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Choconussa Offline

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Beiträge: 311

10.06.2016 07:31
#26 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Vierundzwanzig - Battle with the heart




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Margarethe Haase, fernab von allen Problemen, saß in ihrem, viel zu großen Wohnzimmer auf einer rosafarbenen Plüschdecke auf dem Boden und belustigte ihre Tochter, die niedlich kicherte, wenn ihre Mama sie kitzelte. Dabei stahlen sich zwei unglaubliche Grübchen in ihr Gesicht und Gretchen wurde schlagartig bewusst, dass sie vor dem Leben einfach nicht davon laufen konnte.


Eigentlich war es ja ein Wunder, das niemand auf dem Foto schon erkannt hatte, das sie Marc`s Tochter war. Sie sah ihm so ähnlich. Okay, ihre Haare waren blond und noch waren ihre Augen blau aber das würde sich, laut Ratgeber, in zwei bis drei Jahren einpendeln. Vielleicht bekam sie ja auch so wunderschöne grüne Funkelaugen, wie ihr Papa.


Lächelnd hob Gretchen Sarah hoch und ließ sie "fliegen".


Sarah liebte es Flugzeug zu spielen und wie ein Jet durchs Wohnzimmer zu sausen. Jedenfalls war dies immer der Fall, wenn Thorben zu Hause war, doch der war noch immer auf Reisen. Dabei hätte sie ihn hier wirklich gebraucht.


„Na meine Süße“, sagte sie plötzlich ganz ernst zu ihrer Tochter, „sollen wir deinen richtigen Papa anrufen und ihm sagen, das es dich gibt? Hoffen das er kommt? Oder wollen wir einfach mal abwarten was passiert?“


Zur Antwort bekam sie nur ein Schmatzen, als Sarah anfing an ihren Händen zu nuckeln. Da hatte wohl jemand Hunger.


Marc würde nun wohl sagen, "Wie die Mutter, so die Tochter", doch schnell schob Gretchen diesen Gedanken wieder beiseite.



Nachdem sie Sarah gestillt hatte, das Wohnzimmer wieder auf Vordermann gebracht hatte und duschen war, wollte sie noch ein wenig fernsehen. Ungeduldig zappte sie sich durch die Programme und suchte eine Sendung, die man sich länger wie fünfzehn Minuten anschauen konnte, ohne total Matsche im Kopf zu werden. Die RTL Sender fielen also schon mal flach, denn um diese Uhrzeit würde sicherlich nur die Wiederholung des Nachmittagsprogramms laufen und das würde sie sich ganz sicher nicht antun. Kopfschmerzen hatte sie ohnehin schon zu genüge, vom nachdenken, da brauchte sie sich nicht noch freiwillig selbst quälen.


Sie war so vertieft in ihrem Tun, dass sie gar nicht mitbekam, wie sich ein Schlüssel in der Tür drehte und Thorben rief: „Liebling, ich bin wieder da!“


Viel zu sehr war sie mit der Frage, ob oder ob nicht, beschäftigt.


„Schatz?“, fragte Thorben leise, als er sich zu ihr setzte und seine Hand auf ihren Oberschenkel legte.


Gretchen zuckte erschrocken zusammen und sah ihren Besucher mit großen Augen an.


„Thorben! Wie schön! Was.. Was machst du denn schon hier? Ich dachte, du kommst nicht vor nächster Woche wieder!“, sie fiel ihm um den Hals.


Zwar etwas zögerlich und später als er es erwartet hatte, doch er war beruhigt. Die ganze Zeit, in der er nicht bei ihr sein konnte, hatte er Angst, sie könnte vielleicht doch noch auf die Idee kommen Marc anzurufen. Aus welchen Gründen auch immer. Noch immer bekam er einfach nicht aus dem Kopf was Sebastian ihm erzählt hatte und was er in den letzten Wochen am Telefon zu hören bekam.


Dieser Meier schien wirklich noch sehr an ihr zu hängen und er war sich ziemlich sicher, dass sie sich von ihm um den Finger wickeln lassen würde, wenn er den Mund aufmachen würde und ihr sagte, das er sie liebte. Das musste er um jeden Preis verhindern. Weswegen er nun auch schon wieder da war. Eigentlich wäre er noch mindestens eine Woche unterwegs gewesen. Doch er wollte unbedingt bei seinem Gretchen sein, sie wieder in seinen Armen halten, seine Tochter wieder sehen.


Um nichts in der Welt, würde er seine Frauen aufgeben.


„Ich habe euch vermisst“, hauchte er leise und zog ihren Kopf zu einem zärtlichen Kuss heran.


Ein Kuss, der nicht lange zärtlich blieb.


Kurze Zeit später, wurde Thorben leidenschaftlicher. Er küsste sie mit solch einer Hingabe, dass es ihr beinahe schwindelig wurde. Seine Hände wanderten über ihren ganzen Körper, fest, unkontrolliert. In Gedanken war er schon längst in dem großen Bett, zwei Zimmer weiter, doch er wollte auch nicht zu aufdringlich wirken, denn irgendwie schien sie nicht ganz bei der Sache zu sein. Und damit lag er gar nicht mal so falsch.


Sie dachte an Marc.


Wie er sie küsste, berührte, liebte. Und sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie an ihn dachte, während sie hier von einem anderen Mann geküsst wurde. Einem Mann, der sie liebte und sich wirklich Mühe gab. Doch die Gedanken ließen sich einfach nicht vertreiben. Seit diesem einen Wochenende, dem Kuss auf der Treppe, dachte sie immer öfter an ihn. Träumte von ihm, wie sie glücklich waren - als Familie.


Das musste aufhören!


Auf der Stelle. Schnell übernahm sie das Ruder, wurde dringender, stöhnte leise und zog Thorben schließlich ins Schlafzimmer, wo sie sich stundenlang liebten.


Heiß und innig.


Er küsste ihren Hals, verwöhnte ihre Brüste und war so zärtlich wie immer. Er sagte ihr tausend Mal wie schön sie war, wie sehr er sie liebte und sie versicherte ihm, ihn auch zu lieben.


Und als sie die Augen schloss, um das Gefühl zu genießen, sah sie grüne Augen, in denen ein Feuer loderte, welches ihr eine Gänsehaut bescherte.


„Was ist heute los mit dir?“, fragte Thorben und beobachtete sein Mädchen genau. Irgendwas war im Busch und er wollte wissen, was!


„Ich.. Weißt du.. Also.. Melanie hat angerufen.“


„Meier?!“


„Ja“, flüsterte sich weinerlich, „Sie weiß das Sarah, Marc`s Tochter ist und sie hat gesagt, sie würde es ihm sagen, wenn ich es nicht selbst tue.“


„Wie bitte? Was geht sie das bitteschön an? Ich denke, das ist doch wohl deine Entscheidung und ich kann dir nur nochmal sagen, dass es die richtige Entscheidung ist. Sie ist so ein wundervolles Mädchen. So einen Vater hat sie einfach nicht verdient“, sagte er schnell.


„Ich denke schon lange darüber nach und ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Ich will nicht, das er sie enttäuscht. Er ist nun mal nicht der Mensch, der ein großes Herz hat, so wie du“, ein paar Tränen suchten sich nun den Weg über ihre Wangen, „Ich will nicht, das er es von jemand anderem erfährt. Das würde ihn unglaublich wütend machen.“


„Ruf doch nochmal in München an und versuch Melanie zu erklären, das du es nicht möchtest, mhm? Vielleicht hat sie ja Verständnis dafür, wenn du ihr erklärst, das wir drei hier glücklich sind, so wie es ist und wir nicht wollen das sich da jemand zwischen drängt.“


Gretchen nickte ihm lächelnd zu. Sie würde irgendwann in München anrufen und mit Marc sprechen. Ihm sagen, das er eine Tochter hatte, sie ihn aber nicht bitten würde zu kommen, sich um sie zu kümmern. Er sollte es einfach nur wissen.




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Choconussa Offline

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10.06.2016 07:33
#27 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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Doch hätte ich gewusst, was das Schicksal für mich bereit hielt, hätte ich mir einfach nur die Decke über den Kopf gezogen und wäre für immer darunter liegen geblieben.

Natürlich kam ich nicht dazu in München anzurufen, denn das hatte schon jemand anderes für mich übernommen und zwei Tage nachdem ich meinen Entschluss gefasst hatte, wurde mein schlimmster Alptraum, Wirklichkeit.




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Choconussa Offline

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Beiträge: 311

12.06.2016 04:47
#28 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Fünfundzwanzig - Savin' me




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„Warum tust du dir das immer wieder an Marc? Wohin soll das denn noch führen?“, brüllte Olivier aus voller Kehle und verspürte große Lust seinen Sohn in eine Entzugsklinik zu stecken.


Nachdem er und Melanie ihn so betrunken auf der Bank aufgelesen hatten, hatten sie ihn nach Hause gefahren, unter die kalte Dusche gestellt und umgezogen. Die ganze Zeit hatte er es ohne Knurren und Murren hingenommen, doch nun war er es leid.


Ihm platzte hier beinahe der Schädel und sein lieber Herr Vater hatte nichts besseres zu tun, als zu brüllen.


Doch anstatt auch lauter oder ausfallend zu werden, nuschelte er nur: „Lass mich allein!“


„Und dann? Torkelst du dann zu deiner Minibar und lässt dich weiterhin volllaufen? Melanie..“, er sah zu seiner Tochter herüber, die etwas unbeholfen an der Balkontür stand, „sieh zu, das alles alkoholische den Weg durch den Abfluss findet!!!“


Olivier war wirklich außer sich vor Sorge und gerade als Melanie ihrem Vater den Gefallen tun wollte und die Minibar fast erreicht hatte, stand Marc auf, griff sie fest am Handgelenk und knurrte: „Das wagst du dich nicht!“


„Wir machen uns doch nur Sorgen Marc, wir wollen dir helfen!“, hauchte sie ihm zu und sah ihm tief in die Augen.



Smaragdgrün traf auf Smaragdgrün und die Dämme brachen.



Die Mauer die er gezogen und aufrecht gehalten hatte, brach in sich zusammen. Er brauchte keine Hilfe, ihm wurde bereits genug geholfen.


Von Hasenzahn, Nina, seinen Eltern. Seine Schwester konnte zwar nichts dafür, doch wenn er genau darüber nachdachte, war sie es gewesen.


Sie war der Grund gewesen. Sie und ihre Mutter.


„Ihr habt mir alle schon genug geholfen“, schrie er nun doch und Melanie wich ein Stück von ihm zurück, „Am meisten hast du mir geholfen“, sagte er zu Olivier, „du und...“


„Deine Mutter“, seufzte der Chefarzt auf, „na los sag es schon! Das ist es doch, oder?“


Und ja, das war es!


Der Knoten, der sich so lange festgezurrt hatte, riss endlich und Marc lies all die schlechten Gedanken heraus. Er lief von rechts nach links, fuchtelte wild mit den Händen herum. Endlich konnte er über die gescheiterte Ehe sprechen. Darüber, wie sehr ihn das alles mitgenommen hatte. Die Schreie, die Vorwürfe, die Tatsache das sein Vater fremd ging.


Allein mit seiner gebrochenen Mutter, die ihre Trauer zwar verarbeitete, ihn aber nicht mehr beachtete.


„Ihr habt mich doch zu dem gemacht, der ich heute bin! Ihr mit eurer beschissenen Scheinehe! Warum?“, fragte er aufgewühlt, „Damit ich in geregelten Verhältnissen aufwachse? Mein Gott! Das was ich mitmachen musste, war schlimmer als die Wahrheit“, er blieb stehen und sah traurig zu seinem Vater herüber, der wie bestellt und nicht abgeholt inmitten des Raumes stand, „Sie hat dich geliebt“, flüsterte er, „Ihr ganzes verschissenes Leben lang hat sie dich geliebt! Und was machst du? Du gehst ihr fremd. Sie ist nach alldem nur noch ein Wrack. Das hat EURE Liebe aus ihr gemacht und wo stehe ich heute? Ich weiß nicht mehr ein noch aus. Ich kann nicht schlafen, ich kann nicht klar denken, die Arbeit macht mir keinen Spaß mehr....ich...“


„Marc! Ich habe deine Mutter auch geliebt! Schau nicht so..“, sagte Olivier als Marc ihn ungläubig und vielleicht auch ein kleines bisschen höhnisch ansah, „Ich habe versucht, ihr alles zu ermöglichen. Euch beiden. Weil ich nicht so oft da war, habe ich ihr Studium finanziert damit sie schreiben konnte und nicht mehr im Einzelhandel an der Kasse stehen musste. Damit sie für dich da ist und du nicht den halben Tag allein zu Hause sein musst! Ich habe ihr das Haus gekauft, in dem sie noch immer lebt. Ihr die Schreibmaschinen gezahlt. Ich bin für alles allein aufgekommen, bis sie mit einem ihrer Bücher endlich mal Erfolg hatte und den habe ich ihr gegönnt. Du hattest immer alles was du brauchtest, dir hat es an nichts gefehlt“, er sah zu seinem Sohn der gehässig grinsend mit dem Kopf schüttelte, „Für euch habe ich alles getan. Aber sag, was hat sie gemacht? War sie immer für dich da? Hattest du immer warmes Essen auf dem Tisch stehen, wenn du nach Hause gekommen bist? Hattest du jemanden, mit dem du über deine Probleme reden konntest?“


Nein, diesen Menschen hatte er nicht gehabt.


Sein Vater war viel im Krankenhaus, auf Weiterbildungen, in der Uni. Er hat viel gearbeitet, damit sie den Lebensstandard, den sie hatten, nicht aufgeben mussten. Aber wenn er dann mal zu Hause war, war er immer darum bemüht, viel Zeit mit seinem Sohn zu verbringen. Sie gingen oft zum Angeln.


Olivier war ihm damals eine unglaubliche Stütze gewesen.


„Sie ist wenigstens nicht abgehauen!“, sagte Marc schließlich enttäuscht.


Denn das war er wirklich gewesen. Enttäuscht darüber, dass sein Vorbild, nicht der war, der er dachte wer er war. Darüber das er allein war mit seiner Mutter, die nur noch sich selbst liebte. Die sich nur noch für ihre Belange interessierte.


„Ich bin dir zuliebe gegangen, Marc..“, liebevoll legte er eine Hand auf die angespannte Schulter seines Sohnes, „Ich wollte dich mitnehmen. Dieser dämliche Rosenkrieg war nicht gut für dich und...“


„Ach!“, stieß Marc aus, „Das ist dir aber früh aufgefallen, nach, warte mal.. VIER JAHREN“, die Ironie war aus seiner Stimme gewichen und blanke Wut offenbarte sich den beiden, für Marc doch eher, unerwünschten Gästen und Marc war noch lange nicht fertig, „Ich musste vier Jahre eure Trennung ertragen, weitere drei Jahre Scheidung! Meinst du, ich habe euch nicht streiten gehört? Meinst du, ich wusste nicht, das du eine andere hattest, in die du dich verliebt hast? Das einzige was ich nicht wusste war, das sie schwanger war“, ein Seitenblick auf Melanie zeigte ihm, das sie sehr wohl verstanden hatte, was er damit meinte, „Weißt du, die Anwälte sind nachher bei uns nur so ein- und ausgegangen!“


„Mit denen deine Mutter Affären hatte. Genauso wie mit dem Gärtner, den sie eingestellt hat, dem Kurier, dem Verleger. Sie hatte auch keine weiße Weste“, unterbrach Olivier seinen Sohn abermals.


Ja er hatte Fehler gemacht und er war sicherlich nicht stolz darauf, aber das Elke ihn als alleinigen Sündenbock hingestellt hatte, empfand er als eine Frechheit. Sie haben sich beide ziemlich daneben benommen, die Gefühle des anderen mit Füßen getreten.


Zu einer Trennung gehörten meistens zwei!


„Du hast sie nicht gesehen“, Marc wurde mit einem Mal ganz still und ließ sich langsam auf einem der Barhocker nieder, „Abends, allein im Sessel. Betrunken. Sie hat Rotz und Wasser geheult. Sie hat MIR die Schuld gegeben. Seit meiner Geburt wäre ja alles anders geworden. Ich will nur eines wissen: Warum hast du das getan, wenn du uns doch so sehr geliebt hast?!“


Perplex sah Olivier seinem fünfunddreißig Jährigen Sohn in die Augen, der auf einmal, so verloren wie er da auf seinem Barhocker saß, aussah wie ein vierzehnjähriger Junge.


Eben dieser Junge, den er vor einundzwanzig Jahren verlassen und mit seiner Mutter allein gelassen hatte, weil er sich in seine OP-Schwester verliebt hatte und diese mit Melanie schwanger wurde.




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Choconussa Offline

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16.06.2016 00:22
#29 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Sechsundzwanzig - All good things (Come to an End)




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Da stand er nun, in der Wohnung seines Sohnes und fand die richtigen Worte nicht. Wie sollte er ihm denn nun erklären, wie schwer das alles damals für ihn war, ohne ihm das Gefühl zu geben, nicht zu verstehen, wie schlimm so eine Trennung auch für die Seele eines Kindes ist? Wie sollte er ihm denn zeigen, wie wichtig er ihm war, wenn er sich damals so mir nichts, dir nichts aus dem Staub gemacht hatte? Vor allem, wie konnte er seinem Sohn helfen?


Er war gebrochen. Marc hatte Angst.


Das wurde ihm nun zum ersten Mal, seitdem er in München war, bewusst. Deswegen hatte er Gretchen verlassen, nicht weil er sie nicht liebte. Sein Sohn liebte diese Frau wahrscheinlich mehr als sich selbst und hatte sie deswegen verlassen, weil er sie nicht enttäuschen, verletzen wollte.


Nach einer Weile fing er langsam an zu sprechen.


„Deine Mutter hat angefangen sich zu verändern, nachdem ihr Buch so eingeschlagen war. Sie war einfach nicht mehr der Mensch, in den ich mich verliebt hatte und sie schlief lieber mit ihrem Verleger, als mit mir. Ich wusste es und sie wusste, das ich es wusste, warum also sollte ich noch den Schein wahren und so tun als wäre nichts passiert? Ich fing also an mit Melanies Mutter auszugehen. Ich habe mich in sie verliebt“, versuchte er so vorsichtig wie möglich, sich zu erklären um keines seiner Kinder, welche ihn beide erwartungsvoll ansahen, zu verletzen. An Marc gewandt fuhr er fort, „Deine Mutter und ich hatten nach langer Überlegung beschlossen, dir zu liebe, die Ehe aufrecht zu erhalten. Sie schlief weiterhin mit Gott und der Welt, während ich immer öfter bei Irene war. Es lief auch eigentlich ganz gut und es wäre alles so geblieben wie es gewesen ist, doch Irene wurde schwanger. Als ich es Elke sagte, ist sie ausgetickt. Obwohl wir eigentlich nichts mehr gemeinsam hatten, warf sie mir vor, sie nie geliebt zu haben. Sie hat Teller, Tassen und den Marmoraschenbecher nach mir geworfen. Von da an ging alles den Bach runter und wurde immer schwieriger.“


In Gedanken, nickte Marc langsam. Er erinnerte sich.


An diesem Abend war er später nach Hause gekommen. Als er seine Tasche abstellen wollte, hörte er den Krach aus dem Wohnzimmer und wusste, dass sein Vater da sein musste. Immer wenn er da gewesen war, wurde es zu Hause laut. Doch er konnte kein Gespräch ausmachen. Er hatte nur seine Mutter schreien gehört und wie sein Vater versuchte, sie zu beruhigen. Nach diesem Abend kam sein Vater nicht mehr. Er sah ihn nie wieder, bis zu dem Tag, an dem er in München angekommen war.


„Nein“, schnaufte er auf, „Für euch wurde es nicht schwieriger. Für euch war alles klar gewesen. Für mich allerdings nicht! Ich hab gar nicht verstanden, was auf einmal los war, auch wenn ich wusste, dass ihr beide euch doch eigentlich schon getrennt hattet. Du warst trotzdem da und dann auf einmal nicht mehr. Ich war mit Mutter allein und für mich war es schwer. Immer!“


Aufgewühlt fuhr er sich durch die Haare, stand auf und lief zu seinem Vorratsschrank, um sich eine Limonade zu holen. Alkohol konnte er selbst nicht mehr sehen, auch wenn ihm gerade danach war, einfach sein Gedankenkarussell abzustellen. Doch er musste langsam nüchtern werden, sonst würde er nachher noch Dinge sagen, die er sich selbst nicht einmal eingestand.


Melanie stand noch immer wie bestellt und nicht abgeholt vor der Minibar und traute sich nicht, sich zu bewegen, geschweige denn auf sich aufmerksam zu machen. Sie wusste ja nicht, dass sie der Grund für Marcs Leiden war und sie war sich fast ganz sicher, dass er sie dafür verantwortlich machen würde.


Soviel zur heilen Familie.


Doch Marc hatte gar nicht die Absicht, seine Schwester dafür zu hassen. Sie konnte doch nichts dafür, dass ihre Eltern sich benehmen mussten wie Kinder. Dass sie ohne Rücksicht auf Verluste, alles und jeden verletzten. Als Marc sah, wie traurig sie da stand und auf den Boden sah, ging er auf sie zu, nahm sie fest in den Arm und drückte ihr einen kleinen Kuss auf den Scheitel. Sie konnte nichts dafür und sie sollte es sich nicht wagen, sich Schuldgefühle einzureden und noch viel wichtiger, sie sollte wissen, dass er sie liebte.


Stundenlang diskutierten Marc und sein Vater noch darüber, was alles schiefgelaufen war und Olivier wollte unbedingt wissen, was mit seinem Sohn los war. Wo der Mann geblieben war, der ehrgeizig gewesen war, wusste was er wollte. Von diesem Marc war nicht mehr viel übrig geblieben.


„Weil deine Mutter dir eingetrichtert hat, Liebe würde nur Schwierigkeiten bringen, wehtun, es wäre eine Illusion, der du dich nicht hingeben sollst. Familie steht einem ja nur im Wege, wenn man Karriere machen will“, Olivier war vollkommen in Rage und schlug mit der Hand auf den Tisch, „Glaubst du diesen Schwachsinn etwa?“


Marc, der in der letzten Viertelstunde keinen Mucks von sich gegeben hatte, wirkte müde, doch er war niedergeschlagen.


„Liebe tut weh!“, flüsterte er, strich sich durchs Gesicht und dachte dabei insbesondere an Gretchen. Wie oft sie geweint hatte, wie oft er ihr wehgetan hatte, nur weil sie ihn liebte. Und wie schlecht es ihm jetzt gerade ging, weil er sie auch liebte und es einfach nicht ertragen konnte, zu wissen, oder eben auch nicht, was sie gerade mit Thorben tat.


„Nein Marc..“, widersprach Olivier lächelnd, „Liebe kann wunderschön sein. Wenn man es nur zulässt.“


Mit hochgezogener Augenbraue sah er erst zu seinem Vater auf, der ihn angrinste und dann zu Melanie herüber, die ihm zunickte. Es zulassen? Er sollte die Liebe zulassen?! Das hatte er doch getan. Nicht nur bei Gretchen. Nein, auch Ninas Liebe und seine Liebe zu ihr, hatte er zugelassen. Auch diese Liebe tat weh. Ihnen beiden!



Flashback



Seit einer Stunde saß er nun auf seinem Sofa und versuchte, nicht auf das Treiben in seiner Wohnung zu achten. Nina trampelte jedoch wütend durch jeden Raum, schmiss Schranktüren, Türen und schnaubte immer mal wieder sauer auf. Dabei hatte sie eigentlich gar keinen Grund sauer zu sein, immerhin hatte sie ihn betrogen.. Na ja.. Jedenfalls hatte sie damit angefangen.


Eine Stunde zuvor:

„Marc, wie hieß sie?“, schrie sie und warf mit einer Vase nach ihm, der er gerade noch so ausweichen konnte, „Marie, Sophie oder doch eher Tanja?“

„Sie heißt Alexandra“, sagte er genervt und machte damit alles nur noch schlimmer.

Anstatt mit der Gardinenstange nach ihm zu werfen, ging sie damit auf ihn zu und schlug auf ihn ein, mit den Worten: „War sie DAS wert?“

„Entschuldige mal bitte.. War Paul es dir wert? Vergiss nicht, wer mit dem Scheiß angefangen hat“, verteidigte er sich und hielt sie fest.



Jetzt saß er hier und sah ihr dabei zu, wie sie ihre sieben Sachen zusammen kramte, um zu gehen. Er wusste nicht genau, warum es ihm so viel ausmachte. Immerhin war das Glücksgefühl nicht erst seit gestern nicht mehr wirklich vorhanden. Doch irgendwas in seiner Brust, erschwerte ihm das Atmen.



Flashback Ende



Er war doch genauso ein Arsch wie sein Vater und das wollte er Gretchen auf keinen Fall antun. Das hatte sie einfach nicht verdient.


„Warum fährst du nicht einfach zu ihr und sprichst dich mit ihr aus, anstatt dich hier so zu quälen Marc?“, meldete sich nun auch Melanie zu Wort. Sie konnte es einfach nicht mehr mit ansehen, wie ihr Bruder sich selbst zerstörte.


„Warum wohl?“


„Weil sie dir in deiner Lebensplanung rumgefuchtelt hat! Was im Übrigen einfach kindisch ist.“


„Nein!“, fuhr er sie wütend an, „Weil ich sie liebe!“


„Deswegen tust du euch das an?“, fragte sie verständnislos, „Damit sorgst du doch selbst dafür, das dir die Liebe, zu ihr, wehtut!“


„Tja, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!“


Plötzlich klingelte das Telefon und nachdem Marc nicht den Eindruck machte, aufstehen zu wollen, stand Melanie auf um selbst den Anruf entgegen zu nehmen.


„Bei Meier“, flötete sie freundlich und erschrak leicht, als sie die Stimme von Mehdi wahrnahm.




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Choconussa Offline

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16.06.2016 00:22
#30 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Siebenundzwanzig - Drive By




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„Melanie?“, fragte Mehdi verwundert, bevor er sich wieder fasste und zu seinem Anliegen kam, „Was machst... Ach, egal! Marc da?“


„Äh, ja.. was.. also“, stotterte sie, denn sie hatte nicht damit gerechnet und Marc wusste ja auch noch gar nichts darüber, dass die beiden schon seit längerem in Kontakt standen.


„Halt einfach die Klappe und geb mir deinen Bruder. Es ist dringend!“, sagte er schnell.


„Okay!“, sie hielt Marc den Hörer hin und sagte: „Für dich!“


„Kaum zu glauben“, antwortete Marc mit sarkastischem Unterton, „das bei mir zu Hause jemand für MICH anruft“, kopfschüttelnd hielt er sich das Telefon ans Ohr, „Meier!“


„Kaan! Hör zu Marc.. Du musst sofort herkommen!“


„Wüsste nicht warum. Gute Nacht!“


„Gretchen hatte einen Unfall“, sagte Mehdi schnell.


„WAS? Wann?“, schrie er und schmiss beim Aufstehen den Stuhl um. Verwundert sahen Olivier und Melanie, Marc dabei zu, wie er sich umzog und aufgeregt mit Mehdi sprach.


„Es sieht wirklich schlimm aus. Sie wurde vor zehn Minuten eingeliefert“, sagte Mehdi traurig.


„Ich fahr sofort los!“



Doch zwei Stunden später, saß er genervt auf dem Beifahrersitz seines eigenen Wagens.


Nachdem er aufgelegt hatte, wollte er nach seinen Autoschlüsseln greifen, doch die lagen nicht da, wo sie eigentlich liegen sollten, sondern waren in Oliviers Händen und der wollte den Schlüssel nicht rausrücken. Er sei noch immer alkoholisiert und er würde ihn unter keinen Umständen so fahren lassen.


Ein Taxi wollte er rufen!


Nach einer kurzen Diskussion darüber, dass er ja wohl alt genug wäre und sich sicherlich nichts mehr von seinem Vater sagen ließ, erbarmte sich Melanie seiner und bot an, ihn zu fahren. Auch das ging dem Chirurgen deutlich gegen den Strich, er brauchte ja wohl keinen Babysitter, doch Olivier ließ sich nicht erweichen.


„Fahr doch noch langsamer“, knurrte er und sah seine Schwester aus dem Augenwinkel an, die sich, trotz leerer Autobahn, zu konzentrieren schien.


„Ich möchte einfach nur vermeiden, dass wir beide uns nachher zu ihr gesellen können“, sagte sie und brachte damit ihren Bruder zum Schweigen.


Wenn sie eines in der letzten Zeit gelernt hatte, dann dass Marc absolut handzahm werden konnte, wenn es um sein Gretchen ging. Lächelnd nahm sie zur Kenntnis, dass er die Lippen aufeinander presste und seinen Blick wieder nach vorn richtete. Ihr war zwar klar, das ihm so einige Gemeinheiten auf der Zunge lagen, doch wusste er auch, dass sie durchaus dazu in der Lage war, ihr Tempo noch zu verlangsamen.


Die Fahrt verlief weitgehend schweigend, weil jeder seinen eigenen Gedanken nachhing, jedenfalls bis Marc das Handschuhfach öffnete und darin lauter "Klopfer" zum Vorschein kamen, von denen er sich sogleich einen genehmigte.


„Du hast sie doch wohl nicht mehr alle! Lass das!“


„Pass auf! Wenn ich schon nicht mit MEINEM Wagen nach Berlin fahren kann, dann lass mich in MEINEM Wagen wenigstens tun, was ich will.“


„Sicher. Gretchen wird sich bestimmt freuen, wenn eine Schnapsleiche an ihrem Bett auf sie wartet“, höhnte sie und sah hilflos dabei zu, wie er sich den nächsten öffnete.


Kurz war sie versucht, einfach an die Seite zu fahren, stehen zu bleiben und ihm die Fläschchen rektal einzuführen, damit er vielleicht mal verstand, das es so einfach nicht weiter ging. Doch sie besann sich eines Besseren.


Auf halber Strecke, musste Marc plötzlich dringend für kleine Starchirurgen und so fuhr seine Schwester auf die nächste Raststätte. So schnell wie ihr Bruder aus dem Wagen gestiegen und in einer der Toiletten verschwunden war, konnte sie gar nicht schauen - doch sie hoffte, dass er etwas länger brauchen würde, um das, was er getrunken hatte, abzulassen.


Denn sie wollte schnell ihren Vater anrufen, um Marc zu bestrafen. Kurzerhand hatte sie die Schnellwahltaste gedrückt und ziemlich zügig wurde am anderen Ende der Leitung abgenommen. Zuerst musste sie dem Fragenhagel irgendwie ausweichen, denn es hätte ja auch gut und gerne sein können, dass etwas passiert war.


