein lauernder Tiger, hatte sie nicht berührt und trotzdem spürte sie seine bloße Anwesenheit. Warum konnte er nicht einfach verschwinden? Er hatte doch Übung darin, sich sang und klanglos aus dem Staub zu machen und sie mit einem gebrochenen Herzen zurückzulassen. Sie konnte ja nicht ahnen, dass Marc über diesen Punkt, schon lange hinaus war.


„Warum tust du das?“, hauchte sie verweint in die Nacht hinein und Marc fühlte sich augenblicklich zurückversetzt. Zurückversetzt in den Waschraum, nachdem sie gemeinsam das Kind von Frau Becher zur Welt geholt hatten und sie sich fragte, warum er nicht auch im Privatleben, die richtigen Entscheidungen treffen konnte. Genau das, hatte er nämlich getan, als er den Arbeitsvertrag unterschrieben hatte, „Weil ich es musste“, hauchte er ebenso leise von hinten in ihr Ohr.


„Was meinst du?“, langsam drehte sich, dass wieder einmal verheulte Gretchen, zu ihm um und sie war froh es getan zu haben, denn als er ihr antwortete, sah sie die Ernsthaftigkeit seiner Worte, in seinen Augen, „Die richtige Entscheidung treffen!“ und als er seine Lippen stürmisch auf ihre legte, schlug es null Uhr.


Die Zeit stand still.


Um sie herum erleuchtete ein riesengroßes Feuerwerk. Bunte Lichter umhüllten ihre Silhouetten, die zu einer wundervollen Einheit verschmolzen. Seine Hände, die ihren Kopf an ihren Wangen fest umschlossen hielten, waren warm und diese Wärme durchströmte ihren gesamten Körper. Dieses unglaublich wohlige Gefühl, bahnte sich einen Weg in ihr Herz und ließ es nicht nur schneller schlagen. Es setzte sich wie aus Zauberhand, wieder zusammen. Wurde eins mit den Teilen, die sie verloren geglaubt hatte. Sie hatte es sich so sehr gewünscht, damals, als sie noch glücklich waren. Einmal, wollte sie in dieser romantischen Atmosphäre von dem Mann ihrer Träume, liebevoll geküsst werden und heute, wurde dieser Wunsch erhört. Marc Meier küsste sie im Schein der vielen Raketen, die über ihren Köpfen explodierten.


In etwa so, wie die Gefühle der beiden, die nicht voneinander ablassen konnten. Die eisige Kälte, die sie umgab, machte ihnen nichts aus. Marcs starke Arme hatten sich um ihren sinnlichen Körper geschlungen und hielten sie fest. So fest, dass sie nicht glaubte, jemals wieder fallen zu müssen. Vorsichtig, fast schon schüchtern, fuhren ihre Hände über seine stählerne Brust, um sich dann in seinem Nacken zu verknoten, sodass sie ihm durch seine perfekte Frisur streicheln konnte. Wie zwei Ertrinkende, hielten sie sich aneinander fest, bereit den anderen aus jedem Unheil zu retten, welches ihm bevorstand.


Nicht bereit dazu, sich jemals wieder so zu verlieren. Er wollte sie nie wieder loslassen, sie nie wieder vermissen und ihm war es egal, dass die gesamte Belegschaft sehen konnte, wie sehr er sie liebte. Wie liebevoll er sie küsste, streichelte und sich in ihr verlor. Instinktiv wussten sie, da war viel mehr als eine gemeinsame Vergangenheit. Mehr als eine von Sticheleien und Scherzen geprägten Schulzeit. Mehr als ein Katz und Mausspiel. Mehr als eine gemeinsame Tochter – die sie unweigerlich und unwiderruflich miteinander verband. Genauso wie sie spürten, dass hier viel mehr im Spiel war, wurde ihnen auch schmerzlich bewusst, wie viel auf selbigem stand. Und wieder bahnten sich heiße Tränen aus den, nicht trocken zu legenden, Augen der Gretchen Haase.


Drinnen drückten sich Melanie, Mehdi, Olivier, Franz, Sabine, Maria, Jochen, Schwester Stefanie, Gordon, Ingeborg und Gabi die Nasen an der Fensterfront platt. Leises schluchzen war jedoch nur von Melanie zu hören, die ihren Bruder noch nie so liebevoll hatte küssen sehen. Viele Frauen waren damals ein- und ausgegangen. Viele, deren Namen sie nicht einmal kannte und doch hatte sie ihn niemals so erlebt, wie gerade eben. Teilweise hatte er sie stürmisch, wild und so von sämtlichen guten Geistern verlassen, niedergeknutscht, dass sich Melanie fragte, ob ihr Bruder in einem früheren Leben vielleicht einmal Kannibale gewesen war. Ihr Vater platzte hingegen beinahe vor Stolz und schlug seinem Sohn in Gedanken, fest auf die Schulter. Fast so empfand auch Mehdi und der Rest der Bande, traute seinen Augen kaum. Bis sich jemand näherte, dem dieses Bild gar nicht guttun würde.


„Leute, habt ihr Gretchen…“, fragte er noch fröhlich, ehe er sah, was sich dort draußen abspielte, „….gesehe – SPINNEN DIE?!“


Voller Tatendrang, versuchten die Freunde, Thorben zurückzuhalten. Ihm weiszumachen, dass sich das alles schon aufklären würde – doch sie kamen einfach nicht gegen ihn und seinen Entschluss, dem Ganzen ein Ende zu bereiten, an. Wutentbrannt stürmte er hinaus, riss den Chirurgen ruppig von seiner Verlobten, achtete nicht auf geäußerte Beschimpfungen und zog sein Gretchen, mit festem Griff, hinter sich her.


„Ich glaube, dich haben alle guten Geister verlassen. DAS diskutieren wir heute noch aus!“, schimpfte er in einer Tour und seine Ohren waren taub, für alles und jeden. Auch für die Blondine, die wisperte, „Au! Mensch Thorben, du tust mir weh!“


Doch Marc hatte sehr wohl gehört, was sie da von sich gegeben hatte und von der einen auf die andere Sekunde, sah er rot.


Dunkelrot!


Mit großen Schritten, hatte er Thorben schnell eingeholt, der schon drauf und dran war, die Cafeteria in Richtung der Aufzüge zu verlassen, riss ihn an der Schulter herum und schlug mit geballter Faust auf ihn ein, „Wag es dich nie wieder, sie SO anzufassen! Haben wir uns verstanden?“, knurrte er ihm entgegen, als er ihn, am Kragen haltend, gegen die Wand drückte. Doch auch damit, stieß er bei dem Versicherungskaufmann auf taube Ohren, „Das sagt gerade der Richtige! Eine Frau in festen Händen begrabbeln!“


„Pass mal auf du alberner Sofabezug…“, wollte Marc ihm gleich mal die Karten auf den Tisch legen, doch Gretchen war am Ende. Sie war wütend, am meisten auf sich selbst und hysterisch schlug sie auf beide Männer ein, „IHR SEID SOLCHE IDIOTEN!“


Eilig kamen Franz und Olivier angelaufen, trennten die beiden Männer voneinander und während sie den schimpfenden Doktor Meier mit sich zogen, kümmerten Mehdi und Melanie sich um die völlig aufgelöste Chirurgin, die sich entkräftet an der Wand entlang, zu Boden sinken ließ. Und entgegen aller derjenigen, die ihm rieten, nichts zu sagen, sie nach Hause zu bringen und am nächsten Tag mit ihr zu sprechen, fragte Thorben, „ER oder ICH Gretchen…!?“