Als Melanie es geschafft hatte, ihren Vater zu beruhigen, kam sie prompt zu ihrem eigentlichen Anliegen. Olivier war sehr verwundert darüber und er fand es vielleicht auch eine schlechte Idee, doch wenn seine Tochter sich was in den Kopf gesetzt hatte, würde sie es auch durchziehen, also gab er nach und versprach ihr, das was sie wissen wollte, via SMS zu senden.


Marc hatte tatsächlich etwas länger gebraucht als gedacht, aber nicht weil er so dringend musste, sondern weil irgendwo die Emotionen hin mussten, die ihn zu übermannen drohten. Er hatte eine so unglaubliche Angst um Gretchen, dass es ihn in den Wahnsinn trieb. Kaltes Wasser in seinem Gesicht, Türen treten und Wände schlagen, halfen allerdings nur mäßig.


Zudem wollte er noch schnell eine rauchen und weil Melanie strenge Nichtraucherin war, nahm er in ihrer Gegenwart, hin und wieder mal Rücksicht.


So stand das Geschwisterpaar, mitten in der Nacht, auf irgendeiner Raststätte und betete, dass in Berlin alles gut ging. Melanie versuchte beruhigende Worte zu finden, doch das alles wollte Marc nicht hören. Er wollte nicht noch mehr darüber nachdenken müssen, als er es schon tat.


Und so schlief er dann während der restlichen Fahrt ein.


Kurz nachdem sie in Berlin von der Autobahn abgefahren waren und Marc lächelnd durch die Gegend geschaut hatte, fuhr sein Kopf blitzschnell zu Melanie herum.


„Was machen wir HIER?“, fragte er verunsichert und Melanie antwortete mit einem Grinsen, als sie den Schlüssel im Zündschloss umdrehte, „Du bist so betrunken, du solltest schlafen. Und wo kann ein Mann dies besser, als bei seiner Mutter?“


Lachend stieg sie aus und ehe Marc auch nur handeln konnte, war sie schon an der Tür und schellte Sturm. Gequält sah er hinauf in den Himmel und betete zu Gott, dass seine Mutter irgendwann in den letzten Monaten einen Hörsturz erlitten hatte und nicht öffnete. Doch das Glück war ihm nicht hold. Im Flur ging das Licht an und schon stand Elke Fischer in ihrem schwarzen Satin Morgenmantel in der Tür und traute ihren Augen nicht.


„Marc Olivier“, raunte sie mit ihrer rauchigen Stimme, die Männer in den Wahnsinn trieb, „Was machst du denn hier und wer ist diese Person?“


Das hatte ihm gerade noch gefehlt.


„Nenn mich nicht so Mutter! Das ist Melanie.“


„Meier“, fügte Melanie lächelnd an, ohne darüber nachzudenken, was sie damit ins Rollen brachte.


Theatralisch, wie die Erfolgsautorin nun mal war, griff sie sich stöhnend an den Kopf und hauchte gespielt geschwächt, „Du hast geheiratet? Ich glaube, ich bekomme einen Schlaganfall! Was fällt dir ein, mich nicht darüber zu informieren Olivier?“


„Du sollst mich nicht so nennen Mutter“, maulte er, nachdem er genervt aufgestöhnt und sich darüber gewundert hatte, dass sie diesmal was anderes als einen Herzinfarkt bekam, „Sie ist nicht meine Frau sondern meine Schwester“, er drückte sich mit Melanie am Arm an seiner sprachlosen Mutter vorbei ins Haus.


„Die Tochter von Oli und Irene?“, quiekte sie ungewohnt, ehe sie die Haustür schloss und den beiden Geschwistern ins Wohnzimmer folgte.



Melanie fühlte sich unglaublich deplatziert. Man, besser gesagt Elke, behandelte sie wie Luft und wäre Marc wohl nicht da, würde sie verdursten. Denn Frau Fischer hatte es vorgezogen, nur sich und ihrem Sohn ein Glas Wasser aus der Küche zu holen. Es kränkte Melanie keinesfalls, immerhin konnte sie erahnen, warum Marcs Mutter so unterkühlt war, aber sie fühlte sich wie das fünfte Rad am Wagen.


„Das ist ja alles schön und gut mein Junge. Du hast mir allerdings noch immer nicht erklärt, warum du mitten in der Nacht bei mir vor der Tür stehst“, sagte Elke und sah Marc durchdringend an, der angefangen hatte, auf seiner Zunge herum zu kauen.


„Gretchen hatte einen Unfall und ich wollte nach ihr sehen“, rückte er schließlich mit der Sprache heraus - jedoch ohne seine Mutter anzusehen.


Ihr wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht. Nicht weil sie sich Sorgen um Frau Doktor Haase machte, die sich, persönlich um ihre Anliegen gekümmert hatte, seitdem Marc in München war, sondern weil sie nicht glauben konnte, dass ihr Sohn wegen dieser Person zurück nach Berlin kam. Immerhin war er ja ihretwegen gegangen und hatte sie, seine Mutter, die ihm jahrelang ein intaktes Heim geschenkt hatte, allein gelassen. Es beleidigte sie zutiefst, dass ihr Sohn nicht ihretwegen gekommen war. Weil er sich vielleicht Sorgen um seine liebe Frau Mama machte oder sie sogar vermisste. Nein! Alles drehte sich immer nur um diesen dicken Haasen.


„Na dann bist du hier aber falsch. Sie ist nicht hier und ich wäre auch sehr froh, wenn dies so bleiben würde Olivier“, nachdem sie ihrem Sohn nochmal einen unmissverständlichen Blick zugeworfen hatte, stand sie auf und ging hoch erhobenen Hauptes mit den Worten, „Du weißt ja, wo du schlafen kannst!“, wieder hinauf in ihr Schlafzimmer.


Als Elke außer Hörweite war, wollte Melanie wissen, ob alles okay wäre, worauf Marc nur belustigt aufgrunzen konnte.


Natürlich war nichts okay, aber warum sollte er ihr das nun auf die Nase binden? Anstatt mit ihr zu reden, schickte er sie rauf in sein Zimmer, sagte ihr sie solle sich ausruhen, er würde auf der Couch schlafen, wenn er denn schlafen konnte.




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19.06.2016 21:09
#31 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Achtundzwanzig - Beautiful Liar




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Wenn ein lebensfroher Mensch am nächsten Morgen in der Fischer Villa gewesen wäre, wäre dieser, seines Lebens nicht mehr froh geworden.



Elke Fischer war noch immer nicht darüber begeistert, das man sie zu so später Stunde aus dem Bett geschellt hatte, ihr Sohn nur wegen dieser dicken Ärztin da war und zu allem Übel auch noch die Tochter ihres Ex-Mannes mitgebracht hatte.


Diese Tochter, in Elkes Augen die Ausgeburt der Hölle, war ebenfalls schlechter Laune weil sie von ganz merkwürdigen Klängen aus einem der oberen Zimmer geweckt wurde. Wie sich herausstellte, war es Elkes morgendliches Yoga Programm, welches sie so unsanft aus dem Schlaf gerissen hatte.


Ja und Marc wurde von dem Gekeife der beiden Frauen wach, welches seine Kopfschmerzen nicht lindern konnte.


Und als er ins Krankenhaus fahren wollte, um endlich zu sehen wie es Gretchen ging, schlossen Elke und Melanie Freundschaft. Sie waren beide der Meinung, er solle nicht außer Haus gehen, wenn er noch nichts gegessen hatte. Gerade nicht nach dieser Menge Alkohol. Eine Neuigkeit, die die Erfolgsautorin erschütterte. Davon hatte sie gar nichts gewusst und sogleich war sie wieder beleidigt und setzte ihren Sohn zum ersten Mal, wirklich vor die Tür.



Ein Morgen mit den dickköpfigsten Menschen dieses Planeten, wäre wohl wirklich in niemandes Interesse.



Nachdem man ihn und seine bessere Hälfte unsanft nach draußen befördert hatte, wurde ein verwunderter Blick ausgetauscht, gleichzeitiges Schulterzucken und schon ging man Arm in Arm, lachend zum Wagen. Doch kaum am Steuer erstarb das Lachen, weil man sich daran erinnerte, weswegen man überhaupt in Berlin war.



Gretchen!



Keiner der beiden wusste, was denn nun genau mit ihr los war und Marc wollte so schnell wie möglich wissen, dass es ihr gut ging. Das Franz sie operiert hatte und man nicht einen anderen an sein Mädchen gelassen hatte. Das sie schon wieder wach war, lachen konnte und Schokolade essend in ihrem Bettchen saß. Er wollte sich mit ihr zanken, wenn er auf sie traf. Wollte sie necken, so wie er es immer tat, damit sie sich so süß aufregte, so wie sie es immer tat. Seine Hand zitterte als er den Schlüssel umdrehen wollte. Schon lange hatte er nicht mehr so eine Angst verspürt und er musste sich dringend ablenken.


Wie ein Formel 1 - Rennfahrer raste er durch Berlin und schlug im Takt der Musik, mit der Hand auf dem Lenkrad herum, während Melanie ihren Kopf an der kühlen Fensterscheibe angelehnt hatte und nur leicht mit ihrem linken Bein wippte. Der Fahrstil ihres Bruders war ihr mehr als bekannt und Angst hatte sie sicherlich keine.


Marc wusste schon was er tat, jedenfalls, meistens.


So kamen sie keine dreizehn Minuten später am Elisabeth-Krankenhaus in Berlin an und Marc musste schmunzeln als er sah, das sein Parkplatz, noch immer sein Parkplatz war. Niemand stand darauf und das Schild mit seinem Kennzeichen glänzte wie eh und je. Melanie unterdessen fragte sich, ob ihr Bruder wirklich mal in diesem Krankenhaus gearbeitet hatte. Es war im Gegensatz zur Uniklinik, wirklich winzig und sie konnte sich nicht vorstellen, das Marc und sein übergroßes Ego hier wirklich Platz hatten.


Doch im Inneren wurde ihr bewusst: Er hatte hier wirklich gearbeitet und er musste wohl auch hier gemeint haben, er wäre ein Gott!


Aus allen Ecken wurden ihnen Blicke zugeworfen, einige Schwestern fingen an verliebt zu lächeln, Ärzte stöhnten entnervt auf und Franz Haase suchte schnell das Weite, ehe sein bester Oberarzt ihn sah, immerhin hatte er Sarah im Arm, weil Bärbel mal kurz für kleine Hausfrauen verschwinden musste.



„Herr Doktor Meier“, hauchte eine kleine, etwas verwirrt wirkende Krankenschwester und Melanie wunderte sich über das dicke Grinsen, welches sich in Marcs Gesicht schlich.


„Sabine! Wie schön!“, sagte er freundlich, doch die Ironie hinter seinen Worten, hätte sogar ein Tauber herausgehört, „Wo ist Hasenzahn?“


„Das... Also.. Ich hab sie heute noch nicht gesehen. Aber sie wollte heute zu Schichtbeginn mit Doktor Kaan einen Kaffee trinken. Vielleicht sind die beiden ja in der Cafeteria, oder im Park, ooooooder aber sie sind in Doktor Kaans Büro. Die beiden trinken wirklich oft zusammen Kaffee und ich kann mir nicht immer merken wo die beiden... Doktor Meier?“, suchend drehte sie sich im Kreis, denn der Chirurg war verschwunden und ehe sie ihn sah, hörte sie ihn rufen, „Danke Sabine! Ich mach mich dann mal selbst auf die Suche!“


Typisch, dachte Marc wütend.


Die Frau hatte doch einfach von nichts eine Ahnung. Mehdi würde schon wissen auf welchem Zimmer sie lag, wenn man sie nicht auf die ITS verlegt hatte. Er steuerte geradewegs die Gynäkologie an, was die umstehenden Ärzte und Schwestern verwunderte, immerhin bekam ihn hier selten jemand her, es sei denn es ging um seine Mutter. Kurz vor der Bürotür blieb er stehen und holte einmal tief Luft.


Der Moment der Wahrheit!


Melanie sah die plötzliche Anspannung sofort und sie konnte es ihm nicht verübeln. Wenn es hier um jemanden gehen würde, den sie von ganzem Herzen liebte, würde sie auch Angst bekommen und nicht wissen wie sie damit umgehen soll. Doch entgegen seiner Gewohnheit, blieb Marc ganz ruhig. Aufmunternd lächelte sie ihm zu und gerade als er klopfen wollte, hielt er in seiner Bewegung inne, denn er hörte eine Stimme.


Eine Stimme, die eigentlich gar nicht da sein sollte, weil sie in der letzten Nacht einen Autounfall hatte, bei dem sie nicht so gut weggekommen war. Wo Marc verwundert mit erhobener Hand lauschend vor der Tür stand, fiel es Melanie wie Schuppen von den Augen. Leider reagierte sie viel zu langsam, denn Marc hatte bereits sein Ohr gegen eben jene Tür gedrückt und lauschte dem Gespräch im Inneren.



„Ja und was willst du jetzt genau tun?“, fragte Mehdi leise und Marc sah sein Gesicht, mit diesen ekelhaften Rehaugen, a la "Bitte, bitte liebe mich", direkt vor sich. Augenverdrehend wartete er auf die leidende Antwort von Gretchen.


„Mal ganz im Ernst! Ich mache nichts. Ich mein, wann war ich in München? Hat er sich mal gemeldet oder mal seinen Kopf angestrengt? Würde er das nämlich tun, wüsste er schon längst, das Sarah SEINE Tochter ist!“




MO-MENT! Wie war das gerade?




„Will die mich verarschen?“, sagte er leise und presste sein Ohr noch fester an die Tür.



„Gretchen, er denkt doch gar nicht darüber nach. Mensch, ruf ihn endlich an und sag es ihm“, hörte er Mehdi energischer sagen und in seinem eigenen Kopf bildeten sich Fragen über Fragen.




Sarah war SEINE Tochter? Mehdi wusste davon und sagte ihm nichts?



„Was ist los Marc?“, fragte Melanie besorgt und augenblicklich schnellte Marcs Kopf in ihre Richtung und er ging wütend auf sie zu, „Wusstest du das?“


„Wusste ich was?“


„Na das Gretchens Tochter auch MEINE Tochter ist?“, er musste sich wirklich zusammenreißen, nicht gleich drauf loszubrüllen und so wie es aussah, hatte er sein Schwesterherz auf dem falschen Fuß erwischt, denn er konnte quasi sehen, wie sie nach einer geeigneten Ausrede suchte.


„Äääääh..“


„Alles klar! Ich muss hier raus“, sagte er, schubste sie unsanft aus dem Weg und lief, schneller wie er hergelaufen war, wieder zurück. Das war zu viel an Informationen auf einmal für ihn. Zum einen, ging es Gretchen blendend und seine Sorge war unbegründet und zum anderen, hatte er auf einmal eine Tochter, die er gestern noch nicht hatte.


„Marc!“, rief sie über die Gänge der Chirurgie, „Jetzt warte doch mal!!!“





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Choconussa Offline

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23.06.2016 23:07
#32 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Neunundzwanzig - Ma Chérie




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Man war das zum Kotzen, wenn man in einer Stadt, die man nicht kannte, jemanden suchte, der nicht gefunden werden wollte. Seit geschlagenen vier Stunden lief sie nun schon plan- und orientierungslos durch Berlin. Auf der Suche nach einem äußerst unausstehlichen Marc.


Sie stellte es sich jedenfalls so vor. Immerhin hatte er mal eben so durch eine Tür erfahren, dass er schon seit einiger Zeit Papa war. Hätte sie sich eigentlich auch denken können, das er eben genauso reagiert wie er reagiert hatte. Und jetzt machte sie sich einfach nur Sorgen, dass er mal wieder Unsinn anstellte, in Form von Hochprozentigem.


Aber wo verdammt nochmal sollte sie denn bitte anfangen zu suchen? Elke würde sie ganz sicher nicht fragen. Und ob Mehdi anrufen eine gute Idee wäre? Viele Möglichkeiten hatte sie ja leider nicht. Sie schaute sich noch einmal um, bevor sie zu ihrem Smartphone griff. Irgendwie musste sie ihm ja erklären, wo sie gerade war. Straßennamen kannte sie nicht und ein Schild war weit und breit nicht in Sicht. Gegenüber auf der anderen Straßenseite war ein Cafe, welches gut besucht zu sein schien. Das würde er sicherlich kennen.



„Kaan, Elisabeth-Krankenhaus, Gynä..“, nahm Mehdi nach mehrmaligem Klingeln ab und wurde von einer sehr ungeduldigen Melanie unterbrochen, „Ja danke! Ich weiß, wen ich angerufen habe. Hast du meine Nummer noch immer nicht gespeichert? Ist ja auch egal jetzt“, sagte sie schnell, als sie hörte wie am anderen Ende der Leitung nach Luft geschnappt wurde, „Du musst mich abholen!“


„Ja Melanie, so gerne ich das auch tun würde, ich habe aber Dienst. Da kann ich nicht mal eben nach München kommen und dich abholen.“


„Ich bin in Berlin du Naseweis! Marc und ich sind heut Nacht, nachdem du angerufen hast, direkt losgefahren und eigentlich waren wir auch schon im Krankenhaus, aber jetzt bin ich hier irgendwo und weiß weder wo ich bin, noch wo Marc ist.“


„Und warum weißt du nicht, wo Marc ist?ׅ“


„Nachdem er an der Tür von deinem Büro gelauscht und gehört hat, das er Papa ist, ist er mir irgendwie abhanden gekommen“, zischte sie sauer.


„Ach herrje. So was das nun aber nicht geplant!“


„Wie war es denn geplant? Du hättest mir ja mal Bescheid sagen können, was du vorhast. Aber nein! Ich fahre mitten in der Nacht einen betrunkenen Marc nach Berlin, weil ich der Meinung bin, das Gretchen einen Unfall hatte und ich in dem Moment gar nicht daran gedacht habe, dass dies ein Versuch sein könnte, Marc irgendwie nach Berlin zu bekommen. Ja und jetzt steh ich hier am Arsch der Welt, vor einem Cafe und könnt kotzen! Ganz im Ernst Mehdi, du hast einiges wieder gut zu machen, nicht nur bei mir sondern auch bei Marc. Der weiß jetzt nämlich, das du es wusstest und das wird ihn sicherlich nicht freundlich stimmen, wenn man bedenkt wie lange und wie oft ihr miteinander telefoniert habt und ich wäre dir wirklich sehr verbunden wenn du mich JETZT auf der Stelle hier abholen könntest!“



Nach ihrem kleinen Vortrag, bejahte Mehdi und machte sich lächelnd auf den Weg zum Alex. Er hatte sie zwar noch nie gesehen aber es würde wohl nicht so schwer werden, eine aufgebrachte, brünette Frau zu finden, die grüne Augen hatte. Diese Augen kannte er zu genüge, immerhin war Marc seit Jahren sein bester Freund.


Als er in die belebte Straße einbog, verlangsamte er auf Schrittgeschwindigkeit, um besser zu sehen, wer da am Straßenrand wartete und als er sie sah, trat er unwillkürlich auf die Bremse.


Sie war wunderschön!


Schulterlanges, braunes Haar, welches sie offen trug, mit kleinen Wellen. Ein schicker Pony, der ihr ins Gesicht fiel, dieselben grünen Augen und ein unglaublich, sinnlich wirkender Mund. Er würde lügen, wenn er behaupten würde, dass ihm das was er sah, nicht gefiel.


Es gefiel ihm sogar sehr gut. Auch ihre Figur war einfach der Wahnsinn. Schlank, aber nicht zu schlank. Sie hatte eindeutig Hintern in der Hose und Mehdi spürte, wie sich seine Hose langsam verengte. Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Er hatte eindeutig zu wenig Sex.


„Dann wollen wir die holde Schönheit mal nicht noch länger warten lassen“, grinste er und öffnete das Fenster um den Kopf heraus zu strecken und „MELANIE“ zu rufen.


Angesprochene drehte sich auf dem Absatz um und machte ein erleichtertes Gesicht.


Ihre smaragdgrünen Augen leuchteten erfreut auf und ein kleines Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht, welches es für Mehdi noch um Längen schöner machte, als es ohnehin schon war.


„Hallo“, flötete sie ihm entgegen, als sie sich zu ihm in den Wagen setzte und ihn kurz darauf schon in eine herzliche Umarmung zog, „Schön dich endlich mal richtig kennen zulernen. Ja ich weiß, du denkst ich bin wie mein Bruder, aber da muss ich dich enttäuschen. Angst vor Menschen habe ich nämlich nicht.“


„Mhm.. Ich denke wir werden uns gut verstehen“, grinste Mehdi sie an, „Wohin soll es denn gehen, die Dame?“


„Wenn ich das wüsste!“


„Dann fahren wir erst mal ins Krankenhaus und überlegen uns dort, wo wir den Hitzkopf suchen.“



Auf der Gynäkologie angekommen, betraten die beiden zusammen den Behandlungsraum und trafen auf Schwester Gabi, die in einer Zeitschrift blätterte und ihren Obstsalat aß und da Melanie äußerst freundlich und gut erzogen war, ging sie sogleich mit erhobener Hand auf die Krankenschwester zu: „Hallo, ich bin Melanie und Sie sind?“


„Nicht an einem Gespräch interessiert! Mein Gott, kann man denn in diesem Krankenhaus nirgendwo in Ruhe Mittag machen?“, maulte Gabi drauf los und verwirrte somit die Münchnerin, „Ach und Doktor Kaan? Marc rennt hier wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gänge und sucht Sie. Sieht nicht sehr entspannt aus, der Gute.“


Mit einem letzten bösen Blick an Melanie, als ob sie ihr was getan hätte, stahl Gabi sich aus dem Büro und lies geräuschvoll die Tür ins Schloss fallen.


„Was hat sie denn?“, fragte die Chirurgin den Gynäkologen verwundert.


„Wer? Gabi? Das war doch voll normal. Kein Grund zur Sorge. Wir sollten uns lieber Sorgen darum machen, wie Marc wohl reagieren wird. Ich lass ihn mal ausrufen“, sagte Mehdi und griff zum Telefon um Sabine anzurufen, „Ja Kaan hier. Rufen Sie doch mal bitte Doktor Meier aus. Er möchte in mein Büro kommen.“


„Doktor Meier bitte in die Gynäkologie, Doktor Meier bitte!“, tönte die leise Stimmte von Sabine durch die Gänge des Krankenhauses und setzte einen jungen Starchirurgen in Alarmbereitschaft.


Der konnte was erleben!


Angetrieben von seiner Wut, stapfte Marc durchs Krankenhaus und nahm dabei keine Rücksicht darauf, ob er jemanden im Vorbeigehen anrempelte oder eben nicht.


Die schwere blaue Tür flog auf und zum Vorschein kam ein sehr gereizter Marc, auf den Melanie sofort zuging und sagte: „Mensch Marc ich hab mir Sorgen...“, doch das wollte er nicht hören.


Bestimmt schob er sie beiseite und knurrte „Zu dir komm ich gleich!“, ehe er mit geballter Faust auf seinen besten Freund zuging...




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Choconussa Offline

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24.06.2016 20:21
#33 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Dreißig - Are you ready for this...?




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...und zuschlug.



„Sag mal, spinnst du?“, spie Melanie ihrem Bruder entgegen, bevor sie direkt auf Mehdi zuging, der sich, mit schmerzverzerrtem Gesicht, die Hand vors linke Auge hielt.


„Das könnte ich ja wohl eher euch fragen!“, brüllte der aufgebrachte Chirurg, trat gegen den Mülleimer, der eindeutig in seinem Weg stand und registrierte erst spät, was sich da gerade vor seinen Augen abspielte, „Wann wolltet ihr mir das sagen, he? Wenn sie auf die Uni geht? Und was zum Teufel wird das hier eigentlich?“


Seine Schwester hielt den Kopf des Gynäkologen zärtlich in ihren Händen und nahm das malträtierte Auge genauestens unter die Lupe. Die beiden ignorierten den überforderten Papa, der sich dringend abreagieren musste. Das hatte er in den letzten vier Stunden, in denen er erst durch Berlin geheizt war, später dann hier her, ins Krankenhaus zurückgekommen war, um alles und jeden zur Sau zu machen - nicht wirklich geschafft.


Er war stinksauer.


Sein bester und wahrscheinlich einziger Freund, hatte ihm nichts erzählt und Gretchen, die ihm nicht nur nichts gesagt hatte... Sie wollte ihn auch bewusst aus der Geschichte ausschließen.


Doch das, was er jetzt gerade mit ansehen musste, gab ihm wirklich den Rest.


„MELANIE! Hörst du jetzt wohl mal auf den Kerl zu betatschen?“


Melanie Meier, die verständnisvollste Person, schüttelte wütend mit ihrem süßen Köpfchen, ehe sie auf ihren großen Bruder zuging und ihm, für seine Unverschämtheiten, eine saftige Backpfeife verpasste.


„Was sollte das denn jetzt?“, rief er verärgert aus und hielt sich seine Wange, die sicherlich gleich einen schönen roten Handabdruck haben würde - mal wieder.


„Ich weiß, dass du wütend bist und du hast auch jedes Recht dazu, wütend zu sein! Es gibt dir aber noch lange nicht das Recht, jemanden zu schlagen! Steigt dir dein Gottkomplex langsam zu Kopfe oder was? Wir wollten es dir sagen. Gretchen hat uns allerdings gebeten, es nicht zu tun und wenn ich ganz ehrlich bin, war es mir auch lieber, wenn sie es dir selbst sagt. Aber sie hatte Gründe, es nicht zu tun“, versuchte sich die junge Münchnerin zu erklären um die ganze Geschichte vielleicht ein bisschen zu beschönigen.


„Was für Gründe denn bitte? Und was heißt hier wir?“, knurrte er und kam seiner Schwester plötzlich ganz nahe, „Wusstest du davon?“


„Seit dem Wochenende, als sie in München war“, hauchte die Chirurgin leise.


„Das glaub ich ja jetzt nicht“, Marc war sofort wieder auf 180, „Schämst du dich eigentlich nicht? Was erzählst du mir das nicht?“


„Ich hab mir das selbst zusammengereimt, nachdem Thorben ihr den Antrag gemacht hatte.“


„Klasse! Ich will jetzt wissen, was die Scheiße soll!“


„Denk doch mal nach Marc“, sagte Mehdi streng, während er sich ein Kühlpad aufs Auge drückte, „Du bist doch einfach abgehauen, nachdem sie bei ihrem Vater war und ihm von der Schwangerschaft erzählt hatte. Hast sie einfach so sitzen lassen. Da fragst du dich, warum sie dir nichts sagt?“


„Du, das ist mir scheißegal!!!“


„Dir ist immer alles egal Meier! Deswegen sagt sie es dir auch nicht. Weil sie nicht von dir hören möchte, dass es dich einen Scheißdreck interessiert, das ihr eine gemeinsame Tochter habt.“


„Geb mir ihre Adresse“, verlangte Marc wie aus heiterem Himmel und sein Tonfall ließ keinerlei Widerrede zu. Doch Melanie empfand dies, als äußerst schlechte Idee.


„Und dann?“, fragte sie.


„Dann fahre ich zu ihr und reiß ihr ihren dimensionalen Arsch auf und dem Hans Peter von Versicherungskaufmann gleich mit dazu!“


„Marc, sei doch vernünftig. Komm erst mal runter, dann kannst du noch immer mit ihr reden“, bat Melanie ihren Bruder, doch der glaubte kaum, was er da hörte.


„Willst du mich verarschen?“, brüllte er gleich wieder drauf los, „Da weiß ich monatelang nichts von einem Kind, erfahre das mal eben so durch eine Tür. Mein bester Freund wusste die ganze Zeit davon, sagt mir aber nichts und DU“, zeigte er auf Melanie, denn jetzt war ihm klar, weswegen sie vor ein paar Wochen in Berlin angerufen hatte, „lügst mir mitten ins Gesicht! DA SOLL ICH RUNTER KOMMEN?“


„Es tut mir doch auch leid Marc. Ich wollte dich nicht anlügen, aber...“


„Aber was? Meinst du es gibt in irgendeiner Art und Weise eine Entschuldigung oder Erklärung dafür, das ihr beide euren Mund nicht aufgemacht habt? Ich finde nicht“, schrie er sie an und sagte dann noch immer laut, aber leicht versöhnlicher, „Und jetzt schreib mir die verfickte Adresse auf Kaan.“


„Das werde ich nicht“, antwortete der Gynäkologe, der sich in seinem eigenen Büro, die letzten paar Minuten etwas fehl am Platze gefühlt hatte, bestimmt und keine Sekunde später hatte Marc ihn am Kragen gepackt und gegen die nächste Wand gedrückt.


Aber davon, ließ sich Doktor Mehdi Kaan gar nicht erst beeindrucken - oder beunruhigen, „Hör zu Marc. Morgen kannst du gern zu ihr fahren und das mit ihr klären. Sarah ist dann bei Bärbel, weil Gretchen einen Termin bei mir hat. Dann kannst du tun und lassen was du willst. Ich möchte nicht, dass die Kleine eure Streitereien mitbekommt.“


„Das hört sich doch vernünftig an“, pflichtete Melanie ihrem Leidensgenossen bei und Marc platzte mal wieder der Kragen.


„Ihr Pfeifen braucht mir gar nicht zu erzählen, was vernünftig ist und was nicht. Vernünftig wäre es gewesen, wenn ihr eure Schnauzen aufgemacht hättet.“


„Du kannst mir glauben, ich hab ihr immer und immer wieder gesagt, sie soll dich anrufen und es dir sagen. Zwingen, kann ich sie jedoch nicht und sie hat mich eindringlich gebeten, den Mund zu halten. Wenn, dann wollte sie es dir selbst sagen“, sagte Mehdi, den Marc mittlerweile wieder losgelassen hatte, ruhig und setzte sich auf seinen Schreibtisch, von dem aus er eine gute Sicht auf Marc hatte, der wie Falschgeld durch das Behandlungszimmer tigerte.


„Und ich habe ihr das vor ein paar Wochen auch ans Herz gelegt. Aber ich muss ganz ehrlich dabei sagen, dass du selbst ja auch ein bisschen dämlich bist“, fing Melanie an zu erzählen und auf Marcs wütend-fragenden Gesichtsausdruck sagte sie, „Ja, Mathe ist nicht schwer?“, im Hintergrund musste Mehdi sich das Lachen verkneifen, „Hast du den beiden nicht zugehört, wie sie miteinander gesprochen haben? Da war klar, dass sie nicht seine Tochter sein konnte, es sei denn, sie hätte dich betrogen als ihr zusammen wart.“


„Das hätte sie nicht getan“, sagte Marc ruhig und ihm wurde schlagartig klar, dass es sich dabei keinesfalls um ein Missverständnis handelte.


Er hatte eine Tochter! Gretchen wäre ihm niemals fremdgegangen....


„Hör zu Marc, ich geb dir die Adresse - aber du musst mir versprechen, heute nicht mehr zu ihr zu fahren. Morgen, wenn Sarah bei ihren Großeltern ist, kannst du tun und lassen, was du willst. Thorben ist nicht da. Der ist heute in der Früh, nach Bremen gefahren“, lenkte Mehdi ein und kritzelte etwas auf einen kleinen Zettel.


Marc würde ja so oder so nicht locker lassen und notfalls auch Sabine mit den Füßen aus dem Fenster baumeln lassen, wenn er so an die Adresse kommen würde.


„Boar! Schaut mich doch nicht so an. Ich fahr schon nicht mehr bei ihr vorbei. Keine Sorge!“, schnaubte er auf, als er die erwartungsvollen Gesichter sah und als Melanie auf ihn zu kam und ihn anscheinend in den Arm nehmen wollte, hielt er sie direkt auf Abstand, „Wir sind noch lange nicht fertig, Fräulein!“


Das hatte sie befürchtet und so wie sie ihn kannte, würden sie das auch in zwanzig Jahren noch nicht sein, denn er war überaus nachtragend.


„Du kannst ja bei meiner Mutter bleiben, ich gehe ins Hotel!“, grinste er sie an - bevor er das Büro verließ und zwei äußerst mitgenommene Ärzte zurück ließ.




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Ich will es endlich hinter mich bringen und deswegen gibt es heute noch einen Teil, der letze für diese Woche . Ein schönes Wochenende

Choconussa Offline

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26.06.2016 22:43
#34 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einunddreißig - Someday




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Grassoweg Nummer 2 in 14109 Berlin, morgens um halb Elf. Die Gegend war sehr ruhig. Eine niedliche Spielstraße, viel Botanik und eigentlich sollte jedem der nervöse Mann, der die Straße seit zwei Stunden auf und ab lief, auffallen - denn er passte nicht ins Bild. Einige Bewohner lugten schon hinter ihren Gardinen hervor und wunderten sich über den Fremden, doch Gretchen Haase verließ wie immer, fröhlich summend, ihre Wohnung. Man könnte meinen, sie würde ihre Umgebung nicht wahrnehmen. Bei einem Überfall wäre sie leichte Beute, denn sie nahm keinerlei Notiz davon, dass sie verfolgt wurde.


Jedenfalls, wäre es ihr nicht aufgefallen, wenn besagter nervöser Mann nicht plötzlich gerufen hätte: „Nette Gegend!“


SCHOCK!


Langsam drehte sie sich um und sah direkt in zwei wunderschöne Augen, die sie in ihren Träumen verfolgten und die definitiv nicht hier sein sollten.


„Was machst du denn hier?“, lachte sie gespielt und befürchtete das Schlimmste, als Marc in ihr gekünsteltes Lachen mit einstieg und sagte: „Ach weißt du, ich war in der Gegend und dachte ich sage euch mal "Hallo!".“


„Euch?“, fragte sie verunsichert.


„Na du bist ja jetzt nicht mehr allein, ne? Wo ist sie denn?“, er sah sich um und tat so, als würde er jemanden suchen.


Die Ruhe vor dem Sturm.


„Äh also.. Wenn du Sarah meinst... Die ist... Die ist bei meinen Eltern. Ich habe gleich einen Termin bei Mehdi und ich wollte nicht, dass sie wieder so lange im Krankenhaus ist.“


Eigentlich hätte er ja nun noch ein bisschen mit ihr spielen wollen, doch die Tatsache, dass sie noch immer nichts sagte, machte ihn rasend. Die Wut darüber überwog mal wieder und ließ ihn, vielleicht etwas vorschnell, handeln.


„Schaaaaade“, sagte er lang, jedoch nicht überzeugend, „ich hätte meine Tochter“, fiel er einfach mit der Tür ins Haus, „schon gern mal live und in Farbe gesehen.“


Das war ein Schlag mitten ins Gesicht für Gretchen und für Marc war es wie ein Touchdown, als er sah, wie ihr sämtliche Farbe aus dem Gesicht wich.


„Deine... Deine... WAS?“, stotterte Frau Doktor Haase unsicher herum und goss damit nur noch mehr Benzin ins Feuer, welches ohnehin schon lichterloh brannte.


„Meine Tochter, Gretchen“, schrie er und die Katze im Gebüsch neben ihnen, zog laut fauchend ab, „Tu nicht so unschuldig und hör auf zu schauen wie ein angeschossenes Reh! Ich hab dich und Mehdi gestern gehört! Herzlichen Dank auch! Sag mal, wie kommst du eigentlich dazu, he?“


Aufgrund der Lautstärke, die Marc zu nutzen pflegte, sah Gretchen sich ängstlich um. Ihre Nachbarn sollten einen solchen Disput auf gar keinen Fall mitbekommen. Nicht nur, weil sie nicht das Gespött der Straße werden wollte, sondern auch, weil einige der Nachbarn, Versicherungen bei Thorben abgeschlossen hatten und sie kannten. Manche kamen zum Kaffee und alle dachten, sie wären eine kleine glückliche Familie. Auch wenn Thorben wusste, dass Sarah Marcs Tochter war, wäre es eine Katastrophe, wenn er erfahren würde, das Marc nun wusste, was er eigentlich gar nicht wissen sollte.


Deswegen wisperte sie schnell, „Können wir das bitte nicht hier besprechen?“


„Okay“, sagte er zügig und zog sie am Arm zu seinem Auto, „fahren wir zu Mehdi. Nicht das du deinen Termin verpasst. Da können wir zwei dann ganz gemütlich miteinander reden. Der weiß ja eh schon alles.“



Gemütlich war in diesem Falle relativ, denn schon im Wagen, fing das Drama an.


„Neues Auto?“, fragte Gretchen ganz zu ihrem Nachteil, denn Marc nutzte die Gelegenheit direkt um ihr einen seiner verletzenden Sprüche zu drücken, „Tja! Nachdem der VOLVO einseitig tiefer gelegt wurde, weil er knapp zwei Jahre das Gewicht eines Walrosses kutschiert hat...“


„Es war nur ein Jahr und knapp etwas über sieben oder acht Monate! Und ich bin nicht fett!!!“


„Das habe ich auch so nicht gesagt und die Zeitspanne, ist für mich knapp zwei Jahre! Warum unnötig Sauerstoff verschwenden? Schnall dich an!“, sagte er mit seinem Befehlston und Gretchen leistete dem, wenn auch augenrollend und schnaubend, folge. Nachdem Marc den Motor angelassen und den Silber-grauen BMW in den Berliner Verkehr eingefädelt hatte, fragte Gretchen nochmals leise: „Also Marc, was machst du hier?“


„Ganz ehrlich?“, er sah sie an und sie nickte, „Weiß ich auch noch nicht so genau!“


Er würde nicht mal unter Folter zugeben, dass er ihretwegen in Berlin war. Dass sein Herz ihm in die Hose gerutscht ist, als Mehdi sagte, sie hätte einen Unfall gehabt. Auch wenn er vor der Beziehung mit ihr geflüchtet war, lag ihm noch immer sehr viel an ihr. Und das würde sie, sollten sie das Gespräch vertiefen, garantiert herausbekommen. Ein Themenwechsel musste her.


„Wo ist dein Verlobter?“, räusperte der Chirurg sich und hielt an einer roten Ampel.


„Arbeiten!“


„Wow!“, staunte er nicht schlecht, „Eine kurze, knappe und doch verständliche Antwort von unserer Königin der vielen Worte.“


„Sehr witzig“, fauchte sie ihn von der Seite an, „Wenn du es unbedingt länger haben willst: Thorben ist in Bremen, weil dort drei seiner Kunden den Vertrag verlängern wollten. Dort bleibt er dann nun erst mal noch eine Woche, weil man ja nicht so genau weiß, wie viele Leute noch eine Versicherung abschließen wollen. Er ist ein äußerst gefragter Mann!“


„Ach, so gefragt, dass du dich ihm gleich an den Hals werfen musst?“


„Das war nicht so und ich glaube kaum, dass dich das was angeht! Das ist meine Sache und mein Leben!“


„Genauuuu“, höhnte er und seine Stimme wurde wieder schärfer, „Ebenso eine Tochter zu bekommen. Das ist ja auch DEINE Sache und DEIN Leben!“, umständlich fuhr er nun auf den Parkplatz des Elisabeth-Krankenhauses und wie selbstverständlich, beschlagnahmte er seinen alten Parkplatz.


Daraufhin konnte Gretchen nur mit dem Kopf schütteln. Egal wo dieser Mann hinkam, er meinte ihm gehörte die Welt und man musste sofort den roten Teppich ausrollen.


„Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass dieser Parkplatz vielleicht jemand anderem gehören könnte? Zum Bespiel dem neuen Oberarzt der Chirurgie?“


„Wenn der wirklich so alt ist, wie du sagst, sollte der ohnehin kein Auto mehr fahren“, grinste Marc allerdings nur und stieg aus.


Ergeben schloss Gretchen die Augen. Das würde sie sicherlich nicht aushalten. Er machte sie einfach wahnsinnig. Zum ersten Mal wünschte sie sich wirklich, dass er am Ende der Welt wäre und nicht hier bei ihr.


„Kommst du jetzt? Oder brauchst du noch nen Schokoriegel?“, lugte Marc ins Innere des Wagens und klopfte mit seiner filigranen Hand auf dem Dach herum.


Genervt stieg sie aus, ging erhobenen Hauptes an ihm vorbei und versuchte so schnell wie möglich, in die Klinik zu kommen. Vielleicht konnte man sie ja irgendwie verschwinden lassen. Doch so weit sollte es nicht kommen. Sobald die Schwestern, Ärzte und Ärztinnen sahen, wer da im Doppelpack auf der Station herumlief, suchten sie schnell das Weite. Niemand hier hatte vergessen, was es hieß, wenn Gretchen Haase und Marc Meier sich begegneten.


Auch Schwester Gabi bekam ganz große Augen, als die beiden gemeinsam das Büro des gefragten Gynäkologen, der allerdings noch nicht da war, betraten.


„Doktor Kaan hat noch einen Kaiserschnitt...“, murmelte sie, ehe auch sie schnell die Flucht ergriff. Alles würde sie sich antun. Aber nicht Klops und Gockel in einem Raum, in dem es Scheren und Spritzen gab. Das wäre auch lebensgefährlich für sie.


Gretchen machte es sich im Behandlungsstuhl gemütlich und zog eine Zeitschrift aus ihrer Handtasche, in der sie interessiert zu blättern begann, während Marc, unruhig hinter ihr, auf und ab lief. Nach etwa zehn Minuten, wurde es der Chirurgin allerdings zu bunt.


„MARC“, zischte Gretchen, „Wie wäre es, wenn du einfach draußen warten würdest und wir das Ganze gleich bei einer Tasse Kaffee besprechen?“


„Mhmm, nein! Mehdi ist noch nicht da, also können wir beiden uns ruhig unterhalten und selbst wenn er da wäre, könnten wir uns unterhalten.. Er weiß ja eh schon alles, im Gegensatz zu mir!“


„Mein Gott: JA! Ich hätte dich informieren müssen, aber ich war damit doch selbst vollkommen überfordert und du warst von jetzt auf gleich einfach weg. Was erwartest du denn?“, echauffierte sie sich und schlug mit der flachen Hand auf den Behandlungsstuhl.


„Ich hab alles erwartet, aber nicht DAS! Stell dir doch mal bitte vor, du erfährst mal eben so aus heiterem Himmel, dass du ein Kind hast!“


„Du ich habe aus heiterem Himmel bei einer Vorsorgeuntersuchung erfahren, dass ich schwanger bin und musste auch irgendwie damit klarkommen und mir überlegen, wie ich es dir sage!“


„Und bis heute ist dir nichts brauchbares eingefallen? Dabei dachte ich immer, das einem das Denken mit vollem Magen leichter fällt“, höhnte er drauf los und trieb ihr damit mal wieder Tränen in die Augen.


„Siehst du! Deswegen wollte ich nicht das du es erfährst! Du kannst doch so oder so nur mit Beleidigungen um dich werfen.“


„Oh ja, tut mir leid das ich gerade nicht besonders gut auf dich zu sprechen bin Gretchen! Generell auf niemanden von euch. Alle wissen es und keiner sagt es mir“, war er beleidigt.


Bevor Gretchen darauf reagieren konnte, ging die Tür auf und Mehdi stand etwas unbeholfen im Raum. Er sah von Gretchen zu Marc und wieder zurück und wunderte sich ein wenig, das noch nirgendwo Blut zu kleben schien. Doch noch verwunderter war Gretchen, der sofort das Veilchen ihres besten Freundes auffiel.


„Oh Gott Mehdi, was ist passiert?“, sorgte sie sich sogleich. Hinter ihr wurde sich verlegen geräuspert und ihr bester Freund sah unbeholfen zu ihrem Ex-Freund, anscheinend, eine gute Ausrede erwartend, „Das ist jetzt nicht euer Ernst, oder?“


Vorwurfsvoll sah sie nach hinten, wo Marc sich an einem entschuldigenden Blick versuchte. Vergeblich.


„Du hast ihn geschlagen?“


„Ich hab halt überreagiert, als ich das gestern so erfahren habe.“


„Und das ist ja jetzt auch nichts schlimmes. Ein, zwei Tage dann ist das wieder vergessen“, lächelte Mehdi, doch Gretchen war absolut nicht versöhnlich gestimmt.


Marc Olivier Meier, würde immer ein Kind bleiben und könnte nie die Rolle des liebenden Vaters übernehmen.


„Du kannst dann jetzt auch gehen, Marc. Das hier schaffen Mehdi und ich ganz allein. Wir haben dann ja auch alles geklärt“, hauchte Gretchen mit zitternder Stimme.


„Ich denke nicht, das schon alles gesagt ist Hasenzahn!“


„Doch! DAS hier“, zeigte sie auf Mehdis Auge, „Hat mir mal wieder gezeigt, dass wir beide uns nichts zu sagen haben.“


„Gut. Ich gehe!“, antwortete er sauer wie er war ohne darüber nachzudenken, „Melanie kann mit dem Zug fahren“, wandte er sich an Mehdi und wollte gehen.


„Aber was ist denn jetzt mit Sarah?“, jammerte Gretchen drauf los, denn wenn er es nun schon wusste, konnte er sich ja auch damit auseinandersetzen. Und eigentlich wollte sie auch gar nicht, das er geht. Er sollte einfach nur endlich mal die Augen aufmachen und verstehen, dass er nicht so weitermachen konnte wie bisher...


Das sah er allerdings ganz und gar nicht so. Sie war die ganze Zeit ganz gut ohne ihn ausgekommen, daran würde sich jetzt wohl nichts ändern.


„Das war dir doch die letzten zwölf Monate auch egal! Ihr kommt schon klar“, waren seine letzten Worte, ehe die Tür hinter ihm zuging und Gretchen schrie: „Du bist so ein Vollidiot!“


In Mehdis Kopf lief der Countdown und noch immer hatte er sich nicht von der Stelle bewegt. Dieses Gespräch hier, schien noch nicht vorbei zu sein und keine zwei Sekunden später stand Marc wieder in der Tür. Nicht sauer oder gar wütend. Nein! Er war.. Verwundert.


„Sag mal, warum bist du jetzt sauer?“, fragte er ruhig und wurde lauter als er mit erhobenem Zeigefinger auf sie zu lief, „Da hast du überhaupt kein Recht zu!“


„Ach nein?!“


„NEIN! Ich hab ein Recht dazu. Aber vollkommen. Du hast mir etwas verschwiegen, etwas wichtiges und jetzt erwartest du von mir entgegenkommen? Das kannst du vergessen Hasenzahn. Seitdem du in München warst, geht alles den Bach runter. Ich saufe, ich hab keinen Spaß mehr an meiner Arbeit.. Ich dreh durch und weißt du was ich heute mache? Ich werde heute noch zurück nach München fahren, ohne dich!“


Und schon war er wieder mit einem lauten Knall der Tür verschwunden.


„Was genau, war das jetzt?“, fragte Mehdi vorsichtig, denn in den Augen seiner besten Freundin schimmerte es verdächtig.


Das war wohl der Versuch ein Gespräch zu führen. Was nach hinten losgegangen war, weil sie sich nicht viel gesagt hatten, oder er ihr auch nur die Möglichkeit gegeben hatte, sich zu erklären. Ja er war gekränkt, aber deswegen legt man ein solches Thema doch nicht zu den Akten, oder?


Nach der Untersuchung, die Gretchen eigentlich sausen lassen wollte, um ihm hinterher zu gehen, rief sie ihn an - doch er drückte sie konsequent weg. Bis er anscheinend von ihren Anrufen die Nase voll hatte und sein Handy ausschaltete. Von Melanie bekam sie die Festnetznummer und versuchte es auch dort, doch er war ja noch gar nicht zu Hause. Sie war vollkommen aufgewühlt und die aufmunternden Worte von Melanie und Mehdi halfen ihr auch nicht wirklich, sich zu beruhigen.


Wieder und wieder wählte sie seine Nummern, doch sämtliche Versuche blieben unbeantwortet. Eine ganze Woche lang, bis sie sich ein Herz fasste!




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Choconussa Offline

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03.07.2016 00:27
#35 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Zweiunddreißig - Your love is my drug




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Drei Tage war es nun her, dass Marc Berlin verlassen und seine Schwester allein zurückgelassen hatte. Wirklich enttäuscht darüber, war sie jedoch nicht. Sie nahm sich bei ihrem Vater eine Zeit lang Urlaub, wollte diese Stadt und besonders einen Mann näher kennen lernen. Aber zuerst hieß es, den ersten Tag nach Marcs, erneutem, Weggang - Gretchen zu beruhigen.


Sie war nicht wirklich traurig, eher wütend und enttäuscht. Aber laut Mehdi war das, in Bezug auf Marc, auch nichts Neues. Sie fragte sich wirklich, wie die beiden es geschafft hatten, knapp zwei Jahre lang eine Beziehung zu führen.



Heute wollten Mehdi und sie, zusammen mit der kleinen Lilly, in den Zoo und auf den Spielplatz und Melanie fragte sich, wie sie mit der Tochter von Mehdi umgehen sollte. Immerhin hatten sie sich nur einmal kurz gesehen und auch mit der Mutter hatte sie sich nur kurz ausgetauscht, nachdem es zu einem kleinen Missverständnis, in Sachen Beziehung, gekommen war. Obwohl - wirklich abgeneigt wäre sie nicht.


Mehdi Kaan war in ihren Augen der perfekte Mann und sie verstand wirklich nicht, warum Gretchen immer noch ihrem Bruder hinterher rannte oder sich einen Mann wie Thorben aussuchte, wenn dieses Prachtexemplar bei ihr, quasi, ein und aus ging. Am schönsten fand sie seine Augen. Sie strahlten immer eine unglaubliche Ruhe aus und waren ehrlich.


Die beiden hatten unglaublich viel Spaß zusammen. Vor allem in den Mittagspausen, in denen sie Mehdi einen kleinen Besuch abstattete. Wenn da nicht immer diese Schwester Gabi wäre, die aus irgendeinem Grund, ein Problem mit ihr zu haben schien.



Gestern zum Beispiel, hatte sie sich einfach ungefragt mit an den Tisch gesetzt und sie die ganze Zeit böse angeschaut, bis Melanie sie gefragt hatte, was denn eigentlich ihr Problem sei.


„Dieses Krankenhaus ist zu klein für uns beide“, hatte Gabi geantwortet und ein „Wenn mein Bruder und ich zusammen in eine Klinik passen, wird dieses Mauseloch für uns beide doch wohl kein Problem darstellen“, zurück gepfeffert bekommen. Daraufhin verlies Gabi erhobenen Hauptes die Cafeteria.



Da Melanie eine, ihrer Meinung nach, sehr gute Menschenkenntnis besaß, wurde ihr heute, als sie Mehdi abholen wollte, klar, warum Gabi so biestig zu ihr war.


„Oooh nee, Sie schon wieder“, stöhnte die Krankenschwester genervt auf, als sie das Behandlungszimmer betrat und Melanie gemütlich auf dem Schreibtisch sitzend vorfand, „Haben Sie eigentlich kein zu Hause, in dem Sie sich aufhalten können?“


„Sicherlich habe ich das Schwester Gabi, aber was soll ich denn in meinem Urlaub zu Hause? Da ist so ein kleiner Trip, in fremde Gewässer, doch eine willkommende Abwechslung.“


„Jaa, bilden Sie sich bloß nichts ein. Nur weil Sie Meier heißen, heißt das noch lange nicht, dass Sie jeden haben könnten!“


„So, ich bin hier fertig“, kam nun auch Mehdi hinzu, ohne auf die explosive Stimmung in seinem Büro zu achten, „Wir können... Ach, Schwester Gabi. Was machen Sie denn hier? Gibt es irgendwo Komplikationen?“


„Wenn Sie so fragen Doktor Kaan, dann muss ich Ihnen leider mit JA antworten. Die Komplikationen sitzen auf ihrem Schreibtisch und ernähren sich von Ihren Schokoriegeln.“


Genervt verdrehte Melanie im Hintergrund ihre schönen Augen, was Mehdi mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nahm. Sie war so unglaublich selbstbestimmt. Sie regte sich nie über Gabis Unverschämtheiten auf, lächelte sie weg oder gab Kontra. Sie war wirklich eine unglaubliche Frau. Eine, die ihm eigentlich verboten sein sollte, weil sie die Schwester seines besten Freundes ist. Der wäre sicherlich gar nicht davon begeistert, aber... Wo die Liebe hinfällt. Und verliebt war er ganz sicher.


„Ich glaube Schwester Gabi ist ein kleines bisschen eifersüchtig, Mehdi. Was machen wir denn da jetzt? Sollen wir sie vielleicht mit in den Zoo nehmen und ihr ein Eis kaufen?“, grinste Melanie frech und Gabi lief knallrot an.


Mit einem letzten bösen Blick lief sie aus dem Büro, knallte die Tür und schwor sich, der Frau das Leben zur Hölle zu machen. So sprach niemand mit ihr, auch nicht die Schwester von ihrem Ex-Verlobten!


„Meinst du, sie ist wirklich eifersüchtig“, fragte Mehdi besorgt, denn er wusste, wenn diese Frau eifersüchtig wäre, würde das sicherlich Probleme geben. Man hatte es ja bei ihr und Marc gesehen.


„Und selbst wenn“, zuckte Melanie mit den Schultern, „worauf sollte sie denn bitte eifersüchtig sein? Wir sind nur Freunde! Darf man nun nicht mal mehr Freunde haben? Außerdem bist du so nett und zeigst mir die Stadt. Vertreibst mir die Zeit. Auf dich ist wenigstens Verlass.“


Zwinkernd nahm sie ihn bei der Hand und zog in durch die Gänge des Krankenhauses, hinaus in die frische Berliner Luft. Ihr gefiel es hier, wenn sie mal ehrlich war, besser als in München. Vielleicht würde sich ja die Möglichkeit ergeben, hier zu bleiben?


Auf der Fahrt zu Annas Wohnung hörten die beiden laut Musik und sangen mit. Zwar ziemlich krumm und schief, doch sie hatten Spaß und das war ihnen das Wichtigste. Die verstörten Blicke der anderen Autofahrer und der Passanten, störten sie ebenfalls keineswegs. Sie befanden sich in ihrer eigenen kleinen Welt und die war, sehr rosa. Sie konnten unglaublich gut miteinander und verstanden sich teilweise blind.


So musste man auch nicht lange miteinander kommunizieren, als Lilly fragte, ob die liebe Melanie denn nun zu ihrem Papa ziehen würde und ob die beiden denn auch so Sachen machten, die Mehdi und Gretchen mal getan haben. Beide lachten nach einem kurzen Blickwechsel auf und erklärten dem kleinen Mädchen, dass Melanie nur zu Besuch hier sei und bald wieder zurück müsse, weil sie ja auch Verpflichtungen hat.


Doch Mehdi wäre es sehr lieb, wenn sie diese Verpflichtungen einfach an den Nagel hängen würde. Er beobachtete sie dabei, wie sie mit Lilly auf dem Spielplatz tobte, kletterte, rutschte und eine kleine Sandburg mit ihr baute. Nicht nur die glücklichen Augen seiner Tochter ließen sein Herz höher schlagen, sondern auch das herzliche Lachen, welches aus Melanies Kehle drang. Es war für ihn wie Musik in den Ohren und er, ganz in seiner eigenen kleinen Traumwelt gefangen, bekam gar nicht mit, das die beiden Frauen so langsam mal die Heimreise antreten wollten. Immerhin hatte Lilly am nächsten Tage Schule und Anna hatte gebeten, sie zeitig nach Hause zu bringen.



„Das war sehr schön heute“, sagte Mehdi leise, als er mit Melanie an seinem Auto stand und den Sonnenuntergang genoss.


„Mhmm“, nuschelte sie und lehnte ihren Kopf an seine Schulter, „fand ich auch.“


„Lilly mag dich.“


„Meinst du?“, fragte sie erstaunt und sah zu ihm auf, direkt in seine wunderschönen braunen Augen, die sie sofort gefangen nahmen.


„Ja sie... Sie mag dich...sehr gern“, raunte er heiser und senkte seinen Kopf langsam, vorsichtig, fast fragend, ihren Lippen entgegen.


Doch er hätte gar nicht fragen brauchen.


Mit einem Mal zog sie ihn zu sich herunter und küsste ihn. Sanft, vorsichtig. Er drückte ihren Körper näher an sich, strich ihr zärtlich durch die Haare, streichelte ihren Rücken.


Nachdem sie sich schwer atmend voneinander gelöst hatten, standen sie einfach nur da. Stirn an Stirn, mit geschlossenen Augen, ihre Hände in seinem Nacken verschränkt, seine Arme um ihre Hüften gelegt und sie hätten stundenlang so stehen bleiben können, wenn nicht ein klingelndes Smartphone diesen wunderschönen Moment zunichte gemacht hätte.


„Meier“, nahm Melanie den Anruf genervt entgegen und hörte nur ein ziemlich verweintes, „Ich brauche die Adresse der Uniklinik.“




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Choconussa Offline

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05.07.2016 15:24
#36 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Dreiunddreißig - Bad day




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„Gretchen das ist Wahnsinn“, versuchte Mehdi seine beste Freundin, die schon eifrig dabei war, ihre Sachen zu packen, zur Vernunft zu bringen, „Er wird nicht mit dir reden wollen und willst du Sarah die lange Fahrt wirklich antun?“


„Wer sagt denn, dass ich sie mitnehme? Ich bringe sie zu meinen Eltern“, antwortete sie ohne in ihrem Tun inne zu halten.


Wie ein aufgescheuchtes Huhn lief sie von links nach rechts, ins Schlafzimmer, von dort direkt ins Bad und wieder zurück. Wäre die Situation nicht so ernst, würde Melanie ihr wahrscheinlich Kilometergeld anbieten.


„Na jetzt sag doch auch mal was“, bat Mehdi die belustigt wirkende Melanie, doch die zeigte sich unbeeindruckt und nahm Sarah auf den Arm, die leicht zu quengeln angefangen hatte, „Och du, ich find das ist, so oder so, mehr als überfällig. Außerdem gehört dem Kerl mal so richtig der Kopf gewaschen.“


„Er wird ihr doch sowieso nicht zuhören!“


„Ooooooh doch“, sagte Gretchen und lief mit erhobenem Finger auf Mehdi zu, den sie ihm sogleich in die Brust drückte, „und wenn ich ihn knebeln muss. DER hört mir zu! Diesmal lass ich keine Ausreden gelten!“



Sie von ihrem Vorhaben, nach München zu fahren, abzubringen, erwies sich als zwecklos. Nicht nur, weil sie einfach viel zu dickköpfig war sondern auch, weil Melanie ihr beipflichtete und sie bat, ihrem Bruder von ihr eine saftige Backpfeife zu geben.



„Soll ich dich mitnehmen?“, fragte Gretchen als sie an ihrem Auto stand, um zuerst ihre Tochter zu ihren Eltern zu fahren und dann auf direktem Wege nach München zu brettern.


„Nein danke. Ich denke, ich bleibe noch ein bisschen hier“, antwortete Melanie und lächelte Mehdi verliebt an, was Gretchen natürlich nicht verborgen blieb. Wissend grinste sie die beiden an, verabschiedete sich und fuhr davon.



Bei ihren Eltern angekommen, musste sie erklären, warum sie nach München wollte und das noch zu so später Stunde.



„Mama, ich weiß du hast kein Verständnis dafür, aber ich will das mit ihm klären.“


„Aber Margarethe!“, antwortete Bärbel streng, „Der wird sich doch gar nicht dafür interessieren. Sonst wäre er ja auch gar nicht abgehauen!“


„Er war sicherlich nur überfordert und ich bin doch auch gar nicht lange weg, hm?!“


„Ausreden können wir es dir ja so oder so nicht mehr. Aber mach dir ja keine Hoffnungen mein Kälbchen. Du kennst den Meier“, Franz drückte seine Tochter einmal fest an sich, bevor er sich ganz seiner Enkelin widmete, die ihn schon die ganze Zeit mit ihren Funkelperlenaugen beobachtet hatte.


„Na dann fahr vorsichtig Kind und melde dich bitte, wenn du angekommen bist ja?“


„Mach ich Mama“, lächelte sie glücklich und schloss ihre Mutter in eine herzliche Umarmung.




Während Gretchen Haase an diesem Abend auf die Autobahn auffuhr, ahnte Doktor Marc Meier noch nichts von seinem Glück. Er saß, wie so oft, in seiner Stammkneipe, bestellte ein Bier nach dem anderen und hatte Schwierigkeiten, sich die Frauen vom Hals zu halten.


„Was machst du beruflich?“, fragte ihn die schlanke, vollbusige Frau, mit kurzen schwarzen Haaren, die wohl Katya hieß oder Olga? Jedenfalls etwas russisches und er antwortete kurz und knapp: „Arbeiten!“


Ja, man merkte ihm sofort an, wenn er keine Lust auf Konversation hatte und die hatte er die ganze letzte Woche nicht gehabt. Sämtliche Frauen waren abgeblitzt und keine hatte es in sein Bett geschafft. Generell war seine Woche einfach nur scheiße gewesen.



Als er am Montag die Station betrat, lief er als erstes direkt Marina in die Arme. Er dachte, er könnte es ja mal mit Freundlichkeit probieren und fragte: „Und wie war dein Wochenende?“


„Wie dein Schwanz!“


„Hart?“, grinste er eigebildet wie eh und je, doch es blieb ihm sogleich im Halse stecken, als sie laut und vor versammelter Mannschaft antwortete: „ZU KURZ!“


Das hatte sich im Krankenhaus wie ein Lauffeuer verbreitet und schon war er Gesprächsthema Nummer eins. Eine Tatsache, die ihn nicht wirklich zufrieden stimmte. Und als ob das nicht genug wäre, bekam er in der Cafeteria von seinem Vater einen Arschtritt, und das nicht nur bildlich gesprochen, weil er Melanie einfach in Berlin gelassen hatte. Nach einem Gespräch darüber, dass er Vater war, damit nicht klar kam und deswegen einfach fluchtartig aus Berlin abgehauen war, bekam er von seinem Vater auch noch einen eingestielt.