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Choconussa Offline

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09.04.2017 18:35
#97 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einundneunzig – Happy Ending




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„ER oder ICH Gretchen…!?“, hallte in ihrem Kopf nach. Es war mehr eine Aussage, als eine Frage und es überforderte sie maßlos. Wie sollte sie sich denn bitte zwischen dem Mann, den sie liebte, den sie ehelichen wollte und dem Vater ihrer Tochter, der nicht nur ein wichtiger Teil in Sarahs Leben geworden war, entscheiden? Sie konnte Marc doch nicht sagen, er dürfe seine Tochter nicht mehr sehen, solle zurück nach München gehen und das Leben leben, welches er immer haben wollte. Allein, mit hervorragenden Karrierechancen. Niemand der ihm dabei ihm Weg stehen würde… Egal was er getan hatte, wie oft er ihr wehgetan hatte – er liebte seine Tochter von ganzem Herzen. Das wusste sie und auch Thorben musste es gemerkt haben. Thorben, der ihr in der Zeit, nachdem Marc gegangen war, eine unglaubliche Stütze gewesen war. Er war so ein liebevoller Mensch, dem so viel genommen worden war. Erst sein über alles geliebter Vater, zu dem er aufgesehen hatte und kurz darauf seine Mutter, für die er alles getan hätte, damit sie wieder gesund wird. Doch es war aussichtslos gewesen. In ihrem Eifer, helfen zu wollen, hatte sie den Schmerz vergessen können. Sie dachte nicht mehr so viel an Marc und hatte Spaß mit den Martens. Zwar musste ihre Mutter ihr damals den Schubs in die richtige Richtung geben, aber sie hatte sich Hals über Kopf in den blonden Versicherungskaufmann verliebt.


Da waren zwei Männer, die wichtig für sie waren. Sie konnte doch nicht einfach hingehen und einem der beiden, die kalte Schulter zeigen. Ihr Gehirn arbeitete auf Hochtouren und ließ absolut keinen logischen Schluss zu. Aufgewühlt wie sie war, stand sie auf und flüchtete. Weg von diesem Ort, der Menschentraube, die sich raffgierig auf den neuesten Krankenhaustratsch stürzen wollte und weg von den Männern, die es sich wagten, dieses Chaos in ihrem Herzen zu hinterlassen. Weg von den vielen Augen, die eine Entscheidung von ihr erwarteten. Bevor sich die Tür des Treppenhauses schloss, hörte sie ihre Mutter noch vorwurfsvoll „Margarethe“, rufen – doch sie drehte sich nur kurz um und bat ihre Mutter darum, Sarah abzuholen und sie für die Nacht bei ihr zu behalten. Sie fühlte sich einfach nicht in der Lage dazu, sich um ihre Tochter zu kümmern. Zumindest nicht, ohne einen Heulkrampf nach dem anderen zu erleiden.


So schnell sie ihre Beine in diesen, nicht wirklich mobilen, Schuhen tragen konnten, lief sie die Treppen hinunter ins Labor. Ohne das Licht einzuschalten, ließ sie sich auf einem der Stühle nieder und weinte hemmungslos. Die Gedanken in ihrem Kopf, wurden zu einem riesen Hurrikan, den niemand stoppen konnte. Ihr ganzer Körper schüttelte sich und ihr Gesicht war innerhalb von wenigen Sekunden, ganz nass.


Egal was sie versuchte, sie konnte sich einfach nicht beruhigen.




Flashback


„Mhchrm, was hältst du von einem Urlaub Hasenzahn?“, brummte Marc ihr leise ins Ohr. Sie saßen gerade beim Frühstück in der Cafeteria. Die Doktoren Hassmann und Kaan, waren in eine hitzige Diskussion vertieft und Sabine las dem Professor einige Seiten des neuesten Werkes von Elke Fischer vor. Sie reagierte mehr als verwundert über diese Frage, denn seit ihrer Rückkehr aus Köln, hatte dieser Mann sich noch nicht einen Tag frei genommen, „Urlaub?“. „Irgendwie müssen wir ja dem Irrenhaus hier entkommen“, grinste er und knabberte heimtückisch an ihrem Ohrläppchen herum, „Außerdem finde ich, haben wir zwei nach dem ganzen Chaos, ein bisschen Zeit für uns verdient – hm?!“ Keiner der beiden bekam mit, wie akribisch sie von Franz Haase beobachtet wurden und so kam es, dass nicht nur Gretchen feuerrot anlief, sondern auch das Gesicht ihres Vaters eine gewisse Röte aufwies, als Marc ziemlich ungeniert anfing, ihren Hals zu küssen und seine Hand sich über ihren Oberschenkel, einen Weg direkt unter ihr T-Shirt bahnte. „Maaaarc, nicht hier. Mein Vater“, wisperte Gretchen und war sich schon bald ihrer eigenen Worte nicht mehr ganz so sicher, denn der Frechdachs nahm einfach ihre Hand und legte sie in seinen Schoß, damit sie sich selbst davon überzeugen konnte, wieso genau jetzt und hier. Nach einem kleinen Handgemenge, lächelte Gretchen überfreundlich zu ihren Kollegen, „Entschuldigt ihr uns kurz?“, zog Marc mit sich und bekam gar nicht die wissenden Mienen ihrer lieben Freunde mit, denen nicht verborgen geblieben war, was Doktor Haase und Doktor Meier unter dem Tisch getrieben hatten. Was sie allerdings nicht mitbekamen, war, wie heiß es in einer kleinen Wäschekammer hergehen konnte, denn Doktor Meier zeigte seiner Liebsten ganz genau, wie der Haase lief – äh, hoppelte!


Flashback Ende




Sie hatten sich tatsächlich freigenommen und waren weggefahren. Zwar nur für zwei Tage und auch nur an die Ostsee, aber für sie war es wie ein Kurztrip auf die Malediven. Marc war in diesen zwei Tagen, wie ausgewechselt gewesen. Egal was sie unternahmen, er wich nicht von ihrer Seite. Sie machten sogar barfuß, Spaziergänge am warmen Sandstrand – Hand in Hand. Sie war die glücklichste Frau auf der Welt gewesen. Auch an ihrem Geburtstag hatte er sie überrascht, dabei waren alle der festen Überzeugung gewesen, er hätte ihn vergessen. Keinen Ton hatte er gesagt, nicht einmal Mehdi eingeweiht. Marc hatte sie am Abend einfach aus ihrem Elternhaus gezerrt und sie in ein, extra für diesen Abend, von ihm komplett gebuchtes Restaurant entführt. Er hatte ihr dieses dämliche rosafarbene Stethoskop geschenkt, welches sie seitdem nie wieder ausgetauscht hatte, auch nicht, als er gegangen war. Sie waren so glücklich gewesen, trotz der mehr oder weniger kleinen Streitereien über Deko, Farben, Zeitmanagement und dem Fernsehprogramm. Er war wirklich ihr Traummann gewesen. Nein! Er war besser. Besser als jeder einzelne Marc Meier, den sie in ihren Tagebüchern schön geträumt hatte. Sie hatten so viele schöne Tage, sie wollte dieses Glück unbedingt wieder erfahren und erhalten – komme was oder wer da wolle. Sie musste sich einfach nur trauen.



Oben in der Cafeteria, war noch immer die Hölle los. Marc verhielt sich wie Rumpelstilzchen höchstpersönlich und Franz und Jochen hatten ihre Schwierigkeiten, Bärbel zu beruhigen, die nicht nur vollkommen von der Rolle, sondern absolut hysterisch war. Den aufgebrachten Chirurgen hingegen, auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, versuchte niemand. Sie ließen ihn gewähren, was ihn nur noch mehr ärgerte. Er sollte angeschrien, festgehalten, böse angefunkelt werden. Streiten wollte er sich. Auf einer Ebene. Aber das konnte so oder so nur der blonde Teufel, der nicht zugegen war. Was bildete sich Thorben eigentlich ein? Sie war doch nicht sein Eigentum, auch wenn sie verlobt waren und heiraten wollten. Er musste doch wissen, was für ein eigenwilliger Mensch seine Verlobte war. Wenn sie sich mal was in den Kopf gesetzt hatte, war sie schwer wieder davon abzubringen. Er hatte es erlebt, als sie sich dazu entschieden hatte, Gabi hinterherzufahren und auf der Polizeiwache ein falsches Alibi für ihn zu erfinden. Gretchen war so entschlossen gewesen, selbst wenn er sich direkt vor das Auto geworfen hätte, wäre sie einfach weitergefahren. Sie war so ein herzensguter Mensch. Das hatte er mit Füßen getreten. Er wusste, als er damals seine Sachen in München gepackt hatte, dass es kein leichter Weg werden würde, sie wieder für sich zu gewinnen, doch langsam hatte er das Gefühl, er würde gegen Mühlen kämpfen.


„Geh nach Hause Marc. Ruh dich aus“, sagte Franz ruhig zu seinem damaligen Schützling, „So wie du aussiehst, kann ich dich hier heute nicht mehr gebrauchen. Ich werde mich persönlich um einen Ersatz für deinen Dienst kümmern. Denk nicht so viel nach Junge. Das macht es meistens nur noch schlimmer.“


Verwundert über diesen Ratschlag, sah Marc dem Professor hinterher, der bereits mit dem Telefon am Ohr in Richtung der Aufzüge unterwegs war. Warum gab er ihm diese Weisheit mit auf den Weg und nicht seiner Tochter? Sie hätte es viel eher nötig. Immerhin ist sie schon immer diejenige gewesen, die alles mehrfach analysierte und sich über alles und jeden mehr Gedanken machte, wie alle anderen zusammen….



Der kühle Wind draußen, tat ihr gut. Er war zumindest besser, als die stickige Luft unten im Labor. Ihren Kopf allerdings, vermochte er nicht leerzufegen. Noch immer wusste sie weder ein noch aus. Dabei musste sie schon stundenlang unterwegs sein. Ihre Füße trugen sie quer durch Berlin. Sie wusste nicht wo sie hin wollte. Zu Hause würde ihr nur die Decke auf den Kopf fallen und Melanie und Mehdi, so lieb sie auch waren, würden ihr Löcher in den Bauch fragen. Ihre Mutter, würde ihr ins Gewissen reden wollen. Ihr sagen wollen, wer von den beiden die bessere Wahl wäre. Doch das hier war etwas, was sie ganz allein entscheiden musste. Irgendwo in der Gegend, ertönte eine Explosion und vor Schreck wäre der Blondine beinahe das Herz stehen geblieben, wenn es ihr nicht in die Magengegend gerutscht wäre, als sie die Umgebung wahrgenommen hatte. Wie war sie nur HIERHER gekommen? Sie musste sofort wieder umdrehen! „Es kann aber sehr sehr schön sein, immer wieder neu anzufangen…“, kamen ihr die Worte der guten Frau Schmitz in den Sinn, „Wenn Sie ihr Leben einfach nur mal richtig anpacken würden… Einfach mal MUTIG sein!“ Das war sie. Sie war mutig. Und auch heute würde sie mutig sein und endlich das tun, was sie tun musste… Sich entscheiden. Ihr Unterbewusstsein hatte einen großen Schritt für sie gemacht und sie hierher gebracht. Der Rest, lag nun nur bei ihr…


Mit fahrigen Fingern drückte sie die Klingel durch und wartete auf eine Reaktion. Ihr Puls raste und beschleunigte sich, als sie sah, wie im Flur das Licht eingeschaltet wurde. Ihre Knie drohten einzuknicken, als die Tür sich öffnete. Doch sie brauchte keine Angst haben zu fallen, denn mit einem überglücklichen Lächeln im Gesicht, zog er sie wortlos in seine Arme und presste ihren Kopf an seine Brust. Und als er den Mund öffnete, wusste sie, sie hatte die richtige Entscheidung getroffen, „Es tut mir leid. Wenn ich könnte, würde ich es ungeschehen machen. Ich wollte dir wirklich nicht wehtun… Gretchen ich…“


„Psst. Du musst nichts sagen. Ich weiß es“, hauchte sie ihm lächelnd zu und küsste ihn.



Die Karten lagen auf dem Tisch, offen, für jeden sichtbar. Die ganze Nacht über, redeten sie miteinander. Über ihre Ängste, ihre Vergangenheit und über ihre Hoffnungen und Träume für die Zukunft. Jede einzelne Hürde, würden sie von nun an gemeinsam nehmen, ohne Wenn und Aber.


„Ich will dich nie wieder in den Armen eines anderen Mannes sehen. Dieses Gefühl… Alles zu verlieren…“, flüsterte er in die Dunkelheit hinein, „Diese Leere in einem…“


„Ich weiß. Ich kenne das Gefühl. Manchmal da… Da wünschte ich, ich könnte es einfach abstellen. Aber immer wieder muss ich daran denken und ich weiß, dass ich nie mehr in meinem Leben so fühlen muss, wie an diesem Morgen. Es ist noch heute so unglaublich schwer. Ich mein… Eigentlich, war doch alles perfekt. Alles war klar. Und dann erfahre ich, dass ich schwanger bin.. Ich..“


„Warum hast du es denn nicht einfach versucht?“


„Weil ich Angst hatte. Ich wusste doch, was das bedeutete. Für uns und… Nichts zu sagen, war dann aber auch nicht der richtige Weg. Das weiß ich jetzt und es tut mir sooo leid, dass ich doch dachte, ich müsste das allein schaffen. Damals habe ich es einfach noch nicht verstanden. Alles. Ich kam mir vor, wie in einem Alptraum. Wir waren glücklich…“


„Und JETZT werden wir glücklich“, fest umschloss er ihren Kopf mit seinen Händen, „Das verspreche ich dir. Du musst es einfach nur zulassen und auf uns vertrauen. Egal wie schwer es noch werden wird. Wir schaffen das.“


Die nächsten fünf Tage, hatten sie nur sich im Sinn. Nichts und niemand schaffte es, die beiden aus ihrem Liebesnest zu locken. Der siebte Himmel hatte sich für sie aufgetan, doch die bittere Realität und der ermüdende Alltag, kratzten an der Tür.