„Mein Gott ich bin fünfunddreißig! Ich kann ja wohl machen was ich will“, echauffierte er sich.


„Du bist fünfunddreißig? Ich hatte dich aufgrund deines Verhaltens irgendwie jünger eingeschätzt!“


„So Mitte zwanzig?“, lachte er und dachte dabei gerade an sein Ankommen bei Frauen, doch sein Vater hatte da was anderes im Sinn: „Nee! Ich dachte eher so an Mitte vier!“


Im OP konnte er sich schon mal nicht abreagieren. Er hatte nur Blinddärme und eine kleine Nierentransplantation vor sich, also ging er das tun, was er neben Frauen aufreißen am besten konnte: Trinken!


Alles in allem, nicht seine beste Idee, wie sich am nächsten Tag zeigen sollte.


Die kühle Tischplatte war einfach ein Segen. Die Stimmen von Katja und Sebastian nahm er nur als ein Murmeln war, sonst würde ihm heute wahrscheinlich der Kopf platzen. Obwohl er gestern Abend noch hoch und heilig versprochen hatte, es nicht zu tun, hatte er zwei Stunden nachdem sein Vater weg war, doch wieder zu tief ins Glas geschaut. Das hatte er nun davon. Kopfschmerzen und den ewigen Drang sich gleich übergeben zu müssen. Marc konnte von Glück reden, das Olivier ihn heute noch nicht gesehen hatte. Schon beim letzten Mal hieß es, er würde ihn achtkantig aus seinem Bürofenster schmeißen, wenn er es sich noch einmal wagen sollte, in einem solch desolaten Zustand zur Arbeit zu erscheinen. Aber der viele Alkohol und die schicken Abendessen mit den Damen wollten irgendwie bezahlt werden, also ist er heute Morgen wie immer zur Schicht erschienen. Na ja, nicht ganz wie immer. Anstatt seines morgendlichen "KAFFEE" Rufes gab es diesmal nur ein gequält gestöhntes "Kaffee" und auch die Visite lief wesentlich ruhiger ab als sonst. Seine beiden Tischnachbarn wussten natürlich sofort was los war und besonders Sebastian, missfiel das Verhalten des Chirurgen. Als er sah, wie er gemütlich mit dem Kopf auf dem Tisch schlummerte, schlug er einmal fest mit der Faust auf eben diesen. Sollte er ruhig ein wenig leiden.


„BOAR! Sag mal SPINNST DU?“, fuhr Marc ihn direkt an und rieb sich die Schläfen.


„Mhmm, das könnte ich dich auch fragen. Hattest du deinem Vater nicht versprochen, NICHTS zu trinken?“


„Kann sein“, brummte er kleinlaut, „kam dann halt doch ein bisschen anders.“


„Das muss aufhören Meier“, meinte Sebastian und sah seinen Freund besorgt an. Soviel Alkoholkonsum und so wenig Schlaf, waren meist eher ungesund.


Marc rieb sich über die Augen und sagte ehrlich: „Ich weiß. Was meinst du, was ich seit Wochen.. Ach was sag ich? Seit MONATEN versuche?“




Und doch saß er heute wieder hier. Wieder trank er viel, obwohl er wenig gegessen hatte. Und hätte er auch nur im Ansatz erahnt, was oder besser gesagt, wer fest entschlossen auf dem Weg zu ihm war, hätte er noch ein paar hundert Euro mehr versoffen.




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Choconussa Offline

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11.07.2016 14:03
#37 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「『「Kapitel № Vierunddreißig - Revolution




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Tief ein und ausatmen, ermahnte sie sich seit vierundzwanzig Minuten selbst. So lang stand sie nun schon vor der Uniklinik und ihre Füße waren schwer wie Blei. Jedenfalls immer dann, wenn sie einen Schritt in Richtung der elektrischen Doppeltür machen wollte. Dabei war sie doch gestern Abend noch so selbstbestimmt gewesen. Davon war nichts mehr zu sehen oder zu spüren. Sie war unglaublich nervös, ihre Hände schwitzten. Fast wie vor der Facharztprüfung, nur das der Oberarzt hier, ein ganz anderes Kaliber war, wie der griesgrämige Professor Doktor Beuvink. Ein untersetzter alter Mann, der wenig Freude am Kontakt mit anderen Menschen zu haben schien. Okay, ein paar Ähnlichkeiten gab es dann also doch. Nur das Marc alles andere, als klein und dick war.

Noch immer stand sie, sich ihr Mantra einredend und ausführend, vor der Klinik und schaffte es erst hineinzugehen, als sie von einem freundlichen Besucher gefragt wurde, ob sie Wehen hätte.

Ihr war dieses Krankenhaus wirklich unheimlich. Viel zu groß und viel zu lieblos eingerichtet. Die Wände waren alle weiß, die Türen in einem helleren grau, die Stühle im Wartebereich schwarz und die Rezeption war in einem dunklen grau, inmitten des Eingangsbereiches positioniert.

Nun ja, wenigstens fand sie dieses Mal sofort die Aufzüge. Vier nebeneinander und rechts und links davon riesige Tafeln, auf denen die Stockwerke, die Stationen, die jeweiligen zuständigen Ärzte und Stationsschwestern, sowie Labore und die Cafeteria standen. So viele Menschen, Namen, Nummern und doch stach ihr, Lt. OA Marc O. Meier, Chirurgie, im vierten Stockwerk, sogleich ins Auge. Darüber im siebten Stock, war die Kinderstation und Melanie wurde als stellvertretende Stationsärztin aufgeführt. Und ganz oben, im elften Stock, thronte kein anderer als Professor Doktor Olivier Meier, Chefarzt (Chirurg). Kurz stellte sie sich vor, wie wohl Marc O. Meier, als Chefarzt aufgeführt wurde, sie Doktor Margarethe Meier, als Lt. OA der Chirurgie und Sarah-M. Meier als stellvertretende Stationsleitung. Doch das zarte Läuten, welches den Aufzug ankündigte, holte sie wieder zurück in die Realität. Peinlich berührt sah sie sich um, als ob jemand ihre Gedanken hätte hören können, stieg in den Lift und drückte mit zittrigen Fingern auf die vier!

War doch ein Kinderspiel, dachte die junge Mutter fröhlich, bis ihr einfiel, dass sie gar nicht mehr wusste, wo Marcs Büro war oder ob er überhaupt schon Dienst hatte. Aber es war ja bereits halb neun und er war ja eigentlich eh immer lieber im Krankenhaus, als zu Hause. Doch nachdem sie eine halbe Stunde planlos durch die Gänge der Chirurgie gelaufen und noch immer nicht fündig geworden war, lief sie, völlig in Gedanken versunken, in eine zierliche, rothaarige Krankenschwester hinein.

„Oh! Entschuldigung“, Gretchen schämte sich in Grund und Boden, weil der Kaffee der Krankenschwester sich nun, anstatt in der Tasse, auf ihrem Kittel befand.

„Ach, das macht doch nichts. War ja nichts von Chanel“, lachte sie, „Kann man Ihnen helfen? Sie sehen so verloren aus.“

„So fühle ich mich in diesem riesigen Krankenhaus auch“, nuschelte Gretchen, „Schwester“, sie warf einen kurzen Blick auf das Namensschild, „Marina also.. Hallo erst mal.. Ich bin Gretchen Haase und ich suche Marc Meier!“

„Neeeeein!“, lachte Marina belustigt, „Na das glaub ich ja jetzt nicht.“

Die vollkommen von den Socken gerissene Krankenschwester, ging ein Stück zurück, um Gretchen genauer in Augenschein nehmen zu können, was die ohnehin schon verwirrte Chirurgin, nur noch mehr verwirrte.

„Äh, was jetzt genau... Wenn ich fragen darf?“

„Ach wissen Sie“, tat Marina ihr Verhalten mit einer kleinen Handbewegung ab, „Ich wollte schon immer mal wissen, wie die Frau aussieht, deren Namen Marc vor sich hin gestöhnt hat, als WIR Sex hatten“, und als sie Gretchens schockiertes Gesicht sah, fügte sie gehässig hinzu, „Hätte ich gewusst, dass Marc eher auf korpulentere Frauen steht, hätte ich die Diät sein gelassen.“

„Ja also.. In Bezug auf Freundlichkeit und Respekt andern Menschen gegenüber, hätten Sie wirklich eine Ausnahme machen sollen“, räusperte sie sich ungewohnt schlagfertig - lag wohl am guten Einfluss von Melanie in der letzten Woche, „Können Sie mir nun sagen, wo ich Marc finde?“

„Vielleicht in der Wäschekammer?“, zuckte die rothaarige mit den Schultern, „Mit Katja, Tanja, Svenja oder war heute Melissa dran?“

Kopfschüttelnd ließ Gretchen sie daraufhin stehen, sie war ihr ja so oder so keine Hilfe und bahnte sich selbst ihren Weg durch diese riesige Station. Auf der - wirklich ALLES gleich aussah. Sie konnte sich nicht an Bildern orientieren, weil einfach keine da waren. Blumen gab es hier auch nicht. Diese Station war wirklich so herzlos, wie ihre Leitung.

„Gretchen? Kind was machst du denn hier?“, kam ihr Olivier persönlich entgegen und Gretchen war der festen Überzeugung, dass das Schicksal es vielleicht doch gut mit ihr meinen könnte.

„Hallo.. Also.. Ich suche Ihren Sohn!“

„Oh! Der ist noch im OP, aber wenn du möchtest, kannst du mit in mein Büro kommen und dort auf ihn warten. Dann sag ich einer Schwester Bescheid, dass er raufkommen soll, wenn er fertig ist.“

Dankend nahm sie das Angebot an und ließ sich von dem renommierten Chefarzt an der Schulter, durch die Klinik führen. Sie verstanden sich prächtig, ganz anders als es damals mit Elke der Fall war und Olivier hatte sogar Verständnis dafür, dass sie Marc so lange nichts von Sarah gesagt hatte.

„Er ist ja selber noch ein Kind“, lachte der glückliche Opa, als die Tür aufging und ein müder, genervter Marc, ohne aufzusehen, ins Büro kam.

„Na los! Mach hinne, ich wollte meinen Wagen noch in die...“, sein Blick fiel auf die große Couch, auf der es sich, sein Vater und Gretchen bei einem Kaffee gemütlich gemacht hatten, „Ääääh.. Was machst DU hier?“, verwundert sah er sich um, ob er sich denn auch im richtigen Büro befand und seine linke Hand ging wie automatisch zu seinem Hemdkragen, während er die rechte in die Hüfte stemmte.

„Wir müssen reden Marc“, sagte Gretchen ernst.

„Ich wüsste nicht, was wir uns noch zu sagen hätten“, knurrte er und wollte gehen.

„Mensch Marc, ich...“

„NEIN!“, unterbrach er sie forsch, „Gretchen.. Es reicht! Okay? Ich zieh meine Pause vor“, sagte er zum Schluss zu seinem Vater und verließ mit einem lauten Knall den Raum.

Gretchen war von dieser Reaktion eher weniger überrascht, was Olivier mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nahm.

„Damit hast du gerechnet, oder?“, fragte er belustigt und nippte an seinem, noch immer sehr heißen, Kaffee.

„Mhmm. Hab ich. Ich hab mir nur keinen Plan B überlegt, als ich losgefahren bin.“

„Was hältst du davon, wenn ich dir seine Adresse gebe?“

„Danke, aber ich weiß doch gar nicht wann seine Schicht...“

„Um achtzehn Uhr“, unterbrach er die Blondine schnell, „Was heißt, das er so um neunzehn Uhr zu Hause sein sollte. Wenn du also um halb acht bei ihm vor der Tür stehst....“, lächelte er sie aufmunternd an und freute sich, über das Strahlen in ihren Augen.





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Choconussa Offline

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Beiträge: 311

15.07.2016 08:30
#38 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「『「Kapitel № Fünfunddreißig - Crazy for this girl




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Mit einem kühlen Bier bewaffnet, lief er auf sein weiß-graues Big Sofa zu und freute sich auf einen entspannten Männerabend. Sebastian wollte auf ein paar Bierchen zu einem Fußballspiel rumkommen. Eigentlich wollte er mit dem Trinken ja warten, bis der Gefäßchirurg da war, doch Marc war der Ansicht, dass ein kühles Blondes ihn von dem heißen Blonden ablenken würde, welches einfach so unangekündigt in München auftauchte. Was bildete sie sich eigentlich ein? Wenn er Anrufe nicht entgegennahm, hieß es doch an und für sich, dass er nicht an einem Gespräch interessiert war. Und das wusste sie auch.


Stöhnend streckte er sich, ließ seinen Kopf auf der Rückenlehne liegen und hypnotisierte die weiße Decke, die einen leichten Gelbstich aufwies. Vielleicht sollte er doch wieder auf die Dachterrasse rauchen gehen. Wenn er denn dann mal nüchtern genug wäre, um den Weg nach draußen, unfallfrei zu bestreiten.


Wieder stöhnte er auf und begutachtete das Bier in seinen Händen. Was war nur aus ihm geworden? Lange Zeit, sich diese Frage zu beantworten, hatte er jedoch nicht.



Riiiiiiiiiiiiiiiiiiing...Riiiiiiiiiiiiing...Riiiiiiiiing



Wie er diese Schelle hasste! Manchmal kam er sich vor, wie auf einem Bahnhof.


Trampelnd lief er zur Tür, öffnete diese und sagte dabei, „Wurde aber auch Zeit, Alter!“, nur mit der Antwort, die er bekam, hatte er nicht gerechnet.


„Ja Marc, ich freue mich auch dich zu sehen“, trällerte Gretchen mit einem Hauch Sarkasmus in der Stimme und drückte sich ungefragt, an ihrem sprachlosen Ex-Freund vorbei, in die Wohnung. Ihre Strategie? Ihn einfach in Grund und Boden quatschen. „Mhmm..Schön hast du es hier! Ein bisschen stickig, oder?“, setzte sie ihr Vorhaben auch gleich in die Tat um, „Ich mach mal die Fenster auf. So kann man ja nicht wohnen.“


„Äääääääääääääh....“


„Dein Wortschatz hat sich ja mächtig dezimiert“, tat sie geschockt, „Ich schenk dir zum Geburtstag ein Wörterbuch ooooooder aber“, kam ihr eine hervorragende Idee, „du lässt das hier“, sagte sie, als sie auf ihn zuging, um ihm das Bier aus der Hand zu nehmen, „einfach mal weg! Gute Idee, oder?“


Völlig perplex sah Marc von oben auf sie herab und sein Sprachzentrum schien tatsächlich eingeschränkt, um nicht zu sagen gelähmt, zu sein. Erwartungsvoll und mit großen Kulleraugen sah Gretchen ihn an, in ihrer Hand noch immer die Bierflasche, „Kommt da jetzt noch ein dummer Spruch oooooder...?“


Doch Marc war noch immer völlig überrumpelt. Dass sie in der Klinik auftauchte, okay! Aber das sie die Dreistigkeit besaß, einfach in seine Wohnung zu marschieren und ihm sein Bier wegzunehmen???


„Gut, dann nicht“, zuckte sie mit den Schultern und ging geradewegs in die große Wohnküche, um den Inhalt der Flasche, mit dem Spülbecken bekannt zu machen. Summend kippte sie langsam das Bier aus und mit jedem Tropfen, den sie verschwendete, weckte sie Marcs Lebensgeister.


„Gretchen! Nicht....“, doch da war es schon zu spät.


„Huch! Jetzt ist sie leer“, sich keiner Schuld bewusst, kräuselte sie die Nase und zog die rechte Hälfte ihrer Oberlippe ein Stück nach oben.


„Na, das Gesicht hilft mir jetzt auch nicht weiter“, motzte er sie an, „Was willst du eigentlich hier? Ich hab keine Zeit für dich. Sebastian kommt gleich und...“


„Moment, ich glaub, ich muss dich mal kurz unterbrechen. Basti kommt heute NICHT. Der wollte uns ein bisschen Zeit für uns gönnen und guckt das Spiel in einer Bar.“


„Bitte?“, rutschte seine Stimme in einen Oktavenbereich, den eigentlich nur noch Fledermäuse hören konnten.


„Ich wollte ja heute Morgen schon mit dir reden, aber du musstest ja mal wieder weglaufen. Da dachte ich mir, bei ihm zu Hause, kann er nicht einfach so die Biege machen“, erklärte sie sich zuckersüß lächelnd und schlenderte gemütlich in den Wohnbereich.


„Schön überlegt Hasenzahn. Was du allerdings nicht bedacht hast , ist, dass ich dich rausschmeißen kann“, folgte er ihr und sah skeptisch dabei zu, wie sie ihre Stiefel auszog und es sich im Schneidersitz auf seiner Couch bequem machte.


„Das fänd ich aber echt unfair Marc. Ich hab uns Essen bestellt“, schmollte sie und fügte beinahe lachend an, „Können ja beide nicht kochen!“


„Du hast was?“, fragte er sie leise.


„Essen bestellt, Marc! Einen großen Salat a la Caesar für uns beide, eine Pizza mit Schinken für mich und eine Frutti di Mare für dich. Und damit du nicht ganz auf deinen neuen besten Freund, den Alkohol, verzichten musst, gibt es dazu zwei Falschen Dornfelder. Ich trinke zwar nicht so gerne Wein, aber zu einem schönen Abendessen zu zweit, gehört das doch einfach dazu.“


Das war zu viel für ihn. Vollkommen überfahren, ließ er sich neben ihr nieder und starrte Luftlöcher durch die Gegend. Diese Frau war eine Zumutung - auf Kartoffelstampfern!


„Alles okay mit dir?“, fragte Gretchen gespielt besorgt und legte ihre Hand auf seinen Rücken.


Er murmelte nur ein „Ja klar.. Alles gut“


„Super!“, klatschte sie freudig in die Hände, sodass Marc erschrocken zusammen fuhr, „Dann können wir ja auch gleich zur Sache kommen. Pass auf, das ist echt blöd gelaufen, also... Wie du von Sarah erfahren hast und ich will mich bei dir entschuldigen.“


„Gretchen? Ich will nicht darüber reden.“


„Wir müssen aber darüber reden“, ließ sie sich nicht abschütteln, „Du bist ihr Vater!“


„Ach! Auf einmal, ja? Ein ganzes Jahr lang bist du ohne mich klar gekommen.“


„Mein Gott! Jetzt hör doch auf die beleidigte Leberwurst zu spielen“, wurde sie lauter, „Ich war im dritten Monat, als ich es erfahren habe. Ein paar Tage, bevor du abgehauen bist! Was erwartest du denn?“


„Das man mir wenigstens Bescheid sagt“, antwortete er, wie aus der Pistole geschossen.


„Und dann? Hättest du einen auf liebevollen Familienvater gemacht oder was? Sicherlich nicht!“, ihre Stimme wies einen kleinen Hauch von Hohn auf, was Marc nur noch mehr ärgerte, als die Tatsache, dass sie einfach hier war und ihm seinen ganzen Abend durcheinander brachte.


„Man es geht mir ums Prinzip Gretchen“, er schlug mit der flachen Hand neben sich auf die Couch, „Keiner wäre darüber begeistert, wenn irgendwann eine achtzehnjährige vor seiner Tür steht und sagt: "Hi! Ich bin deine Tochter!"“


„Deswegen wollte ich ja auch...“


„Sie verschweigen? Hat ja prima geklappt“, seine Aussage triefte nur so vor Sarkasmus.


„Komm jetzt werd nicht unfair. Du hättest ja auch einfach mal nachdenken oder mich fragen können, warum ich bei meinem Vater war!“




Flashback



Etwas schüchtern, wie er es schon gar nicht mehr von seiner Tochter gewohnt war, betrat sie sein Büro.


„Was ist denn los Kälbchen? Du siehst so niedergeschlagen aus.“


Den Tränen nahe, saß sie ihm gegenüber. Eigentlich sollte sie sich freuen, doch die Angst und die Frage nach dem "Wie?", überwogen in diesem Moment.


„Gretchen, du weißt du kannst mit mir über alles reden, mhm?! Sag schon, was dich bedrückt. Ist es weil Marc in einem Monat das Auslandsstipendium antritt?“


Sie schüttelte den Kopf: „Ich bin schwanger“, und brach in Tränen aus.


„Aber..Von..MEIER?“


Gretchen konnte unter den vielen Schluchzern, die sie schüttelten, nur nicken.


„Und warum weinst du dann? Das war doch immer dein Wunsch“, fragte Franz liebevoll und stand auf, um seine älteste, tröstend in die Arme zu schließen.


„Wie soll ich ihm das denn sagen?“, rückte sie nach einer Weile mit der Sprache raus, „Er will sowas doch gar nicht. Ich mein, das Kind würde ihm doch nur im Weg stehen.“


„Ach komm! Er ist doch schon viel vernünftiger geworden, seitdem ihr zusammen seid“, ergriff er Partei für seinen Schwiegersohn in spe, den er sich mal gehörig zur Brust nehmen würde.


„Was nichts an seiner Karrieregeilheit geändert hat. Ich liebe ihn und ich will ihn nicht verlieren“, schniefte sie.


„Das wirst du schon nicht, dafür werde ich sorgen. Und jetzt rufe ich erst einmal deine Mutter an, sie soll dich abholen.“



Flashback Ende




„Ich wusste nicht, dass er die Stieglmeier anruft und das alles streicht!“, schloss sie ihre Erzählung.


„Was aber nichts daran ändert, dass er es getan hat“, regte er sich sofort wieder auf und drehte sich leicht zu ihr, um sie besser ansehen zu können, „Weißt du was mir, UNS, das ermöglicht hätte, wenn ich das durchgezogen hätte? Mensch, das wäre ein großer Schritt in meiner Karriere gewesen, den DU zunichte gemacht hast.“


„Das hätte ich auch, wenn ich nicht zuerst zu meinem Vater gegangen wäre, sondern mit dir gesprochen hätte!“


„So hätte ICH aber die Möglichkeit gehabt, selbst zu entscheiden, ob ich in Berlin bleibe oder eben nicht!“, spie er ihr entgegen.


„Maaaaarc“, zog sie seinen Namen widerlich in die Länge, „Jetzt tu doch nicht so, als hätte das irgendwas geändert! Du bist weggelaufen! So wie du es immer machst, wenn es ernst wird...“


„Gretchen du hast...“


„Ja ICH habe..“, sprang sie sauer auf und lief wütend vor ihm auf und ab, „Ich habe daran geglaubt, dass es diesmal wirklich mit uns klappt! Entschuldige, das ich mich dieser Illusion hingegeben habe!“


„Man, das werf ich dir doch gar nich...“


„Es geht hier doch nicht um UNS, sondern um UNSERE Tochter!“, schrie sie ihn aus voller Kehle an, brachte ihn damit zum Verstummen und wurde auch nicht leiser, als sie weiter sprach, „Ich will keine Beziehungsanalyse durchführen! Ich wollte einfach nur, dass du weißt, dass ich das alles nicht in böser Absicht getan habe und das du Sarah, vielleicht irgendwann mal, als Menschen in deinem Leben akzeptieren kannst!“


„Und dafür fährst du über fünfhundert Kilometer nach München rein?“, lachte er, „Hasenzahn, Benzin wird nicht billiger!“


„Telefonrechnungen auch nicht, wenn man andauernd die Mailbox an der Strippe hat!“


Marc sah zu ihr hinauf und ihre hochgezogenen Augenbrauen, in Kombination mit den geschürzten Lippen, die symbolisieren sollten, dass sie sauer auf ihn war, brachten ihn zum Schmunzeln.


„Was stellst du dir vor Gretchen? Ich lebe jetzt hier, habe einen super Job und meine“, er stockte, „chrm...Schwester. Ich werde nicht nach Berlin zurückkommen.“


„Das verlange ich doch auch gar nicht von dir. Ich möchte Sarah einfach nur von ihrem Vater erzählen können, ohne das sie eines Tages von dir abgewiesen wird“, hauchte sie leise ohne ihn anzusehen und Marc hörte, allein an ihrer Tonlage, dass sie den Tränen mal wieder sehr nahe war.


Er atmete tief ein und aus, schloss die Augen und erinnerte sich an die Worte von seinem Vater, die er ihm seit einer Woche immer und immer wieder eintrichterte: „Wer den Rüssel reinhält, muss auch dazu bereit sein, die Konsequenzen zu tragen!!!“


„Gut! Reden wir....“





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Choconussa Offline

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18.07.2016 01:59
#39 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「『「Kapitel № Sechsunddreißig - Just a kiss




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Entgegen aller Erwartungen wurde es doch noch ein schöner und gemütlicher Abend zu zweit. Gretchen und Marc schafften es tatsächlich, all das Unausgesprochene zwischen ihnen, hinten anzustellen und quasi "neu" anzufangen.



Als allererstes wurde über die Klinik in München, Melanie und dem, noch immer gestörten Verhältnis zwischen Elke und Marc, gesprochen. Über dieses Thema kamen sie dann auch gleich zum Elisabeth-Krankenhaus. Auch wenn der Chirurg es nicht aussprach, merkte Gretchen, dass er es doch sehr zu vermissen schien. Die Arbeit dort, die Ruhe, Mehdi und auch Sabine.


Sie redeten fast drei Stunden über belangloses Zeug, bis endlich mal das bestellte Essen eintrudelte. Zusammen gingen sie zur Tür und kabbelten darum, wer denn nun zahlen würde. Nachdem Marc sie allerdings auf die Terrasse getragen und ausgesperrt hatte, war dem Lieferanten klar, von wem er bezahlt werden würde.


„Ein süßes Paar“, lächelte er den großzügigen Chirurgen an, der daraufhin zähneknirschend das Trinkgeld kürzte.



Beim Essen erzählte Gretchen dann ein bisschen was von ihrer Schwangerschaft, immerhin wollten sie sich das Video ansehen, dass bei der Geburt gedreht wurde. Sie erzählte von der Übelkeit, dem Schwindel, von all den unangenehmen Dingen, die aber eigentlich auch wunderschön waren, weil sie wusste, was da auf sie zukommen würde. Als sie dann aber anfing, davon zu erzählen, wie viel sie gearbeitet hatte und wie wenig sie teilweise gegessen hatte, glaubte Marc sich zu verhören.


„Du hast SCHWANGER sechzehn Stunden gearbeitet? Spinnst du? Weißt du, was da alles hätte passieren können?“, zeigte er ihr einen Vogel und nahm ein großen Schluck Wein, um den Schock herunterzuschlucken.


„Ja, ich weiß das schon.. Aber...Woher weißt du das?“, stellte sie kauend eine Gegenfrage, obwohl sie wusste, dass Marc davon nicht sonderlich angetan war.


„Ich bin Arzt!“, meinte er und klaute sich die Cocktailtomate von Gretchens Gabel, die sie sich keine fünf Sekunden zuvor, mühsam aufgespießt hatte. Entrüstet sah sie den Dieb an und sagte: „Stell dir vor, das ist mir durchaus bewusst.“


„Wieso fragst du dann?“, grinste er charmant und mopste sogleich auch noch ein Stück von ihrer Pizza.


„Weil ich dachte, der weibliche Uterus interessiert dich nicht! Also medizinisch.“


„Dem ist auch noch immer so. Aber wir sprechen hier von dir und da...“


„Sprech es nicht aus Marc Meier“, warnte Gretchen mit ihrer Gabel, die Marc durchaus misstrauisch begutachtete. Die Vergangenheit hatte ihm gelehrt, dass sie auf jeden Fall werfen würde, wenn sie sauer war.


Flashback



Sie operierten gerade eine Fettleber. Kein schöner Anblick und Gretchen war so oder so in letzter Zeit so oft übel. Dementsprechend abgelenkt war sie und bot an, nur die Haken zu halten, ließ dem neuen Assistenten also den Vortritt und sah immer wieder angeekelt zur Seite. Etwas, was besonders Marc sauer aufstieß. Das war nicht die erste OP, die sie machte.


„Mensch Gretchen, das geht so nicht! Kannste dich jetzt mal konzentrieren und nicht von Schokoladenpudding träumen?“, fuhr er sie an und unterbrach dafür sogar seine Arbeit. Er verstand einfach nicht, was mit ihr los war.


„Marc“, zwängte sie heraus, sie musste aufpassen, sich nicht gleich in den Patienten zu übergeben, „Ich denke gerade an alles, allerdings nicht an Schokopudding.“


„Herrgott nochmal! So kann ich dich nicht gebrauchen. Geh dich abreagieren, was auch immer du schon wieder hast. Wenn ich hier fertig bin, reden wir darüber!“



Eine halbe Stunde später kam er, seinen Nacken kreisend, auch schon ins Schwesternzimmer und funkelte seine Freundin böse an. Diese saß mit geschlossenen Augen am Tisch, hielt eine Tasse mit Tee fest und sah erst auf, als er sich umständlich räusperte.


„Hör zu, ich weiß nicht was da vorhin ....“, wollte sie sich erklären - doch Marc hob die Hand und deutete ihr an, zu schweigen.


„Ich kann dir sagen was da vorhin schon wieder los war, angefangen bei den FÜNF Nutella-Brötchen, die du heute Morgen verschlungen hast. Womit ging es weiter? Ach ja, Schokocroissants. Kaum dass wir hier waren, hattest du schon wieder zwei verdrückt und ich will nicht wissen, wie viel Schokolade du schon wieder in dich hineingestopft hast, während du nicht auffindbar warst. Das war los Hasenzahn und ich denke nicht, das ich dir nun sagen muss, dass so ein Magen, mit so viel Nahrung in nicht mal sechs Stunden, ein wenig zu kämpfen hat“, endete er seine Beweisführung und in Gretchens Augen schimmerte es mal wieder verdächtig.


„Willst du mir jetzt sagen, das ich verfressen bin?“, wimmerte sie drauf los.


„Du hast heute ziemlich viel gegessen, ja. Deswegen wohl auch die Übelkeit. Gretchen das muss echt aufhören, sonst lass ich dich bald nur noch die Nachberichte schreiben und die Akten machen.“


„Uuuuuh.. Sie wollen ihre beste Assistenz aus dem OP schmeißen? Das ist ja mal was ganz neues hier“, kam Doktor Hassmann lachend hinzu.


„Du bist so fies Marc“, maulte Gretchen, schnappte sich die Schere, die sie sich vorhin aus einem der Behandlungsräume geholt hatte und wollte verschwinden. Doch Frau Doktor Hassmann fiel etwas an ihr auf und das wollte sie unter keinen Umständen für sich behalten.


„Meier, irre ich mich oder wird sie fetter?“


„Ooooooh ja“, schmunzelte er und im nächsten Moment duckte er sich, um erschrocken aufzuschauen. Da hatte Gretchen kurzerhand mit der Schere nach ihm geworfen und nur knapp verfehlt.



Flashback Ende



Hätte man ihm an diesem Tag gesagt, dass Gretchen schwanger war, ihr deswegen so übel war und er heute zusammen mit ihr auf seiner Couch sitzen würde, um sich das Video der Geburt seiner Tochter anzusehen, hätte er herzlich gelacht. Diese Erkenntnis brachte ihm jedoch, im Moment, recht wenig. Denn er saß hier und sah sich das Video an. Gut, jetzt gerade versteckte er sein Gesicht in Gretchens Halsbeuge und hielt sich die Ohren zu. DAS konnte doch niemand anschauen, geschweige denn hören. Er wusste ja schon immer, das sein Hasenzahn ein sehr lautes Organ haben konnte, aber das übertraf seine weiteren Vorstellungen vollkommen. Gretchen schien unterdessen ziemlich belustigt zu sein.


„Marc, ich liege doch im Moment noch, nur in den Wehen“, lachte sie den sonst so harten Chirurgen aus.


„Nur?“, fragte er geschockt und sein Kopf kam mal wieder zum Vorschein, „Das wird noch schlimmer?“


„Es ist doch nicht die erste Geburt, die du siehst!“


„Aber die erste“, klärte Marc auf und wollte noch einen Schluck Wein nehmen, doch sein Glas war leer - also griff er direkt zur Flasche, „einer Frau, mit der ICH geschlafen habe und die da gerade meinen Nachwuchs aus ihrem Körper presst!“


Liebevoll strich Gretchen ihm durchs Haar: „Wie süß! Du hast Schuldgefühle, weil du mich solchen Schmerzen ausgesetzt hast?“


„Pah! Träum weiter“, schnaubte er auf, „Sag mal, wo ist eigentlich Thorben? Ich seh nur Mehdi und deine Mutter. Wer macht das Video?“


„Chrmmm..Schwester Sabine“, räusperte sie sich und fummelte beschämt an ihrer Bluse herum.


„Bitte?“


„Ja ich wollte halt nicht, das er dabei ist, wenn du nicht dabei sein kannst!“


Schüchtern sah sie schräg zu ihm herüber und sah ihn lächeln.


„Tja..“, freute er sich, „Dann ist es ja schön zu wissen, dass er nur das Video sehen durfte.“


„Durfte er nicht“, nuschelte Gretchen in ihr Weinglas, „Er weiß von dem Video nichts.“


„Moment mal“, drehte er sich zu ihr herum, „ihr seid so gut wie verheiratet, er zieht Sarah seit drei Monaten mit dir zusammen auf, war nicht bei der Geburt dabei, hat das Video nicht gesehen und...“


„Man, ich wollte halt das du dabei bist und nicht er! Das ist ein sehr intimer Moment zwischen werdenden Eltern. Da hat ein anderer Mann einfach nichts zu suchen!“


„Mal abgesehen von dem Gynäkologen“, witzelte Marc und fing sich damit einen leichten Schlag auf den Hinterkopf ein - worauf er Gretchen in den Oberschenkel kniff.



Den restlichen Abend sprachen sie über die Zeit nach der Schwangerschaft. Wie Bärbel sie in den Wahnsinn trieb. Wie liebevoll Thorben war und was für eine unglaubliche Stütze er für sie war. Was Marc nicht verstand. Er wusste von Sebastian, dass Thorben gar nicht oft in Berlin war und somit wohl auch nicht wirklich viel Zeit für Gretchen hatte.


Zwischendrin wurde das Gespräch lauter, emotionaler - doch bald schon, lagen die beiden sich lachend in den Armen, als sie sich zusammen Fotos ansahen.


Mehdi mit Lilly auf den Schultern, Sarah auf dem Arm und einem Schokoriegel im Mund, der ihm zuvor von Lilly einfach in den Mund gestopft wurde.


Gretchen und Sarah zusammen schlafend auf einem weißen Schaukelstuhl, beide leicht sabbernd.


Opa Franz mit Schnuller im Mund und Lätzchen um den Hals, bei Kaffee und Kuchen.


Sabine und Bärbel mit lächerlichen Partyhüten und Clownsnasen, an Gretchens Geburtstag.



Doch auch wunderschöne waren dabei. Wie zum Beispiel das Foto, welches er gerade in der Hand hielt und verträumt ansah. Gretchen mit Sarah auf dem Arm, anscheinend bei einem Spaziergang, im Hintergrund die Spree. Der Himmel war strahlend blau und er war sich nicht ganz sicher, ob dies nun von der Sonne kam oder eben von den beiden Frauen, die da abgelichtet wurden.


„Wenn du möchtest, kannst du die Fotos gerne behalten“, sagte Gretchen leise, mit dem Kopf an seiner Schulter, „Es sind nur Abzüge. Die Originale habe ich zu Hause.“


„Sie sieht aus wie du“, flüsterte Marc leise lächelnd.


„Na ja, fast! Sie hat dein Lächeln, inklusive den Grübchen.“


„Hör zu Gretchen, wenn du Unterhalt haben willst, dann..“, schnell hatte sie ihm die Hand auf den Mund gelegt, „Ich will kein Geld Marc. Ich will einen Vater!“


„Aber deiner ist doch ganz okay“, sagte er plötzlich, „Gut du kannst auch meinen haben....“


„MARC!“


„Ist gut. Ich hab verstanden...“


„Okay. Ich sollte dann jetzt auch gehen“, sagte sie und fing langsam an, ihre Tasche zu packen. Ihre Stiefel zog sie sich ganz gemütlich an und Marc sah ihr schweigend dabei zu. Irgendwie wollte er noch nicht, das sie ging. Aber er verstand natürlich, dass sie gehen musste - Sarah war ja nicht mitgekommen.



Als sie zur Tür lief, schlenderte er ihr langsam hinterher und begutachtete dabei schmunzelnd ihre Rückansicht. So einen Hintern - hatte wirklich keine Andere.


Die Klinke in der Hand haltend, drehte sie sich noch einmal zu ihm um, „Danke für den schönen Abend. Ich hab ja eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet gehabt. Ich mein, ich weiß das du es nicht magst wenn...“


„Pscht“, hielt er seinen Finger auf ihre Lippen, „Sei einfach mal still“, flüsterte er heiser, strich ihr eine Strähne hinters Ohr und streichelte zärtlich ihre Wangenknochen. Liebevoll sah er sie an, hielt ihren Kopf in seinen Händen und prägte sich jedes Merkmal, dieses wunderschönen Gesichtes, ein.


Gott war sie hübsch!


„Ich muss jetzt gehen Marc“, sagte sie mit zittriger Stimme und eine kleine Träne, stahl sich aus ihren wunderschönen blauen Augen.


„Ich weiß“, hauchte er ihr entgegen, küsste die Träne weg, küsste ihre Stirn, ihr zierliches Näschen und gerade, als er seine Lippen mit ihren verschließen wollte - kam sie ihm zuvor.


Es war ja nur ein Kuss, ist doch nur ein Kuss...dachten sie!






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Choconussa Offline

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21.07.2016 11:20
#40 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Siebenunddreißig - Untouched




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Das nachfolgende Kapitel, ist für Leser UNTER 18 Jahren NICHT geeignet!!!




Der Kuss wurde schnell intensiver, verlangender, fester. Hände fuhren unkontrolliert über die Körper, zweier sich liebender Menschen. Er hielt sie ganz fest. Sie spürte seine Kraft, seine männliche Entschlossenheit und genoss es, dass sein Dreitagebart ihr das Kinn zerkratzte und fasste ihm, mit festem Griff, ins Haar.


Die beiden torkelten in Richtung Schlafzimmer, stießen hier und da an, bahnten sich einen Weg und fielen, sich noch immer wild küssend, auf die Matratze. Sanft richtete Marc sie und sich selbst auf, küsste ihren Hals, öffnete ihre Bluse, langsam, qualvoll und jedes Stück freigelegte Haut bekam hauchzarte Küsse aufgedrückt. Gretchen hingegen nestelte ungeduldig an seinen Hemdknöpfen herum. Ihre Finger zitterten, sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, wollte nur noch seinen festen Körper unter ihren Fingerspitzen fühlen und auch Marc wurde ungeduldig. Mit einem Ruck, riss er sich das Hemd auf, streifte es ungeduldig ab und ein tiefes Brummen löste sich aus den tiefen seiner Kehle, als ihre kleinen, zarten Hände seinen Oberkörper berührten. Er bekam eine leichte Gänsehaut, als ihre Lippen seine Brust berührten. Sanft strich er mit seinen Händen durch ihre langen Haare, drückte ihren Kopf noch näher an sich. Leicht beugte er sich nach vorne, sie spürte einen langen, saugenden, weichen Kuss in ihrem Nacken, ehe er seine Hände über ihren Rücken, zu dem Verschluss ihres BHs führte und ihn routiniert öffnete. Sanft streifte er das Stück Stoff, welches für ihn sowieso immer nur im Weg war, ab und fuhr ihre Seiten entlang bis zu ihrer Hüfte, an der ihre Hose eng saß.


Schmunzelnd öffnete er den Knopf, zog den Reißverschluss auf und half ihr, sich aus der Jeans zu befreien. Sie trug violette Spitzenunterwäsche, die beinahe durchsichtig war. Mit großen Augen, sah er auf sie herab und Gretchen zog ihn kichernd zu sich herunter um ihn zu küssen. Seinen Hals hinauf zu küssen, ihn mit ihrer Zunge zu liebkosen und an ihrem Ziel angekommen, sanft an seinem Ohrläppchen zu knabbern.


Laut stöhnte er auf.


Er liebte es, wenn sie dies tat und es trieb ihn in den Wahnsinn. Seine Hose, die ohnehin schon ziemlich spannte, wurde nur noch um einiges enger und ungeduldig befreite auch er sich aus diesem Hindernis.


Räkelnd sah Gretchen ihm dabei zu und ihr Anblick war für ihn, wie ein Traum. Ihre langen blonden Locken verteilten sich auf den Kissen, ihre Brust hob und senkte sich schnell, ihre Beine rieben sich aneinander und ihr sinnlicher Mund stand leicht offen.


Es war ihr peinlich, wie er sie so beobachtete. Sie bekam rote Wangen und biss sich schüchtern auf die Unterlippe und als sie das Blitzen in seinen Augen sah, musste sie leicht lächeln.


Plötzlich packte er sie an den Hüften. Zog sie herunter, sodass sie, bequem, mitten auf dem Bett lag. Er zog sie langsam, vorsichtig, zärtlich nach hinten. Beide Hände umklammerten sie wie Schraubzwingen.


Dann spürte sie ein sanftes Streicheln unterhalb ihrer Achseln und all ihre Poren schienen sich zu öffnen. Das Streicheln wurde unterbrochen, setzte wieder ein und setzte sich fort, ihre Taille entlang bis zu den Hüften. Dort hielten die Hände inne. In Erwartung dessen, was unweigerlich folgen musste, schloss sie instinktiv die Augen. Seine Hände nahmen ihre Wanderung über ihren nackten Körper wieder auf, überquerten ihre Beine und erreichten die Innenseite ihrer Schenkel, von wo aus sie sich weiter nach unten orientierten. Sie fuhren über die Knie, die Knöchel, massierten die Fußsohlen. Es kitzelte leicht, es war aber ein sehr erotisches Gefühl. Es schien ihr eh, als wäre das eine ganz besondere Stimmung. Eine besondere Spannung lag in der Luft. Nichts war zu hören, außer dem Geräusch seiner Hände, die über ihre Haut glitten.


Sie spürte, wie er sein Gewicht verlagerte.


Augenblicke später entrang sich ihr ein Laut, halb Seufzen, halb Stöhnen, als seine Zunge sich in Gefilde begab, die nur zu gern seine Aufmerksamkeiten entgegennahmen. Wieder und wieder liebkoste er sie mit Nachdruck. Er küsste sie dort so innig, wie er ihren Mund geküsst hatte. Bald schon, nahm er seine Finger zur Hilfe und drang tief in sie ein. Sie stöhnte und bewegte ihr Becken, als er sie verwöhnte. Zwischendurch beugte er sich über ihren Mund und küsste sie, als wäre es das erste Mal, dass er eine Frau spürt - Himmel, wie gut das tut!!!


Ihr Stöhnen nahm an Anzahl und Intensität an, was auch ihn ziemlich erregte. Als sie anfing, ihr Becken schneller zu bewegen, wurde er nur langsamer, zog sich zurück und sah auf sie herab. Ihre Haut glühte, kleine Schweißperlen sammelten sich hier und da. Wieder legte er sich neben sie, auch wenn ihm bereits jetzt schon nach was ganz anderem war. Aber die Frau, die hier lag, war nicht einfach irgendeine. Sie war die Eine und für die wollte er sich Zeit nehmen. Sanft fuhr er mit seinen Fingern über ihre Lippen, ehe er sie küsste. Seine Zunge stattete ihrer einen Besuch ab.


Während sich ihre Zungen zu einem heißen Spiel zusammenfanden, streichelte er ihre Brüste. Plötzlich löste er sich von ihren Lippen, küsste ihren Hals, liebkoste diesen mit der Zunge, bis hin zu ihren Brüsten. Sie spürte seine weichen, schmeichelnden Lippen auf ihren Brustwarzen. Er küsste sie zärtlich, knetete dabei ihren Busen mit seinen kräftigen Händen. Lustvoll, gierig, aber keinesfalls schmerzhaft.


Mit der flachen Hand fuhr er über ihren Bauch, folgte dem Schwung ihrer Taille bis hin zur Hüfte. Er küsste ihren Bauchnabel, seine Nase fing den blumigen Duft ein, der immer von ihr ausging - den er so sehr liebte.


Kurz unterbrach er sein Tun, um in ihre wunderschönen Augen sehen zu können. Und was er sah, brachte ihn beinahe um den Verstand. In ihnen flackerte pure Lust. Leicht lächelnd, legte er seine Stirn an ihre, seine Nasenspitze berührte die ihre sanft und seine Hand strich über die Innenseite ihrer Schenkel, bis hin zu den Knien und folgte dem gleichen Weg zurück.


Sie wollte ihn so sehr, legte die Hände um seine Oberarme. Vorsichtig streichelte sie sein Gesicht und seine Haare. Sie waren weich und dennoch widerspenstig. Sanft zog sie daran und entlockte Marc ein heiseres Stöhnen.


Wieder hauchte er Küsse auf ihren Bauch und seine Zunge schlängelte sich um ihren Nabel. Sie wand sich vor Lust. Ganz leicht blies er gegen ihre Brustwarzen. Gretchen biss sich auf die Lippen, krallte ihre Fingernägel fest ins Laken und stöhnte: „Marc...Bitte...“


Erneut biss sie sich auf die Lippen, wieder blitzte es in seinen Augen und ganz langsam richtete er sich auf, drückte ihre Schenkel sanft auseinander und legte sich dazwischen. Noch immer wurden die beiden von seiner Boxershorts getrennt. Doch nicht mehr lange, denn Marc hielt es selbst kaum noch aus. Er war ja schon vollkommen erregt gewesen, als er sie an der Tür geküsst hatte und jetzt, als er die Hitze in ihrem Schoß so sehr spürte, wollte er nur noch eines.


Schnell entledigte er sich dem letzten Stofffetzen, positionierte sich wieder zwischen ihren Schenkeln und zärtlich, langsam, fast schon schüchtern, drang er in sie ein und ein lautes Stöhnen entwich ihr. Er beugte sich über sie, seine Arme links und rechts neben ihrem Kopf, doch - er sah sie nur an, er bewegte sich nicht. Als er ihren fragenden Blick sah, schluckte er, schüttelte lächelnd mit dem Kopf und strich ihr eine verirrte Haarsträhne hinters Ohr.


Langsam begann er, sein Becken kreisen zu lassen. Sie schlang ihre Beine um seine Hüfte, drückte ihn noch näher an sich heran. Zu lange hatte sie auf ihn verzichten müssen, sie wollte ihn ganz. Heute gehörten sie nur sich. Das Gefühl von ihm in ihr, erzeugte einen lustvollen Druck in ihrem Unterleib. Leise stöhnte sie. Er atmete schwerer, hielt die Augen geschlossen, bewegte sich langsam vor und zurück. Sie konnte seinen warmen Atem auf ihrer Wange spüren.


Ein leichter Schweißfilm hatte sich auf ihren Körpern gebildet. Er lag schwer auf ihr, der Rhythmus noch immer quälend langsam. Marc wollte das hier nicht überstürzen, er wollte genießen. Fest nahm er ihren Kopf in seine Hände und küsste sie stürmisch. Und wären sie nicht so erregt und der Sauerstoffverbrauch nicht erheblich erhöht - sie könnten sich ewig so weiter küssen. Wieder drückte sie ihm ihr Becken entgegen und er erhöhte das Tempo. Schneller und härter stieß er zu, ihr Stöhnen wurde lauter, sein Atem ging noch schneller und auch er fing bald schon an, unkontrolliert zu stöhnen. Halt suchend, griff Gretchen in seine kurzen Haare, biss sich in seinem Hals fest, krallte ihre Finger in seinen Rücken.


Stoß um Stoß wurde das Gefühl in ihr unerträglicher. Sie wollte so gern den Knoten, der sich fest zusammengezurrt hatte, lösen - doch wollte sie noch nicht, das es zu Ende war.


Marc griff in ihre Haare, an ihre Brüste, küsste ihre sanften Lippen, streichelte ihre Seite und endlich, ja endlich hatte er Sex. Diesen unbeschreiblichen Sex, den er immer nur mit ihr hatte. Er fand seinen Rhythmus, wurde schneller. Drang immer tiefer in sie ein. Er glaubte zu sehen, wie sich die Lustwellen heran preschten. Und tatsächlich. Gerade als er das Tempo noch einmal verlangsamen wollte, überkam sie ein Wahnsinns Orgasmus. Die Kontraktionen, tief in ihr, nahmen ihn voll und ganz ein und auch er konnte sich nicht mehr kontrollieren. Zwei, drei Stöße später, überkam auch ihn die Erlösung.


Sie keuchten, ihr Atem ging unregelmäßig und mit geschlossenen Augen, lagen sie Stirn an Stirn, eine gefühlte Ewigkeit zusammen da.


Doch die Nacht, war noch nicht vorbei......






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Choconussa Offline

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24.07.2016 20:19
#41 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Achtundreißig- Wake me up before you go go




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Warme Sonnenstrahlen kitzelten das ausgeglichene Gesicht, eines glücklich lächelnden Chirurgen. Ein paar Mal kräuselte er die Nase, schmatzte laut auf und streckte sich. So gut hatte er schon lange nicht mehr geschlafen. Vor allem aber, nicht so nüchtern. Sein Kopf brummte mal nicht, sein Rücken schmerzte nicht und der seidene Stoff, auf seiner nackten Haut, fühlte sich angenehm kühl an. Noch immer glücklich lächelnd und mit geschlossenen Augen, drehte er sich auf die andere Seite um sein Gretchen, in seine starken Arme zu nehmen und wenn möglich, nie wieder los zulassen.


Aber sein starker Arm, griff ins Leere.


Erschrocken öffnete er seine Augen. Sie war doch über Nacht geblieben, oder? Lächelnd drehte er sich wieder auf den Rücken. Wahrscheinlich war sie auf der Suche nach was Süßem. Normalerweise müsste sie wissen, dass er sowas nicht im Haus hatte, doch seitdem seine Schwester bei ihm ein und aus ging, hatte er immer einen ordentlichen Vorrat an Schokolade in der Küche. Langsam stahl sich der Chirurg aus dem Bett um seine hoppelnde Naschkatze zu überraschen. Schnell warf er sich in seine Boxershorts, er wollte keineswegs von den Nachbarn eine Anzeige wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" bekommen, obwohl.. Er würde für nichts garantieren können, wenn er Gretchen halbnackt in der Küche vorfinden würde. Zum Glück hatte er nicht viele Utensilien auf der Kochinsel herum liegen.


Im Türrahmen stehend, drehte er sich noch einmal um. Anscheinend war das Glück ihm heute Morgen nicht hold. Ihre Sachen lagen nicht mehr auf dem Boden. Na gut, die waren ja schnell wieder ausgezogen. Doch schon bald, wich seine Vorfreude einer fiesen Resignation.


Kein Gretchen weit und breit und übersehen konnte man sie ja wirklich nicht. Den kleinen Briefumschlag, den sie auf die Anrichte gelegt hatte, jedoch schon, wenn er denn nicht rosa gewesen wäre. Trug sie sowas wirklich immer mit sich herum? Ungeduldig riss er den Brief auf, faltete das Papier auseinander, ließ sich langsam auf einen Barhocker sinken und fing an zu lesen:



Lieber Marc,
zur Abwechslung schreibe ich dir einen Brief, den ich auch wirklich abschicken werde. Ich bin weg!




„Wär mir jetzt gar nicht aufgefallen“, brummte er verärgert.



Ich wollte mich eigentlich auch nur für den schönen Abend bedanken. Aber das, was da passiert ist, war falsch. Nicht dass es nicht schön war, aber es hätte einfach nicht passieren dürfen. Ich hab doch jetzt Thorben und ich mag ihn wirklich. Das bin einfach nicht ich und ich habe ihm gegenüber wirklich ein schlechtes Gewissen. Am besten vergessen wir das einfach und machen so weiter wie bisher. Mehdi kann dir ja Bilder und Videos von Sarah schicken, also, wenn du welche haben willst. Ansonsten habe ich, in Bezug auf Sarah, wirklich keinerlei Erwartungen an dich. Ich kann es verstehen, wenn du der Aufgabe als Vater nicht gewachsen bist und ich werde dich zu nichts zwingen. Das einzige worum ich dich bitte und ja, ich weiß das ich mich wiederhole, weise sie nicht zurück, wenn sie dich irgendwann kennenlernen möchte. Sobald sie alt genug ist, wird sie das sicherlich wollen.

Ich wünsch dir alles Gute und das auch du irgendwann dein Glück finden wirst.

In Liebe
Gretchen




Ungläubig ließ er die Hand sinken und der Brief rutschte ihm aus den Fingern.




„Was soll der Scheiß?“, schrie er eine viertel Stunde später ihre Mailbox an, „Ich will SOFORT mit dir reden! Also ruf zurück!“


Diese Frau hatte es endgültig geschafft, seinen Geduldsfaden zum Reißen zu bringen. Nur weil er es bei einem One-Night-Stand bevorzugte, dass die Weiber noch vor dem Frühstück verschwunden waren, hieß das noch lange nicht, dass SIE sich nach so einer Nacht einfach aus dem Staub machen konnte. Wütend pfefferte er sein Smartphone auf die Couch, wo sich sein Vater vor Lachen beinahe bekrümelte. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Brötchen, die er mitgebracht hatte, krümelten wirklich extrem.


„Kannst du mir mal erklären, was so lustig ist?“, fauchte er Olivier an und stellte sich in Abwehrhaltung inmitten des Raumes auf.


„Na ja“, gluckste der zweifache Vater belustigt, „jede musst du rausschmeißen und ausgerechnet die, die bleiben soll, geht freiwillig.“


„Ja welch eine Ironie“, schnaubte Marc und klaute seinem Vater das Wurstbrötchen, bevor dieser hineinbeißen konnte.


Sehnsüchtig sah Olivier seinem Frühstück hinterher und sein unverschämter Sohn schmatzte: „Jetzt sabber mir hier nicht auch noch das Leder voll. Reicht ja schon, das du meinen Laminat vollkrümelst!“


„Oh, entschuldige das ich atme!“


„Ja gut. Aber wieso tust du es hier und nicht woanders?“, grinste Marc und ließ sich, noch immer halbnackt, neben seinem Paps aufs Sofa plumpsen.


„Mhm, lass mich nachdenken... Vielleicht weil mein Sohn mich angerufen und angebrüllt hat, ob ich wüsste, wo Gretchen ist?!“


„Was nicht hieß, das du herkommen sollst!“


„Meinst du, ich lasse es mit entgehen, wenn du sitzen gelassen wirst und deine schönen Möbel auseinander nimmst? Da müsste ich schon einen Schlaganfall bekommen.“


„Ließe sich einrichten“, meinte Marc trocken, sah seinen Vater mit hochgezogener Augenbraue an und schon - mussten beide lachen.




In Berlin war einer, quasi alleinerziehenden Mutter, mal so gar nicht nach Lachen zumute. Vielmehr war sie beinahe am Verzweifeln. Nicht nur, dass ihre Tochter die ganze Zeit weinte und sich nicht beruhigen ließ, ihr wurde auch zum x-ten Mal die eine Frage gestellt: „Ihr habt miteinander geschlafen?!?!“


„Jaaaaa..“, sang sie fast, „Und wenn ihr es noch fünfhundert Mal fragt, an der Antwort wird sich nichts ändern.“


„Und du bist dann einfach so gefahren, ohne noch mal mit ihm zu sprechen?“


„Nein Melanie! Ich bin gelaufen“, sagte sie ironisch und lief mit Sarah auf dem Arm weiter aufgekratzt im Raum herum.


„Gretchen, du musst dich beruhigen. Sarah spürt doch deine innere Unruhe“, merkte Mehdi an und nahm der aufgedrehten Mutter, ihre Tochter ab und wollte mit ihr in ihr Zimmer gehen, damit sie sich beruhigen und schlafen konnte.


„Hast du wenigstens irgendwo ne Kamera drapiert? Das muss man sich doch anschauen, wie er reagiert, wenn er von der Frau, die er liebt, abserviert wird“, Melanie war wirklich Feuer und Flamme.


„Dein Bruder liebt nur sich selbst!“


„Aber...“


„Vergiss es Schatz“, lachte der hinreißende Halbperser auf, als er wieder ins Wohnzimmer kam, nachdem er Sarah ins Bett gebracht hatte, „Was das Thema betrifft, sind die beiden vollkommen Beratungsresistent!“


„Was sag ich denn jetzt Thorben?!“, jammerte Gretchen drauf los und fuhr im nächsten Moment erschrocken herum, denn Thorben fragte aus dem Off: „Was willst du mir sagen?“


„Ääääh.. Hi Schatz! Was machst du denn hier?“, lächelte sie nervös.


„Ich hab doch geschrieben, dass ich heute wiederkomme...“


„Oh! Ich nehme mal an, in einer E-Mail. Du, die hab ich seit Tagen nicht mehr abgerufen! Ich hatte hier so viel zu tun“, lachte sie und ließ sich von ihrem Verlobten einen Kuss auf die Wange drücken.


„Was hattest du denn groß zu tun? Deine Mutter macht doch alles“, schmunzelte Thorben und Melanie verdrehte die Augen, ehe sie ihrer, quasi Ex-Schwägerin, helfend zur Seite sprang, „Hochzeitsvorbereitungen.“


„Und was wollen SIE hier?“, fragte Thorben irritiert, denn er realisierte erst jetzt, dass sie überhaupt da war.


„Geschäftliches für meinen Bruder regeln....“




Dieser Bruder, stach gerade schmollend in seinem Salat herum und vermieste somit, den anderen am Tisch sitzenden, die gute Laune.


„Was ist denn heute mit dir los?“, fragte Marina besorgt.


„Ach weißt du“, seufzte er auf, „ich hab heute Nacht von dir geträumt.“


„Wirklich?“, freute sie sich und schmachtete ihn an, „War es schön?“


„Ja war es“, lächelte Marc und beugte sich zu ihr herüber, „Wir gingen zusammen in den Wald“, hauchte er ihr verführerisch zu, „ich habe dich verbuddelt und hatte meine Ruhe!“


„Arschloch!“


Zufrieden sah der Chirurg dabei zu, wie Marina beleidigt einen Abgang machte und widmete sich dann wieder seinem Salat, der dem von gestern Abend, sehr ähnlich sah.


Grinsend meinte Sebastian: „Du kannst Gemüse nicht töten“, und Marc knurrte, „Aber nervende Gefäßchirurgen!“


„Oooooookay, dich lässt man wohl heute besser in Ruhe“, ging auch Sebastian, der irgendwie im Gefühl hatte, dass die schlechte Laune von Marc, etwas mit Gretchen zu tun haben könnte.




Die mittlerweile ebenso schlechte Laune hatte wie Marc, „FLORIDA?“, fragte sie laut.


„Ja, einer meiner Kunden ist ausgewandert und will sich ein paar Sachen versichern lassen. Allerdings nur von mir. Vielleicht komme ich so auch gleich mit anderen ins Geschäft. Die schwimmen da drüben doch in ihrem Geld und dann kannst du bald endlich aufhören zu arbeiten“, er kniff ihr freudig in die Wange und Mehdi kniff besorgt die Augen zusammen.


Das Blutbad, wollte er nicht sehen!


Doch Gretchen stampfte nur einmal mit dem Fuß auf und schrie: „Aufhören zu ARBEITEN! Sag mal, SPINNST DU?“


„Wieso? Dann hast du endlich genug Zeit deinen Pflichten als Hausfrau und Mutter nachzugehen!“


„WAS?“, glaubte sie sich verhört zu haben.


„Schäfchen....“


„SEH ICH AUS WIE EIN ZOO? Oder hab ich irgendwann geschrien "Oh ja, gebt mir alle Tiernamen?"“, explodierte Gretchen Haase endgültig.


Melanie musste sich die Hand vor den Mund halten um nicht laut los zulachen, Mehdi biss sich auf den Finger und Thorben verstand die Welt nicht mehr. So kannte er sein Gretchen gar nicht - so..aufbrausend.


„Liebling was ist denn..?“


„Mein Vater nennt mich seit Jahren Kälbchen, Marc gibt mir in der Schule den dämlichen Spitznamen HASENZAHN und jetzt kommst du mir hier mit Schäfchen um die Ecke, kurz nachdem du mir gesagt hast, das du in ein paar Tagen schon wieder wochenlang weg bist! Wie soll das denn funktionieren Thorben? Wir wollen heiraten!“


Durch das Babyphone ertönte ein lautes Kreischen und Mehdi und Melanie sprangen gleichzeitig auf, um nach der kleinen Sarah zu sehen. Vorsorglich schloss Mehdi die Wohnzimmertür, damit die Schreie gedämpft wurden und Sarah nichts von dem Streit mitbekam.


„Unglaublich das er schon wieder wochenlang wegfährt“, sagte Mehdi nachdenklich und hatte irgendwie ein schlechtes Gefühl.


„Glaubst du, er hat eine andere?“


„Hoffen will ich es nicht, aber so oft und so lange wie er weg ist?“, zuckte der Gynäkologe nur mit den Schultern und half seiner Freundin dabei, Sarah zu wickeln.