Na ja, besser gesagt ein wütender Herr, kratzte an der Tür. Tagelang hatte er sie gesucht, hatte ihre Eltern angerufen, auf ihre Mailbox gesprochen, SMS, E-Mails geschrieben und er hatte keinerlei Antworten bekommen. Wütend, war zurzeit gar kein Ausdruck und als er die Visage dieses glücklich lächelnden Vollidioten sah, der ihm die Tür öffnete, hätte er liebend gern noch einmal zugeschlagen.


„Ist sie hier?“, versuchte Marc die Fassung zu halten, sich nicht aufzuregen und ruhig zu bleiben – aber es gelang ihm nicht, „Mensch Martens, mach die Schnauze auf! Ist sie hier verdammt?“



Doch Thorben brauchte gar nichts sagen. Sie hatte die aufgebrachte Stimme durch drei geschlossene Türen gehört und als sie hinter ihrem Verlobten auftauchte, strahlten ihre Augen pures Glück aus, „Komm doch rein Marc. Wir wollten so oder so mit dir reden.“



Das was er zu hören bekam, schmeckte ihm nicht. Er fühlte sich, als müsste er auf einer sauren Kirsche herumkauen. In etwa so, war auch sein Gesichtsausdruck, als Gretchen ihm weismachen wollte, dass der Kuss sehr schön war – jedoch von keiner weiteren Bedeutung für sie war. Sie hätte ihn sehr geliebt, aber er hätte ihr Vertrauen so sehr gebrochen, dass sie nicht bereit dazu war, ihm ihr Leben, ihre Liebe und ihr Herz erneut anzuvertrauen. Glaubwürdig, brachte sie ihre Gefühle für den Mann an ihrer Seite zu Tage und bat darum, keine Unterschiede zu machen. Sarah sollte einen Vater haben und sie würde sich sehr freuen, wenn er bereit dazu war, dieser Vater zu sein. Doch sie wolle auch ganz klar Grenzen setzen. Seinen Schlüssel, sollte er wirklich nur noch für Notfälle nutzen. Ansonsten hatte er zu schellen. Thorben sei damit einverstanden, dass er sie zur Arbeit abholte und wieder nach Hause brachte. Er sei auch damit einverstanden, wenn er einfach mal so bei ihnen vorbeikam. Auf einen Kaffee.


„..und noch etwas. Das betrifft aber euch beide. Ich möchte, dass ihr euch vertragt. Keine Streitereien mehr in der Klinik. Vor Sarah. Ihr müsst euch nicht lieben, aber ihr müsst miteinander auskommen. Wir heiraten Thorben und er ist Sarahs Vater. Ihr beide, seid wichtig für sie und es ist nicht gut, wenn da immer Spannungen sind. Versucht das irgendwie aus der Welt zu schaffen“, endete Gretchen ihren Vortrag und die Herren sahen sie an wie kleine Jungs, die etwas verbrochen hatten.





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Choconussa Offline

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16.04.2017 13:05
#98 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Zweiundneunzig – With or without you




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Als Marc an diesem Morgen aufgestanden war, hatte er sich fest vorgenommen seiner blonden Assistenzärztin gewaltig in den Hintern zu treten. Nicht nur, dass er die Strafarbeit, in Form von Aktenaufbesserung, allein erledigen musste – nein! Er hatte auch geschlagene fünf Tage weder etwas von ihr, noch von seiner Tochter gesehen. Zwar wusste er, dass Sarah bei ihren Großeltern war, doch wollte er nicht einfach dort aufschlagen. Das Verhältnis zwischen ihm und Bärbel war noch immer ein wenig angespannt. Was er durchaus verstehen konnte.


Immerhin hatte er die Gefühle ihrer Tochter mit Füßen getreten und das nicht nur dieses eine Mal. Er wollte einfach nicht, dass Sarah etwas von dieser Anspannung mitbekam. Zum Glück erstattete Franz täglich Bericht, sonst wäre der ungeduldige Chirurg irgendwann im Dreieck gesprungen.


Nachdem Marc die Blondine am Vorabend jedoch wieder nicht erreichte, platzte ihm der Kragen. Mehdi und Melanie, bei denen er zum Abendessen eingeladen gewesen war, brachten vorsorglich Geschirr und Porzellan Deko vor ihm in Sicherheit. Sogar den Messerblock ließ seine kleine Schwester verschwinden.


Und als er die Nacht keinen Schlaf gefunden hatte, fuhr er am frühen Morgen direkt in die Haase Villa, in der er sich betont lässig gab. Doch nicht nur Franz bemerkte die innere Unruhe des Chirurgen. Selbst Bärbel blieb nicht verborgen, dass sich ihr Gegenüber augenscheinlich Sorgen machte. Nicht nur um seine kleine Tochter, die er eine ganze Stunde nicht aus den Händen gab, sondern auch um seine Ex-Freundin, von der er seit Tagen keinerlei Lebenszeichen mehr bekommen hatte. Es erweichte das Herz der Hausfrau und lockerte prompt ihre Zunge. Bereitwillig, gab sie Marc die Adresse von Thorben und sah schweren Herzens dabei zu, wie sich der knallharte Chirurg, liebevoll, von seiner kleinen Tochter verabschiedete.


Mitnehmen, wollte er Sarah um keinen Preis, denn wenn er auf seinen Nebenbuhler treffen würde, könnte es ein Blutbad geben. Noch immer nahm er ihm übel, wie er Gretchen behandelte.


Was auch der Grund war, weswegen er hier an dem runden Küchentisch saß und entgeistert versuchte zu verstehen, was Gretchen dazu bewegte, diese Entscheidung zu treffen.


Thorben kam und ging wann er wollte.


Ihm war es vollkommen egal, ob Gretchen nun mit allem, mehr oder weniger, allein dastand und ob sie das alles schaffen würde. Die Feiertage hatte er am anderen Ende der Welt verbracht, weil ihm der Abschluss seiner Versicherungen so unglaublich wichtig gewesen war. Er selbst war nun seit gut zwei Monaten wieder in Berlin und hatte den blonden Vollidioten, gerade mal drei Tage hintereinander gesehen. Er war für sie da gewesen. Er hatte sich sprichwörtlich den Arsch, für die Verlobte eines anderen Mannes, aufgerissen.


Und DAS war nun der Dank dafür?


Liebend gern würde er Thorben sein ekelhaftes Grinsen aus dem Gesicht prügeln. Er hatte sie nicht verdient. Nicht so wie er sie angefasst hatte. Diesen Anblick, würde er nie vergessen können und man konnte viel über ihn sagen. Wie er ihre Gefühle immer und immer wieder verletzt hatte. Wie oft sie seinetwegen geweint hatte. Eines, hatte er ihr nie angetan: körperliche Gewalt! Und trotzdem entschied sie sich für dieses Würstchen, obwohl ihr ziemlich klar sein müsste, dass sie Thorben nie so lieben konnte, wie sie ihn liebte. Warum sonst sollte sie auf die Küsse eingehen? Sie mit einer solchen Leidenschaft erwidern?


All seine Bemühungen in den letzten Wochen und Monaten, waren umsonst gewesen. Ihm kam es vor, als wäre es eine Ewigkeit her, als er in seiner Wohnung in München über den vielen Ratgebern und Babybüchern gehockt hatte, um ja nichts falsch zu machen. Er hatte so unglaublich viel gelesen, dass er ziemlich sicher war, auch auf der Pädiatrie arbeiten zu können. Es würde niemandem auffallen, dass er eigentlich gar kein Kinderarzt war. Er hatte seinen Vater mit seinen Fragen, beinahe in den Wahnsinn getrieben.