„Bevor du mich hier weiter anschreist, würde ich gerne mal wissen, was meine Cousine hier macht“, wollte Thorben wissen, obwohl es ihm ja eigentlich egal sein konnte.


„Hat sie doch gesagt!“


„Und warum kümmert ihr Bruder sich nicht selbst um seine Geschäfte?“, bohrte er weiter, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, das er seiner Verlobten damit tierisch auf die Nerven geht.


„Was weiß ich denn! Seh ich wie eine Hellseherin aus?“


„Nein! Kannst du mir denn wenigstens sagen, warum du so gereizt bist?“


„Meeeeeine Güte“, knurrte sie entnervt, „Alles ist gut! Geh schon mal ins Bett. Ich verabschiede noch Melanie und Mehdi, kümmere mich um Sarah und mach hier sauber. Dann komm ich nach. Ich muss morgen früh raus, denn ich gehe ARBEITEN!“


„Okay... Weckst du mich auf, bevor du gehst?“


Ganz sicher nicht, dachte sie und rauschte an ihm vorbei, ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen.




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Choconussa Offline

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11.08.2016 17:13
#42 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Neununddreißig - Show me the meaning of being lonely 」




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Berlin Tegel, 9:35 Uhr. In einer halben Stunde würde ihr Verlobter für zwei Wochen - oder länger - in den Flieger nach Florida steigen. Gut, nicht direkt nach Florida. Er würde ein- oder zweimal umsteigen müssen, so genau hatte sie ihm nicht zugehört. Viel zu sehr war sie in den letzten Wochen damit beschäftigt, nicht an Marc zu denken, der sich nicht bei ihr gemeldet hatte. Nebenbei musste sie auch noch zusehen, dass Melanie nicht vor Thorben irgendwas durchleuchten ließ, denn man merkte der Münchnerin an, wie sehr sie Thorben mochte.


Ja, die Ironie funktionierte, zumindest in ihrem Kopf, richtig gut.


Melanie konnte ihn einfach nicht leiden und jeder wusste und merkte es, nur Gretchens Verlobter nicht, der versuchte Versicherungen zu verkaufen, wo er nur konnte. Entschuldigt für sein Verhalten und seine Anmaßungen, hatte er sich auch noch immer nicht. Er fand, er hätte nichts falsches gesagt oder gemacht. Dabei war es doch ziemlich vermessen von ihm, sie zur Hausfrau degradieren zu wollen.


Marc hätte sich das nicht gewagt, dachte sie und biss sich gleich auf die Zunge, weil sie es schon wieder tat. Seit dem Abend in München, erwischte sie sich immer und immer wieder dabei, wie sie die beiden Männer miteinander verglich. Sie hatte eine Pro und Kontraliste in ihrem Tagebuch stehen und achtete nun noch akribischer darauf, dass es niemand in die Finger bekam. Denn Melanie und Mehdi hatten es sich anscheinend zum Ziel gemacht, sie gegen Thorben aufzuhetzen und ihr Marc schmackhaft zu machen. Doch keiner der beiden hatte sich mal in München erkundigt. Marc rief nicht mal Mehdi an, zum wöchentlichen Freundschaftstelefonat, wie Melanie es nannte. Entweder war er also sauer oder aber er hatte mit der Sache und mit ihr abgeschlossen. Gretchen tippte da ganz klar auf letzteres, während Mehdi und Melanie davon überzeugt waren, dass er einfach nur verletzt war.


Pff.. Verletzt!


Diese Möglichkeit wollte sie gar nicht erst in Betracht ziehen, denn wenn es so wäre, würde er sich irgendwie bemerkbar machen. Egal wie, er würde ihr den Hintern aufreißen!


Es machte sie wahnsinnig, die ganze Zeit darüber nachdenken zu müssen, Thorben gegenüber ein schlechtes Gewissen zu haben und nebenbei noch darüber nachzudenken, wie sie denn nun Taufe und Hochzeit unter einen Hut bekommen sollte, wenn sie wieder mit allem allein dastand. Ihre Mutter würde ihr zwar helfen, das war ganz klar, doch würde etwas Hilfe von ihrem zukünftigen Mann auch nicht schaden.


Na ja, wenigstens ging er arbeiten. Marc würde sich irgendwie versuchen rauszureden, um sie dann mit allem allein zu lassen.


Doch war die Chirurgin mal so gar nicht davon begeistert, dass Thorben wieder arbeiten ging. So weit weg und dann nur mit einem "Vielleicht bin ich dann und dann wieder da!". Wirklich viel Zeit miteinander verbracht hatten sie, in den zwei Wochen, in denen er in Berlin war, nämlich nicht. Erst kam er so spät abends, ging dann zügig ins Bett und sie musste am nächsten Tag arbeiten. Anstatt den Tag für seinen Besuch bei seiner Tante und auf dem Friedhof zu nutzen, nahm er dafür ihren freien Tag in Beschlag. Danach war er mit Vorbereitungen beschäftigt. Es war wirklich einfach nur ärgerlich und das sie das so empfand, ließ sie ihn auch deutlich spüren.


„Ich versuch da drüben schnell zu machen. Das verspreche ich dir“, sagte Thorben als sie sich noch einen Kaffee zusammen genehmigten und versuchte so, seiner Liebsten ein kleines Lächeln abzuringen. Doch die grummelte nur ein verärgertes „Mhmm..“ heraus und sah zum dritten Mal in nur fünf Minuten auf ihre Armbanduhr. Was den Versicherungskaufmann durchaus verunsicherte. Wollte sie ihn etwa loswerden?


„Mensch Gretchen! Ich tu das für uns.“, echauffierte er sich, als sie, nachdem sie auf die Uhr gesehen hatte, auf die Anzeigetafel sah und nach seinem Flug suchte.


„Äh, was jetzt genau?“, fragte sie verständnislos, „Nie zu Hause sein, aber trotzdem Familie haben? Jeden zweiten Tag woanders? Was GENAU tust du denn für UNS?“


„Ich verdiene Geld Gretchen! Soviel, dass es auf jeden Fall immer reicht und es euch einfach an nichts fehlt. Ich möchte vernünftig für dich und Sarah sorgen können, nachdem man von dem Vollschwachmaten ja nichts verlangen kann“, Gretchens Auge zuckte verdächtig, als diese Aussage fiel und da Thorben nicht wollte, dass ihm seine Süße an die Decke ging, wechselte er schnell das Thema, „Außerdem will ich keinen Kredit für die Hochzeit aufnehmen müssen. So wie ich deine Mutter kenne, wird das teuer“, witzelte er drauf los, zwickte Gretchen in die Wange und wollte ihr einen Kuss auf die Nasenspitze geben, doch Frau Doktor Haase war von der Art und Weise, wie dieser Kerl von ihrer Mutter sprach, ganz und gar nicht begeistert.


„Musst du nicht zum Boarding?“, fragte sie zuckersüß, doch ein Tauber hätte die Wut dahinter gehört.


Thorben - jedoch nicht!


Hektisch sah er auf die Uhr und winkte dann ab, er habe ja noch zwanzig Minuten. Gretchen konnte nur die Augen verdrehen. Manchmal war er aber auch wirklich minderbemittelt. Dabei dachte sie, sie hätte mal eine intelligente Form von Mann gefunden, aber er schien auch nur mit einem Körperteil zu denken. Kopfschüttelnd wandte sie sich von ihm ab.


„Komm schon mein Schatz“, nahm er sie mutig in den Arm, „wollen wir uns hier jetzt die letzten paar Minuten, die wir zusammen haben, streiten? Ist doch nicht schön, hm? Schau mal, wir können jeden Tag telefonieren. Ich schicke dir Bilder und Videos von da drüben.. Vielleicht gefällt es dir ja und wir ziehen irgendwann um!“


„Du hast echt in den letzten Tagen deinen Verstand verloren, oder? Ich werde sicherlich nicht nach Florida auswandern!“


„Das war ein Scherz Gretchen. Was ist denn mit dir los in letzter Zeit? Du bist aufbrausend, verstehst keinen Spaß mehr und egal was ich mache, ich kann es dir einfach nicht mehr recht machen. Hab ich etwas falsch gemacht?“


Na ganz toll, er wollte reden. Normalerweise wollte sie das ja auch, aber wenn sie jetzt reden würden, könnten vielleicht unschöne Dinge ans Tageslicht kommen und das wollte sie unter gar keinen Umständen. Sie musste also einlenken...


„Nein hast du nicht. Ich finde es einfach nur nicht schön, das du quasi nie da bist. Ich mein, ich hab niemanden, an den ich mich einfach mal anlehnen kann, wenn ein Tag nicht so gut lief. Dabei dachte ich, mit dir könnte ich das haben. Du fährst, kommst wieder und hast gleich die nächsten Termine dabei. Manchmal bist du sogar länger weg, als du eigentlich weg sein wolltest und auch diesmal kann ich nicht fest damit rechnen, dass du in zwei Wochen wieder zu Hause bist“, erklärte sie sich und merkte, wie ihr Tränen in die Augen stiegen.


„Liebling, ich weiß das es nicht immer einfach für dich ist und ich wollte wirklich mehr für euch da sein, aber wenn ich Stellvertreter einstelle, wird nur die Hälfte gemacht. Oder es wird alles falsch gemacht. Was meinst du, habe ich die letzten Wochen im Büro gemacht? Ich habe alle Anträge nachkontrolliert, damit auch wirklich alles seinen geregelten Gang geht und mir nicht irgendwer ans Bein pinkeln kann. Nach dem Tod meines Vaters sind die Vertrauten von ihm alle abgezogen und jetzt, wo auch noch meine Mutter nicht mehr ist, stehe ich damit vollkommen alleine da. Ich versuche wirklich, etwas daran zu ändern. Ich lass mir da was einfallen. Dir soll es gut gehen mein Schatz“, sagte er und drückte seine Verlobte fest an sich, die beinahe schon wieder ein schlechtes Gewissen bekam.


Klar, musste das alles auch nicht leicht für ihn sein. Ganz allein, das Familienunternehmen zu leiten. Quasi ohne Vorbereitung, weil seine Eltern doch ziemlich plötzlich gestorben waren. In einem kurzen Zeitraum. Und sie machte ihm auch noch Vorwürfe, weil sie sich vernachlässigt fühlte. Was war sie nur für ein egoistischer Mensch?


„Ich hab noch was für dich mein Engel“, meinte Thorben plötzlich und hielt ihr eine etwas größere, schwarze Schatulle vor die Nase.


Verwundert nahm Gretchen diese entgegen und schaute wie vor den Kopf gestoßen wieder auf, „Wofür ist die denn? Die ist wirklich wunderschön und war sicherlich nicht billig. Hast du ne Bank überfallen?“


„Nein“, lachte er, „Die Kette gehörte meiner Mutter. Mein Vater hat sie ihr zum fünfunddreißigsten Hochzeitstag geschenkt. Es ist ein Erbstück und ich möchte, das du sie trägst und später unserer Tochter vermachst.“


„Thorben, das kann ich einfach nicht annehmen. Das.. Ich mein.. Das sind Diamanten. Damit kann ich unmöglich rumlaufen.“


„Dann bewahrst du sie gut auf und trägst sie nur zu besonderen Anlässen. Zu unserer Hochzeit zum Beispiel. Meine Mutter hätte das sicherlich sehr gefreut“, schloss er traurig und auch Gretchen bekam einen dicken Kloß im Hals. Es war wirklich traurig, dass die gute Adelheit nicht bei der Hochzeit ihres einzigen Sohnes dabei sein konnte.


Nachdem sie ihren Verlobten eindringlich in den Arm genommen und zugesagt hatte, gut auf die Kette aufzupassen, stand auch schon das Boarding an. Schweren Herzens, ließ sie ihn gehen und fühlte sich, wie sooft, allein gelassen, auch wenn er immer, wenn er Zeit haben würde, anrufen wollte.




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Choconussa Offline

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24.08.2016 13:38
#43 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Kapitel № Vierzig - Ghost 」




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Doch kaum war er weg, kamen die Gedanken an Marc zurück. Sie konnte keinen Schritt gehen, ohne an ihn zu denken. Sich zu fragen, was er wohl machte, ob es ihm gut ging und ob es nicht vielleicht doch eine Möglichkeit gab, dass er zurückkommen würde.


Doch er hatte es bereits gesagt. Er würde nicht. In München hatte er alles, was er wollte. Große Aufstiegschancen, ganz oben auf der Liste. Sie hatten dort einfach keinen Platz.


Mit tränenüberströmtem Gesicht, schob sie sich den nächsten Riegel ihrer Schokolade in den Mund. Sowas blödes. Warum musste sie gerade jetzt daran denken, wenn sie doch eigentlich arbeiten sollte? Wenn sie jemand so sehen sollte, würde wieder geredet werden. Und was sollte sie sagen, wenn jemand fragte, was denn mit ihr los sei?


Zum Beispiel, Sabine! Sie wäre verloren.


Die letzten vier Tage, hatte sie dabei eigentlich ganz gut rumbekommen. Sie war einfach zu Hause geblieben. Ihrem Vater wäre es so oder so lieber, wenn sie noch gar nicht wieder arbeiten würde, also kam es ihm gelegen, wenn seine Tochter sich mal ein paar Tage frei nehmen wollte.


Sie saß also rum, spielte mit ihrer Tochter, wenn sie wach war, beseitigte das Chaos, wenn Sarah schlief und telefonierte mit Thorben. Dem es in Florida nicht so gut zu gefallen schien, wie er angenommen hatte. Es war ihm zu warm. Er vermisste das verregnete Deutschland und seine beiden Frauen, die so oder so schöner strahlten als die Sonne. Er war ja schon ein kleiner Schleimer, dachte sich die junge Mutter und lachte laut auf, als er dies zum Besten gab. Zusammen vereinbarten sie, die Taufe eine Woche nach seiner Rückkehr zu veranstalten. Egal wann er zurückkommen würde, Gretchen würde auf jeden Fall einen Termin bekommen. Pfarrer Thies freute sich schon seitdem Gretchen, als sie im siebten Monat schwanger, bei ihm in der Kirche war, darauf, das Kind taufen zu dürfen. Also fing sie an die Feier zu planen. Die Einladungen würde sie drucken lassen. Auf schönem rosa Papier, mit Blumenmuster und einem Foto ihrer wunderschönen Tochter. Die Gästeliste war schnell fertig und das Essen wollte sie dann doch lieber ihrer Mutter überlassen. Sie wollte wirklich niemanden vergiften.


Doch lange dauerte der Zustand der Euphorie, dank Beschäftigung nicht an. Bald schon, fiel ihr die Decke auf den Kopf, also wollte sie wieder arbeiten. Immerhin war dies eine gute Ablenkung vom Thema, doch ihr musste dieses Thema natürlich direkt vor sie Füße fallen. Marc war bald zehn Monate in München und gerade an dem Tag, an dem sie wieder arbeiten gehen wollte, fingen sie an, sein Büro auszuräumen. Sein ganzer persönlicher Kram, der noch da war, wurde vor ihrer Nase aus dem Krankenhaus zum Wagen von Elke Fischer getragen, die sie vorwurfsvoll ansah. Man könnte meinen, Gretchen hätte ihren Sohn umgebracht.


Das gab ihr endgültig den Rest und nun saß sie seit geschlagenen zwei Stunden, mit zehn Schokoriegeln auf der Damentoilette und machte keine Anstalten, diese in den nächsten zwanzig Jahren zu verlassen.


Was hatte sie sich auch dabei gedacht nach München zu fahren und dann auch noch mit ihm zu schlafen? Sie hätte es einfach so stehen lassen sollen, anstatt sich noch mit Marc aussprechen zu wollen. Er wusste, dass er eine Tochter hatte, wenn auch eher unglücklich erfahren, doch das hätte mehr als gereicht.



„Gretchen! Komm da raus!“, ertönte die gereizte Stimme von Melanie zum zehnten Mal.


„Ich komm hier nie wieder raus. Nie wieder!“, schrie sie jedoch nur verheult zurück.


„Gut, dann fahre ich halt nach Hause, ohne mich von dir zu verabschieden.“


Verabschieden? Oh Gott!


Das hatte sie vergessen, so sehr war sie in ihrem Selbstmitleid versunken gewesen. Heute fuhr Melanie nach München zurück und niemand wusste, wie das mit ihr und Mehdi weitergehen würde. So eine Fernbeziehung, war ja nun auch nicht wirklich leicht.


Schüchtern öffnete Gretchen die Tür ihrer Kabine und musste sogar grinsen, als sie Melanie noch immer im Raum stehen sah. Sie war wirklich unglaublich. Die beiden kannten sich nun erst ein paar Wochen und doch, kannte sie sie schon in und auswendig. Was für eine bemerkenswerte Frau.



„Tut mir leid Melanie. Ich hab da gar nicht mehr dran gedacht. Natürlich darfst du nicht gehen, ohne das wir uns verabschieden. Wer weiß, wann wir uns wiedersehen?“


„Ich hoffe doch schon sehr bald, denn ich glaube nicht, dass ich es lange ohne euch aushalten werde. Ich wette mit dir, ich werde sogar Sabine vermissen und Gabi erst“, lachte die brünette belustigt und wischte Gretchen die Tränen aus dem Gesicht, „Soll ich mal mit Marc reden?“


„Was?“, schreckte Gretchen auf, „Was? Also.. Wieso.. Wieso denn jetzt Marc? Ich mein.. Ich wein doch nicht wegen Marc“, versuchte sie sich mehr schlecht als recht rauszureden und Melanies hochgezogene Augenbraue verriet ihr, dass sie sich schon wieder sehr dämlich dabei anstellte, „Nein sollst du nicht. Ich mein.. Ich war da, ich hab mit ihm gesprochen und er hat die Möglichkeit, etwas daraus zu machen oder es eben zu lassen. Vielleicht ist es wirklich ganz gut so, wie es ist. Er weiß es jetzt und das war es doch, was alle wollten.“


„Du hast dir aber etwas anderes erhofft, oder?“


„Gar nicht. Ich kenne ihn. Hätte er anders reagiert, dann hätte mich das sehr überrascht“, lächelte sie die nächsten Tränen weg.


„Mensch komm mal her meine Süße“, zog Melanie die verheulte Chirurgin einfach in ihre Arme und knuddelte sie fest, „Marc ist einfach ein Vollidiot, aber vielleicht wird er ja doch wach und merkt, was ihm alles entgeht.“


Das hätte ihm schon einfallen können, als er gegangen war, schoss es Gretchen durch den Kopf. Aussprechen, wollte sie es dann jedoch nicht.


Gemeinsam gingen die beiden Frauen aus der Toilette und steuerten geradewegs auf die Aufzüge zu, vor denen Mehdi schon auf sie wartete. Man sah ihm deutlich an, dass es ihm gar nicht in den Kram passte, das Melanie schon wieder fuhr. Allerdings hatte sie, laut Aussage von Olivier, den man am Telefon ebenso gut hören konnte wie Marc, wenn er sauer war, ihren Urlaub schon mehr als genug ausgedehnt. Also blieb ihr gar nichts anderes übrig, als sich zu ergeben und zurückzufahren - ohne ihren Mehdi.



„Ich ruf an, sobald ich angekommen bin. Vorausgesetzt, ich werde nicht in irgendeinen Raum mit zehntausend Akten verbannt“, rollte Melanie vor ihrem Taxi mit den Augen, „Mein Vater kann ein richtiger Sklaventreiber sein.“


„Scheint in der Familie zu liegen“, lächelte der Halbperser und zog seine Freundin in seine kuscheligen Arme, in denen sie sich so wohl fühlte.


Als die beiden dann noch ungeniert anfingen zu knutschen, fühlte sich Gretchen wie bestellt und nicht abgeholt. Peinlich berührt, versuchte sie überall hinzusehen, nur nicht zu ihren Freunden, doch die schmatzenden Geräusche waren absolut nicht zu überhören.



„Ich liebe Dich“, lächelte Melanie ihren Freund an, der vollkommen überwältigt von dieser Frau war und ließ sie ziehen.


Gretchen streichelte Mehdi über den Rücken, der noch lange einfach so dastand und in die Richtung sah, in der das Taxi verschwunden war. Und gerade, als ein schwerverletzter kleiner Junge an ihr vorbei ins Krankenhaus geschoben wurde, kam ihr eine Idee....



„Papa!“, rief sie vollkommen außer Atem, nachdem sie, ohne anzuklopfen, das Büro des Chefarztes betreten hatte. Dieser war gerade am telefonieren und schaute peinlich berührt auf.


„Ähm ja.. Herr Do.. Herr.. Ja also, ich rufe Sie zurück“, beendete er das Gespräch zügig und sah seine Tochter vorwurfsvoll an, „Kälbchen! Du kannst hier doch nicht einfach reinplatzen. Was ist denn los? Ist irgendwas mit Sarah?


„Nein Quatsch! Warum fragt ihr mich das eigentlich alle? Nein, ich hab was anderes“, grinste sie und nahm gegenüber von ihrem Vater Platz, „Wie wäre es, wenn wir eine neue Stelle schaffen würden?“


„Wie bitte?“


„Schau mal, wir sind alle hervorragende Chirurgen und die Pädiatrie macht auch einen guten Job, aber wir haben keine Chirurgen, die sich speziell mit den kleinsten Patienten beschäftigen. Ich möchte, das du eine Kinderchirurgin einstellst.“


Skeptisch sah Franz seine Tochter an und obwohl er im Gefühl hatte, worauf das hinauslaufen würde, fragte er mal nach: „Wo soll ich denn bitte eine solche Chirurgin hernehmen?“


„So ein Zufall“, klatschte Gretchen in ihre Hände und Franz' schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich, „Die Schwester von Marc ist eine hervorragende Chirurgin. Sie ist doch jetzt mit dem Doktor Kaan irgendwie liiert und musste heute zurück nach München, aber wenn sie hier arbeiten könnte, wäre es sicherlich ein Leichtes für sie, nach Berlin zu ziehen.“


„Also Gretchen.. Ich weiß nicht. Meinst du, das ist eine gute Idee?“, zweifelte der Professor, „Die Schwester vom Meier?“


„Ja überleg doch mal Papa. Ihr habt da doch einen Haufen Papierkram, weil der Meier einfach gegangen ist, ohne zu kündigen.. Wenn jetzt aber Melanie in München kündigt, könnte sie quasi seine alte Stelle einfach besetzen und schon ist alles geklärt und keiner hat einen Haufen Arbeit, den er so oder so nicht haben will. Du musst das ja auch nicht sofort entscheiden, lass dir Zeit und denk in Ruhe darüber nach. Immerhin glaube ich kaum, das du willst, dass Doktor Kaan kündigt und auch noch nach München geht. Und ich muss jetzt auch wieder auf Station, mal sehen was da noch so ansteht“, ratterte sie nur so herunter und ließ ihren Vater gar nicht mehr zu Worte kommen.



Wie ein begossener Pudel, blieb er an seinem Schreibtisch sitzen und blickte nachdenklich auf die Tür, durch die seine älteste gerade verschwunden war.





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Choconussa Offline

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24.08.2016 13:46
#44 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Einundvierzig - Shut up! 」




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„Melanie! Ich werde da nicht mehr mit dir drüber diskutieren...“, rief er über seine Schulter, während er im Stechschritt durch die Klinik lief.


Nirgendwo war man vor den Frauen sicher und immer mussten diese Wesen reden - schrecklich!


Schnell bog er um die Ecke, um sich im Stationszimmer einen Kaffee zu gönnen. Er hatte heute noch keinen und dementsprechend war auch seine Laune, doch seine Schwester schien das mal wieder gar nicht zu stören. Sie kam einfach hinterher und platzte dann mitten im Raum, „Doch du redest jetzt! Du kannst doch nicht einfach mit ihr schlafen und das dann einfach so stehen lassen, als wäre nie was gewesen! Spinnst du?“


„Ich sag doch, deine Schwester wird gar nicht begeistert darüber sein, wie du mich behandelst“, grinste Marina siegessicher - doch das wischte ihr Melanie diesmal aus dem Gesicht, „Ich spreche nicht von dir. Wenn du so doof bist und dich nochmal auf ihn einlässt, bist du selbst schuld. Ganz einfach. Da brauchst du dich auch nicht mehr bei mir auszuheulen! Ich will jetzt wissen, was das soll Marc.“


„Stell dir vor, es gibt Dinge, die gehen dich einfach nichts an. Das ist eine Sache zwischen ihr und mir und anscheinend ist die ganze Geschichte gegessen. Ich renne niemandem hinterher.“


„So einen Vollidioten wie dich, findet man wohl kein zweites Mal oder?“, schnaubte sie auf und ignorierte die Proteste ihres Bruders gekonnt, „Glaubst du wirklich, sie ist glücklich? Du hast sie nicht gesehen. Ich war da, ich hab durchaus die Möglichkeit, das zu beurteilen. Sie vermisst dich. Und dieser komische Hans Guck-in-die-Luft ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Der ist zu nichts zu gebrauchen, will das sie irgendwann aufhört zu arbeiten und...“


„Klar, Hasenzahn und aufhören zu arbeiten“, lachte Marc.


Das war genau die Reaktion, die sie sich erhofft hatte, „Siehst du! Er kennt sie doch überhaupt nicht richtig.. Du schon! Der kann sie nie im Leben glücklich machen!“


„Ja, Melanie.. Dachtest du jetzt etwa, ich kannte sie nach einer so kurzen Zeit richtig? Nein! Sie war mir ehrlich gesagt, zu der Zeit, ziemlich egal“, erwiderte der genervte große Bruder und hypnotisierte das Innere seiner Kaffeetasse.


„Aber du kennst sie. In und auswendig! Wahrscheinlich sogar besser, wie jeder andere. Thorben gibt ihr einfach nicht das, was sie braucht.“


„Und ich kann ihr nicht dass geben, was sie braucht oder verdient!“, seine Stimme wurde ungehaltener, „Darüber haben wir mehr als einmal gesprochen und ich hab so langsam die Schnauze voll davon, mich immer und immer wieder erklären zu müssen!“



Marina, die eine Zeit lang unbeobachtet dem Gespräch, welches auch eigentlich gar nicht zu überhören war, gelauscht hatte, hob interessiert ihren Kopf, denn ihr war da etwas eingefallen, „Redet ihr etwa von der dicken Ärztin, die vor einiger Zeit mal hier gewesen ist?“



„Sie ist nicht dick!“, zischte Marc wütend, woraufhin Melanie anfing zu grinsen wie ein Honigkuchenpferd.


„Entschuldige mal Marc, aber ich hab sie gesehen! Und mit der warst du im Bett? Muss man sich etwa 125 Kilo Lebendfleisch anfressen, um bei dir zu landen?“



Das war nun zu viel des Guten. Marc hörte sich sicherlich viel an, denn es war nun wirklich nicht sonderlich nett von ihm gewesen, wie er mit ihren Gefühlen gespielt hatte. Aber so sprach NIEMAND in seiner Gegenwart über Gretchen!


„Marina, ich glaube du gehst jetzt besser!!! Es sei denn, du bist scharf darauf, die Kühlkammern in der Patho mit der Zahnbürste zu schrubben“, schrie er sie an und sah mit Genugtuung, wie sie immer kleiner in ihrem Stuhl wurde.



Doch schon in der nächsten Sekunde sollte sein Hochgefühl wieder getrübt werden, denn sein Vater war von einigen Kollegen auf das unmögliche Verhalten seiner Kinder angesprochen worden und kam ohnehin schon genervt ins Stationszimmer gefegt, „Och nee! Müssen die auch schon wieder geputzt werden?“


„Oh nein, nicht du auch noch“, stöhnte Marc auf und warf seinen Kopf in den Nacken. Das war doch wirklich ungerecht. Dass ihm auch nie etwas erspart bleiben konnte.



Und Marina sah ihre Chance endlich gekommen, Marc so richtig eins auszuwischen, „Herr Professor! Ihr Sohn möchte mich einfach nur loswerden. Deswegen versucht er, mir immer ungemütliche Arbeiten aufzubrummen. Damit ich auch schön lange weg bin!“


„Das geht doch gar nicht. Marc, du kannst sie nicht einfach so in die Patho schicken. Sie vertritt heute Schwester Tanja am Empfang. Oder wolltest du dich etwa dieser Tätigkeit heute widmen, nachdem deinetwegen die Schwestern nach und nach ausfallen, weil sie sich nach einem anderen Job umsehen?“, maulte der Professor herum, ohne auf die Proteste, die schon bei Marinas Aussage gefallen waren, zu achten.


„Ganz sicher nicht!“, schnaubte er deswegen auch nur laut auf. Er konnte sagen was er wollte, hier hörte ihm auch keiner zu.


Was wohl auch der Gedanke von Melanie zu sein schien, denn die war gar nicht darüber begeistert, dass sie mit ihrem Anliegen einfach so übergangen wurde, „HALLOOOOOOO?! Könnten wir vielleicht mal wieder zum Thema kommen?“


„Was ist das Thema?“, fragte Olivier seine Tochter interessiert und sah dann vom einen zum anderen und wieder zurück, weil die Stimmung doch auf einmal viel eisiger zu sein schien, als noch zuvor.


„Berlin!“, war die knappe Antwort.


„Oh gut! Deswegen bin ich auch hier.“


„Das darf doch wohl jetzt nicht wahr sein“, knurrte Marc verärgert, „Könnt ihr euch nicht einfach mal aus meinem Leben raushalten? Wie ich das mit Gretchen und Sarah handhabe, ist ja wohl meine Sache und meine Entscheidung!“


Verwundert sahen sich Vater und Tochter an, doch Olivier fand als erster seine Stimme wieder, „Wer sagt denn, dass es jetzt um dich und dein mehr oder weniger wertvolles Leben geht?“


„Seit Wochen, gibt es doch kein anderes Thema mehr! Als ob ich mir nicht schon genug den Kopf zerbrechen würde und das weißt du auch Papa!“


„Beruhige Dich Marc“, Olivier legte beruhigend die Hand auf die Schulter seines kochenden Sohnes, denn "Papa", wurde er nicht oft von ihm genannt, „es geht nicht um dich. Ich habe gerade mit Professor Haase telefoniert und ich erwarte dich, meine liebe Melanie, gleich in meinem Büro.“



Noch während er sprach, lief er in den kleinen abgetrennten Raum, der die Gemeinschaftsküche vom Empfangsbereich trennte.