Bis zu dem Tag, an dem er seine Sachen gepackt, seinem Vater die schriftliche Kündigung auf den Tisch gelegt hatte, die er vorerst nicht annehmen wollte und Hals über Kopf, einfach nach Berlin gebrettert war. Ihm war es egal gewesen, was ihn erwarten könnte. Dass er womöglich ganz umsonst die Fahrt auf sich genommen hatte. Er wollte einfach bei ihnen sein. Bei Gretchen, die er noch immer von ganzem Herzen liebte und bei seiner Tochter, die er nie wieder hergeben würde. Schon einmal gar nicht, an so einen verwöhnten Versicherungskaufmann.


Was hatte dieser Schleimer denn schon geleistet?


Er hatte seine Berufsausbildung im Betrieb seiner Eltern abgeschlossen und diesen, nach den plötzlichen Toden der beiden, übernommen. Thorben hatte sich ins gemachte Nest gesetzt. Dieser Mann wusste rein gar nichts davon, was es hieß, sich etwas selbst aufzubauen. Sich einen Namen zu machen. Ganz im Gegensatz zu ihm. Natürlich hatte seine Mutter einen Großteil der Studienkosten übernommen, doch den Rest, hatte er allein geleistet. Er hatte gerade eben so sein Abitur bestanden und sich danach dumm und dämlich gebüffelt, um sein Studium mit Bestnoten zu bestehen. Selbstständig hatte er sein FSJ gemacht und wurde von Franz mit offenen Armen, nicht nur zum Praktikum, sondern auch zur Facharztausbildung übernommen. Die restlichen Kosten, die während dieser Phase anfielen, hatte er selbst getragen. Nebenjobs, hatte er gemacht. Buckelig, hatte er sich gearbeitet.


Diesem Schmalspurcasanova, fiel hingegen einfach alles in den Schoß. Wo er mit allen Kräften um Gretchen kämpfen musste, seitdem sie aus Köln gekommen war, brauchte Thorben sich nur zurücklehnen und abwarten, dass sie in seine Arme gelaufen kam. Nur um sie dann wieder allein zu lassen.


Er war wütend!


Sollte sie sich doch in ihr Unglück stürzen. Bei ihm, brauchte sie sich nicht mehr ausheulen. Er würde nach wie vor für seine Tochter da sein. Sich um sie kümmern, immer wenn sie ihn brauchte. Doch für Gretchen, war der Zug nun endgültig abgefahren. Natürlich konnte er nicht von ihr erwarten, dass sie alles stehen und liegen ließ, nur weil er nun wieder auf der Bildfläche erschienen war, nach seinem unschönen Abgang. Das würde er auch nicht wollen. Das einzige, was er wirklich von ihr erwartete, war, dass sie endlich mal ehrlich zu sich selbst war. Sich einmal im Klaren darüber war, was sie wirklich wollte. Seit einigen Monaten sprang sie nun schon von der einen in die andere Ecke. Mal wollte sie mehr Marc, dann wollte sie wieder viel mehr Thorben und dann war ein bisschen Marc wieder gut genug. Diese Entscheidung heute, war keine Entscheidung. Für ihn war es eine Flucht!


Dies brachte er ziemlich aufgebracht bei seinem Vater zur Sprache, der ihn mehrfach bat, ein wenig leiser zu sprechen. Immerhin befanden sie sich hier in einem Hotel und nicht auf dem Oktoberfest.


„Vielleicht habe ich es ja auch wirklich verdient“, schnaubte er kopfschüttelnd auf und sein Vater hatte den Ratgeber zur Motivation, allem Anschein nach, nicht zu Ende gelesen, „Natürlich hast du das verdient Junge! Was aber noch lange kein Grund ist, die Flinte ins Korn zu werfen. Du liebst sie. Ihr habt eine gemeinsame Tochter. Das verbindet. Egal was da alles zwischen euch vorgefallen ist. Schau dir deine Mutter und mich an. Wir haben viele unschöne Dinge zueinander gesagt und uns gegenseitig wie Fußabtreter behandelt. Trotzdem schaffen wir es, dir zu Liebe, ein mehr oder weniger vernünftiges Verhältnis zueinander zu haben.“


„Hast du Klebstoff geschnüffelt?“, fragte Marc verwundert, „Das nennst du vernünftig? Mutter betrinkt sich, damit sie dich aushalten kann und ihr redet keine zwei Sätze miteinander. Außerdem“, fuhr er mit erhobener Stimme fort, als sein Vater ihn unterbrechen wollte, „will ich kein vernünftiges Verhältnis zu ihr. Ich will sie verdammt nochmal zurück!“


Diese Aussage war das Ehrlichste, was er je von seinem Sohn zu hören bekommen hatte und es machte ihn nicht nur glücklich, sondern auch stolz. Vor einem halben Jahr, war sein Sohn zu einer solchen Erkenntnis noch nicht in der Lage gewesen, hatte getrunken, um zu vergessen und sich mit Händen und Füßen, gegen seine Gefühle für dieses liebevolle Wesen, gewehrt. Jetzt hieß es Schadensbegrenzung betreiben, bevor sich sein Spross wieder verschloss.


Dort war Marc, so wie es sich bisher für ihn anhörte, auf dem besten Wege hin. Dumm, war sein Sohn keinesfalls. Er brauchte nur einen kleinen Schubs – in die richtige Richtung. Jemanden, der ihm den Weg wies und vielleicht das eine oder andere Hindernis, aus dem Weg räumte. Aber so wie er die Situation einschätzte, musste da wohl mehr als ein Bagger anrollen, denn Marc war, zum momentanen Zeitpunkt, durch nichts zu erweichen.


„Kämpfe um die beiden“, war das Letzte, was er seinem Ältesten mit auf den Weg geben konnte. Auch wenn er sich ziemlich sicher war, dass ihn dieser Rat erst ziemlich spät erreichen würde.


Marc war verletzt.


Mehr als das.


Ihm hatte zum ersten Mal in seinem Leben, jemand wirklich das Herz gebrochen. Mit einem solchen Gefühl, musste man erst einmal klarkommen können. Marc Meier kannte es nicht. Das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Wie sich alle inneren Organe zusammenzuziehen schienen. Der Kopf einem die schlimmsten Szenarien bot. Wie man an nichts anderes mehr denken konnte und je länger und je mehr man darüber nachdachte, die Symptome immer schlimmer wurden. Was ihn am meisten an diesem Umstand stören würde, dessen war sich Olivier sicher, dass er nichts dagegen würde unternehmen können. Gegen Liebeskummer, gab es kein Mittel. Keine Operationsmöglichkeit. Er würde darüber hinwegkommen müssen. Und das, wenn ihm wirklich daran gelegen war, seine Herzdame für sich zu gewinnen, ziemlich schnell.


Gretchen hingegen hatte nicht den blassesten Schimmer, was sie alles in ihrem Oberarzt ausgelöst hatte. Was für Lawinen in ihm ins Rollen kamen. Als wäre nichts passiert, fuhr sie mit Thorben ihre Tochter, bei ihren Eltern abholen. Sie genoss das Abendessen, welches ihre Mutter vorbereitet hatte und lachte aus vollem Herzen über die Geschichten, die ihr Bruder erzählte. Bärbel war überaus begeistert, dass ihre Tochter es endlich gelernt hatte, die richtigen Entscheidungen auch allein, ohne ihre Hilfe, zu treffen.


Und Franz?


Der entschuldigte sich nach dem Nachtisch, um Olivier anzurufen und zu erfahren, wie es Marc nun ging. Seine Tochter war eindeutig blind und wenn es nach ihm gehen würde, würde er sie eigenhändig zum Augenarzt schleifen, um ihr stärkere Kontaktlinsen verschreiben zu lassen. Marc trug seine Gefühle für sie, mit einem leuchtenden Reklameschild, um den Hals mit sich herum. In einer langen Unterhaltung mit Olivier, kamen die beiden überein, den verliebten Chirurgen am nächsten Morgen zu besuchen. Es wäre besser, wenn man regelmäßig nach ihm schauen würde, damit er nicht auf den Gedanken kommen konnte, seinen Frust wieder im Alkohol zu ertränken. Olivier schlug vor, Melanie mit ins Boot zu nehmen, denn ähnlich wie Gretchen, hatte sie einen unglaublich guten Draht zu ihrem großen Bruder.


Doch hätten die beiden geahnt, was sie erwarten würde, hätten sie wohl eher die Super Nanny hinzugezogen!





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Choconussa Offline

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22.04.2017 12:40
#99 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Dreiundneunzig – Das Ende vom Kreis




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Nachdem er das Hotel seines Vaters verlassen hatte, war er, um den Kopf freizubekommen, mit offenen Fenstern und lauter Musik, quer durch Berlin geheizt. So viele rote Ampeln wie in dieser Nacht, hatte er noch nie mitgenommen und so egal wie in diesem Moment, war es ihm noch nie gewesen. Doch so laut Metallica, AC/DC und Kiss in seinem Autoradio auch ihre Instrumente bemühten, es wollte einfach nicht helfen. Dabei war dies bisher immer sein Wundermittel Nummer Eins gewesen. Und auch der Schmerz, den der kalte Wind, der ihm ins Gesicht peitschte, vermochte nicht von den unangenehmen Gedanken abzulenken.


Also drehte er um und fuhr nach Hause.


Zum Glück war seine Mutter auf Buchtour und somit nicht zugegen. Das würde er heute nicht auch noch ertragen.


Nachdem er wütend die Tür zur Villa geschlossen hatte, begab er sich in den Sessel vor dem Kamin, um etwas zur Ruhe zu kommen. Er machte sich nicht die Mühe, das Deckenlicht anzuschalten oder sich die Schuhe auszuziehen. Je länger er in der Dunkelheit saß, desto mehr bereute er es, nicht nur damals gegangen, sondern auch zurückgekommen zu sein. Auch wenn es schwer war in München, so elend wie heute Abend, ging es ihm nie.


Und urplötzlich schlug sein Schmerz um – in blanken Hass.


Im Handumdrehen stand der Starchirurg an der Minibar und hielt die offene Cognac Flasche in der Hand. Doch ehe er sie auch nur zum Mund führen konnte, um einen beachtlichen Schluck seine Kehle hinunterzuspülen, flog sie gegen die nächste Wand und zerschellte in tausend kleine Teilchen. Und das erste Mal an diesem Abend, fühlte Marc sich befreit…



So sah am nächsten Morgen auch jeder Winkel der Fischer – Villa aus. Die Professoren, Melanie und auch Mehdi, trauten ihren Augen kaum. Überall lagen Scherben.


„Bringen ja bekanntlich Glück“, zuckte Marcs kleine Schwester mit den Schultern und bezweifelte stark, dass ihr Bruder die Ankunft seiner Mutter überleben würde. Dieser hatte den vieren widerwillig Eintritt gewährt, doch setzte er sich, geistesabwesend und noch immer in voller Montur, in den Sessel, nur um dessen Lehne mit einem Küchenmesser zu malträtieren. Mehdi hingegen, machte sich daran, die Scherben zu entsorgen, um einen baldigen Mordfall in diesem Wohngebiet zu vermeiden, während die Professoren sich auf die Couch setzten und Melanie vor ihrem Bruder in die Knie ging.


„Geht es dir gut Marc?“, fragte sie besorgt.


„Natürlich!“


„So siehst du aber nicht aus. Hast du getrunken? Marc bitte. Wir möchten das nicht noch einmal miterleben müssen. Ich kann zwar nicht nachvollziehen, wie du dich jetzt gerade fühlst, aber bitte lass dich nicht wieder so gehen. Was ist hier überhaupt passiert?“


Ganz gelassen antwortete er, „Nichts! Was soll schon passiert sein? Anstatt irgendwelchen Vollidioten die Fresse zu polieren, habe ich mich an den Flaschen ausgelassen. Getrunken habe ich nicht. Könnt euren Kontrollbesuch an dieser Stelle also wieder abbrechen.“


„Darum geht es hier doch gar nicht Marc“, meinte Franz, „Wir wollen dir helfen, weil wir ebenso wenig wie du, verstehen, was Gretchen zu solchen Entscheidungen bewegt. Die beiden sind nun schon so lange ein Paar, aber eigentlich kennen sie sich nicht. Ebenso kennen wir Thorben nicht.“


„Warum erzählt ihr mir das jetzt? Was soll ich eurer Meinung nach dagegen tun?“, sämtliche Möglichkeiten, war er bereits durchgegangen – mehrfach!


Er wusste nicht, wie er sie davon überzeugen könnte, Thorben endlich zu verlassen. Und wenn er ehrlich war, wusste er zurzeit auch nicht, ob er dies wirklich noch wollte. Klar, für Sarah wäre es wesentlich einfacher. Wobei Mehdi und Anna auch gut klarkamen. Lilly hatte die Trennung gut überstanden und wenn man es genau betrachtete, waren er und Gretchen ja nicht zusammen. Also würde sich für Sarah nichts ändern. Sie würde es nicht anders kennen und somit nichts vermissen.


Melanie glaubte sich zu verhören: „Hat man dir auf den Kopf geschlagen oder warum gibst du so einen Schwachsinn von dir?“, auf sein Schulterzucken, reagierte sie mit einem Nackenschlag, „Marc! Sie liebt Thorben doch gar nicht wirklich. Wenn sie ihn heiratet, ist sie für den Rest ihres Lebens unglücklich. Und nicht nur sie, auch du. Könntest du dir das jemals verzeihen?“


„Sie hat recht Marc. Du würdest dich immer fragen „Was wäre, wenn?“ Und was willst du Sarah erzählen, wenn sie dich fragt, warum ihr nicht zusammen seid wie andere Eltern?“


So wie er sich kannte, würde er seiner Tochter die unverblümte Wahrheit sagen und ob das der beste Weg war, war zu bezweifeln.