„Hä?“, fragte Marc verwirrt seine Schwester, „Der telefoniert mit Franz und dabei geht es nicht um MICH?“


„DER, hängt zwar mit dem Kopf im Kühlschrank, hört aber noch immer sehr gut! Und ja, auch wenn es dir schwer fällt zu glauben, es dreht sich nicht immer alles nur um dich, mein Sohn!“


„Klasse, wenn mich dann jetzt niemand mehr braucht, gehe ich irgendwo hin, wo ihr Nervensägen nicht seid“, freute Marc sich, nicht schon wieder einen eingestielt zu bekommen, weil er ohne zu kündigen die Biege gemacht hatte und war schon auf dem Gang verschwunden, als Melanie ihm hinterher rief, „Ey! Wir waren noch nicht fertig Marc!“


„Doch! Was das Thema Gretchen angeht, sind wir fertig!“, rief er zurück, ohne sich umzudrehen. Er konnte es wirklich langsam nicht mehr hören. Ihm war es mehr als genug, wenn er sich damit auseinandersetzte. Seine wirren Gedanken, die musste nun wirklich niemand wissen. Auch seine Schwester nicht, vor der er eigentlich keine Geheimnisse haben wollte, aber sie steckte ihre Nase auch einfach überall rein. Noch eine Eigenschaft, die sie mit Gretchen teilte, dachte er verbittert.


Im Stationszimmer hingegen, war eine kleine brünette Chirurgin außer sich, „Das kann nicht wahr sein! Wie lange will der denn jetzt noch weglaufen? Kapiert der denn nicht, dass ALLES einen irgendwann einholt? So ein Sturkopf!“


„Melanie lass ihn mit dem Thema einfach eine Weile zufrieden. Er zermartert sich seit Wochen den Schädel. Er überlegt hin und her, weiß nicht was er machen soll und ob er denn überhaupt schon bereit dazu wäre.. Lass ihm Zeit, das alles zu verdauen. Und Sie Schwester Marina, tippen sie schneller, ohne die Ohren zu spitzen!“


„Also wie sehr er sich damit auseinandersetzt, sieht man! Nämlich gar nicht!“


„Du kannst mir das ruhig glauben“, grinste Olivier, „Schau mal in seinem Schreibtisch nach. Oberste Schublade - die hat nen doppelten Boden. Und wenn du damit fertig bist, komm bitte in mein Büro.“


Ihr Vater wusste einfach, wie man sie neugierig machte.



Vorsichtig machte sie sich auf den Weg in das Büro ihres Bruders, welches, zu ihrem Glück, mal wieder nicht abgeschlossen war. Bevor sie hinein ging, versicherte sie sich noch einmal, ob die Luft auch wirklich rein war.


Marc würde sie sicherlich mit einem Skalpell durch das Krankenhaus jagen, wenn er sie beim Schnüffeln erwischen würde. Sie gab sich selbst Entwarnung und ging zügig auf den Schreibtisch zu, öffnete die erste Schublade und suchte die Einkerbung, um an den doppelten Boden zu kommen. Es dauerte einige Zeit, bis sie schließlich fand, wonach sie suchte. Immerhin musste sie darauf achten, keinen Lärm und keine Unordnung zu machen, damit Marc auch alles so vorfand, wie er es verlassen hatte. Doch als sie endlich gefunden hatte, wonach sie suchte, war sie beeindruckt.





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Choconussa Offline

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29.08.2016 15:12
#45 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Zweiundvierzig - Don't you worry child 」




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Verliebt schaute sie sich das eingerahmte Bild, welches Sarah und Gretchen an der Spree zeigte, an und drückte es sich an die Brust. Ihr Bruder war also doch kein unnützer Eisblock!


Und ihr Vater, wie sie zwei Stunden später wusste, auch nicht. Der Tag konnte einfach nicht besser werden. Professor Doktor Haase hatte angeboten, eine neue Stelle einzuräumen, insoweit Melanie bereit dazu wäre, für ihren Bruder in die Bresche zu springen. Und auch wenn sie jetzt wusste, oder zu wissen glaubte, das Gretchen und Sarah ihm alles andere als egal waren, brauchte er einfach mal einen kleinen Dämpfer. Marc war dann jetzt also offiziell nicht mehr im EKH-Berlin beschäftigt und sie würde nach Berlin ziehen. Zu ihren neuen Freunden, ihrer Nichte und Mehdi.

Sie freute sich wirklich wie ein Kleinkind, doch sagen wollte sie es hier noch niemandem. Das musste erst mal noch keiner wissen. Lange hatte sie mit ihrem Vater darüber gesprochen. Ihm fiel es unglaublich schwer, seine Tochter einfach so nach Berlin gehen zu lassen, doch es wäre wirklich die einfachste Lösung für alle Beteiligten und auch er war der Ansicht, Marc die Möglichkeit, einfach zurückzugehen, zu nehmen, wäre ein ordentlicher Denkzettel.

Bald hatte Melanie also eine leitende Stelle, in einem kleinen familiären Krankenhaus. Vielleicht würde sie auch endlich mal ein eigenes Büro bekommen.

Voller Euphorie schwebte sie durchs Krankenhaus und steckte jeden mit ihrer guten Laune an, vor allem Sebastian, der einfach begeistert war.

„Na schöne Frau“, quetschte er sich einfach zwischen sie und Schwester Marina, die gerade zusammen eine Patientenkurve ansahen, weil es noch einige ungeklärte Fragen gab, „Du strahlst ja so..“

„Da habe ich auch jeden Grund zu mein Lieber“, nuschelte Melanie nur und konzentrierte sich weiterhin auf die Kurve, die ihr irgendwie spanisch vorkam.

„Was verschafft mir denn die Ehre, in den Genuss dieses wunderschönen Lächelns zu kommen?“, schleimte Sebastian unbeirrt weiter, doch Melanie hatte gar nicht die Absicht, auf ihn einzugehen.

„Wirst du schon noch sehen und dann lächel ich gleich noch viel mehr“, antwortete sie ihm deswegen nur und machte sich mit der Akte unterm Arm auf den Weg zu ihrem Bruder.

Schmunzelnd sah Sebastian ihr nach. Sie war wirklich eine ganz besondere Frau. Wie sie sich immer genierte, wenn er mit ihr flirtete oder ihr mal näherkommen wollte. Dabei wollte sie es genauso sehr wie er. Sie wollte einfach nur erobert werden.

Diese wahnwitzige Theorie gab er dann am Abend, bei dem ein oder anderen Bierchen, Marc gegenüber zum Besten. Der verschluckte sich beinahe an seiner Cola.

Sebastian hatte doch wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank!

„Also“, brachte er hustend hervor, „ich glaube nicht, dass Mel auf dich steht. Sonst wäre sie sicherlich schon mehrmals auf deine billigen Anmachversuche eingegangen. Außerdem müsste ich dich wirklich töten, wenn du meine Schwester bespringen würdest!“

„Herrgott! Die Frau ist alt genug Marc. Wir sind alle erwachsen und nicht mehr in der Schule, wo du großer Bruder spielen musst“, schmollend nahm der schwerverliebte Arzt noch einen großen Schluck von seinem Bier. War ja wirklich klar, dass von Marc so ein dummer Spruch kommen musste.

„Ooooh glaub mal. Wäre ich damals da gewesen, hätte ich einen Stammplatz beim Direx gehabt. Bei den ganzen Kerlen, die da sicherlich Schlange gestanden haben.“

„Klaro“, wurde grinsend beigepflichtet, „Sorry wenn ich das jetzt so sage: Aber deine Schwester ist einfach ein HEIßES Gerät!“


Für diese Aussage, bekam Sebastian gleich einen Schlag in den Nacken. Unfassbar wie der in seiner Anwesenheit, über seine kleine Schwester sprach. Dabei wusste er ganz genau, dass er nicht sonderlich angetan wäre, wenn Melanie irgendwas mit irgendeinem Kollegen anfangen würde, der zudem auch noch gut mit ihm befreundet war.

Doch Sebastian hatte schon die passende Ausrede für sein unmögliches Verhalten parat, „Das ist der Alkohol, der aus mir spricht“, lachend hob er sein Glas, „Warum trinkst du eigentlich keinen?“

„Ich glaube nicht, dass ich das hier jetzt erklären muss... Seit gut zwei Wochen, bin ich jetzt quasi trocken. Mir hat da, glaube ich, jemand die Augen geöffnet“, er wirkte plötzlich sehr nachdenklich, was auch Sebastian nicht verborgen blieb, „Mhm.. Du hast es echt übertrieben. Aber wer hat denn die Macht, dich so schnell umzupolen?“

„Es gibt wichtigere Dinge“, sagte Marc schnell, auf die Frage würde er nicht eingehen, „da ist einfach kein Platz für Alkohol und solche Ausschreitungen“, schloss er und bestellte sich gleich noch eine Coke.


„Das ist ja klasse“, freute sich Mehdi in Berlin offenkundig, der gerade Melanie am Ohr hatte, „Was sagt Marc dazu?“

„Der weiß davon noch nichts. Ich hab hier von uns noch nichts erzählt, ich mein... Du kennst doch Marc“, versuchte Melanie irgendwie zu erklären - doch das hätte sie gar nicht gemusst.

„Schatz, du brauchst dich vor mir nicht zu rechtfertigen. Wenn du es noch nicht erzählen willst, dann ist das so. Ich kenne Marc und ich kann dich da auch voll und ganz verstehen. Noch mehr Neuigkeiten, würden ihm da wahrscheinlich den Rest geben“, lachte er und auch Melanie fing herzlichst an zu lachen. Doch dann fiel ihr das gerahmte Bild wieder ein. Davon musste sie Mehdi natürlich dringend erzählen.

„Nicht dein Ernst?!“

„Doch und Papa hat erzählt, dass er sich eindringlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat“, gestikulierte sie auf ihrer Couch wild herum und stieß dabei beinahe ihren Kakao um, was bei ihrem weißen Langflor Teppich, wirklich eine Katastrophe gewesen wäre. Ihr Vater würde sie köpfen.

„Ja und jetzt?“, fragte Mehdi und lümmelte sich in seinem Sessel herum.


„Du keine Ahnung! Ich hab versucht mit ihm zu reden, aber er stellt auf stur, hört nicht zu und von vernünftigen Antworten, brauchen wir gar nicht erst zu reden.“

„Da muss mal langsam was passieren. Du hast Gretchen doch gesehen. Die ist vollkommen durch den Wind und das liegt sicherlich nicht an Thorben, der durch Abwesenheit glänzt“, schnaubte der Gynäkologe verärgert auf, denn es schmerzte ihn sehr, seine beste Freundin so am Boden zu sehen.

„Darüber reden wir mal, wenn ich dann in Berlin bin. Morgen beauftrage ich einen Makler, der mir zügig eine Wohnung sucht.“

„Oh! Also“, fing Mehdi an zu stammeln, „Ich dachte.. Also.. Du könntest doch.. Quasi..“

„Was könnte ich?“

„Na quasi..Zu mir?“

„ZU DIR ZIEHEN?“, schrie sie auf und stieß diesmal wirklich ihre Tasse um. Leise fluchend, lief sie in die Küche um schnell ein paar Tücher zu holen um die Sauerei zu beseitigen, während Mehdi versuchte, seinen Wunsch zu erklären, „Ja. Also.. Dann geht alles schneller und du sparst erhebliche Kosten. Kosten die unnötig wären, wenn wir dann eh zusammenziehen wollen.“

„Geht das nicht vielleicht ein bisschen zu schnell? So lang kennen wir uns ja jetzt auch noch nicht.“

„Hat doch auch super geklappt, als du hier gewesen bist. Wir haben hier zusammengelebt, hatten unglaublich viel Spaß und Lilly würde sich sicherlich auch freuen.“

„Na gut“, grinste Melanie, „Wenn mal was sein sollte, kann ich ja auch zu Gretchen.“





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Choconussa Offline

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04.09.2016 02:46
#46 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Dreiundvierzig - Ever after that 」




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Wenn Melanie nur gewusst hätte, was Gretchen gerade im Begriff war zu tun.


Seit geschlagenen zwei Stunden, telefonierte sie nun schon mit Thorben. Er hatte wirklich Wort gehalten und rief immer an, wenn er die Zeit dazu fand - oder schrieb eine SMS. Trotzdem verlief das Telefonat, an diesem Abend nicht ganz so, wie Gretchen es sich vorgestellt hatte.



„Natürlich ist hier alles wie immer“, sagte sie leicht genervt, „Meine Mutter nervt den halben Tag, mein Vater würde mich liebend gern mit dem Sicherheitsdienst von der Klinik fernhalten und Sarah geht es blendend. Ich habe sie gerade erst gebadet und jetzt schläft sie. Aber es gibt auch Grund zur Freude. Ich habe nämlich mit meinem Vater gesprochen und jetzt zieht Melanie nach Berlin.“


„Mein Schatz, ich liebe es dir beim Reden zuzuhören, aber hol doch mal..“, er hielt inne, denn das was Gretchen gesagt hatte, erreichte ihn und das passte ihm mal gar nicht, „Moment mal, wie war das? Die Meier zieht nach Berlin?“


„Äh, ja? Kennen wir sonst noch eine Melanie?“, fragte Gretchen verwundert und klemmte sich das Telefon zwischen Schulter und Ohr, damit sie das Geschirr in einem Rutsch in die Küche bringen konnte und nicht wie den Abend zuvor, dreimal laufen musste.


„Aber.. Was will die denn in Berlin? Ihr geht es doch ganz gut in München!“


„Na ja“, überlegte Gretchen kurz, weil sie nicht wusste, wieso sie ihm das nun erklären musste, „Mein Vater hat ihr eine Stelle angeboten und jetzt wo sie mit Mehdi zusammen ist, ist das doch ganz praktisch.“


„Praktisch?“, Thorben fiel gerade nicht nur aus allen Wolken, sondern auch beinahe in den Hotelpool, „Mensch Gretchen, sie ist Sarahs Tante! Wenn sie das rausbekommt, dann rennt sie doch gleich zu ihrem Bruder.“


„Ja und selbst wenn! Was wäre so schlimm daran? Marc würde sich so oder so nicht dafür interessieren. Also kann Melanie das auch ruhig wissen und ihm brühwarm erzählen. Ist mir egal!“


„Das sind ja ganz neue Töne. Woher der Sinneswandel?“


„Mir geht das ganze Thema einfach auf die Nerven“, fauchte sie ungehalten in den Hörer, „und wenn er es erfährt, dann ist dem eben so. Sarah wird irgendwann so oder so Fragen stellen, denn falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, ihr habt absolut nichts miteinander gemein!“


„Dessen bin ich mir durchaus bewusst Gretchen! Ich dachte halt, wir wären uns einig, dass es besser für euch ist, wenn Marc es nicht weiß.“



Ja das hatte sie auch gedacht, aber dem war nicht so. Jetzt wo Marc es wusste, ging es ihr noch immer so wie vorher. Dieses unglaubliche Gefühl der Leere war nicht vergangen, es war aber auch nicht wirklich schlimmer geworden. Sie dachte einfach nur mehr an ihn wie zuvor und das musste aufhören!



„Lass uns über was anderes reden“, meinte sie plötzlich fröhlich, was ihren Verlobten am anderen Ende der Welt ziemlich überraschte, „Was hältst du davon, wenn wir die Hochzeit ein wenig vorverlegen? Und vielleicht sollten wir mal langsam zusammenziehen!“


„WAS? Gretchen was ist los?“


„Hör mal! Wir sind bald verheiratet“, eine gute Möglichkeit, Mehdi's Argumentation einzubringen, „Ist es da nicht komisch, wenn wir nicht zusammen wohnen?“


„Schon“, überlegte er, „aber ich dachte, das willst du noch nicht. Von wegen Freiraum und sowas.“


„Das ist doch Unsinn“, kicherte sie nervös drauf los und Thorben bemerkte mal wieder gar nichts, „Ich finde wir sind soweit!“



Voller Elan, fing sie an Thorbens Umzug in ihre Wohnung zu planen und überlegte zwischendurch sogar, einfach eine andere zu mieten. In Florida freute sich Thorben selbstverständlich sehr über die Entschlossenheit seiner Verlobten, doch gleich eine neue Wohnung? Die, die sie hatte, reichte doch für die beiden und Sarah. Zumal die Miete in der Wohngegend und bei der Größe der Wohnung, echt ein Schnäppchen und so schnell sicher nicht noch einmal zu finden war.


Es war einiges zu planen, denn seine Sachen mussten irgendwie in die vier Wände von Gretchen gebracht werden und für seine Wohnung musste ein Nachmieter her. Papiere mussten ausgefüllt, die Räume eventuell umgestaltet und Sachen aussortiert werden.


Doch Frau Doktor Haase, wollte sich keine Zeit mehr lassen. Je eher sie jemanden bei sich hatte, desto schneller würden die Gedanken an Marc verschwinden und die letzten Worte an diesem Abend an Thorben waren: „Ich regel das schon!“



Zwei Frauen, zwei unterschiedliche Orte, dasselbe Ziel und beide waren sie voller Tatendrang.



Gretchen bestellte umgehend einen Haufen Hochzeitsmagazine, suchte sich die besten Konditoreien in Berlin raus, band ihre Mutter in die Hochzeitsplanung mit ein und vereinbarte einen Termin mit Pfarrer Thies. Nebenbei überlegte sie schon, wie sie die Einrichtung und Klamotten von Thorben in ihrer Wohnung unterbringen konnte und begann, trotz ihrem fehlenden Talent, Skizzen zu zeichnen.


Irgendwie, würde sie sich die Zeit schon vertreiben.



Melanie hingegen, fing an zu packen. Für sie bedeutete dies, aussortieren, denn alles würde sie auf gar keinen Fall mitnehmen können. Viel zu viel Kram hatte sich angesammelt. Einiges davon, würde sie wohl hier lassen, denn zum Wegschmeißen war die Deko dann doch einfach zu schade. Ebenso ihre Unterlagen aus der Uni. Berichte aus ihrer Assistenzzeit, fand sie ebenfalls in dem ganzen Chaos. Nein! Das würde sie behalten und später dann nachholen. Es waren einfach schöne Erinnerungen, die sie wahren wollte. Ihre Cocktailkleider würden allesamt mitkommen. Sie hatte sie ja schließlich nicht gekauft, um sie dann in die Kleiderkammer zu geben. Außerdem waren sie dafür auch viel zu teuer gewesen. Zwei, vielleicht auch drei von ihren zwanzig Röcken, kamen in den blauen Sack und auch vier Hosen konnten eindeutig weg, da sie ihre besten Zeiten wohl schon gesehen hatten.


Ihr fiel es unheimlich schwer, sich von ihren Sachen zu trennen. Sie alle hatten eine Vergangenheit und konnten eine ganz eigene Geschichte erzählen.


Und während sie so in ihrem Zimmer saß, umzingelt von einem Berg an Anziehsachen, wurde ihr bewusst, was sie tat.


Sie ging. Sie würde ihren Vater und ihren Bruder nicht mehr jeden Tag sehen. Konnte nicht mal eben spontan rüber zu Marc, wenn mal wieder keiner der beiden wusste, was er zu Abend essen sollte. Sebastian würde ihr nie wieder auf die Nerven fallen und auch Marina, müsste allein klarkommen. Plötzlich fiel ihr das Packen unglaublich schwer. Wie konnte sie auch annehmen, dass sie die Situation, leichtfertig über die Bühne bringen würde?



In Berlin tanzte Mehdi zum Takt der Musik durch seine Wohnung und schaffte Platz in seinen Schränken. Lange war es her, dass er sich so sehr freuen konnte. Nach der Trennung von Anna, schien erst mal alles schief zu laufen, was nur schief laufen konnte. Eine Zeit lang musste er bei seinen Eltern wohnen, weil er keine geeignete Wohnung finden konnte. Er brauchte ein Arbeitszimmer, ein Schlafzimmer und ein Zimmer für Lilly. In Berlin, war das meist ein Ding der Unmöglichkeit. Und dabei drehte es sich einzig und allein ums Geld. Auch wenn er Arzt war, verdiente er noch kein Vermögen und konnte sich so auch die ein oder andere Wohnung nicht leisten. Er wollte besonders darauf achten, dass es eine kinderfreundliche Gegend war, in die er zog. Lilly sah er so immer nur ein paar Stunden, weil Anna nicht wollte, dass sie so oft bei ihren Großeltern waren, die einen tiefen Groll gegen ihre Schwiegertochter hegten. Seinen Job, hätte er auch beinahe verloren, wenn Gretchen nicht gewesen wäre. Er war mit seinen Gedanken immer irgendwo anders, konnte sich nicht richtig konzentrieren und wurde schließlich in den Zwangsurlaub geschickt. Was hatte er Gretchen nicht alles zu verdanken? Sein Gretchen, die anscheinend von Anfang an, nur seine beste Freundin werden sollte - obwohl er sie wirklich von ganzem Herzen geliebt hatte. Es sollte wohl einfach nicht sein, genauso wie die kleine Affäre, die er mit Schwester Ingeborg hatte.


Und jetzt, ganz plötzlich, war alles ganz klar und einfach. Er war glücklich....




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Choconussa Offline

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11.09.2016 09:00
#47 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Vierundvierzig - Two is better than one 」




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Während Mehdi und Melanie in der Vergangenheit schwelgten und sich auf eine gemeinsame Zukunft freuten, Gretchen sich in nicht enden wollende Planungen flüchtete um die wirren Gedanken an Marc nicht zuzulassen, fing eben jener Chirurg an, sich zu fragen, was er eigentlich wirklich wollte.


Seiner Meinung nach, hatte er alles was er brauchte, doch die Leere in ihm blieb. Egal wie toll sein Job war, wie viele Chancen er hatte, wirklich was zu erreichen, egal wie viele Frauen er hatte - am Ende, war er doch immer allein. Ihm wurde schlecht, wenn er daran dachte, dass er es durchaus anders hätte haben können. Warum war ihm sein Job nur so verflucht wichtig?


Er hatte eine schwangere Frau sitzen lassen, die einzige, die ihn so liebte wie er war und immer wieder, wenn er auf das gerahmte Bild auf seinem Beistelltisch sah, hätte er sich liebend gern selbst eine reingehauen. Ein hoffnungsloser Fall war er... Doch konnte er das? Ein Kind? Manchmal schaffte er es ja nicht einmal, für sich selbst einzustehen und die Verantwortung zu übernehmen, wie sollte er es dann für einen anderen Menschen, einen sehr kleinen Menschen tun? Geduld für sowas, würde ihm sicherlich auch fehlen. Erfahrung... Es gab so viel, was dagegen sprach und doch schmerzte es ihn. Es schmerzte ihn so sehr, dass da zwei Frauen waren, die ihn eventuell brauchten und er einfach zu feige war, für sie da zu sein.


Ja er gestand es sich ein: Er hatte tierische Angst! Eine Angst, die Gretchen sicherlich auch verspürt haben musste, als sie erfahren hatte, dass sie ein Kind erwartete. Eine Angst, mit der er sie allein gelassen hatte, weil ihm sein eigenes Leben, seine Karriere wichtiger war. Herrgott, beinahe hätte sie schwanger auf der Straße gestanden.


Wieder verspürte er einen ungezügelten Drang, sich selbst zu schlagen.


Immer und immer wieder, sah er auf das Bild, welches seine Tochter und Gretchen an der Spree zeigte, zum Glück hatte er Abzüge von der Aufnahme machen lassen. Sie sah unglaublich glücklich aus. Und er merkte immer mehr, wie sehr er sie vermisste. Als sie bei ihm war, hatten sie so einen schönen Abend und eine unglaubliche Nacht miteinander verbracht. Fast so, als wäre nie etwas schlimmes vorgefallen, als wäre alles wie vor gut einem Jahr.


Die Frage, was wohl passiert wäre, wenn sie nicht einfach gegangen wäre, ließ ihn einfach nicht los. Hätte er sie wieder behandelt, wie den letzten Dreck und sie rausgeschmissen oder hätten sie einfach wieder von vorn anfangen können? Ging das, nachdem was er getan hatte, überhaupt noch? Sie würde ihm wohl nie wieder vertrauen können und immer mit der Angst leben, dass er wieder gehen würde. Sie wieder allein lassen würde und diesmal nicht nur sie verletzte, sondern auch ihre Tochter, die sie sicherlich schützen wollte. Vielleicht hatte sie es ihm deswegen auch nicht gesagt. Und wenn er ehrlich zu sich selbst war, konnte er es sogar verstehen.


Doch anstatt mal darauf einzugehen, hatte er ihr Vorwürfe gemacht, dabei wäre er selbst schuld gewesen, wenn Sarah mit achtzehn vor seiner Tür gestanden hätte, um ihn endlich kennen zu lernen. Was würde er alles verpassen und was hatte er schon alles verpasst?


Marc war unheimlich froh darüber, dass er allein in seiner dunklen Wohnung saß und ihn niemand so sah. Dieses nicht enden wollende Gedankenkarussel, zermürbte ihn. In der Klinik, vor seinem Vater und Melanie, gab er sich betont lässig - doch tief in ihm drin, sah es ganz anders aus. Ihm war nach Heulen zumute, weil er zum ersten Mal in seinem Leben, einfach nicht wusste, was er tun sollte. Was das Richtige war.


Die beiden einfach ihr Leben leben lassen, mit diesem Saftsack - oder sich endlich mal zusammenreißen und zu seiner Familie stehen. Beides war für ihn zur Zeit, einfach undenkbar. Beide Möglichkeiten bereiteten ihm Übelkeit und Atemnot.


Kopfschüttelnd stand er auf und schlurfte in die Küche um sich ein Glas Wasser zu holen. Alkohol hatte er seit Gretchens Besuch, keinen mehr im Haus. Lächelnd sah er hinunter zum Abfluss. Sie hatte es doch tatsächlich geschafft, ihn dazu zu bringen, nicht mehr zu trinken. Sie wusste einfach, wie sie mit ihm umgehen musste: Sich über ihn lustig machen, handeln und nicht mit Vorwürfen oder Gesprächen anfangen. So tun, als wäre einfach nichts. Es war unglaublich... Und noch viel unglaublicher war, wie er so eine wundervolle Frau, einfach allein lassen und verlassen konnte.


Jemanden wie Gretchen Haase, würde er nie wieder finden - egal wie lange er suchen würde.


Seufzend ließ er sich auf der Anrichte nieder, zog sein Handy aus seiner Tasche und überlegte, ob er es wagen sollte, sie einfach anzurufen. Ihre Stimme zu hören, würde seine Laune bestimmt um einiges anheben, doch ein Blick auf die Uhr sagte ihm, er sollte es lieber lassen. Es war schon nach ein Uhr nachts und die beiden schliefen ganz sicher schon. Wenn er nun anrufen würde, würde er nicht nur Gretchen sondern auch ganz sicher Sarah wecken und wer wusste schon, wann die beiden dann wieder in den Schlaf finden würden?


Und würde sie überhaupt mit ihm reden wollen? Sie hat nichts davon gesagt, dass sie sich freuen würde, wenn er zu den beiden stand. Gretchen wollte einfach nur, dass er sich bereit hielt und für Sarah da war, wenn es dann soweit war. Sie wollte einfach nur nicht, das er ihr die kalte Schulter zeigen würde. Was er unter Umständen sicherlich getan hätte, weil er es niemandem abgekauft hätte.


Langsam schlenderte er durch seine Wohnung, sah sich um und merkte, wie ihm einfach nichts gefiel. Die Möbel, die er gekauft hatte, waren teuer - mehr auch nicht. Sie waren nicht schön oder nach seinem Geschmack. Sie zeigten einfach nur, dass er das nötige Kleingeld hatte. Wie oberflächlich er war, wurde ihm jetzt zum ersten Mal so richtig bewusst. In Berlin waren seine Möbel zwar auch teuer gewesen, aber sie hatten Charakter - einen gewissen Charme.


Er hatte sich einen neuen BMW gekauft. Einen schnittigen Sportflitzer, der Eleganz ausstrahlte. Doch mehr wie ein Frauenmagnet, war der auch nicht. Und sein VOLVO, sein alter weißer Begleiter, vergammelte in irgendeiner Garage seines Vaters. Der Wagen war vielleicht alt und nicht der schönste, doch er war ihm immer treu gewesen. Und auch dieser Wagen, hatte einfach einen Charakter, eine Geschichte.


Morgen würde er anfangen, einiges in seinem Leben zu ändern. Ganz vorne weg: Den BMW verkaufen und den VOLVO endlich wieder fahren. Es war doch völlig egal, was andere davon hielten, wenn er mit einem etwas älteren Modell fuhr. Wichtig war doch, dass er sich wohl fühlte und sich damit identifizieren konnte. In der Klinik, würde er ein für alle Mal klarstellen, dass er definitiv kein Mann fürs Leben war. Niemand wusste von Gretchen oder seiner Tochter und vielleicht, würde er auch das ändern. Sebastian könnte er doch davon erzählen! Sie waren immerhin Freunde.


Vielleicht konnte er so, auch noch ein bisschen was über Thorben in Erfahrung bringen. Er wusste nichts über diesen Mann. Was er allerdings wusste war, dass er seine Frauen nicht einfach irgendwem in die Hände legte.


„Meine Frauen“, wiederholte er laut und es hörte sich nicht nur gut an, es fühlte sich auch gut an.


Grinsend, mit einem Plan und einem neuen Ziel, bewegte er sich langsam in sein Schlafzimmer um sich eine Mütze voll Schlaf zu gönnen. Morgen würde ein langer Tag werden...




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Choconussa Offline

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15.09.2016 16:38
#48 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Fünfundvierzig - Your Wish 」




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Doktor Marc Meier, die Souveränität in Person, jedenfalls was seinen Beruf betraf, schien heute irgendwie nicht so ganz bei der Sache zu sein. Nachdem er erst zu spät zur Arbeit erschienen war, vergaß er seine erste OP an diesem Dienstagmorgen, wofür er vor Patienten, bei der Visite, ordentlich zur Schnecke gemacht wurde. Es schien ihn allerdings wenig zu stören, dass man seine Autorität, vor seinen Assistenten, in den Boden gestampft hatte. Der Chirurg zog eine andere OP vor und wollte sich dann eigentlich in seinem Büro verbarrikadieren, doch seine kleine Schwester hatte am späten Nachmittag andere Pläne für ihn.



Ein 45 jähriger Mann war mit seinem Wagen von der Straße abgekommen und in einem Bach gelandet. Sein 7 Jahre alter Sohn war mit einer leichten Gehirnerschütterung und einigen Prellungen davon gekommen. Melanie hatte die beiden Patienten mit einem Assistenten der Chirurgie entgegengenommen und befand, dass dieser wohl noch einiges lernen musste, weswegen sie Marc an gepiept hatte.


Sie hatte ihn heute schon gesehen und wusste, das etwas mit ihm nicht stimmte. Als sie ihm von ihrem Umzug und ihrer Stelle in Berlin erzählt hatte, wünschte er ihr nur viel Erfolg auf ihrer Weiterbildung, um sich dann, eine Dreiviertelstunde später, bei ihr zu entschuldigen. Er wäre mit den Gedanken woanders gewesen. Mehr sagte er dazu nicht.