„Ich soll sie also dazu bewegen, Thorben in den Wind zu schießen? Was Bärbel wohl dazu sagen wird, wenn sie erfährt, dass ihr Mann jetzt gerade hier ist, um mir genau das zu raten…“


„Sie weiß, dass ich nicht sonderlich angetan von Thorben bin“, zuckte Franz mit den Schultern, „Ebenso weiß sie, dass mir das alles viel zu schnell geht mit den beiden. Sie würde darüber hinwegkommen.“


„Ganz anders als du und Gretchen, wenn ihr euch nicht mal langsam zusammenreißt. Ich weiß, es war nie wirklich leicht. Probleme gab es immer und die wird es auch immer geben, aber ihr wart glücklich“, pflichtete Mehdi bei, der sich das Elend nicht mehr länger mit ansehen wollte. Er war dabei, er wusste aus erster Hand wie es zwischen den beiden gelaufen war, „Es wird sicherlich nicht leicht. Aber wenn ihr beide es nicht schafft, wer dann?“


„Wahrscheinlich jeder andere. Zumindest ohne Unruhe zu stiften oder mehrere Leichen in die Patho zu schieben“, angestrengt rieb er sich über das Gesicht, „Mehdi, es ist nicht so, als wüsste ich nicht, worauf ich mich eingelassen habe. Ich wusste es von Anfang an. Ich weiß einfach nicht, wie ich etwas von ihr verlangen soll. Am allerwenigsten, dass sie mir wieder vertraut. Also, sollte sie es jemals getan haben…“


Was wirklich einem Wunder gleichen würde. Sonderlich ehrlich, war er zu Anfang, nicht zu ihr gewesen. Wenn er da nur an die Geschichte mit Gabi dachte. Trotzdem war sie da gewesen und jetzt? Jetzt zog sie sich zurück. Verrammelte sämtliche Eingänge in ihr Schneckenhaus und schien unerreichbar für ihn. Dabei hatte er immer gedacht, dass er der Einzige war, der sie erreichen konnte. Den Fensterplatz in ihrem Herzen, wollte er dabei gar nicht besetzen. Dieser war Sarah vorbehalten und vielleicht auch ihrem Vater. Ihm reichte die zweite Reihe, von wo aus er alles im Blick halten konnte. Und verdammt nochmal: JA! Sie waren glücklich gewesen. Gretchen war sein Mädchen und das würde er sich zurückholen. Dafür war ihm jedes Mittel recht.


Und mit seinem Plan, der sich langsam in seinem Kopf zu formen begann, wollte er gleich am nächsten Tag loslegen. Zeit verlieren, kam für ihn gar nicht mehr in Frage, davon war schon viel zu viel verstrichen. Doch bevor er damit anfing, musste er dringend Mehdi helfen, das Chaos vom Vorabend zu beseitigen und den teuren Alkohol zu ersetzen.


Sie hatten Recht. Er durfte nicht einfach aufgeben und kampflos das Feld räumen. Es wäre nicht seine Art und zudem ging es hier nicht darum, eine Auktion zu gewinnen oder zu verlieren. Er würde sein Leben verlieren. Alles woran er bereit war zu glauben. An die Chance, endlich eine glückliche Familie zu haben. Endlich anzukommen. Er wollte nicht mehr planlos durchs Leben gehen, die eine oder andere Bekanntschaft mitnehmen und nie an einem Ziel ankommen. Er war endlich bereit, Gretchen alles zu geben, wovon sie je geträumt hatte. Von nun an, waren dies nicht mehr nur ihre Träume, sondern auch seine. Vielleicht würde er noch Zeit brauchen. Sich daran gewöhnen müssen. Aber am Ende, würde sie all das bekommen, wovor er weggelaufen war. Er hatte sich geändert. Und wenn er selbst bereit dazu war, sich dies einzugestehen, sollte es doch nicht so schwer werden, Gretchen, die immer an das Gute in den Menschen glaubte, davon zu überzeugen. Man musste ihr nur ein wenig die Augen öffnen.


Dafür musste er sie nur aus der Reserve locken. Dann würde ihr gar nichts anderes mehr übrigbleiben, als zuzugeben, dass sie ihn noch immer liebte. Thorben würde das Feld räumen und schon wäre alles klar. Die Idee dazu war da. Und an der Umsetzung, sollte es ebenfalls nicht scheitern. Wozu hatte er Sabine? Die würde ihm schon helfen können…




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Choconussa Offline

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16.07.2017 20:38
#100 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Vierundneunzig -La La Latch




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Liebes Tagebuch,

auch wenn ich über die Ereignisse der letzten Wochen, wirklich glücklich sein sollte, weiß ich noch immer nicht, was ich davon halten soll. Aber ich fange am besten mal, ganz von vorne an…

Ich hatte es endlich geschafft, mich zwischen Thorben und Marc zu entscheiden. Ganz anders als erwartet, fiel es mir unglaublich leicht und es tat auch nicht so weh, wie zu Anfang gedacht. Die beiden und ganz besonders Marc, haben meine Entscheidung auch ziemlich gefasst aufgenommen. Für beide galt es, Dinge zu akzeptieren, die sie störten. Thorben war es ein absoluter Dorn im Auge, dass Marc so oft bei uns war. Doch musste er damit einfach leben. Marc wollte nun einmal Zeit mit seiner Tochter verbringen und ich war nicht gewillt, ihm dies zu verwehren. Zu süß ist es, wenn die beiden spielen. Und für Marc hieß es, Thorben nicht nur in meinem Leben und an meiner Seite zu akzeptieren, sondern auch an Sarahs. Er musste uns, ob er wollte oder nicht, teilen. Wobei er eigentlich nur Sarah teilen musste und nicht mich. Ich mein, ich gehöre ja zu Thorben und nicht zu Marc… Vielleicht ist es auch gerade das, was mich in den letzten Wochen so verwundert hat. Die beiden können sich nicht riechen und trotzdem haben sie für mich einen wunderschönen Muttertag organisiert. Ich bin noch immer hin und weg, wenn ich daran denke.



„Man ist das ätzend“, grummelte der Chirurg ungehalten und faltete frustriert die Serviette, während sein Nebenbuhler das Besteck polierte, „Mensch Meier, ich kann mir auch etwas Besseres vorstellen. Aber heute ist Muttertag und wenn du nicht willst, dass Gretchen gleich kerzengerade im Bett sitzt, hörst du jetzt auf zu meckern und machst das fertig. Sonst ist die Überraschung dahin!!!“. Immerhin hatten die beiden, Bärbel zum gemeinsamen Frühstück eingeladen und auch Elke würde, nachdem sie mehrfach versprechen musste, sich zurückzuhalten, erscheinen. Diesen Schritt, hatte Marc ganz bewusst getan. Gretchen beschwerte sich immer wieder, dass ihm der Sinn für eine funktionierende Familie fehlen würde. Man sehe es ja am Verhältnis zu seiner Mutter und den Zahn, wollte er dem Haasen ziehen. Also hatte er sich von Thorben breitschlagen lassen, den Muttertag für Gretchen zu gestalten. Sarah war noch zu klein und deswegen würden die Väter diesen Tag ausrichten. So habe der Versicherungskaufmann es gelernt.


Sie hatten einen riesigen Blumenstrauß gekauft, einen Korb mit allerlei Leckereien, die die kleine Naschkatze so gern verspeiste, einen Gutschein, für einen Wellnesstag mit ihrer Mutter und Melanie, beigelegt und ein Tagesprogramm ausgewählt, welches die Chirurgin lieben würde.

Es war so schön. Ein gemeinsames Frühstück mit meiner Mutter und Elke, die sich, ganz zur Verwunderung aller, wirklich freundlich verhielt und sogar ein wenig mit Sarah spielte. Wir haben uns alle angesehen, als käme Elke von einem anderen Stern. Nach dem Frühstück, haben die Männer aufgeräumt und uns Frauen ins Wohnzimmer verbannt. Wir durften keinen Handschlag tun. Was besonders für meine Mutter, die reinste Qual war. Überlebt, hat sie es trotzdem. Vielleicht aber auch nur, weil mein Vater und Jochen mit einem riesengroßen Rosenstrauß und einigen Gutscheinen vorbeikamen. Sie hat sich so gefreut.

Anschließend haben wir einen ausgiebigen Spaziergang an der Spree gemacht, der uns gleich an einen Spielplatz führte. Dort haben die Männer, Sarah beschäftigt, während wir Frauen unsere Füße ein wenig entspannen konnten, bei einem richtig schönen Picknick. Die Herren hatten wirklich keinerlei Kosten und Mühen gescheut, um uns den Tag so schön wie es nur ging, zu gestalten. Abends haben Thorben und Marc unsere Mütter nach Hause gefahren und als die beiden wiederkamen, dauerte es keine fünfzehn Minuten, da stand Melanie vor der Tür, um mich zu einem „Frauenabend“ abzuholen. Ich hatte wirklich Zweifel, ob ich Thorben und Marc, zusammen, allein lassen konnte. Doch als Melanie und ich nach einigen Stunden, leicht angeheitert, zurückkamen, war kein Blut geflossen und die Herrschaften pokerten gemütlich.

Was wirklich kaum zu denken gewesen wäre, wenn der „Vatertag“, der ja eigentlich gar kein Vatertag war, weil es nur eine Erfindung der Männer ist, damit sie einen Grund haben, ohne ihre Frauen, trinken zu gehen, vor den Muttertag gefallen wäre…



„NEIN!“, sagte der Chirurg bestimmt, während er versuchte, seinen besten Freund loszuwerden, der ihm nun schon seit einer geschlagenen halben Stunde, durch die Klinik folgte und der auch nicht lockerlassen wollte, „Komm schon Marc. So machen das Väter. Sie schnappen sich ihren besten Freund und machen ne Sauftour.“

„Mh. Mein Verhältnis zu Alkohol ist nicht gerade das Beste, wie du eigentlich wissen solltest und ich werde nicht, nüchtern, mit dir durch die Kneipen ziehen, während du ein Bier nach dem anderen kippst und nachher mehr quasselst, wie Hasenzahn und meine Schwester zusammen!“


Natürlich hatte Mehdi seinem besten Freund versprochen, ebenfalls nichts zu trinken und falls doch, darauf zu achten, dass Marc nicht über die Stränge schlug. Und weil Melanie und ich der Meinung waren, Marc sollte seinen ersten Vatertag so richtig genießen, luden wir unsere Väter dazu ein, die beiden zu begleiten. Papa und Olivier waren begeistert. Die beiden wollten ohnehin zusammen etwas unternehmen und da die Damen den Muttertag auch mit ihren Kindern verbringen konnten, befanden sie, sie hätten dasselbe Recht. Und Marc war absolut nicht darüber begeistert, dass Jochen nachher auch noch zu ihnen gestoßen war…

„Was will denn Jochen jetzt hier?“, raunte Marc dem Gynäkologen zu, der auf diese Frage, auch nur mit den Schultern zucken konnte und es kam noch härter, „Und warum zum Teufel, bringt er die blonde Pestbeule mit?“

Jochen und seine Begleitung, in Form von Thorben, wurden, der eine mehr, der andere weniger, herzlich begrüßt.


Tja, ein paar Gläser Bier, dem ein oder anderen Kurzen später, kam es, wie es kommen musste…


Das schmalzige Gesülze des Versicherungskaufmannes, ging ihm nun schon seit drei Stunden auf die Nerven und noch immer, hatte er nichts gesagt. Er fand, er hielt sich ganz gut. Immerhin hatte er Gretchen versprochen, sich zurückzuhalten. Thorben nicht bei jeder Gelegenheit, in der Luft zu zerreißen. Aber… Wenn man diesen Mann mehrere Stunden am Stück ertragen musste, konnte einem ja schon mal der Kragen platzen, oder? Und sie war ja auch nicht da.

„Sag mal Thorben“, sprach er den nichtsahnenden Versicherungskaufmann von der Seite ruhig an und erhielt sofort seine ungeteilte Aufmerksamkeit, „Wenn du deinen Kopf auf eine heiße Herdplatte drückst, bist du dann in der Lage dazu, zu riechen wie blöd du eigentlich bist?“

„Ähm… Hast du zu viel getrunken oder warum fragst du mich sowas?“

„Also, auf eine Frage, antwortet man nicht mit einer Gegenfrage. Aber das war schon mein Ernst, Thorbina. Ich verstehe nicht, was du hier machst“, noch immer bildeten sich mehrere Fragezeichen über Thorbens Kopf, also holte Marc für ihn etwas mehr aus, „Was berechtigt dich dazu, heute hier zu sein? Meines Wissens nach, hast du keine Kinder!“

Marc Meier glaubte, die kleine Erbse im Kopf seines Nebenbuhlers, arbeiten zu sehen. Doch anscheinend hatte er ihn nicht verstanden, denn er fing herzlich an zu lachen. Was auch Mehdi, Olivier und Franz irritierte. Der Einzige, der die Szenerie vor ihm mit Vorsicht begutachtete, war Jochen.

„Ich erziehe Sarah seit einigen Monaten mit. Ich habe Gretchen durch ihre Schwangerschaft begleitet und war nach der Geburt bei ihr. Ich glaube, ich habe einiges an Recht, den heutigen Tag zu feiern. Vielleicht sogar…“

„STOP!“, hob Marc die Hand, „Sarah, ist MEINE Tochter und mir ist es scheißegal, was du gemacht hast, noch tun wirst oder glaubst, getan zu haben. Sie braucht keinen zweiten Vater. Und schon mal keinen, der mit Flower-Power um die Ecke gewedelt kommt und meint, mit Arschkriechen könnte man das Leben meistern. Also pack deine sieben Sachen und verzieh dich zurück ins Abenteuerland!“


Danach war der Abend für die Männer gelaufen, denn Thorben und Marc, lagen sich, mal wieder, in den Haaren. Und ich war mal wieder die Leidtragende. Erst kam Thorben nach Hause und versuchte mir klarzumachen, dass Marc keineswegs der Vater wäre, den Sarah verdient hätte. Er sei nicht in der Lage dazu, sich erwachsen zu benehmen und seine eigene Meinung, zum Wohle anderer, hintenanzustellen. Zwei Tage später, hatte ich eine Auseinandersetzung mit Marc. Ich musste ihm, mal wieder, klarmachen, dass er sich zurückhalten sollte. Wenn es auch richtig ist, dass Thorben nicht Sarahs Vater ist, ist er der Mann an meiner Seite. Der Mann, der mit Sarah unter einem Dach wohnt und sie miterziehen wird – ob er will oder nicht.

Eigentlich hatte ich die Befürchtung, dass meine Worte ihn nicht erreichen würden – doch ich hatte mich getäuscht. Marc Olivier Meier, lief auf zur Hochform! Ob dies nun gut oder schlecht war, stand anfangs noch in den Sternen. Im Beisein unserer Tochter, hielt er sich ungewohnt zurück und auch Thorben gegenüber, war er betont freundlich. Beinahe wäre es unheimlich geworden, auch wenn wir uns über diese Wendung sehr freuten. Doch dann stellte sich heraus, dass Marc der größte Vollidiot unter der Sonne war…






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