Und jetzt, betrat er gähnend den Behandlungsraum, in dem man sehnsüchtig auf ihn wartete. Zumindest der Patient, denn der hatte höllische Schmerzen.


„Was gibt's?“, schmatzte der so heiß begehrte Oberarzt gelangweilt und ignorierte konsequent das Klemmbrett, welches ihm von Schwester Marina hingehalten wurde.


Nachdem der Assistenzarzt, Mirko Bierbaum, keine Anstalten machte, Marc aufzuklären, ergriff Melanie das Wort, „Patient, männlich, 45 Jahre. Schmerzen im linken Thorax Bereich, werden durch Atmung und Husten stärker. Zyanose der Lippen. Bei Atmung Wölbung des Brustkorbes nach innen UND außen beobachtet“, sie versuchte sich so gut es ging, an ihre Zeit in der Unfallchirurgie zu erinnern - doch Marc stand gelangweilt an der Wand gelehnt, den Kopf in der einen Hand, mit dessen Arm er sich auf dem anderen abstützte, „Marc? Hörst du mir zu?“


„Ja, leider“, verdrehte er die Augen, „Hört sich nach mehreren gebrochenen Rippen an“, stieß sich von der Wand ab und verließ ohne weitere Anweisungen den Raum.


Ungläubig sahen ihm die Ärzte und Schwestern hinterher. Melanie, die innerlich kochte, entschuldigte sich schnell bei dem Patienten, wies Herrn Bierbaum an, die Schmerzen des Patienten zu lindern und ihren Vater anzupiepen. Sie musste sich nun erst mal um einen Vollidioten kümmern.



„Sag mal, was sollte das da vorhin?“, stürmte sie in sein Büro und erschrak leicht, als die schwere Tür mit einem lauten Knall gegen die Wand prallte.


Ein Anblick, der Marc heute zum ersten Mal zum Schmunzeln brachte, doch patzig wie eh und je fragte er, „Spinnst du?“


„Das könnte ich dich fragen! Du kannst doch nicht einfach sowas in den Raum werfen und dann ohne was zu sagen oder zu machen, gehen!“


„Wieso? Bierbaum ist doch da, der macht das schon!“


„Der ist Assistent im ersten Jahr und dazu ein Vollschwachmat“, wild gestikulierend turnte Melanie durch das Büro und deutete mit den Händen an, dass jemand einen Dachschaden hatte.


„Er ist Allgemeinmediziner. Der wird schon dazu in der Lage sein, ein paar gebrochene Rippen zu behandeln.“


„Sicherlich! Maarc, er ist nicht Gretchen, die eine Embolie blind erkennt!!!“


„Und was soll das jetzt schon wieder heißen?“, fragte er entrüstet und ließ sich in seinem Stuhl nach hinten fallen.


„Deine Assistenten hier, sind nicht so wie sie. Die kommen nicht aus Akademikerfamilien und haben auch keine gute Intuition. Das musst du dir endlich mal vor Augen führen!“


„Komm! Halt die Klappe! Halt die Klappe und geh einfach“, bat er seine Schwester, denn über Gretchen wollte er noch weniger reden, als sonst.


Melanie, die sich eigentlich gerade auf die Patientenliege setzen wollte, hielt in ihrer Bewegung inne und glaubte ihren Ohren kaum, „Willst du mich auf den Arm nehmen? Meine Herren, was ist denn heute mit dir los? Ich sag dir, das ich in vier Tagen weg bin, du hörst mir nicht richtig zu und jetzt soll ich einfach so gehen, obwohl ich einfach nur verstehen will, was oder wer heute in dich gefahren ist?“, sie war unglaublich sauer in diesem Moment, „Werd ich dann jetzt auch mal tun Marc! Langsam reicht es mir nämlich!“


Völlig vor den Kopf gestoßen, saß Marc in seinem Stuhl und folgte mit seinen Augen, seiner aufgewühlten Schwester die, wütend wie sie war, ohne ein weiteres Wort das Büro verließ. So angefahren, hatte sie ihn noch nie. Sie beide hatten in den zehn Monaten, in denen er bereits hier war, die ein oder andere Meinungsverschiedenheit, doch sowas wie gerade, dass sie einfach so ging, war wirklich noch nie vorgekommen. Kurz bevor er aufsprang, um der Abtrünnigen hinterher zu eilen, sammelte er sich und seine wirren Gedanken.



„Bleibst du jetzt mal stehen?“, rief er ihr zum zweiten Mal hinterher, denn als er sie bei den Aufzügen eingeholt hatte, war sie geradewegs zu den Treppen verschwunden und beschloss, etwas zu laufen. Wie von einer Tarantel gestochen, sprintete sie durch das Treppenhaus und Marc bemerkte zum ersten Mal, dass seine Kondition nicht mehr die Beste war, denn er kam kaum hinterher und prallte voller Wucht in sie hinein, als sie plötzlich einfach stehen blieb.


„Was willst du Marc?“, pampte sie ihn direkt an, allerdings weniger energisch und mit vielen kleinen Tränen in den Augen.


Unwillkürlich zog er sie einfach in seine Arme, presste seinen Kopf an ihre Schulter, ihren an seine Brust und sagte bestimmt: „Ich will mich nicht mit dir streiten!“


„Das will ich auch nicht. Die letzten paar Tage hier, wollte ich eigentlich genießen. Mit Papa, aber vor allem mit dir! Du bist erst so kurz hier und jetzt gehe ich einfach. Ich werde dich so unheimlich vermissen Marc“, weinte sie in seinen Kittel und prompt war der Chirurg mit der Situation überfordert.


Eine OP am offenen Schädel eines Hirntumorpatienten würde er, trotz seines mangelnden Fachwissens in der Neurologie, besser über die Bühne bringen. Weinende Frauen, waren eindeutig nicht sein Arbeitsfeld.


Vorsichtig wiegte er sie in seinem Arm hin und her, „Ich bin doch nicht aus der Welt.“


„Sicher nicht, aber wer weiß, wann wir uns wiedersehen?“


„Na ja, spätestens an deinem Geburtstag. Das lassen der Alte und ich uns doch nicht nehmen!“, grinste er, doch als er ihren geschockten Blick sah, weil sie bereits vor vier Monaten Geburtstag gehabt hatte, fügte er schnell an, „Aber wir telefonieren, schreiben und videochatten regelmäßig!“


„Ist nicht dasselbe“, schmollte Melanie jedoch weiter.


„Mel, was stellst du dir vor?“, stöhnte Marc auf und nahm ihren Kopf in seine Hände, „Du hast dort eine top Stelle, einen begnadeten, wenn auch etwas verwirrten, Arbeitgeber und tolle... Na ja, Kollegen wäre jetzt vielleicht etwas viel, aber.. es ist wirklich toll. Freu dich darauf!“


„Das tue ich Marc, wirklich. Es ist trotzdem schwer. Ich hab hier mein Stationspraktikum gemacht, meine Assistenszeit habe ich hier verbracht, meinen Facharzt habe ich in OP 2 bekommen. Ich bin seit Jahren hier und jetzt wo ich dich kennengelernt habe, ist es um einiges besser hier geworden.“


„Oh, welch Ehre“, wunderte sich Marc, „Andere bezeichnen mich als ihren schlimmsten Alptraum.“


„Ach Quatsch“, konnte Melanie wieder lachen, „man muss einfach nur wissen, wie man dich nehmen muss.“


„Tja und eben das wissen nicht viele. Fast keiner!“


„Doch! Du stößt sie einfach nur lieber von dir, als ihnen eine Chance zu geben oder aber du läufst weg!“


„Darüber will ich heute nicht reden Mel“, nahm er ihr den Aufwind aus den Segeln, „Pass auf.. Ich schaue jetzt nochmal nach den gebrochenen Rippen, dann mach ich Feierabend, wir gehen essen und dann helf ich dir noch beim Packen.“


So zauberte er ihr ein wunderschönes Lächeln ins Gesicht. Ihm war egal, was sein Vater dazu sagen würde, wichtig war in diesem Moment nur, dass Melanie glücklich war. Der Alte, würde da schon mal ein Auge zudrücken... Seinem Nesthäkchen durfte es ja wohl an nichts fehlen!



Und so fuhren die beiden, keine fünfzehn Minuten später vom Klinikgelände, direkt zu ihrem Lieblingsitaliener. Dort angekommen, führte man sie zu ihrem Stammtisch und obwohl die Kellner wussten, was die Geschwister bestellen würden, bekamen sie die Speisekarte in die Hand gedrückt. Grinsend ließ Marc seine Augenbrauen tanzen und Melanie tat so, als würde sie, ganz gespannt, die Karte studieren. In Wirklichkeit, lugte sie aber immer wieder zu der Grinsebacke ihr gegenüber - die es unheimlich gut verstand, sie zum Lachen zu bringen. Doch so richtig genießen, konnte sie die Gewohnheit nicht. Es wäre heute das letzte Mal für sehr lange Zeit, dass sie beide so zusammen sein konnten und doch liebte sie ihren Bruder gleich noch ein bisschen mehr. Einfach, weil er die traurigen Gedanken in ihrem Kopf nicht zulassen wollte und dafür sogar freiwillig den restlichen Tag mit ihr verbrachte.


„Was möchten die Herrschaften denn bestellen oder brauchen Sie noch einen Augenblick?“, grinste ein junger Kellner den Chirurgen an, der gelangweilt antwortete: „Wie immer, danke!“


Doch heute, sollte zum ersten Mal, nicht laufen wie immer - denn der Kellner war neu. Er kannte die Stammkunden und ihre Sonderwünsche noch nicht.


„Ja und das wäre? Wissen Sie, ich habe vorgestern erst angefangen und...“


Stöhnend ließ Marc seinen Kopf auf die Tischplatte knallen, was seinem sonst so gestriegelten Haar, einen pfiffigen Strubbellook verpasste und den Kellner erschrak.


Lächelnd stand Melanie auf, legte ihre Hand in Marcs Nacken, um ihn zu beruhigen und sagte dann freundlich zu dem Kellner: „Macht doch nichts. Wir bekommen einen eisgekühlten Dornfelder - lieblich. Zum Salat hätten wir jedoch gern einen Weißwein, halbtrocken. Was auch immer der Koch empfiehlt. Schauen Sie nicht so verdutzt, ist ein kleines Spielchen zwischen uns. Dann bekommt der Herr hier einen Insalata Mista und ich einen Insalata Mexicana - beides klein. Zum Hauptgang bekommt meine Begleitung einen großen gemischten Grillteller und ich hätte gern die Penne alla Crema. Nachspeise Tiramisu, allerdings packen Sie die ein, die nehm ich dann mit nach Hause und genieße sie auf meiner Couch.“


„Wird gemacht“, salutierte der freundliche Kellner spaßeshalber, „Zahlen Sie sofort oder -“


„Wir zahlen, wenn wir gehen“, unterbrach Marc, „wenn es uns nicht schmecken sollte, bekommt ihr nämlich keinen müden Cent und wenn du deinen Arsch jetzt nicht in die Küche bewegst, kannst du heute Nacht von deinem Trinkgeld träumen!“


„Mahaaaarc!“, wollte Melanie tadeln - aber es hätte ohnehin keinen Sinn.


„Ja was? Ist doch so!“


„Zahlen Sie denn getrennt?“, schien der überforderte Kellner auf ein Trinkgeld von der reizenden Melanie zu hoffen - doch auch das, machte Marc ihm zunichte: „Nein! ICH zahle!!!“


Verbittert machte sich der Kellner vom Acker, denn der Gast sah so aus, als beliebte er keinesfalls zu scherzen und sein Trinkgeld war wichtig, um sein baldiges Medizinstudium zu bezahlen.


„Musst du jedem so vor den Kopf stoßen?“, fragte Melanie vorwurfsvoll.


Egal wo, dieser Mann schaffte es sich binnen von Sekunden, unbeliebt zu machen. Hier hatte er einzig und allein Glück, dass er ein überaus gut zahlender Kunde war, sonst wären sie bestimmt, das ein oder andere Mal, in hohem Bogen raus geflogen. Dies war ihnen bei einem Griechen passiert und zu allem Überfluss, bekamen sie auch noch Lokalverbot. Von diesem Tag an, hatten sie beschlossen, wirklich nur noch zu diesem Italiener zu gehen. Der war zwar auch schon einmal drauf und dran gewesen, Marc des Lokales zu verweisen, doch als der ihm dann ein paar Scheinchen zugesteckt hatte, war alles wieder in Butter und der Lokalbesitzer, neu verliebt. Und auch heute war der untersetzte Italiener froh, seinen besten Kunden zu sehen. Er kam direkt auf den Tisch der Geschwister zu, begann mit seinem Akzent ein wenig Smalltalk und versicherte, dass, egal was ist und wer noch kommen sollte, die beiden ihr Essen so schnell es ging bekommen würden.


Melanie war es unangenehm immer bevorzugt behandelt zu werden, weil ihr Vater oder ihr Bruder immer das nötige Kleingeld springen ließen. Sicherlich war es das ein oder andere Mal ein Vorteil, doch heute wollte sie eigentlich nur einen ruhigen und entspannten Abend mit Marc verbringen - auch wenn der noch immer irgendwo anders zu sein schien, mit seinen Gedanken. Aus dem Augenwinkel beobachtete sie, wie er vollkommen geistesabwesend mit der Tischdeko spielte.


Wie gern sie nur wissen würde, was in seinem Kopf vorging. Schon seit seinem ersten Tag in München, wünschte sie sich, Gedankenlesen zu können.



Flashback



„Das ist Marc. Er wird ab heute hier die Stationsleitung der Chirurgie übernehmen. Unsere Assistenten werden jetzt endlich mal einen begabten Oberarzt bekommen“, stellte Olivier den Neuankömmling vor, der überaus begeistert von dem Erscheinungsbild der jungen Frau vor ihm war.


Sie hatte genau die richtige Statur, war zwar interessiert - jedoch gelangweilt und wenn er es sich genau überlegte, brauchte er dringend jemanden, der ihm die Stadt zeigt. Sein Vater hatte ihm dies zwar angeboten, doch die Aussicht auf ein schickes Essen, mit anschließendem Verdauungssex, konnte er nicht einfach so ausschlagen.


Doch noch bevor er fragen konnte, hatte Olivier ihn schon durchschaut und ihm dieses wunderbare Exemplar, für immer verboten gemacht, „Vergiss es Marc! Sie ist deine Schwester!“


„Bitte WAS?“, tönte es im Chor und der Stuhl auf dem Melanie zuvor noch gesessen hatte, um ihr Mittag zu genießen, knallte gegen den Schrank hinter ihr.


Damit hatte der Professor gerechnet. Nie hatte er seiner Tochter von ihrem Bruder erzählt. Warum auch? Marc wollte so oder so keinen Kontakt, meldete sich nicht mal an Weihnachten. Was sollte er ihm also in seinen eigenen Weihnachtskarten, von seiner kleinen Schwester erzählen? Aber vielleicht war es auch nicht richtig, keinem der beiden etwas zu sagen. Sie könnten sich bereits kennen, eine mehr oder weniger vernünftige Beziehung zueinander aufgebaut haben und vielleicht hätte er seinen Sohn so eher kennengelernt.


„Papa? Warum hast du mir das nicht gesagt und wieso hat Mama nie was erzählt?“, fragte Melanie aufgebracht, die so gar nicht verstehen konnte, wo so plötzlich ein Bruder herkam. Sie war ihr ganzes Leben, bis zur Uni, bei ihrer Mutter gewesen und hatte nie etwas von einem Bruder gesehen oder gehört.


„Irene ist nicht seine Mutter. Seine Mutter ist meine erste Frau, Elke. Wir haben damals in Berlin gelebt und dann, als Elke und ich uns entschieden haben, uns zu trennen, bin ich nach München und die beiden sind in Berlin geblieben. Dein Bruder hat dort allerdings nichts mehr, was ihn hält und er wollte unbedingt eine vernünftig bezahlte Stelle.“


„Aha! Er meldet sich nie, kommt dann aber für Geld angekrochen? Na das sind mir ja die Liebsten“, mit verschränkten Armen, funkelte sie den Chirurgen an - der sich in den Hintern hätte beißen können. Er wollte einfach nur in Ruhe arbeiten, ohne Frauen, die ihn mit ihren Blicken umbringen wollten, heulten oder den ganzen Tag Schokolade aßen. War das denn wirklich zu viel verlangt und was bildete sich diese Frau eigentlich ein, ihm einfach so einen Stempel aufzudrücken?


Sie wusste wirklich nicht, mit wem sie es zu tun hatte, aber wenn sie wollte, konnte sie ihn ruhig kennen lernen.


„Ich weiß ja nicht, was in deinem hormongesteuerten Schädel so vor sich geht, aber ich kann dich beruhigen. Ich bin nicht des Geldes wegen hier! Wäre ich des Geldes wegen in eine andere Klinik gegangen, wäre diese hier, wirtschaftlich gesehen, meine letzte Wahl gewesen“, grinste er frech und wurde sogleich auch von seinem Vater böse angeschaut.


„Wir führen dieses Krankenhaus sehr gut und wir haben bisher nur hervorragende Ärzte vorzuweisen. Was hast du geschafft, außer Mami auf der Tasche zu liegen?“


„Um darauf eine Antwort zu bekommen, müsstest du wohl nach Berlin. Da du allerdings eine Frau bist, kämst du so oder so nicht an, bei eurem nicht vorhandenen Orientierungssinn. Aber wenn ich es mir so recht überlege, wäre das gar keine so schlechte Idee.“


„Stimmt! Dann müsste ich mich nicht mit so einem eingebildeten Würstchen auseinandersetzen. Hast du Potenzprobleme oder warum spielst du dich so auf?“, grinste nun Melanie frech und brachte Marc tatsächlich zum Schmunzeln.


Was Olivier sehr freute: „Ich sehe schon - ihr werdet euch hervorragend verstehen!“

Und er hatte recht. Schnell waren die Missverständnisse aus dem Weg geräumt, Marc hatte sein Revier markiert und Melanie hatte mir nichts dir nichts den sonst so harten Chirurgen um den Finger gewickelt. Doch irgendwas, war immer komisch an ihm und sie kam einfach nicht darauf, was es sein konnte....



Flashback Ende



Heute wusste sie zwar im Groben, was ihren Bruder immer beschäftigt hatte - doch an den Kern, ist sie bisher noch nicht gekommen. Dabei würde sie ihm und Gretchen so gern helfen.




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Choconussa Offline

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Beiträge: 311

18.09.2016 17:24
#49 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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『「Kapitel № Sechsundvierzig - My Immortal」




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Manchmal, da hatte sie das Gefühl, Marc schon ihr ganzes Leben zu kennen. Sie ergänzten sich hervorragend. Ob bei der Arbeit oder im Privaten. Melanie verstand nicht, wie jemand behaupten konnte, er wäre ein schlechter Mensch - denn das war er ganz und gar nicht.


Ja er war ein Zyniker und er konnte auch wirklich kindisch sein und reagieren, aber alles in allem, war er ein sehr liebevoller Mann. Er zeigte es einfach nur viel zu selten.


Seine Zuneigung versteckte er meist hinter Beleidigungen oder seinem grenzenlosen Zynismus. Marc hatte einfach nur Angst sich zu öffnen, egal wem gegenüber. Er wollte der Starke sein, der der jemanden beschützen konnte, nicht der der tief in sich drin schwach war, weil seine Vergangenheit ihm Angst vor tiefen Gefühlen bereitet hatte und niemand ihm diese Angst hatte nehmen können.


Doch heute, schien er noch viel verletzlicher, als irgendwann zuvor. Das war ihr schon beim Essen aufgefallen. Wie er immer wieder nachdenklich wurde, abwesend war und sich dann, mit doofen Sprüchen und mittelmäßigen Witzen, rauszureden versuchte. Und auch jetzt kam ihr sein Verhalten spanisch vor.


Er war tatsächlich mit zu ihr gekommen, um ihr beim Packen und Aussortieren zu helfen. Eigentlich ganz nett, jedoch war das gar nicht seine Art.


Ihrer Meinung nach, wollte er sich einfach nur ablenken und liebend gern hätte sie gewusst, was in seinem Kopf vorgeht. Doch wenn die ihn jetzt darauf ansprechen würde, würde er wieder dichtmachen und vielleicht sogar die Flucht ergreifen.



Also beließ sie es einfach dabei und ärgerte sich darüber, dass nun noch viel mehr Chaos war, wie vorher. Marc dachte gar nicht daran, nach System zu packen. Er griff einfach nach den Sachen und schleuderte diese durch den Raum, auf die drei Haufen, einer zum Wegwerfen, einen zum Mitnehmen und einen zum Nachholen, ohne Rücksicht auf Verluste.


Melanie sollte nun eigentlich, die Sachen, die sie weggeben oder wegschmeißen wollte, in die blauen Säcke verfrachten, doch legte ihr Bruder so ein Tempo vor, dass sie gar nicht mehr hinterherkam.


Lauter Klamotten flogen auf dem Boden um sie herum und immer mal wieder, landete ein Kleidungsstück auf ihrem Köpfchen.


Irgendwann brach Marc dann in schallendes Gelächter aus, weil er ein Pippi Langstrumpf Karnevalskostüm gefunden hatte, welches sie, der Größe nach zu urteilen, vor noch nicht allzu langer Zeit getragen haben musste. Vernichtend, sah sie den sich krümmenden Chirurgen an und hoffte, dass er nicht auch noch Schnappatmung bekam. Doch ihre Sorge war unbegründet, denn als er die Strapse zu dem Kostüm hochhielt, wurde ihm ganz anders.


Er wollte gar nicht wissen, was oder mit wem seine Schwester, was genau angestellt hatte. Nur daran zu denken, weckte sofort den Beschützerinstinkt in ihm. Die Kerle konnten alle froh sein, dass er damals nicht in München war. Bei denen hätte er eigenhändig eine Vasektomie durchgeführt...


Als er dies wenig später, als sein Vater wieder zu Hause war, laut aussprach, war dessen einziger Kommentar dazu, „Tja, so fühlt man sich als Vater!“


Und schon war Marc mit seinen Gedanken wieder in Berlin. Das fiel Olivier und Melanie natürlich sofort auf. Wie ruhig er auf einmal wurde, sein Blick sich veränderte und nach vielen Sticheleien packte er endlich aus. Die beiden waren seine Familie - sie würden ihn, vielleicht, verstehen.




„Herr Doktor Meier bitte in die Notaufnahme“, tönte über die Lautsprecher durch die Uniklinik München und der sehr sportliche Chirurg, sprintete bereits durch die Gänge. Er hatte vor nicht mal einer Minute eine SMS erhalten, die sein Herz beinahe zum Stillstand gebracht hatte. Ohne anzuklopfen, platzte er in den Behandlungsraum, schwer atmend und nicht wahrhaben wollend, was er da sah. Irgendeine Stimme, die er in diesem Moment nicht zuordnen konnte, sagte ihm, er sollte ruhig bleiben. Doch das konnte und wollte er nicht. Er wollte schreien, toben - aber sein Körper, sprach eine andere Sprache.

Entkräftet sank er auf die Knie, kam neben der Behandlungsliege auf dem Boden auf, griff nach der zarten Hand, führte sie zu seinem Mund und hauchte liebevolle Küsse, auf eben diese Hand.

„Marc, Papa ist schon auf dem Weg. Er wird alles tun, das weißt du doch, oder?“, sprach Melanie ihm mit zittriger Stimme leise zu - aber er hörte sie nicht. In seinem Kopf überschlugen sich Gedanken, in seinem Körper herrschte ein Hormonausstoß - eigentlich müsste er leuchten, in seinen Ohren hörte er fast nur noch sein eigenes Blut rauschen. Dabei wollte er sich auf die Geräte konzentrieren, um jede einzelne Veränderung sofort wahrzunehmen und zu handeln. Wenn etwas Unerwartetes passieren würde, wäre es ihm egal, dass er emotional viel zu sehr an diesen Fall gebunden war.

Keine Sekunde nachdem Melanie ihn angesprochen hatte, flog hinter ihm eine Tür auf und eine Krankenschwester rief aufgeregt: „Die Mutter hat ein komplettes Organversagen.“

Stille...

Niemand in dem Raum sagte ein Wort, sie sahen alle nur zu dem Chirurgen, der zum ersten Mal in seinem Leben aufpassen musste, keine Träne zu vergießen - doch es sollte ihm nicht gelingen. Die Hand seiner Tochter, noch immer in seiner, fing er bitterlich an zu weinen.

Den Schwestern und besonders Melanie, brach es das Herz, den sonst so starken Mann, so verletzlich zu sehen. Die Liebe seines Lebens verloren und seine Tochter lag ebenfalls im Sterben.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Ein schrilles, durchgängiges Piepen, eine Tür flog auf, drei Männer kamen in den Raum. Zwei von ihnen, zogen Marc mit aller Gewalt auf den Gang, eine Schwester kam hinzu, die ihm eine Spritze gab und drinnen - kämpfte man um das Leben der kleinen Sarah Marie Meier...

Schwer atmend und schweißgebadet, wachte er in seinem Bett auf und saß kerzengerade auf der nassen Matratze. Der Schock saß ihm tief in den Knochen und er wusste einfach nicht, was ihm das sagen sollte. Warum in Gottes Namen, er so einen Schwachsinn träumte...





„Deswegen bist du also schon den ganzen Tag so komisch drauf“, war das erste, was Melanie dazu einfiel. Auf sowas oder sowas in der Art, hätte sie aber auch von allein kommen können. So war er nur, wenn es um Gretchen ging.


„Ich weiß einfach nicht, warum ich so einen Schwachsinn träume. Die beiden sind nicht hier und ich habe Sarah bisher nur auf Fotos gesehen“, nuschelte Marc in seine Hände, die er sich vors Gesicht hielt, weil er Kopfschmerzen bekam.


Dieser Vergnügungspark in ihm, bestehend aus Gedankenkarussel und Gefühlsachterbahn, würde ihn sicherlich noch in den Wahnsinn treiben - oder ins Grab bringen.


Olivier wusste allerdings genau, warum sein Sohn so etwas träumte und es war alles andere als Schwachsinn. Sein Unterbewusstsein meldete sich einfach und führte ihm entscheidende Dinge vor Augen, „Du hast Angst!“


„Angst?! Ich bitte dich! Wovor sollte ich denn Angst haben?“


Das wollte nun aber auch Melanie wissen, die sich interessiert, halb zu ihrem Vater umdrehte, der seinen Sohn, für seine Überheblichkeit, schon wieder hätte erdolchen können.


„Junge, du hast Angst! Eine Angst, die ein jeder Mensch hat, wenn er liebt. Angst die beiden zu verlieren, dass den beiden irgendwas passiert und du dann die Schwäche aufweist, von der du dich freizusprechen versuchst. Du liebst die beiden so sehr, dass du sowas einfach nicht ertragen könntest“, erklärte Olivier streng.


Wie konnte ein Mann, mit Marcs Intellekt, nur so blind sein? Elke hatte eindeutig ganze Arbeit geleistet und wenn er sie irgendwann mal in die Finger bekam, würde sie eine Standpauke bekommen, die sie so schnell nicht vergessen wird, denn dank ihr, war sein Sohn ein emotional unerreichbarer Krüppel.


„Ich habe Sarah noch nie gesehen, ich kenne sie nicht! Wie soll ich denn da bitte einen Bezug zu ihr haben?“


„Sie ist deine Tochter Marc“, sagte Melanie zärtlich.


Sie war unglaublich gerührt. Ihr Bruder entwickelte Vatergefühle und auch wenn er damit total überfordert war, war es einfach unglaublich süß. Vielleicht, würde aus ihm ja doch ein anständiger Vater werden.


Aber bis dahin, würde es wohl noch ein langer und verdammt harter Weg werden, denn er wollte partout nicht wahrhaben, dass er seine kleine Tochter liebte und tausend Tode sterben würde, wenn ihr etwas zustoßen würde.


Argumente, schienen nichts zu bringen, also zückte Melanie kurzerhand ihr Smartphone und öffnete eine Videodatei, die Mehdi ihr geschickt hatte.


Fragend, nahm Marc das Gerät entgegen, um dann verwundert, jedoch mit einem leuchten in den Augen, welches jeden Zweifel beiseiteschob, wieder aufzusehen.


Das Video war natürlich von Sarah und Gretchen und wurde beim Babyschwimmen aufgenommen. Wie Mehdi schrieb, nahm Gretchen jedes Angebot der Hebamme dankend entgegen und weil er der einzige war, der ihr nicht den letzten Nerv raubte, nahm sie ihn mit.


Gespannt verfolgte Marc das Geschehen auf dem Handy, während Olivier und Melanie ihn genau beobachteten.


Immer wenn Gretchen einen Herzanfall zu bekommen schien, weil Sarah einfach nicht auftauchte, musste er lachen. Sie war einfach unglaublich. Und trotz der Angst, die Gretchen zu haben schien, das spürte er einfach, schien es Spaß zu machen und sie sah, trotz Schwangerschaft, einfach hinreißend in ihrem Bikini aus.


Als die beiden zum Ende des Videos, nass aber glücklich aus dem Becken stiegen, konnte Marc einfach nicht anders, als zu lächeln. Sie waren so schön..



Seine Frauen!



Und es geschah: Geschockt, hielt er sich die Hand vor den Mund und quetschte ein gequältes, „Oh mein Gott!“ heraus, was seine Schwester und seinen Vater zum Lachen brachte.


Er selbst, fand dies aber ganz und gar nicht witzig. Er war hier, die beiden dort und wenn das alles so weiterging wie bisher, würde er über kurz oder lang sicherlich wieder zur Flasche greifen.


„Was soll ich denn jetzt machen?“, fragte er ruhig - doch tief in ihm, war er so aufgewühlt wie noch nie.


Melanies grinsender gute Nacht Gruß half ihm nicht weiter und auch Olivier konnte ihm nur eine Sache ans Herz legen, „Das mein Junge, ist ganz allein deine Entscheidung!“


Klasse, dachte Marc....





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Choconussa Offline

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Beiträge: 311

23.09.2016 11:11
#50 RE: Story von Choconussa und Melli84 Zitat · antworten

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Manchmal, war ich einfach zu gut für diese Welt. Eine Eigenschaft, über die sich Marc immer mal wieder aufgeregt oder über die er sich lustig gemacht hatte...


Ich habe meiner Mutter zugesagt und versprochen, meinem Vater den Eintopf in die Klinik zu bringen, damit er was warmes essen konnte. Dass ich das nur tat, damit sie nicht wieder das Krankenhauspersonal belagerte und sie mit den Fotos von Sarah, von der Arbeit abhielt, musste sie ja nicht wissen.


Wenn ich aber gewusst hätte, was meine Gutmütigkeit für ein Ende nahm und was es alles ins Rollen brachte, hätte ich meine Mutter natürlich machen lassen....






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